Ausland

Russland zweifelt an UNO-Bericht zu Giftgas in Syrien

Russland hat seinen Verbündeten Syrien im UNO-Sicherheitsrat gegen den Vorwurf des Chemiewaffen-Einsatzes in Schutz genommen. Der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin verweigerte dem Bericht einer UNO-Kommission, der den Einsatz der international geächteten Waffen in Syrien als erwiesen ansieht, die Anerkennung. Nach einer Sitzung des Rats gestern wies er die Forderungen der USA und anderer Länder nach Strafmaßnahmen zurück.

„In dem Bericht wird niemand genannt, gegen den Sanktionen verhängt werden könnten“, sagte Tschurkin in New York. „Er enthält keine Namen, keine Details, keine Fingerabdrücke.“ Auch Syriens UNO-Botschafter Bashar Jaafari sprach den Befunden die Glaubwürdigkeit ab. Es gebe keine „materiellen Beweise“ für die Vorwürfe gegen die Regierungstruppen, sagte er in New York.

Großbritannien und Frankreich fordern Strafe

Großbritannien und Frankreich betrachten die Schuld der syrischen Regierung am Einsatz der Giftgas-Waffen hingegen als erwiesen. Sie forderten in der Sitzung des Sicherheitsrats Strafmaßnahmen gegen die Verantwortlichen. Die Botschafter Matthew Rycroft aus Großbritannien und François Delattre aus Frankreich warfen der syrischen Führung unter Präsident Baschar al-Assad „Kriegsverbrechen“ vor. Auch die USA hatten nach Vorlage des Berichts eine rasche Reaktion des Sicherheitsrats gefordert.

Eine UNO-Untersuchungskommission hatte in der vergangenen Woche ihre Befunde zum Einsatz chemischer Waffen in Syrien in neun Fällen vorgelegt. In zwei Fällen in den Dörfern Talmenes und Sarmin habe dies eindeutig der syrischen Armee zugeordnet werden können, in einem weiteren Fall der Dschihadistenmiliz IS. Die giftigen Substanzen seien aus Hubschraubern der syrischen Luftwaffe auf die Dörfer abgeworfen worden.

Nordkorea soll Vizeregierungschef hingerichtet haben

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat nach Angaben Südkoreas einen Regierungsvertreter im Rang eines Vize-Premierministers hinrichten lassen. Der 63 Jahre alte Kim Yong-jin, der für Bildungsfragen verantwortlich gewesen sei, sei im vergangenen Monat vor ein Erschießungskommando gestellt worden, sagte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul heute.

Eine Bestätigung aus Nordkorea dafür gab es nicht. Gründe für die Erschießung nannte der Sprecher nicht. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete allerdings unter Berufung auf andere Beamte des Ministeriums, Kim Yong-jin sei „anti-revolutionäres“ Verhalten vorgeworfen worden.

Zahlreiche Hinrichtungen seit Machtübernahme

Nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes wurden seit der Machtübernahme Kim Jong-uns Ende 2011 zahlreiche hochrangige Funktionäre Opfer politischer Säuberungen. Ende 2013 wurde Kims Onkel Jang Song Thaek wegen des Vorwurfs des Hochverrats hingerichtet. Das kommunistische Regime in Pjöngjang hatte die Hinrichtung bestätigt.

Oft erweisen sich Berichte aus Südkorea über die angebliche Exekution von hochrangigen Funktionären in dem weithin isolierten Nachbarland im Nachhinein als falsch. Im Mai war der angeblich im Februar hingerichtete frühere Armeechef Ri Yong Gil wieder aufgetaucht.

Kämpfe zwischen Türken und Kurden in Syrien abgeflaut

Die Kämpfe zwischen türkischen Soldaten und kurdischen Milizen in Syrien sind nach Angaben der USA abgeflaut. Seit zwölf bis 18 Stunden habe es keine Gefechte mehr gegeben, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums heute.

Die Washingtoner Regierung hoffe, dass die Ruhe weiter anhalte, damit sich beide Seiten auf den gemeinsamen Kampf gegen die Extremisten-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) konzentrieren könnten.

Türkei kündigt weitere Gefechte an

Kurdische Vertreter sprachen von einer vereinbarten Waffenruhe, die halte. Aus türkischen Militärkreisen und von mit der Türkei verbündeten Rebellengruppen verlautete dagegen, es werde gegenwärtig einfach nicht geschossen. „Es gibt keinen Waffenstillstand und keine Feuerpause“, sagte ein Kommandant einer der pro-türkischen Milizen. Der Einsatz werde bald fortgesetzt.

Die Türkei ist von Norden her in das Bürgerkriegsland Syrien eingerückt. Nach eigenen Angaben will sie dort den IS bekämpfen und gleichzeitig verhindern, dass Kurdengruppen die Kontrolle über die Region erhalten. Die USA fordern von beiden Seiten, den Fokus auf den gemeinsamen Kampf gegen die Islamisten zu legen

Trump trifft vor Rede zu Einwanderung Mexikos Präsidenten

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump wird heute zu einem Treffen mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Pena Nieto nach Mexiko reisen. Er habe eine Einladung des Präsidenten angenommen und freue sich auf das Treffen, teilte Trump, der im Wahlkampf immer wieder mit scharf anti-mexikanischer Rhetorik Stimmung zu machen versuchte, gestern (Ortszeit) via Twitter mit.

Das mexikanische Präsidialamt bestätigte die Einladung und kündigte an, Pena Nieto werde den rechtspopulistischen Immobilienmilliardär zu einem „privaten Treffen“ empfangen. Eine ähnliche Einladung sei an Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton ergangen.

Nach dem Gespräch mit dem mexikanischen Präsidenten will Trump in Phoenix eine Grundsatzrede zur Einwanderungspolitik halten. Zu Trumps besonders umstrittenen Forderungen zählt die Errichtung einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, um Immigranten abzuwehren. Für den Bau will er Mexiko zur Kasse bitten.

Zu Beginn seines Wahlkampfs vor einem Jahr hatte er für Empörung gesorgt, als er mexikanische Einwanderer pauschal als „Drogendealer“ und „Vergewaltiger“ schmähte. Mit Spannung wurde erwartet, ob Trump in seiner einwanderungspolitischen Rede den Ton mäßigt.

May berät mit Kabinett „Brexit“-Fahrplan

Die britische Premierministerin Theresa May trifft sich heute erstmals nach der Sommerpause mit ihrem Kabinett. Dabei wird es vor allem um einen Fahrplan für die „Brexit“-Verhandlungen gehen. Nach Medienberichten sind die Minister tief zerstritten in der Frage, ob Großbritannien Kompromisse bei der Einwanderung von EU-Bürgern eingehen soll, um den Zugang zum EU-Binnenmarkt zu behalten.

Uneinigkeit herrscht wohl auch darüber, ob May das Parlament um Zustimmung bitten soll, bevor sie in die Verhandlungen mit Brüssel eintritt. Ob sie dazu verpflichtet ist, ist umstritten. Ein Regierungssprecher hatte zuletzt erklärt, es gebe keine Verpflichtung zu einem Parlamentsbeschluss, die Abgeordneten würden aber „zu Wort kommen“. Die Frage soll gerichtlich entschieden werden.

Briten gewinnen Vertrauen zurück

Vertrauensverlust britischer Verbraucher nach Die britischen Verbraucher haben wieder etwas von dem Vertrauen zurückgewonnen, das sie nach dem Brexit-Votum verloren hatten. Eine heute veröffentlichte Erhebung des Instituts GfK zeigte, dass der Indikator für das Verbrauchervertrauen im August auf -7 von -12 im Vormonat stieg. Im Juli war der größte Einbruch seit über 26 Jahren verzeichnet worden.

Die Umfrage zeige, dass die Verbraucher sich mit der derzeitigen Hängepartie abgefunden hätten, erklärten die Marktforscher. Großbritannien hat bisher keinen offiziellen Antrag auf einen EU-Austritt gestellt. Premierministerin Theresa May erklärte, dies werde auch in diesem Jahr nicht mehr geschehen.

Andere Umfragen hatten gezeigt, dass die Briten nach dem Votum weiter fleißig einkaufen gehen, bei größeren Anschaffungen aber etwas zurückhaltender sind. Die Briten hatten sich am 23. Juni mehrheitlich für einen Austritt aus der EU ausgesprochen und damit auch Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung ausgelöst.

Flüchtlinge: In Athener Camp droht „Gesundheitsbombe“

Die Lebensbedingungen in den Flüchtlingscamps von Elliniko rund um den alten Athener Flughafen werden von Tag zu Tag prekärer. Die örtliche Ärztekammer warnt sogar vor einer „Gesundheitsbombe“ im ehemaligen Terminal, da große Mengen Abwässer das Kellergeschoß überfluteten. Es drohe die Übertragung von Infektionskrankheiten.

Die Experten des Zentrums für Krankheitskontrolle und Vorbeugung (KEELPNO) sprachen unter Berufung auf Daten aus dem Gesundheitsministerium von einer extremen Gefährdung. Dutzende Kinder seien bereits wegen Magenschmerzen und Durchfallerkrankungen in Spitäler eingeliefert worden. Auch schwere Infektionen wie Hepatitis A seien aufgetreten.

Das Flüchtlingscamp Elliniko ist in drei Zentren aufgeteilt. Im früheren Flughafengebäude befanden sich zuletzt rund 1.000 Personen, in den angrenzenden Hockey- und Baseballstadien zusammen noch einmal 1.700. In den vergangenen Monaten waren aber schon über 3.500 Personen an diesen Orten untergebracht gewesen. Rund ein Drittel davon sollen Kinder sein, viele davon gelten als unterernährt.

Italiens Küstenwache rettet erneut Tausende Flüchtlinge

Nur einen Tag nach dem Großeinsatz vor der libyschen Küste wurden unterdessen erneut Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot gerettet worden. Etwa 3.000 Menschen seien gestern in Sicherheit gebracht worden, teilten die italienischen Behörden mit. An den 30 Rettungseinsätzen unter Federführung der Küstenwache waren mehrere Schiffe beteiligt.

Brasilien: Absetzung Rousseffs zeichnet sich ab

Brasilien steht vor einem Machtwechsel. Nach einer über 13-stündigen Marathonsitzung zeichnete sich die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit für eine Amtsenthebung der linken Präsidentin Dilma Rousseff ab. Schätzungen gingen von rund 60 Ja-Stimmen aus. Notwendig sind 54 Ja-Stimmen der 81 Senatoren.

Jeder Senator darf in der Schlussrunde dieses Impeachment-Prozesses zehn Minuten seine Beweggründe darlegen, 66 Senatoren hatten das Rederecht angemeldet. Rousseff werden Trickserien zur Schönung des Defizits und nicht vom Kongress genehmigte Kreditvergaben vorgeworfen.

Rousseff sieht „Allianz von Putschisten“

Rousseffs Verteidiger, der frühere Justizminister Jose Eduardo Cardozo, verurteilte das Verfahren scharf. Rousseff selbst hatte am Montag im Senat eine flammende Verteidigungsrede gehalten. Sie sprach von einem politisch motivierten Verfahren und sieht eine „Allianz von Putschisten“ am Werk.

Bisheriger Vizepräsident Michel Temer von der Partei der demokratischen Bewegung (PMDB) hatte das Amt nach Rousseffs Suspendierung im Mai interimsweise übernommen. Ein Bündnis der PMDB mit Oppositionsparteien brachte die notwendigen Mehrheiten für das umstrittene Impeachment-Verfahren zustande.

Land in tiefer Rezession

Das Land ist in Rousseffs 2011 begonnener Präsidentschaft in eine tiefe Rezession gerutscht, 11,8 Millionen Menschen sind aktuell arbeitslos. Ein Grund für die Krise ist auch der Verfall der Rohstoffpreise. Zudem lähmten Korruptionsskandale das Land.

Litauen eröffnet erstes Truppenübungsdorf des Baltikums

Vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über die Außenpolitik des Nachbarlands Russland hat Litauen das erste Truppenübungsdorf im Baltikum in Betrieb genommen. Die Übungen in dem eigens für militärische Zwecke errichteten Dorf sollten der litauischen Armee helfen, „die Heimat zu verteidigen und den Feind abzuwehren“, sagte Verteidigungsminister Juozas Olekas gestern bei der Einweihung.

Das Übungsdorf nahe Pabrade soll von litauischen Truppen und NATO-Verbündeten genutzt werden. Es erstreckt sich über rund 15 Hektar und verfügt über zwei Dutzend Gebäude - inklusive einer Kirche, eines Sportstadions und eines Einkaufszentrums. Die Errichtung kostete rund fünf Millionen Euro. Soldaten sollen dort urbane Kriegsführung, die Erstürmung von Gebäuden und die Nutzung von Tunneln üben.

In der früheren Sowjetrepublik Litauen herrscht beträchtliche Sorge angesichts einer möglichen militärischen Bedrohung durch Russland. In einer vergangene Woche vorgelegten Umfrage gaben 60 Prozent an, sie betrachteten Russlands Außenpolitik als Bedrohung für Litauen.Seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland 2014 hat Litauen seinen Wehretat jedes Jahr um ein Drittel erhöht.

Inland

Kern schafft Pressefoyer nach Ministerrat ab

Der Politherbst hat mit dem Bruch einer jahrzehntealten Tradition begonnen: Ab nun wird es nach der wöchentlichen Ministerratssitzung keine Pressefoyers der Regierungsspitze mehr geben, ließ Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) gestern wissen. Nicht zuletzt schafft Kern dadurch ein Kommunikationsinstrument ab, das SPÖ-Übervater Bruno Kreisky eingeführt und weidlich genützt hatte. Die damalige Taktik dahinter hält Kern für überholt - und will mit neuen Wegen für Öffentlichkeit sorgen, etwa einem „Kanzlerblog“ und „Debriefings“.

Mehr dazu in Keine Lust auf „Hunderennen“

SPÖ will ihre Mitglieder mehr mitbestimmen lassen

In der SPÖ soll die Meinung der Parteimitglieder künftig stärker gehört werden. „Wir können uns schon vorstellen, eine Koalitionsfrage einer Mitgliederbefragung zu unterziehen“, sagte Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler im Interview mit dem aktuellen „Falter“ über parteiinterne Reformpläne: „Wir können uns auch vorstellen, den Vorsitzenden durch die Mitglieder wählen zu lassen.“

Für Niedermühlbichler geht es um die Frage, was man davon habe, SPÖ-Mitglied zu sein. „Wir wollen Menschen, die der SPÖ nahe stehen, anbieten, mehr mitreden zu können. Das darf nicht pseudomäßig sein.“

Faymann leistete Widerstand

Das Thema Mitgliederbefragungen schwelt schon länger in der SPÖ, vor allem seit der burgenländische Landesparteichef Hans Niessl eine solche als Legitimation für seine Koalition mit der FPÖ herangezogen hatte. Parteichef Christian Kerns Vorgänger Werner Faymann hatte sich noch gegen dieses Instrument ausgesprochen. Nach dessen Rücktritt hieß es allerdings, dass beim nächsten Parteitag die inhaltliche Neuausrichtung sowie Kriterien für künftige Koalitionspartner abgesegnet werden sollen, mit einer Mitgliederbefragung als Orientierungshilfe.

Niedermühlbichler hat noch weitere Vorstellungen, wie die SPÖ wieder flottgemacht werden könnte. So soll die Organisationsabteilung wieder aufgebaut und die Forschungsabteilung reaktiviert werden. Das Renner Institut soll als Thinktank arbeiten. „Heute sind Parteiorganisationen im Wesentlichen dazu da, Kampagnen und Wahlkämpfe zu managen. Trotzdem soll die Parteizentrale nicht nur Bierbankerl aufstellen und den Parteitag organisieren, sondern inhaltlich arbeiten“, meinte er.

Sport

Olympia: Schröcksnadel sieht Trendumkehr

Peter Schröcksnadel hat sich gestern aus seiner Funktion als Chefkoordinator für das Förderprojekt „Rio 2016“ zurückgezogen. Der ÖSV-Präsident war im Großen und Ganzen mit der Bilanz zufrieden und sieht eine Trendumkehr im heimischen Sommersport geschafft. Wie immer teilte Schröcksnadel dabei aber auch aus und kritisierte Verbände, die seiner Meinung nach Aufholbedarf haben.

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Fußball: Garics löst Vertrag mit Darmstadt auf

Der deutsche Fußballbundesligist SV Darmstadt und György Garics gehen ab sofort getrennte Wege. Der Vertrag des 32-jährigen Rechtsverteidigers wurde in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst, gab der zum Ligaauftakt erfolglos gebliebene Tabellen-16. gestern bekannt.

„Es war eine sehr schwierige Entscheidung, die ich aber aus familiären Gründen leider treffen musste“, wurde Garics in einer Vereinsmitteilung zitiert.

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WM-Qualifikation: Baumgartlinger neuer Teamkapitän

Nach dem Abgang von Christian Fuchs hat die österreichische Nationalmannschaft einen neuen Kapitän. Teamchef Marcel Koller gab gestern bekannt, dass Julian Baumgartlinger die ÖFB-Auswahl in die WM-Qualifikation führen wird.

„Ich bin stolz. Es ist eine Ehre, Kapitän des Nationalteams zu sein“, sagte der 28-jährige Leverkusen-Legionär. „Um unseren nächsten Schritt zu erreichen, müssen aber alle Spieler mehr Verantwortung übernehmen.“ Am Montag (18.00 Uhr, live in ORF eins) starten die Österreicher in Georgien in die Quali für die WM 2018 in Russland.

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Wirtschaft

USA kritisieren EU wegen Steuerforderung an Apple

Das Weiße Haus hat die Entscheidung der EU-Kommission kritisiert, die Besteuerung des Computerriesen Apple in Irland für unzulässig zu erklären. Die Entscheidung könne zu einem Steuertransfer von den USA nach Europa führen, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, gestern in Washington. Wenn Apple in Irland 13 Mrd. Euro Steuern nachzahlen müsse, könne das Unternehmen diese Zahlung möglicherweise von der Steuerlast in den USA absetzen.

„Einseitige Ansätze“

Es gebe gemeinsame Versuche der USA und der Europäer, die internationale Besteuerung fair zu gestalten. Diese Versuche würden durch „einseitige Ansätze“ untergraben. „Wir haben kein Interesse daran, ein unfaires System aufrechtzuerhalten, das negative Effekte auf die europäische Wirtschaft hat“, sagte Earnest. „Wir wollen nur etwas, das fair ist.“

Die EU-Kommission hatte zuvor entschieden, Apple müsse 13 Mrd. Euro Steuern an die irische Regierung nachzahlen. Der milliardenschwere iPhone-Produzent habe in Irland seit 1991 nur einen sehr viel geringeren Steuersatz als andere Unternehmen bezahlt; 2014 waren es nur noch minimale 0,005 Prozent. Sowohl Apple als auch Irland wollen die Entscheidung aus Brüssel anfechten.

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Erster kommerzieller Direktflug USA - Kuba seit 55 Jahren

Nach 55 Jahren beginnt heute wieder ein regulärer Flugverkehr zwischen den USA und Kuba. Die US-Fluggesellschaft JetBlue schickt den ersten Jet von Fort Lauderdale im Bundesstaat Florida zur zentralkubanischen Stadt Santa Clara.

Künftig soll es täglich 110 Flüge zwischen den beiden Ländern geben - für 90 Verbindungen haben beide Regierungen bereits grünes Licht gegeben. Sechs US-Fluggesellschaften sind zugelassen, sie bedienen sechs Flughäfen in den USA und neun in Kuba. Bisher durften nur Charterflugzeuge unter bestimmten Bedingungen auf Strecken zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba verkehren.

Kartellgericht stoppt heimischen Glücksspieldeal

Seit Monaten ist hinter den Kulissen verhandelt worden - nun folgt der Paukenschlag: Das Kartellgericht hat den Einstieg von Novomatic beim teilstaatlichen Rivalen Casinos Austria untersagt.

Das Gericht formulierte offenbar Auflagen, die der niederösterreichische Konzern nicht erfüllen wollte. Die Causa könnte aber in die nächste Runde gehen: Novomatic behält sich Rechtsmittel vor.

Mehr dazu in Plan könnte vor OGH landen

Chronik

Mindestens zehn Tote nach Taifun in Japan

Bei dem heftigen Taifun über Japan sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Neun Opfer wurden bei einem Altersheim in der nordöstlichen Stadt Iwaizumi gefunden, wie japanische Medien heute berichteten.

In der Stadt Kuji kam demnach zudem eine weitere alte Frau ums Leben. Der inzwischen abgezogene Taifun „Lionrock“ war am Vorabend in der Region Tohoku im Nordosten auf Land getroffen.

Die Region war vor fünf Jahren von einem Erdbeben und Tsunami verwüstetet worden. „Lionrock“ hatte die Region mit starken Regenfällen und Sturmböen überzogen. Rund 410.000 Menschen waren aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. Doch die örtlichen Behörden warnten vor den Gefahren durch mögliche Erdrutsche.

Deutscher Sektenführer in Uruguay ermordet

Ein mutmaßlicher deutscher Sektenführer und Sexualstraftäter ist in Uruguay ermordet worden. Die Leiche des 61-Jährigen wurde gefesselt bereits am Sonntag am Strand der südosturuguayischen Ortschaft La Floresta entdeckt und erst gestern identifiziert, wie die Zeitung „El Pais“ berichtete.

Der Tote sei mit einem Plastiksackerl über dem Kopf, angelegten Handschellen und gefesselten Füßen aufgefunden worden, erklärte der zuständige Richter.

Auslieferung nach Deutschland abgelehnt

Die Behörden des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen hatten 2015 die Auslieferung des ehemaligen Anführers der Sekte Licht-Oase und seiner Frau beantragt. Der Mann soll nach Angaben der Detmolder Staatsanwaltschaft zwischen Frühjahr und November 1994 ein damals 13 Jahre altes Mädchen mehrfach vergewaltigt und sexuell misshandelt haben. Seiner Frau wurde Beihilfe vorgeworfen. Die uruguayische Justiz verweigerte die Auslieferung, weil die Verbrechen nach lokalem Recht verjährt waren.

Unfall bei Bayreuth: Zwei Tote und drei Schwerverletzte

Ein Überholvorgang hat im Landkreis Bayreuth (Bayern) zu einem Verkehrsunfall mit zwei Toten und drei Schwerverletzten geführt. Ein 28-jähriger Autofahrer mit drei Frauen im Wagen geriet gestern Abend beim Überholen auf der Bundesstraße 303 in den Gegenverkehr, wie die Polizei mitteilte.

Er prallte in der Gemeinde Bischofsgrün frontal mit dem Auto eines 82-Jährigen zusammen, ehe beide Fahrzeuge gegen einen Kleinbus schleuderten. Eine 20-jährige Mitfahrerin starb noch an der Unfallstelle, eine 17-Jährige wenig später im Krankenhaus.

Der Unfallverursacher, seine 20 Jahre alte Beifahrerin und der 82-Jährige erlitten schwere Verletzungen. Rettungskräfte brachten sie in Krankenhäuser. Zwei Hubschrauber, drei Notärzte sowie 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, der Bergwacht, des Technischen Hilfswerks und der Polizei waren vor Ort. Die B303 war bis zum späten Abend komplett gesperrt.

370 Kilo Kokain in französischer Coca-Cola-Fabrik gefunden

In einer Produktionsstätte des Getränkeherstellers Coca Cola in Frankreich haben Mitarbeiter 370 Kilogramm Kokain entdeckt. Die Droge war in Beuteln verpackt in einem Container aus Südamerika versteckt, teilte die Staatsanwaltschaft in Marseille mit. Das Kokain habe einen Verkaufswert von etwa 50 Mio. Euro.

Bisher keine Verdächtigen

Die Drogenpäckchen seien bereits am Freitag von Angestellten der Firma in der Gemeinde Signes nahe Marseille gefunden worden. Vorerst wurden keine Verdächtigen festgenommen. Die Polizei will zunächst die genaue Herkunft des Kokains ermitteln.

Im April 2015 hatten französische Zollbeamte auf einem Segelboot vor der Küste der Karibikinsel Martinique 2,2 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Es war einer der größten Kokainfunde in der jüngeren Vergangenheit für die französischen Drogenfahnder.

IT

Google macht Uber in San Francisco Konkurrenz

Google geht einem Zeitungsbericht zufolge mit einem eigenen Mitfahrdienst in San Francisco auf Konfrontationskurs zum Platzhirsch Uber. Die Alphabet-Tochter werde ein rund um die Konzernzentrale südlich von San Francisco gestartetes Pilotprojekt auf die Metropole ausdehnen, berichtete das „Wall Street Journal“ gestern.

Das Angebot basiere auf der Navigations-App Waze, mit der Nutzer Kontakt zueinander aufnehmen können. So sollten besonders preisgünstige Mitfahrgelegenheiten unter Verkehrsteilnehmern vermittelt werden, die ohnehin schon in dieselbe Richtung fahren.

Derzeit noch beschränkter Nutzerkreis

Uber und der Rivale Lyft setzen dagegen auf private Chauffeure, die per Smartphone-App extra für eine Fahrt bestellt werden. Das Google-Programm über Waze ist laut dem „Wall Street Journal“ derzeit noch auf einige tausend Mitarbeiter einzelner Unternehmen in der Region beschränkt.

Science

Panorama

Leute

Polizei nimmt Rapper Chris Brown fest

Nach einem stundenlangen Nervenkrieg mit der Polizei ist US-Rapper Chris Brown festgenommen worden. Beamte brachten den Musiker gestern (Ortszeit) aus seiner Villa in Los Angeles auf ein Polizeirevier, wo Anzeige wegen eines Angriffs mit einer tödlichen Waffe erstattet wurde, wie die Polizei mitteilte. Brown soll eine Frau auf seinem Anwesen mit einer Pistole bedroht haben.

Hilferuf einer Frau

Der Festnahme war ein stundenlanger Showdown vorangegangen. In der Nacht waren Beamte erstmals vor der Villa erschienen, nachdem die Frau telefonisch um Hilfe gerufen hatte. Brown warnte daraufhin die Polizisten in einer Reihe wütender Videos, die er auf der Internet-Plattform Instagram veröffentlichte, vor dem Betreten seines Anwesens.

Am Nachmittag rückten die Polizisten dann erneut an - diesmal mit einem Durchsuchungsbefehl. Sie drangen in die Villa ein und nahmen den Sänger fest. Nach Polizeiangaben hatte die Gewinnerin des Miss-California-Regional-Schönheitswettbewerbs, Baylee Curran, den Fall ins Rollen gebracht. Auch sie wandte sich über Instagram an die Öffentlichkeit. „Wenn jemand eine Waffe an Deinen Kopf hält, was machst Du dann? Du rufst die Polizei“, sagte sie.