Ausland

EU will Koordinator für Ebola-Krise ernennen

Zur besseren Eindämmung der Ebola-Epidemie haben sich die EU-Außenminister auf die Ernennung eines Koordinators auf europäischer Ebene verständigt. Alle Minister seien sich in dieser Frage „einig“, sagte der französische Außenminister Laurent Fabius heute vor Journalisten in Luxemburg.

Wer das Amt übernehmen solle, werde „in den kommenden Tagen“ festgelegt. Ein EU-Koordinator sei ein „wichtiger Schritt“, damit sich alle an der Hilfe gegen die schwere Epidemie beteiligen könnten, sagte Fabius.

Hunderte Helfer sollen nach Westafrika

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich bereits 9.200 Menschen mit dem Virus infiziert, über 4.550 von ihnen starben. Aus eigener Kraft sind die am schwersten betroffenen westafrikanischen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone kaum in der Lage, die Seuche in den Griff zu bekommen. Europäische Länder wie Deutschland planen deshalb, in den kommenden Wochen Hunderte Freiwillige in die Krisenregionen zu schicken.

Auf UNO-Ebene gibt es mit Anthony Banbury bereits einen Sondergesandten für Ebola. Auch Deutschland hatte Anfang Oktober seinen eigenen Ebola-Beauftragten ernannt, den Diplomaten Walter Lindner.

Chinas Kommunisten diskutieren über mehr Rechtsstaatlichkeit

Die Kommunistische Partei Chinas setzt sich mit dem Thema Rechtsstaatlichkeit auseinander. Chinesische Juristen kritisieren seit Jahren, dass die Partei zu starken Einfluss auf die Justiz nimmt. Die 205 Mitglieder des Zentralkomitees seien heute zum Auftakt eines viertägigen Jahrestreffens zusammengetroffen, berichtete das Staatsfernsehen CCTV.

Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen sich Politiker in die Entscheidungen von Gerichten einmischen. Außerdem verfolgt eine interne Disziplinarkommission der Partei zuerst Vergehen von Mitgliedern, bevor Gerichte aktiv werden können. Bisher gibt es keine Hinweise, dass Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping daran etwas grundlegend ändern möchte.

Beobachter gehen aber davon aus, dass China zum Abschluss des Plenums am Donnerstag zwar einen Teilrückzug der Partei aus dem Justizsystem bekanntgeben wird, sich gleichzeitig allerdings weiterhin einen Einfluss auf Gerichtsverfahren offenhält.

50 Flüchtlinge überwanden Grenzzäune von Melilla

Etwa 50 afrikanische Flüchtlinge haben die Grenzanlagen von Melilla überklettert und sind in die spanische Nordafrika-Exklave gelangt. Wie es aus Polizeikreisen hieß, hatten mehrere Gruppen Afrikaner heute an verschiedenen Stellen gleichzeitig versucht, von Marokko aus die sechs Meter hohen Grenzzäune zu überwinden.

Einige von ihnen trugen laut Medienberichten Schuhe mit Haken, die ihnen beim Überklettern der Zäune Halt gaben. In Melilla versuchen fast täglich größere Migrantengruppen, spanisches Gebiet zu erreichen. In der vorigen Woche kam es dabei zu gewaltsamen Zusammenstößen, bei denen mehrere Flüchtlinge und Grenzpolizisten verletzt wurden. Nach Informationen der Zeitung „El Pais“ leben im Aufnahmezentrum in Melilla mit einer Kapazität von 480 Plätzen nun 1.250 Menschen.

Neue Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten im Jemen

Mit dem Ausbruch neuer Gefechte zwischen sunnitischen Stammeskämpfern und schiitischen Huthi-Rebellen ist ein vor zwei Tagen im Südjemen vereinbarter Waffenstillstand hinfällig.

Nach Angaben der jemenitischen Nachrichtenseite al-Masdar Online gab es in der Nacht auf heute Zusammenstöße in der Stadt Radaa in der südjemenitischen Provinz al-Baida sowie in einem Gebirgstal nördlich von Radaa. Die Huthis hätten „schwere Verluste“ erlitten, zitierte al-Masdar Online einen Augenzeugen.

Die aufständischen Huthis hatten am Samstagabend einen Waffenstillstand mit lokalen sunnitischen Stämmen unterzeichnet. Im Laufe der letzten Woche war es zu schweren Kämpfen zwischen beiden Seiten gekommen, nachdem Huthis mehrere Städte südlich der von ihnen kontrollierten Hauptstadt Sanaa eingenommen hatten.

Gestern Abend besetzten die Aufständischen laut einem weiteren Bericht von al-Masdar Online zudem den Firmensitz der staatlichen Ölfirma Safer in der östlich von Sanaa gelegenen Provinz Marib. Die bewaffneten Huthis hätten von der Leitung einen sofortigen Stopp aller Ölexporte ins Ausland verlangt.

Bericht: Gastarbeiter in Südkorea werden ausgebeutet

Sie werden geschlagen und ausgebeutet und können doch ihre Arbeitgeber nicht wechseln: In Südkorea sitzen laut einem Bericht von Amnesty International (AI) Zehntausende ausländische Landwirtschaftshelfer in einer von der Regierung gestellten Falle.

„Die Behörden haben ein schändliches System geschaffen, das Ausbeutung und Zwangsarbeit erblühen lässt“, sagte Amnesty-Expertin Norma Kang Muico bei der Vorstellung des Berichts „Bittere Ernte“ heute in Seoul.

Erlaubnis für Jobwechsel notwendig

Die Arbeitsgenehmigungen der Regierung sehen vor, dass ausländische Arbeitskräfte von ihren Arbeitgebern nach Gutdünken entlassen werden können. Die Arbeiter selbst können ihren Job aber nur wechseln, wenn ihnen ihr aktueller Arbeitgeber dafür eine schriftliche Erlaubnis erteilt.

Viele Einwanderer säßen in der Falle, weil sie sich für die Einreise verschuldet hätten, sagte Muico. Sie seien deswegen verzweifelt auf einen Arbeitsplatz angewiesen, und wegen der hohen Hürden für einen Jobwechsel seien sie „der Gnade skrupelloser Arbeitgeber ausgeliefert“.

Vorwürfe für Seoul „übertrieben“

2013 gab es in Südkorea laut Amnesty rund 250.000 Gastarbeiter, 20.000 davon im Landwirtschaftssektor. Die meisten von ihnen kommen aus Kambodscha, Nepal und Vietnam. Durch die Alterung der Gesellschaft und die Landflucht jüngerer Menschen ist die südkoreanische Wirtschaft auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, insbesondere in der Landwirtschaft, der Fischerei und im Baugewerbe.

Das südkoreanische Arbeitsministerium wies die Amnesty-Vorwürfe als „übertrieben“ zurück und verwies auf Rechtsänderungen, die einen Jobwechsel erleichterten. Die Menschenrechtsorganisation listete jedoch zahlreiche Beispiele auf, wonach Behördenvertreter Arbeitsmigranten entmutigten, ihre Rechte durchzusetzen.

So berichtete ein 25-jähriger Kambodschaner, er habe der Mitarbeiterin eines Jobcenters auf seinem Handy ein Video gezeigt, auf dem zu sehen sei, wie er von seinem Arbeitgeber verprügelt wird. „Die Sachbearbeiterin sagte mir, ich sei schuld, weil ich den Kohl falsch geschnitten hätte, und ich solle mich dafür entschuldigen.“

Jazenjuk: Gasstreit mit Moskau noch nicht beendet

Im Gasstreit mit Russland rechnet der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk trotz jüngster Fortschritte mit weiterhin schwierigen Gesprächen. Der russische Präsident Wladimir Putin verzögere die Lösung mit immer neuen Forderungen. „Ich habe keinen Grund, Putin zu vertrauen“, sagte Jazenjuk im ukrainischen Fernsehen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Wochenende eine Einigung mit Russland zumindest auf einen „Winterpreis“ verkündet. Nun sei ein Abkommen nötig, sagte Jazenjuk. „Eine Vereinbarung braucht Unterschriften, derzeit gibt es nur Gespräche“, sagte er.

Gasgipfel in Brüssel

Es sei wichtig, dass EU-Energiekommissar Günther Oettinger nach Kiew komme, um eine einheitliche Position in dem Streit auszuhandeln, sagte der Regierungschef. Oettinger wird heute in der ukrainischen Hauptstadt erwartet. Morgen treffen sich Vertreter der Ukraine, Russlands und der EU-Kommission in Brüssel.

Der russische Gasprom-Konzern bekräftigte, dass die Bezahlung von gut 4,5 Milliarden Dollar (rund 3,5 Mrd. Euro) bis zum Jahresende durch die Ukraine weiter im Raum stehe. Es sei fraglich, ob das die finanziell angeschlagene Ex-Sowjetrepublik leisten könne. „Der Ball liegt im Feld der EU-Kommission“, sagte Gasprom-Chef Alexej Miller in Moskau. Die Ukraine ist wichtiges Transitland für russisches Gas in die EU.

Inland

U-Ausschuss: Parteien rechnen mit Verhandlungsabschluss

Die Parlamentsparteien haben sich heute vor der Gesprächsrunde am Nachmittag großteils zuversichtlich über einen Verhandlungsabschluss gezeigt. SPÖ und ÖVP gehen davon aus, dass diese Woche ein Fünfparteienantrag im Plenum eingebracht werden kann. Etwas zurückhaltend zeigten sich noch die Grünen.

Die Einigung, dass die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses künftig ein Minderheitsrecht ist, wurde bereits Mitte Juli von allen Parteien bis auf das Team Stronach (TS) erzielt. Seither rangen die Verhandler allerdings mit Unterstützung von Experten um die detaillierte Ausgestaltung der neuen Regeln.

ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka war gegenüber der APA „zuversichtlich“, dass die Verhandlungsgruppe heute - und sollte das nicht möglich sein, dann morgen - zu einem Abschluss kommt. Geplant ist, die neuen Regeln am Mittwoch, spätestens Donnerstag in den Nationalrat einzubringen. Auch der SPÖ-Klub geht von einer Finalisierung aus und rechnet damit, dass der Fünfparteienantrag diese Woche im Plenum eingebracht wird.

Pilz sieht „wenige Stolpersteine“

Von den Grünen sprach der Abgeordnete Peter Pilz auf seiner Facebook-Seite am Vormittag schon von der „größten Parlamentsreform seit 1945“. Er räumte noch „wenige Stolpersteine“ ein, meinte jedoch: „Wir sind kurz vor dem Ziel.“

Das Jahr 2015 will Pilz mit dem Hypo-U-Ausschuss beginnen. Grünen-Verhandler Dieter Brosz war gegenüber der APA etwas zurückhaltender, zumal aus seiner Sicht noch „einiges zu erledigen“ ist. Er geht aber zumindest davon aus, dass alle an einer Lösung arbeiten.

Mit einem „tragfähigen Kompromiss“ rechnen auch die Freiheitlichen. Zuletzt sei es nur noch um Verständnisfragen gegangen, wenn etwa zu viel Interpretationsspielraum gelassen wurde, so der FPÖ-Abgeordnete Gernot Darmann. Aus Sicht von NEOS gibt es lediglich noch eine einzige offene Frage, und diese sollte sich heute lösen lassen. Die politische Einigung vom Sommer sei „klar“, ebenso der Zeitplan, war auch Nikolaus Scherak optimistisch.

Bandion-Ortner fühlt sich missinterpretiert

Ex-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner fühlt sich nach ihrem „profil“-Interview missinterpretiert. In einer schriftlichen Stellungnahme des König-Abdullah-Zentrums beklagt sie sich, das Interview sei nicht autorisiert, nicht korrekt und aus dem Kontext gerissen.

Zudem heißt es in der Aussendung, dass Bandion-Ortner wiederholt ihre klare Ablehnung der Todesstrafe geäußert habe. Freilich ist diese ablehnende Haltung auch dem „profil“-Text zu entnehmen. Über die schriftliche Stellungnahme hinaus wolle sie sich zu dem Thema öffentlich nicht äußern, so Bandion-Ortner auf Anfrage der APA.

„Profil“ widerspricht

In einer Reaktion dementierte „profil“ „mit aller Entschiedenheit“ den Vorwurf, dass das Interview nicht autorisiert worden sei. Der Interviewtext sei der Aussendung zufolge Donnerstagabend per Mail an Bandion-Ortners persönlichen Pressesprecher Christoph Hasslböck geschickt worden.

Von der Mailadresse des Pressesprechers des KAICIID, Peter Kaiser, wurde das Interview spät am Abend mit kleinen Änderungen retourniert. In dieser Fassung fehlte der Satz bezüglich der Todesstrafe, der sich so am Tonband befand: „Das ist nicht jeden Freitag, das ist ein Blödsinn. Natürlich bin ich da dagegen.“

Am Tag darauf retournierte das Magazin den Text mit dem Hinweis, dass man „fast alle Änderungen akzeptiert“ habe, und sandte das gesamte Interview, wie es dann auch gedruckt wurde. Die entsprechende Passage lautete nun: „Das ist nicht jeden Freitag. Natürlich bin ich gegen die Todesstrafe.“

In der Antwort von Kaiser hieß es kurz darauf: „Ich habe verstanden.“ Er werde „in etwa 20 Minuten Frau B-E (sic!)“ erreichen können, so „Profil“. Um 11.52 Uhr kamen laut „Profil“ ein Dankeschön und freundliche Grüße und die Nachricht, dass Rabbi David Rosen mit allergrößter Wahrscheinlichkeit doch nach Saudi-Arabien werde einreisen können.

Aussagen für Richterchef „schockierend“

Bestürzt reagiert der Vorsitzende der Richtervereinigung, Werner Zinkl, auf die umstrittenen Aussagen Bandion-Ortners zur Todesstrafe in Saudi-Arabien. Die karenzierte Richterin hatte im „profil“ gemeint, dass nicht jeden Freitag geköpft werde.

Diese „Verharmlosung der Todesstrafe“ sei „eigentlich schockierend“, meinte Zinkl auf Anfrage der APA. Er verstehe Bandion-Ortner nicht, so der Richterpräsident. Denn eigentlich wäre es angemessen gewesen, wenn sie sich bei einem Besuch in Saudi-Arabien dort gegen die Todesstrafe ausgesprochen hätte. Stattdessen verharmlose sie diese.

150 Prozent mehr Asylanträge im September

Die Zahl der Asylanträge ist im September stark gestiegen. 3.360 Ansuchen bedeuten ein Plus von 149,8 Prozent im Vergleich zum September 2013. Insgesamt gab es heuer bisher rund 3.500 Anträge mehr als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt. Säumig bei der Unterbringung sind indes weiter die Länder.

Was die Asylanträge angeht, gibt es das starke Plus erst seit den Sommermonaten. Schwankten die Zahlen bis dahin zwischen minus 5,5 Prozent (Juni) und 20,8 Prozent (Mai), ging es danach gehörig nach oben. 2.341 Anträge wurden im August gezählt und damit 73,2 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die 3.360 Ansuchen des September sind überhaupt der stärkste Monat seit vielen Jahren.

Flüchtlinge vor allem aus Syrien

Zurückzuführen sind die steigenden Zahlen vor allem auf den Bürgerkrieg in Syrien. Bürger dieses Landes bilden mittlerweile die bei weitem stärkste Flüchtlingsgruppe. 4.720 der gesamt 16.238 Asylansuchen kamen heuer von Syrern. Alleine im September waren es mehr als 1.200. Auf den nächsten Plätzen in der Antragsstatistik kommen die dort traditionell stark vertretenen Flüchtlinge aus Afghanistan (2.818) und der Russischen Föderation (1.230).

Der stärkere Zustrom trägt auch dazu bei, dass die Länder unverändert ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Am Wochenende gingen 275 Anträge ein. Von den Ländern heute übernommen wurden allerdings nur 70 Flüchtlinge. Wie lange es noch dauern wird, bis die Länder tatsächlich ihren Verpflichtungen nachkommen, bleibt abzuwarten. Bei einer Flüchtlingskonferenz hat man nun als neues Datum Ende Jänner in Aussicht gestellt.

Steiermark will Quote erfüllen

Mit heute erfüllt die Steiermark die mit dem Bund vereinbarte Flüchtlingsquote zu 88,5 Prozent. Für die angepeilten 100 Prozent sei aber eine gemeinsame Kraftanstrengung von Kirchen, Gemeinden und Land nötig, sagte der zuständige Landesrat Siegfried Schrittwieser (SPÖ).

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Sport

Bundesliga: Salzburg ortet Verbesserungsbedarf

Dank einem 4:2-Heimsieg gegen Ried und der WAC-Niederlage gegen Grödig hat Meister Red Bull Salzburg am Wochenende die Tabellenführung in der Bundesliga erobert. Kevin Kampl, Jonatan Soriano und Co. tankten damit viel Selbstvertrauen für das kommende Europa-League-Spiel gegen Dinamo Zagreb.

Doch neben viel Licht gibt es auch eine Problemzone. „Nach vorne war es gut, defensiv aber teilweise fahrlässig“, sieht Salzburg-Trainer Adi Hütter Verbesserungspotenzial in den Abwehrreihen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Real und Barcelona für „Clasico“ bereit

Der „Clasico“ zwischen Real und Barcelona am Samstag könnte in die Geschichte eingehen, zumindest die Vorzeichen stehen gut für ein Spektakel im Estadio Bernabeu. Nicht nur, dass sich beide Teams mit klaren Siegen für das 229. direkte Duell warmgeschossen haben, mit Cristiano Ronaldo und Lionel Messi präsentieren sich zurzeit auch die beiden Topstars in Hochform.

Ausgerechnet im Stadion des Erzrivalen könnte Messi dabei für eine Sternstunde in der Primera Division sorgen und den Uralttorrekord brechen - in einer Partie, in der zudem Luis Suarez vor seinem Debüt für Barcelona steht.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Über fünf Mrd. EU-Förderungen für Österreich bis 2020

Bis 2020 wird Österreich EU-Förderungen im Wert von mehr als fünf Mrd. Euro bekommen, wie das nunmehr von der EU-Kommission genehmigte Partnerschaftsabkommen dokumentiert. Die 5,18 Mrd. fließen aber nur dann, wenn die konkreten Programme mit Bundes- und Ländermitteln kofinanziert werden.

Allein 3,9 Mrd. davon kommen aus dem Europäischen Fonds für die ländliche Entwicklung (ELER), je rund eine halbe Milliarde vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF).

In dem zwischen Brüssel und Wien während der vergangenen zweieinhalb Jahre ausgearbeiteten Partnerschaftsabkommen werden die geplanten Beiträge dieser Fonds zu den strategischen Zielsetzungen beschrieben, die sich in den übergeordneten Bereichen Wachstum und Beschäftigung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie Beschäftigung, Bildung und Integration zusammenfassen lassen.

EU-Energieziele 2030: Kaum Einigkeit unter den Staaten

Kaum Einigkeit gibt es unter den 28 EU-Staaten über die Energieziele 2030. Ende der Woche soll der EU-Gipfel das europäische Klima- und Energiepaket 2030 verabschieden - allerdings liegen die Vorstellungen einerseits über die Höhe der Ziele selbst als auch über deren Verbindlichkeit teilweise weit auseinander.

Der Vorschlag sieht ein verbindliches Ziel der Senkung der CO2-Emissionen um 40 Prozent bis 2030 bezogen auf 1990 vor. Die Energieeinsparung, also die Effizienz, soll 30 Prozent betragen, und der Anteil der Erneuerbaren Energie wird mit 27 Prozent angegeben.

Österreich für verbindliches 40-Prozent-Ziel

Während Polen bei den Verhandlungen auf die Bremse tritt, plant Schweden nach Angaben von EurActiv offenbar noch ehrgeizigere Ziele. Großbritannien und Zypern sind gegen jede Form von bindenden Energieeffizienz-Zielen. Deutschland, Dänemark und Polen fordern, dass alle drei Ziele bindend sind und sowohl bei den Erneuerbaren als auch der Energieeffizienz bei 30 Prozent liegen.

Österreich ist für ein verbindliches 40-Prozent-Ziel bei den Treibhausgasreduktionen, ebenso für ein verbindliches Mindestziel von 27 Prozent bei Alternativenergien, aber nur für eine unverbindliche 30-Prozent-Energieeffizienz.

Gesundheit

Mann von Ebola-Patientin in Spanien droht mit Klage

Der Ehemann der spanischen Ebola-Patientin will die Behörden klagen. „Ich werde vor Gericht beweisen, dass die Bewältigung der Ebola-Krise ein großes Pfuschwerk war“, kündigte der Mann auf einem Video an, das eine Sprecherin der Familie der Madrider Presse übergab.

Die Pflegehelferin hatte sich bei der Behandlung eines Ebola-Kranken, der aus Westafrika nach Spanien ausgeflogen worden war, selbst mit dem Virus angesteckt.

Seine Frau hat die Infektion weitgehend überwunden. Wie die Expertenkommission der spanischen Regierung bekanntgab, wurden bei der Pflegehelferin bei einem Test keine Ebola-Viren mehr festgestellt. Ein zweiter Test soll das bestätigen.

„Ich bin sehr froh, dass meine Frau die Krankheit überwunden hat“, sagte der Ehemann laut Medienberichten von heute. „Ich werde meinen letzten Blutstropfen dafür hergeben, ihre Ehre und Würde zu verteidigen.“ Einzelne Politiker hatten nach dem Bekanntwerden der Infektion indirekt der 44-Jährigen eine Mitschuld gegeben.

WHO: Ebola-Ausbruch in Nigeria vorbei

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte indes den Ebola-Ausbruch in Nigeria offiziell für beendet. „Das ist eine spektakuläre Erfolgsgeschichte, die zeigt, dass Ebola eingedämmt werden kann“, erklärte die Organisation in Genf.

Der nigerianischen Regierung und den WHO-Vertretern in dem Land sei aber bewusst, dass das westafrikanische Land weiter gefährdet sei, solange die Krankheit in anderen Ländern der Region wüte. Man bleibe deswegen in Alarmbereitschaft.

In Nigeria hatte es 20 Erkrankte gegeben, acht davon starben. Ein Ebola-Ausbruch gilt nach den Richtlinien der WHO als beendet, wenn 42 Tage lang kein Fall aufgetreten ist. 42 Tage entsprechen der doppelten maximalen Inkubationszeit, also dem Zeitraum zwischen der Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen. Bereits am Freitag hatte die Organisation Senegal für ebolafrei erklärt. Dort hatte es jedoch nur eine Infektion gegeben, die der Erkrankte überlebte.

Chronik

Grippe schuld an Seehundsterben in Nordsee

Ein großer Teil der seit Anfang Oktober schwer krank oder tot aufgefundenen Seehunde an der Nordsee-Küste hatte sich mit einem Influenzavirus infiziert. Das ist das Ergebnis tierärztlicher Untersuchungen, die heute vorgestellt wurden. Der Wattenmeerbestand der Seehunde sei nach Einschätzung der Fachleute durch das aktuelle Sterben nicht gefährdet.

Das teilte die Nationalparkverwaltung im schleswig-holsteinischen Tönnig mit. Ein Staupevirus, das 1988/89 und 2002 zu massenhaften Seehundsterben führte, sei nicht nachgewiesen worden. Seit Anfang Oktober wurden auf Helgoland, Sylt, Amrum und Föhr insgesamt rund 350 schwer kranke oder tote Seehunde gefunden.

Drei weitere Leichen nach Schneesturm in Nepal geborgen

Knapp eine Woche nach einem verheerenden Schneesturm in Nepal haben Suchmannschaften drei weitere Leichen geborgen. Zwei der Opfer seien heute im Bezirk Manang gefunden worden, die Leiche einer Israelin auf dem Thorong-Pass, sagte ein Vertreter des Trekkingverbands TAAN. Nach seinen Angaben beteiligten sich erneut sechs Hubschrauber an der Suche nach Vermissten.

Mehrere Wandergruppen waren am vergangenen Dienstag von dem plötzlichen Schneesturm überrascht worden. Mehr als 500 Menschen - darunter drei Österreicher - konnten gerettet werden, Hunderte weitere schafften es ohne Hilfe zurück ins Tal. Für 40 Menschen jedoch kam nach einer Zählung des Trekkingverbandes jede Hilfe zu spät.

Obwohl es bis heute keine Liste mit den Namen aller Trekker vom vergangenen Dienstag gibt, geht TAAN davon aus, dass der überwiegende Teil der Betroffenen inzwischen gerettet worden ist. Vermisst werde jetzt noch „eine kleine Zahl nepalesischer Tourenbegleiter“, sagte der TAAN-Vertreter Keshav Pandey. Nach ihnen soll nur noch mit kleineren Bergungsteams gesucht werden.

Religion

Schönborn: „Massive Angriffswelle“ auf Papst nach Synode

Nach der außerordentlichen Familiensynode in Rom hat Kardinal Christoph Schönborn heute bei einer Pressekonferenz von einer „massiven Angriffswelle“ gegen Papst Franziskus berichtet. Von manchen Kreisen würden derzeit „apokalyptische Szenarien“ gezeichnet, in denen dem Papst vorgeworfen werde, die Kirche in den Untergang zu führen.

Solches habe man zuletzt vor über vierzig Jahren über den nun seliggesprochenen Paul VI. und seinen Vorgänger Johannes XXIII. gehört, so Schönborn. Außerdem kritisierte er bei der Pressekonferenz einen „Tunnelblick“, mit dem sowohl die Medien als auch die Kirche selbst an die Themen der Synode herangetreten seien.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Pressestimmen zu Synode: „Völlig neues Romgefühl“

Die gestern zu Ende gegangene Familiensynode im Vatikan ist Inhalt zahlreicher internationaler Pressekommentare, die vermehrt die neue Diskussionskultur in der katholischen Kirche hervorheben. „Es ist eine Änderung in Gang, und es ist kaum möglich, die Tragweite zu unterschätzen“, schreibt etwa die italienische „La Repubblica“. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet von einem „völlig neuen Romgefühls namens ‚Freimut‘“.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Science

Psychologe kritisiert Selfie-Kultur

Konkurrenzdenken, Individualismus und narzisstische Selfie-Kultur: Der belgische Psychologe Paul Verhaeghe stellt dem Menschen der Gegenwart kein besonders gutes Zeugnis aus. Als Ursache ortet er das Diktat der Wirtschaft, das auch die Psyche ökonomisiert. „Wir sind wie kleine Inseln, auf denen wir mit unseren Selfies einsam leben und Angst vor anderen Menschen haben“, sagt er in einem ORF.at-Interview anlässlich einer Konferenz am Wochenende im Sigmund Freud Museum in Wien.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Türkei streicht Werke von Fazil Say aus dem Programm

Das türkische Kulturministerium hat Kompositionen des Starpianisten und Regierungskritikers Fazil Say aus dem staatlichen Orchester-Jahresprogramm gestrichen. Das bestätigte der türkische Weltstar heute im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Dort fragte er zugleich nach der Begründung dafür, warum seine Stücke entfernt worden seien. „Was ist der Grund?“

Die Zeitung „Radikal“ berichtete unter Berufung auf eine Kulturwebsite, das Präsidiale Symphonieorchester habe zwei Stücke Says spielen sollen. Das Ministerium habe dem Orchester aber nahegelegt, das geplante Programm zu ändern.

Say gehört zu den bekanntesten Pianisten und Komponisten der Türkei. Er ist ein Kritiker der islamisch-konservativen Regierungspartei. Im Sommer des vergangenen Jahres hatte er das harte Vorgehen der Polizei gegen Gezi-Demonstranten verurteilt. Ebenfalls im vergangenen Jahr bestätigte ein Berufungsgericht eine Bewährungsstrafe gegen Say wegen Beleidigung des Islam. Er hatte angeblich islamkritische Twitter-Nachrichten gesendet.

New Yorker Met erwartet Proteste vor „Klinghoffer“-Auftakt

Die New Yorker Metropolitan Opera erwartet für heute Abend Proteste gegen die Premiere der Oper „The Death of Klinghoffer“. Das Werk des US-Komponisten John Adams, das 1991 erstmals aufgeführt wurde, handelt vom jüdischen Amerikaner Leon Klinghoffer, der 1985 von palästinensischen Terroristen auf einem Kreuzfahrtschiff erschossen worden war. Kritiker werfen der Oper Antisemitismus vor.

Für die abendliche Premiere werden Hunderte Demonstranten erwartet, darunter auch der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, die u. a. mit 100 symbolischen Rollstühlen an Klinghoffer erinnern wollen.

Der fast 70 Jahre alte Mann war einst mitsamt seinem Rollstuhl ins Meer geworfen worden. Schon zum Saisonauftakt hatten Demonstranten die Operngeher zum Boykott der Oper aufgefordert.

Übertragung in Kinos abgesagt

Regisseur Tom Morris sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Oper eine Tragödie sei, die die menschlichen Verluste eines alten Konflikts aufzeige. Jene, die dem Werk eine Humanisierung der Täter vorwerfen, hätten die Aussage der Oper jedoch nicht verstanden - nämlich die Tatsache, dass es sich bei den Mördern tatsächlich um Menschen gehandelt habe. Allein diese Erkenntnis könne zu einer Lösung des Konflikts führen, so Morris.

Die Metropolitan Opera hatte zuvor bereits die weltweite Kinoübertragung der Oper aufgrund der Proteste abgesagt. Die für den 15. November geplante Übertragung wäre in rund 2.000 Kinos in mehr als 60 Ländern zu sehen gewesen. Die geplanten acht Vorstellungen mit Paulo Szot in der Hauptrolle und David Robertson am Pult sollen dagegen wie geplant über die Bühne gehen.

„Kultur.montag“: Neues Theater für Meidling

Wien–Meidling: ein klassisches Zuwanderergebiet, typischer Arbeiterbezirk, bekannt für das geschmeidig gesprochene L, weniger bekannt für sein kulturelles Angebot. Jetzt hat hier ein neues Theater eröffnet. Das Werk X bemüht sich um zeitgenössisches Theater mit sozialkritischem Anspruch.

Zum Auftakt wurden namhafte Autoren wir Kurt Palm und Tex Rubinowitz mit Dramoletten beauftragt, die Meidling erkunden. „Kultur.montag“ begibt sich seinerseits auf einen Streifzug durch den Bezirk und hat den waschechten Meidlinger Roman Gregory als Führer engagiert.

Mehr dazu in tv.ORF.at

Viennale-Doku: Mit dabei auf dem Maidan

„Maidan“ wirkt auf den ersten Blick wie eine bloße Aneinanderreihung von Archivmaterial: Sergej Losniza setzt in seiner Dokumentation auf lange Einstellungen und aufwendig konstruierte Klangkulissen aus dem Zentrum der ukrainischen Proteste in Kiew. Im Dickicht der demonstrierenden Menge auf dem Maidan-Platz bleiben zwar viele Fragen unbeantwortet, aber als Kinobesucher erlebt man die Ereignisse aus ungewöhnlicher Nähe - wie durch ein Fenster.

Mehr dazu in news.ORF.at/viennale

Leute

William und Kate erwarten zweites Kind im April

Das zweite Kind von Prinz William und seiner Frau Kate wird voraussichtlich im April zur Welt kommen. Das teilte der Kensington-Palast heute mit. William und Kate haben bereits einen kleinen Sohn: Prinz George kam am 22. Juli 2013 zur Welt.

Nach offiziellen Angaben wird Kate morgen erstmals seit über zwei Monaten wieder in der Öffentlichkeit auftreten. Die 32-Jährige und ihr Mann werden demnach Königin Elizabeth II. bei einem Empfang für Singapurs Präsidenten Tony Tan Keng Yam und seine Frau vertreten. Zudem werde die Herzogin von Cambridge an einer Preisverleihung für das beste Tierfoto des Jahres im Londoner Naturkundemuseum teilnehmen.

Die Nummer zwei der britischen Thronfolge und seine Frau hatten Anfang September bekanntgegeben, dass sie zum zweiten Mal Nachwuchs erwarten. Wie schon beim ersten Mal leidet die Herzogin von Cambridge an einer extremen Form der Schwangerschaftsübelkeit und musste deshalb bisher alle öffentlichen Termine absagen.