Ausland

Karzai will Friedensgespräche in Doha boykottieren

Die afghanische Regierung von Präsident Hamid Karzai will sich nicht an Friedensgesprächen mit den Taliban im Golfemirat Katar beteiligen. Der Hohe Friedensrat werde nicht an Verhandlungen teilnehmen, solange es sich nicht um einen vollständig von Afghanen geführten Friedensprozess handle, teilte der Präsidentenpalast heute in Kabul mit.

Die Taliban hatten gestern ein Verbindungsbüro in Katars Hauptstadt Doha eröffnet. Die US-Regierung hatte daraufhin direkte Gespräche mit den Aufständischen dort angekündigt. Karzai besteht darauf, dass die Taliban mit seiner Regierung verhandeln. Die Aufständischen lehnten das bisher ab.

Auch Gespräche zu Sicherheitsabkommen abgebrochen

Afghanistan wolle Friedensgespräche mit den Taliban auf der Basis der Errungenschaften der vergangenen zehn Jahre, hieß es heute in der Mitteilung weiter. „Aber von diesem Büro (der Taliban) geht eine Botschaft von Krieg und Blutvergießen aus.“ Die Taliban hatten zuvor angekündigt, ihre Angriffe und Anschläge in Afghanistan trotz der bevorstehenden Gespräche mit den USA fortzusetzen.

Der afghanische Präsidentenpalast hatte zuvor Verhandlungen mit den USA über ein Sicherheitsabkommen ausgesetzt. Grund seien „Widersprüche zwischen den Taten und den Aussagen der Vereinigten Staaten von Amerika hinsichtlich des Friedensprozesses“, teilte das Büro von Karzai mit.

Berlusconi-Partei macht mit Drohungen Druck auf Justiz

Die Parlamentarier der Mitte-rechts-Allianz Popolo della Liberta (PdL) um Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi drohen mit ihrem Auszug aus dem Parlament, sollte der Medienunternehmer letztinstanzlich zum Ausschluss aus allen öffentlichen Ämtern verurteilt werden. Das könnte sich auch negativ auf die Stabilität der Regierung um Ministerpräsident Enrico Letta auswirken.

„Sollte es zu einer letztinstanzlichen Verurteilung Berlusconis kommen, könnte ich die Demission aller 200 PdL-Parlamentarier vorschlagen. Ich bin zuversichtlich, ich hoffe, dass die Vernunft überwiegen wird“, sagte der PdL-Fraktionschef im Senat, Maurizio Gasparri. Gasparri bezog sich auf das für heute erwartete entsprechende Urteil des Verfassungsgerichts in Rom.

Mediaset-Prozess vor Neuauflage?

Die Richter müssen über einen angeblichen Verfahrensfehler beim Mediaset-Prozess entscheiden, bei dem Berlusconi in zweiter Instanz wegen Steuerbetrugs zu vier Jahren Haft verurteilt worden war. Sollten die Verfassungsrichter Berlusconis Antrag annehmen, könnte es zu einer Neuauflage des Prozesses kommen.

Andernfalls müsste sich Berlusconi noch bis Ende dieses Jahres in dritter Instanz vor dem Kassationsgericht in Rom gegen den Vorwurf des Steuerbetrugs verteidigen.

Sollte das Kassationsgericht letztinstanzlich die vierjährige Haft bestätigen, müsste Berlusconi unter anderem seinen Senatssitz aufgeben, weil die Strafe auch einen fünfjährigen Ausschluss aus allen politischen Ämtern vorsieht. Das könnte gravierende politische Folgen für die Stabilität der Regierung Letta haben, die von Berlusconis Mitte-rechts-Kraft unterstützt wird.

Angriff auf UNO-Gebäude in Mogadischu

Die Vereinten Nation sind heute in der somalischen Hauptstadt Mogadischu Ziel eines Anschlags von Islamisten geworden. Zunächst sprengte sich offenbar ein Angreifer vor dem Komplex des UNO-Entwicklungsprogramms (UNDP) in die Luft. Es habe dort eine schwere Explosion gegeben, sagte Ahmed Hassan, ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

Mindestens 15 Tote

Anschließend seien mehrere Angreifer, die Militäruniformen trugen, in das Gebäude gestürmt. Es seien Schüsse zu hören gewesen, so Hassan. Viele Anrainer flohen in Panik, und mehrere Gebäude in dem Gebiet wurden beschädigt. Nach offiziellen Angaben des Innenministeriums wurden mindestens 15 Menschen getötet, darunter auch vier ausländische Sicherheitsmänner. Auch von zahlreichen Verletzten sei auszugehen.

Berichten zufolge konnten Regierungstruppen das Gelände bis Mittag unter ihre Kontrolle bringen. Das UNO-Gebäude liegt in der Nähe des schwer bewachten Flughafens. Es wird vermutet, dass die radikalislamische Al-Schabab-Miliz für den Anschlag verantwortlich ist. Die Gruppe war vor eineinhalb Jahren von Regierungssoldaten und Truppen der Afrikanischen Union aus Mogadischu vertrieben worden. Jedoch verübt sie dort nach wie vor blutige Anschläge.

Aldo-Moro-Mord wird in Italien neu aufgerollt

Am 16. März 1978 ist der italienische christdemokratische Spitzenpolitiker Aldo Moro von einem Kommando der Roten Brigaden in Rom entführt und 55 Tage später ermordet im Kofferraum eines abgestellten Autos gefunden worden.

Trotz jahrelanger Ermittlungen und mehrerer Prozesse samt Dutzenden Schuldsprüchen gelten die genauen Hintergründe bis heute als weitgehend ungeklärt. Spekulationen ranken sich weiterhin etwa um Verwicklungen der Politik beziehungsweise ausländischer Geheimdienste. 35 Jahre nach der zu den dunkelsten Kapiteln der italienischen Nachkriegsgeschichte zählenden Tat wird der Fall nun neu aufgerollt.

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Ägyptens Tourismusminister tritt wegen Luxor-Affäre zurück

Ägyptens Tourismusminister hat aus Protest gegen die Ernennung eines radikalen Islamisten zum Provinzgouverneur seinen Rücktritt eingereicht.

Das Nachrichtenportal al-Ahram meldete heute, Hischam Sasu habe gesagt, er könne seine Aufgabe, die Zahl der ausländischen Urlauber zu steigern, nicht erfüllen, wenn ein Mitglied der Gamaa Islamija Gouverneur von Luxor sei. Ministerpräsident Hischam Kandil habe den Rücktritt aber noch nicht akzeptiert.

Die Islamistenbewegung, die inzwischen offiziell der Gewalt abgeschworen hat, trägt die Schuld für zahlreiche Angriffe auf Touristen in den 90er Jahren. Sie gilt auch als Drahtzieherin des Massakers im Hatschepsut-Tempel von 1997. Damals hatten sechs Attentäter in dem Tempel 62 Menschen massakriert.

In der nördlichen Provinz al-Manufija verwehrten Demonstranten dem neuen Gouverneur Ahmed Scharawi laut Medienberichten den Zugang zu seinem Büro. Gestern hatte es in insgesamt sechs Provinzen Proteste gegen die islamistischen Gouverneure gegeben, die Präsident Mohammed Mursi am Sonntag ernannt hatte. In der Stadt Tanta kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen, bei denen 19 Menschen verletzt wurden.

130.000 Tränengaspatronen in der Türkei verschossen

Die türkische Polizei hat einem Zeitungsbericht zufolge bei den Protesten der vergangenen drei Wochen 130.000 Patronen mit Reizgas verschossen. Es sei nun geplant, größere Mengen an Tränengas und Pfefferspray zu beschaffen, um die Bestände aufzufüllen, berichtete die Tageszeitung „Milliyet“ heute weiter.

Der große Einsatz von Tränengas wurde international als unverhältnismäßig kritisiert. Zudem wird verurteilt, die Polizei habe gezielt und auf kurze Distanz direkt auf Demonstranten geschossen und Tränengasgewehre damit praktisch wie scharfe Waffen eingesetzt.

Neue Form des stillen Protests

In der Türkei schließen sich unterdessen immer mehr Menschen einer neuen Form des stillen Protests gegen die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan an. Auf dem zentralen Taksim-Platz in Istanbul waren gestern Abend mehrere hundert schweigende Menschen versammelt, wie Augenzeugen berichteten. Sie protestierten gegen die aus ihrer Sicht autoritäre Regierung und die Polizeigewalt der vergangenen Tage.

Lebende Statuen mit Blick auf Atatürk

Am Nachmittag waren es einige Dutzend Menschen gewesen. Ein türkischer Choreograph, der in der Nacht auf gestern als „stehender Mann“ stundenlang wie eine lebende Statue auf dem Taksim-Platz verharrte, hatte die neue Protestform initiiert. Die Demonstranten richteten ihren Blick auf das zum Abriss vorgesehene Atatürk-Kulturzentrum und ein daran angebrachtes Porträt des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk.

Eine in Schwarz gekleidete junge Frau hielt in einer Hand eine leere Tränengaspatrone, in der anderen das türkische Strafgesetzbuch. Andere Demonstranten hatten sich in türkische Flaggen gehüllt. Die Polizei, die in den vergangenen Tagen massiv Tränengas eingesetzt hatte, hielt sich zunächst im Hintergrund. Allerdings standen Wasserwerfer bereit.

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Proteste abseits von Istanbul

Zum Unterschied von der gespannten Ruhe in Istanbul ging die Polizei in der westanatolischen Stadt Eskisehir mit Wasserwerfern und Tränengas gegen weitere Proteste vor. In der Nacht sei es zu stundenlangen Zusammenstößen gekommen, berichteten Aktivisten im Internet. Die Polizei habe von Demonstranten errichtete Barrikaden geräumt und ihre Wasserwerfer auch auf Wohnungen gerichtet, in die sich Demonstranten geflüchtet hätten.

In der etwa 600.000 Einwohner zählenden Stadt gab es in den vergangenen Wochen mehrfach Demonstrationen gegen die islamisch-konservative Regierung. Auch in der Hauptstadt Ankara setzte die Polizei laut Medienberichten in der Nacht erneut Tränengas und Wasserwerfer ein, um Hunderte Demonstranten auseinanderzutreiben.

Inland

Pflegekinder früher als Arbeitskräfte ausgebeutet

Wiener Pflegekinder sind in der Nachkriegszeit oft als Arbeitskräfte ausgebeutet worden und Gewalt ausgesetzt gewesen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung im Auftrag der Stadt, die eine Woche nach dem Endbericht der Wilhelminenberg-Kommission veröffentlicht wurde.

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ÖGB-Kongress: Griechische Grüße und Wahlkampf

Mit Grußworten aus der griechischen Gewerkschaftsbewegung und der Fortsetzung von Wahlkampftönen hat heute der zweite Tag des ÖGB-Bundeskongresses begonnen.

Ioannis Panagopoulos von der griechischen Gewerkschaft GSEE malte in seiner Ansprache ein düsteres Bild neoliberaler Tendenzen als Folge der Krise und rief gleichzeitig zum Kampf gegen diese auf. SPÖ- und ÖVP-Minister bekräftigten wiederum ihre Standpunkte in der Steuerdebatte.

Einen „solidarischen Gruß aus Athen“ ließ Panagopoulos zu Beginn seiner Rede ausrichten - „wo sogar die Demokratie bedroht wird durch einen Premierminister, der nicht einmal eine Mehrheit besitzt und trotzdem einen öffentlich-rechtlichen Sender schließt“. Dank an den ÖGB gab es dahingehend auch für die moralische Unterstützung.

Team Stronach attackiert Fischer

Das Team Stronach (TS) schoss sich unterdessen in seiner Kampagne gegen den Einfluss der Gewerkschaften nun auf Bundespräsident Heinz Fischer ein. Dieser hatte gestern in seiner Rede vor dem ÖGB-Bundeskongress den Gewerkschaften demonstrativ den Rücken gestärkt, was TS-Klubobmann Robert Lugar heute als „Vorwahlkampfgeplänkel“ kritisierte. „Ein Bundespräsident hat sich nicht in die aktuelle Innenpolitik einzumischen“, so Lugar.

Fischer stehe es nicht zu, eine „der wahlwerbenden Parteien abzukanzeln“, er sei mit seinen Aussagen „über das Ziel hinausgeschossen“. Lugar befand zudem, dass der Bundespräsident mangelnde Objektivität an den Tag lege.

Dönmez nimmt „Türken-Sager“ zurück

Der grüne Bundesratsabgeordnete Efgani Dönmez hat seine Aussage, Anhänger des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan sollten in die Türkei zurückgeschickt werden, zurückgenommen. Für eine persönliche Stellungnahme war er laut Landespartei nicht erreichbar.

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Sport

Eishockey: Buffalo will Vanek langfristig binden

Der NHL-Eishockey-Club Buffalo Sabres will Thomas Vanek neuerlich langfristig an sich binden. Sabres-Eigentümer Terry Pegula betonte am Dienstag, dass er den nach der kommenden Saison auslaufenden Vertrag des österreichischen Stürmerstars gerne auf langfristiger Basis verlängern möchte.

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Wirtschaft

Globaler Energieverbrauch steigt weiter - aber langsamer

Die Menschheit hat auch im vergangenen Jahr mehr Energie gebraucht und damit mehr Kohlendioxid erzeugt. Der gesamte weltweite Energieverbrauch erhöhte sich um 1,8 Prozent, heißt es in der jährlichen Energiestatistik des BP-Konzerns, die heute in Düsseldorf verbreitet wurde. Der Zuwachs verlangsamte sich damit gegenüber dem Vorjahr, als er 2,4 Prozent betrug.

In den Industrieländern ging der Energieverbrauch um 1,2 Prozent zurück und fiel damit auf das Niveau von 2002. Dagegen verbrauchten die Schwellenländer um 4,2 Prozent mehr Energie, vor allem China und Indien. Dieser Anstieg lag noch unter dem langjährigen Mittel von 5,3 Prozent.

Chinas Kohle dominiert Statistik

Unter den fossilen Energieträgern stieg am stärksten der Verbrauch von Kohle, um 2,5 Prozent. Die chinesische Kohleproduktion habe sich innerhalb eines Jahrzehnts um rund 135 Prozent erhöht und diene als Motor der Industrialisierung des Landes. Allein die Kohle aus China sei für ein Drittel des Wachstums des globalen Energieverbrauchs in diesem Zeitraum verantwortlich.

Der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid sei im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent oder 723 Millionen Tonnen angewachsen, wobei wiederum der Löwenanteil auf China und Indien entfiel. Öl bleibe mit einem Anteil von 33 Prozent am globalen Energieverbrauch der wichtigste Energieträger, verliere jedoch im 13. Jahr in Folge Marktanteile.

Schiefergas verschiebt Energiegewichtungen

Die USA hatten laut der Studie jedoch weltweit den größten Anstieg bei der Öl- und Gasproduktion zu verzeichnen, beim Öl sogar den größten Anstieg in ihrer Geschichte. Das ist auf die Förderung von Öl und Gas aus Schiefergestein mit der umstrittenen Fracking-Methode zurückzuführen und hat in den USA zu einem Preisverfall geführt. In der Folge hätten die USA mehr Kraftwerke mit billigem Gas befeuert und überschüssige Kohle nach Europa exportiert.

Russland und China einigen sich auf Gaspreis

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich Moskau und Peking endgültig auf einen Preis für russische Gaslieferungen ins energiehungrige China geeinigt. Die Preisformel werde sich nicht am US-Spotmarkt orientieren, kündigte der Chef des russischen Staatsunternehmens Gasprom, Alexej Miller, heute in einer Mitteilung an.

Konkrete Zahlen nannte der Vertraute von Präsident Wladimir Putin aber nicht. Er hatte sich am Vorabend mit dem Vorsitzenden des staatlichen chinesischen Energieriesen CNPC, Zhou Jiping, getroffen. Die Konzerne hatten bei einem Russland-Besuch des chinesischen Staats- und Parteichefs Xi Jinping im März bereits grundsätzlich einen Gasvertrag vereinbart.

Demnach will Gasprom von 2018 an mindestens 38 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr liefern und stellt auch eine Erhöhung auf bis zu 60 Milliarden Kubikmeter in Aussicht. Die bahnbrechende Vereinbarung ist nach Ansicht von Experten zugleich eine Ohrfeige für die Europäische Union, die gegen Gasprom ein Kartellverfahren eingeleitet hatte.

Zypern läuft mit Bitte um Vergünstigungen ins Leere

Zypern stößt mit seiner Bitte um günstigere Bedingungen für die vereinbarten Finanzhilfen seiner internationalen Partner auf taube Ohren.

Das deutsche Finanzministerium reagierte heute auf einen entsprechende Brief des zypriotischen Präsidenten Nikos Anastasiades mit der Feststellung, „auf den ersten Blick“ sei nicht erkennbar, warum das Hilfsprogramm geändert werden sollte.

Auch Vertreter der Euro-Zone sehen keinen Anlass für eine Überarbeitung. Der Inselstaat hatte im Frühjahr mit dem IWF und den Euro-Partnern ein Hilfsprogramm über zehn Mrd. Euro vereinbart, allerdings unter der Voraussetzung, dass das Land erhebliche Sparanstrengungen und Reformen unternimmt.

„Nein“

In dem Brief an Repräsentanten der Euro-Zone hatte der zypriotische Präsident zwar nicht ausdrücklich mehr Geld gefordert. Er warnte aber, so wie das Hilfsprogramm vereinbart sei, könne die zypriotische Wirtschaft es kaum verkraften.

Die Rettungsaktion sei „ohne sorgfältige Vorbereitung“ gewesen. Im Zentrum der dem Land abverlangten Sanierungen im Bankensektor steht die Bank of Cyprus, das größte Geldhaus des Landes. Diese aber wird nach Darstellung von Anastasiades in einem Maße geschwächt, das die gesamte Wirtschaft des Inselstaates gefährdet.

Auf die Frage, ob die Konditionen des Programms geändert werden könnten, antwortete ein Vertreter des Währungsraumes: „Nein, jedenfalls nicht, soweit ich sehen kann.“ Kollegen von ihm äußerten sich ähnlich. Allerdings dürfte der Brief des zypriotischen Präsidenten beim Treffen der Finanzminister der Euro-Zone morgen in Luxemburg zur Sprache kommen. Routinemäßig steht das Thema „Programmfortschritte Zypern“ auf der Agenda.

Italien exportiert 71.000 Tonnen Müll nach Österreich

Österreich ist das Land, in dem der größte Anteil des von Italien exportierten Mülls landet. 71.000 Tonnen Müll pro Jahr werden nach Österreich gebracht. Das sind 23 Prozent der gesamten 311.000 Tonnen, die Italien jährlich im Ausland entsorgt, geht aus einem heute vorgestellten Bericht des Forschungszentrums ISPRA hervor.

Die größte Menge des exportierten Mülls sind Plastikverpackungen - in Österreich landen 11.000 Tonnen. Auch 23.000 Tonnen Haushaltsmüll gelangen nach Österreich, ergab die Studie. Italien hat nach wie vor Probleme mit Müllrecycling. 40 Prozent des von den Haushalten produzierten Mülls landen in Deponien, was zwölf Millionen Tonnen entspricht.

In Italien gibt es insgesamt 186 Mülldeponien für nicht gefährlichen Abfall. Seit 2003 wurden 288 Halden geschlossen, 80 Prozent davon befanden sich in Süditalien. Wegen der Krise ist in Italien die Müllproduktion allerdings stark gesunken. Jeder Italiener verursachte im vergangenen Jahr 504 Kilo, das sind 32 Kilo weniger als 2010.

Tirol: 40 Mio. Tonnen Rohöl fließen durch TAL

Die Transalpine Ölleitung (TAL), deren Unternehmenssitz in Matrei in Osttirol ist, ist laut eigenen Angaben seit Jahresbeginn die mit Abstand größte Rohölpipeline Europas. Heuer sollen mehr als 40 Mio. Tonnen Rohöl von Triest nach Österreich, Deutschland und Tschechien transportiert werden.

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Chronik

Fabrik in Estland explodiert: Ein Toter, zwei Verletzte

Bei einer Explosion in einer Industrieanlage der estnischen Hauptstadt Tallinn sind mindestens ein Mensch ums Leben gekommen und zwei weitere verletzt worden. Durch die Wucht der Detonation stürzte ein Teil des Daches im Hafen der Ostsee-Stadt ein, wie Medien heute berichteten.

Umherfliegende Trümmer trafen nach Angaben der Rettungskräfte einen Mann tödlich, der sich in der Nähe des Unglücksortes aufhielt. In dem Fabrikgebäude brach ein Feuer aus, die Flammen verletzten zwei Männer. Experten untersuchten die Explosionsursache. Unbestätigten Angaben zufolge war Gas ausgetreten.

Mit Nacktfotos erpresst: Bewährungsstrafe

Über eine Partnerbörse sind fünf junge Frauen in die Fänge eines 20-Jährigen geraten. Nachdem er aufreizende Fotos geschickt bekommen hatte, setzte er die Frauen unter Druck. Vom Gericht wurde er jetzt wegen versuchter Nötigung zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

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Video von Lehrerin im Internet: Geldstrafe

Ein 15-Jähriger ist heute am Landesgericht Klagenfurt zivilrechtlich zu einer Geldstrafe von 2.300 Euro verurteilt worden. Er hatte eine Lehrerin gefilmt, wie sie von ihrem Sessel stürzte, und das Video auf Facebook gestellt. Sie klagte ihn auf Schmerzensgeld.

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Zug fährt in ÖBB-Arbeitstrupp: Zwei Tote

In der Oststeiermark ist ein Regionalzug in eine Gruppe ÖBB-Gleisarbeiter gefahren. Dabei wurden zwei Personen getötet, zwei Personen wurden verletzt. Die Unfallkomission geht mittlerweile von einem Kommunikationsfehler aus.

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Dieb mit 84 Solarmodulen unterwegs

Bei der Kontrolle eines 25-jährigen Rumänen auf der A4 im Gemeindegebiet von Parndorf (Burgenland) haben Polizisten ungewöhnliches Diebesgut im Auto des Mannes gefunden. Sie entdeckten insgesamt 84 gestohlene Solarmodule.

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Riesige Fälscherbande in Wien ausgehoben

In ganz großem Stil soll eine Fälscherbande in Wien gearbeitet haben. Gestern war Schluss damit. Exekutive, Staatsanwaltschaft und Nationalbank schlossen monatelange Ermittlungen mit einem Großeinsatz ab. Das berichtet die „Kronen Zeitung“.

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Gesundheit

Nach Kunstherz: 13-Jährige bekam Spenderherz

Pionierleistung der Medizin am Wiener AKH: In einem stundenlangen Eingriff erhielt - erstmals in Österreich - ein 13-jähriges Mädchen ein Spenderherz, nachdem ihm drei Monate zuvor ein voll implantierbares Kunstherz eingesetzt worden war.

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Medien

ORF-Radiojournale von 1967 bis 1999 nun online

Die Ermordung John Lennons, der Fall des Eisernen Vorhangs, der zweite Golfkrieg und der Unfalltod Lady Dianas: Egal für welche Art von zeitgeschichtlichen Ereignissen man sich interessiert - auf der Onlineplattform Journale.at wird man fündig. Auf der Website, die einem Relaunch unterzogen und erweitert wurde, sind nun sämtliche ORF-Hörfunkjournale von 1967 bis 1999 zum Nachhören digital abrufbar.

Das sind rund 8.000 Stunden oder 100.000 Einzelbeiträge mit Kurznachrichten, Reportagen, Interviews und Hintergrundberichten zu österreichischen sowie internationalen Themen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Heute wurde die von der österreichischen Mediathek überarbeitete Plattform bei einer Pressekonferenz vorgestellt.

Gefährdete Zeitzeugnisse gerettet

Bereits seit 2001 digitalisiert die Mediathek die am meisten gefährdeten analogen Bestände des Archivs, um sie für die Zukunft zu sichern. Auch bei jüngerem Material ist die Digitalisierung dringend und unumgänglich, wie die Aufnahmen des Jahres 1990 gezeigt haben.

Hier waren Hydrolyseeffekte aufgetreten, die im Endeffekt zur Nichtabspielbarkeit oder zum Bänderriss führen. Um die Aufnahmen für die Digitalisierung verwenden zu können, mussten sie aufwendig getrocknet werden.

„ORF-Radiojournale aus 32 Jahren stehen nun der Öffentlichkeit zum kostenlosen Nachhören im Internet zur Verfügung“, so ORF-Radiodirektor Karl Amon. „Durch die Digitalisierung dieser historischen Zeitdokumente durch die österreichische Mediathek ist eine dauerhafte Erhaltung möglich“, so Amon.

Gabriele Fröschl, Leiterin der Mediathek, meinte, die Plattform zeige „einen Weg, wie sich Archive öffnen können, und es ist eine Einladung an die Wissenschaft, sich eingehend mit diesen wichtigen und nun leicht zugänglichen Zeitdokumenten zu beschäftigen“.

Religion

IStGH: Kein Prozess gegen Benedikt XVI.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat einen Prozess in Zusammenhang mit kirchlichen Missbrauchsfällen gegen vier hohe Vatikan-Geistliche, darunter den emeritierten Papst Benedikt XVI., abgelehnt. Eine US-amerikanische Organisation hatte ihnen im Jahr 2011 „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vorgeworfen.

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Pfarrer-Initiative sieht Franziskus als Hoffnungsträger

Die kirchenkritische Pfarrer-Initiative setzt ihre Hoffnungen auf Papst Franziskus. Das sagte Helmut Schüller als Sprecher der Initiative heute bei einer Pressekonferenz. Er habe dem Amt Einfachheit, Bescheidenheit und Nahbarkeit zurückgegeben und damit angedeutet, die Kirche auf neue Art leiten zu wollen, sagte Schüller.

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Kultur

Netzkunstpioniere mit „Filmkonzert“ in Wien

Bereits vor 15 Jahren hat der Komponist und Multimediakünstler Klaus Karlbauer ein Programm zum Thema Cybersex und Cyberliebe erarbeitet - für die Sängerin Rosivita und den Vokalperformer Didi Bruckmeier als virtuell vernetztes, potenzielles Paar im Wiener Rhiz.

In der Performance „forgetme@not“ sprengte die Liebe alle Grenzen des Mediums. Doch die Medienreflexion hat kein Ende. Heute Abend präsentieren Rosivita und Klaus Karlbauer in Wien Ausschnitte aus ihrer aktuellen Produktion „Fools Island Project“ - einem „Filmkonzert“.

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Hollywood in der „Flopbuster“-Falle

Im Kinosommer schaut es schlecht aus für die Erde: Feindliche Aliens machen sich breit („After Earth“), ein Zombie-Virus greift um sich („World War Z“), und Roland Emmerich jagt wieder einmal etwas in die Luft („White House Down“). Freunde des Action-, Trash- und Superheldenkinos dürfen sich freuen, kaum jemals waren derart viele Großproduktionen am Start wie heuer. Doch nicht alles, was teuer, laut und in Starbesetzung daherkommt, überzeugt das Publikum. Selbst wenn: Viele Filme drohen auch bei großem Andrang zu „Flop-“ statt Blockbustern zu werden.

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Science

Wie das Hochwasser zustande kam

Die Auswirkungen des Juni-Hochwassers in Österreich waren verheerend. Die Ursachen dafür lagen nicht nur in außerordentlich hohen Regenmengen, sondern auch in der Überlagerung von zwei Niederschlagsspitzen. Auf seinem Weg donauabwärts nahm das Hochwasser so weniger stark ab als im Hochwasserjahr 2002.

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Beispiel Japan: Wohlstand ist nicht gleich Glück

Gute Bildung, eine lange Lebenserwartung und eine sichere Gesundheitsversorgung machen nicht automatisch glücklich, wie Studien zeigen. Ein Beispiel dafür ist Japan: Dort hat man sich die kapitalistischen Werte zu Eigen gemacht - die Einwohner sind aber längst nicht so zufrieden, wie man angesichts des Wohlstands glauben könnte.

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Naher Osten: Auch Christen aßen kein Schweinefleisch

Muslime und Christen im Nahen Osten haben nach Erkenntnissen des französischen Historikers Bernard Heyberger über Jahrhunderte ähnliche Bräuche und Rituale gepflegt. Unter anderem verzichteten Christen demnach wie Muslime auf den Verzehr von Schweinefleisch.

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IT

Shoppingwebsite Fab sammelt 150 Mio. Dollar ein

Der Onlinehändler Fab.com hat in einer neuen Finanzierungsrunde 150 Millionen Dollar (112 Mio. Euro) von Investoren eingesammelt und orientiert sich damit Richtung Asien. Das chinesische Internetunternehmen Tencent steige als „strategischer Investor“ mit der Aussicht auf den Einstieg in neue Märkte neu ein, sagte Fab-Mitgründer und Chef Jason Goldberg der Nachrichtenagentur dpa.

Die japanische Firma Itochu und die US-Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz gehören Goldberg zufolge ebenfalls zu den Investoren. Damit wird Fab mit einer Milliarde Dollar bewertet, wie eine Sprecherin sagte. Fab verkauft online Kleidung, Schmuck, Möbel und andere Designerartikel. Das Europageschäft, im Februar 2012 gestartet, macht laut Goldberg inzwischen 40 Prozent des weltweiten Umsatzes aus.

Weltweit peilt Goldberg für 2013 einen Umsatz von 200 bis 300 Millionen Dollar an. Kulturelle Hindernisse für eine Expansion nach Asien sieht er nicht: „Design ist universell.“ Das frische Geld soll unter anderem dafür verwendet werden, Lieferzeiten zu verkürzen, neue Produkte einzukaufen und Umschlagzentren in den Niederlanden und in Las Vegas zu eröffnen.

Merkel sorgt für Spott im Internet-„Neuland“

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit einer Bemerkung über das Internet für heitere und spöttische Reaktionen im Netz gesorgt. „Das Internet ist für uns alle Neuland“, sagte Merkel heute auf eine Frage zum Internetspähprogramm „Prism“ bei einer Pressekonferenz mit US-Präsident Barack Obama im Kanzleramt.

Nutzer des Onlinenetzwerkes Twitter griffen die Bemerkung augenblicklich hundertfach auf. Das Schlagwort „#Neuland“ wurde zum meistdiskutierten Begriff auf Twitter in Deutschland. „So ähnlich müssen sich die Indianer gefühlt haben, als Kolumbus bei ihnen ‚Neuland‘ entdeckte“, schrieb eine Twitter-Nutzerin.

„Ich bin bloß misstrauisch, weil das #Neuland schon bevölkert ist. Wie viele sind wir? Zwei Milliarden? Wahrscheinlich alles Terroristen“, witzelte ein anderer Nutzer. Innerhalb von Minuten tauchte ein Twitter-Profil unter dem Namen „NeulandInternet“ auf, in dem Sätze wie „Wenn ich mal groß bin, will ich Kanzlerin von Neuland sein“ publiziert wurden.