Ausland

Gericht in Kairo: Journalisten „vom Teufel gesteuert“

Nach den international kritisierten Urteilen gegen Journalisten des arabischen Nachrichtensenders al-Jazeera hat das zuständige ägyptische Gericht heute die ausführliche Begründung seiner Entscheidung nachgeliefert. Die Richter kommen darin zu dem Schluss, dass die Verurteilten vom „Teufel gesteuert“ worden seien, ihre journalistische Arbeit „gegen diese Nation zu richten“.

Die Verurteilten hätten die Ziele des „edlen Journalistenberufs“ in ihr Gegenteil verkehrt und die Wahrheit verfälscht, statt nach ihr zu suchen, meinten die Richter.

Je sieben Jahre Haft

Wegen vermeintlicher Unterstützung der islamistischen Muslimbruderschaft waren sieben Angeklagte, unter ihnen der australische Journalist Peter Greste, der ägyptisch-kanadische frühere Al-Jazeera-Bürochef Mohammed Fadel Fahmi und der Ägypter Baher Mohammed, Ende Juni zu je sieben Jahren Haft verurteilt worden. Gegen Mohammed wurde außerdem eine zusätzliche dreijährige Freiheitsstrafe verhängt.

Elf weitere Journalisten wurden in Abwesenheit zu je zehn Jahren Gefängnis verurteilt, darunter zwei Briten und die Niederländerin Rena Netjes. Die Urteile sorgten international für Entrüstung.

UNO: Hinweise auf Kriegsverbrechen durch Israel in Gaza

Die Vereinten Nationen haben deutliche Hinweise darauf, dass die israelische Armee bei ihrer derzeitigen Militäroperation im Gazastreifen Kriegsverbrechen verübt hat. Es gebe eine „große Möglichkeit“, dass die israelischen Häuserzerstörungen und die Tötung von Kindern völkerrechtswidrig seien, sagte UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay heute in Genf.

Pillay äußerte sich zu Beginn einer Sondersitzung des UNO-Menschenrechtsrates zum Gaza-Konflikt. Sie beklagte, dass bei den israelischen Angriffen nicht zwischen Hamas-Kämpfern und Zivilisten unterschieden werde. Zugleich verurteilte sie auch den Abschuss von Raketen und Granaten durch palästinensische Extremisten auf Israel.

Flüge nach Israel eingestellt

Nach einem vorübergehenden Verbot der US-Luftfahrtbehörde FAA für US-Fluglinien, Israel anzufliegen, haben europäische Fluglinien nachgezogen. Aus Sicherheitsgründen werde der Ben-Gurion-Flughaben in Tel Aviv nicht mehr angeflogen, gab die Lufthansa gestern bekannt.

Betroffen davon sind auch die Konzerntöchter AUA, Swiss und Germanwings. Auch die Air France, Air Berlin, KLM und weitere europäische Fluglinien schlossen sich an. Die FAA hatte zuvor von einer Raketengefahr für den Flughafen gesprochen. Es wird offenbar befürchtet, dass die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas den Flughafen oder nahende Flugzeuge mit Raketen beschießen könnten.

Mehr dazu in Unsichere Lage als Grund genannt

Nächste Atomverhandlungen mit Iran Anfang September

Die nächsten Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten sowie Deutschland werden Anfang September stattfinden. Auf den Ort müssen sich die beiden Seiten aber noch einigen, sagte die iranische Außenamtssprecherin Marsieh Afcham heute.

Möglicherweise werde das Treffen in New York stattfinden, wurde in Teheran spekuliert. Dafür spreche, dass sowohl Außenminister Mohammed Dschawad Sarif als auch Präsident Hassan Rouhani dort im September an der UNO-Vollversammlung teilnehmen wollten.

Keine Einigung in Wien

Beide Seiten konnten vergangene Woche bei den Verhandlungen in Wien bis zum Ablauf der selbst gesetzten Frist von sechs Monaten noch keine Einigung erzielen. Jedoch vereinbarten sie eine Fristverlängerung für die Gespräche bis zum 24. November. Die internationale Gemeinschaft will sicher sein, dass Teheran keine Atombombe baut. Die Islamische Republik wiederum erhofft sich ein Ende der schmerzhaften Wirtschaftssanktionen.

Indonesien: Wahlverlierer will gegen Ergebnis klagen

Nach seiner Niederlage bei der Präsidentenwahl in Indonesien will der frühere General Prabowo Subianto doch vor Gericht gegen das Ergebnis klagen. „Wir sind dabei, unsere Klage vor dem Verfassungsgericht vorzubereiten“, sagte ein Sprecher des Wahlkampfteams von Prabowo heute.

Der Schritt kam als Überraschung, nachdem Prabowo wenige Stunden vor Verkündung des Ergebnisses gestern seinen Rückzug aus dem Rennen angekündigt hatte. Aus seinem Team hatte es anschließend zudem geheißen, er wolle nicht vor Gericht gegen den Sieg von Joko Widodo Einspruch einlegen.

Joko, der bisherige Gouverneur von Jakarta, war gestern nach einem knappen Rennen mit 53 Prozent der Stimmen zum Wahlsieger ausgerufen worden. Viele seiner Anhänger hoffen darauf, dass Widodo wichtige Reformen einleitet. Der 53-Jährige stammt aus einfachen Verhältnissen und gilt als volksnah. Der frühere General Prabowo gehört dagegen zur politischen und militärischen Elite des Landes und war lange mit einer Tochter des 1998 abgetretenen Machthabers Suharto verheiratet. Er hatte noch am Wahltag den Sieg beansprucht und seinem Gegner Betrug vorgeworfen.

1.000 Flüchtlinge stürmen spanische Exklave Melilla

Etwa 1.000 afrikanische Flüchtlinge haben heute erneut den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Melilla gestürmt. Marokkanische Sicherheitskräfte und neu angebrachte sogenannte Antiklettermaschen hätten sie aber daran gehindert, über den Hochsicherheitszaun zu klettern, sagte ein Sprecher der Verwaltung von Melilla. „Niemand ist durchgekommen“, gab er an.

In Melilla und der spanischen Exklave Ceuta gibt es die einzigen Landgrenzen zwischen Afrika und der Europäischen Union. In den vergangenen Monaten nahm der Ansturm auf die Grenzzäune stark zu. Hunderten Flüchtlingen gelang es, diese zu überwinden, weshalb der sieben Meter hohe Zaun in Melilla zusätzlich durch engere Maschen gesichert wurde.

Das Auffanglager für Migranten in Melilla ist stark überfüllt. Spanien fordert mehr Unterstützung der Europäischen Union.

Erneut Rechtsstreit um Obamas Gesundheitsreform

Die Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama beschäftigt erneut die Justiz: Zwei Bundesgerichte fällten gestern binnen weniger Stunden gegensätzliche Urteile in der Frage, ob die staatlichen Beihilfen für Millionen Versicherte rechtmäßig sind. Der Fall dürfte damit wahrscheinlich vor dem Obersten Gerichtshof in Washington landen.

Der Supreme Court hatte die Obamacare genannte Reform im Juni 2012 bereits grundsätzlich für verfassungskonform erklärt. Die Entscheidung betraf damals vor allem die Pflicht, gegen Androhung einer Strafzahlung eine Krankenversicherung abzuschließen.

Nun dreht sich die Auseinandersetzung um eine unklare Formulierung, ob Beihilfen wie Steuererleichterungen für Versicherte in allen Bundesstaaten greifen. Der umstrittenen Passage zufolge sind Bürger förderungsberechtigt, wenn sie ihre Police über die von den Bundesstaaten eingerichteten Versicherungsmarktplätze abgeschlossen haben.

Beihilfen auf der Kippe?

Das Onlineportal Healthcare.gov der Regierung wird dagegen nicht ausdrücklich erwähnt. Die Kläger argumentieren, dass bei Versicherungsabschlüssen über Healthcare.gov keine staatliche Förderung fließen dürfe.

Ein Bundesberufungsgericht in der Hauptstadt Washington folgte gestern dieser Ansicht und versetzte Obamacare damit einen schweren Schlag: Nur 14 Bundesstaaten haben nämlich eigene Versicherungsbörsen geschaffen, die übrigen Staaten lehnten die Einrichtung ganz oder teilweise ab. Das bedeutet, dass die Menschen dort nur über Healthcare.gov eine Police kaufen können. Sollte die Entscheidung Bestand haben, stehen die Beihilfen für Millionen Menschen und womöglich die komplette Reform auf der Kippe.

Virginia: Förderung berechtigt

Wenige Stunden später kam ein Bundesberufungsgericht in Virginia dagegen zu dem Urteil, dass Abschlüsse über das Onlineportal von Obamas Regierung durchaus zu staatlicher Förderung berechtigen. Die in dem Gesetz verwendeten Formulierungen seien „mehrdeutig“ und würden die Beihilfe daher nicht auf die Versicherungsbörsen in einzelnen Bundesstaaten beschränken.

Die Gesundheitsreform ist politisch sehr umstritten. Die oppositionellen Republikaner sehen darin eine Beschränkung der Freiheitsrechte und eine unnötige Belastung für die Unternehmen. Das Urteil des Gerichts in Washington sei „ein weiterer Beweis dafür, dass Obamacare für die amerikanische Bevölkerung nicht funktioniert und nicht funktionieren kann“, sagte der republikanische Senator Lamar Alexander. Das Weiße Haus zeigte sich dagegen zuversichtlich, dass das Gesetz in diesem Punkt rechtlich wasserdicht ist.

Italiens Ex-Kulturminister Galan in Mailand in Haft

Der italienische Ex-Kulturminister Giancarlo Galan, ein enger Vertrauter von Italiens früherem Premier Silvio Berlusconi, ist inhaftiert worden und befindet sich in einer Mailänder Strafanstalt. Die Polizei brachte gestern Abend den Parlamentarier der oppositionellen Forza Italia von seiner Wohnung in Padua in die Mailänder Strafanstalt Opera, wie italienische Medien berichteten.

Immunität aufgehoben

Die italienische Abgeordnetenkammer hatte davor den Weg zu Galans Festnahme wegen Korruptionsvorwürfen frei gemacht. Seit Wochen lag gegen ihn und weitere aktuelle Parlamentarier der Forza Italia im Parlament ein Haftbefehl vor. Wegen Galans Immunität konnte dieser allerdings bisher nicht ausgeführt werden.

Berlusconis Vertrauensmann bestreitet, dass er Schmiergelder vom Konsortium Venezia Nuova, das das Dammprojekt „MOSE“ in Venedig gebaut hat, erhalten habe. Wegen dieser Affäre war im Juni bereits der venezianische Bürgermeister Giorgio Orsoni verhaftet worden. Dieser wurde nach einigen Tagen Untersuchungshaft wieder freigelassen. Orsoni reichte danach seinen Rücktritt ein.

Tagelang im Krankenstand

Galan, der sich zehn Tage lang wegen Kreislaufproblemen in einem Krankenhaus in Este bei Padua aufhielt, wurde gestern von den Ärzten des Spitals entlassen und musste in seine Wohnung zurückkehren. Die Ärzte wollten offenkundig vermeiden, dass Galan im Krankenhaus unter Haft gestellt wird. Die Rechtsanwälte des Parlamentariers wollen für ihren Mandanten Hausarrest beantragen. „Ich bin wütend“, protestierte Galan, als er im Rollstuhl das Krankenhaus verließ.

Inland

Pädagogische Hochschulen: RH für Standortkonzentration

Der Rechnungshof (RH) empfiehlt die Prüfung der „Effektivität der derzeitigen Standorte der Pädagogischen Hochschulen (PH)“ und eine weitere Konzentration der Einrichtungen. Außerdem bemängeln die Prüfer in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht erneut, dass die Lehrerfortbildung zu selten in der unterrichtsfreien Zeit stattfindet.

Die derzeit 14 PHs entstanden durch eine Zusammenlegung von 51 öffentlichen und privaten Institutionen der Aus-, Fort- und Weiterbildung für Lehrer. Diese Konzentration geht dem Rechnungshof aber nicht weit genug: In Oberösterreich, der Steiermark, Tirol und Wien bestehen nach wie vor parallel öffentliche und private PHs nebeneinander. Derzeit sind PHs in Wien (drei), Innsbruck, Linz, Graz (je zwei) sowie Eisenstadt, Baden, Klagenfurt, Salzburg und Feldkirch eingerichtet.

Ausbildung an größeren Instituten günstiger

Für seinen Bericht überprüfte der Rechnungshof alle öffentlichen PHs und insbesondere die PH Tirol und Wien. Dabei zeigte sich etwa, dass 2012 über alle öffentlichen PHs gerechnet pro Student in der Ausbildung durchschnittlich 14.360 Euro ausgegeben wurden. An der PH Tirol waren es 16.502 Euro, an der PH Wien nur 10.436.

„Nach Ansicht des RH deutete die Entwicklung der Ausgaben je Studierenden (Ausbildung) darauf hin, dass die Ausbildung an größeren Institutionen (PH Wien) kostengünstiger war als an kleineren (PH Tirol). Dies sprach für die Konzentration bei den Ausbildungsinstitutionen.“ Ausgangspunkt für die „Strukturbereinigungen“ könne die neue Lehrerausbildung sein.

Ruf nach Weiterbildung in unterrichtsfreier Zeit

Weitere Empfehlung des Rechnungshofs: „Die Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen wären grundsätzlich in der unterrichtsfreien Zeit anzubieten.“ Das sei gerade aufgrund der angespannten Personalsituation im Lehrerbereich unumgänglich, um genügend Pädagogen für den Unterricht zur Verfügung zu haben.

Im Prüfungszeitraum hielten sich die PHs allerdings mit dem Ferienangebot zurück: So wurden 2011/12 an allen PHs nur rund fünf Prozent der Lehrveranstaltungen im Fortbildungsbereich in den Sommermonaten Juli und August angeboten. Die PH Wien offerierte überhaupt nur 0,8 Prozent ihrer Lehrveranstaltungen in den Ferienzeiten.

Ermittlungen gegen Hans-Peter Martin abgeschlossen

Die Staatsanwaltschaft Wien hat ihre Erhebungen gegen den früheren EU-Abgeordneten Hans-Peter Martin abgeschlossen, berichtete der „Kurier“ heute. Der Vorhabensbericht liegt nun bei der Oberstaatsanwaltschaft Wien, wo man „mit Hochdruck an der Prüfung“ arbeitet, wie deren Sprecher der Zeitung sagte.

In der Causa geht es um Vorwürfe, Martin habe Parteienförderung missbräuchlich verwendet. Ins Rollen gebracht hatte das Verfahren Martins früherer Weggefährte Martin Ehrenhauser, der nach seinem Zerwürfnis mit dem EU-Mandatar Anzeige erstattet hatte. Martin selbst stritt die Vorwürfe ab und sprach von einer Rufmordkampagne. Mit einer Klage gegen Ehrenhauser blitzte er indes ab.

Bures: Breitbandmilliarde erst ab 2016

Die für den Breitbandausbau zuständige Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) pocht weiter darauf, bis 2020 insgesamt eine Mrd. Euro an öffentlichen Mitteln in schnelles Internet am Land zu investieren. Das Geld soll aber erst ab 2016 fließen, um das Budget 2014 und 2015 nicht zu belasten. Um die Finanzen des Ausbaus dürfte es sich auch heute im Finanzministerium drehen.

Grundsätzliche Bereitschaft von Spindelegger

„Ich gehe davon aus, dass wir ins Finanzministerium pilgern, weil es um die Finanzen geht“, sagte Bures gestern Abend vor Journalisten. Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP), der sich seit vergangener Woche ebenfalls für einen Breitbandausbau ausspricht, hat für heute Bures, Gemeinde- und Ländervertreter sowie die Telekombranche zu einem runden Tisch eingeladen. Offen war zuletzt noch die Höhe der Förderungen sowie ob und wie viel die Länder und Gemeinden mitzahlen sollen.

Rücklagen stehen bereit

Bures hat für den Breitbandausbau eine Milliarde Euro - die Hälfte der zwei Mrd. Euro schweren Auktion von Mobilfunkfrequenzen im vergangenen Herbst - als Rücklage im Ministerium zur Seite gelegt. Für die Auflösung dieser Rücklage braucht sie allerdings das Okay von Spindelegger. Der Masterplan, den Bures zuletzt ausarbeiten ließ, baut auf dieser Milliarde auf. So sollen zwischen 2016 und 2020 jährlich an die 200 Mio. Euro ausgegeben werden - in Summe ergibt das über die fünf Jahre hinweg die viel zitierte Breitbandmilliarde. Über Details wie Form und Tempo des Ausbaus könne man noch reden, meinte Bures.

Nächster Schritt aus Sicht der Verkehrsministerin ist, dass Spindelegger das Geld freigibt. „Wir sind jetzt an einem Punkt, wo wir die Entscheidungen brauchen, dass die finanziellen Mittel für diesen notwendigen Ausbau zur Verfügung gestellt werden“, sagte Bures. „Und kaum haben wir diese, wird fünf Minuten nach dem Termin begonnen, in die Detailplanung dieser Förderungen zu gehen“, so die Ministerin.

Ihr Plan sieht drei Instrumente vor: erstens das Förderprogramm Breitband Austria, zweitens die Unterstützung von Leerverrohrungsvorhaben und als dritten Punkt konkrete Breitbandanwendungen. Wo es möglich ist, sollen Glasfaserleitungen verlegt werden, das müsse aber nicht jeder einzelne Haushalt sein, sondern könne auch der nächste Funkmast sein, erläuterte Bures.

Akademikerball: Josef S. verurteilt

Am dritten Verhandlungstag ist der Prozess gegen Josef S. zu Ende gegangen. Gestern Nachmittag verkündete Richter Thomas Spreitzer das Urteil des Schöffensenats: Der deutsche Student wurde in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen und zu zwölf Monaten Haft, davon acht bedingt, verurteilt. Dabei konnte sich die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage bis zuletzt lediglich auf die Angaben eines einzigen Zeugen stützen.

Mehr in Schöffen folgen Staatsanwaltschaft

Finanzministerium hat sich bei ÖBB-Kritik verrechnet

Peinlicher Rechenfehler für das Finanzministerium: Noch am Montag hat Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) vorgerechnet, dass die ÖBB vom Steuerzahler heuer 5,3 Mrd. Euro bekommen - nun musste das Ministerium gegenüber der ZIB gestern einräumen, dass das um 600 Mio. Euro zu viel sind. Man habe Förderungen doppelt gerechnet.

Was das nun für das von der ÖVP verkündete Einsparungsvolumen von einer Milliarde Euro bei den ÖBB bedeutet, ist vorerst offen. Unmittelbar nach Spindeleggers Kritik hatte Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) dem Regierungspartner ÖVP „umfassende Unkenntnis oder Böswilligkeit“ vorgeworfen.

Großinvestitionen in Krankenhäuser Oberwart und Amstetten

Der Neubau des Krankenhauses Oberwart (Burgenland) ist nach langen Diskussionen endgültig fix. Die Landesregierung fasste in der letzten Sitzung vor der Sommerpause einen einstimmigen Beschluss.

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40 Mio. Euro für Landesklinik Amstetten

Mit der Inbetriebnahme des renovierten Traktes Haus B wurde ein wichtiger Teil der Umbauarbeiten des Landesklinikums Amstetten abgeschlossen. In die Modernisierung des Standortes werden 40 Millionen Euro gesteckt.

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Sport

Fußball: Rodriguez von Monaco zu Real Madrid

Real Madrid hat WM-Torschützenkönig James Rodriguez verpflichtet. Das bestätigte der Champions-League-Gewinner auf seiner Homepage, nachdem der 23-jährige Kolumbianer bereits den Medizincheck in Madrid absolviert hatte. Rodriguez unterzeichnete einen Sechsjahresvertrag. Medienberichten zufolge bezahlt Real für den Südamerikaner 80 Millionen Euro an den AS Monaco.

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Tour de France: Rogers holt erste Pyrenäen-Etappe

Der Australier Michael Rogers hat die erste von drei Pyrenäen-Etappen gewonnen. Der dreifache Zeitfahr-Weltmeister holte sich gestern auf dem 16. Teilstück nach 237,5 Kilometern von Carcassonne nach Bagneres-de-Luchon den Sieg als Solist. Rogers war ursprünglich mit 21 Fahrern ausgerissen, ehe er sich am Port de Bales absetzen konnte und seinen ersten Tour-Etappensieg holte. In der Ausreißergruppe befand sich auch Österreichs einziger Starter Bernhard Eisel, der den 15. Rang belegte und unter anderen den Gesamtführenden Vincenzo Nibali hinter sich ließ.

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Wirtschaft

OMV fördert weniger Öl und Gas

Der börsennotierte OMV-Konzern hat im zweiten Quartal weniger Öl und Gas gefördert als noch zu Jahresbeginn. Dazu kommen Wertberichtigungen in Kasachstan und Tunesien, die das Quartalsergebnis um 145 Millionen Euro drücken.

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Waffenfirma Glock mit neuen Rekordzahlen

Die heimische Waffenfirma Glock GmbH, Weltmarktführer bei Behördenpistolen, hat 2013 bei Umsatz und Gewinn um mehr als 20 Prozent zugelegt. Der Umsatz in der GmbH stieg von 205,7 Mio. Euro auf ein Rekordniveau von 252,4 Mio. Euro, heißt es im „WirtschaftsBlatt“ (Mittwoch-Ausgabe).

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Chrysler ruft weitere 800.000 Autos zurück

Chrysler ruft weitere rund 792.000 Autos wegen möglicher Zündschlossprobleme in die Werkstatt zurück. Der Zündschlüssel könne durch das Knie des Fahrers gedreht werden, wodurch der Motor unbeabsichtigt abgeschaltet werden könne und die Airbags deaktiviert würden, teilte die Fiat-Tochter gestern mit.

Betroffen seien Jeeps der Modelljahre 2005 bis 2007. Der drittgrößte US-Autobauer hatte bereits Ende Juni knapp 700.000 Autos wegen Zündschlossproblemen und Anfang Juli 900.000 Geländewagen wegen der Gefahr eines Kurzschlusses bei der Spiegelbeleuchtung zurückgerufen.

Auch andere US-Autobauer wie General Motors und Ford haben fehleranfällige Autos gebaut. Allein die Opel-Mutter GM hat in diesem Jahr bereits fast 30 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen.

Chronik

100 Fahrraddiebstähle in Linz aufgeklärt

Nach einem Tipp einer aufmerksamen Frau hat die Polizei in Linz rund 100 Fahrraddiebstähle in Linz klären können. Die beiden mutmaßlichen Täter sind in Haft. Der von ihnen angerichtete Schaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt.

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Lkw blieb in Mautstelle stecken

Heute Vormittag hat ein deutscher Lkw-Lenker auf der Brennerautobahn bei der Mautstelle Schönberg (Tirol) seinen Sattelschlepper fälschlicherweise in eine Pkw-Spur gelenkt. Das Fahrzeug blieb stecken.

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Sprayer „Puber“ in Wien vor Gericht

Graffiti-Sprayer „Puber“ steht ab heute in Wien vor Gericht. Der 30 Jahre alte Schweizer, der sein Pseudonym auf unzähligen Wänden hinterlassen haben soll, muss sich wegen schwerer Sachbeschädigung verantworten. Er ist wegen 232 Fakten angeklagt. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm sechs Monate bis fünf Jahre Haft.

Laut seinem Verteidiger wird sich der im März verhaftetet „Puber“ teilweise schuldig bekennen. Das Verfahren ist vorläufig für zwei Tage angesetzt. Ob ein Urteil wie geplant morgen ergeht, ist angesichts von 30 Privatbeteiligtenvertretern und 40 geladenen Zeugen nicht sicher.

Prozess gegen weiteren Sprayer

In einem anderen Verfahren muss sich ein Sprayer aus Großbritannien am Wiener Landesgericht verantworten. Der Mann, der wie „Puber“ seit März in U-Haft sitzt, soll vor allem U-Bahnen und ÖBB-Garnituren besprüht haben. Dem Vernehmen nach wird sich der Angeklagte schuldig bekennen, so dass mit einem Urteil noch heute zu rechnen ist.

Im Vorfeld der Prozesse rückt die Frage ins Zentrum, wann Graffiti Kunst und wann Kriminalität ist: ein Gespräch mit Wiens erfolgreichstem Sprayer Nychos.

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Kleinbus kollidierte mit Lastzug: Acht Tote in Spanien

Bei einem Frontalzusammenprall eines Kleinbusses mit einem Lastzug sind im Südosten Spaniens acht Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer verbrannten in den Trümmern des Kleinbusses, der bei dem Unfall in der Gegend von Alicante in Flammen aufgegangen war.

Wie die Polizei in der Nacht auf heute mitteilte, hatte der Laster in der Nähe der Ortschaft Cox auf einer Autobahn aus ungeklärter Ursache die Mittelleitplanke durchbrochen und war auf die Gegenfahrbahn geraten. Dort prallte er mit dem entgegenkommenden Kleinbus zusammen. Der Fahrer des Lkws wurde schwer verletzt geborgen. Die aus Rumänien stammenden Insassen des Kleinbusses - drei Männer, drei Frauen und zwei Kinder - starben an der Unfallstelle.

IT

Nach Copyright-Urteil: Provider befürchten „Missbrauch“

Das Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH), wonach Internetprovider verpflichtet werden können, den Zugriff auf Websites mit illegalen Inhalten zu sperren, stößt auf Kritik seitens der Internet Service Providers Austria (ISPA). Diese befürchten „Missbrauch“ durch die Möglichkeit von Sperren. Problematisch sei zudem, dass Rechteinhaber für eine Sperrforderung keinen Nachweis erbringen müssen.

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China startet Kampagne „Sauberes Internet 2014“

Chinas Informationsministerium geht mit der Kampagne „Sauberes Internet 2014“ gegen Pornografie und Gerüchte im Netz vor. Besonders Hersteller von Apps für Smartphones werden aufgerufen, sich an die strengen Vorgaben zu halten, wie die Behörde gestern Abend mitteilte.

Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua kündigte heute an, dass die Strafen für die Verbreitung von Gerüchten im Internet weiter verschärft würden. Gerichte können Blogger zu bis zu drei Jahren Haft für Kommentare im Internet verurteilen. Auch kritische Journalisten und Aktivisten landeten vor Gericht. Chinas Onlinegesetz gilt als eines der strengsten der Welt.

Science

Forscher: Flugzeuge bald mit Treibstoff aus Algen

Erste Flugzeuge könnten nach Einschätzung von Wissenschaftlern in einigen Jahren mit Kerosin aus Algen fliegen. „2020 können wir die Luftfahrt vermutlich auch mit Algen fliegen lassen“, sagte Andreas Müller vom Forschungszentrum Jülich.

Bis zu zehnmal so teuer

Das Kerosin aus Algen sei kein Problem der Technik, sondern eine ökonomische Frage. Kontrovers diskutierte Berechnungen gingen davon aus, dass Kerosin aus Algen bis zu zehnmal so teuer ist wie fossiles. Darum suchen die Jülicher Forscher nach der „Super-Alge“, die am besten als Rohstoff für den umweltfreundlichen Treibstoff geeignet ist. „Wenn wir den richtigen Kandidaten finden, wird es wirtschaftlich interessant“, sagte Müller.

Spermien sind in der Gruppe schneller

Der Weg zum Ei gleicht einem Wettrennen, in dem allerdings nur ein Spermium ins Ziel kommt. Dennoch kooperieren die schnellen Schwimmer mitunter. Am besten gelingt ihnen das bei Arten mit wechselnden Geschlechtspartnern, wie eine Studie an Mäusen gezeigt hat.

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Kultur

ImPulsTanz: Ovationen für „Swan Lake“

Gestern Abend hatte beim ImPulsTanz-Festival das Stück „Swan Lake“ der Südafrikanischen Choreographin und Tänzerin Dada Masilo Wien-Premiere. Wie der Name schon sagt, ist es eine Bearbeitung von Tschaikowskis „Schwanensee“: der Ballett-Klassiker gemischt mit Elementen des afrikanischen und des zeitgenössischen Tanzes. Das Resultat ist atemberaubend. Stehende Ovationen waren die Folge.

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Bundestheater: Scharfe RH-Kritik an Holding und Politik

Nicht genehmigungsfähige Dreijahrespläne, „keine realistischen“ Finanzierungskonzepte und teure Evaluierungen ohne Konsequenzen: Laut einem heute veröffentlichten Rechnungshof-Bericht sind weder die Bundestheater-Holding noch das zuständige Kulturministerium ihren Kontrollaufgaben in Bezug auf die Bundestheater hinreichend nachgekommen.

In seinem rund 160 Seiten umfassenden, die Geschäftsjahre 2009/2010 bis 2011/12 behandelnden Bericht hält der Rechnungshof fest, dass die Bundestheater-Holding „ihre strategische Führungsrolle im Hinblick auf Darlegung des mehrjährigen Finanzbedarfs für den Bundestheater-Konzern unzureichend“ erfüllte.

So seien mit Burgtheater, Staatsoper und Volksoper „keine genehmigungsfähigen Dreijahrespläne“ erarbeitet und „keine realistischen mehrjährigen Finanzierungskonzepte“ erstellt worden. Auch dem Kulturministerium, damals unter SPÖ-Ministerin Claudia Schmied, wird mangels Maßnahmensetzung, teurer, teilweise nicht schriftlich festgehaltener Evaluierung sowie nicht nachvollziehbarer Prämien an Holding-Geschäftsführer Georg Springer ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.

Lifestyle

Positiver Dopingtest bei Galopper der englischen Königin

Ein Galopper aus dem Besitz der englischen Königin ist bei einer Dopingkontrolle positiv auf das verbotene Mittel Morphin getestet worden. Nach Angaben des Buckingham Palace vermute man, dass die Stute Estimate, die im Vorjahr den prestigeträchtigen Gold Cup in Ascot gewonnen hatte, die Substanz durch verunreinigte Nahrung aufgenommen habe.

Man arbeite eng mit dem Futtermittelhersteller zusammen, um die Ursache zu ergründen. Die Königin sei über die Situation informiert worden, hieß es. Beim diesjährigen Gold Cup kam Estimate auf den zweiten Platz.