Ausland

Historischer Besuch: Burmas Präsident trifft Obama

US-Präsident Barack Obama empfängt Burmas Staatschef Thein Sein heute zu einem historischen Besuch im Weißen Haus. Mit dem Treffen will Obama den Reformprozess in dem südostasiatischen Land weiter unterstützen.

Nach der jahrzehntelangen Herrschaft einer Militärjunta ist in Burma seit dem Frühjahr 2011 eine formal zivile Regierung unter dem früheren General Sein an der Macht. Sein besucht als erster burmesischer Staatschef seit fast einem halben Jahrhundert Washington. Obama hatte vergangenen November als erster amtierender US-Präsident Burma besucht.

Zeitungsbericht: Syrien macht Raketen gegen Israel scharf

Die Spannungen zwischen Syrien und Israel stehen haarscharf vor der endgültigen Eskalation: Laut einem Bericht der britischen „Sunday Times“ hat der syrische Machthaber Baschar al-Assad den Befehl gegeben, die modernsten Boden-Boden-Raketen seines Militärs auf Tel Aviv auszurichten. Sie sollen abgefeuert werden, sobald Israel - wie zuletzt bereits dreimal - syrische Waffenlieferungen an die radikalislamische Hisbollah mit Luftschlägen abfangen will. Israelische Experten halten Tel Aviv für ernsthaft bedroht.

Mehr dazu in Flughafen Ben Gurion als mögliches Ziel

Lokalwahlen in Kroatien: Regierungskoalition voran

Die von den Sozialdemokraten angeführte kroatische Regierungskoalition kann nach der ersten Runde der Lokalwahlen nur eineinhalb Monate vor dem EU-Beitritt am 1. Juli vorläufig aufatmen: Die oppositionelle HDZ (Kroatische Demokratische Partei) konnte ihren Überraschungserfolg von den EU-Wahlen am 14. April, den sie zum Großteil der Rechtspopulistin Ruza Tomasic von der Rechtspartei HSP AS schuldete, gestern nicht wiederholen, holte aber auf. Die Wahlbeteiligung lag bei 46 Prozent, um 22.00 Uhr waren 52 Prozent der Stimmen ausgezählt.

Bürgermeister Zagrebs verteidigt Posten

Laut den ersten Ergebnissen der staatliche Wahlkommission (DIP) sicherten sich der SDP-Kandidat in Rijeka, Vojko Obersnel, und der HDZ-Kandidat und Ex-Infrastrukturminister Bozidar Kalmeta in Zadar schon in der ersten Runde ihre Bürgermeisterposten. In den Stadtversammlungen von Zagreb, Rijeka und Split führt die SDP. Allerdings scheiterte die Partei an dem Ziel, das Bürgermeisteramt in der Hauptstadt Zagreb zu erobern. Ihr Kandidat, Gesundheitsminister Rajko Ostojic, erhielt lediglich 24 Prozent der Stimmen,der langjährige Amtsinhaber Milan Bandic kam auf 46 Prozent.

Provokativer Wahlkampf

Die HDZ hatte im Wahlkampf für die Lokalwahlen wieder auf die rechtspopulistische Karte gesetzt und mit ihrer Wahlwerbung für Kontroversen gesorgt. So plakatierte die Partei in der niedergehenden Industriestadt Sisak rassistische Werbung, die auf die in Kroatien immer wieder geführte Debatte zwischen Kommunisten und Katholiken, die stellvertretend für Sozialdemokraten und HDZ stehen, anspielte. Auf den Plakaten war eine schmutzige, grobe Handfläche mit Hammer und Sichel, und eine zarte, saubere mit einem Kreuz zu sehen. HDZ-Chef Tomislav Karamarko sah dabei keinen Rassismus, die Plakate wurden dennoch entfernt.

Ex-KZ-Wächter wird tausendfache Mordbeihilfe vorgeworfen

Die deutsche Staatsanwaltschaft wirft dem früheren KZ-Wachmann Hans Lipschis (93) nach Information der deutschen „Welt am Sonntag“ Beihilfe zum Mord in 9.515 Fällen vor. Das gehe aus dem Haftbefehl des Amtsgerichts Stuttgart hervor, der der Zeitung vorliege.

Laut der richterlichen Anordnung, die am 2. Mai erlassen worden sei und zehn Seiten umfasse, soll Lipschis demnach im Konzentrationslager Auschwitz bei den berüchtigten Selektionen eingesetzt gewesen sein, bei denen als arbeitsunfähig eingestufte Deportierte gleich bei ihrem Eintreffen in dem Lager aussortiert und direkt in die Gaskammern geschickt wurden.

Anwalt stellt Verhandlungsfähigkeit infrage

Dem Bericht zufolge gehen die Strafverfolger laut Haftbefehl davon aus, dass der frühere SS-Rottenführer an mindestens neun solcher Vernichtungsaktionen beteiligt gewesen ist. So habe Lipschis „zumindest Wachbereitschaft“ gehabt, als am 24. Jänner 1943 ein Transport aus Theresienstadt in Auschwitz angekommen und 1.773 Personen sofort ermordet worden seien.

Der gebürtige Litauer Lipschis, der seit seiner Ausweisung aus den USA im Jahr 1983 in dem schwäbischen Städtchen Aalen wohnt, sitzt seit fast zwei Wochen in Untersuchungshaft. Sein Pflichtverteidiger Achim Bächle rechnet nicht mit einem Prozess vor Herbst dieses Jahres. „Ob mein Mandat dann noch verhandlungsfähig ist, bleibt offen“, sagte er der „Welt am Sonntag“.

Inland

Kärntner Valentinskonzerte kosteten 111.720 Euro

Die vom früheren Kärntner Volkskulturreferenten Harald Dobernig (FPK) im Vorfeld der Landtagswahl am 3. März veranstalteten Valentinskonzerte haben insgesamt 111.720 Euro gekostet. Der neue zuständige Referent, Wolfgang Waldner (ÖVP), bestätigte gegenüber der APA einen entsprechenden Bericht der „Kleine Zeitung“ (Sonntag-Ausgabe).

Alleine Druck und Versand der Flugblätter hätten die Steuerzahler 28.000 Euro gekostet, heißt es in dem Blatt. Waldner stoppte nun die Auszahlung der Rechnungen, und Kärntens ÖVP-Chef Gabriel Obernosterer sieht einen „Fall für den Staatsanwalt“. Ex-Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) hatte wenige Tage vor der Wahl die Kosten für die Valentinskonzerte mit 50.000 Euro beziffert.

Dobernig selbst hatte der Öffentlichkeit gegenüber keine Zahl genannt, Vorwürfe von Wahlwerbung auf Steuerzahlerkosten oder verdeckter Parteienfinanzierung aber zurückgewiesen. Die „Kleine Zeitung“ zitiert außerdem aus Rechnungen für Dobernigs Neujahrsempfang, der mit 73.913 Euro zu Buche geschlagen habe. Gekommen waren laut Abrechnung 812 Gäste.

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Wirtschaft

Griechenland verkauft kleine Banken und testet große

Griechenland will spätestens Mitte Juli zwei kleinere Banken verkaufen und die großen Institute noch in diesem Jahr einem „Stresstest“ unterziehen. Im jüngsten Troika-Bericht hieß es, der Bankenrettungsfonds des Landes suche neue Besitzer für die Hellenic Postbank sowie für Proton.

Beide Banken wurden in „gute“ und „schlechte“ Teile aufgespaltet und sind vollständig Eigentum des Fonds, der im Rahmen des Rettungspakets mit 50 Milliarden Euro ausgestattet wurde. In dem Bericht von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) heißt es weiter, diese Summe reiche für Rekapitalisierungen und Abwicklungen in der Branche aus. Zudem bleibe genug Geld übrig, um den Sektor noch vor Jahresende einem „Stresstest“ zu unterziehen.

Die Rekapitalisierung der vier wichtigsten Banken des Landes - National, Alpha, Piraeus und Eurobank - soll bis Mitte Juni abgeschlossen sein. Diese Banken benötigen 27,5 Milliarden Euro, um Löcher in den Bilanzen zu stopfen. Mindestens zehn Prozent davon sollen sie bei privaten Investoren eintreiben.

Weltgrößtes Wasserkraftwerk soll am Kongo entstehen

Ab 2015 will die Demokratische Republik Kongo zusammen mit Südafrika das größte Wasserkraftwerk der Welt bauen. Den Starttermin für das Projekt am Kongofluss legten beide Länder gestern bei einem Treffen in Paris fest, wie es in einer gestern veröffentlichten Erklärung hieß.

Demnach soll der Grundstein für den Megastaudamm in Inga im Westen des Landes im Oktober 2015 gelegt werden. 40.000 Megawatt (MW) Strom soll das Kraftwerk liefern, bereits nach Abschluss des ersten Bauabschnitts soll die Leistung bei 4.800 MW liegen.

Davon kauft Südafrika im Zuge der Projektpartnerschaft laut der Vereinbarung 2.500 MW. Anfang März hatten beide Länder in Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo eine Zusammenarbeit im Energiesektor vereinbart. Die Vorüberlegungen für das Inga-Projekt reichen bis in die 70er Jahre zurück.

Waidhofen zittert um Bene

Der Büromöbelhersteller Bene kämpft mit Millionenverlusten. In Waidhofen an der Ybbs (Niederösterreich) sind Hunderte Arbeitsplätze gefährdet. Die Bevölkerung zittert um den wichtigsten Arbeitgeber der Region, obwohl alle Beteiligten betont optimistisch sind.

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Sport

Bundesliga: Sturm Graz wieder im EL-Rennen

Nach drei Niederlagen en suite hat Markus Schopp gestern seinen ersten Sieg als Trainer des SK Sturm Graz bejubeln dürfen. Das 3:1 vor eigenem Publikum kann getrost als glücklich bezeichnet werden, denn selbst gegen neun Rieder taten sich die verunsicherten Grazer in der zweiten Hälfte sehr schwer. Die Entscheidung fiel erst im Finish einer zerfahrenen Partie. Trotzdem machte Sturm in der Tabelle zwei Plätze gut und befindet sich nun auf Kurs in Richtung Europa League.

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Fußball: Torregen zum Ferguson-Abschied

Im 1.500. und letzten Spiel seiner einzigartigen Karriere als Manager von Manchester United hat Alex Ferguson gestern einiges erlebt. Die seit vier Wochen als Meister feststehenden „Red Devils“ vergaben auswärts gegen West Bromwich einen Vorsprung von drei Toren. Insgesamt fielen bei Fergusons spektakulärer Abschiedsvorstellung nicht weniger als zehn Treffer. Während der Schotte seine langjährigen Wegbegleiter Ryan Giggs und Paul Scholes einwechselte, war Wayne Rooney erneut nicht im Kader. Im Kampf um den dritten Champions-League-Platz behielt indes Chelsea die Oberhand. Arsenal geht in die Qualifikation.

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Tennis: Nadal fertigt Federer in Rom ab

Rafael Nadal hat gestern das traditionelle ATP-Sandplatzturnier in Rom gewonnen. Der 26-jährige Spanier fertigte seinen großen Rivalen Roger Federer im Finale überraschend klar in zwei Sätzen ab und holte damit den bereits sechsten Turniersieg nach seinem Comeback. Auch die Weltranglistenerste Serena Williams ist derzeit nicht zu stoppen. Die US-Amerikanerin setzte ihren beeindruckenden Siegeszug vor den French Open fort und holte sich nach dem Titel in Madrid, wo auch Nadal gewonnen hatte, den Turniersieg in Rom.

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IT

Yahoo: Grünes Licht für Kauf von Tumblr

Der Aufsichtsrat des US-Internetkonzerns Yahoo hat nach einem Pressebericht grünes Licht für die Übernahme der Blogging-Plattform Tumblr gegeben. Wie das „Wall Street Journal“ gestern auf seiner Internetseite berichtete, zahlt der Suchmaschinenanbieter 1,1 Milliarden Dollar (855 Millionen Euro) für Tumblr. Der Kauf wäre damit die größte Finanztransaktion, seitdem Marissa Mayer im vergangenen Sommer ihr Amt als Yahoo-Chefin angetreten hat.

Yahoo hat für heute eine Pressekonferenz angesetzt, bei der es nach Insider-Informationen um die Tumblr-Übernahme gehen soll. Die Webseite AllThingsD hatte am Freitag berichtet, Yahoo wolle durch die Blogging-Plattform den Zugang zur Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen ausbauen. Yahoo äußerte sich nicht zum konkreten Inhalt der Veranstaltung, sondern sprach lediglich von einem „ganz besonderen“ Ereignis.

Auch Facebook und Microsoft interessiert

Die 2007 gegründete Plattform Tumblr wird von Millionen Bloggern genutzt. Auf ihr finden sich fast 108 Millionen Blogs und über 50 Milliarden Einträge. Das Unternehmen hat 175 Angestellte. Laut dem Magazin „Forbes“ hatten auch Facebook und Microsoft Interesse an Tumblr angemeldet, allerdings habe sich Yahoo ein Vorkaufsrecht gesichert.

Yahoo war 1994 gegründet worden und ist ein früher Star des Internets, dem die Konkurrenz des Branchenriesen Google aber immer mehr zu schaffen machte. Im Jahr 2008 wehrte der Konzern eine Übernahme durch Microsoft ab, 2009 schloss das Unternehmen aber ein Suchmaschinenbündnis mit dem Softwarekonzern. Derzeit hat das Unternehmen 11.500 Mitarbeiter.

Chronik

Felbertauernstraße: Auch zweite Sprengung erfolgreich

Nach dem massiven Geröllsturz auf die Felbertauernstraße in Osttirol wurde gestern eine weitere Sprengung durchgeführt. Die Verantwortlichen hoffen auf eine einspurige Verkehrsführung in etwa vier Wochen.

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Frau bei Tauchunfall in Attersee verletzt

Bei einem Tauchunfall im Attersee (Oberösterreich) geriet eine Niederösterreicherin in große Gefahr. Die Frau bekam in der Tiefe Probleme und musste sofort auftauchen. Laut Rotem Kreuz musste sie in eine Spezialklinik nach Bayern geflogen werden.

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Tauchunfall am Wolfgangsee

Auch vom Wolfgangsee wird ein Tauchunfall gemeldet. In St.Gilgen (Salzburg) ist gestern ein Taucher verletzt worden. Nach ersten Informationen dürfte der Mann aus 60 Metern Tiefe zu schnell aufgestiegen sein.

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Radfahrerin von Unbekannten niedergeschlagen

Eine 31-jährige Radfahrerin ist in der Nacht auf Samstag in Dornbirn (Vorarlberg) von vier Männern attackiert und schwer verletzt worden. Die Polizei sucht nun nach den unbekannten Tätern, die die Frau vom Rad rissen und traten.

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Der Kampf der Städte gegen die Hitze

In wenigen Wochen könnte es wieder so weit sein: heiße Tage jenseits der 30 Grad und Hitzewellen im Hochsommer. Sie werden auch in unseren Breiten immer häufiger. Wegen der dichten Bebauung leiden Städter deutlich mehr unter der Hitze. Regelrechte Hitzeinseln bilden sich dort, wo die heiße Luft sich staut. Wiener Wissenschaftler warnen, dass dies ein soziales Problem ist und forschen an Lösungen für den Kampf gegen die oft tödliche Hitze.

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Solosechser bei Lotto „6 aus 45“

Einen Solosechser zu einer Million Euro hat die gestrige Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gebracht.

17 27 28 30 39 41 / Zusatzzahl: 45

Kein Spielteilnehmer hatte den richtigen Joker auf der Quittung, im Dreifachjackpot liegen bereits mehr als 600.000 Euro.

Der richtige Joker lautet:

8 7 7 0 8 2

Alle Angaben ohne Gewähr

Autoüberschlag auf A10: Mehrere Verletzte

Ein Auto hat sich Sonntagnachmittag auf der Tauernautobahn (A10) bei Paternion (Kärnten) überschlagen. Ersten Informationen nach wurden mehrere Personen verletzt, eine davon schwer.

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Schwer Verletzter nach Unfall - Zeugen gesucht

In Gnadenwald (Tirol) wurde ein junger Mann schwer verletzt neben der Straße liegend gefunden. Die Umstände und Unfallursache sind noch völlig unklar. Die Polizei sucht nach möglichen Zeugen und bittet um Mithilfe.

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Science

Düsterer Ausblick trotz „Pause“ bei Klimaerwärmung

Der Temperaturen sind bei der Klimaerwärmung im vergangenen Jahrzehnt nach einer Studie weniger stark gestiegen als angenommen. Diese „Pause“ bei der Erderwärmung lasse die schlimmsten Szenarien für den Klimawandel in diesem Jahrhundert zwar unwahrscheinlich werden, erklärten Wissenschaftler in einem Beitrag für das Magazin „Nature Geoscience“ gestern.

Die Erwärmung bleibe aber voraussichtlich deutlich über dem von der internationalen Gemeinschaft angestrebten Ziel, den Anstieg auf zwei Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung zu begrenzen.

Anstieg geringer als befürchtet

Während das letzte Jahrzehnt zwar das heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 gewesen sei, sei der Anstieg der Temperatur zwischen 2000 und 2009 niedriger ausgefallen als vielfach erwartet, heißt es in der Untersuchung, in die neue Temperaturdaten und Messungen zur Wirkung der Sonnenstrahlung auf die Atmosphäre einflossen. Die Klimapolitik könne deshalb bei Prognosen für die weitere Entwicklung grundsätzlich von einem „niedrigeren Wertbereich“ ausgehen.

Tatsächlich stabilisierte sich die Erwärmung, obwohl die Menge der Treibhausgase in die Atmosphäre zunimmt. Wissenschaftler erklären das Phänomen teils mit der Aufnahme von Wärme durch die Ozeane, einen Rückgang der Sonnenaktivität oder einen erhöhten Anteil von Vulkanstaub in der Atmosphäre, der Sonnenstrahlen reflektiert.

Deutlich über angepeiltem Ziel

2007 hatte der Weltklimarat vor einem maximalen Temperaturanstieg um 6,4 Grad in diesem Jahrhundert gewarnt. Die Erwärmung der kommenden 50 bis 100 Jahre werde wahrscheinlich „im Bereich aktueller Klimamodelle liegen, aber nicht am oberen Ende ihrer Reichweite“, erklärte Ko-Autor Alexander Otto von der Universität Oxford.

Dass Daten nun die schlimmsten Prognosen ausschlössen, sei eine gute Nachricht, betonte Studien-Ko-Autor Reto Knutti von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Aber selbst wenn die Wirkung am unteren Ende der Prognosen liege, „bleibt die Erwärmung weiter deutlich über dem Zwei-Grad-Ziel, auf das sich Länder verständigt haben.“

Russisches Experiment: Tiere zurück aus dem All

Nach einem Monat im All ist eine russische Raumkapsel voller Kleintiere zur Erde zurückgekehrt. Die Bion-M getaufte Forschungskapsel landete gestern Früh mithilfe eines Fallschirms in der Region Orenburg rund 1.200 Kilometer südöstlich von Moskau, wie die russische Akademie der Wissenschaften mitteilte. Viele der kleinen Weltraumbesucher überlebten die Reise allerdings nicht. Wissenschafter hoffen aber dennoch auf wichtige Daten aus dem Experiment, um künftige bemannte Langzeit-Missionen unter anderem zum Mars vorzubereiten.

Viele Mäuse überlebten nicht

Von 45 Mäusen an Bord habe mehr als die Hälfte den Trip ins All nicht überlebt, sagte Wladimir Sytschow von der Akademie der Wissenschaften nach der Rückkehr russischen Nachrichtenagenturen. Auch alle acht Wüstenrennmäuse sowie 15 Molche seien gestorben - sei es, weil Geräte an Bord der Kapsel versagt hätten oder wegen des Stresses durch die Reise ins All. Mit an Bord waren auch Schlangen, Buntbarsche, einige Pflanzen sowie Mikroflora.

„Es ist das erste Mal, dass Tiere so lange allein im Weltraum waren“, sagte Sytschow. Dass viele der kleinen Lebewesen sterben würden, wurde demnach erwartet. „Wegen Geräteausfällen haben wir leider alle Wüstenrennmäuse verloren.“

Daten werden ausgewertet

Die russische Raumfahrtbehörde wollte mit dem Experiment vor allem die langfristige Auswirkung der Schwerelosigkeit sowie kosmischer Strahlung auf Organismen testen - insbesondere auf das Skelett, das Nervensystem sowie Muskeln und Herz. Die Experimente würden nun im Moskauer Institut für medizinisch-biologische Probleme ausgewertet, wie der leitende wissenschaftliche Mitarbeiter Jewgeni Ilin der Agentur Interfax sagte. Biologen auch aus Deutschland, den USA und Frankreich arbeiteten mit dem Team.

Schweizer Physik-Nobelpreisträger Heinrich Rohrer ist tot

Heinrich Rohrer, einer der Väter der Nanotechnologie, ist tot. Der Schweizer Nobelpreisträger verstarb am vergangenen Donnerstag nach langer Krankheit im 80. Altersjahr, wie die Familie gestern mitteilte.

Heinrich Rohrer wurde am 6. Juni 1933 in Buchs im Kanton Sankt Gallen geboren. Er studierte Physik an der ETH Zürich, wo er sein Studium mit einer Dissertation zum Thema „Druck- und Volumeneffekte in der Supraleitung“ abschloss.

1963 kam er ans IBM-Forschungszentrum in Rüschlikon im Kanton Zürich. 1978 holte Rohrer den deutschen Physiker Gerd Binnig dorthin, gemeinsam bauten sie das Raster-Tunnel-Mikroskop. Mit diesem Instrument ließen sich erstmals kleinste Teilchen - Atome und Moleküle - sichtbar machen, neu arrangieren und erforschen. Rohrer und Binnig legten damit den Grundstein für die Nanotechnologie. Für ihre Erfindung erhielten sie 1986 den Nobelpreis für Physik.

Kultur

10.000 Dänen bejubeln Song-Contest-Siegerin

Mehr als 10.000 Dänen haben gestern in Kopenhagen die Sängerin Emmelie de Forest nach ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest gefeiert. Die 20-Jährige sang ihr Lied „Only Teardrops“ vor Zuschauern im Vergnügungspark Tivoli, nachdem sie den ESC am Vorabend im benachbarten schwedischen Malmö gewonnen hatte. Vor ihrem Hit stimmte de Forest Dänemarks Nationalhymne „Der er et yndigt land“ („Dies ist ein schönes Land“) an, die die Menge mitsang.

Ebenfalls im Tivoli hatten die Dänen Ende Mai 2000 die Olsen Brothers nach dem zweiten Eurovision-Sieg des Landes mit „Fly On The Wings Of Love“ gefeiert. Der erste Erfolg der Skandinavier liegt genau 50 Jahre zurück.

Als Favortin gewonnen

Emmelie de Forest überzeugte am Samstagabend barfuß in einem weißen Kleid über die Bühne wirbelnd mit ihrem Lied „Only Teardrops“. Sie war von Anfang an Favoritin gewesen. Auf den Plätzen hinter ihr gab es jedoch Überraschungen - etwa das gute Abschneiden Griechenlands. Ansonsten fehlten heuer zwar Spaßvögel, dafür wurden aber umso mehr Song-Contest-würdiges Pathos und viel sympathisches Lächeln geboten. Natalia Kelly hatte für Österreich im Halbfinale Platz 14 von 16 erreicht.

Mehr dazu in Favoritin war nicht zu stoppen

US-Kinocharts: „Star Trek“ schlägt „Iron Man“ und „Gatsby“

Das legendäre Raumschiff Enterprise hat den „Iron Man“-Superheld und den schillernden „Gatsby“ an Amerikas Kinokassen übertrumpft. Nach Studioschätzungen vom Sonntag spielte „Star Trek Into Darkness“ bei seinem Kinostart in Nordamerika von Freitag bis gestern gut 70 Millionen Dollar (knapp 55 Millionen Euro) ein. Hollywood hatte mit etwas mehr gerechnet. Der erste „Star Trek“-Film von Kultregisseur J.J. Abrams war im Jahr 2009 mit 75 Millionen Dollar an den Start gegangen.

"Iron Man nach Rekordwochen zurückgefallen

Nach drei Wochen an der Kinocharts-Spitze musste sich „Iron Man 3“ nun mit Einnahmen von rund 35 Millionen Dollar mit dem zweiten Rang begnügen. Weltweit hat der Superhelden-Film in den letzten Wochen schon mehr als eine Milliarde Dollar eingespielt.

„Der große Gatsby“ rutschte auf den dritten Platz ab. Dort spielte die Literaturverfilmung mit Leonardo DiCaprio weitere 23 Millionen Dollar ein. Das 3D-Spektakel von Baz Luhrmann bringt es damit in Nordamerika bereits auf über 90 Millionen Dollar.

Eine „Wildente“ auf Speed bei den Wiener Festwochen

Der australische Regisseur Simon Stone hat sich mit seinen radikalen Bearbeitungen von klassischen Theaterstoffen einen Namen gemacht. Die Wiener Festwochen zeigen nun seine umjubelte Produktion „The Wild Duck“ („Die Wildente“), für die er Henrik Ibsens gleichnamige Vorlage auseinandergenommen und völlig neu zusammengesetzt hat.

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Regisseur Spielberg in Cannes ausgezeichnet

US-Regisseur Steven Spielberg ist in Cannes vom Institut National de l’Audiovisuel (INA) ausgezeichnet worden. In der Filmfeststadt an der französischen Mittelmeer-Küste überreichte INA-Präsident Mathieu Gallet dem Filmemacher gestern eine digitalisierte Dokumentation sämtlicher Fernseh- und Hörfunkbeiträge Spielbergs seit 1974.

Die digitale Hommage umfasst auf 55 Dokumente verteilt insgesamt auf 13 Programmstunden, darunter zahlreiche Interviews Spielbergs mit französischen Sendern. Die älteste Aufzeichnung ist die Übertragung der Filmfestspiele in Cannes 1974, als Spielbergs zweiter Film „Sugarland Express“ für das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde.

Spielberg war Jury-Vorsitzender der diesjährigen Filmfestspiele. Zu dem von Festspielpräsident Gilles Jacob ausgerichteten festlichen Abendessen kam er in Begleitung seiner Frau Kate Capshaw. Unter den Gästen waren neben Kulturministerin Aurelie Filippetti auch der Oscar-prämierte Regisseur Jean-Pierre Jeunet („The Artist“) sowie die Schauspieler Berenice Bejo, Michel Piccoli und Andrea Ferreol.