Ausland

Spanien: Regierungspakt auf wackligen Beinen

In Spanien haben die konservative Volkspartei (PP) und die liberalen Ciudadanos (Bürger) gut zwei Monate nach der Parlamentsneuwahl einen Pakt zur Bildung einer Regierung vereinbart. Das Abkommen wurde heute im Parlament in Madrid unterzeichnet.

Keine ausreichende Mehrheit

Beide Parteien verfügen jedoch nicht über eine ausreichende Mehrheit, um bei der Abstimmung am Mittwoch im Parlament eine Wiederwahl des geschäftsführenden Regierungschefs Mariano Rajoy (PP) zum Ministerpräsidenten garantieren zu können.

Rajoy erklärte nach der Unterzeichnung durch die beiden Parteisprecher, er wolle sich mit dem Chef der Sozialisten (PSOE), Pedro Sanchez, treffen, um die Unterstützung der PSOE zumindest durch eine Enthaltung bei der Abstimmung einzufordern. „Ich werde ihm sagen: Willst du, dass es eine neue Wahl gibt?“

PP und Ciudadanos kämen zusammen mit der erhofften Unterstützung des einzigen Abgeordneten der Regionalpartei „Coalicion Canaria“ (Kanarische Koalition) auf höchstens 170 Ja-Stimmen. Im ersten Wahlgang benötigt der Kandidat aber eine absolute Mehrheit von 176 Stimmen. In der zweiten Runde, die, falls nötig, am Freitag stattfinden würde, reicht die einfache Mehrheit - es müssen also nur mehr Ja- als Nein-Stimmen sein. Aber auch die ist für Rajoy zunächst nicht in Sicht.

Bei der Parlamentsneuwahl hatte sich die PP am 26. Juni zwar als stärkste Partei behauptet, die am 20. Dezember verlorene absolute Mehrheit allerdings erneut deutlich verpasst.

Indonesien: Versuchtes Selbstmordattentat in Kirche

Bei einem versuchten Selbstmordattentat während eines Gottesdienstes in Indonesien ist ein Priester leicht verletzt worden. Der Geistliche kam mit einer Stichwunde an seinem linken Arm davon, als der Angreifer ihn mit einem Küchenmesser attackierte, wie die Polizeisprecherin der Provinz Nord-Sumatra, Rina Sari Ginting, heute sagte.

Erst Bombenexplosion, dann Messerattentat

Der Tatverdächtige habe unter den Gemeindemitgliedern gesessen, berichtete die Sprecherin unter Berufung auf einen Augenzeugen. Als er aufstand, sei die Bombe in seinem Rucksack explodiert und haben ihn selbst verletzt. Darauf sei er auf den Priester zugerannt und habe ihn mit einem Messer angegriffen.

„Der Pfarrer konnte entkommen, während die Gemeinde (den Angreifer) zurückhielt“, sagte Ginting. Keine weiteren Menschen seien verletzt worden. Die Polizei räumte die Kirche und sicherte die Umgebung ab, um nach weiteren Beweisen zu suchen.

Das Logo auf dem beschlagnahmten Rucksack des Tatverdächtigen habe dem Symbol der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) geähnelt. Der Angreifer habe nach seinen Angaben im Auftrag einer anderen Person gehandelt, so die Sprecherin.

Russischer Journalist in Kiew tot aufgefunden

Wenige Wochen nach dem Mord an dem prowestlichen Journalisten Pawel Scheremet aus Russland ist in Kiew ein zweiter russischer Journalist tot aufgefunden worden.

Polizei fand Abschiedsbrief

Im Fall von Alexander Schtschetinin, Gründer des Nachrichtenportals Nowy Region (Neue Region), gingen die ukrainischen Behörden aber von Suizid aus. Nach Polizeiangaben von heute hinterließ er einen Abschiedsbrief, wie die Agentur Interfax meldete.

Schtschetinin lebte seit 2004 in Kiew. Er habe sein Portal von einem prorussischen zu einem proukrainischen Medium umgewandelt, schrieb der Sprecher des Innenministeriums, Artjom Schtschenko, auf Facebook. Die Arbeit bei Nowy Region hatte Schtschetinin im Februar nach eigenen Angaben auf Druck aus Russland aufgegeben.

Zweifel an Selbstmord-Theorie

Deshalb stellten ihm nahestehende Journalisten den Suizid infrage. In der russischen Staatsduma zog der Abgeordnete Leonid Sluzki in Zweifel, dass die Ukraine den Tod objektiv aufklären wird.

Scheremet, ein Kritiker der russischen wie der ukrainischen Führung, war am 20. Juli in Kiew von einer Autobombe getötet worden. Im Jahr zuvor hatten Unbekannte den russlandfreundlichen Journalisten Oles Busina erschossen.

GB: Regierung berät am Mittwoch über „Brexit“-Strategie

Die britische Premierministerin Theresa May will mit ihrem Kabinett Strategien für den EU-Austritt ihres Landes beraten. Bei einer Sitzung am Mittwoch auf dem Landsitz Chequers solle jeder Ressortchef dazu Stellung nehmen, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA heute.

Große Frage nach Parlamentsbeteiligung

Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, ob vor einem Beginn der offiziellen Austrittsverhandlungen mit der EU das Parlament abstimmen soll. Britische Medien berichten über Unstimmigkeit in dieser Frage. Bei einem Parlamentsvotum wäre eine Ablehnung des „Brexits“ nicht ausgeschlossen.

Die Briten hatten in einem historischen Referendum am 23. Juni für einen Austritt aus der EU („Brexit“) gestimmt. May hatte im Wahlkampf zwar für einen Verbleib plädiert, sich mit ihrer Meinung aber stark zurückgehalten. Sie soll die zerstrittenen Konservativen einigen.

Austrittsgespräche erst ab 2017

Nach dem Votum stellte May zwar klar, „‚Brexit‘ heißt ‚Brexit‘“ - zugleich signalisierte sie aber, dass sie erst Anfang 2017 mit Austrittsgesprächen beginnen will. Dagegen dringt die EU auf einen raschen Beginn, die Verhandlungen selbst dürften zwei Jahre dauern.

Deutschland, Frankreich und Polen wollen zusammenrücken

Deutschland, Frankreich und Polen wollen angesichts des geplanten „Brexits“ enger kooperieren, um den Zusammenhalt der Europäischen Union zu stärken.

Gipfel geplant

„In Anbetracht der beispiellosen Herausforderungen für Europa erachten wir es für erforderlich, die Zusammenarbeit zu intensivieren und ihr einen neuen Impuls zu geben“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Jean-Marc Ayrault und Witold Waszczykowski zum 25-jährigen Bestehen des Weimarer Dreiecks, einem außenpolitischen Gesprächsforum der drei Länder. Noch in diesem Jahr soll erstmals seit fünf Jahren ein Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs in diesem Format stattfinden.

Als gemeinsame Handlungsfelder sind in der Erklärung die Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie die Wirtschafts-, Energie- und Beschäftigungspolitik genannt. Das Streitthema Flucht und Migration kommt zwar als eine „der großen Herausforderungen unserer Zeit“ vor. Die Außenminister gehen aber nicht näher auf Lösungsmöglichkeiten ein. Polen zählt in der Europäischen Union zu den schärfsten Gegnern der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

„Wir wissen, dass es keine einfachen Lösungen für die genannten Herausforderungen gibt“, heißt es in der Erklärung. „Wir sind jedoch entschlossen, sie gemeinsam anzugehen, im Geiste eines erneuerten gegenseitigen Vertrauens.“

Den USA die Stirn bieten

Die drei Länder wollen der EU sicherheitspolitisch eine „echte strategische Unabhängigkeit“ von den USA verschaffen. Dazu gehöre eine Stärkung der europäischen Rolle in der NATO und eine wettbewerbsfähige Rüstungsindustrie.

Wirtschaftspolitisch setzten sich die drei Minister unter anderem für weitere strukturelle Reformen ein, um die Attraktivität Europas für internationale Investitionen zu erhöhen. Zudem wollen sie die Harmonisierung der Steuer- und Sozialsysteme beschleunigen.

Letzte Offensive gegen IS im libyschen Sirte

Die Truppen der UNO-gestützten Einheitsregierung in Libyen haben heute einen Angriff auf die letzten von Dschihadisten kontrollierten Viertel der Küstenstadt Sirte gestartet. „Die letzte Schlacht um Sirte hat begonnen“, sagte ein Sprecher der Regierungstruppen.

Etwa 1.000 Soldaten seien in die beiden Stadtteile, die noch von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kontrolliert werden, vorgerückt. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete von Panzern und gepanzerten Fahrzeugen. Anschließend seien Gewehrfeuer und Explosionen zu hören gewesen. Den Regierungstruppen zufolge war der Vormarsch in der Nacht durch US-Luftangriffe auf Stellungen der Dschihadisten vorbereitet worden.

Chaos seit dem Sturz Gaddafis

Die IS-Miliz beherrscht Sirte seit Juni 2015. Im Mai dieses Jahres begann eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt. Der Verlust der 450 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis gelegenen Stadt wäre ein schwerer Schlag für die Dschihadisten. Sirte bildet die Verbindung zwischen dem Westen und dem Osten des erdölreichen Landes.

Nach dem Sturz und dem Tod des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi infolge eines französischen und britischen Militäreinsatzes im Jahr 2011 war das nordafrikanische Land ins Chaos gestürzt. Seitdem beherrschen verfeindete Milizen den Staat. Der IS nutzte die unübersichtliche Lage in Libyen, um sich auszubreiten, unter anderem in Gaddafis Heimatstadt Sirte.

Ägypten lässt bekannten Menschenrechtsanwalt frei

Die ägyptischen Behörden haben einen prominenten Menschenrechtsanwalt aus der Haft entlassen, der im Zuge der regierungskritischen Proteste gegen die Abtretung zweier Inseln an Saudi-Arabien inhaftiert worden war.

Malik Adli sei heute aus der Untersuchungshaft entlassen worden, bestätigten Adlis Anwälte der Nachrichtenagentur AFP. Adli hatte sich im April an den Protesten beteiligt und war Anfang Mai von Zivilpolizisten festgenommen worden.

Protest gegen Sisis gerichtet

Die Proteste am 25. April hatten sich an der Abtretung der beiden strategisch wichtigen Inseln Tiran und Sanafir an Saudi-Arabien entzündet. Sie wendeten sich dann aber auch gegen Präsident Abdel Fattah al-Sisi und seine Politik der harten Hand. Es waren die größten Proteste gegen die ägyptische Regierung seit rund zwei Jahren. Aufgerufen dazu hatten laizistische und linksgerichtete Gruppen.

Im Juni hob der ägyptische Staatsrat, die oberste Instanz der Verwaltungsgerichtsbarkeit, die Abtretung der Inseln auf und bezeichnete Tiran und Sanafir als „ägyptisches Territorium“. Dagegen hat die Regierung Berufung eingelegt. Sie argumentiert, dass die Inseln schon immer zu Saudi-Arabien gehört hätten. Ägypten habe sie als Teil einer Pachtvereinbarung seit den 50er Jahren lediglich verwaltet.

Inseln „verkauft“

Saudi-Arabien gehört zu Ägyptens Hauptverbündeten. Seit der Machtübernahme des ehemaligen Armeechefs Sisi im Jahr 2013 hat das Königreich Ägypten mit Hilfsgeldern und Investitionen in Milliardenhöhe unterstützt. Kritiker werfen Sisi vor, die Inseln im Tausch gegen Investitionen „verkauft“ zu haben.

Ausschreitungen bei Besuch von Serben im Kosovo

Zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der lokalen albanischen Bevölkerung und der Polizei ist es heute Früh in dem südkosovarischen Dorf Mushtisht (serbisch: Musutiste) bei Suva Reka gekommen.

Sonderpolizeieinheiten setzten laut Medienberichten in Prishtina Tränengas ein, um den Protest gegen eine Gruppe einstiger serbischer Dorfeinwohner zu zerschlagen. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen. Es habe auch Verletzte geben, berichtete die Presseagentur Kosovapress.

Etwa 150 Serben waren in der Früh zum ersten Mal seit 1999 mit drei Bussen angereist, um anlässlich eines serbisch-orthodoxen Kirchenfeiertages (Mariä Himmelfahrt) einer Messe auf den Ruinen einer zerstörten serbisch-orthodoxen Kirche in Mushtisht, ihrem ehemaligen Wohnort, beizuwohnen. Der Polizei war es Medienberichten zufolge nach der Auseinandersetzung mit Demonstranten gelungen, den Weg zur Kirche freizuhalten.

UCK-Fahnen bei Protesten

Albanische Dorfeinwohner beschuldigen Serben, während des Kosovokrieges (1998 bis 99) Morde und Zerstörungen begangen zu haben und wollten ihren Dorfbesuch verhindern. Von Demonstranten wurden aus Protest gegen den Serben-Besuch auch Flaggen der ehemaligen kosovo-albanischen Milizen UCK (Kosovo-Befreiungsarmee) getragen, hieß es in Medienberichten.

Der kosovarische Minister für Flüchtlingsrückkehr und Volksgruppen, Dalibor Jevtic hatte, im Juni angekündigt, dass ehemalige serbische Dorfeinwohner nach Mushtisht zurückkehren würden. Er stellte damals einen baldigen Wiederaufbau der ersten serbischen Häuser in Aussicht. Dazu kam es bisher nicht. In der Vorwoche wurden im Dorf Plakate mit Fotografien affichiert, auf denen das im Krieg zerstörte Dorf zu sehen war. Das hätten die serbischen Dorfbewohner vor ihrem Abzug im Juni 1999 angerichtet, hieß es dazu.

Inland

Kern für Rückführung von Bootsflüchtlingen

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) fordert, dass Flüchtlinge, die auf offenem Meer gerettet werden, künftig nicht mehr automatisch weiterreisen dürfen. „Die Flüchtlinge sollten in sichere Herkunftsländer“, sagte er im Interview mit der „Kleinen Zeitung“ (Sonntag-Ausgabe). „Das ist vielleicht nicht immer leicht, aber vertretbar.“

Gleichzeitig betonte der Bundeskanzler aber, dass dabei Standards einzuhalten seien. „Boote abzudrängen, Leute ihrem Schicksal zu überlassen, Lager zu bauen, wo sich Kinder verstümmeln, das ist mit dem europäischen Wertekanon nicht vereinbar“, so Kern in Anspielung auf die australische Asylpolitik.

„Können keine Festung Europa bauen“

Kern will mehr Engagement zum Schutz der EU-Außengrenzen und gleichzeitig Hilfsprogramme in den Herkunftsländern der Flüchtlinge. „Wir können keine Festung Europa bauen und wegschauen, was an unseren Grenzen passiert.“ Hilfsprogramme und Aufnahmezentren in Nordafrika sollten „schneller kommen“, so der Kanzler. „Alle Fluchtwilligen auf griechischen Inseln zu sammeln wird auf Dauer nicht gehen.“

FPÖ-Kritik an Verfahrensrichter im Hypo-Auschuss

Nach Durchsicht des Berichtentwurfs zum Hypo-Untersuchungsausschuss von Verfahrensrichter Walter Pilgermair übt auch die FPÖ Kritik - am Inhalt sowie an Pilgermair selbst.

„Insgesamt offenbart der Rohbericht gravierende Lücken“, so der freiheitliche Fraktionsvorsitzende im Ausschuss, Erwin Angerer, am Sonntag gegenüber der APA. Es würden wesentliche Erkenntnisse fehlen, und Pilgermair habe eine „sehr selektive Wahrnehmung“.

„Kann wohl nur ein Witz sein“

Den ÖVP-Finanzminister zur Zeit der Hypo-Verstaatlichung, „Josef Pröll von der Verantwortung reinzuwachen, kann wohl nur ein Witz sein“, so Angerer. Der Untersuchungsgegenstand des Ausschusses beziehe sich auf die politischen Verantwortungen beim Hypo-Desaster, erinnert Angerer. „Auf diesem Auge scheint Pilgermair blind. Sein Rohbericht ist in diesem Punkt eine glatte Themaverfehlung.“

Letztentscheidungen und -verantwortungen lägen immer beim Ressortchef, sagte Angerer dazu, dass Pilgermair Pröll im Berichtentwurf lediglich von Mitarbeitern schlecht beraten sieht.

Die Freiheitlichen - denen von den politischen Gegnern gewöhnlich die Verantwortung für den von Kärnten ausgehenden Hypo-Skandal angelastet wird -, haben die politischen Verantwortlichen für sich schon festgemacht: „Pröll ist für die fatalen Fehler im Verstaatlichungsvertrag verantwortlich“, so Angerer.

Hotline für Hofburg-Wahl ab morgen aktiv

Auch bei der Wiederholung der Bundespräsidentenstichwahl bietet das Innenministerium Informationen nicht nur auf seiner Website, sondern auch telefonisch. Morgen nimmt die eigens dafür eingerichtete Hotline - mit der Telefonnummer 0800-202220 - den Betrieb auf.

Wähler bekommen bis Freitag vor der Wahl wochentags von 7.30 bis 17.00 Uhr Antworten auf ihre Fragen zum Wahlrecht. Das Innenministerium hat mit einem Pool von knapp 30 Mitarbeitern vorgesorgt, von denen jeweils zwei bis vier am Telefon im Einsatz sind.

Eigene Kontaktstelle für Wahlhelfer

Für Mitglieder von Wahlbehörden, die möglicherweise durch die Ausführungen des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) bei der Aufhebung der Stichwahl vom 22. Mai verunsichert sind, gibt es eine eigene Hotline im Innenministerium - und ebenso die übliche telefonische Auskunft der Wahlabteilung am Sonntag, 2. Oktober, für dringende Fragen zur Stimmabgabe. Zur Schulung der Wahlbehörden bietet das Innenministerium ab 6. September ein E-Learning-Tool an.

Sport

Bundesliga: Sturms Höhenflug soll weitergehen

Mit dem fünften Sieg in sechs Spielen - dem dritten Heimerfolg der Saison - geht Sturm als Tabellenführer in die Länderspielpause. Obwohl der Sieg gegen Altach diesmal auch Schattenseiten offenbarte, sehen sich die Grazer auf einem guten Weg, der sich „bis zum Ende der Saison“ fortsetzen soll, wie Torschütze Stefan Hierländer betonte. „Wir werden dafür arbeiten, dass es so bleibt“, schlug auch Tormann Christian Gratzei in dieselbe Kerbe.

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Tennis: Murray sitzt Djokovic bei US Open im Nacken

Bei den morgen beginnenden US Open kündigt sich im Herren-Bewerb ein packender Zweikampf um den Titel an. Der serbische Titelverteidiger Novak Djokovic muss dabei den Angriff des bärenstarken Andy Murray abwehren.

Der Schotte holte zuletzt in Wimbledon seinen dritten Major-Triumph und wiederholte auch seinen Olympiasieg. Djokovic präsentierte sich indes zuletzt nicht gerade in Topform, und mit dem leichten Schwächeln des Dominators wurde Murray noch stärker.

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Wirtschaft

Russland lässt Charterflüge in die Türkei wieder zu

Russland lässt Charterflüge in die Türkei nach neun Monaten Unterbrechung wieder zu. Ministerpräsident Dimitri Medwedew nahm heute das Verbot von Dezember 2015 zurück, das nach dem Abschuss eines russischen Kampffliegers im türkisch-syrischen Grenzgebiet ergangen war.

Beim Verkehrsministerium gingen bereits die ersten Anmeldungen für Charterflüge in die Türkei ein, sagte Minister Maxim Sokolow der Agentur Interfax in Moskau zufolge.

Wichtiger Faktor für türkischen Tourismus

In den vergangenen Jahren waren bis zu drei Millionen Russen in die Türkei gereist, es war das wichtigste Auslandsreiseziel. Für den türkischen Tourismus bedeutete das Ausbleiben der Russen in dieser Saison einen herben Schlag. Doch im Juni hatten Kreml-Chef Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ihren Konflikt beigelegt und sich Anfang August auch in St. Petersburg getroffen.

China hebt neuen Triebwerksbauer aus der Taufe

In China formiert sich ein neuer Konkurrent im Geschäft mit Flugzeugmotoren. Die China Aero-Engine Group wird mit einem Stammkapital von umgerechnet etwa 6,3 Mrd. Euro ausgestattet, berichtete das staatliche TV heute.

Der Konzern mit 96.000 Beschäftigten soll auf den internationalen Märkten wettbewerbsfähig sein und dort etwa der Triebwerktochter Pratt & Whitney des US-Mischkonzerns United Technologies die Stirn bieten. Die neue Gesellschaft entsteht durch die Fusion einer Reihe kleinerer Firmen. Investoren sind die chinesische Regierung, die Hauptstadt Peking sowie Luftfahrtunternehmen.

Der Triebwerksbau zählt zu den Technologiebranchen, in denen die Volksrepublik an die Weltspitze vorstoßen will. Weitere Sparten, für die dieses Ziel gilt, sind Hochgeschwindigkeitszüge und Nuklearenergie.

Die Zukunft des heimischen Weins

Mehr Schatten, mehr Wasser, weniger Sonne bei der Ernte: Das brauchen die heimischen Trauben, wenn die Temperaturen wie zu erwarten in Österreich wegen des Klimawandels weiter steigen.

Die Winzer müssen sich in naher Zukunft einige Tricks einfallen lassen, um die Qualität zu halten, sind Experten überzeugt - etwa Weinlese in der Nacht. Mittelfristig müssen sich auch die heimischen Liebhaberinnen und Liebhaber von Wein auf Änderungen gefasst machen.

Mehr dazu in Wärmeres Klima verändert die Reben

Chronik

Alkolenker über Kreisverkehr katapultiert

Ein Alkolenker hat heute Früh in Fehring im Bezirk Südoststeiermark einen spektakulären Unfall verursacht. Laut Polizei überfuhr ein 25-Jähriger einen Kreisverkehr - das Auto wurde durch die Luft geschleudert und zog eine Spur der Verwüstung.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Unfall mit Wohnmobil: Elf Verletzte

Auf der Tauernautobahn (A10) kam es heute zu einem Unfall mit einem Wohnmobil und vier beteiligten Pkws. Vier Personen wurden verletzt, eine davon schwer. Es kam zu umfangreichen Staus.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Alkolenker attackiert nach Unfall Polizisten

Nach einem Verkehrsunfall in Wien-Donaustadt attackierte gestern ein 21-jähriger Mann zwei Polizisten mit Faustschlägen. Er hatte 1,9 Promille Alkohol im Blut. Der randalierende Lenker wurde festgenommen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Hai riss Surfer vor La Reunion Arm ab

Vor der französischen Insel La Reunion im Indischen Ozean hat ein Hai einem Surfer den rechten Arm abgerissen. Das Opfer erlitt nach Behördenangaben bei dem Angriff gestern am späten Abend außerdem eine schwere Bissverletzung am Fußgelenk.

Ein Rettungsschwimmer konnte den jungen Mann an Land bringen, er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Das Unglück ereignete sich in einem durch Haischutznetze abgesicherten Gebiet. Nach Angaben der Stadtverwaltung des nahe gelegenen Ortes Saint-Paul war zum Unglückszeitpunkt die rote Fahne gehisst. Es galt also absolutes Badeverbot, nachdem die Brandung ein Loch in das Schutznetz gerissen hatte.

Seit 2011 gab es vor der Küste von La Reunion 19 Haiangriffe, sieben Menschen wurden dabei getötet. Experten zufolge nimmt mit wachsender Beliebtheit des Wassersports auch die Zahl der Haiangriffe zu.

Offenbar betrunkene Piloten vor Abflug in Glasgow gestoppt

Im schottischen Glasgow hat die Polizei Dutzende Passagiere davor bewahrt, von offenbar betrunkenen Piloten über den Atlantik geflogen zu werden. Zwei Piloten der US-Fluggesellschaft United Airlines seien gestern auf dem Flughafen in Gewahrsam genommen worden, teilte die Polizei heute mit.

Nicht der erste vergleichbare Fall

Den Männern im Alter von 35 und 45 Jahren werde vorgeworfen, unter Alkoholeinfluss gestanden zu haben. Sie sollten mit 141 Passagieren an Bord nach Newark im US-Bundesstaat New Jersey fliegen. Die beiden müssen nun zu einer Anhörung vor Gericht erscheinen. United Airlines teilte mit, die zwei Piloten seien beurlaubt worden.

Erst im Juli waren in Glasgow zwei Piloten der kanadischen Fluggesellschaft Air Transat festgenommen worden, die einen Airbus A310 mit etwa 250 Passagieren an Bord nach Toronto steuern sollten und offenbar ebenfalls betrunken waren. Sie wurden gegen Zahlung einer Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt.

Blitze töten mehr als 300 Rentiere in Südnorwegen

Blitze haben auf einer Hochebene im Süden Norwegens mehr als 300 wilde Rentiere getötet. Nach einem Unwetter hätten Wildhüter auf der Hardangervidda-Ebene heute 322 tote Tiere gezählt, die meisten von ihnen innerhalb eines Radius’ von 50 bis 80 Metern.

Diese Zahl sei ungewöhnlich hoch, sagte ein Sprecher der Naturaufsicht dem Sender NRK. Wahrscheinlich hätten sich die Tiere während des Gewitters aneinander gedrängt.

Einigen der toten Rentiere wurden die Gehirne entnommen, um sie auf die chronische Auszehrungskrankheit CWD hin zu untersuchen, die bei einigen Rentieren in Norwegen festgestellt worden war. Die Krankheit attackiert das zentrale Nervensystem.

Ein großer Teil der Hardangnervidda-Hochebene gehört zu einem Nationalpark und ist ein beliebtes Wandergebiet. In der Gegend leben etwa 10.000 wilde Rentiere.

Kultur

Religion

Panorama

Medien

EU angeblich für längerem Leistungsschutz für Verlage

Die EU will nach Informationen des „Handelsblatts“ Presseverlagen und die Musikindustrie unterstützen. Sie sollen demnach das Recht bekommen, für ihre von Google oder Facebook verbreiteten Inhalte 20 Jahre lang eine Vergütung einzufordern.

„Verleger bekommen damit die Möglichkeit, auch dann eine Entschädigung einzufordern, wenn sie ihre Inhalte erst Jahre später bei Google oder auf einer anderen Internetplattform entdecken“, zitiert die Zeitung (Montagausgabe) einen hochrangigen EU-Beamten.

Der Leistungsschutz sei ein Element eines Gesetzentwurfs zum Urheberrecht, den EU-Kommissar Günther Oettinger am 21. September vorlegen wolle. Internetunternehmen wie Google sollten damit verpflichtet werden, mit Rechteinhabern Verträge über die Nutzung ihrer Inhalte abzuschließen, heißt es in einem Arbeitsdokument der EU-Kommission, das dem „Handelsblatt“ vorliegt. Für Verleger eröffne dies die Möglichkeit, eine Entlohnung für die Nutzung ihrer Inhalte zu bekommen.

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