Ausland

Kerry hält an Nahost-Verhandlungen fest

Auch nach Israels vorläufigem Rückzug von den Nahost-Gesprächen hofft US-Außenminister John Kerry weiter auf eine Friedenslösung mit den Palästinensern.

„Es gibt immer einen Weg nach vorne“, sagte Kerry heute vor Journalisten in Washington. „Wir werden unsere Hoffnung und unseren Einsatz für die Möglichkeiten des Friedens nie aufgeben.“ Der Außenminister räumte aber ein, dass die Gespräche „an einem schwierigen Punkt“ angelangt seien. Die Führungen Israels und der Palästinenser müssten nun Kompromissbereitschaft zeigen.

Verhandlungsmandat läuft am Dienstag aus

Auch Kerrys Sprecherin Jennifer Psaki weigerte sich, die Verhandlungen für gescheitert zu erklären. Im Verlauf der Gespräche habe es „Hochs und Tiefs“ gegeben, sagte Psaki. „Dieser Prozess muss seinen Weg zu Ende finden.“

Kerry hatte Israelis und Palästinenser im vergangenen Juli zu einer Wiederaufnahme direkter Gespräche bewegen können, die bisher aber zu keinen Ergebnissen führten. Am kommenden Dienstag läuft das Verhandlungsmandat aus.

Kreml-Kritiker Nawalny bleibt in Hausarrest

Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny entgeht zunächst einer Haftstrafe, soll aber weitere sechs Monate im Hausarrest bleiben. Das ist das Ergebnis der ersten Verhandlung eines Betrugsprozesses gegen den 37-jährigen Angeklagten heute vor einem Moskauer Gericht.

Nawalny und seinem Bruder Oleg wird vorgeworfen, 26 Millionen Rubel (590.000 Euro) aus einem Geschäft mit der russischen Tochter des französischen Kosmetikkonzerns Yves Rocher und mehr als vier Millionen Rubel von der russischen Firma MBK veruntreut sowie 21 Millionen Rubel Schwarzgeld weißgewaschen zu haben.

Zahlreiche Verfahren noch offen

Bei einer Verurteilung in diesem Fall drohen Nawalny bis zu zehn Jahre Straflager. Derzeit steht Nawalny unter Hausarrest. Er muss sich in zahlreichen Verfahren vor Gericht verantworten. So befand ihn ein Gericht in Moskau für schuldig, einen Vizepräsidenten der Staatsduma im Zusammenhang mit einer angeblichen Immobilienaffäre verunglimpft zu haben. Nawalny wurde dazu verurteilt, die von ihm verbreiteten Informationen öffentlich zurückzuziehen.

Am Dienstag war Nawalny wegen Beleidigung eines Kommunalpolitikers eine Geldstrafe in Höhe von 300.000 Rubel (6.000 Euro) auferlegt worden. Auch in diesem Fall verzichtete das Gericht jedoch darauf, die gegen Nawalny bereits bestehende Bewährungsstrafe aufgrund des neuen Urteils in eine Gefängnisstrafe umzuwandeln.

Marshall-Inseln verklagen Atommächte vor UNO-Gericht

Die Marshallinseln, die nach dem Zweiten Weltkrieg Schauplatz zahlreicher Atomversuche der USA waren, haben neun Atommächte vor dem Internationalen Gerichtshof verklagt.

Die Atommächte verletzen nach Ansicht des Inselstaates internationales Recht, da sie ihren Verpflichtungen zur nuklearen Abrüstung nicht nachkämen. Bei dem Gericht gingen Klagen gegen die USA, China, Russland, Frankreich, Großbritannien, Pakistan, Indien, Nordkorea und Israel ein.

Auf der Inselgruppe im Nordpazifik hatten die USA bis Ende der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts Atom- und Wasserstoffbomben getestet. Einige Atolle wurden dadurch unbewohnbar.

Zweite Bewerbung für Präsidentenwahl in Syrien

Für die Präsidentschaftswahl in Syrien hat ein zweiter Politiker seine Kandidatur angemeldet: Der Geschäftsmann Hassan Abdallah al-Nuri will sich am 3. Juni um das höchste Staatsamt bewerben, wie Parlamentspräsident Mohammed al-Lahhman heute mitteilte.

Der 1960 geborene Nuri stammt aus Damaskus. Er war früher Parlamentsabgeordneter und Staatssekretär für den Verwaltungsaufbau, zählt aber inzwischen zur tolerierten Opposition gegen die Staatsführung unter Präsident Baschar al-Assad.

Exilopposition ohne Chancen

Als erster Politiker hatte zuvor der unabhängige Abgeordnete Maher Abdel Hafis Hadschar seine Kandidatur eingereicht. Der 1968 geborene Hadschar stammt aus Aleppo. Assad ließ seine Ambitionen für eine weitere Amtszeit von sieben Jahren bereits klar erkennen, die offizielle Kandidatur steht aber noch aus. Offiziell endet seine Amtszeit am 17. Juli.

Das syrische Parlament hatte die Weichen für Assads Wiederwahl Mitte März gestellt. Es stimmte für ein neues Wahlrecht, das allerdings die Exilopposition faktisch ausschließt. Eine Kandidatur wird erst dann gültig, wenn sie von 35 der 250 Abgeordneten im Parlament von Damaskus unterstützt wird. 160 Abgeordnete gehören der regierenden Baath-Partei an und dürften somit ihre Unterstützung für Assad bekunden.

Polizist erschoss in Afghanistan drei US-Ärzte

Ein afghanischer Polizist hat heute in einem christlichen Krankenhaus in der afghanischen Hauptstadt Kabul drei US-amerikanische Ärzte erschossen. Außerdem sei eine Ärztin bei dem Angriff verletzt worden, sagte der Polizeichef von Kabul, Sahir Sahir.

Der Todesschütze sei zur Bewachung des Krankenhauses eingesetzt gewesen, das vor allem Kinder behandelt. Er habe sich anschließend selber in den Bauch geschossen und sei außerdem von einem Polizisten angeschossen worden. Der Mann sei festgenommen worden.

Serie von Angriffen auf Ausländer

Vor drei Wochen hatte ebenfalls ein afghanischer Polizist die deutsche Fotografin Anja Niedringhaus im Osten des Landes getötet. Der Angreifer soll im Verhör ausgesagt haben, er habe damit einen NATO-Luftangriff auf sein Dorf rächen wollen. Der Angriff von heute war der sechste auf ausländische Zivilisten seit Jahresbeginn.

Polizeichef Sahir sagte, der Todesschütze sei der Polizei vor zwei Jahren beigetreten. „Wir wissen nicht, warum er das Feuer auf die Ausländer eröffnete. Wir untersuchen das.“

Inland

Kurz skeptisch über EU-Beitritt der Ukraine

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) fordert neue Impulse in der EU-Erweiterungspolitik. Ein „Mehr an Erweiterungsperspektive“ wäre eine Antwort auf die Frustration viele Bürger, sagte Kurz heute bei einer Festveranstaltung zum zehnten Jahrestag der großen EU-Osterweiterung in Wien. Skeptisch äußerten sich er und mitteleuropäische Amtskollegen zu einem EU-Beitritt der Ukraine.

Die EU müsse sich weiterentwickeln, damit sie international nicht den Anschluss verliere, betonte Kurz. „Wir brauchen als Antwort auf die Frustration ein Mehr an Transparenz, ein Mehr an Mitsprachemöglichkeit und ein Mehr an Erweiterungsperspektive für die Länder, die noch nicht Mitglied werden konnten“, sagte er mit Blick auf die Westbalkan-Staaten.

EU müsse Partnerschaftsmodelle „überdenken“

Er verwies auf die positiven Erfahrungen der Erweiterungsrunde 2004, von der nicht nur die Neumitglieder profitiert hätten, sondern die auch Österreich ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent jährlich beschert habe. Das müsse man sich „in Erinnerung rufen, wo immer mehr Kritik an der EU laut wird“.

Allerdings müsse die EU ihre Partnerschaftsmodelle „überdenken“, weil sie „mit dem reinen Streben nach Erweiterung Länder wie Moldawien oder die Ukraine in eine Zerreißprobe gedrängt“ habe. Für diese Länder müsse es Lösungen geben, die „keine Entweder-Oder-Entscheidung“ bedeuten.

U-Ausschuss-Reform: Zeitplan für Verhandlungen steht

Nach der Nationalratssondersitzung hat heute im Parlament ein Klubobleute-Treffen zur Reform der Untersuchungsausschüsse stattgefunden. Dabei ist laut Angaben von SPÖ und ÖVP der weitere Zeitplan für die Verhandlungen festgelegt worden.

Bei der Sitzung haben die Parteien ihre Positionen ausgetauscht. Für SPÖ-Klubchef Andreas Schieder herrschte dabei „gutes Klima“, er sei zuversichtlich, dass der Zeitplan, bis zum Sommer zu einer Einigung zu kommen, hält, teilte eine Sprecherin der APA mit. Auch für ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka war das Treffen ein „durchaus konstruktiver Start“.

Wöchentliche Treffen

Ab nächster Woche soll es nach Angaben der Regierungsparteien wöchentliche Treffen der zuständigen Abgeordneten geben, zwölf Termine bis Anfang Juli seien vereinbart worden, sagte Lopatka. Die Klubobleute wollen sich dazwischen auch immer wieder treffen, wenn es Ergebnisse gebe, das nächste Mal am 15. Mai.

Ausgemacht wurde laut Lopatka auch, dass die Themen der Reform in einer geordneten Reihenfolge diskutiert werden sollen. Starten will man demnach mit der Einsetzung und dem Untersuchungsgegenstand, dann sollen Vorsitz und Streitbeilegung verhandelt werden.

Wie Team-Stronach-Klubchefin Kathrin Nachbaur und NEOS der APA mitteilten, ist außerdem von SPÖ und ÖVP in Aussicht gestellt worden, bis nächste Woche ein gemeinsames Papier vorzulegen. Man werde eine gemeinsame Position vorlegen, soweit es möglich sei, so Lopatka. Angaben von NEOS zufolge könnte es auch sein, dass die Opposition einen gemeinsamen Vorschlag erarbeitet.

Volksanwälte melden Rekord an Beschwerden

Fast 20.000 Menschen haben sich im Vorjahr bei der Volksanwaltschaft beschwert, weil sie sich von Verwaltung und Politik ungerecht behandelt fühlen. Das sind so viele wie noch nie und ein Alarmzeichen für die Politik in Österreich, finden die Volksanwälte.

Bei der heutigen Präsentation ihres Jahresberichts übten sie neuerlich vehemente Kritik an Missständen bei der Mindestsicherung, bei AMS-Kursen und im Bereich Sachwalterschaft.

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RH zu Koralmtunnel: Kosten steigen, Länderbeiträge nicht

Der Rechnungshof (RH) hat sich wieder das Milliardenprojekt Koralmtunnel vorgenommen. In seinem Prüfbericht äußert der Rechnungshof aber Kritik an der Darstellung der Gesamtkosten - und an der Lastenteilung. Denn der Länderbeitrag bleibt bei nur 140 Mio. Euro, unabhängig davon, wie viel der Tunnel am Schluss wirklich kostet.

Der Tunnelbau bzw. die Fertigstellung wurden mehrfach um Jahre verschoben. Der zwischen Bund und Ländern (Steiermark, Kärnten) ursprünglich vereinbarte ambitionierte Terminplan, bis zum Jahr 2018 fertig zu sein, konnte nicht eingehalten werden. Laut ÖBB-Infrastruktur AG ist die Inbetriebnahme der Koralmbahn in drei Schritten von Dezember 2018 auf zunächst Dezember 2019, in der Folge auf Dezember 2021 und zuletzt auf Dezember 2023 verschoben worden.

Länderzahlungen nicht angepasst

Zum Stand Rahmenplan 2012 bis 2017 betragen die Gesamtprojektkosten rund 5,373 Mrd. Euro einschließlich „Vorausvalorisierung“ - also einschließlich kalkulatorisch zu erwartender Preisanpassungen bis zur Fertigstellung. Diese Gesamtprojektkosten wurden aber, so der Rechnungshof, „nicht vollständig dargestellt“. Der endgültige Finanzierungsanteil der Länder werde - verglichen mit dem Finanzierungsvertrag - geringer sein, meint der RH.

Laut RH haben die Vertragspartner seinerzeit keine Anpassung der Zuschüsse der Länder Kärnten und Steiermark für sich verändernde Kosten, steigende Preise oder schlagend werdende Risiken vereinbart. Es wurde vielmehr von einer Pauschalierung der Länderbeiträge ausgegangen.

Im Rahmenplan 2005 bis 2010 wurden fixe Zuschüsse der beiden Länder von jeweils 140 Mio. Euro vereinbart - aufgeteilt auf 18 gleiche Jahresraten von jeweils rund 7,78 Mio. Euro in den Jahren 2008 bis 2025. Beim Vertragsabschluss lag der Länderanteil damit bei 3,69 Prozent. Weil die Baukosten im Rahmenplan 2012 bis 2017 höher veranschlagt sind, die Zuschüsse der Länder aber gleich bleiben, sinkt deren Anteil an den Baukosten auf 2,96 Prozent.

Hypo-U-Ausschuss erneut abgelehnt

Im Nationalrat ist heute zum Abschluss der Sondersitzung zur Bildungspolitik erneut ein Antrag der Opposition auf einen Hypo-Untersuchungsausschuss abgelehnt worden. Die Opposition stimmte geschlossen dafür, seitens der Koalition gab es aber keine Unterstützung.

„Wir müssen den Druck auf die Bundesregierung weiter hoch halten, denn sonst geschieht in diesem Land nichts“, sagte NEOS-Finanzsprecher Rainer Hable in der Begründung zum Antrag. Christoph Matznetter von der SPÖ und ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka betonten in der Debatte die Verantwortung der FPÖ für das Hypo-Alpe-Adria-Debakel. Ein Untersuchungsausschuss würde die Arbeit der Justiz sowie die Abwicklung behindern, meinte Lopatka.

Auch RH-Prüfung der Haftungen beantragt

Beim Antrag auf Einsetzung des U-Ausschusses handle es sich mittlerweile um den vierten gemeinsamen Antrag der Oppositionsparteien und insgesamt um den 17. Antrag, sagte FPÖ-Budgetsprecher Elmar Podgorschek. Die Bürger hätten ein Recht darauf, dass aufgeklärt wird.

Der Grüne Vizeklubchef Werner Kogler meinte, es sei in „jeder entwickelten parlamentarischen Demokratie selbstverständlich“, dass „so etwas ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss untersucht und keine Regierungskommission“. Auch die Klubobfrau des Teams Stronach (TS), Kathrin Nachbaur, betonte, dass ein U-Ausschuss das einzige probate Mittel sei, „um für restlose Aufklärung zu sorgen“. Beantragt wurde in der Sitzung ferner gemeinsam von NEOS und TS eine Prüfung bezüglich der eingegangenen Staatshaftungen seitens des Rechnungshofs (RH).

Wirtschaft

GM erleidet nach Pannenserie Gewinneinbruch

Die folgenschwere Pannenserie wegen defekter Zündschlösser kommt den US-Autokonzern General Motors (GM) teuer zu stehen. Wegen Rückstellungen für mehrere Rückrufaktionen brach der Gewinn pro Aktie im ersten Quartal 2014 auf 0,06 Dollar von 0,58 Dollar im Vorjahr ein.

GM reservierte insgesamt 1,3 Mrd. Dollar (rund 940 Mio. Euro) für Reparaturkosten an Millionen von Fahrzeugen. Es sei noch zu früh, um weitere Rückstellungen auszuschließen, sagte Finanzchef Chuck Stevens heute.

Hoffnungsschimmer für Sorgenkind Opel

Mit dem operativen Geschäft zeigte sich der Konzern jedoch zufrieden. Der Umsatz kletterte in den ersten drei Monaten auf 37,4 (36,9) Mrd. Dollar. Auf dem krisengeschüttelten europäischen Automarkt, wo GM mit der Marke Opel vertreten ist, gebe es „echte Fortschritte“, sagte Stevens.

Der operative Verlust des Europageschäfts weitete sich im ersten Quartal allerdings von 152 Mio. auf 284 Mio. Dollar aus.

Österreicher haben 500 Mrd. Euro Erspartes

Das Geldvermögen der österreichischen Haushalte hat im Vorjahr fast die 500-Mrd.-Euro-Grenze geknackt. Trotz geringerer Neuinvestitionen stieg das gesamte Finanzvermögen zu Jahresende 2013 um nominell 1,4 Prozent auf 498 Mrd. Euro, gab die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) heute bekannt.

Die Österreicher veranlagten aber mit 6,9 Mrd. Euro deutlich weniger in Geldanlagen als im Jahr 2012 (10,4 Mrd. Euro). Der Großteil davon wurde auf Gehalts- und Pensionskonten belassen, in täglich fällige Einlagen transferiert bzw. in Investmentzertifikate investiert.

Zahlt sich „echtes“ Sparen nicht mehr aus?

Insbesondere die niedrigen Zinssätze veranlassen die Haushalte, höhere Einkommensteile auf ihren Gehalts- und Pensionskonten zu belassen bzw. mehr Bargeld zu halten, so die OeNB. Die Bargeldbestände wuchsen um 0,6 Mrd. auf 19,8 Mrd. Euro, die Bestände auf den Gehalts- und Pensionskonten stiegen um 2,3 Mrd. auf 22,3 Mrd. Euro.

Daneben tätigten die Haushalte Umschichtungen von gebundenen Einlagen auf täglich fällige Gelder in der Größenordnung von 5,3 Mrd. Euro. Haushalte mit längerfristigen Spar- und Vorsorgeüberlegungen veranlagten laut OeNB wieder verstärkt in in- und ausländische Investmentzertifikate.

Die Nettokäufe in Höhe von 2,5 Mrd. Euro im Jahr 2013 fielen dreimal so hoch aus wie im Jahr 2012 und konzentrierten sich auf Immobilien- und Pensionsfonds.

Kredite vor allem für Wohnbau

Die Neuverschuldung war mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent weiterhin moderat. Private Haushalte verschuldeten sich im Jahr 2013 in Höhe von 1,3 Mrd. Euro. Getragen wurde die Kreditnachfrage durch Wohnbaukredite, die per saldo um 2,2 Mrd. Euro stiegen.

Die Gesamtverbindlichkeiten der Haushalte lagen mit 165 Mrd. Euro per Jahresende 2013 auf dem gleichen Niveau wie Ende 2012. Der größte Teil entfiel auf Wohnbaukredite mit einem Aushaftungsstand von 112,6 Mrd. Euro.

Aus Strom wird Gas: Forschungsallianz startet

Beim Thema Energieautarkie, gerade durch die Ukraine-Krise und die Abhängigkeit von russischem Gas von neuer Aktualität, stößt Österreich nun die Tür zu einer Zukunftstechnologie auf, die vorerst noch utopisch klingt: Unter dem Schlagwort „Power-to-Gas“ soll Strom zu Gas verarbeitet und damit quasi unbegrenzt speicherbar werden. Seit Mittwoch sind drei große wirtschaftliche Player und drei Unis in einem Forschungsprojekt vereint, das aus der Zukunftsmusik einen Grundstein für die Energiewirtschaft von morgen machen will. Schon in zwei Jahren will die Allianz Resultate vorlegen.

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Sport

Tennis: Thiem und Melzer in Barcelona out

Für Dominic Thiem und Jürgen Melzer war heute beim ATP-Turnier in Barcelona Endstation. Der 20-jährige Thiem musste sich nach hartem Kampf dem Kolumbianer Santiago Giraldo in drei Sätzen geschlagen geben, wobei er im Entscheidungssatz eine 5:3-Führung verspielte. Der 32-jährige Melzer unterlag dem als Nummer zehn eingestuften Philipp Kohlschreiber in zwei Sätzen und verlor damit auch sein viertes Duell mit dem Deutschen.

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Judo: Filzmoser erobert EM-Bronze

Sabrina Filzmoser hat ihrer Sammlung die nächste Medaille hinzugefügt. Die Oberösterreicherin gewann heute bei den Judo-Europameisterschaften in Montpellier die Bronzemedaille. Die 33-Jährige setzte sich in der Klasse bis 57 kg im Kampf um den dritten Platz gegen die Bulgarin Iwelina Iljiewa durch. Ludwig Paischer wurde in der Kategorie bis 60 kg Siebenter.

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Champions League: Alaba rechnet mit Finaleinzug

Auch wenn das Halbfinal-Hinspiel bei Real Madrid am Mittwoch mit 0:1 verloren gegangen ist, rechnet David Alaba weiter mit dem Einzug seiner Bayern ins Finale der Champions League: „Wir glauben weiter daran. Der Trainer wird uns mitgeben, was wir brauchen“. Vor allem der am Mittwoch fehlende letzte Pass soll am Dienstag in München wieder kommen. „Das müssen wir im Rückspiel besser machen“, hofft der Wiener auf mehr Torchancen des Titelverteidigers.

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Chronik

Töchter auf Raststation ausgesetzt

Ein Italiener hat am Ostersonntag seine beiden Töchter an der Raststation Techelsberg auf der Südautobahn (A2) zurückgelassen, berichtet die „Kronen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe). Die Kinder wurden in einer sozialen Einrichtung betreut, bis die Großmutter sie abholte.

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Weniger Verkehrsunfälle und -tote 2013

Der Straßenverkehr hat 2013 knapp neun Menschenleben pro Woche gefordert. Insgesamt starben 455 Menschen. Das ist die geringste Zahl seit Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1961. Gegenüber 2012 bedeutet das einen Rückgang um 76 Tote bzw. 14 Prozent.

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Saudi-arabischer Prinz tötet 2.000 bedrohte Vögel

Ein saudi-arabischer Prinz und Liebhaber der altüberlieferten Falknerei hat bei einer einzigen Jagdpartie in Pakistan mehr als 2.000 Vögel einer Art getötet, die vom Aussterben bedroht ist. Die örtlichen Behörden der südwestlichen Provinz Belutschistan zeigten sich heute betrübt angesichts der Vogeljagd von Prinz Fahd Bin Sultan.

Bei der Falknerei, die auch Beizjagd genannt wird, werden abgerichtete Falken zum Jagen kleiner Vögel eingesetzt. Bei der Jagd des Prinzen traf es über 2.000 sogenannte Kragentrappen.

Ausnahmelizenz für Jagdgesellschaft

Eigentlich ist die Jagd auf Kragentrappen verboten, die pakistanischen Behörden vergeben aber mitunter Ausnahmelizenzen zum Fangen von 100 Vögeln in zehn Tagen. Der Prinz habe bei seinem dreiwöchigen Streifzug im Jänner aber „allein 1.977 Vögel selbst getötet und seine Begleiter 123“, beklagte ein Behördenvertreter. Nun wurden Forderungen laut, die Jagd ausnahmslos zu verbieten.

Textilindustrie in Bangladesch: Wende nach Fabrikseinsturz?

Genau vor einem Jahr ist die Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch eingestürzt - das Unglück hat wegen des Fehlens auch nur der grundsätzlichsten Sicherheitsvorkehrungen mehr als 1.000 Billiglohnarbeiter das Leben gekostet, darunter viele Kinder. Tausende Angehörige der Opfer und Textilarbeiter gedachten der Toten und zeigten sich wütend über das verantwortungslose Vorgehen des Managements und der Politik. Das verheerende Unglück löste eine Grundsatzdebatte über die skandalösen Produktionsverhältnisse in der Textilbranche aus. Einige westliche Konzerne verweigern aber weiter jede Hilfe - selbst für leichte Verbesserungen.

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Medien

IT

Chef von Googles Onlinenetzwerk geht

Einer der führenden Google-Manager verlässt den Internetkonzern. Vic Gundotra, der zuletzt für das Onlinenetzwerk Google+ zuständig war, gab heute seinen Abgang nach acht Jahren bekannt. Er schrieb nichts über Gründe oder künftige Pläne. Vor Google+ verantwortete er unter anderem die mobilen Produkte des Internetriesen und verbrachte zuvor 15 Jahre bei Microsoft.

Google+ ist als Plattform konzipiert, die verschiedene Dienste des Internetkonzerns miteinander verbindet. Google baute unter anderem die Funktionen zum Speichern und Bearbeiten von Fotos stark aus. Sollte Google+ allerdings auch als direkter Rivale zu Facebook gedacht gewesen sein, kann es mit dem weltgrößten Onlinenetzwerk nicht bei der Bedeutung mithalten.

Kultur

Burgtheater: Aufsichtsrat genehmigt Bilanz

Der Aufsichtsrat des Wiener Burgtheaters hat in seiner heutigen Sitzung die Bilanz 2012/13 genehmigt und die Geschäftsführung mit einem über 100 Punkte umfassenden Maßnahmenpaket für 2014/15 beauftragt.

Details sollen morgen im Rahmen einer Pressekonferenz von der interimistischen künstlerischen Geschäftsführerin Karin Bergmann und dem kaufmännischen Geschäftsführer Thomas Königstorfer vorgestellt werden.

Verlust von bis zu 19 Mio. Euro

„Die Presse“ bezifferte jüngst den zu erwartenden Bilanzverlust auf über 19 Millionen Euro. Die Bilanz dürfte laut „Presse“ nicht nur durch deutlich höhere zu erwartende Nachzahlungen für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge (acht Mio.), sondern auch durch Rückstellungen für die vom entlassenen Direktor Matthias Hartmann und der entlassenen Vizedirektorin Silvia Stantejsky angestrengten Verfahren beim Arbeits- und Sozialgericht (drei Mio.) getrübt werden.

Für eine dennoch positive Prognose und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk der Wirtschaftsprüfer sollen eine Patronatserklärung der Holding in der Höhe von zehn Millionen, der Verkauf der Burg-Probebühne an Art for Art sowie ein günstiger Kredit der Bundesfinanzierungsagentur verantwortlich sein.

Concordia-Medienpreise an Ramsauer, Barth und Bacher

Kriegsreporterin Petra Ramsauer, Josef Barth und das Team des „Forums für Informationsfreiheit“ sowie der ehemalige ORF-Generalintendant Gerd Bacher wurden heute im historischen Sitzungssaal des Parlaments mit den Concordia-Medienpreisen ausgezeichnet.

Als „Mensch mit Widerspruch“ bezeichnete der Publizist Peter Huemer den Empfänger des Preises für das Lebenswerk: Der dreimalige ORF-Generalintendant Bacher habe das heutige Erscheinungsbild des Senders maßgeblich geprägt.

Barth und das „Forum für Informationsfreiheit“ wurden für ihre Initiative Transparenzgesetz.at mit dem Concordia-Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet. Der Medienexperte und Rechtsanwalt Alfred Noll illustrierte in seiner Laudatio das „elementare Recht auf Wissen, freie Rede und Information“ aller Bürger.

Krisen- und Kriegsreporterin Ramsauer wurde in der Kategorie Menschenrechte ausgezeichnet. Ihr gelinge es mit ihren Reportagen „den Blick auf das vermeintlich Kleinere zu lenken“, wie ORF-Journalistin Cornelia Vospernik in der Laudatio festhielt. Ihre Texte würden zeigen, „dass der Zusammenbruch von Ordnung immer mit dem Zusammenbruch von Menschenrechten einhergeht“.

Glawogger-Tod: Ursprünglich Typhus-Diagnose

Einen Tag nach Bekanntwerden des plötzlichen Malaria-Todes des Filmemachers Michael Glawogger wurden in Absprache mit der Produktionsfirma Lotus Film sowie Glawoggers Witwe Details zum Krankheitsverlauf bekanntgegeben. Demnach erkrankte Glawogger am vergangenen Freitag in Harper, Liberia. Die Symptomatik habe vorerst eine Typhusinfektion nahegelegt, gegen die er entsprechend behandelt wurde.

Zunächst war „ein hochfiebriger Krankheitsverlauf von etwa drei Tagen erwartet“, heißt es in dem Statement. Am Ostermontag wurde, nachdem sich „nur instabile Besserungsphasen“ eingestellt hatten, bei einem zweiten Test Malaria tropica diagnostiziert, die Medikation entsprechend umgestellt und Michael Glawogger ins Krankenhaus von Monrovia geflogen.

Rückholung nicht mehr möglich

„Gleichzeitig wurde die Rückholung in die Wege geleitet, nach der er am frühen Morgen des Mittwoch in Wien eintreffen sollte. Die von Montag auf Dienstag eintretende rapide Verschlechterung seines Allgemeinzustandes führte aber währenddessen zu einem schrittweisen Organversagen, infolge dessen er am Dienstag um 23.40 Uhr MEZ auf dem Weg vom Krankenhaus zum Flughafen verstarb“, heißt es weiter.

„Die Reanimierung durch das kurz davor gelandete österreichische Ärzteteam blieb ohne Erfolg - ebenso wie zuvor die Versuche, in Liberia ein Dialysegerät beizustellen bzw. aus einem der Nachbarländer ein solches einzufliegen.“ Ob eine Dialyse geholfen hätte, bleibe jedoch Spekulation. „Eine bessere medizinisch-technische Ausstattung hätte die Chancen zur Rettung wohl erhöht, aber dieser Wettlauf mit der Krankheit wurde verloren.“

Science

Rieseneisberg auf dem Weg ins Südpolarmeer

Ein gewaltiger Eisberg von der Fläche des Bodensees treibt vor der antarktischen Küste. Er befindet sich rund 2.500 Kilometer südwestlich der Spitze Südamerikas. Die „B31“ benannte Scholle war bereits Anfang November vergangenen Jahres vom antarktischen Pine-Island-Gletscher abgebrochen.

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Deutsche Forscher wollen im All Tomaten züchten

Deutsche Wissenschaftler wollen herausfinden, ob Tomaten auch in der Schwerelosigkeit und ohne menschliche Pflege gedeihen können.

Voraussichtlich im Frühjahr 2016 wollen Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg und des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt (DLR) einen Satelliten mit zwei Gewächshäusern und einer eigens dafür gezüchteten Tomatensorte in die Erdumlaufbahn schießen. „Die Experimente werden wichtige Ergebnisse liefern, um ein Überleben der Menschheit in lebensfeindlichen Räumen zu ermöglichen“, teilte der DLR-Forscher Jens Hauslage mit. Er ist der wissenschaftliche Leiter der Mission.

Gesundheit

Unbekannte Nervenkrankheit bei Kindern entdeckt

Forscher des Instituts für Molekulare Biotechnologie der österreichischen Akademie der Wissenschaften haben gemeinsam mit Forschern aus Texas eine bis dato unbekannte Krankheit bei Kindern entdeckt: eine Nervenkrankheit, die Muskeln und Gehirnzellen zerstört.

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Leute

Heino zeigt Jan Delay wegen „Nazi“-Äußerung an

Volksmusiker Heino geht wegen der Bezeichnung als „Nazi“ gegen den deutschen Sänger Jan Delay vor. „Wir haben gegen Jan Delay Strafanzeige wegen des Verdachtes der Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt“, sagte Heinos Rechtsanwalt Ulrich Poser heute gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Jan Delay hatte sich in einem Interview mit der „Presse“ negativ über Heino geäußert. Auf die Frage nach Heinos Cover-Versionen von Liedern anderer Künstler und dessen Auftritten mit der deutschen Band Rammstein sagte er: „Alle sagten plötzlich: Ist doch lustig, ist doch Heino. Nee, das ist ein Nazi. Das vergessen die meisten Leute, wenn die Leute über Heino reden.“ Heino hatte auch ein Lied von Jan Delay in einer Volksmusikversion neu vertont und eingespielt.

Zur Begründung verwies Jan Delay, der mit der Hip-Hop-Band Absolute Beginner bekannt wurde und später eine Solokarriere startete, unter anderem auf einen früheren Auftritt Heinos während der Apartheid in Südafrika sowie dessen Lieder wie „Schwarzbraun ist die Haselnuss“. Er fügte hinzu: „Es ist schrecklich, wenn so jemand einen Song von dir singt.“

Armin und Bettina Assinger ließen sich scheiden

Ex-Skirennläufer und ORF-Moderator Armin Assinger und seine Frau Bettina haben sich vor kurzem scheiden lassen. Das erklärten die Assingers heute in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA.

„Armin und Bettina Assinger geben hiermit bekannt, dass ihre Ehe vor kurzem geschieden worden ist. Es wird ausdrücklich betont, dass die Ehescheidung einvernehmlich erfolgte“, heißt es darin.

Bettina Assinger werde demnach so wie bisher auch zukünftig das Management des ORF-Moderators und achtfachen Romy-Preisträgers wahrnehmen, so das getrennte Paar. Die Medien bat das geschiedene Paar - „insbesondere im Namen ihrer beiden Kinder - um Respektierung ihrer Privatsphäre. Zum vorliegenden Sachverhalt werden sich in Zukunft weder Armin noch Bettina Assinger äußern oder Erklärungen abgeben.“