Inland

Neun „Dschihadisten“ in Österreich festgenommen

Die Polizei hat auf österreichischem Staatsgebiet neun Personen festgenommen, die verdächtigt werden, sich als Dschihadisten im Syrien-Krieg beteiligen zu wollen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Wien auf Anfrage der APA.

Dem Vernehmen nach sollen sie sich bereits nahe der Staatsgrenze befunden haben und werden derzeit verhört. Die Entscheidung über eine Untersuchungshaft steht noch aus.

Steuerreform in Schritten für SPÖ „denkbar“

Die SPÖ schließt eine Umsetzung der geplanten Steuerreform in Einzelschritten nicht aus. ÖVP-Finanzstaatssekretär Jochen Danninger hatte zuvor einen Stufenplan für ein Inkrafttreten in Etappen in den Raum gestellt.

„Wünschenswert wäre eine Steuerreform als Ganzes, sie ist aber auch in Schritten denkbar“, hieß es nun aus dem Büro von Finanzstaatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ). Bei der „technischen Umsetzung“ gebe es mehrere Varianten, im Moment diskutiere man aber innerhalb der Steuerreformkommission noch die Inhalte der Tarifreform, bei der technischen und legistischen Umsetzung sei man noch nicht so weit.

Danninger zeigte sich zwar „zuversichtlich“, bei der Steuerreform einen gemeinsamen Weg mit der SPÖ zu finden. Inhaltlich blieb der Finanzstaatssekretär aber hart und lehnte eine Gegenfinanzierung durch vermögensbezogene Steuern ab: „Im Regierungsprogramm finden sich keine Vermögenssteuern, und es finden sich dort keine Erbschafts- und Schenkungssteuern. Es muss der SPÖ bewusst sein, dass es das mit der ÖVP nicht geben wird.“

Mikl-Leitner verteidigt Notquartiere für Asylwerber

Das Innenministerium hat gestern angekündigt, dass Speisesäle und Turnhallen zu Notschlafstätten für Flüchtlinge umfunktioniert werden sollen. Caritas und Grüne kritisieren das. Es sollten lieber wieder mehr Asylwerber im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen in Niederösterreich untergebracht werden. Der Bescheid zum Aufnahmestopp in Traiskirchen sei ohnehin dubios, so die Grünen. Aber ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner verteidigte heute im Ö1-Mittagsjournal ihre Vorgangsweise.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Mitterlehner: Studiengebühr „nicht ad acta gelegt“

Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hat die Einführung von Studiengebühren und weiterer Zugangsbeschränkungen an den Hochschulen „nicht ad acta gelegt“. Das betonte er heute bei der Eröffnung der „Hochschulgespräche“ beim Forum Alpbach.

Mehr dazu in science.ORF.at

Für SPÖ im Widerspruch zu Regierungsprogramm

SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl erinnerte Mitterlehner in einer ersten Reaktion daran, „dass die SPÖ klar gegen Studiengebühren ist und dass auch im Regierungsprogramm keine Rede von Studiengebühren ist“.

Der Minister habe noch Ende 2013 bekräftigt, dass es keine Studiengebühren geben werde. „Diese Festlegung ist für mich auch heute noch gültig“, so Kuntzl weiter.

Lob gab es für Mitterlehners Ankündigung, bis Herbst den Prototyp für einen Universitätsentwicklungsplan vorzulegen. Dieser werde es ermöglichen, in der Universitätspolitik faktenbasierte Entscheidungen zu treffen. Die SPÖ werde auch weiterhin daran arbeiten, „Bildungswege offenzuhalten und so die Chancen zu vergrößern“.

Ausland

Polizei riegelt Ebola-Sperrgebiet in Monrovia ab

Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie setzen die Sicherheitskräfte in Liberia die Notfallmaßnahmen auch mit Gewalt durch. Heute verschoss die Polizei in der Hauptstadt Monrovia laut Augenzeugenberichten Tränengas, um Bewohner eines Ebola-Sperrgebiets am Verlassen des Bezirks zu hindern. Die Beamten waren mit Steinen beworfen worden, als sie das Gebiet mit Straßenblockaden abriegelten.

Nach Angaben von Bewohnern des Stadtteils West Point, in dem am Wochenende eine aufgebrachte Menschenmenge 17 Patienten aus einer provisorischen Ebola-Quarantänestation herausgeholt hatte, gab es keine Vorankündigung, dass das Gebiet abgesperrt würde. Nachts gilt seit gestern eine Ausgangssperre von 21.00 bis 6.00 Uhr.

Liberia ist von der Epidemie in Westafrika am stärksten betroffen. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf 1.299. Um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern, haben Behörden Quarantänezonen auch im Grenzgebiet zwischen Guinea, Liberia und Sierra Leone eingerichtet. Auch in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, gibt es vereinzelt Ebola-Fälle.

Ebola-Verdacht auch in DR Kongo

Möglicherweise ist die Epidemie in ein weiteres afrikanisches Land eingeschleppt worden. Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) schickte ihren Gesundheitsminister in die entlegene nördliche Provinz Equateur, nachdem dort mehrere Menschen gestorben waren, die ebolaähnliche Symptome hatten. Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Russland errichtet erste Arktis-Marinebasis

Die russische Pazifikflotte hat erstmals einen Marinestützpunkt in der Arktis unweit des US-Bundesstaates Alaska gegründet. Das Kriegsschiff „Marschall Gelowani“ machte im Nordpolarmeer auf der Insel Wrangel fest und hisste dort die Flagge der Flotte, wie die Marine heute mitteilte. „Damit ist auf der Arktis-Insel der erste Stützpunkt der Pazifikflotte Russlands gegründet“, sagte Marinesprecher Roman Martow.

Russland will mit einer zunehmenden Militärpräsenz in der Arktis auch seine Ansprüche auf die dort vermuteten Bodenschätze wie Edelmetalle, Öl und Gas untermauern. Experten sehen darin nicht zuletzt ein Drohpotenzial gegen andere Arktis-Anrainer wie die USA und Kanada.

Vor 90 Jahren - am 20. August 1924 - hatte der mit dem Schiff „Roter Oktober“ angereiste Offizier Boris Dawydow auf der Insel die Fahne der damals noch jungen Sowjetunion gehisst. Benannt ist das Eiland nach dem russischen Polarforscher Ferdinand Petrowitsch Wrangel, der im 19. Jahrhundert lebte.

Polizei sieht „Wendepunkt“ in Ferguson

Trotz mehrerer Störaktionen und 47 Festnahmen ist es in der von Unruhen erschütterten US-Kleinstadt Ferguson in der Nacht auf heute weitgehend ruhig geblieben. Stundenlang hatten Hunderte Protestierende friedlich in dem Vorort von St. Louis demonstriert und Gerechtigkeit für den getöteten Jugendlichen Michael Brown gefordert.

Es flogen weder Molotowcocktails, noch ging die Polizei mit Blendgranaten oder Tränengas vor. Bei einem kurzen Zusammenstoß mit Demonstranten setzte die Polizei Pfefferspray ein. Auch mehrere geladene Waffen wurden beschlagnahmt.

Einige mit Urin und Wasser gefüllte Glas- und Plastikflaschen veranlassten die Polizei gegen Mitternacht (Ortszeit), gezielt Unruhestifter aus dem Verkehr zu ziehen. Diese versteckten sich im Lauf des Abends immer wieder in der großen Menge von Reportern.

In einer nächtlichen Pressekonferenz lobte der verantwortliche Polizist Ron Johnson den Einsatz. „Heute Abend haben wir eine andere Dynamik gesehen (...) Ich glaube, heute Abend wurde ein Wendepunkt erreicht.“ Die Polizei hatte Demonstranten vorher gebeten, nur bei Tageslicht auf die Straße zu gehen. „Sie sollten nicht als Schutzschild der Gesetzesbrecher in der Nacht dienen“, sagte Johnson.

Erneut Afroamerikaner von Polizei erschossen

Abseits der Protestmeile habe sich ein Auto dem Kommandozentrum der Polizei genähert, sagte Johnson. Nach einer an einen Polizisten gerichteten Morddrohung seien die Insassen festgenommen und zwei Pistolen beschlagnahmt worden. Einer der 47 Unruhestifter, der aus Austin (Texas) stammt, wurde bereits zum dritten Mal festgenommen.

Stunden vor der neuerlichen Demonstration hatten Polizisten in St. Louis einen Afroamerikaner erschossen. Der 23-Jährige habe die Beamten mit einem Messer bedroht, sagte Polizeichef Sam Dotson vor Journalisten. Der Verdächtige habe sich unberechenbar verhalten und die Polizisten aufgefordert, ihn zu erschießen. Die genauen Umstände des Vorfalls werden noch untersucht.

Ukrainische Flagge in Moskau gehisst - Festnahmen

Unterstützer der Ukraine haben auf einem 176 Meter hohen Hochhaus in der russischen Hauptstadt Moskau die gelb-blaue Staatsflagge des Nachbarlandes gehisst. Vier Verdächtige wurden festgenommen, wie die Polizei heute laut Interfax mitteilte. Ihnen droht eine Anklage wegen Vandalismus.

Ermittlungen zufolge kletterten die Aktivisten von der obersten Etage des im Zentrum der Stadt gelegenen Prachtbaus aus der Stalin-Zeit. Dort brachten sie die Flagge an und malten zudem den am Haus befindlichen Sowjetstern zur Hälfte blau an. Die ukrainische Fahne wurde später wieder abmontiert.

Anhaltende Kämpfe um Donezk und Lugansk

In den umkämpften ostukrainischen Gebieten lieferten sich unterdessen Regierungstruppen und prorussische Separatisten erneut heftige Gefechte. Das prowestliche Militär brachte den für den Bahnverkehr wichtigen Ort Ilowaisk unter seine Kontrolle, wie die Nationalgarde mitteilte. Neun Soldaten seien getötet worden, sagte Anton Geraschtschenko vom Innenministerium in Kiew.

Auch die Aufständischen berichteten von schweren Kämpfen an mehreren Orten. Die Separatistenhochburg Donezk stand nach Angaben des Stadtrats unter ständigem Artilleriebeschuss. Auch in der Großstadt Lugansk dauerten die Kämpfe an.

Bei den Gefechten in der Region Donezk im Osten der Ukraine sind nach Angaben der ukrainischen Behörden binnen 24 Stunden 34 Zivilisten getötet worden. 29 weitere Menschen seien in diesem Zeitraum verletzt worden.

Sport

Champions League: Salzburg durch Gegentor motiviert

Das durch einen Salzburger Eigenfehler entstandene Tor zum 1:2 in der 91. Minute hat Malmö FF gestern Abend in Salzburg im Hinspiel des Champions-League-Play-off Hoffnung auf den Aufstieg gegeben. Aber auch die Motivation der „Bullen“, endlich die Gruppenphase zu erreichen, wurde - nach einem ersten Schock - weiter angestachelt.

„Malmö muss uns erst schlagen“, meinte Trainer Adolf „Adi“ Hütter nach dem verdienten Sieg seiner klar überlegenen Elf über Schwedens Meister. Doch auch Malmös Trainer sah sein Team für das Rückspiel nächste Woche in Südschweden im Vorteil.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Schwimmen: Lisa Zaiser zeigt in EM-Vorlauf auf

Lisa Zaiser hat bei der Schwimm-EM in Berlin in souveräner Manier den Aufstieg ins Semifinale über 200 m Lagen geschafft. Die 19-jährige Kärntnerin erzielte heute Vormittag im Vorlauf die zweitschnellste Zeit aller Teilnehmerinnen und hat damit im Halbfinale der Top 16 um 18.35 Uhr (live in ORF Sport +) gute Chancen auf den Einzug in den Endlauf, der morgen stattfindet.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

VW könnte noch heuer weltgrößter Autokonzern werden

Volkswagen (VW) könnte laut einer aktuellen Prognose bereits im Gesamtjahr 2014 zum weltweit größten Autohersteller aufsteigen.

Im Kampf mit Toyota und General Motors (GM) habe VW derzeit die größte Dynamik, heißt es in einer heute veröffentlichten Untersuchung des Instituts Center of Automotive Management (CAM).

Demnach könnte der Volkswagen-Konzern im Gesamtjahr 2014 weltweit auf einen Absatz von 10,1 Millionen Pkws und leichten Nutzfahrzeugen kommen, Toyota auf 10,05 Millionen und der Opel-Mutterkonzern GM auf zehn Millionen Fahrzeuge. VW hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2018 weltgrößter Autobauer zu werden.

Bereits seit längerer Zeit liefern einander Toyota, VW und GM ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des weltgrößten Autokonzerns. 2013 lag Toyota vorne.

McDonald’s will in US-Supermarktregale

Auf der Suche nach neuen Märkten will auch die US-Fast-Food-Kette McDonald’s bald abgepackten Kaffee im Supermarkt verkaufen. Anfang 2015 würden die ersten Produkte in den Geschäftsregalen stehen, kündigte McDonald’s gestern (Ortszeit) an.

Der Schritt sei der „selbstverständliche Schritt“ nach dem Aufbau der Marke McCafe in den Schnellrestaurants, so Manager Greg Watson. McDonald’s folgt damit dem Beispiel der Kaffeehauskette Starbucks und der Donut-Kette Dunkin Donuts.

McDonald’s tut sich für den Kaffeeverkauf mit dem Lebensmittelriesen Kraft zusammen, wie das Unternehmen mitteilte. Angeboten werden sollen gemahlener Kaffee, Kaffeebohnen und Kapseln. McDonald’s kämpft wie andere Fast-Food-Ketten mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen.

Chronik

Japaner hat 15 Kinder von thailändischen Leihmüttern

Der Fall eines Japaners, der mehrere Kinder von thailändischen Leihmüttern austragen ließ, bereitet den Behörden in Bangkok weiter Kopfzerbrechen. Erste DNA-Tests hätten gezeigt, dass der Mann der leibliche Vater von mindestens 15 Babys sei, teilte die thailändische Polizei heute mit. Die Ergebnisse sollen von ausländischen Experten nochmals überprüft werden.

Vor zwei Wochen hatten Polizisten in einer Wohnung der thailändischen Hauptstadt neun Babys und Kleinkinder in der Obhut von Kindermädchen entdeckt und zunächst angenommen, es handelte sich um Menschenhandel. Die Untersuchungen hätten jedoch keinen Hinweis auf Menschenhandel, Missbrauch oder andere illegale Machenschaften erbracht, sagte der Ermittler General Kokiat Wongvorachart der Presse.

Aufschluss über den mysteriösen Fall erhoffen sich die Ermittler von dem Vater der Babys selbst. Sie forderten ihn auf, nach Thailand zu kommen und sich ihren Fragen zu stellen. Der 24-jährige Geschäftsmann, der japanischen Medienberichten zufolge Sohn eines japanischen Telekommilliardärs ist, bestreitet seine Vaterschaft nicht, über seinen Anwalt ließ er den Ermittlern seine DNA-Probe zukommen.

Über sein Motiv aber blieb er bisher vage. In einer ebenfalls über seinen Anwalt übermittelten schriftlichen Erklärung versichert er laut Ermittler Wongvorachart lediglich, dass er „Kinder will und für sie sorgen kann“.

Religion

Studie: Katholikenanteil in Wien seit 1970ern halbiert

Die Bevölkerung Wiens hat sich seit den 1970ern durch Migration und Kirchenaustritte deutlich gewandelt, und zwar auch in ihrer religiösen Zusammensetzung. So halbierte sich der Anteil der Katholiken von 1971 bis 2011 auf 41,3 Prozent, während sich der Anteil der Menschen ohne Bekenntnis auf fast ein Drittel (31,6 Prozent) verdreifachte. Die drittstärkste Gruppe sind mit 11,6 Prozent Muslime (1971: 0,4).

Mehr dazu in religion.ORF.at

Science

Konflikte stärken Gruppensolidarität nicht

Bei Kriegen und anderen Konflikten vertieft sich die Distanz zur „feindlichen Gruppe“, zugleich wächst die Solidarität in der „eigenen Gruppe“ - so lautet die gängige Annahme. Die Ergebnisse einer neuen Studie widersprechen ihr: Dabei wurde die Hilfsbereitschaft verfeindeter Katholiken und Protestanten in der nordirischen Hauptstadt Belfast auf die Probe gestellt.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Deutsche Ministerin unterstützt Protest gegen Amazon

Die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat heute die Methoden des Onlinehändlers Amazon ungewöhnlich scharf kritisiert.

„Marktmacht und die Herrschaft über zentrale Vertriebswege dürfen nicht dazu führen, dass unsere kulturelle Vielfalt gefährdet wird.“ Sie unterstützte damit den Protestbrief von mehr als 1.000 deutschsprachigen Autoren an die Amazon-Spitze.

„Wenn Titel aus Empfehlungslisten gestrichen und Lieferungen verzögert werden, um Rabattforderungen gegenüber Verlagen durchzusetzen, ist dies völlig inakzeptabel“, so Grütters.

Wachsender Protest

Der Streit erreichte seinen Höhepunkt in den USA: Amazon setzte dort die Verlagsgruppe Hachette in Verhandlungen über einen neuen Vertriebsdeal auf breiter Front unter Druck. Für gedruckte Bücher aus dem Hause Hachette gab es bei Amazon plötzlich lange Lieferzeiten, Neuerscheinungen konnten nicht mehr vorbestellt werden, Kunden wurden in der Zwischenzeit Autoren anderer Verlage empfohlen.

Amazon will unter anderem niedrigere Preise für E-Books erreichen - und schlägt auch eine neue Aufteilung der Einnahmen vor: jeweils 35 Prozent für Autor und Verlag, 30 Prozent für den Onlinehändler.

Dem Protest gegen die Methoden von Amazon schließen sich unterdessen immer mehr Schriftsteller auch in Österreich an. Einen offenen Brief unterzeichneten nach Angaben der Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland bereits weit über 1.000 Autoren.

Uraufführung der Oper „Trans-Maghreb“ in Bregenz

Mit der Uraufführung der Oper „Trans-Maghreb“ von Peter Herbert präsentieren die Bregenzer Festspiele kurz vor ihrem Ende einen weiteren Höhepunkt im Rahmen ihrer zeitgenössischen Reihe „Kunst aus der Zeit“. Das Werk basiert auf der gleichnamigen Novelle von Hans Platzgumer. Der israelische Regisseur Ran Arthur Braun katapultiert die Besucher mit einer begehbaren Inszenierung in die Wirren des libyschen Bürgerkriegs. Premiere ist morgen.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Kertesz-Ehrung: Hitzige Debatte in Ungarn

Der ungarische Nobelpreisträger Imre Kertesz erhält heute die höchste ungarische staatliche Auszeichnung, den Orden des heiligen Stephan. Neben Kertesz wird der Erfinder des Rubikwürfels, Ernö Rubik, mit dem gleichen Orden geehrt. Doch über die Kertesz-Auszeichnung ist während der letzten Wochen eine Diskussion entstanden.

Die rechtsradikale Jobbik-Partei kritisierte in einem offenen Brief an Staatschef Janos Ader, dass Kertesz wegen seiner früheren Äußerungen über das Ungartum der Ehrung „unwürdig“ sei. Kertesz habe in einem Interview mit der deutschen „Welt“ behauptet, in Ungarn hätten Antisemiten und Rechtsextreme das Sagen.

Die Direktorin des Budapester Terrorhauses und Regierungsbeauftragte für das Holocaust-Gedenkjahr, Maria Schmidt, bezeichnete die Ehrung des 85-Jährigen indes als Anerkennung seines Lebenswerks.

„Holocaust-Clown“ der Orban-Regierung?

Auch in den Medien wird eine Annahme der Auszeichnung diskutiert. Das Onlineportal Index.hu etwa gibt an, der jüdische Autor werde durch die Akzeptierung der Ehrung zum „Holocaust-Clown“ der rechtskonservativen Orban-Regierung. Andere Kommentare erinnern an die massive Kritik, die die Regierung wegen der Errichtung des umstrittenen Besatzungsdenkmals in Budapest vor allem seitens der jüdischen Gemeinden traf.

Kertesz würde mit der Annahme des Ordens der Orban-Regierung eine „Absolution“ erteilen, kritisierte der ungarische Schriftsteller Rudolf Ungvary in der ARD. Die ungarische Philosophin Agnes Heller schrieb in der Tageszeitung „Nepszava“, Kertesz verdiene jeden Preis, vor allem aber einen ungarischen Preis.

Leute

Schweizer durchschwimmt in 44 Tagen den Rhein

Der Schweizer Extremsportler und „Wasserbotschafter“ Ernst Bromeis hat es geschafft: Innerhalb von 44 Tagen - einschließlich Ruhezeiten - durchschwamm der 46-Jährige den gesamten Rhein.

Heute kam Bromeis an der Mündung bei Hoek van Holland an, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete. Gestartet war er am 7. Juli im Lago die Dentro am Lukmanierpass (Kanton Graubünden), dem von der Nordsee am weitesten entfernten Punkt des Rheins.

Mit seiner Schwimmaktion über 1.247 Kilometer warb der Schweizer für die Umsetzung des Menschenrechts auf sauberes Wasser. Im Mai 2012 hatte er einen ersten Versuch nach rund 400 Kilometern aufgegeben - unter anderem, weil ihm die seinerzeit niedrigen Wassertemperaturen zu schaffen machten. Zudem erwiesen sich die damaligen Tagesetappen von 40 Kilometer als zu anstrengend.

Vor Bromeis war es 1969 nur dem deutschen Sportler Klaus Pechstein gelungen, den gesamten Rhein zu durchschwimmen. Ein weiterer deutscher Rhein-Schwimmer ist derzeit noch auf dem Weg: Der Chemieprofessor Andreas Fath wird am Samstag in Rotterdam erwartet. Er hofft, mit seiner Aktion Sponsoren für ein Wasseranalysegerät für seinen Fachbereich zu finden.

Yoga-Guru BKS Iyengar gestorben

Der weltweit bekannte indische Yoga-Guru BKS Iyengar ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Iyengar starb heute in einem Krankenhaus in der Stadt Pune, teilte einer seiner Mitarbeiter mit.

Er litt unter Herzbeschwerden und Nierenversagen. Die von ihm gegründete Schule des Iyengar Yoga hat weltweit Anhänger, sein bekanntestes Buch „Licht auf Yoga“ wurde zu einem internationalen Bestseller.

In seinen jüngeren Jahren unterrichtete Iyengar, der sich 1984 von der aktiven Lehrtätigkeit zurückgezogen hatte, in Großbritannien, der Schweiz und Frankreich. Er betreibe aber immer noch drei Stunden Yoga am Tag, sagte er im Alter von 90 Jahren. Das Iyengar Yoga konzentriert sich auf eine Kombination von körperlicher Kraft, Beweglichkeit und Atemtechniken.

Lifestyle

Eiskübel-Aktionisten: Karitativer Spaß oder reine Selbst-PR?

In den vergangenen Tagen konnte man im Web dem Phänomen kaum entkommen: Promi nach Promi leert sich einen Kübel Eiswasser über den Kopf - und nominiert drei weitere, die binnen 24 Stunden dasselbe tun müssen. Tun sie es nicht, sollen sie 100 Dollar für die Bekämpfung der Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) spenden.

Ein harmloser Spaß für einen guten Zweck also. Doch auch kritische Stimmen werden laut: Der Trend rieche nach schamloser Selbst-PR, vor allem wenn sich Multimillionäre wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg lieber mit Eiswasser übergießen statt ein paar Dollar zu spenden. Einmal mehr stellt sich die Frage, wie sinnvoll und wirksam Internetaktivismus überhaupt ist.

Mehr dazu in Onlineaktivismus und seine Grenzen