Ausland

Ausgangssperre in Baltimore aufgehoben

Rund eine Woche nach den schweren Ausschreitungen in Baltimore dürfen die Einwohner der US-Stadt wieder uneingeschränkt auf die Straße. Bürgermeisterin Stefanie Rawlings-Blake hob heute eine nächtliche Ausgangssperre auf, die sie nach den Krawallen vom vergangenen Montag verhängt hatte.

Ausgelöst wurden die Unruhen durch den Tod des Afroamerikaners Freddie Gray, der in Polizeigewahrsam schwer verletzt worden war. Am Freitag hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sechs Polizisten erhoben. Seitdem hat sich die Lage in der Stadt zunehmend entspannt.

Neuer Korruptionsskandal in Rajoys Volkspartei

Drei Wochen vor den anstehenden Regional- und Kommunalwahlen in Spanien macht der konservativen Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy ein neuer Korruptionsskandal zu schaffen. Auf einem - in den Medien verbreiteten - Tonbandmitschnitt ist der PP-Vorsitzende in der ostspanischen Provinz Valencia, Alfonso Rus, in einem Gespräch mit einem Unternehmer zu hören, wie er Geld zählt.

„Hier haben wir 3.000, 4.000, 5.000 (...) 12.000 Euro“, ist der Politiker zu vernehmen. „Das sind zwei Millionen Pesetas.“ Nach Vermutungen der Medien soll es sich bei der Summe um Schmiergeld gehandelt haben. Die PP schloss den Politiker vorläufig aus der Partei aus.

„Die Aufnahme ist beschämend“, sagte der Regierungschef und PP-Präsident der Region Valencia, Alberto Fabra. „So etwas hat in unserer Partei nichts zu suchen. Rus wird erklären müssen, weshalb er in einem Auto sitzend Geld zählte.“ Der beschuldigte Politiker bestritt demgegenüber die Vorwürfe und sprach von einem politischen Komplott. Er wies die Forderung zurück, von seinen Ämtern als Chef der Provinzverwaltung von Valencia und als Bürgermeister der Kleinstadt Xativa zurückzutreten.

Marine Le Pen will ihrem Vater das Wort verbieten

Im Führungsstreit beim rechtsextremen Front National (FN) in Frankreich will Parteichefin Marine Le Pen ihrem Vater Jean-Marie Le Pen jegliche Äußerung im Namen des FN verbieten lassen. „Jean-Marie Le Pen soll sich nicht mehr im Namen des Front National äußern können, seine Äußerungen verstoßen gegen die Parteilinie“, sagte Marine Le Pen heute.

„Es geht nicht, dass seine Äußerungen der Partei schaden.“ Die Parteichefin gab mehreren französischen Medien ein Interview - einen Tag vor der Entscheidung der FN-Gremien zu möglichen Strafmaßnahmen gegen ihren Vater. Konkret geht es morgen bei einer Sitzung des Exekutivkomitees um jüngste Äußerungen des Gründers und langjährigen Patriarchen der rechtsextremen Partei.

Der 86-Jährige hatte unter anderem einmal mehr die Gaskammern der NS-Konzentrationslager als „Detail“ der Geschichte bezeichnet. Daraufhin brach Marine Le Pen mit ihrem Vater und zwang ihn zum Verzicht auf eine Spitzenkandidatur bei den Regionalwahlen im Dezember.

GB-Wahl: Cameron bekennt sich zu EU-Referendum

Großbritanniens Premierminister David Cameron hat sich zu seiner Ankündigung bekannt, im Fall seiner Wiederwahl am 7. Mai ein EU-Referendum abzuhalten. „Komme was will, ich werde nicht Premierminister einer Regierung sein, die dieses Referendum nicht liefert“, sagte Cameron heute in einem BBC-Interview.

Großbritannien wählt am 7. Mai ein neues Parlament. Die Umfragen sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Cameron und seinem Labour-Herausforderer Ed Miliband im Kampf um den Einzug in die Downing Street voraus. Cameron hatte wiederholt erklärt, er wolle im Herbst 2017 die Briten darüber abstimmen lassen, ob sie weiter Teil der Europäischen Union sein wollen. Vorher werde er aber die EU reformieren und die britische Position innerhalb der Union neu definieren.

Die britischen Liberaldemokraten als möglicher Koalitionspartner Camerons sind hinsichtlich der EU-Politik der Torys skeptisch. Sie halten unter anderem Camerons Versprechungen, Reformen durchsetzen zu können, für überhöht.

Griechenland-Verhandlungen: Weiter Warten auf Einigung

Bei den Verhandlungen Athens mit seinen Geldgebern über das griechische Reformpaket hat es heute keine Einigung gegeben. Die Gespräche sollen dpa-Angaben zufolge voraussichtlich morgen und eventuell darüber hinaus fortgesetzt werden. „Es gibt Fortschritte, aber auch noch viele offene Fragen“, verlautete laut dpa aus EU-Kreisen.

In Brüssel beraten seit Donnerstagabend Vertreter der Athener Regierung sowie Experten von Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF). Ein belastbares Reformpaket ist Voraussetzung für die Auszahlung dringend benötigter weiterer Hilfen in Höhe von 7,2 Milliarden Euro.

Ohne das Geld läuft Athen Gefahr, bald seine Schulden an die Gläubiger oder die Löhne der Staatsbediensteten nicht mehr zahlen zu können. Die Euro-Finanzminister wollen sich am 11. Mai treffen, bis dahin wird ein Kompromiss angestrebt.

70 Jahre Befreiung von KZ Dachau: Warnung vor Rassismus

Zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau haben Vertreter der Überlebenden und des Judentums in Deutschland vor einem Wiederaufleben von Rassismus und Antisemitismus gewarnt.

„Wenn ich darauf blicke, wie heute einige Bürger gegen Flüchtlinge hetzen oder wie abwertend über Juden gesprochen wird, dann frage ich mich: Wie sehr ist das hohe Gut der Menschenwürde eigentlich noch in den Köpfen verankert?“, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, heute bei der Gedenkveranstaltung in Dachau.

Zahlreiche Gäste trafen heute zur Gedenkfeier im ehemaligen Konzentrationslager Dachau ein. (iptv.ORF.at)

Merkel dankt Zeitzeugen

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel dankte in ihrer Rede den Überlebenden für ihr Engagement als Zeitzeugen. „Es ist ein großes Glück, dass Menschen wie Sie bereit sind, uns ihre Lebensgeschichten zu erzählen, das unendliche Leid, das Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus über sie gebracht hat.“

Merkel wandte sich damit an die angereisten Überlebenden, die in berührenden Reden ihre Erinnerungen schilderten. Erst damit bekämen nackte Zahlen ein Gesicht, so Merkel.

Saudi-Arabien: Kein Einsatz von Bodentruppen im Jemen

Die von Saudi-Arabien geführte Koalition hat nach Angaben eines Sprechers keine größere Offensive im Jemen eingeleitet. Damit reagierte das Bündnis heute auf einen Zeitungsbericht, dem zufolge „arabische Bodentruppen“ in der südjemenitischen Hafenstadt Aden eingetroffen seien und in die Kämpfe gegen die Huthi-Rebellen eingegriffen hätten.

Saudi-Arabien bekämpft seit Ende März an der Spitze einer überwiegend sunnitischen Militärallianz die Rebellen der schiitischen Huthi-Miliz im Jemen. Bisher waren die Huthi-Stellungen nur aus der Luft angegriffen worden, Bodentruppen kamen nicht zum Einsatz. Vor einigen Tagen hatte das Außenministerium in Riad mitgeteilt, dass saudi-arabische Bodentruppen einen Huthi-Angriff an der Grenze zwischen beiden Ländern abgewehrt hätten.

HRW: Streubomben im Jemen

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) warf der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition unterdessen den Einsatz geächteter Streumunition aus US-Beständen im Jemen vor.

Unter anderem Fotos und ein Video zeigten, dass entsprechende Bomben in den vergangenen Wochen bei Luftangriffen auf Stellungen der Huthi-Miliz im Norden des Landes abgeworfen worden seien, so HRW heute. Laut Satellitenbildern seien Bombensplitter auf einer landwirtschaftlichen Fläche wenige hundert Meter von bewohntem Gebiet niedergegangen.

Internationales Verbot seit 2008

Streubomben setzen Hunderte kleinerer Bomben frei. Viele Blindgänger explodieren jedoch erst Jahre später. Genau wie Landminen geht die Munition bei Berührung in die Luft - wer nicht sofort getötet wird, wird meist schwer verstümmelt.

Nach einem von 116 Staaten unterzeichneten Vertrag aus dem Jahr 2008 ist Streumunition international verboten. Saudi-Arabien, die USA und der Jemen schlossen sich dem Abkommen jedoch bisher nicht an. Saudi-Arabien bekämpft seit Wochen an der Spitze einer überwiegend sunnitischen Militärallianz die Rebellen der schiitischen Huthi-Miliz im Jemen.

Inland

Maturaauftakt ohne Zentralmatura

Ohne Zentralmatura erfolgt morgen der Start in die beiden Reifeprüfungswochen an den AHS. An diesem Tag werden das Fach Russisch sowie an vielen Schulen jene Gegenstände wie etwa Informatik, Biologie und Physik abgeprüft, für die es keine zentral vorgegebenen Aufgabenstellungen gibt. Am Dienstag beginnt dann mit Deutsch die Zentralmatura.

Nicht in allen schriftlichen Prüfungsfächern gibt es zentral vorgegebene Aufgabenstellungen: So erstellt das Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) nur für die Fächer Deutsch (bzw. die anderen Unterrichtssprachen Slowenisch, Kroatisch und Ungarisch), Mathematik, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Griechisch und Latein die Aufgabentexte.

Damit sind die verpflichtenden sowie die im Regelfall meistgewählten Fächer abgedeckt. In allen anderen Gegenständen erarbeiten weiter die jeweiligen Fachlehrer die Maturabeispiele und reichen diese bei den Landesschulräten zur Genehmigung ein.

Zentralmatura startet mit Deutsch

Start der an den AHS erstmals österreichweit verpflichtenden Zentralmatura ist dann am Dienstag mit dem Fach Deutsch. Es folgen Englisch (6.), Spanisch bzw. die Volksgruppensprachen (jeweils 7.), Französisch (8.), Mathematik (11.), Italienisch (12.) sowie Latein bzw. Griechisch (13. Mai).

Die Klausuren dauern 270 Minuten (Ausnahme: Deutsch bzw. andere Unterrichtssprache mit 300 Minuten), die Beispiele werden am Tag nach der Prüfung auf der BIFIE-Homepage veröffentlicht.

93 BHS testen Zentralmatura

Komplizierter läuft es an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS), wo die neue Matura - mit einigen Unterschieden zu den AHS - zwar erst ab 2015/16 verpflichtend wird. Allerdings erproben an 93 BHS bereits heuer rund 7.000 Schüler im Rahmen von Schulversuchen die Zentralmatura in einem oder mehreren Fächern: Dort gibt es bei den Aufgaben zusätzlich noch Differenzierungen nach Schultyp (zum Beispiel HAK, HTL) bzw. sogar innerhalb des Schultyps (etwa innerhalb der HTL in Angewandter Mathematik entsprechend unterschiedlichen Ausbildungsschwerpunkten wie Elektronik und Maschinenbau).

Heinisch-Hosek von Gelingen überzeugt

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ist „zutiefst überzeugt“, dass die Zentralmatura gelingen wird. In der Ö1-Sendun „Im Journal zu Gast“ ging die Ressortchefin gestern davon aus, dass die Ergebnisse nicht von den Reifeprüfungen der vergangenen Jahre abweichen werden.

Bezüglich der Vorbereitungen der Matura durch das Bildungsinstitut BIFIE meinte die Ministerin, hier volles Vertrauen zu haben. Ungeachtet dessen deutete sie ein weiteres Mal an, die Zentralmatura vom BIFIE ins Ministerium zurückholen zu wollen. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Genpflanzen: Die Krux mit den nationalen Verboten

Seit Jahren ringen die EU-Staaten um einen Konsens beim Thema gentechnisch veränderter Pflanzen - vorerst ohne Erfolg. Als Ausweg stellt die EU seit März ihren Mitgliedsländern frei, mit nationalen Gesetzen den Anbau von Genpflanzen zu verbieten. Doch während Länder wie Österreich noch an Rahmengesetzen feilen, um Felder gentechnikfrei zu halten, preschte die EU unlängst mit einem neuen Vorschlag vor. Nun soll auch die Einfuhr von genveränderten Futter- und Lebensmitteln national geregelt werden. Nicht nur Umweltschutzorganisationen laufen dagegen Sturm.

„Fleckerlteppich“ und Gesetzeslücken

Sport

Fußball: HSV schafft in Mainz Befreiungsschlag

Der HSV hat heute einen großen Schritt zum Verbleib in der deutschen Bundesliga gemacht. Mit einem glücklichen Sieg beim FSV Mainz 05 verließen die Norddeutschen erstmals seit dem 25. Spieltag die Abstiegsränge.

Das Team des neuen HSV-Trainers Bruno Labbadia war in der 37. Minute durch ein Eigentor von ÖFB-Teamspieler Julian Baumgartlinger in Führung gegangen. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Mainzer schoss Gojko Kacar kurz vor dem Schlusspfiff noch das erlösende Tor für die Gäste.

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Fußball: Chelsea kürt sich vorzeitig zum Meister

Chelsea hat sich vorzeitig den Meistertitel in der englischen Premier League gesichert. Den „Blues“ reichte heute ein knapper Heimsieg über Crystal Palace, um in den letzten drei Runden nicht mehr von Platz eins verdrängt zu werden.

Für Chelsea war es der fünfte Titel der Vereinsgeschichte, der erste seit fünf Jahren. Dreimal hatte dabei Trainer Jose Mourinho seine Hände im Spiel. Und der Portugiese stellt seinem Herzensclub bereits den Beginn einer neuen Erfolgsära in Aussicht.

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Boxen: Mayweather schlägt Pacquiao im Millionenkampf

Der „Boxkampf des Jahrhunderts“ hat gestern Abend in Las Vegas mit dem Sieg von Floyd Mayweather geendet. Der US-Amerikaner setzte sich im höchstdotierten Duell der Geschichte gegen Manny Pacquiao von den Philippinen klar nach Punkten durch.

Die Entscheidung fiel einstimmig aus und bescherte dem Sieger neben kolportieren 140 bis 180 Millionen US-Dollar auch den WBO-Gürtel im Weltergewicht. Weltmeister der Verbände WBC und WBA war Mayweather schon vor dem Kampf gewesen.

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Wirtschaft

Deutsche Lokführer kündigen sechstägigen Streit an

Bahnreisende in Deutschland müssen sich ab Dienstag auf den bisher längsten Streik der Lokführer im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn (DB) einstellen. Der Ausstand soll im Personenverkehr sechs Tage dauern, teilte die Gewerkschaft GDL heute in Frankfurt am Main mit.

Er soll am Dienstag, 5. Mai, um 02.00 Uhr in der Früh starten und erst am Sonntag, 10. Mai, um 09.00 Uhr enden. Im Güterverkehr soll bereits ab morgen um 15.00 Uhr gestreikt werden. Es wäre bereits der achte Streik im seit Monaten andauernden Tarifkonflikt. Frühere Streiks hatten in begrenztem Ausmaß auch Auswirkungen auf die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

Langer Arbeitskampf angekündigt

Die Gewerkschaft hatte am Donnerstag das neue Tarifangebot des Unternehmens zurückgewiesen und einen weiteren, langen Arbeitskampf angekündigt. Die Bahn hatte angeboten, die Löhne sollten ab 1. Juli in zwei Stufen um insgesamt 4,7 Prozent steigen. Dazu komme eine Einmalzahlung von insgesamt 1.000 Euro bis zum 30. Juni.

Die GDL fordert für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Den Knackpunkt in den Tarifverhandlungen sieht die GDL bei der Einstufung der Rangierlokführer im Tarifgefüge der Bahn.

Der Konflikt ist so schwierig, weil die GDL mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) um Einfluss im Konzern ringt. Beide wollen zum Teil für dieselben Berufsgruppen verhandeln. Die Bahn will in getrennten Verhandlungen vergleichbare Ergebnisse erzielen.

Chronik

Tote nach Überschwemmungen in Australien

Nach heftigen Stürmen und Regenfällen sind im Nordosten Australiens am Wochenende mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Nach Behördenangaben von gestern starben ein Mann, eine Frau und ein Kind in Caboolture nördlich von Brisbane in einem Auto, als dieses von den Fluten weggespült wurde.

Bei einem ähnlichen Unglück kam in der Stadt ein 49-jähriger Autofahrer ums Leben, während eine 21-Jährige und ein 16-Jähriger überlebten. In einem dritten Auto starb den Angaben zufolge ein 75-jähriger Mann. Nach Angaben von heute wurde zudem ein sechsjähriger Bub bei einem Spaziergang mit seiner Familie an einem Strand von starken Wellen ins Meer gerissen. Er wurde zwar von Fischern geborgen, starb aber später im Krankenhaus.

Die Region war am Freitagnachmittag von heftigen Regenfällen getroffen worden. Zahlreiche Straßen standen unter Wasser, viele Häuser waren ohne Strom. Die Polizei warnte davor, überflutete Straßen zu befahren. Der Wetterdienst erwartete bis morgen eine Wetterberuhigung.

Schweizer Bahnstrecke nach Erdrutsch blockiert

Die Bahnstrecke zwischen Bern und Freiburg ist nach einem Erdrutsch seit 14.00 Uhr unterbrochen. Eine größere Menge von Erde sei in Flamatt (Kanton Freiburg) heruntergekommen und habe beide Gleise verschüttet, teilten die Schweizer Bundesbahnen (SBB) heute mit. Sie gehen von einer mehrstündigen Unterbrechung aus.

Die IC-Züge zwischen St. Gallen und Genf-Flughafen fallen zwischen Bern und Freiburg aus. Die IR-Züge Luzern - Genf-Flughafen fallen zwischen Bern und Freiburg aus.
Betroffen sind auch Regionalzüge.

Die SBB haben Bahnersatzbusse aufgeboten. Laut einem SBB-Sprecher sind die Auswirkungen gravierend, weil seit einem Bahnunfall in Daillens (Kanton Waadt) die „Jurasüdfuss“-Linie weiter unterbrochen ist. Diese wird erst ab morgen Früh wieder eingleisig befahrbar sein. In Daillens entgleisten Ende April mehrere Güterwaggons. An der Bahninfrastruktur entstanden Schweizer Medienberichten zufolge große Schäden.

Medien

Syrischer Journalist Darwisch erhält UNESCO-Pressepreis

Der seit mehr als drei Jahren inhaftierte syrische Journalist und Menschenrechtsaktivist Masen Darwisch erhält den diesjährigen Guillermo Cano World Press Freedom Prize der UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO). Damit werde Darwischs mehr als zehnjährige Arbeit gewürdigt, die er unter großen persönlichen Opfern und trotz Verfolgung, Inhaftierung und Folter geleistet habe, erklärte die UNESCO heute.

Darwisch wurde am 16. Februar 2012 festgenommen, zusammen mit seinen Kollegen Hani Saitani und Hussein Ghreir vom Syrischen Zentrum für Presse- und Meinungsfreiheit (SCM). Ihnen wird die „Förderung von Terrorakten“ zur Last gelegt. Darwisch gehört zu den Mitgründern der Nachrichtenwebseite Syriaview, die 2006 von den syrischen Behörden verboten wurde. Menschenrechtsgruppen, Presseorganisationen und die UNO forderten wiederholt die Freilassung des Journalisten.

Nach Angaben von Aktivisten wurden seit den Protesten gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im März 2011 etwa 100.000 Menschen inhaftiert, unter ihnen bekannte Bürgerrechtler. Assads Sicherheitskräfte waren brutal gegen die Demonstranten vorgegangen. Der Konflikt weitete sich zum Bürgerkrieg aus.

Seit 1997 verliehene Journalistenehrung

Der Preis der UNESCO wird seit 1997 verliehen. Die Auszeichnung ist nach dem kolumbianischen Journalisten Guillermo Cano benannt, der 1986 in Bogota vor dem Gebäude seiner Zeitung „El Espectador“ ermordet wurde.

Science

Kultur

„Der mit dem Wolf tanzt“-Autor Michael Blake gestorben

Der Oscar-prämierte amerikanische Autor Michael Blake, der das Drehbuch zu dem Western „Der mit dem Wolf tanzt“ schrieb, ist tot. Nach Angaben seines Managers starb der Schriftsteller nach langer Krankheit gestern (Ortszeit) in Tuscon (US-Bundesstaat Arizona), wie der „Hollywood Reporter“ heute berichtete. Blake wurde 69 Jahre alt.

„Der mit dem Wolf tanzt“ holte 1991 insgesamt sieben Oscars, darunter auch für Regisseur und Produzent Kevin Costner, der auch die Hauptrolle spielte. Blake gewann die Trophäe in der Sparte adaptiertes Drehbuch. Es war nach „Cimarron“ (1931) erst der zweite Western, dem die Mitglieder der Amerikanischen Filmakademie einen Oscar als bester Film zuerkannten.

Blake, der mit seiner Familie auf einer Ranch in Arizona lebte, galt als Kenner der Geschichte zwischen europäischen Auswanderern und den Indianerstämmen im US-Westen. 2011 hatte er von der Firma Constantin Film den Auftrag erhalten, Karl Mays Klassiker „Winnetou“ für die Leinwand zu adaptieren.

Ballettstar Maja Plissezkaja gestorben

Der weltberühmte Balletttänzerin Maja Plissezkaja ist tot. Wie das Moskauer Bolschoi-Theater mitteilte, starb die ehemalige Primaballerina des Bolschoi und Choreografin am Samstag im Alter von 89 Jahren an einem Herzinfarkt.

Der sterbende Schwan war Plissezkajas Glanzrolle, mit der sie bis ins hohe Alter im In- und Ausland brillierte. Auch in den Rollen von Carmen, Anna Karenina, Aschenputtel und Giselle begeisterte sie ihr Publikum. Sie galt als eine der bedeutendsten Ballerinen des 20. Jahrhunderts und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. In der Sowjetunion war sie die einzige von zwei Tänzerinnen, die den Titel „Prima ballerina assoluta“ erhielt.

Tanz im Kreml mit 80 Jahren

Die am 20. November 1925 in Moskau geborene Plissezkaja war mit dem Komponisten Rodion Schtschedrin verheiratet. Sie stammte aus einer russisch-jüdischen Familie. Ihr Vater wurde Ende der 30er Jahre unter Diktator Josef Stalin erschossen, die Bestätigung seines Tods erfolgte erst Jahrzehnte später. Ihre Mutter, eine Filmschauspielerin, wurde als Frau eines „Volksfeinds“ nach Kasachstan deportiert. Dem Bolschoi-Ensemble trat Plissezkaja 1943 bei.

Die willensstarke Tänzerin forderte mehrfach die Sowjetbürokratie heraus - beispielsweise indem sie in das Repertoire des Bolschoi Choreografien von Maurice Bejart aufnahm, die einige Kulturfunktionäre nicht goutierten. Der Franzose widmete ihr das Ballett „Ave Maja“, das sie 2005 mit 80 Jahren im Kreml tanzte.

Lifestyle

Song Contest

Der unbequeme Meister des Orchesters

Als musikalischer Leiter der ORF-Big-Band ist Richard Oesterreicher zwölfmal Teil des österreichischen Song-Contest-Teams gewesen. Den Dirigentenstab schwang er bis zum Jahr 1991. Heute spricht er im Zusammenhang mit dem Song Contest von Betriebsausflügen des ORF. Und darüber, dass er mit den musikalischen Beiträgen nicht immer glücklich war. Damit machte er sich nicht nur Freunde.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Leute

Royal Baby II: Name nicht vor Montag

Prinz William und seine Frau Kate werden den Namen ihrer neugeborenen Prinzessin von Cambridge frühestens am Montag bekanntgeben. Der Kensington-Palast teilte am Sonntag mit, das Paar bedanke sich herzlich für alle Glückwünsche und Gratulationen zur gestrigen Geburt des kleinen Mädchens. Weitere Mitteilungen werde es heute nicht mehr geben.

Einen Tag nach der Geburt hatten Kates Mutter Carole Middleton und ihre Schwester Pippa, sowie Thronfolger Prinz Charles und seine Frau Camilla das Kind im Kensington-Palast besucht. Die Eltern hatten es rund zehn Stunden nach der Geburt der Öffentlichkeit präsentiert. Onkel Prinz Harry erreichte die frohe Kunde bei einem Aufenthalt in Australien. „Sie ist total schön“, ließ Harry über den Palast mitteilen. „Ich kann es nicht erwarten, sie zu sehen.“

Mehr dazu in Prinz George durfte Schwester besuchen

Kate und William zeigen Baby der Öffentlichkeit

Noch hat die gestern geborene Tochter von Prinz William und seiner Frau Kate keinen Namen. Doch wurde sie bereits der Öffentlichkeit gezeigt. Etwa zehn Stunden nach der Geburt verließ Kate gestern Abend das Krankenhaus. Zahlreiche jubelnde Schaulustige konnten einen Blick auf die junge Familie erhaschen.

Der erstgeborene Prinz George war bereits zu Hause. Er durfte zuvor seine Schwester im Spital besuchen und absolvierte auf dem Weg ins Krankenhaus den ersten öffentlichen Auftritt seit seiner Geburt.

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