Inland

U-Haft für mutmaßliche Dschihadisten beantragt

Die Staatsanwaltschaft Wien hat heute einen Antrag auf Verhängung einer Untersuchungshaft über die gestern festgenommenen mutmaßlichen Dschihadisten gestellt.

Die Gruppe wird der „Teilnahme an einer terroristischen Vereinigung“ verdächtigt. Es bestehe „dringender Tatverdacht“ sowie Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr. Über die Anträge entscheidet nun das Landesgericht für Strafsachen Wien durch eine Haft- und Rechtsschutzrichterin.

Spindelegger weist interne Kritik zurück

ÖVP-Chef Vizekanzler Michael Spindelegger hat heute interne Kritik an der Performance der Partei zurückgewiesen. „Jeder soll vor seiner Tür kehren und soll selbst sehen, welchen Beitrag er leisten kann, damit es wieder nach vorne geht“, sagte Spindelegger, angesprochen auf Kritik von Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP). Vermögenssteuern im Rahmen der Steuerreform lehnt er ab.

Pühringer kann sich Millionärssteuer vorstellen

Pühringer hatte heute im Ö1-Morgenjournal auf die Frage nach einer Millionärsabgabe gemeint, er sei nicht der Verteidiger der Multimillionäre, und die SPÖ solle nun einmal ihre Zahlen auf den Tisch legen. Von der Bundespartei hatte Pühringer bereits vor mehreren Tagen einen „Turnaround“ gefordert, angesichts aktueller Umfragewerte um die 20 Prozent.

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Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) schloss sich Pühringer an und forderte in der aktuellen Ausgabe des Magazins „News“ ebenfalls eine „Kurskorrektur“ der ÖVP. „Tatsache ist, dass die ÖVP auf Bundesebene deutlich an Vertrauen eingebüßt hat. Das kann man nicht mehr schönreden. Wir brauchen wieder mehr Profil“, sagte Platter.

Spindelegger betonte am Rande des ÖVP-Sommerevents an der österreichisch-ungarischen Grenze nahe Sopron vor Journalisten in Sachen Steuerreform einmal mehr, die ÖVP fordere eine „echte Steuerentlastung und nicht eine Mogelpackung, wo da be- und dort entlastet wird“. Eine Millionärssteuer sei daher für ihn kein Thema. Nötig seien vielmehr Einsparungen bei den Ländern, im Bundesbudget sowie bei den „großen Kostentreibern“ wie der ÖBB-Infrastruktur und den Förderungen.

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Kein Kommentar zu SPÖ-Rochaden

Inhaltlich nicht kommentieren wollte Spindelegger die bevorstehende Regierungsumbildung beim Koalitionspartner SPÖ. „Das ist eine Sache der Sozialdemokratischen Partei, ihre Vorschläge im Parlament einzubringen“, sagte Spindelegger mit Blick auf den geplanten Wechsel von Infrastrukturministerin Doris Bures in das Nationalratspräsidium sowie die dadurch nötigen Rochaden in der Regierung. Er selbst sei offiziell jedenfalls noch nicht über die Pläne des Koalitionspartners informiert worden.

Mitterlehner für Studiengebühren und Bedarfserhebung

Studienbeiträge und Zugangsregelung seien „nicht ad acta gelegt“, so Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) vor kurzem. Im Ö1-Interview erläuterte er, dass dieses Thema in der nächsten Regierungsperiode wieder auf dem Tisch sein werde, weil es eben keine unbegrenzten Kapazitäten gebe.

Daher brauche man Zugangsregeln oder Studiengebühren, so Mitterlehner beim Europäischen Forum Alpbach. Der Wissenschafts- und Wirtschaftsminister kündigt auch eine Art „Bedarfserhebung“ an, welche Fächer aus Sicht des Arbeitsmarktes und der Gesellschaft gefragt sind.

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Rektoren-Chef: Gebührendiskussion lenkt von Unifinanzierung ab

Der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Heinrich Schmidinger, hält nichts von einer neuen Studiengebührendebatte. „Das würde nur von der eigentlichen Diskussion über die Finanzierung der Universitäten ablenken“, so Schmidinger zur APA. „Man meint dann wieder, dass es mit Studiengebühren getan wäre. Das ist es aber nicht, deshalb halte ich es für nicht gut, das Thema zu forcieren.“

Zwar werde immer wieder darüber nachgedacht, „ob es nicht sinnvoll wäre, in überlaufenen Studien weitere Zugangsregelungen einzuführen“, so Schmidinger. Wenn die Situation dort zu prekär würde, „bleibt nichts anderes über“.

Umfrage: Zwei Drittel halten Unis für unterfinanziert

Überrascht hat Schmidinger das Ergebnis einer von der Universität für Bodenkultur (BOKU) beauftragten Studie, wonach zwei Drittel der Österreicher die Unis für unterfinanziert halten. „Das sagt auch implizit, dass man sich etwas Positives von den Universitäten erwartet - sonst wäre man nicht enttäuscht, dass sie unterfinanziert sind. Und es ist offenbar nicht mehr nur ein Thema der akademischen Elite, was an den Unis passiert. Es gibt schon ein sehr breites Bewusstsein dafür in der Bevölkerung.“

Ausland

Jemen: Schiitsche Rebellen marschieren in Hauptstadt ein

Mehrere zehntausend Anhänger der schiitischen Huthi-Rebellen marschieren auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa zu. Nach Angaben der jemenitischen Nachrichtenseite Al-Mashhad al-Yemeni waren heute schon rund 30.000 Menschen in der Stadt, mindestens 10.000 davon bewaffnet.

Nördlich der Hauptstadt errichtete die Huthi-Volksgruppe ein Sammellager. Die Rebellen fordern die Unabhängigkeit ihrer Stammesgebiete im Norden, seit Jahren kommt es immer wieder zu Kämpfen mit der Armee.

Provinzhauptstadt unter Kontrolle

Erst Anfang August hatten Huthi-Rebellen die Provinzhauptstadt Amran, rund 50 Kilometer nördlich von Sanaa, unter ihre Kontrolle gebracht. Nun drohen die Rebellen, die Regierung zu stürzen, sollten ihre Forderungen nicht bis morgen erfüllt werden.

Jemens Übergangspräsident Abdrabuh Mansur Hadi rief nach Angaben der Nachrichtenagentur Saba die westlichen Industrienationen und den Golf-Kooperationsrat dazu auf, ihn gegen „die Bedrohung der Huthi-Gruppe“ zu unterstützen.

Ebola: Welthungerhilfe warnt vor humanitärer Krise

Ebola-Gebieten in Westafrika droht nach Einschätzung der Welthungerhilfe eine humanitäre Krise. Die Lage entwickle sich von einer Gesundheits- zu einer Hungerkrise, sagte Asja Hanano, Koordinatorin der Welthungerhilfe in Liberia bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Handel liegt nieder, Preise schnellen nach oben

Der Handel sei wegen geschlossener Grenzen zum Erliegen gekommen, große Märkte blieben deshalb geschlossen. In Sierra Leone seien viele Menschen durch die Quarantänemaßnahmen an der Arbeit auf den Feldern gehindert. Sie dürften ihre Häuser nicht verlassen. Außerdem seien dort viele Todesfälle zu beklagen, berichtete Hanano. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis seien dort bereits um bis zu 40 Prozent gestiegen. Die Organisation weitet ihre Hilfe für Liberia und Sierra Leone deshalb aus.

Armee setzt Quarantäne mit scharfer Munition durch

In Liberia setzen Sicherheitskräfte mit scharfer Munition und Tränengas die Einhaltung der Quarantäne in Monrovia durch. „Sie haben nicht auf friedliche Bürger geschossen“, sagte ein Militärsprecher gestern (Ortszeit) in der Hauptstadt. Dort war es zuvor zu Zusammenstößen im unter Quarantäne gestellten Bezirk West Point gekommen. Augenzeugen zufolge wurden vier Menschen verletzt. Es ist unklar, ob die Opfer angeschossen wurden.

Ein Reuters-Fotograf sah einen Buben mit einer schweren Beinverletzung. West Point wurde Einwohnern zufolge gestern Früh ohne Vorwarnung abgeriegelt. Am Wochenende hatte dort eine aufgebrachte Menschenmenge 17 Patienten aus einer provisorischen Ebola-Quarantänestation herausgeholt.

Zahl der Opfer auf 1.350 gestiegen

Liberia ist von der Ebola-Epidemie in Westafrika am stärksten betroffen. Um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern, haben die Behörden Quarantänezonen auch im Grenzgebiet zwischen Guinea, Liberia und Sierra Leone eingerichtet. In Nigeria sind ebenfalls Fälle aufgetreten. Die Zahl der Todesopfer insgesamt liegt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von gestern bei 1.350.

Medikamentenbestand nahezu erschöpft

Die WHO hatte Anfang August experimentelle Medikamente zur Behandlung von Ebola freigegeben. Bis zu 30.000 Menschen hätten bereits mit diesen Arzneien versorgt werden müssen, sagte ein britischer Epidemiologe. Die Bestände würden dafür aber bei weitem nicht ausreichen.

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Ukrainischer Wirtschaftsminister zurückgetreten

Inmitten des Ukraine-Konflikts ist erneut ein Mitglied der ukrainischen Regierung zurückgetreten. „Anstatt das System von gestern zu bekämpfen, habe ich mich dafür entschieden, mit Leuten zu arbeiten, die das System von morgen schaffen wollen“, sagte Wirtschaftsminister Pawlo Scheremeta heute auf Facebook.

Zweiter Rücktritt in dieser Woche

Scheremeta lag zuletzt mit Regierungschef Arseni Jazenjuk im Streit. Am Montag war bereits die Antikorruptionsbeauftragte der ukrainischen Regierung, die Journalistin Tetjana Schornowil, im Streit zurückgetreten.

Scheremeta sagte vor Journalisten, die Regierung habe eine „rote Linie“ überschritten, als sie gegen seinen Widerstand einen Handelsbeauftragten nominierte, obwohl dieser dem Wirtschaftsministerium untersteht. Das Parlament muss dem Rücktritt des Ministers noch zustimmen. Gestern hatte Jazenjuk anlässlich einer Kabinettssitzung Scheremata harsch kritisiert: „Ich bin nicht zufrieden mit der Geschwindigkeit und dem Umfang der Reformen“, sagte der Regierungschef.

Wirtschaft steckt in Rezession

Die Ukraine steckt seit mehr als zwei Jahren beinahe ununterbrochen in einer Rezession. Im laufenden Jahr wird die Wirtschaft des Landes nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) um etwa 6,5 Prozent schrumpfen. Nur die Milliardenkredite des IWF und anderer Geber konnten das Land bisher vor einem Kollaps bewahren.

Der 43-jährige Scheremeta ist ein renommierter, in den USA ausgebildeter Ökonom. Er hatte sich im Winter an den Maidan-Protesten beteiligt und war Ende Februar zum Wirtschaftsminister der Übergangsregierung ernannt worden.

Kiew meldet Eroberung zweier russischer Panzer

Unterdessen eroberte die ukrainische Armee bei Kämpfen um die Rebellenhochburg Lugansk nach eigenen Angaben zwei Panzer der russischen Armee. Ukrainische Soldaten hätten zwei Panzer der Luftlandedivision aus dem russischen Pskow in ihre Gewalt gebracht, sagte der ukrainische Armeesprecher Andrej Lyssenko. In einem der Fahrzeuge hätten sich Militärdokumente und ein Führerschein befunden.

Kiew wirft der russischen Regierung vor, die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine mit Kämpfern und militärischem Gerät zu unterstützen. Russland weist den Vorwurf zurück.

Ein Separatistenführer hatte in der vergangenen Woche in einem Internetvideo berichtet, Russland habe seine Truppen mit Dutzenden Panzern und 1.200 in Russland ausgebildeten Kämpfern unterstützt. Moskau hatte die Angaben dementiert.

Ferguson: US-Justizminister verspricht faire Untersuchung

Zweieinhalb Wochen nach dem Tod eines schwarzen Teenagers hat US-Justizminister Eric Holder gestern (Ortszeit) die von Protesten erschütterte US-Kleinstadt Ferguson in Missouri besucht.

Bei Treffen mit der Familie des getöteten Teenagers Michael Brown versprach Holder eine faire Untersuchung der tödlichen Polizeischüsse. Ähnlich hatte sich der Minister bereits in Gesprächen mit Studenten und aufgebrachten Bewohnern des Vorortes von St. Louis geäußert.

„Erfahrenste Ermittler und Staatsanwälte beauftragt“

Er habe die „erfahrensten Ermittler und Staatsanwälte“ damit beauftragt, den Tod von Brown zu untersuchen, versicherte der Minister. „Unsere Untersuchung ist anders“, entgegnete Holder auf den Vorwurf vieler Bürger, dass die Polizei den Schützen aus den eigenen Reihen in Schutz nehmen werde. Vor einem weiteren Treffen mit Beamten der Bundespolizei FBI sagte Holder, er hoffe, dass sein Besuch in Ferguson einen „beruhigenden Einfluss“ haben werde.

Am 9. August war der unbewaffnete Brown von einem weißen Polizisten getötet worden. Seitdem wird die Stadt von schweren Ausschreitungen erschüttert. Die örtliche Polizei geriet wegen ihres aggressiven Vorgehens in die Kritik und wurde abgezogen.

US-Präsident Barack Obama rügte die „exzessive Gewalt“ der Einsatzkräfte. Gouverneur Jay Nixon verhängte den Ausnahmezustand und entsandte die Nationalgarde in die Kleinstadt. Der Fall löste landesweit eine Debatte über Rassismus in den Reihen der Polizei aus.

Zusammenstöße und Festnahmen

Am Montag waren bei Zusammenstößen auf den Straßen von Ferguson zwei Menschen durch Schüsse aus den Reihen der Demonstranten verletzt worden. Dutzende Menschen wurden festgenommen. Auch drei deutsche Reporter - darunter ein Korrespondent des „Standard“ - wurden zwischenzeitlich in Gewahrsam genommen.

Neue Proteste am Dienstagabend waren zunächst vergleichsweise friedlich verlaufen, doch wurden nach Angaben der Polizei in der Nacht 47 Demonstranten festgenommen, weil sie mit Wasser und Urin gefüllte Flaschen auf Einsatzkräfte schleuderten.

Demonstrationen in Ferguson und Clayton

Gestern Abend (Ortszeit) führten mehrere Pastoren, ein Rabbi und ein Imam einen Protestzug von rund 100 Menschen zum Büro der Staatsanwaltschaft von St. Louis County in Clayton an. In Ferguson versammelten sich rund 50 Demonstranten. Nach Augenzeugenberichten kam es kurzzeitig zu Spannungen, als zwei Weiße Schilder für den Polizisten Darren Wilson, der die Schüsse auf Brown abgefeuert hatte, hochhielten. Polizisten leiteten sie unter Pfiffen und Buhrufen weg.

„Null Problem“-Mann: Davutoglu soll auf Erdogan folgen

In der Türkei zeichnet sich ein Nachfolger für den scheidenden Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan ab. Glaubt man den Gerüchten aus Erdogans AKP, dürfte Außenminister Ahmet Davutoglu sowohl die Partei- als auch die Regierungsspitze übernehmen. Der ehemalige Universitätsprofessor gilt als einer der loyalsten Mitstreiter Erdogans, dem jedoch der Geruch des Scheiterns anhaftet. Von seiner „Null Problem“-Politik ist wenig übrig geblieben, international ist das Land isoliert wie schon lange nicht mehr. Und innenpolitisch wartet auf Davutoglu bereits die nächste Bewährungsprobe.

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Sport

Fußball: Trainer erwarten Bayern-Selbstläufer

Das Meistervotum ist eindeutig: Nach Meinung der Trainer der 18 deutschen Oberhausclubs wird ab Freitag in der neuen Bundesliga-Saison lediglich Platz zwei hinter Bayern München ausgespielt. Gleich 14 Coaches gehen von einer erfolgreichen Titelverteidigung des Rekordmeisters aus, nur ein einziges Mal wird Erzrivale Borussia Dortmund als kommender Meister gesehen. Und während sich die beiden Hauptakteure, Bayern-Coach Josep Guardiola und BVB-Trainer Jürgen Klopp, bei der Umfrage mit einem klaren Tipp vornehm zurückhielten, mischte sich Peter Stöger gleich gar nicht ein.

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Eishockey: Champions League startet neuen Versuch

Ab heute misst sich Europas Eishockey-Elite mit Ausnahme der Clubs aus der russischen Liga wieder in einem gemeinsamen Bewerb. Die Champions Hockey League (CHL) startet nach fünf Jahren Pause einen neuen Versuch. Dabei sind mit Red Bull Salzburg, den Vienna Capitals und dem Villacher SV auch drei österreichische Clubs.

Die Ziele sind vor allem bei Salzburg und den Capitals hochgesteckt. Für die Wiener ist gleich der Auftakt ein Highlight, geht es doch daheim gegen einen alten Bekannten.

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Wirtschaft

D: Kartellamt nickt Karstadt-Übernahme durch Benko ab

Das deutsche Bundeskartellamt hat grünes Licht für den Verkauf von 88 Karstadt-Warenhäusern an den österreichischen Immobilieninvestor Rene Benko und dessen Signa-Holding gegeben. Die Freigabe erfolgte ohne Auflagen und Bedingungen, wie die Wettbewerbsbehörde heute mitteilte.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt betonte: „Letzten Endes wird hier ein Investor durch einen anderen ausgetauscht. An der Marktstellung der einzelnen Karstadt-Warenhäuser ändert sich dadurch aus wettbewerblicher Sicht nichts.“

Benko hatte die Karstadt-Warenhäuser vom bisherigen Eigentümer, dem Finanzinvestor Nicolas Berggruen, für nur einen Euro übernommen. Damit sind die gesamten Karstadt-Warenhäuser wieder unter einem Dach zusammengeführt. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte Signa die drei Karstadt-Premiumhäuser in Berlin, Hamburg und München sowie die Karstadt-Sportgeschäfte übernommen.

Großinvestor Icahn steigt bei US-Autovermieter Hertz ein

Großinvestor Carl Icahn ist beim US-Autovermieter Hertz eingestiegen und könnte damit Einfluss auf dessen Geschäft nehmen.

Der Milliardär, der unter anderem auch an eBay, Apple und der Diskonterkette Family Dollar beteiligt ist, sicherte sich 8,5 Prozent an Hertz Global Holdings, wie er gestern (Ortszeit) bekanntgab. Für 38,8 Millionen Aktien zahlte er demnach 470,5 Millionen Dollar. Icahn sagte, er strebe möglicherweise einen Aufsichtsratsposten an.

Der für sein aggressives Finanzgebaren bekannte Milliardär kauft immer wieder Anteile von Firmen und setzt das Management anschließend unter Druck. So versuchte Icahn beispielsweise, das Management des Onlinehändlers eBay dazu zu bewegen, den lukrativen Bezahldienst PayPal zu verkaufen, um das Geld dann an die Aktionäre auszuschütten. Auch bei Apple drängte er zuletzt auf Sonderauszahlungen für die Anteilseigner.

Günstig trotz Krisen: Ölpreis folgt neuen Mechanismen

Gründe für einen hohen Ölpreis gebe es zurzeit genug: Im Irak wütet die Terrormiliz Islamische Staat (IS). In der Ukraine weitet sich der bewaffnete Konflikt sukzessive zu einem Bürgerkrieg aus, der Westen und Russland belegen einander mit Sanktionen. Die Waffenruhe im Gazastreifen ist brüchig, und auch Libyen kommt nicht zur Ruhe.

Doch alle Konflikte der vergangenen Monate ließen den Ölpreis bisher kalt. Verantwortlich dafür sind vor allem die USA und ein Boom, der die bisherigen Marktregeln auf den Kopf zu stellen scheint.

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Chronik

Unschuldig in US-Haft - Zehn Mio. Dollar Entschädigung

Fast zwei Jahrzehnte nach seiner unrechtmäßigen Verurteilung wegen Mordes erhält ein Mann aus New York zehn Millionen Dollar (7,5 Mio. Euro) Entschädigung. Die Summe wurde in einem Vergleich festgelegt, durch den ein Rechtsstreit zwischen dem 42-jährigen Jabbar Collins und der Stadt New York beigelegt wurde, wie Collins’ Anwalt gestern (Ortszeit) mitteilte.

Gericht stützte sich auf Zeugenaussagen

Durch eine ähnliche außergerichtliche Einigung hatte Collins zuvor bereits drei Millionen Dollar vom Bundesstaat New York erhalten. Der Mann war im März 1995 im Alter von 21 Jahren zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Manhattan sah es damals als erwiesen an, dass er im Februar 1994 einen Rabbi im Stadtteil Brooklyn getötet hatte. Das Gericht stützte sich hauptsächlich auf Zeugen. Sie hatten angegeben, Collins’ Flucht vom Tatort beobachtet zu haben.

„Beschämendes“ Fehlverhalten der Staatsanwaltschaft

2010 wurde Collins freigesprochen. Er hatte während der Haft Jus studiert und herausgefunden, dass einer der Zeugen seine Aussage noch vor dem Prozess zurückgezogen hatte. Collins’ Verteidiger war darüber aber nicht informiert worden.

Als Collins noch auf weitere Unregelmäßigkeiten stieß, legte er Beschwerde gegen seine Verurteilung ein. Bundesrichterin Dora Irizarry hob das Urteil schließlich auf und klagte über „beschämendes“ Fehlverhalten der Staatsanwaltschaft.

Im Juni hatten sich bereits fünf schwarze und hispanische Männer, die irrtümlicherweise wegen der Vergewaltigung einer weißen Investmentbankerin im Central Park verurteilt worden waren, mit der Stadt New York auf eine Entschädigung von insgesamt 40 Millionen Dollar geeinigt.

Vulkan Bardarbunga: Bereits 4.000 Erdbeben in der Region

Seit Freitag hat es in der Umgebung des Vatnajökull-Gletschers in Island, unter dem sich der Vulkan Bardarbunga befindet, 4.000 Erdbeben gegeben. Die Nacht auf heute war bereits die sechste in Folge, in der es zahlreiche Erdstöße gab. Mehrere überschritten zudem den kritischen Wert von drei auf der Richterskala.

Letzte Touristen verließen Risikozone

Geologen warnten seither vor einem möglichen Ausbruch des Vulkans. Die Behörden brachten gestern auch die letzten der ursprünglich mehr als 200 Touristen aus der Risikozone um den Vulkan. Die zweithöchste Warnstufe Orange für den internationalen Flugverkehr über Island ist weiter aufrecht.

Während die isländischen Vulkane mit ihren aufsehenerregenden Ausbrüchen in den vergangenen Jahren mittelfristig ein Segen für den Tourismus und die Flugbranche waren, wirkt sich das aktuelle Bangen vor einem möglichen Ausbruch des Gletschervulkans Bardarbunga eher negativ aus. Die Aktie von Icelandair verlor seit Wochenbeginn rund sechs Prozent ihres Wertes.

Überschwemmungen in Lignano - Touristen reisen ab

Schwere Gewitter haben in der Nacht auf heute die bei österreichischen Touristen beliebte italienische Ortschaft Lignano an der oberen Adria heimgesucht.

Mehrere Campingplätze wurden überschwemmt. Touristen verließen den Badeort in Massen. Zivilschutz und Feuerwehrmannschaften mussten wiederholt ausrücken, nachdem Straßen und Keller überschwemmt worden waren.

Auch Jesolo betroffen

Zuvor war es auch in Jesolo zu heftigen Niederschlägen gekommen. Viele Touristen verkürzten wegen der niedrigen Temperaturen und des Regens ihren Urlaub und reisten ab.

Hoteliers in Lignano boten daher die Rückerstattung von 50 Prozent des Hotelpreises, sollte es an den Urlaubstagen im September an einem Tag länger als zwei Stunden regen. Das Angebot gilt für Urlauber, die mindestens drei Nächte in Lignano übernachten. Die Kampagne ist bisher jedoch auf wenig Erfolg gestoßen.

Frankreich: Zirkusdromedar beißt Baby in den Kopf

Ein Zirkusdromedar hat in Ostfrankreich ein Baby in den Kopf gebissen und es schwer verletzt.

Der vier Monate alte Bub war in einer Babytrage vor dem Bauch der Mutter festgeschnallt, die das Dromedar in seinem Gehege anschauen wollte, wie die Polizei heute mitteilte. Plötzlich biss das Tier den Säugling in den Kopf - das Baby wurde ins Spital gebracht, schwebt aber nicht in Lebensgefahr.

Die Mutter hatte eine Tierschau besucht, die der Zirkus vor seiner Abendvorstellung in dem Alpendorf Megeve veranstaltete. In der Zeitung „Dauphine Libere“ versicherte sie, sie habe das Dromedar weder gestreichelt noch ihm etwas zu Fressen gegeben. Durch den plötzlichen Biss des Tieres erlitt ihr Baby demnach „mehrfache Knochenbrüche“. Das Kind werde aber wohl keine Folgeschäden davontragen. Die Eltern erstatteten Anzeige.

IT

„3“ erhöht Preise für 18 Prozent der Kunden

Der Handynetzbetreiber „3“ erhöht für 18 Prozent der Kunden die Preise - im Schnitt um zwei bis drei Euro pro Monat. Als Grund werden höhere Kosten angegeben, unter anderem für die Frequenzersteigerung im Herbst des Vorjahres, für den Netzausbau - und weil von Gerichten die gesonderte Verrechnung von Papierrechnungen und Zahlscheingebühren untersagt wurde.

Vorbeugend für mögliche Festplattenabgabe

Und auch eine „möglicherweise geplante Festplattenabgabe auf Smartphone“ wurde heute in einer Aussendung als Grund für die Preiserhöhung genannt. Wirksam wird die Änderung ab 20. Oktober, Kunden haben aufgrund der einseitigen Vertragsänderungen ein Sonderkündigungsrecht.

Servicepauschale für alle

Auf Nachfrage teilte „3“ mit, dass künftig auch jene Kunden eine „Servicepauschale“ zahlen müssen, die bisher davon verschont waren. Außerdem behält sich „3“ das Recht vor, die Grundgebühr jährlich an den Verbraucherpreisindex anzupassen - falls das nicht ohnehin schon jetzt der Fall ist.

Erst vor wenigen Wochen hatte „3“ mit einer Vertragsänderung für viel Ärger in Sozialen Netzwerken gesorgt. Der SixBack-Tarif wurde eingestellt, obwohl er in einer Presseaussendung damit beworben worden war, „ein Leben lang“ zu gelten.

Science

Religion

Studie: Religion in Osteuropa wieder im Aufwind

25 Jahre nach der politischen Wende in Ost- und Ostmitteleuropa ist der Glaube gerade in orthodox geprägten Gesellschaften wieder im Aufwind. Das geht aus einer aktuellen Studie über den religiösen Wandel in Osteuropa hervor. Eine der Erkenntnisse daraus: „Es hat den Anschein, als ob die bereits zu Beginn der 1990er Jahre stark religiös verfassten Länder noch religiöser geworden sind“, so Studienautor Olav Müller, Religionssoziologe an der Universität Münster.

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Kultur

Johannes Krisch soll im Film Jack Unterweger spielen

Der Burgtheater-Schauspieler Johannes Krisch soll in einem Kinofilm den Prostituiertenmörder Jack Unterweger spielen. Das meldet die „Kleine Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe).

Laut Produzent Dieter Pochlatko (epo-Film) starten nach fast fünfjähriger Vorbereitungszeit Anfang Oktober die Dreharbeiten zu „Jack“, einer ORF-Koproduktion. Krisch sei „die ideale Besetzung“.

Für Regie und Drehbuch zeichne Elisabeth Scharang verantwortlich. Im Cast des mit zweieinhalb Millionen Euro budgetierten Films finden sich u. a. Corinna Harfouch als Unterwegers Mutter und Ursula Strauss als Gesellschaftsreporterin.

Gericht urteilt: Shakiras „Loca“ ist ein Plagiat

Der Hit „Loca“ von Popstar Shakira ist nach Ansicht eines US-Gerichts ein Plagiat. Das Stück auf dem 2010 erschienenen Album „Sale el Sol“ der Kolumbianerin sei eine „illegale Kopie“ des Liedes „Loca con su Tiguere“ des Sängers Ramon Arias Vasquez, heißt es im Urteil des Bundesrichters Alvin Hellerstein aus New York, das die Nachrichtenagentur AFP gestern erhielt.

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