Ausland

Kampf gegen IS: Keine Einigung zwischen USA und Türkei

US-Vizepräsident Joe Biden ist in Istanbul mit dem Versuch gescheitert, die Türkei enger in den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat in Syrien und im Irak einzubeziehen. Auch nach einem vierstündigen Gespräch konnten Biden und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gestern keinen Durchbruch verkünden.

Es sei „die ganze Bandbreite der Optionen“ besprochen worden, sagte Biden anschließend. Erdogan seinerseits sprach von „detaillierten Diskussionen“. Beide Politiker ließen keinerlei Nachfragen zum genauen Inhalt ihres Gespräches zu.

USA wollen Angriffe von Türkei aus fliegen

Die USA wollen erreichen, dass sich Ankara militärisch am Kampf gegen die IS-Extremisten in Syrien und im Irak beteiligt. Dies lehnt die Türkei ab, sie fordert als Bedingung für ein direktes Eingreifen eine entmilitarisierte Zone an der Grenze zu Syrien.

Bei den Gesprächen von Biden und Erdogan dürfte es unter anderem auch um die Nutzung der türkischen Militärbasis Incirlik gegangen sein. Bislang verweigert die Türkei der US-Armee, von dort aus Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak und in Syrien zu starten.

Türkei bildet Peschmerga-Kämpfer aus

Unterdessen wurde aber bekannt, dass türkische Soldaten kurdische Peschmerga-Kämpfer im Nordirak ausbilden und auch eine neue Einheit der irakischen Armee in Bagdad in gleicher Weise unterstützen werden. „Die Türkei hat schon damit begonnen, Peschmerga-Einheiten im Nordirak auszubilden (...) und wir sind übereingekommen, die Nationalgarde zu trainieren und zu unterstützen“, sagte ein hochrangiger türkischer Vertreter.

Peschmerga-Sprecher Brigadegeneral Halgurd Hikmat bestätigte, dass türkische Soldaten vor drei Wochen damit begonnen haben, Spezialübungen mit Peschmerga im Nordirak durchzuführen. Über die Zahl der Beteiligten wollte er nichts sagen.

USA kündigen Millionenhilfe für Syrien an

Die USA kündigten am Rande des Biden-Besuches an, dass sie ihre humanitäre Hilfe für die Menschen in Syrien um 135 Millionen Dollar (109 Millionen Euro) aufstocken wollen. Ein Teil des Geldes solle in die Türkei gehen, wo viele Flüchtlinge aus dem Nachbarland Zuflucht gefunden haben. „Die Türkei trägt eine große humanitäre Last“, sagte Biden.

Darüber hinaus wurde bekannt, dass die USA sunnitische Stämme im Irak mit schweren Waffen ausrüsten wollen. So sollten diese ermutigt werden, den ebenfalls überwiegend sunnitischen Kämpfern des IS Widerstand zu leisten, heißt es in Unterlagen des US-Verteidigungsministeriums. Es handelt sich um einen Finanzierungsantrag für den Kongress, auf den ein US-Regierungsvertreter verwies.

Fast 800 Flüchtlinge an zwei Tagen im Mittelmeer gerettet

Im Mittelmeer sind innerhalb von 48 Stunden knapp 800 Flüchtlinge gerettet worden, die in Seenot geraten waren. Wie die italienische Küstenwache gestern mitteilte, nahm allein das Schiff „Gregoretti“ 691 Flüchtlinge auf.

Das Schiff sollte eigentlich im Korridor zwischen Libyen und Sizilien den Fischfang überwachen. Die Mannschaft wurde aber aktiv, als in einem Einsatzzentrum in Rom Hilferufe von Insassen von mehreren Schlauchbooten empfangen wurden. Bei der Aufnahme der Flüchtlinge auf der „Gregoretti“ berichtete einer der Geretteten, dass sein Bruder ins Meer gespült worden sei.

Suche nach Schiffbrüchigen in Ägäis

Die griechische Küstenwache suchte unterdessen im ägäischen Meer nach vier Schiffbrüchigen. Sechzehn Menschen seien nach der Havarie eines Flüchtlingsboot bis zum Mittag gerettet worden, wie eine Sprecherin der Küstenwache sagte. Das aus der Türkei kommende Flüchtlingsboot mit vermutlich 20 Insassen war in den frühen Morgenstunden südlich der Insel Lesbos gesunken. Laut griechischen Medien handelt es sich bei den Flüchtlingen überwiegend um Syrer.

Die libysche Küstenwache teilte ihrerseits mit, dass sie am Freitag 105 Flüchtlinge gerettet habe, die nach Europa wollten. Ihr Schiff sei etwa zehn Seemeilen vor der libyschen Küste in Seenot geraten.

Trotz Boykotts: Bahrain meldet hohe Wahlbeteiligung

Bei den Parlaments- und Kommunalwahlen in Bahrain hat es nach offiziellen Angaben eine höhere Beteiligung gegeben als von der Opposition erhofft. Ersten Erhebungen zufolge hätten bei der Parlamentswahl 51,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, teilte gestern Abend nach Schließung der Wahllokale das Justizministerium mit.

Die schiitische Opposition in dem kleinen Golfstaat, in dem politische Parteien nicht zugelassen sind, hatte zum Boykott des Urnengangs aufgefordert. Ihr Chef Ali Salman hatte vorausgesagt, dass die Wahlbeteiligung deshalb nicht über 30 Prozent liegen werde.

Jahrelange Proteste gegen sunnitisches Königshaus

Der Urnengang erfolgte unter dem Eindruck anhaltender Proteste gegen das sunnitische Königshaus. Die Bevölkerung Bahrains ist mehrheitlich schiitisch, wird aber seit Jahrhunderten von einer sunnitischen Herrscherfamilie regiert. Seit dem Frühjahr 2011 gibt es immer wieder Proteste gegen das Königshaus, die von Sicherheitskräften aufgelöst werden.

Knapp 350.000 Bürger waren am Samstag aufgerufen, aus 266 Kandidaten die 40 Abgeordneten des Parlaments sowie Vertreter in den Kommunen zu wählen.

Krawalle in französischen Städten

In Frankreich ist es gestern erneut zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen.

In den Städten Toulouse und Nantes waren jeweils etwa 1.000 Menschen auf den Straßen, um gegen die Umstände des Todes des Aktivisten Remi Fraisse zu protestieren, der im Oktober in Toulouse bei einer Demonstration gegen ein Damm-Projekt von einer Blendgranate der Polizei getötet worden war. Insgesamt wurden etwa 30 Personen festgenommen.

Die Grünen werfen der sozialistischen Regierung von Präsident Francois Hollande vor, nicht angemessen auf den Tod von Fraisse reagiert zu haben. Zudem erklärten sie, Innenminister Cazeneuve habe zunächst die wahren Umstände von dessen Tod verheimlicht.

Tausende ungarische Lehrer demonstrierten gegen Orban

Mehrere tausend Lehrer haben gestern in Budapest gegen den rechts-konservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban demonstriert. Die Kundgebung richtete sich gegen Pläne der Regierung, einen Teil der Gymnasien zu schließen und die Schüler auf Berufsschulen zu verteilen.

Schon die bisherigen Unterrichtsreformen des seit 2010 amtierenden Kabinetts hatten zu einer starken Zentralisierung und ideologischen Aufladung des Schulwesens sowie zur finanziellen Schlechterstellung vieler Lehrer  geführt. "Wann beendet Viktor Orban seinen Amoklauf?", rief György Szenes, der Vorsitzende der Ungarischen Pädagogischen Gesellschaft, auf der Kundgebung.

Zuletzt hatten am Montag mehr als 10.000 Menschen in Budapest gegen die von ihnen vermutete Korruption unter der Regierung Orban demonstriert. Die EU-Kommission hat sich wiederholt besorgt über die Entwicklung im Mitgliedsland Ungarn, wie die zwischenzeitlich geplante Internet-Steuer, geäußert.

CNN: Ferguson-Urteil frühestens zu Wochenbeginn

Ob ein weißer Polizist, der im Sommer in der US-Kleinstadt Ferguson tödliche Schüsse auf einen unbewaffneten schwarzen Jugendlichen abgab, vor Gericht gestellt wird, entscheidet sich frühestens morgen. Dies berichtete der Sender CNN gestern Abend.

Die mit der Entscheidung beauftragt Geschworenenjury soll demnach erst zum Wochenbeginn wieder beraten. Wie es zudem hieß, will die Staatsanwaltschaft das Ergebnis mit einer 48-stündigen Verzögerung öffentlich machen, um den Behörden eine ausreichende Vorwarnzeit zu geben. Der Tod des Teenagers Michael Brown im August hatte tagelange Proteste und Straßenschlachten ausgelöst.

Ukraine erhält US-Kriegsgerät für Kampf gegen Rebellen

Die ukrainische Armee erhält für ihren Kampf gegen prorussische Separatisten Kriegsgerät aus den USA. Washington liefere dem krisengeschüttelten Land unter anderem Radareinrichtungen zur Artillerieaufklärung sowie Nachtsichtgeräte und Schutzwesten, berichteten Medien gestern in Kiew.

Einen Teil der Ausrüstung habe US-Vizepräsident Joe Biden am Freitag bei seinem Besuch in der früheren Sowjetrepublik übergeben, hieß es. Die Ukraine hatte den Westen um Kriegsgerät für die Gefechte gegen die Aufständischen im Osten des Landes gebeten. Die NATO lehnt die Lieferung von Waffen und Munition ab.

Erneut Kämpfe in Ostukraine

In der Krisenregion Donbass kam es trotz einer offiziellen Waffenruhe erneut zu Kämpfen zwischen Regierungseinheiten und Rebellen. Dabei seien innerhalb von 24 Stunden mindestens vier Soldaten getötet worden, teilte die prowestliche Führung in Kiew mit. Zehn Armeeangehörige wurden zudem verletzt.

Der Sicherheitsrat der Regierung warf Russland erneut vor, mit Tausenden Soldaten die Lage im Osten zu destabilisieren. Moskau weist solche Anschuldigungen stets zurück.

Lawrow sieht westlichen Angriff auf Führung in Moskau

Russlands Außenminister Sergej Lawrow beschuldigte die USA und die EU, mit ihren Strafmaßnahmen in der Ukraine-Krise einen Sturz der Führung in Moskau zu beabsichtigen. Mit den Sanktionen sollten die russische Wirtschaft zerstört und Straßenproteste provoziert werden, sagte Lawrow der Agentur TASS zufolge in Moskau.

Der Westen wolle damit auch seine „falsche Taktik“ in der Krise verdecken. „Unsere Partner haben in der Ukraine Extremisten unterstützt und ihre eigenen demokratischen Prinzipien mit Füßen getreten“, sagte Lawrow. Russland wolle zwar nicht auf die Zusammenarbeit mit der EU verzichten. Eine baldige Rückkehr zu den früheren, besseren Beziehungen sei aber unmöglich.

Inland

Nachbaur will Platz machen für „starken Mann“

Im Team Stronach (TS) herrscht nach dem kolportierten Parteiaustritt von Kathrin Nachbaur offenbar Ratlosigkeit. Der Abgeordnete Robert Lugar forderte Nachbaur auf, für Klarheit zu sorgen und zu sagen, ob sie noch Parteimitglied ist. Wenn nicht, sei die Lage neu zu bewerten, ob sie noch Klubobfrau bleiben könne, meinte der Ex-TS-Klubobmann.

Nachbaur selbst begründete gestern Abend ihren Rückzug von der Funktion der stellvertretenden Vorsitzenden im TS damit, dass Frank Stronach „einen starken Mann“ wolle. Deshalb wolle sie Platz machen und sehe jetzt den richtigen Zeitpunkt dafür gekommen. Den Vorsitz im Parlamentsklub der Oppositionspartei will sie aber behalten.

Mehr dazu in „Jetzt ist Nachbaur am Zug“

Strache stellt sich bei FPÖ-Wien-Parteitag Wiederwahl

Die Wiener FPÖ veranstaltet heute in der Wiener Hofburg ihren 34. ordentlichen Landesparteitag. Heinz-Christian Strache stellt sich dabei der Wiederwahl als Landesparteiobmann. Der FPÖ-Chef steht seit 2004 an der Spitze der Wiener Freiheitlichen.

Der Parteitag dürfte auch im Zeichen des beginnenden Wien-Wahlkampfes stehen. Zum Spitzenkandidaten für den Urnengang im kommenden Jahr wird Strache jedoch noch nicht gekürt. Die Liste wird erst zu einem späteren Zeitpunkt im Parteivorstand beschlossen.

Experten: SPÖ braucht Rezept um FPÖ zu entzaubern

Am bevorstehenden Parteitag geht es für SPÖ-Chef Kanzler Werner Faymann wohl vor allem um eines: die eigene Partei hinter sich zu scharen und ähnlich gestärkt wie sein Regierungspartner, Vizekanzler und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner, in das kommende Jahr mit vier Landtags- und fünf Gemeinderatswahlen zu gehen.

Doch laut von ORF.at befragten Politologen wäre für die SPÖ etwas anderes vordringlicher - nämlich ein Rezept zu finden, um die FPÖ, an welche die SPÖ bekanntlich seit Jahren die meisten Wähler verliert, auf ureigenem sozialdemokratischem Terrain nachhaltig zu entzaubern. Dafür gebe es keine einfachen Lösungen, räumen die Experten ein - doch sie haben ein paar „Tipps“, in welche Richtung es ihrer Meinung nach gehen könnte.

Mehr dazu in „Ein paar Elfmeter liegen gelassen“

Sport

Fußball: Messi bricht spanischen Liga-Torrekord

Superstar Lionel Messi hat gestern den Allzeit-Torjägerrekord in der spanischen Liga gebrochen. Beim Heimspiel des FC Barcelona gegen den FC Sevilla erzielte der Argentinier mit einem Triplepack seine Meisterschaftstreffer 251, 252 und 253.

Der 27-Jährige übertraf damit den früheren Bilbao-Star Telmo Zarraonandia Montoya, der zwischen 1940 und 1955 251 Tore erzielt hatte. Mit dem Heimerfolg gegen Sevilla bleibt Barca weiter zwei Punkte hinter Tabellenführer Real Madrid, der bei Aufsteiger Eibar ebenfalls klar gewann.

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Formel 1: Rosberg legt mit Poleposition vor

Nico Rosberg hat sich im Qualifying für den heutigen Grand Prix von Abu Dhabi (14.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) die Poleposition gesichert und damit gegenüber seinem Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton vorgelegt.

Der Engländer, der auf den zweiten Startplatz kam, nimmt das letzte Saisonrennen allerdings mit 17 Punkten Vorsprung auf den Deutschen in Angriff. „Das war ein erster kleiner Schritt“, gab sich Rosberg dennoch zuversichtlich. Eine Ernüchterung gab es am Abend für die beiden Red-Bull-Piloten.

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Fußball: Bayern lassen Verfolger stehen

Bayern München hat gestern in der zwölften Runde der deutschen Bundesliga die Umfaller der Konkurrenz eiskalt ausgenutzt und den Vorsprung in der Tabelle auf sieben Punkte ausgebaut. Während der Titelverteidiger mit Hoffenheim beim Comeback von Bastian Schweinsteiger keine Probleme hatte, kassierten die ersten Verfolger Wolfsburg, Hannover und Mönchengladbach ohne Abwehrchef Martin Stranzl teils empfindliche Niederlagen. Mittendrin war hingegen ÖFB-Teamkapitän Christian Fuchs, der sich beim Schalke-Heimsieg über Wolfsburg in die Schützenliste eintrug.

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Wirtschaft

Autokonzerne setzen auf Senioren

Sie sind fit, haben Geld und wollen es auch ausgeben. Die Generation der Babyboomer definiert Alter neu und wird damit zum relevanten Faktor für die Wirtschaft. So erkennen auch Autohersteller in den Senioren von morgen eine verlässliche Zielgruppe. Ford, Toyota und Co. setzen nicht mehr nur auf Autotugenden wie Leistung und Effizienz. Mit Entwicklungen wie dem EKG-Fahrersitz zielen sie vermehrt auf die Bedürfnisse älterer Kunden ab.

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Tesla will „auf lange Sicht“ in Deutschland investieren

Der US-Elektroautobauer Tesla will „auf lange Sicht“ auch in Deutschland Batteriezellen herstellen. „Ich gehe davon aus, dass Tesla auf lange Sicht eine Batteriefabrik in Deutschland errichten wird“, sagte Tesla-Chef Elon Musk dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Zugleich warf Musk den deutschen Autoherstellern mangelndes technologisches Engagement vor.

„Die deutsche Autoindustrie sollte viel mehr Energie in die Entwicklung von Batterien stecken“, sagte Tesla-Chef Musk. In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass Daimler aus wirtschaftlichen Gründen die einzige deutsche Batteriezellenfabrik für Elektroautos in Kamenz bei Dresden zum Jahresende 2015 einstellen will.

Tesla plant in den USA den Bau einer großen Batteriefabrik. Die von Musk als „Gigafactory“ bezeichnete Riesenfabrik soll bis 2020 etwa 6.500 Arbeitsplätze bringen. Tesla braucht die Fabrik, um die Kosten für die in den Elektroautos verbauten Batterien durch Massenproduktion zu senken.

Chronik

Brand in Klagenfurter Mülldeponie

Im Osten von Klagenfurt ist am späten Abend eine Mülldeponie in Brand geraten. Die Flammen sind kilometerweit zu sehen, eine Rauchsäule steigt in den nächtlichen Himmel. Laut den Einsatzkräften brennen auch mehrere Gebäude, in denen Müll gelagert ist.

Für die Anrainer bestehe derzeit keine Gefahr, wird versichert. Es werde aber noch Stunden dauern, bis das Feuer gelöscht ist. Verletzt wurde niemand.

Warum der Brand ausgebrochen ist, ist noch unklar.

Hochwasser-Alarm im US-Bundesstaat New York

Nach dem Rekordschnee im Nordwesten des US-Bundesstaates New York haben die Behörden in den betroffenen Gebieten Hochwasser-Alarm ausgerufen.

Wie der Wetterdienst mitteilte, stieg angesichts steigender Temperaturen die Gefahr schwerer Überschwemmungen durch die Schneeschmelze.

In dem betroffenen Gebiet um die Stadt Buffalo leben etwa 600.000 Menschen. Dort hatte es diese Woche einen heftigen Wintereinbruch mit meterhohem Schnee gegeben. Mindestens 14 Menschen kamen ums Leben. Viele Menschen saßen fast eine Woche lang in ihren Häusern fest.

Verletzte nach Beben in Japan

Ein Erdbeben in Zentraljapan hat Dutzende Menschen verletzt.

In der Ortschaft Hakuba, wo 1998 die Olympischen Winterspiele ausgetragen worden waren, stürzten ein Dutzend Häuser in Folge der Erschütterung vom Vorabend ein, wie japanische Medien heute meldeten. Die Erschütterung der Stärke 6,8 hatte den Norden Naganos getroffen. Mindestens 39 Menschen erlitten in der 280 Kilometer nordwestlich von Tokio gelegenen Region Verletzungen, hieß es. Dutzende Bewohner mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen. 

Das Zentrum des Bebens lag in rund 10 Kilometern Tiefe.

Chikungunya-Fieber tobt in Karibik

In der Karibik haben sich innerhalb eines Jahres hunderttausende Menschen mit dem Chikungunya-Fieber angesteckt.

Seit dem Ausbruch der Epidemie im Dezember 2013 auf der Insel St.Martin breitete sich das Virus auf alle Karibik-Inseln und auf das Festland des amerikanischen Kontinents aus, wie die französische Gesundheitsinstitut InVS mitteilte. Betroffen sind demnach der US-Bundesstaat Florida sowie alle Staaten Zentral-und Südamerikas, die an der Karibik-Küste liegen. Insgesamt seien 875.000 Fälle gezählt worden. Auf Guadeloupe, Martinique und St. Martin starben nach Angaben des InVS insgesamt 138 Menschen an dem von Mücken übertragenen Chikungunya-Virus.

Das Chikungunya-Virus verursacht Fieber und Gelenkschmerzen, eine spezielle Medizin gegen die Tropenkrankheit gibt es bisher nicht.

Spanische Taxilenker attackierten Uber-Fahrer

Wegen Verfolgung und Bedrohung eines Mitarbeiters des Fahrtdienst-Vermittlers Uber sind fünf Taxifahrer in Spanien festgenommen worden.

Die Männer hätten in Madrid in der Nacht auf gestern das Fahrzeug des Opfers mit ihren jeweiligen Taxis verfolgt und bedrängt und so zu einem Unfall verleitet, berichteten Medien unter Berufung auf die Polizei. Danach hätten sie ihn mit dem Tode bedroht.

Ein Sprecher der betroffenen Taxifirma versicherte derweil, seine Mitarbeiter hätten den Mann nur identifizieren und anzeigen wollen.

Uber sieht besonders große Nachfrage in Spanien

Der Taxifahrer-Verband in Madrid FPTM hatte vor wenigen Wochen die Regionalregierung aufgefordert, „endlich wirkungsvolle Maßnahmen“ gegen Uber zu ergreifen.

Der amerikanische Vermittlungsdienst gibt an, dass die Geschäfte des Unternehmens in Spanien aufgrund eines großen Angebots an Fahrern und der besonders großen Nachfrage der Kunden deutlich schneller wachsen als etwa in Paris oder London.

Die neue Konkurrenz durch Fahrtdienst-Vermittler hat Taxifahrer in den vergangenen Monaten in ganz Europa zu Protesten veranlasst. Die Anbieter, die mittels Apps nicht ausgebildete Privatfahrer vermitteln, stellten eine unfaire Konkurrenz dar, die zu Wettbewerbsverzerrung führe, wird beklagt.

Blutbad in Honduras: Fünf Frauen mit Machete erschlagen

Unbekannte haben in Honduras ein Blutbad angerichtet und fünf Frauen und Mädchen getötet. Die 47-jährige Mutter, ihre drei Töchter im Alter zwischen 23 und 16 Jahren sowie eine neunjährige Enkelin seien in ihrem Haus in der Stadt La Lima im Norden des Landes mit Macheten erschlagen worden, berichtete die Zeitung „La Prensa“ gestern.

Ein elfjähriges Mädchen wurde demnach bei dem Angriff verletzt. Der Familienvater entdeckte die Opfer, als er von der Arbeit zurückkam. Der Hintergrund der Tat ist unklar. Zuletzt hatte der Mord an Miss Honduras und ihrer Schwester die katastrophale Sicherheitslage in dem mittelamerikanischen Land weltweit in den Fokus gerückt. Mit rund 20 Morden pro Tag gilt Honduras als das gefährlichste Land außerhalb von Kriegsgebieten.

Hitler-Aquarell für 130.000 Euro versteigert

Ein von Adolf Hitler gemaltes Aquarell ist gestern in Nürnberg für 130.000 Euro versteigert worden. Ein anonymer Käufer habe das 28 mal 22 Zentimeter große Bild mit dem Titel „Standesamt München“ erworben, sagte Kathrin Weidler vom Auktionshaus Weidler. „Wir hatten viel erwartet, aber nicht diesen Betrag.“ Der hohe Preis hänge vermutlich mit der vorhandenen Originalrechnung von 1916 zusammen.

Das Bild gehe vermutlich in den Nahen Osten, sagte Weidler. Insgesamt zwölf Interessenten hätten bei der Versteigerung mitgeboten, zwei davon seien persönlich anwesend gewesen.

Handel in Deutschland nicht verboten

Zwei etwa 70 Jahre alte Schwestern aus Hessen hatten das Werk in die Versteigerung gegeben. Der Großvater der Geschwister hatte das Bild im Jahr 1916 in einer Münchner Galerie gekauft. Die Originalrechnung war noch dabei sowie eine Notiz von Albert Bormann, dem Leiter von Hitlers Privatkanzlei, wonach das Bild wahrscheinlich echt sei.

Versteigerungen von Hitler-Gemälden finden immer wieder statt. Es gibt dafür Sammler im In- und Ausland. Der Handel ist in Deutschland nur verboten, wenn NS-Symbole wie etwa Hakenkreuze darauf zu sehen sind.

Kultur

Lifestyle

„Lammily“: Anti-Barbie mit Durchschnittsfigur

Sie ist eher klein, brünett, hat eine durchschnittliche Figur und kann sogar mit Cellulite, Schwangerschaftsstreifen und Pickeln ausgestattet werden: Eine Anti-Barbie-Puppe wird ab der kommenden Woche in den USA vermarktet. „Lammily“ ist die Idee des Grafikdesigners Nickolay Lamm, der mit ihr die Überzeugung verbreiten will, dass „es in Ordnung ist, wie ein normaler Mensch auszusehen“.

Er sei auf die Idee gekommen, als er in Geschäften nach einem Geschenk für ein Kind gesucht habe, erzählte der 26-Jährige. „Alle Puppen sahen aus wie Supermodels.“ Er habe nichts gegen Schönheitsköniginnnen, „aber ich habe den Eindruck, dass die Regale voller Supermodels den Eindruck vermitteln, dass etwas nicht stimmt, wenn man selbst nicht auch so aussieht“.

Geld per Crowdfunding gesammelt

Lamm formte seine „Lammily“ nach statistischen Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC, wonach die durchschnittliche 19-jährige Amerikanerin 1,63 Meter groß ist, 68 Kilogramm wiegt und eine Oberweite von 85 Zentimetern hat. Das Geld für die Massenproduktion der Puppe sammelte der Designer per Crowdfunding.

Bisher hat Lamm Vorbestellungen für rund 9.000 „Lammilys“, die 25 Dollar (etwa 20 Euro) kosten sollen. Eine Kleiderkollektion und Aufkleber mit vermeintlichen Schönheitsmakeln wie Akne, blauen Flecken, Cellulite und Insektenstichen sollen im Jänner folgen.