Inland

PEGIDA auf dem Weg zur Parteigründung

Die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (PEGIDA) wollen offenbar eine Partei werden. Im Innenministerium ist heute eine Satzungshinterlegung unter dem Parteinamen PEGIDA eingelangt, bestätigte Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck gegenüber der APA eine Mitteilung der Bloggerplattform Fischundfleisch.at.

Wer als Person dahintersteht, konnte Grundböck aus rechtlichen Gründen nicht mitteilen. Er sagte aber, dass neben der Satzungshinterlegung auch eine Veröffentlichung im Internet nötig sei, um eine Partei rechtswirksam zu gründen. Das war heute bis am späten Nachmittag noch nicht erfolgt. Georg Immanuel Nagel von PEGIDA Wien konnte die Parteigründung auf Anfrage der APA zumindest vorerst auch noch nicht bestätigen.

Fischundfleisch.at berichtete, dass sich die neu gegründete Partei zwar vorerst noch keinen Wahlen stellen wolle, aber trotzdem schon eigene Landesgruppen plane und verhindern wolle, dass sich verschiedene PEGIDA-Organisationen in einzelnen Städten bzw. Ländern noch so nennen dürfen.

Ex-PEGIDA-Sprecher ortet „Spaltaktion“

Der ehemalige Sprecher von PEGIDA Wien, Georg Immanuel Nagel, hat sich von der angekündigten Parteigründung distanziert. Die Organisation der PEGIDA stehe nicht dahinter und distanziere sich davon, sagte Nagel laut APA.

Er wisse nicht, wer hinter der Satzungshinterlegung im Innenministerium unter dem Parteinamen PEGIDA stehe, so Nagel, der rund um die Wiener PEGIDA-Demonstration vom Februar als Sprecher von PEGIDA Wien aufgetreten war. Möglicherweise handle es sich um eine „Spaltaktion“, sagte er gegenüber der APA weiter.

Beamte: Verluste durch neue Besoldung werden ausgeglichen

Die Verluste, die den Beamten durch das neue Besoldungssystem gedroht hätten, werden ausgeglichen. Darauf hat sich die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) mit der zuständigen Staatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) verständigt. Die GÖD-Bundeskonferenz habe heute ohne Gegenstimme der Begutachtung des entsprechenden Gesetzesentwurfes zugestimmt, teilte GÖD-Vorsitzender Fritz Neugebauer (ÖVP) mit.

Außerdem soll nach Ostern mit Verhandlungen über ein gänzlich neues Dienstrecht für alle Beamten und Vertragsbediensteten inklusive eines neuen Besoldungsrechts mit höheren Anfangsgehältern und einem flacheren Anstieg der Gehaltskurve begonnen werden. Das bestätigten sowohl Neugebauer als auch das Büro Steßls gegenüber der APA.

Eine Vereinbarung zur Aufnahme der Verhandlungen soll jedenfalls demnächst unterzeichnet werden. Ein neues einheitliches Dienstrecht für alle Beamten und Vertragsbediensteten wurde schon seit vielen Jahren von mehreren Regierungen angestrebt, ist aber immer wieder aufgeschoben worden.

Beamtenversicherung verlor 15 Mio. Euro mit ÖVAG-Papieren

Die Beamtenversicherung (ÖBV) verlor 15 Mio. Euro mit Partizipationsscheinen der teilstaatlichen ÖVAG. Die Summe entspricht gemessen am Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) rund fünf Jahresgewinnen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals mehr Geld verloren haben“, zitierte das Nachrichtenmagazin „Format“ den ÖBV-Chef Josef Trawöger. Eine gerichtliche Konfrontation ist dem Bericht zufolge unvermeidlich.

Ausland

Schiitenmilizen vor Rückzug aus Kampf um Tikrit

Im Irak wollen sich mehrere Schiitenmilizen aus dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Stadt Tikrit zurückziehen. Das berichtete die Nachrichtenseite Al-Sumeria heute.

Hintergrund sind die ersten US-Luftangriffe auf Stellungen der Extremisten in der Stadt. Die irakische Regierung hat die USA und ihre Verbündeten um Hilfe gegen IS-Kämpfer in Tikrit gebeten, nachdem die Offensive vor zwei Wochen ins Stocken geraten war. Die schiitischen Milizen, die mit dem ebenfalls schiitischen Iran verbündet sind, haben eine US-Beteiligung von Anfang an abgelehnt.

Einsatz der USA „unverschämt“

Bisher war es nach US-Medienberichten ein ungeschriebenes Gesetz, dass US-Einheiten alle Gebiete meiden, in denen schiitische Milizen oder Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden operieren. Die Brigade Ahl al-Hakk werde sich an keinem Kampf beteiligen, bei dem auch die internationale Koalition im Einsatz ist, zitierte die Nachrichtenseite Al-Sumeria einen Sprecher der Gruppe.

Auch die Miliz Saraja al-Salam des radikalen schiitischen Predigers Muktada al-Sadr und die irakische Hisbollah-Miliz kritisierten die US-Beteiligung scharf. Der Einsatz der USA in Tikrit sei „unverschämt“ und wolle die Siege der Iraker kapern, sagte ein Sprecher von Saraja al-Salam laut Al-Sumeria.

US-Angaben zufolge haben die vom Iran unterstützten schiitischen Milizen bereits die Führungsrolle bei der Offensive auf die nach wie vor vom IS gehaltene Stadt Tikrit abgegeben. Die Schiitenmilizen hätten sich „aus der Gegend zurückgezogen“, sagte der Chef des US-Militärkommandos Centcom, General Lloyd Austin, bei einer Anhörung im US-Kongress.

US-Nationalgardist wollte sich IS anschließen

Die US-Bundespolizei FBI hat nach eigenen Angaben einen amerikanischen Nationalgardisten an dem Versuch gehindert, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien anzuschließen. Der 22 Jahre alte Soldat wurde auf dem Flughafen von Chicago festgenommen, wo er eine Reise nach Ägypten antreten wollte, wie das Justizministerium heute in Washington mitteilte.

Das FBI habe den US-Staatsbürger über Monate überwacht. Der Nationalgardist habe einem verdeckten Ermittler mehrfach erzählt, für den IS kämpfen zu wollen, hieß es weiter. Sein Cousin habe ihm bei der Beschaffung des Flugtickets geholfen und sei ebenso festgenommen worden.

Der 29-Jährige habe im Gespräch mit einem Undercover-Agenten auch Überlegungen geäußert, einen Anschlag mit einem Maschinengewehr auf eine Militäreinrichtung im Bundesstaat Illinois zu verüben.

Entscheidende Runde bei Atomgesprächen mit dem Iran

Unter dem Druck hoher Erwartungen hat heute die möglicherweise entscheidende Runde im Atomstreit mit dem Iran begonnen. Der Iran und die USA zeigten sich optimistisch, dass bis zum Ablauf der gesetzten Frist am Dienstag im schweizerischen Lausanne eine Einigung erzielt werden könne. Der iranische Präsident Hassan Rouhani forderte im Gegenzug die Aufhebung aller in dem Konflikt verhängten Sanktionen gegen sein Land.

„Wir glauben fest daran, dass wir das bis zum 31. (März) fertig bekommen können“, sagte ein ranghoher Diplomat aus der Delegation von US-Außenminister John Kerry. Der „Weg nach vorne“, um eine Lösung zu finden, sei schon zu erkennen.

Rouhani und Russlands Präsident Wladimir Putin hofften auf einen „Erfolg“ bei der neuen Runde, teilte der Kreml in einer Erklärung mit. In einem Telefonat mit dem britischen Premierminister David Cameron forderte Rouhani nach Angaben der iranischen Präsidentschaft, dass bei einem Abkommen alle Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden müssten. Frankreichs Präsident Francois Hollande sagte, ein Abkommen müsse „dauerhaft, robust und nachprüfbar“ sein. Außenminister Laurent Fabius will am Samstag nach Lausanne reisen.

Kommandeur der Al-Schabab-Miliz in Mogadischu gefasst

Somalische Sicherheitskräfte haben in Mogadischu einen wichtigen Kommandeur der islamistischen Al-Schabab-Miliz festgenommen. Der Mann, dessen Name zunächst nicht genannt wurde, sei gemeinsam mit drei weiteren Kämpfern der Gruppe inhaftiert worden, sagte der somalische Regierungssprecher Ridwan Hagi Abdiwalie heute.

Die Männer hätten in der Hauptstadt Anschläge geplant, sagte ein Sicherheitsbeamter, der anonym bleiben wollte. Bei der Festnahme seien Waffen und Sprengstoff sichergestellt worden. Die Verdächtigen würden derzeit verhört. „Sie hatten sich im Norden von Mogadischu versteckt, als die Sicherheitskräfte nach einem Hinweis ihr Haus stürmten“, sagte der Sicherheitsbeamte.

Der Al-Schabab-Kommandeur soll in den vergangenen zwei Monaten Drahtzieher zahlreicher blutiger Anschläge gewesen sein. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Die Al-Schabab bekämpft seit Jahren die Regierung in Mogadischu. Sie ist vor allem im Zentrum und Süden Somalias aktiv, verübt aber auch immer wieder Attentate im Nachbarland Kenia.

Bericht: Boko Haram tötete heuer über 1.000 Zivilisten

Die dschihadistische Terrormiliz Boko Haram hat nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation seit Jänner mehr als 1.000 Zivilpersonen getötet.

Die sunnitischen Radikalen haben im Nordosten Nigerias und den Nachbarländern gezielt Dörfer angegriffen und dabei viele Menschen getötet und entführt, teilte Human Rights Watch heute mit. Die Schätzung der Opferzahl stütze sich auf Medienberichte und Interviews mit Flüchtlingen aus der umkämpften Region. 

„Jede Woche erfahren wir von noch brutaleren Übergriffen Boko Harams gegen die Zivilbevölkerung“, sagte der Nigeria-Experte der Organisation, Mausi Segun. Die nigerianische Regierung müsse bei den andauernden Militäroperationen den Schutz der Zivilbevölkerung zur Priorität machen. 

Die nigerianischen Streitkräfte und die Truppen der Nachbarländer Tschad und Niger hatten zuletzt mehrere militärische Erfolge im Kampf gegen Boko Haram verkündet. Die Organisation terrorisiert seit 2009 den Nordosten Nigerias. Bei Anschlägen und Angriffen kamen bis Ende des Vorjahres mindestens 13.000 Menschen ums Leben, 1,5 Millionen sind vor der Gewalt geflohen.

ZIB2

Airbus-Absturz: Pilot Beer und Psychiater Haller im Studio

Der Absturz des Airbus A320 mit 150 Toten nimmt eine dramatische Wendung: Der Kopilot selbst hat offenbar das Flugzeug zum Absturz gebracht. Nun wird das Leben des 28-jährigen Andreas L. durchleuchtet. In der ZIB2 dazu Liveschaltungen zu Eva Twaroch in Südfrankreich und zu Birgit Schwarz in Berlin.

Der Pilot der Unglücksmaschine war aus dem Cockpit ausgesperrt und konnte die Tür von außen nicht mehr öffnen. Zu diesem Ergebnis kommt die französische Staatsanwaltschaft nach einer ersten Auswertung des Stimmrekorders. Diese Sicherheitsmaßnahme nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center in New York im Jahr 2001 erweist sich jetzt möglicherweise als Bumerang. Live im ZIB2-Studio ist der Chef des Pilotenverbandes, Peter Beer.

Ein Pilot, der den Absturz seines Flugzeuges absichtlich herbeiführt und dabei Passagiere mit in den Tod nimmt - ein extrem ungewöhnliches Ereignis für Gerichtspsychiater Reinhard Haller. Er ist live zu Gast in der ZIB2.

Stellvertreterkrieg im Jemen?

Die Lage auf der arabischen Halbinsel spitzt sich dramatisch zu. Jetzt greifen Saudi-Arabien und andere arabische Länder militärisch ein. Kommt es zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran? Mehr dazu in der ZIB2.

Anklageschrift im Fall Mensdorff-Pouilly

Nächster Schritt in der Telekomaffäre: Der Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly soll von der Telekom 1,1 Millionen Euro bekommen haben - ohne Nachweis irgendeiner Leistung. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die ZIB2 hat alle Details der Anklageschrift.

ZIB2 mit Lou Lorenz-Dittlbacher, 22.00 Uhr, ORF2

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Textfassung: Zeit im Bild

Sport

ÖFB: EM-Quali „noch ein weiter Weg“

Vier Punkte vor Schweden sowie fünf Punkte vor Russland und Montenegro: Das ÖFB-Team startet morgen mit dem EM-Qualispiel in Liechtenstein (20.45 Uhr, live in ORF eins) mit einem Vorsprung in ein wichtiges Länderspieljahr. So erfreulich diese Ausgangslage ist, Zurückhaltung ist oberstes Gebot.

„Es liegt noch ein weiter Weg vor uns“, stellte David Alaba klar. Auch Marko Arnautovic wird erst zufrieden sein, wenn er „im Flieger nach Frankreich“ sitzt. Konzentriert bleiben, von Spiel zu Spiel denken und das Vertrauen in die kollektive Stärke sollen am Ende zu einer erfolgreichen Qualifikation führen.

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Fußball: „Selecao“ kämpft in Paris gegen Trauma

Brasiliens Nationaltrainer Carlos Dunga steht im Testspiel heute Abend bei Angstgegner Frankreich weiter unter Druck. Nach sechs Siegen in Serie fordern die Medien des südamerikanischen Landes „noch mehr“. Die Aktion Wiedergutmachung gestaltet sich nach der 1:7-WM-Pleite gegen Deutschland sehr schwierig.

Im Stade de France kämpft die „Selecao“ nämlich nicht nur gegen das Trauma der Heim-WM, sondern auch gegen eine 17 Jahre alte Lehrstunde: Im Finale der WM 1998 ging man ebendort gegen Gastgeber Frankreich mit 0:3 unter.

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Wirtschaft

EU-Kommissar will bei Regulierung kleine Banken entlasten

Die EU-Kommission will bei der Bankenregulierung auf kleinere Geldhäuser Rücksicht nehmen. Um eine übermäßige Belastung dieser zu verhindern, werde es nötigenfalls Abweichungen von weltweiten Vorschriften geben, sagte EU-Finanzmarktkommissar Jonathan Hill heute auf einer Konferenz in Brüssel.

„Ich möchte kleinere Institute mit geringerem Risiko nicht mit den gleichen Vorgaben belasten, die wir für größere, riskantere Häuser brauchen“, sagte Hill. Er werde an dieser Politik der Differenzierung auch künftig festhalten.

Entscheidung bis Ende 2016

Der Finanzmarktkommissar muss bis Ende 2016 etwa entscheiden, ob allen Banken in der EU verbindliche Vorgaben zur Verschuldungsquote gemacht werden. Die „Leverage Ratio“ gibt das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme an. Der Baseler Ausschuss fordert hierzu verbindliche Vorschriften wie auch für die strukturelle Liquiditätsquote („Net Stable Funding Ratio“). Sie gibt an, wie lange Banken flüssig bleiben, wenn die Märkte austrocknen. „In beiden Gebieten wäre eine Differenzierung entscheidend“, sagte Hill.

Die härteren internationalen Vorgaben für Banken sind eine Folge der Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009, als viele Geldhäuser rund um den Globus mit Steuergeldern gerettet wurden. Um das internationale Finanzsystem krisenfester zu machen, einigten sich die Staaten auf schärfere Vorgaben für Banken, die unter dem Namen „Basel III“ bekannt sind.

Neue Strategie: Adidas will schneller auf Trends reagieren

Der Sportartikelhersteller adidas richtet sich strategisch neu aus. Künftig werde das Unternehmen Produkte schneller auf den Markt bringen, sich stärker auf Ballungsräume konzentrieren und die Kommunikation mit den Kunden ausbauen, teilte adidas heute im deutschen Herzogenaurach mit.

Mit der neuen Strategie will der Konzern sowohl seinen Gewinn als auch den Umsatz bis 2020 deutlich steigern: Das Unternehmen erwartet, dass der Umsatz bis 2020 jährlich durchschnittlich „im hohen einstelligen Bereich“ wächst. Der Konzerngewinn soll um durchschnittlich etwa 15 Prozent pro Jahr zulegen.

„Wir müssen uns als Unternehmen ständig neu erfinden, um Vorreiter der Veränderungsprozesse in unserer Branche zu sein“, erklärte adidas-Chef Herbert Hainer. Künftig würden die Kernmarke adidas ebenso wie die Tochterunternehmen Reebok und TaylorMode neue Kollektionen in kürzeren Abständen auf den Markt bringen, teilte adidas mit. Zudem soll das Onlinegeschäft um zwei Milliarden Euro ausgebaut werden, und die Fläche der „selbst kontrollierten Verkaufsflächen“ soll deutlich wachsen.

„Sechs wichtige Städte“

Adidas will sich zudem stärker auf Großstädte konzentrieren. Besonderes Augenmerk liege künftig auf „sechs wichtigen Städten“ weltweit: Los Angeles, New York, London, Paris, Schanghai und Tokio. Kunden sollen außerdem stärker einbezogen werden in die „Art und Weise“, wie die adidas-Gruppe „ihre Produkte kreiert, entwickelt und präsentiert“.

Der Konzern, der weltweit rund 53.000 Mitarbeiter beschäftigt, befindet sich in unruhigem Fahrwasser. Vor allem die Wirtschaftskrise in Russland und Schwierigkeiten im Geschäft in den Golf-Staaten ließen den Gewinn kräftig zusammenschmelzen. 2014 blieben dem Unternehmen unterm Strich 490 Millionen Euro und damit gut 37 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Der Abstand zum Branchenführer Nike vergrößert sich.

Chronik

Holocaust-Leugnung: Ein Jahr bedingt für Arzt aus OÖ

Ein 71-jähriger Arzt ist heute im Landesgericht Linz zu einem Jahr bedingt verurteilt worden. Die Geschworenen sahen es einstimmig als erwiesen an, dass er in einem Schreiben an das Gemeindeamt, den Gemeinderat und die Verwaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen die Existenz von Gaskammern dort sowie den Holocaust geleugnet hat.

Laut Anklage schrieb der Mühlviertler, er habe sich mit eigenen Augen davon überzeugt, dass es in Mauthausen keine Gaskammern gegeben habe. Sein Mandant sei alles andere als ein Nazi, sagte der Verteidiger, er sei lediglich ein „Querulant“ und „kein typischer Österreicher“, weil er den Dingen auf den Grund gehen wolle. Der Angeklagte selbst bekannte sich nicht schuldig und sagte, er sei nur auf der Suche nach der Wahrheit.

Die psychiatrische Gutachterin Adelheid Kastner bescheinigte dem Mann Zurechnungsfähigkeit. Wenn er aber von einer Sache überzeugt sei, vertrete er diese vehement, ungeachtet des „sozialen Störwerts“. Der Staatsanwalt hatte einen Schuldspruch gefordert und ein „Signal, dass solche Aktionen wahrgenommen werden“. Er präferierte eine bedingte Haft- und eine unbedingte Geldstrafe. Der Verteidiger hatte einen Freispruch verlangt.

Osterreiseverkehr: Ferienbeginn ohne Stress und Stau

Wenn morgen die Osterferien starten, heißt es für viele Österreicher: auf in den Urlaub. Obwohl natürlich mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist, dürfte die Lage auf den Straßen verglichen mit den Vorjahren entspannter sein. Auch das Wetter verspricht verhältnismäßig stressfreie Anreisetage.

Dennoch sind Urlauber gut beraten, sich über die aktuelle Verkehrslage auf ihrer Route zu informieren. Mit ein bisschen Planung sollte so einer stressfreien Anreise ohne Staufrust nichts im Wege stehen. Auf den Tacho achten sollten Autofahrer selbstverständlich trotzdem - die Polizei verstärkt um Ostern traditionell ihre Kontrollen.

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Acht Tote bei Schießerei vor Friedensmarsch in El Salvador

Wenige Stunden vor einem geplanten Friedensmarsch in El Salvador sind bei einer Schießerei im Südwesten des Landes acht Menschen ums Leben gekommen. Polizisten hätten die mutmaßlichen Bandenmitglieder bei einem Einsatz im Department La Libertad getötet, teilte die Generalstaatsanwaltschaft heute mit. Bei den Opfern handle es sich um Mitglieder der Gang Barrio 18.

Die Regierung des mittelamerikanischen Landes hatte für heute zu einem Marsch für Leben, Frieden und Gerechtigkeit aufgerufen. Ganz in Weiß gekleidet sollten die Bürger in mehreren Städten für ein Ende der Gewalt demonstrieren. Mit mehr als 60 Morden je 100.000 Einwohnern ist El Salvador eines der gefährlichsten Länder der Welt. Für einen Großteil der Gewalttaten sind Jugendbanden - die sogenannten Maras - verantwortlich.

USA: 13-Jähriger erschoss jüngeren Bruder und sich selbst

Ein 13-Jähriger im US-Bundesstaat Florida hat laut Polizeiangaben im Streit seinen sechs Jahre alten Bruder erschossen und sich anschließend mit einer Handfeuerwaffe selbst getötet. Das berichtete die „Tampa Bay Times“ in der Nacht auf heute (Ortszeit).

Die Details der Tat waren zunächst unklar. Laut dem örtlichen Sheriff kam es am Abend davor zwischen dem 13-Jährigen und seinem jüngeren Bruder offenbar zu einem Streit über Essen. Die Mutter sei nicht zu Hause gewesen.

Religion

Italien droht Palmsonntag ohne Olivenzweige

Italien droht ein Palmsonntag ohne die traditionelle Segnung der Olivenzweige. Damit will man die Verbreitung der Feuerbakterie (Xylella fastidiosa) vermeiden, die Olivenbäume in ganz Italien befallen hat. Die Pfarren in Italien sind deshalb dazu angehalten, am Sonntag nicht wie nach alter Tradition vorgesehen Olivenzweige unter den Gläubigen zu verteilen. Damit steht auch die Segnung von Olivenzweigen auf dem Petersplatz durch den Papst infrage.

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Kultur

Urteil über Gurlitt-Testament: Museum erbt rechtmäßig

Das Kunstmuseum Bern ist nach Ansicht des Amtsgerichtes München rechtmäßiger Erbe der Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt. Das Gericht lehnte den Antrag einer Gurlitt-Cousine auf einen Erbschein ab. „Das Gericht hält das Testament von Cornelius Gurlitt, in dem er das Kunstmuseum Bern zum Alleinerben eingesetzt hat, für wirksam“, hieß es heute in einer Mitteilung des Gerichtes.

„Dem Einwand der Cousine, dass der Erblasser Cornelius Gurlitt zum Zeitpunkt der Testamentserstellung testierunfähig gewesen sei, folgte das Gericht nicht“, so das Gericht weiter. Der Erbschein für das Museum kann nach Gerichtsangaben aber erst ausgestellt werden, wenn die Entscheidung rechtskräftig ist.

Die Anwälte der Cousine Uta Werner kündigten an, die Begründung des Gerichts prüfen und dann entscheiden zu wollen, ob Rechtsmittel eingelegt werden. Dazu hat Werner einen Monat Zeit.

Münchner Philharmoniker wollen Dialog mit Dirigent Gergijew

Die Münchner Philharmoniker freuen sich auf ihren neuen Chef und hoffen gleichzeitig auf einen Dialog mit dem umstrittenen russischen Dirigenten Waleri Gergijew. „Er ist klar russisch orientiert, gleichzeitig ist er aber auch international orientiert“, sagte Intendant Paul Müller heute in München.

„Die schlechteste Version ist dann erreicht, wenn Menschen und Nationen nicht mehr miteinander reden.“ Orchestervorstand Stephan Haack sagte: „Er ist einfach eine Type. Es macht Spaß, mit ihm zu reden und zu diskutieren.“

Gergijew, ein Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, wird sein Amt als Chefdirigent mit der kommenden Saison antreten. Er hatte mit seiner Nähe zu dem umstrittenen Staatschef schon lange vor seinem Amtsantritt in München für Wirbel gesorgt.

Song Contest

Unnützes Wissen und Zahlenspiele

Der Song Contest ist kein gewöhnlicher Musikwettbewerb. Allerlei Eigenwilliges wurde bereits vor und hinter den Kulissen präsentiert. Welche Startnummern haben bisher am öftesten gewonnen? Welche Kleiderfarbe macht einen Gewinnerkandidaten aus? Und was hat der Song Contest mit der Escape-Taste gemeinsam? Ein kleiner Überblick über unnötige Fakten, die man schon immer wissen wollte.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Lifestyle

Kampagne für Pizza als UNESCO-Weltkulturerbe

Eine in Italien gestartete Kampagne, um die Pizza zum UNESCO-Weltkulturerbe zu erklären, kommt in Bewegung. Rund 300.000 Unterschriften sammelten der Verband der neapolitanischen Pizzabäcker und der Landwirtschaftsverband Coldiretti zur Unterstützung der Kampagne, die auf der Plattform Change.org lanciert wurde.

„Pizza ist in Italien nicht nur ein Gericht, sondern ein Stück nationaler Kultur“, lautet der Slogan der Initiatoren der Kampagne. Aus Furcht vor EU-Direktiven und dem Einfluss amerikanischer Fast-Food-Giganten will sich Coldiretti für die italienische Herkunft der Pizzazutaten einsetzen.

Ob Olivenöl, Mozzarella oder Tomatensauce: Die italienische Pizzaproduktion sei von Plagiatsprodukten aus dem Ausland gefährdet, warnte ein Coldiretti-Sprecher. Auch die traditionsreiche Vorbereitung der Pizza müsse respektiert werden.

Sieben Mio. Pizzen pro Tag

Sieben Millionen Pizzen werden jeden Tag in Italien konsumiert, 35.000 Pizzerien gibt es im Land. Von dem Milliardengeschäft hängt immerhin eine Viertelmillion Arbeitsplätze ab. Die größten Pizzafans der Welt sind jedoch die Nordamerikaner, die 13 Kilo Pizza pro Person jährlich konsumieren. Die Italiener besetzen Platz zwei im internationalen Ranking der Pizzakonsumenten mit einem durchschnittlichen Jahreskonsum von 7,6 Kilo pro Kopf, teilte Coldiretti mit.

Die Stadt Neapel führt seit Jahren eine Kampagne zum Schutz der lokalen Pizzatradition. Seit 2010 genießt die „Pizza Napoletana“ EU-weiten Schutz. Allerdings ist Pizza schon längst nicht mehr nur eine italienische Tradition. 40 Prozent der Pizzabäcker in den italienischen Lokalen sind Ausländer, sie stammen vor allem aus Ägypten und Marokko.

Science

Leute

Steuerhinterziehung: Strafe für Ex-Model Auermann

Das frühere deutsche Topmodel Nadja Auermann ist auch im Berufungsverfahren wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden. Das Berliner Landgericht verhängte heute 49.500 Euro Geldstrafe.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Auermann zwischen 1999 und 2002 nicht nur in Monaco, sondern auch in Berlin einen Wohnsitz hatte und für diesen Zeitraum dort hätte Steuern zahlen müssen.

Stein des Anstoßes war eine Villa im Stadtteil Köpenick. Auermann hatte stets gesagt, sie habe das Haus nur als Geldanlage erworben. Im ersten Prozess war die 44-Jährige im Dezember 2011 zu einer Geldstrafe von 90.000 Euro verurteilt worden.