Inland

Pröll: Präsidentschaftskandidatur „absolut kein Thema“

Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll trat gestern in der ZIB2 erneut dem Gerücht entgegen, er sei schon fix Präsidentschaftskandidat der ÖVP für die Wahl in einem Jahr. Mit ihm habe noch niemand aus der ÖVP gesprochen, „daher ist das für mich absolut kein Thema“, sagte er - und wettete mit Moderator Armin Wolf um eine Flasche Wein.

Wolf zeigte sich überzeugt, dass Pröll Präsidentschaftskandidat wird - und bot eine Wette an. „Wenn Sie gerne verlieren, tun Sie’s“, sagte Pröll noch vor laufender Kamera, um nachher, wie der ORF-Moderator erzählte, eine „gute Flasche Wein“ dagegen zu setzen. In der Sendung hatte er noch unterstrichen, dass er bis 2018 als Landeshauptmann gewählt sei und sich seine Lebensplanung „überhaupt nicht verändert“ habe.

Pröll spricht über den Finanzausgleich und die Möglichkeit, dass die Bundesländer in Zukunft selbst Steuern einheben.

Warnung vor Konkurs Kärntens

Als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz - die gestern getagt hatte - warnte Pröll „sehr“ davor, Kärnten in den Konkurs gehen zu lassen. Das hätte Auswirkungen auf die gesamte Republik, meinte er - und wandte sich auch dagegen, dieses Bundesland jetzt „an den Pranger zu stellen“. Denn die Kärntner Finanzprobleme hätten „einen Namen und eine Adresse“, dafür könne nicht „ein ganzes Bundesland bluten“.

Steuerhoheit für die Bundesländer nach Schweizer Vorbild würde Pröll begrüßen - aber darüber werde jetzt einmal verhandelt. Nötig wäre dafür auch eine klarere Aufgabentrennung zwischen Bund und Ländern. Und es könnte sein, dass man das nicht alles im Rahmen des Finanzausgleich vereinbart, sondern „in mehreren Schritten zum Ziel findet“.

TS: Stronach „muss von Zeit zu Zeit das Haus reinigen“

Das Team Stronach sei eine neue Partei - und da „muss man von Zeit zu Zeit das Haus reinigen“, erklärte Frank Stronach gestern in der ZIB2 zu den jüngsten personellen Turbulenzen. Den nach nur drei Monaten abgesetzten Vizeparteichef Michael Auer nannte er „eine recht nette Person“, über die er „nichts Schlechtes sagen“ könne. Aber er habe kein Vertrauen mehr in ihn.

Über Auers Nachfolger als steirischer Spitzenkandidat, Josef Kaltenegger, wusste Stronach nicht viel zu sagen. „Das ging ziemlich schnell“, meinte er nur, „manchmal muss man Entscheidungen treffen.“ Die Parteiführung hatte Auer gestern Nachmittag offiziell abgewählt. Der Beschluss sei einstimmig gewesen, sagte Stronach nach der rund eineinhalbstündigen Mitgliederversammlung in Oberwaltersdorf.

Frank Stronach spricht über seine politischen Ambitionen und sein Verhältnis zu seinen Parteikollegen.

Neues Gehaltsschema für öffentlichen Dienst

Der Verfassungsausschuss hat gestern - mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und über weite Strecken auch der Grünen - einen „Nachschlag“ zum Beamtendienstrechtsgesetz beschlossen, um Gehaltseinbußen durch die Neuregelung der Vordienst- und Ausbildungsanrechnung zu verhindern. Die Novelle bringt überdies den Papamonat für homosexuelle Paare und Adoptiveltern im Bundesdienst.

Auch gleichgeschlechtliche Paare und Adoptiveltern werden künftig einen Rechtsanspruch auf einen unbezahlten Karenzurlaub von bis zu vier Wochen haben.

Mehrkosten in kommenden Jahren

Schwerpunkt der Beamtendienstrechtsnovelle ist die Sicherstellung, dass das durch zwei EuGH-Urteile notwendig gewordene neue Besoldungssystem den Beamten und Vertragsbediensteten keine finanziellen Nachteile bringt. Die ursprünglich im Jänner vom Nationalrat beschlossene Regelung hätte Verluste von bis zu 0,6 Promille in der Lebensverdienstsumme bedeutet.

Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst hatte sich im März mit der zuständigen Staatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) auf komplizierte technische Anpassungen - in Form einer Wahrungszulage - geeinigt, um diese auszuschließen. Auf den Bund kommen dadurch laut Parlamentskorrespondenz Mehrkosten in der Höhe von 24 Mio. Euro im Jahr 2016 und 34 Mio. Euro im Jahr 2017 zu. Langfristig sei das neue Gehaltsschema aber kostenneutral, betonte Staatssekretär Sonja Steßl (SPÖ).

Neue Vordienstregelungen für die ÖBB

Beschlossen wurde im Verfassungsausschuss - von SPÖ und ÖVP - auch eine Änderung des Bundesbahngesetzes. Auch sie hat ihre Wurzeln in einem EuGH-Spruch zur Anrechnung von Vordienstzeiten. Würde man die Bestimmungen nicht gänzlich neu regeln, kämen auf die ÖBB Zusatzkosten von 220 Mio. Euro zu, wird in den Erläuterungen der von Infrastrukturminister Alois Stöger ausgearbeiteten Gesetzesvorlage angemerkt.

Rund drei Viertel davon wären für das Maastricht-Defizit des Bundes wirksam. Mit der Novelle werden rückwirkend für alle vor Ende 2004 eingetretenen ÖBB-Bediensteten ausschließlich Dienstzeiten - inklusive Lehrzeit - bei den ÖBB bzw. bei anderen Bahnunternehmen als Vordienstzeiten anerkannt. Auch hier werden durch Übergangsregelungen Gehaltseinbußen vermieden.

Hypo-U-Ausschuss: FIMBAG verteidigt Aktenschwärzungen

Der Prokurist Thomas Capka von der Finanzmarktbeteiligungsgesellschaft des Bundes (FIMBAG) hat heute Nachmittag im Hypo-Untersuchungsausschuss erwartungsgemäß die Rechtsauffassung seines Arbeitgebers verteidigt, wonach es in bestimmten Fällen notwendig sei, Aktenteile zu schwärzen. Ob sich die FIMBAG selbst ans Höchstgericht wenden wird, um die Frage zu klären, konnte Capka nicht beantworten.

Die Parlamentarier halten die zahlreichen Aktenschwärzungen für unzulässig, letztlich wird die Frage der Verfassungsgerichtshof klären. Zwar sind sich in dieser Sache alle einig, doch die Sinnhaftigkeit, den FIMBAG-Prokuristen im Ausschuss als Zeugen zu befragen - ursprünglich ein Wunsch der Grünen - bewerteten die meisten Fraktionen als enden wollend.

Zuvor verteidigte Bankenprüfer Roland Pipelka von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) im U-Ausschuss die Prüfungstätigkeit der Nationalbank in der Causa Hypo Alpe-Adria. Bei der Hypo sei demnach „die Zahl der Prüfungen ausreichend“ gewesen. Der Generalsekretär des Finanzministeriums, Hans-Georg Kramer, versuchte im Hypo-U-Ausschuss zudem, die Hintergründe für die Aktenschwärzungen und Klassifizierungen näher zu beleuchten. Die Vertreter von SPÖ, FPÖ, Grünen und Team Stronach zeigten sich mit den Ausführungen des Spitzenbeamten allerdings nicht sonderlich zufrieden.

Mehr dazu in Lesetag und schwarze Akten im Hypo-Ausschuss

Ausland

Großbritannien wählt neues Parlament

In Großbritannien wird heute ein neues Parlament gewählt. In Umfragen liegen die konservativen Torys von Premierminister David Cameron und die Labour-Partei von Oppositionsführer Ed Miliband gleichauf, für keine der beiden großen Parteien dürfte es aber zur absoluten Mehrheit von 326 Sitzen im Unterhaus reichen.

Letzte taktische Finten

Miliband setzte im Endspurt noch einmal auf das Wahlkampfthema Nummer eins, die Gesundheitspolitik. Cameron machte das, was er im Wahlkampf schon forciert hatte: eine Koalition aus Labour mit der Schottischen Nationalpartei (SNP) als Horrorszenario an die Wand malen. Tatsächlich hat Miliband ein Problem, wenn Labour nicht stärkste Partei wird - sogar wenn er im Parlament eine Mehrheit hätte.

Mehr dazu in Es geht um Platz eins

EU-Minister diskutieren über Schiedsgerichte bei TTIP

Die für Handel verantwortlichen Minister der EU-Staaten werden morgen in Brüssel über die umstrittenen Schiedsgerichte im geplanten Freihandelsabkommen TTIP beraten. Österreich ist in Brüssel durch Vizekanzler Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) vertreten.

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström schlug vor, dass die privaten Schlichtungsinstitutionen für Streitigkeiten zwischen Konzernen und Regierungen künftig mehr traditionellen Gerichten entsprechen sollen.

Viele Bürger befürchten, dass Konzerne bei unliebsamen Entscheidungen vor Schiedsgerichte ziehen, Schadenersatz zulasten der Steuerzahler erstreiten, nationale Gesetze aushebeln oder eine Senkung von Verbraucher- und Umweltstandards durchsetzen könnten. Auch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat sich zuletzt scharf gegen Schiedsgerichte ausgesprochen.

USA: IS bedroht erneut größte Ölraffinerie des Irak

Die größte Erdölraffinerie des Irak ist nach US-Angaben erneut von der Einnahme durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bedroht. IS-Kämpfer seien bereits auf das Gelände der Baidschi-Raffinerie rund 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad vorgedrungen, teilte das Verteidigungsministerium in Washington heute mit.

Derzeit sei unklar, ob die irakischen Regierungstruppen die Einrichtung trotz der Luftunterstützung durch US-Kampfjets verteidigen könnten. Die Raffinerie in Baidschi produzierte früher täglich 300.000 Barrel Öl, die Hälfte des irakischen Bedarfs. Derzeit sei die Einrichtung aber nicht „funktionsfähig“ und würde der IS-Miliz wahrscheinlich keinen echten Nutzen bringen, sagte Pentagon-Sprecher Steven Warren.

Die Dschihadisten finanzieren ihren Kriegszug im Irak und im benachbarten Syrien unter anderem durch die Ausbeutung eroberter Ölfelder. Erst im April hatte die irakische Armee die umkämpfte Raffinerie wieder vollständig unter ihre Kontrolle gebracht.

Mehr als 40 Festnahmen bei Protestaktion in Moskau

Drei Jahre nach Massenprotesten gegen Kreml-Chef Wladimir Putin sind bei einer nicht genehmigten Demonstration in Moskau mindestens 46 Menschen vorübergehend festgenommen worden. Dutzende Oppositionsanhänger zogen heute Abend trotz eines Verbots der Stadtverwaltung zum zentralen Bolotnaja-Platz und forderten die Freilassung politischer Gefangener in Russland.

Aktion von Sicherheitskräften aufgelöst

Nach kurzer Zeit lösten Sicherheitskräfte die Aktion auf. Die Polizei habe vor allem Demonstranten mit Plakaten in den Händen abgeführt, berichtete der Sender Echo Moskwy.

Ursprünglich hatten die Veranstalter mit bis zu 15.000 Teilnehmern gerechnet. Mit der Aktion wollten die Demonstranten an einen gewaltsam aufgelösten Protest am 6. Mai 2012 erinnern, dem Tag vor Putins Einführung in seine dritte Amtszeit als Präsident. Damals waren auf dem Bolotnaja-Platz rund 400 Menschen festgenommen worden. Gegen 29 waren Verfahren eröffnet worden. Viele wurden zu langen Haftstrafen verurteilt. Kritiker werten die Prozesse als politisch motiviert.

Jemen: Tote bei Raketenangriff auf saudische Grenzstadt

Die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen haben den zweiten Tag in Folge Mörsergranaten und Raketen auf die saudische Grenzstadt Nadschran abgefeuert. Dabei seien vier Zivilisten und ein Wachmann getötet worden, bestätigte ein Vertreter des örtlichen Zivilschutzes heute.

Die Huthis hatten bereits am Vortag Raketen über die Grenze nach Nadschran abgeschossen. Dabei waren vier Menschen, unter ihnen ein Armeeoffizier, getötet worden. Saudi-Arabien beantwortete den Raketenbeschuss mit Bombardierungen im Kernland der Huthis in der nördlichen jemenitischen Provinz Saada. Dabei sollen nach Angaben von Bewohnern 34 Zivilisten ums Leben gekommen sein.

Viele Tote bei saudischem Vergeltungsangriff

Zuvor waren bei saudischen Vergeltungsangriffen auf das Kernland der Huthi-Rebellen im Nordjemen mindestens 34 Zivilisten getötet worden. 27 Opfer der Luftangriffe in der Provinzhauptstadt Saada würden derselben Familie angehören, berichteten Augenzeugen heute. Aus unabhängiger Quelle ließen sich die Angaben zunächst nicht bestätigen.

Im Jemen kämpfen die Huthis gegen Anhänger des aus dem Land geflohenen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz bombardiert seit Ende März Stellungen und Waffenlager der Huthis.

Sport

Fußball: Vielversprechender ÖFB-Start in U17-EM

Für Österreich hat die U17-Fußball-EM in Bulgarien heute vielversprechend begonnen. Der ÖFB-Nachwuchs erreichte in Burgas gegen Spanien ein 1:1. Dabei wäre gegen die favorisierten Spanier sogar mehr drinnen gewesen, ging dem Elfmetergegentor doch ein unnötiges Handspiel voraus. Kapitän Sandi Lovric rettete den Schützlingen von Teamchef Manfred Zsak aber noch das Remis.

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Eishockey-WM: ÖEHV-Team kämpft mit altem Problem

Im österreichischen Nationalteam ist bei der Weltmeisterschaft in Tschechien nach der 0:2-Niederlage gegen Frankreich Ernüchterung eingekehrt. Statt sich schon mit dem Gedanken an den Klassenerhalt anfreunden zu können, scheiterten die Österreicher an ihren Nerven, der französischen Cleverness und vor allem an der Abschlussschwäche. Das altbekannte Problem kam ausgerechnet im ungünstigsten Moment wieder zum Vorschein. Die Zeit, das Manko zu beheben, drängt.

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Wirtschaft

Neue Einschnitte bei Siemens erwartet

Siemens-Chef Joe Kaeser wird morgen aller Voraussicht nach weitere personelle Einschnitte verkünden. Vor allem für das schwächelnde Energiegeschäft des Elektrokonzerns wird seit Wochen über einen weiteren Stellenabbau spekuliert - über die 1.200 Jobs hinaus, die ohnehin in der Sparte gestrichen werden sollen.

Aber auch unrentable Geschäftsfelder hat Kaeser auf den Prüfstand gestellt - und will sie offenbar größtenteils in Eigenregie sanieren. Das könnte möglicherweise weitere Arbeitsplätze kosten. Die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal dürften angesichts der Probleme im wichtigen Energiegeschäft nur durchwachsen ausfallen. Bereits im März hatte Kaeser die Öffentlichkeit auf einen Umsatzrückgang und Ertragsdruck im Kerngeschäft eingestimmt.

Österreich-Töchter von Sberbank und VTB vor EZB-Prüfung

Die Europäische Zentralbank (EZB) will in diesem Jahr neun Bankhäuser einem umfangreichen Gesundheitscheck unterziehen. Einige von ihnen haben in den vergangenen Monaten an Bedeutung gewonnen und werden deshalb erst jetzt von der EZB ins Visier genommen.

Zu den nun zu prüfenden Banken sollen Agenturberichten zufolge auch die Österreich-Töchter der beiden größten russischen Banken Sberbank und VTB gehören. Zudem würden die belgische Banque Degroof, die französische Agence Francaise de Developpement, die J.P. Morgan Bank Luxembourg, die finnische Kuntarahoitus Oyj, die maltesische Mediterranean Bank und die slowenische UniCredit -Tochter durchleuchtet.

Bei acht Instituten sollen die Bilanzen intensiv durchleuchtet werden, wie die EZB in Frankfurt mitteilte. Die portugiesische Novo Banco solle lediglich einem „Stresstest“ unterzogen werden. Die EZB hat vor einem halben Jahr die Aufsicht über die wichtigsten Banken in Europa übernommen und ist derzeit für die direkte Kontrolle von 123 Finanzhäusern zuständig.

OECD: Steuerbelastung in Österreich weiter gestiegen

Österreich liegt bei der Belastung durch Steuern und Abgaben an den Gesamtarbeitskosten auch bei Familien im Spitzenfeld der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Das geht aus der nun vollständig vorliegenden Studie „Taxing Wages 2015“ hervor. Die Belastung der Durchschnittseinkommen einer Alleinverdienerfamilie mit zwei Kindern lag 2014 bei 38,8 Prozent. Der OECD-Schnitt betrug in diesem Bereich 26,9 Prozent.

Angestiegen ist die Belastung in diesem Bereich in Österreich damit um knapp zwei Prozentpunkte. Nur in Griechenland (43,4 Prozent), Belgien (40,6), Frankreich (40,5), Italien (39,0) und Finnland (38,9) war die Belastung von Alleinverdienerfamilien größer.

Am geringsten innerhalb der 34 Staaten der OECD war die Belastung in der Schweiz (9,8 Prozent), Chile (7,0) und Neuseeland (3,8).

Auch bei den Einkommen eines unverheirateten Angestellten ohne Kinder stieg in Österreich die Belastung gegenüber 2013, und zwar um 0,17 Prozentpunkte und damit in ähnlicher Höhe wie jene bei Familien. Das bedeutete für Singles eine Belastung von deren Arbeitseinkommen von 49,4 Prozent.

Der „Steuerkeil“ lag damit auch hier erneut weit über dem Durchschnitt der OECD-Staaten, der 36,0 Prozent betrug. Mit den 49,4 Prozent wies Österreich hinter Belgien (55,6 Prozent) die höchste Belastung bei unverheirateten Angestellten ohne Kinder auf.

EU-Kommission wird in Causa Hypo aktiv

Die EU-Kommission nimmt das Vorgehen Österreichs bei der Abwicklung der Krisenbank Hypo Alpe-Adria unter die Lupe. Die Behörde habe sich des Falles angenommen und prüfe, ob die neue EU-Richtlinie zur Bankenabwicklung bei der Hypo überhaupt anwendbar sei, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission heute nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters.

Zudem gehe die Behörde Vorwürfen nach, Österreich habe Gläubiger bei einem Schuldenschnitt auf bestimmte Hypo-Anleihen 2014 ungleich behandelt. „Die Kommission wird alle nötigen Maßnahmen ergreifen, damit EU-Gesetze eingehalten werden.“

Der Plan, beim Abbau der Hypo-Nachfolgegesellschaft Heta auch deren Gläubiger zur Kasse bitten zu wollen, löste einen Proteststurm bei Investoren aus, allen voran bei deutschen Banken und Versicherungen. Da die meisten Heta-Bonds vom Bundesland Kärnten garantiert sind, handle es sich beim Vorgehen Österreichs um einen „Akt der Enteignung“, sagte Liane Buchholz, Hauptgeschäftsführerin des deutschen Bundesverbandes öffentlicher Banken (VÖB), in Frankfurt.

Die Hypo-„Bad Bank“ Heta hat in diesem Jahr die Rückzahlung sämtlicher Anleihen gestoppt. Bereits 2014 wurde per Sondergesetz zudem ein Sanierungsbeitrag bestimmter Hypo-Gläubiger beschlossen. Dazu habe die EU nun bis Juni Informationen angefordert, sagte die Kommissionssprecherin. In die Auseinandersetzung zwischen der Hypo und ihrer ehemaligen Mutter BayernLB werde sich die Behörde jedoch nicht einmischen. Auch im Streit zwischen Anleihegläubigern und Garantiegebern müssten nationale Gerichte entscheiden.

Chronik

Germanwings-Crash: Flughöhe bei Hinflug manipuliert

Der Kopilot des Germanwings-Airbus, Andreas Lubitz, hat den Absturz der Maschine geplant. Davon sind die Ermittler der französischen Flugsicherheitsbehörde (BEA) in ihrem heute veröffentlichten Zwischenbericht überzeugt. Basierend auf der Auswertung der Blackboxes steht nun für sie fest, dass Lubitz bereits beim Hinflug testete, wie die Flughöhe zu manipulieren ist. Unbemerkt von der Crew stellte er den Autopiloten mehrfach auf eine zu niedrige Flughöhe ein.

Mehr dazu in Sprechfunk ignoriert

Spanien: Leichenteile in zwei Sporttaschen entdeckt

Zwei Sporttaschen mit einer zerstückelten Leiche sind am Rand der südlich von Madrid gelegenen Stadt Parla entdeckt worden. Ein Mann machte den Fund, als er mit seinem Hund spazieren ging, wie die Nachrichtenagentur EFE heute unter Berufung auf die spanische Polizei berichtete. Demnach lagen die Taschen auf einem offenen Feld in der Nähe der Landstraße nach Pinto.

Nach Angaben der spanischen Zeitung „El Mundo“ handelte es sich um die Leiche eines Mannes. Die Polizei riegelte die Gegend ab. EFE zufolge trafen am Nachmittag unter anderem Experten der Mordkommission und Forensiker am Fundort ein.

Doppeljackpot bei Lotto „6 aus 45“

Bei der jüngsten Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gibt es keinen Sechser. Das bedeutet Doppeljackpot, im Topf liegen 3,4 Millionen Euro.

Bei der aktuellen Ziehung wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

5 10 20 33 36 37, Zusatzzahl 41

Ein Mitspieler durfte sich über den richtigen Joker auf dem Schein und somit über 204.540,80 Euro freuen.

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

8 7 0 8 3 6

Alle Angaben ohne Gewähr

Religion

Kultur

Auftakt zu den Zizek-Festspielen

Wir leben in einem Zeitalter trügerischer Freiheiten. Auf diese Botschaft ließe sich der erste Tag der Zizek-Festspiele in Wien eindampfen. Wie immer legte der als „Superstar“ des Denkens gehandelte slowenische Theoretiker Slavoj Zizek derart viele paradoxe Interventionen aus, dass man am Ende nicht sicher sein konnte: Regt er das Publikum auf - oder sich selbst am allermeisten? Am Vorabend seines überbuchten Auftritts im Burgtheater gab er am Wiener IWM eine Art Zizek-unplugged-Gig. Dabei bekam wieder die Frankfurter Schule ihr Fett ab. Aber: Nach vielen „Call me an idiot“-Interventionen wurde es handfest und politisch.

Mehr dazu in Die Freiheit ist kein Frankfurter Würstel

Sänger von Hot Chocolate gestorben

Errol Brown, Sänger der britischen Funkband Hot Chocolate, ist tot. Er starb heute 71-jährig auf den Bahamas an Leberkrebs, wie sein Manger Phil Dale dem „Independent“ bestätigte. Brown wurde in Kingston, Jamaika, geboren und kam als Zwölfjähriger nach Großbritannien.

Hot Chocolate wurde 1969 gegründet, schon ein Jahr später schaffte es die Band mit „Love Is Life“ in die Charts. In den 70er Jahren schaffte es die Band, jedes Jahr in den britischen Hitparaden vertreten zu sein, ein Kunststück, das ansonsten nur Elvis Presley und Diana Ross gelungen ist.

Hot Chocolate waren maßgeblich an der Disco-Welle beteiligt. Vergönnt war ihnen mit „So You Win Again“ nur eine Nummer eins. Ihr größter Hit sollte es nie an die Spitze der Charts schaffen, „You Sexy Thing“ hält dafür einen anderen Rekord. Es ist der einzige Song, der gleich in drei Jahrzehnten in den britischen Top Ten vertreten war.

Science

Arabische Emirate planen Mars-Mission

Als erstes arabisches Land wollen die Vereinigten Arabischen Emirate im Jahr 2020 eine unbemannte Weltraummission starten und mit einer Sonde den Mars erkunden. Das Projekt solle unter anderem Informationen zur Atmosphäre und zum Klima auf dem Planeten sammeln, erklärten Wissenschaftler heute in dem Golfemirat Dubai.

Der Flug der Sonde mit dem Namen „Hoffnung“ bis zum Mars wird demnach 200 Tage dauern. Mindestens bis zum Jahr 2023 soll sie Daten zur Erde schicken.

Angaben zu den Kosten der Mission gab es zunächst nicht. Dubais Emir, Scheich Mohammed bin Raschid, erklärte, das Projekt sei eine „strategische Investition“ in die Menschheit und in die zukünftigen Generationen. Die ölreichen Emirate haben in der Vergangenheit immer wieder mit Milliardenprojekten für Aufsehen gesorgt. So steht in Dubai mit dem 828 Meter hohen Burdsch Chalifa der höchste Wolkenkratzer der Welt.