Ausland

NATO-Manöver mit 12.500 Soldaten beginnt in Polen

Inmitten der Krise in der Ukraine startet die NATO heute im Norden Polens ein großes Manöver mit Tausenden Soldaten. An der Übung namens „Anaconda“ nehmen dem polnischen Verteidigungsministerium zufolge insgesamt etwa 12.500 Soldaten teil. Davon stammen 750 aus den NATO-Staaten Estland, Großbritannien, Kanada, Litauen, den Niederlanden, Tschechien, Ungarn und den USA.

Die seit dem Jahr 2006 in Abständen von zwei Jahren regelmäßig stattfindende Übung soll bis zum 3. Oktober dauern. Trainiert wird insbesondere die schnelle Stationierung von NATO-Eingreifkräften. Vor allem Polen und die baltischen Staaten sind angesichts des russischen Vorgehens in der Ukraine um ihre Sicherheit besorgt.

Abholzungen von Wäldern soll bis 2030 gestoppt werden

Am Rande des UNO-Klimagipfels haben sich zahlreiche Länder und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) für ein Ende der Abholzung von Wäldern auf der ganzen Welt bis 2030 ausgesprochen.

Schon 2020 solle die Abholzung weltweit halbiert sein, versprachen die Unterzeichner der „New Yorker Walderklärung“ gestern in New York. Außerdem sollen 350 Millionen Hektar - eine Fläche größer als Indien - wieder aufgeforstet werden. Bei der Waldvernichtung wird Kohlendioxid frei. Wächst ein Wald, nimmt er das Treibhausgas auf.

Größte Klimasünder nicht mit an Bord

Die Erklärung soll ein Signal an den Klimagipfel in New York sowie die für Ende 2015 geplante UNO-Klimakonferenz in Paris sein, bei der ein Klimavertrag mit verbindlichen Treibhausgas-Minderungszielen verabschiedet werden soll.

Allerdings haben nur 24 Länder die New Yorker Erklärung unterschrieben, beispielsweise Frankreich, Norwegen, Kolumbien, Südkorea und Togo. Die USA und China, die für einen großen Teil der CO2-Emisionen verantwortlich sind und sich bisher auch gegen verbindliche Minderungsziele bei den Treibhausgasen sperren, sind nicht dabei.

Autobombe tötet in Bagdad mindestens 14 Menschen

In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind bei der Explosion einer Autobombe gestern mindestens 14 Menschen getötet und weitere 37 verletzt worden. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden detonierte der Sprengsatz in der Nähe eines Marktes im mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadtteil Sadr City.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Sadr City war in der Vergangenheit bereits mehrfach das Ziel von Attentaten militanter Sunniten.

EU rechnet mit bis zu 3.000 Euro-Dschihadisten

Rund 3.000 Europäer haben sich nach EU-Schätzungen inzwischen dem Kampf von muslimischen Extremisten im Irak und in Syrien angeschlossen. Ihre Zahl sei binnen Monaten von 2.000 auf 3.000 angestiegen, sagte der EU-Anti-Terror-Beauftragte Gilles de Kerchove gestern gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

„Nach meiner Einschätzung sind es rund 3.000“, so De Kerchove. „Der Strom ist nicht ausgetrocknet. Die Ausrufung eines ‚Kalifats‘ (durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat, IS, Anm.) hat womöglich Wirkung erzielt.“

Die meisten aus Frankreich und Großbritannien

Die meisten ausländischen Kämpfer in den Reihen der Extremisten kämen aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Schweden und Dänemark, einige wenige auch aus Spanien, Italien, Irland und Österreich. In Österreich hatte das Innenministerium die Zahl zuletzt mit rund 140 angegeben.

20 bis 30 Prozent der Extremisten seien von dort wieder in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt, schätzt De Kerchove. Einige führten ein normales Leben, einige litten unter den Folgen ihrer Erfahrungen, andere hätten sich weiter radikalisiert und stellten eine Bedrohung dar. Für die EU-Mitgliedsstaaten sei es eine schwierige Aufgabe, herauszufinden, wie gefährlich sie seien und entsprechend zu reagieren.

Angst vor Terror durch Rückkehrer

In der EU wächst die Sorge, dass von Hunderten Bürgerkriegskämpfern aus Europa einige noch weiter radikalisiert und kampferprobt zurückkehren und Anschläge verüben könnten. Die Befürchtungen wurden durch den Anschlag eines jungen Franzosen auf das jüdische Museum Ende Mai in Brüssel mit vier Toten bestärkt. Der mutmaßliche Täter hatte sich in Syrien einer islamistischen Gruppe angeschlossen.

Anfang Juli vereinbarten Deutschland und weitere europäische Staaten einen Aktionsplan gegen die Bedrohung durch zurückkehrende Dschihadisten. Der Belgier De Kerchove ist seit sieben Jahren EU-Anti-Terror-Beauftragter.

Bin Ladens Schwiegersohn zu lebenslanger Haft verurteilt

Im einem US-Terrorprozess ist Sulaiman Abu Ghaith, ein Schwiegersohn des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden, gestern vor einem Bundesgericht in New York zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Abu Ghaith war bereits Ende März wegen Verschwörung zur Ermordung von US-Bürgern und Unterstützung von Terroristen schuldig gesprochen worden.

Wichtige Rolle innerhalb Al-Kaidas

Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass der Ehemann der Bin-Laden-Tochter Fatima einst eine herausgehobene Rolle im Terrornetzwerk Al-Kaida gespielt hat. Der aus Kuwait stammenden Imam beteuerte in dem Verfahren seine Unschuld.

Der zuständige Bundesrichter Lewis Kaplan sagte bei der Verkündung an die Adresse Abu Ghaiths, nach seiner Einschätzung habe dieser „alles getan, was ihm möglich war, im Auftrag Al-Kaidas Amerikaner zu töten“.

Heimlich in die USA gebracht

Abu Ghaith, der in Jordanien in einer Geheimoperation festgenommen und heimlich in die USA gebracht wurde, ist eines der wichtigsten Al-Kaida-Mitglieder, die bisher in den USA vor Gericht gestellt wurden.

„Unter anderem hat Abu Ghaith andere dazu gedrängt, Bin Laden die Treue zu schwören, er hat im Auftrag und zur Unterstützung von Al-Kaida gesprochen und er hat gewarnt, es werde weiter Angriffe wie die vom 11. September 2001 geben“, hieß es in der Anklageschrift.

Inland

Mikl-Leitner trifft Landesflüchtlingsreferenten

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) trifft heute in Kärnten die Flüchtlingsreferenten der Bundesländer. Sie wird dabei ihr Konzept für die neue Erstunterbringung und Grundversorgung von Asylwerbern vorstellen. Thema des Tages dürfte aber die aktuelle Suche nach Asylquartieren sein. Die Bundesregierung forderte eine Lösung noch in dieser Woche.

Die Innenministerin warnte vor einem „totalen Notstand mit Ende der Woche“. Dann seien die vom Innenministerium geschaffenen Ausweichquartiere erschöpft. Mikl-Leitner will Flüchtlinge auch in Kasernen unterbringen. Einige Länder haben bereits neue Unterkunftsmöglichkeiten angeboten.

Hickhack um Quartiere

In der Frage nach der Unterbringung von Flüchtlingen hatte sich bisher keine Lösung abgezeichnet: Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) verwies erneut auf die Badener Martinek-Kaserne. Mikl-Leitner (ÖVP) verlangt dafür aber einen Assistenzeinsatz des Bundesheeres, um „Rechtssicherheit“ zu haben.

Die Badner SPÖ entgegnete, Klug solle sich wegen dieses Angebotes schämen. Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) drängen zwar auf eine schnelle Lösung, man wolle aber auch nicht über die Köpfe der Bundesländer hinweg agieren. Allerdings betonte Faymann heute die „Verpflichtung der Länder“ und sprach selbst von einem „unwürdigen Pingpongspiel“.

Mehr dazu in „Unwürdiges Pingpongspiel“

Vorarlberg-Wahl: Auch Briefwahlkarten ausgezählt

Die letzten 1.290 Briefwahlkarten für die Landtagswahl in Vorarlberg sind ausgezählt. Das Ergebnis hat sich durch sie praktisch gar nicht verändert. Grüne und NEOS profitierten minimal, die anderen Landtagsparteien fielen ebenso minimal zurück.

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Wallner: „Noch keine Tendenz“

Die ÖVP Vorarlberg hat Sondierungsgespräche mit den anderen Parteien für eine mögliche Regierungszusammenarbeit aufgenommen. Das Gespräch mit der SPÖ konnte nicht wie geplant beginnen, weil das Gespräch mit den Grünen länger dauerte.

Auch nach dem zweiten Sondierungsgespräch - nach der FPÖ mit den Grünen - gab es bei ÖVP-Chef und Landeshauptmann Markus Wallner „noch keine Tendenz“ in Richtung des einen oder anderen potenziellen Koalitionspartners. Man werde sich wohl mit Freiheitlichen und Grünen noch einmal tiefer unterhalten müssen, so Wallner.

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Sport

Eishockey: Caps-Siegesserie in CHL gerissen

Nach zehn Pflichtspielsiegen in Folge ist die Erfolgsserie der Vienna Capitals gestern in der Champions Hockey League (CHL) gerissen. Die Wiener mussten sich am fünften Spieltag in Gruppe B Zürich auswärts nach Verlängerung geschlagen geben.

Österreichs Meister Salzburg setzte sich in Gruppe I bei Kloten durch und hat wie die Caps gute Chancen auf den Achtelfinal-Einzug. In Gruppe C endeten für den VSV die letzten Hoffnungen auf einen Aufstieg mit einer klaren Heimniederlage gegen Servette Genf.

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Fußball: Vier Tore von Ronaldo bei Real-Sieg

Real Madrid dürfte in der Primera Division endgültig in die Erfolgsspur gefunden haben. Nach dem 8:2-Kantersieg am Wochenende gegen La Coruna ließen die „Königlichen“ gestern einen 5:1-Erfolg über Elche folgen.

Real musste gegen den Nachzügler nach einem Elferfoul von Cristiano Ronaldo zwar einen frühen Schock verkraften. Der Superstar bügelte aber seinen Fehler eindrucksvoll aus und führte sein Team mit insgesamt vier Treffern zum dritten Saisonsieg

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Fußball: Bayern stoppt Paderborn brutal

Das Sensationsteam der deutschen Bundesliga ist gestern auf dem Boden der Realität gelandet. Bayern München stoppte in der vierten Runde den Höhenflug von Paderborn mit einem 4:0-Kantersieg brutal und stieß den Aufsteiger damit auch von der Tabellenspitze.

Die Weichen stellte der Meister vor eigenem Publikum mit einem frühen Doppelschlag. In der Schlussphase legte das Team von David Alaba noch zwei Treffer nach. Am anderen Ende der Tabelle schaffte Schalke mit einem klaren Sieg bei Bremen einen ersten Befreiungsschlag.

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Wirtschaft

Russische Aeroflot lässt erstmals Ausländer als Piloten zu

Inmitten wirtschaftlicher Spannungen mit dem Westen hat die staatliche russische Fluglinie Aeroflot erstmals Ausländer als Piloten zugelassen, darunter auch Deutsche.

Aeroflot-Chef Witali Sawelew begrüßte gestern den deutschen Flugkapitän Klaus Dieter Rohlfs als ersten Ausländer, wie das Unternehmen in Moskau mitteilte. Zwei weitere Piloten - aus Tschechien und Deutschland - würden in den nächsten Tagen ihre Arbeit aufnehmen. „Das ist ein historischer Tag“, sagte Sawelew. Es sei das erste Mal in der Geschichte Russlands, dass Ausländer bei Aeroflot Maschinen fliegen dürften.

Die Regierung hatte ein entsprechendes Gesetz erlassen, um den Mangel an Piloten zu beenden. Aerflot war zuletzt auch von den Sanktionen des Westens im Ukraine-Konflikt betroffen: Die Billiglinie Dobroljot stellte unter dem Druck der Strafmaßnahmen den Betrieb ein.

IPO-Termin für Start-up-Schmiede Rocket Internet fix

Die Berliner Start-up-Schmiede Rocket Internet will am 9. Oktober an die Börse gehen. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, wurde die Preisspanne auf 35,50 bis 42,50 Euro je Aktie festgelegt. Von morgen an bis voraussichtlich zum 7. Oktober sollen die Papiere angeboten werden. Das angepeilte Ziel: ein Bruttoerlös von 1,477 Mrd. Euro.

Anfang des Monats hatte bereits der Onlinemodehändler Zalando für den 1. Oktober seinen Gang an die Börse angekündigt. Zalando gehört wie Rocket Internet zum Firmengeflecht der Samwer-Brüder.

Weltweit aktiv

Rocket Internet, im Jahr 2007 von Alexander, Marc und Oliver Samwer gegründet, finanziert Start-up-Unternehmen weltweit. Schwerpunkte sind Onlinehandel, Marktplätze und Finanztechnologie, vornehmlich in Schwellenländern in Lateinamerika, Südostasien, Afrika sowie in Indien. In Europa ist das Unternehmen mit einzelnen Internetfirmen ebenfalls aktiv.

„Wir sind überzeugt, dass Rocket eine einmalige Chance hat, am Wachstum des Internethandels in Schwellenländern teilzuhaben“, erklärte Oliver Samwer. Er nannte den geplanten Börsengang einen „bedeutenden Meilenstein für unser Unternehmen“.

Die Erlöse würden helfen, neue Gesellschaften zu gründen und weiter in bestehende Unternehmen zu investieren, um das Wachstum außerhalb der USA und Chinas fortzusetzen.

Chronik

Vier Schwerverletzte nach Explosion auf deutschem Ölfeld

Bei einer Explosion an einem Ölbohrloch bei Geeste im deutschen Bundesland Niedersachsen haben gestern vier Menschen schwere Brandverletzungen erlitten. Alle vier seien mit Hubschraubern in Spezialkliniken geflogen worden, teilte die Polizei mit. Die Explosion habe sich am Abend aus noch ungeklärter Ursache bei Arbeiten an dem Bohrloch ereignet.

Zu dem Unglück kam es gegen 19.10 Uhr. Die Löscharbeiten dauerten am späten Abend noch an. Mehrere Feuerwehren bekämpften die Flammen. Außerdem seien Spezialisten des Bergbauamtes an Ort und Stelle, hieß es. Mit einer Ermittlung der Explosionsursache könne voraussichtlich erst heute im Laufe des Tages begonnen werden.

Mexikanischer Abgeordneter getötet und in Auto verbrannt

In Mexiko ist ein Abgeordneter von Unbekannten entführt und vermutlich ermordet worden. Nach seinem Verschwinden sei das ausgebrannte Auto des Politikers gefunden worden, sagte der Staatsanwalt des nördlichen Teilstaates Zacatecas, Arturo Nahle, einem lokalen Fernsehsender gestern. Im Inneren hätten die Ermittler zwei verkohlte Leichen entdeckt.

Eine Identifizierung sei noch nicht möglich gewesen. Es wird vermutet, dass es sich um die Leichen von Gabriel Gomez Michel und die seines Fahrers handelt. Der Abgeordnete der Regierungspartei PRI war in Guadalajara rund 550 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt entführt worden. Die Hintergründe der Tat sind unklar.

US-Amerikaner erschießt nach Kündigung zwei Menschen

Ein Mitarbeiter hat in einer Niederlassung der Paketversandfirma UPS im US-Bundesstaat Alabama zwei Menschen erschossen. Der Mann sei zuvor entlassen worden, berichtete die Lokalzeitung „Birmingham News“ gestern unter Berufung auf die Polizei.

Er sei in der Früh in seiner Dienstkleidung in das Gebäude gekommen und habe auf seine bisherigen Vorgesetzten geschossen. Danach habe er sich selbst getötet. Bei dem Mann handelte es sich nach vorläufigen Erkenntnissen um einen 45 Jahre alten Familienvater. Die Polizei löste Großalarm aus, Schulen in der Umgebung wurden evakuiert.

Science

Indische Sonde tritt in Mars-Umlaufbahn ein

Indien hat erstmals eine Sonde erfolgreich zum Mars geschickt. Das unbemannte Raumfahrzeug „Mangalyaan“ (Hindi für Mars-Gefährt) trat heute wie geplant in den Orbit des Planeten ein. Die Wissenschafter der indischen Weltraumforschungsorganisation Isro in Bangalore brachen in Jubel aus.

Eine Landung auf dem Mars ist nicht geplant. Die Geräte an Bord der 1350 Kilogramm schweren Sonde sollen die Atmosphäre und die Oberfläche untersuchen. Es geht dabei um die Frage, ob sich jemals Leben auf dem Planeten entwickelte. Experten erwarten aber keine großartigen neuen Erkenntnisse.

Das aufstrebende Schwellenland Indien wollte vielmehr zeigen, dass es zu einer Mission im interplanetaren Raum fähig ist. Besonders stolz ist Indien darauf, dass es vor dem großen Nachbarn China den Mars erreichte. Bisher gelang es nur den USA, der damaligen Sowjetunion und der Europäischen Union ein Flug zum Mars. Und: Indien ist das erste Land, dem die Mission im ersten Versuch gelang.

IT

Handy am Steuer: „Radarpistole“ soll blitzen

Handysündern am Steuer könnte es bald an den Kragen gegen. Die US-Firma ComSonics will ähnlich einer Radarpistole eine Art Handypistole entwickelt haben, die aufspüren soll, ob jemand selbst fährt und telefoniert. Funktionieren soll sie über die Wahrnehmung von Frequenzen. Damit soll das Gerät sogar zwischen Telefonieren, SMSen und Datentransfer unterscheiden können.

Es funktioniere, wie wenn man bei einem beschädigten Kabel die offene Stelle suche, sagte Malcolm McIntyre von ComSonics dem US-Internetportal Techtimes. Vor einem Einsatz müssen jedoch noch viele Fragen geklärt werden, etwa, wie das Gerät erkennen kann, dass nicht der Beifahrer telefoniert.

Mehr dazu in Fahrern könnte es an den Kragen gehen

Kultur

Fotografie: Der Alltag, den man selbst nicht sieht

Sehen ist für die meisten die wichtigste Orientierungshilfe. Wir wissen zwar, dass wir dabei ständig Informationen auswählen und einordnen, begnügen uns aber in der Regel damit, dass es funktioniert. Ein Luxus, den die US-Fotografin Adrian Gordon nicht immer hat.

Temporäre Sehstörungen setzen bei Gordon die Selektion außer Kraft und bringen visuelles Chaos. Ihre Bilder sind die Übersetzung der Eindrücke dieser fremden Welt, die auch uns ständig umgibt.

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Religion

Ex-Nuntius im Vatikan wegen Missbrauchs unter Hausarrest

Im Vatikan ist gestern laut einem italienischen Medienbericht der ehemalige Nuntius in der Dominikanischen Republik, Jozef Wesolowski, der pädophiler Straftaten verdächtigt wird, festgenommen worden. Der polnische Bischof befinde sich unter Hausarrest, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Wesolowski, der mehr als fünf Jahre lang der ständige Vertreter des Heiligen Stuhls in Santo Domingo war, war im August 2013 wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger von Papst Franziskus entlassen worden. Laut Berichten örtlicher Medien soll der Diplomat käuflichen Sex mit Buben gehabt haben. Die Kongregation für Glaubenslehre schloss den 65-jährigen Geistlichen Ende Juni aus dem Priesterstand aus.

Leute

Belgische Künstlerin will Tochter von Ex-König sein

Eine 46-Jährige kämpft vor Gericht um ihre Anerkennung als uneheliche Tochter von Belgiens Ex-König Albert II. (80). Die Künstlerin Delphine Boël erschien gestern vor einem Brüsseler Gericht zu dem Prozess, der hinter verschlossenen Türen ablief.

Sie verlangt, dass sich der im Juli 2013 abgetretene Monarch einem DNA-Test unterzieht. Die Anwälte hielten ihre Plädoyers, das Urteil soll erst in einiger Zeit fallen. Albert hat aus der Ehe mit seiner Frau Paola (77) drei Kinder. Der älteste Sohn Philippe (54) ist inzwischen belgischer König.

Albert II. schweigt zu Vorwürfen

Der Ex-Monarch hat Boël nicht als Tochter anerkannt und hüllt sich seit Jahrzehnten zu der Affäre in Schweigen. Er räumte aber 1999 öffentlich ein, dass seine Ehe in der Krise gewesen sei.

Delphine soll die gemeinsame Tochter von Albert und der Adeligen Sybille de Selys Longchamps sein. Sie sollen seit Mitte der 60er Jahre etwa 18 Jahre lang eine Affäre gehabt haben.

Anfechtung der Vaterschaft ihres offiziellen Vaters

Der Ex-König ließ sich vor Gericht von seinen Anwälten vertreten. Die Klägerin erschien laut belgischer Nachrichtenagentur Belga mit ihrem Mann und ihrem Anwalt vor Gericht. Ihr Ziel sei es, zunächst die Vaterschaft ihres offiziellen Vaters Jacques Boël anzufechten.

Dessen Anwalt sagte laut Belga, das Gericht habe einen DNA-Test von Jacques Boël zu den Akten genommen. Dieser Test belege eindeutig, dass Boël nicht der biologische Vater von Delphine sei. Das gilt als erster Schritt - danach müsste dann die Vaterschaft des belgischen Ex-Königs belegt werden. Seit Mitte 2013 kämpft Boël vor Gericht darum, per DNA-Test die Vaterschaft feststellen zu lassen.