Ausland

Merkel stärkt Ukraine den Rücken

Bei ihrem Besuch in Kiew hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel der ukrainischen Regierung im Konflikt mit den prorussischen Separatisten demonstrativ den Rücken gestärkt. Merkel sagte Kiew Finanzhilfen zu. Weitere Sanktionen gegen Russland wollte sie nicht ausschließen.

Mit ihrer Reise wolle sie deutlich machen, dass „die territoriale Integrität und das Wohlergehen der Ukraine wesentliche Ziele der deutschen Politik“ seien, sagte die deutsche Kanzlerin nach einem Treffen mit Präsident Petro Poroschenko. Dieser soll in drei Tagen mit Russlands Präsident Wladimir Putin zusammentreffen.

„Annexion der Krim ist unrecht“

Merkel forderte Russland auf, sich einem beidseitigen Waffenstillstand und einer effektiven Kontrolle der russisch-ukrainischen Grenze nicht zu verschließen. Notfalls werde Europa den Druck auf Moskau erhöhen, auch mit weiteren Sanktionen. Präsident Poroschenko sagte, er sehe „die Zeit für den Frieden in der Ostukraine gekommen“.

Merkel machte klar, dass Deutschland die russische Annexion der Halbinsel Krim nicht anerkennt. „Die Annexion der Krim ist unrecht“, sagte sie. Als konkrete Unterstützung sagte Merkel der ukrainischen Regierung deutsche Kreditbürgschaften von 500 Millionen Euro zu.

Hilfskonvoi wieder in Russland

Unterdessen sind sämtliche Lastwagen des umstrittenen russischen Hilfskonvois nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aus der Ukraine zurückgekehrt. Der Konvoi sei wieder in Russland, sagte der Leiter der OSZE-Beobachtermission am russischen Grenzposten Donezk, Paul Picard.

Russland hatte gestern den seit Tagen an der Grenze wartenden Hilfskonvoi für die Ostukraine ohne das Einverständnis Kiews und des Roten Kreuzes nach Lugansk geschickt. Nach Angaben von OSZE-Beobachtern fuhren 227 Laster in sechs Gruppen über die Grenze. Am Abend wurden die Lastwagen laut Berichten des russischen Staatsfernsehens in der umkämpften Rebellenhochburg Lugansk entladen.

Die EU verurteilte die Ermordung eines litauischen Diplomaten in der Ostukraine zudem als „Terrortat“. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen und vor Gericht gebracht werden, so ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Er erneuerte die Forderung der EU nach einer politischen Lösung des Konflikts.

Kenianer offenbar von Schabaab-Miliz enthauptet

Mutmaßliche Kämpfer der islamistischen Schabaab-Miliz haben nach Polizeiangaben im Osten Kenias einen Mann enthauptet. Die Milizionäre entführten eine Gruppe von Händlern und verschleppten sie in eine waldige Gegend in der Küstenprovinz Lamu, wie die kenianische Polizei heute mitteilte.

Drei Muslime wurden demnach wieder freigelassen, ihr Fahrer, ein Christ, wurde enthauptet. Die Leiche des Opfers sei gestern gefunden worden, wie die Polizei weiter mitteilte. Der Vorfall habe sich bereits am Mittwoch ereignet.

Zuletzt hatte die Schabaab-Miliz vermehrt Anschläge in Lamu verübt. Sie bezeichnete sie als Vergeltung dafür, dass Kenia sich am internationalen Militäreinsatz gegen die Gruppe in Somalia beteiligt. Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Die Schabaab-Miliz kontrollierte über Jahre weite Teile des Landes, wurde inzwischen aber aus den meisten Städten zurückgedrängt.

Tödlicher Anschlag auf irakische Geheimdienstzentrale

Bei einem Selbstmordanschlag auf die Geheimdienstzentrale des irakischen Innenministeriums sind heute mindestens zwei Menschen getötet worden. Acht weitere wurden durch die Explosion der Autobombe im Zentrum Bagdads verletzt, so Vertreter der Sicherheitsbehörden.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat, doch verüben sunnitische Kämpfer immer wieder Anschläge auf irakische Sicherheitskräfte. Die Büros des Geheimdienstes liegen geschützt hinter Betonmauern. Die Wachposten vor dem Gebäude, das an einer belebten Kreuzung liegt, sind Angriffen jedoch nahezu schutzlos ausgesetzt.

Seit Anfang Juni wird das Land von einer Offensive der radikalsunnitischen Gruppe Islamischer Staat (IS) erschüttert. Die Extremisten eroberten Teile des Nordiraks. Kurdische Kämpfer versuchen derzeit, die Dschihadisten mit Hilfe der US-Luftwaffe und der irakischen Armee zurückzudrängen.

Ferguson: 235.000 Dollar Spenden für Polizeischützen

Eine Internetspendenaktion für den Todesschützen von Ferguson hat innerhalb von nur fünf Tagen rund 235.000 Dollar (knapp 180.000 Euro) eingebracht. Demnach gaben fast 6.000 Einzelpersonen und auch Gruppen Geld zur Unterstützung des Polizisten Darren Wilson, der vor zwei Wochen in der Kleinstadt im US-Staat Missouri den unbewaffneten schwarzen Teenager Michael Brown erschossen hatte.

Die Sammelaktion wird inzwischen von einer Wohltätigkeitsorganisation fortgesetzt. Eine Grand Jury (Anklagekammer) prüft zurzeit, ob Wilson vor Gericht gestellt werden soll. Diese Prozedur könne bis zu zwei Monate dauern, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf einen Rechtsexperten.

Wie es weiter hieß, hat der Polizist nach dem Vorfall mehrere Todesdrohungen erhalten und hält sich an einem unbekannten Ort auf. Er ist vorläufig vom Dienst befreit und bezieht weiter sein Gehalt. Im Falle einer Anklage kämen aber vermutlich hohe Kosten auf ihn zu.

Der Vorfall löste eine Serie gewalttätiger Proteste aus. Es gibt weiterhin Demonstrationen, die aber seit Tagen friedlich verlaufen. Michael Brown soll am Montag beigesetzt werden. Die Trauerfeier mit dem Bürgerrechtler Al Sharpton als Hauptredner ist öffentlich. Die Familie des Toten und die Organisatoren erwarten eine große Menschenmenge.

Warum sich junge Europäer dem IS anschließen

Was macht die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für Hunderte junge Männer aus Europa anziehend? Nicht die Religion, sind Experten überzeugt. Zusammengefasst sehen sie in den Dschihadisten aus Europa Modernisierungsverlierer mit schlechten Jobs auf der Suche nach ihrer Identität.

Das Ausüben von Macht spielt dabei eine große Rolle und erklärt auch die starke Brutalisierung, die etwa das Video mit der Tötung des US-Journalisten James Foley zeigt. Die Anwerbemethode habe sich in jüngster Zeit ebenfalls geändert, so Experten. Statt Hassprediger in Moscheen spielt das Freundesnetzwerk eine zunehmende Rolle.

Mehr dazu in Die Anziehungskraft des Terrors

Iran verweigert Inspektion von Militäranlage

Der Iran hat die Inspektion der Militäranlage Parchin in Südostteheran durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) vorerst ausgeschlossen.

Die IAEA habe Parchin schon besichtigt und nichts Illegales gefunden, sagte Verteidigungsminister Hussein Dehghan heute. „Daher besteht auch derzeit keine Veranlassung für eine weitere Inspektion“, so der Minister laut Nachrichtenagentur Tasnim.

Westliche Geheimdienste vermuten, dass in Parchin Tests zur Entwicklung von Atomsprengköpfen gemacht wurden. Der Iran bestreitet das vehement. Die IAEA pocht seit langem auf Zugang zu der Anlage.

Inland

Dschihadisten: Mikl-Leitner will zusätzliche Spezialisten

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) will beim Verfassungsschutz 20 zusätzliche Spezialisten für Ermittlungen gegen mutmaßliche Dschihadisten einstellen.

Bis Ende nächster Woche soll geprüft werden, wo sie zum Einsatz kommen, die Auswahl soll ab September beginnen, so Mikl-Leitner heute in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Aus „sicherheitstaktischen Gründen“ wollte sie die Gesamtzahl der Verfassungsschützer nicht nennen.

Warnung vor Hetzerei und Aufwiegelei

Die Ermittlungen zu den „Schleuserrouten“ europäischer Dschihadisten nach Syrien und in den Irak will Mikl-Leitner gemeinsam mit Europol und Interpol vorantreiben. Nichts hält die Ministerin von Stimmen, man solle radikale Moslems doch ziehen lassen - das wäre aus ihrer Sicht „zynisch“. Auch die Forderung der FPÖ, sämtliche in Österreich lebende Tschetschenen überprüfen zu lassen, lehnt sie ab.

Außerdem warnte die Ministerin angesichts jüngster Übergriffe auf Muslime - so wurden am Donnerstag in Wien zwei ältere Frauen mit Kopftuch von einem Unbekannten attackiert - alle „Populisten“ vor Hetzerei und Aufwiegelei: „Diese Brandstifter machen sich mitschuldig, wenn es zu Übergriffen auf Unschuldige kommt.“

Fischer in Budgetstreit aufseiten des Heeres

Bundespräsident Heinz Fischer hat sich heute in die Bundesheer-Debatte eingeschaltet und die Militärführung in Schutz genommen. Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP), der gestern das „Aushungern“ der Armee kritisiert hatte, erwähnte Fischer in seiner Aussendung am Samstag zwar nicht direkt. Den Grund für die „schmerzlichen Sparmaßnahmen“ sieht er aber in den „aktuellen Budgetzahlen“.

Gerichtet war Fischers Aussendung an die Unteroffiziersgesellschaft, die ihrerseits am Donnerstag den Sparkurs im Bundesheer kritisiert hatte. Fischer lud die Vereinigung zu einer persönlichen Aussprache ein, forderte aber gleichzeitig dazu auf, Ursache und Wirkung nicht zu verwechseln: Gerade die Angehörigen des Bundesheeres hätten sich bemüht, die Sparziele der Regierung und des Nationalrats loyal mitzutragen.

Fischer pocht auf Verfassung

Man dürfe nicht das Bundesheer und seine Führung dafür verantwortlich machen, „wenn die finanziellen Parameter von Jahr zu Jahr verändert werden“, wodurch „eine erfolgreiche Arbeit immer schwieriger“ werde, so Fischer. In der Verfassung sei der Vorrang der Politik in der Landesverteidigung verankert, erinnerte der Bundespräsident. Das bedeute auch entsprechende budgetäre Pflichten.

Spindelegger schlägt nach seiner Warnung vor dem „Kaputtsparen“ des Bundesheeres und der Forderung nach Reformkonzepten ohnehin schon massive Kritik der Kommandanten entgegen. Nach Generalstabschef Othmar Commenda, der Spindelegger gestern ungewöhnlich scharf attackiert hatte, meldeten sich am Wochenende zahlreiche hochrangige Offiziere mit ähnlichen Unmutsäußerungen zu Wort.

„Chuzpe“ des Finanzministers

Der Chef des Kommandos Luftunterstützung Andreas Putz spricht in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ von „Chuzpe“ Spindeleggers. Streitkräftekommandant Franz Reißner verweist im „Standard“ auf „arge Fehlentscheidungen“ der ÖVP-Verteidigungsminister der vergangenen Jahrzehnte, bei denen viel „Geld in den Sand gesetzt“ worden sei.

Der Leiter der Militärvertretung bei EU und NATO in Brüssel, Günter Höfler, sieht Österreichs Auslandseinsätze in Gefahr. Österreich werde damit „zu einem unverlässlichen Partner, wenn wir unsere Soldaten nicht entsprechend ausbilden“. Mit 0,6 Prozent der Wirtschaftsleistung gebe nur noch Malta weniger für Verteidigung aus als Österreich.

Mitterlehner skeptisch zu AMS-Pensionsideen

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sieht den Vorschlag von AMS-Vorstand Johannes Kopf zur Neuverteilung der Pensionsbeiträge skeptisch. Kopf hatte vorgeschlagen, dass ältere Arbeitnehmer einen größeren Teil ihrer Sozialversicherung selbst bezahlen müssen, damit die Lohnnebenkosten für sie sinken und sie so für die Wirtschaft attraktivere Arbeitnehmer werden.

Mitterlehner meinte dazu heute im Ö1-Mittagsjournal, der Vorschlag klinge zwar „in der Theorie gut“, in der Praxis müsse man sich ihn aber „anschauen, weil ich doch einige Probleme sehe“. Benachteiligt würden mit dem von Kopf vorgeschlagenen System etwa Tourismus- und Dienstleistungsfirmen mit vielen jungen Arbeitnehmern, für die die Arbeitgeber umgekehrt höhere Beiträge zu zahlen hätten.

Auch ältere Arbeitnehmer würden - außer im Fall sehr langer Übergangsfristen - benachteiligt, glaubt Mitterlehner. Diese würden dann durch die höheren Pensionsbeiträge im Alter belastet, ohne in der Jugend von niedrigeren Pensionsbeiträgen profitiert zu haben.

Kurz will für Neutralität der Ukraine werben

Eine Neutralität nach österreichischem Vorbild könnte nach Ansicht von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) auch für die Ukraine in einer langfristigen Perspektive funktionieren. Er will den Vorschlag deshalb in der kommenden Woche in das informelle Treffen mit seinen Amtskollegen aus der EU tragen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ"/Samstag-Ausgabe).

"Kurzfristig gibt es zwei Prioritäten: Frieden und Waffenruhe sowie humanitäre Hilfe für all jene, die betroffen sind im Osten der Ukraine“, sagte Kurz der „FAZ“. Doch sei es auch wichtig, an einem langfristigen Ausweg zu arbeiten. Dabei gebe es keinen Zweifel, dass es Russland gewesen sei, das mit der Annexion der Krim das Völkerrecht gebrochen habe.

„Jegliche Form der Unterstützung der Separatisten durch Russland“ in der Ukraine sei „sofort zu unterlassen“, so Kurz. Deshalb seien die gegen Russland verhängten Sanktionen notwendig und würden uneingeschränkt mitgetragen. „Aber wir dürfen nicht nur an die Tagespolitik denken, sondern auch an übermorgen. Man darf (Russlands Präsident Wladimir) Putin nicht nachgeben, aber man darf Russland auch nicht aufgeben.“

Sport

Bundesliga: Altach mit Ambitionen gegen Salzburg

Die sechste Runde der Bundesliga steht im Zeichen der Derbys. Bevor morgen die krisengeschüttelten Wiener Clubs die Klingen kreuzen, stehen heute noch einige weitere Derbys auf dem Programm. Aufsteiger Altach hat sich für das West-Derby gegen Salzburg „etwas vorgenommen“ und spekuliert mit der Sensation gegen den Tabellenführer, der eine komplette Abwehrreihe vorgeben muss. Im Niederösterreich-Derby hofft Wr. Neustadt auf eine Trendwende, und im Süd-Derby versucht Sturm Seriensieger WAC zu stoppen. Ried und Grödig trennen neben drei Punkten auch nur knapp 60 km Luftlinie.

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Fußball: FC Barcelona brennt auf Revanche

Erstmals seit sechs Jahren ist der FC Barcelona vorige Saison ohne Titel geblieben. Die heimischen und internationalen Titel sicherte sich die spanische Konkurrenz. Unter dem neuen Trainer Luis Enrique ist Wiedergutmachung angesagt: Der 44-Jährige tüftelt vor dem Saisonstart der Primera Division noch am richtigen System, und die Katalanen haben vorsichtshalber schon auf Vorrat eingekauft. Denn auch die Konkurrenz schläft nicht, Real Madrid soll sogar „noch besser als in der vergangenen Saison“ sein.

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Wirtschaft

Italien will mit Rechentrick EU-Budgetvorgaben halten

Italien will bestimmte Investitionen aus der Berechnung seines Haushaltsdefizits heraushalten und fordert dazu Entgegenkommen von den anderen EU-Staaten. Mitte September sollten unter den EU-Verkehrsministern in Mailand entsprechende „Möglichkeiten zur Förderung des Wirtschaftswachstums“ diskutiert werden, sagte Verkehrsminister Maurizio Lupi gegenüber dem „Corriere della Sera“ (Samstag-Ausgabe).

Laut Lupi wird eine Einigung angestrebt, um bestimmte Aufwendungen für strategisch wichtige Infrastrukturprojekte aus der Schuldenberechnung herauszuhalten. In der Vergangenheit hatten die EU-Partner ähnlichen Forderungen aus Rom nach mehr Flexibilität beim Defizitabbau eine Absage erteilt.

Italien ist eines der am höchsten verschuldeten Länder in der EU und war zuletzt in die Rezession zurückgerutscht. Das macht es für dem neuen Ministerpräsidenten Matteo Renzi schwer, dieses Jahr wie versprochen unter der EU-Grenze für die Neuverschuldung von drei Prozent im Verhältnis zur Wirtschaftskraft zu bleiben.

Chronik

Dutzende Tote bei Einsturz von Goldmine in Afrika

Beim Einsturz einer Goldmine in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Zwei weitere Opfer, die ebenfalls unter den Trümmern begraben wurden, konnten noch nicht geborgen werden, wie die Polizei heute mitteilte. Das Unglück ereignete sich demnach bereits am Donnerstag nahe der Ortschaft Ndassima im Süden des Landes.

Die Mine wird von Milizionären des Ex-Rebellenbündnisses Seleka kontrolliert. Ob es sich bei den Opfern um Anhänger der Seleka handle, sei unklar, sagte ein Informant aus dem Umfeld der Gruppe. Der Unfall habe sich nachts ereignet, obwohl ein Betreten der Mine zu dieser Zeit verboten sei.

Mine illegal in Betrieb

Bereits Mitte 2013 waren bei einem Unglück in der Goldmine von Ndassima fast 40 Menschen ums Leben gekommen. Der südafrikanische Betreiber Axmin hatte die Goldförderung in der Mine 2011 wegen der zunehmenden Kämpfe in der Region eingestellt. Seitdem machen sich dort Tausende Menschen illegal auf die Suche nach Gold.

Die muslimische Seleka hatte im März 2013 den damaligen Staatschef Francois Bozize gestürzt. Der Putsch zog das Land im Herzen Afrikas in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen. Die Konfliktparteien unterzeichneten zwar zuletzt ein Waffenstillstandsabkommen. Allerdings handelt es sich nur um einen Minimalkonsens, konkrete Schritte zur Entwaffnung der Milizen und ein politischer Fahrplan fehlen in der Einigung.

Kontinentalplatten in Island um 20 Zentimeter verschoben

Die jüngste Serie von Erschütterungen rund um den Gletschervulkan Bardarbunga in Island haben offenbar mit einer auffallenden Verschiebung der Kontinentalplatten zu tun.

Laut einer Aussendung der isländischen Wetter- und Erdbebenwarte Vedurstofa von heute haben sich die europäische und die nordamerikanische Kontinentalplatte in dem Gebiet innerhalb weniger Tage um 20 Zentimeter verschoben.

Normalerweise verschieben sich die Landmassen an der quer durch Island verlaufenden Kontinentalspalte um höchstens zwei Zentimeter pro Jahr und führen so zu einem Wachsen der Nordatlantikinsel. Experten beurteilen die plötzliche Erhöhung Kontinentalbewegung laut isländischen Internetberichten als „dramatisch“.

Verstärkte Bebentätigkeit

Die Bebentätigkeit nahm heute Vormittag insgesamt erneut zu. Die Seismologen beobachteten eine rasche Verlagerung der Erdbebenschwärme rund um den Bardarbunga in Richtung Nordost. Das könnte bedeuten, dass die unterirdischen Magmaströme in nordöstlicher Richtung abfließen. Das würde einen Ausbruch im Bereich des Hauptkraters weniger wahrscheinlich machen als bisher angenommen.

Dafür könnte eine Eruption am Rand des Gletschermassivs in der Gegend des Dyngjujökull stattfinden, wo die Eisdecke nur ein Viertel der Stärke im Vergleich zum Hauptkrater beträgt. Dort ist das Eis teilweise nur 200 Meter dick, während sie über dem Hauptkrater rund 800 Meter beträgt. Ein Geologenteam wollte sich per Flugzeug einen Überblick über die aktuelle Situation in dem Gebiet verschaffen.

Religion

Buddhas Geburtsort soll Pilger und Touristen locken

Überlieferung und Wissenschaft sind sich einig: Lumbini ist der Geburtsort von Buddha. Neue Ausgrabungen legten nun einen rund 2.600 Jahre alten Tempel frei. Umgerechnet rund 620.000 Euro sollen in den nächsten Jahren in die Erhaltung der nepalesischen Ausgrabungsstätten und die wissenschaftliche Erforschung der Funde fließen. Außerdem soll das Areal für Touristen zugänglicher gemacht werden.

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Science

Gesucht: Der Weg zur funktionierenden Stadt

Städte sind weltweit - im positiven wie negativen Sinn - Brennpunkte der Entwicklung. In ihnen können sich Kreativität und Wertschöpfung ebenso konzentrieren wie Armut und Kriminalität. Welche Faktoren eine positive Entwicklung einer Stadt bedingen, dieser Frage geht der US-amerikanische Komplexitätsforscher Luis Bettencourt vom Santa Fe Institute nach.

Bei den Technologiegesprächen in Alpbach erklärte Bettencourt science.ORF.at, warum sich Komplexitätsforschung dafür seiner Meinung nach besser eignet als die klassischen Sozialwissenschaften und wie er und sein Team an Daten aus Slumvierteln auf der ganzen Welt kommen.

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Kultur

Lifestyle

VKI durchleuchtet Airbnb & Co.

Sie heißen Airbnb, Wimdu, 9Flats oder Glover und sind Hoteliers ein Dorn im Auge. Denn sie vermitteln Privatunterkünfte, die von Reisenden immer öfter genutzt werden. Die Bandbreite reicht dabei vom kostenlosen Schlafplatz auf dem Sofa einer Privatperson, dem sogenannten Couchsurfing, bis hin zu teuren Luxusappartements. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat für die Septemberausgabe der Zeitschrift „Konsument“ die beliebtesten Alternativen zu Hotels untersucht.

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New Yorker gehen laut Studie ziemlich früh schlafen

New Yorker sind zwar stolz darauf, in der „Stadt, die niemals schläft“, zu leben - doch einer neuen Studie zufolge gehen die New Yorker sogar ziemlich früh schlafen.

Unter den großen Metropolen der USA schläft New York sogar als Erstes, und auch weltweit geht kaum jemand früher ins Bett. Das geht aus der Auswertung von Zehntausenden Daten, die die Träger von Fitnessarmbändern übertragen haben, hervor.

Wenig Schlaf in Tokio

Die kleinen Geräte am Handgelenk speichern die Schritte und auch, wann der Träger zur jeweiligen Ortszeit ins Bett geht. Demnach gehen die Träger dieser Geräte im australischen Brisbane am frühesten ins Bett, im Schnitt um 22.57 Uhr. Moskauer sind die letzten, sie beenden den Tag erst um 0.46 Uhr.

Dafür sind die Brisbaner auch wieder als Erste aus dem Bett (6.29 Uhr) und die Moskauer als letzte (8.08 Uhr). Tokioter schlafen mit 5:44 Stunden am wenigsten, Melbourner mit 6:58 Stunden am meisten. Die Stockholmer gehen mit 8.876 Schritten am Tag am meisten, die Menschen in Sao Paulo mit 6.254 am wenigsten.

Die Daten haben eine gewisse Repräsentativität, weil sie von Zehntausenden Nutzern kommen. Andererseits werden die Fitnessarmbänder oft vor allem von jüngeren, sportlichen Menschen getragen.