Ausland

Nigerias Präsident traf Angehörige verschleppter Mädchen

Hundert Tage nach der Entführung von fast 300 Schülerinnen durch die Islamistengruppe Boko Haram hat sich der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan erstmals mit Angehörigen der Mädchen getroffen. An dem Treffen in der Präsidentenvilla in der Hauptstadt Abuja nahmen am Dienstag rund 150 Einwohner von Chibok teil - der Stadt, aus der die 276 Schülerinnen Mitte April verschleppt worden waren.

Mit freigelassenen Mädchen gesprochen

Jonathan sowie der Senatspräsident und der Gouverneur des Bundesstaates Borno, in dem Chibok liegt, sprachen sowohl mit Angehörigen der Geiseln als auch mit den Mädchen, die sich aus den Fängen ihrer Kidnapper befreien konnten. Zu Beginn des Treffens gab es ein gemeinsames Gebet, die Gespräche fanden dann hinter verschlossenen Türen statt.

„Das war ein sehr friedliches Treffen“, sagte ein Onkel von zwei verschleppten Mädchen, Ayuba Chibok, anschließend. Der Präsident habe versprochen, alles dafür zu tun, die Mädchen zu befreien. Jonathan war in der Vergangenheit wiederholt für seine unzureichende Reaktion auf die Massenentführung kritisiert worden. Noch immer befinden sich 219 Schülerinnen in der Gewalt der Islamisten.

MH17: EU-Außenminister drohen Moskau

Die EU-Außenminister haben heute in Brüssel über Strafmaßnahmen gegen Moskau im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Abschuss des Fluges MH17 von Malaysia Airlines beraten. Die EU-Kommission werde in den nächsten Tagen konkrete Vorschläge für ein Waffenembargo präsentieren, hieß es.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor deutlich gemacht, dass er keine Einmischungen des Westens in die inneren Angelegenheiten seines Landes dulde. Die Niederlande und Australien starteten unterdessen die „Operation Bring Them Home“ - die erste Maschine mit Opfern der Flugzeugkatastrophe soll bereits morgen in den Niederlanden eintreffen.

Mehr dazu in Niederlande wollen „restlose Aufklärung“

Islamisten erobern Militärstützpunkte in Libyen

Radikale Islamisten haben im Osten Libyens bei Kämpfen mit Regierungseinheiten mehrere Militärstützpunkte eingenommen. Die Terrorgruppe Ansar al-Scharia habe in der Stadt Bengasi die Kontrolle über drei Armeestandorte übernommen, meldete die libysche Nachrichtenagentur al-Tadhamun heute unter Berufung auf Militärkreise. Bei den Kämpfen zwischen Soldaten einer Eliteeinheit und den radikalen Islamisten waren zuvor mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen.

Eigenständige Milizen

Der abtrünnige libysche Generalmajor Chalifa Haftar geht seit Anfang Juni eigenmächtig gegen die Radikalislamisten vor. Die Eliteeinheiten haben sich der Offensive ohne Befehl aus Tripolis angeschlossen.

Erst in der vergangenen Woche waren Kämpfe zwischen rivalisierenden Milizen um den internationalen Flughafen Tripolis ausgebrochen. Dabei kamen bisher mindestens 47 Menschen ums Leben. Bei den Milizen handelt es sich um ehemalige Revolutionsbrigaden, die nach dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi 2011 ihre Waffen behalten haben.

Belgien steuert auf Mitte-rechts-Regierung zu

Zwei Monate nach der Parlamentswahl steuert Belgien auf eine Mitte-rechts-Regierung zu. Der belgische König Philippe beauftragte heute den Vorsitzenden der flämischen Christdemokraten und den Chef der frankophonen Liberalen mit der Bildung einer Regierung. Das teilte der Königspalast in Brüssel mit. Kris Peeters und Charles Michel hätten den Auftrag angenommen.

Michel hatte die Chancen seit Ende Juni ausgelotet. Regierungsbildungen sind in Belgien kompliziert, da Parteien aus dem flämischen Norden des Landes und dem frankophonen Süden am Tisch sitzen. Nach der Wahl 2010 hatte die Koalitionsbildung 541 Tage gedauert, das war ein Weltrekord.

181 tote Flüchtlinge vor Lampedusa

Zu einer dramatischen Flüchtlingskatastrophe ist es am Wochenende erneut vor der italienischen Insel Lampedusa gekommen. Wie heute bekanntwurde, starben 181 Menschen bei dem Versuch, nach Europa einzureisen. Die Flüchtlinge, viele davon Kinder, stammen aus Syrien, Pakistan, Nigeria und Ghana. Mehr als 500 Menschen konnten gerettet werden. Davor war von etwa 30 Todesopfern die Rede gewesen. Die Leichen wurden im Lagerraum des völlig überfüllten Flüchtlingsbootes entdeckt, wie Zeugen berichten. Vor dem Kentern dürften sich darin entsetzliche Szenen abgespielt haben. Die Polizei verhaftete fünf mutmaßliche Schlepper.

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Inland

Finanzministerium hat sich bei ÖBB-Kritik verrechnet

Peinlicher Rechenfehler für das Finanzministerium: Noch am Montag hat Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) vorgerechnet, dass die ÖBB vom Steuerzahler heuer 5,3 Mrd. Euro bekommen - nun musste das Ministerium gegenüber der ZIB einräumen dass das um 600 Mio. Euro zu viel sind. Man habe Förderungen doppelt gerechnet.

Was das nun für das von der ÖVP verkündete Einsparungsvolumen von einer Milliarde Euro bei der Staatsbahn bedeutet, ist vorerst offen. Unmittelbar nach Spindeleggers Kritik hatte Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) dem Regierungspartner ÖVP „umfassende Unkenntnis oder Böswilligkeit“ vorgeworfen.

Mikl-Leitner: Keine Bestätigung für NSA-Spionage in Wien

Das Innenministerium hat Medienberichte, wonach der US-Geheimdienst NSA auch den Wiener Sitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ausspioniert, nicht verifizieren können. „Der im Medium dargelegte Sachverhalt konnte nicht weiter konkretisiert bzw. bestätigt werden“, heißt es in einer heute veröffentlichten parlamentarischen Anfragebeantwortung.

Die Tageszeitung „Die Presse“ hatte Ende Mai berichtet, dass die OSZE zu den von allerhöchster Stelle („presidentially approved“) angeführten Aufklärungszielen der USA zähle. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit“ sei auch das Gebäude der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) in Wien verwanzt worden, hieß es unter Berufung auf Erkenntnisse des deutschen Journalisten Holger Stark.

US-Botschaft nicht kontaktiert

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) teilte nun mit, dass ihr Ressort „mit Erscheinen des diesbezüglichen Presseartikels“ entsprechende Informationen erhalten habe. Am 5. Juni sei dann mit der OSZE Kontakt aufgenommen worden. Die US-Botschaft sei vom Ministerium nicht kontaktiert worden, sagte sie auf eine entsprechende Frage. Man werde auch keine Ermittlungen einleiten.

FPÖ schickt 21-Jährigen in Wiener Stadtschulrat

Die FPÖ hebt mit Maximilian Krauss einen 21-jährigen Jus-Studenten in das Amt des stellvertretenden Stadtschulratspräsidenten Wiens. Man wolle damit ein Zeichen der Erneuerung setzen, sagte der Wiener FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache heute. Der Unmut bei anderen Parteien ist groß.

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Sport

Fußball: Dunga übernimmt Ruder bei Brasilien

Carlos Dunga ist in Rio de Janeiro als neuer brasilianischer Nationaltrainer vorgestellt worden. Verbandspräsident Jose Maria Marin präsentierte den 50-Jährigen heute wie erwartet als Nachfolger von Luiz Felipe Scolari. Nach dem WM-Debakel mit Platz vier soll der Weltmeister von 1994 die „Selecao“ bis zur Copa America 2015 in Chile zu neuer Stärke führen. Für Dunga ist es keine Premiere auf der Trainerbank des Rekordweltmeisters, hatte er sein Heimatland bereits zur WM 2010 in Südafrika geführt.

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Fußball: Rodriguez von Monaco zu Real Madrid

Real Madrid hat WM-Torschützenkönig James Rodriguez verpflichtet. Das bestätigte der Champions-League-Gewinner auf seiner Homepage, nachdem der 23-jährige Kolumbianer bereits den Medizincheck in Madrid absolviert hatte. Rodriguez unterzeichnete einen Sechsjahresvertrag. Medienberichten zufolge bezahlt Real für den Südamerikaner 80 Millionen Euro an den AS Monaco.

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Tour de France: Rogers holt erste Pyrenäen-Etappe

Der Australier Michael Rogers hat die erste von drei Pyrenäen-Etappen gewonnen. Der dreifache Zeitfahr-Weltmeister holte sich heute auf dem 16. Teilstück nach 237,5 Kilometern von Carcassonne nach Bagneres-de-Luchon den Sieg als Solist. Rogers war ursprünglich mit 21 Fahrern ausgerissen, ehe er sich am Port de Bales absetzen konnte und seinen ersten Tour-Etappensieg holte. In der Ausreißergruppe befand sich auch Österreichs einziger Starter Bernhard Eisel, der den 15. Rang belegte und unter anderen den Gesamtführenden Vincenzo Nibali hinter sich ließ.

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Wirtschaft

Ex-Hypo-Chef Kulterer in Privatkonkurs

Ex-Hypo-Alpe-Adria-Chef Wolfgang Kulterer ist im Privatkonkurs. Er hat Verbindlichkeiten von 8,8 Mio. Euro, außerdem gibt es weitere Schadenersatzforderungen in Höhe von 50. Mio. Euro. Kulterer befindet sich derzeit in der Haftanstalt Hirtenberg (Bezirk Baden/NÖ)in Haft.

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Tourismus ortet Taxiproblem in Wien

Alt, stinkig, unfreundlich: Zunehmender Ärger herrscht in der Wiener Tourismusbranche über die Taxis und ihre Lenker. Immer mehr Hotels - nicht nur die der höchsten Kategorien - nützen immer öfter Angebote von Limousinenservices. Doch Taxifahrer sehen das Problem anders gelagert.

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Immer mehr Menschen von Delogierung bedroht

Mehr als 5.200 Menschen in Oberösterreich waren im Jahr 2013 davon bedroht, ihre Wohnung zu verlieren. Und die Menschen, die Hilfe suchen, werden immer jünger. Das zeigen Zahlen des Landes. Der Hauptgrund: hohe Schulden schon in jungen Jahren.

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Espirito Santo verkauft Privatgeschäft an Schweizer Bank

Die portugiesische Bankengruppe Espirito Santo (BES) hat den Großteil ihrer Privatbank (BPES) an die Schweizer Bank CBH verkauft. Das teilten beide Banken heute mit, ohne sich allerdings zum Kaufpreis zu äußern. Die Einigung betreffe Kunden aus den „iberischen Regionen und aus Lateinamerika“, hieß es in der Mitteilung weiter. Die BPES ist seit über 37 Jahren in Lausanne präsent.

Goldman Sachs als Investor

Zusätzlich konnte die angeschlagene Bankengruppe Goldman Sachs als Investor gewinnen. Die US-Bank kaufte im Juni 2,27 Prozent der Aktien, wie BES jetzt mitteilte. Einen Tag zuvor hatte sich die Gründerfamilie von knapp fünf Prozent der Aktien getrennt.

Wie BES weiter mitteilte, stieg auch der amerikanische Hedgefonds D.E. Shaw ein und kaufte 2,7 Prozent der Anteile. Ob Goldman und Shaw ihre Papiere von der Familie übernahmen, war zunächst unklar. BES war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Portugiesische Staatsanwaltschaft ermittelt

Das Geschäftsimperium Espirito Santo steckt derzeit wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten in Schwierigkeiten: Die Dach-Holding Espirito Santo International (ESI) soll Verluste in Höhe von 1,3 Milliarden Euro verschleiert haben. Vergangene Woche hatte die portugiesische Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass mehrere Ermittlungen dazu liefen.

Die ESI mit Sitz in Luxemburg wurde derweil unter Gläubigerschutz gestellt. Den Antrag hatte die Holding vor einigen Tagen gestellt.

Chronik

Sprayer „Puber“ in Wien vor Gericht

Graffiti-Sprayer „Puber“ steht ab morgen in Wien vor Gericht. Der 30 Jahre alte Schweizer, der sein Pseudonym auf unzähligen Wänden hinterlassen haben soll, muss sich wegen schwerer Sachbeschädigung verantworten. Er ist wegen 232 Fakten angeklagt. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm sechs Monate bis fünf Jahre Haft.

Laut seinem Verteidiger wird sich der im März verhaftetet „Puber“ teilweise schuldig bekennen. Das Verfahren ist vorläufig für zwei Tage angesetzt. Ob ein Urteil wie geplant am Donnerstag ergeht, ist angesichts von 30 Privatbeteiligtenvertretern und 40 geladenen Zeugen nicht sicher.

Prozess gegen weiteren Sprayer

In einem anderen Verfahren muss sich ein Sprayer aus Großbritannien am Wiener Landesgericht verantworten. Der Mann, der wie „Puber“ seit März in U-Haft sitzt, soll vor allem U-Bahnen und ÖBB-Garnituren besprüht haben. Dem Vernehmen nach wird sich der Angeklagte schuldig bekennen, so dass mit einem Urteil noch morgen zu rechnen ist.

Im Vorfeld der Prozesse rückt die Frage ins Zentrum, wann Graffiti Kunst und wann Kriminalität ist: ein Gespräch mit Wiens erfolgreichstem Sprayer Nychos.

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„Costa Concordia“-Wrack wird abgeschleppt

Die letzte Reise der vor der toskanischen Insel Giglio havarierten „Costa Concordia“ beginnt morgen gegen Mittag. Das Wrack wird zur Verschrottung nach Genua geschleppt, wo es am Samstagabend eintreffen und am Sonntagvormittag in den Hafen einfahren soll. Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffs im Jänner 2012 waren 32 Menschen ums Leben gekommen.

Verschrottung soll zwei Jahre dauern

Vor gut einer Woche war die insgesamt 1,5 Milliarden Euro teure und bisher weltweit einzigartige Bergungsaktion in die Endphase gegangen. Nachdem das 290 Meter lange Schiff wieder zum Schwimmen gebracht worden war, hatten die Experten ihm mit Hilfe von luftgefüllten Schwimmtanks Auftrieb gegeben.

Für die 350 Kilometer lange Strecke bis nach Genua wird die „Costa Concordia“ mit einer Geschwindigkeit von zwei Knoten (rund 3,7 km/h) unterwegs sein. Das Verschrotten und Recyceln des Wracks soll dann nochmals knapp zwei Jahre dauern.

Vier Monate nach US-Erdrutsch 43. Todesopfer gefunden

Vier Monate nach dem schweren Erdrutsch im Nordwesten der USA sind Bergungsteams jetzt auf das 43. Todesopfer gestoßen. Nach Mitteilung der Behörden im Bezirk Snohomish County im Bundesstaat Washington von heute wurde die Leiche einer Frau in den Resten der Schlammlawine entdeckt. Es soll sich um das letzte bisher vermisste Opfer der schweren Katastrophe handeln, teilte die Polizei mit.

Meterhoher Schlamm

Der verheerende Erdrutsch hatte am 22. März Dutzende Häuser am Rande der Ortschaft Oso rund 100 Kilometer nordöstlich von Seattle unter sich begraben. Durch den meterhohen Schlamm wurde unter anderem eine Straße auf einer Länge von zwei Kilometern unpassierbar, zudem veränderte sich der Lauf eines Flusses in dem betroffenen Tal.

Wochenlange schwere Regenfälle hätten maßgeblich zu dem Unglück beigetragen, befand ein Team von Wissenschaftlern in einer nun veröffentlichen Studie. Sie verwiesen auch auf andere Faktoren, wie etwa frühere Erdrutsche in der Region, die zur Schwächung des Steilhangs geführt haben könnten.

Mysteriöse Fahnen auf Brooklyn Bridge in New York

New York rätselt über zwei mysteriöse Fahnen auf der Brooklyn Bridge. Auf New Yorks bekanntester Brücke wehten heute Früh plötzlich nicht wie jeden Tag zwei US-Fahnen, wie der Sender CBS zeigte. Stattdessen flatterten auf den beiden Toren der Brücke weiße Fahnen. Ganz schwach war allerdings das Muster der amerikanischen Fahne zu erkennen.

Das Ganze ist umso mysteriöser, weil die Brooklyn Bridge als New Yorker Wahrzeichen für die Polizei zu den neuralgischen Punkten gehört. Praktisch immer ist ein Streifenwagen auf der Auffahrt in Manhattan, und Polizisten gehen über die Brücke. Die Polizei äußerte sich zu dem Fall zunächst nicht.

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IT

Microsoft muss Nokia-Übernahme noch verdauen

Das zugekaufte Handygeschäft von Nokia lastet auf Microsoft. Im Geschäftsquartal von April bis Juni häufte die Sparte einen operativen Verlust von 692 Millionen Dollar (512 Mio. Euro) an, wie der Softwarekonzern heute am Sitz in Redmond mitteilte. Konzernweit fiel der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf unterm Strich 4,6 Milliarden Dollar. Die Aktie fiel nachbörslich leicht.

Microsoft hatte die Nokia-Übernahme Ende April abgeschlossen. Ziel des Kaufs war es, die Stellung in der mobilen Welt zu festigen. In der vergangenen Woche verkündete Konzernchef Satya Nadella dann, dass im Rahmen der Integration etwa die Hälfte aller Nokia-Mitarbeiter gehen müssen. Damit verbundene Kosten unter anderem für Abfindungen werden allerdings erst im laufenden Geschäftsjahr 2015 verbucht.

Durch den Nokia-Zukauf stieg andererseits der Umsatz. Insgesamt lag dieser um 3,5 Milliarden Dollar höher bei 23,4 Milliarden Dollar. Alleine zwei Milliarden Dollar davon entfielen auf Nokia, der Rest unter anderem auf das boomende Cloud-Computing. „Ich bin stolz darauf, dass sich unser aggressiver Vorstoß in die Cloud auszahlt“, sagte Nadella.

Gute iPhone-Verkäufe lassen Apple-Kassen klingeln

Apple bleibt dank starker Verkäufe seiner iPhones eine Geldmaschine. Im vergangenen Quartal machte der Konzern 7,7 Milliarden Dollar (5,70 Mrd. Euro) Gewinn. Das waren 12,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz verbesserte sich in dem Ende Juni abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal um sechs Prozent auf 37,4 Milliarden Dollar, wie Apple nach US-Börsenschluss heute mitteilte.

IPad-Absatz um neun Prozent gesunken

Die iPhone-Verkäufe verbesserten sich um 13 Prozent auf 35,2 Millionen Geräte. Dabei ist das Quartal oft von Zurückhaltung geprägt, denn es ist absehbar, dass im Herbst die neuen iPhone-Modelle kommen. Der Absatz der iPad-Tablets sank hingegen im Jahresvergleich um neun Prozent auf knapp 13,3 Millionen Geräte.

Die hohe iPhone-Nachfrage wurde zu einem großen Teil von Ländern wie China, Brasilien, Russland und Indien getragen, wie Apple-Chef Tim Cook dem „Wall Street Journal“ sagte. Allein in China seien die iPhone-Verkäufe um 48 Prozent gestiegen.

Mit einer Umsatzprognose von 37 bis 40 Milliarden Dollar für das angebrochene Quartal enttäuschte Apple die Erwartungen der Börsianer. Die Aktie gab nachbörslich zunächst um rund ein Prozent nach.

Science

„Europeana“: Erinnerungen an Ersten Weltkrieg gesucht

Private Erinnerungsstücke aus dem Ersten Weltkrieg sammelt das digitale Archiv „Europeana“. Mehr als 130.000 Stück aus 14 Ländern sind bisher zusammengekommen. Am 1. August sollen es bei einem Aktionstag in Wien noch einige mehr werden.

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1914 in Tagebüchern

Erstmals veröffentlichte Tagebücher dokumentieren die Stimmungslage der Deutschen zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Die Schriftstücke offenbaren eine kollektive Euphorie, die sich alsbald in ein kollektives Trauma verwandeln sollte.

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Kultur

Bregenzer Festspiele werden eröffnet

Die 69. Bregenzer Festspiele werden morgen Vormittag von Bundespräsident Heinz Fischer feierlich eröffnet. Die elfte Saison des Intendanten David Pountney ist zugleich seine letzte.

Die erste Premiere ist am Abend im Festspielhaus die Uraufführung der Oper „Geschichten aus dem Wiener Wald“ des österreichischen Komponisten Heinz Karl Gruber nach dem bekannten Stück von Ödön von Horvath.

„Zauberflöte“ auf Seebühne

Auf der Seebühne wird ab Donnerstag wie im Vorjahr Mozarts „Die Zauberflöte“ gezeigt. Die Inszenierung ist heuer gleich 29-mal angesetzt und könnte bei Wetterglück den Bregenzer Festspielen einen neuen Besucherrekord bescheren. Mit dem Ende der Festspiele am 25. August übergibt Pountney die Intendanz an die bisherige Grazer Opernchefin Elisabeth Sobotka. Sie wird 2015 die Puccini-Oper „Turandot“ auf dem Bodensee zeigen.

Feichtingers Brücke zu Mont-Saint-Michel eröffnet

Zum weltbekannten Klosterfelsen Mont-Saint-Michel in der Normandie gelangen Besucher künftig über eine Stelzenbrücke des österreichischen Architekten Dietmar Feichtinger. Das heute für Fußgänger freigegebene Bauwerk zu dem UNESCO-Weltkulturerbe lässt im Gegensatz zur bisherigen Dammstraße Ebbe und Flut freie Bahn.

Damit soll verhindert werden, dass die im Ärmelkanal liegende Insel mit der früheren Benediktinerabtei durch angeschwemmte Sedimente weiter verlandet. Mit mehr als zwei Millionen Besuchern im Jahr gilt das Mont-Saint-Michel nach Paris als das beliebteste Touristenziel Frankreichs und gehört seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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Brückenbauer Feichtinger

Der in Paris ansässige Feichtinger, bekannt vor allem durch seine Pariser Fußgängerbrücke Passerelle Simone de Beauvoir und die längste Fußgängerbrücke der Welt, die Dreiländerbrücke in Weil am Rhein, wurde für seine Bauten bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Europäischen Stahlbaupreis 2007 und dem Deutschen Brückenbaupreis 2008.

Religion

Andrä Rupprechter für Abschaffung des Zölibats

Andrä Rupprechter (ÖVP) ist nicht nur Landwirtschaftsminister, sondern hat auch eine Meinung zum Zölibat. Dieses sei in seiner derzeitigen Form „nicht mehr zeitgemäß“, sagte der überzeugte Katholik im "Standard (Mittwoch-Ausgabe). Die Rolle der Frau in der römisch-katholischen Kirche gehöre aufgewertet.

Vorbild Ostkirche

„Die Ostkirche zeigt ja, dass verheiratete Priester sehr gut in der Lage sind, auf die Menschen einzugehen“, so Rupprechter in einem Sommergespräch mit dem streitbaren Theologen und Ex-Priester Adolf Holl. „Ich halte auch für sehr wichtig, dass Frauen in der Kirche eine stärkere Rolle spielen.“ Papst Franziskus habe aber „viele Signale gesendet, dass sich da in den nächsten ein, zwei Jahren etwas weiterentwickelt“.

Rupprechter hatte bereits bei seiner Angelobung Aufsehen erregt, als er das „heilige Herz Jesu“ beschworen hatte. Im „Standard“ hielt er indes zu entsprechenden kolportierten Anekdoten fest, dass er mitnichten bei Fußballspielen den Rosenkranz bete. „Wahr ist daran nur, dass ich immer einen Rosenkranz dabei habe.“

Lifestyle

Positiver Dopingtest bei Galopper der englischen Königin

Ein Galopper aus dem Besitz der englischen Königin ist bei einer Dopingkontrolle positiv auf das verbotene Mittel Morphin getestet worden. Nach Angaben des Buckingham Palace vermute man, dass die Stute Estimate, die im Vorjahr den prestigeträchtigen Gold Cup in Ascot gewonnen hatte, die Substanz durch verunreinigte Nahrung aufgenommen habe.

Man arbeite eng mit dem Futtermittelhersteller zusammen, um die Ursache zu ergründen. Die Königin sei über die Situation informiert worden, hieß es. Beim diesjährigen Gold Cup kam Estimate auf den zweiten Platz.