Inland

Experten zweifeln Prognosen zu Beschäftigungsbonus an

WIFO und IHS haben Zweifel an der Ankündigung von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), dass der von der Regierung beschlossene Beschäftigungsbonus bis zu 160.000 Jobs schaffen könne.

„Das ist sehr, sehr optimistisch“, waren sich beide Institute heute im Ö1-Mittagsjournal einig. „Das ist eine sehr, sehr, sehr optimistische Erwartungshaltung“, so ein WIFO-Experte auch im „Kurier“.

Es wäre ohnehin in vielen Fällen zu Neuanstellungen gekommen, außerdem sei der Beschäftigungsbonus im Umfang von zwei Mrd. Euro keine Lohnnebenkostensenkung, sondern eine Förderung, hieß es im Radiobeitrag. Dass sich die zwei Mrd. Euro von selbst finanzieren wie ebenfalls von Mitterlehner angekündigt, glauben Wifo und IHS ebenfalls nicht - einen Teil werde der Steuerzahler übernehmen, so die Experten.

WIFO: Zwei Faktoren schmälern Wirkung

„Das ist eine sehr, sehr, sehr optimistische Erwartungshaltung“, zitierte der „Kurier“ (Mittwoch-Ausgabe) den WIFO-Arbeitsmarktexperten Rainer Eppel. Dieser sieht die neue Förderung nicht grundsätzlich negativ: „Aus meiner Sicht kann der Beschäftigungsbonus dazu beitragen, dass sich die Stimmung der Unternehmen verbessert und zusätzliche Jobs geschaffen werden, indem der Faktor Arbeit billiger gemacht wird“, so Eppel.

Zwei Faktoren würden aber die potenzielle Wirkung schmälern. So würden damit auch Neueinstellungen geförder, die es auch ohne Senkung der Lohnnebenkosten gegeben hätte. Eppel kritisierte zudem, dass der Bonus nur eine isolierte Einzelmaßnahme sei.

„Wirksamer wäre es, den Faktor Arbeit grundlegend und dauerhaft im Zuge einer Steuer- und Abgabenstrukturreform zu entlasten“, so Eppel. Das heiße, die Regierung sollte die Lohnnebenkosten generell senken. So werde wieder einmal nur „an einer einzelnen Schraube gedreht“.

Familienbeihilfe: Auswirkungen auf Pflege befürchtet

Seit gestern liegt ein Gesetzesentwurf zur Familienbeihilfe vor. Familienministerin Sophie Karmasin will damit die Beihilfe für im EU-Ausland lebende Kinder an die jeweiligen Lebenshaltungskosten des Landes anpassen. Das Gesetz soll bis Mitte März in Begutachtung und noch vor dem Sommer im Parlament beschlossen werden.

Das könnte Auswirkungen auch auf andere Bereiche haben, etwa die 24-Stunden-Betreuung, wie das Ö1-Morgenjournal berichtet. Einige Organisationen befürchten, dass durch die Kürzung der Anreiz, so einen Job anzunehmen, sinken könnte.

Jobende oder höheres Honorar gefordert

Rund 60.000 selbstständige Betreuer seien derzeit bei der Wirtschaftskammer gemeldet, die meisten davon stammen aus Rumänien und der Slowakei. Vermittelt werden die Pflegekräfte oft über Agenturen. Die Geschäftsführerin der Agentur Altern in Würde, Zuzanna Tanzer, sagte zu Ö1, etwa 60 Prozent der bei ihr vermittelten Kräfte bezögen Familienbeihilfe. In ihren Augen hätte Karmasins Plan große Auswirkungen auf ihr Geschäft: Die Hälfte würde die Tätigkeit beenden wollen, sollte die Beihilfe gekürzt werden. Der Rest verlange im Fall des Inkrafttretens höhere Honorare, so Tanzer.

Beim Hilfswerk erwartet man hingegen weniger Auswirkungen. Eine Studie vor vier Jahren zeigte, dass die damals beschäftigten Pflegekräfte ein Durchschnittsalter von 48 Jahren gehabt hätten. Deren Kinder seien zumeist schon erwachsen gewesen.

100 Mio. an Einsparung erwartet

Hintergrund des Vorhabens sind hohe Familienbeihilfenzahlungen, die jährlich ins Ausland abfließen. 2015 waren das laut Familienministerium in Summe 249 Millionen Euro für 122.000 Kinder. „Österreich soll Exportweltmeister sein, aber nicht bei Sozialleistungen. Wir setzen damit dem Unsinn ein Ende, Familienbeihilfe zu bezahlen an Kinder, die nicht einmal in Österreich leben“, so Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP).

Laut Karmasin soll jedes Kind gleich viel wert sein. "Aber 150 Euro sind in Österreich viel weniger wert als zum Beispiel in Rumänien. Die Indexierung der Familienbeihilfe sorgt für mehr Fairness und führt die Familienbeihilfe zurück auf das, wofür sie eingeführt wurde: Zuschuss zu den Ausgaben für Kinder. Die Anpassung an die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Land soll laut Berechnungen des Familienministeriums Einsparungen von rund 100 Millionen Euro bringen.

Mehr Lehrer für „Brennpunktschulen“ gefordert

Der neue Wiener Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer hat heute im Ö1-Morgenjournal mehr Unterstützungslehrer gefordert. Die neuen Integrationstöpfe des Bundes seien ein Anfang.

Österreichweit sind das dieses Jahr zusätzliche Fördermittel für die Schulen von 80 Millionen Euro. Das Geld wird dieses Jahr nach einem Sozial- oder Chancenindex verteilt. „Brennpunktschulen“ bekommen mehr Geld und Personal vom Bund zugeteilt. Wiener Schulen profitieren stärker.

Verteilung auch weiter nach Index

"Das heißt, hier muss man einfach sagen, dass hier Wien besondere Herausforderungen hat, wofür es natürlich auch besondere Mittel brauchte, und wir erwarten uns schon, dass es hier auch Bewegung gibt“, so Himmer.

Er forderte, dass der Sozialindex auch nächstes Jahr angewendet wird. Unterrichtsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) kündigte eine entsprechende Initiative an: „Hier profitiert natürlich Wien ganz besonders, weil es aber auch die besonderen Herausforderungen hat“, so Hammerschmid in Ö1.

Mehr Schüler mit anderer Umgangssprache

Eine Ursache für den großen Bedarf an zusätzlicher Förderung liegt im hohen Anteil jener Kinder, die nicht Deutsch als Umgangssprache haben. Gestern veröffentlichte die Statistik Austria anlässlich des Tags der Muttersprache eine Erhebung, der zufolge knapp 24 Prozent der Schüler in Österreich eine andere Umgangssprache sprechen.

Das sind um rund acht Prozentpunkte mehr als noch vor zehn Jahren. In Wien liegt der Anteil sogar bei 50 Prozent.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Strache musste 12.000 Euro an Frauenhäuser zahlen

Nach der von Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) gewonnen Unterlassungsklage gegen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat dieser nun 12.000 Euro an den Verein Wiener Frauenhäuser bezahlt. Duzdar und Strache hatten sich auf diese Zahlung anstelle eines öffentlichen Widerrufs geeinigt, hieß es im Büro der Staatssekretärin.

„Ich bin davon überzeugt, dass diese Zahlung mehr hilft als ein öffentlicher Widerruf“, so Duzdar. „Denn so kann konkret Frauen geholfen werden, die von Gewalt bedroht sind bzw. denen Gewalt angetan wurde. Ein öffentlicher Widerruf hätte zwar Genugtuung gebracht, aber niemandem konkret geholfen.“

In der Klage ging es um Äußerungen Straches in der ORF-Sendung „Runder Tisch“ vom 18. Mai. Diese hätten vom Zuseher laut der Klägerin so verstanden werden können, dass Duzdar in einem Naheverhältnis zu islamistischen Terroristen stünde und insbesondere auch palästinensische Terroristen nach Österreich eingeladen hätte. Das Urteil lautete auf Unterlassung und öffentlichen Widerruf.

Ausland

Russland will „Fake News“ aufzeigen

Moskau will Falschnachrichten über Russland in den Medien bloßstellen. Dazu richtete das Außenministerium auf seiner Website eine Rubrik für „Fake News“ ein. „Das Ziel ist, Tendenzen bei der Veröffentlichung von Falschnachrichten über unser Land zu zeigen und alles zu tun, um ihre Publikation zu stoppen“, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa heute.

Als „Fake News“ gelten unter anderem absichtlich gefälschte oder erfundene Nachrichten, um die Berichterstattung zu beeinflussen. Moskau wirft westlichen Medien immer wieder vor, Tatsachen zu verzerren.

Aber auch Russland wird kritisiert. 2016 erregte der Fall des deutschen Mädchens Lisa Aufsehen, nachdem Außenminister Sergej Lawrow behauptet hatte, die Russlanddeutsche sei von Migranten in Berlin vergewaltigt worden. Der Vorwurf stellte sich als falsch heraus.

Beispiele für Falschmeldungen auf der Seite des russischen Ministeriums waren Berichte über angebliche russische Hackerangriffe im Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich sowie über angebliche Pläne Russlands, den Whistleblower Edward Snowden an die USA auszuliefern. Dazu bekommen Bilder der Artikel einen roten Stempel „Fake“. Darunter steht, dass die Information nicht den Tatsachen entspreche. Gegendarstellungen wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Ermittler befragen zwei Vertraute von FN-Chefin Le Pen

Die französischen Behörden treiben ihre Ermittlungen gegen die rechtsextreme Front National (FN) wegen möglicher Scheinbeschäftigung im EU-Parlament voran.

Beamte befragten heute den Leibwächter und eine enge Mitarbeiterin von Parteichefin Marine Le Pen, wie Polizisten sagten. Erst am Montag war die Parteizentrale der Front National in Nanterre bei Paris durchsucht worden.

Scheinbeschäftigung?

Le Pen und andere EU-Abgeordnete der FN sollen Mitarbeiter als parlamentarische Assistenten beschäftigt und entlohnt haben, obwohl diese in Wirklichkeit keine parlamentarischen Aufgaben erledigten. Die Parteichefin soll so ihren Leibwächter und eine enge Vertraute aus der Parlamentskasse bezahlt haben. Im Dezember übernahmen französische Untersuchungsrichter die Ermittlungen zu dem Fall.

Parallel dazu fordert das EU-Parlament bisher die Rückzahlung von knapp 300.000 Euro, die an Le Pens Mitarbeiterin geflossen sind. Geprüft wird auch eine Rückzahlungsforderung über mehr als 40.000 Euro, die Le Pens Leiwächter aus Parlamentsmitteln erhielt. Weil sich Le Pen weigert, das Geld zurückzuerstatten, halbiert das Europaparlament ab März die Abgeordnetendiäten und Pauschalen der Politikerin.

Gute Chance auf Platz eins bei erstem Wahldurchgang

Le Pen könnte Umfragen zufolge die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl am 23. April gewinnen. Bei der Stichwahl zwei Wochen später gilt sie aber als so gut wie chancenlos: Sie würde im entscheidenden zweiten Wahlgang laut Umfragen sowohl dem konservativen Kandidaten Francois Fillon als auch dem unabhängigen Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron unterliegen.

Russland will Beteiligung von Kurden an Syrien-Gesprächen

Vor den Syrien-Gesprächen in Genf hat der russische Außenminister Sergej Lawrow eine Beteiligung der Kurden an künftigen Verhandlungen angemahnt. An der Suche nach einer Lösung des Konflikts müsste die gesamte syrische Opposition beteiligt werden, sagte er heute in Moskau. „Ohne die Kurden geht das natürlich nicht.“

In der Schweiz kommen morgen unter UN-Vermittlung Vertreter der syrischen Führung und Opposition zusammen. Geplant sind Gespräche über eine Übergangsregierung, eine neue Verfassung und freie Wahlen. Zuletzt hatte Russland zusammen mit der Türkei und dem Iran im zentralasiatischen Kasachstan zwei vorbereitende Treffen der Konfliktparteien vermittelt.

Brüchige Waffenruhe in Syrien

Russland stützt die syrische Regierung militärisch. Verteidigungsminister Sergej Schoigu bezeichnete den Einsatz der Streitkräfte nach Angaben der Agentur Interfax als Erfolg. „Ein Auseinanderbrechen des syrischen Staates wurde verhindert, der Bürgerkrieg wurde nahezu gestoppt“, sagte er im Parlament in Moskau.

Russland und die Türkei hatten Ende Dezember eine Waffenruhe in Syrien vermittelt. Diese ist aber brüchig. Moskau wird vorgeworfen, dass nicht nur Terroristen, sondern auch moderate Rebellen Ziel russischer Luftangriffe in Syrien sind. Russland weist dies zurück.

EU-Staaten beschlossen Ende des Visazwangs für Georgien

Die EU-Mitgliedsstaaten haben den Wegfall des Visazwangs für Reisende aus Georgien beschlossen. Wie die Botschafter der EU-Länder heute nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP entschieden, können georgische Bürger künftig für bis zu 90 Tage ohne Visum in den Schengen-Raum einreisen.

Nötig ist dafür ein biometrischer Pass mit gespeichertem Fingerabdruck. Die Visaliberalisierung tritt voraussichtlich in der zweiten März-Hälfte in Kraft. Formal muss der Beschluss der Botschafter in der kommenden Woche noch durch einen Ministerrat bestätigt werden. Die Visaliberalisierung tritt dann 20 Tage nach Veröffentlichung des Beschlusses im EU-Amtsblatt in Kraft.

Visa-„Notbremse“ beschlossen

Gleichzeitig billigten die EU-Botschafter neue europäische Regeln zur schnellen Wiedereinführung der Reisebeschränkungen. Diese Visa-„Notbremse“ war auf Druck Deutschlands und Frankreichs im vergangenen Jahr vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise vereinbart worden.

Durch die Neuregelung kann bei Verstößen gegen das EU-Aufenthaltsrecht oder bei steigender Kriminalität eine Wiedereinführung der Visapflicht für bestimmte Gruppen von Bürgern für zunächst neun Monate beschlossen werden. Bleiben die Mängel bestehen, kann die Visafreiheit auch für alle Staatsbürger des betroffenen Landes ausgesetzt werden.

Visafreiheit für mehr als 50 Staaten

Die EU hat bereits mehr als 50 Staaten Visafreiheit gewährt. Damit können Hunderte Millionen Menschen ohne Visum bis zu 90 Tage in die EU einreisen. Auch die Ukraine, das Kosovo und die Türkei haben die Visaliberalisierung beantragt. Während bei der Ukraine mit dem Fall des Visazwangs im Sommer gerechnet wird, erfüllen die beiden anderen Länder die Voraussetzungen dafür noch nicht.

Niederlande-Wahl: Wilders-Partei sinkt in Umfragen

Drei Wochen vor der Parlamentswahl in den Niederlanden hat der Rechtspopulist Geert Wilders seinen deutlichen Vorsprung in Umfragen eingebüßt. Wilders’ Partei für die Freiheit (PVV) liegt nun etwa gleichauf mit der rechtsliberalen VVD von Ministerpräsident Mark Rutte, wie aus einer heute veröffentlichten Analyse der sechs wichtigsten Umfragen hervorgeht.

Laut dieser kommen Wilders’ PVV auf etwa 17 Prozent und Ruttes VVD auf 16 Prozent. Noch im Jänner lag die Wilders-Partei mit bis zu 20 Prozent in Führung. Auch Wahlforscher sehen die PVV im Abwärtstrend. Als Grund nennen sie eine fast umfassende Ablehnung in der regierenden VVD, mit Wilders’ PVV in einer Koalition zusammenzuarbeiten. Dadurch könnten potenzielle Wähler eine Stimme für Wilders als sinnlos ansehen.

Der sozialdemokratischen Koalitionspartei PvdA droht nach den Umfragen mit etwa acht Prozent der völlige Einbruch. 2012 kam die Partei auf etwa 25 Prozent. Laut Umfragen können die christdemokratische CDA, die grüne Partei GroenLinks und die linksliberale D66 mit jeweils elf Prozent rechnen.

Aktivisten: Israel griff Waffenlager in Syrien an

Israelische Kampfflugzeuge haben nach Angaben von Aktivisten Waffenlager nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus angegriffen. Mindestens sechs Raketen seien heute in einem Gebiet nördlich von Damaskus in die Depots eingeschlagen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien.

Staub und Nebel nach einem Luftangriff in Damaskus

Reuters/Bassam Khabieh

Es sei unklar, ob das Waffenlager den syrischen Regierungstruppen oder der mit der Regierung verbündeten libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah gehöre. Offizielle Stellungnahmen aus Tel Aviv oder Damaskus gab es zunächst nicht. Die der syrischen Opposition nahstehende Beobachtungsstelle nannte mehrere übereinstimmende Informationen als Grundlage ihrer Berichterstattung.

Angriff soll Hisbollah gegolten haben

Aus libanesischen Sicherheitskreisen erfuhr die dpa, dass der Angriff einer Waffenlieferung für die Hisbollah gegolten habe. Die israelfeindliche Hisbollah kämpft im syrischen Bürgerkrieg auf der Seite des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad. Die syrische Regierung hatte Israel in der Vergangenheit bereits mehrfach vorgeworfen, Luftangriffe auf Ziele bei Damaskus zu fliegen. Die Angriffe erfolgen in der Regel von außerhalb des syrischen Luftraumes.

Familienbeihilfe: EU für gleiche Leistung für gleiche Beiträge

Die EU-Kommission hat Kritik am geplanten österreichischen Vorgehen zur Reduktion der Familienbeihilfe für Kinder im Ausland geübt. Für die EU-Kommission sei das Prinzip klar, sagte EU-Kommissionssprecher Johannes Bahrke heute: „Gleicher Lohn für die gleiche Arbeit am gleichen Ort. Das gilt ebenso für Beitragszahlungen und Beihilfen.“

Noch kein konkreter Vorschlag eingegangen

Der Sprecher wollte den von der ÖVP vorgelegten Entwurf für eine Reduktion der Beihilfen ab 2018 nicht kommentieren. „Wir haben ja auch in diesem Falle noch keinen konkreten österreichischen Vorschlag, insofern werden wir diese Ankündigung nicht weiter kommentieren“, sagte er.

Die EU-Kommission war im Vorjahr nicht dem Wunsch Österreichs nachgekommen, die Familienbeihilfe für Kinder im EU- bzw. EWR-Ausland an die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Land anzupassen. Aus Sicht der EU-Kommission kann Österreich das nicht alleine machen.

Die zuständige EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen hatte bereits im Dezember Österreich vor einem Alleingang in Sachen Familienbeihilfe gewarnt. „Nach geltender Gesetzgebung ist das nicht zulässig“, hatte Thyssen damals gesagt. Thyssen kritisierte auch, sie sehe in der österreichischen Maßnahme „wirklich keinen großen Sparfaktor“. Sie jedenfalls wolle „das Fairnessprinzip nicht für ein paar Peanuts opfern“.

Sport

Eishockey: Positionen für EBEL-Play-offs bezogen

44 Runden im Grunddurchgang und zehn Spieltage in der Zwischenrunde der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) sind absolviert. Teams und Fans sind bereit für den Höhepunkt der Saison, die Play-offs. Im heuer zum fünften Mal ausgeführten „Pick“, der Auswahl der Gegner, wurden die Positionen für die „Best of seven“-Serien bezogen. Meister Salzburg wählte Graz, während sich die erstplatzierten Capitals die „Haie“ aus Innsbruck aussuchten.

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Nordische WM: Finnlands Schatten der Vergangenheit

Der finnische Langlauf ist in den letzten eineinhalb Jahrzehnten schwer geschlagen auf dem Boden gelegen. 2001 bei der Heim-WM in Lahti waren so gut wie alle Superstars der damals enorm starken finnischen Mannschaft des Dopings überführt worden. Es war ein Schock, von dem sich die sportbegeisterte Nation lange nicht erholte. 16 Jahre später, wieder bei der Heim-WM in Lahti, sollen die Schatten der Vergangenheit nun endgültig überwunden werden.

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Wirtschaft

Chronik

Polizeigroßeinsatz wegen Amokfehlalarms in Deutschland

An einer Berufsschule in Menden im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen hat es heute Mittag wegen eines Amokfehlalarms einen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften gegeben.

Für kurze Zeit war die Lage an Ort und Stelle unübersichtlich, anschließend gaben die Polizei sowie die Bezirksregierung Arnsberg Entwarnung. „Die Amoklage in Menden war ein Fehlalarm“, schrieb die Bezirksregierung gegen 12.30 Uhr im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Ein Sprecher der Polizei in Menden sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass es weder Tote noch Verletzte gab. Es sei auch kein bewaffneter Täter unterwegs, betonte er. Es handle sich nach den bisher vorliegenden Informationen wohl um einen Fehlalarm. Sicherheitshalber werde das Schulgebäude aber bis in den „hintersten Winkel“ durchsucht.

D: Witwe hat kein Recht auf Sperma ihres toten Manns

Eine Witwe hat laut einem vorläufigen Urteil keinen Anspruch auf das tiefgefrorene Sperma ihres verstorbenen Ehemanns. Das Oberlandesgericht (OLG) München wies wie zuvor auch schon das Landgericht die Forderung der Frau auf Herausgabe des in einer Klinik gelagerten Spermas zurück.

Nachdem zu Lebzeiten Versuche einer künstlichen Befruchtung mit dem Sperma des Verstorbenen gescheitert waren, wollte die 35-Jährige nach dessen Tod neue Versuche unternehmen. Das OLG München wies die Forderung mit Hinweis auf das Embryonenschutzgesetz zurück. Dieses stellt die künstliche Befruchtung einer Eizelle mit dem Sperma eines bereits verstorbenen Mannes unter Strafe.

Spital fürchtet rechtliche Konsequenzen

Das Spital, das die Spermaproben des Verstorbenen verwahrt, fürchtete deshalb, sich bei einer Herausgabe der Beihilfe zu einer Straftat schuldig zu machen. Das OLG ließ aber die Revision gegen die Entscheidung zu, sodass die Witwe nun noch zum Bundesgerichtshof ziehen kann.

Das Paar hatte ab Juni 2014 über künstliche Befruchtungen erfolglos versucht, ein Kind zu bekommen. Wegen eines Krankenhausaufenthalts ab April 2015 ließ der Mann weitere Spermien einfrieren, damit seine Frau trotz seiner Abwesenheit weitere Versuche unternehmen könne.

Im Juli 2015 starb der Mann nach einer Herztransplantation. Im ersten Verfahren kam das Landgericht zu dem Schluss, dass der Gesetzgeber ausdrücklich die Interessen des Kindes im Auge gehabt habe, weil dieses durch die Abstammung von einem zur Zeit der Zeugung bereits Verstorbenen belastet würde.

Größte Segeljacht der Welt hat Gibraltar verlassen

Nach dem beigelegten Streit über unbezahlte Rechnungen in Millionenhöhe hat die größte Segeljacht der Welt Gibraltar heute Früh verlassen. Die im deutschen Kiel gebaute, 143 Meter lange keilförmige, futuristisch aussehende „Sailing Yacht A“ lag in Gibraltar etwa eine Woche an der Kette.

Jacht "Sailing Yacht A" vor Gibraltar

AP/David Parody

Grund war eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem Eigner, dem russischen Milliardär Andrej Melnitschenko, und der schleswig-holsteinischen Werft Nobiskrug. Sie hat als Auftragnehmer die Jacht gebaut. Vor einem Gericht in Gibraltar hatten sich die Parteien gestern über die Zahlung von 15,3 Millionen Euro auf Treuhandkonten geeinigt.

Nach Auskunft des Internetinformationssystems Marine Traffic startete die Jacht mit ihren drei rund 90 Meter hohen Masten um 8.14 Uhr Ortszeit Richtung Cartagena. In dem spanischen Hafen wird sie morgen erwartet. Dort sollen unter anderem Arbeiten an der Innenausstattung der „Sailing Yacht A“ erfolgen. Der Preis des in fünfjähriger Arbeit entstandenen Schiffes ist ein Geheimnis. Es wird spekuliert, dass der von Stardesigner Philippe Starck entworfene Neubau um die 400 Millionen Euro gekostet haben dürfte.

Lkw erfasste Autofahrer am Pannenstreifen

Ein 69-jähriger Mann aus Innsbruck ist heute auf dem Pannenstreifen der Inntalautobahn (A12) bei Innsbruck erfasst worden. Er wurde vom Lkw zu Boden gestoßen und dabei schwer verletzt.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Autobahnmeisterei stoppte Geisterfahrerin auf S6

Zwei Mitarbeiter der ASFINAG-Straßenmeisterei haben heute Früh in der Steiermark eine Geisterfahrerin gestoppt. Die Lenkerin wollte auf der Semmering-Schnellstraße (S6) einfach umdrehen und gegen die Fahrtrichtung durch einen Tunnel fahren.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Gesundheit

Religion

Gerüst um Jerusalemer Grabkapelle wird entfernt

In Jerusalem hat ein Forscherteam der Technischen Universität Athen gestern mit dem Abbau des Metallgerüsts, das im Jahr 1947 um das Heilige Grab in der Grabeskirche gebaut worden war, begonnen. Durch die Anbringung von Titan und die Einspritzung von speziellen Füllmaterialien habe man die Kapelle über dem Grab Jesu stabilisiert, sagte die Hauptverantwortliche Antonia Moropoulou.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Paris feiert Vermeer: Doppelausstellung im Louvre

Nach mehr als 50 Jahren widmet sich der Louvre erstmals wieder dem Maler Jan Vermeer (1632-1675). In einer Doppelausstellung feiert der Pariser Kunsttempel den holländischen Künstler und einige seiner Zeitgenossen. Unter dem Titel „Vermeer und die Meister der Genremalerei“ präsentiert das Museum ab heute mehr als 50 Werke.

Menschen betrachten Bilder von Vermeer im Louvre

AP/Francois Mori

Darunter sind zwölf, die von Vermeer stammen - ein Ereignis, denn dem Künstler werden insgesamt bisher nur 37 Werke zugewiesen. Die Gemälde stehen im Dialog mit Werken bedeutender Zeitgenossen wie Gerard Dou, Jan Steen und Pieter de Hooch.

In der Werkschau befindet sich auch der einzige Vermeer aus der privaten Leiden-Sammlung, die mit mehr als 250 Bildern als die weltweit größte Sammlung holländischer Maler gilt. Ein Teil dieser Sammlung, darunter Gemälde von Rembrandt, werden unter dem Titel „Meisterwerke der Leiden-Sammlung“ gleichzeitig im Louvre gezeigt. Beide Ausstellungen dauern bis zum 22. Mai.

Leute

Video zeigt Irrflug von Harrison Ford

Der John Wayne Airport im kalifornischen Santa Ana hat nun ein Video veröffentlicht, das ein von Hollywood-Schauspieler Harrison Ford gesteuertes Kleinflugzeug zeigt, das knapp über einen Jet am Rollfeld hinwegfliegt.

Verletzt wurde bei der Aktion niemand.

Ford verwechselte die Landebahn mit einer Rollbahn und flog nur knapp über einer mit mehr als 100 Menschen besetzten Maschine von American Airlines hinweg. Niemand wurde verletzt, und auch Sachschaden gab es keinen. Ein Sprecher der Fluggesellschaft American Airlines bestätigte den Vorfall, der bereits am Montagmittag (Ortszeit) stattgefunden habe.

Science

Panorama

Isländischer Präsident will Pizza Hawaii doch nicht verbieten

Der isländische Präsident Gudni Johannesson will die Pizza Hawaii doch nicht verbieten lassen. Auf seiner Facebook-Seite nahm er eine im Scherz gemachte Äußerung offiziell zurück und stellte zudem klar, dass er gar nicht die Befugnis zu einem solchen Verbot hätte.

Vor einigen Tagen hatte der Staatschef beim Besuch einer Schule in Akureyri im Norden der Insel einem Jugendlichen gesagt, dass er Ananas auf Pizza hasse. Wenn er könnte, würde er das Rezept verbieten, fügte der 48-Jährige hinzu.

Klarstellung nach Aufregung in Sozialen Netzwerken

Nachdem das Thema von den Medien aufgegriffen worden war und in Sozialen Netzwerken für Aufregung gesorgt hatte, sah sich der Präsident zu einer Klarstellung genötigt. „Ich habe gar nicht die Macht, Gesetze zu erlassen, die es Menschen verbieten, ihre Pizza mit Ananas zu belegen“, schrieb er auf seiner Seite im Onlinenetzwerk Facebook.

Er sei sogar „glücklich“, keine solche Vollmacht zu haben, versicherte Johannesson. „Präsidenten dürfen keine unbegrenzte Macht haben.“ Eine kulinarische Empfehlung konnte er sich dennoch nicht verkneifen: Er empfehle Meeresfrüchte auf der Pizza, schrieb der Staatschef, der seit 2016 im Amt ist.