Ausland

Kämpfe in Hotel in Mogadischu halten an - 15 Tote

Nach dem Islamistenangriff auf ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu halten die Gefechte an. Das teilte die Polizei heute Vormittag mit. Die Zahl der Todesopfer sei auf mindestens 15 gestiegen. Wenigstens 20 weitere Menschen seien verletzt worden, sagte ein hochrangiger Polizeivertreter an Ort und Stelle. Unter den Toten seien Zivilisten, Hotelwachleute und Regierungssoldaten.

Über Nacht waren laute Explosionen am Tatort zu hören. Gestern hatten somalische Islamisten das Hotel im Zentrum Mogadischus gestürmt. Behördenangaben zufolge gelang es Sondereinsatzkräften erst nach mehreren Stunden, das Gelände weitgehend unter ihre Kontrolle zu bringen. Zunächst war von sieben Toten die Rede gewesen.

Ein Sprecher der Al-Schabab-Miliz sagte der Nachrichtenagentur Reuters, seine Gruppe stecke hinter dem Anschlag. Sie hat Verbindungen zur radikalislamischen Al-Kaida und sorgt seit Jahren für Angst und Schrecken in Somalia.

Syrien: Al-Nusra-Front kontrolliert Großteil von Idlib

Der syrische Ableger des Al-Kaida-Netzwerks hat nach Angaben von Beobachtern den Großteil der Provinzhauptstadt Idlib im Nordwesten Syriens unter seine Kontrolle gebracht. Die Al-Nusra-Front, die von anderen Rebellengruppen unterstützt werde, kontrolliere die meisten Viertel von Idlib mit Ausnahme von Gebäuden der Regierung und der Sicherheitskräfte.

Das sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London, Rami Abdel Rahman, heute der Nachrichtenagentur AFP. Seit die Kämpfer am Donnerstagabend in die Stadt eingedrungen seien, hätten sich die Regierungstruppen in ihre Kasernen zurückgezogen, fügte er hinzu. In der Nacht habe es heftige Straßenkämpfe gegeben.

Die an die Türkei angrenzende Provinz Idlib ist bereits nahezu vollständig unter der Kontrolle der Al-Nusra-Front. Sollte der Gruppe nun noch die vollständige Einnahme der gleichnamigen Provinzhauptstadt gelingen, wäre das für die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad der zweite Verlust einer Provinzhauptstadt nach al-Rakka.

Al-Rakka wurde von der Dihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) erobert. Die Stadt Idlib zählte vor dem Bürgerkrieg nach Angaben des Gouverneurs fast 200.000 Einwohner, Tausende Menschen sind jedoch vor den Kämpfen geflohen.

Syrische Armee umstellt Stadt an Grenze zum Libanon

Im Kampf gegen Rebellen umstellte die syrische Armee laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters unterdessen die Stadt Sabadani an der Grenze zum Libanon. Dabei seien die Streitkräfte von Kämpfern der radikalislamischen Hisbollah unterstützt worden, verlautete aus libanesischen Sicherheitskreisen.

Der Hisbollah-Sender Al-Manar zeigte Aufnahmen von Kämpfern, die mit schweren Waffen ausgerüstet waren, sowie die Leiche mindestens eines Gegners. Die syrische Armee und Aufständische lieferten sich in der Bergregion nördlich der Hauptstadt Damaskus wiederholt Gefechte. Zu den Rebellengruppen in der Gegend gehört die Al-Nusra-Front.

Saudi-Arabien sucht bei Liga Rückendeckung für Jemen-Krieg

Nach zwei Tagen intensiver Bombenangriffe im Jemen sucht Saudi-Arabien nun Rückendeckung von der Arabischen Liga für seinen Krieg gegen die schiitischen Huthi-Milizen. Am Liga-Gipfel an diesem Wochenende im ägyptischen Badeort Scharm al-Scheich nimmt auch der von den Huthis entmachtete jemenitische Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi teil. Hadi war von den Saudis aus dem Jemen geholt worden.

Es wird erwartet, dass die arabischen Monarchen und Staatsoberhäupter die Luftangriffe der von Saudi-Arabien geführten Sunnitenallianz unterstützen. Diskutiert werden soll laut Medienberichten auch über den Einsatz von Bodentruppen gegen die Huthis.

Die Arabische Liga soll zudem die Bildung einer panarabischen Kriseneingreiftruppe beschließen. Anlass ist die Gefährdung mehrerer Liga-Staaten durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die nach ihren Eroberungen in Syrien und im Irak Ableger auf dem ägyptischen Sinai, in Libyen und anderen Staaten gebildet hat. Die Außenminister der Arabischen Liga hatten sich bereits für den von Ägypten eingebrachten Vorschlag der Eingreiftruppe ausgesprochen.

Luftangriffe ausgeweitet

Gestern hatten die Luftwaffen Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten den zweiten Tag in Folge Huthi-Einrichtungen in Sanaa - darunter den Präsidentenpalast - und an anderen Orten des Jemen angegriffen. Auch Versorgungsrouten sowie der Fliegerhorst Anad 50 Kilometer nördlich der Hafenstadt Aden seien bombardiert worden, sagte der Bündnissprecher Ahmed Assiri. Kampfhubschrauber hätten den Huthis zudem in Saada nahe der saudischen Grenze zugesetzt.

Der saudische Sprecher rief Zivilisten auf, Huthi-Gebiete zu meiden. Den Huthis warf er vor, sich in Wohngebieten zu verschanzen. Viele Menschen flohen in Panik aus Sanaa, wie Augenzeugen berichteten.

Obama telefonierte mit Salman

US-Präsident Barack Obama betonte gestern in einem Telefonat mit dem saudischen König Salman seine Unterstützung für das Vorgehen der Koalition.

Der den Huthis nahestehende frühere jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh rief gestern zu einem Ende der Kämpfe und einem Dialog auf. Laut der Website Yemen Press plädierte Saleh für die Wiederaufnahme der Gespräche der jemenitischen Konfliktparteien unter UNO-Vermittlung. Die Gespräche sollten aber außerhalb des Landes stattfinden.

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warnte, „strategische Fehleinschätzungen und übermotivierte Ambitionen einiger Länder“ könnten für die Region verheerende Folgen haben. Die Huthis sollen in dem Konflikt Unterstützung vom schiitischen Iran erhalten. Mit dem Militäreinsatz „Sturm der Entschlossenheit“ will Saudi-Arabien auch den Einfluss Teherans in der Region eindämmen.

Kurz vor UNO: Mehr Einsatz für Religionsfreiheit

Zum gemeinsamen Auftreten der Staatengemeinschaft für Religionsfreiheit sowie gegen Intoleranz, Radikalisierung und Terrorismus hat Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) gestern vor dem UNO-Sicherheitsrat aufgerufen.

Der Einsatz für das freie Bekenntnis des Glaubens und das friedliche Zusammenleben der Religionen müsse verstärkt werden. „Es gibt kein natürliches Recht, das besagt, dass Muslime, Juden und Christen nicht miteinander in Frieden leben können“, so Kurz bei der Sitzung in New York.

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Schwedische Abgeordnete trafen Snowden

Drei Abgeordnete des schwedischen Reichstags haben gestern den Ex-US-Geheimdienstmitarbeiter und NSA-Aufdecker Edward Snowden in Moskau besucht. Das teilte das Büro Right Livelihood Award Foundation („Alternativer Nobelpreis“) heute Abend mit. Er habe „eine sehr interessante Unterhaltung über Massenüberwachung, Privatsphäre und Transparenz“ gehabt, wurde Snowden in der Aussendung zitiert.

Erstes Treffen mit Parlamentariern

Und weiter: „Ich hoffe, dass ich sie bald in Schweden wiedersehen kann.“ Es war das erste Mal, dass der „Whistleblower“ Besuch von einer parlamentarischen Delegation bekam. An dem Treffen hätten „Abgeordnete der Moderaten, der Liberalen und der Grünen“ teilgenommen, hieß es seitens der Right Livelihood Award Foundation, die Snowden 2014 mit dem „Alternativen Nobelpreis“ ausgezeichnet hatte.

„Wir hoffen, dass das heutige Treffen die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Edward Snowden seinen Preis in Stockholm persönlich in Empfang nehmen kann. Wenn Schweden Herrn Snowden willkommen heißt, werden hoffentlich andere Staaten folgen, wodurch er ein gewisses Maß an Reisefreiheit erhalten würde“, sagte Ole von Uexküll, Executive Director der Stiftung.

Beim Treffen erkundigten sich die schwedischen Abgeordneten, wie Snowden den Schutz der persönlichen Integrität angesichts der steigenden Terrorgefahr sieht. Der NSA-Aufdecker erkundigte sich bei den Parlamentariern unter anderem nach den parlamentarischen Debatten in Schweden in Bezug auf Massenüberwachung und den Schutz von „Whistleblowern“.

Petition für zum Tode verurteilte Christin in Pakistan

Mehr als eine halbe Million Menschen haben eine Petition zur Freilassung der in Pakistan wegen Blasphemie zum Tode verurteilten Christin Asia Bibi unterzeichnet.

In der Petition #saveAsiaBibi werden Großbritanniens Premierminister David Cameron und Außenminister Philip Hammond sowie die Regierung Pakistans aufgefordert, sich für die Freilassung der Christin einzusetzen.

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Atomdeal: Obama und Merkel drängen Iran

US-Präsident Barack Obama hat mit Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel über den Stand der Atomverhandlungen mit dem Iran beraten. Bei einem Telefonat bekräftigten gestern beide Politiker nach Angaben des Weißen Hauses ihren Willen, einen „langfristigen, umfassenden Deal“ mit Teheran zu schließen.

Das Abkommen müsse „nachprüfbar“ ein „ausschließlich friedliches“ iranisches Atomprogramm sicherstellen. Obama und Merkel riefen die Führung in Teheran dazu auf, die „notwendigen Entscheidungen“ zu treffen, um die verbleibenden Probleme zu lösen.

Frist bis Dienstag

Bis Dienstag will die 5+1-Gruppe aus den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland eine politische Grundsatzvereinbarung mit Teheran erzielen. Danach wird bis Ende Juni ein vollständiges Abkommen samt der technischen Einzelheiten angestrebt. Ziel ist es, dem Iran die zivile Nutzung der Atomtechnologie zu erlauben, ihm aber die Möglichkeit zu nehmen, Atomwaffen zu entwickeln. Im Gegenzug sollen die Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden.

Seit gestern läuft die womöglich entscheidende Verhandlungsrunde in Lausanne. Aus Verhandlungskreisen des Iran und der USA verlautete heute Abend in der schweizerischen Stadt, dass die Gespräche „hart“ seien und es noch immer „Differenzen“ gebe.

Inland

Faymann trifft Amtskollegen von Slowenien und Kroatien

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) trifft heute im obersteirischen Schladming zum mittlerweile vierten Mal die Regierungschefs von Kroatien und Slowenien, Zoran Milanovic und Miro Cerar, sowie EU-Energiekommissar Maros Sefcovic. Bei dem Treffen sollen diesmal die beim EU-Gipfel beschlossenen Eckpunkte der Energieunion im Zentrum der Gespräche stehen.

Auch Lage am Westbalkan Thema

Das Thema Energie ist nicht zuletzt wegen der Krise in der Ukraine und den Gaslieferungen aus Russland innerhalb der EU immer wichtiger. Kroatien etwa erhofft sich vom Bau eines Flüssigerdgasterminals auf der Insel Krk eine Aufwertung zum Energiehub der Region. Laut der slowenischen Nachrichtenagentur STA sollen neben der Energie auch die allgemeine Situation in der Ukraine sowie jene am Westbalkan besprochen werden.

Das trilaterale Treffen der drei Nachbarstaaten wurde nach Kroatiens EU-Beitritt im Juli 2013 in Graz mit der Idee ins Leben gerufen, in der EU gemeinsame Ideen stärker zu vertreten. Es findet zweimal im Jahr statt. Zuletzt trafen die Regierungschefs einander im Dezember in Opatija in Kroatien.

Erschütternde Studie zu Missbrauch in Kremsmünster

Der Missbrauch von Schülern im Stift Kremsmünster wäre mit einer „besseren Kommunikationsstruktur“ zu verhindern gewesen. Das besagt eine Studie, die im Auftrag des Stifts erstellt und gestern präsentiert wurde. Die Studie zeichnet das Bild einer strengen Hierarchie im Stift, geprägt von „institutionellem Narzissmus“, mangelnder pädagogischer Qualifikation und der Tabuisierung des Themas Sexualität in kirchlich-institutionellem Rahmen.

Es habe ein „Systemversagen“ gegeben, „Ringe des Schweigens“ hätten ein Aufdecken verhindert. Prior Maximilian Bergmayr nannte die Studie eine „ungeschminkte und transparente Darstellung“.

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Sport

EM-Qualifikation: Spiel in Montenegro endet im Chaos

Das Duell zwischen Montenegro und Russland in der Österreich-Gruppe-G der EM-Qualifikation ist von einem Skandal überschattet worden. Russlands Torhüter Igor Akinfejew wurde gestern nur 20 Sekunden nach dem Anpfiff von einem Feuerwerkskörper getroffen und verletzt. Nach fast 40-minütiger Unterbrechung wurde in Podgorica zwar weitergespielt, die Partie endete aber dennoch im Chaos. Denn in der zweiten Hälfte ging es auf dem Spielfeld neuerlich rund, und das unwürdige Match wurde abgebrochen. Schweden erfüllte die Pflicht in der Republik Moldawien mit etwas Glück und mit Superstar Zlatan Ibrahimovic.

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Motorrad-WM: Marquez peilt WM-Triple an

Wenn morgen in Doha die Motorrad-WM 2015 eröffnet wird, ist Marc Marquez wieder der große Favorit in der Königsklasse MotoGP. Der Spanier ist zweifacher Titelträger. Er gewann in der vergangenen Saison zudem nicht weniger als 13 von 18 Rennen und stellte damit einen neuen Rekord auf. Alles andere als der dritte Titel in Folge für den Honda-Piloten wäre daher eine große Überraschung.

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Tennis: Thiem bezwingt Lopez in Miami

Dominic Thiem hat gestern die dritte Runde beim mit über fünf Millionen Dollar dotierten Major-Turnier in Miami erreicht. Der 21-jährige Niederösterreicher bezwang den als Nummer zehn gesetzten Spanier Feliciano Lopez in drei Sätzen.

Es war bereits der zweite Sieg im zweiten Duell von Thiem gegen den Weltranglistenzwölften. Bei den US Open 2014 hatte der Österreicher sogar souverän gewonnen und damit sein erstes Major-Achtelfinale erreicht.

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Wirtschaft

Seele wird neuer OMV-Chef

Die Spekulationen haben ein Ende: Der neue Chef des börsennotierten Mineralöl- und Erdgaskonzerns OMV heißt Rainer Seele. Er war zuletzt Vorstandsvorsitzender beim deutschen Branchenriesen Wintershall. Der Beschluss, den Vertrag des bisherigen OMV-Chefs Gerhard Roiss frühzeitig aufzulösen, war bereits im Vorjahr gefallen. Danach folgte ein monatelanges Hin und Her um die Besetzung des Chefsessels in dem Konzern.

Nachdem die Staatsholding ÖBIB (früher ÖIAG) einen 31,5-Prozent-Anteil hält, wollte auch die Regierung ein Wörtchen mitreden. Mehrere Topmanager aus der Branche waren als Favoriten gehandelt worden. Roiss dürfte sein vorzeitiger Abschied zumindest finanziell nicht wehtun.

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Chinas Präsident will neue „regionale Ordnung“ schaffen

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat zu verstärkter Kooperation in Asien aufgerufen. In einer Rede zum Auftakt des asiatischen Wirtschaftsforums in Bo’ao auf der südchinesischen Insel Hainan sagte Xi Jinping heute: „Wir müssen gemeinsam eine regionale Ordnung schaffen, die besser zu Asien und zum Rest der Welt passt.“

Xi verwies auf die gegenseitigen Abhängigkeiten und die Ungewissheiten in der globalen Wirtschaft. Auch in der „neuen Normalität“ mit einem langsameren Wachstum biete China anderen Ländern große wirtschaftliche Möglichkeiten. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wolle nachhaltiger wachsen. „Sieben Prozent Wachstum wären ziemlich beeindruckend“, sagte der Präsident zu dem neuen Wachstumsziel, das die Regierung im März von 7,4 Prozent im Vorjahr heruntergeschraubt hatte.

Xi Jinping warb für Chinas Initiativen einer „neuen Seidenstraße“ mit dem Aufbau von Wirtschaftskorridoren bis nach Europa und die geplante Asiatische Infrastrukturinvestmentbank (AIIB). Die neue Entwicklungsbank stehe allen Ländern offen, betonte Chinas Präsident.

Heinz Fischer und Bill Gates unter den Teilnehmern

Die jährliche Konferenz in Bo’ao mit Staats- und Regierungschefs, Spitzenmanagern und Experten ist in diesem Jahr so ranghoch besetzt wie nie zuvor seit ihren Anfängen 2002. Das Treffen gilt als das asiatische Gegenstück zum Weltwirtschaftsforum im Schweizer Davos.

Die 2.800 Teilnehmer reichen von Indonesiens Präsident Joko Widodo über Schwedens Ministerpräsident Stefan Lofven und Bundespräsident Heinz Fischer bis hin zu Microsoft-Gründer Bill Gates. Es war das erste Mal, dass Chinas Präsident auf dem Forum sprach, das zuletzt immer der chinesische Regierungschef eröffnet hatte.

Fitch stuft Griechenland herab

Die Ratingagentur Fitch hat die Bonitätsnote des pleitebedrohten Euro-Staates Griechenland herabgestuft. Die Kreditwürdigkeit werde nun mit „CCC“ benotet, teilte Fitch gestern mit. Bisher stand Griechenland auf B.

Finanzhilfe unklar

Fitch verwies zur Begründung darauf, dass das Land von den Kapitalmärkten weitgehend abgeschnitten ist. Außerdem sei unklar, ob die internationalen Gläubiger rechtzeitig neue Finanzhilfen freigeben würden. Das Vertrauen von Investoren, Verbrauchern und Sparern sei beschädigt. Das habe nahezu mit Sicherheit die wirtschaftliche Erholung gestoppt.

Griechenland wird seit 2010 von seinen Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über Wasser gehalten. Das Land benötigt dringend weitere Hilfen. Als Voraussetzung verlangen die Gläubiger jedoch Reformen. Eine seit langem erwartete Liste mit Vorhaben reichte die griechische Regierung nach Angaben eines Euro-Zone-Vertreters inzwischen ein.

Immofinanz-Zehetner verteidigt Grasser

Der scheidende Immofinanz-Chef Eduard Zehetner verteidigt im Interview mit der „Presse“ den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser in der Causa BUWOG.

In der Causa, bei der es um den Verkauf der Bundeswohnungen unter dem damaligen Finanzminister Grasser geht, sieht Zehetner Grasser zu Unrecht dem Vorwurf ausgesetzt, er habe den Kaufpreis an seinen Freund Walter Meischberger verraten. „Ein Banker hat mir einmal erzählt, dass jeder in Wien wusste, wie viel die CA-Immo maximal bieten kann, nämlich 960 Mio. Euro. Die hatten nicht mehr zur Verfügung“, so Zehetner gegenüber der „Presse“.

„Das war Stadtgespräch“

Auf die Frage, warum das jeder in Wien gewusst habe, sagte er: „Weil in Wien nix geheim bleibt. Wie hätte Grasser die Bieterkuverts aufmachen können? Unter Dampf? Das ist lächerlich, die Immofinanz wusste die Zahl aus dem ganzen Umfeld. Das war Stadtgespräch.“

Chronik

Uhren werden auf Sommerzeit umgestellt

Lieber ein wenig früher sollten heute all jene schlafen gehen, die Probleme damit haben, 60 Minuten früher aus den Federn zu kommen - denn es wird Ernst mit der Sommerzeit: Morgen Früh, exakt um 2.00 Uhr, wird es plötzlich 3.00 Uhr sein. Wieder zurück werden die Chronometer am 25. Oktober gestellt.

1980 wurde die Sommerzeit in Österreich eingeführt. Sie hat ihren Ursprung in der Ölkrise von 1973 und sollte Energie sparen. Heute freuen sich wohl vor allem jene, die Dank der Zeitverschiebung eine zusätzliche Stunde bei Tageslicht im Freien verbringen können.

Signierte Hitler-Bücher in USA finden Käufer

Zwei von Adolf Hitler signierte Bände seiner Propagandaschrift „Mein Kampf“ sind in den USA für 43.750 Dollar (rund 40.200 Euro) verkauft worden. Laura Yntema vom Auktionshaus Nate D. Sanders in Los Angeles teilte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gestern mit, dass die 1925 und 1926 signierten Bücher am Donnerstag nach Auktionsende einen Käufer gefunden hätten. Bei der Internetversteigerung selbst sei kein Gebot eingegangen.

Ein Gegenstand, der im Rahmen einer Auktion nicht weggehe, könne danach gekauft werden, so Yntema. Der Kaufpreis für die Bücher entspreche dem Mindestgebot von 35.000 Dollar zuzüglich der Prämie für das Auktionshaus. Bei einer ähnlichen Versteigerung vor einem Jahr waren zwei Hitler-Bücher für mehr als 64.000 Dollar unter den Hammer gekommen. Die Namen von Anbieter und Käufer wurden nicht bekannt.

USA: Mutter versteckte ermordete Kinder in Gefrierschrank

Eine Mutter in Detroit (US-Staat Michigan) soll ihre Kinder im Alter von neun und 13 Jahren im Abstand mehrerer Monate getötet und die Leichen im Gefrierschrank versteckt haben. Die Frau werde sich wegen zweifachen Mordes vor Gericht verantworten müssen, berichtete gestern die Zeitung „Detroit Free Press“.

Die Toten seien am Dienstag bei Aufräumarbeiten gefunden worden, nachdem die Mutter mit ihren beiden anderen Kindern im Alter von acht und 17 Jahren aus ihrer Wohnung geklagt worden war.

Täterin laut Bericht geständig

Diese hätten den Tod ihrer Geschwister miterlebt. Die 17-Jährige habe sogar den Leichnam ihrer 13 Jahre alten Schwester im Mai 2013 auf Geheiß der Mutter in den Gefrierschrank legen müssen, heißt es in Gerichtsdokumenten. Der Körper des neun Jahre alten Buben sei bereits seit August 2012 darin gelegen.

Beide Opfer seien vor ihrem Tod von der heute 35 Jahre alten Frau schwer misshandelt worden. Das habe die Obduktion der Opfer ergeben. Die mutmaßliche Täterin habe die Taten bei ihrer Verhaftung zugegeben.

Science

Astronauten zu Jahresmission auf ISS eingetroffen

Zur längsten Mission in der fast 17-jährigen Geschichte der Internationalen Raumstation (ISS) sind heute zwei Astronauten dort eingetroffen. Der Russe Michail Kornijenko und der Amerikaner Scott Kelly sollen es ein Jahr in der engen Station aushalten - doppelt so lange wie üblich.

Das Andockmanöver lief in der Nacht ohne Probleme, und die beiden waren sogar etwas schneller. Um 2.33 Uhr MEZ, drei Minuten vor dem Plan, funkte die NASA: „Kontakt! Die beiden sind angekommen.“

Reise dauerte sechs Stunden

Die beiden Raumfahrer waren in der Nacht auf heute mit einer Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe zu ihrer sechsstündigen Reise gestartet. Kornijenko und Kelly sollen bei ihrer Mission wichtige medizinische und biologische Erkenntnisse für einen bemannten Flug zum Mars gewinnen. Mit einer solchen Reise, die voraussichtlich länger als ein Jahr dauern würde, rechnen Experten aber erst in vielen Jahren.

Neben Kornijenko und Kelly ist auch der russische Kosmonaut Gennadi Padalka mit an Bord der Raumstation. Er soll aber schon im September zur Erde zurückkehren. „Alle drei fühlen sich gut“, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos nach dem Start mit. Derzeit arbeiten auf der ISS etwa 400 Kilometer über der Erde eine Italienerin, ein Russe und ein US-Amerikaner.

Zwilling als Ein-Mann-Kontrollgruppe

Kelly ist für die Wissenschaftler noch besonders interessant, weil sein Zwillingsbruder Mark selbst erfahrener Astronaut ist. Der frühere Shuttle-Kommandant bleibt aber, quasi als Ein-Mann-Kontrollgruppe, auf der Erde zurück.

Vom Vergleich der beiden 51-Jährigen mit den markanten Glatzen erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse über das Verhalten des Menschen in Weltraum und Schwerelosigkeit. Mark Kellys Frau ist die frühere US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, die vor vier Jahren beim Attentat eines geistig Verwirrten schwer verletzt wurde.

IT

Klage wegen Diskriminierung im Silicon Valley erfolglos

Eine Ex-Mitarbeiterin der Wagniskapitalfirma Kleiner Perkins Caufield & Byers ist mit einer Klage wegen Diskriminierung gescheitert. Eine Jury befand gestern in San Francisco, dass das Unternehmen die ehemalige Angestellte nicht schlechter gestellt habe, nur weil sie eine Frau ist. Das endgültige Urteil lag jedoch noch nicht vor, weil der Richter die Mehrheit der Jury in einem anderen Anklagepunkt nicht als ausreichend ansah.

Die Klägerin hatte 16 Millionen Dollar Schadenersatz gefordert, unter anderem weil sie bei Beförderungen übergangen worden sei. Die Anwälte der Firma hielten dem entgegen, die Karriereprobleme der Frau hätten mit ihren beruflichen Fähigkeiten zu tun gehabt. In dem Prozess gelangten viele Interna der Firma, die als eine Institution im Silicon Valley gilt, an die Öffentlichkeit.

In den USA ist das öffentliche Interesse an dem Prozess groß. Die Klagen von Frauen, die Unternehmen der Tech-Branche Diskriminierung vorwerfen, häufen sich. Zuletzt waren auch Facebook und Twitter betroffen. Die Fälle werfen kritische Fragen nach der Unternehmenskultur und Chancengleichheit im Silicon Valley auf, wo Frauen stark unterrepräsentiert sind.

Kultur

Erster Trailer zu neuem Bond-Film „Spectre“ veröffentlicht

Die Macher des neuen James-Bond-Films „Spectre“ schüren die Vorfreude der 007-Fans mit einem ersten Trailer. In der gut eineinhalb Minuten langen Sequenz, die in der Nacht auf heute veröffentlicht wurde, holt Bond (Daniel Craig) offenbar seine Vergangenheit ein - Moneypenny (Naomie Harris) unterstellt ihm ein Geheimnis, das er mit niemandem teilt.

Einen ersten Auftritt haben auch Jesper Christensen als Mr. White und, noch mit einem schwarzen Schatten über dem Gesicht, Christoph Waltz als Bösewicht Oberhauser. Die üblichen spektakulären Actionszenen sind nicht im Teaser zu sehen. Der 24. Film der Bond-Reihe kommt im Herbst in die Kinos.

Stardirigent Dudamel verlängert Vertrag in Los Angeles

Dirigent Gustavo Dudamel hat seinen Vertrag bei der Los Angeles Philharmonic verlängert. Wie der Orchestervorstand gestern mitteilte, bleibt der gebürtige Venezolaner mindestens weitere sieben Jahre bis zur Konzertsaison 2021/22 in Kalifornien. Neben seinem bisherigen Posten als Musikdirektor werde der Chefdirigent auch als künstlerischer Leiter tätig sein, hieß es.

Der 34 Jahre alte Südamerikaner mit der dunklen Lockenmähne hatte nach der Konzertsaison 2008/09 die Nachfolge des finnischen Dirigenten und Komponisten Esa-Pekka Salonen in Los Angeles angetreten.

Dudamel, häufiger Gast bei den Berliner Philharmonikern, war dort als möglicher Kandidat für die Nachfolge von Orchesterchef Simon Rattle (60) gehandelt worden. Rattle, der seit 2002 an der Spitze des Orchesters steht, hatte vor zwei Jahren angekündigt, seinen Vertrag nicht über Mitte 2018 hinaus zu verlängern. Im Mai wollen die Berliner Philharmoniker einen neuen Chefdirigenten wählen.

Dudamel sagte gestern in einer Mitteilung, dass er Los Angeles und dem „großartigen Orchester“ der Stadt viel verdanke. In der „Stadt der Engel“ als Dirigent zu arbeiten sei eine „magische Erfahrung“. Dudamel, ein Spross des Musikbildungsprogramms „Sistema“ seiner Heimat Venezuela, hatte 2005 mit dem Orchester in Los Angeles sein US-Dirigentendebüt gegeben.