Ausland

Angriff auf UNO-Basis im Südsudan: Dutzende Verletzte

Bei einem Angriff auf einen UNO-Stützpunkt in der südsudanesischen Stadt Bor sind heute nach Angaben der Vereinten Nationen Dutzende Zivilisten und zwei UNO-Soldaten verletzt worden. Die Angreifer haben den Eingang des Stützpunkts durchbrochen und das Feuer auf die Zivilisten eröffnet, hieß es in einer UNO-Erklärung. Die Blauhelmsoldaten haben laut den Angaben das Feuer erwidert und die Angreifer zum Rückzug gezwungen.

In dem UNO-Komplex in Bor, der Hauptstadt des umkämpften Bundesstaats Jonglei, haben fast 5.000 Zivilisten Schutz vor der anhaltenden Gewalt in dem afrikanischen Land gesucht.

Im erst Mitte 2011 gegründeten Südsudan war vergangenen Dezember ein schon länger schwelender Machtkampf zwischen dem Präsidenten Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Die Kämpfe waren von Gräueltaten auf beiden Seiten geprägt, Schätzungen zufolge wurden landesweit mehr als 10.000 Menschen getötet, rund 900.000 Zivilisten sind auf der Flucht.

Berichte über Rebellenangriff auf Kaserne in Aleppo

Islamistische Rebellen haben nach Angaben von Aktivisten eine der landesweit größten Kasernen in Syriens nördlicher Großstadt Aleppo angegriffen. Zu den Angreifern gehörten Kämpfer der Al-Nusra-Front und der Islamischen Front, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute mit.

Das syrische Fernsehen berichtete, die Armee habe den „Versuch terroristischer Banden zum Eindringen in die Kaserne“ zum Scheitern gebracht und zahlreiche Rebellen getötet. Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte, die Rebellen hätten zu Beginn ihres Angriffs von ihnen gegrabene Tunnel um die strategisch wichtige Hanano-Kaserne zur Explosion gebracht. Auch das Staatsfernsehen berichtete, dass die Aufständischen drei Tunnel in die Luft sprengten.

Syriens einstige Wirtschaftsmetropole Aleppo wird seit 2012 von Kämpfen erschüttert, weite Teile der Altstadt liegen inzwischen in Trümmern. Seit dem Beginn des Aufstands gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vor mehr als drei Jahren sind in dem Bürgerkrieg mehr als 150.000 Menschen getötet worden. Neun Millionen Menschen wurden zu Flüchtlingen.

Rom: Senat gibt grünes Licht für Wirtschaftsreform

Der italienische Senat hat heute die mittelfristige Finanzplanung der Regierung von Matteo Renzi verabschiedet. Für das Dokument, das unter anderem Angaben über die Pläne der Regierung zur Defizit- und Schuldeneindämmung enthält, stimmten 156 Senatoren. 92 Senatoren votierten dagegen, zwei enthielten sich der Stimme.

Außerdem verpflichtete der Senat die Regierung Renzi, in Brüssel mehr Zeit für ein ausgeglichenes Budget zu fordern. Erst 2016 und nicht 2015 werde Italien in der Lage sein, eine ausgeglichene Bilanz vorzulegen, erklärte Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan. Italiens Regierung habe „aufgrund außergewöhnlicher Umstände“ weitere 13 Milliarden Euro Schulden der öffentlichen Verwaltung bei Privatunternehmen zu tilgen, erklärte Padoan.

Die Regierung müsse zudem wegen der schweren Rezession, die das Land 2012 und 2013 belastet habe, Sondermaßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft finanzieren. Der Senat verpflichtete die Regierung, die öffentlichen Ausgaben zu kürzen und zugleich dafür zu sorgen, dass die Einsparungen sich nicht rezessiv auf die italienische Wirtschaft auswirken.

IAEA: Iran hält sich an Atomabkommen

Der Iran hält sich nach Erkenntnissen der UNO-Atomenergiebehörde (IAEA) an das mit der internationalen Gemeinschaft ausgehandelte Atomabkommen. Das Land habe sein hochradioaktives Material um fast 75 Prozent reduziert, teilte die IAEA heute in ihrem monatlichen Fortschrittsbericht in Wien mit.

Es verzögere sich lediglich der Bau einer Anlage zur Verarbeitung von gering angereichertem Urangas. Das Land habe aber versichert, dass das keine Auswirkungen auf die Erfüllung seiner Verpflichtungen haben werde, heißt es weiter.

Umfassende Einigung bis 20. Juli erwartet

Der Iran vereinbarte im November mit den fünf ständigen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrates - USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich - sowie Deutschland, die Sanktionen gegen das Land zu lockern. Im Gegenzug verpflichtete sich der Iran, sein Atomprogramm einzuschränken.

Mit dem Zwischenabkommen soll Zeit für weitere Verhandlungen gewonnen werden. Ziel ist es, bis zum 20. Juli eine umfassende Einigung zu erzielen. Der Iran steht seit Jahren im Verdacht, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist das zurück.

Präsidentschaftswahl in Algerien: Bouteflika kam im Rollstuhl

Das amtierende algerische Staatsoberhaupt Abdelaziz Bouteflika ist heute im Rollstuhl zur Stimmabgabe in Algier erschienen. Der 77-Jährige gilt als klarer Favorit bei der Präsidentschaftswahl, obwohl er nach einem Schlaganfall im vergangenen Jahr stark geschwächt ist und kaum noch sprechen kann.

Bouteflika erschien lächelnd im Wahllokal der Schule Bachir El Ibrahimi, begleitet von zwei seiner Brüder sowie seinem Neffen. Es war sein erster öffentlicher Auftritt seit Mai 2012. Mit dem Wahlkuvert in der Hand ließ sich Bouteflika lange vor der Wahlurne fotografieren, gab jedoch keine Erklärung ab.

Vertraute führten Wahlkampf

Medien hatten zuvor spekuliert, der 77-Jährige sei möglicherweise zu schwach, um seine Stimme persönlich abzugeben oder im Fall seiner Wiederwahl den Amtseid zu leisten. Lange war damit gerechnet worden, dass Bouteflika nicht für eine vierte Amtszeit antreten werde, nachdem er 2012 erklärt hatte, seine Generation habe „sich überlebt“. Erst im Februar 2014 hatte er dann doch seine Kandidatur bekanntgegeben, den Wahlkampf führten jedoch sieben seiner engsten Vertrauten für ihn.

Boykottaufruf der Opposition

Insgesamt sind rund 23 Millionen Algerier zur Stimmabgabe aufgerufen. Mehr als 260.000 Polizisten sind in dem größten Land Afrikas im Einsatz, um die Wahl abzusichern. Eine Koalition aus fünf Oppositionsparteien hat zum Boykott aufgerufen, weil sie massiven Wahlbetrug befürchtet.

Angesichts der Boykottaufrufe und der allgemeinen Frustration der Bevölkerung mit den politischen Eliten könnte die Wahlbeteiligung gering ausfallen. Offiziell lag die Beteiligung 2009 bei 74 Prozent. Eine US-Diplomatendepesche schätzte die tatsächliche Beteiligung aber auf unter 30 Prozent.

41 Verletzte nach Zusammenstößen

Bei Zusammenstößen zwischen Polizisten und Gegnern der Wahl wurden in Bouira südöstlich der algerischen Hauptstadt Algier 41 Menschen verletzt. Zum Gewaltausbruch kam es nach Angaben von Anrainern kurz nach Öffnung der Wahllokale, als Jugendliche die Urnen dreier Wahllokale zerstörten. Die lokale Polizei habe Tränengas eingesetzt. Unter den Verletzten befänden sich auch 28 Polizisten. Der Urnengang musste vorübergehend unterbrochen werden.

Inland

Gusenbauer als Kurz-Berater im Gespräch

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) wird künftig ein prominentes Beratergremium, dem auch Ex-SPÖ-Kanzler Alfred Gusenbauer angehören soll, zur Seite stehen. Es gebe bereits „losen Kontakt“ zu den Experten aus den verschiedenen Bereichen, dieser soll nun „institutionalisiert“ werden, bestätigte Kurz-Sprecher Gerald Fleischmann gegenüber der APA einen Bericht des „Kuriers“ (Donnerstag-Ausgabe).

Neben Gusenbauer gehören dem „Kurier“ zufolge auch noch der frühere Generalsekretär des Außenamtes, Albert Rohan, die Leiterin des Jüdischen Museums der Stadt Wien, Danielle Spera, die Unternehmensberaterin Antonella Mei-Pochtler, Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler, Ex-EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner, Ex-Kommissar Franz Fischler (beide ÖVP) sowie der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, dem Beratungsgremium an. Fleischmann betonte, dass es nicht nur diese acht Berater gebe, sondern auch noch „viele andere“, die „ehrenamtlich“ je nach Thema hinzugezogen werden können. Ein Schwerpunkt werde der Westbalkan sein.

Der Einsatz des Beratergremiums ist einer von drei Schritten, das Außenministerium zu modernisieren. Ein hausinterner „Thinktank“ unter der Leitung von Spitzendiplomaten Alexander Schallenberg und die Öffnung des Hauses für Debatten und Veranstaltungen sollen künftig die Arbeit von Kurz unterstützen.

Ausbau der Kinderbetreuung: Einigung mit Ländern

Versprochen waren die 350 Millionen Euro für den Ausbau der Kinderbetreuung schon länger, nun hat sich Familienministerin Sophie Karmasin mit den Ländern auf die Modalitäten der Ausschüttung geeinigt. Das berichteten mehrere Medien heute Abend. Einer der Eckpunkte: Wie von Karmasin bereits im Vorfeld angedeutet, wird der Kofinanzierungsanteil der Länder von 50 auf 35 Prozent gesenkt.

Laut Informationen auf der ÖVP-Website bringt die Einigung, die in einer 15a-Vereinbarung münden soll, flexiblere Öffnungszeiten, einen besseren Betreuungsschlüssel und eine kindgerechte Ausstattung der Kindergärten. Bei den unter Dreijährigen soll das Barcelona-Ziel, also eine Betreuungsquote von 33 Prozent, geschafft werden. Die 350 Mio. Euro sind für die Dauer der Legislaturperiode vorgesehen.

Konkret soll der Betreuungsschlüssel künftig bei Krippen 1:4, bei Kindergärten 1:10 betragen. Erstmals können Bundesmittel nicht nur Kindergartenpädagogen, sondern auch Hilfskräfte finanziert werden. Neu ist zudem, dass gemeindeübergreifende Angebote mit Bundesmitteln gefördert werden, und bei Tageseltern gibt es erstmals Lohnkostenzuschüsse von maximal 10.000 Euro pro Jahr. Mittels Investitionskostenzuschuss fließt nun auch Geld etwa für zusätzliche Bewegungsräume oder die kindgerechte Gestaltung des Außengeländes.

ÖVP ruft zur „Evolution“ auf

Die ÖVP will „Evolution“, das heißt, die ÖVP will sich ändern und ruft daher ihre Mitglieder und Sympathisanten zu einer Diskussion auf, und zwar über - wie es heißt - „Strukturen und Inhalte“. Von der Basis müssten die Ideen kommen, meint ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel. Einer Urabstimmung unter den Parteimitgliedern ist er nicht abgeneigt.

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Schieder: Volle Unterstützung für Heinisch-Hosek

In der SPÖ ist der Protest gegen die geplanten Bildungskürzungen groß, auch unter den SPÖ-Abgeordneten im Parlament. „Ich will das so nicht hinnehmen“, sagt etwa SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann. SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder versichert aber, Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) habe die volle Unterstützung.

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Sport

Fußball: Real Madrid feiert „Prinzen von Wales“

Mit dem Triumph im spanischen Cupfinale gegen Barcelona hat Real Madrid seinen ersten Titel der Saison erobert. Die „Königlichen“ haben mit Meisterschaft und Champions League sogar noch die Chance auf das Triple - und mit ihnen Superstar Gareth Bale. Der Waliser sicherte Real mit seinem Traumtor zum 2:1 nicht nur den Cup, sondern sich selbst auch den Titel „Prinz of Wales“, wie ihn spanische Medien nach seinem Siegestreffer nannten. „Das ganze Team hat sensationell gearbeitet“, blieb der teuerste Fußballer der Welt bescheiden.

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Eishockey: Traumstart von Vanek ins NHL-Play-off

Für Thomas Vanek hätte das Play-off der National Hockey League (NHL) kaum besser beginnen können. Der 30-Jährige feierte gestern mit den Montreal Canadiens einen hart erkämpften Auswärtssieg gegen Tampa Bay und erzielte dabei den Treffer zur zwischenzeitlichen 4:3-Führung der Gäste, die in der Verlängerung das bessere Ende für sich hatten. Vanek, der seinen siebenten Treffer im 19. Spiel für Montreal erzielte, darf somit weiter vom Stanley Cup träumen. Für die Canadiens wäre es der erste NHL-Titel seit 21 Jahren.

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Chronik

Beben der Stärke 4,0 in der Steiermark

Im Mürztal (Steiermark) haben sich heute Nachmittag binnen kurzer Zeit zwei Erdbeben ereignet. Die Erdstöße hatten die Stärke 3,4 und 4,0 auf der Richterskala und waren in weiten Teilen der Steiermark zu spüren.

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Handyrechnung von 25.000 Euro: AK verliert

Die Arbeiterkammer ist in ihrem Kampf gegen eine 25.000 Euro teure Handyrechnung nun endgültig abgeblitzt. Nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen Sachwuchers Ende Juni eingestellt hat, bestätigt das nun auch das Landesgericht.

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Tote bei Frontalcrash in OÖ

Ein Mädchen und ein Bub haben heute Vormittag ihre 64 Jahre alte Großmutter bei einem Autounfall in Eberstalzell (Oberösterreich) verloren. Ein 31-jähriger Lenker war frontal mit dem Wagen der Frau kollidiert, in dem auch die Enkel saßen und verletzt wurden.

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Frau nach Bankbesuch mit Messer überfallen

Mit einem Messer bewaffnet hat ein Unbekannter in Graz versucht, eine 37-jährige Frau zu überfallen. Der Mann dürfte die Frau von einer Bankfiliale bis zu ihrem Auto verfolgt haben, wo er sie dann bedrohte und Geld von ihr forderte.

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Rumänien will Ceausescu-Palast verkaufen

Ein Vierteljahrhundert nach der Wende wird der Bukarester Wohnpalast des kommunistischen Diktators Nicolae Ceausescu (1918 - 1989) zum Verkauf angeboten. Der Staat wolle sich dessen Unterhalt nicht mehr leisten, berichtete die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax heute.

Während der blutigen Wende in Rumänien im Dezember 1989 hatten Aufständische diesen Palast gestürmt und darin unter anderem goldene Wasserhähne entdeckt. Ceausescu und seine Frau Elena waren am 25. Dezember 1989 nach einem Scheinprozess erschossen worden.

Das unter dem Namen „Frühlingspalast“ (Palatul Primaverii) bekannte Gebäude wurde 1965 auf Weisung Ceausescus gebaut und verfügt über ein Schwimmbecken, eine Sauna und ein Solarium. Die Innenausstattung samt Wandmosaiken hat die Frau des Diktators persönlich bestimmt. Seit der Wende wird das Haus zur Unterbringung von Staatsgästen benutzt.

Wirtschaft

Frühe Spargelernte im Burgenland

Die Spargelernte im Seewinkel (Burgenland) hat um drei Wochen früher als sonst begonnen. Die Qualität ist ausgezeichnet. Geliefert wird das gesunde Gemüse an die Gastronomie rund um den Neusiedler See, in die Thermenregion und ins Südburgenland.

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Hypo Alpe-Adria: Italien-Tochter als „Unsicherheitsfaktor“

Vor der Zerschlagung der Hypo Alpe-Adria in Abbaugesellschaft und verkaufsfertige Südosteuropasparte wartet im Süden noch ein Problem auf seine Lösung: Die von einem Leasingskandal geschüttelte Italien-Tochter muss abgewickelt werden - oder verkauft.

Hypo-Chef Alexander Picker nannte die Italien-Operation heute noch einen „Unsicherheitsfaktor“ und „eines der großen Probleme“. Die Bank dort darf, wie von der EU vorgegeben, kein Neugeschäft mehr machen, hat aber noch Kundeneinlagen und aushaftende Kredite. Die operative Bank in Udine darf als „reguliertes“ Kreditinstitut nicht in eine unregulierte Abwicklungsgesellschaft, wie sie bis September unter dem Dach der ÖIAG für den gesamten Abbau der Hypo Alpe-Adria in Österreich installiert werden soll.

Um Lösungen wird gerungen. Laut Picker könnte die Italien-Bank dereguliert, also ihrer Banklizenz entledigt werden, dann wisse man nicht, was mit den Einlagen zu tun sei. Sie könnte vielleicht doch noch verkauft werden - entweder ganz oder in Einzelteilen. Ein Verkauf wäre für Picker „das Schönste und Eleganteste“. Zumindest ein Teil könnte in die neue Abbaugesellschaft wandern. Klappt es bis September nicht, für die Italientochter eine Lösung hinzukriegen, „dann hängt eine italienische Bank direkt an der Republik Österreich“, meinte Picker heute: „Aber wir arbeiten an einer Lösung, ich sehe das optimistisch, dass wir das in trockene Tücher bekommen.“

Skurriler Rechtsstreit um Ortsnamen Laguiole

Weil sie den Namen ihres Dorfes nicht zu kommerziellen Zwecken nutzen dürfen und in einem Rechtsstreit 100.000 Euro zahlen müssen, gehen Bürgermeister und Bewohner des südfranzösischen Ortes Laguiole auf die Barrikaden. „Wir rufen alle 36.000 Gemeinden in Frankreich zur Solidarität auf“, sagte Bürgermeister Vincent Alazard heute laut AFP. „Die Gebietskörperschaften helfen sich bei Naturkatastrophen. Wir sind jetzt Opfer einer übernatürlichen Katastrophe.“

Der 1.300-Einwohner-Ort im Departement Aveyron war Anfang April in einem Berufungsverfahren einem Händler aus dem Großraum Paris unterlegen. Dieser hatte sich bereits 1993 den Namen des Dorfes als Markenname schützen lassen. Derzeit verkauft er damit unter anderem aus China und Pakistan importierte Messer.

Ortsschilder abmontiert

Bürgermeister und Bewohner von Laguiole wollen, dass ihm das Recht dazu aberkannt wird - damit sie selber den Namen für in dem Ort hergestellte Produkte nutzen können. Sie unterlagen aber vor dem Pariser Berufungsgericht und sollen dem Händler jetzt 100.000 Prozesskosten zahlen.

„Wenn ein Unternehmer aus Laguiole eine Käseplatte herstellen und ihr den Namen Laguiole geben will, dann ist das die Fälschung eines chinesischen Produkts“, empörte sich der Bürgermeister. Jetzt solle das Dorf auch noch dem Mann 100.000 Euro überweisen, „der mit unserem Namen Geld macht“.

In dem seit Jahren währenden Streit hatte das Dorf 2012 symbolisch seinen Namen abgelegt und die Ortsschilder abmontiert. Zu Wochenbeginn wandte sich Bürgermeister Alazard in einem Brief an Staatschef Francois Hollande und bat um ein Treffen.

Sport Eybl komplett in britischer Hand

Die angeschlagene Sporthandelskette Sport Eybl ist seit Anfang April vollständig in britischer Hand. Die Gründerfamilie Eybl hat sich nach über 80 Jahren vollständig aus dem Unternehmen zurückgezogen, schreiben die „Oberösterreichischen Nachrichten“ („OÖN“) heute. Laut Firmenbuch hält die Sports Direct seit 2. April 100 Prozent der Anteile.

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Gesundheit

Neuer Ebola-Stamm in Guinea identifiziert

Ein internationales Forscherteam hat in Guinea einen neuen Ebola-Stamm identifiziert. Das teilte das an der Entschlüsselung des Virusgenoms beteiligte Bernhard-Nocht-Institut heute in Hamburg mit. Die Experten berichteten in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ über ihre Erkenntnisse.

Ende März waren mehrere internationale Wissenschaftler im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach Guinea gereist, um den Erreger zu analysieren. Dazu gehörten neben einem Experten des Bernhard-Nocht-Instituts auch Forscher des Instituts für Mikrobiologie der deutschen Bundeswehr sowie aus Italien und Frankreich.

Die Daten der genetischen Analyse deuten demnach darauf hin, dass der im westafrikanischen Guinea und in Liberia entdeckte Erreger wahrscheinlich Anfang Dezember 2013 bzw. sogar schon Monate vor dem Ausbruch kursierte. Es handle sich um einen neuen Stamm einer Virusart, der sich möglicherweise parallel zu anderen Ebola-Stämmen in der Republik Kongo und in Gabun entwickelt hat, schreiben die Autoren.

Diakonie: „Menschen mit Demenz nicht vergessen“

Im Jahr 2020 werden in Österreich laut der Hilfsorganisation Diakonie 130.000 Menschen direkt von Demenz betroffen sein. „Demenz bedeutet vergessen. Menschen mit Demenz dürfen aber nicht vergessen werden“, appellierte Direktor Michael Chalupka am Gründonnerstag an die Bundesregierung.

„Demenz geht uns alle an“

„Wenn der G-8-Gipfel die Wichtigkeit des Themas wegen seiner demografischen und ökonomischen Brisanz erkennt, ist es höchste Zeit, dass auch die österreichische Bundesregierung gemeinsam daran arbeitet. Demenz geht uns alle an“, so Chalupka.

Die Diakonie unterstrich in einer Aussendung, dass „Demenzbetroffene nicht die zentralen Aspekte des Menschseins verlieren“, so Alexander Aschenbrenner, Gerontopsychologe aus der Diakonie in Salzburg. „Was die Menschen brauchen, ist Begleitung, die vor allem die vorhandenen Stärken des Demenzbetroffenen erkennt. Dann ist auch mit der Diagnose Demenz weiterhin ein gutes Leben möglich.“

Flächendeckende Versorgung gefordert

Neben der öffentlichen Bewusstseinsbildung und der Entlastung der Angehörigen fordert die Organisation auch eine gute und flächendeckende Versorgung mit sozialen Dienstleistungen. „Genauso unterschiedlich wie die Menschen, genauso unterschiedlich muss auch das Angebot sein“, sagte Chalupka. „Zu Hause unterstützt mit mobilen Diensten, im Pflegeheim oder im betreuten Wohnen; ein Tageszentrum, wo nur tagsüber Unterstützung geboten wird – vieles soll möglich sein. Derzeit fehlen diese Leistungen oft noch oder sind schlichtweg nicht leistbar“, so der Direktor.

Erstmals seit 26 Jahren keine Grippewelle

Erstmals seit 26 Jahren hat der Wiener Grippemeldedienst in der Influenza-Saison 2013/2014 keine Grippewelle verzeichnet. Wien liegt mit dieser Bilanz im österreichischen und europäischen Trend, wo es ebenfalls nur wenige Influenza-Erkrankungen gab.

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Religion

Papst Franziskus zelebrierte traditionelle Fußwaschung

Papst Franziskus hat heute bei der traditionellen Abendmahlmesse am Stadtrand von Rom zwölf Behinderten eines Therapiezentrums die Füße gewaschen. Unter den 16 bis 86 Jahre alten Menschen, an denen der Papst die Demutsgeste kniend und ohne Kopfbedeckung vollzog, war auch ein libyscher Muslim. In der bewegenden Zeremonie küsste der Papst die Füße der Behinderten.

„Wir müssen einander dienen“, sagte er in einer frei gehaltenen kurzen Predigt. Diener in Liebe zu sein sei ein Erbe Jesu, jeder solle in seinem Herzen an die anderen denken und überlegen, wie er ihnen dienen könne.

Kultur

Starmusiker „Cheo“ Feliciano bei Autounfall gestorben

Der puertoricanische Salsa- und Bolero-Star Jose Luis „Cheo“ Feliciano ist tot. Der Musiker starb heute bei einem Autounfall in der Hauptstadt San Juan, wie lokale Medien berichteten. Laut einem Polizeibericht prallte der 78-Jährige mit seinem Auto gegen einen Strommast und erlitt dabei tödliche Kopfverletzungen.

„Cheo“ Feliciano war ein beliebter Komponist und Sänger in Puerto Rico. Mit seinem Spitznamen wollte er sich von seinem gleichnamigen blinden Landsmann Jose Feliciano („Feliz Navidad“) abheben, mit dem er nicht verwandt war.

Im Alter von 17 Jahren zog er nach Spanish Harlem in New York, wo er seine Laufbahn als Schlagzeuger begann. Seine Salsa- und Bolero-Songs machten ihn später in ganz Lateinamerika berühmt. Laut der Zeitung „El Nuevo Día“ wollte Feliciano für einen Auftritt nach Mexiko reisen.

Ausstellung zu 100 Jahre Wiener Rathausplatz

Heute findet das große Parkfest mit 140 Oldtimern auf dem Rathausgelände statt. Parallel dazu wird die Fotoausstellung „100 Jahre Rathausplatz“ in der Tiefgarage eröffnet. Doch was hat der historische Platz im letzten Jahrhundert wirklich miterlebt?

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Hausners „Amour Fou“ in Cannes-Nebenschiene

Der neue Film von Jessica Hausner, „Amour Fou“, läuft bei den 67. Filmfestspielen von Cannes in der Reihe „Un Certain Regard“. Die österreichische Regisseurin, die zuletzt mit „Lourdes“ (2009) in Venedig vertreten war, konkurriert in der Nebenschiene u. a. mit Wim Wenders, Matthieu Amalric, Asia Argento und Ryan Gosling. Das teilte das Festival heute auf einer Pressekonferenz mit.

Der Wettbewerb wird einmal mehr zu einem Stelldichein der Regiestars. David Cronenberg ist ebenso einer der Kandidaten für die Goldene Palme wie die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne und die Briten Mike Leigh und Ken Loach. Als größte Überraschung darf jedoch die Rückkehr der lebenden Regielegende Jean-Luc Godard gelten.

Insgesamt laufen in diesem Jahr 18 Filme im Wettbewerb, zwei Filme sind derzeit „außer Konkurrenz“ gelistet. Für die am 15. Mai beginnende Ausgabe des Festivals wurden 1.800 Spielfilme eingereicht, berichtete der künstlerische Leiter Thierry Fremaux. Inklusive der Nebenschienen wurden 49 Filme aus 28 Ländern ausgewählt. Der Auswahlprozess sei „manchmal ein bisschen brutal“, gab Fremaux zu.

Fall Pereira: Lombardei-Präsident fordert Erklärung

Der Präsident der Region Lombardei, Robert Maroni, hat den Intendanten der Salzburger Festspiele und künftigen Scala-Chef Alexander Pereira aufgerufen, seine Position in Zusammenhang mit dem Ankauf von Opern aus Salzburg zu erläutern. „Sollte es keine glaubwürdige Erklärung geben, glaube ich nicht, dass er in Mailand weitermachen kann“, sagte Maroni nach Angaben italienischer Medien.

Verhalten „nicht einwandfrei“

Pereiras Verhalten sei „vom moralischen Standpunkt nicht einwandfrei“, sagte der Politiker. Ein Mitglied des lombardischen Regionalparlaments sitzt im Scala-Aufsichtsrat. „Unser Vertreter hat Pereiras Verhalten kritisiert und Erklärungen gefordert“, betonte Maroni, Spitzenpolitiker der Lega Nord.

Das italienische Kulturministerium hatte den Scala-Aufsichtsrat am Dienstag dazu aufgerufen, einen Bericht über den Deal mit Salzburg zu verfassen. Pereira wies den Verdacht eines Interessenkonflikts zuletzt entschieden zurück und sprach von einer Win-win-Situation. „Salzburg hat schöne Produktionen, die nicht mehr inszeniert werden. Die Scala kauft sie zu einem Spottpreis. Wo ist der Skandal?“, so Pereira gestern in der Tageszeitung „La Stampa“.

Science

Insektenweibchen mit Penis entdeckt

Bei Staubläusen der Art „Neotrogla aurora“ besitzen die Weibchen den Penis. Die Höhleninsekten aus Brasilien seien die erste Tierart mit umgekehrten Geschlechtsmerkmalen, berichten Forscher im Fachblatt „Current Biology“.

Das penisähnliche Organ wird von den Wissenschaftern „Gynosom“ genannt. Mit ihm dringen die weiblichen Insekten in eine vaginaähnliche Öffnung der Männchen ein und nehmen große Samenpakete auf.

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Forscher: Stress ist ansteckend

Nicht nur Gähnen, auch Stress kann ansteckend sein. Wer selbst entspannt sei, für den könne es stressig werden, wenn er einen anderen Menschen in einer angespannten Situation sehe, berichteten Forscher aus Leipzig und Dresden heute.

Allein die Beobachtung reiche oftmals, damit der eigene Körper das Stresshormon Kortisol ausschütte, ergänzte das Team um Tania Singer vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (Leipzig) und Clemens Kirschbaum von der Technischen Universität Dresden. Die Wissenschaftler nennen das empathischen Stress.

Bei einem Stresstest mussten Probanden etwa schwierige Kopfrechenaufgaben lösen und Bewerbungsgespräche meistern. Bei insgesamt 26 Prozent der Beobachter stieg daraufhin der Kortisolwert an. Waren die Zuschauer in einer partnerschaftlichen Beziehung mit den Probanden verbunden, so reagierten 40 Prozent auf diese Weise. Bei fremden Menschen sprang der Stress immerhin noch auf zehn Prozent der Beobachter über.

Golfstrom seit 15 Millionen Jahren aktiv

Der Golfstrom hat bereits vor 15 Millionen Jahren Wärme aus dem Süden des Atlantiks bis nach Island transportiert. Dort verlangsamte er laut österreichischen Forschern die Abkühlung, die damals weltweit im Gang war.

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IT

Stromschlaggefahr bei Nokia-Tablet Lumia 2520

Nokia hat einem Reuters-Bericht zufolge den Verkauf des Tablets Lumia 2520 in mehreren Ländern Europas gestoppt und Kunden vor der Verwendung des zugehörigen Ladegeräts gewarnt. Bei dem Gerät könne sich die Abdeckung lösen, und dann bestehe die Gefahr eines Stromschlags, erklärte der Konzern den Angaben zufolge heute.

Betroffen seien etwa 30.000 Ladegeräte des Typs AC-300, darunter 600 Reisestecker. Betroffen seien Kunden in Österreich, Deutschland, Dänemark, Finnland, Russland, der Schweiz, Großbritannien und den USA.

Das Lumia 2520 gehörte zu den letzten Geräten, die Nokia vor dem Verkauf seiner Handysparte an Microsoft entwickelte.

Lifestyle

50 Jahre Ford Mustang: Das Erfolgsgeheimnis einer Legende

Mit kaum einem anderen Modell hat ein Autohersteller derart den Nerv der Zeit getroffen wie Ford mit dem Mustang. 1964 rollten in den USA die ersten serienreifen Exemplare vom Fließband, binnen zwei Jahren verkaufte sich der Mustang I über eine Million Mal. Geheimnis des Erfolgs war nicht nur geschicktes Marketing. Vor allem hatte der „Vater“ des Mustang, Lee Iacocca, ziemlich genau gewusst, was das „junge Amerika“ will. Den Rest erledigte die Popkultur: James Bond fuhr Mustang, Steve McQueen fuhr ihn, mit „Mustang Sally“ wurde ihm ein musikalisches Denkmal gesetzt - alles in allem genug, um die Legende ihre Konkurrenten überleben zu lassen.

„Geschmack des jungen Amerika“