Inland

Team Stronach: Lugar übernimmt Klubführung

Nicht unerwartet ist Robert Lugar heute als neuer Klubobmann des Teams Stronach (TS) im Nationalrat präsentiert worden. Seine Vorgängerin Waltraud Dietrich kündigte bei der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz ihren Rücktritt an. „Es ist ein schöner Tag, weil ich Verantwortung abgeben darf“, so Dietrich, Lugar übernehme nun „eine Last, die ich in den letzten Monaten getragen habe“.

Dietrich überreichte ihm einen prallen Wanderrucksack geschmückt mit einer Österreich-Flagge. „Trage die Bürde mit Würde“, so ihr Abschiedsgruß. Sie bleibt Abgeordnete und versicherte, sie werde beim TS bleiben. Die Entscheidung, ihre Funktion an der Klubspitze zurückzulegen, habe sie schon vor einigen Wochen gefasst, sie habe aber gewartet, bis Parteigründer Frank Stronach wieder in Österreich ist, um das persönlich mit ihm zu besprechen. „Ich setze diesen Schritt gerne“, sagte sie.

Lugar kündigte an, man werde sich wieder auf die Inhalte konzentrieren und programmatischer agieren. Das TS müsse „dort zurückfinden, wo wir gestartet sind“, es gelte Stronachs „geistige Revolution“ zu vollziehen. Das Nationalratsteam sei nun zwar kleiner, aber auch „eingeschworener“ - die „Situation ist nicht einfach, aber es ist machbar“, so Lugar.

Lopatka verteidigt ÖVP-Zuwachs aus Team Stronach

ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka hat gestern Abend in der ZIB2 den Zuwachs in seiner Partei aus den Team-Stronach-Reihen verteidigt. Erst am Samstag war ja bekanntgeworden, dass die beiden ehemaligen TS-Mandatare Kathtrin Nachbaur und Rouven Ertlschweiger den Klub wechseln.

„Im Sinne der Steuerzahler“ sei es sicher das Beste, wenn Abgeordnete, die in ihrer Partei keine Zukunft mehr sähen, anstatt als wilde Abgeordnete im Parlament zu sitzen, ihre Chance bei einer anderen Partei nutzten. So könne ihre Arbeit fortgesetzt werden.

Gespräch mit Lopatka

Reinhold Lopatka nahm zu den Überläufern und zum möglichen Koalitionswechsel Stellung.

Dafür, was Frank Stronach (als TS-Parteigründer) hinterlassen habe, sei er jedenfalls nicht verantwortlich. Dem Hinweis, dass TS-Wähler aber wohl eher nicht die ÖVP wählen würden, stimmte er jedoch zu. Angesprochen darauf, dass das TS gegen einen Großteil der von der ÖVP beschlossenen Gesetze gestimmt hat, meinte Lopatka sinngemäß, dass kritische Stimmen in der Partei willkommen seien.

Allerdings müsse jeder, der wechselt, zu 100 Prozent das Grundsatzprogramm der ÖVP mittragen - ein Kandidat, der dafür auch die Voraussetzungen erfüllen würde, ist aus seiner Sicht NEOS-Parteichef Matthias Strolz.

ÖVP-FPÖ-Dementi zu Koalitionsplänen

Dass Nachbaur und Ertlschweiger zur ÖVP gewechselt sind, hat die Gerüchte über einen fliegenden Koalitionswechsel zu Schwarz-Blau befeuert. Der wird allerdings von beiden beteiligten Parteien dementiert. Nach Lopatka wies auch Parteichef Reinhold Mitterlehner solche Pläne ins Reich der „Sommerspekulationen“.

Auch FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl lehnt einen „fliegenden Wechsel“ der Mehrheiten „kategorisch“ ab. Einen entscheidenden Unterschied gibt es allerdings: Die ÖVP lehnt Neuwahlszenarien ab, die FPÖ drängt darauf.

Mehr dazu in Lugar soll neuer TS-Klubchef werden

Aufnahmestopp-Bescheid für Traiskirchen zugestellt

Der Bescheid für den Aufnahmestopp im niederösterreichischen Erstaufnahmezentrum Traiskirchen ist zugestellt worden. Grundlage ist eine gesundheitsbehördliche Überprüfung, nach der Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) die Aufnahmesperre angekündigt hatte.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Ministerium: Asylvertrag mit Gabcikovo bleibt aufrecht

Unterdessen stellten das österreichische und das slowakische Innenministerium klar, dass man an den Plänen festhält, Asylwerber in der Slowakei unterzubringen. In der dafür vorgesehenen Stadt Gabcikovo hatten sich bei einer Abstimmung 97 Prozent gegen dieses Vorhaben ausgesprochen. 500 Menschen, die derzeit in Traiskirchen sind, sollen in der Stadt versorgt werden.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Laut slowakischer Regierung verständlich

Innenpolitisch fuhr die Regierung in Bratislava freilich eine andere Kommunikationsstrategie. Man könne das Ergebnis der Volksabstimmung in der südslowakischen Gemeinde verstehen, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme des Innenministeriums. Es spiegle „Befürchtungen wieder, die die ganze Slowakei teilt“.

Daher habe sich die Regierung auch gegen eine verpflichtende Quote auf EU-Ebene gewehrt und lediglich der freiwilligen Aufnahme von 100 „Christen“ aus Syrien über UNO-Resettlement-Programme zugestimmt. Zudem werde man vor Ankunft der Asylwerber aus Österreich „umfassende Sicherheitsmaßnahmen“ vorbereiten, die der Bevölkerung von Gabcikovo klar und deutlich erklärt würden.

Vier Bundesländer erfüllen Asylquote

In Österreich selbst erfüllen nur drei der neun Bundesländer derzeit die Quote bei der Unterbringung von Asylwerbern: Wien, Niederösterreich und Vorarlberg nehmen weiterhin mehr Flüchtlinge auf als mit dem Innenministerium vereinbart (Stichtag 3. August). Dazu gesellt sich das Land Salzburg, das die Quote nach eigenen Angaben erfüllt, jedoch noch nicht in der offiziellen Statistik enthalten ist.

Schlusslicht ist das Burgenland. Dort sind derzeit 180 Flüchtlinge weniger untergebracht als mit dem Innenministerium vereinbart. Die Quotenerfüllung beträgt dort lediglich 88,33 Prozent. Kärnten hält bei 91,61 Prozent oder 250 Asylwerbern zu wenig. Die Steiermark liegt bei 91,85 Prozent, was 530 fehlenden Plätzen entspricht.

Oberösterreich erfüllt nur zu 93,2 Prozent das Soll, dort sind es 519 Asylwerber weniger als ausgemacht. Etwas besser sieht es in Tirol aus, wo aber die Quote mit 95,68 Prozent (167 fehlende Plätze) auch nicht erfüllt wird.

NÖ, Wien, Vorarlberg und Salzburg

In Niederösterreich mit dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen sind derzeit 1.569 Flüchtlinge mehr als vereinbart untergebracht, die Quotenerfüllung beträgt 118,02 Prozent. Wien beherbergt derzeit 249 Asylwerber mehr, als es eigentlich müsste, und erfüllt damit die Quote zu 102,64 Prozent. Leicht im Plus liegt nun auch Vorarlberg: 100,26 Prozent oder fünf Flüchtlinge mehr als vereinbart.

Salzburgs grüne Landesrätin Martina Berthold teilte mit, man habe über das Wochenende noch 178 zusätzliche Plätze geschaffen. Damit beherberge man derzeit genau 2.861 Flüchtlinge und damit einen mehr als vereinbart. In der offiziellen Statistik waren die 178 zusätzlich geschaffenen Plätze noch nicht ersichtlich, und die Quotenerfüllung lag noch bei 93,8 Prozent. Es dürfte sich um Übernahmen handeln, die noch nicht wirksam sind.

Die der APA vorliegenden Daten aus den Bundesländern umfassen auch die fixen Einrichtungen des Bundes sowie die Zeltlager für Asylwerber und jene in Gebäuden der Polizei. Im überfüllten Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen befanden sich am Montag exakt 4.000 Flüchtlinge, ein großer Teil davon ist weiterhin obdachlos.

Ausland

Großbritannien verlängert Lufteinsatz gegen IS

Großbritannien wird seine Beteiligung am Krieg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) um ein Jahr bis mindestens März 2017 verlängern. Das kündigte Verteidigungsminister Michael Fallon heute bei einem Besuch im Irak an. Großbritannien ist bei der internationalen Operation für etwa ein Drittel aller Aufklärungsflüge verantwortlich.

Zudem lieferten die acht Kampfjets der Royal Air Force, die von einer Luftwaffenbasis auf Zypern starten, „essenzielle und präzise Feuerkraft“, sagte Fallon. Britische Bodentruppen im Irak zum Kampf gegen den IS schloss Fallon erneut aus: „Der Irak will das nicht“, sagte der Verteidigungsminister.

Unterdessen haben die USA nach eigenen Angaben erstmals eine von ihnen ausgebildete Rebellengruppe in Syrien mit einem Luftangriff unterstützt. Der Luftangriff sei zum Schutz der Gruppe Neues Syrien erfolgt, teilte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Bill Urban, in Washington mit.

D: Ermittlungen gegen Blog - Chefankläger wehrt sich

Der deutsche Generalbundesanwalt Harald Range hat sich in scharfen Worten über politische Eingriffe in seine Arbeit bei den Ermittlungen gegen das Portal Netzpolitik.org beklagt.

Ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten zur Frage, ob die von dem Blog veröffentlichten Unterlagen ein Staatsgeheimnis seien, sei vom Justizministerium gestoppt worden, sagte Range heute.

Damit kritisierte Range auch indirekt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie hatte tags zuvor die Aussagen von Justizminister Heiko Maas (SPD) unterstützt, der wegen der umstrittenen Landesverratsermittlungen gegen das Blog Netzpolitik.org auf Distanz zu Range gegangen war. Eine Regierungssprecherin verwies darauf, dass, gerade wenn die Pressefreiheit betroffen sei, die Behörden eine besondes sensible Abwägung vornehmen müssten.

„Eingriff in Unabhängigkeit der Justiz“

Range hielt dem bei der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz entgegen: „Auf Ermittlungen Einfluss zu nehmen, weil deren mögliches Ergebnis politisch nicht opportun erscheint, ist ein unerträglicher Eingriff in die Unabhängigkeit der Justiz.“

Der mit dem Gutachten betraute Sachverständige war laut Range zu dem vorläufigen Ergebnis gekommen, dass es sich bei den veröffentlichten Unterlagen tatsächlich um ein Staatsgeheimnis handelt. Das habe der Sachverständige ihm mitgeteilt; er selbst habe dann das Ministerium informiert. „Mir wurde die Weisung erteilt, das Gutachten sofort zu stoppen und den Gutachtenauftrag zurückzuziehen. Dieser Weisung habe ich Folge geleistet.“

Die Unabhängigkeit der Justiz sei „von der Verfassung ebenso geschützt wie die Presse- und Meinungsfreiheit“, betonte Range. Er sehe sich „mit Blick auf die im Raum stehenden Vorwürfe“ gehalten, die Öffentlichkeit über die jüngsten Geschehnisse zu informieren.

Jemen: Armee eroberte wichtige Militärbasis zurück

Einen Tag nach dem Beginn eines Großangriffs auf die Luftwaffenbasis von al-Anad hat die jemenitische Regierung die Rückeroberung des größten Militärstützpunkts im Land verkündet. Das Verteidigungsministerium sprach heute von einem Sieg für die Regierungstruppen über die schiitischen Huthi-Rebellen, die seit März die Basis im Süden des Landes kontrolliert hatten.

Aus Militärkreisen verlautete, es habe in der Nacht heftige Gefechte auf dem weitläufigen Stützpunkt gegeben. Etwa 70 Huthi-Kämpfer seien getötet und zehn weitere gefangen genommen worden. Aufseiten der Regierungstruppen habe es 24 Tote und 23 Verletzte gegeben. Die Truppen hätten die Kontrolle über die Gebäude und Lagerhallen übernommen und suchten nun nach verbliebenen Huthi-Kämpfern, hieß es.

Die US-Armee hatte den Stützpunkt 60 Kilometer nördlich der Hafenstadt Aden genutzt, um den Drohnenkrieg gegen die Islamistengruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel zu leiten. Im März fiel die strategisch wichtige Basis aber in die Hände der vorrückenden Huthi-Rebellen.

USA: Republikaner lehnen Iran-Abkommen ab

Eine Mehrheit der Abgeordneten im US-Repräsentantenhaus - alles Republikaner - ist für die Ablehnung des Atomdeals mit dem Iran. Das teilte gestern der republikanische Abgeordnete Peter Roskam auf seiner Homepage mit. 218 der 434 Mandatare hätten eine von ihm im Juli vorgelegte Resolution unterzeichnet.

Der US-Kongress wird nach dem Ende der Sommerpause und vor dem 17. September über die Resolution 367 abstimmen, in der das zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland (5+1-Gruppe) am 14. Juli in Wien vereinbarte Abkommen abgelehnt wird. Bei ihrer Annahme könnte US-Präsident Barack Obama nicht wie geplant die Suspendierung der Sanktionen gegen Teheran anordnen.

Mit ihrer Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses allein können die Republikaner den Deal mit dem Iran aber nicht zu Fall bringen, zumal Obama angekündigt hat, sein Veto dagegen einzulegen. Dieses könnte nur mit Zweidrittelmehrheit überstimmt werden, die aber kaum zu erreichen sein dürfte, da auch ein Großteil der Demokraten gegen den Präsidenten stimmen müsste.

Palästinenserkind getötet: Jüdischer Ultranationalist gefasst

Drei Tage nach dem Tod eines anderthalbjährigen Palästinenserbuben bei einem Brandanschlag im israelisch besetzten Westjordanland hat es gestern die erste Festnahme gegeben. Wie ein Sprecher des israelischen Inlandsgeheimdiensts Shin Beth mitteilte, wurde in Safed im Norden Israels der Chef einer ultranationalistischen jüdischen Gruppe gefasst.

Eine Polizeisprecherin sagte, der um die 20 Jahre alte Meir Ettinger werde „nationalistischer Verbrechen“ verdächtigt. Er soll tags darauf zu einer Haftanhörung vor Gericht erscheinen. Ettingers Großvater ist der rechtsextreme Rabbiner Meir Kahane, der 1968 die Jüdische Verteidigungsliga (JDL) gründete. Er rief auch die Kach-Bewegung ins Leben, die sich für die Vertreibung aller Araber aus Israel einsetzt. 1990 wurde er bei einem Attentat in New York getötet.

Israelische Medien beschrieben Ettinger als Drahtzieher eines Brandanschlags auf die römisch-katholische Brotvermehrungskirche am 18. Juni. Die von deutschen Mönchen verwaltete Pilgerstätte im nordisraelischen Tabgha am See Genezareth war dabei schwer beschädigt worden. Sie gilt gläubigen Christen als der Ort, an dem Jesus Christus bei der Speisung der Fünftausend eines seiner größten Wunder vollbrachte, indem er fünf Brotlaibe und zwei Fische vermehrte, um Tausende Gläubige zu versorgen.

Sport

Bundesliga: Austria tritt auf Euphoriebremse

Erstmals seit der Meistersaison 2012/13 bzw. erstmals seit über 26 Monaten darf sich die Austria in der Bundesliga über Platz eins in der Tabelle freuen. Mit dem 3:1-Heimsieg über Altach zogen die „Veilchen“ mit Rapid gleich und liegen mit dem Stadtrivalen mit zwei Siegen aus zwei Spielen ex aequo an der Spitze.

Von Euphorie wollte Neo-Coach Thorsten Fink aber nichts wissen. „Ich bin zufrieden, aber wir haben noch viel zu tun“, sagte der Deutsche nach seinem erfolgreichen Heimdebüt.

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Erste Liga: LASK stürzt Leader Innsbruck

Aufstiegsfavorit LASK hat sich gestern mit einem Auswärtssieg bei Wacker Innsbruck an die Erste-Liga-Tabellenspitze gesetzt. Die Tiroler, die davor ex aequo mit Austria Klagenfurt Platz eins belegt hatten, kassierten in der dritten Runde die erste Niederlage. Bereits heute Abend haben die Klagenfurter Gelegenheit, mit einem Sieg zu Hause gegen den FAC die Führung zurückzuholen.

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Wirtschaft

US-Airlines stoppen Beförderung von Jagdtrophäen

Die Empörung über den Tod des Löwen Cecil in Simbabwe hat die beiden großen US-Airlines Delta und American zum Handeln veranlasst. „Ab sofort“ werden beide Fluggesellschaften keine Jagdtrophäen bestimmter großer Wildtiere mehr als Fracht befördern, kündigten sie gestern an. Weitere Verschärfungen würden überprüft.

Delta teilte mit, Trophäen erlegter Löwen, Leoparden, Elefanten, Nashörner und Büffel würden weltweit nicht mehr als Fracht angenommen. Die Beförderungsbedingungen für Trophäen anderer Tierarten werde das Unternehmen mit den zuständigen Behörden und Organisationen überarbeiten.

American teilte in einem Tweet mit, das Unternehmen werde keine Trophäen mehr von Löwen, Leoparden, Elefanten, Nashörnern und Büffeln verfrachten. Die Fluggesellschaften Emirates und South African Airways hatten zuvor bereits ein ähnliches Verbot erlassen.

Die Airlines reagieren damit auf den Skandal um den bei Touristen beliebten Löwen Cecil, der Anfang Juli von einem US-Touristen auf Großwildjagd in Simbabwe erlegt wurde. In zahlreichen afrikanischen Ländern ist derzeit die Hauptsaison für die Jagd.

Verhandlungen über Privatisierungen in Athen

Bei den Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und den Gläubigern Griechenlands werden heute die geplanten Privatisierungen von Staatsunternehmen im Mittelpunkt stehen, wie Kreise des Finanzministeriums mitteilten. Morgen soll damit begonnen werden, die Details des Abkommens Athens mit den Gläubigern niederzuschreiben.

Das Abkommen soll voraussichtlich am 18. August vom griechischen Parlament gebilligt werden, sagte eine Regierungssprecherin im griechischen Nachrichtensender Skai.

Griechenlands Industrie liegt darnieder

Mit einem Kurssturz von fast 23 Prozent nahm die griechische Börse gestern nach gut einem Monat Zwangspause ihren Handel wieder auf. Die Athener Börse zeichnet damit ein dramatisches Bild von der Wirtschaftslage im Land. Wie sich an den Aktienkursen ablesen lässt, tendieren die meisten Anleger derzeit zum Verkauf von Anteilen griechischer Unternehmen. Wie sehr insbesondere die griechische Industrie darniederliegt, belegen zudem neue Zahlen des Londoner Markit-Instituts: Der Einkaufsmanagerindex fiel auf ein historisches Rekordtief.

Mehr dazu in Industrie schrumpft wie nie zuvor

Deutliches Umsatzplus für Hugo Boss

Der deutsche Modekonzern Hugo Boss hat mit seiner Sommerkollektion vor allem in den eigenen Geschäften bei den Kunden gepunktet. Im zweiten Quartal sei der Konzern daher deutlich stärker gewachsen als zum Jahresauftakt, teilte Hugo Boss heute mit.

Der Vorstand bestätigte vor diesem Hintergrund seine Jahresziele. „Dank der sehr guten Entwicklung unseres konzerneigenen Einzelhandels hat sich unser Wachstum im zweiten Quartal beschleunigt“, sagte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs. Im weiteren Verlauf rechne er mit einer Fortsetzung des positiven Trends, auch wenn die Bedingungen in den USA und China unverändert schwierig seien.

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 647,1 Millionen Euro, währungsbereinigt um sieben Prozent. Der operative Gewinn (EBITDA) vor Sondereffekten legte um zwölf Prozent auf 123,3 Millionen Euro zu. Netto blieben 70,7 Millionen und damit 13 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Lahrs peilt im Gesamtjahr unverändert währungsbereinigt ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Bereich an. Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) soll um fünf bis sieben Prozent zulegen.

Geldwäsche: US-Justiz ermittelt gegen Deutsche Bank

Der Geldwäscheverdacht bei der Deutschen Bank in Russland ruft einem Agenturbericht zufolge nun auch das US-Justizministerium auf den Plan. Die Behörde habe entsprechende Ermittlungen eingeleitet, berichtete die Finanzagentur Bloomberg gestern unter Berufung auf Insider.

Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf eine frühere Mitteilung in dieser Sache. Demnach geht Deutschlands größtes Geldhaus den Vorwürfen in einer internen Untersuchung nach. Disziplinarverfahren seien eingeleitet worden.

Als erste US-Behörde hatte die New Yorker Finanzaufsicht DFS Mitte Juli Ermittlungen aufgenommen. Das sei ein normaler Vorgang, wenn der Dollar betroffen sei, sagte eine mit der Sache vertraute Person damals der Nachrichtenagentur Reuters.

Russische Gelder im Visier der Fahnder

Anfang Juni war bekanntgeworden, dass sich die Deutsche Bank in Russland mit einem großen Fall von Geldwäsche konfrontiert sieht. Russische Kunden hätten über die Bank wohl Rubel im Wert von mehr als sechs Milliarden Dollar (5,47 Mrd. Euro) gewaschen, verlautete damals aus Finanzkreisen.

Bloomberg zufolge haben russische Kunden über die Deutsche Bank Papiere in Rubel gekauft, die ihnen das Institut in London gleichzeitig in Dollar wieder abkaufte. So schafften sie an den Behörden vorbei Gelder aus Russland heraus.

Puerto Rico bedient Anleihe nicht - in Zahlungsverzug

Das hoch verschuldete Puerto Rico ist in Zahlungsverzug geraten. Eine öffentliche Anleihe der staatlichen Public Finance Corporation (PFC) über insgesamt 58 Millionen Dollar (53 Mio. Euro) sei nur mit 628.000 Dollar bedient worden, teilte die Entwicklungsbank von Puerto Rico gestern mit. Die nötigen Mittel seien nicht vorhanden, hieß es in einer Stellungnahme.

Die US-Ratingagentur Moody’s erklärte daraufhin laut US-Medien den Zahlungsausfall. Puerto Rico ist als selbstverwaltetes Außengebiet zwar US-Territorium, aber kein US-Bundesstaat. Es kann deshalb nur begrenzt auf Hilfe aus Washington hoffen. Das Land hat insgesamt einen Schuldenberg von rund 72 Milliarden Dollar (66 Mrd. Euro). Dass Rechnungen nicht mehr bezahlt werden, kommt nicht überraschend.

Puerto Ricos Gouverneur Alejandro Garcia Padilla hatte bereits Ende Juni Zahlungsausfälle angekündigt, sollten die Gläubiger keine Zugeständnisse machen: „Ziel ist ein Moratorium, um die Begleichung der Schulden einige Jahre zurückzustellen.“ Bereits Anfang Juli konnte nur knapp verhindert werden, dass der staatliche Energieversorger Prepa in Zahlungsverzug gerät.

Chronik

Polizei fasste Kremser Brandstifter

Die Brandserie in Krems (Niederösterreich) dürfte geklärt sein: Die Polizei hat in der Nacht einen jungen Mann festgenommen. Der 19-Jährige wurde auf frischer Tat ertappt, als er zum dritten Mal einen Holzstoß anzünden wollte.

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In Vorarlberg brach in der Nacht im Feldkircher Bahnhofsareal Feuer aus. Nach ersten Informationen der Polizei Feldkirch brannte ein leerstehendes Gebäude. Auch der angrenzende Friedhof geriet in Brand.

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Erneut Hauseinsturz mit Toten in Indien

Beim Einsturz eines alten Wohnhauses in Indien sind gestern mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Das Gebäude stand nach offiziellen Angaben im Distrikt Thane in der Nähe der Metropole Mumbai.

Hauseinsturz in Indien

APA/EPA/Divyakant Solanksi

Im gleichen Distrikt war erst in der vergangenen Woche ein Haus in sich zusammengefallen. Vor zwei Jahren starben ebenfalls in Thane mehr als 70 Menschen bei einem solchen Unglück.

In allen Fällen hatten die Behörden die Gebäude als unsicher eingestuft. Auch beim jüngsten Einsturz seien die Bewohner aufgefordert worden, das Haus zu verlassen. Doch einige Menschen hätten weiter darin gelebt, sagte ein Polizeisprecher.

D: 27 Verletzte nach Explosion in ehemaligem Bunker

Beim Brand und einer Explosion in einem ehemaligen Bunker in der deutschen Stadt Hamburg sind heute mindestens 27 Menschen verletzt worden. Das Feuer war in den frühen Morgenstunden in einer Tischlerei in dem einstigen Hochbunker ausgebrochen, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit.

Bei den Löscharbeiten kam es zu einer Explosion. „Es gab eine schlagartige Durchzündung mit einer erheblichen Druckwelle, die so stark war, dass Fahrräder durch die Luft gewirbelt wurden“, sagte der Sprecher am Brandort. In dem Gebäude, das in einem Wohngebiet im Stadtteil Rothenburgsort liegt, lagerten rund 100 Tonnen ätherische Öle.

Explosion in einem Bunker in Hamburg

APA/dpa/Daniel Bockwoldt

Die Brandursache und die Höhe des Sachschadens sind unklar. Die Löscharbeiten sollten den Angaben zufolge noch mindestens bis zum Nachmittag dauern.

Insgesamt wurden elf Menschen verletzt, darunter acht Feuerwehrleute. Weitere 15 Menschen wurden mit leichten Rauchgasvergiftungen an Ort und Stelle behandelt, außerdem erlitt ein Feuerwehrmann einen Kreislaufkollaps. „Im Moment schicken wir niemanden mehr ins Gebäude, weil die Lage unklar ist. Wir planen jetzt, den Bunker mit Schaum zu fluten, um den Brand zu löschen“, sagte der Sprecher.

Mord mit 15 Jahren: Pakistaner nun hingerichtet

Pakistan hat heute einen jungen Mann hingerichtet, der wegen eines Mordes im Alter von nur 15 Jahren zum Tode verurteilt worden war. Shafqat Hussain sei kurz nach Sonnenaufgang in einem Gefängnis in Karachi gehängt worden, teilten sein Bruder und ein Gefängniswärter der Nachrichtenagentur AFP mit.

Hussain soll 2004 einen siebenjährigen Buben getötet haben. Internationale Menschenrechtsgruppen hatten das Todesurteil wegen Hussains Alter kritisiert, seine Anwälte erklärten, Hussain sei bei seiner Verurteilung überhaupt erst 14 gewesen.

Zudem warfen sie den pakistanischen Behörden vor, sein Geständnis durch Folter erzwungen zu haben. UNO-Experten kamen zu dem Schluss, dass das Gerichtsverfahren gegen Hussain „internationalen Standards“ nicht gerecht geworden sei. Auch die EU kritisierte das Urteil.

Hussains Leiche wurde seinen Brüdern übergeben, die den Behörden vorwarfen, die Hinrichtung sei nicht ordnungsgemäß verlaufen. „Es gibt eine Schnittwunde an seinem Hals, und sein halber Hals ist vom Körper abgetrennt“, sagte sein Bruder Abdul Majeed der Agentur AFP. Hussains Mutter Makhni Begum beteuerte, ihr Sohn sei unschuldig gewesen.

Kultur

Fondation Cartier: Kongolesische Kunst in Paris

Die farbenstarke, lebensfrohe und sozialkritische Kunst aus der Demokratischen Republik Kongo ist in europäischen Museen nur selten zu finden. In der Pariser Fondation Cartier ist deshalb eine Retrospektive kongolesischer Kunst auf dem besten Weg, zum Publikumsmagneten zu werden. Die Ausstellung „Kongo Kitoko“ spannt einen Bogen von Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Filmfestival Locarno verlängert roten Teppich

Morgen beginnt die 68. Auflage des Filmfestivals von Locarno in der Schweiz. Das bis 15. August dauernde Programm umfasst 179 Lang- und 87 Kurzfilme aus 50 Ländern, darunter drei österreichische Produktionen.

Der rote Teppich, den das internationale Festival den Filmdelegationen allabendlich unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen auf der Piazza Grande ausrollt, wird heuer verlängert. Dadurch können Schaulustige erstmals bereits den Empfang der Stars mitverfolgen - unter ihnen Hollywood-Größen wie Edward Norton und Komödiantin Amy Schumer, die für die Europapremiere von „Trainwreck“ („Dating Queen“) ins Tessin reist.

Weltpremiere für Unterweger-Film

Ebenfalls anwesend sein wird der österreichische Burgtheater-Schauspieler Johannes Krisch, der gemeinsam mit Filmpartnerin Corinna Harfouch und Regisseurin Elisabeth Scharang den Film „Jack“ präsentiert. Der Film über den Wiener Serienmörder Jack Unterweger ist eine von drei österreichischen Produktionen im breit gefächerten Festivalprogramm.

Im Kurzfilmwettbewerb läuft die österreichisch-portugiesische Koproduktion „O que resta“ von Jola Wieczorek. Jakob Brossmanns „Lampedusa in Winter“, eine Doku über den Alltag auf der italienischen „Flüchtlingsinsel“, wird im Rahmen der 26. Auflage der unabhängigen Kritikerwoche gezeigt.

Im Hauptwettbewerb war Österreich zuletzt 2012 vertreten, damals mit „Der Glanz des Tages“ und „Museum Hours“ sogar zweifach.

19 Filme rittern um Preise

Heuer rittern 19 Filme um den goldenen und die silbernen Leoparden, darunter auch einige prominente Locarno-Rückkehrer. Dazu gehören neben der Belgierin Chantal Akerman („No Home Movie“) der polnische Regisseur Andrzej Zulawski, der 1981 die Jury geleitet hatte und nun seinen neusten Film „Cosmos“ präsentiert.

Ein Comeback gibt auch der Südkoreaner Hong Sangsoo mit „Right Now, Wrong Then“. Sangsoo hatte 2013 mit „U ri sunshi“ den silbernen Leoparden für die beste Regie gewonnen

IT

Religion

Lifestyle

Riesen-Minion blockierte Straße

Eine etwa zwölf Meter große, aufblasbare Minion-Figur hat gestern eine stark befahrene Straße in der irischen Hauptstadt Dublin blockiert.

Medienberichten zufolge rollte der riesige Luftballon von einem Jahrmarkt auf die Straße, was zu Verkehrsbehinderungen und Stau führte. Unfälle wurden nicht gemeldet, offenbar schafften es die Autofahrer, dem gelben Riesen rechtzeitig auszuweichen.

Screenshot Twitter

Screenshot Twitter

In Sozialen Netzwerken wurde der Vorfall launig kommentiert: „Es ist endlich so weit: Die Minions übernehmen Dublin“, schrieb etwa Twitter-User Sean Judge, der ein Foto der Figur veröffentlichte. Ein weiterer User schrieb: „Meanwhile in Dublin: Die Minions marschieren ein.“

Science

Leute

Gwen Stefani und Gavin Rossdale vor Scheidung

Die Sängerin und Modedesignerin Gwen Stefani soll laut US-Medienberichten die Scheidung von Ehemann und Rockstar Gavin Rossdale eingereicht haben. Die beiden waren 20 Jahre lang ein Paar, 13 Jahre davon verheiratet.

Gwen Stefani und Gavin Rossdale

Reuters/Danny Moloshok

Laut US-Medien sollen „unüberbrückbare Differenzen“ als Scheidungsgrund genannt worden sein. Sowohl Stefani als auch Rossdale sollen das gemeinsame Sorgerecht für die drei Kinder Kingston (neun Jahre), Zuma (sechs Jahre) und Apollo (ein Jahr) beantragt haben.

Die Musiker lernten einander 1995 kennen, als Stefanis Band No Doubt gemeinsam mit Rossdales Band Bush auf Tour war. 2002 folgte die Hochzeit.