Inland

Weiter kein Ansturm auf Rot-Weiß-Rot-Card

Die Rot-Weiß-Rot-Card für den Zuzug von Nicht-EU-Bürgern nach Österreich ist nach wie vor kein Renner. Seit Einführung vor drei Jahren wurden bisher 5.532 Anträge bewilligt, von dem im Juli 2011 angenommenen Zielwert von 8.000 Schlüssel- und Fachkräften ist man damit immer noch weit entfernt. Das Sozialministerium begründet das mit dem verstärkten Zuzug aus EU-Ländern und plant keine Änderungen.

Die Rot-Weiß-Rot-Card berechtigt zur Niederlassung und zur Beschäftigung bei einem bestimmten Arbeitgeber. Ziel war es, mittels eines Punktesystems vor allem qualifizierte Beschäftigte für den Arbeitsmarkt zu finden.

2.600 Anträge abgelehnt

Bisher wurden seit Juli 2011 bis Ende Juni 2014 8.141 Anträge auf eine solche Karte gestellt, 5.532 Karten wurden vom AMS bewilligt, davon 393 für die „blaue Karte“ der EU, die ein eigenes Zuwanderungsinstrument in der Union darstellt. Abgelehnt wurden vom AMS 2.609 Anträge. Für die vom AMS genehmigten Anträge werden in der Regel dann auch Rot-Weiß-Rot-Karten ausgestellt, sofern dem kein fremdenrechtliches Problem entgegensteht.

Auch im Laufe der Zeit ist die Attraktivität der Karte nicht größer geworden. Unmittelbar nach Einführung wurden im zweiten Halbjahr 2011 vom AMS 793 Anträge bewilligt, im Jahr 2012 waren es dann 1.874, Im Jahr 2013 1.990 und im ersten Halbjahr 2014 wurden 875 Anträge positiv erledigt.

EU-Bürger brauchen Karte nicht

Nach Ansicht des Sozialministeriums wurde der Zielwert von 8.000 Karten unter anderem auch deshalb nicht erreicht, weil schon während der Übergangsregelungen und noch mehr seit der vollen Arbeitsmarktöffnung (seit 1. Jänner 2014 auch für Bulgarien und Rumänien) vermehrt qualifizierte Arbeitskräfte aus den neuen EU-Mitgliedstaaten eine Beschäftigung in Österreich aufgenommen haben. EU-Arbeitskräfte haben Niederlassungsfreiheit und Arbeitnehmerfreizügigkeit und können jederzeit ohne Rot-Weiß-Rot-Karte in Österreich arbeiten.

Führungskräfte und Sportler

Genutzt wird die Rot-Weiß-Rot-Karte am häufigsten von Führungskräften. 1.186 Bewilligungen gingen an Direktoren und Geschäftsführer, 936 an Techniker und Softwareentwickler. An dritter Stelle folgen bereits Sportler mit 545 Bewilligungen. Bei den Herkunftsländern dominieren Bosnier mit 892 Bewilligungen vor Russen mit 591, Serben mit 501 und US-Amerikanern mit 475.

Asyl: Pröll verfügt Aufnahmestopp in Traiskirchen

In der Asylerstaufnahmestelle Traiskirchen gilt ab morgen ein Aufnahmestopp. Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) sagte heute, dass er der Bezirkshauptmannschaft Baden den Auftrag erteilt habe, einen entsprechenden Bescheid zuzustellen. Für den „Akt der Notwehr“ gebe es menschliche und sicherheitstechnische Beweggründe, betonte Pröll.

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Ressortzwist über Unterbringung

Als Zwischenlösung und vorübergehende Entlastung Traiskirchens drängt Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) auf die Nutzung eines leerstehenden Gebäudeteils in der Kaserne Ebelsberg in Oberösterreich. Allerdings gibt es einen Zwist mit Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) über die Kosten.

Gestern habe sie mit Klug über den Vorschlag, dem laut Mikl-Leitner auch Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) zustimmt, darüber gesprochen. Klug wolle allerdings, dass das Innenministerium für die Nutzung der Kaserne zahlt, was Mikl-Leitner ablehnt. „Der Verteidigungsminister hat vorgesehen, dass dafür Steuergeld gezahlt werden soll, obwohl diese im Eigentum der Republik und somit der Steuerzahler sind“, kritisierte sie.

Bis zu 100 Betreuungsplätze

Sie werde den Ressortchef „auf alle Fälle“ erneut kontaktieren. Sie gehe davon aus, dass es sich um 70 bis 100 Betreuungsplätze handle, die in der Kaserne geschaffen werden könnten. „Wir brauchen eine sofortige Entlastung von Traiskirchen, deshalb auch mein Vorschlag, die Kaserne vorübergehend zu nutzen, um Kriegsflüchtlinge aus Syrien und anderen Krisenherden unterzubringen.“

Faymann sieht säumige Bundesländer gefordert

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) sieht im Asyl-Streit die säumigen Bundesländer gefordert. Zwar räumte er auf Kritik von Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) ein, als Regierungschef selbst „immer“ gefordert zu sein, wenn sich sechs Bundesländer aber nicht an die vereinbarten Quoten halten, unterstütze er die Innenministerin.

Faymann zeigte im Ö1-„Mittagsjournal“ heute Verständnis für der Traiskirchener Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ): Es könne nicht sein, dass das Erstaufnahmezentrum in der Gemeinde überbelegt ist, weil andere Bundesländer ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Sechs Länder würden sich nicht an die Vereinbarung zur Unterbringung von Asylwerbern halten.

Zehn Anzeigen nach antisemitischem Platzsturm

Die antisemitische Gewaltaktion am Bischofshofener Fußballplatz gegen die Mannschaft Maccabi Haifa bleibt trotz zehn Anzeigen gegen die mutmaßlichen Täter für diese vorerst noch ohne Folgen. Solange nicht klar ist, welcher der Männer was getan hat, könne keine U-Haft verhängt werden, sagt die Salzburger Staatsanwaltschaft.

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Bürokratieposse um Tippfehler

Ein Tippfehler der Gemeinde Schwarzach in Salzburg führt jetzt zu einer bürokratischen Posse. In den Bescheid des Landes über die Förderung der Krabbelgruppe im Ort hat sich eine falsche Jahreszahl eingeschlichen. Eine simple Korrektur sei nicht möglich, heißt es vom Land. Obwohl allen Beteiligten der Fehler bewusst ist, muss der Rechtsweg beschritten werden.

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Ausland

China führt Korruptionsverfahren in höchstem Machtzirkel

China hat erstmals ein Korruptionsverfahren gegen ein ehemaliges Mitglied von Chinas höchstem Machtzirkel eingeleitet. Gegen den Ex-Sicherheitschefs Zhou Yongkang werde ermittelt, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua heute. Nie zuvor ist einem früheren oder amtierenden Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros der Prozess gemacht worden.

Flug MH17: Ermittlungen werden weiter verhindert

Die Ermittler aus den Niederlanden und Australien sind den dritten Tag in Folge mit dem Versuch gescheitert, zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine vorzudringen. Die Gruppe sei in der Stadt Donezk geblieben, weil an der Absturzstelle und auf dem Weg dorthin „zu viel“ gekämpft werde, teilte das niederländische Justizministerium heute mit.

Gefechte verhindern Ermittlungen

Die ukrainische Armee versucht derzeit, prorussische Separatisten aus dem Gebiet zu vertreiben. Die australischen und niederländischen Experten sowie Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sollen die Absturzursache aufklären und Dutzende, noch immer vermisste Todesopfer finden helfen.

Bisher hinderten die anhaltenden Gefechte die Ermittler an ihrer Arbeit. Eine im Gebiet um die Absturzstelle ausgerufene Feuerpause ist seit dem Absturz von Flug MH17 am 17. Juli nie Realität geworden.

Die Ukraine und elf Länder, die nach dem MH17-Absturz Opfer zu beklagen haben, hatten sich am Vortag auf die Bildung eines gemeinsamen Ermittlungsteams geeinigt, das auch strafrechtliche Aspekte in den Blick nehmen soll.

„Nach starker Explosion“ abgestürzt

Der Absturz von Flug MH17 der Malaysia Airlines wurde unterdessen nach ukrainischen Angaben durch einen „Druckabfall in Verbindung mit einer starken Explosion“ verursacht worden. Die Untersuchung eines Expertengremiums soll das ergeben haben.

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Erweiterte EU-Sanktionsliste gegen Russland

Die EU hat ihre Sanktionsliste gegen Russland ausgeweitet. In EU-Kreisen in Brüssel hieß es heute, die Liste der Stufe zwei der Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise wurde um 14 Personen und Entitäten verlängert. Bisher hatte die EU Einreiseverbote und Kontensperrungen gegen 87 Personen und 18 Organisationen und Unternehmen verhängt.

Beratungen über neue Eskalationsstufe

Welche Namen konkret auf der Liste stehen, soll in den kommenden Stunden oder Tagen bekanntgegeben werden. Die EU-Botschafter der 28 Staaten nahmen unterdessen in Brüssel ihre Beratungen zur Ukraine-Krise wieder auf.

Konkret geht es dabei um den Übergang auf die Stufe drei der Eskalationsskala, die Wirtschaftssanktionen. Entscheiden müssen darüber die Staats- und Regierungschefs, ein formeller Sondergipfel gilt aber als unwahrscheinlich.

Große EU-Länder wollen Einstimmigkeit

Die Länderchefs - allen voran Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und der britische Premier David Cameron - wollen Einstimmigkeit zu einzelnen Wirtschaftssanktionen inklusive eines Waffenembargos erzielen. Die EU-Botschafter könnten das Ergebnis dann verkünden.

Derzeit dürfte die Entscheidung zu Wirtschaftssanktionen mittels eines sogenannten Umlaufbeschlusses zwischen den Staats- und Regierungschefs gefasst werden. EU-Ratspräsident Hermann Van Rompuy hatte diese Möglichkeit bereits vergangenes Wochenende in den Raum gestellt.

Mit den Wirtschaftssanktionen soll russischen Banken der Zugang zum europäischen Kapitalmarkt erschwert werden. Außerdem will die EU keine Hochtechnologieprodukte mehr liefern, Spezialanlagen zur Öl- und Gasförderung nur noch beschränkt. Die EU will Russland mit den Sanktionen zwingen, die Unterstützung für die Aufständischen in der Ostukraine aufzugeben.

Brandanschlag auf Synagoge in Deutschland

Drei Männer haben in der Nacht auf heute mehrere Molotowcocktails auf eine Synagoge im Westen Deutschlands geschleudert. Sie hätten die Brandsätze auf den Eingang des Gebäudes in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) geworfen und seien dann geflüchtet, teilte die Polizei heute mit.

Ein Verdächtiger verhaftet

Ein 18 Jahre alter Tatverdächtiger sei in der Nähe festgenommen worden, die beiden anderen konnten entkommen. Einzelheiten zu den mutmaßlichen Tätern und ihrem Umfeld gab es zunächst nicht. Laut Polizei wurde niemand verletzt. Die Synagoge werde noch auf Schäden hin untersucht. Eine Anrainerin habe brennende Teile auf der Straße entdeckt und die Polizei alarmiert, berichteten die Beamten.

Auch Synagoge in Essen war Ziel

Auch die Alte Synagoge in Essen - heute ein städtisches Kulturinstitut - war nach Angaben der nordrhein-westfälischen Polizei schon Ziel geplanter Aktionen. Vor einer Demonstration gegen die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen vor rund zwei Wochen waren in Essen 14 Menschen vorläufig festgenommen worden.

Die Polizei hatte sie in Verdacht, die Kundgebung zu einer Aktion gegen die Alte Synagoge nutzen zu wollen. Wenige Tage später nahm die Polizei vier Männer ins Visier, die über Facebook mit einer Aktion gegen das Gebäude gedroht hatten. Die Ernsthaftigkeit dieser Drohung ist noch unklar.

Hakenkreuze in Rom

Die italienische Polizei und der Staatsschutz ermitteln unterdessen gegen Personen, die Drohungen, antisemitische Parolen und Hakenkreuze an Dutzende jüdische Geschäfte in Rom gesprüht haben. Wie die römische Zeitung „La Repubblica“ heute berichtete, suchten die Beamten im Umfeld der extremen Rechten wie der extremen Linken nach den Tätern.

Einige Schmierereien zeigten, dass die am Montag bemerkten Sprayaktionen klar vor dem Hintergrund der israelischen Offensive im Gazastreifen stünden. Bürgermeister Ignazio Marino verurteilte die Hassparolen. Den Präsidenten der jüdischen Gemeinde, Riccardo Pacifici, erinnerten sie an Nazi-Aktionen gegen jüdische Geschäfte 1933 in Deutschland.

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen in Österreich

Auch in Österreich wurden vergangene Woche angesichts der aufgeheizten Stimmung die ohnehin strikten Sicherheitsvorkehrungen in jüdischen Einrichtungen verschärft. Für Empörung hatte letzte Woche der gewalttätige Platzsturm einer Gruppe türkischstämmiger Jugendlicher während eines Trainingsspiel des israelischen Fußballklubs Maccabi Haifa gesorgt.

EU-Kommission: Grüne fordern 40-Prozent Frauenanteil

Das EU-Parlament würde der künftigen Europäischen Kommission die Zustimmung verweigern, wenn dieser nicht wenigstens 40 Prozent Frauen angehören. Davon ist die grüne Delegationsleiterin im EU-Parlament, Ulrike Lunacek, überzeugt, wie sie heute in Wien vor Journalisten sagte.

Alle EU-Länder sollten je einen Mann und eine Frau für die EU-Kommission nominieren, damit Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker seinen Wunsch eines zumindest 40-prozentigen Frauenanteils verwirklichen könne, verwies Lunacek auf eine entsprechende Forderung des EU-Parlaments.

Für weibliche Kandidatin neben Hahn

In diesem Zusammenhang rief sie die Regierung erneut auf, zumindest zusätzlich zu Johannes Hahn (ÖVP) noch eine Frau zu nominieren. Die Grünen hatten zuvor im Hauptausschuss des Nationalrats die erneute Nominierung des bisherigen Regionalkommissars Hahn wegen dessen männlichen Geschlechts abgelehnt.

Darauf angesprochen, wer diese Kandidatin sein solle, verwies Lunacek auf das Motto „Heimat bist Du qualifizierter Töchter“. Es fehle nicht an geeigneten Kandidatinnen, sondern vielmehr am politischen Willen.

Sie persönlich könnte sich beispielsweise Persönlichkeiten wie die ehemalige Vizegouverneurin der Nationalbank, Gertrude Tumpel-Gugerell, die Diplomatin Eva Nowotny, die Salzburger Politikwissenschaftlerin Sonja Puntscher-Riekmann oder die Kremser Wirtschaftswissenschaftlerin Gudrun Biffl in der Position einer EU-Kommissarin vorstellen.

Turbanbombe tötet Cousin von Karzai

Bei einem Selbstmordanschlag in Afghanistan ist heute ein Cousin des scheidenden Präsidenten Hamid Karzai getötet worden. Nach Angaben der Behörden kam der als Gast verkleidete Attentäter zum Haus von Hashmat Karzai nahe der unruhigen südlichen Stadt Kandahar, um ihn zum religiösen Fest des Fastenbrechens zu grüßen.

Als die beiden einander umarmten, zündete der Mann demnach einen Sprengsatz, den er unter seinem Turban versteckt hatte. Außer Karzai wurde niemand sonst verletzt oder getötet.

Bruder Hamid Karzais unterstützt

Im Präsidentschaftswahlkampf hatte Hashmat Karzai zunächst für den Bruder von Hamid Karzai, Kayum Karzai, gearbeitet. Nachdem dieser seine Kandidatur zurückgezogen hatte, unterstützte er den Wahlkampf von Aschraf Ghani, der bei der Stichwahl um das Amt Mitte Juni gegen Abdullah Abdullah angetreten war.

Das Ergebnis der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl steht weiter nicht fest. Abdullah wirft seinem Rivalen Ghani Wahlbetrug vor. Klarheit soll nun eine Neuauszählung der Stimmen bringen.

Sport

Beachvolleyball: Aufschlag zum Fest am Wörthersee

Die österreichischen Hoffnungen auf Spitzenplätze beim Beachvolleyball-Grand-Slam in Klagenfurt ruhen diesmal auf den Herren. Clemens Doppler/Alexander Horst sowie Alexander Huber/Robin Seidl sollen es richten. Bei den Damen ist nach dem Rücktritt von Doris Schwaiger, die im Vorjahr mit ihrer Schwester Stefanie am Wörthersee EM-Gold gewann, dagegen aktuell kein Topduo in Sicht. Eine emotionale Rückkehr ist es auf jeden Fall für Doppler, der sich im Vorjahr zum bereits zweiten Mal auf dem Klagenfurter Centre-Court einen Kreuzbandriss zugezogen hat.

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Erste Liga: Später Elfer rettet St. Pölten Punkt

Der SKN St. Pölten hat sich bei der Generalprobe für das Europacup-Gastspiel beim niederländischen Topclub PSV Eindhoven mit einem Remis begnügen müssen. Ein 2:2 (0:1) beim Kapfenberger SV gereichte den Niederösterreichern gestern Abend aber zur Tabellenführung in der Ersten Liga. Ein später Elfmeter von Torjäger Daniel Segovia in der 86. Minute rettete den Niederösterreichern zumindest einen Punkt.

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Tennis: Thiem kämpft sich ins Achtelfinale von Kitzbühel

Dominic Thiem hat gestern mit Mühe das Achtelfinale beim mit 485.760 Euro dotierten Bet-at-home-Cup in Kitzbühel erreicht. Der 20-jährige ÖTV-Jungstar, den auch eine Regenpause nicht stoppen konnte, schlug nach 2:41 Stunden den brasilianischen Qualifikanten Joao Sousa mit 7:6 (7/4) 3:6 7:5. Schon zuvor hatte ein Österreicher die erste Runde überstanden, was angesichts des ÖTV-Duells Andreas Haider-Maurer gegen Gerald Melzer nicht überraschend kam.

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Wirtschaft

China: Ermittlungen gegen Microsoft

Der US-Softwareriese Microsoft ist ins Visier der chinesischen Kartellbehörden geraten. Gegen Microsoft werde im Zusammenhang mit den „Anti-Monopol-Gesetzen“ ermittelt, bestätigten heute die chinesischen Behörden. Microsoft hatte zuvor mitgeteilt, in der Volksrepublik im Mittelpunkt von Untersuchungen zu stehen, machte jedoch keine genauen Angaben.

Microsoft kontrolliere mit seinem Betriebssystem Windows 95 Prozent des Marktes in China und habe damit ein „De-facto-Monopol“, berichtete die „National Business Daily“ am Dienstag. Wegen dieser Dominanz des Konzerns habe es am Montag Durchsuchungen gegeben, zitierte „China Business News“ einen Mitarbeiter von Microsoft China.

Büros in mehreren Städten durchsucht

Chinesischen Staatsmedien zufolge waren am Vortag Büros von Microsoft in Peking, Schanghai, Kanton und Chengdu durchsucht worden. Dort seien auch Mitarbeiter verhört worden.

Gegen Microsoft liefen bereits in anderen Ländern Untersuchungen von Kartellbehörden. Im März 2013 hatte die EU-Kommission gegen den Konzern eine Millionenstrafe verhängt, weil dieser seinen Browser Internet Explorer an das Microsoft-Betriebssystem gekoppelt und so den Kunden keine Wahl des Browsers gelassen hatte.

Immer mehr westliche Konzerne im Visier

China ermittelt seit vergangenem Jahr in mehreren Branchen wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens gegen ausländische Unternehmen, unter anderem in der Pharmaindustrie. Im Mai hatte die Volksrepublik die Nutzung des Microsoft-Betriebssystems Windows 8 auf allen neuen Regierungscomputern untersagt. In Berichten wurden Sicherheitsbedenken dafür als Grund genannt.

Gerücht um Milliardenverlust bei Espirito Santo

Spekulationen über Milliardenverluste und eine weitere Kapitalerhöhung haben die portugiesische Krisenbank Banco Espirito Santo (BES) heute ins Minus gedrückt. Die Aktien der größten börsennotierten Bank Portugals brachen um bis 9,4 Prozent auf 0,39 Euro ein. In ihrem Sog gab der Leitindex der Börse Lissabon gegen den europäischen Trend 0,4 Prozent nach.

Auslöser der Spekulationen war ein Bericht in der Onlineausgabe der Zeitung „Expresso“, dem zufolge das Geldhaus wegen der Affäre rund um die Gründerfamilie am Mittwoch einen Verlust von drei Milliarden Euro ausweisen wird.

„Erhebliche Unregelmäßigkeiten“

Daraufhin betonte die portugiesische Notenbank, dass die Finanzpolster der Bank in diesem Fall durch eine Kapitalerhöhung wieder aufgefüllt werden sollten.

In den vergangenen Tagen hatten drei Holding-Gesellschaften der Bankiersfamilie Espirito Santo Gläubigerschutz beantragt. Gegen einige Firmen des Clans ermitteln die Behörden wegen angeblicher „erheblicher Unregelmäßigkeiten“. Außerdem wurde das Oberhaupt der Familie, Ricardo Espirito Santo Salgado, vorübergehend festgenommen.

Argentinien zahlt erste Schuldentranche zurück

Kurz vor Ablauf der Frist im Streit mit mehreren Hedgefonds hat Argentinien eine erste Tranche zur Begleichung seiner Schulden bei einer anderen Gläubigergruppe zurückgezahlt. Die im Pariser Club zusammengeschlossenen Staaten hätten 642 Millionen Dollar (477,93 Mio. Euro) bekommen, teilte das Wirtschaftsministerium in Buenos Aires gestern mit.

Auf diese Weise setze Argentinien den Weg fort, seinen durch die Staatspleite vor zwölf Jahren entstandenen Verpflichtungen nachzukommen. Im Mai hatte sich das südamerikanische Land mit dem Pariser Club geeinigt, seine Schulden in Höhe von etwa 9,7 Milliarden Dollar binnen fünf Jahren zu begleichen.

Ratenzahlung als Signal

Argentinien will mit der jetzt ausgezahlten Tranche offenbar demonstrieren, dass es grundsätzlich bereit ist, seine Schulden zu begleichen. Das Land liefert sich derzeit mit mehreren Hedgefonds einen erbitterten Streit über die Auszahlung von Schuldtiteln. Gelingt bis morgen keine Einigung, droht nach 2002 erneut eine Staatspleite. Noch heute erwartet der amerikanische Mediator Daniel Pollack nach eigenen Angaben in seinem New Yorker Büro eine Delegation der argentinischen Regierung.

Die von der Regierung in Buenos Aires als „erpresserische Geierfonds“ geschmähten Gläubiger haben in New York vor Gericht Forderungen in Höhe von 1,33 Milliarden Dollar plus Zinsen erstritten. Sie hatten einen Schuldenschnitt für die in Dollar ausgegeben Anleihen des Landes nicht mitgemacht.

Mit der Mehrzahl der Gläubiger hatte sich Argentinien dagegen arrangiert und damit die Krise zwischenzeitlich entschärft. Die Fonds wollen nach langem Rechtsstreit endlich Geld sehen. Doch Argentinien befürchtet weit höhere Kosten, wenn es sich darauf einlässt: Eine Prozesslawine weiterer Gläubiger könnte Nachzahlungen von 400 Milliarden Dollar ins Rollen bringen.

Chronik

Briefzusteller hortete 24.000 Briefe

Die Polizei in Feldbach im Bezirk Südoststeiermark hat einen Briefzusteller ausgeforscht, der bei sich zu Hause rund 24.000 Briefe gehortet hatte. Der 49-Jährige stapelte die Briefe in seiner Wohnung anstatt sie zuzustellen.

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Bootsunfall: Weiter Suche nach 71-Jährigem

Nach dem Bootsunfall auf der Donau bei Schönbühel (Bezirk Melk) am Samstagnachmittag wird ein 71-Jähriger weiterhin vermisst. Die Suche nach dem Verunglückten soll auch in den nächsten Tagen fortgesetzt werden, heißt es seitens der Einsatzkräfte.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Erste AK-Bilanz über Reisebeschwerden

Zur Halbzeit der Sommerferien präsentiert die Arbeiterkammer (AK) jedes Jahr eine Zwischenbilanz zu den Reisebeschwerden. Die größten drei Aufreger 2014: Stornierungen, schlechte Unterbringung und Ärger mit den Flügen.

Mehr dazu in help.ORF.at

Touristenbetrug auf Gran Canaria: Österreicher in Haft

In einen aufgeflogenen Schwindel mit Ferienwohnungen auf der spanischen Insel Gran Canaria ist offenbar auch ein Österreicher involviert. Laut dem norwegischsprachigen Urlauberportal Canariajournalen.no nahm die Polizei gestern 15 Personen fest, zwölf Spanier, einen Norweger, einen Briten und einen Österreicher.

Als „Hirn“ des Betrügerrings wird ein deutscher Staatsbürger vermutet. Dieser habe bisher aber nicht dingfest gemacht werden können, sagte ein Ermittler auf Gran Canaria gegenüber dem norwegischen Portal.

Zahlreiche Geschädigte in ganz Europa

Die mutmaßlichen Betrüger arbeiteten im sogenannten Time-Sharing-Geschäft. Über ein Callcenter in Las Palmas sollen sie Touristen via Vorkasse zum Teil beträchtliche Beträge entlockt haben. Die Beschuldigten dürften diese Art krimineller Tätigkeit seit mehreren Jahren betrieben haben. Es gibt offenbar eine große Anzahl Geschädigter in ganz Europa.

16-Jährige erklärt Mord mit Zerstückelungswunsch

Zerstückelungsfantasien sollen eine 16-jährige Japanerin zu einem brutalen Mord verleitet haben: „Ich wollte jemanden töten. Das Werkzeug habe ich selbst besorgt“, zitierte die Zeitung „Yomiuri“ heute Aussagen der Schülerin aus den Vernehmungen bei der Polizei.

Eltern des Opfers alarmierten Polizei

In der Wohnung des Mädchens war am Sonntag eine 15-jährige Mitschülerin tot aufgefunden worden. Ein Ermittler sagte, die Verdächtige habe zugegeben, ihr Opfer zuerst erwürgt und dann enthauptet zu haben.

Die Eltern der Getöteten alarmierten Samstagabend die Polizei, nachdem ihre Tochter von einem Treffen mit Freunden nicht nach Hause gekommen war. Den Ermittlungen zufolge geschah der Mord wahrscheinlich noch am selben Abend. Die Leiche wurde am Sonntag entdeckt. Die linke Hand des Opfers war abgetrennt. Die mutmaßliche Täterin gab an, allein gehandelt zu haben.

Nach Tod der Mutter allein gelebt

Die beiden Mädchen besuchten dieselbe Schule in der Stadt Sasebo in der südwestjapanischen Präfektur Nagasaki. Die mutmaßliche Mörderin lebte Medienberichten zufolge nach dem Krebstod ihrer Mutter allein in der Wohnung. Ihr Vater und ihre Stiefmutter wohnen aber in derselben Stadt.

Gesundheit

Science

Schuppentiere von Ausrottung bedroht

Alle acht Arten der Schuppentiere sind nach Einschätzung der Weltnaturschutzunion (IUCN) vom Aussterben bedroht. Wie die IUCN heute erklärte, werden Schuppentiere vor allem in China noch als Delikatesse und wegen mutmaßlicher medizinischer Heilkräfte verspeist.

„Im 21. Jahrhundert sollten wir wirklich keine Arten mehr essen, die dadurch vom Aussterben bedroht sind“, sagte der Covorsitzende einer Expertengruppe der IUCN, Jonathan Baille. Das Aussterben der Schuppentiere würde eine 80 Millionen Jahre alte evolutionäre Entwicklung beenden. Die Schuppentiere bilden im Tierreich eine eigene Ordnung.

Appell an China und Vietnam

Die Weltnaturschutzunion forderte die Regierungen der betroffenen Länder, insbesondere China und Vietnam, auf, den illegalen Handel mit Schuppentieren zu unterbinden und als Grundlage dafür Berichte über die aktuellen Bestände an Schuppentieren vorzulegen.

Die Schuppentiere sind im Tierreich durch ihren Schuppenpanzer einzigartig. Sie können zwischen 30 und 150 Zentimeter groß werden und zwischen zwei und 35 Kilogramm wiegen. Die Schuppentiere sind nachtaktiv und ernähren sich von Insekten. International sind sie auch unter ihrem malaysischen Rufnamen Pangolin (ursprünglich: pengguling) bekannt, mit dem ihre Fähigkeit bezeichnet wird, sich bei Gefahr zusammenzurollen.

Denkvermögen: Bildung ändert Geschlechterunterschiede

Frauen können besser Sprachen lernen, Männer besser rechnen: An diesen Stereotypen rüttelt eine neue Studie, die europaweit das Denkvermögen der Geschlechter verglichen hat. Je höher der Lebensstandard und je gleicher die Erziehung, desto geringer werden die Unterschiede. Ausnahme: Bei Gedächtnisaufgaben ziehen Frauen davon.

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Kultur

Kärntner Landesmuseum nach Wassereinbruch geschlossen

Das Haupthaus des Landesmuseums in Klagenfurt ist bis auf weiteres geschlossen. Wegen Instandhaltungsarbeiten gab es zuletzt nur eingeschränkten Betrieb, nach einem Wassereinbruch in der Bibliothek am Samstag bleibt das Museum bis zum Abschluss der Generalsanierung nun zu.

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Erste Probe für „Mary Poppins“-Musical

Basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch und Disney-Klassiker kommt die Geschichte von Mary Poppins, dem magischen Kindermädchen der Familie Banks, auf die Bühne des Wiener Ronacher - in der deutschsprachigen Erstaufführung. Gestern haben die Proben begonnen.

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Trailer zum letzten „Hobbit“-Film veröffentlicht

Der neuseeländische Regisseur Peter Jackson (52) hat die Fans der „Hobbit“-Trilogie mit einem ersten Trailer für den letzten Teil der Filmreihe überrascht. Jackson veröffentlichte den zwei Minuten langen Clip gestern Abend unter anderem auf seiner Facebook-Seite und schrieb dazu: „Ich denke, der ein oder andere hatte danach gefragt.“ Innerhalb weniger Minuten drückten Zehntausende „Gefällt mir“.

„Das wird das große Finale der Saga um Mittelerde. Ich kann es nicht erwarten, beim letzten Kapitel dabei zu sein“, schrieb ein Fan. „The Hobbit: The Battle of the Five Armies“ kommt Mitte Dezember weltweit in die Kinos. Ein deutscher Titel steht noch nicht fest.

Leute

Bohlen will kein Comeback von Modern Talking

Dieter Bohlen (60) hat nach eigenen Angaben ein Millionenangebot für ein Modern-Talking-Comeback abgelehnt. „So schön die 20 Millionen auch gewesen wären: In meiner zweiten Lebenshälfte mache ich Dinge nur noch, wenn sie mir wirklich Spaß machen“, so Bohlen dem Magazin „Closer“. Laut Bohlen habe es eine Anfrage für zehn Auftritte in Russland und eine Deutschland-Tour gegeben.

„Welt vor Katastrophe gerettet“

Ich habe die Welt doch vor einer Katastrophe gerettet", erklärte der Musiker. „Ein Comeback von Modern Talking wäre so gewesen, als wenn ein Dinosaurier auf dem Marktplatz umfällt. Alle Geier der Stadt hätten sich gefreut und gedacht: Wow, jetzt machen wir uns die Taschen voll.“ Das in den 80er Jahren erfolgreiche Popduo um Bohlen und Thomas Anders hatte sich nach einem mehrjährigen Comeback 2003 erneut getrennt.