Inland

Asyl: Innenministerium stellt weitere Zelte auf

Das Innenministerium stellt 50 weitere Zelte für die Unterbringung von Flüchtlingen auf, konkret in Kärnten und im Burgenland. Um das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen zu entlasten, können morgen 480 neue Plätze in Unterkünften, Zelten und Turnsälen bezogen werden. Für das Wochenende wurde außerdem eine Informationskampagne angekündigt, um private Unterkunftgeber zu finden.

Standorte in mehreren Bundesländern

Die Standorte für die insgesamt 50 neuen Zelte sind das Bildungszentrum der Sicherheitsakademie des Innenministeriums in Krumpendorf in Kärnten und der Sportplatz der Landespolizeidirektion Burgenland in Eisenstadt.

In Krumpendorf werden 30 Zelte für 240 Flüchtlinge aufgebaut, in Eisenstadt sind es 20 Zelte für 160 Personen. Die Vorbereitungen liefen bereits am Donnerstagnachmittag, am Freitag sollen die neuen Plätze bereits bezogen werden, hieß es gegenüber der APA.

Darüber hinaus wurden in der Steiermark über das Unterrichtsministerium drei Turnsäle in Bruck an der Mur und Mureck für insgesamt 150 Asylwerber angeboten - sie werden noch überprüft. Im Burgenland wurde eine Unterkunft für 80 Flüchtlinge zugesagt, hierbei handelt es sich um vom Land zur Verfügung gestellte Plätze.

„Echte Lichtblicke“ bei Verhandlungen

Die Gespräche mit den einzelnen Bundesländern bringen „echte Lichtblicke“, so verhandle etwa das Land Tirol mit dem Verteidigungsministerium über die Kaserne Vomp. Allerdings sei noch keine nachhaltige Sofortlösung in Sicht, begründete das Innenressort. Um das völlig überlastete Zentrum Traiskirchen aber zu entlasten, stelle das Ministerium nun noch einmal Zelte auf.

Appell an die Bevölkerung

Am Wochenende erscheinen in allen österreichischen Tageszeitungen außerdem Anzeigen mit einem Appell an die Bevölkerung. „Hilfsbereit und selbstbewusst? Und Sie haben eine freie Unterkunft?“, heißt es darin unter anderem.

Gesucht werden etwa freie Wohnungen oder leere Hallen, die über Mindeststandards wie Sanitäreinrichtungen verfügen. „Sie müssen sich um sonst nichts kümmern“, heißt es weiters. Quartiere bis 150 Plätze werden der zuständigen Grundversorgungsstelle im Bundesland weitergeleitet.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zeigte sich in einem Statement zuversichtlich: Wenn alle Zusagen der Bundesländer halten, dann könne „hoffentlich“ bald mit dem Abbau der Zelte begonnen werden. „Das ist jedenfalls eine lösbare Aufgabe, die wir gemeinsam schaffen können“, so die Ministerin.

OECD-Studie: Integration in Österreich mittelmäßig

Österreich und Deutschland sind in Sachen Integration unter den Industrieländern nur Mittelmaß. Zu diesem Ergebnis kommt eine Vergleichsstudie der Europäischen Kommission und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die heute in Berlin präsentiert wurde.

Zu Österreich heißt es, dass sich die Beschäftigungssituation von Zuwanderern seit 2007 zwar verbessert habe, dass Kinder von Migranten aber noch starken Aufholbedarf gegenüber Jugendlichen ohne Migrationshintergrund hätten. In Österreich sei jeder vierte Jugendliche, dessen Eltern im Ausland geboren wurden, weder in Ausbildung noch in Beschäftigung.

Gute Noten für Kanada und Australien

Laut der Studie ist es für Zuwanderer in Kanada, Neuseeland, Australien und Israel besonders leicht „anzukommen“. Relativ gute Integrationsergebnisse stellten die Forscher in Großbritannien, der Schweiz, Luxemburg und den USA fest.

Besonders schlechte Integrationsnoten gab es für Griechenland, Italien und andere südeuropäische Staaten, die von der Finanzkrise betroffen sind.

Opposition kritisiert Verschiebung von Arbeitsmarktgipfel

Die Oppositionsparteien sind über die heute bekanntgewordene Verschiebung des Arbeitsmarktgipfels auf September tief verärgert und haben die Arbeitsmarktpolitik der Regierung scharf kritisiert.

Die Bundesregierung hatte Anfang Mai angesichts der Rekordarbeitslosigkeit zunächst einen Jobgipfel für Juni angekündigt und dann Juli anvisiert.

FPÖ-Sozialsprecher Herbert Kickl betonte in einer Aussendung, dass die „Regierung nicht in der Lage und vor allem nicht willens“ sei, das Arbeitsmarktproblem „rasch zu lösen“ und innerhalb eines Monats einen Arbeitsmarktgipfel zu organisieren.

Forderung nach weiteren Maßnahmen

Die grüne Arbeitnehmersprecherin Birgit Schatz plädierte für einen Standort- und Arbeitsmarktgipfel. „Man kann sich den Arbeitsmarkt nicht ohne die wirtschaftspolitische Entwicklung ansehen“, so Schatz zur APA. Beim Gipfel sollten auch Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis dabei sein.

NEOS forderte angesichts der „schockierenden Arbeitslosenzahlen“ Maßnahmen zur Gegensteuerung. „Wie man angesichts von Rekordarbeitslosenzahlen weiterhin im politischen Wachkoma liegen bleiben kann, ist unerklärlich“, so NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker.

„Die Verschiebung des Arbeitsmarktgipfels auf September ist unsozial und eine Frechheit“, kritisierte die Team-Stronach-Klubobfrau und Sozialsprecherin Waltraud Dietrich. Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) habe „die Pflicht, umgehend ein Programm zur Konjunkturbelebung und zum Kampf gegen die explodierende Arbeitslosigkeit zu entwickeln“.

Ausland

Fortschritte bei Iran-Gesprächen

Die Atom-Gespräche mit dem Iran kommen voran. Die Experten hätten die Arbeit an einem Vertragsentwurf praktisch beendet, erklärte der iranische Vizeaußenminister Madschid Tachte Rawanchien.

„Wir machen Fortschritte sowohl in politischen wie in technischen Fragen“, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte zugleich: „Ich weiß einfach, dass die letzten Schritte die schwersten sind.“

Die 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland) will mit dem Iran bis spätestens 7. Juli einen Vertrag über dessen künftiges Atomprogramm schließen. Es geht darum, dass der Iran keine Atombombe bauen kann. Zugleich sollen die Wirtschaftssanktionen des Westens gegen die Islamische Republik schrittweise aufgehoben werden.

Außenminister in Wien

Zu den Verhandlungen waren heute bis auf den russischen Außenminister Sergej Lawrow alle Außenminister der beteiligten Länder für einige Stunden in Wien.

Medienandrang vor dem Palais Coburg

ORF.at

Großes Medieninteresse an den Verhandlungen in Wien

Zeitgleich hatte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, in Teheran Gespräche mit der politischen Führung. Dort traf er den Chef des iranischen Sicherheitsrats, Ali Schamchani. Für den Nachmittag war eine Begegnung mit Präsident Hassan Ruhani angesetzt.

Offene Frage der Aufhebung der Sanktionen

Strittig ist vor allem die Frage von Inspektionen in iranischen Militäreinrichtungen. Die IAEA wird eine entscheidende Rolle bei der Überwachung eines Abkommens spielen.

Als eine der letzten Hürden gilt die Frage, wie schnell und umfassend die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Der Atom-Streit schwelt seit 2002. Damals tauchten Hinweise auf ein geheimes Atomprogramm des Irans auf. Teheran hat jegliche Absicht zum Bau einer Nuklearwaffe stets verneint.

EU-Militäreinsatz gegen Schlepper hat begonnen

Im Mittelmeer hat die europäische Militäroperation gegen libysche Schlepperbanden begonnen. Der zuständige italienische Konteradmiral Andrea Gueglio übernahm nach Angaben aus Brüsseler Militärkreisen Mitte der Woche den Befehl über die ersten von EU-Staaten zur Verfügung gestellten Einsatzkräfte.

Zusammen haben EU-Staaten für den maritimen Einsatzverband rund 1.000 Soldaten und zwei Dutzend Schiffe, Flugzeuge, U-Boote und Drohnen zugesagt.

In der ersten Phase des Einsatzes sollen die Soldaten mit Hilfe von technischen Aufklärungsmitteln wie Radaranlagen möglichst genaue Informationen über die Aktivitäten von Menschenschmugglern sammeln. Danach ist in den Phasen zwei und drei geplant, Schlepperschiffe zu beschlagnahmen und zu zerstören.

EU-Kommission hält an Asylquoten fest

Nachdem die EU-Kommission mit ihrem Vorschlag zu fixen Aufteilungsquoten von Asylwerbern bei zwei EU-Gipfeln nicht durchgekommen ist, will sie nun im Juli weitere „konkrete Vorschläge“ erarbeiten. „Ich habe noch keinen gesehen, der mit einem besseren Vorschlag gekommen ist“, sagte EU-Kommissionsvize Frans Timmermans nach einem Treffen mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) heute in Wien.

Er wolle „unbedingt, dass die Kommission ihren Vorschlag aufrechterhält“. Der Rückzug auf nationalstaatliche Grenzen sei „keine Lösung“. Timmermans will auch eine "bessere Grenzüberwachung und die Rückführung von nicht asylberechtigten Personen. Asylanträge von Staatsbürgern aus EU-Beitrittskandidaten hätten keinen Sinn. Personen aus Kriegsgebieten wie Syrien und Eritrea hätten „ein Recht auf Asyl, viele hätten aber kein Recht auf Asyl“, betonte der EU-Kommissionsvize.

EU-Parlament stimmt kommende Woche über TTIP ab

Das Europaparlament wird kommende Woche über seine Position zu dem umstrittenen EU-US-Handelspakt TTIP abstimmen. Das entschieden die Fraktionschefs heute in Brüssel. Die Debatte über TTIP soll am Dienstag geführt werden, abgestimmt werden soll am Mittwoch.

Wegen eines Streits über den Investorenschutz hatte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz die Abstimmung im Juni verschoben. Die Kritiker fordern eine Schlichtung durch unabhängige Richter mit öffentlichen Anhörungen.

Kritik an Schiedsgerichten

Der grüne EU-Abgeordnete Michel Reimon warf Schulz etwa vor, „mit einem fadenscheinigen Kompromiss“ die Schiedsgerichte für Investoren im geplanten Handelsabkommen retten zu wollen. Zwar sei vorgesehen, die Schiedsgerichte für Investoren (ISDS) zu ersetzen, doch sei unklar, was mit einem „neuen System“ gemeint sei.

SPÖ-Delegationsleiterin Evelyn Regner bekräftigte erneut, die roten Linien der SPÖ-Europaabgeordneten würden aufrecht bleiben. Diese würden „private ISDS-Geheimdeals“ ablehnen und forderten stattdessen ordentliche Gerichte, Transparenz und Berufungsinstanzen sowie professionelle und unabhängige Richter.

Zweitens dürfen Lobbyisten kein Recht erhalten, demokratisch legitimierte Parlamente mittels regulatorischer Kooperation einzuschränken. „Und drittens setzen wir uns statt der gefährlichen Negativliste für die Liberalisierung von Dienstleistungen für eine Positivliste ein“, um eine Senkung von Qualitätsstandards sowie Lohn- und Sozialdumping zu verhindern, sagte Regner.

Streit mit Tochter: Rechtspopulist Le Pen siegt vor Gericht

Im erbitterten Streit mit seiner Tochter Marine hat der Gründer der rechtsextremen Partei Front National (FN), Jean-Marie Le Pen, einen juristischen Sieg errungen.

Ein Gericht in Nanterre nahe Paris erklärte die Suspendierung der FN-Parteimitgliedschaft des 87-Jährigen wegen eines Formfehlers für nicht rechtens. Die von seiner eigenen Tochter durchgesetzte Strafmaßnahme gegen den Parteigründer wurde aufgehoben.

Bruch wegen antisemitischer Sager

FN-Chefin Marine Le Pen hatte im April mit ihrem Vater gebrochen, nachdem dieser mit neuen antisemitischen Provokationen für Aufregung gesorgt hatte. Im Mai setzte die FN-Spitze die Parteimitgliedschaft des 87-Jährigen aus. Auch der Titel des FN-Ehrenpräsidenten soll ihm entzogen werden.

NS-Gaskammer „Detail“ der Geschichte

Grund für die parteiinternen Strafen waren antisemitische Äußerungen des Parteigründers. Unter anderem bezeichnete er - zum wiederholten Male - die NS-Gaskammern als „Detail“ der Geschichte. Er torpedierte damit den Kurs seiner Tochter, der FN mit einer Abkehr von seinen offen rassistischen und antisemitischen Parolen ein respektableres Ansehen zu verschaffen und so neue Wähler zu gewinnen.

Sechs UNO-Soldaten bei Angriff in Mali getötet

Bei einem Angriff im Nordwesten Malis sind sechs UNO-Soldaten getötet worden. Die aus Burkina Faso stammenden Blauhelmsoldaten seien heute zwischen Timbuktu und Gundam von „Terroristen“ getötet worden, hieß es aus Kreisen der UNO-Mission in Mali (MINUSMA). Fünf weitere UNO-Soldaten aus Burkina Faso seien verletzt worden.

Die etwa 11.000 Mann starke MINUSMA gilt als eine der gefährlichsten UNO-Missionen der Welt. Meist ereignen sich die Anschläge im Norden Malis, wo Islamisten und Tuareg-Rebellen mit Gewalt versuchen, sich Macht und Einfluss zu sichern.

Mali war nach einem Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Jänner 2013 militärisch ein, um das Vorrücken der Islamisten und Rebellen vom Norden in den Süden des Landes zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Später übergaben die Franzosen die Verantwortung an die MINUSMA.

Wirtschaft

„Deepwater Horizon“: BP zahlt 18,7 Mrd. Dollar

Der Energiekonzern BP hat sich auf Schadenersatzzahlungen von 18,7 Milliarden Dollar (rund 16,8 Mrd. Euro) wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko aus dem Jahr 2010 geeinigt. Das US-Justizministerium erklärte heute, das könnte die höchste jemals in den USA gezahlte Summe sein.

Nach BP-Angaben umfasst die Einigung auch Ansprüche und Klagen der US-Bundesstaaten Alabama, Florida, Louisiana, Mississippi und Texas sowie von 400 kommunalen Verwaltungen. Die in London notierten BP-Aktien stiegen um 4,4 Prozent.

Bei der Explosion der BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf vom Mexiko kamen im April 2010 elf Arbeiter ums Leben. Die anschließende Ölpest hinterließ schwere Schäden in der Natur sowie für Fischerei und Tourismus. Neben der Strafe wegen des Verstoßes gegen das Gesetz zum Gewässerschutz könnten weitere Zahlungen auf BP zukommen.

Ryanair und Hertz trennen sich im Streit

Die langjährigen Geschäftspartner Ryanair und Hertz scheiden im Streit. Der US-Autovermieter habe die bis 2020 vereinbarte Zusammenarbeit vorzeitig aufgekündigt, teilte der irische Billigflieger heute mit. Damit zieht Hertz offenbar Konsequenzen aus dem Konflikt über das Vorgehen Ryanairs beim Ticketverkauf.

Streit über Ticketverkauf

Der Autovermieter stößt sich daran, dass Ryanair seit vergangenem Jahr Flüge auch über Dritte verkauft und nicht mehr ausschließlich über die eigene Website, auf der auch Hertz-Angebote stark beworben werden.

Ryanair kündigte rechtliche Schritte gegen die Kündigung an. Laut dem easyJet-Konkurrenten wurden die Anwälte angewiesen, gegen Hertz wegen Vertragsbruchs und damit verbundener Schäden zu klagen. Der Billigflieger will sich nun nach einem Ersatzanbieter umschauen.

USA nähern sich Vollbeschäftigung

Der Boom auf dem US-Arbeitsmarkt hält an. Die Zahl der neuen Stellen stieg im Juni um 223.000, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Ökonomen hatten mit 230.000 neuen Stellen gerechnet.

Die Arbeitslosenquote fiel deutlich - von zuvor 5,5 auf 5,3 Prozent. Damit nähert sich die größte Volkswirtschaft der Vollbeschäftigung, dem erklärten Ziel der Notenbank (Fed). Obwohl die Wirtschaft zu Jahresbeginn geschrumpft war, hält Fed-Vizechef Stanley Fischer sie mittlerweile für stark genug für eine baldige Zinswende.

Viele Fachleute rechnen damit, dass die Fed den historisch niedrigen Schlüsselsatz von null bis 0,25 Prozent bis zum Jahresende anheben wird.

Sport

Tour de France: Armstrong-Auftritt erhitzt Gemüter

Lance Armstrong kehrt nach Frankreich zur Tour de France zurück und bringt damit den Präsidenten des Radsportverbandes UCI Brian Cookson auf die Palme. Der frühere Superstar, dem wegen Dopings all seine sieben Tour-de-France-Siege aberkannt wurden, bestreitet am 16. und 17. Juli zwei Tour-Etappen für ein Charity-Rennen zugunsten Leukämiekranker. Cookson findet das Antreten Armstrongs „respektlos und völlig unangemessen“.

Mehr dazu in sport.ORF.at

IT

OGH bestätigt Urteil zu Internetsperren

Bereits 2014 hat der Oberste Gerichtshof (OGH) ein Urteil gefällt, wonach heimische Internetprovider verpflichtet wurden, den Zugang zu bestimmten Seiten zu sperren, sollten diese gegen das Urheberrecht verstoßen.

Diese Entscheidung wurde vom OGH nun nach einem Revisionsrekurs der Provider bestätigt. Die Verfügung, urheberrechtsverletzende Websites zu sperren, ist somit rechtskräftig.

Die Verantwortung von Internetprovidern hinsichtlich illegaler Inhalte auf Websites wurde bereits im Kino.to-Musterverfahren des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) festgehalten. Der OGH hielt nun auch fest, dass die Kosten für Sperrmaßnahmen die Provider tragen müssen.

„Sitzen zwischen den Stühlen“

Beim Providerverband ISPA pocht man nun darauf, dass man nicht selbst Richter spielen könne. „Die Provider können nicht entscheiden, ob eine Meldung wirklich gerechtfertigt ist“, unterstrich Generalsekretär Maximilian Schubert im APA-Gespräch: „Im Prinzip sitzen hier die Provider zwischen den Stühlen.“

Man hoffe darauf, dass - sollten sich Sperren nicht vermeiden lassen - zumindest ein richterlicher Beschluss notwendig würde. Man befinde sich darüber in Gesprächen mit der Politik, die bis dato allerdings erfolglos gewesen seien. Grundsätzlich hege man die Angst, dass mit der OGH-Entscheidung eine Büchse der Pandora für weitere Sperren geöffnet sei.

Werner Müller, Geschäftsführer des Vereins für Anti-Piraterie (VAP), untermauerte hingegen in einer Reaktion auf das Urteil in einer Aussendung: „Hier handelt es sich weder um Bagatelldelikte noch um heroische Befreiungsakte, sondern um eine Form organisierter Kriminalität.“

Schwarze als Gorillas markiert: Google entschuldigt sich

Der Internetriese Google hat sich nach einem peinlichen Fehler seiner Photo-App zerknirscht gezeigt. Nachdem das Gesichtserkennungsgprogramm ein schwarzes Paar auf Fotos als „Gorillas“ markiert hatte, entschuldigte sich der Konzern gestern Abend.

„Wir sind entsetzt und ergreifen umgehend Maßnahmen, damit sich derartige Fehler nicht wiederholen“, sagte ein Konzernsprecher. Das Paar hatte sich heftig gegen die Zuordnung gewehrt: „Google Photo, Ihr habt’s verhaut“, schrieb Jacky Alcine über den Kurzbotschaftendienst Twitter. „Meine Freundin ist kein Gorilla.“

Der Google-Techniker Yonatan Zunger machte das Softwareprogramm für den Fehler verantwortlich: „Heiliger Strohsack! Das steht ganz oben auf meiner Liste mit Programmierfehlern, die niemals passieren sollten. Schauder“, antwortete er auf Alcindes Twitter-Botschaft.

Holocaust-Überlebende protestieren gegen Google-Spiel

Vertreter der Überlebenden des Holocaust und die KZ-Gedenkstätte Dachau haben gegen das Smartphone-Spiel „Ingress“ der Google-Tochter Niantic Labs protestiert. Sie stören sich daran, dass KZ-Gedenkstätten in Deutschland und Polen als Spielfelder für „Ingress“ benutzt wurden.

Eroberung von Portalen

Über die Verwendung der Gedenkstätten, Erinnerungsorte und Gedenkzeichen als Spielorte in dem Augmented-Reality-Game hatte die deutsche „Zeit“ berichtet. Bei „Ingress“, das weltweit von Millionen Nutzern auf Smartphones und Tablet-Computern gespielt wird, geht es um eine Eroberungsschlacht in einer virtuellen Welt.

Die Spieler müssen sich dabei an bestimmte Orte in der realen Welt begeben, um dort in der virtuellen Welt Portale zu erobern und zu zerstören. Nach Recherchen der „Zeit“ wurden solche Portale auch an Holocaust-Gedenkstätten und auf dem Gelände ehemaliger Konzentrationslager errichtet. Die Standorte der Portale werden von den Spielern vorgeschlagen und dann von Niantic Labs freigeschaltet.

„Demütigung der Opfer“

Gabriele Hammermann, die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, sagte, der Friedhof sei für die Hinterbliebenen ein wichtiger Ort der Trauer. „Dass er von Google für ein Unterhaltungsspiel benutzt wird, ist eine Demütigung der Opfer und der Angehörigen.“ Google müsse selbst dafür sorgen, dass keine Gedenkstätten des Holocaust zu Spielzwecken missbraucht werden.

Die „Zeit“ berichtete, Google habe inzwischen die Portale in Dachau entfernt. Der Häftlingsfriedhof, der ebenfalls zur Gedenkstätte gehöre, sei jedoch immer noch Spielzone.

Chronik

Entwarnung nach Berichten über Schüsse auf US-Marinebasis

Eine Marinebasis in der US-Hauptstadt Washington ist heute vorübergehend abgeriegelt worden. Fernsehbilder zeigten ein großes Aufgebot an Einsatzfahrzeugen in der Gegend rund um den Navy Yard.

Viele Straßen wurden abgesperrt. Medienberichte über Schüsse bewahrheiteten sich aber nicht. Nach mehr als zwei Stunden gaben die Behörden Entwarnung.

13 Tote bei Schießerei vor zwei Jahren

Bei einem Massaker auf dem Navy Yard in der US-Bundeshauptstadt waren vor knapp zwei Jahren 13 Menschen ums Leben gekommen. Ein 34 Jahre alter, psychisch kranker Schütze hatte damals in einem Kommandozentrum der Navy mit einer Schrotflinte um sich geschossen.

Er hatte sich damals mit dem Ausweis eines Ex-Mitarbeiters Zugang zu dem schwer bewachten Gebäude verschafft. Seitdem wurden die Sicherheitsmaßnahmen für die Anlage deutlich verschärft.

Medien

Weniger TV-Geräte: BBC streicht über 1.000 Stellen

Der Umstieg vieler Briten vom Fernsehen aufs Internet führt bei der BBC zu großen Stellenstreichungen. Mehr als 1.000 Arbeitsplätze müssten wegfallen, weil die Lizenzgebühren im kommenden Finanzjahr um 150 Millionen Pfund (etwa 211 Mio. Euro) niedriger ausfallen dürften als 2011 vorhergesagt, erklärte die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt heute.

Immer weniger Menschen besäßen einen Fernseher, weil sie die Programme übers Internet und Mobiltelefone schauen. Dazu gehöre auch der BBC-Onlinedienst iPlayer. In Großbritannien muss nur derjenige die jährliche Rundfunkgebühr von umgerechnet 205 Euro bezahlen, der tatsächlich einen Fernseher besitzt. Die BBC fordert eine Neugestaltung des Zahlungssystems.

Vor allem Verwaltungsjobs betroffen

Die Kürzungen sollen vor allem Mitarbeiter in Verwaltungsjobs betreffen. Sie sollen Einsparungen in Höhe von 50 Millionen Pfund einbringen. „Eine einfachere und schlankere BBC ist der richtige Weg, und es kann uns auch helfen, die finanziellen Herausforderungen zu stemmen, vor denen wir stehen,“ sagte BBC-Intendant Tony Hall . Die britische Regierung hatte der BBC verboten, vor 2016 die TV-Gebühren zu erhöhen.

Die BBC hatte sich bereits vor Jahren ein striktes Sparprogramm verordnet, mit dem sie jährlich 700 Millionen Pfund aus dem Budget herauskürzte. Die jetzt angekündigten Kürzungen kommen hinzu. Experten erwarten, dass weitere Stellenstreichungen notwendig sein werden, um die finanziellen Ziele zu verwirklichen.

Science

Gesundheit

Liberia: Hundefleisch mögliche Ursache für neue Ebola-Fälle

Der erneute Ausbruch von Ebola in Liberia könnte Experten zufolge auf den Verzehr von Hundefleisch zurückgehen. Die inzwischen drei Fälle aus dem Dorf Nedowein etwa 50 Kilometer von der Hauptstadt Monrovia entfernt seien alle einem Zeitfenster zugeordnet worden, erklärte heute der Leiter der Anti-Ebola-Einheit des Landes, Moses Massaquoi.

„Sie haben in der Vergangenheit zusammen Hundefleisch gegessen“, sagte er, eine in Liberia durchaus gängige Mahlzeit. Dorfbewohner berichteten ihrerseits, die drei hätten einen toten Hund ausgegraben und gegessen. Einer der Infizierten, ein 17-jähriger Bursche, ist verstorben. Vizegesundheitsminister Tolbert Nyenswah zufolge stehen 175 Personen unter Beobachtung.

Liberia im Mai für Ebola-frei erklärt

Eigentlich war Liberia am 9. Mai für frei von Ebola erklärt worden, während es in den Nachbarstaaten Sierra Leone und Guinea noch immer neue Infektionen gibt. Nedowein liegt allerdings weit von den Landesgrenzen entfernt. Es ist auch nicht bekannt, dass die drei Erkrankten ins Ausland gereist wären.

Massaquoi zufolge wird daher untersucht, ob das Virus sich bei Tieren eingenistet haben könnte. Es sind Fälle nach dem Verzehr von Affenfleisch aufgetreten. Andere Experten erklärten, es könne in abgelegeneren Teilen des Landes noch infizierte Menschen geben. An der Epidemie in Westafrika sind etwa 11.220 Menschen gestorben, mehr als 4.800 davon in Liberia.

Kultur

Bachmann-Wettbewerb: Fritsch Favoritin am ersten Lesetag

Der Text von Valerie Fritsch hat heute beim Auftakt der 39. Tage der deutschsprachigen Literatur für Gefallen bei der Jury gesorgt. Auch Nora Gomringer bekam positives Feedback. Andere Autoren sorgten für gemischte Reaktionen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Bachmann-Freund Hamm im Interview

Einer, der die Namensgeberin des Kärntner Literaturpreises noch persönlich kannte, ist Peter Hamm. 1937 geboren, ist er seit Anfang der 1950er Jahre ein fixer Bestandteil des Literaturbetriebs: Schriftsteller, Kritiker, Filmemacher. Er ist und war für viele berühmte Menschen ein Gesprächspartner auf Augenhöhe und - wie bei Ingeborg Bachmann oder Paul Celan - ein Freund.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Niemann-Schau im MAK: Pointierte Striche ohne Provokation

Als einziger Deutscher gestaltet er regelmäßig die Covers für den „New Yorker“ und die „New York Times“, er schafft Google-Doodles, schreibt Kinderbücher und produziert Apps. Christoph Niemann zählt zu den gefragtesten Grafikern und Zeichnern der Welt. In seiner Heimat Deutschland kennen nur wenige den Mann hinter den pointierten Strichen, ebenso in Österreich. Die Ausstellung „Christoph Niemann. Unterm Strich“ im Wiener MAK zeigt nun eine Fülle von Arbeiten des vielbeschäftigten Künstlers, der stets ironisch, oft politisch, aber niemals provokant daherkommt.

Mehr dazu in Zwischen Google-Doodle und Gummibären

„Klimt und die Ringstraße“ im Belvedere

Vor 150 Jahren hat Kaiser Franz Joseph die Wiener Ringstraße offiziell eröffnet, nachdem fast ein halbes Jahrhundert daran gebaut wurde. Verziert wurden die privaten Palais und die öffentlichen Prunkbauten der Ringstraße von charismatischen Malern - allen voran Gustav Klimt.

Das Belvedere widmet dem glanzvollen Lebensstil der Ringstraßenära und ihren Protagonisten ab morgen die Ausstellung „Klimt und die Ringstraße“.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Leute