Ausland

Länder mit MH17-Opfern ermitteln gemeinsam

Die Ukraine und elf Länder mit Opfern beim MH17-Absturz haben sich gestern auf die Bildung eines gemeinsamen Ermittlungsteams geeinigt, das auch strafrechtliche Aspekte in den Blick nehmen soll.

In einer Erklärung von Eurojust, der EU-Behörde für Justizzusammenarbeit, hieß es, die Einigung sei bei einem Treffen im niederländischen Den Haag zustande gekommen. Vertreten waren Australien, Belgien, Deutschland, Großbritannien, Indonesien, Kanada, Malaysia, Neuseeland, die Niederlande, die Philippinen, die Ukraine und die USA sowie die Polizeibehörden Interpol und Europol.

Der Vertreter der Niederlande, Han Moraal, erklärte, die Aufgabe sei „beträchtlich“. Bei einem „so breiten Ansatz“ und dem „Willen zur Zusammenarbeit“ bestehe aber die Chance, die Unglücksursache herauszufinden und den 298 unschuldigen Opfern an Bord des abgestürzten Passagierflugzeugs Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

„Nach starker Explosion“ abgestürzt

Der Absturz von Flug MH17 der Malaysia Airlines ist nach ukrainischen Angaben durch einen „Druckabfall in Verbindung mit einer starken Explosion“ verursacht worden. Die Untersuchung eines Expertengremiums soll das ergeben haben. Die Suche nach Beweisen an der Absturzstelle ist durch heftige Kämpfe in der unmittelbaren Umgebung nahezu unmöglich.

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Einigung auf neue EU-Sanktionen gegen Russland

Die 28 EU-Staaten weiten in der Ukraine-Krise die Sanktionen gegen Russland auf weitere Personen aus. Die Botschafter der 28 EU-Staaten beschlossen gestern in Brüssel eine Liste mit Namen, gegen die Einreiseverbote und Kontensperrungen verhängt werden.

Dabei soll es nach früheren Angaben von Diplomaten um den inneren Kreis rund um den russischen Präsidenten Wladimir Putin gehen. Die Namen sollen aber erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Bisher hat die EU Einreiseverbote und Kontensperrungen gegen 87 Personen sowie 18 Organisationen und Unternehmen beschlossen.

UNO verurteilt Ölgeschäfte mit Jihadisten

Der UNO-Sicherheitsrat hat Ölgeschäfte extremistischer Gruppierungen in Syrien und im Irak verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung wiesen die 15 Mitglieder des Gremiums darauf hin, dass der Ankauf von Öl aus den Händen der in beiden Ländern aktiven Gruppierungen Islamischer Staat (IS) und Al-Nusra-Front zu Sanktionen führen könne. Wer den Extremisten Öl abkaufe, leiste „finanzielle Unterstützung für Terroristen“, heißt es in dem Dokument.

Die Erklärung kam auf Betreiben Russlands zustande. Das Land ist einer der letzten Unterstützer des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad. In Syrien wütet seit über drei Jahren ein Bürgerkrieg, Ausgangspunkt waren Mitte März 2011 zunächst friedliche Proteste gegen Assad.

IS-Jihadisten eroberten im Juni Teile des Irak. IS ist zudem auch in Syrien aktiv. In beiden Ländern verschafften sich Extremisten verschiedener Gruppierungen in der Vergangenheit Zugang zu Ölvorkommen, mit denen sie versuchen, Geld zu verdienen.

Islamistenanschlag auf Philippinen: 21 Todesopfer

Bei einem Anschlag mutmaßlicher Islamisten ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben philippinischer Behörden auf 21 gestiegen. Kämpfer der Gruppe Abu Sayyaf hatten in der abgelegenen Stadt Talipao zwei Fahrzeuge beschossen, die gerade auf dem Weg zum Fastenbrechen am Ende des Ramadan gewesen seien, wie Brigadegeneral Martin Pinto mitteilte. Unter den Opfern seien Zivilisten und auch Kinder.

Abu Sayyaf wird von den USA als „ausländische Terrororganisation“ geführt. Washington und Manila betrachten sie als Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida. Die Anfang der 1990er Jahre gegründete Gruppe ist für zahlreiche Anschläge verantwortlich und hat zudem wiederholt Menschen entführt, darunter viele Ausländer, um Lösegeld zu erpressen.

Tote bei Selbstmordanschlag auf Kerosindepot in Nigeria

Bei einem Selbstmordanschlag mutmaßlicher Islamisten in der nordnigerianischen Stadt Kano sind gestern drei Menschen und der Täter ums Leben gekommen. Acht weitere seien verletzt worden, als sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe einer Verkaufsstelle für Koch-Kerosin in die Luft gesprengt habe, sagte Polizeisprecher Frank Mba.

„Der Attentäter hat sich in die Menge wartender Menschen gemischt“, fügte Mba hinzu. „Es könnte sich um eine Frau gehandelt haben.“ Es wird vermutet, dass die Terrorgruppe Boko Haram hinter der Tat steckt. Sie verübt seit Jahren Anschläge in der Region. In Kano war es der vierte Anschlag binnen 24 Stunden.

König Felipe macht Spaniens Monarchie transparenter

Mitte Juni hat Spaniens neuer König bei seiner Krönung versprochen, die Monarchie zu modernisieren und transparenter zu machen. Gestern ließ Felipe VI. seinen Worten Taten folgen. Neue Regeln sollen das schlechte Image des Königshauses aufpolieren, das durch den Steuer- und Korruptionsskandal um seinen Schwager Inaki Urdangarin und seiner Schwester Cristina entstanden ist.

Keine Privatgeschäfte mehr für Königsfamilie

Laut spanischen Medienberichten ist es Angehörigen der Königsfamilie fortan nicht mehr gestattet, privaten Geschäften nachzugehen. Auch Felipes Vater Juan Carlos und Königsmutter Sofia sind davon betroffen. Zudem erließ Felipe strenge Kriterien, nach denen Mitglieder der Königsfamilie Geschenke von Staatsgästen, Unternehmern oder anderen Einrichtungen entgegennehmen dürfen.

Seine Schwestern, Neffen, Schwager, Onkel und Tanten und alle anderen Verwandten, die nicht der königlichen Kernfamilie angehören, dürfen ab demnächst auch keine institutionellen oder repräsentativen Aufgaben mehr übernehmen. Es sei denn, Felipe VI. bittet sie dezidiert darum.

Bessere Finanzkontrolle angestrebt

Auch versucht Spaniens neuer König, mehr Licht und Transparenz in die finanzielle und steuerliche Lage im Madrider Zarzuela-Palast zu bringen. Bereits im kommenden Jahr soll sich eine externe Firma um die Finanzen und die Steuererklärung kümmern, die zudem verstärkt unter die Kontrolle des spanischen Finanzamtes und der Staatsanwaltschaft gestellt werden sollen, damit es zu keinen Unregelmäßigkeiten kommen kann.

Vorerst schaut Felipe weiterhin besorgt auf die Entwicklung im Korruptions- und Steuerhinterziehungsfall um seinen Schwager Inaki Urdangarin, der nun auch direkt Felipes Schwester, Infantin Cristina, betrifft. Der spanische Ermittlungsrichter Jose Castro sieht ausreichend Beweise dafür, dass auch die Schwester des Königs im „Fall Noos“ involviert ist. Ihr Ehemann Urdangarin soll mit einer gemeinnützigen Stiftung namens Noos bis zu sechs Millionen Euro öffentlicher Gelder ergaunert und am Fiskus vorbeigeschleust haben.

Cristina wird vorgeworfen, von den Vergehen nicht nur gewusst, sondern dabei auch geholfen zu haben. Der Richter wirft ihr Steuerhinterziehung und Geldwäsche vor. Ihr könnten bis zu elf Jahre Gefängnis drohen. Bereits im September könnte der Gerichtsprozess beginnen. Der Fall fügte dem Ansehen der spanischen Monarchie großen Schaden zu und war einer der Gründe, warum Felipes und Cristinas Vater Juan Carlos Anfang Juni nach 39 Jahren auf den Thron verzichtete.

Tripolis: Großfeuer in Treibstoffdepot „außer Kontrolle“

Am Rande der libyschen Hauptstadt Tripolis ist gestern ein Großfeuer in einem Treibstoffdepot völlig außer Kontrolle geraten. Die Lage sei „sehr gefährlich“, erklärte die libysche Regierung, nachdem ein zweiter riesiger Treibstofftank Feuer gefangen hatte. Der staatliche Ölkonzern NOC teilte mit, das Großfeuer sei inzwischen „außer Kontrolle“ geraten und die Feuerwehr habe das Gelände verlassen.

Die libyschen Einsatzkräfte versuchten zuvor vergeblich, das Feuer in dem Treibstofflager zu löschen, nachdem dort im Zuge von Kämpfen zwischen verfeindeten Milizen eine Rakete in einem sechs Millionen Liter fassenden Tank eingeschlagen war. Das Depot liegt rund zehn Kilometer von der Stadt entfernt an der Straße zum internationalen Flughafen und umfasst insgesamt 90 Millionen Liter an Treibstoffvorräten. Um das Flughafengelände kämpfen die Milizen seit etwa Mitte Juli, dabei wurden bereits dutzende Menschen getötet.

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Inland

Integrationsbericht: EU-Bürger als neue Sorgenkinder

Hat der Integrationsbericht im vergangenen Jahr noch den interkulturellen Dialog und gesundheitspolitische Fragen thematisiert, konzentriert sich der heurige Bericht neben Bildung und Arbeitsmarkt vor allem auf die Einwanderer aus der EU. Die Migration innerhalb der EU habe sich in den vergangenen Jahren intensiviert, die Europäische Union ihre Förderstrategie aber nicht angepasst, so der Bericht. Die von der Union bereitgestellten Mittel kämen vor allem Zuwanderern aus Drittstaaten zugute, kritisierte Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) gestern bei der Präsentation des Berichts.

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Asyldebatte: Pröll über Klug empört

In der Debatte über die Entlastung der Asylerstaufnahmestelle Traiskirchen in Niederösterreich und den Vorschlag, Asylwerber in Kasernen unterzubringen, hat Minister Gerald Klug (SPÖ) verhalten reagiert. Für den niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) ist es „unfassbar“, mit welcher „Nonchalance“ Klug die Innenministerin links liegen lasse.

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Bundesheer: Lehrlinge dürfen Heeresführerschein machen

Lehrlingen beim Bundesheer ist es ab sofort möglich, einen Heeresführerschein der Klasse B zu erlangen. Das teilte Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) gestern in einer Aussendung mit. Der Erwerb der militärischen Lenkberechtigung kann dabei für die zivile Führerscheinausbildung „umgeschrieben“ werden.

Diese Maßnahme soll das Interesse der Lehrlingsausbildung beim Bundesheer weiter steigern. Gegenwärtig gehört das Heer laut eigenen Angaben zu den größten Lehrlingsausbildern im Land.

Klug ist dabei von dem Wert dieser Reform überzeugt: „Unsere Lehrlinge profitieren von der Bundesheerfahrschule doppelt: Sie sind dadurch berechtigt, ein geländegängiges Heeresfahrzeug zu lenken und sparen sich gleichzeitig die kosten- und zeitintensive zivile Führerscheinausbildung.“

U-Haft für Alijew verlängert

In der Causa Alijew ist gestern die U-Haft um weitere zwei Monate verlängert worden. Der ehemalige kasachische Botschafter in Wien, Rachat Alijew, soll in die Ermordung zweier Anfang 2007 entführter kasachischer Banker verwickelt gewesen sein.

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Weltkriegsgedenken in Bad Ischl

Vor hundert Jahren, am 28. Juli 1914, hat Kaiser Franz Josef in der Kaiservilla in Bad Ischl (Oberösterreich) die Kriegserklärung an Serbien unterzeichnet, die in direkter Folge zum Ersten Weltkrieg führte. Gemeinsam haben die Bürgermeister von Bad Ischl und Sarajevo gestern dem Krieg und seiner Millionen Toten gedacht.

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Faymann: Auch heute „große Herausforderungen“

Auch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) sprachen sich zum 100. Jahrestag der Kriegserklärung in Aussendungen dafür aus, angesichts der aktuellen Konfliktherde „die richtigen Lehren“ aus den damaligen Ereignissen zu ziehen.

Faymann betonte, dass man nicht nur der „schrecklichen Ereignisse“ des Ersten Weltkriegs gedenke. „Wir müssen uns auch eingestehen, dass wir uns gerade in diesen Tagen und Wochen mit Konfliktherden in Europa und im Nahen Osten konfrontiert sehen, die uns zum wiederholten Male vor große Herausforderungen stellen.“ „Das Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs erinnert uns heute daran, wie wichtig es ist, die richtigen Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen“, betonte auch Spindelegger.

Österreichs Krampf mit dem Gedenkjahr

Ungeachtet etlicher Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen, die sich dem laufenden Gedenkjahr widmen, bleibt unterdessen der Eindruck, dass das Thema in Österreich ein stiefmütterliches Dasein fristet.

Mit teils ernüchternden Antworten unterstreichen Historiker das gegenüber ORF.at. Im „Heroisieren und Verdrängen“ wird etwa ein „typisch österreichischer“ Zugang geortet. Dazu kommt die dank dem Gedenkjahrbestseller „Die Schlafwandler“ nun „allseits geteilte Schuld“ - offenbar mit ein Grund, dass das Buch gerade hierzulande „so gut ankommt“.

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Sport

Erste Liga: Später Elfer rettet St. Pölten Punkt

Der SKN St. Pölten hat sich bei der Generalprobe für das Europacup-Gastspiel beim niederländischen Topclub PSV Eindhoven mit einem Remis begnügen müssen. Ein 2:2 (0:1) beim Kapfenberger SV gereichte den Niederösterreichern gestern Abend aber zur Tabellenführung in der Ersten Liga. Ein später Elfmeter von Torjäger Daniel Segovia in der 86. Minute rettete den Niederösterreichern zumindest einen Punkt.

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Tennis: Thiem kämpft sich ins Achtelfinale von Kitzbühel

Dominic Thiem hat gestern mit Mühe das Achtelfinale beim mit 485.760 Euro dotierten Bet-at-home-Cup in Kitzbühel erreicht. Der 20-jährige ÖTV-Jungstar, den auch eine Regenpause nicht stoppen konnte, schlug nach 2:41 Stunden den brasilianischen Qualifikanten Joao Sousa mit 7:6 (7/4) 3:6 7:5. Schon zuvor hatte ein Österreicher die erste Runde überstanden, was angesichts des ÖTV-Duells Andreas Haider-Maurer gegen Gerald Melzer nicht überraschend kam.

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Fußball: Salzburg pflügt durch die Liga

Dem 6:1-Auftaktsieg gegen Rapid hat Meister Red Bull Salzburg am Samstag in der zweiten Runde der tipico-Bundesliga auswärts in Wiener Neustadt einen 5:0-Kantersieg folgen lassen. Und das, obwohl die Salzburger längere Zeit in Unterzahl spielen mussten. „Wir haben eine Topleistung gebracht“, sagte ein höchst zufriedener „Bullen“-Coach Adi Hütter. In dieser Form müssen sich die Salzburger auch vor der Reise nach Aserbeidschan nicht fürchten, wo am Mittwoch Karabach Agdam als Gegner der dritten Runde der Champions-League-Quali wartet.

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Formel 1: Ricciardo läuft Vettel den Rang ab

Der Grand Prix von Ungarn hat das Kräfteverhältnis bei Red Bull endgültig verschoben. Daniel Ricciardo feierte in einem spektakulären Rennen nicht nur seinen zweiten Saisonsieg, sondern läuft dem vierfachen Weltmeister und Titelverteidiger Sebastian Vettel den Rang ab. Als „wirklich beeindruckend“ und „sensationell“ bezeichnete die Chefetage den Triumph des Australiers. Auch die Konkurrenz lobte Ricciardo. Vettel sieht indes seine Felle langsam, aber sicher davonschwimmen und geht frustriert in die Sommerpause. „Das ist charakterbildend für ihn“, erklärte Teamchef Christian Horner.

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Wirtschaft

EU-Kommissar Kallas weiter gegen deutsche Mautpläne

Den Plänen des deutschen Verkehrsministers Alexander Dobrindt für eine Maut auf allen deutschen Straßen droht nach wie vor eine Ablehnung durch die EU-Kommission.

Einseitige Belastung „niemals akzeptieren“

Es sei „absolut nicht richtig“, wenn in Berlin behauptet werde, die EU-Kommission habe Dobrindts Vorschläge bereits gebilligt, sagte EU-Verkehrskommissar Sim Kallas der „Deutschen Verkehrs-Zeitung“ (Dienstag-Ausgabe) laut Vorabbericht. „Wir werden sehr aufmerksam verfolgen, ob es im deutschen System Diskriminierungen gibt“, unterstrich der EU-Kommissar. Eine einseitige Belastung von Ausländern auf deutschen Straßen, „das werden wir niemals akzeptieren“, kündigte er an.

Kallas signalisierte anhaltende Vorbehalte gegen das Konzept des Ministers, deutschen Autofahrern durch eine Entlastung bei der Kfz-Steuer Ausgleich für künftige Mautkosten zu gewähren. „Das darf niemanden diskriminieren und soll ausreichende Einnahmen bescheren. Und ein direkter Link zwischen Maut und steuerlicher Entlastung ist nicht möglich“, sagte Kallas.

Bures sieht sich bestätigt

Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) sieht die Einwände gegen die geplante deutsche Pkw-Maut durch Kallas’ Aussagen bestätigt und begrüßt seine klare Stellungnahme zur geplanten „Ausländermaut“ in Deutschland. „Der EU-Kommissar bestätigt meine kritische Haltung zu der Art und Weise, wie Deutschland seine Maut ausgestalten will“, so Bures. „Alle Experten sehen darin einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz“, so die Ministerin.

Umstrittene Pläne

Dobrindt hatte Anfang Juli sein Konzept für eine Pkw-Maut auf allen deutschen Straßen vorgestellt und war dabei auf großen Widerstand aus Österreich gestoßen. Seine Pläne sind aber auch innerhalb der Koalition umstritten. CSU-Chef Horst Seehofer sah sich am Wochenende veranlasst, die Einführung der Infrastrukturabgabe mit der Zukunft der großen Koalition zu verknüpfen. „Käme die Maut nicht, würde sich die Frage der Legitimation der Koalition ebenfalls stellen“, warnte er.

EU-Kommission billigt Kauf von Beats durch Apple

Die EU-Kommission hat die drei Milliarden Dollar schwere Übernahme des Kopfhöreranbieters Beats durch Apple durchgewunken. Es gebe keine Wettbewerbsbedenken, weil der gemeinsame Marktanteil der beiden Unternehmen bei Kopf- und Ohrhörern gering sei und es viele globale Konkurrenten gebe, teilte die Kommission gestern mit.

Auch die Übernahme des Musikstreamingdienstes von Beats werde Apples Einfluss nicht übermäßig werden lassen, erklärte die Brüsseler Behörde. Unter den Wettbewerbern im Kopfhörermarkt zählte sie auch die Firma Bose auf, die Beats vergangene Woche mit dem Vorwurf von Patentverletzungen verklagt hatte.

Skipionier Franz Völkl gestorben

Franz Völkl, Erfinder der modernen Carbon-Skitechnologie, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Tochter Margit Völkl-Reinhardt dem „Straubinger Tagblatt“ (Dienstag-Ausgabe). Der frühere Chef des niederbayerischen Unternehmens Völkl war der „Vater“ des legendären Renntigers, der ab 1973 zu einem der beliebtesten Ski wurde.

Der Betrieb ging auf eine Wagnerei zurück, die Völkls Großvater etwa 1895 gegründet hatte. Im Jahr 1923 begann die Firma in Straubing mit der Produktion von Holzski. Franz Völkl übernahm die Fabrik 1952 von seinem Vater, Franz Völkl senior. Sie entwickelte sich zu einem der weltweit bekanntesten Skihersteller, der in Glanzzeiten bis zu 850 Menschen beschäftigte.

In den 1990er Jahren begann eine wirtschaftliche Talfahrt, an deren Ende das Familienunternehmen verkauft werden musste. Der Schweizer Sportartikelhändler Gregor Furrer übernahm mit weiteren Investoren die Straubinger Fabrik.

Chronik

Stürme mit heftigem Regen sorgen für Chaos in Südengland

Stürme mit heftigem Regen und Hagel haben Teile von England heimgesucht und Verkehrsprobleme verursacht. Überflutete Straßen gab es gestern in Teilen Londons sowie in den Grafschaften Essex und Sussex in Südostengland.

In Ruislip, im Nordwesten Londons, wurden Grundstücke und Gebäude überflutet, wie der Sender BBC 50 berichtete. In Thaxted in Essex retteten Feuerwehrleute fünf Menschen aus überschwemmten Häusern. An der Südküste Englands waren Züge verspätet. Ein Blitz habe nahe dem Küstenort Hove in Sussex ein Transformatorhäuschen getroffen, hieß es bei Network Rail.

Tirol: Deutsche Touristin von Kuhherde tödlich verletzt

Eine 45-jährige deutsche Wanderin ist gestern Nachmittag auf einer Alm im Tiroler Stubaital von 20 Kühen und Kälbern attackiert und tödlich verletzt worden. Wie die Polizei der APA sagte, war die Frau in dem eingezäunten Bereich mit ihrem Hund auf einem Wanderweg unterwegs, als die Tiere plötzlich seitlich auf sie zuliefen.

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NÖ: Anrainer gegen „pfeifende Züge“

In Wöllersdorf-Steinabrückl (Niederösterreich) sorgt das Pfeifen der Züge an unbeschrankten Bahnübergängen für Unruhe. Nun kämpft eine Bürgerinitiative, bestehend aus geplagten Anrainern, gegen die Lärmbelästigung.

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60 Polizisten bei Hausdurchsuchung in NÖ

Im Waldviertel (Niederösterreich) hat gestern ein nicht alltäglicher Polizeieinsatz stattgefunden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Krems ging es dabei um eine Hausdurchsuchung bei einer Organisation, die Österreich nicht als Staat anerkennt.

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Science

Denkvermögen: Bildung ändert Geschlechterunterschiede

Frauen können besser Sprachen lernen, Männer besser rechnen: An diesen Stereotypen rüttelt eine neue Studie, die europaweit das Denkvermögen der Geschlechter verglichen hat. Je höher der Lebensstandard und je gleicher die Erziehung, desto geringer werden die Unterschiede. Ausnahme: Bei Gedächtnisaufgaben ziehen Frauen davon.

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Kultur

Salzburg: „Don Giovanni“ hinter den Erwartungen

Die erste Opernpremiere dieses Festspielsommers hat am Sonntag Mozarts „Don Giovanni“ gegolten. Sven-Eric Bechtolf musste allerdings für seine Inszenierung von Mozarts Da-Ponte-Oper heftige Buh-Rufe des Premierenpublikums einstecken.

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Die zweite Arbeit im neuen Da-Ponte-Zyklus von Regisseur Sven-Eric Bechtolf und Dirigent Christoph Eschenbach wird auch, so die Ö1-Kritik, als Rückschritt gegenüber den letzten „Don Giovanni“-Produktionen in Salzburg gewertet - mehr dazu in oe1.ORF.at.

Lifestyle