Inland

OÖ: Drei Flüchtlingskinder in Transporter fast verdurstet

Drei Kleinkinder sind in Oberösterreich heute Früh aus einem Schleppertransporter vor dem Verdursten gerettet worden. Die Polizei hatte den verdächtigen Lkw mit insgesamt 26 Flüchtlingen auf der B148 in St. Peter am Hart (Bez. Braunau) entdeckt.

Die drei Kinder schwebten in Lebensgefahr. „Es war schon ziemlich knapp“, berichtete David Furtner von der Polizei der APA. Der Schlepper wurde verhaftet.

26 Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht

Der 29-jährige Schlepper aus Rumänien hatte zunächst noch versucht, der Anhaltung zu entkommen. Er drückte aufs Gas, als er das Blaulicht des Streifenwagens sah. Die 26 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Bangladesch kauerten auf engstem Raum zusammen. Die Kinder waren in dem stickigen Wagen schon in sehr schlechtem Gesundheitszustand, durch den Wasserverlust waren sie stark benommen.

„Sehr lange hätten sie diese Tortur laut Medizinern nicht mehr ausgehalten“, sagte Furtner. Die Polizisten riefen den Notarzt. Dieser brachte die Kinder samt Eltern ins Krankenhaus Braunau, wo sie stationär aufgenommen wurden.

Der 29-jährige Rumäne wurde verhaftet. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Ried ordnete diese die Einlieferung des mutmaßlichen Schleppers in die Justizanstalt Ried an.

Tiroler Ex-Landtagspräsident Mader tritt aus ÖVP aus

Der wegen seines Gratiswohnrechts auf Lebenszeit in die Kritik geratene frühere Tiroler ÖVP-Landtagspräsident Helmut Mader ist aus der Partei ausgetreten. In einem „offenen Brief an alle Tirolerinnen und Tiroler“ stellte der langjährige hochrangige Parteifunktionär auch alle erhaltenen Ehrungen zur Verfügung. Dieser Schritt sei von persönlicher Enttäuschung darüber begleitet, wie die ÖVP in dieser Angelegenheit agiert habe.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Mitterlehner gegen schärfere Grenzkontrollen

ÖVP-Chef und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner steht dem Vorschlag seines Außenministers Sebastian Kurz nach intensiveren Grenzkontrollen aufgrund der Flüchtlingskrise skeptisch gegenüber. Der Vorstoß klinge zwar gut, sei aber rechtlich problematisch, sagte er heute in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“.

Mitterlehner bezweifelte auch die Effektivität derartiger Maßnahmen. Er geht weiterhin von einer europäischen Lösung im Asylbereich aus. Auf der anderen Seite habe Österreich Flüchtlingskoordinator Christian Konrad eingesetzt, dessen Kompetenzen nach wie vor ausgearbeitet würden - mehr dazu in oe1.ORF.at.

Blümel betont Geschlossenheit der ÖVP

ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel war nach dem Ö1-Interview darum bemüht, die Geschlossenheit seiner Partei beim Asylthema zu betonen.

Sowohl Vizekanzler Mitterlehner als auch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Außenminister Kurz würden für verstärkten Schutz der Außengrenzen, Anlaufstellen in Krisenregionen und an der EU-Außengrenze sowie eine faire Verteilung auf alle EU-Staaten eintreten, so Blümel via Aussendung.

Die FPÖ warf Mitterlehner in einer Reaktion „EU-Hörigkeit“ vor und zugleich die „Übernahme von FPÖ-Ideen“, da die Freiheitlichen seit jeher gewusst hätten, dass „die Probleme der Migration nicht in Österreich zu lösen sind“.

Facebook-Hasspostings beschäftigen Brandstetter

ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter will Facebook bei Hasspostings in die Pflicht nehmen. „Ich will eine Selbstkontrolle, die unsere Rechtsordnung berücksichtigt, speziell den Tatbestand der Verhetzung“, sagte er laut Vorausmeldung im Nachrichtenmagazin „profil“. Gemeinsam mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas (SPD) wird nun das Gespräch mit dem Unternehmen gesucht.

Facebook soll laut Brandstetter etwa Postings löschen, die zu Gewalt gegen Ausländer aufrufen: „Sonst leistet ja Facebook einen Beitrag dazu, dass solche kriminellen Inhalte weiterverbreitet werden“, argumentiert der Justizminister. Diese gehörten entfernt.

„Da ist es doch nur sinnvoll, wenn Facebook eine freiwillige Selbstkontrolle ausübt und wir nicht stets den mühsamen Weg über Gerichtsverfahren gehen müssen“, wird Brandstetter vom Magazin zur Frage zitiert, dass die Straftatbestände bisher gutteils ungeahndet bleiben.

Ausland

Festnahmen nach Flüchtlingstragödie vor Libyens Küste

Nach dem Tod von bis zu 200 Flüchtlingen bei Schiffsuntergängen vor der Küste Libyens haben Sicherheitskräfte des Landes drei mutmaßliche Schlepper festgenommen. Die Männer seien zwischen 21 und 29 Jahre alt, erklärte das libysche Innenministerium heute. Ihre Festnahme in der Stadt Suwara im Nordwesten des Landes sei nach der Befragung von Überlebenden erfolgt.

Vor der Küste von Suwara waren in dieser Woche zwei Boote mit rund 500 Flüchtlingen an Bord gekentert. Nach Angaben der libyschen Küstenwache kamen dabei rund 200 Menschen um. Der libysche Rote Halbmond sprach von 117 Toten. 198 Menschen seien gerettet worden.

Seltenes Vorgehen der Behörden

Nach Angaben der auf Malta ansässigen Organisation Migrant Report wird den Festgenommenen vorgeworfen, mehr als 430 Flüchtlinge auf ein später gekentertes Holzboot gepfercht zu haben. Auf Bildern des Innenministeriums hielten die Beschuldigten Fotos mit ertrunkenen Kindern in der Hand. Es ist einer der wenigen Fälle, in denen die libyschen Behörden gegen Schlepper vorgehen.

Migrant Report zitierte jedoch nicht näher genannten Informanten aus Suwara mit der Aussage, bei den Festgenommenen handle es sich lediglich um Sündenböcke. „Das sind die Leute, die die Schmutzarbeit machen“, erklärten die Informanten demnach. „Sie sind Teil eines Schmugglernetzwerks, aber dabei nur die Fußsoldaten.“

Bereits mehr als 2.500 Tote seit Jahresbeginn

Dem UNHCR zufolge sind in diesem Jahr bereits mehr als 300.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Immer wieder kommt es auf See zu schweren Bootsunglücken. Dieses Jahr kamen laut UNHCR bereits etwa 2.500 Menschen ums Leben oder werden vermisst.

Die Küstenstadt Suwara gehört zu einer der wichtigsten Anlaufstellen für Flüchtlinge. Tausende versuchen, von hier aus nach Europa zu kommen. Die libyschen Behörden sind mit der großen Anzahl an Flüchtlingen überfordert, weil es an Ausrüstung und Geld fehlt.

Seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 versinkt das ölreiche Land im Chaos. Derzeit konkurrieren zwei Regierungen und zwei Parlamente miteinander. Zudem bekämpfen einander zahlreiche Milizen, die nicht zuletzt vom Schmuggel leben, und zum Teil große Gebiete beherrschen.

Verdächtiger nach Anschlag in Bangkok verhaftet

Fast zwei Wochen nach dem Bombenattentat mit 20 Toten in Bangkok hat die Polizei einen Tatverdächtigen gefasst. Es handle sich um einen 28-jährigen Türken, der „zahlreiche Pässe“ besitze, sagte ein ranghoher Militärvertreter heute vor Journalisten in Bangkok.

Auf Fotos waren Dutzende türkische Pässe zu sehen. Es sei „ungewöhnlich“, dass der Verdächtige so viele Pässe habe, sagte Militärsprecher Oberst Banphot Phunphien.

Material zum Bau von Bomben gefunden

Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, es sei ein Mann festgenommen worden, der „wahrscheinlich“ in den Anschlag verwickelt sei. In der Wohnung des Verdächtigen sei auch Material zum Bau von Bomben gefunden worden. Der Verdächtige wurde bei einer Razzia in der Früh in einem östlichen Stadtteil von Bangkok festgenommen.

20 Menschen bei Anschlag getötet

Bei dem Anschlag auf den Erawan-Schrein waren am 17. August 20 Menschen getötet und mehr als 120 weitere verletzt worden. Unter den Todesopfern waren mehrere Ausländer, sie kamen aus China, Hongkong, Großbritannien, Malaysia, Singapur und Indonesien.

Als Hauptverdächtiger des Anschlags gilt ein Mann im gelben T-Shirt, der auf Bildern von Überwachungskameras zu sehen ist. Er war dabei gefilmt worden, wie er kurz vor dem Anschlag einen Rucksack unter einer Bank an dem Schrein platzierte.

Polizeichef Chaktip Chaijinda sagte, es sei „noch nicht klar“, ob der nun festgenommene Türke mit dem Mann auf den Bildern der Überwachungskameras identisch sei.

D: Höchstgericht kippt Versammlungsverbot in Heidenau

Das deutsche Verfassungsgericht hat das vom Landkreis erlassene Versammlungsverbot für die Kleinstadt Heidenau bei Dresden aufgehoben. Das teilte ein Sprecher des Gerichts heute in Karlsruhe mit. Eingereicht worden sei die Klage von einem „potenziellen Versammlungsteilnehmer“, der das Verbot nicht habe hinnehmen wollen.

Das Karlsruher Urteil ist der bisherige Höhepunkt eines juristischen Hin und Her um die sächsische Kleinstadt, wo es rund um ein Flüchtlingsheim zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen gekommen war.

Weg durch die juristischen Instanzen

Am Donnerstagabend hatte das Landratsamt ein Versammlungsverbot erlassen: Davon betroffen waren nicht nur geplante fremdenfeindliche Aufmärsche, sondern auch ein für gestern geplantes „Willkommensfest“ für Flüchtlinge. Als Grund nannte das Landratsamt Personalknappheit bei der Polizei.

Das Dresdner Verwaltungsgericht erklärte dieses Versammlungsverbot dann gestern Mittag für rechtswidrig. Am Abend entschied allerdings das sächsische Oberverwaltungsgericht, dass das Versammlungsverbot doch teilweise in Kraft bleiben könne: Das „Willkommensfest“ sei erlaubt, andere geplante Veranstaltungen seien verboten.

Dieses Urteil hoben die Karlsruher Richter nun auf. Sie setzten den Spruch des Dresdner Verwaltungsgerichts wieder in Kraft, wonach das Versammlungsverbot rechtswidrig sei.

Demonstration für Flüchtlinge in Dresden

In Dresden begann unterdessen eine Demonstration für Flüchtlinge und gegen das Vorgehen von Politik und Behörden in Sachen Asyl. Begleitet von zahlreichen Polizisten versammelten sich rund 1.000 Teilnehmer am Samstagnachmittag friedlich am Hauptbahnhof, um durch die Stadt zu ziehen.

Unter dem Slogan „Es reicht! Schutz für Geflüchtete statt Verständnis für Rassisten“ hatte das linke Bündnis Dresden Nazifrei dazu aufgerufen. Für die Demonstration gelten scharfe Auflagen. Verboten sind unter anderem Alkohol, Glasflaschen und Pyrotechnik.

Brandanschlag auf Moschee in Deutschland

Auf eine Moschee in Hagen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen wurde heute ein Brandanschlag verübt. Nach Angaben der Polizei betrat ein junger Mann am frühen Morgen den Gebetsraum und zündete Schulungshefte auf dem Teppich an.

Durch das Feuer sei der Brandmeldealarm ausgelöst worden. Dem Jugendwart der Moschee sei es gelungen, den Brand zu löschen und so ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern.

Staatschutz nimmt Ermittlungen auf

Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen, da ein fremdenfeindlicher Hintergrund nicht ausgeschlossen werden könne. Der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) sprach von einem „feigen Anschlag“. Bei den verbrannten Heften handle es sich um religiöse Schriften.

In letzter Zeit sei ein starker Anstieg von Angriffen auf Muslime und ihre Einrichtungen in Deutschland zu verzeichnen. Auch gegen bewohnte oder geplante Flüchtlingsunterkünfte werden derzeit fast täglich Übergriffe gemeldet. Auch dort leben viele Muslime.

Türkei beteiligt sich an US-Luftschlägen gegen IS

Die Türkei beteiligt sich jetzt mit Luftangriffen am Kampf des internationalen Bündnisses gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Luftwaffe habe erste Einsätze als Teil der Koalition geflogen, teilte das Außenministerium in Ankara heute mit. Der IS hat im Irak und in Syrien große Gebiete erobert und dort ein Kalifat ausgerufen.

Nach einem dem IS zugeschriebenen schweren Anschlag im südtürkischen Suruc am 20. Juli hatte die türkische Luftwaffe erstmals Angriffe auf die Terrormiliz in Syrien geflogen.

Nach zähen Verhandlungen hatte die Türkei den USA kürzlich auch die Nutzung des Luftwaffenstützpunkts Incirlik erlaubt. Damit verkürzen sich die Flugzeiten der US-Kampfjets, die IS-Ziele in Syrien angreifen, deutlich.

Kongo richtet Festival für oftmals verfolgte Albinos aus

In der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa sind zahlreiche Albinos zum ersten Albino-Festival zusammengekommen. Mit der Veranstaltung solle die Sichtbarkeit der oftmals diskriminierten Albinos in der Gesellschaft erhöht werden, sagte einer der Organisatoren, Yan Mambo. Eltern von Albinokindern sollten sich nicht mehr schämen, fügte er am Rande des Festivals „Stolze Albinos“ hinzu.

Bei einem Workshop erhielten Frauen Tipps für die Gründung eigener Geschäfte. Die 23-jährige Friseurin Dolees sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie wolle ihren eigenen Salon eröffnen. „Ich bin elegant. Ich bin schön. Gott hat mich so geschaffen, warum sollte ich aufgehängt werden?“

Tausende Tote wegen Aberglaube

Albinismus ist eine Erbkrankheit. Den Betroffenen fehlen Farbpigmente in Haut, Haaren und Augen. In vielen afrikanischen Ländern werden Albinos in der Schule und bei der Arbeit diskriminiert. In einigen Ländern wie Tansania und Burundi werden sie sogar getötet und verstümmelt, weil ihre Körperteile für Zauberrituale verwendet werden.

Allein in Tansania wurden seit dem Jahr 2.000 mindestens 76 Albinos ermordet. Ihre Körperteile werden nach UNO-Angaben für umgerechnet je rund 500 Euro verkauft, für einen ganzen Leichnam werden bis zu 65.000 Euro gezahlt.

Sport

Leichtathletik-WM: Eaton stellt Weltrekord auf

Der vorletzte WM-Tag in Peking hat den ersten Weltrekord gebracht - und das bei den Königen der Leichtathletik. Der US-Amerikaner Asthon Eaton verbesserte heute in einem dramatischen Zehnkampf-Finale seine eigene Bestmarke aus dem Jahr 2012 um sechs Zähler und holte sich Gold mit insgesamt 9.045 Punkten.

Der 27-jährige Titelverteidiger lag nach fantastischen Leistungen vor den abschließenden 1.500 m auf Kurs in Richtung Weltrekord. Die knapp vier Stadionrunden wurden dann zur Qual, am Ende blieb Eaton aber einen Hauch unter der notwendigen Zeit für den neuen Weltrekord.

Mehr dazu in sport.ORF.at

CL-Historie: Siebenmal im siebenten Himmel

Die Salzburger Austria ist 1994 als erster heimischer Club in der Champions League vertreten gewesen. Rapid zog zwei Jahre später nach, ehe Sturm Graz von 1998 bis 2000 mit drei Teilnahmen en suite den CL-Hattrick landete.

Schließlich spielte 2013 auch die Wiener Austria im Konzert der ganz Großen mit - macht im Summe sieben heimische Auftritte in der Beletage. Finanzkrösus Red Bull Salzburg bemühte sich achtmal um ein Ticket für die lukrative Gruppenphase und scheiterte jedes Mal - bisweilen unglücklich, bisweilen blamabel.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Tennis: Melzer schafft Quali bei US Open

Unterschiedlich hat sich die dritte und letzte Qualirunde der US Open für die beiden Österreicher gestaltet. Während sich Tamira Paszek nach zuvor zwei starken Auftritten der Britin Johanna Konta in drei Sätzen geschlagen geben musste, setzte sich Jürgen Melzer gegen den Belgier Kimmer Coppejans durch und ist als dritter ÖTV-Spieler beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres dabei.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Lagarde: Kein Schuldenschnitt für Griechenland nötig

In der Griechenland-Krise sind Schuldenerleichterungen nach Ansicht von IWF-Chefin Christine Lagarde ausreichend, um das Euro-Land wieder auf die Beine zu bringen. „Wir sprechen nicht über den Erlass von Schulden“, sagte Lagarde in einem Interview der Schweizer Zeitung „Le Temps“ von heute.

Verhandelt werde vielmehr über eine Verlängerung von Kreditlaufzeiten, eine Senkung von Darlehenszinsen sowie die Stundung von Zahlungen. Eine solche Umstrukturierung der Verbindlichkeiten sollte reichen, damit die Griechen ihre derzeit nicht tragbaren Schulden in den Griff bekommen.

IWF-Beteiligung noch offen

Lagarde äußerte sich nicht zu der Frage, ob sich der Internationale Währungsfonds (IWF) auch am dritten Hilfspaket in Höhe von 86 Milliarden Euro beteiligt. Diese Entscheidung hatte Lagarde in früheren Äußerungen für Oktober angekündigt.

Der Fonds hatte sich in der Griechenland-Debatte für Schuldenerleichterungen eingesetzt. Griechenlands Geldgeber aus der Euro-Zone wie vor allem die deutsche Bundesregierung hatten jedoch einen Schuldenschnitt ausgeschlossen.

Keine Debatte über Schuldenschnitt

Lagarde erklärte in dem Interview, eine Debatte über einen Schuldenschnitt sei nie eröffnet worden. „Ich denke nicht, dass es nötig ist, sie zu anzufangen, wenn die Sache gut läuft.“

Unlängst hatte auch der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, erklärt, ein Schuldenschnitt scheide als Option aus. Regling sagte zudem, er rechne mit einer IWF-Beteiligung am neuen Rettungspaket.

Rekordsommer für Italiens Badeorte

Nach mehreren Krisenjahren und dem schlechten Wetter im vergangenen Jahr können sich die italienischen Badeorte über einen Rekordsommer freuen. Die Bäder an der 8.000 Kilometer langen Küste Italiens meldeten zwischen Juni und August ein Besucherplus von 20 Prozent, wie der Verband der Betreiber italienischer Badeanstalten CNA heute berichtete.

Die Misere des vergangenen Jahres, als das schlechte Wetter für riesige Verluste gesorgt hatte, ist vergessen. Die bei österreichischen Urlaubern beliebten Strände in Friaul-Julisch Venetien und im Veneto meldeten ein Plus von 15 Prozent. Einen Besucheransturm gab es auch in der Toskana, auf Sizilien und in Kalabrien.

Auch für Septemebr Plus erwartet

Eine Reihe positiver Faktoren, darunter die Hitzewelle der letzten Wochen, brachte mehr Touristen an die italienischen Strände. Nach den Anschlägen in Tunesien entschieden sich viele Ausländer für Italien als Destination für ihren Strandurlaub. Die ungewisse Wirtschaftslage in Italien selbst treibt außerdem die meisten Italiener an die nahe gelegenen heimischen Strände.

Die Touristikbranche rechnet mit einem weiteren Boom im September. Vor allem Sardinien, Sizilien und Apulien seien für einen Urlaub im September beliebt. In diesem Monat wird mit einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet.

Türkische Notenbank stellt Weichen für stärkere Lira

Nach der Talfahrt der türkischen Lira bemüht sich die Notenbank des Landes um eine Stabilisierung des Devisenmarkts. Mit zwei geldpolitischen Maßnahmen will sie die heimischen Geldhäuser zu längerfristigen Geschäften motivieren und für mehr Liquidität im Devisenhandel sorgen.

Die Zentralbank hob heute den Mindestreservesatz für kurzfristige Währungsanleihen an. Zudem erhöhte sie die Höchstgrenze, bis zu der die Finanzhäuser Devisengeschäfte mit der Notenbank machen können.

Die türkische Lira war in den vergangenen Monaten zum Dollar von einem Rekordtief zum nächsten gefallen. Wie die Währungen anderer Schwellenländer auch, steht die Lira unter dem Druck der Konjunktursorgen um China und der Aussicht auf eine Zinserhöhung in den USA. Diese könnte nach jüngsten Äußerungen der Federal Reserve trotz der jüngsten Börsenturbulenzen noch im September kommen.

Obi und Supernova übernehmen Baumax

Nachdem seit Wochen über eine Bieterschlacht und einen bevorstehenden Verkauf spekuliert worden ist, ist es nun fix: Die Heimwerkerkette bauMax, die fast 40 Jahre lang im Besitz der Familie Essl war, wird vom deutschen Heimwerkerkonzern Obi und dem Grazer Immobilienentwickler Supernova übernommen. Wie der „Kurier“ und die „Kronen Zeitung“ (Samstag-Ausgaben) berichten, wird Obi 70 der 106 bauMax-Standorte als Obi-Märkte weiterführen. Die Mitarbeiter wurden bereits informiert.

Mehr dazu in Großteil der Filialen wird weitergeführt

Chronik

Trickdieb erbeutet in Hongkong wertvollen Diamanten

In Hongkong hat ein Trickdieb einem Juwelier offenbar einen gefälschten Diamanten untergeschoben und so einen Edelstein im Wert von fast 200.000 Euro erbeutet. Der Mann habe sich als Kunde ausgegeben und den Diamanten im Geschäft in Augenschein genommen, teilte die Polizei heute mit.

Auf einem Überwachungsvideo sei zu sehen, wie der mutmaßliche Dieb den etwa 197.000 Euro teuren Edelstein in die Hand nimmt und dann offenbar gegen ein wertloses Duplikat austauscht. Ein Verkäufer habe den Diebstahl später bemerkt und die Polizei alarmiert. Vom Täter fehlte zunächst jede Spur.

In Hongkong stieg die Zahl der Ladendiebstähle im ersten Halbjahr 2015 um mehr als 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden laut Polizeistatistik fast 5.000 Fälle gemeldet. Im Jänner sorgte der Diebstahl einer mehr als vier Millionen Euro teuren Halskette für Aufsehen. Verdächtigt wurde ein Mädchen im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren. Der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt.

Dutzende Tote: Sturm „Erika“ nimmt Kurs auf Florida

Der Tod von 20 Menschen ist offiziell bestätigt, mindestens 15 weitere werden vermisst: Das ist die vorläufige Opferbilanz des Tropensturms „Erika“ in der Karibik. Morgen soll die Unwetterfront, die bereits Dominica und Haiti mit Schlammlawinen und Springfluten überzog, im US-Bundesstaat Florida auf die Ostküste der Vereinigten Staaten treffen. Der Ausnahmezustand wurde bereits ausgerufen, auch wenn das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) in Miami das Wetterphänomen heute bereits auf ein Tiefdruckgebiet herabgestuft hat. US-Präsident Barack Obama ist darum bemüht, Gefahrenbewusstsein und Präsenz zu zeigen - ist es doch auf den Tag genau zehn Jahre her, dass sein Vorgänger George W. Bush vor dem Sturm „Katrina“ in die Knie ging.

Mehr dazu in Inselstaat Dominica verwüstet

Religion

Zehntausende Hindus nahmen Bad in Godavari

Zehntausende gläubige Hindus haben heute beim Kumbh-Mela-Fest ein heiliges Bad genommen. Geheiligte Männer - Sadhus genannt - tanzten und sangen, bevor sie in der Nähe der Stadt Nashik im westlichen indischen Bundesstaat Maharashtra ins Wasser tauchten.

Auch zahlreiche Pilger sprangen am ersten von drei Hauptbadetagen in den heiligen Fluss Godavari. Für das Ritual hatten die Gläubigen jeweils nur wenige Sekunden Zeit, bevor sie von Sicherheitskräften angehalten wurden, Platz für die nächsten zu machen.

Drei Hauptbadetage alle drei Jahre

Das zwei Monate dauernde Kumbh-Mela-Fest findet alle drei Jahre statt und rotiert zwischen vier heiligen Stätten. Dieses Jahr ist Nashik an der Reihe. Die Eröffnungszeremonie fand am 14. Juli statt. An den drei Hauptbadetagen werden Millionen von Hindus erwartet. Nach heute sind die beiden anderen wichtigsten Badetage der 13. und der 18. September.

Ein kurzes Bad an bestimmten Stellen des Ganges oder anderen heiligen Gewässern und bei einer bestimmten Konstellation der Gestirne erlaubt nach der hinduistischen Glaubenslehre die Reinigung von allen Sünden und die Erlösung vom ewigen Kreislauf der Wiedergeburt.

Tödliche Massenpanik vor zwölf Jahren

Bei religiösen Festen in Indien kommt es immer wieder zu Massenpaniken. Auch in Nashik hatte es vor zwölf Jahren eine tödliche Massenpanik gegeben, als dort zum bisher letzten Mal die Kumbh Mela stattfand. Damals starben dort 39 Menschen.

Um ähnliche Unglücke dieses Mal zu verhindern, änderten die Organisatoren die Zugangswege zum Flussufer, um steile Stellen und Gedränge zu vermeiden. In der Nähe des Flusses wurde zudem eine mobile Intensivstation für mögliche Notfälle errichtet.

Science

Forscher simulieren auf Hawaii Marsmission

Zur Vorbereitung einer Mission zu und auf fremden Planeten hat auf Hawaii ein einjähriges Experiment begonnen: Sechs junge Wissenschaftler wollen zwölf Monate in einem geschlossenen System aushalten, ohne direkten Kontakt zur Außenwelt. „Ein letzter Blick zur Erde“, twitterte eine Teilnehmerin heute - und fotografierte die Fußmatte der Station.

Ein Jahr lang wollen die Wissenschaftler nur elektronischen Kontakt zur Außenwelt halten. (iptv.ORF.at)

Die Anlage ist hermetisch abgeriegelt, verlassen können die Forscher sie nur kurzzeitig und in Raumanzügen. Sie ist nicht allzu weit entfernt vom Berg Mauna Kea, der mit seinen Weltraumteleskopen für Astronomen zu den begehrtesten Orten der Welt gehört. Der Kontakt zur Außenwelt beschränkt sich auf Elektronik - und selbst da gibt es Grenzen.

Gruppendynamik auf dem Prüfstand

Das Projekt „Hawaii Space Exploration Analog and Simulation“ (HI-SEAS) wird von der Weltraumagentur NASA und der Universität von Hawaii betrieben. Mit dem Projekt, dem vierten und mit Abstand längsten dieser Art auf Hawaii, soll erforscht werden, ob Leben in der Isolation möglich ist.

Wichtig sind dabei nicht nur die biologischen und ökologischen Faktoren, sondern auch die sozialen: Ist Streit vorprogrammiert, übernimmt ein Einzelner die Führung, bilden sich Gruppen? Für einen langen Marsflug oder das Leben auf einer abgeschlossenen Station könnten diese Fragen ähnlich existenziell sein wie Luftversorgung und Nahrung.

Südeuropa fehlen die Kinder

Kinder, die in Armut geboren werden, haben wenig Chancen auf eine bessere Zukunft. In der EU trifft das vor allem auf Mittelmeer-Staaten zu. Dort wollen zudem immer weniger Menschen Nachwuchs bekommen, denn sie können sich eine Familiengründung schlicht nicht mehr leisten. „Zu viel Verteilungsungleichheit schadet dem sozialen Zusammenhalt und auch der wirtschaftlichen Entwicklung“, sagte die Soziologin Stefani Scherer bei den Technologiegesprächen des Forums Alpbach.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Wiener Gürtel als Spielwiese des Pop

Die Lokalmeile am Gürtel verwandelte Ende der 90er Jahre eine urbane Problemzone in einen Hotspot für Musikinteressierte. Die 18. Auflage des Gürtel Nightwalk feiert das heute zwischen Urban-Loritz-Platz und Ottakringer Straße an knapp 20 Spielorten. Wie immer gibt es ausschließlich Musik junger österreichischer Bands. Im letzten Jahr spielte hier eine noch kaum bekannte Nachwuchshoffnung namens Wanda. Der Gürtel wurde längst zur Spielwiese des heimischen Pop, wo sich die Indie-Stars von morgen entdecken lassen.

Mehr dazu in Mit E-Gitarren dem Straßenlärm trotzen

Lifestyle