Ausland

Hungersnot in belagerter Stadt Mossul droht

Der einsetzende Winter und ausbleibende Nahrungslieferungen drohen die humanitäre Lage in der belagerten irakischen Stadt Mossul dramatisch zu verschlechtern. Einwohner berichteten heute, dass seit einer Woche weder Lebensmittel noch Treibstoff die von der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierte Stadt erreicht hätten.

Zudem litten die mehr als eine Million verbliebenen Menschen unter gefallenen Temperaturen sowie Regenfällen. „Vor zwei Tagen fiel wegen des mangelnden Treibstoffs der Stromgenerator aus, der die Nachbarschaft versorgte. Das Wasser ist gekappt, und die Nahrungspreise sind gestiegen, und es ist furchtbar kalt“, berichtete ein Einwohner.

Wasserversorgung zusammengebrochen

Die irakischen Truppen starteten vor sechs Wochen eine Offensive gegen den IS und rücken von allen Seiten auf Mossul vor. Der heftige Widerstand der IS-Kämpfer lässt Hilfsorganisationen aber befürchten, dass sich der Vorstoß den Winter über hinziehen und zu einer vollständigen Belagerung in den kommenden Monaten führen könnte.

Auch die Wasserversorgung von Mossul war zusammengebrochen, nachdem eine Hauptleitung bei den Kämpfen getroffen worden war. Wegen der anhaltenden Gefechte in der Region konnte sie nicht repariert werden.

Weiter erbitterte Kämpfe

IS-Kämpfern gelang es dem IS-nahen Propagandadienst Amak zufolge, im Südosten der Stadt die Armee zurückzudrängen. Laut Militärkreisen kam den Kämpfern das schlechte Wetter zugute, das eine Unterstützung aus der Luft durch die US-geführte Koalition verhindert habe. „Wir haben uns zurückgezogen, um zivile Verluste zu vermeiden und dann wieder die Kontrolle zu übernehmen. Sie werden das Gebiet nicht lange halten können“, sagte der Armeevertreter.

Fidel Castros Urne wird beigesetzt

Zum Abschluss der neuntägigen Staatstrauer in Kuba wird die Urne mit der Asche des im Alter von 90 Jahren gestorbenen früheren Staatschefs Fidel Castro morgen beigesetzt. Er wird auf dem Friedhof Santa Ifigenia in Santiago de Cuba seine letzte Ruhe finden.

In den vergangenen Tagen hatte der am Revolutionsplatz in Havanna gestartete Trauerkonvoi zahlreiche Städte des sozialistischen Karibikstaates passiert. Hunderttausende Menschen gingen dafür auf die Straße. Für die Zeit gab es ein Alkoholverbot; Konzerte und Sportveranstaltungen wurden abgesagt.

Bis 2006 an der Macht

Der Trauerzug nahm den umgekehrten Weg der „Karawane der Freiheit“. Im Januar 1959 zogen die siegreichen Rebellen unter Castros Führung in einem Triumphzug von Santiago nach Havanna. Fidel Castro war am 25. November gestorben.

Castro hatte bis zur Machtübergabe an seinen Bruder Raul 2006 das Land mit eiserner Hand rund 47 Jahre lang regiert. Raul Castro leitete einen vorsichtigen Öffnungskurs ein und erlaubte auch etwas privates Unternehmertum.

F: Molotowcocktail auf Polizisten - Bursch angeklagt

Im Zusammenhang mit einem Brandanschlag auf Polizisten ist in Frankreich ein Jugendlicher inhaftiert und angeklagt worden. Dem 17-Jährigen werde „Mittäterschaft im Zusammenhang mit versuchtem Mord an Amtspersonen“ vorgeworfen, sagte heute der Staatsanwalt von Evry, Eric Lallement.

Er werde verdächtigt, sich an der Herstellung von Molotowcocktails beteiligt zu haben, mit denen Anfang Oktober eine Gruppe von Polizisten angegriffen worden war.

Am 8. Oktober hatte eine Gruppe von etwa 15 vermummten Jugendlichen im Pariser Vorort Viry-Chatillon zwei Polizeiautos mit selbst hergestellten Brandbomben angegriffen. Dabei wurden vier Polizisten verletzt, zwei von ihnen erlitten schwere Brandverletzungen. Einer von ihnen wird nach Polizeiangaben immer noch im Krankenhaus behandelt.

Xi Jinping verteidigt Verkleinerung von Chinas Armee

Chinas Präsident Xi Jinping hat die eingeleitete Verkleinerung der Streitkräfte verteidigt. Die Reformen seien notwendig, damit das Militär der Volksrepublik nicht ins Hintertreffen gerate und die Fähigkeit zur Kriegsführung nicht beeinträchtigt werde, sagte Xi heute auf einer Konferenz zur Streitkräftereform.

Das Militär müsse den Schwerpunkt mehr auf Technologie anstatt auf schiere Masse legen, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den Staatschef.

Xi hatte vor einem Jahr überraschend angekündigt, die mit 2,3 Millionen Soldaten größte Armee der Welt um 300.000 Mann zu verkleinern. Stattdessen soll mehr Geld für Hightech-Waffen ausgegeben werden. Im Oktober hatten Hunderte ausgemusterte Soldaten in Peking protestiert. Die Regierung betont, keine feindlichen Absichten zu haben, aber die Verteidigung des Landes sichern zu wollen. Zuletzt hatten Gebietsansprüche Pekings im Südchinesischen Meer immer wieder für Aufregung gesorgt.

China protestiert gegen Trump-Telefonat mit Taiwan

Nach dem Telefonat des künftigen amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit der taiwanischen Staatschefin Tsai Ing-wen hat China offiziell Protest bei den USA eingelegt. Die Regierung in Peking fordere die „relevanten Stellen“ in Washington auf, an der Ein-China-Politik festzuhalten, teilte das chinesische Außenministerium heute mit.

Die Taiwan-Frage müsse vorsichtig behandelt werden, um unnötige Störungen der Beziehungen zwischen den USA und China zu verhindern, mahnte das Pekinger Außenamt. Es müsse darauf hingewiesen werden, dass es „in der Welt nur ein China“ gebe, und Taiwan sei ein „unveräußerlicher Bestandteil von Chinas Staatsgebiet“.

Chinesicher Außenminister Wang Yi

APA/AP/Ng Han Guan

Chinas Außenminister Wan Yi

Zuvor hatte bereits der chinesische Außenminister Wang Yi darauf bestanden, dass Washington seine Ein-China-Politik beibehalten müsse. Das Telefongespräch sei ein „von Taiwan ausgehecktes Manöver“, sagte er dem Hongkonger Fernsehsender Phoenix.

Erster Kontakt seit 1979

Trumps Team hatte erklärt, die Präsidentin habe ihm zum Wahlsieg gratuliert und mit ihm „über die engen wirtschaftlichen, politischen und sicherheitspolitischen Bindungen zwischen Taiwan und den USA gesprochen“. Die USA macht mit Taiwan Milliardengeschäfte, aber er dürfe keinen Anruf entgegennehmen, bei dem ihm zum Wahlsieg gratuliert werde, zeigte sich Trump zudem via Twitter verwundert.

Das Telefongespräch war der erste derartige Kontakt eines amtierenden oder gewählten US-Präsidenten mit einem taiwanischen Staatsoberhaupt seit 1979. Damals nahm die US-Regierung die diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China auf und kappte dafür die offiziellen Verbindungen zu Taiwan. Die Führung in Peking betrachtet Taiwan bis heute als abtrünnige Provinz.

Hofburg-Wahl

Farage: Austrittsreferendum nach Hofer-Sieg

Der „Brexit“-Wortführer und Ex-UKIP-Chef Nigel Farage rechnet mit einem EU-Austrittsreferendum in Österreich nach einem Wahlsieg von FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer. „Hofer wird verlangen, dass Österreich ein Referendum über seine Mitgliedschaft in der Europäischen Union abhält“, sagte Farage laut der Zeitung „Washington Examiner“ dem TV-Sender Fox News gestern (Ortszeit).

Nigel Farage

APA/AFP/Ben Stensall

„Ich würde mein Geld darauf setzen, dass Hofer von der FPÖ diese Wahl gewinnt“, sagte der britische Rechtspopulist dem Fox-News-Moderator Sean Hannity. Farage erläuterte den US-Fernsehzuschauern, dass der österreichische Bundespräsident zwar „nicht sehr viele exekutive Befugnisse hat, aber trotzdem sehr wichtig ist“.

„Politische Revolution“

Österreich werde morgen nach Großbritannien und den USA das nächste westliche Land sein, dessen Bürger gegen die Regierung aufbegehren, betonte Farage. Er spielte damit auf das britische Votum für einen EU-Austritt im Juni und den Sieg des Rechtspopulisten Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl im November an.

„Ich sehe 2016 als Jahr einer politischen Revolution. Zwei Revolutionen, eine im Vereinigten Königreich, eine in den USA. Es geht um die nationalstaatliche Demokratie, das Wiedererlangen der Kontrolle über unser Leben und unsere künftige Ausrichtung.“

FPÖ weist Farage-Aussagen zurück

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl wies die Aussagen von Farage zurück. „Wir stehen für eine Weiterentwicklung der EU in eine positive Zukunft inklusive mehr Bürgernähe“, betonte Kickl in einer Aussendung.

„Der Brexit-Propagandist Nigel Farage bestätigt heute das, was Hofer und (FPÖ-Chef Heinz-Christian) Strache bereits angekündigt haben, nämlich eine Volksabstimmung über den Öxit, den Austritt der EU“, teilte unterdessen Lothar Lockl, Obmann des Vereins Gemeinsam für Van der Bellen, per Aussendung mit.

Viele ORF-Zusatzangebote am Wahlsonntag

Hochrechnungen, Ergebnisse, Interviews und Analysen - mit den ORF-Angeboten und Sonderservices von ORF.at soll der Ausgang der wiederholten Präsidentschaftsstichwahl noch übersichtlicher werden. Um die Stichwahl live mitverfolgen zu könne, um die Orientierung über den Wahlausgang zu erleichtern und neue Perspektiven zu eröffnen, bietet ORF.at einige Zusatzservices.

In all seinen Medien hat der ORF am Sonntag einen großen Wahlschwerpunkt. Die „Wahl ’16“-Liveberichterstattung in ORF2 beginnt um 16.30 Uhr und geht bis 22.50 Uhr. ORF eins blickt bereits am Nachmittag und im Verbund mit news.ORF.at/beingpresident mit einem Facebook-Livestream hinter die Kulissen des Wahltages und in die Zentralen der beiden Teams. Alle Radiosender und auch der Teletext werden Wahlspecials präsentieren - mehr dazu in tv.ORF.at.

Die Inhalte der Wahlsite sind auch in der ORF.at-Wahlapp verfügbar, die kostenlos für iOS und Android heruntergeladen werden kann.

Der Wahlsonntag in ORF.at

ORF.at baut seine Wahltagsberichterstattung auf fünf Säulen auf:

  • einem Liveticker ab 16.40 Uhr mit dem aktuellen ORF2-TV-Stream und zahlreichen Bild-, Video- und Social-Elementen
  • dem umfangreichen Ergebnisteil mit Hochrechnungen und den vorliegenden Urnenwahlergebnissen nach Einlangen bis auf Gemeindeebene, dazu zahlreichen Analysekarten
  • einem Blick hinter die Kulissen des Wahltages und -abends über news.ORF.at/beingpresident im Verbund mit ORF eins Info
  • einem ORF.at-Chatbot zur Wahl
  • und der großen Wahldebatte in debatte.ORF.at

So funktioniert der ORF.at-Wahlbot

Der ORF.at-Wahlbot für Facebook Messenger bietet aktuelle Infos am Desktop und auf dem Smartphone - und so geht es.

Experimenteller Wahlbot

Mit dem experimentellen ORF.at-Wahlbot für Facebook Messenger lässt sich das Ergebnis jeder Gemeinde vormerken. Sobald das Ergebnis vorliegt, wird es sofort in den Chat geliefert. Im Dialog mit dem Bot lassen sich auch die neuesten Hochrechnungen abonnieren und Beiträge auf der ORF-Wahlsite abrufen.

Hochrechnungen als Browser-Kurzmeldung

Sie brauchen nur die aktuellste Hochrechnung, um auf dem neuesten Stand zu bleiben? Melden Sie sich bei unserem Benachrichtigungssystem an und lassen Sie sich stets den neuesten Trend auf Desktop- und Mobilbrowser liefern. Der Dienst funktioniert derzeit mit Google Chrome und Chromium ab Version 42 unter Windows, Mac OS und Linux sowie auf Android.

Inland

AMS-Chef Kopf fordert mehr Mobilität bei der Arbeitssuche

Die Ausbildung entscheidet über die Jobchancen. Aber auch mehr Mobilität der Österreicher würde helfen, die Arbeitslosigkeit zu senken, erklärte AMS-Chef Johannes Kopf im Ö1-Mittagsjournal. Köche und Kellner werden in den westlichen Tourismusregionen händeringend gesucht, in Wien sind viele von ihnen arbeitslos. Aber „es ist nicht einfach, Leute aus Wien, aus der Stadt, nach Tirol zu bringen“.

Zumutbar sei dies, falls es bei der Arbeitsstelle eine Unterkunft gebe und der Betroffene keine Betreuungspflichten habe, versicherte Kopf. Dennoch ist auch eine Überarbeitung der Zumutbarkeitsbestimmungen für ihn kein Tabu: „Wir werden uns das Thema sicherlich jetzt noch einmal intensiv anschauen.“

Kopf für Harmonisierung der Mindestsicherung

Der AMS-Chef betonte die Harmonisierung der Mindestsicherung in den Bundesländern als wichtige Voraussetzung für die Jobvermittlung. Denn Kopf geht davon aus, dass nächstes Jahr deutlich mehr Menschen in Österreich Asyl erhalten und sich dann arbeitslos melden werden.

Um diese Menschen in Jobs zu bringen, wäre es sehr wichtig, sie überregional vermitteln zu können, insbesondere auch als Lehrlinge. Wenn aber ein Betroffener in Wien 800 Euro bekommt, „wenn er nichts tut“, in Oberösterreich aber nur 570 Euro Lehrlingsentschädigung, „dann werden uns die Argumente fehlen, warum das jemand tun soll“.

SPÖ-Parteiprogramm könnte erneut verschoben werden

Das neue Parteiprogramm der SPÖ könnte noch später beschlossen werden als zuletzt angenommen. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler kann sich in der „Tiroler Tageszeitung“ („TT“, Samstag-Ausgabe) vorstellen, statt im Mai 2017 erst im Jahr 2018 einen Parteitag darüber abzuhalten.

„Noch zu weich formuliert“

„Ich kann hier noch nicht versprechen, ob es tatsächlich bereits bei unserem Parteitag im Mai zu einem Beschluss kommt. (SPÖ-Parteichef, Anm.) Christian Kern und auch mir ist der bisherige Entwurf noch zu weich formuliert. Vielleicht wird es zum Parteiprogramm einen eigenen Parteitag im Jahre 2018 geben“, wird Niedermühlbichler in der „TT“ zitiert.

Der innerparteiliche Programmprozess war bereits mehrmals gebremst worden, zuletzt durch den Wechsel an der Parteispitze. Gestartet wurde das Reformvorhaben noch von Kerns Vorgänger Werner Faymann. Es geht auch um die Frage, nach welchen Kriterien man künftig Koalitionspartner auswählen will.

Sport

Fußball: Last-Minute-Ausgleich für Real in Barcelona

Sergio Ramos hat Real heute mit einem Kopfballtor in der 90. Minute vor einer Niederlage im „Clasico“ bewahrt. Beim Erzrivalen und Titelverteidiger FC Barcelona waren die Madrilenen in der zweiten Hälfte bis ins Finish einem Rückstand nachgelaufen, weil Luis Suarez zuvor für die Katalanen getroffen hatte. Der Last-Minute-Ausgleich bedeutete für Tabellenführer Real, dass der Vorsprung auf Barca nun weiter sechs Punkte beträgt.

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Skispringen: ÖSV-Adler segeln auf dritten Platz

Die ÖSV-Adler haben beim Weltcup-Team-Springen in Klingenthal heute den dritten Platz belegt. Michael Hayböck, Stefan Kraft, Andreas Kofler und Manuel Fettner mussten sich dabei nur Polen und Deutschland geschlagen geben.

Die Österreicher lagen dabei bis zum letzten Springer sogar auf Rang zwei hinter den überragenden Polen. Nach einem verpatzten Flug von Fettner zog die DSV-Auswahl mit dem letzten Angriff dann aber doch noch vorbei.

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Biathlon: Nächster Topplatz für Hauser

Lisa Theresa Hauser hat auch heute beim Biathlon-Weltcup in Östersund ihre aktuelle Topform unterstrichen und mit Rang fünf ihre bisher beste Weltcup-Platzierung erzielt. Die 22-jährige Tirolerin überzeugte im Sprintbewerb über 7,5 km wieder mit einer fehlerlosen Schießleistung. Auch im Gesamtweltcup ist Hauser mit ihren konstant starken Auftritten bereits unter die Top Drei vorgerückt.

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Wirtschaft

Obama-Veto gegen Aixtron-Übernahme durch Chinesen

US-Präsident Barack Obama hat bei der geplanten Übernahme des deutschen Spezialmaschinenbauers Aixtron durch chinesische Investoren ein Veto eingelegt. Er untersagte den Erwerb des US-Geschäfts von Aixtron. Grund seien „Risiken für die nationale Sicherheit“ der USA, teilte die US-Regierung gestern mit. Vorausgegangen war eine Empfehlung der US-Behörde für Auslandsinvestitionen (CFIUS).

Hintergrund für das US-Veto sind Befürchtungen, dass Aixtron-Produkte auch militärisch genutzt werden könnten. Es ist erst das dritte Mal seit 1990, dass ein US-Präsident eine Firmenübernahme durch einen ausländischen Investor wegen Sicherheitsbedenken verhindert.

Offen ist allerdings, welche Folgen das Veto Obamas für die Übernahme insgesamt hat. Aixtron gab bekannt, die Verfügung Obamas beschränke sich auf das US-Geschäft von Aixtron und untersage nicht den Erwerb von Aixtron-Aktien durch den chinesischen Investor.

670-Millionen-Offert

Das chinesische Konsortium Grand Chip Investment (GCI), hinter dem staatlich kontrollierte Fonds stecken, hatte im Mai eine Übernahmeofferte über 670 Millionen Euro vorgelegt. Die chinesische Seite hatte wiederholt für die Übernahme geworben. Diese sei ein normaler Zusammenschluss von Firmen und habe rein wirtschaftliche Motive, hieß es.

Aixtron stellt mit seinen gut 700 Beschäftigten Maschinen für die Chipindustrie her und steckt seit Langem wegen einer schwachen Auftragslage in der Krise.

Griechischer Fährenstreik um 48 Stunden verlängert

In der Ägäis wird es bis Dienstagfrüh keinen Fährverkehr geben. Die Gewerkschaft der Seeleute hat am Samstag beschlossen, ihren seit gestern andauernden 48-stündigen Streik morgen und am Montag fortzusetzen. Ursprünglich sollte der Streik morgen in der Früh enden.

Wie die Gewerkschaft der Seeleute (PNO) heute mitteilte, will sie damit Widerstand gegen harte Sparmaßnahmen der Regierung von Alexis Tsipras leisten. Fähren sollen wieder ab 6.00 Uhr Ortszeit (5.00 MEZ) am Dienstag ablegen.

Inseln, die keinen Flughafen haben, bleiben damit für weitere 48 Stunden praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Die Seeleute protestierten laut PNO gegen Pensionskürzungen und die in ihrer Branche weit verbreitete Kurz- und Schwarzarbeit.

Studie: Globale Nahrungsversorgung ungewiss

Die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers sieht in einer Studie die Versorgung mit Lebensmitteln in der Zukunft als ungewiss an. 2050 könnte es sowohl ausreichend Nahrung für die prognostizierten neun Milliarden Menschen geben als auch Knappheit und Preisanstieg herrschen. Das Beratungsunternehmen sieht die wichtigen Weichenstellungen für die künftige Versorgung mit Nahrung jetzt - und promotet dabei die heftig umstrittene Gensaat.

Doch gibt es noch zahlreiche weitere Unwägbarkeiten. Sollte etwa Indien auf westliche Ernährungsgewohnheiten umsteigen, würden rund 700 Millionen Legehennen mehr benötigt.

Mehr dazu in Heißes Eisen Genveränderung

Chronik

Neun Tote bei Brand auf Party in Kalifornien

Bei einem Feuer in einem Lagerhaus im US-Bundesstaat Kalifornien sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche weitere würden in Oakland noch vermisst, berichteten örtliche Medien unter Berufung auf die Feuerwehr. Laut der Zeitung „Eastbay Times“ fand in dem zweistöckigen Gebäude eine Party statt.

Als das Feuer ausbrach, befanden sich rund 50 Menschen auf der Party.

Das Feuer sei gestern gegen 23.30 Uhr (Ortszeit) ausgebrochen, hieß es in dem Bericht. Bilder zeigten eine dichte Rauchwolke über dem Gebäude. Laut einem Bericht des Senders KTVU wurden in der Früh noch 25 Menschen vermisst. Die Ursache des Brandes war zunächst unklar.

Kolumbien-Absturz: Trauerfeier im Chapeco-Stadion

Die Särge mit den Leichen der bei dem Absturz in Kolumbien getöteten Fußballspieler sind heute in der südbrasilianischen Stadt Chapeco eingetroffen. Zwei Transportflugzeuge der Luftwaffen landeten bei strömenden Regen auf dem Flughafen der 200.000-Einwohner-Stadt. Eine Ehrengarde des Militärs marschierte auf. Auch Brasiliens Präsident Michel Temer war am Flughafen, um den Opfern der Tragödie die letzte Ehre zu erweisen.

Vom Flughafen wurden die Särge zur Arena Conda gebracht werden, wo rund 19.000 Zuschauer auf den Rängen der geplanten Trauerfeier beiwohnten.

Der Platz auf dem Rasen war den Familien und Angehörigen der getöteten Spieler, Trainer und Betreuer vorbehalten. Bereits seit den Morgenstunden hatten sich die Menschen in und an der Arena versammelt, viele in den grünen Trikots des Clubs Chapecoense. Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino wurde dort erwartet.

In Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzes soll es am Wochenende weltweit bei Fußballspielen eine Schweigeminute geben. Die gecharterte Maschine war wegen Treibstoffmangels abgestürzt. Die Mannschaft von Chapecoense war auf dem Weg zum Finalhinspiel um den Südamerika-Cup gegen Atletico Nacional Medellin. 71 Menschen starben, sechs überlebten: drei Spieler, zwei Crewmitglieder, ein Journalist.

Kultur

Rolling Stones: Bluescover als Minimalkonsens

Mit ihrem neuen Studioalbum „Blue & Lonesome“ haben The Rolling Stones dem Blues ein Denkmal gesetzt. Die zwölf Coverversionen von Genreklassikern hat die Band in nur drei Tagen eingespielt. Die Entstehung des Albums zeigt, wie schwierig es für die Altstars des Popbusiness mittlerweile sein kann, kreativ auf einen grünen Zweig zu kommen. Im Fall der Alphatiere Mick Jagger und Keith Richards war es die Liebe zum Blues, die ein gemeinsames Arbeiten und das erste Album nach mehr als einem Jahrzehnt Schaffenspause erst möglich gemacht hat.

Mehr dazu in Ein Album nach „lebenslanger Recherche“

„Harry Potter“-Stück soll an den Broadway kommen

Das Theaterstück „Harry Potter and the Cursed Child“ (Harry Potter und das verwunschene Kind), das seit dem Sommer im Londoner West End läuft, soll 2018 sein Debüt am Broadway in New York feiern. Man sei in konkreten Verhandlungen mit den Produzenten, das Stück im Lyric Theatre, einem der größten Broadway-Häuser, zu zeigen, hieß es auf der Website von Potter-Autorin J. K. Rowling, Pottermore.com.

19 Jahre nach letztem Band

Im Londoner Palace Theatre ist „Harry Potter and the Cursed Child“ bis 2018 ausverkauft. Die in zwei Teilen gesplittete Theatergeschichte spielt 19 Jahre nach dem letzten Band um den berühmten Zauberlehrling, „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“.

The Palace Theatre in London

Reuters/Peter Nicholls

Auf der Bühne ist Harry längst erwachsen, verheiratet mit Ginny Weasley, der Schwester seines Freundes Ron, und Vater von drei Kindern. Zur Arbeit geht er ins Ministerium für Zauberei und muss seinem Sohn Albus bei der Auseinandersetzung mit der dunklen Vergangenheit der Familie beistehen.

Im derzeit fast 1.900 Besucher fassenden Lyric Theatre wurden in der Vergangenheit komplexe Produktionen wie „Chitty Chitty Bang Bang“ oder „Spider-Man: Turn Off the Dark“ gezeigt. Für das Potter-Stück, das im Frühjahr 2018 starten könnte, soll das Theater um mehrere Millionen Dollar umgebaut und die Zahl der Sitze auf 1.500 reduziert werden, erklärten die Produzenten Sonia Friedman und Colin Callender auf Pottermore.com.

Religion

Mangelberuf: Katholische Kirche sucht Exorzisten

Mangelberuf Teufelsaustreiber: Den weltweit rund 400 speziell ausgebildeten katholischen Priestern im Internationalen Exorzistenverband AIE steht eine wachsende Zahl von Klienten gegenüber, wie der Pressedienst der Italienischen Bischofskonferenz meldete.

Die steigende Nachfrage hänge mit immer weiter verbreiteten okkulten und satanistischen Praktiken zusammen. Erschwerend kommt dem Bericht zufolge hinzu, dass die „Kämpfer gegen das Böse“ auf dem Globus ungleich verteilt sind.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Leute

Astrophysiker Stephen Hawking aus Spital entlassen

Der britische Astrophysiker Stephen Hawking (74) ist heute in Rom aus einem Krankenhaus entlassen worden. Er sei zwei Tage lang Untersuchungen unterzogen worden, teilte die Gemelli-Klinik mit. Sein Zustand sei nicht lebensbedrohlich gewesen, hieß es in Medienberichten.

Der Physiker leidet an der unheilbaren Muskel- und Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und kann nur über einen Sprachcomputer kommunizieren. Bereits seit Jahrzehnten ist er fast völlig bewegungsunfähig und sitzt im Rollstuhl. Er reist stets mit mehreren Helfern, darunter sind nach Angaben der britischen Zeitung „The Telegraph“ auch zwei Krankenschwestern.

Hawking war Anfang der vergangenen Woche bei der Vollversammlung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften in Rom, deren Mitglied er ist. Dabei hatte er auch Papst Franziskus getroffen.

Panorama

Neue Nachbarn begrüßen Pence mit Regenbogenfahnen

Über den bevorstehenden Umzug des künftigen US-Vizepräsidenten Mike Pence nach Washington sind offenbar nicht alle neuen Nachbarn des nicht unumstrittenen Republikaners erfreut. US-Medienberichten zufolge sind derzeit im Washingtoner Stadtteil, in dem sich Pence ein Haus mietete, Dutzende Regenbogenflaggen zu sehen.

Pence sprach sich als Gouverneur des US-Bundesstaates Indiana wiederholt gegen die Homosexuellenehe und die Gleichstellung von Schwulen und Lesben aus und sorgte immer wieder mit homophoben Aussagen für Schlagzeilen. Mit den Regenbogenfahnen wolle man nun ein „klares Zeichen setzen“, wie eine neue Nachbarin von Pence dem US-Sender ABC7 sagte.

Weiter Aufregung über Tierfett in britischen Banknoten

Mittlerweile haben mehr als 125.000 Menschen eine Onlinepetition gegen tierisches Fett in den neuen britischen Fünf-Pfund-Scheinen unterzeichnet. Der Talg ist im Kunststoff der Noten enthalten. Die Kritiker wollen im Namen von Veganern, Vegetariern und Religionsgemeinschaften das Fett aus dem Geld verbannen.

„Eine Spur von Talg“

Nach Angaben der Bank of England befindet sich tatsächlich „eine Spur von Talg“ in den Scheinen - der Stoff werde allerdings auch bei der Produktion von Kerzen und Seife verwendet. Man wolle aber nach Lösungsmöglichkeiten suchen.

Neue britische Fünf-Pfund-Banknote

APA/AFP/Stefan Wermuth

Die Besitzerin eines vegetarischen Cafes, in dem die Kunden nicht mehr mit den neuen Scheinen bezahlen dürfen, erhielt nach britischen Medienberichten Drohungen in Sozialen Netzwerken. Man werfe ihr einen Marketinggag vor, dabei begrüßten ihre Gäste die Entscheidung, sagte die Frau. Sie betreibt das Cafe in Cambridge seit fast 30 Jahren.

Firma will Kunststoff genau untersuchen

Die Firma Innovia, die den Kunststoff für die Scheine liefert, teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit, man verwende wissentlich grundsätzlich keine tierischen Produkte. Ob sich tatsächlich eine geringe Menge Talg in dem zugekauften Rohmaterial für den Kunststoff befinde, solle eine Untersuchung zeigen.