Ausland

Südkorea verkündet Ende von Mers-Epidemie

Zwei Monate nach dem ersten Auftreten des Mers-Virus in Südkorea hat die Regierung das Ende der tödlichen Epidemie verkündet. Die Mediziner und die Regierung seien zu dem Schluss gekommen, dass die Leute sich keine Sorgen mehr machen müssten, sagte Ministerpräsident Hwang Kyo Ahn heute vor Regierungsmitgliedern. Seit Ausbruch des Virus am 20. Mai erlagen in Südkorea 36 Menschen der Krankheit.

„Ich rufe die Öffentlichkeit auf, alle Bedenken wegen Mers abzuschütteln und ihre normalen täglichen Tätigkeiten aufzunehmen, einschließlich der Wirtschafts-, Kultur-, Freizeit- und Schulaktivitäten“, sagte Hwang bei einem Treffen mit Regierungsmitgliedern laut der Nachrichtenagentur Yonhap. Zum Höhepunkt der Epidemie waren tausende Schulen geschlossen worden, da Eltern ihre Kinder aus Angst vor Ansteckung nicht zum Unterricht lassen wollten.

Die südkoreanische Wirtschaft erlitt durch die Epidemie schwere Verluste. Einkaufszentren, Restaurants und Kinos verzeichneten deutliche Umsatzrückgänge, da die Menschen größere Menschenansammlungen mieden. Auch die Tourismusbranche wurde hart getroffen. So ging die Zahl der ausländischen Besucher im Juni um mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück, in den ersten zwei Juliwochen brach sie sogar um 60 Prozent ein.

Die Regierung legte ein milliardenschweres Konjunkturprogramm auf, um die unter der Epidemie leidende Wirtschaft anzukurbeln. Die Zentralbank korrigierte kürzlich zum dritten Mal dieses Jahr die Wachstumsprognose nach unten. Der Zentralbank-Gouverneur Lee Ju Yeol warnte, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie noch den ganzen August andauern würden, obwohl seit dem 4. Juli keine Neuinfektion mehr registriert wurde.

Insgesamt starben seit dem 20. Mai 36 Menschen am Mers-Virus in Südkorea, 186 weitere erkrankten daran. Es war der bislang schwerste Mers-Ausbruch außerhalb Saudi-Arabiens, wo das Virus bislang vor allem auftrat. Das Mers-Virus ist ein seit dem Jahr 2012 bekannter Stamm aus der Gruppe der Coronaviren. Es gilt als gefährlicherer, aber weniger ansteckender Verwandter der Atemwegserkrankung Sars, der 2003 in Asien hunderte Menschen erlagen.

Die Erkrankung geht häufig mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit einher. Bei schweren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, auch Nierenversagen ist möglich. Bisher gibt es weder einen Impfstoff, noch eine Behandlung gegen die Krankheit.

Die Regierung Seoul war zunächst für ihre Reaktion auf die Epidemie kritisiert worden, erließ dann aber umfassende Quarantäneregeln, woraufhin fast 17.000 Menschen in ihren Häusern unter Quarantäne gestellt wurden. Dies erlaubte, eine Ausbreitung des Virus außerhalb von Krankenhäusern zu verhindern.

Fremdes U-Boot vor schwedischer Küste gefunden

Vor der schwedischen Ostküste ist ein fremdes U-Boot auf dem Meeresgrund gefunden worden. Es sei ca. 20 Meter lang und trage kyrillische Zeichen auf dem Rumpf, wie die Finder von der Wracksucherorganisation Ocean X Team gestern auf ihrer Website berichteten.

Äußere Schäden an dem U-Boot seien nicht zu sehen gewesen, alle Luken waren geschlossen. „Deshalb fürchten wir, dass die Mannschaft sich nicht retten konnte, als ihr Fahrzeug auf Grund lief“, sagte der Taucher Stefan Hogeborn.

Die schwedischen Streitkräfte haben nach der Analyse des Filmmaterials der privaten Wracksucher bestätigt, dass es sich um ein ausländisches U-Boot handelt, wie die Zeitung „Expressen“ berichtete.

Vergangenen Sommer war in den Schären vor Stockholm ein fremdes U-Boot gesichtet worden. Nach tagelanger Jagd mussten die Streitkräfte aber aufgeben. Es wurde nie geklärt, welcher Nation das U-Boot angehörte.

UNO: Wahlen in Burundi weder frei noch glaubwürdig

Rund eine Woche nach der Präsidentenwahl in dem ostafrikanischen Krisenland Burundi melden die Vereinten Nationen (UNO) Zweifel an der ordnungsgemäßen Durchführung der Abstimmung an. „Obwohl der Wahltag einigermaßen friedlich und angemessen durchgeführt wurde, war das Gesamtklima nicht geeignet für einen alle einbeziehenden, freien und glaubhaften Wahlprozess“, teilte die UNO-Wahlbeobachtungskommission gestern mit.

Der umstrittene burundische Staatschef Pierre Nkurunziza hatte die Wahl mit riesigem Vorsprung für sich entschieden. Damit kann der 51-Jährige, der bereits seit 2005 an der Macht ist, weitere fünf Jahre im Amt bleiben - obwohl die Verfassung nur zwei Amtszeiten vorsieht.

Aus Protest gegen Nkurunziza hatte die Opposition die Abstimmung boykottiert. Seit Ende April war es immer wieder zu blutigen Protesten wütender Regierungsgegner gekommen, die verhindern wollten, dass sich Nkurunziza um eine dritte Amtszeit bewirbt.

Iran will Differenzen mit arabischen Staaten ausräumen

Der Iran will seine politischen Probleme mit den arabischen Staaten in der Region ausräumen. „Im Jemen und in Syrien haben wir zwar Differenzen mit einigen unserer Nachbarn, aber die könnten wir in einem gemeinsamen Dialog lösen“, sagte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif gestern während eines Besuchs in Bagdad.

Der Iran nehme weiterhin die Sicherheit der anderen Staaten in der Region genauso in Betracht wie seine eigene, erklärte Sarif laut der Nachrichtenagentur Mehr. Auf der ersten Etappe seiner Golftour besuchte der Außenminister in den vergangenen drei Tagen Kuwait, Katar und Irak.

Sein Ziel ist es, mit den Golfstaaten die jüngste Atomeinigung mit den UNO-Vetomächten und Deutschland zu besprechen und eventuelle Sorgen auszuräumen. Allerdings wolle der Iran an seinem Kurs in Syrien und im Jemen sowie an der Unterstützung für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und die jemenitischen Huthi-Rebellen auch weiterhin festhalten.

Jemen: Saudis attackieren versehentlich Verbündete

Nur Stunden nach Beginn einer Feuerpause haben Kampfflugzeuge der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen offenbar versehentlich Stellungen der mit ihr verbündeten regierungstreuen Truppen attackiert. Zwölf Menschen seien getötet und mindestens 30 weitere verletzt worden, hieß es gestern aus jemenitischen Militärkreisen.

Die Angriffe ereigneten sich in der südlichen Provinz Lahdsch, wo die regierungstreuen Truppen verstärkt gegen die schiitischen Huthi-Rebellen vorgehen. Augenzeugen und regierungstreue Milizen bestätigten die Luftangriffe.

Kurz zuvor war eine humanitäre Feuerpause in Kraft getreten, die von der Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens ausgerufen worden war. Die Koalition hatte sich aber das Recht vorbehalten, auf militärische Aktivitäten sowie Bewegungen der Rebellen und deren Verbündeten zu reagieren. Die Huthis hatten sich nicht zum Einhalten der Feuerpause bereiterklärt. Zwar blieben Luftangriffe der Koalition im restlichen Land aus, Kämpfe gab es aber in der Stadt Taes und rund um die südliche Hafenstadt Aden.

Urteil gegen Ex-Regierungschef Kroatiens aufgehoben

Das Verfassungsgericht Kroatiens hat das Urteil gegen den früheren Regierungschef Ivo Sanader wegen Formfehlern aufgehoben. Der einstige Ministerpräsident (2003 bis 2009) habe in dem Prozess wegen schwerer Korruption in zwei Fällen kein faires Verfahren erhalten, begründeten die obersten Richter ihren Beschluss gestern in Zagreb.

Der 62-Jährige war vor knapp drei Jahren zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, weil er Schmiergeld angenommen haben soll. Später wurde die Strafe auf achteinhalb Jahre reduziert. Der einstige Spitzenpolitiker muss aber weiter in Haft bleiben, weil er noch eine Strafe für einen dritten Korruptionsfall abbüßt.

Indiens Ex-Präsident Abdul Kalam gestorben

Der frühere indische Präsident A. P. J. Abdul Kalam ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Kalam war von 2002 bis 2007 Präsident und gilt als Vater des indischen Raketenprogramms. Kalam habe gestern in der nordöstlichen Stadt Shillong eine Vorlesung gehalten und sei währenddessen zusammengebrochen, berichtete der Nachrichtensender India Today.

Ehemaliger indischer  Präsident A.P.J. Abdul Kalam

APA/EPA/Christophe Karabe

Anschließende Wiederbelebungsversuche im Krankenhaus seien gescheitert, hieß es weiter. „Ich bin sehr betrübt über seinen Tod. Er war ein Mann der Technologie und ein Mann des Volkes“, sagte der indische Vizepräsident Hamid Ansari.

Haushoher Sieg bei Wahl im Jahr 2002

Obwohl Kalam aus einfachen Verhältnissen stammte, wurde er einer der herausragenden Wissenschaftler seines Landes. Der Ingenieur hatte sein Leben dem Bau von Raketen gewidmet und wesentlich dazu beigetragen, Indien zu einer Atommacht zu machen.

2002 war Kalam Kandidat der regierenden Koalition Nationale Demokratische Allianz (NDA) und auch der stärksten Oppositionspartei, der Kongresspartei von Sonia Gandhi. Auf ihn entfielen damals rund 90 Prozent der Stimmen. 2007 legte er nach einer Amtszeit von fünf Jahren sein Amt nieder. Dem Staatspräsidenten fallen in Indien überwiegend nur repräsentative Aufgaben zu.

Inland

Arbeitslose: Schelling will Zumutbarkeitsgrenzen diskutieren

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) rückt in der Diskussion über die Arbeitslosenunterstützung nun die Zumutbarkeitsgrenzen in den Vordergrund. Er habe nie gefordert, das Arbeitslosengeld zu kürzen, sagte er gestern in der ZIB2. Vielmehr gelte es, alle Instrumente der Arbeitsmarktpolitik zu überprüfen - und auch die Frage: „Welche Beschäftigung ist zumutbar?“

Schelling hatte am Wochenende mit der Aussage für Aufregung gesorgt, dass es unter anderem deshalb so viele Arbeitslose gebe, weil der Unterschied zwischen deren Einkünften und einem Erwerbseinkommen zu gering sei. Heute sagte er, es gehe ihm weder darum, das Arbeitslosengeld zu kürzen noch die Mindestsicherung. Er bezweifle aber, dass die „Anreize“ für Erwerbslose, wieder einen Job anzunehmen, groß genug seien.

Schelling will mehr Flexibilität

Als Beispiel nannte er österreichische Tourismusgebiete, in denen viele Deutsche arbeiteten - vielen Österreichern dagegen würden solche Jobs wegen der geografischen Entfernung zum Heimatort nicht zugemutet. Hier möchte der Finanzminister über Änderungen diskutieren und auch flexiblere Modelle andenken.

Er brachte etwa auch einen Kombinationstarif mit bestimmten Zuschüssen ins Spiel. Denn nicht alle Maßnahmen im Arbeitsmarktbereich seien zielführend, hielt er an seiner grundsätzlichen Kritik fest. Schließlich würden die Arbeitslosenzahlen derzeit trotz Rekordbeschäftigung steigen, argumentierte Schelling.

Zeitung: Ermittlungen wegen Geert Wilders’ Rede in Wien

Die Staatsanwaltschaft Wien hat gegen den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders Ermittlungen wegen des Verdachts der Verhetzung eingeleitet. Grund sei die islamfeindliche Rede, die Wilders am 27. März 2015 auf Einladung von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in der Hofburg gehalten hatte, berichtete der „Kurier“ (Dienstag-Ausgabe).

In seinem Vortrag bezeichnete Wilders den Angaben zufolge Europa als „im Krieg mit dem Islam“, verglich den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ und forderte dessen Verbot, hieß es weiter.

Tarafa Baghajati, Obmann der „Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen“, habe daraufhin Anzeige wegen des Verdachts der Verhetzung, der Herabwürdigung religiöser Lehren sowie wegen des Verstoßes gegen das Verbotsgesetz erstattet.

Wirtschaft

Schelling hält sich bei Casinos Optionen offen

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hält der Republik Österreich Optionen für die Casinos Austria offen. Den geplanten Einstieg des Glücksspielkonzerns Novomatic werde man prüfen. Dass man aber Novomativ Staatsanteile - derzeit hält die ÖBIB rund 33 Prozent - verkaufen werde, „glaube ich nicht“, sagte er gestern in der ZIB2.

Wenn man sich zu solch einem Schritt entschließen würde, werde man wohl „an einen anderen Partner verkaufen“, so Schelling. Auf die Sperrminorität wolle sich der Staat „fixieren“, sagte er, wenn er auch „grundsätzlich die Frage“ sehe, ob eine Staatsbeteiligung am Glücksspielkonzern nötig ist.

Man wolle „dabei sein“, aber das „ist nicht zwingend so“, auch hier gelte es, die Optionen zu prüfen. Was das Novomativ-Angebot betreffe, werde man dieses nun ebenfalls prüfen, sagte Schelling mit Hinweis auf das bestehende Vorkaufsrecht.

China will weiteren Kurssturz an der Börse verhindern

Die chinesische Regierung will mit zusätzlichen staatlichen Maßnahmen einen weiteren Einbruch auf dem Aktienmarkt verhindern. Man werde die Börse mit Zukäufen stabilisieren, teilte der Marktregulierer des Landes gestern Abend mit. Gerüchte, wonach man sich dort zurückziehe, seien falsch.

Zudem werde China verstärkt gegen Marktteilnehmer vorgehen, die „bösartig Leerverkäufe auf Aktien“ vornehmen und damit auf fallende Kurse setzen würden. Schon jetzt liegen Börsengänge in China auf Eis - bei etwa 40 Prozent der börsennotierten Firmen ist der Handel mit deren Aktien ausgesetzt.

Größter Kurssturz seit acht Jahren

Das verhinderte zu Wochenbeginn den größten Kurssturz seit mehr als acht Jahren allerdings nicht. Die Leitindizes der wichtigen Börsen in Schanghai und Shenzhen brachen um je 8,5 Prozent ein. Der Ausverkauf, der in der zweiten Juni-Hälfte begonnen hatte, scheint sich damit trotz massiver Gegenmaßnahmen der Regierung fortzusetzen.

Gut 1.500 Aktien - zwei Drittel aller Werte - stürzten um die täglich maximal möglichen zehn Prozent ab. Dazu gehörten auch Schwergewichte wie der Mobilfunker China Unicom, Bank of Communications und der Ölkonzern PetroChina. Die Kursverluste setzten auch anderen Börsenplätzen weltweit zu.

Neuer Rekord bei Arbeitslosen in Frankreich

In Frankreich sind im Juni so viele Menschen arbeitslos gemeldet gewesen wie noch nie. Allerdings schwächte die Zunahme ab, wie das Arbeitsministerium gestern mitteilte. Die Zahl legte im Vergleich zum Mai um 1.300 auf insgesamt 3,55 Millionen Personen zu. Davor war sie noch um 16.200 gestiegen. Damit lässt eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt trotz der Erholung der Wirtschaft weiter auf sich warten.

Anfang des Jahres war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone um 0,6 Prozent gewachsen. Das Statistikamt INSEE hatte Mitte Juni prognostiziert, dass die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte in einem solchen Maß anzieht, dass ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit gestoppt werden kann.

162. Mitglied: Kasachstan in WTO aufgenommen

Die ölreiche Ex-Sowjet-Republik Kasachstan ist gestern nach einem jahrelangen Verhandlungsmarathon als 162. Mitglied in die Welthandelsorganisation (WTO) aufgenommen worden. Das teilte die WTO in Genf mit. Das seit einem Vierteljahrhundert von dem autoritären Präsidenten Nursultan Nasarbajew beherrschte Land könnte dadurch einen besseren Zugang zu den Weltmärkten erhalten und mehr internationale Investoren anziehen.

Die Regierung in Astana will mit Hilfe der WTO-Mitgliedschaft erklärtermaßen die Wirtschaft diversifizieren und die Abhängigkeit von Energieexporten reduzieren. Benzin- und Gaslieferungen machen derzeit noch 80 Prozent der kasachischen Exporte aus. Das Land bekam daher die Talfahrt der Ölpreise besonders stark zu spüren. Es leidet zudem unter der schwächelnden Wirtschaft Russlands, dem bisher wichtigsten Handelspartner.

Um alle Aufnahmekriterien der WTO zu erfüllen, musste Kasachstan unter anderem verbindlich zusagen, Importzölle zu senken und bürokratische Hürden für ausländische Firmen in den Bereichen Telekommunikation und Pharma abzubauen.

Fehler bei Rückrufen: Beispiellose Strafe für Fiat Chrysler

Der italienisch-amerikanische Autokonzern Fiat Chrysler kommt nicht aus den Negativschlagzeilen. Kurz nachdem ein spektakulärer Auto-Hack den Autoriesen erschüttert hatte, folgte die nächste Hiobsbotschaft: Der Autohersteller muss eine Rekordstrafe von 105 Mio. Dollar (rund 95,5 Mio. Euro) an das US-Verkehrsministerium zahlen.

Es handelt sich um die höchste Strafe, die die Behörde bisher verhängt hat. Es dürfte aber noch viel teurer werden für Fiat Chrysler. Der Konzern muss seinen Kunden wegen großer Schwierigkeiten bei Rückrufaktionen Hunderttausende Autos wieder abkaufen.

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Sport

Formel 1: Mercedes leckt nach Chaos Wunden

Erstmals seit 28 Rennen haben die Formel-1-Fans am Sonntag beim GP von Ungarn ein Podium ohne Mercedes-Piloten erlebt. Der von der Pole gestartete WM-Leader Lewis Hamilton kam in einem verrückten Rennen nicht über Platz sechs hinaus. Nico Rosberg landete nach einem Plattfuß kurz vor Schluss nur auf Rang acht.

„Wir haben mehr Schwierigkeiten gehabt als in der ganzen Saison“, meinte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Nicht irritieren ließ sich vor der Sommerpause indes Sebastian Vettel, der im Ferrari mit seinem 41. Sieg mit Formel-1-Legende Ayrton Senna gleichzog.

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Fußball: Salzburg offenbart noch Schwächen

Der Saisonstart in die Bundesliga ist am Samstag für Titelverteidiger Red Bull Salzburg mit der 1:2-Niederlage bei Aufsteiger SV Mattersburg gehörig in die Hose gegangen. Der Doublegewinner der vergangenen beiden Jahre offenbarte mit seiner neu formierten Mannschaft dabei ungewohnte Schwächen.

Unkonzentriertheit in der Defensive und fehlende Abstimmung in der Offensive brachten die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler um eine erfolgreiche Generalprobe für das Champions-League-Qualiduell mit Malmö. Die Zeit, die Mängel zu beheben, drängt.

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Bundesliga: Erfolgreicher Start der neuen Austria

Mit dem 2:0-Sieg beim Wolfsberger AC hat die umgekrempelte Wiener Austria am Sonntag einen erfolgreichen Start in die neue Bundesliga-Saison hingelegt. Die Handschrift von Neo-Trainer Thorsten Fink war dabei schon deutlich zu erkennen. „Für den ersten Spieltag war das sehr gut“, sagte der Coach über die Leistung seiner Mannschaft, warnte gleichzeitig aber auch vor zu viel Euphorie.

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Chronik

Starkes Erdbeben erschüttert Indonesien

Ein starkes Erdbeben hat die Provinz Papua im Osten Indonesiens erschüttert. Das Beben der Stärke 7,0 ereignete sich am Dienstagmorgen um 06.41 Uhr Ortszeit, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Demnach lag das Zentrum rund 250 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Jayapura in einer Tiefe von 52 Kilometer. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben, da sich das Beben an Land ereignete. Die Katastrophenschutzbehörde erklärte, es gebe zunächst keine Berichte über Opfer oder Schäden.

Ein Sprecher sagte, das Beben sei vier Sekunden lang deutlich zu spüren gewesen. Bewohner seien in Panik ins Freie gerannt. Die Provinz Papua umfasst den Großteil der Westhälfte der Insel Neuguinea, deren Ostteil der unabhängige Staat Papua-Neuguinea bildet. Die teils sehr gebirgige Provinz ist überwiegend von Regenwald bedeckt und nur dünn besiedelt. Die Website Earthquake-Report warnte, wegen der steilen Berghänge seien gefährliche Erdrutsche nicht ausgeschlossen.

Indonesien liegt am Pazifischen Feuerring, an dem mehrere Erdplatten aufeinanderstoßen, und an dem es regelmäßig Erdbeben und Vulkanausbrüche gibt.

Brände in Frankreich: 10.000 Campinggäste evakuiert

Rund 10.000 Campinggäste sind in Südfrankreich vor Waldbränden in Sicherheit gebracht worden. Die Feuerwehr ließ gestern drei Campingplätze im Gebiet der Mittelmeerstadt Frejus räumen, wie die Behörden mitteilten. Verletzte gab es keine. Auf einem Campingplatz zerstörte das Feuer aber 30 Hütten, auf einem anderen zehn Hütten.

In dem zwischen Marseille und Cannes gelegenen Departement Var wüteten den Behörden zufolge drei Feuer, die von starkem Wind weiter angefacht wurden. Mehr als 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz, die aus der Luft von Löschflugzeugen unterstützt wurden.

Dagegen entspannte sich die Lage an der Atlantikküste nahe Bordeaux, wo ein Brand in den vergangenen Tagen mehr als 560 Hektar Wald zerstört hatte. Rund 600 Bewohner der Gegend, die ihre Häuser hatten verlassen müssen, konnten schrittweise zurückkehren. 300 Feuerwehrleute und zwei Löschflugzeuge waren aber weiterhin im Einsatz.

Suche nach Massengräbern in Medellin

Auf der Suche nach Dutzenden von in Massengräbern verscharrten Leichen haben in der kolumbianischen Metropole Medellin die Ausgrabungsarbeiten begonnen. Mit einer ökumenischen Feier gedachten Angehörige, Suchmannschaften und Behördenvertreter gestern der Opfer.

Bei Auseinandersetzungen zwischen den linken Guerillagruppen FARC und ELN sowie rechten Paramilitärs waren in der Siedlung Comuna 13 zwischen 1999 und 2004 zahlreiche Menschen ums Leben gekommen.

Bis zu 300 Tote vermutet

Die Staatsanwaltschaft dokumentierte die Fälle von 95 Verschwundenen. Opferverbände gehen von rund 300 Toten aus. Damit wäre die Comuna 13 eines der größten städtischen Massengräber der Welt. Bei den Ausgrabungsarbeiten müssen 24.000 Kubikmeter Schutt abgeräumt werden, wie die Zeitung „El Tiempo“ berichtete.

Im kolumbianischen Bürgerkrieg kamen bisher über 200.000 Menschen ums Leben. Seit Ende 2012 verhandeln die größte Rebellenorganisation FARC und die Regierung über die Beilegung des seit Jahrzehnten andauernden Konflikts.

Polnische Lackfabrik in Flammen

Schwarze Rauchwolken über der Stadt: Aus noch unbekannter Ursache ist gestern in einer Lackfabrik der einstigen polnischen Textilmetropole Lodz ein Brand ausgebrochen. Die Flammen verbreiteten sich rasend schnell, bis zum Nachmittag war ein Teil des Fabrikdaches eingestürzt.

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz (iptv.ORF.at).

Mehr als 6.000 Quadratmeter Hallenfläche seien von den Flammen erfasst worden, sagte ein Feuerwehrsprecher im Nachrichtensender TVN 24.

Angst vor giftigem Rauch

Wegen der starken Rauchentwicklung riet die Feuerwehr Anwohnern, die Fenster geschlossen zu halten. Die Befürchtung, dass mit Feuer und Rauch auch giftige Stoffe in die Umgebung gelangten, bestätigte sich zunächst nicht. In der Fabrik sind etwa 700 Menschen beschäftigt, alle Mitarbeiter konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Da sich in der Nähe des Brandortes eine chemische Fabrik befindet, begann die Feuerwehr auch dort mit Sicherungsarbeiten, um eine Ausweitung des Feuers zu verhindern. Die Feuerwehr war mit 20 Löschtrupps im Einsatz. Mit einem Ende der Löscharbeiten wurde erst am späten Abend gerechnet.

Science

IT

Google hält Nutzer nicht mehr zu Konto bei Google+ an

Der US-Technologiekonzern Google schraubt die Bedeutung seines sozialen Netzwerks Google+ deutlich herunter. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, werden sich Nutzer von YouTube bald nicht mehr bei Google+ anmelden müssen, um auf dem Onlineportal Videos hochladen und kommentieren zu können.

Auch andere Google-Dienste sollen von dem Sozialen Netzwerk entkoppelt werden, das einst als Facebook-Konkurrent gestartet wurde, aber hinter den Erwartungen zurückblieb.

„Leute haben uns gesagt, dass der Zugang zu allen Google-Sachen mit einem Nutzerkonto das Leben deutlich einfacher macht“, schrieb Google-Manager Bradley Horowitz auf dem Firmenblog. „Aber wir haben auch gehört, dass es nicht sinnvoll ist, dass das Profil bei Google+ die Identität für alle anderen Google-Produkte sein muss.“ Der Konzern hatte sein Soziales Netzwerk im Sommer 2011 gestartet.

Kultur

Ai Weiwei darf offenbar nach Deutschland reisen

Jahrelang haben die chinesischen Behörden den regierungskritischen Künstler Ai Weiwei am Verlassen seiner Heimat gehindert - jetzt hat er offenbar ein Visum zur Einreise nach Deutschland erhalten. Das bestätigte der Künstler gestern laut AFP in Peking, ohne Details zu nennen. Vergangene Woche hatte Ai der „New York Times“ gesagt, er werde nach Erhalt eines Visums nach Deutschland reisen.

Der weltweit bekannteste chinesische Künstler war 2011 für 81 Tage im Zuge einer landesweiten Aktion gegen Dissidenten festgenommen worden. Seinen Pass behielten die Behörden danach ein. Werke von Ai wurden seither zwar dennoch weltweit gezeigt, der Künstler selbst konnte bei den Ausstellungen jedoch nicht anwesend sein. Auch in Berlin wurde die Ausstellung „Evidence“ im vergangenen Jahr von Ais Mitarbeitern aufgebaut, der Künstler durfte nicht einmal zur Eröffnung anreisen.

Die chinesischen Behörden überdachten offenbar ihre rigide Haltung im Umgang mit Ai: Erst vor wenigen Tagen hat er in Peking seinen Pass zurückbekommen, der ihm vier Jahre zuvor entzogen worden war. Ob Ai mit seinem Pass und Visum nun frei reisen kann, ist allerdings unklar. Viele chinesische Dissidenten wurden schon bei dem Versuch, das Land zu verlassen, auf dem Flughafen festgenommen. Anderen wurde nach der Ausreise die Rückkehr verweigert.

Tschechischer Pianist Ivan Moravec gestorben

Der tschechische Pianist Ivan Moravec ist gestern im Alter von 84 Jahren in Prag gestorben. Das teilte die Musikhochschule in Prag, an der er lehrte, mit. Bei Kritikern galt der Klaviervirtuose als „Dichter unter den Pianisten“. Er habe sich nicht in den Vordergrund gedrängt, sondern durch seinen ausgefeilten Anschlag brilliert, hieß es über den in Prag geborenen Musiker.

Zu seinem Repertoire zählten Werke von Mozart, Beethoven, Chopin und Debussy. Als ein Meilenstein gilt seine facettenreiche Einspielung von Chopins „Nocturnes“ aus dem Jahr 1965. Ein kurzer Ausschnitt aus einer Mozart-Aufnahme des Tschechen kam im Hollywood-Film „Amadeus“ vor.

Legendär war Moravecs Perfektionismus, was den Klang des Flügels anging. Er soll auf Konzertreisen immer eine kleine Tasche mit Stimmwerkzeugen bei sich getragen haben. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter Grammy-Nominierungen, die tschechische Verdienstmedaille und den Cannes Classical Award.