Ausland

Mindestens zehn Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

Zehn afrikanische Flüchtlinge sind heute beim Kentern ihres Bootes vor der libyschen Küste ertrunken. Dutzende Menschen würden vermisst, teilte die libysche Küstenwache mit.

Die Marine konnte laut den Angaben bis zu 90 Flüchtlinge retten, darunter zwei Frauen. An Bord des Bootes seien insgesamt bis zu 180 Menschen gewesen. Das Unglück ereignete sich den Angaben zufolge drei Seemeilen vor der Ortschaft Garabuli 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis.

Immer wieder geraten Flüchtlinge aus Afrika und Asien, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen, in Seenot. Ihre Boote sind meist überfüllt und nicht seetüchtig. Erst am 10. September waren nahe Malta etwa 500 Flüchtlinge ertrunken. Seit Jahresbeginn kamen laut UNO-Angaben mehr als 3.000 Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ums Leben.

Libyen: Sieben Soldaten bei Doppelanschlag getötet

Bei einen Doppelangriff islamistischer Milizionäre sind heute im ostlibyschen Bengasi sieben Soldaten getötet worden. 52 weitere Soldaten seien verletzt worden, berichtete die libysche Nachrichtenseite Libya Herald.

Der Angriff ereignete sich nur einen Tag, nachdem die libysche Armee einen Waffenstillstand in dem von Milizenkämpfen durchzogenen Land ausgerufen hat. Bei den Angreifern soll es sich nach Angaben von Libya Herald mutmaßlich um die islamistische Miliz Ansar al-Scharia handeln.

Zwei Fahrzeuge mit Sprengstoff in Stützpunkt gerast

Zunächst seien zwei mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge in einen Armeestützpunkt in der Nähe des Flughafens gerast. Dabei seien drei Soldaten getötet worden. Im Anschluss hätten Milizionäre den Stützpunkt angegriffen und vier weitere Soldaten getötet. Die libysche Luftwaffe habe Kampfflugzeuge zur Verstärkung geschickt, berichtete die Nachrichtenseite al-Wasa. Es war zunächst unklar, ob die Gefechte noch andauern.

In der Hafenstadt Bengasi liefern sich libysche Truppen sowie Soldaten des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar seit langem Gefechte mit islamistischen Brigaden. Auch im Rest des Landes kämpfen aus ehemaligen Rebellenverbänden hervorgegangene Milizen um die Macht.

Hongkongs Polizei warnt Aktivisten

Die Spannungen bei den Demonstrationen für mehr Demokratie in Hongkong steigen. Die Polizei der chinesischen Sonderverwaltungsregion warnte heute vor „ernsten Konsequenzen“, sollten Aktivisten wie angekündigt Regierungsgebäude stürmen und besetzen wollen.

Regierungssitz belagert

Die Protestbewegung für Demokratie in Hongkong lässt sich von Peking allerdings nicht einschüchtern. In der Nacht auf heute begannen die Demonstranten damit, einen Belagerungsring um den Regierungssitz aufzubauen.

Im Zeichen eines ablaufenden Ultimatums zum Rücktritt von Regierungschef Leung Chun-ying sucht die Protestbewegung die direkte Konfrontation mit dem verhassten Vertreter Chinas. „Leung muss aus seinem Versteck kommen“, forderte eine Anführerin des von Studenten, Akademikern und Schülern getragenen Widerstands gegen die Bevormundung durch China.

Mehr dazu in Protestbewegung sucht nach „Plan B“

Auch Ungarns Kommissarskandidat noch nicht bestätigt

Nach dem Briten Jonathan Hill muss sich auch der designierte ungarische EU-Kommissarskandidat Tibor Navracsics nach seinem Hearing noch weiteren Fragen der EU-Abgeordneten stellen.

„Zusätzliche schriftliche Fragen an Navracsics vom Kulturausschuss, ich habe mich gegen ihn ausgesprochen“, teilte die deutsche grüne Abgeordnete Helga Trüpel heute via Twitter mit.

Am Montag werde der gesamte Kulturausschuss des EU-Parlaments zu Navracsics noch einmal zusammenkommen, um anschließend eine Bewertung abzugeben, hieß es in Parlamentskreisen. Auch bei der tschechischen designierten EU-Justizkommissarin soll es ein ähnliches Verfahren geben. Vera Jourova war heute nicht vom Justizausschuss des Parlaments bestätigt worden. Auch hier würden schriftliche Fragen nachgereicht, hieß es in Parlamentskreisen.

Kein grünes Licht für EU-Kommissar Hill

Bereits zuvor war der bevorstehende Machtwechsel an der Spitze der EU-Kommission ins Stottern geraten. Nachdem bereits im Vorfeld Kritik am britischen Kandidaten für das Amt des EU-Finanzkommissars laut geworden war, konnte Hill auch bei seiner Anhörung vor den EU-Parlamentariern nicht überzeugen.

Wie gestern Abend bekanntgegeben wurde, wurde Hill „im Ausschuss nicht bestätigt“. Der Brite müsse zu einem zweiten Hearing vor das EU-Parlament. „Es fehlt an Substanz, es ist noch unklar, in welcher Richtung er in Sachen Finanzaufsicht gehen will“, so einer der gegen Hill erhobenen Vorwürfe.

Mehr dazu in „Keine Abstimmung, zweites Hearing“

Inland

FPÖ präsentierte Konzept für Steuerreform

Die FPÖ hat heute ihre Vorschläge für eine Steuerreform präsentiert. Das Modell sieht eine Entlastung in Höhe von acht Mrd. Euro vor. Profitieren sollen sowohl Arbeitnehmer als auch Pensionisten und Selbstständige.

Die Finanzierung soll über Reformen erfolgen, zu Beginn auch durch neue Schulden. Neue Steuern lehne man ab, so FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

Mehr Steuerstufen

Das FPÖ-Konzept, das Strache bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit Finanzsprecher Hubert Fuchs präsentierte, sieht eine deutliche Anhebung der Steuerfreigrenze von derzeit 11.000 Euro auf 18.000 Euro Jahresbrutto vor. Außerdem will die FPÖ künftig fünf Steuerstufen (statt derzeit drei).

Für Einkommensteile zwischen 18.000 und 25.000 Euro sollen künftig 25 Prozent Einkommensteuer fällig werden, zwischen 25.000 und 50.000 37,5 Prozent. Für Teile zwischen 50.000 und 80.000 Euro soll laut FPÖ-Vorschlag ein Steuersatz von 43,75 Prozent gelten, für jene Teile zwischen 80.000 und 120.000 Euro ein Satz von 50 Prozent.

Teile darüber will die FPÖ mit 55 Prozent besteuern, allerdings zeitlich befristet. Aktuell beträgt der Spitzensteuersatz 50 Prozent für Einkommensteile ab 60.000 Euro brutto.

Familiensplitting

Alternativ zum neuen Tarifstufenmodell will die FPÖ ein „Familienentlastungsmodell“ einführen, was einem Familiensplitting entsprechen würde. Das Bruttoeinkommen der gesamten Familie soll addiert und (gewichtet) durch die Anzahl der Familienmitglieder dividiert werden. Erst dieser Teil würde dann der Einkommensteuer unterliegen. Familien sollen sich freiwillig für das Modell entscheiden können.

Die Niedrigverdiener will die FPÖ durch eine Reduktion der Sozialversicherungsabgaben entlasten. Außerdem will die FPÖ nicht näher spezifizierte steuerliche Erleichterungen für Klein- und Mittelbetriebe. Die Gegenfinanzierung soll ohne neue Steuern erfolgen, so Strache. Zu Beginn kann er sich auch eine Steuerreform auf Pump vorstellen. Vermögenssteuern schloss er aber dezidiert aus.

Uniranking für Mitterlehner „von Tendenz her unerfreulich“

Das Ergebnis des jüngsten „Times Higher Education World University Ranking“ ist für Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) „von der Tendenz her unerfreulich“.

Klare Verbesserungen seien kurzfristig nicht zu erwarten, man bemühe sich aber um eine bessere Dotierung der Hochschulen, so Mitterlehner im Ö1-Mittagsjournal.

Medizinuni verbesserte Ranking der Uni Wien

Das kontinuierliche Abrutschen der Uni Wien als bester heimischer Hochschule erklärte sich Mitterlehner damit, dass immer mehr Unis in den Wettbewerb eintreten würden und dass die Medizinuni Wien nach ihrer Ausgliederung 2004 nicht mehr das Ergebnis der Uni Wien verbessere. Außerdem seien die Betreuungsrelationen zwischen Lehrenden und Studierenden zu groß.

Mehr Geld und Zeit nötig

Für eine Verbesserung sei mehr Geld nötig: „Wir haben die Dotierung in den letzten Jahren dynamisch erhöht, aber noch nicht ausreichend“, so Mitterlehner. „Aber nachdem wir jetzt unglücklicherweise seit sechs Jahren eine Wirtschaftskrise haben, ist das das Bohren dicker Bretter, was erschwert wird.“

Außerdem brauche man Zeit. „Im Endeffekt muss man sich das vorstellen wie bei einem Supertanker. Der kann auch eine Drehung erst nach sieben oder acht Kilometern erreichen - genau so kann man bei der Unifinanzierung nicht von heute auf morgen so viel Geld ins System bringen, dass man sagt, im nächsten Jahr sind wir bei dem Ranking an erster Stelle.“

Kritik von Opposition

FPÖ-Wissenschaftssprecher Andreas Karlsböck wertet die Ranking-Ergebnisse als „deutliches Alarmsignal“: „Es muss endlich Schluss sein mit der Vernachlässigung von Forschung und Lehre und dem unwürdigen Umgang mit der heimischen Wissenschaft“, hieß es in einer Aussendung.

Für die grüne Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer liegen die Gründe für das internationale Abrutschen von österreichischen Universitäten nicht in der Verantwortung der Unis, „sondern in jener des zuständigen Ministeriums - an der chronischen Unterfinanzierung der Wissenschaft und der Ignoranz der Regierung“.

Dringenden Handlungsbedarf sieht auch NEOS. „Statistiken bestätigen, dass Österreichs Universitäten viel zu wenig Geld pro Studierenden zur Verfügung haben“, erklärte Wissenschaftssprecher Niki Scherak in einer Aussendung.

Sport

Champions League: Nur noch Trio mit weißer Weste

Mit Bayern München, Borussia Dortmund und Titelverteidiger Real Madrid stehen nach zwei Spieltagen in der UEFA Champions League nur noch drei von 32 Clubs mit weißer Weste da und halten bei der Maximalausbeute von sechs Punkten. Während Real gestern Abend beim 2:1-Auswärtssieg gegen Ludogorez Rasgrad mehr Mühe hatte als erwartet, glänzte Dortmund mit einem 3:0-Erfolg bei RSC Anderlecht.

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Bundesliga: Österreichs Kicker nur selten Millionäre

Fußballer in Österreich nagen zwar nicht am Hungertuch. Das Image der durchwegs hoch bzw. sogar überbezahlten Sportler dürfte allerdings nicht der Realität entsprechen. Das ergab zumindest eine Umfrage der Gewerkschaft Vereinigung der Fußballer (VdF) unter 439 Spielern der Bundesliga bzw. der Ersten Liga.

Zu Millionären werden nur ganz wenige, ein Drittel der Oberhaus-Kicker hingegen soll jährlich inklusive Prämien sogar weniger als 30.000 Euro brutto verdienen, in der Ersten Liga ist es sogar die Mehrheit.

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Formel 1: Erinnerungen an McLaren-Stallkrieg in Suzuka 1989

Am Sonntag (8.00 Uhr MESZ) geht beim Grand Prix von Japan der Kampf zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg um den Formel-1-WM-Titel weiter. Das erbitterte Mercedes-Duell weckt Erinnerungen an den Stallkrieg zwischen Alain Prost und Ayrton Senna vor 25 Jahren.

Die beiden McLaren-Piloten kollidierten 1989 in Suzuka und sorgten damit für eine vorzeitige WM-Entscheidung. Sogar der damals erst vierjährige Hamilton bezeichnete dieses Duell als „unvergesslich“.

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Wirtschaft

EZB will Wertpapiere um bis zu eine Billion Euro kaufen

Im Kampf gegen eine Kreditklemme will die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem neuen Wertpapierankaufprogramm bis zu eine Billion Euro in die Hand nehmen. Das kündigte EZB-Chef Mario Draghi heute nach der auswärtigen Zinssitzung in Neapel an. Allerdings sei das ein potenzielles Gesamtvolumen. Nähere Details zum Programm sollen in Kürze bekanntgegeben werden.

Handel mit Risiken

Die EZB will Kreditverbriefungen - ABS - und Pfandbriefe kaufen. Mit ABS-Papieren können Banken Kreditrisiken bündeln, aus der Bilanz auslagern und auf dem Markt damit handeln. Idealerweise haben sie dann mehr Mittel frei, um neue Darlehen zu vergeben.

Seit der weltweiten Finanzkrise sind ABS in Verruf geraten, weil sie entscheidend zur Eskalation der US-Hypothekenkrise beigetragen haben. Die EZB hält entgegen, dass europäische ABS viel seltener ausgefallen seien als US-Papiere

Gegenstimme von Nowotny

Dem Vernehmen nach soll es zu den ABS zwei Gegenstimmen im EZB-Rat gegeben haben, war aus Finanzkreisen zu erfahren. Dabei soll es sich um Deutsche-Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und Notenbank-Chef Ewald Nowotny gehandelt haben.

Zuvor hatte die EZB bereits beschlossen, den Leitzins im Euro-Raum auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent zu halten. Europas Währungshüter hatten den wichtigsten Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld vor einem Monat überraschend noch einmal um zehn Basispunkte gesenkt.

Proteste rund um Sitzung

Begleitet wurde die EZB-Ratssitzung von Protesten mit Tausenden Teilnehmern. Die Einsatzkräfte gingen gegen die Demonstranten mit Wasserwerfern vor. Ein Teilnehmer der Proteste wurde festgenommen, weil er versucht hatte, über die Mauer des streng abgeriegelten Tagungsortes zu klettern, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete. Angaben über Verletzte gab es zunächst nicht.

Die Organisatoren wandten sich gegen die Folgen der Antikrisenpolitik in Europa und die EZB-Maßnahmen. Unter den Demonstranten waren vor allem Studenten, Schüler und Arbeitslose. Sie kritisierten unter anderem, dass junge Leute in baufälligen Gebäuden studieren müssten und gezwungen seien, schwarz zu arbeiten, um ihr Studium fortsetzen zu können.

Deutsche Lokführer stimmen für Streik

Bei der Deutschen Bahn wird aller Voraussicht nach in Kürze wieder gestreikt. In einer Urabstimmung votierten die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit 91,0 Prozent der gültigen Stimmen für einen Arbeitskampf.

Das teilte GDL-Sprecherin Gerda Seibert in Frankfurt mit. Für die Zustimmung zu weiteren Streiks waren 75 Prozent nötig. Ein Streikdatum stehe noch nicht fest, sagte Seibert.

In dem Tarifkonflikt hatte die GDL bereits zweimal zu Warnstreiks aufgerufen und damit große Teile des deutschlandweiten Bahnverkehrs lahmgelegt.

Mehr Geld und kürzere Arbeitszeit

Mit dem Arbeitskampf will die GDL ihre Forderung nach fünf Prozent mehr Geld und einer kürzeren Arbeitszeit durchsetzen. Sie erhebt sie nicht nur für die Lokführer, sondern für das gesamte Zugspersonal.

Noch kurz vor Auszählung der Urabstimmung hatte die Bahn der GDL ein neues Angebot vorgelegt. Demnach schlägt die Arbeitgeberseite vor, die Verhandlungen auszusetzen, bis die Bundesregierung das geplante Gesetz zur Tarifeinheit auf den Weg gebracht hat. Bis dahin sollten die Lokführer zwei Prozent mehr Geld erhalten, hieß es.

Warren Buffet steigt in den Autohandel ein

Multimilliardär und Investorenlegende Warren Buffett steigt ins Autogeschäft ein. Seine Investmentholding Berkshire Hathaway kauft den fünftgrößten US-Autoverkäufer Van Tuyl, wie die Unternehmen heute gemeinsam mitteilten. Die Übernahme soll im ersten Quartal 2015 abgeschlossen sein.

Die Firma soll dann in Berkshire Hathaway Automotive umbenannt, aber weiterhin von den bisherigen Chefs Larry Van Tuyl und Jeff Rachor geleitet werden. Van Tuyl wurde vor 62 Jahren gegründet, handelt in 10 US-Bundesstaaten unter anderem mit Autos der Marken Chevrolet, Mercedes, BMW, Toyota und Cadillac. Buffett zufolge macht Van Tuyl einen Jahresumsatz von etwa neun Milliarden Dollar. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Moscovici plädiert vor EU-Parlament für Transaktionssteuer

„Die Finanztransaktionssteuer ist ein Thema, das mich bewegt“: Angesichts konservativen Gegenwinds hat sich heute der designierte Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Pierre Moscovici, in seiner Anhörung vor dem EU-Parlament auch für ein Herzensthema linker Wirtschaftspolitik starkgemacht.

Mit der Steuer könne man Auswüchse des Kapitalmarkts verhindern: „Sie wird dazu führen, dass der Finanzmarkt hier zurechtgestutzt wird.“

Kampf gegen Armut und für Steuergerechtigkeit

So könne Steuergerechtigkeit geschaffen und der Kampf gegen Armut und Klimawandel gestützt werden, zeigte sich der designierte EU-Kommissar überzeugt. „Die Staaten, die eine gemeinsame Finanztransaktionssteuer beschlossen haben, werde ich unterstützen“, so Moscovici. Bis dato wird die Maßnahme von elf Staaten, unter ihnen Österreich, getragen. Auch müssten bestimmte Derivate proaktiv besteuert werden.

Alle EU-Staaten müssen Haushaltsregeln einhalten

Zugleich bemühte sich Moscovici, auch Brücken zu den Austeritätspolitikern zu bauen. Gleich zu Beginn seiner Anhörung im Europaparlament sprach sich der designierte EU-Kommissar für die klare Einhaltung der Haushaltsregeln aller Staaten aus. „Alle, klein oder groß, müssen nach den gleichen Regeln behandelt werden, ich will ein gerechter, unparteiischer Schiedsrichter sein.“

Auch im Falle Frankreichs werde er die Regeln des Wachstums- und Stabilitätspakts anwenden, „ohne mit der Wimper zu zucken“. Seine Aufgabe werde nicht sein, irgendwelche Ausnahmen zu genehmigen.

ERR sorgt für größte Firmenpleite des Jahres in Österreich

Am Handelsgericht Wien wurde heute das Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung über die Wiener ERR Rail Rent Vermietungs GmbH eröffnet.

Mit Passiva in Höhe von 209,5 Mio. Euro ist es die bisher größte Firmenpleite in diesem Jahr, teilten die Kreditschutzverbände KSV 1870, AKV und Creditreform mit. Die Aktiva belaufen sich auf 186,4 Mio. Euro, die Überschuldung beträgt 23,1 Mio. Euro.

Nur drei Dienstnehmer

Bei der ERR handelt es sich um eine Waggonbesitzgesellschaft, in deren Besitz sich rund 3.900 Güterwaggons befinden. Die Bewirtschaftung und der Vertrieb erfolgt durch die deutsche ERR European Rail Rent GmbH mit Sitz in Duisburg.

Zwischen den beiden Gesellschaften besteht laut Kreditschützern kein direktes Gesellschaftsverhältnis. Die Schuldnerin beschäftigt derzeit nur drei Dienstnehmer. Eine Fortführung des Unternehmens ist geplant.

Zinsgeschäfte als Ursache

Die Ursache für das Abgleiten in die Insolvenz sind offenbar schiefgegangene Zins-Swaps, die in den Jahren 2007 und 2008 - also knapp vor dem durch die Lehman-Pleite markierten Höhepunkt der Finanzkrise - zur Absicherung von Zinsrisiken abgeschlossen wurden.

Diese Zins-Swaps hätten laut den Angaben des insolventen Unternehmens eine finanzielle Krise verursacht, so die Kreditschützer zur APA. Hier seien bereits Verfahren gegen Banken bei Gericht anhängig. Es ging Eigenkapital von mehr als 55 Mio. Euro und Liquidität in Höhe von 28 Mio. Euro verloren.

Laut Firmenbuch belief sich der Bilanzverlust per Jahresende 2012 bereits auf 6,5 Mio. Euro. Stark zu Buche schlugen Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von knapp elf Mio. Euro.

Chronik

Slowake saß 16 Monate irrtümlich in Gefängnis

16 Monate lang ist ein unschuldiger Slowake für eine Straftat seines Bruders im Gefängnis gesessen. Innenminister Robert Kalinak machte dafür in der Tageszeitung „Sme“ (Donnerstag-Ausgabe) vor allem die Nachlässigkeit eines Polizisten verantwortlich, der nun selbst mit einer Gefängnisstrafe rechnen müsse.

Der Polizist habe dem Gericht nämlich einen erst später erfolgten Vergleich der Fingerabdrücke vorenthalten. Der Vergleich habe nachgewiesen, dass der vom Gericht verurteilte Peter V. nicht der Mann war, den die Polizei wegen eines Einbruchsversuchs ertappt hatte. Der tatsächliche Täter hatte die persönlichen Daten seines Bruder angegeben.

Gesundheit

Kuba entsendet 165 Ebola-Helfer nach Westafrika

Die kubanische Regierung hat ein erstes Kontingent von 165 Helfern für den Kampf gegen Ebola in Westafrika entsendet. 63 Ärzte und 102 Krankenpfleger reisten am Vorabend nach Sierra Leone, wie die Parteizeitung „Granma“ heute berichtete. Vergangene Woche hatte der Karibikstaat angekündigt, später rund 300 weitere Helfer nach Liberia und Guinea senden zu wollen.

WHO sieht leichte Entspannung

Unterdessen verkündete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach wochenlanger Zunahme der Ebola-Fälle in Westafrika erstmals Zeichen einer Besserung. Die Zahl der gemeldeten Neuerkrankungen sei vor allem in Liberia und Guinea bereits die zweite Woche zurückgegangen.

Dramatischer dürfte sich die Situation in Sierra Leone entwickeln, wo für 765 neu Erkrankte landesweit nur 327 Betten zur Verfügung stehen. Auch die WHO warnt vor zu großem Optimismus: Es gebe trotz rückläufiger Neuinfektionen nur wenige Anzeichen dafür, dass die Epidemie bald unter Kontrolle sei.

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Studie: HPV verursacht 85 Prozent aller Zervixkarzinome

Neun Subtypen von Humanen Papilloma-Viren (HPV) verursachen 85 Prozent der Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Das ergab eine internationale Studie, an der auch der Wiener Gynäkologe Elmar Joura (MedUni Wien/AKH) mitgearbeitet hat, teilte die Universität Wien heute mit. Die derzeitigen HPV-Impfstoffe decken 70 Prozent dieser Erkrankungen ab.

Mit einem neuen, in Entwicklung stehenden Neunfachimpfstoff, der auch in Wien getestet wurde, soll die Schutzwirkung auf 85 Prozent erhöht werden. In den derzeit zur Verfügung stehenden Vakzinen sind Antigene von zwei für Zervixkarzinome und andere Krebserkrankungen verantwortliche HP-Viren enthalten.

Religion

Neues Islamgesetz untersagt Finanzierung aus dem Ausland

Das neue Islamgesetz untersagt eine Finanzierung aus dem Ausland. Davon betroffen sind auch Imame, die im Rahmen ihres türkischen Dienstverhältnisses in Österreich tätig sind.

Mit der Regelung solle „Einflussnahme aus dem Ausland“ bestmöglich verhindert werden, sagte Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) heute bei einer Pressekonferenz zum Islamgesetz mit Kultusminister Josef Ostermayer (SPÖ).

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Kultur

Hartmann-Nachfolge im Burgtheater: Suche in Endphase

Bis Mitte Oktober will Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) über die künftige künstlerische Leitung des Burgtheaters entscheiden. „Dieser Zeitplan ist ambitioniert, aber wir werden es schaffen“, sagte Christian Strasser, Burg-Aufsichtsratsvorsitzender und Mitglied der Findungskommission, gegenüber der APA.

Die Findungskommission, der auch der Dramaturg Hermann Beil, Regisseur Götz Spielmann, Operndirektorin Elisabeth Sobotka und die kaufmännische Chefin der Komischen Oper Berlin und Burg-Aufsichtsrätin Susanne Moser angehören, werde sich nicht auf einen einzigen Namen einigen, müsse aber nicht notwendigerweise einen Dreiervorschlag abgeben: „Der Minister wird einen Vorschlag mit mehreren Namen bekommen.“

Öffentlich zu Burg-Ambitionen bekannte sich bisher niemand wirklich, Gespräche mit der Findungskommission bestätigten aber der deutsche Regisseur Michael Thalheimer und Wilfried Schulz, Intendant des Dresdner Staatsschauspiels, die beide laut eigenen Angaben von der Kommission angesprochen wurden, obwohl sie sich selbst nicht beworben hätten.

Angebliche Shortlist-Kandidaten dementieren

Andere Kandidaten, die von „News“ Mitte September in Spiel gebracht wurden, haben ihr Interesse bereits dementiert. Martin Kusej (österreichischer Intendant des Residenztheaters München) sagte gegenüber der APA, für eine Direktion „nicht zur Verfügung“ zu stehen.

Ulrich Khuon hatte gegenüber dem Onlinetheatermagazin Nachtkritik.de gesagt, er habe sich nicht beworben und werde daher auch zu keinen Gesprächen nach Wien reisen: „Ich habe am Deutschen Theater Berlin einen Vertrag bis 2019, den ich sehr gern erfüllen werde.“

Und Frank Baumbauer (69), der einst Klaus Bachler ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Peymann-Nachfolge geliefert hatte, hatte der „Süddeutschen Zeitung“ zwar bestätigt, kontaktiert worden zu sein, „ich habe aber gesagt, dass ich nicht zur Verfügung stehe, weil ich mich nicht in einen Wettbewerb mit anderen Kandidaten begeben möchte“.

Bleibt von den sechs Namen der angeblichen Shortlist nur noch Interimsdirektorin Karin Bergmann, die auf ihrer ersten Spielplan-Pressekonferenz gesagt hatte, sich nicht beworben zu haben.

Medien

Einigung über letztes Detail bei Journalisten-KV

Die Journalistengewerkschaft und der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) haben sich heute über ein letztes Detail des seit Mitte des Vorjahres geltenden Kollektivvertrags (KV) für Journalisten geeinigt.

Dabei handelt es sich um den Gesamtvertrag für freie Mitarbeiter. Beide Seiten sehen darin ein positives Ergebnis, für das nun noch die Zustimmung in den Gremien aussteht.

Honorare vereinfacht

Gewerkschaftsvorsitzender Franz C. Bauer bezeichnete die Einigung gegenüber der APA als „großen Erfolg“. „Der Tätigkeitsbereich dieser relativ großen Gruppe ist nun klarer gestellt“, sagte er.

So seien etwa die Honorare vereinfacht worden, da Zeit- und Zeilenhonorare zusammengezogen wurden. Weiters kam es zu einer Präzisierung des Tätigkeitsfeldes freier Mitarbeiter. Sie können zu Strukturdiensten und weiteren, angestelltenähnlichen Diensten nicht mehr herangezogen werden.

„Letzter Mosaikstein“

Seitens des VÖZ sieht Verhandlungsführer Wolfgang Bergmann damit „den letzten Mosaikstein im neuen Kollektivvertrag für journalistische Mitarbeiter gesetzt“.

Man sei froh, „endlich auch dieses Thema abgeschlossen zu haben“, nachdem das Hauptstück des neuen Journalisten-KV im Juli 2013 in Kraft getreten ist, wie in einer schriftlichen Stellungnahme festgehalten wurde.

Science

Zentralmatura: Volksanwalt kündigt Prüfverfahren an

Volksanwalt Peter Fichtenbauer leitet ein „Prüfverfahren zum Bedeutungsverlust der Literatur im Deutschunterricht“ ein. „Ich habe die zuständige Bundesministerin für Bildung und Frauen um Stellungnahme ersucht, welche Maßnahmen sie zu ergreifen gedenkt, um das völlige Verschwinden des Literaturunterrichts zu verhindern“, so Fichtenbauer heute per Aussendung.

Die Regeln für die Zentralmatura hält der Volksanwalt für bedenklich: „Literarische Texte können nicht durch Leserbriefe, Romanbruchstücke oder Gebrauchsanweisungen ersetzt werden.“

Bei der ab 2014/15 an den allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und ab 2015/16 an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) verpflichtenden Zentralmatura ist erstmals die Verpflichtung zur Stellung einer literarischen Aufgabe festgeschrieben. Künftig gibt es drei Themenpakete, die aus je zwei voneinander unabhängigen, gleichwertigen Aufgaben bestehen. Eine Aufgabe in einem der drei Themenpakete muss eine literarische Themenstellung beinhalten. Gleichzeitig muss dann aber noch die andere Aufgabe des Themenpakets absolviert werden.