Ausland

Sonderbeauftragte für UNO-Missbrauchsfälle ernannt

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat eine Sonderbeauftragte für die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs durch Blauhelmsoldaten ernannt. Ban übertrug der US-Diplomatin Jane Holl Lute gestern die Aufgabe, den Umgang der Vereinten Nationen mit Missbrauchsfällen zu verbessern.

Lute war zwischen 2003 und 2008 für verschiedene UNO-Friedensmissionen tätig, zuletzt arbeitete sie als Bans Beraterin für die Umsiedlung irakischer Flüchtlinge. Aus der Zentralafrikanischen Republik werden seit einem Jahr immer wieder Missbrauchsvorwürfe gegen UNO-Soldaten bekannt.

Im April hieß es, dass französische Blauhelme in einem Lager nahe der Hauptstadt Bangui zwischen Dezember 2013 und Juni 2014 mehrere Kinder im Alter zwischen neun und 13 Jahren missbraucht haben sollen. Zuletzt wurden gegen aus dem Kongo stammende Soldaten der UN-Truppe Minusca Missbrauchsvorwürfe erhoben.

Zusammenstöße in türkischer Kurdenregion - Dutzende Tote

Bei Zusammenstößen zwischen den türkischen Sicherheitskräften und Kämpfern der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK sind im Südwesten des Landes erneut Dutzende Menschen ums Leben gekommen. In den Städten Cizre und Diyarbakir seien 16 Rebellen getötet worden, erklärte das Militär gestern.

Fast 750 PKK-Kämpfer getötet

Seit Dezember wurden in beiden Städten, in denen rund um die Uhr Ausgangssperren gelten, 749 PKK-Kämpfer getötet. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel in Ankara, die Einsätze in Cizre könnten in den kommenden Tagen zu Ende gehen.

Die PKK wolle türkische Städte destabilisieren, und Cizre komme dabei eine Schlüsselrolle zu, weil der Ort an der syrischen Grenze liege und Waffen und Terroristen eingeschmuggelt werden könnten, begründete er den Militäreinsatz. Er wies zudem Kritik zurück, dass die Bevölkerung ins Visier genommen worden sei. Nach Darstellung der prokurdischen Oppositionspartei HDP wurden in Cizre allerdings seit Freitag neun Zivilisten getötet.

Proteste in Istanbul und Zürich

Gegen die Einsätze regt sich auch in anderen Teilen der Türkei Protest: In Istanbul ging die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor. Der Nachrichtenagentur Dogan zufolge wurden mehrere Personen festgenommen.

Auch in Zürich kam es zu Zusammenstößen: Dort setzte die Polizei Reizgas und Gummigeschosse ein, um nach eigenen Angaben gegen kurdische Demonstranten vorzugehen, die sich unangemeldet vor dem türkischen Konsulat versammelt hatten und das Gebäude mit Fahnen, Steinen und anderen Gegenständen bewarfen.

„Brexit“: Cameron warnt vor verschärfter Flüchtlingskrise

Der britische Premierminister David Cameron will offenbar für den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union werben, indem er die Gefahr einer Verschärfung der Flüchtlingskrise an die Wand malt.

„Keine Garantie“ für Kontrollen

Sollte Großbritannien aus der EU austreten, gebe es „keine Garantie“, dass die Kontrollen auf der französischen Seite des Ärmelkanals wie bisher erfolgten, so ein Cameron-Sprecher gestern in London.

Der Regierungschef werde diesen Punkt in den Vordergrund seiner Argumentation stellen, wenn er das Datum für die von ihm angekündigte Volksabstimmung über den Verbleib in der EU festgelegt habe, hieß es in einem Bericht des „Daily Telegraph“. Das Amt des Premierministers wolle „die Flüchtlingskrise auf dem Kontinent zu seinem Vorteil verwenden“.

Abstimmung über Verbleib in der EU

Cameron will seine Landsleute vermutlich noch in diesem Jahr über den Verbleib in der EU abstimmen lassen. Beim EU-Gipfel in zwei Wochen hofft er auf grünes Licht für die mit Brüssel ausgehandelte EU-Reform, die neben der Begrenzung von Sozialleistungen für EU-Ausländer den nationalen Parlamenten eine „Rote Karte“ in die Hand gibt, um unliebsame Gesetze aus Brüssel stoppen zu können.

Auf der französischen Seite des Ärmelkanals gibt es seit Jahren ein Flüchtlingslager, das auch als der „Dschungel“ bekannt ist. Zehntausende Flüchtlinge versuchen, von dort aus nach Großbritannien zu gelangen. Immer wieder kam es vor, dass Flüchtlinge beim Eindringen in den Eurotunnel zu Tode gequetscht wurden.

Kritik von EU-Gegnern

Die Anhänger eines Austritts Großbritanniens aus der EU („Brexit“) bestreiten, dass die Flüchtlingsfrage in diesem Zusammenhang eine Rolle spielt. Cameron sei die versprochene „Grundsatzreform der EU“ schuldig geblieben, sagte Arron Banks von der Kampagne „Leave EU“ („EU verlassen“). Nun wolle der Premierminister mit der Flüchtlingskrise „Angst schüren“.

Die Kampagne für ein „Stärkeres Großbritannien in der EU“ hingegen vertritt die Ansicht, dank der aktuellen Übereinkünfte mit Frankreich liege die britische Grenze „in Calais und nicht in Dover“. Bei einem Austritt aus der EU könne dieses Arrangement enden, sagte Kampagnenleiter Will Straw. Dann würden „Großbritanniens Grenzen unsicherer“.

Ungarn und Polen: Griechenlands Nordgrenze schließen

Ungarn und Polen möchten Flüchtlinge auf der Balkan-Route durch Zäune und Wälle an der Nordgrenze Griechenlands stoppen. „Wir treten weiterhin für eine neue Verteidigungslinie an der bulgarisch-griechischen und mazedonisch-griechischen Grenze ein“, sagte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban gestern bei einem Treffen mit seiner polnischen Kollegin Beata Szydlo in Budapest.

Szydlo meinte, die Flüchtlingskrise sei „nicht innerhalb der Grenzen der EU“ zu lösen. Orban erklärte, Griechenland könne Europa nicht schützen. „Läge es an uns Mitteleuropäern, hätten wir schon längst die Gegend dort abgeriegelt“, fügte der rechts-konservative Regierungschef hinzu.

Ungarn und Polen sind ebenso wie Tschechien und die Slowakei gegen Quoten für die Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU. Die vier ostmitteleuropäischen Länder bilden die Staatengruppe der Visegrad-Vier.

Mazedonien baut zweiten Grenzzaun

Die mazedonischen Behörden errichten bereits einen zweiten Zaun an der Grenze zu Griechenland, um die illegale Einreise von Flüchtlingen zu verhindern. Laut Medienberichten in Skopje wird der neue Zaun in einer Entfernung von nur fünf Metern von dem bestehenden Zaun in der Länge von 37 Kilometern errichtet.

Nach Angaben des Innenministeriums haben die Behörden alleine im Jänner die illegale Einreise von 4.000 Migranten verhindert. Seit Mitte November wird die Einreise nach Mazedonien nur noch Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan genehmigt. Seit Jahresbeginn wurden in Mazedonien rund 62.000 Neuankömmlinge registriert.

Schweden kontrolliert weiter Pässe

Schweden kontrolliert unterdessen einen weiteren Monat lang Pässe von Einreisenden. Stichprobenartige Kontrollen wurden bereits im November eingeführt. Die ursprünglich bis gestern geltende Maßnahme wurde vergangene Woche bis zum 9. März verlängert. Seit Anfang Jänner sind Verkehrsunternehmen zudem verpflichtet, systematisch Passagiere in Zügen, Bussen und auf Fähren aus Dänemark zu überprüfen.

Auch die Niederlande haben angekündigt, die Überwachung des Grenzverkehrs zu verstärken. Um die Überprüfung verdächtiger Fahrzeuge zu vereinfachen, werde der grenzüberschreitende Verkehr verlangsamt, sagte der niederländische Staatssekretär. Dadurch könnten die Grenzpolizisten leichter jene Autos herausfinden, die genauer überprüft werden müssten.

Inland

Kurz setzt Westbalkan-Reise in Serbien fort

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) setzt seine Westbalkan-Reise heute mit einem Besuch in Serbien fort. Zentrales Thema der Gespräche mit Ministerpräsident Aleksandar Vucic und Außenminister Ivica Dacic wird die Flüchtlingskrise sein. Kurz bemüht sich um eine gemeinsame Strategie mit den Westbalkan-Staaten zur Eindämmung der Flüchtlingsmigration auf der Balkanroute.

In Sarajevo hatte der Außenminister Verständnis für die Sorgen der Westbalkan-Staaten angesichts der bevorstehenden österreichischen Grenzschließung geäußert.

Das EU-Kandidatenland Serbien versucht, in der Flüchtlingskrise mit einer betont kooperativen Haltung zu punkten. In Belgrad wird Kurz von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl begleitet. Die beiden werden der Unterzeichnung einer bilateralen Vereinbarung über den „Export“ des österreichischen dualen Ausbildungssystems nach Serbien beiwohnen.

Mikl-Leitner kritisiert Athens Grenzschutz

Innenministerin Mikl-Leitner (ÖVP) hat gestern anlässlich des Besuchs des stellvertretenden griechischen Außenministers Nikos Xydakis in Wien scharfe Kritik am Grenzschutz durch die griechische Küstenwache geübt. Sie wolle wissen, „warum die politische Führung Griechenlands der Meinung ist, sie könne ihre einsatzstarke Marineflotte nicht für zivile Aufgaben einsetzen, nämlich zur Kontrolle der EU-Außengrenze“.

Für andere Länder sei es völlig normal, das Militär zur Unterstützung bei der Grenzsicherung heranzuziehen, so die Ministerin. Darüber hinaus hätten auch Italien und Deutschland im Mittelmeer bereits Marine-Schiffe eingesetzt. Mikl-Leitner wies auch auf den aktuellen Schengen-Bericht hin, in dem massiv Kritik an der griechischen Führung geübt werde. Zugleich versprach sie Athen jedoch die Unterstützung der EU.

Am Nachmittag traf Xydakis auch den Generalsekretär des Außenministeriums, Michael Linhart. Bei dem Gespräch ging es nach Angaben von Außenamtssprecher Thomas Schnöll ebenfalls um die Flüchtlingsbewegungen sowie den Schutz der EU-Außengrenzen bzw. das Schengener Abkommen. Das griechische Außenministerium hatte zuvor verlauten lassen, man versuche die Seegrenze zur Türkei gemeinsam mit der europäischen Grenzagentur Frontex zu kontrollieren.

Sport

Football: „Superman“ Newton im Schmollwinkerl

Cam Newton war der große Geschlagene der 50. Ausgabe der Super Bowl. Der Quarterback der Carolina Panthers, der im Grunddurchgang der National Football League (NFL) seinen Stempel aufgedrückt hatte, sah im Finale gegen die Denver Broncos kein Land. Der 26-jährige selbsternannte „Superman“ ließ nach seiner bisher schwärzesten Stunde aber jegliche Professionalität vermissen. Newton setzte sich gefrustet ins Schmollwinkerl. Seine Pressekonferenz wurde zur Farce.

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Ski alpin: Shiffrin-Comeback in Crans Montana

Am kommenden Wochenende gastiert der alpine Skiweltcup der Damen in Crans-Montana. Im Schweizer Skiort wird am 15. Februar der abgesagte Marburg-Torlauf nachgetragen. „Und ich werde da sein“ - mit diesen Worten kündigte Slalom-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin ihre Rückkehr in den Weltcup an. Die Amerikanerin hatte sich bei einem Sturz im Dezember am Knie verletzt und die Saison eigentlich schon abgehakt.

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Wirtschaft

D: McDonald’s verzichtet wieder auf Bio-Hamburger

Bei McDonald’s in Deutschland wird es vorerst keinen Hamburger aus Biofleisch mehr geben. Die Fast-Food-Kette hatte im Oktober und November zwischenzeitlich den „McB“ im Angebot und dafür mehrere hundert Tonnen Bio-Rindfleisch verbraten. Das Echo sei zwar positiv gewesen, aber der „McB“ sei „noch kein Produkt im Angebot für alle Gäste“.

„Noch eine Nische“

„Bio ist noch eine Nische“, hieß es gestern aus der deutschen McDonald’s-Zentrale in München als Erklärung. Zuvor hatte die Online-Ausgabe des Medien- und Marketing-Fachmagazins „Horizont“ darüber berichtet.

Mit seinem Bio-Angebot hatte McDonald’s auch auf den Erfolg neuer Burgerketten reagiert. Deutschland-Chef Holger Beeck hatte zum Start des siebenwöchigen Probelaufs im Herbst gesagt: „Wir haben das Ziel, eine Bio-Linie zu etablieren. Entscheidend ist aber am Ende natürlich die Akzeptanz beim Gast.“ McDonald’s hat in Deutschland derzeit 1.478 Schnellrestaurants und beschäftigt rund 58.000 Mitarbeiter.

Kein Bio-Burger in Österreich

Die „McB“-Testphase in Deutschland war von 1. Oktober bis 18. November angesetzt gewesen. In den österreichischen Restaurants der Schnellimbisskette gab es den Bio-Burger nicht, auch wenn das Fleisch für die deutschen Burger von Bio-Höfen in Deutschland und Österreich stamme - hatte eine Sprecherin in Wien bereits im September erklärt.

EZB drosselt bei Anleihenkäufen leicht das Tempo

Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt bei ihren umstrittenen Staatsanleihenkäufen den Fuß etwas vom Gas. Die Euro-Wächter nahmen in der Woche bis zum 5. Februar Staatsbonds im Volumen von 13,16 Milliarden Euro in ihre Bücher, wie die EZB gestern mitteilte. In der Woche zuvor waren es 14,52 Milliarden.

Die EZB und die nationalen Notenbanken der Euro-Länder haben die Käufe im März 2015 gestartet und mittlerweile Titel im Umfang von 557,33 Milliarden Euro erworben. Ziel des auf 1,5 Billionen Euro angelegten und bis mindestens März 2017 laufenden Programms: Banken sollen weniger in Anleihen investieren und stattdessen mehr Kredite an die Wirtschaft ausreichen, was die Konjunktur fördern und die aus EZB-Sicht gefährlich niedrige Inflation anheizen würde.

Bisher hielten sich bei der Teuerung aber die Erfolge in Grenzen - auch wegen des Ölpreisrutsches. Im Jänner zogen die Preise in der Euro-Zone nur um 0,4 Prozent an. Ziel der EZB sind aber knapp zwei Prozent. Aus Notenbanksicht ist das der ideale Wert für die Entwicklung der Wirtschaft.

Ruf nach „Europa-Finanzministerium“

Die EU steht auf dem Scheideweg, wie die beiden Notenbanker von Frankreich und Deutschland, Francois Villeroy de Galhaun und Jens Weidman, in einem gemeinsamen Gastbeitrag für die „Süddeutsche Zeitung“ sagen. Sie mahnen gravierende Reformen ein.

So plädieren sie für ein gemeinsames Euro-Finanzministerium - ein Euro-Ministerium quasi -, und auch sonst soll in der EU kein Stein auf dem anderen bleiben. Die beiden Notenbankchefs fordern eine stärkere Integration und eine Abgabe der Souveränität und Befugnisse der EU-Staaten an Brüssel. So könne man Krisen besser bewältigen - doch sie zeigen noch einen anderen Weg auf.

Mehr dazu in Institutionen werden hinterfragt

Heta: Finanzreferenten priorisieren Kärntner Angebot

Mit einem einstimmigen Beschluss zum vorliegenden Angebot des Kärntner Ausgleichszahlungsfonds im Zusammenhang mit der „Heta Asset Resolution AG“ hat gestern die außerordentliche Landesfinanzreferentenkonferenz in Salzburg geendet. Zu dem Treffen hatte Salzburgs LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) in seiner Funktion als Vorsitzender der Landesfinanzreferentenkonferenz geladen.

Schuldenschnitt von 75 Prozent wird als positiv erachtet

„Die Landesfinanzreferenzenkonferenz bewertet das vorliegende Angebot des Kärntner Ausgleichszahlungsfonds als bessere Alternative zur Insolvenz der Heta und den sich daraus ergebenden Konsequenzen“, zitierte Stöckl nach der Sitzung das Ergebnis der Konferenz. „Nachdem seit kurzem das Angebot des Schuldenschnitts mit einer Quote von 75 Prozent auf dem Tisch liegt, war es meiner Meinung nach notwendig, die Bundesländer an einen gemeinsamen Tisch zu holen.“ Aufgrund der Bedeutung der Thematik und des gegebenen Zeitdrucks sei es notwendig gewesen, diese Gespräche bereits gestern zu führen.

Man habe sich von Experten aus dem Ministerium das vorliegende Angebot und die Möglichkeiten sowie die allfälligen Konsequenzen genauestens erläutern lassen, erklärte Salzburgs Finanzreferent. „Dadurch, dass wir in allen Bundesländern sehr unterschiedliche Situationen haben, ist die Lage extrem schwierig. Ich bin froh, dass die Landesfinanzreferentenkonferenz zu einem Ergebnis geführt hat.“

„Wichtiges Signal für den Finanzplatz Österreich“

Mit diesem Beschluss, der nach fachlicher, sachlicher und kompetenter Diskussion einstimmig gefällt worden sei, demonstriere die Landesfinanzreferentenkonferenz Geschlossenheit. „Zudem versteht er sich als wichtiges Signal für den Finanzplatz Österreich“, betonte Stöckl.

An der Konferenz in Salzburg haben Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP), Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP), Steiermarks LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ) und Kärntens LHStv. Gabriele Schaunig-Kandut (SPÖ) sowie hochrangige Vertreter aller Bundesländer und des Bundesministeriums teilgenommen, wie das Land Salzburg in einer Aussendung mitteilte.

Chronik

Großrazzia in allen Gefängnissen Österreichs

In allen 27 österreichischen Gefängnissen hat gestern Nachmittag eine groß angelegte Razzia nach illegalen Gegenständen begonnen, berichtete die „Kronen Zeitung“ (Dienstag-Ausgabe). Laut der Ressortmediensprecherin Britta Tichy-Martin wurde diese Aktion von ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter beauftragt. Die Suche nach verbotenen Gegenständen werde noch bis in die Abendstunden andauern.

Ein Schwerpunkt lag auf den Justizanstalten Stein an der Donau in Niederösterreich, Graz-Karlau in der Steiermark, Suben in Oberösterreich und Wien-Simmering. In den vier Anstalten sind laut den Angaben Tichy-Martins rund 600 Beamte im Einsatz, fast 2.000 Insassen sind dort von den Visitierungen auf der Suche nach illegal eingeführten Mobiltelefonen, Suchtgift und anderen Gegenständen betroffen.

Eine Bilanz der Razzien wird laut Tichy-Martin frühestens heute vorliegen. Mindestens zehn Suchtmittelspürhunde der Landespolizeidirektionen unterstützen den Einsatz. „Die Aktion ist Teil eines Gesamtkonzeptes im Rahmen der Strafvollzugsreform. Wir werden jedenfalls auch in diesem wichtigen Bereich weiterhin nicht locker lassen“, kommentierte Erich Mayer, Generaldirektor für den Strafvollzug, das akkordierte Vorgehen.

Die tückische Lawinengefahr in Österreich

Nach dem schweren Lawinenunglück in Tirol am Wochenende ist die Gefahrensituation in den heimischen Bergen zu Wochenbeginn an vielen Stellen weiter groß. Viel Wind und Neuschnee sorgen dafür, dass es derzeit abseits der Pisten besonders gefährlich ist - problematisch sind vor allem steile Hänge und Übergänge von viel zu wenig Schnee.

Aufgrund des sehr schwachen Fundaments der Schneedecke könnten ausgelöste Lawinen auch sehr groß werden, warnen Experten. „Erhebliche“ Gefahr (Stufe drei von fünf) gilt über 2.000 Metern Höhe in Tirol, Kärnten, Vorarlberg und Salzburg.

Mehr dazu in Gefahrenstellen schwer erkennbar

Sexuelle Ausbeutung: Zwölf Männer in GB verurteilt

Wegen sexueller Ausbeutung einer Jugendlichen hat ein Gericht in Großbritannien zwölf Männer zu Haftstrafen von bis zu 20 Jahren verurteilt. 2011 und 2012 hätten einige der Verurteilten die damals 13- bzw. 14-Jährige zum Sex gezwungen, unter anderem auf dem Friedhof der nordenglischen Ortschaft Keighley. Einmal sei das Mädchen von fünf Männern vergewaltigt worden, sagte der Richter gestern.

Die Männer hätten das Mädchen „in furchtbarer und herzloser Weise sexuell ausgenutzt“, sagte der Richter in Bradford. Die Verurteilten sind zwischen 19 und 34 Jahre alt. Der Fall sorgte in Großbritannien für nationales Aufsehen. Der Richter habe erklärt, er habe so etwas in 40 Jahren niemals gesehen, berichtete der Sender BBC.

In der nordenglischen Stadt Sheffield läuft derzeit ein ähnlicher Prozess um jahrelang vertuschten sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Junge Mädchen sollen in Rotherham vergewaltigt, zur Prostitution gezwungen oder an Freunde „weitergereicht“ worden sein. Ein unabhängiger Bericht der Professorin Alexis Jay hatte den Behörden vorgehalten, auch aus falsch verstandener „politischer Korrektheit“ weggeschaut zu haben.

IT

Twitter-Aktie auf neuem Allzeittief

Twitter-Chef Jack Dorsey gelingt es nach wie vor nicht, den Anlegern den Glauben an den Kurznachrichtendienst zurückzugeben. Die Twitter-Aktie markierte gestern im Handelsverlauf ihren bisher tiefsten Stand bei 14,87 Dollar (13,27 Euro) nach einem weiteren Minus von nahezu fünf Prozent.

Laut Medienberichten will Twitter demnächst eine Sortierung der Tweets nach Relevanzalgorithmen statt Sendezeit anbieten. Viele Nutzer reagierten auf die Meldungen mit Ablehnung und brachten bei der Debatte in dem Dienst das Schlagwort „#RIPTwitter“ in Umlauf - „Ruhe in Frieden, Twitter“. Dorsey betonte daraufhin, Twitter wolle die Echtzeittimeline nicht aufgeben, aber „verfeinern“.

Die Anleger sind ohnehin schon seit Monaten skeptisch, was die Zukunftsaussichten von Twitter angeht. Die Aktie hatte im vergangenen April noch mehr als 50 Dollar gekostet, bevor eine Talfahrt angesichts der Enttäuschung über das Wachstum der Nutzerzahlen einsetzte. Der Onlinedienst legt morgen Zahlen für das abgelaufene Quartal vor.

Kultur

Roger Willemsen ist tot

Der deutschsprachige Kulturbetrieb hat einen seiner beredtsten Vertreter verloren. Autor, Moderator und Conferencier Roger Willemsen ist tot. Diese Nachricht traf gestern für viele sehr überraschend ein.

Der Mann aus Bonn, der sich am Thema des Suizids fast in eine universitäre Laufbahn hineinhabilitiert hätte und dann doch im Bereich der populär-intelligenten Zeitgenossenschaft verblieben ist, erlag in seinem Domizil bei Hamburg einem Krebsleiden. Willemsen hatte seine Erkrankung erst vor Kurzem öffentlich gemacht.

Mehr dazu in Ein Polyhistor für die mediale Gegenwart

Haarlocke von John Lennon wird in den USA versteigert

Eine braune Haarlocke des 1980 erschossenen Beatles-Sängers John Lennon könnte bei einer Auktion in den USA bis zu 10.000 Dollar (etwa 9.000 Euro) einbringen. Es handle sich um das längste Stück Haar von Lennon, das jemals bei einer Versteigerung angeboten worden sei, teilte das Auktionshaus Heritage Auctions gestern mit.

Die zehn Zentimeter lange Locke sei dem Musiker 1966 von dem Friseur und Maskenbildner Klaus Baruck in Hamburg abgeschnitten worden, der Lennon für seine Rolle in dem Film „Wie ich den Krieg gewann“ eine neue Frisur verpasste, gab das Auktionshaus bekannt.

Baruck hatte die Locke seitdem aufgehoben. Gemeinsam mit vielen anderen Beatles-Erinnerungsstücken soll die Locke am 20. Februar in der texanischen Stadt Dallas versteigert werden.

Gesundheit

Gehirnerschütterung erhöht Suizidrisiko um das Dreifache

Gehirnerschütterungen erhöhen das Suizidrisiko einer kanadischen Studie zufolge um das Dreifache. Die Gefahr eines Selbstmords ist demnach noch größer, wenn sich die Gehirnerschütterung an einem Wochenende ereignet. Bei Männern ist die Suizidrate demnach zudem doppelt so hoch wie bei Frauen.

Die Ergebnisse der im „Canadian Medical Association Journal“ erschienenen Studie bestätigen frühere Untersuchungen, wonach Gehirnerschütterungen dauerhafte physiologische Veränderungen auslösen können, die einem medizinischen Scanner verborgen bleiben. Es soll dabei um Störungen des zum Wohlbefinden beitragenden Botenstoffs Serotonin im Hormonhaushalt gehen.

Ärzte unterschätzen „verhängnisvolle Auswirkungen“

„Weil die Symptome wie Schwindel oder Kopfschmerzen nach einer Gehirnerschütterung rasch verschwinden, neigen die Ärzte dazu, deren verhängnisvolle Auswirkungen zu unterschätzen“, hob der Hauptverfasser der Studie, Donald Redelmeier von der Universität Toronto hervor. Eine stärkere Beachtung der Folgen von Gehirnerschütterungen könnte nach seiner Einschätzung wegen der Wirksamkeit von Suizidprävention Leben retten. In Kanada gebe es jährlich 400.000 Fälle von Schädel-Hirn-Trauma, in den USA vier Millionen.

Suizid gehört in beiden Ländern zu den häufigsten Todesursachen. Im Jahr 2010 waren es in Kanada 3951, in den USA 38.364 Fälle. Die Autoren der Studie untersuchten die Krankengeschichte von 235.110 Patienten, die während eines Zeitraums von 20 Jahren in der kanadischen Provinz Ontario eine Gehirnerschütterung erlitten. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 41 Jahre.

USA: 1,8 Mrd. Dollar im Kampf gegen Zika-Virus

Die US-Regierung will 1,8 Milliarden Dollar (1,61 Milliarden Euro) im Kampf gegen das Zika-Viurus aufwenden. Eine entsprechende Initiative des Weißen Hauses soll demnächst dem Kongress vorgelegt werden, teilte das Weiße Haus gestern mit.

Das Geld soll dazu verwendet werden, Programme zur Kontrolle von Stechmückenplagen auszuweiten, die Forschung nach einem Impfstoff zu beschleunigen und betroffenen Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung zu helfen, hieß es.

„Es ist nicht wie bei Ebola“

„Wir sollten nicht in Panik verfallen“, sagte US-Präsident Barack Obama. „Es ist nicht wie bei Ebola“, betonte er in einem Interview des Senders CBS. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO könnten sich in den nächsten zwölf Monaten bis zu vier Millionen Menschen mit dem Virus anstecken.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Zika-Virus Fehlbildungen am Kopf von Neugeborenen auslösen kann, wenn die Mutter vor oder während der Schwangerschaft angesteckt wurde. In den USA gibt es bisher 50 nachgewiesene Fälle von Patienten mit dem Erreger.

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