Ausland

Madrid verstärkt Polizeipräsenz in Katalonien

Angesichts der gespannten Lage und der Proteste kurz vor dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien will die spanische Regierung die Zahl der Sicherheitskräfte aufstocken. Neben Polizisten würden auch weitere Mitarbeiter der paramilitärischen Polizeieinheit Guardia Civil in die Region entsandt, teilte das Innenministerium heute in Madrid mit, ohne eine genaue Zahl zu nennen.

Ihre Aufgabe sei es, die öffentlichen Räume zu schützen und die Ordnung zu bewahren, falls es am 1. Oktober tatsächlich zu der vom Verfassungsgericht verbotenen Abstimmung kommen sollte, hieß es.

Inhaftierte wieder in Freiheit

In Barcelona und vielen Dörfern gab es Proteste, seit die Guardia Civil am Mittwoch auf Anweisung aus Madrid 14 separatistische Politiker und Beamte festgenommen hatte. Darunter war auch der stellvertretende katalanische Minister für Wirtschaft und Finanzen, Josep Maria Jove. Mittlerweile seien alle wieder auf freiem Fuß, berichteten spanische Medien.

In der Nacht auf heute hatten erneut Hunderte Menschen vor dem Justizpalast von Barcelona ausgeharrt, um die Freilassung der Inhaftierten zu fordern und für das Recht auf die Volksabstimmung zu demonstrieren. Die Stimmung war aber nicht mehr so angeheizt wie in den Vortagen und entspannte sich im Laufe des Tages weiter.

Die Zentralregierung in Madrid will die Abstimmung über die Abspaltung der wirtschaftsstarken Region um jeden Preis verhindern. Die katalanische Regionalregierung von Carles Puigdemont hat hingegen angekündigt, das vom Verfassungsgericht untersagte Referendum auch gegen den Willen Madrids durchzuführen. Er habe einen „Notfallplan, um die Volksbefragung zu garantieren“, sagte Puigdemont.

Macron besiegelt umstrittene Arbeitsmarktreform

Die Arbeitsmarktreform in Frankreich - ein zentrales Wahlversprechen von Staatschef Emmanuel Macron - ist beschlossene Sache. Der Präsident unterzeichnete heute in Paris die Verordnungen zur Lockerung des Arbeitsrechts.

Macron besiegelt die Arbeitsmarktreform

APA/AFP/Philippe Wojazer

Zuvor waren die Texte vom Kabinett beschlossen worden. Die Verordnungen sollen kommende Woche im Amtsblatt veröffentlicht werden und können dann umgehend in Kraft treten.

Die Arbeitsmarktreform ist Macrons erste große wirtschaftspolitische Reform. Im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit will der Präsident Unternehmen mehr Spielraum und Sicherheit geben. Unter anderem werden Kündigungen erleichtert, Abfindungen gedeckelt und Betriebsvereinbarungen gestärkt.

Zehntausende auf den Straßen

Arbeitgeber begrüßen die Reform. Gewerkschaften und linke Parteien kritisierten sie dagegen als Abbau von Arbeitnehmerrechten. Bei Protesten gegen die Reform gingen gestern nach Behördenangaben landesweit 132.000 Demonstranten auf die Straße. Das waren deutlich weniger als bei einem ersten Protesttag vergangene Woche. Für morgen hat der Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon zu einer weiteren Großdemonstration in Paris aufgerufen.

Die Verordnungen haben direkt nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt Gültigkeit. Sie müssen aber zu einem späteren Zeitpunkt noch vom Parlament ratifiziert werden. Angesichts von Macrons breiter Mehrheit in der Nationalversammlung gilt das als Formsache.

Frankreich leidet seit Jahren unter einer hohen Arbeitslosigkeit. Derzeit sind mehr als 3,5 Millionen Menschen ohne Job, die Arbeitslosenrate liegt bei über neun Prozent.

Orban sieht „EU-Inquisition“ gegen Polen

Der ungarische Regierungschef Viktor Orban hat Polen heute bei einem offiziellen Staatsbesuch in Warschau seine Solidarität im Konflikt mit der EU zugesichert. Nach einem Treffen mit der polnischen Premierministerin Beata Szydlo sagte er, das Verhalten der EU gegenüber Polen gleiche einer „Inquisition“ und zeuge von „mangelndem Respekt“.

Die EU-Kommission hatte im Vorjahr ein Rechtsstaatsverfahren gegen Polen eingeleitet. „Ungarn wird ein solches Vorgehen niemals unterstützen“, sagte Orban. Die polnische Premierministerin Beata Szydlo betonte die Einigkeit mit Ungarn in Fragen der EU-Politik.

Man habe einen gemeinsamen Standpunkt in der „Immigrationskrise“ sowie bei Fragen der Sicherheit: „Der Weg, den wir bezüglich der illegalen Einwanderung eingeschlagen haben, hat sich als richtig herausgestellt.“

Orban sagte, dass es in der EU zwei Gruppen gebe: Die eine setze auf Einwanderung, die andere wolle ihre demografischen Probleme lieber durch eine familienfreundliche Politik lösen. Die Zukunft der EU hänge davon ab, wie diese Gruppen sich einigen. Ungarn wolle kein Einwanderungsland werden, in dem „verschiedene Bevölkerungsgruppen“ und „verschiedene Zivilisationen“ nebeneinander leben.

Syrische Oppositionelle in Istanbul ermordet

In Istanbul sind eine syrische Oppositionelle und ihre Tochter laut Medienberichten ermordet aufgefunden worden. Die Leichen der Oppositionellen Aruba Barakat und ihrer 22-jährige Tochter Halla seien in ihrer Wohnung im Stadtteil Üsküdar entdeckt worden, berichtete heute die Nachrichtenagentur Dogan. Freunde hätten die Polizei alarmiert, da die Frauen nicht ans Telefon gingen.

Kehle durchgeschnitten

Dem Bericht zufolge wurden ihnen die Kehlen durchgeschnitten. Aruba Barakats Schwester Schasa schrieb auf ihrer Facebook-Seite, die beiden Frauen seien erstochen worden. Sie seien „durch die Hand der Ungerechtigkeit und Tyrannei ermordet“ worden. Ihre Schwester sei seit den 80er Jahren in Opposition zur Regierung in Damaskus gestanden, schrieb Schasa.

Die Zeitung „Yeni Safak“ berichtete, Aruba Barakat habe Informationen zu Foltervorwürfen in syrischen Gefängnissen gesammelt. Demnach lebte sie zunächst in Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, bevor sie nach Istanbul zog. Ihre 22-jährige Tochter Halla arbeitete zeitweise für den türkischen Staatssender TRT und schrieb zuletzt für die Website Orient News.

Rund drei Millionen Syrer in Türkei

Rund drei Millionen Syrer haben in der Türkei Zuflucht gesucht, darunter zahlreiche Gegner von Machthaber Baschar al-Assad. In der Vergangenheit gab es immer wieder Klagen syrischer Oppositionelle über Drohungen. Im Jahr 2015 wurden im Süden der Türkei zwei Journalisten aus al-Rakka ermordet, die über die Verbrechen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat berichtet hatten.

Inland

Kurz skizziert Vorhaben während Österreichs EU-Vorsitz

Mehr Subsidiarität und eine lückenlose Sicherung der EU-Außengrenzen bilden die europapolitischen Schwerpunkte des ÖVP-Wahlprogramms. Außenminister und ÖVP-Chef Sebastian Kurz will diese beiden Punkte neben dem Abschluss der „Brexit“-Verhandlungen und den Verhandlungen über den EU-Finanzrahmen auch zu zentralen Themen des österreichischen EU-Vorsitzes im zweiten Halbjahr 2018 machen.

EU-Kompetenzen nicht ausdehnen

Kurz schweben dabei ein „Kurswechsel in der EU“ und ein „Subsidiaritätspakt“ vor, sagte er heute. Ziel: Öffentliche Aufgaben sollen möglichst bürgernah auf der Ebene der Nationalstaaten geregelt werden. Erst wenn ein bestimmtes Problem zu groß ist oder dort nicht gelöst werden kann, wird die Regelungskompetenz - eine Ebene drüber - von der EU übernommen. „Dort, wo kein Mehrwert durch europäische Regelungen entsteht, sollen EU-Kompetenzen nicht ausgedehnt werden“, sagte der Außenminister. Es brauche eine „Fokussierung auf zentrale große Fragen“.

Reden will der ÖVP-Spitzenkandidat auch über die Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU. „Niederlassungsfreiheit soll bedeuten, dass jeder überall in Europa arbeiten darf. Niederlassungsfreiheit kann aber nicht bedeuten, dass man sich das beste Sozialsystem aussuchen kann. Unser Ziel ist daher, dass es einen Anspruch auf Mindestsicherung für Zuwanderer erst nach fünf Jahren geben kann.“ Die Familienbeihilfe für im Ausland lebende Kinder soll wiederum an das Niveau des jeweiligen Landes angepasst werden.

„Brexit“ ohne „Mehrbelastung für Nettozahler“

In Sachen „Brexit“ plädierte der Außenminister dafür, eine „erträgliche Situation“ für alle Beteiligten zu schaffen. Europa brauche die Zusammenarbeit mit Großbritannien. „Die Verhandlungen werden hart und schwierig.“ Kurz erwartet einen Abschluss der Austrittsgespräche während Österreichs EU-Vorsitz. Durch den „Brexit“ werde die EU 12,8 Prozent weniger Bürger haben und 14 Milliarden Euro weniger an Beiträgen einnehmen. „Unser Ziel muss sein, dass es keine Mehrbelastung für die Nettozahler gibt.“

Kurz sprach sich für einen sparsameren Umgang mit EU-Geldern aus und nannte die Redimensionierung des öffentlichen europäischen Dienstes und die Zusammenlegung der beiden EU-Parlamentssitze in Brüssel und Straßburg als Beispiel.

Offizieller Wahlkampfauftakt

Mit dem Wahlkampfauftakt in der Wiener Stadthalle geht die ÖVP am Wochenende in die Intensivphase des Wahlkampfs. Um die 10.000 Unterstützer und Anhänger werden zu der Parteiveranstaltung, die nach dem Vorbild von US-Parteikonventen orchestriert werden soll, erwartet. Sonntag und Montag steigt Kurz dann in die TV-Konfrontationen ein, am Mittwoch präsentiert er dann den dritten und letzten Teil des ÖVP-Wahlprogramms mit dem Titel „Ordnung und Sicherheit“.

Grüne fordern eigenes Umwelt- und Klimaschutzministerium

Die Grünen fordern, dass Umwelt und Klimaschutz nach der Wahl ein eigenes Ministerium bekommen. Das würde die Umsetzungskraft dieser Themen stärken, sagte Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek heute bei einer Pressekonferenz. Sie pocht auch darauf, dass bis 2050 100 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen.

Die Grünen wählten für die Präsentation ihres Umweltprogramms das Palmenhaus im Wiener Burggarten. Lunacek wurde dabei von Bundesparteichefin Ingrid Felipe aus Tirol sowie von grünen Landesregierungsvertretern begleitet. „Österreich hat sich zu einem Bremserstaat entwickelt in der EU“, kritisierte die Europamandatarin Lunacek.

Österreich verspielt Führungsrolle

In der Regierung gebe es konkurrierende Interessen, oft fehle eine einheitliche, klare Position: „So verspielt Österreich die Führungsrolle, die wir Grüne für Österreich wollen.“ Sie erinnerte daran, dass Österreich per Juli 2018 die Ratspräsidentschaft übernimmt - dann brauche es jemanden an der Spitze, der dafür sorgt, dass beim Klimaschutz etwas weitergeht.

Die Bereiche Umwelt- und Klimaschutz sowie Energie sollen daher in einem eigenen Ministerium zusammengefasst werden, das mit entsprechender Umsetzungskompetenz ausgestattet ist. Derzeit seien diese Themen aufgesplittert: „Wir wollen ein Ressort“, so Lunacek.

Ob sie dieses auch gerne besetzen würden? Die Grünen arbeiteten an einer Regierungsbeteiligung, so Lunacek: „Wenn das gelingt, wäre das sicher eine Option.“ Man verfüge über gute Leute und Ideen, das habe man in der Vergangenheit gezeigt, meinte die Spitzenkandidatin.

„Dieselprivileg muss weg“

Inhaltlich schlagen die Grünen etwa vor, dass bis zum Jahr 2050 die gesamte Energieversorgung zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie umgestellt wird. Ab 2030 soll es keine Neuzulassung fossiler Fahrzeuge geben und damit alle auf das Auto verzichten können, brauche es finanzierbare öffentliche Verkehrsmittel.

„Das Dieselprivileg muss weg“, sagte Felipe. Als Koalitionsbedingungen wollte Lunacek die genannten Forderungen zwar nicht bezeichnen. Der Stopp für die Neuzulassung von Verbrennungsmotoren ab 2030 aber wäre ein zentrales Thema bei Regierungsverhandlungen: „Das gebietet die Vernunft.“

Lotte Tobisch in Personenkomitee für NEOS

Ein Personenkomitee zur Unterstützung von NEOS für die Nationalratswahl hat sich heute in Wien präsentiert - darunter findet sich auch die langjährige Opernball-Organisatorin Lotte Tobisch.

Wie der Sprecher der „Chancenkomitee“ gennannten Plattform, der Manager Karl Sevelda, in einer Pressekonferenz sagte, wollen sich die Proponenten für mehr liberale Politik frei von Klientelinteressen und Blockaden engagieren.

Von Heide Schmidt bis Klestils Sohn

Das Komitee umfasst derzeit etwas mehr als 50 Personen aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft - u. a. die beiden LIF-Gründer Heide Schmidt und Friedhelm Frischenschlager, die Unternehmer Cord Prinzhorn, Viktoria Kickinger und Stefan Klestil, Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten, Opernball-Legende Lotte Tobisch sowie mehrere internationale Politiker wie die Premierminister Miro Cerar (Slowenien) und Xavier Bettel (Luxemburg) sowie EU-Kommissarin Vera Jourova.

Sevelda geht davon aus, das die Zahl der Unterstützer noch stark wachsen wird, nachdem das Komitee erst gestern an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Tobisch für „Pfahl im Fleisch“

Tobisch begründete in der Pressekonferenz ihre Unterstützung für NEOS damit, dass es ein „Pfahl im Fleische “ sei. Sie sei früher immer für die Große Koalition gewesen, diese habe sich aber das Land aufgeteilt und funktioniere nicht mehr.

Zur FPÖ stellte Tobisch mit Verweis auf deren Abschottungspolitik und Kontakte zur französischen Front-National-Chefin Marine Le Pen fest: „Das will ich wirklich nicht.“ Auch bei den Grünen habe es ihr nicht gepasst. NEOS-Chef Matthias Strolz habe sie hingegen als „vernünftigen, gescheiten Menschen“ kennengelernt.

SPÖ plakatiert Kern mit Kindern

Bei der dritten von vier SPÖ-Plakatwellen geht es um Kinder. Thematisiert werden soll die Zukunft des Landes. Nach „Holen Sie sich, was Ihnen zusteht“ heißt es auf den Plakaten nun „Zukunft“ und „Veränderung mit Verantwortung“. Zur Präsentation heute Vormittag kamen Kanzler Christian Kern und Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler (beide SPÖ) mit fremden Kindern auf dem Arm.

Bundeskanzler Kern enthüllt ein neues Wahlplakat der SPÖ

APA/AFP/Joe Klamar

„Wenn Sie glauben, das war jetzt gestellt, dem ist nicht so. Ich habe jetzt viele neue Freunde“, so Kern vor Journalisten und Fotografen im Wiener Rathauspark. Am Ende der Plakatpräsentation setzte Kern das Mädchen im Kindergartenalter sogar auf seine Schultern.

Im Kreisky-Zimmer des Bundeskanzleramts

Auf dem einen Plakat sitzt ein leger gekleideter Kern mit einem Zunge zeigenden Kind auf dem Schreibtisch im Kreisky-Zimmer des Bundeskanzleramts. Das zweite Sujet zeigt Kern mit vier Kindern fußballspielend auf dem Heldenplatz. Affichiert werden die Plakate nächste Woche.

„Es geht um die Zukunft, es geht um unsere Kinder, und so sind auch unsere Plakate gestaltet“, sagte Niedermühlbichler. Vor dem Wort „Zukunft“ in der Mitte des Plakats findet sich ein angekreuztes Kreuzerl.

Wirtschaft

Unterlegener Bieter erwägt Klage gegen Air-Berlin-Verkauf

Die unterlegenen Bieter für Air Berlin kritisieren die Vorentscheidung zugunsten der Lufthansa und werfen der Bundesregierung Parteilichkeit vor. Die Vorentscheidung für die AUA-Mutter Lufthansa könnte juristische Folgen haben. Wenn das ausgemachte Sache gewesen sei, „wird es eine gewaschene Kartellklage geben“, sagte heute ein Sprecher des vorerst unterlegenen Bieters Utz Claassen.

Er verwies auf Stellungnahmen aus der deutschen Bundesregierung zugunsten der Lufthansa unmittelbar nach dem Insolvenzantrag der Air Berlin. Die Gläubiger hatten gestern entschieden, für große Teile der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft exklusiv mit dem Marktführer zu verhandeln.

„Stück für Stück hässlich gemacht“

Claassen kritisierte auch die geplante Aufspaltung des Unternehmens, die zulasten der Beschäftigten, des Wettbewerbs und des Markenauftritts gehe. „Die Braut wurde nicht geschmückt, offensichtlich wurde sie sogar Stück für Stück hässlich gemacht.“ Air Berlin werde entstellt und verstümmelt, hieß es mit Blick auf gestrichene Langstreckenverbindungen.

Lauda sieht abgekartetes Spiel

Der österreichische Unternehmer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda, der für die von ihm einst gegründete Air-Berlin-Tochter Niki geboten hatte, sprach von einem abgekartetem Spiel. Es sei unglaublich, dass die deutsche Politik 150 Mio. Euro öffentliche Gelder zur Verfügung stelle, „damit nachher ein hundertprozentiges Monopol geschaffen wird“, sagte er in der Mittags-ZIB. „Wettbewerb heißt günstigere Tickets“, so Lauda weiter. Zudem könnten Reiseveranstalter dann mit verschiedenen Airlines fliegen - ein Monopol verhindere das.

Börse: Air Berlin soll großteils an Lufthansa verkauft werden

Air Berlin will nach eigenen Angaben mit der Lufthansa und easyJet über den Verkauf von Teilen des Konzerns bis zum 12. Oktober verhandeln. Insidern zufolge erhält Lufthansa den größten Teil.

Österreicher bescherten Jesolo Rekordsommer

Die Österreicher haben der Urlaubsdestination Jesolo einen Rekordsommer beschert. Die Hotels in der Adria-Badeortschaft waren diesen Sommer zu 80 Prozent belegt, der italienische Durchschnitt lag bei 60 Prozent. Das positive Ergebnis sei primär der starken österreichischen Präsenz zu verdanken, gab der Hotelierverband AJA aus Jesolo heute bekannt.

60 Prozent der Urlauber in Jesolo waren in diesem Sommer Ausländer. Österreicher bildeten die stärkste ausländische Gruppe, gefolgt von Deutschen und Schweizern. Stark war auch die Präsenz von Südtirolern unter den inländischen Touristen.

Höhepunkt zu Fronleichnahm

Höhepunkt der Saison war das Fronleichnahm-Wochenende, an dem die Hotels bis zu 93 Prozent besetzt waren. Im August waren 94 Prozent aller Zimmer in der Badeortschaft reserviert. „Wir haben eine tolle Saison erlebt. Wir dürfen uns aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Externe Faktoren haben die Ankunft von Ausländern begünstigt. Wir müssen schon von jetzt an hart für die nächste Saison arbeiten“, meinte das für Tourismusfragen zuständige Stadtratsmitglied Flavia Pasto.

Nicht nur für Jesolo, sondern für Italien insgesamt wird der Sommer 2017 als Rekordsaison in Erinnerung bleiben. Das Tourismusland profitiert von der Terrorangst der Europäer. Aus Sorge vor Attentaten meiden immer mehr Urlauber exotische Destinationen. Davon profitiert das als sicheres Zielland bewertete Italien, das einen Rekordsommer mit Einnahmen in Höhe von 22 Mrd. Euro feiert. Das sind 2,2 Prozent mehr als im ohnehin schon erfolgreichen Sommer 2016.

Gericht weist Insolvenzantrag gegen Niki zurück

Aufatmen bei der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki: Das Gericht in Korneuburg wies den Insolvenzantrag eines österreichischen Reiseveranstalters gegen die Airline als unbegründet zurück. Das Gericht bestätigte damit heute die Entscheidung, nachdem Niki sie zuvor bekanntgegeben hatte.

Das Unternehmen, das als das Filetstück von Air Berlin gilt, hat im Gegensatz zum Mutterkonzern bisher keine Insolvenz angemeldet und sieht sich durch das Urteil in seiner Rechtsauffassung bestätigt. Der nicht genannte Reiseveranstalter hatte am Dienstag Antrag auf Konkurseröffnung gegen Niki gestellt.

Niki soll an Lufthansa gehen

Niki betreibt die Touristikstrecken von Air Berlin und zählt im Bieterwettstreit um Air Berlin zu den begehrten Unternehmensteilen. Insidern zufolge soll Niki an den Lufthansa-Konzern und dessen Billigtochter Eurowings gehen. Die Gläubiger verhandelten exklusiv mit dem deutschen Marktführer über den Verkauf von Niki und weitere Teile von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft.

Kleinere Teile von Air Berlin sollen an den britischen Billigflieger easyJet und wahrscheinlich an den Ferienflieger Condor des Reiseveranstalters Thomas Cook (Neckermann Reisen) gehen. Der ehemalige Rennfahrer Niki Lauda hatte gemeinsam mit Condor ein Angebot für Niki abgegeben. Er rechnet sich dabei aber keine Chancen mehr aus.

Sport

Motorsport: Auer verspricht DTM-Spektakel in Spielberg

Zum siebenten Mal in Folge macht am Wochenende (Samstag, 14.20 Uhr, und Sonntag, 14.50 Uhr, jeweils live in ORF Sport +) die deutsche Tourenwagen-Rennserie DTM auf dem Red Bull Ring Station. Im spannenden Kampf um die Gesamtwertung könnte in der Obersteiermark eine Vorentscheidung fallen. Mittendrin ist Lokalmatador Lucas Auer.

Der dreifache Saisonsieger baut in Spielberg ganz auf seinen Heimvorteil. Nicht nur, weil die umstrittenen Zusatzgewichte Geschichte sind, verspricht Auer ein Spektakel: „Es wird rundgehen.“

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Motorrad: Rossi wieder auf der Rennmaschine

Nur drei Wochen nach seinem Unfall mit einer Motocross-Maschine ist Valentino Rossi heute wieder professionell auf einer Rennmaschine gesessen. Nach seinem Bruch des Schien- und Wadenbeins bestritt der 38-jährige Italiener beim Grand Prix von Aragonien (ESP) die Freien Trainings. Dass er es wagt, ist allein schon erstaunlich. Wie weit er nach vorn fahren kann, bleibt abzuwarten. Im Training fuhr er eher hinterher.

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Fußball: Bayern proben für CL-Hit in Paris

Bayern München bekommt es heute Abend zum Auftakt der sechsten Runde der deutschen Bundesliga mit Wolfsburg zu tun. Ein Punkteverlust ist bei den Gastgebern gegen den Tabellen-13. wohl nicht eingeplant. Eher soll die Partie zur gelungenen Generalprobe für den Schlager in der Champions League gegen Paris Saint-Germain (Mittwoch, 20.45 Uhr, live in ORF eins) werden.

Dabei war es ausgerechnet der neue Wolfsburg-Coach Martin Schmidt, der den Bayern mit Mainz die bis dato letzte Bundesliga-Niederlage in der Allianz Arena zugefügt hatte.

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Chronik

Paar in London soll französisches Au-pair verbrannt haben

Nach dem Fund der völlig verbrannten Leiche eines französischen Au-pairs im Süden Londons hat die Polizei dessen Gasteltern festgenommen. Der 40-jährige Mann und die 34-jährige Frau stünden im Verdacht, das Opfer ermordet und die Leiche auf ihrem Grundstück verbrannt zu haben, teilten die Ermittler am Freitag mit. Medien zufolge handelt es sich bei der Toten um das 21-jährige Au-pair der Familie.

Nachbarn hatten am Mittwoch die Polizei alarmiert, weil aus dem Garten des Paars dichter Rauch aufstieg. Nach Angaben der Ermittler war die Leiche bereits so stark verkohlt, dass erst eine Obduktion ihre Identität klären kann.

Britische Medien berichteten, das Opfer sei die 21-jährige Sophie Lionnet aus dem nordostfranzösischen Troyes, das sich um die zwei Kinder des Paars kümmerte. Er habe die junge Frau seit August nicht mehr gesehen, sagte ein Imbissbesitzer aus dem Bezirk Wandsworth dem „Daily Telegraph“. „Sie lebte seit mindestens 20 Monaten hier und kam gewöhnlich zweimal am Tag, um den Kindern Zuckerln zu kaufen.“

Sorge vor Vulkanausbruch auf Bali: Tausende flüchten

Auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali haben mehr als 11.000 Menschen aus Sorge vor einem Vulkanausbruch ihre Häuser verlassen. Das teilte die örtliche Katastrophenschutzbehörde heute mit.

Notunterkunft in Bali

Reuters/Antara Foto Agency

Der über 3.000 Meter hohe Mount Agung zeigt seit vergangener Woche erhöhte Aktivität, seit Dienstag gilt für ihn die zweithöchste Warnstufe. Der Vulkan ist bei Einwohnern und ausländischen Wanderern beliebt. Zuletzt war er in den Jahren 1963 und 1964 ausgebrochen, damals starben etwa 1.500 Menschen.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring. In dem Gebiet treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander, es kommt oft zu Erdbeben und vulkanischen Eruptionen. In Indonesien gibt es etwa 130 aktive Vulkane.

Radarfallen: Geldstrafe für Schweizer WhatsApp-Gruppe

In der Schweiz wurde einem Medienbericht zufolge gegen die Mitglieder einer WhatsApp-Gruppe wegen Postens von Radarwarnungen eine Geldstrafe von 850 Franken (rund 730 Euro) verhängt. Der Vorfall wirft Fragen auf, wie die Gratiszeitung „20 Minuten“ (Onlineausgabe) heute berichtete.

Ein Leserreporter wurde mit den Worten zitiert: „Was ich in einer WhatsApp-Gruppe schreibe, ist doch privat und meine Sache.“ Er hatte „20 Minuten“ über die Strafe informiert. Den Angaben zufolge stand die WhatsApp-Gruppe „Rennleitung“ seit Juli im Visier der Polizei.

Einige der zeitweise bis zu 200 Mitglieder hätten aus diesem Grund auch die Gruppe verlassen. Spekuliert wird darüber, dass die nun verhängten Strafen auf Aussagen ehemaliger Mitglieder beruhen.

Abseits davon geht es laut dem Blatt aber auch um die grundsätzliche Frage, ab wann man von Öffentlichkeit sprechen kann und eine derartige Vorgangsweise berechtigt ist. „Die Straßengesetzordnung sagt nicht, ab wann eine geschlossene Gruppe öffentlich ist“, wurde dazu der Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Gallen, Roman Dobler, zitiert: Ab 30 Personen schaue man aber „genauer hin“.

IT

Religion

Umgang mit Missbrauch: Papst räumt eigenen Fehler ein

Papst Franziskus hat eingeräumt, dass er sich zu Beginn seiner Amtszeit bei der Begnadigung eines Priesters nach sexuellem Missbrauch geirrt habe. Das werde er nie wieder tun, sagte der Papst laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung „L’Avvenire“ (Freitag-Ausgabe). Ein des Missbrauchs überführter und vom Papst begnadigter Priester sei rückfällig geworden.

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Kultur

Documenta-Defizit: Hessen und Kassel bürgen mit acht Mio.

Acht Mio. Euro stellen das deutsche Bundesland Hessen und die Stadt Kassel durch Bürgschaften bereit, um die Kunstausstellung documenta zahlungsfähig zu halten. Das gaben Kassels Bürgermeister Christian Geselle und Hessens Kunstminister Boris Rhein gestern nach einer Sitzung des documenta-Aufsichtsrats in Kassel bekannt. Laut Wirtschaftsprüfern wird das Defizit der documenta 14 voraussichtlich bei 5,4 Mio. Euro liegen.

„Sicherheitspuffer“ eingeplant

Doch weil noch nicht alle Einnahmen da sind und die Gesellschafter das Risiko weiterer Bürgschaften vermeiden wollen, wurde laut Oberbürgermeister Geselle ein „Sicherheitspuffer“ eingeplant.

Dabei wird die documenta GmbH 2017 mit 29,6 Millionen Euro über drei Millionen Euro mehr einnehmen als geplant. Sie gibt aber mit knapp 35 Millionen Euro auch deutlich mehr aus. Das am Jahresende übrig bleibende Defizit werden sich Stadt und Land als Gesellschafter dann teilen.

„Schlüsse“ werden im November gezogen

Wo das Geld geblieben ist und wer die Verantwortung trage, „bedarf der Vertiefung und weiteren Aufklärung“, sagte Kunstminister Rhein. Es habe aber etwas mit Miet-, Energie-, Transport- und Personalkosten in Griechenland zu tun.

Personelle, strukturelle und finanzielle Konsequenzen für die documenta gibt es bisher nicht. „Welche Schlüsse zu ziehen sind, werden wir im November beraten“, sagte Oberbürgermeister Geselle. Dann gebe es eine weitere Aufsichtsratssitzung.

Medien

Countdown zur ORF.at-Wahlcouch

Das ORF.at-Publikum fragt, und zehn Spitzenkandidatinnen und -kandidaten aller bundesweit antretenden Listen können antworten. Auf der ORF.at-Wahlcouch: Christian Kern, Heinz-Christian Strache, Ulrike Lunacek, Matthias Strolz, Peter Pilz und Co., sie haben zugesagt. Keinen Termin nannte bisher das Team von Sebastian Kurz. Morgen geht es los: mit Antworten - und weiteren Diskussionsmöglichkeiten, was vor der Wahl an Argumenten wiegt.

Mehr dazu in news.ORF.at/ballhausplatz2

Science

Gesundheit

Leute

Wolfgang Joop hat genug von der „Fashionkarawane“

Der Modezirkus mit seinen ständigen Glamourveranstaltungen lässt Designer Wolfgang Joop zunehmend kalt. „Ich kam im Februar von meiner letzten Show in Mailand wieder und hatte das Gefühl - nun reicht es wirklich.“

Modedesigner Wolfgang Joop

APA/dpa/Britta Pedersen

Aus diesem Grund habe er sein Luxuslabel Wunderkind komplett an seinen Geschäftspartner Peter Kappler übergeben. Der Aufwand für Modenschauen und Werbung sei ihm zu viel geworden. „Er kann das besser“, sagte der 72-Jährige heute der dpa. Entsprechende Verträge seien vor Kurzem unterschrieben worden.

Es sei allerdings „sehr, sehr schwer“, von der „Fashionsucht“ loszukommen, sagte Joop. Sein neues Label Looks wolle er nicht mehr auf herkömmlichen Schauen zeigen, sondern nur noch zu „speziellen Anlässen außerhalb der gewohnten Fashionkarawane“.

Panorama

Wasserarmut in Südafrika: Politikerin stolz auf fette Haare

Fettige Haare sind für die Regierungschefin der südafrikanischen Provinz Westkap wegen der andauernden Wasserknappheit rund um Kapstadt ein Statussymbol. Sie dusche und wasche ihre Haare nur noch jeden dritten Tag, erklärte Helen Zille. Dazwischen müsse einfaches Waschen reichen. Früher habe sie täglich Haare gewaschen, in diesen Zeiten seien „fettige Haare aber genauso ein Statussymbol wie ein verstaubtes Auto“.

In Südafrika stieß ihre Erklärung auf Verwunderung, in Sozialen Medien war ihr reichlich Spott sicher. Heute wehrte sie sich auf Twitter gegen Darstellungen, dass sie sich nur alle drei Tage wasche. „Keine Fake News bitte. Ich wasche mich jeden Tag am Waschbecken. Ich dusche alle drei Tage“, erklärte Zille, eine der prominentesten Kritikerinnen der südafrikanischen Regierungspartei ANC.

Restriktionen verordnet

Für Kapstadt und Teile des Umlands gilt derzeit die höchste Warnstufe für Wasserknappheit: Bürger und Urlauber sind aufgefordert, pro Tag höchstens 87 Liter Wasser zum Waschen, Kochen und Trinken zu nutzen. Die Provinzregierung hat auch das Bewässern von Gärten, das Autowaschen und das Füllen von Swimmingpools verboten. Zum Spülen der Toilette soll man demnach Brauch- oder Regenwasser nutzen.

Zille wurde von einer Zeitung vorgeworfen, sie halte sich nicht an die Restriktionen. Darauf antwortete sie am Dienstag mit einer langen Kolumne, in der sie auch ihre Duschgewohnheiten erörterte. „Mein Mann und ich nutzen so wenig Wasser, dass ich mich manchmal um die hygienischen und ästhetischen Konsequenzen sorge“, schrieb sie.

Lifestyle