Inland

Staatliche Einlagensicherung beim Sparen soll fallen

Das Finanzministerium hat heute einen Zeitungsbericht bestätigt, wonach es Änderungen bei der staatlichen Einlagensicherung geben wird. Künftig erfolgt die Sicherung des Ersparten ausschließlich durch die Banken, die dafür in einen Fonds einzahlen. Die staatliche Absicherung gibt es dann nicht mehr, so der Begutachtungsentwurf.

Dieser diene zur Umsetzung der EU-Einlagensicherungsrichtlinie, so das Finanzministerium. " Dieses System ist sehr sicher, da Geld bereits im Vorfeld bereitgestellt wird. Es benötigt keine staatlichen Garantien und es kann im Ernstfall wesentlich schneller reagiert und ausgezahlt werden", hieß es aus dem Ministerium, das betonte: „Für die Sparer ändert sich nichts.“

Der „Standard“ hatte heute berichtet, dass das Finanzministerium eine Reform der Einlagensicherung ausgearbeitet und einen Gesetzesentwurf an den Nationalrat übermittelt hat. Derzeit sind in Österreich Privatkonten bis zu einem Betrag von 100.000 Euro von der Einlagensicherung geschützt. Für die ersten 50.000 Euro stehen im Falle einer Insolvenz die Banken selbst ein, die zweiten 50.000 werden vom Bund garantiert.

BZÖ will sich zum Jubiläum personell neu aufstellen

Das BZÖ will sich nach dem Beschluss des neuen Parteiprogramms im Herbst und zum zehnjährigen Jubiläum nun auch personell neu aufstellen, so Bündnisobmann Gerald Grosz im Gespräch mit der APA. Welche Positionen neu besetzt werden - etwa auch seine eigene -, das werde gemeinsam in der Partei entschieden. Anlässlich des Gründungsparteitages sei im Juni eine große Feier geplant.

Die personelle Neuaufstellung solle erfolgen, um „die richtigen Personen an die richtigen Stellen“ zu bringen, so Grosz. Alle Positionen seien zu hinterfragen, „inklusive mir“. Über die personelle Neuaufstellung werde demnächst im Bundesvorstand entschieden.

Rund um den 4. April - an diesem Tag 2005 wurde das BZÖ bei einer Pressekonferenz präsentiert - werde es einen Pressetermin geben, Grosz. Im Frühsommer soll es dann anlässlich des Gründungsparteitages vor zehn Jahren eine große Veranstaltung geben.

„Presse“: Grasser bat Brandstetter um Weisung zu BUWOG

Bei den Ermittlungen rund um eine Millionenprovision beim Verkauf der BUWOG gibt es eine neue Facette. Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der in Verdacht steht, Insiderinformationen weitergegeben zu haben, bat ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter um eine Weisung zur Zeugeneinvernahme, berichtet die „Presse“.

Laut der Zeitung heißt es in dem Schreiben von Grasser: „Ich stelle den Antrag, der Bundesminister für Justiz (...) möge die Korruptionsstaatsanwaltschaft (...) per Weisung dazu verpflichten, meinem Beweisantrag Folge zu leisten.“ Das heißt konkret, dass Grasser die Einvernahme von Zeugen erwirken will. Er nennt dabei 44 Personen. Sie sollen belegen, dass ein Konto in Liechtenstein, das die Ermittler ihm zurechnen, nicht unter seine Verantwortung fällt.

Auf dem Konto soll eine Millionenprovision aus dem BUWOG-Verkauf liegen. Grasser wird vorgeworfen, den Kaufpreis für die BUWOG einem Bewerber über seinen Freund Walter Meischberger und dem Lobbyisten Peter Hochegger verraten zu haben - was dieser und alle anderen genannten Personen bestreiten.

Ausland

Tausende Menschen bei Protestmarsch in Tunis

Eineinhalb Wochen nach dem islamistischen Anschlag auf das Nationalmuseum in Tunis haben heute Tausende Menschen in der tunesischen Hauptstadt gegen den Extremismus demonstriert. „Freies Tunesien, Terrorismus raus“, skandierten die Teilnehmer des Protestmarschs, der unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen stattfand. Viele Demonstranten schwenkten tunesische Flaggen. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl am späten Vormittag auf etwa 12.000 Menschen.

Zwei Bewaffnete hatten am 18. März das berühmte Bardo-Nationalmuseum angegriffen und dabei 21 Touristen und einen Polizisten getötet. Obwohl die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) sich zu dem Anschlag bekannte, machte die tunesische Regierung die mit dem rivalisierenden Al-Kaida-Netzwerk verbündete Brigade Okba Ibn Nafaa dafür verantwortlich.

Gestern töteten tunesische Sicherheitskräfte nach offiziellen Angaben in der Gebirgsregion Sidi Aich neun bewaffnete Kämpfer der Brigade, die als größte Dschihadistengruppe des Landes gilt. Nach Angaben des Innenministeriums gehörten sie zu den „gefährlichsten Terroristen Tunesiens“. Regierungschef Habib Essid teilte heute mit, auch der Okba-Ibn-Nafaa-Anführer Lokmane Abou Sakhr sei getötet worden.

Iranische Atomgespräche in der Endphase

Vor dem Fristablauf am Dienstag haben in Lausanne die wohl entscheidenden Beratungen über das iranische Atomprogramm begonnen. Nach mehr als zehnjährigen Verhandlungen mit Teheran „beginnt hier sozusagen das Endspiel“, sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier gestern in der Schweiz.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani telefonierte laut eigenen Angaben mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. In Lausanne berieten Steinmeier und sein französischer Amtskollege Laurent Fabius zunächst mit US-Außenminister John Kerry. Später trafen unter anderen Steinmeier und Fabius bilateral mit dem iranischen Chefdiplomaten Mohammed Dschawad Sarif zusammen.

Steinmeier rief alle Seiten zu letzten Anstrengungen auf. Die letzten Meter seien „die schwersten, aber eben auch die entscheidenden“. Er hoffe, „dass der Versuch nicht aufgegeben wird, hier zu einer endgültigen Einigung zu kommen“.

Die 5+1-Gruppe aus den fünf UNO-Vetomächten plus Deutschland bemüht sich seit Jahren um eine Einigung mit dem Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm. Ziel ist es, dem Iran die zivile Nutzung der Atomtechnologie zu erlauben, ihm aber die Möglichkeit zu nehmen, Atomwaffen zu entwickeln.

Wahl in Frankreich: Sozialisten vor Schlappe

In Frankreich findet heute die zweite Runde der symbolisch wichtigen Departementswahlen statt. Die regierenden Sozialisten von Staatschef Francois Hollande steuern auf eine erneute schwere Wahlschlappe zu: Das linke Lager dürfte die Mehrheit in Dutzenden der insgesamt 101 französischen Departements verlieren.

Als Sieger hervorgehen dürfte das konservativ-bürgerliche Lager um Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy. Der rechtsextreme Front National (FN) von Marine Le Pen könnte erstmals die Mehrheit in einem Departement erzielen. In der ersten Wahlrunde vor einer Woche hatte das konservativ-bürgerliche Lager die meisten Stimmen bekommen, die Rechtsextremen landeten mit rund 25 Prozent an zweiter Stelle vor den Sozialisten.

Blogger Badawi beschreibt Gefängnisalltag

Der in Saudi-Arabien inhaftierte Blogger Raif Badawi hat in einem Buch seinen Gefängnisalltag geschildert. In dem Vorwort zu dem Buch „1000 Peitschenhiebe“, das das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe abdruckt, schildert der junge Familienvater, dass er seine 20 Quadratmeter große Zelle mit 30 Verbrechern teilt.

Darunter finden sich Mörder, Diebe, Drogenhändler und Kinderschänder. Früher habe er aus Angst vor Verbrechern zu Hause immer alle Türen und Fenster verriegelt, „und jetzt lebe ich mitten unter ihnen“. Mit Erstaunen entdeckte Badawi bei einigen Zellengenossen ein „zartes, grandioses menschliches Feingefühl“. Besonders habe ihn eine Schmiererei in einer der verdreckten Toiletten der Haftanstalt berührt. Zwischen Obszönitäten entdeckte er den Satz: „Der Säkularismus ist die Lösung!“

Bei Telefonaten aus Gefängnis diktiert

Das Vorwort zu dem Buch „1000 Peitschenhiebe“, das am Mittwoch erscheint, hatte Badawi seiner Frau laut Ullstein-Verlag in mehreren Telefongesprächen aus dem Gefängnis diktiert. Badawi war 2012 wegen seiner liberalen Ansichten verhaftet worden. Er hatte auch Kritik an der saudischen Religionspolizei geübt. Ein Gericht verurteilte ihn wegen „Beleidigung des Islam“ zu 1.000 Hieben, zehn Jahren Haft und einer Geldstrafe. Nach den ersten 50 Stockschlägen wurde die Vollstreckung aus gesundheitlichen Gründen ausgesetzt.

Wieder Korruptionsskandal in Brasilien aufgedeckt

Nach dem Petrobras-Skandal haben Ermittler in Brasilien eine weitere Schmiergeldaffäre aufgedeckt. Dutzende Firmen, darunter Industriekonzerne und Banken, sollen Steuerbeamte bestochen haben, wie die Polizei gestern mitteilte.

Das Geld sei gezahlt worden, um Entscheidungen der Steuerbehörde zu beeinflussen, die bei Einsprüchen gegen die vom Fiskus auferlegten Strafzahlungen das letzte Wort hat. Den Firmen sei es so gelungen, Millionenstrafen zu reduzieren oder ganz abzuwenden. Die Ermittler gehen davon aus, dass Schmiergeldzahlungen in Höhe von insgesamt 5,4 Milliarden Euro geflossen sind. Ein Drittel dieser Summe sei bereits nachgewiesen worden.

Zuletzt war Brasilien vom Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras erschüttert worden. Laut Staatsanwaltschaft zahlten rund zwei Dutzend Firmen, zumeist große Baukonzerne, an Petrobras Schmiergeld, um an lukrative Aufträge zu kommen.

Zehntausende bei Abschied von Singapurs Staatsgründer Lee

Zehntausende Menschen haben heute von Singapurs Staatsgründer Lee Kuan Yew Abschied genommen. Zu Ehren Lees, der am Montag nach langer Krankheit im Alter von 91 Jahren gestorben war, wurden 21 Salutschüsse abgefeuert, vier Kampfflugzeuge donnerten durch den wolkenverhangenen Himmel über dem südostasiatischen Stadtstaat. Nach der Zeremonie sollte Lee eingeäschert und beigesetzt werden.

Seit Mittwoch war der Nationalheld im Parlament aufgebahrt gewesen, nach offiziellen Angaben defilierten bis gestern Abend 450.000 Menschen an dem Sarg vorbei. Heute wurde der Sarg im strömenden Regen vom Parlament durch die von Bürgern gesäumten Straßen zur Nationaluniversität gefahren, wo das Staatsbegräbnis stattfand.

Clinton und Hague unter Gästen

Zahlreiche internationale Gäste waren dazu nach Singapur gekommen, unter ihnen Ex-US-Präsident Bill Clinton, der Präsident des britischen Unterhauses und der britische Ex-Außenminister William Hague. Lee hatte Singapur 1959 aus britischer Kolonialherrschaft in die Unabhängigkeit geführt und war damals erster Ministerpräsident des Stadtstaates geworden.

In seiner Regierungszeit bis 1990 wandelte sich Singapur von einer verschlafenen Hafenstadt in eine moderne Handelsmetropole und ein internationales Finanzzentrum. Das Pro-Kopf-Einkommen gehört zu den höchsten weltweit. Die Sonderstellung Lees zeigte sich auch in der Zeremonie: Die 21 Salutschüsse aus Haubitzen sind üblicherweise amtierenden Staatschefs vorbehalten.

Sport

ÖFB: Junuzovic steht vor „besonderem Spiel“

Nach dem 5:0-Sieg gegen Liechtenstein in der EM-Qualifikation steht für das ÖFB-Team am Dienstag (20.30 Uhr, live in ORF eins) die nächste Partie auf dem Programm. Das Testspiel im Happel-Stadion gegen Bosnien-Herzegowina hat dabei speziell für einen Spieler eine große Bedeutung. Z

latko Junuzovic war bis zu seinem 15. Lebensjahr bosnischer Staatsbürger. „Deshalb ist das Spiel natürlich etwas Besonderes“, erklärte der 27-Jährige. Sentimentalitäten will Junuzovic aber nicht aufkommen lassen, dafür ist das Spiel zu wichtig.

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EM-Qualifikation: Weltmeister muss in Georgien „angreifen“

Nach vier Spieltagen der EM-Qualifikation liegt Weltmeister Deutschland nach einer Niederlage in Polen und einem Heimremis gegen Irland nur auf dem ungewohnten dritten Tabellenrang der Gruppe D.

Das DFB-Team benötigt damit heute in Georgien unbedingt einen Sieg, um im Rennen um das Ticket für Frankreich 2016 nicht noch weiter in die Bredouille zu geraten. „Wir haben etwas gutzumachen. Ich denke, dass wir jetzt auch in der Qualifikation angreifen müssen“, betonte Tormann Manuel Neuer.

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EM-Qualifikation: Niederlande wenden Heimpleite ab

Für den WM-Dritten Niederlande läuft die Qualifikation für die Fußball-EM 2016 in Frankreich gar nicht nach Wunsch. Die „Oranje“-Auswahl entging gestern Abend in Amsterdam nur knapp einer Heimpleite gegen die Türkei.

Wesley Sneijder rettete mit dem Ausgleich in der Nachspielzeit zumindest noch ein 1:1-Remis. Nach fünf Spieltagen liegt das Team von Bondscoach Guus Hiddink in Gruppe A dennoch nur auf dem dritten Tabellenrang, auf den für das EM-Ticket nötigen zweiten Platz, den derzeit Island einnimmt, fehlen bereits fünf Punkte.

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Wirtschaft

Weltbank durch chinesische Initiative unter Reformdruck

Der internationale Zuspruch für die von China geplante asiatische Entwicklungsbank setzt die Weltbank nach eigener Einschätzung unter Druck, sich zu reformieren. „Wir bekommen einen starken Anstoß, uns schnell zu wandeln“, so der Vizepräsident der Weltbank-Gruppe, Cyril Muller, heute beim asiatischen Wirtschaftsforum in Bo’ao auf der südchinesischen Insel Hainan ein.

Europäische Länder wie Österreich, Deutschland, Frankreich und Italien, aber auch Südkorea wollen bei der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank (AIIB) mitmachen, während die USA das Vorhaben kritisch sehen.

Heute bekundete nun auch Australien sein Interesse an dem Vorhaben. Den Sorgen, dass die Bank zu einer Konkurrenz für Weltbank oder Asiatische Entwicklungsbank (ADB) werden könnte, entgegnete Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, sein Land suche eine „koordinierte Entwicklung“ mit den anderen multilateralen Finanzinstituten.

Weltbank-Vize Muller ließ durchblicken, dass er die Idee der Schaffung einer neuen Investitionsbank grundsätzlich unterstütze. Jede der weltweit großen Finanzinstitutionen lerne voneinander und er teile die Auffassung, dass ein Start bei Null eine gute Idee sei.

Griechenland läuft die Zeit davon

Dieses Wochenende ist für die finanzielle Zukunft Griechenlands von besonderer Bedeutung. In Brüssel beraten Experten derzeit über eine Reformliste, die dem von der Pleite bedrohten Land die dringend benötigten Hilfsgelder ermöglichen soll. Doch die Gespräche dürften zäh verlaufen.

Laut Medienberichten könnte der Finanzbedarf weit größer sein als zuletzt angenommen. Und auch Athen dürfte nicht mehr an das schnelle Geld aus der EU glauben. Gestern wurde bekannt, dass die Regierung nun doch Anteile am Hafen von Piräus verkaufen will - und zwar innerhalb der nächsten Wochen.

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Italien hebt Konjunkturprognose an

Nach sieben Jahren Krise spürt Italien Rückenwind. Die italienische Regierung wird ihre Wachstumsprognose von 0,6 auf 0,7 Prozent anheben. Die neuen Wachstumsprognosen sollen in das neuen Dokument für die Wirtschaftsplanung eingetragen werden, die die Regierung in Rom bis 10. April vorlegt, berichteten italienische Medien heute.

Zuversichtlich über Italiens Wachstumsaussichten ist auch der Kaufleuteverband Confcommercio, der im Jahr 2015 mit einem Wachstum von einem Prozent rechnet. Das sei vor allem den positiven Auswirkungen der am 1. Mai beginnenden Weltexpo in Mailand und den guten Aussichten für den Tourismus zu verdanken. „Wir führen Italien aus der Krise“, so der italienische Premier Matteo Renzi auf Twitter.

Zuversichtlich über Italiens Wachstumsaussichten ist auch Italiens Präsident Sergio Mattarella. „Wir sind umsichtig, doch man kann sagen, dass Italien den Ausweg aus der Krise gefunden hat. Wir haben die Krise mit Strenge in Angriff genommen. Jetzt muss man diese Phase überwinden und das Wirtschaftswachstum fördern“, so Mattarella.

Die EU-Kommission und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gehen bisher von einem BIP-Zuwachs Italiens von 0,6 Prozent 2015 aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet nur ein Plus von 0,4 Prozent.

Chronik

Dutzende Tote bei schweren Unwettern in Südamerika

Bei schweren Unwettern in drei Ländern Lateinamerikas sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Am schwersten betroffen war Chile. In der eigentlich extrem trockenen Wüstenregion Atacama im Norden des Landes starben mindestens zehn Menschen nach den heftigsten Regenfällen seit Jahrzehnten. 19 weitere galten gestern als vermisst.

Mehrere Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten. Laut dem Katastrophenamt Onemi mussten mindestens 5.584 Menschen in Sicherheit gebracht werden, Tausende Häuser wurden beschädigt. Mancherorts seien die Niederschläge inzwischen aber zurückgegangen.

Staatschefin Michel Bachelet rief in dem Gebiet den Notstand aus und entsandte das Militär, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen und Plünderungen vorzubeugen. „Die Lage ist verheerend, wir müssen schnell zu den isolierten Ortschaften gelangen“, sagte Bachelet laut der Zeitung „La Tercera“ nach einem Besuch in dem Katastrophengebiet.

Todesopfer auch in Peru und Ecuador

In dem Anden-Staat Peru starben laut Behördenangaben in dieser Woche mindestens neun Menschen bei einem Erdrutsch in der Gemeinde Chosica im Osten der Hauptstadt Lima. Die wichtige Landstraße Carretera Central war bis gestern vier Tage lang teilweise gesperrt. Die Schulen in zwei Gemeinden blieben geschlossen.

Auch in Ecuador wütete die Natur. In der südlichen Region Loja gab es am Freitag neun Todesopfer nach einem Erdrutsch. Landesweit waren mindestens 16 weitere Menschen in den letzten Tagen bei heftigen Unwettern ums Leben gekommen. Nach Angaben der Zeitung „El Telegrafo“ wurden in der Hauptstadt Quito zudem 52 Personen nach Blitzeinschlägen leicht verletzt.

Gesundheit

Ebola: Guinea rief Gesundheitsnotstand aus

Guineas Präsident Alpha Conde hat wegen der Ebola-Epidemie für Teile des westafrikanischen Landes den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Betroffen von der 45-tätigen Maßnahme seien fünf Regionen im Westen und Südwesten, so der Staatschef gestern.

Seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie in Guinea im Dezember 2013 starben dort und in den Nachbarländern Liberia und Sierra Leone nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) insgesamt mehr als 10.000 Menschen an dem Virus. Fast 25.000 Menschen in neun Ländern infizierten sich mit Ebola.

Sorge vor Rückschlägen

In den drei westafrikanischen Staaten war die Zahl der Neuerkrankungen seit Anfang des Jahres deutlich zurückgegangen. Zuletzt wuchs jedoch die Sorge vor erneuten Rückschlägen. Die Behörden in Liberia gaben gestern den Tod einer mit dem Virus infizierten Frau bekannt. Bei ihr handelte es sich um die erste Ebola-Patientin in Liberia seit mehr als einem Monat.

In Sierra Leone hatte am Freitag eine dreitägige Ausgangssperre begonnen, mit der die Behörden die Ebola-Epidemie in den Griff bekommen wollen. In dieser Zeit sollen 26.000 Freiwillige von Tür zu Tür gehen, um mögliche noch unerkannte Ebola-Fälle aufzuspüren und die Bevölkerung über Schutzmaßnahmen zu informieren.

Religion

Kultur

Emma Stone und Ben Stiller gewinnen „Kids’ Choice Awards“

Emma Stone und Ben Stiller sind gestern Abend (Ortszeit) bei den „Kids’ Choice Awards“ zu den beliebtesten Schauspielern gewählt worden, Liam Hemsworth und Jennifer Lawrence holten die Trophäen als beste Actionstars.

„Maleficent“-Star Angelina Jolie erhielt die Auszeichnung als „bester Bösewicht“. Sie setzte sich unter anderem gegen Cameron Diaz, Donald Sutherland und Meryl Streep durch. Als beste Sänger nahmen Nick Jonas und Selena Gomez die Preise in Form eines kleinen orangefarbenen Zeppelins mit nach Hause. Die Boygruppe One Direction wurde zur beliebtesten Band gekürt.

Viele Gewinner bekamen bei der Show im kalifornischen Inglewood eine Schleimdusche ab. Der grüne Glibber gehört traditionell zu der vom Kindersender Nickelodeon jährlich veranstalteten Gala, die zum 28. Mal stattfand. Über die Preisträger in den mehr als 20 Kategorien hatten die jungen Fans zuvor im Internet abgestimmt.

Song Contest

Die Stadthalle und das Grab der Revolutionäre

Es ist ein gern bemühtes Wien-Klischee, wonach der Tod in dieser Stadt allgegenwärtig sei und der Wiener nichts mehr liebe als „a schöne Leich’“. Gerade in Wien gilt aber auch, dass einem dieser Topos in Form von Realität oft schneller auf den Kopf fällt, als man schauen kann. Den - eigentlich nicht notwendigen - Beweis dafür liefern der Song Contest und Ereignisse vor genau 167 Jahren.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

IT

Lifestyle

Karl Lagerfeld gestaltete Rosenball in Monte Carlo

Mit dem Rosenball in Monaco ist das Fürstentum an der Mittelmeer-Küste in den Partyfrühling gestartet. Für die traditionelle Veranstaltung konnte Gastgeberin Caroline Prinzessin von Hannover (58) erneut den deutschen Designer Karl Lagerfeld (79) gewinnen.

Lagerfeld gestaltete die 61. Ausgabe des Bal de la Rose im Stil des Art deco. Dazu tauchte er den Salle des Etoiles im mondänen Sporting Monte-Carlo in Töne aus blassem Gold und Weiß.

Mit dem Rosenball wird Geld für die Stiftung der als Grace Kelly bekannt gewordenen späteren Fürstin Gracia Patricia von Monaco gesammelt. Die Organisation vergibt unter anderem Stipendien für junge Musiker und Tänzer und unterstützt notleidende Kinder. Durch Eintritt und Tombola klingeln bei der Stiftung jedes Jahr kräftig die Kassen: Die zuletzt rund 800 Gäste brachten 2013 etwa knapp 450.000 Euro ein.

Leute

Chauffeur klagt Justin Bieber

Ein Chauffeur im kanadischen Toronto zieht gegen Popstar Justin Bieber (21) vor Gericht. Der 34-jährige Fahrer verlangt nach einer angeblichen Schlägerei in seiner Limousine laut Medienberichten Schadenersatz.

Den Gerichtsdokumenten zufolge pocht der Kläger auf eine Entschädigung in der Höhe von 850.000 Dollar (625.920,47 Euro) und verlangt zudem, dass Bieber von ihm mindestens 100 Meter Abstand halten solle, wie die Zeitung „Toronto Star“ berichtete.

Bei dem Vorfall im Dezember 2013 habe ihm der Sänger in einem Streit um die Lautstärke der Musik bei der Limousinenfahrt mehrmals auf den Hinterkopf geschlagen, macht der Kläger geltend. Der Fahrer hatte Bieber und eine Gruppe Freunde nachts von einem Club abgeholt.

Die Polizei untersuchte den Vorfall. Eine Anklage der Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung wurde damals aber fallengelassen. Biebers Anwalt Brian Greenspan bezeichnete die Klage des Chauffeurs der Zeitung gegenüber als „völlig unbegründet“.