Inland

Bundeskanzler Kern arbeitet montags von SPÖ-Zentrale aus

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) setzt ein weiteres Zeichen in Richtung seiner Parteifreunde: Der SPÖ-Bundesparteivorsitzende wird am Montag sein Büro in der Wiener Löwelstraße 18 hinter dem Burgtheater beziehen.

Kern führe damit eine Tradition Bruno Kreiskys fort und werde künftig jeden Montag in der Parteizentrale arbeiten, hieß es aus der SPÖ.

Kern verlässt damit künftig einmal pro Woche seinen nur einige hundert Meter entfernten angestammten Arbeitsplatz im Bundeskanzleramt und will so in der SPÖ das unter vergangenen SPÖ-Kanzlern entstandene Gefühl zerstreuen, dass nicht die Löwelstraße, sondern das Kanzleramt die Parteizentrale ist. Kern wird übrigens in jenem Zimmer arbeiten, in dem einst auch der in der SPÖ verehrte ehemalige Parteichef und spätere Kanzler Bruno Kreisky residierte.

Grüne wollen Gebärdensprache als Unterrichtssprache

Die Grünen wollen die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) als Unterrichtssprache verankern sowie mittels Lehrplanänderung als eigenes Unterrichtsfach etablieren. Außerdem müssten Pädagogen in Integrationsklassen mit gehörlosen Kindern verpflichtet werden, ÖGS-Kompetenzen nachzuweisen, so Behindertensprecherin Helene Jarmer bei einer Pressekonferenz heute.

Wortschatz deutlich kleiner

„Die Gebärdensprache ist die natürliche Sprache gehörloser Menschen, die Lautsprache immer Fremdsprache“, erklärte Jarmer. Derzeit bekämen gehörlose Kinder in Kindergarten und Schule zu wenig Förderung. Laut Untersuchung verfügten sie beim Schuleintritt über den Wortschatz eines zweieinhalbjährigen hörenden Kindes und am Ende der Pflichtschule über den Wortschatz eines achtjährigen hörenden Kindes. Von den rund 10.000 Gehörlosen in Österreich verfügten laut Schätzungen nur 100 über eine Matura und 30 über einen Hochschulabschluss.

Theoretisch Verfassungsrecht

Zwar sei die ÖGS in der Verfassung verankert, den näheren Umgang damit würden aber die Gesetze bestimmen. „Und dort ist nichts passiert“, bemängelte Jarmer. Daher müsse die ÖGS als Unterrichtssprache anerkannt werden: „Kinder sollen endlich das Recht bekommen, Unterricht in der Sprache zu genießen, die sie verstehen und in der sie verstanden werden.“

Derzeit gebe es die ÖGS auch nicht als eigenes Unterrichtsfach, wo etwa die Grammatik erklärt wird. Mit Hilfe engagierter Pädagogen und Eltern sei es möglich, dass Kinder vielleicht einmal pro Woche ÖGS-Unterrichts erhielten. „Das reicht nicht.“ Daher müssten die Lehrpläne adaptiert werden. Vorbild könnte etwa Südtirol sein, wo die Kinder selbstverständlich neben Deutsch auch einige Stunden Italienisch lernen.

Lehrer oft ohne entsprechende Kenntnisse

Weitere Forderung: Derzeit würden gehörlose Kinder in Integrationsklassen oft Lehrern gegenüberstehen, die keine ÖGS-Kenntnisse haben, bemängelte Jarmer. Die dort eingesetzten Pädagogen sollten aber verpflichtet werden, ÖGS-Kompetenzen nachzuweisen.

Jarolim fordert mehr Kommunikation vom VfGH

SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim missfällt die Vorgangsweise des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) nach der Aufhebung der Hofburg-Stichwahl: Angesichts der breiten und kritischen Diskussion hätte der Präsident Stellung nehmen sollen. „Es ist nicht zeitgerecht, dass der VfGH nicht kommuniziert und nicht darlegt, warum er eine Entscheidung getroffen hat“, sagte er.

„Schon sinnvoll“, wenn sich Präsident äußert

Dass nicht Präsident Gerhart Holzinger, wohl aber der SPÖ-nahe Verfassungsrichter Johannes Schnizer in Interviews Stellung genommen und dabei den Verdacht geäußert hatte, die FPÖ habe die Anfechtung vorbereitet, wollte Jarolim nicht kommentieren. Er selbst hätte darauf verzichtet, sagte er.

Jedenfalls wäre es im Fall der aufgehobenen Bundespräsidentenstichwahl „schon sinnvoll gewesen, wenn der Präsident sich einmal - rein sachlich - äußert“. Denn es sei „inakzeptabel“, dass sich „der Gerichtshof, nachdem er Derartiges auf den Tisch gelegt hat, hinter die geschlossenen Türen zurückzieht und die Menschen mutmaßen lässt“.

Mit dem Schweigen seien „Tür und Tor geöffnet worden für unterschiedlichste Interpretationen“, was alles zu Wahlwiederholungen führen könnte. In „aufgeheizten Zeiten“ sollte sich gerade der VfGH auch dafür verantwortlich fühlen, seinen Standpunkt zu erklären, merkte Jarolim an.

Mehr Transparenz gewünscht

In „aufgeklärten Zeiten“ würde auch einem Höchstgericht „mehr Transparenz, mehr Offenheit und mehr Erklärung“ gut anstehen. Dazu gehört aus der Sicht des SPÖ-Juristen auch die „Dissenting Opinion“, also die (freiwillige) Abgabe einer abweichenden Stellungnahme durch einzelne Verfassungsrichter. Es würde dem Ruf des Höchstgerichtes sicherlich nicht schaden, wenn klar wird, dass es auch unter den Verfassungsrichtern unterschiedliche Meinungen gibt und „um die Wahrheit gerungen“ wird.

Wenig beeindruckt Jarolim, dass ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka die „Dissenting Opinion“ strikt abgelehnt hat. Da habe sich ein Politiker geäußert, der „immer nur Erklärungen abgibt, ohne sich mit den Dingen zu befassen“ - und noch dazu ein „erhebliches Bosartigkeitspotenzial“ habe.

Dem Argument, Verfassungsrichter könnten mit der Bekanntgabe des Abstimmungsverhaltens unter Druck gesetzt werden, hielt Jarolim entgegen, dass „Dissenting Opinion“ nicht die Auskunft über die Abstimmung bedeute. Es gehe darum, dass - nur - jene Richter, die das wollen, ihre abweichende Meinung darlegen können. Das müsste wissenschaftlich gut begründet werden, was die Qualität des Erkenntnisses verbessern könnte.

Politiker beantworten Steuerfragen per Video

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) sowie Vertreter der Parlamentsparteien werden per Videobotschaft Fragen von Bürgern zum Thema Steuern beantworten. Die Bürger können die Fragen gratis und anonym per Mail oder in Sozialen Netzwerken über die Plattform Meinsteuerpartner.at stellen.

Der Gründer des Start-up, Matthias Bayr, möchte den Österreichern helfen, „von Steuerzahlern zu Steuerverstehern zu werden“, wie er heute in einer Aussendung erklärte. Der Kommunikationsexperte rief daher Meinsteuerpartner.at ins Leben. Dort werden die Politiker in einer Interviewreihe direkt mit Steuerfragen aus der Bevölkerung konfrontiert.

Jeder (angehende) Steuerzahler kann via Mail und auf Facebook/Twitter/YouTube über den Hashtag „#steuerversteher“ seine Fragen an die Politiker richten. Diese werden sie dann per Video beantworten. Neben Schelling haben sich laut der Aussendung Kai Jan Krainer für die SPÖ, Bruno Rossmann für die Grünen und Robert Lugar für das Team Stronach dafür zur Verfügung gestellt. Die Interviewpartner der FPÖ und von NEOS stehen noch nicht fest.

NÖ: FPÖ-Sicherheitssprecher Führerschein entzogen

Der niederösterreichische FPÖ-Landtagsabgeordnete und Sicherheitssprecher Erich Königsberger hat gestern seinen Führerschein abgeben müssen. Gottfried Waldhäusl, freiheitlicher Klubobmann im Landtag, bestätigte auf APA-Anfrage einen Bericht der Tageszeitung „heute“ (Freitag-Ausgabe), dass sein Stellvertreter alkoholisiert unterwegs gewesen sei. Er sprach von einem „Fehler“.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Ausland

D: Zahl der bei Neonazis gefundenen Waffen stark gestiegen

Die Zahl der bei Rechtsextremen in Deutschland beschlagnahmten Waffen ist einem Medienbericht zufolge im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand gestiegen. Insgesamt beschlagnahmte die Polizei bei Neonazis 1.947 verschiedene Waffen, weit mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor, wie das Magazin „Focus“ unter Berufung auf eine vertrauliche Analyse des Bundeskriminalamts berichtete.

Auch Spreng- und Brandsätze

2014 seien 868 Waffen gefunden worden. Das Aufrüsten der Szene werde auch im Vergleich zum Jahr 2008 deutlich, als lediglich 348 Waffen gefunden worden seien, hieß es. Als dramatisch beurteilten die Ermittler laut „Focus“ den Fund von 562 Spreng- und Brandvorrichtungen, mehr als doppelt so viele wie 2014. Etliche der Brandsätze seien von Rechtsradikalen bei Angriffen auf Flüchtlingsheime benutzt worden - in 42 Fällen hätten sie direkt Menschen attackiert.

Es habe aber nicht nur die Menge der beschlagnahmten Waffen stark zugenommen, sondern auch die Zahl der bewaffnet von Neonazis verübten Straftaten, berichtete „Focus“ weiter. Im vergangenen Jahr habe die Polizei 1.253 solcher Delikte gezählt, 706 mehr als 2014 und damit ebenfalls mehr als doppelt so viele. Es handle sich um den mit Abstand höchsten Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 2008.

Philippinen: Duterte vergleicht sich mit Adolf Hitler

Der philippinische Staatschef Rodrigo Duterte hat seinen Anti-Drogen-Krieg mit dem millionenfachen Mord an Juden während des Holocaust verglichen. „Hitler hat drei Millionen Juden massakriert. Nun, es gibt (hier) drei Millionen Drogenabhängige. Ich würde sie gerne abschlachten“, sagte Duterte heute in der Hauptstadt Manila.

„Hitlers Cousin“

Deutschland habe Hitler gehabt, fügte Duterte hinzu und deutete dann auf sich selbst, als er über die Philippinen sprach. Duterte sagte, Kritiker bezeichneten ihn wegen seiner scharfen Anti-Drogen-Politik als „Hitlers Cousin“, ohne dabei aber das Ausmaß des Drogenproblems auf den Philippinen zu kennen.

Seit seinem Amtsantritt verfolgt Duterte eine brutale Politik gegen Drogenhändler und Abhängige. Von Anfang Juli bis Ende September wurden 1.247 Menschen bei Polizeiaktionen getötet, in weiteren 1.721 ungeklärten Tötungsdelikten wird ermittelt.

Während der NS-Herrschaft waren nicht wie von Duterte behauptet drei Millionen, sondern rund sechs Millionen Juden getötet worden.

Türkei schließt 20 TV- und Radiosender

Die türkische Regierung lässt 20 Rundfunk- und Fernsehsender unter dem Vorwurf der Verbreitung terroristischer Propaganda schließen. Dem betroffenen Nachrichtensender IMC TV zufolge handelt es sich um Medien, die Kurden und Aleviten gehören oder von ihnen betrieben werden.

Darunter sei auch der kurdischsprachige Kindersender Zarok TV, sagte IMC-Redakteur Hamza Aktan heute der Nachrichtenagentur Reuters. Er sprach von einem Versuch, „die letzten unabhängigen Medien zum Schweigen zu bringen, die sich mit der kurdischen Frage beschäftigen“. Auch das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) mit Sitz in den USA kritisierte das Vorgehen. „Wenn eine Regierung selbst Kinderprogramme als Bedrohung der nationalen Sicherheit sieht, missbraucht sie eindeutig ihre Notstandsbefugnisse.“

Aktan berief sich auf eine Kopie der Anordnung, die seinem Sender vorliege. Die türkische Medienaufsicht bestätigte die Schließung von 20 Einrichtungen.

Sport

Europa League: Rapid verlässt Bilbao erhobenen Hauptes

Zu einem Punkt hat es für Rapid beim Europa-League-Gastspiel bei Athletic Bilbao gestern Abend nicht gereicht. Die knappe Niederlage gegen die favorisierten Spanier gab der Mannschaft von Trainer Mike Büskens aber Auftrieb für kommende Aufgaben. „Wir sind vernünftig aufgetreten“, bilanzierte Büskens, der vor allem mit seiner Defensive zufrieden sein durfte. Im Spiel nach vorne gab es viel Luft nach oben.

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Golf: USA mit Dream-Team gegen Pleitenserie

Dreimal in Folge hat Europa den Ryder Cup gewonnen. Die Golfer der USA haben deshalb alles unternommen, um bei der 41. Auflage des prestigeträchtigen Mannschaftsbewerbs die Trophäe zurückzuerobern.

Vor dem heutigen Start stand aber nicht das laut Kapitän Davis Love III „vielleicht beste“ US-Team aller Zeiten im Mittelpunkt, sondern eine Reihe von Skandalen, die zeigen, wie blank die Nerven bei den Favoriten liegen.

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Chronik

Zwei Tote bei Feuer in deutschem Krankenhaus

Bei einem Großbrand in einem Krankenhaus im deutschen Bochum sind in der Nacht auf heute mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. 16 Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer. Diese Angaben machten Sprecher der Polizei und der Stadt Bochum heute.

Feuer in einem Krankenhaus

Marcel Kusch

Aus dem brennenden Gebäude der Klinik stieg auch in der Früh immer noch Rauch auf. Seit Stunden kämpften rund 200 Feuerwehrleute gegen die Flammen an.

In Patientenzimmer ausgebrochen

Der verheerende Brand brach in einem Patientenzimmer aus. Wie die Feuerwehr weiter mitteilte, breitete er sich von dem Zimmer im sechsten Stock auf die gesamte Station aus. Die Feuerwehr wurde gegen 2.35 Uhr alarmiert.

Der Brand konnte stundenlang nicht gelöscht werden.

Augenzeugen berichten von einem völlig zerstörten Dach. Durch die enorme Hitze des Feuers seien Fenster und Möbel geschmolzen. Die Brandursache war zunächst unklar. Das Universitätsklinikum Bergmannsheil ist eines der größten Krankenhäuser des Ruhrgebiets. Es hat rund 650 Betten.

Ermittlungen nach schwerem Zugsunglück bei New York

Nach dem schweren Unglück eines Pendlerzugs nahe New York mit einer Toten und über 100 Verletzten ermitteln die Behörden wegen eines möglichen Versagens des Zugführers. Auch ein technischer Defekt komme in Betracht, sagte New Jerseys Gouverneur Chris Christie nach dem Unfall in Hoboken gestern. Der Zugführer sei verletzt worden, arbeite aber inzwischen mit den Ermittlern zusammen.

Keine automatischen Bremsen

Man wolle keine voreiligen Schlüsse ziehen. Hoboken liegt am Hudson River direkt gegenüber Südmanhattans. Da der Zug kein automatisches Bremssystem hatte, werde „absolut“ untersucht, ob das für das Unglück mitverantwortlich war, sagte Bella Dinh-Zarr von der Transportsicherheitsbehörde NTSB.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung im Gleisgelände des Bahnhofs liegt bei umgerechnet etwa 16 Kilometer pro Stunde, im Bereich der Bahnsteige etwa bei der Hälfte. Wie schnell der Zug zum Zeitpunkt des Aufpralls fuhr, blieb zunächst unklar. Teile des Bahnhofs stürzten ein, das Gebäude an sich sei aber sicher, so Dinh-Zarr.

„Mit hoher Geschwindigkeit in Bahnhof eingefahren“

„Es ist nur klar, dass der Zug mit hoher Geschwindigkeit in den Bahnhof eingefahren ist“, sagte Christie. Auch Augenzeugen berichteten, wie der Zug ungebremst in den historischen Bahnhof der 50.000-Einwohner-Stadt fuhr. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass es sich um „irgendetwas anderes als ein tragisches Unglück“ gehandelt haben könne, also etwa ein Verbrechen oder einen bewusst herbeigeführten Unfall.

Mehr dazu in Zentraler Pendlerbahnhof nahe New York

Zwölf Leichen in Fluss im Westen Mexikos gefunden

Im Westen Mexikos haben Sicherheitskräfte in den vergangenen Tagen insgesamt zwölf Leichen in einem Fluss entdeckt. Drei Tote wurden gestern aus dem Rio Lerma geborgen, nachdem zuvor bereits neun Leichen gefunden worden waren, wie der leitende Staatsanwalt im Bundesstaat Jalisco, Eduardo Almaguer, sagte. Alle Leichen wiesen Spuren von Gewalt auf.

Mindestens zwei Tote hatten einem Polizisten zufolge Schussverletzungen, zwei weitere waren verstümmelt. „Wenn zwei Verbrechergangs an der Situation beteiligt waren, haben wir die Verpflichtung, sie zu fassen“, sagte Almaguer. Der Fluss mündet in den Chapala-See, der viele Touristen sowie Pensionisten aus den USA und Kanada anzieht.

Die Sicherheitsbehörden baten die benachbarten Bundesstaaten Guanajuato und Michoacan um Mithilfe bei der Aufklärung der Morde. Möglicherweise wurden die Leichen schon in Michoacan in den Fluss geworfen und bis Jalisco gespült. Laut dem Staatsanwalt wurden für die Region derzeit keine Entführungen angezeigt, was die Identifizierung der Toten erschwere.

D: Vater und zwei Kinder tot bei Autobahnbrücke entdeckt

Grausiger Fund bei einem Radweg in Deutschland: Unter einer Autobahnbrücke sind südöstlich von Würzburg die Leichen von zwei Kindern und einem Mann entdeckt worden. Die Hintergründe seien zwar noch unklar, es deute aber vieles auf ein Familiendrama hin, teilte die Polizei heute nach ersten Ermittlungen mit.

Bei den Toten handle es sich um einen Vater aus dem unterfränkischen Landkreis Kitzingen und seine beiden zwei und fünf Jahre alten Söhne, berichtete die Staatsanwaltschaft Würzburg am Vormittag. Auf der Brücke der Autobahn 7 zwischen Ochsenfurt und Marktbreit sei am rechten Fahrbahnrand ein Kleintransporter entdeckt worden, hieß es weiter. Dieser soll dem 42 Jahre alten Vater gehört haben.

Ein Passant hatte die Leichen der beiden Kinder gegen 7.45 Uhr unter der Brücke gefunden und Alarm geschlagen. Als die Einsatzkräfte am Fundort eintrafen, entdeckten sie bei einer Böschung auch die Leiche des 42-Jährigen.

Wirtschaft

Foodwatch: Versteckte tierische Produkte in Säften

Die deutsche Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Verwendung tierischer Produkte bei der Herstellung von Fruchtsäften kritisiert. Für die Klärung von naturtrübem Apfelsaft werde oftmals Gelatine von Schweinen oder Rindern benutzt, ohne dass das auf den Packungen angegeben werde. Die Organisation fordert eine bessere Kennzeichnung dieser versteckten Zutaten.

Mehr dazu in help.ORF.at

Airbus verschmilzt Konzern und Flugzeugsparte

Der europäische Luftfahrtriese Airbus strafft seine Managementstrukturen. Der Konzern Airbus Group verschmilzt mit seiner Zivilflugzeugsparte, beschloss der Verwaltungsrat.

So will Konzernchef Tom Enders den Boeing-Konkurrenten beweglicher machen und Doppelstrukturen abbauen. Der bisherige Flugzeugspartenchef Fabrice Bregier leitet künftig das Tagesgeschäft des Konzerns.

Die Details der Zusammenlegung und „ihre resultierenden Auswirkungen“ würden nun mit den Sozialpartnern besprochen, teilte das Unternehmen heute mit. Der europäische Luftfahrt- und Raumfahrtkonzern beschäftigte 2015 rund 136.000 Menschen.

Streit um Sozialleistungen in OeNB so gut wie beigelegt

In der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) wurde der Streit über Sozialleistungen so gut wie beigelegt. Der OeNB-Zentralbetriebsrat und das Direktorium hätten sich im Sommer auf die wesentlichsten Konfliktpunkten geeinigt, berichtete der „Standard“ (Freitag-Ausgabe).

Über das Thema wird seit acht Jahren verhandelt. In Summe werde durch die Änderungen rund eine Million Euro eingespart, heißt es.

Urlaubszuschuss könnte fallen

Gestritten wurde u. a. um die Zuschüsse zu „kulturellen Belangen“, Krankenzusatzversicherung und zu Urlauben. Letzteren gibt es, seit die OeNB ihre Hotels verkauft hat, in denen die Banker billig entspannen konnten. Er wird angeblich ganz abgeschafft.

Die meisten Zuschüsse werden nun sozial (bzw. strenger als bisher) gestaffelt - damit kommt man auch einer Forderung des Rechnungshofs nach. Er hatte 2015 in einem Bericht soziale Kriterien moniert, etwa bei Familien- und Haushaltszulage, Brillen- und Zahnspangen- und erhöhtem Fahrtkostenzuschuss. Laut Rechnungshof gab die Notenbank 2009 bis 2013 insgesamt 63 Millionen Euro für Sozialleistungen aus.

OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny hatte sich schon 2008 die Straffung der „Goodies“ vorgenommen. Diese sind aber in einer Sozialbetriebsvereinbarung festgeschrieben - was die Verhandlungen so schwierig machte. GPA-Bundesgeschäftsführerin Dwora Stein, die auch im OeNB-Generalrat sitzt, hatte sich laut dem Bericht moderierend eingeschaltet.

US-Hedgefonds: Hohe Strafe wegen Bestechung in Afrika

Der US-Hedgefonds Och-Ziff muss in den USA eine hohe Strafe wegen der Bestechung von Regierungsvertretern in mehreren afrikanischen Ländern zahlen. Wie die US-Börsenaufsicht SEC heute mitteilte, sagte die Och-Ziff Management Group in einer Einigung mit der Regierung zu, eine Strafe von 413 Millionen Dollar (368 Mio. Euro) an die US-Behörden zu zahlen.

Dem Fonds wurde insbesondere vorgeworfen, Manager des libyschen Ölfonds LIA bestochen zu haben. Zudem soll Och-Ziff verschiedene Regierungsvertreter in der Demokratischen Republik Kongo, im Tschad, in Niger und Guinea geschmiert haben, um Minenlizenzen zu erhalten.

Eine Strafe von 213 Millionen Dollar geht an das Justizministerium, um ein Strafverfahren wegen Korruption beizulegen, während die SEC 200 Millionen Dollar an Gewinn und Zinsen erhält. Das US-Gesetz erlaubt es den Behörden, Firmen wegen Korruptionsdelikten in der ganzen Welt zur Rechenschaft zu ziehen.

Gesundheit

Zwei Zika-Fälle in Thailand bestätigt

In Thailand sind zwei Fälle von Mikrozephalie in Zusammenhang mit dem Zika-Virus aufgetreten. „Es sind die ersten Fälle in Thailand“, sagte Prasert Thongcharoen von der Seuchenschutzbehörde heute in Bangkok. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind das auch die ersten Fälle in Südostasien.

Die US-Gesundheitsbehörden warnten unterdessen schwangere Frauen wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Zika-Virus vor Reisen nach Südostasien. Die Behörde nannte insbesondere Thailand, die Philippinen, Indonesien, Malaysia, Myanmar, Kambodscha, Vietnam, Laos, Brunei, Osttimor und die Malediven.

Das Virus wird von Mücken übertragen und verursacht grippeähnliche Beschwerden. Die meisten Patienten erholen sich schnell, aber der Zika-Erreger kann bei Kindern im Mutterleib zu Schädelmissbildungen (Mikrozephalie) führen.

Kultur

Zwei gestohlene Bilder von Van Gogh in Italien gefunden

Zwei vor 14 Jahren in Amsterdam gestohlene Bilder von Vincent van Gogh sind in Italien gefunden worden. Das bestätigte der Direktor des Amsterdamer Van Gogh Museums, Axel Rüger, heute.

„Ja, sie sind gefunden worden.“ Die italienische Polizei hatte sie nach Angaben des Museums bei einer Großaktion gegen das organisierte Verbrechen in Neapel entdeckt.

Die Gemälde „Zeegezicht bij Scheveningen“ (Meer bei Scheveningen, 1882) und „Hervormde Kerk te Nuenen“ (Reformierte Kirche in Nuenen, 1884/1885) seien leicht beschädigt, sollen aber in relativ gutem Zustand sein. Sie waren 2002 aus dem Amsterdamer Museum gestohlen worden.

Auftakt für Vienna Design Week

Eine aufgelassene Möbelfabrik aus der Zeit der Monarchie dient heuer als stilvolles Zentrum der zehnten Vienna Design Week. Bis 9. Oktober finden 150 Veranstaltungen aus den Bereichen Architektur, Grafik, Produktdesign, Möbel, Industriedesign, Experimentelles und Social Design statt.

Es gibt Ausstellungen, Symposien, Vorträge - und im Rahmen des Projekts „Passionswege“ entwerfen junge Designer neue Produkte für alteingesessene Wiener Firmen.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

IT

IT-Riesen pushen künstliche Intelligenz

Wenn sich fünf Technologie- und IT-Riesen zusammenschließen, sorgt das nicht nur im Netz für Aufregung - besonders wenn die Konzerne Google, Facebook, Amazon, IBM und Microsoft heißen. Gemeinsam wollen sie Standards bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) festlegen.

Auf der Agenda stehen zudem Aufklärung der Bevölkerung und Forschung. Auffallend ist allerdings, dass zwei Namen nicht in dem Konsortium vertreten sind: Apple sowie OpenAI von Tesla-Gründer Elon Musk.

Mehr dazu in Gemeinsame Standards

Medien

Neues ORF-TVthek-Angebot mit Zeitzeugen

In Kooperation mit dem Mauthausen Komitee Österreich hat der ORF am Freitag ein neues Videoarchiv in seinem 2014 eingeführten Angebot „ORF-TVthek goes school“ präsentiert. Unterstützung bekam man seitens des Bundeskanzleramts und des Zukunftsfonds der Republik.

102 Interviews und Gespräche

Dabei bieten die persönlichen Erinnerungen österreichischer und internationaler Zeitzeuginnen und Zeitzeugen einen einzigartigen Zugang zur Zeitgeschichte Österreichs. 102 Interviews und Gespräche mit „Österreichs Zeitzeugen“ stehen im Mittelpunkt des neuen Videoarchivs.

Mehr dazu in tvthek.ORF.at

Die Erinnerungen von 89 Zeitzeugen hat der ORF gemeinsam mit dem Mauthausen Komitee aufbereitet und so dauerhaft zugänglich gemacht.

Die Erinnerungen der Zeitzeugen bereitete der ORF gemeinsam mit dem Mauthausen Komitee in diesem Archiv auf und machte diese so dauerhaft zugänglich. KZ-Überlebende und Widerstandskämpfer erzählen vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914, von den Verbrechen während des NS-Zeit und der Zeit bis zur Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955.

In vier Rubriken unterteilt

So ist das Videoarchiv in die vier Rubriken „Monarchie und Erster Weltkrieg“, „Zwischenkriegszeit und Austrofaschismus“, „Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg“ und „Nachkriegszeit“ unterteilt. Insgesamt kommen 89 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort, etwa Otto Preminger, Viktor Frankl, Bruno Kreisky, Simon Wiesenthal, Margarete Schütte-Lihotzky, Marie Jahoda, Franziska Jägerstätter und Arik Brauer.

Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) hob den niederschwelligen Zugang von „ORF-TVthek goes school“ hervor: „Mit Projekten wie dem Videoarchiv ‚Österreichs Zeitzeugen‘ wird ein innovativer und leicht zugänglicher Weg der Vermittlung von Geschichte angeboten.“ Auch Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, lobte das Projekt: „Aus der Arbeit des Mauthausen Komitee Österreich mit Zeitzeuginnen, Zeitzeugen und Jugendlichen sehen wir, dass dadurch eine Verbindung der Lebenswelten – vor allem mit jenen der Jugendlichen – möglich ist.“

Wrabetz: „Persönlich und emotional“

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sagte: „Kein Buch und kein dokumentarisches Filmmaterial kann uns Vergangenes und besonders die mit Schrecken behafteten Ereignisse und Zeiten wie Krieg oder Holocaust so nahebringen wie Menschen, die dies selbst durchleben mussten und davon auf sehr persönliche und emotionale Weise erzählen.“

Der ORF-Direktor für Technik, Online und neue Medien, Michael Götzhaber, unterstrich die technischen Vorteile: „Das Internet und die Videoplattform des ORF im Speziellen sind ideale Multiplikatoren für die Zeitzeugeninterviews, die im Rahmen des neuen ‚ORF-TVthek goes school‘-Videoarchivs zusammengestellt wurden.“

Der für tvthek.ORF.at zuständige Thomas Prantner sagte: „Es ist zentrale Aufgabe des ORF, nicht nur Österreichs Gegenwart, sondern auch entscheidende Epochen und Ereignisse aus der Vergangenheit medial darzustellen.“ „ORF-TVthek goes school“ stellt Videoarchive in einer speziell für die Integration in den Unterricht geeigneten Form bereit und ist uneingeschränkt und unbefristet verfügbar.

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