Ausland

Merkel bei Auftritten in Ostdeutschland beschimpft

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist bei Wahlkampfauftritten in Sachsen und Thüringen massiv beschimpft worden. Mit Trillerpfeifen und „Hau ab“-Rufen störten PEGIDA- und AfD-Anhänger heute ihren Auftritt in der Erzgebirgsstadt Annaberg-Buchholz.

Rund 150 Demonstranten fanden sich auf dem Marktplatz ein, um der Kanzlerin einen ohrenbetäubenden Empfang zu bereiten. Auch ein Auftritt Merkels in Thüringen wurde von heftigen Beschimpfungen begleitet.

Hitlergruß und Beleidigungen

In Annaberg stand auf Plakaten „Volksverräter“, „Nicht meine Kanzlerin“ und „Merkels DDR 2.0“ zu lesen. Die Polizei erteilte mehrere Platzverweise. Insgesamt seien neun Straftaten registriert worden: zweimal das Zeigen des Hitlergrußes, drei Beleidigungen, drei Verstöße gegen das Versammlungsgesetz sowie einmal Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, teilte die Polizei mit.

Merkel wurde von einem starken Aufgebot an Sicherheitskräften geschützt. Vor mehreren hundert, teils geladenen Zuhörern ging sie schon zu Beginn der Veranstaltung auf wütende Demonstranten ein: „Manche können nur schreien, manche wollen etwas bewegen, andere rufen nur“, sagte sie.

Angesichts der fremdenfeindlichen PEGIDA-Anhänger verteidigte die Kanzlerin die Flüchtlingspolitik ihrer Regierung: „Wir haben gezeigt, dass wir bereit sind, Menschen zu helfen, die in Not sind. Das war ein gutes Stück Deutschland in einer humanitären Notlage.“

Trump legt im Extremismusstreit nach

Im Streit über die rechtsextremen Ausschreitungen von Virginia legt US-Präsident Donald Trump nach. Auf Twitter wandte er sich heute gegen die wachsende Zahl von Bundesstaaten, die Denkmäler für Südstaatengeneräle abreißen wollen - der Auslöser der Neonazi-Demonstration in Charlottesville. Die Kritik an den Aussagen des Präsidenten zur Gewalt vom Wochenende hält ungebrochen an: Nach anderen Managern schloss sich ihr Apple-Chef Tim Cook an. Auch hochrangige Militärvertreter erklärten, in den Streitkräften gebe es keinen Platz für Fanatismus. Spekuliert wurde, ob hochrangige Mitarbeiter Trumps oder gar Minister ihren Rücktritt einreichen könnten.

„Schöne Statuen“

Trump klagte auf Twitter über die „schönen Statuen und Monumente“, die nun verschwänden. Man könne die Geschichte nicht ändern, wohl aber von ihr lernen. „Die Schönheit, die aus unseren Städten, Orten und Parks verschwindet, wird sehr vermisst und nie ganz ersetzt werden können.“ Unter anderem in Florida, Texas, Kentucky, Maryland, North Carolina und Tennessee werden Denkmäler etwa von General Robert E. Lee entfernt oder sollen abgerissen werden. An einem solchen Plan hatte sich auch am Wochenende die Gewalt in Charlottesville entzündet. Dabei wurde eine Frau getötet, als ein mutmaßlich rechtsradikaler Autofahrer in eine Gegendemonstration raste.

Chefstratege geht auf Distanz zu Trump

In einem überraschenden Interview mit dem Politikmagazin „The American Prospect“ hatte zuvor Steve Bannon, Trumps Chefstratege, indirekt dessen umstrittene Aussagen zu den blutigen Protesten in Charlottesville kommentiert. Rassisten und Rechtsextreme seien „Loser“ und „eine Ansammlung von Clowns“, sagte er. Doch der Rundumschlag ist noch größer: Auch an Trumps Drohgebärden gegenüber Nordkorea übte er Kritik - sie seien „sinnlos“.

Mehr dazu in Rundumschlag vor Entlassung?

Erneut Mitarbeiter von Medien in der Türkei in Haft

Die türkische Justiz hat neun Mitarbeiter unterschiedlicher Medien wegen „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“ inhaftiert. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu gestern Abend meldete, verhängte die Justiz gegen die Verdächtigen Untersuchungshaft.

Unter ihnen ist der Leiter der Onlineredaktion der regierungskritischen Zeitung „Birgün“, Burak Ekici. Zwei Festgenommene wurden unter Auflagen freigelassen.

Bereits Dutzende Journalisten festgenommen

Die Justiz hatte am 10. August Haftbefehl gegen insgesamt 35 Verdächtige wegen Benutzung der Messenger-App ByLock ausgestellt. Elf Personen wurden daraufhin festgenommen. ByLock wurde laut der Regierung in Ankara von der Gülen-Bewegung zur Kommunikation benutzt. Die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen wird in der Türkei für den gescheiterten Militärputsch von Juli 2016 verantwortlich gemacht. Gülen lebt im US-Exil. Er bestreitet die Vorwürfe gegen ihn.

Seit dem Umsturzversuch geht die Regierung mit großer Härte gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger und andere Regierungsgegner vor. Mehr als 150 Medien wurden geschlossen und Dutzende Journalisten inhaftiert. Dieses Vorgehen stößt im In- und Ausland auf scharfe Kritik.

Prügelvorwurf: Südafrika hindert Mugabe an Ausreise

Südafrika verwehrt Simbabwes Präsidentengattin Grace Mugabe die Ausreise, nachdem ihr Körperverletzung vorgeworfen worden ist. Sicherheitsminister Fikile Mbalula erklärte heute dem TV-Sender eNCA, die Polizei des Landes habe Vorsorge für den Fall getroffen, dass sie über die Grenze zurück in ihre Heimat ausreisen wolle.

Mugabe soll ohne Vorwarnung mit einem Verlängerungskabel auf ein 20-jähriges südafrikanisches Model losgegangen sein, das sie unverhofft in der Hotelsuite ihrer beiden Söhne angetroffen haben soll. Sie hielt sich in Südafrika auf, um dort eine Unfallverletzung am Knöchel behandeln zu lassen.

Mugabe beruft sich auf Immunität

Die 52-Jährige beruft sich mit Blick auf mögliche Strafverfolgung auf diplomatische Immunität. Südafrikas größte Oppositionspartei, die Demokratische Allianz (DA), betonte jedoch, dass sie dazu vor ihrer Einreise nach Südafrika diese Immunität hätte beantragen müssen. Zudem gelte die Immunität für Staatschefs, nicht für deren Ehefrauen. Südafrika müsse unbedingt eine Situation wie im Jahr 2015 vermeiden, als der wegen Kriegsverbrechen gesuchte sudanesische Präsident Omar al-Bashir ungehindert in den Kap-Staat ein- und später auch wieder ausreisen konnte.

Mugabe gilt als mögliche Nachfolgerin ihres Mannes, des autokratischen Langzeitpräsidenten Robert Mugabe (93). Der hält sich ebenfalls in Südafrika auf, um dort an einem Gipfeltreffen des regionalen Staatenbundes SADC teilzunehmen. Bei dem Treffen wird Südafrika turnusmäßig den SADC-Vorsitz von Lesotho übernehmen.

Spanische Polizei zerschlug Jetski-Schleppernetzwerk

Die spanische Polizei hat ein Netzwerk von Schleppern zerschlagen, die Flüchtlinge von Marokko aus mit Jetskis nach Spanien gebracht haben. Es seien insgesamt drei Schlepper festgenommen worden, zwei weitere hätten die Flucht ergriffen und würden nun mit internationalem Haftbefehl gesucht, teilte die Polizei heute mit.

Die Schlepper hätten „beinahe täglich“ Flüchtlinge von Marokko nach Spanien gebracht, hieß es. Es seien jeweils zwei Flüchtlinge für 5.000 Euro pro Person auf einem Jetski über die Straße von Gibraltar transportiert worden. Für den nur 18 Kilometer langen Seeweg benötigten die Schlepper den Angaben zufolge lediglich rund zehn Minuten.

Die Zahl der in Spanien eintreffenden Flüchtlinge war zuletzt wieder gestiegen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen seit Jahresbeginn bis zum 11. August auf dem Seeweg 8.385 Flüchtlinge nach Spanien. Die IOM schließt nicht aus, dass in diesem Jahr in Spanien mehr Flüchtlinge über den Seeweg ankommen als in Griechenland. Deutlich höher sind die Zahlen aber nach wie vor in Italien.

In der Straße von Gibraltar nutzen Schlepper vor allem kleine Boote, um sich der Überwachung durch Sicherheitskräfte und Küstenwache zu entziehen.

Aktivisten: 59 Zivilisten bei Luftangriffen auf al-Rakka getötet

Bei Luftangriffen der Anti-IS-Koalition in der nordsyrischen Stadt al-Rakka sind laut Aktivisten in den vergangenen drei Tagen 59 Zivilisten getötet worden. Unter den Opfern der US-geführten Allianz gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) seien auch 21 Kinder, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien heute. Für Medien sind die Angaben der oppositionsnahen Organisation kaum zu überprüfen.

Die Anti-IS-Koalition unterstützt aus der Luft die Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Das Bündnis aus kurdischen und arabischen Einheiten kämpft sich seit Wochen in der einstigen syrischen Hauptstadt der IS-Miliz voran und kontrolliert inzwischen mehr als die Hälfte der Stadt. Die Kämpfe konzentrieren sich laut der Beobachtungsstelle derzeit auf die Viertel al-Darija, al-Barid und al-Murur.

Der UNO-Hilfskoordinator für Syrien, Jan Egeland, warf der IS-Miliz heute vor, die in der Stadt eingeschlossenen Einwohner als „menschliche Schutzschilde“ zu missbrauchen. Nach UNO-Schätzungen befinden sich noch bis zu 25.000 Zivilisten in der umkämpften Stadt. Egeland appellierte an die SDF, möglichst vielen Zivilisten die Flucht zu ermöglichen. Die IS-kontrollierten Viertel seien derzeit der „schlimmste Ort“ in Syrien.

UNO kritisiert EU-Mittelmeer-Pläne

Neue scharfe Kritik von UNO-Menschenrechtsexperten an den EU-Plänen im Umgang mit Flüchtlingen im Mittelmeer: „Der vorgeschlagene Aktionsplan der EU bedroht Leben und verletzt internationale Standards, weil er Leute dazu verdammt, weitere Menschenrechtsverletzungen in Libyen zu ertragen“, monierten die UNO-Berichterstatter für Migrantenrechte und für Folter heute in Genf.

„Es ist keine Lösung, den Zugang zu internationalen Gewässern zu behindern oder Schüsse abzugeben, um Boote zu bedrohen, wie Libyen es Berichten zufolge schon mehrfach getan hat. Das führt nur zu weiteren Todesfällen auf See“, sagten Felipe Gonzalez Morales und Nils Melzer. „Libyen ist einfach kein sicherer Ort (...), und die EU leugnet das mit ihrer Politik.“ Migranten seien in Libyen Folter und Todesgefahr ausgesetzt.

Die EU unterstütze Maßnahmen, die die Migration weiter in den Untergrund drängten und das Leiden der Menschen verschärften. Stattdessen sollten mehr legale Umsiedlungsmöglichkeiten für Migranten geschaffen und Italien und Griechenland durch die Umverteilung von Migranten entlastet werden.

Rotes Kreuz kritisiert Versagen der EU

Der Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), Gerald Schöpfer, kritisierte die „unreflektierte Pauschalkritik an den NGOs, bloß weil sie im Mittelmeer Menschen vor dem Ertrinken retten und den Behörden übergeben“. „Den Wahnsinn orte ich in diesem Zusammenhang ganz woanders, nämlich dort, wo Politik auf Kosten der Ärmsten gemacht wird“, so Schöpfer.

Eine vollständige Sperrung des Mittelmeeres sei derzeit „nicht realistisch“. Schöpfer übte Kritik an der EU, die in der Flüchtlings- und Migrationsfrage „versagt“ habe, und forderte eine Harmonisierung des Asylrechtes in der EU. Er verlangte zudem legale Möglichkeiten, Asyl außerhalb der EU zu beantragen, um Schleppern das Handwerk zu legen.

Bulgarien will Grenzschutz ausbauen

Bulgarien will unterdessen seine Grenze zur Türkei noch stärker mit Militär schützen. Verteidigungsminister Krassimir Karakatschanow kündigte an, auch hoch spezialisierte Kampftruppen an die Grenze zu schicken. Die EU-Außengrenzen sollten seinen Worten nach „notfalls mit Waffengewalt“ verteidigt werden. Bereits jetzt ist die türkisch-bulgarische Grenze fast komplett durch Stacheldrahtzäune geschlossen.

Mehr dazu in Minister schickt Kampftruppen

Inland

Ministerrat beschloss Assistenzeinsatz in Tirol

Die rechtliche Grundlage für den Bundesheer-Assistenzeinsatz zur Unterstützung der Exekutive in Tirol ist fixiert. Der Ministerrat genehmigte die vom Verteidigungsministerium gewünschte rechtliche Absicherung im Umlaufverfahren, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Damit wird das Bundesheer ab morgen bei Schwerpunktkontrollen beigezogen.

Eine Güterzugkontrolle auf dem Bahnhof Steinach am Brenner - zu der Medien geladen sind - wird wegen des nötigen Planungsvorlaufs noch ohne Unterstützung durch das Bundesheer durchgeführt.

„Verwunderung“ über neuen Beschluss

Zunächst sah das Innenministerium keine Notwendigkeit für einen Ministerratsbeschluss. Ob der Bedenken des Verteidigungsressorts, der Einsatz könnte durch den Ministerratsbeschluss aus dem Jahr 2015 nicht gedeckt sein, gab sich das Innenressort verwundert. Seit letzter Woche habe es „intensivierte Gespräche“ zu den Schwerpunktkontrollen gegeben, dabei seien seitens des Verteidigungsministeriums keinerlei Bedenken geäußert worden.

Die Maßnahmen seien auch bereits in Umsetzung, und die Kontrollen wurden „sehr erfolgreich“ gestartet, hieß es seitens des Innenministeriums zur APA - mehr dazu in tirol.ORF.at.

Ex-RH-Chef Moser kandidiert für ÖVP

Josef Moser geht für die ÖVP ins Rennen. Der ehemalige Rechnungshof-Präsident wurde heute von ÖVP-Chef Außenminister Sebastian Kurz als Nummer drei auf der ÖVP-Bundesliste für die Nationalratswahl vorgestellt. Der ehemalige Freiheitliche Moser wurde in seiner Funktion als RH-Präsident von allen Parteien durchwegs gelobt. Mit der Präsentation Mosers ist die ÖVP-Bundesliste komplett. Darauf finden sich wie auch auf den ÖVP-Landeslisten einige Quereinsteier und politische Neulinge.

Mehr dazu in Moser soll sparen helfen

Ex-SPÖ-Berater Silberstein wird in Hausarrest entlassen

Der bisherige SPÖ-Berater Tal Silberstein soll morgen unter Auflagen freigekommen. Es gebe eine entsprechende Absprache mit dem Gericht, erklärte Silbersteins Anwalt Eyal Rosovsky heute gegenüber dem ORF-Radio. Silberstein werde für zwei Wochen unter Hausarrest gestellt.

Silberstein war am Montag in Israel festgenommen worden. Ihm und dem Geschäftsmann Beny Steinmetz wird vorgeworfen, neun Millionen Euro für Schmiergeld bereitgehalten zu haben, um eine Lizenz zum Schürfen von Eisen in Guinea zu erhalten. Ebenso besteht vor allem gegen Steinmetz der Verdacht, Millionen Dollar Schmiergeld für den Präsidenten von Guinea bereitgehalten zu haben.

Die SPÖ trennte sich daraufhin von ihrem Berater. Kanzler Christian Kern (SPÖ) räumte gestern einen „politischen Fehler“ ein. Silberstein hatte die SPÖ-Wahlkampagne begleitet und laut SPÖ sozialwissenschaftliche Forschung im Bereich Meinungsumfragen betrieben.

Sport

Europa League: Aufstieg für Altach in weiter Ferne

Das Europcup-Abenteuer des SCR Altach scheint im Play-off der Europa League zu Ende zu gehen. Die Vorarlberger mussten sich heute im Heimspiel im Ausweichquartier Tivoli Maccabi Tel Aviv mit 0:1 geschlagen geben. Damit benötigen die Altacher in Israel in einer Woche einen Kraftakt, um in die Gruppenphase aufzusteigen. Für die Gastgeber gab es ein Deja-vu zum letzten Ligaspiel gegen Salzburg: Altach konnte zahlreiche Chancen nicht nutzen und fing sich nach einem Fehler das Gegentor ein.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Schuldsprüche in Hypo-Prozess um Fairness Opinion

Im Hypo-Prozess um die Fairness Opinion am Landesgericht Klagenfurt sind heute Nachmittag Ex-Hypo-Banker Josef Kircher, Tilo Berlin und Wolfgang Kulterer sowie Heinrich Pecina der Untreue in Millionenhöhe schuldig gesprochen worden. Kircher, Berlin und Pecina wurden darüber hinaus des Betrugs schuldig erkannt.

Die Ex-Banker erhielten durchwegs Haftstrafen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Die Anwälte der Ex-Banker meldeten Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Pecina nahm das Urteil an. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.

Mehrjährige Haftstrafen verhängt

Berlin bekam eine Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten. Kulterer wurde zu einer Zusatzstrafe von zehn Monaten verurteilt, bei Kircher sind es 16 Monate. Pecina muss eine Geldstrafe von 288.000 Euro zahlen und erhielt 22 Monate bedingt. Kircher und Berlin wurden vom Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Sabine Roßmann als unmittelbare Täter gewertet, Kulterer als Bestimmungs- und Pecina als Beitragstäter.

Im Verfahren seien wesentliche Dinge zutage gekommen, sagte Roßmann. Diese habe man einarbeiten müssen. Aus Sicht des Gerichts sei die Bezahlung der Fairness Opinion rechtsgrundlos. „Es ist kein Wertgutachten nach dem Übernahmegesetz für die Hypo International, sie hat einen Gegenwert nur für die Kärntner Landesholding“, präzisierte die Richterin. Dass dadurch die Bank verkauft wurde, sei ein nächster Schritt gewesen. Auch wenn die Fairness Opinion nützlich gewesen sei und den Deal, den man sich so gewünscht habe, ermöglicht habe, habe die Hypo selbst sie nicht gebraucht.

Airline Iberia will weitere 955 Stellen streichen

Die spanische Fluggesellschaft Iberia läutet eine weitere Personalabbaurunde ein. Die Gewerkschaften seien darüber informiert worden, dass die Airline zusätzlich bis zu 955 Stellen streichen wolle, sagte eine Unternehmenssprecherin heute. Erreicht werden soll das durch freiwillige Austritte und Frühpensionierung.

Iberia hat in zwei Etappen bereits etwa 4.500 Stellen abgebaut. Bis Ende 2016 arbeiteten knapp 16.300 Menschen für die Airline, die neben British Airways, Air Lingus und Vueling zum Mutterkonzern IAG gehört. Iberia leidet ähnlich wie die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin unter dem harten Konkurrenzkampf in der Branche.

ZIB24

Terror in Barcelona

13 Tote, Dutzende Verletzte – auf der bekannten Flaniermeile La Rambla, im Zentrum von Barcelona hat es einen Terroranschlag gegeben. Die Polizei hat zwei Verdächtige festgenommen. Wir sprechen mit Augenzeugen in Barcelona und schalten live zu dem österreichischen Handelsdelegierten Robert Punkenhofer und zu unserem Korrespondenten Josef Manola.

ZIB24 mit Roman Rafreider, 23.25 Uhr, ORF eins

Mail an die ZIB24

Textfassung: Zeit im Bild

Chronik

Waldbrände: 2.000 Menschen in Portugal eingeschlossen

Die schweren Waldbrände in Portugal haben 2.000 Bewohner eines Dorfes im Zentrum des Landes eingeschlossen. „Es ist unmöglich, Macao zu verlassen oder zu betreten“, sagte Bürgermeister Vasco Estrela heute der Nachrichtenagentur Lusa. Das Feuer war am Dienstagabend ausgebrochen. Aus umliegenden Dörfern wurden nach Angaben einer Katastrophenschutzsprecherin bereits 130 Menschen in Sicherheit gebracht.

In Portugal wüten in den Sommermonaten immer wieder Waldbrände, in diesem Jahr sind es die schlimmsten in der Geschichte des Landes. Seit Anfang August wurden dabei 86 Menschen verletzt. Mitte Juni starben sogar 64 Menschen bei verheerenden Waldbränden im Zentrum des Landes, mehr als 250 weitere wurden verletzt.

In diesem Jahr musste die Feuerwehr bereits mehr als 10.000 Waldbrände bekämpfen, 2.500 mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden in diesem Jahr bisher 141.000 Hektar zerstört. Die Polizei nahm mehr als 60 mutmaßliche Brandstifter fest.

Vergewaltigte zehnjährige Inderin brachte Kind zur Welt

Eine nach einer Vergewaltigung schwanger gewordene Zehnjährige hat in Indien ihr Baby bekommen. Mutter und Kind gehe es nach dem Kaiserschnitt den Umständen entsprechend, teilten die Ärzte im Krankenhaus der nordindischen Stadt Chandigarh heute mit. Der Oberste Gerichtshof Indiens hatte Ende Juli einen Schwangerschaftsabbruch untersagt, weil das Mädchen damals schon im achten Monat schwanger war.

Das Gericht ordnete zugleich an, dass die Zehnjährige die bestmögliche medizinische Versorgung bekomme. Daraufhin wurde ein Komitee ins Leben gerufen, das sich um das Vergewaltigungsopfer kümmert. Dessen Präsident Dasari Harish gab bekannt, dass die Geburt in der Früh per Kaiserschnitt erfolgt sei. „Das Baby wurde auf die Intensivstation für Neugeborene gebracht und wird in der Lage sein, sich zu erholen“, sagte er.

Das Mädchen aus dem nordindischen Bundesstaat Punjab war nach eigenen Angaben über sieben Monate mehrmals von seinem Onkel vergewaltigt worden. Die Schwangerschaft war erst nach 26 Wochen festgestellt worden, als die Eltern ihre Tochter wegen Magenschmerzen in ein Krankenhaus brachten. Seitdem versuchte die Familie, eine Ausnahmegenehmigung für einen Schwangerschaftsabbruch zu bekommen. Das indische Gesetz erlaubt diesen nach der 20. Schwangerschaftswoche nur, wenn das Leben der Mutter gefährdet ist.

Kultur

Händel, Bartoli und der Conchita-Zauber

Wenn es in Salzburg mittlerweile ein konstantes Ritual gibt, dann wohl die Bartoli-Festspiele im Finale. Mit der Pfingst-Reprise von Georg Friedrich Händels selten gespielter Oper „Ariodante“ demonstriert Cecilia Bartoli in der großartigen Regie von Christoph Loy und hervorrangenden Sängerinnen und Sängern wieder einmal, wie Opernhandwerk geht. Gerade die Hölzernheit der Vorlage verwendet das Ensemble, um zwischen Virginia Woolf und Conchita frische Zeitbezüge einzustreuen, die aber den Kern eines in sich durchaus revolutionären Werkes freilegen.

Mehr dazu in ORF.at/salzburgerfestspiele17

IT

Science

Leute

Panorama

China verbietet absurde Firmennamen

In China sollen absurde und zu fantasievolle Namen für Unternehmen untersagt werden. Die Fachzeitschrift „Legal Daily“ zitierte heute Namen existierender Unternehmen, die nicht mehr den neuen Vorschriften entsprechen - darunter die des Elektronikhandels „Meine Frau ist die Größte“ sowie der Internetfirma „Suchst Du Ärger?“.

Onkel Niu und die Kondome

Als Beispiel für künftig nicht mehr erlaubte Firmennamen verweist das juristische Fachblatt auch auf eine Kondomfirma, die sich den Namen gab: „Eine Gruppe junger Leute mit Träumen, die glaubt, unter Anleitung von Onkel Niu Wunder im Leben zu vollbringen“. Die im August in Kraft getretenen Regelungen der staatlichen Industrie- und Handelsbehörde verbieten auch beleidigende und rassistische Firmennamen und solche, die politische oder religiöse Assoziationen wecken.

In einer ähnlichen Maßnahme hatte Chinas Präsident Xi Jinping im Jahr 2014 versucht, den Trend zu einer „bizarren und grotesken Architektur“ zu stoppen. Prominentes Beispiel war damals der futuristische Sitz des Staatsfernsehens CCTV in Peking, der in der Bauphase eine heftige Debatte auslöste. Das Gebäude trägt im Volksmund den Namen „Große Unterhose“.