Ausland

Türkei: Ermittlungen gegen kurdische HDP ausgeweitet

Nach den Ermittlungen gegen den kurdischen Oppositionsführer Selahattin Demirtas hat die türkische Justiz nun auch dessen Koparteichefin ins Visier genommen. Gegen Figen Yüksekdag seien Ermittlungen wegen „Propaganda für eine terroristische Gruppe“ eingeleitet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu heute.

Demirtas und Yüksekdag bilden die Doppelspitze der Kurdenpartei HDP, die bei den Wahlen im Juni mit 13 Prozent einen historischen Erfolg errungen und der regierenden islamisch-konservativen AKP damit die absolute Mehrheit verbaut hatte.

Bei den Ermittlungen gegen Yüksekdag geht es um Äußerungen der HDP-Kochefin im Juli zugunsten der kurdischen Rebellen in Syrien, die mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Türkei verbunden sind. Gegen Demirtas waren am Vortag Ermittlungen wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ und „Anstachelung zur Gewalt“ eingeleitet worden. Dabei geht es um Kurdenproteste im Oktober 2014, in deren Zusammenhang 35 Menschen getötet wurden, darunter zwei Polizisten.

Zuwanderung für EU-Bürger die größte Herausforderung

Das Thema Flüchtlinge und Zuwanderung ist nach Ansicht der EU-Bürger die größte Herausforderung für die gesamte Europäische Union. Nach einer heute von der EU-Kommission präsentierten Eurobarometer-Umfrage sind 38 Prozent der Bevölkerung der EU darüber besorgt. Dann folgen die wirtschaftliche Lage (27 Prozent) und die Arbeitslosigkeit (24 Prozent).

In Malta (65 Prozent), Deutschland (55 Prozent) und Estland (54 Prozent) steht die Einwanderungsfrage an oberster Stelle der Sorgenskala. Am wenigsten fürchtet sich die Bevölkerung in Portugal (16 Prozent), Zypern (20 Prozent), Rumänien (21 Prozent) und Kroatien (22 Prozent). Österreich liegt mit 37 Prozent im Mittelfeld.

Nur 49 Prozent sehen EU-Zukunft positiv

Bei der Frage nach den Problemen im eigenen Land liegt im EU-Durchschnitt dagegen die Arbeitslosigkeit mit 42 Prozent an oberster Stelle. Die Einwanderung folgt im nationalen Bereich nur mit 23 Prozent. Dann kommen Sorgen über die wirtschaftliche Lage im eigenen Land mit 21 Prozent. In Österreich ist die Gewichtung hier anders. Furcht vor Arbeitslosigkeit haben nur 33 Prozent, dagegen sorgen sich 31 Prozent um die Einwanderung. Spanier fürchten sich mit 74 Prozent am meisten vor der Arbeitslosigkeit, am wenigsten die Malteser mit fünf Prozent.

Die Zukunft der EU schätzen nur 49 Prozent der Österreicher als optimistisch ein. Das ist der drittschlechteste Wert gemeinsam mit Großbritannien. Nur Zyprioten und Griechen sind mit 41 Prozent noch weniger hoffnungsvoll. Am anderen Ende der Skala liegen Irland (77 Prozent optimistisch), vor Rumänien (75 Prozent) und Kroatien sowie Dänemark (je 74 Prozent). Der EU-Durchschnitt liegt bei 58 Prozent.

Grünes Licht für ukrainische Verfassungsreform

In der krisengeschüttelten Ukraine hat das Verfassungsgericht einer von Präsident Petro Poroschenko vorgelegten Verfassungsreform zugestimmt. Das Urteil sei endgültig und könne nicht angefochten werden, sagte Richter Wassili Brinzew heute in Kiew. Auch ein Sondergesetz für die Separatistengebiete ist in den Änderungen vorgesehen. Vor allem nationalistische Abgeordnete sind aber gegen spezielle Rechte für die prorussischen Aufständischen.

Als Hauptziel der Verfassungsreform gilt mehr Eigenverantwortung der Regionen. Kritiker sehen in den Neuerungen nach örtlichen Medienberichten aber auch eine Stärkung der Präsidialmacht. Die Separatisten teilten mit, die Änderungen seien nicht abgestimmt. Für ein Inkrafttreten muss die Reform zwei weitere Lesungen im Parlament überstehen.

Im Kriegsgebiet Donbass warfen sich die Konfliktparteien erneut Verstöße gegen die im Februar vereinbarte Waffenruhe vor. Mindestens zwei Regierungssoldaten seien getötet und fünf verletzt worden, sagte Präsidialamtssprecher Andrej Lyssenko.

Tunesien verlängert Ausnahmezustand

Tunesien hat den nach der Ermordung Dutzender Urlauber durch einen Islamisten verhängten Ausnahmezustand um weitere zwei Monate verlängert. Das teilte der Präsidentenpalast heute in Tunis mit. Präsident Beji Caid Essebsi hält die Maßnahme für notwendig, um Terroristen in dem Land besser bekämpfen zu können. Zunächst war der Ausnahmezustand für 30 Tage ausgerufen worden.

Vor rund einem Monat hatte ein 24 Jahre alter Täter in der Anlage des Hotels Imperial Marhaba des Badeorts Sousse 38 Urlauber getötet, bevor er selbst erschossen wurde. Laut tunesischer Regierung wurde der Täter in Libyen ausgebildet, „vermutlich“ von der Miliz Ansar al-Scharia. Die salafistische libysche Gruppierung steht auf der Terrorliste der USA.

Tunesien hatte erst im März 2014 den Ausnahmezustand, der seit dem „arabischen Frühling“ 2011 gegolten hatte, aufgehoben.

WikiLeaks: USA spionierten auch Japan aus

Der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) hat nach Angaben der Enthüllungsplattform WikiLeaks auch in Japan hochrangige Politiker und Unternehmen ausspioniert. Neben Regierungsmitgliedern seien auch der Zentralbankchef und Firmen wie Mitsubishi abgehört worden, berichtete WikiLeaks heute.

In den Dokumenten, die WikiLeaks im Internet veröffentlichte, wird eine Abhörmaßnahme gegen Ministerpräsident Shinzo Abe nicht ausdrücklich erwähnt. Handelsminister Yoichi Miyazawa und der Chef der Nationalbank, Haruhiko Kuroda, standen laut WikiLeaks aber auf der US-Zielliste. Die Abhöraktionen soll bis zu Abes erster Amtszeit zurückreichen, die 2006 begann.

Den Unterlagen zufolge erlangten die USA durch ihre Überwachung detaillierte Kenntnisse über japanische Positionen etwa in der Handels-, Atom- und Klimapolitik. Laut WikiLeaks waren vier Abhörberichte als geheim eingestuft, während einer an die Verbündeten Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland weitergegeben werden konnte.

Flüchtlinge: Briten schicken Spürhunde nach Calais

Die britische Regierung unterstützt in der Flüchtlingskrise in Calais die französischen Sicherheitskräfte mit zusätzlichen Zäunen und Spürhunden. Zudem werde das Verteidigungsministerium Gelände in Südengland zur Verfügung stellen, um den Rückstau vor dem Tunneleingang aufzulösen, sagte Premierminister David Cameron heute nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in London.

Er wolle in einem nächsten Schritt nun mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande über die „inakzeptable“ Lage sprechen. In der nordfranzösischen Hafenstadt Calais versuchten in der Nacht auf heute laut französischen Polizeiangaben erneut Hunderte Flüchtlinge, durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. „Mehr als 1.000 Versuche“ von Flüchtlingen, zum Tunnel vorzudringen, seien „abgewehrt“ worden.

Flüchtlinge und Polizist in Calais, Frankreich

APA/EPA/Yoan Valat

Bereits zehn Tote

Ein Sprecher der Betreibergesellschaft Eurotunnel konnte keine Flüchtlingszahlen nennen. Es gebe aber „deutlich weniger Störungen“, seitdem die Polizeikräfte an Ort und Stelle durch die Entsendung von 120 weiteren Beamten verstärkt worden seien.

Seit Wochen versuchen Hunderte Flüchtlinge immer wieder, nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen nach Großbritannien zu gelangen. Seit Anfang Juni starben bereits zehn Flüchtlinge auf der französischen Seite des Ärmelkanals bei Unfällen. Zuletzt wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. In Calais befinden sich den Behörden zufolge derzeit rund 3.000 Flüchtlinge, die meisten von ihnen aus Eritrea, Äthiopien, Afghanistan und dem Sudan.

Tschad: Dutzende Tote bei Offensive gegen Boko Haram

Die tschadische Armee hat im Rahmen einer breiten Offensive gegen die radikalislamistische Boko Haram mehr als 100 Mitglieder der Terrorgruppe getötet. Das gab das Militär des afrikanischen Landes am Freitag bekannt. Dabei seien auch zwei tschadische Soldaten ums Leben gekommen, zwei weitere seien verletzt worden.

Die Offensive startete bereits vor rund zwei Wochen und findet vor allem auf den Inseln im Tschadsee statt. Boko-Haram-Kämpfer hatten sich vor allem in den vergangenen Monaten in diese Region zurückgezogen.

Geiseln aus Boko-Haram-Lagern befreit

In Nigeria befreite das Militär nach eigenen Angaben zuletzt 59 Menschen aus der Gewalt der Islamistengruppe Boko Haram befreit. Unter den Geretteten seien 29 Frauen und 25 Kinder, sagte Armeesprecher Tukur Gusau. Soldaten hätten gestern zwei Lager der Extremisten im Bundesstaat Borno im Nordwesten des Landes gestürmt und dabei auch mehrere Islamisten getötet.

Gerettete Boko Haram Geiseln in Nigeria

AP/Jossy Ola

Die Geiseln waren nach Angaben eines der Verschleppten in der vergangenen Woche von den Boko-Haram-Kämpfern entführt worden. Boko Haram kämpft seit sechs Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Staats in Nigeria. Seit dem vergangenen Jahr hat die Gruppe ihre Anschläge auch auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad ausgeweitet.

Tsipras nimmt Varoufakis in Schutz

Griechenland hat laut den Worten des Regierungschefs Alexis Tsipras nie einen Plan für einen Austritt aus der Euro-Zone gehabt. Die Regierung habe sich aber auf alle Fälle vorbereitet, sagte Tsipras heute im griechischen Parlament. Der frühere Finanzminister Gianis Varoufakis steht in der Kritik, weil er an einem Plan für einen Euro-Austritt Griechenlands gearbeitet haben soll.

Tsipras nahm seinen Ex-Minister in Schutz. „Suchen Sie nicht nach Skandalen bei Varoufakis“, sagte Tsipras. Varoufakis habe wohl Fehler gemacht. „Sie können ihn aber nicht anklagen, dass er ein Gauner ist. Sie können ihn nicht anklagen, dass er das Geld des Volkes gestohlen hat. Er hat kein Geld ins Ausland gebracht“, sagte Tsipras.

Griechenland habe sich auf den Fall vorbereiten müssen, dass andere Kräfte in der EU den Euro-Austritt in die Wege leiten würden, sagte Tsipras. „Fragen Sie doch die Regierung in Berlin“, sagte er. „Sie wird Ihnen erklären, was das für ein Plan ist, von sie immer noch sagt, er bleibt auf dem Tisch.“

Inland

Wirtschaft

Grünere Pkw-Steuern: Die Crux mit der CO2-Messung

Die Motoren werden immer leistungsfähiger, zugleich sinken der Verbrauch und der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2). Eine weitere „Ökologisierung“ der Steuern auf Kraftfahrzeuge würde daher sowohl für die Umwelt als auch die Autofahrer Vorteile bringen, wie Experten gegenüber ORF.at betonten. Allerdings sind die Autohersteller in Sachen CO2-Vermeidung noch lange nicht so weit wie bei der Senkung der Schadstoffemissionen. Auch bei der Messung des tatsächlichen Kraftstoffverbrauchs und des CO2-Ausstoßes eine Fahrzeugs liegen Theorie und Praxis weit voneinander entfernt.

Mehr dazu in EU will neue Messmethodik einführen

Athener Börse soll am Montag wieder öffnen

An der Athener Börse soll nach einer fünfwöchiger Pause am Montag wieder gehandelt werden. Die Wiedereröffnung sei für den 3. August geplant, sagte der Chef der Kapitalmarktaufsicht, Costas Botopoulos, heute laut dem TV-Sender CNBC. Alle Parteien arbeiteten daran, den Handel am Montag wiederaufzunehmen. Unter anderem müsse das griechische Finanzministerium dem Schritt schriftlich zustimmen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte der Wiedereröffnung des Aktienmarktes bereits Anfang der Woche zugestimmt. Da der Handel für Griechen aber eingeschränkt werden soll, gab es Verzögerungen. Hintergrund waren Probleme mit den IT-Systemen der Banken, die die Beschränkungen umsetzen müssen. Für ausländische Investoren sollen diese nicht gelten.

Die Börse war ebenso wie die Banken seit der Zuspitzung der Schuldenkrise Ende Juni geschlossen worden. Die Geldhäuser hatten nach einer dreiwöchigen Zwangspause ihre Schalter bereits am 20. Juli wieder geöffnet. Um einen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern, blieben Kapitalmarktkontrollen aber in Kraft.

Drittes Hilfspaket: IWF bremst

Der Internationale Währungsfonds (IWF) beteiligt sich unterdessen vorerst nicht an einem dritten Hilfspaket für das hoch verschuldete Griechenland. Zunächst müsse gesichert sein, dass Athen die vollständige Umsetzung der von den Gläubigern geforderten Reformen akzeptiere und die Europäer der griechischen Regierung Schuldenerleichterungen gewähren, sagte ein ranghoher IWF-Vertreter gestern.

Heute treffen sich die Chefunterhändler der internationalen Gläubiger Athens mit dem griechischen Finanzminister Efklidis Tsakalotos zu Gesprächen über ein drittes Hilfsprogramm. Es ist auch ein Treffen der Vertreter von EU, EZB, IWF und Europäischem Stabilitätsmechanismus (ESM) mit Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis geplant. In den vergangenen Tagen hatte es Gespräche auf Expertenebene gegeben.

Der IWF werde sich so lange nicht an einem neuen Hilfspaket beteiligen, „bis diese beiden Bedingungen erfüllt sind“, sagte der Vertreter mit Verweis auf die nötigen Reformen sowie Schuldenerleichterungen für Athen. Griechenland und die anderen Euro-Länder streben ein Kreditpaket in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro an, das in den kommenden Wochen ausgehandelt werden soll.

Russische Notenbank senkt Leitzins

Als Reaktion auf eine Abkühlung der seit Monaten schwächelnden russischen Wirtschaft senkt die Zentralbank den Leitzins zum 3. August um 0,5 Prozentpunkte auf elf Prozent. Damit solle die von einem niedrigen Ölpreis weiter geschwächte Konjunktur wieder Aufwind bekommen, teilten die obersten Währungshüter heute in Moskau mit.

„Ein Szenario mit einem langfristigen Ölpreis unterhalb von 60 Dollar je Barrel ist wahrscheinlicher als noch im Juni“, hieß es weiter. Zugleich nehme die Zentralbank ein höheres Inflationsrisiko in Kauf.

Der Rubel-Kurs sank daraufhin weiter - nach mehr als einer Woche mit rapidem Abwärtstrend. Zwischenzeitlich kostete ein Euro an der Moskauer Börse knapp über 67 Rubel, der Dollar stieg auf mehr als 61 Rubel. Die Landeswährung hatte zuletzt innerhalb von zwei Wochen rund sieben Prozent ihres Wertes zum Euro verloren. Marktexperten hatten die Entscheidung der Notenbank erwartet, aber mit einer Senkung des Leitzinses um 0,25 Punkte gerechnet.

Brennerbasistunnel: Rom schreibt letztes Baulos aus

Für die Realisierung des Brennerbasistunnels (BBT) ist in Rom ein weiteres Baulos genehmigt worden. Damit sind alle Haupttunnel auf italienischer Seite ausgeschrieben worden.

„Mit einer Ausschreibungssumme von knapp 1,4 Milliarden Euro stellt die Ausschreibung eine Investition dar, die man in Italien seit Jahren nicht gesehen hat“, betonte der Parlamentarier der Südtiroler Volkspartei (SVP), Daniel Alfreider. Er arbeitete mit Italiens Verkehrsminister Graziano Delrio und den Verantwortlichen im Transportministerium zusammen, um die notwendigen Schritte auf Parlamentsebene in Rom für die nun erwirkte Ausschreibung voranzutreiben.

Der Brennerbasistunnel wird mit 64 Kilometern die nach Angaben der Betreiber „längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt“ sein. 2026 soll er in Betrieb gehen.

Eurostat: Sechs Prozent Arbeitslose in Österreich

Österreich belegt im EU-Vergleich bei der Arbeitslosenrate weiterhin nur noch Rang sechs. Gemeinsam mit Dänemark verzeichnete Österreich bei den Juni-Zahlen eine Quote von 6,0 Prozent. In der Euro-Zone blieb die Arbeitslosigkeit laut jüngsten Daten von Eurostat mit 11,1 Prozent unverändert gegenüber dem Mai, auch die EU wies mit 9,6 Prozent keine Veränderung auf.

Von Juni 2014 auf Juni 2015 musste Österreich gemeinsam mit Finnland den höchsten Anstieg bei der Arbeitslosigkeit hinnehmen. Die Rate stieg in Österreich von 5,7 auf 6,0 Prozent, in Finnland von 12,4 auf 12,7 Prozent. Deutschland weist im Juni 2015 mit 4,7 Prozent unterdessen die geringste Arbeitslosenquote im Juni auf. Eurostat schätzt, dass im Juni in der EU insgesamt 23,3 Millionen Menschen arbeitslos waren, davon 17,8 Millionen im Euro-Raum. Gegenüber Mai fiel die Zahl der arbeitslosen Personen in der EU um 32.000, gleichzeitig stieg sie im Euro-Raum um 31.000.

Bei der Jugendarbeitslosigkeit lag Österreich im Juni mit 10,3 Prozent gemeinsam mit Dänemark auf dem vierten Platz hinter Deutschland (7,1 Prozent), Malta (10,0 Prozent) und Estland (10,1 Prozent). Die höchsten Quoten meldeten Griechenland (53,2 Prozent vom April), Spanien (49,2 Prozent), Italien (44,2 Prozent) und Kroatien (43,1 Prozent).

Sport

Europa League: WAC fehlte nur das „Nonplusultra“

Im Hinspiel der dritten EL-Qualifikationsrunde ist gestern in Klagenfurt eine echte Sensation in der Luft gelegen. Am Ende musste sich der Wolfsberger AC dem deutschen Topclub Borussia Dortmund mit 0:1 geschlagen geben. Für Dietmar Kühbauer spielte sein Team auf „höchstem Niveau“.

Am Ende fehlte laut dem WAC-Coach nur das „Nonplusultra“ in Form des Ausgleiches. Die Chancen darauf waren vor allem nach der Pause mehrfach vorhanden, weshalb im Lager der Dortmunder von einem glücklichen Sieg gesprochen wurde.

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Chronik

Science

Kultur

Wiener Autor Seethaler erhält Grimmelshausen-Preis

Der Grimmelshausen-Preis geht in diesem Jahr an den österreichischen Schriftsteller Robert Seethaler. Damit wird sein Roman „Ein ganzes Leben“ ausgezeichnet, wie die Jury des mit 10.000 Euro dotierten Literaturpreises heute im deutschen Gelnhausen mitteilte.

Mit dem Preis werden Autoren ausgezeichnet, „die einen bemerkenswerten Beitrag zur künstlerischen Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte geleistet haben und damit in der literarischen Tradition des berühmten Namensgebers stehen“.

Seethaler wurde 1966 in Wien geboren. Der größte Erfolg des Schriftstellers und Drehbuchautors war bisher der 2012 erschienene Roman „Der Trafikant“. Zudem ist er ausgebildeter Schauspieler, dem Fernsehpublikum ist er als Dr. Kneissler aus der Serie „Ein starkes Team“ bekannt.

Seit 1993 vergebener Preis

Der Grimmelshausen-Preis wird seit 1993 in jedem ungeraden Jahr vergeben. Der Ort der Verleihung wechselt zwischen Gelnhausen, der Geburtsstadt von Hans Jakob Christoffel Grimmelshausen, und Renchen in Baden-Württemberg, wo der Autor des „Simplicissimus Teutsch“ 1676 starb. Gemeinsam mit den beiden Städten stiften die Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg die Auszeichnung. In diesem Jahr wird der Preis im November in Gelnhausen übergeben.

Opernsängerin Dvorakova bei Brand ums Leben gekommen

Die Opernsängerin Ludmila Dvorakova ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Sie ist gestern bei einem Brand in ihrem Prager Haus ums Leben gekommen, berichtete die Agentur CTK heute.

Dvorakovas Schwerpunkt waren die großen Wagner- und Strauss-Opern. Im Jahr 1960 folgte die dramatische Sopranistin einem Ruf an die Staatsoper Berlin, gastierte in der Folgezeit aber auch in London, New York, München und Paris. 

Zwischen 1965 und 1971 sang die Tschechin bei den Bayreuther Festspielen unter anderem die Brünnhilde in der „Walküre“ und die Venus im „Tannhäuser“. Sie wurde mit dem Nationalpreis der DDR (1972) und dem Antonin-Dvorak-Preis (2012) ausgezeichnet.

IT

Medien

D: Recherchewebsite Correctiv stellt Selbstanzeige

Die Recherchewebsite Correctiv hat sich beim deutschen Generalbundesanwalt wegen Landesverrats selbst angezeigt. Zugleich veröffentlichte sie die umstrittenen Geheimdokumente, die Netzpolitik.org publiziert hatte. „Soll er doch gegen uns alle ermitteln!“, sagte Correctiv-Chefredakteur Markus Grill heute in Berlin in Richtung Generalbundesanwalt.

Die Redaktion reagierte mit dem Schritt auf Ermittlungen gegen die Journalisten des Blogs Netzpolitik.org wegen Landesverrats. Das durch Spenden und Stiftungen finanzierte Correctiv-Team will den investigativen Journalismus neu beleben und arbeitet unter anderem mit Zeitungen, dem Magazin „Der Spiegel“, mit „Zeit Online“ und dem RTL-„Nachtjournal“ zusammen.

Mehr als 30 Autoren schreiben auf Netzpolitik.org regelmäßig „über politische, gesellschaftliche, technische und kulturelle Fragestellungen auf dem Weg in eine digitale Gesellschaft“. Die Betreiber sehen ihren Blog als „Plattform für digitale Freiheitsrechte“. Klassische Themen sind etwa die Vorratsdatenspeicherung, Überwachung im Netz, digitale Bürgerrechte und Datenschutz.

Religion

Chefastronom des Vatikans: „Kein Treffen mit Mr. Spock“

Trotz der spektakulären Entdeckung eines Zwillingsplaneten der Erde in einem fernen Sonnensystem geht der Chefastronom des Vatikans nicht von einer baldigen Begegnung mit Aliens aus. Obwohl der neu entdeckte Planet Kepler 452b womöglich die Voraussetzung für die Entstehung von Leben biete, „glaube ich nicht, dass wir je einen Mister Spock treffen werden“, sagte der Astronom und Theologe Jose Funes. Auch an einen „zweiten Jesus“ in den Weiten des Alls glaubt der Jesuit nicht.

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Lifestyle

Handtaschenwurf-WM: Österreich will Titel verteidigen

Unter dem Banner von „grenzenloser Wurffreiheit“ treten morgen in Bottrop-Kirchhellen in Deutschland 60 Athleten aus zahlreichen Ländern bei der vierten offiziellen Weltmeisterschaft im Handtaschenweitwurf (HTWWWM) gegeneinander an. Österreich ist nach einem Triumph im Vorjahr Titelverteidiger. „Wir können es erneut schaffen“, gab sich Teamleader Andy Roland optimistisch.

Im vergangenen Jahr setzte des Team Österreich mit dem Rekord von 92,81 Metern an Gesamtweite neue Maßstäbe. Da machte es auch nichts, dass die Teilnehmer gar nicht ausschließlich aus Österreich kamen. „Man kann auch für ein Land antreten, dem man sich nahe fühlte“, sagte der deutsche Staatsbürger Roland. So gibt es etwa auch ein Team Vatikan-Stadt und Kuba.

Die Regeln sind im Prinzip einfach: Die Teilnehmer müssen versuchen, eine Handtasche möglichst weit zu werfen. Als Technik sind „Kurbeln“, „Stoßen“ und „Freestyle“ erlaubt, der „Diskuswurf“ wurde heuer als regelwidrig befunden.