Letzte Meldung

30 Flüchtlinge vor türkischer Küste ertrunken

Bei zwei Bootsunglücken vor der türkischen Küste sind Medienberichten zufolge mehr als 30 Flüchtlinge ertrunken. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Dogan starben 22 Menschen, als ihr Boot in der Ägäis sank. Bei einem weiteren Unglück starben nach Angaben örtlicher Medien elf Flüchtlinge.

Merkel bei Erdogan

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bespricht heute mit der türkischen Führung die Flüchtlingskrise. Bei ihrem Treffen mit Präsident Recep Tayyip Erdogan und Regierungschef Ahmet Davutoglu in Ankara soll es darum gehen, wie die Türkei die Migrationsbewegung in die EU bremsen kann.

Hintergrund ist der Ende vorigen Jahres vereinbarte EU/Türkei-Flüchtlingsaktionsplan. Die EU hatte Ankara damals drei Milliarden Euro zugesagt. Im Gegenzug soll die Türkei ihre Grenze zur EU besser schützen. Die Türkei hatte jedoch deutlich gemacht, dass das Geld nicht ausreichen werde, um die Krise zu bewältigen. Zugleich war der EU-Beitrittsprozess der Türkei wiederbelebt worden, und auch die Abschaffung der Visapflicht für türkische Bürger soll nun kommen.

Ausland

Tote bei Kämpfen zwischen türkischer Armee und PKK

In der zwischen türkischen Regierungstruppen und kurdischen Milizen umkämpften Stadt Cizre sind mehrere Menschen getötet worden. Nach unterschiedlichen Angaben gab es in der Nacht auf heute zwischen zehn und 60 Todesopfer.

Der staatliche Sender TRT berichtete zunächst, Sicherheitskräfte hätten bei einem Einsatz 60 Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK getötet. Die Armee teilte heute mit, sie habe am Vortag zehn Kämpfer „eliminiert“. Die Opposition dagegen spricht von mindestens zehn getöteten Zivilisten, darunter sei ein Kind.

Ausgangssperre seit Mitte Dezember

Der Abgeordnete der prokurdischen Partei HDP, Faysal Sariyildiz, der sich in Cizre aufhält, sagte der dpa am Telefon, neun Menschen seien bei einem Brand im Viertel Cudi in einem unter Beschuss stehenden Gebäude ums Leben gekommen. Ein Bub sei zudem von Sicherheitskräften im Hauseingang erschossen worden. In dem Gebäude hielten sich weitere 52 Zivilisten auf. Sariyildiz warf der türkischen Regierung vor, in Cizre ein „Massaker“ zu verüben.

In Cizre gilt seit Mitte Dezember eine Ausgangssperre. Informationen aus dem Gebiet lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Mazedonien errichtet zweiten Grenzzaun

Die mazedonischen Behörden errichten einen zweiten Zaun an der Grenze zu Griechenland, um die illegale Einreise von Flüchtlingen zu verhindern. Laut Medienberichten in Skopje von heute wird der neue Zaun in einer Entfernung von nur fünf Metern von dem bestehenden Zaun in der Länge von 37 Kilometern errichtet.

Nach Angaben des Innenministeriums haben die Behörden alleine im Jänner die illegale Einreise von 4.000 Migranten verhindert. Seit Mitte November wird die Einreise nach Mazedonien nur noch Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan genehmigt. Seit Jahresbeginn wurden in Mazedonien rund 62.000 Neuankömmlinge registriert.

Schweden kontrolliert weiter Pässe

Schweden kontrolliert unterdessen einen weiteren Monat lang Pässe von Einreisenden. Stichprobenartige Kontrollen wurden bereits im November eingeführt, um die hohen Flüchtlingszahlen einzudämmen. Die ursprünglich bis heute geltende Maßnahme wurde vergangene Woche bis zum 9. März verlängert.

Seit Anfang Jänner sind Verkehrsunternehmen zudem verpflichtet, systematisch Passagiere in Zügen, Bussen und auf Fähren aus Dänemark zu überprüfen.

Israel: Regierung will Gesetz gegen illoyale Abgeordnete

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will illoyale Abgeordnete künftig aus dem Parlament verbannen lassen. Wie sein Büro heute bestätigte, wurde am Vortag bei einem Treffen der Koalitionsspitzen „vereinbart, ein Gesetz einzubringen, das den Ausschluss von Parlamentsabgeordneten wegen ungebührlichen Verhaltens ermöglicht“.

Anlass ist ein umstrittenes Treffen von drei arabischen Knesset-Mitgliedern mit Hinterbliebenen palästinensischer Attentäter.

Ausschluss mit Dreiviertelmehrheit

Das neue Gesetz mit Verfassungscharakter soll nach den Vorstellungen Netanjahus einen Parlamentsausschluss von Abgeordneten ermöglichen, wenn es dafür eine Dreiviertelmehrheit gibt - also wenn mindestens 90 der 120 Knesset-Abgeordneten zustimmen. Das neue Gesetz soll nun im Eilverfahren ins Parlament eingebracht werden.

Allerdings gibt es Widerstand nicht nur von der Opposition, sondern auch aus Reihen der Regierungsparteien. Der Abgeordnete Bezalel Smotritsch von der rechtsnationalistischen Partei Jüdiscches Haus sprach im Armeeradio wörtlich von einem „schlechten Gesetz“.

Besuch bei Familie von Attentätern

Anfang der vergangenen Woche hatten drei Abgeordnete der nationalistischen arabischen Balad-Partei Familien von Ostjerusalemer Palästinensern besucht, die beim Verüben von Anschlägen erschossen und deren Leichname beschlagnahmt worden waren. Die drei Politiker wollten durch ihren Besuch nach eigenen Angaben die Forderung der Hinterbliebenen nach einer Überstellung der Leichen unterstützen.

Leichen werden nicht freigegeben

Während das im israelisch besetzten Westjordanland zuständige Verteidigungsministerium Leichen von Attentätern zur Bestattung freigibt, verweigert der im annektierten Ostjerusalem zuständige Minister für Innere Sicherheit die Herausgabe.

Minister Gilad Erdan hält das für eine wirksame Abschreckungsmaßnahme. Seit dem Ausbruch einer neuen Gewaltwelle im Oktober wurden 165 Palästinenser, in der Mehrzahl Attentäter, 26 Israelis, ein US-Bürger und ein Eritreer getötet.

Bei „Safe Harbour 2“ droht EU-Kapitulation

Die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA gehen am 22. Februar in die zwölfte Runde. Laut EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström könnte ein vorläufiges Ergebnis bereits im Juni feststehen. TTIP setzt allerdings den freien, transatlantischen Fluss der Daten voraus, und die betreffende „Safe Harbour“-Vereinbarung wurde vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) im Herbst aufgehoben. Ein Nachfolgeabkommen hätte bereits am 31. Jänner vorliegen müssen, präsentiert wurden heute jedoch nur ein Logo und der neue Name „Privacy Shield“.

Nach ORF.at vorliegenden, aktuellen Informationen aus Diplomatenkreisen in Brüssel kann es ein solches Abkommen jedoch nur dann zeitgerecht geben, wenn Europa beim Datenschutz in allen wichtigen Punkten kapituliert. Laut diesen Quellen waren gerade die Hauptstreitpunkte des Abkommens zum Zeitpunkt der Präsentation noch offen. Sicher ist bis jetzt nur, dass „Privacy Shield“ nicht einmal Vertragscharakter haben und nichts davon in den USA gesetzlich verankert wird. Angeblich hatten die EU-Verhandler eine gesetzlich abgesicherte Vereinbarung nicht einmal verlangt.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Belgien ignoriert Kritik an baufälligen AKWs

Vor allem in Deutschland, aber auch in den Niederlanden, wächst die Sorge über die belgischen Atomkraftwerke in Doel und Tihange, die in den vergangenen Wochen immer wieder mit Störfällen Schlagzeilen gemacht haben. An der belgischen Regierung perlen Kritik und Besorgnis der Nachbarländer eher ab. Die Reaktoren, die ursprünglich längst vom Netz genommen hätten werden sollen, seien sicher. Bis 2025 sollen sie noch laufen. Die belgische Bevölkerung ist gespalten.

Mehr dazu in Deutsche Angst und belgische Ruhe

Inland

Hofburg-Wahl: Verhandeln über Fairnessabkommen

Die Wahlkampfteams von Andreas Khol, Rudolf Hundstorfer, Alexander Van der Bellen und Irmgard Griss werden am Freitag erstmals über ein Fairnessabkommen verhandeln. ÖVP-Präsidentschaftskandidat Khol hatte die Mitbewerber zu einem entsprechenden Gespräch geladen. Nicht teilnehmen wird die FPÖ - „weil wir nicht nur die drei Monate des Wahlkampfes fair sind, sondern immer“, so die Begründung.

Sache der Wahlkampfmanager

Das Gespräch am Freitag wird laut Auskunft aus Khols Büro nicht medienöffentlich sein, es handle sich um ein Treffen auf „Arbeitsebene“. Die Kandidaten selbst werden nicht anwesend sein, sondern deren Wahlkampfleiter bzw. Vertreter aus deren Teams. Dabei sollen die Inhalte des Fairnessabkommens „in aller Ruhe“ erarbeitet werden.

Von den Kandidaten unterzeichnet werden soll das Abkommen dann vermutlich in den Tagen danach. Geklärt werden soll am Freitag auch die Frage, ob auch Vertreter jener Parteien, die die Kandidaten entsenden bzw. unterstützen, das Abkommen unterzeichnen werden.

Kosten und Transparenz

Inhaltlich geht es um die Themen Transparenz, Kostenbeschränkung, Plakatverzicht und Fairness inklusive eines Schiedsgerichts. Bezüglich der Kostenbeschränkung hatte Khol bei seiner Einladung die Obergrenze von 3,5 Mio. Euro vorgeschlagen - also die Hälfte der gesetzlichen Vorgaben.

Die FPÖ hat die Einladung ausgeschlagen. Denn man sei immer fair, hieß es seitens des Sprechers von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer. Hofer selbst hatte schon bei seiner Präsentation als freiheitlicher Präsidentschaftskandidat die Unterzeichnung ein derartiges Abkommen ausgeschlossen. Die FPÖ werde zudem nicht mehr als zwei Millionen Euro ausgeben, so Hofers Sprecher.

Sport

Ski alpin: Hirscher sammelt Punkte und Erfahrung

Jeongseon, wo in zwei Jahren die Speed-Bewerbe der Olympischen Spiele ausgetragen werden, war für Marcel Hirscher eine Reise wert. Mit Rang sieben im Super-G sammelte er mehr Punkte als erwartet und holte sich im Training erste Eindrücke von der Abfahrt. Dass er auch noch einen Abstecher nach Yongpyong, den Schauplatz der technischen Olympiabewerbe, machte, schadete ebenfalls nicht. „Es war eine gute Geschichte, das mitzunehmen“, sagte der Salzburger.

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Fußball: Salzburg glückt Debüt unter Garcia

Dank einem relativ späten Treffer von Jonatan Soriano ist Titelverteidiger Red Bull Salzburg gestern zu einem knappen Arbeitssieg bei der Admira gekommen. Zum Frühjahrsauftakt des Tabellenführers glückte daher auch das Debüt unter Trainer Oscar Garcia.

Das Spitzentrio Salzburg, Austria und Rapid kam damit nach der Winterpause im Gleichschritt mit Siegen aus den Startlöchern.

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Fußball: Costa rettet Chelsea Remis gegen ManUnited

Der Sonntagshit der englischen Premier League hat mit einem Remis zwischen dem FC Chelsea und Manchester United geendet. Dabei hätte nicht viel gefehlt, und die „Red Devils“ wären an der Londoner Stamford Bridge zum enorm wichtigen Auswärtssieg gekommen.

Dem Ausgleich durch Stürmer Diego Costa in der Nachspielzeit hatten die „Blues“ schließlich doch noch einen Punkt zu verdanken.

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Wirtschaft

Hochrangiger Ruf nach Schutz für EU-Stahlindustrie

Angesichts der Krisenstimmung in der europäischen Stahlindustrie fordern Deutschland und sechs weitere Länder die EU zum Handeln auf. Die heimische Industrie müsse gegen „unfaire Handelspraktiken“ geschützt werden, verlangen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie Minister aus Italien, Großbritannien, Frankreich, Polen, Belgien und Luxemburg.

Das Schreiben, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, ist vom 5. Februar datiert. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ (Montag-Ausgabe) darüber berichtet.

Warnung vor Jobverlusten

„Die Europäische Union kann nicht passiv bleiben, wenn wachsende Arbeitsplatzverluste und Schließungen von Stahlwerken zeigen, dass es eine erhebliche und drohende Gefahr eines Zusammenbruchs des europäischen Stahlsektors gibt“, heißt es in dem Schreiben.

Die EU solle sich gegen günstige Stahlimporte wehren, fordern die Unterzeichner. Laufende Anti-Dumping-Verfahren, in denen untersucht wird, ob Produkte aus China und Russland zu einem unrealistisch niedrigen Preis auf den europäischen Markt gespült werden, müssten schneller vorankommen. Auch gegen mutmaßliche unerlaubte Subventionen für die Stahlindustrie in Drittländer müsse die EU entschiedener vorgehen.

Kommission verteidigt sich

Eine Sprecherin der EU-Kommission versicherte, die Behörde handle „so schnell wie möglich“ und verwies auf insgesamt 35 Anti-Dumping- oder Antisubventionsbeschlüsse gegen Billigstahl aus Drittländern. Die Stahlbranche in Europa ächzt unter einem Verfall der Stahl- und Rohstoffpreise. Branchengrößen wie ArcelorMittal und ThyssenKrupp kämpfen mit dem schwierigen Umfeld.

Bankchef bittet nach Verlust um Bonushalbierung

Der neue Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam hat einem Bericht der „Financial Times“ (Montag-Ausgabe) zufolge nach dem Milliardenverlust im vergangenen Jahr eine Kürzung seines Bonus um 25 bis 50 Prozent beantragt.

Ein Credit-Suisse-Sprecher wollte die Bandbreite nicht bestätigen, stellte aber die folgende Stellungnahme von Thiam zur Verfügung: „Ich habe den Verwaltungsrat um eine markante Reduktion meines Bonus ersucht.“ Innerhalb der Führungsmannschaft sei die Kürzung in seinem Fall am größten ausgefallen. „Ich kann nicht Opfer von anderen verlangen und selber keine machen.“

Credit Suisse hatte 2015 einen Verlust von 2,94 Mrd. Franken (2,65 Mrd. Euro) verbucht. Der konzernweite Bonustopf schrumpfte um elf Prozent.

Chronik

Carports und Autos völlig ausgebrannt

In einer Garage in Absam in Tirol hat gestern Abend ein Fahrzeug zu brennen begonnen. Die Garage und mehrere Autos brannten komplett aus. Die Brandursache ist noch völlig unklar.

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Carportbrand auch im Burgenland

Auch in Urbersdorf im Burgenland ist die Feuerwehr zu einem Brandeinsatz gerufen worden: Ein Carport und zwei darin geparkte Autos brannten und wurden komplett zerstört.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Leopard dringt in leere indische Schule ein

Ein Leopard ist in Südindien in eine leere Schule eingedrungen. Bei der Jagd auf das Raubtier wurden drei Menschen verletzt. Die Raubkatze fiel einen Naturschützer und einen Wildhüter an, wie die Polizei heute mitteilte. Zudem verletzte sich ein Kameramann, der die Einfangaktion gestern filmen wollte, bei einem Sturz.

Erst nach rund zehn Stunden konnte das Tier mit einem Betäubungsgewehr ruhiggestellt werden. Der Leopard wurde später in einem rund 30 Kilometer entfernten Nationalpark ausgesetzt.

Mann neben Pool angegriffen

Die Großkatze sei vermutlich aus einem nahe gelegenen Wald gekommen. Videos in örtlichen Medien zeigen, wie das Tier über eine Mauer auf das Schulgelände nahe Bangalore gelangt, durch verwaiste Gänge streunt und neben einem Schwimmbecken einen Mann anfällt. „Zum Glück hat ein Wachmann den Leoparden gesehen und uns alarmiert“, sagte ein örtlicher Polizeisprecher. „Andernfalls hätte es bei Schulbeginn ernste Schwierigkeiten und Chaos gegeben.“

In Indien kommt es häufiger vor, dass wilde Tiere in Dörfern und Städten streunen. Die Bevölkerung wächst, während der natürliche Lebensraum der Tiere schrumpft.

Viele Rosenmontagszüge wegen Sturmtiefs abgesagt

Ein Sturmtief hat zur Absage zahlreicher traditioneller Rosenmontagszüge in Deutschland geführt. In den Karnevalshochburgen Düsseldorf und Mainz fiel der Umzug wegen der Sturmwarnungen ganz aus. In Köln startete der Zug dagegen unter Auflagen. So laufen wegen der erwarteten schweren Sturmböen in diesem Jahr keine Pferde mit.

Wagen vor Rathaus präsentiert

In Düsseldorf sagten die Veranstalter Montagfrüh kurzfristig den traditionellen Umzug ab. „De Zoch kütt leider nit“, teilte das Comitee Düsseldorfer Carneval mit. Die Mottowagen, die gerade in der nordrhein-westfälischen Stadt für ihren bissigen Spott bekannt sind, wurden aber vor dem Rathaus präsentiert.

Ein Wagen zeigt Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die von einer „Flüchtlingswelle“ erfasst wird. Im Gespräch ist zudem, den Zug nachzuholen. Der Termin für die Neuauflage werde kurzfristig bekanntgegeben, erklärte das Comitee.

In Düsseldorf hatte schon einmal das Wetter den Narren einen Strich durch die Rechnung gemacht: 1990 wurde der Umzug wegen eines schweren Orkans zunächst abgesagt, später allerdings nachgeholt.

Großer Andrang in Köln

In Köln startete der Zug dagegen wie geplant. In diesem Jahr laufen aber nicht nur keine Pferde mit, auch Großfiguren, Schilder und Fahnen dürfen nicht mitgeführt werden. Trotz der Wettervorhersagen säumten Tausende Menschen die Straßen. Zum Teil zeigte sich sogar die Sonne.

Die Rosenmontagszüge sind traditionell der Höhepunkt der Straßenkarnevals in Deutschland. In Köln und anderen Städte war ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz. Die Sicherheitsbehörden zogen damit die Konsequenz aus den massiven sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof sowie der Sorge vor Anschlägen.

Beben in Taiwan: Mann rettete Ehefrau und starb

Mehr als zwei Tage nach einem Erdbeben in Taiwan sind zwei Überlebende aus den Trümmern eines umgestürzten Hochhauses gerettet worden. Eine Frau wurde unter dem Leichnam ihres Mannes lebend gefunden. Das Erdbeben der Stärke 6,4 hatte in der Nacht zu Samstag die Insel erschüttert.

Ehefrau beschützt

Der Ehemann hatte sich laut Medienberichten über seine Frau gekauert und so die Überlebende geschützt. Der zweijährige Sohn des Paares wurde getötet, fünf weitere Familienmitglieder sind noch vermisst.

Auch ein Mann wurde heute - per Kran - lebend aus den Trümmern des 16-stöckigen Gebäudes in der Stadt Tainan gehoben, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Behörden untersuchen mittlerweile den Verdacht, das Hochhaus könnte wegen Pfuschs beim Bau eingestürzt sein. (iptv.ORF.at)

Lebenszeichen von Frau und Mädchen

Die Rettungskräfte fanden auch Lebenszeichen von einer 28-jährigen Frau und einem achtjährigen Mädchen. Beide konnten aber bisher nicht aus den Trümmern befreit werden.

Bei dem Beben waren in Tainan mehrere Wohnhäuser eingestürzt. Allein in den Trümmern des 16-stöckigen Wei-Kuan-Wohnkomplexes starben mehr als 30 Menschen. In dem Hochhauskomplex waren rund 260 Bewohner gemeldet.

Katastrophe zu Neujahrsfeiern

Die Behörden vermuten aber, dass sich zum Zeitpunkt des Bebens mehr als 300 Menschen dort aufhielten - hauptsächlich Verwandte, die zum heute beginnenden chinesischen Neujahrsfest zu Besuch waren. Laut der Feuerwehr wurden in den Trümmern des Wohnkomplexes gestern noch 118 Menschen vermisst.

Gesundheit

Vermeiden von Licht bei Migräne könnte schädlich sein

Eine häufige Begleiterscheinung von Migräne ist eine Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen, Lärm oder Licht. Die Betroffenen zeigen deshalb oft eine Photophobie. Doch laut neuesten Forschungen könnte die Vermeidung von Lichtreizen sogar schädlich sein, meinen Wiener Experten.

Von Migränikern wird oft schon normales Tageslicht als unerträglich empfunden, mit dem Ergebnis, dass sich Migräne-Erkrankte während einer Attacke in dunkle Räume zurückziehen, Licht aber oft auch zwischen den Attacken meiden. Eine solche Vermeidungsstrategie zählt bis dato auch zu den ärztlichen Empfehlungen für den Umgang mit Migräne.

Erhöht Empfindlichkeit

„Inzwischen wird jedoch vermutet, dass die Vermeidung von Licht nachteilig ist, weil sie die Empfindlichkeit gegenüber Licht, die sogenannte Photophobie, weiter erhöhen könnte“, erklärte Kopfschmerzexperte Christian Wöber von der Universitätsklinik für Neurologie in Wien (MedUni Wien/AKH).

Vergleichbar sei das mit Menschen, die unter Höhen- oder Platzangst leiden und angstauslösende Situationen vermeiden - damit aber das Problem nicht lösten. Ein Forscherteam der Medizinischen Universität Wien geht daher in einer soeben anlaufenden Studie des Wissenschaftsfonds FWF der Frage nach, ob es auch andere und vor allem nachhaltige Wege im Umgang mit der Lichtempfindlichkeit bei Migräne gibt.

Gegenstrategie Desensibilisierung

Erste Untersuchungen zeigen, dass nicht das Vermeiden von Licht, sondern umgekehrt die Desensibilisierung des Gehirns gegenüber Lichtreizen eventuell die bessere Strategie sein könnte. Dabei durchlaufen die Betroffenen einwöchige Trainings, in denen sich das Gehirn durch „Flackerlicht“ an helles oder normales Licht gewöhnen soll.

In einer anlaufenden Studie soll mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT), mit welcher die Aktivität von Hirnarealen dargestellt werden kann, die optimale Gegenstrategie identifiziert werden. Dabei werden beide Herangehensweisen - Lichtexposition und Lichtentzug - an Migränepatientinnen und -patienten und an Personen ohne Migräne untersucht.

IT

Google integriert VR-Technologie in Android

Google verstärkt laut einem Zeitungsbericht den Fokus auf virtuelle Realität. Die Technologien, mit deren Hilfe Nutzer in virtuelle Welten eintauchen können, sollen zum Teil direkt in das Smartphone-Betriebssystem Android integriert werden, schrieb die „Financial Times“.

Geplant sei auch eine neue Version der „Cardboard“-Brille, in der das Display eines eingesteckten Smartphones für die Bilder wie in einem Stereoskop sorgt.

Wettrennen mit Apple und Facebook

Die neue Brille bekomme ein Gehäuse aus Plastik statt Karton und zusätzliche Sensoren, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Sie wäre damit dem Modell Gear VR ähnlich, das Samsung Ende vergangenen Jahres für seine Smartphones auf den Markt gebracht hatte. Auch Apple zeigt Interesse an der VR-Technologie.

In diesem Jahr kommen mehrere Hightech-Modelle von VR-Brillen auf den Markt, die statt eines eingesteckten Telefons einen eigenen Bildschirm und viele Sensoren haben. Demnächst soll die seit Langem erwartete Brille Rift des inzwischen zu Facebook gehörenden Pioniers Oculus ausgeliefert werden, Sony steht in den Startlöchern mit der PlayStation VR für seine Spielekonsole. Und vom Smartphone-Anbieter HTC kommt das Modell Vive.

Billigere Alternative

Diese hochgerüsteten Brillen benötigen viel Rechenleistung und dürften zunächst vor allem für Spiele genutzt werden. VR auf Basis von Smartphones gilt als günstigere Alternative für die Massen. Google demonstrierte zum Beispiel eine Anwendung für seinen Straßenansichtsdienst Street View.

Kultur

Adele erfolgreichste Musikerin 2015

Die britische Sängerin Adele, die mit ihrem Album „25“ Rekorde gebrochen hat, war vergangenes Jahr offiziell die erfolgreichste Musikerin der Welt. Der Weltverband der Phonoindustrie (IFPI) teilte heute mit, Adele habe 2015 die meisten Titel verkauft, obwohl ihr neues Album „25“ erst am 20. November veröffentlicht wurde.

Die Sängerin weigerte sich zudem in einem ungewöhnlichen Schritt, das Album auf Streamingdienste zu stellen.

Sängerin Adele

AP/Invision/Chris Pizzello

„Globale Sensation“

Das Album war Adeles erstes seit mehr als vier Jahren. In den USA und Großbritannien brach es die bisherigen Rekorde für Plattenverkäufe in der ersten Woche. Die IFPI-Chefin Frances Moore nannte „25“ die „globale Sensation von 2015“ und bezeichnete Adeles Leistung als „einfach phänomenal“.

Taylor Swift rutscht auf Platz drei

Auf Platz zwei der meistgekauften Musiker landete der britische Sänger und Songwriter Ed Sheeran, der seit seiner Ballade „Thinking Out Loud“ wachsende Erfolge verzeichnet. Die US-Popsängerin Taylor Swift, die im Vorjahr mit ihrem Album „1989“ auf dem ersten Platz gelandet war, kam diesmal auf Platz drei.

Rihannas neues Album stürmt US-Charts

R&B-Sängerin Rihanna startet unterdessen mit ihrem Comebackalbum durch: Die Platte „Anti“ ist gestern auf Platz eins der Billboard-Charts geklettert. Die 27-Jährige hatte ihr lang erwartetes neues Album Ende Jänner exklusiv auf dem Streamingdienst Tidal veröffentlicht.

„Anti“ war zunächst den Abonnenten der Musikplattform des Rappers und Geschäftsmanns JAY Z vorbehalten. Rihanna ist Anteilseignerin von Tidal.

Die neuen Songs wurden später auf anderen Onlineplattformen und schließlich auch als CD veröffentlicht. Zudem schloss die Sängerin eine millionenschwere Partnerschaft mit dem Samsung-Konzern, der eine interaktive Website extra für das Album einrichtete. Rihannas neues Album wurde von Fans heiß erwartet, nachdem sie seit 2012 keine neue Platte mehr herausgebracht hatte.

„McTeague“ in Linz: Wurzelbehandlung als Operngenuss

Der Wilde Westen ist zurzeit nicht nur auf der Kinoleinwand en vogue. Mit der europäischen Erstaufführung der Oper „McTeague - Gier nach Gold“ des US-Komponisten William Bolcom nimmt sich auch das Musiktheater Linz des Genres an.

Und wenn es dabei dann gar nicht um Cowboys und Indianer geht, sondern um einen mörderischen Zahnarzt, ist besonderer Nervenkitzel garantiert. Die Handlung präsentiert sich filmreif und spannend, die Musik reichhaltig und für alle Ohren gut konsumierbar, die Inszenierung sehr unterhaltend, wenn auch nicht besonders tiefschürfend: eine Wurzelbehandlung als musikalischer Genuss.

Mehr dazu in Unter der mörderischen Wüstensonne

Science

Lifestyle

Karneval in Rio erreicht seinen Höhepunkt

Ungeachtet der Angst vor dem Zika-Virus haben in Rio de Janeiro Zehntausende Menschen zum Höhepunkt des Karnevals an der Vorführung der Sambaschulen teilgenommen. Rund 70.000 Menschen tanzten und jubelten in der brasilianischen Metropole auf den Rängen des Sambadroms, als gestern Abend die Estacio de Sa als erste der zwölf Sambaschulen den Wettbewerb in dem Tanzstadion eröffnete.

Die Karnevalswagen widmen sich unter anderem den bevorstehenden Olympischen Spielen (iptv.ORF.at)

Verweis auf Olympische Spiele

Als Verweis auf die Olympischen Sommerspiele in sechs Monaten wurde zur Eröffnungszeremonie eine riesige Fackel hereingetragen.

Der Wettbewerb der Sambaschulen, der gestern und heute jeweils die ganze Nacht läuft, ist der Höhepunkt des Karnevals, an dem Schätzungen zufolge fünf Millionen Menschen teilnehmen, darunter eine Million Touristen. Der Parade der aufwendig kostümierten Sambaschulen, einer Auswahl aus rund hundert Ensembles von Amateurtänzern aus der brasilianischen Metropole, gehen zwei Wochen mit Straßenparaden voraus.

Angst vor Zika-Virus

Allerdings trübt das Zika-Virus in diesem Jahr die Feierlaune. Brasilien ist besonders von dem durch die Gelbfiebermücke übertragenen Virus betroffen, das derzeit in Süd- und Mittelamerika grassiert. Die Krankheit verläuft zumeist glimpflich, doch besteht der Verdacht, dass Schwangere das Virus auf Babys übertragen können, bei denen es offenbar zu Mikrozephalie führen kann - einer gefährlichen Fehlbildung des Kopfes.