Ausland

Belgien steuert auf Mitte-rechts-Regierung zu

Zwei Monate nach der Parlamentswahl steuert Belgien auf eine Mitte-rechts-Regierung zu. Der belgische König Philippe beauftragte heute den Vorsitzenden der flämischen Christdemokraten und den Chef der frankophonen Liberalen mit der Bildung einer Regierung. Das teilte der Königspalast in Brüssel mit. Kris Peeters und Charles Michel hätten den Auftrag angenommen.

Michel hatte die Chancen seit Ende Juni ausgelotet. Regierungsbildungen sind in Belgien kompliziert, da Parteien aus dem flämischen Norden des Landes und dem frankophonen Süden am Tisch sitzen. Nach der Wahl 2010 hatte die Koalitionsbildung 541 Tage gedauert, das war ein Weltrekord.

Texas schickt 1.000 Nationalgardisten an Grenze zu Mexiko

Nach der Massenflucht Zehntausender Kinder in die USA schickt Texas 1.000 Nationalgardisten an die Grenze zu Mexiko. „Es gibt keine nationale Sicherheit ohne Sicherheit an den Grenzen“, sagte Gouverneur Rick Perry. Er könne dem nicht tatenlos zusehen.

„Texas hat einen zu hohen Preis bezahlt für das Scheitern der Zentralregierung, unsere Grenzen zu sichern“, sagte der Republikaner gestern (Ortszeit) weiter. Die Soldaten der Nationalgarde sollten in den nächsten Wochen an der Grenze stationiert werden, hieß es.

Zigtausende unbegleitete Kinder

Die Polizei an der mexikanisch-amerikanischen Grenze ist vom Strom minderjähriger Migranten, die illegal einwandern, hoffnungslos überfordert. Seit Oktober erreichten die Grenze allein aus Zentralamerika mehr als 57.000 unbegleitete Kinder. Die meisten kommen aus Guatemala, Honduras und El Salvador und flüchten vor Gewalt, organisierter Kriminalität oder schlechten wirtschaftlichen Aussichten in ihren Heimatländern.

Um die Krise an der Grenze zu lösen, treffen die Staatschefs der drei zentralamerikanischen Länder an diesem Freitag mit US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus zusammen.

Zugleich wird das Thema Immigration gut drei Monate vor den Kongresswahlen immer mehr zum Politikum. Obama hatte den Kongress kürzlich aufgefordert, 3,7 Milliarden Dollar (2,7 Mrd. Euro) für verstärkte Grenzkontrollen und den Kampf gegen Menschenhändler freizugeben. Die Republikaner lehnen das ab. Insgesamt leben in den USA über elf Millionen Ausländer ohne gültige Papiere, viele bereits seit vielen Jahren.

Italiens Parlament hebt Immunität von Ex-Minister auf

Das italienische Parlament hat den Weg für eine Festnahme von Ex-Minister Giancarlo Galan wegen Korruptionsvorwürfen freigemacht. Heute hob die Kammer Galans Immunität auf. Ihm wird Verwicklung in einen Korruptionsskandal in Venedig vorgeworfen. Es ging um ein Dammprojekt im Wert von 5,5 Milliarden Euro, das Venedig vor Hochwasser schützen soll.

Insgesamt 30 Verdächtige waren im vergangenen Monat festgenommen oder unter Hausarrest gestellt worden. Der Politiker war von 1995 bis 2010 Präsident der Region Veneto und unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi Minister für Landwirtschaft und Kultur.

Thailändischer König akzeptiert Übergangsverfassung

Zwei Monate nach dem Sturz der Regierung hat Thailands König Bhumibol Adulyadej die Übergangsverfassung der regierenden Militärjunta gebilligt. Militärmachthaber Prayuth Chan-Ocha war heute von dem 86 Jahre alten Staatsoberhaupt empfangen worden, meldete das staatliche Fernsehen.

Die ein Jahr gültige Übergangsverfassung beinhaltet unter anderem die Einsetzung einer zivilen Übergangsregierung und eines Reformrates, die eine neue Verfassung ausarbeiten sollen. Das Militär, das am 22. Mai die Macht in Thailand übernommen hatte, versprach Wahlen und eine Rückkehr zur Demokratie, sobald es eine neue Verfassung gibt. König Bhumibol wird in Thailand hoch verehrt, seine Zustimmung ist für das Militär sehr wichtig.

Reformer gewinnt indonesische Präsidentschaftswahl

Joko Widodo ist einer der wenigen Spitzenpolitiker in Indonesien, der in der jahrzehntelangen Diktatur des Machthabers Suharto keinen Posten innehatte. Er ist nun nach dem heute offiziell verkündeten Wahlergebnis neuer Präsident des riesigen Inselstaats. Er gilt als Reformer und „Macher“ etwa im Kampf gegen Korruption und für eine bessere Infrastruktur. Sein Rivale Prabowo Subianto, Schwiegersohn von Suharto, wittert „massiven und systematischen Betrug“ und will das Ergebnis nicht anerkennen.

Mehr dazu in Rivale spricht von „massivem Betrug“

181 tote Flüchtlinge vor Lampedusa

Zu einer dramatischen Flüchtlingskatastrophe ist es am Wochenende erneut vor der italienischen Insel Lampedusa gekommen. Wie heute bekanntwurde, starben 181 Menschen bei dem Versuch, nach Europa einzureisen. Die Flüchtlinge, viele davon Kinder, stammen aus Syrien, Pakistan, Nigeria und Ghana. Mehr als 500 Menschen konnten gerettet werden. Davor war von etwa 30 Todesopfern die Rede gewesen. Die Leichen wurden im Lagerraum des völlig überfüllten Flüchtlingsbootes entdeckt, wie Zeugen berichten. Vor dem Kentern dürften sich darin entsetzliche Szenen abgespielt haben. Die Polizei verhaftete fünf mutmaßliche Schlepper.

Mehr dazu in 760 Menschen auf Flüchtlingsboot

Inland

Mikl-Leitner: Keine Bestätigung für NSA-Spionage in Wien

Das Innenministerium hat Medienberichte, wonach der US-Geheimdienst NSA auch den Wiener Sitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ausspioniert, nicht verifizieren können. „Der im Medium dargelegte Sachverhalt konnte nicht weiter konkretisiert bzw. bestätigt werden“, heißt es in einer heute veröffentlichten parlamentarischen Anfragebeantwortung.

Die Tageszeitung „Die Presse“ hatte Ende Mai berichtet, dass die OSZE zu den von allerhöchster Stelle („presidentially approved“) angeführten Aufklärungszielen der USA zähle. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit“ sei auch das Gebäude der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) in Wien verwanzt worden, hieß es unter Berufung auf Erkenntnisse des deutschen Journalisten Holger Stark.

US-Botschaft nicht kontaktiert

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) teilte nun mit, dass ihr Ressort „mit Erscheinen des diesbezüglichen Presseartikels“ entsprechende Informationen erhalten habe. Am 5. Juni sei dann mit der OSZE Kontakt aufgenommen worden. Die US-Botschaft sei vom Ministerium nicht kontaktiert worden, sagte sie auf eine entsprechende Frage. Man werde auch keine Ermittlungen einleiten.

Innenministerium: Sechs Österreicher in Syrien umgekommen

Im seit drei Jahren tobenden syrischen Bürgerkrieg sind nach Informationen des Innenministeriums auch sechs Österreicher ums Leben gekommen. Das teilte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) der FPÖ in einer heute veröffentlichten parlamentarischen Anfragebeantwortung mit. Acht Österreicher würden sich derzeit an den Kämpfen in Syrien beteiligen, so Mikl-Leitner weiter.

Bisher 40 Syrien-Reisende zurückgekehrt

Wie das Innenministerium dem „Standard“ (Onlineausgabe) mitteilte, reisten bisher 100 Personen aus Österreich in den Syrien-Krieg. Rund 40 Personen seien wieder zurückgekehrt. Die große Mehrzahl dieser Personen hat offenbar nicht die österreichische Staatsbürgerschaft. Innen-, Außen- und Justizministerium haben kürzlich ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das den Verlust der Staatsbürgerschaft oder des Asylstatus für Personen vorsieht, die sich in Syrien als Kämpfer betätigen.

Mikl-Leitner schreibt in der Anfragebeantwortung, es sei „derzeit davon auszugehen, dass sich acht österreichische Staatsbürger in Syrien befinden, um sich dort aufseiten terroristischer Gruppierungen an den Kämpfen zu beteiligen“. Weiters sei „davon auszugehen, dass bis dato sechs österreichische Staatsbürger im syrischen Bürgerkrieg umgekommen sind“.

Die FPÖ wollte in ihrer Anfrage auch wissen, welche Personen und Organisationen in Österreich Kämpfer für den Dschihad anwerben. Dazu verweigerte Mikl-Leitner „aus sicherheitspolizeilichen Gründen“ die Antwort.

Heeressparkurs: Spindelegger weist Kritik zurück

Die Regierung habe dem Patienten Bundesheer mit dem Sparkurs den Todesstoß verpasst. Mit drastischen Worten wirft die Offiziersgesellschaft vor allem Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) das Totsparen des Bundesheeres vor. Die Hälfte seiner Aufgaben könne das Heer nicht mehr erfüllen. Der Finanzminister hält die Kritik für unangebracht, wie er nach dem Sommerministerrat erklärte.

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FPÖ schickt 21-Jährigen in Wiener Stadtschulrat

Die FPÖ hebt mit Maximilian Krauss einen 21-jährigen Jus-Studenten in das Amt des stellvertretenden Stadtschulratspräsidenten Wiens. Man wolle damit ein Zeichen der Erneuerung setzen, sagte der Wiener FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache heute. Der Unmut bei anderen Parteien ist groß.

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Sport

Fußball: Dunga übernimmt Ruder bei Brasilien

Carlos Dunga ist in Rio de Janeiro als neuer brasilianischer Nationaltrainer vorgestellt worden. Verbandspräsident Jose Maria Marin präsentierte den 50-Jährigen heute wie erwartet als Nachfolger von Luiz Felipe Scolari. Nach dem WM-Debakel mit Platz vier soll der Weltmeister von 1994 die „Selecao“ bis zur Copa America 2015 in Chile zu neuer Stärke führen. Für Dunga ist es keine Premiere auf der Trainerbank des Rekordweltmeisters, hatte er sein Heimatland bereits zur WM 2010 in Südafrika geführt.

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Tour de France: Rogers holt erste Pyrenäen-Etappe

Der Australier Michael Rogers hat die erste von drei Pyrenäen-Etappen gewonnen. Der dreifache Zeitfahr-Weltmeister holte sich heute auf dem 16. Teilstück nach 237,5 Kilometern von Carcassonne nach Bagneres-de-Luchon den Sieg als Solist. Rogers war ursprünglich mit 21 Fahrern ausgerissen, ehe er sich am Port de Bales absetzen konnte und seinen ersten Tour-Etappensieg holte. In der Ausreißergruppe befand sich auch Österreichs einziger Starter Bernhard Eisel, der den 15. Rang belegte und unter anderen den Gesamtführenden Vincenzo Nibali hinter sich ließ.

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Wirtschaft

Zahl der Insolvenzen in Österreich rückläufig

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist in der ersten Jahreshälfte 2014 um 4,5 Prozent auf 2.936 Verfahren gesunken. Auch die Zahl der angemeldeten Privatinsolvenzen ist in Österreich weiter rückläufig, so die Halbjahresbilanz 2014 der Creditreform.

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Niemetz offenbar vor Absiedlung nach Niederösterreich

Die Suche nach einem Standort für den „Schwedenbomben“- Erzeuger Niemetz ist wohl beendet. Darauf lassen Stellungnahmen der Wirtschaftsagentur Wien und der niederösterreichischen Wirtschaftslandesrätin schließen. Der neue Standort könnte in Niederösterreich liegen.

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Immer mehr Menschen von Delogierung bedroht

Mehr als 5.200 Menschen in Oberösterreich waren im Jahr 2013 davon bedroht, ihre Wohnung zu verlieren. Und die Menschen, die Hilfe suchen, werden immer jünger. Das zeigen Zahlen des Landes. Der Hauptgrund: hohe Schulden schon in jungen Jahren.

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BayernLB-Prozess: Wohl keine harten Strafen

Für die ehemaligen Vorstände der BayernLB bleibt der verhängnisvolle Kauf der Hypo Alpe-Adria wohl ohne große Folgen. Monatelang hat das Landgericht München das Milliardendesaster ausgeleuchtet. Etliche Zeugen wurden vernommen, Gutachten vorgetragen und Tausende Dokumente gesichtet. Nun könnte das Mammutverfahren mit einem Deal zwischen den Beteiligten oder sogar der Einstellung enden.

Morgen beginnen die Verhandlungen zwischen Anwälten und der Staatsanwaltschaft. Betroffen sind nach Angaben aus Justizkreisen zunächst zwei der sechs wegen des laut Staatsanwaltschaft München überteuerten Hypo-Kaufs Angeklagten.

Keine Haft zu erwarten

Eine Gefängnisstrafe für die einstigen Topmanager ist nicht zu erwarten. Denn die Richter sahen von Anfang an kein strafbares Handeln der Manager bei der Übernahme der Hypo und dürften ihre Meinung nach der monatelangen Beweisaufnahme kaum geändert haben.

Mehrere prominente Zeugen hatten die Vorstände vor Gericht in München in höchsten Tönen gelobt und ihnen gewissenhafte Arbeit bescheinigt. Auch die Frage, ob der Kaufpreis für die Hypo Alpe-Adria mit 1,6 Mrd. Euro angesichts der bekannten Risiken zu hoch war, konnte vor Gericht nicht eindeutig geklärt werden.

Chronik

Pkw beim Einparken gerammt: Zwei Verletzte in NÖ

Zwei Verletzte hat es heute Vormittag bei einem Verkehrsunfall in Krems (Niederösterreich) gegeben. Nach Angaben der Feuerwehr wurde ein Auto bei der Zufahrt zu einem Parkplatz von einem anderen gerammt und umgestoßen.

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Pkw auf Pannenstreifen übersehen

Der Fahrer eines Lkws hat gestern Abend auf der Innkreisautobahn (A8) in Oberösterreich einen Pkw aus Frankreich auf dem Pannenstreifen übersehen und gerammt. Zum Glück waren die Insassen vorher ausgestiegen. Der Pkw wurde 15 Meter durch die Luft geschleudert.

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A1 war nach Unfall stundenlang gesperrt

Auch auf der Westautobahn (A1) in Salzburg ereignete sich in der Nacht ein schwerer Unfall. Ein Lkw geriet ins Schleudern und durchschlug die Betonleitwand. Der Lenker wurde verletzt.

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Mexiko: Keine Anklage gegen Leiterin von Kinderheim

Die greise Leiterin des Armenheims im Westen von Mexiko muss keine Strafverfolgung fürchten. Die etwa 80 Jahre alte Rosa Verduzco sei senil, teilte Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam gestern Abend mit.

Eine ärztliche Untersuchung habe ergeben, dass die Frau geistig und körperlich nicht mehr in der Lage gewesen sei, eine solche Einrichtung zu führen. Rechtlich gesehen gebe es daher seitens der Anklagebehörde keine Handhabe gegen sie.

Hunderte Kinder in menschenunwürdigen Zuständen

Soldaten und Polizisten hatten am vergangenen Dienstag rund 450 Minderjährige aus der von Verduzco gegründeten Einrichtung „La Gran Familia“ (Die Große Familie) im Bundesstaat Michoacan befreit. Sie hatten dort jahrelang zwischen Bergen von Müll gelebt, waren zum Betteln gezwungen und Zeugen zufolge auch sexuell missbraucht worden.

Verduzco, als „Mama Rosa“ bekannt, habe nicht direkt etwas mit dem Missbrauch zu tun gehabt, hieß es. Die Frau war nach dem Polizeieinsatz in ein Krankenhaus in Zamora gebracht worden, um wegen Diabetes und Bluthochdrucks behandelt zu werden. Nach Angaben des Generalstaatsanwalts sind seither mehr als 150 Anzeigen gegen Mitarbeiter des Heimes eingegangen. Gegen sechs von ihnen sei Anklage wegen Freiheitsberaubung, Menschenhandels und organisierter Kriminalität erhoben worden. Gerüchte, auf dem Gelände habe es Massengräber gegeben, bewahrheiteten sich offenbar nicht.

Fünf Kinder sterben bei Verkehrsunfall in Frankreich

Bei einem schweren Verkehrsunfall im Nordosten Frankreichs sind fünf Kinder und ein Erwachsener ums Leben gekommen. Nahe der Stadt Troyes stießen heute auf einer Landstraße ein Lastwagen und ein Kleinbus mit zahlreichen Kindern an Bord zusammen, wie aus Justizkreisen verlautete. „Es ist ein tödlicher Unfall mit vielen Opfern“, sagte Staatsanwalt Alex Perrin.

Mysteriöse Fahnen auf Brooklyn Bridge in New York

New York rätselt über zwei mysteriöse Fahnen auf der Brooklyn Bridge. Auf New Yorks bekanntester Brücke wehten heute Früh plötzlich nicht wie jeden Tag zwei US-Fahnen, wie der Sender CBS zeigte. Stattdessen flatterten auf den beiden Toren der Brücke weiße Fahnen. Ganz schwach war allerdings das Muster der amerikanischen Fahne zu erkennen.

Das Ganze ist umso mysteriöser, weil die Brooklyn Bridge als New Yorker Wahrzeichen für die Polizei zu den neuralgischen Punkten gehört. Praktisch immer ist ein Streifenwagen auf der Auffahrt in Manhattan, und Polizisten gehen über die Brücke. Die Polizei äußerte sich zu dem Fall zunächst nicht.

IT

Urheberrecht: OGH bestätigt Verantwortung von Providern

Die einstweilige Verfügung gegen den Internetprovider UPC Telekabel Wien, der 2011 den Zugang zum Urheberrechte verletzenden Portal Kino.to sperren musste, wurde zu Recht erlassen. Das bestätigte der Oberste Gerichtshof (OGH) heute im Rechtsstreit von österreichischen und deutschen Filmproduzenten gegen UPC rund um den illegalen Zugriff auf Filme im Internet.

Provider darf Zugangssperren verlangen

UPC hatte stets geltend gemacht, dass der Provider lediglich den Zugang zum Internet vermittle, nicht jenen zu illegalen Websites. Der OGH hatte dazu den Europäischen Gerichtshof (EuGH) um Auslegung der EU-Urheberrechtsrichtlinie ersucht. Ende März urteilte der EuGH, dass Zugangssperren vom Provider verlangt werden können, wenn eine begründete Aufforderung der Rechteinhaber besteht (C-314/12). Dieser Linie folgt nun der OGH-Beschluss.

„Endlich erleben wir einen weiteren wichtigen Schritt zu einem erwachsenen und sauberen Web“, freute sich der Verein für Anti-Piraterie (VAP) in einer Reaktion auf das OGH-Urteil. Filmproduzent Veit Heiduschka („Das weiße Band“, „Amour“), der als Kläger im Fall auftritt, fordert nun ein rasches Trockenlegen jener Angebote, „die auf gewerbsmäßigen Urheberrechtsverletzungen aufbauen“.

Etwa 100 Seiten in Europa betroffen

Neben Kino.to, das 2011 den Betrieb einstellte, geht es laut dem VAP europaweit um „höchstens 100 Webseiten“, die dieses Urteil betreffen werde. Zugangssperren gegen diese Seiten, die durch den hohen Nutzerverkehr mittels Streuwerbung vielfach Millionengewinne erzielten, gebe es bereits in elf EU-Ländern. Der VAP hofft nun auf ein „Memorandum of Understanding“ zwischen Providern und Kreativwirtschaft, wie es das etwa in Irland gibt. Dort wurde dieses Memorandum auch von UPC mitgetragen.

Niko Alm, NEOS-Sprecher für Netzpolitik, kritisiert die Entscheidung: „Netzsperren sind kein brauchbares Mittel, um gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen. Sie stellen hingegen ein Einfallstor für Zensurmaßnahmen dar, die Begehrlichkeiten wecken könnte, auch andere - unwillkommene, aber legale - Inhalte zu sperren.“

Gesundheit

Science

„Europeana“: Erinnerungen an Ersten Weltkrieg gesucht

Private Erinnerungsstücke aus dem Ersten Weltkrieg sammelt das digitale Archiv „Europeana“. Mehr als 130.000 Stück aus 14 Ländern sind bisher zusammengekommen. Am 1. August sollen es bei einem Aktionstag in Wien noch einige mehr werden.

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1914 in Tagebüchern

Erstmals veröffentlichte Tagebücher dokumentieren die Stimmungslage der Deutschen zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Die Schriftstücke offenbaren eine kollektive Euphorie, die sich alsbald in ein kollektives Trauma verwandeln sollte.

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Medien

Time Warner will sich vor Murdoch-Übernahme schützen

Zum Schutz vor einer feindlichen Übernahme durch den Medienmogul Rupert Murdoch hat der US-Konzern Time Warner seine Unternehmenssatzung geändert. Danach haben Aktionäre künftig nicht mehr die Möglichkeit, eine außerordentliche Hauptversammlung zu beantragen, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht (SEC) von gestern hervorgeht.

In Kraft treten soll die Änderung demnach mit der Hauptversammlung 2015. In der Zwischenzeit soll nur der Konzernchef Jeff Bewkes oder eine Mehrheit der Verwaltungsratsmitglieder die Möglichkeit haben, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen.

Mit dieser Maßnahme will Time Warner Zeit gewinnen und verhindern, dass eine Minderheit von Aktionären, die für eine Übernahme durch Murdoch sind, eine außerplanmäßige Versammlung veranlassen kann. Mit so einer Sitzung hätte sie eine schnelle Prüfung einer möglichen Übernahme durchsetzen können.

Der Konzern 21st Century Fox von Murdoch hatte vergangene Woche erklärt, Time Warner im vergangenen Monat ein „formales Angebot“ unterbreitet zu haben. Der Vorschlag sei aber abgelehnt worden. Beide Seiten würden sich derzeit nicht in Gesprächen befinden. Time Warner bestätigte den Vorgang.

Kultur

„Little Big Man“: US-Autor Thomas Berger tot

Der US-Schriftsteller Thomas Berger ist tot. Berger sei bereits in der vergangenen Woche im Alter von 89 Jahren gestorben, berichtete heute die „New York Times“ unter Berufung auf die Agentin des Autors. Zuletzt hatte er im US-Bundesstaat New York gelebt. Der 1924 in Cincinnati im Bundesstaat Ohio geborene Berger war vor allem durch seine „Little Big Man“-Bücher über den Wilden Westen berühmt geworden.

Eines davon wurde 1970 mit Dustin Hoffmann in der Hauptrolle in Hollywood verfilmt. Aber Berger schrieb auch zahlreiche andere Bücher in unterschiedlichen Genres, darunter Horror, Science-Fiction und Kriminalgeschichten.

Leute

Familienidylle pur zu Prinz Georges erstem Geburtstag

Prinz William (32) und seine Frau Kate (32) können sich seit einem Jahr vor Glückwünschen und Geschenken kaum retten. Den ersten Geburtstag ihres Sohnes George heute nutzte das Paar für ein umfassendes Dankeschön an alle, „wo auch immer wir sie getroffen haben, zu Hause oder im Ausland, für die herzlichen und großzügigen Glückwünsche für George und unsere Familie“.

Dazu veröffentlichte der Londoner Kensington-Palast zwei Familienbilder von Anfang Juli, die idyllischer nicht sein könnten. Kate in grünem Blumenkleid hält lachend den gut gelaunten kleinen Prinzen, Papa William, die Ärmel des weißen Leinenhemds lässig hochgekrempelt, zeigt dem Sohn die Wunder der Natur. Einmal hat er einen Schmetterling auf der Hand, einmal schaut die ganze Familie fasziniert in die Luft. Ein Bild am Wochenende hatte bereits bewiesen, dass George inzwischen ohne helfende Hand gehen kann.