Inland

Heuer bereits mehr als 20.000 Asylanträge

Die Zahl der Asylanträge hat heuer bereits die Marke von 20.000 überschritten. Das berichteten sowohl die ZIB2 gestern Abend als auch der „Standard“ unter Berufung auf das Innenministerium. Laut „Standard“ kämen derzeit pro Woche 800 bis 900 Asylanträge dazu. Bleibt das so, so würde bis Jahresende der von der Regierung festgesetzte „Richtwert“ von 37.500 Anträge klar überschritten.

Laut „Standard“ sollen zwischen ÖVP und SPÖ schon Verhandlungen über die Einsetzung der Notfalls- bzw. Notstandsverordnung laufen. Dieses im Zuge der Verschärfung des Asylgesetzes Ende April beschlossene Konstrukt ermöglicht es der Regierung im Wesentlichen zu verhindern, dass (im Fall eines drohenden oder bereits bestehenden „Notstands“) beim Grenzübertritt gestellte Asylanträge in Österreich behandelt werden.

Vorprüfung vor Antragsstellung

Konkret soll bei einer Art Vorprüfung kontrolliert werden, ob europa- bzw. menschenrechtliche Gründe Österreich zwingen, einen Antrag anzunehmen - etwa wenn enge Familienmitglieder bereits im Land sind. In allen anderen Fällen soll der Flüchtling ins Nachbarland zurückgeschoben werden.

Die betroffenen Ministerien sollen derzeit laut „Standard“ bereits Argumente sammeln, warum die innere Sicherheit gefährdet sein könnte. Der „Richtwert“ von 37.500 Asylanträgen steht nicht im Gesetz, dieser ist nur eine politische Willenserklärung, an der die Regierung zuletzt aber festhielt.

Zahl der Flüchtlinge steigt wieder

Gegenüber der ZIB2 erklärte ein Sprecher des Innenministeriums, während die Zahl der Flüchtlinge zu Jahresanfang abgenommen habe, sei sie nun - „in den letzten Tagen und Wochen“ - wieder im Steigen begriffen sein.

In den ersten vier Monaten des heurigen Jahres lag die Zahl der Asylanträge um 30 Prozent über jener des Jahres 2015. Das hatte das Innenministerium bereits vorige Woche bekanntgegeben - bis Ende April hatten 18.597 Menschen Asyl beantragt.

Schieder für „Entrümpelung“ von Bundespräsidentenamt

Auch die SPÖ im Parlament will die derzeitigen Ermächtigungen des Bundespräsidenten überdenken. Klubchef Andreas Schieder sprach sich gestern für eine „Entrümplung der Kompetenzen“ aus. Im Herbst solle das von den Fraktionen „ausführlich und möglichst breit“ diskutiert werden, egal ob in einer Enquete oder in einer anderen Form.

Auch Schieder ortet in den Kompetenzen des Bundespräsidenten „einige Dinge, die nicht mehr zeitgemäß sind“. Er meint etwa die Ehelicherklärung von Kindern und das Begnadigungsrecht. Aber auch die Ermächtigung zur Auflösung des Parlaments müsse „klarer, eindeutiger und sauberer“ geklärt werden.

FPÖ dagegen

Die FPÖ hält nichts davon, die Kompetenzen des Bundespräsidenten zusammenzustreichen. „Entweder hat man den Bundespräsidenten, gewählt durchs Volk, dann soll er auch Kompetenzen haben. Wenn man ihn total reduziert wie etwa in Deutschland, dann brauchen wir ihn nicht“, so Verfassungssprecher Harald Stefan. Vorstellbar ist für Stefan, die Kompetenzen zu konkretisieren oder eine Begründung vorzuschreiben z. B. für die Auflösung der Regierung. Aber prinzipiell erachte es die FPÖ mit Blick auf den Machtausgleich für sinnvoll, dass der Bundespräsident „hohe Kompetenzen“ hat.

Auch der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) zählt nicht zu den Befürwortern der - von seinem Parteikollegen Reinhold Lopatka angeregten - Bereinigung der Kompetenzen des Staatsoberhauptes. Die Diskussion müsse man führen, aber „sehr sorgsam“, sagte er gegenüber Ö1. Sehr wohl dafür ist der designierte Machtinhaber Alexander Van der Bellen.

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Ausland

OSZE-Beobachter in der Ostukraine beschossen

Bei einer Patrouillenfahrt im Kriegsgebiet Ostukraine sind OSZE-Beobachter beschossen worden. Die Gruppe sei gestern im Gebiet Donezk mit Handfeuerwaffen angegriffen worden, kritisierte Ertugrul Apakan, Chef der Ukraine-Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Niemand sei verletzt worden.

Zudem sei eine Drohne in der Nähe der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Stadt Horlivka abgeschossen worden. „Ich verurteile die Gewalt gegen Menschen und Ausrüstung, die Helfen, objektive und unparteiische Informationen über die Lage in der Ukraine zu beschaffen“, teilte Apakan mit. Konkrete Beschuldigungen gegen die ukrainische Armee oder die Aufständischen machte er nicht.

Steinmeier verurteilt Angriff

„Derartige Angriffe auf die zivile, unbewaffnete Beobachtermission sind völlig inakzeptabel“, sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Deutschland hat heuer den OSZE-Vorsitz inne. „Ich fordere alle Seiten auf, sich an die getroffenen Vereinbarungen zu halten. Das beinhaltet, die Sicherheit der Beobachter und ihren freien und uneingeschränkten Zugang im gesamten Konfliktgebiet in vollem Umfang zu gewährleisten“, sagte Steinmeier. Eigentlich gilt im Donbass eine Waffenruhe, diese ist aber seit Monaten brüchig.

Russland und Griechenland wollen enger kooperieren

Russland und Griechenland setzen trotz zahlreicher Schwierigkeiten ihre Kooperation fort und wollen sie weiter ausbauen. Das teilten gestern der russische Präsident Wladimir Putin und der griechische Regierungschef Alexis Tsipras nach einem Treffen in Athen mit.

Russische Unternehmen hätten Interesse am Kauf griechischer Staatsunternehmen, erklärte Putin. Er nannte griechische Eisenbahnen und den Hafen von Thessaloniki. Nach seinen Worten wollen viele Russen nach Griechenland reisen: „Eine Million Russen werden dieses Jahr (in Griechenland, Anm.) erwartet“, sagte Putin.

„Kooperation von strategischer Bedeutung“

„Unsere Kooperation ist von strategischer Bedeutung für Griechenland“, sagte Tsipras. Griechenland habe zwar tiefe Wurzeln in Europa, im Westen und der NATO, es zögere aber nicht, seine Beziehungen auch im Osten Europas auszubauen, fügte er hinzu. Er habe mit Putin auch über die Lage in der Ukraine, die Zypern-Frage und die Situation in Syrien gesprochen. „Wir unterstützen die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen“, sagte Tsipras.

Die beiden Regierungen unterzeichneten eine Reihe von Abkommen in den Bereichen Energie, Transport, Kultur, Landwirtschaft und Forschung sowie Tourismus, berichtete das Staatsfernsehen (ERT).

Putin pilgert zu Berg Athos

Am zweiten Tag seiner Griechenland-Reise pilgert Putin heute zur Mönchsrepublik Berg Athos. Die autonome Mönchsrepublik gilt als eine der geistlichen Zentren des orthodoxen Christentums.

Putin werde unter anderem das überwiegend von Russen bewohnte Kloster von Agios Panteleimon besuchen. Heuer wird die 1.000-jährige Präsenz russischer Mönche in der Mönchsrepublik gefeiert.

An den Feierlichkeiten auf dem Berg Athos wird auch der russische Patriarch Kyrill I. teilnehmen. Der griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos wird den Kreml-Chef begleiten. Am Abend kehrt Putin nach Moskau zurück.

Ex-NATO-Chef wird Berater des ukrainischen Präsidenten

Der ehemalige NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen wird Sonderberater des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. Der Staatschef unterzeichnete gestern in Kiew einen entsprechenden Erlass. Details waren zunächst nicht bekannt.

Der vormalige dänische Regierungschef Rasmussen war von 2009 bis 2014 Chef des westlichen Militärbündnisses. Die prowestliche ukrainische Führung strebt langfristig eine Annäherung an EU und NATO an.

Poroschenko setzt auf ausländische Ratgeber

Wegen des Krieges gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes entsandten mehrere westliche NATO-Staaten bereits Militärausbilder in die Ukraine. Poroschenko setzt seit Langem auf ausländische Ratgeber und Vertraute wie etwa den früheren georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili, den derzeitigen Gouverneur im südukrainischen Gebiet Odessa.

Erneut zehn Flüchtlinge vor Küste Libyens gestorben

Auf der Flüchtlingsroute zwischen Libyen und Italien sind gestern laut Medienberichten erneut mindestens zehn Menschen gestorben. Die italienische Marine vermute aber noch Dutzende weitere Opfer in der Nähe eines gekenterten Schiffes, meldete die Nachrichtenagentur ANSA.

Nach Angaben italienischer Behörden wurden gestern im Mittelmeer an die 1.900 Menschen aus Seenot gerettet und in Sicherheit gebracht. Seit Anfang der Woche hätten Marine-, Handels- und Rettungsschiffe rund 12.000 Flüchtlinge aufgenommen und nach Italien gebracht.

Mindestens 1.350 Ertrunkene seit Anfang des Jahres

Die meisten seien im Seegebiet etwa 50 Kilometer nördlich der libyschen Stadt Zuwara gefunden worden. Erst am Donnerstag waren in diesem Gebiet mindestens 20 Menschen gestorben, Dutzende Menschen wurden aus einem sinkenden Boot gerettet.

Mit dem Beginn der warmen Jahreszeit wagen wieder mehr Flüchtlinge die Überfahrt aus Nordafrika. Das Mittelmeer gilt allerdings als die gefährlichste Flüchtlingsroute der Welt: Seit Anfang des Jahres ertranken Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge mindestens 1.350 Menschen.

Mädchen von 30 Männern in Brasilien vergewaltigt

Ein Vergewaltigungsfall erschüttert Brasilien bis hin zur politischen Spitze. Ein 16 Jahre altes Mädchen wurde nach eigenen Angaben in Rio de Janeiro von rund 30 Männern vergewaltigt, zur mutmaßlichen Tat kursierte auch ein Video im Internet.

„Als ich aufwachte, waren da 33 Jungs“, sagte das mutmaßliche Opfer selbst der Zeitung „O Globo“. Sie hatte sich zu Hause vor einer Woche verabschiedet und gesagt, sie gehe mit Freunden feiern, und war erst Tage später verstört wieder aufgetaucht - in Männerkleidung und ohne Handy.

Video kursiert im Internet

Interimspräsident Michel Temer will als Reaktion auf den Fall eine Sonderabteilung bei der Bundespolizei zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen schaffen, berichtete „O Globo“ gestern.

Von Nachbarn wurde die Familie auf ein im Internet kursierendes Video der mutmaßlichen Vergewaltigung der 16-Jährigen hingewiesen. Eltern und Großeltern brachten das Mädchen in ein Krankenhaus, die Polizei nahm bisher vier verdächtige Männer vorläufig fest. In den Sozialen Netzwerken Brasiliens gab es eine große Anteilnahme an dem Fall.

USA töten 70 IS-Kämpfer bei Luftangriffen im Irak

Bei Luftangriffen auf die westirakische Stadt Falludscha haben die USA in den vergangenen Tagen mehr als 70 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet. Darunter sei auch der lokale Kommandeur der Terrormiliz, Maher al-Bilawi, gewesen, sagte der Sprecher der US-Armee im Irak, Steve Warren, gestern.

Zweitwichtigste IS-Hochburg im Irak

Die irakische Armee und Milizen hatten Anfang der Woche mit Unterstützung von US-Luftangriffen eine Offensive begonnen, um die sunnitischen Extremisten aus der Stadt rund 70 Kilometer westlich von Bagdad zu vertreiben. Falludscha ist nach der nordirakischen Stadt Mossul die wichtigste IS-Hochburg im Krisenland Irak. Die Extremisten kontrollieren die Stadt seit Jänner 2014.

Sport

Fußball: Teamdebüt nach Maß für Rashford

Der Aufstieg von Marcus Rashford zum Stern am englischen Fußballhimmel geht unaufhaltsam weiter. Der 18-jährige Stürmer von Manchester United feierte gestern in Sunderland im EM-Test gegen Australien ein Traumdebüt im englischen Nationalteam. Rashford traf mit seiner vierten Ballberührung zum 1:0 und brach mit seinem Treffer auch einen englischen Uraltrekord. In weiteren Testspielen schlug Tschechien den nächsten ÖFB-Testgegner Malta glatt. Die Niederlande, die am 4. Juni auf Österreich treffen, kamen gegen Irland nur zu einem Remis.

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Champions League: Zidane vor Meisterprüfung

Die Beförderung von Zinedine Zidane Anfang Jänner zum Chefcoach bei Real Madrid war erst skeptisch aufgenommen worden. Knapp fünf Monate später hat „Zizou“ das Team bis ins Finale der UEFA Champions League geführt. „Ich bin glücklich, hier zu sein, und diese Momente mit den Spielern und Fans zu teilen“, sagte der Franzose vor dem Finale heute (20.45 Uhr, live in ORF eins) in Mailand, wo ihm seine Meisterprüfung bevorsteht.

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Wirtschaft

US-Notenbankchefin deutet baldige Leitzins-Anhebung an

US-Notenbankchefin Janet Yellen hat gestern erneut eine baldige Anhebung des Leitzinses angedeutet. Das Wachstum in den Vereinigten Staaten scheine anzuziehen, die Situation auf dem Arbeitsmarkt scheine sich weiter zu verbessern. „Wenn das anhält, was ich erwarte, dann wäre ein graduelle und vorsichtige Anhebung angemessen“, sagte Yellen bei einer Veranstaltung der Harvard University.

„Eine Anhebung in den kommenden Monaten könnte das Richtige sein“, fügte sie hinzu. Die Federal Reserve (Fed) hat am 15. Juni die nächste Möglichkeit zu einer Zinsanhebung, wenn der Offenmarktausschuss zur nächsten Sitzung zusammenkommt.

Fiskalrat sieht Defizitziel gefährdet

Geht es nach der Regierung, wird Österreich auch heuer und im kommenden Jahr die EU-Budgetregeln knapp, aber doch einhalten. Der Fiskalrat - gewissermaßen Österreichs Budgetwächter - sieht das allerdings anders. Dessen aktuelle Prognosen setzen Österreichs strukturelles Defizit um die Hälfte höher an als das Finanzministerium.

Bewahrheiten sich diese Zahlen, muss Österreich mit einer Rüge aus Brüssel rechnen. Denn auch das Herausrechnen der Flüchtlingskosten würde das Land dann nicht annähernd an die Vorgaben aus Brüssel heranbringen.

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Chronik

Zugsunglück mit 80 Toten: Spanien rollt Fall wieder auf

Knapp drei Jahre nach einem verheerenden Zugsunglück mit 80 Toten im Nordwesten Spaniens rollt die Justiz den Fall wieder auf. Das Landgericht von A Coruna in Santiago de Compostela ordnete auf Antrag von Hinterbliebenen und Überlebenden eine Wiederaufnahme der Ermittlungen an, wie Medien gestern unter Berufung auf Justizkreise berichteten. Es müssten Widersprüche bei den Gutachten geprüft und eine lückenlose Ermittlung der Ursachen des Unfalls durchgeführt werden, hieß es im Beschluss.

Der zuständige Ermittlungsrichter und die Staatsanwaltschaft in Santiago de Compostela hatten vor sieben Monaten die strafrechtlichen Untersuchungen für abgeschlossen erklärt und nur den Lokführer als Beschuldigten angeklagt. Überhöhte Geschwindigkeit wurde als einzige Ursache des Unglücks angegeben.

Opferverbände sprechen von „übereilten Entscheidungen“

Opferverbände sprachen von „übereilten Entscheidungen“ und sind - ebenso wie einige Sachverständige - davon überzeugt, dass auch Fehler der Sicherheitssysteme für das Unglück verantwortlich sind.

Der Unglückszug fuhr am 24. Juli 2013 in Angrois wenige Kilometer vor Santiago de Compostela in Galicien mit 192 Stundenkilometern in eine Kurve, in der nur Tempo 80 zugelassen war. Der Zug entgleiste. Neben den 80 Todesopfern gab es auch 144 Verletzte.

91-Jährige wird von Zug überfahren - und überlebt

Eine 91-jährige Frau ist mit ihrem Rollator in Niedersachsen beim Überqueren der Bahngleise von einem Intercity überfahren worden - und hat überlebt. Die Pensionisten wurde bei dem Unfall im Bahnhof Langwedel am Freitag nur leicht verletzt, sagte ein Sprecher der Bundespolizei Bremen.

Den Beamten sagte sie, sie kürze ihren Weg an dieser Stelle seit Jahren über die Schienen ab. Als sie beim Überqueren der Gleise den herannahenden Zug bemerkt habe, habe sie sich flach zwischen die Schienen geworfen, so die Frau.

Lokführer entdeckte Teile des Rollators

Der Lokführer überfuhr sie unbemerkt mit einer Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde, nahm aber einen Schlag wahr. Als er beim nächsten Halt nachschaute, fand er Teile des Rollators. Der Mann erlitt einen Schock, er musste abgelöst werden.

Der Lokführer einer anderen Bahn sah schließlich die auf dem Gleis liegende Frau und alarmierte die Rettungskräfte. Die 91-Jährige kam mit Prellungen ins Krankenhaus.

Gesundheit

Verschiebung von Olympia wegen Zika-Virus gefordert

150 internationale Gesundheitsexperten fordern eine Verschiebung oder Verlegung der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro wegen des Zika-Virus. Sie befürchten eine beschleunigte weltweite Ausbreitung der Krankheit, wie aus ihrem online veröffentlichten Brief an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervorgeht.

Laut Experten unnötiges Risiko

Die erwarteten 500.000 ausländische Touristen aus der ganzen Welt könnten sich infizieren und das Virus mit in ihre Heimatländer bringen. Das wäre ein unnötiges Risiko, warnen die Fachleute.

Zika steht im Verdacht, bei Föten zu schweren Schädelmissbildungen zu führen. Symptome sind leichtes Fieber, rote Augen und Ausschlag. Der Erreger wird über Mückenstiche und möglicherweise auch beim Geschlechtsverkehr übertragen. Das Virus trat in mehr als 30 Ländern auf. Am schwersten ist Brasilien betroffen. Die Olympischen Sommerspiele sollen im August in Rio ausgetragen werden.

Kultur

15. Architektur-Biennale von Venedig eröffnet

Heute eröffnet in Venedig die 15. Architektur-Biennale. Bis 27. November sind bei der Architekturschau Beiträge aus 63 Ländern zu sehen. Als Titel hat Chefkurator Alejandro Aravena diesmal „Reporting from the Front“ gewählt. Ihm geht es dabei um mutige Projekte, die durch Kreativität bestehende Strukturen - seien es Landschaften, Menschen oder Bauten - schonen.

Verbesserungen der Lebensumstände von Flüchtlingen

Der österreichische Beitrag steht heuer unter dem Motto „Orte für Menschen“. Kommissärin Elke Delugan-Meissl hat dafür die drei Wiener Architektur- und Designbüros next ENTERprise, EOOS und Caramel eingeladen, durch Interventionen in Wiener Flüchtlingsheimen kurz- und langfristige Verbesserungen der Lebensumstände der Geflüchteten zu schaffen.

Die Ergebnisse werden in Venedig präsentiert, die Projekte sollen auch über die Dauer der Biennale hinaus bestehen bleiben und Impulse für den weiteren architektonischen Umgang in Flüchtlingsheimen geben.

Deutscher Filmpreis für „Der Staat gegen Fritz Bauer“

Der Politthriller „Der Staat gegen Fritz Bauer“ von Lars Kraume hat den Deutschen Filmpreis, die sogenannte Goldene Lola, als bester deutscher Film gewonnen. Das gab die Deutsche Filmakademie gestern Abend in Berlin bekannt. Die Lola in Silber ging an „Herbert“ von Thomas Stuber, Bronze holte „Vier Könige“ von Theresa von Eltz.

Gleich zwei Preise gab es für die Schauspielerin Laura Tonke - für die Hauptrolle in „Hedi Schneider steckt fest“ und die Nebenrolle in „Mängelexemplar“. Bester Hauptdarsteller wurde Peter Kurth („Herbert“).

Film über Aufarbeitung des Nazi-Regimes

Kraumes Film setzte sich in den Kategorien Drehbuch, Kostümbild, Szenenbild, Regie und mit Ronald Zehrfeld auch in der Sparte als bester Nebendarsteller durch. Der Film über die zögerliche Aufarbeitung des Nazi-Regimes war in insgesamt neun Kategorien nominiert und galt als Favorit.

Lifestyle

Christliche Araberin ist Israels schönste Transsexuelle

Die christliche Araberin Taalin Abu Chana ist Israels schönste transsexuelle Frau. Die 21 Jahre alte Balletttänzerin aus Nazareth siegte gestern beim ersten Schönheitswettbewerb für Transgender-Frauen in Tel Aviv.

Taalin Abu Chana

AP/Oded Balilty

Als Vize wurden die 20 Jahre alte Visagistin Elian Nesiel und die 30-jährige Designstudentin Reem Or gewählt. Den Titel „Miss Photogenic“ erhielt Eileen Ben-Zaken (21), die aus einer ultraorthodoxen Familie stammt.

Preisgeld für Schönheits-OP in Thailand

Insgesamt waren in der letzten Runde elf Kandidatinnen angetreten, eine zwölfte sprang in letzter Minute ab. Die Siegerin erhält umgerechnet 13.500 Euro für Schönheitsoperationen in Thailand.

Jurymitglied Efrat Tilma sprach von einem „historischen Tag“. Die 70-Jährige ist eine der ersten Transgender-Frauen in Israel. Siegerin Abu Chana soll Israel im September beim „Miss Trans Star“-Wettbewerb in Barcelona vertreten.

Im falschen Körper geboren

Transsexuelle sind Menschen, die sich nicht mit ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren können. Oft empfinden sie ihren Körper als nicht stimmig, sodass sie etwa eine geschlechtsangleichende Operation anstreben.

Der Wettbewerb ist als Auftakt für die diesjährigen Veranstaltungen Tel Avivs für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle. Tel Aviv gilt als Hochburg der Szene im Nahen Osten.

Leute

Ehefrau wirft Johnny Depp Gewalttätigkeit vor

Die US-Schauspielerin Amber Heard hat laut einem Medienbericht ihrem Noch-Ehemann Johnny Depp vorgeworfen, ihr gegenüber gewalttätig geworden zu sein. Ein Richter in Los Angeles habe daraufhin gestern verfügt, dass der Hollywood-Star sich seiner Frau bis auf Weiteres nicht mehr nähern dürfe, meldete die Promiwebsite TMZ. Zu dem Gerichtstermin sei Heard mit einer Verletzung im Gesicht erschienen.

Amber Heard nach ihrem Gerichtstermin

AP/Richard Vogel

Die Website veröffentlichte ein Foto, das die 30-Jährige mit einem Bluterguss am rechten Auge zeigt. Das Foto sei aufgenommen worden, nachdem Depp seiner Frau am vergangenen Wochenende mit einem Smartphone ins Gesicht geschlagen habe. Vor dem Richter habe Heard ausgesagt, dass sie wiederholt von Depp tätlich angegriffen worden sei.

Depp muss seiner Frau bis auf 100 Yards fern bleiben

Der Richter habe daraufhin entschieden, dass Depp seiner 22 Jahre jüngeren Frau zumindest bis zu einer gerichtlichen Anhörung im nächsten Monat nicht näher als 100 Yards (91,4 Meter) kommen dürfe. Allerdings befindet sich Depp derzeit ohnehin in Europa, um Werbung für seinen neuen Film zu machen.

Heard hatte erst zu Beginn der Woche die Scheidung beantragt. Laut TMZ berichtete die Schauspielerin, dass Depp ihr nach dem Streit am Samstagabend Geld angeboten habe, damit sie Stillschweigen wahre. Stattdessen habe sie als Erstes Montagfrüh bei einem Richter in Los Angeles den Scheidungsantrag gestellt.