Ausland

Schwerer Rückschlag für Huthi-Rebellen im Südjemen

Die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen haben im Bürgerkrieg einen schweren Rückschlag erlitten. Sunnitische Kämpfer hätten die vom Iran unterstützten Aufständischen weitgehend aus der Stadt Dalea im Süden des Landes vertrieben, berichteten Bewohner und Gegner der Huthis heute.

Nach zweimonatigen Gefechten, in denen große Teile Daleas zerstört wurden, hätten die sunnitischen Milizen einen wichtigen Militärstützpunkt eingenommen. Rund 40 Huthis seien getötet worden.

Auch Stellvertreterkrieg

Gleichwohl scheint die Gruppe, die im September die Hauptstadt Sanaa im Norden einnahm und rasch nach Süden vorrückte, die Übermacht zu haben. Die Huthis sind Anhänger des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh und reklamieren für sich, gegen Korruption in der Regierung und gegen militante Sunniten zu kämpfen.

Die sunnitischen Milizen wiederum stehen loyal zu Präsident Abd-Rabbo Mansur Hadi, der sich ins Nachbarland Saudi-Arabien abgesetzt hat. Unterstützung erhalten sie von einer von Saudi-Arabien geführten Allianz sunnitischer Länder, die seit Wochen Huthi-Stellungen aus der Luft angreifen. Saudi-Arabien befürchtet, dass sein Erzrivale Iran durch einen Sieg der Huthis im Jemen auf der arabischen Halbinsel Fuß fassen könnte.

139 Massengräber von Flüchtlingen im Dschungel Malaysias

Skrupellose Menschenhändler haben im Grenzgebiet zwischen Malaysia und Thailand womöglich Hunderte Flüchtlinge ermordet oder sterben lassen. Die malaysische Polizei habe dort 139 Gräber und 28 von Schleppern betriebene Dschungelcamps entdeckt, sagte der nationale Polizeichef Khalid Abu Bakar heute. Es sei noch unklar, wie viele Leichen dort vergraben seien. Bei den Opfern handelt es sich wahrscheinlich um Flüchtlinge aus Burma und Bangladesch. Viele wurden wie Geiseln im Dschungel festgehalten, um ihren Familien Geld abzupressen.

Mehr dazu in Als Geiseln gehalten

73 Verletzte durch Lkw-Bombe in Afghanistan

Bei einem Anschlag mit einer Lastwagenbombe auf einem belebten Platz in der Nähe des Provinzrates in der südafghanischen Stadt Kalat sind heute mindestens 73 Menschen verletzt worden.

Kinder waren zum Zeitpunkt der Explosion auf dem Nachhauseweg von der Schule. (iptv.ORF.at)

Bei allen Verletzten handle es sich um Zivilisten, sagte ein Polizeisprecher in der Hauptstadt der Provinz Sabul. Vier der Opfer schwebten in Lebensgefahr. Unter den Verletzten seien 16 Frauen und Kinder.

Ein Augenzeuge sagte, zu der heftigen Detonation sei es gekommen, als Kinder auf dem Nachhauseweg von der Schule gewesen seien. Nach Polizeiangaben wurden die meisten Gebäude um den Anschlagsort herum beschädigt. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Neuer Präsident Duda: Rechtsruck in Polen

Polen bekommt einen neuen Präsidenten: Der nationalkonservative Herausforderer Andrzej Duda hat sich bei der gestrigen Stichwahl gegen den liberalkonservativen Amtsinhaber Bronislaw Komorowski klar durchgesetzt. Die Wahl Dudas gilt als wichtiges Signal für die Parlamentswahl im Herbst. Polens Rechtskonservative hoffen, die liberale Regierung dann auch stürzen zu können.

Mehr dazu in Komorowski verliert Stichwahl

Indischer Minister lässt sich Schuhe von Polizist binden

Seine Schuhbänder hat sich ein Minister eines indischen Bundesstaates bei einer Veranstaltung von einem Polizisten binden lassen. Der Vorfall erregte heute in Indien auch deshalb viel Aufmerksamkeit, weil gerade die Regierungschefin des betreffenden Bundesstaates Westbengalen einen deklariert spartanischen Lebensstil pflegt.

Regierungschefin Mamata Banerjee tritt zumeist in einem einfachen weißen Baumwollsari und Flipflops auf. Ganz anders nun ihr Entwicklungsminister Rachpal Singh, der mit der Hand in der Hosentasche auf den Mann niederblickt, der vor ihm kniet. Eine Kamera fing den Zwischenfall in Kolkata nach einer Zeremonie ein. Interessanterweise sei Singh früher selbst Polizist gewesen, berichtete der indische Sender NDTV.

Schuhe sind in Indien mit einem besonderen Stigma behaftet, da sie mit Schmutz in Berührung kommen. Außerdem müssen Tiere für das Leder getötet werden - im überwiegend hinduistischen Land keine angesehene Arbeit. Schuster gehören traditionell zur Kaste der Dalits, die als Unberührbare verunglimpft wurden. Vor dem Betreten von hinduistischen, buddhistischen, Jain- und Sikh-Tempeln sowie Moscheen werden in Indien die Schuhe ausgezogen.

Inland

Abu-Dhabi-Fotos: Österreicher kommt mit Geldstrafe davon

Ein österreichischer Architekt, der verbotenerweise die iranische Botschaft im Emirat Abu Dhabi und weitere Gebäude fotografiert hatte, ist heute vor Gericht gestanden. Laut Außenministeriumssprecher Martin Weiss kam er mit einer geringen Geldstrafe von etwa 50 Euro davon.

Der Mann war wegen der Fotos mehrere Tage in Haft gewesen und seit Wochen in dem Land festgehalten worden. Ihm hatte auch eine Haftstrafe wegen Terrorismus gedroht. Das Gericht folgte nun jedoch der Argumentation des Angeklagten, dass kein Vorsatz vorlag, da er die Beschilderung übersehen habe.

Der Österreicher darf das Land in etwa zehn Tagen verlassen, sobald die schriftliche Ausfertigung des Urteils vorliegt. Zudem besteht kein Einreiseverbot, weshalb er das Land auch in Zukunft wieder besuchen darf. Der Architekt wurde von der österreichischen Botschaft betreut und ist laut Weiss froh, dass die Angelegenheit damit erledigt ist.

Sondernationalrat zum Thema Kontenöffnung kommt

Bankgeheimnis und Kontenöffnung beschäftigen demnächst den Nationalrat: Team Stronach (TS) und NEOS bringen morgen gemeinsam ein Verlangen zur Einberufung einer Sondersitzung ein. Im Zentrum steht die Behandlung eines Dringlichen Antrags zum Thema „Stopp dem Überwachungsstaat: Gläserner Staat statt gläserne Bürgerinnen und Bürger“, wie es heute in einer gemeinsamen Aussendung hieß.

Die beide Oppositionsfraktionen können aufgrund mangelnder Größe nur gemeinsam eine Sondersitzung beantragen. Dabei soll sich Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) den Abgeordneten stellen.

„Unter dem Deckmäntelchen der Abgabenprüfung bzw. Betrugsbekämpfung im Rahmen der Steuerreform werden Unternehmer und Bürger unter Generalverdacht gestellt“, kritisierte TS-Klubobfrau Waltraud Dietrich. Künftig solle ein vager Verdacht ausreichen, um Konten durch Behörden öffnen zu lassen. „Diese willkürliche Schnüffelei muss gestoppt werden“, so Dietrich.

Ähnlich argumentierte NEOS-Klubobmann Matthias Strolz: Von NEOS gebe es ein klares Bekenntnis zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Schwarzgeldkonten, NEOS akzeptiere aber „keine Öffnung von Konten ohne richterlichen Beschluss. Hier verlangen wir einen Offenbarungseid der Regierungsparteien, aber auch der Grünen, wie viel ihnen die Bürgerrechte noch wert sind.“

Steßl kündigt Reduktion von Beamten-Überstunden an

Die Zahl der Überstunden im Bundesdienst soll weiter reduziert werden. Die zuständige Staatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) will damit einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ einsparen. Der Plan ist Teil der Vereinbarung zur weiteren Senkung der Verwaltungskosten.

Im Bundesdienst ist die Zahl der Überstunden seit 2012 bereits um fast 580.000 reduziert worden. 71 Prozent der Überstunden werden von Beamten geleistet, der Rest von Vertragsbediensteten. Knapp die Hälfte der Überstunden fällt im Innenministerium bei der Polizei an. Im Schnitt leistet ein Bediensteter pro Woche 1,8 Überstunden. Im Vorjahr hatte der Bund 390,5 Millionen Euro für die Vergütung von Überstunden aufgewendet. Das waren 4,5 Prozent der Gesamtpersonalkosten von 8,4 Milliarden Euro.

Eine konkrete Zahl zur Überstundenreduzierung wollte Steßl zwar nicht nennen, sie stellte aber fest: „Ich sehe hier insgesamt ein Einsparungspotenzial in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionenbetrags pro Jahr.“ Ausgenommen von dieser Überstundenreduzierung sind jedoch die Exekutive im Sinne der Sicherheit und auch die Bildung. Diese beiden Bereiche sind auch vom Stellenabbau ausgenommen.

Sport

EM-Qualifikation: Alaba fehlt gegen Russland

ÖFB-Teamchef Marcel Koller wird David Alaba für das EM-Qualifikationsspiel am 14. Juni in Moskau nicht nominieren. Das Risiko einer neuerlichen Verletzung des 22-jährigen Bayern-Stars, der sich am 31. März gegen Bosnien-Herzegowina einen Innenbandriss im linken Knie zugezogen hatte, wäre zu hoch.

„Der momentane Gesundheitszustand sowie auch unsere Verantwortung gegenüber David haben letztendlich zur Überzeugung geführt, dass das die beste Lösung für ihn ist“, wurde Koller heute in einer ÖFB-Aussendung zitiert.

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Bundesliga: Salzburg feiert die Meisterschaft

Im Konfettiregen hat Kapitän Jonatan Soriano gestern den Meisterteller in den Salzburger Himmel gestemmt, ehe die „Bullen“ feiernd die Nacht zum Tage machten. Vor und mit den eigenen Fans konnte die Red-Bull-Mannschaft von Trainer Adi Hütter bzw. des nach Leipzig abgehenden Sportdirektors Ralph Rangnick den ersten nationalen Triumph 2015 begießen - der zweite soll am 3. Juni im Cupfinale gegen die Austria folgen. „Es war extrem schwer“, sagte ein erleichterter Marcel Sabitzer, der die Salzburger im Sommer gemeinsam mit einigen anderen Leistungsträgern verlassen dürfte.

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Formel 1: Mercedes zeigt nach Taktik-Fiasko Reue

65 Runden lang ist Lewis Hamilton gestern beim Großen Preis von Monaco einem souveränen Start-Ziel-Sieg entgegengefahren. Dann holte ihn die Mercedes-Box während einer Safetycar-Phase zum Reifenwechsel herein und bremste den Weltmeister unsanft aus. Bittere Konsequenz für den britischen WM-Leader: Teamrivale Nico Rosberg zog vorbei und gewann vor Sebastian Vettel und Hamilton. „Es war eine komplette Fehleinschätzung, es tut mir so leid“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. „Wir haben es vermasselt.“

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Wirtschaft

Technik aus Wien entwertet Bargeld per Fernsteuerung

Das österreichisch-deutsche Technologieunternehmen EDAQS hat ein elektronisch entwertbares Bargeld entwickelt. Dazu werden Banknoten mit einem verschlüsselten RFID-Funkchip ausgestattet und können dadurch ferngesteuert entwertet werden, berichtet das Wirtschaftsmagazin „trend“ in seiner morgen erscheinenden Ausgabe.

Mittels entsprechender Terminals, ob bei Banken oder in Geschäften, weiß das „DICE“ genannte Geldsystem stets, wo sich welche Banknote befindet. Die Privatsphäre der Nutzer bleibt dem Bericht zufolge wie beim heutigen Bargeldsystem gewahrt, gleichzeitig sollen sich bargeldbezogene Verbrechen mit dem elektronischen Bargeld effektiv verhindern lassen, da Banknoten, die in falsche Hände gelangen, ferngesteuert entwertet werden können.

Erste Verhandlungen mit Interessenten

„Unser System adressiert alle Bedenken, die heute gegenüber herkömmlichem Bargeld bestehen“, so wirde Daryl de Jori, einer der Gründer von EDAQS, zitiert. Erste Interessenten für das neue Bargeld gebe es bereits. EDAQS verhandle mit der russischen Zentralbank, auch Vertreter der australischen Regierung reisen Anfang Juni für Verhandlungen nach Wien, so das Magazin.

Streit um Gaddafi-Millionen auf Malta

Libyens Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi ist seit über dreieinhalb Jahren tot, aber die im Ausland gebunkerten Millionen seines Familienclans geben immer noch Rätsel auf. Zuletzt berichtete das „Wall Street Journal“ über einen Rechtsstreit zwischen Libyen und Malta über Konten von Gaddafis viertältestem, ebenfalls 2011 getötetem Sohn Mutassim. Der galt als Playboy und als nicht unbedingt sparsam, umgab sich gerne mit Models und Popstars, hatte aber offenbar trotzdem viel Geld auf der hohen Kante. Woher es kam, ist die große Frage. Malta jedenfalls will die Millionen nicht herausrücken.

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Chronik

Schwechater Securitys schmuggelten Flüchtlinge auf Flüge

Sechs Mitarbeiter einer privaten Securityfirma am Flughafen Wien-Schwechat sollen Flüchtlinge in die USA und nach Großbritannien geschmuggelt haben. Sie wurden festgenommen. Das berichtete der „Kurier“ (Dienstag-Ausgabe). Friedrich Köhl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg, bestätigte den Fall gegenüber der APA.

Laut dem Artikel sollen die Verdächtigen, von denen zwei in Untersuchungshaft sitzen und vier auf freiem Fuß sind, die Flüchtlinge an den Pass- und Sicherheitskontrollen vorbeigeschmuggelt haben. Dadurch soll ihnen die illegale Einreise in die USA und nach Großbritannien ermöglicht worden sein.

Tausende Euro kassiert

Die Sicherheitsmitarbeiter haben im Auftrag der AUA zusätzliche Ausreisekontrollen durchgeführt. Auf die Namen von Freunden und Bekannten sollen sie Flugtickets gelöst haben, diese Personen am Abreisetag einchecken und durch die Sicherheitskontrollen gehen lassen.

Im Flughafengebäude warteten dann die Flüchtlinge, es wurden die Tickets ausgetauscht, berichtete der „Kurier“. So gelangten die Personen dann unbemerkt an Bord der Flugzeuge. Laut dem Zeitungsbericht sollen die Schlepper zwischen 7.000 und 9.000 Euro pro Person kassiert haben - in zumindest elf Fällen.

Sieben bisher unbekannte Wracks vor Estland gefunden

Minensucher haben vor der Küste Estlands neben Munitionsaltlasten auch sieben bisher unbekannte Wracks am Ostseegrund geortet. Demnach wurden nahe der Inseln Saaremaa und Muhu ein Frachtschiff und ein Landungsboot sowie ein U-Boot und ein Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. In der Bucht von Tallinn wurden zudem die Überreste eines Segelschiffs gefunden.

Zwei weitere Wracks seien noch nicht identifiziert, berichtete der estnische Rundfunk. Die Daten zu den Funden sollen dem estnischen Meeresmuseum übergeben werden.

Vulkan auf Galapagos ausgebrochen

Der Vulkan Wolf auf dem Galapagos-Archipel ist ausgebrochen. Der 1707 Meter hohe Vulkan auf der Insel Isabela hat heute Früh (Ortszeit) Lava gespuckt, wie die Behörden des Nationalparks Galapagos mitteilten. Der Lavafluss laufe auf dem südöstlichen Hang.

Auf dem Nordwesthang lebt die weltweit einzige Kolonie der Rosada Drusenköpfe (Conolophus marthae), der rosa Landleguane der Galapagosinseln. Auch gelbe Leguane und Riesenschildkröten (Chelonoidis becky) leben auf dem nördlichen Vulkanhang. Sie seien zur Zeit von der Eruption nicht gefährdet.

Letzter Ausbruch 1982

Der Vulkan, die größte Anhöhe des Archipels, war zuletzt 1982 ausgebrochen. Die touristischen Ausflüge auf der Insel Isabela gingen vorerst weiter. Die nächste Ortschaft Puerto Villamil mit ihren 2200 Einwohnern liegt 115 Kilometer südlich des Kraters. Die Galapagos-Inseln, die etwa 1.000 Kilometer vor der Küste Ecuadors liegen, wurden 1978 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Viele Tier- und Pflanzenarten kommen weltweit nur dort vor.

Kultur

„Jephta“: Liebe, Krieg und Kastration

Kann man ein Oratorium als Beinahe-Oper bringen? Ja, sagt die gefeierte US-Amerikanerin Lydia Steier und stellt bei den Festwochen Händels Spätwerk „Jephta“ über einen Vater, der für den Kriegserfolg die Tochter opfern soll, auf die Bretter eines langen Studiertisches. Dort treffen sich Liebende, die Familie und auch ein Therapeut - oder sagen wir gleich: Gott. Viel Applaus für ein gesungenes Psychodrama, das bei aller szenischen Virulenz dann doch den Holzhammer der Deutung mit dabei hatte.

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Back to teh Roots ohne Google

Braucht man in Kuba Internet? Nein, sagen Autor Rogelio Orizondo und Regisseur Carlos Diaz. Nachgoogeln kann man auch im Werk des Nationalhelden und Dichters Jose Marti. Bei der Premiere und dem ersten Europagastspiel von „Antigonon“ entfalten sie ein breites, bildreiches Panorama der kubanischen Gesellschaft. Vor einer Revolution. Auch der digitalen.

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Jazztrompeter Marcus Belgrave gestorben

Der Jazztrompeter Marcus Belgrave ist tot. Der Musiker starb gestern im Alter von 78 Jahren nahe seiner Heimatstadt Detroit im US-Bundesstaat Michigan an Herzversagen, wie die „Detroit Free Press“ heute berichtete. Belgrave zählte zu den einflussreichsten Jazzmusikern seiner Generation und stand unter anderem mit Ray Charles und Dizzy Gillespie auf der Bühne.

Noch am Sterbebett habe der Trompeter andere Musiker zu Jamsessions eingeladen, hieß es in dem Bericht. Insbesondere in Detroit galt Belgrave als Legende. „Er war ein Mentor für Generationen von Musikern“, sagte der Bassist Rodney Whitaker der Zeitung. Belgrave begann seine Karriere im Alter von zwölf Jahren, Ende der 50er spielte er bereits an der Seite des Pianisten Charles.

Der legendäre Bandleader und Bassist Charles Mingus bedauerte später, dass er den Trompeter nicht davon überzeugen konnte, seine Heimatstadt zu verlassen, um seiner Band in New York beizutreten. „Mit Marcus Belgrave hätte ich die beste Band der Welt“, sagte Mingus 1975 in einem Interview. Eine noch größere Karriere blieb Belgrave, der auch als Musiklehrer arbeitete und Workshops leitete, daher wohl verwehrt.

Song Contest

Das Megaevent in Zahlen

Der Song Contest ist die größte TV-Unterhaltungsshow der Welt. Das lässt sich auch in Zahlen ausdrücken - und die sind schon ziemlich beeindruckend. Schließlich haben in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten Tausende Menschen zusammengearbeitet, um das Spektakel auf die Beine zu stellen, das Samstagabend mit dem Sieg von Mans Zelmerlöw aus Schweden seinen krönenden Abschluss fand.

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Leute

Moskau ehrt Wladimir Wyssozki mit Straßennamen

Die russische Liedermacher-Legende Wladimir Wyssozki (1938-1980) wird in Moskau postum mit einem Straßennamen geehrt. Eine Kommission der russischen Hauptstadt habe entschieden, eine Straße in der Nähe des einflussreichen Taganka-Theaters nach dem Künstler zu benennen, sagte ein Behördensprecher heute der Agentur TASS zufolge.

Auf der Bühne hatte Wyssozki unter anderem als Hamlet begeistert. Als Gitarrist und Sänger schrieb er mehr als 600 Lieder und griff in seinen Versen trotz des Drucks des Sowjetregimes brisante Themen auf.

Begräbnis als Demonstration

Wissozki war unter der Herrschaft Leonid Breschnjews ein Idol jener, die sich der staatlich verordneten Ideologie und Kultur nicht widerstandslos zu fügen bereit waren. In seinen mit rauer Stimme zu Gitarrenbegleitung dargebotenen Liedern besang er die Probleme des Individuums in einer kollektivistisch orientierten Gesellschaft.

Er starb 1980 im Alter von nur 42 Jahren an einem Herzanfall, mitverursacht durch seine schwere Alkoholkrankheit. Obwohl sein Tod von den sowjetischen Medien zunächst verschwiegen wurde, verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer und sein Begräbnis geriet mit zehntausenden Trauergästen zur größten nicht staatlich angeordneten Demonstration, die Moskau bis dahin gesehen hatte.

Die zehn reichsten Österreicher

Wie in den Jahren zuvor führen die Familien Porsche und Piech auch heuer unangefochten das Ranking der zehn reichsten Österreicher an, das vom Wirtschaftsmagazin „trend“ jährlich erstellt wird. Ihr Vermögen hat sich demnach seit dem Vorjahr von 44,8 auf 65 Milliarden Euro erhöht. Auf dem zweiten Platz liegt Red-Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz mit 7,6 Milliarden Euro vor der Familie Flick mit 7,2 Milliarden Euro.

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Lifestyle

Isländische Studenten entwickelten Shampoo aus Kuh-Urin

Hammelhoden, faules Haifischfleisch, Walmehl-Bier - die isländische Nahrungs- und Genussmittellandschaft steckt voller Überraschungen. Dazu gesellt sich nun ein ungewöhnliches Haarpflegemittel: Jungunternehmer aus Reykjavik entwickelten auf Basis traditioneller Rezepturen ein Shampoo aus Kuh-Urin.

Das vitaminreiche, angeblich nach Rosen duftende Produkt soll unter dem Namen „Q Shampoo“ regulär vermarktet werden. Eine Prototypenserie habe vor allem unter älteren Käufern reißenden Absatz gefunden, berichtete das isländische TV am Wochenende.

Nun wollen die Studenten prüfen, ob sich Kuh-Urin auch zur Herstellung von Waschmittel eignet. Die Entwicklung des Shampoos geschah im Rahmen eines Innovationslehrgangs an der Universität in Reykjavik.

„Solar Impulse“ kann doch nicht starten

Das Schweizer Solarflugzeug „Solar Impulse“ kann doch nicht weiterfliegen. Der für heute Abend geplante Abflug sei wegen schlechten Wetters verschoben worden, teilte das „Solar Impulse“-Team am Nachmittag mit. In der Nacht hatten die Verantwortlichen noch verlauten lassen, das Solarflugzeug könne am Abend zur nächsten Etappe über den Pazifik abheben.

Die geplante Strecke vom chinesischen Nanjing nach Hawaii ist die längste bisher und soll fünf Tage dauern. Wegen einer Kaltfront über dem Pazifik hätte sich die Flugdauer auf sieben Tage verlängert, hieß es in der Mitteilung. Das wäre für den Piloten Andre Borschberg kritisch geworden.

Zudem seien am ersten Flugtag Wolken aufgekommen, wodurch „Solar Impulse“ seine Solarzellen nur beschränkt hätte aufladen können, hieß es. Der Abflug war schon mehrmals verschoben worden. Das Pionierfluggerät, dessen vier Elektromotoren von 17.000 Solarzellen betrieben werden, hätte eigentlich schon am 5. Mai China verlassen sollen.