Ausland

Wieder Flüchtlingsboot im Mittelmeer gekentert

Vor der Küste Libyens ist erneut ein Boot mit Dutzenden Flüchtlingen gesunken. Wie italienische Medien gestern berichteten, wurden zehn Leichen geborgen, bis zu 30 weitere Menschen wurden vermisst. 55 der Schiffbrüchigen konnten demnach von einem Frachtschiff gerettet werden, das von der italienischen Küstenwache alarmiert wurde.

Das Unglück ereignete sich den Medienberichten zufolge rund 40 Kilometer von der libyschen Küste entfernt. Das überfüllte Boot war laut den Berichten von dem nordafrikanischen Land in Richtung Italien aufgebrochen, als es in Seenot geriet.

Hundert Menschen an Bord

Die Überlebenden berichteten ihren Rettern, dass etwa hundert Menschen an Bord des Flüchtlingsbootes gewesen seien. Die Küstenwache forderte weitere Schiffe in der Region auf, ihre Route zu ändern und an der Unglücksstelle nach möglichen Überlebenden oder Opfern zu suchen.

Immer wieder geraten Flüchtlinge aus Afrika und Asien, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen, in Seenot. Ihre Boote sind meist überfüllt und nicht seetüchtig. Am 10. September ertranken nahe Malta rund 500 Flüchtlinge, nur zehn Menschen überlebten das Unglück. Seit Jahresbeginn kamen laut UNO-Angaben mehr als 2.500 Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ums Leben.

Neue polnische Regierung wird vereidigt

Die neue polnische Regierungschefin Ewa Kopacz wird heute zusammen mit ihrem Kabinett vereidigt. Die bisherige Parlamentspräsidentin tritt die Nachfolge von Donald Tusk an, der im Dezember als EU-Ratsvorsitzender nach Brüssel geht.

Bis auf fünf Minister waren die Regierungsmitglieder bereits im Kabinett von Tusk. Wichtigster Personalwechsel: Außenminister Radoslaw Sikorski ist nicht länger Mitglied der Mitte-rechts-Regierung, sondern Kandidat der Koalitionsparteien für das Amt des Parlamentspräsidenten.

Nach Waffenruhe: Regierungsbildung im Jemen

Nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrags soll im Jemen in den kommenden Tagen eine Regierung der nationalen Einheit gebildet werden. Wie der britische Sender BBC berichtete, einigten sich die politische Führung und die schiitischen Huthi-Rebellen darauf.

Kurz zuvor war Ministerpräsident Mohammed Basindwa zurückgetreten und hatte so den Weg für eine neue Regierung frei gemacht. Dieser sollen Experten angehören, die auch aus den Reihen der Huthis kommen.

Ende der tagelangen Kämpfe in Sanaa

Das Abkommen sieht vor, dass die Regierung binnen eines Monats gebildet wird. Sie soll Wirtschaftsreformen anstoßen, den Militär- und Sicherheitsapparat umbilden und die umstrittene Treibstoffpreiserhöhung zurücknehmen. Zudem gilt ab sofort eine Waffenruhe. Sie soll einen Schlussstrich unter die tagelangen Kämpfe in Sanaa ziehen, bei denen mehr als 100 Menschen getötet wurden.

Das Innenministerium wies bereits die Sicherheitskräfte an, Zusammenstöße mit den Rebellen zu vermeiden, da diese „Freunde der Polizei“ seien.

Weltweite Kundgebungen für den Klimaschutz

In zahlreichen Städten auf verschiedenen Kontinenten haben gestern Kundgebungen für einen verstärkten Klimaschutz stattgefunden.

310.000 Menschen in New York

Die größte Demonstration fand in New York statt: Mit Plakaten und Trillerpfeifen zogen 310.000 Menschen durch die Straßen. An der nach Angaben der Organisatoren „größten Klimademonstration aller Zeiten“ nahmen auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, Hollywood-Star Leonardo DiCaprio, der frühere US-Vizepräsident Al Gore und New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio teil.

Rund 10.000 Menschen beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter an der „Silent Climate Parade“ im Zentrum von Berlin, rund 40.000 nahmen nach Angaben der Veranstalter an einer ähnlichen Veranstaltung in London teil, 5.000 in Paris.

Weitere Demonstrationen gab es in Amsterdam, Stockholm, Rom, Madrid, Delhi und Rio de Janeiro. Insgesamt sollte es weltweit rund 2.700 Veranstaltungen in 158 Ländern geben.

UNO-Klimagipfel morgen

Die Demonstrationen für den Klimaschutz gehen dem morgigen UNO-Klimagipfel voraus, an dem mehr als 120 Staats- und Regierungschefs teilnehmen wollen.

Schwere Materialverluste für ukrainische Armee

Die ukrainischen Regierungstruppen haben im Verlauf ihrer Einsätze gegen die Separatisten im Osten des Landes schwere Verluste an Material erlitten. „Es wurde zwischen 60 und 65 Prozent der Militärtechnik zerstört“, beschrieb Präsident Petro Poroschenko gestern Abend im ukrainischen Fernsehen die Verluste an Panzern und schwerem Gerät.

Mit dem vereinbarten Teilrückzug der Kampftruppen beider Konfliktparteien und der Bildung von Pufferzonen habe die Ukraine nunmehr die Gelegenheit, die Einheiten aufzufrischen, die lange Zeit im Kampf gestanden waren. „In einer dieser Einheiten hat mein Sohn gekämpft“, zitierte die russische Agentur RIA Nowosti den ukrainischen Staatschef.

In dem Interview betonte Poroschenko, dass sein Land den Frieden brauche. Er selbst wolle alles unternehmen, „um den Friedensplan umzusetzen“.

Ghani ist neuer Präsident Afghanistans

Afghanistans früherer Finanzminister Ashraf Ghani ist offiziell zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt worden. Das gab die Wahlkommission gestern bekannt. Ghani und sein Rivale Abdullah Abdullah, ehemals Außenminister des Landes, hatten monatelang über den Ausgang der Präsidentschaftswahl gestritten und einander des Betrugs beschuldigt.

Ebenfalls gestern einigten sich Ghani und Abdullah auf eine Einheitsregierung - diese könnte sich allerdings angesichts der erbitterten Rivalitäten zwischen den Lagern als schwierig erweisen.

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Inland

Asylquartiere: Mikl-Leitner will Assistenzeinsatz des Heeres

Die Asylunterbringung in Österreich stößt laut Innenministerium in der nächsten Woche an ihre Kapazitätsgrenzen. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) will deshalb Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) und das Bundesheer um „Assistenzeinsatz“ in Sachen Flüchtlingsunterbringung in Kasernen ersuchen. Das Ministerium bestätigte gestern Nachmittag einen entsprechenden Bericht des „Kurier“.

Asylkapazitäten ab nächster Woche erschöpft

Spätestens morgen müssten im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen 1.600 Menschen versorgt werden, was auch für das Innenministerium selbst nicht mehr tragbar sei, wie es hieß. Traiskirchen würde dann vom Innenministerium selbst gesperrt. Auch die zuletzt genutzten Polizeiturnsäle reichten nicht mehr aus. Das sei eine direkte Auswirkung der Asylblockade von Ländern und Gemeinden, klagt das Innenministerium nur wenige Tage vor der für kommende Woche angesetzten Tagung der Landesflüchtlingsreferenten.

Zugleich reiße der Flüchtlingsstrom aus Kriegs- und Krisenländern wie Syrien nicht ab. Allein im September werden über 3.000 Kriegsflüchtlinge in Österreich Schutz suchen. Zuletzt sei auch die Zahl der Asylanträge aus der Ukraine deutlich gestiegen. Für 2014 rechnet das Innenministerium mit 26.000 Asylanträgen. Das wäre eine Steigerung von über 50 Prozent gegenüber 2013 und ein Rekordwert in den letzten zehn Jahren, so das Ministerium.

Blockade durch Länder und Gemeinden „Schande“

„Täglich erreichen uns nicht nur die Bilder des Mordens, des Terrors und der Verfolgung, sondern eben auch die Menschen, die genau davor fliehen und bei uns Schutz suchen. Die öffentlichen Diskussionen dazu sind schon bisher unwürdig genug. Aber jetzt stehen wir vor einem neuen traurigen Tiefpunkt“, erklärte Innenministerin Mikl-Leitner dazu gegenüber der APA.

„Wenn wir einerseits von den Bundesländern ausgerichtet bekommen, dass sie eigentlich auf Knopfdruck Hunderte Flüchtlinge in vernünftigen Quartieren unterbringen könnten, das aber aufgrund des Widerstands einzelner Bürgermeister nicht geht, und andererseits müssen wir deshalb in Kasernen und vielleicht sogar Zelte wie in Deutschland ausweichen, dann ist das der Bankrott der Hilfsbereitschaft in unserem Land - und eigentlich eine Schande.“

Verteidigungsministerium zurückhaltend

Im Verteidigungsministerium kommentierte man den Vorstoß Mikl-Leitners zurückhaltend. „Sobald das Innenministerium an uns herantritt, werden wir uns das anschauen, prüfen und danach in Gespräche eintreten“, sagte ein Sprecher von Verteidigungsminister Klug.

Stöger pocht auf ÖIAG-Reform

Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) pocht auf eine ÖIAG-Reform, wie sie im Regierungsprogramm vorgesehen ist. „Wir haben im Regierungsprogramm klar gesagt, dass sich an der ÖIAG selbst etwas zu ändern hat, und ich stehe dazu“, so Stöger gestern im Interview mit dem ORF-Parlamentsmagazin „Hohes Haus“. Er persönlich verhandle diesen Bereich aber nicht.

Die ASFINAG und die ÖBB seien gut aufgestellt und im Verkehrsministerium bestens aufgehoben, sagte Stöger. Die Neugestaltung der staatlichen Industrieholding ÖIAG habe mit den ÖBB nichts zu tun, und im Regierungsprogramm lese er auch nichts über einen Wechsel der ASFINAG zur ÖIAG.

Die neu gewählte ÖBB-Aufsichtsratspräsidentin Brigitte Ederer habe sein volles Vertrauen, so Stöger. Sie könne als ehemalige Siemens-Spitzenmanagerin große Betriebe steuern, sei umsichtig und wisse, was die Kundinnen und Kunden brauchen. Interessenkonflikte wegen Ederers früherer Siemens-Tätigkeit fürchte er nicht.

Sport

Bundesliga: Rapid nimmt wieder Fahrt auf

Mit dem Sieg gegen Tabellenführer WAC, dem dritten in Folge, hat Rapid den Schatten des schwachen Saisonstarts endgültig abgeschüttelt. Der Wohlfühlfaktor in den Reihen der Mannschaft von Trainer Barisic ist gestiegen. Noch vor einem Monat hatte es in Wien-Hütteldorf noch anders ausgesehen. Doch gerade in dieser veritablen Krise sei die Mannschaft enger zusammengerückt, sagte Robert Beric, der mit zwei Treffern zum Matchwinner gegen den WAC wurde. Zufrieden war auch Barisic - nur den zu Saisonbeginn verschenkten Punkten trauert er nun nach.

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Eishockey: Erfolgslauf von Caps und Salzburg hält an

Der Erfolgslauf von Red Bull Salzburg und den Vienna Capitals in der Erste Bank Eishockey Liga hält an. Während sich die Salzburger gestern vor heimischem Publikum klar gegen Dornbirn durchsetzten und den vierten Sieg im vierten Spiel feierten, blieben auch die Caps ungeschlagen und kamen zu einem 3:2-Arbeitssieg in Innsbruck. Die Graz 99ers gingen indes beim Gastspiel in Villach als Sieger vom Eis. Erfolge feierten auch Fehervar und EBEL-Meister Südtirol.

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Fußball: Spektakuläre Niederlage für ManUnited

Der 4:0-Erfolg letzte Woche gegen die Queens Park Rangers hätte für Manchester United der Wendepunkt in der Premier League sein sollen, es bleibt aber vorerst der einzige Sieg in dieser Saison. Die um über 100 Mio. Euro hochgerüsteten „Red Devils“ mussten unter der Führung von Neo-Coach Louis van Gaal gestern in der fünften Runde der englischen Premier League die nächste empfindliche Niederlage hinnehmen. In Leicester verspielten Rooney und Co. in der letzten halben Stunde eine bequeme 3:1-Führung und gingen noch mit 3:5 unter.

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Fußball: „Kölner Mauer“ hält auch im Derby

Auch in der vierten Runde der deutschen Bundesliga hat die „Kölner Mauer“ dem gegnerischen Ansturm standgehalten. Der von Peter Stöger trainierte Aufsteiger 1. FC Köln erreichte gestern im Rhein-Derby gegen Borussia Mönchengladbach das dritte torlose Remis und ist punktegleich mit den ebenfalls noch ungeschlagenen Gladbachern Tabellenachter. Der bisherige Spitzenreiter Bayer Leverkusen erlitt in Wolfsburg mit einem 1:4 die erste Niederlage, Sensationstabellenführer ist damit Bundesliga-Neuling Paderborn.

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Wirtschaft

GM ruft wieder Hunderttausende Pkws in die Werkstätten

Die Opel-Mutter General Motors (GM) muss erneut Autos wegen technischer Mängel in die Werkstätten zurückrufen. Bei 221.558 Fahrzeugen der Typen Cadillac XTS und Chevrolet Impala habe es Probleme mit den Handbremsen gegeben, geht aus einem Schreiben der US-Bundesbehörde für Fahrzeugsicherheit (NHTSA) hervor, das Reuters gestern einsehen konnte.

Der Defekt könnte einen Brand auslösen. GM seien in Zusammenhang mit dem Rückruf keine Unfälle oder Verletzungen bekannt. Der größte US-Autohersteller hat seit Monaten mit einer riesigen Rückrufwelle zu kämpfen. Seit Jahresbeginn beorderte GM mehr als 30 Millionen Fahrzeuge wegen Defekten zurück.

„Kreativbier“ gegen schwindenden Durst

Der Bierdurst in Westeuropa und den USA ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Um zu wachsen, übernehmen die weltweit größten Bierkonzerne verstärkt Mitbewerber in Wachstumsmärkten wie Asien und Afrika. Mit dem Ergebnis, dass vier internationale Brauereiriesen einen immer größeren Teil des globalen Bierausstoßes kontrollieren.

Österreich hat die Zeit der Marktbereinigung laut Experten bereits hinter sich. Inzwischen entstehen sogar wieder viele kleine Brauereien und mit ihnen eine Vielfalt an regionalen Nischenprodukten und Kreativbieren. Vom saisonalen Kürbisbier bis zu exotischen Braurezepten - die Spezialbiere liegen klar im Trend.

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Chronik

Brand in sibirischem Hochhaus - über 100 Menschen gerettet

Bei einem Großbrand in einem 25-stöckigen Hochhaus hat der russische Zivilschutz in der sibirischen Stadt Krasnorjarsk alle Bewohner gerettet. Die 115 Menschen aus dem Haus wurden unter anderem in einer Schule in Sicherheit gebracht, wie die Behörden gestern mitteilten. Es habe keine Verletzten gegeben. Auf Bildern war die brennende Fassade des Hauses zu sehen.

Zum Löschen setzte der Zivilschutz auch Hubschrauber ein. Ermittler sprachen von einer leicht brennbaren Verkleidung sowie von Balkonen aus Kunststoff. Die Brandursache war unklar. Der Neubau soll nur zum Teil bewohnt gewesen sein. Möglicherweise waren Teile des Hauses noch eine Baustelle, auf der das Feuer bei Arbeiten ausbrach.

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Ebola: Dutzende Leichen in Sierra Leone gefunden

Während der dreitägigen Ausgangssperre in Sierra Leone haben Helfer in und um die Hauptstadt Freetown bis zu 70 Leichen entdeckt. Die Toten seien von den Freiwilligenteams beerdigt worden, sagte die stellvertretende Leiterin der Gesundheitsdienste, Sarian Kamara, gestern. Bis gestern Früh seien zudem 22 neue Fälle gemeldet worden.

Experten und NGOs bezweifelten, dass es den insgesamt 30.000 Helfern gelungen sei, in nur drei Tagen alle 1,5 Millionen Haushalte zu erreichen. Die Helfer sollten den Menschen Seife und Informationen zur Vermeidung einer Ansteckung bringen. Kamara sagte, die Ausgangssperre sei „auf dem Weg“, ihr Ziel zu erreichen. Die NGO Human Rights Watch bezeichnete die vielfach kritisierte Maßnahme der Regierung dagegen als „PR-Aktion“.

Von den insgesamt mehr als 2.600 Ebola-Toten in Westafrika stammt mehr als die Hälfte aus Sierra Leones Nachbarland Liberia. Dort kündigte die Regierung an, die Behandlungskapazitäten in der Hauptstadt Monrovia deutlich zu erhöhen. „Menschen werden abgewiesen, weil es keinen Platz gibt“, sagte Informationsminister Lewis Brown der Nachrichtenagentur AFP. Deshalb werde die Anzahl der Betten bis Ende Oktober von 250 auf 1.000 erhöht. Der aktuelle Erreger des hämorrhagischen Fiebers führt in etwa jedem zweiten Fall zum Tod.

Jackpot bei Lotto „6 aus 45“

Kein Spielteilnehmer hat bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ die richtigen sechs Gewinnzahlen auf seinem Schein gehabt, im Dreifachjackpot für die nächste Ziehung am Sonntag bleiben über 4,8 Mio. Euro.

Folgende Zahlen wurden gezogen:

8 13 17 24 25 29/Zusatzzahl 23

Beim Joker hatte ein Spielteilnehmer die korrekten Gewinnzahlen auf der Quittung, er erhält etwa 468.800 Euro.

Die aktuelle Jokerzahl lautet:

3 6 9 5 1 4

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Gesundheit

Science

NASA-Sonde „Maven“ umrundet Mars

Die NASA-Sonde „Maven“ hat nach einer zehnmonatigen Reise zum Mars die Umlaufbahn des Roten Planeten erreicht. Die US-Raumfahrtbehörde NASA teilte gestern mit, der unbemannte Roboter habe mit der Umrundung des Mars begonnen.

„Maven“ soll erkunden, wie es auf dem Roten Planeten vor mehreren Milliarden Jahren zum Wandel von einem warmen, feuchten Klima zu einem trockenen, kalten Klima kam. Das soll bei der Beantwortung der Frage helfen, ob es einst Leben auf dem Mars gab.

Im November gestartet

„Maven“ war im November vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral ins All geschickt worden und hatte seitdem 711 Millionen Kilometer zurückgelegt. Vor Beginn der Messungen soll die Sonde eine sechswöchige Testphase durchlaufen. Die Messungen sollen ein Jahr dauern.

Mars als Lebensraum für Menschen?

Mit Hilfe der Sonde will die NASA herausfinden, wo das vor Milliarden Jahren existierende Wasser auf dem Mars und das Kohlendioxid in seiner Atmosphäre geblieben sind. Die Antwort darauf ist wichtig für die Beantwortung eines der größten Rätsel der Wissenschaft: ob es Leben auf dem Mars gab.

Die NASA will dabei zugleich herausfinden, ob Menschen auf dem Mars überleben könnten. Die US-Raumfahrtbehörde erwägt eine bemannte Marsmission um das Jahr 2030.

Kultur

Protest bei Verleihung von Ibsen-Preis an Handke

Der in Frankreich lebende österreichische Literat Peter Handke (71) hat gestern Nachmittag den Internationalen Ibsen-Preis empfangen. Vor dem Nationaltheater in Oslo hielten bosnische Aktivisten nach Angaben der norwegischen Veranstalter eine lautstarke Protestkundgebung ab.

Nach der kurzen Übergabezeremonie an Handke, der persönlich angereist war, stand im Nationaltheater Handkes 2010 erschienenes Stück „Immer noch Sturm“ auf dem Programm. Derzeit findet in Norwegen das Internationale Ibsen-Festival statt.

Handke soll heute in Skien, der Geburtsstadt Henrik Ibsens, eine Konferenz zu Ehren des norwegischen Nationaldichters eröffnen. Für Handkes Rede sind 40 Minuten vorgesehen. In Norwegen war die Zuerkennung des begehrten, mit 2,5 Millionen Kronen (etwa 306.600 Euro) dotierten Theaterpreises an Handke wegen dessen politischen Engagements für Serbien heftig kritisiert worden. Lokalpolitiker in Skien haben angekündigt, der Konferenz fernbleiben zu wollen.