Inland

Unis sollen Pläne zur Umschichtung von 300 Mio. erarbeiten

Im Gegenzug zu den 615 Mio. Euro, die den Universitäten in der Leistungsvereinbarungsperiode zwischen 2016 und 2018 zusätzlich zu Verfügung gestellt werden, sollen diese intern 300 Mio. Euro umschichten. Das Wissenschaftsministerium wandte sich nun mit einem der APA vorliegenden Brief an die Unis, in dem sie gebeten werden, bis Ende Juni detailliert Maßnahmen zur Hebung der Effizienz aufzulisten.

Drei Prozent Einsparungen gefordert

Im Zuge der Bekanntgabe des Finanzrahmens für die Unibudgets hatte Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) auch angekündigt, dass die österreichischen Unis drei Prozent ihrer bisherigen Ausgaben einsparen und anderweitig verwenden müssen. Insgesamt müssten so 300 Mio. Euro von den Unis anders als bisher verplant, also umgeschichtet werden. Dieses „Effizienzhebungsvolumen“ wird den Unis aber nicht weggenommen, sondern verbleibt bei ihnen, wie in dem Brief betont wird.

Vorschläge vom Ministerium

Das Ministerium listet in dem Schreiben unverbindliche Vorschläge zur Effizienzsteigerung auf. Darunter etwa Maßnahmen, die Personalkosten betreffen wie etwa die Senkung des Anteils an Überzahlungen an den Grundbezügen des Unipersonals sowie die Neuverhandlung kollektivvertraglicher Regelungen und von Betriebsvereinbarungen.

Auch auf die Option, laufende Pensionskassenbeiträge vorübergehend auszusetzen oder einzuschränken, Möglichkeiten zur universitätsübergreifenden Nutzung von Infrastruktur, die Strukturierung und Konzentration von Forschungsschwerpunkten und mögliche Verhandlungen mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) über Mieten wird hingewiesen.

Die grüne Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer bezeichnete den Brief in der Tageszeitung „Die Presse“ als „Frotzelei“, da sich an den „chronisch unterfinanzierten Unis“ nicht einfach ein solcher Betrag einsparen ließe. Der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Heinrich Schmidinger, wollte das Schreiben nicht kommentieren.

Konkurs Kärntens für Juristen nur bedingt möglich

Kann ein Bundesland pleitegehen? Darüber diskutierten Rechtsexperten gestern Abend in Klagenfurt. Da der Fall neu wäre, gehen die Meinungen auseinander. „Theoretisch ja“, hieß es, Kärnten müsse aber funktionsfähig bleiben. Sehr wohl sei Landesvermögen teils exekutierbar.

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Schelling: Gläubiger müssen sich an Kärnten wenden

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) will Kärnten bei seinen milliardenschweren Haftungen für die Hypo nicht aus der Verantwortung lassen. Das Bundesland habe sich Garantien für Anleihen der Hypo-Nachfolgerin Heta selbst auferlegt, sagte Schelling heute.

„Fest steht: Die Republik Österreich haftet für diese Bonds nicht. Es kann keine Gespräche in Richtung Haftung für die Bonds geben.“ Sollten Gläubiger aufgrund der bis 2017 laufenden Verpflichtung Geld zurückfordern, müssten sie sich an Kärnten wenden.

Faymann: „Lassen Kärnten nicht zappeln“

Die Bundesregierung ist unterdessen zuversichtlich, in den Finanzverhandlungen mit Kärnten eine Lösung zu finden. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) verwehrte sich gegen Darstellungen, man lasse Kärnten „zappeln“.

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Geschwärzte Hypo-Akten: FPÖ stellt VfGH-Ultimatum

Vor einer Aussprache von Hypo-U-Ausschuss-Mitgliedern mit Vertretern des Finanzministeriums und der FIMBAG wegen Schwärzungen in deren zugelieferten Unterlagen hat der FPÖ-U-Ausschuss-Frontmann Elmar Podgorschek mit dem Einschalten des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) gedroht.

Das solle erfolgen, sollte es heute zu keiner vernünftigen Lösung kommen. Während der VfGH arbeitet, will man über die Volksanwaltschaft volle Akteneinsicht.

Sollte es zur Untersuchung des Höchstgerichts kommen, dürfe dadurch die Aufklärungsarbeit des Untersuchungsausschusses nicht verzögert werden, sagte Podgorschek. Daher schlug er vor Journalisten in Wien vor, als Umweg mittels der vollen Akteneinsichtsrechte der Volksanwaltschaft fortzufahren. Eine Einschaltung des VfGH hatten auch schon andere Oppositionsvertreter gefordert.

Podgorschek betonte heute mehrmals, dass es beim Fünfparteienbeschluss zum Hypo-U-Ausschuss keinesfalls Intention gewesen sei, dass es zu Schwärzungen kommen könne. Die Idee des grünen U-Ausschuss-Frontmanns Werner Kogler, Spitzenbeamte des Finanzministerium bis hin zu Minister Hans Jörg Schelling (ÖVP) selbst wegen der Schwärzungen zu laden, nannte Podgorschek „spektakulär“. Wenn es helfe, um Druck aufzubauen und so offene Akten zu erhalten, „dann soll mir das recht sein“.

Liebscher besteht auf Aktenschwärzungen

FIMBAG-Chef Klaus Liebscher besteht darauf, dass Unterlagen für den Hypo-Untersuchungsausschuss auch geschwärzt werden dürfen: „Wir haben eine klare rechtliche Position.“ Auf dieser bestehe man auch, betonte Liebscher heute vor einer Aussprache mit den Parlamentariern im Hohen Haus.

Seine Erwartung an das Treffen sei „Aufklärung, dass wir nichts vertuschen und nichts behindern wollen“, erklärte Liebscher gegenüber dem ORF. Man decke nur Themen ab, die nichts mit dem Untersuchungsgegenstand zu tun hätten.

1.200 Anzeigen wegen Rechtsextremismus im Vorjahr

Die Zahl der Anzeigen nach Delikten mit fremdenfeindlichem, rassistischem oder rechtsextremem Hintergrund ist mit rund 1.200 im Jahr 2014 leicht gestiegen. Ein deutliches Plus gibt es bei fremdenfeindlichen, antisemtischen und islamophoben Tathandlungen, wie aus der Beantwortung einer Anfrage des grünen Justizsprechers Albert Steinhauser an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hervorgeht.

Die Anzeigen stiegen gesamt von 1.186 im Jahr 2013 um 1,3 Prozent auf 1.201 im Vorjahr. 559 Personen wurden wegen rassistischer, fremdenfeindlicher oder rechtsextremer Aktivitäten angezeigt, das ist ein Anstieg von 24,5 Prozent. Die rechtsextremen Tathandlungen im engeren Sinn waren mit 530 im Jahr 2013 auf 357 im Vorjahr rückläufig.

Steigende „Fieberkurve“

Auffällig ist laut Steinhauser der massive Anstieg bei sonstigen bzw. unspezifischen Tathandlungen (207) um 123 Prozent im Vergleich zu 2013. Ein deutliches Plus von 82 Prozent verzeichnete man bei fremdenfeindlichen bzw. rassistischen Tathandlungen (111), weiters 57 Prozent bei antisemitischen Tathandlungen (58) und 42 Prozent bei „islamophoben“ Tathandlungen (17). Die Aufklärungsquote lag bei rund 60 Prozent.

Steinhauser sprach in einer Reaktion gegenüber der APA von einem „absoluten Langzeithöchststand“. Vergleicht man die letzten fünf Jahre, stiegen die Tathandlungen um 29 Prozent von 580 auf 750 und die Anzeigen um knapp 16 Prozent von 1.040 auf 1.201 Anzeigen stark. „Diese Zahlen sind eine Fieberkurve, die zeigen, dass rechtsextreme und rassistische Straftaten stetig steigen“, so Steinhauser. „Diese Entwicklung ist jedenfalls von Polizei und Justiz ernst zu nehmen.“

NEOS sieht Regierung im „Wachkoma“

Am 30. April ist die Regierung Faymann II 500 Tage im Amt. Das nahm NEOS zum Anlass, um Bilanz über die bisherige Regierungsarbeit zu ziehen. Laut seinem online einsehbaren „Regierungsmonitor“ (Regierungsmonitor.at) seien lediglich 13 Prozent der 943 im Regierungsprogramm stehenden Maßnahmen umgesetzt worden, sagte Bundesgeschäftsführer Feri Thierry heute bei einer Pressekonferenz.

„Medizinisch betrachtet würden wir sagen, die Bundesregierung liegt in einem Wachkoma“, meinte Thierry. Wäre die Regierung im Zeitplan, hätte sie bereits 27 Prozent aller Aufgaben bewältigt haben müssen. Im Bereich Bildung sei die Bilanz am verheerendsten: Von insgesamt 43 Maßnahmen, die sich die Regierung vorgenommen habe, sei nur eine einzige umgesetzt worden, 16 teilweise und 17 gar nicht.

„In dem Tempo im Jahr 2025 fertig“

Im Bereich Wachstum und Beschäftigung seien 32 der 190 Maßnahmen umgesetzt worden und im Bereich Staatsreform und Demokratie lediglich eine von 53 Maßnahmen. „Wenn die Regierung in dem Tempo weitermacht, wäre sie mit dem Regierungsprogramm im Jahr 2025 fertig“, kritisierte Thierry. Angesichts des „Reformstaus“ fordere er das doppelte anstatt des halben Tempos. Kritik übte er vor allem an fehlenden Zukunftsinvestitionen, an der Steuerreform sowie an der Schulpolitik.

Um zu überprüfen, inwieweit die Maßnahmen umgesetzt wurden, stellte NEOS parlamentarische Anfragen an die jeweiligen Minister. Insgesamt seien 124 Maßnahmen umgesetzt worden, 245 Maßnahmen teilweise und 345 Maßnahmen nicht.

Ein Viertel der Maßnahmen konnte gar nicht bewertet werden, da etliche „schwammig formuliert oder nicht messbar“ seien. Um die Kontrolle des Fortschritts der Regierungsarbeiten möglich zu machen, forderte Thierry jährliche Vorhabensberichte, terminisierte Meilensteine und konkrete Zielformulierungen.

Ausland

Finnland verjagt vermutetes U-Boot vor Helsinki

Die finnische Marine hat Warnschüsse auf ein vermutetes U-Boot in Gewässern vor der Hauptstadt Helsinki abgefeuert. Das Gefährt sei gestern und auch noch heute Früh gesichtet worden, teilte die Marine heute mit. Verteidigungsminister Carl Haglund sagte, bei dem Objekt könne es sich um ein U-Boot gehandelt haben.

Laut Haglunds Angaben ist wahrscheinlich, dass das mutmaßliche U-Boot nach der Entdeckung und den Warnschüssen die finnischen Gewässer wieder verlassen habe.

Im Norden Europas kam es in den letzten Monaten wiederholt zu Ortungen mutmaßlicher U-Boote fremder Staaten. Obwohl der klare Nachweis nie gelang, werden dahinter Provokationen Russlands vermutet.

Kreml fordert EU-Einreiseerlaubnis für „Nachtwölfe“

Russland hat Polen aufgefordert, dem kremltreuen und nationalistischen Motorradclub „Nachtwölfe“ die Einreise in die EU zum Weltkriegsgedenken zu ermöglichen.

„Die polnischen Behörden haben kein Recht, russischen Bürgern das Gedenken an die im Kampf gegen den Faschismus Gefallenen zu verbieten“, teilte der Menschenrechtsbeauftragte im russischen Außenministerium, Konstantin Dolgow, heute mit.

Die Motorradfahrer wollen mit ihrer Tour von Moskau nach Berlin an den 70. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler erinnern. Polen hatte die Aktion als Provokation kritisiert und den „Nachtwölfen“ gestern die Einreise verweigert. Warschau lasse sich von „Ängsten“ leiten, vertrete eine „frevelhafte Position“ und „verhöhne“ die Geschichte, kritisierte Dolgow.

Grüne fordern österreichische Reaktion

Dolgows Angaben zufolge wollen die Rocker auch die von der Roten Armee befreiten deutschen Konzentrationslager Auschwitz und Majdanek besuchen. Deutschland hatte mehrere Visa der Rocker annulliert. Die „Nachtwölfe“ sind nach Darstellung ihres Anführers Alexander Saldostanow derzeit in der weißrussischen Stadt Brest, um dort an die Kriegsopfer zu erinnern.

Saldostanow - genannt „Chirurg“ - kündigte noch für heute eine Stellungnahme an, wie es mit der Tour zum Weltkriegsgedenken nun weitergehen soll. In Österreich kritisierten unterdessen die Grünen, dass die Republik - zum Unterschied eben von Deutschland und Polen - bisher nichts gegen geplante Kundgebungen der „Nachtwölfe“ in Wien am Wochenende unternommen habe.

Überlebende schildert vor Gericht Grauen von Auschwitz

Im deutschen Auschwitz-Prozess hat eine Überlebende die Grauen in dem Vernichtungslager sowie die Selektion durch den KZ-Arzt Josef Mengele geschildert.

Eva Pusztai-Fahidi berichtete heute als Nebenklägerin, wie sie mit ihrer Familie 1944 aus Ungarn unter schrecklichen Umständen nach Auschwitz deportiert wurde. „Wir sind dort gestanden - kahlgeschoren und splitternackt“, beschrieb sie die Situation nach der Ankunft in Auschwitz.

„Die Verhältnisse sind unbeschreibbar“, sagte die 89-Jährige weiter. Sie verlor 49 Familienangehörige im Holocaust, darunter ihre Eltern und ihre Schwester. Vor dem Landgericht muss sich der frühere SS-Mann Oskar Gröning (93) wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen verantworten. Der „Buchhalter von Auschwitz“ gestand, im KZ geholfen zu haben, Geld aus dem Gepäck der Häftlinge wegzuschaffen, um es an die SS weiterzuleiten.

In dem KZ im besetzten Polen ließ das NS-Regime mehr als eine Million Menschen ermorden, die meisten waren Juden. Pusztai-Fahidi sagte über den Prozess: „Das ist eine Art von Genugtuung.“ Sie habe nie geglaubt, einmal vor einem deutschen Gericht aussagen zu können. „Es geht mir nicht um die Strafe, es geht mir um das Urteil, die Stellungnahme der Gesellschaft.“

Weiter schwere Gefechte um Kunduz

Die schweren Gefechte zwischen Taliban-Kämpfern und Sicherheitskräften in Kunduz in Nordafghanistan dauern an.

Im umkämpften Distrikt Imam Zahib nördlich von Kunduz-Stadt seien in der Nacht 28 Aufständische getötet worden, teilte das Innenministerium in Kabul heute mit. Unter den Toten sei ein hoher Kommandant. Angaben zu Opfern unter Soldaten und Polizisten lagen nicht vor.

Distriktgouverneur Inamuddin Koraishi sagte, Hunderte Taliban-Kämpfer hätten Sonntagnacht die Distrikthauptstadt Imam Sahib eingekesselt. Inzwischen seien die Sicherheitskräfte verstärkt worden. Der Polizeisprecher der Provinz Kunduz, Zayed Zarwar Hossaini, sagte: „Die Sicherheitskräfte werden von Armeehubschraubern unterstützt und sind jetzt in der Offensive.“

Im westlich von Imam Zahib gelegenen Distrikt Kala-e-Zal wurden weitere 15 Taliban-Kämpfer und drei Angehörige der Sicherheitskräfte getötet, wie Distriktgouverneur Habibullah Mohtasham heute sagte. Augenzeugen berichteten, in der ganzen Provinz komme es zu sporadischen Gefechten. Die Taliban hatten am Freitag ihre Frühjahrsoffensive begonnen.

Tschechien will Temelin-Ausbau neu ausschreiben

Tschechiens Finanzminister Andrej Babis möchte den Bau neuer AKW-Reaktoren in den Kraftwerken Temelin und Dukovany bereits nächstes Jahr erneut ausschreiben. „Nächstes Jahr ist der späteste Termin. Wir müssen einen neuen (Reaktor-)Block in Dukovany bauen und dann in Temelin“, wurde Babis heute in tschechischen Medien zitiert.

Auch der teilstaatliche Energiekonzern CEZ rechnet mit einer Neuausschreibung 2016. „Wir arbeiten sehr intensiv an Atomprojekten, auch wenn eine Ausschreibung bereits aufgehoben wurde (2014, Anm.). Man kann eine neue Ausschreibung im nächsten Jahr erwarten“, sagte Konzernsprecher Ladislav Kriz der Zeitung „Pravo“.

Plötzliches Tempo bei Ausbauplänen

Industrie- und Handelsminister Jan Mladek hatte sich im Jänner etwas zurückhaltender gezeigt. Eine neue Ausschreibung sei „eine Frage von einigen Jahren, nicht eine des Jahres 2015“, hatte er gesagt.

CEZ stoppte vor einem Jahr ein Ausschreibungsverfahren zum Ausbau Temelins, nachdem sich die Regierung geweigert hatte, Garantien für Mindeststrompreise abzugeben. Laut den nunmehr geltenden Plänen der Regierung geht es nicht mehr um den Bau von zwei zusätzlichen Reaktoren in Temelin, sondern um einen in Temelin und einen in Dukovany.

Wirtschaft

Neue EU-Richtlinie für weniger Plastiksackerln

Der Verbrauch von Plastiksackerln in der EU soll bis 2025 drastisch eingeschränkt werden. Das Europaparlament verabschiedete heute eine entsprechende Richtlinie abschließend.

Die Neuregelung sieht vor, dass der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von derzeit rund 200 dünnen Kunststofftaschen bis 2019 auf 90 reduziert wird. Bis 2025 soll der maximale Verbrauch auf durchschnittlich 40 Sackerln pro Jahr und Bürger gedrosselt werden.

Die EU gibt nur das Ziel vor, über den Weg dahin kann jeder Mitgliedsstaat entscheiden. Regierungen können beispielsweise bestimmte Arten von Sackerln verbieten oder etwa Preise vorschreiben, die für den Verbraucher abschreckend sind. Auf diesen Kompromiss hatten sich die EU-Staaten bereits im Dezember geeinigt. Mit dem abschließenden Votum des Europaparlaments ist der Weg für die Neuregelung nun frei.

Ziel der Richtlinie ist es, die Umwelt besser vor Plastikmüll zu schützen. Nach Angaben der Brüsseler Kommission nutzen EU-Bürger derzeit jährlich rund 100 Milliarden Plastiksackerln. Davon werden acht Milliarden nicht ordnungsgemäß entsorgt, sondern landen in der Natur - vor allem in Flüssen, Seen und Meeren. Das Plastik zersetzt sich anschließend zu einer Suppe aus Mikropartikeln, die in die Nahrungsmittelkette gelangt - bis zurück zum Menschen.

Geldvermögen der Österreicher auf 572 Mrd. Euro gestiegen

Das Geldvermögen der österreichischen Haushalte ist im vergangenen Jahr um 2,7 Prozent auf 572,4 Mrd. Euro gewachsen - das hat die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) errechnet. Der Zuwachs setzt sich zu 9,7 Mrd. Euro aus Geldvermögensbildung und zu 5,4 Mrd. Euro aus einer höheren Bewertung von Wertpapieren zusammen.

Ende 2014 war jeder fünfte Euro des Geldvermögens der privaten Haushalte entweder Bargeld oder er lag in täglich fälligen Einlagen, die um 9,2 Mrd. Euro auf 91 Mrd. Euro deutlich gestiegen sind. Dafür gingen die gebundenen Einlagen wegen der niedrigen Zinsen um 5,8 Mrd. Euro zurück.

Immer mehr Bares statt Bindungen

Die Differenz zwischen Neugeschäftszinsen für täglich fällige Einlagen und Einlagen mit einjähriger Bindungsfrist halbierte sich laut OeNB im vergangenen Jahr auf 0,15 Prozentpunkte, der Zinssatz für bestehende täglich fällige Einlagen bei inländischen Banken betrug im Dezember 2014 im Schnitt 0,31 Prozent.

Ihre Bargeldbestände erhöhten die Haushalte um 0,8 Mrd. auf rund 20 Mrd. Euro. Ebenso erhöhte sich die Sparquote gegenüber 2013 von 7,3 auf 7,5 Prozent. Die Wertpapiere im Besitz der Haushalte gewannen im Vorjahr unterm Strich 1,9 Mrd. Euro an Wert: Investmentzertifikate und Anleihen wurden teurer, während die Aktienkurse sanken. Die Ansprüche der Haushalte an Lebensversicherungen und gegenüber Pensionskassen stiegen um 1,8 Mrd. Euro.

Vier von zehn Euro des gesamten Geldvermögens waren laut Nationalbank Ende 2014 bei inländischen Banken platziert. Dem Geldvermögen der Haushalte standen offene Kredite im Ausmaß von 166 Mrd. Euro gegenüber, davon waren 114 Mrd. Euro Wohnbaukredite.

AKWs sollen wieder Fünftel des Stroms in Japan liefern

In Japan sollen Atomkraftwerke trotz großer Skepsis der Bevölkerung künftig wieder ein Fünftel der Stromversorgung des Landes decken. Das geht aus einem Gesetzesentwurf hervor, den das Industrieministerium in Tokio heute vorlegte.

Bis 2030 sollen 20 bis 22 Prozent des Stroms aus Atomkraftwerken kommen. Erneuerbare Energien sollen dann 22 bis 24 Prozent des Strombedarfs decken - doppelt so viel wie bisher.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima wurden in Japan alle Atomkraftwerke vom Netz genommen. Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe will sie nun wieder in Betrieb nehmen. Viele Japaner bleiben aber skeptisch und lehnen einen Neustart ab.

Entscheidung Ende Mai

Über die Vorschläge des Industrieministeriums für den künftigen Energiemix will die Regierung bis Ende Mai beraten. Würden die Pläne unverändert umgesetzt, müssten die meisten Atomkraftwerke des Landes wieder ans Netz gehen. Vor Fukushima deckte die Atomkraft ein Viertel des japanischen Energiebedarfs.

Im Atomkraftwerk Fukushima I war infolge eines Erdbebens und eines anschließenden Tsunamis im März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, was in drei Reaktoren zu Kernschmelzen führte. Es war das schlimmste Atomunglück in der Geschichte Japans.

Sport

Handball: ÖHB-Team baut auf treffsichere Flügel

Robert Weber führt vor Raul Santos die Torschützenliste in der hochkarätigen deutschen Handball-Bundesliga an. Mit dem österreichischen Nationalteam kämpft die Flügelzange (Weber rechts, Santos links) im „Doppel“ gegen Finnland um die verbliebenen Chancen in der EM-Qualifikation. Morgen (17.30 Uhr) in Vantaa und am Samstag in Bregenz (20.20 Uhr, beide Spiele live in ORF Sport +) wird beiden eine gewichtige Rolle zukommen.

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Eishockey: Letzter ÖEHV-Erfolgscoach erwartet schwere WM

In Prag versucht das Eishockey-Nationalteam ab Freitag, bei einer WM wieder einmal aus dem Fahrstuhl zwischen A- und B-Gruppe auszusteigen. Zum letzten Mal blieb eine rot-weiß-rote Auswahl 2004 ausgerechnet in Prag im Oberhaus. Teamchef war damals Herbert Pöck.

„Ein Highlight“, so der Kärntner im Interview mit ORF.at. Dass das Auf und Ab heuer ein Ende nimmt, glaubt Pöck nur bedingt: „Für diese Mannschaft wird es sehr schwer.“ Denn in Österreich fehlt für den bisher letzten Erfolgscoach bei einer A-WM weiterhin die Basis.

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Fußball: Milan-Rekordverlust - Berlusconi vor Verkauf

Während der einst ruhmreiche AC Milan ein Rekordhoch von Verlusten meldet, führt Clubbesitzer Silvio Berlusconi Verhandlungen mit einem thailändischen Konsortium über den Verkauf der Mehrheit des Traditionsvereins. Der kriselnde Serie-A-Club hat das Jahr 2014 mit einem Nettoverlust von 91,28 Millionen Euro abgeschlossen, der höchste in der Geschichte des Clubs.

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Chronik

Vor Abschiebung: Erfolgreicher Sprinter untergetaucht

Heute sollte der armenische Leichtathlet Gevorg Abrahamian, der derzeit im Burgenland lebt, in seine Heimat abgeschoben werden. Dort drohen dem Asylwerber drei Jahre Haft, da er sich laut eigenen Angaben für demokratische Verhältnisse in seinem Heimatland einsetzte. Der 24-Jährige ist nun aus Angst vor der Abschiebung untergetaucht.

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Schlepper verursachte Unfall: Sechs Verletzte

Beim Versuch, vor der Polizei zu fliehen, hat ein mutmaßlicher Schlepper in der Nacht auf gestern in Niederösterreich einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Der Verdächtige und fünf geschleppte Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

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Festnahmen nach Mord an Nonne in Südafrika

Die südafrikanische Polizei hat gut eine Woche nach der Vergewaltigung und Ermordung einer 86-jährigen katholischen Nonne aus Österreich drei Tatverdächtige festgenommen. Bei den Männern im Alter von 25 bis 35 Jahren sei aus der Kammer der Nonne gestohlenes Diebesgut gefunden worden, sagte Polizeisprecher Thulani Zwane heute der örtlichen Nachrichtenagentur News24.

Die Männer würden morgen in der Gemeinde Ixopo in der südöstlichen Provinz KwaZulu-Natal dem Haftrichter vorgeführt. Sie wurden tags davor in einem Armenviertel im küstennahen Shayamoya festgenommen. Nach dem Mord vom 19. April hatte die Polizei das Alter der seit 1952 in Südafrika lebenden Nonne zunächst mit 87 Jahren angegeben.

US-Lehrer überwältigte schießenden Schüler

Ein Lehrer hat an seiner Schule im US-Bundesstaat Washington einen bewaffneten Schüler überwältigt und dadurch einen möglichen Amoklauf verhindert. „Ich finde das heldenhaft“, sagte Polizist Chris Ward dem TV-Sender King 5. „Es gibt Leute, die über sich hinauswachsen, wenn es nötig ist.“

Der 16-jährige Schütze hatte dem Bericht zufolge gestern das Feuer in der North Thurston High School in Lacey eröffnet. Er gab zwei Schüsse ab, bevor der Lehrer Brady Olson ihn überwältigte. Niemand wurde verletzt.

An Schulen und Universitäten in den USA kommt es immer wieder zu Schießereien und Amokläufen. Nach den Taten werden regelmäßig Rufe nach schärferen Waffengesetzen laut. Umfassende Reformen blieben aber bisher aus.

Science

70 Jahre Kriegsende: Selbstmord im Führerbunker

Am 8. Mai 1945 hat der Zweite Weltkrieg mit der Kapitulation Nazi-Deutschlands sein Ende gefunden. Eine Woche zuvor hatte sich Adolf Hitler der irdischen Gerechtigkeit entzogen: „Es wird festgestellt, dass Adolf Hitler, geboren am 20. April 1889 in Braunau am Inn, tot ist. Als Zeitpunkt seines Ablebens wird der 30. April 1945 festgestellt“. Diese dürre Todeserklärung des Amtsgerichts Berchtesgaden markiert das Ende des „Führers“.

Mit einem Pistolenschuss hatte der Mann, der den Zweiten Weltkrieg entfesselt und den Tod von Dutzenden Millionen Menschen verursacht hatte, im Alter von 56 Jahren auf einem Sofa sitzend seinem Leben ein Ende gesetzt. Neben ihm saß vergiftet Eva Braun, die er am Tag zuvor geheiratet hatte. Kurz nach dem Selbstmord wurden die Leichen ins Freie getragen und - wie von Hitler befohlen - in Brand gesteckt.

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Religion

UNO-Generalsekretär traf Papst im Vatikan

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ist heute im Vatikan mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Flüchtlingskrise und die UNO-Weltklimakonferenz im November. Der Papst traf Ban am Sitz der päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften, wo eine Klimakonferenz stattfand. Es ist das erste Mal, dass ein Papst einen UNO-Generalsekretär eingeladen hat.

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Medien

ORF präsentierte Public-Value-Bericht 2014/15

Der ORF hat den Public-Value-Bericht 2014/15 vorgelegt. „Der Bericht dokumentiert wieder den öffentlich-rechtlichen Mehrwert der ORF-Programme für den Einzelnen und die Gesellschaft, ihre nationale und internationale Dimension und die Rolle des ORF als Unternehmen“, erklärte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz heute bei der Präsentation der Publikation.

„Da es in der veränderten Medienwelt im globalen Wettbewerb mit Google, Amazon und Co. neue Allianzen braucht“, hat der ORF laut Wrabetz für den diesjährigen Bericht auch Printvertreter und internationale Fachleute zu Beiträgen eingeladen. Wrabetz: „Wir erleben gerade den größten Umbruch in der Geschichte der modernen Medien. In den nächsten zehn Jahren wird sich mehr verändern als in den letzten 40. Auch öffentlich-rechtliche Medienunternehmen müssen herausarbeiten, wie ihre Rolle und ihr Auftrag in der Zukunft aussehen.“

Zukunftsstudie präsentiert

Um die Medienzukunft geht es auch in der vom ORF und dem Bayerischen Rundfunk in Auftrag gegebenen Studie „Public Network Value“, die der Salzburger Kommunikationswissenschaftler Thomas Steinmaurer vorstellte. Ausgangspunkt war laut Wrabetz die Frage, „warum es in Zeiten des globalen Marktes öffentlich-rechtlichen Rundfunk in besonderem Ausmaß braucht“.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk müsse „die Userinnen und User nicht nur als Konsumentinnen und Konsumenten, sondern als Bürgerinnen und Bürger ansprechen“, so Steinmaurer. Eine Sichtweise, der sich auch Andreas Bönte vom Bayerischen Rundfunk anschloss: Öffentlich-rechtliche Sender müssten auf allen Plattformen vertreten sein und veraltetes Denken einer „linearen Welt“ ablegen.

Wrabetz stellt sich Hörerfragen

Anlässlich der Präsentation des Public-Value-Berichtes und einer Studie über die mögliche Zukunft öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten spricht Rainer Rosenberg ab 14.05 Uhr in der Ö1-Sendung „Von Tag zu Tag“ mit ORF-Generaldirektor Wrabetz. Anrufe gratis aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79.

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Kultur

Lifestyle

Norwegen stellt Tierschutzpolizisten in Dienst

In Norwegen sind bald die ersten Tierschutzpolizisten im Einsatz. In der Provinz Sör-Tröndelag im Westen des Landes werden künftig drei Ermittler eingesetzt, die Misshandlungen von Tieren verhindern und aufdecken sollen, wie die norwegische Regierung mitteilte. Die Tierpolizei soll zunächst drei Jahre lang getestet werden.

Landwirtschaftsministerin Sylvi Listhaug sagte, es gehe vor allem um den Schutz von Tieren. Die Initiative könne aber auch „Verbrechen und Angriffe gegen Menschen“ verhindern. Studien hätten gezeigt, „dass einige der Menschen, die Straftaten und Ordnungswidrigkeiten gegen Tiere begehen, dasselbe mit Menschen machen“.

Tierquälerei wird in Norwegen mit bis zu drei Jahren Haft bestraft. Im vergangenen Jahr wurden den Behörden 38 Fälle gemeldet, wie der Rundfunksender NRK berichtete. In Schweden und den Niederlanden sind bereits Tierpolizisten im Einsatz.

Leute

William und Kate schicken wartenden Royal-Fans Frühstück

Prinz William (32) und seine Frau Kate (33) haben Mitleid mit den Fans, die seit Tagen bei Wind und Wetter auf die Geburt des zweiten königlichen Babys warten. Heute Früh schickten sie den Campern vor dem St. Mary’s Hospital in London Verpflegung, wie eine Sprecherin des Kensington-Palastes der dpa bestätigte.

„Sie sitzen dort ja schon eine ganze Weile, und der Herzog und die Herzogin von Cambridge wollten sie wissen lassen, dass sie an sie denken.“ Nach verschiedenen Angaben auf Twitter und Instagram gab es Kaffee und Croissants.

Großbritannien wartet nun schon seit mehr als einer Woche gespannt auf die Geburt des kleinen Geschwisterchens von Prinz George (1). Nachdem sowohl der Geburtstag von Uroma Queen Elizabeth (89) als auch das als Geburtstermin hoch im Kurs stehende Wochenende ohne Baby-News verstrichen, setzen die wettbegeisterten Briten nun auf morgen als Geburtstermin. Es ist der vierte Hochzeitstag von William und Kate, die einander 2011 in der Westminster Abbey das Jawort gaben.