Ausland

UNO: MH17-Abschuss könnte Kriegsverbrechen darstellen

Der mutmaßliche Abschuss des malaysischen Flugzeugs über der Ostukraine könnte nach Einschätzung der Vereinten Nationen ein Kriegsverbrechen darstellen. Das geht aus einem heute vorgestellten UNO-Bericht hervor.

„Dieser Verstoß gegen internationales Recht könnte unter den derzeitigen Umständen einem Kriegsverbrechen gleichkommen“, erklärte UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay. Es werde alles unternommen, um die Verantwortlichen für den Absturz der Passagiermaschine vor Gericht zu bringen.

Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit 298 Menschen an Bord abgestürzt. Die Regierung in Kiew und westliche Staaten werfen den prorussischen Separatisten vor, Flug MH17 mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen zu haben. Das Rote Kreuz hatte vergangene Woche den Konflikt im Osten der Ukraine erstmals als Bürgerkrieg eingestuft.

Armee stürmt Städte um Absturzstelle

Die ukrainische Armee stürmte nach eigenen Angaben heute mehrere Städte um die Absturzstelle der MH17. Die Truppen seien in die Städte Schachtarsk und Tores eingedrungen und lieferten sich Kämpfe mit prorussischen Separatisten mit Blick auf „eine vollkommene Befreiung“ weiterer Ortschaften, teilte der Pressedienst für die Militäroperation im Osten des Landes in einer Erklärung mit.

Mehr als 1.100 Tote in wenigen Wochen

Dem UNO-Bericht zufolge ist die Zahl der in den Auseinandersetzungen zwischen Armee und prorussischen Separatisten Getöteten in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen: „Stand 26. Juli wurden mindestens 1.129 Menschen getötet und 3.442 verletzt.“ In einem UNO-Bericht vom 18. Juni lag die Zahl der seit April Getöteten noch bei 356.

Die Bevölkerung der Ostukraine leidet nach UNO-Angaben unter einer Schreckensherrschaft prorussischer Separatisten. Um ihre Macht zu sichern, würden die bewaffneten Gruppen Menschen entführen, einsperren, foltern und exekutieren, heißt es in einem heute in Genf veröffentlichten Bericht des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte.

Die straff organisierten und militärisch stark ausgerüsteten Rebellen hätten ihre Herausforderung der ukrainischen Regierung weiter intensiviert, heißt es in dem Bericht. Regierungstruppen hätten mit verstärkten Angriffen reagiert. Kämpfen in besiedelten Gegenden seien zahlreiche Zivilisten zum Opfer gefallen, Tausende seien geflohen.

Widerstand gegen IS im Irak wächst

Mit Unterstützung der sunnitischen Stämme konnte die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS, früher ISIS) ihr erobertes Gebiet im Irak von Mossul Richtung Bagdad ausdehnen. Mit aller Härte gehen die Dschihadisten seit Beginn der Offensive vor sechs Wochen gegen Christen und Schiiten vor - aber auch gegen sunnitische Stammesführer, die sich nicht unterordnen wollen.

Nun regt sich zunehmend auch bei den eigentlich verbündeten sunnitischen Stämmen Widerstand. Sie wehren sich gegen die Zerstörung von Heiligtümern und die von den Dschihadisten verlangte Unterordnung.

Mehr dazu in „Rache“ für zerstörte Heiligtümer

Boko-Haram-Kämpfer töten 15 Menschen in Kamerun

Bei dem Angriff mutmaßlicher Kämpfer der radikalislamischen Gruppierung Boko Haram sind gestern im Norden Kameruns nach neuen Angaben mindestens 15 Menschen getötet worden. Bei dem Vorfall in der Ortschaft Kolofota sei zudem ein Dutzend Menschen entführt worden, sagte ein Polizist, der an dem Einsatz nach dem Angriff beteiligt ist, der Nachrichtenagentur AFP heute.

Frau von Vizeregierungschef entführt

Unter den Entführten ist auch die Frau eines stellvertretenden Regierungschefs, dessen Haus in Kolofota von den mutmaßlichen Islamisten aus Nigeria angegriffen worden war. Der Regierung zufolge hatten „mehr als 200“ Kämpfer die Ortschaft angegriffen. Das Staatsfernsehen berichtete von Menschen, die bei lebendigem Leib verbrannt worden seien.

Unter den mindestens 15 Toten seien zwei Polizisten und ein Soldat einer Eingreiftruppe, sagte der Polizist, der namentlich nicht genannt werden wollte. Zunächst war von sechs Toten die Rede gewesen. Bei dem Angriff wurde auch die Ehefrau von Vizeregierungschef Amadou Ali verschleppt. Neben dessen Residenz war auch das Haus des örtlichen Stammesführers, Sultan Seiny Boukar Lamine, angegriffen worden. Er war gleichfalls mit seiner Frau und ihren fünf Kindern verschleppt worden.

Tausende fallen Kampf für islamischen Staat zum Opfer

Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat. Bei Anschlägen auf Polizei, Armee und Behörden sowie Kirchen, Schulen und Wohngebiete wurden in den vergangenen Jahren Tausende Menschen getötet. International Schlagzeilen machten die islamistischen Kämpfer auch mit der Entführung von 276 Mädchen aus einer Schule im Ort Chibok.

Zuletzt war es im Norden Kameruns, das an Nigeria grenzt, mehrfach zu Angriffen gekommen, die Boko Haram zugeschrieben wurden. Das schürt Befürchtungen, der Konflikt mit den Islamisten könne sich auf die Region um Nigeria ausdehnen.

Venezuelas Regierungspartei bleibt auf Sozialismuskurs

Venezuela soll nach dem Wunsch der regierenden Sozialisten fest auf dem Kurs des verstorbenen Staatschefs Hugo Chavez bleiben. Bis 2019 soll das Fundament des „bolivarischen Sozialismus“ gefestigt sein. Präsident Nicolas Maduro wurde zum Chef der im März 2008 ins Leben gerufenen Chavista-Partei ernannt.

Mit einem klaren Bekenntnis zu Chavez und dessen linksgerichtetem Staatsmodell begannen Venezuelas regierende Sozialisten ihren ersten Parteitag nach dem Tod des „Comandante“. Der verstorbene Chavez wird als Gründungspräsident und „Ewiger Führer“ geehrt.

Zum Auftakt des sechstägigen Parteitages in Caracas ernannten die über 900 Delegierten - darunter 537 von landesweiten Regionalverbänden gewählte Vertreter - Staatschef Maduro am Samstag (Ortszeit) zum Präsidenten der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV). Der 51-jährige Maduro betonte, bis 2019 solle Venezuela die erste Phase auf dem Weg zu einem sozialistischen Land abgeschlossen haben.

Inland

Kurz will mehr Integrationsmaßnahmen für EU-Bürger

Der unabhängige Expertenrat für Integration empfiehlt mehr Maßnahmen und Förderungen für zugewanderte EU-Bürger. Die Migration innerhalb der EU habe sich in den vergangenen Jahrzehnten intensiviert, argumentieren die Autoren des heute vorgestellten Integrationsberichts. Darin gefordert werden auch die Verbesserung der Sprachförderung sowie eine Reform der Rot-weiß-rot-Card.

Auch Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) unterstützt die Forderung des Expertenrats, sich stärker auf EU-Bürger zu konzentrieren. So kämen die von der Union bereitgestellten Mittel vor allem Zuwanderern aus Drittstaaten zugute. Vor allem im sprachlichen Bereich bestehe kein Unterschied, ob es sich um einen EU-Bürger oder einen Bürger eines anderen Landes handle.

Kurz will sich auf europäischer Ebene nun dafür stark machen, das Angebot zu öffnen. Auch Vorintegrationsmaßnahmen sollten in Österreich genauso für EU-Bürger bereitgestellt werden, meint zudem der Expertenrat.

Bundesheer: Lehrlinge dürfen Heeresführerschein machen

Lehrlingen beim Bundesheer ist es ab sofort möglich, einen Heeresführerschein der Klasse B zu erlangen. Das teilte Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) heute in einer Aussendung mit. Der Erwerb der militärischen Lenkberechtigung kann dabei für die zivile Führerscheinausbildung „umgeschrieben“ werden.

Diese Maßnahme soll das Interesse der Lehrlingsausbildung beim Bundesheer weiter steigern. Gegenwärtig gehört das Heer laut eigenen Angaben zu den größten Lehrlingsausbildern im Land.

Klug ist dabei von dem Wert dieser Reform überzeugt: „Unsere Lehrlinge profitieren von der Bundesheerfahrschule doppelt: Sie sind dadurch berechtigt, ein geländegängiges Heeresfahrzeug zu lenken und sparen sich gleichzeitig die kosten- und zeitintensive zivile Führerscheinausbildung.“

Vilimsky hofft weiter auf Rechtsaußen-EU-Fraktion

Die FPÖ hofft trotz des bisherigen Scheiterns weiterhin auf die Bildung einer Rechtsaußen-Fraktion im EU-Parlament. Der FPÖ-Delegationsleiter im Europaparlament, Harald Vilimsky, zeigt sich weiterhin optimistisch. „Ja. Obwohl sich das nur langsam aufbaut, rechne ich damit, dass wir bis Herbst sieben, acht Mitgliedsparteien haben werden“, sagte er gegenüber der ungarischen Zeitung „Magyar Hirlap“.

Seine Zuversicht rühre auch daher, dass „wir jetzt miteinander reden können, Vertrauen aufbauen. Wir hatten uns zuvor nicht mit allen Parteien, die infrage kommen, so gut gekannt“. Außerdem will Vilimsky das „gezeichnete dämonisierte Bild“ für eine Rechtsaußen-Fraktion infrage stellen.

Nach den EU-Wahlen im Mai hatte es die FPÖ inklusive anderer Rechtsparteien nicht geschafft, sich zu einer Fraktion zusammenzuschließen. Für eine Fraktion müssen sich mindestens 25 Europaabgeordnete aus wenigstens sieben EU-Staaten zusammenschließen. Der Fraktionsstatus würde den Parteien Zugang zu zusätzlichen Mitteln von 20 bis 30 Millionen Euro und mehr öffentliche Präsenz geben.

Asylreform: Mikl-Leitner stellt Ländern Ultimatum

Da fünf Bundesländer die Flüchtlingsbetreuungsquote nicht erfüllen, stellt Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) den betroffenen Landeshauptleuten ein Ultimatum, berichtete der „Kurier“ (Montag-Ausgabe). „Verbessert sich die Lage bis Freitag nicht, indem alle Bundesländer die vereinbarten Plätze schaffen, werden wir dort Privatunterkünfte suchen“, sagte die Innenministerin gegenüber der Zeitung.

Im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen in Niederösterreich etwa sind derzeit 1.342 Asylwerber. 480 sollten es maximal sein. Im Bedarfsfall will Mikl-Leitner auf Kasernen zurückgreifen. „Mit diesem Schauspiel der unwürdigen Herbergssuche für Asylwerber muss Schluss sein.“

Die Innenministerin fordert, dass künftig der Erstantrag auf Asyl nicht mehr in den Erstaufnahmezentren, sondern in den Regionaldirektionen des Bundesasylamts in den Bundesländern zu stellen ist. Die Erstaufnahmezentren wären nur noch für „Dublin-Fälle“ zuständig, wenn bereits in einem anderen Land um Asyl ersucht wurde.

Sport

Tour de France: Eisel zieht „merkwürdige“ Bilanz

Seine insgesamt zehnte Tour de France hat für Bernhard Eisel und sein Team nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Favorit Chris Froome schied nach wenigen Tagen aus, Ersatzkapitän Richie Porte konnte der zugedachten Leaderrolle krankheitsbedingt nicht gerecht werden.

Das Gelbe Trikot war in der Folge ebenso außer Reichweite wie diesmal sogar ein Etappensieg. Dennoch sei es eine großartige und merkwürdige Tour gewesen, bilanzierte Eisel, der im Verlauf der drei Wochen immerhin von schweren Stürzen verschont geblieben war.

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Bundesliga: Austria droht böses Erwachen

Bei der Austria läuten nach der herben Niederlage beim WAC schon die Alarmglocken. Mit nur einem Punkt aus den ersten zwei Spielen legten die Wiener unter Neocoach Gerald Baumgartner sogar den schlechtesten Bundesliga-Saisonstart seit 2006 hin.

Baumgartner sparte danach nicht mit öffentlicher Kritik an den Spielern und deren Einstellung. „Wir werden einigen den Kopf waschen müssen“, drohte Baumgartner. Manager Thomas Parits brachte es auf den Punkt: „Wir müssen uns sehr stark steigern, sonst kommt das böse Erwachen.“

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Bundesliga: Später Doppelschlag rettet Grödig Sieg

Innerhalb von nur sechs Minuten hat der SV Grödig gestern einen 0:1-Rückstand gegen Sturm Graz im Finish noch in einen 2:1-Sieg verwandelt. Während die Salzburger nach dem Remis bei der Austria damit auch im ersten Heimspiel überzeugten, muss man bei den Steirern nach der zweiten Niederlage endgültig von einem kapitalen Saison-Fehlstart sprechen.

Matchwinner der am Donnerstag wieder in der Europa-League-Qualifikation engagierten Grödiger waren die Stürmer-Legionäre Tomi (Spanien) und Yordy Reyna (Peru).

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Fußball: Neuer Arbeitgeber für ÖFB-Goalie Almer

Rechtzeitig vor dem Saisonbeginn ist Robert Almer auf seiner Suche nach einem neuen Verein fündig geworden. Österreichs Teamtormann unterschrieb beim deutschen Bundesligisten Hannover 96 einen Vertrag bis Sommer 2015. „Wir freuen uns, einen sehr erfahrenen Torwart für unser Team zu bekommen“, sagte Sportdirektor Dirk Dufner.

Viel Spielpraxis wird der 30-Jährige, der im Frühjahr bei Energie Cottbus nicht zum Einsatz gekommen war, aber wieder nicht bekommen. Klare Nummer eins bei Hannover ist Ron-Robert Zieler, der im Aufgebot von Weltmeister Deutschland stand.

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Wirtschaft

Guter Sommerstart für Tourismus

Österreich ist in der laufenden Sommersaison als Reiseziel bei Urlaubern offenbar sehr beliebt. Im Mai und Juni wurde ein Rekord von 16,72 Millionen Übernachtungen (plus 4,7 Prozent) gezählt, teilte Statistik Austria heute mit. Zu dem Plus trugen demnach ganz wesentlich Gäste aus Deutschland, den USA und Italien bei. Im Trend waren eher einfache Hotels und Pensionen sowie Ferienwohnungen.

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Ryanair hebt nach Gewinnsprung Jahresprognose an

Ryanair blickt nach einem Gewinnsprung im abgelaufenen Quartal optimistischer in die Zukunft. Die irische Billigfluggesellschaft verbuchte einen Nettogewinn von 197 Millionen Euro nach 78 Millionen ein Jahr zuvor, wie das in Dublin ansässige Unternehmen heute mitteilte. Ryanair steuere nun im Gesamtjahr auf einen Gewinn von mindestens 620 Millionen Euro zu, hieß es nun. Zuvor war das die Maximalprognose.

Mit seiner höheren Prognose setzt sich Europas größte Billigfluggesellschaft deutlich von der Konkurrenz der Traditionsunternehmen ab: Lufthansa und Air France KLM hatten jüngst ihre Erwartungen heruntergeschraubt. Ryanair-Finanzchef Howard Millar führte den Gewinnzuwachs im Berichtszeitraum auf Erfolge einer Kampagne für mehr Kundenfreundlichkeit zurück.

„Wir haben in den vergangenen sechs, sieben Monaten große Fortschritte beim Service erzielt“, sagte Millar. Die Firma profitierte zudem von einer neuen Preispolitik mit Frühbucherrabatten. Die Quartalszahlen seien allerdings nicht vollständig mit dem Vorjahr vergleichbar, räumte die Gesellschaft ein. Das traditionell bei Reisenden stark gefragte Osterfest sei nicht in dasselbe Quartal gefallen wie ein Jahr zuvor.

„FT“: Danone plant Verkauf von Spezialernährungssparte

Der französische Molkereikonzern Danone verhandelt laut „Financial Times“ („FT“) über einen Verkauf seines Geschäftes mit medizinischer Spezialernährung. Interessent ist das US-Unternehmen Hospira, wie die „FT“ (Onlineausgabe) gestern berichtete. Demnach würde die Sparte, die etwa Sondennahrung für schwer kranke Patienten herstellt, mit fünf Mrd. Dollar (3,72 Mrd. Euro) bewertet.

Ein Abschluss sei aber nicht ausgemacht, und die Verhandlungen würden fortgesetzt. Dem Bericht zufolge könnte Hospira seinen Firmensitz mit dem Kauf nach Europa verlegen und damit in den USA Steuern sparen. Diese Praxis stößt etwa bei Präsident Barack Obama auf Kritik. Danone ließ den Bericht unkommentiert. Hospira reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.

Der weltgrößte Joghurthersteller Danone hat im ersten Halbjahr 2014 wegen schwächerer Geschäfte in Europa und Asien überraschend wenig Geld verdient. In Europa macht dem Hersteller von Fruchtzwergen und Dany-Sahne-Pudding eine schleppende Nachfrage nach Milchprodukten zu schaffen, während er in China Babynahrung zurückrufen musste. An der Gewinn- und Umsatzprognose für dieses Jahr hält Danone aber fest. Das Unternehmen hatte im Juni angekündigt, wegen einer schwachen Auslastung mehrere Molkereien in Europa zu schließen, darunter ein Werk in Hagenow bei Schwerin.

Gesundheit

Ebola-Patient könnte in Deutschland behandelt werden

Ein Ebola-Patient aus Westafrika könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) angefragt, ob der Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation dort betreut werden könnte, wie UKE-Sprecherin Christine Trowitzsch heute sagte.

„Wichtiger Mediziner“

„Wir haben daraufhin den Hamburger Seuchenstab aktiviert und in Abstimmung mit allen zuständigen Behörden und öffentlichen Einrichtungen unsere grundsätzliche Bereitschaft erklärt, den Patienten aufzunehmen und zu behandeln.“ Die Sicherheitsvorkehrungen seien so hoch, dass es für Mitarbeiter und Öffentlichkeit keinen Grund zur Sorge gebe. Nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ soll es sich um einen „wichtigen Mediziner“ handeln, der im Kampf gegen Ebola in Sierra Leone bisher viel bewegt habe.

Liberia schließt Grenzen

Als Reaktion auf die verheerende Ebola-Epidemie hat Liberia gestern die meisten seiner Grenzübergänge zu den Nachbarstaaten geschlossen. Ausgenommen seien nur die wichtigsten Einreisepunkte, sagte die Präsidentin des westafrikanischen Landes, Ellen Johnson Sirleaf. Dort würden jedoch Test-Zentren eingerichtet.

Zwei US-Helfer infiziert

Infolge der grassierenden Ebola-Epidemie in Liberia haben sich inzwischen zwei Helfer aus den USA mit dem tödlichen Virus angesteckt. Neben einem 33-jährigen Arzt wurde auch eine Missionarin infiziert, die für die Desinfektion von Schutzanzügen in einem Krankenhaus der Hauptstadt Monrovia zuständig war, wie die karitative Stiftung Samaritan’s Purse gestern mitteilte.

Laut einer Sprecherin der Organisation befinden sich beide Patienten in stabilem Zustand. Die vor Monaten ausgebrochene Ebola-Epidemie in Westafrika hat ihren Ausgangspunkt in Guinea. Insgesamt infizierten sich dort sowie im benachbarten Sierra Leone und in Liberia nach Angaben der WHO bisher fast 1.100 Menschen mit dem Erreger. Bis zum 20. Juli starben mehr als 660 von ihnen an der Krankheit.

Auf Nigeria übergegriffen

In Nigeria wurde am Freitag in der Millionenmetropole Lagos der erste Ebola-Tote gemeldet. Es ist das erste Mal seit Jahrzehnten, dass sich das hoch ansteckende Ebolavirus in der Region ausbreitet. Infizierte leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in heftigen Fällen an inneren Blutungen und Organversagen. Gegen die Krankheit gibt es bisher keine Medikamente.

Bei manchen Erregern verläuft die Seuche in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich. Das Virus wurde erstmals 1976 in der Demokratischen Republik Kongo registriert und ist nach einem dortigen Fluss benannt. Es wird angenommen, dass es vor allem von Tieren wie Fledermäusen übertragen wird, die ihres Fleisches wegen gejagt werden. Unter Menschen reicht schon eine Berührung zur Infektion mit dem Virus.

Chronik

Mädchen aus Karussell gestürzt

In Böheimkirchen (Niederösterreich) ist laut „Niederösterreichischen Nachrichten“ gestern Abend beim Kirtag ein Mädchen schwer verletzt worden. Das etwa acht Jahre alte Kind dürfte aus einem Ringelspiel namens Big Wave gestürzt sein. Es habe schwere Kopfverletzungen erlitten.

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Mann stach Ex-Freundin nieder

In Wien-Meidling ist in der Nacht auf heute eine 36-jährige Frau niedergestochen worden. Die Frau wurde schwer verletzt. Mutmaßlicher Täter ist ihr Ex-Freund. Nach ihm läuft eine Fahndung wegen Mordversuchs.

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Hochstand umgestürzt - Jagdpächter tot

In Wildalpen im Bezirk Liezen (Steiermark) ist am Wochenende ein Jagdpächter beim Umsturz eines Hochstands ums Leben gekommen. Die vermoderten Holzpfosten gaben nach, als der 64-Jährige den fast vier Meter hohen Hochsitz betrat.

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Landwirt bei Fahrzeugabsturz getötet

Bei einem Fahrzeugabsturz wurde gestern Abend in Innerschmirn (Tirol) ein 54-jähriger Landwirt getötet. Der Mann war gegen 20.15 Uhr auf eine Alm gefahren, um dort nach dem Vieh Nachschau zu halten.

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Nach Unfall: Streit legte Verkehr auf A1 lahm

Ein Streit nach einem Auffahrunfall hat gestern den Verkehr bei Salzburg-West (Flachgau) auf der Westautobahn (A1) lahmgelegt. Polizisten konnten die sechs beteiligten Streithähne trennen. Die beiden Lenker dürften sich bereits vorher eine Verfolgungsjagd geliefert haben.

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Pkw machte sich bei Streit selbstständig

Bei einem Streit zwischen zwei Verkehrsteilnehmern bei Mils (Bezirk Innsbruck-Land) geriet ein Pkw-Fahrer offenbar unabsichtlich auf das Gaspedal seines Wagens. Der Wagen machte sich selbstständig und krachte beinahe in ein entgegenkommendes Auto.

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Alkolenkerin überschlug sich mit Pkw

In Illmitz (Burgenland) hat sich gestern kurz vor Mitternacht eine 41-jährige Deutsche mit ihrem Auto überschlagen. Die Frau war alkoholisiert.

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Ein Sechser bei Lotto „6 aus 45“

Bei Lotto „6 aus 45“ hat es einen Solosechser gegeben. Beim Joker gibt es keinen Hauptgewinner und damit einen Jackpot.

Bei der aktuellen Ziehung wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

3 9 15 22 41 43 Zusatzzahl 32

Die aktuelle Jokerzahl lautet:

1 1 1 1 4 5

Alle Angaben ohne Gewähr

Venice Beach: Toter und Verletzte nach Blitzeinschlag

Nach einem Blitzeinschlag am Strand von Venice Beach im US-Bundesstaat Kalifornien sind zahlreiche Menschen verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, ein Mann überlebte seine Verletzungen nicht. Der 20-Jährige half Augenzeugenberichten zufolge bei der Suche nach einem vermissten Schwimmer, als der Blitz einschlug. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Unter den Verletzten sei auch ein 15-jähriger Jugendlicher. In der Gegend gab es gestern mehrere Gewitter. Augenzeugen zufolge machte sich Panik breit, als dunkle Regenwolken aufzogen, die von Blitzen und Donner begleitet wurden. „Alle haben geschrien“, sagte eine Frau der Zeitung „Los Angeles Times“. Ein Mann berichtete, sein ganzes Haus habe wegen des Unwetters gewackelt.

Video dazu in iptv.ORF.at

16-jährige Japanerin soll Mitschülerin enthauptet haben

Die japanische Polizei hat eine 16-jährige Schülerin festgenommen, die eine 15 Jahre alte Klassenkameradin erwürgt und anschließend enthauptet haben soll. Die mutmaßliche Täterin habe das Opfer zunächst mit einem Metallgegenstand geschlagen, teilten die Ermittler heute in der südjapanischen Stadt Sasebo in der Präfektur Nagasaki mit.

Die Leiche war demnach gestern mit abgetrenntem Kopf und abgetrennter linker Hand in der Wohnung der seit April alleine lebenden 16-Jährigen gefunden worden. Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar. Bekannt ist, dass die Mutter der mutmaßlichen Mörderin im vergangenen Jahr gestorben war und der Vater erneut geheiratet hatte.

Kultur

Salzburg: „Don Giovanni“ hinter den Erwartungen

Die erste Opernpremiere dieses Festspielsommers hat gestern Abend Mozarts „Don Giovanni“ gegolten. Sven-Eric Bechtolf musste allerdings für seine Inszenierung von Mozarts Da-Ponte-Oper heftige Buh-Rufe des Premierenpublikums einstecken.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Die zweite Arbeit im neuen Da-Ponte-Zyklus von Regisseur Sven-Eric Bechtolf und Dirigent Christoph Eschenbach wird auch, so die Ö1-Kritik als Rückschritt gegen den letzten „Don Giovanni“-Produktionen in Salzburg gewertet - mehr dazu in oe1.ORF.at

Murnberger dreht Trenker-Film

Der burgenländische Regisseur Wolfgang Murnberger dreht seinen neuen Film über eine umstrittene Persönlichkeit: Luis Trenker war eine Südtiroler Bergsteigerlegende, Filmemacher und Publikumsliebling, aber auch ein Mann, der bereit war, sich totalitären Systemen mehr als anzupassen.

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Religion

Muslime feiern Ende des Ramadan

Überschattet von den aktuellen bewaffneten Konflikten im Nahen Osten beenden Muslime in aller Welt ab heute mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) den Fastenmonat Ramadan. In diesem Jahr beginnt die Feier in den meisten Ländern am 28. Juli, wegen unterschiedlicher Berechnungsgrundlagen kann das Datum aber regional variieren.

Das Fasten im Ramadan („Saum“) ist eine der fünf Säulen des Islam - neben dem Glaubensbekenntnis („Schahada“), den fünf täglichen Gebeten („Salat“), der Pilgerfahrt nach Mekka („Haddsch“) und dem Geben von Almosen („Zakat“).

Eid al-Fitr drückt die Freude darüber aus, die Entbehrungen des Fastens im neunten Monat des islamischen Mondkalenders gemeistert zu haben. Gläubige Muslime verzichteten im Ramadan von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex.

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Irak: Dschihadisten verbieten Feierlichkeiten

Im Irak werden die Feierlichkeiten von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, früher ISIS) offenbar massiv eingeschränkt. In der nordirakischen Stadt Mossul verboten IS-Kämpfer laut der Nachrichtenagentur dpa den Bürgern heute Früh, zu gemeinsamen Gebeten in die Moscheen zu gehen und zwangen sie zur Rückkehr in ihre Häuser.

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Science

Shrimps essen schadet dem Klima

Forscher haben eine CO2-Bilanz der Fischindustrie erstellt. Resultat: Der Treibstoffverbrauch unterscheidet sich beim Fang verschiedener Arten erheblich. An der Spitze liegen Shrimps und Hummer.

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„Smart City kann man nicht verordnen“

Unter dem Schlagwort „Smart City“ werden vor allem technische und ökonomische Innovationen für die Stadt der Zukunft diskutiert. Warum es genauso wichtig ist, die Bedürfnisse und Einstellungen der Menschen in diesen Konzepten zu berücksichtigen, erklärt die Soziologin Nadine Haufe in einem ORF-Interview.

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Lifestyle

Neues Hotelmodell: Arbeiten im Urlaub

Im Urlaub zu arbeiten, das ist nichts Ungewöhnliches mehr. Für viele gehören Laptop und E-Mail zur Freizeit. Ein junger Unternehmer aus Flachau (Salzburg) will hier eine Marktlücke entdeckt haben. Er plant ein völlig neues Hotelkonzept.

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Leute

Udo Jürgens im Hymnenstreit gegen Gabalier

Sänger Udo Jürgens hält die textliche Erweiterung der österreichischen Bundeshymne um die Töchter des Landes für legitim. Dass „Volks-Rock-’n’-Roller“ Andreas Gabalier auf die alte Version pocht, „passt doch zu ihm: Er ist ein Künstler in Lederhosen. Wenn Sie in der Lederhose auftreten, verkörpern Sie auch die entsprechenden Werte. Aber dass ihm der alte Text besser gefällt, ist sein gutes Recht.“

Auch ihm sei gendergerechte Sprache oft ein Gräuel, so Jürgens gegenüber der APA. Im Fall der Bundeshymne halte er das Problem aber für gut gelöst. „Zweifellos ist es richtig, dass man auch die Frauen in der Hymne anspricht", wenn schon die Männer explizit angesprochen werden.“

„Das war nicht sehr geschickt im ursprünglichen Text“, so Jürgens weiter. „Man hätte gleich alle Menschen, alle Bürger des Landes ansprechen müssen.“ Der Sänger hat in seinem 53. Album mit dem Lied „Der Mann ist das Problem“ seinen Geschlechtsgenossen gehörig die Leviten gelesen. Den neuen Text der Hymne hat er aber noch nicht gesungen: „Niemand erwartet, dass ich die Hymne singe.“