Ausland

Französische Polizei umzingelt Flüchtlinge am Eurotunnel

In der französischen Hafenstadt Calais hat die Polizei in der Nacht auf heute etwa 200 Flüchtlinge umzingelt, die versucht hatten, durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Gestern Abend begannen die Flüchtlinge wie üblich, an den Bahngleisen zu dem Tunnel unter dem Ärmelkanal entlang zu laufen, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.

Katz-und-Maus-Spiel mit Beamten

Auf einer Brücke wurden sie schließlich von Polizeibeamten eingekreist. Etwa 15 Flüchtlinge, die den Beamten entkommen waren, wurden etwa hundert Meter weiter von anderen Polizisten aufgehalten und machten schließlich kehrt. Auch die meisten anderen Flüchtlinge verließen das Gelände. Gegen 01.00 Uhr waren aber immer noch zahlreiche Polizeiwagen unterwegs, um nach letzten Flüchtlingen mit Ziel Großbritannien zu suchen. In der Nacht zuvor hatten die Flüchtlinge die Polizei mehrfach abhängen können, einige schafften es sogar, die Sicherheitsabsperrungen zu überwinden.

Seit Wochen versuchen immer wieder Hunderte Flüchtlinge nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen nach Großbritannien zu gelangen. Die Fluchtversuche behindern nicht nur den Verkehr durch den Tunnel, sondern sind auch gefährlich. Seit Anfang Juni starben bereits zehn Flüchtlinge auf der französischen Seite des Ärmelkanals bei Unfällen. Die französische und die britische Regierung hatten zuletzt verstärkte Bemühungen angekündigt, um die Fluchtversuche zu unterbinden.

Taliban ernennen Mansour nach Omar-Tod zu neuem Chef

Nach dem Tod des früheren Anführers der afghanischen Taliban, Mullah Omar, ist sein Stellvertreter Mullah Akhtar Mohammad Mansour offiziell zu seinem Nachfolger ernannt worden. Das Führungsgremium der Taliban und islamische Gelehrte hätten sich für Omars Vertrauten und früheren Stellvertreter Mansour entschieden, hieß es in einer Erklärung, die die radikalislamischen Taliban heute auf ihrer Website veröffentlichten.

Am Vortag hatten sie Omars Tod bestätigt, der sich nach Angaben der afghanischen Regierung bereits vor mehr als zwei Jahren ereignete.

Der Führungswechsel wurde in einer entscheidenden Phase bekanntgegeben. Vor einigen Wochen hatten die radikalislamischen Taliban Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung aufgenommen. Die erste Runde der Gesprächsrunde zwischen Vertretern der afghanischen Regierung und der Taliban hatte nach zähen Vorbereitungen Anfang Juli in der pakistanischen Stadt Murree stattgefunden. Beide Seiten vereinbarten, sich bald wieder zu treffen, was international begrüßt wurde. Mehrere Taliban-Kommandeure stellten die Legitimität der Gespräche allerdings offen in Frage.

Sonderparteitag soll Lösung im SYRIZA-Streit bringen

Ein Sonderparteitag im September soll den Richtungsstreit innerhalb der griechischen Regierungspartei SYRIZA lösen. Dies beschloss das Zentralkomitee der Partei nach stundenlanger Sitzung am gestern Abend, wie das staatliche Fernsehen (ERT) berichtete. Das genaue Datum des Zusammentreffens ist noch offen.

Der linke Flügel der Partei von Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte zuletzt zwei Mal gegen Reform- und Sparmaßnahmen gestimmt, die Voraussetzung für weitere Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern über ein neues Hilfspaket waren. Die Vorhaben konnten nur mit den Stimmen der Opposition gebilligt werden.

Tsipras hatte in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, seine erste Priorität sei es, das dritte Hilfsprogramm mit den Gläubigern unter Dach und Fach zu bringen. Danach wolle er den Streit in seiner Partei angehen.

Tspiras verteidigt Sparprogramm

Der Richtungsstreit innerhalb der griechischen Regierungspartei droht zur Kraftprobe zu werden. In einer vom Fernsehen übertragenen Rede verteidigte Tsipras gestern vor dem SYRIZA-Zentralkomitee seine Kehrtwende hin zu Kreditverhandlungen und einem von den internationalen Gläubigern eingeforderten Sparprogramm.

Er habe „keine andere Wahl“ gehabt, als den neuen Verhandlungen zuzustimmen, sagte Tsipras. Gleichzeitig plädierte er für eine Beendigung des darüber entflammten Streits mit dem linken SYRIZA-Flügel. Als Lösung schlug Tsipras eine „demokratische Entscheidung“ vor - entweder bei einem Parteitag im September oder bei einer Abstimmung aller Parteimitglieder am kommenden oder übernächsten Wochenende.

Linker Parteiflügel sieht „Euro-Diktatur“

Wegen des Richtungsstreits droht der SYRIZA die Spaltung. „Wir erleben einen eigenartigen Absolutismus. Wir haben die Diktatur des Euro“, sagte der Anführer des linken Flügels, Panagiotis Lafazanis, gestern Abend, wie Reporter im Fernsehen berichteten. Der linke Flügel hatte im Juli bei den Abstimmungen über neue Sparprogramme im Parlament mit Nein gestimmt und damit den Verlust der Regierungsmehrheit verursacht. Allerdings sorgte die Opposition mit ihren Stimmen für die Annahme des Sparpakets.

Wer glaube, eine bessere Lösung zu haben, „der soll es sagen, auch wenn das die Rückkehr zur (alten Währung, Anm.) Drachme bedeute“, so Tsipras. „Zauberlösungen“ gebe es nicht.

Armee: 59 Geiseln aus Boko-Haram-Lagern befreit

Das nigerianische Militär hat nach eigenen Angaben 59 Menschen aus der Gewalt der Islamistengruppe Boko Haram befreit. Unter den Geretteten seien 29 Frauen und 25 Kinder, sagte Armeesprecher Tukur Gusau. Soldaten hätten am Mittwoch zwei Lager der Extremisten im Bundesstaat Borno im Nordwesten des Landes gestürmt und dabei auch mehrere Islamisten getötet.

Die Geiseln waren nach Angaben eines der Verschleppten in der vergangenen Woche von den Boko-Haram-Kämpfern entführt worden. Boko Haram kämpft seit sechs Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Staats in Nigeria. Seit dem vergangenen Jahr hat die Gruppe ihre Anschläge auch auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad ausgeweitet.

Eingreiftruppe hat nur spärliche Erfolge

Inzwischen gehen die betroffenen Länder gemeinsam militärisch gegen die Extremistengruppe vor. Zum Kommandanten der 8.700 Soldaten umfassenden Eingreiftruppe wurde gestern der nigerianische General Iliya Abbah ernannt. Nigerias Präsident Muhammadu Buhari hatte bei seinem Amtsantritt Ende Mai einen entschlossenen Einsatz gegen die Islamisten angekündigt, doch wurden seitdem bei neuen Anschlägen und Überfällen mehr als 800 Menschen getötet.

Gestern wurde eine neue Gewalttat der Islamisten bekannt. In einem Dorf am Tschad-See im Nordosten Nigerias schnitten Boko-Haram-Kämpfer am Montag nach Zeugenangaben zehn Fischern die Kehlen durch. In den vergangenen Tagen wurden bei Selbstmordattentaten der Islamisten außerdem 47 Menschen in Nigeria und Kamerun getötet.

Ukrainisches Höchstgericht urteilt zu Rebellen-Autonomie

Das ukrainische Verfassungsgericht urteilt heute über eine höchst umstrittene Verfassungsreform, in deren Kern es um die Gewährung eines autonomen Status für die prorussischen Separatisten im Osten des Landes geht.

Mitte des Monats hatte das Parlament das Gericht mit großer Mehrheit zu der Prüfung beauftragt. Eine Selbstbestimmung für die Rebellengebiete gehört zu den Kernelementen des Minsker Friedensabkommens.

Die EU und die USA hoffen, dass eine Teilautonomie die Aufständischen zufriedenstellen und zugleich Russland die Argumente für eine weitere Unterstützung der Separatisten nehmen könnte. Erst wenn das Verfassungsgericht grünes Licht in der Frage gibt, könnte das Parlament über eine tatsächliche Verfassungsänderung abstimmen.

Deutscher Bericht über rechte Gewalt geschönt?

Die Zahl der Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland ist laut einer gemeinsamen Recherche mehrerer Medien höher als bisher vom Bund angegeben. Eine Abfrage von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ („SZ“) bei den Bundesländern ergab, dass etwa 30 Straftaten gegen Asylunterkünfte in der Übersicht des Bundes für 2014 nicht auftauchen. Damit läge die Zahl der Delikte für 2014 um bis zu 15 Prozent höher.

Das deutsche Innenministerium hatte in der vergangenen Woche die Zahl der Straftaten gegen Asylunterkünfte im vergangenen Jahr mit 198 angegeben. Die Übergriffe auf Asylunterkünfte sollen eigentlich bundesweit nach einheitlichen Kriterien erfasst werden. Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) richtete zur Sammlung und Auswertung der Informationen eigens eine Clearing-Stelle ein. Auf dieser Grundlage veröffentlichte die deutsche Regierung zuletzt quartalsweise auf Anfragen der Linksfraktion eine Übersicht zu den Übergriffen.

Ministerium spricht von „Verzögerungen“

NDR, WDR und „SZ“ liegt zudem nach eigenen Angaben eine aktualisierte Liste des BKA mit allen als „politisch motivierte Kriminalität - rechts“ eingestuften Straftaten gegen Asylunterkünfte vor. Ein Vergleich der Listen des Bundes mit den Antworten aus den Justiz- und Innenministerien der Länder ergebe Unterschiede zwischen den Angaben aus elf Bundesländern und den Daten des BKA.

Das Bundesinnenministerium erklärte dazu, dass sich Abweichungen daraus ergeben haben könnten, „dass Sachverhalte zeitverzögert übermittelt/erfasst oder Einzelsachverhalte nicht dem Unterthema ‚gegen Asylunterkünfte‘ zugeordnet wurden“, hieß es in dem Bericht.

Erste UNO-Resolution gegen Wilderei

Auf Initiative Deutschlands hin haben die Vereinten Nationen erstmals mit einer Resolution zum Kampf gegen Wilderei aufgerufen. Das Töten von Wildtieren und der illegale Handel mit ihnen müsse als „ernstes Verbrechen“ behandelt werden, lautet die Forderung in dem gestern von der UNO-Vollversammlung in New York verabschiedeten Papier.

Die Gesetzeslage dazu müsse international angeglichen werden, um besser gegen Wilderei kämpfen zu können, wird in der Resolution gefordert. Die von Deutschland und dem westafrikanischen Gabun gemeinsam verfasste Resolution ist nach UNO-Angaben die erste, die sich nur mit diesem Thema befasst. Sie ist allerdings nicht bindend.

Tote Tiere finanzieren Terroristen

Der Kampf gegen Wilderei und Wildtierschmuggel insbesondere in Afrika sei nicht nur eine Aufgabe des Artenschutzes, sondern auch der Außen- und Sicherheitspolitik, sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Mit den Erlösen werde häufig Terrorismus finanziert. Die Umweltschutzorganisation WWF lobte die Resolution als Meilenstein.

Die Wilderei - Opfer sind vor allem Elefanten und Nashörner - in Afrika hat Umwelt- und Tierschutzorganisationen zufolge zuletzt stark zugenommen. Dabei sterben jedes Jahr beispielsweise rund 30.000 Elefanten weltweit - Tendenz steigend. Seit 1989 gibt es eigentlich ein weltweites Handelsverbot. Trotzdem werden beim illegalen Handel der europäischen Polizeibehörde Europol zufolge jedes Jahr bis zu 26 Milliarden Euro umgesetzt.

Inland

Asyl: Länderfrist endet - PK von Regierungsspitze

Die Regierungsspitze wird heute zum Thema Asyl Stellung nehmen. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat für Vormittag zu einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ins Kanzleramt geladen, wo man sich dem Thema widmen will.

Heute läuft auch die beim Asylgipfel vom 24. Juni vereinbarte Deadline aus, wonach die Bundesländer bis Ende Juli 6.500 zusätzliche Asylplätze zur Verfügung stellen sollen. Mit Stand vergangenen Freitag fehlten laut Angaben des Innenministeriums auf dieses Ziel noch 3.500 Plätze und damit mehr als die Hälfte. Hoffnung setzt man auf die vom Innenressort gestarteten Suche nach Privatunterkünften.

Amnesty darf Traiskirchen prüfen

Grünes Licht gab es unterdessen für Amnesty: Die NGO hatte beim Innenministerium einen Antrag gestellt, das völlig überfüllte Asyl-Erstaufnahmezentrum Traiskirchen überprüfen zu dürfen. Das Ressort hat den Lokalaugenschein nun genehmigt - er soll aber erst nächste Woche stattfinden. Ebenfalls nächste Woche sollen die Ergebnisse einer gestern durchgeführten gesundheitsbehördlichen Untersuchung vorliegen. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) hatte diese angesichts der unhaltbaren Zustände wegen möglicher Seuchengefahr angeordnet.

Mehr dazu in Regierungsspitze gibt am Freitag PK

Bildungsreform: Neue Arbeitsgruppe tagte erstmals

Die Arbeitsgruppe der Regierung zur Bildungsreform hat gestern in Wien erstmals in neuer Zusammensetzung getagt. Bei dem Treffen habe es sich um eine „konstruktive Arbeitssitzung“ gehandelt, der im Herbst eine weitere folgen soll, hieß es aus dem Bildungsministerium gegenüber der APA. Der angestrebte Termin für die Präsentation der Endergebnisse bleibe der 17. November.

Anfang Juli musste die Gruppe umbesetzt werden, nachdem Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und sein burgenländischer Amtskollege Hans Niessl (SPÖ) aufgrund unterschiedlicher Ansichten in der Frage der künftigen Zuständigkeit für die Verwaltung der Lehrer ausgestiegen waren. An ihre Stelle rückten der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

„Austausch von Positionen“

Bei der Sitzung ging es laut Platter um einen Austausch der Positionen und die Klärung der weiteren Vorgangsweise. Es sei aber noch zu früh, inhaltliche Aussagen zu treffen, weil jetzt die notwendigen Ausarbeitungen und Abklärungen der durchaus komplexen Themen stattfänden, so der Tiroler Landeshauptmann. Es sei wesentlich, dass die Diskussion möglichst breit geführt wird, kein Bereich von vornherein von der Debatte ausgenommen und letztlich ein Gesamtpaket geschnürt werde.

Die Arbeitsgruppe besteht zur Hälfte aus SPÖ- und ÖVP-Vertretern und zu gleichen Teilen aus Regierungsmitgliedern und Landeshauptleuten. Auf SPÖ-Seite sind Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Kanzleramtsminister Josef Ostermayer, der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser und Häupl vertreten. Auf ÖVP-Seite gehören der Gruppe Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer, Innenministerin und ÖAAB-Chefin Johanna Mikl-Leitner, der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Platter an.

Hass-Postings bei Alpenverein: Staatsanwalt ermittelt

Nach ausländerfeindlichen Hass-Postings auf der Facebook-Seite des Alpenvereins hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen unbekannt eingeleitet. Es geht um den Verdacht der Verhetzung und der Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen.

Mehr dazu in tirol.ORF.at.

Kündigung nach Hass-Posting

Nach einem Lehrling in Oberösterreich haben fremdenfeindliche Postings auf Facebook nun auch Folgen für die Führungskraft eines steirischen Supermarktes.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at und ooe.ORF.at

Wirtschaft

Geldstrafe gegen Greenpeace wegen Schiffsblockade

Wegen einer Protestaktion gegen den Öl-Konzern Shell in den USA droht der Umweltschutzorganisation Greenpeace eine empfindliche Geldstrafe. Eine Bundesrichterin im US-Bundesstaat Alaska entschied gestern, dass die Aktivisten für jede weitere Stunde, die sie die Abfahrt eines Eisbrechers blockieren, 2.500 Dollar (2.260 Euro) zahlen müssen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Das Schiff liegt derzeit wegen Reparaturarbeiten im Hafen von Portland im US-Bundesstaat Oregon vor Anker. Mehrere Umweltschützer hatten sich am Mittwoch von einer Brücke abgeseilt, um das Auslaufen des Eisbrechers zu verhindern.

Bis zu 10.000 Dollar pro Stunde

Sollten die Aktivisten ihre Aktion fortsetzen, erhöht sich die Geldstrafe kontinuierlich. Von Sonntag an würden dann 10.000 Dollar pro Stunde fällig, wie der Sender KGW News berichtete. Greenpeace hatte angekündigt, dass die Aktivisten, die dem Schiff auch mit Kajaks den Weg versperrten, mehrere Tage durchhalten wollen. Die Umweltschützer wollen Ölbohrungen in der Arktis verhindern. Shell ist dafür auf den Eisbrecher angewiesen, das Schiff hat auch wichtige Teile der dafür nötigen Ausrüstung an Bord.

Meinl Bank will an Chefs festhalten

Die Meinl Bank will die von der Finanzmarktaufsicht (FMA) per Bescheid angeordnete Abberufung ihrer Chefs Peter Weinzierl und Günter Weiß vor dem Bundesverwaltungsgericht bekämpfen und um aufschiebende Wirkung ansuchen. Das berichtet der „Kurier“ (Freitag-Ausgabe). Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass die Behörde die Vorstände abberuft und das mit scharfer Kritik an deren Arbeit begründet.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Autonation Frankreich auf dem Weg zum Comeback

In den vergangenen Jahren hat die ehemals stolze Autonation Frankreich eine Krise durchlaufen. War man früher noch mit Extravaganz und Charme erfolgreich, fuhr die Konkurrenz den Topmarken Peugeot und Renault zuletzt fast uneinholbar davon. Doch die Zeiten ändern sich, und auf einmal profitieren gerade die Franzosen von der Erholung auf Europas Automarkt: Erstmals seit vier Jahren fuhr Peugeot wieder in die schwarzen Zahlen, und Renault verzeichnete einen Gewinnsprung - weit größer als erwartet.

Mehr dazu in Stark von europäischem Markt abhängig

Sport

Champions League: Kraftakt gibt Rapid neuen Mut

Rapid hat sich in der dritten Qualifikationsrunde der Champions League im Hinspiel daheim gegen Ajax Amsterdam dank Moral und Glück nach einem 0:2-Rückstand zur Pause noch selbst aus dem Sumpf gezogen. Die Hütteldorfer sind nach dem 2:2 weiter im Rennen um den Aufstieg ins Play-off. Der Kraftakt gibt Rapid für das Rückspiel am Dienstag neuen Mut. „Die Chance lebt, im Fußball ist alles möglich“, sagte Verteidiger Mario Sonnleitner.

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Chronik

US-Behörde ermittelt wegen Tötung von Löwen Cecil

Nach der umstrittenen Tötung des bekannten Löwen Cecil in Simbabwe sind nun auch in den USA Ermittlungen gegen den verantwortlichen Jäger aufgenommen worden. „Wir werden uns von den Fakten leiten lassen“, teilte die Behörde für Fischerei und Tiere (UWFWS) auf Twitter mit. Der im Bundesstaat Minnesota lebende Zahnarzt Walter Palmer, der sich zur Tötung der Raubkatze bekannt hatte, möge sich umgehend bei der Behörde melden.

Palmer hatte den 13 Jahre alten Löwen, der als ein Wahrzeichen des Hwange-Nationalparks im Nordwesten Simbabwes galt, offenbar mit einem perfiden Trick aus dem Park gelockt und getötet. Die Aktion löste unter Tierschützern und im Internet einen Sturm der Entrüstung aus.

Surfer wehrt vor australischer Ostküste Hai-Attacke ab

Mit Schlägen hat ein Surfer vor der australischen Ostküste die Attacke eines Hais abgewehrt. Der 52-Jährige sei heute Früh in Evans Head mit einem Freund im Wasser gewesen, als sie das Tier bemerkten, teilte die Polizei mit. Der Hai griff ihn demnach an und biss ihm in ein Bein und einen Arm. Der Mann habe auf das Tier eingeschlagen und es letztlich bis an den Strand geschafft. Dort versorgten ihn der Polizei zufolge Passanten, der 52-Jährige wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht.

Evans Head liegt rund 700 Kilometer nördlich von Sydney. In der Gegend hatte es im Juli bereits zwei Hai-Attacken gegeben.

Elfähriger Kalifornier will als Jüngster auf Mount Everest

Der elfjährige Tyler Armstrong aus Kalifornien will als jüngster Bergsteiger den Mount Everest erklimmen. Wie seine Familie gestern mitteilte, soll die Besteigung des höchsten Gipfels der Welt im Mai 2016 erfolgen. Tyler wäre dann zwölf Jahre und vier Monate alt. Der bisher jüngste Everest-Bezwinger war 13 Jahre und zehn Monate alt.

Alle „Seven Summits“ noch als Teenager?

Der junge Kalifornier hat sich vorgenommen, noch als Teenager die höchsten Gipfel aller sieben Kontinente zu besteigen. Zwei hat er bereits geschafft. Mit neun Jahren stand er als Jüngster auf dem höchsten Berg der Anden, dem 6.962 Meter hohen Aconcagua in Argentinien. Den höchsten Berg Afrikas, den 5.895 Meter hohen Kilimandscharo in Tansania, bezwang er mit acht Jahren. In diesem August will er mit dem 5.642 Meter hohen Elbrus im Kaukasus-Gebirge einen weiteren Gipfel der sogenannten „Seven Summits“ abhaken.

Mit seinen Touren unterstützt Tyler nach eigenen Angaben einen guten Zweck. Er sammelt Spenden für die Betroffenen der seltenen Erbkrankheit Duchenne-Muskeldystrophie, die vor allem bei Buben im frühen Kindesalter auftritt.

Messerattacke: Sechs Verletzte bei Gay Pride Jerusalem

Ein ultraorthodoxer Jude hat bei einer Schwulen- und Lesbenparade in Jerusalem sechs Menschen niedergestochen. Zwei der Opfer seien dabei schwer verletzt worden, sagte Polizeisprecher Asi Aharoni gestern. Dem Angreifer sei es gelungen, trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen zu dem Umzug vorzudringen.

Der Angreifer wurde von der Polizei überwältigt und festgenommen. (iptv.ORF.at)

Der 40-Jährige war laut Polizeiangaben bereits nach einem ähnlichen Angriff auf die Schwulenparade vor zehn Jahren festgenommen worden. Nach der Attacke im Jahr 2005 war er zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Nach Verbüßung von zehn Jahren dieser Strafe war er vor rund drei Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden. Israels Präsident Reuven Rivlin sprach von einem „schrecklichen Hassverbrechen“ und warnte vor Intoleranz.

„Die Freiheit des Individuums ist einer der grundlegendsten Werte in Israel“, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. „Wir müssen sicherstellen, dass in Israel jeder Mann und jede Frau sicher leben kann - wie auch immer sie sich entscheiden“, fügte er hinzu. Auch der sephardische Oberrabbiner Izchak Josef verurteilte die Tat und verlangte, der Messerstecher müsse wie ein Mörder bestraft werden.

Zu dem Umzug in Jerusalem waren rund 5.000 Menschen erwartet worden. An der - deutlich populäreren - Schwulen- und Lesbenparade im Juni in Tel Aviv hatten rund 180.000 Menschen teilgenommen.

Hoffnung auf erste Spur zu MH370 steigt

Mit dem Fund eines angeschwemmten Wrackteils auf der französischen Insel La Reunion vor Madagaskar wächst die Hoffnung, tatsächlich eine erste Spur zum seit 16 Monaten verschollenen Malaysia-Airlines-Flug MH370 zu haben. Es soll sich um die Flügelklappe einer Boeing 777 handeln - und keine andere derartige Maschine wird vermisst.

Eine aufgedruckte Nummer könnte bald Klarheit bringen. Meeresforscher halten es für plausibel, dass Strömungen das Wrackteil Tausende Kilometer durch den Ozean befördert haben. Andere Hoffnungen dämpfen sie aber: Schlüsse zur Absturzstelle lassen sich auch bei einer Bestätigung kaum ziehen.

Mehr dazu in Strömungen untermauern Theorie

D: Verliebter Schöffe lässt Prozess platzen

Mit einer offenherzigen E-Mail an eine Anwältin hat ein Laienrichter einen Rotlicht-Prozess in Hamburg platzen lassen. Unter der Betreffzeile „Hamburg meine Perle“ bedauerte er am 21. Juli in dem Schreiben an die Frau, er habe sich nach einem Verhandlungstag von ihr gar nicht mehr verabschieden können. Außerdem enthielt die Mail eine Formulierung, wonach er gerne „die böse Staatsanwältin“ gehauen hätte.

Die Anwältin, die einen der insgesamt vier Angeklagten vertritt, verlas die Mail daraufhin im Gerichtssaal. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Ablösung des Schöffen wegen Befangenheit. Das Amtsgericht Hamburg folgte jetzt dem Antrag. Damit müsse der seit dem 4. Juni laufende Prozess komplett neu beginnen, teilte das Gericht gestern mit.

Auf Laienrichter kommt Kostenlawine zu

Der Schöffe verlas gestern eine persönliche Erklärung. Darin bestritt er, sich verliebt zu haben. Er sei eben ein kommunikativer Mensch. Zugleich entschuldigte er sich bei der Staatsanwältin. Der Schöffe muss dem Gerichtsbeschluss zufolge die Kosten des Verfahrens tragen, also etwa Honorare der Verteidiger und Auslagen der Zeugen.

Medien schätzen die Kosten auf eine sechsstellige Summe. In dem Prozess sind vier Männer wegen Körperverletzung angeklagt. Sie sollen auf St. Pauli einen Türsteher angegriffen haben. Einer von ihnen soll auch drei Frauen verletzt haben.

29 Tote nach Erdrutschen in Nepal

Schwere Regenfälle haben im Westen Nepals mehrere Erdrutsche ausgelöst. Bisher wurden 29 Menschen tot aus den Schlammmassen geborgen, teilte die Polizei gestern mit. 15 Menschen starben den Angaben zufolge im Dorf Lumley im Distrikt Kaski, 29 weitere Menschen werden dort noch vermisst.

Bergungsarbeitungen nach Erdrutsch in Lumley, Nepal

Reuters/Navesh Chitrakar

Außerdem seien bei einem weiteren Erdrutsch im Dorf Chapakot 13 Menschen verletzt worden. Im Dorf Bhadaure kamen fünf Menschen ums Leben, in den Bezirken Baglung und Myagdi insgesamt acht.

Auf Fernsehbildern waren Helfer zu sehen, die in den Schlammmassen nach Verschütteten gruben. Armeehelikopter kamen ebenfalls zum Einsatz.

Science

Kometenlandung: Chemische Vielfalt und ungeplante Hopser

Felsen statt Staubwüste und organische Moleküle, die nie zuvor in Kometen gefunden worden sind: Die historische Landung des Minilabors „Philae“ auf dem Kometen „Tschuri“ beschert der Wissenschaft überraschende Erkenntnisse. Achteinhalb Monate nach dem Aufsetzen der Sonde auf dem Zielkometen der europäischen „Rosetta“-Mission liegen erste Auswertungsergebnisse der damals von „Philae“ gesendeten Daten vor.

Mehr dazu in science.ORF.at

IT

Facebook stellt riesige Internet-Drohne „Aquila“ vor

Facebook hat die erste Version seiner Drohne vorgestellt, die Internet in entlegene Gebiete bringen soll. Das unbemannte Fluggerät mit dem Namen „Aquila“ habe die Spannweite einer Boeing 737, erklärte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gestern.

Die solarbetriebene Drohne wiege weniger als ein Auto und könne monatelang in der Luft bleiben. Außerdem habe Facebook ein extrem präzises Laser-System entwickelt, das Daten mit einer Geschwindigkeit von 10 Gigabit Pro Sekunde übertragen könne.

Das weltgrößte Online-Netzwerk mit rund 1,5 Milliarden Mitgliedern verfolgt schon lange das Projekt, Internet aus der Luft in Gebiete mit schwacher Infrastruktur zu bringen. Dafür kaufte Facebook im vergangenen Jahr den britischen Drohnen-Entwickler Ascenta. Google setzt in einem ähnlichen Programm ebenfalls auf Drohnen - aber auch auf riesige Ballons mit Antennen. Hunderte Millionen neue Internet-Nutzer dürften auch den Online-Riesen mehr Geschäft bringen.

Monatelang in der Luft

Die „Aquila“-Drohne solle bis zu drei Monate lang am Stück in Höhen zwischen etwa 18.000 und 28.000 Metern fliegen, berichtete das Technologie-Blog „Mashable“ aus einer Präsentation bei Facebook. In die Luft werde sie von einem Helium-Ballon gebracht, von dem sie sich dann abkoppele.

Google will Recht auf Vergessen nicht weltweit anwenden

Der US-Internetriese Google hat angekündigt, das sogenannte Recht auf Vergessen im Internet nur auf nationaler und europäischer Ebene, aber nicht weltweit umzusetzen. Google weise „aus Prinzip“ den Anspruch nationaler Datenschutzbehörden zurück, „eine weltweite Autorität für den Schutz persönlicher Daten zu beanspruchen“, schrieb das Unternehmen gestern in seinem europäischen Blog.

Auf google.com alles weiter auffindbar

Konkret bedeutet dies, dass Google auf Verlangen der Betroffenen zwar Links zu persönlichen Informationen im Internet auf seinen nationalen Seiten löscht. Von der für Frankreich eingerichteten Suchmaschine google.fr oder auch anderen europäischen Seiten sind diese Informationen dann nicht mehr abrufbar, vom weltweiten Angebot google.com oder von anderen nicht-europäischen Google-Seiten aber schon.

Als Zeichen des guten Willens veröffentlichte Google nun einen sogenannten Transparenzbericht zu den Anträgen auf Löschung von Links. Demnach erhielt das Unternehmen für Frankreich 60.241 Anträge zu 203.889 Links, weltweit waren es 290.353 Anträge für 1.055.700 Weblinks.

Im Mai 2014 hatte der Europäische Gerichtshof das Recht auf Vergessen im Internet festgeschrieben. Damit müssen Links von Suchmaschinen wie Google zu Internetseiten mit persönlichen Angaben gelöscht werden, insbesondere wenn die Informationen veraltet oder falsch sind.

Kultur

Ai Weiwei erstmals seit Festnahme auf Auslandsreise

Der chinesische Künstler Ai Weiwei ist auf seiner ersten Reise nach Rückgabe seines Passes gestern in München gelandet. Auf dem Flughafen erwartete ihn sein sechsjähriger Sohn, den er seit einem Jahr nicht mehr gesehen hatte. Es fühle sich „sehr gut“ an, wieder reisen zu dürfen, sagte der 57-Jährige. Er war von dem Medienaufgebot, das ihn in Deutschland begrüßte, sichtlich überrascht.

Der chinesische Künstler Ai Weiwei mit Familie am Flughafen München

APA/EPA/Peter Kneffel

Er werde sich in München, wo er vor einigen Jahren operiert wurde, untersuchen lassen und wolle in einigen Tagen nach Berlin weiterreisen, sagte der Künstler. Er wollte sich sonst nicht weiter zu den Umständen der Passrückgabe äußern. "Das dauert zu lange. Mein Sohn wartet." Vielleicht werde er auch noch nach London reisen - „wenn sie mir ein Visum geben“.

„Alles verlief reibungslos“

Ais Abflug aus Peking war begleitet von Wirbel über die Entscheidung der britischen Regierung, dem regimekritischen Künstler ausgerechnet wegen seiner politisch motivierten Inhaftierung 2011 eine kriminelle Vergangenheit zu unterstellen und ihm ein langfristiges Visum zu verweigern. Erst vor einer Woche hatte Ai seinen Pass wiederbekommen. Seit seiner Festnahme 2011 hatten ihm die chinesischen Behörden das Reisedokument vorenthalten.

Ais sechsjähriger Sohn lebt in Berlin. Vor einem Jahr hatte er ihn - auch aus Angst vor der Unberechenbarkeit des chinesischen Regimes - dorthin geschickt. 2011 war der regimekritische Künstler bei der Ausreise auf dem Flughafen festgenommen worden, womit seine 81-tägige Inhaftierung begann. Diesmal „verlief alles reibungslos“, sagte ein chinesischer Freund zu den Formalitäten beim Abflug in Peking.

Broadway-Debüt für Lupita Nyong’o

Die Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong’o (32) feiert Broadway-Debüt. Die kenianische Schauspielerin werde eine Rolle in dem Kriegsdrama „Eclipsed" übernehmen, teilte das Public Theater gestern in New York mit.

Das Stück spielt in Liberia und handelt von einer Gruppe Frauen, die von gegen die Regierung kämpfenden Rebellen festgehalten werden.

Die Premiere ist für Ende September geplant. Nyong’o hatte im vorigen Jahr für ihre Nebenrolle in dem Sklavendrama "12 Years a Slave“ einen Oscar gewonnen.