Ausland

Israelischer Soldat vermisst

In dem vor mehr als zwei Wochen wieder aufgeflammten Konflikt zwischen der radikalislamischen Hamas und Israel wird ein israelischer Soldat „vermisst“. Das gab die israelische Armee heute bekannt. Es werde vermutet, dass der Soldat tot sei, zitierten israelische Medien einen Militärvertreter.

Am Sonntag erklärte die im Gazastreifen herrschende Hamas, einen israelischen Soldaten entführt zu haben, die israelische Armee dementierte das. Der israelische Sender Channel 10 News berichtete, dass der Mann in einer Attacke am Sonntag getötet worden sei. Die israelische Zeitung „Haaretz“ erklärte, dass erst sechs der sieben getöteten Soldaten identifiziert worden seien.

Größte Gefahr für Israels Armee

Die Entführung eines Soldaten durch die Hamas ist die größte strategische Gefahr aus Sicht Israels. Es weckt Erinnerungen an das jahrelange Tauziehen um den entführten Soldaten Gilad Schalit. Für die Hamas wäre ein israelischer Soldat eine politische Trumpfkarte, die ihr in der derzeitigen Auseinandersetzung, in der sie nicht nur von Israel militärisch, sondern auch von Ägypten politisch bedrängt wird, neue Macht gäbe.

Zivilisten im Gazastreifen zwischen den Fronten

Unterdessen überschritt im Gaza-Konflikt das UNO-Palästinenserflüchtlingswerk (UNRWA) offenbar seine Kapazitäten. Über 85.000 Zivilisten befinden sich derzeit in Einrichtungen des UNRWA.

Insgesamt sollen in dem zwischen der radikalen Palästinenserorganisation Hamas und Israel schwer umkämpften Gazastreifen seit Beginn der Kämpfe rund 130.000 Palästinenser ihre Wohnhäuser verlassen haben, wie das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR) berichtete.

Für viele stellt sich die Frage, wohin sie überhaupt vor den Gefechten und Raketenangriffen flüchten sollen - oft bleiben nur Freunde und Verwandte. Die Hamas hingegen ruft zum Verbleib in den Häusern auf - als lebende Schutzschilde, so Israel.

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UNICEF-Gipfel gegen Genitalverstümmelung und Kinderehe

In London findet heute der erste Mädchengipfel Girl Summit 2014 statt. Veranstaltet wird das Gipfeltreffen von der britischen Regierung und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF). Im Zentrum des Treffens stehen der Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und Kinderehen, gab die UNICEF in einer Aussendung bekannt.

„Mädchen sind kein Besitz. Sie haben das Recht, ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Wenn sie das tun, profitieren alle“, betonte UNICEF-Direktor Anthony Lake im Vorfeld des Events. Laut dem Kinderhilfswerk sind die Zahlen von FGM und Kinderehen in den vergangenen drei Jahrzehnten leicht zurückgegangen.

130 Mio. Mädchen und Frauen Opfer von Genitalverstümmelung

Genitalverstümmelungen finden um ein Drittel weniger häufig statt als vor 30 Jahren, was vor allem einer Kombination aus Aktivismus auf Gemeindeebene und Gesetzgebung zu verdanken sei. 130 Millionen Mädchen und Frauen aus 29 Ländern in Afrika und dem Mittleren Osten sind demnach Opfer von FGM. In den betroffenen Staaten spricht sich, laut UNICEF, allerdings der Großteil der Bevölkerung mittlerweile dagegen aus. Von Kinderehen sind demnach weltweit 700 Millionen Frauen betroffen, die Hälfte davon in Südasien. Jeder dritte Fall entfällt laut Aussendung auf Indien.

Bei gleichbleibenden Rückgangsraten würden allerdings die Zahlen von Kinderehen aufgrund des Bevölkerungswachstums bis 2050 unverändert bleiben und jene von Genitalverstümmelungen sogar um 63 Millionen steigen, warnt die UNICEF. Um diesen Anstieg auszugleichen, müssten raschere Fortschritte erzielt werden.

Libyen: 16 Tote bei Kämpfen zwischen Islamisten und Armee

Bei Kämpfen zwischen Islamisten und Regierungstruppen in Libyen sind mindestens 16 Menschen getötet worden. Zudem habe es bei den Auseinandersetzungen in der östlichen Stadt Bengasi mehr als 80 Verletzte gegeben, sagten Vertreter der Rettungskräfte und des Militärs heute.

Drei Zivilisten unter Opfern

Bei den meisten Opfern handelte es sich demnach um Soldaten. Drei Zivilisten, unter ihnen ein Ägypter, seien getötet worden, als eine Rakete in ihr Haus einschlug.

Laut Armeeangaben brachen die Kämpfe aus, nachdem eine islamistische Miliz eine Kaserne in der Stadt angegriffen hatte. Das ölreiche nordafrikanische Land kommt seit dem Sturz des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi vor rund drei Jahren nicht zur Ruhe. Milizen, die aus den verschiedenen Rebellengruppen während des Bürgerkriegs hervorgegangen sind, prägen weiterhin die Politik in Libyen. Bengasi ist eine Hochburg der Islamisten.

55 ranghohe Polizisten in Türkei festgenommen

Bei einem landesweiten Einsatz sind in der Türkei heute 55 ranghohe Polizisten festgenommen worden. Wie mehrere Fernsehsender übereinstimmend berichteten, wird ihnen im Zuge der Ermittlungen gegen Gegner von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Allein 40 aktuelle und frühere Führungskräfte wurden demnach in Istanbul festgenommen, darunter der ehemalige Leiter der städtischen Anti-Terror-Einheit.

Hollande: Frankreich liefert Kriegsschiff an Russland

Ungeachtet der Kritik westlicher Partner will Frankreich ein Kriegsschiff an Russland liefern. Der erste der beiden Hubschrauberträger vom Typ Mistral sei nahezu fertig gebaut und werde wie geplant im Oktober ausgeliefert, sagte Präsident Francois Hollande gestern Abend.

Ob das zweite Schiff nach seiner Fertigstellung ebenfalls übergeben werde, hänge indes vom Verhalten Russlands ab. Zuvor hatte es in US-Regierungskreisen geheißen, Präsident Barack Obama sei angesichts des russischen Verhaltens in der Ukraine-Krise gegen das Geschäft.

Der britische Premierminister David Cameron hatte gefordert, kein EU-Land sollte nach dem Abschuss des malaysischen Verkehrsflugzeugs mehr Rüstungsgüter an Russland verkaufen. Ausdrücklich hatte er das französische Vorhaben kritisiert.

Paris verweist auf Strafzahlungen

Französische Diplomaten hatten im Mai erklärt, Hollande halte ungeachtet des Ukraine-Konflikts an dem Geschäft fest. Die beiden Schiffe im Wert von 1,2 Milliarden Euro sollten wie vereinbart geliefert werden. Ein Stopp des Projekts würde Frankreich mehr schaden als Russland, hatten die Diplomaten gesagt. Würden die Schiffe nicht geliefert, drohten Frankreich finanzielle Strafen.

Mit dem Kauf der Schiffe erhält Russland Zugang zu militärischer Hochtechnologie. Das Geschäft war 2011 vereinbart worden. Es sieht die Lieferung von zwei Hubschrauberträgern und die Option auf zwei weitere vor.

Norwegen gedenkt Opfer der Breivik-Anschläge

In Norwegen gedenken die Menschen heute der Opfer der Terroranschläge vom 22. Juli 2011. Damals hatte der Attentäter Anders Behring Breivik wahllos 77 Menschen im Regierungsviertel in Oslo und auf der Insel Utoya getötet. Unter den Toten waren viele Kinder und Jugendliche, die das Ferienlager der Arbeiterpartei auf der Insel besucht hatten.

Für die Tat war Breivik zu 21 Jahren Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Am dritten Jahrestag der Terroranschläge ist die Insel für Besucher geöffnet. Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg wird bei Gedenkfeiern Kränze im Regierungsviertel und auf Utoya niederlegen.

Medien: Zschäpe muss Verteidiger im NSU-Prozess behalten

Die Hauptangeklagte im Prozess um die rechtsextreme Gruppe NSU, Beate Zschäpe, muss Medienberichten zufolge ihre Verteidiger behalten. Das Oberlandesgericht München habe entschieden, den Juristen nicht das Mandat zu entziehen, berichteten „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“) und „Spiegel“ (Montag-Ausgaben) übereinstimmend.

Der vorsitzende Richter Manfred Götzl schrieb laut Vorabbericht der „FAZ“ zur Begründung, Zschäpe habe keine konkreten Anhaltspunkte für eine endgültige und nachhaltige Erschütterung des Vertrauensverhältnisses vorgebracht. Die 39-Jährige hatte in dem Prozess in der vergangenen Woche überraschend erklärt, sie habe in ihre Verteidiger kein Vertrauen mehr. Der Prozess wird heute fortgesetzt.

Inland

Offiziere kritisieren Regierung wegen Spardrucks scharf

In Österreich wird der Luftraum überwacht, aber nicht geschützt: Das Bundesheer hat kein Geld mehr, um die Eurofighter in die Luft zu schicken. SPÖ-Verteidigungsminister Gerald Klug hofft auf 2016, denn da soll es dann wieder mehr Geld geben. Die Offiziersgesellschaft übt scharfe Kritik an der Regierung und betont, das sei zu spät, denn bis dahin sei „das Bundesheer tot“.

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Akademikerball: Kritik an Prozess wird immer lauter

Seit gestern steht der 23-jährige Josef S. wieder vor Gericht. Die Anklage wirft dem Deutschen vor, am 24. Jänner bei den Demonstrationen gegen den Ball der Burschenschafter an Ausschreitungen beteiligt gewesen zu sein. Seit Jänner sitzt er in U-Haft, und bis vor kurzem war er der einzige Demonstrant, der angeklagt wurde.

Kritiker sprechen von einem Justizskandal: Die Anklage basiere auf der Zeugenaussage eines einzigen Polizisten, die „Beweise“ hätten sich bisher in Luft aufgelöst. Mittlerweile zeichnen auch deutsche Medien ein unschönes Bild der österreichischen Justiz. Und auch gestern brachte der Prozess viele Zeugen, aber keine stichhaltigen Beweise ans Licht.

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Zeugenmarathon zum Abschluss

Der Prozess wird heute fortgesetzt, zahlreiche Zeugen sind geladen. Unter anderen werden 50 Polizisten aussagen, die bei der Demonstration im Einsatz waren. Ob sich ein Urteil ausgeht, ist fraglich.

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Eisenbahner protestieren weiter

Die Eisenbahner wollen ihre Proteste für mehr Lohn in den kommenden Tagen fortführen. Den Betriebsversammlungen in Salzburg sollen am Donnerstag weitere Versammlungen in Linz und Graz folgen. Auch in Innsbruck soll eine Betriebsversammlung für Montag geplant sein.

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Sport

Bundesliga: Grödig feiert Auftakt nach Maß

Im Cup in Runde zwei, in der Europa League mit einem Bein weiter - und am Sonntag ein hochverdientes 1:1 gegen die Austria zum Bundesliga-Start: eine „perfekte Woche“, für Grödig-Trainer Michael Baur - obwohl die Salzburger bis zur 93. Minute wie der sichere Sieger aussahen. Der Austria-Motor stottert nach der Hitze-, Härte- und Nervenschlacht in der Generali Arena noch. Neo-Trainer Gerald Baumgartner gibt sich dennoch betont zuversichtlich.

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Erste Liga: St. Pölten tankt Selbstvertrauen

SKN St. Pölten hat gestern Selbstvertrauen für das Rückspiel der Europa-League-Qualifikation gegen Botew Plowdiw am Donnerstag getankt. Der ÖFB-Cup-Finalist gewann das Niederösterreich-Derby zum Auftakt der Ersten Liga gegen Horn mit 3:0. Das klare Ergebnis spiegelt allerdings den Spielverlauf keineswegs wider, auch die Horner hätten durchaus gewinnen können.

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Golf: McIlroy zurück an der Weltspitze

Rory McILroy hat mit seinem Heimsieg bei den British Open am Sonntag eindrücklich klargemacht, dass er trotz einiger Rückschläge in den letzten beiden Jahren zur Creme de la Creme der Golfwelt gehört. Der 25-Jährige aus dem nordirischen Holywood ist erst der dritte Spieler, der in diesem Alter dreifacher Major-Sieger ist. Seine Vorgänger sind Träger großer Namen: Jack Nicklaus und Tiger Woods. Mit seinem gestrigen Triumph schob er sich in der Weltrangliste auch wieder auf Rang zwei nach vorne.

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Wirtschaft

Credit Suisse mit höchstem Quartalsverlust seit 2008

Das Milliardenbußgeld in den USA hat die Credit Suisse im zweiten Quartal 2014 tief in die roten Zahlen gerissen. Die zweitgrößte Schweizer Großbank verbuchte eigenen Angaben von heute zufolge ein Minus von 700 Millionen Franken - das ist der höchste Verlust seit der Lehman-Krise von 2008.

Die Geldstrafe für Beihilfe zur Steuerhinterziehung belastete das Ergebnis dabei allein mit 1,6 Milliarden Franken. Im Investmentbanking konnte das Zürcher Institut den Vorsteuergewinn mit 752 Millionen Franken praktisch halten. Analysten hatten mit einem Konzernverlust von 581 Millionen Franken gerechnet.

Chronik

Zweijähriger in Salzburg von Lastwagen überrollt

Ein zweijähriger Bub ist gestern Vormittag in Bad Hofgastein (Salzburg) von einem Lastwagen überrollt und getötet worden. Der 35-jährige Lenker war stehen geblieben, um eine Passantin nach dem Weg zu fragen.

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Postler von eigenem Auto erdrückt

Ein 51-jähriger Postbediensteter ist gestern Vormittag in Linz von seinem eigenen Wagen erdrückt worden. Ein Fußgänger holte Hilfe, der Zusteller erlag aber noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.

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US-Klinik zahlt 140 Mio. wegen heimlicher Aufnahmen

Weil einer ihrer Ärzte Tausende Patientinnen heimlich filmte und fotografierte, muss eine US-Uniklinik eine Entschädigung von insgesamt 190 Millionen Dollar (140 Mio. Euro) zahlen. Das Gericht habe einem entsprechenden Vergleich zugestimmt, sagte gestern einer der Anwälte, der die Sammelklage von etwa 8.500 Betroffenen vertritt.

Es handelt sich um eine der höchsten jemals für Verfehlungen von Ärzten gezahlten Summen in den USA. In dem Prozess ging es um einen Frauenarzt, der seine Patientinnen unter anderem mit einer Minikamera im Kugelschreiber heimlich filmte.

Der 54-Jährige arbeitete jahrelang in der renommierten Johns-Hopkins-Klinik in Baltimore. Zwei Wochen nach Bekanntwerden des Skandals beging er im Februar 2013 Selbstmord.

Fährunglück in Südkorea: Schiffseigner tot

Der nach dem schweren Fährunglück in Südkorea geflüchtete Patriarch der „Sewol“-Eignerfamilie ist tot. Die Polizei erklärte, dass es sich bei einer im Juni entdeckten Leiche um die sterblichen Überreste des 73-jährigen Unternehmers Yoo Byung Eun handle. Seine Identität sei durch einen DNA-Test sowie einen Fingerabdruck bestätigt worden.

Die Leiche wurde nach Angaben der Ermittler bereits am 12. Juni im etwa 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Seoul gelegenen Suncheon entdeckt. Die Todesursache blieb zunächst unklar. Medienberichten zufolge war die auf einem Feld geborgene Leiche stark verwest.

Der Familie Yoos gehört die Chonghaejin Marine Co., zu deren Flotte die „Sewol“ zählte. Nach Yoo wurde nach dem Fährunglück landesweit gefahndet. Die Behörden setzten eine halbe Million Dollar Belohnung für Hinweise auf seinen Verbleib aus.

Crew wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen

Die „Sewol“ war Mitte April mit 476 Menschen an Bord gekentert, nur 174 Insassen konnten gerettet werden. Die meisten Opfer waren Schüler auf einem Ausflug. Der Großteil der Crew rettete sich rechtzeitig, ihnen wird deshalb unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Offensichtlich führte eine Mischung aus Inkompetenz, Missachtung der Sicherheitsregeln und mangelnder Kontrolle zu der Katastrophe.

Science

Windparks: Die neuen Riffe der Seehunde

Offshore-Windparks liefern erneuerbare Energie - doch ihre Folgen für die Umwelt sind umstritten. Für einige Seehunde sind sie eine beliebte Futterquelle, haben Forscher herausgefunden. Möglicherweise wirkten die Konstruktionen als künstliche Riffe.

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Armut: Elternliebe hält gesund

Menschen aus ärmlichen Verhältnissen erkranken im Laufe ihres Lebens häufiger an Diabetes, Herzkrankheiten und Krebs. Doch das muss nicht sein, wie eine US-Studie zeigt: Elterliche Fürsorge kann den Teufelskreis von Armut und Krankheit stoppen.

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IT

Facebook versucht sich als Notizbuch

Facebook erweitert sein Angebot und will für seine Mitglieder jetzt auch eine Art Notizbuch werden. Das Onlinenetzwerk bietet künftig die Möglichkeit, Internetlinks sowie Verweise auf Filme, Videos, Songs oder Orte zur späteren Verwendung zu speichern. Die gesicherten Informationen sind standardmäßig nur für den Nutzer selbst sichtbar, können aber auch mit Freunden geteilt werden, so Facebook gestern Abend.

Ähnliche Speicherablagen bieten bereits Onlinedienste wie Instapaper, Pocket oder Evernote sowie etwa auf Restaurants spezialisierte Anbieter wie Foursquare und Yelp. Wenn die Nutzer die neue Funktion annehmen, könnte Facebook die Mitglieder enger an sich binden - sie hätten einen Grund weniger, die Plattform des Onlinenetzwerks zu verlassen. Allerdings erlebte Facebook auch schon Flops mit seinen Diensten, zum Beispiel mit der vorgeschalteten Benutzeroberfläche „Home“ für Android-Smartphones.

Mediengerüchte über Auftrag für größere iPhones

Apple hat laut einem Zeitungsbericht die Produktion von 70 bis 80 Millionen Geräten seines nächsten iPhone-Modells in Auftrag gegeben. Dabei gehe es um größere iPhones mit Bildschirmdiagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll (knapp zwöf und 14 cm), schrieb das „Wall Street Journal“ heute unter Berufung auf informierte Personen.

Das wäre der bisher größte Produktionsauftrag zu einem iPhone-Start. Die neuen Modelle werden im Herbst erwartet. Apple macht bisher keine Angaben dazu.

Metallgehäuse in verschiedenen Farben

Zuletzt waren im Herbst 2013 das Topmodell iPhone 5s und das etwas günstigere iPhone 5c mit Kunststoffgehäuse herausgekommen. Von ihnen seien damals im ersten Anlauf 50 bis 60 Millionen Geräte produziert worden, schrieb das Blatt.

Die neuen Modelle würden beide ein Metallgehäuse voraussichtlich in verschiedenen Farben bekommen, hieß es. Apple sperrte sich bisher dagegen, den Trend zu größeren Smartphone-Bildschirmen mitzumachen. Geräte mit großen Displays waren bei Verbrauchern aber zunehmend populär geworden, und andere Hersteller wie Samsung profitieren davon.

Yahoo übernimmt Smartphone-Marketingfirma

Yahoo-Chefin Marissa Mayer baut das zukunftsträchtige Geschäft mit Werbung auf Smartphones und Tablets aus. Der Konzern kauft die Firma Flurry aus San Francisco, die sich auf die Auswertung von App-Daten für Marketingzwecke spezialisiert hat. Flurry kann nach eigenen Angaben die Aktivitäten in mehr als 540.000 Apps verfolgen.

200 Mio. Dollar als Verkaufspreis?

Yahoo verkündete den Kauf, ohne indes einen Preis zu nennen. Das „Wall Street Journal“ bezifferte die Summe unter Berufung auf eine eingeweihte Person auf mehr als 200 Millionen Dollar (148 Mio. Euro). Das wäre einer der teuersten Zukäufe von Firmenchefin Mayer, die Yahoo seit zwei Jahren führt.

Yahoo leidet unter schrumpfenden Werbeeinnahmen aus grafischen Werbeanzeigen, sogenannten Bannern. Das stark wachsende mobile Geschäft gilt als Hoffnungsträger für den Konzern. Das Urgestein der Branche muss sich gegen Schwergewichte der Branche wie Google und Facebook durchsetzen.

Gesundheit

Erfolg in Aids-Forschung: Schlummernde HI-Viren aktiviert

Einen wichtigen Erfolg in der Aids-Forschung haben dänische Experten mit Hilfe eines Krebsmedikaments erreicht: Den Forschern ist es nach eigenen Angaben erstmals gelungen, schlummernde HI-Viren aus ihren Zellen zu locken und sie damit den Attacken des Immunsystems und von Medikamenten auszusetzen.

Ole Sogaard von der Universität Aarhus stellte die Ergebnisse auf der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne vor. „Es ist ein bedeutendes Ergebnis“, sagte Sogaard, fügte aber bescheiden hinzu, „es ist aber nur einer von vielen Schritten in Richtung einer möglichen Heilung.“

Medien

Netflix startet im September auch in Österreich

In zwei Monaten geht das in den USA populäre Videostreaming-Portal Netflix auch in Österreich auf Sendung. Das kalifornische Unternehmen nannte den Termin gestern bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das Halbjahr. Zeitgleich startet Netflix in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Belgien und Luxemburg.

Netflix hat mit seinem Videostreaming-Abo den Fernsehmarkt in den USA aufgemischt und kommt dort mittlerweile auf 35,1 Millionen zahlende Kunden. Außerhalb der Vereinigten Staaten sind es 12,9 Millionen, vor allem in Kanada und Lateinamerika. In Europa ist Netflix heute schon in Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Skandinavien vertreten.

Preis noch offen

Netflix hatte im Mai den Start in Österreich und den anderen Ländern angekündigt, ohne allerdings ein genaues Datum zu nennen. Zum Preis äußerte sich das Unternehmen in der Geschäftsmitteilung nicht. In den USA kostet das Monatsabo, mit dem man uneingeschränkt Serien und Filme schauen kann, ab 7,99 Dollar (5,90 Euro).

Netflix startete 1997. Zunächst dominierte der DVD-Verleih, mit dem Aufkommen schneller Internetverbindungen vollzog sich der Schwenk zum Streaming. Zuletzt machte Netflix mit selbst produzierten Serien wie „House of Cards“ und „Orange Is the New Black“ Furore. Bestehende Konkurrenten in den USA sind Amazon, Maxdome und Watchever.

Kultur

KHM: Arcimboldo neu zu entdecken

Der italienische Maler Giuseppe Arcimboldo ist für seine Porträts berühmt, die etwa aus Blumen, Früchten und Tieren bestehen. Nun sind erstmals zwei Werke im Kunsthistorischen Museum (KHM) zu sehen, welche die Göttin Flora blühend und erotisch abbilden.

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Cinecitta World: Erlebnispark mit „Ben Hur“ & Co.

Mehr als drei Jahrzehnte nach ihrer Schließung ist in Rom den ehemaligen De Laurentis Filmstudios neues Leben eingehaucht worden: Kino ist das Motto von Cinecitta World, einem Themenpark, der auf 25 Hektar die gloriose Vergangenheit der Filmstadt Rom aufleben lässt. Gezeigt werden Filmsets von „Ben Hur“ bis „Gangs of New York“. Das italienische „Film-Disneyland“ soll im Jahr eineinhalb Millionen Besucher anlocken.

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Leute

Robert Downey Jr. erneut bestverdienender Hollywood-Star

„Iron Man“-Star Robert Downey Jr. (49) ist nach Schätzungen des US-Wirtschaftsmagazins „Forbes“ Hollywoods Topverdiener unter den männlichen Schauspielern. Von Juni 2013 bis Juni 2014 habe er 75 Millionen Dollar (55,48 Mio. Euro) eingenommen, berichtete die Zeitschrift heute. Bereits im vorigen Jahr hatte Downey den Spitzenplatz inne.

Auf Rang zwei der „Forbes“-Liste folgt „Fast & Furious“-Star Dwayne Johnson (42) mit geschätzten 52 Millionen Dollar, gefolgt von Bradley Cooper (39, „American Hustle“) mit Jahreseinnahmen von rund 46 Millionen Dollar.

Nur Männer

Auf den weiteren Rängen der Top-Ten-Aufstellung folgen Leonardo DiCaprio, Chris Hemsworth, Liam Neeson, Ben Affleck, Christian Bale, Will Smith und Mark Wahlberg.

Die Schätzungen des Wirtschaftsmagazins basieren auf der Befragung von Produzenten, Anwälten, Managern und anderen Mitarbeitern der Filmindustrie. Zum Verdienst zählen Filmgagen und Werbeeinnahmen.