Ausland

IS tötet eigene Kämpfer nach Niederlage

Nach der Hinrichtung von „Deserteuren“ in Syrien hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auch im Irak Kämpfer aus ihren eigenen Reihen hingerichtet. Augenzeugen berichteten der dpa heute, 45 Mitglieder seien in der nordirakischen Stadt Mossul getötet worden. Die Dschihadisten seien für ihre Niederlage im Kampf um das Sindschar-Gebirge bestraft worden.

Bereits am Samstag hatten Aktivisten in der nordsyrischen Stadt al-Rakka von der Tötung von „Abtrünnigen“ innerhalb des IS berichtet. 100 ausländische Dschihadisten sollen für ihren Wunsch, das von der Miliz ausgerufene „Kalifat“ verlassen zu dürfen, hingerichtet worden sein. Hunderte weitere seien inhaftiert worden.

Kurden erobern Teile von Kobane

Nach dem strategisch wichtigen Sieg im Irak können auch die kurdischen Kämpfer in Kobane wichtige Erfolge verzeichnen. Laut Angaben eines Kurdenvertreters konnten einige Teile der Stadt, darunter das kulturelle Zentrum im Osten, von den IS-Milizen zurückerobert werden.

Mehr dazu in Hilfe für Sindschar-Gebiet unterwegs

Russland gründet Regierungskommission für Ostukraine

Angesichts der zunehmend schweren humanitären Lage im Konfliktgebiet Ostukraine hat Russland eine Regierungskommission für die Unterstützung der Regionen Donezk und Lugansk gegründet.

Einer heute in Moskau veröffentlichen Anordnung von Regierungschef Dimitri Medwedew zufolge werden aus 15 russischen Ministerien jeweils stellvertretende Minister mit der Arbeit in der Kommission betraut. Damit stellt Russland seine umstrittene Unterstützung der von der Ukraine abtrünnigen Gebiete Donezk und Lugansk erstmals auf eine offizielle Ebene.

Unter Federführung des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung soll das Gremium die Hilfe für das vom Krieg gezeichnete Gebiet sowie den Wiederaufbau dort koordinieren. Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums ist offiziellen Angaben zufolge nicht in der Kommission.

Poroschenko und Merkel hoffen auf Friedensgespräche

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hoffen unterdessen auf baldige Friedensgespräche für den Donbass. Der Schlüssel für weitere Schritte zur Lösung des Konflikts in der Ostukraine sei ein rasches Treffen der Kontaktgruppe, wie die Präsidialverwaltung in Kiew gestern Abend nach einem Telefonat der beiden Politiker mitteilte.

Poroschenko hatte sich zuletzt für neue Verhandlungen der Konfliktparteien an diesem Sonntag in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ausgesprochen. Eine Einigung auf ein Treffen war aber am Freitag gescheitert. Auch Versuche davor blieben erfolglos.

Waffen auf Kredit

Die prorussischen Aufständischen im Konfliktgebiet Donbass hatten der prowestlichen ukrainischen Führung gestern eine Blockade der Gespräche vorgeworfen. Zugleich hielt Separatistenanführer Alexander Sachartschenko Kiew Medien zufolge vor, die derzeitige Feuerpause zu nutzen, um neue Waffen aus den USA zu erhalten und sich auf einen Krieg vorzubereiten.

Das vom Staatsbankrott bedrohte Land will Waffen und anderes Militärgerät mit Krediten im Ausland einkaufen. „Es besteht Unterstützung und Verständnis bei unseren ausländischen Partnern“, sagte Poroschenko laut Medienberichten bei einer Sitzung des Sicherheitsrates. Auch die eigenen Rüstungskonzerne seien angewiesen, trotz Staatsschulden in 24-Stunden-Schichten Waffen zu produzieren.

Kiew sieht Westen in der Pflicht

In dem Telefonat mit Merkel versicherte Poroschenko der ukrainischen Mitteilung zufolge, dass sein Land den Haushalt noch bis Jahresende im Parlament verabschieden werde und mit Reformen beginne. Beide Politiker erörterten demnach auch Fragen der wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit. Dabei mahnte Poroschenko weitere Hilfen an.

Die proeuropäische Regierung in Kiew sieht den Westen in der Pflicht, nach dem Machtwechsel im Februar die neue Führung auch finanziell zu unterstützen.

Tausende gedachten Opfer an pakistanischer Schule

Nach dem blutigen Taliban-Angriff auf eine Schule im pakistanischen Peshawar haben Tausende Menschen an dem Anschlagsort der Opfer gedacht. Männer, Frauen und Kinder aus Peshawar und anderen Städten legten heute Blumen nieder, zündeten Kerzen an und forderten ein hartes Vorgehen der Armee gegen die radikalen Islamisten.

Menschenrechtsgruppen kritisierten indes die nach dem Schulattentat seit Jahren erstmals wieder vollstreckte Todesstrafe. Nach dem Angriff der Taliban auf die von der Armee geführte Schule in Peshawar hatten Regierung und Militär angekündigt, den Kampf gegen die Islamisten zu verstärken.

Armeechef Raheel Sharif erklärte, der Angriff habe die Entschlossenheit der Streitkräfte noch verstärkt, die Aufständischen „endgültig zu eliminieren“. Bei Gefechten der Armee und einem US-Drohnenangriff wurden in den Stammesgebieten im Nordwesten des Landes gestern mindestens zwölf Taliban-Kämpfer getötet.

Höchste Alarmstufe an Flughäfen

Als Folge des Anschlags in Peshawar wurden auch die landesweiten Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft. Gestern wurde an allen Flughäfen des Landes die höchste Alarmstufe ausgerufen. An Gefängnissen, in denen Extremisten einsitzen, wurden Soldaten postiert. Mehrere Bildungseinrichtungen, darunter die renommierte Quaid-e-Azam-Universität in der Hauptstadt Islamabad, wurden bis auf weiteres geschlossen.

Als Reaktion auf den Taliban-Angriff auf die Schule hatte Ministerpräsident Sharif zudem das Moratorium für die Todesstrafe aufgehoben. Zwei wegen Terroranschlägen verurteilte Extremisten wurden daraufhin am Freitag hingerichtet. Für die kommenden Tage wurden bis zu zehn weitere Hinrichtungen angekündigt.

Tunesien: Terrorangriff vor Präsidentenstichwahl

Die Präsidentenwahl in Tunesien ist von einem Terrorangriff überschattet worden. Bewaffnete hätten gestern Abend Soldaten vor einem Wahllokal in der zentraltunesischen Provinz Kairouan angegriffen, teilte das Verteidigungsministerium heute mit. Bei dem Schusswechsel seien ein Angreifer getötet und ein tunesischer Soldat verletzt worden.

Heute begann in Tunesien die zweite Runde der Präsidentenwahl. Vier Jahre nach der „Jasmin-Revolution“ ist es das erste Mal, dass der Staatschef bei einer freien und direkten Abstimmung gewählt wird. Etwa 100.000 Soldaten und Polizisten sind am Wahltag im Einsatz. Islamisten hatten Anschläge angekündigt.

Jordanien vollstreckt wieder Todesurteile

Erstmals seit gut acht Jahren sind in Jordanien heute wieder Todesurteile vollstreckt worden. Elf wegen Mordes verurteilte Männer seien bei Tagesanbruch gehenkt worden, so das Innenministerium laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Petra. Damit beendete das Land ein seit dem Jahr 2006 geltendes inoffizielles Moratorium.

„Elf Kriminelle, die in verschiedenen Fällen wegen Mordes verurteilt waren, wurden im Morgengrauen hingerichtet“, zitierte Petra einen Ministeriumssprecher. Bei den Verurteilten handelte es sich um Einheimische, die in den Jahren 2005 und 2006 verurteilt worden waren.

Als Folge eines inoffiziellen Moratoriums gab es in Jordanien seit mehr als acht Jahren keine Hinrichtungen mehr. Zuletzt waren im Juni 2006 Todesurteile vollstreckt worden. Seither wurde gegen 122 Angeklagte die Todesstrafe verhängt.

Innenminister Hussein Madschali hatte kürzlich ein Ende des Moratoriums angedeutet. Zur Begründung führte er an, dass „die Öffentlichkeit“ glaube, dass „der Anstieg der Kriminalität Ergebnis der Nichtvollstreckung“ der Todesstrafe sei.

Weltweit meiste Hinrichtungen in China

Im Nahen Osten wird die Todesstrafe weiterhin in mehreren Staaten vollstreckt. In Saudi-Arabien etwa wurden seit Jahresbeginn 83 Menschen hingerichtet.

Die meisten Hinrichtungen weltweit gibt es in China, schätzungsweise mehrere tausend pro Jahr. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International folgen der Iran, der Irak, Saudi-Arabien und die USA.

Ausschreitungen bei Oppositionsprotesten in Gabun

Bei Ausschreitungen während Protesten gegen Präsident Ali Bongo Ondimba im zentralafrikanischen Gabun ist mindestens ein Demonstrant getötet worden. Die Polizei setzte gestern Tränengas gegen die Demonstranten ein, die in der Hauptstadt Libreville den Rücktritt des Staatschefs forderten.

Nach Angaben der Opposition wurden drei Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt. Von offizieller Seite gab es für diese Zahlen keine Bestätigung. Ein AFP-Reporter beobachtete, wie mindestens 20 Menschen von der Polizei festgenommen wurden.

Staatsanwältin Sidonie Flore Ouwe bestätigte den Tod eines 30-jährigen Studenten. Geschäfte seien geplündert und Autos in Brand gesteckt worden. Die Sicherheitskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Die Menge rief „Ali, hau ab! 50 Jahre sind zu lang!“ Ondimba ist seit dem Tod seines Vaters im Jahr 2009 im Amt. Omar regierte seit 1967 in Gabun.

Tränengas gegen Lehrerdemonstration in der Türkei

Die türkische Polizei ist gestern mit Tränengas und Wasserwerfern gegen eine Demonstration von Lehrern in Ankara vorgegangen. Rund 100 Menschen seien festgenommen worden, berichtete die Zeitung „Hürriyet“. Die Behörden erklärten, der Protestmarsch sei illegal gewesen.

Die Mitglieder der Lehrergewerkschaft waren für Arbeitsrechte und säkulare Erziehung auf die Straße gegangen. Videoaufnahmen auf der Website der Zeitung zeigen Hunderte Demonstranten, die von der Polizei mit den Wasserwerfern ins Visier genommen werden.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte jüngst mit Aussagen Befürchtungen geweckt, in die türkischen Klassenräume könnte mehr Religion Einzug halten. Die türkische Verfassung sieht eine Trennung von Religion und Staat vor.

Video dazu in iptv.ORF.at

Inland

Faymann beharrt auf Vermögenssteuern

Bundeskanzler Werner Faymann sieht sich als SPÖ-Chef fest im Sattel. Er spüre überall große Unterstützung, wo immer er im Land hinfahre, erklärte der SPÖ-Vorsitzende in der ORF-„Pressestunde“. Bei der Steuerreform ist sich Faymann sicher, dass man in der Koalition zusammenkommen wird. Gelinge das doch nicht, schaue es schlecht aus.

Wichtig für die SPÖ wäre, dass die von der Partei angepeilte Lohnsteuersenkung kommt, wie es auch Faymann betont. Hier müsse man sich nun in der Regierung anschauen, wo das dafür nötige Geld herkomme. Diese Diskussion sei nicht einfach, aber machbar.

Gesetzt wird vom Kanzler unverändert auf höhere Vermögenssteuern. Immerhin habe es auch in Deutschland Erbschafts- und Schenkungssteuer gegeben und es sei trotzdem zur stärksten Wirtschaftskraft in der EU geworden. Auch seien in keinem der Länder mit Vermögenssteuer die Millionäre geflohen, wiederholte Faymann ein altes SPÖ-Argument.

Gespannt auf ÖVP-Ideen zu Vermögenssteuer

Alternativen zur Millionärs- und zur Erbschaftssteuer nannte Faymann nicht. Skeptisch äußerte er sich dagegen zur Grundsteuer, wo eine Anhebung für den Kanzler nur infrage kommt, wenn etwa Hauptwohnsitze ausgenommen werden - und wenn sichergestellt ist, dass die Mehrkosten nicht auf Mieter übergewälzt werden.

Noch Informationsbedarf hat Faymann, was die Gegenfinanzierungspläne der ÖVP angeht. Er wolle nun einen ÖVP-Vorschlag hören, wie eine „weniger klassische Vermögenssteuer“ aussehen könnte, nahm der SPÖ-Chef Anleihe bei einer entsprechenden Formulierung von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP).

Ärztearbeitszeit: Übergangsregelung in Wien

Im Streit über die neuen Ärztearbeitszeiten hat man sich in Wien auf ein Übergangsmodell geeinigt. Krankenanstaltenverbund (KAV) und Belegschaftsvertretung unterfertigten eine Betriebsvereinbarung, die sicherstellen soll, dass der Spitalsbetrieb bis zum Abschluss der laufenden Gespräche über die Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie auch weiterhin funktioniert.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Bundesheer: Klug-Appell an ÖVP für Lösung vor Weihnachten

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) appelliert an die ÖVP, bei den Verhandlungen zum Bundesheer-Strukturkonzept endlich zu einer Einigung zu kommen: „Bei einigermaßen gutem Willen müsste eigentlich eine Lösung vor Weihnachten möglich sein“, meinte der Ressortchef im Rahmen eines Besuchs im Libanon gegenüber Journalisten. Das täte der gesamten Bundesregierung gut.

Er habe sein Konzept bereits am 3. Oktober präsentiert und dass es in der Truppe Verunsicherung gebe, sei „nachvollziehbar“ - „insbesondere deshalb, wenn sich die politischen Gespräche derart mühsam über Wochen ziehen“, richtete Klug dem Koalitionspartner aus.

„Gespräche laufen eigentlich immer im Kreis“

Vor seinem zweitägigen Truppenbesuch habe er die halbe Nacht intensiv verhandelt und er orte Kräfte in der ÖVP, die ebenso wie er denken, dass eine Lösung vor Weihnachten möglich sei. Wenn man „immer dieselben Hotspots“ im Konzept neun Wochen lang verhandle „und die Gespräche laufen eigentlich immer im Kreis“, sei die Zeit gekommen, „wo man jetzt kräftige Lösungskompetenz signalisieren könnte“.

Zum Grund für die Verzögerung meinte Klug, dass die Personalvertretungswahlen Ende November zumindest nicht der einzige Grund gewesen seien, so wie sich die Gespräche danach fortgesetzt hätten. Die Frage, ob ihn die ÖVP bewusst im Regen stehen lasse, ließ er unbeantwortet.

Sport

Fußball: Ivanschitz-Elfer macht Schlagzeilen

Gestern Abend hat ÖFB-Legionär Andreas Ivanschitz sein erstes Saisontor für Levante erzielt. Der Burgenländer traf im Heimspiel gegen Real Sociedad in der 93. Minute aus einem Handelfmeter mit einem strammen Schuss ins obere linke Eck zum 1:1-Endstand.

Seit dem Wechsel nach Spanien im Sommer 2013 brachte es Ivanschitz in 43 Pflichtspielen auf fünf Tore und acht Assists. Die lokalen Zeitungen lobten den Österreicher für seinen „perfekten“ Elfer, diskutierten aber auch heftig, ob der Strafstoß überhaupt gerechtfertigt war.

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Fußball: Dortmund überwintert im Tabellenkeller

Die Talfahrt von Borussia Dortmund ist auch in der letzten Bundesliga-Runde vor der Winterpause fortgesetzt worden. Nach einem 1:2 gestern in Bremen geht die Mannschaft von Coach Jürgen Klopp auf einem Abstiegsrang ins neue Jahr.

Gewinnt Freiburg heute gegen Hannover, überwintern die Dortmunder gar auf dem letzten Platz. Werder mit Mittelfeldregisseur Zlatko Junuzovic gab dagegen die Rote Laterne ab, steht als 16. aber noch auf einem Relegationsrang.

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Wirtschaft

Streikpause bei Amazon am vierten Adventsonntag

Die deutsche Gewerkschaft ver.di will ihren Arbeitskampf beim Onlineversandhändler Amazon heute vorübergehend aussetzen, danach aber bis zum 24. Dezember weiterstreiken. In den deutschen Versandzentren Bad Hersfeld (Hessen) und Leipzig (Sachsen) sei man mit dem Versuch gescheitert, gegen die dort geplante Sonntagsarbeit gerichtlich vorzugehen, sagte Bernhard Schiederig, ver.di-Handelsexperte, gestern.

Er sprach von einem „klaren Rechtsbruch“ der zuständigen Behörden. Ver.di behalte sich allerdings weitere rechtliche Schritte vor. Da sich Amazon-Mitarbeiter bereits freiwillig zur Arbeit am vierten Adventsonntag gemeldet hätten, werde an diesem Tag nun kein Streik stattfinden, so Schiederig.

Der Ausstand soll laut ver.di aber morgen weitergehen. In Bad Hersfeld, Leipzig, Graben (Bayern) und Rheinberg (Nordrhein-Westfalen) soll der Arbeitskampf bis zum Nachmittag des 24. Dezembers anhalten.

Gestern ging der mehrtägige Streik in der heißen Schlussphase des Weihnachtsgeschäfts zunächst weiter. Für viele Kunden schien der Arbeitskampf aber nach wie vor kaum zu spüren zu sein.

Deutsche Bank prüft europaweiten Markt

Die Deutsche Bank prüft nach Angaben ihrer Führung die Marktchancen im europaweiten Geschäft mit Privatkunden. „In unserer Branche gibt es noch keinen wirklichen europäischen Markt. Gerade das Privatkundengeschäft ist immer noch weitgehend eine nationale Angelegenheit“, sagte Kochef Jürgen Fitschen in einem Interview, das er mit seinem Kollegen Anshu Jain der „Welt am Sonntag“ gab.

Gegenüber den Banken in den USA bedeute die Zersplitterung der Märkte in Europa einen Nachteil. „Diese Einheiten sind zu klein, um langfristig alleine überleben zu können.“ Kostengünstig arbeiten könnten nur größere Einheiten.

Fitschen ließ aber offen, ob die Deutsche Bank bei einer künftigen europäischen Konsolidierung eine aktive Rolle spielen und Wettbewerber übernehmen werde. „Das ist eine der Fragen, mit denen wir uns beschäftigen müssen“, sagte er. „Wir sind im Privatkundengeschäft bisher nur in wenigen europäischen Ländern vertreten.“

Chronik

Vier Verletzte nach Rauferei in burgenländischer Dorfdisco

Auf dem Parkplatz der Diskothek P2 in Kemeten im Bezirk Oberwart (Burgenland) ist es gestern zu einer Rauferei gekommen, bei der vier Personen zum Teil schwer verletzt wurden.

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Brutaler Schläger verletzte Frau mit Barhocker

Ein amtsbekannter Schläger attackierte gestern in Wien-Favoriten ein Paar. Ein 25-Jähriger erlitt schwere Verletzungen, auch seine Freundin musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der Gewalttäter hatte einen Barhocker nach ihr geworfen.

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Italienische Küstenwache rettete tausend Flüchtlinge

Die italienische Küstenwache hat seit Freitag nach eigenen Angaben etwa tausend Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. 800 Migranten, die sich an Bord eines Frachtschiffes 100 Seemeilen von der sizilianischen Küste entfernt befanden, wurden in Sicherheit gebracht. Das Schiff trieb im Meer, nachdem die Besatzung den automatischen Piloten eingeschaltet und den Tanker verlassen hatte.

Schwierige Rettungsaktion bei Schlechtwetter

Die Rettungsaktion erwies sich wegen des schlechten Wetters und der Dimension des 70 Meter langen Schiffes als besonders schwierig. Die Migranten hatten mit einem Satellitentelefon die italienische Küstenwache alarmiert.

Ein Flugzeug der EU-Grenzschutzbehörde Frontex konnte das Schiff lokalisieren, das mit einer Geschwindigkeit von sechs Knoten die Fahrt fortsetzte. Personal der Küstenwache konnte an Bord des Schiffes steigen und die Flüchtlinge in Sicherheit bringen.

Die Migranten, darunter mehrere Kinder, berichteten, Syrer zu sein. Sie sollen von der Türkei aus die Reise nach Italien unternommen haben. Sie werden heute auf Sizilien eintreffen.

Flüchtlingsboot geriet in Seenot

Am Freitag hatte die Küstenwache weitere 194 syrische Flüchtlinge gerettet. Das 30 Meter lange Handelsschiff mit den Flüchtlingen war aus der Türkei unterwegs nach Italien, als es rund 240 Kilometer vor der italienischen Küste in Seenot geriet und zu sinken drohte.

Griechische Behörden hätten daraufhin die italienische Küstenwache alarmiert. An dem Einsatz soll auch ein Schiff des EU-Grenzschutzeinsatzes Triton beteiligt gewesen sein.

Australien: Mutter wegen achtfachen Mordes angeklagt

Die Mutter im Zentrum der Familientragödie in Australien ist wegen achtfachen Mordes angeklagt worden. Die Anhörung dazu habe in Anwesenheit eines Richters am Bett der Frau im Cairns-Base-Krankenhaus stattgefunden, teilte die Polizei gestern mit.

Der 37-Jährigen wird vorgeworfen, sieben ihrer eigenen Kinder und eine Nichte ermordet zu haben. Polizisten hatten die Leichen der Kinder im Alter von zwei bis 14 Jahren am Freitag in ihrem Haus in Manoora, einem Vorort von Cairns an der Nordostküste, entdeckt. Die Frau selbst war durch Stichwunden verletzt ins Krankenhaus gebracht worden.

Noch keine Autopsieergebnisse

Die Beamten prüfen nun laut Medienberichten, ob die Frau unter Drogen stand. „Das sind alles Sachen, die vor Gericht präsentiert werden“, sagte der leitende Ermittlungsbeamte Bruno Asnicar bei einer Pressekonferenz. „Ich dementiere es nicht, ich sage nur, ich kann jetzt noch nicht darüber reden.“

Die Autopsieergebnisse lagen zunächst noch nicht vor. Die Polizei hatte am Tatort Messer sichergestellt. Geprüft werde aber auch, ob die Kinder womöglich erstickt wurden, sagte Asnicar.

F: Polizisten erschossen „Allahu Akbar“ rufenden Angreifer

Französische Polizisten haben einen Mann erschossen, der nach ihren Angaben mit „Allahu Akbar“-Rufen (arabisch für „Gott ist groß“) das Kommissariat gestürmt und sie mit einem Messer bedroht hatte. Der Angreifer habe gestern im zentralfranzösischen Joue-les-Tours drei Polizisten verletzt, erklärte das Innenministerium. Einer der Polizisten habe Schnittwunden im Gesicht davongetragen.

Sobald der Mann hereinkam und bis zu seinem letzten Atemzug habe er „Allahu Akbar“ gerufen, sagte eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle. Demnach übernahm die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft den Fall. Der Staatsanwalt Jean-Luc Beck in der nahe gelegenen Stadt Tours sagte, die Polizisten hätten von ihrem Notwehrrecht Gebrauch gemacht.

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve verurteilte die „brutale Aggression“ und würdigte die „Kaltblütigkeit und Professionalität“ der anwesenden Polizeibeamten.

Medien

Türkei: TV-Show wegen Tanzeinlage zu Geldstrafe verurteilt

Weil Männer mit fremden Frauen getanzt hatten, ist eine beliebte türkische Fernsehshow zu einer Rekordstrafe verurteilt worden. Die Aufsichtsbehörde für Radio und Fernsehen (RTUK) habe die auf Kanal D ausgestrahlte Show zu einem Bußgeld von 410.000 Türkischen Lira (145.000 Euro) verdonnert, berichtete die Zeitung „Hürriyet“ heute. Demnach beklagte die Behörde, dass die Tanzeinlage „der öffentlichen Moral und der türkischen Familienstruktur“ widerspreche.

Rüge auch für Serie wegen Kussszene

In der im November ausgestrahlten Show des Privatsenders hatten Männer mit fremden Frauen - offenbar Ausländerinnen - getanzt. Zugleich wurden in Einspielungen die entsetzten Reaktionen ihrer Ehefrauen gezeigt. Als sie anschließend aufeinandertrafen, drohte eine der Ehefrauen ihrem Mann, er sei „erledigt“.

RTUK kritisierte, die Show ermutige „Männer, ihre Ehefrauen zu betrügen“ und reduziere Frauen zu „sexuellen Objekten“. Die RTUK hatte erst im November eine beliebte Fernsehserie dafür gerügt, dass sie eine leidenschaftliche Kussszene zeigte.

„Menschen dürfen miteinander tanzen“

Kritiker sehen in der Strafe gegen Kanal D einen weiteren Beweis, dass die Regierungspartei AKP der Gesellschaft ihre islamisch-konservativen Moralvorstellungen aufzuzwingen sucht. „Menschen dürfen miteinander tanzen“, sagte der Abgeordnete Suleyman Demirkan von der Oppositionspartei CHP der Zeitung „Hürriyet“.

„Wenn sie das als Verstoß gegen die Familienwerte betrachten, versuchen unsere Freunde in der RTUK, uns ihre Vorstellung des richtigen Lebensstils aufzuzwingen.“

Kultur

Erstmals leitet Frau Literaturnobelpreis-Komitee

Die Schwedische Akademie für den Literaturnobelpreis soll erstmals in ihrer über 200-jährigen Geschichte von einer Frau geführt werden.

Der Historiker und Schriftsteller Peter Englund wird sein Amt als Ständiger Sekretär des Gremiums Ende Mai 2015 aufgeben. Seine Nachfolgerin und somit Chefin der Jury, die über den Literaturnobelpreis entscheidet, wird die Ästhethik-Professorin Sara Danius.

Widmet sich Proust, Joyce und Flaubert

Diese Entscheidung kündigte Englund bei einer Rede auf dem Jahresabschlusstreffen der Akademie in Stockholm an. Englund hatte den Posten seit 2009 inne. Die 52 Jahre alte Literaturwissenschaftlerin Danius aus Stockholm war im Dezember 2013 für den gestorbenen Knut Ahnlund als Nobeljurorin in das Gremium aufgenommen worden. In ihrer Forschung widmete sie sich nach Angaben der Akademie etwa Marcel Proust, James Joyce und Gustave Flaubert.

Mitgliedschaft gilt lebenslang

Danius tritt als erste Frau an die Spitze der traditionell von Männern dominierten, 18 Mitglieder starken Runde. Die Mitgliedschaft gilt nach den Statuten der Akademie von 1786 lebenslang. Das Gremium wählt seine neuen Mitglieder selbst aus.

Gestern wurde zudem der Autor Klas Östergren formell in die Jury aufgenommen. Der 59-Jährige arbeitet auch als Drehbuchschreiber und Übersetzer. Bei der Sitzung waren der schwedische König Carl XVI. Gustaf, Königin Silvia und Kronprinzessin Victoria anwesend.

Michelangelos „David“ bekommt Erdbebenschutz

Eine der weltbekanntesten Skulpturen - Michelangelos „David“ in Florenz - soll mit einem erdbebensicheren Sockel ausgestattet werden. Das kündigte Italiens Kulturminister Dario Franceschini nach einer Serie leichter Erdbeben in der Toskana an.

Ein Erdstoß der Stärke 4,1 war am Freitag unter anderem in Florenz und Siena zu spüren gewesen. Kleine Erschütterungen folgten auch gestern.

Zu Schäden kam es nach Angaben des Zivilschutzes nicht. Das Kulturministerium hatte dennoch einen Krisenstab einberufen, um das Kulturerbe der Region zu prüfen. "Ein absolutes Meisterwerk wie der „David" darf keinem Risiko ausgesetzt werden“, sagte Franceschini. Die kolossale Marmorskulptur wurde 1504 in Florenz aufgestellt. Seit 1873 zieht sie in der Floretiner Galleria dell’Accademia Besucher an.

Musee des Confluences eröffnet: Lyon hofft auf Bilbao-Effekt

Wie eine riesige Arche aus Metall und Stahl ragt der neue Stolz Lyons in den Himmel: Direkt am Zusammenfluss von Rhone und Saone eröffnet am Wochenende das Musee des Confluences, der erste Bau des Wiener Architekturbüros Coop Himmelb(l)au in Frankreich. Eine lange Bauzeit und ein weit überzogenes Millionenbudget haben dem Projekt im Vorfeld einiges an Kritik eingebracht.

Nun ist der Bau fertig und lässt so manchen früheren Kritiker zugeben: Es spricht einiges dafür, dass das Museum für Lyon in puncto Image und hinsichtlich des wirtschaftlichen Antriebs einen ähnlich durchschlagend positiven Effekt haben könnte wie das vielzitierte Beispiel Guggenheim-Museum in Bilbao.

Mehr dazu in Die „Wolke“ über dem „Kristall“

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