Ausland

Berichte über Tote nach Explosion vor Parlament in Kiew

Bei einer Explosion vor dem ukrainischen Parlament sind heute Dutzende Menschen verletzt worden. Zudem gebe es Berichte über Tote, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko dem TV-Sender 112.ua.

Insgesamt seien bei Ausschreitungen vor der Obersten Rada gegen eine umstrittene Verfassungsreform mehr als 100 Sicherheitskräfte verletzt worden, teilte der Chef der Kiewer Polizei mit. Mehrere Menschen wurden schwer verletzt. Der Abgeordnete Anton Geraschtschenko sagte, Unbekannte hätten eine Handgranate gezündet. Nach Polizeiangaben wurde ein Verdächtiger festgenommen.

Ausschreitungen in Kiew

APA/EPA/Sergey Dolzhenko

Mehr als 3.000 Menschen protestierten im Regierungsviertel gegen die Reform, die den von Separatisten kontrollierten Gebieten im Osten des Landes Sondergesetzte zugesteht. Demonstranten warfen bei Ausschreitungen nach der Abstimmung Pflastersteine, Flaschen und Rauchbomben auf die Sicherheitskräfte.

Mehr Autonomie für Rebellengebiete

Hintergrund der Auseinandersetzungen ist ein neues Gesetz, das von den Rebellen besetzten Gebieten mehr Autonomierecht bringt. Das umstrittene Gesetz war vom ukrainischen Parlament gegen den erbitterten Widerstand rechter Parteien in erster Lesung gebilligt worden.

Obwohl sich auch in der Regierungskoalition Protest regte, kam bei der turbulenten Abstimmung eine Mehrheit von 265 Stimmen zustande - 226 hätten gereicht. Die geplante Verfassungsreform soll den Regional- und Kommunalverwaltungen mehr Macht geben, etwa das Recht zum Aufbau einer sogenannten Volkspolizei.

Ungarn lässt Flüchtlinge nach Österreich weiterreisen

In Ungarns Hauptstadt Budapest hat die Polizei heute Flüchtlinge nicht länger von der Weiterreise nach Österreich und Deutschland abgehalten. Hunderte seit Tagen an den Bahnhöfen festsitzende Einwanderer stürmten heute die Züge Richtung Wien, München und Berlin, wie AFP-Reporter beobachteten. Sicherheitskräfte waren nicht mehr zu sehen. Viele Flüchtlinge stammen aus Syrien.

ÖBB vom Innenministerium informiert

Die ÖBB sind vom Innenministerium über die große Zahl an Flüchtlingen informiert worden, die auf dem Budapester Ostbahnhof Züge in Richtung Österreich besteigen. Man werde in Hegyeshalom an der ungarischen Grenze entscheiden, ob man die Züge übernehmen oder das aufgrund von Überfüllung ablehnen werde, sagte Konzernsprecher Michael Braun heute auf APA-Anfrage.

Ungarische Regierung übt Kritik an Berlin

Die ungarische Regierung erwartet von Deutschland eine „Klärung der juristischen Fragen“ im Zusammenhang mit der Weiterreise von in Ungarn gestrandeten Flüchtlingen. „Während Ungarn sich an die EU-Regeln hält, legt Deutschland ein nachgiebigeres Verhalten an den Tag“, sagte Regierungssprecher Andras Giro-Szaz der staatlichen Nachrichtenagentur MTI.

Merkel sagt fremdenfeindlichen Angriffen den Kampf an

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt den Teilnehmern an fremdenfeindlichen Ausschreitungen und Angriffen auf Flüchtlingen den Kampf an. Man werde sich mit der „ganzen Härte unseres Rechtsstaates“ gegen diejenigen wenden, die andere angriffen und anpöbelten, sagte Merkel heute in Berlin.

„Es gibt keine Toleranz gegenüber denen, die die Würde anderer Menschen infrage stellen“, so Merkel. Das gelte auch für diejenigen, die bei Demonstrationen mit Hassgesängen die Bevölkerung zu Fremdenfeindlichkeit anstacheln wollten. „Folgen Sie denen nicht, die zu solchen Demonstrationen aufrufen“, appellierte die Kanzlerin an die Deutschen.

„Wir achten die Menschenwürde jedes Einzelnen“, sagte die CDU-Vorsitzende. Politisch Verfolgte hätten in Deutschland ein Anrecht auf Asyl. Auch Flüchtlingen aus Kriegsgebieten werde in Deutschland geholfen. Sie rief zu Mitgefühl mit den Flüchtlingen auf. Die meisten hätten Angst- und Erschöpfungszustände erlebt, unter denen die meisten Menschen zusammenbrechen würden.

80 Tote bei Angriffsserie von Boko Haram in Nigeria

Bei Angriffen der radikalen Islamistengruppe Boko Haram auf drei Dörfer im Nordosten Nigerias sind nach Angaben von Augenzeugen seit Freitag fast 80 Menschen getötet worden.

Bei einer Attacke auf das Dorf Banu im Bundesstaat Borno seien 68 Menschen getötet worden, teilte Babakura Kolo, Mitglied einer Bürgerwehr, mit. Einwohner zweier anderer Dörfer in Borno sprachen von insgesamt elf weiteren Toten bei Attacken am Wochenende.

Die Boko-Haram-Extremisten kämpfen seit sechs Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Staates im muslimisch geprägten Norden Nigerias. Mindestens 15.000 Menschen wurden seither getötet. Im vergangenen Jahr weitete die Gruppierung ihre Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad aus.

Eurotunnel: EU sagt Frankreich Millionenhilfe zu

In der Flüchtlingskrise hat die EU-Kommission Frankreich weitere Finanzhilfe zur Lösung der angespannten Lage in Calais zugesagt. Der erste Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans nannte heute in der nordfranzösischen Stadt den Betrag von 5,2 Millionen Euro an Soforthilfen. Neben Timmermans besuchten auch EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos und Frankreichs Premierminister Manuel Valls die Hafenstadt am Ärmelkanal.

Von Calais aus versuchen viele Migranten, durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Die französischen Behörden verstärkten die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Tunnel, wodurch die Übertrittsversuche in den vergangenen Wochen stark abnahmen. Tausende Menschen sind nun in und um Calais gestrandet.

Timmermans forderte erneut Anstrengungen aller EU-Staaten, um das Migrationsproblem in den Griff zu bekommen. Die EU-Kommission hatte im Mai Vorschläge für eine gemeinsame Quote zur Verteilung von Flüchtlingen vorgelegt, ist damit aber bisher am Widerstand von einer Reihe von Mitgliedsländern gescheitert.

Asyl: Tschechien bleibt bei Ablehnung von EU-Quoten

Der tschechische Premier Bohuslav Sobotka bleibt bei seiner Ablehnung eines europäischen Verteilungssystems für Flüchtlinge. „Die Quoten wären ein falscher Weg. Ich habe meine Auffassung nicht geändert“, sagte der Regierungschef gestern im tschechischen TV-Sender Prima. Dasselbe gelte für die Slowakei, Polen und Ungarn - die sogenannte Visegrad-Gruppe -, fügte Sobotka hinzu.

Ablehnung auch aus Polen, Ungarn und der Slowakei

„Weder die tschechische Regierung noch die Staaten der Visegrad-Gruppe haben die Meinung geändert. Wir werden diese Position auch weiterhin so in EU-Sitzungen vertreten“, betonte Sobotka. Tschechien hatte von Anfang hat zu den größten Gegnern einer europäischen Flüchtlingsquote gezählt. Das Argument war stets auch, die Migranten würden gar nicht im Land bleiben, sondern aufgrund des besseren Sozialsystems lieber nach Österreich und Deutschland weiterziehen wollen.

Visegard-Staaten planen Gipfeltreffen

Vier osteuropäische EU-Staaten planen nach Angaben des slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico ein Gipfeltreffen, um ihr Vorgehen in der Flüchtlingsfrage abzustimmen. Die Regierungschefs Ungarns, Polens, Tschechiens und der Slowakei würden am Freitag oder Sonntag zusammenkommen, sagte Fico in Bratislava.

Ungarns Grenzzaun kein Verstoß gegen EU-Vorgaben

Die EU-Kommission nahm unterdessen Stellung zu Ungarns Grenzzaun. Der Zaun an der Grenze zu Serbien sei kein Verstoß gegen europäische Vorgaben. Aus der Stacheldrahtbarriere, die Flüchtlinge von der illegalen Einreise abhalten soll, ergäben sich „keine rechtlichen Konsequenzen“ für Budapest, sagte eine Sprecherin der Behörde in Brüssel.

Die Art und Weise der Sicherung der EU-Außengrenzen falle in die nationale Zuständigkeit. Die EU-Kommission sei aber generell der Meinung, dass Zäune insbesondere mit Blick auf die Nachbarstaaten „nicht die richtige Botschaft vermitteln“.

Tod von Mullah Omar: Taliban gaben Geheimhaltung zu

Die radikalislamischen Taliban in Afghanistan haben erstmals zugegeben, dass sie den Tod ihres langjährigen Führers Mullah Omar über zwei Jahre lang verschwiegen haben. In einer Erklärung räumten die Taliban heute ein, dass die Führung der Gruppe beschlossen hatte, das Ableben des historischen Talibanführers am 23. April 2013 geheim zu halten.

„Einer der Hauptgründe“ sei gewesen, dass 2013 als Schlüsseljahr im Kampf gegen die NATO-Truppen gegolten habe, die Ende 2014 ihren Kampfeinsatz in Afghanistan beendeten.

Die Taliban, die noch im Juli Erklärungen verschickt hatten, die sie Mullah Omar zuordneten, hatten erst Ende Juli den Tod ihres Führers bestätigt. Den Zeitpunkt des Todes nannten sie dabei nicht.

Inland

Kalte Progression: ÖVP will Lösung bis Jahresende

Für die Abschaffung der kalten Progression soll bis Jahresende eine Lösung vorliegen. Das hat Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Parteichef Reinhold Mitterlehner angekündigt. Davor müsse noch mit der SPÖ verhandelt werden. Eine Bremse bei der Steuerbelastung könne es jedenfalls nur geben, wenn eine solche auch bei der Abgabenlast komme.

Eine automatische Kompensation der inflationsbedingt schleichenden Steuererhöhung gebe es bereits in 18 von 30 OECD-Staaten, so Schelling. Bis Ende Oktober will er die entsprechenden Modellrechnungen fertig haben, dann werde mit dem Koalitionspartner geredet.

Die ÖVP sieht diese Maßnahme als Teil ihres Reformprogramms „Wir bewegen Österreich“. Einen Teil hat sie bereits im Juli präsentiert, heute - dem ersten Jahrestag des neuen Regierungsteams unter Mitterlehner - ging es nun um die Bereiche Wachstum und Innovation. Österreich soll als Gründerland positioniert werden, hieß es dabei, etwa durch einen Realwirtschaftsinvestitionsfreibetrag oder ein „Start-up-Visum“ für Firmengründer.

Flüchtlinge: EU bereitet Nothilfe für Österreich vor

Die EU-Kommission könnte noch im Lauf des heutigen Tages Finanzhilfen an Österreich, Ungarn, Frankreich und Griechenland zur Bewältigung von Flüchtlingsströmen beschließen. Außerdem kündigte eine Sprecherin an, dass Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Herbst einen Gesetzesvorschlag für sichere Herkunftsländer präsentieren werde.

5,4 Mio. Euro beantragt

Österreich beantragte in Brüssel Nothilfe in Höhe von 5,4 Millionen Euro zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik. Das Geld soll in die Finanzierung der Grundversorgung fließen, also in Unterkünfte und in die Verpflegung von Asylsuchenden. Die EU-Kommission hatte zugesichert, den Antrag Österreichs bis Monatsende zu prüfen.

Die Brüsseler Behörde unterstrich auch mehrmals, dass zuletzt geäußerte Vorschläge von Staaten zur Flüchtlingskrise von der Kommission schon im Mai auf den Tisch gelegt worden seien.

„Sommerstimmen gegen die Kommission“

Zur Forderung von Österreichs Kanzler Werner Faymann (SPÖ), den Druck auf jene Staaten zu erhöhen, die gegen eine fairere Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU Widerstand leisten, erklärte der Sprecher, solche Vorschläge seien in dem Kommissionspapier bereits enthalten.

Zur Überraschung der Kommission habe es kritische Stimmen gegeben, „Sommerstimmen gegen die Kommission“, die anscheinend vergessen hätten, dass die Brüsseler Behörde solche Vorschläge bereits präsentiert habe.

Sport

CL-Historie: Dortmund-Triumph mit tragischer Figur

14 Jahre nach dem Triumph des von Ernst Happel betreuten Hamburger SV und als erst dritter Club ist mit Borussia Dortmund 1997 der Sieger des Meisterbewerbs wieder aus Deutschland. Dabei war der Finalsieg über Juventus Turin, den Lars Ricken 14 Sekunden nach seiner Einwechslung entschied, nicht absehbar.

Zur tragischen Figur mutierte ÖFB-Legionär Wolfgang Feiersinger, der kurz vor dem Endspiel auf die Tribüne verbannt wurde. Zur Rückkehr der Champions League in den ORF ist das Finale nochmals zu sehen.

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Bundesliga: „Brutal wichtiger“ Sieg für Salzburg

Nach dem enttäuschenden Ausscheiden im Europa-League-Play-off und damit der Aussicht auf eine Saison ohne internationale Beteiligung ist bei Meister Salzburg die Freude über den Auswärtssieg gegen Sturm Graz groß gewesen.

„Wir freuen uns wahnsinnig. Dieser Sieg war brutal wichtig“, fasste Tormann Alexander Walke die Erleichterung in der Mannschaft, mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause zu gehen, zusammen. Das Resümee der geschlagenen Grazer fiel hingegen ernüchternd aus.

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Wirtschaft

Agrarminister wollen EU-Hilfen gegen Preisverfall

Die Agrarminister aus Deutschland, Frankreich und Polen pochen auf rasche Hilfe für die unter einem Preisverfall leidende Landwirtschaft. „Unsere Landwirte haben keine kostendeckenden Preise“, sagte der deutsche Ressortchef Christian Schmidt heute in Berlin auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinen französischen und polnischen Kollegen, Stephane le Foll und Marek Sawicki.

In manchen Fällen sei bereits die Zahlungsfähigkeit der Betriebe gefährdet. Beim Sondergipfel der Agrarminister am Montag nächste Woche in Brüssel müssten Hilfsmaßnahmen der Europäischen Union (EU) beschlossen werden.

Milchbauern und Schweinezüchter besonders betroffen

Besonders betroffen von den sinkenden Erzeugerpreisen sind nach Angaben aller drei Minister Milchproduzenten und Schweinemäster. Dazu kämen in einigen Teilen Europas auch steigende Futtermittelpreise durch die Dürre in diesem Sommer. Alle drei Minister plädierten für Exportfördermaßnahmen, Hilfen bei der Lagerhaltung und ein Anheben der Interventionspreise bei bestimmten Produkten.

Zudem solle die Gewährung der sogenannten Direktzahlung - von der EU an Landwirte gezahlte Subventionen - erleichtert und beschleunigt werden. Es müsse über Mechanismen nachgedacht werden, um die Volatilität bei der Preisbildung in den Griff zu bekommen, erklärte der französische Minister Le Foll.

EU hinkt USA bei Wirtschaftswachstum hinterher

Das Wirtschaftswachstum in der EU bleibt mit 1,5 Prozent heuer deutlich unter dem der USA mit rund 2,4 Prozent und dem der Weltwirtschaft mit 3,1 Prozent, prognostiziert das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO). Seit Beginn der Finanzmarktkrise stagniert das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der EU, während es in den USA, wo die Finanzkrise ihren Ausgang nahm, seit 2008 um elf Prozent deutlich wuchs, so das WIFO heute.

Die Länder der Europäischen Union befinden sich demnach in einer instabilen Erholungsphase, so das WIFO. In Ostmitteleuropa wächst die Wirtschaft hingegen wesentlich stärker als in den übrigen EU-Ländern.

Steigende Divergenz zwischen EU-Staaten

Den aktuellen Daten zufolge wuchs das reale BIP im Euro-Raum im ersten Quartal heuer gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent und im zweiten Quartal um 0,3 Prozent. Im weiteren Jahresverlauf 2015 wird mit einer mäßigen Zunahme gerechnet.

Der enttäuschende Konjunkturverlauf in der EU ist laut WIFO eine Folge vieler Ungleichgewichte. Diese zeigten sich nicht nur auf den Arbeits- und Gütermärkten, sondern auch in einer steigenden Divergenz unter den EU-Ländern und Euro-Ländern.

Chronik

Drogenbeschaffung über Internet nimmt zu

Der heute vom Bundeskriminalamt veröffentlichte Lagebericht zur Suchtmittelkriminalität 2014 zeigt, dass das Internet neue Wege zur Drogenbeschaffung bietet. So würden psychoaktive Substanzen zumeist via Mausklick direkt aus China bestellt. Zudem sei generell ein steigender Drogenkonsum bei Jugendlichen zu erkennen.

Polizei beklagt fehlendes Unrechtsbewusstsein

Im Darknet würde Kriminellen ein virtueller Rückzugsraum und Anonymität geboten. Das Bundeskriminalamt habe diesen Trend erkannt und die Leitung eines EU-Projektes übernommen, in dem Drogenfahnder gemeinsam mit IT- und Cybercrime-Experten zwei Jahre im Darknet ermitteln. Ihr Ziel: Drogendealer festnehmen und illegale Drogen sicherstellen.

Die Polizei sei in ihrer täglichen Arbeit immer öfter mit einer Verharmlosung der Folgen und Gefahren sowie einem fehlenden Unrechtsbewusstsein seitens jugendlicher Konsumentinnen konfrontiert, beklagt das Bundeskriminalamt. Gerade dieser Leichtsinn könne - in Verbindung mit unkontrolliertem Mischkonsum, unbekannten und oft hoch gefährlichen Beimengungen oder via Internet bestellten Suchtmitteln - gefährlich enden.

Mehr als 30.000 Anzeigen im Vorjahr

2014 wurden in Österreich insgesamt 30.250 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz erstattet. Das bedeutet gegenüber 2013 einen Anstieg um rund sieben Prozent. Von diesen Anzeigen entfielen 29.674 auf strafbare Handlungen im Zusammenhang mit Drogen, 566 auf die Straftatbestände für psychotrope Stoffe und zehn Anzeigen auf solche für Drogenausgangsstoffe. Der Schwarzmarktwert des im Vorjahr sichergestellten Suchtgifts lag bei mehr 18 Millionen Euro.

Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, betrafen im Vorjahr 18,8 Prozent der Anzeigen 18- bis unter 21-Jährige. Die 5.677 Fälle bedeuten eine deutliche Steigerung gegenüber 2013 mit 4.852. Noch extremer die Steigerung der Anzeigen gegen 14- bis unter 18-Jährige: 1.880 gegenüber 1.323.

Polnische Behörden bezweifeln Fund von Nazi-Zug

Die Behörden in Niederschlesien haben Zweifel daran geäußert, dass in der polnischen Region tatsächlich ein mit Wertsachen beladener „Goldzug“ aus der Nazi-Zeit gefunden wurde. Die Glaubwürdigkeit der Angaben zum Fund sei nicht höher als in den vergangenen Jahrzehnten, sagte der Verwaltungschef der Woiwodschaft Niederschlesien, Tomasz Smolarz, heute nach einem Dringlichkeitstreffen zu der Angelegenheit.

Smolarz dementierte die Existenz von Georadarbildern, die angeblich von den anonymen Entdeckern vorgelegt worden seien.

Jahrzehntealtes Gerücht

Am Freitag hatte der polnische Vizekulturminister Piotr Zuchowski gesagt, er habe auf Georadarfotos den über 100 Meter langen und unter Erde vergrabenen gepanzerten Zug gesehen. Daher sei er „zu 99 Prozent sicher“, dass es sich um den „Goldzug“ der Nazis handle, sagte der Vizeminister, der zugleich Polens oberster Denkmalschützer ist. Außerdem sagte er, er könne nichts über die Ladung des Zugs sagen.

In Polen halten sich seit Jahrzehnten hartnäckig Gerüchte um einen verschwundenen Nazi-Zug voller Gold und Schmuck. Vor wenigen Tagen hatten polnische Behörden bestätigt, dass ein Pole und ein Deutscher die Entdeckung eines gepanzerten Nazi-Zugs in der Gegend von Walbrzych (Waldenburg) in Niederschlesien gemeldet hätten.

Italienischer Baulöwe Salini starb bei Unfall

Der italienische Baulöwe Claudio Salini, Eigentümer und CEO der größten italienischen Baugruppe Salini Impregilo, ist gestern Abend bei einem Autounfall in Rom tödlich verunglückt. Der 56-jährige Unternehmer saß am Steuer seines Porsche, als er die Kontrolle über das Fahrzeug verlor und gegen einen Baum prallte.

Salini wurde ins Spital eingeliefert, erlag jedoch seinen schweren Verletzungen, berichteten italienische Medien.

Salini hatte seine börsennotierte Gruppe 2005 gegründet. 2013 hatte sein Konzern den Konkurrenten Impregilo geschluckt. Das Kerngeschäft des Unternehmens ist die Projektierung und Bauausführung von großen Infrastrukturprojekten.

Gesundheit

NGO: Erneut Ebolafall in Sierra Leone

Die Meldung, Sierra Leone sei endlich frei von Ebola, hat sich der Organisation Jugend Eine Welt zufolge als voreilig erwiesen. Gestern wurde ein neuerlicher Infektionsfall bekanntgegeben.

Es handle sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein „Überschwappen“ des Virus aus der Nachbarregion Forecariah in Guinea auf den Distrikt Kambia in Sierra Leone, berichtete Lothar Wagner, Direktor des Kinderschutzzentrums Don Bosco Fambul in Freetown. „Es fehlt dort an effektiver länderübergreifender Zusammenarbeit und Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit, die unbedingt notwendig wären, da reger Handel zwischen den beiden Ländern betrieben wird.“

Wagner übte gegenüber UNO-Organisationen und „Ebola-Profiteuren“ Kritik. Es seien Unsummen an Fördergeldern geflossen, die unmittelbar Betroffenen würden diese Hilfen jedoch kaum erreichen. „Große Gewinner dieser Pandemie sind Autohersteller, Regierungsbeamte, Hoteliers und aus der ganzen Welt eingeflogene sogenannte Protection Officers mit horrenden Gehältern“, sagt der Salesianerbruder.

Mitfahrende Kinder: Rufe nach Rauchverbot in Pkws

Die deutsche Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) fordert ein Rauchverbot in Autos, in denen Minderjährige mitfahren. „Ich würde die Prüfung eines solchen Verbots innerhalb des Kinder-und Jugendschutzes sehr begrüßen“, sagte Mortler heute der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Krebsforscher fordern das seit Jahren und verweisen darauf, dass die Belastung im Auto so hoch sein kann wie in einem verqualmten Wirtshaus.

Vorbild Großbritannien

„Oft wird ja argumentiert, man greife zu tief in die Freiheitsrechte der Eltern ein“, sagte Mortler. Es gehe aber darum, dass Kinder „dauerhaft geschädigt“ würden, weil die Rauchkonzentration im Auto um ein Vielfaches höher sei als im Freien. Mortler verwies auf das Beispiel Großbritannien, wo ab Oktober im Auto ein Rauchverbot bei mitfahrenden Minderjährigen gilt. Die Drogenbeauftragte sieht darin ein Vorbild.

Weitere Länder wollen nachziehen

Ähnliche Rauchverbote in Autos gelten auch in anderen Ländern, zum Beispiel in Südafrika, in Teilen Kanadas und der USA sowie in mehreren Territorien Australiens. Auch in Frankreich hatte die Nationalversammlung im Frühjahr als Maßnahme gegen das Passivrauchen für ein Rauchverbot in Autos im Beisein Minderjähriger gestimmt.

Kultur

Klagenfurter Autorin feiert bemerkenswertes Debüt

Ein bemerkenswertes Debüt ist der Klagenfurterin Anna Baar gelungen. Mit ihrem Roman „Die Farbe des Granatapfels“ hat die 42-Jährige auf Anhieb den Sprung auf die ORF-Bestenliste geschafft, und diesen Platz hält sie auch im September.

Mit einem ersten Einblick in ihre österreichkroatische Familiengeschichte, die dieser Roman erzählt, kam Baar auch heuer beim Bachmann-Preis ins Finale. Ö1 sprach mit der Autorin über doppelte Heimat, ihre Anfänge und über Grenzen.

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Science

Lifestyle

Leute

Strache mit Hitler verglichen: Freispruch für Wiener DJ

Vorerst keine strafrechtlichen Folgen hat ein Vergleich, den der Wiener DJ Mosaken auf seiner privaten Facebook-Seite zog. Er postete untereinander Fotos von Adolf Hitler und Heinz-Christian Strache (FPÖ), die beide mit weit geöffnetem Mund bei einer Rede zeigten, und versah den Eintrag mit dem Kommentar „Kein Respekt für Volkshetzer!“ Für das Wiener Landesgericht ist dieses Vorgehen rechtlich gedeckt.

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„Scream“-Regisseur Wes Craven gestorben

Wes Craven, Regisseur von Horrorklassikern wie „Scream“ und „Nightmare - Mörderische Träume“ (A Nightmare on Elm Street), ist tot. Craven starb gestern in seinem Haus in Los Angeles, wie sein Management bestätigte. Craven wurde 76 Jahre alt. Er litt an Krebs.

Wes Craven

AP/Invision for Magnolia/Todd Williamson

Über Jahrzehnte hatte er Horrorfilme geschrieben und gedreht und dabei einige der bekanntesten Filme des Genres hervorgebracht. Seine letzte Arbeit war die auf seinen Filmen basierende Fernsehserie „Scream“, bei der er allerdings nur noch Produzent war.