Ausland

OSZE bestätigt Abzug schwerer Waffen in Ostukraine

Nach tagelangem Streit über die Umsetzung des Friedensplans für die Ostukraine haben die Konfliktparteien den Abzug schwerer Waffen fortgesetzt.

Im Kriegsgebiet Donbass würden die Geschütze 25 Kilometer hinter die Frontlinie gebracht, sagte Sergej Galuschko vom ukrainischen Verteidigungsministerium heute der Agentur Interfax zufolge. Auch die prorussischen Separatisten setzten ihren Abzug der Militärtechnik fort.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bestätigte den Abzug. „Wir sehen, dass beide Seiten Maßnahmen ergreifen, um die Minsker Vereinbarungen zu erfüllen“, sagte der Vizechef der OSZE-Mission in Kiew, Alexander Hug, dem russischen Sender RT.

Russland schickt weiteren Hilfskonvoi

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko warnte die Aufständischen, das Militär sei bereit, die Geschütze wieder in Position zu bringen und Angriffe abzuwehren.

Als Reaktion auf die gespannte humanitäre Lage in der Ostukraine schickte Russland erneut einen umstrittenen Konvoi in die Gebiete Donezk und Lugansk. Die mehr als 170 Lastwagen hätten rund 1.800 Tonnen Hilfsgüter geladen, teilte der Zivilschutz mit. Die Ukraine kritisiert die Konvois und wirft Russland vor, die Separatisten heimlich mit Waffen zu versorgen. Moskau weist das zurück.

Türkei und USA beginnen mit Ausbildung syrischer Rebellen

Die Türkei und die USA beginnen am Sonntag mit ihrem gemeinsamen Ausbildungsprogramm für eine neue Einheit gemäßigter syrischer Rebellen. Das sagte der türkische Außenamtssprecher Tanju Bilgic heute, wie die offizielle türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Beide Länder hatten sich kürzlich auf ein Ausbildungsprogramm geeinigt, das auch die militärische Ausstattung der Rebellen beinhaltet. Ähnliche Projekte planen die USA mit mehreren arabischen Staaten. Insgesamt sollen in den kommenden drei Jahren rund 15.000 Kämpfer ausgebildet werden.

Uneinigkeit über Hauptziel

In der Türkei findet die Ausbildung der syrischen Rebellen im zentralanatolischen Kirsehir statt. Bisher wurden nach US-Angaben rund 1.200 syrische Kämpfer für die Ausbildung ausgesucht. Die USA entsenden eigens Ausbildner für das Programm.

Mit der Aufstellung der neuen Rebellenverbände reagieren die USA und ihre Verbündeten auf die Rückschläge für die gemäßigte Rebellentruppe Freie Syrische Armee (FSA). Trotz der Einigung auf das Ausbildungsprogramm sind USA und Türkei nach wie vor uneins, ob die neue Truppe vor allem gegen die syrische Regieung kämpfen soll, wie Ankara das fordert, oder primär gegen die Terrormiliiz (IS) ins Feld ziehen wird, was die USA befürworten.

UNO kann in Syrien Eingeschlossenen nicht helfen

Die Vereinten Nationen (UNO) warnten unterdessen, mit ihrer Lebensmittelhilfe praktisch nicht mehr zu den Eingeschlossenen in Syrien vordringen zu können. Von den 212.000 Belagerten hätten nur 304 Menschen im Jänner mit Nahrungsmitteln versorgt werden können, sagte Kyung Wha Kang vom UNO-Nothilfebüro gestern (Ortszeit) vor dem UNO-Sicherheitsrat in New York.

Lediglich in Jarmuk bei Damaskus seien die wenigen hundert Notleidenden erreicht worden. Insgesamt würden allein dort aber 18.000 Menschen Hilfe brauchen.
Infrastruktur wird zerstört

Keine Rücksicht auf Zivilisten

„Die Konfliktparteien töten weiter Zivilisten, greifen Zivilisten gezielt an und zerstören die Infrastruktur von Zivilisten“, sagte die Südkoreanerin. „Das schließt lebenswichtige Dinge wie Wasser und Elektrizität ein, die in Missachtung von UNO-Resolution 2.139 und den Menschenrechten zerstört werden.“

„Jeden Monat melden wir die gleichen Vergehen. Die Zahlen ändern sich, die Taten nicht. Die Konfliktparteien begehen weiter straflos: Morde und Entführungen von Zivilisten, Blockaden, Diebstahl lebenswichtiger Dinge von Hilfstransporten. Dieses System muss durchbrochen werden“, sagte Kang. Vor allem müssten die Belagerungen, unter denen über 200.000 Menschen litten, sofort beendet werden.

Deutschland stimmt für Verlängerung der Hilfe für Athen

Der deutsche Bundestag hat eine Verlängerung des Hilfspakets für Griechenland mit großer Mehrheit gebilligt. Dem Antrag stimmten heute in Berlin 542 Abgeordnete zu, 32 votierten mit Nein, 13 Parlamentarier enthielten sich.

Angesichts großer Bedenken vor allem in der CDU/CSU-Fraktion hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) noch unmittelbar vor der Abstimmung um Zustimmung für die Verlängerung des Griechenland-Programms gebeten.

Zustimmung auch in Estland

Auch in Estland fand die Verlängerung des griechischen Hilfspakets Zustimmung. Der Parlamentsausschuss für EU-Angelegenheiten unterstützte die Entscheidung der Euro-Gruppe, das Programm bis Ende Juni zu verlängern. Trotz einiger Diskussionen sei ein einstimmiger Konsens erzielt worden, sagte ein Parlamentssprecher.

Estland gilt als Haushaltsmusterschüler der EU und der Euro-Zone. Mit 10,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts besitzt das baltische Land nach Angaben von Eurostat die niedrigste Schuldenquote in Europa. In Griechenland liegt sie bei 176 Prozent.

Weitere Festnahme nach Anschlägen von Kopenhagen

Knapp zwei Wochen nach den Terroranschlägen in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen hat die Polizei heute Früh einen weiteren Verdächtigen festgenommen.

Der junge Mann könnte dem Attentäter Omar Abdel Hamid el-Hussein im Zusammenhang mit den Angriffen auf ein Kulturcafe und eine Synagoge geholfen haben, berichteten die Ermittler. Er soll morgen vor Gericht hinter verschlossenen Türen verhört werden.

Zwei weitere mögliche Helfer des Terroristen sitzen bis mindestens Ende März in Untersuchungshaft. Der 22-jährige El-Hussein hatte am Valentinstag und in der folgenden Nacht insgesamt zwei Menschen getötet und fünf verletzt, bevor ihn die Polizei erschoss.

IS-Video lässt mehr als 25.000 Ägypter aus Libyen fliehen

Nach der Veröffentlichung eines Videos, das die Enthauptung koptischer Christen aus Ägypten durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Libyen zeigt, sind mehr als 25.000 Ägypter aus dem Nachbarland geflohen.

Etwa 21.400 Menschen seien am Grenzübergang Sallum aus Libyen nach Ägypten eingereist, teilte das Außenministerium in Kairo heute mit. Weitere 4.100 Menschen seien zunächst nach Tunesien gereist und von dort nach Ägypten geflogen worden.

Ägyptische Luftwaffe flog Angriffe in Libyen

Der libysche IS-Ableger hatte Mitte Februar ein Video veröffentlicht, dass die Enthauptung von 21 koptischen Christen zeigte, die meisten von ihnen Ägypter. Als Vergeltung flog die ägyptische Luftwaffe zusammen mit den libyschen Streitkräften Angriffe auf IS-Stellungen in Libyen. Zudem rief Kairo alle Ägypter auf, Libyen zu verlassen.

Es wird geschätzt, dass die Zahl der in Libyen lebenden Ägypter in die Hunderttausende geht. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrschen in dem Land Chaos und Gewalt.

Deutschland verstärkt Panzertruppe

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Bundeswehr besser für Einsätze im Rahmen des NATO-Bündnisses aufstellen und dafür unter anderem ein derzeit inaktives Panzerbataillon in Niedersachsen aktivieren.

Die Bundeswehr dürfe „nicht schleichend in eine Mangelverwaltung hineingeraten“, sagte von der Leyen in einem heute im Internetportal der Bundeswehr veröffentlichten Interview. „Sonst steht über kurz oder lang die Einsatzfähigkeit und unsere Zuverlässigkeit in den Bündnissen infrage.“

Die Truppe müsse nicht nur für Einsätze gut ausgestattet sein, sondern auch ausreichend Material für Grundbetrieb und Übung haben, so von der Leyen. Am Standort Bergen solle daher ein derzeit nur auf dem Papier bestehendes Panzerbataillon aktiviert werden, „vorzugsweise mit ergänzender internationaler Komponente“.

Niederländische Panzer für Deutschland

Die Bundeswehr sei dazu im Gespräch mit den Niederlanden. Es gehe darum, überschüssiges gutes Material wie etwa funktionsfähige Leopard 2 in die bestehenden Strukturen zu integrieren, anstatt die Panzer auszumustern und zu verschrotten.

Die Niederlande sind momentan dabei, ihre Kampfpanzer des Typs Leopard abzuschaffen. Die restlichen niederländischen Panzer könnten daher möglicherweise in das Bataillon in Bergen integriert werden, hieß es in Sicherheitskreisen.

Kürzlich war bekanntgeworden, dass das deutsche Verteidigungsministerium an Litauen keine Panzer aus dem Bundeswehrbestand abgibt, weil sie in Deutschland benötigt würden. Litauen wollte eine zweistellige Anzahl Panzer vom Typ Boxer von Deutschland kaufen.

Inland

Auch Hypo-Prozesse belasten Budget

Nicht nur der Abbau der Hypo Alpe-Adria schlägt sich aufs Budget und somit auf den Steuerzahler nieder. Auch die Prozesse stellen ein großes Risiko für den staatlichen Haushalt dar. 340 Millionen Euro wurden dafür im Budget bereits als Rückstellungen eingepreist, berichtete der „Standard“.

Über den genauen Grund schweige sich das Finanzministerium allerdings aus. Man wolle den Gegnern - etwa dem ehemaligen Eigentümer BayernLB - nicht ausrichten, mit welchem Prozessausgang man rechnet.

Mehr dazu in Prozessrisiken in Budget eingepreist

Wirtschaftsverbände mobilisieren gegen Erbschaftssteuer

Die Plattform „Der Mittelstand“, eine Initiative elf heimischer Wirtschaftsverbände, mobilisiert erneut gegen jede Art von neuen Vermögenssteuern. „Nein zu Substanzbesteuerung heißt auch Nein zu Erbschafts- und Schenkungssteuer“, sagte der frühere ÖVP-Abgeordnete Günter Stummvoll, Sprecher der Plattform, heute bei einer Pressekonferenz.

Erbschafts- und Schenkungssteuern seien eine Gefahr für Eigentum und Arbeitsplätze. „In Wahrheit zielen sie genauso auf die Substanz wie klassische Vermögenssteuern“, so Stummvoll. Erbschafts- und Schenkungssteuern seien 2008 aus gutem Grund abgeschafft worden.

Im letzten Jahr ihres Bestehens habe es 62.000 Fälle gegeben, davon 16 über einer Million Euro. „Will man ein signifikantes Volumen erzielen, dann müsste die Freibetragsgrenze entsprechend niedrig sein, und es bliebe nur die Besteuerung des breiten Mittelstandes und der Klein- und Mittelbetriebe übrig“, so Stummvoll.

Verweis auf EU-Länder

Klaus Hübner, Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, argumentierte, dass in der EU nur drei Länder sowohl eine höhere Abgabenquote als auch eine Erbschafts- und Schenkungssteuer haben. Auch sei in der Praxis die Bewertung der zu besteuernden Erbschaft oder Schenkung schwierig und aufwendig.

Für Immobilien bestehe das Problem der tatsächlichen Verkehrswerte. Bei Aktien stelle sich das Stichtagsproblem, und die Bewertung von Schmuck, Oldtimern und Kunst sei fast unmöglich. „Besonders sensibel ist betriebliches Vermögen. Die Erträge, mit denen eine Erbschaftssteuer bestritten werden müsste, sind in den Betrieben oft nicht vorhanden“, so Hübner.

Zweifel an Einnahmenziel

Wirtschaftsforscher Gerhard Lehner bezweifelte die von der SPÖ angepeilten Einnahmen von 500 Millionen Euro durch die Erbschafts- und Schenkungssteuer. Das Aufkommen hänge erheblich von nicht beeinflussbaren und nicht vorhersehbaren Faktoren wie Todesfällen und Erbstreitigkeiten ab.

Mehr als 200 Millionen Euro jährlich seien mit der vor 2008 bestehenden Erbschaftssteuer nie eingehoben worden. Außerdem kritisierte Lehner den SPÖ-Vorschlag als „familienfeindlich“, weil dieser bei Erbschaften keine Differenzierung nach dem Verwandtschaftsgrad vorsehe.

Terminkollision von Zentralmatura mit Heeresstellung

Die Turbulenzen um die Zentralmatura werden um eine Facette reicher. In den vergangenen Tagen und Wochen bekamen einige Maturanten Post vom Bundesheer. Sie mögen sich doch zur Stellung für den Grundwehrdienst einfinden, und zwar just zu dem Termin, an dem erstmals österreichweit einheitlich in allen AHS die schriftliche Matura angesetzt ist.

Die Freiheitlichen kritisierten fehlende Koordination. Das Verteidigungsministerium betonte, in solchen Fällen könne der Stellungstermin einfach verschoben werden.

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Wirtschaft

Russland öffnet Ölindustrie für chinesische Investoren

Die Sanktionen des Westens veranlassen Russland, sich im Öl- und Gasgeschäft mehr dem chinesischen Nachbarn zu öffnen. Das Land könnte Mehrheitsbeteiligungen chinesischer Investoren in den strategischen Öl- und Gasfeldern Russlands zulassen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch heute in Krasnojarsk.

Bisher war die russische Regierung sehr darauf bedacht, die Lebensader ihrer Wirtschaft von zu großem ausländischen Einfluss freizuhalten.

„Strategische Partnerschaft“ mit China

Unter dem Druck der westlichen Sanktionen werde diese Zurückhaltung nun aufgegeben, sagte Dworkowitsch. „Wir haben eine strategische Partnerschaft mit China, und jetzt fallen Entscheidungen viel schneller als früher.“

Dworkowitsch verwies auf einen schon bestehenden Gasliefervertrag. Ein zweiter werde in Kürze unterzeichnet. „Wir kennen die Chinesen jetzt besser, wir verstehen ihre Motive und Absichten“, sagte Dworkowitsch. „Es gab eine psychologische Barriere“, räumte er ein. Sie existiere aber nicht mehr. „Wir sind an maximalen Investitionen interessiert.“

Griechenlands Wirtschaft schrumpfte stärker als erwartet

Griechenlands Wirtschaft kämpft nach einer Erholungsphase wieder mit stärkerem Gegenwind. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte zwischen Oktober und Dezember um 0,4 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Elstat heute auf Basis revidierter Daten mitteilte. In einer Schnellschätzung war zunächst ein Minus von 0,2 Prozent ermittelt worden.

In den ersten drei Quartalen 2014 wuchs die Wirtschaft - im Sommer sogar um 0,7 Prozent. Trotz des Dämpfers zum Jahresende dürfte die Wirtschaft des finanzschwachen Landes nach sechs Rezessionsjahren 2014 daher erstmals wieder gewachsen sein. Die Jahresdaten sollen im März veröffentlicht werden.

Burger King will sich in Österreich verdoppeln

Burger King sieht keine Krise auf dem Burgermarkt und will in den kommenden Jahren in Österreich kräftig expandieren. Bis zum Jahr 2020 soll die Anzahl der Mitarbeiter um 1.000 steigen. Da in einer Filiale etwa 25 Mitarbeiter arbeiten, wäre das eine Verdoppelung der Filialanzahl von aktuell 40 auf rund 80 Standorte.

„Es ist noch Platz da. Wir sehen enormes Potenzial in Österreich“, sagte der Vizepräsident von Burger King Zentraleuropa, Andreas Bork. In Deutschland und Österreich boomen seit einigen Jahren Lokale für Edelburger. Generell schwächeln aber die Umsätze in der Burgerbranche, etwa beim Mitbewerber McDonald’s. Burger King sieht momentan aber keinen Grund, die Strategie zu ändern.

Problem mit deutschem Franchisenehmer

Burger King hatte im vergangenen Jahr in Deutschland einige Probleme mit seinem größten Franchisenehmer Yi-Ko. „Die Arbeitsbedingungen waren den Mitarbeitern bei diesem Franchisenehmer nicht zumutbar. Wir hatten und wir haben kein Hygieneproblem“, kommentierte Bork die Causa.

„Die Marke ist unser kostbarstes Gut. Wir haben die Konsequenzen gezogen.“ Der Vertrag mit Yi-Ko wurde gekündigt, der Franchisenehmer musste daraufhin Insolvenz anmelden. Die betroffenen 89 Filialen mit 3.000 Mitarbeitern wurden nach kurzer Pause wieder eröffnet.

Subunternehmen soll Expansion vorantreiben

Um die Expansion voranzutreiben, macht Burger King Europe nun seinen Franchisenehmer in Österreich, die TQSR Holding and Development GmbH (TQSR), ab 1. April zum Master-Franchisenehmer. TQSR ist dann für den gesamten österreichischen Markt zuständig und kümmert sich um operative Dinge, Verwaltung, Marketing und die Expansion.

Derzeit gibt es in Österreich 17 Burger-King-Franchisenehmer, die 40 Filialen betreiben. Aktuell testet Burger King in Wien an fünf Standorten die Hauszustellung mit eigenen Zustellern in einem Radius von acht Minuten zur Filiale. Mitbewerber McDonald’s hatte Mitte 2013 ebenfalls mit einem Testbetrieb gestartet und beliefert seit Mitte 2014 fast ganz Wien.

Erste 2014 mit 1,44 Mrd. Euro Verlust

In der börsennotierten Erste Group hat das Jahr 2014 nach hohen Abschreibungen im Osten mit einem Verlust von 1,44 Mrd. Euro geendet. Allerdings drehte das vierte Quartal 2014 schon in die schwarzen Zahlen. Die Bank wies heute für das Schlussquartal einen Nettogewinn von 42 Mio. Euro aus.

Abschreibungen im Ostgeschäft

Im Jahr 2013 hatte das vierte Quartal mit Verlusten abgeschlossen, unterm Strich war im Gesamtjahr 2013 ein kleiner Gewinn von 60 Millionen verblieben. 2014 hatten milliardenschwere Abwertungen und Abschreibungen vor allem in Ungarn und auf die Rumänien-Bank hauptsächlich im zweiten Jahresviertel und auch noch im dritten Quartal die Bilanz tief ins Minus gezogen.

„Unsere Rückkehr in die Gewinnzone im vierten Quartal zeigt, dass wir Mitte des Jahres harte, aber richtige Maßnahmen gesetzt haben“, so Erste-Chef Andreas Treichl in einer Mitteilung zum vorläufigen Ergebnis 2014. Am Vormittag gibt es eine Pressekonferenz.

2015 soll es besser werden

Der Ausblick wurde bestätigt. 2015 erwartet die Bank beim Betriebsgewinn einen Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. Grund sind u. a. die Franken-Kredite in Osttöchtern. Auch von der Entwicklung rund um die Ukraine und um Griechenland hängt viel ab. 2014 lag das Betriebsergebnis mit 3,09 Mrd. Euro in etwa auf Vorjahresniveau.

Sport

Ski alpin: Nebel verhindert Damen-Super-G

Der für heute in Bansko angesetzte erste Super-G der Damen ist wegen starken Nebels abgesagt worden. Das Rennen hätte ursprünglich um 11.00 Uhr gestartet werden sollen. Nach mehreren Verschiebungen entschieden die Veranstalter kurz vor 13.30 Uhr schließlich, den Bewerb zu streichen.

Das Rennen im Gesamtweltcup zwischen Tina Maze und der 84 Zähler zurückliegenden Anna Fenninger wird damit erst morgen fortgesetzt. Dann steht ein weiterer Super-G auf dem Programm. Das bulgarische Rennwochenende wird am Sonntag mit einer Kombination beendet.

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Nordische WM: Silbercoup sorgt für Erleichterung

Gregor Schlierenzauer hat gestern mit seinem überraschenden Silbercoup von der Großchance für Erleichterung im Lager der ÖSV-Adler gesorgt. „Das macht uns alle sehr glücklich“, sagte Chefcoach Heinz Kuttin, der gestand, zuvor noch nie so einen Druck verspürt zu haben. Der Weg zur zweiten Einzel-Medaille bei der WM in Falun war für Schlierenzauer geprägt von harter Arbeit. Zwei Tage vor dem Wettkampf erwies sich dann ein Tipp von Kotrainer Harald Rodlauer als zielführend.

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LASK plant Durchmarsch in Erster Liga

Aufsteiger LASK plant in der Ersten Liga den Durchmarsch. Die Linzer, die aus der Regionalliga kommend schnurstracks zur „Winterkrone“ marschierten, nehmen heute (20.30 Uhr, live in ORF Sport + und im Livestream) gegen St. Pölten den Kampf um den Aufstieg auf.

„Die Fans erwarten jetzt, dass wir den Titel holen. Kein Problem, denn wir wollen das auch“, sagte Trainer Karl Daxbacher vor dem Frühjahrsstart. Es wird wohl ein Duell mit Mattersburg um die Rückkehr in die Bundesliga geben, denn die Burgenländer liegen nur einen Punkt hinter dem LASK.

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Chronik

Mutter und Sohn auf Einbruchstour

Der 15-jährige Sohn einer mutmaßlichen Einbrecherin soll mehrmals bei den Coups seiner Mutter und seines Onkels in der Steiermark dabei gewesen sein. Die Polizei verdächtigt insgesamt fünf Personen, vier wurden festgenommen. Zumindest 14 Einbrüche mit einem Schaden von rund 100.000 Euro dürften geklärt sein.

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Mutter und Tochter zogen Drogenhandel auf

Ebenfalls als Familienunternehmen betrieben eine 50-jährige Frau und ihre 21-jährige Tochter im Bezirk Perg in Oberösterreich den Handel mit Cannabis: Sie sollen rund 30 Kilo der Droge erzeugt und verkauft haben. Die Mutter wurde festgenommen, ihre Tochter angezeigt, so die Polizei heute.

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Brasilien: Opfer filmte tödlichen Polizeieinsatz mit Handy

Ein Film von der Erschießung eines 15-Jährigen in einem Armenviertel bei Rio de Janeiro, der mit dessen eigenem Handy aufgenommen wurde, hat die brasilianische Polizei in Erklärungsnot gebracht.

Das heute vom Nachrichtenportal G1 Globo veröffentlichte Video zeigt, wie der 15-jährige Alan de Souza Lima mit Freunden herumtollte, als die Polizei die Jugendlichen ins Visier nahm.

Auf die Frage, warum sie rennen, antwortet einer der Burschen: „Wir haben Spaß.“ Danach sind Schüsse zu hören. Die Handykamera lief auch dann noch weiter, als Lima zu Boden fiel. Im Hintergrund sind Schmerzensschreie zu hören. Nicht nur Lima wurde von den Schüssen getroffen, auch sein Freund Chauan Jambre Cezario wurde in die Brust getroffen.

Er überlebte schwer verletzt und zog die Darstellung des Vorfalls durch die Polizeibeamten in Zweifel. Diese hatten erklärt, die Jugendlichen seien während eines Einsatzes gegen Drogenhändler ins Kreuzfeuer geraten.

Neun Polizisten suspendiert

Die Polizei erklärte nach der Veröffentlichung des Handyvideos, neun Polizisten seien vom Dienst suspendiert worden. Eine Untersuchung des Vorfalls sei eingeleitet worden. Limas Erschießung hatte am Samstag vergangener Woche wütende Proteste ausgelöst, bei denen ein Bus und ein Laster in Brand gesteckt wurden.

Rio de Janeiro bereitet sich derzeit auf die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele im kommenden Jahr vor. Die Gewalt in den Armenvierteln Brasiliens nahm in den vergangenen Monaten zu.

Religion

Islamgesetz: Deutsche Muslime wollen gleiches Gesetz

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) würde sich ein Islamgesetz nach österreichischem Vorbild wünschen, um den Umgang mit Muslimen umfassend zu regeln.
„Wir brauchen so eine Richtung in Deutschland, um wieder Normalität und Selbstverständlichkeit in der muslimischen Community herzustellen“, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek in einem Interview mit dem Fernsehsender Phoenix. Das neue österreichische Islamgesetz ist auch ein vieldiskutiertes Thema im Vatikan.

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IT

US-Behörde stimmt für freies Internet

Die US-Telekommunikationsaufsicht Federal Communications Commission (FCC) schiebt bezahlten Überholspuren im Internet einen Riegel vor. Die fünf FCC-Kommissare stimmten gestern wie erwartet mehrheitlich für einen Vorschlag zur schärferen Regulierung des Geschäfts mit Breitbandnetzen.

Darin wird unter anderem ausdrücklich festgeschrieben, dass Netzbetreiber von Onlinediensten keine Gebühren für eine bevorzugte Durchleitung von Daten verlangen können.

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Science

Forscher: „Kopftransplantationen in zwei Jahren möglich“

Die Verpflanzung eines Menschenkopfes auf einen fremden Körper - dieses Szenario scheint in medizinisch greifbare Nähe zu rücken. Das behauptet zumindest der italienische Neurochirurg Sergio Canavero: Die Methoden stünden zur Verfügung, man müsse es nur tun, sagt er im Gespräch mit science.ORF.at. Fachkollegen halten das für deutlich übertrieben.

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Kultur

Harrison Ford wird noch einmal „Blade Runner“

Nach langem Umwerben ist es offiziell: Harrison Ford gibt noch einmal den „Blade Runner“. Wie die Produktionsfirma Alcon Entertainment gestern bestätigte, schlüpft der 72-Jährige für die geplante Fortsetzung des Science-Fiction-Klassikers noch einmal in die Rolle des Polizisten Rick Deckard, der im Original aus dem Jahr 1982 Jagd auf menschenähnliche Roboter gemacht hat.

Statt Ridley Scott, der ursprünglich auch bei der Fortsetzung seines Welterfolgs Regie führen wollte, ist laut dem Branchenblatt „Variety“ nun Denis Villeneuve („Prisoners“) als Regisseur gebucht.

Das Drehbuch stammt von Hampton Fancher und Michael Green und soll mehrere Jahrzehnte nach dem Original ansetzen, das im dystopischen Los Angeles 2019 spielte. Weitere Details zur Handlung oder zum Kinostart gibt es noch nicht. Ford hatte zuletzt in einem Interview gesagt, das Drehbuch sei „das Beste, was ich je gelesen habe“.

Vermisstes Werk von Picasso in New Jersey aufgetaucht

Ein seit mehr als zehn Jahren vermisstes Gemälde von Pablo Picasso ist in einer Paketsendung in New Jersey aufgetaucht. Wie die „New York Times“ gestern berichtete, wurde das Werk „La Coiffeuse“ („Die Friseurin“) aus dem Jahre 1919 im Dezember mit einem Paketdienst von Belgien nach New York verschickt.

Es wurde als „Kunst/Handwerk/Spielzeug“ im Wert von 37 Dollar (33 Euro) deklariert. Zöllner in New Jersey stellten bei der Ankunft der Sendung in den USA fest, dass es sich um einen Picasso handelt. Tatsächlich ist das Bild rund 2,5 Millionen Dollar wert.

Es war den Angaben zufolge zuletzt 1998 ausgestellt und danach wieder ins Lager des Centre Georges Pompidou in Paris gebracht worden. Dort bemerkte man 2001, dass es verschwunden war. Die US-Behörden wollen es an Frankreich zurückgeben.

Song Contest

Leute

Schettino sieht sich von Anwälten hintergangen

Nach seiner Verurteilung zu über 16 Jahren Haft hat der frühere „Costa Concordia“-Kapitän Francesco Schettino seine Anwälte scharf kritisiert. „Als ich gesehen habe, dass weder Vater noch Sohn die Akten studiert und stattdessen mit Journalisten gesprochen haben, war es zu spät, um umzukehren“, sagte er der Zeitung „Corriere della Sera“.

„Auch ein Vertreter der Anklage hat gesagt: Sie handeln nicht im Interesse ihres Mandanten. Er hatte Recht, leider“, so Schettino.

„War Ihnen ausgliefert“

Der 54-Jährige war vor gut zwei Wochen für die Havarie des Kreuzfahrtschiffes mit 32 Toten zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Schettino hatte sich danach von seinem Anwalt Domenico Pepe, der im Prozess von seinem Sohn unterstützt worden war, getrennt.

„Der Vater hat sich als Freund ausgegeben und gesagt, es war, um ihm Erfahrung zu geben. Was sollte ich machen? Ich war ihnen ausgeliefert“, sagte er über die Anwesenheit des Sohnes vor Gericht.

Buch geplant

Schettino will gegen das Urteil Berufung einlegen und „früher oder später“ ein Buch veröffentlichen. Er wehrte sich gegen Vorwürfe, er wolle die Schuld für das Unglück abwälzen.

„Ich habe mich nicht versteckt. Und ich werde der Einzige sein, der bezahlt. Aber niemand erkennt das an“, sagte er. „Ich weiß, dass es keine Vergebung für mich geben wird. Aber ich habe auch nie versucht, sie zu bekommen.“

Ex-Popstar Gary Glitter zu 16 Jahren Haft verurteilt

Der frühere Rock- und Popstar Gary Glitter ist heute wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Die Jury eines Gerichtes in London hatte den 70 Jahren alten Glitter bereits am 5. Februar für schuldig befunden, in den 1970er Jahren mehrere Mädchen missbraucht zu haben.

Eines der Opfer soll jünger als zehn Jahre gewesen sein. Der Richter am Southwark Crown Court warf Glitter, der mit bürgerlichem Namen Paul Gadd heißt, bei der Urteilsverkündung vor, er habe kaum Reue gezeigt. Glitter ist in Großbritannien und in Vietnam einschlägig vorbestraft.