Inland

NEOS wählt neue Parteiführung

NEOS hat sich heute Vormittag in der Wiener Stadthalle versammelt, um nach dem überraschenden Abgang von Matthias Strolz eine neue Parteiführung zu bestimmen. Die Wiener Partei- und Klubchefin Beate Meinl-Reisinger stellt sich der Wahl zur neuen Vorsitzenden. Das Wahlergebnis wird erst am Nachmittag erwartet.

Die NEOS-Pressekonferenz ist im Livestream in tvthek.ORF.at zu sehen.

Auch Stellvertreter für Meinl-Reisinger werden gewählt

Begrüßt wurden die Mitglieder am Eingang zur Stadthalle bei kaltem, unfreundlichem Wetter von der Band „Wahlfreiheit“. In der Halle selbst wurde die Versammlung mit der Europahymne und dem Einzug von Europafahnen eröffnet.

Generalsekretär Nick Donig rief die rund 400 Mitglieder dazu auf, die heutige Versammlung nicht nur zur größten, sondern auch zur stärksten zu machen.

Neben der Vorsitzenden werden auch die weiteren Mitglieder des Parteivorstands gewählt. Als Stellvertreter Meinl-Reisingers werden aller Voraussicht nach die Abgeordneten Nikolaus Scherak und Sepp Schellhorn bestellt. Morgen sind noch Diskussionen mit Schwesterparteien aus anderen Ländern sowie die Wahl des erweiterten Vorstands geplant.

Kern sieht in Volksbegehren zu Zwölfstundentag „Variante“

SPÖ-Chef Christian Kern hat in der Samstag-Ausgabe der Tageszeitung „Österreich“ ein Volksbegehren gegen den Zwölfstundentag nach den Plänen der Regierung nicht ausgeschlossen. „Wenn alles, was wir tun, nicht wirkt, ist auch das eine Variante“, sagte Kern. Jetzt solle man aber erst die verschiedenen Aktionen abwarten, die ÖGB-Demonstration am 30. Juni und die SPÖ-Onlinepetition.

Auch für Gespräche stehe er immer zur Verfügung. Flexibles Arbeiten müsse aber arbeitnehmerfreundlich sein. Laut dem derzeitigen Gesetzesentwurf zum Zwölfstundentag würde es jedoch eine „glasklare Verschlechterung“ für die Arbeitnehmer geben, weil eine ganze Ebene, die Betriebsräte, wegfallen würden.

„Wenn der Einzelne dem Unternehmer gegenübertritt, ist er immer in der schwächeren Position“, so Kern. Er selbst werde auch an der Demonstration in Wien teilnehmen, kündigte Kern an. Es sei aber eine Demonstration der Gewerkschaft.

Zwölfstundentag laut AMS kaum Effekte auf Arbeitslosigkeit

Während die Koalitionsparteien und Wirtschaft voll des Lobes sind, monieren Opposition und Gewerkschaft sowohl Inhalt als auch Umsetzung des Gesetzes, das auch die Ausweitung der Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden am Tag vorsieht. Der Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS), Johannes Kopf, erwartet allerdings keine maßgeblichen Auswirkungen auf die Beschäftigung.

Mehr dazu in „Leichte positive Effekte“ für Betriebe

Kurz verteidigt „Achsen“-Sager

Im Interview mit „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo hat Bundeskanzler Kurz gestern Abend die Verwendung des Begriffs Achse verteidigt. Der von Kurz gewählte Ausdruck einer „Achse Rom-Berlin-Wien“ in der Flüchtlingsfrage hatte international für Kritik gesorgt. „Ich fand die Aufregung etwas merkwürdig. Das Wort Achse gehört zumindest zu meinem normalen Sprachgebrauch“, so Kurz dazu am Abend im Volkstheater in Wien.

Es habe die „Achse Wien-Berlin-Rom“ historisch nie gegeben, da es Österreich zu dem Zeitpunkt in der Form nicht gegeben habe. Di Lorenzo wies den ÖVP-Chef daraufhin auf die „engen Beziehungen“ Österreichs zum Deutschen Reich hin, was Kurz mit Verweis auf sein „anständiges Geschichtsbewusstsein“ quittierte, das er in allen Reden zum Gedenkjahr bewiesen habe. Es habe in der EU schon mehrfach verschiedene Achsen gegeben, das sei nie ein Problem gewesen.

Allianz statt Achse

Wenn einige Staaten bei unterschiedlichen Themen vorangehen, sei es auch nie ein Problem gewesen, von den Willigen zu sprechen: „Wir können immer eine Diskussion über gewisse Worte führen und ihm (jemandem, Anm.) unterstellen, dass er ein Nazi ist, wenn er gewisse Worte verwendet.“ Kurz räumte ein, dass er heute wohl das Wort „Allianz“ wählen würde. Andererseits habe er aber ein Problem mit dem Diktat, welche Worte verwendet werden dürfen: „Ich habe einen gesunden Geschichtsbegriff und möchte mir Worte wie Achse oder Heimat nicht von Nazis nehmen lassen“, so der Bundeskanzler.

Für Verwunderung sorgte Kurz noch mit seinen Aussagen zu den aktuellen Vorgängen in der USA an der mexikanischen Grenze, wo Kinder von ihren Eltern getrennt werden. „Ich habe nicht nachvollziehen können, welchen Sinn das machen sollte“, so Kurz auf die Frage, was er sich bei derartigen Bildern denke. Di Lorenzo meinte, diese Antwort sei kühl, denn ihm selbst „dreht es den Magen um“. Kurz sagte darauf, dass er mittlerweile vorsichtig sei, was auf Bildern gezeigt werde. Im weiteren Gespräch räumte der ÖVP-Chef ein, dass die Bilder „natürlich grauslich“ seien. Er habe die Vorgänge aber zu wenig mitverfolgt.

Gegen zu viel Political Correctness

Die Analyse, dass es momentan einen Aufschwung rechtsradikaler und rechtsnationaler populistischer Bewegungen gibt, teilte Kurz nicht ganz. Er erwarte sich bei der Europawahl gute Ergebnisse für die Liberalen. Generell räumte er eine Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den etablierten Parteien ein. Es würden eher Personen gewählt, so der ÖVP-Obmann. Viele - auch er selbst - würden auch eine „übertriebene Political Correctness“ nicht aushalten, denn in der Diskussion darüber gehe die Sache selbst unter. Angst mache ihm die Verrohung der Sprache, so Kurz in Richtung SPÖ.

Die Zusammenarbeit mit der FPÖ in der Regierung hingegen lobte er, mit der deutschen AfD könne man diese nicht vergleichen. Aussagen wie jene von AfD-Chef Alexander Gauland - „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ - seien „höchst inakzeptabel“: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand in der Regierungsriege sagen würde“, so Kurz.

Ausland

Orban nennt Österreich und Italien „Verbündete“

Ungarns Premierminister Viktor Orban hat Italien und Österreich beim Thema Verschärfung der Flüchtlingspolitik als Verbündete der Visegrad-Staaten (Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn) gelobt.

Beide Länder hätten sich „unserer Gruppe angeschlossen, um der ‚Willkommenskultur‘ des Westens entgegenzutreten“, sagte Orban gestern in einem Radiointerview. „Wir waren nie stärker als jetzt.“

Harter Kurs seit 2015

Die Visegrad-Länder verfolgen seit dem Höhepunkt der Migrationsbewegung im Jahr 2015 einen sehr restriktiven Flüchtlingskurs. Orban riegelte die ungarischen Grenzen bereits damals mit einem Zaun ab. Der Chef der rechtsnationalen Regierungspartei FIDESZ propagiert auch ein Modell der „illiberalen Demokratie“, das er in Ungarn gerade umsetzen will. Er liegt mit der EU wegen seiner restriktiven Asylpolitik, der Einschränkung demokratischer Rechte und des mutmaßlichen Missbrauchs von EU-Geldern im Streit.

Mehrere Tote bei Anschlag in Äthiopiens Hauptstadt

Bei einer Explosion während einer Kundgebung des äthiopischen Regierungschefs Abiy Ahmed sind heute mehrere Menschen getötet worden. Es gebe außerdem mehrere Verletzte, sagte Ahmed kurz nach dem Vorfall in der Hauptstadt Addis Abeba dem staatlichen Sender ETV.

Genaue Angaben zur Opferzahl oder dem Hintergrund machte er nicht, sprach aber von einem „gut orchestrierten Anschlag“. Zu der Explosion war es kurz nach seiner Ansprache gekommen, Ahmed selbst blieb unversehrt. Zehntausende Menschen hatten sich in der Früh in der Hauptstadt versammelt, um den seit April amtierenden, reformorientierten Ahmed zu unterstützen. Auch in anderen Städten Äthiopiens gab es Kundgebungen.

Bisher keine Opposition

Seit seinem Amtsantritt hat Ahmed mehrere Reformen in dem Staat am Horn von Afrika eingeleitet. Er hat unter anderem die Freilassung Hunderter Gefangener verkündet, den Dialog mit der Opposition gesucht und Friedensgespräche mit dem Langzeitrivalen Eritrea angestoßen. Äthiopien mit seinen fast 100 Millionen Einwohnern wurde bisher autoritär regiert. Die Opposition ist im Parlament nicht vertreten. Trotz raschen Wirtschaftswachstums gehört Äthiopien UNO-Statistiken zufolge noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt.

Trump: Nordkoreas Atomwaffen „seltene Bedrohung“

Entgegen seiner Äußerungen unmittelbar nach dem Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat US-Präsident Donald Trump das nordkoreanische Atomwaffenarsenal als „seltene und außergewöhnliche Bedrohung“ dargestellt. Mit diesen Worten begründete er gestern in einem Schreiben an den US-Kongress die Verlängerung der Wirtschaftssanktionen gegen Pjöngjang um ein weiteres Jahr.

„Die Existenz und das Risiko der Weiterverbreitung von waffenfähigem, spaltbarem Material auf der koreanischen Halbinsel und das Vorgehen und die Politik der Regierung Nordkoreas“ stellten weiterhin eine „außergewöhnliche Gefahr für die nationale Sicherheit, Außenpolitik und Wirtschaft der Vereinigten Staaten dar“, hieß es in dem Schreiben.

„Schlaft heute Nacht gut!“

Einen Tag nach dem historischen Gipfeltreffen in Singapur hatte Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter erklärt, von Nordkorea gehe nun keine „atomare Bedrohung“ mehr aus. „Schlaft heute Nacht gut!“, so Trump bei seiner Rückkehr in die USA. Das Missverhältnis zwischen Trumps Tweet und der formellen Mitteilung an den Kongress macht deutlich, wie viel Arbeit die Ausarbeitung der Gipfelvereinbarungen noch mit sich bringt.

Kim hatte bei dem Gipfel in die komplette atomare Abrüstung seines Landes eingewilligt. Nähere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen wurden jedoch nicht genannt, weshalb die Vereinbarung von vielen Seiten als zu vage kritisiert wird.

USA und Südkorea sagen Militärübungen ab

Unterdessen sagten die USA und Südkorea zwei weitere gemeinsame Militärübungen vorläufig ab. Eine Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums teilte in Washington mit, Pentagon-Chef Jim Mattis habe in Absprache mit dem südkoreanischen Verbündeten ausgewählte Übungen auf unbefristete Zeit verschoben. Damit solle die Umsetzung der Ergebnisse des Gipfeltreffens unterstützt werden.

Am Dienstag hatte das südkoreanische Verteidigungsministerium bereits die für August geplante Freedom-Guardian-Übung abgesagt, an der auch rund 17.500 US-Soldaten teilnehmen sollten. Nun sollen der Pentagon-Sprecherin zufolge zwei weitere Marinemanöver verschoben werden, die in den kommenden drei Monaten geplant waren. Weitere Entscheidungen hingen davon ab, ob es produktive Verhandlungen mit Nordkorea gebe.

Trump hatte bei dem historischen Gipfeltreffen am 12. Juni überraschend angekündigt, dass die USA ihre Militärübungen mit Südkorea für die Dauer der Verhandlungen mit Pjöngjang aussetzen würden. Ab wann die Übungen ausgesetzt würden, hatte er nicht gesagt. Für Verwunderung hatte gesorgt, dass Trump die Übungen als „provozierend“ bezeichnet hatte. Dieser Begriff wurde bisher von Nordkorea verwendet.

Salvini will Impfpflicht in Italien aufheben

Der italienische Innenminister Matteo Salvini sorgt für neue Debatten. Der Lega-Chef zieht sich mit seinen negativen Äußerungen über die seit einem Jahr in Italien geltende Impfpflicht viel Kritik zu.

Allen Kindern - geimpft oder ungeimpft - solle ab September der Schulzugang gewährt werden, forderte Salvini. Bisher wurden Kinder aus der Schule ausgewiesen, wenn sie ungeimpft waren. Über dieses Thema berate er sich zurzeit mit Gesundheitsministerin Giulia Grillo.

„Ich bin der Meinung, dass zehn verbindliche Impfungen sinnlos und in vielen Fällen sogar gefährlich, wenn nicht schädlich sind“, sagte Salvini.

„Salvini ist kein Wissenschaftler“

Salvinis Worte lösten den heftigen Protest des angesehenen Immunologen Roberto Burioni aus. „Die zehn Impfstoffe, die Salvini als sinnlos und schädlich bezeichnet, werden auf der ganzen Welt verwendet und retten das Leben von Millionen von Menschen“, kommentierte Burioni. Er forderte Salvini auf, klar zu sagen, welche Impfungen seiner Ansicht nach überflüssig seien. Salvini sei kein Wissenschaftler.

Gesundheitsministerin Grillo, die der Fünf-Sterne-Bewegung angehört, betonte, dass die Regierungskoalition das Gesetz ändern wolle, mit dem 2017 die Impfpflicht eingeführt worden war. Impfungen seien jedoch ein „fundamentales Mittel“, um die öffentliche Gesundheit zu garantieren.

Bericht: Flüchtlingsunterbringung auf US-Stützpunkten

Die US-Armee prüft derzeit offenbar die Unterbringung von Zehntausenden Migranten und Migrantinnen auf leer stehenden Stützpunkten der Luftwaffe. Wie das US-Magazin „Time“ gestern unter Berufung auf ein internes Papier berichtete, könnten sowohl leerstehende Gebäude genutzt als auch „vorübergehende“ Zeltstädte auf ehemaligen Landebahnen errichtet werden.

Demnach könnten rund 25.000 Migranten und Migrantinnen auf Luftwaffenbasen in der Nähe von Mobile im US-Bundesstaat Alabama untergebracht werden.

In dem Dokument wird auch die Errichtung von Flüchtlingsunterkünften für jeweils insgesamt 47.000 Menschen in der Nähe von San Francisco sowie in Camp Pendleton im Süden des Bundesstaates Kalifornien vorgeschlagen. Weitere Menschen könnten auf einer Armeebasis in Yuma im Bundesstaat Arizona untergebracht werden.

Offizielle Stellungnahme abgelehnt

Das US-Verteidigungsministerium lehnte jede Stellungnahme zu dem internen Papier ab. Ein Sprecher sagte allerdings, das Heimatschutzministerium habe noch keine offizielle Anfrage für die Unterbringung von Migranten an das Pentagon gerichtet.

Das Verteidigungsministerium erstelle Pläne und prüfe alle Militärbasen des Landes, um auf eine Anfrage des Heimatschutzministeriums „für die Unterbringung illegaler erwachsener Migranten“ reagieren zu können.

Das Heimatschutzministerium, das die Aufsicht über die Grenzpolizei hat, ist für die Inhaftierung illegal ins Land kommender Migranten und Migrantinnen zuständig. Für Minderjährige ist das Gesundheitsministerium zuständig. Dieses bat das Pentagon darum, für die Unterbringung von 20.000 unbegleiteten Minderjährigen zu sorgen.

Trump machte Kehrtwende

Trump hatte angesichts der Empörung in der US-Öffentlichkeit am Mittwoch in einer Kehrtwende per Dekret verfügt, dass illegal ins Land gelangten Migranten und Migrantinnen nicht mehr ihre Kinder weggenommen werden sollen. Zugleich kündigte er aber an, an seiner harten Linie gegen die illegale Einwanderung festzuhalten.

Illegal über die Grenze kommende Immigranten sollen weiterhin strafrechtlich verfolgt und inhaftiert werden. Haben sie Kinder bei sich, sollen diese nun zusammen mit ihnen eingesperrt werden.

Wirtschaft

Apple räumt Probleme mit Tastaturen ein

Apple hat eingeräumt, dass Tastaturen seiner neueren Macbook-Modelle anfällig für Probleme sein können und repariert sie kostenlos. Das Reparaturprogramm folgt auf monatelange Beschwerden von Nutzern und Nutzerinnen über Tasten, die klemmen oder nicht mehr richtig funktionieren. Apple erklärte gestern, „ein kleiner prozentualer Anteil“ der Tastaturen der Modelle Macbook und Macbook Pro leide an den Problemen.

Betroffen ist eine Tastaturtechnologie, die Apple zunächst im besonders dünnen Macbook im Jahr 2015 eingeführt hatte. Apple entwickelte dafür einen deutlich flacheren Tastenmechanismus, der ein Jahr später auch im neuen Macbook Pro Einzug hielt. Seitdem tauchten immer wieder Berichte über das Versagen einzelner oder mehrerer Tasten auf.

Keine kostenlosen Reparaturen für Modelle vor 2015

Als Auslöser wurden zum Teil sogar nur Staubkörner genannt. Wie weit die Probleme verbreitet waren, blieb jedoch unklar. In den vergangenen Monaten wurden mindestens drei Versuche bekannt, in den USA Sammelklagen gegen Apple wegen der Tastaturausfälle auf die Beine zu stellen.

Wer sie bei diesen Modellen bereits reparieren ließ, kann das Geld zurückbekommen. Ältere Modelle wie das Macbook Air oder vorherige Versionen des Macbook Pro weisen eine andere Tastaturtechnik auf und können daher nicht kostenlos repariert werden.

Argentinien erhält erste Kredittranche des IWF

Argentinien hat gestern eine erste Kredittranche in Höhe von 15 Milliarden Dollar (12,88 Milliarden Euro) vom Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten. Das teilte die argentinische Zentralbank mit.

Das hochverschuldete Land hatte sich Anfang Juni mit dem IWF auf einen Kredit in Höhe von 50 Milliarden Dollar verständigt, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Die Einigung sah eine „Sofortzahlung“ in Höhe von 15 Milliarden Dollar vor.

Ziel: Ausgeglichener Haushalt bis 2020

Die Regierung in Buenos Aires hatte den IWF um Hilfe gebeten, nachdem die Landeswährung Peso seit Jahresbeginn 35 Prozent ihres Wertes verlor. Am Mittwoch billigte die IWF-Direktion offiziell einen Dreijahresplan der Regierung, die bis zum Jahr 2020 einen ausgeglichenen Haushalt erreichen will.

In Umfragen hatten rund 75 Prozent der Argentinier eine Vereinbarung mit dem IWF abgelehnt. Viele verbinden damit schmerzhafte Erinnerungen an frühere Wirtschaftskrisen, die 2001 in einer Staatspleite endeten.

Viele Argentinier machen dafür den IWF verantwortlich. Anfang Juni protestierten Tausende Menschen in Buenos Aires gegen ein IWF-Hilfspaket, da sie weitere Einschnitte fürchteten.

Sport

Fußball-WM: Provokante Jubelgesten bei Schweiz-Sieg

Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka, die Torschützen beim 2:1-Sieg der Schweiz gegen Serbien, haben mit ihrer Jubelgeste für Aufregung gesorgt. Beide Torschützen formten gestern Abend nach ihren Treffern mit den Händen den Doppeladler, der auf der albanischen Flagge zu sehen und ein Zeichen des Nationalstolzes ist.

Granit Xhaka formt beim Torjubel mit seinen Händen den albanischen Doppeladler

AP/Keystone/Laurent Gillieron

Shaqiri und Xhaka sind zwei der Schweizer Teamspieler mit albanischen Wurzeln, was an diesem Abend besonders brisant war: Das Kosovo mit seiner albanischen Bevölkerungsmehrheit wurde nach dem Jugoslawien-Krieg aus Serbien herausgelöst. In Serbien ist das Kosovo nicht als Staat anerkannt.

„Es ist ein Sieg für die Familie, die Schweiz, Albanien, den Kosovo. Die Geste war für die Leute, die mich immer unterstützt haben, sie war nicht gegen den Gegner gerichtet“, sagte Xhaka nach der Partie. Auch Shaqiri betonte: „Es geht um Fußball, nicht um Politik.“

Schweiz dreht Spiel gegen Serbien

Die Schweiz hatte dank eines Last-Minute-Treffers einen 2:1-Sieg gegen Serbien gefeiert. Damit konnte erstmals bei dieser Fußball-WM ein Team einen Rückstand noch in einen Sieg verwandeln. In der Gruppe E kämpfen damit diese beiden Teams und Brasilien um den Aufstieg ins Achtelfinale.

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Fußball-WM: Belgier mit hohen Erwartungen

Nach dem klaren Auftaktsieg gegen Panama bei der Fußball-WM in Russland bekommt es Belgien heute (14.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) mit Tunesien zu tun. Die Belgier sind erneut Favorit und wissen auch, was von ihnen erwartet wird: „Wir haben eine Mannschaft, die im Moment ihren Höhepunkt erreicht. Bei diesem Turnier oder spätestens bei der EM in zwei Jahren müssen wir liefern“, sagte Verteidiger Thomas Meunier.

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Formel 1: Hamilton zeigt in Frankreich auf

Beim GP von Kanada vor zwei Wochen musste Lewis Hamilton die WM-Führung an Sebastian Vettel abgeben. Die jüngste Niederlage hat das Mercedes-Team des Briten etwas verunsichert, doch im gestrigen Training für den GP von Frankreich zeigte Hamilton wieder einmal auf. Der 33-Jährige war am Freitag zweimal der Schnellste. Überschattet wurden die Übungseinheiten von zwei spektakulären Unfällen.

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Chronik

Bub starb bei Unfall an Bahnübergang in Bayern

Ein zwölfjähriger Bub ist an einem Bahnübergang in Traunreut im bayrischen Chiemgau gestern Nachmittag von einem Zug erfasst und getötet worden. Wie die deutsche Polizei mitteilte, passierte der Unfall an einem unbeschrankten Übergang für Fußgänger, der lediglich mit Umlaufsperren versehen ist.

Den Angaben zufolge war das Kind mit drei gleichaltrigen Freunden auf dem Fahrrad unterwegs. Der Lokführer habe zwar per Warnhorn auf sich aufmerksam machen wollen, dennoch habe der Bub den Regionalzug übersehen. Trotz Notbremsung habe der Zug, der vom Bahnhof Traunreut kommend in Richtung Hörpolding fuhr, den Burschen frontal erfasst und zu Boden geschleudert.

„Er erlitt durch den Zusammenstoß schwere Kopfverletzungen“, teilte die Polizei mit. Am Abend sei das Kind in einem Krankenhaus in Traunstein gestorben. Die drei Freunde des Zwölfjährigen blieben unverletzt. Der Lokführer habe einen Schock erlitten.

Joggerin nach versehentlichem Grenzübertritt in US-Haft

Für eine junge Französin hat ein morgendlicher Strandlauf in Kanada mit einem zweiwöchigen Gefängnisaufenthalt geendet. Die 19-Jährige hatte an der Pazifikküste unabsichtlich die Staatsgrenze zu den USA überquert und wurde daraufhin von zwei US-Grenzpolizisten festgesetzt, wie der kanadische Sender CBC gestern berichtete.

Zum Zeitpunkt ihrer Festnahme habe Cedella Roman, die gerade ihre Mutter in Kanada besuchte, keine Ausweispapiere bei sich gehabt. Sie sei in ein 200 Kilometer entferntes Auffanglager gebracht worden.

Das Missgeschick ereignete sich am Abend des 21. Mai. Die Joggerin war an einem Strand südlich der kanadischen Stadt White Rock im Bundesstaat British Columbia unterwegs. Dass sie bei ihrem Lauf die Grenze zum Nachbarstaat USA überquerte, hatte die Französin gar nicht bemerkt. Als sie von der Grenzpolizei aufgegriffen wurde, habe sie den Ernst der Lage zunächst unterschätzt.

„Jeder, der Grenze illegal überquert, wird verhaftet“

„Ich hab mir gesagt, naja, vielleicht habe ich die Grenze überquert - aber wahrscheinlich bekomme ich dafür eine Geldstrafe, oder sie bringen mich zurück nach Kanada, oder ich bekomme eine Verwarnung“, sagte Roman dem Sender CBC. Obwohl Romans Mutter Christiane Ferne die Ausweisdokumente schnell nachreichte, dauerte es dann aber zwei Wochen bis zur Freilassung.

Die US-Zoll und Grenzschutzbehörde bestätigte Romans Entlassung am 6. Juni. Jeder, der die Grenze illegal überquere, werde verhaftet, erklärten die US-Behörden dem Sender CBC - unabhängig davon, ob das absichtlich oder versehentlich geschehen sei.

27 Kinder wegen Schnees aus Zeltlager in Ukraine gerettet

In den Karpaten in der Ukraine ist in der Nacht auf heute bei Temperaturen um den Gefrierpunkt Schnee gefallen. Rettungskräfte mussten deshalb nach eigenen Angaben 27 Kinder und acht Erwachsene bergen, die in einem Zeltlager nahe des 1.881 Meter hohen Berges Blysnyzja campiert hatten.

Die Touristen seien in tiefer gelegene Orte gebracht worden, hieß es von der örtlichen Gebietsverwaltung. Schnee wurde auch aus der Hohen Tatra gemeldet, die sich an die Karpaten anschließt und entlang der polnisch-slowakischen Grenze verläuft.

Science

Kultur

EU-Vorsitz beschallt Brüssel mit heimischer Musik

Österreichs EU-Ratspräsidentschaft startet in Brüssel und Straßburg mit Musik aus allen Bundesländern - das Spektrum reicht von Klassik über Pop zu Rockmusik.

Mit Lautsprechern beschallt werden ab Montag, dem 2. Juli, früh in Brüssel das EU-Ratsgebäude, der Europäische Auswärtige Dienst, die Metrostation Schuman im EU-Viertel und weitere U-Bahn-Stationen sowie ab Mittag auch das Europaparlament in Straßburg.

Das Wiener Ensemble „Primus Brass“ gibt zudem Montag früh und zu Mittag in der Metrostation Schumann kurze Liveauftritte. Zu der Veranstaltung luden das Österreichische Kulturforum Brüssel und die Ständige Vertretung Österreichs bei der EU in Sozialen Netzwerken ein.

Gesundheit

Lifestyle

Leute

US-Richter genehmigt Prozess gegen Kanye West

Ein Richter in New York hat den Weg für einen Prozess gegen den US-Rapper Kanye West wegen des Vorwurfs der Irreführung frei gemacht. Der Bundesrichter Gregory Woods bezeichnete die Argumente des Musikers gestern als „dünn“ und den Vorwurf des Klägers als berechtigt.

Unabhängig davon, ob West zu einem späteren Zeitpunkt des Verfahrens eine Jury überzeugen werde oder nicht, sei die Behauptung, dass sein Album niemals auf dem Streamingdienst Apple Music verbreitet werde, falsch gewesen, erklärte Woods.

Der Kläger Justin Baker-Rhett strebt eine Sammelklage an, weil West bei Veröffentlichung des Albums „The Life of Pablo“ im Februar 2016 zunächst den Eindruck erweckt hatte, es sei nur im Streamingdienst Tidal zu hören. Daraufhin hatten viele den Dienst abonniert.

Album erschien doch im Handel

Sechs Wochen später erschien das Album dann aber auch bei Apple Music und dem noch größeren Streamingdienst Spotify. Einer Sammelklage könnten sich andere enttäuschte Fans anschließen, um eine finanzielle Entschädigung zu erhalten.

Der Richter erklärte allerdings, es gebe keinen Grund, den Prozess in New York fortzusetzen, da sowohl der Kläger als auch der Rapper in Kalifornien lebten. Der Mutterkonzern von Tidal, Aspiro, hatte eine Verlegung des Prozesses nach Kalifornien beantragt.

West hatte bei Veröffentlichung des Albums getweetet, dieses werde „niemals in den Handel kommen: Ihr könnt es nur bei Tidal bekommen“. Seine Anwälte argumentierten, der Rapper habe keineswegs seine Fans in die Irre geführt, um Tidal neue Abonnenten zuzuführen. Für die Spotify-Veröffentlichung habe er nämlich einige neue Zeilen und Beats hinzugefügt - und damit eine neue Version des Albums geschaffen.

Kit Harington und Rose Leslie heiraten

Die „Game of Thrones“-Stars Kit Harington (31) und seine frühere Serienpartnerin Rose Leslie (31) heiraten: Morgen wollen sie im Familienschloss Leslies aus dem 12. Jahrhundert in Schottland den Bund fürs Leben schließen, wie die britische Nachrichtenagentur Press Association berichtete.

Schauspieler Kit Harington und Rose Leslie

APA/AFP/Getty Images/Frederick M. Brown

Zuvor war in der Meldestelle der schottischen Kleinstadt Huntly in Aberdeenshire das Datum 23. Juni veröffentlicht worden.

„Sehr einfach, sich zu verlieben“

Das Paar hatte sich 2012 bei den Dreharbeiten für die Fantasysaga kennengelernt. Dort verliebten sie sich als Jon Schnee und Ygritte ineinander. Zwei Jahre später verließ Leslie die Serie, Harington gehört zu den Fanlieblingen der Reihe.

Im vergangenen Jahr hatten sie ihre Verlobung bekanntgegeben. Harington sagte im vergangenen Jahr der italienischen „Vogue“: „Wenn du jemanden bereits attraktiv findest und dann in der Show ein Paar spielst, ist es sehr einfach, sich zu verlieben.“