Ausland

Rückschlag für Kurden im Kampf gegen IS in Syrien

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien haben Kurdenmilizen eine Niederlage einstecken müssen. IS-Kämpfer eroberten nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte die Stadt Ain Issa von den Kurden zurück.

Ain Issa liegt nördlich der IS-Hochburg al-Rakka. Erst vor zwei Wochen hatten kurdische Milizen unterstützt durch US-Luftangriffe Ain Issa unter ihre Kontrolle gebracht und die Extremisten von dort vertrieben. Die Kurdenmiliz YPG war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Zuletzt hatte der IS im Kampf gegen die Kurden mehrere Rückschläge hinnehmen müssen. Der IS kontrolliert große Teile Syriens und des Irak und hat dort ein Kalifat ausgerufen, eine besonders drastische Form eines islamischen „Gottesstaats“.

Irakische Luftwaffe bombardiert versehentlich Bagdad

Ein irakisches Kampfflugzeug hat nach offiziellen Angaben versehentlich ein Stadtviertel in der irakischen Hauptstadt Bagdad bombardiert und dabei mindestens sieben Menschen getötet und elf weitere verletzt. Es habe auf dem Rückweg von einem Bombenangriff ein „technisches Problem“ mit dem Suchoi-Kampfjet gegeben, erklärte der Armeesprecher Saad Maan heute.

„Eine der Bomben blieb wegen eines technischen Problems stecken und stürzte bei der Rückkehr des Flugzeugs zum Stützpunkt auf drei Häuser in Bagdad Dschadida.“

Die irakische Luftwaffe fliegt momentan Angriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die weite Teile des sunnitischen Westens besetzt hält. Zuletzt hatte es Diskussionen über die Kampfmotivation und die Qualität der irakischen Truppen gegeben. Bagdad wird von der Regierung kontrolliert.

Südsudan: Ugandischer Militärhubschrauber abgeschossen

Südsudanesische Rebellen haben nach eigenen Angaben einen ugandischen Militärhubschrauber abgeschossen. Dabei seien die beiden Piloten sowie mehrere Soldaten getötet worden.

Der Helikopter sei heute Früh in Kodok in der Nähe der nördlichen Stadt Malakal abgeschossen worden, hieß es in einer Mitteilung von Rebellensprecher Dickson Gatluak. Wie viele Menschen sich an Bord befanden, erwähnte er nicht.

Land versinkt im Chaos

Der südsudanesische Armeesprecher Philip Aguer dementierte diese Darstellung, räumte aber ein, Kodok werde von Rebellen kontrolliert. Joseph Contreras, der Sprecher der UNO-Mission in dem ölreichen Land, sagte, er habe noch keine Informationen über einen Abschuss.

Uganda ist mit Tausenden Soldaten im Südsudan im Einsatz. Sie unterstützen Präsident Salva Kiir im Kampf gegen die Rebellen seines Rivalen Riek Machar. Das erst 2011 unabhängig gewordene Land versinkt im Chaos, seit im Dezember 2013 ein Machtkampf zwischen den beiden Politikern eskaliert war. Zehntausende Menschen sind bereits gestorben, rund zwei Millionen sind auf der Flucht.

Singapur: Haft für 16-Jährigen nach Kritik an Staatsgründer

Ein 16-Jähriger ist in Singapur zu vier Wochen Haft verurteilt worden, weil er Staatsgründer Lee Kuan Yew kritisiert hatte. Eine Richterin verhängte das Strafmaß heute. Der Teenager kam wegen Anerkennung seiner Untersuchungshaft auf freien Fuß. Der Fall Amos Yee hatte international Schlagzeilen gemacht.

Menschenrechtler: „Beschämend“

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) bezeichnete den jugendlichen Blogger als Opfer willkürlicher Staatsgewalt in dem autoritär geführten asiatischen Stadtstaat und forderte seine Freilassung. Die Festnahme sei eine „beschämende Missachtung des Rechts auf freie Meinungsäußerung“.

Verurteilter Blogger Amos Yee

Reuters/Edgar Su

Der verurteilte Blogger Amos Yee

Entschuldigung verweigert

Yee hatte kurz nach dem Tod des verehrten Staatsgründers im März ein Video mit abfälligen Bemerkungen über Lee und Jesus ins Internet gestellt. Er wurde nach empörten Reaktionen festgenommen, verweigerte aber eine Entschuldigung. Verurteilt wurde er nicht wegen Kritik an Lee, sondern unter anderem wegen Verletzung religiöser Gefühle.

Einzige Demo wegen strikter Regeln in Park

300 Menschen demonstrierten gestern für Yee. Sie trafen sich in einem Park, dem einzigen Ort in Singapur, wo nach vorheriger Anmeldung Demonstrationen erlaubt sind.

Viele Tote nach neuen Selbstmordanschlägen in Nigeria

Bei zwei Bombenanschlägen in der zentralnigerianischen Stadt Jos sind gestern Abend mindestens 44 Menschen getötet worden. Knapp 50 weitere seien bei den Explosionen in der Nähe eines Einkaufszentrums und einer beliebten Moschee verletzt worden, teilten die Rettungskräfte heute mit. Zu den Bluttaten bekannte sich zunächst niemand.

Anschläge werden Boko Haram zugeschrieben

Schon in den vergangenen Tagen wurde der Nordosten Nigerias von mehreren tödlichen Anschlägen erschüttert. Für die Gewalt machten die Behörden die radikale Islamistengruppe Boko Haram verantwortlich.

Anschlag auf eine Kirche in Nigeria

AP/Adamu Adamu Damaturu

Allein gestern wurden Dutzende Menschen getötet: So riss ein Selbstmordattentäter in einer Kirche der Stadt Potiskum im Bundesstaat Yobe fünf Menschen in den Tod. In dem Dorf Zabarmari nahe der Stadt Maiduguri im Bundesstaat Borno sprengten sich sechs Attentäter in die Luft und töteten dabei Dutzende Menschen.

Auch in den drei Tagen zuvor starben bei Anschlägen von Boko Haram auf Gotteshäuser, Dörfer und Märkte in Nigeria mehr als 200 Menschen. Die Armee erklärte ihrerseits, in den vergangenen vier Wochen auch über 600 Aufständische getötet zu haben.

Südkoreas Ex-Präsidentenwitwe darf Nordkorea besuchen

Nordkorea ist laut Medienberichten einverstanden mit einem Besuch der Witwe des früheren südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung.

Die 93-jährige Lee Hee Ho wolle von 5. bis 8. August nach Pjöngjang kommen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap heute. Der Besuch könne eine „gute Gelegenheit sein, die innerkoreanischen Beziehungen zu verbessern“, hieß es.

Humanitäre Zwecke

Eine Delegation des Kim-Dae-Jung-Friedenszentrums hatte zuvor mit dem nordkoreanischen Komitee für Frieden in Asien und im Pazifik die geplante Visite besprochen. Ob auch ein Treffen zwischen Lee und Diktator Kim Jong Un geplant ist, ist noch unklar.

Lees Besuch soll vor allem humanitären Zwecken dienen. Geplant sind Besuche in Krankenhäusern für Kinder und Frauen sowie Kindertagesstätten.

Kim Dae Jung gelang 2000 erstes Treffen mit Nordkorea

Kim Dae Jung, der für seine „Sonnenscheinpolitik“ mit dem nordkoreanischen Regime bekannt war, war im Juni 2000 zum ersten Gipfeltreffen der beiden koreanischen Staaten mit Kim Jong Il nach Pjöngjang gereist. Formal befinden sich Süd- und Nordkorea im Kriegszustand, weil nach dem Korea-Krieg 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde.

Inland

Österreich klagt gegen EU-Subventionen für AKW

Österreich hat heute beim Europäischen Gericht seine Klage gegen die Genehmigung staatlicher Beihilfen für den Bau des britischen Atomkraftwerks Hinkley Point C eingebracht.

Subventionen sollen moderne Technologien unterstützen, die im „allgemeinen Interesse aller EU-Staaten" liegen, so Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in einer Aussendung."Das trifft bei dem Atomkraft in keiner Weise zu.“

Kernkraft nicht förderungswürdig

Die EU-Kommission hatte im Oktober grünes Licht für Staatshilfen beim Bau von Hinkley Point C gegeben, was auf österreichische Kritik gestoßen war. Aus heimischer Sicht sind alternative Energieformen förderungswürdig, nicht aber die Kernkraft.

Außerdem wurde der Kritikpunkt der Wettbewerbsverzerrung geäußert. Auch andere Länder und Akteure, darunter Luxemburg, wollen gegen das grüne Licht der EU-Kommission für Subventionen vorgehen.

Zeltlager: Weitere Flüchtlinge im Burgenland erwartet

In Eisenstadt könnten die Zelte mit Platz für 160 Asylwerber noch heute voll belegt werden. Gestern bezogen die ersten 80 Flüchtlinge die Zelte auf dem Gelände der Landespolizeidirektion. Aufgrund der aktuellen Wetterlage ist es in den Zelten unglaublich heiß.

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Im Zeltlager in der Polizeikaserne Krumpendorf (Kärnten) trafen gestern die ersten 47 Flüchtlinge aus dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen ein. Wegen der Hitze sollen sie so rasch wie möglich umgesiedelt werden.

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Was Flüchtlinge tatsächlich kosten

Die gestiegenen Sozialhilfekosten lassen sich nur zu einem kleinen Teil auf anerkannte Flüchtlinge zurückführen, sagte Salzburgs Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne), nachdem zuvor Gemeinden Sorge über steigende Kosten geäußert hatten. Die Stadt Salzburg startet nun eine Petition für offene Kasernen.

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Sport

Golf: Wiesberger stößt in neue Dimensionen vor

Mit Platz 23 in der neuen Weltrangliste hat Bernd Wiesberger nach seinem Sieg beim Open de France eine neue Dimension für den österreichischen Golfsport erreicht. Im „Race to Dubai“, der Saisongeldrangliste, liegt der 29-jährige Burgenländer sogar auf Platz vier und damit in der Weltelite. Vom großen Coup am Ryder-Cup-Schauplatz 2018 in Paris - vor allem der Art, wie Wiesberger die Konkurrenz auf der Schlussrunde beherrschte - waren Fans wie Fachwelt beeindruckt.

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U19-EM: Harter Brocken für ÖFB-Elf zum Auftakt

Für Österreichs U19-Team beginnt heute (20.00 Uhr, live in ORF Sport +) das Abenteuer Europameisterschaft. Mit Auftaktgegner Frankreich trifft das Team von Hermann Stadler dabei gleich auf einen Titelfavoriten.

„Frankreich ist ein harter Brocken, die Mannschaft ist extrem kompakt“, sagte der 56-jährige Coach, der kaum Schwächen beim Gegner sieht, der überdies einen CL-Finalisten in seinen Reihen hat. Stadler fordert Mut und sieht durchaus das Potenzial für eine Überraschung, „wenn wir unser Spiel durchziehen“.

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Wimbledon wartet mit „Sister-Act“ auf

In Wimbledon stehen nach dem traditionell spielfreien Sonntag heute alle Achtelfinal-Spiele auf dem Programm. Unter anderem kommt es am „Manic Monday“ (verrückter Montag, Anm.) zum direkten Duell der Williams-Schwestern Serena und Venus.

Auch die Top Vier der Herren sind im Einsatz. Der Weltranglistenerste und Titelverteidiger Novak Djokovic aus Serbien trifft auf den Südafrikaner Kevin Anderson, der als Nummer zwei gesetzte Roger Federer auf den Spanier Roberto Bautista-Agut.

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Wirtschaft

Niki-Mutter Air Berlin verschärft Schrumpfkurs

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin verschärft bei ihrer Sanierung den Schrumpfkurs. Es gehe nicht um Größe, sondern um Gewinn, sagte Air-Berlin-Chef Stefan Pichler beim Luftfahrtkongress Aviation-Event heute im deutschen Frankfurt.

Die rund 140 Maschinen starke Flotte werde nach dem Abgang von sieben Jets im vergangenen Jahr voraussichtlich auch 2015 weiter verkleinert. Da gleichzeitig der laufende Flugbetrieb weitergeführt werde, sei der Umbau sehr anspruchsvoll. „Die Sanierung ist eine Operation am offenen Herzen“, sagte Pichler.

Auf der Kippe sieht Pichler zudem die eigene Flugzeugwartung und flugfremde Abteilungen wie die Personalverwaltung. Die Lufthansa-Konkurrenz hält sich seit Jahren nur noch dank Finanzspritzen ihrer Großaktionärin Etihad Airways in der Luft. Erst für das kommende Jahr rechnet Pichler wieder mit einem operativen Gewinn.

Chronik

D: Massenschlägerei in Bad - 6.000 Gäste heimgeschickt

Nach einer Massenschlägerei von bis zu 60 Jugendlichen und jungen Männern ist ein Freibad in der deutschen Hauptstadt Berlin gestern Nachmittag von der Polizei geräumt worden.

Etwa 6.000 Badegäste mussten das Freibad bei brütender Hitze verlassen. Die Täter konnten aber nicht ausgeforscht werden, wie die Polizei heute mitteilte. Sie ermittelt wegen Landfriedensbruchs.

Gegen 17.15 Uhr hatte die Schwimmbadleitung die Polizei alarmiert, weil sich junge Leute schlugen. Anfangs stritten sich nur zwei Jugendliche, dann griffen immer mehr Zuschauer ein, bis schließlich einige Dutzend Menschen stritten und aufeinander einschlugen. Als die Polizei eintraf, hatten sich alle Beteiligten wieder im Schwimmbad verteilt und ließen sich nicht mehr identifizieren. Die Schwimmbadleitung entschied, das Bad zu räumen, und wurde dabei von der Polizei unterstützt.

Frankreich: 14-Jähriger erschießt Zwillingsbruder

In Ostfrankreich hat ein 14-Jähriger bei einem Abendessen versehentlich seinen Zwillingsbruder erschossen. Ein Familienmitglied habe bei dem Essen gestern Abend mehrere Waffen hervorgeholt, ohne zu sagen, dass einige von ihnen geladen waren, sagte ein Polizeivertreter heute.

Versehentlich Schuss ausgelöst

Der Jugendliche hantierte mit einer Automatikpistole und löste dabei versehentlich einen Schuss aus. Die Kugel traf seinen Bruder in der Brust. Alarmierte Rettungskräfte versuchten vergeblich, den schwer verletzten Jugendlichen zu retten. Die Polizei durchsuchte heute das Haus der Familie, Festnahmen gab es zunächst keine.

Gesundheit

Erneut Saudi-Arabien-Reisende mit MERS infiziert

Auf den Philippinen ist bei einem Mann die schwere Atemwegserkrankung MERS nachgewiesen worden. Der 36-Jährige sei nach seiner Rückkehr aus Dubai und Saudi-Arabien mit Symptomen in ein Krankenhaus gekommen, berichtete das Gesundheitsministerium heute in Manila.

Ein zweiter Patient mit Grippeanzeichen, der mit dem 36-Jährigen Kontakt hatte, stehe unter Beobachtung. Typische Symptome des Middle East Respiratory Syndrome (MERS) sind unter anderem Fieber, Atemprobleme und Lungenentzündung.

Weitere Erkrankte inzwischen vollkommen erholt

Es war nach Angaben von Gesundheitsministerin Janette Garin bereits der zweite MERS-Fall in dem asiatischen Land. Im Februar war eine schwangere Krankenschwester infiziert aus Saudi-Arabien zurückgekehrt. Sie habe sich völlig erholt, sagte die Ministerin.

33 Tote in Südkorea

Der Erreger MERS-CoV wurde 2012 erstmals nachgewiesen. Er kursiert wahrscheinlich schon seit vielen Jahren auf der Arabischen Halbinsel und hat sich von dort verbreitet. Zuletzt tauchte das Virus verstärkt in Südkorea auf - dort starben seit Mai mindestens 33 Menschen.

Science

Säugetiere geben bei Hitze weniger Milch

Kühe geben bei extremer Hitze weniger Milch: Was Bauern lange wissen, haben Wiener Forscherinnen experimentell bei Hamstern überprüft. Ist es heiß, produzieren auch sie weniger Milch, zugleich wachsen ihre Jungen aber schneller. Bei Kälte ist es genau umgekehrt. Der Klimawandel könnte es für stillende Weibchen daher schwerer machen, überlebensfähige Jungtiere großzuziehen.

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China setzt Tiere zur Vorhersage von Erdbeben ein

Frösche, Fische und Hendln sollen in China künftig vor Erdbeben warnen. Die Behörden würden die Tiere zur Vorhersage von Erdstößen einsetzen, berichtete die Zeitung „China Daily“.

Die Erdbebenwarte der östlichen Metropole Nanjing habe sieben Bauernhöfe in seismografische Stationen umgewandelt und die Betreiber angewiesen, die Erdbebenwarte zweimal pro Tag über das Verhalten der Tiere zu informieren.

Hendln auf Bäumen, Froschversammlungen, fliegende Fische

Im Fall eines drohenden Erdbebens würden Hühner etwa auf Bäume fliegen, Fische aus dem Wasser springen und sich Frösche zu Gruppen versammeln.

Staatliche Medien hatten bereits vergangenes Jahr berichtet, dass in der zentralen Stadt Nanchang Hunde zur Vorhersage von Erdbeben eingesetzt würden. In China gibt es regelmäßig schwere Erdstöße. In der Vergangenheit kamen Hunderttausende Menschen bei den Naturkatastrophen ums Leben.

IT

Kundenliste nach Hack von Spionagefirma im Netz

Die italienische Überwachungsfirma Hacking Team wurde selbst Opfer eines großen Onlinenangriffs. Unbekannte erbeuteten rund 400 Gigabyte an Daten, die sie im Internet veröffentlichten. Auch der Twitter-Account des Unternehmens wurde übernommen und in „Hacked Team“ unbenannt.

Hacking Team ist vor allem für das Überwachungsprogramm Da Vinci bekannt, das auch bei Regierungen im Einsatz sein soll. Gemeinsam mit dem britisch-deutschen Unternehmen Gamma International (Software FinFischer) ist Hacking Team europäischer Marktführer im Bereich der kommerziellen Spionage.

„Feinde des Internets“ selbst gehackt

Die Organisation Reporter ohne Grenzen zählte das Unternehmen zuletzt zu den „Feinden des Internets“ und warf Hacking Team vor, seine Spionagetools auch an repressive Regime zu verkaufen.

Das zeigen auch die nun veröffentlichten Daten. 2012 soll etwa Überwachungssoftware an die damalige ägyptische Regierung verkauft worden sein. Auch an Saudi-Arabien, Kasachstan, den Libanon, Deutschland, den Sudan, Russland, die USA, Kolumbien, Aserbaidschan und Südkorea wurden laut den gestohlenen Unterlagen Spionagetools verkauft.

Kultur

UNESCO nahm Ephesos in Weltkulturerbe auf

Die UNO-Kulturorganisation UNESCO hat die Ausgrabungsstätte Ephesos (Türkei) in die Welterbeliste aufgenommen. Die antike Stadt, die seit 120 Jahren unter österreichischer Leitung ausgegraben wird, schaut auf eine 9.000-jährige Geschichte zurück.

Archäologin Sabine Ladstätter, die Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAI) ist und die Grabung in Ephesos leitet, bezeichnete die Aufnahme als den „wohl wichtigsten Tag der Grabung Ephesos“.

Neben der antiken Ruinenstadt selbst umfasst das Welterbe auch in der Umgebung liegende Stätten wie den Siedlungshügel Cukurici Höyük mit seinen prähistorischen Funden, den Ayasuluk-Hügel mit der Johannesbasilika und türkischen Monumenten sowie das als Sterbehaus Mariens geltende Gebäude als neuzeitlicher Pilgerort für Christen und Muslime.

Auch Hamburgs Speicherstadt wird Weltkulturerbe

Die UNESCO ernannte gestern unter anderem auch die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhausviertel - ein Must für jeden Hamburg-Besucher - zum Weltkulturerbe. Es ist die 40. UNESCO-Stätte in Deutschland. Die Speicherstadt gilt als das größte zusammenhängende und einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt.

Gleichzeitig mit Hamburg wurden elf weitere Stätten weltweit zum Welterbe ernannt, von Weinbergen über mittelalterliche Stadtensembles bis zu „Hotspots der Biodiversität“ reicht die Liste der neuen Welterbestätten.

Mehr dazu in Zweite Chance für Naumburg

Religion

80. Geburtstag in USA: Riesentorte für Dalai Lama

Heute wird Tendzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, 80 Jahre alt. Seinen Geburtstag verbringt das geistliche Oberhaupt der Tibeter in den USA, wo über drei Tage hinweg gefeiert wird. Hunderte von Gratulanten nahmen am Auftakt einer dreitägigen Zusammenkunft von Freunden, Sympathisanten und Buddhisten teil, um den Ehrentag des im Exil lebenden Dalai Lama zu begehen. Ein erster Höhepunkt war die Überreichung einer 2,4 Meter hohen Torte an den Gefeierten.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Lifestyle

„Colt Express“ ist Spiel des Jahres 2015

Die Westernparodie „Colt Express“ ist das Spiel des Jahres 2015. „Diese Mischung aus Planung und Chaos hat Charme und Witz“, urteilte die Jury heute.

Bei dem Brett- und Würfelspiel (ab zehn Jahren) schlüpfen die Spieler in die Rollen von Banditen, die in einem Zug Reisende ausrauben und ihre Konkurrenten außer Gefecht zu setzen versuchen. Das Spielbrett ist ein dreidimensionaler Zug mit Waggons.

Zaubertränke herstellen für Kenner

Bereits zum fünften Mal kürte die deutsche Jury zudem aus Hunderten von Spielideen das Kennerspiel des Jahres für anspruchsvollere Spieler. Ausgezeichnet wurde „Broom Service“ (ab zehn Jahren). Die Spieler wetteifern darum, wer frisch gebraute Zaubertränke am schnellsten und effektivsten ausliefert.

Dabei müssen sie ständig entscheiden, ob sie mutig und damit lukrativer oder feiger und damit weniger gewinnträchtig handeln. Dieser Entscheidungszwang „sorgt für Spannung am Fließband“, meint die Jury. Die Preise sollen das Spiel als Kulturgut fördern.

Umfrage: Junge kochen regelmäßig selbst

94 Prozent der Österreicher im Alter von 18 und 20 Jahren stehen regelmäßig selbst am Herd, so eine aktuellen marketmind-Umfrage im Auftrag von Merkur.

Zwei Drittel schätzten sich selbst als sehr gute bis gute Köche ein. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) assoziieren Kochen vernehmlich mit Genuss, 38 Prozent mit Gesundheit, hieß es heute bei einer Pressekonferenz in Wien.

Für 32 Prozent der 1.000 online Befragten steht der Geschmack der Speisen an erster Stelle, Kalorien und Fettgehalt spielen eine untergeordnete Rolle. Vor allem am Wochenende wird gerne Neues ausprobiert. Gegessen wird in der Regel mit der Familie oder dem Partner bei Tisch (72 Prozent). 39 Prozent gaben an, (auch) vor dem Fernseher, PC oder Laptop zu speisen.

Drittel isst viel Fleisch, Drittel vegetarisch

Die Hälfte der Befragten bevorzugen beim Kochen die heimische Küche, gefolgt von der mediterranen (18 Prozent) und italienischen (13 Prozent) Kost. Bei rund einem Drittel kommt an mindestens fünf Tagen in der Woche Fleisch auf den Tisch. Ein Drittel kocht vegetarisch. Sieben von zehn Befragten kochen gerne Süßes als Hauptspeise.

Grund, selbst den Kochlöffel zu schwingen, ist übrigens für 80 Prozent die Transparenz. Sie möchten wissen, welche Zutaten in der Speise enthalten sind und woher sie stammen. Bei 64 Prozent kommen Kräuter aus dem eigenen Anbau. 49 Prozent gaben an, Gemüse selbst zu ziehen.

Hälfte kocht nach Rezept

Gelernt wird die Nahrungsmittelzubereitung von den Eltern (59 Prozent) oder Großeltern. 36 Prozent eigneten sich ihre Fertigkeiten in der Küche über Kochbücher oder -shows an. Mehr als die Hälfte der Befragten geht nach einem Rezept vor.