Ausland

Syrien: US-unterstützte Rebellen in IS-Hochburg Tabka

Die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sind in die von der bisher von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehaltene nordsyrische Stadt Tabka einmarschiert.

Nach der Belagerung von allen Seiten seien die arabisch-kurdischen Kampfeinheiten heute erstmals in die Stadt eingerückt, erklärte die in Großbritannien sitzende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die SDF erklärten in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme, ihre Kämpfer hätten IS-Stellungen im Süden und Westen von Takba eingenommen.

Tabka liegt 55 Kilometer von al-Rakka und damit der De-facto-Hauptstadt des IS entfernt. Die Einnahme von Tabka und des Tabka-Staudamms gelten als wichtige Etappen bei einer Rückeroberung von Rakka. Die SDF-Kämpfer hatten ihre Großoffensive zur Rückeroberung der Stadt im November gestartet und nahmen bereits den Großteil der umliegenden Gebiete ein.

UNO: Mehr Folter in Afghanistans Gefängnissen

In afghanischen Gefängnissen werden Häftlinge verprügelt, mit Elektroschocks gefoltert und mit Todesdrohungen eingeschüchtert: Zu diesem Befund kommt eine heute veröffentlichte Untersuchung der Afghanistan-Mission der UNO (UNAMA). Auch minderjährige Gefangene würden misshandelt. Die Folter werde oft eingesetzt, um die Häftlinge zu Geständnissen zu bewegen.

Die UNAMA stützt ihren Bericht auf Gespräche mit 469 Gefängnisinsassen in dem Land. Von diesen hätten 39 Prozent „glaubwürdige und verlässliche Berichte über ihre Erfahrung mit Folter oder anderen Formen unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung“ abgegeben. Unter den Befragten seien auch 85 Kinder gewesen.

Schläge, Schlafentzug, Elektroschocks

Im Einzelnen dokumentierten die UNAMA-Experten Schläge auf Körper und Fußsohlen, Elektroschocks an Genitalien, Schlafentzug, Zwang zu schmerzhaften Körperhaltungen und die Drohung mit Hinrichtung.

Konkret nannte der Bericht die afghanische Nationalpolizei als Verantwortliche: Seit Beginn der Beobachtung im Jahr 2010 sei hier die Zahl der Folterfälle ständig gestiegen. Häftlinge würden durch Misshandlung zur Unterzeichnung schriftlicher Geständnisse gezwungen, die viele Betroffene nicht einmal lesen könnten.

Weiter Abschiebungen afghanischer Flüchtlinge

Der Bericht der UNAMA erreicht die Medien kurz nach der Nachricht, dass Deutschland weniger afghanischen Staatsbürgern Asyl gewährt. Auch aus Österreich wurden im vergangenen Jahr 1.094 afghanische Staatsbürger abgeschoben.

Mit 11.742 Asylanträgen bildeten die Afghanen 2016 die größte Gruppe unter den Asylwerbern. Nur 30 Prozent der Antragsteller erhalten derzeit (Stand März 2017) einen positiven Bescheid, einem größeren Teil wird subsidiärer Schutz gewährt.

Mindestens 16 tote Flüchtlinge vor Lesbos

Mindestens 16 Bootsflüchtlinge sind vor der griechischen Insel Lesbos ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. Die griechische Küstenwache und die europäische Grenzschutzagentur Frontex bargen neun, die türkischen Rettungsmannschaften weitere sieben Leichen aus dem Meer. Zwei Frauen hätten das Unglück überlebt, hieß es aus Kreisen der griechischen Küstenwache.

Wenig Hoffnung auf Überlebende

Die Suchaktion dauerte am Nachmittag in der Meerenge zwischen der Türkei und Lesbos an. Die Hoffnung, Überlebende zu finden, schwinde jedoch, sagte ein Offizier der Küstenwache der dpa. Im Boot sollen bis zu 25 Menschen gewesen sein.

Die Leichen seien wenige Seemeilen vor dem kleinen Hafen von Molyvos im Norden der Insel Lesbos entdeckt worden. Das Flüchtlingsboot, das aus der Türkei gekommen war, kenterte offenbar, wie das griechische Radio berichtete.

Muslimischer Antisemitismus: Deutsche Juden besorgt

Juden in Deutschland sehen Antisemitismus unter Muslimen als immer größeres Problem. Das geht aus dem heute veröffentlichten Antisemitismus-Bericht einer Expertenkommission hervor.

Internet und Soziale Netzwerke seien zu zentralen Verbreitungsinstrumenten von Hassbotschaften und judenfeindlicher Hetze geworden, so der Bericht. Juden in Deutschland sorgten sich aufgrund alltäglicher antisemitischer Erfahrungen zunehmend um ihre Sicherheit.

Mehr dazu in religion.ORF.at

D: Politisch motivierte Straftaten auf neuem Höchststand

Die Zahl politisch motivierter Straftaten hat in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr mehr als 41.500 Verbrechen mit politischem Hintergrund verübt, was einem Anstieg um 6,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015 entspricht.

Das geht aus einer heute in Berlin von Innenminister Thomas de Maiziere vorgelegten Statistik hervor. Damit wurden so viele politisch motivierte Verbrechen verübt wie nie seit Einrichtung des Meldedienstes im Jahr 2001. Schon 2015 hatte es in diesem Bereich einen Zuwachs um 19,2 Prozent gegeben.

Die Zahl der Straftaten mit einem rechten Hintergrund nahm um 2,6 Prozent auf 23.555 zu, während linksmotivierte Taten um 2,2 Prozent auf 9.389 Fälle zurückgingen. Einen drastischen Anstieg gab es bei der politisch motivierten Ausländerkriminalität, die durch aus dem Ausland importierte Ideologien beeinflusst ist.

Sie nahm um 66,5 Prozent auf 3.372 Fälle zu. Die häufigsten politisch motivierten Straftaten waren mit 33,5 Prozent Propagandadelikte, etwa die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

14 Tote durch politisch motivierte Gewalt

Gewalttaten mit politischem Hintergrund sanken insgesamt zwar um zwei Prozent auf 4.311. Im Bereich der politisch motivierten Ausländerkriminalität gab es hier dennoch einen Anstieg um 73 Prozent auf fast 600 Taten und im rechtsextremen Bereich um 14,3 Prozent auf fast 1.700 Gewaltakte.

Im linken Spektrum sanken die Gewalttaten dagegen um 24,2 Prozent auf gut 1.700 Fälle. Insgesamt kamen 14 Menschen durch politisch motivierte Gewalt ums Leben, davon zwölf beim Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt.

Einen neuen Höchststand erreichte auch die Hasskriminalität mit 10.751 Fällen: Fremdenfeindliche Straftaten nahmen nochmals um 5,3 Prozent zu. Auch die antisemitischen Straftaten stiegen um 7,5 Prozent.

Im Bereich „Islamismus/Fundamentalismus“ stiegen die Straftaten im Jahr 2016 um 13,7 Prozent. Hierunter fallen auch das Attentat in der Nähe von Würzburg im Juli sowie der Anschlag auf einen Berliner Weihnachsmarkt.

Seehofer bestätigt: „Ich will weitermachen“

Nun ist es offiziell: Der bayrische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer will seine Laufbahn als CSU-Chef und bayrischer Ministerpräsident fortsetzen.

Seehofer sagte heute im CSU-Vorstand in München, er wolle weitermachen, wie aus Vorstandskreisen verlautete. Er habe nach wie vor große Freude an beiden Ämtern. Seine ursprüngliche Ankündigung, 2018 auf eine neuerliche Landtagsspitzenkandidatur zu verzichten, korrigierte der 67-Jährige damit.

Die Vorstandsmitglieder reagierten mit kurzem Applaus auf die Ankündigung. Zuvor hatte sich die CSU-Spitze auf Bayerns Innenminister Joachim Herrmann als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl festgelegt.

Seit 2008 CSU-Chef und Ministerpräsident

Seehofer ist seit Oktober 2008 CSU-Vorsitzender und bayrischer Ministerpräsident. Der nächste Parteitag, an dem die gesamte Parteiführung neu gewählt wird, ist für Herbst geplant. Vor der Landtagswahl 2013 und auch später hatte er noch gesagt, 2018 definitiv aufhören zu wollen. Davon war er dann aber immer weiter abgerückt.

CSU-intern war die neuerliche Kandidatur Seehofers seit Längerem erwartet worden. Auch Seehofer selbst hatte zwar gesagt, dass noch nichts entschieden sei, gleichzeitig aber das Ergebnis eines umfassenden Gesundheitschecks als Entscheidungskriterium genannt. Zuletzt sprachen sich zahlreiche CSU-Spitzenpolitiker für ein Weitermachen Seehofers aus.

Hahn für „neues Format der Zusammenarbeit“ mit Türkei

EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn stellt der Türkei die Rute ins Fenster. Es sei an der Zeit, über „ein neues Format der Zusammenarbeit“ mit der Türkei zu reden, sagte Hahn heute in Brüssel.

„Die derzeitige Situation ist nicht nachhaltig, weder für sie (Türkei, Anm.) noch für uns.“ Hahn will darüber beim Treffen der EU-Außenminister in Malta am Freitag reden.

„Neubewertung der Beziehungen“

Als Möglichkeit nannte Hahn ein „Upgrade“ der Zollunion oder eine Änderung der Assoziierungsvereinbarung. Nach dem türkischen Verfassungsreferendum sei es „wirklich an der Zeit für eine Neubewertung der Beziehungen“. Hahn sagte, die Fortsetzung der Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und der Türkei bleibe zwar „eine Option“, dafür müssten aber Bedingungen erfüllt sein.

Er persönlich bevorzuge, die Türen offen zu halten. Die EU-Außenminister hätten klar ausgedrückt, dass derzeit keine neuen Kapitel mit der Türkei eröffnet werden könnten.

Inland

Mitterlehner kündigt Initiative für Wohneigentum an

Die ÖVP will dem Koalitionspartner SPÖ nicht die heiß umworbene Mittelschicht überlassen und diese in den nächsten Wochen mit einer Initiative für mehr Wohneigentum locken. Von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) erwarte man zudem wieder mehr Sacharbeit, sagte ÖVP-Chef Vizekanzler Reinhold Mitterlehner heute bei einer Pressekonferenz nach den Parteigremien.

Die Wahl in Frankreich bestätigte die These, dass „der Peak des Populismus erreicht worden ist“ und in Europa eine „Abwärtstendenz“ feststellbar sei, so Mitterlehner. Auch für Österreich erkennt er denn auch den Hinweis, dass Sacharbeit einen gewissen Stellenwert haben müsse. In der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik gehe die Bundesregierung den richtigen Weg, es brauche aber weitere Maßnahmen wie die geplante Erhöhung der Forschungsprämie auf 14 Prozent.

Man erwarte nun von Kern, „dass er sich nicht nur als Bundeskanzler inszeniert oder gar als Pizzaverkäufer“, konnte sich Mitterlehner den ein oder anderen Seitenhieb nicht verkneifen. Kern hat erst vor wenigen Tagen einen Abend lang für eine Wiener Pizzeria Pizza ausgeliefert. Das entsprechende Video hat die SPÖ am Mittwochabend anlässlich einer in den kommenden Tagen startenden Onlinekampagne auf dem Facebook-Account Kerns veröffentlicht.

Pilz fordert Schutz für Austrotürken

Der Grüne Peter Pilz fordert in Zusammenhang mit den in den letzten Tagen in der Öffentlichkeit aufgetauchten türkischen Wählerlisten die heimischen Behörden zum Schutz von Österreichern mit türkischem Hintergrund auf.

Offenbar befinden sich in der türkischen Wählerevidenz Tausende österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die die türkische Staatsbürgerschaft nicht oder nicht mehr besitzen. Pilz zeigte sich gegenüber dem „Kurier“ (Montag-Ausgabe) überzeugt, dass das Gros der Betroffenen nicht wusste, dass sie noch als türkische Staatsbürger geführt würden. „Das sind Opfer, die es zu schützen gilt“, so Pilz.

Pilz will mit Sobotka reden

Pilz will nun mit Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) klären, „ob es einen Ermessensspielraum gibt“. Sobotka vertritt in der Frage eine harte Linie und lehnt eine Amnestieregelung vehement ab. Er sprach sich zuletzt sogar für eine Geldstrafe von 5.000 Euro aus.

Der grüne Sicherheitssprecher ist nach eigenen Angaben im Besitz der vollständigen Liste von Austrotürken mit 107.877 Namen, die in der türkischen Wählerevidenz geführt werden. Erstmals aufgetaucht waren die Listen am Freitag bei ORF Oberösterreich.

Ministerium verweist auf Länder

Im Innenministerium wurde dazu betont, dass nun die Länder am Zug seien, denn die Vollziehung des Staatsbürgerschaftsrechts liege ausschließlich in deren Kompetenz. Sollte das Ministerium ebenfalls die betreffenden Listen erhalten, werde man sie weiterleiten. Gemäß Offizialprinzip seien die Bundesländer bei entsprechender Verdachtslage dann verpflichtet, tätig zu werden.

Pilz warf den türkischen Behörden im Vorfeld des Verfassungsreferendums vor, in Österreich über Mittelsmänner und Vereine Druck auf Austrotürken ausgeübt zu haben. Zugleich war Pilz Innenminister Sobotka und Außenminister Sebastian Kurz (beide ÖVP) wiederholt vor, vor dieser Beeinflussung der türkischen Seite absichtlich die Augen zu verschließen. Sowohl Sobotka als auch Kurz wiesen die Vorwürfe strikt zurück.

Wie viele Türken in Österreich zwei Pässe haben, wissen die Behörden nicht. Legal ist das nur bei Kindern, deren Eltern bei der Geburt unterschiedliche Staatsbürgerschaften hatten.

Sport

Fußball: „Jungbullen“ greifen nach den Sternen

Manchester City, Paris Saint-Germain, Atletico Madrid und zuletzt der FC Barcelona - die Abschussliste des Salzburger U19-Teams in der UEFA Youth League liest sich wie das Who’s who im europäischen Clubfußball.

Heute (17.00 Uhr, live in ORF Sport + und im Livestream) können die „Jungbullen“ die überragende Saison in Nyon mit einem Finalsieg über Benfica Lissabon krönen. „Wenn man in einem Endspiel steht, möchte man den letzten Schritt auch noch gehen und es natürlich auch gewinnen“, sagte Teamchef Marco Rose.

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Eishockey: Österreich bei WM gegen Ungarn gefordert

Österreichs Eishockey-Nationalteam darf sich bereits im zweiten Match bei der B-WM in Kiew keine Pleite mehr leisten, um den Aufstieg nicht früh aus dem Blickfeld zu verlieren. Beim Duell heute (19.30 Uhr, live in ORF Sport + und im Livestream) gegen Ungarn erwarten die Spieler einen echten Derby-Fight. „Es wird auf jeden Fall ein harter Kampf“, sagte Konstantin Komarek.

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Wirtschaft

Kaffeeröster Illy setzt auf Wein

Illy will verstärkt im Bereich Weinproduktion investieren. Der Triester Kaffeeröster, der seit 2008 den Weinproduzenten Mastrojanni in der toskanischen Ortschaft Montalcino besitzt, plant den Kauf zusätzlicher Weinberge.

Verhandlungen seien im Gange, berichtete heute Riccardo Illy, Verwaltungsratspräsident des Triester Unternehmens: „Wir planen beträchtliche Investitionen zur Expansion von Mastrojanni.“ Mastrojanni zählt zu den weltweit bekanntesten Produzenten von Brunello-Weinen. Auf 33 Hektar Weinbergen im Besitz des Unternehmens wurden 2016 113.000 Flaschen „Brunello“ hergestellt. 64 Prozent der Produktion gehen ins Ausland.

Fokus auf Genussmittel

In zehn Jahren will das 1933 gegründete Illy-Unternehmen seinen Umsatz auf circa 800 Mio. Euro verdoppeln. Dazu will Illy auch das Geschäft mit Kaffeekapseln ausbauen. In den letzten Jahren hat der Konzern auf Diversifizierung gesetzt und auch in die Produktion von Genussmitteln wie Schokolade, Marmelade und Tee investiert.

„Nord Stream 2“: Bis zu 950 Millionen von OMV

Die umstrittene Ostsee-Gaspipeline „Nord Stream 2“ kommt ein Stück weiter voran. Fünf europäische Energieversorger, darunter die OMV, beteiligen sich an der Finanzierung. Entsprechende Finanzierungsverträge habe die der russischen Gasprom gehörende Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG mit der OMV, Engie, Shell sowie Uniper und Wintershall unterzeichnet, teilte die OMV heute mit.

Die fünf europäischen Energiefirmen hätten sich zu einer langfristigen Finanzierung von 50 Prozent der gesamten Projektkosten - derzeit werden 9,5 Milliarden Euro erwartet - verpflichtet. Jedes einzelne Unternehmen werde bis zu 950 Millionen Euro bereitstellen. Der russische Gaskonzern Gasprom „ist und bleibt alleiniger Aktionär der Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG“, heißt es in der Mitteilung.

Die 1.220 Kilometer lange „Nord Stream 2“-Gaspipeline, mit einer Gesamtkapazität von 55 Mrd. Kubikmeter pro Jahr, solle eine direkte Verbindung von der russischen Küste durch die Ostsee nach Greifswald (Deutschland) bieten. Die Bauarbeiten werden laut OMV „im Jahr 2018 beginnen und bis Ende 2019 abgeschlossen sein“.

Weniger Firmeninsolvenzen im ersten Quartal

Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist im ersten Quartal des Jahres österreichweit gesunken. Nach Angaben des Gläubigerschutzverbandes Creditreform gab es in Vorarlberg einen Rückgang von mehr als zwölf Prozent.

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Vergleicht man in der aktuellen Insolvenzstatistik die Bundesländer untereinander, liegt die Steiermark auf dem zweiten Platz, was den Rückgang an Firmeninsolvenzen betrifft. Fünf Prozent weniger Unternehmen als noch vor einem Jahr mussten heuer zwischen Jänner und März Insolvenz anmelden - noch weniger waren es nur in Salzburg.

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Chronik

Duisburg: Loveparade 2010 nun doch Fall für Gericht

Sieben Jahre nach der Duisburger Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten soll die Schuldfrage nun doch noch in einem Strafprozess verhandelt werden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) entschied in einem heute veröffentlichten Beschluss, die Anklage gegen alle zehn Angeklagten zuzulassen.

Bei dem Technofestival in Duisburg am 24. Juli 2010 war es an einer Engstelle zu einem tödlichen Gedränge gekommen. 21 Menschen starben, mindestens 652 wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Die Anklage richtet sich gegen sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter des Veranstalters. Sie sollen sich unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Mammutprozess, bevor der Fall verjährt

Das Landgericht Duisburg hatte im April 2016 die Anklage gegen die insgesamt zehn Beschuldigten abgewiesen. Der zuständige Senat beim OLG ist anderer Meinung. Er hält eine Verurteilung der Angeklagten für „hinreichend wahrscheinlich“.

Erwartet wird ein Mammutprozess, für den das Gericht auf dem Gelände der Messe Düsseldorf einen Saal gemietet hat. Den Termin für den Beginn der Hauptverhandlung muss laut OLG-Sprecher Andreas Vitek das Duisburger Landgericht festlegen - und zwar bald. Denn sollte bis zum 27. Juli 2020 kein erstinstanzliches Urteil vorliegen, verjähren die vorgeworfenen Taten.

Erleichterung bei Angehörigen der Opfer

Erleichtert reagierten die Anwälte der Loveparade-Opfer auf die Entscheidung. „Das kommt unerwartet, aber es ist sehr erfreulich“, sagte Anwalt Thomas Feltes, der den Vater eines verstorbenen Mädchens vertritt. Den Opfern und Hinterbliebenen gehe es weniger um eine Strafe für einzelne Personen. Sie wollten, dass die Gerichte das Geschehen aufarbeiteten und die Schuldfrage klärten.

Paraguay: Bis zu 50 Schwerbewaffnete überfallen Gelddepot

Bis zu 50 schwerbewaffnete Verbrecher haben bei einem Überfall in Paraguay aus einem Tresor vermutlich mehrere Millionen Dollar erbeutet. Sie griffen heute Früh (Ortszeit) das Depot eines Geldtransportunternehmens in Ciudad del Este an.

Ein Polizist wurde von den Angreifern getötet. Ein Sprecher der überfallenen Firma Prosegur bestritt Presseberichte, laut denen die Beute 40 Mio. Dollar (rund 37 Mio. Euro) betrug.

Die Täter legten mehrere Sprengstoffsätze, um bis zum Tresor durchzukommen. Das Lokal wurde dabei praktisch zerstört. Sie griffen mit Sturmgewehren gleichzeitig das Polizeipräsidium und das regionale Regierungsgebäude an und setzten über ein Dutzend Fahrzeuge in Brand, um die Sicherheitskräfte von dem Überfall abzulenken.

Die Polizei fand wenige Kilometer vom Tatort entfernt fünf verlassene Autos mit brasilianischer Zulassung, die von der Bande bei dem Überfall verwendet worden seien. Erste Ermittlungen wiesen auf eine brasilianische Verbrecherbande hin, sagte Polizeisprecher Augusto Lima. Ciudad del Este befindet sich an der ostparaguayischen Grenze zu Brasilien.

Kultur

Schriftstellerin Eva Menasse erhält Hölderlin-Preis

Die in Wien geborene Schriftstellerin Eva Menasse erhält den mit 20.000 Euro dotierten Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. Die Jury lobte in einer heute veröffentlichen Aussendung neben Menasses Vielfältigkeit auch ihre „unverwechselbare Prosa, die wortgewaltige und zarte Töne, Komisches und Melancholisches, einen forschenden Blick und Empathie mit ihren Figuren verbindet“.

Die Stadt Homburg im deutschen Saarland vergibt den Hölderlin-Preis seit 1983. Den mit 7.500 Euro dotierten Förderpreis erhält Nele Pollatschek. Der Oberbürgermeister von Bad Homburg, Alexander Hetjes, wird die Auszeichnungen am 11. Juni in der Schlosskirche Bad Homburg überreichen.

„KulturMontag“: „Die letzten Männer von Aleppo“

Kein Tag ohne Schreckensmeldungen über Angriffe und Attentate in Aleppo: Für die erschütternde Dokumentation „Die letzten Männer von Aleppo“ begleitete Regisseur Feras Fayyad freiwillige Helfer bei ihren lebensgefährlichen Einsätzen. Euphorie und Hoffnungslosigkeit sind die Themen des ebenfalls preisgekrönten Films „The War Show“ des dänischen Filmemachers Andreas Dalsgaard. Der „KulturMontag“ traf beide Regisseure in Kopenhagen.

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Rapper Sido spielt Hauptrolle in TV-Film über Roma

Der Berliner Rapper Sido, der für seine politisch nicht unbedingt korrekten Texte bekannt ist, spielt die Hauptrolle in der TV-Tragikomödie „Eine Braut kommt selten allein“. Nach Angaben des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) ist es der erste deutsche Fernsehfilm, der die Lebenswirklichkeit von Roma in den Mittelpunkt stellt.

Für Sido sei die Produktion wegen seiner Sinti-Wurzeln eine Herzensangelegenheit, teilte der Sender heute mit. Der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Paul Würdig heißt, hatte in seiner Kindheit immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen. In dem Film spielt er den vom Leben enttäuschten Johnny, der die junge Romni Sophia (Michelle Barthel) in seiner Wohnung aufnimmt und sich in sie verliebt - ohne zu ahnen, dass Sophia ihre eigenen Pläne verfolgt.

Bewusstes Spiel mit Klischees

„Eine Braut kommt selten allein“ spielt nach Senderangaben mit Klischees und Vorurteilen und gewährt einen Blick in das Leben und die Kultur der Roma. Regie führt Buket Alakus („Einmal Hans mit scharfer Soße“), das Drehbuch schrieb Laila Stieler. Der Film soll in der Vorweihnachtszeit im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden.

„Sweet Occupation“: Israels Alltag im Ausnahmezustand

Als Tochter einer Holocaust-Überlebenden hat sich die israelische Autorin Lizzie Doron mit den traumatischen Folgen des Holocaust für das Leben im heutigen Israel auseinandergesetzt. Für ihr neues Buch „Sweet Occupation“ traf die Autorin zudem ehemalige palästinensische Terroristen und israelische Kriegsverweigerer.

Lizzie Dorons Bücher zählen in ihrer Heimat zur Schullektüre.

Bereits in ihrem ersten Buch hatte sich Doron der Vergangenheitsbewältigung gewidmet. Sie ging der Geschichte ihrer Mutter nach, die den Holocaust überlebt und in Israel Fuß zu fassen versucht hatte. Ein weiteres Buch schrieb sie im Andenken an sieben ehemalige Mitschüler, die 1973 im Jom-Kippur-Krieg getötet wurden. In „Sweet Occupation“ bringt sie nun beide Themen zusammen - den Holocaust und den Nahost-Konflikt.

Science

Leute

Amber Heard und Elon Musk sind ein Paar

Drei Monate nach ihrer Scheidung von Johnny Depp hat sich die US-Schauspielerin Amber Heard öffentlich zu einem neuen Partner bekannt - es ist der Milliardär Elon Musk. Heard und Musk waren am Wochenende händchenhaltend und Arm in Arm in einem australischen Naturreservat zu sehen, wie das US-Promimagazin „People“ gestern Abend (Ortszeit) berichtete.

Heard und der Gründer des Elektroautoherstellers Tesla besuchten dem Bericht zufolge zusammen das Currumbin Wildlife Sanctuary an der Gold Coast. Später veröffentlichte Heard im Onlinedienst Instagram ein Foto, auf dem sie den Arm auf Musks Schulter gelegt hat.

Heard hatte sich im vergangenen Jahr von ihrem Schauspielkollegen Depp getrennt, die Scheidung wurde dann im Jänner vollzogen. Die Trennung verlief heftig. Heard warf Depp vor, sie immer wieder körperlich und seelisch misshandelt zu haben. Eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt zog sie aber schließlich zurück.