Ausland

Friedensgespräche für Ostukraine ohne Ergebnis

In der Ostukraine-Krise hat ein Treffen der Kontaktgruppe nach Angaben des ukrainischen Ex-Präsidenten Leonid Kutschma keinen Durchbruch gebracht. Die Gesprächspartner hätten sich nicht in den Fragen einer Feuerpause und eines Rückzugs schwerer Waffen einigen können, sagte er heute in der weißrussischen Hauptstadt Minsk der Agentur Interfax.

Kutschma, der mit einem Mandat der Regierung in Kiew nach Minsk gereist war, gab den Vertretern der prorussischen Separatisten die Schuld. Von den weiteren Teilnehmern, darunter die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), lag zunächst keine Stellungnahme vor. Das rund dreistündige Treffen war der erste Dialog der Parteien seit mehr als einem Monat.

Putin und Merkel für Waffenruhe

Zuvor beriet der russische Präsident Wladimir Putin hat mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Telefonkonferenz über die angespannte Lage in der Ostukraine. An dem Gespräch habe auch der französische Präsident Francois Hollande teilgenommen, teilte das russische Präsidialamt in Moskau mit. Die Politiker hätten die Hoffnung geäußert, dass die Vereinbarung einer Waffenruhe das zentrale Thema bei den Gesprächen in Minsk sein werde.

Erneut heftige Kämpfe in Konfliktregion

In Minsk war im September eine Waffenruhe vereinbart worden, die von den Konfliktparteien jedoch nicht mehr eingehalten wird. In der Ostukraine toben derzeit zwischen Soldaten und Rebellen die heftigsten Kämpfe seit dem Sommer. Bei Gefechten seien erneut mindestens 15 Zivilisten getötet worden, berichteten Medien in Kiew.

Das Militär und die prorussischen Separatisten beschuldigten sich gegenseitig, Stellungen beschossen zu haben. In den vergangenen Tagen seien dabei 15 Soldaten getötet und 30 verletzt worden, sagte Verteidigungsminister Stepan Poltorak in Kiew. Er räumte ein, dass die Aufständischen den wichtigen Verkehrsknotenpunkt Debalzewo teilweise kontrollieren würden. Die Separatisten haben dort nach eigenen Angaben Tausende Soldaten eingekesselt.

Russland schickt erneut Konvoi

Gegen den Protest der Ukraine schickte Russland den mittlerweile zwölften Lastwagenkonvoi in den Donbass. Etwa 170 Fahrzeuge überquerten die Grenze und trafen in den Separatistenhochburgen Donezk und Lugansk ein. Die Lastwagen hätten rund 1.500 Tonnen Hilfsgüter geladen, sagte ein Sprecher des Zivilschutzministeriums in Moskau. Er machte eine Wirtschaftsblockade der ukrainischen Führung für die schwere humanitäre Lage in der Unruheregion verantwortlich.

Boko Haram: Tschad bombardiert nigerianisches Dorf

Im Kampf gegen die Islamistengruppe Boko Haram hat die Luftwaffe des Tschad heute ein nigerianisches Dorf im Grenzgebiet zu Kamerun bombardiert. Zwei Kampfflugzeuge beschossen das Dorf Gamboru, das seit mehreren Monaten von den Extremisten besetzt ist, wie aus tschadischen und kamerunischen Sicherheitskreisen verlautete.

Die Ortschaft liegt nur knapp 500 Meter von der Stadt Fotokol in Kamerun entfernt, in der gestern bei Kämpfen mit nigerianischen Islamisten drei Soldaten aus dem Tschad getötet worden waren.

Boko Haram dehnt Angriffe aus

Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 starben bei Anschlägen und Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen etwa 13.000 Menschen. In jüngster Zeit dehnte Boko Haram seine Angriffe auch auf Kamerun aus. Der Tschad entsandte daraufhin Truppen, um den Kampf gegen die Extremisten zu unterstützen.

In der Nacht hatte der Friedens- und Sicherheitsrat der Afrikanischen Union (AU) die Schaffung einer 7.500 Mann starken Eingreiftruppe beschlossen, die gegen die Islamisten vorgehen soll. Wie das Mandat der Truppe im Detail aussehen soll, wird in der kommenden Woche bei einem Sondergipfel in der kamerunischen Hauptstadt Jaunde über Einzelheiten beraten.

Ägypten will Sinai nicht kampflos aufgeben

Zwei Tage nach einem blutigen Angriff von Islamisten auf das ägyptische Militär im Nordsinai hat Präsident Abdel Fattah al-Sisi das Land auf einen harten Kampf eingeschworen. Ägypten stehe ein „langer und harter Krieg“ bevor, sagte Sisi heute in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede.

Mit dem Sturz von Mohammed Mursi im Sommer 2013 habe das ägyptische Volk den Weg der Konfrontation mit den Muslimbrüdern gewählt - diese könne noch Jahre andauern. Die Muslimbrüder wurden nach Mursis Sturz zu Terroristen erklärt.

Am Donnerstag hatten Anhänger eines Ablegers der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) bei koordinierten Angriffen 40 Menschen getötet. Sisi versprach, den Sinai nicht kampflos aufzugeben: „Entweder der Sinai bleibt ein Teil Ägyptens oder wir werden sterben.“

Bewaffneter Arm der Hamas „terroristisch“

Ein ägyptisches Gericht stufte unterdessem den bewaffneten Arm der radikalislamischen Palästinenserbewegung Hamas als „terroristische“ Organisation ein. Die Essedin-al-Kassam-Brigaden seien eine Terrororganisation und in Ägypten verboten, urteilte das Gericht nach Angaben eines Sprechers.

Im März verbot Ägypten bereits die Hamas selbst und untersagte ihr jegliche Betätigung auf ägyptischem Boden. Das Urteil vom Samstag folgte auf die Klage eines Anwalts, der den Kassam-Brigaden eine direkte Verwicklung in „terroristische Einsätze“ auf dem Sinai vorwarf. Dabei soll der bewaffnete Arm der Hamas Schmugglertunnel zwischen Ägypten und dem Gazastreifen genutzt haben, um Waffen und Kämpfer ins Land zu bringen.

Leere Regale: Sozialer Notstand in Venezuela

Der tiefe Fall des Ölpreises auf dem Weltmarkt trifft ein Land besonders hart: Über 90 Prozent der Deviseneinnahmen Venezuelas stammen aus dem Ölgeschäft. Nun befindet sich das Ölland in einer dramatischen Wirtschaftskrise mit Rezession. Die Inflation ist auf einem Rekordhoch - sie überstieg bereits die 60-Prozent-Marke. Drastische Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln und Allgemeingütern sind die Folge. Die medizinische Versorgung beginnt einzubrechen. Ein Ausstiegsszenario ist nicht in Sicht.

Mehr dazu in Ölpreis treibt Caracas

Mazedonien: Putschvorwürfe gegen Oppositionschef

Die mazedonische Regierung hat den Oppositionsführer und sozialdemokratischen Parteichef Zoran Zaev beschuldigt, gemeinsam mit drei Helfern einen Staatsstreich vorbereitet zu haben. Das berichtete Regierungschef Nikola Gruevski heute vor der Presse in Skopje.

Zaev habe in vier Treffen mit ihm gedroht, belastendes Material über die Regierung zu veröffentlichen, wenn sie nicht zurücktrete, um eine technische Regierung und vorzeitige Neuwahlen zu ermöglichen, sagte Gruevski weiter. Eine Reaktion von Zaev lag zunächst nicht vor.

Angeblich Zusammenarbeit mit ausländischem Geheimdienst

Der ehemalige Geheimdienstchef Zoran Verusevski und zwei weitere Komplizen von Zaev seien festgenommen worden. Alle vier hätten mit einem nicht näher bezeichneten ausländischen Geheimdienst zusammengearbeitet, bestätigte Gruevski Angaben, die das Innenministerium Stunden zuvor veröffentlicht hatte. „Mit diesem Szenario wurde das ganze Land als Geisel genommen“, sagte er.

Die Opposition unter dem jetzt beschuldigten Zaev boykottiert seit einem Jahr das Parlament. Sie behauptet, die letzten Parlamentswahlen seien von der Regierung gefälscht worden. Daher müsse eine technische Regierung unter Einschluss aller politischen Parteien gebildet werden, die Neuwahlen vorbereiten solle. Gruevski, Regierungschef seit 2006, hatte diese Forderungen als unbegründet abgelehnt.

Vatikan: Ermittlungen wegen Pädophilie und Betrugs

Die italienischen Justizbehörden haben sich im vergangenen Jahr mit Ermittlungen wegen pädophiler Pornografie, Betrugs auf Kosten der Vatikanbank IOR und Drogenhandel befasst. Das geht aus dem heute vorgestellten Bericht des vatikanischen Generalstaatsanwalts Gian Piero Milano bei der Eröffnung des neuen Gerichtsjahres im Vatikan hervor.

Die Ermittlungen wegen pädophiler Pornografie betreffen den wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagten früheren Erzbischof Jozef Wesolowski, der im September festgenommen worden und im Dezember aus dem Hausarrest entlassen worden war, bestätigte der vatikanische Pressesprecher Pater Federico Lombardi nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Die vatikanische Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Papst-Botschafter in der Dominikanischen Republik sexuellen Missbrauch von Minderjährigen und den Besitz von kinderpornografischem Material vor.

2014 sechs Personen im Vatikan festgenommen

Sechs Festnahmen wurden im vergangenen Jahr im Vatikan angeordnet. Diese Zahl sei deutlich höher als in den vergangenen Jahren, sagte Milano. Zu den Festgenommenen zählt der Triester Unternehmer Marcello Di Finizio, der zehn Tage in Haft verbrachte, nachdem er mehrmals auf einen Vorsprung der Fassade des Petersdoms und auf die Kuppel geklettert war. Als Motiv für seinen wiederholten Protest gab Di Finizio laut italienischen Medien stets an, er habe durch EU-Wettbewerbsrecht seine Arbeit verloren.

Auch eine Femen-Aktivistin, die am Christtag barbusig auf dem Petersplatz gegen den Vatikan protestiert hatte, zählt zu den Personen, die 2014 im Vatikan festgenommen wurden.

Die vatikanische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den früheren Aufsichtsratsvorsitzenden - und damit Chef - der Vatikanbank (IOR), Angelo Caloia, und den Ex-Generaldirektor Lelio Scaletti wegen des Verdachts auf Veruntreuung. Den beiden wird vorgeworfen, sich gemeinsam mit einem Anwalt bei Immobiliengeschäften um insgesamt 60 Millionen Euro bereichert zu haben. Caloia und Scaletti sollen zwischen 2001 und 2008 29 Immobilien des IOR in Italien vor allem an Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen verkauft haben, die von ihnen selbst kontrolliert worden seien, so die Zeitung.

Der Generalstaatsanwalt berichtete, dass auch der Drogenhandel den Vatikan beschäftigt habe. „Vereinzelte Versuche“ des Drogenhandels im Vatikan wurden ausgemerzt, so Milano. Das sei auch der Kooperation zwischen der vatikanischen Gendarmerie und der Polizei anderer Staaten zu verdanken.

Großdemonstration von Linkspartei Podemos in Madrid

Zehntausende Anhänger der neu gegründeten spanischen Linkspartei Podemos sind heute in Madrid zu Protesten auf die Straße gegangen. Die Demonstration durch die spanische Hauptstadt stand unter dem Motto „Marsch für Veränderung“. Ebenso wie die neue griechische Regierungspartei Koalition der Radikalen Linken (SYRIZA) lehnt auch Podemos die Sparpolitik strikt ab.

Die aus dem Protest der „Empörten“ hervorgegangene Podemos hatte sich erst Mitte November formell als Partei gegründet. Inzwischen liegt sie in einzelnen Umfragen für die im November anstehende Parlamentswahl bereits in Führung.

Die Demonstranten kamen heute mit Bussen aus ganz Spanien nach Madrid. „Ja, es ist möglich“, skandierte die Menge. Demonstranten hielten Transparente mit Slogans wie „Ticktack, Ticktack, die Stunde der Veränderung ist da“.

Video dazu in iptv.ORF.at

Inland

Steuerreform: Vier Stunden „konstruktive Verhandlungen“

Knapp vier Stunden haben die Teams von SPÖ und ÖVP angeführt von Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner heute über die Steuerreform verhandelt. Inhaltliche Details wurden danach nicht verraten, von beiden Seiten hieß es gegenüber der APA lediglich, dass es auch in dieser dritten Runde „konstruktive Verhandlungen“ gegeben habe.

Dem Vernehmen nach war die geplante Tarifreform neuerlich Thema der Gespräche. Dazu wurden Berechnungen von Experten auf den Tisch gelegt. Einig sind sich SPÖ und ÖVP dabei schon, dass der Eingangssteuersatz von 36,5 auf 25 Prozent gesenkt werden soll. Unterschiedlich sind die Ansichten aber noch über die weiteren Tarifstufen.

Entlastung der unteren Einkommen besprochen

Gesprochen haben die Verhandler der beiden Koalitionsparteien auch über die Entlastung der unteren Einkommen. Dabei dürfte es zu einer Mischung aus der von der SPÖ favorisierten Anhebung der Negativsteuer und der von der ÖVP angestrebten Senkung der Sozialversicherungsbeiträge kommen.

Weiteres Thema war auch die Gegenfinanzierung. Dabei geht es unter anderem um die Bekämpfung von Steuer- und Sozialbetrug. Vorerst noch kein Thema sind Steuererhöhungen bzw. neue Steuern. Diese Frage soll erst am Ende der Verhandlungen besprochen werden. Die ÖVP lehnt die von der SPÖ geforderten Vermögens- und Erbschaftssteuern weiterhin kategorisch ab.

Einigen wollen sich die Verhandlungsteams der Koalition bis 17. März. Bis dahin wurde Stillschweigen vereinbart.

Klug will mehr Kooperation mit anderen Armeen

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) will eine stärkere Zusammenarbeit mit den Armeen anderer Länder. Bis Jahresende werde er ein entsprechendes Portfolio auf die Beine stellen, kündigte Klug bei einem Arbeitsbesuch in den Niederlanden an.

Es sei für den Minister durchaus vorstellbar, den EU-Battle-Groups einen zusätzlichen Auftrag - wie etwa grenzüberschreitende Katastrophenhilfe - zu geben.

Battle Groups „geeignetes Instrument“

Generell brauche es „dringend“ eine Weiterentwicklung der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, für eine Intensivierung seien die Battle Groups ein „geeignetes Instrument“.

Man müsse aber auch dazu stehen, dass sie tatsächlich auch in einen Einsatz gehen, so Klug. An Bedeutung für die europäische und damit auch österreichische Sicherheit - auch in Hinblick auf Terroristen - werde der afrikanische Kontinent gewinnen, zeigte sich Klug einmal mehr überzeugt.

Konkrete Pläne hat er diesbezüglich nicht - sollte aber ein Ansuchen an Österreich kommen, werde man es prüfen, und sollten die Ressourcen vorhanden sein, sei er auch dafür, sich stärker zu engagieren.

Wirtschaft

Toyota, Honda, Chrysler: Über zwei Mio. Autos zurückgerufen

Die Autohersteller Toyota, Honda und Chrysler müssen wegen möglicher Airbagprobleme in den USA mehr als zwei Mio. Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen. Das teilte das US-amerikanische Transportministerium heute in Washington mit.

Die Airbags könnten unvermittelt ausgelöst werden. Es sei schon einmal mit Rückrufen versucht worden, den Defekt zu beheben, allerdings nicht in allen Fällen mit Erfolg, hieß es zur Begründung. Es geht dabei um Modelle verschiedener Marken der Jahre 2002 bis 2004.

Keine Angaben über in Europa verkaufte Autos

Von den 2,12 Mio. Autos seien etwa eine Mio. Fahrzeuge der Marken Toyota und Honda betroffen, die bereits einem Rückruf in Zusammenhang mit Airbags des japanischen Herstellers Takata unterliegen. Diese Airbags können auch ohne Unfall derart heftig auslösen, dass dabei Fahrzeuginsassen sogar ums Leben kommen können, teilte das Ministerium mit. Ob auch in Europa verkaufte Autos betroffen sind, war zunächst nicht bekannt.

Der Fall Takata hatte im vergangenen Jahr hohe Wellen geschlagen, dabei steht vor allem das Krisenmanagement des Zulieferers in der Kritik. Probleme waren länger bekannt, schon 2013 mussten Millionen Autos in die Werkstatt. Doch inzwischen nahm der Airbagrückruf nie geahnte Ausmaße an, die genauen Hintergründe sind weiter ungeklärt.

Luftfrachtkartell: BMW und Bosch schließen sich Klage an

BMW und der Zulieferer Bosch haben sich der Milliardenklage der Deutschen Bahn (DB) gegen Preisabsprachen unter anderen bei der Lufthansa angeschlossen. Auch Continental sowie die Speditionen Kühne + Nagel und Panalpina seien beteiligt und forderten gemeinsam Schadenersatz von bis zu drei Milliarden Euro, berichtete die „WirtschaftsWoche“.

Sprecher von BMW und Bosch bestätigten die Angaben heute gegenüber Reuters. Von Continental, Kühne + Nagel und Panalpina war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

DB will mehrere Milliarden einklagen

Ende vergangenen Jahres war bekanntgeworden, dass die DB Fluggesellschaften weltweit wegen eines Luftfrachtkartells auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagt. Allein beim Landgericht Köln pocht der Staatskonzern auf nahezu 1,8 Mrd. Euro von zehn Fluggesellschaften, darunter die Lufthansa.

Außerdem verlangt der Konzern in den USA von sieben weiteren Airlines nach Angaben der Bahn mindestens weitere 300 Mio. Euro. Die 2006 aufgeflogenen Preisabsprachen haben bereits in vielen Ländern Strafen der Wettbewerbsbehörden ausgelöst.

EU-Kommission verhängte bereits 2010 Strafen

Mit ihrer Tochter DB Schenker ist die Bahn im weltweit hart umkämpften Luftfrachtverkehr die Nummer zwei. Geschädigt sieht sie sich durch Absprachen über Kerosin- und Sicherheitszuschläge. Die EU-Kommission hatte deshalb bereits im November 2010 Strafen von 800 Mio. Euro verhängt. Weltweit kam es zu Geldbußen von 1,5 Mrd. Euro, in den USA auch zu Haftstrafen. Unabhängig davon macht die Bahn nun ihre zivilrechtlichen Ansprüche gegen die Fluggesellschaften geltend.

In den USA richtet sich die Klage gegen Air France, All Nippon Airways, Cargolux, KLM, Martin Air, Qantas und SAS. Die Klage in Köln richtet sich gegen Air Canada, British Airways, Cargolux, Cathay Pacific, Lufthansa, Japan Airlines, LAN, Qantas, SAS und Singapore Airlines.

Serbien schickt 188 staatliche Firmen in Konkurs

Die serbische Regierung hat heute beschlossen, 188 staatliche Firmen in den Konkurs zu schicken. Es geht um Unternehmen, für die bei einer vorjährigen Ausschreibung kein Interesse bekundet wurde.

76 nun vor dem Konkurs stehende Firmen haben laut einer Aussendung der Regierung gar keine Beschäftigten mehr, in weiteren 50 gibt es jeweils weniger als 50 Beschäftigte. Laut früheren Medienberichten dürften durch die heutige Regierungsentscheidung etwa 5.000 Menschen ihren Job verlieren.

Die Regierung will laut früheren Ankündigungen bis Jahresende die Privatisierung der verbliebenen staatlichen Unternehmen - nach heutiger Entscheidung dürfte es noch um etwas mehr als 300 gehen - abschließen.

Rubel-Schwäche könnte Metro-Konzern 200 Mio. Euro kosten

Die durch die Russland-Krise hervorgerufene Rubel-Schwäche könnte die Bilanz des Metro-Konzerns deutlich belasten. „Momentan bekommen Sie für einen Euro rund 80 Rubel. Bleibt der Kurs dauerhaft auf diesem Niveau, kostet uns das rund 200 Millionen Euro im operativen Ergebnis“, sagte Metro-Chef Olaf Koch der „WirtschaftsWoche“. Dieser Effekt könne nicht kompensiert werden.

Im operativen Geschäft seien keine Rückgänge spürbar, sagte Koch weiter. Aus Sorge, dass der Rubel weiter an Wert verlieren könnte, hätten viele Russen Einkäufe vorgezogen und ihr Geld in neue Fernseher und Kühlschränke investiert. Trotz der Importsanktionen und der wirtschaftlichen Lage in Russland wolle der Handelskonzern dort voll leistungsfähig bleiben und auch Marktanteile ausbauen, sagte Koch. Von Oktober bis Dezember eröffnete der Handelskonzern dort zwölf neue Märkte, sieben davon gehören zur Sparte Cash & Carry.

Die russische Währung verlor im vergangenen Jahr zum Dollar 40 Prozent an Wert. Russland leidet stark unter dem Ölpreisverfall. Auch die wegen des Ukraine-Konflikts verhängten Sanktionen des Westens machen dem Land zu schaffen.

Sport

Skispringen: Iraschko-Stolz siegt in Hinzenbach

Obwohl Daniela Iraschko-Stolz nach eigenen Angaben die Schanze in Hinzenbach nicht mag, eilt Österreichs derzeit beste Skispringerin dort von Erfolg zu Erfolg. Bei fünf Antreten in Oberösterreich wurde die Steirerin zweimal Zweite und dreimal Erste.

Den letzten Erfolg, ihren dritten im Weltcup in Folge, feierte Iraschko-Stolz heute. Die Weltcup-Spitzenreiterin triumphierte vor der deutschen Olympiasiegerin Carina Vogt und der Japanerin Sara Takanashi und bewies damit wenige Wochen vor der WM weiter ihre Hochform.

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Fußball: Köln startet mit Sieg ins Frühjahr

Mit einem Erfolgserlebnis ist der 1. FC Köln heute in die Frühjahrssaison der deutschen Bundesliga gestartet. Die Elf von Peter Stöger schlug auswärts den Hamburger SV. Bei Schalke lieferte Christian Fuchs den Assist zum Siegestor gegen Hannover.

Weniger gut verlief der Nachmittag für die Stuttgarter Martin Harnik und Florian Klein, die gegen Mönchengladbach eine knappe Niederlage hinnehmen mussten. Am Tabellenende rangiert Dortmund, das im Abendduell mit Neuzugang Kevin Kampl gegen Leverkusen um Punkte kämpft. Bereits am Freitag erlitt Spitzenreiter Bayern München in Wolfsburg eine unerwartete Abfuhr.

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Tennis: Williams gewinnt Australian Open

Serena Williams hat zum sechsten Mal in ihrer Karriere die Australian Open gewonnen. Die Weltranglistenerste besiegte heute im Finale des Grand-Slam-Turniers in Melbourne die Russin Maria Scharapowa in zwei Sätzen.

Für Williams ist es der 19. Grand-Slam-Turniersieg ihrer Karriere. Die 33-jährige US-Amerikanerin übertraf damit ihre Landsfrauen Martina Navratilova und Chris Evert. Rekordhalterin in der offenen Profiära ist die Deutsche Steffi Graf mit 22 Major-Titeln.

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Snowboard: Licht und Schatten für ÖSV in Rogla

Bei der WM im Lachtal hat sie sich beim Titelgewinn ihrer Landsfrau Claudia Riegler mit dem sechsten Rang begnügen müssen, beim ersten Weltcup nach den Heim-Welttitelkämpfen zeigte Marion Kreiner aber wieder ihre Vormachtstellung im Parallel-Riesentorlauf.

Die 33-Jährige setzte sich heute in Rogla (SLO) im großen Finale gegen die Kärntnerin Ina Meschik durch und feierte ihren fünften Weltcup-Sieg. Schlecht lief es im ersten Rennen nach der WM für Österreichs Herren.

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Chronik

Zahlreiche Lawinenabgänge: Mehrere Verschüttete geborgen

Im Bereich einer Skipiste auf dem Hochkar ist heute eine Lawine abgegangen. Ein Mann sei teilverschüttet und schwer verletzt worden, berichtete „Notruf NÖ“. Zunächst waren weitere Verschüttete vermutet worden - die Suche wurde jedoch abgebrochen.

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Eine Person nach Lawinenabgang in Tirol geborgen

Nach einem Lawinenabgang in der Granatspitzgruppe in Osttirol ist heute eine verschüttete Person lebend aus dem Schnee geborgen worden. Der Mann war von der Lawine 400 Meter weit mitgerissen worden, er erlitt eine Beinverletzung.

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Drei Lawinenabgänge in Salzburg

Fast im Stundentakt sind im Bundesland Salzburg Lawinen abgegangen. Kurz nach Mittag ist ein Skitourengeher im Tennengebirge bei Scheffau verschüttet worden. Bergretter haben ihn ausgegraben und mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht.

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Lawinenabgänge in Vorarlberg

Nach einem Lawinenabgang in Damüls (Vorarlberg) sind am späten Nachmittag zwei Personen geborgen worden. Über den Gesundheitszustand der beiden Wintersportler ist derzeit nichts bekannt. Eine weitere Lawine löste sich in Au.

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Warnung vor erheblicher Lawinengefahr

Generell herrscht in Vorarlberg heute verbreitet erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 auf der fünfteiligen Gefahrenskala. Bernhard Anwander vom Lawinenwarndienst mahnt zu defensivem Verhalten abseits der Pisten.

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Lawine forderte vier Tote in der Schweiz

Eine Lawine hat heute Nachmittag in Graubünden in der Schweiz sieben Skitourenfahrer mitgerissen und verschüttet. Drei Personen konnten nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden. Vier Personen wurden schwer verletzt mit der Rega ins Spital geflogen, eine davon starb später im Spital.

Die neunköpfige Skitourengruppe befand sich auf einer Skitour zum Piz Vilan im Prättigau. Bei der Abfahrt Richtung Seewis GR löste sich in einer Höhe von rund 2.200 Metern eine Lawine und riss sieben Personen mit. Die Tourengänger waren alle mit Lawinensuchgeräten ausgerüstet.

Große Lawinengefahr im Wallis

Ein weiterer Lawinenunfall oberhalb von Verbier VS ging glimpflich aus. Am Nachmittag waren zwei Skifahrer von einer Lawine verschüttet worden. Die Rettungskräfte konnten sie schnell aus den Schneemassen befreien. Die Skifahrer wurden leicht verletzt. Ein Helikopter flog sie zur Kontrolle ins Spital.

Die Lawine ging auf 2.600 Metern in der Region des Col du Crebelet ab. Wie die Walliser Kantonspolizei mitteilte, war eine Gruppe ausländischer Skifahrer außerhalb der markierten Pisten unterwegs. Auf dem gesamten Kantonsgebiet des Wallis herrscht derzeit erhebliche bis große Lawinengefahr. Im übrigen Alpenraum gilt gemäß dem WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3).

USA: Koffer mit zerstückelter Leiche gibt Rätsel auf

Ein in der Innenstadt von San Francisco gefundener Koffer mit Leichenteilen stellt die kalifornische Polizei vor ein Rätsel. Ein Mann, den die Ermittler als „Person von Interesse“ bezeichneten, ist seit gestern Nacht (Ortszeit) in Polizeigewahrsam, wie der „San Francisco Chronicle“ berichtete.

Videoaufnahmen einer Überwachungskamera zeigten den etwa 50 bis 60 Jahre alten Mann an der Stelle, wo der Koffer gefunden wurde. Über seine mögliche Rolle in dem Verbrechen wurde zunächst nichts bekannt.

Kopf bisher nicht gefunden

Ein Fußgänger war am Mittwoch auf den grausigen Fund gestoßen. Neben den Leichenstücken in dem Koffer wurden auch noch Körperteile in der Nachbarschaft gefunden. Der Kopf der Leiche fehlt. Bei dem Opfer handelt es sich nach Angaben der Gerichtsmediziner um einen hellhäutigen Mann.

Die Todesursache war zunächst unklar. Der Mann könnte auch eines natürlichen Todes gestorben und die Leiche erst später zerstückelt worden sein, sagten die Ermittler nach Angaben des „San Francisco Chronicle“. Die Polizei schließt auch ein Bandenverbrechen nicht aus.

Kultur

Finalisten für Protestsongcontest stehen fest

Die Finalisten für den diesjährigen Protestsongcontest stehen fest: Neun Acts aus Wien sowie ein oberösterreichisches Duo konnten sich bei der Vorausscheidung gestern Abend in Wien durchsetzen und qualifizierten sich damit für das Finale am 12. Februar im Rabenhof Theater, wie es in einer Aussendung hieß. Die musikalische Palette reiche von Punk über Hip-Hop bis zu Singer-Songwriter-Beiträgen.

Auf das „kreative Potenzial“ der Teilnehmer hätten sich Themen wie Arbeitslosigkeit, Mobbing, Korruption und der Hypo-Skandal niedergeschlagen, wie Gerald Stocker zitiert wird. Er zeichnet gemeinsam mit Roman Freigaßner-Hauser für Konzept und Umsetzung des Protestsongcontests verantwortlich. Dieser präsentiere sich „bei seiner 12. Auflage als fixer Bestandteil des kritischen österreichischen Kulturlebens und als Gratmesser für all diese aufgestauten Ärgernisse“.

Über den Sieger wird beim Finale eine aus Martin Blumenau, Birgit Denk, Vea Kaiser, Peter Paul Skrepek, Olivera Stajic und Hubert Weinheimer bestehende Jury entscheiden. Die Moderation übernimmt Michael Ostrowski.

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Brand in Moskauer Universitätsbibliothek

Ein schwerer Brand hat gestern Abend die Bibliothek des Instituts für Gesellschaftswissenschaften (INION) in Moskau verwüstet. Die Flammen wüteten in dem Gebäude im Südwesten der russischen Hauptstadt auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern.

Das Feuer sei im zweiten Stock ausgebrochen und habe innerhalb weniger Minuten auf das ganze Gebäude übergegriffen, berichteten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die Behörden. Teile des Daches des dreistöckigen Gebäudes stürzten ein.

Über 14 Millionen Bücher

Gegen Mitternacht konnte das Feuer eingedämmt werden. Als mögliche Brandursache wurde ein Kurzschluss angegeben. Die Untersuchungen werden aufgenommen, sobald der Brand vollends gelöscht ist. Angaben über Opfer lagen bisher keine vor. Der Schaden für das Institut ist noch nicht abzusehen.

Das Institut ist das bedeutendste Informationszentrum auf dem Gebiet der Sozial- und Gesellschaftswissenschaften in Russland. In seiner Bibliothek lagerten über 14 Millionen Werke, darunter eine der wichtigsten Sammlungen von Büchern in slawischen Sprachen.

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Science

NASA-Satellit „SMAP“ gestartet

Die NASA hat einen Satelliten zur Messung des Klimawandels ins All geschickt. Das Observatorium „SMAP“ hob heute um 15.22 Uhr (MEZ) auf dem Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien an Bord einer Delta-II-Rakete ab, wie die US-Raumfahrtbehörde mitteilte. Der Satellit soll mindestens drei Jahre um die Erde kreisen und dabei die Feuchtigkeit auf der Erde untersuchen.

Das trägt laut NASA dazu bei, etwa Überflutungen, Dürren und den Klimawandel besser vorherzusagen. Zuvor war der Start zweimal wegen Windes sowie Reparaturen an der Rakete verschoben worden.

100 Jahre Gaskrieg: Als aus „Besiegen“ „Vernichten“ wurde

Der Wunsch, einem Gegner so heftig weh zu tun wie nur möglich ist so alt wie die Menschheit. Eine als unüberwindbar geltende Hemmschwelle dabei fiel aber erst vor genau 100 Jahren, am 31. Jänner 1915, im siebenten Monat des Ersten Weltkriegs. An diesem Tag setzte die deutsche Armee 18.000 Geschoße mit Xylylbromid gegen russische Einheiten ein.

Auch wenn der Einsatz noch nicht mit den berüchtigten Chlor- und Phosphorgasangriffen späterer Monate vergleichbar war: Ab diesem Moment waren Gift und Gas nicht mehr Kriegslist wie schon seit dem Altertum, sondern auf die Vernichtung eines Gegners ausgerichtet, in dem man konsequenterweise keinen Menschen mehr erblicken durfte.

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Leute

Neue Biografie erzählt von Intrigen um Prinz Charles

Das Umfeld von Prinz Charles ist laut einer neuen Biographie des britischen Thronfolgers ein Hort erbitterter Intrigen. In ihrem Buch „Charles: The Heart of a King“ schreibt die Biografin Catherine Mayer laut heute vorab in der „Times“ veröffentlichten Auszügen, das Leben in Charles’ Residenz Clarence House sei kaum weniger brutal als am Hof von Heinrich VIII., der im 16. Jahrhundert für seine Intrigen und hinterhältigen Abrechnungen bekannt war.

Berater „nicht immer weise gewählt“

In dem Buch, das auf Interviews mit Charles selbst sowie mit Freunden, Mitarbeitern und Kritikern beruht, schreibt die Autorin, der älteste Sohn von Königin Elizabeth II. habe seine Berater „nicht immer weise gewählt“. Vielmehr umgebe der 66-jährige Thronfolger sich oft mit Menschen, die ihm sagten, was er hören wolle.

Da Charles häufiger Schmeicheleien als die bittere Wahrheit zu hören bekomme, wisse er oft nicht, wem er vertrauen soll, schreibt Mayer. „Dieser Faktor verbunden mit seiner angeborenen Unsicherheit bedeutet, dass er nicht immer glaubt, dass er das Lob verdient hat, das ihm gezollt wird, während ihn Kritik zur Verzweiflung bringen kann“, schreibt die Biografin in dem Buch, das am Donnerstag in Großbritannien in die Läden kommt.