Letzte Meldung

TA-Großaktionär Pecik zieht in Aufsichtsrat ein

Telekom-Austria-Großaktionär Ronny Pecik ist neues Aufsichtsratsmitglied des Unternehmens. Die Hauptversammlung wählte ihn heute in Wien mit gut 73 Prozent der Stimmen in das Gremium, das damit um eine auf neun vom Konzern entsandte Mitglieder erweitert wird.

Gemeinsam mit seinem ägyptischen Partner Naguib Sawiris hält Pecik rund 21 Prozent an der TA. Sawiris wolle anders als angekündigt nicht in das Gremium einziehen und ziehe seine Kandidatur zurück, sagte Pecik der Hauptversammlung. Der politisch aktive Investor habe wegen der Präsidentenwahlen in Ägypten nicht an der Hauptversammlung teilnehmen können.

Lieber „Schmetterling“ als „Heuschrecke“

„In unserem Land sind schlichtweg unterbewertete Industrieperlen, eine davon ist die Telekom Austria“, hatte Pecik zuvor auf der Versammlung erklärt. „Ich sage das, weil ich 800 Millionen Euro investiert habe, gemeinsam mit meinem Partner.“ Davon habe er noch offene Kreditverbindlichkeiten von 640 Mio. Euro.

Was er mit der TA vorhabe und wie lange er Aktionär bleiben werde, erläuterte Pecik vorerst nicht, aber er werde keine Entscheidung über seinen Aktienanteil treffen ohne mit den Gremien des Unternehmens zu sprechen. „Man sieht mich medial als Heuschrecke, Schmetterling wäre mir lieber.“

Ausland

Arzt wegen Hilfe bei Bin-Laden-Suche zu 33 Jahren verurteilt

Ein pakistanisches Gericht hat einen Amtsarzt zu 33 Jahren Haft verurteilt, weil er den USA beim Aufspüren des später getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden geholfen hatte.

Shakeel Afridi sei heute des Hochverrats schuldig gesprochen worden, sagte ein Beamter der Verwaltung des Distrikts Khyber, der anonym bleiben wollte. Richter Matahir Zeb habe Afridi außerdem zu einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 3.300 Euro verurteilt.

Nach Gesetzen in Stammesgebieten

Der Prozess wurde Afridi auf der Grundlage von drakonischen Gesetzen für die halbautonomen Stammesgebiete gemacht. Diese rühren noch aus der britischen Kolonialzeit her und erlauben unter anderem Sippenhaft. Nach diesem Recht ist der Vertreter der Zentralregierung und Verwaltungschef im Distrikt Khyber zugleich der Richter.

Da Afridi aus dem Khyber-Distrikt komme, habe man ihm dort nach diesen Gesetzen den Prozess machen können, sagte der Verwaltungsbeamte. Afridi könne gegen das Urteil nicht in Berufung gehen. Nur der Gouverneur der benachbarten Provinz Khyber-Pakhtunkhwa - in dessen juristischen Zuständigkeitsbereich die Stammesgebiete fallen - oder der Staatspräsident könne die Strafe erlassen.

Neuer Vorschlag bei Atomgespräch mit dem Iran

Zum Auftakt der an hohe Erwartungen geknüpften Verhandlungen im Atomstreit mit dem Iran haben die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland einen neuen Lösungsvorschlag vorgelegt.

Die Islamische Republik solle damit zu Zugeständnissen bei der Urananreicherung bewogen werden, sagte heute ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Bagdad, wo die Verhandlungsrunde unter großen Sicherheitsvorkehrungen zusammenkam.

Er plädierte zugleich dafür, nicht zu viel von dem Treffen zu erhoffen. „Ich glaube nicht, dass heute etwas Dramatisches passieren wird. Wenn die Dinge gutgehen, werden wir solide Fortschritte machen.“

Fortsetzung morgen

Die Atomgespräche sollen morgen fortgesetzt werden, wie der iranische Nachrichtensender Press TV unter Berufung auf informierte Quellen meldete. Eine amtliche Bestätigung für den Bericht von Press TV liegt bisher nicht vor.

Iran hofft auf „neue Ära“

Auch der iranische Chefunterhändler Said Dschalili sagte vor Beginn der Gespräche, er hoffe auf eine „neue Ära“ in den Beziehungen zum Westen. Weil die Verhandlungen auf „Zusammenarbeit“ beruhten und es um wichtige „internationale, regionale und atomare“ Fragen gehe, könnten sie der „Ausgangspunkt einer neuen Ära“ sein, sagte Dschalili laut Berichten iranischer Medien bei einem Treffen mit dem irakischen Politiker Ammar al-Hakim. Teheran habe den Eindruck, der Westen habe verstanden, dass er mit Druck nicht mehr weiterkomme.

Barak gegen westliches Einlenken

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak rief die westlichen Länder dagegen auf, in Bagdad in wichtigen Punkten nicht einzulenken. Der Iran dürfe durch ein „teilweises Entgegenkommen“ nicht um weitere „schmerzhafte“ Sanktionen herumkommen, sagte er im israelischen Rundfunk. Ohne eine Verschärfung werde der Iran sein Atomprogramm weiter ausbauen.

Der Westen dürfe daher „bis zur allerletzten Minute“ nicht aufgeben oder kapitulieren. Israel zieht einen Militärangriff gegen die iranischen Atomanlagen in Erwägung und hatte den Streit über das iranische Atomprogramm damit zuletzt weiter verschärft.

IAEA zuversichtlich

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte in Moskau kurz vor Beginn des Treffens, der Iran scheine bereit, über konkrete Schritte zur Lösung des Konflikts zu reden. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, hatte im Vorfeld ebenfalls Zuversicht verbreitet und sogar ein Abkommen in Aussicht gestellt, das die Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten fördern werde. Das sorgte für Entspannung auf den Ölmärkten - die Preise gaben nach.

Justiz schloss Ermittlungen gegen Wulff ab

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat ihre Ermittlungen gegen den deutschen Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff abgeschlossen. Wie ein Justizsprecher heute in Berlin sagte, erfolgt derzeit die „abschließende Prüfung der Verdachtslage“.

Informationen des Berliner „Tagesspiegels“ (Donnerstag-Ausgabe), wonach das Ermittlungsverfahren gegen Wulff wegen Vorteilsannahme eingestellt werden solle, wollte der Justizsprecher nicht bestätigen. Laut seinen Angaben handelte es sich um ein Ermittlungsverfahren infolge mehrerer „Privatanzeigen“, das nach Wegfall von Wulffs Immunität möglich geworden war.

In der Vorprüfung ging es unter anderem um die kostengünstige Überlassung eines Audi Q3, ein geschenktes Bobby-Car für Wulffs Sohn sowie Kleider, die ein Modehersteller Wulffs Frau Bettina zur Verfügung gestellt hatte. Wulff war im Februar nach einer wochenlangen Debatte über eine mögliche Vorteilsnahme als Bundespräsident zurückgetreten.

Mehrere Tote bei Bombenanschlag in Damaskus

Bei einem Bombenanschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind heute nach Angaben der Opposition mindestens drei Menschen getötet worden. Schauplatz des Attentats sei die Straße zum Flughafen, Ziel ein Fahrzeug gewesen, teilte die Syrische Menschenrechtsbeobachtungsstelle in London mit. Es war zunächst nicht klar, ob es sich bei dem angegriffenen Fahrzeug um ein Militärfahrzeug handelte.

Oppositionelle berichteten außerdem von schwerem Artilleriebeschuss in der Region Al-Rastan (Provinz Homs). Die Berichte können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden, da die Behörden kaum Medien im Land arbeiten lassen.

Hinweise auf Mordanschlag in Assads innerem Kreis

Das syrische Regime bemüht sich seit Tagen, Spekulationen über einen Giftmord im innersten Kreis der Macht zu entkräften. Doch gleichzeitig dringen immer mehr Details über das angebliche Komplott gegen die Mitglieder des Krisenstabs von Präsident Baschar al-Assad an die Öffentlichkeit.

Präsidentenschwager offenbar tot

In einem internen Internetgesprächskreis der „Union der Koordinierungskomitees der Syrischen Revolution“ hieß es heute: „Wir können bestätigen, dass Asef Schawkat, der Schwager des Präsidenten, tot ist.“ Der Nachrichtensender al-Arabija meldete, in al-Madahle, dem Heimatdorf von Schawkat, trauerten die Menschen um den Ehemann von Assads Schwester Buschra.

Schawkat, der in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Positionen im Sicherheitsapparat besetzte, hatte in den vergangenen Monaten eine wichtige Rolle bei der Unterdrückung des Aufstands gespielt.

Giftanschlag von Assad-Gegnern

Am Samstag behaupteten Assad-Gegner, die sich selbst als Brigade der „Freien Syrischen Armee“ in Damaskus bezeichnen, sie hätten Schawkat und fünf andere Mitglieder eines Krisenstabs während einer Zusammenkunft in der Hauptstadt vergiftet.

Einen Tag später traten jedoch zwei der Totgesagten - Innenminister Mohammed Ibrahim al-Schaar und General Hassan Turkmani, der Assistent des Vizepräsidenten - im staatlichen Fernsehen auf, um die vom arabischen TV-Sender al-Jazeera verbreitete Nachricht über den Giftmord zu dementieren.

Gattin soll Krankenhaus aufgesucht haben

Später revidierte die Opposition ihre Angaben und erklärte, einige der insgesamt sechs Mitglieder des Krisenstabes hätten die Giftattacke offensichtlich überlebt. Schawkat sei jedoch ganz sicher tot. Seine Leiche sei gestern per Helikopter in sein Heimatdorf gebracht und dort beigesetzt worden.

Ebenfalls gestern hätten der Präsident und seine Frau Asmaa das Al-Schami-Krankenhaus in Damaskus aufgesucht, in das die vergifteten Mitglieder des Krisenstabes am Samstag gebracht worden seien.

In einem Bekennervideo hieß es, Regimegegner hätten die Männer zwei Monate lang überwacht. Erst dann sei es ihnen gelungen, ihnen Gift in ihre Getränke zu mischen. Ein ehemaliger hochrangiger Offizier erklärte, der Tod von Schawkat sei ein schwerer Schlag für das Regime, da der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Schwager im Sicherheitsapparat mehr Unterstützung genossen habe als Präsident Assad.

GR: Papademos schließt Austritt aus Euro-Zone nicht aus

Der frühere griechische Regierungschef Lucas Papademos hält einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone nicht für ausgeschlossen. „Das Risiko, dass Griechenland den Euro verlässt, besteht“, sagte Papademos in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ (Mittwoch-Ausgabe). Entscheidend sei, ob das Land die von EU, IWF und EZB diktierten Sparprogramme kontinuierlich umzusetzen bereit sei.

„Nicht wünschenswert“

„Obwohl ein solches Szenario wenig wahrscheinlich ist und weder für Griechenland noch andere Länder wünschenswert wäre, können wir nicht ausschließen, dass bereits Vorbereitungen laufen, um die möglichen Folgen eines griechischen Austritts aus der Euro-Zone in den Griff zu bekommen“, sagte Papademos.

Ein Austritt der Griechen aus der Euro-Zone würde „katastrophale“ wirtschaftliche Konsequenzen haben, warnte Papademos. Die Kosten eines Austritts schätzte er auf 500 Milliarden bis eine Billion Euro. Einige Berechnungen legten nahe, dass die Inflation eine Rate von 30 bis 50 Prozent erreichen könne, sagte der frühere Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB).

Wahl am 17. Juni

Papademos führte seit November 2011 sechs Monate lang die griechische Übergangsregierung. In der vergangenen Woche übergab er an den 67-jährigen Verwaltungsrichter Panagiotis Pikrammenos, der ebenfalls als Übergangsregierungschef amtiert.

Am 17. Juni findet erneut eine Parlamentswahl statt, weil nach der Wahl Anfang Mai alle Versuche zur Bildung einer neuen Regierung am Streit zwischen Befürwortern und Gegnern des drastischen Sparkurses gescheitert waren.

Inland

Simon-Wiesenthal-Zentrum fordert Darabos zum Rücktritt auf

Die umstrittenen Aussagen von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) über Israel schlagen weiter Wellen. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum fordertet den Minister sogar zum Rücktritt auf.

Darabos habe mit seinen Äußerungen Österreichs Neutralität hinsichtlich des Iran verletzt. Besonders in Hinblick darauf, dass Wien Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist, seien diese Aussagen „äußerst gefährlich“, sagte Schimon Samuels, Direktor für internationale Angelegenheiten des Zentrums, im Interview mit der „Jerusalem Post“.

„Moderner Antisemitismus“

Er finde es sehr seltsam, dass Darabos Verteidigungsminister bleibe, obwohl sich die österreichische Regierung offiziell von seinen Aussagen distanziert habe, so Samuels. Er bezeichnete Darabos’ Aussagen über Israel und die Verharmlosung der iranischen Bedrohung als „modernen Antisemitismus“.

Darabos hatte in der „Presse“ Israels Drohungen gegen den Iran als „entbehrlich“ und Israels Außenminister Avigdor Lieberman als „unerträglich“ bezeichnet. Er warf Israel zudem vor, „offenbar Außenfeinde wie den Iran oder auch die Palästinenser in den Vordergrund“ zu stellen, um von inneren sozialen Problemen abzulenken.

Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) hatte sich darauf umgehend von Darabos’ Aussagen distanziert. „Der Verteidigungsminister hat seine Meinung zum Besten gegeben. Das ist nicht die Meinung der Bundesregierung.“

Darabos-Sprecher: „Rücktrittsaufforderung lächerlich“

Darabos’ Sprecher, Stefan Hirsch, bezeichnete die Rücktrittsaufforderung in einer E-Mail an die „Jerusalem Post“ als „lächerlich“. Ein Rücktritt des Ministers sei in Österreich kein Thema, Darabos habe im Gegenteil Unterstützung erhalten.

Gegenüber der „Presse“ nannte Hirsch den Vorwurf des Antisemitismus „absurd“. Es sei erschütternd, wie undifferenziert die Aussagen des Ministers bewertet würden. Der Minister habe nicht Kritik an Israel geübt, sondern an einem ultrarechten Politiker.

Filzmaier: Volksabstimmungen ab zehn Prozent

Österreich brauche mehr direkte Demokratie, sagt Peter Filzmaier, Politikwissenschaftler an der Donau-Universität Krems. Das garantiere zwar keine inhaltlich besseren Entscheidungen, „aber Entscheidungen werden frühzeitig transparent gemacht. Das wäre schon ein Vorteil gegen die vielzitierte Politikverdrossenheit.“

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Schuldspruch in Klagenfurter Neonazi-Prozess

Ein 32 Jahre alter Installateur ist heute in Klagenfurt wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung zu 15 Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte auf einer Nazi-Homepage im Internet einschlägige Parolen verbreitet.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Keine Aussage von Küssel

Im Wiener Prozess wegen Wiederbetätigung entschlug sich Gottfried Küssel heute der Aussage. Zuvor bekannten sich die insgesamt drei Angeklagten nicht schuldig. Die Verteidiger brachten wieder einige Anträge ein, die abgewiesen wurden.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Amnesty kritisiert Grundrechtseingriffe

Zu viele Eingriffe in Grundrechte und zu wenig gesetzliche Kontrolle - diese Tendenz sieht die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in ihrem Jahresbericht für Österreich. Konkret kritisiert Amnesty, dass die Polizei mit dem neuen Sicherheitspolizeigesetz zu viele Befugnisse habe und nicht genug kontrolliert werde.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Intensive Ermittlungen in Causa Alijew zugesagt

Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) hat dem Vorsitzenden des Justizausschusses im Europaparlament, Klaus-Heiner Lehne, intensive Ermittlungen gegen den des Doppelmordes verdächtigen kasachischen Ex-Botschafter Rachat Alijew zugesagt.

Die Ministerin habe den Eindruck vermittelt, dass in Sachen der Ermordung der beiden Manager der kasachischen Nurbank jetzt „ernsthaft und rechtsstaatlich“ ermittelt werde, so Lehne in einem Telefongespräch mit der APA. Das Gespräch zwischen der Ministerin und Lehne fand bereits am 7. Mai in Wien statt, wurde aber erst jetzt bekannt.

Lehne: „Nicht so richtig gelaufen“

Zuvor habe er den Eindruck gehabt, sagte Lehne, dass die Dinge in Österreich bei der Verfolgung der Vorwürfe gegen Alijew „nicht so richtig gelaufen sind“. Jetzt seien offenkundig intensive und nachhaltige Ermittlungen und weitere Befragungen von Zeugen in Kasachstan vorgesehen. Er werde mit dem österreichischen Justizministerium und mit den Opferanwälten in Kontakt bleiben und weiter „ein Auge auf die Causa haben“, kündigte der CDU-Politiker an.

Alijew bestreitet Vorwürfe

Der Ex-Botschafter und Ex-Schwiegersohn des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew hält sich zurzeit - nach Medienberichten ausgestattet mit einem österreichischen Fremdenpass - in Malta auf. An seiner dortigen Adresse und unter seinem neuen Namen wurde er im heurigen Jahr von der Staatsanwaltschaft Wien einvernommen.

Alijew hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets bestritten. Er betonte, dass er mit den österreichischen Behörden voll zusammenarbeite und das Opfer einer Verschwörung seines Ex-Schwiegervaters sei.

Moser: TA war „Bankomat“ unter Schwarz-Blau

Die Telekomsprecherin der Grünen und Vorsitzende des U-Ausschusses, Gabriela Moser, fordert die rasche Übermittlung des forensischen Berichts der BDO Deutschland über die Malversationen bei der Telekom Austria (TA) an den parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

Die TA sei „der Bankomat der Republik unter Schwarz-Blau“ gewesen, sagte Moser heute bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der TA-Hauptversammlung. Im U-Aussschuss brauche man den BDO-Bericht umgehend. Sie hofft, das Dokument über die Staatsanwaltschaft zu bekommen, der die TA ihrer Ansicht nach den Bericht übergeben muss. Sie habe schon mit dem Justizministerium Kontakt aufgenommen.

Bericht erhärtet Vorwürfe

Die Forensik-Spezialisten Markus Brinkmann und Stefan Kühn von der Beratungsfirma BDO Deutschland präsentierten heute bei der Hauptversammlung der TA nach sieben Monaten intensiver Prüfungen ihren abschließenden Bericht über die Malversationen bei der TA.

Das Fazit: Die bereits bekannten Vorwürfe gegen frühere Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte haben sich erhärtet, für die Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrates des Jahres 2011 habe man jedoch keine belastenden Fakten gefunden, sagte Brinkmann.

Während des vergangenen halben Jahres haben insgesamt 32 BDO-Prüfer 106.000 E-Mails und Hunderte Aktenordner analysiert und 146 Befragungen durchgeführt - neue Erkenntnisse wurden dabei kaum gewonnen, lediglich im Infrastrukturbereich und bei Beraterverträgen wurde man vereinzelt fündig.

Moser fordert TA-Strategie des Bundes ein

In Österreich fehle es an einer Telekomstrategie, kritisierte Moser und fügte hinzu: „Wenn der Staat Aktien hat, dann soll er auch strategische Überlegungen anstellen“, sagte sie. Man habe verschlafen, dass ein Quereinsteiger - wie jetzt Investor Ronny Pecik - in diese Position kommen könnte, der damit die Position der Staatsholding ÖIAG ins Wanken bringe.

Sein Interesse sei, schnell Geld zu machen. Für das Unternehmen wäre es aber wichtig, mittelfristig einen strategischen Partner zu bekommen. „Bei der AUA haben wir einen strategischen Partner auf Kosten von einer halben Milliarde Euro bekommen“, erinnerte Moser. Deshalb fordert sie: „Schluss mit der Schlafmützenpolitik der ÖIAG!“

Kritik an Beyrer

Auch an ÖIAG-Chef und TA-Aufrichtsrat Markus Beyrer lässt die grüne Abgeordnete kein gutes Haar. Kritik an Beyrer und der ÖIAG kommt außerdem von Anlegerschützer Wilhelm Rasinger und von der Arbeiterkammer.

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Sport

Eishockey: Rot-weiß-roter Zuwachs für EBEL

Der Kampf um den Titel in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) wird in der kommenden Saison um zwei rot-weiß-rote Clubs erweitert. DEC Dornbirn und HC Innsbruck wurden am Dienstag in Klagenfurt in den Kreis der EBEL-Vereine aufgenommen. Mit Dornbirn greift erstmals seit der Saison 2003/04 wieder ein Vorarlberger Club ins Meisterrennen ein. Für die Innsbrucker ist es eine Rückkehr ins Oberhaus. Auf einen Club aus Slowenien müssen die EBEL-Fans jedoch verzichten.

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Fußball: Foda muss die Ärmel aufkrempeln

Nach 15 Jahren bei Sturm Graz ist Franco Foda in seine sportliche Heimat Kaiserslautern zurückgekehrt und heute offiziell als neuer Trainer vorgestellt worden. „Willkommen daheim“, empfing ihn sein neuer alter Verein mit offenen Armen. Doch Foda muss die Ärmel aufkrempeln, auf ihn wartet viel Arbeit.

Denn beim deutschen Traditionsclub liegt derzeit vieles im Argen. Als Ziel nannte Foda trotzdem den Wiederaufstieg in die Bundesliga. Dabei ist Kaiserslautern finanziell eingeschränkt und plant mit einem Budget von nur zehn Millionen Euro.

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Wirtschaft

Euro auf tiefstem Stand seit Juli 2010

Der Euro ist heute vor dem EU-Gipfel zur Schuldenkrise auf den tiefsten Stand seit Juli 2010 gefallen. Hauptbelastungsfaktor für die europäische Gemeinschaftswährung ist laut Experten die für 17. Juni angesetzte Neuwahl in Griechenland.

Am Nachmittag sank der Euro unter die Marke von 1,26 US-Dollar und wurde zuletzt bei 1,2565 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag noch auf 1,2659 (Dienstag: 1,2768) Dollar festgesetzt.

Weiterer Absturz droht

Wichtig sei jetzt, dass sich der Kurs wieder über der Hürde von 1,26 Dollar behauptet, sagte Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank. Sollte diese Marke nachhaltig durchbrochen werden, könne der Euro bis auf 1,24 Dollar abstürzen.

Ein wichtiger Auslöser für die jüngsten Kursverluste waren Aussagen des bisherigen griechischen Premierministers Lucas Papademos von gestern. Demnach werden in Athen mittlerweile Vorkehrungen für einen Austritt aus der Euro-Zone getroffen.

Es ist aber keineswegs nur Griechenland, das den Euro belastet. So steht weiter auch die kritische Lage in Spanien im Fokus der Märkte. Neben der Haushaltslage sorgt vor allem der Bankensektor für Verunsicherung.

Deutschland zahlt für neue Schulden keine Zinsen

So billig wie Wolfgang Schäuble hat bisher noch kein deutscher Finanzminister neue Schulden gemacht: Erstmals in der Geschichte lieh sich der deutsche Staat Milliarden von Anlegern, ohne dafür auch nur einen Cent an Zinsen zahlen zu müssen. Trotzdem rissen sich die Anleger heute um die Bundesschatzanweisungen mit zweijähriger Laufzeit.

Die Versteigerung der mit einem Zinskupon von null Prozent ausgestatteten Papiere spülte knapp 4,6 Mrd. Euro in die Staatskassen, wie die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur mitteilte. Die Nachfrage war robust: Sie übertraf das Angebot um das 1,7-Fache.

Das Ergebnis sei für Deutschland als „wirtschaftlich sehr gut zu bewerten“, sagte ein Sprecher der deutschen Finanzagentur. „Die Suche nach Qualität wird eindrucksvoll unterstrichen.“ Weitere 1,3 Mrd. Euro wurden mit einer bis 2023 laufenden Anleihe eingenommen, bei der der Staat das Inflationsrisiko übernimmt und die mit einem Zinskupon von 0,1 Prozent ausgestattet ist.

Skylink: Schadenersatz in Millionenhöhe

Der Flughafen Wien-Schwechat hat sich mit den Planungsfirmen auf eine Schadenersatzzahlung in Millionenhöhe für den verzögerten und im Endeffekt teureren Bau des Termials Skylink geeinigt.

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FMA: Hypo könnte heuer neue Staatshilfe brauchen

Die Chefs der Finanzmarktaufsicht (FMA) können nicht ausschließen, dass bei der staatlichen Hypo Alpe-Adria noch im heurigen Jahr ein Nachschlag an Staatsgeld nötig wird. FMA-Vorstand Helmut Ettl sagte, man warte momentan auf weitere Analysen der Notenbank. Im Herbst werde man mehr wissen.

Fristerstreckung bekommen

Die Kärntner Hypo hatte für den von der Aufsicht vorgegebenen Aufbau eines milliardenschweren Krisenkapitalpuffers - der ursprünglich bis März fällig gewesen wäre - eine Fristerstreckung bekommen. Nun rechnen die Experten auf Basis der neuen Bankdaten den Bedarf neu durch. Sollte sich daraus wieder ein entsprechendes Kapitalloch ergeben, wird zu Jahresende ein neuer Bescheid fällig.

Auf Basis der Bankzahlen 2010 hatte ein Notenbank-Gutachten 2011 einen zusätzlichen Eigenkapitalbedarf von 1,5 Mrd. Euro ergeben. Der war aber schon damals von der Hypo als zu hoch gegriffen bewertet worden. Die Bank bat um Aufschub.

Mitten in Restrukturierung

Die 2009 notverstaatlichte Kärntner Hypo ist mitten in einer Restrukturierung. Anfang der Woche gab der Vorstand die Einleitung des Verkaufs von sechs Balkan-Tochterbanken bekannt. Zieht sich der Verkauf entsprechend in die Länge, werden die Kapitalvorgaben vorher schlagend. Die Bankspitze selbst hat mehrfach beteuert, den Steuerzahler nicht mehr zusätzlich belasten zu wollen.

Chronik

„Cold Case“ Wastl: Verdächtiger berichtet von tödlichem Sturz

Im Fall der seit 2001 vermissten Heidrun Wastl (damals 37 Jahre alt) aus Wiener Neustadt (Niederösterreich) ist nach mehr als zehn Jahren ein Verdächtiger festgenommen worden. Heute sagte der Mann aus, dass die Frau bei einem Sturz ums Leben gekommen sei.

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Hotel-Brandstifter in Niederösterreich ausgeforscht

In Wr. Neustadt (Niederösterreich) ist heute ein mutmaßlicher Brandstifter festgenommen worden. Der 20-Jährige soll in einer Pension und zweimal in einem Hotel in Wien gezündelt haben. Der Polizei sagte er, er wollte noch weitere Brände legen.

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Sbg: Frau bei Streit um Mann schwer verletzt

Nach einem Streit um einen Mann in der Nacht auf heute in Bischofshofen (Salzburg) liegt eine 43-Jährige mit Kopfverletzungen im Spital. Ihre Kontrahentin zeigte sich selbst bei der Polizei an.

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Fiaker umgestürzt: Drei Verletzte in Wien

Auf der Wiener Ringstraße ist heute Nachmittag ein Fiakergespann umgestürzt. Zwei Touristen und der Kutscher wurden verletzt. Die Pferde waren offenbar durchgegangen.

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129 Bankschließfächer in OÖ ausgeräumt

129 Schließfächer haben bisher unbekannte Täter in einer Bank in Burgkirchen im Bezirk Braunau (Oberösterreich) ausgeräumt. Die Höhe des Schadens ist noch nicht bekannt.

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13-jähriger Wiener wollte zum Waffenkauf nach Tschechien

Mit dem Auto seiner Mutter hat ein 13-jähriger Wiener eine Fahrt nach Tschechien geplant, um dort Waffen zu kaufen. Der Bub wurde mit zwei Freunden gestoppt, nachdem sie von einer Tankstelle ohne zu zahlen weggefahren waren.

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Wiener Parksündern droht nun auch die Parkkralle

Ein drastisches Mittel sieht eine Novelle des Parkometergesetzes vor, Parksünder ab September zum Bezahlen ihrer Strafe zu zwingen. Unter „gewissen Umständen“ soll eine technische Sperre zum Einsatz kommen. Mit anderen Worten: Eine Parkkralle verhindert das Wegfahren.

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IT

SAP überrascht mit Milliardenzukauf

Mit einer überraschenden Firmenübernahme hat sich der Vorstand des Softwareriesen SAP heute im deutschen Mannheim bei der Hauptversammlung seinen Aktionären präsentiert. „Es gibt weltweit kein besseres Unternehmen, das mehr Synergien mit SAP hat, als Ariba“, sagte SAP-Kochef Jim Hagemann Snabe heute am Rande der Hauptversammlung.

Gleichzeitig bekräftigten er und sein Kollege Bill McDermott, dass SAP mit eigenen Ideen wachsen wolle und nicht auf großangelegter Einkaufstour sei. „Unsere Strategie ist es nicht, Unternehmen zu übernehmen“, sagte Snabe.

Zweite Übernahme in wenigen Monaten

Der Walldorfer DAX-Konzern hatte über Nacht den Kauf des amerikanischen Cloud-Spezialisten Ariba für rund 4,3 Milliarden Dollar (3,3 Mrd. Euro) angekündigt. Der neue Wunschpartner bietet Handelsnetzwerke für Firmen an und stützt dieses Geschäftsmodell mit der Cloud-Technik, mit der Softwareanwendungen über das Internet bezogen werden.

Der geplante Kauf von Ariba ist für SAP die zweite milliardenschwere Übernahme binnen weniger Monate. Erst vor kurzem stemmte der Konzern die etwa 3,4 Milliarden Euro teure Übernahme des ebenfalls amerikanischen Cloud-Experten Successfactors.

Science

Keine Studiengebühren an Medizinunis

Die Medizinische Universität Wien (MedUni) wird auch im kommenden Wintersemester keine Studiengebühren einheben. Das Rektorat wird keinen entsprechenden Antrag an den Senat stellen. Auch die anderen beiden Medizinischen Universitäten in Österreich heben keine Studiengebühren ein.

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Studie: Kinder im Straßenverkehr überfordert

Kinder sind im Straßenverkehr überfordert, das zeigt eine Studie des Vereins „Große schützen Kleine“. Erstklassler trainieren zwar, sicher in die Schule zu kommen. Die Statistik zeigt aber, dass erst Zehnjährige gefährliche Situationen einschätzen können.

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Kultur

Zeitung: Fotoagentur Getty wird verkauft

Eine der größten Fotosammlungen der Welt und damit ein Stück Zeitgeschichte könnte schon bald den Besitzer wechseln: Die Bildagentur Getty Images steht laut einem Bericht der „Financial Times“ vor einem Verkauf oder einem Börsengang.

Das wohl berühmteste Bild in den riesigen Archiven ist der Matrose, der 1945 auf dem New Yorker Times Square eine Krankenschwester küsst, nachdem die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg über Japan gesiegt haben.

Mit bis zu vier Mrd. Dollar bewertet

Getty Images gehört dem US-Finanzinvestor Hellman & Friedman, der die Agentur im Jahr 2008 für 2,4 Milliarden Dollar gekauft und von der Börse genommen hatte. Die Beteiligungsgesellschaft habe die US-Banken Goldman Sachs und JPMorgan Chase beauftragt, die Verkaufsaussichten auszuloten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf fünf mit den Plänen vertraute Personen. Dabei fasse der Finanzinvestor eine Bewertung von bis zu vier Milliarden Dollar (3,1 Mrd. Euro) ins Auge.

Als wahrscheinlichste Interessenten gelten dem Bericht zufolge andere Finanzinvestoren, darunter Kohlberg Kravis Roberts (KKR). Denn es ist Bewegung in die Branche gekommen: Erst vergangene Woche kaufte KKR die Hälfte der Anteile des Fotodienstleisters Fotolia. Ein weiterer Anbieter, Shutterstock, entschied sich zum Gang an die New Yorker Börse und will damit rund 115 Millionen Dollar erlösen.

3.000 Jahre altes Bethlehem-Siegel entdeckt

Israelische Archäologen haben ein fast 3.000 Jahre altes Siegel mit dem Wort „Bethlehem“ darauf ausgegraben. Es sei der älteste bekannte Hinweis außerhalb der Bibel auf die Existenz der späteren Geburtsstadt Jesu, sagte der Archäologe Eli Schukron heute.

Das Siegel sei aus Ton und messe etwa 1,5 Zentimeter im Durchmesser. Es stamme aus dem 7. oder 8. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung und damit aus der Zeit des ersten jüdischen Tempels in Jerusalem.

Drei Zeilen

Es kam bei Grabungen in der Davidstadt unterhalb des Jerusalemer Tempelbergs zutage. Das Fragment beweise, dass Bethlehem zur Zeit des Ersten Tempels (1006 bis 586 v. Chr.) existiert und zum Königreich Juda gehört habe. Nach der biblischen Überlieferung wurde König David in Bethlehem zum König gesalbt. Christen glauben, dass Jesus von Nazareth in Bethlehem - heute eine Stadt im palästinensischen Autonomiegebiet - geboren wurde.

Das Siegel enthalte in drei Zeilen die Worte „im siebenten“, „Bethlehem“ und „für den König“. Vermutlich gehe es um eine Sendung, die im siebenten Regierungsjahr eines Königs von Bethlehem nach Jerusalem geschickt wurde, sagte Schukron. Unklar sei, ob es sich um Hiskia, Manasse oder Joschija handle.

Garantie für Unversehrtheit von Sendungen

Derartige Siegel habe man in der judäischen Zollverwaltung im 8. und 7. vorchristlichen Jahrhundert verwendet, so der Archäologe. Die Steuer konnte in Form von Gold, Silber oder landwirtschaftlichen Produkten wie Wein und Weizen geleistet werden. Entsprechende Siegel sollten die Unversehrtheit von Waren- und Dokumentsendungen garantieren.

Literaturpreis für rumänischen Autor Cartarescu

Der rumänische Autor Mircea Cartarescu wird mit dem Internationalen Literaturpreis des Berliner Hauses der Kulturen der Welt geehrt. Der 1956 in Bukarest geborene Schriftsteller erhält die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Roman „Der Körper“ (2002), der im vergangenen Jahr auch auf Deutsch erschien.

Die Übersetzer Gerhardt Csejka und Ferdinand Leopold werden mit 10.000 Euro geehrt. Das teilte das Haus der Kulturen heute mit. Die Auszeichnungen werden am 6. Juni in Berlin verliehen.

„Sprachlich elektrisierendes Kunstwerk“

Dem Autor sei mit seinem Werk „Der Körper“ ein fulminanter Roman und ein sprachlich elektrisierendes Kunstwerk von seltener Intensität und Leuchtkraft gelungen, befand die Jury. „Die Selbsterkundung des Ich-Erzählers Mircea wird zur Welterkundung und breitet ein literarisch vernetztes Denken aus, das kleinste und größte Elemente der Existenz zusammenführt, das Denken und Sprechen in neuronaler Metaphorik mit dem Kosmos verwebt.“

Der Preis wird zum vierten Mal von der Stiftung Elementarteilchen und dem Haus der Kulturen der Welt vergeben. Das Haus der Kulturen ist ein Zentrum für den internationalen Kulturaustausch. Es wird vom deutschen Bundeskulturbeauftragten und dem deutschen Außenministerium gefördert.

Lifestyle

Empörung über Versteigerung von angeblichem Blut Reagans

Die Versteigerung einer Ampulle, die angeblich Blut des verstorbenen US-Präsidenten Ronald Reagan enthält, sorgt für Empörung. Die Ronald-Reagan-Stiftung kündigte gestern (Ortszeit) an, sie werde Rechtsmittel gegen den Verkäufer und das Onlineauktionshaus PFC einlegen.

Sollte „die Geschichte wahr sein“, handle es sich um eine „feige“ Tat, sagte Stiftungsdirektor John Heubusch.

Blut soll von Attentatsversuch stammen

Das Auktionshaus PFC mit Sitz auf der britischen Kanalinsel Guernsey erklärte, in der knapp 13 Zentimeter langen Ampulle befinde sich „ein Rest getrockneten Bluts“ von Reagan, das von dem Attentatsversuch auf den damaligen Präsidenten am 30. März 1981 stamme. Zu der Ampulle gehören ein Laborbericht und ein Brief des Verkäufers.

Der Verkäufer gibt an, er habe das Blut der Ronald Reagan Presidential Foundation and Library angeboten, die aber abgelehnt habe. Demnach hatte die Mutter des Anbieters in dem Labor gearbeitet, wo das Blut Reagans untersucht wurde. Nach dem Test habe seine Mutter ihren Chef gefragt, ob sie den Bericht und die Ampulle behalten dürfe, was dieser erlaubt habe. Seitdem sei das Glas im Besitz seiner Familie.

Vertreter soll Erlaubnis gegeben haben

Vor drei, vier Monaten kontaktierte der Verkäufer nach eigenen Angaben die zu der Stiftung gehörende Bibliothek, mit deren Chef er gesprochen habe. Dieser habe ihm gesagt, er müsse zunächst einige Telefonate erledigen, um die Angelegenheit zu erörtern.

„Nach 25 Minuten rief er zurück und sagte, alles sei in Ordnung, weder das Nationalarchiv noch der Secret Service noch das FBI oder andere Behörden seien an dem interessiert, was ich habe“, berichtete der Mann weiter. Der Bibliothekschef habe ihm gesagt, er könne mit der Ampulle tun, was er wolle.

Die Reagan-Stiftung wollte sich nicht dazu äußern, mit welchem ihrer Vertreter der Verkäufer gesprochen haben könnte.

Leute

Apple-Chefdesigner zum Ritter geschlagen

Er steckt hinter dem Design von iMac, iPhone und iPad - jetzt ist Apple-Chefdesigner Jonathan Ive für seine Verdienste mit Ritterwürden ausgezeichnet worden. Der Brite darf sich künftig Sir Jonathan nennen.

Der Titel des Knight Commander of the British Empire (KBE) wurde dem 45-Jährigen heute im Buckingham-Palast von Prinzessin Anne, der Tochter der britischen Königin Elizabeth II., verliehen. Dass er ihn erhalten würde, war bereits Ende Dezember bekanntgeworden. Er habe herausragendes für Design und Unternehmertum geleistet, hieß es zur Begründung.

Chefdesigner von Braun als Vorbild

Ive wurde im Nordosten Londons geboren und arbeitete zunächst zusammen mit Freunden für eine Designfirma in Großbritannien. 1992 fing er Vollzeit bei Apple an. Heute lebt er in San Francisco. Apple-Gründer Steve Jobs war nach der Rückkehr zum damals notleidenden Unternehmen 1997 so von Ives Entwürfen beeindruckt, dass er ihm eine Sonderrolle einräumte.

Ive hatte stets einen direkten Draht zum Chef, „niemand kann ihm reinreden“, hatte der im Herbst verstorbene Jobs seinem Biografen Walter Isaacson erzählt. Der Brite wurde in seiner Arbeit stark vom Konzept des deutschen Designers Dieter Rams beeinflusst, der von 1961 bis 1995 Chefdesigner der Elektronikfirma Braun war. Ive hatte unter anderem den bunten ersten iMac-Computer entworfen, mit dem 1998 der Wiederaufstieg von Apple begann.