Ausland

Kim-Bruder mit Nervengas ermordet?

Im Körper des ermordeten Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, Kim Jong-nam, ist das Nervengas VX gefunden worden. Das teilte die malaysische Polizei mit. Kim Jong-un war in Malysia getötet worden. Der 45-Jährige starb am 14. Februar auf dem Weg vom Flughafen in Kuala Lumpur ins Krankenhaus.

Das hochgefährlichen Nervengift VX führt bereits in geringsten Mengen innerhalb kurzer Zeit zum Tod. Laut UNO zählt es zu den Massenvernichtungswaffen.

Trump will Atomwaffenarsenal der USA aufrüsten

US-Präsident Donald Trump will das Atomwaffenarsenal der USA ausbauen. Die USA seien hier zurückgefallen und müssten wieder „ganz nach oben“ kommen, sagte Trump gestern in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Zugleich kritisierte er, das Russland Marschflugkörper stationiert und damit Abrüstungsabkommen verletzt habe. Das werde er mit Präsident Wladimir Putin erörtern, sollte er diesen treffen.

Trump forderte China auf, verstärkt Einfluss auf Nordkorea zu nehmen, um gegen die immer kriegerischeren Aktionen der Regierung in Pjöngjang vorzugehen. Er verwies auf die nordkoreanischen Raketentests. Eine der möglichen Reaktionen darauf könne sein, den Aufbau eines Raketenabwehrsystems für die US-Verbündeten Japan und Südkorea zu beschleunigen.

Mexiko „besorgt und irritiert“ über Trumps Politik

Der mexikanische Außenminister Luis Videgaray hat sich während eines Besuchs seines US-Kollegen Rex Tillerson „besorgt und irritiert“ über die Politik von US-Präsident Donald Trump geäußert.

Es seien komplizierte Zeiten für die mexikanisch-amerikanischen Beziehungen, sagte Videgaray gestern nach Gesprächen mit Tillerson und US-Heimatschutzminister John Kelly.
Dieser hatte sich zuvor in Mexiko-Stadt mit Videgaray, Innenminister Miguel Angel Osorio Chong und Finanzminister Jose Antonio Meade getroffen.

Mexiko will Dialog

In seinem Land herrsche der Eindruck vor, dass Trumps Politik den nationalen Interessen sowie den Mexikanern im In- und Ausland schaden könne. Die US-Minister waren um Entspannung bemüht. Kelly sagte, es werde in Migrationsangelegenheiten keine militärische Gewalt und auch keine Massenabschiebungen geben.

Videgaray bewertete das Treffen aber auch vorsichtig positiv. „Wir haben Schritte in die richtige Richtung unternommen“, sagte er heute. „Der beste Weg, um unsere Differenzen beizulegen, ist der Dialog.“

Bosnien geht gegen Völkermordurteil von 2007 in Berufung

Bosnien will zehn Jahren nach dem Völkermordurteil des Internationalen Gerichtshofs (IGH) in Berufung gehen. Der Berufungsantrag sei auf dem Weg nach Den Haag, sagte Bakir Izetbegovic, das muslimische Mitglied des bosnischen Staatspräsidiums, gestern vor Journalisten in Sarajevo.

Das Gericht hatte Serbien am 26. Februar 2007 vom Vorwurf des Völkermords freigesprochen, zugleich aber für schuldig befunden, nichts zur Verhinderung des Massakers von Srebrenica getan zu haben.

Krise droht

Zahlreiche Regierungsvertreter hatten sich gegen einen Berufungsantrag ausgesprochen und vor einer neuen politischen Krise in dem ethnisch zerstrittenen Balkan-Land gewarnt. Einige bosnische Serben kündigten einen Boykott der zentralen Institutionen an.

Mladen Ivanic, das serbische Mitglied des Staatspräsidiums, kritisierte, dass das dreiköpfige Gremium nicht gemeinsam entschieden habe. „Ich bedaure, dass wir in eine wirklich schwere Krise eingetreten sind“, sagte er auf einer anderen Pressekonferenz. Dem dreiköpfigen Staatspräsidium gehören ein Serbe, ein Kroate und ein Muslim an. Die drei Mitglieder lösen sich alle acht Monate als amtierender Präsident ab.

Verantwortung des Staates

Bosnisch-serbische Milizen hatten in der UNO-Schutzzone Srebrenica im Juli 1995, wenige Monate vor Ende des Bosnien-Krieges, etwa 8.000 Muslime verschleppt und getötet. Das Massaker gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Im Gegensatz zum Internationalen Kriegsverbrechertribunal ging es beim IGH nicht um die Verbrechen Einzelner, sondern um Verbrechen eines ganzen Staates. Bosnien warf Belgrad mit seiner Klage von 1993 vor, aus nationalistischen Motiven hinter der Ermordung Tausender Menschen gestanden zu haben. Die bosnischen Muslime wollten erreichen, dass die Kriegsgräuel insgesamt als Völkermord gebrandmarkt werden. Die Widerspruchsfrist läuft am 26. Februar ab.

Bedeutende Erfolge im Kampf gegen IS

Sowohl in Syrien als auch im Irak wurden gestern bedeutsame Erfolge im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erzielt: Aus der letzten irakischen IS-Bastion, der Großstadt Mossul, wurde die Wiedereinnahme des Flughafens durch Regierungstruppen vermeldet. In Syrien befreiten Rebellen mit Unterstützung türkischer Truppen nach eigenen Angaben die Stadt al-Bab aus den Händen des IS.

Mehr dazu in Einstige Hochburgen eingenommen

Kurz plant „Kurswechsel für Europa“ unter EU-Ratsvorsitz

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) richtet seinen Blick auf den österreichischen EU-Ratsvorsitz im zweiten Halbjahr 2018. Kurz hat seine Europaexperten beauftragt, „Vorschläge für einen Kurswechsel der EU“ auszuarbeiten, verlautete gestern aus dem Außenministerium. Er plant auch eine „Hauptstadttour“ durch Europa sowie „eine Konferenz in Wien zum Abschluss des Prozesses“.

„EU soll nicht die gleiche bleiben“

Kurz verweist darauf, dass unter österreichischem Ratsvorsitz der EU-Austritt Großbritanniens „vollzogen“ werden soll. Das sei „eine Chance für eine Reform der EU“, die Lehren aus den Krisen ziehen solle. „Die EU soll nicht die gleiche bleiben, bloß mit einem großen Mitglied weniger, sondern die Chance für einen Kurswechsel nutzen“, hieß es aus dem Umfeld des Ministers gegenüber der APA.

Konkret geht es um die Themen Migrationskrise, Überschuldung der Staaten sowie die Vertrauenskrise. Die Reformvorschläge will Kurz im März ausarbeiten, seine Tour durch die EU-Hauptstädte im April starten.

Kein Alleingang

Um einen Alleingang handle es sich nicht. „Wir werden das natürlich in enger Abstimmung mit dem Bundeskanzler und der gesamten Bundesregierung machen.“ So sollen die von den Experten des Außenministeriums formulierten Vorschläge der Regierung unterbreitet werden, „um daraus eine österreichische Position zu formulieren“.

Traditionell haben die Staats- und Regierungschefs die federführende Rolle bei den halbjährlich wechselnden Ratspräsidentschaften. Sie bilden nämlich das mächtigste EU-Gremium, den Europäischen Rat. Die EU-Chefs haben nach dem „Brexit“ bei einem informellen Treffen in Bratislava im September einen Reformprozess angestoßen, der beim Gipfeltreffen am 24. März in Rom erste konkrete Ergebnisse bringen soll.

15 Tote bei Angriff auf Militärpatrouille in Niger

Bei einem Angriff auf eine Militärpatrouille sind in Niger 15 Soldaten getötet und 19 weitere verletzt worden. Die Soldaten seien am Mittwoch im Westen des Landes von „terroristischen Elementen“ attackiert worden, teilte ein Armeesprecher nun mit. Die Soldaten hätten versucht, „flüchtende Terroristen zu neutralisieren“.

Nähere Angaben zur Herkunft der Angreifer und ihrer Zahl machte er nicht. Die tödliche Attacke erfolgte im Gebiet von Ouallam nahe der Grenze zu Mali.

Kampf gegen Boko Haram

Die Regierung des westafrikanischen Landes hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, die Verfahren gegen mutmaßliche Kämpfer der Islamistengruppe Boko Haram zu beschleunigen. Boko Haram kämpft seit Jahren im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats.

2014 weiteten die Boko-Haram-Kämpfer ihre Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad aus. Seit 2009 wurden in dem Konflikt mehr als 20.000 Menschen getötet. 2,6 Millionen Menschen ergriffen angesichts der Gewalt die Flucht.

Inland

Eurofighter: Staatsanwaltschaft eröffnet Ermittlungen

Die Justiz hat die Anzeige des Verteidigungsministeriums in der Causa Eurofighter aufgegriffen: Die Staatsanwaltschaft (StA) Wien hat ein Ermittlungsverfahren gegen Airbus Defence and Space GmbH und Eurofighter Jagdflugzeug GmbH wegen Betrugsverdachts eingeleitet. Beide Unternehmen werden als Beschuldigte geführt, teilte das Verteidigungsministerium gestern in einer Aussendung mit.

Minister Hans Peter Doskozil (SPÖ) begrüßte die Aufnahme der Ermittlungen durch die StA Wien und die SOKO Hermes des Innenministeriums: „Das Strafverfahren kommt damit in eine neue Phase“, meinte er, „wir sehen uns in unserer Vorgangsweise bestätigt.“ Die StA Wien folge dem in der Anzeige vom 16. Februar vorgebrachten „begründeten Anfangsverdacht“.

Strafanzeige durch Ministerium

Das Verteidigungsministerium hatte vor einer Woche eine Strafanzeige gegen die beiden Airbus-Unternehmen wegen des begründeten Verdachts auf Betrug und irrlistige Täuschung eingebracht. Die Republik Österreich hat sich als Privatbeteiligte angeschlossen und den bis Jahresende 2016 eingetretenen Schaden von bis zu 1,1 Mrd. Euro geltend gemacht - plus den noch nicht bezifferbaren Schaden aus den künftigen Mehraufwendungen für den Betrieb des Eurofighter, der mit einem Feststellungsbegehren abgesichert ist.

Pilz will FPÖ mit Darabos-Vergleich locken

Der grüne Abgeordnete Peter Pilz hatte zuvor die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrates in der Causa Eurofighter begrüßt, die gestern von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) angekündigt wurde.

Wiewohl dort der Vergleichsvertrag aus dem Jahr 2007 vorgelegt werden soll, ließ es sich Pilz nicht nehmen, diesen auch medienwirksam für FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu veröffentlichen, um ihn zu einem U-Ausschuss zu bewegen. Eine Provokation sieht Pilz darin nicht.

FPÖ zierte sich zuletzt

Die FPÖ sei grundsätzlich für einen neuen U-Ausschuss zu haben, allerdings vermisst man bisher Neuigkeiten, die die Einrichtung eines solchen Gremiums rechtfertigen würden, sagte Strache. Die Stimmen der Freiheitlichen sind notwendig, damit die Opposition einen neuen U-Ausschuss zum umstrittenen Jetkauf einsetzen kann. Allerdings zierte sich die FPÖ zuletzt und wollte Einblick in die aktuelle Strafanzeige des Verteidigungsministeriums und den Vergleich, den der damalige SPÖ-Minister Norbert Darabos mit Eurofighter aushandelte.

Dokumente vorgelegt

Obwohl das nun im Rahmen eines Nationalen Sicherheitsrates ohnehin passieren soll, steckte Pilz zu Beginn seiner Pressekonferenz unter dem Titel „Die Nagelprobe für die FPÖ - Was die FPÖ zu befürchten hat“ den Vergleichsvertrag in ein großes Kuvert mit der Aufschrift „Klubobmann Strache“ - „das schick ich ihm“.

Auch den anwesenden Journalisten wurden die von Darabos unterschriebenen Dokumente vorgelegt, die Pilz laut eigenen Angaben auf ihre Echtheit geprüft hat. Inhaltlich schoss sich Pilz auf den früheren Verteidigungsminister ein: „Es wird davon ausgegangen, dass der EF-Untersuchungsausschuss seine Arbeit Ende Juni 2007 beendet. Die Wirksamkeit dieser Vereinbarungen ist davon unabhängig“, lautet eine Passage in den Nebenpunkten, die Pilz stört.

SPÖ-Befehl „von oben“?

„Wie kommt ein Verteidigungsminister dazu, mit Eurofighter in Vergleichsverhandlungen die Beendigung des U-Ausschusses hineinzuschreiben?“ Zum selben Zeitpunkt habe die SPÖ-Fraktion einen „Befehl“ der damaligen SPÖ-Spitze um Alfred Gusenbauer bekommen, den Ausschuss abzudrehen, vermutete er. Darabos und Gusenbauer sollten unter Wahrheitspflicht in einem U-Ausschuss aussagen, so Pilz.

Pilz ortete Klärungsbedarf

Der Grüne ortet aber bei Darabos noch weiteren Klärungsbedarf: In der Vergleichspunktation ist die Reduktion der Stückzahl von 18 auf 15 Jets festgeschrieben, im selben Punkt heißt es, dass „ein weitergehender Rücktritt“ der Republik „einvernehmlich ausgeschlossen“ werde.

Das beziehe sich auf jene Passage im ursprünglichen Kaufvertrag, wonach das Verteidigungsministerium „vom Vertrag jederzeit zur Gänze oder teilweise durch schriftliche Mitteilung zurücktreten könne“, so Pilz. „Darabos gibt das jederzeitige Rücktrittsrecht vom Vertrag einfach auf.“ Da das aber noch keine strafbare Handlung sei, könne das „einzig und allein“ ein U-Ausschuss im Parlament untersuchen.

Kern, Doskozil und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) lobte der Grüne ausdrücklich für ihren Aufklärungswillen, speziell auch die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrates. Danach stehe einer Einsetzung des U-Ausschusses „nichts mehr entgegen“, meinte Pilz.

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Sport

Nordische WM: Reelle Chance für ÖSV-Springerinnen

Die ÖSV-Skispringerinnen Daniela Iraschko-Stolz, Jacqueline Seifriedsberger und Chiara Hölzl zählen bei der nordischen Ski-WM in Lahti zu den Medaillenkandidatinnen. „Jede von uns hat wirklich eine reelle Chance, eine Medaille zu machen, wenn alles passt“, sagte Iraschko-Stolz. „Wir wissen, wenn alle super drauf sind und ihr Bestes bringen, dass wir um die Medaillen mitspringen“, ist auch ÖSV-Cheftrainer Andreas Felder überzeugt. Allen voran sind heute (16.30 Uhr, live in ORF eins) allerdings die Japanerinnen zu favorisieren.

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Fußball: Leicester-Coach Ranieri muss gehen

Leicester City hat sich von Trainer Claudio Ranieri getrennt. Das gab der englische Meister gestern Abend bekannt. Der Italiener hatte den Club von Christian Fuchs vor neun Monaten sensationell zum Titel geführt. Zuletzt schlitterten die „Foxes“ aber in eine veritable Krise. „Er ist ohne Zweifel der erfolgreichste Trainer in der Geschichte von Leicester City“, hieß es in einer Clubmitteilung. „Aber wir müssen die langfristigen Interessen des Vereins über persönliche Gefühle stellen, so stark sie auch sein mögen.“

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Nordische WM: „Viel möglich“ für ÖSV-Kombinierer

Mit Bernhard Gruber, Mario Seidl, David Pommer und Philipp Orter geht heute (ab 9.30 Uhr, live in ORF eins) eine „gut gemischte, starke Truppe“, wie es Cheftrainer Christoph Eugen formulierte, im Normalschanzen-Bewerb auf WM-Medaillenjagd in Lahti. „An einem guten Tag ist viel möglich“, sagte Seidl und gab sich vorsichtig optimistisch.

Die Hoffnungen der Österreicher ruhen vor allem auf Routinier Gruber, der sein insgesamt sechstes WM-Edelmetall anpeilt und als Titelverteidiger von der Großschanze nach Finnland reist.

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Formel 1: Mercedes enthüllt neuen Boliden

Als erstes Topteam hat Mercedes gestern das neue Auto für die F1-Saison 2017 enthüllt. Der Wagen mit der Bezeichnung W08 soll die Silberpfeile zum vierten Titel in Serie führen. Angesichts der neuen Ära aufgrund der Regelreform hielt sich Motorsportchef Toto Wolff mit Ansagen zurück. „Vielleicht hat jemand die Wunderwaffe gefunden und wird das Feld dominieren“, sagte der Wiener. Lewis Hamilton war von seinem Boliden, der sich am Heck von der bisher präsentierten Konkurrenz unterscheidet, „überwältigt“.

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Wirtschaft

UniCredit-Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen

Die Kapitalerhöhung der italienischen Großbank UniCredit ist erfolgreich abgeschlossen worden. Die 13 Milliarden Euro schwere Emission neuer Aktien ist zu 99,8 Prozent ausgebucht worden, teilte die Bank Austria in einer Presseaussendung mit. Die Investoren hatten bis gestern Zeit, die Papiere zu zeichnen.

Die Kapitalerhöhung bescherte UniCredit 12,969 Mrd. Euro. Der restliche Anteil von 0,2 Prozent der neu emittierten Aktien im Gesamtwert von 31 Mio. Euro würde an der Börse angeboten, teilte die UniCredit mit.

Die gesamte Kapitalerhöhung, die größte in der Geschichte Italiens, soll bis zum 10. März abgeschlossen sein. Sie ist auch die größte in Europa seit 2010. Die Bank-Austria-Mutter will damit nach einem Verlust von 11,8 Mrd. Euro im vergangenen Jahr den Abbau fauler Kredite finanzieren und sich fit für die Zukunft machen.

Angeklagter VW-Manager streitet Vorwürfe vor Gericht ab

Ein in den USA wegen angeblicher Beteiligung am Abgasskandal angeklagter Volkswagen-Manager hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Bei einer Gerichtsanhörung in Detroit plädierte der Anwalt des Deutschen, dem im schlimmsten Fall 169 Jahre Haft drohen, gestern auf unschuldig.

In leitender Funktion

Der 48-Jährige war im vergangenen Monat in Florida vom FBI festgenommen wurden. Er war bei VW bis März 2015 in leitender Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut. Der Mann ist eine von sechs amtierenden und ehemaligen Führungskräften, die die US-Justiz in der Dieselaffäre strafrechtlich belangen will.

Die Mitarbeiter sind allerdings eher dem mittleren Management oder der zweiten Reihe als der Konzernspitze zuzurechnen. Auf die anderen Angeklagten haben die Fahnder kaum Zugriff, da sie sich in Deutschland aufhalten dürften und ihnen keine Auslieferung droht. Die Manager werden beschuldigt, Teil einer Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen Umweltgesetze gewesen zu sein.

39-seitige Klageschrift

Dem Mann, dem in Detroit der Prozess gemacht werden soll, wird insbesondere der Versuch vorgeworfen, Abgasmanipulationen zu vertuschen und Ermittler in die Irre zu führen. Die 39-seitige Klageschrift umfasst etliche Anschuldigungen von bewussten Falschaussagen bis hin zur Vernichtung von Beweismitteln. Vor Gericht erschien der langjährige VW-Mitarbeiter laut Augenzeugen in roter Gefangenenkleidung und schwieg während der gesamten Anhörung.

Sein Anwalt kündigte einen neuen Versuch an, seinen Mandanten gegen Kaution auf freien Fuß zu bekommen. Ein entsprechender Antrag war bereits im Jänner von einem Gericht in Miami abgelehnt worden.

Russland verliert im Schweinestreit erneut gegen EU

Russlands Importstopp für Schweine aus der EU bleibt illegal. Moskau scheiterte gestern in der Berufung im Streitschlichtungsausschuss der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf.

Russland hatte 2014 eine Einfuhrsperre gegen lebende Schweine und einige Schweineprodukte verhängt, weil in östlichen EU-Ländern die Afrikanische Schweinepest aufgetreten war. Der EU brachen dadurch Exporte im Wert von 1,5 Milliarden Euro weg. Die EU hatte dagegen bei der WTO Beschwerde eingelegt und im August 2016 recht bekommen.

Der Berufungsausschuss rief Russland nun auf, seine Maßnahmen in Einklang mit seinen WTO-Verpflichtungen zu bringen - heißt, den Importstopp aufzuheben. Eine baldige Wiederaufnahme der Lieferungen ist allerdings nicht in Sicht. Russland hatte als Reaktion auf EU-Sanktionen inzwischen andere Importstopps für Agrarprodukte verfügt, unter die auch Schweine und Schweineprodukte fallen.

Chronik

Frau bei Zimmerbrand in Wien lebensgefährlich verletzt

Bei einem Zimmerbrand ist gestern Abend in Wien-Simmering eine 87 Jahre alte Frau lebensgefährlich verletzt worden. Einsatzkräfte mussten die Wohnungstür aufbrechen, um die Pensionistin zu bergen, berichtete die Wiener Berufsfeuerwehr in einer Aussendung. Die Pensionistin wurde von der Wiener Berufsrettung ins Krankenhaus gebracht.

Ein Passant bemerkte gegen 19.45 Uhr, dass bei einem Wohnungsfenster des Mehrparteienhauses in der Pleischlgasse Rauch austrat, er verständigte die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte brachen die Wohnungstür im zweiten Stock auf, bargen die Frau und löschten unter Einsatz von Atemschutz. Die Pensionistin wurde schwer verletzt - sie hatte auch Verbrennungen erlitten - ins Krankenhaus gebracht.

Science

Kultur

Französischer Filmpreis Cesar wird verliehen

Zwei Tage vor der Oscar-Zeremonie wird heute in Paris der französische Filmpreis Cesar verliehen. Als einer der Favoriten geht mit elf Nominierungen der Thriller „Elle“ von Regisseur Paul Verhoeven ins Rennen. Der Film hat in den USA schon zwei Golden Globes gewonnen, Hauptdarstellerin Isabelle Huppert ist zudem für einen Oscar nominiert.

Ebenfalls elf Cesar-Nominierungen hat das Drama „Frantz“ von Regisseur Francois Ozon. Für sieben Preise nominiert ist das Vorstadtdrama „Divines“ der Regisseurin Houda Benyamina. Einen Ehren-Cesar gibt es für Hollywood-Star George Clooney. Regisseur Roman Polanski hätte eigentlich den Ehrenvorsitz der Zeremonie übernehmen sollen. Er verzichtete aber nach Protesten von Frauenrechtlerinnen wegen früherer Vergewaltigungsvorwürfe.

Leute

Deutsche Hippie-Ikone Jutta Winkelmann gestorben

Die deutsche Buchautorin und Hippie-Ikone Jutta Winkelmann ist tot. Sie erlag gestern im Alter von 67 Jahren in München einem Krebsleiden, wie ihr Verlag Weissbooks mitteilte. Winkelmann wurde am 3. April 1949 in Kassel geboren. Sie war die Zwillingsschwester der Fotografin und Autorin Gisela Getty. Als Flower-Power-Zwillinge und Vertreter der 68er-Bewegung wurden die beiden berühmt.

In der „Kommune 1“ praktizierte Winkelmann die freie Liebe mit Rainer Langhans und anderen. Gemeinsam mit Langhans, der Fotografin Anna Werner und dem Fotomodell Brigitte Streubel gründete Winkelmann in den 1970er Jahren den Münchner „Harem“ als spirituelle Lebensgemeinschaft.

2014 machte Winkelmann ihre Krebserkrankung öffentlich. Ihren Kampf gegen den Krebs dokumentierte Winkelmann in dem Ende 2016 erschienenen Buch „Mein Leben ohne mich“. „Wir verlieren mit ihr eine wanderbare Künstlerin und einen ganz besonderen Menschen“, heißt es in der Mitteilung des Verlags.

US-Schauspieler Jamie Foxx in Kroatien rassistisch beleidigt

In Kroatien müssen sich zwei Männer vor Gericht verantworten, die Medienberichten zufolge den schwarzen US-Schauspieler Jamie Foxx rassistisch beleidigt haben sollen. Richterin Mirjana Lujak sagte gestern, die Männer hätten mit „arrogantem und unanständigem Verhalten“ die öffentliche Ordnung gestört.

Jamie Foxx

APA/AP/John Salangsang

Die Polizei sprach von zwei 44 und 50 Jahre alten Verdächtigen, die Personal und Gäste eines Restaurants in Dubrovnik beleidigt haben sollen, einen davon mit rassistischen Äußerungen. Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem Opfer um Foxx, der derzeit in Dubrovnik eine Neuverfilmung des Klassikers „Robin Hood“ dreht.

Posting auf Instagram

Auch der Oscar-Preisträger selbst sprach auf Instagram von rassistischen Äußerungen, der Eintrag wurde später aber wieder gelöscht. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Sonntagabend.

Die beiden Verdächtigen wurden nach einer Befragung zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt, die Ermittlungen dauerten aber an. Den Männern drohen Geldstrafen von rund 700 Euro oder bis zu einem Monat Gefängnis.

Panorama

Sibirische Tiger „reißen“ Drohne

Einer Gruppe Sibirischer Tiger zu nahe zu kommen ist gefährlich - auch für Drohnen. Diese Erfahrung musste der chinesische Fernsehsender CCTV machen. Beim Filmen der Tiere im Tiger-Park in Harbin, in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang, wurde die Drohne zu tief gesteuert und wurde von einem Rudel gejagt. Einem Tiger gelang es schließlich mit einem Sprung den Quadcopter aus der Luft zu holen. Mehrere Tiere versuchten danach, die Beute zu verzehren, und schreckten erst zurück, als die Drohne zu rauchen begann.

Die Beute wollte den Tigern nach erfolgreicher Jagd aber gar nicht schmecken.

Laut chinesischen Angaben wurde die völlig zerstörte Drohne später aus dem Gehege geholt. Der Siberian Tiger Park in Harbin gilt als regionale Touristenattraktion, mit einigen Dutzend Tieren hat der Tierpark die größte Population an Sibirischen Tigern weltweit.