Ausland

UNO-Kommissar: EU sollte 200.000 Flüchtlinge verteilen

Der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres, hat an die EU appelliert, sich auf die Verteilung von bis zu 200.000 Flüchtlingen auf die Mitgliedsstaaten nach verbindlichen Quoten zu einigen.

Zugleich müssten ausreichende Erstaufnahmezentren geschaffen werden, forderte Guterres in einer heute in Genf veröffentlichten Erklärung. Dabei brauche insbesondere Griechenland Hilfe, so der UNO-Hochkommissar mit Blick auf das EU-Außenministertreffen zur Flüchtlingskrise in Luxemburg. „Solidarität kann nicht allein in der Verantwortung einiger weniger EU-Staaten liegen“, heißt es in der Erklärung.

Weitere Themen des EU-Außenministertreffens sollen die Lage im Nahen Osten sowie der Ukraine-Konflikt und die angespannten Beziehungen zu Russland sein.

Hohe Delegation besucht Kos

Der stellvertretende EU-Kommissionspräsident Frans Timmermans und der für Migrationsfragen zuständige EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos reisen heute zur griechischen Insel Kos. Dort wollen sie sich ein Bild von der Lage der Migranten machen, die tagelang unter sengender Sonne auf eine Fähre warten, die sie zum griechischen Festland bringen soll. Das teilte die Regierung in Athen mit.

Visegard-Staaten beraten über Flüchtlingskrise

Die Regierungschefs der Visegrad-Staaten Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn kommen heute in Prag zu Beratungen über die Flüchtlingskrise zusammen. Angesichts der chaotischen Zustände in Ungarn und der Debatte über ein Quotensystem zur Verteilung von Flüchtlingen in der EU wollen Ewa Kopacz und ihre Kollegen Robert Fico, Bohuslav Sobotka und Viktor Orban ihre Haltung abstimmen.

Putin weist Spekulationen über Syrien-Einsatz zurück

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Spekulationen über eine Beteiligung russischer Soldaten am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien als voreilig zurückgewiesen.

„Darüber zu sprechen ist verfrüht“, sagte der russische Präsident bei einem Wirtschaftsforum in Wladiwostok an der Pazifikküste. Russland prüfe verschiedene Möglichkeiten. Doch der Einsatz von Soldaten stehe noch nicht auf der Tagesordnung, betonte er.

Der Kreml hatte zuvor israelische Medienberichte dementiert, wonach Russland bereit sei, Militärflugzeuge zur Bekämpfung des IS nach Syrien zu schicken. Die radikale Miliz hat in großen Teilen Syriens und des Irak ein „Kalifat“ ausgerufen. US-geführte Luftangriffe auf IS-Stellungen in Nahost kritisierte Putin. „Die Effektivität dieser Luftangriffe ist gering“, meinte er der Agentur Interfax zufolge.

Putin warb bei seiner Rede in Russlands größter Hafenstadt am Pazifik für seinen Vorschlag einer internationalen Anti-Terror-Koalition, an der sich auch die syrische Armee beteiligen soll. Russland gilt als enger Partner des umstrittenen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Der Kreml-Chef verwies darauf, dass Moskau Damaskus im Bürgerkrieg mit Waffen und der Ausbildung von Soldaten unterstütze.

US-Bericht kritisiert Polizisten von Ferguson

Nach den tödlichen Schüssen eines weißen Polizisten auf den schwarzen Jugendlichen Michael Brown in Ferguson hat die Polizei laut einer Untersuchung des US-Justizministeriums die folgenden Proteste mit überzogenen Maßnahmen unnötig angeheizt.

In dem knapp 200 Seiten langen Untersuchungsbericht, den das Ministerium gestern in Washington vorlegte, wird unter anderem der Einsatz von gepanzerten Fahrzeugen und Polizeihunden kritisiert.

Die Polizeibehörden der Stadt, des Bezirks und des Bundesstaates Missouri hätten in den 17 Tagen nach Browns Tod bis zu seiner Beerdigung vielfach unangemessen und überzogen auf die Proteste gegen Browns gewaltsamen Tod reagiert, hieß es. Auch der Einsatz der Polizeihunde sei eine solche „unangemessene und ineffiziente Strategie“ gewesen, kritisierte der Bericht.

„Spannungen angeheizt“

Laut dem Ministeriumsbericht wurde in Ferguson überdies Tränengas ohne eine angemessene Vorwarnung und die Berücksichtigung von Fluchtmöglichkeiten der Demonstranten eingesetzt. Das habe „Spannungen angeheizt und Angst unter den Demonstranten erzeugt“. Statt zu deeskalieren, habe die Polizei außerdem gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt, die an einen Militäreinsatz erinnert hätten, bemängelte das Justizministerium.

Die Polizei von Ferguson wurde allgemein dafür kritisiert, dass sie sich auf keine etablierten Kontakte zu den Bewohnern von Browns Viertel habe stützen können und auch zu den anderen Afroamerikanern in Ferguson praktisch keine Kontakte unterhalten habe. Um Auseinandersetzungen wie in Ferguson künftig zu vermeiden, zog der Bericht mehr als 110 Lehren aus den Vorfällen.

Guatemalas zurückgetretener Präsident in U-Haft

Nach dem Rücktritt von Guatemalas Präsident Otto Perez wegen Korruptionsermittlungen muss der ehemalige Staatschef in Untersuchungshaft. Richter Miguel Angel Galvez ordnete gestern in Guatemala-Stadt an, Perez wegen Fluchtgefahr in der Militärkaserne Matamoros im Zentrum der Hauptstadt festzusetzen.

Nach monatelangen Demonstrationen und unter dem Druck eines Haftbefehls wegen Korruption hatte Perez in der Nacht auf gestern seinen Rücktritt eingereicht. Das Parlament nahm den Rücktritt an. Staatsanwaltschaft und UNO-Ermittler beschuldigen Perez, ein führender Kopf eines Korruptionsnetzwerks zu sein. Dieses soll Importfirmen gegen Schmiergelder Einfuhrzölle in Millionenhöhe erlassen haben.

Seit April hatten Tausende Demonstranten allwöchentlich den Rücktritt des Staatschefs gefordert, den Perez jedoch bis zuletzt ablehnte. In der Korruptionsaffäre sitzt bereits die zurückgetretene Vizepräsidentin Roxana Baldetti in Untersuchungshaft. Am Sonntag wird in Guatemala turnusmäßig ein neuer Präsident gewählt.

Brand in Flüchtlingsheim in Deutschland

Der Brand in einer Flüchtlingsunterkunft in Heppenheim im deutschen Bundesland Hessen ist gelöscht. Ein Bewohner rettete sich mit einem Sprung aus dem zweiten Stock ins Freie und wurde dabei schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Weitere Bewohner erlitten leichte Rauchgasverletzungen.

Nach ersten Erkenntnissen brach das Feuer hinter der Eingangstür aus. Die Ursache sei noch unklar, sagte eine Polizeisprecherin. Ob es sich um Brandstiftung handle, könne derzeit noch nicht gesagt werden.

Ein Brand in einer Flüchtlingsunterkunft in Heppenheim im deutschen Bundesland Hessen ist gelöscht. (iptv.ORF.at)

Zeugen bemerkten in der Nacht auf heute gegen 1.30 Uhr Rauch im Eingangsbereich und meldeten den Brand. Laut Polizei wohnen in dem dreigeschoßigen Heim mehr als 60 Menschen. Die Einrichtung sei nun unbewohnbar. Für die Bewohner mussten andere Unterkünfte organisiert werden.

Saudischer König Salman trifft Obama

Erstmals seit seiner Thronbesteigung im Jänner ist der saudische König Salman heute zu einem Staatsbesuch bei US-Präsident Barack Obama zu Gast. Saudi-Arabien ist mit den USA unter anderem gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verbündet, die in Teilen Syriens und des Irak ein Kalifat ausgerufen hat.

Wegen des Atomabkommens mit dem Iran hat sich das Verhältnis beider Länder jedoch stark abgekühlt. Das sunnitische Saudi-Arabien lehnt den Atomvertrag mit dem schiitischen Iran ab, weil es einen noch größeren Einfluss des Erzrivalen auf die Region befürchtet.

Es wird erwartet, dass der US-Präsident den Ängsten der Saudis entgegentritt. Obama und Salman waren einander bisher erst einmal begegnet, als Obama im Frühjahr nach dem Tod König Abdullahs zu einem Kondolenzbesuch in Riad war.

US-Standesbeamtin nach Ablehnung von Homoehe in Haft

Eine Standesbeamtin im US-Staat Kentucky muss ins Gefängnis, weil sie Homosexuellen keine Trauscheine ausstellen will. Laut Berichten der „New York Times“ und des Nachrichtensenders CNN ordnete ein Bundesrichter nach einer Anhörung gestern die sofortige Festnahme von Kim Davis an, weil sie das Urteil des Obersten Gerichtshofs zur landesweiten Einführung der Homosexuellenehe missachte.

Davis werde erst aus der Haft entlassen, wenn sie zusage, sich an geltendes Recht bei der Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren zu halten.

In einem historischen Urteil hatte der Supreme Court Ende Juni die Homosexuellenehe überall in den Vereinigten Staaten erlaubt. Die Obersten Richter erklärten Verbote von gleichgeschlechtlichen Eheschließungen in einer Reihe von Bundesstaaten für verfassungswidrig. Der Widerstand gegen die Homosexuellenehe ist in konservativ geprägten Gegenden im Mittleren Westen und im Süden der USA aber weiter groß.

Standesbeamtin berief sich auf christlichen Glauben

Kentuckys Gouverneur hatte im Juli alle Standesbeamten in seinem Bundesstaat angewiesen, sich dem Urteil zu fügen. Davis setzte sich über die Anordnung hinweg und berief sich dabei auf ihren christlichen Glauben. Ein Bundesrichter befand allerdings, dass religiöse Überzeugungen sie nicht von ihren Amtspflichten entbinden. Zuletzt scheiterte Davis am Montag mit ihrem Einspruch vor dem Supreme Court.

Doch die Standesbeamtin blieb uneinsichtig. „Mein Glauben kann von mir nicht losgelöst werden“, sagte sie am Dienstag, als sie homosexuellen Paaren erneut die Trauung verweigerte. „Ich bin gewillt, die Konsequenzen zu tragen, so wie ihr alle Konsequenzen tragen müsst, wenn die Zeit des jüngsten Gerichts kommt.“

Bundesrichter David Bunning machte laut „New York Times“ deutlich, dass das Gericht die „vorsätzliche Missachtung“ seiner Anordnungen nicht billigen könne. „Wenn man Leuten die Möglichkeit gibt, sich auszusuchen, welchen Anordnungen sie folgen, dann schafft das mögliche Probleme.“ Vor dem Gerichtsgebäude in Ashland versammelten sich Befürworter und Gegner der Homosexuellenehe.

Inland

Bundespräsident Fischer reist in den Iran

Bundespräsident Heinz Fischer wird am Montag als erstes Staatsoberhaupt eines EU-Landes seit 2004 die Islamische Republik Iran besuchen. Voraussetzung für die mehrmals verschobene Reise war der Abschluss des Atomabkommens zwischen der internationalen Staatengemeinschaft und Teheran.

Bereits Fischers Vorgänger Thomas Klestil und Kurt Waldheim hatten sich in Sachen Iran als „Eisbrecher“ betätigt. 1991 besuchte Waldheim als erstes westliches Staatsoberhaupt seit der islamischen Revolution 1979 den Iran. Nach dem EU-Beitritt Österreichs (1995) reiste Klestil im September 1999 als erster Präsident eines EU-Landes zu einem Arbeitsbesuch in die Islamische Republik. Im Jänner 2004 kam er dann zu einem Staatsbesuch nach Teheran.

Besuchsdiplomatie im Kreuzfeuer der Kritik

Der als gemäßigt geltende frühere iranische Präsident Mohammed Chatami besuchte mehrmals Österreich. Als iranischer Präsident traf er im März 2002 und im April 2005 in Wien mit den Bundespräsidenten Klestil und Fischer zusammen.

Gegenüber Fischer betonte Chatami damals, dass sein Land Atomtechnologie nur zu friedlichen Zwecken nutzen wolle. Im November 2005 nahm er - bereits als ehemaliger Präsident - an einer hochrangig besetzten Islamkonferenz in Wien teil.

Die rege Besuchsdiplomatie zwischen dem Iran und Österreich wurde nicht überall begrüßt. Nicht zuletzt wegen der Menschenrechtslage im Iran gab es von verschiedener Seite Kritik. Auch unter dem als Reformer angetretenen Chatami gab es keine wesentliche Verbesserung, auch das geheime Atomprogramm wurde fortgeführt, bis es 2002 von der Exilopposition aufgedeckt wurde.

SPÖ-Klubchef lehnt Steuerautonomie der Länder ab

In den kommenden Wochen beginnt die entscheidende Phase in den Verhandlungen über einen neuen Finanzausgleich. SPÖ-Klubchef Andreas Schieder plädiert hier für eine komplette Neuaufstellung des Systems und dafür, dass Städte und Gemeinden gegenüber den Ländern gestärkt werden. Einer von der ÖVP forcierten Teilsteuerautonomie für die Länder erteilte Schieder im APA-Interview eine klare Absage.

Er halte das „für ein wenig sinnvolles Modell“. Für einen „steuerpolitischen Fleckerlteppich“ sei Österreich zu klein. Außerdem diskutiere man in Europa gerade über die Harmonisierung wesentlicher Unternehmenssteuern. In Österreich dann namhafte Steuern zu regionalisieren wäre eine falsche Entwicklung.

„Bisheriges System ist am Ende“

Stattdessen tritt der rote Klubchef für eine grundlegende Reform der Finanzströme zwischen Bund, Ländern und Gemeinden ein: „Das bisherige System des Finanzausgleichs in Österreich ist an ein Ende gekommen.“ Die tatsächliche Aufgabenverteilung zwischen Ländern und Gemeinden werde nicht mehr richtig abgebildet, es brauche einen aufgabenorientierten Finanzausgleich.

Nötig wäre für Schieder eine Entflechtung, um die Unübersichtlichkeit der Finanzströme zu beenden. Städten und Gemeinden solle dabei mehr Spielraum in der Bewältigung ihrer Aufgaben gegeben werden, die Länder dafür „ein bisschen in ihrer Entscheidungsgewalt eingeschränkt werden“.

Durchgriffsrecht „starkes Zeichen“

Dass sich die Regierung nicht vor den Ländern fürchtet, sieht Schieder durch das parlamentarisch mittlerweile auf den Weg gebrachte Durchgriffsrecht des Bundes bei der Flüchtlingsunterbringung belegt. Die Klubs hätten sich hier über „einfachste Länderinteressen und Gemeindekaiser, die glauben, über die Bauordnung sinnvolle Dinge zu verhindern“, hinweggesetzt, was ein „starkes Zeichen“ gewesen sei.

Freilich gibt Schieder zu, dass es in der Koalition nicht immer so einfach geht. Einerseits seien manche Sachfragen kompliziert, andererseits gebe es „einzelne Klientelfunktionäre, die nur auf ihre Klientelgruppe schauen und weniger auf das Staatswohl“. Das mache es schwieriger, Kompromisse zu finden.

Schelling zu eigenem Euro-Finanzminister diskussionsbereit

Dem Vorschlag des französischen Wirtschaftsministers Emmanuel Macron für einen neu einzusetzenden Euro-Finanzminister kann Finanzminister Hans Jörg Schelling einiges abgewinnen. „Das ist ein Vorschlag, den wir diskutieren können“, sagte Schelling gestern Abend beim Forum Alpbach bei einer Podiumsdiskussion mit dem Chef der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem.

Dijsselbloem will zuerst über dringendere Probleme wie etwa den Arbeitsmarkt reden und dann erst über langfristige Themen wie einen Euro-Finanzminister. Bereits jetzt sieht er Probleme mit der demokratischen Legitimität bei tiefgreifenden Entscheidungen innerhalb der Euro-Zone.

Kirche startet Website zu Flüchtlingshilfe

Auf einer neuen Website informiert die katholische Kirche in Österreich über die kirchlichen Hilfsangebote für Flüchtlinge und Asylwerber. Sie gibt auch einen Überblick über die Zahl der kirchlich untergebrachten Flüchtlinge. Auf Asylhilfe.katholisch.at findet man die diözesanen Flüchtlingskoordinatoren und Ansprechpersonen sowie Informationen über kirchliche Hilfsprojekte und Möglichkeiten, wie man sich selbst aktiv an der Hilfe beteiligen kann.

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Immer mehr Menschen engagieren sich

Angesichts der katastrophalen Zustände im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen ist die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge bereits vor Wochen sichtbar geworden. Seitdem wächst die Unterstützung durch private Initiativen und NGOs stetig. Tausende engagieren sich mit Sachspenden, mit Zeit für Deutschunterricht oder einfach, indem sie Flüchtlinge zum Arzt begleiten. Immer mehr wollen Wohnraum zur Verfügung stellen. Aus der Flüchtlingshilfe ist dieses Engagement nicht mehr wegzudenken, ist auch Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer überzeugt: „Es sind überwiegend Freiwillige, die die Flüchtlinge versorgen und betreuen.“

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Sport

US Open: Thiem erhält Aufstieg als Geschenk

Dominic Thiem hat an seinem 22. Geburtstag den Aufstieg in die dritte Runde der US Open in New York geschenkt bekommen. Österreichs Nummer eins profitierte von der verletzungsbedingten Aufgabe seines usbekischen Gegners Denis Istomin im dritten Satz. Bis dahin lag Thiem aber auch sportlich auf Aufstiegskurs. Das Geburtstagskind hatte den Usbeken in den ersten beiden Sätzen klar im Griff. Für Jürgen Melzer kam unterdessen gegen den Tschechen Tomas Berdych das Aus.

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Formel 1: Vettel vor emotionalem Start in Monza

Der Grand Prix von Italien in Monza am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF eins) ist der letzte Auftritt der Formel 1 in Europa. Vor allem für Sebastian Vettel ist das Rennen im Königlichen Park speziell. Und das nicht nur, weil er jetzt in einem Ferrari sitzt. 2008 feierte der 28-jährige Deutsche in Monza einen historischen Erfolg. „Natürlich verbinde ich mit Monza viele große Erinnerungen“, sagt Vettel und träumt vom Ferrari-Heimsieg. Dem steht aber Mercedes im Weg.

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EM-Qualifikation: Alaba sieht goldene ÖFB-Zukunft

Mit etwas Bauchweh hat Österreich vergangenen Oktober 2:1 in Moldawien gewonnen. Es war der Beginn einer fünf Partien andauernden Siegesserie, und wenn die ÖFB-Elf morgen erneut auf Moldawien trifft, erwartet den Gegner ein Team, das so gut wie nie ist. „Ich glaube, dass wir uns von Spiel zu Spiel weiterentwickelt haben“, sagte David Alaba auf Frage von ORF.at. Die aktuelle FIFA-Weltrangliste weist Österreich auf Rang 13 aus, der Bayern-Star traut der Nationalmannschaft sogar die Top Ten zu: „Ich habe keinen Bock auf ein Ende.“

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Wirtschaft

Boeing mit turbulentem Geschäftsjahr

Nach einem Rückschlag beim Frachtgeschäft hat sich der US-Flugzeughersteller Boeing in Großbritannien einen Milliardenauftrag gesichert. Der Konzern verständigte sich mit der britischen Linie Jet2.com auf die Bestellung von 27 Maschinen des Typs 737-800, wie der Airbus-Rivale gestern mitteilte.

Das Volumen des Auftrags belaufe sich nach Listenpreis auf rund 2,6 Milliarden Dollar (2,3 Mrd. Euro). Im Frachtgeschäft hatte Boeing hingegen kurz zuvor eine Order verloren. Laut Unternehmensangaben strich Nippon Cargo Airlines die Bestellung von vier Frachtmaschinen des Typs 747-8. Laut Liste lag dieser Auftragswert bei 1,5 Milliarden Dollar.

Gasprom und Europäer unterzeichnen „Nord Stream“-Vertrag

Der russische Energiekonzern Gasprom und seine europäischen Partner haben ein Abkommen zum Ausbau der Gaspipeline „Nord Stream“ unterzeichnet. Gasprom, E.on, die BASF-Tochter Wintershall, die OMV, ENGIE und Royal Dutch Shell hätten ein Konsortium für das Projekt gebildet, teilte ein Sprecher heute mit.

Bis Ende 2019 sollen zwei weitere Pipelinestränge durch die Ostsee gebaut werden. Sie sollen bis zu 55 Milliarden Kubikmeter russisches Gas nach Deutschland transportieren und die Abhängigkeit von der Ukraine als Transitland reduzieren. Die beiden ersten Stränge sind seit Oktober 2012 in Betrieb.

G-20 beraten über jüngste Börsenturbulenzen und China

Die Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) beraten heute und morgen in Ankara über die wirtschaftlichen Probleme Chinas und die jüngsten Börsenturbulenzen. Bei dem zweitägigen G-20-Treffen in der türkischen Hauptstadt geht es um mögliche Ansteckungsgefahren und negative Auswirkungen für die Weltwirtschaft.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt steuert auf ein weit schwächeres Wirtschaftswachstum zu als erwartet. Seit Mitte Juni sind die Aktienmärkte in China trotz der Interventionen der Pekinger Führung abgestürzt. Auch andere Finanzmärkte waren betroffen, weshalb es Sorgen vor einer neuen globalen Krise gibt.

Neben der Lage in China beraten die G-20-Minister und Notenbankchefs bis Samstag auch über die seit Monaten andauernde Politik des billigen Geldes. Themen sind ferner zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur, Maßnahmen für nachhaltiges Wachstum und mehr Beschäftigung sowie der Kampf gegen Steuertricks globaler Konzerne.

Chronik

Ein Toter bei Schießerei auf US-Campus

Bei einer Schießerei auf einem Campus im US-Bundesstaat Kalifornien sind ein Mensch getötet und ein weiterer schwer verletzt worden. Der Todesschütze befinde sich auf der Flucht, teilte die Polizei gestern Abend nach dem Vorfall am Sacramento City College mit. Der Campus sei gesichert worden, es werde ermittelt.

Laut Behördenangaben ereignete sich die Schießerei auf einem Parkplatz. Eine Anrainerin berichtete, sie habe vier oder fünf Schüsse gehört. Die Polizei teilte mit, ein männlicher Verdächtiger sei zu Fuß geflohen. Das Motiv für die Tat war unklar.

Der Todesschütze befinde sich auf der Flucht, teilte die Polizei mit. (iptv.ORF.at)

In den USA gibt es regelmäßig Morde mit Schusswaffen. Zuletzt wurden während einer Livefernsehsendung im Bundesstaat Virginia eine Reporterin und ein Kameramann erschossen. Trotzdem scheiterten bisher alle Bemühungen um strengere Waffengesetze.

Offiziell: Gefundenes Wrackteil von Flug MH370

Die letzten Zweifel sind beseitigt: Das auf der Insel La Reunion gefundene Wrackteil stammt von dem vermissten Malaysia-Airlines-Flug MH370. Eine auf dem Teil befindliche Nummer könne der Seriennummer der Flügelklappe der im März 2014 verschwundenen Boeing 777 zugeordnet werden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft gestern mit.

Es könne „heute mit Sicherheit gesagt werden, dass die am 29. Juli 2015 auf La Reunion gefundene Flügelklappe der von Flug MH370 entspricht“, so die Behörde. Die malaysische Regierung hatte bereits Anfang August nach einer ersten Untersuchung der Flügelklappe in einem französischen Labor erklärt, diese stamme von Flug MH370. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte sich zunächst vorsichtiger geäußert.

Die Malaysia-Airlines-Maschine war am 8. März 2014 auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Insassen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Es wird vermutet, dass sie vom Kurs abwich und nach stundenlangem Flug mit leerem Tank in den südlichen Indischen Ozean stürzte. Das Ende Juli auf der im Indischen Ozean gelegenen Insel La Reunion gefundene Flügelteil ist das erste Wrackteil der Maschine, das entdeckt wurde.

Verdächtiger nach A4-Drama vor bulgarischer Justiz

Nach der Flüchtlingstragödie auf der Ostautobahn (A4) mit 71 Todesopfern in einem Kühllastwagen hat einer der mutmaßlichen Lenker vor einem bulgarischen Gericht ausgesagt, nichts von Menschen an Bord seines Lasters gewusst zu haben. Der Bulgare, der gestern in Hand- und Fußfesseln zu der Anhörung in der Stadt Montana gebracht worden war, blieb auf Anordnung des Gerichts in Untersuchungshaft.

Die bulgarische Justiz wirft dem Mann vor, den Lkw, in dem die Flüchtlinge erstickten, zumindest auf einem Teil der Strecke zwischen Ungarn und Österreich gesteuert zu haben. Am Montag will sich das Gericht mit einer Auslieferung des 32-Jährigen nach Österreich befassen.

Laut bulgarischer Staatsanwaltschaft muss sich der Verdächtige wegen Beteiligung an einem kriminellen Schlepperring und fahrlässiger Tötung in 71 Fällen verantworten. Im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsdrama wurden bisher fünf weitere Verdächtige in Ungarn inhaftiert.

Religion

Kultur

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Leute

Feuerwehrmann fand Paris Hiltons Verlobungsring

Ein polnischer Feuerwehrmann hat einen wertvollen Diamantring der US-Hotelerbin Paris Hilton gefunden - und im Fundbüro des Flughafens von Lodz abgegeben. Mieczyslaw Cieslaczyk habe das Schmuckstück zwischen den Polstern eines Fahrzeugs entdeckt, mit dem VIP-Passagiere an dem Airport zu ihren Maschinen gebracht werden, sagte Flughafensprecherin Ewa Bienkowska gestern.

Der Feuerwehrmann habe den Ring im Fundbüro abgeliefert ohne zu wissen, wem er gehört. Das Society-Girl Hilton war zu dem Zeitpunkt bereits mit seinem Privatjet abgeflogen. Laut polnischen Medien soll es sich bei dem Schmuckstück um Hiltons Verlobungsring mit einem Wert von 100.000 Dollar (88.849,40 Euro) handeln.

Gemäß den polnischen Gesetzen steht dem Feuerwehrmann ein Finderlohn in Höhe von zehn Prozent des Ringwerts zu. Sollte Hilton sich daran halten, will Cieslaczyk nach eigenen Angaben mit seiner Frau von dem Geld eine schöne Reise „in warme Länder“ machen.

Lifestyle

Ars Electronica: Wer hat Platz in der Stadt der Zukunft?

Entwicklungen der Gegenwart können ein Festival, das sich visionären Fragen in einer digitalen Welt widmet, recht schnell alt aussehen lassen. Das weiß man auch beim Ars Electronica und bietet heuer einen bewusst breiteren und soziale Fragen miteinbeziehenden Zugang beim Blick auf die Zukunft der städtischen Lebensräume. Migration, Diaspora - das sind Themen, denen man sich im Moment in verstärktem Maße widmen muss. Während man dabei gerade auch den sozialen Zusammenhalt in der Stadt von morgen in den Blick nimmt, rollen zugleich Züge mit Tausenden Flüchtlingen an Linz vorbei. Drängend wird also bei einem Szenario auch die Frage, für wen in der Stadt von morgen eigentlich Platz ist.

Mehr dazu in Drängende Aufgaben der Gegenwart