Ausland

Fotos von US-Misshandlungsopfern veröffentlicht

Das Pentagon hat Dutzende Fotos von im Irak und in Afghanistan in US-Militärgefangenschaft misshandelten Gefangenen veröffentlicht. Das US-Verteidigungsministerium publizierte heute 198 Bilder, die Nahaufnahmen von Schnitten, Blutergüssen, Schwellungen und leichteren Verletzungen zeigen. Die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU), die seit Jahren auf die Freigabe von insgesamt 2.000 Bildern dringt, will auch den Rest veröffentlicht sehen.

„Diese Fotos kamen von unabhängigen strafrechtlichen Untersuchungen zu Vorwürfen des Fehlverhaltens von US-Personal“, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Identität der auf den Fotos abgebildeten Gefangenen, die vor rund einem Jahrzehnt in US-Militärgefängnissen im Irak und Afghanistan einsaßen, wurde aber nicht bekanntgemacht, und es wurde nur wenig oder kein Kontext zu den Fotos veröffentlicht.

Seit 2004 laufender Rechtsstreit

Die Veröffentlichung ist die Folge eines Rechtsstreits mit der Bürgerrechtsorganisation ACLU, die 2004 die Freigabe von rund 2.000 Fotos verlangte. Präsident Barack Obama wollte die Fotos bereits 2009 freigeben, doch beschloss der Kongress ein Gesetz, das dem Verteidigungsministerium das Zurückhalten der Fotos erlaubt.

Keines der nun veröffentlichten Bilder stammt offenbar aus dem berüchtigten Gefängnis Abu Ghoraib bei Bagdad. Im Jahr 2004 hatten Fotos von Folter und sexuellen Misshandlungen in dem Gefängnis weltweit für Empörung gesorgt. Zwischen 2004 und 2006 wurden elf US-Soldaten wegen der Gewalttaten verurteilt, darunter Lynndie England, die lächelnd mit misshandelten nackten Gefangenen posiert hatte.

Syrien warnt Ausland vor Einsatz von Bodentruppen

Die syrische Regierung hat vor der unaufgeforderten Entsendung ausländischer Bodentruppen in das Land gewarnt. Jegliche Intervention auf dem Boden ohne Zustimmung der Regierung in Damaskus sei eine „Aggression“, sagte der syrische Außenminister Walid Muallem heute in Damaskus. „Wir versichern euch, dass jeder Aggressor in einem hölzernen Sarg heimkehren wird.“

Am Donnerstag hatte Saudi-Arabien, das in dem Konflikt die Rebellen unterstützt, seine Bereitschaft zur Entsendung von Bodentruppen für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien bekundet. Sollte sich die US-geführte Koalition zu einem Bodeneinsatz entscheiden, „werden wir positiv dazu beitragen“, sagte Brigadegeneral Ahmed al-Assiri.

Russland warf zudem der Türkei vor, an der Grenze Truppen für eine Invasion auf syrischem Gebiet zusammenzuziehen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wies das als „lächerlich“ zurück.

Somalische Truppen vertreiben al-Schabab aus Merka

Einen Tag nach der Eroberung der somalischen Hafenstadt Merka durch die islamistische Al-Schabab-Miliz haben Regierungstruppen den Ort zurückerobert. Mit Unterstützung von Soldaten der Afrikanischen Union (AU) habe die Armee Merka wieder eingenommen, sagte ein somalischer Armeesprecher heute laut AFP.

Nach einem kurzen Schusswechsel seien die Schabab-Kämpfer geflohen. Bewohner bestätigten die Angaben. Gestern hatten die Soldaten der AU-Truppe Amisom und der Regierungsarmee Merka verlassen, als schwer bewaffnete Schabab-Kämpfer einmarschierten. Nach Berichten von Einwohnern hatte die Miliz anschließend das islamische Recht der Scharia in der Stadt ausgerufen.

Der Verlust von Merka war ein schwerer Rückschlag für die Armee und die Amisom, die die Stadt 2012 nach erbitterten Kämpfen eingenommen hatten. Die Schabab-Miliz kämpft in Somalia seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Gottesstaat. Im Februar 2012 erklärte die Gruppe dem Terrornetzwerk Al-Kaida die Treue.

Derzeit sind etwa 22.000 AU-Soldaten in dem Krisenstaat stationiert. Es gelang ihnen in den vergangenen Jahren weitgehend, die Rebellen aus der Hauptstadt Mogadischu und weiteren Städten zu vertreiben. Dennoch verüben Schabab-Kämpfer weiterhin Angriffe und Selbstmordanschläge.

Briten freunden sich mit „Brexit“ an

Der britische Premierminister David Cameron gerät zunehmend in Bedrängnis. Einer Umfrage vom Freitag zufolge können sich derzeit 45 Prozent der Briten für einen EU-Austritt erwärmen, 36 Prozent wollen in der EU bleiben.

Der Vorsprung von neun Punkten der „Brexit“-Befürworter gegenüber den Gegnern ist der höchste, seit das Referendum im vergangenen Sommer auf den Weg gebracht wurde. Auch die weitreichenden Kompromisse und Zugeständnisse, mit denen Brüssel London zum Verbleib in der EU drängen will, können die Gegner offenbar nicht umstimmen.

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Nordkoreas Raketentest angeblich vorgezogen

Nordkorea könnte japanischen Medienberichten zufolge seinen geplanten Raketentest bereits morgen vollziehen. Die Regierung in Pjöngjang habe das Zeitfenster für den geplanten Test einer Langstreckenrakete vorgezogen, berichteten die Nachrichtenagentur Jiji Press und der Rundfunksender NHK heute unter Berufung auf die japanische Regierung.

Demnach soll er nun zwischen dem 7. und 14. Februar stattfinden statt zwischen dem 8. und 25. Februar. Den Berichten zufolge informierte Nordkorea die Internationale Seeschifffahrtsorganisation über den neuen Zeitplan.

Nach Darstellung der Regierung in Pjöngjang soll die Langstreckenrakete einen Satelliten in den Orbit befördern. Sie betont, ihr Raumfahrtprogramm sei rein wissenschaftlicher Natur. Die Staatengemeinschaft betrachtet den Raketenstart dagegen als Test einer ballistischen Rakete und damit als Verstoß gegen eine Resolution des UNO-Sicherheitsrats.

EU fordert von Türkei Aufnahme von Aleppo-Flüchtlingen

Angesichts des neuen Flüchtlingsdramas an der syrischen Grenze zur Türkei haben EU-Vertreter die türkische Regierung aufgefordert, ihre Grenzen zu öffnen. Es gelte nach wie vor die Genfer Konvention, „wonach Flüchtlinge aufzunehmen sind“, sagte EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn heute beim Treffen der EU-Außenminister in Amsterdam.

Die EU habe „leider“ keine Befugnisse, den türkischen Behörden Vorschriften zu machen, sagte Jean Asselborn. Er verwies aber darauf, dass der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bei der Londoner Geberkonferenz zu Syrien am Donnerstag zugesagt habe, weiter Flüchtlinge aufzunehmen.

„Es kommt mit großer Wahrscheinlichkeit eine große Flut von Menschen jetzt auf uns zu“, sagte Asselborn weiter. „Schuld“ an dem Flüchtlingsdrama seien die wahllosen „Bombenattacken in und um Aleppo“. Asselborn forderte die USA auf, schnell die Gespräche mit Russland über eine politische Lösung für den Syrien-Konflikt zu vertiefen.

Bereits 30.000 an Grenze gestrandet

Laut UNO sind bereits rund 30.000 Menschen an der syrisch-türkischen Grenze gestrandet. Ob und wann diese in die Türkei gelassen werden, ist derzeit noch offen. Ankara errichtete aber bereits ein neues Zeltlager an der Grenze zu Syrien.

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Kritik an „einseitigen Maßnahmen“

Asselborn warnte unterdessen auch vor einer Stimmung gegen Flüchtlinge in Europa. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht von diesem Rechtsruck, der in Europa stark Fuß gefasst hat, auch in wichtigen Ländern, dass wir uns nicht in eine Ecke ziehen lassen, wo Europa sein Gesicht verliert.“

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte zudem: „Ich denke nicht, dass das eine Lösung ist.“ Vielmehr müsse man Mogherini zufolge „geeint handeln“. Auch Hahn warnte vor einzelstaatlichen Lösungen in der Flüchtlingskrise. Diese könnten einen Dominoeffekt auslösen. Ohne Stärkung des Schutzes der EU-Außengrenzen werde Europa laut Hahn allerdings immer Probleme haben.

Der niederländische Außenminister Bert Koenders, dessen Land aktuell den EU-Ratsvorsitz innehat, sagte, Österreich und andere Länder würden derzeit einseitige Maßnahmen setzen, um den Flüchtlingsstrom zu bewältigen. Die EU-Länder müssten darüber „reden, wie wir das besser managen können“. Österreich ist bei dem informellen EU-Außenministerrat in Amsterdam durch Ressortchef Sebastian Kurz (ÖVP) vertreten.

Turkmenischer Präsident feuert seinen Büroleiter

Turkmenistans Präsident Gurbanguli Berdimuchamedow hat seinen Büroleiter wegen Korruption entlassen, während der gasreiche Staat zunehmend unter dem Ölpreisverfall leidet. Wie das Staatsfernsehen heute berichtete, nannte der Präsident als Grund für die Entlassung des 37-jährigen Palwan Taganow unter anderem „die Schwächung der Disziplin im Handelsbereich“ und einen „Mangel an Aufmerksamkeit für Ausbildung und die Befolgung von Anweisungen“.

Der Büroleiter hat offiziell nach dem Präsidenten und dem Parlamentspräsidenten das dritthöchste Amt im dem autoritär regierten Staat inne. Als Nachfolger Taganows wurde der 53-jährige Schamuchammet Durdiljew ernannt, ein früherer Bürgermeister der Hauptstadt Aschchabat.

Der Präsident verfügt in der isolierten früheren Sowjetrepublik über praktisch uneingeschränkte Macht. Wegen des Ölpreisverfalls geriet die Regierung und die Wirtschaft des zentralasiatischen Staats zuletzt zunehmend unter Druck.

Inland

Flüchtlinge: Schelling stellt Forderungen an EU

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) will jenes Geld, das Österreich im Vorjahr für das Mehr an Asylwerbern zu tragen hatte, von der EU quasi auf Umwegen zurück. In einem Brief an Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nannte Schelling die Summe von 600 Millionen Euro, wie der „Kurier“ heute berichtet.

Der Minister rechnet in dem Schreiben vom 25. Jänner vor, dass im Durchschnitt 35.000 Asylwerber pro Jahr für Österreich als verkraftbar gälten. 2015 seien jedoch 90.000 gekommen, also um rund 55.000 „zu viel“. Bei Kosten je Flüchtling von 11.000 Euro ergäbe das die Zusatzbelastung von grob 600 Millionen Euro.

Laut „Kurier“ forderte Schelling erneut, dass diese Summe bei der Berechnung des zulässigen Budgetdefizits nicht angerechnet wird. Zudem will er die Aufstockung des EU-Fonds AMIF (Asylum, Migration and Integrations Fund) und einen neuen Verteilungsschlüssel zugunsten „williger“ Länder wie Österreich, Deutschland und Schweden, die eine große Zahl an Flüchtlingen aufnehmen. Um die durch Asylwerber entstandenen zusätzlichen Kosten zu decken, will der Finanzminister den EU-Solidaritätsfonds, der zum Beispiel bei Naturkatastrophen zum Einsatz kommt, anzapfen und nicht verbrauchte EU-Budgetmittel an „die Willigen“ auszahlen.

„Sind zunehmend frustriert“

Kritik an Schellings Geldforderung an die EU kommt unterdessen von EU-Kommissar Johannes Hahn. „Die Frustration über die Belastung einzelner Länder ist natürlich verständlich. Kritik muss dort deponiert werden, wo die Mitgliedsstaaten zuständig sind“, sagte Hahn heute in Amsterdam.

Hahn erklärte nach einem Treffen der EU-Außenminister: „Wir sind zunehmend frustriert.“ An Schelling gerichtet betonte er: „Was er kritisiert, ist an die Mitgliedsstaaten zu richten, also an ihn selbst.“

Wirtschaft

Bilfinger verkauft Wassertechnologiesparte an China

Das Bau- und Dienstleistungsunternehmen Bilfinger verkauft sein Geschäft mit Wassertechnologie für 200 Millionen Euro an die chinesische Chengdu Techcent Environment Gruppe. Das gab Bilfinger heute Früh in einer Pflichtmitteilung bekannt.

Insider hatten zuvor den Finanzinvestor Triton als möglichen Käufer für die Division Water Technologies genannt.

Die Sparte beschäftigt etwa 1.600 Mitarbeiter. Bilfinger hatte Mitte Jänner überraschend einen radikalen Umbau angekündigt. Unter anderem soll ein Verkauf der Sparte Bau- und Immobilienmanagement geprüft werden.

Air-Berlin-Piloten verzichten offenbar auf Gehaltserhöhung

Im Ringen um eine Senkung der Kosten spart Air Berlin einem Magazinbericht zufolge auch bei den Piloten. 1.250 Piloten würden im laufenden Jahr auf ihre bereits 2013 ausgehandelte Gehaltserhöhung von vier Prozent verzichten, meldete der „Spiegel“.

Eine Urabstimmung solle im Herbst darüber entscheiden, ob auch 2017 auf eine Anhebung verzichtet werde. Zudem würden die Bezüge von Firmenchef Stefan Pichler und rund 80 Führungskräften um fünf bis zehn Prozent gekürzt. Darüber hinaus müssten Überstunden künftig vorab angemeldet, vom Vorstand bewilligt und möglichst durch Freizeit abgegolten werden.

Die nach der Lufthansa zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft steckt seit Längerem in der Krise - auch mehrere Sanierungsrunden und Chefwechsel brachten kaum Erfolg. In den vergangenen sieben Jahren flog Air Berlin nur einmal einen Konzernüberschuss ein. Die arabische Fluggesellschaft Etihad, die knapp 30 Prozent an dem Berliner Unternehmen hält, musste bereits mit Finanzspritzen helfen.

Schuldenstreit in USA: Argentinien bietet 6,5 Milliarden

Argentinien zeigt im Konflikt mit US-Hedgefonds über alte Staatsschulden erstmals seit Jahren ernsthafte Kompromissbereitschaft. Die neue Regierung bietet den klagenden Investoren 6,5 Milliarden Dollar (5,8 Mrd. Euro), wie der vom zuständigen New Yorker Bezirksgericht bestellte Vermittler Daniel A. Pollack in der Nacht auf heute mitteilte.

Er habe sich in der vergangenen Woche mit hochrangigen Vertretern beider Seiten getroffen, und es seien „enorme Fortschritte“ gemacht worden, hieß es.

Allerdings blieb zunächst unklar, wie die Investoren die Offerte bewerten. „Wir kommentieren zum jetzigen Zeitpunkt nicht“, sagte ein Sprecher des Hedgefonds Aurelius Capital. NML Capital aus dem Imperium des US-Milliardärs Paul Singer, ebenfalls eine führende Kraft in dem Verfahren gegen Argentinien, war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Bei dem Angebot müssten die Gläubiger Abstriche in Höhe von mehr als 25 Prozent der ursprünglichen Forderungen von insgesamt über neun Milliarden Dollar machen.

Staatspleite Ende 2001

Die strittigen Anleiheschulden stammen aus der Staatspleite von Ende 2001. Die Hedgefonds und einige andere Investoren hatten die folgenden Umschuldungsangebote Argentiniens anders als 93 Prozent der Gläubiger ausgeschlagen und auf volle Rückzahlung geklagt.

Der US-Bezirksrichter Thomas Griesa urteilte 2014 gegen Argentinien und verfügte, dass das Land die Schulden begleichen muss, bevor es weiter andere Staatsanleihen bedienen kann. Der Fall wird in New York verhandelt, weil die Papiere einst unter US-Recht ausgegeben wurden, um sie auf den Finanzmärkten attraktiver zu machen.

Sport

Fußball: Leicester triumphiert auch im Titelduell

Leicester City hat heute seinen Erfolgslauf in der Premier League eindrucksvoll fortgesetzt. Das Team von ÖFB-Kapitän Christian Fuchs feierte im Gipfeltreffen bei Manchester City einen 3:1-Sieg und baute damit seine Tabellenführung aus.

Die „Citizens“ hatten mehr vom Spiel, kamen aber erst kurz vor Schluss zum Ehrentreffer. Leicester spielte die frühe Führung in die Karten, die Mannschaft machte nach der Pause den Sack zu, wobei Fuchs mit dem Assist zum dritten Tor seinen Beitrag zum Sieg leistete.

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Football: Duell der Systeme in der Super Bowl

Mit den Denver Broncos und den Carolina Panthers haben die beiden besten Teams jeder Conference den Einzug in die 50. Super Bowl geschafft. In der morgigen Jubiläumsausgabe kommt es nun zum Systemduell.

Während die Broncos über die beste Defensive der Liga verfügen, dominierten die Panthers mit ihrer Offensive die Gegner mit durchschnittlich 31,2 Punkten pro Partie. Für Denver geht es vor allem darum, den Aktionsradius von „Superman“ Cam Newton auf Pässe zu reduzieren und das eigene Laufspiel zu etablieren.

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Ski alpin: Jansrud gewinnt Jeongseon-Abfahrt

Kjetil Jansrud hat sich heute den Sieg beim Testbewerb für die Olympiaabfahrt 2018 im südkoreanischen Jeongseon geholt. Der Norweger, der auch in beiden Trainings der Schnellste gewesen war, setzte sich vor Dominik Paris (ITA) und Steven Nyman (USA) durch. Otmar Striedinger wurde als bester Österreicher Sechster. Mit seinem ersten Saisonsieg in einem Speed-Bewerb setzte Jansrud die tolle Serie der Norweger fort.

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Chronik

Zwei Tote bei Hotelbrand in Marseille

Bei einem Hotelbrand im Zentrum von Marseille sind heute Früh zwei Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer in dem Gebäude nahe dem alten Hafen war aus unbekannter Ursache gegen Mitternacht ausgebrochen, wie französische Lokalmedien unter Berufung auf die Feuerwehr berichteten.

In einem der Zimmer wurden zwei Frauen und ein Mann regungslos aufgefunden. Wiederbelebungsversuche gelangen nur bei dem Mann, der schwer verletzt in eine Klinik der Hafenmetropole am Mittelmeer gebracht wurde.
Ein weiterer Hotelgast erlitt leichte Rauchvergiftungen.

Alle anderen Bewohner des Hotels konnten sich bei Ausbruch des Feuers in Sicherheit bringen. Der Brand wurde rasch gelöscht

Schweres Beben in Taiwan: Hochhaus eingestürzt

Bei einem schweren Erdbeben in der südtaiwanesischen Metropole Tainan sind in der Nacht auf heute mehrere Häuser eingestürzt, darunter auch ein 17-stöckiger Hochhauskomplex. Mindestens elf Menschen konnten nur noch tot geborgen werden, Hunderte wurden vermisst. Über 300 Menschen konnten lebend aus den Trümmern geborgen werden. Weit über 1.000 Einsatzkräfte suchen weiter nach Vermissten.

Mehr dazu in Beben der Stärke 6,4 erschüttert Tainan

Urlauberschichtwechsel: Staus auf Transitrouten

Der laufende Urlauberschichtwechsel sorgt heute für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf den zentralen Transitrouten des Landes. Hauptbelastet waren bisher laut ÖAMTC die Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Staus wurden von der A10, der Tauernautobahn beim Knoten Salzburg bis Golling und von der Westautobahn (A1) gemeldet.

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Mit Wartezeiten von bis zu einer Stunde sei zudem an der österreichisch-deutschen Grenze auf dem Walserberg (Salzburg) zu rechnen. Verzögerungen gibt es auch auf der Inntalautobahn (A12) in Tirol zwischen Kirchbichl und Kiefersfelden. Stark belastet sind in Tirol zudem die Fernpassstraße und die Zillertal Straße.

Längere Staus gibt es zudem in Vorarlberg auf der Rheintalautobahn (A14) vor der Abfahrt Bludenz-Montafon. Kurz nach 8.00 Uhr standen die Kolonnen vor dem Amberg Tunnel still, daher wurde aus Sicherheitsgründen nur noch blockweise abgefertigt.

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Religion

Padre Pio im Petersdom: Bereits 70.000 Besucher

Zehntausende Pilger sind heute zum Petersplatz in Rom geströmt, um einen Blick auf einen der beliebtesten Nationalheiligen Italiens zu erhaschen: den Kapuzinermönch Pater Pio (1887-1968). Nach Angaben der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ kamen allein am Vormittag rund 70.000 Menschen.

Menschenmenge

AFP

Die Reliquie des Geistlichen war vor wenigen Tagen erstmals aus dem apulischen San Giovanni Rotondo, wo Pio wirkte, nach Rom gebracht worden - anlässlich des Heiligen Jahres und auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus. Neben Padre Pio wurden auch die sterblichen Überreste des Kapuzinerpaters Leopold Mandic nach Rom gebracht und sind nun ebenfalls im Petersdom aufgebahrt.

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IT

Twitter sperrt 125.000 Accounts aus dem IS-Umfeld

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat seit Mitte 2015 rund 125.000 Zugänge geschlossen, über die terroristische Aktionen vor allem der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angedroht oder unterstützt wurden. Das Unternehmen teilte gestern mit, es verurteile diesen Missbrauch von Twitter und das Brechen seiner Regeln.

„Wie die meisten Menschen auf der Welt sind wir über diese Gräueltaten erschüttert“, erklärte Twitter. „Diese Art von Verhalten wird von unserem Dienst nicht unterstützt, genauso wenig wie jede gewalttätige Bedrohung.“

Alle Twitter-Zugänge und -Mitteilungen würden sehr genau untersucht, ein entsprechendes internes Team sei dafür verstärkt worden. Neben den bereits geschlossenen Zugängen würde eine ganze Reihe von Accounts beobachtet, die ähnliche Merkmale aufwiesen. Twitter arbeite in seinem Kampf gegen Terrorismus eng mit den Strafverfolgungsbehörden und der Justiz zusammen.

Science

US-Astronaut Edgar Mitchell gestorben

Der sechste Mensch auf dem Mond, Edgar Mitchell, ist tot. Der frühere US-Astronaut starb am Donnerstag im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus in West Palm Beach im Bundesstaat Florida, wie die Zeitung „Palm Beach Post“ gestern unter Berufung auf seine Familie berichtete.

Edgar Mitchell

APA/AFP/Nasa

Mitchell war im Januar 1971 zusammen mit Alan Shepard und Stuart Roosa in der Apollo 14 zum Mond gereist. Er war der Pilot der Mondfähre und betrat als sechster Mensch den Mond. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA verbrachte die Besatzung 33 Stunden auf der Mondoberfläche und sammelte mehr als 45 Kilogramm Mondgestein ein - womit sie damals einen Rekord aufstellte.

Geboren wurde Mitchell am 17. September 1930 im Bundesstaat Texas, zur NASA ging er 1966. Nach seiner Astronautenkarriere befasste sich Mitchell unter anderem mit Ufos und Außerirdischen.

Gesundheit

Zika-Virus laut WHO in 33 Ländern verbreitet

Das Zika-Virus hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in 33 Ländern verbreitet. Vor allem in Brasilien und Kolumbien hätten sich Menschen mit dem Erreger angesteckt, berichtet die UNO-Behörde in ihrem jüngsten Report. Gezählt wurden Länder, die den Zika-Ausbruch zwischen Jänner 2014 und 5. Februar 2016 gemeldet haben.

Es gebe zudem indirekte Hinweise auf eine Virenübertragung in sechs weiteren Staaten. Seitdem das Zika-Virus 2015 in Lateinamerika aufgetaucht sei, habe es sich kontinuierlich weiterverbreitet. Eine weitere Ausdehnung schätzt die WHO als wahrscheinlich ein.

Kolumbien meldet drei Todesfälle

Fünf der betroffenen Länder meldeten nach WHO-Angaben zugleich eine Zunahme der seltenen Lähmungskrankheit Guillain-Barre: Brasilien, Kolumbien, El Salvador, Suriname und Venezuela. Die Regierung von Kolumbien hatte gestern sogar von drei Todesfällen durch die Krankheit berichtet. Alle drei Menschen waren mit Zika infiziert.

In Brasilien prüfen Ärzte einen möglichen Zusammenhang zwischen der Schädelfehlbildung Mikrozephalie bei Neugeborenen und dem Zika-Virus. Eine rückblickende Analyse deutet laut WHO auch beim Ausbruch in Französisch-Polynesien auf vermehrte Fälle von Mikrozephalie während des Zika-Ausbruchs hin.

Kultur

Fransen und Schleierkraut auf dem Opernball

„Der Opernball ist wieder cool geworden.“ Zu dieser Bilanz kam Ballorganisatorin Desiree Treichl-Stürgkh in der Nacht auf gestern. Für die Frage aller Fragen an sie, wie es ihr denn mit dem letzten offiziellen Opernball gehe, hatte sie sogar eine Träne übrig. Und sonst ging es ihr gut. Denn der Opernball lieferte keine Skandale, und auch die eingeflogenen Promis hatten sich, bis auf den Kurzauftritt von Delon junior, so weit ganz gut im Griff, dass über den 60-Jahre-Opernball-Ball-der-Bälle das Schleierkraut des Friedens zu breiten wäre. Die buschige Dekoration des Abends war der Renner in den Sozialen Medien. Genauso omnipräsent wie der Blumenschmuck war die Ballchefin: Mit Gold und Gigafransen am Kleid durfte sie zu Recht für sich beanspruchen: „Wir haben den Ball entstaubt.“

Mehr dazu in Fransenkleid und Schleierkraut

Lifestyle

Neuer Rekord: Ferrari wechselt um 32 Mio. den Besitzer

Für stolze 32 Millionen Euro ist ein Ferrari aus dem Jahr 1957 in Paris versteigert worden. Der Rennwagen vom Typ 335 S Spider wurde gestern im Auktionshaus Artcurial für exakt 32.075.200 Euro versteigert und erzielte damit so viel Geld wie noch nie ein Auto zuvor bei einer Auktion. Wem genau der Wagen nun gehört, blieb geheim, allerdings wurde verraten, dass er in die USA geht.

Schon zuvor hatte der italienische Sportwagenhersteller Ferrari den Rekord bei der Versteigerung für ein Auto gehalten: Im Jahr 2014 hatte ein Ferrari bei einer Auktion im US-Bundesstaat Kalifornien 38 Millionen Dollar erzielt, das entsprach damals umgerechnet etwa 28,9 Millionen Euro.

Die nun erfolgte Versteigerung sei „ein Tag, an den wir uns lange erinnern werden“, sagte Matthieu Lamoure von Artcurial. In dem versteigerten Ferrari saßen schon Rennfahrerlegenden wie die Briten Mike Hawthorn und Peter Collins sowie der Franzose Maurice Trintignant.

Leute

Bhutans Königin bringt Thronfolger zur Welt

Bhutans Königspaar hat zur Freude des buddhistischen Himalaya-Staats die Geburt seines ersten Kindes verkündet. „Ihre Majestäten und die Mitglieder der königlichen Familie sind von großer Freude über die Geburt seiner Königlichen Hoheit erfüllt“, erklärte der Königspalast heute.

Der Sohn von König Jigme Khesar Namgyel Wangchuck und Königin Jetsun Pema kam gesund und wohlbehalten im Lingkana Palast der Hauptstadt Thimphu zur Welt.

Das im Himalaya zwischen Indien und China gelegene buddhistische Königreich wird seit 2008 von dem aktuellen König regiert, nachdem sein Vater abgedankt hatte. Seine Hochzeit 2011 fand unter der Anteilnahme der Bevölkerung teil, die das Königshaus verehrt. Der Name des neuen Thronfolgers wurde bisher nicht bekanntgegeben. Wie der Königspalast mitteilte, wurde seine Geburt mit einer religiösen Zeremonie unter Aufsicht des geistlichen Oberhaupts Je Khenpo gefeiert.