Inland

Budget: Schelling sagt Nulldefizit 2016 zu

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hat der EU-Kommission heute die Einhaltung des strukturellen Nulldefizits 2016 zugesagt. In seinem Antwortschreiben an die EU-Kommission verwies der Minister zudem auf „intensive Gespräche“ mit seinen Kollegen über „weitere Maßnahmen“ für 2015. „Es kann keine Abweichungen mehr vom vereinbarten Budget geben“, sagte Schelling dazu vor Journalisten.

Schelling sieht das jüngste Schreiben, in dem die EU-Kommission vor einer erheblichen Abweichung von den Budgetzielen 2015 warnt, nicht als „Rüge“, sondern als „Einladung zu weiteren Gesprächen“. Schelling will der Kommission nun die Gründe für das höhere Defizit 2015 erläutern - allen voran die eingetrübten Konjunkturprognosen: „Ich glaube, gut erklären zu können, warum das so ist.“

Außerdem will Schelling darlegen, welche der 2014 bereits ergriffenen Nachbesserungsmaßnahmen 2015 weitergeführt werden können. Für 2015 will Schelling sowohl einen strikten Budgetvollzug als auch - „in Vorbereitung der Steuerreform“ - zusätzliche Maßnahmen überlegen. „Wir können die Zielvorgaben erreichen, wenn wir härter konsolidieren, als wir das bisher überlegt haben“, so Schelling weiter.

Budgetrüge: Schelling will noch heute antworten

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) will noch heute eine Antwort auf die Budgetrüge der EU-Kommission übermitteln, wie die APA aus dem Ministerbüro erfahren hat. Die EU-Kommission hatte gestern das zu hohe Defizit 2015 kritisiert. Die weiteren Gespräche sollen auf Beamtenebene und am Rande des Finanzministerrates (ECOFIN) Anfang November erfolgen.

Rüge war absehbar

Dass Österreich eine Rüge aus Brüssel erhalten würde, war absehbar. Schließlich hatte die Regierung bereits bei den Koalitionsverhandlungen vor knapp einem Jahr klargemacht, das „strukturelle Nulldefizit“ erst 2016 und nicht schon 2015 erreichen zu wollen. Für das kommende Jahr gemeldet wurde folglich ein Minus von 1,0 Prozent der Wirtschaftsleistung - womit das Nulldefizit um gut einen halben Prozentpunkt verfehlt würde.

Nachbesserungen hatte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) gestern allerdings bereits abgelehnt, auch Schelling verwies lediglich auf bereits beschlossene Maßnahmen und den geplanten straffen Budgetvollzug.

Regierung soll Reformen forcieren

Gegen kurzfristige Nachbesserungen sprach sich auch WIFO-Budgetexpertin Margit Schratzenstaller aus. „Ich glaube, dass es wenig Sinn macht, alle paar Monate neue Sparpakete oder kurzfristige Maßnahmen zu diskutieren“, sagte sie auf APA-Anfrage. Vielmehr solle die Regierung bei großen Reformen und wachstumsfördernden Maßnahmen wie der Steuerreform mehr Druck machen.

Ausland

Madrid will Kanaren-Volksabstimmung stoppen

Die spanische Regierung lässt eine geplante Volksabstimmung auf den Kanarischen Inseln über eine umstrittene Erdölsuche vor dem Verfassungsgericht anfechten. Wie Vizeregierungschefin Soraya Saenz de Santamaria in Madrid mitteilte, beschloss das Kabinett heute, eine Verfassungsklage zu erheben.

Der spanische Mineralölkonzern Repsol hatte von der Regierung die Erlaubnis erhalten, Probebohrungen im Atlantik vor den Küsten der Ferieninseln Lanzarote und Fuerteventura vorzunehmen. Die Bohrungen sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die Regionalregierung der Inselgruppe ist gegen das Vorhaben, weil sie negative Auswirkungen auf den Tourismus befürchtet. Sie setzte für den 23. November ein Referendum über die Erdölsuche an.

Nach Ansicht Madrids überschreitet die Regionalregierung damit ihre Kompetenzen. Die spanische Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte bereits eine Verfassungsklage gegen ein Unabhängigkeitsreferendum in der Region Katalonien erhoben.

NATO: Russische Soldaten weiter in Ostukraine

Im Osten der Ukraine sind laut NATO-Angaben nach wie vor zahlreiche russische Soldaten im Einsatz. Obwohl der Abzug einiger Einheiten beobachtet worden sei, würden die prorussischen Separatisten in der Ukraine weiterhin von einer „ziemlich großen Truppe“ aus Russland unterstützt, sagte NATO-Oberbefehlshaber Philip Breedlove heute laut einem Bericht der belgischen Nachrichtenagentur Belga.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg beklagte demnach bei einem Besuch des NATO-Hauptquartiers in Mons, Moskau verletze weiterhin „das Völkerrecht und die Souveränität und die territoriale Integrität der Ukraine“. Er rief Russland auf, „alle seine Streitkräfte aus der Ukraine und von der Grenze abzuziehen“ und auf die Separatisten einzuwirken, die Anfang September ausgehandelte Waffenruhe zu respektieren.

Putin: „Sehen keinen Willen in Kiew“

Russlands Präsident Wladimir Putin warf der Regierung in Kiew unterdessen mangelnde Dialogbereitschaft im Konflikt in der Ostukraine vor. „Wir sehen keinen Willen bei unseren Partnern in Kiew (...), das Problem der Beziehungen im Südosten des Landes durch einen politischen Prozess, mit Gesprächen zu lösen.“

Putin machte der ukrainischen Regierung ihr Vorgehen zum Vorwurf. „Wir sehen immer ein und dieselbe Sache in unterschiedlichen Ausprägungen: gewaltsame Unterdrückung“, sagte Putin. Zugleich betonte er das Anrecht der Ukraine auf Selbstbestimmung. „Ich habe niemals an der Tatsache gezweifelt, dass die Ukraine ein voll entwickelter souveräner europäischer Staat ist.“

Syrische Rebellen wollen Kurden in Kobane unterstützen

Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) wollen die Kurden bei der Verteidigung der nordsyrischen Grenzstadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab) gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen.

Mehrere Einheiten der Oppositionsbrigaden aus der nördlichen Provinz Aleppo hätten sich zu diesem Schritt entschlossen, erklärte die FSA-Führung heute. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach unterdessen von 1.300 Kämpfern.

Zuvor hatte bereits die kurdische Autonomieregierung im Nordirak beschlossen, Peschmerga-Soldaten nach Kobane zu schicken. Diese sind bisher jedoch noch nicht eingetroffen.

US-Armee: IS-Offensive vorerst gestoppt

Die Einnahme Kobanes durch den IS ist nach Einschätzung der US-Armee unterdessen vorerst abgewendet. Die Offensive der Extremisten sei ins Stocken geraten, sagte ein Vertreter der US-Zentralkommandos gestern.

Die kurdischen Kämpfer seien mit Unterstützung der US-geführten Militärallianz in der Lage, die Stadt weiter zu verteidigen. Der Frontverlauf in Kobane habe sich den Angaben zufolge seit mehr als einer Woche nicht verändert.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte lieferten einander beide Seiten zuletzt weiter heftige Gefechte. Die IS-Miliz weitete demnach ihre Kontrolle über den Norden und das Zentrum der Stadt aus. Die Lage ist höchst unübersichtlich. Die Angaben der Beobachtungsstelle, die der nicht islamistischen syrischen Opposition nahesteht, sind von unabhängiger Seite nur schwer überprüfbar.

USA behalten Kommandogewalt für Kriegsfall in Korea

Die US-Streitkräfte sollen im Kriegsfall auf der koreanischen Halbinsel die Befehlsgewalt über die gemeinsamen Truppen mit Südkorea behalten. Auf die erneute Verschiebung der Kommandoübergabe verständigten sich US-Verteidigungsminister Chuck Hagel und sein südkoreanischer Amtskollege Han Min Koo heute in Washington im Rahmen regulärer Sicherheitsberatungen.

Ein neuer Termin wurde nicht festgelegt. Die Verschiebung erfolgte auf Bitten Südkoreas. Die Entscheidung sei im Licht des Sicherheitsumfelds getroffen worden, „Nordkoreas Atom- und Raketenbedrohung eingeschlossen“, hieß es in einer gemeinsamen Verlautbarung. Hagel bekräftigte die Entschlossenheit der USA, Südkorea unter Einsatz aller Mittel „einschließlich des US-Atomschutzschirms“ zu verteidigen.

Ursprünglich war die Kommandoübergabe für April 2012 geplant gewesen, dann aber auf Ende 2015 verschoben worden. Derzeit dienen 28.500 US-Soldaten in Südkorea. Das Land hatte das Kommando an die US-geführten UNO-Streitkräfte während des Korea-Kriegs (1950 bis 1953) abgetreten.

Hackenattacke in New York - islamistischer Hintergrund?

Nachdem in New York ein Mann Menschen mit einer Hacke angegriffen hat und von zwei Polizisten erschossen wurde, wird ein islamistischer Hintergrund vermutet.

US-Medien identifizierten den Angreifer als Zale Thompson. Dessen Einträge auf YouTube und Facebook wiesen auf islamistisches Gedankengut und „extremistische Neigungen“ hin, erklärte das auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen SITE. Der Angreifer habe gestern zwei Menschen verletzt, bevor er getötet wurde, teilte die New Yorker Polizei mit.

Die New Yorker Stadtverwaltung teilte mit, vier Polizisten hätten im Viertel Queens auf Bitten eines Fotografen für ein Foto posiert, als der Mann sie ohne Vorwarnung angegriffen habe.

Ein Beamter wurde laut Polizei durch Axthiebe am Arm und der andere am Kopf verletzt. Eine Passantin wurde demnach durch eine Kugel versehentlich am Rücken getroffen und ins Krankenhaus gebracht.

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Ermittler: Ottawa-Schütze wollte nach Syrien

Am Tag nach den tödlichen Schüssen in der kanadischen Hauptstadt Ottawa haben die zuständigen Behörden gestern die Öffentlichkeit über den aktuellen Ermittlungsstand informiert. Man sei überzeugt, dass der mittlerweile als Michael Zehaf-Bibeau identifizierte Täter allein gehandelt habe - im Gegensatz zu früheren Berichten fand sich dieser allerdings nicht auf einer Liste mit insgesamt 93 „Reisenden mit hohem Sicherheitsrisiko“ („high-risk travellers“). Sehr wohl könnte es aus Sicht der Ermittlungsbehörden einen islamistischen Hintergrund geben. Der 32-Jährige habe vor seiner Bluttat zudem versucht, nach Syrien zu reisen.

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Sport

Europa League: Salzburg macht den nächsten Schritt

Mit keiner makellosen, aber einer durchaus überzeugenden Leistung hat Salzburg gestern das Europa-League-Heimspiel gegen Dinamo Zagreb absolviert. Der 4:2-Sieg war aus zwei Gründen sehr erfreulich für Coach Adi Hütter. Erstens wurde der nächste Schritt in Richtung Aufstieg gemacht, zweitens auch der nächste Schritt zu einem vom System her flexibleren Team. „Das war ein absolut tolles Spiel“, lautete die zufriedene Bilanz Hütters, der einzig die zwei späten Gegentore als Kritikpunkt sah. Für das Spiel in Zagreb erwartet Hütter aber eine „heiße Atmosphäre“. Sollte Alan wieder „einen perfekten Abend“ erwischen, könnte schon der Aufstieg fixiert werden.

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Air Race: Arch kämpft mit Heimvorteil um Titel

Nach dem Formel-1-Comeback in Österreich im Juni steigt am Wochenende ein weiteres Motorsport-Highlight auf dem Red Bull Ring in Spielberg. Mit dem achten und letzten Saisonrennen wird die Air-Race-WM entschieden. Einer von drei Flugzeugpiloten mit Titelchancen ist Lokalmatador Hannes Arch. Für den 47-jährigen Steirer, der bereits 2008 Weltmeister in der „Formel 1 der Lüfte“ war, würde mit dem Triumph in der Heimat ein Lebenstraum in Erfüllung gehen.

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Wirtschaft

Bankenstresstest: Schelling erwartet „keine Überraschungen“

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) rechnet beim aktuellen Bankenstresstest nicht mit negativen Überraschungen. Durchblicken ließ Schelling heute vor Journalisten, dass die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) durchgefallen sein dürfte: „Es gibt eine unter Stress belastete Bank, das ist die ÖVAG - das ist hinlänglich bekannt, das wird keine Überraschung sein.“

Bei der teilverstaatlichten ÖVAG habe man ohnehin „proaktiv“ Schritte gesetzt, um nicht ein Problem ähnlich der Kärntner Hypo Alpe-Adria zu bekommen. „Das ist alles auf Schiene“, sagte Schelling. Ansonsten rechnet er nicht mit Problemen: „Es gibt keinerlei Anzeichen, dass es im Stresstest Überraschungen gibt.“

Schelling reagierte damit auch auf Aussagen von ÖIAG-Aufsichtsratschef Siegfried Wolf, der erst gestern etwaige „Vorsorgen“ für den Bankenbereich in den Raum gestellt hatte. Schelling kann sich vorstellen, dass Wolf damit die ÖIAG-Bankentochter FIMBAG meinte. Gleichzeitig verwies der Finanzminister aber darauf, dass die FIMBAG nach dem angestrebten Verkauf der Anteile an der Kommunalkredit keine wesentlichen Beteiligungen mehr halte.

Chiquita-Fyffes-Fusion abgeblasen

Chiquita muss seinen Zusammenschluss mit dem irischen Konkurrenten Fyffes zum weltgrößten Bananenkonzern abblasen. Unter dem Druck der Aktionäre gab die Geschäftsführung heute bekannt, nun doch Gespräche mit dem brasilianischen Safthersteller Cutrale führen zu wollen.

Das Management hatte eigentlich die steueroptimierende Fusion mit Fyffes durchziehen wollen und das bisherige Cutrale-Kaufoffert stets abgelehnt. Nun bremsten die Investoren den Plan aus - bei einem Aktionärstreffen stimmte die Mehrheit dafür, Verhandlungen mit Cutrale zu starten.

Russischer Rubel fällt auf neues Rekordtief

Der russische Rubel hat heute seine Talfahrt fortgesetzt und ein neues Rekordtief erreicht. Erstmals mussten für einen Euro mehr als 53 Rubel bezahlt werden, womit eine für Finanzmärkte und Verbraucher psychologisch wichtige Marke durchbrochen wurde.

Für einen Dollar mussten zeitweise 41,96 Rubel gezahlt werden. Grund für die anhaltende Talfahrt der Währung sind die wegen der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen des Westens gegen Russland, die schwache Konjunktur und der fallende Ölpreis.

Korrekturen bei Haushaltsplänen angekündigt

Der russische Finanzminister Anton Siluanow sagte im Interview mit dem TV-Sender Russia 24, die Regierung könne ihre im Haushalt 2015 gemachten Zusagen einhalten. Die Budgetpläne für die Jahre 2015 bis 2017 müssten jedoch überarbeitet werden, falls sich die Lage nicht verbessere.

„Falls die äußeren Bedingungen so kompliziert wie heute bleiben, müssen wir eine Sicherheitsversion haben mit Verpflichtungen und Ausgaben, auf die wir verzichten können“, sagte Siluanow laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Der Haushalt könne nicht das Maß an Ausgaben enthalten, das unter anderen wirtschaftlichen Bedingungen festgelegt worden sei.

Das Öl- und Gasgeschäft gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen des russischen Staates. Ein Barrel Öl kostet derzeit jedoch nur 86 Dollar (68 Euro), während die Regierung in ihrer Budgetplanung einen Preis von etwa 100 Dollar zugrunde legte. Der Verfall der Währung wird von der russischen Bevölkerung mit Sorge verfolgt. Der Wertverlust sorgte bereits für einen Anstieg der Preise, der durch das von der Regierung erlassene Einfuhrverbot für zahlreiche westliche Lebensmittel noch verschärft wurde.

Andritz-Chef Leitner verlässt ÖIAG-Aufsichtsrat

Das Personalringelspiel bei der Staatsholding ÖIAG dreht sich nicht nur in Sachen Alleinvorstand Rudolf Kemler. Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Leitner hat, wie die ÖIAG gegenüber der APA bestätigte, das Gremium über eine schriftliche Mitteilung mit 21. Oktober verlassen. Offizielle Begründung gibt es keine, Grund dürfte mutmaßlich aber die Entwicklung in der Staatsholding von zuletzt sein.

Aktienrechtlich läuft zwar de jure eine vierwöchige Frist, da in dieser Zeit aber keine Aufsichtsratssitzung anberaumt ist, ist Andritz-Chef Leitner de facto nicht mehr Mitglied, hieß es heute Vormittag aus der Staatsholding. Die Sitzung zur Absetzung von Kemler dürfte sich Leitner gestern offenbar nicht mehr antun haben wollen. „Die Nachbesetzung läuft.“ Das gelte genauso für den noch vakanten Aufsichtsratssitz der schon zuvor zurückgetretenen Brigitte Ederer.

„Zeitökonomische Gründe“

Ein Andritz-Sprecher legte nach Bekanntwerden darauf Wert, dass sich Leitner „aus zeitökonomischen Gründen“ aus dem Aufsichtsrat zurückgezogen habe. Die Zurücklegung des Mandats habe nichts mit den Vorgängen in der ÖIAG bzw. in manchen ihrer Beteiligungen zu tun. Leitner war erst seit Juni Gremiumsmitglied gewesen.

Die ÖIAG war vor der Verkürzung des Alleinvorstandsmandats von Kemler medial stark ins Gerede gekommen, da der Einstieg von America Movil in die Telekom Austria, deren Staatsanteile die ÖIAG verwaltet, teils kritisch gesehen wird und es rund um die Absetzung von OMV-Chef Gerhard Roiss zu Indiskretionen gekommen war.

Kemler nur noch bis 2015 ÖIAG-Chef

Seit gestern ist fix, dass der Vertrag von ÖIAG-Chef Kemler zwei Jahre früher endet, als er hätte laufen können. Das verkündete Aufsichtsratschef Siegfried Wolf nach einer Sitzung des Gremiums. Der oder die Nachfolger sind noch unklar, die politisch angestrebte ÖIAG-Reform wird abgewartet.

Chronik

Herrl und Hund attackierten in Graz Installateur

Ein Installateur ist gestern bei Arbeiten in einem Mehrparteienhaus in Graz von einem Miteigentümer des Objekts bedroht und von dessen Hund verletzt worden. Der Hundehalter hatte die Herausgabe eines Schlüssels verlangt.

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Junger Mann verletzte eigene Mutter

Im Zuge eines Familienstreites in Wien attackierte ein 19-Jähriger seine Mutter . Der junge Mann schlug mehrmals auf die Frau ein und verletzte sie im Gesicht und am Oberkörper. Er sitzt in Haft.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Russland führt dauerhaft Winterzeit ein

Mehr als drei Jahre nach dem Ende der Zeitumstellungen in Russland führt das größte Land der Erde am Sonntag nun dauerhaft die Normalzeit ein. Dabei galt seit dem Frühjahr 2011 in dem Riesenreich - zum Ärger vieler Bürger - ganzjährig die Sommerzeit.

In der Nacht auf Sonntag würden die Uhren nun um eine Stunde zurückgestellt. Das sei endgültig, teilten die Behörden heute mit. Bürger hatten beklagt, bei der Sommerzeit in den Wintermonaten Probleme mit dem Aufstehen zu haben.

Die Staatsduma und Präsident Wladimir Putin hatten im Sommer die zuletzt zunehmend umstrittene Initiative des früheren Präsidenten Dimitri Medwedew gekippt. Auch die Zahl der Zeitzonen erhöht sich von neun wieder auf die ursprünglichen elf.

Mehr als ein Drittel der Russen sei froh über die dauerhafte Normalzeit, ermittelte das staatliche Meinungsforschungsinstitut WZIOM in einer repräsentativen Umfrage. 35 Prozent der Befragten hätten sich jedoch für eine Rückkehr zu dem lange auch in Russland üblichen Wechsel zwischen Normal- und Sommerzeit ausgesprochen.

IT

Amazon schockiert Anleger

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon steckt mit seinen hohen Ausgaben tief in den roten Zahlen fest. Im vergangenen Quartal lief ein Verlust von 437 Millionen Dollar (345 Mio. Euro) auf.

Auch für das laufende Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft konnte Amazon keine klare Prognose geben. Die Vorhersage beim operativen Ergebnis liegt zwischen einem Minus von 570 Millionen Dollar und einem Gewinn von 430 Millionen Dollar. Die Investoren straften die Aktie im nachbörslichen Handel gestern mit einem Kurseinbruch von mehr als zehn Prozent ab.

Der Verlust im dritten Quartal fiel deutlich höher aus als auf dem Markt erwartet. Dazu trug auch eine Abschreibung von 170 Millionen Dollar auf das erst im Sommer herausgekommene erste Amazon-Handy Fire Phone bei. Das groß angekündigte Smartphone wurde bisher nicht zum Verkaufsschlager und bekam auch schlechte Kritiken in der Fachpresse.

Religion

Historiker: Turiner Grabtuch mittelalterliches Ritualobjekt

Der britische Historiker Charles Freeman hat eine neue Theorie über das umstrittene Turiner Grabtuch vorgelegt. Dass das Tuch wirklich vor knapp 2.000 Jahren im Grab von Jesus Christus lag, hält er für ausgeschlossen. An eine Fälschung, die das suggerieren wollte, glaubt er allerdings auch nicht.

Seiner These zufolge ist das Grabtuch nämlich zu einem ganz bestimmten Zweck geschaffen worden: für ein mittelalterliches Osterritual, bei dem die Auffindung des leeren Grabes am dritten Tag nach der Kreuzigung dargestellt wurde.

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Science

Kultur

Pariser Picasso-Museum vor Wiedereröffnung

Nach fünfjähriger Schließung sperrt das Picasso-Museum in Paris wieder auf. Dazu wird morgen auch Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande erwartet. Das Ereignis fällt auf den 133. Geburtstag von Pablo Picasso, der am 25. Oktober 1881 in Malaga geboren wurde.

Das Musee Picasso im Marais-Viertel besitzt mit rund 5.000 Gemälden, Papierarbeiten und Skulpturen sowie dem Archiv des Kubisten die größte Sammlung von Werken des spanischen Künstlers. Dank dem Ausbau konnte das Museum seine Ausstellungsfläche auf etwa 3.700 Quadratmeter vergrößern.

Statt vorher rund 200 Werken sind nun mehr als 450 zu sehen. Wegen Vorwürfen von Missmanagement und mehrmaliger Verzögerungen bei der Wiedereröffnung war das Haus in den vergangenen Monaten wiederholt in die Schlagzeilen gekommen. Die Kosten von rund 52 Millionen Euro wurden zu einem großen Teil vom Museum selbst aufgebracht, das 21 Ausstellungen mit Picasso-Hauptwerken auf der ganzen Welt organisiert hatte.

Nicht einzige Eröffnung

Paris ist in dieser Woche Mittelpunkt der Kunst. Am Montag wurde die von Frank Gehry erbaute Kulturstiftung Louis Vuitton eröffnet, gestern die Kunstmesse FIAC. Morgen steht zudem die Eröffnung des Musee de la Monnaie mit einer Ausstellung des US-amerikanischen Künstlers Paul McCarthy an.

Grünes Licht für Suhrkamp-Sanierung

Im jahrelangen Streit über den Suhrkamp Verlag hat das Landgericht Berlin endgültig grünes Licht für den Sanierungsplan des Traditionshauses gegeben. Das geht aus einem Urteil vom 20. Oktober hervor, das der dpa vorliegt.

Damit kann der Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Der Mitgesellschafter Hans Barlach verliert damit weitreichende Mitspracherechte. Er ist seit Jahren mit der Verlagschefin Ulla Unseld-Berkewicz zutiefst zerstritten. In dem Urteil wies das Gericht nun Barlachs Beschwerde gegen den Sanierungsplan zurück. Die Nachteile einer Planverzögerung überwögen die Nachteile für Barlach, befand die Kammer. Eine weitere Beschwerde wurde nicht zugelassen.

Der Verlag geht nach Angaben einer Sprecherin davon aus, dass die wesentlichen Maßnahmen des Sanierungsplans nun im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen sein werden. Entsprechende Vorbereitungen werden den Angaben zufolge derzeit bereits getroffen.

ORF III: Erwin Wurm lässt Marathonmann stillstehen

ORF III wird drei. Anlässlich des dritten Geburtstags des Senders kuratiert der international renommierte Gegenwartskünstler Erwin Wurm eine Woche lang ORF III. Höhepunkt ist die heutige Liveperformance „Stand West 2“.

In Wurms Atelier in Limberg in Niederösterreich lässt der Künstler einen 53-jährigen marathonerprobten Wiener gleich einer Skulptur vor laufender Kamera zehn Stunden in stehender Position verharren. Seit 16.05 Uhr ist die Aktion per Livestream zu verfolgen.

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Aus für „Grabenkämpfe“: Appell zur Viennale-Eröffnung

Mit einem „Aufruf zur Toleranz in Zeiten der Intoleranz“ ist gestern die 52. Viennale eröffnet worden. Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) erteilte gleichzeitig „allen Grabenkämpfen“ in der Wiener Filmszene eine deutliche Absage.

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Hausner streut Viennale Rosen

Regisseurin Jessica Hausner, die zuletzt mit „Lourdes“ internationale Erfolge gefeiert hatte, eröffnete die Viennale mit ihrem neuen Film „Amour Fou“. Krankheitshalber bei der Eröffnung nicht anwesend, feixte Festivalpräsident Eric Pleskow via Briefbotschaft Richtung Viennale-Chef Hans Hurch: „Die Viennale mit einem Film über einen todessehnsüchtigen Dichter zu beginnen, der dann in einem Doppelselbstmord endet, das ist irgendwie typisch Hurch.“

Hausner war mit der Auswahl des Eröffnungsfilms naturgemäß zufrieden - sie streute dem Festival Rosen und wünschte dem Publikum „Bon Appetit“.

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Leute

Queen setzte ihren ersten Tweet ab

Die Queen hat zum allerersten Mal selbst getwittert. Ihre Botschaft in dem Sozialen Netzwerk verbreitete die britische Königin Elizabeth II. heute über das Twitter-Konto der britischen Monarchie. Nach der Besichtigung einer Ausstellung in London verschickte die 88-Jährige eine Nachricht von einem Tablet-Computer.

„Es ist mir eine Freude, heute die Ausstellung zum Informationszeitalter im Wissenschaftsmuseum zu eröffnen, und ich hoffe, dass die Menschen den Besuch genießen werden. Elizabeth R.“ Unter dem Eintrag ist vermerkt: „Der letzte Tweet wurde persönlich von der Queen von ihrem offiziellen Twitter-Account gesendet.“

Das „R.“ hinter ihrem Vornamen steht für Regina, Lateinisch für Königin. Damit unterschreibt die Queen offizielle Dokumente. Der Tweet wurde prompt Tausende Male weiterverbreitet.