Inland

Hammerschmid will mehr Personal für Volksschulen

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) verspricht in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“ mehr Personal für die Volksschulen. Die Ministerin will 5.000 Pädagoginnen und Pädagogen mehr einsetzen, das sei eine Priorität vor allem in Richtung Sprachkompetenz.

So wenige Flüchtlingsklassen wie möglich

Auch eigene Flüchtlingsklassen wird es weiterhin geben, aber so wenige wie möglich. Das sei nicht Ziel ihrer Partei, so Hammerschmid. Ziel sei es vielmehr, die Flüchtlingskinder in die Regelklassen zu integrieren. Das fördere die Sprache und die Integration in der Gesellschaft. Und dazu seien in den letzten zwei Jahren 10.000 Lehrer zusätzlich ausgebildet worden.

Lehrerinnen und Lehrer an den Höheren Schulen werden nicht zur Fortbildung gezwungen - für sie gilt laut Hammerschmid weiterhin die Freiwilligkeit. Vor verpflichtenden Fortbildungen in den großen Ferien werden sie vorerst verschont, so Hammerschmid. Mittelfristig könnte sich daran allerdings etwas ändern, so die Ministerin.

Thematisiert wurde im Interview auch die Entscheidung der türkischen Regierung, Darwins Evolutionstheorie aus den Schulen zu verbannen. „Man kann die Evolutionstheorie nicht negieren“, so Hammerschmid. Zwar könne sie der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich nicht vorschreiben, wie sie denkt und handelt, die Evolutionstheorie sei aber „wissenschaftlich belegt und abgesichert“.

Audio dazu in oe1.ORF.at

OGH: Asylwerber gegen Verhetzung geschützt

Das Strafrecht schützt Asylwerber vor Verhetzung, auch wenn sie nicht explizit unter die im Gesetz genannten Kriterien fallen. Das hat der Oberste Gerichtshof (OGH) entschieden, nachdem das Oberlandesgericht Graz einen Mann freigesprochen hatte, der auf Facebook das „Erledigen“ von Asylanträgen mit dem Maschinengewehr gefordert hatte. Der Freispruch bleibt trotz der rechtlichen Klarstellung aufrecht.

Anlass für die Klarstellung des OGH war ein unter Pseudonym verfasster Facebook-Eintrag eines Steirers. Der Mann hatte ein Bild von zwei Scharfschützen mit Maschinengewehr gepostet - mit dem Aufdruck: „Das schnellste Asylverfahren Deutschlands ... lehnt bis zu 1.400 Anträge pro Minute ab.“

Mann freigesprochen

Vom Landesgericht Leoben wurde der Mann freigesprochen, ebenso vom Oberlandesgericht Graz. Begründung: Das Posting stellte für das Oberlandesgericht zwar ein klares Aufstacheln zum Hass gegen Asylwerber dar. Und zwar, weil Asylwerbern damit generell der Anspruch auf ein Asylverfahren abgesprochen und weil gehässige Emotionen und Intoleranz gegenüber Flüchtlingen geschürt würden.

Dennoch blieb es beim Freispruch, weil das Berufungsgericht davon ausging, dass das Gesetz Asylwerber als Personengruppe nicht vor Verhetzung schützt.

Grazer Richter verneinten Schutz

Dieser Ansicht hat der Oberste Gerichtshof mit einer bereits im April getroffenen Entscheidung klar widersprochen. Demnach schützt der Verhetzungsparagraf (§ 283 Strafgesetzbuch) auch Asylwerber. Die Grazer Richter hatten diesen Schutz verneint, weil Asylwerber nicht durch die im Gesetz festgelegten Kriterien („Rasse“, Hautfarbe, Sprache, Religion, Weltanschauung, Staatsangehörigkeit etc.) definiert werden.

Nach Ansicht der Höchstrichter haben die Grazer Kollegen damit allerdings die 2015 erfolgte Verschärfung des Verhetzungsparagrafen ignoriert, die ja ausdrücklich der konsequenten Bekämpfung derartiger „Hasskriminalität“ dienen sollte.

Keine Konsequenz für konkreten Fall

Für den konkreten Anlassfall hatte das Urteil des Obersten Gerichtshofs allerdings keine Konsequenzen. Gerichtssprecher Kurt Kirchbacher begründete das auf APA-Anfrage damit, dass das Urteil Folge einer Nichtigkeitsbeschwerde der Generalprokuratur zur Wahrung des Gesetzes war und dass der ordentliche Instanzenzug bereits erschöpft war - also beim OGH keine Berufung eingelegt werden konnte. Somit hätten die Entscheidungen der Untergerichte nicht zum Nachteil des Angeklagten verändert werden können: „Aber für die Zukunft ist das klargestellt.“

Antisemitische Codes: Vilimsky fordert „verbale Abkühlung“

FPÖ-Generalsekretär und Europamandatar Harald Vilimsky fordert in der Debatte über Aussagen seines Parteikollegen Johannes Hübner von den „selbst ernannten Moralaposteln verbale Abkühlung an heißen Sommertagen“. Der „angebliche Fall von Antisemitismus“ sei ein Sturm im Wasserglas, so Vilimsky heute.

SPÖ und ÖVP sollten zunächst in ihren eigenen Reihen für Ordnung sorgen, denn mit dem Finger auf Hübner zu zeigen, „dessen Aussagen weder objektiv noch subjektiv Antisemitismus gutheißen oder zur Schau stellen“, sei verlogen und ein Ablenkungsmanöver. Antisemitismus habe in der FPÖ keinen Platz, und auch Hübner selbst habe bereits klargestellt, dass seine Äußerungen nicht antisemitisch gewesen seien, so der Generalsekretär.

Doskozil stellte Ultimatum

Nach Berichten über antisemitische Codes und Anspielungen durch Hübner bei einem rechtsextremen Treffen in Deutschland hatten die Parteispitzen von SPÖ und ÖVP das scharf verurteilt. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) forderte außerdem Konsequenzen von der Bundespartei, anderenfalls könnten die Freiheitlichen kein Partner sein.

„Running Gag“ unter Rechtsextremen

Zum Schöpfer der österreichischen Verfassung, Hans Kelsen, soll Hübner im Juni 2016 gesagt haben: „eigentlich Hans Kohn, aber er hat sich Kelsen genannt“. Der Kohn-Sager gilt laut Experten als „Running Gag“ unter Rechtsextremen und soll in Thüringen für Gelächter gesorgt haben. Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) forderte am Mittwoch den Rücktritt des FPÖ-Politikers. Hübners Anspielungen erinnerten an die antisemitische Zeitung „Der Stürmer“ und die einschlägige Hetze gegen Hans Kelsen seit den Dreißigerjahren.

Das Wortspiel habe laut Kultusgemeinde nicht einmal einen Tatsachenbezug, denn Kelsen hieß nie Kohn. Auch Hübners Anspielung auf die Logen der Freimaurer sei ein bekannter antisemitischer Code. Die Bezeichnung „sogenannte Holocaustüberlebende“ sei möglicherweise strafrechtlich relevant.

Ausland

Russland: Abkommen über Deeskalationszone in Syrien

Russland hat sich nach eigenen Angaben mit syrischen Rebellen auf Einzelheiten zu einer von vier geplanten Deeskalationszonen in Syrien geeinigt. Das Abkommen, das die Rebellenhochburg Ost-Ghuta bei Damaskus betrifft, sei heute nach Gesprächen unter Vermittlung Ägyptens in Kairo unterzeichnet worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.

Russland, die Türkei und der Iran hatten sich im Mai auf die Einrichtung von vier Deeskalationszonen in Syrien verständigt. Sie sollen Gebiete unter Kontrolle der Rebellen in Ost-Ghuta, den Provinzen Idlib und Homs sowie im Süden des Landes umfassen. In ihnen sollen eine Flugverbotszone sowie eine Waffenruhe zwischen Regierung und Rebellen gelten, doch verliefen Verhandlungen der drei Garantiemächte über Detailfragen bisher ergebnislos.

Nach Angaben Moskaus wurde in Kairo nun eine Einigung erzielt über den Zuschnitt der Deeskalationszone in Ost-Ghuta und die Stationierung von Soldaten zur Überwachung der Vereinbarungen. Zudem seien Routen für Hilfslieferungen und die Ausreise von Zivilisten festgelegt worden.

Gabriel wirbt bei Türken in Deutschland um Verständnis

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel hat bei den Türken in Deutschland um Verständnis für die härtere Gangart in den Beziehungen zur Türkei geworben. Die Regierung könne nicht tatenlos zusehen, wenn „unbescholtene deutsche Staatsbürger ins Gefängnis gesteckt“ würden, schrieb der SPD-Politiker in einem heute in der „Bild“ abgedruckten Gastbeitrag auf Deutsch und Türkisch.

In Deutschland leben rund drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln. Die türkische Gemeinde des Landes begrüßte Gabriels offenen Brief.

Freundschaft „großer Schatz“

Deutschland werde die Zusammenarbeit und vor allem die wirtschaftlichen Hilfen für die Türkei auf den Prüfstand stellen „und auch in Europa für eine klare Haltung eintreten“, schrieb Gabriel. „Nichts davon richtet sich gegen die Menschen in der Türkei und unsere Mitbürger mit türkischen Wurzeln in Deutschland.“

Die Freundschaft zwischen Deutschen und Türken sei ein großer Schatz. Die türkischstämmigen Menschen in Deutschland „gehören zu uns - ob mit oder ohne deutschen Pass“.

Hahn: Zeit des Hinhaltens vorbei

Die harte Linie der deutschen Regierung gegenüber der Türkei als Reaktion auf die Inhaftierung von Menschenrechtlern und Journalisten findet unterdessen Unterstützung in der EU-Kommission. „Die Reaktion Deutschlands ist verständlich“, sagte der Erweiterungskommissar Johannes Hahn der „Welt“ (Samstag-Ausgabe). Europa habe große Geduld mit der Türkei bewiesen, doch scheine sie das nicht wertzuschätzen. „Die Zeit des Hinhaltens ist vorbei“, so Hahn.

Die deutsche Regierung hatte am Donnerstag eine „Neuausrichtung“ ihrer Türkei-Politik angekündigt. Als Reaktion auf die Verhaftung Steudtners und anderer Deutscher wurden die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes für das beliebte Urlaubsland verschärft. Das Außenamt rät Türkei-Reisenden nun offiziell zu „erhöhter Vorsicht“.

Ägypten: Todesstrafe gegen 28 Islamisten bestätigt

Ein ägyptisches Gericht hat heute die Todesurteile gegen 28 mutmaßliche Islamisten wegen des Mordes an dem Generalstaatsanwalt Hisham Barakat bestätigt. Barakat war Ende Juni 2015 in Kairo bei einem Bombenanschlag auf seinen Autokonvoi ums Leben gekommen. Der frühere Generalstaatsanwalt ist das prominenteste Opfer in einer Reihe von Anschlägen in dem Land seit 2013.

Das ägyptische Gericht verurteilte zudem 38 Mitangeklagte zu Strafen zwischen zehn Jahren und lebenslanger Haft. 16 Angeklagte wurden in Abwesenheit verurteilt. Gegen die Urteile kann noch Berufung eingelegt werden.

Das ägyptische Militär hatte nach Massenprotesten im Juli 2013 den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi entmachtet. Seitdem sind in Ägypten vor allem Polizisten bei Angriffen mit Bomben getötet oder erschossen worden. Im September 2013 überlebte der damalige Innenminister Mohammed Ibrahim einen Bombenangriff.

Dem Anschlag auf Barakat folgte eine weitreichende Verschärfung der Sicherheitsgesetze in dem Land, die auch die Presse- und Meinungsfreiheit empfindlich einschränkte.

Junge Deutsche unter im Irak gefassten IS-Anhängerinnen

Ein Mädchen aus Sachsen (Deutschland) ist nach Angaben der Dresdner Staatsanwaltschaft unter den in der vergangenen Woche in der irakischen Stadt Mossul festgenommenen Anhängerinnen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die 16-jährige Linda W. sei identifiziert worden, teilte die Behörde heute mit.

Das Mädchen aus Pulsnitz bei Dresden werde von der deutschen Botschaft im Irak konsularisch betreut. Weitere Auskünfte wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht erteilen.

Vor einem Jahr verschwunden

Die Schülerin war vor einem Jahr verschwunden, nachdem sie zum Islam konvertiert sein soll und offenbar über Internetchats mit IS-Anhängern in Kontakt stand. Medienberichten zufolge griffen irakische Einheiten mehrere ausländische Anhängerinnen des IS auf, die sich in einem Tunnelsystem in der Altstadt von Mossul versteckt haben sollen. Auch Waffen und Sprengstoffgürtel sollen dabei gefunden worden sein.

Nach Informationen des deutschen Nachrichtenmagazins „Spiegel“ sitzen im Irak vier deutsche Frauen in Haft, die sich in den vergangenen Jahren der IS-Miliz angeschlossen hatten und nach der Befreiung Mossuls gefasst wurden. Am Donnerstag hätten deutsche Diplomaten die Frauen in einem Gefängnis am Flughafen von Bagdad besuchen können, nach einer ersten Einschätzung gehe es ihnen den Umständen entsprechend gut. Eine der Deutschen habe marokkanische Wurzeln. Eine andere stamme offenbar aus Tschetschenien, habe aber einen deutschen Pass.

Vor rund zwei Wochen hatte die irakische Regierung nach monatelanger Großoffensive den vollständigen Sieg über die IS-Miliz im nordirakischen Mossul verkündet. Die Dschihadisten hatten die Stadt 2014 überrannt und in den von ihnen eroberten Gebieten im Irak und in Syrien ein „Kalifat“ ausgerufen.

Polizeichefin in USA nach Todesschüssen zurückgetreten

Eine Woche nach den tödlichen Polizeischüssen auf eine unbewaffnete Australierin in der US-Stadt Minneapolis hat Polizeichefin Janee Harteau ihren Rücktritt erklärt. Sie folgte damit gestern der Aufforderung von Bürgermeisterin Betsy Hodges, die der Polizeichefin öffentlich das Misstrauen ausgesprochen hatte.

„Vertrauen verloren“

Erneut gab es in der Stadt Proteste, die Bürgermeisterin wurde auf einer Pressekonferenz von Demonstranten ausgebuht. Harteau könne die Polizei der Stadt nicht mehr leiten, weil sie das Vertrauen der Bürger verloren habe, sagte Bürgermeisterin Hodges. „Auch ich habe das Vertrauen verloren“, sagte sie. Harteaus bisheriger Stellvertreter soll nun den Posten übernehmen.

Am Samstag vor einer Woche hatten Polizisten die 40-jährige Australierin Justine Diamond erschossen, die zuvor selbst die Polizei wegen eines mutmaßlichen Überfalls in der Nachbarschaft gerufen hatte. Die Gründe waren weiter unklar, die Ermittlungen laufen.

Langes Schweigen

Polizeichefin Harteau war heftig in die Kritik geraten, weil sie sich tagelang nicht öffentlich zu dem Vorfall äußerte. Erst am Donnerstag trat sie vor die Kameras. Ihr langes Schweigen erklärte sie damit, dass sie in einer abgelegenen Bergregion Urlaub gemacht habe.

Gestern gab es in Minneapolis wie bereits am Vortag Proteste gegen die Polizei. Kritiker fragten erbost, warum die beiden Beamten bei dem tödlich verlaufenen Einsatz ihre Körperkameras nicht eingeschaltet hatten.

Palästinenser frieren Beziehungen zu Israel ein

Die jüngste Krise auf dem Tempelberg überschattet die Beziehungen zwischen Palästinensern und Israelis. Die Palästinenser setzen nach den verstärkten Kontrollen auf dem Tempelberg alle offiziellen Kontakte zu Israel aus. Die Beziehungen würden erst dann wieder aufgenommen, wenn Israel die Sicherheitsmaßnahmen aufhebe, so Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Wegen der zusätzlichen Kontrollen kam es gestern zu schweren Zusammenstößen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Sicherheitskräften mit Toten und Verletzten. Die Arabische Liga warf Israel die Ausübung „exzessiver Gewalt“ vor.

Mehr dazu in Heftige Zusammenstöße

Wirtschaft

Nach EU-Lizenz aus Wien: EasyJet rittert um Alitalia

Der britische Billigflieger easyJet, der sich mit seiner österreichischen Tochter die wegen des bevorstehenden „Brexits“ nötig gewordene neue EU-Lizenz gesichert hat, soll ein unverbindliches Angebot für die krisengeschüttelte Alitalia eingereicht haben, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ heute.

Insgesamt 13 Kaufangebote

Der britische Carrier muss sich auf starke Konkurrenz gefasst machen. Nach Ablauf der Frist für die Einreichung unverbindlicher Angebote gestern erhielten die Sonderverwalter der italienischen Airline 13 Offerte erhalten, die jetzt geprüft werden müssen.

Mehrere Konkurrenten wie Lufthansa, Ryanair, Delta Airlines, British Airways und Alitalias Hauptaktionär Etihad reichten laut dem Blatt unverbindliche Angebote ein. Zu den Interessenten zählen auch Private Equity-Fonds wie TPG, Indigo Capital und Cerberus.

Regierung wehrt sich gegen Zerstückelung

Viele Gesellschaften wollten lediglich einige Assets der Alitalia erwerben, berichtete die Zeitung. Die italienische Regierung wehrt sich jedoch gegen eine Zerstückelung der Airline. Die von der italienischen Regierung beauftragten Sonderverwalter arbeiten zurzeit an einem Entwicklungsplan für die Fluggesellschaft, der Ende Juli vorgestellt werden soll. Der Alitalia-Verkauf soll bis Oktober über die Bühne gehen.

Die Airline hat drei Mrd. Euro Schulden, denen mit 921 Mio. Euro bewertete Vermögenswerte gegenüberstehen. Nach einem gescheiterten Rettungsversuch hatte die Regierung die Alitalia unter Sonderverwaltung gestellt. Das Insolvenzverfahren wurde in die Wege geleitet, nachdem die Belegschaft im April einen vom Management und den Gewerkschaften ausgehandelten Rettungsplan abgelehnt hatte.

„Brexit“ treibt Bank of America nach Dublin

Die Bank of America will die Europazentrale ihres Investmentbankings von London nach Dublin verlagern. Das sagte Vorstandschef Brian Moynihan gestern bei einem Besuch in der irischen Hauptstadt der „Financial Times“. Es sei noch nicht abzusehen, um wie viele Jobs es bei der Verlagerung gehe, aber die Bank werde definitiv mehr Arbeitsplätze in Dublin benötigen als die bisherigen rund 700.

Günstige Unternehmenssteuern

Laut Moynihan waren die günstigen Unternehmenssteuern in Irland nicht der entscheidende Grund für den Schritt, die Bank of America erhalte auch keine Staatshilfen. Wegen des geplanten EU-Austritts Großbritanniens wollen etliche Großbanken Arbeitsplätze aus der Finanzmetropole London abziehen. Als Ersatzstandorte haben sich neben Dublin vor allem Frankfurt und Paris in Stellung gebracht.

VW-Rechtsstreit bringt US-Anwälten 300 Mio. Dollar ein

Volkswagens milliardenschwere Vergleiche mit US-Sammelklägern im Abgasskandal bringen auch den beteiligten Anwaltskanzleien viel Geld ein. Der für den Mammutrechtsstreit zuständige US-Richter Charles Breyer genehmigte den Klägeranwälten gestern (Ortszeit) 125 Mio. Dollar an Gebühren und Kostenrückerstattungen im Rahmen der Rechtsvertretung von rund 88.500 Besitzern von Dieselwagen mit 3,0-Liter-Motoren, bei denen VW mit Hilfe einer speziellen Software Stickoxidwerte manipuliert hatte.

Stundelöhne um die 500 Dollar

Zuvor hatte Breyer Anwälten bereits 175 Mio. Dollar im Zusammenhang mit Klagen bei knapp 500.000 kleineren Fahrzeugen mit 2,0-Liter-Dieselmotoren zugestanden, sodass insgesamt 300 Mio. Dollar (257 Mio. Euro) zusammenkommen.

Damit werden im Schnitt Stundenlöhne von 462 beziehungsweise 529 Dollar in Rechnung gestellt. VW hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden zugegeben, bei Abgastests getrickst zu haben. Der Konzern hat bereits 22,6 Mrd. Euro für Vergleiche in Nordamerika verbucht.

Hinweis

ORF.at: Verbesserte News-App zum 20-Jahr-Jubiläum

Rechtzeitig zum 20-Jahr-Jubiläum von ORF.at am 24. Juli gibt es eine verbesserte ORF.at-News-App. Leserinnen und Leser von ORF.at und Userinnen und User der ORF.at-News-App sind ab sofort noch schneller informiert: Sie können nun in Web und App Push-Notifikationen für die wichtigsten Eilmeldungen abonnieren. Wer die klassische Web- oder Mobilversion von ORF.at nutzt, kann sich auf der Seite ORF.at/push für Notifikationen anmelden.

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Sport

Tour de France: Showdown im Fußballtempel

Im Stade Velodrome von Marseille kann sich Christopher Froome heute zum vierten Mal in seiner Karriere zum Gesamtsieger der Tour de France krönen. Der Fußballtempel von Olympique Marseille ist Start- und Zielort des entscheidenden Einzelzeitfahrens der 104. Ausgabe der Tour. Im Kampf um das Gelbe Trikot hat Froome alle Trümpfe in der Hand. Von den Konkurrenten an der Spitze darf sich nur Rigoberto Uran Hoffnungen machen, mit dem Briten im Kampf gegen die Uhr mitzuhalten.

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Chronik

Ehepaar nach 75 Jahren im Eis beigesetzt

Die Leichen eines vor 75 Jahren in den Schweizer Alpen tödlich verunglückten Ehepaares sind heute beigesetzt worden. Sie waren vergangene Woche auf mehr als 2.600 Meter Höhe im Tsanfleuron-Gletscher oberhalb von Les Diablerets zufällig gefunden worden.

Sie wurden als ein seit August 1942 vermisstes Schweizer Ehepaar identifiziert. Eine Eisschicht hatte die sterblichen Überreste jahrzehntelang konserviert. Die beiden noch lebenden Töchter sowie mehrere Enkel der beiden nahmen an der Trauerfeier in der Kirche im Ort Saviese teil, wie die Zeitung „Le Matin“ meldete. Die Hinterbliebenen hatten seit dem Verschwinden ihrer Eltern nach dem damals 40-jährigen Schuhmacher und der 37-jährigen Lehrerin gesucht.

Lenkerin ohne Führerschein kollidierte mit Motorrad

In Wien-Döbling ist es gestern zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Beim Abbiegen kollidierte eine Autofahrerin mit einem Motorrad, dabei wurde der Lenker schwer verletzt. Die Frau war ohne Führerschein unterwegs.

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Rallyefahrer: Frontalkollision bei Überholvorgang

Beim Überholen prallte gestern ein 17-Jähriger mit seinem Rallyeauto in Birkfeld in Weiz (Steiermark) gegen einen entgegenkommenden Pkw. Dessen 49-jähriger Lenker wurde verletzt. Der Schüler kam unverletzt mit dem Sachschaden davon.

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Pkw überschlug sich: Ein Schwerverletzter

Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich heute Früh auf der Nordostautobahn (A6) bei Kittsee (Burgenland): Zwei Slowaken überschlugen sich in ihrem Pkw. Der Lenker erlitt schwere Verletzungen, sein Beifahrer eine Kopfwunde.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Ein Schwerverletzter nach Unfall mit Quad

Ein 30-jähriger Mann stürzte gestern im Bezirk Feldkirchen (Kärnten) auf einem Almweg mit seinem Quad. Das Fahrzeug überschlug sich mehrmals. Der Lenker wurde schwer verletzt und musste in das Krankenhaus geflogen werden.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Winterstürme und Hochwasser in Neuseeland

Teile von Neuseelands Südinsel stehen nach heftigen Winterstürmen unter Wasser. In Christchurch und Dunedin, den größten Städten der Region, wurde heute der Notstand ausgerufen. Die Behörden forderten Hunderte Bewohner in überschwemmungsgefährdeten Stadtteilen auf, ihre Häuser zu verlassen, da das Hochwasser dort weiter anzusteigen drohte. Auch die Gefahr von Erdrutschen bestehe.

Nach heftigen Regenfällen waren viele Straßen unpassierbar

Düstere Wetterprognosen

Die Polizei riet, alle nicht unbedingt notwendigen Fahrten mit dem Auto zu vermeiden und warnte Schaulustige, zu Hause zu bleiben. Von gestern auf heute war innerhalb von 24 Stunden etwa doppelt so viel Regen gefallen wie sonst durchschnittlich im gesamten Monat Juli.

Die Wetterbehörde erwartete weiteren Starkregen und Wind. In einigen Regionen könnten die Temperaturen zudem in der Nacht auf unter null Grad absinken.

Kultur

Phoenix: Versailles rockt wieder Wiesen

Mit ausgelassener Spielfreude haben sich Phoenix, die vier auch schon ins mittlere Alter gekommenen „Boys“ aus Versailles, in Wiesen beim Musikfestival Out of the Woods zurückgemeldet.

„13 Jahre ist es her, dass wir das letzte Mal hier aufgetreten sind“, rekapitulierte ein sichtlich zufriedener Thomas Mars den großen Zuspruch beim Publikum. Dabei beschränkte sich die um den schwedischen Drummer Thomas Hedlund und den bekannten französischen Musiker Robin Coudert erweiterte Band im Wesentlichen auf eine rasch getaktete Werkschau der letzten drei Alben.

Neues Album überzeugt live

Selbst die elektroniklastigeren Arbeiten des aktuellen Albums wie „Ti Amo“ (der Opener), „J-Boy“ und „Role Model“ beweisen überraschende Livetauglichkeit - und auch das süßliche „Fior di Latte“ konnte man an diesem stimmigen Abend über sich ergehen lassen. Ein zart angegrauter Laurent Brancowitz und Christian Mazzalai werkten an den Flügeln des Konzerts in großer Ausgelassenheit am Phoenix-typischen Gitarrensound, Deck D’Arcy trieb die Songs im Wesentlichen über Synth-Bass-Schleifen voran.

Es war beim durchgehend jungen Publikum das Gegenteil eines Nostalgieabends. Dass die Band auf einem LED-Paneel stand und eine gekippte Glaswand hinter der Bühne Visuals in 70er-Jahre-Buntheit reflektierte, war die einzige Verspieltheit eines Abends, der mit dem aufgelegten „1901“ im Finale mehr als solide die Kurve kriegte. Da durfte sich der Mann von Sophie Coppola am Ende schon ausgiebig im Zuschauerraum feiern lassen - samt Abschiedskuss von einem Blumenmädchen.

Perfekte Einpeitscher davor: die britischen Metronomy - und Foals aus Oxford, deren überzeugender Livegig mit „Inhaler“ und „What Went Wrong“ eine Steilvorlage für die Franzosen waren. Das Out of the Woods biegt heute mit Leslie Feist als Headlinerin ins Finale.

Gerichtsmediziner bestätigt Suizid von Linkin-Park-Sänger

Nach dem Tod von Linkin-Park-Sänger Chester Bennington sind Details über die Umstände seines Ablebens bekanntgeworden. Ein Gerichtsmediziner in Los Angeles bestätigte gestern (Ortszeit), dass sich der 41-Jährige in seinem Haus in Los Angeles das Leben genommen habe. Bennington habe sich an der Tür seines Schlafzimmers erhängt, ein Angestellter habe ihn gefunden. In dem Raum sei eine halb geleerte Flasche mit einem alkoholischen Getränk sichergestellt worden. Ein Abschiedbrief sei nicht aufgetaucht.

Tod am Geburtstag von Chris Cornell

Bennington war am Donnerstag tot in seinem Haus in Los Angeles aufgefunden worden, die Rechtsmediziner waren früh von einem „möglichen Suizid“ ausgegangen. Den Suizid beging der sechsfache Vater Bennington am Geburtstag seines engen Freundes und Musikerkollegen Chris Cornell. Der Sänger der Gruppe Soundgarden hatte sich im Mai erhängt.

Bereits in seiner Jugend hatte Bennington nach eigenen Angaben begonnen, Alkohol zu trinken und harte Drogen zu nehmen. Vor einigen Jahren machte Bennington öffentlich, dass er während seiner Kindheit von einem Freund seiner Eltern vergewaltigt wurde, zum ersten Mal im Alter von sieben Jahren. Der Missbrauch habe sein „Selbstvertrauen zerstört“, sagte der Sänger 2014 der britischen Musikseite Team Rock.

Religion

Domspatzen-Skandal: Vatikan-Zeitung sieht „zweierlei Maß“

Bei der Berichterstattung über Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen in Deutschland wird nach Ansicht der Vatikan-Zeitung „Osservatore Romano“ mit „zweierlei Maß“ gemessen. Während ähnliche Vorfälle etwa beim italienischen Militär in der Öffentlichkeit mit Toleranz gesehen würden, gebe es „extreme Strenge gegenüber der Institution Kirche“, heißt es in einem Leitartikel des Blattes (Samstag-Ausgabe).

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Gesundheit

Kinderrehabilitation: Auch Standort in Tirol steht fest

Die Vergabe der Standorte für Kinderrehabilitation in Österreich ist komplett. Die Bietergemeinschaft SeneCura erhielt den Zuschlag für einen Standort in Wiesing in Tirol (Bezirk Schwaz), teilte der Hauptverband der Sozialversicherungsträger heute mit. Damit ist mit der Versorgungszone West (Tirol und Vorarlberg) die letzte der vier definierten Regionen auf Schiene.

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Leute

GB: George feiert vierten Geburtstag

Blonder Schopf mit Seitenscheitel, der Mund zu einem freundlichen Lachen geöffnet - so zeigt sich der britische Prinz George an seinem vierten Geburtstag auf einem Foto des Kensington-Palasts.

Seine Eltern, Prinz William und Herzogin Kate (beide 35), seien erfreut, „dieses wunderschöne Bild zu teilen“, twitterte der Kensington-Palast heute. „Sie möchten sich gerne bei allen für die freundlichen Botschaften bedanken, die sie erhalten haben.“ Für den Urenkel von Queen Elizabeth II. (91) ist der vierte Geburtstag ein wichtiger Meilenstein: Er soll im September eingeschult werden.

Feier im privaten Kreis

Gefeiert werde im privaten Kreis mit der Familie, teilte der Palast mit. Ob die Queen auch dabei sein sollte, war nicht bekannt. „George hat einen gesunden Appetit, er wird wahrscheinlich seinen ganzen Kuchen alleine essen“, sagte Vater Prinz William gestern bei seinem Besuch in Hamburg. Außerdem verriet er im Gespräch mit einem siebenjährigen Mädchen: „George kann ziemlich frech sein.“

Die vierköpfige Familie mit Herzogin Kate (35) und Prinzessin Charlotte (2) beendete gestern ihren fünftägigen Besuch in Polen und Deutschland mit einem Abstecher in die Hansestadt.

Wachsfigur von Beyonce nach Kritik überarbeitet

Nach Kritik wegen ihres angeblich zu hellen Hauttons hat der New Yorker Ableger des Londoner Wachsfigurenmuseums „Madame Tussauds“ seine Figur von Popstar Beyonce überarbeitet. „Wir haben das Styling und die Beleuchtung ihrer Figur angepasst“, teilte eine Sprecherin des Museums am Freitag mit. „Wir lieben, respektieren und freuen uns über das Arbeitsverhältnis mit Beyonce.“

Vergleiche mit Lindsey Lohan und Mariah Carey

Zuvor hatten Internetnutzer beklagt, die Figur der Sängerin gleiche ihrer Hautfarbe nach eher Lindsey Lohan, Jessica Simpson, Britney Spears oder Mariah Carey.

Das Museum hatte die Kritik erst zurückgewiesen und auf die angeblich verantwortliche Beleuchtung im Raum sowie Blitzlichter beim Fotografieren verwiesen, die Figur am Donnerstag dann aber für „Reparaturen“ entfernt, wie eine Mitarbeiterin sagte.