Ausland

Bewaffnete stürmen AKP-Büro in Istanbul - Festnahmen

Zwei bewaffnete Männer haben heute ein Büro der türkischen Regierungspartei AKP in Istanbul gestürmt. Laut Medienberichten schlugen die Angreifer ein Fenster im obersten Stockwerk des siebenstöckigen Gebäudes im asiatischen Teil Istanbuls ein und hängten eine mit einem Schwert bedruckte türkische Fahne heraus.

Die Polizei habe die beiden Angreifer in dem Parteibüro im Stadtteil Kartal festgenommen, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Niemand sei zu Schaden gekommen. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar.

60 Festnahme im Zusammenhang mit Geiselnahme

Im Zusammenhang mit der gestrigen, tödlich zu Ende gegangenen Geiselnahme in Istanbul hat die türkische Polizei heute mehr als 60 Menschen festgenommen. Wie die offizielle Nachrichtenagentur Anadolu meldete, wurden im südtürkischen Antalya 19 mutmaßliche Linksextremisten in Gewahrsam genommen. In den westtürkischen Städten Izmir und Eskisehir kamen jeweils fünf weitere Menschen in Haft. Bei einer weiteren Polizeiaktion in Istanbul nahmen die Behörden 36 Studenten fest, die an einer Gedenkfeier für einen der Geiselnehmer teilgenommen hatten.

Zwei Mitglieder der verbotenen linksradikalen Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) hatten einen Staatsanwalt am Dienstag in dem Gerichtsgebäude in ihre Gewalt gebracht. Laut Anadolu konnten sie mit ihren Waffen ins Büro des Juristen vordringen, weil sie sich mit Roben und gefälschten Ausweisen als Anwälte ausgaben. Anwälte, Staatsanwälte und Richter dürfen anders als normale Besucher das Gerichtsgebäude betreten, ohne einen Metalldetektor zu durchlaufen.

Athen startet Suche nach Schuldigen für Sparpolitik

Ein U-Ausschuss des griechischen Parlaments soll aufklären, wer für die nach der Finanzkrise 2009 verhängten Sparprogramme verantwortlich ist. Dieses Gremium habe man dem Volk versprochen, sagte ein Sprecher der linken Regierungspartei SYRIZA gestern Abend im Fernsehen.

Abstimmung zur Einberufung kommende Woche

Wie es aus Kreisen der Regierungspartei hieß, soll eine Abstimmung zur Einberufung des Parlamentsausschusses kommende Woche stattfinden. Die Untersuchungen werden die Amtszeit des sozialistischen Regierungschefs Giorgos Papandreou (2009 bis 2011), des parteilosen Übergangsregierungschefs Lucas Papademos (2011/2012) und die Amtszeit der Koalitionsregierung der Konservativen und der Sozialisten (Juni 2012 bis Jänner 2015) unter dem Ex-Premier Antonis Samaras betreffen.

Die Opposition fordert, dass der Ausschuss auch die Aktionen der Regierungen untersucht, die das Land vor 2009 zur Finanzkrise geführt hatten. Die konservative Oppositionspartei Nea Dimokratia bezeichnete den Vorstoß unter dem linken Regierungschef Alexis Tsipras als ein Ablenkungsmanöver. Die Regierung „gibt dem Volk Spiele, weil sie den Menschen kein Brot geben kann“, hieß es in einer Erklärung.

Athen: Baldige Einigung mit Geldgebern

Optimismus in Athen: Die griechische Regierung rechnet in den Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern über die erhofften Finanzhilfen mit einer zügigen Einigung. „Ich halte es für sicher, dass wir kommende Woche abschließen werden“, sagte Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis heute im griechischen Fernsehen.

Geldgeber: Ministerien seit Wochen nicht kooperationsbereit

Am Vorabend hatte Regierungschef Alexis Tsipras bei einer Sondersitzung seine für Finanzen zuständigen Minister aufgefordert, die Kooperation mit den Kontrolleuren der Geldgeber zu intensivieren.

Wie die griechische Presse übereinstimmend berichtete, bemängeln die Experten der Geldgeber, dass viele Ministerien seit Wochen keine Kooperationsbereitschaft zeigen und keine belastbaren Fakten vorlegen. Heute befasst sich die Arbeitsgruppe der Euro-Gruppe mit dem Problem Griechenland.

Hartes Warten auf nächste Tranche

Athen braucht dringend die nächste Tranche der Finanzhilfe der internationalen Geldgeber von 7,2 Milliarden Euro. Die Links-rechts-Regierung braucht aber dazu das grüne Licht der Kontrolleure der Geldgeber aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB). Athen hat dazu eine Reformliste vorgelegt. Diese hat aber die Kontrolleure nicht befriedigt.

Amnesty meldet starken Anstieg von Todesurteilen

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat im vergangenen Jahr weltweit mehr Todesurteile, aber weniger Hinrichtungen gezählt.

Insgesamt dokumentierte Amnesty in einem heute veröffentlichten Bericht 607 Exekutionen in 22 Staaten, die meisten davon im Iran. Die Organisation gab für das Land als offizielle Zahl 289 Hinrichtungen an, zu denen mindestens 454 weitere hinzukämen, die von den iranischen Behörden nicht bestätigt worden seien.

Mindestens 90 Exekutionen gab es laut den Angaben in Saudi-Arabien, mindestens 61 im Irak und 35 in den USA.

Mehr Hinrichtungen in China als in allen anderen Ländern zusammen

Allerdings habe China wie in den Jahren zuvor vermutlich auch im vergangenen Jahr wieder mehr Menschen hingerichtet als der Rest der Welt zusammen, erklärte Amnesty weiter. Es sei von Tausenden Fällen auszugehen, genaue Angaben seien wegen der Geheimhaltungspolitik der kommunistischen Führung aber nicht möglich. Das gelte auch für Nordkorea.

Die Zahl der dokumentierten Exekutionen ging den Angaben zufolge im Vergleich zum Jahr 2013 um 22 Prozent zurück. Die Zahl der bekanntgewordenen Todesurteile sei indes gegenüber dem Vorjahr um 500 auf 2.466 gestiegen. Der Anstieg sei unter anderem auf Massenverurteilungen in Zusammenhang mit den politischen Spannungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in Ägypten und Nigeria zurückzuführen.

„Beschämend, dass Regierungen Todesstrafe rechtfertigen“

„Regierungen, die mit der Todesstrafe Verbrechen bekämpfen wollen, betrügen sich selbst“, erklärte Amnesty. Es gebe „keine Belege dafür, dass die Todesstrafe mehr abschreckt als andere Strafen“. Gerade angesichts der von der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) ausgehenden Gewalt sei es „beschämend, dass einige Staaten die Todesstrafe als Mittel gegen Terrorismus rechtfertigen“.

Sarkzoy in Finanzaffäre von U-Richtern befragt

Wegen einer Finanzaffäre ist Frankreichs Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy heute von Untersuchungsrichtern befragt worden. Der konservative Oppositionsführer wurde in der Früh, nur wenige Tage nach dem Sieg seiner Partei UMP bei den Departementswahlen, mit einer schwarzen Limousine zu einem Pariser Gerichtsgebäude gebracht, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Strafzahlung von UMP übernommen

In der Finanzaffäre geht es um eine Strafzahlung, die Sarkozy wegen der Überziehung seines Wahlkampfbudgets des Jahres 2012 hätte leisten müssen, die aber von der UMP beglichen wurde. Die Übernahme der Strafe in Höhe von mehreren hunderttausend Euro ist nicht zulässig.

In der Affäre wurde Anfang Februar der frühere Parteivorsitzende Jean-Francois Cope formell beschuldigt. Ihm wird Untreue zur Last gelegt. Die bereits seit geraumer Zeit geplante Befragung war zuvor mehrfach verschoben worden.

Die Affäre könnte auch Sarkozy gefährlich werden, der sich Hoffnungen auf eine Rückkehr in den Elysee-Palast bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2017 macht. Der Sieg seines konservativ-bürgerlichen Lagers bei den landesweiten Departementswahlen am Sonntag stärkte seine Chancen, in zwei Jahren als Kandidat der Konservativen anzutreten.

Jemen: 37 Tote bei Beschuss von Molkerei

Beim Beschuss einer Molkerei sind im Westen des Jemen laut offiziellen Angaben mindestens 37 Menschen getötet worden. Etwa 80 weitere Menschen seien bei dem Angriff in der Nacht auf heute verletzt worden, teilte der Gouverneur der betroffenen Provinz Hudaida, Hassan al-Hai, mit.

Unklar war, ob der Beschuss durch die Huthi-Miliz oder die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition erfolgte, die seit knapp einer Woche Luftangriffe gegen die schiitischen Rebellen fliegt.

Vereinte Nationen haben Jemen verlassen

Wegen der Kämpfe im Jemen haben die Vereinten Nationen ihr gesamtes ausländisches Personal aus dem Bürgerkriegsland abgezogen. Die etwa 100 internationalen Mitarbeiter hätten das Land verlassen, sagte ein UNO-Sprecher gestern in New York. Auch UNO-Sonderbotschafter Jamal Benomar sei abgeflogen.

Die Operation habe bereits am Wochenende begonnen, gestern seien die letzten 13 Mitarbeiter ausgereist. „Sie gehen zurück, sobald die Situation es zulässt“, sagte der Sprecher. Derzeit würden lokale UNO-Helfer versuchen, die Arbeit zu bewältigen.

Militärallianz: Bodenoffensive derzeit nicht notwendig

Nach Einschätzung der im Jemen gegen die Huthi-Rebellen vorgehenden Militärkoalition ist derzeit keine Bodenoffensive notwendig. Ein saudi-arabischer Sprecher der von Riad angeführten Allianz sagte gestern vor Journalisten, für eine „Landintervention“ gebe es derzeit keinen Anlass. Die Lage könne sich gleichwohl „jederzeit“ ändern, fügte Brigadegeneral Ahmed Assiri hinzu.

Vor knapp einer Woche hatten Saudi-Arabien und mehrere arabische Verbündete in dem Konflikt im benachbarten Jemen militärisch eingegriffen. Dort kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen gegen die Führung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, der sich mittlerweile in Saudi-Arabien aufhält. Zuletzt war die Miliz immer weiter auf die südliche Stadt Aden vorgerückt.

Assiris Angaben zufolge fliegt die Allianz unter anderem Luftangriffe im Norden von Aden, um die Huthi-Rebellen am Vorrücken zu hindern. Ähnliche Einsätze im Norden des Landes sollen verhindern, dass sich die Aufständischen der saudi-arabischen Grenze nähern. Marineschiffe blockieren demnach außerdem die Seewege.

Ukraine: Poroschenko und Merkel für baldiges Vierertreffen

Der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel haben sich bei einem Telefonat für ein neues Vierertreffen zur Lösung des Konflikts im Donbass ausgesprochen. Das teilte die Präsidialverwaltung in Kiew heute mit.

In den nächsten Tagen sollten die Außenminister der Ukraine, Deutschlands, Frankreichs und Russlands über die Umsetzung des Minsker Friedensplanes beraten. Ein Termin wurde nicht genannt.

„Die von Russland unterstützten Kämpfer müssen die Feuerpause einhalten und alle Punkte der Minsker Vereinbarungen erfüllen einschließlich der Freilassung der Geiseln“, hieß es in der Mitteilung der Präsidialverwaltung. Die weiteren Schritte für die Umsetzung des Minsker Abkommens von Mitte Februar sollten heute bei Gesprächen der Ukraine-Kontaktgruppe erörtert werden.

Inland

Hypo-U-Ausschuss: Ein Blick hinter die Kulissen

Im Parlament befinden sich die Vorbereitungen für den nach Ostern beginnenden Hypo-Untersuchungsausschuss auf der Zielgeraden. Im Lokal VI, in dem die Sitzungen stattfinden werden, wird noch das eine oder andere Kabel verlegt.

Hochbetrieb herrscht rund um das „Kompetenzzentrum/Registratur“, in dem kilometerhohe Aktenberge zu Einsichtnahme aufbereitet werden müssen - und das unter Beachtung aller möglichen Regeln in puncto Geheimhaltung. Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ), die Vorsitzende im Hypo-U-Ausschuss, gewährte den Medien einen Blick hinter die Kulissen.

Mehr dazu in Letzter Schliff für den Sitzungssaal

Vorratsdaten: Mikl-Leitner will über Wiedereinführung reden

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) würde gerne über die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung reden, eventuell auch als nationalen Alleingang ohne eine EU-Regelung. Es wäre „klug, wenn wir hier in Österreich diese Diskussion starten würden“, sagte sie gestern in der ZIB2. Für die Ermittlungsarbeit würde das „Vorteile“ bringen, „weil es darum geht, Spuren zu sichern“.

Auf EU-Ebene, wo der EuGH die ursprüngliche Richtlinie aufgehoben hatte, werde das Thema derzeit „auf die lange Bank“ geschoben. Mit Verweis auf Deutschland, wo wiederholt ein nationaler Alleingang ventiliert wurde, fände sie es aber angebracht, über eine österreichische Lösung nachzudenken.

Mit dem jüngst präsentierten Entwurf für das Staatsschutzgesetz habe das nicht direkt zu tun, betonte die Innenministerin, die Vorratsdatenspeicherung sei schließlich im Telekommunikationsrecht zu Hause. „Aber ich gebe zu, dass eine Vorratsdatenspeicherung natürlich für die Ermittlungsarbeit Vorteile bringt.“

Ministerium bestreitet Marsch-Probleme bei Militärmusik

Die Militärmusik des Bundesheeres soll trotz Verkleinerung ein breites musikalisches Repertoire beibehalten. Das versicherte heute das Verteidigungsministerium in Reaktion auf einen Bericht im Ö1-Morgenjournal, wonach künftig die Darbietung von Märschen nicht mehr möglich sei.

Auch nach der Umstrukturierung, die im Sommer vollzogen wird, werde man rund 200 Musiker beschäftigen. Geplant ist bekanntlich, in den Bundesländern die Musikermannschaft deutlich zu reduzieren, statt 47 pro Land werden es 20 sein.

Die Gardemusik umfasst künftig 50 Personen. Insgesamt also weiterhin eine „stattliche Personalstärke“, so ein Sprecher von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ). Daher werde es der „Militärmusik auch in Zukunft möglich sein, ein breites Spektrum an unterschiedlichen Musikstücken vorzutragen - inklusive Märschen“.

Chronik

Lufthansa- und Germanwings-Chef am Airbus-Absturzort

Eine Woche nach dem Absturz des Germanwings-Airbus machen sich die Chefs von Lufthansa und Germanwings erneut an Ort und Stelle ein Bild der Lage in den französischen Alpen. Carsten Spohr (Lufthansa) und Thomas Winkelmann (Germanwings) landeten heute Früh in Südfrankreich, wie die Germanwings-Mutter Lufthansa in Frankfurt bestätigte.

Spohr sagte den Hinterbliebenen der Opfer zu, dass beide Unternehmen so lange wie nötig Hilfe leisten werden. „Wir helfen nicht nur diese Woche. Wir möchten so lange helfen, wie Hilfe benötigt wird“, kündigte er in Le Vernet nahe der Absturzstelle an.

Zu den am Vorabend bekanntgewordenen neuen Details über die Erkrankung des Kopiloten äußerte sich Spohr nicht. Der Konzernchef dankte allen Einsatzkräften, Helfern und den Menschen im Absturzgebiet erneut für ihre Unterstützung. Er zeigte sich „tief beeindruckt von der Professionalität, der Energie, dem Mitgefühl und der Sympathie“.

Gendarmerie dementierte Berichte über Video

Die französische Gendarmerie dementierte unterdessen Berichte, wonach ein Video über die letzten Augenblicke an Bord der Germanwings-Airbus vor dem Absturz aufgetaucht sei. Die Gendarmerie bezeichnete entsprechende Angaben des Magazins „Paris Match“ und der „Bild“-Zeitung als „vollkommen falsch“.

Auf der Website von „Paris Match“ hieß es, auf dem nur wenige Sekunden dauernden Video seien keine Menschen zu erkennen, aber „O mein Gott“-Rufe in mehreren Sprachen zu hören. „Paris Match“ und „Bild“ zufolge stammt das Video von einem am Absturzort gefundenen Handy.

Der Vertreter der Gendarmerie, Jean-Marc Menichini, bestritt die Angaben in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN. Die Ermittler hätten die am Absturzort gefundenen Handys noch nicht ausgewertet. Die Geräte würden im Zuge weiterer Untersuchungen an ein spezialisiertes Institut in Rosny-sous-Bois bei Paris geschickt.

Lufthansa wusste von Depression

Der Kopilot der abgestürzten Germanwings-Maschine hat die Lufthansa bereits während seiner Ausbildung von einer vorausgegangenen Depression informiert. Das teilte das Unternehmen gestern in einer Erklärung mit.

Der Kopilot habe der Verkehrsfliegerschule im Jahr 2009 in Zusammenhang mit der Wiederaufnahme seiner für mehrere Monate unterbrochenen Pilotenausbildung medizinische Unterlagen übersandt, in denen von einer „abgeklungenen schweren depressiven Episode“ die Rede gewesen sei. „Im Anschluss wurde dem Kopiloten die erforderliche ärztliche Flugtauglichkeit bestätigt“, hieß es in der Lufthansa-Mitteilung.

Mehr dazu in Ärztliche Flugtauglichkeit bestätigt

Taifun bedroht Philippinen am Osterwochenende

Ein starker Taifun tobt im Pazifik und bedroht die Philippinen. Das Unwetter könnte den Inselstaat am Osterwochenende erreichen, wie die Wetterbehörde heute mitteilte.

Taifun „Maysak“ wirbelte bereits mit Spitzengeschwindigkeiten von 250 km/h. Taifun „Haiyan“, der im November 2013 wahrscheinlich mehr als 7.000 Menschenleben auf den Philippinen forderte, war mit Spitzenböen von mehr als 300 km/h an Land gekommen.

Die Nordostküste müsse sich auf schwere See und heftigen Regen vorbereiten, warnte die Behörde. Der Taifun wirbelte heute mehr als 100 Kilometer vor der Küste von Guiuan in den Zentralphilippinen. Er dürfte am Wochenende die nördlichen Inseln erreichen. Erschwert wurden die Vorbereitungen, weil Ostern in dem katholischen Land die wichtigste Reisesaison ist. Millionen Menschen verbringen das Fest bei ihren Familien auf dem Land.

Sport

Fußball: Niederlande feiern Prestigesieg gegen Spanien

Nach den Enttäuschungen in der EM-Qualifikation hat der WM-Dritte Niederlande gestern Abend in einem Testspiel einen Prestigesieg gefeiert. Die „Oranje“-Auswahl schlug Ex-Weltmeister und Europameister Spanien in Amsterdam mit 2:0.

Keinen Sieger gab es im zweiten Länderspielschlager des Abends zwischen Italien und England. Für Portugal setzte es ohne Superstar Cristiano Ronaldo hingegen eine Blamage.

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Eishockey: Capitals nach Krimi in Linz im Finale

Die Vienna Capitals haben gestern in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) den Finaleinzug fixiert. Die Wiener setzten sich im fünften Spiel der „Best of seven“-Serie bei den Black Wings Linz in der Verlängerung durch und entschieden die Serie mit 4:1 für sich.

Es war das dritte Duell der beiden Teams, das erst in der Overtime entschieden wurde. Im Endspiel treffen die Caps nun auf Red Bull Salzburg, das bereits zuvor mit einem „Sweep“ den KAC ausgeschaltet hatte.

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Wirtschaft

D: Edeka darf Kaiser’s Tengelmann nicht übernehmen

Das deutsche Bundeskartellamt hat Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka die Übernahme von rund 450 Filialen des Konkurrenten Kaiser’s Tengelmann untersagt.

Der Zusammenschluss würde nach Auffassung der Wettbewerbsbehörde zu einer erheblichen Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen vor allem im Großraum Berlin, in München und Oberbayern sowie in Nordrhein-Westfalen führen, so Kartellamtspräsident Andreas Mundt heute in Bonn.

Gleichzeitig würden den Unternehmen neue Preiserhöhungsspielräume eröffnet. Außerdem würden die Auswahlmöglichkeiten der Verbraucher vor Ort stark eingeschränkt.

Bosch akzeptiert Millionenstrafe wegen Preisabsprachen

Der deutsche Technikkonzern Bosch hat eine Millionenstrafe wegen Preisabsprachen in den USA akzeptiert. Das US-Justizministerium und der Konzern hätten sich in einem Vergleich auf eine Kartellstrafe von 57,8 Mio. Dollar (53,7 Mio. Euro) geeinigt, wie das Unternehmen und die Behörde in der Nacht auf heute mitteilten.

Ware zu überhöhten Preisen verkauft

Bosch habe Zündkerzen, Anlasser und Sauerstoffsensoren zu überhöhten Preisen an Konzerne wie Daimler, Volkswagen, Ford und General Motors sowie den Motorgerätehersteller Stihl verkauft.

Die Vorwürfe seien auch durch unternehmensinterne Untersuchungen bestätigt worden, sagte ein Bosch-Sprecher. Es habe personelle Konsequenzen gegeben. Die fraglichen Mitarbeiter seien teilweise im Ruhestand oder arbeiteten auf Positionen ohne Kundenkontakt.

Ermittlungen seit Herbst 2011

Das US-Justizministerium ermittelte seit Oktober 2011 gegen Bosch. Seit 2010 durchleuchten Wettbewerbsbehörden weltweit Autozulieferer auf wettbewerbswidrige Praktiken. Insgesamt haben sich nach Angaben des US-Ministeriums 34 Unternehmen schuldig bekannt. Sie akzeptierten Strafen von insgesamt 2,5 Mrd. Dollar.

Auch die EU-Kommission hatte Anfang 2014 Untersuchungen gegen Bosch und andere Zulieferer angekündigt. Bisher gebe es dazu aber keinen neuen Stand, so der Bosch-Sprecher.

Gesundheit

IT

Google kündigt Computer in USB-Stick-Größe an

Mit einem Ministick will der US-Internetriese Google jeden modernen Bildschirm in einen Computer verwandeln. Der Chromebit - ein Gemeinschaftsprojekt mit dem taiwanesischen PC-Hersteller Asus - solle im Sommer für weniger als hundert Dollar (93 Euro) auf den Markt kommen, kündigte Google gestern in einem Blogeintrag an.

Der Chromebit sei „kleiner als ein Schokoriegel“, aber ein „vollwertiger Computer“. Der Ministick könne einfach in einen HDMI-Anschluss gesteckt werden und so „jeden Bildschirm“ zu einem Computer machen.

Chromebit sei „perfekt“ für das Büro, aber auch „wirklich nützlich“ für Schulen und Unternehmen, erklärte Google weiter. Einem Sprecher zufolge lässt sich über Bluetooth auch eine Tastatur beispielsweise an einen Fernseher anschließen, der durch den neuen Computerstick in einen PC verwandelt werde.

Google Maps lässt Nutzer Pac-Man spielen

Google hält für seine Nutzer gerne eine Besonderheit parat: Heute konnten Nutzer des Kartendienstes Google Maps auf jedem beliebig gewählten Straßenausschnitt „Pac-Man“ spielen. Dazu genügte es, links unten auf das Spiele-Symbol zu drücken. Es handle sich um einen April-Scherz, sagte eine Sprecherin des Unternehmens in den USA.

„Pac-Man“ muss entlang der Straßen Punkte fressen und dabei bunten Geistern ausweichen. Auch die vier Kraftpillen sind vorhanden, mit denen der Spieler für einige Sekunden umgekehrt die Gespenster verfolgen kann, und die Bonusfrüchte. Die Spielgeschwindigkeit erhöht sich auf Google Maps binnen Sekunden. Allerdings muss der gewählte Kartenausschnitt genügend Straßen aufweisen.

Religion

Mehr Bewegung und weniger Pasta für den Papst

Die Ärzte im Vatikan raten dem Papst zu einem gesünderen Lebensstil mit Diät und mehr Bewegung. Seit Beginn des Pontifikats habe Franziskus zugenommen, dadurch verschlimmere sich sein Ischiasleiden. Die Ärzte hätten in der letzten Zeit Franziskus öfters aufgefordert, sich mehr zu bewegen und lediglich zweimal pro Woche Pasta zu essen. Franziskus sei jedoch eher „undiszipliniert“ und gönne sich fast täglich einen Teller Nudeln.

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Science

Kultur

Musikerin Joni Mitchell auf der Intensivstation

Die kanadische Sängerin Joni Mitchell (71, „Big Yellow Taxi“) wird in einem Krankenhaus in Los Angeles auf der Intensivstation behandelt.

Wie aus einer Mitteilung auf der Website der Künstlerin hervorgeht, wurde sie gestern Nachmittag (Ortszeit) zu Hause bewusstlos gefunden. „Sie kam im Krankenwagen wieder zu Bewusstsein“, hieß es weiter. „Auf der Intensivstation werden verschiedene Tests mit ihr gemacht.“ Sie sei wach und guter Dinge.

Schwere Hautkrankheit

Die 71-Jährige hatte unter anderem mit dem „Billboard“-Musikmagazin im Dezember über schwere gesundheitliche Probleme gesprochen. Sie leide seit längerem an einer besonderen Form von Hautkrankheit, die sie auch daran hindere zu singen, aufzutreten oder Musik aufzunehmen.

Die Rede war von einem vermutlich psychosomatischen Leiden, an anderer Stelle hatte sie früher auch von einer Krankheit des Nervensystems gesprochen. „Ich habe ein erfülltes Leben gehabt“, betonte Mitchell in dem „Billboard“-Interview. „Ich vermisse nicht wirklich etwas.“

Mitchell war spätestens in den 70er Jahren eine der einflussreichsten Singer-Songwriterinnen, unter anderem schrieb sie mit dem Song „Woodstock“ für Crosby, Stills, Nash & Young die Hymne auf das legendäre Festival der Hippie-Bewegung. 2007 war sie im Studio gewesen, Herbie Hancock hatte sie dazu überredet.

Mit Stars wie Tina Turner, Norah Jones und Leonard Cohen hatte Hancock ein Album zu ihren Ehren produziert: „River: The Joni Letters“. Mitchell selbst brachte ein Album mit dem Titel „Shine“ heraus. Im Laufe ihrer Karriere hat sie mehrere Grammys gewonnen und wurde in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Ägyptisches Museum in Turin neu eröffnet

Nach dreieinhalb Jahren Renovierungsarbeiten ist das umgestaltete Ägyptische Museum in Turin eröffnet worden. Italiens Kulturminister Dario Franceschini gab gestern den Startschuss für die Eröffnung der neuen Ausstellungsräume, die für etwa 50 Millionen Euro renoviert worden waren.

„Ich bin sicher, dass dies ein großer Erfolg in Italien und in aller Welt wird“, sagte Franceschini laut Nachrichtenagentur ANSA. „Es ist eine großartige Sammlung, das wussten wir bereits, mit einer nun sehr viel moderneren Gestaltung.“

Etwa 6.500 Objekte werden in dem renommierten Museum ausgestellt, das als eine der weltweit größten Sammlungen dieser Art gilt. „Das ist ein außergewöhnlicher Tag für uns, wir sind sehr stolz, dass wir den Zeitplan und die Kosten einhalten konnten“, sagte Evelina Christillin, die Präsidentin des Museo Egiziano. Die planmäßige Neueröffnung sei ein großes Ziel gewesen.

Leute

Bericht: Ältester Mensch der Welt gestorben

Der älteste Mensch der Welt, die Japanerin Misao Okawa, ist tot. Sie starb gestern Früh (Ortszeit) im Alter von 117 Jahren in einem Altersheim in Osaka, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf Okawa nahestehende Quellen berichtete.

Die 1898 geborene Okawa hatte in drei Jahrhunderten gelebt. Sie war vom Guinness-„Buch der Rekorde“ im Februar 2013 zunächst mit damals 114 Jahren als älteste Frau der Welt registriert worden. Seit August desselben Jahres galt sie mit 115 Jahren als fortan ältester Mensch der Erde.

Enkel von Milliardär Getty tot in seinem Haus gefunden

Andrew Getty, Enkel des Milliardärs J. Paul Getty und Sohn des Komponisten Gordon Getty, ist tot. Der 47-Jährige wurde gestern (Ortszeit) tot in seinem Haus in Los Angeles aufgefunden, wie die „Los Angeles Times“ meldete. Die Eltern bestätigten den Tod, baten „in dieser extrem schwierigen Zeit“ aber um Privatsphäre.

Umstände des Todes unklar

Die Umstände des Todes sind unklar. Der Zeitung zufolge trafen die Polizisten in Gettys Haus eine Frau an, die zur Vernehmung mitgenommen wurde. Der Fall wurde von der Mordkommission übernommen, was aber nicht automatisch auf ein Verbrechen deuten muss.

Erst vor zwei Wochen hatte Getty dem Blatt zufolge aber eine einstweilige Verfügung gegen eine Frau erlassen. Ob das dieselbe Frau war, die in seinem Haus angetroffen wurde, war nicht bekannt.

Gettys Großvater J. Paul Getty war mit Öl zum Multimilliardär geworden. Zeitweise wurde er als reichster Mann der Welt genannt. Er galt als schwierig und geizig und starb 1976 mit 83 Jahren. Sein Sohn Gordon (81) übernahm weite Teile des Geschäfts, wurde aber auch als Komponist klassischer Musik bekannt. Er hat mit seiner Frau Ann, mit der er seit 1964 verheiratet ist, sieben Kinder. Andrew war der Zweitälteste.