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Iran: Einigung über Inspektion von Militäranlagen

Der Iran hat sich mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) nach Teheraner Angaben über die lange strittige Inspektion von Militäranlagen verständigt. Nun wollten Experten beider Seiten einen Zeitrahmen für die Überprüfungen festlegen, sagte der Sprecher der iranischen Atomorganisation AEOI, Behrouz Kamalvandi, heute der iranischen Nachrichtenagentur ISNA.

Bei den seit Jahren laufenden Verhandlungen der fünf UNO-Vetomächte sowie Deutschlands (5+1) mit Teheran über das iranische Atomprogramm sind IAEA-Inspektionen von Militäranlagen ein hoch kontroverses Thema. In der Militäranlage Parchin soll der Iran nach westlichen Geheimdienstberichten einst Atomtests simuliert haben.

Ausland

Pentagon verkündet Tod von hochrangigem IS-Mitglied

Das US-Verteidigungsministerium hat den Tod eines weiteren hochrangigen Mitglieds der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verkündet. Der Tunesier Tarek ben Tahar al-Awni al-Harzi sei am 16. Juni bei einem Luftangriff der Anti-IS-Koalition in Schadadi in der syrischen Provinz Hassaka getötet worden, sagte Pentagon-Sprecher Jeff Davis in Washington.

Bereits vor anderthalb Wochen hatten die USA den Tod seines Bruders Ali al-Harzi bei einem US-Luftangriff am 15. Juni im irakischen Mossul bekanntgegeben.

Für Rekrutierung und Geldeintreibung zuständig

Ähnlich wie sein Bruder sei Tarek al-Harzi für die Rekrutierung von IS-Kämpfern und die Organisation von Reisen der IS-Kämpfer betraut gewesen, teilte das Pentagon weiter mit. Außerdem habe er Gelder für die Dschihadistenorganisation eingetrieben und sich am „Kauf und Transport von Waffen aus Libyen bis nach Syrien“ beteiligt.

Tarek al-Harzi beteiligte sich den Angaben zufolge zudem an der Organisation von Selbstmordanschlägen mit sprengstoffbeladenen Fahrzeugen im Irak.

Atomverhandlungen: Rouhani stellt Bedingungen

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat Inspektionen von iranischen Militäranlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) nicht ausgeschlossen. Aber einen Blankoscheck für die IAEA-Inspektoren werde er auch nicht ausstellen.

„Der Iran ist bereit, im Rahmen der internationalen Vorschriften (in der IAEA), die verbliebenen Themen mit der IAEA zu klären“, sagte Rouhani gestern bei einem Treffen mit IAEA-Chef Yukiya Amano in Teheran.

Einigung in Wien angestrebt

Bei der geplanten Atomeinigung zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten sowie Deutschland in Wien sind IAEA-Inspektionen von Militäranlagen weiterhin ein kontroverses Thema. Dort soll der Iran nach westlichen Geheimdienstberichten Atomtests durchgeführt haben.

Teheran bestreitet das. Um es auch zu beweisen, will Rouhani Inspektionen zwar zulassen, nur sollten sie vorher mit dem Iran koordiniert sein. Die IAEA fordert aber seit Jahren freien Zugang zu diesen Anlagen.

Rouhani wies diese Forderung in dem Treffen mit Amano erneut zurück. Die Inspektionen sollten in einem „fairen Rahmen“ und nach IAEA-Vorschriften stattfinden. Der Iran habe in den vergangenen zwölf Jahren der Wiener UNO-Behörde mehrmals bewiesen, dass diese Unterstellungen grundlos seien.

Westjordanland: Dutzende Hamas-Anhänger festgenommen

Die radikalislamische Hamas hat der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) vorgeworfen, Dutzende Hamas-Mitglieder im Westjordanland festgenommen zu haben.

Einer Mitteilung zufolge hätten Sicherheitskräfte gestern Nacht und heute Früh an mehreren Orten mehr als 60 Hamas-Aktivisten verhaftet. Der Hamas-Funktionär Issat al-Rischek sprach von einem „Dolchstoß in den Rücken unseres Volkes“.

Die Palästinensische Autonomiebehörde wird von der Fatah dominiert, deren Beziehungen zur Hamas zerrüttet sind. Gleichzeitig arbeitet die Palästinensische Autonomiebehörde in Sicherheitsfragen mit Israel zusammen, um Terrorangriffe aus dem Westjordanland zu verhindern.

Explosion in Kolumbiens Hauptstadt - mehrere Verletzte

Bei der Explosion eines Sprengkörpers in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota sind gestern mindestens fünf Menschen leicht verletzt worden. In Medienberichten war von bis zu acht Verletzten die Rede. In der Gegend, in der Unternehmen aus dem Finanzsektor angesiedelt sind, gingen Fensterscheiben zu Bruch, hieß es nach Angaben der Feuerwehr.

Rebellengruppen verantwortlich?

Laut Augenzeugenangaben hatte ein Unbekannter den Sprengsatz vor dem Büro eines Pensionsfonds platziert. Vor einem anderen Büro des Unternehmens im Westen der Stadt kam es später zu einer zweiten Explosion, dort sei jedoch niemand verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft vermutet Rebellengruppen dahinter, berichtete die Zeitung „El Espectador“.

IS zerstört berühmte Löwenskulptur aus Palmyra

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die berühmte Löwenskulptur aus dem Allat-Tempel der syrischen Oasenstadt Palmyra zerstört. „Das ist das schlimmste Verbrechen, das die Dschihadisten am Erbe von Palmyra begangen haben“, sagte der Direktor der syrischen Antikensammlungen, Maamun Abdelkarim, gestern laut AFP. Er bezeichnete die Löwenskultpur, die am Eingang des Museums von Palmyra stand, als „einzigartig“. Allat ist eine vorislamische Göttin der Araber. Die Zerstörung der Skulptur erfolgte laut Abdelkarim am Samstag.

Löwenstatue in Palmyra

Mappo unter cc by-sa

Die Kalksteinskulptur des Löwen wurde 1977 von einer polnischen archäologischen Mission entdeckt. Sie wurde auf das erste vorchristliche Jahrhundert datiert. Abdelkarim sagte, die Skulptur sei mit einer Metallplatte und mit Sandsäcken vor den Wirren des syrischen Bürgerkriegs geschützt worden.

„Wir haben es nie für möglich gehalten, dass der IS kommen würde, um sie zu zerstören.“ Der IS drang am 21. Mai nach Palmyra vor. Die archäologischen Stätten der Stadt zählen zum Weltkulturerbe der UNO-Wissenschaftsorganisation UNESCO.

Inland

SPÖ-Präsidium und -Vorstand treten zusammen

In Wien treten heute Vormittag Präsidium und Vorstand der SPÖ zusammen, Parteivorsitzender und Bundeskanzler Werner Faymann wird dabei seine Personalentscheidungen für die Parteizentrale absegnen lassen. Es gibt einen neuen Bundesgeschäftsführer und einen Kommunikationschef. Dass Faymann selbst zu Debatte steht, wird ausgeschlossen - die Spekulationen blühen trotzdem.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Streit über Lehrer hat „Matchcharakter“

Im Streit in der Bildungsarbeitsgruppe der Regierung, ob Bund oder Länder für die Lehrer künftig allein zuständig sein sollen, sind die Fronten offenbar verhärtet. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (beide SPÖ) glauben allerdings weiterhin an eine Lösung, wie sie gestern sagten.

Ostermayer sieht bei den Auseinandersetzungen einen „Machtcharakter“. Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl soll für die SPÖ wieder Bewegung in die Arbeitsgruppe bringen. Am Mittwoch hatten der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) und der niederösterreichische Landeschef Erwin Pröll (ÖVP) mit geharnischter Kritik das Handtuch geworfen.

Mehr dazu Häupl soll frischen Wind bringen

Wirtschaft

Megafusion zwischen US-Krankenversicherern steht

Unter den Anbietern von Krankenversicherungen in den USA kommt es zu einem Megazusammenschluss. Aetna kaufe den Konkurrenten Humana für 37 Mrd. Dollar (33,4 Mrd. Euro), teilten beide Unternehmen heute mit. Der Deal ist der größte in der Versicherungsbranche, seit Anthem im Jahr 2004 WellPoint für 16,6 Mrd. Dollar (knapp 15 Mrd. Euro) gekauft hatte.

US-Gesundheitsbranche im Umbruch

Die US-Gesundheitsbranche befindet sich seit der Einführung des staatlichen Krankenversicherungsprogramms im Umbruch. Aetna erhofft sich von der Übernahme und dem Zugewinn von Millionen Versicherungsnehmern Synergien und eine bessere Position in den Preisverhandlungen mit Krankenhäusern und Ärzten.

Softwarefehler sorgt für Massenrückruf bei Ford

Der US-Autohersteller Ford beordert in Nordamerika zahlreiche Fahrzeuge wegen Softwareproblemen in die Werkstätten. Vom Rückruf betroffen seien rund 433.000 Wagen der Modelle Focus, C-Max und Escape aus den Jahrgängen 2014 und 2015, wie das Unternehmen gestern mitteilte.

Bei den Fahrzeugen könne es zu Kontrollverlust durch ein fehlerhaftes elektronisches Steuergerät kommen. Es bestehe das Risiko, dass der Motor weiterlaufe, auch wenn er eigentlich über den Stop-Button oder den Zündschlüssel ausgestellt worden sein sollte. Das Problem soll durch neue Software behoben werden.

Tesla verdoppelt Verkaufszahlen

Elektroautopionier Tesla hat einen kräftigen Absatzsprung gemacht. Im zweiten Quartal stiegen die Auslieferungen des aktuellen Model S im Jahresvergleich um 52 Prozent auf 11.507 Fahrzeuge, wie die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk gestern mitteilte. Damit sei ein neuer Rekordwert erreicht worden. Teslas Verkaufsprognosen wurden mit dem Ergebnis übertroffen.

Allerdings hat sich das Unternehmen auch ambitionierte Ziele gesteckt. Im Gesamtjahr sollen 55.000 Wagen an die Kundschaft gebracht werden. Dabei setzt Tesla auf den Elektro-SUV „Model X“, der im September auf den Markt kommen soll.

Analysten erwarten, dass das neue Modell für einen Absatzboom im Schlussquartal sorgen wird. Tausende Vorbestellungen soll es bereits geben.

Sport

Formel 1: Räikkönen läuft bei Ferrari die Zeit davon

Von den Fans ist Kimi Räikkönen jüngst zum populärsten aktiven Formel-1-Piloten gewählt worden. Bei seinem Rennstall Ferrari sieht die Zukunft des 35-jährigen Finnen nach schwachen Ergebnissen und schon 48 Punkten Rückstand auf Teamkollege Sebastian Vettel aber ziemlich düster aus.

„Räikkönens Schicksal liegt in seinen Händen“, erklärte Teamchef Maurizio Arrivabene vor dem Grand Prix von Großbritannien am Sonntag (14.00 Uhr MESZ, live in ORF eins). „Er muss arbeiten, um zu beweisen, dass er einen Ferrari verdient.“

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Österreich-Rundfahrt: ÖRV-Jungstar lässt Ära Kohl vergessen

Um die Zukunft im heimischen Radsport gibt es derzeit kaum Anlass zu Sorge. Die junge Generation ist auf dem Sprung zur Weltspitze, wenn sie dort nicht schon angekommen ist. Einer der Fahrer, die bereits in die Notizbücher der World-Tour-Teams gefahren sind, ist Gregor Mühlberger - Glocknerkönig 2014, Sieger der Oberösterreich-Rundfahrt und der Friedensfahrt 2015. Im ORF.at-Interview sprach der 21-Jährige über seine Traumsaison, die 67. Österreich-Rundfahrt, das Problem Doping und darüber, wie der Dopingfall Bernhard Kohl seine Karriere damals beeinflusst haben könnte.

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Chronik

Massenevakuierung wegen brennenden US-Güterzugs

Nach der Entgleisung eines mit giftigen Chemikalien beladenen Güterzugs haben im US-Bundesstaat Tennessee mehr als 5.000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Der Zug war am Mittwoch kurz vor Mitternacht (Ortszeit) in der Nähe von Maryville entgleist und in Brand geraten, teilten die Behörden gestern mit.

Der Güterzug hatte unter anderem Acrylnitril, eine hochentzündliche und giftige Substanz, geladen, die Atemwegsbeschwerden verursachen kann, sagte der Feuerwehrmann Kermit Easterling. Die Feuerwehr ging im Umkreis von rund drei Kilometern von Tür zu Tür, um die Umgebung vollständig zu evakuieren. Für die Betroffenen richtete das Rote Kreuz ein Notlager ein.

Wasser trinken kann zur Gefahr werden

Medienberichten zufolge wurden nach dem Unfall 25 Menschen ins Krankenhaus gebracht, die vermutlich in Kontakt mit der giftigen Chemikalie gekommen waren. Vermutlich habe aber keiner von ihnen schwere Beschwerden.

Der Betreiber des Güterzugs, die Firma CSX, teilte mit, Anrainer seien von den Behörden aufgerufen worden, vorerst nicht aus Quellen und Brunnen in der Nähe des Unglücksortes zu trinken. Zugleich kündigte CSX Tests von Luft und Trinkwasser an. Die Ursache für die Entgleisung des Zugs, der aus zwei Lokomotiven sowie 45 beladenen und zwölf leeren Waggons bestand, werde derzeit untersucht.

Vier Tote nach Erdbeben im Nordwesten Chinas

Bei einem Erdbeben im Nordwesten Chinas sind laut ersten Informationen vier Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt 48 Menschen wurden bei dem Beben der Stärke 6,5 verletzt, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Das Epizentrum lag im Kreis Pishan in der Präfektur Hotan in der Region Xinjiang, wie das chinesische Erdbebenzentrum (CENC) mitteilte.

Auch an Gebäuden gab es zahlreiche Schäden. In Pishan stürzte ein Geschäftshaus ein, in dem sich mehrere Menschen aufgehalten hatten, wie die Nachrichtenagentur China News Service berichtete. Fünf Verletzte seien aus den Trümmern gezogen worden. Zehn weitere Menschen fanden die Retter bewusstlos in der Nähe des Gebäudes vor. Sie wurden zur Behandlung in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht.

Das chinesische Militär hatte direkt nach dem Unglück 70 Soldaten für Bergungsarbeiten in die Region geschickt. Weitere 140 Einsatzkräfte sollen folgen. Kurz nach dem Hauptbeben, das um 9.07 Uhr Ortszeit die Erde erschütterte, kam es zu mehreren leichteren Nachbeben. In Pishan leben 258.000 Menschen, von denen die meisten der uigurischen Minderheit des Landes angehören.

IT

Web 2.0 hat kaum andere Sorgen als Erbsen-Guacamole

Mit einem Rezept für Guacamole hat die „New York Times“ im Internet einen Sturm der Entrüstung losgetreten und sogar Kritik von US-Präsident Barack Obama eingefahren. Die grünen Hülsenfrüchte verschafften dem in den USA beliebten Avocado-Dip eine „intensive Süße und stückige Struktur“, schrieb das Blatt in seinem Rezeptteil. Die Erbsen verhinderten außerdem, dass sich der Dip braun färbe.

Köche und Food-Blogger liefen Sturm. Ein Avocadozüchterverband twitterte: „Stoppt den Guacamole-Wahnsinn jetzt. Erbsen raus!“ Auch Politiker schalteten sich ein: Die Republikanische Partei im Staat Texas, wo mexikanische und Tex-Mex-Küche sehr beliebt ist, stufte das Rezept als „Kriegserklärung“ ein. Auch Präsidentschaftskandidat Jeb Bush reagierte mit einem entschiedenen Nein.

Zeitung trotzt Proteststurm

Schließlich schaltete sich sogar Obama in die Debatte ein. Er respektiere die „New York Times“, schrieb er auf Twitter, aber Erbsen in Guacamole kaufe er der Zeitung nicht ab. „Zwiebeln, Knoblauch, Chilischoten. Klassiker“, schrieb Obama. Das Blatt verteidigte sich und schrieb am Donnerstag: „Einige mutige Seelen haben das Undenkbare getan: Sie haben es probiert.“

Der Food-Website GourmetSleuth zufolge rührten erstmals die Azteken im antiken Mexiko des 14. Jahrhunderts das grünliche, leicht klumpige Püree an. Demnach hielten sie Guacamole für ein Aphrodisiakum. Die Paste erfreut sich in den USA zunehmender Beliebtheit, auch weil die Hauptzutat Avocado wegen ihrer ungesättigten Fettsäuren und Vitamine als sehr gesund beworben wird.

Yelp-Verkauf offenbar wieder vom Tisch

Das Bewertungsportal Yelp will sich einem Medienbericht nach nun doch nicht aufkaufen lassen. Trotz einiger Interessenten sei der Verkaufsprozess vorerst abgeblasen worden, meldete der Finanzdienst Bloomberg gestern unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Im Mai berichtete das „Wall Street Journal“ von den Verkaufsplänen. Demnach habe das Unternehmen Berater angeheuert und bereits Verhandlungen mit potenziellen Investoren eingeleitet. Mit einem Verkauf könne Yelp mehr als 3,5 Milliarden Dollar (3,2 Mrd. Euro) erlösen, hieß es damals. Die Berichte über die Absage des Verkaufs sorgten für einen Kurssturz auf der New Yorker Börse: Die Yelp-Aktie ging mit einem Minus von mehr als zehn Prozent aus dem Handel.

Bei Yelp können Nutzer Restaurants und andere Geschäfte bewerten. Die Firma ist seit März 2012 an der Börse gelistet. Allerdings hat sich das Management einen entscheidenden Anteil der Stimmrechte gesichert und könnte einen Verkauf damit maßgeblich beeinflussen.

Gesundheit

Kultur

50. Filmfestival Karlovy Vary feiert Richard Gere

Mit dem jüngsten Wettbewerb der Festivalgeschichte und einem dichten Jubiläumsprogramm startet das Internationale Filmfestival Karlovy Vary (KVIFF) heute Abend in seine 50. Ausgabe.

Der Auftakt des geschichtsträchtigen Festivals, bei dem heuer an neun Tagen im westböhmischen Kurort Karlsbad rund 200 Filme gezeigt werden, steht diesmal ganz im Zeichen des Ehrengastes Richard Gere.

Gleich zweimal wird Gere an den ersten Tagen der rote Teppich ausgerollt: Bei der Eröffnungsgala im Hotel Thermal wird der 65-jährige US-Schauspieler mit dem Kristallglobus für herausragende künstlerische Verdienste um das Weltkino geehrt.

25 Jahre „Pretty Woman“

Präsentiert er zum Auftakt gemeinsam mit Regisseur Oren Moverman und Darstellerin Jena Melone den Film „Time Out of Mind“ (2014), steht am Sonntagabend mit „Franny“ (2015) von Andrew Renzi schon die nächste Galavorstellung an.

Heimlicher Höhepunkt dürfte aber ein bereits älteres Werk werden: Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums von „Pretty Woman“ beehrt Gere im Open-Air-Kino die Vorführung der legendären romantischen Komödie, die Julia Roberts einst zum Star machte.

Eingeladene Regisseure so jung wie nie

Festivalgeschichte wird heuer im Hauptwettbewerb geschrieben, ist das Durchschnittsalter der eingeladenen Regisseure mit 39 Jahren doch laut dem künstlerischen Direktor Karel Och so niedrig wie noch nie.

Sieben Weltpremieren und sechs internationale Premieren umfasst der von Debüts geprägte Spielfilmwettbewerb, darunter etwa Dietrich Brüggemans Nazi-Satire „Heil“, das Spielfilmdebüt „The Red Spider“ des polnischen Dokumentaristen Marcin Koszalka und „Jeder der fällt hat Flügel“ des österreichischen Regisseurs Peter Brunner.

Auch im 16 Filme umfassenden Dokumentarfilmwettbewerb findet sich mit Albert Meisls „Vaterfilm“ ein österreichischer Beitrag, weitere heimische Lang- und Kurzfilme laufen in Nebensektionen.

Lichtinstallation an EZB-Zentrale: „Außer Betrieb“

Der Düsseldorfer Lichtkünstler Oliver Bienkowski hat gestern Abend den Schriftzug „Außer Betrieb“ auf die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt projiziert.

Schriftzug "Außer Betrieb" auf die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt projiziert

APA/EPA/dpa//Fredrik Von Erichsen

Die Installation auf dem Turm der neuen EZB-Zentrale war weithin sichtbar - näher erklären wollte Bienkowski sie nicht: „Wir wollen das extra offenlassen, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann“, sagte er laut dpa.

Für Aufsehen hatte der Lichtkünstler bereits vor einem Jahr gesorgt, als er ein Bild von US-Präsident Barack Obama auf die Fassade der US-Botschaft in Berlin projiziert hatte - neben dem Schriftzug „NSA in da House“.

Rihanna verstört mit blutigem Video

Mit einem blutigen Video hat Rihanna für Wirbel gesorgt und verstörte Zuschauer hinterlassen. Der sieben Minuten lange Film zu „Bitch Better Have My Money“, das gestern veröffentlicht wurde, besteht zum größten Teil aus schwerem Verbrechen: Eine junge Frau wird entführt, misshandelt, unter Alkohol und Drogen gesetzt.

Schließlich kommt Rihanna zu deren Ehemann, den „Auftraggeber“ der Entführung. Sie sagt ihm die Titelzeile. Das Video lässt darauf schließen, dass sie den wehrlosen Mann tötet.

„Rihannas neues Video ist brillant, furchteinflößend und kompliziert“, schrieb die Huffington Post. „Cosmopolitan“ fand es „irre“. „People“ beschreibt es als „verrückt, blutig und vulgär“. Und „Time“ fand, dass „Rihannas Blutbad jeden Mafia-Boss stolz gemacht hätte“. Das Video sei „nichts für schwache Herzen (oder Ihren Computer im Büro)“.

Science

Russischer Raumfrachter mit Nachschub für ISS gestartet

Fast fünf Tage nach dem Absturz des US-Raumfrachters „Dragon“ bringt Russland mit einem neuen Versorgungsflug dringend benötigten Nachschub zur Internationalen Raumstation (ISS).

Die unbemannte „Progress“ mit zweieinhalb Tonnen Fracht hob um 6.55 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof in Baikonur (Kasachstan) ab, wie russische Agenturen heute meldeten.

Das Andocken ist am Sonntag um 9.13 Uhr MESZ geplant. An Bord der „Progress“ sind auch Nahrungsmittel für die drei Raumfahrer. Der Start war mit Spannung erwartet worden, nachdem bereits im April auch ein russischer „Progress“-Frachter abgestürzt war.

Lifestyle