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Ausland

Jemen: Armee eroberte wichtige Militärbasis zurück

Einen Tag nach dem Beginn eines Großangriffs auf die Luftwaffenbasis von al-Anad hat die jemenitische Regierung die Rückeroberung des größten Militärstützpunkts im Land verkündet. Das Verteidigungsministerium sprach heute von einem Sieg für die Regierungstruppen über die schiitischen Huthi-Rebellen, die seit März die Basis im Süden des Landes kontrolliert hatten.

Aus Militärkreisen verlautete, es habe in der Nacht heftige Gefechte auf dem weitläufigen Stützpunkt gegeben. Etwa 70 Huthi-Kämpfer seien getötet und zehn weitere gefangen genommen worden. Aufseiten der Regierungstruppen habe es 24 Tote und 23 Verletzte gegeben. Die Truppen hätten die Kontrolle über die Gebäude und Lagerhallen übernommen und suchten nun nach verbliebenen Huthi-Kämpfern, hieß es.

Die US-Armee hatte den Stützpunkt 60 Kilometer nördlich der Hafenstadt Aden genutzt, um den Drohnenkrieg gegen die Islamistengruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel zu leiten. Im März fiel die strategisch wichtige Basis aber in die Hände der vorrückenden Huthi-Rebellen.

US-Luftangriffe zum Schutz syrischer Rebellen

Die USA haben nach eigenen Angaben erstmals eine von ihnen ausgebildete Rebellengruppe in Syrien mit einem Luftangriff unterstützt. Der Luftangriff sei zum Schutz der Gruppe Neues Syrien erfolgt, teilte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Bill Urban, gestern in Washington mit.

„Wir müssen handeln, um die Gruppe Neues Syrien, die wir ausgebildet und ausgerüstet haben, zu verteidigen“, hob der Pentagon-Sprecher hervor. Zuvor hatte ein Regierungsvertreter erklärt, die US-Armee habe Stellungen der islamistischen Al-Nusra-Front bombardiert und damit auf einen Angriff der Islamisten auf von den USA ausgebildete Rebellen reagiert.

Direkte Warnung an Assad

Vor Bekanntgabe des US-Luftangriffs hatte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest, den syrischen Machthaber Baschar al-Assad ausdrücklich davor gewarnt, den vom US-Militär ausgebildeten Einheiten beim Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in die Quere zu kommen. Die USA seien zu „zusätzlichen Schritten“ bereit, um die verbündeten Rebellen zu unterstützen, sagte Earnest.

Die USA fliegen seit dem vergangenen Sommer gemeinsam mit Verbündeten Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien und im Irak. Für den Kampf auf dem Boden setzt Washington auf die irakischen Streitkräfte, kurdische Verbände sowie die moderate Opposition gegen Assad. Der seit mehr als vier Jahren andauernde syrische Bürgerkrieg hatte den Aufstieg des IS begünstigt, der mittlerweile große Gebiete in Syrien und im Irak kontrolliert.

Kosovo macht Weg für Sondertribunal frei

Das Parlament im Kosovo hat sich internationalem Druck gebeugt und mit einer Verfassungsänderung den Weg für ein Sondertribunal geebnet. Das Gericht soll Gräueltaten von Albanern an Serben im Kosovo-Krieg Ende der 1990er Jahre ahnden. 85 Parlamentarier stimmten gestern für die Vorlage, fünf votierten dagegen.

Die Opposition im Parlament mit 120 Sitzen boykottierte die Abstimmung. Es soll um Morde, Verschleppungen, Vertreibungen, sexuelle Gewalt und die Zerstörung von Kirchen gehen.

Die Verbrechen sollen Rebellen der inzwischen aufgelösten Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) in der Zeit von 1998 bis Ende 2000 begangen haben. UCK-Veteranen protestierten vor dem Parlament gegen das Tribunal und riefen „Verräter“. Das Tribunal gilt als Teil des Normalisierungsprozesses zwischen Serbien und dem Kosovo, um den sich die Europäische Union bemüht. Ziel der EU ist es, die serbische Minderheit in dem fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo in diesen Staat zu integrieren.

USA: Republikaner lehnen Iran-Abkommen ab

Eine Mehrheit der Abgeordneten im US-Repräsentantenhaus - alles Republikaner - ist für die Ablehnung des Atomdeals mit dem Iran. Das teilte gestern der republikanische Abgeordnete Peter Roskam auf seiner Homepage mit. 218 der 434 Mandatare hätten eine von ihm im Juli vorgelegte Resolution unterzeichnet.

Der US-Kongress wird nach dem Ende der Sommerpause und vor dem 17. September über die Resolution 367 abstimmen, in der das zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland (5+1-Gruppe) am 14. Juli in Wien vereinbarte Abkommen abgelehnt wird. Bei ihrer Annahme könnte US-Präsident Barack Obama nicht wie geplant die Suspendierung der Sanktionen gegen Teheran anordnen.

Mit ihrer Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses allein können die Republikaner den Deal mit dem Iran aber nicht zu Fall bringen, zumal Obama angekündigt hat, sein Veto dagegen einzulegen. Dieses könnte nur mit Zweidrittelmehrheit überstimmt werden, die aber kaum zu erreichen sein dürfte, da auch ein Großteil der Demokraten gegen den Präsidenten stimmen müsste.

Palästinenserkind getötet: Jüdischer Ultranationalist gefasst

Drei Tage nach dem Tod eines anderthalbjährigen Palästinenserbuben bei einem Brandanschlag im israelisch besetzten Westjordanland hat es gestern die erste Festnahme gegeben. Wie ein Sprecher des israelischen Inlandsgeheimdiensts Shin Beth mitteilte, wurde in Safed im Norden Israels der Chef einer ultranationalistischen jüdischen Gruppe gefasst.

Eine Polizeisprecherin sagte, der um die 20 Jahre alte Meir Ettinger werde „nationalistischer Verbrechen“ verdächtigt. Er soll tags darauf zu einer Haftanhörung vor Gericht erscheinen. Ettingers Großvater ist der rechtsextreme Rabbiner Meir Kahane, der 1968 die Jüdische Verteidigungsliga (JDL) gründete. Er rief auch die Kach-Bewegung ins Leben, die sich für die Vertreibung aller Araber aus Israel einsetzt. 1990 wurde er bei einem Attentat in New York getötet.

Israelische Medien beschrieben Ettinger als Drahtzieher eines Brandanschlags auf die römisch-katholische Brotvermehrungskirche am 18. Juni. Die von deutschen Mönchen verwaltete Pilgerstätte im nordisraelischen Tabgha am See Genezareth war dabei schwer beschädigt worden. Sie gilt gläubigen Christen als der Ort, an dem Jesus Christus bei der Speisung der Fünftausend eines seiner größten Wunder vollbrachte, indem er fünf Brotlaibe und zwei Fische vermehrte, um Tausende Gläubige zu versorgen.

Erstmals wieder Sommerlager auf Utöya

Erstmals seit dem Anschlag vor vier Jahren findet dieses Wochenende wieder ein Sommerlager auf der norwegischen Insel Utöya statt.

Die Veranstalter hoffen auf eine Rekordteilnehmerzahl von 1.000 Personen. Obwohl das Gedenken an die Opfer von 2011 eine zentrale Rolle spielen soll, sei man besonders um einen normalen Ablauf des Camps bemüht, sagte eine Sprecherin der norwegischen Jungsozialisten (AUF) der APA.

Das heurige Ferienlager auf der bei Oslo gelegenen Insel steht unter dem Motto „Internationale Solidarität“, wobei vor allem über die Folgen von politischem Extremismus debattiert werden soll. Keine Details wollte AUF-Sprecherin Marta Hofsöy zu den offenbar verstärkten Sicherheitsvorkehrungen beim Camp nennen.

Erwartet werden die frühere norwegische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland und der aktuelle Vorsitzende der Sozialistischen Partei Norwegens, Jonas Gahr Störe. Österreicher werden heuer nicht am Sommercamp teilnehmen.

Inland

Lopatka verteidigt ÖVP-Zuwachs aus Team Stronach

ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka hat gestern Abend in der ZIB2 den Zuwachs in seiner Partei aus den Team-Stronach-Reihen verteidigt. Erst am Samstag war ja bekanntgeworden, dass die beiden ehemaligen TS-Mandatare Kathtrin Nachbaur und Rouven Ertlschweiger den Klub wechseln.

„Im Sinne der Steuerzahler“ sei es sicher das Beste, wenn Abgeordnete, die in ihrer Partei keine Zukunft mehr sähen, anstatt als wilde Abgeordnete im Parlament zu sitzen, ihre Chance bei einer anderen Partei nutzten. So könne ihre Arbeit fortgesetzt werden.

Gespräch mit Lopatka

Reinhold Lopatka nahm zu den Überläufern und zum möglichen Koalitionswechsel Stellung.

Dafür, was Frank Stronach (als TS-Parteigründer) hinterlassen habe, sei er jedenfalls nicht verantwortlich. Dem Hinweis, dass TS-Wähler aber wohl eher nicht die ÖVP wählen würden, stimmte er jedoch zu. Angesprochen darauf, dass das TS gegen einen Großteil der von der ÖVP beschlossenen Gesetze gestimmt hat, meinte Lopatka sinngemäß, dass kritische Stimmen in der Partei willkommen seien.

Allerdings müsse jeder, der wechselt, zu 100 Prozent das Grundsatzprogramm der ÖVP mittragen - ein Kandidat, der dafür auch die Voraussetzungen erfüllen würde, ist aus seiner Sicht NEOS-Parteichef Matthias Strolz.

ÖVP-FPÖ-Dementi zu Koalitionsplänen

Dass Nachbaur und Ertlschweiger zur ÖVP gewechselt sind, hat die Gerüchte über einen fliegenden Koalitionswechsel zu Schwarz-Blau befeuert. Der wird allerdings von beiden beteiligten Parteien dementiert. Nach Lopatka wies auch Parteichef Reinhold Mitterlehner solche Pläne ins Reich der „Sommerspekulationen“.

Auch FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl lehnt einen „fliegenden Wechsel“ der Mehrheiten „kategorisch“ ab. Einen entscheidenden Unterschied gibt es allerdings: Die ÖVP lehnt Neuwahlszenarien ab, die FPÖ drängt darauf.

Mehr dazu in Lugar soll neuer TS-Klubchef werden

Aufnahmestopp-Bescheid für Traiskirchen zugestellt

Der Bescheid für den Aufnahmestopp im niederösterreichischen Erstaufnahmezentrum Traiskirchen ist zugestellt worden. Grundlage ist eine gesundheitsbehördliche Überprüfung, nach der Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) die Aufnahmesperre angekündigt hatte.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Ministerium: Asylvertrag mit Gabcikovo bleibt aufrecht

Unterdessen stellten das österreichische und das slowakische Innenministerium klar, dass man an den Plänen festhält, Asylwerber in der Slowakei unterzubringen. In der dafür vorgesehenen Stadt Gabcikovo hatten sich bei einer Abstimmung 97 Prozent gegen dieses Vorhaben ausgesprochen. 500 Menschen, die derzeit in Traiskirchen sind, sollen in der Stadt versorgt werden.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Laut slowakischer Regierung verständlich

Innenpolitisch fuhr die Regierung in Bratislava freilich eine andere Kommunikationsstrategie. Man könne das Ergebnis der Volksabstimmung in der südslowakischen Gemeinde verstehen, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme des Innenministeriums. Es spiegle „Befürchtungen wieder, die die ganze Slowakei teilt“.

Daher habe sich die Regierung auch gegen eine verpflichtende Quote auf EU-Ebene gewehrt und lediglich der freiwilligen Aufnahme von 100 „Christen“ aus Syrien über UNO-Resettlement-Programme zugestimmt. Zudem werde man vor Ankunft der Asylwerber aus Österreich „umfassende Sicherheitsmaßnahmen“ vorbereiten, die der Bevölkerung von Gabcikovo klar und deutlich erklärt würden.

Vier Bundesländer erfüllen Asylquote

In Österreich selbst erfüllen nur drei der neun Bundesländer derzeit die Quote bei der Unterbringung von Asylwerbern: Wien, Niederösterreich und Vorarlberg nehmen weiterhin mehr Flüchtlinge auf als mit dem Innenministerium vereinbart (Stichtag 3. August). Dazu gesellt sich das Land Salzburg, das die Quote nach eigenen Angaben erfüllt, jedoch noch nicht in der offiziellen Statistik enthalten ist.

Schlusslicht ist das Burgenland. Dort sind derzeit 180 Flüchtlinge weniger untergebracht als mit dem Innenministerium vereinbart. Die Quotenerfüllung beträgt dort lediglich 88,33 Prozent. Kärnten hält bei 91,61 Prozent oder 250 Asylwerbern zu wenig. Die Steiermark liegt bei 91,85 Prozent, was 530 fehlenden Plätzen entspricht.

Oberösterreich erfüllt nur zu 93,2 Prozent das Soll, dort sind es 519 Asylwerber weniger als ausgemacht. Etwas besser sieht es in Tirol aus, wo aber die Quote mit 95,68 Prozent (167 fehlende Plätze) auch nicht erfüllt wird.

NÖ, Wien, Vorarlberg und Salzburg

In Niederösterreich mit dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen sind derzeit 1.569 Flüchtlinge mehr als vereinbart untergebracht, die Quotenerfüllung beträgt 118,02 Prozent. Wien beherbergt derzeit 249 Asylwerber mehr, als es eigentlich müsste, und erfüllt damit die Quote zu 102,64 Prozent. Leicht im Plus liegt nun auch Vorarlberg: 100,26 Prozent oder fünf Flüchtlinge mehr als vereinbart.

Salzburgs grüne Landesrätin Martina Berthold teilte mit, man habe über das Wochenende noch 178 zusätzliche Plätze geschaffen. Damit beherberge man derzeit genau 2.861 Flüchtlinge und damit einen mehr als vereinbart. In der offiziellen Statistik waren die 178 zusätzlich geschaffenen Plätze noch nicht ersichtlich, und die Quotenerfüllung lag noch bei 93,8 Prozent. Es dürfte sich um Übernahmen handeln, die noch nicht wirksam sind.

Die der APA vorliegenden Daten aus den Bundesländern umfassen auch die fixen Einrichtungen des Bundes sowie die Zeltlager für Asylwerber und jene in Gebäuden der Polizei. Im überfüllten Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen befanden sich am Montag exakt 4.000 Flüchtlinge, ein großer Teil davon ist weiterhin obdachlos.

Sport

Erste Liga: LASK stürzt Leader Innsbruck

Aufstiegsfavorit LASK hat sich gestern mit einem Auswärtssieg bei Wacker Innsbruck an die Erste-Liga-Tabellenspitze gesetzt. Die Tiroler, die davor ex aequo mit Austria Klagenfurt Platz eins belegt hatten, kassierten in der dritten Runde die erste Niederlage. Bereits heute Abend haben die Klagenfurter Gelegenheit, mit einem Sieg zu Hause gegen den FAC die Führung zurückzuholen.

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Tennis: Newcomer Novak überrascht in Kitz

In seinem zweiten Spiel auf der ATP-Tour hat Dennis Novak gestern in Kitzbühel seinen ersten Sieg gefeiert. Der 21-jährige Niederösterreicher schlug in der ersten Runde den ebenfalls ungesetzten, aber doch favorisierten Briten Aljaz Bedene (Weltranglisten-57.) in drei Sätzen. Im Achtelfinale des Sandplatz-Traditionsturniers in Tirol trifft der ÖTV-Newcomer nun auf den als Nummer drei gesetzten Fabio Fognini.

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Wirtschaft

Deutliches Umsatzplus für Hugo Boss

Der deutsche Modekonzern Hugo Boss hat mit seiner Sommerkollektion vor allem in den eigenen Geschäften bei den Kunden gepunktet. Im zweiten Quartal sei der Konzern daher deutlich stärker gewachsen als zum Jahresauftakt, teilte Hugo Boss heute mit.

Der Vorstand bestätigte vor diesem Hintergrund seine Jahresziele. „Dank der sehr guten Entwicklung unseres konzerneigenen Einzelhandels hat sich unser Wachstum im zweiten Quartal beschleunigt“, sagte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs. Im weiteren Verlauf rechne er mit einer Fortsetzung des positiven Trends, auch wenn die Bedingungen in den USA und China unverändert schwierig seien.

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 647,1 Millionen Euro, währungsbereinigt um sieben Prozent. Der operative Gewinn (EBITDA) vor Sondereffekten legte um zwölf Prozent auf 123,3 Millionen Euro zu. Netto blieben 70,7 Millionen und damit 13 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Lahrs peilt im Gesamtjahr unverändert währungsbereinigt ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Bereich an. Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) soll um fünf bis sieben Prozent zulegen.

Geldwäsche: US-Justiz ermittelt gegen Deutsche Bank

Der Geldwäscheverdacht bei der Deutschen Bank in Russland ruft einem Agenturbericht zufolge nun auch das US-Justizministerium auf den Plan. Die Behörde habe entsprechende Ermittlungen eingeleitet, berichtete die Finanzagentur Bloomberg gestern unter Berufung auf Insider.

Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf eine frühere Mitteilung in dieser Sache. Demnach geht Deutschlands größtes Geldhaus den Vorwürfen in einer internen Untersuchung nach. Disziplinarverfahren seien eingeleitet worden.

Als erste US-Behörde hatte die New Yorker Finanzaufsicht DFS Mitte Juli Ermittlungen aufgenommen. Das sei ein normaler Vorgang, wenn der Dollar betroffen sei, sagte eine mit der Sache vertraute Person damals der Nachrichtenagentur Reuters.

Russische Gelder im Visier der Fahnder

Anfang Juni war bekanntgeworden, dass sich die Deutsche Bank in Russland mit einem großen Fall von Geldwäsche konfrontiert sieht. Russische Kunden hätten über die Bank wohl Rubel im Wert von mehr als sechs Milliarden Dollar (5,47 Mrd. Euro) gewaschen, verlautete damals aus Finanzkreisen.

Bloomberg zufolge haben russische Kunden über die Deutsche Bank Papiere in Rubel gekauft, die ihnen das Institut in London gleichzeitig in Dollar wieder abkaufte. So schafften sie an den Behörden vorbei Gelder aus Russland heraus.

Puerto Rico bedient Anleihe nicht - in Zahlungsverzug

Das hoch verschuldete Puerto Rico ist in Zahlungsverzug geraten. Eine öffentliche Anleihe der staatlichen Public Finance Corporation (PFC) über insgesamt 58 Millionen Dollar (53 Mio. Euro) sei nur mit 628.000 Dollar bedient worden, teilte die Entwicklungsbank von Puerto Rico gestern mit. Die nötigen Mittel seien nicht vorhanden, hieß es in einer Stellungnahme.

Die US-Ratingagentur Moody’s erklärte daraufhin laut US-Medien den Zahlungsausfall. Puerto Rico ist als selbstverwaltetes Außengebiet zwar US-Territorium, aber kein US-Bundesstaat. Es kann deshalb nur begrenzt auf Hilfe aus Washington hoffen. Das Land hat insgesamt einen Schuldenberg von rund 72 Milliarden Dollar (66 Mrd. Euro). Dass Rechnungen nicht mehr bezahlt werden, kommt nicht überraschend.

Puerto Ricos Gouverneur Alejandro Garcia Padilla hatte bereits Ende Juni Zahlungsausfälle angekündigt, sollten die Gläubiger keine Zugeständnisse machen: „Ziel ist ein Moratorium, um die Begleichung der Schulden einige Jahre zurückzustellen.“ Bereits Anfang Juli konnte nur knapp verhindert werden, dass der staatliche Energieversorger Prepa in Zahlungsverzug gerät.

Griechische Wirtschaft am Boden

Mit einem Kurssturz von fast 23 Prozent hat die griechische Börse gestern nach gut einem Monat Zwangspause ihren Handel wieder aufgenommen. Die Athener Börse zeichnet damit ein dramatisches Bild von der Wirtschaftslage im Land. Wie sich an den Aktienkursen ablesen lässt, tendieren die meisten Anleger derzeit zum Verkauf von Anteilen griechischer Unternehmen. Wie sehr insbesondere die griechische Industrie darniederliegt, belegen zudem neue Zahlen des Londoner Markit-Instituts: Der Einkaufsmanagerindex fiel auf ein historisches Rekordtief.

Mehr dazu in Industrie schrumpft wie nie zuvor

Chronik

Polizei fasste Kremser Brandstifter

Die Brandserie in Krems (Niederösterreich) dürfte geklärt sein: Die Polizei hat in der Nacht einen jungen Mann festgenommen. Der 19-Jährige wurde auf frischer Tat ertappt, als er zum dritten Mal einen Holzstoß anzünden wollte.

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In Vorarlberg brach in der Nacht im Feldkircher Bahnhofsareal Feuer aus. Nach ersten Informationen der Polizei Feldkirch brannte ein leerstehendes Gebäude. Auch der angrenzende Friedhof geriet in Brand.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Mord mit 15 Jahren: Pakistaner nun hingerichtet

Pakistan hat heute einen jungen Mann hingerichtet, der wegen eines Mordes im Alter von nur 15 Jahren zum Tode verurteilt worden war. Shafqat Hussain sei kurz nach Sonnenaufgang in einem Gefängnis in Karachi gehängt worden, teilten sein Bruder und ein Gefängniswärter der Nachrichtenagentur AFP mit.

Hussain soll 2004 einen siebenjährigen Buben getötet haben. Internationale Menschenrechtsgruppen hatten das Todesurteil wegen Hussains Alter kritisiert, seine Anwälte erklärten, Hussain sei bei seiner Verurteilung überhaupt erst 14 gewesen.

Zudem warfen sie den pakistanischen Behörden vor, sein Geständnis durch Folter erzwungen zu haben. UNO-Experten kamen zu dem Schluss, dass das Gerichtsverfahren gegen Hussain „internationalen Standards“ nicht gerecht geworden sei. Auch die EU kritisierte das Urteil.

Hussains Leiche wurde seinen Brüdern übergeben, die den Behörden vorwarfen, die Hinrichtung sei nicht ordnungsgemäß verlaufen. „Es gibt eine Schnittwunde an seinem Hals, und sein halber Hals ist vom Körper abgetrennt“, sagte sein Bruder Abdul Majeed der Agentur AFP. Hussains Mutter Makhni Begum beteuerte, ihr Sohn sei unschuldig gewesen.

Zwei Tote bei Einsturz von Zirkuszelt in den USA

Beim Einsturz eines Zirkuszelts sind im US-Bundesstaat New Hampshire zwei Menschen ums Leben gekommen. Wie örtliche Medien heute berichteten, wurden bei dem Unglück in der Stadt Lancaster etwa hundert Kilometer von New Hampshires Hauptstadt Concord zudem 15 weitere Menschen verletzt. Es war unklar, ob der Einsturz des Zelts auf ein Unwetter zurückzuführen war, vor dem Meteorologen gewarnt hatten.

Die Gouverneurin von New Hampshire, Maggie Hassan, erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, Rettungskräfte seien zum Unglücksort entsandt worden. Auch das Rote Kreuz schickte nach eigenen Angaben Helfer.

Religion

Dutzende christliche Gräber in Ostfrankreich beschädigt

Auf einem christlichen Friedhof im Osten Frankreichs haben Unbekannte Dutzende Gräber beschädigt.

Auf etwa 40 Gräbern des Friedhofs von Labry im Departement Meurthe-et-Moselle seien Kruzifixe umgedreht oder zerstört sowie eine Grabplatte beschädigt worden, teilte das Innenministerium gestern Abend in Paris mit. Es sei bereits das fünfte Mal seit Jahresbeginn, dass in der Region Gräber entweiht würden.

Das Ministerium bezeichnete die Taten als „inakzeptabel“ und kündigte harte Strafen für die Verantwortlichen an. Nach den Urhebern werde gefahndet. Labry liegt etwa 30 Kilometer westlich von Metz in Ostfrankreich.

Kultur

Fondation Cartier: Kongolesische Kunst in Paris

Die farbenstarke, lebensfrohe und sozialkritische Kunst aus der Demokratischen Republik Kongo ist in europäischen Museen nur selten zu finden. In der Pariser Fondation Cartier ist deshalb eine Retrospektive kongolesischer Kunst auf dem besten Weg, zum Publikumsmagneten zu werden. Die Ausstellung „Kongo Kitoko“ spannt einen Bogen von Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Filmfestival Locarno verlängert roten Teppich

Morgen beginnt die 68. Auflage des Filmfestivals von Locarno in der Schweiz. Das bis 15. August dauernde Programm umfasst 179 Lang- und 87 Kurzfilme aus 50 Ländern, darunter drei österreichische Produktionen.

Der rote Teppich, den das internationale Festival den Filmdelegationen allabendlich unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen auf der Piazza Grande ausrollt, wird heuer verlängert. Dadurch können Schaulustige erstmals bereits den Empfang der Stars mitverfolgen - unter ihnen Hollywood-Größen wie Edward Norton und Komödiantin Amy Schumer, die für die Europapremiere von „Trainwreck“ („Dating Queen“) ins Tessin reist.

Weltpremiere für Unterweger-Film

Ebenfalls anwesend sein wird der österreichische Burgtheater-Schauspieler Johannes Krisch, der gemeinsam mit Filmpartnerin Corinna Harfouch und Regisseurin Elisabeth Scharang den Film „Jack“ präsentiert. Der Film über den Wiener Serienmörder Jack Unterweger ist eine von drei österreichischen Produktionen im breit gefächerten Festivalprogramm.

Im Kurzfilmwettbewerb läuft die österreichisch-portugiesische Koproduktion „O que resta“ von Jola Wieczorek. Jakob Brossmanns „Lampedusa in Winter“, eine Doku über den Alltag auf der italienischen „Flüchtlingsinsel“, wird im Rahmen der 26. Auflage der unabhängigen Kritikerwoche gezeigt.

Im Hauptwettbewerb war Österreich zuletzt 2012 vertreten, damals mit „Der Glanz des Tages“ und „Museum Hours“ sogar zweifach.

19 Filme rittern um Preise

Heuer rittern 19 Filme um den goldenen und die silbernen Leoparden, darunter auch einige prominente Locarno-Rückkehrer. Dazu gehören neben der Belgierin Chantal Akerman („No Home Movie“) der polnische Regisseur Andrzej Zulawski, der 1981 die Jury geleitet hatte und nun seinen neusten Film „Cosmos“ präsentiert.

Ein Comeback gibt auch der Südkoreaner Hong Sangsoo mit „Right Now, Wrong Then“. Sangsoo hatte 2013 mit „U ri sunshi“ den silbernen Leoparden für die beste Regie gewonnen

IT

Lifestyle

Finn statt Franz: Die neuen Kindermodenamen

Wer einen Franz, Josef oder Wolfgang kennt, wird damit kaum die Bekanntschaft mit einem kleinen Kind verbinden. Aus einem einfachen Grund: Kinder heißen in Österreich so nicht mehr. Auch nicht: Monika, Birgit, Doris. Die neue Hitliste heimischer Vornamen zeigt an der Spitze einmal mehr die Dominanz von Lukas, Anna und anderen bekannten Größen.

Im breiten Mittefeld tummeln sich Namen, die man vor 20 Jahren nicht auf der Rechnung - und damit in der Statistik - hatte. Finn, Ben, Luis, Tim, Annika, Emily, Lea, Valentina - so heißen kleine Kinder in Österreich in der Gegenwart. Auch Jennifer und Kevin gehören nun der Vergangenheit an.

Mehr dazu in Und was wurde aus Kevin?

Science

Leute

Ex-US-Präsident Jimmy Carter unterzog sich Leberoperation

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter hat sich einer Leberoperation unterzogen. Der Eingriff gestern sei problemlos verlaufen, teilte die Emory-Universitätsklinik in Atlanta mit. Es sei zu erwarten, dass der 90-jährige Ex-Präsident vollständig genese. Nach Angaben des Carter Center wurde Carter bei der OP ein kleines Stück Gewebe entfernt.

Der Demokrat Carter war von 1977 bis 1981 US-Präsident. Danach engagierte er sich mit seiner wohltätigen Stiftung in Entwicklungsländern. 2002 wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Bobbi Kristina Brown beigesetzt

Whitney Houstons Tochter Bobbi Kristina Brown ist neben ihrer Mutter beigesetzt worden. Gut eine Woche nach ihrem Tod wurde die 22-Jährige gestern auf dem Fairview Cemetery in Westfield bei New York beerdigt, meldete das „People“-Magazin. Die Beisetzung fand im engen Familienkreis statt. Überschattet wurde sie weiter von der Fehde der Familien ihrer Eltern.

Brown war vor gut einer Woche nach einem halben Jahr im Koma gestorben. Sie war Ende Jänner leblos in einer Badewanne mit dem Gesicht nach unten gefunden worden. Auch ihre Mutter war fast genau drei Jahre zuvor leblos in einer Badewanne gefunden worden und gestorben.

Familienfehde geht weiter

Die Totenwache am Freitag und die Trauerfeier am Samstag für Bobbi Kristina wurde vom Streit der beiden Familien geprägt. Die Houstons und die Browns gelten als entzweit, seit Bobby Brown und Whitney Houston einen langen Scheidungskrieg führten. Bei der Totenwache warteten die Browns im Auto, bis die Houstons Abschied von Bobbi Kristina genommen hatten, und gingen erst dann in die Kapelle.

Der jüngste Teil des Streits: Laut TMZ.com tauchte ein Foto der Toten in ihrem Sarg auf, offenbar aufgenommen während der Totenwache. Angeblich wurde es für 100.000 Dollar verkauft. Die beiden Familien beschuldigen einander, für den Vertrauensbruch verantwortlich zu sein - genau wie im Februar 2012, als solch ein Bild von der toten Whitney Houston auftauchte.

Gwen Stefani und Gavin Rossdale vor Scheidung

Die Sängerin und Modedesignerin Gwen Stefani soll laut US-Medienberichten die Scheidung von Ehemann und Rockstar Gavin Rossdale eingereicht haben. Die beiden waren 20 Jahre lang ein Paar, 13 Jahre davon verheiratet.

Gwen Stefani und Gavin Rossdale

Reuters/Danny Moloshok

Laut US-Medien sollen „unüberbrückbare Differenzen“ als Scheidungsgrund genannt worden sein. Sowohl Stefani als auch Rossdale sollen das gemeinsame Sorgerecht für die drei Kinder Kingston (neun Jahre), Zuma (sechs Jahre) und Apollo (ein Jahr) beantragt haben.

Die Musiker lernten einander 1995 kennen, als Stefanis Band No Doubt gemeinsam mit Rossdales Band Bush auf Tour war. 2002 folgte die Hochzeit.