Liveticker

Ditz sorgt für brisantes Hypo-Ausschuss-Finish

Er wolle ja „niemanden anschwärzen“, so Ditz, aber auch Fekter habe damals nur noch das EU-Verfahren gesehen und nicht, „was das den Steuerzahler kostet“, so Ditz. Strasser wendet ein, das sei Ditz’ Einschätzung. Ditz lässt sich locker: „Ja, und es zeigt sich ja, dass meine Einschätzungen richtig waren, sonst würden wir heute nicht da stehen, wo wir stehen.“

„Ausreichend informiert“?

Nun schaltet sich doch noch einmal die ÖVP mit Strasser ein: Er will klarstellen, dass Fekter sich - angesichts des damals laufenden EU-Beihilfeprüfverfahrens - nichts, vor allem keine Verzögerungstaktik, zuschulden habe kommen lassen. Ditz will darauf nicht direkt antworten, kann aber im Rückblick offenbar auch kein besonderes Engagement Fekters in dieser Frage erkennen.

Außerdem betont Ditz, dass die Ausgliederung einer Bad Bank aus der Hypo gerade angesichts des EU-Prüfverfahrens noch mehr Sinn gehabt habe. Jedenfalls sei Zeit vergangen, in der die Verluste gewachsen seien, resümiert Ditz. Er habe sogar noch versucht, über einen Termin bei SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann Einfluss auf das ÖVP-Finanzministerium zu nehmen. Das sei aber abgelehnt worden, offenbar habe sich die gesamte Regierung aber auch so „ausreichend informiert“ gefühlt.

Ausland

Wieder Demos gegen Arbeitsmarktreform in Frankreich

Vor einer Abstimmung des französischen Senats über die Arbeitsmarktreform haben erneut Tausende Franzosen gegen das umstrittene Vorhaben demonstriert. In Paris, Lyon, Marseille und einer Reihe weiterer Städte protestierten Demonstranten heute gegen die geplante Lockerung des Arbeitsrechts.

2.500 Polizisten sollten allein in der französischen Hauptstadt neue Ausschreitungen verhindern. Der Pariser Eiffelturm blieb geschlossen, weil Mitarbeiter streikten.

Gegen die Pläne von Frankreichs Staatschef Francois Hollande, der im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit unter anderem die 35-Stunden-Woche und den Kündigungsschutz lockern will, protestieren die Gewerkschaften schon seit Monaten. Am Rande von Demonstrationen lieferten vermummte Randalierer der Polizei immer wieder Straßenschlachten.

Senat verschärft Regierungsvorschlag

Im Streit über die Arbeitsmarktreform sind die Fronten zwischen der sozialistischen Regierung und linken Gewerkschaften verhärtet. Premierminister Manuel Valls will morgen und Donnerstag zwar Vertreter von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden zu Gesprächen empfangen. Neue „Verhandlungen“ über die Reform hat er aber ausgeschlossen.

Die Regierung hatte die Gesetzesvorlage im Mai gegen Widerstand auch aus den eigenen Reihen und ohne Abstimmung in erster Lesung durch die Nationalversammlung gedrückt. In dem von der konservativen Opposition dominierten Senat wurde der Text noch verschärft: So wollen die Senatoren die 35-Stunden-Woche noch mehr lockern als die Regierung und eine feste Obergrenze für Abfindungen bei unrechtmäßigen Entlassungen einführen.

Moskau-Ankara-Aussöhnung braucht mehr Zeit

Die Beziehungen zwischen Russland und der Türkei werden sich nach Darstellung der Regierung in Moskau erst nach und nach normalisieren.

Man dürfe nicht erwarten, dass die Angelegenheit nach der Entschuldigung der Türkei für den Abschuss eines Kampfjets innerhalb von Tagen aus der Welt sei, sagte ein Präsidialamtssprecher heute. Es sei jedoch ein „sehr wichtiger Schritt“ vollzogen worden.

Die beiden Präsidenten Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan würden auf russische Initiative hin morgen telefonieren. Erdogan hatte gestern Abend gesagt, die Beziehungen dürften sich schnell normalisieren.

„Bedauern“, keine Entschädigung

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim nahm aber das Angebot einer Entschädigungszahlung für den Jetabschuss zurück. Russland zu entschädigen stehe „außer Frage“, wurde Yildirim vom Fernsehsender CNN-Türk zitiert. Die Türkei habe lediglich ihr „Bedauern“ über den Vorfall zum Ausdruck gebracht.

Die Türkei hatte im November ein russisches Kampfflugzeug im syrischen Grenzgebiet abgeschossen. Das hatte die Beziehungen der beiden Staaten schwer belastet, Russland verhängte Sanktionen. Vor allem die türkische Tourismusbranche und die Landwirtschaft waren davon stark betroffen.

Ermittlungsverfahren gegen Assad-Onkel in Frankreich

Gegen einen Onkel des syrischen Machthabers Baschar al-Assad ist in Frankreich ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, weil sein dort angesammelter Immobilienbesitz auf Veruntreuung und Korruption basieren soll.

Dem seit den 80er Jahren im Exil lebenden Rifaat al-Assad werden unter anderem Veruntreuung öffentlicher Gelder und Geldwäsche zur Last gelegt, wie die Nachrichtenagentur AFP heute aus französischen Ermittlerkreisen erfuhr.

Ein Schloss im Nordwesten von Paris, mehrere Stadtpalais an besonders hochpreisigen Adressen in der französischen Hauptstadt und Büros in Lyon - Ermittler des französischen Zolls schätzten den Immobilienbesitz des heute 78-Jährigen 2014 auf rund 90 Millionen Euro. Die Gebäude soll er zwischen 1984, dem Jahr seiner Ankunft in Frankreich, und 1988 gekauft haben.

Die französische Antikorruptionsorganisation Sherpa wirft dem früheren syrischen Vizepräsidenten vor, durch Veruntreuung öffentlicher syrischer Gelder und Korruption zu diesem Reichtum gekommen zu sein.

Kämpfe zwischen Militär und Rebellen in DR Kongo

Bei Kämpfen zwischen dem Militär der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) und einer im Osten des Landes aktiven Rebellengruppe sind elf Menschen ums Leben gekommen. Gestern seien in der Provinz Ituri zehn Rebellen der Patriotischen Widerstandsfront von Ituri (FPRI) getötet worden, sagte ein Sprecher der Armee heute.

Die Rebellen hätten nach ihrer Niederlage erneut zugeschlagen und in der darauffolgenden Nacht eine Frau getötet. Zwei Soldaten seien bei den Kämpfen schwer verletzt worden.

Kampf um Mineralien für Handys

Der FPRI-Miliz wird vorgeworfen, Kindersoldaten zwangsrekrutiert zu haben und für zahlreiche Massaker an der Zivilbevölkerung verantwortlich zu sein. Der an Mineralien reiche Osten des Landes wird seit Jahrzehnten von rivalisierenden Rebellengruppen terrorisiert. Es geht dabei vor allem um Gold und das für die Herstellung von Mobiltelefonen nötige Kobalt.

Affäre um rote Unterhose auf Prager Burg hat Nachspiel

Die Affäre vom September 2015, als drei tschechische Künstler auf dem Dachmast der Prager Burg aus Protest gegen Staatschef Milos Zeman eine große rote Unterhose anstatt der Präsidentenflagge gehisst haben, hat ein Nachspiel. Die verschwundene Standarte tauchte jetzt wieder auf, obwohl das Künstlertrio bisher behauptete, dass sie „offenbar weggeflogen“ sei.

Allerdings ist die Präsidentenflagge in 1.152 Stücke zerschnitten, die auf dem Prager Hauptbahnhof und weiteren Orten Tschechiens unter zufällig ausgewählte Leute verteilt werden. Die Gruppe „Ztohoven“, der die Künstler angehören, teilte das selbst im Internet mit.

Fall vor Gericht

Die Präsidentenkanzlei verurteilte die Zerschneidung der Flagge scharf. Zeman-Sprecher Jiri Ovcacek bezeichnete das als „Schweinerei“. „Jene, die es getan haben, zeigen damit nur, wer sie sind“, so der Sprecher. Die Präsidentenflagge ist als eines der Staatssymbole gesetzlich geschützt. Die Beschädigung oder Vernichtung der Standarte kann mit einer Geldstrafe bis zu 10.000 Kronen (rund 370 Euro) geahndet werden.

Ab morgen wird sich ein Gericht mit dem Fall der roten Unterhose befassen. Das Künstlertrio könnte in dem Prozess wegen Ausschreitungen, Diebstahls und Sachbeschädigung bis zu drei Jahre Haft erhalten.

„Brexit“-Votum

Milliardär Branson: Steuern auf Desaster zu

Der „Brexit“ wird Großbritannien nach Einschätzung des britischen Milliardärs Richard Branson in eine Rezession stürzen und zum Verlust Tausender Arbeitsplätze führen.

„Wir steuern auf ein Desaster zu. Ich glaube nicht, dass die Bürger schon begriffen haben, was für einen Schlamassel ihr Votum auslösen wird“, sagte der Gründer der Virgin-Gruppe heute im britischen Fernsehen.

Unternehmen mit einem Drittel Wertverlust

Seine Fluggesellschaft habe nach dem „Brexit“-Entschluss bereits einen „sehr großen“ Deal abgesagt, der etwa 3.000 Arbeitsplätze geschaffen hätte. Sein Unternehmen habe seit der überraschenden „Brexit“-Entscheidung etwa ein Drittel an Wert eingebüßt. Tausende und Abertausende Stellen würden dadurch verloren gehen.

Branson forderte ein zweites Referendum, weil sich die Wähler nicht über die Folgen des „Brexit“ im Klaren gewesen seien. Bransons Firmenimperium ist auch an Eisenbahnen, Telekomfirmen und Medienhäusern beteiligt.

Osborne kündigt Steuererhöhungen an

Die Briten müssen sich nach dem „Brexit“-Votum auf Steuererhöhungen und Einschränkungen der staatlichen Leistungen einstellen. Finanzminister George Osborne kündigte an, die Regierung werde einschneidende Schritte zur Sicherung der Finanzstabilität ergreifen müssen, um die Folgen des Votums für den EU-Austritt zu bewältigen.

Auf eine Frage, ob das auch Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen einschließe, antwortete er im BBC-Radio: „Ja, absolut.“

„Nicht so rosig wie als EU-Mitglied“

„Wir müssen dem Land und der Welt zeigen, dass die Regierung in der Lage ist, im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten zu handeln“, sagte Osborne, der selbst gegen den Austritt war. Es sei eine zentrale Herausforderung, nach der „Brexit“-Entscheidung Finanzstabilität zu bewahren. „Wir befinden uns in einer längeren Phase der Anpassungen im Vereinigten Königreich“, sagte er.

Das Leben für sein Land außerhalb der Union werde nicht so rosig sein wie das als ihr Mitglied. Es müsse nun vor allem darum gehe, die Phase der Zurückhaltung bei Investitionen und Neueinstellungen in Großbritannien so kurz wie möglich zu halten. Unrealistisch sei es, sich nach dem EU-Austritt nur die Vorteile einer Mitgliedschaft in der Union zu sichern, ohne die Nachteile und Kosten tragen zu müssen.

Cameron will Austritt „so konstruktiv wie möglich“

Der britische Premier David Cameron will den Austritt seines Landes aus der EU „so konstruktiv wie möglich“ gestalten. Er hoffe, dass der Ausgang der Verhandlungen ebenso konstruktiv werde. „Wir verlassen die EU, aber wir wenden ihr nicht den Rücken zu.“

Die Länder der EU seien „Nachbarn, Freunde, Partner. Es geht um die engstmöglichen Beziehungen bei Handel, Sicherheit und Zusammenarbeit.“ Das wäre „gut für uns und sie“, so Cameron.

Tusk: Müssen auf britischen Antrag warten

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat vor dem EU-Gipfel zu den „Brexit“-Beratungen in Brüssel klargestellt, dass die EU auf einen Austrittsantrag des Vereinigten Königreichs warten muss.

Man müsse die EU-Verträge respektieren, sagte Tusk heute in Brüssel. Demnach müsse die britische Regierung einen EU-Austritt initiieren, „das ist der einzig legale Weg, den wir haben“.

„Ohne Notifizierung von Großbritannien werden wir keine Verhandlungen über das Scheidungsverfahren oder über unsere künftigen Beziehungen starten“, sagte Tusk. Europa sei bereit zu den Verhandlungen „ohne jeglichen Enthusiasmus“.

Sondertreffen im September

Tusk kündigte für morgen „tiefe Reflexionen“ der 27 anderen EU-Staaten zur Zukunft Europas an. Er wolle dazu ein Sondertreffen des EU-Gipfels im September vorschlagen, sagte er. Der beste Platz dafür wäre Bratislava, nachdem die Slowakei im zweiten Halbjahr die EU-Ratspräsidentschaft innehat.

Tusk brachte seine persönliche Enttäuschung über das „Brexit“-Votum der Briten zum Ausdruck. „Am Tag danach habe ich mich gefühlt, als ob jemand, der mir sehr nahesteht, das Haus verlassen hat.“ Tusk: „Aber was geschehen ist, ist geschehen.“

Merkel will kein Rosinenpicken für GB

Für Großbritannien wird es nach Darstellung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel keinerlei Sondervergünstigungen nach dem Austritt aus der EU geben. Die deutsche Regierung werde sicherstellen, dass es in den Trennungsverhandlungen nicht nach dem „Prinzip der Rosinenpickerei“ für Großbritannien zugehen werde, sagte Merkel in einer Regierungserklärung.

Es werde deutlich werden, dass es einen spürbaren Unterschied gebe zwischen einem EU-Mitglied und einem Drittstaat außerhalb der Union. Ein Land könne sich nicht den Pflichten eines Mitgliedslandes entziehen und sich nur die Vorteile sichern. Freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt werde nur der haben, der selbst eine freie Bewegung von Menschen, Kapital, Dienstleistungen und Gütern sicherstelle.

Geschlossenheit der EU-27 gefordert

Merkel forderte nun eine Geschlossenheit der verbleibenden 27 Mitgliedsstaaten. „Es gilt jetzt nach vorne zu schauen und alles daranzusetzen, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen und anschließend alle notwendigen Entscheidungen zu treffen.“ Jeder Vorschlag, der die EU der 27 als Ganzes aus dieser Krise führen könne, sei willkommen.

„Jeder Vorschlag, der dagegen die Fliehkräfte stärkt, die Europa schon so sehr strapazieren, hätte unabsehbare Folgen für uns alle. Er würde Europa weiter spalten“, sagte Merkel in der Sondersitzung des Parlaments.

Inland

Zweifel an Kompensationsprüfungen bei Matura

Die Lehrervertreter der AHS und berufsbildenden höheren Schulen (BHS) orten Probleme beim System der Kompensationsprüfungen. Wenn etwa in Kärnten in Mathematik 84 Prozent der AHS-Schüler diese Prüfung schaffen, in Salzburg aber weniger als die Hälfte, „kann etwas an dem Konzept nicht passen“, so AHS-Lehrervertreter Eckehard Quin. Auch Roland Gangl (BHS) findet die Differenz bedenklich.

Nach Ansicht Quins (Fraktion Christlicher Gewerkschafter, FCG) wird entweder bei der Klausur oder aber bei der Kompensationsprüfung das Falsche abgeprüft. Anders sei nicht zu erklären, dass Schüler plötzlich Dinge beherrschten, die sie kurz davor noch nicht konnten. An den BHS waren nach der Matheklausur 13 Prozent der Maturanten negativ, nach der Kompensationsprüfung waren es nur noch 5,5 Prozent.

Kritik am BIFIE

Bei den Kompensationsprüfungen können jene, die schriftlich ein Nicht genügend kassiert haben, die Note mündlich ausbessern. Sowohl bei den Klausuren als auch bei den mündlichen Kompensationsprüfungen in den wichtigsten Fächern werden die Fragen zentral vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) erstellt.

Kritik übte Quin am BIFIE: Dem Institut sei es trotz eines umfangreichen und teuren Prozederes nicht annähernd gelungen, eine gleich schwierige Matura vorzulegen. „Da stellt sich doch die Frage, ob der Mitteleinsatz in irgendeiner Weise gerechtfertigt ist.“ Hier sei offenbar eine grundsätzliche Änderung der Methodik notwendig.

BIFIE: An „Schwankungen“ gewöhnen

Die gestern veröffentlichten Ergebnisse zeichnen ein gemischtes Bild. Teils große Leistungsunterschiede gibt es zwischen Schulen und Klassen und auch Bundesländern.

Unterrichtsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) spricht von insgesamt guten Ergebnissen - für eine genaue Interpretation sei es nach Angaben aus ihrem Ministerium derzeit aber noch zu früh. Einzelne Punkte bedürften einer genaueren Überprüfung. Laut BIFIE-Direktor Jürgen Horschinegg muss man sich aber wohl an „Schwankungen“ gewöhnen.

Mehr dazu in „Müssen uns daran gewöhnen“

Kern laut Umfrage glaubwürdigster Parteichef

Der frischgebackene SPÖ-Chef und Bundeskanzler Christian Kern ist laut einer Umfrage der Parteichef mit der höchsten Glaubwürdigkeit. Am wenigsten glaubwürdig ist FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Das geht aus dem Glaubwürdigkeitsranking von SORA und der Beratungsagentur klar hervor, das heute präsentiert wurde.

Hinter Kern (53 Prozent) folgt Vizekanzler und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner, den 49 Prozent der Befragten für sehr bzw. ziemlich glaubwürdig halten (2015: 52 Prozent). Der Wert von Ex-Kanzler Werner Faymann (SPÖ) lag 2015 bei 42 Prozent.

Grünen-Chefin Eva Glawischnig liegt mit 42 Prozent an dritter Stelle und deutlich unter ihrem Vorjahreswert von 51 Prozent. NEOS-Chef Matthias Strolz schreiben 40 Prozent Glaubwürdigkeit zu, Strache wird von rund einem Drittel (35 Prozent) als glaubwürdig eingeschätzt (2015: 34 Prozent).

„Glaubwürdigkeit heißt für uns, dass Sagen und Tun überprüfbar übereinstimmen“, sagte Sepp Tschernutter, Geschäftsführer der klar. Strategie- und Kommunikationsberatung.

Regierung bei Mindestsicherung auf Annäherungskurs

In den Verhandlungen über die Mindestsicherung scheinen einander SPÖ und ÖVP näherzukommen. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) bestätigte heute vor dem Ministerrat, dass er sich um die Koordinierung der unterschiedlichen Positionen der ÖVP in den Bundesländern kümmern will. Den jüngsten Vorschlag von Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) bezeichnete er als „Annäherung, was das Wording anbelangt“.

Stöger hatte zuvor gesagt, dass er den Parteichef um die Übernahme dieser koordinierenden Funktion gebeten habe, weil unterschiedliche ÖVP-Länder „etwas anderes sagen, das miteinander nicht kompatibel ist“. Ziel sei eine neue 15a-Vereinbarung als Ersatz für die mit Jahresende auslaufende Regelung. „Wir brauchen einen gemeinsamen Vorschlag“, so Stöger.

Stöger brachte Gegenvorschlag

Vor allem Niederösterreich und Oberösterreich, aber auch die Wiener ÖVP wollen eine Deckelung bei 1.500 Euro für Mehrpersonenhaushalte. Stöger lehnt das zwar ab, lancierte via „Presse“ und „Standard“ (Dienstag-Ausgaben) aber einen Gegenvorschlag.

Ab dem fünften Kind soll es keinen Kinderzuschlag mehr geben. Beim Grundbetrag würde sich dadurch eine Deckelung von rund 1.570 Euro ergeben. Allerdings: Der Wohnkostenanteil (25 Prozent des Mindeststandards) wäre vom Deckel nicht berührt. Von ÖVP-Sozialsprecher August Wöginger kam daher umgehend Ablehnung. Auch Mitterlehner gefiel Stögers Vorschlag „nur teilweise“.

Vbg.: FPÖ will Mindestsicherung deckeln

Eine Deckelung fordern auch die Vorarlberger Freiheitlichen. Grund ist der Zuzug von Asylwerbern und die daraus entstehenden Mehrkosten. Aber auch Einheimische sollen zum Handkuss kommen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Registrierkassen: NEOS macht gegen Ausnahmen mobil

NEOS macht gegen Erleichterungen für Parteien bei der Registrierkassenpflicht mobil. Mit der vom Ministerrat beschlossenen Maßnahme stelle man Vorfeldorganisationen mit gemeinnützigen Organisationen gleich, kritisierten Verfassungssprecher Nikolaus Scherak und die Wiener Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger heute bei einer Pressekonferenz. Nun sammelt NEOS Unterschriften dagegen.

Die Registrierkassenpflicht ist für die Partei zwar „an sich richtig“, dennoch dürfe es gerade in der Politik keine Privilegien geben. „Die Gier der Regierungsparteien scheint tatsächlich maßlos zu sein“, sagte Meinl-Reisinger und lehnte den geplanten Beschluss im Nationalrat ab. Für die Gesetzesänderung sei nicht einmal eine Begutachtung vorgesehen.

Sport

Wimbledon: Stand bei Paszek - Wesnina

Für Österreichs Einzelkämpfer wird es beim Grand Slam von Wimbledon heute ernst. Sowohl für Dominic Thiem als auch für Tamira Paszek gibt es in der ersten Runde Schlüsselpartien. Auf Thiem wartet mit Rasenspezialist Florian Mayer eine echte Bewährungsprobe - der Deutsche zeigte Österreichs Nummer eins zuletzt in Halle die Grenzen auf.

Paszek spielt derzeit gegen die Russin Jelena Wesnina.

Stand in sport.ORF.at

Wirtschaft

Dieselskandal kostet VW in USA 14,7 Mrd. Dollar

Zur Wiedergutmachung für den Dieselskandal muss der deutsche Autohersteller Volkswagen (VW) in den USA insgesamt 14,7 Milliarden Dollar (13,3 Mrd. Euro) bezahlen. Diese Summe nannte das zuständige US-Gericht heute für den Vergleich mit der US-Umweltbehörde EPA und den klagenden Besitzern von Dieselautos.

Davon sind gut zehn Milliarden Dollar für den Rückkauf von fast einer halben Million manipulierter Dieselautos mit 2,0-Liter-Motoren vorgesehen.

Zudem habe sich VW mit mindestens 44 US-Bundesstaaten auf einen separaten Vergleich geeinigt, der den Konzern mindestens 600 Millionen Dollar kosten wird, sagte ein Insider. VW hatte im September zugegeben, Abgaswerte von Dieselautos mit einer speziellen Software manipuliert zu haben.

Soros wettet gegen Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat einen neuen Gegenspieler. Die Investorenlegende George Soros will nun auch vom Absturz des Geldhauses an der Börse profitieren.

Sein Hedgefonds Soros Fund Management setzte am Freitag kurz nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt eine 100 Millionen Euro schwere Wette auf einen weiteren Kursverfall der Aktie des größten deutschen Kreditinstituts. Die Leerverkaufsposition wurde gestern im Bundesanzeiger veröffentlicht. Zuerst berichtete die „Welt“ über das Geschäft.

Mit Leerverkäufen können Anleger an der Börse auch bei fallenden Kursen Geld verdienen. Dafür verkaufen sie Aktien, die sie sich zunächst nur geliehen haben. Fällt der Kurs der Aktie danach, können sie die geliehenen Papiere später billiger wieder auf dem Markt einsammeln und zurückgeben.

Konkret verkaufte der Fonds nun gut sieben Millionen zuvor geliehene Aktien. Eine ähnliche Handelsposition ging laut Bundesanzeiger auch der Londoner Hedgefonds Marshall Wace ein, der vor zwei Jahren vom Untergang der portugiesischen Banco Espirito Santo profitiert hatte.

Türkei-Tourismus bricht weiter ein

Die Urlauberzahlen in der Türkei sind zum Beginn der Haupturlaubssaison weiter eingebrochen. Im Mai seien knapp 22,9 Prozent weniger Ausländer als im Vorjahresmonat eingereist, teilte das Tourismusministerium heute mit. Insgesamt kamen knapp 2,5 Millionen Gäste.

Auch die Zahl der Deutschen nahm mit einem Minus von 31,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat weiter ab. Sie stellen dennoch nach wie vor die größte Gruppe der Ausländer.

Mit einem Rückgang von knapp 91,8 Prozent nahm die Zahl der Russen in der Türkei besonders dramatisch ab. Das liegt vor allem an den angespannten Beziehungen beider Länder, die monatelang auf Eis lagen.

Charterflüge nach Abschuss gestrichen

Nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges Ende des vergangenen Jahres hatte Russland Sanktionen gegen die Türkei verhängt und unter anderem Charterflüge gestrichen.

Heute entschuldigte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan jedoch bei den Hinterbliebenen des getöteten Piloten. Damit machte er den Weg frei für eine Verbesserung der Beziehungen. Russische Reisebüros hoffen, dass damit nun auch die Charterverbindungen in die Türkei wieder aufgenommen werden.

Wiederkehrende Terroranschläge und Reisewarnungen für die Türkei hatten Urlauber zuletzt zusätzlich verunsichert.

Chronik

Frau von Postbus erfasst und getötet

Bei einem schweren Verkehrsunfall ist gestern Abend in Wien-Brigittenau eine 72-jährige Fußgängerin getötet worden. Der Lenker eines ÖBB-Postbusses erfasste die Pensionistin auf einem Schutzweg.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Beifahrer stirbt bei Autounfall

Ein 20-Jähriger verunglückte gestern Abend bei einem schweren Verkehrsunfall als Beifahrer bei Karrösten (Tirol) tödlich. Der 22-jährige Pkw-Fahrer konnte mit schweren Verletzungen geborgen werden.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Schüler angefahren: Lenker beging Fahrerflucht

Ein unbekannter Autofahrer streifte gestern in Spittal (Kärnten) einen elfjährigen Schüler auf seinem Fahrrad. Der Schüler stürzte und wurde verletzt. Der Lenker beging Fahrerflucht, die Polizei bittet um Hinweise.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Religion

Papst bekräftigt Linie zu Homosexuellen

Die katholische Kirche sollte sich bei Homosexuellen entschuldigen - das hat Papst Franziskus beim Rückflug von seiner Armenien-Reise gesagt. Seine Aussage scheint vielen wie eine Bekräftigung der „Wer sind wir, über sie zu urteilen?“-Replik von vor drei Jahren. Entschuldigungen durch Päpste hat es schon früher gegeben - aber Franziskus‘ Aussage ist in mehrfacher Hinsicht etwas Neues.

Mehr dazu in religion.ORF.at

IT

Jede zweite Gratis-App will sensible Informationen

Ganz umsonst gibt es selten etwas. Das gilt auch für Apps: Ein Studie stellt eine Wechselbeziehung zwischen Preisen und Privatsphäre fest. Je günstiger eine mobile Applikation, desto eher fordert sie Zugriffsrechte auf persönliche Daten.

Wer beim Download einer App gefragt wird, ob er Zugriffsrechte wie „den Aufenthaltsort der Nutzer zu erfassen“ oder „Daten über das Internet zu versenden“ erlauben will, sollte sich eine Zustimmung vielleicht noch einmal überlegen. Denn diese Rechte sind aus Sicht einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) als datenschutzrechtlich problematisch einzustufen.

Auch 20 Prozent der kostenpflichtigen Apps betroffen

Mit der Studie haben die Autoren untersucht, in welchem Ausmaß mobile Applikationen dazu in der Lage sind, in die Privatsphäre von Nutzern und Nutzerinnen einzudringen und Informationen über deren Verhalten zu sammeln. Die Untersuchung kommt zum Schluss, dass jede zweite Gratis-App Zugriff auf sensible Informationen hat.

Knapp über 50 Prozent der Gratis-Apps verlangten die als problematisch eingestuften Berechtigungen, heißt es in der heute veröffentlichten Studie. Bei den kostenpflichtige Apps liege dieser Anteil lediglich bei 20 Prozent.

Informationen über User sind wertvoll

Für die Anbieter der günstigen und Gratis-Apps geht die Rechnung dennoch auf: Die Möglichkeit, auf persönliche Informationen der User zugreifen zu können, hat für die Anbieter einen Wert. Ihren Gewinn machen sie mit dem Verkauf von Produkten und Diensten durch die App oder alternativ mit personalisierter Werbung sowie dem Handel mit den gesammelten Daten.

Insgesamt identifizierten die Autoren 136 verschiedene Rechte, von denen sie 14 als problematisch für den Schutz der Privatsphäre einstufen. Darunter fällt beispielsweise auch das Recht, „das Smartphone mit einer eindeutigen ID zu identifizieren“. Rund 40 Prozent aller Apps nähmen mindestens eines dieser problematischen Rechte in Anspruch, lautet das Fazit.

Microsoft zahlt 10.000 Dollar für Zwangsupdate

Microsoft entschädigt erstmals eine Nutzerin für ein Zwangsupdate auf das neue Betriebssystem Windows 10. Wie die „Seattle Times“ (Onlineausgabe) berichtete, war der Softwarekonzern zunächst gegen ein Urteil in Berufung gegangen, einigte sich dann jedoch mit der betroffenen Anwenderin Teri Goldstein aus Kalifornien auf eine Zahlung von 10.000 Dollar.

Die Frau aus Sausalito hatte glaubhaft machen können, dass das Upgrade auf das neue Betriebssystem auf ihrem Rechner fehlerhaft war und ihren Rechner für Tage unbrauchbar machte. „Ich habe nie von Windows 10 gehört“, sagte sie. „Niemand hat mich gefragt, ob ich ein Update möchte.“

Der Rechtsstreit wurde dem Bericht zufolge bereits vergangenen Monat beigelegt. Microsoft betonte, dass die Zahlung kein Schuldeingeständnis sei. Das Unternehmen habe nur Kosten für einen weiteren Rechtsstreit vermeiden wollen, sagte eine Sprecherin der Zeitung.

Science

Grenzzäune tödliche Fallen für Tiere

30.000 Kilometer Zäune wurden allein seit dem Jahr 2000 entlang der Grenzen in Europa und Asien errichtet, jüngst wegen der Flüchtlingskrise auch in Mitteleuropa. Wissenschaftler schlagen nun laut der spanischen Zeitung „El Pais“ (Onlineausgabe) Alarm: Die Stacheldrahtverhaue seien nicht nur oft tödliche Fallen für Tiere, sie gefährden auch die gesunde Weiterentwicklung und Fortpflanzung gefährdeter Spezies.

„El Pais“ berief sich heute bei einem entsprechenden Bericht auf eine Gruppe von internationalen Experten, die in einer Studie die Auswirkungen der Grenzanlagen auf die Biodiversität erkundeten.

„Tiere bleiben in Stacheldrahtzäunen hängen und sterben“

Sie zitierte unter anderen den Biologen John Linell vom Norwegischen Institut für Naturforschungen (NINA): „Der unmittelbarste Effekt ist, dass die Tiere in den Stacheldrahtzäunen hängen bleiben und sterben.“

Aber es sind nicht nur Fotos von qualvoll verendeten Schafen, Rehen und anderen Wildtieren, die dem Forscher Sorgen machen. Längerfristig könnten die Zäune die Existenz ganzer Arten gefährden. Durch die Zäune ist ihre Mobilität nämlich drastisch eingeschränkt. So kommen sie nicht mit einer größeren Anzahl von Artgenossen zusammen. „Das reduziert ihre genetische Lebensfähigkeit.“ Auf Dauer seien gewisse Spezies von Inzucht bedroht.

NATO-Draht zwischen Slowenien und Kroatien

Als Beispiel nannte Linell gegenüber „El Pais“ den im vergangenen Herbst aus NATO-Draht errichteten Zaun zwischen Slowenien und Kroatien. Die Grenze zwischen den beiden ex-jugoslawischen Staaten ist 670 Kilometer lang, fast 350 davon verlaufen laut dem Forscher durch eine Region „mit der größten Artenvielfalt Europas“.

Kultur

Festival Aix-en-Provence beginnt

Eine Neuproduktion von Mozarts „Cosi fan tutte“ eröffnet am Donnerstag die 68. Ausgabe der Festspiele von Aix-en-Provence in Frankreich. Es ist die letzte Saison des belgischen Festivaldirektors Bernard Foccroulle, der die Leitung 2004 von Stephane Lissner übernommen hatte. Er hat die Region Provence wie kein anderer in dieses Festival eingebunden und es zugleich weltweit vorangebracht - etwa durch Kooperationen mit China und Russland.

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