Ausland

Griechenland-Politik: CSU-Vize Gauweiler legt Ämter zurück

Der CSU-Politiker Peter Gauweiler zieht sich im Streit über die Griechenland-Politik zurück: Er gebe sowohl sein Bundestagsmandat als auch das Amt des stellvertretenden CSU-Vorsitzenden ab, sagte der 65-jährige Politiker heute in Berlin.

Von ihm sei öffentlich verlangt worden, im Bundestag so abzustimmen, „dass ich mich für das Gegenteil dessen entscheide, was ich seit Jahren vor dem Bundesverfassungsgericht und meinen Wählern vertrete“, hieß es in der Erklärung Gauweilers.

Seinen Mandatsverzicht erklärte Gauweiler nach eigenen Angaben in einem Schreiben an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), seinen Rücktritt als CSU-Vize in einem persönlichen Gespräch mit Parteichef Horst Seehofer. Dieser sagte in einer ersten Reaktion: „Ich respektiere die Entscheidung von Peter Gauweiler und danke ihm für die geleistete Arbeit für unsere Partei.“ Gauweiler hatte dem Bundestag seit 2002 angehört. Zum Parteivize war er im November 2013 gewählt worden.

Islamistenprozess in Uganda: Staatsanwältin ermordet

Im ostafrikanischen Uganda ist eine leitende Staatsanwältin in einem großen Terrorprozess ermordet worden. Joan Kagezi sei gestern von Unbekannten erschossen worden, als sie gerade auf dem Weg zu ihrem Haus in einem Vorort der Hauptstadt Kampala gewesen sei, sagte Polizeisprecher Patrick Onyango.

Die Täter seien auf einem Motorrad unterwegs gewesen. Kagezi ermittelte gegen elf Männer, die an den verheerenden Bombenanschlägen auf Fußballfans im Jahr 2010 beteiligt gewesen sein sollen.

Bei den Anschlägen, zu denen sich die somalische Islamistengruppe al-Schabab bekannt hatte, waren in Kampala 76 Menschen getötet worden. Bei den elf Verdächtigen, die wegen des Blutbads vor Gericht stehen, handelt es sich größtenteils um Kenianer und Tansanier mit somalischen Wurzeln. „Wir können nicht ausschließen, dass der Mord einen terroristischen Hintergrund hat“, so Onyango.

Erst in der vergangenen Woche hatte die US-Botschaft in Kampala vor möglichen Terror-Anschlägen von al-Schabab auf Ausländer gewarnt. Die Regierung hatte daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Ugandische Truppen sind seit Jahren im Rahmen einer Mission der Afrikanischen Union in Somalia aktiv, um die Islamisten zu bekämpfen.

Frankreich: Valls deutet Regierungsumbildung an

Nach der Wahlniederlage der regierenden Sozialisten in Frankreich hat Premierminister Manuel Valls eine Regierungsumbildung nicht ausgeschlossen.

Eine „Erweiterung der Mehrheit“ unter Einschluss der Grünen sei möglich, wenn die wirtschaftspolitische Linie der Regierung eingehalten werde, sagte Valls heute den Sendern RMC und BFMTV. Ein Eintritt grüner Minister ins Kabinett sei denkbar, „wenn es einen Pakt“ zwischen den Sozialisten und den Grünen gebe. Er selbst werde „auf dem Posten bleiben“.

Valls machte deutlich, dass er auch nach der schweren Niederlage für die Sozialisten bei den Departementswahlen am Sonntag nicht an Rücktritt gedacht habe. „Man würde dieser Situation eine politische Krise hinzufügen“, sagte er. Die Franzosen wollten, dass er sich weiter für die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Sanierung des Landes einsetze.

Bei der zweiten Runde der Departementswahlen hatte das bürgerlich-konservative Lager um Ex-Präsident Nicolas Sarkozy klar gewonnen. Es errang 66 der 101 Departements. Das linke Lager bekam eine Mehrheit in nur noch 34 Departements, nachdem es zuvor 61 dieser Gebietskörperschaften geführt hatte.

Deutschland verfolgt offenbar Kampfdrohnenprojekt

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will einem Bericht zufolge noch in diesem Jahr die Entwicklung einer europäischen Kampfdrohne in die Wege leiten.

Wie der „Spiegel“ (Onlineausgabe) heute berichtete, handelt es sich um ein gemeinsames Projekt mit Frankreich und Italien. Die bewaffnete Drohne solle frühestens 2020, spätestens aber 2025 in Bundeswehreinsätzen nutzbar sein.

Deutschland werde gemeinsam mit den beiden anderen Ländern „eine neue Generation europäischer Drohnen entwickeln, deren Fähigkeiten über die heutiger Systeme hinausgehen“, zitierte das Portal aus einer Mitteilung des Ministeriums an Obleute im Bundestag.

Es solle noch in diesem Jahr eine technische Vereinbarung für das Projekt unterzeichnet werden. Der Haushaltsausschuss des Bundestags soll sich ebenfalls noch in diesem Jahr mit dem Projekt befassen.

Derzeit verfügt die deutsche Bundeswehr nur über Aufklärungsdrohnen einer älteren Generation. Von der Leyen hatte die ursprünglich geplante Serieneinführung der Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“ im Oktober 2014 wegen großer technischer Probleme ausgeschlossen.

Nigeria-Wahl: Ex-Militärdiktator Buhari knapp in Führung

Nach der Präsidentenwahl in Nigeria liegt der muslimische Oppositionskandidat Muhammadu Buhari ersten Auszählungsergebnissen zufolge knapp in Führung. Der frühere Militärdiktator gewann zehn der ausgezählten Bundesstaaten, der christliche Amtsinhaber Goodluck Jonathan nur sechs, wie die staatliche Wahlkommission gestern Abend mitteilte.

Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet

Insgesamt gibt es in Nigeria 36 Bundesstaaten. Die Bekanntgabe des Endergebnisses schien sich daher auf heute zu verzögern. Beobachter rechneten mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Sollte der 72 Jahre alte frühere Militärdiktator Buhari den 57 Jahre alten Jonathan ablösen, wäre es der erste Wahlsieg der Opposition seit der Rückkehr des westafrikanischen Landes zur Demokratie im Jahr 1999.

Rund 70 Millionen Wahlberechtigte waren in Afrikas bevölkerungsreichstem Land am Samstag zur Abstimmung aufgerufen.

Berichte über Manipulationen

Die Wahl verlief nach Ansicht verschiedener Beobachter im Großen und Ganzen ordnungsgemäß. Eine Gruppe warnte jedoch vor Manipulationen bei der Auszählung der Stimmen. Es gebe aus mehreren Bundesstaaten besorgniserregende Berichte über Manipulationen und den Einsatz von Sicherheitskräften zur Beeinflussung von Auszählungen, teilte die renommierte Organisation Nigeria Civil Society Situation Room mit. Sie wird finanziell auch von der US-Regierung unterstützt.

Auch US-Außenminister John Kerry warnte in einer Stellungnahme vor „vorsätzlicher politischer Einmischung“. In einigen Landesteilen, vor allem im Süden, kam es zu Protesten gegen den Ablauf der Wahl. Im Bundesstaat Rivers setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein, die gegen angebliche Wahlmanipulationen protestierten.

Kerry: Noch „schwierige Punkte“ bei Atomgesprächen

Bei den Gesprächen über das iranische Atomprogramm hat sich kurz vor dem Ende der Frist heute Mitternacht noch kein Durchbruch abgezeichnet. US-Außenminister John Kerry sagte gestern Abend in Lausanne dem TV-Sender CNN, es gebe „noch immer schwierige Punkte“.

Laut Kerry zeichnete sich eine lange Sitzung der Verhandlungsparteien ab. „Wir arbeiten sehr hart, um sie zu lösen, wir werden (...) arbeiten mit dem Ziel, etwas zu erreichen“, so Kerry gestern. Jeder wisse, welche Bedeutung der heutige Tag für Verhandlungen habe.

„Kritische Phase“

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, die Verhandlungen seien in einer „kritischen Phase“, sie würden „jedoch mit großer Intensität fortgeführt“.

Die Außenminister der 5+1-Gruppe aus den UNO-Vetomächten und Deutschland sowie ihr iranischer Kollege Mohammed Dschawad Sarif tagten in Lausanne zunächst in großer Runde. Anwesend waren Steinmeier, Kerry, Laurent Fabius aus Frankreich, Philip Hammond aus Großbritannien, Sergej Lawrow aus Russland, Wang Yi aus China und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Später wurde dann zunächst auf Expertenebene weiterdiskutiert.

Gespräche könnten auch nach Fristablauf fortgesetzt werden

Die USA halten sich unterdessen die Möglichkeit einer Verlängerung der Atomgespräche auch über die selbst gesetzte Frist hinaus offen. Die Frist müsse zwar „etwas bedeuten“, sagte US-Außenamtssprecherin Marie Harf. Zugleich ließ sie aber die Tür für eine Fortsetzung der Gespräche auch ohne Abkommen offen: „Wenn wir (...) zu keiner Übereinkunft kommen, werden wir den Weg vorwärts prüfen und sehen müssen, wo wir stehen. Und dann werden wir Entscheidungen treffen.“

Schweden dementierte „Entschuldigung“ gegenüber Riad

Schweden hat die kolportierte „Entschuldigung“ gegenüber Saudi-Arabien dementiert. Ministerpräsident Stefan Löfven sagte gestern Abend, er habe in seinem Schreiben an den saudischen König lediglich bedauert, dass man in Riad Außenministerin Margot Wallströms Äußerungen zur Situation der Menschenrechte als Kritik am Islam und als „Verunglimpfung des Landes“ aufgefasst habe.

„Von Monarch zu Monarch“

„Das haben wir nicht gemacht und wir werden es auch nicht“, so der schwedische Regierungschef bei einer Pressekonferenz im UNO-Hauptquartier in New York. Die konservative Tageszeitung „Svenska Dagbladet“ schrieb heute, auch König Carl XVI. Gustaf habe sich in seinem Brief an den saudischen König Salman bin Abdulasis Al Saud ebenfalls nicht entschuldigt. Das Schreiben sei kurz gehalten und enthalte lediglich ein paar unverbindliche Höflichkeitsfloskeln von Monarch zu Monarch.

Staatlich kontrollierte saudische Medien hatten die Rückkehr des saudischen Botschafters nach Stockholm vor wenigen Tagen mit einer angeblichen „Entschuldigung“ Schwedens gegenüber dem saudischen Regime begründet. Zwischen Schweden und Saudi-Arabien war vor rund zwei Wochen eine diplomatische Krise ausgebrochen, als die Arabische Liga (AL) eine geplante Rede der schwedischen Außenministerin bei einem AL-Treffen in Kairo auf saudische Initiative kurzfristig absagte.

Inland

Kärntner Seenkaufaffäre weitet sich aus

Die Affäre um den Kauf mehrerer Seeimmobilien durch das Land Kärnten im Jahr 2007 hat sich noch einmal ausgeweitet: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft teilte mit, dass mittlerweile gegen 17 Beschuldigte ermittelt wird - und damit eigentlich fast gegen die gesamte Politprominenz des Bundeslandes. Abgesehen von früheren FPÖ-, FPK- und BZÖ-Funktionären sind unter ihnen mit Gabriele Schaunig, Reinhart Rohr (beide SPÖ), Gerhard Dörfler (FPÖ) und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (Team NÖ) vier aktive Politiker.

Mehr dazu in Wieder neue Beschuldigte

Sparerschutz vor umstrittener Reform

Die letzte Änderung der Einlagensicherung liegt bereits rund fünf Jahre zurück. Seitdem sind private Sparguthaben bis 100.000 Euro geschützt. Daran soll sich auch künftig nichts ändern - die Ankündigung des Finanzministeriums, den Sparerschutz gänzlich den Banken zu übertragen, sorgt dennoch für Verunsicherung.

Auch wenn es sich um die Umsetzung einer EU-Richtlinie handelt und Österreich lediglich zu den Vorreitern zählt, gilt die Maßnahme als umstritten. Abgesehen von der Frage, inwieweit Banken im Fall einer Pleite in der Lage sein werden, für ihre Sparer geradezustehen, fürchten Konsumentenschützer auch „massive Gebührenerhöhungen“.

Mehr dazu in „Für Sparer ändert sich nichts“

Wirtschaft

Arbeitslosigkeit in Euro-Zone auf Dreijahrestief

Die Konjunkturbelebung in vielen Krisenländern drückt die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone auf den niedrigsten Wert seit knapp drei Jahren. Im Februar hatten 18,2 Millionen Männer und Frauen keinen Job - 49.000 weniger als im Jänner und 643.000 weniger als ein Jahr zuvor.

Wie das Statistikamt Eurostat heute in Brüssel mitteilte, fiel die um saisonale Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote auf 11,3 Prozent. „Das ist der niedrigste Wert in der Euro-Zone seit Mai 2012.“

EZB erhöhte Wachstumsprognose

Hinter der positiven Entwicklung steckt ein leichter Aufschwung in der Währungsunion. Die Europäische Zentralbank (EZB) hob in diesem Monat ihre Wachstumsprognose für 2015 auf 1,5 von 1,0 Prozent an. Die Verbraucher werden durch günstige Spritpreise entlastet. Zudem beflügelt die starke Abwertung des Euro die Exporte der Unternehmen. Sie macht Waren in Übersee billiger.

Allerdings bleibt das Gefälle in den 19 Euro-Ländern sehr groß. Deutschland wies mit 4,8 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote auf, gefolgt von Österreich mit 5,3 Prozent. In Spanien lag sie dagegen bei 23,0 Prozent. In Griechenland betrug sie zuletzt sogar 26,0 Prozent

Finnland überschreitet erstmals EU-Defizitgrenze

Erstmals seit Einführung des Euro hat sich Finnland in den Kreis der Schuldensünder in der Währungsunion eingereiht. Das in eine Rezession abgerutschte Land wies 2014 ein Haushaltsdefizit von 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus, wie die Statistikbehörde in Helsinki heute mitteilte.

Die Neuverschuldung überstieg damit erstmals seit 1996 die von der EU gesetzte Grenze von drei Prozent. Finnland war eines der Gründungsmitglieder, als der Euro 1999 als Buchgeld und drei Jahre später als Bargeld in der Währungsunion eingeführt wurde.

Dieses Jahr will die Regierung die Schuldenregel bei anziehender Wirtschaft wieder einhalten. Sie veranschlagt ein Defizit von 2,6 Prozent. Dabei wird unterstellt, dass das BIP um 0,9 Prozent zulegt. 2014 schrumpfte die Wirtschaft um 0,1 Prozent. Finnland leidet noch immer unter den Spätfolgen der weltweiten Wirtschaftskrise. Der Grund ist unter anderem die hohe Exportabhängigkeit

Philips verkauft LED-Bauteilgeschäft

Der Elektronikkonzern Philips gibt seine Sparte für LED- und Autolichtbauteile in die Hände von Finanzinvestoren. Ein Konsortium um den Fonds GO Scale Capital übernehme für eine Milliardensumme 80,1 Prozent der Anteile, teilte der niederländische Konzern heute in Amsterdam mit.

Philips will einen Minderheitsanteil von 19,9 Prozent an dem Geschäftsbereich behalten. Von dem Verkauf versprechen sich die Niederländer einen Bruttoerlös von 2,8 Milliarden Dollar (2,6 Mrd Euro). Der verkaufte Geschäftsbereich soll künftig Lumileds heißen.

Der Elektrokonzern befindet sich derzeit in schwerem Fahrwasser, der Umbau wird das Unternehmen weiter belasten. Die Abspaltung der Lichtsparte soll Angaben vom Jänner dieses Jahr zufolge allein zu Einmalkosten von 300 bis 400 Millionen Euro führen. Im vergangenen Jahr war der Gewinn um zwei Drittel auf 411 Millionen Euro eingebrochen.

Erste islamische Bank in Deutschland gestartet

In Deutschland nimmt mit der Kuveyt Türk (KT) Bank AG die erste islamische Bank der Euro-Zone ihren Betrieb auf. Nachdem sie einige Jahre lediglich als Finanzdienstleister in Mannheim tätig war, hat sie nun auch die Vollbanklizenz für das Firmen- und Privatkundengeschäft erhalten. Die Zielgruppe des neuen Bankhauses mit Sitz in Frankfurt, das von Juli an auch Filialen in Mannheim und Berlin betreibt, sind nicht nur die rund vier Millionen Muslime in Deutschland.

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Lotterien-Chef Stickler tritt ab

Lotterien-Vorstand Friedrich Stickler tritt ab. Er wird im Laufe des Jahres in Pension gehen - voraussichtlich Ende Juni, berichtete der „Standard“ (Dienstag-Ausgabe) unter Berufung auf Casino-Kreise. Der Vorstandsdirektor ist seit 1969 in der Unternehmensgruppe beschäftigt.

Ob der Posten Sticklers, der auch jahrelang ÖFB-Präsident war, überhaupt nachbesetzt wird, sei noch offen. Derzeit sehe es eher nicht danach aus. Schließlich gebe es mit Karl Stoss und Bettina Glatz-Kremsner zwei weitere Lotterien-Vorstände, heißt es in Casinos-Kreisen.

Sport

ÖFB: Hadzic erwartet Spiel auf Augenhöhe

In Bosnien geboren, als Kind vor dem Jugoslawien-Krieg nach Oberösterreich geflohen, als Jugendlicher noch in ÖFB-Auswahlen und aktuell Legionär beim SK Sturm Graz - keine Frage: Der heutige Test zwischen Österreich und Bosnien-Herzegowina (20.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) ist für Anel Hadzic kein Spiel wie jedes andere. Der 25-jährige Mittelfeldmann im Kader der Bosnier erwartet einen offenen Schlagabtausch und sieht daher keinen Favoriten. Für das ÖFB-Team und Marcel Koller ist Hadzic voll des Lobes.

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EM-Qualifikation: UEFA-Verfahren nach Abbruchpartie

Nach dem Abbruch des EM-Qualifikationsspiels in Podgorica am Freitag hat die UEFA gestern ein Disziplinarverfahren gegen die Verbände von Montenegro und Russland eingeleitet. Momir Djurdjevac, Generalsekretär des montenegrinischen Verbands, rechnet mit erheblichen Konsequenzen: „Wir werden eine saftige Geldstrafe zahlen und uns von einem großen Turnier verabschieden müssen“, sagte er nach dem Skandalspiel.

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Chronik

Stromausfall legt große Teile der Türkei lahm

Ein Stromausfall hat heute große Teile der Türkei lahmgelegt. In der 15-Millionen-Einwohner-Metropole Istanbul kam der U-Bahn- und Straßenbahnverkehr zum Erliegen, Reisende saßen in den Waggons fest, wie der türkische Nachrichtensender NTV meldete.

Auch in der Hauptstadt Ankara sowie in mehreren Provinzen im Westen, im Süden und im Norden des Landes gab es keinen Strom mehr. Insgesamt waren dem Bericht zufolge mehr als zwei Dutzend Städte betroffen. In einigen Fabriken musste die Produktion eingestellt werden. Der Grund für den großflächigen Stromausfall ist noch nicht bekannt.

Großbrand in Salzburger Schokoladefabrik

Bei der Firma Salzburg-Schokolade in Grödig ist gestern Abend ein Großbrand ausgebrochen. Bei den Löscharbeiten waren 120 Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutz im Einsatz, verletzt wurde niemand.

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In Tirol brach gestern im Dachstuhl eines Wohnhauses in Reith im Alpbachtal aus bisher unbekannter Ursache ein Brand aus. Die Feuerwehren konnten den Brand rasch unter Kontrolle bringen. Verletzt wurde niemand.

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IT

Facebook in Gehry-Komplex umgezogen

Das US-Unternehmen Facebook mit Sitz im Staat Kalifornien ist umgezogen und ab sofort in einem Megakomplex von Architekt Frank Gehry zu finden.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg erklärte gestern in dem Sozialen Netzwerk, bei dem neuen Büro handle es sich um den „größten offenen Raum der Welt“. Der Hauptsitz bestehe nun aus nur einem riesigen Raum, in dem Tausende Menschen gemeinsam arbeiten können.

Auf dem Dach befindet sich nach Zuckerbergs Angaben ein mehr als dreieinhalb Hektar großer Park - trotzdem bezeichnete er den Komplex als „ziemlich einfach“ und „nicht ausgefallen“. Das sei Absicht. „Wir möchten, dass sich unser Raum wie Arbeit im Prozess anfühlt.“ Wer in das neue Büro trete, solle spüren, wie viel noch zu tun sei, um die Mission von Facebook, Menschen weltweit zu vernetzen, zu vollenden.

Der neue Hauptsitz befindet sich direkt neben dem alten Gebäude in Menlo Park. Facebook hatte Gehry 2012 angeheuert. Der US-kanadische Architekt ist für seine schwungvollen Formen bekannt - kastenförmige Bauten lehnt er ab. Weltberühmt wurde er unter anderem mit dem Guggenheim-Museum im nordspanischen Bilbao.

IBM steckt drei Mrd. Dollar in Gerätevernetzung

IBM will groß ins Geschäft mit der Vernetzung von Technik im „Internet der Dinge“ einsteigen. Der Computerkonzern entwickelt eine offene Cloud-Plattform, auf der Unternehmen eigene Anwendungen dafür laufen lassen können. In die darauf spezialisierte neue Sparte steckt IBM drei Milliarden Dollar (2,8 Mrd. Euro) über einen Zeitraum von vier Jahren.

Mit dem Schritt will IBM seine Stärken ausspielen und bündelt bisherige Projekte unter einem neuen Dach. Der Konzern betreibt bereits eine Plattform zur Auswertung großer Datenmengen, auf die unter anderem Städte wie Montpellier und Dublin zurückgreifen.

Der deutsche Autozulieferer Continental entwickelt zusammen mit IBM eine Plattform für die Autovernetzung. Auch der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney greift auf IBM-Infrastruktur zurück, um den Zustand von mehr als 4.000 vernetzten Turbinen zu überwachen.

IBM argumentiert, 90 Prozent der in Unternehmen anfallenden Daten würden derzeit nicht ausgewertet. Ein Großteil davon verliere schnell an Wert. Deswegen sollen Kunden Werkzeuge bekommen, um ihre Daten in den Cloud-Diensten von IBM zusammenzuführen.

Kultur

„Schtonk“-Regisseur Helmut Dietl tot

Mit „Schtonk“, „Rossini“ und „Monaco Franze“ hat er seine wohl größten Erfolge gefeiert - gestern ist der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Helmut Dietl nach langer Krankheit verstorben. 2013 machte der Filmemacher in einem „Zeit“-Interview publik, an Krebs erkrankt zu sein.

Dietl, der im Vorjahr seinen 70. Geburtstag feierte, wurde mit etlichen Preisen ausgezeichnet - zuletzt 2014 mit dem deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk. Nun hat das Land - so der Bayerische Rundfunk - seinen „melankomischsten“ Regisseur verloren.

Mehr dazu in „Großer des deutschen Filmschaffens“

Gesundheit

Lebensmittel: Campylobacter-Keime als Gesundheitsproblem

Lebensmittelbedingte Erkrankungen können sehr schnell gefährlich werden. Der aktuelle Bericht der EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) und des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle (ECDC) zeigt, dass das größte Problem bei Campylobacter-Keimen liegt. Salmonellen sind auf dem Rückzug, Listerien werden häufiger. Österreich ist in einer relativ guten Position.

„Campylobacter-Infektionen beim Menschen haben sich nach einem über Jahre steigenden Trend stabilisiert, sind aber weiterhin die häufigste über Nahrungsmittel verbreitete Erkrankung in der EU. Listeriosen und VTEC-Infektionen (Verotoxin-bildende E. coli-Keime) haben bei Menschen zugenommen, während die Salmonellosen und Erkrankungen durch Yersinien zurückgegangen sind“, stellten EFSA und ECDC fest. Der Report umfasst die Daten den 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie von Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz.

Die häufigste Ursache für Lebensmittel-verursachte Infektionen sind Campylobacter-Erkrankungen, die vor allem von kontaminiertem Geflügelfleisch, das nicht ausreichend erhitzt wird, stammen. 2013 wurden in der EU 214.779 bestätigte Fälle registriert, 2009 waren es 201.711 gewesen, 2011 hingegen 223.998 Erkrankungen. Das bedeutete 2013 eine Erkrankungsrate von 64,8 pro 100.000 Einwohner. Österreich liegt mit 5.726 Fällen und damit einer Erkrankungsrate von 67,7 pro 100.000 Einwohner leicht über diesen Durchschnitt.

Song Contest

Nadine Beiler: Mit Musik erwachsen geworden

Nadine Beiler startet durch. Nach sieben mageren Jahren hat sich die Tirolerin nun neu orientiert - derzeit arbeitet sie an mehreren Projekten gleichzeitig und probiert alles aus, was Spaß macht. Welche musikalische Richtung in Zukunft eingeschlagen wird, ist noch offen. Ein abermaliges Antreten beim Song Contest kann sich Nadine vorstellen, ihre Erinnerungen an Düsseldorf sind mehr als positiv.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Science

„Solar Impulse 2“: Sonnenflugzeug in China gelandet

Trotz unerwartet starken Gegenwindes hat das Schweizer Sonnenflugzeug „Solar Impulse 2“ die bisher schwierigste Etappe seiner Weltumrundung bewältigt. Nach mehr als 20 Stunden landete das Solarflugzeug gestern verspätet weit nach Mitternacht Ortszeit sicher auf dem Flughafen der südwestchinesischen Metropole Chongqing. Im Cockpit saß diesmal der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard.

Starker Gegenwind

Der 57-Jährige Pilot und sein Kollege Andre Boschberg (62) wollen mit der ersten Erdumrundung eines Solarflugzeugs für den Einsatz und die Möglichkeiten von Sonnenenergie werben. Zunächst verzögerte der starke Gegenwind den Anflug auf Chongqing. Später hieß es zudem, die Landung habe auch noch wegen des dichten Flugverkehrs auf dem stark frequentierten Flughafen verschoben werden müssen.

Wegen schlechten Wetters musste die zunächst schon für heute geplante nächste Etappe nach Nanjing in Ostchina wieder abgesagt werden. „Wir haben uns für den sicheren Weg entschieden, den Flug zu verschieben“, sagte Flugdirektor Raymond Clerc.

„Bin immer zuversichtlich“

Die Verzögerung verursache Probleme für die Organisation des weiteren Fluges, aber Sicherheit gehe vor, betonte der Flugdirektor. Wie viele Tage gewartet werden müsse, sei unklar. „Wir müssen einfach eine neue Lösung für Nanjing finden“, sagte Clerc. „Ich bin immer zuversichtlich, sonst gehörte ich nicht zu diesem Team.“

Leute

Jay Z will mit Staraufgebot Streamingmarkt aufmischen

Mit einem Großaufgebot an Stars im Rücken greift der Rapper Jay Z Streamingdienste wie Spotify und andere Musik-Flatrates an. In der Nacht auf heute stellte er in New York erstmals konkrete Pläne für seinen Flatrate-Musikdienst Tidal vor.

Jay Z gelang es, für das Projekt diverse Stars mit ins Boot zu holen - von Coldplay, Madonna, Kanye West und Rihanna über Daft Punk und Alicia Keys bis hin zu Usher, Nicki Minaj und Arcade Fire. Auch Beyonce, die Ehefrau von Jay Z, ist dabei.

„Tidal ist die Zukunft der Musik“, sagte Managerin Vania Schlogel von der schwedischen Unternehmensmutter Aspiro bei der Vorstellung des Musikerbündnisses in New York. Jay Z hatte sich bereits im Jänner um Aspiro bemüht, erst im März gelang es ihm jedoch, die Firma für 56 Millionen Dollar zu kaufen. Jetzt wurde das künftige Konzept präsentiert.

„Unsere Mission geht über Kommerz und Technologie hinaus“, sagte Sängerin Alicia Keys. Sie kündigte den ersten Streamingdienst an, bei dem allein die Musik im Vordergrund stehe und die Künstler zugleich Eigentümer seien. Dann unterzeichneten alle Musiker auf der Bühne eine entsprechende Erklärung. Allerdings traf der vermeintliche Idealismus der Superstars im Netz zunächst auf viel Skepsis.