Ausland

Festnahmen bei Bildungsprotesten in Chile

Bei neuen Protesten gegen die Bildungspolitik in Chile sind in Valparaiso rund 20 Menschen verletzt worden. Etwa 30 Demonstranten wurden festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Zu den Ausschreitungen kam es, als Präsidentin Michelle Bachelet vor dem Parlament in der Hafenstadt ihre jährliche Rede zur Lage der Nation hielt.

Zu der Kundgebung, an der mehrere tausend Menschen teilnahmen, hatten Studentenverbände und Gewerkschaften aufgerufen. Sie forderten mehr Mitsprache bei Bildung und Arbeitsrecht und protestierten gegen Korruption in dem Land.

Studenten fordern Totalabschaffung

Die Sozialistin Bachelet versprach in ihrer Rede, rund 60 Prozent der Hochschüler aus ärmeren Familien könnten von 2016 an gratis studieren. Die Demonstranten wiesen das als unzureichend zurück. Sie verlangen eine vollständige Abschaffung der seit der Pinochet-Diktatur (1973-1990) bestehenden hohen Studiengebühren.

Burma rettet erstmals Bootsflüchtlinge

In der Flüchtlingskrise in Südostasien beugt sich Burma offenbar dem internationalen Druck: Die Marine des Landes, aus dem Tausende Bootsflüchtlinge kommen, rückte in der Nacht auf heute zu einem ersten Rettungseinsatz aus und rettete vor der Küste mehr als 200 Flüchtlinge von einem Boot, wie ein Behördenvertreter sagte.

Das Boot wurde in den Hafen von Maungdaw gebracht, wo die Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt und in einem provisorischen Flüchtlingslager untergebracht wurden.

Tausende weiterhin auf dem Meer

In den vergangenen Tagen waren in Indonesien, Malaysia und Thailand Tausende Menschen aus Burma und Bangladesch eingetroffen, Tausende weitere befinden sich teils seit Wochen auf See. Indonesien, Malaysia und Thailand hatten Migranten auf mehreren Schiffen jedoch nur notdürftig versorgt und dann wieder aufs Meer geschickt. Dieses Vorgehen wurde international scharf kritisiert.

Einigung auf vorübergehende Aufnahme

Am Mittwoch hatten Malaysia und Indonesien ihre Bereitschaft zur vorübergehenden Aufnahme von Flüchtlingen erklärt. Gestern ordnete Malaysias Regierungschef Najib Razak auch die Rettung von Bootsflüchtlingen an. Auch Burma, von wo die muslimischen Rohingya fliehen, kündigte an, Flüchtlingen auf See nun helfen zu wollen.

Viele Bootsflüchtlinge vor Südostasiens Küsten gehören der Minderheit der Rohingya an. Als Muslime sind sie in dem mehrheitlich buddhistischen Burma systematischer Diskriminierung ausgesetzt. Die Regierung bezeichnet die Rohingya als illegale Migranten aus dem benachbarten Bangladesch und lehnte bisher jede Verantwortung für die Volksgruppe ab. Auch aus Bangladesch fliehen viele Menschen vor Armut.

Berlusconi will neue Bewegung ohne sich an Spitze gründen

Der italienische Ex-Premier Silvio Berlusconi, seit Monaten mit einer politischen Talfahrt konfrontiert, hat einen Teilrückzug aus der Politik angedeutet.

„Zwei oder drei“ Kandiaten für Nachfolge

Bei einer Wahlveranstaltung in Hinblick auf die Regionalwahlen kommende Woche sagte Berlusconi, dass er eine neue „Bewegung“ anstelle seiner krisengeschüttelten Forza Italia gründen und sie einem neuen Chef anvertrauen wolle.

Wer Berlusconis politisches Erbe übernehmen soll, ist noch unklar. „Es gibt zwei oder drei Personen, die meinen Platz übernehmen könnten“, sagte der 78-Jährige.

Berlusoni: Kein Komplettrückzug

Er versicherte allerdings, dass er keinen kompletten Rückzug aus der Politik plane. „Ich fühle noch die Pflicht, meine Erfahrung als Staatsmann und als Unternehmer in den Dienst des Landes zu stellen“, so Berlusconi.

Ehemaliger Vertrauensmann verließ Partei

Eine tiefe Krise belastet Berlusconis Forza Italia, die bei den Regionalwahlen am 31. Mai, zu denen 17 Millionen Menschen aufgerufen sind, mit einem Wahldebakel rechnet. Der EU-Abgeordnete und Ex-Regionenminister Raffaele Fitto, lange Zeit ein Vertrauensmann Berlusconis, hatte vergangene Woche im Streit die Berlusconi-Partei verlassen.

Durchgehend schlechte Wahlergebnisse

Die Forza Italia hatte nach den zahlreichen Justizproblemen Berlusconis schon im vergangenen Jahr bei der EU-Parlamentswahl ein Rekordtief von 16 Prozent der Stimmen hinnehmen müssen. Bei Kommunalwahlen im Trentino, in Südtirol und im Aostatal am 11. Mai sank die Gruppierung unter die Schwelle von fünf Prozent in fast allen am Wahlgang beteiligten Gemeinden.

In Bozen brachte es die Forza Italia auf 3,7 Prozent, in Trient auf 4,3 Prozent. In der Stadt Aosta hatte sich die Partei nicht einmal am Wahlkampf beteiligt. Auch in anderen am Urnengang beteiligten Gemeinden fiel das Wahlergebnis nicht besser aus.

Partei vor Auflösung

In dieser schwierigen Situation führt Berlusconi den Wahlkampf für die Regionalwahlen. Dieser Urnengang gilt als ein entscheidender Test für den Ex-Premier. Sollte seine Partei unter die Achtprozentschwelle fallen, werde die Forza Italia wohl aufgelöst, so politische Beobachter in Rom.

Bericht: Weitere Geheimdienstlisten mit NSA-Spähzielen

In der Affäre um die umstrittene Zusammenarbeit des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) mit dem US-Geheimdienst NSA sind nach Angaben des „Spiegel“ neue Listen mit Suchbegriffen aufgetaucht.

Auf BND-Rechnern in Pullach in Oberbayern hätten Beamte in den vergangenen Wochen bisher unbekannte Dateien mit US-Spähzielen aufgespürt.

459.000 Suchbegriffe

Die nun identifizierten Dateien aus den Jahren 2005 bis 2008 umfassten 459.000 „Selektoren“, mit denen unter anderem europäische Institutionen, hochrangige politische Persönlichkeiten und Firmen im Ausland ausspioniert werden sollten. Nur 400 „Selektoren“ wurden den Angaben zufolge aussortiert.

Die neuen Dateien zeigten, dass das Interesse der Amerikaner an europäischen Wirtschaftsunternehmen womöglich weitaus größer war als bisher angenommen. Bis jetzt war lediglich bekannt, dass die Rüstungsunternehmen EADS und Eurocopter sowie französische Diplomaten von der NSA mit Hilfe des BND überwacht werden sollten.

Geheimdienstchef verteidigt Kooperation

Der deutsche BND-Präsident Gerhard Schindler hatte gestern eingeräumt, dass die von der NSA übermittelten Suchkriterien für die abgefangenen Daten der Abhörstation in Bad Aibling in Bayern nicht ausreichend überprüft worden seien.

Vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestages verteidigte Schindler dennoch eindringlich die Kooperation mit der NSA. Er warnte vor einer Beschädigung der internationalen Geheimdienstkooperation.

EU will nicht über Vertragsänderung für Cameron reden

Die EU-Spitzen wollen noch nicht über eine mögliche EU-Vertragsänderung reden, um dem britischen Premier David Cameron für sein geplantes Referendum über die EU-Mitgliedschaft entgegenzukommen.

Der irische Europaminister Dara Murphy sagte heute beim EU-Ostgipfel in Riga, es sei „viel zu früh, um darüber zu reden, ob man überhaupt eine Vertragsänderung braucht“. Murphy zeigte sich jedoch optimistisch, dass die EU einen Deal mit Großbritannien schließen könne und es gelinge, das Vereinte Königreich in der EU zu halten.

Cameron will Zuzug stoppen

Das Thema war vom britischen Premier beim EU-Gipfel der Östlichen Partnerschaft eingebracht worden, wenngleich es nicht auf der Tagesordnung des Treffens steht. Cameron geht es insbesondere darum, den Zuzug von Bürgern aus ärmeren osteuropäischen EU-Mitgliedsländern zu beschränken.

Bereits gestern Abend hatte der estnische Ministerpräsident Taavi Roivas gesagt, die EU sollte nicht die Grundfreiheiten aufgeben, sondern offen für eine Reform sein. Eine Vertragsänderung wäre nur einer von mehreren Wegen, um etwas zu erreichen. Zuerst sollte sich die EU einig darüber werden, was und wie etwas zu erzielen sei. „Zuerst müssen wir zuhören, was Cameron zu sagen hat“, sagte auch die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt.

Inland

Ringen um Asylplätze: Innenministerium stellt neue Zelte auf

Zwar haben die Länder gestern beim Krisengipfel rund 350 neue Plätze für Asylwerber angeboten. Diese will das Innenministerium aber erst prüfen - und bis zum Wochenende weitere Zelte aufstellen. Das machten die steigenden Asylantragszahlen nötig, so ein Sprecher von Ressortchefin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Sowohl in Oberösterreich als auch in Salzburg sollen - trotz des weiter regnerischen und kalten Wetters - je zwölf weitere Zelte hinzukommen.

Mehr dazu in Weiterhin Regen angesagt

Tirol soll Verteilerzentrum bekommen

Nach Salzburg dürfte jetzt auch für Tirol der Standort für ein Verteilerzentrum für Kriegsflüchtlinge feststehen. Dem Vernehmen nach soll es im Westen von Innsbruck errichtet werden.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Steirische ÖVP gegen Kontoöffnung

Gut eine Woche vor der Landtagswahl entdeckt die steirische ÖVP plötzlich ihre Ablehnung der geplanten De-facto-Abschaffung des Bankgeheimnisses. Die Landespartei kündigte im Parlament in Wien ihr Veto an. Sie stellt sich damit gegen die Linie der Bundesregierung und auch gegen die der eigenen Partei. Das sei kein Wahlkampfgag, versicherte Werner Amon, Sprecher der steirischen ÖVP-Abgeordneten im Parlament.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Vorwahltag im Burgenland und der Steiermark

Im Burgenland findet heute der Auftakt der Landtagswahl statt. Zum ersten Mal gibt es neben dem regulären Wahltermin am 31. Mai einen zweiten Wahltag. Landesweit muss heute in jeder der 171 Gemeinden zumindest ein Wahllokal geöffnet haben.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Auch in der Steiermark wird am 31. Mai ein neuer Landtag gewählt. Wer da verhindert ist, hat ebenfalls schon heute die Möglichkeit, seine Stimme abzugeben.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Finanzausgleich: ÖVP will mehr Geld für Gemeinden

Teile der ÖVP machen jetzt für die Gemeinden mobil. Konkret hat sich im ÖVP-Parlamentsklub eine ARGE für „Gerechtigkeit im Finanzausgleich“ zum Ziel gesetzt, mehr Geld für die kleineren Kommunen herauszuschlagen.

Denn der derzeitige Verteilungsschlüssel, der größere Gemeinden und Städte bevorzugt, sei „extrem ungerecht und nicht mehr zeitgemäß“.

Groiß und Prinz führen ARGE an

Eine gerechte Verteilung der Finanzmittel zwischen städtischen und ländlichen Regionen sei Voraussetzung für funktionierende Lebensgrundlagen in ländlichen Regionen und nehme auch Druck von den städtischen Siedlungsgebieten, schreibt die von den Nationalratsabgeordneten Werner Groiß und Nikolaus Prinz angeführte ARGE, der unter anderen auch Klubchef Reinhold Lopatka angehört, nicht aber Wiener Abgeordnete wie Budgetsprecherin Gabriele Tamandl.

Derzeitige Aufteilung nicht zeitgemäß?

Argumentiert wird damit, dass der derzeitige Aufteilungsschlüssel auf die Nachkriegszeit zurückgeht, wo in den Städten die größeren Schäden zu bewältigen gewesen seien. Diese seien jedoch längst beseitigt, der Finanzausgleich dagegen in seiner Grundstruktur unverändert geblieben. Freilich wurde der abgestufte Bevölkerungsschlüssel in den letzten Jahrzehnten immer wieder zugunsten der kleineren Gemeinden abgeflacht.

Der ARGE ist das nicht genug. Beklagt wird, dass Kommunen mit mehr als 50.000 Einwohnern ihre Ertragsanteile mit dem Faktor 2,33 aufgewertet bekommen. Für Gemeinden unter 10.000 Einwohner werden die Beträge dagegen nur mit 1,61 multipliziert. Das widerspreche der Gleichbehandlung aller Bürger.

Sport

Bundesliga: Austria auch unter Ogris im freien Fall

Die Heimpleite gegen Abstiegskandidat Admira hat gut ins Bild einer völlig verkorksten Saison gepasst. Die Wiener Austria befindet sich auch unter Interimstrainer Andreas Ogris im freien Fall und steuert sogar auf einen historischen Tiefpunkt zu.

Mit nur einem Sieg in acht Spielen und derzeit 39 Punkten verbuchte die Austria bisher nicht einmal die Hälfte der Punkte in der Meistersaison 2012/13 unter Peter Stöger. Die bisher schlechteste Ausbeute seit Einführung der Bundesliga vor 41 Jahren waren 40 Zähler und Platz sieben. Diese Marke könnte bei noch zwei Runden durchaus unterboten werden.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Bei Abstieg droht deutschen Clubs Millionenverlust

Der Abstiegskampf in der deutschen Bundesliga steuert auf seinen Höhepunkt zu: Am Wochenende entscheidet sich, welche Clubs des Sextetts Hertha, Freiburg, Hannover, Stuttgart, HSV und Paderborn auch in der kommenden Saison für die höchste Spielklasse planen dürfen und wer den Gang in die zweite Liga antreten muss.

Der verpasste Klassenerhalt ist nicht nur auf sportlicher Ebene bitter: Oft bedeutet der Abstieg Verluste in zweistelliger Millionenhöhe.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Song Contest

Die besten Bilder des zweiten Semifinales

Das Finale ist komplett. Gestern Abend haben sich im zweiten Semifinale erneut sieben Kandidaten verabschieden müssen - zehn Teilnehmerländer haben den Sprung in die große Show morgen geschafft. Doch alle lieferten eine beeindruckende Show ab, wie die Bilder von den Auftritten zeigen.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Vor den Auftritten war den Künstlern die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Zwischen Vorfreude und Nervosität - die Gefühlen ließen sich Backstage kaum verbergen.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Während die Konkurrenz auftrat, machten es sich die Künstler im Green Room gemütlich. Hier warteten sie auch auf das Ergebnis des Votings und posierten für die Kameras.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Nach der Bekanntgabe war das Spektrum der Reaktionen breit: Großer Jubel bei den Aufsteigern, Trauer, Wut und Tränen bei den anderen.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Wirtschaft

Frankreich verbietet Wegwerfen von Lebensmitteln

Wie andere europäische Länder geht auch Frankreich mit drastischen Maßnahmen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln vor: Der Großhandel darf unverkaufte Nahrungsmittel künftig nicht mehr wegwerfen, wie das Parlament in Paris gestern Abend in seltener Einmütigkeit beschloss.

Insbesondere wird es den Händlern im Lebensmittelbereich verboten, ihre unverkaufte Ware für den Konsum ungeeignet zu machen. Ein Abgeordneter prangerte es als „skandalös“ an, dass zum Beispiel Chlor über Mistkübeln mit noch nutzbaren Lebensmitteln des Großhandels verteilt werde.

Große Supermärkte sollen Essen spenden

Das nun beschlossene Maßnahmenbündel sieht vor, dass die Händler jegliche Verschwendung vermeiden müssen: Unverkaufte Ware soll gespendet, als Tiernahrung genutzt oder als Kompost für die Landwirtschaft verwendet werden.

Supermärkte mit einer Fläche von über 400 Quadratmetern werden verpflichtet, ein Abkommen mit einer karitativen Organisation für Lebensmittelspenden zu schließen. In der Schule soll zudem Unterricht gegen die Verschwendung von Lebensmitteln in den Lehrplan aufgenommen werden.

Lebensmittelverschwendung bis 2025 halbieren

Jeder Franzose wirft jährlich im Durchschnitt 20 bis 30 Kilogramm Lebensmittel weg, was einem Wert von zwölf bis 20 Milliarden Euro pro Jahr entspricht. Die nun von der Nationalversammlung beschlossenen Maßnahmen sind Teil eines Gesetzesentwurfs zum Energiewandel von Umweltministerin Segolene Royal. Die sozialistische Regierung in Paris hatte es sich 2012 zum Ziel gesetzt, die Lebensmittelverschwendung bis 2025 zu halbieren.

Wo es mehr Urlaub für den Euro gibt

Wer heuer einen Urlaub in den USA oder in der Schweiz plant, muss aufgrund des schwachen Euro tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahr. Das geht aus einer Erhebung der Statistik Austria hervor. Deutlich mehr für seinen Urlaubseuro bekommt man in den östlichen EU-Ländern: In Bulgarien etwa erhält man für 100 Euro Waren und Dienstleistungen im Wert von über 200 Euro. Doch nicht nur im Schwarzen Meer lässt es sich günstig baden.

Mehr dazu in Östliche EU-Länder am günstigsten

Chronik

Zwei Melonen in Japan für 11.000 Euro versteigert

Bei der jährlichen Obstauktion auf einem Großmarkt im japanischen Sapporo wurden heute zwei Yubari-Melonen für 1,5 Millionen Yen (gut 11.000 Euro) versteigert. Bei dem Käufer handelt es sich um einen örtlichen Händler, wie die Behörden mitteilten.

Die Stadt Yubari ist in Japan für ihre süßen und saftigen Melonen bekannt. Diese gelten als Prestigeobjekt, ähnlich wie teurer Wein. Früchte sind in dem Land aber auch sonst sehr teuer: Ein Apfel im Supermarkt kann bis zu drei Euro, ein Körberl mit 20 Kirschen mehr als 90 Euro kosten.

Unfallforscher stellten Germanwings-Flug nach

Die französische Flugunfallbehörde BEA hat zusammen mit der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) einzelne Abläufe während des Flugs der abgestürzten Germanwings-Maschine nachgestellt.

Beim Flug eines baugleichen Airbus A320 sei unter anderem geprüft worden, ob die auf dem Voicerecorder zu hörenden Töne mit denen im Testflug übereinstimmen, berichtete die „Bild“-Zeitung.

Sinkflug nicht simuliert

Die Maschine war nach Angaben eines BFU-Sprechers in Hamburg gestartet und auch dort wieder gelandet. Es seien dabei aber keine Flugbewegungen wie der Sinkflug nachgestellt worden, sagte der Sprecher.

Der Airbus der Lufthansa-Tochter war am 24. März in den französischen Alpen zerschellt. Wie die französische Untersuchungsbehörde anhand der Flugschreiberdaten feststellte, hatte der 27 Jahre alte Kopilot bewusst den tödlichen Sinkflug eingeleitet, während der Pilot nicht im Cockpit war. Bei dem Unglück starben alle 150 Menschen an Bord.

Gesundheit

Spitalskeime: Überlastetes Personal als Hauptproblem

Im Umgang mit oftmals tödlichen Spitalskeimen fordern Experten ein Umdenken: Sie sehen bis zu zwei Drittel der Infektionen als unvermeidlich an. Das bedeutet jedoch nicht Untätigkeit, im Gegenteil: Durch Personal, das sorgfältig auf Hygiene und Vorsorge achte, ließen sich viele der EU-weit 37.000 Todesfälle jährlich aufgrund von Spitalsinfektionen vermeiden, hieß es bei einem Expertengespräch in Wien einhellig.

Das scheitere jedoch bisher an überlastetem Personal und wirtschaftlichen Überlegungen. In Zahlen belegen lassen sich die horrenden Kosten, die die sich ausbreitenden Infektionen - neben dem menschlichen Leid - verursachen.

Mehr dazu in Österreich im europäischen Schnitt

IT

Medien: NSA plante Onlineattacke auf App-Stores

Der US-Geheimdienst NSA soll Medienberichten zufolge Pläne für einen großangelegten Hackerangriff auf die Vertriebsplattformen für Anwendungssoftware von Google und Samsung geplant haben.

Die NSA habe das Vorhaben mit Verbündeten in Großbritannien, Kanada, Neuseeland und Australien entwickelt, berichtete die Website The Intercept. Sie beruft sich auf ein Dokument, das der NSA-Aufdecker Edward Snowden öffentlich gemacht habe. Der Zusammenschluss der Länder sei unter dem Namen „Fünf Augen“ bekannt.

Smartphones mit Schadsoftware ausspionieren

Dem Bericht zufolge wurde das Vorhaben unter dem Namen „Irritant Horn“ (etwa Reizmittel-Horn) in den Jahren 2011 und 2012 diskutiert. Die Geheimdienste hätten über Datenverbindungen zu den App-Stores des US-Internetriesen Google und des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung Schadsoftware auf Smartphones installieren wollen, um diese ausforschen zu können.

Science

Weltraumexperte Harald Posch ist tot

Der österreichische Weltraumexperte Harald Posch ist gestern 60-jährig nach kurzer, schwerer Krankheit in Wiener Neustadt verstorben. Das teilte die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) heute mit.

Posch war in der FFG für die Weltraumagenden verantwortlich und leitete seit Mitte vergangenen Jahres das höchste Entscheidungsgremium der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Er war der erste Österreicher in dieser Funktion.

Für Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) verliert Österreich mit Posch „nicht nur einen führenden Experten im Bereich der Weltraumforschung, sondern auch jemanden, der andere mit seiner Begeisterung für die Forschung mitreißen konnte“.

Die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner hoben Poschs große Verdienste um die Weltraumforschung und -technologie in Österreich und in ganz Europa hervor: „Er war maßgeblich daran beteiligt, dass sich Österreich in den letzten Jahren zu einem aktiven Partner bei einer Vielzahl von Weltraumprojekten und -missionen entwickelt hat.“

Bisher stabile Antarktis-Gletscher schmelzen

Der bisher stabile Eisschild im Südwesten der antarktischen Halbinsel verliert an Masse. Das ergaben Auswertungen von Satellitendaten durch Wissenschaftler der britischen Universität Bristol unter Mitwirkung des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI). Das Inlandeis schrumpfte laut den Angaben auf einer Küstenlänge von 750 Kilometern seit 2009 deutlich.

Mehr dazu in science.ORF.at

Raumfrachter „Dragon“ zur Erde zurückgekehrt

Der private Raumfrachter „Dragon“ ist nach seiner bisher längsten Mission von der Internationalen Raumstation (ISS) zur Erde zurückgekehrt.

„Dragon zurück im Nest“, twitterte das US-Unternehmen SpaceX, nachdem die Kapsel mit Fallschirmen heute vor der kalifornischen Küste im Pazifischen Ozean niedergegangen war.

Experimente und Müll zurückgebracht

Rund neun Stunden zuvor hatte die Transportkapsel von der ISS abgelegt. „Dragon hat gerade seinen längsten Aufenthalt an der Raumstation beendet“, so SpaceX nach dem Abkoppeln.

Die Kapsel brachte rund 1,4 Tonnen zurück zur Erde - darunter alles vom Material für wissenschaftliche Experimente bis zum Müll. Am 17. April hatte „Dragon“ nach dreitägiger Reise und mit zwei Tonnen wissenschaftlichen Geräten und Versorgungsgütern an der Raumstation angelegt. Der nächste Start ist für Juni geplant.

Religion

Islamismus: Alice Schwarzer gegen „falsche Toleranz“

Gegenüber der konsequent betriebenen „islamistischen Unterwanderung auch des Westens“ dürfe es keine „falsche Toleranz“ geben, die letztlich im Widerspruch zu den hart erkämpften Menschenrechten und Freiheiten Europas stehe. Das sagte die deutsche Feministin Alice Schwarzer gestern beim „Pfingstdialog“ im Rahmen der Reihe „Geist & Gegenwart“ im kirchlichen Bildungszentrum Schloss Seggau (Steiermark). Gewaltbereite muslimische Extremisten und „selbst ernannte Gotteskrieger“ bezeichnete Schwarzer als „Faschisten“ der Gegenwart.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Maggie Gyllenhall mit 37 „zu alt“ für 55-Jährigen

Maggie Gyllenhaal („Secretary“, „The Dark Knight“) ist mit 37 Jahren „zu alt“, um in einem Film die Angebetete eines 55-Jährigen zu spielen - das meinte jedenfalls ein Hollywood-Produzent, wie die US-Schauspielerin nun erzählte.

„Erst hat es mich traurig gemacht, dann hat es mich wütend gemacht, und dann musste ich darüber lachen“, sagte Gyllenhaal im Interview mit dem Branchenportal The Wrap.

Altersdiskriminierung gang und gäbe

„Als Schauspielerin in Hollywood erlebe ich Dinge, die sehr enttäuschend sind und mich immer wieder überraschen“, meinte die Schauspielerin. Für die Rolle der potenziellen Partnerin eines 55-Jährigen abgelehnt zu werden sei „erstaunlich“ gewesen. Um welchen Film es sich handelte, wollte sie nicht verraten.

Hollywood steht wegen Altersdiskriminierung und der generell sinkenden Anzahl von Hauptrollen für Frauen aktuell verstärkt in der Kritik. So zitiert The Wrap eine Studie der San Diego State University, wonach nur zwölf Prozent der Protagonisten in den 100 umsatzstärksten Filmen 2014 weiblich waren.

Gyllenhaal „nicht verzweifelt“

Gyllenhaal zeigte sich dennoch hoffnungsvoll. „Es gibt aktuell so viele Schauspielerinnen, die großartige Arbeit leisten, die wahrhaftige Frauen spielen, komplizierte Frauen“, so die 37-Jährige. „Ich fühle keinerlei Form von Verzweiflung. Ich suche hoffnungsvoll nach etwas, das mich fasziniert.“

Lifestyle

Aids-Gala in Cannes sammelte 30 Mio. Euro in drei Stunden

30 Millionen Euro in nur drei Stunden: Das ist die Rekordsumme, die eine US-Hilfsorganisation gestern Abend für den Kampf gegen Aids bei ihrer jährlichen Gala zum Filmfestival von Cannes einsammelte.

Etwa 900 Personen, darunter die Filmstars Leonardo DiCaprio und Antonio Banderas, nahmen an der mondänen Veranstaltung im Hotel Eden Roc am Kap von Antibes teil.

Bocelli-Essen für eine Mio., DiCaprio-Abend für 250.000

Im Verlauf der Gala wurden zwei Abendessen mit dem italienischen Sänger Andrea Bocelli für je eine Million Euro zugunsten der Forschung und Hilfe für Aids-Kranke versteigert. Ein Abend mit DiCaprio in Saint Tropez brachte 250.000 Euro ein.

Das Glanzstück der Versteigerung war jedoch ein Werk des US-Künstlers Jeff Koons, das für zwölf Millionen Euro versteigert wurde. Ein Werk des kolumbianischen Bildhauers Fernando Botero brachte zusätzlich zwei Millionen Euro ein. Der Einladung der US-Organisation amfAR waren unter anderen Marion Cotillard, Michael Fassbender, Harvey Keitel, Eva Longoria, Tom Ford und Adrien Brody gefolgt.