Ausland

Demo zum Gedenken an ermordeten Nemzov in Moskau

Tausende Anhänger der russischen Opposition haben bei einem Gedenkmarsch für den ermordeten Politiker Boris Nemzow gegen Russlands Regierung protestiert. Mit Fotos des getöteten Oppositionsführers und weiß-blau-rot gestreiften Nationalflaggen zog die Menge heute durch das Zentrum von Moskau. „Russland ohne Putin“, skandierte die Menge immer wieder im Protest gegen Präsident Wladimir Putin.

Demonstration in Moskau

APA/AP/Dmitri Lovetsky

Die Veranstalter sprachen zunächst von rund 15.000 Teilnehmern, die Polizei meldete rund 5.000 Teilnehmer. Die Sicherheitskräfte riegelten die Demonstration weitgehend ab. Nemzow war am 27. Februar 2015 in Sichtweite des Kremls erschossen worden. Die Tat löste international Bestürzung aus.

Die Anklage geht von einem Auftragsmord aus, wobei sich der angebliche Auftraggeber ins Ausland abgesetzt haben soll. Gegen fünf Tatverdächtige läuft ein Prozess. Nemzows Anhänger vermuten die Hintermänner aber in der Führung der Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus.

Taliban rufen zum Bäumepflanzen auf

In einem einigermaßen rätselhaften Aufruf fordern die afghanischen Taliban dazu auf, dass „die Mudschaheddin und geliebten Landsleute einander beim Pflanzen von Bäumen die Hände reichen müssen“. Der in vier Sprachen abgefasste Aufruf wurde am Wochenende im Namen von Taliban-Führer Mullah Haibatullah Akhundzada verbreitet.

In dem Statement heißt es, man bleibe trotz des Aufrufs zum Pflanzen von Bäumen „aktv engagiert im Kampf gegen ausländische Invasoren und ihre Lakaien“, womit die Regierung in Kabul gemeint ist.

Der Beginn des Frühjahrs markiert üblicherweise den Auftakt vermehrter militärischer und terroristischer Aktivitäten der Taliban. Dementsprechend erklärte ein Sprecher von Präsident Ashraf Ghani, die Botschaft sei nur zur „Täuschung der öffentlichen Meinung“ gedacht, um von den „Verbrechen und der Zerstörung“ der Taliban abzulenken.

Tunesien vor Streichung von Zehntausenden Beamtenjobs

Tunesien plant unter dem Druck des Internationalen Währungsfonds einen verschärften Reformkurs. Zehntausend Stellen im öffentlichen Dienst sollten gestrichen werden, sagte Finanzministerin Lamia Zibri gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem sei geplant, Anteile an drei staatlichen Banken zu verkaufen.

Tunesien hat im Juni eine erste Trance von 320 Millionen Dollar aus einem Hilfspaket des IWF erhalten. Die zweite Tranche, die eigentlich für Dezember geplant gewesen sei, sei dagegen nicht ausgezahlt worden, sagte Zibri. Mit den Reformen hofft die Regierung in Tunis, den IWF noch umstimmen zu können.

Junge Demokratie gefährdet

Auch der Verkauf von Unternehmen, die einst dem gestürzten Machthaber Zine El Abidine Ben Ali gehört haben, sei geplant. Das dürfte aber weniger als 300 Millionen Dollar einbringen, sagte Zibri. Immerhin ziehe die Wirtschaft an. So seien mehr Buchungen von Touristen in der wichtigen Sommersaison eingegangen, und auch das Phosphorgeschäft laufe gut. Es sei möglich, dass das Wachstum mit drei Prozent besser ausfalle als bisher angenommen.

Der Tourismus, der acht Prozent der Wirtschaftsleistung Tunesiens ausmacht, war nach mehreren Anschlägen 2015 deutlich zurückgegangen. Nach dem Sturz Ben Alis hat Tunesien freie Wahlen eingeführt, eine neue Verfassung verabschiedet und gilt damit als demokratisches Vorbild in der Region. Doch das Land leidet unter einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit. Zudem bremsen politische Grabenkämpfe die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Iran: Präsident Rouhani tritt für zweite Amtszeit an

Der iranische Präsident Hassan Rouhani wird für eine zweite vierjährige Amtszeit antreten. Das gab Vizepräsident Hussein-Ali Amiri heute bekannt. Bis jetzt hatten sich weder Rouhani noch das Präsidialamt zu dem Thema geäußert. Die Präsidentschaftswahl findet am 19. Mai statt.

Der 68 Jahre alte Rouhani gehört zum Reformlager. Die anderen beiden großen Lager, die Hardliner sowie die Konservativen, suchen noch nach geeigneten Gegenkandidaten. Nach Einschätzung von Kommentatoren hat jedoch keiner der bisher genannten möglichen Kandidaten eine reelle Chance, die Wiederwahl Rouhanis zu gefährden.

Die Opposition hofft, dass sich vor der Wahl außenpolitische Spannungen - dabei insbesondere mit der US-Regierung von Präsident Donald Trump - verschärfen und die Wirtschaft nicht wie erwartet von der Umsetzung des Atomabkommens mit dem Westen profitiert. Beides könnte zum Scheitern von Rouhanis moderatem Kurs und zu einem politischen Comeback der Hardliner und Konservativen an die Macht führen.

Syriens Armee rückt angeblich gegen IS bei Aleppo vor

Die syrische Armee ist am Wochenende Beobachtern zufolge gegen die radikalislamische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordwesten des Landes vorgerückt. Die Kämpfe hielten an, teilte die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute mit. 14 Ortschaften seien unter die Kontrolle der Armee geraten, die Soldaten seien bis auf 25 Kilometer an den Assad-See herangerückt.

Durch den Vorstoß in ein Gebiet südlich der Stadt al-Bab verhindert die Armee ein Vorrücken der Türkei und der von ihr unterstützten Rebellengruppen Richtung Süden. Al-Bab wurde erst vor wenigen Tagen durch Aufständische mit Unterstützung der Türkei von der IS-Miliz erobert.

Strategisch wichtiges Gebiet

Zudem kommen die Soldaten von Präsident Baschar al-Assad mit ihrem Vormarsch dem Ziel näher, die Kontrolle über die Wasserversorgung der Großstadt Aleppo zu erringen. Der Assad-See liegt oberhalb des Tabka-Dammes, der den Euphrat staut.

Die Niederlage des IS in al-Bab nach wochenlangen Kämpfen markiert die Vertreibung der Extremisten im Nordwesten Syriens. Die nahe der Grenze zur Türkei gelegene Region war lange fest in der Hand des IS. Die Türkei hat sich in den Konflikt eingeschaltet, um einerseits den IS zu bekämpfen und andererseits den Einfluss der kurdischen Rebellen zu beschneiden, die seit 2015 zusammen mit anderen Gruppen den IS zurückdrängen.

Terror und Gewalt

Zudem hat eine neue Welle der Gewalt in Syrien die Friedensverhandlungen zwischen Vertretern des syrischen Regimes und der Opposition in Genf überschattet. Allein gestern starben Aktivisten zufolge mehr als 40 Menschen bei einer Serie von Selbstmordattentaten in der Stadt Homs. Tags zuvor gab es auch in der Stadt al-Bab viele Tote bei einem Anschlag. Die syrische Luftwaffe griff indes von Rebellen gehaltene Gebiete an.

Mehr dazu in Regime droht mit Vergeltung

Über 3.500 fremdenfeindliche Angriffe in Deutschland

Im vergangenen Jahr hat es in Deutschland mehr als 3.500 Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Dabei wurden 560 Menschen verletzt, unter ihnen 43 Kinder, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe heute unter Berufung auf eine Antwort des deutschen Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage berichteten.

Demnach wurden 2.545 Angriffe auf Flüchtlinge außerhalb ihrer Unterkünfte gezählt. Hinzu kamen 988 Angriffe auf Flüchtlingsheime - das waren nur geringfügig weniger als im Vorjahr mit 1.031 Angriffen. Zudem wurden 217-mal Hilfsorganisationen oder freiwillige Asylhelfer attackiert.

Die deutsche Regierung verurteilte die Gewalt gegen Flüchtlinge demnach „aufs Schärfste“. Ulla Jelpke von der Linksfraktion unterstrich: „Das sind nahezu zehn Taten am Tag. Muss es erst Tote geben, bevor die rechten Gewalttaten als ein zentrales Problem der inneren Sicherheit eingestuft werden und ganz oben auf der Agenda der Innenpolitik stehen?“, fragte sie.

Inland

Drozda für Änderungen bei Staatsholding ÖBIB

Kanzleramtsminister Thomas Drozda spricht sich für eine Änderung der Österreichischen Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) aus. „Die ÖBIB ist kein Modell, um die Eigentümerrolle der Republik kompetent wahrzunehmen“, zitiert der „Kurier“ Drozda in der Sonntag-Ausgabe. Unter dem Motto: „Gestalten statt verwalten“ sollte die ÖBIB zum Holdingdach für weitere Unternehmen ausgebaut werden, an denen der Staat oder die Länder beteiligt sind.

Die ÖBIB, die ehemalige Staatsholding ÖIAG, muss laut Gesetz die Eigentümerinteressen des Bundes wahrnehmen, sitzt aber im Gegensatz zur ÖIAG selbst nicht in den Aufsichtsräten der Unternehmen, sondern ein Nominierungskomitee sucht die Aufsichtsräte aus.

Auch ÖVP angeblich unzufrieden

„Das ist eine seltsame Konstruktion, die die Stellung der Republik gegenüber den Syndikatspartnern (America Movil, Abu Dhabi; Anm.) schwächt. Die ÖBIB muss wieder in die Präsidien der Aufsichtsräte und in die relevanten Ausschüsse“, fordert Drozda, seit Sommer 2016 Mitglied des Komitees und in der SPÖ für die ÖBIB zuständig. Das werde bei allen großen Holdings so gehandhabt.

Laut dem Zeitungsbericht gibt es auch in der ÖVP zunehmend Kritik an der Staatsholding, die vor gerade einmal zwei Jahren die ÖIAG ablöste. Drozda spricht sich für eine Änderung der ÖBIB aus, mit dem Ziel, die Beteiligungen professionell zu managen, „um die Industriesubstanz und die Headquarters zu erhalten“. Die Republik müsse den nachvollziehbaren strategischen Interessen der Syndikatspartner „etwas entgegensetzen können“.

Chefin wieder vor Ablöse?

Die ÖBIB sollte zum Holdingdach für weitere Unternehmen ausgebaut werden, an denen der Staat oder die Länder beteiligt sind, erklärt Drozda. Eine Neukonzeption sei aber eine Aufgabe für das nächste Regierungsprogramm. Unter das Dach einer neuen Holding könnten dann alle Unternehmen kommen, an denen es strategische Interessen gebe und die im Wettbewerb stehen, etwa aus der E-Wirtschaft. ASFINAG und ÖBB kämen dafür nicht in Frage.

ÖBIB-Chefin Martha Oberndorfer würde bei einer Neuaufstellung der Staatsholding höchstwahrscheinlich nicht mehr an Bord sein, schreibt der „Kurier“. „Die Geschäftsführung ist nicht das Thema. Zuerst muss man die Strukturen überlegen und dann über eine erfahrene Persönlichkeit mit industriellem Background nachdenken“, so Drozda.

Medienberichte: Neue Details zu Eurofightern

Vor der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats zur Eurofighter-Affäre sind am Wochenende einige weitere Details publik geworden. So berichtete die „Kronen Zeitung“ heute von angeblich überhöhten Rechnungen für Ersatzteile des Jets. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der die Zustimmung zu einem U-Ausschuss vom Vorliegen neuer Fakten abhängig macht, zeigte sich davon aber vorerst unbeeindruckt.

Laut „Kronen Zeitung“ wurden dem Bundesheer für eine Gummidichtung 14.554 Euro verrechnet, für 110 Beilagscheiben 123.757 Euro. Erst nach Kritik der internen Revision des Verteidigungsministeriums habe man den Preis auf 127 bzw. 49,28 Euro reduziert.

Für Strache „Fall für das Gericht“

Das „profil“ berichtete, dass ein namentlich nicht genannter leitender ORF-Mitarbeiter den Eurofighter-Hersteller EADS vor der Vergabe 2002 mit Lobbying-Tipps beraten habe. Und laut „News“ wird der Vorwurf des Verteidigungsministeriums, wonach 183,4 Mio. Euro Gegengeschäftskosten im Eurofighter-Kaufpreis eingerechnet wurden, auch durch Aussagen von EADS-Manager Aloysius Rauen aus 2013 bestätigt.

Unklar ist indes weiterhin, ob der neuerliche Eurofighter-U-Ausschuss zustande kommt. Strache ließ am Wochenende via Facebook wissen, er wolle die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarten. Die angeblich überhöhten Ersatzteilpreise sind aus seiner Sicht „ein Fall für das Gericht“. Vom für den Sicherheitsrat am Dienstag angekündigten Einblick in die Anzeige des Verteidigungsministeriums erwartet Strache offenbar nicht viel: „Eine Einsicht in die Strafanzeige (...) wird sicher nicht in zwei Stunden abzuhandeln sein, außer der Inhalt hat kein Gewicht.“

Kritik an schleppender Verwaltungsreform

Kritik an der gestern gestarteten Verwaltungsreform-Arbeitsgruppe der Regierung kommt vom IV-nahen Institut EcoAustira. Arbeitsgruppen habe es seit den 1990er Jahren viele gegeben, erinnerte EcoAustria-Chef Josef Moser am Wochenende gegenüber der APA. „Es wäre an der Zeit, dass man jetzt die Strukturreformen angeht.“

Moser befürchtet, dass auch die im überarbeiteten Regierungsprogramm angekündigten Maßnahmen wenig an der Kompetenzzersplitterung ändern werden. Als Beispiel nennt er die geplante Schulautonomie, wo zwar der Leiter eines Bildungsclusters mehr Verwaltungspersonal anfordern könne. Bezahlen müsse aber erst recht wieder die jeweilige Gemeinde als Schulerhalter, während für die Lehrer Bund und Länder zuständig seien.

„Es liegt alles am Tisch“

„Bemerkenswert“ ist aus Mosers Sicht, dass im Regierungsprogramm eine eigene Arbeitsgruppe zur Harmonisierung des Pensionswesens angekündigt wird (sie soll im April starten). Der „Harmonisierungsbedarf“ in einzelnen Ländern sowie bei Sozialversicherungen, ÖBB und Nationalbank sei bekannt, das Sparvolumen auch. „Wenn man das sofort in Angriff nimmt, braucht man dazu keine Bund-Länder-Arbeitsgruppe“, so der frühere Rechnungshof-Präsident.

Das überarbeitete Regierungsprogramm enthalte durchaus sinnvolle Vorschläge - etwa die Entlastung der Spitäler durch eine bessere fachärztliche Versorgung, meint Moser. An der Kompetenzzersplitterung werde das aber nichts ändern, weil nach wie vor kein einheitlicher Finanzierungstopf für das Gesundheitswesen vorgesehen sei. Moser drängt die Regierung zu „nachhaltigem“ Handeln: „Es liegt alles am Tisch. Es bedürfte nur eines klaren politischen Willens, in welche Richtung es gehen soll.“

Sport

Fußball: Salzburg-Star Soriano auf dem Weg nach China

Goalgetter Jonathan Soriano steht unmittelbar vor einem Wechsel von Red Bull Salzburg nach China. Der 31-Jährige Spanier hatte das Fußballgeschehen in der Meisterschaft in den letzten Jahren maßgeblich geprägt. Der Torschützenkönig der letzten drei Saisonen soll bei Beijing Guoan anheuern. Auch wenn der Vertrag offiziell noch nicht unterschrieben ist, so geht man in Salzburg bereits fix von einem Abschied des Kapitäns aus.

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Bundesliga: Sturm sucht Erfolgserlebnis

Im Herbst noch Tabellenführer der Bundesliga, im Frühjahr nach zwei Runden noch punkte- und torlos inklusive der 0:4-Heimabfuhr letzten Samstag gegen die Austria: Sturm Graz ist dringend auf der Suche nach dem Erfolgserlebnis.

Eine Chance bietet sich heute (16.30 Uhr, diesmal live in ORF2 sowie im Livestream), wenn die Grazer beim schwächsten Heimteam der Liga in St. Pölten gastieren. Doch die Steirer sind vor den aufstrebenden Niederösterreichern gewarnt.

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Wirtschaft

Weltweite Staatsschulden steigen auf 42 Billionen Euro

Der weltweite staatliche Schuldenberg wird bis Jahresende 2017 um fast eine Billion auf einen neuen Rekordwert von umgerechnet 42 Billionen Euro anwachsen. Das wäre ein Plus von 2,3 Prozent, schreibt die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) in einem aktuellen Report. Die meisten Kredite werden erneut die USA und Japan aufnehmen müssen. Sie kommen gemeinsam auf 60 Prozent der gesamten geplanten Kapitalaufnahmen, gefolgt von China, Italien und Frankreich.

Gleichzeitig dürfte der Anteil der erstklassigen Schuldner mit einem „AAA“-Spitzenrating auf ein Allzeittief fallen. Nur noch sieben Prozent der geschätzten Gesamtverschuldung und sechs Prozent der langfristigen Verbindlichkeiten fallen in diese Kategorie. Verantwortlich dafür ist hauptsächlich die Abstufung von Großbritannien auf „AA“ im Juni des Vorjahres. Die Hälfte aller Staatsschulden werden ein „AA“-Rating haben, da fünf der sechs größten staatlichen Schuldner in diese Kategorie fallen: die USA, Japan, China, Frankreich und Großbritannien.

Nach den Berechnungen von S&P weist Japan in diesem Jahr den mit Abstand höchsten Bedarf von Schuldenverlängerungen auf. Staatsschulden in Höhe von 66 Prozent des japanischen BIP müssen demnach verlängert werden. Mit 254 Prozent wies Japan 2016 auch die höchste Staatsverschuldungsrate unter allen bewerteten Ländern auf. Auch der Anteil der kurzfristigen Verschuldung ist in Japan mit 15 Prozent relativ hoch. In den meisten entwickelten Volkswirtschaften liegt der Anteil der kurzfristigen Schulden an der Gesamtverschuldung zwischen fünf bis zehn Prozent, unterstreicht S&P.

Kroatischer Firmenriese Agrokor unter Druck

Eines der größten kroatischen Unternehmen, Agrokor, gerät zunehmend unter Druck. Mehr als drei Jahre nach einer Milliardenübernahme der slowenischen Lebensmittelkette Mercator kämpft der größte Lebensmittelproduzent und -einzelhändler in Südosteuropa damit, seine Finanzlage zu stabilisieren. Agrokor hat vor allem hohe Schulden bei russischen Banken - und Russland kündigte zuletzt an, etwaiges weiteres Geld nur noch zu Marktkonditionen zu verleihen.

Mehr dazu in „Denken nicht an weitere Kredite“

Chronik

Nach New Orleans: Auch in London Auto in Menschengruppe

Nach einem Vorfall in der US-Stadt New Orleans ist auch in London ein Auto mit einem mutmaßlich betrunkenen Lenker in eine Gruppe Fußgänger gefahren. Fünf Menschen wurden heute verletzt in Krankenhäuser gebracht, wie die britische Press Association unter Berufung auf die Polizei meldete. Der Vorfall ereignete sich Sonntagfrüh in Bromley Road im Südosten der britischen Hauptstadt.

Auto an der Unglücksstelle

APA/AFP/Daniel Leal-Olivas

Der Wagen sei zunächst gegen eine Wand geprallt und dann mit den Passanten zusammengestoßen. Der Fahrer sei noch am Tatort von einem Polizisten außer Dienst festgenommen worden, sagte ein Sprecher von Scotland Yard. Die Straßen in der Umgebung wurden abgesperrt. Über die Hintergründe war zunächst nichts bekannt.

Dutzende Verletzte in New Orleans

Ein offenbar stark betrunkener Autofahrer war bei einem Faschingsumzug in New Orleans in die Zuschauermenge gerast. Nach Angaben des Senders CNN und der lokalen Zeitung „Times-Picayune“, die sich auf den städtischen Polizeichef Michael Harrison beriefen, wurden bis zu 28 Menschen verletzt, fünf von ihnen schwer. Niemand schwebe aber in Lebensgefahr, hieß es. CNN zufolge ist das jüngste Opfer drei Jahre alt.

Rettungskräfte an der Unglücksstelle

APA/AP/NOLA.com/The Times Picayune/Chris Granger

Der Sender sprach von 21 Verletzten, die „Times-Picayune“ von 28, von denen 21 in Krankenhäuser gebracht worden seien. Der Fahrer des Geländewagens mit offener Ladefläche, nach Augenzeugenberichten ein junger Mann, wurde den Berichten zufolge festgenommen. Es gebe keinen Hinweis auf einen terroristischen Akt.

Die Parade war eine der größten der alljährlichen Mardi-Gras-Feierlichkeiten in New Orleans, die am Dienstag ihren Höhepunkt erreichen. CNN zufolge ist dieser Umzug traditionell besonders familienorientiert. Viele Zuschauer hätten ihre Kinder mitgebracht.

Zwei Österreicher nach Amokfahrt in Heidelberg verletzt

Bei der tödlichen Amokfahrt in der deutschen Stadt Heidelberg sind insgesamt zwei Österreicher verletzt worden. Ein Mann war gestern Nachmittag in eine Menschengruppe gefahren und hatte dabei einen 73-Jährigen getötet. Zwei Fußgänger wurden leicht verletzt, beide seien österreichische Staatsbürger, teilte Außenministeriumssprecher Thomas Schnöll heute mit.

Es handelt sich um einen Mann und eine Frau, die bereits seit mehreren Jahren in Heidelberg leben. Die österreichische Botschaft stehe in Kontakt zu ihnen, hieß es aus dem Außenministerium. Beide seien wohlauf, sie seien ambulant versorgt worden und hätten leichte Prellungen erlitten. Zunächst war von einem verletzten 32-jährigen Österreicher berichtet worden sowie von einer verletzten 29-jährigen Frau aus Bosnien-Herzegowina.

Die Polizei durchsuchte den Wagen, mit dem der Mann in die Fußgängergruppe gefahren war.

Das Motiv des 35-jährigen deutschen Tatverdächtigen war zunächst unklar. Laut Polizei gab es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. „Der Grund liegt in der Psyche des Täters“, hieß es. Der Mann flüchtete nach der Tat zu Fuß und mit einem Messer bewaffnet, Polizeibeamte schossen auf ihn. Heute wurde formell Haftbefehl gegen den Mann erlassen, der vorerst weiterhin nicht vernehmungsfähig war.

Medien

Trump sagt Teilnahme an Korrespondentendinner ab

US-Präsident Donald Trump hat seine Teilnahme am traditionellen Dinner der Korrespondenten im Weißen Haus abgesagt. Trump gab seine Entscheidung, die mit einer langen Tradition von US-Präsidenten bricht, gestern im Kurzbotschaftendienst Twitter bekannt.

Seine Nachricht schloss er mit den Worten: „Bitte wünscht allen alles Gute und habt einen großartigen Abend.“ Die Galaveranstaltung findet dieses Jahr am 29. April statt, im Mittelpunkt steht in der Regel eine launige Rede des jeweiligen US-Präsidenten, in der er die Medien, andere Politiker und sich selbst aufs Korn nimmt.

Trump sieht Medien als „Feinde des Volkes“

In den Tagen zuvor hatte er einige US-Medien als „Feinde des Volkes“ geschmäht. Zuletzt schloss Trump unter anderem Vertreter der „New York Times“ und des TV-Senders CNN von einem Briefing im Weißen Haus aus.

Mehr dazu in Trump-kritische Reporter nicht zugelassen

IT

Wer beim Handy sparen will, muss öfter wechseln

Wer seit Jahren den gleichen Handytarif nutzt, kann stark draufzahlen. Denn der Mobilfunkmarkt ist ständig in Bewegung, die Preise sind allein im letzten Jahr um fast ein Viertel gesunken.

Damit Bestandskunden nicht durch die Finger schauen, raten Experten dazu, den eigenen Tarif regelmäßig mit neueren Paketen zu vergleichen und gegebenenfalls auf attraktivere Angebote umzusteigen.

Mehr dazu in help.ORF.at

Neuer Versuch für Marke Blackberry mit Tastatur

Ein neues Handy mit klassischer Tastatur soll der Marke Blackberry helfen, wieder Fuß im hart umkämpften Smartphone-Geschäft zu fassen. Das Modell KEYone, das gestern Abend vorgestellt wurde, ist das erste neue Gerät, seit Blackberry Entwicklung und Produktion der Telefone komplett in die Hand der chinesischen Firma TCL gelegt hat. Es läuft wie die anderen jüngsten Blackberrys mit Googles Android und nicht mehr mit dem hauseigenen Betriebssystem.

Blackberry "KeyOne"

APA/AP/AP Photo/Manu Fernandez

Dank zusätzlicher Software sei das KEYone aber „das sicherste Android-Telefon auf dem Markt“, sagte TCL-Chef Nicolas Zibell kurz vor Beginn der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona. TCL war bisher unter anderem als Hersteller von Smartphones unter der Marke Alcatel bekannt.

„F“ für Facebook

Die Blackberrys sind für die Chinesen eine Chance, neue Marktsegmente zu erschließen. Blackberry steuere weiterhin unter anderem Sicherheitsanwendungen zu den Geräten bei, sagte der zuständige Manager des kanadischen Smartphone-Pioniers, Alex Thurber. Zu den neuen Funktionen gehört, dass jede Taste zum Direktstart einer App genutzt werden kann, zum Beispiel „F“ für Facebook.

Blackberry hatte die Anfangszeit des Smartphone-Geschäfts stark mitgeprägt, war jedoch mit dem Vormarsch der Touchscreen-Telefone weit zurückgefallen. Firmenchef John Chen richtete Blackberry auf Software und Dienstleistungen für Unternehmen aus und gab die Entwicklung eigener Smartphones auf, nachdem es nicht gelungen war, den Bereich aus den roten Zahlen zu bringen.

Religion

Kurienkardinal: Missbrauch nicht systematisch vertuscht

Aus Sicht von Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller gibt es in der katholischen Kirche keine systematische Vertuschung von Missbrauchsfällen. „Die Kirche verdeckt auf jeden Fall nichts“, sagte er im Interview der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Sonntag-Ausgabe). Es könne in einigen Fällen aus Ahnungslosigkeit geschehen sein, „aber nicht systematisch“, so der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation. „Die Kirche arbeitet, im Gegensatz zu vielen anderen Institutionen, wirklich für null Toleranz.“

Mehr dazu in religion.ORF.at

Science

Kultur

Agnes Husslein nun in Leopold-Stiftung berufen

Die Leopold Museum-Privatstiftung hat ein neues Vorstandsmitglied: Die ehemalige Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco wurde vom Finanzministerium in den Vorstand berufen, berichtet „Der Standard“ online. Wie Elisabeth Leopold der Zeitung bestätigte, folgt Husslein-Arco auf Wolfgang Nolz, der nach knapp 17 Jahren aus dem Vorstand ausscheidet.

Für Husslein-Arco, die nach Verstößen gegen Compliance-Richtlinien mit Jahresende aus der Belvedere-Direktion ausgeschieden ist, ist es nicht die erste Amtsperiode in der Privatstiftung, die das Leopold Museum im MuseumsQuartier betreibt.

So war sie bereits von März 2001 - parallel zu ihrer Leitungsfunktion im Salzburger Museum der Moderne - bis zu ihrem Antritt als Belvedere-Direktorin Anfang 2007 Vorstandsmitglied.

Weitere Auszeichnung für „Toni Erdmann“

Die deutsche Tragikomödie „Toni Erdmann“ mit Peter Simonischek hat einen Tag vor der Oscar-Verleihung einen begehrten Indie-Preis gewonnen. Regisseurin Maren Ade nahm den Independent Spirit Award für den besten internationalen Film im kalifornischen Santa Monica entgegen. Ihr Film ist auch unter den Oscar-Anwärtern in der Sparte „bester nicht-englischsprachiger Film“.

Es sei eine große Ehre, diesen Preis zu gewinnen, strahlte Ade. Sie sei stolz darauf, hier als weibliche Regisseurin zu stehen. „Das ist immer noch nicht normal genug“, sagte Ade mit Blick auf die geringe Zahl von Filmemacherinnen, die für Regiepreise nominiert werden. Mit „Toni Erdmann“ waren unter anderem die Filme „Aquarius“ (Brasilien) und „Chevalier“ (Griechenland) im Rennen.

Die Spirit Awards zeichnen Filmproduktionen aus, die nicht mehr als 20 Millionen Dollar gekostet haben. Sie werden traditionell einen Tag vor der Oscar-Gala in einem Festzelt am Strand von Santa Monica verliehen.

Albertina-Finanzchefin Landstetter wird Geschäftsführerin

Renate Landstetter wird mit 1. April neue kaufmännische Geschäftsführerin der Albertina an der Seite von Klaus Albrecht Schröder. Mit der Bestellung der 50-Jährigen setzt Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) auf eine hausinterne Lösung, führt die gebürtige Wienerin doch seit 2010 den Bereich Finanzen, Rechnungswesen, Controlling, Personal und Ticketing des Museums.

Landstetter setzte sich damit gegen 48 Bewerber für die neue Position durch, die nun auch in der Albertina das Vier-Augen-Prinzip implementiert. Die studierte Handelswissenschaftlerin ging aus dem Auswahlprozess, der unter Einbindung einer Personalberatung ablief, als bestgeeignete Kandidatin hervor. Vor ihrem Posten in der Albertina war Landstetter unter anderem bei PSA Finance Slovakia und der Volksbank tätig.

„Ich freue mich, dass mit Renate Landstetter eine erfahrene Finanzexpertin und Kulturmanagerin die kaufmännische Geschäftsführung in der Albertina übernehmen wird“, so Kulturminister Drozda gegenüber der APA: „Als bisherige Leiterin der Finanzabteilung konnte Landstetter zahlreiche Projekte zur wirtschaftlichen Effizienz in der Albertina umsetzen.“

Leute

Hochschwangere Natalie Portman sagt Oscar-Teilnahme ab

Die hochschwangere und für einen Oscar nominierte Schauspielerin Natalie Portman (35) wird bei der Gala heute Nacht nicht dabei sein. Grund sei ihre Schwangerschaft, teilte Portman dem US-Portal People.com einen Tag vor der Preisverleihung mit. Sie freue sich aber sehr über die Nominierung - und grüßte auf diesem Weg auch die anderen Nominierten.

Natalie Portman

APA/AFP/Getty Images/Kevin Winter

Die Schauspielerin, die für ihre Darstellung der früheren First Lady Jackie Kennedy in dem Film „Jackie“ als beste Hauptdarstellerin für einen Oscar nominiert ist, hatte sich schon vor Wochen mit großem, rundem Babybauch gezeigt. Wann das Kind zur Welt kommen soll, ist nicht bekannt.

Portman und ihr Mann Benjamin Millepied haben bereits einen gemeinsamen Sohn namens Aleph. Portman hat auch schon einen Oscar, sie bekam ihn 2011 für ihre Hauptrolle in dem Thriller „Black Swan“. Damals hatte sie die Auszeichnung schwanger entgegengenommen.