Ausland

Jemen: 1.200 Häftlinge laut Bericht aus Gefängnis geflohen

Im Jemen sind bei heftigen Kämpfen in der Stadt Tais 1.200 Häftlinge aus dem Zentralgefängnis befreit worden - unter ihnen Unterstützer des Terrornetzwerks Al-Kaida. Das berichteten heute lokale Medien und Sicherheitskreise.

Die Konfliktparteien im Jemen gaben sich gegenseitig die Schuld: Wie die von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtete, stürmten Al-Kaida-Kämpfer und mit ihr verbündete Milizen am Samstag die Haftanstalt. Aus anderen Sicherheitskreisen verlautete hingegen, Huthis und deren Verbündete hätten die Gefangenen befreit.

Meldungen aus dem Jemen sind wegen fehlender staatlicher Strukturen oder unabhängiger Medien nur schwer zu überprüfen. In dem Land im Süden der Arabischen Halbinsel kämpfen die Huthi-Rebellen gegen Anhänger des nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Ein saudisch geführtes Militärbündnis bombardiert seit Ende März die Huthis und ihre Verbündeten. Das Machtvakuum nutzt auch dem im Jemen sehr aktiven Terrornetzwerk Al-Kaida.

Dürre: Nordkorea stellt Hilfsgesuch an den Iran

Nordkorea hat sich mit der Bitte um humanitäre Hilfe zur Bekämpfung einer anhaltenden Dürrekatastrophe an den Iran gewandt. Der nordkoreanische Botschafter in Teheran, Kang Sam hyon, habe ein entsprechendes Gesuch an den Leiter des iranischen Roten Halbmonds, Amir Hossein Ziaie, gerichtet, meldete die Nachrichtenagentur Irna heute. Kang unterstrich dabei die „starken freundschaftlichen Beziehungen“ zwischen beiden Staaten.

Nordkorea und der Iran sind seit dem Sturz des vom Westen unterstützten Schahs 1979 enge Verbündete. Beide Staaten unterliegen wegen ihrer Atomprogramme Strafmaßnahmen des Westens. Die Belieferung mit Nahrungsmitteln, insbesondere aus Südkorea und den USA, wurde stark heruntergefahren.

Angst vor großer Hungersnot

Pjöngjang hatte Mitte Juni mitgeteilt, dass die „schlimmste Dürre seit 100 Jahren“ sich vor allem auf den Reis- und Getreideanbau katastrophal auswirke. Mehr als 30 Prozent der Reisfelder seien ausgedörrt, in den Provinzen Süd und Nord Hwanghae gebe es so gut wie keinen Niederschlag. Nach Angaben des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums könnte die Getreideproduktion im Norden im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 20 Prozent sinken, wenn es bis Juli weiter so wenig regnen sollte.

Damit verstärken sich Ängste vor einer großen Hungersnot in Nordkorea. Bei einer Hungersnot Mitte und Ende der 90er Jahre starben Schätzungen von Nichtregierungsorganisationen zufolge Hunderttausende Nordkoreaner.

Luxemburg übernimmt EU-Ratspräsidentschaft

Luxemburg übernimmt ab morgen für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft. Es ist das zwölfte Mal, dass das Gründungsmitglied der Europäischen Union diese Aufgabe innehat. Die luxemburgische Regierung will sich in dieser Zeit laut Programm vor allem für Wachstum und Jobs, Klimaschutz, die Flüchtlingspolitik, den Binnenmarkt und die außenpolitische Rolle der EU einsetzen.

Zudem dürfte die Griechenland-Krise die nächsten Monate das beherrschende Thema bleiben. Der Ratsvorsitz hat die Aufgabe, die Ministertreffen zu leiten und in der Gesetzgebung Kompromissvorschläge zwischen den Ländern und dem EU-Parlament und der EU-Kommission zu erarbeiten.

Alle sechs Monate wechselt die Ratspräsidentschaft zwischen den EU-Mitgliedsländern nach einer festgelegten Reihenfolge. Luxemburg übernimmt den Staffelstab von Lettland und wird ihn am 1. Jänner nächsten Jahres an die Niederlande weitergeben.

Drei Tote bei neuerlicher Explosion in Kairo

Nach dem tödlichen Anschlag auf Ägyptens Generalstaatsanwalt hat eine weitere Explosion nahe Kairo drei Menschen getötet. Die Opfer befanden sich heute in einem mit Sprengstoff beladenen Auto, das in die Luft flog, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte. Eine weitere Person, die sich in der Nähe des Fahrzeugs befand, sei schwer verletzt worden.

Zerstörtes Auto in Kairo

APA/EPA/Mohamed Hesham

Nach Darstellung des Sprechers war das Auto auf dem Weg zu einer Polizeistation in einer Satellitenstadt Kairos. Die Bombe sei den unbestätigten Angaben zufolge explodiert, bevor das Ziel erreicht war.

Gestern war bereits eine Bombe nahe dem Autokonvoi von Generalstaatsanwalt Hischam Barakat explodiert und hatte den 65-Jährigen getötet.

IS erobert Teil von Grenzstadt zurück - interveniert Türkei?

Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben einen Teil der wichtigen Grenzstadt Tell Abjad in Nordsyrien von kurdischen Einheiten zurückerobert. Die Dschihadisten kontrollierten Bereiche im Osten des Ortes, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Coventry heute mit. Die Nachrichtenagentur Hawar, die den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) nahesteht, berichtete von anhaltenden Kämpfen. Kurdische Einheiten hätten die sunnitischen IS-Extremisten eingekreist.

YPG fügte IS schwere Niederlage zu

Die Volksschutzeinheiten hatten Tell Abjad vor zwei Wochen befreit und dem IS damit eine schwere Niederlage zugefügt. Vergangene Woche nahmen sie zudem den Ort Ain Issa ein und rückten bis auf rund 50 Kilometer an die IS-Hochburg al-Rakka heran. Die Extremisten verloren ihre wichtigsten Nachschubwege in die Türkei.

Mit der Eroberung dehnten die Kurden ihre Kontrolle auf ein zusammenhängendes Gebiet aus, das sich Hunderte Kilometer entlang der Grenze zur Türkei ausdehnt. Die türkische Regierung befürchtet, dass die Kurden in Syrien einen eigenen Staat ausrufen und damit auch die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden im eigenen Land anheizen könnten. Die YPG ist eng mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden.

Warnung vor Intervention

Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdarolu warnte vor einer Intervention der Armee im Bürgerkriegsland. „Bloß nicht“, sagte der Chef der größten Oppositionspartei CHP der Tageszeitung „Hürriyet“ (Dienstag-Ausgabe). Die Regierung solle die Türkei nicht in ein Abenteuer stürzen. Kilicdaroglu reagierte damit auf Medienberichte über einen möglichen Einmarsch türkischer Truppen und der damit verbundenen Absicht, eine Pufferzone in Syrien einzurichten.

Der Sprecher des Präsidenten, Ibrahim Kalin, sagte, die Türkei plane keinen Alleingang in Syrien. Es sei jedoch Aufgabe eines Landes, seine Grenzen zu schützen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Präsident Recep Tayyip Erdogan machte vergangene Woche klar, dass die Türkei die Gründung eines solchen Staates nicht dulden werde.

Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad gelang es, in der umkämpften Stadt Hasaka im Nordosten Syriens IS-Kämpfer zurückzudrängen. Auch die Kurden, die den Norden der Stadt kontrollieren, eroberten einen Stadtteil von den Extremisten.

Inland

Petzner als Zeuge im Hypo-U-Ausschuss

Im morgigen Hypo-U-Ausschuss folgt als Auskunftsperson Haider-Intimus auf Haider-Intimus. Nach dem Pressesprecher des früheren Landeshauptmannes von Kärnten, Stefan Petzner, kommen zwei von dessen früheren Büroleitern. So wird Harald Dobernig erwartet, der auch Kärntner Finanzreferent und Hypo-Aufsichtskommissär war, sowie auch der Kurzzeit-FPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerald Mikscha.

Petzner selbst kündigte gegenüber der APA an, Unterlagen aus der Zeit der BayernLB in der Hypo für die Abgeordneten mitzubringen, die bisher fehlten, da man aus Bayern an keine Akten gelange. Streng genommen wird in der aktuellen Phase des U-Ausschusses aber diese Bayern-Zeit noch gar nicht untersucht, sondern die „Kärntner Zeit“ davor. Auch hier wollte Petzner „Neues und Interessantes“ beisteuern, sollten die passenden Fragen kommen.

Haider könne nicht mehr befragt werden, deshalb befrage man dessen frühere rechte Hände, meinte etwa der SPÖ-Fraktionsführer im U-Ausschuss, Kai Jan Krainer, über den wohl zeitintensiven U-Ausschuss-Tag. Sein Grünen-Pendant Werner Kogler sagte, generell werde der Ausschusstag noch mehr Einblick ins „System Haider“ bringen. ÖVP-U-Ausschuss-Chefin Gabriele Tamandl sagte, es gehe darum, jene Leute zu befragen, die am allernächsten dran waren, als der Milliardenskandal angerichtet wurde.

Rauchverbot in der Gastronomie ab 1. Mai 2018

Nun ist es auch in Österreich so weit: Das totale Rauchverbot in der Gastronomie wurde heute im Gesundheitsausschuss mit Mehrheit von SPÖ, ÖVP und Grünen beschlossen. Es tritt am 1. Mai 2018 in Kraft. Hotels und Beherbergungsbetriebe können zwar Raucherräume einrichten, diese müssen jedoch streng abgetrennt sein.

Steuerliche Prämie von 30 Prozent

Als Anreiz für einen vorzeitigen und freiwilligen Umstieg von Unternehmen schon vor dem 1. Juli 2016 wird es eine steuerliche Prämie in der Höhe von 30 Prozent für getätigte Umbauinvestitionen geben. Neben den klassischen Tabakerzeugnissen sind von der Regelung auch Wasserpfeifen und verwandte Produkte wie etwa die E-Zigaretten erfasst, berichtete die Parlamentskorrespondenz. Bei Verstößen gegen das Gesetz drohen den Wirten Strafen bis zu 2.000 Euro, den Rauchern bis zu 100 Euro.

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) sprach von einem sehr wichtigen Schritt vor allem im Sinne der Arbeitnehmer und hofft, dass viele Lokale von den Steuervorteilen Gebrauch machen und schon früher umsteigen. Österreich sei nun nicht mehr der „Aschenbecher Europas“.

In der Hotellerie gilt ein gänzliches Rauchverbot in den der Nächtigung von Gästen dienenden Zimmern, heißt es im Regierungsentwurf. Allerdings wurde den Beherbergungsbetrieben mit der Begründung, dass die Verweildauer der Gäste auch mehrere Tage oder Wochen betragen könne, die Möglichkeit eingeräumt, streng abgetrennte Raucherräume einzurichten. Diese Ausnahmeregelung gibt es für Gastronomiebetriebe nicht.

Steuerreform inklusive Konteneinsicht beschlossen

Im Finanzausschuss des Nationalrates ist heute die Steuerreform beschlossen worden. Die Grünen stimmten bei der Lockerung des Bankgeheimnisses mit und bescherten der Koalition damit die für diesen Punkt notwendige Zweidrittelmehrheit. Bei der Erhöhung der KESt gab es noch keine Zustimmung der Grünen, eine solche ist aber bei der Endabstimmung um Plenum noch möglich.

Das Gesetzespaket zur Steuerreform wurde mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP beschlossen. Die Reform bringt eine Entlastung der Lohn- und Einkommenssteuerpflichtigen in Höhe von 5,2 Mrd. Euro pro Jahr. Für Niedrigverdiener wird die Negativsteuer erhöht, Pensionisten kommen erstmals in den Genuss dieser Möglichkeit. Die Kosten sollen über Steuererhöhungen, Sparmaßnahmen, Betrugsbekämpfung und eine „Selbstfinanzierung“ hereingebracht werden.

Grüne stimmten bei Konteneinsicht mit

Bis vor knapp zwei Wochen am seidenen Faden hing die De-facto-Abschaffung des Bankgeheimnisses (als eine der Maßnahmen gegen Steuerbetrug): Denn für einen Parlamentsbeschluss ist hier eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, die Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP brauchen daher die Zustimmung der Grünen.

Die Einigung mit der Oppositionspartei in diesem Punkt war am Donnerstag vor zwei Wochen zustande gekommen: So kommt es nun doch zu der von den Grünen geforderten Genehmigung der Kontenöffnung durch einen Richter am Bundesfinanzgericht. Im Begutachtungsentwurf war hingegen zuvor lediglich ein Vieraugenprinzip und die Einbeziehung eines Rechtsschutzbeauftragten vorgesehen. Eine weitere Neuerung war, dass auch bei Fällen bis zu 100.000 Euro dieser neue Instanzenzug angewendet wird, also auch in kleineren Causen eine richterliche Genehmigung nötig ist.

Noch keine Zweidrittelmehrheit für KESt-Erhöhung

Noch keine Zustimmung der Grünen gab es am Dienstag im Finanzausschuss zu der von der Regierung geplanten Erhöhung der Kapitalertragssteuer auf Dividenden von 25 auf 27,5 Prozent. Auch hier benötigt die Regierung die Zustimmung einer Oppositionspartei, da es sich um eine Verfassungsbestimmung handelt.

Grundsätzlich ist auch in diesem Punkt eine Zustimmung der Grünen möglich, wie Abgeordneter Bruno Rossmann am Dienstag gegenüber der APA sagte. Die Grünen fordern aber im Rahmen des Paketes auch eine gesetzliche Regelung, um jene Steuerhinterzieher zu erreichen, die im Jahr 2012 heimlich ihr Vermögen aus der Schweiz bzw. Liechtenstein nach Österreich transferiert hatten, um ihr Geld vor Inkrafttreten der entsprechenden Steuerabkommen vor der Finanz in Sicherheit zu bringen.

Wirtschaft

Kiew will Gaskäufe in Russland aussetzen

Die Ukraine hat heute die Aussetzung sämtlicher Erdgaskäufe in Russland mit sofortiger Wirkung angekündigt. Damit reagierte Kiew auf das Scheitern der Preisverhandlungen am selben Tag in Wien, von denen sich die ukrainische Regierung eine Fortsetzung der Gaslieferungen für die kommenden drei bis sechs Monate erhofft hatte. Das ukrainische Unternehmen Naftogas erklärte unterdessen, dass es das russische Erdgas weiterhin durch die Ukraine an europäische Kunden leiten werde.

Russland hatte nach dem Amtsantritt der prowestlichen Regierung in Kiew Anfang 2014 den Gaspreis für die Ukraine erhöht. Im Juni unterbrach Gasprom dann die Lieferungen in das Nachbarland und rief den internationalen Schiedshof in Stockholm an, da sich die Ukraine weigerte, Schulden aus Gasgeschäften zu bezahlen.

Die Lieferungen wurden erst nach der Unterzeichnung eines vorläufigen Abkommens zwischen beiden Ländern Ende des Jahres wiederaufgenommen. Das Abkommen hatte eine Laufzeit bis zum 30. Juni. Mit einem Urteil aus Stockholm in dieser Angelegenheit wird nicht vor Ende 2016 gerechnet.

Airbus bekam aus China Großauftrag über 16 Mrd. Euro

Airbus hat einen Großauftrag im Wert von 18 Milliarden Dollar (16,17 Mrd. Euro) aus China erhalten. Während eines Besuchs des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang in Frankreich wurde heute ein Vertrag für bis zu 75 Passagierflugzeuge vom Typ A330 unterzeichnet.

Wie Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls mitteilte, unterzeichnete der Airbus-Chef Fabrice Bergier mit der China Aviation Supplies Holding Company den Vertrag für 45 Flugzeuge sowie eine Vereinbarung für den möglichen Verkauf von 30 weiteren.

Bisher größter Auftrag für A330

Laut Airbus-Vertretern ist es der bisher größte Auftrag für das Langstreckenflugzeug. Der A330 soll mit zusätzlichen Sitzen für China ausgerüstet werden, wo er auf kürzeren Strecken als in Europa fliegen soll. Der Luftverkehr in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ist in den vergangenen 15 Jahren in die Höhe geschossen. Nach Angaben von Airbus legte er im In- und Ausland um 500 Prozent zu. Der Airbus-Vertrag war einer von über 50 Wirtschaftsverträgen, die während Lis dreitägigen Besuchs in Frankreich unterzeichnet werden sollten.

Arbeitslosigkeit: Österreich fällt im EU-Vergleich zurück

Österreich ist im EU-Vergleich bei der Arbeitslosenrate weiter zurückgefallen. Im Mai belegte Österreich nur noch den sechsten Platz in der EU mit 6,0 Prozent. Im April lag Österreich noch auf Rang fünf mit 5,8 Prozent. In der Euro-Zone blieb die Arbeitslosenquote im Mai unverändert gegenüber April bei 11,1 Prozent.

Höchste Quote in Griechenland

In der gesamten EU lag die Arbeitslosenrate im Mai bei 9,6 Prozent, ebenfalls unverändert gegenüber April. Deutschland verzeichnete mit 4,7 Prozent im Mai die niedrigste Arbeitslosenquote, gefolgt von Großbritannien (5,4 Prozent), Malta (5,6 Prozent), Luxemburg (5,7 Prozent) und Tschechien (5,9 Prozent). Für Großbritannien lagen allerdings nur Daten vom März vor. Die höchsten Quoten vermeldeten weiter Griechenland (25,6 Prozent) und Spanien (22,5 Prozent).

Bei der Jugendarbeitslosigkeit lag Österreich im Mai mit 10,1 Prozent auf dem dritten Rang hinter Deutschland (7,1 Prozent) und Dänemark (10,0 Prozent). Die höchsten Quoten meldeten Griechenland (49,7 Prozent), Spanien (49,3 Prozent), Kroatien (43,6 Prozent) und Italien (41,5 Prozent).

23,348 Mio. Menschen in EU auf Jobsuche

Eurostat schätzt, dass im Mai in der EU insgesamt 23,348 Millionen Menschen arbeitslos waren, davon 17,726 Millionen in der Euro-Zone. Gegenüber April fiel die Zahl der arbeitslosen Personen in der EU um 38.000 und im Euro-Raum um 35.000. Gegenüber Mai 2014 verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen in der EU um 1,575 Millionen und im Euro-Raum um 939.000.

Über ein Jahr betrachtet, fiel die Arbeitslosenquote im Mai in 22 EU-Staaten, in fünf stieg sie an, in Zypern blieb sie unverändert. Die Anstiege verzeichneten Belgien, Frankreich, Rumänien, Österreich und Finnland. Die stärksten Rückgänge meldeten Litauen, Spanien und Irland.

Daten für Hundstorfer „unerfreulich“

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) bezeichnete die aktuellen Arbeitsmarktdaten als unerfreulich. „Qualitativ hochwertige Jobs bei fairer Bezahlung sind wichtiger als Rankings“, so Hundstorfer in einer Aussendung. Eine „Revision der Berechnungsmethode“ habe Österreich zwei bis drei Plätze gekostet.

Martin Gleitsmann, Leiter der sozialpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), sprach von „besorgniserregenden“ Zahlen. Um Beschäftigung zu schaffen, forderte er flexible Arbeitszeitmodelle und eine Senkung der Lohnnebenkosten.

Sport

Wimbledon: Paszek kassiert bittere Abfuhr

Nach der erfolgreichen Qualifikation hat Tamira Paszek in der ersten Hauptrunde von Wimbledon heute eine bittere Abfuhr kassiert. Die 24-jährige Vorarlbergerin, die beim Rasenklassiker in London bereits zweimal das Viertelfinale erreicht hatte, machte gegen die Australierin Casey Dellacqua nur vier Games und verlor nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit. Paszek muss damit weiter auf ihren ersten Sieg im Hauptbewerb eines WTA- oder Grand-Slam-Turniers seit mehr als 13 Monaten warten.

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Leichtathletik: Schrott bekommt doch noch EM-Bronze

Beate Schrott hat heute exakt drei Jahre nach ihrem vierten Platz beim 100-m-Hürden-Lauf der Leichtathletik-EM in Helsinki überraschend die Bronzemedaille zuerkannt bekommen. Wie die IAAF mitteilte, wurden die Ergebnisse der vermeintlichen Siegerin Nevin Yanit aus der Türkei wegen Dopings nachträglich annulliert.

„Es ist eine Riesenüberraschung“, freute sich Schrott. Denn als der Dopingfall 2013 bekanntwurde, hatte es geheißen, dass es keine rückwirkenden Sperren oder Disqualifikationen geben würde.

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Bundesliga: Damari wieder zurück in Österreich

Das „Bullen“-Spielerkarussell dreht sich weiter mit schwindelerregender Geschwindigkeit. Am Dienstag wurde nicht nur der nächste Transfer eines hoffnungsvollen Nachwuchsspielers aus der Schweiz bekannt, auch ein bereits bekannter Spieler kehrt von der Red-Bull-Filiale in Leipzig nach Österreich zurück. Omer Damari, der bei der Wiener Austria als torgefährlicher Stürmer überzeugte, freut sich nach nur einem halben Jahr in Deutschland auf die Rückkehr in die Bundesliga.

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Chronik

113 Tote in Indonesien: Flugzeug stürzt auf Wohngebiet

Bei dem Absturz eines Militärflugzeugs in Indonesien ist die Zahl der Opfer weiter gestiegen. Alle 113 Insassen des Flugzeugs sind offenbar tot, wie ein Armeesprecher heute bekanntgab. Das Flugzeug stürzte nur rund zwei Minuten nach dem Start auf eine Siedlung. Der Pilot hatte zuvor per Funk noch Schwierigkeiten gemeldet. Die Maschine soll laut indonesischen Medien über 50 Jahre alt gewesen sein. Die Zerstörung am Absturzort ist gewaltig. Das Flugzeug riss Häuserwände auf. Auf TV-Aufnahmen waren rauchende Trümmer und brennende Autos zu sehen.

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Kanada: Invasion der Riesengoldfische

Kanadas Wildhüter sehen sich derzeit mit einem ungewöhnlichen Problem konfrontiert: Immer öfter werden Goldfische von ihren Besitzern über die Kanalisation „entsorgt“ und landen so in Flüssen und Teichen. Doch dort entwickeln sich die hübschen, goldenen Fischlein zu riesigen Exemplaren. Die lokalen Behörden in Alberta schlagen nun Alarm und appellieren an die Bevölkerung, die Tiere nicht mehr in die Freiheit zu entlassen.

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Sexuelle Belästigung: US-Gericht verhängt Millionenstrafe

Wegen sexueller Belästigung, Beleidigung und Nachstellung hat ein New Yorker Gericht einer jungen Frau 18 Millionen Dollar (16,17 Mio. Euro) zugesprochen. Der frühere Chef der 25-jährigen Schwedin müsse zwei Millionen als Entschädigung zahlen, die übrigen 16 Millionen seien ein Strafgeld, berichteten die „New York Daily News“ heute.

„Ich bin so glücklich und erleichtert“, sagte die junge Frau der Zeitung. „Ich habe eine Menge durchgemacht und musste ein ganzes Jahr lang seine Belästigungen ertragen.“ Ihr Chef, ein in China geborener 43 Jahre alter Investmentbanker, hatte die Schwedin als Assistentin eingestellt und ihr bald auch teure Geschenke gemacht und die Wohnung in Manhattan bezahlt. Dafür forderte er eine Rundumbetreuung und „fühlbare Liebe“.

Als sie ihm nach einer Weile deutlich machte, dass sie ein rein berufliches Verhältnis wolle, habe er sie beleidigt und sogar ihren kleinen schwedischen Heimatort besucht und sie als Hure beschimpft. Der Mann behauptet dagegen, er habe sie zur Expertin aufbauen wollen, sie habe aber kein Gespür für Finanzen gehabt.

Eurotunnel erneut blockiert

Wenige Tage vor Ferienbeginn in Frankreich haben protestierende Fährleute heute erneut stundenlang den Eurotunnel nach Großbritannien blockiert. Züge zwischen Paris und London sowie zwischen Brüssel und London konnten nicht mehr fahren, wie die Bahngesellschaft Eurostar mitteilte. Nach rund dreistündiger Unterbrechung konnte der Zugsverkehr wiederaufgenommen werden.

Reifen angezündet

Protestierende Fährleute hatten am Zugang zum Tunnel unter dem Ärmelkanal erneut Reifen angezündet und versucht, die Gleise abzureißen. Zudem versuchten Flüchtlinge, die in Calais in improvisierten Lagern leben, um von dort aus nach Großbritannien zu kommen, in den Eurotunnel zu gelangen. Die Betreibergesellschaft Eurotunnel setzte den Betrieb in dem Tunnel daher aus.

Der Eurotunnel wurde erneut stundenlang blockiert (iptv.ORF.at)

Um 17.00 Uhr wurde der Tunnel dann wieder für den Zugsverkehr freigegeben, wie ein Eurotunnel-Sprecher sagte. Züge zum Transport von Lastwagen und Autos hätten den Betrieb wiederaufgenommen, auch die Eurostar-Passagierzüge könnten wieder fahren.

Angst um Jobs

Bei den Protesten der Fährleute geht es um die Auseinandersetzung um die Fährgesellschaft MyFerryLink. Die Mitarbeiter von MyFerryLink fürchten um ihre Jobs und protestieren gegen den angekündigten Verkauf von zwei ihrer drei Fährschiffe durch Eurotunnel an den dänischen Konkurrenten DFDS. Zuvor war erwartet worden, dass Eurotunnel die Schiffe zwar verkaufen will, dass aber ein anderer Partner das Geschäft weiterführt. DFDS will lediglich 202 der etwa 600 Fährleute von Scop SeaFrance übernehmen.

Nach Amokfahrt: Ermittlungen auch gegen Eltern

Die Ermittlungen nach der Amokfahrt in Graz werden auf die Eltern des Täters ausgeweitet. Dessen Ehefrau erzählte im „Thema“-Interview, dass sie auch von seinen Eltern bedroht und geschlagen worden sei. Die Staatsanwaltschaft bestätigt weitere Ermittlungen.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Nagl für höhere Strafen bei Gewalt in der Familie

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl fordert nach der Amokfahrt höhere Strafen bei Fällen von Gewalt in der Familie. Dazu war auch die Psychiaterin Adelheid Kastner in Graz zu Gast, um Beamte und Staatsanwaltschaft zu schulen.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

IT

Apple verliert Berufung im Streit über E-Book-Preise

Apple hat das Berufungsverfahren um den Vorwurf wettbewerbswidriger Preisabsprachen bei E-Books verloren. Das Urteil einer New Yorker Richterin wurde in der zweiten Instanz mit der Mehrheit von zwei der drei Stimmen bestätigt, wie das Gericht heute mitteilte.

Der Fall begann mit einer Klage des US-Justizministeriums gegen Apple und fünf Verlage. Als Apple im Frühjahr 2010 zur Markteinführung seines iPad-Tablets auch einen E-Book-Store starten wollte, war Amazon die dominierende Kraft in dem Geschäft. Der Onlinehändler verkaufte die elektronischen Büchern zum Teil mit deutlichen Rabatten.

Vergleich abgelehnt

Apple bot den Verlagen hingegen ein „Agenturmodell“, das im Kern der deutschen Buchpreisbindung ähnelt: Sie selbst bestimmten den Preis der E-Books. Mit Rückenwind des Apple-Deals setzte die Buchbranche das System auch bei Amazon durch.

Das US-Justizministerium warf Apple und den Verlagen daraufhin im April 2012 vor, mit illegalen Absprachen höhere Preise durchgesetzt zu haben. Die Buchkonzerne legten den Konflikt mit Vergleichen bei. Apple ließ dagegen auf einen Prozess in New York ankommen - und verlor. Der Konzern musste unter anderem einen vom Gericht eingesetzten Aufseher zulassen.

Gesundheit

UNO: Jeder dritte Mensch ohne Zugang zu Toilette

Jeder dritte Mensch auf der Erde hat keinen Zugang zu vernünftigen Toiletten. Das fördere die Verbreitung von Krankheiten und steigere die Kindersterblichkeit, bemängelt ein heute veröffentlichter Bericht des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Dem Bericht zufolge verfügen 2,4 Milliarden Menschen nicht über ausreichende sanitäre Anlagen. Fast eine Milliarde Menschen, genau 946 Millionen, verrichteten die Notdurft im Freien. Gerade in ländlichen Regionen habe sich die Situation zu wenig verbessert, heißt es weiter.

Ursprünglich hatten die Vereinten Nationen in ihren im Jahr 2000 festgelegten Millenniumszielen angestrebt, die Zahl der Menschen mit Zugang zu sanitären Anlagen bis 2015 deutlich zu steigern. Seit 1990 hat sich die Situation dem Bericht zufolge zwar für etwa 2,1 Milliarden Menschen verbessert, anvisiert waren allerdings etwa 2,8 Milliarden Menschen. Heute verfügten 68 Prozent der Weltbevölkerung über vernünftige Toiletten, stellt der Bericht fest.

Science

Kultur

Papst-Bild aus Kondomen erregt Gemüter

Ein aus 17.000 Kondomen gefertigtes Porträt vom emeritierten Papst Benedikt XVI. sorgt in den USA für hitzige Diskussionen. Das Werk der Künstlerin Niki Johnson, das vor Kurzem dem Milwaukee Art Museum im US-Bundesstaat Wisconsin geschenkt wurde, sei eine Beleidigung des früheren Papstes aus Deutschland, kritisierte das Erzbistum Milwaukee.

Es als Geschenk anzunehmen sei „herzlos“ von dem Museum gewesen. Die Ausstellungshalle weise die Kritik zurück, sagte eine Sprecherin der dpa heute. Die Künstlerin habe mit dem Werk auf kondomfeindliche Kommentare von Benedikt reagiert und zur Diskussion anregen wollen.

„Raum für Gespräche“

„Unsere Hoffnung ist, dass das Werk nicht nur eine Kontroverse mit sich bringt, sondern auch Raum für Gespräche“, sagte Museumsdirektor Dan Keegan. Rund ein Dutzend Mitglieder des Museumvereins hätten sich besorgt über das Werk geäußert - aber in den vergangenen Tagen habe man auch eine Rekordzahl neuer Mitglieder bekommen.

Das „Eggs Benedict“ betitelte Werk - in Anspielung auf ein Gericht mit pochierten Eiern und Sauce hollandaise - kann nach Museumsangaben wegen Renovierungsarbeiten erst ab November ausgestellt werden.

„Blockbuster“: Promi-Cast für soziales Filmprojekt

Der erste Spielfilm des in Wien lebenden Vlado Priborsky nennt sich - nicht frei von Ironie - „Blockbuster. Das Leben ist ein Film“.

Trotz Absagen von Förderstellen und ohne Verleihfirma konnte der gebürtige Tscheche eine Reihe prominenter heimischer Schauspieler gewinnen - unter anderen Franz Buchrieser, Ursula Strauss, Thomas Stipsits und Hilde Dalik -, die auf ihre Gage verzichteten. Der Reinerlös kommt dem St. Anna Kinderspital in Wien zugute. Als Drehbuchvorlage dienten Priborskys Leben sowie sein Wunsch, einmal als Spielfilmregisseur zu reüssieren.

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Religion

Leute

Steuerhinterziehung: Sängerin Gianna Nannini verurteilt

Die italienische Sängerin und Songschreiberin Gianna Nannini ist wegen Steuerhinterziehung zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft Mailand einigte sich mit der 59-Jährigen auf einen gerichtlichen Vergleich, berichteten italienische Medien.

Nannini, die mit Songs wie „Bello e impossibile“ bekannt wurde, wurde vorgeworfen, insgesamt mehr als 3,7 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Sie soll von 2007 bis 2012 über zwei Gesellschaften in Irland und in den Niederlanden Einnahmen aus Konzerten und CD-Verkäufen am Fiskus vorbeigeschleust haben.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Justiz deshalb eine Villa der Sängerin im toskanischen Siena beschlagnahmen lassen. Nannini betonte ihre Unschuld und erklärte, sie sei das Opfer von Steuerberatern geworden, denen sie vertraut habe.