Ausland

Bericht: Jordanien und Japan für Gefangenenaustausch mit IS

Japan und Jordanien sollen nach Medienberichten einem Gefangenenaustausch mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugestimmt haben. Die in Jordanien inhaftierte Islamistin Sadschida al-Rischawi werde freigelassen, meldete die unabhängige jordanische Zeitung „Al-Ghad“ unter Berufung auf Sicherheitskreise. Im Gegenzug solle der IS eine japanische Geisel freigeben.

Die Dschihadisten hatten in einem gestern Abend im Internet veröffentlichten Video behauptet, die Geisel und ein ebenfalls gefangener jordanischer Pilot hätten nur noch 24 Stunden zu leben.

Israelische Soldaten bei Hisbollah-Angriff verletzt

Die im Libanon agierende Schiitenmiliz Hisbollah hat sich zu einem Angriff auf ein israelisches Militärfahrzeug auf den Golanhöhen bekannt. Mehrere israelische Soldaten seien verletzt worden. Der Miliz nahestehende Medien berichteten von bis zu 15 Toten in mehreren getroffenen Fahrzeugen.

Die israelische Armee bestätigte zunächst, dass ein Militärfahrzeug unweit des Ortes Har Dov von einer Panzerabwehrrakete getroffen worden war.

Angeblicher Gegenangriff von Israelis

Nach Angaben libanesischer Sicherheitskräfte feuerten die israelischen Streitkräfte zur Vergeltung mehrere Raketen auf das Grenzgebiet im Südlibanon ab. Israelische Helikopter sollen über dem Gebiet kreisen. Eine Armeesprecherin sagte, die israelische Armee habe bisher nicht auf den Angriff auf das Fahrzeug reagiert.

Ukraine: Rebellenangriff auf Dutzende Städte und Orte

Im Osten der Ukraine haben Rebellen Regierungsangaben zufolge 55 Städte und Ortschaften angegriffen. Das sei allein in den vergangenen 24 Stunden geschehen, sagte ein Militärsprecher heute. Dabei seien drei weitere Soldaten getötet und 15 verletzt worden.

Das ukrainische Parlament hatte Russland gestern offiziell als Aggressorstaat eingestuft. Wegen der Eskalation im Ukraine-Konflikt hat die Europäische Union mittlerweile ihren Druck auf die russische Regierung verschärft. Diplomaten zufolge werden die EU-Außenminister bei ihrem Krisentreffen morgen voraussichtlich neue Sanktionen gegen Russland vereinbaren.

Die Gefechte mit prorussischen Rebellen im Osten des Landes sind inzwischen so heftig wie seit der Vereinbarung einer Waffenruhe im September nicht mehr. Die Aufständischen haben eine Offensive gegen die Stadt Mariupol eingeleitet. Russland weist Vorwürfe der NATO zurück, es unterstütze die Rebellen mit modernem Kriegsgerät wie Drohnen und Raketenwerfern.

Merkel und Obama sagen neue Finanzhilfen zu

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama haben die Bedeutung weiterer Finanzhilfen für die Ukraine hervorgehoben.

Beide Politiker seien sich einig, dass die baldige Bereitstellung eines entsprechenden Hilfspakets zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Krisenlandes wichtig sei, teilte das Weiße Haus heute nach einem Telefonat von Obama und Merkel mit.

Kritik an Moskau

Die neuen Kredithilfen werden derzeit vom Internationalen Währungsfonds (IWF) vorbereitet. Merkel und Obama hätten ihre Besorgnis über die deutlich zugenommene Gewalt in der Ostukraine und Russlands materielle Unterstützung für die Separatisten ausgedrückt, hieß es weiter. Moskau halte sich nicht an seine Zusagen im Minsker Friedensabkommen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bat seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin inzwischen in einem Brief um die Freilassung der ukrainischen Militärpilotin und Parlamentsabgeordneten Nadija Sawtschenko. Die 33-Jährige war im Juni 2014 von Separatisten in der Ostukraine gefangen genommen und nach Russland geschickt worden. Dort befindet sie sich zurzeit im Gefängnis im Hungerstreik.

Russische NGO Memorial wird nicht aufgelöst

Das Moskauer Verfassungsgericht hat die Auflösung der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial abgelehnt. Ein entsprechender Antrag des Justizministeriums sei zurückgewiesen worden, sagte Richterin Alla Nasarowa heute.

Sieg des „gesunden Menschenverstands“

Vertreter der ältesten und größten NGO Russlands feierten das Urteil. Der Memorial-Verantwortliche Jan Ratschinski sprach von einem Sieg des „gesunden Menschenverstands“. Sein Kollege Oleg Orlow führte die Gerichtsentscheidung auf die „sehr breite Unterstützung aus der Gesellschaft“ zurück.

Auch die Menschenrechtsbeauftragte des Kreml, Ella Pamfilowa, äußerte sich „sehr zufrieden“ mit dem Urteil. „Ich hoffe, dass die älteste Menschenrechtsorganisation Russlands ihre Arbeit fortsetzen wird“, sagte sie der Nachrichtenagentur Interfax.

NGO arbeitet Sowjetverbrechen auf

Das Justizministerium hatte sein Vorgehen gegen Memorial mit der Organisationsstruktur der Gruppe begründet, unter deren Dach sich rund 50 Teilorganisationen zusammengeschlossen hatten. Inzwischen zentralisierte Memorial aber seine Struktur. Das Justizministerin räumte ein, dass die Organisation der Gruppe nun den gesetzlichen Vorgaben entspreche.

Memorial war 1989 von Dissidenten wie dem Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow mit dem Ziel gegründet worden, die Erinnerung an die Opfer sowjetischer Unterdrückung wachzuhalten. Memorial listet Verbrechen auf, die im Namen der Sowjetunion begangen wurden, und wacht über die Einhaltung der Menschenrechte.

Kim Jong Un reist zu erstem Auslandsbesuch nach Moskau

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat seine Teilnahme an den Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai in Moskau bestätigt. Mehr als zwanzig Staats- und Regierungschefs hätten zugesagt, Kim sei unter ihnen, sagte ein Sprecher des russischen Präsidialamtes heute der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap.

Es wäre der erste offizielle Auslandsbesuch Kims seit seiner Machtübernahme im Jahr 2011. Damit würde Kim Russland voraussichtlich noch vor seinem engsten Verbündeten China besuchen. Russland hatte Kim im Dezember nach Moskau eingeladen, wo am 9. Mai der 70. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland gefeiert wird.

Gegenseitige Interessen

Russland und das international weitgehend isolierte Nordkorea bemühen sich um eine Vertiefung ihrer Kontakte, seit sich die Beziehungen zwischen Nordkorea und China abgekühlt haben. Hintergrund dafür ist ein dritter Atomtest im Jahr 2013, den die kommunistische Führung in Pjöngjang trotz internationaler Drohungen und UNO-Sanktionen vollziehen ließ.

Nordkorea unterstützt Russland in der Ukraine-Krise. Russland ist zudem daran interessiert, seine Erdgasexporte nach Südkorea auszubauen. Dazu will das Energieunternehmen Gasprom eine Leitung durch Nordkorea bis in den Süden verlegen.

Nordkorea baut seinerseits auf die Unterstützung der Vetomacht Russland im UNO-Sicherheitsrat, wo die nordkoreanische Führung immer wieder wegen Verletzung der Menschenrechte in der Kritik steht.

China plant erstmals Militärparade

Unterdessen plant China erstmals eine große Militärparade zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges. Der Aufmarsch am 3. September wird auch die erste chinesische Heeresschau, die nicht am Nationalfeiertag stattfindet und die vom neuen Staats- und Parteichef Xi Jinping abgenommen wird, wie chinesische Staatsmedien berichteten. Details der seltenen Waffenschau zum 70. Jahrestag des „Sieges über den Faschismus“ wurden noch nicht bekannt.

Das Außenministerium wollte nur bestätigen, dass es in China und anderen Ländern „Erinnerungsfeierlichkeiten“ gebe. In Staatsmedien war die Rede davon, dass die Demonstration der militärischen Macht Chinas auch den früheren Kriegsgegner Japan „abschrecken“ solle.

Litwinenko: Mord an Ex-KGB-Mann erstmals vor Gericht

Über acht Jahre nach dem Mord am ehemaligen KGB-Spion Alexander Litwinenko hat in London gestern die erste gerichtliche Verhandlung zu dem Fall begonnen. Litwinenkos Witwe hatte das Zustandekommen der Untersuchung erkämpft.

Warum die britische Regierung die Untersuchung mit allen Mitteln verhindern wollte, zeigte schon der erste Verhandlungstag: Die Indizien für einen vom Kreml befohlenen Auftragsmord häufen sich, offenbar hat aber auch Downing Street Geheimnisse. So wurde gestern bekannt, dass Litwinenko kurz vor seinem Tod Besuch vom britischen Geheimdienst MI6 hatte und dass es vor Litwinenkos Vergiftung zwei weitere Mordversuche gegeben haben dürfte.

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Regierung Renzi verliert Ministerin

Die Regierung Renzi verliert eine Ministerin: Regionenministerin Maria Carmela Lanzetta ist heute zurückgetreten, um dem neuen Ausschuss der Region Kalabrien beizutreten. Sie werde sich jetzt ganz in den Dienst ihrer Heimatregion stellen, so Lanzetta. In der süditalienischen Region Kalabrien war im November ein neues Regionalparlament gewählt worden.

Ernennung galt als Überraschung

Die Ministerin war im Februar 2014 in die Regierung Renzi gehievt worden, nachdem sie als im Kampf gegen die Mafia engagierte Bürgermeisterin der Kleinstadt Monasterace in Kalabrien bekanntgeworden war. Ihre Ernennung zur Ministerin galt als Überraschung.

Noch unklar ist, wer Lanzetta als Regionenminister folgen wird. Spekuliert wird, dass Premier Matteo Renzi fast ein Jahr nach seinem Amtsantritt eine Regierungsumbildung in die Wege leiten könnte. Das wäre wahrscheinlich, würde Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan bei der morgen beginnenden Präsidentenwahl zum Nachfolger des vor zwei Wochen zurückgetretenen Staatschef Giorgio Napolitano aufrücken. Padoan dementierte jedoch Interesse für das hohe Amt.

Inland

Rechnungshof empfiehlt weniger Schulversuche

Der Rechnungshof (RH) empfiehlt eine Reduktion der Anzahl der zahlreichen Schulversuche. Im Schuljahr 2012/13 fanden laut einem RH-Bericht an praktisch genau der Hälfte der rund 5.800 Schulstandorte Versuche statt.

Zum Teil laufen Schulversuche bereits rund 50 Jahre. Die Palette reicht von einer „Trachtenklasse“ und einem Ballett-Realgymnasium bis zur Neuen Mittelschule und zur Zentralmatura.

Der Grund für die ausufernden Versuche ist nicht zuletzt die jahrzehntelange Blockade von ÖVP und SPÖ in Sachen Schule: Schulgesetze konnten bis vor wenigen Jahren nur mit Zweidrittelmehrheit im Nationalrat geändert werden und sind zudem oft sehr eng gefasst.

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„#stolzdrauf“-Kampagne kostete rund 326.000 Euro

Die Nationalstolzkampagne des Integrationsministeriums („#stolzdrauf“) im Vorjahr hat das Ressort insgesamt 326.028,70 Euro gekostet. Das geht aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung von Minister Sebastian Kurz (ÖVP) hervor.

Die Kampagne wurde vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) gemeinsam mit dem Ministerium durchgeführt und lief bis 20. Dezember 2014. Neben Lancierung des Hashtags „#stolzdrauf“ in den Sozialen Medien wurde auch zu traditionellen Werbemaßnahmen gegriffen. So wurden in elf Tageszeitungen insgesamt 18 Inserate geschaltet, was mit 214.805 Euro zu Buche schlug. Für Onlinewerbung gab man 62.390 Euro aus, für TV-Spots 48.837 Euro.

Ministerium mit Ergebnis zufrieden

Das Integrationsministerium hat auch den Impact der Kampagne untersuchen lassen und ist zufrieden. Laut einer market-Umfrage vom Dezember gaben 62 Prozent der 1.000 Teilnehmer an, diese Kampagne wahrgenommen zu haben.

Grüne vermuten viel höhere Kosten

Die Grünen, deren Menschenrechtssprecherin Alev Korun die Anfrage eingebracht hatte, können indes einige Angaben nicht nachvollziehen. „In mindestens fünf Tageszeitungen wurde die doppelte bis dreifache Menge an Inseraten geschalten“, kritisierte Korun unter Berufung auf Eigenrecherche.

In „heute“ habe man sechs statt drei Inserate gezählt, in „Österreich“ fünf statt drei, im „Kurier“ vier statt zwei, in der „Kronen Zeitung“ seien es drei statt wie angegeben zwei gewesen und in der „Presse“ ebenfalls drei (anstelle nur eines Inserats). „Die tatsächlichen Kosten der Kampagne dürften eine halbe Million Euro und sogar mehr betragen“, schließt Korun daraus.

Im Ministerium hat man dafür eine Erklärung parat: Auch der ÖIF habe Inserate geschaltet - dasselbe Sujet, anderes Budget, wurde betont. Insgesamt habe der Fonds dafür rund 120.000 Euro aufgewendet.

Abdullah-Zentrum: Saudi-Arabien offenbar empört

Saudi-Arabien ist laut informierten Kreisen empört über die in Österreich geführte Schließungsdebatte rund um das König-Abdullah-Dialogzentrum (KAICIID) und droht mit Konsequenzen. Österreichische Kritik an der Menschenrechtssituation und die Aussagen von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) über die Causa kommen in Riad nicht gut an.

Verhältnis „kühl wie am Nordpol“

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) will im Februar nach Saudi-Arabien reisen. Doch nach der jüngsten Debatte rund um das KAICIID könnte ihn dort ein scharfer Gegenwind erwarten. Diplomaten meinen gegenüber der Austria Presse Agentur (APA), dass das Verhältnis zwischen Riad und Wien derzeit „kühl wie am Nordpol“ sei, „auch wenn man dies in Österreich noch nicht so wahrhaben möchte“. Österreich „mache sich lächerlich durch diese Posse“.

Oberrabbiner: Österreichs Ausstieg aus KAICIID wäre „dumm“

In dieselbe Kerbe schlägt auch Oberrabbiner und KAICIID-Boardmitglied David Rosen, der harsche Kritik an der österreichischen Politik übt. Das Zentrum jetzt zu schließen wäre „dumm“ von Österreich. Auch der Verweis auf die Menschenrechtslage in Saudi-Arabien sei zu hinterfragen, sagte Rosen im APA-Interview.

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Hypo-U-Ausschuss: Parlament setzt nächsten Schritt

Im Hohen Haus wird heute Nachmittag der nächste Schritt Richtung Hypo-Untersuchungsausschuss gesetzt. Der Geschäftsordnungsausschuss nimmt die Beratungen über das entsprechende Verlangen von FPÖ, Grünen und NEOS auf. In den kommenden vier Wochen muss entschieden werden, ob das Verlangen gesetzeskonform ist.

Dabei handelt es sich um eine Premiere, denn erst seit Jahresbeginn ist es möglich, dass die Opposition ohne die Regierungsparteien einen U-Ausschuss einsetzen kann. Die Sitzung des Geschäftsordnungsausschusses am Mittwoch ist aber eine rein formale - sie wird vertagt und am 19. Februar fortgesetzt.

Die Sitzung im Februar ist die spannendere, denn dann wird man wissen, ob der Ausschuss den Antrag der Opposition für zulässig erachtet. Würde sich die Ausschussmehrheit wider Erwarten querlegen, könnten die Oppositionsparteien den Verfassungsgerichtshof anrufen. Ebenfalls in der Februar-Sitzung werden die Abgeordneten den sogenannten grundsätzlichen Beweisbeschluss fassen sowie den Verfahrensrichter und den Verfahrensanwalt bestellen. Mit dem Bericht des Geschäftsordnungsausschusses im Plenum am 25. Februar ist der U-Ausschuss dann eingesetzt.

Vorarlberger Landtag thematisiert Abtreibung im Spital

Im sozialpolitischen Ausschuss des Vorarlberger Landtags steht heute die Frage des Schwangerschaftsabbruchs an Landeskrankenhäusern zur Diskussion. Die SPÖ fordert, ein Angebot zu schaffen, ÖVP und FPÖ lehnen das ab. Die Grünen werden den Antrag unterstützen. In Österreich nehmen öffentliche Krankenhäuser in allen Bundesländern bis auf Vorarlberg und Tirol Schwangerschaftsabbrüche vor.

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Wirtschaft

Tourismus verbuchte 2014 Minus bei Nächtigungen

Das Urlaubsland Österreich hat zwar 2014 mehr Touristen angelockt als je zuvor, doch sind sie weniger lang geblieben. Bei der Zahl der Übernachtungen verbuchten die Beherbergungsbetriebe daher ein leichtes Minus von 0,6 Prozent auf 131,9 Millionen - im Jahresabstand fehlten rund 785.000 Nächtigungen, wie aus den vorläufigen Daten der Statistik Austria hervorgeht.

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WIFO erwartet mittelfristig 1,25 Prozent Wachstum

Das Wirtschaftswachstum bleibt in Österreich im Zeitraum 2015 bis 2019 verhalten, geht aus der aktuellen Mittelfristprognose des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) von heute hervor. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibe angespannt, die Arbeitslosigkeit werde bis 2017/18 steigen. Im Durchschnitt wird für 2015 bis 2019 ein jährliches BIP-Wachstum von 1,25 Prozent erwartet.

Das reale BIP dürfte sich damit ähnlich wie im Durchschnitt der Euro-Zone entwickeln. Für die Periode 2010 bis 2014 wird der durchschnittliche Anstieg des österreichischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) mit 1,3 Prozent pro Jahr angegeben.

„Schwache Exportdynamik“

„Das geringe Tempo der Erholung in Österreich geht in erster Linie auf eine schwache Exportdynamik zurück, bedingt durch das niedrige Wachstum bei den Haupthandelspartnern“, heißt es in einer Pressemitteilung des WIFO. Dadurch bleibe die Investitionsbereitschaft der Unternehmen trotz niedriger Zinssätze gedämpft und die Entwicklung der Einkommen und des privaten Konsums verhalten.

Die leichte Expansion der Wirtschaftsleistung ermögliche zwar eine Ausweitung der Beschäftigung um 0,8 Prozent im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019, bringe aber keine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen werde bis 2018 auf 372.000 steigen, ein Plus von 53.000 gegenüber 2014 und von 159.000 gegenüber dem Vorkrisenjahr 2008.

9,4 Prozent Arbeitslose

Die Arbeitslosenquote dürfte auf 9,4 Prozent (AMS-Definition) bzw. 5,4 Prozent (Eurostat-Definition) steigen. Bis 2019 könnte die Arbeitslosenrate dann konjunkturbedingt auf 9,2 Prozent zurückgehen. Für heuer prognostiziert das WIFO eine Arbeitslosenrate von 8,9 Prozent.

„Ein ausgeglichener Staatshaushalt - sowohl nach der Definition von Maastricht als auch strukturell - kann durch das in der Prognose unterstellte Konjunkturszenario und die unterstellten wirtschaftspolitischen Maßnahmen (selbst ohne Steuerreform) nicht erreicht werden“, so das WIFO.

Sport

Bundesliga: WAC verstärkt seine Offensive

Mit der Verpflichtung des Afrikaners Herve Oussale will der WAC seiner Offensive neues Leben einhauchen. Der Stürmer aus Burkina Faso überzeugte letzte Woche in Wolfsberg im Probetraining und erhielt vorerst einen Vertrag bis Saisonende.

„Er hat sich super präsentiert, war sehr giftig und ist nicht runtergegangen vom Gas“, schwärmte Trainer Dietmar Kühbauer von dem 26-jährigen Neuzugang. Der Bundesliga-Tabellenzweite bereitet sich derzeit im Trainingslager in der Türkei auf die Frühjahrssaison vor.

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Tennis: Wawrinka fertigt Nishikori in Melbourne ab

Titelverteidiger Stan Wawrinka ist heute souverän ins Halbfinale der Australian Open eingezogen. Der als Nummer vier gesetzte Schweizer ließ dem einen Rang hinter ihm gereihten Japaner Kei Nishikori keine Chance und siegte mit 6:3 6:4 7:6 (8/6). Im Kampf um den neuerlichen Einzug ins Finale trifft Wawrinka auf den Sieger der Partie zwischen Novak Djokovic und Milos Raonic.

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Religion

Kapellari-Rücktritt: Domkapitel übernimmt Leitung

Papst Franziskus hat heute das Rücktrittsansuchen des Grazer Bischofs Egon Kapellari angenommen. Durch die Verlautbarung des Rücktritts durch das vatikanische Presseamt zu Mittag geht die Leitung der Diözese Graz-Seckau gemäß Kirchenrecht auf das Domkapitel über.

Dieses muss nun innerhalb von acht Tagen einen Diözesanadministrator wählen, der die Diözese zwischenzeitlich leitet. Graz-Seckau befindet sich damit im Zustand der Sedisvakanz.

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Chronik

Schneesturm trifft US-Großstadt Boston

Die Unwetterfront „Juno“ hat große Gebiete im Nordosten der USA unter einer dicken Schneedecke begraben. In Boston fielen bis gestern Abend (Ortszeit) mehr als 60 Zentimeter Schnee, so viel wie selten zuvor in der Geschichte der Stadt, wie die Zeitung „The Boston Globe“ berichtete.

Andernorts im Bundesstaat Massachusetts türmte sich der Schnee gar rund 90 Zentimeter auf. Insgesamt wurden im Nordosten der USA mehr als 8.000 Flüge gestrichen.

Warnungen vor einem heftigen Schneesturm - einem Blizzard - galten in der Nacht auf heute noch für Massachusetts sowie die Bundesstaaten Maine, New Hampshire und Rhode Island. Berichte über Schäden oder Verletzte gab es zunächst kaum.

Video dazu in iptv.ORF.at

Auf Nantucket, einer kleinen Insel vor der Küste von Massachusetts, blies der eisige Wind mit bis zu 120 km/h. Alle rund 13.000 Bewohner mussten ohne Strom ausharren, die Innenstadt war überflutet.

Wetterexperten mussten sich entschuldigen

Die Behörden hatten ein Unwetter historischen Ausmaßes befürchtet. Doch davon war „Juno“ vielerorts weit entfernt. Die drastischen Warnungen vor einem „Snowmageddon“, einer Schneeapokalypse, führten auch zu Kritik.

Ein Meteorologe des nationalen Wetterdienstes entschuldigte sich öffentlich auf Twitter. „Meine tiefsten Entschuldigungen“, schrieb Gary Szatkowski an die Bürger gerichtet. „Sie haben viele Entscheidungen getroffen, weil Sie von uns erwarteten, richtig zu liegen, und das taten wir nicht.“ Sein Kollege Jim Winter gelobte, man wolle es das nächste Mal besser machen, wie die Zeitung „USA Today“ berichtete.

In New York fiel entgegen den Warnungen relativ wenig Schnee. In der Millionenstadt blieb ein Chaos auch deshalb aus, weil die Stadt starke Vorsichtsmaßnahmen ergriffen hatte, inklusive eines vorübergehenden Fahrverbots für Autos.

Razzia gegen ’Ndrangheta: 160 Festnahmen in Italien

Italien verschärft seine Offensive gegen das organisierte Verbrechen. Wegen Verstrickungen mit der ’Ndrangheta, der Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien, wurden in ganz Italien 160 Personen festgenommen. 117 Haftbefehle wurden von der Staatsanwaltschaft von Bologna erlassen, berichteten italienische Medien heute.

Die Festnahmen erfolgten wegen Erpressungen, Wuchers, illegalen Waffenbesitzes und Geldwäsche. Den Mafiosi werden auch enge Verbindungen zu Unternehmen in der norditalienischen Region Emilia-Romagna vorgeworfen. Hunderte Polizisten waren bei der Razzia im Einsatz. Dutzende Wohnungen wurden durchsucht.

Weitere 27 Personen wurden in der sizilianischen Stadt Catania wegen Drogenhandels und Erpressung festgenommen. Die Festnahmen sind der Zusammenarbeit von einigen abtrünnigen Mafiosi mit der Polizei zu verdanken.

Bericht zu MH370-Absturz kommt im März

Ein Jahr nach dem mysteriösen Verschwinden von Flug MH370 der Malaysia Airlines soll am 7. März ein Zwischenbericht zu den Ermittlungen veröffentlicht werden.

Der Bericht enthalte einige Erkenntnisse aus Untersuchungen, „aber wir haben keine abschließenden Informationen zur Lage des Flugzeugs, weil die Suche noch läuft“, sagte der malaysische Vizeverkehrsminister Aziz Kaprawi heute in Kuala Lumpur.

MH370 mit 239 Menschen an Bord war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden. Ermittler vermuten einen Absturz im Indischen Ozean, Tausende Kilometer von der geplanten Flugroute entfernt.

Mutmaßlich geistig Behinderter in USA hingerichtet

Trotz mehrerer Forderungen nach Gnade ist im US-Bundesstaat Georgia ein mutmaßlich geistig behinderter Doppelmörder hingerichtet worden. Der 54-jährige Warren Hill wurde gestern kurz vor 20.00 Uhr (Ortszeit) nach der Verabreichung einer Giftinjektion für tot erklärt, wie eine Sprecherin des Strafvollzugs mitteilte.

Supreme Court lehnte letztes Gesuch von Anwälten ab

Hill saß wegen Mordes an seiner Freundin eine lebenslange Haftstrafe ab und tötete im Gefängnis im Jahr 1990 einen Mithäftling. Dafür wurde er zum Tode verurteilt. Hills Anwälte hatten geltend gemacht, dass ihr Mandant geistig behindert sei, und gefordert, dass die Todesstrafe nicht vollstreckt wird. Laut ihren Angaben hat Hill einen IQ von 70.

Anwalt: „Illegale Hinrichtung“

Neben Anwälten, Ärzten und ranghohen US-Persönlichkeiten hatte auch die EU Gnade für Hill gefordert. Das oberste Gericht lehnte jedoch gestern ein letztes Gesuch der Verteidigung ab. Hills Anwalt Brian Kammer sprach von einer „illegalen Hinrichtung“ und von einem „Justizirrtum“.

Die Hinrichtung geistig Behinderter ist in den USA seit längerem verboten. Allerdings ist die genaue Definition einer geistigen Behinderung den einzelnen US-Staaten überlassen.

Kultur

MoMA würdigt Wim Wenders mit Retrospektive

Das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) würdigt den deutschen Filmemacher Wim Wenders mit einer großen Retrospektive. Anfang März würden über zwei Wochen mehr als 20 Filme des Düsseldorfers gezeigt, teilte das Museum in Manhattan gestern (Ortszeit) mit.

Als Erstes werde „Paris, Texas“ zu sehen sein, Wenders’ Porträt einer amerikanischen Kleinstadt von 1984. Auch andere bekannte Werke wie „Buena Vista Social Club“ (1999), „Der Himmel über Berlin“ (1987) und „In weiter Ferne, so nah!“ (1993) seien zu sehen, dazu noch frühe Arbeiten und Kurzfilme.

Viele der Filme laufen im Kino des MoMA im Original mit englischen Untertiteln. Wenders wird im August 70 Jahre alt.

IT

Nintendo erhöht Gewinnprognose nach Weihnachtsgeschäft

Der japanische Spielespezialist Nintendo hat nach dem Weihnachtsgeschäft seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr um 50 Prozent angehoben.

Nintendo rechnet jetzt für das Ende März auslaufende Jahr mit einem Gewinn von 30 Mrd. Yen (225,4 Mio. Euro). Das vergangene Jahr hatte Nintendo mit einem Verlust von 23 Mrd. Yen abgeschlossen.

Umsatzprognose gekappt

Zugleich wurde aber die Umsatzprognose um 6,8 Prozent auf 550 Mrd. Yen gekappt. Im Weihnachtsquartal verkaufte Nintendo gut 1,9 Millionen Geräte von seiner lange schwächelnden Spielekonsole Wii U. Der Gewinn lag bei gut 45 Mrd. Yen (rund 338 Mio. Euro).

Für das laufende Quartal rechnet Nintendo mit einem hohen Verlust, denn nach den ersten neun Monaten des Jahres sammelte sich ein Plus von 59 Mrd. Yen an.

Science

Tutanchamun mit Kleber repariert: Verantwortliche bestraft

Zuerst wollte das ägyptische Antikenministerium von den Gerüchten über die notdürftig restaurierte Totenmaske des Pharaos Tutanchamun im Ägyptischen Museum in Kairo nichts wissen - nun hat sie den Leiter der Restaurationsabteilung strafversetzt.

Ab sofort Dienst im Streitwagenmuseum

Ilham Abdel Rahman müsse fortan seinen Dienst im Streitwagenmuseum verrichten, gab das Ministerium gestern Abend bekannt. Er werde durch einen Kollegen des Koptischen Museums ersetzt. Weitere Verantwortliche des Museums müssten sich einer Untersuchung stellen.

Die Maßnahme kommt eine Woche, nachdem Medien über einen missglückten Reparaturversuch an der berühmten goldenen Maske von Tutanchamun berichtet hatten. Der Bart der Maske war beim Reinigen abgebrochen und eilig mit Epoxidharzkleber wieder befestigt worden.

Ägyptische Offizielle hatten die Berichte zunächst dementiert, am Wochenende jedoch Fehler zugegeben. Der auf Metall spezialisierte deutsche Konservator Christian Eckmann wurde mit der Aufgabe betraut, die Schäden zu beseitigen.

Bisher ältester Stern mit erdähnlichen Planeten entdeckt

Lebensfreundliche Welten haben im Universum womöglich schon früher existiert als bisher angenommen. Denn mit Messdaten des Weltraumteleskops „Kepler“ fanden britische und deutsche Forscher fünf vergleichsweise kleine Planeten beim Stern Kepler-444, dessen Geburtsstunde etwa 11,2 Milliarden Jahre zurückliegt. Damit wäre dieses Planetensystem laut einer gestern veröffentlichten Studie fast zweieinhalbmal so alt wie unser Sonnensystem.

Mehr dazu in science.ORF.at

Lifestyle

Roboterhotel in Japan geplant

In Japan soll ein Hotel mit Robotern als Personal entstehen. Die Maschinen sollen unter anderem die Gäste empfangen, die Zimmer reinigen und Kaffee servieren, wie die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ heute berichtete.

Als Standort der futuristischen Herberge mit dem passenden Namen „henna hoteru“ (seltsames Hotel) ist der in der südlichen Provinz Nagasaki gelegene Freizeitpark „Huis Ten Bosch“ vorgesehen, der thematisch den Niederlanden gewidmet ist.

Sollen Personalkosten drücken

Die Roboter dienten weniger als Attraktion, sondern sollten vor allem die Personalkosten niedrig halten, hieß es. So ist etwa geplant, dass ein weiblicher Androide in Gestalt einer jungen Japanerin an der Rezeption „arbeitet“.

Das Konzept für das geplante Hotel, dessen erstes Gebäude mit 72 Zimmern im Juli öffnen soll, sehe zudem den Einsatz einer energiesparenden Photovoltaikanlage zur Stromversorgung vor, hieß es. Statt Schlüssel benutzen die Gäste ein Gesichtserkennungssystem, um in ihre Zimmer zu kommen.

Auf diese Weise sollten die Personal- und Energiekosten auf ein Drittel herkömmlicher Hotels reduziert werden, berichtete das „WirtschaftsBlatt“. Der Betreiber von „Huis Ten Bosch“ wolle diese kostengünstigen Hotels mit containerähnlichen Zimmern in Zukunft auch in Schwellenländer exportieren, hieß es weiter.