Ausland

PKK-Selbstmordanschlag verschärft Lage in Türkei weiter

Der Konflikt zwischen der türkischen Regierung und der kurdischen Minderheit verschärft sich weiter: Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) bekannte sich heute zu einem Selbstmordanschlag auf Ordnungskräfte in der Osttürkei. Ankara setzte die massiven Luftangriffe auf mutmaßliche PKK-Stellungen im Nordirak fort.

Das Attentat von heute galt einem Stützpunkt von Armee und Polizei nahe der Stadt Dogubayazit an der iranischen Grenze.

Ein Traktor mit zwei Tonnen Sprengstoff wurde laut Armeeangaben vor einem Außenposten der Polizei zur Explosion gebracht. (iptv.ORF.at)

Unterschiedliche Opferangaben

Medienberichten zufolge nahmen PKK-Kämpfer danach den Stützpunkt unter Feuer und versuchten, die Ankunft von Verstärkung und Rettungskräften zu verhindern. Dem türkischen Militär zufolge wurden zwei Soldaten getötet. 31 weitere wurden demnach verletzt, vier von ihnen schwer. Die PKK sprach in ihrem Bekennerschreiben von „Dutzenden getöteten Soldaten“.

Weiterer Anschlag

Bei einem zweiten Anschlag in der südöstlichen Provinz Mardin wurde dem Militär zufolge ein weiterer Soldat getötet und sieben weitere verletzt. Eine Mine sei explodiert, als ihr Militärkonvoi vorbeifuhr. Die Armee machte auch für dieses Attentat die PKK verantwortlich.

Die Türkei hatte vor gut einer Woche Angriffe auf Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien gestartet. Zugleich griff sie nach einem Anschlag auf zwei türkische Polizisten auch mutmaßliche Stützpunkte der PKK im Nordirak an, die gegen den IS kämpft. Die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete gestern, bei den Luftangriffen seien bereits 260 PKK-Kämpfer getötet und rund 400 weitere verletzt worden.

Irakischer Kurdenpräsident fordert PKK-Abzug

Zudem gehen die türkischen Behörden im Inland gegen die PKK, aber auch gegen Kurdenpolitiker vor. Unter anderem wird gegen den Chef der prokurdischen HDP, Selahattin Demirtas, ermittelt. Die HDP bestreitet entschieden eine Nähe zur PKK. Demirtas bestätigte allerdings, dass sich sein Bruder PKK-Kämpfern in den nordirakischen Kandil-Bergen angeschlossen habe.

Die Regierung des autonomen Kurdengebietes im Irak rief die PKK gestern dazu auf, ihre Stellungen im Norden des Landes zu räumen. Damit solle der Tod weiterer Zivilisten verhindert werden. Die syrische Kurdenmiliz YPG warf der Türkei unterdessen vor, auch ihre Stellungen mehrfach beschossen zu haben.

Mehr dazu in Auch zivile Opfer bei Luftangriffen

USA und Ägypten nehmen wieder Sicherheitsgespräche auf

Die Vereinigten Staaten und Ägypten haben im Kampf gegen den Terror nach Jahren wieder gemeinsame Sicherheitsgespräche aufgenommen.
US-Außenminister John Kerry traf heute seinen ägyptischen Amtskollegen Samih Schukri in Kairo.

„Die Freundschaft zwischen unseren Ländern ist nicht auf einem vollendeten Einvernehmen aufgebaut, sondern auf dem Bewusstsein unserer gemeinsamen Interessen in den Bereichen der regionalen Sicherheit und der Terrorismusbekämpfung“, so der US-Außenminister bei dem Treffen.

Sorge um Menschenrechtslage

Kerry äußerte gleichzeitig Besorgnis über die Menschenrechtslage in dem Land. Wenn kein Vertrauen zwischen Behörden und der Öffentlichkeit aufgebaut würde, radikalisierten sich Menschen zunehmend und es werde mehr Anschläge geben.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 kommt es regelmäßig zu Terroranschlägen. Die Regierung reagierte darauf bislang mit der Einschränkung von Freiheitsrechten. Seit 2013 sind zum Beispiel Tausende Mitglieder von Mursis Muslimbrüdern verhaftet worden, die Bruderschaft wurde als Terrororganisation eingestuft und verfolgt.

Militärische Unterstützung durch USA

Kerry fügte nach Angaben der staatlichen Zeitung „Al-Ahram“ hinzu, es sei die Aufgabe der Regierung, die Sicherheit des ägyptischen Volkes vor Angriffen etwa von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu schützen. Zuletzt hatte sich der IS zu blutigen Anschlägen auf der Halbinsel Sinai und in Kairo bekannt.

Vor einigen Tagen hatten die USA angekündigt, das Land mit der Lieferung von acht F-16 Kampfjets militärisch zu unterstützen. Zuletzt hatte es 2009 gemeinsame Sicherheitsgespräche zwischen den USA und Ägypten gegeben.

Morgen wird Kerry im katarischen Doha zu Gesprächen mit den Außenministern des Golf-Kooperationsrates (GCC) erwartet.

Paris und London fordern Hilfe bei Flüchtlingskrise

Angesichts der Flüchtlingskrise am Eurotunnel haben Frankreich und Großbritannien die Unterstützung der anderen EU-Staaten verlangt. Die Welt leide unter einer „globalen Flüchtlingskrise“ - diese könne aber nicht von Frankreich und Großbritannien allein geschultert werden, erklärten der französische Innenminister Bernard Cazeneuve und seine britische Kollegin Theresa May heute.

Appell an eruopäische Solidarität

In einer gemeinsamen Stellungnahme, die in der französischen Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“ sowie im britischen „Telegraph“ veröffentlicht wurde, appellierten Cazeneuve und May an die europäische Solidarität.

„Viele von denen in Calais, die versuchen, den Ärmelkanal zu überqueren, sind durch Italien, Griechenland oder andere Länder gekommen“, schrieben sie. Die Krise müsse da angegangen werden, wo sie anfange: Es müsse „die Zahl der Migranten reduziert werden, die von Afrika nach Europa kommen“.

In den beiden Textversionen gab es leichte Differenzen. So heißt es in der französischen Version, London und Paris arbeiteten „Hand in Hand mit den anderen Staaten“ der EU für eine Lösung. In der englischen Version heißt es, London und Paris würden „andere Mitgliedsstaaten - und die EU als Ganzes - drängen, das Problem an der Wurzel anzugehen“.

Tausende versuchen nach Großbritannien zu kommen

Seit Wochen versuchen nahe dem nordfranzösischen Calais immer wieder Migranten, nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen nach Großbritannien zu gelangen. Mitunter wurden pro Nacht 2.000 Fluchtversuche registriert. In einem behelfsmäßigen Lager bei Calais harren rund 3.000 Migranten aus, die auf eine Gelegenheit zur Flucht warten.

„Diese Situation anzugehen, ist die oberste Priorität für die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs“, erklärten Cazeneuve und May. Beide Regierungen seien „entschlossen“, das Problem „gemeinsam zu lösen“.

550 Beamte im Einsatz

Nach einem Treffen mit Cazeneuve am Dienstag hatte May angekündigt, umgerechnet zehn Millionen Euro zusätzlich für die Grenzsicherung bereitzustellen. Frankreich schickte 120 zusätzliche Polizisten nach Calais, insgesamt sind dort nun 550 Beamte im Einsatz. Diese Maßnahmen seien ein „klares Signal“, erklärten die Minister.

Auch am Wochenende registrierten die Behörden in Calais Hunderte Fluchtversuche, doch nach der Verstärkung des Sicherheitsaufgebots waren es weniger als zuvor. In der Nacht zum Samstag wurden laut Polizei etwa 300 Fluchtversuche registriert, in der Nacht zum Sonntag 400.

Referendum über Asylwerber aus Österreich in Gabcikovo

Vor gut zwei Wochen hat sich die Slowakei in einem Abkommen mit Österreich bereit erklärt, 500 Flüchtlinge aus Traiskirchen aufzunehmen. Diese sollen in der südslowakischen Gemeinde Gabcikovo untergebracht werden, doch ein Großteil der Einwohner ist laut Bürgermeister Ivan Fenes dagegen. In einem Referendum lässt die Gemeinde heute über die Unterbringung der Flüchtlinge abstimmen. Man wolle damit ein Signal setzen, so Fenes, denn bindend ist der Ausgang des Referendums nicht. Noch im August sollen die ersten Asylwerber in Gabcikovo eintreffen.

Mehr dazu in Asylabkommen mit Österreich umstritten

Gedenken an Roma-Völkermord in Auschwitz-Birkenau

Roma und Sinti aus mehreren Ländern Europas haben heute im ehemaligen Nazi-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau der Opfer des Völkermordes an den europäischen Roma und Sinti gedacht. Im Vordergrund stand neben dem Erinnern an die bis zu 500.000 von den Nationalsozialisten ermordeten Roma und Sinti die Warnung vor dem Hass auf Fremde und Minderheiten in der Gegenwart.

„Es tut mir so leid, was Sie heute in Europa sehen und hören müssen“, sagte die schwedische Europaabgeordnete Soraya Post an die Überlebenden gerichtet. Es gebe die gleiche Hasspropaganda wie in den 1930er Jahren. Mangelnder politischer Wille „tötet Roma im heutigen Europa“ und setze die Ausgrenzung fort, sagte Post laut Redemanuskript.

„Anstieg rechter Gewalttaten“

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, warnte vor Geschichtsvergessenheit und Holocaust-Leugnung. „In der Bundesrepublik, wo heute wieder Flüchtlingsheime in Flammen stehen, beobachten wir einen deutlichen Anstieg rechter Gewalttaten“, sagte er dem Redemanuskript zufolge.

„Dass die öffentliche Debatte um sogenannte Armutsmigration in der Bundesrepublik allein auf dem Rücken unserer Minderheit ausgetragen wird und man die Frage nach den gesellschaftlichen Ursachen dabei völlig ausblendet, ist ebenso verlogen wie vor dem Hintergrund der Geschichte zynisch.“

Am 2. August 1944 wurden die letzten etwa knapp 3.000 Insassen des „Zigeunerlagers“ von Auschwitz ermordet. Der 2. August ist der europaweite Gedenktag für die Opfer des Völkermordes an den Roma und Sinti.

Obama will Klimaziele verschärfen

US-Präsident Barack Obama will morgen einen umfassenden Aktionsplan gegen den Klimawandel vorstellen. In einem heute Früh veröffentlichten Video sagte Obama, es gehe um den „größten bedeutsameren Schritt, den wir jemals unternommen haben“.

Der sogenannte Clean Power Plan soll unter anderem eine Reihe gesetzlicher Maßnahmen zur Reduzierung der Luftverschmutzung durch Kraftwerke umfassen.

Emissionen um ein Drittel reduzieren

Kraftwerke seien in den USA „die größte Einzelquelle“ schädlicher Kohlendioxidemissionen, sagte Obama. Bisher gebe es aber keine Grenzen für den Ausstoß des Treibhausgases.

Die neuen Bestimmungen sehen eine Reduzierung des Schadstoffausstoßes bis 2030 im Vergleich zu dem Jahr 2005 um 32 Prozent vor, berichtete die „New York Times“.

Politisches Streitthema

Die Erderwärmung und der Kampf gegen die Folgen sind in den USA ein politisch hoch umstrittenes Thema. Die von Obama bereits seit längerem geplante Begrenzung des Kohlendioxidausstoßes heimischer Kraftwerke sorgt für Unmut bei den Republikanern.

Im Dezember soll in Paris bei einer UNO-Klimakonferenz ein umfassendes und international verbindliches Klimaschutzabkommen für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls im Jahr 2020 beschlossen werden. Die USA spielen bei den Verhandlungen eine Schlüsselrolle.

Kampfpilot starb bei Armeespielen in Russland

Bei den internationalen Armeespielen in Russland ist ein Hubschrauberpilot ums Leben gekommen. Eine russische Maschine des Typs Mi-28 sei bei einer Flugschau südöstlich von Moskau abgestürzt, teilte das Verteidigungsministerium heute mit. Ein zweiter Pilot habe sich mit einem Schleudersitz retten können und sei verletzt. Die Behörden setzten den Wettkampf vorerst aus.

Rauch steigt aus einem brennenden Militärhubschrauber

Reuters/Maxim Shemetov

Das Spektakel gilt als ein Schaulaufen der russischen Streitkräfte, an dem sich unter anderem auch Soldaten aus China beteiligen. Zu den Disziplinen gehört etwa „Panzer-Biathlon“. Der Kampfhubschrauber war bei der Flugschau plötzlich ins Trudeln geraten. Die Maschine habe sich um ihre eigene Achse gedreht und sei dann rapide gesunken.

Problem mit der Hydraulik

Nach dem Aufprall auf der Erde ging sie gut zwei Kilometer von einer Zuschauertribüne entfernt in Flammen auf. Rund 4.500 Menschen beobachteten das Unglück Berichten zufolge. Ursache des Absturzes war ein Problem mit der Hydraulik, wie Luftwaffengeneral Viktor Bondarjow mitteilte. Das Alarmsystem an Bord habe eine Störung angezeigt, sagte der überlebende Pilot dem Ministerium zufolge. Die Streitkräfte setzten vorerst alle Flüge von Mi-28-Hubschraubern aus.

Die zweiwöchigen Armeespiele hatten gestern auf einem Übungsplatz bei Moskau begonnen - unter anderem mit Kampfjetformationen und altrömischem Wagenrennen. Russische Medien feiern das Turnier als „größte militärische Olympiade der Welt“.

Inland

Kärntner Hypo-Haftungen sorgen für Gesprächsstoff

Kärntens Landeshaftungen für die frühere Hypo Alpe Adria, nun Heta, sind ein großes Problemthema für Land und Bund. Nachdem der „Kurier“ heute berichtet hatte, dass die Bundesregierung 2004 keine Einwände gegen ein entsprechendes Landesgesetz hatte, die sie äußern hätte können, hob Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hervor, „dass das damalige Finanzministerium keine Bedenken äußerte“.

Kaiser sagte gegenüber der APA weiters, „wir werden uns am Montag gemeinsam mit der Finanzreferentin alles in Ruhe anschauen“. Landesrat Christian Ragger (FPÖ) hatte zuvor in einer Aussendung eine verfassungsrechtliche Überprüfung der Hypo-Landeshaftungen gefordert - es bestünden „massive Zweifel an der Rechtsgültigkeit“ der Landeshaftungen.

Landesgesetze mussten Bund vorgelegt werden

Bis Mitte 2012 waren alle Landesgesetzesbeschlüsse vor der Gesetzeskundmachung dem Bundeskanzleramt vorzulegen. Das war auch 2004 beim Landesholdinggesetz der Fall, mit dem der Landtag weiterhin die Landeshaftungen - aufgrund von EU-Vorgaben zeitlich beschränkt bis 2007 - für die Skandalbank ermöglicht hatte.

Mit der Vorlage der Beschlüsse sollten „Gefährdungen von Bundesinteressen“ vermieden werden - die Kritiker orten, da das Gesetz keine Obergrenze in der Haftungssumme vorsah und die Haftungen „allen Rechtsnachfolgern“ gewährt wurden, erinnerte der „Kurier“.

Kärntner Haftungen noch mehr als 10. Mrd. Euro

Das südlichste Bundesland haftet für die nunmehrige Heta und die ehemalige Hypo Österreich insgesamt noch mit mehr als 10 Mrd. Euro. Während des derzeit laufenden Heta-Moratoriums wird um eine Lösung mit den Gläubigern gerungen.

Dem Zeitungsbericht zufolge hätte ein Einwand der damaligen schwarz-blauen Bundesregierung zum Gesetz einen neuerlichen Landtagsbeschluss erzwungen - erst dann hätte das Gesetz im Falle eines Einwandes gültig werden könne.

Freiwilligenportal Wirsinddabei.at für Integration startet

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) startet gemeinsam mit Vereinen, Unternehmen und Organisationen sowie „Integrationsbotschaftern“ das Freiwilligenportal Wirsinddabei.at. Auf der Plattform können alle, die sich für Flüchtlinge und Zuwanderer engagieren wollen, ihr Integrationsangebot präsentieren, hieß es heute in einer Aussendung.

Flüchtlingen und Zuwanderern ist es möglich, über das Netzwerk passende Initiativen in ihrer Nähe zu finden und sich gleich online dafür anzumelden. Mit dabei sind etwa schon der Österreichische Gemeindebund, der Drogeriemarkt dm sowie Vereine wie die Sportunion oder der Österreichische Bundesfeuerwehrverband.

Wirtschaft

Börse in Athen öffnet wieder: Kursverluste erwartet

Am morgigen Tag der Wiedereröffnung der Börse in Athen, nach fünf Wochen „Zwangspause“ wegen der Gefahr des griechischen Finanzkollapses, wird mit herben Kursverlusten gerechnet. Der „Athens General Index“ dürfte um 20 Prozent oder noch stärker einbrechen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters heute griechische Börsenhändler.

Demnach geht die Chance gegen null, dass nur eine einzige Aktie morgen im Wert steigen könnte. Von den Verlusten am stärksten betroffen dürften Aktien von Bankinstituten sein, sie brauchen weiterhin eine Rekapitalisierung.

Sport

Tennis: Thiem triumphiert auch in Gstaad

Dominic Thiem ist derzeit nicht zu stoppen. Der 21-jährige Niederösterreicher setzte sich heute im Finale von Gstaad gegen den top gesetzten David Goffin in zwei Sätzen durch und feierte damit den zweiten Turniersieg in Folge.

Insgesamt war es der dritte Triumph von Thiem in diesem Jahr. Der Schützling von Günter Bresnik kommt damit in absoluter Topform zum Heimturnier nach Kitzbühel, wo er als Vorjahresfinalist top gesetzt ist.

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Schwimm-WM: Zaiser scheitert auf Paradestrecke

Lisa Zaiser sowie Felix Auböck und David Brandl sind heute bei der Schwimm-WM in Kasan jeweils bereits im Vorlauf ausgeschieden. Während das vorzeitige Aus für die beiden OSV-Herren über 400 m Kraul keine Überraschung war, scheiterte Zaiser ausgerechnet auf ihrer Paradestrecke, den 200 m Lagen. Sie verfehlte das Semifinale der Top 16 um 0,49 Sekunden und ihren österreichischen Rekord um 1,81 Sekunden.

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Chronik

50 Tote durch Überschwemmungen in Myanmar

Überschwemmungen durch heftige Monsunregen haben in Myanmar in Südostasien laut Medienberichten mindestens 50 Menschenleben gefordert. Die Ernte auf mehr als 200.000 Hektar Agrarland sei zerstört worden, berichteten Fernsehsender heute.

Überflutetes Gebiet Sagaing, Myanmar

APA/EPA/Lynn Bo Bo

Die Unwetter zogen als Ausläufer des Zyklons „Komen“ aus dem Golf von Bengalen über das Nachbarland von Bangladesch. Betroffen waren weite Teile des Landes, vom Irrawaddy-Delta über die große Hafenstadt Rangun im Süden bis in die mehr als 550 Kilometer weiter nördlich gelegene Sagaing-Region, berichtete die UNO-Behörde für humanitäre Angelegenheiten (OCHA).

Mehr als 150.000 Menschen seien betroffen. Einige Gebiete seien von der Außenwelt abgeschnitten. Allein in einer Ortschaft in der Chin-Region seien mindestens 100 Häuser durch einen Erdrutsch zerstört worden.

Zahlreiche Ortschaften wurden evakuiert. (iptv.orf.at)

Bestätigung: Wrackteil gehört zu Boeing 777

Das in der vergangenen Woche auf der Tropeninsel La Reunion im Indischen Ozean entdeckte Flugzeugtrümmerteil ist nach malaysischen Angaben eindeutig als Teil einer Boeing 777 identifiziert worden. Das erklärte der Verkehrsminister des Landes, Liow Tiong Lai, heute.

„Wir wissen, dass die Klappe offiziell als Teil einer Boeing-777-Maschine identifiziert worden ist“, sagte der malaysische Transportminister Liow Tiong Lai. „Das ist durch die französischen Behörden gemeinsam mit dem Flugzeughersteller Boeing, der Nationalen US-Flugsicherheitsbehörde (NTSB) und dem malaysischen Expertenteam verifiziert worden (...)“, so Liow.

Auf der Tropeninsel La Reunion ist man weiter auf der Suche nach angeschwemmten Wrackteilen. (iptv.ORF.at)

Untersuchung in Frankreich

Bereits in den vergangenen Tagen war dieses nunmehrige Faktum als weitestgehend sicher angenommen worden. Dafür hatte auch ein auf dem Teil entdeckter Ziffernblock gesprochen. Die offizielle Bestätigung stand aber bisher noch aus.

Das in La Reunion angeschwemmte Wrackteil wurde unterdessen nach Balma bei Toulouse zur Untersuchung gebracht. Dort wollen Experten am Mittwoch mit ihrer Untersuchung beginnen. Die Analyse soll klären, ob das Teil tatsächlich vom Malaysia-Airlines-Flugzeug stammt, das am 8. März 2014 vom Radar verschwunden war.

Angeblich weiteres Trümmerteil entdeckt

Auf La Reunion wurde inzwischen ein weiteres Trümmerteil entdeckt. Ob es sich bei dem Gegenstand um ein Wrackteil einer Boeing 777 handle, sei derzeit völlig unklar, berichtete die Zeitung „Journal de l’Ile de La Reunion“ (Sonntag-Ausgabe).

Das bisher nicht näher identifizierte Metallobjekt sei im Hauptort Saint-Denis gefunden worden, hieß es. Die BBC berichtete lediglich, ein weiteres Trümmerteil von einem Flugzeug sei gefunden worden.

D: ICE-Strecke nach Leichenfund stundenlang gesperrt

In Deutschland ist die ICE-Strecke zwischen Fulda und Kassel heute mehrere Stunden lang gesperrt worden. Unter der 95 Meter hohen Rombachtalbrücke seien am Nachmittag drei Leichen gefunden worden, berichteten die Staatsanwaltschaft Gießen und die Polizei Fulda am Abend.

Der Mann, die Frau und der Bub, deren Identitäten zunächst unbekannt waren, seien vermutlich von der Brücke gesprungen. Ein Zug sei nicht in das Unglück involviert, sagte ein Sprecher der deutschen Polizei. Die viel befahrene ICE-Strecke wurde nach Angaben der Deutschen Bahn knapp drei Stunden voll gesperrt, am Abend war der Abschnitt wieder eingleisig befahrbar.

Leute

Til Schweiger will Vorzeigeheim für Flüchtlinge aufbauen

Der deutsche Schauspieler und Filmemacher Til Schweiger will sich persönlich in der Hilfe für Flüchtlinge engagieren und eine vorbildliche Unterkunft bauen. „Ich werde zusammen mit Freunden zusammen ein Flüchtlingsheim aufbauen“, sagte er „Bild am Sonntag“.

Anfang 2014 hätten die Freunde die Rommel-Kaserne im niedersächsischen Osterode gekauft. „Wir wollen ein Vorzeige-Flüchtlingsheim bauen. Und ich werde eine Stiftung für traumatisierte Kinder gründen.“

In dem Heim solle es Freizeitangebote für Kinder, eine Sportanlage, Werkstätten und eine Näherei geben, damit die Menschen arbeiten könnten, beschrieb Schweiger das Projekt.

Medien

Polemik in Italien um Reality-Show der RAI auf Montblanc

Eine im Herbst geplante Reality-Show der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI mit dem Titel „Monte Bianco“ (Montblanc) sorgt für Polemik in Italien. Laut dem Konzept besteigen 14 VIPs in Begleitung von Bergführern Europas höchsten Berg. Es hagelt nun harsche Kritik.

Der Alpinverband der Region Aostatal, in dem sich der Montblanc befindet, kritisierte den respektlosen Umgang mit den Bergen. „Die Alpen sind keine Bühne für Reality-Shows für Zuschauer, die bequem auf dem Sofa liegen“, kommentierte der Verband in einer Presseaussendung.

Kritisch äußerte sich auch Bergsteigerlegende Reinhold Messner: „Ich wundere mich, dass die Bergführer des Montblancs sich für TV-Programme zur Verfügung gestellt haben, die den Respekt für die Berge zerstört und die Spitzen in einen Vergnügungspark nach Disneyland- Modell umwandeln.“ Die Show vermittle den falschen Eindruck, dass das Besteigen von Bergspitzen ein Kinderspiel sei.

An der Reality-Show beteiligen sich in Italien bekannte Fernsehleute, Schauspieler und Sportler, darunter der ehemalige Fußball-Nationalspieler Gianluca Zambrotta. Drei Wochen lang dauerten im Juli die Aufnahmen der Leistungen der 14 VIPs beim Besteigen des 4.810 Meter hohen Bergs zwischen Italien und Frankreich, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ (Sonntag-Ausgabe).

Kultur

Salzburger Festspiele: Shakespeare bekommt nasse Füße

Shakespeare - das Musical: Auf der Halleiner Perner-Insel zeigen die Salzburger Festspiele heuer Sommertheater mit Unterhaltungswert. William Shakespeares „Komödie der Irrungen“ in einer neuen Übersetzung durch Regisseur Henry Mason wird im seichten Wasser zur bunten Verwechslungsshow mit Slapstick-Einlagen, viel Musik und nassen Füßen.

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Religion

Mehr Generalaudienzen beim Papst im Heiligen Jahr 2016

Papst Franziskus wird im Heiligen Jahr mehr Generalaudienzen auf dem Petersplatz abhalten. Zusätzlich zu den wöchentlichen Mittwochsaudienzen werde es einmal im Monat auch am Samstag eine Generalaudienz geben. Das sagte der Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Georg Gänswein, gestern im Gespräch mit Radio Vatikan. Die Termine werden demnach in den kommenden Tagen im Internet bekanntgegeben. Bisher stehen laut Gänswein der 30. Jänner und der 20. Februar 2016 als Datum fest.

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Lifestyle

Triest: Getrennter Strand für Männer und Frauen

Im Sommer ist die ganze Küste rund um die italienische Stadt Triest von vielen kleinen Strandbädern belebt. Einzigartig in Europa ist das Strandbad Lanterna im Stadtzentrum, wo seit 112 Jahren Männer und Frauen streng getrennt baden. Europas letzte Badeanstalt mit Geschlechtertrennung, die an theresianische Zeiten zurückreicht, erlebt in diesem heißen Sommer einen Boom. Nur einen Euro kostet der Eintritt.

Bis zu 2.500 Gäste täglich werden im weiblichen Teil der Badeanstalt gemeldet, das sind doppelt so viele wie jene im Männerbad. Das Frauen- und Kinderbad ist von dem der Männer durch eine drei Meter hohe Mauer getrennt, im Wasser verläuft ein Seil.

Jeder Versuch, die Geschlechtertrennung abzuschaffen, ist bisher auf erbitterten Widerstand gestoßen. Mehrfach sollte sie abgeschafft werden, aber die Triestiner protestierten so lautstark für den Erhalt, dass sie bis heute gilt.

Badeanstalt aus Habsburger Zeit

Die Badeanstalt, die 1903 eingeweiht worden ist, als Triest noch zu dem Habsburgischen Reich gehörte, wurde 2009 für 300.000 Euro restauriert. Sie wurde in der Vergangenheit auch von Persönlichkeiten wie Schriftsteller James Joyce besucht.

Das Bad Lanterna wird in der Stadt auch „el Pedocin“ genannt, was im Triestiner Dialekt „kleiner Floh“ bedeutet. Laut Tradition wurde dieser Strand von den Soldaten des Kaisers Franz Josef genutzt, um zu baden und sich von den Flöhen zu befreien.