Ausland

London ändert EU-Frage für Referendum

Die britische Regierung wird den Wortlaut des Referendums über den Verbleib des Landes in der Europäischen Union nach dem Vorwurf einer tendenziösen Fragestellung ändern. Man werde den Empfehlungen der Wahlkommission folgen, kündigte heute eine Regierungssprecherin in London an.

Die geplante Frage „Soll Großbritannien ein Mitglied der Europäischen Union bleiben“ inklusive der Antwortmöglichkeiten „Ja“ oder „Nein" sei möglicherweise einseitig, hatte die britische Wahlkommission zuvor befunden. Stattdessen soll die Frage ergänzt werden um die Worte "...oder die Europäische Union verlassen?“. Die Antwortmöglichkeiten wären dann: „Bleiben“ oder „Verlassen“.

Wähler sollen „Wichtigkeit verstehen“

„Die Referendums-Frage muss so klar wie möglich gestellt werden“, zitierte die BBC heute die Vorsitzende der Kommission, Jenny Watson. Die Wähler müssten die Wichtigkeit der Entscheidung verstehen, um die sie gebeten würden. Die Wahlkommission kann den Wortlaut nur empfehlen, entscheiden muss das Parlament. Die Regierung um Premierminister David Cameron will das Volk spätestens im Herbst 2017 abstimmen lassen.

Zuvor soll das britische Verhältnis zur EU im Zuge von Verhandlungen neu definiert werden. Cameron wird dazu Ende der Woche mit den Regierungschefs von Spanien und Portugal zusammentreffen. Großbritannien will möglichst Änderungen am europäischen Vertragswerk erreichen, unter anderem um die Arbeitnehmerfreizügigkeit einzuschränken. Führende EU-Politiker hatten das ausgeschlossen.

Grenzzaun durchschnitten: Ungarn nimmt Politiker fest

Die ungarische Polizei hat den Oppositionspolitiker und Journalisten György Kakuk wegen Durchschneidens des Stacheldrahtzauns an der Grenze zu Serbien festgenommen.

Kakuk, ein Präsidiumsmitglied der linksliberalen Demokratischen Koalition (DK), ging heute zusammen mit der serbischen Journalistin Milica Mancic Stojkovic bei Röszke mit einer Zange symbolisch gegen die Sperre vor, berichtete das Internetportal Szegedma.hu in Szeged. 

Der Polizei zufolge habe sich Kakuk des Ordnungsvergehens der Sachbeschädigung schuldig gemacht, das in Ungarn mit Geldstrafen geahndet wird. Der Politiker bestritt die Anschuldigung nicht. Mit der Aktion wollte er, wie er sagte, gerade darauf aufmerksam machen, dass das ungarische Parlament in den nächsten Tagen Gesetze beschließen will, die die Beschädigung des Grenzzauns zur Straftat erklären, für die bis zu fünf Jahre Gefängnis drohen.

Der mit NATO-Stacheldraht bestückte Zaun an der 175 Kilometer langen Grenze zu Serbien wurde am Wochenende fertiggestellt. Im Juni 1989 war der damalige ungarische Außenminister Gyula Horn international gefeiert worden, als er in einem symbolischen Akt den Grenzzaun zu Österreich durchschnitt.

Russland bekräftigt Unterstützung für Assad

Im Syrien-Konflikt hat Russland seine Unterstützung für den umstrittenen Präsidenten Baschar al-Assad bekräftigt. Forderungen der syrischen Opposition nach Assads Rücktritt seien „unrealistisch und kontraproduktiv“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow heute vor Studenten in Moskau.

Nur ohne solche Bedingungen sei ein effektiver Kampf gegen Terrorgruppen wie den Islamischen Staat (IS) möglich, sagte er. Russland will eine internationale Anti-Terror-Koalition bilden, an der sich die syrische Armee beteiligen soll. Moskau gilt als enger Partner der Regierung in Damaskus und versorgt das Regime im Bürgerkrieg mit Waffen.

Bangkok-Anschlag: Zweiter Verdächtiger festgenommen

Zwei Wochen nach dem Bombenanschlag von Bangkok ist ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen worden. Das teilte Regierungschef Prayuth Chan-ocha mit. Es soll sich laut Medienberichten um den mutmaßlichen Bombenleger handeln.

Kurz vor der Explosion mit 20 Toten war am Erawan-Schrein im belebten Einkaufsviertel der Millionenstadt ein Mann im gelben T-Shirt gefilmt worden. Er deponierte dort einen Rucksack und ging fort. Die Polizei vermutet, dass darin der Sprengsatz war. Ein Mann ist bereits in Haft.

Bayrischer Minister: Roberto Blanco „wunderbarer Neger“

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat in der ARD-Sendung „Hart aber Fair“ den Sänger Roberto Blanco als „wunderbaren Neger“ bezeichnet. In der Talkshow diskutierten die Gäste gestern Abend über das Thema Flüchtlinge.

Als „Focus“-Chefredakteur Ulrich Reitz Erfolgsgeschichten von Einwanderern einbrachte, sagte Herrmann: „Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat.“

Bayerns Innenminister in der ARD-Sendung „Hart aber Fair“ zu seiner Version von Erfolgsgeschichte und Einwanderung.

Beim FC Bayern spielten auch eine ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit, und das fänden die Fans von FC Bayern auch gut, fügte er hinzu.

Blanco: „Ich bin ein stolzer Farbiger“

Blanco fühlt sich von der Äußerung Herrmanns über ihn nicht beleidigt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das böse gemeint hat“, sagte Blanco zu „Focus“ (Onlineausgabe). „Schlauer wäre hingegen gewesen, wenn er nicht das Wort Neger genutzt hätte, sondern Farbiger.“

„Ich fühle mich nicht von Innenminister Herrmann beleidigt, ich bin ein stolzer Farbiger und ich wünsche mir auch, dass alle Farbigen, die das jetzt lesen, das auch so sehen“, sagte Blanco.

Herrmann: „Verwende das Wort Neger sonst nicht“

Im ZDF-„Morgenmagazin“ versuchte sich Herrmann heute an einer Erklärung und betonte, er habe das N-Wort nur als Reaktion auf einen Einspieler benutzt. „Ich verwende das Wort Neger sonst überhaupt nicht“, sagte er. „Ich habe das nur als unmittelbare Reaktion auf diese abwertende Äußerung gemacht. Wir haben auch wunderbare Mitbürger mit schwarzer Hautfarbe in Bayern.“

Inland

FPÖ ortet „Vertuschung“ von Heta-Verlusten

Nach Bekanntgabe des Heta-Halbjahresergebnisses mit einem Verlust von 1,1 Mrd. Euro ortet der Kärntner FPÖ-Obmann Christian Ragger „Vertuschung“ in der Hypo-Abbaugesellschaft, etwa bei „Hunderten Millionen Spekulationsverlusten“ einer Hypo-Gesellschaft in Jersey. In der Heta würden Milliarden vernichtet, ohne dass die Geschäfte überprüft werden könnten, so Ragger heute in einer Aussendung.

Die Heta sei nicht verpflichtet, dem U-Ausschuss des Parlaments Unterlagen vorzulegen, obwohl sie sich im Eigentum der Republik befinde. Jene Unterlagen, die das Parlament erhalte, seien von den Managern freigegeben worden. Ragger: „Da kann man sich vorstellen, was rauskommt, wenn der Geprüfte nur das vorlegt, was er will.“

Für Kärnten seien die „geheimen Vorgänge“ in der Heta existenzgefährdend, kritisierte Ragger. Je mehr Geld dort vernichtet werde, desto stärker stiegen die Haftungen für Kärnten. Er sehe jedenfalls „beste Aussichten“, in der Causa Regressansprüche gegen den Bund stellen zu können.

Hypo-Ausschuss: Was bisher geschah

Morgen startet der Hypo-Untersuchungsausschuss nach der Sommerpause in die zweite Runde. Bisher wurden über 40 Personen befragt, von Prüfern über Landespolitiker bis hinauf zum ehemaligen Topmanagement der Bank mit dem prominentesten Zeugen Wolfgang Kulterer.

Die Fragen drehten sich um undurchsichtige Geschäfte, die astronomischen Kärntner Landeshaftungen und immer wieder auch um den Einfluss der Politik. Nun geht es mit prominenten Zeugen, darunter die Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Alfred Gusenbauer sowie Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, weiter - ein Rück- und Ausblick, die bisher besten Sager inklusive.

Mehr dazu in Bisher 43 Zeugen und 200 Stunden Sitzung

„Sommergespräch“: Faymann droht EU-Asylblockierern

Wenig überraschend hat das Flüchtlingsthema auch das ORF-„Sommergespräch“ mit Bundeskanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann dominiert. Faymann wiederholte gestern die Forderungen der Bundesregierung nach einer gemeinsamen EU-Asylpolitik und drohte unwilligen Staaten mit möglichen Konsequenzen.

Weniger ausführlich äußerte sich der Kanzler zu den im Herbst anstehenden Landtagswahlen in Wien und Oberösterreich. Dass diese Konsequenzen in seinem Regierungsteam haben könnten, schloss Faymann aber aus. Und seinen durchwachsenen Umfragewerten gegenüber gab er sich betont unaufgeregt.

Mehr dazu in „Direkte Auseinandersetzung“ mit FPÖ

TV-Hinweis

Wirtschaft

EZB warnt vor zersplitterter Bankenaufsicht in EU

Die EZB-Bankenaufsicht warnt vor einer Unterlaufung der einheitlichen Bankenaufsicht im Währungsraum durch die Verabschiedung nationaler Regelwerke.

„Wenn diese Praxis zunimmt, dann wird die Harmonisierung und die Festlegung von einheitlichen Bedingungen für den Wettbewerb erheblich behindert“, sagte EZB-Bankenaufseherin Julie Dickson heute auf einer Veranstaltung in London.

Als Beispiel verwies sie auch auf eine Gesetzesvorlage in Deutschland zur Bankenabwicklung, die die Kompetenz für einige Regulierungen dem Finanzministerium zuordne. Diese beträfen etwa das Risikomanagement und Rettungspläne für Banken.

EZB „einzige kompetente Autorität“

Die Europäischen Zentralbank (EZB) sei der Auffassung, dass sie die einzige kompetente Autorität für die Überwachung der wichtigen Institute sein sollte, sagte Dickson. Eine andere Herangehensweise würde zur Zersplitterung und zu Widersprüchen in der Aufsicht der größten Banken führen.

Die EZB ist inzwischen direkt für die Aufsicht der 123 größten Banken im Euro-Raum zuständig. Der Einheitliche Aufsichtsmechanismus (SSM) setzt sich aus der EZB und den nationalen Aufsichtsbehörden der Länder der Währungsunion zusammen.

Arbeitslosigkeit steigt weiter

Im Sommer ist die Arbeitslosigkeit in Österreich weiter gestiegen. Ende August waren 384.585 Menschen ohne Job, ein Zuwachs zum Vorjahr um 8,1 Prozent.

Während die Zahl der Schulungsteilnehmer um 9,3 Prozent auf 57.440 Personen sank, stieg die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen um 11,9 Prozent auf 327.145 Personen. Die Arbeitslosenrate kletterte um 0,8 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent.

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Börsenhandel in Griechenland bleibt eingeschränkt

In Griechenland bleibt der Börsenhandel eingeschränkt. Die Wertpapieraufsicht hob das Verbot bestimmter spekulativer Geschäfte heute entgegen ursprünglichen Ankündigungen nur teilweise auf.

Zwar dürfen Anleger ab sofort zwar wieder Leerverkäufe auf Aktienderivate - wie Futures und Optionen auf Dividendenpapiere und Indizes - tätigen. Leerverkäufe mit den betreffenden Aktien selbst sind aber weiter untersagt.

Die Regelung, die in der Nacht ausgelaufen war, wurde heute eilig um einen Monat auf Ende September verlängert. Die Marktaufsicht begründete ihre Vorsicht mit der Einschätzung, dass sich die Marktbedingungen noch nicht vollständig normalisiert hätten und es immer noch deutliche Kursschwankungen gebe. Die Entscheidung sei von der europäischen Aufsichtsbehörde ESMA gebilligt worden.

Mit Leerverkäufen wird auf fallende Kurse gewettet. Bei diesen Geschäften leihen sich Anleger Wertpapiere, um diese dann zu verkaufen. Dabei hoffen sie, dass sie die Titel bis zum Ende der Ausleihfrist billiger zurückkaufen und die Differenz als Gewinn einstreichen können. Das Leerverkaufsverbot war eine der Maßnahmen, um drohende Bankenpleiten zu verhindern.

Sport

CL-Geschichte: Vor dem Himmel kam für Bayern die Hölle

Durch Himmel und Hölle, nur in umgekehrter Reihenfolge, ist Bayern München zwischen Mai 1999 und 2001 gegangen. In Barcelona musste das Team um Oliver Kahn, Lothar Matthäus und Stefan Effenberg gegen ManUnited die bitterste Niederlage der Clubgeschichte hinnehmen. Drei Minuten Nachspielzeit hatten den „Reds“ gereicht, um ein legendäres Champions-League-Endspiel zu drehen. Zwei Jahre später verarbeiteten die Bayern das Trauma mit dem Triumph im Elferschießen über Valencia. Zur Rückkehr der Champions League in den ORF sind die Spiele nochmals zu sehen.

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Tennis: Thiem zu US-Open-Auftakt optimistisch

Österreichs Nummer eins Dominic Thiem blickt optimistisch auf sein heutiges Erstrundenduell mit dem Spanier Daniel Gimeno-Traver bei den US Open. Der Niederösterreicher, der zwei Tage später seinen 22. Geburtstag feiert, hofft nach den letzten Rückschlägen in Übersee auf einen positiven Verlauf bei dem Grand-Slam-Turnier in New York, wo er im Vorjahr ins Achtelfinale vorgestoßen war. „Die Auslosung ist grundsätzlich gut“, betonte sein Coach Günter Bresnik. Nun gelte es, das „Werkl ins Laufen zu bringen“. Auch Jürgen Melzer, der sich für den Hauptbewerb erst qualifizieren musste, bestreitet heute seine Auftaktpartie.

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Bundesliga: Fliegender Wechsel im Rapid-Angriff

Nur wenige Stunden nach dem fixierten Abgang von Robert Beric hat Rapid einen neuen Torjäger nach Wien-Hütteldorf geholt. Der neue Hoffnungsträger des Bundesliga-Spitzenreiters im Sturm nach der Länderspielpause ist der Kroate Matej Jelic, der zuletzt beim slowakischen Vizemeister MSK Zilina unter Vertrag gestanden war und in dieser Saison mit sieben Treffern in sieben Spielen zur Europa-League-Quali auf sich aufmerksam gemacht hatte. Coach Zoran Barisic setzt jedenfalls große Hoffnungen in den 24-Jährigen.

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Chronik

Frontalcrash zweier Mopeds fordert Menschenleben

Bei Unterthern in Niederösterreich ist heute ein 17-Jähriger mit seinem Moped in einer Kurve frontal mit dem Moped eines 20-Jährigen kollidiert und dabei gestorben. Der andere Mopedlenker wurde schwer verletzt. Laut Polizei hatten beide Lenker Sturzhelme auf.

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Sieben Verletzte in Kärnten

Sieben Verletzte, zwei davon schwer, hat es gestern Nachmittag bei einem Unfall bei Feistritz in Kärnten gegeben. Ein 19-jähriger Autofahrer war mit seinem Wagen auf die Gegenfahrbahn geraten, streifte ein Auto und krachte frontal in ein weiteres.

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Zwei Tote bei Bad Aussee

Ein missglückter Überholvorgang hat gestern bei Bad Aussee (Steiermark) zwei Menschenleben gefordert. Die beiden Opfer, vermutlich zwei Studenten, waren mit ihrem Auto ins Schleudern gekommen und frontal gegen einen Lkw geprallt.

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Chinesische Piloten rangelten in Cockpit während Flugs

Nach einer Reihe von Störungen im Flugverkehr wegen renitenter Passagiere haben chinesische Medien heute von einer neuen Bedrohung berichtet: von kämpfenden Piloten. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, artete ein Streit zwischen zwei Piloten im Cockpit einer Maschine der Gesellschaft China United Airlines (CUA) im Juni in Handgreiflichkeiten aus.

Der Zwischenfall kam den Angaben zufolge ans Licht, weil Chinas zivile Luftfahrtbehörde die Gesellschaft CUA mit einer Strafe belegte. Die genehmigten Flugstunden des Unternehmens seien um zehn Prozent gekürzt worden, zudem dürfe sie bis auf Weiteres keine neuen Strecken bedienen. Nicht berichtet wurde, welcher Flug betroffen war und wie viele Menschen an Bord waren.

CUA erklärte dem Bericht zufolge, die beiden Piloten hätten lediglich „einigen körperlichen Kontakt“ wegen eines Missverständnisses gehabt. Eine Schlägerei habe es nicht gegeben, die Piloten seien aber für ein halbes Jahr vom Dienst suspendiert worden. Der explosive Zuwachs von Flugreisen in China schlägt sich immer wieder in Nachrichten nieder, die nahelegen, dass die Seriosität des Angebots mit der Nachfrage nicht schritthalten kann.

Polens Regierung will „Nazi-Zug“ selbst finden

Der polnische Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak hat Hilfe bei der Suche nach einem in Niederschlesien vermuteten deutschen Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg zugesagt. Ministeriumssprecher Jacek Sonta berichtete über den Kurznachrichtendienst Twitter, der Minister habe genehmigt, dass Militärexperten das Gelände um die Stadt Walbrzych untersuchen.

Zwei bisher unbekannte Männer, ein Pole und ein Deutscher, hatten vor zwei Wochen den Fund in einem unterirdischen Tunnel gemeldet. Seitdem erhitzen Spekulationen über einen Zug mit Raubgold der Nationalsozialisten die Gemüter. Der Leiter der Bezirksregierung in Breslau (Wroclaw) hatte wegen der fehlenden handfesten Beweise gestern um Hilfe des Militärs gebeten.

Bodenradar wird eingesetzt

Mit Bodenradargeräten, wie sie auch bei der Suche nach Minen eingesetzt werden, soll die mutmaßliche Fundstelle an der Bahnstrecke zwischen Breslau und Walbrzych untersucht werden. Experten wollen sich in den kommenden Tagen einen ersten Eindruck von dem Gelände verschaffen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden, hieß es.

Schon gestern wurde jene Gegend abgesperrt, in der sich der Zug befinden könnte. Argumentiert wurde das damit, dass sich immer mehr Glücksjäger dort selbst gefährdeten. Tatsächlich wurden schon mehrere von ihnen dort beinahe von in der bewaldeten Gegend verkehrenden Zügen gerammt. Die ständig wachsende Gruppe der „Schatzsucher“ ist sich unterdessen sicher, die Fundstelle schon ziemlich genau eingrenzen zu können.

Mehr dazu in Steter Zustrom von Hobby-Schatzsuchern

Kultur

„Ricki and The Flash“: Meryl Streep rockt

Regisseur Jonathan Demme hat für seinen Film „Das Schweigen der Lämmer“ einen Oscar bekommen; Autorin Diablo Cody ist für ihr Drehbuch für den Film „Juno“ mit einem Oscar ausgezeichnet worden, Schauspielerin Meryl Streep hat gleich drei Oscars zu Hause stehen.

Gemeinsam haben Demme, Cody und Streep jetzt beim Film „Ricki and The Flash“ zusammengearbeitet - ein Familienfilm zwischen Komödie und Drama mit Streep als in die Jahre gekommener Rockmusikerin.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

ORF-Bestenliste im September

Den ersten Platz der ORF-Bestenliste teilen sich im September zwei Bücher: Anna Baars Romandebüt „Die Farbe des Granatapfels“ und Ralf Rothmanns präziser und schonungsloser Antikriegsroman „Im Frühling sterben“.

Platz drei geht an Christine Lavant und ihre zu Lebzeiten veröffentlichten Gedichte, die damit bereits zum zweiten Mal auf der Bestenliste vertreten sind.

Mehr dazu in tv.ORF.at

Tochter von Bertolt Brecht gestorben

Barbara Brecht-Schall, Tochter des Dramatikers Bertolt Brecht und der Schauspielerin Helene Weigel, ist tot. Die Schauspielerin und Haupterbin Brechts starb gestern im Alter von 84 Jahren in Berlin, wie der Suhrkamp-Verlag unter Berufung auf ihre Familie heute mitteilte.

Brecht-Schall gehörte lange dem Berliner Ensemble an und war Nachlassverwalterin ihres Vaters. Zuletzt hatte sie eine weitere Aufführung von Brechts Stück „Baal“ in der Regie von Frank Castorf am Münchner Residenztheater wegen Eingriffen in den Originaltext untersagt.

Medien

Dichand gibt „Krone“-Chefredaktion für US-Auszeit ab

Oberösterreich-„Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann wird stellvertretender Chefredakteur der „Kronen Zeitung“ in Wien und während einer mehrmonatigen Auszeit von „Krone“-Chef Christoph Dichand diesen als Blattmacher bei der größten österreichischen Tageszeitung vertreten. Nach APA-Informationen übernimmt Herrmann den Job von Oktober 2015 bis Juni 2016.

Herausgeber und Chefredakteur Dichand nimmt gemeinsam mit seiner Frau, der „Heute“-Herausgeberin Eva Dichand, ein knappes Jahr Auszeit in New York. Die Dichands wollen in den USA innovative Online-Projekte und neue digitale Geschäftsfelder studieren. Für die „Heute“-Chefin und die schulpflichtigen Dichand-Kinder war es dieser Tage soweit, ihr Mann Christoph folgt im Oktober nach der Wiener Landtagswahl.

Während der Abwesenheit Dichands gibt dieser die operative Funktion des „Krone“-Chefredakteurs für etwa 10 Monate ab. Mit Herrmann holt Dichand dafür einen aus der Riege der Bundesländer-Chefredakteure nach Wien.

Science

Leute

Yahoo-Chefin Mayer bekommt Zwillinge

Yahoo-Chefin Marissa Mayer (40) ist erneut schwanger. Sie erwarte eineiige Zwillinge, der voraussichtliche Geburtstermin der Mädchen ist Dezember, gab die Topmanagerin heute bekannt.

Da die Schwangerschaft bisher ohne Komplikationen verlaufe und der Umbau des Internetkonzerns in einer wichtigen Phase sei, wolle sie weitgehend durcharbeiten.

Mayer nahm vor drei Jahren den Chefposten bei Yahoo während der Schwangerschaft mit ihrem ersten Kind an. Nachdem ihr Sohn auf der Welt war, wurde ein Kinderzimmer neben dem Chefbüro eingerichtet.

Lifestyle

„Lindenstraße“ feiert sich mit Livefolge

Ein Novum in der „Lindenstraße“: Mit der Jubiläumsfolge der deutschen TV-Serie zum 30. Geburtstag am 6. Dezember wird erstmals eine Episode des Fernsehklassikers live ausgestrahlt.

Inhaltlich füge sich die Ausgabe aber in die Gesamtgeschichte ein, teilte der WDR heute mit. „Wir haben uns vorgenommen, keine Aufzeichnung zu machen, damit diese Flucht nicht möglich ist, falls etwas nicht klappt“, sagte Regisseur Hans W. Geißendörfer.

Auch in Zukunft werde die Serie wie gewohnt aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen, so Geißendörfer. „Unser Leitbild war und ist die Wirklichkeit.“ Somit sei es zum Beispiel „ganz klar, dass das Thema Flüchtlinge künftig eine große Rolle in der ‚Lindenstraße‘ einnehmen und sie verändern wird“.

Mangel an Tabus als Problem

ARD-Programmdirektor Volker Herres sagte, die „Lindenstraße“ sei ein Stückchen „Sitten- und Sozialgeschichte Deutschlands“. „Alle großen Themen, die in den vergangenen 30 Jahren relevant waren, wurden dort abgebildet.“ Damit habe die Serie bewiesen, dass es möglich sei, ein Breitenmedium mit gesellschaftlicher Relevanz zu verbinden.

Allerdings werde es in Zukunft für die Serie nicht einfacher, Anstoß zu erregen und aufzufallen, so WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn. „Denn es gibt immer weniger Tabus, und die ‚Lindenstraße‘ ist natürlich nicht mehr allein damit.“

Herres sagte, das Verhältnis zwischen der „Lindenstraße“ und ihren Zuschauern sei wie eine 30-jährige Ehe. Auf die Frage, ob eine Ehe nach so langer Zeit nicht auch zu Bruch gehen könne, sagte er: „Ich bin seit 30 Jahren verheiratet, und das glücklich.“ Er habe auch nicht den Eindruck, dass das in Kürze zu Ende gehen werde.