Ausland

Pentagon verkündet Tod von hochrangigem IS-Mitglied

Das US-Verteidigungsministerium hat den Tod eines weiteren hochrangigen Mitglieds der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat verkündet. Der Tunesier Tarek ben Tahar al-Awni al-Harzi sei am 16. Juni bei einem Luftangriff der Anti-IS-Koalition in Schadadi in der syrischen Provinz Hassaka getötet worden, sagte Pentagon-Sprecher Jeff Davis in Washington.

Bereits vor anderthalb Wochen hatten die USA den Tod seines Bruders Ali al-Harzi bei einem US-Luftangriff am 15. Juni im irakischen Mossul bekanntgegeben.

Für Rekrutierung und Geldeintreibung zuständig

Ähnlich wie sein Bruder sei Tarek al-Harzi für die Rekrutierung von IS-Kämpfern und die Organisation von Reisen der IS-Kämpfer betraut gewesen, teilte das Pentagon weiter mit. Außerdem habe er Gelder für die Dschihadistenorganisation eingetrieben und sich am „Kauf und Transport von Waffen aus Libyen bis nach Syrien“ beteiligt.

Tarek al-Harzi beteiligte sich den Angaben zufolge zudem an der Organisation von Selbstmordanschlägen mit sprengstoffbeladenen Fahrzeugen im Irak.

Atomverhandlungen: Rouhani stellt Bedingungen

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat Inspektionen von iranischen Militäranlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) nicht ausgeschlossen. Aber einen Blankoscheck für die IAEA-Inspektoren werde er auch nicht ausstellen.

„Der Iran ist bereit, im Rahmen der internationalen Vorschriften (in der IAEA), die verbliebenen Themen mit der IAEA zu klären“, sagte Rouhani gestern bei einem Treffen mit IAEA-Chef Yukiya Amano in Teheran.

Einigung in Wien angestrebt

Bei der geplanten Atom-Einigung zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten sowie Deutschland in Wien, sind IAEA-Inspektionen von Militäranlagen weiterhin ein kontroverses Thema. Dort soll der Iran nach westlichen Geheimdienstberichten Atomtests durchgeführt haben. Teheran bestreitet dies. Um dies auch zu beweisen, will Rouhani Inspektionen zwar zulassen, nur sollten sie vorher mit dem Iran koordiniert sein. Die IAEA fordert aber seit Jahren freien Zugang zu diesen Anlagen.

Rouhani hat diese Forderung in dem Treffen mit Amano erneut zurückgewiesen. Die Inspektionen sollten in einem „fairen Rahmen“ und nach IAEA Vorschriften stattfinden. Der Iran habe in den vergangenen zwölf Jahren der Wiener UNO-Behörde mehrmals bewiesen, dass diese Unterstellungen grundlos seien.

Explosion in Kolumbiens Hauptstadt - mehrere Verletzte

Bei der Explosion eines Sprengkörpers in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota sind gestern mindestens fünf Menschen leicht verletzt worden. In Medienberichten war von bis zu acht Verletzten die Rede. In der Gegend, in der Unternehmen aus dem Finanzsektor angesiedelt sind, gingen Fensterscheiben zu Bruch, hieß es nach Angaben der Feuerwehr.

Rebellengruppen verantwortlich

Nach Augenzeugenangaben hatte ein Unbekannter den Sprengsatz vor dem Büro eines Rentenfonds platziert. Vor einem anderen Büro des Unternehmens im Westen der Stadt kam es später zu einer zweiten Explosion, dort sei jedoch niemand verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft vermutet Rebellengruppen dahinter, berichtete die Zeitung „El Espectador“.

IS zerstört berühmte Löwenskulptur aus Palmyra

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die berühmte Löwenskulptur aus dem Allat-Tempel der syrischen Oasenstadt Palmyra zerstört. „Das ist das schlimmste Verbrechen, das die Dschihadisten am Erbe von Palmyra begangen haben“, sagte der Direktor der syrischen Antikensammlungen, Maamun Abdelkarim, gestern laut AFP. Er bezeichnete die Löwenskultpur, die am Eingang des Museums von Palmyra stand, als „einzigartig“. Allat ist eine vorislamische Göttin der Araber. Die Zerstörung der Skulptur erfolgte laut Abdelkarim am Samstag.

Löwenstatue in Palmyra

Mappo unter cc by-sa

Die Kalksteinskulptur des Löwen wurde 1977 von einer polnischen archäologischen Mission entdeckt. Sie wurde auf das erste vorchristliche Jahrhundert datiert. Abdelkarim sagte, die Skulptur sei mit einer Metallplatte und mit Sandsäcken vor den Wirren des syrischen Bürgerkriegs geschützt worden.

„Wir haben es nie für möglich gehalten, dass der IS kommen würde, um sie zu zerstören.“ Der IS drang am 21. Mai nach Palmyra vor. Die archäologischen Stätten der Stadt zählen zum Weltkulturerbe der UNO-Wissenschaftsorganisation UNESCO.

US-Wahlkampf: Zwei weitere Kandidaten im Rennen

Das Feld der US-Präsidentschaftskandidaten ist gestern mit dem Republikaner Scott Walker und dem Demokraten Jim Webb gleich in beiden politischen Lagern weiter angewachsen. Walker und damit der derzeitige Gouverneur des US-Bundesstaats Wisconsin reichte nach Angaben seines Wahlkampfteams heute die nötigen Papiere bei der Bundeswahlbehörde (FEC) ein und will in einer Rede am 13. Juli seine Bewerbung offiziell verkünden. Er ist der bereits 15. Kandidat in den Reihen der Republikaner.

Scott Walker

Reuters/Jim Young

Der 47-Jährige zählt zu den konservativeren Bewerbern im republikanischen Feld, in Umfragen liegt er derzeit in der Spitzengruppe.

Walker hatte seinen traditionell linksliberalen Bundesstaat in den vergangenen Jahren umgekrempelt. Der Gouverneur strich staatliche Programme, senkte die Steuern und verschärfte die Abtreibungsgesetze. Landesweit bekannt machte ihn aber vor allem sein Kampf gegen die Gewerkschaften, deren Rechte er stark einschränkte. Walker setzte die umstrittenen Reformen trotz Massenprotesten durch und überstand ein von seinen Gegnern angestrengtes Abwahlverfahren.

Webb steigt als fünfter Demokrat im Ring

Mit Webb, einem ehemaligen Senator des US-Bundesstaates Virginia, sind mittlerweile auch fünf Demokraten im Rennen um das Weiße Haus. Der 69-Jährige war ein entschiedener Gegner der Irak-Invasion im Jahr 2003 unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush und äußerte sich in seiner Ankündigung nun auch kritisch über das angestrebte Atomabkommen mit dem Iran.

Jim Webb

APA/AP/Patrick Semansky

Nach Angaben der „New York Times“ kommt Webbs Kandidatur ein wenig überraschend. Er habe mit einem entsprechenden Komitee zwar früh Vorbereitungen für eine mögliche Kandidatur getroffen, sei seitdem aber kaum in Erscheinung getreten.

Ostukrainische Separatisten kündigen Wahlen an

Die Separatisten im Osten der Ukraine wollen am 18. Oktober in den von ihnen kontrollierten Gebieten Wahlen abhalten. Der „Regierungschef“ der selbsterklärten Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, kündigte den Wahlgang gestern nach Informationen der Nachrichtenagentur der Separatisten an. Die Wahlen würden nach ukrainischem Recht stattfinden, soweit dies nicht im Gegensatz zur Verfassung und zu den Gesetzen der Volksrepublik Donezk stehe.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sprach von einem „unverantwortlichen“ Vorhaben. „Illegale Wahlen“, die nicht dem ukrainischen Recht entsprächen, kämen einem „russischen Anschlag“ auf das im Februar geschlossene Minsker Abkommen gleich, fügte Poroschenko hinzu. Das Friedensabkommen sieht solche Wahlen zwar vor. Allerdings verlangt das Abkommen zunächst eine strikte Einhaltung der Waffenruhe und den Abzug schwerer Waffen.

Poroschenko hatte zuvor eine Reform der ukrainischen Verfassung vorgeschlagen. Darin wird den ostukrainischen Regionen Donezk und Lugansk, die von den Separatisten kontrolliert werden, nicht der Status der Halbautonomie zugestanden, den diese beanspruchen. Die Planungen aus Kiew sehen vor, dass der Status der beiden Regionen in einem Sondergesetz festgelegt werden soll.

Nigeria: Rund 150 Tote bei Attacken von Boko Haram

Bei mutmaßlichen Überfällen der Islamistengruppe Boko Haram sind im Nordosten Nigerias nach Schilderungen von Augenzeugen insgesamt rund 150 Menschen getötet worden.

Zunächst war bekanntgeworden, dass eine Gruppe von Angreifern Abend in Moscheen in der Ortschaft Kukawa eindrangen. Sie erschossen nach dem Bericht eines Einwohners Gläubige in den Moscheen und Frauen, die sich in ihren Häusern aufhielten. Insgesamt wurden laut übereinstimmenden Augenzeugenberichten dort mindestens 97 Tote gezählt.

Karte zeigt Kukawa in Nigeria

APA/ORF.at

Die Angriffe auf Moscheen ereigneten sich in Kukawa im Nordosten Nigerias

Kurz darauf seien in zwei Dörfern des Bundesstaates Borno rund 48 Gläubige erschossen worden, sagten Augenzeugen und ein nigerianischer Abgeordneter.

Der Abgeordnete Mohammed Tahir machte für die zuletzt bekanntgewordenen Angriffe auf zwei Nachbardörfer direkt die Gruppe Boko Haram verantwortlich. „Die Bewaffneten von Boko Haram haben 48 Männer getötet und elf weitere verletzt“, sagte Tahir über die Attacke in der Nähe der Stadt Monguno.

Inland

Streit über Lehrer hat „Matchcharakter“

Im Streit in der Bildungsarbeitsgruppe der Regierung, ob Bund oder Länder für die Lehrer künftig allein zuständig sein sollen, sind die Fronten offenbar verhärtet. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (beide SPÖ) glauben allerdings weiterhin an eine Lösung, wie sie gestern sagten.

Ostermayer sieht bei den Auseinandersetzungen einen „Machtcharakter“. Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl soll für die SPÖ wieder Bewegung in die Arbeitsgruppe bringen. Am Mittwoch hatten der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) und der niederösterreichische Landeschef Erwin Pröll (ÖVP) mit geharnischter Kritik das Handtuch geworfen.

Mehr dazu Häupl soll frischen Wind bringen

Kontrast zur FPÖ: Grüne positionieren sich vor Wahlen

Die Grünen haben gestern ihre Plakatkampagne „für Menschlichkeit“ vorgestellt. In einer Rede im von der Caritas betriebenen Hotel magdas in Wien forderte Bundessprecherin Eva Glawischnig Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Lage von Flüchtlingen in Österreich. Scharfe Kritik übte sie an der Annäherung von SPÖ und ÖVP an die Freiheitlichen.

In ihrer als „Erklärung zur Lage der Nation“ betitelten Rede ging Glawischnig auf die FPÖ ein. Diese sei korruptionsfreudig, regierungsunfähig, europafeindlich und rassistisch. „Es gibt kein Problem auf dieser Erde, für das die FPÖ nicht die Ausländer verantwortlich macht.“

Scharfe Kritik an SPÖ und ÖVP

SPÖ und ÖVP agierten dabei als „Straches Wahlhelfer“, kritisierte sie - etwa wenn der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) die Freiheitlichen mit einer Regierungsbeteiligung adle, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) Zelte für Asylwerber neben leeren Bundesgebäuden aufstelle, Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) die wenigen Elemente einer europäischen Sozialunion abschaffen und Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) die Grenzen dichtmachen wolle.

Auch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) nahm sie nicht aus, denn der schaue weg, während die Regierung das Geschäft der FPÖ betreibe. In Wien habe Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) zwar den Kampf gegen Blau ausgerufen, die Frage sei aber: „Was passiert nach Michael Häupl?“

Einladung an enttäuschte SPÖ-Wähler

Die Grünen seien die einzige Partei, die die inhaltliche Abgrenzung von der FPÖ ernst nehme. Enttäuschte SPÖ-Wähler lud Glawischnig ein, „jetzt ein Stück des Weges mit uns zu gehen“. An Sofortmaßnahmen in Sachen Flüchtlingsbetreuung wollen die Grünen eine Aufstockung der Mittel zur Unterbringung und Versorgung.

Auch eine Valorisierung der Tagsätze, mehr Deutschkurse, schnellere Ausbildungsanerkennungen, einen rascheren Beginn der Arbeitsmarktintegration und eine professionelle Koordinierung durch einen unabhängigen Regierungsbeauftragten fordern sie.

Vorbereitung auf Wahlkampf in Wien und Oberösterreich

Zu Wort meldete sich auch die wahlkämpfende Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. „Rot-Grün in Wien ist das Gegenstück zur Hetze der FPÖ“, sagte sie. Man werde dafür sorgen, dass die Bundeshauptstadt auch in den nächsten Jahren „Hauptstadt des Respekts, der Solidarität und der Menschlichkeit“ bleibe.

Gleichzeitig mit Wien wurde die Kampagne der Grünen auch in Oberösterreich bei einer Kundgebung auf dem Linzer Pfarrplatz präsentiert. Landesrat Rudi Anschober meinte, er verstehe die Aktion als einen Aufruf gegen die „derzeitige politische Stimmung der Angst“. Denn in den Gemeinden, so sein Eindruck, gebe es die „gelebte Solidarität“ mit den Kriegsflüchtlingen. Daher bilde das Thema Mitmenschlichkeit den Schwerpunkt der Kampagne.

Wirtschaft

Softwarefehler sorgt für Massenrückruf bei Ford

Der US-Autohersteller Ford beordert in Nordamerika zahlreiche Fahrzeuge wegen Softwareproblemen in die Werkstätten. Vom Rückruf betroffen seien rund 433.000 Wagen der Modelle Focus, C-Max und Escape aus den Jahrgängen 2014 und 2015, wie das Unternehmen gestern mitteilte.

Bei den Fahrzeugen könne es zu Kontrollverlust durch ein fehlerhaftes elektronisches Steuergerät kommen. Es bestehe das Risiko, dass der Motor weiterlaufe, auch wenn er eigentlich über den Stop-Button oder den Zündschlüssel ausgestellt worden sein sollte. Das Problem soll durch neue Software behoben werden.

Tesla verdoppelt Verkaufszahlen

Elektroautopionier Tesla hat einen kräftigen Absatzsprung gemacht. Im zweiten Quartal stiegen die Auslieferungen des aktuellen Model S im Jahresvergleich um 52 Prozent auf 11.507 Fahrzeuge, wie die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk gestern mitteilte. Damit sei ein neuer Rekordwert erreicht worden. Teslas Verkaufsprognosen wurden mit dem Ergebnis übertroffen.

Allerdings hat sich das Unternehmen auch ambitionierte Ziele gesteckt. Im Gesamtjahr sollen 55.000 Wagen an die Kundschaft gebracht werden. Dabei setzt Tesla auf den Elektro-SUV „Model X“, der im September auf den Markt kommen soll.

Analysten erwarten, dass das neue Modell für einen Absatzboom im Schlussquartal sorgen wird. Tausende Vorbestellungen soll es bereits geben.

Aufseher geben grünes Licht für ÖVAG-Abwicklung

Die EU-Kommission hat heute grünes Licht zur Abspaltung der nicht lebensfähigen Teile der Österreichische Volksbanken-AG (ÖVAG) in eine „Bad Bank“ gegeben. Damit sei eine Sanierung des Volksbanken-Sektors ohne weitere Staatshilfen möglich, teilten die Wettbewerbshüter in Brüssel mit.

Einen Teil der erhaltenen Staatshilfe von insgesamt 1,35 Milliarden Euro muss der Bankenverbund jedoch zurückbezahlen: Bis Ende 2023 sollen 300 Millionen Euro in mehreren Tranchen an Österreich gehen.

Offizielle EZB-Entscheidung steht noch aus

Auch die EZB als oberste Bankenaufseherin hat nach Angaben von drei mit der Situation vertrauten Personen ihr grundsätzliches Einverständnis zu dem Abbauplan signalisiert. Eine formelle Entscheidung der Zentralbank stehe jedoch noch aus, sagte eine ÖVAG-Sprecherin.

Die ÖVAG ist das Spitzeninstitut des Volksbanken-Sektors und hatte sich mit einer rasanten Expansion am Balkan verspekuliert. Sie musste gleich mehrmals vom Staat gerettet werden. Im Herbst fiel die Bank durch den Stresstest der EZB - woraufhin die Eigentümer ihre Abwicklung beschlossen. Die lebensfähigen Teile und zentrale Steuerungsaufgaben für den Sektor übernimmt die Volksbank Wien-Baden. Der Rest des Instituts wird mit Hilfe der „Bad Bank“ Immigon abgebaut.

Sport

Formel 1: Räikkönen läuft bei Ferrari die Zeit davon

Von den Fans ist Kimi Räikkönen jüngst zum populärsten aktiven Formel-1-Piloten gewählt worden. Bei seinem Rennstall Ferrari sieht die Zukunft des 35-jährigen Finnen nach schwachen Ergebnissen und schon 48 Punkten Rückstand auf Teamkollege Sebastian Vettel aber ziemlich düster aus.

„Räikkönens Schicksal liegt in seinen Händen“, erklärte Teamchef Maurizio Arrivabene vor dem Grand Prix von Großbritannien am Sonntag (14.00 Uhr MESZ, live in ORF eins). „Er muss arbeiten, um zu beweisen, dass er einen Ferrari verdient.“

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Österreich-Rundfahrt: ÖRV-Jungstar lässt Ära Kohl vergessen

Um die Zukunft im heimischen Radsport gibt es derzeit kaum Anlass zu Sorge. Die junge Generation ist auf dem Sprung zur Weltspitze, wenn sie dort nicht schon angekommen ist. Einer der Fahrer, die bereits in die Notizbücher der World-Tour-Teams gefahren sind, ist Gregor Mühlberger - Glocknerkönig 2014, Sieger der Oberösterreich-Rundfahrt und der Friedensfahrt 2015. Im ORF.at-Interview sprach der 21-Jährige über seine Traumsaison, die 67. Österreich-Rundfahrt, das Problem Doping und darüber, wie der Dopingfall Bernhard Kohl seine Karriere damals beeinflusst haben könnte.

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Tour de France: Armstrong-Auftritt erhitzt Gemüter

Lance Armstrong kehrt nach Frankreich zur Tour de France zurück und bringt damit den Präsidenten des Radsportverbandes UCI Brian Cookson auf die Palme. Der frühere Superstar, dem wegen Dopings all seine sieben Tour-de-France-Siege aberkannt wurden, bestreitet am 16. und 17. Juli zwei Tour-Etappen für ein Charity-Rennen zugunsten Leukämiekranker. Cookson findet das Antreten Armstrongs „respektlos und völlig unangemessen“.

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Chronik

Massenevakuierung wegen brennenden US-Güterzugs

Nach der Entgleisung eines mit giftigen Chemikalien beladenen Güterzugs haben im US-Bundesstaat Tennessee mehr als 5.000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Der Zug war am Mittwoch kurz vor Mitternacht (Ortszeit) in der Nähe von Maryville entgleist und in Brand geraten, teilten die Behörden gestern mit.

Der Güterzug hatte unter anderem Acrylnitril, eine hochentzündliche und giftige Substanz, geladen, die Atemwegsbeschwerden verursachen kann, sagte der Feuerwehrmann Kermit Easterling. Die Feuerwehr ging im Umkreis von rund drei Kilometern von Tür zu Tür, um die Umgebung vollständig zu evakuieren. Für die Betroffenen richtete das Rote Kreuz ein Notlager ein.

Wasser Trinken kann zur Gefahr werden

Medienberichten zufolge wurden nach dem Unfall 25 Menschen ins Krankenhaus gebracht, die vermutlich in Kontakt mit der giftigen Chemikalie gekommen seien. Vermutlich habe aber keiner von ihnen schwere Beschwerden.

Der Betreiber des Güterzugs, die Firma CSX, teilte mit, Anwohner seien von den Behörden aufgerufen worden, vorerst nicht aus Quellen und Brunnen in der Nähe des Unglücksortes zu trinken. Zugleich kündigte CSX Tests von Luft und Trinkwasser an. Die Ursache für die Entgleisung des Zugs, der aus zwei Lokomotiven sowie 45 beladenen und zwölf leeren Waggons bestand, werde derzeit untersucht.

Vier Tote nach Erdbeben im Nordwesten Chinas

Bei einem Erdbeben im Nordwesten Chinas sind nach ersten Informationen vier Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt 48 Menschen wurden bei dem Beben der Stärke 6,5 verletzt, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Das Epizentrum lag im Kreis Pishan in der Präfektur Hotan in der Region Xinjiang, wie das chinesische Erdbebenzentrum (CENC) mitteilte.

Auch an Gebäuden gab es zahlreiche Schäden. In Pishan stürzte ein Geschäftshaus ein, in dem sich mehrere Menschen aufgehalten hatten, wie die Nachrichtenagentur China News Service berichtete. Fünf Verletzte wurden demnach aus den Trümmern gezogen. Zehn weitere Menschen fanden die Retter bewusstlos in der Nähe des Gebäudes vor. Sie wurden zur Behandlung in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht.

Das chinesische Militär hatte direkt nach dem Unglück 70 Soldaten für Bergungsarbeiten in die Region geschickt. Weitere 140 Einsatzkräfte sollen folgen. Kurz nach dem Hauptbeben, das um 9.07 Uhr Ortszeit die Erde erschütterte, kam es zu mehreren leichteren Nachbeben. In Pishan leben 258.000 Menschen, von denen die meisten der uigurischen Minderheit des Landes angehören.

TransAsia-Absturz: Pilot schaltete falsches Triebwerk ab

Die Bilder vom Absturz der TransAsia-Passagiermaschine in ein Wohngebiet der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh sind im Februar um die Welt gegangen. Gestern wurden erschreckende Details zum Hergang des Crashs mit 43 Toten bekannt: Wie aus einem Bericht der nationalen Luftfahrtsicherheitsbehörde hervorgeht, liegt dem Unglück ein gravierendes Fehlverhalten zugrunde. Der Pilot habe ein funktionierendes Triebwerk abgeschaltet, nachdem das zweite zuvor ausgefallen war. Der Bericht hält auch seine Reaktion darauf fest: „Wow, ich hab’ den falschen Hebel gezogen.“

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IT

Web 2.0 hat kaum andere Sorgen als Erbsen-Guacamole

Mit einem Rezept für Guacamole hat die „New York Times“ im Internet einen Sturm der Entrüstung losgetreten und sogar Kritik von US-Präsident Barack Obama eingefahren. Die grünen Hülsenfrüchte verschafften dem in den USA beliebten Avocado-Dip eine „intensive Süße und stückige Struktur“, schrieb das Blatt in seinem Rezepte-Teil. Die Erbsen verhinderten außerdem, dass der Dip sich braun färbe.

Köche und Food-Blogger liefen Sturm. Ein Avocado-Züchterverband twitterte: „Stoppt den Guacamole-Wahnsinn jetzt. Erbsen raus!“ Auch Politiker schalteten sich ein: Die republikanische Partei im Staat Texas, wo mexikanische und Tex-Mex-Küche sehr beliebt ist, stufte das Rezept als „Kriegserklärung“ ein. Auch Präsidentschaftskandidat Jeb Bush reagierte mit einem entschiedenen Nein.

Zeitung trotzt Proteststurm

Schließlich schaltete sich sogar Obama in die Debatte ein. Er respektiere die „New York Times“, schrieb er auf Twitter, aber Erbsen in Guacamole kaufe er der Zeitung nicht ab. „Zwiebeln, Knoblauch, Chilischoten. Klassiker“, schrieb Obama. Das Blatt verteidigte sich und schrieb am Donnerstag: „Einige mutige Seelen haben das Undenkbare getan: Sie haben es probiert.“

Der Food-Website „GourmetSleuth“ zufolge rührten erstmals die Azteken im antiken Mexiko des 14. Jahrhunderts das grünliche, leicht klumpige Püree an. Demnach hielten sie Guacamole für ein Aphrodisiakum. Die Paste erfreut sich in den USA an zunehmender Beliebtheit, auch weil die Hauptzutat Avocado wegen ihrer ungesättigten Fettsäuren und Vitamine als sehr gesund beworben wird.

Yelp-Verkauf offenbar wieder vom Tisch

Das Bewertungsportal Yelp will sich einem Medienbericht nach nun doch nicht aufkaufen lassen. Trotz einiger Interessenten sei der Verkaufsprozess vorerst abgeblasen worden, meldete der Finanzdienst Bloomberg gestern unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Im Mai berichtete das „Wall Street Journal“ von den Verkaufsplänen. Demnach habe das Unternehmen Berater angeheuert und bereits Verhandlungen mit potenziellen Investoren eingeleitet. Mit einem Verkauf könne Yelp mehr als 3,5 Milliarden Dollar (3,2 Mrd. Euro) erlösen, hieß es damals. Die Berichte über die Absage des Verkaufs sorgten für einen Kurssturz auf der New Yorker Börse: Die Yelp-Aktie ging mit einem Minus von mehr als zehn Prozent aus dem Handel.

Bei Yelp können Nutzer Restaurants und andere Geschäfte bewerten. Die Firma ist seit März 2012 an der Börse gelistet. Allerdings hat sich das Management einen entscheidenden Anteil der Stimmrechte gesichert und könnte einen Verkauf damit maßgeblich beeinflussen.

EU-Ministerrat demontiert Datenschutzverordnung

Während die Aufregung über den Coup von EU-Ministerrat und Kommission zur Regelung des digitalen Binnenmarkts anhält, läuft bereits der nächste sogenannte Trilog. Beobachter in Brüssel haben wenig Zweifel, dass die Parlamentsversion der Datenschutzverordnung in diesen informellen Dreierrunden gerade ebenso demontiert wird wie jene zum Binnenmarkt in der Nacht auf Dienstag. Das Prozedere war in beiden Fällen bis jetzt fast dasselbe, auch dieselbe Deadline wurde gesetzt.

Auch in der neuesten Version der Datenschutzverordnung, die von der britischen Bürgerrechtsorganisation Statewatch veröffentlicht wurde, zeigt sich dasselbe Bild. Unmissverständliche und präzise Formulierungen im Parlamentstext werden in der Ratsversion durch neue vage, nicht näher definierte Formulierungen ersetzt. Aus Muss-Bestimmungen wurden Soll-Bestimmungen, wenn sie nicht überhaupt gestrichen werden. Auch hier zeigt sich dasselbe Muster: Rat und Kommission demontieren gemeinsam die Version des Parlaments.

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Kultur

Lichtinstallation an EZB-Zentrale: „Außer Betrieb“

Der Düsseldorfer Lichtkünstler Oliver Bienkowski hat gestern Abend den Schriftzug „Außer Betrieb“ auf die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt projiziert.

Schriftzug "Außer Betrieb" auf die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt projiziert

APA/EPA/dpa//Fredrik Von Erichsen

Die Installation auf dem Turm der neuen EZB-Zentrale war weithin sichtbar - näher erklären wollte Bienkowski sie nicht: „Wir wollen das extra offenlassen, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann“, sagte er laut dpa.

Für Aufsehen hatte der Lichtkünstler bereits vor einem Jahr gesorgt, als er ein Bild von US-Präsident Barack Obama auf die Fassade der US-Botschaft in Berlin projiziert hatte - neben dem Schriftzug „NSA in da House“.

Rihanna verstört mit blutigem Video

Mit einem blutigen Video hat Rihanna für Wirbel gesorgt und verstörte Zuschauer hinterlassen. Der sieben Minuten lange Film zu „Bitch Better Have My Money“, das gestern veröffentlicht wurde, besteht zum größten Teil aus schwerem Verbrechen: Eine junge Frau wird entführt, misshandelt, unter Alkohol und Drogen gesetzt.

Schließlich kommt Rihanna zu deren Ehemann, den „Auftraggeber“ der Entführung. Sie sagt ihm die Titelzeile. Das Video lässt darauf schließen, dass sie den wehrlosen Mann tötet.

„Rihannas neues Video ist brillant, furchteinflößend und kompliziert“, schrieb die Huffington Post. „Cosmopolitan“ fand es „irre“. „People“ beschreibt es als „verrückt, blutig und vulgär“. Und „Time“ fand, dass „Rihannas Blutbad jeden Mafia-Boss stolz gemacht hätte“. Das Video sei „nichts für schwache Herzen (oder Ihren Computer im Büro)“.

Bachmann-Wettbewerb: Fritsch Favoritin am ersten Lesetag

Der Text von Valerie Fritsch hat gestern beim Auftakt der 39. Tage der deutschsprachigen Literatur für Gefallen bei der Jury gesorgt. Auch Nora Gomringer bekam positives Feedback. Andere Autoren sorgten für gemischte Reaktionen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Bachmann-Freund Hamm im Interview

Einer, der die Namensgeberin des Kärntner Literaturpreises noch persönlich kannte, ist Peter Hamm. 1937 geboren, ist er seit Anfang der 1950er Jahre ein fixer Bestandteil des Literaturbetriebs: Schriftsteller, Kritiker, Filmemacher. Er ist und war für viele berühmte Menschen ein Gesprächspartner auf Augenhöhe und - wie bei Ingeborg Bachmann oder Paul Celan - ein Freund.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Science

Russischer Raumfrachter mit Nachschub für ISS gestartet

Fast fünf Tage nach dem Absturz des US-Raumfrachters „Dragon“ bringt Russland mit einem neuen Versorgungsflug dringend benötigten Nachschub zur Internationalen Raumstation (ISS). Die unbemannte „Progress“ mit zweieinhalb Tonnen Fracht hob um 6.55 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof in Baikonur (Kasachstan) ab, wie russische Agenturen heute meldeten.

Das Andocken ist an diesem Sonntag um 9.13 Uhr MESZ geplant. An Bord der „Progress“ sind auch Nahrungsmittel für die drei Raumfahrer. Der Start war mit Spannung erwartet worden, nachdem bereits im April auch ein russischer „Progress“-Frachter abgestürzt war.

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