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Kunstmuseum Bern will Gurlitt-Erbe annehmen

Das Kunstmuseum Bern will das umstrittene Erbe des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt annehmen. Wie die deutsche Presseagentur dpa heute in Berlin erfuhr, hat sich das Haus nach gründlicher Prüfung zu dem Schritt entschlossen.

Gestern hatten der deutsche Bund, Bayern und das Museum für Montag zu einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin eingeladen. Die Sammlung Gurlitt umfasst Hunderte Werke, bei denen nicht auszuschließen ist, dass es sich um Nazi-Raubkunst handelt.

Ausland

Polizeieinsatz nach Besetzung polnischer Wahlkommission

Technikpannen, Proteste und nun ein nächtlicher Polizeieinsatz: Fünf Tage nach den Kommunalwahlen in Polen sind die landesweiten Ergebnisse noch immer nicht bekannt.

In der Nacht auf heute besetzten Demonstranten einer rechtsnationalen Gruppe das Gebäude der staatlichen Wahlkommission, um gegen angebliche Manipulationen bei der Auszählung zu protestieren. Die Polizei nahm zwölf Besetzer vorübergehend fest.

Wiederholung ausgeschlossen

Ein Versagen des technischen Auszählungs- und Übermittlungssystems hatte die zuständigen Kommissionen nach der Wahl am Sonntag gezwungen, die Stimmen für Bürgermeister, Stadt- und Landräte per Hand zu zählen.

Ministerpräsidentin Ewa Kopacz wies heute Forderungen nach einer Wiederholung der Kommunalwahlen zurück. "Das ist absolut ausgeschlossen", betonte sie im Rundfunksender Radio Zet. Die Besetzung der Wahlkommission sei ein Skandal.

„Unfähigkeit, Stimmen zu zählen“

Gleichzeitig kritisierte Kopacz die Wahlkommission, die ihrer Aufgabe nicht gerecht geworden sei. Allerdings müsse nun der Bericht der Aufsichtsbehörde abgewartet werden, wie es zu der technischen Panne kommen konnte. „Wir sollten nicht die Unfähigkeit, Stimmen zu zählen und die Ergebnisse weiterzuleiten, mit Wahlfälschung verwechseln.“

Attentat auf Israels Außenminister vereitelt

Israels Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben ein Attentat der radikalislamischen Hamas auf Außenminister Avigdor Lieberman verhindert.

Wie der Inlandsgeheimdienst Schin Beth gestern erklärte, wurden im Westjordanland drei Männer festgenommen, die den Konvoi des Ministers angeblich mit einem Raketenwerfer angreifen wollten. Demnach sollte mit der Attacke ein Ende des Gaza-Kriegs im Sommer erzwungen werden.

Festgenommene lebten in der Nähe

Lieberman wohnt in der Siedlung Nokdim im Westjordanland. Die drei Festgenommenen, die aus einem Dorf in der Nähe stammen, hätten Material über Lieberman gesammelt, als dieser auf dem Weg in sein Haus war oder dieses verließ, erklärte der Geheimdienst.

Zur Zeit der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen sei dann ein Plan gereift, „die Kolonne von Lieberman anzugreifen, mit dem Ziel, dass diese Attacke eine Botschaft an Israel sendet und den Krieg im Gazastreifen beendet“.

Bereits vor Militärgericht gestellt

Der Geheimdienst machte keine Angaben darüber, wann die drei Männer festgenommen wurden. Demnach mussten sie aber „in den vergangenen Tagen“ bereits vor einem Militärgericht im Westjordanland erscheinen. Verantworten müssen sie sich wegen der Mordpläne und wegen Waffenhandels.

Außenpolitischer Hardliner

Lieberman von der ultranationalistischen Partei Unser Haus Israel gilt als außenpolitischer Hardliner und auch bei vielen Landsleuten als Hindernis bei den Friedensbemühungen mit den Palästinensern.

So bezeichnete er den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas in der Vergangenheit wiederholt als „diplomatischen Terroristen“, mit dessen Autonomiebehörde in Ramallah es keinen Frieden geben könne. Manche Gegner bezeichneten ihn wegen derartiger Verbalattacken als „Rassisten“ und Bedrohung für die arabische Minderheit in Israel.

Großbritannien: Weiteres Mandat für UKIP

Die britische Anti-EU-Partei UKIP hat den regierenden Torys ein weiteres Mandat im Londoner Unterhaus abgenommen. Bei der Nachwahl im südenglischen Wahlkreis Rochester and Strood setzte sich der zur UKIP übergetretene Tory-Abgeordnete Mark Reckless durch.

Im Oktober hatte ein Tory-Abgeordneter im Wahlkreis Clacton-on-Sea die Seiten gewechselt und bei der dann fälligen Nachwahl ein Mandat für UKIP errungen.

Die neuerliche Wahlniederlage ist ein schwerer Schlag für Premier David Cameron. Er hatte im Vorfeld gesagt, den Wahlkreis Rochester and Strood in Kent mit allen Mitteln für seine Partei halten zu wollen. Cameron hatte sich auf innerparteilichen Druck hin in der Europa- und Migrationspolitik stark den Forderungen von UKIP angenähert. Da UKIP den Wahlkreis gewann, befürchten die Torys weitere Überläufer aus ihren Reihen.

Großdemonstration für verschleppte Studenten in Mexiko

Mexiko fordert Gerechtigkeit: Nach dem mutmaßlichen Mord an Dutzenden Studenten sind Tausende aus Solidarität mit den jungen Menschen auf die Straße gegangen. Von drei symbolträchtigen Orten in Mexiko-Stadt marschierten die Demonstranten gestern Abend auf den zentralen Platz Zocalo.

Angehörige der Verschleppten aus dem verarmten Bundesstaat Guerrero führten die Protestzüge an. Tagelang waren sie durch den Norden, Süden und Westen des Landes gezogen, um Aufmerksamkeit auf den aus ihrer Sicht noch immer ungelösten Fall zu lenken.

Polizei schritt nach Krawallen ein

Am Rande der Demonstration kam es zu Ausschreitungen. Vermummte Randalierer schleuderten Brandsätze und Feuerwerkskörper auf den Nationalpalast im historischen Zentrum der Hauptstadt. Sie skandierten „Mörder, Mörder“. Demonstranten steckten eine Puppe von Präsident Enrique Pena Nieto in Brand. Die Polizei feuerte schließlich Tränengas in die Menge und räumte den Platz.

Video dazu in iptv.ORF.at

Wahlrecht: Deutsche Ministerin für Zusatzstimme pro Kind

Die deutsche Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) will Kindern größeren Einfluss auf die Politik geben. Sie finde darum die Idee eines Familienwahlrechts gut, sagte sie heute der „Rhein-Neckar-Zeitung“. „Dann bekäme ein Elternteil pro Kind eine zusätzliche Stimme.“

Schwesig plädierte auch dafür, Kinderrechte ins deutsche Grundgesetz aufzunehmen. Dann müsste „bei jeder Gesetzesänderung darauf geachtet werden, ob die Kinderrechte gewahrt werden“.

Entscheidende Atomgespräche mit Iran

Die Atomgespräche zwischen der internationalen Gemeinschaft und dem Iran in Wien treten in die entscheidende Phase ein. Nach US-Außenminister John Kerry werden heute weitere Chefdiplomaten in Wien erwartet, um über das umstrittene iranische Atomprogramm zu verhandeln.

Kerry traf gestern Abend zu einem ersten Gespräch mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Sarif und der EU-Verhandlungsführerin Catherine Ashton zusammen. Der Iran soll seine Urananreicherung auf 20 Prozent stoppen und strengere Kontrollen zulassen - im Gegenzug sollen die internationalen Sanktionen gelockert werden. Die Frist für die Verhandlungen läuft am Montag aus.

Japan: Weg für Neuwahlen frei

Der japanische Regierungschef Shinzo Abe hat erwartungsgemäß das Unterhaus des Parlaments vorzeitig aufgelöst und damit den Weg für Neuwahlen im Dezember frei gemacht. Regulär hätte die Legislaturperiode noch zwei Jahre gedauert.

Abe erhofft sich durch die am 14. Dezember erwartete Wahl ein neues Mandat, um seinen Sanierungskurs um weitere vier Jahre fortsetzen zu können.

Inland

Weisungsrecht: Justizminister will Weisenrat ab 2016

Das Weisungsrecht des Justizministers gegenüber den Staatsanwälten bleibt bestehen. Das ist das Ergebnis einer Arbeitsgruppe im Auftrag von ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter. Zusätzlich soll ab 2016 aber ein unabhängiger Weisenrat als zusätzliches Kontrollorgan eingesetzt werden, wie Brandstetter gestern in der ZIB2 ankündigte.

Keine brauchbare Alternative gefunden

Auch wenn er das Weisungsrecht nicht an einen - von SPÖ, Grünen oder den Standesvertretern geforderten - Bundesstaatsanwalt abgibt, sieht der Minister seine Ankündigung, das Weisungsrecht in der derzeitigen Form nicht beibehalten zu wollen, erfüllt.

Eine brauchbare Alternative zur bestehenden Weisungsspitze sei auch von den Experten nicht gefunden worden. Ein Bundesstaatsanwalt wäre „nur eine Parallelverschiebung des Problems, keine Lösung“. So sei die parlamentarische Verantwortlichkeit unabdingbar, die sei bei ihm als Minister gegeben.

Richterpräsident: „Halbherzige Lösung“

Nicht gerade glücklich sind die Standesvertreter über die Ministerpläne für das Weisungsrecht. Richterpräsident Werner Zinkl ist „traurig“, dass nur eine „halbherzige Lösung“ herauskam. Justizgewerkschafter Christian Haider sieht eine Verbesserung, aber „leider keinen großen Wurf“. Rechtsanwältepräsident Rupert Wolff kann mit dem Weisenrat „gut leben“, bemängelt aber die Ministeriumsnähe.

Zu wenig Zuzug: Österreichs Süden schrumpft

Österreichs Bevölkerung wird auch in Zukunft weiter wachsen - nur nicht im Süden des Landes. Kärnten wird laut Prognose der Statistik Austria bis 2060 sieben Prozent seiner Einwohner verlieren. In der Steiermark soll - nach einem anfänglichen Wachstum - ab 2045 ein Schrumpfprozess einsetzen.

Der Grund ist in beiden Bundesländern derselbe: Es werden zukünftig mehr Menschen sterben, als geboren werden. Das trifft allerdings auch auf das restliche Österreich zu. Nur wird die negative Geburtenbilanz dort durch eine verstärkte Zuwanderung ausgeglichen. Genau die bleibt im Süden Österreichs aber aus.

Mehr dazu in Zu viele Sterbefälle - zu wenige Geburten

IT-Probleme bringen Bauern Steueraufschub

Wegen EDV-Problemen bei der Finanz kommt es zu Verzögerungen bei der Ausstellung von Steuerbescheiden für Bauern, sie müssen deshalb die aus den heuer angehobenen Einheitswerten resultierende höhere Grund- bzw. Einkommensteuer erst später bezahlen. Das berichtet die Tageszeitung „Der Standard“ in der Freitag-Ausgabe.

Von insgesamt 600.000 Bescheiden würden voraussichtlich nur 40.000 bis 50.000 fertiggestellt, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf Angaben der Landwirtschaftskammer. Solange es keine neuen Bescheide gibt, werden die alten fortgeschrieben.

Die oberösterreichische Finanzgewerkschaft bestätigt, dass es Probleme mit der EDV gebe und klagt auch über Personalmangel. Im Finanzministerium will man von Schwierigkeiten oder Verzögerungen nichts wissen.

„Schweinwerfer“ verschwindet aus Kraftfahrgesetz

Mit Beschlüssen zu mehreren Verkehrsgesetzen ist gestern die November-Plenarwoche des Nationalrats zu Ende gegangen. Unter anderem wurde der Druckfehler „Schweinwerfer“ aus dem Kraftfahrgesetz getilgt.

Beim Kraftfahrgesetz ging es um Ausnahmeregeln bei der Kontrollgerätepflicht, aber auch um die Beseitigung eines Redaktionsversehens: Künftig wird es in den Paragrafen 14 und 15 richtig „Scheinwerfer“ und nicht mehr „Schweinwerfer“ heißen. Auf den Fehler im Gesetzestext hatte im Oktober das Team Stronach aufmerksam gemacht.

Verabschiedet wurde zudem eine Bestimmung in der Straßenverkehrsordnung, wonach sich eine von einer Landesregierung erteilte Ausnahme vom Nachtfahrverbot auf zwei oder mehrere Bundesländer erstrecken kann, wenn darüber zwischen den Bundesländern Einvernehmen erzielt wird.

54,6 Mio. Euro für Erwachsenenbildung

Auch einen Bildungsbeschluss gab es: Bis 2017 werden weitere 54,6 Mio. Euro bereitgestellt, um Jugendlichen ohne Pflichtschulabschluss bzw. gering qualifizierten Erwachsenen das Nachholen von Bildungsabschlüssen und die Teilnahme an Programmen zur Basisbildung gratis anzubieten. Eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung von Bund und Ländern wurde dafür verlängert.

Sport

Fußball: Blatter-Kontrahent bezweifelt faire Wahl

Der Ruf des Fußballweltverbandes (FIFA) ist spätestens seit dem Korruptionsskandal um die WM-Vergaben 2018 und 2022 zerstört. Für die nächste Präsidentenwahl im Mai 2015 hat der hart kritisierte 78-jährige Joseph Blatter nur einen Gegenkandidaten - den 56-jährigen Franzosen Jerome Champagne. Der will die FIFA von Grund auf reformieren, glaubt im Duell mit Blatter aber nicht an eine faire Wahl.

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Skispringen: Diethart erwartet schwierige Saison

Bei der Vierschanzentournee ist Senkrechtstarter Thomas Diethart letzte Saison Überraschungssieger gewesen, danach sind Podestplätze im Weltcup und bei den Olympischen Spielen allerdings ausgeblieben. Es sei nicht einfach, „die ganze Saison so eine gute Form“ zu halten, sagte der 22-Jährige, der einen schwierigen ersten vollen Weltcup-Winter erwartet. 2013/14 war Diethart an seiner eigenen Erwartungshaltung gescheitert, daraus habe er seine Lehren gezogen: „Es ist besser, sich nicht zu viel Druck zu machen. Das gilt auch für WM“, sagte der Niederösterreicher.

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Davis-Cup: Showdown mit Rekordpotenzial

Zum 103. Mal in der Geschichte wird ab heute in Lille das Finale um den Davis-Cup gespielt. Gastgeber Frankreich kämpft dabei gegen die Schweiz. Während die Franzosen im adaptierten Fußballstadion des OSC Lille auf ihren zehnten Erfolg hoffen, geht es für die Eidgenossen um ihren ersten Titel. Und die Schweizer gehen mit stärkster Besetzung auf die Jagd nach der „Salatschüssel“. Denn Superstar Roger Federer meldete sich rechtzeitig vor dem Showdown fit - und der soll vor einer Rekordkulisse über die Bühne gehen.

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Wirtschaft

Nächste TTIP-Verhandlungsrunde im Februar 2015

Die nächste Verhandlungsrunde zum EU-USA-Freihandelsabkommen TTIP wird im Februar 2015 stattfinden, sagte die neue Handelskommissarin Cecilia Malmström heute in Brüssel.

Vor Beginn des EU-Handelsrats, bei dem Österreich durch Vizekanzler Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) vertreten ist, sage Malmström, heute gehe es darum, Bilanz über die bisherige Entwicklung zu ziehen.

„Positive Atmosphäre“ bei bisherigen Treffen

Ihr Treffen mit US-Verhandler Mike Froman sei „sehr gut“ gewesen. Nach den jüngsten Wahlen in den USA gebe es eine „positive Atmosphäre“ zu TTIP. Es handle sich, wie auch US-Präsident Barack Obama gesagt habe, um eine Priorität für die Amerikaner, sagte Malmström.

Froman zeige sich jedenfalls sehr zuversichtlich und sagte, er sei davon überzeugt, dass eine gute Vereinbarung über ein Handelsabkommen auch für die Konsumenten von Vorteil wäre.

Der irische Innovations-, Unternehmens- und Arbeitsminister Richard Bruton zeigte sich ebenfalls vom Erfolg eines TTIP-Abkommens überzeugt. Sowohl die EU als die USA würden Vorteile sehen, vor allem was die Beschäftigung in Europa betreffe. Trotzdem gelte es, sorgfältig alles abzuwägen.

Keine Transparenz

Kritisiert wird unterdessen die mangelnde Transparenz der Verhandlungen. Nichtregierungsorganisationen oder Verbraucherschützer sitzen bei den Gesprächen nicht am Tisch. Was konkret im Freihandelsabkommen steht, kann bisher nur spekuliert werden.

Draghi: „Werden alles gegen Miniinflation tun“

Europas Währungshüter sind entschlossen, im Kampf gegen Miniinflation und Konjunkturschwäche im Euro-Raum alle Register zu ziehen. Sollten die jüngsten Maßnahmen nicht ausreichen, würde die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Engagement ausweiten, bekräftigte EZB-Präsident Mario Draghi bei einem Bankenkongress heute in Frankfurt: „Umfang, Tempo und Zusammensetzung von Käufen könnten angepasst werden.“

Mögliche Maßnahmen

Aktuell versucht die EZB, Banken über den Kauf von Pfandbriefen und Kreditpaketen (Asset Backed Securities) zu entlasten. Das soll Freiräume für neue Darlehen schaffen und die lahmende Kreditvergabe in Schwung bringen. Spekuliert wird, dass die EZB zusätzlich Unternehmensanleihen kauft, möglich wäre aber auch ein breit angelegter Erwerb von Staatsanleihen („Quantitative Easing“).

Die Teuerung in der Euro-Zone liegt seit Monaten deutlich unter der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent. Niedrige Inflationsraten können die Konjunktur bremsen: Unternehmen und Verbraucher könnten in Erwartung weiter sinkender Raten Investitionen und Konsum aufschieben.

Airbus erhielt Großauftrag von Delta Air Lines

Der europäische Flugzeugproduzent Airbus hat sich einen Großauftrag der US-Gesellschaft Delta Air Lines gesichert. Diese bestätigte gestern, 50 Airbus-Maschinen bestellt zu haben, die laut Preisliste rund 14 Mrd. Dollar (11,2 Mrd. Euro) kosten. Bei größeren Bestellungen werden in der Branche allerdings für gewöhnlich Rabatte gewährt.

Airbus stach damit den US-Rivalen Boeing aus, der seinen 787 „Dreamliner“ angeboten hatte. Delta bestellt nach eigener Auskunft 25 Maschinen vom Typ A350-900 und 25 vom Typ A330-900neo.

Generali kontrolliert Fitness und Ernährung seiner Kunden

Die Versicherungsgruppe Generali will laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ als erster großer Versicherer in Europa Daten zu Fitness, Ernährung und Lebensstil der Kunden sammeln.

Sie sollen als Belohnung für eine gesunde Lebensführung Gutscheine, Geschenke und Rabatte auf ihre Krankenversicherungsverträge bekommen, berichtete die Zeitung heute.

Vorsorge und Lebensstil via App nachweisen

Demnach sollen die neuen Angebote in zwölf bis 18 Monaten in Deutschland erhältlich sein. Ob auch eine Einführung in Österreich geplant ist, ist nicht bekannt.

Generali arbeite für das „Telemonitoring“ mit dem südafrikanischen Versicherer Discovery zusammen, berichtete die „SZ“. Das Unternehmen habe das Gesundheitsprogramm Vitality entwickelt: Es belohne Kunden mit Gutscheinen oder Rabatten, wenn sie sich nachweislich gesund verhalten. Das funktioniere über eine App, die Vorsorgetermine dokumentiere, Schritte zähle und sportliche Aktivitäten messe.

Kritik: Zugriff und Datenverarbeitung ungeklärt

Verbraucherschützer äußerten sich skeptisch. Der Kunde wisse gar nicht, wie seine Daten im Konzern verarbeitet würden und wer Zugriff darauf habe, so die Kritik. Könne jeder Sachbearbeiter Informationen zum persönlichen Lebensstil abrufen, sei das aus Datenschutzgründen äußerst problematisch.

Über den Gesundheitszustand des Kunden weiß ein privater Krankenversicherer jedoch laut „SZ“ auch schon jetzt alles, weil er die Arztrechnungen und Rezepte für jeden einzelnen Kunden kennt.

Chronik

Weiter Schneechaos im US-Bundesstaat New York

Die Region um die Niagarafälle versinkt im Schnee, und es schneit weiter. In der Stadt Buffalo im US-Bundesstaat New York wird noch mehr Schnee erwartet, zwei Meter könnten sich dann dort türmen. Durch den frühen Wintereinbruch sind bisher mindestens zehn Menschen gestorben.

Chaos durch Schmelzwasser befürchtet

Hinzu kommen soll heute starker Wind, der zu Schneeverwehungen führen könnte. Am Wochenende könnte es noch schlimmer kommen: Es soll deutlich wärmer werden. Befürchtet wird, dass Schmelzwasser und Regen dann für neues Chaos sorgen.

Wenn Schneemassen auf den Dächern nass werden, drohen Gebäude einzustürzen, warnen die Behörden. „Der Schnee fungiert dann zunächst als Schwamm, der das Wasser erst einmal aufnimmt“, sagte Mark Poloncarz vom Bezirk Erie County dem Sender CNN.

„Bleibt zu Hause“

Hunderte Autos steckten stundenlang im Schnee fest, und anfangs war an Räumung nicht zu denken. Der Großteil der Autobahnen um Buffalo wurde gesperrt, war aber ohnehin unbefahrbar. In der Stadt New York, 600 Kilometer südöstlich, schien dagegen die Sonne.

In Buffalo könnte sich der Schnee heute stellenweise weit über zwei Meter auftürmen, warnten Meteorologen vom Weather Channel. „Wenn wir Euch sagen: Bleibt zu Hause, dann bleibt auch wirklich daheim“, hatte der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, die Menschen in der Region aufgerufen. Auch im Bundesstaat Michigan wird Schnee erwartet.

Arktisluft und der „Lake Effect“

Zurückzuführen ist der frühe Wintereinbruch mit rekordverdächtigen Ausmaßen auf ein Zusammenspiel von zwei Faktoren. Bitterkalte Luft aus der Arktis und ein „Lake Effect“ genanntes Phänomen führen zu einem sich ständig wiederholenden Niederschlagskreislauf. Die eisige Luft peitscht dabei über das vergleichsweise warme Wasser von Eriesee und Co. Die aufsteigende Feuchtigkeit geht dann als Schneefall nieder.

Mehr dazu in Weitere Stürme im Anmarsch

WHO: Drittel aller Frauen Opfer häuslicher Gewalt

Ein Drittel der Frauen weltweit sind Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge Opfer häuslicher Gewalt. Zwischen 100 und 140 Millionen Frauen seien von Genitalverstümmelung betroffen. Rund 70 Millionen würden verheiratet, bevor sie 18 Jahre alt sind - oft gegen ihren Willen, hieß es in der heute von der WHO veröffentlichten Untersuchungsreihe.

Rund sieben Prozent der Frauen liefen Gefahr, im Laufe ihres Lebens vergewaltigt zu werden. Die in Konflikten und während humanitärer Krisen ausgeübte Gewalt habe dramatische Folgen für die körperliche und geistige Gesundheit der Opfer, warnte die WHO.

Gewalt bremst wirtschaftliches Wachstum

Auch in Gesellschaften mit modernen Gesetzen seien viele Frauen noch immer Opfer von Diskriminierung und Gewalt und hätten häufig keinen ausreichenden Zugang zu Gesundheitsdiensten, beklagte die WHO.

Die bisherigen Bemühungen im Kampf gegen häusliche Gewalt seien unzureichend. Echte Veränderungen könnten nur erreicht werden, wenn Regierungen mehr in die Bekämpfung investierten und erkennen würden, dass Gewalt eine Bremse wirtschaftlichen Wachstums sei.

IT

Großangelegte Patentklage gegen Google beigelegt

Der Patentkrieg in der Mobilfunkbranche kühlt sich weiter ab. Google und das Patentkonsortium Rockstar, hinter dem unter anderem Apple, Microsoft und BlackBerry stehen, legten ihren Streit vor einem Gericht in Texas bei.

Bei der im Oktober 2013 eingereichten Rockstar-Klage ging es um sieben Patente für Suchtechnologien. Im Visier stand vor allem das dominierende Smartphone-Betriebssystem Android, das von Google entwickelt wird. Es ist nicht bekannt, ob bzw. wie viel Geld Google für die Beilegung des Streits an Rockstar gezahlt hat.

Motorola wegen Patenten gekauft

Das Rockstar-Konsortium hatte sich 2011 rund 6.000 Patente des insolventen kanadischen Netzwerkausrüsters Nortel gesichert. Damals hatten sich Apple, Microsoft, BlackBerry, Sony und Ericsson zusammengetan und boten 4,5 Milliarden Dollar für den Ideenschatz.

Google unterlag in der Nortel-Auktion und setzte wenig später zum Kauf des Mobilfunkpioniers Motorola für 12,5 Milliarden Dollar an. Ein erklärtes Ziel dabei war, das Patentarsenal hinter Android zu stärken.

Science

Kultur

Religion

Kirchenhistoriker befürchtet „Gegenpapst“ Benedikt

Der in Münster lehrende Kirchenhistoriker Hubert Wolf plädiert für eine eindeutigere Unterscheidung zwischen Papst und „Papst emeritus“. Andernfalls könnte es zu einem „Gegenpapst“ kommen, warnte Wolf. Es gebe „seit längerem“ Befürchtungen, „um Franziskus und Benedikt XVI. könnten zwei konkurrierende Machtzentren an der Kurie entstehen, mit Papst und Gegenpapst an ihrer Spitze“, schreibt der Theologe in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe).

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Leute

Hollywood-Stern für Christoph Waltz

Oscar-Preisträger Christoph Waltz (58) wird in Hollywood mit einem Stern geehrt. Am 1. Dezember soll er die Plakette auf dem „Walk of Fame“ enthüllen. Nach Angaben der Veranstalter erhält Waltz den 2.536. Stern auf dem berühmten Gehsteig. Regisseur Quentin Tarantino soll eine Ansprache halten.

Waltz ist ab dem 27. November in der Komödie „Kill the Boss 2“ auf der Leinwand zu sehen. Ende Dezember kommt er mit Tim Burtons Drama „Big Eyes“ in die US-Kinos. Derzeit ist Waltz auch als möglicher Bösewicht im nächsten Teil der James-Bond-Serie, die auch in Österreich gedreht wird, im Gespräch.

Zu Oscar-Ehren kam der Schauspieler 2010 mit seiner Rolle eines charmant-zynischen SS-Offizier in Quentin Tarantinos Film „Inglourious Basterds“. Im vorigen Jahr holte er mit dem Tarantino-Western „Django Unchained“ den zweiten Nebenrollen-Oscar.

Rebellische Aristokratin: Herzogin von Alba ist tot

Eine der exzentrischsten und reichsten Frauen Spaniens, die Herzogin von Alba, ist tot. Sie starb mit 88 Jahren in ihrem Palast in Sevilla. Im spanischen Boulevard und in Aristokratenkreisen hatte die rebellische Herzogin immer wieder für Aufregung gesorgt - nicht zuletzt durch ihre Ehemänner, bei denen sie meist Liebe über Standesdünkel stellte. Erst vor drei Jahren heiratete sie gegen heftigen Widerstand ihrer Familie Ehemann Nummer drei, den um 25 Jahre jüngeren Bürgerlichen Alfonso Diez. Für diese Liebe gab sie den größten Teil ihres Vermögens her.

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