Ausland

Obama: Bleiberecht für viele illegale Einwanderer

US-Präsident Barack Obama hat seine Pläne für einen weitreichenden Abschiebestopp für illegale Einwanderer gegen Kritik der Republikaner verteidigt. In einer Fernsehansprache bezeichnete Obama sein Reformvorhaben als „Mittelweg“, der Ausländer ohne gültige Papiere in die Verantwortung nehme. „Wer die Kriterien erfüllt, kann aus dem Schatten hervortreten“, sagte er. „Wer ein Straftäter ist, wird abgeschoben. Und für alle, die eine illegale Einreise in die USA planen, ist die Wahrscheinlichkeit, gefasst und zurückgeschickt zu werden, gestiegen.“

System „kaputt, und jeder weiß es“

Obama erklärte, dass der Reformbedarf allgemein anerkannt sei. „Unser Einwanderungssystem ist kaputt, und jeder weiß es“, sagte er. Die von ihm geplanten Schritte würden das Einwanderungssystem „fairer und gerechter“ machen. Massenabschiebungen seien unrealistisch und würden nicht dem „Charakter“ der USA entsprechen. „Wir sind und werden immer eine Nation von Einwanderern sein“, erklärte Obama.

Angesichts des Widerstands der Republikaner im Kongress will der Präsident die Einwanderungsreform mit Exekutivanordnungen durchsetzen. Die geplanten Maßnahmen betreffen rund fünf Millionen Einwanderer ohne gültige Papiere. So sollen Eltern von Kindern mit US-Staatsbürgerschaft oder legalem Aufenthaltsstatus, die sich seit mindestens fünf Jahren in den USA aufhalten, nicht mehr abgeschoben werden und legal arbeiten dürfen. Anträge für die auf drei Jahre befristeten Genehmigungen sollen ab dem Frühjahr gestellt werden können.

Außerdem will Obama einen im Sommer 2012 erlassenen Abschiebestopp für Ausländer ohne gültige Papiere ausweiten, die als Kinder und Jugendliche in die USA gekommen waren. Bei den Abschiebungen soll sich seine Regierung auf Straftäter und vor kurzem ins Land gekommene illegale Einwanderer konzentrieren. Außerdem soll der Schutz der südlichen Grenze zu Mexiko verbessert werden. Die legale Zuwanderung soll durch die gezielte Visavergabe an Hochqualifizierte sowie Hochschulabsolventen aus bestimmten Bereichen wie Naturwissenschaften und Ingenieurswesen besser gesteuert werden.

Massive Kritik der Republikaner

Die Republikaner, die ab der neuen Legislaturperiode im Jänner das Repräsentantenhaus und den Senat kontrollieren, werfen Obama die Überschreitung seiner Amtsbefugnisse vor. „So funktioniert unsere Demokratie einfach nicht“, sagte der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner. Der Präsident verhalte sich wie ein „König“ oder „Kaiser“. Der republikanische Senator Lindsey Graham erklärte, der Regierung über Haushaltsgesetze die finanziellen Mittel für die Einwanderungspolitik zu entziehen. Außerdem drohten ranghohe Republikaner mit einer Klage gegen Obamas Vorgehen.

Offenbar Attentat auf Israels Außenminister vereitelt

Die israelischen Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben ein geplantes Mordattentat auf Außenminister Avigdor Lieberman verhindert. Im Westjordanland seien mehrere Mitglieder der radikalislamischen Palästinenserbewegung Hamas festgenommen worden, die den Konvoi des Diplomaten mit einem Raketenwerfer attackieren wollten, erklärte der Inlandsgeheimdienst Shin Bet.

Lieberman wohnt in der Siedlung Nokdim im Westjordanland und sollte den Angaben zufolge nach Verlassen seines Anwesens oder auf dem Rückweg dorthin ermordet werden.

Wie die Zeitung „Haaretz“ berichtete, seien die Verdächtigen in den vergangenen Wochen festgenommen worden. Unter ihnen befinde sich auch ein führender Hamas-Aktivist. Sie sollen nun vor einem Militärgericht angeklagt werden. Medienberichten zufolge haben die Verdächtigen unter anderem die Fahrtrouten des Politikers ausgekundschaftet.

Der Gründer der ultranationalistischen Partei Unser Haus Israel (Yisrael Beitenu) gilt als außenpolitischer Hardliner und vielen moderat gesinnten Landsleuten als Hindernis bei den Friedensbemühungen mit den Palästinensern. So bezeichnete er den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas in der Vergangenheit wiederholt als „diplomatischen Terroristen“, mit dessen Autonomiebehörde in Ramallah es keinen Frieden geben könne. Manche Gegner bezeichneten ihn wegen drartiger Verbalattacken als „Rassisten“ und Bedrohung für die arabische Minderheit in Israel.

Ermordete Studenten: Straßenschlachten in Mexiko-Stadt

In Mexiko hat sich der Zorn der Bevölkerung über das mutmaßliche Massaker an 43 Studenten gestern in schweren Krawallen entladen. Vermummte Demonstranten lieferten sich in der Nähe des Flughafens von Mexiko-Stadt Straßenschlachten mit der Bereitschaftspolizei und attackierten die Sicherheitskräfte mit Brandbomben und Feuerwerkskörpern, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Die mit Eisenstangen und Knüppeln bewaffneten Demonstranten zündeten Autoreifen an und warfen auch mit Steinen auf die Beamten, die ihrerseits Tränengas einsetzten.

Zu den Krawallen kam es, nachdem Hunderte Protestierende die Hauptzufahrtsstraße des Flughafens für eine Stunde blockiert hatten. Streifenwagen mussten entlang der Straße herumirrende Reisende samt deren Gepäck einsammeln.

45 Tote nach Boko-Haram-Attacke in Nigeria

Im Nordosten Nigerias sind Dorfbewohnern zufolge mindestens 45 Menschen bei einem Angriff getötet worden, für den Augenzeugen die Extremistengruppe Boko Haram verantwortlich machten. Während Dorfvorsteher Mallam Bulama gestern sagte, es seien 45 Leichen gezählt worden, sprachen andere Bewohner des Dorfes Azaya Kura im Bundesstaat Borno von weitaus mehr Toten.

Mehrere Einwohner seien möglicherweise auf ihrer Flucht in den Wald angeschossen worden und dort verblutet, berichteten Zeugen. Rund 50 Menschen sollen außerdem verletzt worden sein, andere Dorfbewohner galten als vermisst. Die schwer bewaffneten Milizionäre waren den Angaben zufolge mit Motorrädern in das Dorf eingedrungen.

Häuser und Motorräder zerstört

„Die Angreifer zerstörten mehr als die Hälfte der Häuser, steckten mehr als 50 Motorräder und vier Autos in Brand und stahlen Lebensmittel und Tiere“, berichtete der Händler Musa Abbani. Anschließend errichteten die Islamisten laut Zeugenaussagen Straßensperren, um die Dorfbewohner an einer Flucht zu hindern.

Azaya Kura liegt im Bezirk Mafa. Der Interimschef der Bezirksverwaltung, Shettima Lawan, nannte die Attacke „boshaft und verachtenswert“. Unter dem Deckmantel der Religion seien unschuldige Menschen getötet worden.

Syrische Rebellen stürmen Baath City

Kämpfer der radikalislamischen Nusra-Front und andere Rebellen haben im Süden Syriens eine Stadt nahe der Grenze zu Israel angegriffen.

Es gelang ihnen gestern, zumindest zeitweise in Baath City einzudringen. Die Stadt ist die letzte wichtige Bastion der Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in der Provinz Kuneitra. Diese grenzt an die von Israel besetzten Golan-Höhen.

In der Provinz kontrollieren die Assad-Truppen nur noch Baath City und den Nachbarort Chan Arnaba. „Sollten sie fallen, hätten die Rebellen die zweite Provinz nach Rakka unter ihre Kontrolle gebracht“, sagte Abu Said Dscholani, ein Aktivist in der Region.

Die im Norden Syriens gelegene Provinz Rakka wurde von der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) eingenommen. Gegen die IS-Kämpfer gehen die USA mit Luftangriffen vor. Der IS hat in weiten Teilen Syriens und des Iraks ein Kalifat ausgerufen.

Georgien und Slowakei nehmen Guantanamo-Häftlinge auf

Die USA überstellen fünf Häftlinge des Gefangenenlagers Guantanamo Bay in die Slowakei und nach Georgien. Nach diesem Transfer verbleiben noch 143 Insassen in der Anlage auf Kuba, wie das Verteidigungsministerium gestern in Washington mitteilte.

Die USA sei den Regierungen beider Länder dankbar, dass sie mit der Aufnahme die angestrebte Schließung des Lagers unterstützten.

Nach Informationen der Zeitung „Miami Herald“ handelt es sich bei den überstellten Terrorverdächtigen um vier Jemeniten und einen Tunesier im Alter zwischen 31 und 48 Jahren. Da sie nicht in ihre Heimat zurückgeschickt werden konnten, fand das US-Außenministerium für sie andere Aufnahmeländer.

Eine Schließung des umstrittenen Lagers, die US-Präsident Barack Obama bereits in seinem ersten Wahlkampf im Jahr 2008 versprochen hatte, ist weiterhin nicht absehbar.

EU plant endgültiges Aus für Plastiksackerln

Pläne zur Begrenzung von Plastiksackerln in Europa dürften heute eine weitere Hürde nehmen. Die Botschafter der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sollen in Brüssel darüber abstimmen, ein Ja wird erwartet.

Geplant ist, den Verbrauch leichter Einwegsackerln bis zum Jahr 2025 europaweit um knapp 80 Prozent zu senken. Das könnte durch Gebühren, Steuern oder Ziele zur Verminderung des Verbrauchs erreicht werden. Robustere Plastiktaschen sollen ebenso wie hauchdünne Gemüse- und Obstsackerln nicht betroffen sein. Anfang der Woche hatten sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments im Grundsatz auf die Pläne geeinigt.

Inland

„Angespannte“ Atomverhandlungen in Wien

Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Wien verlaufen nach russischen Angaben „in angespannter Atmosphäre“. „Wenn es keinen neuen Geist gibt, wird es sehr schwierig, zu einer Vereinbarung zu kommen“, wurde der russische Chefunterhändler Sergej Rjabkow gestern von der Nachrichtenagentur RIA Nowosti zitiert.

Möglicherweise sei es nötig, „dass die Delegationen weitere Anweisungen aus ihren Hauptstädten erhalten“.

Gespräche zwischen Kerry und Zarif

Gestern traf auch US-Außenminister John Kerry in Wien ein. Er sprach am Abend mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschavad Sarif. Auch die ehemalige EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton, die auf EU-Seite die Verhandlungen trotz ihre Ausscheidens aus dem Amt weiter führt, nahm teil.

Ashtons Nachfolgerin Federica Mogherini rief den Iran dazu auf, eine „strategische Entscheidung“ zu treffen. Das Land habe nun die Möglichkeit zu einer „historischen und endgültigen Einigung“ im Atomstreit, erklärte sie in Brüssel. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte von allen Verhandlungspartnern Flexibilität. Gerade derzeit sei „weltweite Zusammenarbeit nötiger denn je“, erklärte er in New York.

Weisungsrecht: Justizminister will Weisenrat ab 2016

Das Weisungsrecht des Justizministers gegenüber den Staatsanwälten bleibt bestehen. Das ist das Ergebnis einer Arbeitsgruppe im Auftrag von ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter. Zusätzlich soll ab 2016 aber ein unabhängiger Weisenrat als zusätzliches Kontrollorgan eingesetzt werden, wie Brandstetter gestern in der ZIB2 ankündigte.

Auch wenn er das Weisungsrecht nicht an einen - von SPÖ, Grünen oder den Standesvertretern geforderten - Bundesstaatsanwalt abgibt, sieht der Minister seine Ankündigung, das Weisungsrecht in der derzeitigen Form nicht beibehalten zu wollen, erfüllt.

Eine brauchbare Alternative zur bestehenden Weisungsspitze sei auch von den Experten nicht gefunden worden. Ein Bundesstaatsanwalt wäre „nur eine Parallelverschiebung des Problems, keine Lösung“. So sei die parlamentarische Verantwortlichkeit unabdingbar, die sei bei ihm als Minister gegeben.

IT-Probleme bringen Bauern Steueraufschub

Wegen EDV-Problemen bei der Finanz kommt es zu Verzögerungen bei der Ausstellung von Steuerbescheiden für Bauern, sie müssen deshalb die aus den heuer angehobenen Einheitswerten resultierende höhere Grund- bzw. Einkommensteuer erst später bezahlen. Das berichtet die Tageszeitung „Der Standard“ in der Freitag-Ausgabe.

Von insgesamt 600.000 Bescheiden würden voraussichtlich nur 40.000 bis 50.000 fertiggestellt, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf Angaben der Landwirtschaftskammer. Solange es keine neuen Bescheide gibt, werden die alten fortgeschrieben.

Die oberösterreichische Finanzgewerkschaft bestätigt, dass es Probleme mit der EDV gebe und klagt auch über Personalmangel. Im Finanzministerium will man von Schwierigkeiten oder Verzögerungen nichts wissen.

„Schweinwerfer“ verschwindet aus Kraftfahrgesetz

Mit Beschlüssen zu mehreren Verkehrsgesetzen ist gestern die November-Plenarwoche des Nationalrats zu Ende gegangen. Unter anderem wurde der Druckfehler „Schweinwerfer“ aus dem Kraftfahrgesetz getilgt.

Beim Kraftfahrgesetz ging es um Ausnahmeregeln bei der Kontrollgeräte-Pflicht, aber auch um die Beseitigung eines Redaktionsversehens: Künftig wird es in den Paragrafen 14 und 15 richtig „Scheinwerfer“ und nicht mehr „Schweinwerfer“ heißen. Auf den Fehler im Gesetzestext hatte im Oktober das Team Stronach aufmerksam gemacht.

Verabschiedet wurde zudem eine Bestimmung in der Straßenverkehrsordnung, wonach sich eine von einer Landesregierung erteilte Ausnahme vom Nachtfahrverbot auf zwei oder mehrere Bundesländer erstrecken kann, wenn darüber zwischen den Bundesländern Einvernehmen erzielt wird.

54,6 Mio. Euro für Erwachsenenbildung

Auch einen Bildungsbeschluss gab es: Bis 2017 werden weitere 54,6 Mio. Euro bereitgestellt, um Jugendlichen ohne Pflichtschulabschluss bzw. gering qualifizierten Erwachsenen das Nachholen von Bildungsabschlüssen und die Teilnahme an Programmen zur Basisbildung kostenlos anzubieten. Eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung von Bund und Ländern wurde dafür verlängert.

Zeitung: Stronach streicht Nachbaur 140.000-Euro-Gage

Frank Stronach hat seine Politstatthalterin Kathrin Nachbaur „quasi enterbt“ und ihr die jährliche Gage von 200.000 Dollar (140.000 Euro) gestrichen, die sie bisher von der Stronach Group bekommen hatte. Das berichtete der „Kurier“ in seiner Freitag-Ausgabe.

„Es ist halt so“, so Nachbaur laut „Kurier“, wobei der Zeitung zufolge der Abgeordneten nun von den bisherigen 22.300 Euro brutto immerhin noch 8.300 Euro Mandatarsgehalt und 4.000 Euro Bezug für die Geschäftsführung der Team-Stronach-Akademie bleiben.

Sport

Formel 1: Vettel wird „Teil einer Legende“

Die wochenlangen Spekulationen über Sebastian Vettels Zukunft in der Formel 1 haben ein Ende. Ferrari bestätigte gestern den Vierfachchampion als Neuzugang und verkündete die Trennung von Fernando Alonso. Vettel hat nach der Bekanntgabe seines Wechsels noch einmal die Bedeutung des italienischen Formel-1-Teams hervorgehoben. „Ich werde Teil einer Legende“, sagte er.

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Davis-Cup: Federer meldet sich für Finale fit

Die Schweiz kann in bester Besetzung in das Davis-Cup-Finale gegen Frankreich gehen. Superstar Roger Federer meldete sich rechtzeitig vor dem Auftakt für das Duell in Lille fit. Bei einem letzten Training vor der Auslosung gab der 33-Jährige grünes Licht. „Es ist heute Morgen gut gelaufen“, sagte Federer, der heute die zweite Partie gegen Gael Monfils bestreiten wird.

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Fußball: Fünf Zutaten zum ÖFB-Erfolgsrezept

Österreichs Nationalteam hat im Jahr 2014 die Erwartungen der Fans mehr als nur erfüllt. Zum dritten Mal in Folge beendete die Mannschaft ein Länderspieljahr mit einer positiven Bilanz. Das gab es zuletzt in ähnlicher Form vor fast 20 Jahren.

Die Mannschaft von Teamchef Marcel Koller präsentierte sich als gewachsene Einheit. Getragen von Teamgeist und taktischer Disziplin befindet sich das ÖFB-Team auf dem richtigen Weg zum großen Ziel EM 2016 in Frankreich. Für das neue Jahr gibt es fünf Gründe für Optimismus.

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Wirtschaft

Commerzbank prescht vor: Strafzinsen für Großkunden

Sparen wird bestraft. Zumindest Banken, die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) Geld parken, müssen Strafzinsen zahlen. Die ersten Institute geben das nun an ihre Kunden weiter, betonen aber, Privatkunden verschonen zu wollen.

Als erste große Bank in der Euro-Zone will die deutsche Commerzbank Großkunden ab Dezember Gebühren für hohe Einlagen verrechnen. Auch die Deutsche Bank überlegt offenbar, Negativzinsen einzuführen. „Das dürfte angesichts der Niedrigzinspolitik der EZB bald keine Seltenheit mehr sein“, so ein Manager der Deutschen Bank.

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Ackermann soll Bank of Cyprus aus der Krise führen

Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann soll die schwer angeschlagene Bank of Cyprus aus der Krise führen. Wie die zypriotischen Medien meldeten, wurde der 66-jährige Schweizer gestern auf der Hauptversammlung zunächst in den Verwaltungsrat und anschließend zu dessen Vorsitzendem gewählt.

Die BOC und andere zyprische Banken waren Anfang 2013 als Folge ihrer Griechenland-Geschäfte in eine Schieflage geraten. Erstmals in der EU-Geschichte waren damals zur Rettung der Banken auch vermögende Sparer herangezogen worden. Dennoch mussten die Euro-Partner und der IWF Zypern mit zehn Milliarden Euro unter die Arme greifen, um den Inselstaat vor der Pleite zu retten.

Zur Begründung für Ackermanns Engagement hatte es aus seinem Umfeld geheißen: „Das ist eine konkrete Fortsetzung dessen, was er bei der Deutschen Bank betrieben hat: sein Engagement für Europa. Europa war ihm immer nah.“ Der Manager hatte Ende Mai 2012 nach zehn Jahren die Führung der Deutschen Bank abgegeben.

Chronik

Trauerfeier für ermordete Miss Honduras

Angehörige und Freunde der bei einem mutmaßlichen Eifersuchtsdrama erschossenen Miss Honduras und ihrer Schwester haben gestern Abschied von den beiden jungen Frauen genommen.

In der Stadt Santa Barbara versammelten sich Trauernde zu einer Morgenandacht vor dem Familienanwesen. Die verscharrten Leichen von Schönheitskönigin Maria Jose Alvarado und deren Schwester Sofia Trinidad waren am Tag zuvor am Ufer des Flusses Aguagual entdeckt worden.

Verlobter unter Mordverdacht

Die 19-jährige Miss Honduras und ihre vier Jahre ältere Schwester galten über Tage hinweg als vermisst, nachdem sie in der vergangenen Woche die Geburtstagsparty des Freundes der Schwester besucht hatten. Die Polizei nahm Sofia Trinidad Alvarados Verlobten Plutarco Ruiz unter dem Verdacht fest, die Schwestern am Abend ihres Verschwindens getötet zu haben.

Medienberichten zufolge soll es bei der Geburtstagsparty zu einem Eifersuchtsdrama gekommen sein. Demnach tötete Ruiz seine Freundin mit einem Kopfschuss, weil sie mit einem anderen Mann getanzt hatte. Ihrer im April zur Miss Honduras gewählten Schwester habe er zwei Kugeln in den Rücken geschossen.

Erneut Ausbruch der Vogelgrippe in Niederlanden

In den Niederlanden ist auf einem weiteren Bauernhof die Vogelgrippe nachgewiesen worden. Es sei abermals ein landesweites Transportverbot für Geflügel, Eier und gebrauchtes Stroh verhängt worden, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Zugleich sei die Tötung aller 43.000 Legehennen des betroffenen Betriebes in Ter Aar unweit von Leiden angeordnet worden. Das Transportverbot gelte zunächst bis Sonntag.

In dem aktuellen Fall handle es sich um eine H5-Variante. Ob es wie zuvor der aus Asien stammende Subtyp H5N8 ist, könne erst nach weiteren Untersuchungen gesagt werden. Das Ergebnis werde heute bekannt, sagte Staatssekretärin Sharon Dijksma.

Rings um Ter Aar gebe es in einem Radius von zehn Kilometern vier weitere Geflügelbetriebe, die nun auf Vogelgrippe untersucht würden.

Am Samstag war auf einer Geflügelfarm in Hekendorp nahe Gouda das Vogelgrippevirus H5N8 nachgewiesen worden. Dort wurden 150.000 Hühner getötet. Nachdem es bisher keine neuen Fälle gegeben hatte, hatten die Niederlande ein Transportverbot für Geflügel wieder aufgehoben.

Nach Flucht vor IS: 19-Jährige in Amsterdam festgenommen

Eine 19-jährige Niederländerin ist nach ihrer angeblichen Flucht aus der Dschihadistenhochburg Rakka im Norden Syriens in ihrem Heimatland festgenommen worden. Die zum Islam konvertierte Jugendliche wurde unmittelbar nach ihrer Ankunft auf dem Flughafen Amsterdam in Gewahrsam genommen, wie die Staatsanwaltschaft in Den Haag gestern mitteilte. Gegen die als Aicha bekannte Heimkehrerin werde wegen Terrorverdachts ermittelt. Ein erster Gerichtstermin wurde für Freitag angesetzt.

Medienberichten zufolge war die junge Frau, die nach dem Übertritt zum Islam ihren bürgerlichen Namen Sterlina ablegte, vor neun Monaten nach Syrien gereist, um einen niederländisch-türkischen Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu heiraten. Sie hatte den früheren Soldaten im Fernsehen gesehen und via Internet Kontakt zu ihm aufgenommen. Nachdem die Ehe scheiterte, wandte sich Aicha mit einem Hilferuf an ihre Mutter Monique, wie die Zeitung „Algemeen Dagblad“ berichtete. Diese sei dann nach Syrien gereist, um ihre Tochter zu befreien.

Einzelheiten der Flucht sind nicht bekannt. „Es ist unklar, wie Monique es schaffte, in ein vom IS kontrolliertes Gebiet zu gelangen“, schrieb das „Algemeen Dagblad“. Eine Anwältin der Familie war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Nach Einschätzung des Geheimdienstes sind bisher insgesamt 130 Niederländer nach Syrien gereist, um sich dem Kampf der IS-Miliz anzuschließen. 30 von ihnen kehrten demnach zurück, 14 weitere wurden bei Gefechten getötet.

Science

„Philae“: Wie sich die Kometen-Landung angehört hat

Er dauerte nur zwei Sekunden, aber für die Weltraumforschung war es ein Meilenstein: Der Moment, als das Minilabor „Philae“ vor acht Tagen erstmals in der Geschichte auf einem Kometen gelandet ist. Wie sich dieser Moment angehört hat, haben deutsche Forscher nun im Internet veröffentlicht.

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Tiefflüge über „Tschuri“ geplant

Nach dem Absetzen des Minilabors „Philae“ auf dem Kometen „Tschuri“ wird die Raumsonde „Rosetta“ auf Tiefflüge über dem Gesteinsbrocken vorbereitet.

Für Ende Jänner sei geplant, dass sich „Rosetta“ für besonders detaillierte Fotos aus rund 30 Kilometer Abstand auf bis zu etwa fünf Kilometer heranwagt, sagte der Chef des Flugbetriebs bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Paolo Ferri, in Darmstadt in Deutschland.

"Tschuri“ saust Richtung Sonne und soll ihr im August nächsten Jahres besonders nahe sein. Auf seiner Reise entwickelt er den typischen Kometenschweif. „Der Kometenschweif hat schon angefangen“, sagte Ferri.

Kultur

Rekordpreis für Bild von Georgia O’Keeffe

Georgia O’Keeffe ist seit gestern die teuerste Malerin der Kunstgeschichte. Ihr Bild „Jimson Weed/White Flower No. 1“ wurde bei Sotheby’s in New York für 44,4 Mio. Dollar (etwa 35,5 Millionen Euro) versteigert - mehr als das Dreifache des erwarteten Preises. Damit hat das Bild von 1932 gleich zwei Rekorde weit hinter sich gelassen.

Zum einen den für Bilder von O’Keeffe selbst. Bisher lag er bei gerade einmal 6,2 Millionen Dollar. Auch der Rekord für das teuerste Werk einer Künstlerin wurde gleich mehrfach überboten. Bisher war Joan Mitchell’s „Untitled“ ganz vorn, versteigert erst im Mai für 11,9 Millionen Dollar.

Spanischer Schauspieler Losada tot aufgefunden

Der spanische Schauspieler Koldo Losada ist in seiner Wohnung in der baskischen Metropole Bilbao tot aufgefunden worden. Der 54-Jährige sei vermutlich erschlagen worden, berichtete das öffentlich-rechtliche baskische Fernsehen EITB gestern unter Berufung auf das Innenministerium des Baskenlands. Der gleichaltrige Lebensgefährte des Schauspielers sei unter Tatverdacht festgenommen worden.

Losada hatte in der erfolgreichen Filmkomödie des Schweden Felix Herngren „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ (2013) den früheren spanischen Diktator Francisco Franco gespielt. Im Baskenland war er durch seine Rollen in mehreren Fernsehserien bekanntgeworden.

Religion

Kirchenhistoriker befürchtet „Gegenpapst“ Benedikt

Der in Münster lehrende Kirchenhistoriker Hubert Wolf plädiert für eine eindeutigere Unterscheidung zwischen Papst und „Papst emeritus“. Andernfalls könnte es zu einem „Gegenpapst“ kommen, warnte Wolf. Es gebe „seit längerem“ Befürchtungen, „um Franziskus und Benedikt XVI. könnten zwei konkurrierende Machtzentren an der Kurie entstehen, mit Papst und Gegenpapst an ihrer Spitze“, schreibt der Theologe in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe).

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Leute

Rebellische Aristokratin: Herzogin von Alba ist tot

Eine der exzentrischsten und reichsten Frauen Spaniens, die Herzogin von Alba, ist tot. Sie starb mit 88 Jahren in ihrem Palast in Sevilla. Im spanischen Boulevard und in Aristokratenkreisen hatte die rebellische Herzogin immer wieder für Aufregung gesorgt - nicht zuletzt durch ihre Ehemänner, bei denen sie meist Liebe über Standesdünkel stellte. Erst vor drei Jahren heiratete sie gegen heftigen Widerstand ihrer Familie Ehemann Nummer drei, den um 25 Jahre jüngeren Bürgerlichen Alfonso Diez. Für diese Liebe gab sie den größten Teil ihres Vermögens her.

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