Ausland

Zweite Bewerbung für Präsidentenwahl in Syrien

Für die Präsidentschaftswahl in Syrien hat ein zweiter Politiker seine Kandidatur angemeldet: Der Geschäftsmann Hassan Abdallah al-Nuri will sich am 3. Juni um das höchste Staatsamt bewerben, wie Parlamentspräsident Mohammed al-Lahhman heute mitteilte.

Der 1960 geborene Nuri stammt aus Damaskus. Er war früher Parlamentsabgeordneter und Staatssekretär für den Verwaltungsaufbau, zählt aber inzwischen zur tolerierten Opposition gegen die Staatsführung unter Präsident Baschar al-Assad.

Exilopposition ohne Chancen

Als erster Politiker hatte zuvor der unabhängige Abgeordnete Maher Abdel Hafis Hadschar seine Kandidatur eingereicht. Der 1968 geborene Hadschar stammt aus Aleppo. Assad ließ seine Ambitionen für eine weitere Amtszeit von sieben Jahren bereits klar erkennen, die offizielle Kandidatur steht aber noch aus. Offiziell endet seine Amtszeit am 17. Juli.

Das syrische Parlament hatte die Weichen für Assads Wiederwahl Mitte März gestellt. Es stimmte für ein neues Wahlrecht, das allerdings die Exilopposition faktisch ausschließt. Eine Kandidatur wird erst dann gültig, wenn sie von 35 der 250 Abgeordneten im Parlament von Damaskus unterstützt wird. 160 Abgeordnete gehören der regierenden Baath-Partei an und dürften somit ihre Unterstützung für Assad bekunden.

Israel will Aussöhnung von PLO und Islamisten bestrafen

Als Reaktion auf ein Aussöhnungsabkommen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) mit der islamistischen Palästinenserbewegung Hamas hat Israel heute weitere Sanktionen angekündigt.

Wie der staatliche Rundfunk berichtete, stand eine Reihe von Strafmaßnahmen gegen die Palästinensische Autonomiebehörde auf der Tagesordnung des Sicherheitskabinetts, das zu einer Dringlichkeitssitzung zusammentrat. Die Palästinenserführung startete zugleich Konsultationen zur Berufung eines Übergangskabinetts, das vor allem Neuwahlen organisieren soll.

USA äußerten sich „enttäuscht“

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas führte erste Gespräche zur Bildung einer „Regierung der nationalen Einheit“, der unter seinem Vorsitz vor allem parteiunabhängige Fachleute angehören sollen. Zugleich traf Abbas mit dem US-Sonderbeauftragten Martin Indyk zusammen, um die jüngsten Entwicklungen zu erörtern. Die US-Regierung hatte auf das in Gaza verkündete Aussöhnungsabkommen „enttäuscht“ reagiert.

Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bewertete die Annäherungsversuche zwischen der PLO, Verhandlungspartner bei den Friedensgesprächen, und der Hamas-Bewegung, die Israel, die EU und die USA als Terrororganisation einstufen, als „sehr schwerwiegend“. Wenn sich die Palästinenserführung an die islamistische Hamas binde, kehre sie dem Frieden den Rücken zu.

Polizist erschoss in Afghanistan drei US-Ärzte

Ein afghanischer Polizist hat heute in einem christlichen Krankenhaus in der afghanischen Hauptstadt Kabul drei US-amerikanische Ärzte erschossen. Außerdem sei eine Ärztin bei dem Angriff verletzt worden, sagte der Polizeichef von Kabul, Sahir Sahir.

Der Todesschütze sei zur Bewachung des Krankenhauses eingesetzt gewesen, das vor allem Kinder behandelt. Er habe sich anschließend selber in den Bauch geschossen und sei außerdem von einem Polizisten angeschossen worden. Der Mann sei festgenommen worden.

Serie von Angriffen auf Ausländer

Vor drei Wochen hatte ebenfalls ein afghanischer Polizist die deutsche Fotografin Anja Niedringhaus im Osten des Landes getötet. Der Angreifer soll im Verhör ausgesagt haben, er habe damit einen NATO-Luftangriff auf sein Dorf rächen wollen. Der Angriff von heute war der sechste auf ausländische Zivilisten seit Jahresbeginn.

Polizeichef Sahir sagte, der Todesschütze sei der Polizei vor zwei Jahren beigetreten. „Wir wissen nicht, warum er das Feuer auf die Ausländer eröffnete. Wir untersuchen das.“

Transparency: EU-Korruptionsregeln oft totes Recht

Die EU-Institutionen sind nach Einschätzung der Organisation Transparency International nicht ausreichend gegen Korruption gewappnet. Es gebe zwar zahlreiche Regeln und Vorschriften, um Korruption zu verhindern, allerdings würden sie oft nicht umgesetzt, beklagt die Organisation in einer Studie, die heute in Berlin vorgestellt wurde.

Mitunter mangle es am politischen Willen oder den nötigen Ressourcen, heißt es darin. Die Gesetzgebungsprozesse und Lobbyistenstrukturen in der EU seien teilweise undurchsichtig. Auch gebe es beispielsweise keine ausreichenden Vorkehrungen zum Schutz von Medieninformanten. EU-Mitarbeiter hätten daher kaum Anreize, Fehlverhalten zu melden.

Zehn EU-Institutionen untersucht

Transparency International nahm sich für die Studie zehn EU-Institutionen vor, darunter das Europäische Parlament, die EU-Kommission und den Europäischen Rat. Das EU-Büro der Antikorruptionsorganisation untersuchte die Einrichtungen mit Blick auf Unabhängigkeit, Transparenz, Rechenschaftspflicht und Integrität.

Die Autoren loben, die europäischen Institutionen machten zwar viele Dokumente und Informationen aus ihren Entscheidungsprozessen öffentlich zugänglich, besonders das EU-Parlament. Viele wichtige Verhandlungen liefen aber hinter verschlossenen Türen. Außerdem seien die Verantwortlichen in den EU-Einrichtungen nicht verpflichtet, Kontakte zu Lobbyisten während des Gesetzgebungsprozesses offenzulegen. Auch ein verpflichtendes Register der auf EU-Ebene tätigen Lobbyisten fehle.

Einfachere Regeln gefordert

Es gebe zwar zahlreiche Vorschriften, um Interessenkonflikte von EU-Mitarbeitern zu vermeiden - etwa mit Blick auf einen späteren Wechsel in die Wirtschaft. Die Regeln seien aber komplex und für die Mitarbeiter selbst schwer durchschaubar. Vermögenserklärungen der Mitglieder des EU-Parlaments würden nicht auf ihre Richtigkeit kontrolliert. Die Einrichtungen der Europäischen Union müssten an einigen Stellen nachbessern.

Inland

Volksanwälte melden Rekord an Beschwerden

Fast 20.000 Menschen haben sich im Vorjahr bei der Volksanwaltschaft beschwert, weil sie sich von Verwaltung und Politik ungerecht behandelt fühlen. Das sind so viele wie noch nie und ein Alarmzeichen für die Politik in Österreich, finden die Volksanwälte.

Bei der heutigen Präsentation ihres Jahresberichts übten sie neuerlich vehemente Kritik an Missständen bei der Mindestsicherung, bei AMS-Kursen und im Bereich Sachwalterschaft.

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Kickl sieht „banalen Urheberrechtsstreit“ um FPÖ-Song

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl hat hinsichtlich des Auslieferungsbegehrs des Landesgerichts für Strafsachen Wien gegen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache von einem „banalen Urheberrechtsstreit, wie er in Österreich Hunderte Male im Jahr ausgetragen wird“, gesprochen.

Strache habe mit der Komposition und Auswahl des Wahlkampfliedes „Liebe ist der Weg“ „natürlich nichts zu tun“, so Kickl.

Der FPÖ-Chef sei nur deshalb Beteiligter dieses Verfahrens, „weil er von der Gegenseite in seiner Eigenschaft als Obmann der FPÖ in Anspruch genommen wurde“, so der Generalsekretär, der von einer „sensationsheischenden und hysterischen Berichterstattung mancher Medien“ sprach.

Song von irischer Band zweckentfremdet

Das Landesgericht stellte an den Nationalrat eine Anfrage zur Auslieferung Straches. Über diesen wird am Schluss der Plenarsitzung am kommenden Mittwoch entschieden. Grund ist eine Privatanklage der Universal Music Publishing GmbH, die Rechteinhaber des Liedes „Run“ ist - geschrieben von Gary Lightbody, Frontmann der nordirisch-schottischen Rockgruppe Snow Patrol.

Der Vorwurf: Der von der FPÖ-Hausband John Otti Band geschaffene Wahlkampfsong „Liebe ist der Weg“ sei eine umgetextete Version von „Run“ - und zwar, ohne den Rechteinhaber um Erlaubnis gefragt zu haben, so die Anklage. Strache ist der Zweitangeklagte - neben dem Erstangeklagten Werner Otti, Leadsänger der John Otti Band. Dem FPÖ-Chef wird vorgeworfen, dass das Lied zur Aufführung gebracht werden konnte.

Karmasin will Land familienfreundlicher machen

Österreich soll 2025 das familienfreundlichste Land Europas sein. Dieses langfristige Ziel gab die neue Ressortchefin Sophie Karmasin anlässlich der 30-Jahre-Feier des Bundesministeriums für Familie und Jugend heute aus.

Derzeit würden nur 43 Prozent der Österreicher ihren Kinderwunsch realisieren: „Wenn wir die Kinderzahl nicht fördern, kommt uns die Zukunft abhanden“, betonte sie.

In Österreich leben 1,4 Millionen Familien mit Kindern in den unterschiedlichsten Konstellationen. Den größten Anteil daran haben Ehepaare (625.000), homosexuelle Paare mit Kindern gibt es rund 7.700. Karmasin möchte nicht ein spezielles Modell „rauspicken“: „Familie ist dort, wo sich Menschen zu Hause fühlen.“

„Kein besonders familienfreundliches Klima“

Fakt sei jedoch, dass die Kinderzahl zurückgeht, vor allem Familien mit drei und mehr Kindern gebe es immer weniger. Auch bei Familien mit Kindern unter 15 Jahre wird eine stetige Abwärtsbewegung verzeichnet. In Österreich herrsche „kein besonders familienfreundliches Klima“. In der Wahrnehmung der Familienfreundlichkeit rangiert Österreich mit 31 Prozent etwa weit hinter Dänemark mit 90 Prozent.

Neben eher abstrakten Leitprinzipien (Akzeptanz, Individualität, Partnerschaftlichkeit, „neues Denken“ und Veränderung von „Lebensrealitäten“) führte die Ministerin an konkreten Maßnahmen beispielsweise die Erhöhung der Familienbeihilfe in drei Schritten an und das flexible Kinderbetreuungskonto, mit dem sich eine Arbeitsgruppe ab Herbst auseinandersetzen wird.

Jugendschutzgesetz kein „prioritäres Ziel“

Dass nun offenbar für die Ganztagsschulen weniger Geld zur Verfügung stehen soll, wollte Karmasin nicht weiter kommentieren. Dazu, dass es nach 30 Jahren Familien- und Jugendministerium noch kein österreichweit einheitliches Jugendschutzgesetz gibt, meinte die Ministerin, das sei derzeit nicht das „prioritäre Ziel“: „Der Impuls muss von den Ländern kommen.“ Sie wäre bereit, das dann zu „moderieren“.

Nazi-Parolen: 16 Monate Haft für 21-Jährigen

Ein 21-jähriger Kärntner ist gestern wegen des Verdachts der nationalsozialistischen Wiederbetätigung vor Gericht gestanden. Er soll Türken und Bosnier mit eindeutigen Parolen beschimpft haben. Das Urteil - 16 Monate Haft, davon vier unbedingt - ist nicht rechtskräftig.

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Wirbel um Life-Ball-Förderung

Die Ablehnung der Subvention des Life Balls durch die Wiener FPÖ gestern im Stadtsenat sorgt bei den anderen Parteien weiter für Kopfschütteln. Die FPÖ sprach von einer Erhöhung, die SPÖ dementiert das aber.

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Wirtschaft

GM erleidet nach Pannenserie Gewinneinbruch

Die folgenschwere Pannenserie wegen defekter Zündschlösser kommt den US-Autokonzern General Motors (GM) teuer zu stehen. Wegen Rückstellungen für mehrere Rückrufaktionen brach der Gewinn pro Aktie im ersten Quartal 2014 auf 0,06 Dollar von 0,58 Dollar im Vorjahr ein.

GM reservierte insgesamt 1,3 Mrd. Dollar (rund 940 Mio. Euro) für Reparaturkosten an Millionen von Fahrzeugen. Es sei noch zu früh, um weitere Rückstellungen auszuschließen, sagte Finanzchef Chuck Stevens heute.

Hoffnungsschimmer für Sorgenkind Opel

Mit dem operativen Geschäft zeigte sich der Konzern jedoch zufrieden. Der Umsatz kletterte in den ersten drei Monaten auf 37,4 (36,9) Mrd. Dollar. Auf dem krisengeschüttelten europäischen Automarkt, wo GM mit der Marke Opel vertreten ist, gebe es „echte Fortschritte“, sagte Stevens.

Der operative Verlust des Europageschäfts weitete sich im ersten Quartal allerdings von 152 Mio. auf 284 Mio. Dollar aus.

Österreicher haben 500 Mrd. Euro Erspartes

Das Geldvermögen der österreichischen Haushalte hat im Vorjahr fast die 500-Mrd.-Euro-Grenze geknackt. Trotz geringerer Neuinvestitionen stieg das gesamte Finanzvermögen zu Jahresende 2013 um nominell 1,4 Prozent auf 498 Mrd. Euro, gab die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) heute bekannt.

Die Österreicher veranlagten aber mit 6,9 Mrd. Euro deutlich weniger in Geldanlagen als im Jahr 2012 (10,4 Mrd. Euro). Der Großteil davon wurde auf Gehalts- und Pensionskonten belassen, in täglich fällige Einlagen transferiert bzw. in Investmentzertifikate investiert.

Zahlt sich „echtes“ Sparen nicht mehr aus?

Insbesondere die niedrigen Zinssätze veranlassen die Haushalte, höhere Einkommensteile auf ihren Gehalts- und Pensionskonten zu belassen bzw. mehr Bargeld zu halten, so die OeNB. Die Bargeldbestände wuchsen um 0,6 Mrd. auf 19,8 Mrd. Euro, die Bestände auf den Gehalts- und Pensionskonten stiegen um 2,3 Mrd. auf 22,3 Mrd. Euro.

Daneben tätigten die Haushalte Umschichtungen von gebundenen Einlagen auf täglich fällige Gelder in der Größenordnung von 5,3 Mrd. Euro. Haushalte mit längerfristigen Spar- und Vorsorgeüberlegungen veranlagten laut OeNB wieder verstärkt in in- und ausländische Investmentzertifikate.

Die Nettokäufe in Höhe von 2,5 Mrd. Euro im Jahr 2013 fielen dreimal so hoch aus wie im Jahr 2012 und konzentrierten sich auf Immobilien- und Pensionsfonds.

Kredite vor allem für Wohnbau

Die Neuverschuldung war mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent weiterhin moderat. Private Haushalte verschuldeten sich im Jahr 2013 in Höhe von 1,3 Mrd. Euro. Getragen wurde die Kreditnachfrage durch Wohnbaukredite, die per saldo um 2,2 Mrd. Euro stiegen.

Die Gesamtverbindlichkeiten der Haushalte lagen mit 165 Mrd. Euro per Jahresende 2013 auf dem gleichen Niveau wie Ende 2012. Der größte Teil entfiel auf Wohnbaukredite mit einem Aushaftungsstand von 112,6 Mrd. Euro.

Nach Sitzungschaos: TA-Deal mit Slim doch besiegelt

Es ist eine lange Zitterpartie gewesen, doch nun ist der Syndikatsvertrag der Telekom-Austria-Aktionäre ÖIAG und America Movil des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim unter Dach und Fach. Gestern in den späten Abendstunden konnte der Aufsichtsrat der Staatsholding den entsprechenden Beschluss fassen.

Mit Ruhm hat sich die ÖIAG aber nicht bekleckert: Nachdem die fünf Arbeitnehmervertreter den Deal abgelehnt hatten und nicht zur Sitzung erschienen waren, fehlten den ganzen Tag auch Kapitalvertreter für die Beschlussfähigkeit. Aufsichtsratschef Peter Mitterbauer wurde schließlich extra eingeflogen.

Mehr dazu in Spät erreichte Beschlussfähigkeit

Gewerkschaft gegen Ausweitung der Sonntagsöffnung

Dass der neue Obmann des Wiener Wirtschaftsbundes, Walter Ruck, die geltende Regelung in Sachen Sonntagsöffnung infrage stellt, sorgt für Skepsis bei der Gewerkschaft. Die bestehenden Ausnahmeregeln seien völlig ausreichend, so die Gewerkschaft. Ruck war gestern bei einer Pressekonferenz dafür eingetreten, dass mehr Geschäfte am Sonntag aufsperren dürfen.

Weitere Ausnahmeregeln in Tourismusgebieten seien nur dann diskutabel, wenn sie nach bestehenden Gesetzen überhaupt erlaubt seien, so Manfred Wolf von der GPA-djp. Außerdem müssten sie sozialpartnerschaftlich ausgehandelt werden und faire Rahmenbedingungen für die Beschäftigten inkludieren, betonte er.

„Mit uns keine Sonntagsarbeit im Handel“

Generell sehe man die offenbar propagierte Annäherung der Handelsvertreter mit den Tourismusvertretern in der Wiener Wirtschaftskammer problematisch. Es stelle sich auch die Frage, was den Handelsvertretern der Kammer die Sozialpartnerschaft zukünftig wert sei, so Karl Proyer, der stellvertretende Bundesgeschäftsführer der GPA-djp - er versicherte: „Mit uns wird es keine Sonntagsarbeit im Handel geben.“

IV prophezeit stabile Jobzahl bei hoher Fluktuation

Österreichs Wirtschaft steht vor einer „Konjunkturerholung mit Gegenwind“, heißt es im Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung (IV) für das erste Quartal. Es werde zwar weiter Wachstum geben, aber dieses bleibe unterdurchschnittlich. Größter Lichtblick: Die Zahl der Jobs sinkt dank „guter Auslastung“ nicht mehr - die Fluktuation steigt dafür.

Hinter dem ausgeglichenen Durchschnittsbild auf dem Arbeitsmarkt stecke eine hohe Dynamik, sagte IV-Chefvolkswirt Christian Helmenstein heute bei der Präsentation der Konjunkturprognose. Denn jeweils 20 Prozent der Firmen wollen Jobs auf- beziehungsweise abbauen.

„Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten eine überdurchschnittliche Fluktuation bei den Arbeitskräften erleben“, so Helmenstein. Etwa 40 Prozent der Firmen rechnen mit einer Veränderung beim Personalstand.

Aus Eigeninteresse gegen Ukraine-Sanktionen

Aufträge kommen auch aus dem Ausland, allerdings hat die Wirtschaftsdynamik in den Schwellenländern nachgelassen, so dass sich der Fokus der Bestellungen in den nächsten ein oder zwei Jahren wieder auf die EU und die USA verlagern dürfte, erwartet Helmenstein. Trotzdem sei es weiter richtig, bei den heimischen Exporten die Schwellenländer verstärkt ins Visier zu nehmen.

Ein großer Unsicherheitsfaktor ist die Ukraine-Krise. Immerhin seien 750 österreichische Unternehmen in dem Land tätig, davon 150 mit Niederlassungen, 20 sogar mit „signifikanten Investitionen“, auch in der Grundstoff- und Metallindustrie in der Ostukraine, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Gerade dort habe Österreich also auch industrielle und wirtschaftliche Interessen. Explizit spricht sich die IV gegen Sanktionen aus.

Sport

Champions League: Pleite bei Real lässt Bayern kalt

Bayern München hat das Hinspiel des Semifinales der Champions League bei Real Madrid gestern zwar mit 0:1 verloren, dennoch ist der Optimismus beim Titelverteidiger vor dem Rückspiel ungebrochen. Die knappe Pleite gegen die Spanier ließ die Mannschaft von Trainer Josep Guardiola kalt. Zu groß war die Dominanz, einzig die Torgefährlichkeit passte nicht zum Gesamtbild der Partie. „Es hat in den entscheidenden Situationen vielleicht das Quäntchen Glück gefehlt“, sagte Kapitän Philipp Lahm.

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Europa League: Juves Titeljagd für Geschichtsbücher

Mit acht Punkten Vorsprung dominiert Juventus Turin vier Spieltage vor Schluss weiter die italienische Serie A. Der Rekordmeister will so schnell wie möglich seinen Titel-Hattrick fixieren - und sich danach noch einen besonderen Traum erfüllen. „Ich will Geschichte schreiben und die Meisterschaft und die Europa League gewinnen“, sagte Mittelfeldspieler Paul Pogba, der mit Juve heute (21.05 Uhr, live in ORF eins und im Livstream) im EL-Semifinal-Hinspiel bei Benfica Lissabon gastiert. Allerdings wollen die Portugiesen das im Vorjahr Versäumte nachholen und sich das Triple sichern.

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Korruptionsprozess gegen Ecclestone hat begonnen

Bernie Ecclestone muss sich seit heute wegen Korruptionsverdachts vor dem Landgericht München verantworten. Hintergrund ist der Ausstieg der Bayerischen Landesbank (BayernLB) aus der Formel 1 vor acht Jahren.

Laut Anklage soll Ecclestone den damals für den Verkauf zuständigen Bankvorstand Gerhard Gribkowsky bestochen haben, damit dieser einem von Ecclestone gewünschten Investor den Vorzug gab. Gribkowsky, der deswegen bereits zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, gilt nun als wichtigster Zeuge der Staatsanwaltschaft. Sein Auftritt wird im Mai erwartet.

Bis zu zehn Jahre Gefängnis drohen

Ecclestone will das Gericht in München persönlich von seiner Unschuld überzeugen. Dem 83-jährigen Sportmanager drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Gefängnis und die Absetzung als Formel-1-Boss. Die Rennsportserie ist sein Lebenswerk - der Brite hat die Königsklasse des Motorsports seit den 70er Jahren zu einem weltweiten Geschäft ausgebaut und es damit zum Milliardär gebracht.

Einer der Haupteigner war früher die deutsche Kirch-Mediengruppe. Wegen deren Pleite vor zwölf Jahren fiel die Beteiligung an die BayernLB als Gläubigerbank. Für den Prozess gegen Ecclestone sind vorerst 26 Verhandlungstermine bis Mitte September anberaumt.

Chronik

Weniger Verkehrsunfälle und -tote 2013

Der Straßenverkehr hat 2013 knapp neun Menschenleben pro Woche gefordert. Insgesamt starben 455 Menschen. Das ist die geringste Zahl seit Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1961. Gegenüber 2012 bedeutet das einen Rückgang um 76 Tote bzw. 14 Prozent.

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Zwei Mädchen von Baumstamm überrollt

In Grünburg in Oberösterreich haben zwei Schwestern im Alter von acht und zwölf Jahren gestern ihren Vater bei der Waldarbeit beobachtet. Die Mädchen wurden dabei von einem Baumstamm getroffen und schwer verletzt.

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Erneut Graffiti-Sprayer in Wien festgenommen

Zwei Arbeiter haben in der Nacht auf heute zwei Graffiti-Sprayer beim Besprühen von U-Bahn-Zügen in Wien-Erdberg beobachtet. Die Männer verständigten die Polizei und hielten einen der Tatverdächtigen bis zum Eintreffen der Beamten fest. Dieser zeigte sich sofort geständig und wurde festgenommen. Bei dem Sprayer „Puber“ wiederum wurde die U-Haft verlängert.

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Lkw-Lenker bei Unfall in Tiroler Tunnel getötet

Ein 70-Jähriger ist heute bei einem Unfall im Lermooser Tunnel in Tirol getötet worden. Die Unfallursache ist noch unklar. Das Fahrzeug dürfte laut Polizei mit geringer Geschwindigkeit in einer Tunnelnische gegen die Wand gefahren sein.

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Schwerer Unfall auf Tauernautobahn

In der Nacht auf heute wurden auf der Tauernautobahn bei Golling (Salzburg) vier Menschen zum Teil schwer verletzt. Ein betrunkener Pkw-Lenker rammte im Hieflertunnel einen Lastwagen. Zwei Menschen wurden eingeklemmt und von der Feuerwehr befreit.

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Toter bei Brand in der Steiermark

Bei einem Brand in einem Einfamilienhaus in Oberaich (Steiermark) kam gestern der 58-jährige Hausbesitzer ums Leben. Ein Nachbar hatte Rauch bemerkt, das Feuer wurde laut Polizei fahrlässig verursacht.

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Viele Pestizide auf Gartenpflanzen

Beinahe 80 Prozent der Gartenpflanzen auf dem europäischen Markt sind mit Pestiziden belastet, die schädlich für Bienen sind. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Umweltorganisation Greenpeace, bei der 35 verschiedene Pflanzen in zehn Ländern analysiert wurden. „Gartenfreunde werden ungewollt zu Mittätern gemacht“, kritisiert Greenpeace.

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IT

Österreicher gehen leichtfertig mit Daten um

Österreichische User wissen Bescheid über Cybercrime, sind jedoch nachlässig beim Schutz von Computern. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO) in Auftrag gegebene Umfrage. Demnach ist nur bei einem Drittel eine Firewall installiert, bei lediglich 31 Prozent ist der PC passwortgeschützt.

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Ericsson spaltet Netzwerksparte auf

Der weltgrößte Ausrüster für Mobilfunktelefonie, Ericsson, spaltet seine Netzwerksparte auf, um sich den technischen Veränderungen anzupassen.

Künftig werde es eine Ausrüstungssparte für Mobiltelefonie mit dem Namen Radio und eine eigene Sparte für die Internetkommunikation per Cloud und IP (Internet Protocol) geben, teilte das schwedische Unternehmen heute mit.

Der bisherige Netzwerkchef Johan Wibergh werde beide Sparten führen. Ericsson-Konzernchef Hans Vestberg erklärte, sein Unternehmen sei zwar Marktführer in der Netzwerkausrüstung, also zum Beispiel bei Funkstationen. Die Internetbereiche stellten jedoch eine Herausforderung dar.

Religion

Papst am Telefon: Aussage zu Kommunion dementiert

Der Vatikan hat heute Meldungen über angebliche Aussagen des Papstes in privaten Telefongesprächen zu kirchlichen Lehrfragen zurückgewiesen. Die jüngsten Berichte über Äußerungen zu einem Kommunionsempfang für wiederverheiratete Geschiedene seien „nicht verlässlich und eine Quelle von Missverständnissen“, teilte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi mit. In einem Gespräch mit einer zivil verheirateten Argentinierin soll Franziskus kürzlich empfohlen haben, in einer anderen Pfarre um die Sakramente zu bitten.

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Kultur

Salzburger Festspiele müssen sparen

Die Salzburger Festspiele müssen nach Worten ihrer Präsidentin Helga Rabl-Stadler sparen. Für 2015 sei eine deutliche Verringerung des Programms geplant, sagte Rabl-Stadler den „Salzburger Nachrichten“. Lag das Budget 2013 noch bei 64,8 Millionen Euro, würden es 2015 „deutlich unter 60 Millionen Euro“.

Eine Fortsetzung der staatlichen Sparpolitik setze „das Image als bestes Festival der Welt“ aufs Spiel, warnte die Festspielchefin. Die Subventionen für die Festspiele von rund 13,5 Millionen Euro seien seit 1998 fast unverändert. Wegen der Inflation sei dieses Geld aber mittlerweile viel weniger wert.

Von der Vorgabe des scheidenden Intendanten Alexander Pereira, nur Neuinszenierungen zu spielen, werden sich die Festspiele verabschieden. „Das macht weder künstlerisch noch ökonomisch Sinn.“

Pereira übergab Bericht über Opernverkauf

Der künftige Scala-Chef Pereira legte unterdessen Mailands Bürgermeister Giuliano Pisapia einen Bericht über den umstrittenen Verkauf von Opern der Salzburger Festspiele an das Mailänder Opernhaus vor. Aufgrund des Berichts wird der Scala-Aufsichtsrat dem Kulturministerium in Rom ein Dossier über den Vorgang vorlegen.

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Wr. Festwochen: Hinterhäuser freut sich über großes Interesse

Großes Interesse ortet der neue Intendant der Wiener Festwochen, Markus Hinterhäuser, an dem heurigen Wiener Theater-, Musik- und Kunstfestival, das am 9. Mai mit der traditionellen Eröffnung auf dem Wiener Rathausplatz starten wird.

Zur Programmpräsentation im Wiener Künstlerhaus bat Hinterhäuser heute gleich eine Reihe von Künstlern mit auf den Bühne, um die Schwerpunkte der heurigen Festwochen zu präsentieren. Einer der Höhepunkte wird die Uraufführung der Neufassung der Oper „Bluthaus“ von Georg Friedrich Haas, basierend auf dem Libretto von Händl Klaus, sein. Stärker als in den letzten Jahren wird wieder die musikalische Mission der Festwochen deutlich, gerade im experimentellen Bereich.

Leysen: „Ort, wo man die Wunden lecken kann“

Schauspieldirektorin Frie Leysen legte bei der Vorstellung ihres Programms einen Schwerpunkt auf die Begegnung von Künstlern mit dem Publikum, die heuer im Künstlerhaus intensiviert werden soll. „Wenn das Theater hinterfragen und verstören soll, dann braucht es einen Ort der Begegnung, wo man seine Wunden lecken kann“, so Leysen.

Filmreihe zum Festival

Begleitend zu den Festwochen wird es heuer eine eigene, von Claus Philipp kuratierte Filmreihe geben, die sich schwerpunktmäßig den Arbeiten der Regisseure Patrice Chereau und Alain Resnais widmen wird.

Mitten in die Stadt bewegt sich auch heuer wieder das interdisziplinäre Programm „into the city“, das sich dem Projekt „Face to Face with the Momunemt“ des russischen Künstlerkollektivs Chto Delat („Was tun“) widmet. Die Hinterfragung des Heldenmythos zur Roten Armee wird sich durch die aktuellen Vorgänge in der Ukraine durch zeitpolitische Bezüge aufladen.

Warten auf Kraftwerk

Einer der Publikumsmagneten sollten die Auftritte der Elektronikpioniere Kraftwerk im Wiener Burgtheater werden. ORF.at wird sich ab 5. Mai mit einem eigenen Schwerpunkt den Produktionen der Wiener Festwochen widmen.

Science

115-Jährige: Mutationen ohne Folgen

Im Lauf des Lebens können Veränderungen im Erbgut zu schweren Erkrankungen führen. Das gilt besonders für Zellen, die immer wieder neu gebildet werden, wie jene im Blut. Forscher haben nun das Blut einer 115-jährigen Frau untersucht und darin 400 Mutationen entdeckt. Befund der Forscher: Die Erbänderungen waren völlig harmlos.

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Leute

Armin und Bettina Assinger ließen sich scheiden

Ex-Skirennläufer und ORF-Moderator Armin Assinger und seine Frau Bettina haben sich vor kurzem scheiden lassen. Das erklärten die Assingers heute in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA.

„Armin und Bettina Assinger geben hiermit bekannt, dass ihre Ehe vor kurzem geschieden worden ist. Es wird ausdrücklich betont, dass die Ehescheidung einvernehmlich erfolgte“, heißt es darin.

Bettina Assinger werde demnach so wie bisher auch zukünftig das Management des ORF-Moderators und achtfachen Romy-Preisträgers wahrnehmen, so das getrennte Paar. Die Medien bat das geschiedene Paar - „insbesondere im Namen ihrer beiden Kinder - um Respektierung ihrer Privatsphäre. Zum vorliegenden Sachverhalt werden sich in Zukunft weder Armin noch Bettina Assinger äußern oder Erklärungen abgeben.“