Ausland

Erneut saudische Luftangriffe im Jemen

Die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz hat erneut Ziele im Jemen bombardiert. Kampfjets attackierten ein Waffenlager sowie Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen in der Hauptstadt Sanaa, wie Augenzeugen heute berichteten. Auch in der Stadt Taes und in der Provinz Marib griff die saudische Luftwaffe auf der Seite sunnitischer Milizen ein, die gegen die Huthis kämpfen.

Saudi-Arabien bombardiert seit einem Monat Stellungen und Waffenlager der Huthis im Jemen. Die schiitischen Aufständischen kämpfen gegen Anhänger und Milizen, die zu dem ins Ausland geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi loyal sind.

Riad hatte am Dienstag ein Ende der Luftangriffe in der bisherigen Form angekündigt. Doch bisher wurde nicht klar, wie Saudi-Arabien sein Kriegsziel - die Wiedereinsetzung Hadis - zu erreichen gedenkt.

Neuer UNO-Sondergesandter

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ernannte unterdessen den mauretanischen Diplomaten Ismail Ould Cheikh Ahmed zum neuen Sondergesandten für den Jemen. Er tritt die Nachfolge des Marokkaners Jamal Benomar an, der das Vertrauen der Saudis verloren hatte und zurücktrat. Ahmed war bisher Chef des UNO-Ebola-Programms.

Hunderte Migranten in der Ägäis aufgegriffen

Die griechische Küstenwache hat am Wochenende bis heute Mittag erneut mehr als 850 Migranten aufgegriffen. Allein auf der Insel Lesbos sind nach offiziellen Angaben mehr als 600 Menschen angekommen. Migranten kamen auch auf die Inseln Farmakonisi, Samos, Kos und Chios, teilte die Küstenwache am Sonntag mit.

Die meisten stammten aus Syrien, Somalia und Afghanistan, berichteten örtliche Medien. Durch die Ägäis führen Routen, über die Schlepperbanden Migranten nach Europa bringen. Die Aufnahmelager in Griechenland sind überfüllt.

Zeitung: Gerüchte über Rauswurf von Varoufakis

In Athen verdichten sich nach Informationen der heimischen Presse die Gerüchte, dass der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis bald ersetzt werden könnte. Varoufakis habe „jede Glaubwürdigkeit verloren“, berichtete die Athener Wochenzeitung „To Vima“ (Sonntag-Ausgabe).

War einmal mehr „unvorbereitet“

Während der Tagung der Euro-Gruppe am Freitag in Riga sei festgestellt worden, dass Varoufakis einmal mehr „unvorbereitet“ vor seinen Kollegen erschienen und völlig isoliert sei. „Wir wissen nicht, ob der Ministerpräsident (Alexis Tsipras, Anm.) ihn ‚opfern‘ wird“, in der Hoffnung, das Land zu retten, hieß es in einem Kommentar der „To Vima“. Die Frage laute eigentlich, ob Tsipras selbst begreife, wie ernst die Situation im Land ist.

Brüssel will europäisches Anti-Terror-Zentrum

Die EU-Kommission will laut Informationen der „Welt“ (Onlineausgabe) ein Zentrum zur Terrorismusbekämpfung unter dem Dach der europäischen Polizeibehörde Europol. In dem abhörsicheren Zentrum sollen Informationen über terroristische Netzwerke und europäische Dschihadisten, verdächtige Finanztransaktionen und den Waffenhandel zusammenfließen. Das berichtet die Zeitung heute unter Berufung auf ein Papier der EU-Kommission.

Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans und Innenkommissar Dimitris Avramopoulos wollten das Papier „Die Europäische Agenda für Sicherheit“ am Dienstag der Öffentlichkeit vorstellen, schreibt das Blatt. Brüssel fordere die EU-Staaten auf, Informationen über verdächtige Personen zu teilen und die Kontrollen an den Außengrenzen des Schengen-Raums zu verbessern. Bis Juni wolle die Kommission zudem Vorschläge für gemeinsame Risikomerkmale für Grenzkontrollen vorlegen, um zum Beispiel Dschihadverdächtige besser erkennen zu können.

Ausschreitungen in Baltimore nach Tod von Schwarzem

Bei den Protesten nach dem Tod eines offenbar bei seiner Festnahme verletzten jungen Schwarzen in der US-Großstadt Baltimore ist es zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten warfen gestern Steine auf Polizeiwagen und Geschäfte. Zunächst hatten rund 1.200 Menschen friedlich an der bisher größten Kundgebung teilgenommen, bei der Gerechtigkeit für den 25-jährigen Freddie Gray gefordert wurde.

Schaufenster eingeschlagen, Kreuzungen blockiert

Doch die Lage eskalierte, als mehrere Gruppen junger Demonstranten zum Camden-Yards-Baseballstadion weiterzogen. Örtliche Fernsehsender zeigten Hubschrauberaufnahmen von der Menge, die Flaschen und Abfalleimer auf Polizisten warf. „Die Demonstranten schmeißen jetzt Fenster ein und werfen Gegenstände auf uns“, teilte die Polizei von Baltimore im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Der Protest begann friedlich, doch im weiteren Verlauf kam es zu Ausschreitungen. iptv.ORF.at

Auch wurden die Schaufenster von Geschäften eingeschlagen und Straßenkreuzungen blockiert, wie der Sender WBAL berichtete. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass die Scheiben von fünf Polizeiwagen zerstört worden seien. Wie der US-Nachrichtensender CNN berichtete, machte die Polizei Demonstranten von außerhalb für die Krawalle verantwortlich.

Die zunächst bis zu 300 Demonstranten waren von dem Wohnblock, in dem Gray festgenommen wurde, bis zu einer Polizeiwache gegangen. Dabei skandierten sie „Ohne Gerechtigkeit kein Frieden“. Im Laufe des Marsches schwoll die Zahl der Teilnehmer immer weiter an.

Nach Festnahme im Koma

Gray war am vergangenen Sonntag, eine Woche nach seiner Festnahme, an Rückenmarksverletzungen gestorben. Der genaue Hergang der Ereignisse vom 12. April ist noch unklar, möglicherweise wurde der Afroamerikaner aber von Polizisten misshandelt. Auf einem Handyvideo von Zeugen ist zu sehen, wie die Beamten Gray auf einem Gehweg festhalten, bevor sie den vor Schmerz schreienden jungen Mann zu einem Polizeibus schleifen. Rund eine Stunde später wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er ins Koma fiel.

Sechs Beamte wurden inzwischen vom Dienst suspendiert. In einem Polizeibericht hatte es zunächst geheißen, die Festnahme sei ohne Gewaltanwendung verlaufen. Gray war der Besitz eines Springmessers zur Last gelegt worden.

Nach dem Tod des jungen Mannes gab es täglich Proteste in Baltimore, bei denen vollständige Aufklärung von Grays Tod gefordert wurde. Das Justizministerium leitete Ermittlungen wegen einer möglichen Verletzung der Bürgerrechte ein. Der junge Mann soll am Montag beigesetzt werden.

UNO ruft Indonesien zur Aussetzung von Hinrichtungen auf

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Indonesien zur Aussetzung der angekündigten Hinrichtungen für neun Ausländer und einen Indonesier wegen Drogendelikten aufgefordert. „Die Todesstrafe sollte internationalem Recht zufolge - wenn überhaupt - nur für die schlimmsten Verbrechen auferlegt werden, wie Mord, und nur mit entsprechender Absicherung“, sagte Ban laut Mitteilung der Vereinten Nationen gestern (Ortszeit) in New York. „Drogendelikte fallen nicht in diese Kategorie.“

Die Vereinten Nationen lehnten die Todesstrafe darüber hinaus insgesamt ab, so Ban weiter. Er rief den indonesischen Präsidenten Joko Widodo zu einem Moratorium für die Todesstrafe mit Aussicht auf deren Abschaffung auf. Die indonesische Justiz will die drei Nigerianer, zwei Australier, einen Franzosen, einen Philippiner, einen Brasilianer, einen Ghanaer und einen Indonesier in der kommenden Woche trotz internationaler Proteste vor ein Erschießungskommando stellen.

Ukraine erinnert an Atomkatastrophe von Tschernobyl

In der Ukraine ist heute der Opfer der Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 29 Jahren gedacht worden. Genau zum Zeitpunkt der Katastrophe um 1.23 Uhr legten Hunderte Menschen Blumen am Denkmal für die Opfer in der Kleinstadt Slawutitsch nahe dem Unglücksort nieder und zündeten Kerzen an.

Poroschenko bittet um Finanzhilfe für neue Schutzhülle

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bat bei einem Besuch an dem Unglücksreaktor um internationale Finanzhilfen für den Fertigbau des neuen Schutzmantels, um die Welt „für immer“ vor der radioaktiven Strahlung aus Tschernobyl zu schützen.

Am 26. April 1986 war ein Reaktor des Atomkraftwerks im Norden der Ukraine explodiert. Mehr als sechs Tage dauerte es, bis die brennende Ruine gelöscht war. Weite Regionen in Europa und in der damaligen Sowjetunion wurden verstrahlt. Es war die bisher größte Katastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie.

2012 hatte die Ukraine mit dem Bau eines neuen Schutzmantels um den beschädigten Reaktor begonnen. Der nach dem Unglück 1986 zur Eindämmung der radioaktiven Strahlung errichtete Betonsarkophag über dem Reaktor war über die Jahre brüchig geworden. Der Bau der riesigen Stahlkonstruktion, der schätzungsweise mehr als zwei Milliarden Euro kosten wird, sollte eigentlich Ende dieses Jahres beendet sein. Wegen technischer Probleme soll das Projekt nun erst Ende 2017 fertig sein.

Inland

ÖVP gegen sechste Urlaubswoche für alle

Die ÖVP hat sich am Sonntag gegen eine sechste Urlaubswoche ausgesprochen und damit der Forderung von SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder eine Absage erteilt. „Mit solchen Ideen werden wir den Standort Österreich in der derzeitigen schwierigen Lage der Wirtschaft nicht flott bekommen“, sagte ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel in einer Aussendung.

„Gefährdet Wohlstand“

Auch der ÖVP-Wirtschaftsflügel kann einer sechsten Urlaubswoche für alle Arbeitnehmer nichts abgewinnen. Diese „gefährdet Wohlstand und Beschäftigung“, warnt Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner. Für das Team Stronach stellt sich die Frage nach mehr Urlaub ebenfalls nicht.

„Arbeit fairer verteilen“

SPÖ-Klubchef Schieder stellte die Forderung gegenüber dem Wirtschaftsmagazin „Trend“ auf, „um Arbeit fairer zu verteilen“. Man müsse „weg von starren Arbeitszeitmodellen, hin zu mehr Flexibilität“ kommen. Die Leute wollten „freie Tage zwischendurch“, so Schieder.

„Sollte allen zustehen“

Die sechste Urlaubswoche ist laut Schieder „ganz wichtig“. Heute seien kaum noch Menschen so lang bei einem einzelnen Unternehmen, dass diese regulär auf diese sechste Woche kommen - „die sollte allen zustehen“. Zuletzt war der Ruf nach einer sechsten Urlaubswoche vor knapp zwei Jahren aus der Gewerkschaft gekommen.

Flüchtlinge: Grüne wollen Faymann-Erklärung

Nach dem EU-Krisengipfel zur Flüchtlingstragödie im Mittelmeer wünschen sich die Grünen eine EU-Erklärung von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) im Nationalrat. Man sei bereit, gemeinsam mit den anderen Klubs eine Sondersitzung einzuberufen, um eine derartige Erklärung zu ermöglichen, so Klubobfrau Eva Glawischnig heute in einem Schreiben an den Kanzler.

Bei dem Sondergipfel in Brüssel war eine Verdreifachung der Mittel für Grenzschutz- und Seenotrettung beschlossen worden. Auch soll es laut Faymann ein Pilotprojekt für die Flüchtlingsverteilung geben, um Asylwerber gemeinsam mit dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR geschützt in die EU zu holen. Eine konkrete Zahl nennt die Gipfelerklärung jedoch nicht. Die Grünen wollen sich diese Informationen nun direkt von Faymann holen.

Fischer: „Flüchtlinge fair in der EU verteilen“

Österreich muss mehr in die Entwicklungszusammenarbeit investieren. Das fordert Bundespräsident Heinz Fischer angesichts des Flüchtlingselends. Österreich und Europa hätten eine riesige Verantwortung, sagte Fischer. Man müsse die Menschen überzeugen, dass das ein moralisches Problem sei. Die Flüchtlinge sollten gerechter in der EU verteilt werden.

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Wirtschaft

GB: Superreiche legten kräftig an Vermögen zu

Wer zu den tausend reichsten Menschen in Großbritannien gehören will, muss ein Vermögen von 100 Millionen Pfund - knapp 140 Millionen Euro - vorweisen. Das sind 15 Millionen Pfund mehr als noch vor einem Jahr, wie aus der heute veröffentlichten „Sunday Times“-Liste der Reichen des Vereinigten Königreichs hervorgeht.

Vor zehn Jahren reichten noch 50 Millionen Pfund, um zu dem exklusiven Club zu gehören. Seit 2005 haben die tausend reichsten Menschen ihr Vermögen trotz Finanzkrise verdoppelt und verfügen jetzt über insgesamt 547,1 Milliarden Pfund, 117 Milliardäre sind inzwischen darunter.

Ukrainischstämmiger US-Investor an der Spitze

Das reichste Mensch in Großbritannien ist laut „Sunday Times“ der aus der Ukraine stammende US-Investor Leonard Blavatnik. Sein Vermögen betrage 13,17 Milliarden Pfund, alleine im vergangenen Jahr kamen 3,17 Milliarden dazu. Bei den Stars der Musikbranche liegen weiter Ex-Beatle Paul McCartney und seine Frau Nancy Shevell mit 730 Millionen Pfund vorn, gefolgt von Musical-Komponist Andrew Lloyd-Webber (650 Mio.) und der Rockband U2 (431 Mio.).

Reichster Sportler ist Formel-1-Star Lewis Hamilton, der über 88 Millionen Pfund verfügt, gefolgt von Fußballer Wayne Rooney (72 Mio.). Die „Sunday Times“ zählt etwa Land und Immobilien, Aktien und Unternehmen zum Vermögen, aber keine Bankkonten. Auf der Liste stehen nicht nur Briten, sondern Menschen mit Wohnsitz in Großbritannien. Viele Angaben sind geschätzt und oft nur bedingt vergleichbar, weil etwa Paare, Geschwister oder Bands gemeinsam betrachtet werden.

Sport

Fußball: Everton fegt ManUnited vom Platz

Manchester United hat im Rennen um die direkte Qualifikation für die Champions League einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Eine Woche nach der Niederlage gegen Spitzenreiter FC Chelsea ging die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal heute bei Everton im Goodison Park sang- und klanglos unter und rutschte damit in der Tabelle auf den vierten Platz zurück. Im Spitzenspiel am Abend treffen Arsenal und Chelsea aufeinander.

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Marathon: Dreifachsieg für Kenia in London

In 2:04:42 Stunden und damit in einer neuen Jahresweltbestzeit hat der Kenianer Eliud Kipchoge heute den Marathon-Klassiker in London für sich entschieden. Der 30-Jährige siegte bei typisch britischen Wetterbedingungen knapp vor zwei Landsmännern - Wilson Kipsang und Weltrekordler Dennis Kimetto. Bei den Damen beendete die Äthiopierin Tigist Tufa eine vierjährige Siegesserie der Kenianerinnen in der britischen Hauptstadt.

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Chronik

Schiff mit zwei Tonnen Kokain vor Schottland gestoppt

Die britische Küstenwache hat auf einem Schiff vor der Küste Schottlands mehr als zwei Tonnen Kokain entdeckt. Das Schiff sei nach einem Hinweis der französischen Zollbehörden am Donnerstag rund hundert Kilometer östlich von Schottland gestoppt worden, teilten die britischen und französischen Behörden heute mit.

Auf dem Schlepper, der auf den Marshallinseln im Pazifik registriert ist und einer ukrainischen Firma gehört, seien neun Verdächtige festgenommen worden. Die Männer sollten am Montag einem Haftrichter vorgeführt und wegen Drogenhandels angeklagt werden.

Die französischen Zollbehörden waren auf das Schiff aufmerksam geworden, weil es nach seiner Abfahrt auf den Kanarischen Inseln Mitte April einen ungewöhnlichen Kurs Richtung Nordeuropa genommen hatte. Die Ermittler vermuteten daher, dass es Drogen aus Südamerika transportiert.

Science

150 Jahre Ringstraße: Zerrissenheit eines Großprojekts

Am 1. Mai 1865 eröffnete Kaiser Franz Joseph die Wiener Ringstraße. Anstelle der alten Befestigungsanlagen der Stadt sollte nun eine Prachtstraße von Monarchie und Habsburgerreich künden. Die Arbeiten an den Prunkbauten rund um den Boulevard dauerten allerdings noch Jahrzehnte an. Als schließlich auch die letzten von ihnen abgeschlossen waren, lagen Kaiser und Reich bereits in den letzten Zügen. Der Ring blieb Wien aber erhalten und erzählt bis heute von einer zerrissenen Zeit zwischen den Zeiten.

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NASA-Sonde soll auf Merkur stürzen

Nach zehn Jahren Merkur-Forschung soll die NASA-Sonde „Messenger“ kontrolliert auf dem Planeten abstürzen. Wenn alles nach Plan läuft, knallt das nur drei Meter große Fluggerät dann mit fast vier Kilometern pro Sekunde auf den Merkur. Der Sonde ist der Treibstoff ausgegangen.

"Der Betrieb der Sonde wird dann vorbei sein, aber wir feiern „Messenger" als eine mehr als erfolgreiche Mission“, sagte NASA-Manager John Grunsfeld. Anschließend müssen die von der Sonde gesendeten Informationen analysiert werden. Sie hat mehr als 250.000 Fotos gemacht und viele Terabyte an Daten gesammelt. Weil Zustand und Tank es zuließen, war die Mission zweimal verlängert worden.

Medien

1915-Gedenken kritisiert: Australischer Journalist gefeuert

Ein australischer Journalist ist nach Kritik am Weltkriegsgedenken in seiner Heimat gefeuert worden. Der TV-Moderator Scott McIntyre bezeichnete auf Twitter die Gedenkfeiern für australische Opfer im Ersten Weltkrieg, den „Anzac-Day“, als „Glorifizierung einer imperialistischen Invasion“. Der öffentliche Sender SBS kündigte McIntyre daraufhin, berichtete der „Syndney Morning Herald“ heute.

In mehreren Tweets hatte der Journalist gestern an „Massenerschießungen und weitverbreitete Vergewaltigungen“ durch australische Soldaten in Ägypten, Palästina und Japan erinnert. Gemeinsame Armeeeinheiten aus Australien und Neuseeland hatten ab 1915 an Kämpfen im Weltkrieg teilgenommen, darunter an der Schlacht von Gallipoli. Die jährlichen Gedenkfeiern sind in Australien ein Feiertag, werden aber immer wieder als militaristisch kritisiert.

„Unangemessen und respektlos“

„Ich wundere mich, ob die wenig belesenen, großteils weißen, nationalistischen Trinker und Glücksspieler heute innehalten und die Gräuel bedenken, unter denen die Menschheit gelitten hat“, schrieb McIntyre an seine mehr als 30.000 Abonnenten. In einer Folgebotschaft bezeichnete er die Atombomben auf Nagasaki und Hiroshima als die „größten Terrorattacken“ der Geschichte.

Der Kommunikationsminister der konservativen Regierung, Malcolm Turnbull, verurteilte die Äußerungen des Journalisten als „verachtenswürdig“. Der Sender SBS sprach von „unangemessenen und respektlosen“ Bemerkungen, das Arbeitsverhältnis sei wegen Verletzung der Social-Media-Regeln beendet worden.

Kultur

Religion

Papst weihte 19 Diakone der Diözese Rom zu Priestern

Papst Franziskus hat heute 19 Männer im Petersdom zu Priestern geweiht. Während eines festlichen Gottesdienstes spendete er Diakonen aus Italien, Afrika und Südamerika das Sakrament. Die Feier fand aus Anlass des „Weltgebetstags um geistliche Berufungen“ am vierten Sonntag nach Ostern statt und gehört zu den Amtspflichten des Papstes als Bischof von Rom.

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Song Contest

Georgien: Multitalent mit Freude am Experiment

Georgien hat beim Song Contest bereits das eine oder andere Mal für Schlagzeilen gesorgt. Um die künstlerische Leistung ging es dabei selten. Das soll sich dieses Jahr ändern. Mit Nina Sublatti schickt das Land am Kaukasus ein vielseitiges Talent ins Rennen, das trotz seiner Jugend auf einige Erfolge zurückblicken kann und mit seiner eigenwilligen Musik eine internationale Karriere anstrebt.

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Lifestyle

Leute

Andre Agassi: „In Las Vegas sind wir keine Legenden“

Ex-Tennisprofi Andre Agassi (44) will mit seiner Frau Steffi Graf ein normales Familienleben führen. „In Las Vegas sind wir keine Legenden, sondern einfach nur ganz normale Leute. Das ist schön“, sagte der frühere Weltranglistenerste der „Welt am Sonntag“.

Seinem Sohn (13) und seiner Tochter (11) wolle er „eine schöne Kindheit ermöglichen - ohne Drogen, ohne Gewalt. Ich weiß, wovon ich rede, denn bei mir lief es ein wenig anders ab“. 2009 gestand Agassi in seiner Biografie „Open“, Crystal Meth genommen zu haben.

Als einer von wenigen Tennisprofis gewann Agassi alle vier Grand-Slam-Turniere. Nach einer gescheiterten Ehe mit Schauspielerin Brooke Shields („Die blaue Lagune“) heiratete er seine ein Jahr ältere Kollegin Graf. In ihrer Ehe setzen sie auf eine gute Balance, erzählte er im Interview.

„Keine Muskelspiele“

„Zwischen uns beiden gibt es keine Muskelspiele, sondern nur Verständnis. Wenn es Probleme gibt, versuchen wir sie gemeinsam zu lösen. Daher passiert es auch nie, dass der eine den anderen anschreit.“

Eine Karriere als Tenniscoach - etwa wie Boris Becker oder Ivan Lendl - kommt für den Familienmenschen nicht infrage: „Um das richtig zu machen und mit der nötigen Konsequenz, müsste ich jeden Tag bei meinem Schützling sein.“ Dann müsse er wieder pausenlos reisen. „Das will ich aber nicht. Ich will sehen, wie meine Kinder aufwachsen.“