Ausland

Entführte deutsche Archäologen in Nigeria frei

Nach mehreren Tagen in der Gewalt von Entführern sind zwei deutsche Archäologen in Nigeria wieder in Freiheit. Die beiden Wissenschaftler der Frankfurter Goethe-Universität befänden sich in der Obhut der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Abuja, hieß es heute im Auswärtigen Amt. Ihnen gehe es „den Umständen entsprechend gut“. Zu den Details der Freilassung wollte sich das Amt nicht äußern.

Offenbar kein Lösegeld gezahlt

Von Seiten der nigerianischen Polizei hieß es, die Entführter hätten die beiden Wissenschaftler freigelassen, ohne dass es eines Befreiungseinsatzes der Sicherheitsbehörden bedurft hätte.

„Die Kidnapper haben sie laufen lassen, weil wir Druck ausgeübt haben“, sagte der Sprecher der Polizei des Bundesstaats Kaduna, Usman Aliyu. Die Polizei sei den Entführern auf der Spur. Seines Wissens nach sei kein Lösegeld gezahlt worden, fügte Aliyu hinzu.

Die beiden Archäologen waren am vergangenen Mittwoch im Dorf Jenjela im Bundesstaat Kaduna von bewaffneten Männern verschleppt worden. Nach Angaben der nigerianischen Polizei waren zwei Dorfbewohner, die den Deutschen helfen wollten, von den Angreifern getötet worden.

Demo zum Gedenken an ermordeten Nemzov in Moskau

Tausende Anhänger der russischen Opposition haben bei einem Gedenkmarsch für den ermordeten Politiker Boris Nemzow gegen Russlands Regierung protestiert. Mit Fotos des getöteten Oppositionsführers und weiß-blau-rot gestreiften Nationalflaggen zog die Menge heute durch das Zentrum von Moskau. „Russland ohne Putin“, skandierte die Menge immer wieder im Protest gegen Präsident Wladimir Putin.

Demonstration in Moskau

APA/AP/Dmitri Lovetsky

Die Veranstalter sprachen zunächst von rund 15.000 Teilnehmern, die Polizei meldete rund 5.000 Teilnehmer. Die Sicherheitskräfte riegelten die Demonstration weitgehend ab. Nemzow war am 27. Februar 2015 in Sichtweite des Kremls erschossen worden. Die Tat löste international Bestürzung aus.

Die Anklage geht von einem Auftragsmord aus, wobei sich der angebliche Auftraggeber ins Ausland abgesetzt haben soll. Gegen fünf Tatverdächtige läuft ein Prozess. Nemzows Anhänger vermuten die Hintermänner aber in der Führung der Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus.

NL-Wahl: Populist aus dem Off gegen alle

Am 15. März wählen die Niederlande ein neues Parlament. Und für Geert Wilders ist der erste Platz noch immer in greifbarer Nähe. Auch wenn die Umfragewerte für den Rechtspopulisten in den vergangenen Wochen gesunken sind. So gut wie ausgeschlossen ist hingegen, dass Wilders ein solcher Sieg in die Regierung bringt. Das liegt nicht nur am kategorischen Nein, mit dem alle relevanten Parteien eine Koalition mit seiner Partei für die Freiheit (PVV) bedenken. Auch Wilders selbst scheint sich an den Eskalationsschrauben wohler zu fühlen als am politischen Steuerrad.

Mehr dazu in Wahlkampf ohne Auftritte

Taliban rufen zum Bäumepflanzen auf

In einem einigermaßen rätselhaften Aufruf fordern die afghanischen Taliban dazu auf, dass „die Mudschaheddin und geliebten Landsleute einander beim Pflanzen von Bäumen die Hände reichen müssen“. Der in vier Sprachen abgefasste Aufruf wurde am Wochenende im Namen von Taliban-Führer Mullah Haibatullah Akhundzada verbreitet.

In dem Statement heißt es, man bleibe trotz des Aufrufs zum Pflanzen von Bäumen „aktv engagiert im Kampf gegen ausländische Invasoren und ihre Lakaien“, womit die Regierung in Kabul gemeint ist.

Der Beginn des Frühjahrs markiert üblicherweise den Auftakt vermehrter militärischer und terroristischer Aktivitäten der Taliban. Dementsprechend erklärte ein Sprecher von Präsident Ashraf Ghani, die Botschaft sei nur zur „Täuschung der öffentlichen Meinung“ gedacht, um von den „Verbrechen und der Zerstörung“ der Taliban abzulenken.

Tunesien vor Streichung von Zehntausenden Beamtenjobs

Tunesien plant unter dem Druck des Internationalen Währungsfonds einen verschärften Reformkurs. Zehntausend Stellen im öffentlichen Dienst sollten gestrichen werden, sagte Finanzministerin Lamia Zibri gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem sei geplant, Anteile an drei staatlichen Banken zu verkaufen.

Tunesien hat im Juni eine erste Tranche von 320 Millionen Dollar aus einem Hilfspaket des IWF erhalten. Die zweite Tranche, die eigentlich für Dezember geplant gewesen sei, sei dagegen nicht ausgezahlt worden, sagte Zibri. Mit den Reformen hofft die Regierung in Tunis, den IWF noch umstimmen zu können.

Junge Demokratie gefährdet

Auch der Verkauf von Unternehmen, die einst dem gestürzten Machthaber Zine El Abidine Ben Ali gehört haben, sei geplant. Das dürfte aber weniger als 300 Millionen Dollar einbringen, sagte Zibri. Immerhin ziehe die Wirtschaft an. So seien mehr Buchungen von Touristen in der wichtigen Sommersaison eingegangen, und auch das Phosphorgeschäft laufe gut. Es sei möglich, dass das Wachstum mit drei Prozent besser ausfalle als bisher angenommen.

Der Tourismus, der acht Prozent der Wirtschaftsleistung Tunesiens ausmacht, war nach mehreren Anschlägen 2015 deutlich zurückgegangen. Nach dem Sturz Ben Alis hat Tunesien freie Wahlen eingeführt, eine neue Verfassung verabschiedet und gilt damit als demokratisches Vorbild in der Region. Doch das Land leidet unter einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit. Zudem bremsen politische Grabenkämpfe die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

EU-Richtlinie mit „Gummiparagrafen“ gegen Terror

Die Umsetzung der umstrittenen neuen Richtlinie zur Terrorbekämpfung läuft in der EU gerade an. Hauptangriffspunkt aller Kritiker der Regelung ist bereits die Definition von Terrorismus in der Einleitung.
Die ist nämlich so breit gefasst, dass nationalpopulistische Regierungen in der EU geradezu eingeladen werden, noch breitere Regelungen zu erlassen. Solche „Gummiparagrafen“ könnten dann auch gegen Oppositionelle und Medien eingesetzt werden.

Die Schwelle zur Beurteilung, ob es sich um ein „Terrorismusdelikt"
handelt, ist denkbar niedrig angesetzt, eine Definition von Terrorismus fehlt überhaupt. Ermittlungen wegen Terrorismus werden vielmehr an den angenommenen Absichten eines Verdächtigen aufgehängt. Schon der bloße Besuch auf "Terror-Websites“ kann so als Straftat gewertet werden, als solche gilt auch „Glorifizierung von Terrorismus“ in der Absicht, „die Bevölkerung einzuschüchtern“, oder die Regierung zu nötigen.

Mehr dazu in fm4.ORF.at
--

Iran: Präsident Rouhani tritt für zweite Amtszeit an

Der iranische Präsident Hassan Rouhani wird für eine zweite vierjährige Amtszeit antreten. Das gab Vizepräsident Hussein-Ali Amiri heute bekannt. Bis jetzt hatten sich weder Rouhani noch das Präsidialamt zu dem Thema geäußert. Die Präsidentschaftswahl findet am 19. Mai statt.

Der 68 Jahre alte Rouhani gehört zum Reformlager. Die anderen beiden großen Lager, die Hardliner sowie die Konservativen, suchen noch nach geeigneten Gegenkandidaten. Nach Einschätzung von Kommentatoren hat jedoch keiner der bisher genannten möglichen Kandidaten eine reelle Chance, die Wiederwahl Rouhanis zu gefährden.

Die Opposition hofft, dass sich vor der Wahl außenpolitische Spannungen - dabei insbesondere mit der US-Regierung von Präsident Donald Trump - verschärfen und die Wirtschaft nicht wie erwartet von der Umsetzung des Atomabkommens mit dem Westen profitiert. Beides könnte zum Scheitern von Rouhanis moderatem Kurs und zu einem politischen Comeback der Hardliner und Konservativen an die Macht führen.

Inland

Drozda für Änderungen bei Staatsholding ÖBIB

Kanzleramtsminister Thomas Drozda spricht sich für eine Änderung der Österreichischen Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) aus. „Die ÖBIB ist kein Modell, um die Eigentümerrolle der Republik kompetent wahrzunehmen“, zitiert der „Kurier“ Drozda in der Sonntag-Ausgabe. Unter dem Motto: „Gestalten statt verwalten“ sollte die ÖBIB zum Holdingdach für weitere Unternehmen ausgebaut werden, an denen der Staat oder die Länder beteiligt sind.

Die ÖBIB, die ehemalige Staatsholding ÖIAG, muss laut Gesetz die Eigentümerinteressen des Bundes wahrnehmen, sitzt aber im Gegensatz zur ÖIAG selbst nicht in den Aufsichtsräten der Unternehmen, sondern ein Nominierungskomitee sucht die Aufsichtsräte aus.

Auch ÖVP angeblich unzufrieden

„Das ist eine seltsame Konstruktion, die die Stellung der Republik gegenüber den Syndikatspartnern (America Movil, Abu Dhabi; Anm.) schwächt. Die ÖBIB muss wieder in die Präsidien der Aufsichtsräte und in die relevanten Ausschüsse“, fordert Drozda, seit Sommer 2016 Mitglied des Komitees und in der SPÖ für die ÖBIB zuständig. Das werde bei allen großen Holdings so gehandhabt.

Laut dem Zeitungsbericht gibt es auch in der ÖVP zunehmend Kritik an der Staatsholding, die vor gerade einmal zwei Jahren die ÖIAG ablöste. Drozda spricht sich für eine Änderung der ÖBIB aus, mit dem Ziel, die Beteiligungen professionell zu managen, „um die Industriesubstanz und die Headquarters zu erhalten“. Die Republik müsse den nachvollziehbaren strategischen Interessen der Syndikatspartner „etwas entgegensetzen können“.

Chefin wieder vor Ablöse?

Die ÖBIB sollte zum Holdingdach für weitere Unternehmen ausgebaut werden, an denen der Staat oder die Länder beteiligt sind, erklärt Drozda. Eine Neukonzeption sei aber eine Aufgabe für das nächste Regierungsprogramm. Unter das Dach einer neuen Holding könnten dann alle Unternehmen kommen, an denen es strategische Interessen gebe und die im Wettbewerb stehen, etwa aus der E-Wirtschaft. ASFINAG und ÖBB kämen dafür nicht in Frage.

ÖBIB-Chefin Martha Oberndorfer würde bei einer Neuaufstellung der Staatsholding höchstwahrscheinlich nicht mehr an Bord sein, schreibt der „Kurier“. „Die Geschäftsführung ist nicht das Thema. Zuerst muss man die Strukturen überlegen und dann über eine erfahrene Persönlichkeit mit industriellem Background nachdenken“, so Drozda.

Medienberichte: Neue Details zu Eurofightern

Vor der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats zur Eurofighter-Affäre sind am Wochenende einige weitere Details publik geworden. So berichtete die „Kronen Zeitung“ heute von angeblich überhöhten Rechnungen für Ersatzteile des Jets. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der die Zustimmung zu einem U-Ausschuss vom Vorliegen neuer Fakten abhängig macht, zeigte sich davon aber vorerst unbeeindruckt.

Laut „Kronen Zeitung“ wurden dem Bundesheer für eine Gummidichtung 14.554 Euro verrechnet, für 110 Beilagscheiben 123.757 Euro. Erst nach Kritik der internen Revision des Verteidigungsministeriums habe man den Preis auf 127 bzw. 49,28 Euro reduziert.

Für Strache „Fall für das Gericht“

Das „profil“ berichtete, dass ein namentlich nicht genannter leitender ORF-Mitarbeiter den Eurofighter-Hersteller EADS vor der Vergabe 2002 mit Lobbying-Tipps beraten habe. Und laut „News“ wird der Vorwurf des Verteidigungsministeriums, wonach 183,4 Mio. Euro Gegengeschäftskosten im Eurofighter-Kaufpreis eingerechnet wurden, auch durch Aussagen von EADS-Manager Aloysius Rauen aus 2013 bestätigt.

Unklar ist indes weiterhin, ob der neuerliche Eurofighter-U-Ausschuss zustande kommt. Strache ließ am Wochenende via Facebook wissen, er wolle die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarten. Die angeblich überhöhten Ersatzteilpreise sind aus seiner Sicht „ein Fall für das Gericht“. Vom für den Sicherheitsrat am Dienstag angekündigten Einblick in die Anzeige des Verteidigungsministeriums erwartet Strache offenbar nicht viel: „Eine Einsicht in die Strafanzeige (...) wird sicher nicht in zwei Stunden abzuhandeln sein, außer der Inhalt hat kein Gewicht.“

Sport

Ski alpin: Shiffrin nähert sich Gesamtweltcup

Slalom-Serienweltmeisterin Mikaela Shiffrin hat heute in Crans-Montana erstmals eine Kombination im alpinen Skiweltcup gewonnen. Die 21-jährige US-Amerikanerin setzte sich bei ihrem 29. Weltcup-Sieg vor Federica Brignone und Ilka Stuhec durch, die sich damit die kleine Kristallkugel für den Sieg in der Kombi-Wertung sicherte.

Im Duell mit der Slowenin um den Gesamtweltcup war allerdings der Erfolg Shiffrins in Crans-Montana wertvoll. Vor dem Saisonfinale konnte sie den Vorsprung damit ausbauen. Wertvolle Punkte, die Shiffrin im Saisonfinale noch brauchen könnte.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Ski alpin: Fill im Super-G knapp vor Reichelt

Die wesentlichen Entscheidungen im Super-G-Weltcup sind heute beim Rennen in Kvitfjell (NOR) gefallen. Zwar holte sich der Italiener Peter Fill mit 34 Jahren seinen ersten Sieg im Super-G und seinen dritten Erfolg im Weltcup, die kleine Kristallkugel im Disziplinenweltcup ging aber zum sechsten Mal in Folge an Norwegen.

Kjetil Jansrud ist nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Eine herbe Abfuhr für Österreichs Skifahrer verhinderte Hannes Reichelt, der nur knapp hinter Fill Zweiter wurde.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

„Handelsblatt“: China entschärft E-Auto-Quote

Nach Informationen des „Handelsblatts“ zeichnet sich im Streit zwischen Deutschland und China um eine geplante Quotenregelung für Elektroautos eine Lösung ab.

Nach Gesprächen auf höchster Ebene wolle China den deutschen Forderungen weitgehend entgegenkommen und die geplanten Quotenregeln entschärfen, berichtete die Zeitung am Sonntag. Sie beruft sich auf „mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen“.

Deutsche Hersteller machen mobil

Dem Blatt zufolge sollten ab Januar 2018 batteriebetriebene Fahrzeuge und Hybridmodelle mindestens acht Prozent des Absatzes jedes Autobauers in China ausmachen – sonst drohten Strafen. Im Jahr darauf sollten es bereits zehn und ein Jahr später sogar zwölf Prozent des Absatzes sein. Diese Quoten hätten die deutschen Hersteller niemals so schnell erreichen können.

Laut „Handelsblatt“ hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber mit Chinas Ministerpräsident Li Keqiang gesprochen. Außerdem habe das Kanzleramt eine ranghohe Delegation zu Gesprächen nach Peking geschickt. Nun wolle China die Regeln entschärfen.

Weltweite Staatsschulden steigen auf 42 Billionen Euro

Der weltweite staatliche Schuldenberg wird bis Jahresende 2017 um fast eine Billion auf einen neuen Rekordwert von umgerechnet 42 Billionen Euro anwachsen. Das wäre ein Plus von 2,3 Prozent, schreibt die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) in einem aktuellen Report. Die meisten Kredite werden erneut die USA und Japan aufnehmen müssen. Sie kommen gemeinsam auf 60 Prozent der gesamten geplanten Kapitalaufnahmen, gefolgt von China, Italien und Frankreich.

Gleichzeitig dürfte der Anteil der erstklassigen Schuldner mit einem „AAA“-Spitzenrating auf ein Allzeittief fallen. Nur noch sieben Prozent der geschätzten Gesamtverschuldung und sechs Prozent der langfristigen Verbindlichkeiten fallen in diese Kategorie. Verantwortlich dafür ist hauptsächlich die Abstufung von Großbritannien auf „AA“ im Juni des Vorjahres. Die Hälfte aller Staatsschulden werden ein „AA“-Rating haben, da fünf der sechs größten staatlichen Schuldner in diese Kategorie fallen: die USA, Japan, China, Frankreich und Großbritannien.

Nach den Berechnungen von S&P weist Japan in diesem Jahr den mit Abstand höchsten Bedarf von Schuldenverlängerungen auf. Staatsschulden in Höhe von 66 Prozent des japanischen BIP müssen demnach verlängert werden. Mit 254 Prozent wies Japan 2016 auch die höchste Staatsverschuldungsrate unter allen bewerteten Ländern auf. Auch der Anteil der kurzfristigen Verschuldung ist in Japan mit 15 Prozent relativ hoch. In den meisten entwickelten Volkswirtschaften liegt der Anteil der kurzfristigen Schulden an der Gesamtverschuldung zwischen fünf bis zehn Prozent, unterstreicht S&P.

Chronik

Heidelberg: Polizei sucht Motiv nach Amokfahrt

Nach der tödlichen Autofahrt in eine Menschengruppe im deutschen Heidelberg suchen die Ermittler nach dem Motiv des Fahrers. Der mutmaßliche Täter äußerte sich in einer ersten Vernehmung heute nach Angaben der Polizei nicht zu den Vorwürfen. Ein Richter erließ Haftbefehl unter anderem wegen Mordverdachts.

Der 35 Jahre alte Deutsche war von der Polizei mit einem Bauchschuss gestoppt und danach operiert worden. Er wird von der Polizei bewacht, bis er in ein Gefängniskrankenhaus verlegt werden kann.

Zwei Österreicher verletzt

Der Mann soll mit einem Mietwagen in die Gruppe der Passanten gefahren sein - ein 73-Jähriger wurde getötet und zwei Österreicher verletzt. Der 35-Jährige floh zu Fuß mit einem Küchenmesser bewaffnet, bis die Polizisten ihn niederstreckten. Mit Pfefferspray hatten sie ihn nicht stoppen können.

Der Verdächtige ist nach Polizeiangaben Student und lebt in Heidelberg. Er sei zuvor nicht polizeibekannt gewesen. Ob er bei der Tat möglicherweise vermindert schuldfähig oder schuldunfähig war, müsse jetzt ermittelt werden. Das Auto, das der Mann für die Todesfahrt nutzte, ist laut Polizei ein Mietwagen mit Hamburger Kennzeichen.

Der 35-Jährige soll es vor rund zwei Wochen in der Stadt angemietet haben. An der Untersuchung des Wagens und von Gepäckstücken war auch ein Sprengstoffsuchhund beteiligt. Hinweise auf einen terroristischen oder extremistischen Hintergrund gebe es nicht.

Chile: Rund 1,4 Mio. Haushalte ohne Wasser

In Chiles Hauptstadt Santiago waren heute nach heftigen Unwettern und Überschwemmungen mehr als 1,4 Millionen Haushalte ohne Wasserversorgung. Santiagos Gouverneur Claudio Orrego sagte, noch sei nicht klar, wann es wieder Trinkwasser geben werde. Der durch Erdrutsche verschmutzte Fluss Maipo konnte nicht mehr für die Trinkwasserversorgung genutzt werden.

Auf Anordnung der Behörden blieben Geschäfte und Restaurants ohne Trinkwasser geschlossen. Auch Schulen sollten morgen nicht öffnen. Die Einwohnerzahl von Santiago beträgt insgesamt 6,5 Millionen Einwohner.

Vier Menschen in den Fluten gestorben

Besonders betroffen von dem Unwetter waren die Regionen Valparaiso, Santiago und O’Higgins. Dort kamen bereits vier Menschen ums Leben, nachdem Flüsse über die Ufer getreten waren und Schlamm- und Gerölllawinen niedergingen. Sieben Menschen wurden vermisst, mehr als tausend waren von der Außenwelt abgeschnitten.

Frau auf Kreuzfahrt verschwunden

Der Fall einer verschwundenen Frau auf einer Kreuzfahrt gibt in Italien Rätsel auf. Ihr Mann, ein Deutscher, wird beschuldigt, seine chinesische Frau möglicherweise umgebracht zu haben. Der Mann sitzt wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft in Rom, wie ein Richter am Wochenende laut Nachrichtenagentur ANSA bestätigte.

Seine Frau war auf einer Kreuzfahrt im Mittelmeer spurlos verschwunden. Der Mann sitzt seit Dienstag vergangener Woche in Haft. Er streitet eine Schuld ab. Auch die „Bild am Sonntag“ hatte darüber berichtet.

Der Kreuzfahrt „überdrüssig“?

Seine Frau sei in Griechenland absichtlich von Bord der „MSC Magnifica“ gegangen, weil sie der Kreuzfahrt überdrüssig gewesen sei, sagten seine Anwälte laut italienischen Agenturen. Ihm habe das keine Sorgen bereitet, weil sie das schon öfter gemacht habe. Der Mann war in Italien festgenommen worden, als er mit seinen beiden Kindern das Land per Flugzeug in Richtung Irland, wo sie wohnten, verlassen wollte.

Leute

Streit zwischen Lagerfeld und Streep eskaliert

Mode-Legende Karl Lagerfeld hat sich durch eine leichtfertige Äußerung den Zorn von Hollywood-Diva Meryl Streep zugezogen. Die Schauspielerin forderte heute von Lagerfeld eine Entschuldigung für seine Äußerungen zu ihrer Garderobe für die Oscar-Gala. „Karl Lagerfeld hat mich diffamiert“, schrieb Streep in einer Erklärung an das Modemagazin „WWD“.

Gegenüber dem Fachblatt hatte sich Lagerfeld vergangene Woche darüber beschwert, dass Streep seinem Modehaus Chanel einen Auftrag für eine Oscar-Robe erteilt habe - diesen dann aber wieder zurückgezogen habe, als ein anderer Modeschöpfer ihr angeboten habe, umsonst ein Kleid zu schneidern.

„Er hat gelogen“

Lagerfeld ließ inzwischen gegenüber „WWD“ mitteilen, dass seine Äußerungen auf einem Missverständnis beruht hätten. „Ich bedaure diese Kontroverse und wünsche Frau Streep viel Erfolg bei ihrer 20. Oscar-Nominierung“, schrieb Lagerfeld.

Die Schauspielerin wollte sich damit aber nicht zufriedengeben. „Herr Lagerfelds allgemeine Äußerung des ‚Bedauerns‘ war keine Entschuldigung“, hieß es in Streeps Erklärung an „WWD“. Sie wolle eine förmliche Entschuldigung: „Er hat gelogen, es wurde gedruckt, und ich warte immer noch.“

US-Schauspieler Bill Paxton gestorben

Der US-amerikanische Schauspieler Bill Paxton, bekannt aus Hollywood-Filmen wie „Terminator“, „Aliens - Die Rückkehr“, „Apollo 13“ und „Titanic“, ist im Alter von 61 Jahren verstorben. Das teilte seine Familie am Samstag „schweren Herzens“ mit, berichtete der Nachrichtensender „CNN“. Paxton starb demnach wegen Komplikationen bei einer Operation.

Der gebürtige Texaner begann seine Hollywood-Karriere beim Kostümbild, ehe er sich einen Namen als Schauspieler machte. Im Laufe von knapp 40 Jahren war er in mehr als 90 Filmen und Fernsehproduktionen zu sehen und auch als Regisseur tätig - beim Thriller „Dämonisch“ (2001) sowie beim Sportdrama „Das größte Spiel seines Lebens“ (2005).

Serienerfolg mit „Big Love“

Großen Erfolg feierte er in der Hauptrolle der Serie „Big Love“, für die er dreimal für den Golden Globe nominiert wurde. Bei der TV-Fortsetzung von Antoine Fuquas Krimidrama „Training Day“ hätte er die Hauptrolle spielen sollen.

„Alle, die ihn kannten, haben Bills Leidenschaft für die Kunst gespürt; seine Wärme und unermüdliche Energie waren unbestreitbar“, heißt es im Statement der Familie. „Wir bitten darum, den Wunsch der Familie nach Privatsphäre zu respektieren, während sie den Verlust ihres geliebten Ehemanns und Vaters betrauern.“ Paxton hinterlässt eine Ehefrau und zwei Kinder.

Hochschwangere Natalie Portman sagt Oscar-Teilnahme ab

Die hochschwangere und für einen Oscar nominierte Schauspielerin Natalie Portman (35) wird bei der Gala heute Nacht nicht dabei sein. Grund sei ihre Schwangerschaft, teilte Portman dem US-Portal People.com einen Tag vor der Preisverleihung mit. Sie freue sich aber sehr über die Nominierung - und grüßte auf diesem Weg auch die anderen Nominierten.

Natalie Portman

APA/AFP/Getty Images/Kevin Winter

Die Schauspielerin, die für ihre Darstellung der früheren First Lady Jackie Kennedy in dem Film „Jackie“ als beste Hauptdarstellerin für einen Oscar nominiert ist, hatte sich schon vor Wochen mit großem, rundem Babybauch gezeigt. Wann das Kind zur Welt kommen soll, ist nicht bekannt.

Portman und ihr Mann Benjamin Millepied haben bereits einen gemeinsamen Sohn namens Aleph. Portman hat auch schon einen Oscar, sie bekam ihn 2011 für ihre Hauptrolle in dem Thriller „Black Swan“. Damals hatte sie die Auszeichnung schwanger entgegengenommen.

IT

ZTE stellt Smartphone mit 5G-Standard vor

Der chinesische Telekommunikationsriese ZTE hat in Barcelona das nach Unternehmensangaben weltweit erste Smartphone mit dem neuesten Standard des superschnellen mobilen Internets vorgestellt.

Das Gerät sei kompatibel mit dem Netz der fünften Generation (5G), teilte ZTE im Vorfeld der weltgrößten Mobilfunkmesse Mobile World Congress mit, die morgen in der ostspanischen Metropole startet.

Der 5G-Standard ist allerdings voraussichtlich erst 2020 marktreif. Das neue ZTE-Smartphone kann dank der neuen superschnellen Internetverbindung Daten mit einer Geschwindigkeit von einem Gigabyte pro Sekunde herunterladen. Das ist bis zu zehnmal schneller als bei den Smartphones der ersten 4G-Generation, die derzeit gebräuchlich sind.

Religion

Papst und Anglikaner-Oberhaupt planen Sudan-Reise

Papst Franziskus plant mit dem Kirchenoberhaupt der Anglikaner einen gemeinsamen Besuch im afrikanischen Bürgerkriegsland Südsudan. Er sei derzeit mit dem Primas der Anglikanischen Kirche, Justin Welby, im Gespräch über eine solche Reise, sagte der Papst heute beim Besuch einer anglikanischen Kirche in Rom. Allerdings sei die Lage im Südsudan derzeit „schwierig“, räumte er ein.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Oscars: Protestcontest und „La La“-Festspiele

Die Oscars werden heuer eine Leistungsschau für den Musicalfilm „La La Land“ - zumindest wäre bei 14 Nominierungen alles andere eine Überraschung. Für Überraschungen dürfte auch der neue Moderator Jimmy Kimmel gut sein, der vor allem auch Dompteur spielen muss für eine aufgebrachte Film-Community, die sich den einen oder anderen Protest gegen US-Präsidenten Donald Trump nicht nehmen lassen wird. In Österreich und Deutschland hält man unterdessen „Toni Erdmann“ die Daumen.

Mehr dazu in Ein Abwesender im Mittelpunkt

Agnes Husslein nun in Leopold-Stiftung berufen

Die Leopold Museum-Privatstiftung hat ein neues Vorstandsmitglied: Die ehemalige Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco wurde vom Finanzministerium in den Vorstand berufen, berichtet „Der Standard“ online. Wie Elisabeth Leopold der Zeitung bestätigte, folgt Husslein-Arco auf Wolfgang Nolz, der nach knapp 17 Jahren aus dem Vorstand ausscheidet.

Für Husslein-Arco, die nach Verstößen gegen Compliance-Richtlinien mit Jahresende aus der Belvedere-Direktion ausgeschieden ist, ist es nicht die erste Amtsperiode in der Privatstiftung, die das Leopold Museum im MuseumsQuartier betreibt.

So war sie bereits von März 2001 - parallel zu ihrer Leitungsfunktion im Salzburger Museum der Moderne - bis zu ihrem Antritt als Belvedere-Direktorin Anfang 2007 Vorstandsmitglied.

Science

Panorama