Ausland

EU einig über Verlängerung der Russland-Sanktionen

Die EU-Außenminister haben bei ihrer Sondersitzung heute in Brüssel nach schwierigen Verhandlungen angesichts teilweise deutlich unterschiedlicher Positionen doch Einigkeit bei der Verlängerung der Russland-Sanktionen gezeigt. Die Sanktionen wurden um ein halbes Jahr bis September 2015 verlängert. Auch Griechenland, dessen neue Regierung sich zuvor gegen eine Verschärfung des Kurses gegen Kreml-Chef Wladimir Putin ausgesprochen hatte, stimmte zu.

Außerdem soll eine Ausdehnung der Personenliste bis zum EU-Gipfel am 12. Februar vorbereitet werden. Bei einer Eskalation der Gewalt sei dann auch eine Verschärfung der Wirtschaftssanktionen gegen Moskau möglich, sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Appell an Konfliktparteien

Vereinbart worden sei beim Sonderrat, dass die Gewalt der Separatisten in der Ostukraine „inakzeptabel und in jeder Hinsicht unerträglich“ sei. Die Konfliktparteien wurden aufgefordert, die Kämpfe einzustellen. Außerdem werde die bestehende Sanktionsliste sämtlicher Personen und Unternehmen, die ab März auslaufe, bis September verlängert. Schließlich sei der Europäische Auswärtige Dienst von EU-Außenbeauftragter Federika Mogherini beauftragt worden, weitere Vorschläge für Personenlistungen zu machen.

Darüber hinaus sei das Minsker Abkommen umzusetzen. Die Beschlüsse seien „so gefasst, dass sich bis zum EU-Gipfel im Februar ein Zeitfenster auftut, mit dem wir mit aller Kraft versuchen müssen, Schlimmeres zu verhüten und eine Deeskalation hinzukriegen“, so Steinmeier.

Kurz für Dialog mit Moskau

Befragt, welche Maßnahmen beschlossen werden, wenn tatsächlich eine Eskalation der Gewalt eintritt, sagte Steinmeier, „nichts ist ausgeschlossen. Mein Interesse geht dahin, dass das nicht eintritt.“ Er versuche, den zum Stillstand gekommenen Gesprächsprozess wiederzubeleben. Ohne Waffenstillstand werde es nicht gehen.

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hatte zuvor erklärt, Sanktionen gegen Russland seien „kein Selbstzweck“. Er sprach sich für einen Dialog mit Russland aus, um im Gespräch eine friedliche Lösung finden zu können. Gleichzeitig bekräftigte er seine Skepsis gegenüber Wirtschaftssanktionen. Es wäre heute „der falsche Schritt gewesen, Wirtschaftssanktionen zu setzen“. Dagegen hält er neue Namen auf der Personenliste, die als Verantwortliche für die Eskalation der Situation in der Ostukraine mit Einreise- und Kontensperren bedroht werden, für „durchaus legitim“.

Mindestens 20 Tote bei Anschlägen im Nordsinai

Bei einer Serie von Anschlägen radikaler Islamisten auf die ägyptischen Sicherheitskräfte sind heute Abend auf der Halbinsel Sinai mindestens 20 Menschen getötet worden, darunter auch Zivilisten. Mindestens 36 weitere Menschen seien bei den Angriffen im Raum Al-Arisch schwer verletzt worden, berichtete ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden dem ägyptischen Staatsfernsehen.

Die Täter feuerten Granaten ab, zündeten Autobomben und schossen mit Gewehren. Ein Sicherheitsbeamter sagte der Deutschen Presse-Agentur, Unbekannte hätten einen Militärstützpunkt vor Al-Arisch mit drei Mörsergranaten beschossen. Im Anschluss waren Schusswechsel zu hören. Angegriffen wurden auch das regionale Hauptquartier der Sicherheitskräfte in Al-Arisch, mehrere Polizeiwachen, Kontrollposten der Armee und ein Hotel.

Immer wieder Anschläge

Suchtrupps des Militärs durchkämmten die Stadt, in der seit Oktober ein nächtliches Ausgehverbot herrscht, auf der Suche nach Verdächtigen. Bei einem Angriff auf einen Kontrollposten in Sheikh Zuwaid im Nordsinai wurden zudem zwei Soldaten verwundet. Das berichtete die Nachrichtenseite Ahramonline.

Die Küstenstadt Al-Arisch liegt nahe der Grenze zu Israel in einem Gebiet, in dem Islamisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die große Teile Syriens und des Iraks erobert hat, die Treue geschworen haben. Seit dem Sturz des islamistischen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi vor eineinhalb Jahren durch das Militär haben Angriffe islamistischer Kämpfer im Nordsinai auf die Sicherheitskräfte stark zugenommen.

Präsidentenwahl in Rom: Erste Runde ohne Ergebnis

Bei der ersten Abstimmung für die Wahl eines neuen italienischen Präsidenten ist es heute im Parlament in Rom zu keinem Ergebnis gekommen. Der Verfassungsrichter Sergio Mattarella, der als Kandidat von Premier Matteo Renzi als Favorit ins Rennen um das Amt des Staatsoberhaupts gegangen war, erreichte nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit von 673 Stimmen.

Viele Wahlberechtigte hatten vor dem ersten Wahlgang angekündigt, einen leeren und damit ungültigen Stimmzettel abgeben zu wollen. Renzi will den Kandidaten Mattarella nun am Samstag im vierten Durchgang wählen lassen. Dann reicht eine absolute Mehrheit aus.

Geheime Abstimmung

Gegen Mattarella wehren sich unter anderen Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi und seine Mitte-rechts-Partei Forza Italia. Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung unterstützt unterdessen die Kandidatur des Ex-Richters Ferdinando Imposimato, die rechte Oppositionspartei Lega Nord den Starjournalisten Vittorio Feltri.

Der bisherige Amtsinhaber Giorgio Napolitano trat vor rund zwei Wochen vorzeitig zurück. Napolitano selbst beteiligte sich als Senator auf Lebenszeit an der Wahl seines Nachfolgers. Er wurde im Parlament mit Applaus begrüßt.

Die Präsidentenwahl erfolgt in geheimer Abstimmung. Der 1.009 Mitglieder zählenden Wahlversammlung gehören neben den Mitgliedern beider Kammern des Parlaments 58 Vertreter der 20 italienischen Regionen an.

Jordanien fordert von IS Lebenszeichen von Piloten

Nach dem Ablauf eines Ultimatums ist das Schicksal der beiden von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) entführten Geiseln ungewiss. Jordaniens Regierungssprecher Mohammed al-Momani sagte heute, Amman sei bereit, im Austausch gegen den Piloten Maas al-Kassasbeh die inhaftierte Extremistin Sadschida al-Rischawi freizulassen. Voraussetzung sei aber ein Lebenszeichen des Entführten. Von den Verhandlungen hängt auch das Leben des vom IS verschleppten japanischen Kriegsreporters Kenji Goto ab.

Momani sagte, auf die Frage, ob der Pilot am Leben sei, habe es bisher keine Antwort gegeben. Die IS-Kämpfer hatten mit seiner Tötung gedroht, sollte nicht bis Donnerstagabend die irakische Dschihadistin Rischawi im Tausch gegen die japanische Geisel freikommen. Ob die Entführer auch bereit sind, den jordanischen Piloten freizulassen, blieb zunächst unklar.

Während die von den Extremisten gesetzte Frist am Abend verstrich, warteten an dem türkischen Grenzübergang nahe der von den IS-Kämpfern kontrollierten syrischen Stadt Tall Abjad Dutzende Journalisten, unter ihnen Vertreter japanischer Medien. „Bis jetzt haben wir keinerlei Hinweis darauf erhalten, dass er noch am Leben ist“, sagte der Vater des jordanischen Piloten, Safi al-Kassasbeh, über seinen Sohn.

Russische Flugzeuge nahe GB: Botschafter einbestellt

Russische Militärflugzeuge sind nach Informationen des Außenministeriums in London dem britischen Luftraum nahegekommen. Die Flugzeuge seien von britischen Kampfflugzeugen eskortiert worden. Großbritannien habe den russischen Botschafter in London einbestellt, um den Vorfall zu erklären.

„Die Manöver russischer Flugzeuge am gestrigen Tag sind Teil eines Musters zunehmender Out-of-area-Operationen“, sagte ein Sprecher des britischen Außenministeriums heute. Er betonte, die Maschinen seien nicht in den britischen Luftraum eingedrungen. Sie hätten aber eine Störung des zivilen Luftverkehrs im britischen Interessenbereich verursacht.

In den vergangenen Monaten hatte es bereits in Skandinavien ähnliche Vorfälle gegeben. Schweden und Dänemark warfen Russland im Dezember vor, einen Beinahezusammenstoß zweier Flugzeuge nahe Kopenhagen verursacht zu haben. Auch sie bestellten die jeweiligen Botschafter in ihren Ländern ein.

Berichte über Massaker an Sunniten im Irak

Im Irak sollen schiitische Milizen in einem Dorf Dutzende junge sunnitische Männer erschossen haben. Angesichts der Vorwürfe von Überlebenden des mutmaßlichen Massakers ordnete der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi heute laut AFP eine Untersuchung an.

Das Massaker an mehr als 70 Männern soll sich am Montag im Dorf Barwana in der zentralen Provinz Didschala ereignet haben, wo zahlreiche Sunniten vor Monaten Zuflucht vor der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gesucht hatten.

Die Armee hatte am Montag verkündet, die gesamte Provinz Didschala von den Dschihadisten zurückerobert zu haben. Laut Augenzeugen kamen am Nachmittag aber schiitische Milizionäre, die die irakische Armee im Kampf gegen die IS-Miliz unterstützen, in das Dorf Barwana. Dort hätten sie alle junge Männer zur Kontrolle ihrer Papiere zusammengerufen und sie sodann an die Wand gestellt und erschossen. Zwischen 71 und 77 männliche Dorfbewohner, darunter auch Kinder und Jugendliche, sollen getötet worden sein.

Inland

Rechnungshof kritisiert Länderhaftungen

Der Rechnungshof (RH) zweifelt an der Sinnhaftigkeit der Haftungsobergrenzen in den Bundesländern. Laut einem Rohbericht, aus dem „Die Presse“ (Freitag-Ausgabe) zitiert, führen die in jedem Bundesland unterschiedlichen Regeln zu „Intransparenz“. Die Länder sollen Haftungen von 70,4 Mrd. Euro (u. a. durch Risikogewichtungen und Weglassen von Bankenhaftungen) auf 19,4 Mrd. Euro kleingerechnet haben.

Dass sich die Länder bei der Festlegung ihrer Haftungsobergrenzen selbst jede Menge Ausnahmen gewährt haben, ist bekannt. Der Fiskalrat hat bereits im Vorjahr „zu großzügige Limits“ kritisiert. Der Rechnungshof zweifelt nun an der Sinnhaftigkeit dieser im Stabilitätspakt vereinbarten Regelung und kritisiert die „Intransparenz durch unterschiedliche Vorgangsweisen, die den gesamtstaatlichen Nutzen der Regelung zur Haftungsbegrenzung infrage stellt“.

Kreative Rechentricks

Laut „Presse“ machten die tatsächlichen Haftungen der Länder 2012 70,4 Mrd. Euro aus - mehr als das Doppelte der kumulierten Haftungsobergrenzen von 30,6 Mrd. Euro. Möglich war das, weil die Länder ihre Haftungen durch günstige Risikogewichtungen kleingerechnet bzw. bestimmte Haftungen gleich aus der Obergrenze herausgerechnet haben - etwa die Bankenhaftungen im Burgenland, in Wien, Kärnten, der Steiermark und Vorarlberg -, womit die stabilitätspaktrelevante Haftungssumme offiziell nur noch 19,4 Mrd. Euro betrug.

Ohne derartige kreative Rechentricks hätten sich dem Bericht zufolge im Jahr 2012 nur Tirol und Oberösterreich an ihre eigenen Haftungsobergrenzen halten können. Die anderen Länder hätten die Limits deutlich überschritten - zwischen 318 Prozent in Niederösterreich und 8.994 Prozent in Kärnten. Letzteres wegen der milliardenschweren Hypo-Haftungen, deren Risiko von der damaligen Landesregierung mit null Euro bewertet wurde. Finanzausgleich und Stabilitätspakt werden heuer neu verhandelt.

Mehr Gehalt: Wien einigt sich mit Spitalsärzten

Die Gemeinde Wien hat sich nach mehreren als schwierig titulierten Verhandlungsrunden mit den beim Krankenanstaltenverbund (KAV) angestellten Spitalsärzten auf ein neues Arbeitszeitmodell geeinigt. Das gab die zuständige Stadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) gemeinsam mit Ärztevertretern am Donnerstag bekannt. Das Gehalt wird teils um bis zu 30 Prozent angehoben, die Arbeitszeiten auf 48 Stunden pro Woche begrenzt. Die Gehaltskurve wird abgeflacht. Durch Umstrukturierungen werde der Personalbedarf gesenkt, so Wehsely, die von einer „Strukturreform“ sprach. Die Umsetzung soll 2018 abgeschlossen sein.

Mehr dazu in Wehsely sieht Strukturreform

Wirtschaft

Mindestens 717 Millionen Euro bei Petrobras veruntreut

Bei Brasiliens staatlich kontrolliertem Ölmulti Petrobras sind durch ein großangelegtes Schmiergeldsystem in den Jahren 2004 bis 2012 mindestens 2,1 Milliarden Reais (rd. 717 Mio. Euro) veruntreut worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft heute mit.

Die Summe beziehe sich nur auf einen Konzernbereich von Petrobras. Es wird davon ausgegangen, dass auch in anderen Abteilungen Schmiergelder flossen. Die Gesamtsumme könnte bei umgerechnet mindestens drei Milliarden Euro liegen.

Topmanager festgenommen

In dem vorliegenden Fall geht es um 18 Strafanzeigen unter anderem wegen Korruption, Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Bei dem System sollen Lieferanten und große Baukonzerne im Gegenzug für Aufträge Schmiergelder gezahlt haben. Der Konzern steht im Mittelpunkt der „Petrolao“-Affäre, in deren Verlauf mehrere Topmanager großer Baukonzerne vorübergehend festgenommen wurden.

Derzeit laufen laut Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen 150 Personen und 232 Unternehmen. Einer der wichtigsten Zeugen, ein ehemaliger Petrobras-Manager, hatte ausgesagt, dass bei Verträgen drei Prozent der Vertragssumme an politische Parteien geflossen seien, darunter auch die regierende Arbeiterpartei PT.

Dänische Zentralbank erhöht erneut Strafzinsen

Die dänische Zentralbank hat nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) für ein massives Anleihekaufprogramm ihren Strafzins für Einlagen erneut angehoben. Mit dem Schritt will die Notenbank eine Aufwertung der Landeswährung Krone verhindern. Auf Geldeinlagen bei ihr werde jetzt ein Strafzins von 0,5 Prozent statt wie zuletzt von 0,35 Prozent fällig, teilte die Zentralbank heute mit.

Damit setzten die dänischen Währungshüter den Aufschlag für Einlagen inzwischen bereits das dritte Mal innerhalb von zwei Wochen hinauf. Der Leitzins in Dänemark liegt wie in der Euro-Zone bei plus 0,05 Prozent.

Die dänische Landeswährung ist eng an den Euro gekoppelt. Vereinbart ist, die Krone in einem Korridor mit einem maximalen Abstand von 2,25 Prozent zu einem Wechselkurs von 7,46038 zur Gemeinschaftswährung zu halten. Tatsächlich beträgt der Abstand in der Praxis eher 0,5 Prozent in beide Richtungen. Die Schweiz hatte vor kurzem völlig überraschend die Kopplung des Franken zum Euro aufgegeben.

Sport

Bundesliga: Reynas Abgang schmerzt Grödig sehr

Der SV Grödig verliert seine „Bullen“-Leihgabe Yordi Reyna an den deutschen Zweitligisten RB Leipzig. Dass die Salzburger mitten in der Vorbereitung ihren Topstürmer verlieren, „tut natürlich weh“, sagte Manager Christian Haas heute, „aber man kann einem jungen Mann so eine Chance nicht verbauen.“ Haas habe selbst erst zu Mittag davon erfahren.

Für Grödig war es ein rabenschwarzer Tag im Trainingslager in Side, denn Einsergoalie Cican Stankovic musste zudem am Abend im Krankenhaus in Manavgat operiert werden.

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Tennis: Murray zieht in Australian-Open-Endspiel ein

Andy Murray ist bei den Australian Open als erster Spieler ins Endspiel eingezogen. Der als Nummer sechs gesetzte Brite setzte sich heute in Melbourne gegen den Tschechen Tomas Berdych nach hartem Kampf durch. Im Endspiel trifft Murray am Sonntag auf den Sieger des Duells zwischen dem serbischen Weltranglistenersten Novak Djokovic und Titelverteidiger Stan Wawrinka aus der Schweiz.

Bei den Damen ist indes das Traumfinale bereits perfekt: Mit Serena Williams und Maria Scharapowa kämpfen am Samstag die zurzeit besten Spielerinnen um den Titel.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Explosion vor Kinderspital in Mexiko: Zwei Tote

Bei der Explosion eines Gastanklastwagens vor einem Kinderkrankenhaus in Mexiko-Stadt sind heute offenbar deutlich weniger Menschen getötet worden als ursprünglich angenommen: Der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Miguel Angel Mancera, sagte bei einer Pressekonferenz, es sei der Tod einer Frau und eines Kindes bestätigt. Zudem seien 66 Menschen verletzt worden, 22 von ihnen schwer. Andere Behördenvertreter hatten zuvor von bis zu sieben Todesopfern gesprochen.

Tanklaster explodiert

Ein Tanklaster sei während der Belieferung des Krankenhauses explodiert und habe einen Teil des Krankenhauses und seiner Entbindungsstation zum Einsturz gebracht, sagte Bürgermeister Mancera.

Die meisten Opfer seien von Glassplittern getroffen worden, andere hätten einen Nervenzusammenbruch erlitten. Alle Verletzten würden nun in andere Krankenhäuser der Stadt verlegt. Das Fernsehen zeigte Bilder von Patienten mit blutüberströmten Gesichtern, die in Krankenwagen gebracht wurden.

Video dazu in iptv.ORF.at

Kurze Geiselnahme in niederländischem TV-Studio

Eine Geiselnahme in den Studios des niederländischen TV-Senders NOS ist nach kurzer Zeit unblutig zu Ende gegangen. Ein bewaffneter Mann war heute Abend kurz vor Beginn der Acht-Uhr-Nachrichten in die TV-Studios eingedrungen und hatte Sendezeit gefordert. Dabei hatte er nach Angaben des Senders einen Mitarbeiter als Geisel genommen. Nach etwa 15 Minuten wurde der Mann von der Polizei widerstandslos festgenommen, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Das Gebäude war sofort evakuiert worden. TV- und Radiosendungen wurden unterbrochen. Der in einen dunklen Anzug gekleidete junge Mann wollte eine Erklärung in den Hauptnachrichten „Journaal“ verlesen.

Sendezeit gefordert

Er war jedoch in ein ungenutztes Studio geführt worden. Dort war sein Aufenthalt und auch die Festnahme von Kameras und Mikrofonen aufgezeichnet und später im TV ausgestrahlt worden. Der Mann wirkte ruhig und zielte mit der Pistole nicht auf Personen.

Unklar war zunächst das Motiv des Mannes. Gegenüber Mitarbeitern der NOS hatte er erklärt, Mitglied eines „Hackerkollektivs“ zu sein. Er hatte einen Brief bei sich, auf dem er Sendezeit forderte und angab, nicht allein zu handeln. In dem Video sagte er, dass er live über „sehr große Weltangelegenheiten“ reden wollte.

Medien

Kultur

„Gruber geht“ im Kino: Der Leidensweg des armen Yuppies

John Gruber bewegen die wirklich wichtigen Dinge des Lebens: Designermöbel, sein Porsche und die Frage, welche „Tusse“ er heute wohl ins Bett kriegt. Doch dann ändert sich von einem Tag auf den anderen alles, weil plötzlich zwei nervige Themen auftauchen: wahre Liebe und eine Krebsdiagnose. Jungregisseurin Marie Kreutzer hat Doris Knechts Bestseller „Gruber geht“ mit Manuel Rubey, Doris Schretzmayer und Bernadette Heerwagen in den Hauptrollen in Szene gesetzt. Nicht nur der Soundtrack des Films überzeugt.

Mehr dazu in Nur keine halben Sachen

Arno-Geiger-Roman: Die erste Trennung prägt

Die erste Trennung ist einschneidend und prägend, erklärt Arno Geiger. In „Selbstporträt mit Flusspferd“ erzählt er von Julian, der an der Vetmed studiert und sich eben von seiner Freundin getrennt hat. Während er im Sommer 2004 das Flusspferd eines Professors betreut, verliebt er sich in dessen Tochter. Im Spannungsfeld dieser beiden Frauen und von globalen Katastrophen verunsichert sucht der 22-Jährige seinen Platz in der Welt.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Song Contest

IT

Google und Amazon verdienten weniger als erwartet

Google hat seinen Gewinn zum Jahresende weniger gesteigert als erwartet. Der Internetriese meldete heute einen Überschuss von 4,8 Milliarden Dollar (4,2 Mrd. Euro) für das Schlussquartal 2014 nach 3,4 Milliarden ein Jahr zuvor. Analysten hatten mit einem größeren Anstieg gerechnet.

Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar. Auch das war weniger als an der Wall Street erwartet. Die wichtigste Einnahmequelle Onlinewerbung verliert an Dynamik. Google hatte im vierten Quartal 14 Prozent mehr bezahlte Klicks als im Vorjahr - das Wachstum schwächt sich weiter ab. Die Aktie fiel nachbörslich um knapp zwei Prozent.

Amazon-Gewinn sank, Börsianer trotzdem zufrieden

Auch der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon verdiente im vergangenen Weihnachtsgeschäft zwar weniger, begeistert die Börsianer aber trotzdem. Der Gewinn sank im Jahresvergleich um gut zehn Prozent auf 214 Millionen Dollar. Das Ergebnis übertraf dennoch deutlich die Erwartungen des Marktes; die Aktie sprang nachbörslich zeitweise um mehr als acht Prozent hoch.

Die Anleger störte auch nicht, dass der Umsatz mit einem Plus von 15 Prozent auf 29,33 Milliarden Dollar die Prognosen der Analysten verfehlte. Amazon investiert traditionell viel in den Ausbau des Geschäfts und fährt deshalb bestenfalls schmale Gewinne ein. Im Quartal davor hatte zudem eine Abschreibung auf das gefloppte erste eigene Smartphone Fire Phone die Bilanz verhagelt.

Outlook-App nun auch für iOS- und Android-Geräte

Der US-Softwarekonzern Microsoft hat heute eine App für sein E-Mail-Programm Outlook gestartet, die auch auf Smartphones mit Betriebssystemen der Konkurrenz läuft. Nutzer von Apples iPhone oder von Multimediahandys mit dem Google-Betriebssystem Android sollen so einfacher auf ihre Mails zugreifen können, wenn sie zum Beispiel in ihrer Firma mit Outlook arbeiten.

Über die App könnten auch die Kalenderfunktion und das Adressbuch des Mailprogramms genutzt werden, teilte Microsoft in einem Blogeintrag mit. Außerdem könnten E-Mails gezielter bearbeitet und gefiltert werden.

Der Konzern dominiert mit seinem Betriebssystem Windows das klassische PC-Geschäft, liegt im Zukunftsmarkt des mobilen Internets aber hinter Konkurrenten wie Apple und Google. Im November hatte Microsoft bereits angekündigt, seine Bürosoftware Office für das Apple-Betriebssystem iOS und Android zu öffnen.

Science

Deutschland prüft Flughäfen für Raumschifflandungen

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sucht in Deutschland nach möglichen Landeplätzen für bestimmte Raumschiffe. Im vergangenen Jahr seien in Vorstudien verschiedene deutsche Flughäfen unter die Lupe genommen worden, unter anderem Rostock-Laage, sagte DLR-Sprecher Andreas Schütz heute. Ergebnisse der Untersuchungen seien ihm noch nicht bekannt.

„Sicherlich ist der Dream Chaser ein mögliches Beispiel“, sagte Schütz. Das Raumschiff soll ab dem Jahr 2017 Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS bringen.

Das „Handelsblatt“ und die "Wirtschaftswoche (Freitag-Ausgaben) hatten berichtet, der Konstrukteur des Dream Chaser, das US-Luftfahrtunternehmen Sierra Nevada Corporation (SNC), suche in Deutschland nach Landeplätzen. Vor allem das deutsche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern wäre mit wenig Flugverkehr und dünner Besiedlung ideal, sagte Jürgen Drescher, der in Washington das DLR-Büro leitet.

„Vater des Lasers“ Charles Townes gestorben

Ein halbes Jahr vor seinem 100. Geburtstag ist der Nobelpreisträger Charles Townes, der als „Vater des Lasers“ gilt, gestorben. Die University of California in Berkeley, an der der Physiker lange forschte, bestätigte heute seinen Tod. Townes starb am Dienstag in einem Krankenhaus in Oakland bei San Francisco.

Townes hatte im Zweiten Weltkrieg an Radargeräten gearbeitet und sie so verkleinert, dass sie in Flugzeuge eingebaut werden konnten. Nach dem Krieg widmete er sich dem Laser, einem scharf gebündelten Energiestrahl. Zusammen mit dem Physiker Arthur Schawlow, seinem Schwager, gilt er als Erfinder des Lasers. Dafür bekam er 1964, Schawlow 1981 den Physik-Nobelpreis.

„Er war ein visionärer Physiker, dessen Forschung zur Entwicklung des Lasers geführt hat“, schrieb die „New York Times“ in ihrem Nachruf. „Letztlich machte er es möglich, dass CDs gespielt, an der Supermarktkasse Preise gescannt, Zeit exakt gemessen, Planeten und Galaxien erforscht und selbst die Geburt von Sternen verfolgt werden können.“

Gesundheit

Biomarker: Medizinische Revolution mit Verzögerung

Sie sollen nicht nur anzeigen, ob man Krebs hat oder an Alzheimer erkranken wird, sondern auch, welche Behandlung ideal ist und wie gut diese wirkt - die neuen Biomarker. Tausende Kandidaten wurden bereits identifiziert, in den klinischen Alltag haben es vergleichsweise wenige geschafft. Die meisten Forscher glauben weiter an eine Erfolgsgeschichte, wenn auch mit Hindernissen.

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