Ausland

Katalonien: Gesetz für Unabhängigkeitsreferendum

Das Parlament der spanischen Region Katalonien hat ein Gesetz zur Anberaumung des für den 9. November geplanten Unabhängigkeitsreferendums angenommen. Für das sogenannte Befragungsgesetz stimmten heute in Barcelona die 106 Abgeordneten von insgesamt fünf Parteien oder Bündnissen.

Lediglich die 28 Vertreter der konservativen Volkspartei (PP), die in Madrid die spanische Zentralregierung stellt, sowie der antinationalistischen Bewegung Ciutadans votierten dagegen. Die vorgesehene Volksabstimmung wird von Madrid als verfassungswidrig abgelehnt. Ministerpräsident Mariano Rajoy versicherte mehrfach, das Referendum werde auf keinen Fall durchgeführt.

IS nimmt weitere kurdische Dörfer in Nordsyrien ein

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) dehnt ihre Herrschaft in einer kurdischen Enklave in Nordsyrien immer weiter aus. Die Extremisten hätten nach dem Rückzug kurdischer Volksschutzeinheiten die Kontrolle über mehr als 60 Dörfer an der Grenze zur Türkei übernommen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute Abend mit. Die Orte liegen rund um die Stadt Ain al-Arab (Kurdisch: Kobane). Zehntausende Kurden seien auf der Flucht, hieß es weiter.

Zahlreiche Tote

Bisher hatten die Dschihadisten in den vergangenen beiden Tagen 24 Orte rund um Ain al-Arab eingenommen. Zahlreiche Menschen seien auf beiden Seiten ums Leben gekommen, erklärten die Menschenrechtler. Die Kämpfe gingen weiter. Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter ist das Schicksal Hunderter kurdischer Zivilisten unbekannt. Es sei unklar, ob sie möglicherweise entführt oder getötet worden seien.

Die Enklave stand bisher unter Kontrolle der Volksschutzeinheiten, die der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe stehen. Die IS-Extremisten beherrschen bereits größtenteils die Region um die Enklave herum. Insgesamt kontrollieren sie rund ein Drittel der Fläche Syriens.

Frankreich fliegt Angriffe

Frankreich griff heute erstmals Stellungen der Terrormiliz im Irak an und zerstörte ein Versorgungsdepot der Dschihadisten im Norden des Landes. Die Bombardierung erfolgte nur einen Tag nach der Ankündigung von Staatspräsident Francois Hollande, Frankreich werde die USA bei ihren Luftangriffen unterstützen. Weiter will Paris aber nicht gehen: Einen Einsatz von Bodentruppen schloss Hollande bei seiner Rede am Donnerstagabend kategorisch aus.

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Ukraine-Kontaktgruppe beginnt Verhandlungen in Kiew

In der weißrussischen Hauptstadt Minsk hat das Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe begonnen. Der frühere ukrainische Präsident Leonid Kutschma aus der Kiewer Delegation und der russische Botschafter Michail Subarow sagten heute, sie erwarteten einen Fortschritt im Friedensprozess für die Ostukraine.

Vertreter der Ukraine und der prorussischen Separatisten wollten unter anderem über die seit zwei Wochen geltende, aber brüchige Waffenruhe im Krisengebiet sprechen. Die Aufständischen drängen auf Unabhängigkeit der Gebiete Donezk und Lugansk. Die Verhandlungen begannen wegen Verspätung der Kiewer Delegation mit gut vier Stunden Verzögerung.

Dritter russischer Hilfskonvoi an ukrainischer Grenze

Unterdessen erreichte eine dritte Lastwagenkolonne aus Russland die ukrainische Grenze. Kiew habe keine Informationen darüber erhalten, sagte der ukrainische Sicherheitsratssprecher Andrej Lyssenko örtlichen Medien zufolge. Nach russischen Angaben standen rund 170 Lastwagen nahe der ukrainischen Grenze.

Etwa 2.000 Tonnen Hilfsgüter sollen in die Stadt Lugansk gebracht werden, wo die Versorgung der Bevölkerung wegen des blutigen Konflikts in der Ostukraine schlecht ist. Russland hatte zuletzt mit zwei Hilfskonvois internationale Kritik ausgelöst, weil diese eigenmächtig über die Grenze geschickt worden waren.

Asyl: Dänemark will befristetes Aufenthaltsrecht

Wegen des steigenden Zustroms von syrischen Flüchtlingen will die dänische Regierung den Aufenthalt von Asylsuchenden zeitlich begrenzen. Menschen aus Bürgerkriegsländern sollen laut einem neuen Gesetzesvorschlag in ihre Heimat zurückkehren müssen, sobald es die Umstände zulassen.

„Der größte Teil der Flüchtlinge sind zurzeit solche, die in ihrer Heimat nicht individuell verfolgt werden, sondern aus Gebieten in Syrien flüchten, in denen willkürliche Angriffe auf Zivilisten geschehen“, erklärte Justizministerin Karen Haekkerup heute in Kopenhagen.

Deren Aufenthaltsrecht solle künftig nach einem Jahr erstmals dahingehend geprüft werden, ob sich die Situation in ihrer Heimat verbessert habe. Das Ministerium sprach von einem „explosiven Anstieg“ von Asylsuchenden, deren Zahl auf einem „historisch hohen Niveau“ liege und das Land vor Herausforderungen stelle. Im August seien 2.287 Asylsuchende nach Dänemark gekommen, 1.135 allein aus Syrien.

Kämpfe im Jemen zwischen Rebellen und Armee eskalieren

Die Kämpfe der schiitischen Huthi-Rebellen und der Armee in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind heute den zweiten Tag in Folge eskaliert. Die beiden Seiten beschossen einander mit schweren Waffen rund um das Hauptgebäude des staatlichen Fernsehens. Auch in anderen Stadtteilen Sanaas kam es zu heftigen Zusammenstößen.

Zwischen den Huthis und der Armee brechen in Sanaa seit zwei Wochen immer wieder blutige Kämpfe aus. Dabei starben in den vergangenen Tagen laut Schätzungen mindestens 75 Menschen. Geflohene Einwohner aus dem Norden der Hauptstadt berichten von einer sehr angespannten Lage. Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi warf den Huthis vor, sie wollten den Staat zum Zusammenbruch bringen.

Forderung nach Rücktritt der Regierung

Die schiitischen Rebellen fordern den Rücktritt der Regierung und die Senkung der Treibstoffpreise. Außerdem verlangen sie mehr Unabhängigkeit für ihre Gebiete im Norden des Jemen. Sie hatten in den vergangenen Monaten ihre Kontrolle immer weiter Richtung Hauptstadt ausgedehnt. Ihre Anhänger errichteten in Sanaa mehrere Protestlager. Die Regierung wirft ihnen vor, sie wollten mit Hilfe des Iran einen schiitischen Staat errichten.

Morales will nach Ausstieg aus der Politik kellnern

Der bolivianische Präsident Evo Morales will nach dem Ende seiner politischen Karriere als Kellner arbeiten. „Mein großes Projekt ist es, ein Restaurant zu eröffnen. Ich habe zwei exzellente Grillmeister: den Bürgermeister von Cochabamba, Edwin Castellanos, und den Bürgermeister von Yacuiba, Carlos Bru. Und ich werde Kellner“, sagte der Staatschef in einem heute veröffentlichten Interview.

„Das Essen werden wir billig anbieten, aber dafür kassieren wir für Fotos. Ein Ex-Präsident als Kellner? Dafür werden wir viel Geld verlangen“, sagte Morales der Zeitung „El Deber“. Morales bewirbt sich bei der Wahl am 12. Oktober um eine dritte Amtszeit. Laut Verfassung darf er 2020 nicht erneut zur Wiederwahl antreten.

Der erste Indio-Präsident des südamerikanischen Landes stammt aus einfachen Verhältnissen. Als Kind schlug er sich als Eisverkäufer und Musiker durch. Vor seinem Einzug in den Präsidentenpalast führte er die Bewegung der Koka-Bauern an.

Inland

SPÖ will „Durchgriffsrecht“ bei Wahllisten

Die Bundes-SPÖ soll künftig ein Durchgriffrecht auf alle Wahllisten der Partei erhalten, um eine Einhaltung der Frauenquote im Nationalrat sicherzustellen. Das bestätigt Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) in einem „Presse“-Interview (Samstag-Ausgabe): „Das ist der Plan. Die Listen sollen korrigiert werden können.“

Allerdings sei noch offen, ob dazu der Parteivorstand oder der Parteirat ermächtigt werden solle. „Tatsache ist, dass wir schon bei der Listenerstellung auf die Frauenquote achten müssen. Denn nach der Wahl ist es zu spät.“

Anlass für die anhaltende Diskussion in der Partei über die Frauenquote war die Nachbesetzung des Nationalratsmandats von Barbara Prammer. Zum Zug kam gemäß Wahlordnung der Gewerkschafter Walter Schopf und nicht Sonja Ablinger, obwohl das Statut - laut der dort verankerten 40-Prozent-Frauenquote im Nationalratsklub - die Nachbesetzung mit einer Frau verlangt hätte.

Die SPÖ richtete daraufhin eine Arbeitsgruppe zum Thema ein, die Sozialistische Jugend (SJ) beantragte ebenso ein Schiedsgericht wie die oberösterreichische Frauenorganisation. Ablinger selbst hat unterdessen ihren Rücktritt als oberösterreichische Landesvorsitzende der SPÖ-Frauen mit Jahresende angekündigt.

Grenzkontrollen: Mitterlehner sieht „Hilfeschrei“

ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner sieht im Vorschlag mehrerer Landeshauptleute, angesichts des starken Flüchtlingsstromes temporäre Grenzkontrollen als letzte Konsequenz einzuführen, einen „Hilfeschrei“.

Eine solche Maßnahme wäre „eigentlich sehr problematisch“, sagte er heute bei einer Pressekonferenz nach dem Parteivorstand. Letztlich könnten Verfahren gegen Österreich drohen.

„Der Assistenzeinsatz ist wirklich das letzte Mittel“, räumte Mitterlehner zum Thema Grenzkontrollen ein. Das würden auch jene Landeshauptleute so sehen, die einen solchen angedacht hatten. Letztlich würden Grenzkontrollen auch der internationalen Reputation Österreichs schaden.

Der ÖVP-Chef interpretiert die Aussagen allerdings ohnehin als „Hilfeschrei, um auf die Problematik einer Quotenregelung aufmerksam zu machen“. Auch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sieht die derzeit geführte Diskussion ähnlich. Kein Mensch wolle die „Grenzen hochziehen“, sagte sie am Rande des Parteivorstandes. Wichtig sei nun eine faire europäische Regelung zu den Quoten.

Debatte über Sozialindex für Schulen

Die FPÖ hat sich vehement gegen eine Finanzierung von Schulen anhand eines Sozialindex ausgesprochen.

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) „verwechselt das Unterrichts- mit dem Sozialministerium“, kritisierte FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz heute in einer Aussendung. Die Arbeiterkammer (AK) drängt dagegen auf eine rasche Umsetzung der neuen Schulfinanzierung.

„Fataler Fehler“ versus „wichtiger Schritt“

Mit einer Schulfinanzierung nach sozialen Gesichtspunkten bei der Zusammensetzung der Schüler begehe die Ministerin „den fatalen Fehler, Schulen zu Sozialeinrichtungen zu machen. In erster Linie sind Schulen jedoch Bildungseinrichtungen und erst in zweiter Linie Sozialeinrichtungen“, so Rosenkranz.

AK-Präsident Rudolf Kaske hält einen solchen Sozialindex dagegen für „einen wichtigen Schritt Richtung Chancengerechtigkeit“. „Österreich bekommt Jahr für Jahr ungleiche Chancen im Bildungssystem nachgewiesen. Dagegen müssen wir etwas tun“, meinte Kaske. Schulen sollten umso mehr Mittel bekommen, je mehr sozial benachteiligte Schüler sie haben.

ÖVP-Spitze gegen Lopatkas Idee zu mehr Schulden

ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka hat für seinen Überlegung in einem „Standard“-Interview von heute, eine Steuerreform allenfalls auch durch höhere Schulden zu finanzieren, in der Parteispitze durchwegs Absagen geerntet. Parteichef Reinhold Mitterlehner stellte vor dem ÖVP-Vorstand klar, dass das nicht Parteilinie ist.

Lopatka hatte im Zeitungsinterview gesagt: „Wenn eine Steuerreform der Wunsch der Regierung ist, dann muss man kurzfristig für ein oder zwei Budgets ein höheres Defizit in Kauf nehmen. Man muss aber die gesamte Legislaturperiode sehen.“ Es könne jedenfalls nicht darum gehen, neue Steuern zu erfinden. Entscheidend sei die Ausgabenseite, so Lopatka.

Mitterlehner: Idee ergibt „keinen Sinn“

Mitterlehner betonte vor dem Parteivorstand gegenüber Journalisten, dass es sich bei Lopatkas Vorschlag nicht um die Linie der Gesamtpartei handle. Laut Mitterlehner ergibt ein höheres Defizit zugunsten einer Steuerreform „keinen Sinn“ und: „Das ist eine Idee, die nicht eine Idee der Steuerreformgruppe ist.“

Kurz angebunden, wenn auch sehr direkt kommentierte der neue Finanzminister Hans Jörg Schelling Lopatkas Überlegungen. Auch er sprach von einer „individuellen Meinung“, ehe er zur Vorstandssitzung ging.

Wirtschaftsbund pocht auf Reformen

Auch im ÖVP-Wirtschaftsbund zeigte man sich gar nicht erfreut über die Aussagen des ÖVP-Klubobmannes. „Davon halte ich gar nichts“, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsbundes, Christoph Leitl. Auf der Basis neuer Schulden könne man keine Entlastungen machen.

Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner stieß ins gleiche Horn: Es sei ganz klar, dass man eine Steuerreform nur aufgrund von Ausgabenreformen finanzieren könne. Alles andere sei Lopatkas persönliche Meinung.

Faymann telefonierte mit Putin wegen Ukraine-Krise

Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und Russlands Präsident Wladimir Putin haben sich gestern in einem 20-minütigem Telefonat „für eine ehebaldigste Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und der EU“ ausgesprochen.

Putin würdigte dabei auch die Bedeutung Wiens als Ort internationaler Verhandlungen. Von konkreten Friedensverhandlungen war dabei aber nicht die Rede. Das stellte das Bundeskanzleramt nun in einer Reaktion auf Medienberichte klar, wonach Putin Friedensgespräche in Wien vorgeschlagen habe.

Allgemeine Wertschätzung

Vielmehr habe Russlands Präsident eher allgemein seine Wertschätzung für die traditionelle Vermittlerrolle Österreichs zum Ausdruck gebracht, hieß es aus dem Büro Faymanns. Putin habe erwähnt, dass ihm Wien als „Ort für Friedensverhandlungen“ bekannt sei. Weiter wurde das Thema aber nicht besprochen.

Faymann bekräftigte in diesem Gespräch die Position der EU: Es dürfe keine russischen Soldaten in der Ukraine geben, und es sei selbstverständlich, dass die Souveränität und Integrität der Ukraine gewahrt werden müssen. Die Grenzen müssten überwacht und respektiert werden, und Russland müsse den Friedensprozess in der Ukraine unterstützen.

Putin sieht positive Schritte

Putin sagte, dass es eine schrittweise positive Entwicklung der Situation in der Ukraine gebe und er den Beitrag Österreichs zu einer friedlichen, diplomatischen Lösung zu schätzen wisse.

Faymann, der auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel über sein Gespräch mit Putin informierte, will im Zuge weiterer Konsultationen auch mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und dem bisherigen polnischen Regierungschef und künftigen EU-Ratspräsidenten Donald Tusk über den Konflikt sprechen.

ZIB2

Das schottische Nein zur Unabhängigkeit und die Folgen

Schottland wird nicht unabhängig, kann aber mit größerer Autonomie innerhalb des Vereinigten Königreichs rechnen. 55,7 Prozent waren beim Referendum gegen die Unabhängigkeit. In der ZIB2 Liveschaltungen zur Politologin Bettina Petersohn von der Universität in Edinburgh und zum Journalisten Robert Rotifer in London.

Sarkozys riskanter Wiedereinstieg in die Politik

Zweieinhalb Jahre nach seiner Niederlage bei der französischen Präsidentenwahl kündigt Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy an, für den Posten des Parteichefs der konservativen UMP-Partei zu kandidieren. Beobachter sehen es als ersten Schritt für eine Kandidatur bei der nächsten Präsidentenwahl.

Eine ÖIAG groß, klein – oder gar keine?

Wie soll es mit der Staatsholding weitergehen? Diskutiert wurde bereits über viel, von der totalen Abschaffung bis zur Übernahme aller Staatsbeteiligungen.

Wahlen im Schatten des Zwergen-Klaus

In zwei Tagen wählt Vorarlberg. In der ZIB2 Reportagen bei den Parteien und Einschätzungen des Politologen Peter Filzmaier und des Wahlforschers Christoph Hofinger.

Maschek verdankt der Politik Überstunden

Reinhold Mitterlehner wurde erst am Dienstag geliefert. Das maschek-Puppentheater startet mit "Bye-bye Österreich“ in die neue Saison, die ZIB2 ist bei der Premiere.

ZIB2 mit Lou Lorenz-Dittlbacher, 22.10 Uhr, ORF2

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Textfassung: Zeit im Bild

Sport

Formel 1: FIA rudert bei Funkverbot zurück

Auch in der Formel 1 wird offenbar nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Nachdem die neuen Regeln zum Boxenfunk, die schon beim Grand Prix von Singapur am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF eins) in Kraft treten sollten, für einige Aufregung gesorgt hatten, wurden sie nun von der FIA wieder gelockert. Wie der Verband heute mitteilte, betreffen die Verbote nun nur Durchsagen zum Verhalten der Fahrer, nicht aber zur Leistung des Autos. Die komplette Verbotsliste soll erst ab der kommenden Saison gelten.

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Europa League: Salzburg auf hartem Weg zurück

Der spielerische Glanz ist verblasst, leicht geht bei Salzburg derzeit gar nichts - im Gegenteil: Der Erfolgstrainer ist in Deutschland, auch ein wichtiger Spieler ergriff die „Flucht“. Das Selbstvertrauen und die Motivation sind nach dem neuerlichen Verpassen der Champions League schwer beschädigt, die Gegner wissen, wie sie Salzburg knacken können.

Das 2:2 gestern zum Auftakt der Europa League gegen den schottischen Meister Celtic Glasgow war deshalb nach zweimaligem Rückstand zumindest für Spieler und Trainer ein Schritt zurück in die Erfolgsspur - auch wenn mancher Fan anderer Meinung war.

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Tennis: Chinas „Pionierin“ Li Na hört auf

Nach zahlreichen Verletzungen hat Li Na heute ihren Rücktritt aus dem Spitzensport bekanntgegeben. Die 32-Jährige, die ihre Karriere als Sechste der Weltrangliste beendet, ist nicht nur die erste Chinesin, die ein Grand-Slam-Turnier gewann, sondern vor allem ein Vorbild für viele ihrer Landsleute. Die Paris- und Melbourne-Siegerin ließ sich nie von der Politik in ihrer Heimat instrumentalisieren und blickt dennoch oder gerade deshalb auf eine erfolgreiche Laufbahn zurück. „Sie ist eine Pionierin“, würdigte WTA-Chefin Stacey Allaster Lis Verdienste.

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Neuer Tiefenweltrekord im Gerätetauchen

Mit einem Tauchgang in mehr als 332 Meter Tiefe hat der Ägypter Ahmed Gamal Gabr den Weltrekord im Gerätetauchen gebrochen. Der Kampfschwimmer, der zu einer Spezialeinheit des Militärs gehört, übertraf im Roten Meer den bisherigen Rekordhalter Nuno Gomez aus Südafrika, wie das Guinness-„Buch der Rekorde“ heute mitteilte. Gomez hatte im Jahr 2005 eine Tiefe von 318,35 Metern geschafft.

Gabr sank am Vortag im Taucherparadies Dahab binnen zwölf Minuten exakt 332,35 Meter in die Tiefe. Es dauerte allerdings 15 Stunden, bis der 41-Jährige wieder auftauchte - wegen der Gefahr von Verletzungen durch den starken Wasserdruck auf den Körper ließ sich der Froschmann so lange Zeit.

Per Seil mit Gas versorgt

Bis in hundert Meter Tiefe wurde Gabr von anderen Tauchern begleitet - ab dann war er in der Kälte und Dunkelheit des Meeres auf sich gestellt. Um den Taucher am Leben zu halten, versorgten Ärzte und Tauchexperten ihn mit mehr als 60 Gasflaschen, die an einem Seil befestigt waren. In ihnen waren unterschiedliche Gasmischungen enthalten.

Nach Angaben der Organisatoren hatte sich Gabr, der auch Triathlet ist, monatelang minuziös auf den Ablauf des Tauchgangs vorbereitet. Demnach musste er sich jede seiner Bewegungen Sekunde für Sekunde merken - wie ein Rennfahrer, der sich Kurven einprägen muss.

Er musste lernen, seine Atmung auf das Mindeste zu beschränken und den Rhythmus seines Herzschlags zu verlangsamen. Das habe er vor allem von Yogalehrern gelernt, hieß es aus seinem Umfeld.

Wirtschaft

G-20-Finanzminister beraten über Wachstum

Die Finanzminister der G-20-Staaten treffen einander morgen im australischen Cairns, um über Impulse für die weltweite Konjunktur und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu beraten. Im April hatten sie sich darauf geeinigt, auf ein weltweites Wirtschaftswachstum von zwei Prozent binnen der nächsten fünf Jahre hinzuarbeiten.

Seitdem hat sich die Lage jedoch wegen der internationalen Konflikte verschlechtert. So senkte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erst am Montag ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum weltweit. Thema in Cairns werden auch Vorschläge der OECD für einen international koordinierten Kampf gegen die legale Steuervermeidung durch multinationale Unternehmen sein.

Insider: Deutsche Bank half SAP mit 7 Mrd. bei Übernahme

Die Deutsche Bank hat SAP laut Finanzkreisen zufolge mit einem sieben Milliarden Euro schweren Kredit die Übernahme des US-Softwareunternehmens Concur finanziert. Das ist nach Daten von Reuters LPC der größte Kredit, den eine einzelne Bank in diesem Jahr in Europa ausgereicht hat. SAP zahlt für die Übernahme des US-Spesenspezialisten 7,3 Milliarden Dollar (5,7 Mrd. Euro).

Experten rechnen damit, dass, der deutsche Softwarekonzern den Kredit bald durch eine Anleihe ablösen wird. „Dieser Kredit wird wahrscheinlich mit einer Euro-Anleihe oder eine Privatplatzierung in den USA getilgt“, sagte eine mit den Plänen vertraute Person Reuters. Die Deutsche Bank und SAP wollten sich dazu nicht äußern.

Gewerkschaft: Benko will bei Karstadt weiter sparen

Die neue Karstadt-Führung will nach Gewerkschaftsangaben weitere Einsparungen bei der angeschlagenen Handelskette durchsetzen. Bei den heutigen Tarifverhandlungen hätten die Arbeitgeber erklärt, auch in den kommenden Jahren keine Tariferhöhungen zahlen und Weihnachts- und Urlaubsgeld auf den Prüfstand stellen zu wollen, sagte Arno Peukes, Verhandlungsführer der Gewerkschaft ver.di.

Das sei ebenso unzumutbar wie die verlangte Verlängerung der Arbeitszeit, sagte der ver.di-Funktionär. Sein Koverhandlungsführer Rüdiger Wolf sagte, das Management habe zudem angekündigt, es wolle seine Planungen für einen Personalabbau weiter vorantreiben. Von Karstadt war dazu keine Stellungnahme zu erhalten. Die Tarifverhandlungen sollen am 21. Oktober fortgesetzt werden.

Um einen Euro verkauft

Der damalige Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen hatte das Unternehmen im August für den symbolischen Preis von einem Euro an den österreichischen Immobilieninvestor Rene Benko weitergereicht. Bei einer ersten Aufsichtsratssitzung nach der Übernahme hatte das Karstadt-Management die bisherige Strategie für gescheitert erklärt und ein tiefgreifendes Sanierungskonzept vorgelegt, das auch auf einen Personalabbau bis hin zu Filialschließungen abzielt.

Rund 20 Prozent der Stellen stehen danach auf der Kippe. Abgesegnet hat der Aufsichtsrat das Konzept indes noch nicht. Am 23. Oktober soll das Gremium wieder zusammentreten.

Hypo-Notverstaatlichung: Elf Beschuldigte

Die Notverstaatlichung der Hypo Alpe-Adria im Dezember 2009 hat nicht nur ein budgetäres, sondern auch ein strafrechtliches Nachspiel.

Die Ermittlungen um Vorgänge, die zur Übernahme der Bank durch den Bund führten, richten sich bereits gegen elf Personen, wie der „Standard“ unter Bezug auf eine Anfragebeantwortung durch Justizminister Wolfgang Brandstetter schreibt. Die Verdachtsmomente: Untreue, grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen und Vergehen nach dem Aktiengesetz.

Das Verfahren ist seit November 2012 anhängig, derzeit werde der Abschlussbericht der SOKO Hypo geprüft. Neben Franz Pinkl (Ex-Hypo-Chef) und Michael Kemmer (Ex-Aufsichtsrat) würden neun weitere Personen als Beschuldigte geführt, schreibt das Blatt in der Wochenendausgabe. Alle genannten Personen haben Vergehen rund um die Notverstaatlichung bisher zurückgewiesen.

Frankreichs Höchstgericht kippt „Red-Bull-Steuer“

Das französische Verfassungsgericht hat die „Red-Bull-Steuer“ gekippt. Der Aufschlag für Energy-Drinks sei derzeit nicht verfassungskonform, urteilte der Verfassungsrat in einer heute veröffentlichten Entscheidung.

Die Richter bemängelten eine Ungleichbehandlung gegenüber koffeinhaltigen Getränken, die nicht als Energy-Drinks ausgezeichnet und dann nicht extra besteuert werden.

Der Gesetzgeber kann die Regelung bis Ende des Jahres anpassen. Per „Red-Bull-Steuer“ wird eine 0,25-Liter-Dose um etwa 25 Cent teurer. Paris will 60 Millionen Euro pro Jahr damit einnehmen. Begründet wurde das Projekt mit Gesundheitsrisiken, die von diesen Getränken ausgehen könnten.

Chronik

Mann schießt auf Schüler in Frankreich - drei Verletzte

Mit einem Jagdgewehr hat ein 49-Jähriger im französischen Ort Vezelay zwischen Paris und Lyon drei Schüler verletzt. Eines der Opfer erlitt dabei nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Auxerre schwere Verletzungen, schwebt aber nicht in Lebensgefahr.

Der als psychisch krank beschriebene Mann feuerte in eine Gruppe von rund 30 Schülern aus Paris, die sich auf einem Ausflug in den für seine Basilika Sainte-Marie-Madeleine bekannten Ort befand. Der Schütze habe die Opfer nicht gekannt und zufällig geschossen, hieß es.

IT

Sony präsentiert Datenbrille „Smart Eye Glass“

Sony hat heute den Prototyp seiner Datenbrille „Smart Eye Glass“ in Tokio vorgestellt. Sie soll eines Tages alltägliche Fragen beantworten können, wie: Wo bin ich, wer ist diese Person, wie koche ich dieses Rezept? Wann die Brille erhältlich sein wird und zu welchem Preis, präzisierte Sony nicht.

Das Gestell wiegt 77 Gramm und vereint verschiedene Technologien, durch die dem Träger bestimmte Informationen visuell ins Sichtfeld projiziert werden sollen. Das Unternehmen machte gleichzeitig mit der Vorstellung Informationen öffentlich, die es Drittanbietern ermöglichen, Apps für die Brille zu entwickeln.

Rezepthinweise und Toilettensuche

So entwickelt die japanische Firma Cookpad ein Programm, das dem Brillenträger beim Kochen je nach Rezept die nächsten Handgriffe in Untertiteln einblendet. Eine andere Firma arbeitet an einer App, die Nutzern beim Joggen nicht nur Zeit, Distanz und Geschwindigkeit anzeigt, sondern auch auf Orte wie öffentliche Toiletten hinweist.

Außerdem soll „Smart Eye Glass“ die Namen von Menschen einblenden, denen der Träger begegnet und die in einem Verzeichnis eingetragen sind, Daten von Fußballspielern anzeigen, denen der Blick im Stadion folgt, oder die neueste Facebook-Nachricht ins Blickfeld projizieren. Fotografieren und Filmen kann die Brille ebenfalls.

Lifestyle

Kultur

Bisher unveröffentlichtes Karl-May-Fragment erschienen

Weit über hundert Jahre hat das Romanfragment „Der verlorene Sohn“ von Karl May unentdeckt im Archiv geschlummert. Nun wurde der Textanfang, der nach 20 Seiten mitten im Satz abbricht, im 90. Band der „Gesammelten Werke“, „Verschwörung in Wien“, erstmals veröffentlicht, wie der Karl-May-Verlag heute mitteilte.

Bei dem Fragment handle es sich um den wahrscheinlich in der zweiten Hälfte der 1870er Jahre entstandenen Auftakt einer erzgebirgischen Dorfgeschichte. „Auch wenn die Erzählung leider unvollendet blieb, zeigt sich darin doch wieder einmal Mays großes Talent, auf nur wenigen Seiten eine spannende und geheimnisvolle Situation zu inszenieren“, heißt es im Pressetext.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

„Risse im Beton“ zeigt eine Jugend in Wiens „Parallelwelt“

Es wird gern von „bildungsfernen Schichten“, einer „Parallelwelt“ und „problematischen Milieus“ gesprochen, wenn eigentlich die Wiener „Ghettojugend“ gemeint ist: jene Teenager mit oft migrantischem Hintergrund, die in der Vorstadt leben, deren Ausbildung stockt, die Gefahr laufen, kriminell zu werden, oder es bereits sind.

Mit ihnen setzt sich Regisseur Umut Dag in seinem neuen Film „Risse im Beton“ auseinander. Ein Thema, das im heimischen Kino sträflich vernachlässigt wird, obwohl hier viele Geschichten von höchster gesellschaftlicher Relevanz abzuholen wären - Geschichten, die noch dazu unglaublich packend sind.

Mehr dazu in Dialoge als Aggro-Rap