Ausland

FBI schaltet sich in E-Mail-Affäre um Clinton ein

Die US-Bundespolizeibehörde FBI hat sich einem Medienbericht zufolge in die E-Mail-Affäre um die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton eingeschaltet. Ermittler überprüften die Sicherheitseinstellungen von Clintons privatem E-Mail-Konto, berichtete die „Washington Post“ gestern.

Dazu habe die Behörde vergangene Woche die IT-Sicherheitsfirma Platte River Networks in Denver im US-Bundesstaat Colorado kontaktiert, so das Blatt. Zudem hätten die Ermittler Kontakt mit Clintons Anwalt David Kendall aufgenommen.

Im Fokus der Ermittler standen laut der Zeitung Sicherheitsfragen rund um einen USB-Stick, der sich im Besitz des Anwalts befinden soll. Auf dem Datenträger sollen Arbeits-E-Mails aus Clintons Zeit als US-Außenministerin gespeichert seien. „Wir kooperieren aktiv mit den Behörden“, sagte Kendall in einem Statement.

Der Gebrauch einer privaten E-Mail-Adresse für Arbeitsangelegenheiten hatte Clinton viel Kritik eingebracht. Die Republikaner warfen der Ehefrau des früheren Präsidenten Bill Clinton vor, durch den privaten Kontext Gesetze zur Offenlegung bestimmter Informationen zu umgehen. Im Lager der Demokraten gab es die Sorge, dass ihr die Affäre noch stärker zusetzt und Wähler abschreckt. Clinton gilt als aussichtsreichste Kandidatin der Demokraten für die Wahl im November 2016.

Calais: EU-Kommission sagt London und Paris Hilfe zu

Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsandrangs am Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien hat die Europäische Kommission den beiden Ländern ihre Hilfe zugesagt.

Um mit den Herausforderungen durch die erhöhten Flüchtlingszahlen fertigzuwerden, bekomme Frankreich 20 Millionen Euro, teilte der für Migration zuständige EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos gestern Abend in Brüssel mit.

Großbritannien habe bereits 27 Millionen Euro zu diesem Zweck erhalten. Die Gelder kämen aus für die beiden Länder vorgesehenen Fonds für Einwanderung und Integration für den Zeitraum 2014 bis 2020.

Auch Frontex könnte zum Einsatz kommen

Die EU-Kommission bot überdies technische Hilfe an, etwa bei der Bearbeitung von Asylanträgen. „Die EU-Grenzschutzagentur Frontex kann helfen, Migranten zu registrieren, mit den Herkunfts- und Transitländern zusammenzuarbeiten, um die Ausstellung von Reisedokumenten für eine Rückkehr zu beschleunigen, und gemeinsame Abschiebungen zu koordinieren und zu finanzieren“, so Avramopoulos.

Der EU-Kommissar hatte zuvor Gespräche mit Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve und dessen britischer Kollegin Therasa May geführt und diese als „konstruktiv“ bezeichnet. Zudem lobte Avramopoulos „die enge Zusammenarbeit der beiden Länder in dieser Angelegenheit“.

Streit zwischen Paris und London

Am Eurotunnel bei Calais versuchen derzeit täglich Hunderte von Flüchtlingen, nach Großbritannien zu gelangen. Zuletzt führte die Flüchtlingskrise zu Spannungen zwischen Frankreich und Großbritannien. Cazeneuve forderte in einem Zeitungsinterview von London mehr Anstrengungen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise.

Australien: Höchstgericht stoppt Start von Kohlebergwerk

Das höchste Gericht Australiens hat den Start eines riesigen Kohlebergwerks im Bundesstaat Queensland vorerst gestoppt. Die Genehmigung der Regierung sei ausgesetzt, teilte das Umweltministerium heute mit.

Umweltschützer hatten gegen die Genehmigung für die Kohlemine geklagt und argumentiert, sie werde enorme Mengen von klimaschädlichem Treibhausgas produzieren und hätte negative Folgen für gefährdete Arten. Zudem seien die Umweltauflagen nicht ausreichend.

Kohlehafen in der Nähe des Great Barrier Reef

Die in der Mine im Tage- und Untertagebau geförderte Kohle soll über 189 Kilometer per Zug zum Kohlehafen Abbot Point gebracht und dann nach Indien verschifft werden. Abbot Point liegt in der Nähe des weltberühmten Great Barrier Reef.

Das geplante Bergwerk mit dem Namen Carmichael kostet die indische Betreiberfirma Adani 16,5 Mrd. australische Dollar (11,1 Mrd. Euro) und soll jährlich 60 Millionen Tonnen Kohle abwerfen. Damit könnte sie nach Regierungsangaben die größte in Australien und eine der größten weltweit werden. Mit der Kohle könne Strom für bis zu 100 Millionen Inder produziert werden.

Rückschlag für Regierung

Die Regierung hatte die Pläne im Juli vergangenen Jahres genehmigt. Der Federal Court in Sydney stoppte sie nun nach Angaben des Umweltministeriums wegen „Mängeln im Genehmigungsverfahren“.

Gutachten, die zur Entscheidung von Umweltminister Greg Hunt für die Kohlemine führten, hätten „in einer bestimmten Form“ vorliegen müssen. Es handle sich um eine „verwaltungstechnische“ Sache. Es werde voraussichtlich sechs bis acht Wochen dauern, die Gutachten regelkonform zu erstellen, sodass Hunt erneut entscheiden könne.

Umweltschützer begrüßten das Urteil; Adani kündigte umgehend an, seine Pläne weiterzuverfolgen. Es sei „bedauerlich“, dass ein „technischer, juristischer Fehler“ des Umweltministeriums die Genehmigung „einer gegensätzlichen Entscheidung aussetzt“, erklärte das Unternehmen.

Acht Tote bei Boko-Haram-Überfall in Kamerun

Bei einem mutmaßlichen Überfall der Islamisten-Miliz Boko Haram auf ein Dorf im Norden Kameruns sind acht Menschen getötet und rund 100 weitere verschleppt worden. Einwohnern zufolge zogen sich die Extremisten nach dem Angriff wieder nach Nigeria zurück, wie aus Kreisen der Regionalregierung gestern verlautete.

Im vergangenen Monat hatte die nigerianische Extremistengruppe in der Grenzregion bei einer Serie von Selbstmordanschlägen Dutzende Menschen getötet. In der Folge entsandte Kameruns Regierung 2.000 zusätzliche Soldaten. Das Land beteiligt sich mit 7.000 Soldaten an einer gemeinsam mit dem Tschad, Niger und Nigeria aufgestellten Truppe zu Bekämpfung von Boko Haram.

Offenbar Angriff auf Militärstützpunkt in USA

Auf einen US-Militärstützpunkt im Bundesstaat Mississippi ist gestern offenbar ein bewaffneter Angriff verübt worden, bei dem aber kein Soldat zu Schaden kam.

Soldaten von Camp Shelby hätten beim Training auf einer Straße in der Nähe des Stützpunktes Schüsse gehört und das ihren Vorgesetzten gemeldet, teilte ein Armeesprecher mit. Daraufhin seien die örtlichen Behörden eingeschaltet worden. „Kein Soldat wurde verletzt“, fügte der Sprecher hinzu.

Der örtliche Polizeichef Jimmy Dale Smith sagte, die Schüsse seien von einem Kleintransporter aus abgegeben worden. Die Motive der Tat seien unklar.

Mitte Juli hatte ein 24-Jährige mehrere Militäreinrichtungen in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee angegriffen und fünf Soldaten getötet. Der Schütze wurde schließlich von der Polizei getötet. Nach Angaben seiner Familie litt er jahrelang an Depressionen.

Deutsches Justizministerium greift in Blog-Affäre durch

Die Ermittlungen wegen Landesverrats gegen zwei Blogger der deutschen Webplattform Netzpolitik.org haben nun Generalbundesanwalt Harald Range das Amt gekostet. Tagelang war Range für sein Vorgehen gegen die beiden Journalisten heftig kritisiert worden - dass er gestern seinerseits Justizminister Heiko Maas (SPD) verbal angriff, brachte das Fass dann offenbar zum Überlaufen.

Maas verkündete am Abend, dass Range vorzeitig in den Ruhestand geschickt wird. Sein Vertrauen in Ranges Amtsführung sei „nachhaltig gestört“. Die Affäre hatte sich zu einem handfesten Politstreit ausgewachsen, in den sich sogar die OSZE einmischte.

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Inland

Heta: Haber sieht Bund bei Haftungen nicht in der Pflicht

Kärntens Versuch, den Bund bei den Landeshaftungen für die Hypo-Abbaueinheit Heta in die Verantwortung zu ziehen, stößt auch beim Wirtschaftswissenschaftler Gottfried Haber, der derzeit das Land Kärnten berät, auf kein Verständnis. Juristisch sei der Versuch, den Bund verantwortlich zu machen, „sicher nicht“ haltbar, sagte Haber im Ö1-Morgenjournal.

„Argumentationslinie lässt sich nicht halten“

Kärntens Landespolitiker argumentieren derzeit, der Bund habe von Haftungen gewusst und diese nicht verhindert und sei daher ebenfalls in der Pflicht.

„Inhaltlich stellt sich die Frage, ob man selbst etwas versprechen kann und im Nachhinein sagt, weil irgendjemand anderer es nicht verhindert hat, ist der schuld und muss die Haftungen übernehmen. Das ist eine Argumentationslinie, die sich sicher nicht halten lässt, und daraus lässt sich sicher nicht ableiten, dass die Haftungen gar ungültig wären“, sagte Haber, der vor einem Jahr nach dem Rücktritt von Michael Spindelegger mit Unterstützung aus Niederösterreich als möglicher ÖVP-Finanzminister im Gespräch war.

Bund wird Kärnten nicht pleitegehen lassen

Auch wenn der Bund juristisch nicht haftet, „faktisch wird sich der Bund sehr schwertun, ein Bundesland pleitegehen zu lassen. Es würde auch ökonomisch überhaupt keinen Sinn machen“, sagte Haber. Daher sollte man jetzt schon diskutieren, was man macht, wenn die Haftungen des Landes für die Heta wirklich schlagend werden.

„Da wird es Finanzierungen geben müssen, und da wird der Bund faktisch mithelfen müssen.“ Auch wenn weder andere Bundesländer noch der Bund formal haften, am Ende des Tages beträfen die Heta-Milliarden alle Steuerzahler, so Haber.

Lugar neuer TS-Klubobmann

Nach insgesamt vier Abgängen von Parlamentariern zur ÖVP hat das Team Stronach (TS) einmal mehr die Klubführung im Nationalrat ausgetauscht. Robert Lugar übernimmt die Position wie bereits erwartet von Waltraud Dietrich. Diese zeigte sich bei der Pressekonferenz gestern erleichtert, die „Last der letzten Monate“ abgeben zu können.

Lugar gab sich - wie Parteigründer Frank Stronach am Vortag beim ORF-„Sommergespräch“ - optimistisch: Die Situation sei nicht einfach, aber machbar. Nun wolle man die „geistige Revolution“ vollziehen.

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Wirtschaft

Fluglotsen legen in Griechenland die Arbeit nieder

Reisende nach Griechenland müssen heute mit Problemen im Flugverkehr rechnen. Aus Protest gegen die Sparpolitik der Regierung in Athen wollen die griechischen Fluglotsen die Arbeit für vier Stunden niederlegen.

Zwischen 14.00 und 18.00 Uhr Ortszeit (13.00 bis 17.00 Uhr MESZ) werde es keine Flüge von und nach Griechenland geben. Sämtliche Flüge wurden für diesen Zeitraum annulliert, teilte der Flughafen Athen mit.

Zahlreiche Inlandsflüge fallen aus. Die meisten internationalen Verbindungen sollen dagegen zeitlich versetzt außerhalb der Zeiten der Arbeitsniederlegung bedient werden, teilten die Fluglinien mit.

Juncker erwartet Einigung bis 20. August

In den Verhandlungen mit Griechenland über ein drittes Hilfsprogramm erwartet EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker indes eine Einigung bis zum 20. August. „Alle Berichte, die ich erhalte, deuten auf eine Einigung diesen Monat hin, vorzugsweise vor dem 20.“, wenn Athen 3,4 Mrd. Euro an die EZB zahlen muss, sagte Juncker in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.

Erneut Gerüchte über Syngenta-Übernahme durch Monsanto

Monsanto hat einen Medienbericht über neue Gespräche mit seinem Übernahmeziel Syngenta zurückgewiesen. Man würde zwar einen solchen Schritt begrüßen, sagte eine Sprecherin des US-Saatgut- und -Genpflanzen-Herstellers in der Nacht auf heute der Nachrichtenagentur Reuters. „Aber bis jetzt ist das nicht geschehen.“ Auch in Kreisen des Schweizer Rivalen Syngenta wurde die Meldung zurückgewiesen.

Der Sender CNBC hatte zuvor unter Berufung auf eine nicht näher bezeichnete Quelle berichtet, mindestens ein Topinvestor, John Paulson, gehe von laufenden Gesprächen aus. Die Konzerne stünden bei der Frage des Preises dabei „nicht weit auseinander“. Die in den USA gehandelte Syngenta-Aktie hatte daraufhin nachbörslich um 3,7 Prozent zugelegt. Paulson war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Monsanto will Syngenta für 45 Milliarden Dollar übernehmen. Die Schweizer haben das Angebot zurückgewiesen. Insidern zufolge bereitet der Chemiekonzern BASF ein mögliches Gegengebot für Syngenta vor.

Disney an Börse trotz Rekordgewinns abgestraft

Walt Disney hat die Erwartungen für seine Kabelnetzsparte zurückgeschraubt und zum ersten Mal seit zwei Jahren die Umsatzprognosen der Experten verfehlt. Zwar gab der Unterhaltungskonzern gestern auch einen Rekordgewinn von 2,48 Milliarden Dollar (2,26 Mrd. Euro) bekannt, ein Plus von elf Prozent. Trotzdem verlor die Aktie im nachbörslichen Handel sechs Prozent.

Disney hat bisher mit einem Plus von 29 Prozent in diesem Jahr von allen Dow-Jones-Werten am stärksten zugelegt. Als Erfolge konnte der Unterhaltungskonzern vor allem Filmhits der zugekauften Marvel-Comiccharaktere sowie den Handel mit Merchandisingprodukten aller Art verbuchen.

Chef verweist auf „digitale Medien“

Für die Kabelprobleme machte Disney-Chef Bob Iger unter anderem einen moderaten Rückgang der Zuschauerzahlen beim Sportsender ESPN verantwortlich. Zunehmend würden digitale Medien in Anspruch genommen, sagte er. Das Unternehmen führte zudem Währungseffekte an. Nun geht Disney von einem Gewinnwachstum in der Sparte im unteren einstelligen Bericht in den Geschäftsjahren 2013 bis 2016 aus. Bisher hatte der Konzern die obere Spanne angepeilt.

Der Gewinn je Aktie lag im zweiten Quartal bei 1,45 Dollar nach 1,28 Dollar im Vorjahr. Von Reuters befragte Experten hatten 1,42 Dollar erwartet. Der Umsatz verfehlte mit 13,1 Milliarden Dollar - zuvor 12,47 Milliarden - die Vorhersage von 13,23 Milliarden Dollar.

Weltbank mit neuen Öko- und Sozialstandards

Nach heftiger Kritik an ihren Verfahren und jahrelangen Beratungen hat die Weltbank eine Liste neuer sozialer und umweltpolitischer Kriterien für die Vergabe von Darlehen vorgelegt. Der Entwurf der neuen Standards sei „ein großer Schritt nach vorn“, um bei Förderprojekten die Umwelt und die Bewohner besser zu schützen, erklärte die Weltbank in Washington.

Im März hatte die Weltbank eingestanden, interne Prüfungen hätten ergeben, dass einige von ihr geförderte Projekte Zwangsumsiedlungen von Anrainern zur Folge hatten. Künftig sollen die betroffenen Anrainer einem Vorhaben, das ihre Lebensbedingungen betrifft, vorab zustimmen. Die Weltbank will ihre Kreditnehmer künftig auch dazu verpflichten, Arbeiterrechte wie das Recht auf Tarifverhandlungen und auf den Zusammenschluss von Arbeitnehmern zu achten.

NGOs sehen „gefährlichen Rückschritt“

Außerdem wurden die Umweltnormen überarbeitet, die vor einem Jahr viel Kritik geerntet hatten. Damals war festgelegt worden, dass Umweltzerstörung schlicht durch Entschädigungszahlungen wiedergutgemacht werden kann. Nun sollen Entschädigungen statt Schutzmaßnahmen nur noch als „letztes Mittel“ möglich sein, in manchen Fällen soll dieses Vorgehen vollständig untersagt werden.

Bei Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen stießen die Reformpläne allerdings auf Ablehnung. 19 Nichtregierungsorganisationen wie Oxfam und Amnesty International warfen der Weltbank in einer gemeinsamen Erklärung einen „gefährlichen Rückschritt bei Umweltschutz und sozialem Schutz“ vor.

Die vorgeschlagenen Regeln würden „den Schutz für die betroffenen Gemeinden und die Umwelt deutlich schwächen, während die Bank plant, mehr hochriskante Projekte zu finanzieren“, kritisierten die Organisationen.

Puerto Rico droht langer Schuldenstreit

Dass Puerto Rico Anfang der Woche eine Anleihe über 58 Millionen Dollar nicht bedient hat, ist kaum überraschend gekommen. Das Land sitzt auf einem Schuldenberg von über 70 Mrd. Dollar, bereits vor über einem Monat wurden Rufe nach einem Schuldenschnitt laut.

Doch während andere Länder im schlimmsten Fall Insolvenz anmelden können, ist das für Puerto Rico wegen seines Sonderstatus als US-Außenterritorium nicht möglich. Eine Umstrukturierung der Schulden ist nur in langen und mühsamen Verhandlungen mit den Gläubigern machbar - und bewusst gesetzte Zahlungsausfälle sind dabei ein mögliches Druckmittel.

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Dank Sondereffekten: Voestalpine verdoppelt Gewinn

Der österreichische Stahlkonzern voestalpine ist vor allem aufgrund von Sondereffekten mit einem Gewinnsprung ins neue Geschäftsjahr gestartet. In dem von April bis Ende Juni laufenden ersten Quartal 2015/16 stieg der operative Gewinn (EBIT) um 68,7 Prozent auf 368,5 Millionen Euro, wie das Linzer Unternehmen heute mitteilte.

Unter dem Strich verdoppelte sich der Gewinn beinahe von 150 Millionen im Vorjahr auf 289,4 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 6,2 Prozent auf drei Milliarden Euro.

Im Auftaktquartal sei es zu einer Geschäftsverbesserung in allen vier Divisionen gekommen. Der starke Ergebnisanstieg sei jedoch auf positive Sondereffekte zurückzuführen, die sich aus der Neubewertung von Anteilen von zwei Gesellschaften ergeben hätten.

Bereinigt um die Sondereffekte legte der Betriebsgewinn nur um 8,5 Prozent auf 237 Millionen Euro zu. An den Plänen, im laufenden Geschäftsjahr operativ zuzulegen, hält der Konzern fest.

Sport

Olympia 2016: Rio verspricht sauberes Wasser

In einem Jahr werden im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro die ersten Olympischen Spiele in Südamerika eröffnet. Die Arbeiten in der brasilianischen Metropole laufen auf Hochtouren. Auch jene, um die Wasserqualität in den Griff zu bekommen. Denn 365 Tage vor dem Startschuss der Spiele ist die Situation noch immer prekär. Vor allem im Segelrevier an der Atlantikküste ist die Gesundheit der Athleten weiterhin akut gefährdet. Die Organisatoren versprechen jedoch bis 2016 sauberes Wasser.

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Fußball: Ivanschitz heuert in Übersee an

Andreas Ivanschitz ist nach zwei Jahren in der spanischen Primera Division in Nordamerika gelandet. Der frühere Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft spielt künftig für die Seattle Sounders in der Major League Soccer (MLS). Der 31-jährige Burgenländer ist neben Emanuel Pogatetz (Columbus) der zweite Österreicher in der mittlerweile durchaus hochkarätigen US-Profiliga. Die letzten zwei Saisonen hatte Ivanschitz bei Levante gespielt.

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Tennis: Nur ein Melzer in Kitzbühel weiter

Von den beiden gestern in der ersten Runde des ATP-Turniers in Kitzbühel angetretenen Brüdern Jürgen und Gerald Melzer ist nur Ersterer siegreich geblieben. Unmittelbar nach dem Ausscheiden von Gerald Melzer gegen den Spanier Albert Montanes setzte sich der ältere Jürgen, Österreichs langjährige Nummer eins, gegen Montanes’ Landsmann Daniel Gimeno-Traver in zwei Sätzen durch.

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Chronik

Zwei Motorräder prallten frontal gegen Bus

Auf der Buchnerstraße bei Telfs in Tirol ist es gestern Nachmittag zu einem schweren Unfall gekommen. Zwei Motorräder kollidierten frontal mit einem entgegenkommenden Bus. Die beiden Motorradlenker wurden schwer verletzt.

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Lastwagen stürzte auf Lastwagen

Zu einem ungewöhnlichen Einsatz musste gestern die Feuerwehr im Gemeindegebiet von Groß-Siegharts (Niederösterreich) ausrücken. Ein Lastwagen war auf einen anderen Lastwagen gestürzt.

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Deutschland: Polizist erschießt Mann in Polizeipräsidium

Ein Polizist hat im Polizeipräsidium im deutschen Oberhausen einen 39 Jahre alten Mann erschossen. Der Mann sei mit einem Messer bewaffnet gewesen und habe die Beamten bedroht, sagte ein Sprecher der Polizei Essen.

Gegen 3.00 Uhr sei es in einem Vorraum des Präsidiums zu einem Streit zwischen dem 39-Jährigen und einem weiteren Mann gekommen. Der Ältere habe mit dem Messer auf den 21-Jährigen eingestochen, sagte ein Polizeisprecher.

Beamte hätten den Mann mehrfach aufgefordert, das Messer niederzulegen - das habe der Bewaffnete aber nicht gemacht. Ein Polizist habe daraufhin mehrere Schüsse abgefeuert. Der Man erlag an Ort und Stelle seinen Verletzungen.

Der 21-Jährige, auf den der Mann eingestochen haben soll, wurde verletzt. Es bestehe aber keine Lebensgefahr, sagte der Sprecher. Der 21-Jährige war mit seiner Freundin auf dem Präsidium. Ob das Paar den anderen Mann kannte und wie es zu dem Streit kam, war zunächst unklar.

Auch müsse noch geklärt werden, ob der Polizist vor den tödlichen Schüssen einen Warnschuss abgegeben hat, sagte der Sprecher. Derzeit würden alle Zeugen befragt. Die Spurensicherung sei an Ort und Stelle.

Kolumbien: Polizeihubschrauber abgestürzt - 16 Tote

Beim Absturz eines Hubschraubers sind in Kolumbien 16 Polizisten ums Leben gekommen. Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas bestätigte gestern den Tod der Sicherheitsbeamten im nordwestlichen Departement Antioquia.

Nur zwei Insassen der Maschine hätten den Unfall mit schweren Verletzungen überlebt. Der Helikopter des Typs Black Hawk hatte an einer Verfolgung von Drogenhändlern des Usuga-Clans teilgenommen.

Villegas gab als wahrscheinliche Ursache einen Aufprall auf einen bewaldeten Berghang bei geringer Sicht wegen der tiefen Wolken an, wie der Sender Radio Caracol berichtete.

Ein Uniformierter, der in einer anderen Maschine flog, sagte dagegen der Zeitung „El Tiempo“, der Hubschrauber sei anscheinend von einer Granate getroffen worden und beim Aufprall in Flammen aufgegangen. Die Polizisten waren auf der Suche nach einem der Chefs der von ehemaligen Paramilitärs gebildeten Drogenhändlerbande.

24 Tote bei zwei Zugsentgleisungen in Indien

In Indien sind zwei Passagierzüge in einem Flussbett entgleist und haben mindestens 24 Menschen in den Tod gerissen. Nach starken Regenfällen seien die Gleise am Fluss Mochak im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh unterspült gewesen, sagte ein Bahnsprecher heute.

Die Züge seien gestern kurz vor Mitternacht im Abstand von nur wenigen Minuten aus den Schienen gesprungen. Insgesamt zehn Waggons fielen um. Dabei seien auch etwa 40 Menschen verletzt worden, sagte der Bahnsprecher weiter.

Rettungskräfte bei Zugsunglück in Indien

Reuters

300 Menschen konnten laut den Angaben gerettet werden. Auf Bildern des Nachrichtensenders NDTV war zu sehen, dass Teile eines Zuges vom mehrere Meter hohen Bahndamm rutschten und im Flussbett auf der Seite liegen blieben. Mehrere Passagiere seien zunächst noch in den teils im Wasser liegenden Waggons eingeschlossen gewesen, sagte der Bahnsprecher weiter. Einer der Züge kam aus der Metropole Mumbai und war auf dem Weg in die Tempelstadt Varanasi. Der andere war in die umgekehrte Richtung unterwegs.

Schon Hunderte Tote durch Monsun

Derzeit zieht der jährliche Monsun über Indien. In Madhya Pradesh hatte es jüngst besonders stark geregnet. Auch in anderen Teilen Indiens gab es in den vergangenen Tagen Hunderte Tote infolge des Starkregens: durch Überschwemmungen, Erdrutsche, einstürzende Häuser und Mauern sowie Blitzschläge. Indiens Premierminister Narendra Modi sagte, die beiden Zugsunglücke erschütterten ihn tief. Er bete für die Verletzten.

Präsident Pranab Mukherjee sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die Behörden ordneten eine Untersuchung an. Indiens Züge transportieren auf einem der größten Schienennetze der Welt täglich rund 20 Millionen Menschen. Jedes Jahr kommt es zu mehreren schweren Unglücken mit Toten. Viele Bahnübergänge sind nicht gesichert, das Schienennetz ist alt, und außerdem nutzen unzählige Menschen die Gleise als Fußwege.

Australien: Gewissheit über MH370 noch diese Woche

Australien rechnet noch in dieser Woche mit Gewissheit darüber, ob das im Indischen Ozean angeschwemmte Wrackteil zu dem verschwundenen Malaysia-Airlines-Flugzeug mit der Flugnummer MH370 gehört. Das sagte Infrastrukturminister Warren Truss heute.

Die Untersuchung der Flügelklappe, die vergangene Woche auf der Insel La Reunion östlich von Afrika angeschwemmt worden war, beginnt ebenfalls heute in einem Labor in Toulouse.

Ein Experte der australischen Flugsicherheitsbehörde (ATSB) sei bei der Untersuchung in Frankreich dabei, sagte Truss.
Er bestätigte zudem, dass die Flügelklappe als Teil einer Boeing 777 identifiziert wurde. Die einzige Maschine dieses Typs, die in der Region vermisst wird, ist Flug MH370. Die Maschine war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. An Bord waren 239 Menschen.

Grund für Kurswechsel unklar

Satellitensignale legen nahe, dass die Maschine noch sieben Stunden Richtung Süden flog und abstürzte. Die Ursache für den plötzlichen Kurswechsel ist bis heute ein Rätsel. Eine Untersuchung der Strömungen habe gezeigt, dass Wrackteile aus dem Gebiet, wo der Absturz vermutet wird, tatsächlich nach La Reunion gedriftet sein könnten, sagte Truss.

„Deshalb wird die intensive und methodische Suche sich weiter auf das abgesteckte Gebiet von 120.000 Quadratkilometern im südlichen Indischen Ozean konzentrieren.“

Angehörige fordern bessere Betreuung

Unterdessen forderten chinesische Angehörige der Passagiere zu einer besseren Betreuung auf. Rund zehn Angehörige versammelten sich heute in Peking vor einem Büro der Fluggesellschaft, um ihrem Ärger Luft zu machen.

„Es reicht nicht aus, dass uns Malaysia Airlines pro Monat lediglich zwei Treffen anbietet“, sagte Jiang Hui, dessen Mutter an Bord war, der Nachrichtenagentur dpa. Der 41-Jährige beklagte, dass das Verbindungsbüro der Fluggesellschaft für die Familien in Peking im April geschlossen wurde. Zudem forderten die Angehören Zugang zu den Überwachungsvideos des Flughafens in Kuala Lumpur, um mit eigenen Augen sehen zu können, wer tatsächlich an Bord der Maschine gegangen war.

Religion

Sex- und Korruptionsvorwürfe gegen Shaolin-Abt

Der Abt des berühmten Shaolin-Tempels und Abgeordnete des chinesischen Volkskongresses, Shi Yongxin, ist mit schweren Anschuldigungen konfrontiert. Gegen den umstrittenen Abt wurden Ermittlungen wegen Veruntreuung von Spendengeldern und sexueller Beziehungen zu Frauen eingeleitet. Ins Rollen gebracht hatte die Causa ein angeblicher ehemaliger Shaolin-Mönch: Er behauptet unter anderem, Yongxin habe eine mafiaähnliche Bande gegründet, eine Nonne vergewaltigt und mehrere Kinder gezeugt.

Mehr dazu in „CEO Mönch“ in Bedrängnis

Kultur

Science

Leute

„Forbes“: Robert Downey Jr. bestbezahlter Schauspieler

Robert Downey Jr. (50) ist laut dem US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ der bestbezahlte Schauspieler der Welt. Der Star der „Avengers“- und „Iron Man“-Filmreihen habe zwischen Juni 2014 und Juni 2015 rund 80 Millionen Dollar (rund 74 Mio. Euro) verdient, berichtete die Zeitschrift gestern. Downey führt die „Forbes“-Liste zum dritten Mal in Folge an.

Robert Downey Jr.

Reuters/Stefan Wermuth

Erstmals wurden auch Schauspieler berücksichtigt, die in diesem Jahr nicht in amerikanischen Filmen mitspielten. So landete der chinesische Actionheld Jackie Chan (61, „Rush Hour“) mit geschätzten Einnahmen von 50 Millionen Dollar (knapp 46 Mio. Euro) auf dem zweiten Platz.

Drei Bollywood-Stars unter Top Ten

Unter den ersten zehn sind auch drei Bollywood-Stars aus Indien: Amitabh Bachchan und Salman Khan (beide Platz sieben, 33,5 Millionen Dollar, 30,8 Mio. Euro) sowie Akshay Kumar (Platz neun, 32,5 Millionen Dollar, 29,9 Mio. Euro).

Außerdem schafften es Vin Diesel, Bradley Cooper, Adam Sandler, Tom Cruise und Mark Wahlberg in die Top Ten. Die 34 aufgeführten Schauspieler stammen laut „Forbes“ aus sieben verschiedenen Ländern.

Die Schätzungen des Wirtschaftsmagazins basieren auf Daten des Marktforschungsunternehmens Nielsen und von zwei Filmwebsites sowie auf Befragungen von Agenten, Managern, Anwälten und den Schauspielern selbst. In dieser jährlich erscheinenden Liste werden nur männliche Darsteller berücksichtigt.