Ausland

Istanbul: Verdächtiges Pulver in fünf Konsulaten

Die Konsulate der USA, Frankreichs, Deutschlands, Belgiens und Kanadas in Istanbul haben heute Briefe mit einem unbekannten gelben Pulver erhalten. Laut Reuters wurde Sicherheitsalarm ausgelöst, die betroffenen Gebäude wurden teilweise evakuiert. Nach Angaben des türkischen Gesundheitsministeriums wurden insgesamt 16 Konsulatsangestellte, die mit den Briefen in Kontakt kamen, medizinisch betreut. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Dem Ministerium zufolge soll das Ergebnis der Analysen bis Montag vorliegen.

Das deutsche Außenministerium bestätigte, dass das deutsche Konsulat einen verdächtigen Gegenstand erhalten habe. Daraufhin habe man das Personal in Sicherheit gebracht und die türkischen Behörden verständigt. Der Deutschen Presse-Agentur zufolge ist ein gelbes Pulver entdeckt worden. Auch Kanadas Außenminister John Baird sprach von einem „verdächtigen gelben Pulver“. „Wir haben einen Briefumschlag erhalten, der denen in den anderen Konsulaten ähnelte, er wurde aber nicht geöffnet“, sagte die französische Generalkonsulin Muriel Domenach.

Es deute derzeit vieles darauf hin, dass es sich um eine gefährliche Substanz handle. Dem türkischen TV-Sender NTV zufolge rückten die Experten des Katastrophenschutzes auch zu einem Einsatz in einem Postamt im Istanbuler Stadtteil Beyoglu aus. Alle fünf betroffenen Länder beteiligen sich am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die weite Landesteile in Syrien und im Irak unter ihre Kontrolle gebracht hat.

Cameron empört über EU-Nachzahlungsforderung

Nachforderungen der EU an Großbritannien im Volumen von 2,1 Milliarden Euro haben den EU-Gipfel in Brüssel überschattet. Der ohnehin EU-kritische Premierminister David Cameron wies die Zahlungsaufforderung der EU-Kommission heute als „vollkommen inakzeptabel“ zurück. „Ich bezahle diese Rechnung am 1. Dezember nicht“, sagte der demonstrativ wütende britische Premier auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs. Die EU-Regierungen beschlossen eine Überprüfung der Berechnungen der EU-Kommission für alle EU-Staaten.

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16.000 Armenier demonstrieren gegen Armut und Bestechung

In der armenischen Hauptstadt Eriwan sind heute etwa 16.000 Anhänger der Opposition gegen Staatspräsident Sersch Sarkissjan auf die Straße gegangen. Sie warfen der Regierung vor, nichts zur Eindämmung von Armut und Korruption zu tun und forderten vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen.

Zweite Freitagsdemo der Opposition

Der Oppositionspolitiker und ehemalige Staatschef Levon Ter-Petrossjan von der Partei Armenischer Nationalkongress rief der Menge auf dem Freiheitsplatz zu, derzeit sei eine „mächtige Bewegung für den Regierungswechsel“ im Entstehen. Der Vorsitzende der Partei Blühendes Armenien, der Millionär und Ex-Wrestling-Weltmeister Gagik Zarukjan, forderte „eine neue Regierung mit einer neuen Politik“.

Zu der Demonstration hatte auch die dritte große Oppositionspartei Erbe aufgerufen. Am Freitag vergangener Woche hatten sich zu einer ähnlichen Protestkundgebung mehr als 10.000 Menschen versammelt.

Kobane: Kurdenpartei PYD bestreitet Einigung mit Erdogan

Die größte Syrische Kurdenpartei Demokratische Union (PYD) hat Angaben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bestritten, wonach 1.300 Rebellen der gegen Syriens Präsidenten Baschar al-Assad kämpfenden Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) die Verteidiger von Kobane verstärken sollen. PYD-Chef Saleh Muslim sagte der kurdischen Nachrichtenagentur Firatnews, Erdogans Äußerungen träfen nicht zu. Es gebe „keinerlei Erklärung der Freien Syrische Armee über eine derartige Einigung“. Der Türkei gehe es darum, „Verwirrung zu stiften“.

Erdogan sagte zuvor während eines Besuchs in der estnischen Hauptstadt Tallinn, die PYD und die FSA hätten sich geeinigt. Sie würden nun Gespräche über die Transitroute für die FSA-Kämpfer nach Kobane führen. Die nordsyrische Grenzstadt ist von drei Seiten durch die Dschihadisten der Gruppe Islamischer Staat (IS) eingeschlossen. Nur im Norden über die Grenze zur Türkei ist der Zugang noch frei.

Die FSA-Kämpfer müssten sich daher entweder den Weg nach Kobane freikämpfen oder über die Türkei kommen. Die türkische Regierung unterhält seit langem enge Beziehungen zur FSA und unterstützt sie mit Militärhilfe und Ausbildung im Kampf gegen Assad. Dagegen sieht Ankara die PYD ebenso wie ihre türkische Schwesterpartei PKK als „Terrororganisation“ an. Die Türkei lehnt daher eine direkte Hilfe für die PYD ab.

Anschlag bei Checkpoint: 27 Tote im Nord-Sinai

Bei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag auf das ägyptische Militär sind mindestens 27 Menschen getötet worden. Weitere 25 Menschen seien bei der Explosion einer Autobombe an einem Kontrollpunkt im Norden der Sinai-Halbinsel zum Teil schwer verletzt, berichteten Ärzte.

Die meisten Opfer waren den Angaben zufolge Soldaten. Es war einer der schwersten Anschläge seit dem Sturz des Präsidenten Mohammed Mursi 2013. Präsident Abdel Fattah al-Sisi berief nach Worten seines Sprechers den Nationalen Verteidigungsrat ein, um noch am Abend über das weitere Vorgehen zu beraten.

Das ägyptische Militär geht seit Jahren immer wieder auf dem Sinai gegen islamistische Milizen und Schmugglerbanden vor, die sich nach den arabischen Aufständen und dem Sturz von Langzeitmachthaber Hosni Mubarak 2011 dort breitgemacht haben. Regelmäßig gibt es Attacken auf die Sicherheitskräfte. Zu mehreren Angriffen hat sich die islamistische Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis bekannt.

Erst am Mittwoch wurde an der Grenze ein Fahrzeug der israelischen Armee angegriffen, dabei wurden zwei israelische Soldaten verletzt. Nach ägyptischen Angaben soll es sich bei diesen Tätern um Schmuggler gehandelt haben.

Madrid will Kanaren-Volksabstimmung stoppen

Die spanische Regierung lässt eine geplante Volksabstimmung auf den Kanarischen Inseln über eine umstrittene Erdölsuche vor dem Verfassungsgericht anfechten. Wie Vizeregierungschefin Soraya Saenz de Santamaria in Madrid mitteilte, beschloss das Kabinett heute, eine Verfassungsklage zu erheben.

Der spanische Mineralölkonzern Repsol hatte von der Regierung die Erlaubnis erhalten, Probebohrungen im Atlantik vor den Küsten der Ferieninseln Lanzarote und Fuerteventura vorzunehmen. Die Bohrungen sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die Regionalregierung der Inselgruppe ist gegen das Vorhaben, weil sie negative Auswirkungen auf den Tourismus befürchtet. Sie setzte für den 23. November ein Referendum über die Erdölsuche an.

Nach Ansicht Madrids überschreitet die Regionalregierung damit ihre Kompetenzen. Die spanische Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte bereits eine Verfassungsklage gegen ein Unabhängigkeitsreferendum in der Region Katalonien erhoben.

Ottawa-Attentat: Harper in Wandschrank versteckt

Während des bewaffneten Angriffs eines Islamisten auf das kanadische Parlament in Ottawa ist Regierungschef Stephen Harper einem Medienbericht zufolge in einem Wandschrank versteckt worden. Wie die Zeitung „Globe and Mail“ heute unter Berufung auf nicht genannte Augenzeugen berichtete, wurde Harper am Mittwoch für eine Viertelstunde in der kleinen Abstellkammer eines Konferenzraums untergebracht. „Jemand wusste, dass da ein Wandschrank ist, also steckten sie ihn da rein“, zitierte die Zeitung einen Zeugen.

Harper war gerade mit rund 150 Abgeordneten seiner konservativen Tory-Partei zusammengetroffen, als der Angreifer in das Gebäude eindrang und eine Schießerei in der Haupthalle des Parlaments begann, an deren Ende der Mann getötet wurde. Im Konferenzzimmer verbarrikadierten die Abgeordneten Videoaufnahmen zufolge die Türen mit Tischen und Stühlen.

Täter wollte offenbar nach Syrien reisen

Am Tag nach den tödlichen Schüssen in der kanadischen Hauptstadt Ottawa haben die zuständigen Behörden gestern die Öffentlichkeit über den aktuellen Ermittlungsstand informiert. Man sei überzeugt, dass der mittlerweile als Michael Zehaf-Bibeau identifizierte Täter allein gehandelt habe - im Gegensatz zu früheren Berichten fand sich dieser allerdings nicht auf einer Liste mit insgesamt 93 „Reisenden mit hohem Sicherheitsrisiko“ („high-risk travellers“). Sehr wohl könnte es aus Sicht der Ermittlungsbehörden einen islamistischen Hintergrund geben. Der 32-Jährige habe vor seiner Bluttat zudem versucht, nach Syrien zu reisen.

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Inland

Sport

Air Race: Arch hängt im Training alle ab

Hannes Arch hat heute im Training für das Air Race am Red Bull Ring in Spielberg alle Konkurrenten abgehängt. Der Lokalmatador flog in beiden Sessions Bestzeit und verwies seine WM-Rivalen Nigel Lamb und Paul Bonhomme klar auf die Plätze.

„Es ist super gelaufen. Jetzt freue ich mich schon wirklich auf das Rennen“, lautete der Kommentar des 47-jährigen Steirers. Das letzte Rennen der Saison ist am Sonntag ab 14.00 Uhr live in ORF eins zu sehen.

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EM-Qualifikation: Nur Verlierer nach UEFA-Urteil

Zehn Tage nach dem Skandal von Belgrad hat die Europäische Fußballunion (UEFA) heute Vormittag ihr Urteil gefällt. Serbien wurde mit 3:0 formell zum Sieger der abgebrochenen EM-Qualipartie gegen Albanien erklärt, jedoch gleichzeitig mit dem Abzug von drei Punkten bestraft.

Die nächsten zwei Heimspiele müssen die Serben zudem vor leeren Tribünen bestreiten. Beiden Verbänden wurde auch noch eine Geldstrafe von jeweils 100.000 Euro auferlegt.

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Europa League: Salzburg macht den nächsten Schritt

Mit keiner makellosen, aber einer durchaus überzeugenden Leistung hat Salzburg gestern das Europa-League-Heimspiel gegen Dinamo Zagreb absolviert. Der 4:2-Sieg war aus zwei Gründen sehr erfreulich für Coach Adi Hütter. Erstens wurde der nächste Schritt in Richtung Aufstieg gemacht, zweitens auch der nächste Schritt zu einem vom System her flexibleren Team. „Das war ein absolut tolles Spiel“, lautete die zufriedene Bilanz Hütters, der einzig die zwei späten Gegentore als Kritikpunkt sah. Für das Spiel in Zagreb erwartet Hütter aber eine „heiße Atmosphäre“. Sollte Alan wieder „einen perfekten Abend“ erwischen, könnte schon der Aufstieg fixiert werden.

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ZIB2

Geteilte Meinungen zu neuen EU-Klimazielen

Umweltschutzorganisationen haben die beim EU-Gipfel beschlossenen Klimaziele als unzureichend und einen Kniefall vor der Industrie kritisiert. Die ZIB2 fragt Experten, in Brüssel analysiert Raimund Löw.

Die Angst vor den „einsamen Wölfen“

Der Anschlag in Kanada mit radikalislamischem Hintergrund schürt weltweit die Angst vor Männern, die auf eigene Faust handeln.

Eine Wahl, bei der es weniger um Demokratie geht

Am Wochenende wird in der Ukraine gewählt. Wichtigstes Wahlkampfthema ist nicht die Demokratisierung im Land, sondern der Krieg im Osten. In der ZIB2 Liveberichte aus Kiew.

Mit dem Fiebermesser gegen Ebola

Temperaturkontrollen auf den Pariser Flughäfen für alle Passagiere, die aus Guinea kommen.

ZIB2 mit Lou Lorenz-Dittlbacher, 22.10 Uhr, ORF2

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Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

O’Leary bleibt fünf weitere Jahre Ryanair-Chef

Ryanair-Chef Michael O’Leary will weitere fünf Jahre an der Spitze von Europas größtem Billigflieger-Unternehmen bleiben. Der Ire hat einen Vertrag unterschrieben, „der ihn bis September 2019 an das Unternehmen bindet“, teilte Ryanair heute in Dublin mit. Bis dahin will die Airline die Zahl ihrer Passagiere um 50 Prozent auf mehr als 120 Millionen im Jahr steigern.

O’Leary ist seit 1994 Ryanair-Chef, bisher hatte er Zwölfmonatsverträge. Der 53-Jährige hat immer wieder durch forsches Auftreten und kuriose Ideen auf sich aufmerksam gemacht - etwa Bezahltoiletten mit Münzschlitzen und Stehplätze im Flugzeug. Später räumte er aber ein, dass das nur Werbegags gewesen seien.

Steuerhinterziehung: Dolce und Gabbana freigesprochen

Die italienischen Modedesigner Domenico Dolce und Stefano Gabbana sind vom Vorwurf der Steuerhinterziehung freigesprochen worden. Der Kassationsgerichtshof in Rom urteilte laut Nachrichtenagentur ANSA heute, beide hätten die ihnen vorgeworfene Straftat nicht begangen.

Das höchste italienische Höchstgericht entschied damit anders als die beiden vorherigen Instanzen, die das Duo jeweils wegen Steuerhinterziehung verurteilt hatten. Das nun gesprochene Urteil ist rechtskräftig.

Den Gründern des Modeunternehmens Dolce & Gabbana war vorgeworfen worden, mit fiktiven Firmen in Luxemburg rund 200 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Ein Gericht in Mailand hatte sie April in zweiter Instanz zu Bewährungsstrafen von eineinhalb Jahren verurteilt. In erster Instanz hatte das Gericht Bewährungsstrafen von jeweils einem Jahr und acht Monaten Haft verhängt.

Bankenstresstest: Schelling erwartet „keine Überraschungen“

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) rechnet beim aktuellen Bankenstresstest nicht mit negativen Überraschungen. Durchblicken ließ Schelling heute vor Journalisten, dass die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) durchgefallen sein dürfte: „Es gibt eine unter Stress belastete Bank, das ist die ÖVAG - das ist hinlänglich bekannt, das wird keine Überraschung sein.“

Bei der teilverstaatlichten ÖVAG habe man ohnehin „proaktiv“ Schritte gesetzt, um nicht ein Problem ähnlich der Kärntner Hypo Alpe-Adria zu bekommen. „Das ist alles auf Schiene“, sagte Schelling. Ansonsten rechnet er nicht mit Problemen: „Es gibt keinerlei Anzeichen, dass es im Stresstest Überraschungen gibt.“

Schelling reagierte damit auch auf Aussagen von ÖIAG-Aufsichtsratschef Siegfried Wolf, der erst gestern etwaige „Vorsorgen“ für den Bankenbereich in den Raum gestellt hatte. Schelling kann sich vorstellen, dass Wolf damit die ÖIAG-Bankentochter FIMBAG meinte. Gleichzeitig verwies der Finanzminister aber darauf, dass die FIMBAG nach dem angestrebten Verkauf der Anteile an der Kommunalkredit keine wesentlichen Beteiligungen mehr halte.

25 Banken durchgefallen?

Einem Agenturbericht zufolge sollen insgesamt 25 der 130 von der Europäischen Zentralbank (EZB) europaweit überprüften Banken den Stresstest nicht bestanden haben. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit den Interna des Bankenchecks vertrauten Personen erfuhr, haben 15 die zum Jahresende 2013 vorhandenen Kapitallöcher bereits geschlossen. Bei bis zu zehn Instituten müssten diese noch gefüllt werden.

Russischer Rubel fällt auf neues Rekordtief

Der russische Rubel hat heute seine Talfahrt fortgesetzt und ein neues Rekordtief erreicht. Erstmals mussten für einen Euro mehr als 53 Rubel bezahlt werden, womit eine für Finanzmärkte und Verbraucher psychologisch wichtige Marke durchbrochen wurde.

Für einen Dollar mussten zeitweise 41,96 Rubel gezahlt werden. Grund für die anhaltende Talfahrt der Währung sind die wegen der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen des Westens gegen Russland, die schwache Konjunktur und der fallende Ölpreis.

Korrekturen bei Haushaltsplänen angekündigt

Der russische Finanzminister Anton Siluanow sagte im Interview mit dem TV-Sender Russia 24, die Regierung könne ihre im Haushalt 2015 gemachten Zusagen einhalten. Die Budgetpläne für die Jahre 2015 bis 2017 müssten jedoch überarbeitet werden, falls sich die Lage nicht verbessere.

„Falls die äußeren Bedingungen so kompliziert wie heute bleiben, müssen wir eine Sicherheitsversion haben mit Verpflichtungen und Ausgaben, auf die wir verzichten können“, sagte Siluanow laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Der Haushalt könne nicht das Maß an Ausgaben enthalten, das unter anderen wirtschaftlichen Bedingungen festgelegt worden sei.

Das Öl- und Gasgeschäft gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen des russischen Staates. Ein Barrel Öl kostet derzeit jedoch nur 86 Dollar (68 Euro), während die Regierung in ihrer Budgetplanung einen Preis von etwa 100 Dollar zugrunde legte. Der Verfall der Währung wird von der russischen Bevölkerung mit Sorge verfolgt. Der Wertverlust sorgte bereits für einen Anstieg der Preise, der durch das von der Regierung erlassene Einfuhrverbot für zahlreiche westliche Lebensmittel noch verschärft wurde.

Chronik

Herrl und Hund attackierten in Graz Installateur

Ein Installateur ist gestern bei Arbeiten in einem Mehrparteienhaus in Graz von einem Miteigentümer des Objekts bedroht und von dessen Hund verletzt worden. Der Hundehalter hatte die Herausgabe eines Schlüssels verlangt.

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Junger Mann verletzte eigene Mutter

Im Zuge eines Familienstreites in Wien attackierte ein 19-Jähriger seine Mutter . Der junge Mann schlug mehrmals auf die Frau ein und verletzte sie im Gesicht und am Oberkörper. Er sitzt in Haft.

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Seehundsterben an Nordsee-Küste: Ursache gefunden

Ein Vogelgrippe-Erreger ist für den Tod mehrerer hundert Seehunde an der Nordseeküste verantwortlich. Experten hätten die Viren in Kadavern als Typ H10N7 identifiziert, teilte der schleswig-holsteinische Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz heute in Tönning mit.

An den Stränden der Inseln Helgoland, Föhr, Sylt und Amrum wurden der Behörde bisher 500 Tiere gezählt, die tot angespült oder so schwer erkrankt waren, dass sie getötet werden mussten. Ein deutlicher Anstieg der Fundzahlen sei jedoch ausgeblieben. „Das gibt Anlass zu der Hoffnung, dass sich die Erkrankungswelle nicht verstärkt hat“, erklärte Detlef Hansen, der Leiter der Nationalparkverwaltung des deutschen Bundeslandes Schleswig-Holstein.

Nach Angaben des Landesbetriebs identifizierten die Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover den für den Tod der Tiere verantwortliche Grippeerreger durch genauere Untersuchungen als Influenza-Virus Typ H10N7. Diesen hatten Veterinäre auch im benachbarten Dänemark in toten Seehunden nachgewiesen. Auch dort starben in den vergangenen Monaten vermehrt Tiere.

Russland führt dauerhaft Winterzeit ein

Mehr als drei Jahre nach dem Ende der Zeitumstellungen in Russland führt das größte Land der Erde am Sonntag nun dauerhaft die Normalzeit ein. Dabei galt seit dem Frühjahr 2011 in dem Riesenreich - zum Ärger vieler Bürger - ganzjährig die Sommerzeit.

In der Nacht auf Sonntag würden die Uhren nun um eine Stunde zurückgestellt. Das sei endgültig, teilten die Behörden heute mit. Bürger hatten beklagt, bei der Sommerzeit in den Wintermonaten Probleme mit dem Aufstehen zu haben.

Die Staatsduma und Präsident Wladimir Putin hatten im Sommer die zuletzt zunehmend umstrittene Initiative des früheren Präsidenten Dimitri Medwedew gekippt. Auch die Zahl der Zeitzonen erhöht sich von neun wieder auf die ursprünglichen elf.

Mehr als ein Drittel der Russen sei froh über die dauerhafte Normalzeit, ermittelte das staatliche Meinungsforschungsinstitut WZIOM in einer repräsentativen Umfrage. 35 Prozent der Befragten hätten sich jedoch für eine Rückkehr zu dem lange auch in Russland üblichen Wechsel zwischen Normal- und Sommerzeit ausgesprochen.

IT

Amazon schockiert Anleger

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon steckt mit seinen hohen Ausgaben tief in den roten Zahlen fest. Im vergangenen Quartal lief ein Verlust von 437 Millionen Dollar (345 Mio. Euro) auf.

Auch für das laufende Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft konnte Amazon keine klare Prognose geben. Die Vorhersage beim operativen Ergebnis liegt zwischen einem Minus von 570 Millionen Dollar und einem Gewinn von 430 Millionen Dollar. Die Investoren straften die Aktie im nachbörslichen Handel gestern mit einem Kurseinbruch von mehr als zehn Prozent ab.

Der Verlust im dritten Quartal fiel deutlich höher aus als auf dem Markt erwartet. Dazu trug auch eine Abschreibung von 170 Millionen Dollar auf das erst im Sommer herausgekommene erste Amazon-Handy Fire Phone bei. Das groß angekündigte Smartphone wurde bisher nicht zum Verkaufsschlager und bekam auch schlechte Kritiken in der Fachpresse.

Religion

Historiker: Turiner Grabtuch mittelalterliches Ritualobjekt

Der britische Historiker Charles Freeman hat eine neue Theorie über das umstrittene Turiner Grabtuch vorgelegt. Dass das Tuch wirklich vor knapp 2.000 Jahren im Grab von Jesus Christus lag, hält er für ausgeschlossen. An eine Fälschung, die das suggerieren wollte, glaubt er allerdings auch nicht.

Seiner These zufolge ist das Grabtuch nämlich zu einem ganz bestimmten Zweck geschaffen worden: für ein mittelalterliches Osterritual, bei dem die Auffindung des leeren Grabes am dritten Tag nach der Kreuzigung dargestellt wurde.

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Science

Medien

Kultur

Pariser Picasso-Museum vor Wiedereröffnung

Nach fünfjähriger Schließung sperrt das Picasso-Museum in Paris wieder auf. Dazu wird morgen auch Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande erwartet. Das Ereignis fällt auf den 133. Geburtstag von Pablo Picasso, der am 25. Oktober 1881 in Malaga geboren wurde.

Das Musee Picasso im Marais-Viertel besitzt mit rund 5.000 Gemälden, Papierarbeiten und Skulpturen sowie dem Archiv des Kubisten die größte Sammlung von Werken des spanischen Künstlers. Dank dem Ausbau konnte das Museum seine Ausstellungsfläche auf etwa 3.700 Quadratmeter vergrößern.

Statt vorher rund 200 Werken sind nun mehr als 450 zu sehen. Wegen Vorwürfen von Missmanagement und mehrmaliger Verzögerungen bei der Wiedereröffnung war das Haus in den vergangenen Monaten wiederholt in die Schlagzeilen gekommen. Die Kosten von rund 52 Millionen Euro wurden zu einem großen Teil vom Museum selbst aufgebracht, das 21 Ausstellungen mit Picasso-Hauptwerken auf der ganzen Welt organisiert hatte.

Nicht einzige Eröffnung

Paris ist in dieser Woche Mittelpunkt der Kunst. Am Montag wurde die von Frank Gehry erbaute Kulturstiftung Louis Vuitton eröffnet, gestern die Kunstmesse FIAC. Morgen steht zudem die Eröffnung des Musee de la Monnaie mit einer Ausstellung des US-amerikanischen Künstlers Paul McCarthy an.

Grünes Licht für Suhrkamp-Sanierung

Im jahrelangen Streit über den Suhrkamp Verlag hat das Landgericht Berlin endgültig grünes Licht für den Sanierungsplan des Traditionshauses gegeben. Das geht aus einem Urteil vom 20. Oktober hervor, das der dpa vorliegt.

Damit kann der Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Der Mitgesellschafter Hans Barlach verliert damit weitreichende Mitspracherechte. Er ist seit Jahren mit der Verlagschefin Ulla Unseld-Berkewicz zutiefst zerstritten. In dem Urteil wies das Gericht nun Barlachs Beschwerde gegen den Sanierungsplan zurück. Die Nachteile einer Planverzögerung überwögen die Nachteile für Barlach, befand die Kammer. Eine weitere Beschwerde wurde nicht zugelassen.

Der Verlag geht nach Angaben einer Sprecherin davon aus, dass die wesentlichen Maßnahmen des Sanierungsplans nun im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen sein werden. Entsprechende Vorbereitungen werden den Angaben zufolge derzeit bereits getroffen.

Aus für „Grabenkämpfe“: Appell zur Viennale-Eröffnung

Mit einem „Aufruf zur Toleranz in Zeiten der Intoleranz“ ist gestern die 52. Viennale eröffnet worden. Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) erteilte gleichzeitig „allen Grabenkämpfen“ in der Wiener Filmszene eine deutliche Absage.

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Hausner streut Viennale Rosen

Regisseurin Jessica Hausner, die zuletzt mit „Lourdes“ internationale Erfolge gefeiert hatte, eröffnete die Viennale mit ihrem neuen Film „Amour Fou“. Krankheitshalber bei der Eröffnung nicht anwesend, feixte Festivalpräsident Eric Pleskow via Briefbotschaft Richtung Viennale-Chef Hans Hurch: „Die Viennale mit einem Film über einen todessehnsüchtigen Dichter zu beginnen, der dann in einem Doppelselbstmord endet, das ist irgendwie typisch Hurch.“

Hausner war mit der Auswahl des Eröffnungsfilms naturgemäß zufrieden - sie streute dem Festival Rosen und wünschte dem Publikum „Bon Appetit“.

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