Ausland

Acht Soldaten nach Dschihadistenangriff in Libyen enthauptet

Bei einem Angriff des libyschen Ablegers der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf ein Ölfeld im Süden Libyens sind heute acht Wachleute getötet worden. Die Soldaten seien bei dem Überraschungsangriff auf das Ölfeld al-Ghani enthauptet worden, sagte ein Sprecher der Ölanlagen. Nach dem Eintreffen von Verstärkung habe die Armee die Anlage wieder unter ihre Kontrolle gebracht.

Die Nationale Ölgesellschaft bestätigte die Angaben zu den Toten und erklärte, die Angreifer hätten die Anlage geplündert und die Gebäude in Brand gesteckt. Die Mitarbeiter des Ölfeldes seien in die nahe gelegene Stadt Sela geflohen, so die Ölgesellschaft.

In Libyen liefern sich seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 rivalisierende Milizen erbitterte Kämpfe um die Kontrolle von Städten und Ölfeldern. Am Dienstag brachten radikale Islamisten die Ölfelder al-Mabruk und al-Bahi rund 200 Kilometer südlich der Küstenstadt Sirte in ihre Gewalt. Die Ölgesellschaft machte daraufhin „höhere Gewalt“ geltend, um sich vor eventuellen Klagen wegen Nichteinhaltung der Verträge zu schützen.

Frontex warnt vor Flüchtlingsansturm

Unterdessen muss die EU in diesem Jahr nach Angaben des obersten Grenzschützers der Union mit einer Rekordzahl von Flüchtlingen aus Libyen rechnen. Zwischen 500.000 und einer Million Menschen seien zur Reise nach Europa bereit, sagte der Direktor der Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Schlepperbanden nutzten das Chaos in Afrika und dem Nahen Osten immer aggressiver aus, um Menschen über das Mittelmeer zu bringen, sagte Leggeri. Vor allem der Verfall der staatlichen Ordnung in Libyen schaffe eine ideale Umgebung für Schlepper.

Frontex benötige mehr Ressourcen und Mitteln, um einen stärkeren Einsatz im Mittelmeer zu garantieren. Der Einsatz der EU-Grenzschutzagentur allein genüge nicht. Von zentraler Bedeutung ist Leggeri zufolge unter anderem auch „die Kooperation zwischen der EU und den afrikanischen Ländern“.

Nach Terroralarm in Bremen: Details zu möglichen Attentätern

Ein Terroralarm hat am vergangenen Wochenende in Bremen für Unruhe gesorgt. Die Razzien, unter anderem in dem islamischen Kulturzentrum, verliefen allerdings ergebnislos. Danach gab es Kritik, dass der Zugriff zu spät erfolgt sei.

Vier mutmaßliche Attentäter aus Frankreich

Nun wurden Details zu den Plänen und der Identität von mutmaßlichen Attentätern bekannt. Nach Recherchen von ZDF und „Focus“ gab es Hinweise auf vier verdächtige Männer aus Frankreich, die in der Hansestadt waren. Das wurde heute unter Berufung auf Ermittlungsakten berichtet. Laut ZDF soll es auch konkrete mögliche Anschlagziele gegeben haben: den Dom, die Synagoge und einen Verkehrsknotenpunkt.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Silke Noltensmeier, sagte: „Wir wissen, dass es sich hier um französisch sprechende Personen handelt, die über die Niederlande nach Deutschland eingereist sind.“

Konkrete Details fehlen

Die Sprecherin von Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), Rose Gerdts-Schiffler, sagte gegenüber der dpa: "Zu konkreten Details, wie sie in verschiedenen Medien genannt und zum Teil auch konstruiert wurden, sagen wir nichts, weil wir ansonsten Hinweisgeber und Ermittlungen gefährden würden."

Ein 39 Jahre alter Libanese, der während des Anti-Terror-Einsatzes vorübergehend festgenommen wurde, soll die Gruppe aus Frankreich kontaktiert haben. Außerdem soll er von einem Waffenhändler 60 Maschinenpistolen und automatische Pistolen gekauft haben.

Verbleib der Verdächtigen unklar

Die Polizei habe vergangenen Freitag erste Hinweise bekommen, dass sich der Libanese mit den vier treffen habe wollen, sagte der Bremer Polizeipräsident Lutz Müller. „Hinweise darauf, dass sich diese Personen im islamischen Kulturzentrum aufhalten können, haben sich erst im Laufe des Samstags verdichtet.“ Es ist unklar, wo sich die verdächtigen Männer jetzt aufhalten.

Der entscheidende Hinweis auf die Islamisten kam vom Zollkriminalamt in Köln. Zunächst seien die Bremer Behörden davon ausgegangen, dass die Männer mit einer Air-France-Maschine aus Paris nach Deutschland kommen wollten.

Irak: IS-Hochburg al-Dur unter Kontrolle von Armee

Am fünften Tag ihrer Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben irakische Streitkräfte nach eigenen Angaben den strategisch wichtigen Ort al-Dur unter ihre Kontrolle gebracht. Armee und Kämpfer schiitischer Milizen hätten die südlich der Stadt Tikrit gelegene Ortschaft eingenommen, meldete das irakische Staatsfernsehen unter Berufung auf die Militärführung. Eine unabhängige Bestätigung für die Eroberung gab es zunächst nicht.

Die Einnahme von al-Dur gilt als eines der ersten Ziele der Offensive, mit der die irakischen Streitkräfte Tikrit rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad befreien wollen. Der Ort ist Heimatstadt von Issat Ibrahhim al-Duri, einem früheren Getreuen von Langzeitherrscher Saddam Hussein und heutigen Anführer sunnitischer Rebellen, die mit dem IS verbündet sind.

USA: IS auch aus al-Bagdadi vertrieben

Nach US-Angaben habe die irakische Armee zudem die Dschihadistengruppe aus dem heftig umkämpften Ort al-Bagdadi vertrieben. Auch hier gab es eine unabhängige Bestätigung zunächst nicht. Bei der zweiwöchigen Offensive seien die Regierungstruppen von sunnitischen Stammeskämpfern und US-Luftangriffen unterstützt worden, teilte das US-Militär mit. Al-Bagdadi liegt am Euphrat nordwestlich der Hauptstadt Bagdad nahe der Luftwaffenbasis al-Asad. Dort sind 300 US-Soldaten stationiert, um irakische Einheiten auszubilden.

Die IS-Miliz hatte al-Bagdadi im vergangenen Monat eingenommen, doch hat ein Angriff der Dschihadisten auf den Luftwaffenstützpunkt abgewehrt werden können. Ende Februar startete die irakische Armee die Offensive zur Rückeroberung des Ortes in der Provinz Anbar.

Die irakische Regierung hat für ihre Offensive gegen die sunnitischen Extremisten nach eigenen Angaben rund 30.000 Mann mobilisiert, neben der Armee vor allem Kämpfer schiitischer Milizen. Der Vormarsch der Kräfte war in den vergangenen Tagen nur langsam vorangekommen. Der IS versucht, die Offensive vor allem mit Selbstmordattentätern und Hunderten von Sprengfallen aufzuhalten.

Antike Stadt Nimrud verwüstet

Die Verwüstung von antiken Kulturgütern durch die extremistische Terrormiliz IS geht auch nach der erst kürzlich bekanntgewordenen Zerstörung von Statuen aus der antiken Stadt Ninive weiter.

Mit schweren Militärfahrzeugen begann der IS nun die Zerstörung der über 3.000 Jahre alten legendären assyrischen Stadt Nimrud, die nach dem mythenumrankten biblischen König Nimrod benannt ist, wie das irakische Altertumsministerium mitteilte.

Auch sollen mit Lkws die als einzigartig und unwiederbringlich eingeschätzten Kulturgüter weggebracht worden sein. Sie könnten auf dem Schwarzmarkt landen und zur weiteren Finanzierung des IS dienen.

Mehr dazu in „Mit Militärfahrzeugen zerstört“

Ukraine: Bis zu 1.000 OSZE-Beobachter gefordert

Im Ukraine-Konflikt haben sich die Außenminister Russlands und Deutschlands nach Darstellung aus Moskau für eine Ausweitung der Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf bis zu 1.000 Beobachter ausgesprochen. Das teilte der russische Minister Sergej Lawrow heute nach einem Telefonat mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier mit.

Beide seien für eine Verlängerung sowie eine bessere technische und finanzielle Ausstattung des OSZE-Einsatzes, hieß es. Die Minister forderten eine rasche Umsetzung des Friedensplans, um den Konflikt zwischen ukrainischem Militär und prorussischen Separatisten zu deeskalieren.

Botschafter: „OSZE ist überfordert“

Nach Ansicht des ukrainischen Botschafters in Deutschland, Andrej Melnik, erfüllen die derzeitigen OSZE-Beobachter ihre Aufgabe nur teilweise. „Die OSZE ist überfordert. Leider sind ihre Beobachter nicht immer bereit, das Offensichtliche festzustellen“, sagte der Diplomat der „Nordwest-Zeitung“.

Melnik beklagte, dass noch immer Waffen und Soldaten aus Russland über die Grenze in sein Land gelangten. Die Beobachter müssten besser ausgestattet werden. „Sie benötigen Satellitenbilder, Drohnen und gepanzerte Fahrzeuge. Nur so sind sie in der Lage, vorliegende Informationen auch wirklich zu überprüfen“, sagte Melnik.

OSZE-Chef will mehr Drohnen für Überwachung

OSZE-Chef Lamberto Zannier sagte gegenüber Reuters, dass nicht die Zahl der Beobachter das gegenwärtige Problem sei. „Es ist der Zugang“, erklärte er. „Wenn sie besseren Zugang hätten, könnte ich mehr mit ihnen machen.“ Entsprechend hätte er gerne kleinere unbemannte Flugzeuge als Ergänzung zu den drei größeren Drohnen, die bereits im Einsatz seien.

Abzug schwerer Waffen schreitet nur langsam voran

Die ukrainischen Regierungstruppen meldeten unterdessen den Abzug der großen Raketenwerfer vom Typ Uragan von der Frontlinie im Osten des Landes. Ein AFP-Fotograf berichtete aus der östlichen Stadt Artemiwsk, dass dort zwei der Mehrfachraketenwerfer, die jeweils mit 16 Rohren für 220-Millimeter-Raketen ausgerüstet sind, zusammen mit mindestens zehn Howitzer-Kanonen auf einen Zug verladen wurden.

Die notorisch unpräzisen Raketen sind für einen Großteil der zivilen Opfer des elfmonatigen Konflikts verantwortlich. In dem Konflikt zwischen den Regierungstruppen und den prorussischen Separatisten wurden nach UNO-Angaben bisher rund 6.000 Menschen getötet. Beide Konfliktparteien sind gemäß dem im Februar in Minsk unterzeichneten Friedensplan verpflichtet, ihre schwere Artillerie 25 Kilometer von der Frontlinie zurückzuziehen, um eine Pufferzone zu schaffen.

Allerdings kommt der Abzug nur langsam voran und beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, ihre Waffen nur abzuziehen, um sie heimlich anderswo wieder an der Front in Stellung zu bringen.

Anschlag auf Polizeioffizier

Bei einem Bombenanschlag in der ostukrainischen Millionenstadt Charkiw sind ein Polizeioffizier und seine Frau verletzt worden. Das Paar habe sich in der Millionenstadt Charkiw in sein Privatauto gesetzt, als unter dem Wagen ein Sprengsatz detonierte, teilte ein Mitarbeiter von Innenminister Anton Geraschtschenko über Facebook mit. Der Offizier leitet ein Bataillon, das in der Kriegsregion Donbass gegen prorussische Separatisten kämpft.

EU-Außenminister beraten über weitere Ost-Partnerschaften

Am zweiten Tag eines Treffens in Riga wollen die Außenminister der 28 EU-Staaten morgen über den weiteren Ausbau der Beziehungen zu Staaten wie Georgien und Moldau beraten. Hintergrund der informellen Gespräche ist unter anderem der für Mai geplante EU-Gipfel zur sogenannten Östlichen Partnerschaft.

Auf diesem Gipfel soll eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit den früheren Sowjet-Republiken vereinbart werden. Vor dem Hintergrund des Konflikts in der Ostukraine gelten die Pläne als heikel.

Moskau sieht Annährung kritisch

Die Annäherung der Regierung in Kiew an die EU gilt als eine der Ursachen für den Bürgerkrieg. Moskau sieht die Nähe kritisch und unterstützt die pro-russischen Separatisten. Auch mit anderen Ex-Sowjetrepubliken gibt es Konflikte rund um die EU- und teils auch der NATO-Annäherung.

Afrikanische Union gründet Truppe gegen Boko Haram

Die Afrikanische Union (AU) hat die Schaffung einer regionalen Eingreiftruppe gegen die nigerianische Extremistengruppe Boko Haram beschlossen. Die Militärmission solle bis zu 10.000 Soldaten umfassen und ihr Hauptquartier in Tschads Hauptstadt N’Djamena haben, teilte die AU heute an ihrem Sitz in Addis Abeba mit.

Sie habe zur Aufgabe, die weitere Ausbreitung von Boko Haram und „anderen Terrorgruppen“ zu verhindern und diese langfristig zu besiegen. Boko Haram kämpft seit 2009 mit großer Brutalität im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat und tötete dabei mehr als 13.000 Menschen.

Hoffen auf finanzielle Hilfe der UNO

Die Islamistengruppe weitete in den vergangenen Monaten ihre Aktivitäten auch auf die Nachbarländer aus. Das brachte Kamerun, Niger und Tschad dazu, selbst militärisch aktiv zu werden und die Gründung der regionalen Eingreiftruppe gegen die Extremisten zu beschließen.

Für die Finanzierung der Truppe zählt die AU auf die Unterstützung der Vereinten Nationen (UNO). Sie forderte den Sicherheitsrat auf, eine entsprechende Resolution zu beschließen.

Libyen-Affäre: Ex-Sarkozy-Vertrauter in Gewahrsam

Die Affäre um mögliche illegale Gelder aus Libyen für den Wahlkampf von Frankreichs Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy im Jahr 2007 ist wieder aufgeflammt. Nach Justizangaben wurde der langjährige Sarkozy-Vertraute und einstige französische Innenminister Claude Gueant heute in Polizeigewahrsam genommen.

Die Untersuchungsrichter interessieren sich insbesondere für eine Überweisung in Höhe von 500.000 Euro auf das Konto Gueants, der ein Jahrzehnt lang die rechte Hand des heutigen konservativen Oppositionschefs Sarkozy war.

2012 waren erstmals Vorwürfe gegen den damaligen Staatschef Sarkozy laut geworden, er habe vom früheren libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi Gelder für seinen Wahlkampf 2007 erhalten. Ein französisch-libanesischer Geschäftsmann sprach von mehr als 50 Millionen Euro. Sarkozy wies die Vorwürfe als „grotesk“ zurück.

27 Kilo Gold im Gepäck von nordkoreanischem Diplomaten

27 Kilogramm Gold sind im Gepäck eines nordkoreanischen Diplomaten auf dem Flughafen in Dhaka sichergestellt worden. Zollbeamte beschlagnahmten 170 Goldbarren in den Koffern eines Mitarbeiters der Botschaft Nordkoreas in der Hauptstadt von Bangladesch, wie der Zoll berichtete.

Der Mann wurde wegen seiner diplomatischen Immunität freigelassen. Das Außenministerium wurde über den Vorfall informiert, da ein Passagier nur 200 Gramm Gold zollfrei einführen darf.

Inland

Sport

Fußball: Marc Janko stellt Rekord in A-League ein

Marc Janko spielt sich beim Sydney FC immer mehr in die Herzen der Fans. Der ÖFB-Teamspieler erzielte heute den Siegestreffer im Auswärtsspiel bei den Newcastle Jets und traf damit in der sechsten Partie in Folge.

Damit stellte der 31-jährige Stürmer auch einen Rekord in der australischen A-League auf. Vom Erfolgslauf Jankos profitiert auch Sydney, das sich vorerst auf Tabellenrang zwei schob. „Ich kann nicht oft genug betonen, dass für mich der Erfolg des Teams mehr zählt als Tore“, sagte Janko.

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Fußball: Star-Auflauf in neuer MLS-Saison

Mit einer geballten Ladung Fußballstars startet die Major League Soccer (MLS) am Wochenende in die neue Saison. Bereits am Sonntag stehen sich beim Duell zwischen Liganeuling Orlando City mit dem Brasilaner Kaka und New York City mit Spaniens David Villa zwei Fußballgrößen gegenüber.

Mehr als 60.000 Karten wurden für den Erstrundenschlager im Citrus Bowl abgesetzt. „Ich freue mich riesig auf dieses Spiel und darauf, dass es endlich losgeht“, sagte Kaka. Dabei gab es vor dem Auftakt zur 20. MLS-Auflage auch einige störende Nebengeräusche.

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Behindertensport: Lanzinger kündigt Karriereende an

Nach elf Jahren im alpinen Ski- und Behindertensport hat Matthias Lanzinger sein Karriereende angekündigt. Nach der Para-WM in Panorama in Kanada, bei der der 34-Jährige gestern (Ortszeit) seine zweite Silbermedaille holte, ist für den Salzburg endgültig Schluss.

„Die Weltmeisterschaft ist ein schönes Event zum Aufhören“, sagte Lanzinger im Ö3-Interview. An den 2. März 2008, als ihm nach seinem Sturz beim Super-G in Kvitfjell der linke Unterschenkel amputiert werden musste, denkt er ohne Wehmut zurück.

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Wirtschaft

VW-Sparprogramm: Neues Polo-Modell auf dem Prüfstand

Der VW-Konzern will die Kosten bei seiner Kernmarke Volkswagen einem Medienbericht zufolge um fünf Milliarden Euro drücken. Modelle, die nur in geringen Stückzahlen verkauft werden, sollen keine Nachfolger mehr erhalten, wie der „Spiegel“ heute vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtete.

Demnach wird es vom Polo künftig nur noch eine Variante mit vier Türen geben - die zweitürige entfällt. Keine Nachfolgermodelle gibt es den Angaben zufolge beim Eos und eventuell auch beim Beetle.

Ein Volkswagen-Sprecher bestätigte den Bericht auf Anfrage nur teilweise. Der Autokonzern prüfe bei seinen Modellen laufend, ob Nachfolgemodelle nötig seien, sagte er laut AFP. Im Fall des zweitürigen Polos gebe es noch keine Entscheidung. Während VW wohl keinen Eos-Nachfolger mehr bauen werde, sei eine neue Version des Beetles aber bereits geplant, so der Sprecher.

Deutschem Energieriesen E.ON droht Milliardenverlust

Deutschlands größter Energiekonzern E.ON steht laut Schätzungen aus Branchenkreisen vor einem Milliardenverlust für 2014. Das Unternehmen hatte Ende vergangenen Jahres bereits 4,5 Mrd. Euro Abschreibungen im vierten Quartal angekündigt - zusätzlich zu 700 Mio. Euro Wertberichtigungen aus den ersten neun Monaten. 2013 hatte E.ON noch 2,1 Mrd. Euro Überschuss erreicht. Das Unternehmen legt am Mittwoch seine mit Spannung erwartete Jahresbilanz vor.

Von einem E.ON-Sprecher bereits bestätigt wurde ein ARD-Bericht, wonach derzeit die Stilllegung eines mit drei kommunalen Versorgern gemeinsam betriebenen Gaskraftwerks im bayerischen Irsching geprüft werde.

Das Kraftwerk hat zusammen mit einem weiteren, reinen E.ON-Block insgesamt 1,4 Gigawatt Leistung und gilt als eine der modernsten Anlagen in Europa. Eine Abschaltung könnte Probleme für die Versorgung Bayerns bringen. Die notwendige Genehmigung durch die Bundesnetzagentur gilt deshalb als unwahrscheinlich.

Außerdem soll E.ON einen möglichen Verkauf seiner Gasförderung in der Nordsee vorantreiben. Das Unternehmen habe die Investmentbanker der Bank of America damit beauftragt, bei dem anstehenden Prozess beratend tätig zu werden, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Kreise berichtet. Der Verkauf könnte E.ON rund zwei Mrd. Euro bringen. E.ON lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Apple verdrängt AT&T aus Dow-Jones-Index

Apple zieht in den Dow-Jones-Index der 30 Standardwerte ein und verdrängt den Telekomkonzern AT&T. Der Wechsel werde am 18. März vollzogen, teilte das Unternehmen S&P Dow Jones Indices heute mit. Die Aktie des an der Börse wertvollsten Unternehmens war bisher kein Bestandteil des Leitindex, weil der Preis eines Anteilsscheins zu hoch war.

Im vergangenen Jahr aber sank er wegen einer Aktienteilung auf unter 100 Dollar, weil die Aktionäre für ihre bisherigen Papiere sieben neue Scheine bekamen. Der Aufstieg in den Dow war deswegen erwartet worden.

Es ist der erste Wechsel im Index seit 2013. Hintergrund ist laut S&P der Aktiensplit beim Kreditkartenbetreiber Visa. Dadurch sinke das Gewicht der Technologiebranche im Index, was durch die Apple-Aufnahme nun kompensiert werden solle. Der iPhone-Hersteller war bisher nur im Technologieindex NASDAQ 100 gelistet. Mit Microsoft und Intel sind auch andere Technologieriesen in beiden Börsenbarometern gelistet.

Internationales Klimaabkommen: EU-Pläne veröffentlicht

In Vorbereitung eines neuen internationalen Klimaabkommens hat die Europäische Union heute ihr Angebot präsentiert. Die EU will den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) bis 2030 um mindestens 40 Prozent reduzieren, im Vergleich mit 1990.

Das hatten die Staats- und Regierungschefs zwar schon im Herbst im Grundsatz entschieden. Mit dem Beschluss der EU-Umweltminister kann die Position nun aber auch an die zuständige UNO-Stelle in Bonn geschickt werden. Dort reichen Staaten aus aller Welt ihre Angebote für den Klimaschutz ein. Sie bilden die Verhandlungsgrundlage für die nächste große Klimakonferenz im Dezember in Paris.

Chronik

Nepal: Tausende Touristen sitzen weiter fest

In Nepal sitzen Tausende Touristen wegen eines liegengebliebenen Linienflugzeuges fest. Der A330 von Turkish Airlines hatte bereits am Mittwoch eine Bruchlandung hingelegt und war neben der Landebahn zu stehen gekommen. An Bord waren auch zwei Österreicher. Alle Versuche, das Flugzeug zu bergen, schlugen bis heute fehl. Deswegen fielen alle Flüge auf Nepals einzigem internationalen Flughafen aus.

Die Luftwaffe des Nachbarlandes Indien hilft bei der Bergung des Flugzeuges, da Nepal selbst nicht über die notwendige Ausrüstung verfügt. Fotos zeigten, wie die Nase des Airbus zuletzt aus dem Gras gehoben wurde. „Wir haben es geschafft, das Flugzeug hochzulagern“, sagte Teknath Situala von der zivilen Luftfahrtbehörde. Nun müsse die Oberfläche darunter mit Kies bedeckt und dann geteert werden.

Täglich fallen derzeit 40 Landungen und 40 Starts aus. Nepal auf dem Landweg über Indien zu erreichen dauert sehr lange. Derzeit beginnt die wichtigste Touristensaison, und Alpinisten aus aller Welt gehören zu den Haupteinnahmequellen des armen Himalaya-Landes. „Viele Hotels haben schon Stornierungen ihrer ausländischen Kunden erhalten“, sagte Pravin Bahadur Pandey vom Hotelverband Nepals.

Freispruch für griechischen Neonazi-Abgeordneten

Der griechische Abgeordnete Ilias Kasidiaris der Neonazi-Partei Goldene Morgenröte ist nach einem tätlichen Angriff auf eine kommunistische Parlamentarierin heute von einem Gericht in Athen freigesprochen worden. Kasidiaris hatte im Juni 2012 während einer TV-Debatte im Wahlkampf der kommunistischen Abgeordneten Liana Kanelli zwei Ohrfeigen und einen Fausthieb ins Gesicht versetzt.

Vorfall hatte Empörung ausgelöst

Eine Strafverfolgung wegen leichter Körperverletzung wiederum wäre nur auf Grundlage einer Strafanzeige durch das Opfer möglich gewesen, die nicht innerhalb der gesetzlichen Frist erfolgte, wie das Gericht erklärte.

Der Vorfall hatte seinerzeit Empörung ausgelöst. Dennoch hinderte er die Neonazi-Partei nicht daran, bei der Wahl zehn Tage später erstmals ins griechische Parlament einzuziehen. Bei der jüngsten Wahl im Jänner wurde Goldene Morgenröte zur drittstärksten Kraft. Sie stellt 17 Abgeordnete im Parlament, darunter Kasidiaris.

IT

Cybertechnologie neuer Schwerpunkt der CIA

Die CIA steht vor einem der größten Umbauten ihrer Geschichte. Beim US-Auslandsgeheimdienst werde ein neues Direktorat „Digitale Innovation“ für Cybertechnologie geschaffen, kündigte CIA-Chef John Brennan an. Zudem sollen in zehn neuen „Mission Centers“ Experten aus allen Teilen der Behörde zusammengezogen werden, um sich mit spezifischen Themen wie etwa Waffenschmuggel zu befassen.

Bisher seien wegen Rivalitäten zwischen den Abteilungen und auch zwischen verschiedenen US-Geheimdiensten Informationen oft nicht ausgetauscht worden, sagte Brennan. Die neuen Zentren sollten dem entgegenwirken.

Anpassung an digitales Zeitalter

Die 1947 gegründete CIA ist bisher in vier Direktorate unterteilt. Das neue digitale Direktorat werde nun die gleiche Bedeutung haben wie die alteingesessenen, sagte Brennan. Durch die fortschreitende Digitalisierung werde es für die Behörde immer schwieriger, ihre Aufgaben zu erfüllen. „Daher müssen wir als Dienst sicherstellen, dass wir alle Aspekte des digitalen Umfeldes verstehen können.“

Traditionell ist in den USA der Nachrichtendienst NSA für modernste Hochtechnologie zuständig. Ein Insider sagte jedoch, aus Sicht der CIA sei der Umbau nötig geworden, um mit dem „Tempo der Veränderungen“ auf diesem Gebiet Schritt halten zu können.

Science

Uni-Klo macht aus Urin Strom

Englische Studenten können beim Urinieren Strom erzeugen. Das „Urinstrom“-Klo auf dem Campus der University of the West of England in Bristol werde schon eifrig genutzt, so ein Unisprecher.

Die erzeugte Energie sorgt dabei für die Innenbeleuchtung. Der Prototyp war gestern in Betrieb gegangen und steht praktischerweise neben einem Lokal - für Nachschub dürfte damit gesorgt sein.

Mit Hilfsorganisation entwickelt

Die Erfindung solle künftig Licht in dunkle Toiletten in Flüchtlingslagern bringen, die besonders für Frauen ein gefährlicher Ort seien, teilte die Universität dazu mit. Wissenschaftler haben das Konzept gemeinsam mit der Hilfsorganisation Oxfam entwickelt.

Abfallprodukt effektiv nutzen

Forscher in Bristol hatten schon 2013 gezeigt, dass sie mit Strom aus Urin ein Handy laden können. Dabei arbeiten Brennstoffzellen mit Hilfe von Mikroben, die sich von Urin ernähren.

„Diese Technologie ist so grün wie nur möglich, weil wir keine fossilen Brennstoffe brauchen und ein Abfallprodukt effektiv nutzen, das reichlich vorhanden sein wird“, erklärte Ioannis Ieropoulos, der das Forscherteam leitet.

Song Contest

„Du fährst nach Wien“: Deutschlands Zweite wird Erste

Der deutsche Vorentscheid „Unser Song für Österreich“ ist nicht so verlaufen, wie von der ARD geplant. Der Gewinner des Abends - Andreas Kümmert - übergab noch auf der Bühne sein Wien-Ticket an die zweitplatzierte Ann Sophie. Moderatorin Barbara Schöneberger akzeptierte die Übergabe mit einem klaren „Du fährst jetzt nach Wien“ - das bietet Stoff für Diskussionen.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Video dazu in iptv.ORF.at

Kultur

Kunstbiennale Venedig: 136 Künstler aus 53 Ländern

Die Kunstbiennale von Venedig präsentiert in diesem Jahr Arbeiten von 136 Künstlern aus 53 Ländern. 88 von ihnen sind zum ersten Mal dabei, wie Biennale-Präsident Paolo Baratta heute in München bei der Vorstellung des Programmes sagte. Die Länder, die ihr Biennale-Debüt geben, sind Grenada, Mauritius, die Mongolei, Mosambik und die Seychellen.

Im 120. Jahr ihres Bestehens trägt die Biennale den Titel „All the World’s Futures“. „Heute erscheint uns die Welt voll schwerer Brüche und Wunden, starker Ungleichheiten und Unsicherheiten“, sagte Baratta. „Wir durchleben eine Art Zeitalter der Angst.“

Die Biennale, die 56. Internationale Kunstausstellung, startet in diesem Jahr einen Monat früher als sonst üblich und findet vom 9. Mai bis zum 22. November 2015 statt.

Leute

US-Dokumentarfilmer Maysles gestorben

Der bekannte US-Dokumentarfilmer Albert Maysles ist tot. Maysles starb gestern im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung, wie eine Sprecherin des Maysles-Instituts heute sagte. Der Regisseur und sein bereits verstorbener Bruder David gehörten zu den Wegbereitern des „Direct Cinema“, das auf Drehbücher, Interviews und erzählende Kommentare verzichtete.

Tragischer Film über Stones-Konzert

Maysles wurde erstmals bekannt, als er 1955 hinter dem Eisernen Vorhang eine Dokumentation über das Leben in psychiatrischen Krankenhäusern der Sowjetunion drehte. Sein bekanntestes Werk ist jedoch der Dokumentarfilm „Gimme Shelter“ über ein Konzert der Rolling Stones im kalifornischen Altamont im Jahr 1969, bei dem in Folge chaotischer Organisation vier Fans starben.

Von Kritikern gelobt wurde auch die Dokumentation „Grey Gardens“ über Edith Bouvier und Edith Bouvier Beale, zwei Cousinen von US-First-Lady Jacqueline Kennedy, und ihr abgeschiedenes Leben in einem heruntergekommenen Haus im Nobelort East Hampton. In späteren Jahren gründete Maysles ein nach ihm benanntes Zentrum zur Förderung von Dokumentarfilmen in New York.

Harrison Ford bei Flugzeugcrash verletzt

Hollywood-Star Harrison Ford (72), der als begeisterter und erfahrener Hobbypilot gilt, hat sich bei einer Bruchlandung mit einem Kleinflugzeug im US-Bundesstaat Kalifornien verletzt.

Der Schauspieler, der mit „Star Wars“ und „Indiana Jones“ zur Filmlegende wurde, war als Pilot alleine an Bord des Flugzeugs, als es zu technischen Problemen kam und seine gelbe Vintage-Maschine nach einem Notruf auf einen Golfplatz krachte.

US-Behörden erwarten längere Ermittlungen

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB stellte sich unterdessen auf längere Ermittlungen ein. Der NTSB-Vertreter Patrick Jones sagte, der Abschlussbericht werde wohl erst in einem Jahr vorliegen. „Das Flugzeug wird untersucht, der Motor wird untersucht, die Aufzeichnungen des Flugzeugs werden untersucht und am Ende werden wir einen Bericht veröffentlichen“, sagte Jones.

Mehr dazu in „Angeschlagen, aber ok!“