Ausland

Brasilien: Haftbefehl gegen Ex-Präsident Lula

Ein brasilianischer Richter hat Haftbefehl gegen den ehemaligen Staatspräsidenten Inacio Lula da Silva erlassen. Lula solle sich bis heute 17.00 Uhr (Ortszeit/22 Uhr MESZ) der Polizei in der südbrasilianischen Stadt Curitiba stellen, heißt es in dem von Richter Sergio Moro ausgestellten Haftbefehl.

Der Oberste Bundesgerichtshof Brasiliens hatte zuvor einen Antrag Lulas abgewiesen, bis zum Abschluss eines Berufungsverfahrens gegen eine zwölfjährige Haftstrafe auf freiem Fuß zu bleiben. Lula war zwischen 2003 und 2011 brasilianischer Staatschef. Moro ist der Richter, der Lula für schuldig befand, in dem Skandal um Schmiergelder bei Auftragsvergaben an den staatlichen Ölkonzern Petrobras von dem Bauunternehmen OAS die Renovierung eines Luxus-Appartements angenommen zu haben.

Dem 72-jährigen Ex-Präsidenten stehen noch weitere Berufungsinstanzen gegen das Urteil Moros vor dem Obersten Gerichtshof (STJ) und dem für Verfassungsfragen zuständigen STF offen.

Der rasche Beschluss des Richters überraschte Lulas Arbeiterpartei (PT), die eine Teilnahme Lulas an einer politischen Veranstaltung heute Abend geplant hatte. Auch die Medien waren davon ausgegangen, dass Moro erst um den 10. April eine Verhaftung Lulas anordnen würde.

Lula soll in einem speziell für ihn vorbereiteten Raum im Polizeihauptquartier von Curitiba eingeliefert werden, ohne Kontakt zu anderen Häftlingen, heißt es in dem Haftbefehl. Moro befahl auch, ihm bei seiner Festnahme keine Handschellen anzulegen.

Arbeiterpartei: „Lula bleibt Kandidat“

Die linke PT wollte die erneute Präsidentschaftskandidatur Lulas auch im Fall seiner Inhaftierung aufrechterhalten. „Lula bleibt unser Kandidat“, sagte die Parteivorsitzende Gleisi Hoffmann kurz vor Bekanntgabe des Haftbefehls, nach einem Treffen der Parteispitze in São Paulo, an dem auch die Ex-Präsidentin Dilma Rousseff teilnahm. Mit der „politisch motivierten“ Haft Lulas verwandele sich Brasilien in eine „Bananenrepublik“, sagte Hoffmann.

Lulas Bewerbung für die Präsidentenwahl im Oktober steht dennoch in Frage, weil ein Gesetz es in zweiter Instanz Verurteilten bis acht Jahre nach dem Urteil verbietet, bei Wahlen anzutreten. Das Gesetz lässt aber auch einen Revisionsantrag zu, wenn gegen die Verurteilung noch Berufung in dritter und vierter Instanz eingelegt worden ist. Den könnte Lula im August beim Obersten Wahlgericht stellen, wenn die Behörden die Einschreibung seiner Kandidatur ablehnen. Der Ex-Präsident liegt in Umfragen mit bis zu 36 Prozent deutlich vorn.

Südkoreas Ex-Präsidentin Park erwartet ihr Urteil

Im Korruptionsprozess gegen die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye will das Bezirksgericht in Seoul heute das Urteil verkünden. Die 66 Jahre alte konservative Politikerin war im März des vergangenen Jahres von ihren Amtspflichten enthoben worden.

Tiefer Fall

Später wurde sie verhaftet und wegen Machtmissbrauchs, Korruption, Nötigung und anderer Vorwürfe angeklagt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 30 Jahren für Park gefordert.

Eine Schlüsselfigur in dem Skandal ist die umstrittene Park-Freundin Choi Soon Sil, die im Februar zu 20 Jahren Haft verurteilt worden ist. Park wird unter anderem vorgeworfen, ihrer einstigen Vertrauten die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben, obwohl diese kein öffentliches Amt innehatte.

Die Südkoreaner hatten die Tochter des früheren Militärdiktators Park Chung Hee Ende 2012 als erste Frau ins Präsidentschaftsamt des Landes gewählt.

Weißes Haus bestätigt Besuch Merkels bei Trump

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wird demnächst US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus treffen. Das bestätigte gestern ein Sprecher Trumps, an den Details werde noch gearbeitet. Nach Angaben der deutschen „Bild“-Zeitung ist der Besuch für den 27. April geplant. Das wäre nur wenige Tage nach dem Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei Trump.

US-Präsident Donald Trump, und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel

AP/Evan Vucci

Im Mai steht seitens der USA eine Neubewertung des Atomabkommens mit dem Iran an. Die Spekulationen verdichten sich, dass Trump sich aus dem ihm verhassten Pakt zurückziehen wird. Macron und Merkel dürften versuchen, dem entgegenzuwirken.

Angespanntes Verhältnis

Die traditionell guten deutsch-amerikanischen Beziehungen haben sich unter Trump massiv verschlechtert. Die Verbündeten USA und Deutschland sprechen in vielen außen- und sicherheitspolitischen Fragen nicht mehr mit einer Stimme. Trump hielt Deutschland wiederholt vor, nicht genug Geld in die Verteidigung zu investieren.

Wie bereits beim ersten Treffen der beiden im März 2017 dürften auch nun die Handelsbeziehungen einen Schwerpunkt der Gespräche bilden. Schon damals hatte Trump Deutschland und anderen Ländern mit Strafzöllen gedroht. Während Deutschland und die EU nun zunächst ausgenommen sind, kam es mit China zu einem Handelskonflikt.

Trump hatte beim Treffen mit Merkel vor gut einem Jahr mit Blick auf den deutschen Handelsüberschuss betont: „Wir wollen Fairness, keine Siege.“ Deutschland habe bisher die besseren Verhandler als die USA gehabt, das müsse man anerkennen. „Vielleicht können wir das zumindest ausgleichen.“

Verweigerter Handschlag

Beim offiziellen Fototermin wirkte Trump damals streng und abwesend. Die zurückhaltende Frage der Kanzlerin, ob es denn nicht noch einen „Handshake“ für die Fotografen geben solle, ignorierte er offensichtlich und schaute angestrengt geradeaus. Er sagte danach, er habe Aufforderungen oder Fragen zu einem Handschlag nicht gehört.

Tschechien: Sozialdemokraten beenden Koalitionsgespräche

In Tschechien sind die Gespräche über eine Regierungskoalition unter Beteiligung der Sozialdemokraten (CSSD) gescheitert. Seine Partei bleibe in der Opposition, sagte der CSSD-Vorsitzende Jan Hamacek der Agentur CTK zufolge gestern am späten Abend.

Die CSSD und die liberal-populistische ANO-Partei des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Andrej Babis seien sich in entscheidenden Personalfragen nicht einig geworden. Größter Streitpunkt war, dass gegen Babis wegen mutmaßlichen EU-Subventionsbetrugs strafrechtlich ermittelt wird. Die Sozialdemokraten hatten daher entweder eine Regierung ohne Babis an der Spitze oder - als Sicherheit für unabhängige Ermittlungen - das Innen- oder Finanzministerium für sich gefordert. „Selbst das wurde nicht akzeptiert“, sagte Hamacek, dessen Partei bei der Parlamentswahl vom vorigen Oktober auf 7,3 Prozent der Stimmen gekommen war.

Die ANO-Partei, die mit 29,6 Prozent stärkste Kraft geworden war, bildet derzeit eine Minderheitsregierung. Seit der verlorenen Vertrauensabstimmung vom Jänner ist diese aber nur noch geschäftsführend im Amt. Politische Beobachter in Prag schließen nicht aus, dass Babis nun erneut auf die rechtspopulistischen Partei Freiheit und direkte Demokratie (SPD) unter Tomio Okamura zugehen könnte. Staatspräsident Milos Zeman hatte eine Neuwahl wiederholt ausgeschlossen.

Mexiko fordert im Grenzstreit Respekt der USA ein

Im eskalierenden Streit über Grenzsicherung und Migration hat Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto Respekt von seinem US-Kollegen gefordert. „Wir sind bereit zu verhandeln, aber immer in gegenseitigem Respekt“, sagte der Staatschef gestern in einer Videobotschaft. „Es gibt etwas, dass alle Mexikaner eint: die Gewissheit, dass niemand und nichts über der Würde Mexikos steht.“

Donald Trump hatte dem Nachbarland zuletzt vorgeworfen, nichts gegen die illegale Einwanderung von Mittelamerikanern in die USA zu unternehmen. Weil der Bau der Grenzmauer nicht vorangeht, ordnete er zudem den Einsatz der Nationalgarde an der Grenze zu Mexiko an.

„Die mexikanische Regierung ist darum bemüht, institutionelle Beziehungen im gegenseitigen Respekt und zum beiderseitigen Nutzen aufzubauen“, sagte Mexikos Präsident. Außerdem habe seine Regierung die Anstrengungen im Kampf gegen das organisierte Verbrechen verstärkt.

„Frustration über innenpolitische Angelegenheiten“

„Präsident Trump, wenn ihre jüngsten Äußerungen in der Frustration über innenpolitische Angelegenheiten, Ihre Gesetze oder Ihren Kongress begründet liegen, sollten Sie sich an diesen wenden, nicht an die Mexikaner“, sagte Pena Nieto. „Wir werden nicht zulassen, dass die negative Rhetorik unser Handeln bestimmt.“

Keine Einigung für Regierungsbildung in Italien

Die Gespräche über eine Regierungsbildung in Italien sind vorerst gescheitert. In der ersten Verhandlungsrunde sei keine Einigung erzielt worden, sagte Präsident Sergio Mattarella gestern. Für die kommende Woche werde er daher weitere Gespräche ansetzen. Mattarella hatte sich mit Repräsentanten der im Parlament vertretenen Parteien getroffen.

Die Regierungsbildung gestaltet sich schwierig, da bei der Parlamentswahl Anfang März keine Gruppierung eine eigene Mehrheit erringen konnte. Stärkste Einzelkraft wurde die populistische Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) mit knapp 33 Prozent der Stimmen. Das Rechtsbündnis aus Lega, Forza Italia und den neofaschistischen Fratelli d’Italia kam auf 37 Prozent.

Sowohl M5S-Chef Luigi Di Maio als auch der Lega-Vorsitzende Matteo Salvini beanspruchen das Amt des Ministerpräsidenten für sich. Angesichts der Pattsituation könnten sie jedoch gezwungen sein, einen dritten Kandidaten zu akzeptieren, dem beide Lager zustimmen können.

Polnische Justizreform als EU-Schlüsselfrage

Ungeachtet der von Brüssel befürchteten Verletzung der Grundprinzipien der EU-Rechtsstaatlichkeit hält Polen an seiner umstrittenen Justizreform fest. Mit Blick auf die ebenfalls umstrittenen Reformpläne in Ungarn würden europäische Grundwerte von gleich zwei Mitgliedsstaaten „von innen erschüttert“, hieß es dazu in einem in Brüssel vorgestellten Positionspapier des Jacques-Delors-Instituts.

Die Rechtsstaatlichkeitsdebatte über Polen und Ungarn kann laut der vom ehemaligen Kommissionspräsidenten Jacques Delores gegründeten Denkfabrik ähnliche Erschütterungen zur Folge haben wie einst die Griechenland-Krise für die Euro-Zone. Die Rede ist von einer Schlüsseldebatte für die Zukunft der Europäischen Union.

Polen kann auf Ungarns Veto setzen

Das liege in beiden Fällen am als „komplexer Prozess“ bezeichneten Aufbau der EU. Wie an die Möglichkeit des Zusammenbruchs der Euro-Zone wurde auch nicht ausreichend an einen Bruch der Rechtsstaatlichkeit gedacht.

Die dafür notwendige Debatte sei zwar angelaufen – diese falle nun aber auch in eine Zeit, in der die im Konflikt mit Brüssel stehenden Länder gleichzeitig auf ein verstärktes Mitspracherecht bei der weiteren EU-Gestaltung pochen.

Wie das Jacques-Delores-Insitut weiter festhält, erscheinen die bisher von Europa eingeleiteten Versuche, auf Polen und Ungarn einzuwirken, als weitgehend zahnlos. Als Beispiel wird das wegen der polnischen Justizreform erstmals in der EU-Geschichte eingeleitete Artikel-7-Strafverfahren genannt. Dieses sieht zwar scharfe Sanktionen wie den Entzug der Stimmrechte im EU-Rat vor. Notwendig dafür sei allerdings eine einstimmige Entscheidung - und bisher sei Polen ein Veto Ungarns gewiss.

Debatte über Beitragskürzung

Unterdessen findet die Idee, EU-Beiträge künftig an die Einhaltung der europäischen Grundprinzipen zu binden, zwar auch unter den EU-Staats- und -Regierungschefs immer mehr Anhänger, so die Studienautoren. Doch auch hier gebe es abseits der erhofften abschreckenden Wirkung „politische Risiken“ und eine „Frage der Effektivität“.

Dass es „raffiniertere“ Maßnahmen als Artikel 7 geben müsse, sei naheliegend. Die Lösung müsse aber nicht allein von EU-Kommission und EU-Rat kommen. Als Lösungsansatz zur Schaffung eines „produktiven Dialogs“ werden vom Jacques-Delore-Institut auch die Unterstützung von zivilgesellschaftlichen Organisationen und eine stärkere Einbindung der EU-Agentur für Grundrechte und der Venedig-Kommission genannt.

Inland

Justizressort dementiert Aufnahmestopp für Gerichtspraxis

Das Justizministerium weist Berichte, wonach es zu einem Aufnahmestopp von Rechtspraktikanten kommen könnte, zurück. In einer Stellungnahme gegenüber der APA hieß es gesterm Abend seitens des Ressorts, es werde keinen Aufnahmestopp geben, „da ein Rechtsanspruch auf die Gerichtspraxis besteht“.

Der „Standard“ (Freitag-Ausgabe) berichtete, dass ab Mai österreichweit vorerst keine Gerichtspraktikanten mehr aufgenommen würden. Das habe ein Rundruf bei den zuständigen Oberlandesgerichten (OLG) ergeben. Begründet werde der Schritt mit den budgetären Vorgaben der ÖVP-FPÖ-Regierung.

Bereits vergangene Woche hatten vier OLG-Präsidenten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz vor der „unverantwortlichen Sparpolitik“ der Regierung gewarnt. Auch sie erklärten, schon ab April/Mai könnten keine Rechtspraktikanten mehr aufgenommen und in den nächsten zwei, drei Jahren keine fertig ausgebildeten Anwärter mehr als Richter übernommen werden.

Seitens des Justizressorts hieß es dazu, die Aufnahmen seien auch schon bisher nicht immer zum nächsten Monatsersten, „sondern oft erst zum nächsten Quartal“ erfolgt. Die bisherige Praxis werde auch in Zukunft beibehalten.

Innen- und Justizausschuss nicken „Sicherheitspaket“ ab

Das von der Regierung vorgelegte „Sicherheitspaket“ hat gestern im Parlament die Ausschusshürden genommen. Mit Stimmen der Koalitionsfraktionen ÖVP und FPÖ wurden die Gesetzesmaterien im Innen- sowie im Justizausschuss abgesegnet. Die Opposition übte wie schon zuvor scharfe Kritik.

Im Innenausschuss wurden die vorgeschlagene Novelle zum Sicherheitspolizeigesetz sowie begleitende Änderungen in der Straßenverkehrsordnung und im Telekommunikationsgesetz mittels Koalitionsmehrheit verabschiedet.

Polizei überwacht Überwachungssysteme

Damit wird ermöglicht, dass die Polizei Zugriff auf einen Großteil der Überwachungskameras im öffentlichen Raum bekommt. Auch Aufzeichnungen von „Section- Control“-Anlagen und modernen Kennzeichenüberwachungssystemen können ausgewertet werden. Ein Aus steht anonymen Wertkartenhandys bevor, Prepaid-Handy-Karten müssen künftig registriert werden. Ebenfalls im Paket enthalten: Wer sich aus grobem Leichtsinn in Gefahr begibt und damit einen Polizeieinsatz auslöst, kann künftig zur Kasse gebeten werden.

Der zweite Teil des Sicherheitspaketes wurde im Justizausschuss - ebenfalls mit ÖVP-FPÖ-Mehrheit - beschlossen. Beim justiziellen Teil geht es um neue Befugnisse der Polizei zur Überwachung internetbasierter Kommunikation (etwa bei WhatsApp und Skype), eine anlassbezogene Vorratsdatenspeicherung in Form eines „Quick Freeze“-Modells und die Lockerung des Briefgeheimnisses bei der Aufklärung einer vorsätzlich begangenen Straftat unter bestimmten Bedingungen.

Verfassungsgerichtshof gefordert

Die drei Oppositionsparteien hatten gestern Vormittag zu einem öffentlichen Expertenhearing über das „Sicherheitspaket“ ins Cafe Diglas in Wien geladen. SPÖ, NEOS und Liste Pilz zeigten sich empört, dass ÖVP und FPÖ ein öffentliches Hearing ablehnten und das Gesetz im Parlament „durchpeitschen“ wollen. Die geladenen Expertinnen gehen davon aus, dass der Verfassungsgerichtshof (VfGH) Bestimmungen aus dem Paket aufheben könnte. Sie warnten generell vor den „wahrscheinlich massivsten“ Verschärfungen von Überwachungsbefugnissen in der Zweiten Republik.

Sport

Europa League: Arsenal und Atletico vor Halbfinal-Einzug

Mit Arsenal und Atletico Madrid haben gestern zwei Favoriten die Weichen auf den Aufstieg ins Halbfinale der Europa League gestellt. Die „Gunners“ ließen im Emirates Stadium dem ZSKA Moskau keine Chance und setzten sich klar mit 4:1 durch. Atletico ging gegen Sporting Lissabon nach wenigen Sekunden in Führung und landete schließlich einen 2:0-Heimerfolg.

Auch Leipzig hat nach dem Hinspiel gute Chancen. Das Team von Coach Ralph Hasenhüttl gewann vor eigenem Publikum knapp gegen Marseille. ÖFB-Legionär Konrad Laimer schied dabei allerdings verletzt aus.

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Skispringen: Kuttin nennt Gründe für Rücktritt

Nach seinem Abschied als Cheftrainer der ÖSV-Adler hat Heinz Kuttin heute seine Gründe für den Rücktritt erläutert. „Wenn man in einer Negativspirale ist, kommt man nicht mehr raus“, begründete der 47-Jährige den Schlussstrich unter seiner Tätigkeit.

In der Vorbereitung seien einige Dinge nicht der richtige Weg gewesen, dann sei auch noch „viel Öffentliches“ dazugekommen. Kuttin betonte, dass seine vierjährige Tätigkeit als Chefcoach eine irrsinnig schöne Zeit gewesen seien - mit einer Einschränkung.

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Wirtschaft

Trump droht China mit weiteren Zöllen

US-Präsident Donald Trump legt im Handelsstreit mit China nach. Er habe Handelsbeauftragte damit beauftragt, weitere Zölle im Volumen von 100 Milliarden Dollar zu erwägen, erklärte Trump. Dies geschehe im „Licht von Chinas unfairer Vergeltung“ gegen die vorangegangen US-Zollentscheidungen. Der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer habe festgestellt, dass China wiederholt Praktiken angewandt habe, um geistiges Eigentum der USA auf unfaire Art und Weise zu erhalten.

Vor wenigen Tagen hatten die USA Importzölle von 25 Prozent auf 1300 chinesische Güter im Gesamtwert von 50 Milliarden Dollar auf den Weg gebracht. Damit soll unter anderem die Technologiebranche getroffen werden. Die Regierung in Peking hatte umgehend mit Zollplänen für 106 US-Waren in ähnlicher Größenordnung gekontert - etwa für Sojabohnen, Autos, Chemieprodukte und Flugzeuge.

Chronik

Vier Tote nach bewaffnetem Angriff an türkischer Uni

Ein bewaffneter Angreifer hat gestern an der Osmangazi-Universität in der türkischen Stadt Eskisehir laut Medienberichten vier Menschen getötet. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität sei in das Gebäude der erziehungswissenschaftlichen Fakultät eingedrungen und habe um sich geschossen, meldete der Sender CNN Türk.

Die Polizei habe den Angreifer festgenommen. Bei den Toten handelt es sich nach ersten Informationen um einen Vizedekan, einen Fakultätsleiter und zwei Dozenten. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar.

US-Polizei erschießt erneut unbewaffneten Schwarzen

Erneut ist in den USA ein unbewaffneter Afroamerikaner von der Polizei erschossen worden. Der Mann hatte bei dem Vorfall im New Yorker Stadtteil Brooklyn eine Pfeife in der Hand gehalten, die Beamte mit einer Schusswaffe verwechselten, wie ein Polizeisprecher am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte.

Mit zehn Schüssen getötet

Bei der Polizei waren den Angaben zufolge mehrere Notrufe eingegangen, wonach der Mann „einen Gegenstand, der eine Schusswaffe zu sein scheint“, auf Menschen in der Straße gerichtet hatte. Als sich die Beamten ihm näherten, habe der Mann den Gegenstand - der sich später als Pfeife herausstellte - auf sie gerichtet. Vier Polizisten hätten dann insgesamt zehn Schüsse auf ihn abgefeuert.

Kurz nach dem Vorfall versammelten sich am Ort des Geschehens Dutzende Menschen, die das Verhalten der Polizei anprangerten, wie auf im Onlinenetzwerk Facebook verbreiteten Bildern zu sehen war. Das Opfer war laut US-Medienberichten in der Nachbarschaft bekannt. Der Mann soll psychisch krank, aber nicht gewalttätig gewesen sein.

Proteste in Sacramento

Ein ähnlicher Vorfall Mitte März im kalifornischen Sacramento hatte eine Welle wütender Proteste ausgelöst. Dort wurde ein 22-jähriger afroamerikanischer Familienvater in seinem eigenen Garten von Polizisten erschossen. Die Beamten hatten sein Smartphone für eine Waffe gehalten. Nach diesem Vorfall blockierten Demonstranten den Straßenverkehr und lieferten sich gewalttätige Konfrontationen mit der Polizei.

Fälle von tödlichen Polizeieinsätzen gegen Schwarze lösen seit Jahren in den USA immer wieder heftige Proteste bis hin zu Krawallen aus.

Babys in Tiefkühler: Neuneinhalb Jahre Haft für Mutter

Im Prozess um zwei tot in einem Tiefkühlschrank gefundene Neugeborene ist die Mutter in der deutschen Stadt Halle zu neuneinhalb Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt worden. Das teilte eine Gerichtssprecherin gestern mit. Die 46-Jährige hatte in dem Verfahren gestanden, 2004 und 2008 jeweils ein Neugeborenes in das Eisfach gelegt und so getötet zu haben.

Die toten Babys waren im Jänner in der Wohnung der Angeklagten in Benndorf in Sachsen-Anhalt gefunden worden, nachdem von ihrem ehemaligen Lebensgefährten ein Hinweis gekommen war. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Kinder gesund zur Welt gebracht

Der Anklage zufolge hatte die Frau 2004 nach einer heimlichen Schwangerschaft in ihrer damaligen Wohnung ein Mädchen zur Welt gebracht. Unmittelbar nach der Geburt steckte sie das Baby in einen Plastiksack und legte es in den Tiefkühlschrank. Ähnlich sei sie vorgegangen, nachdem sie 2008 einen Buben zur Welt gebracht hatte.

Die Ermittler gingen davon aus, dass die Kinder bei der Geburt gesund waren und lebten. Die 46-Jährige hat den Angaben zufolge noch zwei ältere Kinder. Eines davon, eine Tochter, lebte bei der Mutter im Haushalt.

IT

Google-Mitarbeiter gegen Projekt mit Pentagon

Tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IT-Riesen Google fordern, dass ihr Unternehmen die Arbeit an einem Projekt mit dem US-Militär einstellt. In einem offenen Brief warnen sie vor einem „irreparablen Schaden“ für das Unternehmen, das in das „Project Maven“ involviert ist. Darin soll künstliche Intelligenz dazu genutzt werden, die Präzision von Drohnenangriffen zu verbessern.

„In Rüstungsbranche nichts verloren“

„Wir sind davon überzeugt, dass Google in der Rüstungsbranche nichts verloren hat“, heißt es in dem Brief an Google-Chef Sundar Pichai. Google müsse das „Project Maven“ beenden und eine klare Richtlinie veröffentlichen, dass sich weder Google noch seine Subunternehmen je am Bau von Rüstungstechnologie beteiligen würden.

Laut „New York Times“ wurde das Schreiben von 3.100 Angestellten unterschrieben, darunter „Dutzende hochrangige Entwickler“. Die Verantwortliche für das Cloud-Geschäft, Diane Greene, versicherte, die Technologie werde nicht dazu verwendet, um Waffen abzufeuern oder um Drohnen zu steuern.

„Verantwortung nicht auslagern“

„Wir können unsere moralische Verantwortung für unsere Technologien nicht an Dritte auslagern“, heißt es in dem Brief aber weiter. Google bestätigte, dass es dem US-Militär Teile der eigenen Bilderkennungssoftware zur Verfügung stellte. Die Technologie solle dazu dienen, Menschenleben zu retten, betonte Google.

Der IT-Riese arbeitet an der Entwicklung von Prinzipien und Nutzungsrichtlinien für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz.

„Terrorismus“: Mehr als eine Mio. Twitter-Konten gesperrt

Der Internetdienst Twitter hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren weltweit mehr als eine Million Nutzerkonten wegen „Unterstützung des Terrorismus“ blockiert. Zwischen August 2015 und Dezember wurden 1,14 Millionen Accounts aus diesem Grund gesperrt, wie das auf Kurzbotschaften spezialisierte US-Unternehmen gestern in einem Interneteintrag mitteilte.

Weniger Verstöße

Twitter stellte zugleich einen deutlichen Rückgang dieser Art von Sperrungen fest. Im zweiten Halbjahr 2017 wurden nach Angaben des Unternehmens noch 274.460 Konten wegen „Verstößen im Zusammenhang mit der Rechtfertigung des Terrorismus“ blockiert. Das waren 8,4 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Das Unternehmen wertete diesen Rückgang als Anzeichen dafür, dass sein Dienst zu einem „unerwünschten Ort“ für Terrorunterstützer werde. Diese Art von Aktivitäten „verschwindet zunehmend von Twitter“. Twitter wie auch andere Internetunternehmen stehen weltweit unter dem Druck von Regierungen, verstärkt gegen extremistische Botschaften in ihren Netzwerken vorzugehen.

Gesundheit

Impfpflicht: Masernpuppe erregt in Italien die Gemüter

Eine Masernpuppe sorgt in Italien in dem weiter herrschenden Impfstreit für Aufregung. Der Spielzeughersteller Giochi Preziosi hatte die Puppe, bei der Kinder die Masernpunkte mit einer Creme wegwischen können, erst kürzlich auf den Markt gebracht.

Sehr zum Missfallen der italienischen Gesundheitsbehörde ISS: Sie forderte nun, „Cicciobello Morbillino“ sofort aus dem Handel zu nehmen. Masern seien keine harmlose Kinderkrankheit, sondern könnten schwere und bleibende Schäden hervorrufen, ja sogar zum Tod führen, so die Warnung der ISS, die damit eine heftige Debatte auslöste.

Mehr dazu in Behörde warnt vor Verharmlosung

Science

Kultur

Animationsfilmer Isao Takahata gestorben

Der japanische Altmeister des Zeichentrickfilms Isao Takahata ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren in einem Krankenhaus in Tokio, wie japanische Medien berichteten.

Takata gründete zusammen mit dem Animationsfilmregisseur Hayao Miyazaki das Studio Ghibli und ist unter anderem für sein preisgekröntes Werk „Die letzten Glühwürmchen“ international bekannt. Der anrührende Zeichentrickfilm thematisiert schonungslos die Schrecken des Krieges durch die Augen von Kindern.

In Europa ist Takahata auch für die Animeserie „Heidi“ bekannt. Sein jüngster Film „Die Legende der Prinzessin Kaguya“ wurde 2015 für den Oscar in der Kategorie „Bester animierter Spielfilm“ nominiert. Takahata war zuletzt gesundheitlich angeschlagen, berichteten Medien.

Oscar-Preisträger Peele verfilmt Fall um abgetrennten Penis

Vor 25 Jahren machte der Fall des amerikanischen Paares Lorena und John Bobbitt weltweit Schlagzeilen. Die Frau hatten den Penis ihres Ehemannes abgeschnitten. Sie erklärte die Tat mit jahrelangem sexuellen Missbrauch und wurde freigesprochen. Oscar-Preisträger Jordan Peele (39) wird den Fall nun als vierteilige Doku-Serie auf den Bildschirm bringen, wie Amazon Prime Video gestern mitteilte.

Peele, der mit der Horror-Komödie „Get Out“ im März als erster Afroamerikaner einen Oscar für das beste Original-Drehbuch gewonnen hat, ist als Produzent an Bord. Regie führt Joshua Rofe.

Die Serie „Lorena“ soll den Fall aus der Sicht von Lorena Bobbitt vor dem Hintergrund von häuslicher Gewalt neu beleuchten, heißt es in der Mitteilung. Die gebürtige Südamerikanerin war nach eigenen Angaben von ihrem Mann im US-Staat Virginia ständig sexuell misshandelt worden.

Der Vorfall und der nachfolgende aufsehenerregende Prozess lösten 1993 einen großen Medienrummel aus. Es wurden Bobbitt-Witze gerissen und kontroverse Diskussionen geführt. John Bobbitt erklärte später, dass er mit vielen Frauen Sex hatte. Das abgeschnittene Glied konnte damals erfolgreich wieder anoperiert werden. 

Finanzierung für „Wien Museum neu“ fix

108 Millionen Euro soll das „Wien Museum neu“ kosten. Die Entscheidung darüber, wie das bezahlt werden soll, steht nun laut Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) fest: Es soll „konventionell finanziert“ werden.

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Mit der angekündigten Finanzierung durch die Stadt rückt auch der Umbau des Wien Museums näher. Der Baubeginn ist zwar noch nicht fixiert, dafür aber das Ausweichprogramm, denn das Museum muss mindestens drei Jahre schließen.

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Medien

Leute

Al Bano und Romina bei „Dancing Stars“ in Italien

19 Jahre nach ihrer Scheidung treten der italienische Popsänger Al Bano (74) und seine Ex-Frau Romina Power (66) als Gäste bei der italienischen Version der TV-Show „Dancing Stars“ - „Ballando con le Stelle“ - auf. Das einstige Ehepaar, das mit Hits wie „Felicita“ und „Sharazan“ weltbekannt wurde, wird am Samstag erstmals live seine Tanzkünste zeigen.

Al Bano und Romina werden in wenigen Stunden eine Choreografie lernen müssen, die sie bei der vom Sender RAI 1 am Samstagabend gesendeten Show zeigen werden. „Ballando con le stelle“ zählt zu den beliebtesten RAI-Sendungen.

Vereinzelte gemeinsame Auftritte

Das Duo war nach 19 Jahren Pause im Oktober 2013 bei einem großen Konzert in Moskau wieder gemeinsam aufgetreten. Im Februar 2015 hatten die beiden als Gäste am Festival von San Remo teilgenommen.

Al Bano hat mit Romina Power vier Kinder, darunter die 1994 spurlos verschwundene Ylenia Carrisi, die kürzlich für tot erklärt wurde. Mit seiner zweiten Frau, dem Ex-Showgirl Loredana Lecciso, hat er zwei weitere Kinder.

Wrestling-Star von Pick-up totgefahren

Der ehemalige WWE-Wrestler, Manager und spätere TV-Star „Luscious“ Johnny Valiant ist tot. Der 71-Jährige, dessen wirklicher Name Thomas Sullivan war, wurde gestern von einem Pick-up-Truck erfasst und getötet. Einem Bericht der BBC zufolge, wollte er eine Straße in seiner Heimatstadt North Hills in Pennsylvania (USA) kreuzen, als sich der Unfall ereignete. Er sei ins Krankenhaus gebracht worden, dort habe aber nur noch sein Tod festgestellt werden können.

Valiant erreichte gemeinsam mit Jimmy Valiant (James Harold Fanning) in den 1970er Jahren große Berühmtheit. Gemeinsam traten sie als die „Valiant Brothers“ auf und gewannen etliche Wettkämpfe.

Nach seiner eigenen Wrestling-Karriere managte Valiant in den 1980ern Wrestler wie Hulk Hogan und Brutus Beefcake. Später war er als Schauspieler in den Fernsehserien „The Sopranos“ und „Law and Order“ zu sehen. 2008 bekam Valiant auch eine Rolle im Film „The Wrestler“ an der Seite von Mickey Rourke.

In seiner Twitter-Biografie beschrieb er sich selbst als „WWF Hall of Fame Wrestler. Three Time Tag Team Champ. Manager of Champions. Comedian“.