Ausland

Immer mehr Kinderarbeit unter syrischen Flüchtlingen

Immer mehr Kinder unter den syrischen Flüchtlingen sind gezwungen zu arbeiten, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen. So müssten im Libanon oft schon Sechsjährige schuften, heißt es im ersten umfassenden Bericht über Kinderarbeit unter syrischen Flüchtlingen in der Region, den die Kinderhilfsorganisationen Unicef und Save the Children heute veröffentlichten.

In Jordanien, wohin 440.000 Syrer vor dem seit fünf Jahren dauernden Bürgerkrieg geflohen sind, sind demnach in der Hälfte der befragten Haushalte die Kinder wichtige oder gar die einzigen Geldverdiener. „Auf Grundlage all dieser Befragungen ist klar, dass Kinderarbeit massiv zugenommen hat, seit der Konflikt in Syrien begonnen hat“, sagte die Sprecherin des UN-Kinderhilfswerkes Unicef, Juliette Touma.

Ausgebeutet und verkauft

Dem Bericht zufolge werden Kinder als Soldaten rekrutiert, sexuell ausgebeutet und regelrecht verschachert. Im Libanon arbeiten sie auf Feldern, in Jordanien in Geschäften und Restaurants. In der Türkei backen sie Brot und fertigen Schuhe. Kinder arbeiten in Steinbrüchen und auf Baustellen und sind erheblichen Risiken ausgesetzt. Drei von vier arbeitenden Kindern, die im jordanischen Flüchtlingslager Saatari befragt wurden, klagten über gesundheitliche Probleme, heißt es in dem Bericht.

Schläge für liegengelassene Erdäpfel

Meist müssen die Kinder laut den Erhebungen sechs oder gar sieben Tage pro Woche arbeiten. Sie erhielten vier bis sieben Dollar pro Tag. Viele Kinder seien jünger als zwölf Jahre, wenn sie mit der Arbeit beginnen. Einige seien gerade einmal sechs Jahre alt. Ein geregelter Schulbesuch sei kaum möglich. Ein 13-Jähriger, der in Jordanien Erdäpfel erntete, berichtete, wenn seine Tasche voll sei, wiege sie mehr als zehn Kilogramm. Wenn er Erdäpfel liegen lasse, werde er mit einem Plastikschlauch geschlagen.

Einige Arbeitgeber stellen dem Bericht zufolge lieber Kinder an, weil sie billiger sind als Erwachsene. Zudem erhalten Erwachsene meist keine Arbeitserlaubnis in ihrem Zufluchtsland. Die Lage werde sich vermutlich noch verschlechtern, heißt es in dem Bericht von Unicef und Save the Children. Denn die Hilfsorganisationen müssten ihre Programme kürzen, weil ihnen die Mittel fehlten.

UNO ruft für den Jemen humanitären Notstand aus

Die Vereinten Nationen (UNO) haben für das Konfliktland Jemen den humanitären Notstand ausgerufen. UNO-Sprecher Farhan Haq erklärte gestern nach einem Treffen des UNO-Nothilfekoordinators Stephen O’Brien mit Hilfsorganisationen, alle Beteiligten seien sich einig gewesen, Stufe drei hinsichtlich der humanitären Lage für den Jemen auszurufen. Das ist die höchstmögliche Krisenstufe.

21 Mio. Menschen brauchen Hilfe

Damit steht der Jemen in einer Reihe mit nur drei weiteren Ländern der Erde - Irak, Südsudan und Syrien. Die Einstufung in Kategorie drei gelte nun zunächst für sechs Monate, erklärte Faq. Nach Angaben der UNO sind derzeit mehr als 21 Millionen Menschen im Jemen akut auf humanitäre Hilfe angewiesen - das sind 80 Prozent der Bevölkerung. Vor einigen Tagen hatte O’Brien vor einer Hungersnot im Jemen gewarnt.

Schauplatz schwerer Kämpfe

In dem Land wüten derzeit schwere Kämpfe zwischen Rebellen der Huthi-Miliz und ihren Verbündeten auf der einen und Regierungstruppen auf der anderen Seite. Staatschef Abd Rabbo Mansur Hadi hält sich im Exil auf. Eine Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens unterstützt die mit Hadi verbündeten Truppen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zuletzt mehrfach vergeblich eine humanitäre Waffenruhe im Jemen gefordert.

US-Militär befürchtet schleichenden Machtverlust

Die US-Streitkräfte sind besorgt über ihren schleichenden Machtverlust. „Unser relativer militärischer Vorteil hat zu erodieren begonnen“, schrieb Generalstabchef Martin Dempsey in einem Strategiepapier, das gestern Abend in Washington veröffentlicht wurde. „Das heutige Sicherheitsumfeld ist das unberechenbarste, das ich in 40 Dienstjahren erlebt habe.“

Forderung nach mehr finanziellen Mitteln

Zugleich forderte Dempsey, dass dem Militär ausreichende finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen müssten, um seiner „globalen Verantwortung gerecht zu werden“. Die USA hätten es nun mit vielen gleichzeitigen Herausforderungen sowohl von anderen Staaten als auch von „überregionalen Netzwerken unterstaatlicher Gruppen“ zu tun, darunter die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Alle würden die technische Entwicklung etwa durch Soziale Medien und Internetangriffe zu ihrem Vorteil nutzen.

Kritik an Chinas Gebaren

Der Bericht listete Russland, den Iran und Nordkorea als anhaltende Bedrohungen auf. Chinas aggressives Gebaren im südchinesischem Meer wurde ebenfalls kritisiert. Die USA hätten sich im letzten Jahrzehnt zwar eher auf den Kampf gegen Terrornetzwerke konzentriert, so Dempsey. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass das Land in einen zwischenstaatlichen Krieg hineingezogen würde, nehme zu.

Anschläge auf dem Sinai: Opferzahl auf 120 gestiegen

Die Opferzahl bei einem der heftigsten Gewaltausbrüche im Sinai seit Jahren hat sich weiter erhöht. Die Angriffe islamistischer Extremisten auf Posten der ägyptischen Armee und anschließende Gefechte forderten ägyptischen Medien zufolge fast 120 Menschenleben. Zu den Angriffen auf Kontrollposten der ägyptischen Armee hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

Das ägyptische Militär veröffentlichte gestern Abend im Staatsfernsehen die ersten genaueren Opferzahlen - 100 Militante und 17 Soldaten sind demnach getötet worden. Die Streitkräfte hätten die Angreifer zurückgeschlagen, verfolgt und deren Sammelpunkte zerschlagen.

Neun Tote bei Razzia in Kairo

Stunden nach dem Anschlag haben ägyptische Sicherheitskräfte in Kairo nach eigenen Angaben in einem Appartement neun bewaffnete Männer erschossen. Die Behörden hätten Informationen erhalten, dass die Gruppe einen Anschlag plane.

Die Wohnung in einem westlichen Stadtteil der Hauptstadt sei daraufhin gestürmt worden. Unter den Toten befindet sich den Angaben zufolge Nasser al-Hafi, ein Anwalt der Muslimbruderschaft und ehemaliger Abgeordneter.

Atomdeal: Gespräche in Wien und Teheran

In den Atomverhandlungen mit dem Iran gehen die Gespräche auf Ebene der Außenminister weiter. Mehrere Chefdiplomaten der 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) werden heute am Verhandlungsort in Wien erwartet.

An den Gesprächen teilnehmen werden der französische Außenminister Laurent Fabius und sein chinesischer Kollege Wang Yi sowie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Nach APA-Informationen könnten auch iranische Verhandler bei dem Treffen mit von der Partie sein.

Gleichzeitig trifft sich der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Yukiya Amano in Teheran mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani sowie weiteren Regierungsmitgliedern. Die IAEA soll im Fall eines Abkommens die Vertragstreue des Irans überwachen und damit grünes Licht für die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen geben.

Bis zum 7. Juli soll ein Abkommen stehen. Es soll die Zukunft des iranischen Atomprogramms regeln. Die internationale Gemeinschaft will Gewissheit, dass der Iran keine Atombombe baut.

WikiLeaks: NSA spähte deutsche Ministerien aus

Der US-Geheimdienst NSA hat nach Informationen von WikiLeaks nicht nur die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern auch weite Teile der deutschen Regierung ausgespäht. Das geht aus Dokumenten hervor, die die Enthüllungsplattform gestern veröffentlichte, wie die „Süddeutsche Zeitung“ in Zusammenarbeit mit NDR und WDR berichtete. Offenbar sei an einigen Abhöraktionen auch ein britischer Geheimdienst beteiligt gewesen.

Spione interessierten sich für deutsche Handelspolitik

Der Liste zufolge gehörten zu den Spionagezielen der National Security Agency (NSA) offenbar nicht nur das Wirtschafts-, sondern auch das Finanz- sowie das Landwirtschaftsministerium. Die NSA habe sich vor allem für die deutsche Währungs- und Handelspolitik interessiert. Auch die aktuellen Nummern mehrerer Staatssekretäre des Bundesfinanzministeriums fänden sich auf der 69 Nummern umfassenden Liste, hieß es in dem Bericht. Aufgeführt sei zudem die Europäische Zentralbank (EZB).

Bei den WikiLeaks vorliegenden Selektoren handle es sich offenbar sowohl um in der Vergangenheit überwachte Anschlüsse als auch um aktuelle Anschlüsse.

Auch Telefonat zu Griechenland abgehört

Die neuen Dokumente enthielten offenbar auch ein Abhörprotokoll eines Telefongesprächs, in dem sich Merkel am 11. Oktober 2011 zu den damaligen Entwicklungen in Griechenland äußerte.

„Die deutsche Kanzlerin Merkel erklärte, sie sei ratlos“, heißt es den Berichten zufolge in dem Protokoll. Merkel sagte demnach, sie befürchte, dass selbst ein zusätzlicher Schuldenschnitt die Probleme nicht lösen könnte, da Athen nicht in der Lage sei, mit den verbleibenden Schulden zurechtzukommen.

Türkei: AKP-Kandidat neuer Parlamentspräsident

Der scheidende Verteidigungsminister und Kandidat der islamisch-konservativen AKP, Ismet Yilmaz, ist neuer Präsident des türkischen Parlaments. In einer Stichwahl setzte er sich gegen den Favoriten der Mitte-links-Partei CHP und bisherigen Alterspräsidenten Deniz Baykal durch, wie der Sender CNN Türk berichtete. 258 der 550 Abgeordneten stimmten für Yilmaz, 182 für Baykal.

Der 1961 in der zentraltürkischen Provinz Sivas geborene Yilmaz wurde im Jahr 2007 zunächst Verkehrsminister in der AKP-Regierung und später Staatssekretär im Tourismusministerium. Im Jahr 2011 wurde er Verteidigungsminister.

Als nächsten Schritt dürfte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zunächst den Chef der AKP, Ministerpräsident Ahmet Davutoglu, mit der Bildung einer Koalitionsregierung beauftragen. Sollte es nicht gelingen, eine neue Regierung zu bilden, könnte es im November zu Neuwahlen kommen. Die AKP hatte bei der Wahl am 7. Juni nach zwölf Jahren ihre absolute Mehrheit verloren.

Inland

EU-Austritt-Volksbegehren: 261.159 Unterstützer

261.159 Österreicher wollen eine Volksabstimmung über den Abschied aus der EU. Sie haben das von Inge Rauscher initiierte EU-Austritt-Volksbegehren unterzeichnet. Mit einer Unterstützung durch 4,12 Prozent der Stimmberechtigten rangiert es auf Rang 23 der nunmehr 38 Volksbegehren - und muss, weil die 100.000er-Hürde genommen ist, vom Nationalrat behandelt werden.

Den stärksten Zuspruch fand das Volksbegehren in Niederösterreich (5,18 Prozent), in Kärnten waren es fast fünf Prozent (4,85).

Zweiter Anlauf der EU-Gegner

In Zeiten der Wirtschafts- und Griechenland-Krise erreichten die von der mittlerweile pensionierten Übersetzerin Rauscher (Initiative Heimat und Umwelt) angeführten EU-Gegner heuer deutlich mehr Zuspruch als im Jahr 2000: Damals wurde ihr Volksbegehren für eine neue EU-Abstimmung von 3,35 Prozent bzw. 193.901 Stimmberechtigten unterschrieben.

Die zentrale Forderung heuer war: „Der Nationalrat möge den Austritt der Republik Österreich aus der Europäischen Union mit Bundesverfassungsgesetz, welches einer Volksabstimmung zu unterziehen ist, beschließen.“ Die Initiatoren Inge Rauscher, Helmut Schramm und Franz-Joseph Plank freuten sich in einer Aussendung über ein „großartiges Ergebnis“.

„Nazikeller-Affäre“: Prozess gegen Burgenländer startet

Die „Nazikeller-Affäre“ rund um eine Dokumentarfilmszene, die ein „gemütliches Beisammensein“ in einem mit NS-Devotionalien gespickten Keller im Burgenland zeigt, findet heute vor dem Landesgericht Eisenstadt ein Nachspiel: Jener 58-Jährige aus dem Bezirk Mattersburg, in dessen Keller der Dreh stattfand, muss sich wegen Wiederbetätigung nach Paragraf 3g des Verbotsgesetzes verantworten.

Der Beschuldigte hat den gegen ihn erhobenen Vorwurf zurückgewiesen und betont, er sei bloß ein „Sammler“. Die Hauptverhandlung findet vor einem Geschworenensenat statt. Der Prozess ist bis 20.00 Uhr angesetzt. Neun Zeugen sind geladen, unter ihnen ist auch der Regisseur Ulrich Seidl.

Nach Bekanntwerden der Kellerszene, die Teil von Seidls im Vorjahr erschienenem Streifen „Im Keller“ ist, hatte die Staatsanwaltschaft auch gegen vier weitere Beteiligte ermittelt. Das Verfahren gegen sie wurde eingestellt.

Einkommensliste der NR-Mandatare veröffentlicht

Nicht einmal ein Drittel der österreichischen Nationalratsabgeordneten üben diesen Job hauptberuflich aus. Neun sind Spitzenverdiener und nahmen 2014 neben ihrem Mandatarsgehalt über 10.000 Euro pro Monat ein. Das geht aus der Transparenzliste auf der Parlamentswebsite hervor, die nach dem Ende der Meldefrist veröffentlicht wurde.

Bis 30. Juni hatten die Abgeordneten Zeit zu melden, wie viel sie abseits ihres Abgeordnetengehalts (8.583,27 Euro brutto monatlich) verdienen. Seit 2013 erfolgt diese Offenlegung nach einem neuen System: Man erfährt zwar nicht, wie hoch genau der Verdienst ist, allerdings werden die Einkünfte in Kategorien gestaffelt, nämlich bis 1.000 Euro, 1.001 bis 3.500 Euro, 3.501 bis 7.000 Euro, 7.001 bis 10.000 Euro und über 10.000 Euro monatlich.

FPÖ-Mandatare Spitzenverdiener

Eine endgültige Bilanz ist noch nicht möglich, da einige Daten noch nicht auf der Parlamentsseite veröffentlicht wurden. Schon jetzt ist aber fix, dass die FPÖ die meisten Spitzenverdiener in ihren Reihen hat, nämlich vier Mandatare mit über 10.000 Euro. Einer davon ist FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl, der 2013 noch in der Kategorie vier gelandet war. FPÖ-Abgeordneter Günther Kumpitsch meldete nicht, da er erst seit Kurzem (als Nachfolger von Mario Kunasek) im Parlament sitzt.

Bei der ÖVP gab es drei Personen mit über 10.000 Euro, darunter auch der Arzt Marcus Franz, der erst kürzlich in den schwarzen Klub gewechselt war. In der SPÖ verdiente der nun scheidende Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos über 10.000 Euro, ebenso Anwalt Hannes Jarolim.

Bei den Grünen, NEOS und Team Stronach gab es keine Topverdiener. Und für vorerst 54 Mandatare wird überhaupt kein weiteres Einkommen ausgewiesen. Darunter sind auch die Klubobleute zu finden, für die Berufsverbot gilt - mit Ausnahme von NEOS-Klubchef Matthias Strolz, der 2014 „Buchtantiemen“ ausbezahlt bekam. Die meisten hauptberuflichen Mandatare sind dabei in der SPÖ (15) zu finden, gefolgt von den Grünen (14) und der FPÖ (12).

In der Einkommenskategorie eins werden vorläufig 28 Mandatare ausgewiesen, in der Kategorie zwei 46, in Kategorie drei 27 und in Kategorie vier 15.

Ärzteausbildung: Ministerium kontert RH-Kritik

Das Gesundheitsministerium tritt der Kritik des Rechnungshofs an der Ärzteausbildung entgegen: Diese sei in weiten Teilen nicht mehr aktuell, denn mit 1. Juni 2015 sei eine völlig neu gestaltete Ärzteausbildung in Kraft getreten.

Dafür seien auch langjährige Forderungen des RH aufgegriffen worden - etwa Transparenz durch Ausbildungsbücher oder Konzepte für die Turnusärzte.

Die gesamte Ärzteausbildung sei nach mehr als fünfjähriger Vorbereitungsphase unter Einbeziehung sämtlicher Systempartner (Österreichische Ärztekammer, Länder, Universitäten, Träger von Krankenanstalten, Sozialversicherungen) fachlich neu ausgerichtet worden, betonte das Ministerium in einer Aussendung.

Das vom Rechnungshof geforderte Instrument der Evaluierung der Ausbildungseinrichtungen sei in der Reform bereits umgesetzt.

Wirtschaft

Magna Steyr wird Autos für Jaguar Land Rover bauen

Jaguar Land Rover lässt einzelne Automodelle künftig in Graz bauen. Ein entsprechender Vertrag mit Magna Steyr sei unterzeichnet worden, teilte das Unternehmen heute auf der Homepage mit. Man sei eine Partnerschaft mit Magna Steyr eingegangen, „einige künftige Modelle“ in Graz zu bauen.

Das geplante Wachstum bringe die drei Werke in Großbritannien an ihre Kapazitätsgrenze. Die Zusammenarbeit mit Magna Steyr werde zusätzliche Produktion ermöglichen, die für das geplante Wachstum nötig sei. Magna Steyr ist darauf spezialisiert, für andere Automarken einzelne Serien zu entwickeln und zu fertigen.

Großbritannien bleibt „Zentrum“

Bereits im März hatte es Spekulationen gegeben, Jaguar könnte ein Elektrofahrzeug bei Magna Steyr in Graz entwickeln und bauen lassen. Allerdings hatten Medien damals auch spekuliert, dass ein neues Werk im ungarischen Szombathely entstehen soll. Zugleich betonte Jaguar Land Rover, dass Großbritannien „im Zentrum von Design, Entwicklung und Produktion“ bleibe. Partnerschaften wie mit Magna seien Ergänzungen zur Produktion in Großbritannien.

Luxus gefragt

Die Luxus-Marke gehört seit 2008 der indischen Tata-Gruppe. Im Oktober wurde das erste Produktion in China eröffnet und auch in Brasilien entsteht derzeit ein Werk. In den jüngsten fünf Jahren hat Jaguar Land Rover laut Aussendung den Absatz auf über 462,000 Fahrzeuge und die Beschäftigung auf über 35,000 Mitarbeiter verdoppelt. Dabei seien über 10 Mrd. Pfund (14,10 Mrd. Euro) investiert worden.

Die Produktion entspricht knapp einem Drittel der gesamten Autoproduktion Großbritanniens von 1,53 Mio. Einheiten im Jahr 2014. Jaguar Land Rover will 2015-16 rund 3,6 Mrd. Pfund in neue Fahrzeuge und Kapital investieren. Günther Apfalter, Präsident von Magna Steyr und Magna International freut sich laut Aussendung über den neuen Kunden für das Werk in Graz. Die Vertragsunterzeichnung spiegle das Vertrauen in die Kapazitäten Magna Steyrs wider.

Moody’s stuft Griechenlands Bonität weiter herab

Die Ratingagentur Moody’s in London hat die Bonität Griechenlands von „Caa2“ auf „Caa3“ herabgestuft, das heißt „in Zahlungsverzug“ und ist die letzte Stufe vor einem Zahlungsausfall. Wie die Agentur zudem mitteilte, sei eine weitere Herabstufung angesichts des Schuldendramas kurzfristig möglich.

Erst zu Wochenanfang hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) die angekündigte Volksabstimmung mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands um eine Stufe auf „CCC-“ quittiert. Damit sieht S&P nun eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsfall Griechenlands. Auch das ist die letzte Stufe vor einem Zahlungsausfall.

US-Behörden lehnen Deal von GE und Electrolux ab

Die Wettbewerbshüter in den USA stellen sich beim geplanten Verkauf der Haushaltssparte von General Electric (GE) an den schwedischen Hersteller Electrolux quer.

Der 3,3 Milliarden Dollar (2,95 Mrd. Euro) schwere Deal sei zum Nachteil der Verbraucher, heißt es in der Klage des für Kartellfragen zuständigen US-Justizministeriums.

Der eingeschränkte Wettbewerb würde zu höheren Preisen für Produkte wie Herdplatten und Backöfen führen. Über die Klage muss nun ein Bundesgericht befinden.

GE hatte vergangenen September angekündigt, sich von seiner Haushaltsgerätesparte zu trennen. Der Schritt war als Teil der Neuausrichtung des US-Konzerns geplant, der sich stärker auf industrielle Sparten mit größerem Wachstumspotenzial konzentrieren will. Electrolux ist bereits jetzt der zweitwichtigste Anbieter von Haushaltsgeräten auf dem US-Markt nach dem einheimischen Hersteller Whirlpool.

„Steueroase“: Ukraine nahm Österreich von schwarzer Liste

Im vergangenen Mai hat die Ukraine Österreich auf eine „schwarze Liste“ von Ländern gesetzt, die als Steueroasen betrachtet und entsprechend behandelt werden. Diese Entscheidung wurde wieder rückgängig gemacht und Österreich von der Liste gestrichen, wie das Außenministerium gestern der APA mitteilte.

Die Regierung in Kiew hatte eine neue Transferpreiskontrolliste erlassen, auf der sich 76 Länder und Gebiete, darunter auch Österreich, befanden. Das hatte zur Folge, dass heimische Exportunternehmen gegenüber Konkurrenten aus Ländern, die nicht auf der Liste stehen, steuerlich benachteiligt wurden.

OECD erwartet billigere Landwirtschaftsprodukte

Landwirtschaftsprodukte werden in den kommenden zehn Jahren allmählich günstiger. Die inflationsbereinigten Preise würden aber über jenen vom Anfang der 2000er Jahre bleiben, gab die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gestern im aktuellen „Landwirtschaftsausblick 2015-2024“ bekannt.

Die Entwicklung sei vor allem auf die hohe Produktivität und die gleichzeitig langsamer wachsende Nachfrage zurückzuführen. Ein weiterer Grund seien die niedrigen Ölpreise. Diese würden nicht nur die Energie- und Düngemittelkosten verkleinern, sondern auch den Anreiz zur Produktion von Biokraftstoff verringern.

Nachfrage in Entwicklungsländern soll steigen

Große Veränderungen werden in Entwicklungsländern erwartet. Durch Bevölkerungszuwachs, höhere Pro-Kopf-Einkommen und Urbanisierung werde sich der Bedarf an Nahrungsmitteln vergrößern. Dort werde es in den nächsten Jahren zu einer erhöhten Nachfrage nach Produkten mit tierischem Eiweiß kommen, wodurch die Preise für Fleisch und Milchprodukte im Vergleich zu den Erntepreisen hoch sein würden, hieß es weiter.

OECD-Generalsekretär Angel Gurria warnte bei der Präsentation des Berichts davor, sich auf diesem Ausblick auszuruhen. Die Regierungen sollten die aktuellen Bedingungen nutzen, um sich auf eine Entwicklungspolitik zu konzentrieren, die die Produktivität erhöht und Innovationen vorantreibt. „Man sollte für ein robustes System sorgen, das sowohl Konsumenten als auch Landwirten nützt“, sagte Gurria.

Sport

Damen-WM: Japan besiegt England

Japan trifft im Finale der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft auf die USA. Die Japanerinnen setzten sich im Halbfinale glücklich gegen die Engländerinnen 2:1 (1:1) durch. Die Entscheidung fiel durch ein Eigentor der „Lionesses“ in der Nachspielzeit.

Im Commonwealth-Stadion brachte Aya Miyama die „Nadeshiko“ in der 33. Minute per Foulelfmeter in Führung. Fara Williams (40.) glich ebenfalls per Strafstoß noch vor der Pause aus. Der Siegtreffer für das Team von Norio Sasaki fiel erst in der Nachspielzeit (90.+2) durch ein Eigentor von Laura Bassett, die vor der einschussbereiten Yuki Ogimi retten wollte.

Im Finale der Frauen-WM treffen am Sonntag (01.00 Uhr MESZ) in Vancouver in einer Neuauflage des Finales von 2011 in Deutschland die USA und Japan aufeinander. Somit bietet sich den Amerikanerinnen, die sich am Dienstag in Montreal im Halbfinale mit 2:0 gegen die DFB-Frauen durchgesetzt hatten, die Chance zur Revanche. Vor vier Jahren hatten die USA das WM-Endspiel gegen Japan im Elfmeterschießen verloren.

Die Engländerinnen, die zum ersten Mal in einem WM-Halbfinale standen, hielten gegen den Weltmeister aus Asien lange sehr gut mit, hatten in der zweiten Spielhälfte sogar die besseren Chancen. Doch Toni Duggan (62.) scheiterte an der Latte und Elen White an Torhüterin Ayumi Kaihori (64.). Mit der Einwechslung von Bayern Münchens Mana Iwabuchi wurde Japan stärker und war am Ende beim Eigentor von Basset die glücklichere Mannschaft.

Die Deutsche Elf von Trainerin Silvia Neid dürfte im „kleinen Finale“ gegen England leicht favorisiert sein. Denn von bisher 20 Vergleichen gewann Deutschland 18, hat noch kein Länderspiel gegen England verloren. Beim letzten großen Duell im EM-Finale 2009 in Helsinki triumphierte das deutsche Team mit 6:2. Das Spiel um Platz drei findet am Samstag um 22.00 MESZ statt.

Fußball: Magaths Gründe für Absage an Austria

Lange Zeit war der Deutsche Felix Magath als Austria-Trainer im Gespräch gewesen, am Ende ergatterte Thorsten Fink den Job bei den „Veilchen“. Und eigentlich sei er sich mit Austrias Sportdirektor Franz Wohlfahrt einig gewesen.

Warum sich der 61-Jährige letztlich doch gegen ein Engagement in Wien entschied, erklärte er nun in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung „Kölner Express“: weil die Austria ein Problem habe, „das viele Traditionsvereine haben“. Auch aus einem möglichen Trainerposten bei 1860 München wurde nichts.

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Wimbledon: Thiem muss sich Verdasco beugen

Dominic Thiem hat gestern nur knapp den Einzug in die dritte Wimbledon-Runde verpasst. Österreichs Nummer eins musste sich am heißesten Tag der Wimbledon-Geschichte dem Spanier Fernando Verdasco in fünf Sätzen geschlagen geben.

Thiem gewann die Sätze eins sowie drei und lag auch in der Entscheidung bereits mit einem Break voran. Am Ende fehlte dem 21-Jährigen gegen den zehn Jahre älteren Verdasco aber die Routine, um den Sieg unter Dach und Fach zu bringen.

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Fußball: Alaba meldet sich bei Bayern zurück

Knapp sieben Wochen vor dem Auftakt in der deutschen Bundesliga hat Bayern München gestern den Countdown zur erfolgreichen Titelverteidigung gestartet. Insgesamt 15 Spieler konnte Starchoach Josep Guardiola zur ersten Einheit nach der Sommerpause begrüßen - darunter auch ÖFB-Star David Alaba, der die Endphase der vergangenen Saison verletzt verpasst hatte. Pünktlich zum Trainingsstart präsentierten die Bayern zudem mit dem Brasilianer Douglas Costa die erste millionenschwere Neuverpflichtung für die kommende Saison.

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Chronik

Delfin bricht Frau Knöchel auf Boot

Ein Bootsausflug, um Delfine zu beobachten, hat für eine Kalifornierin ein schmerzhaftes Ende genommen. Sie hätten nahe der Küste in Dana Point Harbor eine Gruppe Delfine gesehen, die nah an ihrem Boot vorbei schwammen, berichtete deren Ehemann Dirk Frickman gestern Reportern. Plötzlich sei eines der Tiere in ihr Boot gesprungen und auf den Beinen seiner Frau gelandet.

„Es war fast so, als sei es vom Himmel gefallen“, sagte die verletzte Chrissie Frickman nach Angaben des Senders KTLA. Bei dem „traumatischen“ Vorfall im Juni habe sie sich beide Fußknöchel gebrochen. Der Delfin habe auf dem Deck wild um sich geschlagen, das Ehepaar und seine zwei Kinder suchten auf der anderen Seite des Motorbootes Schutz und alarmierten die Behörden. Ein Polizeiboot kam der Familie zur Hilfe.

„Angst um Delfin und Kinder“

Auf Twitter veröffentlichte die Behörde gestern Fotos von der Rettungsaktion. Das Tier konnte im Hafen aus seiner misslichen Lage befreit und wieder im Meer ausgesetzt werden. Der Delfin habe sich lediglich leichte Schnittwunden geholt, sagte Dirk Frickman. Er sei „sehr schnell“ davongeschwommen. „Ich hatte Angst um den Delfin und Angst um meine Kinder“, fügte seine Frau hinzu.

Das Tier sei sicher ebenso traumatisiert wie ihre Familie gewesen, zeigte Frickman allerdings Verständnis. Delfine würden häufig in der Nähe von Booten schwimmen, sagte Jeff Hallock von der Polizei in Orange County der „Los Angeles Times“. Die Begegnungen seien normalerweise völlig harmlos. „So etwas haben wir noch nie zuvor gesehen“, erklärte Hallock.

D: Frau fährt in Warteschlange - Mädchen tot

Mit einem Geländewagen ist eine Frau in Lollar bei Gießen in Deutschland gestern in eine Warteschlange vor einem Schwimmbad gefahren und hat eine Jugendliche tödlich verletzt. Die 14-Jährige starb kurz nach dem Unfall im Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte.

Eine weitere 14-Jährige wurde schwer und ein 16-Jähriger leicht verletzt. Die 62 Jahre alte Unfallverursacherin kam mit einem Schock ins Krankenhaus. Sie habe offenbar Bremse und Gaspedal verwechselt, sagte ein Polizeisprecher.

Brütende Hitze zu Ferienbeginn

Rechtzeitig zum Ferienbeginn im Osten Österreichs kommt auch der Sommer so richtig auf Touren. „Es wird von Tag zu Tag heißer“, heißt es dazu aus der ORF-Wetterredaktion. Von Westen her breitet sich die Hitzewelle dann auf das ganze Land aus. Der vorläufige Höhepunkt wird am Wochenende mit bis zu 38 Grad erwartet - im Osten bleibt es bis kommenden Dienstag heiß. Die notwendige Abkühlung bietet ein Sprung in den See - die Wassertemperaturen hinken der Jahreszeit nämlich noch etwas hinterher.

Mehr dazu in Auch nach dem Wochenende bleibt es heiß

Wien: Einigung mit Vorbehalten im Spitalsärztestreit

Das Thema Streik ist vom Tisch: Die Kurie der angestellten Ärzte der Wiener Ärztekammer hat das aktuellste Paket für die Spitalsärzte im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) angenommen, allerdings mit Vorbehalten. Zwei wesentliche Forderungen müssen noch erfüllt werden.

Das Paket sei „mit großer Mehrheit“ angenommen worden, da die wichtigsten Forderungen erfüllt worden seien, teilte die Kammer gestern mit. Jedoch nur unter dem Vorbehalt, dass die Gemeinde Wien „ihre eigene Dienstordnung auch einhält“.

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Religion

Was Österreich gegen Dschihadismus tut

Mehr als 200 Personen aus Österreich sind in der jüngeren Vergangenheit als Dschihadisten nach Syrien gegangen. Was wird getan, um Jugendliche davor zu schützen, in den Sog von Extremisten zu geraten? Auf politischer Ebene gehört Präventionsarbeit gegen Extremismus längst zur Realität.

Auch verschiedene muslimische Organisationen widmen sich dem schwierigen Gebiet. Die Bekämpfung des Extremismus sei allerdings von Muslimen allein nicht zu schaffen, so Dudu Kücükgöl von der Muslimischen Jugend Österreich (MJÖ) im Gespräch mit religion.ORF.at.

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Kultur

Brettspiel „Monopoly“ wird verfilmt

Der Spielzeughersteller Hasbro will das Brettspiel „Monopoly“ auf die Leinwand bringen. Andrew Niccol („The Truman Show“) wurde beauftragt, das Drehbuch für den Film zu schreiben, berichtete das Branchenblatt „Variety“. Der Film, für den noch kein Startdatum angegeben wurde, soll gemeinsam mit dem Filmstudio Lions Gate produziert werden.

Der Film dreht sich um die Geschichte eines Buben aus der Baltic Avenue, eine der billigsten Straßen in der US-Fassung des Brettspiels, der sich auf den Weg macht, um reich zu werden. In dem mehr als 100 Jahre alten Spiel geht es darum, Grundstücke und Immobilien zu kaufen und zu vermieten. 275 Millionen Exemplare des Brettspiels in 47 Sprachen wurden bisher verkauft.

Leute

Saudischer Prinz Walid will gesamtes Vermögen spenden

Der saudische Prinz Walid bin Talal will nach eigenen Angaben umgerechnet 28,6 Milliarden Euro und damit sein ganzes Vermögen für wohltätige Zwecke stiften.

Er wolle das Geld in den nächsten Jahren seiner Organisation Alwaleed Philanthropies zukommen lassen, sagte der 60-Jährige. Diese unterstützt laut ihrer Website unter anderem weltweit Projekte gegen Armut.

Walid bin Talal ist dem Magazin „Forbes“ zufolge der reichste Mann Saudi-Arabiens. Dem Prinzen, der seinen Reichtum offen zur Schau stellt, gehört unter anderem ein Immobilienimperium, darunter zahlreiche Luxushotels. Er ist auch an dem Kurznachrichtendienst Twitter beteiligt.

Vor zwei Jahren hatte er sich darüber beschwert, dass er auf die „Forbes“-Liste der Superreichen nur auf Platz 26 aufgetaucht war. Sein Vermögen sei zu niedrig bewertet worden, klagte er damals.