Letzte Meldung

Ausland

Jemen: 45 Tote bei saudischem Angriff auf Flüchtlingslager

Bei einem saudi-arabischen Luftangriff auf ein Flüchtlingscamp im Jemen sind heute nach Angaben von Beobachtern mindestens 45 Menschen getötet worden. 65 weitere Menschen seien bei dem Angriff auf das Lager im Nordwesten des Landes verletzt worden, sagte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM).

Frauen und Kinder unter Opfern

Jemenitische Sicherheitskreise berichteten der dpa, Kampfflugzeuge hätten vier Angriffe auf das Flüchtlingslager Al-Masraq nahe der Grenze zu Saudi-Arabien geflogen. Im Lager hätten sich rund 700 Flüchtlinge aufgehalten. Unter den Toten seien auch Frauen und Kinder, hieß es weiter.

Saudi-Arabien und mehrere weitere sunnitische Staaten hatten am vergangenen Donnerstag militärisch im Jemen eingegriffen und mit Luftangriffen gegen die Stellungen der vorrückenden schiitischen Houthi-Miliz begonnen. Damit unterstützen sie Jemens Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der vor den Houthis geflohen ist und sich derzeit im Ausland aufhält.

MH17: Ermittler suchen Zeugen für Abschuss über Ukraine

Das internationale Ermittlerteam zum Absturz von Flug MH17 hat Zeugen für den möglichen Abschuss der Maschine mit einer Boden-Luft-Rakete über der Ostukraine aufgerufen, sich zu melden. In einem heute international verbreiteten Video werden Bilder vom Transport eines Buk-Raketensystems in den Tagen um den Absturz vom 17. Juli 2014 gezeigt.

Bei dem Absturz der Maschine der Malaysia Airlines waren alle 298 Menschen an Bord getötet worden. Die meisten waren Niederländer.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Maschine von einer Rakete abgeschossen wurde. Der Zeugenaufruf heiße jedoch nicht, dass das bereits eindeutig feststehe, so die leitende Staatsanwaltschaft in Rotterdam. „Dafür sind mehr Untersuchungen notwendig.“ Die Niederlande leiten die internationalen strafrechtlichen Ermittlungen.

Zeugenaufruf auch über YouTube

Auf dem fast zwölf Minuten dauernden Video sind Bilder von einem Tieflader zu sehen, der ein Buk-Raketensystem durch die Ostukraine fährt. Auch sind abgehörte Telefongespräche von prorussischen Separatisten zu hören.

Die russischen Gespräche sind mit englischen Untertiteln versehen. Der Zeugenaufruf wurde über mehrere Websites von Polizei- und Justizbehörden sowie den Videokanal YouTube verbreitet.

Serbischer Ultranationalist Seselj schließt Haftrückkehr aus

Der als Kriegsverbrecher angeklagte serbische Ultranationalist Vojislav Seselj hat heute eine Rückkehr nach Den Haag völlig ausgeschlossen. „Ich möchte sehen, wie mich (Premier) Aleksandar Vucic und (Präsident) Tomislav Nikolic nun festnehmen werden“, so Seselj gegenüber der Tageszeitung „Vecernje novosti“.

Das Berufungssenat des UNO-Tribunals für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) hatte, wie heute bekanntwurde, entschieden, dass der im November vorläufig freigelassene Seselj in die Haft nach Den Haag zurückkehren soll.

„Ich habe das Haager Tribunal besiegt. Sie hatten mich dort zwölf Jahre lang gesetzwidrig festgehalten, mein Recht auf ein Gerichtsverfahren in vernünftiger Zeit verletzt“, so Seselj gegenüber der privaten Presseagentur Beta. Die Entscheidung des Senats über seine Rückkehr ins Gefängnis würde ihn „nicht interessieren“.

2003 freiwillig gestellt

Seselj hatte sich im Februar 2003 dem UNO-Tribunal freiwillig gestellt. Seine vorläufige Freilassung wurde im November 2014 vom ICTY mit seinem Gesundheitszustand, namentlich seiner Krebserkrankung, begründet. Die Tageszeitung „Politika“ berichtete kürzlich, dass sich Seselj in Belgrad demnächst einer Chemotherapie unterziehen wird.

Die serbischen Spitzenpolitiker Vucic und Nikolic waren bis Herbst 2008 engste Mitarbeiter Seseljs. Beide Politiker hatten nach der Trennung vom Ultranationalisten einen proeuropäischen Kurs eingeschlagen.

Große Runde tagt bei Atomgesprächen mit Iran

Das Ringen um eine Lösung des Atomkonflikts mit dem Iran geht weiter. In der entscheidenden Runde im schweizerischen Lausanne sind heute Vormittag erstmals die Außenminister aller sieben beteiligten Länder zusammengekommen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow werde allerdings noch im Laufe des Tages zurück nach Moskau reisen, sagte eine Sprecherin heute. Falls es realistische Aussichten auf eine Vereinbarung gebe, werde er morgen nach Lausanne zurückkehren.

Zuletzt hatten die Unterhändler zwar den Einigungswillen aller betont, aber auch von noch erheblichen Differenzen gesprochen. Ein Rahmenabkommen soll spätestens bis morgen vereinbart sein. Bis Ende Juni könnte dann die Ausarbeitung einer kompletten Lösung mit allen technischen Details erfolgen.  

Die UNO-Vetomächte (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich) und Deutschland wollen die Gewissheit, dass der Iran keine Atombombe baut. Dazu soll der Iran sein Atomprogramm beschränken und unmfangreiche Kontrollen zulassen. Der Iran hat jegliche Absicht bestritten, eine Bombe zu bauen. Für ihn ist die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen von zentraler Bedeutung. Ein Vertrag wäre auch ein historischer Schritt in den Beziehungen der Islamischen Republik zum Westen. 

Sarkozy-Triumph über Sozialisten

Die Departementswahlen in Frankreich haben gestern im zweiten Durchgang den erwarteten Erfolg für die Partei des Ex-Präsidenten und Chefs der Konservativen, Nicolas Sarkozy, gebracht. Die regierenden Sozialisten mussten eine schwere Schlappe einstecken und verloren fast ein Drittel aller Departements.

„Der Machtwechsel ist im Gange, und nichts wird ihn aufhalten“, jubelte Sarkozy noch am Abend. Die rechtsextreme Front National von Marine Le Pen ging gestärkt aus der Wahl hervor, die vor allem als Stimmungstest Bedeutung hat - obwohl sie ihr selbst gestecktes Ziel verfehlte.

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Madeira: Neuer Regierungschef nach 37 Jahren

Die konservativ-liberale Partei (PSD) des portugiesischen Ministerpräsidenten Pedro Passos Coelho hat bei Regionalwahlen auf Madeira die absolute Mehrheit verteidigt, aber ihr schlechtestes Ergebnis der jüngeren Vergangenheit erzielt. Nach dem heute veröffentlichten Endergebnis gewann die Sozialdemokratische Partei (PSD) 24 der 47 Sitze im Regionalparlament, einen weniger als vor vier Jahren.

Der „ewige Präsident“ tritt ab

Für die Inselgruppe im Atlantik bedeutete die Wahl den Beginn einer neuen Ära. Madeira wird künftig nicht mehr von Alberto Joao Jardim regiert, der 37 Jahre die Geschicke des Archipels bestimmt hatte und einer der dienstältesten Regierungschefs in der demokratischen Welt war. Der „ewige Präsident“, wie Jardim genannt wurde, hatte mit der PSD bei Wahlen zehnmal hintereinander die absolute Mehrheit im Regionalparlament gewonnen.

Sein Nachfolger wird der frühere Bürgermeister der Inselhauptstadt Funchal, Miguel Albuquerque (53). Der 72-jährige Jardim hatte im Jänner seinen Rücktritt erklärt. Gegen ihn waren in jüngster Zeit Vorwürfe wegen Korruption und Günstlingswirtschaft erhoben worden. Die autonome Region Madeira (260.000 Einwohner) hat einen Schuldenberg von über sechs Milliarden Euro angehäuft.

OSZE kritisiert Präsidentenwahl in Usbekistan

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat einen Mangel an politischem Wettbewerb bei der gestrigen Präsidentenwahl im autoritär regierten Usbekistan kritisiert.

Nach vorläufigen offiziellen Angaben gewann der autoritäre Staatschef Islam Karimow mit einem Ergebnis wie zu Sowjetzeiten. Die Wahlleitung sprach dem 77-Jährigen heute mehr als 90 Prozent der Stimmen zu. Die Beteiligung gaben die Behörden mit mehr als 91 Prozent an.

„Die Politik und die Erfolge des amtierenden Präsidenten wurden von anderen Teilnehmern nicht infrage gestellt“, sagten die OSZE-Beobachter heute in der Hauptstadt Taschkent. Außer Karimow hatten sich drei regimetreue Politiker um das höchste Staatsamt beworben. Unabhängige Kandidaten seien nicht zugelassen gewesen, kritisierte die OSZE.

Inland

ÖVP für Mehrheitswahlrecht, SPÖ überlegt

Die ÖVP will das Mehrheitswahlrecht in ihr neues Parteiprogramm schreiben, das am nächsten Parteitag beschlossen werden soll. Der Koalitionspartner SPÖ zeigt sich nicht abgeneigt: „Darüber kann man schon reden“, sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos heute im Ö1-Mittagsjournal.

Man werde sich mit dem Koalitionspartner in dieser Frage auseinandersetzen, kündigte er an, bis jetzt handle es sich aber lediglich um Absichtserklärungen. Darabos betonte jedoch, dass das Thema sehr heikel sei, Oppositionsarbeit dürfe nicht verunmöglicht werden - er bevorzugt ein minderheitsfreundliches Modell.

FPÖ und Grüne sprachen sich strikt gegen ein Mehrheitswahlrecht aus. „Man soll nicht am offenen Verfassungsherzen herumexperimentieren“, so FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. Die grüne Verfassungssprecherin Daniela Musiol glaubt, dass ein „gefährliches Spiel mit der Demokratie“ betrieben wird, wenn man ein Mehrheitswahlrecht fordert.

Initiative Mehrheitswahlrecht erfreut

Die Initiative Mehrheitswahlrecht und Demokratiereform begrüßte den Zwischenentwurf für das neue ÖVP-Parteiprogramm. Darin befindet sich das Bekenntnis zu einem Mehrheitswahlrecht, das noch intern diskutiert werden soll. „Wir erwarten und erhoffen uns dadurch einen Impuls für eine seriöse Diskussion“, sagte der Sekretär der Initiative, Herwig Hösele, in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

Die Initiative hat seit 2008 eine Reihe von Modellen für mehrheitsfördernde und persönlichkeitsorientierte Elemente im Wahlrecht vorgelegt. Obmann ist der frühere Zweite Nationalratspräsident Heinrich Neisser (ÖVP), Mitglieder sind unter anderen die einstigen ÖVP-Politiker Erhard Busek und Franz Fischler, Ex-Staatsoperndirektor Ioan Holender, Böhler-Uddeholm-Chef Claus Raidl und der Verfassungsjurist Theo Öhlinger.

Heinisch-Hosek will Einkommensschere weiter schließen

Morgen ist „Equal Pay Day“, der Tag, bis zu dem Frauen in das Jahr 2015 hinein weiterarbeiten müssen, damit sie so viel verdient haben wie die Männer Ende 2014. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) verwies heute auf die bereits getroffenen Maßnahmen zur Verringerung der Einkommensdifferenz, es müsse aber weitere Entwicklungen geben, forderte die Ressortchefin in einer Aussendung.

Die Gehaltsschere habe unterschiedliche Ursachen, es müsse daher auch an vielen Schrauben gedreht werden, so Heinisch-Hosek. Nach Einführung der Einkommensberichte, der Gehaltsangaben in Stelleninseraten und des Gehaltsrechners brauche es jetzt „weitere Kraftanstrengungen“.

Derzeit werden die Maßnahmen evaluiert, und auf Basis dieser Ergebnisse sollen die Instrumente weiterentwickelt werden. „Ich baue hier auf die gute Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern“, so die Ministerin.

Schittenhelm fordert Pensionssplitting

ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm pocht anlässlich des Tags der Lohngerechtigkeit auf eine Neubewertung der Arbeit. Sie forderte einen „Gender-Check“, der aufzeigen soll, welche Berufe nach wie vor nicht entsprechend entlohnt werden, und ein verpflichtendes Pensionssplitting. Dadurch würden Kindererziehungszeiten entsprechend berücksichtigt werden, „denn auch Familienarbeit ist Arbeit“, stellte Schittenhelm fest.

In Österreich werden seit Jahren zwei Tage der Lohngerechtigkeit begangen, was auf die Berechnungsmethode zurückzuführen ist. Neben dem Frühlingstermin gibt es somit auch einen „Equal Pay Day“ im Herbst.

Gerald Grosz tritt als BZÖ-Obmann ab

Gerald Grosz tritt als Parteichef des BZÖ zurück. Das teilte er heute den Parteimitgliedern per E-Mail und gegenüber der APA mit. Sein berufliches Engagement - Grosz ist als Unternehmer tätig - lasse es nicht zu, vollen Einsatz zu zeigen. Es wäre „regelrecht unmoralisch“, das Amt weiterhin zu besetzen.

Grosz übernahm die vom verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider gegründete Partei nach der Wahlschlappe bei der Nationalratswahl 2013. Heute Abend findet nun eine Sitzung des Bundesparteivorstands statt. Für morgen wurde zu einer Pressekonferenz zum Thema „Personelle Entscheidungen und Weichenstellungen für die Zukunft“ in Klagenfurt eingeladen.

Nach dem Beschluss des neuen Parteiprogramms im vergangenen Herbst plante Grosz auch eine personelle Neuaufstellung, zum zehnten Jahrestag der Parteigründung wird diese vollzogen. Er wird seine Funktion als BZÖ-Obmann heute beenden und dem Vorstand einen Nachfolgevorschlag machen. Wer das ist, ließ er mit Verweis auf die Pressekonferenz noch offen.

17 Beschuldigte in Causa Seenkauf

Der Verdacht, dass beim Ankauf von Seegrundstücken durch das Land Kärnten 2007 nicht nur zu viel bezahlt wurde, sondern auch Schmiergeld im Spiel gewesen ist, erhärtet sich. In der Causa wird nicht nur gegen Stefan Petzner und Harald Dobernig ermittelt: Insgesamt gibt es 17 Beschuldigte, unter ihnen sind mit Gabriele Schaunig, Reinhart Rohr (beide SPÖ), Gerhard Dörfler (FPÖ) und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (Team NÖ) vier aktive Politiker.

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Sport

Ski alpin: Hirscher legt Sonderschichten ein

Der angekündigte Schneefall lässt bei Weltcup-Gesamtsieger Marcel Hirscher das Herz schneller schlagen. Bei perfekten Bedingungen können deshalb noch wichtige Ski- und Materialtests für die nächste Saison gemacht werden.

Eine Karrierepause nach dem historischen vierten Gesamtsieg in Serie schloss Hirscher bei einem Termin seines Sponsors in Wien kategorisch aus, eher werde er noch ein paar Jahre „gescheit fahren und lieber früher aufhören“, als zwischendurch eine Pause einzulegen. Sein Vertrag mit Raiffeisen dürfte jedenfalls weitergehen. Ob der von Anna Fenninger verlängert wird, ist dagegen offen.

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Fußball: ÖFB-Teamchef Koller bleibt „giftig und fokussiert“

Der Kantersieg in Liechtenstein und die Tabellenführung in Gruppe G können den in der EM-Quali weiter ungeschlagenen ÖFB-Teamchef Marcel Koller nicht dazu verleiten, eine zufriedene Zwischenbilanz zu ziehen. Schon gar nicht vor dem schwierigen Test gegen Bosnien-Herzegowina morgen (20.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) im Wiener Ernst-Happel-Stadion.

„Zufrieden bin ich erst, wenn wir fix bei der EM sind“, betonte Koller. Bis dahin werde er „giftig und fokussiert“ bleiben - auch in der Vorbereitung auf die „spielerisch starke, robuste Mannschaft“ Bosniens mit einigen prominenten Namen.

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Wirtschaft

Mitarbeiter von Schloss Windsor drohen mit Arbeitskampf

Aus Ärger über schlechte Bezahlung droht ein Teil des Personals der Queen auf Schloss Windsor mit einem Arbeitskampf. Je nach Ausgang einer entsprechenden Abstimmung werde sich ein Teil der Angestellten weigern, neben den normalen Aufgaben sogenannte Gefälligkeitsdienste zu übernehmen, für die sie bisher nicht bezahlt würden, kündigte die Gewerkschaft PCS heute an.

Ärger über kostenlose Extradienste

Nach ihren Angaben wird von den notorisch schlecht bezahlten Mitarbeitern des 900 Jahre alten Schlosses erwartet, dass sie kostenlose Extradienste übernehmen - beispielsweise als Schlossführer und Übersetzer.

Den Mitarbeitern liege sehr daran, dass Besucher von Schloss Windsor „königlich“ behandelt würden, sagte PCS-Generalsekretär Mark Serwotka. Doch sei es „skandalös, dass sie so erbärmlich bezahlt werden und von ihnen erwartet wird, ohne Bezahlung Arbeiten zu übernehmen, die der königlichen Familie Geld einbringen“. Laut seinen Angaben beginnt die Abstimmung über den geplanten Dienst nach Vorschrift morgen und endet am 14. April.

Sollte die Mehrheit der 120 Gewerkschaftsmitglieder dafür stimmen, wäre es laut Serwotka der erste Arbeitskampf von Mitarbeitern der Königsfamilie. Das Schloss beschäftigt insgesamt 200 Angestellte. Königin Elizabeth verbringt gewöhnlich ihre Wochenenden dort, zu Ostern hält sie sich in der Regel einen Monat auf Schloss Windsor auf.

Wieder Verhandlungen über Griechenlands Reformliste

Vertreter Griechenlands und der internationalen Geldgeber haben ihre Verhandlungen über eine Reformliste fortgesetzt.

„Die Tatsache, dass Experten das ganze Wochenende und auch heute arbeiten, ist ein positives Zeichen“, sagte der Chefsprecher der EU-Kommission heute in Brüssel. Das zeige die Bereitschaft und die Ernsthaftigkeit von allen Seiten zusammenzukommen.

Die Gespräche laufen laut dem Sprecher sowohl in Brüssel als auch in Athen. Eine verbindliche Einigung auf Reformen ist Voraussetzung für weitere Auszahlungen aus dem verlängerten Hilfspaket für das Krisenland. Es stehen aus verschiedenen Quellen noch insgesamt 7,2 Milliarden Euro bereit. Die Zeit drängt, da die Athener Kassen fast leer sind und deshalb der Staatsbankrott droht.

Laut Athener Regierungskreisen ist die Liste kein Tabu - es könnten in den Verhandlungen einzelne Maßnahmen herein- oder herausgenommen werden. Vor allem ein verstärkter Kampf gegen die Steuerhinterziehung soll dem griechischen Staat neue Einnahmen in Höhe von drei Milliarden Euro bringen.

Merkel: Gesamtrahmen muss stimmen

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel billigte Griechenland im Reformstreit mit der Euro-Zone eine flexible Umsetzung von Sparvorgaben zu. „Welche Maßnahmen eine Regierung ergreift, dazu kann es Variationen geben“, sagte Merkel bei einem Besuch in der finnischen Hauptstadt Helsinki. Es müssten aber der Gesamtrahmen stimmen und am Schluss die Finanzstabilität wiederhergestellt werden. Griechenland habe sich entsprechend den Verabredungen in der Euro-Zone dazu verpflichtet, sein Reformprogramm fortzusetzen.

Österreichs Wirtschaftsklima hellt sich auf

Das Wirtschaftsklima in Österreich ist im März mit einem Plus von 2,3 Prozent am zweitstärksten innerhalb aller 28 EU-Staaten gewachsen.

Nur Italien konnte gegenüber Februar mit plus 2,4 Prozent einen noch höheren Anstieg erzielen. Die EU legte um 0,9 Prozent zu, die Euro-Zone konnte sich beim Economic Sentiment Indicator (ESI) um 1,6 Prozent steigern, teilte die EU-Kommission heute mit.

In insgesamt 13 Ländern wurde eine Abnahme des Wirtschaftsklimas verzeichnet, am stärksten in Großbritannien (minus 2,7 Prozent). Dann folgten Malta (minus 2,4 Prozent), Luxemburg (minus 2,3 Prozent), Bulgarien (minus 2,2 Prozent), Schweden und die Slowakei (je minus 2,0 Prozent), Griechenland (minus 1,4 Prozent), Estland (minus 1,1 Prozent), Dänemark und Tschechien (je minus 0,5 Prozent), Polen und Rumänien (je minus 0,4 Prozent) sowie Zypern (minus 0,2 Prozent).

14 EU-Staaten konnten mit einem Plus aufwarten. Hinter Italien und Österreich kamen Litauen (plus 2,2 Prozent), Deutschland und Slowenien (je plus 1,8 Prozent), Lettland und Spanien (je plus 1,7 Prozent), Portugal (plus 1,3 Prozent), Finnland und Kroatien (je plus 1,2 Prozent), die Niederlande (plus 0,9 Prozent), Belgien (plus 0,8 Prozent), Frankreich (plus 0,4 Prozent) und Ungarn (plus 0,3 Prozent). Keine Daten lagen aus Irland vor.

Chronik

Linienflug nach Bombendrohung unterbrochen

Ein türkisches Passagierflugzeug ist nach einer Bombendrohung in der marokkanischen Stadt Casablanca gelandet. Flug TK15 war in Istanbul gestartet und sollte nach Auskunft von Turkish Airlines mit rund 250 Passagieren an Bord nach Sao Paulo in Brasilien fliegen.

Die Boeing 777 ist einer Sprecherin der Fluglinie zufolge gegen 14.30 Uhr deutscher Zeit in Casablanca gelandet. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Acht Tote bei Busunglück in US-Staat Florida

Bei einem Busunfall im US-Bundesstaat Florida sind acht Menschen ums Leben gekommen. Zehn weitere Menschen wurden laut Polizeiangaben in der Nacht auf heute verletzt. Der Fahrer eines Kleinbusses hatte in der Nähe der Stadt Moore Haven ein Stoppschild übersehen, der Bus kam von der Straße ab und stürzte in einen Kanal.

Der Fahrer sei unter den Todesopfern, hieß es. Einer der zehn Überlebenden schwebe in Lebensgefahr. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauerten an.

Gesundheit

Science

Kultur

Tate Britain zeigt Tracey Emins ungemachtes Bett

Das umstrittene Kunstwerk „My Bed“ aus einer Matratze, gebrauchten Leintüchern und leeren Schnapsflaschen ist ab morgen im Rahmen der Schau „BP Spotlight: Tracey Emin and Francis Bacon“ im Londoner Museum Tate Britain zu sehen. Die englische Künstlerin Tracey Emin (51) hat es nach eigenen Worten als „Selbstporträt aus Objekten“ angefertigt, nachdem eine Beziehung traumatisch geendet hatte.

1999 schaffte Emin es damit in die engere Auswahl für den renommierten Turner-Preis, was für einen kleinen Skandal in der Kunstwelt sorgte. Heute gehört es zu den berühmtesten modernen Kunstwerken Großbritanniens. Bis Juni 2016 wird das ungemachte Bett, neben dem Kondome, ein Stofftier, Zigarettenpackungen, eine Nagelschere und andere Gegenstände herumliegen, zu sehen sein.

Um das Bett herum hängen zwei von Emin ausgewählte Gemälde des in Dublin geborenen Künstlers Francis Bacon (1909-1992), die Emin selbst ausgesucht hat. Außerdem hat sie dem Museum anlässlich der Ausstellung sechs eigene Bilder vermacht.

Emin-Ausstellung bald in Leopold Museum

Vergangenen Sommer hatte der Kunsthändler Jay Jopling das Bett im Namen des deutschen Industriellen und Sammlers Christian Graf Dürckheim-Ketelhodt für mehr als drei Millionen Euro ersteigert. Zuvor hatte es dem namhaften Londoner Kunstsammler Charles Saatchi gehört. Nach der Ausstellung in London soll das Kunstwerk in Emins Heimatstadt Margate zu sehen sein, anschließend in Liverpool.

In Wien ist ab 24. April eine große Ausstellung von Tracey Emin im Leopold Museum zu sehen, bei der sie nicht nur rund 80 eigene Werke zeigt, sondern ihre Arbeiten auch in Beziehung zu von ihr persönlich ausgewählten Zeichnungen von Egon Schiele setzt.

Wegen „Tannhäuser“: Operndirektor in Sibirien entlassen

Nach einem wochenlangen Streit über eine Inszenierung von Wagners „Tannhäuser“ in Nowosibirsk hat das Moskauer Kulturministerium den Direktor des Theaters entlassen.

Boris Mesdritsch habe sich als Leiter des Operntheaters Anweisungen widersetzt, umstrittene Szenen der Arbeit des jungen Regisseurs Timofej Kuljabin zu ändern, teilte die Behörde in Moskau heute mit.

Kritik der Kirche

Das Ministerium reagierte damit auf Kritik der russisch-orthodoxen Kirche, die dem Theater eine absichtliche Verletzung religiöser Gefühle vorwirft. In einer Szene der Aufführung, die im Dezember in der Millionenstadt Premiere hatte, ist Jesus als Filmfigur mit halb nackten Frauen zu sehen.

Vizekulturminister Wladimir Aristarchow sagte im Fernsehen, solche Szenen in einem mit Steuergeldern finanzierten Staatstheater seien „unzulässig“. Teile der Bevölkerung fühlten sich beleidigt.

Theaterdirektor Mesdritsch hatte die Arbeit bis zuletzt verteidigt - auch gegen Straßenproteste von Orthodoxen. Er sagte der Agentur Interfax, dass sein Vertrag keinen Widerspruch gegen die Kündigung zulasse. Als Nachfolger wurde der Oligarch Wladimir Kechman eingesetzt, der zudem das Michailowski-Theater in St. Petersburg führt. In Russland kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Kirchenfunktionären und Kulturschaffenden.

Song Contest

Alle Highlights in einem Schmöker

Drei Wiener Historiker haben tief in die Geschichte des Song Contest geschaut. Das Ergebnis liegt nun in Form des Buches „The Very Best Of Song Contest“ vor.

Pannen und Peinlichkeiten thematisiert der Schmöker ebenso, wie er skurriles Wissen zutage fördert und auch viel Song-Contest-Personal zu Wort kommen lässt - etwa auch eine ehemalige Schülerin der Autoren, die im Jahr 2011 für Kroatien am Song Contest teilnahm.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at