Ausland

Südafrika sendet nach Krawallen Militär in Armenviertel

Nach heftigen fremdenfeindlichen Ausschreitungen schickt Südafrika Soldaten in ein Armenviertel von Johannesburg. Die Truppen sollen nicht die Arbeit der Polizei übernehmen, sondern eine unterstützende Rolle spielen, um den Frieden in Alexandra zu gewähren, sagte Verteidigungsministerin Nosiviwe Mapisa-Nqakula heute.

Die Ministerin erläuterte zunächst nicht, wie viele Soldaten nach Alexandra geschickt würden. Seit Beginn der fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika vor rund drei Wochen wurden mindestens sieben Menschen getötet.

Dutzende von Ausländern aus anderen afrikanischen Staaten geführte Geschäfte wurden geplündert. Hunderte Menschen aus Simbabwe, Malawi und anderen Staaten haben seither in improvisierten Flüchtlingslagern Zuflucht gesucht.

Armenien ruft zu weltweiter Völkermord-Anerkennung auf

100 Jahre nach den Massakern an den Armeniern hat das Parlament der Südkaukasus-Republik zu einer weltweiten Anerkennung der Gräueltaten als Genozid aufgerufen. Eine entsprechende Resolution nahmen die Abgeordneten in der Hauptstadt Eriwan heute in einer Sondersitzung einstimmig an.

Darin appellierten sie an die Parlamente „aller Länder und an internationale Organisationen, den armenischen Völkermord durch das Osmanische Reich als schwerstes Verbrechen gegen die Menschheit“ zu verurteilen. Am Freitag begeht die Ex-Sowjetrepublik den 100. Jahrestag des Beginns der Verfolgung mit einer großen Zeremonie.

Zu der Gedenkveranstaltung am Freitag in Eriwan werden auch der russische Präsident Wladimir Putin und Frankreichs Präsident Francois Hollande erwartet. Bundespräsident Heinz Fischer hat die Einladung nach offiziellen Angaben „aus Termingründen“ abgelehnt. Österreich wird von einem Botschafter und einem Nationalratsabgeordneten repräsentiert.

Auch Österreich verurteilt Massenmord als Genozid

Auch in Österreich verurteilte der Nationalrat heute den Massenmord an Armeniern als Genozid. Mehr als 20 nationale Parlamente haben den Völkermord an den Armenien bisher anerkannt. Auch für einen Großteil der Historiker ist der Fall klar.

Ein Argument Österreichs, die Gräueltaten nicht als Völkermord anzuerkennen, war bisher, dass die Massaker vor der UNO-Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes 1948 verübt wurden. Freilich fand auch der Holocaust davor statt.

Anfang des Monats hatte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRKÖ) an Bundespräsident Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) und Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) appelliert, die Republik Österreich möge endlich den Völkermord am armenischen Volk anerkennen und „damit dem Beispiel vieler anderer Staaten folgen“.

Laut armenischen Schätzungen wurden damals bis zu 1,5 Mio. Menschen getötet. Die Türkei als Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reiches spricht von deutlich weniger Toten und lehnt den Ausdruck Genozid entschieden ab.

Bischöfe gedenken des Genozids

Die österreichischen Bischöfe gedachten der Opfer des Genozids an den Armeniern und den Christen syrischer Tradition im Osmanischen Reich. Was sich damals in Anatolien und anderen Teilen des Osmanischen Reichs ereignete, „war eine der größten Katastrophen der Christenheit in ihrer ganzen Geschichte“, heißt es in einer offiziellen Erklärung der Bischofskonferenz.

Mehr dazu in religion.ORF.at

TV-Hinweis:

ORF III bringt morgen ab 20.15 Uhr einen Themen-Abend mit Live-Diskussion zum Völkermord in Armenien. Mehr dazu in tv.ORF.at.

Belgier in Israel wegen Spionage für Iran verurteilt

Ein belgischer Geschäftsmann iranischer Abstammung ist heute in Israel wegen Spionage für den Iran zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Der Verteidiger von Ali Mansuri, dessen belgischer Pass auf den Namen Alex Mans ausgestellt ist, erklärte vor Journalisten im Gerichtssaal von Lod nahe Tel Aviv das Strafmaß für milde und angemessen. „Das Gericht hat unser Argument berücksichtigt, dass die Sicherheit Israels letztlich keinen Schaden erlitten hat“, sagte Anwalt Avigdor Feldman. Die Untersuchungshaft wird angerechnet.

„Israelischen und westlichen Interessen“ schaden

Der heute 56 Jahre alte Mansuri, der von 2002 bis 2007 mit einer Belgierin verheiratet war, war im September 2013 auf dem Flughafen Ben Gurion kurz vor seinem Rückflug nach Brüssel festgenommen worden. Er war dabei im Besitz von Fotos der US-Botschaft in Tel Aviv.

Laut Gerichtsakten war Mansuri 2012 von einer Spezialeinheit der iranischen Revolutionsgarden rekrutiert worden. Beim Verhör sagte er aus, er habe seinen Status als Geschäftsmann nutzen sollen, um für die Revolutionsgarden in Israel eine Scheinfirma zur Herstellung von Spezialglas zu gründen. Von dort aus hätten sie „den israelischen und westlichen Interessen“ schaden wollen. Schon im Juli 2012 und im Jänner 2013 war Mansuri demnach im Spionageauftrag in Israel unterwegs.

IS-Anführer bei Luftangriff lebensgefährlich verletzt

Der Chef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Baghdadi, soll bei einem US-Luftangriff am 18. März lebensgefährlich verletzt worden sein.

Mittlerweile sei der IS-Anführer jedoch bereits wieder auf dem Weg der Besserung, berichtete die britische Tageszeitung „The Guardian“ (Onlineausgabe) heute.

Derzeit nicht in der Lage, IS zu führen

Das Blatt bezog sich auf „eine irakische Quelle mit Verbindungen zu der Terrorgruppe“. Der IS habe sogar schon nach einem Nachfolger für Baghdadi gesucht, weil er davon ausging, dass er sterben würde. Bis heute sei Baghdadi nicht in der Lage, das Tagesgeschäft der Organisation zu führen, berichtete der „Guardian“ weiter.

Konkret soll der IS-Chef bei einem US-Luftangriff am 18. März in der irakischen Stadt Ninive nahe der Grenze zu Syrien verletzt worden sein. Ein westlicher Diplomat sowie ein irakischer Berater bestätigten dem Blatt unabhängig voneinander, dass dort an diesem Tag Angriffe geflogen wurden.

Tote bei Anschlag auf Restaurant in Mogadischu

Mindestens zehn Menschen sind laut Polizeiangaben bei einem Selbstmordanschlag auf ein Restaurant in der somalischen Hauptstadt Mogadischu getötet worden. Der Attentäter sei heute mit einem Auto in das Gebäude gerast. Das Fahrzeug sei explodiert. Zu den Opfern zählten Regierungssoldaten und Anrainer.

Dutzende Menschen wurden verletzt. „Die Totenzahl wird sicher noch steigen“, sagte ein Polizist an Ort und Stelle. Ob es sich um einen Selbstmordanschlag handelte, war noch unklar. Bisher bekannte sich noch niemand zu dem Anschlag. Am Vortag tötete die Terrormiliz al-Schabab sieben UNO-Mitarbeiter bei einem Anschlag im Bundesstaat Puntland.

Der UNO-Vertreter für Somalia, Nick Kay, verurteilte den jüngsten Angriff und schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter von einer „neuen Gräueltat“.

Fast tausend Tote bei Konflikt im Jemen seit Mitte März

Bei dem Konflikt im Jemen sind seit Mitte März nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast tausend Menschen getötet worden.

Wie die WHO heute in Genf mitteilte, starben seit dem 19. März mindestens 944 Menschen, 3.487 weitere seien verletzt worden. Der Bericht mit den Zahlen aus Krankenhäusern stammt vom 17. April, vermutlich seien weitaus mehr Menschen gestorben oder verletzt worden. Die Angaben unterscheiden nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten.

Huthis eroberten Hauptstadt

Die schiitischen Huthi-Rebellen aus dem Nordjemen hatte im Jänner die Hauptstadt Sanaa vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Als sie weiter auf Aden vorrückten, floh Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi nach Saudi-Arabien und bat dort um Hilfe.

Am 26. März begann Riad daraufhin mit neun weiteren arabischen Staaten Luftangriffe auf die Rebellen und verbündete Armee-Einheiten, um deren Vormarsch auf Aden zu stoppen.

Inland

Babymonat für gleichgeschlechtliche Paare beschlossen

Die Ausweitung des Papamonats auf gleichgeschlechtliche Paare im öffentlichen Dienst hat heute den Ministerrat passiert. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zeigte sich darüber in einer Aussendung erfreut.

„Die ersten Wochen mit dem Kind gemeinsam zu verbringen wird in Zukunft auch für gleichgeschlechtliche Paare und Adoptiveltern möglich sein“, so Heinisch-Hosek. "Mit dem Babymonat geben wir beiden Partnern die Möglichkeit, von Anfang an Verantwortung für das gemeinsame Kind zu übernehmen. Die Ministerin sieht auch die Privatwirtschaft gefordert, einen Papamonat zu ermöglichen.

Frühkarenzurlaub auch für Adoptiveltern

Mit der Novelle besteht im Bundesdienst künftig ein Rechtsanspruch auf einen unbezahlten Karenzurlaub in der Dauer von bis zu vier Wochen auch für Beamte, die in einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft leben und sich Zeit für das Baby nehmen wollen.

Gleichzeitig soll für Personen, die ein Kind, das das zweite Lebensjahr noch nicht vollendet hat, adoptieren, die Möglichkeit der Inanspruchnahme eines Frühkarenzurlaubs geschaffen werden.

Ausgleich finanzieller Nachteile

Schwerpunkt der Beamtendienstrechtsnovelle ist aber die Sicherstellung, dass das durch zwei EuGH-Urteile notwendig gewordene neue Besoldungssystem mit einem neuen Modell der Anrechnung von Vordienst- und Ausbildungszeiten den Beamten und Vertragsbediensteten keine finanziellen Nachteile bringt.

Die ursprünglich im Jänner vom Nationalrat beschlossene Regelung hätte Verluste von bis zu 0,6 Promille in der Lebensverdienstsumme bedeutet. Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst hatte sich im März mit der zuständigen Staatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) auf komplizierte technische Anpassungen geeinigt, um diese auszuschließen.

Klug räumt schlechte Optik bei Dienstwagenreise ein

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) hat heute die schlechte Außenwirkung seiner privaten Dienstwagenfahrt nach Frankreich eingestanden.

Zwar sei die Privatnutzung für Regierungsmitglieder eindeutig geregelt, „ich gebe Ihnen aber recht, die Optik ist alles andere als gut“, sagte er vor dem Ministerrat vor Journalisten. Genau deshalb sei das im Einzelnen immer abzuwägen.

Privatbesuch in Frankreich mit Fahrer

Klug hatte in der Vorwoche bei einem Arbeitsbesuch in der Schweiz das Auto nach Zürich nachkommen lassen. Das deshalb, um die Reaktionsfähigkeit für den Fall zu behalten, dass er zu einer Verhandlungsrunde über den Finanzrahmen nach Wien gerufen worden wäre, so die Rechtfertigung in seinem Ressort. In der Folge absolvierte Klug samt Fahrer einen Privatbesuch in Frankreich und ließ sich dann nach Österreich zurückchauffieren.

Vor Reiseantritt habe er sich genau erkundigt, so Klug. Die Nutzung des Dienstautos sei für Regierungsmitglieder eindeutig geregelt, sie betreffe sowohl Dienst- als auch Privatfahrten, und zwar im In- und Ausland. Für die private Nutzung liefert der Verteidigungsminister monatlich rund 590 Euro ab.

Sport

Ski nordisch: Karrieresprung für Kombinierer Bieler

Am 15. April hat der Nordische Kombinierer Christoph Bieler seinen Rücktritt als aktiver Sportler bekanntgegeben, nicht einmal eine Woche später hat er schon ein neues Betätigungsfeld gefunden. Der Tiroler wird Sprungtrainer der österreichischen Nationalmannschaft. Das gab der Österreichische Skiverband (ÖSV) heute bekannt. Auch im Langlaufbereich bekommen die heimischen Kombinierer einen neuen Coach.

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Formel 1: Räikkönen kommt wieder auf Touren

Kimi Räikkönen ist am Sonntag in Bahrain erstmals seit Oktober 2013 wieder auf das Podest in einem Formel-1-Grand-Prix gefahren. „Kimi ist unter Druck neu geboren“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“, denn Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene hatte im Vorfeld in Bezug auf die mögliche Vertragsverlängerung gemeint: „Er muss pushen. Und das weiß er.“ Das brachte den „Iceman“, der schon bald das eine Treppchen auf dem Siegerpodest noch höher steigen will, anscheinend wieder auf Touren.

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Wirtschaft

Fisch aus Thailand droht Importstopp in die EU

Wegen Verstößen gegen internationales Fischereirecht droht Fisch aus Thailands Fischerei ein Importstopp in die EU. Der WWF begrüßte die heute von der Europäischen Kommission in Form einer „Gelben Karte“ verhängte Warnung an Thailand, das nur unzureichend gegen die illegale, nicht dokumentierte und nicht regulierte Fischerei (IUU-Fischerei) vorgeht.

Kritisiert werden auch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Trotz mehrmonatiger bilateraler Verhandlungen mit der EU habe Thailand seine Defizite bei der Bekämpfung der IUU-Fischerei noch immer nicht in ausreichendem Maße behoben und steht im Verdacht, gegen internationales Fischereirecht zu verstoßen.

Drittgrößter Fisch-Exporteur

Thailand ist weltweit der drittgrößte Exporteur für Fischereierzeugnisse. 2013 importierte die EU Fischereierzeugnisse im Wert von 736 Millionen Euro aus Thailand. Obwohl nur Fisch mit Fangzertifikat aus Drittländern in die EU eingeführt werden darf, gelangen laut Studien jährlich etwa 500.000 Tonnen illegal gefangener Fisch mit einem Wert von 1,1 Milliarden Euro auf den europäischen Markt.

„Thailand muss nun entsprechende Maßnahmen ergreifen und mit der EU zusammenarbeiten, damit die Verwarnung zurückgenommen werden kann“, sagte Georg Scattolin, Fischereiexperte des WWF.

Reguläre Jobs werden in Deutschland seltener

In Teilzeit, als Leiharbeiter, befristet oder in einem Minijob: Mehr und mehr Arbeitnehmer in Deutschland verdienen ihr Geld mit einer atypischen Beschäftigung. Die Zahl der Betroffenen stieg innerhalb von 20 Jahren um mehr als 72 Prozent von 4,4 auf 7,6 Millionen, wie aus einer heute veröffentlichten Antwort der Berliner Regierung auf eine Anfrage der Linkenfraktion hervorgeht.

Die Zahl der klassischen Arbeitsverhältnisse ging zurück. Während 1993 fast 77 Prozent der Erwerbstätigen zu den „Normalarbeitnehmern“ gehörten und in Vollzeit oder in Teilzeit mit mindestens 21 Stunden pro Woche unbefristet angestellt waren, waren es 2013 nur noch 67,5 Prozent, wie aus einer Aufstellung des deutschen Arbeitsministeriums hervorgeht.

Mehr als jeder Fünfte ging 2013 einer atypischen Beschäftigung nach - ihr Anteil an den Erwerbstätigen stieg innerhalb von 20 Jahren von 13,1 auf 21,4 Prozent.

Deutlich mehr Leiharbeiter

Deutlich gestiegen sei auch die Zahl der Leiharbeiter, die sich zwischen 1995 und 2013 mehr als vervierfacht habe, teilte die Linkenfraktion in ihrer Auswertung der Regierungsantwort mit.

Die Zahl der geringfügig Beschäftigten sei um 277 Prozent von 649.000 auf 2,44 Millionen gestiegen. Befristet arbeiteten 2013 insgesamt 2,5 Millionen Menschen, während es 20 Jahre zuvor noch 1,8 Millionen gewesen waren. Einer Teilzeitbeschäftigung mit weniger als 20 Wochenstunden gingen fünf Millionen Menschen nach - ein Anstieg um 80 Prozent verglichen mit 1993.

Verschuldung der Euro-Zone stieg 2014 auf 91,9 Prozent

Die Verschuldung der Euro-Zone ist 2014 auf 91,9 Prozent gestiegen. 2013 waren es noch 90,9 Prozent. Wie das EU-Statistikamt Eurostat heute mitteilte, gingen die Defizite im Euro-Raum im Vorjahr im Durchschnitt auf 2,4 Prozent zurück. Österreichs Defizit erhöhte sich wegen des Hypo-Desasters ebenfalls auf 2,4 Prozent, die Verschuldung stieg 2014 auf 84,5 Prozent (2013: 80,9 Prozent).

Das öffentliche Defizit verringerte sich in absoluten Zahlen sowohl im Euro-Raum als auch in der EU im Vergleich zum Vorjahr. 2013 betrug das öffentliche Defizit in der Währungsunion noch 2,9 Prozent. In der EU ging das Defizit im selben Zeitraum von 3,2 Prozent auf 2,9 Prozent zurück. In der gesamten EU stieg der Schuldenstand von 85,5 Prozent im Jahr 2013 auf 86,8 Prozent im Jahr 2014.

Schulden in Griechenland, Italien, Portugal am höchsten

16 EU-Staaten, darunter Österreich, verzeichneten 2014 eine Schuldenquote von über 60 Prozent des BIP, dem nach den Maastricht-Kriterien zulässigen Schwellenwert. Am höchsten ist die öffentliche Verschuldung in Griechenland (177,1 Prozent), Italien (132,1 Prozent), Portugal (130,2 Prozent), Irland (109,7 Prozent), Zypern (107,5 Prozent) und Belgien (106,5 Prozent).

Die niedrigsten Schuldenquoten hatten 2014 Estland (10,6 Prozent), Luxemburg (23,6 Prozent), Bulgarien (27,6 Prozent), Rumänien (39,8 Prozent) und Lettland (40,0 Prozent).

Nur Dänemark (plus 1,2 Prozent), Deutschland (plus 0,7 Prozent), Estland und Luxemburg (je plus 0,6 Prozent) verzeichneten 2014 einen öffentlichen Budgetüberschuss. Die niedrigsten Defizite verzeichneten Litauen (0,7 Prozent), Lettland (1,4 Prozent) und Rumänien (1,5 Prozent).

Staatsausgaben geringfügig verringert

Zwölf EU-Staaten wiesen ein Defizit von mehr als drei Prozent der Wirtschaftsleistung - der zulässigen Maastricht-Obergrenze - auf. Das höchste Defizit hatte Zypern (8,8 Prozent), gefolgt von Spanien (5,8 Prozent), Kroatien und Großbritannien (je 5,7 Prozent), Slowenien (4,9 Prozent), Portugal (4,5 Prozent), Irland (4,1 Prozent), Frankreich (4,0 Prozent), Griechenland (3,5 Prozent) sowie Belgien, Polen und Finnland (je 3,2 Prozent).

Die Staatsausgaben verringerten sich in der Euro-Zone geringfügig gegenüber 2013 von 49,4 auf 49 Prozent. In der gesamten EU gingen sie im selben Zeitraum von 48,6 auf 48,1 Prozent zurück. In Österreich stiegen die Ausgaben des Staates von 50,9 Prozent im Jahr 2013 auf 52,3 Prozent 2014 an.

Chronik

Magnetzug bricht Geschwindigkeitsweltkrekord in Japan

Japan hat beim globalen Wettrennen um den schnellsten Hochgeschwindigkeitszug weiter die Nase gegenüber chinesischer und deutscher Konkurrenz vorn: Die Magnetschwebebahn Maglev durchbrach am Dienstag bei einem Test die 600-km/h-„Schallmauer“. Künftig soll die 286 Kilometer lange Strecke von Tokio nach Nagoya in 40 Minuten absolviert werden. Auch ein weiterer Ausbau bis Osaka ist bereits in Planung. Die Kosten für die geplanten Zugsverbindungen sind allerdings astronomisch.

Mehr dazu in Im Normalbetrieb 500 km/h

Mindestens 16 Kumpel bei Bergunglück in China getötet

Nach einem Wassereinbruch sind in einem Kohlebergwerk im Norden Chinas mindestens 16 Kumpel ums Leben gekommen. Fünf Bergarbeiter seien weiter in der Grube eingeschlossen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua heute berichtete.

Gestern hatten Behördenvertreter noch 24 eingeschlossene Kumpel in der Grube vermutet. Vier Kumpel wurden laut Xinhua geborgen. Allerdings starb einer von ihnen später im Krankenhaus. Der Zustand der drei anderen sei stabil, meldete der Sender CCTV.

Mehr als 600 Rettungskräfte arbeiten sich langsam zu den Opfern vor. Insgesamt waren 247 Kumpel in der Mine in der Provinz Shanxi, als plötzlich Wasser die Gänge flutete. Trotz verbesserter Sicherheitsstandards gilt die chinesische Bergbauindustrie als eine der gefährlichsten der Welt.

„Koffermord“: Junges US-Paar auf Bali verurteilt

Wegen Mordes hat ein Gericht auf der indonesischen Ferieninsel Bali ein junges Paar aus den USA zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.

Die 19-Jährige und ihr 21 Jahre alter Freund wurden heute für schuldig befunden, die 62 Jahre alte Mutter der Frau im vergangenen August nach einem Streit mit einem Aschenbecher und einer Obstschale in einem Luxusresort erschlagen zu haben.

Leiche in Taxi zurückgelassen

Beide waren im August letzten Jahres gefasst worden, nachdem sie einen Koffer in einem Taxi zurückgelassen hatten. Darin befand sich die Leiche der Mutter. Während der Mann 18 Jahre hinter Gitter muss, erhielt seine Freundin zehn Jahre.

Der Täter hatte vor Gericht ausgesagt, er habe nur seine schwangere Freundin vor der rabiaten Mutter beschützen wollen, aber keine Tötungsabsicht gehabt. Seine Freundin habe ihn im Hotel zu Hilfe gerufen. Die Frau habe ihre Tochter attackiert, weil sie ihn als Freund nicht gemocht und die Schwangerschaft nicht akzeptiert habe.

Laut Hotelangestellten soll der Grund der Auseinandersetzung allerdings Streit um Geld gewesen sein. „Ich habe die Rechnung für die Flüge übernommen“, soll die Mutter im Hotel ihrer Tochter erklärt haben. „Du musst wenigstens das Zimmer bezahlen.“

Aus Österreich stammende Nonne in Südafrika getötet

Eine aus Niederösterreich stammende Nonne ist am Wochenende in Südafrika getötet worden. Die Polizei der Provinz KwaZulu-Natal im Osten des Landes geht davon aus, dass die 86 Jahre alte Frau Opfer eines Raubmordes wurde. Nach Angaben eines Polizeisprechers ist vermutlich Geld in ausländischer Währung aus dem Zimmer des Opfers verschwunden.

Die Frau gehörte nach Informationen von Polizeisprecher Thulani Zwane dem Herz-Jesu-Orden an und lebte in Ixopo. Der Polizeichef von KwaZulu-Natal, Mmamonnye Ngobeni, sprach von einem „barbarischen Mord“ und versicherte, dass die Kriminalbeamten mit Nachdruck an der Ausforschung der Täter arbeiten. Bei der Diözese St. Pölten zeigte man sich erschüttert.

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Gesundheit

Meditationstherapie hilft bei Depressionen

Eine Art Meditation schützt Patienten vor einem Rückfall in eine Depression so gut wie herkömmliche Medikamente. Zu diesem Schluss kommt eine großangelegte Vergleichsstudie mit 424 Teilnehmern, die heute im britischen Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wurde.

Während des zweijährigen Versuchs bekam die eine Hälfte der Probanden, die in der Vergangenheit unter Depressionen gelitten hatten, Antidepressiva. Die andere Hälfte wurde mit der Achtsamkeitsmeditation (Mindfulness-Based Cognitive Therapy) behandelt

Gruppensitzungen und Übungen zu Hause

Dabei werden Patienten darin geschult, negative Gedanken und Gefühle zu erkennen, zu akzeptieren und mit ihnen umzugehen, anstatt in neue Depressionen abzugleiten. Bei dem Versuch nahmen die Teilnehmer in Großbritannien an acht Gruppensitzungen teil und mussten zudem jeden Tag Übungen zu Hause machen. Außerdem wurden in den folgenden Monaten vier weitere Sitzungen angeboten. Über zwei Jahre wurden alle Versuchsteilnehmer regelmäßig befragt, um ihren Gemütszustand zu erfahren.

Der Studie zufolge gab es bei den Patienten, die sich der meditativen Therapie unterzogen hatten, eine Rückfallsrate von 44 Prozent. Bei den mit Antidepressiva behandelten Versuchsteilnehmern lag die Rückfallsrate bei 47 Prozent.

Wirksame Alternative zu Medikamenten

Die Therapie sei eine „neue Alternative für Millionen von Menschen“, sagte Studienleiter Willem Kuyken von der Universität Oxford. Seinen Angaben zufolge werden ohne jede Behandlung vier von fünf Depressionspatienten rückfällig.

Science

15,4 Millionen lernen Deutsch als Fremdsprache

Deutsch wird außerhalb des deutschen Sprachraums wieder mehr gelernt. Weltweit sind derzeit etwa 15,4 Millionen Menschen an Schulen, Universitäten und in Goethe-Instituten im Deutschunterricht, wie aus einer Erhebung des deutschen Außenministeriums hervorgeht, die heute in Berlin veröffentlicht wird.

Insgesamt sind das etwa eine halbe Million Menschen mehr als noch vor fünf Jahren. Im Jahr 2000 lag die Zahl noch bei 20 Millionen.

Größtes Interesse in Polen

Das größte Interesse gibt es aktuell in Polen, wo etwa 2,3 Millionen Menschen Deutsch lernen. Deutlich mehr Deutschschüler als bei der vorigen Erhebung 2010 gibt es auch in Ländern wie der Türkei, Serbien und Bosnien-Herzegowina.

In EU-Krisenländern wie Griechenland und Portugal stiegen die Zahlen ebenfalls. Dagegen setzte sich in Russland und anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion der Abwärtstrend fort.

Experte sieht keinen Zusammenhang mit Ukraine-Konflikt

In Russland ging die Zahl der Deutschlernenden um annähernd 800.000 auf jetzt nur noch 1,55 Millionen zurück. Der Generalsekretär des deutschen Goethe-Instituts, Johannes Ebert, führte das auf eine insgesamt sinkende Bevölkerungszahl und Änderungen im Bildungssystem zurück. „Das hat nichts mit der politischen Situation zu tun“, sagte er.

90 Millionen Deutsch-Muttersprachler

Die Zahlen sind nicht vollständig, weil alleinige Anstrengungen, um Deutsch zu erlernen, und private Sprachkurse in der Erhebung nicht erfasst werden. Es gibt auch keine zuverlässige Zahlen, wie viele Menschen über die mehr als 90 Millionen Muttersprachler hinaus weltweit Deutsch sprechen. Nach Schätzungen sind es allein innerhalb der Europäischen Union etwa 60 Millionen.

IT

Religion

Kirche in Europa: Flüchtlingsunglück „Niederlage“

Anlässlich der jüngsten Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer hat die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) heute auf Reformen im europäischen Asylsystem gedrängt.

Das Unglück mit rund 800 Toten im Mittelmeer sei eine „Niederlage für alles, wofür die Europäische Union als Wertegemeinschaft stehen will. Das Handeln der Europäer wird zu einem Lackmustest für die europäischen Werte“, so COMECE-Präsident Reinhard Marx.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Wien - Budapest: Zwillinge, nach der Geburt getrennt

Vor 150 Jahren hat Kaiser Franz Joseph in Wien die Ringstraße eröffnet. Das städtebauliche Großprojekt gilt als Aufbruch Wiens hin zu einer modernen Metropole. Eine ganz ähnliche Entwicklung vollzog sich rund 200 Kilometer östlich in Budapest. Ein paar Jahre zeitversetzt bekam auch die zweite Hauptstadt der Donau-Monarchie ein neues Gesicht.

Die parallele Entwicklung brachte zwischen den „Zwillingsstädten“ viele Gemeinsamkeiten hervor. Und sorgte doch auch für - manchmal feine, manchmal gar nicht so kleine - Unterschiede. Einen genaueren Blick auf Verbindendes und Trennendes erlaubt eine gestern Abend eröffnete Ausstellung im Wiener Ringturm.

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Song Contest

Lifestyle

Ältester Champagner der Welt noch gut genießbar

Rund 170 Jahre alt und trotzdem noch ein Hochgenuss: Fünf Jahre nach dem Fund des ältesten Champagners der Welt in einem Schiffswrack auf dem Grund der Ostsee vor Finnland haben französische Wissenschaftler diesen chemisch analysiert, verkostet und für sehr gut erhalten befunden.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der US-Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Sie geben Einblick in die Herstellungsmethoden und Geschmäcker zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Insgesamt 168 Flaschen in 50 Meter Tiefe gefunden

„Für unsere Analysen haben wir zwei Milliliter benutzt, und ich selbst habe hundert Mikroliter verkostet, also zwei Tropfen“, sagte Philippe Jeandet, Professor für Biochemie der Ernährung an der Universität von Reims und an der Analyse beteiligter Forscher.

Die beiden Tropfen aus dem Fund von insgesamt 168 Flaschen in 50 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund wurden ihm demnach mit einer Spritze auf die Hand gegeben, so dass er Geruch und Geschmack testen konnte.

Aroma von Tabak und Leder

„Es war ein sehr guter Wein, es war beeindruckend“, sagte Jeandet. Den Aroma von Tabak und Leder habe er noch lange im Mund behalten. Professionelle Weinkenner, die Proben zur Verkostung bekamen, befanden den Champagner demnach für „sehr jung und frisch mit einer floralen oder fruchtigen Note“.

Bei dem im Jahr 2010 geborgenen Champagner handelte es sich laut Korkenaufschrift um die Marken Veuve Clicquot-Ponsardin und Heidsieck sowie um Juglar, die es inzwischen nicht mehr gibt.

Dreimal mehr Zucker als Cola

„Wir waren wirklich überrascht davon, dass der verkostete Champagner tadellos erhalten war“, sagte Jeandet. Der Champagner war jedoch mit 150 Gramm Zucker pro Liter - dem Dreifachen von Cola - sehr süß.

Die Archive von Veuve Clicquot zeigten allerdings, dass dies dem Geschmack der damaligen Zeit in Frankreich und Deutschland entsprochen habe, sagte Jeandet. Die Lieferung dürfte nicht für Russland bestimmt gewesen sein, wo Champagner mit einem Zuckergehalt von bis zu 300 Gramm getrunken worden sei. Heutige halbtrockene Champagner enthalten etwa 50 Gramm, trockenem Perlwein wird kein Zucker beigegeben.

Fund löst neuen Lagertrend aus

Einige Hersteller von Champagner gingen auf die Wünsche zahlungswilliger und -kräftiger Kunden hin bereits dazu über, das edle Getränk über längere Zeit bei gleichbleibend kühlen Temperaturen und ohne Lichteinwirkung auf dem Meeresgrund zu lagern.

Jeandet hält das jedoch für übertrieben. Die in der Champagne üblichen dunklen Erdkeller in rund 30 Meter Tiefe mit Temperaturen zwischen zehn und zwölf Grad Celsius sind nach seiner Meinung auch für die Zukunft völlig ausreichend.

Leute