Ausland

Neuer Korruptionsskandal in spanischer Volkspartei

Neue Hiobsbotschaft für Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy: Der Delegierte der Zentralregierung in der Autonomen Gemeinschaft Valencia, Serafin Castellano, ist heute in seinem Haus in Benisano unter dem Vorwurf der Korruption festgenommen worden.

Neben dem ranghohen Mitglied der konservativen Volkspartei PP seien weitere acht Personen festgenommen worden, berichteten spanische Medien unter Berufung auf die zuständigen Behörden.

Aus Partei ausgeschlossen

Castellano würden Unterschlagung öffentlicher Gelder, Bestechung und Amtsmissbrauch bei der Vergabe öffentlicher Aufträge während seiner Zeit als Angehöriger der Regionalregierung von Valencia zwischen 1999 und 2014 zur Last gelegt, hieß es.

Der 50-Jährige sei mit sofortiger Wirkung seines Amtes enthoben worden, sagte die stellvertretende Regierungschefin Soraya Saenz de Santamaria nach einer Kabinettssitzung in Madrid. Die PP teilte mit, Castellano sei wegen der Ermittlungen auch aus der Partei ausgeschlossen worden.

Rajoys Volkspartei wird wenige Monate vor den Parlamentswahlen am Ende des Jahres von zahlreichen Korruptionsaffären erschüttert. Bei den Regional- und Kommunalwahlen war die PP am Sonntag bereits gehörig abgestraft worden. Mit 27 Prozent der Stimmen blieb sie um gut zehn Prozentpunkte hinter ihrem Ergebnis von 2011 zurück.

BND-NSA-Affäre zieht in Europa immer weitere Kreise

Die Affäre um mutmaßliche Spionageaktivitäten des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) im Auftrag der USA zieht in Europa immer weitere Kreise. Nachdem die belgische Regierung eine Untersuchung eingeleitet hatte, hat die niederländische Regierung heute mitgeteilt, sie habe die deutschen Behörden um Aufklärung gebeten.

Medienberichten zufolge half der BND dem US-Geheimdienst NSA jahrelang dabei, Behörden, Unternehmen und andere Ziele in Europa auszuspähen. Falls der deutsche Auslandsgeheimdienst tatsächlich die Onlinekommunikation in Belgien „in großem Maße“ ausgespäht haben sollte, müsse sich die deutsche Regierung dazu erklären, sagte der belgische Telekommunikationsminister Alexander de Croo.

Pikanter Fall

Der Fall sei besonders pikant, da die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel selbst empört auf die Überwachung ihres Handys durch den US-Geheimdienst NSA reagiert habe, erklärte De Croo. Die Kanzlerin habe damals von US-Präsident Barack Obama umgehend Erklärungen gefordert.

Anfang Mai hatte die österreichische Regierung wegen der BND-Affäre bereits Anzeige gegen unbekannt erstattet und von Deutschland „vollständige Aufklärung“ verlangt. Die belgischen Grünen und der österreichische Grünen-Abgeordnete Peter Pilz hatten die Affäre in Belgien ins Rollen gebracht. Ihren Angaben zufolge hat der BND auf NSA-Geheiß den Internetverkehr in Dutzenden Kabelverbindungen in Europa überwacht. Die Abhöraktion soll über einen Leitungsknotenpunkt der Deutschen Telekom in Frankfurt am Main erfolgt sein.

Burmas Marine griff mehr als 700 Flüchtlinge auf

Die Marine von Burma hat nach Angaben der Regierung mehr als 700 Flüchtlinge von einem überfüllten Fischerboot gerettet. An Bord des Schiffes seien auch 74 Frauen und 45 Kinder gewesen, teilte das Informationsministerium heute mit. Bei den insgesamt 727 Insassen handle es sich um „Bangladescher“.

Die Behörden nutzen diese Bezeichnung sowohl für Flüchtlinge aus Bangladesch als auch für Mitglieder der muslimischen Minderheit der Rohingya, die sie als illegale Einwanderer aus dem Nachbarland betrachten.

In den vergangenen Wochen waren mehr als 3.500 Rohingya sowie Bangladescher über das Meer nach Indonesien, Malaysia und Thailand geflohen, etwa 2.500 weitere werden noch auf völlig überfüllten Booten auf hoher See vermutet.

Südostasien will Flüchtlingsströme mit Jobs stoppen

Mit mehr Jobs, Bildung und einer besseren medizinischen Versorgung sollen neue Flüchtlingsdramen in Südostasien verhindert werden. Darauf einigten sich die Teilnehmer einer internationalen Konferenz in Bangkok heute in einer Abschlusserklärung. Das habe auch Burma mitgetragen, betonte ein thailändischer Diplomat. Zusätzlich wollen die Länder einerseits mit Informationskampagnen vor Menschenhändlern warnen, andererseits aber auch mehr Wege für legale Migration finden.

Burma verbittet sich UNO-Kritik

Burma hat sich beim Flüchtlingsgipfel der südostasiatischen Staaten in Thailand gegen die Vorwürfe der Vereinten Nationen (UNO) zur Wehr gesetzt. „Was die Frage der illegalen Einwanderung von Bootsflüchtlingen betrifft, darf man mein Land nicht herausgreifen“, sagte Burmas Delegationsleiter Htin Lynn heute in Bangkok. Er reagierte damit auf die Forderung des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, eine der Grundursachen der Flüchtlingskrise anzugehen und der muslimischen Minderheit der Rohingya die Staatsbürgerschaft zu verleihen.

UNHCR-Vizedirektor Volker Turk hatte Burma zuvor aufgerufen, „die volle Verantwortung für all seine Einwohner zu übernehmen“. Die Staatenlosigkeit der Rohingya müsse beendet werden. Die Rohingya sind als Muslime im mehrheitlich buddhistischen Burma systematischer Diskriminierung ausgesetzt. Die Regierung bezeichnet sie als illegale Migranten aus dem benachbarten Bangladesch und lehnte bisher jede Verantwortung für die Volksgruppe ab.

Wieder Selbstmordanschlag vor Moschee in Saudi-Arabien

Ein Selbstmordattentäter hat in Saudi-Arabien mindestens drei Menschen mit in den Tod gerissen. Der Mann habe sich heute vor einer schiitischen Moschee in Dammam in einem Auto in die Luft gesprengt, meldete die Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf das Innenministerium. Zugleich hätten Sicherheitskräfte einen größeren Angriff vereitelt.

Erst vor einer Woche hatte sich ein Kämpfer der sunnitischen Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) während des Freitagsgebets in einer Moschee im Osten des Landes in die Luft gesprengt und 21 Menschen getötet. Es war das erste Mal, dass sich der IS, der sich in Syrien und im Irak ausgebreitet hat, zu einem Anschlag im sunnitisch dominierten Saudi-Arabien bekannte. Die Regierung vermutet dahinter den Versuch, die beiden islamischen Religionsgemeinschaften gegeneinander aufzuhetzen.

IS erobert libysche Stadt Sirte

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die libysche Stadt Sirte zur Gänze unter ihre Kontrolle gebracht. IS-Kämpfer vertrieben in der Nacht auf heute die islamistische Brigade 166 aus ihren letzten Positionen auf dem Flughafen von Sirte, bei einem Kraftwerk und an einem Bewässerungskanal, wie libysche Medien berichteten.

Sirte, 450 Kilometer östlich von Tripolis, ist die Heimatstadt des langjährigen Diktators Muammar al-Gaddafi, der 2011 mit westlicher Militärhilfe gestürzt und von Aufständischen getötet worden war.

Die Brigade 166 rekrutiert sich aus Kämpfern aus Misrata 200 Kilometer östlich von Tripolis. Sie hatten am Aufstand gegen Gaddafi teilgenommen. Einige von ihnen waren im Oktober 2011 an der Tötung Gaddafis beteiligt, nachdem dieser nach einem Angriff auf seinen Konvoi aus einem Kanalrohr bei Sirte gezogen worden war.

Der IS hatte bereits im letzten Februar weite Teile von Sirte erobert. Die Brigade 166 hatte sich mehrfach darüber beklagt, keinen ausreichenden Nachschub erhalten zu haben, um die Stadt halten zu können.

Inland

Verpartnerung am Standesamt verzögert sich

Die Eintragung von Partnerschaften für homosexuelle Paare am Standesamt verzögert sich weiter. Einen Zeithorizont konnte ein Sprecher des Innenministeriums heute nicht angeben. Grund seien „umfassende Prüfungen“.

Bereits im April des Vorjahres hatten sich die drei ÖVP-Minister für Justiz, Inneres und Familie mit Vertretern der Schwulen- und Lesben-Community zu einem runden Tisch getroffen. Dabei zeichnete sich ab, dass die eingetragene Partnerschaft künftig wie die Ehe auf dem Standesamt geschlossen werden soll.

Die notwendige Änderung des Personenstandsgesetzes wurde für das erste Quartal 2015 in Aussicht gestellt. Auf eine parlamentarischen Anfrage der SPÖ im März hat Ministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) geantwortet, dass die „technische Adaptierung des zentralen Personenstandsregisters, das erst am 1. November 2014 den Betrieb aufgenommen hat“, für eine weitere Verschiebung der Einführung verantwortlich sei.

Lambda: „Fühlen uns verschaukelt“

Die Verzögerung missfällt Helmut Graupner vom Rechtskomitee Lambda: „Wir fühlen uns schon verschaukelt.“ Auch das von ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka geäußerte kategorische Nein zur Eheschließung homosexueller Paare ärgert ihn.

SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder hatte anlässlich des Volksentscheids in Irland für die Eheschließung homosexueller Paare angekündigt, in dieser Causa auch in Österreich Druck machen zu wollen. Der Koalitionspartner winkte jedoch umgehend ab und bezeichnete die derzeitige Gesetzeslage als ausreichend.

Nichtrauchertag: Früheres Gastro-Rauchverbot gefordert

Die Vertreter der Gesundheitsberufe in Österreich sind unzufrieden mit der Anti-Rauch-Gesetzgebung in Österreich. Die österreichische Gesundheitsberufe-Konferenz (GBK) forderte heute eine raschere Umsetzung des Gastro-Rauchverbots. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) wünscht ein Rauchverbot in Autos, wenn Kinder an Bord sind.

Die lange Übergangsfrist bis 2018 sei nicht im Interesse des Nichtraucherschutzes, der an oberster Stelle stehen sollte, wurde Romana Schöberl, derzeitige Vorsitzende der GBK und Präsidentin des Bundesverbands der Heilmasseure und Medizinischen Masseure Österreichs, in einer Aussendung zitiert.

Neun Prozent der Zwölfjährigen rauchen

„Wir wissen, dass ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher regelmäßig raucht und dass das Einstiegsalter dramatisch gesunken ist - neun Prozent der Zwölfjährigen greifen regelmäßig zum Glimmstängel.“ Das geplante Gesetz sei zwar ein großer Fortschritt, die langsame Umsetzung aber negativ zu bewerten.

Dennoch griffen in Österreich in den vergangenen Jahren immer weniger Menschen zur Zigarette: In den vergangenen drei Jahren ist der Tabakkonsum um sieben Prozentpunkte zurückgegangen. Weiterhin raucht jedoch ein gutes Viertel (26 Prozent) der Bevölkerung, wie aus einer heute veröffentlichten Befragung des EU-Statistikamts Eurostat anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai hervorgeht.

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VCÖ fordert Rauchverbot im Auto mit Kind

Der VCÖ forderte ein Rauchverbot im Auto, wenn ein Kind mitfährt. Laut Studien sei die Schadstoffbelastung beim Rauchen im Auto bis zu 30-mal so hoch wie in einem Lokal, in dem geraucht wird. Solche Verbote existieren auch bereits in Großbritannien, Griechenland, Zypern, Australien und Kanada.

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HCB-Bluttests: Viele mit erhöhten Werten

Das Land Kärnten hat heute den Endbericht zu den HCB-Blutuntersuchungen im Görtschitztal veröffentlicht. Die Ergebnisse der Tests vom Jänner des Jahres sind ernüchternd: Von den 135 getesteten Menschen haben 84 Prozent, also etwa 113 Personen, mehr HCB im Blut aus der „durchschnittliche“ Österreicher. Bei 25 untersuchten Personen, darunter acht Kindern, wurde der Referenzwert überschritten.

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Sport

Erste Liga: Wacker-Zuversicht vor „Abstiegsfinale“

Im Vorjahr ist Wacker Innsbruck aus der Bundesliga in die Erste Liga abgestiegen, nun droht dem Traditionsclub der „Durchmarsch“ in die Regionalliga.

Vor der letzten Erste-Liga-Runde am heutigen Abend haben die Tiroler zwar den rettenden achten Tabellenplatz inne, bei einer Heimniederlage gegen Horn wäre allerdings der Weg in die Drittklassigkeit geebnet und damit auch der Weiterbestand des dritterfolgreichsten Fußballvereins Österreichs gefährdet.

Daran will in Innsbruck aber niemand denken, vor dem „Abstiegsfinale“ im vollen Tivoli-Stadion gibt man sich betont zuversichtlich.

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Leichtathletik: Weltrekordler Eaton feiert Götzis-Debüt

Die 41. Auflage des Meetings in Götzis wird den Status als bedeutendste Leichtathletik-Mehrkampfveranstaltung neben WM und Olympischen Spielen unterstreichen. Das Starterfeld mit 21 Zehnkämpfern, die bereits die 8.000 Punkte übertroffen haben, und gleich 29 Siebenkämpferinnen mit Bestmarken jenseits der 6.000 Punkte lassen ein außergewöhnliches Wochenende erwarten.

Angeführt wird das hochkarätige Feld von den Olympiasiegern Jessica Ennis-Hill und Ashton Eaton. Eaton geht erstmals in Vorarlberg an den Start und will seinen Weltrekord brechen. Das Meeting ist morgen ab 10.55 Uhr live in ORF Sport + zu sehen.

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Fußball: Wimmer-Wechsel zu Tottenham fixiert

Der schon seit Monaten kolportierte Transfer von ÖFB-Teamspieler Kevin Wimmer zu Tottenham Hotspur ist unter Dach und Fach. Das bestätigte der englische Traditionsclub heute auf seiner Website.

Der 22-jährige Innenverteidiger unterzeichnete bei den Londonern einen Fünfjahresvertrag. Über die Ablösemodalitäten wurden zunächst keine Angaben gemacht. Wimmer ist neben Marko Arnautovic (Stoke) und Andreas Weimann (Aston Villa) somit der dritte Österreicher, der in der nächsten Saison in der Premier League auflaufen wird.

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Wirtschaft

G-7-Länder planen Schuldenerlass für Nepal

Die sieben führenden Industrieländer (G-7) wollen Nepal nach dem Erdbeben finanziell wieder auf die Beine helfen und dabei auf die Rückzahlung von Schulden verzichten. „Bei Nepal arbeiten wir daran, weitere Soforthilfemaßnahmen, noch weitere Finanz- und Wiederaufbauhilfen einschließlich eines Schuldenerlasses anzubringen“, sagte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) heute.

Eine Größenordnung nannte er nach Ende des G-7-Finanzgipfels in Dresden allerdings nicht. In Medienberichten war zuletzt von einem kurzfristigen Finanzbedarf von knapp einer halben Milliarde Dollar die Rede.

Zu wenig Hilfsgelder nach Erdbeben

Nepal zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Große Teile des Himalaya-Landes waren Ende April von einem Erdbeben und mehreren schweren Nachbeben betroffen. Fast 9.000 Menschen kamen ums Leben - Hunderttausende leben seitdem in Zelten und Notunterkünften.

Die G-7, die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen, reagieren mit ihrer Ankündigung offenbar auf Klagen der Vereinten Nationen (UNO) und von Hilfsorganisationen, dass viel zu wenig Hilfsgelder in das notleidende Land fließen.

Brasilien an Schwelle zu Rezession

Brasilien droht eine Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Quartal um 0,2 Prozent, wie das Statistikamt heute in Brasilia mitteilte. Dafür sorgten vor allem zurückhaltende Unternehmen, die weniger investierten.

Ökonomen hatten sogar mit einem Minus von 0,5 Prozent gerechnet. Ende 2014 war die größte Volkswirtschaft Südamerikas noch um 0,3 Prozent gewachsen.

Die schwache Konjunktur wird auch auf die Politik von Präsidentin Dilma Rousseff zurückgeführt. Seit Beginn ihrer zweiten Amtszeit am 1. Jänner hat sie die Staatsausgaben gedrosselt sowie Steuern und Strompreise erhöht. Damit will sie verloren gegangenes Vertrauen bei Investoren zurückgewinnen, die sie für ihre Eingriffe in die Wirtschaft kritisiert hatten.

Ökonomen gehen davon aus, dass das BIP auch wegen der Regierungspolitik 2015 um mindestens ein Prozent sinken wird.

25.000 Smarts müssen in die Werkstatt

Der Autobauer Daimler ruft 25.000 Kleinwagen der Marke Smart in Europa in die Werkstatt zurück. Hintergrund der Aktion ist die Überprüfung der Halterung des Drehstabgestänges der Fahrzeuge, wie das Unternehmen heute in Stuttgart mitteilte. Außerdem werde im Einzelfall die Software des Motorsteuergeräts aktualisiert.

Es sind Fahrzeuge aus bestimmten Produktionszeiträumen aus den Jahren 2014 und 2015 betroffen. Die Kunden werden angeschrieben. Die Rückrufaktion sei eine vorsorgliche Maßnahme und das Ergebnis eigener Untersuchungen. Der Fehler sei bisher noch nicht bei Autos von Kunden aufgetreten.

US-Wirtschaft ist Anfang 2015 deutlich geschrumpft

Die US-Wirtschaft ist zu Jahresbeginn eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte von Jänner bis März mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 0,7 Prozent, wie das Handelsministerium heute in Washington mitteilte.

Kalter Winter trübt Wirtschaft

Als Hauptgrund für den Schwächeanfall der weltgrößten Volkswirtschaft gilt das ungewöhnlich frostige Winterwetter mit heftigen Schneefällen. Zudem hemmte die Dollar-Stärke die Unternehmen, da sich US-Produkte dadurch auf den Weltmärkten verteuerten. Die Exporte gingen um 7,6 Prozent zurück und damit noch stärker als zunächst geschätzt. Zugleich zogen die Importe kräftiger an als erwartet.

Stimmung der US-Verbraucher trübt sich im Mai

Die Kauflaune der Amerikaner verschlechterte sich im Mai. Das Barometer für die Verbraucherstimmung sank um 5,2 auf 90,7 Zähler, aber nicht so stark wie von Experten erwartet, wie die Universität von Michigan mitteilte. Ökonomen hatten mit 89,9 Punkten gerechnet.

Der private Konsum steht für etwa 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Volkswirtschaft. Die US-Bürger steigerten im ersten Quartal ihre Ausgaben auf das Jahr hochgerechnet um 1,8 Prozent. Ende 2014 hatte es noch ein Plus von weit mehr als vier Prozent gegeben.

Chronik

China: Lehrer wegen Kindesmissbrauchs hingerichtet

Ein ehemaliger Volksschullehrer ist in China wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs von 26 Kindern hingerichtet worden. Li Jishun soll die Mädchen im Alter zwischen vier und elf Jahren während seiner Zeit als Lehrer von 2011 bis 2012 missbraucht haben, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua gestern.

Der Missbrauch soll in Klassenzimmern und Schlafsälen stattgefunden haben. Das Todesurteil sei wegen der „extrem negativen sozialen Auswirkungen“ verhängt worden, sagte das zuständige Gericht in der Provinz Gansu.

Nach Angaben der Justiz ist die Zahl der Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern in China in den letzten Jahren stark gestiegen. Demnach wurden zwischen 2012 und 2014 landesweit 7.145 Fälle vor Gericht gebracht.

1.800 Tote durch Hitzewelle in Indien

Die Zahl der Toten durch die Hitzewelle in Indien ist auf 1.800 gestiegen. Die meisten Opfer starben laut offiziellen Angaben an der Ostküste des Bundesstaates Andhra Pradesh, wo die Tageshöchsttemperaturen mehr als eine Woche lang über 44 Grad lagen.

Nach Angaben der dortigen Katastrophenbehörde war es seit zwölf Jahren nicht mehr so lange so heiß. Heute sanken die Temperaturen um ein paar Grad. Die staatlichen indischen Meteorologen gehen davon aus, dass die Hitzewelle noch etwa zwei Tage anhält.

Blitz in Knossos eingeschlagen: 19 Urlauber verletzt

Bei einem Blitzeinschlag in die archäologische Stätte von Knossos auf der griechischen Insel Kreta sind zwölf Urlauber verletzt worden.

Wie der Rundfunksender Radio Kriti heute meldete, gehörten die Touristen einer Reisegruppe aus Russland an. Sie hatten beim Besuch des antiken Ortes während eines Gewitters unter einem Baum Zuflucht gesucht.

Ausgerechnet in diesen Baum sei ein Blitz eingeschlagen, berichtete der Sender. Die Urlauber seien zu Boden gestürzt, einige von ihnen seien kurzzeitig bewusstlos gewesen. Fünf von ihnen seien mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Die südlich der Inselhauptstadt Heraklion gelegene Stätte, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Griechenland, wurde vorübergehend geschlossen.

Kultur

Inglorious Karamasows: Castorf vollendet Dostojewski

Jetzt noch die „Brüder Karamasow“ - dann hat sich Frank Castorf mit eingeschworenem Cast durch den Dostojewski hindurchberserkert.

Sechs Stunden darf man am Stadtrand von Wien ab heute auch die Summe der Arbeit Castorfs erleben. Mit einem ganz eigenen Blick auf diesen Klassiker, der neben einem Vatermord mit dem Ost-West-Gegensatz spielt. Castorf treibt die fiebrigen Figuren Dostojewskis tief in die Gegenwart - und liest dessen Werk, wie er sagt, „als Porno“.

Mehr dazu in news.ORF.at/festwochen

„John Gabriel Borkman“: Heiße Schlacht im Schneegestöber

Vor zwei Jahren hat Simon Stone mit seiner „Wildente“ den Wiener Festwochen eines der großen Highlights beschert. Jetzt ist der australische Regisseur zurück und zeigt mit „John Gabriel Borkman“ erneut die Bearbeitung eines Ibsen-Klassikers. Seine Inszenierung, die gestern Abend im Akademietheater ihre Premiere feierte, kommt recht unkonventionell daher. Statt auf Finanzkrisendrama setzt der Regisseur auf lustvolle Groteske und lässt sein Ensemble - darunter Martin Wuttke, Birgit Minichmayr und Caroline Peters - zu einer heißen Zimmerschlacht im Tiefschnee antreten.

Mehr dazu in festwochen.ORF.at

„Poltergeist“ neu: Der Horror aus dem Flachbildschirm

„Poltergeist“, der Horrorklassiker aus dem Jahr 1982, kehrt zurück. Regie führte diesmal Steven-Spielberg-Schützling Gil Kenan. Das neue Gruseln kommt in 3-D daher und wird von den elektronischen Fetischen dieser Tage erzeugt. Pads und Pods, Flachbildschirme und Spielzeugdrohnen terrorisieren eine brave Familie. Obwohl da und dort ein bisschen gar dick aufgetragen wird, ist der neue „Poltergeist“ ein durchaus gelungenes Remake.

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IT

Google will das „Internet der Dinge“ steuern

Mit dem Projekt Brillo will Google ein Betriebssystem für das „Internet der Dinge“ etablieren. Bei seiner Entwicklerkonferenz Google I/O gab Google erste Einblicke in das Projekt, mit dem ein Herd auch mittels Spracheingabe und Smartphone gesteuert werden kann. Android selbst bekommt ebenfalls neue Funktionen, darunter das mobile Bezahlsystem Google Pay.

Das „Internet der Dinge“ - die Vernetzung von allen möglichen Gegenständen auch des Alltags - steht noch am Anfang, und der Internetgigant Google setzt alles daran, dabei möglichst eine Vorreiterstellung zu erhalten. Bei seiner alljährlichen Konferenz I/O in San Francisco kündigte Google für heuer die Veröffentlichung eines eigenen Betriebssystems auf Basis seines ursprünglich für Handys entwickelten Android-Betriebssystems an.

Google kombiniert immer mehr Daten

Mit dem plattformübergreifenden Weave sollen zudem Brillo-Geräte, Handys und das Internet miteinander kommunizieren und Daten austauschen können. Android-Geräte sollen laut Google-Manager Sundar Pichai dann automatisch entsprechend ausgerüstete Geräte wie einen Herd erkennen können, der dank Brillo dann wie ein Handy auch mit Sprachbefehlen gesteuert werden kann. Andere Android-Funktionen wie WLAN sollen die Geräte dann ebenfalls mit Brillo erhalten.

Überhaupt setzt Google immer stärker auf Datenanalyse und die Vernetzung verschiedener Geräte und Funktionen. Der „persönliche Assistent“ Google Now soll mit der nächsten Android-Version, Codename M, noch schneller erkennen, was der Nutzer wirklich will, so Google. Dabei bedient sich das System Informationen etwa aus Kommunikations-Apps wie Viber und schlägt dem Nutzer Erinnerungen etwa für das Abholen der Wäsche aus der Putzerei oder ein Lokal für einen im Chat angesprochenen Essenstermin vor.

Science

Forscher im Klimakrieg

Dass es einen Klimawandel gibt - darüber herrscht in Europa weitgehend Konsens. Nicht so in den USA: Dort tobt ein regelrechter Krieg um die Vorherrschaft in der öffentlichen Meinung. Besonders heftigen Angriffen war in den vergangenen 15 Jahren der prominente Klimaforscher Michael Mann ausgesetzt. Er wurde von konservativen Politikern unter Druck gesetzt, erhielt Drohanrufe - einmal sogar ein Paket mit gefälschtem Anthraxpulver. Letztlich habe das seinen Gegnern nichts genützt, sagt der streitbare Wissenschaftler von der Penn State University: „Ich lasse mich nicht einschüchtern.“

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Religion