Ausland

PKK-Selbstmordanschlag verschärft Lage in Türkei weiter

Der Konflikt zwischen der türkischen Regierung und der kurdischen Minderheit verschärft sich weiter: Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) bekannte sich heute zu einem Selbstmordanschlag auf Ordnungskräfte in der Osttürkei. Ankara setzte die massiven Luftangriffe auf mutmaßliche PKK-Stellungen im Nordirak fort.

Das Attentat von heute galt einem Stützpunkt von Armee und Polizei nahe der Stadt Dogubayazit an der iranischen Grenze.

Ein Traktor mit zwei Tonnen Sprengstoff wurde laut Armeeangaben vor einem Außenposten der Polizei zur Explosion gebracht. (iptv.ORF.at)

Unterschiedliche Opferangaben

Medienberichten zufolge nahmen PKK-Kämpfer danach den Stützpunkt unter Feuer und versuchten, die Ankunft von Verstärkung und Rettungskräften zu verhindern. Dem türkischen Militär zufolge wurden zwei Soldaten getötet. 31 weitere wurden demnach verletzt, vier von ihnen schwer. Die PKK sprach in ihrem Bekennerschreiben von „Dutzenden getöteten Soldaten“.

Weiterer Anschlag

Bei einem zweiten Anschlag in der südöstlichen Provinz Mardin wurde dem Militär zufolge ein weiterer Soldat getötet und sieben weitere verletzt. Eine Mine sei explodiert, als ihr Militärkonvoi vorbeifuhr. Die Armee machte auch für dieses Attentat die PKK verantwortlich.

Die Türkei hatte vor gut einer Woche Angriffe auf Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien gestartet. Zugleich griff sie nach einem Anschlag auf zwei türkische Polizisten auch mutmaßliche Stützpunkte der PKK im Nordirak an, die gegen den IS kämpft. Die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete gestern, bei den Luftangriffen seien bereits 260 PKK-Kämpfer getötet und rund 400 weitere verletzt worden.

Irakischer Kurdenpräsident fordert PKK-Abzug

Zudem gehen die türkischen Behörden im Inland gegen die PKK, aber auch gegen Kurdenpolitiker vor. Unter anderem wird gegen den Chef der prokurdischen HDP, Selahattin Demirtas, ermittelt. Die HDP bestreitet entschieden eine Nähe zur PKK. Demirtas bestätigte allerdings, dass sich sein Bruder PKK-Kämpfern in den nordirakischen Kandil-Bergen angeschlossen habe.

Die Regierung des autonomen Kurdengebietes im Irak rief die PKK gestern dazu auf, ihre Stellungen im Norden des Landes zu räumen. Damit solle der Tod weiterer Zivilisten verhindert werden. Die syrische Kurdenmiliz YPG warf der Türkei unterdessen vor, auch ihre Stellungen mehrfach beschossen zu haben.

Mehr dazu in Auch zivile Opfer bei Luftangriffen

Gedenken an Roma-Völkermord in Auschwitz-Birkenau

Roma und Sinti aus mehreren Ländern Europas haben heute im ehemaligen Nazi-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau der Opfer des Völkermordes an den europäischen Roma und Sinti gedacht. Im Vordergrund stand neben dem Erinnern an die bis zu 500.000 von den Nationalsozialisten ermordeten Roma und Sinti die Warnung vor dem Hass auf Fremde und Minderheiten in der Gegenwart.

„Es tut mir so leid, was Sie heute in Europa sehen und hören müssen“, sagte die schwedische Europaabgeordnete Soraya Post an die Überlebenden gerichtet. Es gebe die gleiche Hasspropaganda wie in den 1930er Jahren. Mangelnder politischer Wille „tötet Roma im heutigen Europa“ und setze die Ausgrenzung fort, sagte Post laut Redemanuskript.

„Anstieg rechter Gewalttaten“

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, warnte vor Geschichtsvergessenheit und Holocaust-Leugnung. „In der Bundesrepublik, wo heute wieder Flüchtlingsheime in Flammen stehen, beobachten wir einen deutlichen Anstieg rechter Gewalttaten“, sagte er dem Redemanuskript zufolge.

„Dass die öffentliche Debatte um sogenannte Armutsmigration in der Bundesrepublik allein auf dem Rücken unserer Minderheit ausgetragen wird und man die Frage nach den gesellschaftlichen Ursachen dabei völlig ausblendet, ist ebenso verlogen wie vor dem Hintergrund der Geschichte zynisch.“

Am 2. August 1944 wurden die letzten etwa knapp 3.000 Insassen des „Zigeunerlagers“ von Auschwitz ermordet. Der 2. August ist der europaweite Gedenktag für die Opfer des Völkermordes an den Roma und Sinti.

Kritischer Fotojournalist in Mexiko getötet

In Mexiko ist ein Fotojournalist zusammen mit vier weiteren Menschen ermordet worden. Die Leichen von Ruben Espinosa und von vier Frauen seien in einer Wohnung in Mexiko-Stadt entdeckt worden, teilte die regierungskritische Zeitschrift „Proceso“ gestern Abend (Ortszeit) mit. Der Journalist habe vor allem über soziale Proteste in Mexiko berichtet.

Kein Einzelfall

Zuletzt war Espinosa in seiner Heimat Veracruz im Osten des Landes von Unbekannten angegriffen und bedroht worden. Daraufhin floh er in die Hauptstadt. In Mexiko werden immer wieder Journalisten getötet. Seit 2007 wurden nach Angaben des Committee to Protect Journalists (CPJ) über 50 Medienschaffende ermordet oder verschleppt. Die Taten werden nur selten aufgeklärt.

„Der Mord an Ruben Espinosa ist ein weiterer Meilenstein der Gewalt gegen die Presse“, heißt es in einer Mitteilung der Journalisten-Organisation Articulo 19. Die Gruppe rief die Behörden auf, die Täter zu Verantwortung zu ziehen und Journalisten besser zu schützen.

Obama will Klimaziele verschärfen

US-Präsident Barack Obama will morgen einen umfassenden Aktionsplan gegen den Klimawandel vorstellen. In einem heute Früh veröffentlichten Video sagte Obama, es gehe um den „größten bedeutsameren Schritt, den wir jemals unternommen haben“.

Der sogenannte Clean Power Plan soll unter anderem eine Reihe gesetzlicher Maßnahmen zur Reduzierung der Luftverschmutzung durch Kraftwerke umfassen.

Emissionen um ein Drittel reduzieren

Kraftwerke seien in den USA „die größte Einzelquelle“ schädlicher Kohlendioxidemissionen, sagte Obama. Bisher gebe es aber keine Grenzen für den Ausstoß des Treibhausgases.

Die neuen Bestimmungen sehen eine Reduzierung des Schadstoffausstoßes bis 2030 im Vergleich zu dem Jahr 2005 um 32 Prozent vor, berichtete die „New York Times“.

Politisches Streitthema

Die Erderwärmung und der Kampf gegen die Folgen sind in den USA ein politisch hoch umstrittenes Thema. Die von Obama bereits seit längerem geplante Begrenzung des Kohlendioxidausstoßes heimischer Kraftwerke sorgt für Unmut bei den Republikanern.

Im Dezember soll in Paris bei einer UN-Klimakonferenz ein umfassendes und international verbindliches Klimaschutzabkommen für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls im Jahr 2020 beschlossen werden. Die USA spielen bei den Verhandlungen eine Schlüsselrolle.

Kampfpilot starb bei Armeespielen in Russland

Bei den internationalen Armeespielen in Russland ist ein Hubschrauberpilot ums Leben gekommen. Eine russische Maschine des Typs Mi-28 sei bei einer Flugschau südöstlich von Moskau abgestürzt, teilte das Verteidigungsministerium heute mit. Ein zweiter Pilot habe sich mit einem Schleudersitz retten können und sei verletzt. Die Behörden setzten den Wettkampf vorerst aus.

Rauch steigt aus einem brennenden Militärhubschrauber

Reuters/Maxim Shemetov

Das Spektakel gilt als ein Schaulaufen der russischen Streitkräfte, an dem sich unter anderem auch Soldaten aus China beteiligen. Zu den Disziplinen gehört etwa „Panzer-Biathlon“. Der Kampfhubschrauber war bei der Flugschau plötzlich ins Trudeln geraten. Die Maschine habe sich um ihre eigene Achse gedreht und sei dann rapide gesunken.

Problem mit der Hydraulik

Nach dem Aufprall auf der Erde ging sie gut zwei Kilometer von einer Zuschauertribüne entfernt in Flammen auf. Rund 4.500 Menschen beobachteten das Unglück Berichten zufolge. Ursache des Absturzes war ein Problem mit der Hydraulik, wie Luftwaffengeneral Viktor Bondarjow mitteilte. Das Alarmsystem an Bord habe eine Störung angezeigt, sagte der überlebende Pilot dem Ministerium zufolge. Die Streitkräfte setzten vorerst alle Flüge von Mi-28-Hubschraubern aus.

Die zweiwöchigen Armeespiele hatten gestern auf einem Übungsplatz bei Moskau begonnen - unter anderem mit Kampfjetformationen und altrömischem Wagenrennen. Russische Medien feiern das Turnier als „größte militärische Olympiade der Welt“.

Inland

Freiwilligenportal Wirsinddabei.at für Integration startet

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) startet gemeinsam mit Vereinen, Unternehmen und Organisationen sowie „Integrationsbotschaftern“ das Freiwilligenportal Wirsinddabei.at. Auf der Plattform können alle, die sich für Flüchtlinge und Zuwanderer engagieren wollen, ihr Integrationsangebot präsentieren, hieß es heute in einer Aussendung.

Flüchtlingen und Zuwanderern ist es möglich, über das Netzwerk passende Initiativen in ihrer Nähe zu finden und sich gleich online dafür anzumelden. Mit dabei sind etwa schon der Österreichische Gemeindebund, der Drogeriemarkt dm sowie Vereine wie die Sportunion oder der Österreichische Bundesfeuerwehrverband.

Wirtschaft

Börse in Athen öffnet wieder: Kursverluste erwartet

Am morgigen Tag der Wiedereröffnung der Börse in Athen, nach fünf Wochen „Zwangspause“ wegen der Gefahr des griechischen Finanzkollapses, wird mit herben Kursverlusten gerechnet. Der „Athens General Index“ dürfte um 20 Prozent oder noch stärker einbrechen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters heute griechische Börsenhändler.

Demnach geht die Chance gegen null, dass nur eine einzige Aktie morgen im Wert steigen könnte. Von den Verlusten am stärksten betroffen dürften Aktien von Bankinstituten sein, sie brauchen weiterhin eine Rekapitalisierung.

Varoufakis: Neue Hilfe zum Scheitern verurteilt

Das geplante dritte Hilfsprogramm für Griechenland ist nach Ansicht des früheren Finanzministers Gianis Varoufakis „zum Scheitern verurteilt“. „Das Vorhaben hat keine Zukunft“, sagte der Ex-Minister der spanischen Zeitung „El Pais“ (Sonntag-Ausgabe).

„Die Krise wird mit immer neuen untragbaren Krediten verlängert, und man tut so, als würde dadurch das Problem gelöst“, so Varoufakis. Bei dem geplanten Hilfsprogramm, über das die Athener Regierung mit den internationalen Geldgebern verhandelt, werde es weitere Verzögerungen geben. „Die Zielsetzungen werden nicht eingehalten, die Rezession wird anhalten, und es wird politische Probleme geben“, prophezeit Varoufakis.

„Paris als Endziel der Troika“

Nach seinen Worten will der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble die Euro-Zone von Grund auf umformen. Das Ziel dieses Planes sei es, dass die Troika (von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Weltwährungsfonds) überall präsent sei, in Madrid, in Rom und vor allem in Paris, sagte Varoufakis. „Paris ist der Hauptpreis, das Endziel der Troika.“

Iran will 300 neue Linienflugzeuge kaufen

Nach der Einigung im Atomstreit will der Iran Hunderte neue Linienflugzeuge kaufen. Das Land brauche „jedes Jahr 80 bis 90 Maschinen für unsere Flotte“, sagte der Vizechef der zivilen Luftfahrtbehörde, Mohammed Chodakarami, laut Presseberichten von heute. Das Ziel seien „300 neue und funktionstüchtige Flugzeuge“.

Derzeit verfügt der Iran über rund 140 Linienflugzeuge, die im Durchschnitt etwa 20 Jahre alt sind. Bei dem Geschäft sollten der europäische Flugzeugbauer Airbus und das US-Unternehmen Boeing „zu gleichen Teilen“ zum Zug kommen, sagte Chodakarami weiter.

Die Gesamtkosten bezifferte er auf 20 Milliarden Dollar (gut 18,2 Mrd. Euro). Nach der Einigung im Atomstreit stehe dem Vorhaben nichts mehr im Weg, zeigte er sich überzeugt.

Chef der Ex-Bitcoin-Plattform MtGox festgenommen

Japans Polizei hat den Chef der gescheiterten Bitcoin-Plattform MtGox festgenommen. Wie die Ermittler am Samstag in Tokio mitteilten, wird dem 30-jährigen Mark Karpeles unter anderem vorgeworfen, 2013 Daten im Computersystem der Börse manipuliert zu haben, um auf diese Weise rund eine Million Dollar (etwa 911.000 Euro) künstlich zu generieren.

Wie die Nachrichtenagentur Kyodo und andere japanische Medien berichteten, wird außerdem ermittelt, ob der MtGox-Chef etwas mit dem Verschwinden von Bitcoins im Wert von 390 Millionen Dollar (355 Mio. Euro) zu tun hat.

Berichten zufolge wies Karpeles die Anschuldigungen zurück. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie der 30-Jährige von mehreren Beamten festgenommen und abgeführt wurde. MtGox hatte im Februar vergangenen Jahres den Tausch von Bitcoins in reale Währungen ausgesetzt, kurze Zeit später verschwand die Handelsplattform dann aus dem Internet. Das Unternehmen begründete den Stopp mit einem Softwarefehler.

Die virtuelle Währung Bitcoin war im Jahr 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte.

Sport

Schwimm-WM: Zaiser scheitert auf Paradestrecke

Lisa Zaiser sowie Felix Auböck und David Brandl sind heute bei der Schwimm-WM in Kasan jeweils bereits im Vorlauf ausgeschieden. Während das vorzeitige Aus für die beiden OSV-Herren über 400 m Kraul keine Überraschung war, scheiterte Zaiser ausgerechnet auf ihrer Paradestrecke, den 200 m Lagen. Sie verfehlte das Semifinale der Top 16 um 0,49 Sekunden und ihren österreichischen Rekord um 1,81 Sekunden.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Bestätigung: Wrackteil gehört zu Boeing 777

Das in der vergangenen Woche auf der Tropeninsel La Reunion im Indischen Ozean entdeckte Flugzeugtrümmerteil ist nach malaysischen Angaben eindeutig als Teil einer Boeing 777 identifiziert worden. Das erklärte der Verkehrsminister des Landes, Liow Tiong Lai, heute.

„Wir wissen, dass die Klappe offiziell als Teil einer Boeing-777-Maschine identifiziert worden ist“, sagte der malaysische Transportminister Liow Tiong Lai. „Das ist durch die französischen Behörden gemeinsam mit dem Flugzeughersteller Boeing, der Nationalen US-Flugsicherheitsbehörde (NTSB) und dem malaysischen Expertenteam verifiziert worden (...)“, so Liow.

Untersuchung in Frankreich

Bereits in den vergangenen Tagen war dieses nunmehrige Faktum als weitestgehend sicher angenommen worden. Dafür hatte auch ein auf dem Teil entdeckter Ziffernblock gesprochen. Die offizielle Bestätigung stand aber bisher noch aus.

Das in La Reunion angeschwemmte Wrackteil wurde unterdessen nach Balma bei Toulouse zur Untersuchung gebracht. Dort wollen Experten am Mittwoch mit ihrer Untersuchung beginnen. Die Analyse soll klären, ob das Teil tatsächlich vom Malaysia-Airlines-Flugzeug stammt, das am 8. März 2014 vom Radar verschwunden war.

Angeblich weiteres Trümmerteil entdeckt

Auf La Reunion wurde inzwischen ein weiteres Trümmerteil entdeckt. Ob es sich bei dem Gegenstand um ein Wrackteil einer Boeing 777 handle, sei derzeit völlig unklar, berichtete die Zeitung „Journal de l’Ile de La Reunion“ (Sonntag-Ausgabe).

Das bisher nicht näher identifizierte Metallobjekt sei im Hauptort Saint-Denis gefunden worden, hieß es. Die BBC berichtete lediglich, ein weiteres Trümmerteil von einem Flugzeug sei gefunden worden.

50 Tote durch Überschwemmungen in Myanmar

Überschwemmungen durch heftige Monsunregen haben in Myanmar in Südostasien laut Medienberichten mindestens 50 Menschenleben gefordert. Die Ernte auf mehr als 200.000 Hektar Agrarland sei zerstört worden, berichteten Fernsehsender heute.

Überflutetes Gebiet Sagaing, Myanmar

APA/EPA/Lynn Bo Bo

Die Unwetter zogen als Ausläufer des Zyklons „Komen“ aus dem Golf von Bengalen über das Nachbarland von Bangladesch. Betroffen waren weite Teile des Landes, vom Irrawaddy-Delta über die große Hafenstadt Rangun im Süden bis in die mehr als 550 Kilometer weiter nördlich gelegene Sagaing-Region, berichtete die UNO-Behörde für humanitäre Angelegenheiten (OCHA).

Mehr als 150.000 Menschen seien betroffen. Einige Gebiete seien von der Außenwelt abgeschnitten. Allein in einer Ortschaft in der Chin-Region seien mindestens 100 Häuser durch einen Erdrutsch zerstört worden.

Zahlreiche Ortschaften wurden evakuiert. (iptv.orf.at)

Vermisster Hubschrauber in der Lombardei gefunden

Ein seit Freitag vermisster Hubschrauber ist heute in einem Abgrund in der lombardischen Bergregion Valtellina unweit der Stadt Sondrio in Italien entdeckt worden. Die drei Insassen – ein Pilot und zwei Besatzungsmitglieder – wurden tot geborgen, berichteten italienische Medien.

Am Samstag hatte sich die Suchaktion nach dem vermissten Hubschrauber bis in die grenzende Schweiz ausgedehnt. Der Hubschrauber hatte einige Touristen zu einer Berghütte geflogen und war dann aus noch ungeklärten Gründen abgestürzt. Das schlechte Wetter hatte die Suchaktion erschwert. Bei den Opfern handelt es sich um drei Italiener im Alter von 28, 33 und 50 Jahren.

Leute

Til Schweiger will Vorzeigeheim für Flüchtlinge aufbauen

Der deutsche Schauspieler und Filmemacher Til Schweiger will sich persönlich in der Hilfe für Flüchtlinge engagieren und eine vorbildliche Unterkunft bauen. „Ich werde zusammen mit Freunden zusammen ein Flüchtlingsheim aufbauen“, sagte er „Bild am Sonntag“.

Anfang 2014 hätten die Freunde die Rommel-Kaserne im niedersächsischen Osterode gekauft. „Wir wollen ein Vorzeige-Flüchtlingsheim bauen. Und ich werde eine Stiftung für traumatisierte Kinder gründen.“

In dem Heim solle es Freizeitangebote für Kinder, eine Sportanlage, Werkstätten und eine Näherei geben, damit die Menschen arbeiten könnten, beschrieb Schweiger das Projekt.

Medien

Polemik in Italien um Reality-Show der RAI auf Montblanc

Eine im Herbst geplante Reality-Show der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI mit dem Titel „Monte Bianco“ (Montblanc) sorgt für Polemik in Italien. Laut dem Konzept besteigen 14 VIPs in Begleitung von Bergführern Europas höchsten Berg. Es hagelt nun harsche Kritik.

Der Alpinverband der Region Aostatal, in dem sich der Montblanc befindet, kritisierte den respektlosen Umgang mit den Bergen. „Die Alpen sind keine Bühne für Reality-Shows für Zuschauer, die bequem auf dem Sofa liegen“, kommentierte der Verband in einer Presseaussendung.

Kritisch äußerte sich auch Bergsteigerlegende Reinhold Messner: „Ich wundere mich, dass die Bergführer des Montblancs sich für TV-Programme zur Verfügung gestellt haben, die den Respekt für die Berge zerstört und die Spitzen in einen Vergnügungspark nach Disneyland- Modell umwandeln.“ Die Show vermittle den falschen Eindruck, dass das Besteigen von Bergspitzen ein Kinderspiel sei.

An der Reality-Show beteiligen sich in Italien bekannte Fernsehleute, Schauspieler und Sportler, darunter der ehemalige Fußball-Nationalspieler Gianluca Zambrotta. Drei Wochen lang dauerten im Juli die Aufnahmen der Leistungen der 14 VIPs beim Besteigen des 4.810 Meter hohen Bergs zwischen Italien und Frankreich, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ (Sonntag-Ausgabe).

Kultur

Wagners „Götterdämmerung“ in Bayreuth bejubelt

Der Opern-Vierteiler „Der Ring des Nibelungen“ ist bei den Richard-Wagner-Festspielen erneut zum Triumph für Dirigent Kirill Petrenko geworden. Zum Abschluss der Tetralogie gestern Abend mit der „Götterdämmerung“ gab es in Bayreuth lauten Jubel für den künftigen Chef der Berliner Philharmoniker.

Gefeiert wurden auch ausnahmslos die Sänger - allen voran Catherine Foster in der Rolle der Brünnhilde und Stefan Vinke als Siegfried. Geteilte Reaktionen rief dagegen Regisseur Frank Castorf hervor, der zum dritten Mal für die „Ring“-Produktion in Bayreuth verantwortlich ist: Seine Regie wurde sowohl mit Buhrufen als auch mit Applaus gewürdigt.

Mit der „Götterdämmerung“ endete bei den Festspielen die Premierenwoche. Das weltbekannte Festival läuft noch bis zum 28. August. Dann verabschiedet sich der gefeierte Petrenko vom Grünen Hügel: Er gibt die musikalische Leitung des „Rings“ an Marek Janowski ab, um präsenter in München zu sein, wo er derzeit noch Generalmusikdirektor der Staatsoper ist.

Religion

Mehr Generalaudienzen beim Papst im Heiligen Jahr 2016

Papst Franziskus wird im Heiligen Jahr mehr Generalaudienzen auf dem Petersplatz abhalten. Zusätzlich zu den wöchentlichen Mittwochsaudienzen werde es einmal im Monat auch am Samstag eine Generalaudienz geben. Das sagte der Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Georg Gänswein, gestern im Gespräch mit Radio Vatikan. Die Termine werden demnach in den kommenden Tagen im Internet bekanntgegeben. Bisher stehen laut Gänswein der 30. Jänner und der 20. Februar 2016 als Datum fest.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Lifestyle

Swing feiert Comeback auf Tanzparkett

Was vor wenigen Jahren noch als Geheimtipp gegolten hat, erobert langsam wieder den Mainstream: Swingtanz erlebt seit Ende der 1980er Jahre weltweit ein Revival, nun scheint der Boom auch in Österreich seinen Höhepunkt zu erreichen. Tanzschulen und Vereine verzeichnen lange Wartelisten für die Kurse.

Eine rege Community gibt es vor allem in Wien, aber auch in Innsbruck, Salzburg, Linz und Graz wird gehoppt und gejammt. Lindy Hop wirbelt dabei nicht nur die etwas verschlafene Tanzszene in Österreich, sondern auch traditionelle Geschlechterrollen durcheinander.

Mehr dazu in Die Wiederbelebung des Paartanzes

Triest: Getrennter Strand für Männer und Frauen

Im Sommer ist die ganze Küste rund um die italienische Stadt Triest von vielen kleinen Strandbädern belebt. Einzigartig in Europa ist das Strandbad Lanterna im Stadtzentrum, wo seit 112 Jahren Männer und Frauen streng getrennt baden. Europas letzte Badeanstalt mit Geschlechtertrennung, die an theresianische Zeiten zurückreicht, erlebt in diesem heißen Sommer einen Boom. Nur einen Euro kostet der Eintritt.

Bis zu 2.500 Gäste täglich werden im weiblichen Teil der Badeanstalt gemeldet, das sind doppelt so viele wie jene im Männerbad. Das Frauen- und Kinderbad ist von dem der Männer durch eine drei Meter hohe Mauer getrennt, im Wasser verläuft ein Seil.

Jeder Versuch, die Geschlechtertrennung abzuschaffen, ist bisher auf erbitterten Widerstand gestoßen. Mehrfach sollte sie abgeschafft werden, aber die Triestiner protestierten so lautstark für den Erhalt, dass sie bis heute gilt.

Badeanstalt aus Habsburger Zeit

Die Badeanstalt, die 1903 eingeweiht worden ist, als Triest noch zu dem Habsburgischen Reich gehörte, wurde 2009 für 300.000 Euro restauriert. Sie wurde in der Vergangenheit auch von Persönlichkeiten wie Schriftsteller James Joyce besucht.

Das Bad Lanterna wird in der Stadt auch „el Pedocin“ genannt, was im Triestiner Dialekt „kleiner Floh“ bedeutet. Laut Tradition wurde dieser Strand von den Soldaten des Kaisers Franz Josef genutzt, um zu baden und sich von den Flöhen zu befreien.