Ausland

Neue Korruptionsermittlungen in Chinas Führungsriege

China prüft Korruptionsvorwürfe gegen einen hochrangigen Regierungsbeamten. Bai Enpei, einem früheren Führungsmitglied der Kommunistischen Partei (KP) in der Provinz Yunnan und stellvertretenden Leiter einer Umweltschutzkommission, würden „schwere disziplinäre und Gesetzesverletzungen“ vorgeworfen, teilte die Antikorruptionsbehörde der Partei heute mit.

„Disziplinäre Verfehlungen“

„Disziplinäre Verfehlungen“ sind in der Sprache von Chinas KP gleichbedeutend mit Korruption, wie Mitteilungen der letzten Wochen zeigten. Die Führung unter Präsident Xi Jinping hat Korruption und Vetternwirtschaft in der Volksrepublik den Kampf angesagt. Zuletzt wurden mehrere hochrangige frühere KP-Funktionäre und auch Prominente zum Ziel von Ermittlungen.

„Warten nicht 20 Jahre“: Abbas fordert klare Grenzen

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat Israel aufgefordert, seine Grenzen zum Westjordanland genau zu definieren. Die palästinensische Autonomiebehörde sei zwar bereit, „noch einen Tag zu warten, eine Woche oder einen Monat“, sagte Abbas in einer Fernsehansprache gestern Abend. „Aber wir warten nicht noch 20 Jahre.“

Die palästinensische Regierung hatte zuletzt eine diplomatische Offensive angekündigt, um Israel zu einem Rückzug aus dem Westjordanland zu zwingen. Geplant sei, sich am 15. September an den UNO-Sicherheitsrat zu wenden, um dort einen „Fahrplan“ für den Abzug Israels aus den besetzten palästinensischen Gebieten zu verlangen.

Gelingt keine Resolution, plant Abbas laut Medienberichten, den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag einzuschalten, um Israel wegen möglicher Kriegsverbrechen zur Rechenschaft zu ziehen.

Hamas lehnt Verzicht auf Waffen ab

Der Chef der radikalislamischen Hamas, Chaled Maschaal, schloss währenddessen nach dem Ende der wochenlangen militärischen Konfrontation mit Israel einen Verzicht seiner Bewegung auf Waffen aus. „Die Waffen des Widerstandes sind heilig“, sagte Maschaal vor Journalisten in Doha im Emirat Katar, wo er im Exil lebt. „Niemand kann die Hamas und den Widerstand entwaffnen.“

EU-Kenner Cavusoglu wird türkischer Außenminister

Der bisherige türkische Europaminister Mevlüt Cavusoglu wird neuer Außenminister seines Landes. Der designierte Ministerpräsident und bisherige Außenminister Ahmet Davutoglu stellte den 46-jährigen Cavusoglu heute in einer live vom Fernsehen übertragenen Ansprache in Ankara als Nachfolger vor.

Der neue Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuletzt betont, die Regierung werde die türkische EU-Kandidatur mit neuer Entschlossenheit vorantreiben.

Jahrelange Europaerfahrung

Cavusoglu stammt aus dem südtürkischen Alanya und sitzt seit 2002 im türkischen Parlament. Der neue Minister verfügt über jahrelange europapolitische Erfahrung. Von 2020 bis 2012 war er Vorsitzender der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.

Davutoglu beließ die bisher für die Wirtschaftspolitik zuständigen Politiker um Vizepremier Ali Babacan im Kabinett. Neu in der Ministerrunde ist unter anderen der bisherige Erdogan-Chefberater Yalcin Akdogan.

UNO: Fast zehn Millionen Syrer auf der Flucht

Die Situation der Bürgerkriegsflüchtlinge in Syrien spitzt sich laut Vereinten Nationen dramatisch zu. Inzwischen sei fast die Hälfte aller Syrer wegen der Gewalt auf der Flucht oder aus den Heimatorten vertrieben worden.

Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) geht nach neuesten Zahlen von drei Millionen Flüchtlingen aus. 6,5 Millionen Menschen seien innerhalb Syriens auf der Flucht, darunter sehr viele Kinder und Jugendliche, teilte das UNHCR heute in Genf mit. 

„Größter humanitärer Notfall unserer Zeit“

„Die Krise in Syrien ist zum größten humanitären Notfall unserer Zeit geworden, aber die Welt versagt dabei, den Menschen und den Ländern, in die sie flüchten, zu helfen“, sagte UNO-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres.

Selbst großzügige Angebote reichten nicht aus. „Die bittere Wahrheit ist, es ist zu wenig“, sagte Guterres. Zu den bisher gespendeten 3,1 Mrd. Euro würden zusätzlich bis Jahresende noch einmal 1,5 Mrd. Euro gebraucht, um die Flüchtlinge über den Winter zu bringen.

Flucht immer schwieriger

Laut UNHCR passieren die Menschen die Grenzen zusehends vollkommen erschöpft, im Schockzustand, völlig verängstigt und ohne Ersparnisse. Die meisten seien seit mindestens einem Jahr auf einer Odyssee von Dorf zu Dorf gewesen, bevor sie sich endgültig zur Flucht entschlossen hätten. Die Flucht selbst werde immer schwerer. Die Familien würden gezwungen, die Grenzposten zu bestechen oder Menschenschmuggler zu bezahlen. 

Inzwischen lebten im Libanon 1,1 Millionen syrische Flüchtlinge, in der Türkei 815.000, in Jordanien 600.000. Dort explodierten in einigen Regionen die Lebensmittelpreise, Brot koste inzwischen mehr als zehnmal so viel wie vor einem Jahr, berichtete die UNO weiter. Die Hilfsaktion im Syrien-Konflikt sei inzwischen das größte Projekt in der 64-jährigen Geschichte des Flüchtlingshilfswerks.

Inland

Asyl: Kaiser sieht Mikl-Leitner am Zug

Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), derzeit Vorsitzender der Landeshauptleute-Konferenz, macht Druck auf Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), das vereinbarte Konzept zur Unterbringung von Asylwerbern vorzulegen. In einer Aussendung wehrte er sich auch gegen den Eindruck, die Länder würden weniger Flüchtlinge unterbringen.

Die Flüchtlingspolitik liege in der Verantwortung des Innenressorts, sagte Kaiser. Er erwarte sich daher statt der Androhung von Zeltlagern und aus Fairness gegenüber den Bundesländern das vereinbarte neue Konzept für die Flüchtlingsreferenten-Konferenz Ende September. Auch pocht der Landeshauptmann auf eine gesamteuropäische Lösung.

Kaiser wehrte sich weiters gegen die „falsche Darstellung“ der Flüchtlingsquoten. Es sei Fakt, dass es aufgrund der Krisenherde auch mehr Flüchtlinge gibt. „Während wir im Jänner mit 1.320 Flüchtlingen eine Quote von 90,94 Prozent erreicht haben, sind es aktuell 1.470 Flüchtlinge, die eine Quote von 87,42 Prozent ergeben, weil es insgesamt mehr Flüchtlinge in Österreich gibt“, verwies er auf das Beispiel Kärnten.

Kritik an Sparkurs beim Heer reißt nicht ab

Die Kritik am Sparkurs, den das Bundesheer fahren muss, will nicht verstummen. Der Chef des Kommandos Luftunterstützung, Brigadier Andreas Putz, warnte heute vor den Auswirkungen der Einsparungen auf die Katastrophenhilfe. Die Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere (IGBO) forderte das Parlament zum sofortigen Handeln auf.

„Es ist eine Tatsache, dass wir alleine durch die im Frühjahr verfügte Reduzierung des Treibstoffkontingents circa 25 Prozent unserer Einsatzfähigkeit bei der Hubschrauberflotte eingebüßt haben - 2015 droht eine weitere Reduktion“, meinte Putz in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ (Freitagausgabe).

In weiterer Folge müsse man bei den Hubschraubern die Alouette-III-Flotte stilllegen, auch die Bell OH-58 „Kiowa“ sei bald zu ersetzen. Ohne Ersatz sinke der Hubschrauberbestand in den nächsten fünf bis sechs Jahren um mehr als die Hälfte, erklärte Putz. Man verliere an „Durchhaltefähigkeit und der Möglichkeit, gleichzeitig an mehreren Stellen verfügbar zu sein“, betonte Putz in Bezug auf die Katastrophenhilfe.

Offiziere sehen Parlament gefordert

Angesichts der steigenden Krisensituation als „verantwortungslos“ bezeichnete die IGBO die Diskussion über das Budget des Bundesheeres. In einer Aussendung forderten die Offiziere das Parlament unter anderem dazu auf, die für den Betrieb des Bundesheeres erforderlichen Finanzmittel anhand der personellen und materiellen Organisation sowie die durch diese zu bewältigenden Aufgaben zu ermitteln und festzulegen.

Dieser Betrag dürfe dann „durch kein Budget infrage gestellt werden“. Der Generalstab solle künftig durch das Parlament bestellt werden - „die Sicherheit des Staates ist zu wichtig, um Parteiinteressen untergeordnet zu werden“.

Wirtschaft

Italien in der Deflation: Sorge in Euro-Zone steigt

Die Preise in der Euro-Zone steigen kaum noch und nähren damit die Sorgen vor einer Deflation. Die Teuerungsrate fiel im August auf 0,3 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat heute mitteilte. Es ist der niedrigste Wert seit Oktober 2009, als die Preise im Strudel der globalen Finanzkrise sogar fielen.

Schon im Juli lag die Inflationsrate bei nur noch 0,4 Prozent. Die Entwicklung verstärkt den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), ihren Kampf gegen Deflationsrisiken zu forcieren.

Riskante Spirale

In Spanien fielen die Preise um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr - der niedrigste Wert seit fast fünf Jahren. Dennoch sieht die Regierung in Madrid das Land nicht in der Deflation. Die fallenden Energiepreise verzerren ihrer Ansicht nach das Bild, das sich bereits Ende des Jahres wieder aufhellen soll.

In Italien, das anders als Spanien die Rezession nicht abschütteln konnte, sinken die Preise ebenfalls - im August um 0,1 Prozent. Das Land befindet sich damit in der Deflation, meldete die Nachrichtenagentur ANSA.

Die Währungshüter um EZB-Chef Mario Draghi wollen vermeiden, dass es in der Euro-Zone zu einer Spirale aus fallenden Preisen und sinkenden Investitionen kommt. Eine solche Deflation kann eine Wirtschaft lähmen, wie Japan schmerzlich erfahren musste.

Nationalbank stutzt aktuelle BIP-Prognose kräftig zurück

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Wachstumsprognose für Österreich für das laufende Jahr um 0,7 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent kräftig gesenkt.

Schwache Konjunkturimpulse von der Inlandsnachfrage, eine geringe Exportdynamik nach Deutschland und der fehlende Anstieg bei den Investitionen hätten zur Revision der Prognose vom Juni geführt, sagte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny im Tiroler Alpbach.

Trotz schwacher Konjunktur rechnet die Nationalbank allerdings nur mit „geringem zusätzlichen Konsolidierungsbedarf“ für den Staatshaushalt. Das prognostizierte Budgetdefizit soll laut OeNB 2014 bei 2,5 Prozent liegen.

Hypo reißt Loch ins Budget

Die Reorganisation der Krisenbank Hypo Alpe-Adria, der Wegfall der Einnahmen aus den Mobilfunklizenzen
und die schwache Konjunktur würden das Budgetdefizit stark verschlechtern. Ohne Bankenhilfe läge das Minus bei nur 1,1 Prozent.

Das Steueraufkommen sei heuer „ziemlich stark“, sagte Nowotny. Der Schuldenstand soll heuer voraussichtlich - vor allem wegen der Hypo - auf über 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen.

Für das vierte Quartal rechnet die OeNB mit einem Quartalswachstum von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Das sei ein „Unsicherheitselement“, und das BIP-Wachstum Österreichs könnte „bei der Endabrechnung noch etwas geringer ausfallen“, so Nowotny. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 war die Wirtschaft um 2,9 Prozent gewachsen, 2012 um 0,7 und 2013 um 0,3 Prozent. Auch das Budget 2015 werde „schwierig“, meinte Nowotny.

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Streik bei Germanwings und Lufthansa am Wochenende?

Auf vielen deutschen Flughäfen drohen auch am Wochenende durch den Pilotenstreik bei Germanwings Flugausfälle. Ein Sprecher der Gewerkschaft Cockpit wollte heute nicht ausschließen, dass die Protestmaßnahmen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. Davon könnten nicht nur Flüge der Germanwings, sondern auch der AUA-Mutter Lufthansa und der Frachttochter Cargo betroffen sein.

Die Pilotengewerkschaft wolle erst einmal „leichte Nadelstiche“ setzen, um das Management des Konzerns in dem Tarifstreit zu Kompromissen zu bewegen und an den Verhandlungstisch zu bringen.

Von 6.00 bis 12.00 Uhr befanden sich die Piloten von Germanwings in einem vorübergehenden Streik. Davon waren vor allem Inlandsflüge in Deutschland betroffen. Auch einige Österreich-Verbindungen fielen aus. Acht Flüge von und nach Wien-Schwechat wurden gestrichen.

Streit über Übergangsregelung

Grund für den Streik ist der Tarifstreit beim Mutterkonzern Lufthansa. Piloten und Geschäftsführung liegen seit Monaten wegen einer Regelung zur Übergangsversorgung im Clinch. Sie erlaubt es Piloten bisher, ab dem Alter von 55 Jahren in die bezahlte Frühpension zu gehen.

Die Lufthansa will die Altersgrenze erhöhen und die Piloten an der Finanzierung beteiligen. Die Gewerkschaft Cockpit lehnt das ab. Gespräche beider Seiten blieben ergebnislos.

Sport

Europa League: Rapid nach Aus gegen Helsinki ratlos

Rapids Europacup-Abenteuer war heuer kurz. Nach vier Auftritten in der Gruppenphase der UEFA Europa League sind die Hütteldorfer diesmal nur Zuschauer. Nach dem 3:3 im Rückspiel gegen HJK Helsinki herrschte Ratlosigkeit: darüber, warum man eine schnelle 2:0-Führung noch aus der Hand gab, darüber, wieso man die Finnen bei Standardsituationen einfach nicht in den Griff bekommen konnte, und darüber, weshalb ein dominanter Auftritt am Ende nicht ausreichte. „Es war wie verhext“, sagte Verteidiger Mario Sonnleitner. Für Trainer Zoran Barisic war sein Team einfach nicht abgebrüht genug.

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Fußball: Manchester United schon unter Siegeszwang

Nach nur einem Punkt aus zwei Runden und der Blamage im Ligacup steht Manchester United morgen bereits unter Siegeszwang. Alles andere als drei Zähler beim noch punktelosen Aufsteiger Burnley würde den Druck auf die „Red Devils“ und Neo-Coach Louis van Gaal massiv erhöhen.

Die Hoffnungen auf die Wende ruhen auf Rekordzugang Angel di Maria. „Nach zwei Tagen Training können wir nicht erwarten, dass er das Wunder ist“, bremste Van Gaal, der auf der Suche nach weiteren Verstärkungen ist, die Erwartungen an den Argentinier.

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Chronik

Vulkan Bardarbunga auf Island ausgebrochen

Nach mehreren Erdbeben ist in der Nacht auf heute der isländische Vulkan Bardarbunga ausgebrochen. Der Luftraum über dem größten Vulkan des Landes wurde erst geschlossen, heute aber wieder geöffnet.

Es sei keine Vulkanasche ausgestoßen worden, hieß es von den Behörden. Der Vulkan rumort bereits seit gut zehn Tagen. Der Ausbruch zwischen den Vulkanen Bardarbunga und Askja verlief ruhig. Trotzdem galt für den internationalen Flugverkehr vorübergehend die Alarmstufe Rot.

Das bedeutet, dass im gesperrten Luftraum kein Instrumentenflug erlaubt ist. Stunden nach der kleineren nächtlichen Eruption wurde die Warnstufe wieder gesenkt, der Überflug wurde wieder erlaubt.

Die Spalte, aus der die Lava kurz nach Mitternacht erstmals austrat, ist nach Angaben der in die Region geflogenen Wissenschaftler rund einen Kilometer lang. Das Gebiet des Ausbruchs liegt etwa in der Mitte Islands. Die Region ist praktisch unbewohnt.

Video dazu in iptv.ORF.at

„Heroinkrise“ in New York: Mehr Drogentote

In der Millionenmetropole New York wird die Droge Heroin zu einem immer größeren Problem. Die Zahl der Menschen, die an einer Überdosis starben, sei zwischen 2010 und 2013 um mehr als 40 Prozent gestiegen, teilte die New Yorker Gesundheitsbehörde mit.

2013 habe es mit 782 Drogentoten sogar mehr als zwei pro Tag gegeben - so viele wie seit rund einem Jahrzehnt nicht mehr. Besonders Heroin sei auf dem Vormarsch. Die „New York Times“ schrieb sogar von einer „Heroinkrise“ in der Stadt.

Die Zahl der Herointoten habe sich in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt. Auffällig sei, dass es viele Drogentote in den Stadtteilen gab, in denen Heroin noch vor wenigen Jahren kein Thema war. Ein Grund für die Entwicklung sei, dass Heroin vergleichsweise billig sei. Zuweilen gebe es den „Schuss“ für fünf Dollar (3,80 Euro).

Polizei führt Gegenmittel mit

New York sei zusehends zu einem Zentrum für den Handel an der US-Ostküste geworden, berichtete die „New York Times“ weiter. Die Polizei habe in den vergangenen Jahren immer öfter Heroin beschlagnahmt. Inzwischen sei die New Yorker Polizei dazu übergegangen, das Medikament Naloxon mitzuführen, das als Gegenmittel bei einer Überdosis eingesetzt werden kann.

Einziger Lichtblick: Eine Kampagne gegen Drogen im zuletzt extrem stark betroffenen Viertel Staten Island zeigt Wirkung, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Dort sank die Zahl der Drogentoten durch Opiate zwischen 2011 und 2013 um rund ein Drittel.

Sommer 2014: Tiefstwert bei Sonnenstunden

Was viele am eigenen Leib gespürt haben, ist nun offiziell bestätigt: Der Sommer war der kühlste seit neun Jahren, gab die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) gestern bekannt. Auch die Zahl der Sonnenstunden erreichte in Österreich einen Tiefstwert.

Besonders auffallend war laut ZAMG, dass deutlich seltener Temperaturen über 25 oder gar 30 Grad erreicht wurden als im Durchschnitt. Vor allem der kühle, trübe und nasse August sorgte für die schlechte „Performance“. Nun heißt es auf den Herbst hoffen.

Mehr dazu in Temperaturen seltener über 25 Grad

Gesundheit

Sechstes Land betroffen: Erster Ebola-Fall im Senegal

Die Zahl der Ebola-Infektionen ist während der vergangenen Woche deutlich stärker gestiegen als in jedem vergleichbaren Zeitraum seit Ausbruch der Seuche. Der Negativrekord betreffe jedes der drei hauptsächlich betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute in einem Bericht mit. Heute wurde der erste Fall im Senegal gemeldet.

Es wurden etwa 550 Fälle bekannt, in der Vorwoche waren es knapp 400 gewesen - auch diese Zahl war bis dahin beispiellos. Am dramatischsten ist die Entwicklung laut WHO in Liberia. Die Sterblichkeitsrate beträgt in Westafrika durchschnittlich 51 Prozent. Sie reicht von 41 Prozent in Sierra Leone bis 66 Prozent in Guinea.

Nie zuvor derart viele Infektionen

Nie zuvor hatten sich so viele Patienten in einer so großen Region mit Ebola angesteckt. Der Erreger tauchte zuerst in Guinea auf, breitete sich nach Liberia aus, dann nach Sierra Leone und im Juli schließlich nach Nigeria. Die Zahl der Patienten verdoppelte sich bisher nach Angaben von Forschern der US-Uni Harvard binnen rund 35 Tagen, wie sie in der Fachzeitschrift „Science“ berichteten.

Bis zum 26. August registrierte die WHO in den drei Ländern und Nigeria 3.069 bestätigte und Verdachtsfälle, 1.552 Menschen starben. Tatsächlich könnten die Zahlen zwei- bis viermal so hoch liegen, warnte die Organisation.

Science

Kultur

Prager Burg zeigt historische Kaiser- und Staatskutschen

Prunkvolle Kutschen aus einer längst vergangenen Zeit sind noch bis zum 19. Oktober auf dem Prager Hradschin zu sehen. Die Sonderausstellung „Eingespannte Pracht“ steht unter der Schirmherrschaft des tschechischen Präsidenten Milos Zeman. Höhepunkte sind die Kutsche von Ferdinand I., Kaiser von Österreich von 1835 bis 1848, sowie die „Staatskarosse“ des ersten tschechoslowakischen Präsidenten Tomas Garrigue Masaryk.

Zu den makabren Ausstellungsstücken zählt die nur bei Staatsbegräbnissen für Präsidenten eingesetzte Lafette. Die tonnenschweren Kolosse wurden aus allen Regionen des Landes nach Prag gebracht. Spezialtransporter hätten dafür Tausende Kilometer zurückgelegt, teilten die Kuratoren mit.

IT

Auch Google träumt von „Zustelldrohne“

Wie der Onlinehändler Amazon arbeitet auch Google an der Warenzustellung aus der Luft mit Hilfe von Drohnen. Die kleinen Fluggeräte seien bereits in Australien getestet worden, enthüllte der Internetkonzern heute unter anderem in der „Berliner Zeitung“.

Die Drohnen könnten zum Beispiel in schwer zugänglichen Gebieten und in Großstädten mit überlasteten Verkehrswegen die Zustellung beschleunigen, sagte der Chef des Forschungslabors Google X, Astro Teller, der Zeitung. Google veröffentlichten außerdem ein Video von den Testflügen.

Automatisch ans Ziel

„Das langfristige Ziel ist es, nahezu jeder Person nahezu alles innerhalb von ein bis zwei Minuten bringen zu können“, zitierte die „Berliner Zeitung“ Teller. Google arbeite seit rund zwei Jahren an dem Projekt. Die Drohnen in Googles Project Wing sehen wie kleine Flugzeuge aus.

Sie stehen auf dem Boden auf dem Heck, starten senkrecht und gehen dann in den Horizontalflug über. Bei der Zustellung der Fracht landen sie nicht, sondern lassen sie an einem Seil herunter. Das sei unter anderem für die Sicherheit gedacht, erläuterte Projektleiter Nick Roy der US-Website The Atlantic. Kunden neigten dazu, nach dem Paketen zu greifen, auch wenn sie wüssten, dass die Rotoren der Drohnen gefährlich seien. Man habe auch den Abwurf der Fracht mit kleinen Fallschirmen ausprobiert - das sei aber zu ungenau gewesen.

Die Drohnen sollen automatisch zu ihrem Ziel fliegen. Inzwischen seien in Project Wing bereits Dutzende Mitarbeiter eingebunden, berichtete The Atlantic. Australien sei ausgesucht worden, weil es lockerere Regeln für Drohnenflüge als andere Länder habe.

Lifestyle

Deutscher Hobbygärtner züchtet 9,17-Meter-Sonnenblume

Eine mit 9,17 Metern rekordverdächtig hohe Sonnenblume ist im Garten eines Hobbygärtners im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen gewachsen.

Die Riesenblume war laut Mitteilung des Rekord Instituts für Deutschland im März ausgesät worden und entstand aus dem Samen eines Giganten vom Vorjahr, der stolze 8,75 Meter erreicht hatte. Die Blume wurde mit Hilfe einer Feuerwehrleiter vermessen.

Der Züchter, von Beruf Flugbegleiter, goss die Blume laut eigenen Angaben mit warmem Wasser. Dazu düngte er sie mit eigenem Kompost, dem er geraspelte Erdäpfel beimischte. Ab 2,50 Metern band er die Blume an einem Baugerüst fest, um sie bei Sturm und Regen zu stützen. Der Hobbygärtner züchtet seit zehn Jahren Sonnenblumen.

Modelabel Abercrombie & Fitch streicht in USA sein Logo

Nach einem enttäuschenden zweiten Quartal und einem Absturz des Aktienkurses ändert die US-Modefirma Abercrombie & Fitch ihre lange erfolgreiche Markenstrategie.

Unternehmenschef Mike Jeffries kündigte gestern (Ortszeit) in einer Telefonkonferenz mit Analysten an, das berühmte Logo auf den Kleidungsstücken - die Abkürzung A&F oder der kleine Elch - werde verschwinden. In der Kollektion für den nordamerikanischen Markt für Frühling und Sommer „verzichten wir fast vollständig auf Kleidungsstücke mit einem Logo“, sagte Jeffries. Im internationalen Geschäft soll das Logo aber bleiben.

Deutliche Absatzeinbußen in USA

Abercrombie & Fitch ist in der Gunst der Jugendlichen in Nordamerika zuletzt deutlich gesunken. Die Kleidung der großen Ketten wie H&M und Zara gilt als modischer und besser kombinierbar und ist außerdem günstiger.

Abercrombie & Fitch, 1892 gegründet, war bei Schülern und Studenten in den USA lange eine populäre Marke. Jeffries sorgte 2006 mit der Äußerung für Kritik, die T-Shirts und Jeans seien nur für „coole, gut aussehende Leute gedacht“. Die Firma ist seit 2007 in Europa vertreten. In den USA hat Abercrombie & Fitch 836 Filialen, außerhalb 161.

Verschimmelte Hochzeitstorte von Lady Di versteigert

Mehr als 30 Jahre nach der Trauung des britischen Thronfolgers Charles mit der 1997 verunglückten Lady Diana ist ein verschimmeltes Stück Hochzeitstorte von der Feier in den USA versteigert worden.

Das rechteckige Stück habe bei einer Onlineauktion 1.375 Dollar (etwa 1.000 Euro) eingebracht, teilte das Auktionshaus Nate D. Sanders gestern (Ortszeit) in Los Angeles mit.

Die Torte habe sich noch in der silber-weißen Originalverpackung von der Hochzeit im Juli 1981 befunden. Auch eine Grußkarte sei dabei gewesen. Wer das ungenießbare Tortenstück ersteigerte, wurde nicht mitgeteilt.