Ausland

Ägypten und USA auf Annäherungskurs

Ägypten und die USA nähern sich nach einer deutlichen Abkühlung der Beziehungen einander wieder an. Ägyptens Außenminister Nabil Fahmi brach heute zu einem Besuch in Washington auf.

Es ist der erste Besuch des ägyptischen Chefdiplomaten in der US-Hauptstadt seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im Juli 2013.

Die USA hatten ihre Militärhilfe nach dem Sturz Mursis eingeschränkt. Jüngst hieß es aber in Washington, dass Kerry dem US-Kongress bescheinigen werde, dass Ägypten seine strategische Partnerschaft mit den USA aufrechterhalte und die Auflagen des Friedensvertrags mit Israel erfülle. Das sei für künftige Finanzhilfen an Kairo notwendig.

Erst in der Nacht auf gestern hatten die USA Ägypten zudem die Lieferung von zehn Apache-Hubschraubern für den Anti-Terror-Kampf zugesagt. Ende Mai wird in Ägypten ein neuer Präsident gewählt. Beobachter rechnen mit einem Sieg von Ex-Militärchef Abdel Fattah al-Sisi.

Mehr als 20 Tote bei Luftangriff in Syrien

Bei einem Luftangriff syrischer Regierungstruppen auf Aleppo sind mindestens 21 Menschen getötet worden. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London heute berichtete, waren auch drei Kinder unter den Toten.

Kampfflugzeuge hatten den Angaben nach ein Wohngebiet unter Beschuss genommen. Der Bürgerkrieg in Syrien hat laut den Aktivisiten schon mehr als 150.000 Menschen das Leben gekostet.

Fünf Separatisten in Ostukraine getötet

Bei einem „Anti-Terror-Einsatz“ nahe der ostukrainischen Stadt Slawjansk haben Regierungstruppen nach eigenen Angaben mindestens fünf prorussische Aktivisten getötet.

Drei Kontrollpunkte der Separatisten seien erobert worden, teilte das Innenministerium in Kiew heute mit. Dabei sei ein Mitglied der Sicherheitskräfte verletzt worden. Zuvor hatten auch Vertreter der moskautreuen „Volksmiliz“ von Schusswechseln berichtet.

Moskauer Staatsmedien zufolge standen ukrainische Truppen nur wenige Kilometer vom Zentrum von Slawjansk entfernt, das von prorussischen Kräften kontrolliert wird.

Italien: Renzi will Steuerlast für Pensionisten senken

Nach der beschlossenen Steuersenkung für einkommensschwache Arbeitnehmer, die Italienern mit einem Einkommen unter 24.000 Euro zusätzliche Einnahmen in Höhe von 80 Euro pro Monat bescheren wird, will Italiens Premier Matteo Renzi jetzt auch Pensionisten entlasten. Der Premier kündigte Steuerentlastungen für Personen mit niedriger Pension an.

Zudem will er Italiener ohne Einkommen unterstützen. Eine Million Italiener müssen ohne jedes Einkommen auskommen, weil alle erwachsenen Familienmitglieder arbeitslos sind, wie aus Daten des nationalen Statistikamts Istat hervorgeht. Das sind 18,3 Prozent mehr als 2012.

Einsparungen von 240 Millionen Euro nötig

Dem Parlament wurde nun die definitive Version des Maßnahmenpakets mit Renzis Steuersenkungen unterbreitet. Um die Steuererleichterungen zu finanzieren, sind Einsparungen in Höhe von 240 Millionen Euro in den Ministerien vorgesehen.

Laut dem ursprünglichen Text, den Renzi vorgelegt hatte, betrugen die Kürzungen noch 200 Millionen Euro. Die Regierung rechnet 2015 außerdem mit zusätzlichen Einnahmen durch den Kampf gegen die Steuerhinterziehung.

Transparency: EU-Korruptionsregeln oft totes Recht

Die EU-Institutionen sind nach Einschätzung der Organisation Transparency International nicht ausreichend gegen Korruption gewappnet. Es gebe zwar zahlreiche Regeln und Vorschriften, um Korruption zu verhindern, allerdings würden sie oft nicht umgesetzt, beklagt die Organisation in einer Studie, die heute in Berlin vorgestellt wurde.

Mitunter mangle es am politischen Willen oder den nötigen Ressourcen, heißt es darin. Die Gesetzgebungsprozesse und Lobbyistenstrukturen in der EU seien teilweise undurchsichtig. Auch gebe es beispielsweise keine ausreichenden Vorkehrungen zum Schutz von Medieninformanten. EU-Mitarbeiter hätten daher kaum Anreize, Fehlverhalten zu melden.

Zehn EU-Institutionen untersucht

Transparency International nahm sich für die Studie zehn EU-Institutionen vor, darunter das Europäische Parlament, die EU-Kommission und den Europäischen Rat. Das EU-Büro der Antikorruptionsorganisation untersuchte die Einrichtungen mit Blick auf Unabhängigkeit, Transparenz, Rechenschaftspflicht und Integrität.

Die Autoren loben, die europäischen Institutionen machten zwar viele Dokumente und Informationen aus ihren Entscheidungsprozessen öffentlich zugänglich, besonders das EU-Parlament. Viele wichtige Verhandlungen liefen aber hinter verschlossenen Türen. Außerdem seien die Verantwortlichen in den EU-Einrichtungen nicht verpflichtet, Kontakte zu Lobbyisten während des Gesetzgebungsprozesses offenzulegen. Auch ein verpflichtendes Register der auf EU-Ebene tätigen Lobbyisten fehle.

Einfachere Regeln gefordert

Es gebe zwar zahlreiche Vorschriften, um Interessenkonflikte von EU-Mitarbeitern zu vermeiden - etwa mit Blick auf einen späteren Wechsel in die Wirtschaft. Die Regeln seien aber komplex und für die Mitarbeiter selbst schwer durchschaubar. Vermögenserklärungen der Mitglieder des EU-Parlaments würden nicht auf ihre Richtigkeit kontrolliert. Die Einrichtungen der Europäischen Union müssten an einigen Stellen nachbessern.

Inland

Karmasin will Land familienfreundlicher machen

Österreich soll 2025 das familienfreundlichste Land Europas sein. Dieses langfristige Ziel gab die neue Ressortchefin Sophie Karmasin anlässlich der 30-Jahre-Feier des Bundesministeriums für Familie und Jugend heute aus.

Derzeit würden nur 43 Prozent der Österreicher ihren Kinderwunsch realisieren: „Wenn wir die Kinderzahl nicht fördern, kommt uns die Zukunft abhanden“, betonte sie.

In Österreich leben 1,4 Millionen Familien mit Kindern in den unterschiedlichsten Konstellationen. Den größten Anteil daran haben Ehepaare (625.000), homosexuelle Paare mit Kindern gibt es rund 7.700. Karmasin möchte nicht ein spezielles Modell „rauspicken“: „Familie ist dort, wo sich Menschen zu Hause fühlen.“

„Kein besonders familienfreundliches Klima“

Fakt sei jedoch, dass die Kinderzahl zurückgeht, vor allem Familien mit drei und mehr Kindern gebe es immer weniger. Auch bei Familien mit Kindern unter 15 Jahre wird eine stetige Abwärtsbewegung verzeichnet. In Österreich herrsche „kein besonders familienfreundliches Klima“. In der Wahrnehmung der Familienfreundlichkeit rangiert Österreich mit 31 Prozent etwa weit hinter Dänemark mit 90 Prozent.

Neben eher abstrakten Leitprinzipien (Akzeptanz, Individualität, Partnerschaftlichkeit, „neues Denken“ und Veränderung von „Lebensrealitäten“) führte die Ministerin an konkreten Maßnahmen beispielsweise die Erhöhung der Familienbeihilfe in drei Schritten an und das flexible Kinderbetreuungskonto, mit dem sich eine Arbeitsgruppe ab Herbst auseinandersetzen wird.

Jugendschutzgesetz kein „prioritäres Ziel“

Dass nun offenbar für die Ganztagsschulen weniger Geld zur Verfügung stehen soll, wollte Karmasin nicht weiter kommentieren. Dazu, dass es nach 30 Jahren Familien- und Jugendministerium noch kein österreichweit einheitliches Jugendschutzgesetz gibt, meinte die Ministerin, das sei derzeit nicht das „prioritäre Ziel“: „Der Impuls muss von den Ländern kommen.“ Sie wäre bereit, das dann zu „moderieren“.

Woraus sich Österreichs Schuldenberg zusammensetzt

Der Schuldenstand Österreichs hat sich im vergangenen Jahr nur geringfügig auf 74,5 Prozent des BIP erhöht - deutlich weniger als in den Jahren zuvor, wie aus den jüngsten Daten des EU-Statistikamtes Eurostat hervorgeht.

Von 2010 bis 2012 stieg die Gesamtverschuldung von 72,5 auf 74,4 Prozent. Grund dafür sind zum einen Hilfskredite für die Euro-Krisenländer und zum anderen Verbindlichkeiten, die nicht im Haushalt des Landes Salzburg verbucht waren. Auch die anderen Staaten der Währungsunion kommen trotz sinkender Defizite nicht ohne neue Schulden aus.

Mehr dazu in EU-Defizite gingen 2013 zurück

Nazi-Parolen: 16 Monate Haft für 21-Jährigen

Ein 21-jähriger Kärntner ist gestern wegen des Verdachts der nationalsozialistischen Wiederbetätigung vor Gericht gestanden. Er soll Türken und Bosnier mit eindeutigen Parolen beschimpft haben. Das Urteil - 16 Monate Haft, davon vier unbedingt - ist nicht rechtskräftig.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Wiener FPÖ will Life Ball Förderung streichen

Jährlich wird der Life Ball von der Stadt Wien gefördert, jährlich passiert dieser Antrag den Wiener Stadtsenat mit der Zustimmung aller Parteien. Gestern lehnte die Wiener FPÖ die Subvention in Höhe von 800.000 Euro allerdings ab, wie „Heute“ berichtete. Die anderen Stadtparteien zeigten dafür kein Verständnis.

„Wir sind nicht gegen den Ball per se, sondern gegen die Erhöhung der Subvention“, bestätigte eine Sprecherin der Wiener FPÖ den Bericht. Der Life Ball trage sich inzwischen selbst und brauche die Förderung der Stadt gerade in Zeiten von Gebührenerhöhungen, Sparpaketen und hohen Mieten für den einzelnen Wiener nicht mehr. Stattdessen solle das Geld besser direkt in die Aids-Forschung investiert werden.

Förderungen vorerst gesichert

Mit den Stimmen der anderen Stadträte erhält der Life Ball die Förderung dennoch - trotzdem zeigten sich die anderen Parteien verwundert über das Vorgehen der FPÖ. „Der Life Ball ist nicht nur eine der weltweit größten Aids-Charity-Veranstaltungen, sondern auch ein Aushängeschild für eine weltoffene Metropole wie Wien. Jeder Euro dieser Subvention ist wertvoll“, betonte die grüne Gemeinderätin Jennifer Kickert heute in einer Aussendung.

Auch der Landesparteiobmann der Wiener ÖVP, Manfred Juraczka, kritisierte in einer Aussendung das Abstimmungsverhalten der FPÖ: „Es gibt einen Grundkonsens in dieser Stadt: jenen zu helfen, die Hilfe benötigen, und alles zu tun, damit Hilfe erst gar nicht benötigt wird. Wenn die FPÖ Wien als einzige Partei eine Unterstützung des Wiener Life Balls ablehnt, dann stellt sie sich gegen diesen Grundkonsens.“

TV-Hinweis

Wirtschaft

Nach Sitzungschaos: TA-Deal mit Slim doch besiegelt

Es ist eine lange Zitterpartie gewesen, doch nun ist der Syndikatsvertrag der Telekom-Austria-Aktionäre ÖIAG und America Movil des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim unter Dach und Fach. Gestern in den späten Abendstunden konnte der Aufsichtsrat der Staatsholding den entsprechenden Beschluss fassen.

Mit Ruhm hat sich die ÖIAG aber nicht bekleckert: Nachdem die fünf Arbeitnehmervertreter den Deal abgelehnt hatten und nicht zur Sitzung erschienen waren, fehlten den ganzen Tag auch Kapitalvertreter für die Beschlussfähigkeit. Aufsichtsratschef Peter Mitterbauer wurde schließlich extra eingeflogen.

Mehr dazu in Spät erreichte Beschlussfähigkeit

Gewerkschaft gegen Ausweitung der Sonntagsöffnung

Dass der neue Obmann des Wiener Wirtschaftsbundes, Walter Ruck, die geltende Regelung in Sachen Sonntagsöffnung infrage stellt, sorgt für Skepsis bei der Gewerkschaft. Die bestehenden Ausnahmeregeln seien völlig ausreichend, so die Gewerkschaft. Ruck war gestern bei einer Pressekonferenz dafür eingetreten, dass mehr Geschäfte am Sonntag aufsperren dürfen.

Weitere Ausnahmeregeln in Tourismusgebieten seien nur dann diskutabel, wenn sie nach bestehenden Gesetzen überhaupt erlaubt seien, so Manfred Wolf von der GPA-djp. Außerdem müssten sie sozialpartnerschaftlich ausgehandelt werden und faire Rahmenbedingungen für die Beschäftigten inkludieren, betonte er.

„Mit uns keine Sonntagsarbeit im Handel“

Generell sehe man die offenbar propagierte Annäherung der Handelsvertreter mit den Tourismusvertretern in der Wiener Wirtschaftskammer problematisch. Es stelle sich auch die Frage, was den Handelsvertretern der Kammer die Sozialpartnerschaft zukünftig wert sei, so Karl Proyer, der stellvertretende Bundesgeschäftsführer der GPA-djp - er versicherte: „Mit uns wird es keine Sonntagsarbeit im Handel geben.“

IV prophezeit stabile Jobzahl bei hoher Fluktuation

Österreichs Wirtschaft steht vor einer „Konjunkturerholung mit Gegenwind“, heißt es im Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung (IV) für das erste Quartal. Es werde zwar weiter Wachstum geben, aber dieses bleibe unterdurchschnittlich. Größter Lichtblick: Die Zahl der Jobs sinkt dank „guter Auslastung“ nicht mehr - die Fluktuation steigt dafür.

Hinter dem ausgeglichenen Durchschnittsbild auf dem Arbeitsmarkt stecke eine hohe Dynamik, sagte IV-Chefvolkswirt Christian Helmenstein heute bei der Präsentation der Konjunkturprognose. Denn jeweils 20 Prozent der Firmen wollen Jobs auf- beziehungsweise abbauen.

„Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten eine überdurchschnittliche Fluktuation bei den Arbeitskräften erleben“, so Helmenstein. Etwa 40 Prozent der Firmen rechnen mit einer Veränderung beim Personalstand.

Aus Eigeninteresse gegen Ukraine-Sanktionen

Aufträge kommen auch aus dem Ausland, allerdings hat die Wirtschaftsdynamik in den Schwellenländern nachgelassen, so dass sich der Fokus der Bestellungen in den nächsten ein oder zwei Jahren wieder auf die EU und die USA verlagern dürfte, erwartet Helmenstein. Trotzdem sei es weiter richtig, bei den heimischen Exporten die Schwellenländer verstärkt ins Visier zu nehmen.

Ein großer Unsicherheitsfaktor ist die Ukraine-Krise. Immerhin seien 750 österreichische Unternehmen in dem Land tätig, davon 150 mit Niederlassungen, 20 sogar mit „signifikanten Investitionen“, auch in der Grundstoff- und Metallindustrie in der Ostukraine, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Gerade dort habe Österreich also auch industrielle und wirtschaftliche Interessen. Explizit spricht sich die IV gegen Sanktionen aus.

Gasprom verlangt 11,4 Mrd. Dollar von Ukraine

Der staatliche russische Konzern Gasprom hat der Ukraine schlagartig zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe in Rechnung gestellt. Gasprom fordere 11,4 Milliarden Dollar (8,25 Mrd. Euro) vom ukrainischen Staatskonzern Naftogas wegen nicht eingehaltener Klauseln über Gaslieferungen, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax heute unter Berufung auf Gasprom-Exportchef Alexander Medwedew.

Naftogas habe im vergangenen Jahr nur 12,9 Milliarden Kubikmeter Gas importiert anstatt der vereinbarten 41,6 Milliarden Kubikmeter, hieß es. Gezahlt werden müsse aber für die vereinbarte Liefermenge und nicht für das tatsächlich abgenommene Gas. Zusätzlich zu den neu geforderten 11,4 Milliarden Dollar verlangt Gasprom von der Ukraine 2,2 Milliarden Dollar aus schon länger bestehenden Forderungen.

Russland hatte zu Beginn des Monats den Preis für Gas von 268 Dollar auf 485 Dollar pro 1.000 Kubikmeter erhöht. Begründet wurde das damit, dass vereinbarte Rabatte unter anderem durch die Angliederung der Krim an Russland hinfällig seien. Russlands Präsident Wladimir Putin drohte zudem, die Ukraine nur noch gegen Vorkasse mit Gas zu beliefern und notfalls die Versorgung zu drosseln, sollten die Außenstände nicht rasch beglichen werden.

Schon jeder zwölfte Neuwagen ist eine „Tageszulassung“

Die Zahl der Pkw-Tageszulassungen ist in Österreich im ersten Quartal um 6,5 Prozent auf 6.835 gestiegen - und bereits mehr als jeder zwölfte Neuwagen (8,4 Prozent) kommt über eine solche Kurzzulassung in den Straßenverkehr, wie die Statistik Austria heute mitteilte. Ein Jahr davor waren es erst 8,0 Prozent gewesen.

Insgesamt wuchsen die Pkw-Neuzulassungen im 1. Quartal um 1,6 Prozent auf 81.281 Stück. Ohne die Tageszulassungen hätte die Zunahme lediglich 1,1 Prozent betragen. Die höchsten Anteile von Tageszulassungen wurden bei den Marken Hyundai (37,5 Prozent) und Ford (26,2 Prozent) registriert. Durch Tageszulassungen können Autohändler Pkws mit höherem Rabatt verkaufen.

Sport

Champions League: Pleite bei Real lässt Bayern kalt

Bayern München hat das Hinspiel des Semifinales der Champions League bei Real Madrid gestern zwar mit 0:1 verloren, dennoch ist der Optimismus beim Titelverteidiger vor dem Rückspiel ungebrochen. Die knappe Pleite gegen die Spanier ließ die Mannschaft von Trainer Josep Guardiola kalt. Zu groß war die Dominanz, einzig die Torgefährlichkeit passte nicht zum Gesamtbild der Partie. „Es hat in den entscheidenden Situationen vielleicht das Quäntchen Glück gefehlt“, sagte Kapitän Philipp Lahm.

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Europa League: Juves Titeljagd für Geschichtsbücher

Mit acht Punkten Vorsprung dominiert Juventus Turin vier Spieltage vor Schluss weiter die italienische Serie A. Der Rekordmeister will so schnell wie möglich seinen Titel-Hattrick fixieren - und sich danach noch einen besonderen Traum erfüllen. „Ich will Geschichte schreiben und die Meisterschaft und die Europa League gewinnen“, sagte Mittelfeldspieler Paul Pogba, der mit Juve heute (21.05 Uhr, live in ORF eins und im Livstream) im EL-Semifinal-Hinspiel bei Benfica Lissabon gastiert. Allerdings wollen die Portugiesen das im Vorjahr Versäumte nachholen und sich das Triple sichern.

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Korruptionsprozess gegen Ecclestone hat begonnen

Bernie Ecclestone muss sich seit heute wegen Korruptionsverdachts vor dem Landgericht München verantworten. Hintergrund ist der Ausstieg der Bayerischen Landesbank (BayernLB) aus der Formel 1 vor acht Jahren.

Laut Anklage soll Ecclestone den damals für den Verkauf zuständigen Bankvorstand Gerhard Gribkowsky bestochen haben, damit dieser einem von Ecclestone gewünschten Investor den Vorzug gab. Gribkowsky, der deswegen bereits zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, gilt nun als wichtigster Zeuge der Staatsanwaltschaft. Sein Auftritt wird im Mai erwartet.

Bis zu zehn Jahre Gefängnis drohen

Ecclestone will das Gericht in München persönlich von seiner Unschuld überzeugen. Dem 83-jährigen Sportmanager drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Gefängnis und die Absetzung als Formel-1-Boss. Die Rennsportserie ist sein Lebenswerk - der Brite hat die Königsklasse des Motorsports seit den 70er Jahren zu einem weltweiten Geschäft ausgebaut und es damit zum Milliardär gebracht.

Einer der Haupteigner war früher die deutsche Kirch-Mediengruppe. Wegen deren Pleite vor zwölf Jahren fiel die Beteiligung an die BayernLB als Gläubigerbank. Für den Prozess gegen Ecclestone sind vorerst 26 Verhandlungstermine bis Mitte September anberaumt.

Chronik

Erneut Graffiti-Sprayer in Wien festgenommen

Zwei Arbeiter haben in der Nacht auf heute zwei Graffiti-Sprayer beim Besprühen von U-Bahn-Zügen in Wien-Erdberg beobachtet. Die Männer verständigten die Polizei und hielten einen der Tatverdächtigen bis zum Eintreffen der Beamten fest. Dieser zeigte sich sofort geständig und wurde festgenommen, so die Polizei in einer Aussendung.

Spraydosen sowie weiterer Utensilien, die der Mann bei der Straftat verwendet hatte, wurden sichergestellt. Nach dem zweiten Täter wird noch gefahndet.

Töchter auf Raststation ausgesetzt

Ein Italiener hat am Ostersonntag seine beiden Töchter an der Raststation Techelsberg auf der Südautobahn (A2) zurückgelassen, berichtet die „Kronen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe). Die Kinder wurden in einer sozialen Einrichtung betreut, bis die Großmutter sie abholte.

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Frau bei Brand in Salzburg ums Leben gekommen

Beim Brand in einem sechsstöckigen Wohnhaus in der Stadt Salzburg ist gestern Abend eine Frau ums Leben gekommen. Eine weitere Person, die sich aus der brennenden Wohnung retten konnte, wurde laut Berufsfeuerwehr ins Spital gebracht.

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Wohnung in Wien ausgebrannt

In Wien-Mariahilf brach gestern in einer Wohnung ein Feuer aus. Eine 53-jährige Frau konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen, die Wohnung wurde vollständig zerstört.

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Lkw-Lenker bei Unfall in Tiroler Tunnel getötet

Ein 70-Jähriger ist heute bei einem Unfall im Lermooser Tunnel in Tirol getötet worden. Die Unfallursache ist noch unklar. Das Fahrzeug dürfte laut Polizei mit geringer Geschwindigkeit in einer Tunnelnische gegen die Wand gefahren sein.

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Schwerer Unfall auf Tauernautobahn

In der Nacht auf heute wurden auf der Tauernautobahn bei Golling (Salzburg) vier Menschen zum Teil schwer verletzt. Ein betrunkener Pkw-Lenker rammte im Hieflertunnel einen Lastwagen. Zwei Menschen wurden eingeklemmt und von der Feuerwehr befreit.

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Toter bei Brand in der Steiermark

Bei einem Brand in einem Einfamilienhaus in Oberaich (Steiermark) kam gestern der 58-jährige Hausbesitzer ums Leben. Ein Nachbar hatte Rauch bemerkt, das Feuer wurde laut Polizei fahrlässig verursacht.

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Chaos auf Südstrecke wegen Brandes von Gleisbauzug

Chaos im Frühverkehr hat heute auf der Südbahnstrecke in Kärnten geherrscht: Eine Gleisbaumaschine war bei St. Veit in Brand geraten. Dadurch wurden die Oberleitungen beschädigt. Die Reparatur dauert laut ÖBB bis zum Abend, im Fernverkehr gibt es große Verspätungen.

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Viele Pestizide auf Gartenpflanzen

Beinahe 80 Prozent der Gartenpflanzen auf dem europäischen Markt sind mit Pestiziden belastet, die schädlich für Bienen sind. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Umweltorganisation Greenpeace, bei der 35 verschiedene Pflanzen in zehn Ländern analysiert wurden. „Gartenfreunde werden ungewollt zu Mittätern gemacht“, kritisiert Greenpeace.

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Fährunglück: Leiche von erstem Hilferufer gefunden

Mehr als eine Woche nach dem Fährunglück in Südkorea haben Taucher im Wrack die Leiche des Schülers gefunden, der noch vor der Besatzung einen Notruf abgesetzt hatte. Der Bursche sei von seinen Eltern identifiziert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap heute. Er hatte drei Minuten vor der Besatzung in seinem Notruf völlig verängstigt berichtet, dass die Fähre sinke.

Der Anruf des Schülers heizte den Ärger über die späte Reaktion von Kapitän und Besatzung weiter an. Die „Sewol“ war vor einer Woche auf dem Weg zur Insel Jeju mit 476 Menschen an Bord gekentert und später gesunken. 174 Insassen wurden gerettet, darunter der 69-jährige Kapitän und zwei Drittel seiner Besatzung. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg heute auf 169, 133 galten noch als vermisst.

Kosteten Verzögerungen Menschenleben?

An Bord der Unglücksfähre befanden sich 352 Schüler einer Mittelschule der Stadt Ansan sowie rund ein Dutzend ihrer Lehrer, die zu einem Ausflug auf die Urlaubsinsel Jeju wollten. Nur 75 der Jugendlichen überlebten das Unglück. Die Bergung der Toten in dem trüben Wasser ist äußerst mühsam.

Video dazu in iptv.ORF.at

Nach Angaben von Gerichtsmedizinern wollen einige Eltern der getöteten Schüler eine Obduktion verlangen, um die genaue Todesursache festzustellen. Sie glauben, dass ihre Kinder möglicherweise zunächst in Lufteinschlüssen überlebt haben und möglicherweise nicht gestorben wären, hätten die Bergungsarbeiten nicht so lange gedauert. Bis die Taucher zu den ersten Leichen vordrangen, vergingen vier Tage.

Weitere Besatzungsmitglieder verhaftet

Die Umstände des Unglücks sind noch nicht aufgeklärt. Sieben Crewmitglieder wurden verhaftet, darunter Kapitän Lee Joon Seok. Sie sollen die Evakuierung verzögert und die Passagiere im Stich gelassen haben, weil sie frühzeitig das Schiff verließen.

Vier weitere Besatzungsmitglieder wurden festgenommen, aber bisher nicht angeklagt. Sie wurden heute im Fernsehen gezeigt. Einer von ihnen, der leitende Maschinist der „Sewol“, sagte aus, er habe vor dem Unglück keine technischen Probleme festgestellt.

Drei Seeleute nach Untergang vor Kreta vermisst

Nach dem Untergang eines Frachtschiffs vor der griechischen Insel Kreta haben die Behörden die Suche nach drei vermissten Besatzungsmitgliedern eingeleitet.

Das Containerschiff „AG Marina“ war heute Früh mehr als 50 Kilometer vor Kreta in internationalen Gewässern in Seenot geraten, wie eine Vertreterin der griechischen Hafenpolizei sagte. Fünf Frachtschiffe seien zu Hilfe geeilt.

Suche mit Flugzeugen und Boot

Vier Besatzungsmitglieder konnten demnach gerettet worden, der Kapitän und zwei weitere Seeleute würden vermisst. Alle Crewmitglieder seien Russen. Das Schiff fuhr unter der Flagge Togos.

An der Suche seien ein Patrouillenboot und ein Flugzeug der Hafenpolizei sowie ein Flugzeug der EU-Grenzschutzagentur Frontex beteiligt. Stürmisches Wetter behindere die Aktion.

IT

Ericsson spaltet Netzwerksparte auf

Der weltgrößte Ausrüster für Mobilfunktelefonie, Ericsson, spaltet seine Netzwerksparte auf, um sich den technischen Veränderungen anzupassen.

Künftig werde es eine Ausrüstungssparte für Mobiltelefonie mit dem Namen Radio und eine eigene Sparte für die Internetkommunikation per Cloud und IP (Internet Protocol) geben, teilte das schwedische Unternehmen heute mit.

Der bisherige Netzwerkchef Johan Wibergh werde beide Sparten führen. Ericsson-Konzernchef Hans Vestberg erklärte, sein Unternehmen sei zwar Marktführer in der Netzwerkausrüstung, also zum Beispiel bei Funkstationen. Die Internetbereiche stellten jedoch eine Herausforderung dar.

Religion

Papst am Telefon: Aussage zu Kommunion dementiert

Der Vatikan hat heute Meldungen über angebliche Aussagen des Papstes in privaten Telefongesprächen zu kirchlichen Lehrfragen zurückgewiesen. Die jüngsten Berichte über Äußerungen zu einem Kommunionsempfang für wiederverheiratete Geschiedene seien „nicht verlässlich und eine Quelle von Missverständnissen“, teilte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi mit. In einem Gespräch mit einer zivil verheirateten Argentinierin soll Franziskus kürzlich empfohlen haben, in einer anderen Pfarre um die Sakramente zu bitten.

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Kultur

Salzburger Festspiele müssen sparen

Die Salzburger Festspiele müssen nach Worten ihrer Präsidentin Helga Rabl-Stadler sparen. Für 2015 sei eine deutliche Verringerung des Programms geplant, sagte Rabl-Stadler den „Salzburger Nachrichten“. Lag das Budget 2013 noch bei 64,8 Millionen Euro, würden es 2015 „deutlich unter 60 Millionen Euro“.

Eine Fortsetzung der staatlichen Sparpolitik setze „das Image als bestes Festival der Welt“ aufs Spiel, warnte die Festspielchefin. Die Subventionen für die Festspiele von rund 13,5 Millionen Euro seien seit 1998 fast unverändert. Wegen der Inflation sei dieses Geld aber mittlerweile viel weniger wert.

Von der Vorgabe des scheidenden Intendanten Alexander Pereira, nur Neuinszenierungen zu spielen, werden sich die Festspiele verabschieden. „Das macht weder künstlerisch noch ökonomisch Sinn.“

Pereira übergab Bericht über Opernverkauf

Der künftige Scala-Chef Pereira legte unterdessen Mailands Bürgermeister Giuliano Pisapia einen Bericht über den umstrittenen Verkauf von Opern der Salzburger Festspiele an das Mailänder Opernhaus vor. Aufgrund des Berichts wird der Scala-Aufsichtsrat dem Kulturministerium in Rom ein Dossier über den Vorgang vorlegen.

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Wr. Festwochen: Hinterhäuser freut sich über großes Interesse

Großes Interesse ortet der neue Intendant der Wiener Festwochen, Markus Hinterhäuser, an dem heurigen Wiener Theater-, Musik- und Kunstfestival, das am 9. Mai mit der traditionellen Eröffnung auf dem Wiener Rathausplatz starten wird.

Zur Programmpräsentation im Wiener Künstlerhaus bat Hinterhäuser heute gleich eine Reihe von Künstlern mit auf den Bühne, um die Schwerpunkte der heurigen Festwochen zu präsentieren. Einer der Höhepunkte wird die Uraufführung der Oper „Bluthaus“ von Georg Friedrich Haas, basierend auf dem Libretto von Händl Klaus, sein. Stärker als in den letzten Jahren wird wieder die musikalische Mission der Festwochen deutlich, gerade im experimentellen Bereich.

Leysen: „Ort, wo man die Wunden lecken kann“

Schauspieldirektorin Frie Leysen legte bei der Vorstellung ihres Programms einen Schwerpunkt auf die Begegnung von Künstlern mit dem Publikum, die heuer im Künstlerhaus intensiviert werden soll. „Wenn das Theater hinterfragen und verstören soll, dann braucht es einen Ort der Begegnung, wo man seine Wunden lecken kann“, so Leysen.

Filmreihe zum Festival

Begleitend zu den Festwochen wird es heuer eine eigene, von Claus Philipp kuratierte Filmreihe geben, die sich schwerpunktmäßig den Arbeiten der Regisseure Patrice Chereau und Alain Resnais widmen wird.

Mitten in die Stadt bewegt sich auch heuer wieder das interdisziplinäre Programm „into the city“, das sich dem Projekt „Face to Face with the Momunemt“ des russischen Künstlerkollektivs Chto Delat („Was tun“) widmet. Die Hinterfragung des Heldenmythos zur Roten Armee wird sich durch die aktuellen Vorgänge in der Ukraine durch zeitpolitische Bezüge aufladen.

Warten auf Kraftwerk

Einer der Publikumsmagneten sollten die Auftritte der Elektronikpioniere Kraftwerk im Wiener Burgtheater werden. ORF.at wird sich ab 5. Mai mit einem eigenen Schwerpunkt den Produktionen der Wiener Festwochen widmen.

Science

115-Jährige: Mutationen ohne Folgen

Im Lauf des Lebens können Veränderungen im Erbgut zu schweren Erkrankungen führen. Das gilt besonders für Zellen, die immer wieder neu gebildet werden, wie jene im Blut. Forscher haben nun das Blut einer 115-jährigen Frau untersucht und darin 400 Mutationen entdeckt. Befund der Forscher: Die Erbänderungen waren völlig harmlos.

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Besser handeln mit Kant und Hegel

Die Philosophen Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel können heute noch zur Lösung ethischer Probleme beitragen, ist der deutsche Philosoph Pirmin Stekeler-Weithofer überzeugt. Welche ethischen Lektionen die beiden heute - etwa im Hinblick auf Umweltschutz - noch liefern, erklärt Stekeler-Weithofer im ORF.at-Interview.

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Leute

Kartnig hofft auf Fußfessel

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat gestern das Urteil gegen den ehemaligen Sturm-Präsidenten Hannes Kartnig herabgesetzt - von fünf Jahren Haft auf 15 Monate, die Geldstrafe von 6,6 auf 5,5 Millionen Euro. Damit sind allerdings längst nicht alle Fragen geklärt.

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