Ausland

Neue Vorsitzende der eurokritischen AfD gewählt

Frauke Petry ist die neue erste Vorsitzende der eurokritischen Partei „Alternative für Deutschland“. Die bisherige Co-Vorsitzende setzte sich heute in Essen gegen AfD-Mitbegründer Bernd Lucke mit 60 Prozent der Stimmen durch. Damit wird die sächsische Landesvorsitzende am Jahresende laut Satzung automatisch alleinige AfD-Vorsitzende.

Vor der Wahl hatte Lucke erklärt, sich nicht auf den Posten des zweiten Parteivorsitzenden bewerben zu wollen. Der zweite Parteichef soll am Jahresende automatisch auf den Stellvertreter-Posten wechseln.

Tumulte bei Luckes Rede

Während der Bewerbungsrede Luckes kam es zu Tumulten unter den rund 3.500 Mitgliedern des Parteitags. Insbesondere als sich Lucke gegen eine pauschale Verurteilung des Islams wandte, wurde er ausgebuht und niedergeschrien. Er hatte vor dem Parteitag erklärt, im Falle einer Niederlage müsse der vom ihm initiierte Verein „Weckruf 2015“ über das weitere Vorgehen beraten. Luckes Gegner hatten das als Drohung einer Abspaltung verstanden.

Petry steht für den nationalkonservativen Flügel der Partei. Sie hält Lucke und dessen wirtschaftsliberalen Flügel im Kern eine thematische Verengung auf die Ablehnung der Euro-Rettungspolitik vor. Lucke wirft seinen Gegnern wiederum vor, die AfD nicht gegen das rechte Spektrum abzugrenzen.

Koalitionsgespräche in Türkei kommende Woche

In der Türkei sollen in der kommenden Woche Gespräche über die Bildung einer Regierungskoalition beginnen. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte in der anatolischen Provinz Konya, „so Gott will, werden wir nächste Woche mit Verhandlungen beginnen, damit unsere 78 Millionen Menschen nicht ohne Regierung bleiben“.

Davutoglu ist Mitglied der regierenden, islamisch-konservativen AKP (Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung), die bei der Parlamentswahl vom 7. Juni zwar erneut stärkste Kraft geworden war, nach mehr als zwölf Jahren aber ihre Parlamentsmehrheit verloren hatte.

AKP auf Partner angewiesen

Die AKP stellt im Parlament nur noch 258 von 550 Abgeordneten und ist damit auf einen Koalitionspartner angewiesen. Zweitstärkste Kraft ist die linksnationale CHP mit 132 Sitzen. Die rechtsgerichtete MHP und die Kurdenpartei HDP verfügen über jeweils 80 Sitze.

Davutoglu sagte zu den möglichen Partnern, auf Gesprächen mit der CHP und der MHP liege die Priorität. Eine Koalition mit Letzterer gilt derzeit als am wahrscheinlichsten.

Assad-Milizen starten neue Offensive an Grenze zu Libanon

Syrische Regierungstruppen und die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah haben nach Angaben von Aktivisten an der Grenze zum Libanon eine Militäroffensive gegen Rebellen begonnen. Ortsansässigen Regimegegnern zufolge griff die Hisbollah heute islamistische Brigaden im bergigen Umland der Stadt Sabadani mit Raketen und Mörsergranaten an.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Großbritannien erklärte, es habe Dutzende Luftschläge des Militärs und den Einsatz von mehr als 50 Fassbomben gegeben. Laut staatlicher Nachrichtenagentur SANA wurden die Rebellen während des Einsatzes vollständig aus der Region vertrieben.

Die Stadt Sabadani war eine der letzten Hochburgen der Rebellen in der Region Kalamun. Sie wurde auch nach Angaben von Aktivisten zurückerobert. In die Ortschaft sollen im Mai zahlreiche Kämpfer der Al-Kaida-nahen Al-Nusra-Front geflohen sein, als Truppen von Präsident Baschar al-Assad große Teile des Kalamun-Gebirges zurückeroberten. Auch ein Mitglied der Al-Nusra-Front bestätigte die jüngsten Gefechte.

Zwei Londoner Mädchen heirateten in Syrien IS-Kämpfer

Zwei von drei minderjährigen Mädchen aus London, die sich den Dschihadisten in Syrien angeschlossen hatten, haben dort laut einem Anwalt ihrer Familien Kämpfer des Islamischen Staats (IS) geheiratet. Der Anwalt Tasnime Akunjee sagte der Zeitung „The Guardian“, zwei der drei 15 und 16 Jahre alten Mädchen hätten ihre Familien informiert, dass sie mit Zustimmung der Dschihadistenmiliz Kämpfer heirateten.

Familien verzweifelt

Sie lebten nun in beziehungsweise nahe der Stadt Rakka, einer Hochburg der IS im Norden Syriens. Der Fall der Mädchen, die im Februar nach Istanbul geflogen und anschließend über die Grenze nach Syrien gereist waren, hatte in Großbritannien für erhebliches Aufsehen gesorgt. Akunjee sagte dem „Guardian“, die Mädchen hätten einen „Katalog“ an Männern zur Auswahl erhalten. Ihre Ehemänner seien um die 20 Jahre alt. Der Anwalt sagte, die Nachricht der Hochzeit habe „große Verzweiflung“ bei den Familien ausgelöst, da die Mädchen damit stärker in Syrien gebunden seien und die Hoffnung auf eine Rückkehr nach Großbritannien schwinde.

Alle drei Mädchen stammten aus derselben Schule in London. Die Familien werfen der Polizei vor, ihnen Informationen zur drohenden Ausreise ihrer Töchter vorenthalten zu haben. Die Polizei nimmt an, dass sie einer Klassenkameradin folgten, die zuvor ausgereist war. Gegen vier andere Mädchen der Schule wurde eine Ausreisesperre verhängt, damit sie nicht ebenfalls in das Bürgerkriegsland fahren. Die Polizei schätzt, dass 600 Briten in das Konfliktgebiet in Syrien und im Irak gereist sind, von denen rund die Hälfte wieder zurückgekehrt ist.

Neuer König auf Südseeinsel Tonga gekrönt

Mit großem Pomp ist heute auf der Pazifikinsel Tonga der neue König Tupou VI. gekrönt worden. Da Tongaer den Kopf ihres Königs nicht berühren dürfen, wurde er von einem eigens aus Australien eingeflogenen pensionierten Methodistenpfarrer gekrönt. Die feierliche Zeremonie ist der Höhepunkt der bereits seit einer Woche andauernden Feierlichkeiten zur Inthronisierung des 55-Jährigen.

König Tupou VI.

APA/AP/Magangi Tonga/Linny Folau

Zahlreiche Gäste

Rund 15.000 im Ausland lebende Tongaer reisten für den Anlass in die Heimat. Zu den Gästen zählten auch mehrere ausländische Würdenträger, darunter der japanische Kronprinz Naruhito und seine Frau, Prinzessin Masako.

Der neue König, ein ehemaliger Diplomat, folgt auf seinen Bruder Tupou V., der vor drei Jahren starb. Dieser führte während seiner sechsjährigen Amtszeit eine Reihe demokratischer Reformen ein. Mit seiner Krönung wurde der 55-Jährige automatisch auch zum 24. Tu’i Kanokupolu - ein Titel, der schon Jahrhunderte vor Einführung der Monarchie existierte.

Eine Woche dauernde Feiern

Ein zentraler Teil der Krönungszeremonie ist der Genuss von Kava, einem Getränk mit betäubender Wirkung. Zu Beginn der Feierlichkeiten vergangene Woche setzten sich rund 150 Würdenträger in einen Kreis, tranken gemeinsam mit dem neuen König aus Kokosnüssen Kava und starteten damit die einwöchigen Feiern. Tonga mit seinen rund 110.000 Einwohnern ist die einzige Monarchie unter den Inselstaaten des Südpazifiks.

Inland

Eurofighter-Ermittlungen im Wirtschaftsministerium

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen einen Beamten aus dem Wirtschaftsministerium, der interne Informationen an die Eurofighter-Firma EADS weitergegeben haben soll.

Ein entsprechender Bericht des Nachrichtenmagazins „News“ wurde heute gegenüber der APA bestätigt. „Es gibt Ermittlungen wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs“, so eine Sprecherin der Anklagebehörde.

Informationen über Strategie

In einer ersten Befragung durch die Dienstbehörde im Ministerium soll der Mann unter anderem zugegeben haben, EADS im Jahr 2003 über die Verhandlungsstrategie des damaligen Wirtschaftsministers Martin Bartenstein (ÖVP) in Bezug auf den Eurofighter-Gegengeschäftsvertrag informiert zu haben. Das geht laut „News“ aus einem Aktenvermerk hervor.

Mehrheit gegen weiteres Entgegenkommen für Athen

Laut einer Umfrage sprechen sich 56 Prozent der Österreicher gegen ein weiteres Entgegenkommen gegenüber Griechenland aus. 38 Prozent sind dafür, so das heute veröffentlichte Ergebnis einer Befragung der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE).

Im Februar hatte eine Befragung im Auftrag der ÖGfE ergeben, dass 58 Prozent gegen und 28 Prozent für ein Entgegenkommen gegenüber Athen waren. „Die Lage hat sich zugespitzt. Daher ist auch die Zahl jener, die Athen verstärkt helfen wollen, in den letzten Monaten von 28 auf 38 Prozent angestiegen“, erklärte ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt dazu in einer Aussendung. Die aktuelle Situation habe zu einer Schärfung des Meinungsbildes beigetragen: „Die Zahl der ‚Weiß nicht‘-Nennungen ist von 15 auf sechs Prozent zurückgegangen.“

Referendum „durchaus skeptisch“ gesehen

Während sich Befragte mit Hochschulabschluss laut der aktuellen Umfrage zu 64 Prozent für und zu 32 Prozent gegen ein Zugehen auf Griechenland aussprachen, waren unter Personen mit Berufs-, Handels-und Fachschulabschluss 29 Prozent dafür, aber 64 Prozent dagegen.

Die „Entscheidung der griechischen Regierung, die Gespräche mit den Kreditgebern vorläufig zu beenden und ein Referendum anzusetzen“, werde in Österreich „durchaus skeptisch“ gesehen, so Schmidt. 46 Prozent beurteilten dieses Vorgehen laut der Umfrage „eher negativ“, 39 Prozent „eher positiv“.

Geteilter Meinung sind die Österreicher auch über die Zukunft Griechenlands als Euro-Land: Auf die Frage, ob Griechenland in der Euro-Zone gehalten werden solle, antworteten 41 Prozent der Befragten mit Ja, 46 Prozent mit Nein. Die Umfrage wurde von 30. Juni bis 1. Juli von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Insgesamt 523 Personen wurden österreichweit telefonisch befragt.

Wirtschaft

Chinesische Fonds stemmen sich gegen Kursrutsch

Chinas führende Broker und Fondsanbieter wollen die heimischen Aktienmärkte nach dem Kurseinbruch der vergangenen Wochen nun selbst stabilisieren. Die 21 größten Börsenmakler des Landes kündigten heute an, zur Stützung des Handels gemeinsam umgerechnet mindestens 17,3 Milliarden Euro in Wertpapiere zu investieren.

Wollen eigene Aktien zurückkaufen

Die Firmen versprachen, keine Dividendenpapiere mehr zu verkaufen, bis sich der Shanghaier Leitindex auf über 4.500 Punkte erholt habe. Am Freitag war er um 5,8 Prozent auf 3.684 Zähler eingebrochen. Auf Wochensicht stürzte er um mehr als zwölf Prozent ab. Die Broker erklärten zudem, eigene Aktien zurückzukaufen, sofern sie börsennotiert sind. Diese Maßnahmen könnten den Maklern jedoch heftige Verluste einbrocken.

Unterstützung erhielten sie von den Chefs der 25 größten Fondsgesellschaften Chinas. Sie sicherten zu, die Aktienfonds auch selbst zu zeichnen. Darüber hinaus wollen sie sich dafür einsetzten, dass die Fonds schneller auf den Markt kommen, wie der Verband der chinesischen Vermögensverwalter mitteilte.

Einschränkungen für spekulativen Handel

Niedrigere Zinsen und geringere Handelsgebühren hatten den Ausverkauf am chinesischen Aktienmarkt bislang nicht stoppen können - seit Mitte Juni ging es rund 30 Prozent abwärts. Im Ringen um Stabilität wollen die Finanzmarktaufseher nun verstärkt nach Hinweisen auf Marktmanipulationen suchen.

Viele chinesische Anleger glauben, dass ausländische Investoren Schuld sind, die massiv auf fallende Kurse gewettet haben sollen. Die Regierung in Peking versucht mittlerweile, den hoch spekulativen Handel mit Hebelprodukten einzudämmen, bei dem schon mit geringen Beträgen große Summen bewegt werden können. So wurden die Bedingungen für das mit geliehenem Geld betriebene Geschäft („Margin Lending“) verschärft und höhere Sicherheiten von den Investoren gefordert.

Zuvor rasanter Kursanstieg

Zuvor waren die Kurse in China - befeuert von diesen riskanten Wetten - monatelang gestiegen. Experten hatte wegen des Kurspluses von rund 150 Prozent von November bis Mitte Juni von einer Spekulationsblase gesprochen.

Moody’s senkt Rating für Kärnten und Niederösterreich

Die US-Ratingagentur Moody’s hat die Ratings der Bundesländer Kärnten und Niederösterreich herabgestuft. Das Rating von Kärnten wurde um zwei Stufen auf „Ba2“ gesenkt - also auf „spekulativ“. Niederösterreich verlor die Topbonität (Aaa), den Ausblick bewertet Moody’s nun als negativ. Beide Bundesländer wurden in Zusammenhang mit der Abwicklung der Hypo-Abbaugesellschaft Heta herabgestuft. In einer ersten Reaktion geben Kärnten und Niederösterreich dem Bund die Schuld für die Herabstufung.

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Italiener haben zu wenig Geld für Lebensmittel

Die Wirtschaftskrise ist zwar weitgehend überwunden, ihre Auswirkungen sind aber noch immer zu spüren: In Italien hat jede zehnte Familie nicht genug Geld, um ausreichend Lebensmittel zu kaufen.

Rund 2,4 Millionen Familien hätten im Vorjahr Hunger gelitten, eine Million mehr als vor Beginn der Krise 2007, ergab eine heute veröffentlichte Studie des Statistikamtes Censis.

Schulden machen statt sparen

Die Lebensmittelausgaben der Italiener seien im Zeitraum zwischen 2007 und 2014 um 12,9 Prozent gesunken. Die süditalienischen Regionen Apulien, Kampanien und Sizilien sind jene mit dem höchsten Prozentsatz an Familien, die hungern, geht aus der Studie hervor, die in Mailand bei der dem Thema Ernährung gewidmeten Expo vorgestellt wurde.

Die Italiener können auch nicht mehr so viel sparen wie früher. Lediglich ein Drittel ist in der Lage, einen Teil des Einkommens zur Seite zu legen. 45 Prozent behaupten dagegen, ihr Einkommen genüge nur knapp, um die Monatsausgaben zu decken, wie eine Studie der Börsenaufsichtsbehörde Consob ergab. 15 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten in diesen Krisenjahren auf ihre Ersparnisse zurückgreifen müssen, um sich über Wasser zu halten. Elf Prozent erklärten, sie hätten sich verschulden müssen.

Sport

Wimbledon: Drittrunden-Debakel für deutsche Spieler

Die deutschen Tennisspieler haben in Wimbledon ein unerwartetes Drittrunden-Debakel erlebt. Innerhalb von weniger als zwei Stunden schieden heute Sabine Lisicki, Angelique Kerber, Tatjana Maria und Nadal-Bezwinger Dustin Brown aus.

Erstmals seit 2006 geht das Achtelfinale beim bedeutendsten Turnier der Welt somit ohne deutsche Beteiligung über die Bühne. Kaum Probleme hatte indes Rekordsieger Roger Federer, der auf dem Weg zu seinem achten Titel allerdings erstmals einen Satz abgeben musste.

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Ö-Rundfahrt: Katjuscha-Auftaktsieg auf Ringstraße

Bei brütender Hitze ist das russische Team Katjuscha heute auf der Wiener Ringstraße zum Auftaktsieg bei der Österreich-Rundfahrt gerast. Die Equipe um den Spanier Daniel Moreno gewann das Mannschaftszeitfahren - hauchdünn vor den Teams MTN und BMC. Zum ersten Träger des Gelben Trikots avancierte dabei der Deutsche Rüdiger Selig. Bester Österreicher ist vor der ersten Etappe am Sonntag Matthias Krizek, der mit seinem Team Felbermayr Wels im Prolog als Siebenter zehn Sekunden auf Katjuscha verlor.

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Chronik

Tödlicher Badeunfall im Hintersee

Aus dem Hintersee bei Faistenau (Salzburg) konnte heute ein 81-jähriger Badegast nur noch tot geborgen werden. Die Ehefrau des Mannes hatte zuvor die Einsatzkräfte alarmiert, weil ihr Mann plötzlich im See verschwunden war.

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Lebensretter ertrank in der Donau

Auch in Stockerau (Niederösterreich) hat gestern ein Badetag ein tragisches Ende genommen. Ein Mann rettete zwei Mädchen in einem Seitenarm der Donau das Leben. Dabei wurde er selbst von einem Sog erfasst und ertrank.

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In der Nacht auf heute ist es am Alten Rhein in Lustenau (Vorarlberg) zu einem tödlichen Badeunfall gekommen: Ein junger Mann konnte nur noch tot geborgen werden. Erst am Donnerstag war ein 86-Jähriger in Höchst ertrunken.

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„Fleck“ kann teuer werden

Für die Schüler Wiens, Niederösterreichs und des Burgenlands haben mit den „großen Ferien“ die Monate des süßen Nichtstuns bereits begonnen. Für all jene mit einem Nicht Genügend im Zeugnis ist die Freude getrübt: Auf sie wartet die Wiederholungsprüfung im Herbst, die zwischen ihnen und dem Aufstieg in die nächste Klasse steht. Vor allem das Scheitern in Mathematik, der zweiten Fremdsprache und Deutsch stellt Schüler bei der Nachprüfung vor hohe Lernhürden, die oft nur mit externer Hilfe bewältigt werden können. Doch Nachhilfeangebote sind teuer, die Gratisbereitstellung hinkt vor allem in den Ferien dem Bedarf hinterher.

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AKW Temelin: Betreiber dekontaminiert Reaktorblock

Nach der Messung geringfügig erhöhter Strahlenwerte im tschechischen Atomkraftwerk Temelin arbeiten Techniker an der Behebung des Problems. „Derzeit findet die Dekontamination dieses Bereichs statt“, sagte AKW-Sprecher Marek Svitak heute. Unter anderem auf dem Dach des abgestellten zweiten Reaktorblocks seien Werte zwischen 0,0008 und 0,00025 Millisievert gemessen worden.

Strahlenbelastung wie bei Langstreckenflug

„Das entspricht der Strahlenbelastung, der ein Passagier bei einem Langstreckenflug ausgesetzt ist“, sagte Svitak. Ursache für den Zwischenfall war demnach eine „Undichtigkeit“ zwischen dem radioaktiven primären und dem sekundären Kühlkreislauf in Block II. Der Dampfgenerator, an dem ein rund ein Zentimeter großes Leck entdeckt worden sei, werde repariert.

„Das ist ein relativ großes Problem für den Betreiber“, sagte Pavel Vlcek von der Umweltinitiative OIZP. Er gehe davon aus, dass radioaktives Kühlwasser aus dem Primärkreislauf ausgetreten sei. Die Informationspolitik des Betreibers sei unzureichend.

NGO: „Keine Bagatelle“

Auch die heimische Umweltschutzorganisation Global 2000 übte Kritik. „Es handelt sich um keine Bagatelle, sondern um die Leckage von 2.000 Litern Kühlwasser pro Stunde“, teilte ein Sprecher mit. Jetzt sei es an der Zeit, „umfassend international aufzuklären und den offenkundig schwereren Zwischenfall beim Wiederanfahren des Reaktors II am 26. Juli endlich richtig zu untersuchen“.

„Solche Vorfälle zeigen einmal mehr, dass jedes AKW weltweit ein Sicherheitsrisiko darstellt“, betonte der oberösterreichische Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) in einer Aussendung. Er forderte die „sofortige und detaillierte Offenlegung aller Messergebnisse durch die tschechische Atomaufsichtsbehörde“ und die „lückenlose Aufklärung der Vorkommnisse“ auch durch internationale Experten.

Alligator tötete in Texas Schwimmer

Ein Alligator hat im US-Bundesstaat Texas einen Mann getötet. Der 28-Jährige habe Warnschilder ignoriert und sei in einem Wasserarm am Rande der Stadt Orange am Golf von Mexiko nachts schwimmen gegangen, berichteten US-Medien gestern (Ortszeit).

Eine Augenzeugin schildert den Ablauf des Angriffs. (iptv.orf.at)

Der Mann sei gleich nach dem Sprung ins Wasser angegriffen worden, meldete der Sender KFDM-TV unter Berufung auf Augenzeugen. Eine Begleiterin des Opfers habe noch versucht, dem schreienden Mann aus dem Wasser zu helfen. Sie sei unverletzt geblieben. Die Leiche des Mannes wurde von der Polizei erst zwei Stunden nach dem Vorfall entdeckt.

Kultur

Medien

Sendeausfall bei Arte durch Hitzebrand

Ein durch die Hitze ausgelöster Brand hat einen stundenlangen Komplettausfall der Sendungen des deutsch-französischen Fernsehsenders Arte ausgelöst. Die Panne in einem elektrischen Schaltraum habe über fünf Stunden ab 7.00 Uhr morgens gedauert, sagte die Sprecherin des Senders, Claude Savin, heute in Straßburg. 

Der Sendebetrieb konnte um 12.30 Uhr wiederaufgenommen werden. „Die Panne war so schwer, weil auch das Notstromaggregat betroffen war“, sagte Savin. Verschont blieben die Website des Senders und die Mediathek Arte+7. Bereits am Donnerstag hatte es in Köln einen halbstündigen Sendeausfall beim Nachrichtensender n-tv gegeben, wofür möglicherweise auch die Außentemperaturen verantwortlich waren.

IT

Ausnahmen bei Netzneutralität sorgen für Kritik

Anfang der Woche hat es nicht nur einen Kompromiss bei den Roaminggebühren gegeben, Unterhändler von EU-Parlament und Mitgliedsstaaten haben sich auch beim heiß umkämpften Thema Netzneutralität grundsätzlich geeinigt.

Dabei geht es um die Frage, ob Netzbetreiber ihre Daten gleichberechtigt durch die Leitungen schicken, egal, woher sie kommen. Kritiker befürchten schwerwiegende Nachteile für Unternehmen, aber auch für private Internetnutzer.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Baldiges Aus?

Nach der Einigung auf die partielle Abschaffung des Roaming und die EU-weiten Regelungen zur Netzneutralität fallen die Reaktionen recht unterschiedlich aus. Was für die einen eine vernünftige Lösung nach langen Verhandlungen ist, ist für andere bestenfalls ein fauler Kompromiss. Die Arbeiterkammer (AK) etwa befürchtet, dass die neuen Regeln für Konsumenten nicht zwangsläufig Erleichterungen bringen.

Mehr dazu in help.ORF.at

Religion

Emeritierter Papst Benedikt doppelter Ehrendoktor

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat die Ehrendoktorwürde der Musikakademie Krakau und der Päpstlichen Universität Johannes Paul II. der polnischen Stadt bekommen. Bei der Verleihung heute am päpstlichen Sommersitz im italienischen Castel Gandolfo bei Rom meldete sich der 88-Jährige erstmals seit Langem wieder selbst zu Wort.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. erhält die Ehrendoktorwürde

APA/EPA/Jacek Bednarczyk

Dank an Johannes Paul II.

Dabei sinnierte er über die Ursprünge und die Bedeutung von Musik und hob die abendländische Musik als einzigartig hervor. Sie habe keine Entsprechung in anderen Kulturen. „Musik von der Größenordnung, wie sie im Raum des christlichen Glaubens entstanden ist, gibt es in keinem anderen Kulturraum“, sagte der gebürtige Bayer und leidenschaftliche Klavierspieler.

Außerdem würdigte Benedikt seinen polnischen Vorgänger Johannes Paul II. „Ohne ihn ist mein geistlicher und theologischer Weg nicht denkbar.“ Benedikt lebt seit seinem Rücktritt im Februar 2013 zurückgezogen im Vatikan und meldet sich selten zu Wort. Derzeit verbringt er auf Einladung seines Nachfolgers Franziskus die heißen Sommertage auf dem päpstlichen Sommersitz.

Lifestyle

Leute

Josh Hartnett und Tamsin Egerton werden Eltern

US-Schauspieler Josh Hartnett (36, „Pearl Harbor“) und seine britische Freundin, Model und Schauspielerin Tamsin Egerton (26, „Love, Rosie“), werden Eltern. Hartnetts Sprecher bestätigte den ersten Nachwuchs für das Paar der „Los Angeles Times“.

Hartnett, der früher mit Kolleginnen wie Scarlett Johansson und Kirsten Dunst befreundet war, soll Egerton 2011 bei den Dreharbeiten zu dem Film „The Lovers“ kennengelernt haben.

Hartnett war durch Filme wie „Pearl Harbor“, „Black Hawk Down“, „40 Tage und 40 Nächte“ und „The Black Dahlia“ bekannt geworden. Als nächstes spielt er unter der Regie von James Franco in der Romanverfilmung „The Long Home“ mit. Egerton dreht derzeit an der Seite des britischen Komikers Sacha Baron Cohen die Spionage-Komödie „Grimsby“.