Ausland

Acht Soldaten nach Dschihadistenangriff in Libyen enthauptet

Bei einem Angriff des libyschen Ablegers der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf ein Ölfeld im Süden Libyens sind gestern acht Wachleute getötet worden. Die Soldaten seien bei dem Überraschungsangriff auf das Ölfeld al-Ghani enthauptet worden, sagte ein Sprecher der Ölanlagen. Nach dem Eintreffen von Verstärkung habe die Armee die Anlage wieder unter ihre Kontrolle gebracht.

Die Nationale Ölgesellschaft bestätigte die Angaben zu den Toten und erklärte, die Angreifer hätten die Anlage geplündert und die Gebäude in Brand gesteckt. Die Mitarbeiter des Ölfeldes seien in die nahe gelegene Stadt Sela geflohen, so die Ölgesellschaft.

In Libyen liefern sich seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 rivalisierende Milizen erbitterte Kämpfe um die Kontrolle von Städten und Ölfeldern. Am Dienstag brachten radikale Islamisten die Ölfelder al-Mabruk und al-Bahi rund 200 Kilometer südlich der Küstenstadt Sirte in ihre Gewalt. Die Ölgesellschaft machte daraufhin „höhere Gewalt“ geltend, um sich vor eventuellen Klagen wegen Nichteinhaltung der Verträge zu schützen.

Frontex warnt vor Flüchtlingsansturm

Unterdessen muss die EU in diesem Jahr nach Angaben des obersten Grenzschützers der Union mit einer Rekordzahl von Flüchtlingen aus Libyen rechnen. Zwischen 500.000 und einer Million Menschen seien zur Reise nach Europa bereit, sagte der Direktor der Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Schlepperbanden nutzten das Chaos in Afrika und dem Nahen Osten immer aggressiver aus, um Menschen über das Mittelmeer zu bringen, sagte Leggeri. Vor allem der Verfall der staatlichen Ordnung in Libyen schaffe eine ideale Umgebung für Schlepper.

Frontex benötige mehr Ressourcen und Mitteln, um einen stärkeren Einsatz im Mittelmeer zu garantieren. Der Einsatz der EU-Grenzschutzagentur allein genüge nicht. Von zentraler Bedeutung ist Leggeri zufolge unter anderem auch „die Kooperation zwischen der EU und den afrikanischen Ländern“.

Nach Terroralarm in Bremen: Details zu möglichen Attentätern

Ein Terroralarm hat am vergangenen Wochenende in Bremen für Unruhe gesorgt. Die Razzien, unter anderem in dem islamischen Kulturzentrum, verliefen allerdings ergebnislos. Danach gab es Kritik, dass der Zugriff zu spät erfolgt sei.

Vier mutmaßliche Attentäter aus Frankreich

Gestern wurden erste Details zu den Plänen und der Identität von mutmaßlichen Attentätern bekannt. Nach Recherchen von ZDF und „Focus“ gab es Hinweise auf vier verdächtige Männer aus Frankreich, die in der Hansestadt waren. Das wurde gestern unter Berufung auf Ermittlungsakten berichtet. Laut ZDF soll es auch konkrete mögliche Anschlagziele gegeben haben: den Dom, die Synagoge und einen Verkehrsknotenpunkt.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Silke Noltensmeier, sagte: „Wir wissen, dass es sich hier um französisch sprechende Personen handelt, die über die Niederlande nach Deutschland eingereist sind.“

Konkrete Details fehlen

Die Sprecherin von Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), Rose Gerdts-Schiffler, sagte gegenüber der dpa: "Zu konkreten Details, wie sie in verschiedenen Medien genannt und zum Teil auch konstruiert wurden, sagen wir nichts, weil wir ansonsten Hinweisgeber und Ermittlungen gefährden würden."

Ein 39 Jahre alter Libanese, der während des Anti-Terror-Einsatzes vorübergehend festgenommen wurde, soll die Gruppe aus Frankreich kontaktiert haben. Außerdem soll er von einem Waffenhändler 60 Maschinenpistolen und automatische Pistolen gekauft haben.

Verbleib der Verdächtigen unklar

Die Polizei habe vergangenen Freitag erste Hinweise bekommen, dass sich der Libanese mit den vier treffen habe wollen, sagte der Bremer Polizeipräsident Lutz Müller. „Hinweise darauf, dass sich diese Personen im islamischen Kulturzentrum aufhalten können, haben sich erst im Laufe des Samstags verdichtet.“ Es ist unklar, wo sich die verdächtigen Männer jetzt aufhalten.

Der entscheidende Hinweis auf die Islamisten kam vom Zollkriminalamt in Köln. Zunächst seien die Bremer Behörden davon ausgegangen, dass die Männer mit einer Air-France-Maschine aus Paris nach Deutschland kommen wollten.

Irak: IS-Hochburg al-Dur unter Kontrolle von Armee

Am fünften Tag ihrer Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben irakische Streitkräfte nach eigenen Angaben den strategisch wichtigen Ort al-Dur unter ihre Kontrolle gebracht. Armee und Kämpfer schiitischer Milizen hätten die südlich der Stadt Tikrit gelegene Ortschaft eingenommen, meldete das irakische Staatsfernsehen unter Berufung auf die Militärführung. Eine unabhängige Bestätigung für die Eroberung gab es zunächst nicht.

Die Einnahme von al-Dur gilt als eines der ersten Ziele der Offensive, mit der die irakischen Streitkräfte Tikrit rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad befreien wollen. Der Ort ist Heimatstadt von Issat Ibrahhim al-Duri, einem früheren Getreuen von Langzeitherrscher Saddam Hussein und heutigen Anführer sunnitischer Rebellen, die mit dem IS verbündet sind.

USA: IS auch aus al-Bagdadi vertrieben

Nach US-Angaben habe die irakische Armee zudem die Dschihadistengruppe aus dem heftig umkämpften Ort al-Bagdadi vertrieben. Auch hier gab es eine unabhängige Bestätigung zunächst nicht. Bei der zweiwöchigen Offensive seien die Regierungstruppen von sunnitischen Stammeskämpfern und US-Luftangriffen unterstützt worden, teilte das US-Militär mit. Al-Bagdadi liegt am Euphrat nordwestlich der Hauptstadt Bagdad nahe der Luftwaffenbasis al-Asad. Dort sind 300 US-Soldaten stationiert, um irakische Einheiten auszubilden.

Die IS-Miliz hatte al-Bagdadi im vergangenen Monat eingenommen, doch hat ein Angriff der Dschihadisten auf den Luftwaffenstützpunkt abgewehrt werden können. Ende Februar startete die irakische Armee die Offensive zur Rückeroberung des Ortes in der Provinz Anbar.

Die irakische Regierung hat für ihre Offensive gegen die sunnitischen Extremisten nach eigenen Angaben rund 30.000 Mann mobilisiert, neben der Armee vor allem Kämpfer schiitischer Milizen. Der Vormarsch der Kräfte war in den vergangenen Tagen nur langsam vorangekommen. Der IS versucht, die Offensive vor allem mit Selbstmordattentätern und Hunderten von Sprengfallen aufzuhalten.

Antike Stadt Nimrud verwüstet

Die Verwüstung von antiken Kulturgütern durch die extremistische Terrormiliz IS geht auch nach der erst kürzlich bekanntgewordenen Zerstörung von Statuen aus der antiken Stadt Ninive weiter.

Mit schweren Militärfahrzeugen begann der IS nun die Zerstörung der über 3.000 Jahre alten legendären assyrischen Stadt Nimrud, die nach dem mythenumrankten biblischen König Nimrod benannt ist, wie das irakische Altertumsministerium mitteilte.

Auch sollen mit Lkws die als einzigartig und unwiederbringlich eingeschätzten Kulturgüter weggebracht worden sein. Sie könnten auf dem Schwarzmarkt landen und zur weiteren Finanzierung des IS dienen.

Mehr dazu in „Mit Militärfahrzeugen zerstört“

Bis zu 1.000 OSZE-Beobachter in Ukraine gefordert

Im Ukraine-Konflikt haben sich die Außenminister Russlands und Deutschlands nach Darstellung aus Moskau für eine Ausweitung der Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf bis zu 1.000 Beobachter ausgesprochen. Das teilte der russische Minister Sergej Lawrow gestern nach einem Telefonat mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier mit.

Beide seien für eine Verlängerung sowie eine bessere technische und finanzielle Ausstattung des OSZE-Einsatzes, hieß es. Die Minister forderten eine rasche Umsetzung des Friedensplans, um den Konflikt zwischen ukrainischem Militär und prorussischen Separatisten zu deeskalieren.

Botschafter: „OSZE ist überfordert“

Nach Ansicht des ukrainischen Botschafters in Deutschland, Andrej Melnik, erfüllen die derzeitigen OSZE-Beobachter ihre Aufgabe nur teilweise. „Die OSZE ist überfordert. Leider sind ihre Beobachter nicht immer bereit, das Offensichtliche festzustellen“, sagte der Diplomat der „Nordwest-Zeitung“.

Melnik beklagte, dass noch immer Waffen und Soldaten aus Russland über die Grenze in sein Land gelangten. Die Beobachter müssten besser ausgestattet werden. „Sie benötigen Satellitenbilder, Drohnen und gepanzerte Fahrzeuge. Nur so sind sie in der Lage, vorliegende Informationen auch wirklich zu überprüfen“, sagte Melnik.

OSZE-Chef will mehr Drohnen für Überwachung

OSZE-Chef Lamberto Zannier sagte gegenüber Reuters, dass nicht die Zahl der Beobachter das gegenwärtige Problem sei. „Es ist der Zugang“, erklärte er. „Wenn sie besseren Zugang hätten, könnte ich mehr mit ihnen machen.“ Entsprechend hätte er gerne kleinere unbemannte Flugzeuge als Ergänzung zu den drei größeren Drohnen, die bereits im Einsatz seien.

Abzug schwerer Waffen schreitet nur langsam voran

Die ukrainischen Regierungstruppen meldeten unterdessen den Abzug der großen Raketenwerfer vom Typ Uragan von der Frontlinie im Osten des Landes. Ein AFP-Fotograf berichtete aus der östlichen Stadt Artemiwsk, dass dort zwei der Mehrfachraketenwerfer, die jeweils mit 16 Rohren für 220-Millimeter-Raketen ausgerüstet sind, zusammen mit mindestens zehn Howitzer-Kanonen auf einen Zug verladen wurden.

Die notorisch unpräzisen Raketen sind für einen Großteil der zivilen Opfer des elfmonatigen Konflikts verantwortlich. In dem Konflikt zwischen den Regierungstruppen und den prorussischen Separatisten wurden nach UNO-Angaben bisher rund 6.000 Menschen getötet. Beide Konfliktparteien sind gemäß dem im Februar in Minsk unterzeichneten Friedensplan verpflichtet, ihre schwere Artillerie 25 Kilometer von der Frontlinie zurückzuziehen, um eine Pufferzone zu schaffen.

Allerdings kommt der Abzug nur langsam voran und beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, ihre Waffen nur abzuziehen, um sie heimlich anderswo wieder an der Front in Stellung zu bringen.

Anschlag auf Polizeioffizier

Bei einem Bombenanschlag in der ostukrainischen Millionenstadt Charkiw sind ein Polizeioffizier und seine Frau verletzt worden. Das Paar habe sich in der Millionenstadt Charkiw in sein Privatauto gesetzt, als unter dem Wagen ein Sprengsatz detonierte, teilte ein Mitarbeiter von Innenminister Anton Geraschtschenko über Facebook mit. Der Offizier leitet ein Bataillon, das in der Kriegsregion Donbass gegen prorussische Separatisten kämpft.

Journalisten mit Drohne in Paris von Polizei angehalten

Vier Journalisten des Bayerischen Rundfunks (BR) sind nach Angaben aus Polizeikreisen in Paris mit einer Drohne gestoppt worden. Die Reporter seien im Parc de la Villete im Norden der französischen Hauptstadt vorübergehend festgehalten worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP gestern aus Polizeikreisen.

Keine Verhaftungen

Die Journalisten seien jedoch nicht in Gewahrsam genommen worden, da sie keinen Gebrauch von ihrem ferngesteuerten Flugobjekt gemacht hätten. Die Polizeivertreter bestätigten damit Berichte des Radiosenders France Info und der Zeitung „Le Parisien“.

Behörden wegen Drohnen beunruhigt

Die französische Polizei ist beunruhigt über zahlreiche nächtliche Drohnenflüge über Paris in den letzten Wochen. Zuvor hatten unbemannte Flugobjekte immer wieder französische Atomkraftwerke überflogen, obwohl über den Anlagen eigentlich ein Flugverbot gilt. Auch über Paris ist der Einsatz von Drohnen ohne offizielle Genehmigung verboten und strafbar.

Ende Februar waren drei Journalisten des katarischen Nachrichtensenders Al-Jazeera in Paris in Gewahrsam genommen worden, weil sie für eine Reportage über die mysteriösen Drohnenflüge selbst eine Drohne eingesetzt hatten. Ein britischer Reporter, der die Drohne steuerte, wurde zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro verurteilt, seine Drohne wurde beschlagnahmt. Wegen der diversen Drohnenflüge leitete die Pariser Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein.

Freispruch für griechischen Neonazi-Abgeordneten

Der griechische Abgeordnete Ilias Kasidiaris der Neonazi-Partei Goldene Morgenröte ist nach einem tätlichen Angriff auf eine kommunistische Parlamentarierin gestern von einem Gericht in Athen freigesprochen worden. Kasidiaris hatte im Juni 2012 während einer TV-Debatte im Wahlkampf der kommunistischen Abgeordneten Liana Kanelli zwei Ohrfeigen und einen Fausthieb ins Gesicht versetzt.

Vorfall hatte Empörung ausgelöst

Eine Strafverfolgung wegen leichter Körperverletzung wiederum wäre nur auf Grundlage einer Strafanzeige durch das Opfer möglich gewesen, die nicht innerhalb der gesetzlichen Frist erfolgte, wie das Gericht erklärte.

Der Vorfall hatte seinerzeit Empörung ausgelöst. Dennoch hinderte er die Neonazi-Partei nicht daran, bei der Wahl zehn Tage später erstmals ins griechische Parlament einzuziehen. Bei der jüngsten Wahl im Jänner wurde Goldene Morgenröte zur drittstärksten Kraft. Sie stellt 17 Abgeordnete im Parlament, darunter Kasidiaris.

EU-Außenminister beraten über weitere Ostpartnerschaften

Am zweiten Tag eines Treffens in Riga wollen die Außenminister der 28 EU-Staaten heute über den weiteren Ausbau der Beziehungen zu Staaten wie Georgien und Moldau beraten. Hintergrund der informellen Gespräche ist unter anderem der für Mai geplante EU-Gipfel zur sogenannten Östlichen Partnerschaft.

Auf dem Gipfel soll eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit den früheren Sowjet-Republiken vereinbart werden. Vor dem Hintergrund des Konflikts in der Ostukraine gelten die Pläne als heikel.

Moskau sieht Annäherung kritisch

Die Annäherung der Regierung in Kiew an die EU gilt als eine der Ursachen für den Bürgerkrieg. Moskau sieht die Nähe kritisch und unterstützt die prorussischen Separatisten. Auch mit anderen Ex-Sowjet-Republiken gibt es Konflikte rund um die EU- und teils auch der NATO-Annäherung.

Inland

„Beethovenfries“: Entscheidung gegen Rückgabe

Der Kunstrückgabebeirat der Republik empfiehlt, dass Österreich den berühmten „Beethovenfries“ von Gustav Klimt behalten soll. Damit sieht der Beirat einen Kaufvertrag zwischen der Republik und den Erben der früheren Eigentümer als rechtens an, der ohne den vorangegangenen Diebstahl durch das NS-Unrechtsregime nicht denkbar gewesen wäre. Kanzleramtsminister Joseph Ostermayer (SPÖ) müsste der Empfehlung des Beirats nicht zwingend folgen, will das aber. Und schon zeichnet sich in Wien ein museumsinternes Gerangel um das Kunstwerk ab.

Mehr dazu in „Extrem vorbildhaft“

Sport

Davis-Cup: Haider-Maurer gelingt Ausgleich gegen Schweden

Österreich bleibt im Davis-Cup-Duell der Europa-Afrika-Zone I mit Schweden im Rennen. Nach der Auftaktpleite von Jürgen Melzer, der gegen den 18-jährigen Elias Ymer in fünf Sätzen verlor, wurde Andreas Haider-Maurer gestern Abend in Örebro seiner Favoritenrolle gerecht und schaffte mit einem glatten Dreisatzsieg gegen Christian Lindell den Ausgleich. Damit steht es vor dem Doppel am Samstag 1:1.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Eishockey: Salzburg siegt nach furiosem Finish

Der erste Spieltag des Viertelfinales der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) hat gestern Abend das erhoffte Spektakel gebracht. Topfavorit Red Bull Salzburg schrammte zu Hause gegen den VSV dank einem furiosen Finish nur haarscharf an einer unliebsamen Überraschung vorbei.

Der Siegestreffer fiel erst sieben Sekunden vor Schluss. Eine hitzige Aufholjagd der Vienna Capitals bei Fehervar wurde hingegen nicht belohnt, der KAC musste in Znojmo trotz 5:0-Führung am Ende noch zittern. Nur Linz agierte an diesem Abend souverän.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Stuttgart tritt weiter auf der Stelle

Der VfB Stuttgart bleibt auch nach der 24. Runde der deutschen Bundesliga klares Schlusslicht. Die Stuttgarter mussten sich gestern Abend zu Hause gegen Hertha BSC trotz engagierter Leistung mit einer Nullnummer begnügen und treten damit weiter auf der Stelle.

Stuttgart, bei dem Florian Klein wieder durchspielte, scheiterte einmal mehr an der Chancenverwertung. Eine Ablöse von Trainer Huub Stevens wird damit wohl immer wahrscheinlicher.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Zinsangst kostet Dow Jones fast bisherigen Jahresgewinn

Überraschend gute US-Arbeitsmarktdaten haben gestern an der Wall Street für Zinsängste gesorgt. Um ein Haar hätte der Dow Jones Industrial vor dem Wochenende sogar seine restlichen Jahresgewinne komplett abgegeben, nachdem er am Montag bei 18.288 Punkten noch ein weiteres Rekordhoch markiert hatte.

Letztlich rutschte der Leitindex um 1,54 Prozent auf 17.856,78 Punkte ab. Auf Wochensicht verlor er damit 1,52 Punkte und ließ den Zuwachs für 2015 auf 0,19 Prozent zusammenschmelzen. Der marktbreite S&P-500-Index sank vor dem Wochenende um 1,42 Prozent auf 2071,26 Punkte. An der Technologiebörse ging es für den Auswahlindex NASDAQ 100 um 1,19 Prozent nach unten auf 4.399,23 Punkte. Er verlor auf Wochensicht fast ein Prozent.

Überraschend guter Arbeitsmarkt

Ein überraschend guter Arbeitsmarkt im Februar dürfte die US-Notenbank in ihrer Einschätzung bestärken, dass sich die Konjunktur zunehmend festigt. Die Arbeitslosenquote war auf den tiefsten Stand seit knapp sieben Jahren gesunken. Damit rückt eine Zinswende in den Vereinigten Staaten in den Augen der Anleger immer näher.

Davon zeugen auch deutliche Kursverluste bei US-Staatsanleihen und der starke Dollar. Die einzige Beruhigung liefert die Lohnentwicklung: In den bisher nur moderat steigenden Löhnen sieht die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ein Indiz für eine Unterauslastung des Arbeitsmarktes.

Apple verdrängt AT&T aus Dow-Jones-Index

Unter den Einzelwerten sorgte vor allem eine Indexumbildung für Aufmerksamkeit: Der starke Lauf der Apple-Aktien wird durch einen Aufstieg in den Dow belohnt. Am 18. März ersetzen die Papiere des iPhone- und iPad-Herstellers nach Handelsschluss die Aktien des Telekomkonzerns AT&T. Deren Aktien verloren daraufhin 1,53 Prozent, während Apple sich mit plus 0,15 Prozent gegen den Trend stabil halten konnten.

Finanzwerte zeigten sich überwiegend nur im frühen Handel stark: Die Fed sieht die größten Geldhäuser in Amerika krisenfester aufgestellt. Alle 31 Großbanken bestanden den ersten Teil des jährlichen Stresstests der Finanzaufseher. Die Aktien der Bank of America verteuerten sich daraufhin um 1,37 Prozent. Papiere von Wells Fargo, der Citigroup, Goldman Sachs und JPMorgan rutschten derweil zwischen 0,46 und 1,79 Prozent ab.

Euro rutscht weiter ab

Der Euro rutschte weiter ab. Anhaltend belastet von starken Zahlen vom US-Arbeitsmarkt setzte die Gemeinschaftswährung mit 1,0842 US-Dollar einen weiteren Tiefpunkt seit September 2003. Richtungweisende zehnjährige Anleihen knickten einen ganzen und 2/32 Punkte auf 97 und 28/32 Punkte ein. Ihre Rendite betrug 2,238 Prozent.

Fiat-Chef verdiente im vergangenen Jahr 31,3 Mio. Euro

Fiat-Chysler-Chef Sergio Marchionne hat im vergangenen Jahr 31,3 Millionen Euro verdient. Den Löwenanteil machte dabei ein Prämie von 24,7 Millionen Euro nach der erfolgreichen Fusion der italienischen und der US-Autobauer aus, teilte das Unternehmen gestern in einer Pflichtmitteilung an die US-Behörden mit.

Das Grundgehalt habe 2,5 Millionen Euro betragen, zuzüglich verschiedener Boni etwa 6,6 Millionen Euro. Im Jahr zuvor lag die vergleichbare Summe bei 3,6 Millionen Euro. Unter der Führung des 62-Jährigen legten die Aktien des Autobauers in Mailand 2014 um 61 Prozent zu.

Chronik

Gasleitung nach schweren Unwettern in Italien explodiert

Schwere Unwetter mit orkanartigen Sturmböen und heftigen Niederschlägen haben in weiten Teilen Italiens die Einsatzkräfte auch gestern weiter auf Trab gehalten. In den Abruzzen kam es nach dem Abgang einer Mure zu mehreren Explosionen an einer Gasleitung - die Flammen waren kilometerweit sichtbar. In Neapel wurden etliche Autos von einem umgestürzten Gerüst begraben.

In anderen Teilen des Landes galt es unterdessen, die Schäden des Vortages zu beseitigen. Es gibt auch mehrere Todesopfer zu beklagen. Glimpflich endete ein Zwischenfall im Südtiroler Grödental, wo ein entwurzelter Baum auf das Tragseil einer vollbesetzten Gondelbahn stürzte.

Mehr dazu in Autobahn wegen Schneefalls gesperrt

Neue Studie: Alkohol als Problem weiter unterschätzt

Eine neue grundlegende Studie legt nahe, dass die Probleme der heimischen Bevölkerung mit dem Alkohol bisher bei weitem unterschätzt worden sein könnten: Statistisch gesehen trinkt so etwa jede Österreicherin und jeder Österreicher 1,1 Liter reinen Alkohol mehr pro Jahr als der - ohnehin hohe - EU-Durchschnitt.

Noch viel mehr als in anderen Ländern sei Alkoholkonsum „in der Mitte der Gesellschaft“ angesiedelt. Die Untersuchung offenbart außerdem, dass die Diskussion über jugendliches „Komasaufen“ die Wirklichkeit nicht unbedingt zutreffend abbildet: Laut den Zahlen schlagen die Älteren die Jüngeren in dieser Hinsicht bei weitem - nur verstecken sie es besser.

Mehr dazu in 200.000 trinken „exzessiv“

IT

Cybertechnologie neuer Schwerpunkt der CIA

Die CIA steht vor einem der größten Umbauten ihrer Geschichte. Beim US-Auslandsgeheimdienst werde ein neues Direktorat „Digitale Innovation“ für Cybertechnologie geschaffen, kündigte CIA-Chef John Brennan gestern an. Zudem sollen in zehn neuen „Mission Centers“ Experten aus allen Teilen der Behörde zusammengezogen werden, um sich mit spezifischen Themen wie etwa Waffenschmuggel zu befassen.

Bisher seien wegen Rivalitäten zwischen den Abteilungen und auch zwischen verschiedenen US-Geheimdiensten Informationen oft nicht ausgetauscht worden, sagte Brennan. Die neuen Zentren sollten dem entgegenwirken.

Anpassung an digitales Zeitalter

Die 1947 gegründete CIA ist bisher in vier Direktorate unterteilt. Das neue digitale Direktorat werde nun die gleiche Bedeutung haben wie die alteingesessenen, sagte Brennan. Durch die fortschreitende Digitalisierung werde es für die Behörde immer schwieriger, ihre Aufgaben zu erfüllen. „Daher müssen wir als Dienst sicherstellen, dass wir alle Aspekte des digitalen Umfeldes verstehen können.“

Traditionell ist in den USA der Nachrichtendienst NSA für modernste Hochtechnologie zuständig. Ein Insider sagte jedoch, aus Sicht der CIA sei der Umbau nötig geworden, um mit dem „Tempo der Veränderungen“ auf diesem Gebiet Schritt halten zu können.

Science

Kultur

US-Dokumentarfilmer Maysles gestorben

Der bekannte US-Dokumentarfilmer Albert Maysles ist tot. Maysles starb am Donnerstag im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung, wie eine Sprecherin des Maysles-Instituts gestern mitteilte. Der Regisseur und sein bereits verstorbener Bruder David gehörten zu den Wegbereitern des „Direct Cinema“, das auf Drehbücher, Interviews und erzählende Kommentare verzichtete.

Tragischer Film über Stones-Konzert

Maysles wurde erstmals bekannt, als er 1955 hinter dem Eisernen Vorhang eine Dokumentation über das Leben in psychiatrischen Krankenhäusern der Sowjetunion drehte. Sein bekanntestes Werk ist jedoch der Dokumentarfilm „Gimme Shelter“ über ein Konzert der Rolling Stones im kalifornischen Altamont im Jahr 1969, bei dem in Folge chaotischer Organisation vier Fans starben.

Von Kritikern gelobt wurde auch die Dokumentation „Grey Gardens“ über Edith Bouvier und Edith Bouvier Beale, zwei Cousinen von US-First-Lady Jacqueline Kennedy, und ihr abgeschiedenes Leben in einem heruntergekommenen Haus im Nobelort East Hampton. In späteren Jahren gründete Maysles ein nach ihm benanntes Zentrum zur Förderung von Dokumentarfilmen in New York.