Ausland

Grenzkontrollen: EU stellt Griechenland Ultimatum

Die EU gibt Griechenland noch drei Monate Zeit, um die Kontrollen an der EU-Außengrenze zu verbessern. Die EU-Mitgliedsstaaten beschlossen heute am Rande des Finanzministerrates eine entsprechende Fristsetzung. Setzt Griechenland die dabei gemachten Empfehlungen nicht um, kann die EU-Kommission eine Verlängerung der Grenzkontrollen innerhalb des Schengen-Raums auf bis zu zwei Jahre empfehlen.

Regierung muss Aktionsplan vorlegen

Die griechische Regierung hat nun einen Monat Zeit, einen Aktionsplan vorzulegen, um die beanstandeten Mängel abzustellen. „Obgleich Griechenland infolge der hohen Zahl von ankommenden Personen unter beispiellosem Druck steht, ist eine hinreichende Identifizierung, Registrierung und Aufnahme unabdingbar“, heißt es in dem Beschluss, der gegen den Widerstand der Regierung in Athen angenommen wurde.

Verlängerung der Binnenkontrollen möglich

Griechenland steht seit Monaten unter Druck, weil der Großteil der dort ankommenden Flüchtlinge ungehindert über den Balkan Richtung Österreich, Deutschland und Schweden weiterreisen konnte. Zahlreiche Länder führten deshalb Kontrollen an den Binnengrenzen des Schengen-Raums ein, wo normalerweise ungehindertes Reisen möglich ist.

Artikel 26 des Schengener Grenzkodex lässt notfalls eine Verlängerung der Kontrollen auf bis zu zwei Jahre zu, wenn „anhaltende schwerwiegende Mängel bei den Kontrollen an den Außengrenzen“ das Funktionieren des Schengen-Raums insgesamt gefährden. Dazu muss die EU-Kommission ausdrücklich feststellen, dass die Sicherung der EU-Außengrenzen etwa in Griechenland weiter nicht funktioniert.

Seoul stoppte Stromversorgung für Fabrikpark in Kaesong

Nach der abrupten Schließung eines jahrelang mit Nordkorea betriebenen Industrieparks hat Südkorea den grenznahen Komplex im Nachbarland von der Energieversorgung abgeschnitten.

Auch die Wasserzufuhr aus Südkorea für den Fabrikpark in Kaesong sei gestern Abend eingestellt worden, nachdem Nordkorea alle dort noch verbliebenen Südkoreaner ausgewiesen habe. Das teilte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul heute mit.

Reaktion auf Raketenstart

Vereinigungsminister Hong Yong Pyo warnte Nordkorea vor der Schädigung südkoreanischer Vermögen in der Sonderwirtschaftszone. Mit der Schließung hatte Südkorea auf den jüngsten umstrittenen Raketenstart Nordkoreas am Sonntag reagiert.

Während Pjöngjang von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken sprach, sieht die internationale Gemeinschaft darin den verdeckten Test einer atomar bestückbaren Langstreckenrakete.

Das kommunistische Regime in Pjöngjang hatte als Vergeltung für die Schließung des Fabrikparks erklärt, alle dortigen Anlagen und Waren südkoreanischer Unternehmen zu beschlagnahmen. Die Sonderzone sei unter militärische Kontrolle gebracht worden. Der 2004 geöffnete Fabrikpark war das einzige noch verbliebene größere Gemeinschaftsprojekt beider Länder. Zuletzt arbeiteten dort 54.000 Nordkoreaner für 124 südkoreanische Unternehmen.

Trump kritisiert Papst-Besuch in Mexiko

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump wirft Papst Franziskus vor, die Probleme der USA nicht zu begreifen. In einem Interview des TV-Senders FOX Business sagte Trump gestern laut Kathpress, der Papst betreibe mit seinem Besuch der Grenze in Ciudad Juarez am Mittwoch das Geschäft der mexikanischen Regierung.

„Ich denke, Mexiko hat ihn dazu bewegt, weil es möchte, dass die Grenze so bleibt, wie sie ist. Die machen damit ein Vermögen, und wir verlieren“, so der Milliardär. Der Papst zeige wenig Verständnis für „die Gefahren, die von unserer offenen Grenze mit Mexiko ausgehen“. Trump hielt Franziskus in dem TV-Interview vor, die Situation an der Grenze für seine Zwecke auszunutzen. Dieser Papst sei „eine stark politisierende Person“.

Papst plant Messe an Grenze

Trump will, sollte er US-Präsident werden, eine Mauer an der fast 3.500 Kilometer langen Grenze zu Mexiko bauen lassen, um illegale Einwanderer fernzuhalten. Bezahlen soll sie Mexiko. Umfragen zeigen, dass Trump mit beiden Forderungen auf breite Unterstützung bei konservativen US-Bürgern trifft.

Franziskus feiert am Mittwochabend auf mexikanischer Seite unweit des bestehenden Grenzzauns mit voraussichtlich mehr als 200.000 Menschen eine Messe. Vorher will er am Rio Grande niederknien und für die rund 6.000 Menschen beten, die in den vergangenen 15 Jahren bei dem Versuch ihr Leben verloren, den Grenzfluss zu überqueren.

US-Polizist wegen Todes eines Afroamerikaners verurteilt

Ein New Yorker Polizist, der bei einem Einsatz in Brooklyn 2014 einen unbewaffneten Afroamerikaner erschossen hatte, ist wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Das Strafmaß soll im April verkündet werden, wie die „New York Times“ gestern berichtete. Dem 28-Jährigen drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Die Festlegung des Strafmaßes soll am 14. April erfolgen. Der Beamte hat mindestens mit dem Verlust seiner Arbeit, maximal mit einer Haftstrafe zwischen fünf und 15 Jahren zu rechnen. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Polizisten vorgeworfen, „ohne Grund“ das Feuer eröffnet zu haben, als er dem ebenfalls 28-Jährigen mit seiner Freundin in einem dunklen Stiegenhaus im Stadtteil Brooklyn begegnete.

Streit mit Kollegen statt Hilfeleistung

Der Beamte zog laut Staatsanwaltschaft seine Waffe und tötete den Afroamerikaner, ohne dass sich der Vater einer kleinen Tochter verdächtig verhalten haben soll. Zudem ließ der Beamte laut Staatsanwaltschaft anschließend „kostbare Zeit“ verstreichen, weil er sich mit seinem Kollegen gestritten habe, anstatt einen Notarzt zu rufen.

Seine Verteidigerin hatte dagegen erklärt, dass es sich um einen „Unfall“ gehandelt habe. Laut der Anwältin löste sich der Schuss versehentlich, und ihr Mandant habe in der Dunkelheit zunächst gar nicht bemerkt, dass er jemanden in die Brust getroffen habe. Der Mann starb kurz danach im Krankenhaus.

Oft keine Anklagen

Wiederholte Fälle von übermäßiger Gewalt gegen Schwarze, oft mit tödlichem Ausgang, haben in den USA in den vergangenen Jahren wiederholt für Empörung gesorgt. Einer der prominentesten Fälle war der Tod des 18-jährigen Michael Brown in Ferguson im Bundesstaat Missouri im August 2014. Der verantwortliche Polizist wurde nicht angeklagt, obwohl Brown unbewaffnet war.

Faymann bei Italiens Premier Renzi in Rom

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) berät heute mit dem italienischen Premier Matteo Renzi in Rom über dessen Bemühungen, auf europäischer Ebene mehr Flexibilität im Rahmen des EU-Stabilitäts- und -Wachstumspakts durchzusetzen. Thema des Gesprächs werden auch die Flüchtlingskrise und die diesbezüglich geplanten Maßnahmen Österreichs an seiner Südgrenze sein.

Renzi wirbt für Lockerung der Sparpolitik

Renzi wirbt derzeit bei den sozialdemokratischen Regierungschefs in Europa für eine Lockerung der Sparpolitik zur Förderung des Wirtschaftswachstums. Der italienische Premier will Mitte Februar ein Gipfeltreffen für mehr Flexibilität im Rahmen des Stabilitätspakts organisieren.

Faymann zeigte sich für Renzis Pläne offen. Er könne der Idee eines Vorrangs für Investitionen sehr viel abgewinnen, sagte der Bundeskanzler im Vorfeld seines Besuchs. Ohne stärkere Investitionen könne die Arbeitslosigkeit nicht effizient bekämpfen werden.

Oregon: Besetzung von Naturpark nach 41 Tagen zu Ende

Im US-Bundesstaat Oregon ist die Besetzung eines Naturparks durch eine Bürgerwehr gewaltlos zu Ende gegangen. Die letzten vier Bewaffneten - ein Ehepaar und zwei Männer - gaben gestern nach 41 Tagen auf und wurden in Polizeigewahrsam genommen.

Die rechten Aktivisten hatten das Verwaltungsgebäude des Wildschutzparks im Jänner nach einer Demonstration für zwei wegen Brandstiftung verurteilte Landwirte besetzt. Einer der Anführer der Milizionäre war vor knapp zwei Wochen bei einer Polizeiaktion getötet worden.

Mehr dazu in Besetzer drohte mit Suizid

Inland

Mikl-Leitner und Doskozil planen Reise nach Marokko

Die Regierung will nicht länger auf ein EU-Abkommen warten und forciert nun eine eigene Übereinkunft mit Marokko zur Rücknahme von Flüchtlingen. Dazu planen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) eine Reise in das nordafrikanische Land.

Wie das Büro der Innenministerin mitteilte, befinde sich die Ressortchefin bereits seit Beginn der Flüchtlingskrise vergangenen Sommer in Gesprächen mit den marokkanischen Behörden und dem marokkanischen Botschafter in Österreich über mögliche Einzelvereinbarungen. Dazu gab es auch bereits eine Unterredung von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) mit seinem marokkanischen Amtskollegen.

Wann genau die Regierungsdelegation nach Marokko reist, steht vorerst nicht fest. Entscheidend für die Planung sei der EU-Gipfel am 18. Februar, weil es derzeit Bemühungen gebe, dort eine Lösung für Rückführungen mit Marokko zu erreichen.

Verein macht gegen Gewalt an Flüchtlingsfrauen mobil

Frauen, die aus ihrer Heimat flüchten, sind besonders häufig mit Gewalt konfrontiert - auch in Zielländern wie Österreich. „Auf ihren Fluchtwegen und in den Unterbringungseinrichtungen muss ihnen besonderer Schutz gewährt werden“, sagte Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments (Grüne) bei einer Pressekonferenz des Vereins „One Billion Rising Austria“ (OBRA) heute in Wien.

Die Istanbul-Konvention, die von Österreich ratifiziert wurde und die Vertragsländer unter anderem dazu auffordert, Gesetze zu schaffen, um Migrantinnen und Asylwerberinnen vor Gewalt zu schützen, ist laut Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF), hierzulande zu wenig bekannt.

Unterschiedliche Gesetze in Bundesländern

„Laut der Konvention haben alle Frauen das gleiche Recht auf Schutz und Sicherheit. In der Realität ist das aber leider immer noch nicht der Fall“, sagte sie. Problematisch seien beispielsweise unterschiedliche Gesetzgebungen in den Bundesländern. „Frauenhäuser dürfen nur in Salzburg und in Tirol Asylwerberinnen aufnehmen. In den anderen Bundesländern ist das nur für einen kurzen Zeitraum oder gar nicht möglich“, sagte sie.

Um asylsuchende Frauen und Mädchen vor Gewalt zu schützen, fordert Rösslhumer unter anderem die Schulung und Sensibilisierung von Mitarbeitern in Erstaufnahmezentren und Flüchtlingsunterkünften. Besonders verstärkten fehlende Rückzugsräume und mangelhafte Sanitäreinrichtungen die Gefahr, Opfer sexueller Übergriffe zu werden.

„Wenn Flüchtlingsfrauen von häuslicher Gewalt betroffen sind, ist es außerdem wichtig, dass sie ein eigenes Asylverfahren bekommen und dieses nicht an das Verfahren des Ehemannes gekoppelt wird“, betonte sie. Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, übte Kritik an der fehlenden Verankerung von geschlechtsspezifischen Fluchtgründen (beispielsweise Verfolgung wegen Homosexualität oder Genitalverstümmelung) in der österreichischen Gesetzgebung.

Team Stronach fordert DNA-Proben von Flüchtlingen

Das Team Stronach (TS) hat heute in der Flüchtlingsthematik mit der Forderung aufgewartet, allen männlichen Ankommenden ab 14 Jahren an der Grenze eine DNA-Probe abzunehmen, um im Fall eines Sexualdelikts sofort in einer Datenbank darauf zugreifen zu können. Juristische Probleme sah Klubchef Robert Lugar nicht.

Dass man Flüchtlinge damit unter Generalverdacht stellt, stört Lugar nicht: „Das könnte man bei Fingerabdrücken auch sagen“, die ja bereits - zur Registrierung - abgenommen werden. Eine flächendeckende DNA-Speicherung aller männlichen Asylwerber hätte auch eine gewisse abschreckende Wirkung, glaubt Lugar. „Ich glaube, dass sich diese Kosten rentieren.“

Rechtlichen Status abschaffen

Außerdem möchte das TS dem „Flüchtlingsproblem“ begegnen, indem man den rechtlichen Status des subsidiär Schutzberechtigten abschafft - dann könnte man alle zurückschicken, die nach der Genfer Flüchtlingskonvention keinen Schutz brauchen, meinte Lugar. Die Forderungen sind Teil eines „Sicherheitspakets“, das Lugar gerne mit der „Mehrheit der Willigen“ im Parlament - ÖVP, FPÖ und TS - umsetzen würde.

Sport

Tennis: Als Muster die Nummer eins war

Am 12. Februar 1996 ist österreichische Sportgeschichte geschrieben worden. Nach insgesamt zwölf Turniersiegen und dem Triumph bei den French Open im Jahr davor hatte Thomas Muster den Tennisthron erklommen und sich als erster Österreicher zur Nummer eins im ATP-Ranking gekürt. Der damals 28-jährige Steirer verbrachte jenen Tag für ihn nicht ungewöhnlich auf einem Tennisplatz, doch der Schauplatz war sehr wohl nicht alltäglich.

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Wirtschaft

Markt für Halal-Produkte „am Explodieren“

Der globale Halal-Lebensmittel- und Lifestyle-Sektor wird bis 2020 um sechs Prozent anwachsen, prognostiziert das Marktforschungsinstitut DinarStandar mit Sitz in New York. Weltweit leben 1,3 Milliarden Muslime, 574.000 in Österreich. Der Markt für Halal-Produkte umfasst die Bereiche Industrie, Essen bis hin zu Kosmetika.

Muslime in Österreich greifen bei Halal-Waren überwiegend in Ethno-Supermärkten zu. Der REWE-Konzern verkauft seit einigen Jahren in den Merkur-Märkten nach islamischen Regeln geschlachtetes Fleisch. „Der Markt ist am Explodieren“, sagte der Präsident des Islamischen Informations- und Dokumentationszentrum Österreich, Günther Rusznak.

Unverständnis über Entscheidung von Spar

Das IIDZ-Austria stellt Halal-Zertifikate für Unternehmen aus, die Muslime ansprechen oder in islamische Länder expandieren wollen. Die Firmen belieferten überwiegend den heimischen Markt, die Ausfuhr in die Arabischen Emirate nehme aber zu, erklärte Rusznak. Derzeit sind hierzulande sechs Schlachthöfe für Rinder und einer für Geflügel vom IIDZ Halal zertifiziert. In den vom IIDZ zertifizierten Schlachthöfen werden die Tiere vor dem Schächten betäubt.

Aufgrund von Anfeindungen stellte der Lebensmittelkonzern Spar Anfang Dezember den Verkauf von Halal-zertifiziertem Fleisch ein. "Es ist für mich unerklärlich, warum Spar in die Knie gegangen ist. Spar überlässt damit den Markt den „Onkel-Ahmed-Läden". In Deutschland ist es gang und gäbe, dass man Halal-Fleisch in den großen Handelsketten kaufen kann“, so Rusznak.

OMV sucht Käufer für Türkei-Tochter Petrol Ofisi

Die OMV will ihre vor fünf Jahren mehrheitlich erworbene türkische Tankstellenkette Petrol Ofisi nun wieder loswerden. Verkauft werden sollen bis zu 100 Prozent der Anteile, derzeit laufe ein Verfahren zur Auswahl eines Beraters für den Verkaufsprozess, teilte die OMV heute mit.

Mit der Petrol Ofisi hatte die OMV schon seit längerer Zeit keine Freude mehr. Das Geschäft in der Türkei werde durch Eingriffe des Regulators beeinträchtigt, der die Margen in der Branche gedeckelt habe, so die wiederholte Klage der OMV-Führung.

„Wichtiger Schritt in der Strategie“

Nun hat man offenbar beschlossen, die Reißleine zu ziehen. Der Verkauf sei ein wichtiger Schritt in der Strategie der OMV, „sich auf das Upstream-Geschäft sowie integrierte Downstream-Aktivitäten zu fokussieren“, heißt es in der Aussendung. Die OMV war 2006 mit zunächst 34 Prozent bei Petrol Ofisi eingestiegen und hatte später in mehreren Schritten weiter aufgestockt.

Petrol Ofisi betreibt 1.785 Tankstellen und hat somit das größte Tankstellennetz in der Türkei. 2015 verkaufte das Unternehmen rund zehn Mio. Tonnen Treibstoff. Darüber hinaus betreibt Petrol Ofisi das größte Speicher- und Logistikgeschäft auf dem türkischen Treibstoffmarkt mit einer Speicherkapazität von mehr als einer Mio. Kubikmetern. Das Unternehmen ist auch der größte Lieferant von Schmiermitteln in der Türkei.

EU-Finanzminister offen für Bargeldobergrenze

Einige EU-Finanzminister haben die Idee der deutschen Regierung zu einer Obergrenze für Bargeldzahlungen in Europa offen aufgenommen. „Große Bargeldsummen können leicht zur Terrorfinanzierung genutzt werden, da besteht ein Risiko“, sagte der niederländische Finanzminister und Chef der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem, heute in Brüssel.

Schelling dagegen

Zuvor hatten Deutschland und Frankreich eine europaweite Begrenzung von Barzahlungen ins Spiel gebracht. Die deutsche Regierung könnte sich ein Limit von 5.000 Euro vorstellen. Bargeld als solches dürfe jedoch nicht infrage gestellt werden, sagte Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP). „Ich bin einhundertprozentig für die Erhaltung des Bargelds.“

Auf der Agenda der EU-Finanzminister stand unter anderem ein Aktionsplan der EU-Kommission gegen Terrorismusfinanzierung. Die Einführung einer konkreten EU-weiten Bargeldobergrenze ist darin nicht enthalten.

Abwarten bei 500-Euro-Schein

Europas Finanzminister wollen zudem mit der Entscheidung über das Schicksal des 500-Euro-Scheins auf die Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) warten. Die Minister würden die EZB bitten, die mögliche Nutzung des größten Euro-Scheins zur Finanzierung von Terrorakten nochmals zu prüfen, sagte Dijsselbloem vor dem Treffen der EU-Finanzminister. Die Zentralbank solle dann Vorschläge unterbreiten.

EU geht gegen Stahlimporte aus China und Russland vor

Die EU-Kommission hat heute drei neue Anti-Dumping-Untersuchungen gegen Stahlimporte aus China aufgenommen. Bei den Ermittlungen gehe es um nahtlose Rohre, Grobbleche und heißgewalzten Flachstahl, teilte die Kommission mit. Zudem sollten auf kaltgewalzten Flachstahl aus China und Russland vorläufige Anti-Dumping-Zölle erhoben werden.

Internationale Überkapazitäten

Die EU-Länder sehen ihre Stahlbranche durch Billigimporte gefährdet. Vor allem China und Russland werfen die heimischen Hersteller Dumpingpreise vor. In der weltweiten Stahlproduktion steht die EU an zweiter Stelle, die Nummer eins ist China.

Die chinesischen Hersteller drängen verstärkt auf die Weltmärkte, da die heimische Nachfrage schwächelt. Die Stahlpreise sind massiv gefallen - auch wegen internationaler Überkapazitäten.

Griechische Wirtschaft schrumpfte weniger als befürchtet

Die griechische Wirtschaft hat sich im Kampf gegen die Schuldenkrise zum Ende des vergangenen Jahres besser geschlagen als gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im vierten Quartal zwar um 0,6 Prozent zum Vorquartal, wie das EU-Statistikamt Eurostat heute mitteilte. Experten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang von 0,9 Prozent gerechnet.

Schlusslicht in der Euro-Zone

Damit bleibt der hoch verschuldete Staat aber nach den bisher vorliegenden Daten Schlusslicht in der Euro-Zone. Auch für 2016 sieht es trübe aus. Die EU-Kommission sagt den Griechen ein schwieriges Jahr voraus: Das Bruttoinlandsprodukt werde um 0,7 Prozent schrumpfen, ehe es 2017 mit 2,7 Prozent spürbar steigen soll. Die Arbeitslosigkeit war zuletzt mit 24,6 Prozent immer noch mehr als doppelt so hoch wie im Schnitt der Euro-Zone.

Griechenland hängt weiterhin am Finanztropf seiner Euro-Partner, die Milliardenhilfen zur Verfügung stellen. Die EU-Kommission hält den Abschluss der ersten Überprüfung des dritten Hilfspakets bis Ende März für möglich. Offene Punkte sind neben weiteren Haushaltseinschnitten vor allem eine Pensionsreform und Privatisierungen.

Chronik

Zugsunglück in Bayern: Dritte Blackbox gefunden

Bei den Aufräumarbeiten nach dem schweren Zugsunglück in Bad Aibling in Bayern haben Experten die gesuchte dritte Blackbox in den Trümmern gefunden. Der Fahrtenschreiber zeichnet relevante Informationen während der Fahrt auf und soll dazu beitragen, die Ursache für das Zugsunglück mit inzwischen elf Toten herauszufinden.

„Die anderen beiden sind noch bei der Auswertung“, sagte eine Polizeisprecherin heute mit Blick auf die zwei bereits sichergestellten Fahrtenschreiber. Dienstagfrüh waren auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim zwei Züge ungebremst aufeinandergeprallt.

Spinne in Australien besiegte Schlange

Eine spindeldürre Spinne mit extrem langen Beinen hat in Australien eine hochgiftige Schlange zur Strecke gebracht. „Die Schlange war schon tot, davon habe ich mich überzeugt, bevor ich sie fotografiert habe“, sagte der Farmer Patrick Lees aus Weethalle 400 Kilometer westlich von Sydney heute.

Schlange im Netz einer Spinne

APA/AFP/Patrick Lees

Ein von Lees auf der Facebook-Seite The Aussie Farmer veröffentlichtes Foto zeigt die zu den giftigsten Schlangen der Welt gehörende Braunschlange, die mit dem Schwanz im Spinnennetz hängt, während die Spinne ihre langen Beine um ihre Beute legt.

Er wisse nicht, ob die Spinne die Schlange womöglich mit Gift getötet habe, sagte Lees. „Aber sie hat definitiv am Ende gewonnen.“ Möglicherweise habe sich die Schlange im Spinnennetz verfangen. Der Experte Graham Milledge vom Australian Museum sagte, diese Erklärung für den ungewöhnlichen Vorfall sei am wahrscheinlichsten.

Alpine Notlagen fordern Einsatzkräfte

Bei einem Skiunfall im Salzburger Lungau ist gestern eine 14-jährige Skifahrerin schwer verletzt worden. Die junge Burgenländerin stieß mit einem Snowboarder zusammen.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Belgischer Skifahrer löste Suchaktion aus

Im Salzburger Pinzgau löste gestern ein plötzlich verschwundener belgischer Skifahrer eine Suchaktion aus. Nach dreieinhalb Stunden wurde der Mann schließlich erschöpft, aber unverletzt gefunden.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Tourengeher mit Handy ins Tal gelotst

Zwei deutsche Wanderer, die sich auf dem Hochficht im Bezirk Rohrbach verirrt hatten, wurden von einem Alpinpolizist per Handy ins Tal geleitet. Die Touristen hatten bei Einbruch der Dämmerung im Hochwald die Orientierung verloren.

Mehr dazu in oberoesterreich.ORF.at

Medien

Wrabetz Medienmanager des Jahres

Das Branchenmagazin „Der Österreichische Journalist“ hat gestern Abend zum zwölften Mal die Journalisten des Jahres ausgezeichnet. Der Titel „Medienmanager des Jahres“ ging an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

„Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak wurde als Journalist des Jahres geehrt, die Tageszeitung „Die Presse“ erhielt den Titel „Redaktion des Jahres“.

Lob für den „besten“ Song Contest

Wrabetz stehe dafür, „dass der ORF seine redaktionelle Unabhängigkeit bewahrt und sich heute ohne jeden Zweifel in der Spitzengruppe der europäischen Fernseh- und Radiosender befindet“, so Laudatorin Ingrid Deltenre, Generaldirektorin der European Broadcasting Union (EBU). Der ORF-Chef habe den öffentlich-rechtlichen Sender umfassend modernisiert, und es habe „bisher keinen besseren Eurovision Song Contest als den in Wien gegeben“, so die EBU-Chefin.

Wrabetz nahm die Auszeichnung als „Anerkennung für das gesamte Unternehmen“ und betonte die wichtige Rolle des ORF, „weil wir aufgrund unserer Stärke, unserer Reichweite und unserer Verankerung beim Publikum gemeinsam mit den Qualitätsprintmedien die Aufgabe haben, dem Infosondermüll in den Sozialen Medien qualitätsjournalistische Produkte entgegenzusetzen“.

„Presse“-Chefredakteur Nowak wurde von Laudatorin Helga Rabl-Stadler unter anderem für seinen differenzierten Umgang mit dem Thema Flüchtlinge gelobt. Moral ersetze dabei nicht Recherche, und Meinung sei bei ihm kein Echo auf Modeerscheinungen.

Stefan Kappacher ausgezeichnet

Chefredakteur des Jahres wurde einmal mehr Hubert Patterer von der „Kleinen Zeitung“. Die Kategorie „Außenpolitk“ holte Christian Ultsch von der „Presse“, „Innenpolitik“ Stefan Kappacher von den Ö1-Journalen im ORF-Radio. In der Kategorie „Wirtschaft“ landete „Presse“-Urgestein Josef Urschitz auf Platz eins, in der Kategorie „Investigation“ gewann Michael Nikbakhsh vom Nachrichtenmagazin „profil“.

Die Kategorie „Kultur“ gewann Hedwig Kainberger von den „Salzburger Nachrichten“, die Kategorie „Sport“ APA-Redakteur Hans Gödel. „Unterhaltung“ ging an Dieter Chmelar vom „Kurier“, bei den Kolumnisten siegte Doris Knecht, die für „Kurier“ und „Falter“ schreibt. Bester Fotograf wurde Matthias Cremer vom „Standard“, in der Kategorie „Aufgefallen“ zeichnete die Jury „Falter“-Journalist Benedikt Narodoslawsky aus.

Die besten Lokaljournalisten

Auch die besten Lokaljournalisten aus den Ländern wurden geehrt: für Vorarlberg Gerold Riedmann („Vorarlberger Nachrichten“), für Tirol Nikolaus Paumgartten („Tiroler Tageszeitung“), für Salzburg Karin Zauner („Salzburger Nachrichten“), für Oberösterreich Martin Dunst („Oberösterreichische Nachrichten“), für die Steiermark Robert Neukirchner (ORF), für Kärnten Jochen Habich („Kleine Zeitung“), für das Burgenland Wolfgang Weisgram („Der Standard“), für Niederösterreich Karin Zeiler („Bezirksblätter“), für Wien Julia Schrenk („Kurier“).

Der Sonderpreis „Qualität in der Nische“ ging an die Redaktion des 2015 gestarteten Onlineportals NZZ.at sowie an jene des Monatsmagazins „Datum“. Der frühere „Kurier“- und „Furche“-Chefredakteur Hubert Feichtlbauer (84) wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Science

Gesundheit

Religion

Papst zu Kirchengipfel nach Kuba abgereist

Papst Franziskus ist heute Früh zu seiner einwöchigen Reise nach Kuba und Mexiko aufgebrochen. Neben einem historischen Treffen mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. stehen viele heikle Termine an - darunter eine Messe am Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA.

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Kirchenoberhaupt mit Einfluss

Kyrill I. gilt als Freund der Ökumene, aber auch als Verfechter traditioneller Familienwerte und Gegner von Homosexuellenrechten. Er pflegt engen Kontakt zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Kritiker sprechen von einer „unheiligen Allianz“ von Staat und Kirche.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Lifestyle

Kanye West zelebrierte Album und Mode in New York

Gefeiert von 20.000 Fans hat US-Rapper Kanye West seine neue „Yeezy“-Kollektion und nach drei Jahren Wartezeit zugleich sein neues Album „The Life of Pablo“ präsentiert. Hunderte Statisten und zahlreiche Models, darunter auch Naomi Campbell und Veronica Webb, zeigten die vergleichsweise schlicht geschnittenen Stücke gestern im ausverkauften Madison Square Garden in New York.

Models präsentieren Kanye West's Yeezy Season 3 Collection

Reuters/Andrew Kelly

Fast reglos standen sie eine Stunde lang, während West vom Mischpult aus seine neuen Titel vorstellte. Die Show wurde live im Internet und in mehr als 700 Kinos in 23 Ländern übertragen. Außerdem kündigte der 38-jährige Rapper ein Computerspiel mit dem Namen „Only One“ an, das von seiner Mutter auf dem Weg in den Himmel handelt.

Rihanna und Frank Ocean

Er zeigte einige Sequenzen einer animierten Frau mit großen Flügeln, die auf einem weißen Pferd durch Wolken reitet. Auf dem neuen Album, dessen Titel Kanye immer wieder geändert hatte, sind auch die Rapper Frank Ocean und Young Thug sowie Sängerin Rihanna vertreten.

Kanye West

Reuters/Andrew Kelly

Kanyes Frau Kim Kardashian erschien zur Show in einem übergroßen weißen Pelz mit Tochter North West auf dem Arm, begleitet unter anderen von ihren Schwestern Courtney und Khloe sowie Ex-Basketballstar Lamar Odom. Es war Odoms erster öffentlicher Auftritt, nachdem er bewusstlos im Zimmer eines Bordells aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht worden war.