Ausland

Flüchtling auf ungarischem Bahnhof Bicske gestorben

Auf dem Bahnhof von Bicske, knapp 40 Kilometer westlich von Budapest, ist heute ein Flüchtling gestorben. Das berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf den Rettungsdienst. Der 50-Jährige sei zusammengebrochen auf den Schienen gefunden worden; Rettungsversuche seien vergeblich gewesen. Über die genaue Todesursache und über die Herkunft des Mannes gab es zunächst keine Informationen.

Der Mann war einer der 500 Flüchtlinge, die sich seit gestern weigerten, in das Flüchtlingslager von Bicske gebracht zu werden.

17 Tote bei Anschlägen auf Polizei in Tadschikistan

Bei zwei Anschlägen auf Polizisten in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan sind heute mindestens 17 Menschen getötet worden. Für die Angriffe machte das Innenministerium des islamisch geprägten Hochgebirgslandes Anhänger der verbotenen oppositionellen Partei der Islamischen Wiedergeburt verantwortlich.

Sie hätten bei den Attacken auf ein Polizeirevier östlich der Hauptstadt Duschanbe sowie in der Nähe des Flughafens das Feuer auf Sicherheitskräfte eröffnet, von denen acht getötet worden seien. Auch neun Angreifer kamen demnach ums Leben, mehrere Verdächtige wurden festgenommen. Das Innenministerium machte einen früheren Vizeverteidigungsminister aus der verbotenen Partei für die Angriffe verantwortlich.

Amnesty verurteilt Schlägerangriff auf Flüchtlinge auf Kos

Auf der griechischen Ägäis-Insel Kos sind Flüchtlinge heute nach Angaben von Amnesty International mit Schlagstöcken angegriffen worden. Wie die Menschenrechtsorganisation mitteilte, schrien die bis zu 25 Angreifer die Flüchtlinge an, sie sollten „in ihre Länder zurückkehren“. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt, um die Menge auseinanderzutreiben.

Die örtliche Polizei bestritt den Einsatz von Tränengas. Allerdings sei sie zuvor mit Pfefferspray gegen eine Menge von etwa tausend Menschen vorgegangen. Diese hätten sich nach einer Prügelei zwischen syrischen und irakischen Flüchtlingen vor dem Polizeirevier versammelt.

Amnesty rief die Behörden auf, umgehend dafür zu sorgen, dem „andauernden Leid Tausender Flüchtlinge, darunter zahlreiche Kinder, ein Ende zu setzen“. Die Flüchtlinge lebten bei sengender Hitze unter „unmenschlichen Bedingungen“. Die meisten Flüchtlinge wollen nicht im krisengeschüttelten Griechenland bleiben, sondern weiter in andere europäische Länder reisen, wo sie auf bessere Lebenschancen hoffen.

Unruhen vor hochrangigem EU-Besuch

Auf den griechischen Inseln Lesbos und Kos, wo Tausende Flüchtlinge auf ihre Weiterreise warten, kam es heute vor dem Besuch von Vizepräsident Frans Timmermans und Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos zu Unruhen. Rund tausend Menschen aus Afghanistan wollten auf die Fähre nach Piräus gelangen und wurden von der Polizei mit Blendgranaten zurückgedrängt.

Die Situation für Flüchtlinge auf den Inseln gilt als menschenunwürdig: Es gibt weitaus zu wenige Schlafstätten, auch bei der Versorgung hapert es. Timmermans und Avramopoulos machten sich selbst ein Bild der Lage.

Mehr dazu in Fähre zum Festland als Ziel

Ungarn erklärt illegalen Grenzübertritt zur Straftat

In Ungarn gilt illegaler Grenzübertritt vom 15. September an nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat. Das beschloss das Parlament in Budapest heute im Eilverfahren auf Initiative des Innenministers Sandor Pinter. Schlepper sollen mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft werden.

Das insgesamt zehnteilige Gesetzespaket zur Verhinderung der illegalen Einwanderung beinhaltet unter anderem auch die Einrichtung von Transitzonen für Menschen auf der Flucht direkt an der Grenze.

Sie sollen zur serbischen Seite hin offen sein und auf der ungarischen Seite geschlossen. Die Transitzonen sind als größere Flächen geplant, auf denen sich Flüchtlinge bis zum Ende ihres Asylverfahrens aufhalten dürfen.

Ob der neue Zaun an der serbischen Grenze wie von der Regierung geplant auch von Soldaten bewacht werden darf, wurde zunächst nicht entschieden. Die linksliberale Opposition hatte eine Abstimmung darüber unter Berufung auf Formalitäten der Parlamentshausordnung verhindern können.

Vier Wienerinnen in Budapest wegen Schlepperei angehalten

Vier Aktivistinnen aus Wien sind heute in der ungarischen Hauptstadt Budapest vorübergehend wegen des Verdachts der Schlepperei angehalten und auf eine Polizeistation gebracht worden. Auf Drängen von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sollten die Fluchthelferinnen noch im Laufe des Tages nach Österreich zurückkommen.

„Wir haben vereinbart, dass die vier Österreicher heute noch nach Österreich zurückkehren können“, sagte Kurz vor Beginn des EU-Außenministerrates in Luxemburg. Klar sei aber, dass die Handlungen strafbar seien.

Die vier Aktivistinnen wurden unweit des Südbahnhofs in Budapest angehalten. Ihnen wurde vorgeworfen, dass sie in insgesamt drei Autos mehrere Flüchtlinge illegal nach Österreich bringen wollten. Auch die Migranten in den Pkws wurden von der Polizei angehalten.

Österreich verlangt von Ungarn „Augenmaß“

Österreich drängte umgehend auf eine „rasche Klärung“ der Situation. „Wir verlangen von den ungarischen Behörden, dass mit Augenmaß vorgegangen und genau geprüft wird“, sagte Kurz am Vormittag. „Es gibt einen Unterschied zwischen organisierten Schleppern, die aus Profitgier den Tod von Menschen in Kauf nehmen, und Menschen, die vielleicht einfach nur helfen wollten.“

Für Schlepperei drohen in Ungarn bis zu acht Jahre Haft. Geregelt ist das Vergehen in Paragraf 353 im ungarischen Strafgesetzbuch. Alleine für einen Gratistransport über die Grenze drohen bis zu drei Jahre Haft. Wird lediglich die Schlepperei vorbereitet, drohen schon bis zu zwei Jahre Haft.

Ein bis fünf Jahre Haft drohen, wenn für den Transport Geld verlangt wird oder mehrere Personen geschmuggelt werden sollen. Zwei bis acht Jahre Freiheitsstrafe können verhängt werden, wenn geschleppte Personen gequält werden, wenn die Schlepper bewaffnet sind, das Vergehen gewerbsmäßig oder von einer Bande begangen wird.

Dreijähriger Aylan in Kobane beigesetzt

Der auf der Flucht nach Europa ertrunkene dreijährige Aylan Kurdi ist in seiner nordsyrischen Heimatstadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab) beigesetzt worden. Bilder zeigten heute, wie der Vater den in ein weißes Tuch gehüllten Leichnam des Buben im Grab in den Armen hält.

Auch Aylans ebenfalls ums Leben gekommener fünf Jahre alter Bruder Galip und seine Mutter Rehan seien beerdigt worden, sagte der Kurdensprecher Idriss Nassan. Trauernde Einwohner Kobanes beteten am Grab für die Opfer und gaben ihnen das letzte Geleit.

Der leblose Körper von Aylan war am Mittwoch an einem Strand im türkischen Bodrum angespült worden. Der Bub gehörte einer Gruppe an, die per Boot die griechische Insel Kos erreichen wollte. Das Foto des toten Kindes löste international Bestürzung aus.

Türkei verweigerte Trauernden Grenzübertritt

Augenzeugen der Bestattung berichteten, der Vater der Toten habe geweint und die Särge geküsst, in denen die Leichname nach Kobane gebracht worden waren. Abdullah Kurdi hatte das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer als einziges Familienmitglied überlebt. „Ich hoffe, dass meine Geschichte die Menschen dazu bringt, den Flüchtlingen mehr zu helfen“, sagte er dem kurdischen TV-Kanal Rudaw.

Dem Sender zufolge verweigerte die Türkei zahlreichen Begleitern des Trauerzugs den Übertritt über die Grenze nach Syrien. Dabei habe es sich um Kurden aus Kobane gehandelt, die jetzt in der Türkei lebten. „Welche Sünde haben Kinder wie er (Aylan) begangen, dass sie so sterben müssen“, sagte einer von ihnen Rudaw. „Diese Kinder hätten ein normales Leben führen und zur Schule gehen sollen.“

Hohe Wellen brachten Boot zum Kentern

Abdullah Kurdi hatte gestern einem Radiosender gesagt, hohe Wellen hätten das Boot auf dem Weg von Bodrum zur etwa fünf Kilometer entfernten Insel Kos zum Kentern gebracht. Er habe versucht, seinen Söhnen und seiner Frau zu helfen.

Als er nach drei Stunden von der Küstenwache gerettet worden sei, seien die drei tot gewesen. Die türkischen Behörden nahmen vier mutmaßliche Schleuser fest, die für den Tod der Flüchtlinge verantwortlich sein sollen.

Obama-Kommentar auf Facebook erregt Aufmerksamkeit

Mit sehr persönlichen Worten hat US-Präsident Barack Obama auf Facebook das Foto eines iranischen Buben kommentiert. Im Arm seines Vaters, der ihn für sein soziales Verhalten lobt, lächelt der Zehnjährige in die Kamera von Brandon Stanton, dessen Seite „Humans of New York“ Millionen folgen. Stanton fotografiert zurzeit im Iran.

Der Vater des Buben erzählt, sein Sohn löse gerne die Probleme anderer Leute. „Als er fünf war, haben wir zwei Pfund frischer Marillen gekauft, und ich ließ ihn einen Beutel nach Hause tragen.“ Kurz darauf seien alle Marillen weg gewesen: „Ich kann sie dir nicht wiedergeben“, habe sein Sohn gesagt, „ich habe sie alle anderen gegeben. Da wusste ich: Ich erziehe einen Menschenfreund.“

„Was für eine inspirierende Geschichte“

„Was für eine inspirierende Geschichte“, kommentierte Obama, der als „bo“ auf dem offiziellen Facebook-Account des Weißen Hauses zeichnet. „Wenig erfüllt Eltern mehr, als zu sehen, dass die Werte, die sie ihren Kindern beigebracht haben, sie tatsächlich in ihren Handlungen beeinflussen.“ Das Bild halle sehr in ihm nach.

In amerikanischen Medien erregte der Kommentar Obamas viel Aufmerksamkeit. Der Atomdeal mit dem Iran ist eines der derzeit wichtigsten Themen der internationalen Politik.

Präsident hofft auf Marille

„Ich hoffe, dieser junge Mann verliert niemals seine Lust, anderen zu helfen“, schrieb Obama weiter. Er werde weiter alles für eine Welt tun, in der dieser und andere junge Menschen ihr volles Potenzial ausleben können. „Und wenn ich ihn jemals treffe, hoffe ich, dass er mir eine Marille aufhebt!“

Das Foto des Buben erhielt bei Facebook bis heute Nachmittag knapp 500.000 Likes; für Obamas Kommentar klickten mehr als 100.000 User „Daumen hoch“.

Inland

Asyl: 83 Bürgermeister „vernetzten“ sich in Alpbach

83 Bürgermeister sind heute der Einladung des Europäischen Forums Alpbach zu einem „Vernetzungstreffen“ wegen der Flüchtlingsunterbringung in das Tiroler Bergdorf gefolgt. Unter dem Titel „Wege aus der Asylquartierkrise“ tauschten sie sich dabei auch mit Flüchtlingskoordinator Christian Konrad aus. Dieser wollte sich vorerst noch nicht öffentlich näher zu seiner Arbeit äußern.

Er werde zum geeigneten Zeitpunkt öffentlich Stellung nehmen, meinte der Ex-Raiffeisen-Generalanwalt vor Journalisten. Bei seinem Eintreffen hatte Konrad gemeint, er sei nach Alpbach gekommen, um die Bürgermeister zu überzeugen, dass es notwendig sei, in schwierigen Situationen „menschlich solidarisch“ zu sein.

Arbeitskreis „Lernen von Traiskirchen“

Im Turnsaal der Hauptschule Alpbach war Konrad in angeregten Gesprächen mit den Ortschefs zu sehen. Die Teilnehmer bildeten zunächst verschiedene Gruppen bzw. Arbeitskreise, in denen Experten, etwa von Diakonie und Caritas, Auskunft gaben. Die einzelnen Gruppen befassten sich etwa mit der „Einbindung der Zivilgesellschaft“, den „Privatunterkünften für Flüchtlinge“, der „Lage in den Herkunftsländern“ oder mit „Psychosozialen Fragen“.

Über einem Arbeitskreis prangte ein Zettel mit der Aufschrift „Lernen von Traiskirchen“, in dem der Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) das Wort führte. Im zweiten Teil des Konferenznachmittags berichteten 15 Bürgermeister über ihre Erfahrungen mit Flüchtlingen in ihren Gemeinden.

Oberhauser überlegt Einsatz syrischer Ärzte

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) überlegt, Gesundheitspersonal unter den Flüchtlingen im Asylbereich auch ohne Nostrifikation zum Einsatz zu bringen.

Vorbild dafür sei Deutschland, sagte sie heute bei einer Pressekonferenz anlässlich eines Treffens der deutschsprachigen Gesundheitsminister in Wien. Dort werden syrische Ärzte als Berater in Asyleinrichtungen beschäftigt.

Oberhauser sprach von „qualifiziertem Dolmetschen und ein bisschen mehr“, um die Ärzte bereits während des Wartens auf die Anrechnung ihrer Ausbildung einsetzen zu können. Viele Asylwerber seien traumatisiert, und es sei wichtig, ihnen Ansprechpartner in ihrer Muttersprache zur Verfügung zu stellen.

Auch bei den Voraussetzungen für die Anrechnung will sie Lösungen finden: „Was nutzt es, wenn sie keine Approbation kriegen, weil sie die deutsche Sprache nicht sprechen?“ Im Alleingang will Oberhauser das allerdings nicht durchboxen. „Es ist ganz sicher die Kooperation mit der Österreichischen Ärztekammer zu suchen.“ Daneben soll das auch auf der europäischen Ebene thematisiert werden.

Grüne: EU-Botschaften in Budapest öffnen

Die Grünen haben sich angesichts der chaotischen Zustände in Ungarn für eine Gewährung von Botschaftsasyl durch Österreich und andere EU-Staaten in Budapest ausgesprochen.

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) solle beim Treffen der EU-Chefdiplomaten in Luxemburg einen entsprechenden Vorstoß unternehmen, sagte Grünen-Chefin Eva Glawischnig heute. „Das kann der Außenminister heute vorschlagen: Machen wir die Botschaft in der nächstgelegenen Krisenregion auf, und das ist der Budapester Bahnhof.“

„Ungarn ist kein sicheres Land für Flüchtlinge mehr“, so Glawischnig, die dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban vorwarf, in der jetzigen Krise auf die europäischen Werte vergessen zu haben. Bei der jetzigen Situation auf dem Budapester Bahnhof gehe es nicht nur um Chaos, „sondern um das Instrumentalisieren von Menschen in Not“.

Daher sollen nun die EU-Botschaften in Budapest geöffnet werden, wo sich die Flüchtlinge registrieren und dann weiterreisen können, sagte Glawischnig. Mit Blick auf die Dublin-Zuständigkeitsregeln im Asylbereich meinte sie, es sei „nicht die Zeit, um über juristische Details zu diskutieren“. Wenn Österreich seine Botschaft öffne, werden auch andere Staaten wie Deutschland oder Frankreich folgen, gab sich die Wiener Grünen-Chefin Maria Vassilakou überzeugt.

Flüchtlinge: Zwei Mio. Euro für humanitäre Hilfe

Österreich will fast zwei Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds für die humanitäre Hilfe in Auffangzentren für Flüchtlinge in Syrien und den Nachbarstaaten bereitstellen. Diese Hilfe wolle Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) beim informellen Treffen mit seinen EU-Kollegen heute bekanntgeben, wie es aus dem Außenamt hieß.

Im Detail vorgesehen sind 500.000 Euro für die Betreuung durch das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) in der Türkei, 500.000 Euro für ein Zentrum für Binnenflüchtlinge in Syrien, 500.000 Euro für nicht staatliche Flüchtlingshilfsorganisationen im Libanon und 250.000 Euro für das UNO-Entwicklungsprogramm UNDP zur Wiederansiedlung im Irak. Nach Schätzungen des Außenamtes können damit rund 40.000 Menschen in der Region unterstützt werden.

Österreich wolle außerdem seinen Auslandskatastrophenfonds von fünf auf 20 Millionen Euro pro Jahr aufstocken, hieß es weiter. Kurz will bei dem EU-Außenministerrat in Luxemburg dem Vernehmen nach eine bessere Koordinierung der EU in der Region forcieren, darunter zur Ursachenbekämpfung der Flüchtlingskrise und für den Kampf gegen Terrorismus.

Weitere Schwerpunkte sollen die humanitäre Hilfe für Auffangzentren, die Kontrolle der EU-Außengrenze, die Kooperation an der Westbalkan-Route und die EU-interne Diskussion über eine Asylquote sein.

Sport

EM-Qualifikation: Deutschland auf Revanche aus

Deutschland hat in der laufenden EM-Qualifikation bisher eine Niederlage kassiert, im Oktober des Vorjahres musste man sich in Polen mit 0:2 geschlagen geben. Heute bietet sich dem Weltmeister nun die Chance zur Revanche, gastiert der Tabellenführer doch in Frankfurt.

Mit einem Sieg würden sich die Deutschen in Gruppe D zwei Punkte vor die Polen setzen. „Nach einem nicht weltmeisterlichen Jahr sind wir ein wenig unter Zugzwang. Wir werden eine Mannschaft auf dem Platz haben, die Polen schlägt“, versprach Teamchef Joachim Löw.

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Formel 1: Hamilton strotzt vor Selbstvertrauen

Lewis Hamilton geht als WM-Leader in den Grand Prix von Italien am Sonntag in Monza (14.00 Uhr, live in ORF eins). Mit 28 Punkten Vorsprung hat der Weltmeister einen beruhigenden Polster auf seinen Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg. Doch Hamilton sieht das nicht als Ruhekissen. Mit einem neuen Adlertattoo will sich der Brite als „geborener Anführer“ präsentieren. Und Adler könnten ungeduldig mit jenen werden, die nicht mithalten können, so Hamiltons Kampfansage an die Konkurrenz.

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Wirtschaft

Hollandfonds: Pensionist gewinnt gegen Raiffeisen

In Sachen Schiffs- und Immobilienfonds liegt das erste rechtskräftige Urteil gegen Raiffeisen vor. Eine Raiffeisenbank aus Niederösterreich muss einem Pensionisten, der in einen Hollandfonds des deutschen Emissionshauses MPC investiert hat, sein Geld zurückzahlen. Der Mann wurde nicht über alle Risiken aufgeklärt - insbesondere nicht über den „Ausschüttungsschwindel“, wie es sein Anwalt nennt.

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Chronik

Polizei entdeckte größte Cannabisplantage Spaniens

Die spanische Polizei hat eine der wohl größten Cannabisplantagen in Europa entdeckt. Drogenfahnder stießen in der Gegend von Albacete im Südosten Spaniens auf eine Anpflanzung, die sich über drei Hektar erstreckte. Dort seien 75.000 Cannabispflanzen mit einem Gewicht von insgesamt fünf Tonnen sichergestellt worden, teilte die Polizei am heute mit.

Das sei die größte Menge, die jemals in Spanien von den Sicherheitskräften entdeckt worden sei. Möglicherweise sei die Cannabis-Plantage die größte in Europa gewesen, berichtete die Zeitung „El Pais“ unter Berufung auf Polizeikreise.

Sechs Verdächtige wurden festgenommen. Der Chef soll nach Informationen des Blattes ein Strafgefangener gewesen sein, der seine Hafturlaube zum Aufbau der Plantage nutzte. Um keinen Verdacht zu erwecken, sei eine Cannabis-Sorte mit kleinen Pflanzen angebaut worden. Die Pflanzen wuchsen unter Olivenbäumen.

Spiegel erschlug Kind: Millionenstrafe für Hugo Boss

Weil ein kleiner Bub in einer Umkleidekabine von einem Spiegel erschlagen wurde, muss der Modekonzern Hugo Boss umgerechnet mehr als 1,6 Millionen Euro Strafe zahlen.

Der mehr als 100 Kilogramm schwere und gut zwei Meter hohe Spiegel kippte im Juni 2013 in einem Hugo-Boss-Laden im englischen Bicester bei Oxford auf den Vierjährigen. Der Bub starb vier Tage später im Krankenhaus. Heute verurteilte ein Gericht in Oxford Hugo Boss zu der Geldstrafe.

Der Spiegel war einem Bericht der Nachrichtenagentur PA zufolge nicht an der Wand befestigt, sondern stand frei. Der Konzern hatte demnach zugegeben, Sicherheitsvorschriften missachtet zu haben. Es sei „für ein ungeübtes Auge offensichtlich“ gewesen, dass der Spiegel ein Risiko darstellte, sagte Richter Peter Ross heute. Dass er nicht früher umgekippt sei, sei „nicht weniger als ein Wunder“ gewesen.

Religion

Wie islamische Vereine Flüchtlingen helfen

Konfessionelle Vereine und Religionsgemeinschaften stehen in Sachen Flüchtlingsbetreuung in vorderster Linie. Auch mehrere muslimische Verbände und Gruppen engagieren sich für Flüchtlinge in Österreich. Von einer „sehr, sehr großen Bereitschaft, sich zu engagieren“, spricht die Pressesprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), Carla Amina Baghajati, im Gespräch mit religion.ORF.at.

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Kultur

Dichter Rainer Kirsch gestorben

Der Lyriker Rainer Kirsch, ein Vertreter der „Sächsischen Dichterschule“, ist mit 81 Jahren gestorben. Der Autor sei heute in seiner Wohnung in Berlin friedlich eingeschlafen, teilte der Eulenspiegel Verlag unter Verweis auf die Witwe mit.

Kirsch, 1934 im sächsischen Döbeln geboren, hatte trotz heftiger Schwierigkeiten mit der SED bis zuletzt in der DDR gelebt. 1961 brachte er in der Anthologie „Bekanntschaft mit uns selbst“ erste Gedichte heraus, später folgten auch gemeinsame Arbeiten mit der Lyrikerin Sarah Kirsch (1935-2013). Mit ihr war er acht Jahre verheiratet. Der Eulenspiegel Verlag widmete ihm eine mehrbändige Werkausgabe.

IT

Die „stillen“ Datensauger auf dem Handy

Die aufmerksame Nutzung von Daten auf dem Handy oder Tablet ist nicht nur im Urlaub immer öfter Thema. Viele Apps erzeugen bei der Nutzung stetig steigenden Datentraffic, der das monatliche Datenvolumen immer schneller schmelzen lässt.

Oft sind Bilder, vor allem aber Videos, für den hohen mobilen Datenverbrauch verantwortlich. Mit den passenden Einstellungen lässt sich meist verhindern, dass am Ende der Daten noch zu viel Monat übrig ist. Doch nicht immer ist genau erkennbar, woher ein bestimmter Datentraffic eigentlich wirklich stammt.

Mehr dazu in Datenverbrauch steigt stetig

Science

Leute

Bob Geldof will Flüchtlingsfamilien aufnehmen

Der irische Musiker und Aktivist Bob Geldof will vier Flüchtlingsfamilien aufnehmen. „Jeanne und ich können sofort drei Familien in unserem Haus in Kent und eine Familie in unserer Wohnung in London unterbringen“, sagte Geldof heute dem irischen Radiosender RTE. „Ich kann es nicht ertragen, was passiert. Und ich kann nicht ertragen, was es mit uns macht.“

Die Bilder des drei Jahre alten syrischen Aylan Kurdi, dessen Leiche an einen türkischen Strand gespült wurde, und andere Berichte von Grenzen und Städten in Europa seien eine Schande, sagte Geldof. Der ehemalige Boomtown-Rats-Sänger ist für sein soziales Engagement bekannt. Seit 1985 hat er mehrere Live-Aid-Konzerte veranstaltet.