Ausland

Anschlag in Bangkok: Polizei fahndet nach 26-Jähriger

Nach der Festnahme eines ersten Verdächtigen hat die Polizei in Bangkok gestern in einer zweiten Wohnung Material zum Bau von Bomben sichergestellt und eine Fahndung nach den zwei Bewohnern gestartet. Gefahndet werde nun nach einer 26-jährigen Thailänderin und ihrem Mitbewohner, einem Mann unbekannter Herkunft.

Polizeisprecher Prawut Thavornsiri nannte im Fernsehen den Namen der Verdächtigen - Wanna Suansan - und veröffentlichte ein Foto von ihr, das sie mit einem Kopftuch zeigt. „Wir haben Düngerbeutel, Uhren und Wecker gefunden; Dinge, um Bomben und elektrische Ladungen zu erzeugen“, sagte er.

Ermittler vermuten Racheakt von Menschenschmugglern

Die zwei Bewohner des Appartments werden wegen des Anschlags auf den Erawan-Schrein vor zwei Wochen gesucht, bei dem 20 Menschen getötet worden waren.

Vorgestern hatten die thailändischen Behörden bei einer Großrazzia einen ersten Verdächtigen festgenommen, in dessen Wohnung Material zum Bombenbau sowie zahlreiche offenbar gefälschte Pässe sichergestellt worden waren.

Die Ermittler vermuten, dass der Ausländer mit gefälschtem türkischen Pass zu einer Bande von Menschenschmugglern gehört, die sich mit dem Anschlag womöglich für die Festnahme von Einwanderern rächen wollten, die illegal über die Grenze gelangt waren.

Fähre brachte 2.500 Flüchtlinge nach Piräus

An Bord der griechischen Fähre „Eleftherios Venizelos“ sind heute 2.500 Migranten in Piräus angekommen. Das Schiff hatte am Vorabend 988 Flüchtlinge aus der Insel Samos und 1512 aus der Insel Lesbos abgeholt.

Bereits am Abend des Vortags hatte eine andere Fähre weitere 1.745 Migranten aus Lesbos nach Piräus gebracht. In ihrer Mehrheit stammen die Flüchtlinge aus Syrien.

Die Flüchtlinge ziehen von Piräus ins nahe Athen und von dort weiter zur griechisch-mazedonischen Grenze, um in Mazedonien in einen der Züge zu kommen, die nach Serbien fahren.

Auf den Inseln der Ostägäis herrschen chaotische Zustände. Hunderte Migranten schlafen im Freien und werden nicht richtig versorgt, weil die Behörden kein Geld haben. Betroffen sind vor allem die Inseln Leros, Kos, Lesbos, Kalymnos, Samos und Agathonisi.

37 tote Flüchtlinge vor Küste Libyens

Beim Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der libyschen Küste sind mindestens 37 Menschen gestorben. Fischer hätten in der Nähe der Stadt Choms östlich von Tripolis mehr als 30 Leichen entdeckt, erklärte ein Sprecher des Roten Halbmondes am gestern Abend.

Die Mitarbeiter der Hilfsorganisation versuchten, die Toten zu bergen. Ihnen fehlten aber Boote. Zunächst war von sieben Toten die Rede gewesen.

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi herrschen in Libyen chaotische Zustände. Das nordafrikanische Land ist deswegen zu einer wichtigen Durchgangsstation für Menschen geworden, die Europa erreichen wollen. Nach Angaben der Flüchtlingsorganisation UNHCR sind in diesem Jahr bisher mehr als 300.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer auf den Kontinent gekommen. Im gesamten Jahr 2014 waren es 219.000.

US-Republikaner: Illegale verfolgen wie Paket

Die Route von Einwanderern elektronisch nachverfolgen wie bei Paketen - mit diesem Vorschlag hat der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Chris Christie von sich reden gemacht. Der Gouverneur von New Jersey verwahrte sich gestern im US-Fernsehsender Fox News gegen den Vorwurf, er lege nahe, „Menschen sind Pakete. Seien Sie nicht albern.“

Vorstoß bei Wahlveranstaltung

Er wolle lediglich die selbe Technologie wie bei Paketen verwenden, um zumindest 40 Prozent der elf Millionen illegal in die USA eingewanderten Menschen aufzuspüren, so Christie. 40 Prozent der illegalen Einwanderer in den USA seien mit einem gültigen Visum eingereist, aber nach dessen Ablauf untergetaucht.

Diese Einwanderer sollten mithilfe der im Paketversand üblichen Technologie aufgespürt werden. Christie hatte den Vorschlag laut einem Bericht der „New York Times“ am Samstagabend (Ortszeit) bei einer Wahlveranstaltung im Bundesstaat New Hampshire unterbreitet.

Bisher Rang elf

Christie hat Mühe, sich unter den insgesamt 17 Präsidentschaftsbewerbern der Republikaner hervorzutun. Laut einer neuen Umfrage kann er bei der Vorwahl in Iowa mit zwei Prozent der Stimmen rechnen und käme damit auf Rang elf der Bewerber.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Scott Walker bezeichnete unterdessen Überlegungen, auch an der US-Grenze zu Kanada eine Sperranlage zu bauen, als „legitim“. Dieser Vorschlag müsse geprüft werden, sagte der Gouverneur von Wisconsin dem Fernsehsender NBC. An der US-Grenze zu Mexiko gibt es bereits Sperranlagen.

Zentrales Thema in US-Vorwahlkampf

Illegale Einwanderung ist nicht zuletzt wegen der Präsidentschaftsbewerbung des Milliardärs Donald Trump ein zentrales Thema im US-Vorwahlkampf. Dieser hatte bei der Bekanntgabe seiner Präsidentschaftsbewerbung im Juni Einwanderer aus Mexiko pauschal als „Vergewaltiger“ gebrandmarkt. Auch in den folgenden Wochen brachte er die hispanischstämmigen Einwanderer immer wieder gegen sich auf. In den Umfragen liegt Trump an der Spitze der republikanischen Präsidentschaftsbewerber.

Assange: Snowden plante 2013 Flucht aus Moskau

WikiLeaks hat zusammen mit Venezuela im Jahr 2013 eine geheime Ausreise des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden aus Moskau nach Lateinamerika geplant - und zwar im Flugzeug des bolivianischen Staatschefs Evo Morales. Dies gab WikiLeaks-Gründer Julian Assange in einem Gespräch mit der bolivianischen Zeitung „El Deber“ bekannt.

„Wir erörterten zunächst die Möglichkeit, Snowden im Flugzeug des venezolanischen Staatschefs Nicolas Maduro auszufliegen“, sagte Assange der Zeitung in der ecuadorianischen Botschaft in London. Da die Maschine Maduros vom US-Geheimdienst beobachtet worden sei, sei in Betracht gezogen worden, Snowden im Flugzeug von Morales nach Lateinamerika zu fliegen. Beide Präsidenten befanden sich zu einer Konferenz in der russischen Hauptstadt.

Flugzeug wurde in Wien durchsucht

Der Plan sei aufgegeben worden, als klar wurde, dass europäische Regierungen den Überflug der Maschine von Morales sperren wollten. Das bolivianische Präsidenten-Flugzeug wurde damals in Wien zu einer Zwischenlandung gezwungen. Erst nachdem klar war, dass Snowden sich nicht an Bord befand, wurde der Weiterflug genehmigt. Bolivien machte damals die USA für den Vorfall verantwortlich. Morales hatte öffentlich erklärt, er sei bereit, Snowden Asyl zu gewähren.

Die Hürden für Asylzentren in Afrika

Die EU plant noch dieses Jahr ein Asylzentrum in der afrikanischen Republik Niger zu errichten. So sollen Flüchtlinge bereits an Ort und Stelle Schutz finden und über ihre Chancen auf Asyl in der EU informiert werden, noch bevor sie sich auf eine lebensgefährliche Reise begeben – so lautet das erklärte Ziel der EU. Menschenrechtsschützer halten das Projekt für „weltfremd“, Verfassungsrechtler sehen Schwierigkeiten in der Durchsetzung.

Mehr dazu in EU: Aufklärung und Schutz

Inland

Bundestheater bekommen neuen Aufsichtsrat

Mit dem morgen in Kraft tretenden neuen Bundestheaterorganisationsgesetz ist auch die Besetzung der neuen, schlankeren Aufsichtsräte des Theaterkonzerns erfolgt. Künftig werden 30 statt 40 Eigentümervertreter das Gebaren kontrollieren. Die neuen Aufsichtsräte kommen in der zweiten Septemberwoche erstmals zusammen, der Posten des Holding-Chefs wird in der zweiten Monatshälfte ausgeschrieben.

Manfred Matzka neuer Vorsitzender

Aus dem Aufsichtsrat der Bundestheater-Holding scheiden Max Kothbauer (den Vorsitz soll Manfred Matzka übernehmen), Hilde Hawlicek und Manfred Lödl aus. Susanne Moser, aus Österreich stammende kaufmännische Direktorin der Komischen Oper Berlin, gibt ihre Sitze in den Aufsichtsräten der Bühnengesellschaften ab und wechselt in den Holding-Aufsichtsrat.

Auch Monika Hutter vom Finanzministerium kontrolliert künftig die Holding und gibt im Gegenzug ihre Sitze in den Aufsichtsräten von Burgtheater und „ART for ART“ ab.

Statt Viktoria Kickinger soll laut Kulturministerium künftig BFI-Wien-Geschäftsführerin Valerie Höllinger in allen Aufsichtsräten der Tochtergesellschaften vertreten sein. Dort ist neben dem interimistischen Holding-Geschäftsführer Günter Rhomberg künftig auch Holding-Prokurist Othmar Stoss zu finden.

Bekannte Namen aus Gremien ausgeschieden

Prominente Abgänge: Heide Schmidt (Burgtheater), Clemens Jabloner (Staatsoper) und Christian Strasser (Volksoper und ART for ART, bleibt aber in den Aufsichtsräten von Burgtheater und Staatsoper). Die kaufmännischen Geschäftsführer der Bühnengesellschaften sollen künftig alternierend im Aufsichtsrat der Theaterservicegesellschaft ART for ART vertreten sein.

Wien: Ukraine will Vermögen von flüchtigem Politiker

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft verschärft die Gangart gegen den seit Anfang Juni flüchtigen Abgeordneten Serhij Kljujew und strebt nunmehr auch die Beschlagnahmung von Kljujews Bankkonto und Wertpapierdepot in Österreich an. Ein diesbezügliches ukrainisches Rechtshilfeansuchen vom 14. Juli, so bestätigt die Staatsanwaltschaft Wien auf APA-Nachfrage, ist kürzlich in Wien eingelangt.

Aufenthalt in Russland?

Kljujew, der im Oktober 2014 als unabhängiger Kandidat erneut in die Werchowna Rada in Kiew gewählt worden war, hatte am 3. Juni 2015 seine parlamentarische Immunität verloren und sich einer wahrscheinlichen Festnahme durch Flucht entzogen. Unbestätigten Medienberichten zufolge soll er sich in Russland aufhalten.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew wirft dem ehemaligen Spitzenvertreter von Wiktor Janukowitschs „Partei der Regionen“ Wirtschaftsverbrechen und Amtsvergehen in den Jahren von 2007 und 2010 vor - für Kljujew gilt die Unschuldsvermutung.

Firmenimperium in Österreich

Eine zentrale Rolle bei den Vorwürfen spielen Vermögenstransfers zum österreichische Firmenimperium von Serhij und Andrij Kljuew: Den aus Donezk stammenden Brüdern gehören je 50 Prozent der SLAV Handel, Vertretung und Beteiligung AG (SLAV Handel AG) in Wien, die ihrerseits Firmenbeteiligungen, insbesondere in der Ukraine, besitzt.

Im Zusammenhang mit dem ukrainischen Strafverfahren gegen Serhij Kljujew richtete die Generalsstaatsanwaltschaft in Kiew am 14. Juli 2015 ein Rechtshilfeansuchen an die „kompetenten Organe der Republik Österreich“: Die Anklagebehörde ersucht um die Beschlagnahmung eines Bankkontos von Serhij Kljujew bei der UniCredit Bank Austria AG in Wien sowie von Kljujews Aktien der SLAV Handel AG, die sich in einem Wertpapierdepot in der selben Bank befinden. Grundlage für das Rechtshilfeansuchen ist die Entscheidung eines Kiewer Untersuchungsrichters vom 6. Juli 2015, der die Beschlagnahmungen befürwortet hatte.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien bestätigt gegenüber der APA den Eingang des ukrainischen Schreibens und erklärt, dass ihre Behörde das Ansuchen aus Kiew prüfen werde.

Vermögen in EU eingefroren

Derzeit ist das Vermögen von Serhij Kljujew in der Europäischen Union noch durch jene EU-Sanktionen eingefroren, die im März 2014 gegen Spitzenvertreter des Janukowitsch-Regimes erlassen wurden und seitdem mehrmals verlängert worden sind. Sowohl Serhij, als auch sein Bruder Andrij sind weiterhin von diesen Maßnahmen des EU-Rates betroffen. Andrij Kljujew hatte im Februar 2014 als letzter Chef der Präsidentschaftskanzlei von Viktor Janukowitsch amtiert und die Ukraine bereits unmittelbar nach dem Machtwechsel in Kiew verlassen.

Serhij Kljujews Anwalt in Österreich, Richard Soyer, konnte gegenüber der APA das Einlangen des ukrainischen Rechtshilfeansuchen nicht bestätigen und beklagt, dass Akteneinsicht verwehrt werde.

Alpbach im Zeichen der Flüchtlingsfrage

Die Eröffnung der Politischen Gespräche beim Europäischen Forum Alpbach ist gestern im Zeichen des Umgangs mit der Flüchtlingsfrage gestanden. „Das ist keine Flüchtlingskrise, sondern eine Krise der Solidarität“, hob Forumspräsident Franz Fischler in seinen Eröffnungsworten hervor.

Fischer: „Moralische Verpflichtung“

Eine „Solidaritätskluft“ konstatierte später Bundespräsident Heinz Fischer. Es handle sich nicht „um das Leid von jemand anderem, das uns nichts angeht“.

Gerade die Europäer hätten jeden Grund, jenen zu helfen, die ihr Land infolge von Krieg unter den gefährlichsten Umständen verlassen hätten müssen. Es sei eine „moralische Verpflichtung“, Flüchtlinge mit Würde zu behandeln, unterstrich Fischer.

Sloweniens Präsident ortet „Bewährungsprobe“

Fischers slowenischer Amtskollege Borut Pahor sagte, die derzeitige Flüchtlingskrise sei auch eine Bewährungsprobe für Europas Identität. Die Lösung solle eine gemeinsame Politik sein anstatt einer Summe von 28 Einzellösungen.

Die kroatische Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic warnte davor, angesichts einer Konzentration auf Zahlen und Quoten tiefergehende Probleme aus den Augen zu verlieren. Sie fürchte, „die Zehntausenden Flüchtlinge derzeit sind nur der Anfang“.

Kurz sieht Scheitern des Dublin-Systems

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) betonte die Notwendigkeit einer „klaren europäischen Antwort“. Die Wahrheit sei, dass das Dublin-System nicht mehr funktioniere. „Kein Land kann diese schwierige Situation allein lösen.“ Eine faire Teilung der Lasten innerhalb der EU müsse sichergestellt werden. Ansonsten würden mehr und mehr Länder versuchen, ihre eigenen Lösungen zu finden.

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) plädierte in seiner Rede für eine verbesserte Abstimmung zwischen Sicherheitspolitik und Entwicklungszusammenarbeit. Kurzfristiges militärisches Krisenmanagement, mittelfristiger Wiederaufbau und langfristige Entwicklung müssten ineinandergreifen. Konkret ging Klug auf das Engagement des österreichischen Bundesheeres in Afrika ein, das auszuweiten dieses bereit sei.

Sport

Fußball: Bremen verschärft Gladbachs Krise

ÖFB-Teamspieler Zlatko Junuzovic hat gestern in der deutschen Bundesliga mit Werder Bremen gegen Mönchengladbach den ersten Meisterschaftssieg gefeiert und damit die Gladbacher Krise prolongiert. Denn der Champions-League-Starter hat nach drei Runden drei Niederlagen auf dem Konto und findet sich am Tabellenende wieder, Bremen gelang eine Verbesserung auf Platz elf. Tabellenführer Dortmund kam gegen Hertha BSC zum dritten Sieg.

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Fußball: Nach Chelsea patzt auch ManUnited

Nach Meister Chelsea, das bereits am Samstag daheim gegen Crystal Palace die erste Saisonniederlage kassierte, erwischte es gestern mit Manchester United auch den nächsten Titelanwärter. Die „Red Devils“ mussten sich bei Swansea City trotz Führung mit 1:2 geschlagen geben.

Während United schon fünf Punkte auf Spitzenreiter Manchester City fehlen, liegen vor allem bei Chelsea-Coach Jose Mourinho bei acht Zählern Rückstand auf den Leader bereits die Nerven blank.

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Wirtschaft

STRABAG baut Verluste ab

Österreichs größter Baukonzern Strabag hat seine Verluste heuer im ersten Halbjahr massiv verringert. Der Konzernverlust sank gegenüber der Vorjahresperiode um 40 Prozent von 93,1 auf 55,5 Mio. Euro. Vor Zinsen und Steuern verringerte sich der Fehlbetrag (EBIT) um 37 Prozent auf 68,4 Mio. Euro, wie aus der Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens von heute hervorgeht.

Die Bauleistung erhöhte sich im Berichtszeitraum um sieben Prozent auf 6,20 Mrd. Euro, der Umsatz stieg um ebenfalls sieben Prozent auf 5,75 Mrd. Euro. Die EBIT-Marge verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr von 0,4 Prozent auf minus 1,2 Prozent, die Nettomarge nach Minderheiten verbesserte sich von minus 1,7 auf minus 1,0 Prozent.

Auftragsstand „weiterhin auf hohem Niveau“

Der Auftragsbestand ging zwar um vier Prozent auf 14,84 Mrd. Euro zurück, befinde sich „weiterhin auf hohem Niveau“, betonte die Strabag in ihrer Aussendung.

Der Ausblick für das Gesamtjahr 2015 wurde bekräftigt: Das Management rechnet mit einer Bauleistung im Volumen von 14 Mrd. Euro und einem EBIT „bei mindestens 300 Mio. Euro“. 2014 betrug der operative Gewinn 282 Mio. Euro, die Bauleistung lag bei 13,6 Mrd. Euro.

Der Bauriese beschäftigte heuer zwischen Jänner und Juni 72.837 Mitarbeiter - das waren um zwei Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2014.

Ölpreise erneut gesunken

Die Ölpreise sind heute wieder gesunken. In der Früh kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 49,33 US-Dollar. Das waren 72 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 58 Cent auf 44,64 Dollar.

In den vergangenen Tagen hatten sich die Ölpreise deutlich von ihrer vorhergehenden Talfahrt erholt. Experten erklärten dies mit der besseren Börsenstimmung und robusten Konjunkturdaten aus den USA. Die jüngsten Verluste wurden zum einen mit Gewinnmitnahmen erklärt. Zudem zeigen Zahlen des Dienstleisters Baker Hughes, dass die US-Ölförderer trotz des scharfen Preisrückgangs zusätzliche Bohrlöcher geöffnet haben.

USA erwägen Sanktionen gegen chinesische Firmen

Wegen mutmaßlich chinesischer Hackerangriffe erwägt die US-Regierung einem Bericht zufolge Sanktionen gegen Firmen und Personen aus der Volksrepublik. Eine endgültige Entscheidung werde möglicherweise in den kommenden zwei Wochen fallen, berichtete die „Washington Post“ gestern unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sind etwa Unternehmen im Visier, die von der Erbeutung von amerikanischen Geschäftsgeheimnissen profitiert haben könnten.

Kurz vor dem ersten US-Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping im September belasten die Hackerangriffe die Beziehungen zwischen beiden Ländern. So verdächtigt die Regierung in Washington China für eine Aktion, bei der die persönlichen Daten von Millionen Regierungsmitarbeitern erbeutet wurden. Die Führung in Peking hat jede Beteiligung zurückgewiesen.

Der „Washington Post“ zufolge würden die Sanktionen aber nicht als Vergeltung für diese Attacke verhängt. Sie werde nicht als Wirtschaftsspionage eingestuft.

EU-Normierungsinstitute warnen vor TTIP

Die EU-Normierungsinstitute CEN und CENELEC warnen vor einer Destabilisierung des europäischen Standardisierungssystems durch das Freihandelsabkommen TTIP. Die vorgesehene Anerkennung von US-Normen als gleichwertig mit jenen der EU bedeute den Bruch des fundamentalen Prinzips „ein EU-Standard für alle Mitgliedsstaaten“. Dadurch würden nicht nur 30 Jahre erfolgreicher Entwicklung von europäischen Industriestandards aufs Spiel gesetzt, sondern auch US-Firmen gegenüber ihren europäischen Konkurrenten begünstigt, heißt es in einem Positionspapier.

Während europäische Firmen an die EU-Vorgaben gebunden seien, könnten sich Unternehmen aus den USA beim Export nach Europa alleine auf die US-Normen berufen. Den Marktzugang europäischer Firmen in den USA erleichtere diese wechselweise Anerkennung umgekehrt überhaupt nicht, konstatieren die beiden EU-Standardgremien.

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Europa scheitert bei Recycling von Elektroschrott

In Europa türmen sich Berge von alten Computern, Handys und Laptops - und stellen die 28 Mitgliedsländer einer neuen Studie zufolge vor ein immer größeres Problem. Nur etwa ein Drittel des anfallenden Elektroschrotts wird ordnungsgemäß und gemäß der Elektro- und Elektronik-Altgeräte-Richtlinie der EU entsorgt. Der Rest - immerhin 6,2 Millionen Tonnen im Jahr 2012 - werde falsch recycelt, ins Ausland gebracht oder einfach weggeworfen. Mit weitreichenden Folgen - nicht nur für die Umwelt.

Mehr dazu in Wertstoffe gehen verloren

„Zohr“ größtes Erdgasfeld im Mittelmeer

Der italienische Energiekonzern Eni hat vor Ägypten das größte bisher bekannte Erdgasfeld im Mittelmeer entdeckt. Das „Zohr“ genannte Feld könnte sich sogar als eines der größten Vorkommen weltweit erweisen und dazu beitragen, den Energiebedarf des Landes auf Jahrzehnte hin zu decken, erklärte das italienische Unternehmen gestern.

Zusammen mit anderen Funden im Mittelmeer in den vergangenen Jahren entsteht damit für Europa ein potenzieller Weg, um unabhängiger von Importen aus Russland zu werden. In der Region sorgte die Entdeckung schon am Sonntag für Diskussionen: Der israelische Energieminister Juval Steinitz warnte, sein Land drohe beim Erdgas-Export ins Hintertreffen zu geraten.

„Die historische Entdeckung kann das Energie-Szenario in Ägypten verändern“, sagte Eni-Chef Claudio Descalzi. Eni zufolge dürfte „Zohr“ mit einer Ausdehnung von rund 100 Quadratkilometern nach ersten Erkenntnissen fast 850 Milliarden Kubikmeter Erdgas enthalten.

Chronik

Mordprozess um Bluttat von Saalfelden

Beim Landesgericht Salzburg beginnt heute der Prozess in einem aufsehenerregendem Fall. Im Herbst 2014 soll ein 21-jähriger Saalfeldener russischer Herkunft seine Ex-Freundin auf äußerst brutale Weise mit mindestens 50 Messerstichen getötet haben, so die Anklage.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Prozess wegen Mordversuchs in Wien

In Wien steht ein 27-Jähriger wegen Mordversuchs vor Gericht. Er soll in der Nacht auf den 28. Juli 2014 in Meidling seine Ex-Freundin mit einem Messer attackiert haben, was er beim Prozessauftakt entschieden in Abrede stellte.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Ex-Polizist wegen Journalistenmord in Mexiko verhaftet

Ein ehemaliger Polizist ist in Mexiko wegen mutmaßlicher Mittäterschaft an der Ermordung des regierungskritischen Pressefotografen Ruben Espinosa festgenommen worden. Der 24-Jährige sei gestern im Bezirk Iztapalapa der mexikanischen Hauptstadt gefasst worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Verdächtige sei wegen Folterungen vorbestraft.

Neben Espinosa wurden am 31. Juli in einer Wohnung in Mexiko-Stadt auch vier Frauen getötet. Ein mutmaßlicher Täter war bereits Anfang August verhaftet worden. Der 31-Jährige Journalist hatte vor allem über soziale Bewegungen und politischen Protest berichtet. Nachdem er im Bundesstaat Veracruz bedroht worden war, war er in der Hauptstadt untergetaucht. Mexiko ist weltweit eines der gefährlichsten Länder für Journalisten.

Tausende Fährpassagiere sitzen in Calais fest

Wegen einer Protestaktion von französischen Seeleuten sitzen in Calais tausende Fährreisende fest. Mitarbeiter des Fährunternehmens Scop Seafrance, das derzeit abgewickelt wird, blockierten gestern Abend den Hafen von Calais mit Booten, wie die Hafenpolizei mitteilte. Der Fährverkehr sei dadurch völlig lahmgelegt worden.

Fähren des britischen Konkurrenzunternehmens P&O konnten den Hafen der nordfranzösischen Stadt weder anfahren noch verlassen. Im Hafen von Calais liege eine Fähre mit 2.000 Passagieren, sagte eine P&O-Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP am Abend. Insgesamt 3.200 Menschen warteten am Hafen darauf, an Bord von zwei weiteren Fähren gehen zu können. Außerdem habe eigentlich eine Fähre mit 900 Passagieren aus Dover über den Ärmelkanal nach Calais fahren sollen.

Die Blockade traf das Fährunternehmen ausgerechnet an einem Wochenende, an dem viele Briten aus dem Urlaub heimkehren wollten.

Mount McKinley heißt nun Denali

Nordamerikas höchster Berg heißt künftig offiziell Denali. Kurz vor der Reise von US-Präsident Barack Obama nach Alaska verkündete das Weiße Haus gestern, dass der bisher als Mount McKinley bekannte Berg den alten Namen wiederbekomme. Denali bedeutet in der Sprache der Athabasken-Indianer „der Große“, in Alaska selbst benutzt praktisch jeder diesen Namen.

Seit Jahrzehnten kämpft der Staat dafür, dass „Denali“ auch wieder offiziell auf jeder Landkarte und jedem Wegweiser steht. Widerstand kam vor allem aus dem politisch einflussreichen Staat Ohio - der Heimat des 1901 erschossenen US-Präsidenten William McKinley. Mit 6.168 Metern ist der Denali der höchste Berg Nordamerikas. Er gilt als sehr schwierig zu besteigen.

Gesundheit

Kultur

Taylor Swift räumt bei MTV-Videopreisen ab

Taylor Swift ist die große Gewinnerin der MTV Video Awards 2015. Bei der Verleihung gestern Abend in Los Angeles gewann die 25-Jährige nicht nur die Preise als beste Künstlerin und für das beste Popvideo. Sie nahm auch den silbernen Mondmann in der Königskategorie „Bestes Video des Jahres“ nach Hause.

Einen Preis teilte sie sich zudem, denn Swift gewann mit Kendrick Lamar für das Video zu „Bad Blood“ auch den Preis für die beste Zusammenarbeit zweier Künstler.

Die beiden anderen Preise gewann die einstige Countrysängerin, die längst ein Popstar ist, für „Blank Space“. Swift war zehnmal nominiert, mehr als jeder andere. Es folgte Ed Sheeran mit sechs Nennungen - der sechsmal leer ausging.

Miley Cyrus mit viel Humor

Moderiert wurde der Abend von Miley Cyrus. Mit viel Humor und wenig Kostüm zog die 22-Jährige die Präsentation durch. Dabei nahm sie sich in Einspielfilmchen immer wieder selbst auf den Arm. Vor zwei Jahren hatten sie mit einem gewagten Auftritt an gleicher Stelle dem Wort „Twerking“ - das sexuell aufgeladene Präsentieren des Pos - zum Durchbruch verholfen.

Kayne West will US-Präsident werden

Kanye West bekam einen Preis außer Konkurrenz. Der „Michael Jackson Video Vanguard Award“ ist so etwas wie der Preis für das Lebenswerk. Der 38-Jährige hatte mit zwölf Minuten den mit Abstand längsten Auftritt von allen.

In seiner Dankesrede stammelte er vor sich hin und sprang von einem Thema zum anderen. Zuletzt sagte er: „Ihr ahnt es, ich habe mich entschieden: Ich werde im Jahr 2020 als Präsident der Vereinigten Staaten kandidieren.“ So ernst es klang, so unklar war auch, wie nachhaltig diese Ankündigung sein wird. Denn West hatte zuvor gesagt, dass er zur Entspannung „etwas geraucht“ habe.

Blues-Meister Van Morrison wird 70

Blues-Meister Van Morrison feiert heute seinen 70. Geburtstag. Der in Belfast (Nordirland) geborene Sänger ist seit fünf Jahrzehnten im Musikbusiness - und ausgerechnet von seinem größten Hit hält er wenig: „Für mich war das ein Wegwerfsong“, sagte der Nordire über „Brown Eyed Girl“, das 1967 am Beginn seiner Solokarriere stand. Die Plattenfirma habe dafür Werbung gemacht. „Ich habe etwa 300 andere Songs, die besser sind.“

Auf sein Debütalbum „Blowin’ Your Mind!“ folgte Platte auf Platte. Lang ist die Liste der Musikgrößen, mit denen er im Studio und auf der Bühne stand und steht - Ray Charles, Jim Morrison, Cliff Richard, John Lee Hooker und Tom Jones waren dabei, und bis heute immer wieder Georgie Fame.

Ein Meister des Duetts

Sein Talent, aus dem Zusammenspiel mit anderen etwas Einzigartiges zu schaffen, bewies Morrison auch auf seinem jüngsten Album „Duets“, das im Frühjahr erschien und auf dem er unter anderem mit Michael Buble, Mark Knopfler, Simply-Red-Frontmann Mick Hucknall und Joss Stone ältere Lieder aufarbeitet.

Berühmt-berüchtigt ist Morrison für seinen mürrischen Charakter. Wenn ihm die Stimmung nicht passt oder er sich anderweitig nicht gut fühlt, kürzt er Konzerte schon mal ab oder spielt mit dem Rücken zum Publikum. Interviews vermeidet er, wo es nur geht, und viele Journalisten haben richtiggehend Angst vor einem Gespräch mit ihm. Fragen zu seinem Privatleben (er ist in zweiter Ehe verheiratet) sind generell tabu.

Helge Schneider feierte 60. Geburtstag

Der Musiker und Komiker Helge Schneider hat gestern seinen 60. Geburtstag gefeiert. Als „singende Herrentorte“ gab Schneider im Jahr 1977 seinen ersten Soloshows, seine erste Gesangs-Platte erschien 1988. Zum Dauergeheimtipp wurde der Entertainer damals nach einem Auftritt bei „Wetten, dass..?“, wo er einem Millionenpublikum seinen Hit „Katzenklo“ präsentierte.

Schneider darf sich mittlerweile „Ex-Pensionist“ nennen. Erst vor etwa einem Jahr hatte er seinen Abschied von der Bühne angekündigt. Kürzlich erklärte er jedoch, wieder auf Tour gehen zu wollen. „Dann sieht man andere Leute, wie sie zur Arbeit gehen und dann sitzt man da zu Hause - das geht nicht“, sagte er kurz vor seinem Geburtstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

2016 wird er in Deutschland, der Schweiz und Österreich auf Tour gehen. Hierzulande stehen zwei Gastspiele in der Wiener Stadthalle (12. und 13. November) an. „Lass k(n)acken Oppa“ heißt das Programm.

Eine Regel für sein Privatleben hat er dennoch aufgestellt: Wer er jenseits von Bühne und Rampenlicht ist, geht niemanden etwas an. „In meinem Beruf schwingt der private Helge mit. Ich sag’ trotzdem nichts über meine Privatsphäre. Muss keiner wissen. Selbst ich weiß nicht, was morgen ist“, so Schneider gegenüber der dpa.

Science

Autor und Neurologe Oliver Sacks gestorben

Der britische Schriftsteller und Neurologe Oliver Sacks ist laut einem Bericht der „New York Times“ gestern im Alter von 82 Jahren in New York gestorben. Erst im Februar hatte der Autor in der „New York Times“ in einem Essay seine Krebserkrankung öffentlich gemacht. Sacks wurde mit seinen Erzählungen bekannt, in denen er neurologische Krankheitsbilder anschaulich und in teils humorvollem Stil darstellte. Bekannt waren Sacks’ Schaffen und seine unkonventionellen Methoden auch durch den Film „Awakenings“ („Zeit des Erwachens“), der auf Sacks’ gleichnamigem, teils autobiografischem Buch beruhte.

Mehr dazu in Humorvoller und einfühlsamer Betrachter

Lifestyle

Getarnter Journalist bei Cruise-Film ertappt

Ein kolumbianischer Journalist ist als Statist getarnt im Filmset von Tom Cruise in Medellin entdeckt worden. Der US-Star von „Mission Impossible“ dreht zur Zeit in Medellin Szenen des Films „Mena“, über einen US-Piloten, der in den 80er Jahren für den Drogen-Zar Pablo Escobar Kokain in die USA schmuggelte.

Dem Sicherheitspersonal fiel auf, dass einer der Komparsen eine leicht unterschiedliche Uniform trug. Der Mann, der eine Kamera versteckt hielt, wurde als Reporter des Fernsehsenders RCN enttarnt und der Polizei übergeben, berichtete die Zeitung „El Espectador“ gestern (Ortszeit).

Die Staatsanwaltschaft sah jedoch keinen Anlass für Ermittlungen. RCN hatte bereits Bilder der von der Presse abgeschotteten Dreharbeiten ausgestrahlt, die mutmaßlich von dem als Statist verkleideten Journalisten aufgenommen worden waren. Tom Cruise spielt in „Mena“ unter der Regie von Doug Liman („Fair Game“) den Piloten Barry Seal, der als CIA-Informant das Medellin-Kartell unterwanderte. Der Thriller soll Anfang 2017 in den USA in die Kinos kommen.

Leute

„Scream“-Regisseur Wes Craven gestorben

Wes Craven, Regisseur von Horrorklassikern wie „Screem“ und „Nightmare - Mörderische Träume“ (A Nightmare on Elm Street), ist tot. Craven starb gestern in seinem Haus in Los Angeles, wie sein Management bestätigte. Craven wurde im 76 Jahre alt. Er litt an Krebs.

Über Jahrzehnte hatte er Horrorfilme geschrieben und gedreht und dabei einige der bekanntesten Filme des Genres gemacht. Seine letzte Arbeit war die auf seinen Filmen basierende Fernsehserie „Scream“, bei der er allerdings nur noch Produzent war.