Ausland

Russland startet Großmanöver bis auf die Krim

Das russische Militär hat ein Großmanöver gestartet, in dem auch die von Moskau annektierte Krim einbezogen ist. Die Flugabwehrübungen mit mehr als 2.000 Soldaten würden bis zum 10. April andauern, teilte das Verteidigungsministerium heute in Moskau mit. Die Gefechtsübungen seien vor allem im Süden Russlands und im Nordkaukasus-Distrikt geplant. Eingebunden seien neben der Krim auch Stützpunkte in Armenien und Georgien.

Auch die NATO startete Manöver in der Nähe der Ukraine. Das westliche Militärbündnis sandte eine Flotte ins Schwarze Meer, die mit Schiffen der bulgarischen, rumänischen und türkischen Marine ein Übungen begann. Der regulär geplante Einsatz solle eine Botschaft der Beruhigung an die Verbündeten in der Region senden, sagte ein NATO-Sprecher. Geübt werden solle unter anderem die Abwehr von Angriffen aus der Luft sowie durch U-Boote oder kleine Schiffe.

Die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland sind wegen der Ukraine-Krise angespannt. Dort gilt seit Februar eine Waffenruhe, die jedoch brüchig ist. Russland wirft dem Westen vor, seinen Einflussbereich auch auf die Ukraine ausdehnen zu wollen, und warnt vor einer Mitgliedschaft des Landes in der NATO. Aus Sicht der EU und der USA stellt sich Russland dagegen gegen den Wunsch der Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung nach einer Westorientierung.

Hillary Clinton will E-Mails öffentlich machen

Nach Kritik an der ausschließlichen Benutzung eines privaten E-Mail-Kontos während ihrer Zeit als US-Außenministerin will Hillary Clinton den Schriftverkehr öffentlich machen. „Ich will, dass die Öffentlichkeit meine E-Mails sieht“, teilte Clinton im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Das US-Außenministerium erklärte, die Veröffentlichung „so schnell wie möglich“ prüfen zu wollen.

Angesichts der großen Datenmenge könne die Veröffentlichung der Mails aber einige Zeit in Anspruch nehmen, ließ das Außenministerium wissen. In dieser Woche war bekanntgeworden, dass Clinton als US-Außenministerin ausschließlich ein privates E-Mail-Konto für ihre Arbeit benutzte. Kritiker werfen ihr vor, durch die Benutzung des weniger gesicherten Kontos gegen Gesetze verstoßen zu haben.

Der Republikaner Trey Gowdy kündigte rechtliche Schritte an, um alle E-Mails zu erhalten, die die demokratische Politikerin als US-Außenministerin schrieb. Die frühere First Lady Clinton war von 2009 bis 2013 Außenministerin und gilt als aussichtsreiche Bewerberin der Demokraten für die Präsidentschaftskandidatur 2016 - auch wenn sie ihre Kandidatur noch nicht verkündet hat.

Australien schlägt Indonesien Gefangenenaustausch vor

In einem weiteren Versuch, die Hinrichtung zweier in Indonesien verurteilter Australier noch zu verhindern, hat die australische Außenministerin Julie Bishop einen Gefangenenaustausch vorgeschlagen. Sie wolle nichts unversucht lassen, um das Leben von Andrew Chan und Myuran Sukumaran zu retten, sagte Bishop. Die Männer waren wegen Heroinschmuggels in Indonesien zum Tod verurteilt worden.

Bishop sagte heute gegenüber dem Radiosender ABC, sie habe mit ihrer indonesischen Kollegin Retno Marsudi ein „sehr angespanntes“ Telefongespräch geführt. Dabei habe sie angemerkt, dass es „australische Gefangene in Jakarta und indonesische Gefangene in Australien“ gebe. Sie habe einen Austausch vorgeschlagen, und Marsudi habe versichert, ihre Bitte an den indonesischen Präsidenten Joko Widodo weiterzuleiten.

Gestern wurden Chan (31) und Sukumaran (33) aus dem Gefängnis in Bali abgeholt und auf die Insel Nusakambangan gebracht, wo sie hingerichtet werden sollen. Ein Termin für die Exekution steht noch aus. Heute fanden sich vor dem Parlament in der australischen Hauptstadt Canberra mehrere Menschen zu einer spontanen Mahnwache für die beiden Australier ein. Auch Premier Tony Abbott und Oppositionsführer Bill Shorten nahmen teil.

US-Botschafter in Südkorea mit Messer attackiert

Der US-Botschafter in Südkorea ist heute bei einem Messerangriff während einer Veranstaltung in Seoul verletzt worden. Laut Polizei erlitt Mark Lippert Verletzungen im Gesicht und am Handgelenk, als ein Mann mit einem Rasiermesser auf ihn zustürmte. Der mutmaßliche Täter soll Mitglied einer linksnationalen südkoreanischen Gruppe sein, die sich für die Vereinigung mit Nordkorea einsetzt.

Der Diplomat wurde ins Krankenhaus gebracht, seine Verletzungen waren aber nicht lebensgefährlich. Die USA verurteilten den „Akt der Gewalt“. Der 42-Jährige hielt nach Angaben aus Washington gerade eine Rede bei der morgendlichen Veranstaltung im Sejong Kulturinstitut in Seoul, als ihn der Angreifer attackierte. Der südkoreanische Nachrichtensender YTN veröffentlichte Bilder, auf denen der Diplomat mit einer blutenden Wange und einer blutverschmierten Hand zu sehen war.

Bereits 2010 Attacke auf Diplomaten

Lebensgefährlich verletzt wurde Lippert nicht, ein Sprecher der US-Botschaft in Seoul sagte, sein Zustand sei „stabil“. Die Polizei nahm den Angreifer fest und leitete Ermittlungen zu seinen Motiven ein. Sie identifizierte ihn laut dem Rundfunksender KBS als den 55-jährigen Kim K., der 2010 bereits den damaligen japanischen Botschafter in Seoul angegriffen hatte. Er habe damals einen Stein auf den Diplomaten geworfen.

Der Mann protestierte den Berichten zufolge am Tatort gegen die gemeinsamen Frühjahrsmanöver der Streitkräfte Südkoreas und der USA, die am Montag begonnen hatten. Die Veranstalter entschuldigten sich für die unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen. Der Angreifer sei „plötzlich aus seinem Zuschauerstuhl aufgesprungen“. Andere Zuschauer hätten noch versucht, ihn zu stoppen, dann sei alles sehr schnell gegangen.

Zensurvorwurf wegen Vergewaltigungsdoku in Indien

Die Gruppenvergewaltigung einer Studentin vor mehr als zwei Jahren, die weltweit für Empörung gesorgt hat, wird nun wieder zum Politikum: Ein indisches Gericht untersagte nun die Ausstrahlung einer Doku über das Verbrechen, in dem auch einer der zum Tode verurteilten Vergewaltiger zu Wort kommt.

Dieser sagte in dem Interview unter anderem, hätte sich die Frau nicht gewehrt, wäre sie noch am Leben. Die Aussagen lösten eine heftige Debatte aus. Die Regisseurin sieht das Verbot der Doku, die der ORF am Dienstag zeigt, als „willkürliche Zensur“.

Mehr dazu in „Nicht eine Sekunde lang Reue“

US-Justizminister kritisiert Polizei in Ferguson

US-Justizminister Eric Holder hat der Polizei der Stadt Ferguson die Diskriminierung von Afroamerikanern vorgeworfen. Holder forderte rasche Reformen und ein Ende der Diskriminierung. „Jetzt ist nicht die Zeit für Diskussion, jetzt ist es Zeit zum konkreten Handeln“, sagte Holder gestern. Allerdings entschied das Ministerium zugleich, dass jener Polizist, der im Sommer einen unbewaffneten Afroamerikaner erschossen hatte, nicht angeklagt wird.

Polizisten gingen häufig mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen Schwarze vor, hielten diese ohne ersichtlichen Grund an und verfolgten sie wegen Bagatelldelikten, so Holder. Außerdem würden Schwarze besonders häufig mit Geldstrafen belegt - mit dem Ziel, die Kassen der Stadt aufzufüllen. Holder sprach von einer „schwer vergifteten Atmosphäre“ in der Stadt.

Der Tod des Jugendlichen Michael Brown durch die Waffe eines weißen Polizisten hatte schwere Proteste ausgelöst. Der Polizist Darren Wilson hatte behauptet, er habe um sein Leben gefürchtet und deshalb zur Waffe gegriffen. Bereits Ende des Jahres hatte eine Geschworenenjury in Ferguson eine Anklage abgelehnt - und damit erneut Proteste ausgelöst.

Inland

Parlamentsexperten warnen vor Budgetexplosion

Der Budgetdienst des Parlaments sieht auf das Unterrichtsministerium auch heuer wieder Finanzprobleme zukommen. In einer Anfragebeantwortung an das Team Stronach (TS) verweisen die Experten auf eine deutliche Unterdotierung der Ausgaben für Landeslehrer. Der unerwartet hohe Finanzbedarf der Hypo-„Bad Bank“ Heta könnte indessen das Defizit 2014 über die EU-Grenze steigen lassen.

Das TS hatte nach der Kritik Finanzminister Hans Jörg Schellings (ÖVP) an den „Wohlfühlzahlen“ in den Budgets seiner Vorgänger den Budgetdienst gebeten, Risikopositionen im Bundeshaushalt zu benennen. „Ein deutlich höherer Abschreibungsbedarf der HETA Vermögenswerte könnte für 2014 zu einer Überschreitung der Maastricht-Defizit-Grenze von 3 Prozent des BIP führen“, heißt es in der Anfragebeantwortung. Auch die Auswirkungen auf 2015 und die Folgejahre müssten neu bewertet werden.

Millionen an Mehrkosten für Landeslehrer

Weitere Probleme sieht der Budgetdienst auf das Unterrichtsministerium zukommen. Hier konnte Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) schon im Vorjahr nur deshalb mit dem ihr zugedachten Budget ausgekommen sein, weil Mietzahlungen bis 2016 gestundet und Rücklagen aufgelöst wurden. Das Problem aus Sicht des Budgetdienstes: Die Landeslehrer haben um 120 Mio. Euro mehr gekostet als erwartet.

Dabei weist der Budgetdienst darauf hin, dass die Ausgaben des Unterrichtsressorts an sich gut vorhersehbar wären - 94 Prozent sind Personalkosten und Mieten. Während der Anstieg der Mieten für 2015 eingepreist wurde, habe man bei den Personalkosten aber einen Rückgang eingeplant. „Dies betrifft insbesondere die Auszahlungen für die LandeslehrerInnen, die bereits 2014 zu niedrig budgetiert wurden. Im Bildungsbudget besteht somit 2015 das Risiko einer Budgetüberschreitung“, so der Budgetdienst.

„Gegenmaßnahmen erforderlich“

Damit bestätigt der Budgetdienst Warnungen Heinisch-Hoseks, die Schelling im Februar angesichts so gut wie aufgebrauchter Rücklagen um eine Budgetaufstockung gebeten hatte. Als weitere „Risikoposition“ wertet der Budgetdienst unter anderem die im Finanzrahmen noch mit 500 Mio. Euro ab 2016 eingestellte Finanztransaktionssteuer, angesichts der schleppenden Konjunktur schwache Steuereinnahmen und hohe Ausgaben für Arbeitslosigkeit sowie steigende Pensionskosten.

Auch das erst kürzlich beschlossene Sicherheitspaket ist naturgemäß noch nicht eingepreist. „Zur Erreichung des von der Bundesregierung angestrebten strukturellen Nulldefizits im Jahr 2016 (strukturelles Defizit von 0,45 % des BIP, Anm.) sind daher entsprechende Gegenmaßnahmen erforderlich“, heißt es in der Analyse. Näheres müsse der im April geplante neue Finanzrahmen regeln.

Trotz flauer Bilanz: Vereintes Festhalten an Neuer Mittelschule

Der ernüchternde Evaluierungsbericht zur Neuen Mittelschule (NMS) kann das Projekt offenbar nicht aus den Schienen heben: Die SPÖ unterstreicht das Festhalten an dem Schulmodell, und die ÖVP erklärt, man könne die bildungspolitische „Operation am offenen Herzen“ ohnehin nicht stoppen. Auch die Lehrergewerkschaft betonte trotz des schlechten NMS-Zeugnisses ihre Unterstützung für das Modell.

Experten zeigen sich überhaupt überrascht, dass der Bericht nicht noch verheerender ausfiel. Einig sind sich Lehrer und Experten zudem darin, dass man eigentlich von mindestens zwei verschiedenen Dingen redet, wenn man „Neue Mittelschule“ sagt.

Mehr dazu in NMS nur neues Kürzel für alte Probleme?

Entscheidung über Auslieferung von Firtasch Ende April

Ein Gericht in Wien wird sich am 30. April mit der Auslieferung des ukrainischen Oligarchen Dimitri Firtasch an die USA befassen. Eine Entscheidung sei an diesem Tag vorgesehen, sagte Gerichtssprecherin Christina Salzborn gestern Abend. Allerdings sei wegen neuer Anträge auch eine Verzögerung möglich.

Bestechungsverdacht in den USA

Der Gasmilliardär Firtasch wurde im März in Wien am hiesigen Sitz seiner Firma verhaftet und kam wenig später gegen die Rekordkaution von 125 Millionen Euro frei. Er wartet nun in Österreich auf eine Entscheidung über seine Auslieferung an die USA. Dort soll ihm am Bundesgericht in Chicago wegen Bestechungsverdacht und anderen Vorwürfen in einem indischen Fall der Prozess gemacht werden.

In einem Interview zeigte sich Firtasch zuletzt optimistisch, seine Auslieferung verhindern zu können. Das US-Verfahren sei politisch motiviert. „Ich glaube, dass Österreich die richtige Entscheidung treffen wird“, sagte er im Interview mit der „Presse“ (Donnerstag-Ausgabe).

Firtasch: Kein Zusammenhang mit Thinktank

Die Ankündigung der Entscheidung kommt nur einen Tag nach der Enthüllung von Plänen der von Firtasch finanzierten „Agentur zur Modernisierung der Ukraine“, die von Ex-Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) geleitet werden soll. Firtasch sagte gegenüber der „Presse“, es bestehe zwischen dem Auslieferungsverfahren gegen ihn in Österreich und seiner Kapitalspritze für den geplanten Thinktank „kein Zusammenhang“. Zu dem Verfahren sagte er: „Ich bin überzeugt, dass wir eine starke Position haben. Hier sitzt mein Anwalt, der darauf achtet, dass ich nichts Überflüssiges sage.“

Firtasch nahm auch zu der von ihm gestellten Kaution in der spektakulären Höhe von 125 Millionen Euro Stellung. Er bestätigte, dass das Geld von seinem Geschäftsfreund Wasili Anissimow stamme - dieser wolle mit ihm einen Immobiliendeal in Kiew machen und habe ihm darum die Summe als Kredit gegeben.

Agentur soll „Marshallplan“ erarbeiten

Die mit seiner Unterstützung gegründete „Modernisierungsagentur“ soll nach der Vorstellung von Firtasch künftig eine Art „Marshallplan“ für die Ukraine vorbereiten. Gegenüber der „Presse“ sagte Firtasch, dessen Vermögen auf rund drei Milliarden Euro geschätzt wird, er habe bisher „keine große Summe“ investiert. Es hätten sich vielmehr 30 Unternehmer aus der Ukraine als weitere Geldgeber angeboten. Zudem will Firtasch „auch Russland einbeziehen“, das ein Viertel des Fonds beisteuern könnte.

Auf die Frage nach der Eignung von Ex-Finanzminister Spindelegger zum Direktor der neuen Agentur sagte Firtasch, der frühere ÖVP-Chef sei ein Politiker gewesen, der von „Wahlen abhängt wie ein Drogensüchtiger“. „Jetzt ist er Privatmann“, konstatierte der 49-jährige Ukrainer.

Wirtschaft

35.000 Fluggäste von Norwegian-Streik betroffen

Wegen eines Streiks seiner Piloten hat die norwegische Fluggesellschaft Norwegian heute die Hälfte ihrer Flüge abgesagt. Darunter waren sämtliche Inlandsflüge in Norwegen und die meisten Verbindungen zu anderen skandinavischen Hauptstädten.

Etwa 35.000 Passagiere seien betroffen, teilte die Airline mit. Die streikenden Piloten, angestellt beim Tochterunternehmen Norwegian Air Norway, fordern die Übernahme in die Muttergesellschaft. Konzernchef Björn Kjos lehnt das ab.

Erst am Wochenende hatte ein Streik des Kabinenpersonals bei der Gesellschaft SAS zu 334 Flugausfällen nach und von Kopenhagen geführt.

US-Fonds Cerberus deutet Trennung von BAWAG an

Der US-Finanzinvestor Cerberus hat eine Trennung von der heimischen Bank BAWAG angedeutet. „Wir sehen uns als großer Teil der Konsolidierung im europäischen Bankenmarkt“, sagte Cerberus-Manager und BAWAG-Aufsichtsratsmitglied Keith Tietjen heute gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Generell ist unsere Philosophie, ein langfristiger Investor zu sein. Aber gleichzeitig prüfen wir laufend strategische Alternativen“, sagte Tietjen.

Der US-Investor hatte die ehemalige Gewerkschaftsbank 2007 für 3,2 Milliarden Euro übernommen, Ende 2014 lag der Buchwert bei 2,4 Milliarden Euro. „Cerberus ist ein Finanzinvestor. Irgendwann werden sie ihr Investment zu Geld machen“, sagte Bankchef Byron Haynes. Im vergangenen Jahr hatte sich die BAWAG mit einem Gewinnanstieg von 45 Prozent bereits für die Brautschau herausgeputzt.

Positive Zahlen bei Bilanzpressekonferenz

Die großteils im Besitz der US-Fonds Cerberus und Golden Tree stehende österreichische BAWAG PSK hat 2014 ihr Nettoergebnis um 45 Prozent auf 333 Mio. Euro angehoben, hatte die Bank kurz davor bekanntgegeben. Die Bank sprach von einem Rekordgewinn. Damit seien alle für 2014 genannten Ziele übertroffen worden, hieß es heute schon vor der Bilanzpressekonferenz am selben Tag.

Voriges Jahr hat die Bank die letzte Tranche der in der Finanzkrise gewährten Staatshilfe getilgt. Bei der Bank lief mehrere Jahre hindurch ein Sparprogramm, das auch einen Beschäftigtenabbau umfasste. 2015 erwartet das Institut einen Nettogewinn von 400 Mio. Euro, schrieb der Vorstand in der Mitteilung zum Ausblick. Dazu würden auch weitere operative und strategische Schritte gesetzt.

Heimischer Anlagenbauer Andritz im Aufwind

Der steirische Anlagenbauer Andritz hat im Geschäftsjahr 2014 deutliche Ergebniszuwächse erzielt. Der Umsatz stieg um 2,6 Prozent auf 5.859,3 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte 295,7 Mio. Euro, nach 89,8 Mio. Euro im Jahr 2013. Das Konzernergebnis stieg auf 210,0 (2013: 53,2) Mio. Euro. Damit wurden die Prognosen der Analysten noch übertroffen.

Bei der Hauptversammlung am 26. März wird der Vorstand eine Erhöhung der Dividende auf 1,00 Euro je Aktie vorschlagen (2013: 0,50 Euro). Andritz-Vorstandschef Wolfgang Leitner kündigt in der Ad-hoc-Aussendung heute Früh weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und der Rentabilität an.

Aus heutiger Sicht würden für die Märkte von Andritz keine wesentlichen Änderungen der Projektaktivität gegenüber dem „zufriedenstellenden“ Niveau des Geschäftsjahres 2014 erwartet, so Leitner. Für das Geschäftsjahr 2015 erwarte man eine leichte Umsatzsteigerung und rechne auch beim Konzernergebnis mit einer Steigerung im Vergleich zu 2014.

Sport

Davis-Cup: ÖTV-Team gegen Schweden Favorit

Die Chancen stehen gut, dass Österreich das Davis-Cup-Duell der Europa-Afrika-Zone I am Wochenende gegen Schweden für sich entscheidet. Andreas Haider-Maurer, Jürgen und Gerald Melzer sind allesamt in der Weltrangliste vor den beiden schwedischen Einzel-Spielern zu finden.

Während Haider-Maurer auf seinem Karrierehoch ist, hatte Jürgen Melzer zuletzt allerdings Probleme. Der 33-Jährige gibt sich für den Länderkampf in Örebro aber zuversichtlich. „Es wird von Tag zu Tag besser“, sagte Melzer, der auch im Doppel zum Einsatz kommen dürfte.

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DFB-Pokal: Bremen weg, wieder Alaba-Traumtor

Arminia Bielefeld bleibt die Überraschungsmannschaft im deutschen Cup, und David Alaba glänzt weiter als Freistoßschütze: Bielefeld, der souveräne Spitzenreiter der dritten Liga, warf gestern im Achtelfinale des DFB-Pokals nach Hertha BSC in der zweiten Runde auch Werder Bremen aus dem Bewerb.

Das Team rund um ÖFB-Mittelfeldmotor Zlatko Junuzovic wachte gegen die Arminia erst bei einem 0:2-Rückstand auf - was zu spät war, um das Spiel noch zu drehen. Dafür brachte Alaba die Bayern mit einem Traumfreistoß auf die Siegerstraße gegen Braunschweig.

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Chronik

Staatstrauer nach Grubenunglück in Ukraine

Nach der verheerenden Gasexplosion in einer Kohlegrube im Krisengebiet Ostukraine hat die Führung in Kiew für heute Staatstrauer angeordnet. Am Mittag um 12.00 Uhr (Ortszeit) soll bei einem Moment der Stille landesweit der toten Bergleute gedacht werden, wie aus einem Erlass von Präsident Petro Poroschenko hervorging. Die Explosion hatte sich gestern Früh in der Mine Sassjadko bei Donezk ereignet.

An allen Regierungsgebäuden sowie staatlichen Unternehmen und Organisationen sollen die Fahnen auf halbmast wehen. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich mehr als 200 Arbeiter in den Stollen. Die meisten konnten sich retten. Nach Angaben von Aufständischen starben mindestens 24 Bergleute, neun weitere galten gestern Abend noch als vermisst. Die Grube liegt in der von prorussischen Separatisten kontrollierten Region.

Helfer abgewiesen?

Das Unglück soll sich in 1.000 Meter Tiefe ereignet haben. Die prowestliche Führung in Kiew hat allerdings keinen Zugriff auf das Bergwerk. Die Informationslage an Ort und Stelle ist wegen des Krieges zwischen Regierungstruppen und Aufständischen schwierig. Poroschenko forderte die Separatisten via Twitter auf, staatliche Retter zum Unglücksort zu lassen. Regierungschef Arseni Jazenjuk sagte, 60 Helfer seien an der Frontlinie abgewiesen worden.

Die Aufständischen behaupteten, Kiew habe keine Hilfe angeboten. Hingegen habe Russland Hilfe zugesagt. Weltweit gelten ukrainische Kohlegruben als besonders gefährlich. In der Vergangenheit gab es immer wieder schwere Explosionen mit vielen Toten. Da die Kohle in großen Tiefen abgebaut wird, bildet sich dort oft hochexplosives Grubengas. Allein in Sassjadko, einer der größten Kohleminen der Ex-Sowjetrepublik, kamen seit 1999 bei Unglücken mehr als 200 Menschen ums Leben.

Gesundheit

ELGA verzögert sich weiter

Bei der Einführung der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) gibt es eine weitere Verzögerung. Die Verpflichtende Teilnahme der niedergelassenen Ärzte wird um ein Jahr auf Mitte 2017 verschoben. ELGA-Geschäftsführerin Susanne Herbek begründete das heute im Gespräch mit der APA mit der hohen Komplexität des Systems und umfangreichen Sicherheitstests.

Wie geplant soll es für niedergelassene Ärzte ab Mitte 2016 möglich sein, auf freiwilliger Basis über das ELGA-System Befunde zu lesen und die E-Medikation einzutragen. Eine flächendeckende Verpflichtung zur Teilnahme soll es für die niedergelassenen Ärzte aber erst ein Jahr später geben, erläuterte Herbek. Im Vorjahr hatte man bereits die ELGA-Einführung in den Spitälern um rund ein Jahr verschoben. Das werde nun eben auch für die niedergelassenen Ärzte nachvollzogen, erklärte die ELGA-Geschäftsführerin.

„Alles verzögert sich nach hinten“

Herbek begründete die Entscheidung damit, dass es im niedergelassenen Bereich rund 150 Softwareanbieter gibt. Die Ausrollung des Systems sei nicht von einem Tag auf den anderen möglich, die Verknüpfung gehe nur Schritt für Schritt. Vor allem an den Schnittstellen seien umfangreiche Sicherheitstest nötig, diese theoretischen Angriffspunkte müssten technisch abgeschottet werden. Aus diesen Gründen habe man „die starke Parallelisierung“ entfernt, sagte Herbek.

Clemens Martin-Auer, Sektionschef im Gesundheitsministerium, hatte bereits gestern Abend in der ZIB erklärt: „Wir machen weniger parallel, daher verzögert sich alles etwas nach hinten.“ Auer betonte, „dass der Sicherheitsaspekt und der Funktionalitätseffekt irrsinnig wichtig“ seien bei einem solch riesigen IT-Projekt gerade mit Gesundheitsdaten. Und auch Herbek unterstrich gegenüber der APA, dass Datenschutz und Datensicherheit sowie Benutzerfreundlichkeit oberste Priorität hätten. Der Zeitfaktor sei zwar auch wichtig, stehe aber hinter den genannten Prioritäten.

Religion

Science

Song Contest

„Vertreter aller Australier“ gefunden

Es ist nicht Kylie Minogue, es sind nicht AC/DC: Australien schickt mit Guy Sebastian einen Künstler zum Song Contest, der in seiner Heimat trotzdem auch schon ein großer Star ist. Mit welchem Song er antreten wird, weiß der 33-Jährige, der sich als „Vertreter aller Australier“ sieht, noch nicht. „Es wird entweder etwas Superlustiges oder eine große Ballade - oder irgendetwas dazwischen.“ Hauptsache, er benutzt das vielleicht wichtigste Song-Contest-Bühnenteil, witzelten die Moderatoren bei der Pressekonferenz: die Windmaschine.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Kultur

„Schönste Bücher“ von 2014 ausgezeichnet

Die „Schönsten Bücher Österreichs 2014“ sind gestern in Wien gekürt worden. Der seit 1952 jährlich organisierte Wettbewerb wird seit 2002 vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und der Kunstsektion des Kulturministeriums gemeinsam durchgeführt. Für den diesjährigen Wettbewerb gab es 217 Einreichungen, um 26 mehr als im Vorjahr.

Die drei mit je 3.000 Euro dotierten Staatspreise gingen an die Publikationen „Museum der Träume. Schriftsteller schreiben über Meisterwerke der Kunst“, herausgegeben von Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf im Christian Brandstätter Verlag, das „Gemeindebuch Lech“ und das von Elisabeth Fiedler in der Bibliothek der Provinz herausgegebene Künstlerbuch „Markus Jeschaunig. Line projects/Linienprojekte“.

„Die kreative Gestaltung von Büchern spielt im digitalen Zeitalter eine wichtige Rolle“, sagte Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) bei der Staatspreisverleihung. „Schöne Bücher haben immer einen Mehrwert, auf den schon bei der Herstellung geachtet wird“, betonte Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels, laut einer Aussendung.

Leute

Älteste Frau der Welt feiert 117. Geburtstag

Die älteste Frau der Welt ist heute 117 Jahre alt geworden. Die Japanerin Misao Okawa sei noch immer „gut in Form“, sagten Vertreter ihres Seniorenheims in Osaka gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Unter ihren Geburtstagsgästen war unter anderen ihr 92-jähriger Sohn Hiroshi und ein zwei Jahre altes Urenkelkind.

Auf die Frage, ob sie das Geheimnis eines langen Lebens gelüftet habe, sagte Okawa schüchtern: „Also, ich weiß nicht.“ Sie zählt zu einem kleinen Kreis noch lebender Menschen, die noch im 19. Jahrhundert geboren wurden. Japan ist für die hohe Lebenserwartung seiner Bürger bekannt.

Auch der älteste Mann der Welt, der 112-jährige Sakari Momoi, ist Japaner. 2013 lag die Lebenserwartung für Frauen in Japan laut Gesundheitsministerium bei 86,6 Jahren - das ist die höchste der Welt. Bei Männern ist es mit 80,2 Jahren die vierthöchste weltweit.