Liveticker

Letzter Tag für Einigung mit Griechenland

Athen erhält Unterstützung von renommierten Ökonomen

„US-Ökonomen schlagen sich auf Tsipras’ Seite“, schreibt das deutsche „Handelsblatt“. James K. Gaalbraith von der University of Texas etwa: „Das Benehmen von Merkel/Gabriel, Hollande und Renzi, zusammen mit Juncker, spricht Bände darüber, was sie von der griechischen Nation halten, wie sie es mit der Wahrheit halten und welchen politischen Weg sie verfolgen.“

Vilimsky will kein weiteres Geld „versenken“

Harald Vilimsky, FPÖ-Generalsekretär und Delegationsleiter im EU-Parlament, fordert in einer Aussendung: „Sofort alle Weichen für geordneten Grexit stellen!“ Ein abermaliges „Versenken weiterer Steuermilliarden am Peloponnes“ sei nicht akzeptabel.

Ausland

UNICEF: Jedes zehnte Kind wächst im Krieg auf

Jedes zehnte Kind weltweit wächst in einem Kriegsgebiet auf. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) rechnet in seinem neuen Bericht „Kinder zwischen den Fronten“ vor, dass derzeit rund 230 Millionen Kinder in ihren prägenden Lebensjahren Unsicherheit, Hass und Gewalt erleben.

Die schwersten Misshandlungen drohten Kindern aktuell in Syrien, im Irak, im Südsudan und in der Zentralafrikanischen Republik, so UNICEF heute in Berlin. Mädchen und Buben würden direkt zur Zielscheibe von Gewalt, entführt und versklavt.

Gruppen wie die Terrormilizen Islamischer Staat (IS) und Boko Haram missachteten die Prinzipien des humanitären Völkerrechts bewusst, um dadurch maximale Aufmerksamkeit zu erregen. Trotzdem übten sie vor allem auf einige junge Menschen eine gewisse Faszination aus, stellt der UNICEF-Bericht fest.

Die Hilfsorganisation rief Spender auf, bei humanitärer Hilfe nicht nur an Nahrung, Kleidung und Obdach zu denken, sondern auch an Schulbildung für die jungen Kriegsopfer.

28 Tote bei IS-Anschlag im Jemen

Bei einem Anschlag der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sind gestern in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa mindestens 28 Menschen getötet worden. Das Attentat mit einer Autobombe habe dem Wohnhaus von zwei Anführern der schiitischen Huthi-Rebellen gegolten, verlautete aus Sicherheitskreisen.

In dem Haus von Faisal und Hamid Dschajache seien zu dem Zeitpunkt viele Menschen zu einer Trauerfeier für einen Verwandten versammelt gewesen, der eines natürlichen Todes gestorben war. Zu den Todesopfern zählten den Angaben zufolge acht Frauen. Laut Augenzeugen riegelten Huthi-Rebellen den Anschlagsort im Stadtzentrum ab.

Der IS verkündete in einer im Internet veröffentlichten Erklärung, sein Anschlag habe sich gegen ein „schiitisches Nest“ in Sanaa gerichtet.

Im Jemen kämpfen seit Monaten die Huthi-Rebellen und die Anhänger des nach Saudi-Arabien geflohenen Staatschef Abd Rabbu Mansur Hadi gegeneinander. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz fliegt seit Ende März Luftangriffe auf die Rebellen im Jemen.

WikiLeaks: USA spionierten französische Wirtschaft aus

Die USA haben nach Informationen der Enthüllungsplattform WikiLeaks jahrelang eine umfangreiche Wirtschaftsspionage gegen Frankreich betrieben. WikiLeaks veröffentlichte gestern weitere angebliche Geheimdokumente des amerikanischen Geheimdienstes NSA. Demnach sollen unter anderem der damalige Pariser Wirtschaftsminister und heutige EU-Kommissar Pierre Moscovici, hochrangige Beamte und der französische Botschafter in den USA abgehört worden sein.

Zudem soll sich die NSA für internationale Verträge französischer Unternehmen mit einem Wert von mehr als 200 Millionen US-Dollar (rund 180 Mio. Euro) interessiert haben. Vergangene Woche hatten Enthüllungen über angebliche US-Spähaktionen gegen drei französische Präsidenten für Empörung in Paris gesorgt.

Amnesty: Ägypten verfolgt Aktivisten weiter kompromisslos

Viereinhalb Jahre nach dem „arabischen Frühling“ verfolgt Ägypten Freiheitsbestrebungen nach Einschätzung von Amnesty International weiter kompromisslos. „Heute siechen viele der jungen Aktivisten hinter Gittern vor sich hin. Das zeigt, dass sich Ägypten zu einer allumfassenden Unterdrückung zurückentwickelt hat“, sagte die regionale Leiterin der Menschenrechtsorganisation, Hassiba Hadsch Sahraui.

Amnesty veröffentlichte heute einen Bericht über die Inhaftierung junger Menschen in Ägypten. Der Staat habe in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er seine Macht skrupellos gegen jede Gefahr behaupten wolle, so Sahraui. Er habe Freiheitskämpfer eingesperrt - bis heute teilweise ohne Anklage oder Prozess.

Die Regierung von Präsident Abdel Fattah al-Sisi zeige nicht, dass sie von dieser Linie abrücken wolle. Im Gegenteil: In den vergangenen Wochen seien erneut viele Menschen verhaftet worden oder verschwunden.

Amnesty warf westlichen Länder vor, Sisis Regierung als Partner anzuerkennen. Nach Schätzungen von ägyptischen Menschenrechtlern sind in dem Land seit Mitte 2013 mindestens 41.000 Menschen festgenommen, angeklagt oder verurteilt worden.

UNO-Sicherheitsrat verlängerte Einsatz auf Golanhöhen

Trotz wiederholter Angriffe auf die Blauhelmtruppen hat der UNO-Sicherheitsrat den Einsatz auf den Golanhöhen verlängert. Die 15 Mitglieder des Gremiums verabschiedeten gestern in New York einstimmig eine Resolution, die das Mandat der UNDOF-Truppe an der israelisch-syrischen Grenze bis zum Ende des Jahres ausdehnt.

Gleichzeitig betonten sie ihre Besorgnis über die sich weiter verschlechternde Sicherheitslage und verurteilten die Angriffe auf die Blauhelme.

Auf den Golanhöhen waren nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973 UNO-Soldaten stationiert worden, um die Waffenruhe zwischen Syrien und Israel zu überwachen. Die etwa 1.200 Soldaten werden immer wieder in den syrischen Bürgerkrieg hineingezogen. Die Entwicklungen bewogen die österreichische Bundesregierung 2013 dazu, das österreichisches Kontingent abzuziehen. Das „AusBatt“, das Austrian Battalion, war als einzige Einheit seit 1974 ununterbrochen auf dem Golan, der Abzug sorgte international für Kritik.

Inland

Schuldenstand auf historischem Höchstwert

Der Schuldenstand in Österreich hat einen historischen Höchstwert erreicht. Laut aktuellen Daten der Statistik Austria betrug er am Ende des ersten Quartals 280,2 Mrd. Euro oder 84,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit stiegen die Schulden im Vergleich zum Dezember noch einmal um 0,3 Prozent des BIP.

Ein noch deutlicheres Plus zeigt sich im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres. Hier ergibt sich ein Anstieg von 17,2 Mrd. bzw. 3,8 Prozent des BIP. Zur Erinnerung: Die von der EU in den Maastricht-Vereinbarungen erlaubte Schuldenhöhe liegt bei nur 60 Prozent des BIP.

Zurückzuführen ist das Schuldenwachstum auf die Zahlen des Bundes. Hier wuchs der Schuldenberg heuer um 2,7 Mrd., während Länder und Gemeinden leicht rückläufige Zahlen vermelden konnten. Zwar in absoluten Zahlen nur um 60 Millionen stieg der Schuldenstand der Sozialversicherung, in Prozent hatte er aber mit 26,7 Prozent das höchste Wachstum.

Asyl: Mikl-Leitner besucht Ungarn

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) besucht heute Budapest und will mit ihrem ungarischen Amtskollegen Sandor Pinter über das Thema Asyl sprechen. Insbesondere geht es ihr um den massiven Anstieg der Grenzübertritte an der serbisch-ungarischen Grenze. Mikl-Leitner spricht sich für eine starke österreichisch-ungarische Allianz aus.

Österreich hat Ungarn 40 Polizisten zur Sicherung dieser Grenze zugesagt. Ungarn will außerdem einen metallenen Grenzzaun zu Serbien bauen und fordert eine Verschärfung der Flüchtlingspolitik der EU. Ungarns Weigerung, aus anderen EU-Staaten abgeschobene Flüchtlinge zurückzunehmen, war international heftig kritisiert worden.

Nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex kamen in den ersten fünf Monaten des Jahres 50.430 Menschen über die sogenannte Westbalkan-Route, die über die serbisch-ungarische Grenze verläuft, in die EU. Im Vergleichszeitraum 2014 waren es 5.143. In Ungarn selbst ist die Zahl der Asylanträge innerhalb eines Jahres um 1.236 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal 2015 wurden laut Eurostat 32.810 Anträge in Ungarn gestellt, in Österreich 9.710.

Hypo-U-Ausschuss: Drei Zeugen mit Nähe zu Haider

Morgen dürfte es im Hypo-Untersuchungsausschuss wieder einmal länger dauern - denn es sind drei Zeugen geladen und alle hatten eine ausgesprochene Nähe zum früheren Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Auf dessen ehemaligen Pressesprecher Stefan Petzner folgen als Auskunftspersonen zwei ehemalige Haider-Büroleiter - Harald Dobernig, später Kärntner Finanzlandesrat, und Gerald Mikscha.

Haider könne man nicht mehr befragen, also befrage man dessen frühere rechte Hände, sagte SPÖ-Fraktionsführer Kai Jan Krainer über die nächsten Auskunftspersonen im Ausschuss auf APA-Anfrage. Sein Grünen-Pendant Werner Kogler sagte, generell werde der Ausschusstag noch mehr Einblick ins „System Haider“ bringen.

ÖVP-U-Ausschuss-Chefin Gabriele Tamandl sagte, es gehe morgen darum, jene Leute zu befragen, die am allernächsten dran waren, als der Milliardenskandal angerichtet worden war. Schließlich hätten bisherige Kärntner Auskunftspersonen stets wissen lassen, dass die engsten Kreise rund um Haider massiven Einfluss auf die Hypo ausübten. Trotz drohender „Nebelgranaten“ wolle sie einige wichtige Aussagen herauskitzeln.

Petzner freut sich über Ladung

Petzner, morgen Vormittag an der Reihe, freute sich über seine Ladung und bezeichnete den Hypo-U-Ausschuss, für den er immer eingetreten sei, als „auch ein bisserl mein Kind“. Er wolle auch mehr Schwung in die Aufklärungsarbeit bringen, der bisher teils auf sich warten lasse. Er sieht die entscheidendste und spannendste Phase im Hypo-Skandal ab der Notverstaatlichung und der Zeit danach.

Sport

Radsport: ÖRV-Trio gut in Schuss vor Tour de France

Mit der Nichtnominierung von Bernhard Eisel für das Sky-Team ist klar, dass Österreich heuer bei der Tour de France nur durch drei Debütanten vertreten wird. Matthias Brändle, Georg Preidler und Marco Haller werden am Samstag erstmals die Frankreich-Rundfahrt in Angriff nehmen. Auf das ÖRV-Trio warten drei harte Wochen mit vielen Helferdiensten für ihre Teamkollegen, trotzdem sind alle drei Radprofis zuversichtlich und gut in Schuss. Das bewiesen Preidler und Haller auch am Wochenende bei den Staatsmeisterschaften.

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Wimbledon: Thiem siegt nach Startproblemen

Mit seinem insgesamt erst zweiten Sieg auf Rasen hat Dominic Thiem gestern erstmals den Einzug in die zweite Runde in Wimbledon geschafft. Österreichs Nummer eins setzte sich gegen den Israeli Dudi Sela in vier Sätzen durch. Nach Startproblemen und verlorenem ersten Satz konnte sich Thiem klar steigern und kam am Ende mit solidem Rasentennis zum verdienten Auftaktsieg. Vorbei ist indes das Turnier bereits für Andreas Haider-Maurer, der gegen den Litauer Ricardas Berankis wegen einer Verletzung aufgeben musste.

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Fußball: Köln für neue Saison „besser aufgestellt“

Der 1. FC Köln hat für die Vorbereitung zur kommenden Bundesliga-Saison seine Zelte in Bad Tatzmannsdorf aufgeschlagen. Cheftrainer Peter Stöger will mit seinen „Geißböcken“ auch 2015/16 nichts mit dem Abstiegskampf in Deutschland zu tun haben.

„Ich denke, dass wir eine gute Rolle spielen können“, sagte Stöger gestern. Seine Mannschaft sei „ähnlich gut und besser aufgestellt“ als in der abgelaufenen Saison. Auch Neuzugang Philipp Hosiner ist beim Trainingslager dabei, der 26-Jährige will sich für die Startelf empfehlen.

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Wirtschaft

Argentinien erklärt Griechen seine Solidarität

Aus eigenen bitteren Erfahrungen hat Argentinien Griechenland in dessen aktueller Schuldenkrise seine Solidarität erklärt. „Argentinien hat das bereits selbst mitgemacht“, sagte Regierungschef Anibal Fernandez gestern.

Die Investoren warteten nur darauf, Griechenland „auszuplündern“, wie sie es auch anderswo getan hätten. Er sehe bereits „die Schatten der Geierfonds“ über Griechenland, warnte der Ministerpräsident. Die Krise in Griechenland sei mitbedingt durch die Sparmaßnahmen, die Athen vom Internationalen Währungsfonds (IWF) auferlegt wurden.

Argentinien kämpft bis heute mit den Spätwirkungen der Staatsschuldenkrise von 2001. Das Land war um die Jahrtausendwende in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und hatte schließlich einen öffentlichen Notstand ausgerufen. Damals waren Schulden in einer Größenordnung von 100 Milliarden Dollar aufgelaufen. Der Großteil der Schuldenlast wurde anschließend durch Umschuldungsvereinbarungen mit den Gläubigern abgetragen. Die Fonds, die in dieses Verfahren nicht einwilligten, werden in Argentinien häufig als „Geierfonds“ bezeichnet.

Chronik

Indonesien: Mindestens 20 Tote bei Flugzeugabsturz

Beim Absturz eines Militärtransporters sind heute in Indonesien mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Die Maschine des Typs Hercules C-130 war kurz nach dem Start in ein Wohngebiet gestürzt und in Flammen aufgegangen, wie ein Militärsprecher mitteilte. In einem Krankenhaus wurden 20 Todesopfer gezählt. Zwei Verletzte würden behandelt, berichtete eine Sprecherin.

Wrackteile im Wohngebiet

Nachrichtensender zeigten Fotos und erste Videos aus dem Wohngebiet. Darauf waren rauchende Wrackteile zu sehen sowie zerstörte Autos und Haustrümmer. Die Feuerwehr war mit Löschzügen im Einsatz.

Unklarheit über Passagierstand

Es war zunächst unklar, wie viele Menschen außer den zwölf Besatzungsmitgliedern an Bord waren. Der Unfall passierte in der Millionenstadt Medan auf der Insel Sumatra.

Die Lockheed C-130 ist ein propellergetriebenes Transportflugzeug, das seit Jahrzehnten auch bei Katastrophenhilfen eingesetzt wird. Sie kann auch mehrere Dutzend Personen transportieren.

Toter bei Brand in japanischem Superschnellzug

Bei einem Brand in einem Hochgeschwindigkeitszug in Japan sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein Mann und eine Frau starben, als das Feuer heute in dem Zug von Tokio nach Osaka ausbrach, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. 20 weitere Personen wurden verletzt.

Der Vorfall ereignete sich nahe Odawara rund 70 Kilometer südwestlich von Tokio in einem Zug auf dem Weg von der japanischen Hauptstadt nach Osaka.

Schockierte Passagiere werden ihm Schnellzug von Zugsbegleitern betreut

APA/AP/Kyodo News

„Wir haben die Information erhalten, dass ein Feuer in der Nähe einer Toilette ausgebrochen ist und zwei Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr von Odawara.

Der japanische Sender NHK berichtete, im ersten Waggon des Zugs seien zwei leblose Menschen gefunden worden, allerdings an den entgegengesetzten Enden des Wagens.
Der Zug mit rund 1.000 Passagieren musste auf offener Strecke halten. Der Verkehr mit den Shinkansen genannten Schnellzügen wurde eingestellt.

Fernsehbilder zeigten weißen Rauch, der aus dem Zug aufstieg. (iptv.ORF.at)

Japans Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge zeichnen sich durch ihre Pünktlichkeit und Sicherheit aus. In einem halben Jahrhundert kam noch nie jemand bei einem Shinkansen-Unfall ums Leben.

Australien: Rauchverbot löste Gefängnisrevolte aus

Ein geplantes Rauchverbot hat in Australien eine Gefängnisrevolte ausgelöst. Eine Protestaktion von Insassen des Ravenhall-Gefängnisses artete heute derart aus, dass die Verwaltung das Personal abzog, wie die Polizei berichtete. Rund 300 Gefangene waren nach Medienberichten an den Unruhen beteiligt. Sie sollen unter anderem Brände gelegt haben.

Ein Fernsehsender flog mit dem Hubschrauber über das Gelände. Bilder zeigten Insassen mit Masken und Stöcken, die versuchten, Türen einzutreten. Nach Angaben der Gefängnisbehörde konnte keiner der Gefangenen ausbrechen. Ab 1. Juli gilt in allen Gefängnissen im Bundesstaat Victoria Rauchverbot.

Brasilien: Lastwagen verlor 1,3 Tonnen Marihuana

Durch einen Verkehrsunfall im Gebirge haben zwei Drogenhändler in Brasilien eine große Ladung Marihuana verloren. Wie die Polizei gestern mitteilte, stürzte ein mit 1,3 Tonnen der Droge beladener Lastwagen und ein Begleitwagen am Samstag nahe der Metropole Rio de Janeiro von einer Bergstraße einen Abhang hinab. Der Lastwagen verlor demnach bei dem Unfall die gesamte Marihuanaladung.

Den Angaben zufolge waren die beiden Fahrzeuge offenbar mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Der Fahrer des Lastwagens habe entkommen können, der Fahrer des Autos sei leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden und gebe an, sich an nichts erinnern zu können.

Frau beim Klettern abgestürzt

In Warth in Vorarlberg ist eine 51-Jährige beim Klettern tödlich verunglückt. Laut Polizei dürfte die Ravensburgerin auf dem Rückweg vom Gipfel des Karhorn rund 100 Meter teilweise senkrecht abgestürzt sein.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Vor Augen des Ehemannes in Tod gestürzt

Ein deutsches Ehepaar unternahm gestern im Kärntner Lesachtal eine Wanderung auf die Plenge. Beim Abstieg rutschte die 69-jährige Urlauberin aus und rutschte ab. In der Folge stürzte sie rund 150 Meter über steiles Felsgelände ab. Der zu ihr abgeseilte Notarzt konnte ihr nicht mehr helfen.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Kultur

Zurück in die Zukunft: Remake „nur über meine Leiche“

„Zurück in die Zukunft“-Regisseur Robert Zemeckis hat Spekulationen zurückgewiesen, es könnte eine Neuverfilmung der Filmreihe geben. „Oh Gott, nein“, sagte der 63-Jährige der britischen Zeitung „The Telegraph“.

„Das (Remake) kann nicht stattfinden, bevor Bob und ich tot sind. Aber danach bin ich sicher, werden sie es machen, außer es gibt einen Weg, wie unsere Erben sie daran hindern können“, so Zemeckis.

Zemeckis hält zusammen mit Koautor Bob Gale die Rechte an „Zurück in die Zukunft“. Für ihn sei es „haarsträubend“, über eine Neuverfilmung nachzudenken. "Es ist wie zu sagen „Lasst uns ein Remake von ‚Citizen Kane‘ machen. Wen nehmen wir nur als Kane?“, sagte Zemeckis. „Was für eine Torheit, was für eine Verrücktheit ist das? Warum würde jemand so etwas machen?“

Zemeckis’ Mitautor Gale hatte bereits ausgeschlossen, dass es einen vierten Teil der Filmreihe geben könne.

US-Komiker Jack Carter gestorben

Der US-Komiker Jack Carter ist im Alter von 93 Jahren gestorben, wie die „New York Times“ unter Berufung auf den Sprecher seiner Familie berichtete. Demnach erlag der Komiker und Autor, der in den 1940er Jahren zu den ersten Fernsehstars gehört hatte, am Sonntag in seinem Haus in Beverly Hills (US-Bundesstaat Kalifornien) einem Atemstillstand.

Carter hatte seine Karriere beim US-Netzwerk ABC begonnen und bei der Konkurrenz NBC ausgebaut. Das Multitalent trat auch am Broadway auf und spielte in mehreren Filmen mit, darunter im Jahr 1964 in „Tolle Nächte in Las Vegas“ (Originaltitel „Viva Las Vegas“) mit Elvis Presley.

Ai Weiwei - die Rückkehr des Rebellen

In der internationalen Kunstwelt ist der chinesische Konzeptkünstler und Bildhauer Ai Weiwei ein ganz großer Namen. In China selbst war der rebellische Künstler seit seinen regierungskritischen Äußerungen 2011 wochenlang inhaftiert. Bis heute haben die Behörden seinen Pass eingezogen.

Umso größer war die Überraschung, als Ai Weiwei diesen Monat in Peking mit gleich vier Einzelausstellungen an die Öffentlichkeit treten konnte.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Kafka-Briefe: Neuer Erfolg für Israels Nationalbibliothek

Im jahrelangen Rechtsstreit um wertvolle Briefe des Schriftstellers Franz Kafka hat die israelische Nationalbibliothek einen weiteren Erfolg erzielt. Der Nachlass von Max Brod - Freund und Herausgeber der Werke Kafkas - solle an die Jerusalemer Bibliothek gehen, bekräftigte das Bezirksgericht in Tel Aviv gestern.

Eine ähnliche Entscheidung eines Gerichts 2012 war bisher nicht umgesetzt worden. Die Richter wiesen in zweiter Instanz die Darstellung der Israelin Eva Hoffe zurück, sie sei rechtmäßige Erbin des kostbaren Nachlasses. Das ist auch ein neuer Rückschlag für das Deutsche Literaturarchiv Marbach, das Interesse an dem Nachlass signalisiert hatte.

Medien

NBC beendet Zusammenarbeit mit Donald Trump

Nach abfälligen Bemerkungen des US-Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump über mexikanische Einwanderer hat der Fernsehsender NBC seine Zusammenarbeit mit dem Milliardär beendet. NBC teilte gestern mit, die zu Trump gehörenden Schönheitswettbewerbe Miss USA und Miss Universe nicht mehr auszustrahlen. „Bei NBC sind Respekt und Würde für alle Menschen die Eckpunkte unserer Werte“, erklärte der Sender. Vergangene Woche hatte bereits der spanischsprachige Sender Univision seine Geschäftsbeziehungen mit Trump beendet.

Der 69-Jährige hatte Mitte Juni bei der Bekanntgabe seiner Präsidentschaftsbewerbung gesagt, wenn „Mexiko seine Leute schickt, schicken sie nicht die besten. Sie schicken Leute mit vielen Problemen, und sie bringen diese Probleme mit. Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger“, sagte der Republikaner. Die Äußerungen waren sowohl in den USA als auch in Mexiko auf Kritik gestoßen.

Trump erklärte, dass er weiter zu seinen Bemerkungen stehe. NBC sei zu „schwach“ und „töricht“, um das „ernste Problem“ der illegalen Einwanderung zu begreifen. Der Geschäftsmann und Politiker deutete an, den Sender womöglich auf Schadenersatz zu verklagen. Trump bewirbt sich um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, ihm werden aber praktisch keine Chancen eingeräumt.

IT

Apple startet neuen Musikdienst

Apple startet heute seinen neuen Musikdienst, mit dem der Konzern die Initiative in dem Geschäft zurückgewinnen will. Zu Apple Music gehören ein Streamingdienst, bei dem die Lieder direkt aus dem Netz abgespielt werden, sowie ein kostenloses Internetradio.

Apple setzt bisher auf den Verkauf von Musik zum Herunterladen und ist in diesem Geschäft die Nummer eins. Streamingdienste brachten im vergangenen Jahr zwar nur gut ein Zehntel der weltweiten Erlöse der Musikindustrie von rund 15 Milliarden Dollar ein. Sie werden jedoch immer populärer bei den Nutzern.

Es ist bei weitem nicht der erste Streamingdienst, Apple ist eher ein Späteinsteiger. Die Musikindustrie hofft aber, dass Apple seine Kunden dazu bewegen kann, eine monatliche Abogebühr zu bezahlen, während bei aktuellen Streamingdiensten werbefinanzierte Gratisangebote beliebter sind.

Uber sichert sich Kartentechnologie von Microsoft

Microsoft steigt aus der Datensammlung eigener digitaler Karten aus - und der Fahrdienstvermittler Uber profitiert davon. Das umstrittene Startup bekommt ausgewählte Technologie, ein Rechenzentrum sowie Kameras und einige Patente, wie Microsoft gestern unter anderem dem „Wall Street Journal“ und dem Technologieblog „Recode“ bestätigte.

Die Daten für Microsofts Bing Maps sollen künftig von Partnern kommen und bei dem Konzern zu einem fertigen Produkt verbunden werden, hieß es.

Uber wurden bereits Ambitionen nachgesagt, den Kartendienst von Nokia zu kaufen, an dem auch die deutschen Autobauer Audi, Daimler und BMW interessiert sein sollen. Der Fahrdienstvermittler braucht Karten zur Abrechnung der Fahrten über Smartphones. Zudem forscht Uber an selbst fahrenden Fahrzeugen, diese sind auf hochpräzise Karten angewiesen.

Religion

England: Buddhistenprotest gegen Dalai Lama

Mehrere hundert Buddhisten haben gestern im südenglischen Aldershot gegen den Dalai Lama protestiert. Die Anhänger der Shugden-Gemeinde warfen dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter religiöse Verfolgung vor.

„Dalai Lama, hör auf zu lügen!“, riefen sie, als dieser eintraf, um das erste buddhistische Gemeindezentrum in Großbritannien einzuweihen. Die Shugden sind Buddhisten, dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter werfen sie Beschränkung ihrer Religionsfreiheit vor.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Science

„Dragon explodiert“: Rückschlag für US-Weltraumpläne

Die Explosion der Rakete, die den Raumfrachter „Dragon“ am Sonntag zur Internationalen Raumstation (ISS) bringen sollte, ist ein deutlicher Rückschlag - nicht nur für das Privatunternehmen SpaceX des Tesla-Gründers Elon Musk, sondern auch für die NASA. Diese will noch in dieser Dekade mit SpaceX Astronauten ins Weltall bringen.

Kritiker der Privatisierung der Raumfahrt innerhalb von NASA und Air Force dürften durch den Unfall Auftrieb erhalten. Und ein Gewinner steht ebenfalls bereits fest.

Mehr dazu in NASA will nicht von Vorhaben abrücken

Lifestyle

Leute

„Forbes“: Boxer Floyd Mayweather bestbezahlter Promi

Der US-amerikanische Boxer Floyd Mayweather (38) ist zum bestbezahlten Prominenten des Jahres erklärt worden. Mayweather habe in den vergangenen zwölf Monaten 300 Millionen Dollar (rund 270 Mio. Euro) eingenommen, berichtete das „Forbes“-Magazin gestern. Einen Großteil erwirtschaftete er mit seinem Sieg im Mai gegen den philippinischen Kontrahenten Manny Pacquiao (36).

Pacquiao landete mit 160 Millionen Dollar unmittelbar dahinter auf Platz zwei der „Forbes“-Liste. Rang drei eroberte US-Sängerin Katy Perry (135 Mio. Dollar). In die Top Ten schafften es außerdem die Band One Direction (130 Mio.), der Radiomoderator Howard Stern (95 Mio.), der Countrymusiker Garth Brooks (90 Mio.), der Bestsellerautor James Patterson (89 Mio.), der Schauspieler Robert Downey jr. (80 Mio.), die Sängerin Taylor Swift (80 Mio.) und der portugiesische Real-Madrid-Fußballstar Cristiano Ronaldo (79,5 Mio.).

Die seit 1999 jährlich veröffentlichte Liste des „Forbes“-Magazins basiert auf dem geschätzten Einkommen von Prominenten in den vorangegangenen zwölf Monaten. In diesem Jahr hat das Magazin erstmals Stars aus der ganzen Welt und nicht nur aus den USA aufgenommen und die Liste außerdem auf Prominente beschränkt, die vor der Kamera zu sehen sind - also Sportler, Schauspieler, Musiker und sonstige Entertainer.