EU-Staatschefs beraten über Steuerflucht und Energiepreise
Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten kommen heute in Brüssel zusammen, um der Steuerflucht sowie hohen Energiepreisen den Kampf anzusagen. Große Entscheidungen werden aber in beiden Bereichen keine erwartet - nicht zuletzt, weil der Gipfel nur bis 17.00 Uhr angesetzt ist. Für Österreich ist Kanzler Werner Faymann (SPÖ) dabei, er fliegt am Abend zum deutschen SPD-Parteitag in Leipzig.
Beim Kampf gegen den Steuerbetrug werden die Regierungschefs das Mandat der EU für Verhandlungen mit Drittstaaten über eine Erweiterung der Zinsbesteuerungsrichtlinie absegnen, nachdem dafür bereits die Finanzminister vergangene Woche grünes Licht gegeben haben. Zur Ausweitung der Richtlinie selbst wird es aber aller Wahrscheinlichkeit nach keine Entscheidung geben. Jedoch wollen die Staatschefs festhalten, dass das bis Jahresende unter Dach und Fach gebracht werden soll.
Damit wäre de facto das Bankgeheimnis für Steuerausländer gefallen. Letzteres gibt es nur mehr in Österreich und in Luxemburg. Beide Staaten nehmen - als einzige EU-Mitglieder - die Möglichkeit einer Quellenbesteuerung statt eines automatischen Austauschs von Kontodaten in Anspruch.
