Gschwentner tritt als Tiroler SPÖ-Landeschef zurück

Der Tiroler SPÖ-Landesparteivorsitzende, Landeshauptmannstellvertreter Hannes Gschwentner, tritt vom Parteivorsitz zurück. Das teilte er gestern Abend nach einer vierstündigen Sitzung des Landesparteivorstandes in Innsbruck mit. Soziallandesrat Gerhard Reheis sei mit nur einer Gegenstimme zum geschäftsführenden Parteiobmann gewählt worden, erklärte Gschwentner.

Nähere Informationen würden heute bei einer Pressekonferenz in der Tiroler Landeshauptstadt bekanntgegeben, sagte der Landeshauptmannstellvertreter. Dort werde er sich auch zu seiner Zukunft als Vizeregierungschef in der Tiroler Landesregierung äußern, kündigte Gschwentner an.

Reheis „überrascht“

Reheis bezeichnete Gschwentners Rücktritt in einer ersten Reaktion als „überraschenden Schritt“. Er sei froh über das „große Vertrauen“, das ihm vom 28-köpfigen Parteivorstand entgegengebracht worden sei, um die „kommenden Monate zu bewältigen“, meinte der 57-jährige Reheis, der bis zu einem „späteren Parteitag“ geschäftsführend im Amt sein werde.

Weder Reheis noch Gschwentner wollten gestern Abend nähere Kommentare abgeben. Sie verwiesen auf die für heute Mittag geplante gemeinsame Pressekonferenz. Reheis dankte Gschwentner für die „ausgezeichnete Zusammenarbeit“ in der Landesregierung in den vergangenen Jahren.

Zuletzt herbe Verluste eingefahren

Der am 29. Juli 1957 in Kundl (Bezirk Kufstein) geborene Politiker startete seine politische Karriere in seiner Heimatgemeinde, wo er schließlich auch Bürgermeister war. 1986 war er in den Gemeinderat eingezogen. 2002 trat er nach heftiger Kritik am damaligen SPÖ-Chef Herbert Prock dessen Nachfolge an der Spitze der Tiroler SPÖ an.

Am 3. Juli 2002 wurde der gelernte Exekutivbeamte als Landeshauptmannvize angelobt. 2008 fuhr die Tiroler SPÖ bei den Landtagswahlen massive Verluste ein, sie stürzte von 25,85 Prozent auf 15,46 ab. Gschwentner stellte im Landesparteivorstand die Vertrauensfrage und blieb schließlich Parteivorsitzender. Bei der heurigen Innsbrucker Gemeinderatswahl hatte die SPÖ einen Verlust von 5,1 Prozentpunkten hinnehmen müssen und war nur mehr auf 14,5 Prozent gekommen.

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