Ausland

Zwei Rotkreuz-Mitarbeiter im Jemen getötet

Im Jemen sind zwei Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) erschossen worden. Die beiden Jemeniten seien auf dem Rückweg von der Rebellenhochburg Saada im Norden zur Hauptstadt Sanaa gewesen, als ein Mann das Feuer auf ihre Fahrzeuge eröffnet habe, sagte eine IKRK-Sprecherin heute.

Die Wagen seien klar als Fahrzeuge des Roten Kreuzes gekennzeichnet gewesen, sagte die Sprecherin und verurteilte den Angriff aufs Schärfste. Zwei weitere Mitarbeiter hätten den Beschuss unbeschadet überstanden.

Das IKRK hatte zuvor seine Arbeit in der südlichen Hafenstadt Aden ausgesetzt, nachdem bewaffnete Männer die örtliche Zentrale überfallen und geplündert hatten. Die humanitäre Lage im Jemen ist katastrophal.

Seit der Eskalation des Konflikts zwischen den Huthi-Rebellen und ihren Verbündeten in der Armee sowie den Regierungstruppen und ihren ausländischen Unterstützern Ende März wurden bereits mehr als 4.400 Menschen getötet. Ein Großteil der Bevölkerung des ohnehin armen Landes ist infolge des Konflikts von Hunger bedroht.

Den Haag: Prozessstart gegen kongolesischen Ex-Rebellen

Der frühere kongolesische Warlord Bosco Ntaganda muss sich seit heute wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag verantworten.

Gegen den 41-Jährigen liegen 18 Anklagen wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Ntaganda sagte mit kaum hörbarer Stimme, er sei „in allen Punkten unschuldig“.

Richter Robert Fremr eröffnete die Verhandlung im Beisein des Angeklagten. Ntaganda soll als Kommandant der Rebellenmiliz Patriotische Front für die Befreiung des Kongos (FPLC) seinen Einheiten die Vergewaltigung von Kindersoldatinnen erlaubt und einen Priester mit mehreren Kopfschüssen getötet haben. Dem Prozess wird besondere Bedeutung beigemessen, weil sich erstmals im internationalen Strafrecht ein Kommandant wegen Vergewaltigung und sexueller Versklavung in seiner eigenen Miliz verantworten muss.

2013 freiwillig gestellt

Die Anklage beruft sich auf Aussagen von 2.149 Opfern. Etwa 80 Zeugen, unter ihnen drei ehemalige Kindersoldaten, sollen während des Prozesses gegen Ntaganda aussagen. Dem früheren Kriegsherrn werden vor allem Taten zur Last gelegt, die in der kongolesischen Provinz Ituri in den Jahren 2002 und 2003 begangen wurden.

Ungeklärt ist, warum sich Ntaganda im März 2013 in der US-Botschaft in der ruandischen Hauptstadt Kigali selbst stellte. Der IStGH hatte Ntaganda bereits im Jahr 2006 zur Fahndung ausgeschrieben und die Liste der Fahndungsgründe im Jahr 2012 verlängert. Vor Ntaganda stellte sich noch niemand freiwillig dem IStGH. Möglicherweise fürchtete Ntaganda um sein Leben.

Bosnien: Leichenteile aus Massengrab geborgen

In einem Massengrab in der Ortschaft Jakarina Kosa auf dem Gebiet der bosnischen Gemeinde Prijedor sind in den vergangenen zwei Monaten 80 Leichenteile entdeckt worden. Wie bosnische Medien heute berichteten, soll es sich um ein sekundäres Massengrab handeln, in das Leichen aus dem bisher größten entdeckten Massengrab Tomasica versetzt worden waren.

Die Ausgrabungen in Jakarina Kosa werden fortgesetzt, teilte die bosnische Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Es würde sich allerdings um ein sehr schwieriges Terrain handeln, in dem sich Leichen einer größeren Opferzahl befinden dürften. Die Ausgrabungsarbeiten werden auch durch nichtexplodierte Minen erschwert, hieß es.

Bei den Opfern dürfte es sich laut früheren Medienberichten um Bosniaken (Muslime) und Kroaten handeln. Bosnische Serben hatten zu Beginn des Krieges (1992-95) auf dem Gebiet von Prijedor mehrere Gefangenenlager errichtet.

Italien verschärft Grenzkontrollen auf Brenner

Die italienische Polizei hat die Grenzkontrollen auf dem Brenner angesichts der Flüchtlingsbewegungen Richtung Mittel- und Nordeuropa verschärft. Ähnlich wie zuletzt beim G-7-Gipfel im bayrischen Elmau im Juni wurde die Zahl der Polizisten bei Kontrollen in internationalen Zügen über den Brenner erhöht.

Auch in den Bahnhöfen von Bozen, Brixen und auf dem Brenner sowie am italienisch-österreichischen Grenzübergang wurden die Kontrollen verschärft, berichtete die Nachrichtenagentur ANSA.

Bayern bittet Südtirol um Unterkünfte

Die bayrische Staatsregierung bat unterdessen Südtirol um die zeitweise Aufnahme von Flüchtlingen. Bayerns Sozialministerin Emilia Müller habe ihre Südtiroler Amtskollegin Landesrätin Martha Stocker kontaktiert und um Unterstützung bei der Aufnahme von Flüchtlingen gebeten, berichtete die Internetplattform Südtirol News.

Stocker habe Landeshauptmann Arno Kompatscher eingeschaltet, der unverzüglich die Regierung in Rom über die Anfrage aus Bayern informiert habe. Für einige Tage soll Südtirol etwa 300 bis 400 Flüchtlinge zeitweise unterbringen.

Details zu EU-Mission gegen Schlepper weiter unklar

Die EU-Staaten haben sich nach Angaben von Diplomaten noch nicht auf alle Details zur Ausweitung des Marineeinsatzes gegen Schlepper im Mittelmeer geeinigt. So halte der italienische Admiral Enrico Credendino als Befehlshaber des Einsatzes sieben Schiffe für erforderlich, sagte ein EU-Diplomat heute.

Bisher stellen die EU-Staaten vier Schiffe. Auf einer Truppenstellerkonferenz Mitte September solle der Beitrag der Mitgliedsländer festgelegt werden. Admiral Credendino müsse zudem noch darlegen, wie der operative Auftrag bei der Ausweitung genau aussehe.

Umstritten ist vor allem die mögliche Zerstörung von Booten, die Schlepper für den Transport von Flüchtlingen einsetzen. EU-Diplomaten zufolge sollen die EU-Schiffe künftig auch in internationalen Gewässern verdächtige Boote stoppen und kontrollieren. Bisher beschränkt sich der Auftrag auf Aufklärung und die Rettung von Flüchtlingen aus Seenot.

Kriegsschiffe und U-Boote gegen Schlepper?

Die Zeitung „Die Welt“ hatte berichtet, der Einsatz solle ab Oktober ausgeweitet werden. Laut dem Bericht sollen ab Oktober sieben Kriegsschiffen und auch U-Booten, Drohnen und Flugzeuge zum Einsatz kommen. In einer dritten Phase würden EU-Kräfte auch in libyschen Hoheitsgewässern und womöglich auch an Land operieren. Dafür fehlt aber bisher ein Mandat der Vereinten Nationen oder die Zustimmung der libyschen Regierung.

Der Marineeinsatz ist auch Thema bei den Treffen der EU-Verteidigungsminister heute und morgen. Österreich wird bei der Sitzung durch Ressortchef Gerald Klug (SPÖ) vertreten.

Haftbefehl gegen Türken nach Anschlag in Bangkok

Nach dem Bombenanschlag mit 20 Toten Mitte August in Bangkok hat die thailändische Polizei heute einen Haftbefehl gegen einen Türken erlassen.

Dem Verdächtigen werde der Besitz von „Kriegsgerät“ vorgeworfen, teilte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri mit. Es ist das erste Mal, dass die Polizei in Thailand die Nationalität eines Verdächtigen in dem Fall nennt.

Bei dem Anschlag auf den Erawan-Schrein waren am 17. August 20 Menschen getötet und mehr als 120 weitere verletzt worden. In den vergangenen Tagen hatte es bereits mehrere Festnahmen gegeben. Das Motiv für den Anschlag ist weiter unklar, die Ermittlungen kamen zunächst nur schleppend voran.

Zu den Hypothesen für die Hintergründe zählen Rivalitäten zwischen den verfeindeten politischen Lagern in Thailand, Bandenkriminalität, Islamismus, Aktivitäten von Aufständischen aus dem Süden Thailands und auch ein Racheakt für die Zwangsausweisung von Uiguren nach China.

50 AU-Soldaten bei Angriff in Somalia getötet

Bei einem Angriff der radikalislamischen Al-Schabab-Miliz auf einen Stützpunkt der Militärmission der Afrikanischen Union (AU) in Somalia sind offenbar 50 Soldaten getötet worden.

50 weitere würden nach dem gestrigen Angriff auf das Militärlager im Bezirk Janale vermisst, hieß es in einer Mitteilung westlicher Militärvertreter an Diplomaten, die heute der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

Die islamistischen Rebellen hatten zwei Brücken zu dem von ugandischen Soldaten bemannten Lager gesprengt und sodann ein mit Sprengstoff beladenes Auto in den Eingang gerammt, berichteten Augenzeugen. Demnach übernahmen die rund 200 Rebellen die Kontrolle über das Lager rund 80 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Mogadischu und plünderten die Waffenbestände.

Die Al-Schabab-Miliz bekannte sich zu dem Angriff und bezeichnete ihn als Vergeltung für die Tötung von sieben Teilnehmern eines Hochzeitsfests durch ugandische AU-Soldaten in Merka im Juli.

Inland

Flüchtlinge übersiedeln in Nova-Rock-Halle

Jene Flüchtlinge, die bisher in der Erstaufnahmestelle unter dem Flugdach des ehemaligen Grenzüberganges in Nickelsdorf (Burgenland) versorgt wurden, sind in die Nova-Rock-Halle übersiedelt. Rund 70 Menschen sind nun dort untergebracht.

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Schönborn kündigt 1.000 Flüchtlingsplätze an

Zuletzt wurde Kritik am fehlenden Engagement der katholischen Kirche in der Frage der Flüchtlingsversorgung laut. Nun kündigte Kardinal Christoph Schönborn an, in den nächsten Wochen „sicher gut 1.000 Flüchtlinge“ unterzubringen.

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Traiskirchen weiterhin überbelegt

Das Innenministerium sucht weiterhin Quartiere für Flüchtlinge, denn noch immer ist das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen in Niederösterreich mit 3.800 Asylwerbern überbelegt. 1.600 müssen die Nächte nach wie vor in Zelten verbringen.

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21 Flüchtlinge in zwei Autos gepfercht

21 Flüchtlinge, darunter fünf Kleinkinder, hat die Polizei in der Nacht auf heute aus den Händen mutmaßlicher Schlepper befreien können. Zwei Verdächtige wurden festgenommen.

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Flüchtlinge aus zugeschweißtem Lkw befreit

Verschweißte Türen, vergitterte Fenster: 24 junge Flüchtlinge hat die Polizei in der Nacht auf Dienstag aus einem Kastenwagen befreit und ihnen damit möglicherweise das Leben gerettet. Der Schlepper befindet sich in Haft.

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Asyl: „Alles ruhig“ in Wiener Westbahnhof

Im Gegensatz zur Lage in Budapest wird jene im Westbahnhof in Wien als „sehr ruhig“ beschrieben. 50 bis 60 Flüchtlinge kamen heute Vormittag aus Ungarn an. Rotes Kreuz, Caritas und Freiwillige betreuen die Menschen.

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Viele Sympathien für ÖBB

Für die ÖBB ist der Zugsverkehr von Budapest über Wien nach Deutschland derzeit nur schwer zu planen. Verspätungen sind programmiert, auch in den nächsten Tagen. Doch der Umgang mit den Flüchtlingen brachte den ÖBB viele Sympathien.

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Faymann trifft Sobotka und Fico zu Flüchtlingskrise

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) trifft am Montag seine tschechischen und slowakischen Amtskollegen Bohuslav Sobotka und Robert Fico in Bratislava zu einem Gespräch über die Flüchtlingskrise.

Bisher nähmen Tschechien und die Slowakei nur wenige Flüchtlinge auf - der Kanzler fordere daher alle EU-Länder auf, Verantwortung zu übernehmen, teilte eine Sprecherin Faymanns heute mit.

Über Budapest sind in den vergangenen Tagen Tausende Flüchtlinge nach Wien gereist. Die meisten davon ziehen nach Deutschland weiter, allerdings suchen angesichts des Bürgerkrieges in Syrien und anderer Krisen weit mehr Menschen als bisher in Europa Zuflucht.

Kaum Asylwerber in Tschechien und Slowakei

In Österreich wurden in den vergangenen Monaten jeden Monat mehrere Tausend Asylanträge gestellt, zumeist von Syrern.

Vergleichsweise wenige Flüchtlinge landen hingegen in den Staaten Osteuropas. Tschechien nahm im ersten Halbjahr 2015 nur einige hundert Asylbewerber auf, die Slowakei nur rund hundert.

„Es kann nicht sein, dass einige wenige Länder den Großteil der Flüchtlinge aufnehmen und gleichzeitig viele Länder nahezu keine“, sagte Faymann laut seiner Sprecherin.

Wirtschaft

Lufthansa will mehr Gewinn von AUA

Noch nicht gänzlich zufrieden ist Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit der Konzerntochter AUA. Diese mache zwar keine Verluste mehr, sei aber noch nicht dort, wo die Schweizer Tochter Swiss sei. In der AUA stecke noch mehr Substanz.

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Lufthansa-Piloten drohen wieder mit Streik

Die Piloten der Lufthansa drohen zum Ende der Ferienzeit erneut mit Streik. Der Lufthansa-Vorstand habe ein Angebot der Pilotengewerkschaft zu einem „Bündnis für Wachstum und Beschäftigung“ abgelehnt, teilte die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) heute mit.

„Ab sofort muss bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings jederzeit mit Arbeitskampfmaßnahmen gerechnet werden“, sagte VC-Sprecher Markus Wahl. Die Lufthansa lehnte zunächst eine Stellungnahme ab.

5.400 Piloten betroffen

In dem Tarifkonflikt geht es um die betriebsinterne Frühpension für 5.400 Piloten und die Konzernstrategie. Die Pilotengewerkschaft hatte der Lufthansa nach eigenen Angaben ein Angebot unterbreitet, das eine nachhaltige Kostenentlastung von über 500 Millionen Euro enthielt.

Zugleich machte die Gewerkschaft gegen Pläne der Konzernspitze mobil, wonach Piloten der Lufthansa-Billigtochter Eurowings künftig geringer bezahlt werden sollen als Flugzeugführer der Kernmarke.

„Ausflaggen ist das genaue Gegenteil eines Bündnisses für Wachstum und Beschäftigung“, sagte Wahl. „Wenn ein solches Paket von über einer halben Milliarde Euro abgelehnt wird, zeigt sich, dass es Lufthansa nicht um marktgerechte Bedingungen, sondern um Tarifflucht und Auslagerung von Arbeitsplätzen geht.“

Die Piloten legten die Lufthansa seit Frühjahr 2014 bereits zwölfmal lahm.

Winterkorn soll bis Ende 2018 VW-Chef bleiben

Nach dem Machtkampf an der Konzernspitze im Frühjahr will Volkswagen den Vertrag von VW-Chef Martin Winterkorn verlängern.

Das Präsidium des Aufsichtsrates habe einstimmig beschlossen, dem Aufsichtsrat vorzuschlagen, in seiner Sitzung am 25. September mit Winterkorn einen neuen Vertrag als Vorstandsvorsitzender mit einer Laufzeit bis Ende 2018 zu schließen, teilte das Unternehmen heute in Wolfsburg mit.

„Wir werden mit Professor Martin Winterkorn an der Spitze den Erfolgsweg der vergangenen Jahre weitergehen“, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Berthold Huber.

Piech verlor internen Machtkampf

Der langjährige Aufsichtsratschef und VW-Patriarch Ferdinand Piech hatte Winterkorn Mitte April öffentlich das Vertrauen entzogen und erklärt, er sei auf „Distanz“ zum VW-Chef.

Das Aufsichtsratspräsidium sprach sich eine Woche später in einer Krisensitzung in Salzburg aber für den Verbleib Winterkorns an der Konzernspitze und für eine Vertragsverlängerung aus. Piech legte daraufhin seine Ämter nieder.

TTIP: Die Angst vor der Agrarlobby

Die Agrarlobby war im Vorfeld der Verhandlungen über das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen der EU und den USA besonders fleißig: Lobbyisten aus der Landwirtschaft haben sich mit Abstand am häufigsten mit EU-Vertretern getroffen – zehnmal öfter als etwa Lobbyisten aus dem Chemiesektor. Das lässt Kritiker aufhorchen: Sie deuten die intensiven Treffen mit der Agrarlobby als Vorzeichen dafür, dass sich der gesamte Lebensmittelmarkt verändern und die strengen EU-Standards aufgeweicht werden könnten.

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Sport

Fußball: Englische Transfers sprengen Grenzen

Die Clubs der englischen Liga haben in der Sommertransferperiode erneut alle Grenzen gesprengt. Mehr als eine Milliarde Euro gaben die Vereine der Premier League insgesamt für neue Spieler aus - ein einsamer Rekord in der europäischen Fußballlandschaft. So gaben im Vergleich die Clubs der italienischen Serie A nicht einmal halb so viel Geld wie die Engländer aus. Möglich macht es ein milliardenschwerer TV-Deal auf der Insel. Der Plafond ist laut Experten noch nicht erreicht.

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Tennis: Thiem kann sich Geburtstag versüßen

Österreichs Tennis ist nach der ersten Runde der US Open in New York noch mit allen drei Spielern - Dominic Thiem, Jürgen Melzer und Andreas Haider-Maurer - vertreten. In der zweiten Runde darf sich aber nur Thiem laut Papierform Chancen auf den Aufstieg ausrechnen. Der Niederösterreicher könnte sich mit einem Sieg über den 50 Ränge schlechter platzierten Usbeken Denis Istomin zudem seinen 22. Geburtstag versüßen. „Aber es ist ein Match und ein Tag wie jeder andere“, sagte Thiem.

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Chronik

Australisches Schaf droht an eigener Wolle zu verenden

In Australien ist ein freilaufendes Merino-Schaf entdeckt worden, das so viel schwere Wolle mit sich herumträgt, dass das Leben des Tieres bedroht ist. Das extrem wollige Schaf wurde von Wanderern im Buschland Mulligan Flats nahe der Hauptstadt Canberra entdeckt, wie die Tierschutzorganisation RSPCA heute mitteilte.

Die örtliche RSPCA-Leiterin Tammy Ven Denge sagte, es sei „eindeutig eines der größten Schafe, die wir je gesehen haben“. Durch die riesige Menge Wolle sei das Tier „vier- bis fünfmal größer als gewöhnlich“.

Die Organisation richtete eine Hilfsappell an geübte Schafscherer, um das Tier von seiner Wolllast zu befreien. Daraufhin meldete sich der australische Landesmeister im Scheren, Ian Elkins. „Sie haben mir ein Foto geschickt, und ich habe niemals so viel Wolle auf einem Schaf gesehen“, sagte er.

Schaf steht stundenlage Schur bevor

Die anstehende Schur, die ein bis zwei Stunden dauern werde, könnte „eine meiner größten Herausforderungen werden“. Normalerweise wächst bei Schafen die Wolle rund sieben Zentimeter im Jahr. Das lässt darauf schließen, dass das Tier mehrere Jahre in der Wildnis verbrachte.

Laut Ven Denge reagiert das bisher unbenannte Schaf nervös auf die Gegenwart von Menschen. „Es ist im Moment völlig gestresst.“ Die Tierschützerin sagte, Merino-Schafe, die wegen ihrer feinen Wolle begehrt sind, könnten Gesundheitsbeschwerden entwickeln oder sogar verenden, wenn sie nicht regelmäßig geschoren werden.

Schaf Shrek

Reuters/Simon Baker

Schaf Shrek wurde 2004 zur Berühmtheit

Das jetzt entdeckte Schaf könnte noch größer als das berühmte Merino-Schaf Shrek sein, das 2004 in Neuseeland nach sechs Jahren in der Wildnis von 27 Kilogramm Wolle befreit worden war.

Gesundheit

Ärzte: Versorgung von Schmerzpatienten mangelhaft

In Österreich gibt es schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen. Bei ihrer Versorgung bringt es das Land im europäischen Vergleich aber nur auf Mittelmaß. Das beklagten heimische Experten heute anlässlich des beginnenden viertägigen Kongresses der Europäischen Schmerzföderation (EFIC) in Wien.

In Österreich gibt es etwa 40 spezialisierte Schmerzambulanzen, aus Kostengründen um neun weniger als noch vor zwei Jahren, sagte Wolfgang Jaksch vom Wiener Wilhelminenspital, der Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG). Diese Einrichtungen sind zum Teil aber nur vier bis acht Stunden pro Woche in Betrieb, eine flächendeckende Versorgung existiert nicht.

So gibt es im Burgenland nur eine einzige Schmerzambulanz, in Vorarlberg überhaupt keine. In großen derartigen Einrichtungen wie etwa im Wilhelminenspital und im AKH in Wien müssen Patienten oft monatelang auf einen Termin warten.

Kein umfassendes Konzept

„Für die Versorgung von Schmerzpatienten gibt es keinen Auftrag von ‚oben‘“, erklärte Jaksch. Vorhandene Strukturen wie spezialisierte Ambulanzen und Akutschmerzdienste in Krankenhäusern basierten bisher in erster Linie auf dem persönlichen Engagement Einzelner.

Ein Konzept zur abgestuften Versorgung von Schmerzpatienten, das die ÖSG vor sieben Jahren mit dem Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) entwickelt habe, sei in der politischen Schublade verschwunden, beklagte Jaksch.

Von Kasse zu Kasse verschieden

Die ÖSG setzt ihre Hoffnungen nun auf eine Initiative der Grünen, auf die sich kürzlich alle Parteien verständigt haben. So soll die Gesundheit Österreich GmBH im Auftrag des Gesundheitsministeriums Bundesqualitätsstandards für die Versorgung von Schmerzpatienten ausarbeiten.

Derzeit macht es nach Darstellung der Fachmediziner nämlich durchaus einen Unterschied, in welchem Bundesland der Patient unter Schmerzen leidet und welche Versicherung für ihn zuständig ist.

IT

Wikipedia sperrt „Erpressergruppe“

Wikipedia hat 381 Konten von Nutzern gesperrt, die gegen Geld Artikel für das Onlinenachschlagewerk geschrieben haben, ohne das öffentlich zu machen. Es habe sich um eine organisierte Gruppe gehandelt, die von Personen und Unternehmen teils sogar Geld für den „Schutz“ ihrer Wikipedia-Einträge erpresst habe, berichtete der „Independent“.

Die Wikipedia-Betreiber teilten in ihrem Blog mit, dass Mitarbeiter nach „wochenlanger Ermittlung“ die Nutzerkonten gesperrt und 210 Artikel gelöscht hätten. Firmen, Unternehmer und Künstler seien betroffen gewesen.

Gebühren für „Schutz und Pflege“

Die Artikel seien in der Regel werbend gewesen und oft einseitig. Das nun entdeckte Netzwerk „Orangemoody“ habe sich offenbar auf Selbstdarsteller spezialisiert, die nach den Relevanzkriterien nie einen eigenen Wikipedia-Artikel hätten bekommen dürfen. Wenn die Beiträge tatsächlich in dem Onlinelexikon erschienen waren, verlangten die Hintermänner zusätzliche Gebühren für den Schutz und die Pflege des Artikels.

Bei der Manipulation gingen die „Sockenpuppen“ offenbar äußerst planmäßig vor. Mit harmlosen Änderungen von bestehenden Artikeln versuchten sie zunächst, als vollwertige Wikipedia-Autoren anerkannt zu werden. Zusätzlich verifizierten sie gegenseitig ihre Accounts, um die Schutzmaßnahmen der Wikipedia-Commpunity gegen Spammer und Onlinevandalen zu unterlaufen.

Die Manipulationen fielen auf, nachdem sich Kunden von „Orangemoody“ öffentlich beschwert hatten, dass bezahlte Artikel gelöscht oder verändert worden waren.

Bei Wikipedia kann jeder zu jedem Thema schreiben und Artikel überarbeiten. Es gehört aber zu den Geschäftsbedingungen, dass dabei Interessen offengelegt werden - etwa, wenn Mitarbeiter eines Museums Einträge zu diesem Museum oder seinen Ausstellungen bearbeiten.

Hacker plündern Konten von 225.000 Apple-Nutzern

Unbekannte haben weltweit mehr als 225.000 Apple-Smartphones und -Tablets gehackt und die Anmeldedaten der Nutzerkonten gestohlen.

Mit einem Schadprogramm griffen sie auf Mobilgeräte zu, die für den Gebrauch nicht lizenzierter Apps umprogrammiert worden waren, wie die Firma Palo Alto Networks mitteilte. Das Sicherheitsunternehmen mit Hauptsitz in Kalifornien sprach vom bisher größten bekannten Diebstahl von Apple-Konten.

Viele Smartphones können vom Nutzer so manipuliert werden, dass er Anwendungen herunterladen und installieren kann, die nicht aus dem App-Store des Herstellers stammen. Auf solche Geräte hatten es die Hacker nach Angaben von Palo Alto abgesehen.

Sie nutzten eine Schadsoftware namens „KeyRaider“, die auf denselben Wegen vertrieben wird wie andere nicht lizenzierte Programme, um Handys und Tablets des Herstellers Apple zu infiltrieren.

Nutzer in 18 Ländern betroffen

Das Programm liest den Datenverkehr eines Nutzers aus, wenn sich dieser mit seinem Gerät beim Apple-Musikdienst iTunes oder im App Store anmeldet, wie Palo Alto Networks erklärte. So seien die Täter an Apple-Konten in bis zu 18 Ländern gelangt, unter anderem in den USA, Frankreich und Australien. Schon im Juli hätten sich in China iPhone-Besitzer gemeldet, deren Zugangsdaten von Fremden für Einkäufe missbraucht worden seien.

Die Hacker könnten Smartphones und Tablets auch komplett sperren, um die Nutzer damit zu erpressen, erklärte die Sicherheitsfirma.

Kultur

Österreichischer Kabarettpreis an Florian Scheuba

Der Österreichische Kabarettpreis 2015 geht an Florian Scheuba für sein Programm „Bilanz mit Frisur“. Den Programmpreis erhalten Matthias Egersdörfer und Martin Puntigam für „Erlösung“, der undotierte Sonderpreis geht an das Onlinesatireprojekt „Die Tagespresse“. Das wurde heute bekanntgegeben. Die Verleihungsgala findet am 3. November in der Wiener Urania statt.

„Bilanz mit Frisur“ sei „ein grandioses Programm eines für dieses Land elementaren Künstlers“, hieß es in der Jurybegründung. Es werde ein Künstler ausgezeichnet, „der wie kein anderer derzeit einen scharfen Blick auf die politischen und gesellschaftlichen Zustände unseres Heimatlandes wirft“.

Der Hauptpreis ist mit 5.001 Euro dotiert, der Programmpreis mit zwei Euro weniger. „Erlösung“ sei „ein Programm, das theatralisch brillant, vielseitig und effektvoll Grobes und Feines nebeneinanderstellt“, befand die Jury.

„Bodenloses Fass origineller Fantasie“

Fritz Jergitsch habe mit „Die Tagespresse“ „einen gewaltigen Erfolg gelandet“, hieß es weiter. „Dort nimmt er alle Verantwortungsträger und ihre Untaten auf die Schaufel. Und schöpft zu diesem Zweck aus einem offenbar bodenlosen Fass origineller Fantasie und böser Pointen. Eine Million User finden Jergitsch und sein Team gut - und schauen fast täglich vorbei. Um herzhaft zu lachen. Und sich nie sicher zu sein, was komischer ist: Realität oder Satire.“

Der Kabarettpreis wird seit 1999 verliehen, die Moderation der Verleihungsgala übernimmt erneut die Kabarettistin Verena Scheitz.

Romandebüt: Miranda July gräbt in Feuchtgebieten

Die US-amerikanische Allround-Künstlerin Miranda July hat ihr Romandebüt vorgelegt. In „Der erste fiese Typ“ gräbt sie tief in der verschrobenen Seelenwelt ihrer Protagonistin, einer Mittvierzigerin mit Frosch im Hals. Ein Babywunsch, jede Menge Sexfantasien und komplizierte Beziehungen sind die Themen, rund um die July recht tabulos eine skurrile Geschichte erzählt, in der Plazenta gegessen und mit Schneckenschleim masturbiert wird.

Mehr dazu in Liebe, Sex und ein Frosch im Hals

Filmfestival von Venedig startet mit viel Prominenz

Mit viel Prominenz werden heute die 72. Filmfestspiele Venedig eröffnet. Zum Auftakt läuft am Abend das Bergsteigerdrama „Everest“ des Isländers Baltasar Kormakur („101 Reykjavik“).

Um den Hauptpreis, den Goldenen Löwen, konkurrieren 21 Filme im Wettbewerb. Dazu gehören etwa „Rabin, the Last Day“ über die Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Jizchak Rabin sowie „The Danish Girl“, in dem der Brite Eddie Redmayne eine Transsexuelle spielt.

Hinzu kommen zwei deutsche Koproduktionen: „Remember“ von Atom Egoyan über die Rache an einem Nazi (besetzt mit Christopher Plummer und Bruno Ganz) sowie Alexander Sokurows „Francofonia“ über den Pariser Louvre zur NS-Zeit. Österreichische Beiträge sind dieses Jahr nicht im Wettbewerb vertreten, dafür wird Andreas Horvaths Schauspielerporträt „Helmut Berger, actor“ in einer Dokumentarfilmschiene gezeigt.

Die Preise des 72. Festivals werden am 12. September von einer internationalen Jury verliehen. Das Filmfest Venedig ist das älteste der Welt und gehört zu den wichtigsten der Branche.

Religion

Caritas und Diakonie helfen Familien zum Schulstart

Als Unterstützung von einkommensschwachen Familien zum Schulstart bietet die Wiener Caritas in ihren „carla“-Läden preisgünstige Schulartikel. Auch die Stadtdiakonie Wien bietet Akuthilfe zum Schulstart. „Wir wissen: Bildungsniveau und Armut korrelieren, und Bildung ist der effektivste Schutz vor Armut. Daher wollen wir die Eltern schulpflichtiger Kinder auch heuer wieder mit unserer Schulstartaktion entlasten“, so Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner heute in einer Aussendung.

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Science