Ausland

Technikpanne: Wahl in Nigeria teilweise ausgesetzt

Wegen technischer Probleme mit der elektronischen Erfassung von Wählern ist die Parlaments- und Präsidentschaftswahl in Nigeria heute in einigen Wahlbezirken ausgesetzt worden. In den betroffenen Gegenden solle die Abstimmung am Sonntag erfolgen, teilte die Wahlkommission mit.

Es habe Schwierigkeiten mit den Kartenlesegeräten zur Registrierung der Wähler gegeben. Welchen Umfang die Panne hatte, wurde nicht mitgeteilt, die Rede war lediglich von „vielen“ Orten. Betroffen war auch der wieder zur Wahl antretende Staatspräsident
Goodluck Jonathan. Zwei Geräte zum Lesen der biometrischen Wählerkarten funktionierten nicht, weswegen Jonathan und seine Frau nach einer halben Stunde ihr Wahllokal unverrichteter Dinge wieder verließen.

Wahl von Gewalt überschattet

Überschattet war die Wahl auch von Gewalt: Bei mutmaßlichen Anschlägen der islamistischen Miliz Boko Haram wurden mehrere Menschen getötet. Die militanten Islamisten stürmten nach dem Morgengebet das Dorf Barutai im nordöstlichen Bundesstaat Borno und eröffneten das Feuer, wie ein Anrainer sagte. Einem Wahlhelfer zufolge riefen die Angreifer: „Wir haben euch davor gewarnt, zur Wahl zu gehen.“

Im Osten des Landes explodierten laut Polizeiangaben zudem zwei Bomben in zwei noch nicht geöffneten Wahllokalen. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Eine dritte Bombe wurde entschärft. In mehreren Städten blieben Wahllokale zunächst geschlossen, weil die Wahlhelfer nicht erschienen.

Die Präsidentschaftswahl gilt unter anderem auch als ein Referendum über Jonathans Amtszeit, die geprägt war von Korruptionsvorwürfen und dem Aufstand von Boko Haram. Die Miliz kämpft seit fünf Jahren für einen radikalislamischen Staat im Nordosten Nigerias und hat dabei Tausende Menschen getötet. Mit Verweis auf die Sicherheitslage hatte Jonathan die Wahl um sechs Wochen verschoben.

Mehr dazu in Von Terror überschatteter Urnengang

Großdemo gegen Renzis Arbeitsmarktreform in Rom

Zehntausende Menschen haben sich heute Nachmittag in Rom an einer vom Gewerkschaftsverband CGIL organisierten Demonstration beteiligt. Die Kundgebung richtete sich gegen die Arbeitsmarktreform der italienischen Regierung um Premier Matteo Renzi, die laut CGIL den Kündigungsschutz zu stark aufgelockert hat.

„Die Regierung Renzi hat Italiens Arbeitnehmer all ihrer Rechte beraubt“, betonte der Chef der zu CGIL gehörenden Metallgewerkschaft FIOM, Maurizio Landini. Italien brauche einen Neubeginn, einen „neuen Frühling“. Nur mit konkreten Initiativen für Beschäftigung und Wachstum könne das Land nach über sieben Jahren Krise neu starten.

„Rechte, Arbeit, Demokratie“ lautet der Slogan der Protestkundgebung. Die Demonstranten versammelten sich auf der zentralen Piazza della Repubblica und zogen durch die Innenstadt. Schärfste Sicherheitsvorkehrungen wurden aus Sorge vor Anschlägen ergriffen.

„Klares Signal für Neustart“

Während die Gewerkschaft gegen die Arbeitsmarktreform demonstriert, feiert Premier Renzi die ersten Resultate im Kampf für mehr Beschäftigung. Dank der Steuerentlastungen seiner Regierung wachse seit Jahresbeginn die Zahl der Unternehmen, die Personal mit unbefristeten Arbeitsverträgen anstellen, geht aus neu veröffentlichten Angaben des Arbeitsministeriums hervor.

„Das ist ein klares Signal, dass Italien den Neustart geschafft hat. Obwohl es noch verfrüht ist, um die lange Stagnationsphase der italienischen Wirtschaft für beendet zu erklären, kann Italien jetzt mit stärkerem Optimismus in die Zukunft blicken“, sagte der Staatssekretär im Arbeitsministerium Massimo Cassano.

Die von der Arbeitsmarktreform vorgesehenen Steuerentlastungen für unbefristete Arbeitsverträge seien zwar positiv, sie würden jedoch nicht genügen, um die hohe Arbeitslosigkeit infolge der langen Rezession zu bekämpfen, kommentierten dagegen Gewerkschaftsvertreter.

Griechenland will Hafen Piräus nun doch verkaufen

Griechenland hat beim Privatisierungsprojekt Hafen von Piräus (OLP) eine Kehrtwende gemacht. Seine Regierung sei bereit, die Mehrheit an dem Hafen binnen Wochen zu verkaufen, zitierte die chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag den stellvertretenden griechischen Ministerpräsidenten Yannis Dragasakis.

Nach ihrem Amtsantritt hatte die neue Regierung unter Führung der linken SYRIZA-Partei im Jänner noch erklärt, sie werde Schluss machen mit der Spar- und Privatisierungspolitik der Vorgängerregierungen. Stoppen wollte sie zunächst auch den Verkauf der Mehrheit von 67 Prozent am Hafen von Piräus. Auf der Liste der fünf aussichtsreichen Bewerber für diese Beteiligung stand bis dato auch die chinesische Cosco Group.

Die Privatisierung des größten griechischen Hafens war eines der Vorhaben, zu denen sich die Regierung des damaligen Regierungschefs Antonis Samaras im Gegenzug zu Finanzhilfen verpflichtet hatte. Dass die neue Regierung nun wieder darauf zurückkommt, hängt offenbar mit dem akuten Finanzbedarf des Landes zusammen. Cosco und seine Mitbewerber seien eingeladen, ein wettbewerbsfähiges Angebot für den Hafen vorzulegen, sagte Dragasakis einem Bericht der chinesischen Agentur zufolge bei einem Besuch in der Volksrepublik.

Reformliste wird geprüft

Die griechische Regierung hat gestern ihr gefordertes Reformpaket bei den Institutionen der früheren Troika eingereicht. Deren positives Votum dazu könnte einen entscheidenden Schritt bedeuten, um für das von der Pleite bedrohte Land kurzfristig Hilfsgelder von 7,2 Milliarden Euro freizumachen.

Islamistische Propaganda: Italien weist Imam aus

Der Imam einer Moschee in der toskanischen Stadt Lucca ist wegen fundamentalistischer Propaganda aus Italien ausgewiesen worden. Der Beschluss sei aus Sicherheitsgründen gefasst worden, weil der Marokkaner eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstelle, teilte Innenminister Angelino Alfano heute mit.

Der Marokkaner sei in Lucca festgenommen und nach Rom gebracht worden, wo er in ein Flugzeug in Richtung Marokko eingestiegen sei. „Wir haben unbestreitbare Beweise gefunden, dass der Imam fundamentalistische Propaganda betrieb. In unserem Land darf niemand zum Hass aufhetzen“, berichtete Alfano.

Nach dem Anschlag in Tunis, bei dem 21 Menschen, darunter vier Italiener, ums Leben gekommen sind, hat Italien die Anti-Terror-Vorkehrungen drastisch verschärft. In den letzten Wochen habe Italien aus Sicherheitsgründen 26 Ausländer aus Italien ausgewiesen, hieß es.

Mehr dazu in religion.ORF.at

E-Mail-Affäre: Neue Vorwürfe gegen Hillary Clinton

Neue Vorwürfe in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton: Die bereits als demokratische Präsidentschaftskandidatin für 2016 gehandelte ehemalige US-Außenministerin hat anscheinend alle Korrespondenzen auf ihrem persönlichen Rechner gelöscht. Das teilte der republikanische Vorsitzende eines Ausschusses im US-Kongress, Trey Gowdy, heute mit.

Er berief sich dabei auf Angaben von Clintons Anwalt David Kendall, der laut „New York Times“ („NYT“) und anderen Medien das Vorgehen der Ex-Ministerin aber als völlig legitim verteidigte. Gowdy sprach dagegen von einem bisher beispiellosen Vorgang. Clinton habe mit der Säuberung des Rechners der Bevölkerung die Möglichkeit genommen, sich näher über ihre Arbeit als US-Außenministerin (2009 bis 2013) zu informieren.

Sortierte E-Mails herausgegeben

Kürzlich war bekanntgeworden, dass Clinton als US-Chefdiplomatin entgegen allen Gepflogenheiten ausschließlich eine private E-Mail-Adresse für ihre dienstlichen Korrespondenzen benutzt hat. Als das Außenministerium sie aufforderte, der Behörde alle auf ihre Arbeit bezogenen E-Mails zu übergeben, gab sie 30.000 Korrespondenzen heraus - aussortiert von einem eigenen Team. Danach, so Gowdy, habe sie den Rest gelöscht.

Der Republikaner leitet einen Parlamentsausschuss, der sich mit dem islamistischen Terroranschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi im September 2012 beschäftigt. Dazu forderte er Korrespondenzen von Clinton an.

Syrien: Al-Nusra-Front erobert Provinzhauptstadt Idlib

Islamistische Kämpfer der Al-Nusra-Front haben nach Berichten von Beobachtern die syrische Provinzhauptstadt Idlib erobert. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London nahmen die Islamisten die Stadt im Nordwesten des Landes heute vollständig ein.

Die Al-Nusra-Front, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet ist, veröffentlichte im Onlinekurzmitteilungsdienst Twitter Fotos der von ihr kontrollierten Regierungsgebäude im Zentrum von Idlib. Sie verkündete, sie habe die Stadt „befreit“.

Nach al-Rakka verlor die Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad damit erneut die Kontrolle über eine strategisch wichtige Provinzhauptstadt. Al-Rakka wurde von der Dihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) erobert. Die Stadt Idlib zählte vor dem Bürgerkrieg nach Angaben des Gouverneurs fast 200.000 Einwohner, Tausende Menschen sind jedoch vor den Kämpfen geflohen.

Syrische Armee umstellt Stadt an Grenze zum Libanon

Im Kampf gegen Rebellen umstellte die syrische Armee laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters unterdessen die Stadt Sabadani an der Grenze zum Libanon. Dabei seien die Streitkräfte von Kämpfern der radikalislamischen Hisbollah unterstützt worden, verlautete aus libanesischen Sicherheitskreisen.

Der Hisbollah-Sender Al-Manar zeigte Aufnahmen von Kämpfern, die mit schweren Waffen ausgerüstet waren, sowie die Leiche mindestens eines Gegners. Die syrische Armee und Aufständische lieferten sich in der Bergregion nördlich der Hauptstadt Damaskus wiederholt Gefechte. Zu den Rebellengruppen in der Gegend gehört die Al-Nusra-Front.

Inland

Pensionen: Hundstorfer schließt Verschärfung nicht aus

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) hat heute in der Ö1-Sendung „Im Journal zu Gast“ eine Verschärfung beim Zugang zur Pension nicht ausgeschlossen, sollten die geplanten Ziele durch die bisherige Reform nicht erreicht werden. Welche Maßnahmen das sein könnten, lässt Hundstorfer noch offen - diese Diskussion müsse in den nächsten Monaten geführt werden.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Faymann trifft Amtskollegen von Slowenien und Kroatien

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) trifft heute im obersteirischen Schladming zum mittlerweile vierten Mal die Regierungschefs von Kroatien und Slowenien, Zoran Milanovic und Miro Cerar, sowie EU-Energiekommissar Maros Sefcovic. Bei dem Treffen sollen diesmal die beim EU-Gipfel beschlossenen Eckpunkte der Energieunion im Zentrum der Gespräche stehen.

Auch Lage am Westbalkan Thema

Das Thema Energie ist nicht zuletzt wegen der Krise in der Ukraine und den Gaslieferungen aus Russland innerhalb der EU immer wichtiger. Kroatien etwa erhofft sich vom Bau eines Flüssigerdgasterminals auf der Insel Krk eine Aufwertung zum Energiehub der Region. Laut der slowenischen Nachrichtenagentur STA sollen neben der Energie auch die allgemeine Situation in der Ukraine sowie jene am Westbalkan besprochen werden.

Das trilaterale Treffen der drei Nachbarstaaten wurde nach Kroatiens EU-Beitritt im Juli 2013 in Graz mit der Idee ins Leben gerufen, in der EU gemeinsame Ideen stärker zu vertreten. Es findet zweimal im Jahr statt. Zuletzt trafen die Regierungschefs einander im Dezember in Opatija in Kroatien.

Erschütternde Studie zu Missbrauch in Kremsmünster

Der Missbrauch von Schülern im Stift Kremsmünster wäre mit einer „besseren Kommunikationsstruktur“ zu verhindern gewesen. Das besagt eine Studie, die im Auftrag des Stifts erstellt und gestern präsentiert wurde. Die Studie zeichnet das Bild einer strengen Hierarchie im Stift, geprägt von „institutionellem Narzissmus“, mangelnder pädagogischer Qualifikation und der Tabuisierung des Themas Sexualität in kirchlich-institutionellem Rahmen.

Es habe ein „Systemversagen“ gegeben, „Ringe des Schweigens“ hätten ein Aufdecken verhindert. Prior Maximilian Bergmayr nannte die Studie eine „ungeschminkte und transparente Darstellung“.

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Sport

Unfall auf Nürburgring: Ein Zuschauer tot

Bei einem Unfall während einer Motorsport-Langstreckenveranstaltung ist auf der Nordschleife des Nürburgrings in Deutschland ein Zuschauer ums Leben gekommen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Das bestätigten heute der Veranstalter und die Polizei in Adenau.

Ein Nissan-Sportwagen war beim Auftaktlauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) von der Strecke abgekommen und über die Begrenzung in die Zuschauer geflogen. Die Ursache des Unfalls war zunächst unklar. Das Rennen, für das auch einige Österreicher, darunter der Salzburger Martin Ragginger in einem Porsche gemeldet waren, wurde abgebrochen und nicht wieder gestartet.

Über die genaue Zahl der Verletzten wurden keine Angaben gemacht. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser in der Eifel gebracht. Einem Verletzten konnte trotz aller Rettungsmaßnahmen nicht mehr geholfen werden. Er starb im medizinischen Zentrum an der Rennstrecke.

EM-Qualifikation: Niederlande mit dem Rücken zur Wand

Nach ihrem Fehlstart in die EM-Qualifikation mit Niederlagen in Tschechien und Island stehen die Niederländer bereits mit dem Rücken zur Wand. Heute ist daher für den WM-Dritten trotz der verletzungsbedingten Ausfälle der Stars Robin van Persie und Arjen Robben eine Heimpleite gegen die Türkei verboten. Das weiß auch Teamchef Guus Hiddink: „Dieses Spiel ist von entscheidender Bedeutung. Bei einer Niederlage könnten wir die EURO verpassen.“

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Motorrad-WM: Marquez peilt WM-Triple an

Wenn morgen in Doha die Motorrad-WM 2015 eröffnet wird, ist Marc Marquez wieder der große Favorit in der Königsklasse MotoGP. Der Spanier ist zweifacher Titelträger. Er gewann in der vergangenen Saison zudem nicht weniger als 13 von 18 Rennen und stellte damit einen neuen Rekord auf. Alles andere als der dritte Titel in Folge für den Honda-Piloten wäre daher eine große Überraschung.

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Wirtschaft

Chinas Präsident will neue „regionale Ordnung“ schaffen

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat zu verstärkter Kooperation in Asien aufgerufen. In einer Rede zum Auftakt des asiatischen Wirtschaftsforums in Bo’ao auf der südchinesischen Insel Hainan sagte Xi Jinping heute: „Wir müssen gemeinsam eine regionale Ordnung schaffen, die besser zu Asien und zum Rest der Welt passt.“

Xi verwies auf die gegenseitigen Abhängigkeiten und die Ungewissheiten in der globalen Wirtschaft. Auch in der „neuen Normalität“ mit einem langsameren Wachstum biete China anderen Ländern große wirtschaftliche Möglichkeiten. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wolle nachhaltiger wachsen. „Sieben Prozent Wachstum wären ziemlich beeindruckend“, sagte der Präsident zu dem neuen Wachstumsziel, das die Regierung im März von 7,4 Prozent im Vorjahr heruntergeschraubt hatte.

Xi Jinping warb für Chinas Initiativen einer „neuen Seidenstraße“ mit dem Aufbau von Wirtschaftskorridoren bis nach Europa und die geplante Asiatische Infrastrukturinvestmentbank (AIIB). Die neue Entwicklungsbank stehe allen Ländern offen, betonte Chinas Präsident.

Heinz Fischer und Bill Gates unter den Teilnehmern

Die jährliche Konferenz in Bo’ao mit Staats- und Regierungschefs, Spitzenmanagern und Experten ist in diesem Jahr so ranghoch besetzt wie nie zuvor seit ihren Anfängen 2002. Das Treffen gilt als das asiatische Gegenstück zum Weltwirtschaftsforum im Schweizer Davos.

Die 2.800 Teilnehmer reichen von Indonesiens Präsident Joko Widodo über Schwedens Ministerpräsident Stefan Lofven und Bundespräsident Heinz Fischer bis hin zu Microsoft-Gründer Bill Gates. Es war das erste Mal, dass Chinas Präsident auf dem Forum sprach, das zuletzt immer der chinesische Regierungschef eröffnet hatte.

Seele wird neuer OMV-Chef

Die Spekulationen haben ein Ende: Der neue Chef des börsennotierten Mineralöl- und Erdgaskonzerns OMV heißt Rainer Seele. Er war zuletzt Vorstandsvorsitzender beim deutschen Branchenriesen Wintershall. Der Beschluss, den Vertrag des bisherigen OMV-Chefs Gerhard Roiss frühzeitig aufzulösen, war bereits im Vorjahr gefallen. Danach folgte ein monatelanges Hin und Her um die Besetzung des Chefsessels in dem Konzern.

Nachdem die Staatsholding ÖBIB (früher ÖIAG) einen 31,5-Prozent-Anteil hält, wollte auch die Regierung ein Wörtchen mitreden. Mehrere Topmanager aus der Branche waren als Favoriten gehandelt worden. Roiss dürfte sein vorzeitiger Abschied zumindest finanziell nicht wehtun.

Mehr dazu in Draht via Gasprom nach Russland

Chronik

Neunjährige bei Unfall schwer verletzt

Ein neunjähriges Mädchen ist heute Früh in Traiskirchen (Niederösterreich) von einem Pkw erfasst und schwer verletzt worden. Auf Höhe eines Supermarktes lief das Kind zwischen parkenden Fahrzeugen hervor und auf die Fahrbahn.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Sechsköpfige Familie in OÖ verletzt

Eine sechsköpfige Familie ist heute bei einem Verkehrsunfall auf der Königswiesener Bundesstraße (Oberösterreich) zwischen Pierbach und Bad Zell verletzt worden. Ein Lkw war auf die Gegenfahrbahn geraten und hatte den Wagen gerammt.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Schwerverletzte nach Unfall im Pongau

Im Salzburger Pongau forderte der Zusammenstoß eines Lkw mit einem Pkw gestern zwei Schwerverletzte. Der Lkw-Fahrer hatte ausweichen müssen, weil ihm der Pkw auf seiner Spur entgegengekommen war.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Überschlag bei Unfall in Tirol

Gestern Nachmittag überschugen sich zudem auf der Inntalautobahn (Tirol) eine junge Pkw-Lenkerin mit ihrem Fahrzeug mehrmals. Sie und ihre beiden Mitfahrerinnen konnten sich selbst aus dem Fahrzeug befreien.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Stuttgart: BMW-Testwagen rammt Polizeibus im Einsatz

Ein Testwagen hat in der Stuttgarter Innenstadt einen Polizeitransporter mit eingeschaltetem Martinshorn und Blaulicht gerammt. Der Fahrer und drei Polizisten erlitten bei dem Unfall leichte Verletzungen.

Der Polizeibus stürzte bei der Karambolage um. Warum der Wagen laut Polizei trotz der Signale des Einsatzfahrzeugs in die Kreuzung fuhr, war bisher noch unklar. Der beschädigte Wagen ist mit einem Tarnmuster versehen. Laut Angaben des „Spiegel“ soll es sich um einen getarnten Testwagen von BMW handeln.

Uhren werden auf Sommerzeit umgestellt

Lieber ein wenig früher sollten heute all jene schlafen gehen, die Probleme damit haben, 60 Minuten früher aus den Federn zu kommen - denn es wird Ernst mit der Sommerzeit: Morgen Früh, exakt um 2.00 Uhr, wird es plötzlich 3.00 Uhr sein. Wieder zurück werden die Chronometer am 25. Oktober gestellt.

1980 wurde die Sommerzeit in Österreich eingeführt. Sie hat ihren Ursprung in der Ölkrise von 1973 und sollte Energie sparen. Heute freuen sich wohl vor allem jene, die Dank der Zeitverschiebung eine zusätzliche Stunde bei Tageslicht im Freien verbringen können.

Höchstgericht in Rom spricht Amanda Knox frei

Der Oberste Gerichtshof Italiens hat die ehemalige US-Studentin Amanda Knox und ihren italienischen Ex-Freund Raffaele Sollecito von den gegen sie erhobenen Mordvorwürfen freigesprochen. Die beiden hätten die britische Studentin Meredith Kercher nicht getötet, urteilten die Richter des Kassationsgerichts gestern Abend.

Knox war in dem Fall zuletzt im Jahr 2014 in Abwesenheit zu 28 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden, gegen Sollecito war eine 25-jährige Freiheitsstrafe verhängt worden. Knox sagte noch am Abend in Seattle, sie sei „unglaublich dankbar“.

Mehr dazu in Jahrelanger Rechtsstreit

Gesundheit

Liberia: Letzte bekannte Ebola-Patientin gestorben

In Liberia ist die letzte bekannte Ebola-Patientin der Krankheit erlegen. Das berichtete der staatliche Radiosender heute. Die Infektion der 44-Jährigen war vor rund einer Woche bekanntgeworden und zerstörte die Hoffnung des westafrikanischen Staats, die Ebola-Epidemie überwunden zu haben.

Zuvor hatte es in dem Land mehr als 20 Tage lang keinen neuen bekannten Ebola-Fall gegeben. Die 44-Jährige starb den Angaben zufolge gestern in einer Klinik in Monrovia.

Noch keine Entwarnung

In Liberia hatten sich der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge seit vergangenem Jahr rund 9.600 Menschen mit Ebola infiziert, 4.300 von ihnen starben. Obwohl die schlimmste Phase der Epidemie in Westafrika vorüber ist, gibt es in Liberias Nachbarländern Guinea und Sierra Leone weiterhin wöchentlich Dutzende Neuerkrankungen.

Ebola hat eine Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen. Die doppelte Zeitspanne - 42 Tage - muss ohne Neuerkrankungen vergehen, bevor die WHO ein Land für ebolafrei erklärt.

IT

Klage wegen Diskriminierung im Silicon Valley erfolglos

Eine Ex-Mitarbeiterin der Wagniskapitalfirma Kleiner Perkins Caufield & Byers ist mit einer Klage wegen Diskriminierung gescheitert. Eine Jury befand gestern in San Francisco, dass das Unternehmen die ehemalige Angestellte nicht schlechter gestellt habe, nur weil sie eine Frau ist. Das endgültige Urteil lag jedoch noch nicht vor, weil der Richter die Mehrheit der Jury in einem anderen Anklagepunkt nicht als ausreichend ansah.

Die Klägerin hatte 16 Millionen Dollar Schadenersatz gefordert, unter anderem weil sie bei Beförderungen übergangen worden sei. Die Anwälte der Firma hielten dem entgegen, die Karriereprobleme der Frau hätten mit ihren beruflichen Fähigkeiten zu tun gehabt. In dem Prozess gelangten viele Interna der Firma, die als eine Institution im Silicon Valley gilt, an die Öffentlichkeit.

In den USA ist das öffentliche Interesse an dem Prozess groß. Die Klagen von Frauen, die Unternehmen der Tech-Branche Diskriminierung vorwerfen, häufen sich. Zuletzt waren auch Facebook und Twitter betroffen. Die Fälle werfen kritische Fragen nach der Unternehmenskultur und Chancengleichheit im Silicon Valley auf, wo Frauen stark unterrepräsentiert sind.

Kultur

Centre Pompidou: Erste Auslandsfiliale in Malaga eröffnet

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat heute die erste Auslandszweigstelle des Pariser Centre Pompidou im südspanischen Malaga eröffnet. Die rund 6.000 Quadratmeter große Dependance liegt direkt am Hafen und wird Werke aus den Sammlungen des Pariser Mutterhauses zeigen. Für den neuen Kunsttempel wurde für mehr als fünf Millionen Euro ein bestehender futuristischer Neubau umgestaltet.

Das Centre Pompidou Malaga wird in dem Glasgebäude, das wegen seiner Würfelform „El Cubo“ genannt wird, für fünf Jahre Station machen. Danach will Paris in einer anderen Stadt im Ausland eine zeitlich befristete Zweigstelle gründen.

Die Dependance wird mit mehreren temporären Werkschauen pro Jahr bespielt sowie einer Dauerausstellung mit bis zu 90 Werken, die alle zwei Jahre erneuert wird. Im Gegenzug zahlt Malaga an das Pariser Mutterhaus rund 1,5 Millionen Euro.

Erster Trailer zu neuem Bond-Film „Spectre“ veröffentlicht

Die Macher des neuen James-Bond-Films „Spectre“ schüren die Vorfreude der 007-Fans mit einem ersten Trailer. In der gut eineinhalb Minuten langen Sequenz, die in der Nacht auf heute veröffentlicht wurde, holt Bond (Daniel Craig) offenbar seine Vergangenheit ein - Moneypenny (Naomie Harris) unterstellt ihm ein Geheimnis, das er mit niemandem teilt.

Einen ersten Auftritt haben auch Jesper Christensen als Mr. White und, noch mit einem schwarzen Schatten über dem Gesicht, Christoph Waltz als Bösewicht Oberhauser. Die üblichen spektakulären Actionszenen sind nicht im Teaser zu sehen. Der 24. Film der Bond-Reihe kommt im Herbst in die Kinos.

Science

Astronauten zu Jahresmission auf ISS eingetroffen

Zur längsten Mission in der fast 17-jährigen Geschichte der Internationalen Raumstation (ISS) sind heute zwei Astronauten dort eingetroffen. Der Russe Michail Kornijenko und der Amerikaner Scott Kelly sollen es ein Jahr in der engen Station aushalten - doppelt so lange wie üblich.

Das Andockmanöver lief in der Nacht ohne Probleme, und die beiden waren sogar etwas schneller. Um 2.33 Uhr MEZ, drei Minuten vor dem Plan, funkte die NASA: „Kontakt! Die beiden sind angekommen.“

Reise dauerte sechs Stunden

Die beiden Raumfahrer waren in der Nacht auf heute mit einer Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe zu ihrer sechsstündigen Reise gestartet. Kornijenko und Kelly sollen bei ihrer Mission wichtige medizinische und biologische Erkenntnisse für einen bemannten Flug zum Mars gewinnen. Mit einer solchen Reise, die voraussichtlich länger als ein Jahr dauern würde, rechnen Experten aber erst in vielen Jahren.

Neben Kornijenko und Kelly ist auch der russische Kosmonaut Gennadi Padalka mit an Bord der Raumstation. Er soll aber schon im September zur Erde zurückkehren. „Alle drei fühlen sich gut“, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos nach dem Start mit. Derzeit arbeiten auf der ISS etwa 400 Kilometer über der Erde eine Italienerin, ein Russe und ein US-Amerikaner.

Zwilling als Ein-Mann-Kontrollgruppe

Kelly ist für die Wissenschaftler noch besonders interessant, weil sein Zwillingsbruder Mark selbst erfahrener Astronaut ist. Der frühere Shuttle-Kommandant bleibt aber, quasi als Ein-Mann-Kontrollgruppe, auf der Erde zurück.

Vom Vergleich der beiden 51-Jährigen mit den markanten Glatzen erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse über das Verhalten des Menschen in Weltraum und Schwerelosigkeit. Mark Kellys Frau ist die frühere US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, die vor vier Jahren beim Attentat eines geistig Verwirrten schwer verletzt wurde.

Klimaschutzaktion „Earth Hour“ in Sydney gestartet

Mit einem Konzert des Sydney Symphony Orchestra ist heute in Australien die neunte Klimaschutzaktion „Earth Hour“ gestartet. Ziel der weltweiten Aktion, bei der über die verschiedenen Zeitzonen hinweg jeweils für eine Stunde Millionen Menschen das Licht ausschalten sollen, sei es, ein Zeichen für mehr Klimaschutz zu setzen, teilte die Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) mit.

Zuerst hatten bereits Menschen auf Samoa in den Abendstunden das Licht in ihren Häusern gelöscht. Das Opernhaus in Sydney schaltete für eine Stunde seine Außenbeleuchtung ab.

Der Veranstalter WWF erwartete nach eigenen Angaben in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung. So wollten sich mehr als 7.000 Städte in 172 Ländern beteiligen. Insgesamt werden mehr als 1.200 berühmte Gebäude und Monumente für eine Stunde verdunkelt - darunter auch der Eiffelturm, die Golden Gate Bridge in San Francisco, die Akropolis in Athen und die Christusstatue in Rio de Janeiro. In Österreich werden die Lichter unter anderem am Ministerialgebäude am Wiener Stubenring sowie an der Beflaggung des Außenministeriums abgeschaltet. Stellvertretend für alle österreichischen Botschaften wird zudem die Fassadenbeleuchtung der Botschaft in Rom für eine Stunde ausgeschaltet.