Ausland

Burkina Faso: Offenbar Einigung auf Übergangsstaatschef

Nach dem Rücktritt von Blaise Compaore als Staatschef von Burkina Faso hat sich die Armee des Landes hinter Oberst Isaac Zida als Führer einer Übergangsregierung gestellt.

Die Armeeführung habe sich einstimmig für den bisherigen Vizechef der Präsidentengarde ausgesprochen, hieß es in einer heute veröffentlichten Erklärung des Generalstabs. Unterzeichnet war die Erklärung von Militärchef Honore Traore, der ursprünglich das Amt des Übergangsstaatschefs für sich beansprucht hatte.

Nachdem Militärchef Traore seinen Machtanspruch bekundet hatte, hatte sich Oberst Zida unmittelbar darauf gegen den Armeechef gestellt. In einer Fernsehansprache sagte Zida, er wolle als Übergangsstaatschef die „staatliche Kontinuität“ wahren und in Zusammenarbeit mit den politischen Parteien und den Organisationen der Zivilgesellschaft für einen „ruhigen demokratischen Übergang“ sorgen.

Ex-Staatschef hat das Land verlassen

Der bisherige Staatschef Compaore war gestern nach Protesten gegen eine geplante Verfassungsänderung nach 27 Jahren an der Macht zurückgetreten und daraufhin ins Ausland geflohen. Compaore habe sich in die benachbarte Elfenbeinküste abgesetzt, meldete der Sender Radio France International. Er soll sich im Strandresort Assinie aufhalten. Auch einige Familienmitglieder sollen bei ihm sein.

IS tötet 85 Stammesmitglieder im Irak

Auf ihrem Vormarsch im Irak haben Kämpfer des Islamischen Staates (IS) nach Angaben von Stammesmitgliedern und aus Sicherheitskreisen mindestens 85 Menschen getötet. Damit habe die Extremistenmiliz ihre Vergeltungsoffensive gegen jene Verbände fortgesetzt, die sich dem IS in den Weg gestellt und einen Anschluss an die Organisation verweigert hätten.

Ein Vertreter des Sunnitenstammes Albu Nimr sagte heute, 50 vertriebene Angehörige seien am Vortag vom IS umgebracht worden. Ein Mitglied der Sicherheitskräfte erklärte, in einem Massengrab seien 35 Leichen gefunden worden, die bei einem anderen Überfall getötet worden seien.

Erst am Donnerstag waren in der Provinz Anbar zwei Massengräber entdeckt worden, in denen laut Sicherheitskreisen mindestens 220 Leichen vom IS verscharrt worden waren. Die Toten gehörten demnach zu einer Gruppe von 300 Angehörigen des Albu-Nimr-Stammes, die in den vergangenen Tagen vom IS verschleppt wurden. IS-Kämpfer hätten erklärt, dass es sich um eine Strafaktion gegen den Widerstand gehandelt habe.

Peschmerga als Verstärkung in Kobane eingetroffen

Die seit Tagen als Verstärkung gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erwarteten nordirakischen Peschmerga sind in der belagerten nordsyrischen Stadt Kobane eingetroffen. Zehn Fahrzeuge hätten gestern Abend die türkisch-syrische Grenze überquert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Der Konvoi wurde von türkischen Soldaten begleitet. Am Straßenrand jubelten Hunderte Kurden den Kämpfern zu. Insgesamt sollen 150 Peschmerga mit schweren Waffen den Verteidigern von Kobane helfen. Der IS versucht seit Wochen, die Stadt einzunehmen.

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10.000 demonstrierten in Athen gegen Sparpolitik

Rund 10.000 Mitglieder der kommunistischen griechischen Gewerkschaft PAME haben heute in Athen gegen die harte Sparpolitik der Regierung demonstriert. Sie zogen durch das Zentrum der Hauptstadt und versammelten sich vor dem Parlamentsgebäude. „Es reicht. Wir können nicht mehr“, skandierte die Menge.

Die Demonstration verlief friedlich, wie die Polizei mitteilte. In Griechenland sind wegen der schweren Finanzkrise mehr als 26 Prozent ohne Job. Die Griechen haben zudem nach offiziellen Angaben im Vergleich zum Jahr 2008 mehr als ein Viertel ihres Einkommens verloren.

Drohnen über französischen AKWs geben Rätsel auf

In Frankreich haben weitere zwei Nuklearanlagen „Besuch“ bekommen. Wie schon zuvor über mindestens sieben anderen tauchten Donnerstagabend Drohnen über zwei Atomkraftwerken im Westen und Süden des Landes auf, teilten die Behörden und der Betreiber EDF gestern mit und beteuerten, es habe keinerlei Gefahr für die Sicherheit bestanden.

Der „Figaro“ berichtete, das Innenministerium habe inzwischen Anweisung gegeben, bei weiteren derartigen Vorfällen die Drohnen zu „neutralisieren“ oder, „anders gesagt, sie abzuschießen“. Der Hintergrund der Causa ist völlig mysteriös, die Optik spreche für die Vorbereitung einer großangelegten Aktion, heißt es - welcher Art, ist allerdings die große Frage.

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Italien beendet Mittelmeer-Rettungsaktion „Mare Nostrum“

Trotz heftiger Kritik von Hilfsorganisationen beendet Italien seinen „Mare Nostrum“-Einsatz zur Rettung von Bootsflüchtlingen im Mittelmeer. Stattdessen sollen die EU-Grenzen im Rahmen des Programms „Triton“ unter dem Dach der EU-Grenzschutzagentur Frontex überwacht werden.

Flüchtlingsorganisationen kritisieren, das Frontex-Mandat betreffe nur die Grenzschutzsicherung und diene nicht dazu, Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Sie befürchten einen Anstieg der Toten, weil auch das Einsatzgebiet zu klein sei. Italien selbst hat in einem Jahr 120.000 Flüchtlinge im Rahmen von „Mare Nostrum“ gerettet.

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Inland

Projekt im Regelbetrieb: Weniger U-Haft für Jugendliche

Mit 1. November ist das Pilotprojekt „Sozialnetzkonferenzen“ in den Regelbetrieb der Justiz übernommen worden. Dabei sollen strauchelnde Jugendliche unter Einbindung ihres sozialen Umfelds auf den richtigen Weg zurückgebracht werden. Das Ziel war, über weniger Jugendliche die U-Haft zu verhängen beziehungsweise die Haftzeit dabei zu verkürzen.

Das Projekt wurde vom Bewährungshilfeverein Neustart entwickelt. Für Jugendliche in U-Haft soll gemeinsam mit nahen Angehörigen und Spezialisten ein Plan erstellt werden, damit ein Verbleib des Verdächtigen hinter Gittern überflüssig wird.

Abhängig von der Situation des Jugendlichen, - zum Beispiel ein Suchtverhalten - werden weitere Experten beigezogen. Am Ende soll die Zustimmung des Richters zur Enthaftung stehen. Auch für Jugendliche in Strafhaft soll die Reintegration nach einer Entlassung über Sozialnetzkonferenzen erfolgen.

ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter begrüßte die Übernahme in den Regelbetrieb. „Diese sinnvolle Einrichtung trägt einerseits zur Verkürzung der Untersuchungshaft von Jugendlichen bei, und unterstützt andererseits auch eine möglichst frühe bedingte Entlassung“, sagte er.

Wirtschaft

Streiks bei Amazon vorerst beendet

Zum vorläufigen Ende eines mehrtägigen Streiks haben Beschäftigte des Versandhändlers Amazon an zwei deutschen Standorten erneut die Arbeit niedergelegt. Heute beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft ver.di 200 Mitarbeiter am größten deutschen Standortort in Bad Hersfeld an dem Protest. In Leipzig waren rund 120 Beschäftigte im Ausstand. Der Streik sollte bis zum Ende der Spätschicht dauern.

Wann ver.di in dem seit mehr als einem Jahr andauernden Tarifkonflikt zum nächsten Streik aufruft, ist unklar. „Amazon muss damit rechnen, dass sie keine ruhige Minute mehr haben“, sagte Thomas Schneider von ver.di in Leipzig. Zu jeder Zeit und an jedem Ort könnte die Arbeit niedergelegt werden.

Ver.di will Branchenprimus Amazon zu Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels bewegen. Amazon sieht sich selbst aber als Logistikunternehmen und lehnt die Forderungen ab. Mittlerweile wird an bis zu fünf Standorten gestreikt. Involviert sind auch die Lager in Rheinberg und Werne (beide NRW) und Graben in Bayern.

Metaller-KV: Abschlüsse für Fahrzeug- und Gießereiindustrie

Die Gewerkschaften PRO-GE (Produktionsgewerkschaft) und GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) haben bei einer zweiten Gesprächsrunde mit dem Fachverband Fahrzeugindustrie einen Abschluss für die knapp 30.000 Beschäftigten der Branche erzielt. Das teilten die Arbeitnehmervertretungen heute mit.

Die Ist- und kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter steigen demnach um 2,1 Prozent. Die Lehrlingsentschädigungen steigen um 2,1 Prozent, die Aufwandsentschädigung und Zulagen um 1,7 Prozent.

Entsprechend der Maschinen- und Metallwarenindustrie

Zudem haben die Gewerkschaften mit dem Fachverband eine Freizeitoption vereinbart: Die Ist-Erhöhung kann in zusätzliche Freizeit - bis zu 38,5 Stunden - umgewandelt werden. Die Beschäftigten der Fahrzeugindustrie könnten nun individuell mitentscheiden, ob sie kürzer arbeiten, also die Lohn- und Gehaltserhöhung in Freizeit eintauschen, hieß es. Dafür zwingend notwendig sei allerdings der Abschluss einer Betriebsvereinbarung.

In zweiter Runde erzielten die beiden Gewerkschaften außerdem mit dem Fachverband Gießereiindustrie einen gleichlautenden Abschluss für die mehr als 6.000 Beschäftigten. Eine Freizeitoption konnte den Informationen zufolge hier jedoch nicht vereinbart werden. Die beiden Abschlüsse entsprechen jenem, der zunächst in der Maschinen- und Metallwarenindustrie diese Woche erzielt worden war.

Airbus vor neuem Großauftrag aus China

Airbus steht einem Medienbericht zufolge vor einem neuen Großauftrag aus China. Der europäische Flugzeugbauer verhandle mit der China Aircraft Leasing Group (CALG) über die Lieferung von rund 100 Kurz- und Mittelstreckenfliegern vom Typ A320 im Volumen von neun bis elf Milliarden Dollar (8,78 Mrd. Euro), schreibt die französische Zeitung „Le Figaro“ (Samstag-Ausgabe).

Das chinesische Unternehmen, das Verkehrsmaschinen an Fluggesellschaften vermietet, wolle schon in Kürze eine Absichtserklärung dazu unterzeichnen. Es hatte bereits vor zwei Jahren 36 A320-Maschinen bestellt und will seine Position im boomenden Luftverkehr in China ausbauen.

Airbus hatte erst Anfang Oktober 70 Flugzeuge der A320-Familie für etwa 5,5 Milliarden Euro an den Staatskonzern China Aviation Supplies (CAS) verkauft.

Sport

Fußball: Deutscher Klassiker mit neuen Vorzeichen

Heute Abend steht in der deutschen Bundesliga der ewig junge Schlager zwischen Bayern München und Borussia Dortmund auf dem Programm. Doch der Klassiker steht diesmal unter anderen Vorzeichen als noch in der Vergangenheit. Denn während die Bayern voll auf Titelkurs liegen, läuft es beim BVB in der Bundesliga derzeit so gar nicht rund. Brisanz ist dennoch genug vorhanden, denn neuerlich führt ein möglicher Wechsel eines Dortmund-Stars zu Bayern zu verbalen Wortgefechten.

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Formel 1: FIA fordert Kostenbremse ein

Neun statt elf Teams und damit ein Rennen mit nur 18 Fahrern: Der Grand Prix der USA am Sonntag in Austin (21.00 Uhr, live in ORF eins) zeigt der Formel 1 ihre Grenzen auf. Grenzen, die zumindest die kleinen Teams betreffen. Nach dem Ausstieg von Marussia und Caterham hat der Automobil-Weltverband (FIA) daher wieder einmal darauf hingewiesen, dass eine Ausgabenobergrenze dringend notwendig sei, um auch in Zukunft ein großes Starterfeld zu ermöglichen.

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Eishockey: KAC stoppt Wiener Siegeszug

Der Siegeszug der Vienna Capitals in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) ist gesternAbend gestoppt worden. Der Tabellenführer musste sich zu Hause dem KAC überraschend mit 2:5 geschlagen geben und kassierte die erste Pleite seit 5. Oktober. Danach hatten die Capitals sieben Siege in Serie verbucht. Der Vorsprung der Wiener in der Tabelle auf Salzburg schrumpfte damit auf drei Punkte, denn die „Bullen“ behielten im Schlager gegen die Black Wings Linz die Oberhand.

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Chronik

Landesweiter Stromausfall in Bangladesch

In Bangladesch ist heute landesweit der Strom ausgefallen. Nach Angaben des Energieministeriums war der Defekt einer Hochspannungsleitung aus Indien verantwortlich für die Panne. Techniker seien damit beschäftigt, den Stromausfall zu beheben, sagte ein ranghoher Ministeriumsvertreter.

Die Behörden versuchen mit Generatoren die Stromversorgung in einigen Teilen des Landes wiederherzustellen. Es war der schwerste Blackout seit 2007, als ein Zyklon über das Land zog und die Versorgung für mehrere Stunden lahmlegte. Damals starben 2.500 Menschen.

Mit 156 Millionen Einwohnern auf einer Fläche von knapp 148.000 Quadratkilometern ist Bangladesch der am dichtesten besiedelte Staat der Welt - sofern reine Stadtstaaten nicht mitgezählt werden. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung hat keinen Zugang zu Elektrizität.

Das Land selbst ist abhängig von Stromimporten. Gemeinsam mit ausländischen Energiekonzernen soll in den nächsten Jahren daran gearbeitet werden, Kraftwerke zu errichten.

Flug MH17: Überreste von Opfern geborgen

Ein niederländisches Bergungsteam hat an der Absturzstelle des Passagierfluges MH17 in der Ostukraine erneut Überreste von Opfern geborgen. Das teilte die niederländische Regierung gestern Abend in Den Haag mit.

Die Leichenteile würden nun in der ukrainischen Stadt Charkiw von forensischen Experten untersucht und sollten später in die Niederlande ausgeflogen werden.

Bei dem mutmaßlichen Abschuss der Maschine der Malaysia Airlines am 17. Juli waren 298 Menschen getötet worden - die meisten der Opfer kamen aus den Niederlanden.

Noch neun Opfer nicht identifiziert

Bisher wurden 289 der Toten identifiziert. Von neun Menschen hatten die Experten im niederländischen Hilversum bisher keine DNA feststellen können. Wegen der andauernden Kämpfe in dem Gebiet waren die Bergungsarbeiten unterbrochen worden. Das niederländische Bergungsteam hatte nun überraschend die Unglücksstelle gemeinsam mit dem ukrainischen Katastrophenschutz besucht.

Rekordmenge geschmuggelter Nashornhörner entdeckt

In Südafrika sind zwei Vietnamesen mit einer Rekordmenge geschmuggelter Rhinozeroshörner im Gepäck festgenommen worden.

Die beiden 25 und 26 Jahre alten Männer seien gestern in einem Flugzeug beim Zwischenstopp in Johannesburg gefasst worden, nachdem die Polizei Informationen über die Schmuggelware in ihrem Gepäck erhalten hatte, sagte ein Polizeisprecher. Demnach befanden sie sich auf einem Flug von Mosambiks Hauptstadt Maputo in die vietnamesische Hauptstadt Hanoi.

Eigentlich hätten die Passagiere während des einstündigen Zwischenstopps in Johannesburg an Bord bleiben sollen, doch ließ die Polizei wegen der Hinweise auf die Schmuggelware alle aussteigen und das Gepäck von einem Spürhund untersuchen. Laut dem Polizeisprecher wurden dabei 18 intakte Nashornhörner entdeckt. Es handelt sich um den größten Fund aller Zeiten in Südafrika.

Kultur

Die ORF-Bestenliste im November 2014

„Kanns nicht und wills nicht“ heißt Lydia Davis’ siebenter Erzählband, der 2013 mit dem International Man-Booker-Prize ausgezeichnet wurde und im November auf Platz eins der ORF-Bestenliste liegt. Marica Bodrozic belegt mit ihrem autobiografischen Buch „Mein weißer Frieden“ bereits zum zweiten Mal den zweiten Platz. Und auch Gerhard Roth ist abermals mit seinem Roman „Grundriss eines Rätsels“ auf der Bestenliste vertreten - diesmal auf Platz drei.

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