Ausland

Polen deutet Umdenken in Asylkrise an

Polen will womöglich mehr Flüchtlinge aufnehmen als bisher geplant. Angesichts „des immer größeren Flüchtlingsandrangs in Europa“ müsse die Verteilung der Migranten neu überprüft werden, sagte Ministerpräsidentin Ewa Kopacz heute in Gdansk (Danzig).

Polen hatte sich zur Aufnahme von 2.200 Flüchtlingen bereiterklärt, die EU-Partner verlangen aber ein deutlich größeres Engagement. Polen werde bald eine neue Zusage machen, die aber „im Einklang stehen muss mit unseren Möglichkeiten“, erklärte Kopacz mit Blick auf Unterkunfts- und Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge in Polen.

Die neue Regelung gelte aber nicht für Wirtschaftsflüchtlinge, sondern nur für Menschen aus Ländern wie Syrien oder Eritrea, deren Leben in ihrer Heimat in Gefahr sei. Pläne der EU-Kommission, verpflichtende Quoten für die Verteilung einzuführen, scheiterten am Widerstand Großbritanniens und einer Reihe osteuropäischer Staaten. Derzeit erfolgt die Aufnahme der Flüchtlinge auf der Basis freiwilliger Zusagen.

Poroschenko verurteilt Gewalt in Kiew als antiukrainisch

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat die gewaltsamen Ausschreitungen vor dem Parlament in Kiew als „antiukrainische Aktion“ verurteilt. Die Proteste von Nationalisten nach der Abstimmung über eine Verfassungsreform seien „ein Stoß in den Rücken“, kritisierte er in einer TV-Ansprache heute Abend.

Bei den Unruhen war auch ein Sprengsatz gezündet worden. Mindestens ein Mensch wurde getötet, mehr als 100 wurden nach Behördenangaben verletzt, die meisten von ihnen waren Angehörige der Sicherheitskräfte. Die Demonstranten protestierten gegen eine Änderung der Verfassung, die mehr Autonomie für die von prorussischen Separatisten in der Ostukraine beherrschten Gebiete ermöglichen soll.

Proteste vor dem Parlament schlugen in Gewalt um. (iptv.orf.at)

Auch Westen befürwortet Verfassungsreform

Russland kritisierte die Gewalt in der Ukraine. Kreml-Sprecher Dimitri Peskow verurteilte die Eskalation als „unannehmbar“, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Zugleich habe er aber betont, dass es sich um eine innere Angelegenheit der Ukraine handle. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, das Geschehen vor dem Parlament in Kiew sei „in jeder Hinsicht inakzeptabel - Gewalt gegen Beschlüsse eines demokratisch gewählten Parlaments umso mehr“.

Die deutsche Bundesregierung unterstrich, sie werte die Verfassungsreform als wichtigen Schritt für eine Umsetzung des Minsker Friedensplans. Auch der Generalsekretär des Europarats, Thorbjorn Jagland, begrüßte das Abstimmungsergebnis im Parlament in Kiew. Zugleich verurteilte er die Ausschreitungen. „Der demokratische Prozess soll und darf nicht durch Gewalt und Extremismus zum Entgleisen gebracht werden“, sagte er.

Tschechiens Präsident Zeman trifft Putin in China

Der tschechische Präsident Milos Zeman wird am Rande seiner umstrittenen China-Reise mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammenkommen. Dabei solle es um Wirtschafts- und Sicherheitsfragen gehen, teilte sein Sprecher heute mit.

Zeman wird in Peking als einer von wenigen westlichen Spitzenpolitikern einer Militärparade zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs im Pazifik beiwohnen.

Zeman bricht morgen zu dem fünftägigen Besuch auf. Tschechiens konservativer Ex-Außenminister Karel Schwarzenberg kritisierte die Reise im Vorfeld als „Hinwendung zum Osten“ und als „Arschkriecherei gegenüber den Mächtigen und Reichen“.

EU-Taskforce gegen Moskaus Propaganda startbereit

Die Europäische Union geht mit einer Gruppe von Kommunikationsexperten gegen russische Propaganda vor. Das intern „Russland-Taskforce“ genannte Team werde ab morgen voll einsatzfähig sein, hieß es am Montag aus EU-Kreisen in Brüssel. Die etwa zehn Experten sollen sich demnach „Desinformation“ aus Moskau insbesondere mit Blick auf russischsprachige Minderheiten in osteuropäischen Staaten entgegenstellen.

„Es geht nicht darum, Gegenpropaganda zu machen“, sagte ein EU-Vertreter. „Wenn nötig, wird die Europäische Union aber auf Desinformation antworten, die direkt auf sie zielt.“ Europas Staats- und Regierungschefs hatten die EU-Kommission im März aufgefordert, eine Arbeitsgruppe für „strategische Kommunikation“ zu gründen. Die Taskforce soll russische Medien auswerten und „offensichtliche Lügen“ identifizieren.

Auch „proaktive“ Information über EU

Ziel ist es, die Sachlage richtigzustellen und kommentierte Berichte an die Mitgliedsstaaten weiterzugeben, damit diese gegen Falschaussagen und Verzerrungen vorgehen könnten. Gleichzeitig soll auf Russisch über Websites und Soziale Netzwerke „proaktiv über Politik und Werte der EU“ informiert werden. Das EU-Kommunikationsteam soll darüber hinaus auch „unabhängige Medien in Russland unterstützen“.

Die ukrainische Regierung und der Westen werfen Moskau vor, einen „Informationskrieg“ zu führen, um die Intervention in der Ukraine zu rechtfertigen. Russland hatte in Europa seit dem vergangenen Jahr auch deutsch-, spanisch- und englischsprachige Fernsehprogramme gestartet sowie einen Informationsdienst, der eine „Alternative“ zu Nachrichtenangeboten bieten soll. Insbesondere in den baltischen Staaten gibt es bedeutende russischsprachige Minderheiten, die direkt Medien aus Russland verfolgen.

IS zerstört größten Tempel in Palmyra

Die Zerstörung der historischen Stätte Palmyra in Syrien durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) geht weiter. Der IS demolierte laut Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte den größten Tempel - den Baal-Tempel - in dem als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannten Komplex. Erst letzte Woche hatte der IS einen 2.000 Jahre alten Tempel gesprengt. Zuvor war der über 80 Jahre alte Chefarchäologe von Palmyra geköpft worden.

Mehr dazu in Zerstörung geht weiter

Inland

Nationalrat tagt zu Asyl und Griechenland

Der Nationalrat tritt morgen erstmals nach der Sommerpause wieder zusammen. Anlass für die Sondersitzung ist, dass die Koalition die neuen Asylregelungen mit einem Durchgriffsrecht des Bunds in der Quartierfrage rechtzeitig auf den Weg bringen will, um die Maßnahme wie geplant schon mit Oktober umsetzen zu können. Der eigentliche Beschluss erfolgt erst in einer Sitzung Ende September.

Auch angesichts der Tragödie mit 71 Toten auf der A4 werden Kanzler und Vizekanzler Erklärungen zur aktuellen Flüchtlingskrise abgeben. An diese schließt sich eine Debatte an. Eingebracht werden soll auch ein rot-schwarzer Initiativantrag, der Verschärfungen der gesetzlichen Bestimmungen gegen Schlepper vorsieht.

Künftig soll es auch möglich sein, Schlepper in U-Haft zu nehmen, wenn sie nur drei Flüchtlinge ins Land gebracht haben. Bisher lag die Zahl bei zehn. Inkrafttreten soll die Neuerung wie das Durchgriffsrecht mit 1. Oktober. Zweites Thema der Sitzung sind die im Sommer beschlossenen neuen Griechenland-Hilfen, zu denen Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) Auskunft gibt.

Kalte Progression: ÖVP will Lösung bis Jahresende

Für die Abschaffung der kalten Progression soll bis Jahresende eine Lösung vorliegen. Das hat Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Parteichef Reinhold Mitterlehner angekündigt. Davor müsse noch mit der SPÖ verhandelt werden. Eine Bremse bei der Steuerbelastung könne es jedenfalls nur geben, wenn eine solche auch bei der Abgabenlast komme.

Eine automatische Kompensation der inflationsbedingt schleichenden Steuererhöhung gebe es bereits in 18 von 30 OECD-Staaten, so Schelling. Bis Ende Oktober will er die entsprechenden Modellrechnungen fertig haben, dann werde mit dem Koalitionspartner geredet.

Die ÖVP sieht diese Maßnahme als Teil ihres Reformprogramms „Wir bewegen Österreich“. Einen Teil hat sie bereits im Juli präsentiert, heute - dem ersten Jahrestag des neuen Regierungsteams unter Mitterlehner - ging es nun um die Bereiche Wachstum und Innovation. Österreich soll als Gründerland positioniert werden, hieß es dabei, etwa durch einen Realwirtschaftsinvestitionsfreibetrag oder ein „Start-up-Visum“ für Firmengründer.

Sport

Fußball: Deutsche Aufsteiger ärgern die Konkurrenz

Der FC Ingolstadt mit Coach Ralph Hasenhüttl hat am Samstag in der dritten Runde der deutschen Bundesliga den zweiten Sieg gefeiert, auch Mitaufsteiger Darmstadt ist weiter ungeschlagen.

Dass die beiden Neulinge im deutschen Oberhaus so gut mithalten können, überrascht die Konkurrenz doch einigermaßen. ÖFB-Goalie Ramazan Özcan nannte nach dem 1:0 in Augsburg ein einfaches Erfolgsrezept der Ingolstädter: „Wir haben ein Riesenherz bewiesen.“

Mehr dazu in sport.ORF.at

US Open: Haider-Maurers „Mission: Impossible“

Die Losfee hat es mit Andreas Haider-Maurer bei den US Open in New York wahrlich nicht gut gemeint. Gleich zum Auftakt trifft der Niederösterreicher heute auf den Kanadier Vasek Pospisil, der als einer der besten ungesetzten Spieler in Flushing Meadows gilt.

Sollte Haider-Maurer im dritten Duell gegen Pospisil dennoch den ersten Erfolg feiern, würde niemand Geringerer als Novak Djokovic warten. Doch der Niederösterreicher gibt sich keinen Illusionen hin.

Mehr dazu in sport.ORF.at

CL-Historie: Dortmund-Triumph mit tragischer Figur

14 Jahre nach dem Triumph des von Ernst Happel betreuten Hamburger SV und als erst dritter Club ist mit Borussia Dortmund 1997 der Sieger des Meisterbewerbs wieder aus Deutschland. Dabei war der Finalsieg über Juventus Turin, den Lars Ricken 14 Sekunden nach seiner Einwechslung entschied, nicht absehbar.

Zur tragischen Figur mutierte ÖFB-Legionär Wolfgang Feiersinger, der kurz vor dem Endspiel auf die Tribüne verbannt wurde. Zur Rückkehr der Champions League in den ORF ist das Finale nochmals zu sehen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Bundesliga: „Brutal wichtiger“ Sieg für Salzburg

Nach dem enttäuschenden Ausscheiden im Europa-League-Play-off und damit der Aussicht auf eine Saison ohne internationale Beteiligung ist bei Meister Salzburg die Freude über den Auswärtssieg gegen Sturm Graz groß gewesen.

„Wir freuen uns wahnsinnig. Dieser Sieg war brutal wichtig“, fasste Tormann Alexander Walke die Erleichterung in der Mannschaft, mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause zu gehen, zusammen. Das Resümee der geschlagenen Grazer fiel hingegen ernüchternd aus.

Mehr dazu in sport.ORF.at

ZIB2

Flüchtlingszüge aus Ungarn in Österreich

Ungarn ändert zumindest vorübergehend seine Asylpolitik. Mehrere Züge mit Hunderten Flüchtlingen konnten sich am Nachmittag ungehindert vom Budapester Ostbahnhof in Richtung Österreich und Deutschland in Bewegung setzen. In der ZIB2 ein Bericht vom Wiener Westbahnhof sowie eine Liveschaltung zu Marc Speer vom Verein Border-Monitoring am Ostbahnhof in Budapest.

Gedenkgottesdienst im Stephansdom

Im Wiener Stephansdom wurde am Abend der 71 Flüchtlinge gedacht, die vorige Woche in einem Lkw an der A4 bei Parndorf tot aufgefunden wurden. Kardinal Schönborn will mit gutem Beispiel vorangehen und Räumlichkeiten am Stephansplatz bereitstellen, um Flüchtlinge unterzubringen.

„Sommergespräch“ mit Bundeskanzler Faymann

Mit SPÖ-Chef Bundeskanzler Werner Faymann gehen die ORF-„Sommergespräche“ 2015 zu Ende. In der ZIB2 eine Zusammenfassung und die Analyse durch den Politologen Peter Filzmaier.

Chinas Börsenpolitik

Der Einbruch der chinesischen Aktienmärkte sorgt weiter für Unruhe. Die politische Führung sieht die Ursache in falschen Gerüchten. Ein nachhaltiges Krisenmanagement lässt auf sich warten. Raimund Löw berichtet aus Peking.

Uniqa-Engagement im Spitalsbereich

Der Einstig der Uniqa bei einem Wiener Privatspital wird von den Wettbewerbshütern ausgebremst. Sie fürchten teure Folgen für Patienten und Ärzte.

ZIB2 Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Angeblich 1.100 Kündigungen bei bauMax

Bei der angeschlagenen Baumarkt-Kette bauMax, die von der deutschen Heimwerkerkette Obi übernommen wird, werden offenbar mehr Arbeitsplätze gestrichen, als bisher angegeben wurde. BauMax habe 1.100 Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung angemeldet, berichtete der „Kurier“ (Onlineausgabe) heute Abend.

Unter den zur Kündigung angemeldeten Beschäftigten seien auch 72 Lehrlinge, heißt es in dem Bericht. Den Regionalstellen des Arbeitsmarktservice AMS habe bauMax mitgeteilt, dass die Kette in den vergangenen drei Monaten durchschnittlich 3.674 Mitarbeiter beschäftigt habe, davon 275 Lehrlinge.

Möglich wäre allerdings, dass ein Gutteil der Gekündigten mit neuen Verträgen für Obi weiterarbeiten. Wie viele bauMax-Arbeitsplätze durch den Verkauf tatsächlich verloren gehen, ist damit weiterhin ungewiss. Die Jobs in der Zentrale der Baumarktkette in Klosterneuburg (Niederösterreich) sind akut gefährdet. Heute wurde bekannt, dass der Mitarbeiterstand in der Zentrale von 280 auf 35 reduziert werden soll.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Hypo-Abbaubank Heta fehlen acht Milliarden Euro

Das Kapitatalloch, das bei der staatlichen Hypo-Alpe-Adria-„Bad Bank“ Heta klafft, ist noch tiefer geworden. Zur Jahresmitte 2015 waren es bereits 8,1 Milliarden Euro. Das ist eine gute Milliarde mehr als in der ersten Zerschlagungsbilanz vor einem halben Jahr.

Großteils lag das Anwachsen der Schulden an Verlusten, die angefallen sind, weil der Verfassungsgerichtshof (VfGH) den ersten Schuldenschnitt von 2014 gekippt hat. Damit lebten Anleiheschulden, die voriges Jahr per Gesetz über Nacht für wertlos erklärt worden waren, wieder auf. Das belastete die Halbjahresbilanz der Heta mit rund 800 Millionen Euro.

Weitere rund 200 Mio. Euro wurden nötig, weil beim Verkauf des Balkan-Banken-Netzwerks heuer noch eine weitere „Mitgift“ an die Käufer nötig wurde. Bis Ende 2018 soll die ehemalige Hypo zum größten Teil (zu 80 Prozent) abgebaut sein. Der Rest soll bis Ende 2020 erledigt sein, teilte die Heta heute mit.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Neues Riesengasfeld in Ägypten braucht 3,5 Mrd. Dollar

Der italienische Energiekonzern ENI muss zur Erschließung des neu entdeckten Riesenerdgasfeldes vor Ägypten wohl zunächst etwa 3,5 Mrd. Dollar (3,1 Mrd. Euro) in die Hand nehmen. Das sagte der Chef des staatlichen ägyptischen Versorgers EGAS, Chaled Abdel Badie, heute gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. ENI hatte die Entdeckung des Feldes am Wochenende bekanntgegeben.

Konzernchef Claudio Descalzi schloss nicht aus, dass das Unternehmen zur Finanzierung des Projekts auch Anteile an dem Feld verkaufen könnte. „Die Tür dafür steht offen“, sagte er der Zeitung „La Repubblica“ (Montag-Ausgabe). ENI zufolge handelt es sich um das größte bisher bekannte Erdgasfeld im Mittelmeer und könnte sich sogar als eines der größten weltweit erweisen.

Mit der Hilfe des Gasfelds könnte sich Ägypten vom Energieimporteur zum -exporteur wandeln. Europa hätte in Verbindung mit anderen Neuentdeckungen im Mittelmeer eine Möglichkeit, unabhängiger von russischen Erdgaslieferungen zu werden. An der Börse in Mailand reagierten die Anleger positiv auf die Entdeckung und bescherten ENI-Aktien einen Höhenflug.

Verbot spekulativer Börsengeschäfte in Athen endet

In Griechenland kommt es zu einer weiteren Normalisierung des Börsenhandels. Das Verbot bestimmter spekulativer Aktienmarktgeschäfte läuft zum Monatsende heute aus. Ein Vertreter der Wertpapieraufsicht sagte der Nachrichtenagentur Reuters, eine Verlängerung werde es nicht geben.

Damit können einen Monat nach Wiedereröffnung der Athener Börse Investoren auch wieder Leerverkäufe tätigen, mit denen auf fallende Kurse gewettet wird. Bei diesen Geschäften leihen sich Anleger Aktien, um diese dann zu verkaufen. Dabei hoffen sie, dass sie die Papiere bis zum Ende der Ausleihfrist billiger zurückkaufen und die Differenz als Gewinn einstreichen können.

Die griechische Regierung hatte die Börse und die Banken am 29. Juni geschlossen, als die monatelangen Verhandlungen über weitere Finanzhilfen für das Land kurz vor dem Scheitern standen. Diese Kapitalverkehrskontrollen sollten weiteren Geldabfluss und damit drohende Bankenpleiten verhindern. Seit der Wiederaufnahme des Handels am 3. August gibt es dort starke Kursschwankungen, vor allem bei Banktiteln.

Chronik

Tote nach Explosion in Feuerwerksfabrik in Spanien

Durch eine Explosion in einer Fabrik für Feuerwerkskörper sind im Nordosten Spaniens heute mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Mindestens sechs weitere Menschen seien bei dem Unglück nahe dem Flughafen der Stadt Saragossa verletzt worden, zwei von ihnen schwer, teilten die örtlichen Behörden mit. Die Unglücksursache sei unklar.

Die Bewohner umliegender Ortschaften liefen nach der Detonation erschreckt aus ihren Wohnungen ins Freie. Fernsehbilder zeigten dichte Rauchwolken über dem betroffenen Gelände. Ein Feuerwehrsprecher sagte, es gebe immer wieder kleinere Explosionen. Die Rettungskräfte warnten Anrainer, sich dem Unglücksort zu nähern.

Schwarzer Rauch steigt nach einer Explosion auf

APA/EPA/Toni Galan

Die Explosion war bis in die zehn Kilometer entfernte Metropole Saragossa zu hören

Über dem Werk stieg eine dicke Rauchwolke auf. Die Feuerwehrleute konnten zunächst einen Teil des Werksgeländes nicht betreten, weil sich dort weitere Explosionen ereigneten. Das betroffene Unternehmen ist mehr als 150 Jahre alt und nach eigenen Angaben einer der größten Hersteller von Feuerwerkskörpern in Europa.

Die Fabrik beschäftigt etwa 40 Mitarbeiter und exportiert ihre Produkte in zahlreiche EU-Staaten. Der August ist für die spanische Feuerwerksindustrie ein arbeitsintensiver Monat, weil landesweit bei zahlreichen Dorf- und Stadtfesten Feuerwerke gezündet werden.

Deutsche Polizei fasst „Sonnenschirm-Ripper“

Nur noch Sonnenschirmgerippe in zahlreichen Biergärten, Cafes und Privatgärten - nun hat die Polizei im deutschen Aachen eine besonders skurrile Diebstahlserie gelöst: Nach ihren Angaben von heute wurde ein 48-jähriger Mann aus Stolberg als Verdächtiger festgenommen.

Nach Erkenntnissen der Polizei schraubte oder schnitt der Mann nachts aus den großen Sonnenschirmen die Bespannung ab und ließ die nackten Gestelle zurück. Zu Hause habe der Mann den Stoff gehortet, teilte die Polizei mit.

Der entscheidende Hinweis kam laut der Mitteilung von einem Polizisten, der sich an eine ähnliche Einbruchsserie in Gaststätten erinnerte, bei dem ein Dieb jeweils nur die Gardinen gestohlen hatte. Bei diesem fanden die Polizisten den Stoff und auch noch 200 Reitpeitschen aus Leder. Wie der Dieb an diese kam, muss noch geklärt werden. Der Mann schweigt beharrlich.

Gesundheit

NGO: Erneut Ebolafall in Sierra Leone

Die Meldung, Sierra Leone sei endlich frei von Ebola, hat sich der Organisation Jugend Eine Welt zufolge als voreilig erwiesen. Gestern wurde ein neuerlicher Infektionsfall bekanntgegeben.

Es handle sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein „Überschwappen“ des Virus aus der Nachbarregion Forecariah in Guinea auf den Distrikt Kambia in Sierra Leone, berichtete Lothar Wagner, Direktor des Kinderschutzzentrums Don Bosco Fambul in Freetown. „Es fehlt dort an effektiver länderübergreifender Zusammenarbeit und Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit, die unbedingt notwendig wären, da reger Handel zwischen den beiden Ländern betrieben wird.“

Wagner übte gegenüber UNO-Organisationen und „Ebola-Profiteuren“ Kritik. Es seien Unsummen an Fördergeldern geflossen, die unmittelbar Betroffenen würden diese Hilfen jedoch kaum erreichen. „Große Gewinner dieser Pandemie sind Autohersteller, Regierungsbeamte, Hoteliers und aus der ganzen Welt eingeflogene sogenannte Protection Officers mit horrenden Gehältern“, sagt der Salesianerbruder.

Religion

Indien: Zu-Tode-Fasten vorübergehend erlaubt

Das Oberste Gericht Indiens hat den Anhängern des Jainismus vorübergehend das Ritual des Zu-Tode-Fastens erlaubt. Das Tribunal habe ein im Bundesstaat Rajasthan verhängtes Verbot vorübergehend, bis eine vollständige Anhörung der Kläger erfolgt sei, aufgehoben. Das sagte heute der Anwalt Rajesh Jain, der die Gemeinschaft vor Gericht vertritt. Vertreter der religiösen Minderheit hatten gegen das vergangene Woche verhängte Verbot des Rituals geklagt, zudem hatten Tausende Glaubensanhänger in ganz Indien gegen das Urteil protestiert.

Mehr dazu in religion.ORF.at

IT

Indien: Apps sollen vor sexueller Gewalt schützen

Beim Bemühen, Indiens Städte für Frauen sicherer zu machen, werden viele Frauen zunehmend selbst aktiv. Über Apps und Onlineservices sammeln sie Hinweise und Meldungen über sexuelle Übergriffe, die in weiterer Folge dazu verwendet werden, die Sicherheitslage in der betroffenen Gegend zu verbessern. Dabei können laut den Initiatoren schon kleine Maßnahmen wie gezielt eingesetzte Zeichnungen große Wirkung zeigen. Mit Hilfe von Sozialen Medien soll auch der Druck für Verbesserungen erhöht werden.

Mehr dazu in Datensammeln für Selbstschutz

Kultur

„Kultur.montag“: Jack Unterweger als Kinofilm

Jack Unterweger war einer der berüchtigtsten Verbrecher der Zweiten Republik. Jetzt hat Regisseurin Elisabeth Scharang Unterwegers Leben fürs Kino verfilmt. Bis heute ist nicht restlos geklärt, ob Unterweger tatsächlich alle Morde begangen hat, die ihm zur Last gelegt wurden. Noch bevor das Urteil rechtskräftig wurde, hat sich der „Häfenpoet“ in seiner Zelle erhängt. Im Film „Jack“ spielt Burgschauspieler Johannes Krisch den Frauenschwarm, Dandy und Mörder. Krisch und Scharang sind ab 22.25 Uhr in ORF2 live zu Gast im „kultur.montag“-Studio.

Mehr dazu in tv.ORF.at

Lifestyle

Science

Wassertemperatur bedroht Korallenriff vor Katar

Das Korallenriff des Ölemirats Katar ist durch hohe Temperaturen des Meerwassers gefährdet. Das geht aus einer Studie der Universität Katar und des Umweltministeriums hervor, deren Ergebnisse heute veröffentlicht wurden. Die Forscher stellten dabei fest, dass sich das Wasser auf mehr als 36 Grad Celsius erwärmte.

Die hohen Wassertemperaturen hatten laut der Untersuchung bereits ein Massensterben von 20 Fischarten zur Folge. Zwar würden Ende August und Anfang September alle paar Jahre extreme Wassertemperaturen gemessen, sagte der Meeresbiologe Ibrahim al-Maslamani. „Aber 36 Grad sind wirklich zu viel.“

Das Korallenriff sei bei hohen Wassertemperaturen „sehr empfindlich“, so der Meeresbiologe. Daher mache er sich um den Erhalt des Korallenriffs „große Sorgen“. Die katarische Halbinsel ist an mehreren Stellen von Korallen umgeben, unter anderem an der Insel Halul nordöstlich der Hauptstadt Doha.