Ausland

Frontex weitet Rettungseinsatz im Mittelmeer aus

Angesichts der Flüchtlingsdramen im Mittelmeer weitet die EU-Grenzschutzagentur Frontex ihr Einsatzgebiet vor der Küste Italiens deutlich aus. Die Schiffe und Flugzeuge würden in einem Gebiet von bis zu 138 Seemeilen (255 km) südlich von Sizilien nach Schiffbrüchigen suchen, hieß es in einer gestern auf der Frontex-Website veröffentlichten Erklärung. Bisher war das Einsatzgebiet auf 30 Seemeilen vor der italienischen Küste begrenzt.

Auch das Material wird aufgestockt: Während der Sommermonate würden nun drei Flugzeuge, 18 Boote, zwei Hubschrauber und 15 Expertenteams im Rahmen der „Triton“-Mission eingesetzt, teilte die in Warschau ansässige Agentur mit.

Fast 1.800 Tote in diesem Jahr

Auf dem EU-Flüchtlingsgipfel vor einem Monat hatten die Staats- und Regierungschefs bereits eine Verdreifachung der Mittel für den „Triton“-Einsatz beschlossen. Durch die nun umgesetzte Ausweitung der Mission werde den italienischen Behörden geholfen, „ihre Küsten zu kontrollieren und Leben zu retten“, sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri. „Zu viele wurden in diesem Jahr schon auf tragische Weise verloren.“

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bereits 1.770 Menschen bei dem Versuch ums Leben gekommen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen - 30-mal mehr als im Vorjahreszeitraum.

Schüsse und Explosionen in Diplomatenviertel in Kabul

Bewaffnete haben gestern im Diplomatenviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul ein Gebäude angegriffen. Einwohner der Stadt berichteten am Abend über schwere Schusswechsel und eine Serie von Explosionen in dem Stadtteil Wazir Akbar Khan, wo zahlreiche Botschaften und Organisationen ihre Gebäude haben.

Ein Regierungsvertreter sagte, Ziel des Angriffs sei offensichtlich das frühere Spitzenhotel Heetal Plaza, in dem eine Sicherheitsfirma ihre Niederlassung hat. Zur Zahl der Angreifer und möglichen Opfern gab es keine Informationen. Die Gewalt in Afghanistan eskaliert, seit die NATO ihren Kampfeinsatz zum Jahreswechsel beendet hat.

Irakische Schiitenmilizen provozieren Sunniten

Die schiitischen Milizen im Irak haben eine Offensive zur Rückeroberung der von der sunnitischen Miliz Islamischer Staat (IS) besetzten Stadt Ramadi begonnen. Sie haben dieser Offensive den Namen „Labaik Ja Hussein“ („Dir zu Diensten, Hussein“) gegeben, der mit starker religiöser Symbolkraft besetzt ist und für radikale Sunniten ein rotes Tuch darstellt.

Diese Bezeichnung zu Ehren eines der zentralen Heiligen des Schiitentums könnte die Spannungen zwischen den Religionsgruppen im Irak weiter anheizen, insbesondere in der mehrheitlich von Sunniten bewohnten Provinz Anbar, wo die Offensive stattfinden soll. Auch das US-Verteidigungsministerium bezeichnete die Namensgebung als „nicht hilfreich“.

Blutige Anschläge bei Aschura-Feiern

Die große Bedeutung Husseins für das Schiitentum erschließt sich besonders bei den Aschura-Feierlichkeiten. Sie bilden ein zentrales Element dieser islamischen Glaubensrichtung. Dabei gedenken die Schiiten des Märtyrertodes des „Imams“, eines direkten Nachkommen des Propheten Mohammed, vor mehr als 1.300 Jahren.

In den letzten Jahren waren Aschura-Feiern in mehreren Ländern immer wieder von blutigen Anschlägen überschattet, die meist auf das Konto sunnitischer Extremisten gingen.

Hussein starb in der Schlacht von Kerbala im Irak, die nach christlicher Zeitrechnung im Jahr 680 stattfand. Bei diesem Gefecht wurden der Enkel des Propheten Mohammed und 72 seiner Anhänger, darunter fast alle seine männlichen Verwandten, von einer überlegenen Streitmacht niedergemetzelt.

Saudi-Arabien vollstreckte 2015 bereits 88 Todesurteile

Saudi-Arabien hat 2015 bereits 88 Todesurteile vollstreckt - das sind mehr Hinrichtungen als im gesamten vergangenen Jahr. Wie die amtliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf das Innenministerium berichtete, wurden gestern zwei Drogenhändler und ein verurteilter Mörder enthauptet. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden in dem erzkonservativen islamischen Königreich damit seit Jahresbeginn bereits 88 Menschen hingerichtet. Im Jahr 2014 waren es insgesamt 87 gewesen.

Zumeist öffentliche Enthauptung

In Saudi-Arabien werden Vergewaltigung, Mord, Abkehr vom Islam, Raub und Drogenhandel mit der Todesstrafe geahndet - in Anwendung einer rigorosen Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia. Die meisten Verurteilten werden öffentlich mit dem Schwert enthauptet.

Menschenrechtsorganisationen beklagen, dass die Zahl der Hinrichtungen in Saudi-Arabien zuletzt stark gestiegen ist. Nach Angaben von Amnesty International ist Saudi-Arabien mittlerweile eines der Länder mit den meisten Hinrichtungen weltweit - neben China, dem Iran, dem Irak und den USA.

Gerichtsentscheidung gegen Erdogans Präsidentenpalast

Das oberste Verwaltungsgericht der Türkei hat eine Ausnahmeregelung gekippt, auf deren Grundlage der umstrittene Palast von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan in Ankara gebaut wurde. Das geht aus einer Gerichtsentscheidung hervor, die der dpa in Istanbul vorliegt. Aus Sicht der Architektenkammer in Ankara, die geklagt hatte, ist der Bau damit illegal und die Baugenehmigung hinfällig.

Kritiker: In Naturschutzgebiet errichtet

Die Vorsitzende der Kammer, Tezcan Karakus Candan, sagte der dpa, der „Weiße Palast“ genannte Amtssitz sei in einem Naturschutzgebiet errichtet worden. Die Kammer hatte deswegen vor dem Verwaltungsgericht geklagt.

Der wegen seiner Größe und Kosten umstrittene Palast war im vergangenen Jahr fertiggestellt worden. Der Palast kostete Erdogans Angaben zufolge umgerechnet rund 400 Millionen Euro und verfügt über mehr als 1.150 Zimmer. Nach Angaben der Architektenkammer hatten seit 2011 mehrere Gerichte Baustopps verhängt, die Erdogan ignoriert habe. Unklar blieb, ob das jüngste Urteil Konsequenzen haben wird.

Inland

Hochrangige Bankenaufseher vor Hypo-U-Ausschuss

Im Hypo-U-Ausschuss werden heute hochrangige Vertreter der Bankenaufsicht befragt. An der Reihe sind Nationalbank-Vizegouverneur Andreas Ittner und der Vorstand der Finanzmarktaufischt (FMA), Helmut Ettl. In Ittners Verantwortung fällt ein umstrittenes Gutachten zur Hypo 2008 - Stichwort: „not distressed“ - das der Skandalbank staatliches Partizipationskapital ermöglichte. Die OeNB verteidigt die Einschätzung bis heute.

„Keinesfalls weggeschaut“

Die Bankenaufseher dürften ihre Arbeit im Hinblick darauf verteidigen, dass die Möglichkeiten der Aufsicht sich praktisch erst kürzlich - nach der Finanzmarktkrise - verbessert haben. Es habe, als das Hypo-Desaster seinen Lauf nahm, noch keine ausreichenden rechtlichen Rahmenbedingungen gegeben, um etwas im Vorhinein zu verhindern, wird argumentiert. Jedenfalls habe man keinesfalls weggeschaut und alles getan, was getan werden konnte, so Nationalbank und FMA.

Ittner war vor 2008, als er ins OeNB-Direktorium kam, Abteilungsleiter für die Bankenaufsicht in der Nationalbank. Im Direktorium war er für das Ressort Finanzmarktstabilität, Bankenaufsicht und Statistik zuständig. Dieselbe Verantwortung blieb Ittner, als er 2013 zum Vizegouverneur aufstieg. Ettl war ab 1995 in der OeNB und wurde 2001 stellvertretender Leiter der Abteilung für Bankenanalyse und -revision. 2003 übernahm er die Leitung der Abteilung. 2008 wurde er schließlich zum Vorstandsmitglied der FMA bestellt.

Spitalsärzte: Einigung am Wiener AKH

Am Wiener AKH gibt es in Sachen Umsetzung der neuen Arbeitszeitrichtlinien eine Einigung. Der Betriebsrat hat das Angebot des Rektorats der Medizinischen Universität Wien angenommen, wie Betriebsrat Martin Andreas gestern gegenüber der APA bestätigte. Dieses sieht unter anderem eine Einmalzahlung von 8.000 Euro pro Arzt vor. Der angedrohte Streik ist damit erst einmal vom Tisch.

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Sport

French Open: Djokovic und Nadal erfüllen die Pflicht

Novak Djokovic und Rafael Nadal haben gestern ihre ersten Pflichtaufgaben bei den Frech Open in Paris mehr oder weniger souverän erfüllt. Nadal begann die schwere Mission Titelverteidigung mit einem klaren Dreisatzsieg über den Franzosen Quentin Halys.

Topfavorit Djokovic hatte etwas mehr Mühe, bezwang den Finnen Jarkko Nieminen trotz 1:5-Rückstands im zweiten Durchgang aber ebenfalls noch in drei Sätzen. Das überraschende Aus kam indes bei den Damen für die als Nummer sechs gesetzte Kanadierin Eugenie Bouchard.

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Fußball: Gucher spielt sich in Serie-A-Rampenlicht

In Italiens höchster Liga wird in der kommenden Saison wieder ein Österreicher im Einsatz sein. Fast unter dem Radar der heimischen Fußballfans schaffte Robert Gucher mit seinem Club Frosinone den Durchmarsch in die Serie A und wurde danach von den Trainern der zweithöchsten Liga zum besten Mittelfeldspieler der abgelaufenen Saison gewählt.

Als Schlüsselspieler und Kapitän von Frosinone steht der 24-jährige Steirer schon einige Zeit in den Notizbüchern der italienischen Topclubs. Guchers nächster Traum ist aber ein Anruf von ÖFB-Teamchef Marcel Koller.

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EM-Qualifikation: Schobesberger erstmals im ÖFB-Team

ÖFB-Teamchef Marcel Koller hat gestern seinen Kader für die wohl schon vorentscheidende Partie der EM-Qualifikation am 14. Juni in Moskau gegen Russland präsentiert. Mit dabei ist erstmals auch Rapid-Aufsteiger Philipp Schobesberger.

Insgesamt stehen 25 Mann im Kader, bis Montag wird er noch um zwei Spieler verkleinert. Nicht dabei ist Bayern-Star David Alaba, der nach seinem Seitenbandriss noch nicht komplett fit ist und aus Sorgen um seine Gesundheit geschont wird.

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Wirtschaft

EU verspricht 0,2 Prozent BIP für Entwicklungshilfe

Die ärmsten Länder der Welt sollen künftig einen festen Anteil der EU-Entwicklungshilfe bekommen. Bis 2030 wollen die Mitgliedsstaaten 0,2 Prozent ihrer gemeinsamen jährlichen Wirtschaftsleistung für die Least Developed Countries ausgeben. Als Zwischenziel ist eine Quote von 0,15 Prozent geplant, wie Diplomaten gestern Abend nach Beratungen der EU-Entwicklungsminister in Brüssel sagten.

Die Ressortchefs einigten sich auch darauf, darüber hinaus grundsätzlich am Gesamtziel für Entwicklungshilfeausgaben festzuhalten. Denn den UNO-Entwicklungszielen folgend wollten Österreich und andere EU-Staaten bereits bis zum Jahr 2015 den Anteil öffentlicher Mittel für Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7 Prozent erhöhen.

Theorie und Praxis weit auseinander

Jetzt ist die Post-2015-Agenda der „Horizont“. Der 15-Jahre-Plan der Vereinten Nationen soll bis 2030 laufen und in wichtigen Teilen im Juli in Addis Abeba vorbereitet werden.

Wie weit die Realität zuletzt von den Versprechungen entfernt war, zeigt sich nicht nur an Österreichs Beitrag von 0,26 Prozent des BIP im Jahr 2014. In der gesamten EU erreichen mit Schweden, Luxemburg, Dänemark und seit neuestem auch Großbritannien überhaupt nur vier Staaten das Ziel von 0,7 Prozent.

Wie sich Jobs in Zukunft verändern

Unternehmen träumen von allzeit und je nach Bedarf verfügbaren Mitarbeitern. Arbeitnehmer wünschen sich Entscheidungsfreiheit, wann und wo sie ihre Arbeit erledigen. Auf beiden Seiten wächst der Bedarf nach mehr Flexibilität - nicht immer für alle Beteiligten eine Win-win-Situation. Alternative Modelle abseits von Prekariat und Co. gibt es aber ebenfalls: ein Job, der von mehreren Mitarbeitern erledigt wird, ein Arbeitnehmer, den sich mehrere Unternehmen teilen. Und manche dieser Ideen können auch die Wünsche von Arbeitgebern und Mitarbeitern erfüllen.

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Chronik

Ex-Mafia-Boss von Neapel nach 30 Jahren in Haft

Nach mehr als 30 Jahren auf der Flucht haben Fahnder den früheren Mafia-Boss von Neapel in Brasilien festgenommen. Pasquale Scotti sei in Recife im Nordosten des südamerikanischen Landes verhaftet worden, teilte die Polizei gestern mit. Der 56-Jährige wurde 1991 in Abwesenheit von einem italienischen Gericht wegen des illegalen Besitzes von Feuerwaffen, Erpressung und mehr als 30 Tötungsdelikten verurteilt.

Mit Kindern auf dem Weg zur Schule

Zuletzt wurde er 1983 verhaftet und dabei bei einer Schießerei mehrfach getroffen. Zu Weihnachten 1984 gelang ihm die Flucht aus einem Krankenhaus. Laut Polizei bemühen sich die italienischen Behörden bereits um die Auslieferung. Einem Medienbericht zufolge hat Scotti in Brasilien zwei Kinder und wurde festgenommen, als er diese zur Schule brachte. Der Polizei zufolge hatte der Mann ein falsche Identität benutzt. Interpol habe ihn anhand von Fingerabdrücken überführen können.

Koffer mit Spenderniere aus deutschem ICE gestohlen

Unbekannte haben in Deutschland in einem ICE einen Koffer mit einer Spenderniere gestohlen. Beim Halt des Zuges im rheinischen Siegburg hätten die Diebe gestern Nachmittag die Mitarbeiter der Transplantationsgesellschaft abgelenkt, den Koffer genommen und unerkannt den Zug verlassen, teilte die Polizei mit.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich nicht um einen gezielten Diebstahl der Spenderniere gehandelt habe. „Es ist vielmehr zu vermuten, dass die Täter von dem Inhalt überrascht sein und den Koffer unmittelbar wieder entsorgen werden“, hieß es weiter. Das Spenderorgan sei für eine Transplantation in Straßburg vorgesehen gewesen.

Song Contest

Österreich nun Vorletzter

Weiterhin null Punkte, aber doch nicht Letzter: Die österreichischen Vertreter beim 60. Song Contest in Wien, die Makemakes, sind gestern einen Platz im Ranking nach vorne geklettert. So sind die drei Burschen nun offiziell 26. des Feldes und nicht mehr auf dem letzten 27. Platz. Grund sind die Regeln der European Broadcasting Union (EBU).

Bei Punktegleichheit wird jenes Land vorgereiht, das einen früheren Starplatz im Tournament hatte. Die Makemakes waren Samstagabend mit Startnummer 14 ins Rennen gegangen, Ann Sophie aus Deutschland mit Starplatz 17. Dadurch hat die Deutsche nun in der offiziellen Rangliste das Nachsehen, ergatterte sie doch ebenfalls keinen Punkt.

Das Event in Bildern

Es ist nicht nur das große Finale ganz zum Schluss gewesen: Eine heiße Woche mit insgesamt neun Shows und zahlreichen Konzerten im Rahmenprogramm, eine Probenwoche in der Stadthalle und schließlich eine monatelange Vorbereitungszeit inklusive der heimischen Vorausscheidung lieferten jede Menge tolle Bilder. Die Fotografen von songcontest.ORF.at haben ihre besten Fotos noch einmal zusammengetragen.

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Medien

Louis-Vuitton-Konzern will „Le Parisien“ kaufen

Der französische Luxuskonzern LVMH will die Tageszeitung „Le Parisien“ aufkaufen. Der Konzern des Milliardärs Bernard Arnault teilte gestern mit, „exklusive Verhandlungen“ mit der Unternehmerfamilie Amaury begonnen zu haben, der „Le Parisien“ derzeit gehört.

Im Besitz des weltgrößten Luxuskonzerns sind nicht nur die Modemarken Louis Vuitton, Kenzo, Givenchy, der Champagner Moet et Chandon und der Cognac Hennessy, sondern seit 2007 auch die französische Wirtschaftszeitung „Les Echos“.

50 Mio. als Kaufpreis?

LVMH will nun die im Großraum Paris erscheinende Tageszeitung „Le Parisien“ und deren landesweiten Ableger „Aujourd’hui en France“ kaufen, um seine Mediensparte zu stärken. Beide Zeitungen zusammen kommen auf eine Auflage von täglich mehr als 370.000 Exemplaren. Mehr Zeitungen verkauft in Frankreich nur das große Regionalblatt „Ouest-France“.

Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Die konservative Tageszeitung „Le Figaro“ berichtete, LVMH wolle für „Le Parisien“, „Aujourd’hui en France“ und das Vertriebsunternehmen Proximy 50 Millionen Euro zahlen.

Verkaufsgespräche schon 2010

Bereits 2010 hatte es mehrere Interessenten an einem Kauf der defizitären Pressesparte der Amaury-Gruppe gegeben. Auch der Rüstungsunternehmer und konservative Politiker Serge Dassault, dem bereits „Le Figaro“ gehört, bot damals mit. Es kam aber zu keiner Einigung.

In Frankreich kämpfen die meisten Zeitungen gegen sinkende Auflagen. Im Zuge der Medienkrise haben in den vergangenen Monate mehrere Zeitungen und Zeitschriften den Besitzer gewechselt, unter anderen das Magazin „Le Nouvel Observateur“, das inzwischen in „L’Obs“ umbenannt wurde, das Magazin „L’Express“ und die Tageszeitung „Liberation“. Der Mischkonzern Lagardere trennte sich zudem von rund einem Dutzend Magazinen.

Science

Forscher verbessern Prognose des Weltraumwetters

Das Wetter auf der Erde vorherzusagen funktioniert mittlerweile ziemlich gut. Im Weltraum ist alles noch viel komplizierter. Anfang 2014 etwa sollte ein gigantischer Sonnensturm auf die Erde treffen. Die Auswirkungen waren aber viel geringer als prognostiziert. Wie eine neue Studie zeigt, lag das daran, dass der Sonnensturm seine Richtung geändert hatte. Ursache dafür waren starke Magnetfelder, die den Sonnensturm von der Erde ablenkten.

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Kultur

Religion

Ja zu Homoehe für Vatikan „Niederlage für Menschheit“

Der Vatikan hat das irische Ja zur Ehe für gleichgeschlechtliche Paare als „Niederlage für die Menschheit“ bezeichnet. „Ich bin sehr traurig über dieses Ergebnis, die Kirche muss diese Realität berücksichtigen, aber in dem Sinne, ihre Verpflichtung zur Evangelisierung zu stärken“, sagte Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin gestern bei einer Veranstaltung in Rom.

„Familie verteidigen“

„Ich glaube, man kann nicht nur von einer Niederlage der christlichen Prinzipien sondern von einer Niederlage für die Menschheit sprechen“, zitierte ihn Radio Vatikan weiter. Das katholische Irland hatte in einem Referendum am Wochenende für die Ehe für homosexuelle Paare gestimmt. Man müsse alles dafür tun, die Familie zu verteidigen, so Parolin, weil sie die Zukunft der Menschheit und der Kirche bleibe.

Der Vatikan will auf einer Familiensynode diesen Oktober auch über in der katholischen Kirche heikle Themen wie den Umgang mit Homosexuellen diskutieren. Viele Gläubige erhoffen sich von Papst Franziskus eine vorsichtige Öffnung in diesen Fragen.

Leute

Omar Sharif an Alzheimer erkrankt

Leinwandlegende Omar Sharif ist an Alzheimer erkrankt. Entsprechende Berichte bestätigte der Agent des 83-Jährigen, Steve Kenis, gestern der Nachrichtenagentur AFP. Laut „Los Angeles Time“ ruht sich Sharif in seinem Haus in seinem Geburtsland Ägypten aus.

Als Sherif Ali im Film „Lawrence von Arabien“ wurde Sharif 1962 weltberühmt, als „Doktor Schiwago“ wurde er unsterblich. Für seine Rolle in „Monsieur Ibrahim“, der 2003 in die Kinos kam, wurde Sharif auf der Biennale in Venedig als bester Schauspieler ausgezeichnet und bekam einen Cesar, den französischen Filmpreis.