Ausland

Einigung auf UNO-Plan für nachhaltige Entwicklung

Diplomaten und Experten aus aller Welt haben nach einwöchigen Beratungen die UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 festgelegt. Die Delegierten aus 193 Ländern beschlossen in New York einen rund 30-seitigen Aktionsplan mit dem Titel „Unsere Welt verändern - Programm für nachhaltige Entwicklung bis 2030“, das unter anderem die Beendigung extremer Armut vorsieht.

„Das ist wirklich ein historischer Augenblick“, sagte der kenianische UNO-Botschafter Macharia Kamau, dessen Land gemeinsam mit Irland die Gespräche geleitet hatte. Das ehrgeizige Programm sollen die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen im Rahmen ihrer Generaldebatte Ende September in New York beschließen. Das Programm enthält 17 grundlegende Entwicklungsziele, die in 169 Unterpunkten ausgeführt werden.

„Beendigung von Armut in allen Formen“

Das erste Ziel ist die Beendigung der Armut „in allen Formen und überall in der Welt“. Sie betrifft derzeit eine Milliarde Menschen weltweit, die mit weniger als 1,25 Dollar (1,14 Euro) pro Tag auskommen müssen. Die meisten von ihnen leben in Afrika und in Asien. Außerdem soll der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung verbessert und die Gleichberechtigung der Geschlechter vorangetrieben werden.

Das Programm ruft zudem zu „nachhaltigen Produktionsweisen und Konsum“ auf und wirbt für „friedliche und für alle offenen Gesellschaften“. Als Ziel Nummer 13 wird der Kampf der Staatsregierungen gegen den Klimawandel und dessen Folgen genannt. In diesem Zusammenhang wurde die Bedeutung der Verhandlungen über ein verbindliches internationales Klimaschutzabkommen hervorgehoben, die im Dezember bei der UNO-Klimakonferenz in Paris zu einem erfolgreichen Abschluss geführt werden sollen.

Bessere Welt kostet 2,5 Billionen Dollar

Die 17 Ziele sollen ab 1. Jänner gelten. Ihre Umsetzung ist freiwillig und jeder Staat entscheidet selbst über die Maßnahmen zur Erreichung der Ziele. Allerdings soll die Umsetzung anhand fester „Indikatoren“ regelmäßig überprüft werden. Entscheidend ist die Finanzierung. Bei einer internationalen Konferenz in Addis Abeba hatten die Teilnehmer Mitte Juli festgestellt, dass für die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung in den kommenden 15 Jahren 2,5 Billionen Dollar (2,3 Billionen Euro) nötig seien. Die Privatwirtschaft soll einen Großteil dieser Gelder bereitstellen.

Gabcikovo gegen Unterkunft für Asylwerber aus Traiskirchen

Die Bewohner des slowakischen Dorfes Gabcikovo haben gestern mehrheitlich gegen die geplante Asylunterkunft in ihrer Gemeinde gestimmt. Rund 97 Prozent sprachen sich gegen die Unterbringung von Flüchtlingen aus Traiskirchen auf dem Gelände der Slowakischen Technischen Universität aus. Die Beteiligung an dem lokalen Referendum lag bei rund 58 Prozent, wie die Nachrichtenagentur TASR berichtete.

„Ich danke allen, dass sie zur Abstimmung gekommen sind. Obwohl das Ergebnis für die slowakische Staatsverwaltung nicht bindend ist, ist es für uns wichtig, die Meinung unserer Bürger präsentieren zu können,“ erklärte der Bürgermeister von Gabcikovo, Ivan Fenes, in einer ersten Reaktion auf die Ergebnisse.

Nach Fenes’ Worten muss sich die Gemeindeleitung nun umgehend an das Innenministerium, die Migrationsbehörde sowie an die Technische Universität als Besitzer des für das Asylzentrum vorgesehenen Gebäude wenden und dazu auffordern, die Meinung der breiten Masse der Bewohner zu akzeptieren.

Asylverfahren in Österreich

Die Asylbewerber aus Österreich sollen laut einer von Wien und Bratislava am 21. Juli vereinbarten Asylkooperation nach Gabcikovo gebracht werden: 250 ab August, weitere 250 ab September. Faktisch sollen die Flüchtlinge dort nur wohnen, das gesamte Asylverfahren wird auf österreichischer Seite fortgesetzt.

Die Bewohner der Gemeinde lehnten die Pläne der Regierung des Sozialdemokraten Robert Fico jedoch von Anfang an ab und starteten umgehend eine Petition dagegen, die schließlich zu dem Referendum führte.

Innenministerium: Ergebnis nicht bindend

Das slowakische Innenministerium hatte vor dem Referendum erklärt, die „Panik“ in Gabcikovo könne man nicht verstehen. Eine Einrichtung für Asylbewerber habe es in der Gemeinde über Jahre hinweg ohne jegliche Probleme gegeben, zudem würden die Flüchtlinge nach Abschluss des Asylverfahrens nach Österreich zurückkehren und nicht in der Slowakei bleiben.

Die Abhaltung einer örtlichen Volksabstimmung könne man nicht verhindern, die Ergebnisse seien für das Innenressort allerdings auch nicht bindend, so Sprecherin Michaela Paulenova gegenüber der APA.

Tote und Verletzte bei Boko-Haram-Angriff in Nigeria

Bei einem Angriff der Terrorgruppe Boko Haram auf ein Dorf in Nigeria sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Wie Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP berichteten, drangen die Kämpfer in der Nacht auf gestern in das Dorf Malari ein. Sie setzen Häuser und Geschäfte in Brand, töteten 13 junge Menschen und verletzten 27 weitere.

Die Extremisten hätten sich auf einem Rachefeldzug befunden, berichtete eine 32-jährige Bäuerin, die fliehen konnte. „Sie haben uns beschuldigt, den Soldaten gesagt zu haben, wo sie sich verstecken.“

Die Angreifer hätten sich schließlich unter „Allah ist mächtig“-Rufen zurückgezogen, sagte ein Mitglied der Milizen, die an der Seite der nigerianischen Armee gegen Boko Haram kämpfen.

Dorf bereits öfters Ziel

Malari war in den vergangenen Monaten bereits mehrfach Ziel blutiger Angriffe. Im Juli hatte sich dort eine jugendliche Selbstmordattentäterin in einer Moschee in die Luft gesprengt; zwölf Menschen starben.

Armee befreit entführte Kinder

Nigerias Militär hat nach eigenen Angaben 101 Kinder aus der Gewalt der radikal-islamischen Boko-Haram-Sekte befreit. Ein Armee-Sprecher erklärte am späten Abend, bei einem Einsatz im Bundesstaat Borno seien insgesamt 178 Menschen gerettet worden. Zudem sei ein Kommandant der Islamisten gefangengenommen und mehrere ihrer Lager in der Umgebung der Stadt Bama zerstört worden.

Boko Haram kämpft seit sechs Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Staats im muslimisch geprägten Norden Nigerias. In dem Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 15.000 Menschen getötet.

Rouhani gibt sich nach Atomdeal versöhnlich

Die Atomeinigung ist für Irans Präsidenten ein Beweis dafür, dass eine Kooperation zwischen rivalisierenden Staaten möglich ist. Die Einigung habe gezeigt, dass man auch mit politischen Gegnern wie der USA zusammenarbeiten könne, solange beide Seiten das gleiche Ziel verfolgten, sagte Hassan Rouhani in einem Interview des Staatsfernsehens gestern.

Allerdings sei es von vornherein unnötig und absurd gewesen, den Iran von dem Bau einer Atombombe abzuhalten, da das Land nie an solchen Waffen gearbeitet habe. „Aber wenn es die Gegenseite glücklich macht, dann sollten sie das Erreichen ihres Ziels auch genießen“, sagte der Präsident.

„Geduldige Diplomatie zahlt sich aus“

Der Iran hatte jüngst mit den USA und den anderen UN-Vetomächten sowie Deutschland eine Vereinbarung geschlossen, die ihm das Recht auf ein ziviles Atomprogramm zugesteht, den Aufbau einer Atomstreitmacht aber verwehrt. Im Zuge der Verwirklichung sollen gegen den Iran gerichtete Wirtschaftssanktionen fallen.

Mit der Einigung habe der Iran drei wichtige Ziele erzielt, sagte Ruhani. Dem Land sei das Recht auf ein ziviles Atomprogramm zuerkannt worden, die Wirtschaftssanktionen seien aufgehoben worden und der Iran werde nicht länger als regionale und globale Bedrohung angesehen. „Geduldige Diplomatie zahlt sich eben aus“, sagte Ruhani.

PKK-Selbstmordanschlag verschärft Lage in Türkei weiter

Der Konflikt zwischen der türkischen Regierung und der kurdischen Minderheit verschärft sich weiter: Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) bekannte sich gestern zu einem Selbstmordanschlag auf Ordnungskräfte in der Osttürkei.

Das Attentat galt einem Stützpunkt von Armee und Polizei nahe der Stadt Dogubayazit an der iranischen Grenze. Ankara setzte unterdessen die massiven Luftangriffe auf mutmaßliche PKK-Stellungen im Nordirak fort.

Ein Traktor mit zwei Tonnen Sprengstoff wurde laut Armeeangaben vor einem Außenposten der Polizei zur Explosion gebracht. (iptv.ORF.at)

Unterschiedliche Opferangaben

Medienberichten zufolge nahmen PKK-Kämpfer danach den Stützpunkt unter Feuer und versuchten, die Ankunft von Verstärkung und Rettungskräften zu verhindern. Dem türkischen Militär zufolge wurden zwei Soldaten getötet. 31 weitere wurden demnach verletzt, vier von ihnen schwer. Die PKK sprach in ihrem Bekennerschreiben von „Dutzenden getöteten Soldaten“.

Weiterer Anschlag

Bei einem zweiten Anschlag in der südöstlichen Provinz Mardin wurde dem Militär zufolge ein weiterer Soldat getötet und sieben weitere verletzt. Eine Mine sei explodiert, als ihr Militärkonvoi vorbeifuhr. Die Armee machte auch für dieses Attentat die PKK verantwortlich.

Die Türkei hatte vor gut einer Woche Angriffe auf Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien gestartet. Zugleich griff sie nach einem Anschlag auf zwei türkische Polizisten auch mutmaßliche Stützpunkte der PKK im Nordirak an, die gegen den IS kämpft. Die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete gestern, bei den Luftangriffen seien bereits 260 PKK-Kämpfer getötet und rund 400 weitere verletzt worden.

Irakischer Kurdenpräsident fordert PKK-Abzug

Zudem gehen die türkischen Behörden im Inland gegen die PKK, aber auch gegen Kurdenpolitiker vor. Unter anderem wird gegen den Chef der prokurdischen HDP, Selahattin Demirtas, ermittelt. Die HDP bestreitet entschieden eine Nähe zur PKK. Demirtas bestätigte allerdings, dass sich sein Bruder PKK-Kämpfern in den nordirakischen Kandil-Bergen angeschlossen habe.

Die Regierung des autonomen Kurdengebietes im Irak rief die PKK gestern dazu auf, ihre Stellungen im Norden des Landes zu räumen. Damit solle der Tod weiterer Zivilisten verhindert werden. Die syrische Kurdenmiliz YPG warf der Türkei unterdessen vor, auch ihre Stellungen mehrfach beschossen zu haben.

Mehr dazu in Auch zivile Opfer bei Luftangriffen

USA und Ägypten nehmen wieder Sicherheitsgespräche auf

Die Vereinigten Staaten und Ägypten haben im Kampf gegen den Terror nach Jahren wieder gemeinsame Sicherheitsgespräche aufgenommen.
US-Außenminister John Kerry traf gestern seinen ägyptischen Amtskollegen Samih Schukri in Kairo.

„Die Freundschaft zwischen unseren Ländern ist nicht auf einem vollendeten Einvernehmen aufgebaut, sondern auf dem Bewusstsein unserer gemeinsamen Interessen in den Bereichen der regionalen Sicherheit und der Terrorismusbekämpfung“, so der US-Außenminister bei dem Treffen.

Sorge um Menschenrechtslage

Kerry äußerte gleichzeitig Besorgnis über die Menschenrechtslage in dem Land. Wenn kein Vertrauen zwischen Behörden und der Öffentlichkeit aufgebaut würde, radikalisierten sich Menschen zunehmend und es werde mehr Anschläge geben.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 kommt es regelmäßig zu Terroranschlägen. Die Regierung reagierte darauf bislang mit der Einschränkung von Freiheitsrechten. Seit 2013 sind zum Beispiel Tausende Mitglieder von Mursis Muslimbrüdern verhaftet worden, die Bruderschaft wurde als Terrororganisation eingestuft und verfolgt.

Militärische Unterstützung durch USA

Kerry fügte nach Angaben der staatlichen Zeitung „Al-Ahram“ hinzu, es sei die Aufgabe der Regierung, die Sicherheit des ägyptischen Volkes vor Angriffen etwa von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu schützen. Zuletzt hatte sich der IS zu blutigen Anschlägen auf der Halbinsel Sinai und in Kairo bekannt.

Vor einigen Tagen hatten die USA angekündigt, das Land mit der Lieferung von acht F-16 Kampfjets militärisch zu unterstützen. Zuletzt hatte es 2009 gemeinsame Sicherheitsgespräche zwischen den USA und Ägypten gegeben.

Heute wird Kerry im katarischen Doha zu Gesprächen mit den Außenministern des Golf-Kooperationsrates (GCC) erwartet.

Kairo macht Weg für Parlamentswahl frei

Mit der Anordnung von Wahlrechtsänderungen hat Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi den Weg für ursprünglich bereits für dieses Frühjahr geplante Parlamentswahlen freigemacht. Die Änderungen, bei denen es sich insbesondere um einen neuen Zuschnitt der Wahlkreise handelt, wurden nun im ägyptischen Amtsblatt veröffentlicht.

Demnach sollen in das neue Parlament 568 Abgeordnete einziehen, von denen 448 nach dem Persönlichkeitswahlrecht bestimmt werden und die 120 übrigen per Listenwahl. Die Parlamentswahl hatte ursprünglich bereits zwischen dem 21. März und dem 7. Mai stattfinden sollen. Sie verzögerte sich allerdings wegen eines Urteils des Verfassungsgerichts, das einige Regelungen des neuen Wahlgesetzes für verfassungswidrig erklärte. Al-Sisi hatte versprochen, dass der Urnengang noch in diesem Jahr abgehalten wird.

Paris und London fordern Hilfe bei Flüchtlingskrise

Angesichts der Flüchtlingskrise am Eurotunnel haben Frankreich und Großbritannien die Unterstützung der anderen EU-Staaten verlangt. Die Welt leide unter einer „globalen Flüchtlingskrise“ - diese könne aber nicht von Frankreich und Großbritannien allein geschultert werden, erklärten der französische Innenminister Bernard Cazeneuve und seine britische Kollegin Theresa May gestern.

Appell an eruopäische Solidarität

In einer gemeinsamen Stellungnahme, die in der französischen Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“ sowie im britischen „Telegraph“ veröffentlicht wurde, appellierten Cazeneuve und May an die europäische Solidarität.

„Viele von denen in Calais, die versuchen, den Ärmelkanal zu überqueren, sind durch Italien, Griechenland oder andere Länder gekommen“, schrieben sie. Die Krise müsse da angegangen werden, wo sie anfange: Es müsse „die Zahl der Migranten reduziert werden, die von Afrika nach Europa kommen“.

In den beiden Textversionen gab es leichte Differenzen. So heißt es in der französischen Version, London und Paris arbeiteten „Hand in Hand mit den anderen Staaten“ der EU für eine Lösung. In der englischen Version heißt es, London und Paris würden „andere Mitgliedsstaaten - und die EU als Ganzes - drängen, das Problem an der Wurzel anzugehen“.

Tausende versuchen nach Großbritannien zu kommen

Seit Wochen versuchen nahe dem nordfranzösischen Calais immer wieder Migranten, nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen nach Großbritannien zu gelangen. Mitunter wurden pro Nacht 2.000 Fluchtversuche registriert. In einem behelfsmäßigen Lager bei Calais harren rund 3.000 Migranten aus, die auf eine Gelegenheit zur Flucht warten.

Briten und Franzosen bekämpfen Grenzverletzungen

Frankreich und Großbritannien erklärten das Vorgehen gegen illegale Grenzübertritte zur obersten Priorität.

„Diese Situation anzugehen, ist die oberste Priorität für die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs“, erklärten Cazeneuve und May. Beide Regierungen seien „entschlossen“, das Problem „gemeinsam zu lösen“.

550 Beamte im Einsatz

Nach einem Treffen mit Cazeneuve am Dienstag hatte May angekündigt, umgerechnet zehn Millionen Euro zusätzlich für die Grenzsicherung bereitzustellen. Frankreich schickte 120 zusätzliche Polizisten nach Calais, insgesamt sind dort nun 550 Beamte im Einsatz. Diese Maßnahmen seien ein „klares Signal“, erklärten die Minister.

Auch am Wochenende registrierten die Behörden in Calais Hunderte Fluchtversuche, doch nach der Verstärkung des Sicherheitsaufgebots waren es weniger als zuvor. In der Nacht zum Samstag wurden laut Polizei etwa 300 Fluchtversuche registriert, in der Nacht auf gestern 400.

Obama will Klimaziele verschärfen

US-Präsident Barack Obama will heute einen umfassenden Aktionsplan gegen den Klimawandel vorstellen. In einem gestern Früh veröffentlichten Video sagte Obama, es gehe um den „größten bedeutsameren Schritt, den wir jemals unternommen haben“.

Der sogenannte Clean Power Plan soll unter anderem eine Reihe gesetzlicher Maßnahmen zur Reduzierung der Luftverschmutzung durch Kraftwerke umfassen.

Emissionen um ein Drittel reduzieren

Kraftwerke seien in den USA „die größte Einzelquelle“ schädlicher Kohlendioxidemissionen, sagte Obama. Bisher gebe es aber keine Grenzen für den Ausstoß des Treibhausgases.

Die neuen Bestimmungen sehen eine Reduzierung des Schadstoffausstoßes bis 2030 im Vergleich zu dem Jahr 2005 um 32 Prozent vor, berichtete die „New York Times“.

Politisches Streitthema

Die Erderwärmung und der Kampf gegen die Folgen sind in den USA ein politisch hoch umstrittenes Thema. Die von Obama bereits seit längerem geplante Begrenzung des Kohlendioxidausstoßes heimischer Kraftwerke sorgt für Unmut bei den Republikanern.

Im Dezember soll in Paris bei einer UNO-Klimakonferenz ein umfassendes und international verbindliches Klimaschutzabkommen für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls im Jahr 2020 beschlossen werden. Die USA spielen bei den Verhandlungen eine Schlüsselrolle.

Inland

TS-Abtrünnige: Kritik an ÖVP reißt nicht ab

Der jüngste Wechsel der bisherigen Team-Stronach-Abgeordneten Kathrin Nachbaur und Rouven Ertlschweiger in den ÖVP-Klub sorgen weiter für harsche Kritik. Einige Oppositionspolitiker äußerten die Befürchtung, die ÖVP könne sich eine Absprungbasis für einen fliegenden Koalitionswechsel schaffen, der momentan allerdings noch nicht möglich ist. Grünen-Chefin Eva Glawischnig nimmt dennoch bereits Bundespräsident Heinz Fischer in die Pflicht: Sollte es durch weitere „Einkäufe“ vonseiten der ÖVP so weit kommen, dürfe er ÖVP und FPÖ nicht mit einer Regierungsbildung beauftragen.

Mehr dazu in Grüne appellieren an Heinz Fischer

Kärntner Hypo-Haftungen sorgen für Gesprächsstoff

Kärntens Landeshaftungen für die frühere Hypo Alpe Adria, nun Heta, sind ein großes Problemthema für Land und Bund. Nachdem der „Kurier“ gestern berichtet hatte, dass die Bundesregierung 2004 keine Einwände gegen ein entsprechendes Landesgesetz hatte, die sie äußern hätte können, hob Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hervor, „dass das damalige Finanzministerium keine Bedenken äußerte“.

Kaiser sagte gegenüber der APA weiters, „wir werden uns am Montag gemeinsam mit der Finanzreferentin alles in Ruhe anschauen“. Landesrat Christian Ragger (FPÖ) hatte zuvor in einer Aussendung eine verfassungsrechtliche Überprüfung der Hypo-Landeshaftungen gefordert - es bestünden „massive Zweifel an der Rechtsgültigkeit“ der Landeshaftungen.

Landesgesetze mussten Bund vorgelegt werden

Bis Mitte 2012 waren alle Landesgesetzesbeschlüsse vor der Gesetzeskundmachung dem Bundeskanzleramt vorzulegen. Das war auch 2004 beim Landesholdinggesetz der Fall, mit dem der Landtag weiterhin die Landeshaftungen - aufgrund von EU-Vorgaben zeitlich beschränkt bis 2007 - für die Skandalbank ermöglicht hatte.

Mit der Vorlage der Beschlüsse sollten „Gefährdungen von Bundesinteressen“ vermieden werden - die Kritiker orten, da das Gesetz keine Obergrenze in der Haftungssumme vorsah und die Haftungen „allen Rechtsnachfolgern“ gewährt wurden, erinnerte der „Kurier“.

Kärntner Haftungen noch mehr als 10. Mrd. Euro

Das südlichste Bundesland haftet für die nunmehrige Heta und die ehemalige Hypo Österreich insgesamt noch mit mehr als 10 Mrd. Euro. Während des derzeit laufenden Heta-Moratoriums wird um eine Lösung mit den Gläubigern gerungen.

Dem Zeitungsbericht zufolge hätte ein Einwand der damaligen schwarz-blauen Bundesregierung zum Gesetz einen neuerlichen Landtagsbeschluss erzwungen - erst dann hätte das Gesetz im Falle eines Einwandes gültig werden könne.

Wirtschaft

China: Industrie-Index auf Zwei-Jahres-Tief

Die Stimmung in den Chef-Etagen der herstellenden Unternehmen Chinas ist auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Der Einkaufsmanagerindex sackte im Juli von 49,4 auf 47,8 Punkte ab, wie das chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“ berichtete. Unterhalb der kritischen Marke von 50 ist von einem Schrumpfen der Wirtschaft auszugehen, darüber von Expansion.

Der Index liegt damit auf dem Stand von Juli 2013 und den fünften Monat in Folge unterhalb des Grenzwerts von 50. Wegen der Auftragsrückgänge, darunter auch neue Exportorder, werde die Produktion so schnell wie seit November 2011 nicht mehr zurückgefahren. Die geringere Nachfrage führe zu Stellenkürzungen und weniger Einkäufen. Es herrsche Deflationsdruck.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wuchs im ersten Halbjahr nach offiziellen Angaben planmäßig um sieben Prozent im Vorjahresvergleich, doch vermuten Experten, dass das Wachstum in Wirklichkeit geringer ist.

Chef der griechischen Statistikbehörde tritt zurück

Inmitten der Vorgespräche über neuen Hilfen für Griechenland tritt der Chef der Nationalen Statistikbehörde zurück. Er lege sein Amt aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung nieder, erklärte gestern der seit 2010 amtierende Chef der Behörde Elstat, Andreas Georgiou. Er werde auch nicht im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei.

Sein Schritt könnte die Verhandlungen über die Bedingungen für ein drittes Hellas-Hilfsprogramm im Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro komplizierter machen. Schließlich fließen in die Verhandlungen auch Prognosen darüber ein, wie sich das Land in der kommenden Zeit entwickeln wird.

Im Juli war eine Anklage gegen Georgiou fallen gelassen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, das griechische Staatsdefizit für 2009 übermäßig hoch dargestellt zu haben. Georgiou war von 2004 bis 2010 stellvertretender Leiter der Statistikabteilung des Internationalen Währungsfonds IWF.

Kursverluste bei Wiederöffnung der Börse erwartet

Analysten rechnen unterdessen bei der heutigen Wiedereröffnung der Börse in Athen mit herben Kursverlusten. Der Finanzhandelsplatz musste wegen der Gefahr eines griechischen Finanzkollapses fünf Wochen „Zwangspause“ einlegen.

Der „Athens General Index“ dürfte um 20 Prozent oder noch stärker einbrechen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters heute griechische Börsenhändler. Die Chance gingen gegen null, dass nur eine einzige Aktie morgen im Wert steigen könnte, hieß es. Von den Verlusten am stärksten betroffen dürften Aktien von Bankinstituten sein, sie brauchen weiterhin eine Rekapitalisierung.

Sport

Tennis: Thiem triumphiert auch in Gstaad

Dominic Thiem ist derzeit nicht zu stoppen. Der 21-jährige Niederösterreicher setzte sich im Finale von Gstaad gegen den Belgier David Goffin in zwei Sätzen durch und feierte damit seinen zweiten Turniersieg in Folge.

Insgesamt war es der dritte Triumph von Thiem in diesem Jahr. Der Schützling von Günter Bresnik kommt damit in absoluter Topform zum Heimturnier nach Kitzbühel, wo er als Vorjahresfinalist top gesetzt ist.

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Fußball: Arsenal holt Community Shield gegen Chelsea

Arsenal hat sich den ersten Saisontitel gesichert. Im Kampf um den Community Shield, den englischen Supercup, setzte sich die Wenger-Elf gegen Meister Chelsea knapp durch und untermauerte ihre Titelambitionen für die am nächsten Wochenende beginnende Premier League.

Bereits am Samstag hatte sich Bayern München im deutschen Supercup beim DFB-Pokal-Sieger VfL Wolfsburg im Elfmeterschießen geschlagen geben müssen.

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Chronik

Kaum Hoffnung auf Überlebende nach Erdrutsch in Indien

Nach einem durch schwere Monsunregenfälle verursachten Erdrutsch im Nordosten Indiens haben die Behörden kaum noch Hoffnungen, Überlebende zu finden. Rettungskräfte suchten gestern in dem abgelegenen Dorf Manipur verzweifelt nach 20 verschütteten Bewohnern. Gestern hatten von einem Hügel abrutschende Erdmassen das Dorf an der Grenze zu Myanmar weitgehend unter sich begraben.

Das indische Fernsehen zeigte dramatische Bilder aus Manipur. Zu sehen waren einstürzende Häuser, von den Fluten weggerissene Brücken und Familien, die in Notunterkünften versorgt wurden. In mehreren indischen Bundesstaaten kamen nach neuen Behördenschätzungen mindestens 100 Menschen bei Überschwemmungen ums Leben.

Betroffen waren unter anderem Westbengalen, Rajasthan, Orissa und Gujarat. Tausende Menschen mussten wegen der seit Juni anhaltenden Niederschläge in Sicherheit gebracht werden.

Gesamte Region betroffen

Die in diesem Jahr ungewöhnlich heftigen Monsunregen haben auch in anderen Ländern der Region große Schäden angerichtet. In Myanmar starben mindestens 27 Menschen, die Vereinten Nationen gehen jedoch davon aus, dass die Opferzahl noch deutlich steigen wird.

Mehr als 150.000 Menschen wurden in dem Land in den vergangenen Tagen von den Überflutungen in Mitleidenschaft gezogen. Die Rettungsarbeiten wurden auch durch anhaltenden Regenfälle behindert.

Mehr als 100 Menschen kamen auch in Pakistan in den vergangenen zwei Wochen bei Überschwemmungen ums Leben. In Nepal starben mehr als 30 Menschen bei Erdrutschen. In Vietnam starben mindestens 17 Menschen.

Waldbrände in Kalifornien: Nationalgarde im Einsatz

In Kalifornien kämpfen nun auch Soldaten der Nationalgarde gegen die immer weiter um sich greifenden Waldbrände. Die Soldaten sollen mit mehreren großen Löschflugzeugen in den Kampf gegen die Flammen einreifen, teilte die Feuerwehr mit. Zwei Flugzeuge seien bereits vor Ort eingetroffen, hieß es.

Vor allem ein sich rasch ausbreitender Brandherd rund 160 Kilometer nördlich von San Francisco bereite Sorgen. Die Flammen hätten sich bereits auf eine Fläche rund 190 Quadratkilometer Wald-und Buschland ausgebreitet. Etwa 12.000 Menschen hätten ihre Häuser verlassen müssen, 5.000 Gebäude seien bedroht, teilten die Behörde auf Twitter mit.

Feuerwehrleute vergleichen die Feuer bereits mit den katastrophalen Bränden 2008. Insgesamt toben derzeit 21 Wald- und Buschbrände, viele davon seien durch Blitzschlag entfacht worden.

Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, rief den Notstand aus, um so schnellere Hilfen zu ermöglichen. Bereits am Donnerstag war ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Ein Grund an der raschen Ausbreitung der Flammen ist aber auch die Dürre, die den Staat Kalifornien seit Jahren heimsucht.

D: ICE-Strecke nach Leichenfund stundenlang gesperrt

In Deutschland ist die ICE-Strecke zwischen Fulda und Kassel gestern mehrere Stunden lang gesperrt worden. Unter der 95 Meter hohen Rombachtalbrücke seien am Nachmittag drei Leichen gefunden worden, berichteten die Staatsanwaltschaft Gießen und die Polizei Fulda am Abend.

Der Mann, die Frau und der Bub, deren Identitäten zunächst unbekannt waren, seien vermutlich von der Brücke gesprungen. Ein Zug sei nicht in das Unglück involviert, sagte ein Sprecher der deutschen Polizei. Die viel befahrene ICE-Strecke wurde nach Angaben der Deutschen Bahn knapp drei Stunden voll gesperrt, am Abend war der Abschnitt wieder eingleisig befahrbar.

Großglockner-Straße wird 80

Die Großglockner-Hochalpenstraße windet sich in Schlangenlinien über den Gebirgsstock der Hohen Tauern. Vor 80 Jahren wurde sie in einem austrofaschistischen Propagandaakt feierlich eröffnet. Die fünfjährige Bauzeit Anfang der 1930er Jahre markiert auch die Radikalisierung der österreichischen Innenpolitik. Die 34 Kehren der rund 50 Kilometer langen Panoramastraße erzählen eine bewegende Geschichte - sowohl auf politischer als auch auf bautechnischer Ebene. Seit Anfang Juli steht das Prestigeprojekt des österreichischen Straßenbaus unter Denkmalschutz.

Mehr dazu in Die bewegte Geschichte einer Straße

Dreifachjackpot bei Lotto „6 aus 45“

Erneut hat kein Spielteilnehmer die sechs Richtigen der gestrigen Ziehung im Lotto „6 aus 45“ getippt. Im Jackpot bleiben fast 3,2 Mio. Euro.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

2 5 22 25 33 39 / Zusatzzahl: 28

Zwei Spielteilnehmer hatten den richtigen Joker auf der Quittung, sie erhalten je rund 305.000 Euro.

Der richtige Joker lautet:

6 1 0 0 7 3

Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur

„Mission: Impossible 5“ führt US-Kinocharts an

Der fünfte Teil der „Mission: Impossible“-Filmreihe mit Hollywood-Star Tom Cruise hat die Spitze der nordamerikanischen Kinocharts erobert. „Mission: Impossible - Rogue Nation“, für das der 53-Jährige rund zehn Tage in Wien drehte, spielte an den Kinokassen in den USA und Kanada an seinem Eröffnungswochenende 56 Millionen Dollar ein, wie der „Hollywood Reporter“ gestern berichtete.

Damit belegte der Streifen, der kürzlich in Wien Weltpremiere feierte, Rang eins. Ab 6. August ist „Rogue Nation“ auch in Österreich zu sehen. Auf Platz zwei landete mit knapp 15 Millionen die Komödie „Vacation“ mit Christina Applegate und Chris Hemsworth, vor dem Superheldenfilm „Ant-Man“ mit Paul Rudd.

Salzburger Festspiele: Shakespeare bekommt nasse Füße

Shakespeare - das Musical: Auf der Halleiner Perner-Insel zeigen die Salzburger Festspiele heuer Sommertheater mit Unterhaltungswert. William Shakespeares „Komödie der Irrungen“ in einer neuen Übersetzung durch Regisseur Henry Mason wird im seichten Wasser zur bunten Verwechslungsshow mit Slapstick-Einlagen, viel Musik und nassen Füßen.

Mehr dazu in news.ORF.at/festspielhighlights

Leute

Ex-AC/DC-Drummer muss vorerst nicht in Haft

Der frühere AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd hat vor Gericht einen Verstoß gegen die Auflagen seines Hausarrests bestritten. Bei einer kurzen Anhörung vor dem Bezirksgericht im neuseeländischen Tauranga plädierte der 61-Jährige heute auf nicht schuldig. Staatsanwältin Anna Pollett sagte hingegen, es gebe „starke Beweise“, dass Rudd Alkohol getrunken und damit gegen seine Auflagen verstoßen habe.

Der Musiker durfte gegen Kaution nach Hause zurückkehren, das Verfahren soll am 24. November fortgesetzt werden. Rudd war Anfang Juli wegen Morddrohungen und Drogenbesitzes zu acht Monaten Hausarrest verurteilt worden. Weil er sich schuldig bekannt hatte, blieb ihm eine Haftstrafe erspart.

„Rockstar-Lebensstil“ bringt Gefängnis

Richter Thomas Ingram hatte den Musiker bei der Verurteilung gewarnt, dass dieser bei einer Fortsetzung seines „Rockstar-Lebensstils“ im Gefängnis landen werde. Rudd werde während des Hausarrestes streng überwacht und komme sofort in Haft, wenn er Drogen nehme. „Ich garantiere eiskalt, dass Sie dort landen werden“, warnte der Richter.

Der aus Australien stammende Rudd gilt als ebenso begabter wie schwieriger Musiker. Unter anderem wegen Drogeneskapaden überwarf er sich Anfang der 1980er Jahre mit AC/DC-Gründer Malcolm Young. Im Jahr 1983 stieg Rudd aus der Band aus, elf Jahre später kehrte er wieder zu AC/DC zurück. Wegen des Gerichtsverfahrens wurde er bei der aktuellen Tournee der Band aber durch Chris Slade, AC/DC-Drummer in den 1990er Jahren, ersetzt.