Ausland

Gewalt zwischen Islamisten und Opposition in Ägypten

Seit der Ernennung von acht islamistischen Gouverneuren durch Präsident Mohammed Mursi rollt wieder eine Protestwelle durch Ägypten. Gleichzeitig bereitet sich die Opposition auf Massenproteste gegen Mursi am 30. Juni vor. Das ist der Jahrestag des Amtsantritts des Präsidenten, der von der Muslimbruderschaft als Kandidat nominiert worden war.

In der Nacht auf heute zählten die Gesundheitsbehörden in der Provinz Kafr al-Scheich 33 Verletzte, nachdem Anhänger und Gegner der regierenden Muslimbrüder in der Stadt Dasuk mit Fäusten und Schusswaffen aufeinander losgegangen waren. Laut der Nachrichtenwebsite „al-Ahram“ attackierten radikalislamische Salafisten, Demonstranten und nicht näher identifizierte Schlägertrupps einander vor dem Gebäude des Gouverneurs in der Stadt al-Mansura mit Knüppeln und Messern.

Vor dem Gouverneursgebäude in der südlichen Tempelstadt Luxor blockierten heute erneut Hunderte Demonstranten die Straße. Die Kammer der Tourismusunternehmen und Vertreter der Oppositionsparteien forderten den am Sonntag ernannten Provinzgouverneur Adel al-Chajat zum Rücktritt auf. Außerdem erklärten sie in einem offenen Brief an Chajat, seine Bewegung, die Gamaa Islamija, solle sich öffentlich für ihre Terroranschläge auf Touristen in den 90er Jahren entschuldigen.

USA prangern Peking und Moskau wegen Menschenhandels an

Die USA werfen China und Russland mangelnde Bemühungen im Kampf gegen den Menschenhandel vor. China und Russland rutschten mit Usbekistan auf die letzten drei Plätze einer vom US-Außenministerium veröffentlichten Beobachtungsliste, auf denen Länder aufgeführt werden, die mangelnde Fortschritte im Kampf gegen Menschenhandel und Sklaverei zeigen. Die Regierungen in Peking und Moskau reagierten empört.

Nach US-Schätzungen werden 27 Millionen Menschen weltweit als Sklaven ausgebeutet. In China sei Menschenhandel unter den Wanderarbeitern stark verbreitet, heißt es in dem Jahresbericht. „Zwangsarbeit ist weiterhin ein Problem, etwa in Ziegeleien, Kohlebergwerken und Fabriken.“ Zudem habe die Ein-Kind-Politik in China zu Frauenmangel und damit auch Frauenhandel geführt.

In Russland seien eine Million Menschen typischen „ausbeuterischen Arbeitsbedingungen ausgesetzt“, welche bei Fällen von Menschenhandel zu beobachten seien, heißt es in dem Bericht. Charakteristisch seien etwa fehlende Dokumente, die Nichtbezahlung von Arbeit, körperliche Misshandlung und extrem schlechte Wohnbedingungen. In Usbekistan würden zwar weniger Kinder unter 15 Jahren bei der jährlichen Baumwollernte eingesetzt, aber noch immer würden ältere Minderjährige sowie Erwachsene zur Erntearbeit gezwungen.

Erneut russische NGO als „Agenten“ verurteilt

In Russland ist erneut eine Nichtregierungsorganisation auf Grundlage des international kritisierten „Agentengesetzes“ verurteilt worden. Ein Gericht in Sankt Petersburg verhängte gestern eine Strafe von 500.000 Rubel (11.700 Euro) gegen die Gruppe Wichod, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzt, wie die Vereinigung mitteilte.

Nach Ansicht des Gerichts habe es Wichod versäumt, sich in das Register „ausländischer Agenten“ einzutragen. „Wir werden Widerspruch einlegen, denn Wichod ist eine wohltätige und keine politische Organisation“, sagte die Sprecherin der Gruppe, Olga Lenkowa.

Das Ende 2012 eingeführte Gesetz schreibt vor, dass sich Nichtregierungsorganisationen in das Register „ausländischer Agenten“ eintragen müssen, sofern sie Geld aus dem Ausland erhalten.

NGOs in der doppelten Zwickmühle

Die Registrierung entsprechend dem Gesetz zieht regelmäßige umfassende Kontrollen nach sich. Tun Organisationen es nicht, können Geld- und Gefängnisstrafen verhängt werden. Zahlreiche UNO-Mitglieder kritisieren das Gesetz. Die Gegner der Regelung halten sie für ein Instrument zur Einschüchterung politischer Gegner des Kreml.

Wichod bearbeitet ein in Russland sehr kontroverses Thema. Homosexualität ist in dem Land gesellschaftlich geächtet. Zuletzt verabschiedete das Unterhaus des russischen Parlaments ein Gesetz gegen „Homosexuellenpropaganda“, das unter anderem öffentliche Auftritte von bekennenden Schwulen und Lesben unter Strafe stellt.

Zudem verabschiedete das Unterhaus am Dienstag einen Gesetzesentwurf, der die Adoption russischer Waisenkinder durch Bürger aus Ländern mit zulässiger Homosexuellenehe strengen Auflagen unterwerfen soll.

USA überwachen sich mit Drohnen selbst

Die US-Behörden setzten Überwachungsdrohnen auch im Inland ein. Der Chef der Ermittlungsbehörde FBI, Robert Mueller, sagte gestern im US-Kongress, diese Drohnen würden eingesetzt, aber nur selten und sehr begrenzt. Er reagierte damit auf eine entsprechende Frage des republikanischen Senators Charles Grassley aus Iowa. Details nannte Mueller nicht.

Das FBI erklärte später, die unbemannten Flugkörper würden nur zur Beobachtung stationärer Objekte eingesetzt und um Gefahren für Beamte zu vermeiden. Die Luftfahrtbehörde FAA genehmige jeden einzelnen Einsatz. Als Beispiel nannte das FBI eine Geiselnahme in Alabama in diesem Jahr. Dort hatte ein Mann ein Kind aus einem Schulbus als Geisel genommen und in einem Bunker festgehalten.

Aus dem Einsatz von Drohnen an der stark gesicherten Grenze zu Mexiko machte die US-Regierung nie ein Geheimnis. Nach den Enthüllungen einer breit angelegten Internetüberwachung durch den US-Geheimdienst NSA sieht sich Präsident Barack Obama einer wachsenden Kritik von Bürgerrechtlern gegenüber, die die Grundrechte der Menschen verletzt sehen.

Vor Provinzwahl: Tote nach Anschlägen im Irak

Bei zwei Anschlägen sind gestern im Irak insgesamt 13 Menschen getötet worden. Wie die Polizei mitteilte, sprengte sich in al-Hadhr in der Provinz Niniveh ein Selbstmordattentäter im Garten eines örtlichen Parteiführers während einer Feier in die Luft.

Dabei wurden der Parteiführer Junus al-Ramah und vier Angehörige getötet. Ramahs Partei Vereinigter Irak steht dem schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki nahe. Heute wird in den Provinzen Niniveh und Anbar die Wahl der Provinzräte nachgeholt, die im April wegen Sicherheitsproblemen verschoben worden waren.

Jugendliche auf Fußballfeld getötet

Bei einem weiteren Anschlag nahe einem Fußballfeld in der unruhigen Provinz Dijala nordöstlich von Bagdad wurden acht Jugendliche getötet. Zunächst bekannte sich niemand zu den Angriffen. Radikale sunnitische Gruppen haben jedoch wiederholt vor Abstimmungen versucht, Kandidaten einzuschüchtern, um die Wahlen zu stören.

Insgesamt hat im Irak die Gewalt seit dem Beginn einer Protestwelle der sunnitischen Opposition gegen den schiitischen Regierungschef Maliki im Jänner wieder deutlich zugenommen. Zuletzt wuchs daher die Sorge vor einem Wiederaufflammen des Bürgerkriegs zwischen Sunniten und Schiiten im Irak.

Regierungskrise in Athen: Vorerst keine Einigung

Die Regierungskrise in Griechenland wegen des Streits über die Schließung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ERT ist noch nicht beigelegt. Ein Krisentreffen der Chefs der drei Koalitionsparteien ging gestern Abend ohne konkretes Ergebnis zu Ende.

Zu einem Bruch des Regierungsbündnisses aus Konservativen, Sozialisten und der Demokratischen Linken (DIMAR) kam es jedoch nicht. Heute ist um 20.30 Uhr ein weiteres Treffen geplant, wie der Sozialist Evangelos Venizelos nach dem Treffen im Fernsehen sagte. Dann werde es definitiv eine Lösung geben.

Erneut Demos in Athen

Der konservative Ministerpräsident Antonis Samaras hatte vor gut einer Woche über die ERT-Schließung, von der 2.700 Beschäftigte betroffen sind, ohne Zustimmung der Koalitionspartner entschieden. Diese sind über sein Vorgehen empört. DIMAR-Chef Fotis Kouvelis sagte: „Unser Ziel ist, dass das Fernsehen wieder normal funktioniert.“ Die Koalition müsse neu definiert werden und sich neue Ziele setzen.

In Griechenland gab es gestern Abend erneut Proteste gegen die ERT-Schließung. Rund 2.000 Menschen demonstrierten in Athen vor dem ERT-Gebäude.

Inland

VwGH: Schubhäftlinge haben Besuchsrecht

In Schubhaft angehaltene Personen haben ein Recht auf Besuchsempfang und können bei Verweigerung Beschwerde beim Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) einlegen. Potenzielle Besucher können daraus nicht für sich das Recht auf Besuch in der Schubhaft ableiten. Das entschied nun der Verwaltungsgerichtshof (VwGH).

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Merkel und EU-Prominenz bei EVP-Gipfel in Wien

Ein Großaufgebot an Regierungschefs und politischen Schwergewichten wird beim Gipfeltreffen der Europäischen Volkspartei (EVP) heute in Wien erwartet. Gastgeber für die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso und Parteiprominenz ist Vizekanzler und ÖVP-Chef Michael Spindelegger.

Auch werden EU-Ratspräsident Herman van Rompuy, Irlands Premier Enda Kenny, der finnische Premier Jyrki Katainen und der wegen der überraschenden Schließung des öffentlich-rechtlichen Rundfunksender ERT umstrittene griechische Premier Antonis Samaras erwartet. Im Mittelpunkt steht die Krisenbekämpfung.

Großes Sicherheitsaufgebot

In Wien wurden wegen des Gipfels die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Die Wiener Polizei ist in erhöhter Alarmbereitschaft. Im Einsatz sind sowohl Beamte in Uniform als auch in Zivil, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Merkel gilt besondere Aufmerksamkeit.

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Pilz skeptisch bei Einbürgerung von Erdogan-Fans

Einen Tag, nachdem sich der grüne Bundesrat Efgani Dönmez für seinen „Türken-Sager“ entschuldigen musste, wartet sein Parteifreund Peter Pilz mit einer Idee für den Umgang mit Anhängern des umstrittenen türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan auf.

In der Tageszeitung „Der Standard“ (Donnerstag-Ausgabe) regt er an, bei der Verleihung von Staatsbürgerschaften an türkische Immigranten deren politische Einstellung zu prüfen.

Im Staatsbürgerschaftsverleihungsverfahren müsse man sich das politische Engagement der Anwärter - die Rede ist von der Teilnahme an Pro-Erdogan-Demonstrationen - „sehr genau ansehen“ und bei einem allfälligen Entscheid „berücksichtigen“, so der grüne Abgeordnete.

Allerdings: „Das ist jetzt kein Aufruf zur lückenlosen Überwachung von Demonstrationen. Aber man soll sehr genau darauf achten, wem man da die österreichische Staatsbürgerschaft verleiht.“ Die Reform des Staatsbürgerschaftsgesetzes ist heute Thema im Innenausschuss des Nationalrats, wo auch ein Expertenhearing dazu stattfindet.

Debatte nach Rochaden im Team Stronach

Für einen Knalleffekt hat das Team Stronach (TS) im niederösterreichischen Landtag gesorgt. Klubobmann Walter Laki wurde gestern Vormittag von seinen Parteikollegen abgewählt. Man habe bei ihm Führungsqualitäten vermisst, heißt es nun. Es ist nicht das erste Mal, dass Personalrochaden des TS für Schlagzeilen sorgen.

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ÖVP verhindert Reparatur des „Mafia-Paragrafen“

Vor allem im Zuge des umstrittenen Tierschützerprozesses ist in Österreich Sinn und Unsinn des „Mafia-Paragrafen“ breit diskutiert worden. Eine Reform wurde in Angriff genommen - doch diese scheiterte gestern überraschend. Die ÖVP legte sich trotz vorhergehender Zusagen quer.

SPÖ und Grüne reagierten empört: Sie vermuten, dass die Volkspartei von Lobbygruppen zu dem Schritt gebracht wurde - und glauben diese auch zu kennen. Die ÖVP spricht von „Bedenken von Vertretern der Wirtschaft“, die noch nicht ausgeräumt seien.

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Sport

Radsport: Strasser gewinnt RAAM in Rekordzeit

Der Steirer Christoph Strasser hat zum zweiten Mal nach 2011 das berühmte Race Across America für sich entschieden und ist dabei auch gleich in die Geschichtsbücher des Extremradrennens quer durch die USA geradelt. Der 30-Jährige schaffte die fast 5.000 km lange Strecke von der West- bis zur Ostküste als erster Fahrer unter acht Tagen. Auch starke Ermüdungserscheinungen gegen Ende des Rennens konnten Strasser auf dem Weg zum Rekord nicht bremsen.

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Confed-Cup: Italien nach Torflut im Halbfinale

Italien und Brasilien haben den Einzug ins Confederations-Cup-Halbfinale geschafft. Im bisher spannendsten Spiel des Bewerbs lieferte Vizeeuropameister Italien Asienmeister Japan in der Nacht auf heute einen Schlagabtausch und siegte mit 4:3. Im Duell zwischen Italien und Brasilien, das nach zwei Siegen auch schon im Halbfinale steht, geht es am Samstag in Salvador noch um den ersten Platz in Gruppe A.

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Wirtschaft

Alpine-Pleite: Regierung überlegt Bauoffensive

Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) kann sich nach der Insolvenzeröffnung über die Alpine Bau, die Teile der rund 1.400 Zulieferfirmen mitreißen könnte, ein Bauinvestitionsprogramm der Bundesregierung vorstellen, um den Arbeitsmarkt in Österreich insgesamt anzukurbeln, sagte er gestern in der ZIB2.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ist in der „Kleinen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe) ähnlicher Meinung: „Angesichts der Probleme, die viele Firmen haben, sollte die Bundesregierung Maßnahmen erwägen.“ Über Details müsse erst verhandelt werden, so Mitterlehner weiter.

Auch Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (ÖVP) hatte gestern ein Investitionsprogramm für die Bauwirtschaft ähnlich dem Jahr 2002 gefordert.

Hundstorfer konnte sich im Fernsehen vorstellen, dass ein solches Programm abseits des Wahlkampfs schnürbar sei, rückt doch die Nationalratswahl im Herbst immer näher. Es sei möglich, etwaige Schritte „in der Regierung in Ruhe abzudiskutieren“, so Hundstorfer. Jedenfalls herrsche in der Bauwirtschaft keine „Jubel-und-Trubel-Stimmung, Impulse würden nicht schaden“, so der Minister.

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Gold stark unter Druck - Ende der Geldschwemme befürchtet

Signale für ein nahendes Ende der ungebremsten Billiggeldflut in den USA haben den Goldpreis stark unter Druck gesetzt. Heute fiel der Preis für eine Feinunze bis auf 1.305 Dollar (973,45 Euro) und damit auf den tiefsten Stand seit September 2010.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte die Finanzmärkte gestern Abend mit Äußerungen zum möglichen Zeitplan für die Drosselung der milliardenschweren Anleihekäufe in Aufruhr versetzt. Gold wird von vielen Investoren als Inflationsschutz betrachtet und reagiert deshalb stark auf die Geldpolitik der großen Notenbanken.

ÖBBler bekommen Arbeitszeitverkürzung auf 38,5 Stunden

Lange wurde gerungen, nun ist die Einigung da: Die Beschäftigten der ÖBB werden künftig 38,5 statt 40 Stunden pro Woche arbeiten. Damit wurde dem Wunsch der Mitarbeiter und der Konzernführung entsprochen. Quergelegt hatte sich bisher der Fachverband der Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer.

Der Fachverband setzte nun durch, dass die 38,5-Stunden-Regel nur für ÖBB-Mitarbeiter gilt. Alle anderen Arbeitgeber könnten das individuell verhandeln, teilte der Fachverband heute in einer Aussendung mit. Der angedrohte Arbeitskampf der ÖBB-Beschäftigten ist damit vom Tisch.

Chronik

Fritzl-Haus: Keller wird zugeschüttet

Mehr als fünf Jahre, nachdem der Fall Fritzl bekanntgeworden war, sind heute in Amstetten in Niederösterreich die Baumaschinen aufgefahren. Jener Keller, in dem der Mann seine Tochter 24 Jahre lang gefangen hielt und missbrauchte, wird nun zugeschüttet.

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Kind in glühend heißes Auto gesperrt

Ein elf Jahre alter Bub musste gestern Nachmittag in Bad Ischl (Oberösterreich) aus einem glühend heißen Auto befreit werden. Um das laut schreiende Kind aus seinem heißen Gefängnis zu retten, schlugen Rettungssanitäter eine Fensterscheibe ein. Der Bub hatte sich geweigert, zum Zahnarzt mitzugehen.

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Obsorgegutachten: Anklage gegen Sachverständigen

Die Staatsanwaltschaft Linz erhebt Anklage gegen einen Familiengerichtsgutachter. Dem in Salzburg und Oberösterreich vielbeschäftigten Gerichtssachverständigen wird die Erstellung mehrerer falscher Gutachten vorgeworfen. Er soll Textbausteine verwendet und mangelhaft recherchiert haben. Der Angeklagte spricht von Beschwerden von „enttäuschten Vätern“.

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Entenfamilie klebte auf geteerter Straße fest

Eine Entenfamilie ist Montagabend auf einem frisch geteerten Straßenstück der Liebenauer Tangente (Steiermark) festgeklebt, wie nun bekanntwurde. Fünf Küken und die Entenmutter konnten von der Tierrettung befreit werden, fünf weitere Küken verendeten.

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Zwei Sechser bei Lotto „6 aus 45“

Bei der Ziehung von Lotto „6 aus 45“ haben zwei Teilnehmer die sechs Richtigen getippt. Sie bekommen je knapp eine Million Euro dafür ausgezahlt.

Gestern wurden folgende Gewinnzahlen gezogen:

10 16 19 25 31 40 / Zusatzzahl: 36

Ein Teilnehmer hat die richtige Jokerzahl auf der Quittung, er bekommt 112.754,80 Euro.

Die aktuelle Jokerzahl lautet:

9 7 2 0 5 7

Alle Angaben ohne Gewähr

Mindestens 30 Tote bei Busunfall in Peru

Ein Bus ist in Peru in einen Fluss gestürzt, mindestens 30 Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Neun Insassen wurden zunächst noch vermisst, wie die Polizei gestern mitteilte. 15 Verletzte wurden in Krankenhäuser eingeliefert.

Der Bus fiel in den Fluss Tarma auf einer kurvenreichen Strecke im Departement Junin, rund 200 Kilometer nordöstlich von Lima, wie die Nachrichtenagentur Andina berichtete. Eine Vertreterin des Busunternehmens gab als Ursache des Unfalls die schlechte Ausschilderung der Landstraße an. Der Bus fuhr von Lima nach Satipo im ostperuanischen Amazonas-Gebiet.

IT

Microsoft kippt Onlinezwang bei neuer Xbox

Nach einem Sturm der Entrüstung über die Nutzungsbedingungen der neuen Spielekonsole Xbox One macht Microsoft einen Rückzieher. So ist nun doch keine ständige Internetverbindung nötig, und Spiele auf Discs können nach Belieben getauscht und weiterverkauft werden.

Es funktioniere nun wie beim bisherigen Modell Xbox 360, schrieb Spartenchef Don Mattrick im Firmenblog. Mattrick erklärte, die Kommentare der Nutzer hätten für den Sinneswandel gesorgt. „Wir haben zugehört.“

Die anfangs angekündigten Einschränkungen hatten viele Nutzer verärgert und für Oberwasser beim Rivalen Sony gesorgt, der parallel seine neue Spielekonsole PlayStation 4 herausbringt. Diese sollte von vornherein ohne einen Onlinezwang auskommen und auch gebraucht gekaufte Spiele akzeptieren.

Science

Was Nacktmulle vor Krebs schützt

Nacktmulle werden nicht nur steinalt, sie bekommen auch keinen Krebs. Forscher haben nun im Bindegewebe der Nagetiere einen Stoff entdeckt, der sie offenbar davor schützt. Das könnte neue Wege der Therapie und Prävention eröffnen.

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Kultur

Swetlana Alexijewitsch erhält Friedenspreis des Buchhandels

Die weißrussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Das teilte der Stiftungsrat heute in Frankfurt mit.

Die 65-Jährige wurde durch Berichte und Reportagen über die Atomkatastrophe in Tschernobyl und über den sowjetischen Afghanistan-Krieg weltweit bekannt. Die Journalistin entwickelte dafür einen eigenen Stil der literarischen Collage.

Geehrt werde eine Autorin, „die die Lebenswelten ihrer Mitmenschen aus Weißrussland, Russland und der Ukraine nachzeichnet und in Demut und Großzügigkeit deren Leid und deren Leidenschaften Ausdruck verleiht“. Nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums sei Alexijewitsch zur Chronistin geworden von Menschen, bei denen ein Grundstrom existenzieller Enttäuschungen spürbar sei.

Renommierter Preis im 63. Jahr

Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am 13. Oktober in der Paulskirche überreicht. Dem Statut zufolge geht er an Persönlichkeiten, „die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen“ haben.

Mit der renommierten Auszeichnung werden seit 1950 Schriftsteller, Philosophen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland geehrt. Unter den Geehrten sind große Namen wie Astrid Lindgren, Hermann Hesse, Siegfried Lenz, Mario Vargas Llosa und Orhan Pamuk. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den chinesischen Schriftsteller und Regimekritiker Liao Yiwu.

Regisseurin verfilmt „Fifty Shades of Grey“

Für die Verfilmung des Erotikstoffes „Fifty Shades of Grey“ setzt Hollywood auf die britische Regisseurin Sam Taylor-Johnson (46). Wie das Branchenblatt „Variety“ gestern berichtete, waren auch Kollegen wie Joe Wright und Gus Van Sant im Rennen.

Die Studios Universal Pictures und Focus Feature hatten sich die Filmrechte für den dreiteiligen Roman für fünf Millionen Dollar (3,74 Mio. Euro) gesichert.

Mit ihrer Sexstory über einen Millionär, der eine Affäre mit einer jungen Studentin hat, gelang der britischen Autorin E. L. James ein Überraschungserfolg. Der Erotikroman um Sexspiele mit Fesseln und Peitschen wurde rasch zum Bestseller. Über die Besetzung der Hauptrollen der Romanfiguren Christian Grey und Anastasia Steele wurde noch nichts bekannt.

Taylor-Johnson gab mit dem Biopic „Nowhere Boy“ über den jungen John Lennon 2010 ihr Spielfilmdebüt. Zuvor war sie als Foto- und Videokünstlerin bekannt. Die Regisseurin ist mit dem 23 Jahre jüngeren „Kick Ass“-Star Aaron Taylor-Johnson verheiratet. Das Paar hat zwei gemeinsame Töchter.

Sommertheater: Die „Kannibalen“ vom Wörthersee

Intelligente Unterhaltung, Spaß mit Hintersinn, Volksbühnenschauspiel und Theaterreflexion: Das Klagenfurter Sommertheater beweist mit seiner Komödie „Kannibale und Diebe“ einmal mehr, dass auf der Bühne kein Gegensatz so groß ist, dass er nicht überwunden werden kann.

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Salzburger „Jedermann“ noch nicht ausverkauft

Wer auf der Website der Salzburger Festspiele nach verfügbaren Karten sucht, könnte den Eindruck haben, dass der Vorverkauf schleppend läuft. So gibt es einen Monat vor der Festspieleröffnung unter anderem noch Karten für den neuen „Jedermann“.

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Leute

„Winnetou“ Pierre Brice wird Bayer

Der französische Schauspieler Pierre Brice (84) will nach Bayern ziehen. Der „Bild“-Zeitung (Donnerstag-Ausgabe) sagte er: „Meine Frau Hella und ich haben uns schweren Herzens entschlossen, unser Haus in Frankreich zu verkaufen. Denn bald wollen wir uns in der Nähe von München niederlassen.“

Der Schauspieler, der in den 60er Jahren als Indianerhäuptling in den „Winnetou“-Filmen berühmt wurde, ist seit 32 Jahren mit seiner deutschen Frau verheiratet. Sie stammt aus Amberg in Bayern.

„Meine ewigen Jagdgründe liegen in Deutschland. Wenn ich gehe, will ich, dass meine liebe Frau bei ihrer Familie ist. Ich will nicht, dass sie alleine ist“, sagte der 84-Jährige, der bisher in seinem Jagdschlösschen in der Nähe von Paris gelebt hat.

Er fühle sich momentan aber noch relativ fit, versicherte Brice: „Der Rücken tut zwar weh, die Knie auch. Doch Winnetous Herz schlägt noch wie bei einem jungen Krieger!“

Lifestyle

Donauinselfest: Arbeiten bis zuletzt

Morgen beginnt in Wien das Donauinselfest. Noch wird aufgebaut, angeliefert und vorbereitet. Alles wird rechtzeitig fertig sein, versichern die Veranstalter - nämlich „wenn das Fest losgeht“. Die Wiener Linien müssen besondere Herausforderungen bewältigen.

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