Ausland

Entführer dreier israelischer Jugendlicher tot

Die mutmaßlichen Mörder dreier israelischer Jugendlicher, die Mitte Juni im Westjordanland verschwanden, sind tot. Der Sprecher der israelischen Armee Peter Lerner teilte heute Früh via Twitter mit, Marwan Kawasme und Amer Abu Aischa seien bei einem Schusswechsel mit der israelischen Armee getötet worden.

Die drei israelischen Jugendlichen waren Mitte Juni auf dem Heimweg von ihrer Talmud-Schule nahe der Stadt Hebron im Westjordanland verschwunden. Ihre Leichen waren Ende Juni gefunden worden. Die Tat setzte eine Gewaltspirale in Gang, die in den Gaza-Krieg mündete.

Weißes Haus: Eindringling hatte 800 Schuss Munition

Ein ins Weiße Haus eingedrungener 42-Jähriger hat in seinem Auto rund 800 Schuss Munition sowie zwei Beile und eine Machete gehortet. Zudem sei er bereits vor etwa einem Monat mit einem Beil in der Nähe des Weißen Hauses gestoppt worden, sagte Staatsanwalt David Mudd dem Fernsehsender CNN zufolge gestern während der ersten Anhörung des Angeklagten.

Der Texaner sei eine Gefahr für US-Präsident Barack Obama gewesen. Der mit einem Klappmesser bewaffnete ehemalige US-Soldat war am Freitagabend erst in Obamas Amts- und Wohnsitz von Sicherheitskräften gestoppt worden.

Obama sagte, der für seine Sicherheit zuständige Secret Service mache einen „großartigen Job“. „Ich bin dankbar für all die Opfer, die sie für mich und meine Familie bringen.“ Kommentatoren kritisierten jedoch, dass der 42-Jährige nach dem Klettern über einen Zaun bis ins Weiße Haus vordringen konnte, ohne vorher vom Secret Service gestoppt zu werden.

Ukraine: Minister sorgt mit Bericht über Atomschlag für Spott

Der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletej hat mit Aussagen über einen mutmaßlichen Angriff mit russischen Atomwaffen im Konfliktgebiet Lugansk Gespött auf sich gezogen. Im Gespräch mit Journalisten hatte der Generaloberst behauptet, der Flughafen der ostukrainischen Stadt könne mit nuklearen Gefechtsköpfen von einem Granatwerfer vom Typ 2S4 Tjulpan beschossen worden sein.

Nicht nur in Russland, auch im eigenen Land gab es Kritik. Anton Geraschtschenko im Kiewer Innenministerium warnte vor der Gefahr, dass sich die Ukraine vor aller Welt lächerlich mache.

„Anscheinend nicht mehr bei Sinnen“

„Nach der Anwendung taktischer Atomwaffen gegen unsere beim Lugansker Flughafen im Schützengraben liegenden Jungs wäre niemand mehr rausgekommen“, schrieb Geraschtschenko auf Facebook. „Entweder hat sich der Verteidigungsminister geirrt, oder er kennt sich weder bei konventionellen noch atomaren Waffen aus.“ Geraschtschenko klärte den Minister auf: Wäre ein Atomsprengkopf dort explodiert, hätte er alles Lebende in der Nähe vernichtet und „die Scheiben in den Häusern von Lugansk im Umkreis von fünf bis zehn Kilometern zerstört“.

„Der ukrainische Verteidigungsminister ist anscheinend nicht mehr bei Sinnen“, schimpfte der Moskauer Außenpolitiker Alexej Puschkow. Moskaus Verteidigungsministerium warf Geletej „Verfolgungswahn“ vor.

UNO-Büro sieht Gaza-Krieg als Fall für den IGH

Die mutmaßlichen Kriegsverbrechen im Gaza-Konflikt sollen nach einer Empfehlung des Büros des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte vor den Internationalen Strafgerichtshof (IGH) in Den Haag gebracht werden. Die stellvertretende Hochkommissarin Flavia Pansieri stellte gestern in Genf einen Bericht vor, wonach Israel möglicherweise Kriegsverbrechen begangen habe, indem es zivile Ziele angegriffen habe.

In dem Bericht wurde auch die Sorge geäußert, dass bewaffnete palästinensische Gruppen mit willkürlichen Angriffen auf Israel gegen internationales Recht verstoßen hätten. So habe die radikalislamische Hamas militärisches Gerät in von Zivilisten bewohnten Gebieten stationiert und mutmaßliche Kollaborateure getötet.

Pansieri verwies auf eine Untersuchung aus dem Jahr 2009, in der der damalige UNO-Chefankläger für Kriegsverbrechen Richard Goldstone empfohlen hatte, die Situation in den Palästinensergebieten in Den Haag zu verhandeln. „Diese Empfehlung ist weiter relevant, besonders angesichts der jüngsten Eskalation und des vorangegangenen Versagens, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte sie. Etwa 2.200 Menschen waren im Sommer in dem 50-tägigen Krieg nach Angaben beider Seiten ums Leben gekommen.

Inland

Asyl: 400 wütende Bürger bei Versammlung am Semmering

Rund 400 Bewohner vom obersteirischen Spital am Semmering haben gestern Abend bei einer Bürgerversammlung ihrem Ärger über das vom Innenministerium im „Hotel Haus Semmering“ eingerichteten Asylgroßquartier Luft gemacht. Sie hatten kein Verständnis für die Aufnahme von solchen „Massen“ und wollten wissen, wer das bezahle und wo die Familien seien: „Wir sehen nur junge Männer“, so eine Frau besorgt.

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U-Ausschuss-Entwurf erst im Oktober im Nationalrat

Der Gesetzesentwurf für die Reform der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse wird erst im Oktober im Nationalrat eingebracht. Darauf haben sich die Fraktionen mit Ausnahme des Teams Stronach (TS) gestern Nachmittag geeinigt, erfuhr die APA von SPÖ, ÖVP und Grünen. Einzelne Punkte im Entwurf der Parlamentsdirektion sollen bis dahin legistisch präzisiert werden.

Alle Beteiligten hätten das Bekenntnis abgegeben, dass die im Juli erzielte politische Einigung umzusetzen sei, berichtete der grüne Abgeordnete Dieter Brosz. Einzelne Punkte, die man nicht ausreichend diskutiert habe oder wo es noch Missverständnisse gebe, müssten nun geklärt werden. Als Beispiel führte er die genaue Definition der Vorsitzrolle an.

Reform soll mit Jahresbeginn in Kraft treten

Im ÖVP-Klub hieß es ebenfalls, dass festgehalten wurde, was noch zu präzisieren sei. Auch auf den Fahrplan habe man sich geeinigt. Ziel sei es, die Reform mit 1. Jänner 2015 in Kraft treten zu lassen. Bis zu den regulären Plenartagen im Oktober (22./23. 10.) soll der entsprechende Initiativantrag fertig sein, wurde im SPÖ-Klub erklärt.

Noch in dieser Woche sind dazu Expertengespräche auf Klubebene geplant. Der nächste politische Termin ist für Donnerstag kommender Woche (2. Oktober) angesetzt. Der Gesetzesentwurf der Parlamentsdirektion liegt den Klubs seit Montag vor, inklusive Anmerkungen des Justizministeriums und des Verfassungsdienstes im Bundeskanzleramt. Ursprünglich war überlegt worden, ihn schon diese Woche im Nationalrat einzubringen.

TS nicht bei Verhandlungen dabei

Bei den Verhandlungen nicht mit dabei ist als einzige Fraktion das Team Stronach. Die ausverhandelte Reform sei nicht weitreichend genug, kritisierte der stellvertretende Klubobmann Robert Lugar in einer Aussendung. Die Abgeordneten - vor allem jene der Opposition - würden zu Statisten gemacht, so Lugar.

Nazi-Keller: Regisseur Seidl beteuert Authentizität

Der Filmemacher Ulrich Seidl hat die Authentizität der Szenen seines neuen Films „Im Keller“, die Männer singend zwischen Nazi-Devotionalien in einem Keller im Burgenland zeigen, beteuert.

Er wies gegenüber der APA die Darstellung der Mitwirkenden zurück, die Einrichtung sei von ihm ausgewählt worden. „Ich verstehe menschlich, dass sie versuchen, ihre Haut zu retten“, sagte der Regisseur.

Ex-Gemeinderäte: Nur Statisten

Bei zwei der Männer handelte es sich um - inzwischen zurückgetretene - Gemeinderäte der ÖVP. Sie waren in dem Film singend in einem mit Nazi-Devotionalien gespickten Keller im Burgenland zu sehen. Die Darsteller erklären, sie seien „vom Filmemacher bezahlte Statisten“ gewesen, berichtete die Wochenzeitung „BVZ“ gestern (Onlineausgabe).

Seidl: Auch Polizei wusste von dem Ort

Das ist aus Sicht des Regisseurs unrichtig. Die Mitwirkenden hätten tatsächlich eine Aufwandsentschädigung bekommen, sagte Seidl, „wie das bei Dreharbeiten allerorts normal und üblich ist, auch bei Dokumentarfilmen“.

Es handle sich aber bei dem Keller um einen von einer der handelnden Figuren eingerichteten Ort, der von ihm, seinen Freunden und anderen Dorfbewohnern „Hunderte Male“ besucht worden sei. Auch die Polizei habe von dem Raum gewusst.

Sport

Tennis: Spaniens Herren meckern über „Chefin“

Spaniens Davis-Cup-Mannschaft wird künftig erstmals von einer Frau geführt. Der nationale Tennisverband kürte seine Sportdirektorin Gala Leon zur Nachfolgerin von Kapitän Carlos Moya, der nach dem Abstieg aus der Weltgruppe zurückgetreten war.

Nachdem Moya ein Angebot zur Rückkehr ausgeschlagen hatte, fiel die Wahl auf die 40-Jährige. Sie gewann als Profi ein WTA-Turnier. Die spanischen Tennis-Herren müssen sich erst an eine Frau als „Chefin“ gewöhnen und sind bei ihren Argumentationen gegen Leon noch recht machomäßig unterwegs.

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Formel 1: Hamilton bleibt auf Überholspur

Durch den Sieg beim Grand Prix in Singapur hat Lewis Hamilton am Sonntag zum zweiten Mal in dieser Saison die WM-Führung von seinem Mercedes-Stallrivalen Nico Rosberg übernommen. Rosbergs Kampfansage nach dem frühen Aus ließ aber nicht lange auf sich warten. „Ich muss das verarbeiten - und dann volle Attacke in Suzuka“, richtete der 29-Jährige seinem Teamkollegen aus.

Und so blieb Hamilton auch nach seinem zweiten Erfolg hintereinander vorsichtig. „Auf das Momentum gebe ich nichts“, erklärte der Brite, der von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff verbal geadelt wurde: „An solchen Tagen zeigen Fahrer wie Lewis, was den Unterschied zwischen einem Star und einem Superstar ausmacht.“

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Bundesliga: Bei Meister Salzburg brennt der Hut

Der Meister aus Salzburg kennt offenbar nur die Extreme. Nach dem grandiosen Saisonstart, als man die Gegner noch nach Belieben dominierte, schlitterte man seit dem Aus in der Champions League in die bisher schlimmste Pleitenserie der Red-Bull-Ära. Das 2:3 gestern gegen die Austria war das fünfte Pflichtspiel ohne Sieg und die dritte Ligapleite in Folge.

Sportdirektor Ralf Rangnick sprach angesichts der Probleme der Salzburger Defensive sogar von „Schülerniveau“. Bei den aufgeblühten „Veilchen“ hat man indes wieder Morgenluft geschnuppert, man nimmt nun sogar die Top Drei ins Visier.

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Gesundheit

WHO-Studie: Mehr als 20.000 Ebola-Infizierte bis November

Die Zahl der Ebola-Infizierten wird bis Anfang November laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf mehr als 20. 000 steigen. Das geht aus einer Untersuchung der WHO und des Imperial College in London hervor, die heute im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde.

70 Prozent der Patienten sterben

Die WHO hat nach jüngsten Daten in Westafrika bis 18. September 5.762 Ebola-Patienten registriert, 2.793 davon waren gestorben. Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher sein. Für die neue Studie haben die Wissenschafter die Daten seit dem Ausbruch im vergangenen Dezember analysiert.

Dabei gewannen sie auch Erkenntnisse darüber, wie viele Erkrankte an dem Virus sterben. „Die Analyse zeigt, dass bis zum 14. September 70,8 Prozent der Patienten mit eindeutigen Befunden gestorben sind“, sagte Christopher Dye, WHO-Strategiedirektor und Co-Autor. Diese Quote sei in Guinea, Liberia und Sierra Leone gleich.

Schnelle Behandlung entscheidend

Niedriger habe die Rate der Todesfälle gelegen, wenn man nur die Patienten in Krankenhäusern betrachte. Dies stütze die Annahme, dass die schnelle Behandlung von Patienten einen Unterschied mache, heißt es in der Studie.

Widerlegen konnten die Forscher die Vermutung, dass Frauen sich öfter mit der Krankheit infizieren, etwa weil sie mehr mit der Pflege von Kranken befasst sind. „Es mag Unterschiede in einigen Teilen der Gesellschaft geben, aber als wir die Daten gebündelt betrachtet haben, konnten wir sehen, dass die Verteilung der Infektionen annähernd bei 50-50 liegt“, sagte Dye.

Verbreitung wegen schlechten Gesundheitssystems

Die weite Verbreitung der Krankheit liegt nach Ansicht der Forscher nicht primär an der biologischen Beschaffenheit des Virus. Stattdessen sei dafür der enge und grenzüberschreitende Austausch der Menschen in den am härtesten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone sowie der schlechte Zustand der Gesundheitssysteme verantwortlich.

Wirtschaft

RBI schreibt 2014 Verlust

Die Ukraine-Krise, aber auch ungarische Sondergesetze zu Fremdwährungskrediten drücken die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI) im Geschäftsjahr 2014 in die roten Zahlen. Eine Dividendenzahlung ist demnach fraglich. In jedem Fall bedient werden soll das Nachrangkapital. Frisches Kapital beschaffen muss sich die Bank jetzt nicht, sagte der Vorstand.

Nach einer mehrstündigen Vorstandssitzung mit abschließender Planungsrunde hat der österreichische Bankkonzern gestern spätabends eine Gewinnwarnung abgesetzt. Es sei „von einem negativen Konzernergebnis für 2014 auszugehen“, hieß es in einer ad-hoc-Mitteilung. Zur Erinnerung: Für das erste Halbjahr 2014 hat die RBI noch einen Nettogewinn von 344 Mio. Euro ausgewiesen.

Hohe Abschreibungen in Ukraine

Raiffeisen muss in Ungarn für umstrittene Fremdwährungskreditvergaben zahlen. Das kostet die Bank bis zu 240 Mio. Euro. 67 Millionen Euro wurden im zweiten Quartal dafür zur Seite gelegt. Der größere Rest folgt im zweiten Halbjahr.

Vor allem die politische Krise um die Ukraine treibt die Kreditwertberichtigungen in die Höhe. In Summe dürften die Kreditrisikovorsorgen im Konzern 2014 nun zwischen 1,5 und 1,7 Mrd. Euro ausmachen. Bisher war die Bank von 1,3 bis 1,4 Mrd. Euro ausgegangen. Auf die ukrainische Aval Bank - auf deren Vermögen ein Werthaltigkeitstest erfolgt - droht eine Markenwertabschreibung von 60 Mio. Euro.

Wie hoch der Verlust 2014 ausfallen wird, wollte der Vorstand nicht sagen. Bankchef Karl Sevelda sprach von „riesigen Unsicherheitsfaktoren“ Deshalb gab es auch noch keine klaren Aussagen zur Dividende. Ohne die aktuellen Sonderbelastungen wäre man positiv gewesen, so die Bank.

EU genehmigt Beihilfe für ersten AKW-Neubau seit Fukushima

Die EU wird Großbritannien grünes Licht für den ersten Atomkraftwerksbau in Europa seit der Katastrophe von Fukushima geben. „Unsere Diskussionen mit den britischen Behörden haben zu einer Übereinkunft geführt“, teilte Kommissionssprecher Antoine Colombani gestern in einer E-Mail mit.

Auf dieser Grundlage werde Vizekommissionspräsident Joaquin Almunia seinen Kommissionskollegen empfehlen, eine positive Entscheidung in dieser Angelegenheit zu treffen. An dem Bau ist der französische Versorger EDF maßgeblich beteiligt. Das Projekt hat für Großbritannien eine hohe Priorität, weil das Land in den kommenden Jahren jedes fünfte seiner alternden AKWs ersetzen will. Für Frankreich ist die Anlage ein wichtiges Exportgeschäft.

Auch zahlreiche andere Länder warten gespannt auf das Urteil der EU-Behörde, weil es eine Richtschnur für die erlaubten Subventionen liefert. AKW-Entwickler in der EU sind mittlerweile auf staatliche Unterstützung angewiesen, denn seit dem Fukushima-Unglück im März 2011 haben schärfere Sicherheitsauflagen die Kosten für neue Kernkraftwerke in die Höhe getrieben. Daher sichert Großbritannien als erstes europäisches Land den AKW-Bau mit Staatsgarantien ab.

AKW soll ab 2023 Strom produzieren

Das Kraftwerk Hinkley Point C mit zwei Druckwasserreaktoren des französischen Herstellers Areva soll in Somerset in Südwestengland entstehen. Es ist der erste derartige Neubau in Großbritannien seit rund 20 Jahren. Er soll ab 2023 Strom produzieren und laut EDF rund sieben Prozent zur britischen Stromerzeugung beitragen. An dem Konsortium sind auch chinesische Firmen beteiligt.

Lebensmittelschmuggel nach Russland nimmt zu

Nach dem Importverbot für westliche Lebensmittel beklagen die russischen Behörden eine Zunahme beim Schmuggel von Obst und Gemüse aus EU-Staaten über Weißrussland.

Die Lebensmittelaufsicht in Moskau entdeckte unter anderem illegal ins Land eingeführte Pfirsiche und Nektarinen aus Spanien sowie Chinakohl aus Polen, wie die Agentur Interfax meldete.

Demnach wurden in den vergangenen Wochen Dutzende solcher Verstöße gemeldet. Russische Medien berichteten, dass seit dem Anfang August im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Einfuhrstopp etwa auch Käse und andere Milchprodukte aus der EU in Weißrussland umetikettiert und dann eingeführt werden. In russischen Supermärkten gibt es beispielsweise Parmesan und andere Markenkäsesorten aus Weißrussland zu kaufen.

Russland soll AKWs in Südafrika bauen

Russland soll bis 2030 in Südafrika Atomkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 9,6 Gigawatt bauen. Ein entsprechender Kooperationsvertrag mit einem Finanzvolumen von zehn Mrd. Dollar wurde gestern unterzeichnet, wie beide Staaten bekanntgaben. Die Ankündigung kam überraschend und wurde am Rande einer internationalen Atomenergiekonferenz in Wien verbreitet. Offenkundig ist Südafrika gewillt, sein Atomenergieprogramm trotz Finanzierungsproblemen voranzutreiben.

„Dieses Abkommen öffnet Südafrika die Tür zu russischer Technologie, Finanzmitteln und Infrastruktur“, sagte Südafrikas Energieministerin Tina Joemat-Pettersson. Außerdem schaffe es eine solide Grundlage für eine weitere umfangreiche Zusammenarbeit. Der Generaldirektor von Rosatom, Sergej Kirienko, sagte, das Geschäft umfasse bis zu acht Atomkraftanlagen und schaffe Tausende Arbeitsplätze.

Südafrika hat seine Energiewirtschaft lange vernachlässigt und heute große Probleme, eine stabile Versorgung zu gewährleisten.

Chronik

Sommer nun auch offiziell vorbei

Der verregnete Sommer 2014 ist heute um exakt 4.29 Uhr MESZ auch offiziell zuende gegangen. Der Herbst startet mit der Tag- und Nachtgleiche, auch Äquinoktium genannt. Bei diesem Schauspiel steht die Sonne senkrecht über dem Äquator. Auf den beiden Erdpolen beginnen damit Polarnacht und Polartag.

Am Südpol ist die Sonne bis zum Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel durchgehend zu sehen, während der Nordpol nun im Dunkeln liegt. Derzeit wird jeder Tag (täglich) um vier Minuten kürzer. Die damit einhergehende Zeitumstellung (Stichwort: Winterzeit), erfolgt allerdings erst am 26. Oktober. Dann werden die Zeiger um eine Stunde zurückgestellt.

Wanderer in Naturreservat nahe New York von Bären getötet

Ein 22-Jähriger ist in einem Naturreservat im US-Bundesstaat New Jersey von einem Braunbären getötet worden. Zusammen mit vier weiteren Wanderern war er gestern im etwa 65 Kilometer nordwestlich der Metropole New York gelegenen Apshawa-Park unterwegs, wie die Polizei gestern mitteilte. Als die Wanderer im Wald auf den Bären trafen, gerieten sie den Angaben zufolge in Panik und trennten sich.

Vier von ihnen konnten fliehen und alarmierten die Rettungskräfte. Zwei Stunden später wurde der leblose Körper des vermissten 22-Jährigen entdeckt. Ein Bär, der sich in der Nähe der Leiche aufhielt, wurde eingeschläfert.

Das Naturreservat Apshawa ist vor allem bei Wanderern und Vogelbeobachtern beliebt. Im Nordwesten New Jerseys leben bis zu 3.000 Braunbären. Nach Angaben der Umweltschutzbehörde handelte es sich vermutlich um die erste tödliche Attacke dieser Art in dem US-Bundesstaat.

EU: Erasmus-Studierende seltener arbeitslos

Jährlich nutzen rund 5.700 Studierende aus Österreich das Erasmus-Programm und gehen vorübergehend ins Ausland - mit bemerkenswerten Auswirkungen auf Beruf und Beziehungsleben der Teilnehmer. Laut einer aktuellen Studie ist das Risiko, über längere Zeit arbeitslos zu werden, für Studierende mit Auslandsaufenthalt halb so groß wie für jene ohne Auslandserfahrung. Viele finden außerdem ihren Partner im Ausland. Und es gibt rund eine Million „Erasmus-Babys“.

Mehr dazu in Risiko um die Hälfte geringer

Zwölf Tote bei Explosion in Feuerwerksfabrik in China

Bei der Explosion in einer Feuerwerksfabrik in Zentralchina sind zwölf Menschen ums Leben gekommen. 33 weitere wurden verletzt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua heute berichtete. Das Unglück passierte am Vortag in der Nanyang Export Feuerwerksfabrik im Dorf Baofeng nahe der Stadt Liling in der Provinz Hunan, als 47 Arbeiter in den Werkshallen waren.

Die Gegend um Liling ist eine der größten Produktionsstandorte für Feuerwerk in China. Nach Angaben der Behörden war die Unglücksfabrik lizensiert. Die Ursache der Explosion wird noch untersucht.

IT

Google-Chef fordert „echten digitalen Binnenmarkt“ in der EU

Google-Chef Eric Schmidt hat von der EU mehr Freiheiten für Technologiefirmen gefordert. Sie müsse „einen echten digitalen Binnenmarkt“ schaffen, sagte er gestern in Brüssel. Wenn regulatorische Hürden wegfielen, hätten Start-up-Unternehmen direkt Zugang zu einer Milliarde Kunden - „einem Markt, der größer ist als die USA“. Europa könnte so die hohe Arbeitslosigkeit angehen.

„Europa muss Risikoträger ermutigen“, sagte Schmidt. Unternehmer seien vorrangig in Kulturen zu finden, die sie ermutigten, Risiken einzugehen. Der Google-Chef verwies dabei auf den umstrittenen Fahrdienstanbieter Uber, der Privatleuten erlaubt, via Smartphone-App Fahrten anzubieten, die in der Regel deutlich günstiger sind als die jeweils ortsüblichen Taxitarife.

Google steht seit 2010 im Visier der Europäischen Union: Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass Google Suchergebnisse manipuliere. Dabei würden Ergebnisse von spezialisierten Suchdiensten, die Google selbst betreibt, höher und prominenter angezeigt als Ergebnisse der Konkurrenz. Dem US-Konzern drohen ein Verbot der Praktiken und eine hohe Geldstrafe. Google machte mehrfach Zugeständnisse, inzwischen kamen aber weitere Beschwerden von Mitbewerbern auf.

3-D-Brille Oculus vor Bewährungsprobe

Die 3-D-Brille Oculus, von Facebook um rund zwei Milliarden Euro gekauft, soll nach jahrelanger Entwicklungsarbeit bald marktreif sein: Am Wochenende wurde ausgewählten Entwicklern erstmals ein Prototyp vorgestellt, der dem endgültigen Produkt schon ziemlich nahekommen soll. Die Creme de la Creme der IT-Branche wurde seit der Übernahme rekrutiert, um aus der sprichwörtlich im Sack gekauften Katze ein gewinnbringendes Investment zu machen. Bis dahin braucht Facebook aber noch einen langen Atem, vor allem in finanzieller Hinsicht. Dass das Abenteuer in der virtuellen Realität überhaupt zum kapitalen Bauchfleck wird, ist auch nicht ausgeschlossen.

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Science

Die NSA-Station im 22. Wiener Gemeindebezirk

Auch wenn die Nachrichtenlage seit Beginn der NSA-Enthüllungen in Bezug auf Österreich noch immer dürftig ist, lassen sich nun drei der bisherigen vier Erwähnungen Österreichs zweifelsfrei zuordnen. Der in einem Dokument erwähnte „Vienna Annex“ zur NSA-Station in der US-Botschaft befindet sich in den obersten drei Geschoßen des IZD-Towers im 22. Wiener Gemeindebezirk. Das geht aus einer aktuellen Fotoserie, die ORF.at zugespielt wurde, klar hervor.

Seit der Fertigstellung des Towers Ende 2001 residiert dort die US-Vertretung bei den Vereinten Nationen. Auf dem Dach befindet sich in einer Höhe von etwa 130 Metern derselbe Aufbau wie auf dem Dach der US-Botschaft im neunten Wiener Gemeindebezirk. In beiden Fällen hat das als „Wartungsaufbau“ getarnte Häuschen eine Grundfläche von etwa 15 Quadratmetern. Vom Boden aus ist es praktisch nicht zu erkennen, das Häuschen ist direkt auf die nahen Gebäude der UNO-City ausgerichtet.

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Kultur

Pink Floyd kündigten neues Album für November an

Pink Floyd werden ihr neues und vermutlich letztes Studioalbum am 7. November in den Handel bringen. „The Endless River“ ist das erste Studioalbum der Gruppe seit rund 20 Jahren und besteht aus bisher unveröffentlichten, überarbeiteten Liedern, die David Gilmour, Richard Wright und Nick Mason schon 1993 für das Album „The Division Bell“ aufgenommen hatten.

Damit ist auch das Schlagzeugspiel des verstorbenen Rick Wright zu hören. „Wir haben mehr als 20 Stunden Musik von uns drei durchgehört und das ausgesucht, auf dem wir für ein Album weiterarbeiten wollten“, sagte Gilmour in einem Pressestatement gestern.

Im vergangenen Jahr habe man neue Teile dazugefügt, andere neu aufgenommen und andere mit moderner Studiotechnik aufbereitet. Der Mitte der 1980er Jahre ausgestiegene Roger Waters war nicht involviert.

Wright 2008 verstorben

Keyboarder Wright starb 2008 mit 65 Jahren an Krebs. „The Endless River“ sei ein Tribut an ihn, teilte die Band auf ihrer Website mit. Sie hätten die Musik neu aufgenommen und mit moderner Studiotechnik bearbeitet. Fast alle der 18 Stücke sind instrumental. Nur „Louder than Words“ hat einen Text, den Gilmours Ehefrau Polly Samson geschrieben hat. Sie hatte im Juli bereits über Twitter verraten, dass es ein neues Album geben werde.