Inland

Kritik an psychiatrischen Gutachten vom Fließband

Wenn psychiatrische Gerichtsgutachter Gutachten am laufenden Band produzieren, dann kann die Qualität nicht stimmen. Das kritisiert NEOS. Anlass ist eine Anfragebeantwortung des Justizministeriums, wonach einzelne Psychiater pro Jahr mehr als 150 Gerichtsgutachten über die Psyche von Tätern, Opfern oder auch Kindern schreiben. Rekordhalter ist ein Grazer Psychiater mit exakt 365 Gutachten im Jahr 2014.

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Wahlkampf in der Steiermark und im Burgenland gelaufen

Der Wahlkampf zur morgigen Landtagswahl in der Steiermark ist im Wesentlichen gelaufen - am Donnerstag und gestern waren noch die Abschlussveranstaltungen der einzelnen Parteien gestiegen.

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Auch im Burgenland gingen in den vergangenen Tagen die letzten Wahlkampfschlussveranstaltungen über die Bühne. Dabei bekräftigten die Parteien nochmals ihre Positionen und Ziele.

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Patientenanwalt: Zweiklassenmedizin „geduldet“

Bei den Patientenanwälten gehen immer wieder Beschwerden ein, dass Versicherte gegen Barzahlung eine Untersuchung sofort erhalten, für die sie ansonsten lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssten. Ein Bereich, in dem diese Problematik immer wieder auftritt, ist die Radiologie.

Der niederösterreichische Patientenanwalt Gerald Bachinger kritisiert in der ORF-Sendung „Bürgeranwalt" (heute um 17.30 Uhr in ORF2) die Situation: „Man muss das ganz klar festhalten: Wir haben in Österreich offensichtlich ein Modell geduldet, in dem es um reine Zweiklassenmedizin geht.“

Hauptverband: Per Vertrag verboten

Die Hauptverband der Sozialversicherungen betont dagegen, dass vertraglich mit Radiologie-Instituten mit Kassenvertrag geregelt sei, dass diese Patienten gleich behandeln und diese nicht aus betriebswirtschaftlichen Gründen abgewiesen werden dürfen. Der Obmann der Radiologen in der Ärztekammer sieht die Schuld wiederum eindeutig aufseiten des Hauptverbands, da dieser seit 2009 die Ausgaben für MRT-Untersuchungen deckle.

Bachinger spricht von „reinen Umgehungsgeschäften“ und fordert von den Vertragspartnern - also Hauptverband und Ärztekammer -, rasch eine neue Regelung zu verhandeln und das notfalls auch gerichtlich zu klären, also in einem konkreten Fall zu klagen. Bachinger zeigt zugleich Verständnis für den Hauptverband und betont, dass Österreich bei MRT-Untersuchungen OECD-weit im Spitzenfeld liege.

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Ausland

Atomdeal: Iran lehnt Inspektion von Militäranlagen ab

Während in Genf heute die Verhandlungen über ein abschließendes Abkommen zum iranischen Atomprogramm wieder aufgenommen wurden, hat Teheran eine internationale Inspektion seiner Militäranlagen abgelehnt.

Auch die Befragung iranischer Wissenschaftler in diesem Zusammenhang komme nicht in Betracht, erklärte der Atomunterhändler Abbas Araktschi im staatlichen iranischen Fernsehen. Das endgültige Abkommen soll bis Ende Juni unterschriftsreif sein, eine Verlängerung der Frist ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Zugang oder Inspektion

Araktschi ging in seiner Erklärung auf ein Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag (Non-Proliferation Treaty, NPT) ein, wonach die Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) das Recht auf Zugang zu allen Anlagen haben, einschließlich der militärischen. Derzeit gebe es dazu keine Einigung, die Diskussionen gingen weiter, sagte er.

Schon früher hatte Araktschi zwischen dem Zugang zu den Anlagen und deren Inspektion unterschieden. Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, hatte am 20. Mai eine Kontrolle von Militäranlagen durch ausländische Inspektoren ausgeschlossen. Der Ajatollah hat in allen staatlich relevanten Angelegenheiten das letzte Wort.

Beilegung des Konflikts kann dauern

Der französische Außenminister Laurent Fabius hatte zu dem Streit unlängst gesagt, sein Land werde einem abschließenden Abkommen nur zustimmen, wenn die IAEA-Inspektoren auch die iranischen Militäranlagen kontrollieren dürften. Nach den Worten des IAEA-Generaldirektors Yukiya Amano wird es zur Beilegung dieser Kontroverse „mehrerer Monate“ bedürfen, wobei Teherans Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung sei.

Unterdessen traf der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in Genf mit US-Außenminister John Kerry zusammen. Auf die Frage, ob bis zum 30. Juni eine Einigung zu erreichen sei, antwortete Sarif lediglich: „Wir werden es versuchen.“ Der Iran und europäische Länder hatten zuletzt erklärt, dass die Verhandlungen auch über die Frist hinaus fortgesetzt werden könnten.

Georgiens Ex-Präsident wird Gouverneur in Odessa

Der ehemalige georgische Präsident Michail Saakaschwili wird Gouverneur der Region Odessa im Süden der Ukraine. „Es gibt viele Herausforderungen in Odessa: die Bewahrung der Souveränität, der territorialen Integrität, der Unabhängigkeit und des Friedens“, sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko heute bei der Ernennung des 47-Jährigen in der Hafenstadt Odessa.

Der prowestliche Politiker, der „ein großer Freund der Ukraine“ sei, müsse außerdem die Korruption bekämpfen. Poroschenko erklärte, er habe Saakaschwili am Freitag die ukrainische Staatsbürgerschaft verliehen.

Seit Februar Berater Poroschenkos

„Unser Hauptziel ist es, die künstlichen Konflikte hinter uns zu lassen, die dieser wunderbaren Gesellschaft aufgezwungen wurden“, sagte Saakaschwili nach seiner Ernennung. „Zusammen mit dem Präsidenten und seiner Mannschaft werden wir eine neue Ukraine aufbauen.“

Saakaschwili arbeitet bereits seit Februar als Berater von Poroschenko. Er ist einer von mehreren ausländischen Politikern, die für die Regierung in Kiew tätig sind.

Kritik aus Russland

Die Regierung in Moskau verurteilte die Ernennung Saakaschwilis, in dessen Amtszeit ein kurzer Krieg zwischen Russland und Georgien um die abtrünnigen georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien im Sommer 2008 fiel.

Saakaschwili war im Jahr 2003 nach der sogenannten Rosenrevolution in Georgien an die Macht gekommen. Er löste damals den früheren Außenminister der Sowjetunion, Eduard Schewardnadse, als Staatschef ab. Nach rund zehn Jahren im Amt wurde er abgewählt und ging ins Exil in die USA. In seinem Heimatland wird wegen Unterschlagung und Amtsmissbrauchs gegen ihn ermittelt.

Deutschland droht nach Airbus-Absturz EU-Verfahren

Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine im März in den französischen Alpen gerät Deutschland wegen unzureichenden Gesundheitsüberprüfungen für Piloten international unter Druck.

Laut einem Bericht der „Welt am Sonntag“ droht die EU-Kommission damit, wegen Mängeln bei der Prüfung der Flugtauglichkeit noch im Juni ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland einzuleiten.

Mangelnde Umsetzung europäischer Regeln

Bereits im vergangenen Jahr, also noch vor dem Germanwings-Unglück, habe die Kommission Deutschland vorgeworfen, europäische Regeln nur unzureichend umzusetzen. Die EU-Kommission bemängelte demnach unter anderem, dass Deutschland Daten über mögliche Erkrankungen von Piloten nicht mit deren Klarnamen an das Luftfahrtbundesamt weiterleitete.

Kritik an den Prüfverfahren in Deutschland übte auch der Vizepräsident des Deutschen Fliegerarztverbands, Uwe Beiderwellen. „Jeder, der einen Jumbo fliegt, wird schlechter kontrolliert als ein Busfahrer“, sagte er der „WamS“. Zudem sei das Luftfahrtbundesamt personell unterbesetzt.

Der Absturz der Germanwings-Maschine war nach dem bisherigen Ermittlungsstand von dem Kopiloten des Flugzeugs mit Absicht herbeigeführt worden. Dieser war zuvor bereits unter anderem wegen Depressionen behandelt worden, konnte aber gleichwohl ein gültiges Tauglichkeitszeugnis vorweisen.

UNO warnt vor Hungersnot in Nordkorea

Eine schwere Dürre in Nordkorea könnte den Vereinten Nationen (UNO) zufolge zu Nahrungsknappheit und sogar einer neuen Hungersnot führen. Bereits 2014 sei so wenig Regen gefallen wie seit 30 Jahren nicht mehr, sagte Ghulam Isaczai, der ranghöchste UNO-Vertreter in dem kommunistischen Land.

Auch in diesem Jahr gebe es Anlass zur Sorge, und 2016 könnte die Lage sogar noch schlimmer werden. „Es tut sich eine riesige Kluft auf zwischen dem, was benötigt wird, und dem, was zur Verfügung steht.“ Isaczai forderte, trotz der Isolation des Regimes in Pjöngjang den Menschen in Nordkorea beizustehen. „Lasst uns Hilfe nicht politisieren“, sagte er.

Reis in trockene Erde gepflanzt

Eigentlich habe in Nordkorea die Reispflanzsaison begonnen, sagte Isaczai. Üblicherweise würden dabei die Felder ein oder zwei Wochen vorher geflutet. „Aber dieses Jahr - ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen - pflanzen sie tatsächlich bei Trockenheit den Reis.“ Offenbar wichen einige Bauern auf Mais und Weizen aus, weil diese Pflanzen weniger Wasser benötigen.

Zum Teil seien sie auch aus Verzweiflung dazu übergegangen, die Jungpflanzen mit Wasser aus Eimern zu bewässern. Besonders deutlich werde der Mangel an landwirtschaftlicher Infrastruktur wie Bewässerungsanlagen an der Nordgrenze, wo die ausgedörrte Erde in Nordkorea an Chinas grüne Felder stoße.

UNO fehlen die Mittel

Zwar helfen die Vereinten Nationen in Nordkorea Schulen und Krankenhäusern mit Nahrungsmittelergänzungen. Sie haben jedoch nicht die Mittel, um Reis für alle knapp 25 Millionen Nordkoreaner bereitzustellen. Die Lebensmittelversorgung von 70 Prozent der Bevölkerung wird ohnehin als nicht gesichert eingestuft. „Wie wollen sie diese Lücke schließen?“, fragte Isaczai. „Ich glaube, sie haben sich an einige Staaten gewandt - an Indien, China, Russland.“

Die Austrocknung ganzer Flüsse durch die Dürre verschlimmere zudem die Stromengpässe im Land, weil in den Talsperren kaum Wasser sei. „Die Regierung hat mir gegenüber bestätigt, dass die Stromerzeugung bei 50 Prozent der Kapazität liegt.“ Bei einer Hungersnot in den 90er Jahren waren bis zu eine Million Nordkoreaner ums Leben gekommen. Vermutlich werde die Lage nicht so schlimm werden wie damals, sagte Isaczai.

Dutzende Zivilisten bei Fassbombenangriff getötet

Bei Luftangriffen der Regierungstruppen im Norden Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 71 Zivilisten getötet worden. Aus Hubschraubern der Armee seien heute Fassbomben über der von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierten Ortschaft al-Bab und dem Osten der Stadt Aleppo abgeworfen worden, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder.

Beim Bombardement eines belebten Markts in al-Bab seien mindestens 59 Menschen getötet worden. Beim Angriff auf das von regierungsfeindlichen Rebellen eingenommene Stadtviertel al-Schaar im östlichen Teil Aleppos wurden demnach zwölf Menschen getötet, darunter acht Mitglieder einer Familie. Dutzende weitere Menschen seien verletzt worden.

An zwei Orten sollen Assads Truppen heute Fassbomben abgeworfen haben. (iptv.ORF.at)

Die Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netz von Informanten in Syrien stützt, können von unabhängiger Seite in der Regel nur schwer überprüft werden. Al-Bab liegt rund 40 Kilometer nordöstlich von Aleppo, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.

„Eines der größten Massaker“ seit Jahresbeginn

Der Allgemeine syrische Revolutionsausschuss, ein Zusammenschluss oppositioneller Gruppen, sprach von „einem der größten Massaker“, das die Luftwaffe seit Jahresbeginn angerichtet habe. In Al-Bab seien Menschen verstümmelt, Läden zerstört und Autos in Brand gesetzt worden. Auch der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sprach von einem „Massaker“.

Fassbomben sind mit Sprengstoff und Alteisen gefüllte leere Ölfässer, deren Abwurf über bewohntem Gebiet wiederholt von Menschenrechtsgruppen und in einer UNO-Resolution verurteilt wurde. Der syrische Präsident Baschar al-Assad bestreitet, dass seine Armee Fassbomben einsetzt. Der Bürgerkrieg in Syrien dauert inzwischen mehr als vier Jahre. 220.000 Menschen wurden in dem Konflikt bereits getötet.

Ägypten schiebt verurteilten Islamisten in die USA ab

Nach mehr als einem Jahr Hungerstreik hat Ägypten den zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilten islamistischen Aktivisten Mohammed Soltan in die USA abgeschoben. Das bestätigten Sicherheitskreise am Flughafen in Kairo heute. Demnach besitzt der 27-Jährige auch die US-Staatsbürgerschaft.

Soltan war am 11. April wegen Aufhetzung zur Gewalt in erster Instanz verurteilt worden. Die US-Regierung hatte sich um seine Freilassung bemüht, wie aus einer Mitteilung der Familie hervorgeht.

Angeklagter im Prozess gegen Muslimbrüder

Soltan hatte in einem international kritisierten Massenprozess gegen Funktionäre und Anhänger der verbotenen Muslimbruderschaft vor Gericht gestanden. Im selben Verfahren waren 14 leitende Kader der islamistischen Organisation, unter ihnen ihr spiritueller Führer, Mohammed Badie, und Soltans Vater Salah, in erster Instanz zum Tode verurteilt worden.

Mohammed Soltan hatte sich als Medienlobbyist für das Protestcamp der Muslimbrüder betätigt, das nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im Juli 2013 in Kairo eingerichtet worden war. Das Militär hatte das Camp im darauffolgenden Monat mit brutaler Gewalt geräumt. Dabei waren mindestens 600 Menschen getötet worden. Für diese Gewaltexzesse wurde niemand angeklagt.

4.200 Flüchtlinge an einem Tag im Mittelmeer gerettet

Im Mittelmeer sind gestern bei den Einsätzen im Rahmen der Mission der EU-Grenzschutzagentur Frontex rund 4.200 in Seenot geratene Flüchtlinge gerettet worden, erklärte die italienische Küstenwache. Nach Angaben der italienischen Marine wurden zudem 17 Leichen geborgen.

Neben italienischen waren auch deutsche und irische Marineschiffe an den Einsätzen beteiligt. Es ist die bisher höchste Zahl Geretteter in diesem Jahr. Am 12. April waren 3.791 Menschen gerettet worden, 3.690 Menschen waren es am 2. Mai.

Laut der italienischen Küstenwache, die die Einsätze koordinierte, gingen gestern von 22 Booten Notrufe ein. Die meisten der Boote seien nahe der libyschen Küste unterwegs gewesen, einige andere hätten sich vor Süditalien befunden.

Die 17 Leichen wurden laut italienischer Marine auf drei Schlauchbooten entdeckt, von denen auch mehrere hundert Flüchtlinge lebend gerettet werden konnten. Zur Todesursache der 17 Menschen konnte die Marine zunächst keine Angaben machen.

Frankreichs Konservative wollen sich auf Parteitag erneuern

Frankreichs größte Oppositionspartei, die konservative UMP von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, ist heute zu einem Erneuerungsparteitag in Paris zusammengekommen.

Unter dem neuen Namen „Die Republikaner“ wollen die Konservativen alte Affären und Streitigkeiten abschütteln und sich für die Präsidentschaftswahl 2017 positionieren. Für den Nachmittag ist die Rede von Parteichef Sarkozy angesetzt, der die Rückkehr in den Elysee-Palast in zwei Jahren anstrebt.

Kritik an neuem Namen

Die Umbenennung der Partei, die seit ihrer Gründung 2002 mit Jacques Chirac und Sarkozy zwei französische Präsidenten stellte, hatte die Basis in einer Abstimmung an den beiden vergangenen Tagen gebilligt. An der von Sarkozy vorangetriebenen Namenswahl gab es jedoch massive Kritik.

Vielen Parteianhängern war der Name zu amerikanisch. Attacken kamen aber vor allem aus dem linken Lager, das den Konservativen vorwarf, die Werte der Republik für sich vereinnahmen zu wollen. Ein Eilantrag gegen die Umbenennung scheiterte aber vor Gericht.

Machtkämpfe und Affären erschütterten Partei

Sarkozy war bei der Präsidentschaftswahl 2012 seinem sozialistischen Herausforderer Francois Hollande unterlegen. Danach war die UMP in eine schwere Krise gerutscht; interne Machtkämpfe und Finanzaffäre erschütterten die Partei. Deshalb machte sich Sarkozy, der im November vergangenen Jahres als Parteichef wiedergewählt worden war, für einen Neustart stark.

Offiziell hat der 60-jährige Sarkozy, der vor allem wegen einer Reihe von Finanzaffären selbst im Visier der Justiz ist, eine erneute Kandidatur für die Präsidentschaft noch nicht angekündigt. Allerdings gilt es als sicher, dass er antreten will. Vorher wird sich der Ex-Präsident aber einer Vorwahl des bürgerlich-konservativen Lagers stellen müssen. Als einer seiner stärksten Konkurrenten gilt der frühere Regierungschef und langjährige Bürgermeister von Bordeaux, Alain Juppe.

Sport

U20-WM: Österreicher verpassen Traumstart

Bis zur 91. Minute einer attraktiven WM-Auftaktpartie hat es für Österreichs U20-Nationalteam heute nach einem Traumstart ausgesehen. Mit einer verdienten 1:0-Führung hatte sich die starke ÖFB-Auswahl von Cheftrainer Andreas Heraf in Wellington gegen den Turniermitfavoriten Ghana in die Schlussminuten gekämpft. Dann brachte sie ein Elfmetertor der Afrikaner aber noch um ihren Lohn von drei Punkten - auch weil die Österreicher zuvor einige gute Chancen auf eine höhere Führung ausgelassen hatten. Im Rennen um ein Achtelfinal-Ticket könnte der Punkt dennoch viel wert sein.

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Fußball: Ex-„Feuerwehrmann“ Constantini wird 60

Seit seinem Abschied als österreichischer Teamchef ist es um Dietmar Constantini ruhig geworden. Der Tiroler feiert heute seinen 60. Geburtstag - er blickt auf eine durchaus bewegte Trainerkarriere mit einigen Einsätzen als „Feuerwehrmann“ und seine insgesamt glücklose ÖFB-Ära zurück. Die Rückkehr in den Profifußball schließt der voll ausgelastete Fußballcamp-Veranstalter nicht aus - der „Sündenbock“ wolle er aber nie wieder sein.

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Wirtschaft

Ukraine betrachtet Österreich offenbar als Steueroase

Die Ukraine hat Österreich auf eine „schwarze Liste“ von Ländern gesetzt, die als Steueroasen betrachtet und entsprechend behandelt werden. Das berichtet „Die Presse“ (Samstag-Ausgabe). Die Folge könnte sein, dass sich Lieferungen österreichischer Unternehmen in die Ukraine für die ukrainischen Kunden verteuern.

Konkret wären vom Wert einer österreichischen Warenlieferung oder Dienstleistung beim ukrainischen Einkäufer künftig 30 Prozent steuerlich nicht mehr abzugsfähig, erläuterte Wilfried Serles, Geschäftsführer des Wirtschaftsprüfers und Steuerberaters Interbilanz in Kiew, gegenüber der „Presse“.

Es bestehe zwar die Möglichkeit einer Verrechnungspreisdokumentation, um - wie sonst nur bei Geschäften innerhalb einer Familie oder einer Unternehmensgruppe - die „Fremdüblichkeit“ bei jedem Geschäft nachzuweisen. Das wäre aber den Aufwand nicht wert, meinte Serles.

Österreichs Energielandschaft im Umbruch

Die österreichische Energielandschaft ist im Umbruch. Wie sie derzeit aussieht und wie sie in Zukunft aussehen dürfte, zeigt eine erstmals von der Elektrizitätswirtschaft erstellte Landkarte aller größeren Kraftwerkstandorte. Sie verdeutlicht vor allem auch die regionale Konzentration bestimmter Kraftwerkstypen, schon aufgrund topografischer Voraussetzungen. Speicherkraftwerke finden sich vor allem in West-, Windkraftanlagen in Ostösterreich. Heizkraftwerke gibt es immer weniger, bei der dominierenden Wasserkraft stagnieren die Investitionen. Versorgungsicherheit bleibt damit laut E-Wirtschaft ein Thema.

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Chronik

Starkes Erdbeben vor der Küste Japans

Ein starkes Erdbeben der Stärke 8,5 hat heute Japan erschüttert. Berichte über mögliche Verletzte oder Schäden lagen zunächst nicht vor. Eine Gefahr durch Tsunami bestehe nicht, berichtete der Fernsehsender NHK.

Das Erdbebenzentrum lag heute Abend (Ortszeit) in 590 Kilometer Tiefe bei der Insel Ogasawara im Pazifik, rund 1.000 Kilometer von der Hauptstadt Tokio entfernt. Das Beben war jedoch auch auf großen Teilen der japanischen Hauptinsel Honschu zu spüren.

Auch in der japanischen Hautpstadt Tokio war das Beben deutlich zu spüren. (iptv.ORF.at)

Der Flug- und Zugsverkehr war vorübergehend beeinträchtigt. Auch der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen kam wegen eines Stromausfalls zum Erliegen, konnte aber kurz darauf wieder aufgenommen werden.

Das Beben hatte fast die Stärke der verheerenden Erdbebens vom März 2011. Damals hatte eine Erschütterung der Stärke 9,0 und ein anschließender gewaltiger Tsunami den Nordosten verwüstet und 18.500 Menschen in den Tod gerissen. Im Atomkraftwerk Fukushima kam es zu Kernschmelzen. Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt.

Bereits mehr als 2.000 Hitzetote in Indien

Die Zahl der Toten infolge der Hitzewelle in Indien ist auf mehr als 2.000 gestiegen. Auch in den nächsten zwei Tagen werde sich die Wetterlage kaum ändern, teilten die Behörden heute mit. Die meisten Opfer starben in den südlichen Bundesstaaten Andhra Pradesh und Telangana.

In Indien steigt die Zahl der Hitzetoten. Die Krankenhäuser sind überfüllt.

Opfer waren demnach zumeist Arme, ältere Menschen und Bauarbeiter, die trotz der sengenden Hitze arbeiten mussten - oft, um Geld für die täglichen zwei Mahlzeiten zu verdienen. Vereinzelte Regenfälle in den am meisten betroffenen Bundesstaaten hatten zum Teil für Entspannung gesorgt, doch insgesamt blieb die Region im Griff der schweren Hitzewelle.

16 Tote bei Unfall mit Polizeifahrzeug südlich von Kairo

Beim Zusammenstoß eines Polizeitransporters mit einem Lastwagen im Süden von Kairo sind in der Nacht auf heute 16 Menschen getötet worden. Das Polizeifahrzeug war im Dorf al-Schuscha, 120 Kilometer südlich der ägyptischen Hauptstadt, mit dem Lastwagen zusammengestoßen und in den Al-Ibrahimija-Kanal gestürzt, wie ein Beamter des Gesundheitsministeriums dem Internetportal Ahram bestätigte.

13 der Todesopfer waren Polizeirekruten aus dem Transporter, die anderen drei Zivilisten. Verkehrsunfälle sind in Ägypten wegen schlechter Straßen und einer oftmals riskanten Fahrweise häufig.

Brand in Flüchtlingslager Traiskirchen

Im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen ist es heute zu einem Feuerwehreinsatz gekommen. In einem Zimmer des Lagers sei ein Brand ausgebrochen, teilte das Landesfeuerwehrkommando Niederösterreich mit.

Mehrere Matratzen hätten gebrannt, dichter Rauch breitete sich im Stiegenhaus und in den Gängen aus. Die Bewohner des Zimmers waren noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte in Sicherheit gebracht worden. In der Folge mussten aufgrund der starken Rauchentwicklung auch die übrigen Zimmer im ersten Obergeschoß von Haus 1 geräumt werden.

Die Feuerwehr setzte Atemschutztrupps und dann mehrere Belüftungsgeräte ein. Brandermittler seien auf dem Weg, die Ursache zu erheben, hieß es. Dem Vernehmen nach wurde niemand verletzt.

Science

IT

Onlinebuchung von Flügen oft eine Farce

Onlineflugportale locken Kunden gerne mit den billigsten Tickets. Ein Versprechen, das nicht immer der Wahrheit entspricht. Neben versteckten Gebühren lauert eine weitere Teuerungsfalle: Den Internetreisebüros gelingt es oft nicht, die Flüge zum ausgeschriebenen Preis bei der Airline zu buchen.

In der Folge können die Tickets sehr viel mehr kosten. In einem Fall mit dem Anbieter Fluege.de wurde eine solche Buchung nicht nur teurer, plötzlich war auch ein Storno unmöglich.

Mehr dazu in help.orf.at

Lifestyle