Ausland

Deutschland verfolgt offenbar Kampfdrohnenprojekt

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will einem Bericht zufolge noch in diesem Jahr die Entwicklung einer europäischen Kampfdrohne in die Wege leiten.

Wie der „Spiegel“ (Onlineausgabe) heute berichtete, handelt es sich um ein gemeinsames Projekt mit Frankreich und Italien. Die bewaffnete Drohne solle frühestens 2020, spätestens aber 2025 in Bundeswehreinsätzen nutzbar sein.

Deutschland werde gemeinsam mit den beiden anderen Ländern „eine neue Generation europäischer Drohnen entwickeln, deren Fähigkeiten über die heutiger Systeme hinausgehen“, zitierte das Portal aus einer Mitteilung des Ministeriums an Obleute im Bundestag.

Es solle noch in diesem Jahr eine technische Vereinbarung für das Projekt unterzeichnet werden. Der Haushaltsausschuss des Bundestags soll sich ebenfalls noch in diesem Jahr mit dem Projekt befassen.

Derzeit verfügt die deutsche Bundeswehr nur über Aufklärungsdrohnen einer älteren Generation. Von der Leyen hatte die ursprünglich geplante Serieneinführung der Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“ im Oktober 2014 wegen großer technischer Probleme ausgeschlossen.

Nigeria-Wahl: Ex-Militärdiktator Buhari knapp in Führung

Nach der Präsidentenwahl in Nigeria liegt der muslimische Oppositionskandidat Muhammadu Buhari ersten Auszählungsergebnissen zufolge knapp in Führung. Der frühere Militärdiktator gewann zehn der ausgezählten Bundesstaaten, der christliche Amtsinhaber Goodluck Jonathan nur sechs, wie die staatliche Wahlkommission gestern Abend mitteilte.

Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet

Insgesamt gibt es in Nigeria 36 Bundesstaaten. Die Bekanntgabe des Endergebnisses schien sich daher auf heute zu verzögern. Beobachter rechneten mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Sollte der 72 Jahre alte frühere Militärdiktator Buhari den 57 Jahre alten Jonathan ablösen, wäre es der erste Wahlsieg der Opposition seit der Rückkehr des westafrikanischen Landes zur Demokratie im Jahr 1999.

Rund 70 Millionen Wahlberechtigte waren in Afrikas bevölkerungsreichstem Land am Samstag zur Abstimmung aufgerufen.

Berichte über Manipulationen

Die Wahl verlief nach Ansicht verschiedener Beobachter im Großen und Ganzen ordnungsgemäß. Eine Gruppe warnte jedoch vor Manipulationen bei der Auszählung der Stimmen. Es gebe aus mehreren Bundesstaaten besorgniserregende Berichte über Manipulationen und den Einsatz von Sicherheitskräften zur Beeinflussung von Auszählungen, teilte die renommierte Organisation Nigeria Civil Society Situation Room mit. Sie wird finanziell auch von der US-Regierung unterstützt.

Auch US-Außenminister John Kerry warnte in einer Stellungnahme vor „vorsätzlicher politischer Einmischung“. In einigen Landesteilen, vor allem im Süden, kam es zu Protesten gegen den Ablauf der Wahl. Im Bundesstaat Rivers setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein, die gegen angebliche Wahlmanipulationen protestierten.

Kerry: Noch „schwierige Punkte“ bei Atomgesprächen

Bei den Gesprächen über das iranische Atomprogramm hat sich kurz vor dem Ende der Frist heute Mitternacht noch kein Durchbruch abgezeichnet. US-Außenminister John Kerry sagte gestern Abend in Lausanne dem TV-Sender CNN, es gebe „noch immer schwierige Punkte“.

Laut Kerry zeichnete sich eine lange Sitzung der Verhandlungsparteien ab. „Wir arbeiten sehr hart, um sie zu lösen, wir werden (...) arbeiten mit dem Ziel, etwas zu erreichen“, so Kerry gestern. Jeder wisse, welche Bedeutung der heutige Tag für Verhandlungen habe.

„Kritische Phase“

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, die Verhandlungen seien in einer „kritischen Phase“, sie würden „jedoch mit großer Intensität fortgeführt“.

Die Außenminister der 5+1-Gruppe aus den UNO-Vetomächten und Deutschland sowie ihr iranischer Kollege Mohammed Dschawad Sarif tagten in Lausanne zunächst in großer Runde. Anwesend waren Steinmeier, Kerry, Laurent Fabius aus Frankreich, Philip Hammond aus Großbritannien, Sergej Lawrow aus Russland, Wang Yi aus China und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Später wurde dann zunächst auf Expertenebene weiterdiskutiert.

Gespräche könnten auch nach Fristablauf fortgesetzt werden

Die USA halten sich unterdessen die Möglichkeit einer Verlängerung der Atomgespräche auch über die selbst gesetzte Frist hinaus offen. Die Frist müsse zwar „etwas bedeuten“, sagte US-Außenamtssprecherin Marie Harf. Zugleich ließ sie aber die Tür für eine Fortsetzung der Gespräche auch ohne Abkommen offen: „Wenn wir (...) zu keiner Übereinkunft kommen, werden wir den Weg vorwärts prüfen und sehen müssen, wo wir stehen. Und dann werden wir Entscheidungen treffen.“

Schweden dementierte „Entschuldigung“ gegenüber Riad

Schweden hat die kolportierte „Entschuldigung“ gegenüber Saudi-Arabien dementiert. Ministerpräsident Stefan Löfven sagte gestern Abend, er habe in seinem Schreiben an den saudischen König lediglich bedauert, dass man in Riad Außenministerin Margot Wallströms Äußerungen zur Situation der Menschenrechte als Kritik am Islam und als „Verunglimpfung des Landes“ aufgefasst habe.

„Von Monarch zu Monarch“

„Das haben wir nicht gemacht und wir werden es auch nicht“, so der schwedische Regierungschef bei einer Pressekonferenz im UNO-Hauptquartier in New York. Die konservative Tageszeitung „Svenska Dagbladet“ schrieb heute, auch König Carl XVI. Gustaf habe sich in seinem Brief an den saudischen König Salman bin Abdulasis Al Saud ebenfalls nicht entschuldigt. Das Schreiben sei kurz gehalten und enthalte lediglich ein paar unverbindliche Höflichkeitsfloskeln von Monarch zu Monarch.

Staatlich kontrollierte saudische Medien hatten die Rückkehr des saudischen Botschafters nach Stockholm vor wenigen Tagen mit einer angeblichen „Entschuldigung“ Schwedens gegenüber dem saudischen Regime begründet. Zwischen Schweden und Saudi-Arabien war vor rund zwei Wochen eine diplomatische Krise ausgebrochen, als die Arabische Liga (AL) eine geplante Rede der schwedischen Außenministerin bei einem AL-Treffen in Kairo auf saudische Initiative kurzfristig absagte.

Bespitzelung: Perus Regierungschefin wird abgesetzt

Das peruanische Parlament hat die Absetzung von Ministerpräsidentin Ana Jara beschlossen. Die Amtsenthebung der Regierungschefin erfolgte gestern Abend mit 72 zu 42 Stimmen bei zwei Enthaltungen. Notwendig waren mindestens 66 Stimmen.

Jara wird für die Bespitzelung von Abgeordneten, Journalisten, Geschäftsleuten und Tausenden Bürgern durch den Geheimdienst verantwortlich gemacht. Der Parlamentsbeschluss stürzt die Regierung von Präsident Ollanta Humala in die schwerste Krise seit ihrem Amtsbeginn vor vier Jahren.

Zuletzt hatte das Parlament in Lima 1968 einen Ministerpräsidenten entlassen. Humala muss nun zum siebenten Mal einen neuen Regierungschef ernennen. Das Magazin „Correo Semanal“ hatte am 19. März eine Liste von Peruanern veröffentlicht, die der Inlandsgeheimdienst DINI ausspioniert haben soll.

Jara, die seit Juli im Amt war, sagte daraufhin im Parlament, sie habe Steuerermittlungen angeordnet und dabei auf Daten zurückgegriffen, die aus der Zeit früherer Regierungen stammten. Das sei seit 2005 Praxis gewesen, und nichts sei geschehen, sagte der Abgeordnete Víctor Isla von der Regierungspartei.

Argentinien kritisiert britisches Militär auf Falklands

Argentinien hat die geplante Ausweitung der britischen Militärpräsenz auf den Falklandinseln kritisiert. In einem Schreiben an UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete Außenminister Hector Timerman die „britische Militarisierung des Südatlantiks“ als Ursache „unnötiger Spannung“.

Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon hatte angekündigt, zwei große Transporthubschrauber auf die Inselgruppe zu entsenden, um die Reaktionsfähigkeit der dort stationierten Truppen zu erhöhen. Er begründete das mit einer Bedrohung des britischen Überseegebiets durch Argentinien.

„Versuch der Rechtfertigung“

Die von Fallon erwähnte Gefahr sei nicht glaubhaft, schrieb Timerman. Es sei ein Versuch der Rechtfertigung der Militärpräsenz einer Kolonialmacht. Argentinien habe seit Wiederherstellung der Demokratie eine Politik des Dialogs und friedlicher Verhandlungen verfolgt, um die Kontroverse über den Status der Inseln zu lösen. Der Außenminister bat Ban, London zu Verhandlungen aufzufordern.

Die Falklandinseln liegen rund 400 Kilometer vor Argentinien. Sie waren 1833 nach längerem Streit britisch geworden, Argentinien hat seinen Anspruch aber nicht aufgegeben. 1982 waren sie während des Falklandkrieges zehn Wochen lang von Argentinien besetzt. 2013 hatten sich die Bewohner für den Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen.

Inland

Kärntner Seenkaufaffäre weitet sich aus

Die Affäre um den Kauf mehrerer Seeimmobilien durch das Land Kärnten im Jahr 2007 hat sich noch einmal ausgeweitet: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft teilte mit, dass mittlerweile gegen 17 Beschuldigte ermittelt wird - und damit eigentlich fast gegen die gesamte Politprominenz des Bundeslandes. Abgesehen von früheren FPÖ-, FPK- und BZÖ-Funktionären sind unter ihnen mit Gabriele Schaunig, Reinhart Rohr (beide SPÖ), Gerhard Dörfler (FPÖ) und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (Team NÖ) vier aktive Politiker.

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Wirtschaft

Philips verkauft LED-Bauteilgeschäft

Der Elektronikkonzern Philips gibt seine Sparte für LED- und Autolichtbauteile in die Hände von Finanzinvestoren. Ein Konsortium um den Fonds GO Scale Capital übernehme für eine Milliardensumme 80,1 Prozent der Anteile, teilte der niederländische Konzern heute in Amsterdam mit.

Philips will einen Minderheitsanteil von 19,9 Prozent an dem Geschäftsbereich behalten. Von dem Verkauf versprechen sich die Niederländer einen Bruttoerlös von 2,8 Milliarden Dollar (2,6 Mrd Euro). Der verkaufte Geschäftsbereich soll künftig Lumileds heißen.

Der Elektrokonzern befindet sich derzeit in schwerem Fahrwasser, der Umbau wird das Unternehmen weiter belasten. Die Abspaltung der Lichtsparte soll Angaben vom Jänner dieses Jahr zufolge allein zu Einmalkosten von 300 bis 400 Millionen Euro führen. Im vergangenen Jahr war der Gewinn um zwei Drittel auf 411 Millionen Euro eingebrochen.

GM: 77 Todesfälle wegen defekter Zündschlösser

Im Skandal um den verspäteten Rückruf von Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern hat der US-Autohersteller General Motors (GM) mittlerweile 77 Todesfälle eingeräumt. Das teilte gestern der Anwalt Kenneth Feinberg mit, der einen von GM eingerichteten Entschädigungsfonds verwaltet. Derzeit würden noch 89 Schadenersatzforderungen wegen Todesfällen geprüft. Ursprünglich hatte der Konzern von lediglich 13 Todesfällen gesprochen.

GM zahlt für jedes Todesopfer mindestens eine Million Dollar, für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte sollen je 300.000 Dollar fließen. Dazu kommen weitere Entschädigungszahlungen für Verletzungen. Nach Ablauf der Antragsfrist am 31. Januar hatte Feinberg erklärte, dass seit August mehr als 4.000 Forderungen nach Schadenersatz bei dem Fonds eingegangen seien. Mehr als 1.200 Anträge werden den aktuellen Angaben zufolge noch geprüft.

General Motors hatte vor rund einem Jahr 2,6 Millionen Autos zurückrufen müssen, weil die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können. Dies kann dazu führen, dass Airbags, Servolenkung und Bremskraftverstärker ausfallen.

Erste islamische Bank in Deutschland gestartet

In Deutschland nimmt mit der Kuveyt Türk (KT) Bank AG die erste islamische Bank der Euro-Zone ihren Betrieb auf. Nachdem sie einige Jahre lediglich als Finanzdienstleister in Mannheim tätig war, hat sie nun auch die Vollbanklizenz für das Firmen- und Privatkundengeschäft erhalten. Die Zielgruppe des neuen Bankhauses mit Sitz in Frankfurt, das von Juli an auch Filialen in Mannheim und Berlin betreibt, sind nicht nur die rund vier Millionen Muslime in Deutschland.

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Lotterien-Chef Stickler tritt ab

Lotterien-Vorstand Friedrich Stickler tritt ab. Er wird im Laufe des Jahres in Pension gehen - voraussichtlich Ende Juni, berichtete der „Standard“ (Dienstag-Ausgabe) unter Berufung auf Casino-Kreise. Der Vorstandsdirektor ist seit 1969 in der Unternehmensgruppe beschäftigt.

Ob der Posten Sticklers, der auch jahrelang ÖFB-Präsident war, überhaupt nachbesetzt wird, sei noch offen. Derzeit sehe es eher nicht danach aus. Schließlich gebe es mit Karl Stoss und Bettina Glatz-Kremsner zwei weitere Lotterien-Vorstände, heißt es in Casinos-Kreisen.

Sport

Ski alpin: Hirscher legt Sonderschichten ein

Der angekündigte Schneefall lässt bei Weltcup-Gesamtsieger Marcel Hirscher das Herz schneller schlagen. Bei perfekten Bedingungen können deshalb noch wichtige Ski- und Materialtests für die nächste Saison gemacht werden.

Eine Karrierepause nach dem historischen vierten Gesamtsieg in Serie schloss Hirscher bei einem Termin seines Sponsors in Wien kategorisch aus, eher werde er noch ein paar Jahre „gescheit fahren und lieber früher aufhören“, als zwischendurch eine Pause einzulegen. Sein Vertrag mit Raiffeisen dürfte jedenfalls weitergehen. Ob der von Anna Fenninger verlängert wird, ist dagegen offen.

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Formel 1: Mercedes überdenkt Strategie

Nach dem Sieg von Ferrari-Pilot Sebastian Vettel am Sonntag beim Grand Prix von Malaysia ist klar: Bei Mercedes muss man nach nur zwei Saisonläufen schon reagieren. Denn die Titelverteidigung wird offenbar doch nicht so einfach, wie allgemein erwartet wurde. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff kündigte daher schon einen möglichen Strategiewechsel an: Bisher sei man vielleicht zu sehr dem Fairplay-Gedanken zwischen den beiden Fahrern nachgehangen. „Vielleicht müssen wir umdenken“, sagte der Wiener. Für teaminterne Spannung bei Mercedes scheint somit wieder gesorgt zu sein.

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EM-Qualifikation: UEFA-Verfahren nach Abbruchpartie

Nach dem Abbruch des EM-Qualifikationsspiels in Podgorica am Freitag hat die UEFA gestern ein Disziplinarverfahren gegen die Verbände von Montenegro und Russland eingeleitet. Momir Djurdjevac, Generalsekretär des montenegrinischen Verbands, rechnet mit erheblichen Konsequenzen: „Wir werden eine saftige Geldstrafe zahlen und uns von einem großen Turnier verabschieden müssen“, sagte er nach dem Skandalspiel.

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Chronik

Großbrand in Salzburger Schokoladefabrik

Bei der Firma Salzburg-Schokolade in Grödig ist gestern Abend ein Großbrand ausgebrochen. Bei den Löscharbeiten waren 120 Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutz im Einsatz, verletzt wurde niemand.

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In Tirol brach gestern im Dachstuhl eines Wohnhauses in Reith im Alpbachtal aus bisher unbekannter Ursache ein Brand aus. Die Feuerwehren konnten den Brand rasch unter Kontrolle bringen. Verletzt wurde niemand.

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IT

Facebook in Gehry-Komplex umgezogen

Das US-Unternehmen Facebook mit Sitz im Staat Kalifornien ist umgezogen und ab sofort in einem Megakomplex von Architekt Frank Gehry zu finden.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg erklärte gestern in dem Sozialen Netzwerk, bei dem neuen Büro handle es sich um den „größten offenen Raum der Welt“. Der Hauptsitz bestehe nun aus nur einem riesigen Raum, in dem Tausende Menschen gemeinsam arbeiten können.

Auf dem Dach befindet sich nach Zuckerbergs Angaben ein mehr als dreieinhalb Hektar großer Park - trotzdem bezeichnete er den Komplex als „ziemlich einfach“ und „nicht ausgefallen“. Das sei Absicht. „Wir möchten, dass sich unser Raum wie Arbeit im Prozess anfühlt.“ Wer in das neue Büro trete, solle spüren, wie viel noch zu tun sei, um die Mission von Facebook, Menschen weltweit zu vernetzen, zu vollenden.

Der neue Hauptsitz befindet sich direkt neben dem alten Gebäude in Menlo Park. Facebook hatte Gehry 2012 angeheuert. Der US-kanadische Architekt ist für seine schwungvollen Formen bekannt - kastenförmige Bauten lehnt er ab. Weltberühmt wurde er unter anderem mit dem Guggenheim-Museum im nordspanischen Bilbao.

IBM steckt drei Mrd. Dollar in Gerätevernetzung

IBM will groß ins Geschäft mit der Vernetzung von Technik im „Internet der Dinge“ einsteigen. Der Computerkonzern entwickelt eine offene Cloud-Plattform, auf der Unternehmen eigene Anwendungen dafür laufen lassen können. In die darauf spezialisierte neue Sparte steckt IBM drei Milliarden Dollar (2,8 Mrd. Euro) über einen Zeitraum von vier Jahren.

Mit dem Schritt will IBM seine Stärken ausspielen und bündelt bisherige Projekte unter einem neuen Dach. Der Konzern betreibt bereits eine Plattform zur Auswertung großer Datenmengen, auf die unter anderem Städte wie Montpellier und Dublin zurückgreifen.

Der deutsche Autozulieferer Continental entwickelt zusammen mit IBM eine Plattform für die Autovernetzung. Auch der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney greift auf IBM-Infrastruktur zurück, um den Zustand von mehr als 4.000 vernetzten Turbinen zu überwachen.

IBM argumentiert, 90 Prozent der in Unternehmen anfallenden Daten würden derzeit nicht ausgewertet. Ein Großteil davon verliere schnell an Wert. Deswegen sollen Kunden Werkzeuge bekommen, um ihre Daten in den Cloud-Diensten von IBM zusammenzuführen.

Agenten sollen Bitcoins bei Silk Road gestohlen haben

Die Saga um den ehemaligen Internetschwarzmarkt Silk Road wird um ein bizarres Kapitel erweitert: Laut einem Zeitungsbericht stehen zwei Ex-Agenten im Verdacht, sich bei den Ermittlungen die Taschen mit der Digitalwährung Bitcoin gefüllt zu haben.

Den damaligen Mitarbeitern der Drogenpolizei DEA und des Geheimdienstes Secret Service werde Geldwäsche und Betrug vorgeworfen, berichtete die „New York Times“ gestern. Aus Ermittlungsakten gehe hervor, dass der DEA-Agent zudem wegen Diebstahls von Regierungseigentum und Interessenkonflikten bei seinem Einsatz beschuldigt werde.

Bitcoins in eigene Tasche

Der 46-Jährige, der etwa 15 Jahre als Sonderermittler der DEA angestellt gewesen sei, habe sich an Bitcoins persönlich bereichert, anstatt sie an die Regierung zu übergeben. Die digitale Währung war bei Geschäften auf Silk Road das Hauptzahlungsmittel.

Der Mann sei am Freitag in Baltimore verhaftet worden. Der andere Verdächtigte, ein 32-Jähriger, der sechs Jahre für den Secret Service ermittelt haben soll, habe sich in San Francisco gestellt. Beide hätten gekündigt, nachdem sie von den Ermittlungen gegen sich erfahren hatten.

Silk-Road-Betreiber in Haft

Geldwäsche und Betrug zählen auch zu den Verbrechen, wegen derer der mutmaßliche Betreiber von Silk Road, Ross Ulbricht, Anfang Februar vor einem New Yorker Gericht verurteilt wurde. Ulbricht soll Kopf einer Verschwörung zum Drogenhandel im Internet gewesen sein, ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

Silk Road war im Oktober 2013 ausgehoben worden - zumindest die Ursprungsversion, danach gingen wiederholt Nachahmerseiten ans Netz. Über mehr als zweieinhalb Jahre lang sollen Tausende Drogendealer insgesamt 213 Millionen Dollar an Umsatz auf der Plattform gemacht haben.

Kultur

„Schtonk“-Regisseur Helmut Dietl tot

Mit „Schtonk“, „Rossini“ und „Monaco Franze“ hat er seine wohl größten Erfolge gefeiert - gestern ist der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Helmut Dietl nach langer Krankheit verstorben. 2013 machte der Filmemacher in einem „Zeit“-Interview publik, an Krebs erkrankt zu sein.

Dietl, der im Vorjahr seinen 70. Geburtstag feierte, wurde mit etlichen Preisen ausgezeichnet - zuletzt 2014 mit dem deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk. Nun hat das Land - so der Bayerische Rundfunk - seinen „melankomischsten“ Regisseur verloren.

Mehr dazu in „Großer des deutschen Filmschaffens“

Song Contest

Nadine Beiler: Mit Musik erwachsen geworden

Nadine Beiler startet durch. Nach sieben mageren Jahren hat sich die Tirolerin nun neu orientiert - derzeit arbeitet sie an mehreren Projekten gleichzeitig und probiert alles aus, was Spaß macht. Welche musikalische Richtung in Zukunft eingeschlagen wird, ist noch offen. Ein abermaliges Antreten beim Song Contest kann sich Nadine vorstellen, ihre Erinnerungen an Düsseldorf sind mehr als positiv.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Science

„Solar Impulse 2“: Sonnenflugzeug in China gelandet

Trotz unerwartet starken Gegenwindes hat das Schweizer Sonnenflugzeug „Solar Impulse 2“ die bisher schwierigste Etappe seiner Weltumrundung bewältigt. Nach mehr als 20 Stunden landete das Solarflugzeug gestern verspätet weit nach Mitternacht Ortszeit sicher auf dem Flughafen der südwestchinesischen Metropole Chongqing. Im Cockpit saß diesmal der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard.

Starker Gegenwind

Der 57-Jährige Pilot und sein Kollege Andre Boschberg (62) wollen mit der ersten Erdumrundung eines Solarflugzeugs für den Einsatz und die Möglichkeiten von Sonnenenergie werben. Zunächst verzögerte der starke Gegenwind den Anflug auf Chongqing. Später hieß es zudem, die Landung habe auch noch wegen des dichten Flugverkehrs auf dem stark frequentierten Flughafen verschoben werden müssen.

Wegen schlechten Wetters musste die zunächst schon für heute geplante nächste Etappe nach Nanjing in Ostchina wieder abgesagt werden. „Wir haben uns für den sicheren Weg entschieden, den Flug zu verschieben“, sagte Flugdirektor Raymond Clerc.

„Bin immer zuversichtlich“

Die Verzögerung verursache Probleme für die Organisation des weiteren Fluges, aber Sicherheit gehe vor, betonte der Flugdirektor. Wie viele Tage gewartet werden müsse, sei unklar. „Wir müssen einfach eine neue Lösung für Nanjing finden“, sagte Clerc. „Ich bin immer zuversichtlich, sonst gehörte ich nicht zu diesem Team.“

Medien

Trevor Noah soll Jon Stuart bei „The Daily Show“ beerben

Nicht der erwartete Promi, sondern ein südafrikanischer Komiker soll neuer Gastgeber der Sendung „The Daily Show“ werden. Trevor Noah (31) werde demnächst Jon Stewart als Moderator der Kultsendung nachfolgen, meldete die „New York Times“ gestern. Das habe Noah der Zeitung selbst bestätigt. Vom Sender gab es vorerst keinen Kommentar.

Stewart hatte die Sendung 16 Jahre lang geprägt und von einer Nischenshow zum Aushängeschild des kleinen Senders Comedy Central gemacht. Im Februar hatte er seinen Abschied angekündigt, wenige Monate nach Abgang von Stephen Colbert. Der andere Quotenbringer des Senders wird Nachfolger von David Letterman beim großen Sender CBS.

Trevor Noah ist in Südafrika ein Star, in den USA kennt man ihn kaum. Allerdings hatte er schon zwei Auftritte in der „Daily Show“. Er wurde als Sohn einer schwarzen Mutter und eines weißen Vaters geboren - damals war das illegal in Südafrika. Noah ist für sein loses Mundwerk bekannt. Nach der Kritik an der amerikanischen Polizei, sie sei oft rassistisch, sagte er: „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal in Amerika mehr Angst vor der Polizei haben würde als in Südafrika. Da werde ich so nostalgisch und denke an alte Zeiten zu Hause.“

Leute

Jay Z will mit Staraufgebot Streamingmarkt aufmischen

Mit einem Großaufgebot an Stars im Rücken greift der Rapper Jay Z Streamingdienste wie Spotify und andere Musik-Flatrates an. In der Nacht auf heute stellte er in New York erstmals konkrete Pläne für seinen Flatrate-Musikdienst Tidal vor.

Jay Z gelang es, für das Projekt diverse Stars mit ins Boot zu holen - von Coldplay, Madonna, Kanye West und Rihanna über Daft Punk und Alicia Keys bis hin zu Usher, Nicki Minaj und Arcade Fire. Auch Beyonce, die Ehefrau von Jay Z, ist dabei.

„Tidal ist die Zukunft der Musik“, sagte Managerin Vania Schlogel von der schwedischen Unternehmensmutter Aspiro bei der Vorstellung des Musikerbündnisses in New York. Jay Z hatte sich bereits im Jänner um Aspiro bemüht, erst im März gelang es ihm jedoch, die Firma für 56 Millionen Dollar zu kaufen. Jetzt wurde das künftige Konzept präsentiert.

„Unsere Mission geht über Kommerz und Technologie hinaus“, sagte Sängerin Alicia Keys. Sie kündigte den ersten Streamingdienst an, bei dem allein die Musik im Vordergrund stehe und die Künstler zugleich Eigentümer seien. Dann unterzeichneten alle Musiker auf der Bühne eine entsprechende Erklärung. Allerdings traf der vermeintliche Idealismus der Superstars im Netz zunächst auf viel Skepsis.