Ausland

Bericht: Gastarbeiter in Südkorea werden ausgebeutet

Sie werden geschlagen und ausgebeutet und können doch ihre Arbeitgeber nicht wechseln: In Südkorea sitzen laut einem Bericht von Amnesty International (AI) Zehntausende ausländische Landwirtschaftshelfer in einer von der Regierung gestellten Falle.

„Die Behörden haben ein schändliches System geschaffen, das Ausbeutung und Zwangsarbeit erblühen lässt“, sagte Amnesty-Expertin Norma Kang Muico bei der Vorstellung des Berichts „Bittere Ernte“ heute in Seoul.

Erlaubnis für Jobwechsel notwendig

Die Arbeitsgenehmigungen der Regierung sehen vor, dass ausländische Arbeitskräfte von ihren Arbeitgebern nach Gutdünken entlassen werden können. Die Arbeiter selbst können ihren Job aber nur wechseln, wenn ihnen ihr aktueller Arbeitgeber dafür eine schriftliche Erlaubnis erteilt.

Viele Einwanderer säßen in der Falle, weil sie sich für die Einreise verschuldet hätten, sagte Muico. Sie seien deswegen verzweifelt auf einen Arbeitsplatz angewiesen, und wegen der hohen Hürden für einen Jobwechsel seien sie „der Gnade skrupelloser Arbeitgeber ausgeliefert“.

Vorwürfe für Seoul „übertrieben“

2013 gab es in Südkorea laut Amnesty rund 250.000 Gastarbeiter, 20.000 davon im Landwirtschaftssektor. Die meisten von ihnen kommen aus Kambodscha, Nepal und Vietnam. Durch die Alterung der Gesellschaft und die Landflucht jüngerer Menschen ist die südkoreanische Wirtschaft auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, insbesondere in der Landwirtschaft, der Fischerei und im Baugewerbe.

Das südkoreanische Arbeitsministerium wies die Amnesty-Vorwürfe als „übertrieben“ zurück und verwies auf Rechtsänderungen, die einen Jobwechsel erleichterten. Die Menschenrechtsorganisation listete jedoch zahlreiche Beispiele auf, wonach Behördenvertreter Arbeitsmigranten entmutigten, ihre Rechte durchzusetzen.

So berichtete ein 25-jähriger Kambodschaner, er habe der Mitarbeiterin eines Jobcenters auf seinem Handy ein Video gezeigt, auf dem zu sehen sei, wie er von seinem Arbeitgeber verprügelt wird. „Die Sachbearbeiterin sagte mir, ich sei schuld, weil ich den Kohl falsch geschnitten hätte, und ich solle mich dafür entschuldigen.“

Letzte Anhörungen der neuen EU-Kommissare

Für den designierten Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker entscheidet sich diese Woche, ob er im zweiten Anlauf sein Team für die Kommission durchbringt. Im EU-Parlament in Straßburg finden heute die letzten beiden Hearings statt. Diese sind notwendig, weil die Abgeordneten die erste slowenische Kandidatin, Alenka Bratusek, abgelehnt haben. Die zweite Kandidatin Violeta Bulc könnte es auch nicht leicht haben.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Jazenjuk: Gasstreit mit Moskau noch nicht beendet

Im Gasstreit mit Russland rechnet der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk trotz jüngster Fortschritte mit weiterhin schwierigen Gesprächen. Kremlchef Wladimir Putin verzögere die Lösung mit immer neuen Forderungen. „Ich habe keinen Grund, Putin zu vertrauen“, sagte Jazenjuk im ukrainischen Fernsehen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte eine Einigung mit Russland zumindest auf einen „Winterpreis“ am Wochenende verkündet. Nun sei ein Abkommen nötig, sagte Jazenjuk. „Eine Vereinbarung braucht Unterschriften, derzeit gibt es nur Gespräche“, sagte er.

Gasgipfel in Brüssel

Es sei wichtig, dass EU-Energiekommissar Günther Oettinger nach Kiew komme, um eine einheitliche Position in dem Streit auszuhandeln, sagte der Regierungschef. Oettinger wurde für heute in der ukrainischen Hauptstadt erwartet. Morgen treffen sich Vertreter der Ukraine, Russlands und der EU-Kommission in Brüssel.

Der russische Gasprom-Konzern bekräftigte, dass die Bezahlung von gut 4,5 Milliarden US-Dollar (rund 3,5 Mrd. Euro) bis zum Jahresende durch die Ukraine weiter im Raum stehe. Es sei fraglich, ob das die finanziell angeschlagene Ex-Sowjetrepublik leisten könne. „Der Ball liegt im Feld der EU-Kommission“, sagte Gasprom-Chef Alexej Miller in Moskau. Die Ukraine ist wichtiges Transitland für russisches Gas in die EU.

Nach Skandalen in Japan treten zwei Ministerinnen zurück

Rückschlag für Japans rechtskonservativen Regierungschef Shinzo Abe: Wegen eines Skandals um politische Spenden ist seine Industrie- und Handelsministerin Yuko Obuchi heute zurückgetreten.

Kurz darauf reichte auch Justizministerin Midori Matsushima ihren Rücktritt ein. Ein Oppositionspolitiker hatte sie angezeigt, weil sie Wähler mit Fächern beschenkt hatte, was illegalen Spenden gleichkomme.

Es sind die ersten Rücktritte seit dem Amtsantritt Abes im Dezember 2012. Sie erfolgten weniger als zwei Monate, nachdem Abe fünf Frauen in sein Kabinett geholt hatte. Er hatte sich die Förderung von Frauen auf Führungspositionen in Japans männerdominierter Gesellschaft groß auf die Fahnen geschrieben.

Obuchi galt als aufstrebender Star

Obuchi, die 40 Jahre alte Tochter eines früheren Regierungschefs, galt dabei als aufstrebender Star und wurde bereits als künftige Ministerpräsidentin gehandelt. Ihr Rücktritt nach weniger als zwei Monaten ist der erste seit Abes Amtsantritt Ende 2012.

Auch andere weibliche Mitglieder seines Kabinetts sind seit ihrem kürzlichen Amtsantritt in die Schusslinie der Kritik geraten. Seine Innenministerin Sanae Takaichi und die Vorsitzende der Kommission für nationale Sicherheit, Eriko Yamatani, sahen sich mit Fotos konfrontiert, die sie mit dem Anführer einer Neonazi-Gruppe zeigen. Sie sagten, sie hätten nicht gewusst, mit wem sie es zu tun hatten.

AI: Keine Hinweise auf Massengräber in Ostukraine

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) sieht keine Beweise für Massengräber im umkämpften ostukrainischen Donezk, wie sie prorussische Separatisten entdeckt haben wollten.

In einem heute veröffentlichten Bericht über Hinrichtungen wirft die Organisation sowohl prorussischen als auch proukrainischen Kräften falsche Angaben über die Gräueltaten der jeweils anderen Seite vor.

„Fest steht auch, dass einige der schockierenden Fälle, über die berichtet wurde, besonders in russischen Medien enorm übertrieben waren“, so John Dalhuisen von Amnesty.

„Keine überzeugenden Beweise“

Mit Berichten über rund 400 im Konfliktgebiet gefundene Leichen von Zivilisten hatten die Separatisten Ende September Druck auf die Führung in Kiew gemacht. Laut den Angaben befanden sich die Gräber in Gebieten, die zuvor von der ukrainischen Armee beherrscht worden waren.

Amnesty habe „keine überzeugenden Beweise für Massentötungen oder Gräber“ gefunden, hieß es. Stattdessen sei die Organisation auf die Leichen von vier männlichen Zivilisten in zwei Gräbern in der Nähe des Dorfes Komunar gestoßen.

MH17-Abschuss: BND hat Belege gegen Separatisten

Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) hat laut dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ in der Causa des Abschusses der Passagiermaschine MH17 mit fast 300 Toten Belege gegen russische Separatisten. Diese hätten die Maschine im Juli über der Ostukraine abgeschossen, wie eine „umfangreiche Analyse“ des vorhandenen Materials zeige.

So habe die Auswertung von Fotos und Satellitenaufnahmen die Darstellung Russlands, dass ukrainischen Soldaten die Rakete abgefeuert hätten bzw. ein ukrainischer Jagdbomber in der Nähe der Passagiermaschine geflogen sei, widerlegt.

Mehr dazu in Umfangreiches Material ausgewertet

Vertragstext: Pharmalobby dominiert Freihandelsabkommen

Mitten in die Versuche auf höchster Ebene, die festgefahrenen Verhandlungen zum Freihandelsabkommen TPP (Trans-Pacific
Partnership) wieder in Gang zu bringen, ist das jüngste Leak des geheimen Vertragstexts geplatzt.

Die am Donnerstag veröffentlichte, neueste Version des TPP-Kapitels zum „Schutz geistigen Eigentums“ zeigt, dass es nicht nur in Bezug auf die Nahrungs- und Autoindustrie schwerwiegende Differenzen gibt.

Im Zentrum der Kontroverse steht auch die Praxis der Pharmaindustrie, ablaufende Medizinpatente durch Tricksereien mit den Inhaltsstoffen immer wieder zu verlängern. Da das TPP-Abkommen das pazifische Gegenstück zum transatlantischen TTIP zwischen der EU und den USA darstellt, die den globalen Pharmasektor zusammen haushoch dominieren, ist abzusehen, dass diese Tendenzen im TTIP noch radikaler zutage treten werden.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Inland

Bundesländer wollen künftig Asylquote erfüllen

Die Bundesländer wollen ihre Asylquote bis zum 31. Jänner 2015 zu 100 Prozent erfüllen, eine Aufnahmequote für einzelne Gemeinden soll es hingegen nicht geben. Das sagte Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) gestern bei einer Pressekonferenz während einer Sitzung der Flüchtlingsreferenten in Klagenfurt.

„Die Länder sollen die Flüchtlinge nach ihrem Gutdünken auf Bezirke oder Regionen verteilen; das kann man nicht von Wien aus“, sagte Kaiser. In Bezug auf die Bundesländerquote fordern die Flüchtlingsreferenten ein geändertes Berechnungssystem.

Die Quote soll künftig nicht mehr nach einem Stichtag, sondern über einen längeren Zeitraum erhoben werden. Fix schein jedenfalls, dass die Länder bereit sind, ihre Vorgaben künftig zu erfüllen.

Anpassung von Tagessätzen und Betreuungsquote gefordert

„Es braucht im Asylwesen auch eine Aufstockung des Personals“, sagte Kaiser. Rechtliche Feststellungen und Bescheide würden derzeit zu lange dauern. Der Betreuungsschlüssel für Asylwerber soll von derzeit 1:170 auf 1:80 erhöht werden. Konkret bedeutet das beinahe eine Verdoppelung des Betreuungspersonals. Das würde neben einer verbesserten Qualität auch ein „Signal an die Bevölkerung“ sein, meinte der SPÖ-Politiker.

Weiters verlangen die Flüchtlingsreferenten auch eine Anhebung der Maximaltagessätze von derzeit 19 auf 21 Euro. Darüber hinaus soll der Informationsaustausch zwischen Bund und Ländern wesentlich verbessert werden. „Bundesländer können nur dann gut handeln, wenn sie relevante Informationen besitzen“, sagte der Landeshauptmann.

Wunsch nach EU-weiter Lösung

Kaiser bekräftigte die Forderung nach einer EU-weiten Lösung. „Die Flüchtlingsproblematik muss Gemeinschaftssache sein“, so Kaiser. Ein entsprechender - an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) gerichteter - Antrag wurde von den Flüchtlingsreferenten verabschiedet.

Die Vorschläge der Bundesländer sollen in der Landeshauptleute-Konferenz, die im November in Kärnten stattfindet, beschlossen werden. Kaiser selbst will vorher Mikl-Leitner umfassend über die Ergebnisse informieren. Der Politiker betonte jedenfalls den Willen der Länder, zu einer Lösung beizutragen. Von ihnen seien in den vergangenen Wochen immerhin rund 2.500 Betten geschaffen worden, sagte Kaiser.

Gesundheitsministerium startet Plakatkampagne über Ebola

Mit mehrsprachigen Plakaten werden ab heute auf den heimischen Flughäfen und Bahnhöfen Reisende über Ebola und das Middle Eastern Respiratory Syndrome (MERS) informiert. Das gab Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) gestern Abend in der ORF-Sendung „im Zentrum“ bekannt.

Die Plakate werden drei Fragen enthalten, mit denen jeder Passagier seine persönlichen Risiken einer Erkrankung abschätzen und im Bedarfsfall Hilfestellung hinsichtlich seines weiteren Verhaltens erhalten soll. Zu diesem Zweck werde auch eine Notfalltelefonnummer eingerichtet, kündigte Oberhauser an.

Grundsätzlich sei Österreich „gut vorbereitet“ und „sehr wachsam“, sollte sich Ebola in Europa ausbreiten. Es gebe seit Monaten einen Krisenstab, man habe die Gefahr „nicht unterschätzt“, betonte Oberhauser. „Europa, die Welt hätte schneller vor Ort helfen müssen“, räumte sie ein. Dass die von der Seuche betroffenen westafrikanischen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone rascher und professioneller Unterstützung bedürfen, sei „zögerlich ins Bewusstsein eingegangen“.

Sport

Ski alpin: Svindal fällt für WM-Saison aus

Der norwegische Skistar Aksel Lund Svindal hat sich gestern die Achillessehne im linken Bein gerissen. Die Verletzung passierte nach dem Training des norwegischen Teams in Sölden bei einem Ballspiel. Svindal unterzog sich noch am selben Tag in Innsbruck einer Operation, die WM-Saison ist für den 31-Jährigen vorzeitig beendet. „Shit happens“, kommentierte der Weltcup-Gesamtzweite der letzten Saison die Verletzung auf seiner Facebook-Seite.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

BIZ-Chefökonom warnt vor neuer Finanzkrise

Der Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt vor einer neuen Finanzkrise als Folge der anhaltend lockeren Geldpolitik.

„In der Tat sehen wir das Risiko, dass die derzeitige Geldpolitik aus globaler Perspektive zu Gefahren für die Finanzstabilität führt“, sagte Claudio Borio, der die Abteilung für Volkswirtschaft und Geldpolitik leitet, der „Welt“ (Montag-Ausgabe).

„Das Zinsniveau scheint weltweit zu niedrig, um langfristig für Preis- und Finanzstabilität zu sorgen“, sagte er. Er sprach von „gewissen Übertreibungen“ auf den Märkten und einer Situation, die der vor der Finanzkrise 2008 ähnlich sei. Die Gefahr von gefährlichen Blasenbildungen gebe es sowohl in Schwellen- als auch in Industrieländern.

Übernahmen statt Investitionen

„Das Kreditvolumen hat stark zugenommen, oft begleitet von stark ansteigenden Immobilienpreisen“, beschrieb Borio ein klassisches Ungleichgewicht, das in einigen Staaten erneut zu beobachten sei.

In Industrieländern, die von der Krise besonders betroffen waren, gebe es ein weiteres Phänomen: „Der Risikoappetit hat sich seit einiger Zeit auseinanderentwickelt: Während an den Finanzmärkten bis vor kurzem hohe Risiken eingegangen worden sind, ist in der Realwirtschaft das Gegenteil zu beobachten.“ Manager hätten billiges Geld lieber für Übernahmen und Aktienrückkäufe genutzt, als zu investieren. „Das ist ein klares Signal, dass etwas schiefläuft“, sagte Borio.

Auf den Finanzmärkten hätten Investoren verzweifelt nach Renditen gesucht, was zu sehr geringen Risikoaufschlägen bei Wertpapieren und historisch geringer Volatilität geführt habe. Insgesamt sieht der BIZ-Chefökonom die Notenbanken in der Pflicht, stärker auf die Finanzstabilität zu achten und die Gefahr von Übertreibungen zu verhindern.

Lufthansa-Streik: 2.150 Flüge und 200.000 Kunden betroffen

Die Lufthansa streicht wegen des Streiks der Piloten rund 1.450 Flüge. Die Airline teilte mit, über den gesamten Streikraum von heute Mittag bis morgen Nacht hinweg seien rund 2.150 Flüge betroffen, von denen aber gut 700 durch verschiedene Maßnahmen dennoch bedient werden könnten. Die Zahl der von dem Streik betroffenen Kunden bezifferte das Unternehmen mit „mehr als 200.000“.

Bei ihnen könne sich die Lufthansa nur in aller Form entschuldigen, hieß es. Durch die sichergestellten Flüge könnten dennoch mehr als 70.000 Passagiere bis morgen Nacht an ihre Ziele gebracht werden.

Bereits achter Streik in diesem Jahr

Der 35-stündige Ausstand soll heute um 13.00 Uhr beginnen und morgen um 23.59 Uhr enden, wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ankündigte. Vom achten Pilotenstreik in diesem Jahr seien Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa betroffen, die von einem deutschen Flughafen starten, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Morgen sollen auch Langstreckenflüge betroffen sein. Flüge von Lufthansa-Töchtern wie Germanwings, Austrian Airlines und Swiss sollen dagegen planmäßig abheben.

Philips erleidet Verlust

Der vor der Aufspaltung stehende niederländische Elektronikkonzern Philips ist in die roten Zahlen gerutscht. Im dritten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von 103 Millionen Euro, wie das Unternehmen heute in Amsterdam mitteilte. Im Vorjahr machte Philips noch 281 Millionen Euro Gewinn.

Eine Reihe von Sonderfaktoren wie der Umbau, eine Gerichtsstrafe und Abschreibungen belasteten das Ergebnis. Auch das schwache Geschäft machte sich bemerkbar. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (EBIDTA) fiel von 636 auf 536 Millionen Euro. Damit verfehlte Philips die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz sank von 5,595 auf 5,547 Milliarden Euro. Das Quartal sei enttäuschend gewesen, sagte Konzernchef Frans van Houten.

Mit einem großen Einschnitt will der 123 Jahre alte Elektronikkonzern gegen die Misere ankämpfen. Die Niederländer wollen sich in zwei eigenständige Unternehmen aufspalten. Das Geschäft mit Gesundheitstechnik und Konsumelektronik soll dabei verschmolzen werden, die Lichtsparte soll abgespalten werden und 2016 auf eigenen Füßen stehen. Die Gewinnziele für 2014 hatte Philips Ende September einkassiert.

Investorengruppe will adidas offenbar Reebok abkaufen

Eine Investorengruppe will adidas einem Zeitungsbericht zufolge die US-Tochter Reebok für 2,2 Milliarden Dollar abkaufen. Das Offert stehe unmittelbar bevor, berichtete das „Wall Street Journal“.

Die Investorengruppe, zu der die in Hongkong ansässige Beteiligungsgesellschaft Jynwei Capital sowie Fonds mit Verbindungen zu der Regierung von Abu Dhabi gehören, seien der Ansicht, dass Reebok alleine besser aufgestellt wäre, hieß es unter Berufung auf nicht näher genannte Insider.

Von adidas war zunächst kein Kommentar zu erhalten. Ein Sprecher von Jynwei Capital sagte, die Firma halte ständig Ausschau nach Investitionsmöglichkeiten. Weiter wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Adidas hatte die US-Marke Reebok 2005 für 3,8 Milliarden Dollar gekauft. Sie war lange Zeit Sorgenkind des deutschen Konzerns, entwickelt sich nach einer Neuausrichtung auf den Fitnesssport aber wieder besser. Zuletzt gab es Spekulationen über einen Einstieg von Hedgefonds bei dem zweitgrößten Sportartikelhersteller der Welt nach Nike. Deren Pläne umfassten Medienberichten zufolge eine Ablösung von Firmenchef Herbert Hainer und eine Abspaltung von Reebok.

Gesundheit

Ebola: Spanische Krankenschwester auf Weg der Besserung

Die an Ebola erkrankte spanische Krankenschwester hat das Virus offenbar besiegt: Ein erster Test bei Teresa Romero sei gestern negativ gewesen, teilte die Regierung in Madrid mit. Es müsse aber noch ein zweiter Test abgewartet werden, um sie als geheilt zu betrachten.

In Luxemburg beraten heute die EU-Außenminister neben weiteren Themen über das europäische Vorgehen gegen die Epidemie.

Die 44-jährige Pflegerin war der erste Mensch, der sich im Zuge der jüngsten Ebola-Epidemie außerhalb von Afrika mit dem tödlichen Virus infiziert hatte. Sie war Anfang Oktober in die Madrider Klinik eingeliefert worden, wo sie selbst arbeitete. Im August und September starben dort zwei spanische Missionare nach ihrer Rückkehr aus Westafrika an Ebola.

US-Krankenhaus gibt Fehler zu

Die Angst vor Ebola war jüngst auch in Europa und in den USA gestiegen, nachdem Patienten, die sich in Westafrika infiziert hatten, zur Behandlung dorthin geflogen worden waren. Unterdessen entschuldigte sich das Krankenhaus im US-Bundesstaat Texas, wo sich zwei Krankenschwestern mit dem Virus infiziert hatten.

Es seien „Fehler im Umgang mit dieser schwierigen Herausforderung“ gemacht worden, erklärte die Klinik. Dort war der Liberianer Thomas Eric Duncan nach seiner Behandlung gestorben, der das Virus aus seinem Heimatland in die USA eingeschleppt hatte. Duncans Symptome seien ursprünglich nicht sofort richtig eingeordnet worden, erklärte das Krankenhaus. „Das tut uns sehr leid.“

Chronik

Solosechser bei Lotto „6 aus 45“

Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat ein Spielteilnehmer die richtigen Zahlen getippt. Er erhält 1.939.892 Euro. Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

7 9 20 25 30 32/Zusatzzahl 21

Über die richtige Jokerzahl darf sich ebenfalls ein Teilnehmer freuen, er hat damit 267.627,60 Euro gewonnen.

Die aktuelle Jokerzahl lautet:

6 8 4 3 7 1

Alle Angaben ohne Gewähr

Verschleierte Frau aus Pariser Oper geschickt

An der Pariser Oper ist eine voll verschleierte Zuschauerin aus der laufenden Vorführung geschickt worden. Der stellvertretende Direktor der Oper an der Bastille, Jean-Philippe Thiellay, sagte gestern, die Frau sei in der Pause von „La Traviata“ aufgefordert worden, den Schleier abzunehmen oder zu gehen. Daraufhin habe ihr Begleiter mit ihr das Opernhaus verlassen.

Die Frau sei in der ersten Reihe direkt hinter dem Dirigenten gesessen und sei bis auf die Augen verschleiert gewesen. „Ich wurde im zweiten Akt benachrichtigt“, sagte Thiellay über den Vorfall, der bereits Anfang Oktober geschah. Einige Chorsänger hätten erklärt, sie würden „nicht singen“, sollte das Problem nicht gelöst werden.

Vollverschleierung verboten

In Frankreich ist die Vollverschleierung in der Öffentlichkeit seit 2011 verboten. Bei dem Paar handelte es sich Medienberichten zufolge um Touristen aus der Golfregion. Der Vorfall sei ruhig und ohne Zwischenfälle geklärt worden, sagte der Vizedirektor.

Das französische Kulturministerium erklärte seinerseits, wegen des Vorfalls werde nun an einer entsprechenden Mitteilung an Theater, Museen und andere öffentliche Institutionen gearbeitet. Diese müssten gewährleisten, dass sich alle Besucher und Zuschauer an das Gesetz halten.

Elfjährige tot, Bruder schwer verletzt - Mutter tatverdächtig

Eine 36-Jährige aus Baden-Württemberg in Deutschland steht im dringenden Verdacht, ihre Tochter getötet und ihren Sohn schwer verletzt zu haben. Wie die Polizei in Ulm mitteilte, fiel die Frau einem Autofahrer gestern am späten Abend an einer Baustelle auf der A8 Richtung München auf. Sie war blutverschmiert und hielt ein Messer in der Hand.

Die herbeigerufene Polizei fand nach einem Hinweis der Frau ihre beiden Kinder in einem Auto in einer nahe gelegenen Unterführung. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des elfjährigen Mädchens feststellen.

Der zweijährige Bub wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Einem Autofahrer hatte die Frau gesagt, sie habe ihre Kinder verletzt. Offenbar hatte sie sich auch selbst verletzt. Die 36-Jährige aus dem Kreis Göppingen wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht.

IT

Bericht: IBM wird verlustbringende Chipsparte los

IBM gibt laut einem Medienbericht seine verlustbringende Chipsparte ab - allerdings soll das Unternehmen das teuer bezahlen. IBM habe sich mit dem von einem arabischen Staatsfonds kontrollierten Chiphersteller Globalfoundries auf eine Übernahme geeinigt, berichtete der Finanzdienst Bloomberg gestern Abend (Ortszeit) unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

IBM zahle bei dem Geschäft unter dem Strich 1,3 Milliarden Dollar (1,0 Mrd. Euro) drauf. Ein Unternehmenssprecher war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Allerdings hatte IBM zuvor angekündigt, heute vor US-Börsenstart große Neuigkeiten bekanntzugeben. Parallel dazu werde auch die Quartalsbilanz vorgezogen veröffentlicht.

IBM versucht schon seit Monaten, die Chipsparte zu veräußern. Der Chiphersteller Globalfoundries, der einem staatlichen Investmentfonds Abu Dhabis gehört, galt schon länger als aussichtsreicher Kandidat.

Kultur

Jay Leno mit US-Comedy-Preis ausgezeichnet

US-Moderator Jay Leno (64) ist mit einem renommierten Comedy-Preis ausgezeichnet worden. Der Moderator bedankte sich US-Medien zufolge bei der Verleihung des Mark-Twain-Preises besonders bei seiner Frau Mavis, mit der er seit 34 Jahren verheiratet ist. „Die meisten Leute können sich die guten Witze anhören - sie musste sich die ganzen bescheuerten anhören, die nicht gezündet haben“, sagte Leno.

Bei der Gala anwesend waren neben anderen Jerry Seinfeld, Chelsea Handler und Jimmy Fallon, der von Leno den TV-Talk „Tonight Show“ übernommen hat. Der Twain-Preis wird in Erinnerung an den amerikanischen Humoristen und Satiriker Mark Twain vom US-Kulturzentrum Kennedy Center für amerikanischen Humor vergeben. Zu den früheren Preisträgern gehören Whoopi Goldberg, Steve Martin, Billy Crystal und Bill Cosby.

Science

Komet „Siding Spring“ am Mars vorbeigerast

Der Komet „Siding Spring“ ist gestern nahe am Planeten Mars vorbeigerast. Wie die Europäische Weltraumagentur (ESA) mitteilte, passierte der Komet von der Größe eines kleinen Berges den Roten Planeten mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200.000 Stundenkilometern im Abstand von nur knapp 140.000 Kilometern - weniger als halb so viel wie die Entfernung zwischen Erde und Mond.

Die Begegnung, die sich nur einmal in einer Million Jahren ereignet, fand um 20.27 Uhr (MESZ) statt. Davor war der Schweifstern zu sehen, wie er im All auf den Mars zuschoss. Weltweit hatten Wissenschaftler gespannt auf den kosmischen Streifschuss gewartet. Sie dürfen auf spektakuläre Bilder der Begegnung des Roten Planeten mit dem Kometen hoffen.

Forscher wollen Bestandteile identifizieren

Mit dem Teilchendetektor „Aspera 3“ an Bord der ESA-Sonde „Mars Express“ werden Forscher versuchen, nach der Marspassage von „Siding Spring“ Bestandteile von dessen Schweif zu identifizieren. Der rund eineinhalb Kilometer große Kometenkern dürfte die Konsistenz von Talkumpuder haben, wie NASA-Wissenschaftler herausfanden.

So spektakulär der Vorbeiflug des Kometen war - kurz nach der Entdeckung von „Siding Spring“ im Jänner 2013 hatten die Wissenschaftler sogar mit einem noch weitaus dramatischeren Verlauf des kosmischen Rendezvous gerechnet. Aufgrund erster Bahndaten des Kometen schien es zunächst möglich, dass „Siding Spring“ auf dem Mars einschlagen würde. Erst nach genaueren Berechnungen in den Folgemonaten gaben die Astronomen dann Entwarnung.

Video dazu in iptv.ORF.at

Leute

James Blunt findet seinen Song „You’re Beautiful“ nervig

Der britische Musiker James Blunt findet seinen Welthit „You’re Beautiful“ nach eigener Aussage „nervig“. „Dieses eine Lied, ‚You’re Beautiful‘, wurde den Leuten aufgezwungen, bis es nervte, und dann fingen die Leute an, den Sänger mit dem Titel zu identifizieren“, sagte der 40-Jährige in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Hello!“ Wegen des Songs sei das Marketing für seine gesamte Musik auf Frauen ausgerichtet worden, wodurch er viele männliche Fans verloren habe.

Blunt betonte, der Erfolg mit einem Welthit habe auch für ihn persönlich eine Kehrseite. Die Werbeleute hätten ihn als „irrsinnig ernst“ dargestellt, was er überhaupt nicht sei, klagte Blunt. „Ich habe eine Reihe von überemotionalen Songs, für die ich bekannt bin - aber ich glaube, darüber bin ich jetzt hinweg“, sagte der Musiker.

Blunt, der vor seiner Karriere als Sänger als NATO-Soldat im Kosovo kämpfte, schaffte 2005 mit „You’re Beautiful“ seinen musikalischen Durchbruch. Darin erzählt er von seinen Gefühlen, als er seine ehemalige Freundin zufällig in der Londoner U-Bahn mit einem anderen Mann sieht. Der Hit führte von den USA bis Australien die Chartlisten an und war in insgesamt zehn Ländern der Nummer-eins-Song. Allein in den USA wurde die Single mehr als drei Millionen Mal verkauft, das Album „Back to Bedlam“ erhielt weltweit Platin-Status.