Brasilien: Ticketpreise nach Protesten gesenkt
Nach tagelangen massiven Protesten haben die Demonstranten in Sao Paulo ein wichtiges Ziel erreicht: Die seit 2. Juni geltende Preiserhöhung für Bus- und U-Bahntickets wird zurückgenommen, wie Sao Paulos Gouverneur Geraldo Alckmin und der Bürgermeister der Elf-Millionen-Metropole, Fernando Haddad, gestern Abend mitteilten.
Die Preise waren von drei auf 3,20 Reais (1,10 Euro) angehoben worden, was mit notwendigen Investitionen begründet wurde. Das wird nun rückgängig gemacht. Beide Politiker sprachen von einem „großen Opfer“ und machten klar, dass die Einnahmeausfälle an anderer Stelle eingespart werden müssten. Darüber müsse gesprochen werden.
Auch in Rio kündigte Bürgermeister Eduardo Paes die Rücknahme der Tariferhöhung von 2,75 auf 2,95 Reais an. Den gleichen Schritt hatten in der vergangenen Tagen bereits sieben andere Städte im Land verkündet. Landesweit gingen in den letzten Tagen Hunderttausende Menschen auf die Straße.
Die Tariferhöhung war ein zentrales Anliegen, doch die Proteste richten sich auch gegen die Milliardenkosten für die WM 2014 und die Korruption in Brasilien. Auch gestern gingen wieder Zehntausende dagegen auf die Straße.
