Ausland

Rajoy bereit zu Gesprächen über Änderung der Verfassung

Angesichts der Bestrebungen zur Abspaltung Kataloniens von Spanien hat sich der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy offen für Gespräche über eine Stärkung der Regionen und eine entsprechende Änderung der Verfassung gezeigt. Er sei bereit, die Vorschläge der oppositionellen Sozialisten anzuhören, sagte Rajoy heute im Senat. „Ich bin bereit, Ihre Vorschläge anhören, aber lassen Sie mich eines sagen: Sie müssen zunächst einigermaßen klar erklären, was Sie machen wollen“, sagte der konservative Politiker.

Vorwurf der „Unbeweglichkeit“

Die Sozialisten hatten ihm zuvor „Unbeweglichkeit“ im Angesicht der Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens vorgeworfen und kritisiert, er führe einen „Dialog der Tauben“. Der seit langem schwelende Konflikt zwischen Madrid und Barcelona hatte sich am Samstag zugespitzt, als der katalanische Regionalpräsident Artur Mas offiziell für den 9. November ein Referendum über die Unabhängigkeit seiner Region ansetzte. Die Zentralregierung in Madrid legte daraufhin Beschwerde beim Verfassungsgericht ein.

Sozialisten für neue Machtverteilung

Auch wenn erwartet wird, dass das Verfassungsgericht das Referendum als illegal verbietet, dürfte dies den Konflikt kaum lösen. Die Sozialisten plädieren daher für eine Neuordnung der Machtverteilung zwischen dem Zentrum und den Regionen. Der Vorsitzende der Sozialisten, Pedro Sanchez, erklärte, bei der geplanten Reform der Verfassung von 1978 gehe es nicht allein um territoriale Fragen, sondern allgemein um das soziale und politische Zusammenleben in Spanien.

Hongkong: London will Chinas Botschafter einbestellen

Wegen der Proteste in Hongkong will die britische Regierung in dieser Woche den chinesischen Botschafter einbestellen. Er werde bei dem Gespräch seine „Betroffenheit und Sorge“ über die Haltung Pekings gegenüber den Forderungen der Demonstranten zum Ausdruck bringen, sagte Großbritanniens Vizepremier Nick Clegg heute.

China scheine entschlossen, „den Menschen in Hongkong etwas zu verwehren, was sie zu Recht erwarten, nämlich freie Wahlen“, so Clegg weiter.

In der chinesischen Sonderverwaltungszone und früheren britischen Kronkolonie gehen seit Tagen Tausende Menschen auf die Straße, um freie Wahlen zu fordern. Zwar soll Hongkongs Bevölkerung im Jahr 2017 erstmals direkt den Verwaltungschef wählen dürfen, doch will die chinesische Zentralregierung zuvor ihr genehme Kandidaten auswählen, um so ihren Einfluss zu sichern.

Secret-Service-Chefin: Pannen „inakzeptabel“

Die Chefin des für den Schutz des US-Präsidenten zuständigen Secret Service, Julia Pierson, hat die Verantwortung für die jüngsten Sicherheitspannen im Weißen Haus übernommen. Das Eindringen eines mit einem Messer bewaffneten Mannes in den Präsidentensitz sei „inakzeptabel“, sagte Pierson heute bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus in Washington. „Ich übernehme die volle Verantwortung, und es wird nie wieder passieren.“ Ihre Behörde habe eine Untersuchung eingeleitet.

Ein wohnsitzloser Irakkriegsveteran war am 19. September über den Sicherheitszaun des Weißen Hauses geklettert und gelangte mit einem Klappmesser bewaffnet in das Gebäude. Einem Bericht der „Washington Post“ zufolge war der Vorfall noch gravierender als bisher bekannt: Der Mann sei nicht direkt am Eingang gestoppt worden, sondern bis in die für offizielle Veranstaltungen genutzten Säle vorgedrungen.

Nicht erster Vorfall

Im Zuge dieses Vorfalls kamen zudem neue Einzelheiten zu einer Sicherheitspanne aus dem Jahr 2011 ans Licht. Der „Washington Post“ zufolge benötigte der Secret Service seinerzeit mehrere Tage, um festzustellen, dass ein Mann sieben Schüsse auf das Weiße Haus abgegeben hatte.

Pierson räumte bei der Anhörung nun ein, dass der Secret Service in den vergangenen Jahren seinen „Teil an Herausforderungen“ gehabt habe. In den kommenden Monaten wolle sie ihre Bemühungen verstärken, um den Dienst „auf ein Leistungsniveau zu bringen, das der entscheidenden Mission gerecht wird, die wir ausfüllen“.

Wendejahr 1989: Genscher würdigte DDR-Flüchtlinge

Mit einem großen Wiedersehen in Prag haben der frühere deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher und ehemalige DDR-Flüchtlinge heute den 25. Jahrestag der Ausreiseerlaubnis gefeiert. Der 87-Jährige würdigte den Mut der mehr als 4.500 Ostdeutschen, die damals mit der Besetzung der bundesdeutschen Botschaft ihre Ausreise erzwungen hatten.

„Diese Flüchtlinge, die damals hier in Prag waren, haben ihr eigenes Schicksal in die Hand genommen, aber in Wahrheit haben sie Geschichte geschrieben“, sagte Genscher.

Am 30. September 1989 hatte der FDP-Politiker vom Balkon der bundesdeutschen Botschaft den DDR-Bürgern im Garten verkündet, dass ihre Ausreise möglich geworden war. Die Flüchtlinge kamen dann mit Sonderzügen, die nochmals über DDR-Territorium führten, in die Bundesrepublik. Zum 25. Jahrestag kehrten etwa 150 von ihnen in die Vertretung, das Palais Lobkowicz, zurück.

27 Kandidaten für tunesisches Präsidentschaftsamt

An der ersten freien Präsidentschaftswahl in Tunesien werden 27 Kandidaten teilnehmen. Sie seien aus insgesamt 70 Bewerbern von der Wahlkommission zugelassen worden, teilte die tunesische Nachrichtenagentur TAP heute mit.

Die Wahl am 23. November ist die erste freie Wahl eines Staatsoberhaupts seit dem Sturz des Langzeitherrschers Zine el Abidine Ben Ali im Jahre 2011. Gemeinsam mit der Parlamentswahl im Oktober soll sie den Übergang Tunesiens zur Demokratie vollenden.

Zur Wahl stellt sich unter anderen Interimspräsident Moncef Marzouki. Der säkulare Politiker war 2011 von der Verfassungsgebenden Versammlung gewählt worden. Zu seinen Herausforderern zählen der Präsident der Verfassungsgebenden Versammlung, Mustafa Ben Jaafar und Ex-Regierungschef Beji Caid Essebsi.

Mosambiks Präsident gibt geschenkten Mercedes zurück

Nach scharfer Kritik in der Öffentlichkeit hat Mosambiks Präsident Armando Guebuza einen geschenkten Mercedes zurückgegeben. „Nach der Annahme des Geschenks bat der Staatschef, die Rechtmäßigkeit des Vorgangs zu prüfen“, erklärte das Präsidialamt heute. Da ihm gesagt worden sei, dass er gegen das Gesetz verstoßen könne, habe sich Guebuza entschieden, das Auto zurückzugeben.

Das Luxusauto war ihm vergangene Woche bei einem Galaessen in ein rotes Geschenkband eingewickelt vom Unternehmerverband übergeben worden. Der Unternehmerverband erklärte nun, er habe dem Präsidenten den Mercedes S350 im Wert von 79.000 Euro nur deshalb geschenkt, damit er etwas habe, „das ihn an uns erinnert“.

Der 71-jährige Präsident soll nach der Parlaments- und Präsidentenwahl im Oktober sein Amt aufgeben. Er war im Jahr 2004 mit dem Versprechen gewählt worden, die Armut zu bekämpfen. Zwei Amtszeiten später lebt jedoch noch immer rund die Hälfte der Bevölkerung des südafrikanischen Staates unter der Armutsgrenze. Guebuza wird seit langem vorgeworfen, seine Macht zur persönlichen Bereicherung zu nutzen.

Inland

Islam: Zivilgesellschaftlicher Aufruf zu Besonnenheit

„Die UnterzeichnerInnen dieses Briefes rufen zu Besonnenheit und Sachlichkeit in einer Atmosphäre der Panikmache auf“, heißt es in einem von Universitätsprofessoren und Politikern signierten Aufruf zum Thema Umgang mit dem Islam in Politik und Medien.

Zu den Unterstützern des Aufrufs zählen unter anderen der emeritierte Professor für katholische Religionspädagogik an der Universität Wien, Martin Jäggle, der Geschäftsführer des Flüchtlingsdienstes der Diakonie, Christoph Riedl, und die Theologin und Assistenzprofessorin an der Uni Wien, Regina Polak.

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Bundesheer per „Mitflugbörse“ zum UNO-Einsatz

Beim Bundesheer wird weiter gespart, jüngst beim Transport ins Ausland. 143 Soldaten starteten heute kostengünstig von Klagenfurt aus in das Kosovo - mit einer polnischen Passagiermaschine, die vom dänischen Heer gechartert wurde.

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Kaserne Tamsweg wird zugesperrt

Unterdessen soll die Kaserne in Tamsweg (Salzburg) laut Konzept des Verteidigungsministers Gerald Klug (SPÖ) endgültig zugesperrt werden. Das wurde beim Gespräch des Ministers mit dem Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) deutlich.

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So verschuldet ist die Republik wirklich

Eine neue, EU-weit einheitliche Berechnungsmethode der öffentlichen Haushalte hat es in sich - denn damit wird der seit Jahrzehnten durch zahlreiche Ausgliederungen oftmals geschönte Schuldenstand der Republik offenbar. Die Statistik Austria präsentierte heute die nach der sperrig Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung (ESVG 2010) benannten Methode errechneten Zahlen: Darin sind auch rund 1.400 ausgegliederte Betriebe der öffentlichen Hand berücksichtigt. Vor allem die ÖBB, die „Bad Bank“ der Kommunalkredit und die Bundesimmobiliengesellschaft lassen den Schuldenstand schlagartig über die 80-Prozent-Marke schnellen.

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Sport

Fußball: Auswärtsbilanz lässt ÖFB-Teamchef kalt

Österreichs Fußball-Nationalteam stehen in der EM-Qualifikation in einer Woche zwei richtungsweisende Spiele bevor. Gegen Moldawien auswärts und Montenegro daheim sind Siege Pflicht, um den Traum von der Europameisterschaft 2016 nicht vorzeitig begraben zu müssen. Aber vor allem die Reise nach Moldawien bereitet Beobachtern Bauchweh, denn in der Fremde war die Bilanz des ÖFB-Teams zuletzt bescheiden. Teamchef Marcel Koller lässt die Auswärtsmisere jedoch kalt, für den Schweizer ist das „alles Hokuspokus“. Und das will er auch in den Köpfen seiner Spieler verankern.

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Wirtschaft

Onlinehändler Zalando geht an die Börse

An der Frankfurter Börse startet morgen Vormittag der Handel mit Aktien des Onlinemodehändlers Zalando. Das Berliner Unternehmen nimmt mit dem Börsengang 605 Millionen Euro ein. Mit Zalando geht seit langem wieder ein Internetunternehmen an die Börse. Es ist der größte Börsengang in Deutschland des Jahres.

Tags darauf folgt aber bereits die Start-up-Schmiede Rocket Internet, die noch mehr Geld einsammeln will. Rocket Internet gehört mehrheitlich den Brüdern Alexander, Mark und Oliver Samwer, deren Fonds Global Founders auch an Zalando beteiligt ist. Zalando wurde 2008 gegründet und hat für das erste Halbjahr 2014 erstmals einen operativen Gewinn verkündet.

Kalifornien verbannt Einweg-Plastiksackerl aus Geschäften

Als erster US-Bundesstaat sagt Kalifornien mit einem Verbot von Einweg-Plastiksackerln der wachsenden Verschmutzung durch Plastikmüll den Kampf an. Der Gouverneur des Westküstenstaates, Jerry Brown, unterzeichnete heute ein entsprechendes Gesetz.

Demnach dürfen ab Juli 2015 die dünnen Plastiksackerl in Lebensmittelgeschäften und Drogeriemärkten nicht mehr an Kunden ausgegeben werden. Ab 2016 sind auch kleinere Geschäfte von dem Verbot betroffen.

„Dieses Gesetz ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Brown in einer Mitteilung. „Es reduziert die Flut von Plastikmüll an unseren Stränden, in Naturparks und im Meer.“ Er hoffe, dass andere Staaten diesem Beispiel folgen.

Zeitung: Etihad muss um Flugrechte in Deutschland zittern

Der arabischen Fluggesellschaft Etihad droht einem Medienbericht zufolge der Verlust wichtiger Flugrechte in Deutschland. Wie das „Handelsblatt“ (Dienstag-Ausgabe) berichtet, gehe es um rund 30 Verbindungen, die das deutsche Unternehmen Air Berlin bisher mit seinem Partner Etihad gemeinsam nutzt.

Das zuständige Luftfahrtbundesamt wolle das den Angaben zufolge für den kommenden Winterflugplan nicht mehr erlauben mit der Folge, dass Etihad die Air-Berlin-Flüge von und nach Deutschland nicht mehr als eigene anbieten und verkaufen könne.

Etihad und Air Berlin vertraten die Ansicht, die gemeinsamen „Codesharing“-Flüge seien durch das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten gedeckt. „Dies ist aus den Genehmigungen für Codeshares ersichtlich, die seit Jänner 2012 bereits sechsmal vom Luftfahrtbundesamt erteilt wurden“, sagte ein Air-Berlin-Sprecher. Air Berlin erwarte, dass die fraglichen Strecken „für die kommende Wintersaison und darüber hinaus genehmigt werden“.

Euro erstmals seit zwei Jahren unter 1,26 Dollar

Der Euro ist heute erstmals seit zwei Jahren unter die Marke von 1,26 Dollar gefallen. Die im September sehr niedrige Inflationsrate schickte den Kurs auf Talfahrt.

Die Jahresinflationsrate in der Euro-Zone war im September von 0,4 Prozent im Vormonat auf 0,3 Prozent gefallen - den niedrigsten Stand seit Oktober 2009. Der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), ihre Geldpolitik weiter zu lockern, dürfte jetzt noch zunehmen. Das wiederum würde den Euro weiter belasten.

STRABAG übernimmt deutsche DIW

Der größte österreichische Baukonzern STRABAG hat die Industriewartungstochter DIW des deutschen Anlagenbauers Voith GmbH aufgekauft. Das Closing hat heute stattgefunden, wie die STRABAG per Aussendung mitteilte. Der Kaufpreis bewegte sich den Angaben zufolge im zweistelligen Millionenbereich. Im Sommer hatten informierte Kreise die Summe auf 70 bis 80 Mio. Euro geschätzt.

Die DIW Instandhaltung Ltd. & Co. KG mit Sitz in Stuttgart erzielt mit rund 6.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 175 Mio. Euro. Drei Viertel davon entfallen auf Deutschland, ein Viertel auf die neun Standorte in Österreich.

Der übernommene Betrieb ist den Angaben zufolge auf die technische Industriereinigung sowie auf das Facility Management für Industrieunternehmen spezialisiert. Der Umsatz des STRABAG-Bereichs Property and Facility Services (STRABAG PFS) soll durch die Übernahme auf rund eine Milliarde Euro wachsen.

Chronik

Zwei Tote bei Bergunfall auf Großglockner

Bei einem 400-Meter-Absturz vom Großglockner sind heute zwei Alpinisten ums Leben gekommen. Ein 49-jähriger Mann aus Kärnten war auf der Stelle tot. Der zweite, 56-jährige Alpinist erlag am Nachmittag im Bezirkskrankenhaus Lienz seinen schweren Verletzungen.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Vermisster Wanderer tot gefunden

Bereits am 21. September ist bei Kaprun (Salzburg) ein Wanderer aus Hamburg im felsigen Gelände tödlich abgestürzt. Der 59-Jährige war seither im Gebiet des Kitzsteinhorns vermisst. Heute wurde die Leiche entdeckt.

Mehr dazu in Salzburg.ORF.at

„Costa Concordia“: Moldawierin belastet Kapitän Schettino

Die Moldawierin Domnica Tschemortan, die sich zum Zeitpunkt der Havarie der „Costa Concordia“ auf der Kommandobrücke des Kreuzfahrtschiffes aufgehalten hatte, belastet Kapitän Francesco Schettino. Dem italienischen Klatschmagazin „Oggi“ sagte die 26-Jährige, dass der Kapitän alles organisiert habe, um in der Unglücksnacht mit einem Hubschrauber vom Schiff zu flüchten.

Tschemortan berichtete, dass sie mit Schettino und dem Kellner Ciro Onorato auf Deck elf gegangen sei. „Schettino versicherte, dass er dort hinaufgestiegen war, weil er die Lage des Schiffes kontrollieren wollte. In Wahrheit wartete er auf einen Hubschrauber, der uns alle drei hätte wegbringen sollen“, erklärte Tschemortan. Wer den Hubschrauber für Schettino organisiert haben soll, sagte sie nicht. Etwas sei jedoch schiefgelaufen, der Kapitän musste auf den Hubschrauber verzichten.

Die Moldawierin hatte Schettino in den vergangenen Tagen aufgefordert, die Wahrheit über das Unglück vor der Insel Giglio im Jänner 2012 zu sagen. Die 26-Jährige, die damals eine Beziehung mit Schettino hatte, gilt als wichtige Zeugin in dem Prozess wegen fahrlässiger Tötung gegen den Kapitän. Tschemortan war nach eigenen Angaben Schettinos Gast an Bord, als die „Costa Concordia“ einen Felsen rammte. Die Havarie hatte 32 Menschenleben gefordert.

Science

IT

Microsoft kündigt nächste Windows-Version an

Microsoft hat heute einen ersten Ausblick auf die nächste Version seines Computerbetriebssystems Windows gegeben. Es werde Windows 10 heißen, kündigte der zuständige Manager Terry Myerson an. Die Versionsnummer 9 lässt Microsoft damit einfach aus. Der Softwareriese legte bei der Vorstellung in San Francisco einen deutlichen Fokus auf Unternehmen als wichtige Kunden.

Die Vorgängerversion Windows 8 hatte Microsoft vor rund zwei Jahren vorgestellt. Die Reaktionen fielen gemischt aus: Viele PC-Nutzer waren unzufrieden damit, dass die Bedienung stark auf Touchscreens ausgerichtet war. In späteren Aktualisierungen brachte Microsoft einige Elemente der gewohnten Bedienung mit Maus und Tastatur zurück. Bei Windows 10 wurde sofort das klassische Startmenü demonstriert.

EBay spaltet Bezahldienst PayPal ab

Der Onlinehändler eBay spaltet seinen rasant wachsenden Bezahldienst PayPal ab. PayPal werde als eigenständiges Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2015 an die Börse gebracht, teilte eBay heute mit.

Die Konzernführung sei zu dem Schluss gekommen, dass eBay und PayPal jeweils alleine besser aufgestellt seien, sagte Vorstandschef John Donahoe. Noch im Frühjahr hatte eBay Forderungen des einflussreichen Investors Carl Icahn nach einer PayPal-Abspaltung zurückgewiesen.

Kultur

Tote Hosen werden mit jüdischer Auszeichnung geehrt

Für ihr jahrzehntelanges Engagement gegen Rechtsextremismus bekommen die Toten Hosen eine hohe jüdische Auszeichnung. Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf verleiht der Rockband morgen die Josef-Neuberger-Medaille.

Auch der Prorektor der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, Thomas Leander, wird geehrt. Die Toten Hosen hatten zusammen mit den jungen Sinfonikern der Musikhochschule vor einem Jahr an drei Konzertabenden in der Tonhalle in Düsseldorf Musik gespielt, die im Nationalsozialismus als „entartet“ diffamiert worden war.

Degas-Werk im Wert von sechs Mio. auf Zypern gestohlen

Zielsichere Diebe haben auf Zypern ein kleines Werk des französischen Malers Edgar Degas im Wert von sechs Millionen Euro gestohlen. Wie die Polizei heute mitteilte, entwendeten sie aus dem Haus eines 70-jährigen Privatsammlers zudem sieben Golduhren und drei goldene Operngläser im Wert von 157.000 Euro.

Den Angaben zufolge sei bereits ein Mann aus Zypern festgenommen worden. Zudem werde nach einem südafrikanischen und einem russischen Verdächtigen gefahndet.

Die Polizei geht davon aus, dass die Verdächtigen das Opfer kannten. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei dem Degas-Werk „Danseuse ajustant son chausson“, das eine Balletttänzerin beim Richten ihres Schuhs zeigt, um das wertvollste Gemälde, das je auf Zypern gestohlen wurde. Das nur 61 mal 47 Zentimeter große Bild war in der Wohnung nicht gesichert.

ORF III feiert Geburtstag: Erwin Wurm lädt zum Casting

Kunst auf Sendung: Anlässlich des dritten Sendergeburtstags kuratiert der international renommierte Gegenwartskünstler Erwin Wurm eine Woche lang den Kultur- und Informationssender ORF III. Ein einzigartiges Experiment wird im Zuge dessen am Freitag, 24. Oktober, über die Bühne gehen, wenn der Sender die Entstehung einer menschlichen Skulptur live aus Wurms Atelier in Limberg überträgt. Für diese Performance sucht der Künstler nun einen Freiwilligen.

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Leute

Udo Jürgens feiert 80. Geburtstag

Kaum ein Sänger hat in den vergangenen Jahrzehnten so den Nerv der Massen getroffen - mit Hits wie „Griechischer Wein“ und „Ich war noch niemals in New York“ begeistert Udo Jürgens seit mehreren Jahrzehnten ein riesiges Publikum quer durch alle Altersschichten. Heute wird der große Entertainer 80 Jahre alt - und fühlt sich nach eigenem Bekunden wie mit knapp über 50.

Seine Karriere gleicht einer Rekordstatistik: Jürgens komponierte mehr als 1.000 Songs, von denen etliche zu Superhits wurden. Er spielte mehr als 50 Alben ein und verkaufte mehr als 100 Mio. Tonträger. Seine Liveauftritte mit Hits wie „Es wird Nacht, Senorita“, „Aber bitte mit Sahne“ und „Immer wieder geht die Sonne auf“ sind für viele auch heute noch einfach Kult, genau wie seine mittlerweile legendären Zugaben im Bademantel.

Schlagerstar mit „unstillbarem Harmoniebedürfnis“

Schon als Bub spielte der 1934 in Klagenfurt geborene Sohn der großbürgerlichen deutsch-österreichischen Familie Bockelmann Mundharmonika und Akkordeon, bald auch Klavier. Krieg und Nachkriegszeit seien für ihn bedrückende Jahre gewesen, berichtete Jürgens 2004 in seinem Bestseller „Der Mann mit dem Fagott“. Damals entstand wohl schon jenes „unstillbare Harmoniebedürfnis“, zu dem sich Jürgens stets bekannte.

Den internationalen Durchbruch ersang sich der spätere „Schlager-Professor“ 1966 bei seiner dritten Teilnahme am Eurovision Song Contest (damals noch: Grand Prix Eurovision) mit einem Lied, das auf der Liste seiner Evergreens weit oben steht: „Merci, Cherie“.

Lange danach sang Jürgens zur Begeisterung vieler Pensionisten: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran.“ Doch selbst mit 80 ist für ihn an Ruhestand gar nicht zu denken. Kurz vor dem Geburtstag hat er ein neues Album veröffentlicht - mit dem leicht koketten Titel „Mitten im Leben“.