Ausland

IS soll in Palmyra 400 Menschen getötet haben

Die sunnitische Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat in der syrischen Stadt Palmyra nach Darstellung des staatlichen Fernsehens mindestens 400 Menschen getötet. Die meisten der Opfer in der am Mittwoch vom IS eroberten Weltkulturerbestadt seien Frauen und Kinder, hieß es heute unter Berufung auf Einwohner.

Vertreter der Opposition erklärten, Hunderte Leichen lägen in den Straßen. Bei ihnen handle es sich mutmaßlich um Anhänger der Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Strategisch wichtiger Grenzposten eingenommen

Die Terrormiliz hat außerdem einen strategisch wichtigen Grenzübergang zwischen dem Irak und Syrien vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Die irakischen Sicherheitskräfte zogen sich vom Grenzübergang al-Walid komplett zurück, erklärte das irakische Militär in Bagdad.

Den Übergang al-Tanf auf der syrischen Seite der Grenze hatten die Dschihadisten vor drei Tagen erobert, nachdem sie das antike Palmyra und andere Gebiete der Provinz Homs unter ihre Kontrolle gebracht hatten.

Route für Waffennachschub offen

Die vollständige Kontrolle über die irakisch-syrische Grenze an dieser Stelle ist von enormer strategischer Bedeutung. In Friedenszeiten war al-Walid/al-Tanf der Grenzübergang für Reisende auf der direkten Strecke zwischen Bagdad und Damaskus.

Nun kann der IS über diese Strecke beliebig Soldaten und Waffen zwischen der westirakischen Provinz Anbar und der syrischen Provinz Homs verschieben. Die jüngsten IS-Eroberungen um Palmyra ließen wiederum die Terrormiliz näher an Damaskus heranrücken.

Massengrab von Flüchtlingen in Malaysia gefunden

Die Polizei hat in Malaysia ein Massengrab mit Dutzenden verscharrten Leichen entdeckt. Es soll sich bei ihnen um Flüchtlinge aus Burma handeln, um Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya. Innenminister Ahmad Zahid Hamidi äußerte sich schockiert. Die Polizei ermittle.

In dem Grab bei Padang Besar im Norden werden rund 100 Leichen vermutet. Die Flucht der Rohingya vor Verfolgung in ihrer Heimat hat das größte Flüchtlingsdrama in Südostasien seit Jahrzehnten ausgelöst.

Als Geiseln gehalten

Seit Anfang Mai sind mehr als 3.000 Menschen auf überfüllten Flüchtlingsbooten teils völlig entkräftet an den Küsten Malaysias und Indonesiens angekommen. Tausende werden noch auf Schiffen auf hoher See vermutet. Umstritten ist, wie viele der Menschen Rohingya sind, die in Burma ansässig waren, und wie viele aus Bangladesch stammen.

In Südthailand waren Ende April bereits mehr als zwei Dutzend verscharrte Leichen entdeckt worden. Viele Rohingya werden von Schleppern unter falschen Versprechungen außer Landes gebracht. Sie werden wie Geiseln in Dschungelcamps festgehalten, bis ihre Familien Geld für die Passage etwa nach Malaysia zahlen, wie Überlebende berichtet haben.

Protestbewegung in Burundi stoppt Dialog mit Regierung

Nach den tödlichen Schüssen auf einen Oppositionsführer haben die Anführer der Protestbewegung gegen Präsident Pierre Nkurunziza im afrikanischen Burundi den mit der Regierung begonnenen Dialog ausgesetzt.

Das Bündnis gegen eine dritte Amtszeit für Nkurunziza verurteilte heute die „schändliche Tat“. Der von der UNO vermittelte Dialog, der noch in einer „Anbahnungsphase“ gewesen sei, werde auf Eis gelegt.

Oppositionsführer auf der Straße erschossen

Oppositionsführer Zedi Feruzi war gestern in der Hauptstadt Bujumbura auf dem Heimweg erschossen worden, wie Augenzeugen sagten. Auch ein Leibwächter des Chefs der kleinen Oppositionspartei UPD wurde demnach bei dem Angriff getötet.

Die Proteste gegen Nkurunziza richten sich insbesondere gegen die Kandidatur des seit zehn Jahren amtierenden Staatspräsidenten für ein drittes Mandat. Die Regierungsgegner sehen darin einen Verstoß gegen die Verfassung, die lediglich zwei Amtszeiten für das Staatsoberhaupt vorsieht.

Die Präsidentschaftswahl soll am 26. Juni stattfinden. Die eigentlich bereits für kommende Woche geplanten Parlaments- und Kommunalwahlen waren wegen der politischen Krise in dem ostafrikanischen Land um zehn Tage auf den 5. Juni verschoben worden.

Italien gedenkt Eintritts in den Ersten Weltkrieg

Am 24. Mai 1915, vor 100 Jahren, ist das zuvor neutrale Italien in den Ersten Weltkrieg eingetreten. An den Kriegseintritt, nach dem 1,24 Millionen Italiener an der Front starben, erinnerte heute in Rom Präsident Sergio Mattarella, der am Altar des Vaterlandes an der Piazza Venezia einen Blumenkranz niederlegte.

Am Altar des Vaterlandes befindet sich das Grabmal des Unbekannten Soldaten. Die Ewige Flamme wird Tag und Nacht von zwei Soldaten mit Lanzen bewacht. Mit Kanonenschüssen wurde in allen Städten des Kriegseintritts gedacht. Öffentliche Gebäude wurden festlich beflaggt.

Nach der Zeremonie in Rom flog Mattarella nach Friaul und beteiligte sich in der Karstgemeinde Sagrado nahe Görz (Gorizia) an einer Gedenkfeier. Zeremonien fanden außerdem auf den Kriegsschauplätzen in Friaul sowie im Trentino statt.

Keine italienischen Fahnen in Südtirol

In Südtirol wurde des Kriegseintritts Italiens vor 100 Jahren ohne die Beflaggung mit der Trikolore gedacht. Bei Landesgebäuden oder in den Gemeinden wurde auf das Aushängen der italienischen Fahne verzichtet. In Gemeinden mit italienischer Bevölkerungsmehrheit wie etwa in Bozen oder Leifers, wo es außerdem Bürgermeisterstichwahlen gab, war die Trikolore auf halbmast.

Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) hatte eine Gedenkminute an die Kriegsereignisse angekündigt. „Der Beginn eines Krieges ist kein Anlass, um zu feiern“, hatte Kompatscher im Vorfeld des Jahrestages erklärt.

Festnahme eines Marokkaners: Italiens Justiz unter Druck

Die Festnahme des Marokkaners Abdel T. wegen des Verdachts, an der Vorbereitung des Attentats auf das Bardo-Museum in Tunis beteiligt gewesen zu sein, wird für Italiens Justiz zum Problemfall. Der am Dienstag bei Mailand festgenommene Mann weist nicht nur den Vorwurf zurück, sich an der Attentatsplanung beteiligt zu haben. Er bestreitet auch, jemals überhaupt in Tunesien gewesen zu sein.

Zeugen bestätigten, dass sich T. zum Zeitpunkt des Anschlags in Tunis in Italien aufgehalten hatte. Gegenüber den Staatsanwälten, die ihn in der Strafanstalt „Opera“ vernahmen, beteuerte der 22-Jährige, er werde sich gegen seine Auslieferung nach Tunesien, wo ihm die Todesstrafe droht, wehren.

Seit seiner Ankunft auf Sizilien mit anderen Flüchtlingen am 17. Februar bis zum Tag des Anschlags habe er sich stets bei seinen Angehörigen in Gaggiano, einem Vorort Mailands, aufgehalten, sagte seine Anwältin Silvia Fiorentina. Ihr Mandant befinde sich in einer Einzelzelle. Er sei psychisch angeschlagen.

Tunesien schließt Irrtum aus

Über eine Auslieferung des Marokkaners entscheidet das Justizministerium in Rom. Der Fall droht für die Regierung heikel zu werden. Die Festnahme des Mannes hatte Italiens Innenminister Angelino Alfano als großen Erfolg im Kampf gegen den Terrorismus gefeiert. Doch der Fall könnte sich noch als Bumerang erweisen, sollten die Ermittler bestätigen, dass der Marokkaner zum Zeitpunkt des Anschlags am 18. März in Italien war.

Die tunesische Justiz bekräftigte laut der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ die Vorwürfe gegen den Marokkaner. Die von der tunesischen Polizei ausgehändigte Liste der von T. begangenen Straftaten ist lang: Mord, bewaffnete Geiselnahme, Beteiligung an einer Terrorgruppe sowie Verschwörung gegen die innere Sicherheit. Außerdem soll der junge Mann Dschihadisten für Terroranschläge rekrutiert haben. Tunesien bestritt, dass es sich bei T. um eine Personenverwechslung handle.

Äthiopien: Afrikas zweitgrößte Nation wählt

Im ostafrikanischen Äthiopien haben heute Parlamentswahlen begonnen. In dem nach Nigeria bevölkerungsreichsten Land Afrikas sind laut Wahlbehörde 36,8 Mio. Wähler registriert. In der Hauptstadt Addis Abeba war der Andrang in den meisten Wahllokalen groß.

In dem verarmten Land am Horn von Afrika ist seit 24 Jahren die Partei EPRDF an der Macht. Kritiker werfen der Regierung vor, die Opposition zu unterdrücken. Politisch Andersdenkende und regierungskritische Journalisten werden häufig inhaftiert. 2010 hatte die Partei 99,6 Prozent der Parlamentssitze gewonnen - die Opposition bekam nur einen einzigen Sitz.

Insgesamt stellen sich 58 Parteien zur Wahl, aber ein haushoher Sieg der EPRDF galt bereits im Vorfeld als sicher. Beobachter rechnen mit einer hohen Wahlbeteiligung. Ein vorläufiges Ergebnis soll innerhalb von fünf Tagen vorliegen. Das Endergebnis wird am 22. Juni bekanntgegeben.

Regionalwahlen: Spaniens etablierte Parteien vor Debakel

In Spanien haben heute Kommunalwahlen begonnen, die als ein wichtiger Test für die Parlamentswahl im Herbst galten. Rund 35 Millionen Stimmberechtigte waren im ganzen Land zur Wahl neuer Stadträte und Gemeindevertretungen aufgerufen. Außerdem wurden in 13 der 17 Regionen Spaniens neue Regionalparlamente gewählt.

Bei den Wahlen in Spanien wird vermutlich kein Stein auf dem anderen bleiben. Nach Umfragen drohten der konservativen Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy kräftige Stimmenverluste. Die PP regiert in elf Regionen und in fast allen Provinzhauptstädten. Die neue Linkspartei Podemos (Wir können) und die liberale Bewegung Ciudadanos (Bürger) konnten darauf hoffen, erhebliche Stimmanteile zu erhalten.

Beobachter prophezeiten zuletzt, dass nach dem Urnengang „40 Jahre berechenbarer Politik beiseitegewischt“ sein werden. Auf die regierenden Konservativen wartet ein Absturz, die oppositionellen Sozialisten dürften davon jedoch nicht profitieren. Aus einem Quasi-Zweiparteiensystem dürfte damit eine neue politische Landschaft mit vier Kräften werden. Spaniens Politiker müssen deshalb schnell etwas lernen, das sie noch nie gebraucht haben: Koalitionen zu schmieden. Denn wenn der Zorn der Wähler ungehört verhallt, könnte das Land bei der kommenden Parlamentswahl endgültig kippen.

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Inland

Keine Zahlungen: Strache bestätigt Kontakt zu Wahrsagerin

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat gegenüber der Tageszeitung „Österreich“ (Sonntag-Ausgabe) eingeräumt, freundschaftlichen Kontakt zu einer niederösterreichischen Wahrsagerin unterhalten zu haben. Zahlungen des FPÖ-Klubs für deren Dienste bestritt er allerdings. Das Wochenmagazin „News“ hatte zuvor eine angebliche Leistungsaufstellung der Mystikerin über 6.000 Euro abgedruckt.

Angeblich Haider vor „Unheil“ gewarnt

Er kenne die Frau, sagte Strache. Sie habe den früheren FPÖ-Chef und BZÖ-Gründer Jörg Haider 2008 vor Unheil gewarnt. „Kurz darauf hatte er den tödlichen Unfall. Sie hat sich dann auch bei mir gemeldet. Wir haben uns ein paar Mal getroffen. Daraus ist so etwas wie eine Freundschaft entstanden. Das war’s aber auch schon.“

Sport

French Open: Melzers Gedanken an den Abschied

Die Karriere von Jürgen Melzer neigt sich offenbar dem Ende zu. Vor dem Hintergrund einer verkorksten Saison und dem gescheiterten Versuch, wieder Anschluss an die Weltspitze zu finden, machen sich bei dem 34-jährigen Niederösterreicher Gedanken an den Abschied breit. Und so könnten seine insgesamt 13. French Open in Paris, wo er am Montag in seiner Erstrundenpartie auf den Franzosen Adrian Mannarino trifft, zugleich seine letzten sein. Die Entscheidung über die Fortsetzung seiner Karriere wird er zu Saisonende treffen. „Denn der Körper ist das eine, aber auch, ob man noch konkurrenzfähig ist. Ich muss mir das nicht mehr antun.“

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Bundesliga: Sturm muss Negativtrend stoppen

Noch ist der Abstiegskampf zwischen der Admira und Wiener Neustadt nicht entschieden, auch wenn die Südstädter vor dem heutigen Heimspiel am Sonntag gegen Sturm Graz die klar besseren Karten haben. Während es für die Gastgeber also um die vorzeitige Erlösung in Form des Klassenerhalts geht, muss Sturm eine Serie von fünf sieglosen Partien beenden. Denn im Dreikampf mit Altach und dem WAC könnten die Grazer noch auf den fünften Platz zurückfallen - und dann wäre man im Europacup-Rennen auf Salzburgs Hilfe im Cupfinale gegen die Wiener Austria angewiesen.

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Fußball: Stevens’ Mission in Stuttgart erfüllt

Trainer Huub Stevens hat den VfB Stuttgart zum zweiten Mal in Folge vor dem Abstieg in die zweite deutsche Liga bewahrt. Nach der gelungenen Rettungsmission verlässt der Niederländer wie erwartet den Verein der ÖFB-Legionäre Martin Harnik und Florian Klein.

„Er hat gestern Abend der Mannschaft gesagt, dass er seine Mission hier als erfüllt sieht, sie als erledigt sieht“, sagte Sportvorstand Robin Dutt heute. Auf einen Nachfolger für den 61-Jährigen wollte sich Dutt noch nicht festlegen.

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Song Contest

Wirtschaft

Athen kann Schulden bei IWF im Juni nicht zahlen

Griechenland wird nach Worten von Innenminister Nikos Voutsis die im kommenden Monat anstehende Schuldenrückzahlung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht leisten können. „Die vier Raten für den IWF im Juni belaufen sich auf 1,6 Milliarden Euro“, sagte Voutsis heute in einer Sendung von Mega TV. Dieses Geld werde nicht überwiesen, da es nicht vorhanden sei.

Das hoch verschuldete Griechenland ringt mit den internationalen Geldgebern um eine Vereinbarung, die die Auszahlung weiterer Hilfskredite ermöglicht. Dafür sind aber Reformzusagen der Regierung in Athen nötig, die eine Einigung bis Ende Mai anstrebt. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras rief die internationalen Geldgeber zuletzt zu Kompromissen auf.

Varoufakis: Geldgeber müssen sich bewegen

Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis verlangt im Schuldenstreit von den Geldgebern deutlich mehr Entgegenkommen. Sein Land habe enorme Schritte unternommen, um eine Vereinbarung über die dringend benötigten weiteren Hilfen zu erzielen, sagte er am Sonntag in einer Sendung der britischen BBC.

Es sei nun an den Verhandlungspartnern, ihren Beitrag zu leisten. „Wir sind ihnen drei Viertel des Weges entgegengekommen, sie müssen uns ein Viertel des Weges entgegenkommen.“ Er warnte zugleich, es wäre katastrophal, wenn Griechenland die Euro-Zone verlassen würde. Das wäre „der Anfang vom Ende des gemeinsamen Währungsprojekts“.

GM wies angeblich Fusionsangebot von Fiat Chrysler ab

Der Fiat-Chrysler-Konzern ist einem Zeitungsbericht zufolge mit einem Fusionsvorschlag bei der Opel-Mutter General Motors (GM) abgeblitzt. Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne habe im März eine E-Mail an seine GM-Kollegin Mary Barra geschrieben, berichtete die „New York Times“ gestern.

Marchionne habe darin Barra ein Zusammengehen der beiden Autohersteller nahegelegt, das Milliardeneinsparungen bringen und einen neuen Branchenriesen schaffen könne. Seine Bitte um ein Treffen sei aber abgewiesen worden.

Google und Apple als ungewöhnliche Alternative

Spekulationen über eine Annäherung beider Konzerne machen schon seit längerem die Runde. Marchionne warb bereits für Fusionen in der Branche und kündigte eine aktive Rolle dabei an. Zuletzt sagte er, sollten andere Autohersteller sich nicht auf Gespräche einlassen, könnte er mit Technologiekonzernen wie Google und Apple über einen Schulterschluss beraten, die an einer Weiterentwicklung des Automobils arbeiten.

Marchionne hat sich nach eigenen Worten bereits mit den Chefs von Apple und des Elektroautobauers Tesla getroffen. GM-Chefin Barra sagte Anfang des Monats, sie habe keine Gespräche mit Marchionne geführt. Ihr Unternehmen werde weiterhin seine eigenen Investitionspläne bei der Produktentwicklung verfolgen.

Amazon versteuert neuerdings Gewinne in Deutschland

Der Internetversandhändler Amazon versteuert seine in Deutschland erwirtschafteten Gewinne seit Neuestem in Deutschland. „Seit 1. Mai verbucht Amazon seine deutschen Verkäufe nicht mehr wie bisher in Luxemburg, sondern in Deutschland“, sagte ein Unternehmenssprecher der „Süddeutschen Zeitung“. Er begründet die Umstellung nicht mit der wachsenden Kritik an der Konzernpraxis. „Wir überprüfen regelmäßig unsere Firmenstrukturen, um sicherzustellen, dass wir unsere Kunden bestmöglich bedienen können“, hieß es stattdessen.

Offiziell keine Gewinne in Deutschland

Die EU-Kommission prüft derzeit, ob Amazons bisheriges Konstrukt mit einer Versteuerung im Großherzogtum, das als Steueroase gilt, legal ist. Konzerne haben in Luxemburg zum Teil Steuerraten von weniger als einem Prozent auf die nach Luxemburg verlagerten Gewinne erhalten. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker steht dabei unter Druck, weil er dort 18 Jahre lang Regierungschef war. Als Präsident der EU-Kommission hat er nun Steuersparmodellen den Kampf angesagt.

Amazon hat nach Angaben der Zeitung in Deutschland 2014 Waren im Wert von fast zwölf Mrd. Dollar (10,9 Mrd. Euro) verkauft, 2012 waren es rund neun Mrd. Dollar. Gewinne fielen in Deutschland aber offiziell kaum an.

Chronik

Steirerin starb bei Frontalzusammenstoß

Bei einem Verkehrsunfall in Bad Mitterndorf in der Steiermark ist in der Nacht auf heute eine Frau ums Leben gekommen. Die 40-Jährige kollidierte mit einem entgegenkommenden Pkw.

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85-Jähriger verursachte Frontalcrash

Bei St. Veit im Pongau (Salzburg) verursachte ein 85-Jähriger eine Frontalkollision. Der Mann war mit seinem Auto auf die Gegenfahrbahn der stark befahrenen Pinzgauer Bundesstraße (B311) geraten.

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Tausende in Nepal aus Angst vor Flutwelle auf der Flucht

Nach einem Erdrutsch sind in Nepal Tausende Menschen vor einer möglichen Flutwelle eines aufgestauten Flusses geflohen. Der Erdrutsch, der den Fluss Kali Gandaki im Bezirk Myagdi blockierte, ereignete sich in der Nacht auf heute, wie Behördenvertreter bestätigten.

Der Pegelstand sei um bis zu 150 Meter gestiegen. Die Region im Nordwesten des Himalaya-Staats war von zwei Erdbeben in jüngster Zeit schwer betroffen.

Mehr als 8.500 Tote durch Erdbeben

Rund hundert Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, Tausende weitere aus mehreren Dörfern, die nicht unmittelbar gefährdet waren, verließen ihre Häuser vorsorglich. Die Polizei gab eine Warnung aus. Soldaten und Experten waren auf dem Weg in die Region, in der es in den vergangenen Tagen mehrere kleinere Erdrutsche gab.

Der Himalaya-Staat war am 25. April von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 erschüttert worden. Mehr als 8.500 Menschen wurden dabei getötet und die Hauptstadt Kathmandu sowie viele kleinere Orte großflächig zerstört. Vergangene Woche wurden bei einem weiteren schweren Beben in dem Himalaya-Staat erneut Dutzende Menschen getötet und Häuser zerstört.

IT

EU-Kommission will Roaminggebühren ganz kippen

Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, macht sich für eine komplette Abschaffung der Roaminggebühren in Europa stark. „Auslandsgespräche soll es nur noch in Nicht-EU-Länder, also zum Beispiel in die USA oder Singapur, geben“, sagte Oettinger der „Bild am Sonntag“.

Eigentlich hätten sich Handynutzer schon zum Jahresende auf eine Abschaffung der Extragebühren für Telefonate, Surfen und SMS im EU-Ausland freuen können. Inzwischen gibt es aber unter den EU-Staaten einen Kompromissplan, die Gebühren auf niedrigem Niveau beizubehalten.

Oettinger forderte Nachbesserungen: „Ich traue der EU aber zu, dass wir bis Ende Juni ein sinnvolles Telekommunikationspaket hinbekommen, das die Roaminggebühren für Telefonate, SMS und Internetdaten aus dem europäischen Ausland stufenweise in absehbarer Zeit abschafft.“

Science

Kultur

Festwochen: Pole-Dance Richtung Abgrund

Die beiden Südamerikaner Diego Bianchi und Luis Garay haben bei den Festwochen mit ihrer theatralischen Installation „Under de si“ überrascht. Die Serie vielschichtiger Einzelperformances wirkt düster und beängstigend entmenschlicht. Der Mensch wird zum Objekt, während das Objekt menschliche Züge erhält. Castingshows und Pole-Dance-Perfomances weisen hier Richtung Abgrund.

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„A World Beyond“: Disney, Clooney und die Retro-Zukunft

Der Idee, dass eine friedliche Zukunft allein mit Ideenreichtum und dem Glauben an die Wissenschaft möglich ist, widmete Walt Disney einst „Tomorrowland“ - einen der Bereiche in seinem Vergnügungspark Disneyland. Regisseur Brad Bird („Ratatouille“) bringt Disneys Vision jetzt, 60 Jahre danach, in „A World Beyond“ auf die Leinwand. Mit einer großen Portion Optimismus und dem Charme einer längst vergangenen Zeit (und dem Charme George Clooneys) wird der jungen Generation Mut für die Zukunft gemacht. Doch hinter der Fassade bröckelt Disneys Wunderwelt.

Mehr dazu in Die Zukunft von gestern

Leute

Kiss-Bassist Simmons trainiert für Plateauschuh-Auftritte

Gene Simmons, Mitbegründer der Rockband Kiss („I Was Made For Loving You“) steht seine Show in Plateauschuhen eigenen Worten zufolge nur dank eines ausgiebigen Trainings durch.

„Ich muss mich im Fitnessstudio plagen. Ganz klar. Zwei Monate vor einem Tourneestart muss ich damit anfangen, sonst ist meine Beinmuskulatur nicht stark genug, um in diesen Dingern gehen zu können“, sagte er der deutschen „Welt am Sonntag“. Simmons geht seit mehr als 40 Jahren in schwarz-weißer Schminkmaske und in riesigen Plateauschuhen auf die Bühne.

„Nie schwer, Finger von Drogen zu lassen“

Ein Grund für seine Energie im Alter sei, dass er nie Drogen konsumiert habe. „Es fiel mir nie schwer, die Finger von Drogen zu lassen. Es reichte mir aus, zu beobachten, wie dreckig es den anderen ging“, sagte Simmons. „Wer high ist, benimmt sich wie ein Idiot, er fällt auf die Fresse, kotzt anderen auf die Schuhe. Ich hatte nie ein Interesse daran, mich selbst auf diese Weise zu erniedrigen.“