Inland

Lohndifferenz Männer - Frauen: Österreich in EU Vorletzter

Österreichs Frauen verdienen weiterhin weniger als Männer, laut dem Gender Pay Gap von Eurostat beläuft sich die Differenz auf 23 Prozent. Im EU-Vergleich rangiert Österreich damit an vorletzter Stelle, noch größere Unterschiede gibt es nur in Estland (29,9 Prozent). In Österreich belief sich die Differenz 2006 auf 25,5 Prozent, seither wurde sie stetig zumindest etwas geringer, bis sie zuletzt 2013 bei 23 Prozent lag.

Der EU-Durchschnitt beträgt seit einigen Jahren rund 16 Prozent. Eine ähnlich große Einkommensdifferenz wie Österreich weisen Tschechien (22,1 Prozent) und Deutschland (21,6 Prozent) auf. Ungefähr im EU-Durchschnitt liegen etwa Frankreich, Zypern und die Niederlande. Exakt 16,4 Prozent sind es in Dänemark.

Größte Lohngerechtigkeit in Slowenien

Die größte Lohngerechtigkeit bietet Slowenien, hier beträgt die Lohndifferenz nur 3,2 Prozent. Ebenfalls geringe Unterschiede zwischen Männer- und Frauengehältern gibt es in Malta (5,1 Prozent) und Italien (7,3 Prozent).

Die aktuellen Daten wurden von Eurostat vor wenigen Tagen veröffentlicht, bei manchen davon handelt es sich um vorläufige Zahlen, vom krisengeschüttelten Griechenland wurden außerdem seit 2010 keine Daten mehr eingemeldet. Verglichen wird der Bruttostundenverdienst standardisierter Löhne und Gehälter von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft.

Nachschärfung bei Einkommensberichten möglich

Bei den Einkommensberichten, die für mehr Transparenz und damit eine geringere Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen sorgen sollen, könnte es im Herbst Neuerungen geben. Derzeit wird die 2011 beschlossene Maßnahme evaluiert. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) will bei den Berichten nachschärfen, erklärte sie anlässlich des diesjährigen Frauentags.

Betriebe wurden durch Inkrafttreten der Gleichbehandlungsgesetzesnovelle 2011 verpflichtet, Einkommensberichte zu erstellen. Eingeführt wurden sie stufenweise, seit 2014 müssen auch Unternehmen mit 150 Mitarbeitern einen Bericht erstellen. Eine Verpflichtung besteht seither auch für die Gehaltsangabe in Stellenanzeigen. Ziel beider Maßnahmen ist die Lohngerechtigkeit.

Österreich beteiligt sich stärker an Ukraine-Mission

Österreich baut seine Beteiligung an der Friedensmission in der Ostukraine auf bis zu 30 Personen aus. Der Ministerratsbeschluss für die Aufstockung auf 15 Soldaten und 15 zivile Beobachter soll am Dienstag erfolgen, hieß es aus dem Außenministerium. Österreich ist derzeit mit 16 Personen für die Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Ukraine im Einsatz.

Die OSZE-Mission sei stärker gefordert, die im Minsker Abkommen vereinbarte Einhaltung der Waffenruhe und den Abzug schwerer Waffen zu beobachten. Derzeit sind insgesamt 280 OSZE-Beobachter in der Ostukraine. Das Ziel ist eine Aufstockung auf 350 Mann.

Klug: „Deeskalation im Interesse Österreichs“

„Österreich übernimmt Verantwortung und will einen aktiven Beitrag für den Frieden in der Ukraine leisten“, sagte Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP). Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) sagte: „Die Lage in der Ukraine betrifft direkt österreichische Sicherheitsinteressen. Eine Deeskalation muss unbedingt in unserem Interesse sein.“ Das österreichische Bundesheer hat die Ausbildung aller OSZE-Beobachter für diese Mission übernommen.

Die Situation in der Ukraine ist nach Angaben des Außenministeriums „katastrophal“. In dem Konflikt starben bisher rund 5.600 Menschen, 13.400 wurden verletzt. Es gibt über eine Millionen Vertriebene.

Abdullah-Zentrum: Gerüchte um Nachfolger nicht bestätigt

Laut einem Bericht der Tageszeitung „Kurier“ wird der ehemalige Spitzendiplomat Karl Schramek als potenzieller Nachfolger von Claudia Bandion-Ortner für den Posten des Vizegeneralsekretärs im umstrittenen Abdullah-Zentrum (KAICIID) gehandelt. Das haben KAICIID und die SPÖ jedoch zurückgewiesen.

„Uns liegen keine Informationen über die Nachfolge oder jegliche Kandidaten vor“, so KAICIID-Sprecher Peter Kaiser auf APA-Anfrage. Es liege zudem in der Macht der Gründerstaaten, zu entscheiden, ob der Posten nachbesetzt wird, so Kaiser weiter.

In dieselbe Kerbe schlug laut „Kurier“ auch SPÖ-Kanzleramtsminister Josef Ostermayer. Er sieht keine Notwendigkeit für eine Nachbesetzung: „Die Personalfrage ist die allerletzte Frage, die sich stellt.“ Bandion-Ortner war kürzlich zurückgetreten, nachdem sie wegen einer Reihe umstrittener Aussagen unter scharfe Kritik geraten war.

Zentrum: Neubeginn oder Schließung?

Das Ringen um die Zukunft des von Saudi-Arabien finanzierten Zentrums innerhalb der Koalition geht indessen munter weiter. „Wir klären gerade, ob eine zukünftige Neuaufstellung unter Berücksichtigung fundamentaler Fragen möglich ist - oder ob sich Österreich aus diesem Zentrum zurückziehen soll“, sagte Ostermayer.

Während SPÖ und Grüne einen Rückzug Österreichs beziehungsweise eine Schließung forcieren, pochen Präsidentschaftskanzlei und ÖVP auf einen Neubeginn.

Ausland

Venezuela verhängt Einreiseverbot gegen US-Politiker

Die Regierung Venezuelas hat ein Einreiseverbot gegen den früheren US-Präsidenten George W. Bush und andere prominente Politiker aus den USA verhängt. Auch Ex-Vizepräsident Dick Cheney, der ehemalige CIA-Chef George Tenet und mehrere Kongressmitglieder stehen auf der Liste.

Damit antworte Caracas auf ein Einreiseverbot der USA für venezolanische Regierungsmitglieder, sagte Präsident Nicolas Maduro gestern. Er habe zudem das Außenministerium angewiesen, die Belegschaft der US-Botschaft in Caracas von 100 auf 17 Mitarbeiter zu reduzieren, um einen Gleichstand mit dem Personalstand der venezolanischen Botschaft in Washington zu erreichen.

Die USA hatten Anfang Februar beschlossen, mehreren venezolanischen Regierungsmitgliedern die Einreise zu verweigern. Es handelte sich um Verantwortliche für Menschenrechtsverletzungen und Korruptionsfälle, teilte das State Departement mit. Die Namen der Betroffenen wurden nicht veröffentlicht.

Visapflicht für US-Bürger

Maduro kündigte gestern außerdem die Einführung einer Visapflicht für alle US-Bürger an. Diese diene „dem Schutz unseres Landes“, sagte der Linkspolitiker vor Anhängern in der Hauptstadt Caracas. Die Entscheidung sei gefallen, nachdem ein US-Pilot im westlichen Staat Tachira wegen des Verdachts „verdeckter“ Spionageaktivitäten festgenommen worden sei. Einzelheiten zu der Festnahme nannte er nicht.

US-Wahl 2016: Konservative Republikaner für Rand Paul

Wenige Monate vor Beginn des republikanischen Vorwahlkampfes in den USA hat der radikale Querdenker Rand Paul Rückenwind als potenzieller Präsidentschaftsbewerber erhalten. Der für seine libertären Ansichten bekannte Senator, der Regierung und Steuern möglichst kleinhalten will, wurde gestern bei einer traditionellen alljährlichen Abstimmung besonders konservativer Aktivisten zum Vorzugskandidaten gekürt.

Das Ergebnis überraschte allerdings nicht: Paul ist ein ausgesprochener Liebling der Radikalkonservativen und hatte bereits die Abstimmungen in den beiden Vorjahren gewonnen. Es scheint aber Beobachtern zufolge fraglich, ob er in der gesamten Partei mehrheitsfähig wäre.

Jeb Bush belegte Platz fünf

Vor diesem Hintergrund betrachten Experten den Gouverneur von Wisconsin, Scott Walker, als wahren Sieger der alljährlichen sogenannten Straw Poll. Er landete auf Platz zwei, nachdem er bereits in den vergangenen Wochen in Umfragewerten zugelegt hatte.

Der bisher als wohl aussichtsreichster potenzieller Bewerber eingestufte Jeb Bush schnitt mit dem fünften Platz ebenfalls gut ab. Der Sohn und Bruder von Ex-Präsidenten gilt primär als Vertreter des Parteiestablishments und muss daher versuchen, auch im konservativen Lager Fuß zu fassen. Der texanische Senator Ted Cruz und der bekannte afroamerikanische Neurochirurg Ben Carson, beide ausgesprochene Tea-Party-Männer, besetzten die Plätze drei und vier.

Hillary Clinton mögliche Kandidatin

Bei den Demokraten wird die frühere First Lady und Außenministerin Hillary Clinton als mögliche Präsidentschaftskandidatin gehandelt. Noch hat Clinton ihre Entscheidung über eine erneute Bewerbung aber nicht bekanntgegeben. Im Jahr 2008 war sie im parteiinternen Vorwahlkampf an Barack Obama gescheitert, der nach zwei Amtszeiten bei den Wahlen 2016 nicht mehr antreten darf. Ende November hatte der frühere Senator Jim Webb als erster Demokrat seine Präsidentschaftsbewerbung erklärt.

Erdogan greift türkische Notenbank scharf an

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan greift die Notenbank des Landes immer schärfer an. Wer die hohen Zinsen verteidige, begehe Verrat an der Nation, sagte der Politiker gestern vor Journalisten. Aus seiner Sicht würgen die Leitzinsen von derzeit 7,5 Prozent das Wachstum im Land ab.

Investoren befürchten aber, dass die Unabhängigkeit der Zentralbank verloren geht. Zuletzt gab es sogar Spekulationen, Notenbank-Chef Erdem Basci könne wegen der Kritik zum Rücktritt gezwungen werden, was dieser aber zurückwies. Die Zentralbank hatte den Schlüsselsatz zur Versorgung des Bankensystems mit Geld zuletzt um einen Viertelprozentpunkt gesenkt - zu wenig aus Sicht der Regierung.

2.000 Gegendemonstranten bei Pegida-Demo in England

Bei der ersten Demonstration eines britischen Pegida-Ablegers sind gestern in Newcastle fünf Mal mehr Gegendemonstranten als Befürworter erschienen. Etwa 375 Menschen waren dem Aufruf der Gruppe Pegida UK gefolgt, in der nordostenglischen Stadt gegen eine angebliche „Islamisierung“ Europas zu demonstrieren. Etwa 2.000 Gegendemonstranten stellten sich ihnen entgegen.

Beide Demonstrationen seien ohne Probleme verlaufen, sagte Polizeisprecherin Laura Young. Nach Angaben der Polizei wurden allerdings fünf Männer festgenommen. Es wurde nicht mitgeteilt, ob es sich bei den Festgenommenen um Pegida-Anhänger oder Gegendemonstranten handelte. Ihnen wurden gewaltsame Übergriffe, Friedensbruch sowie Trunkenheit und Ruhestörung vorgeworfen.

Die deutsche Pegida-Bewegung hat bereits in mehreren europäischen Ländern, darunter auch in Österreich, Nachahmer gefunden. Diese konnten aber nicht annähernd so viele Menschen für ihre Proteste mobilisieren wie die Organisatoren in Deutschland, wo sich nach Behördenangaben seit Oktober vergangenen Jahres insgesamt rund 170.000 Menschen an Demonstrationen beteiligten, die meisten davon in Ostdeutschland.

Vazquez übernimmt Präsidentenamt in Uruguay

Der uruguayische Staatschef Jose Mujica übergibt heute das Amt dem Sozialisten Tabare Vazquez. Der 75-jährige Arzt hatte Ende November die Stichwahl mit 53,5 Prozent der Stimmen gewonnen. Vazquez und Mujica gehören beide der Linkskoalition Frente Amplio, aber nicht den gleichen Parteien an. Mujica (79) führt die „Bewegung für die Beteiligung des Volkes“ (MPP) an, die von ehemaligen Mitgliedern der Tupamaro-Guerilla gebildet wurde. Vazquez gehört der gemäßigteren Sozialistischen Partei an.

Zur Zeremonie werden die Amtskollegen Dilma Rousseff (Brasilien), Michelle Bachelet (Chile), Raul Castro (Kuba) sowie Spaniens Ex-König Juan Carlos erwartet. Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro sagte angesichts der politischen Spannungen in seinem Land die Reise nach Uruguay noch kurzfristig ab.

Auch die bereits angekündigte Teilnahme des US-Vizepräsidenten Joe Biden musste wegen einer starken Erkältung des Politikers abgesagt werden. Vazquez war bereits Staatschef von 2005 bis 2010. Der wegen seiner Bescheidenheit und seiner unverblümten Erklärungen beliebte Mujica gewann bei den Wahlen 2014 einen Senatssitz im Parlament.

Schwarzes Meer: Flüchtlingsboot aus Seenot gerettet

Die rumänische Küstenwache hat im Schwarzen Meer ein Boot mit rund 70 Flüchtlingen aufgegriffen. Die überwiegend aus den Konfliktstaaten Syrien und Irak stammenden Insassen des kleinen Fischerbootes waren bei starkem Wind und rauer See in Seenot geraten, wie das Innenministerium in Bukarest gestern mitteilte. Demnach war das Boot in der Türkei gestartet.

Unter den Insassen seien sieben Kinder gewesen, darunter ein Baby im Alter von fünf Monaten, sowie rund 20 Frauen. Die Migranten wurden in der ostrumänischen Hafenstadt Constanta medizinisch untersucht und dann den Einwanderungsbehörden übergeben.

Laut Küstenwache war dies der zehnte derartige Vorfall binnen zwei Jahren. Die meisten Flüchtlinge versuchen über das Mittelmeer in die Europäische Union zu gelangen.

Öcalan ruft PKK zur Entwaffnung auf

Der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan hat seine Anhänger zur Niederlegung ihrer Waffen aufgefordert und damit neue Hoffnung auf ein Ende des seit Jahrzehnten andauernden kurdischen Aufstands in der Türkei genährt.

In einer gestern von dem Abgeordneten Sirri Süreyya Önder von der prokurdischen Oppositionspartei HDP verlesenen Botschaft rief Öcalan seine Bewegung auf, die Entwaffnung konkret einzuleiten. Die Friedensverhandlungen zwischen der türkischen Regierung und dem Chef der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) liegen seit Monaten auf Eis.

„Wir nähern uns einer Lösung dieses 30 Jahre alten Konfliktes in Form eines endgültigen Friedens“, erklärte Öcalan in der Botschaft, die Önder in einer nie zuvor in der Form dagewesenen Pressekonferenz mit Vizeregierungschef Yalcin Akdogan verlas. „Und unser erstes Ziel ist es, zu einer demokratischen Lösung zu kommen.“ Öcalan forderte die PKK auf, im Frühjahr einen außerordentlichen Parteitag einzuberufen, um die „strategische und historische Entscheidung der Entwaffnung“ zu treffen.

Terrorwarnung in Bremen: Eine Festnahme

Nach einer Warnung vor gewaltbereiten Islamisten hat die Polizei in Bremen mehrere Menschen festgesetzt. „Jetzt sind einige in Gewahrsam“, sagte ein Polizeisprecher gestern Abend. Dieses Vorgehen werde angewendet, wenn Gefahr drohe. Außerdem habe es eine vorläufige Festnahme wegen des Verdachts auf eine Straftat gegeben.

„Das sind auf jeden Fall Leute, die mit der Gefährdungslage durch islamistische Gewalttäter in Bremen zu tun haben“, hieß es weiter. Bereits in der Früh hatte die Bremer Polizei vor einer möglichen Gefahr durch gewaltbereite Islamisten gewarnt, ohne Details zu nennen. Die Hinweise dazu kamen nach Angaben der Polizei gestern Abend aus einer Bundesbehörde.

Die Polizei war gestern seit der Früh in der Bremer Innenstadt mit verstärkten Kräften im Einsatz. Später wurde ein Islamisches Kulturzentrum durchsucht.

Sport

Ski alpin: Hirscher startet Weltcup-Finalkrimi

Mit dem Riesentorlauf in Garmisch-Partenkirchen startet der Salzburger Marcel Hirscher heute (10.30 und 13.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) in den finalen Krimi um seinen historischen vierten Gesamtweltcup-Sieg in Folge. Mit seinem ersten Triumph in Garmisch bzw. seinem dann insgesamt 30. im Weltcup würde er Kjetil Jansrud im Gesamtweltcup schon um mehr als 200 Punkte enteilen. So einfach wollen sich bei ihrem Heimrennen die Garmisch-Partenkirchener Fritz Dopfer und Felix Neureuther sowie US-Weltmeister Ted Ligety jedoch nicht geschlagen geben.

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Fußball: Dortmund weiter auf der Siegerstraße

Borussia Dortmund hat gestern in der 23. Runde der deutschen Bundesliga seine Siegesserie fortgesetzt und den vierten Erfolg en suite gefeiert. Lange Zeit sah es im Revierderby gegen den Erzrivalen Schalke nach einer Nullnummer aus, ehe in der Schlussphase die Elf von Trainer Jürgen Klopp doch noch den Weg zum Tor fand. Damit scheint die Abstiegsangst vorerst vertrieben zu sein.

Nicht so aber bei Schlusslicht Stuttgart, wo sich die ÖFB-Legionäre Florian Klein und Martin Harnik mit einem Remis gegen Hannover zufrieden geben mussten. Harnik sah zusätzlich auch noch Rot.

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ÖSV-Kombinierer im WM-Team-Sprint Siebente

Österreichs Kombinierer sind gestern in ihrem abschließenden WM-Bewerb leer ausgegangen. Einzel-Weltmeister Bernhard Gruber und Sepp Schneider belegten im Team-Sprint nur Platz sieben. Eine mögliche Medaille hatten die beiden schon als Siebente im Springen von der Großschanze vergeben.

Im entscheidenden Langlauf blieben Gruber und Schneider dann chancenlos. Den WM-Titel sicherte sich Frankreich nach einem Fotofinish vor Deutschland und Norwegen.

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Wirtschaft

Griechenland stellt Anleihen-Rückzahlung an EZB infrage

Griechenland hat die Rückzahlung von Staatsanleihen in Höhe von 6,7 Milliarden Euro infrage gestellt, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) gehalten und im Sommer fällig werden. Finanzminister Yanis Varoufakis sagte gestern in einem TV-Interview, er wolle über die Anleihen verhandeln. Mit welchem Ziel, ließ er offen. „Wenn wir das Geld hätten, würden wir bezahlen“, so Varoufakis.

„Sie wissen, dass wir es nicht haben.“ Der deutsche Bundestag hatte am Freitag einer Verlängerung des laufenden Rettungsprogramms durch die Euro-Zone um vier Monate bis Ende Juni zugestimmt. Grundlage dafür war eine Zusage Griechenlands, alle Verbindlichkeiten zu erfüllen.

Griechenland muss im März einen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) von rund 1,6 Milliarden Euro zurückzahlen und im April 800 Millionen Euro für Zinszahlungen aufbringen. Im Juli und August benötigt das Land dann etwa 7,5 Milliarden Euro, um griechische Staatsanleihen in Händen der EZB zurückzuzahlen und andere Zinsverpflichtungen zu bedienen.

Hyundai ruft 205.000 Autos zurück

Hyundai ruft wegen technischer Probleme mit der Servolenkung knapp 205.000 Autos in die Werkstätten. Betroffen seien Elantra-Modelle, die zwischen 2008 und 2010 produziert worden seien, teilte der südkoreanische Hersteller der US-Verkehrssicherheitsbehörde mit.

Es werde geschätzt, dass drei Prozent dieser Fahrzeuge Mängel hätten. Der Fahrer könne zwar weiter lenken, müsse dafür aber mehr Kraft aufbringen. Dadurch steige tendenziell das Unfallrisiko. Hyundai teilte nicht mit, ob es wegen der Probleme bereits Zwischenfälle gegeben hat.

China: Industrie schrumpft weiter

Die chinesische Industrie ist im Februar den zweiten Monat in Folge geschrumpft. Der offizielle Einkaufsmanager-Index des Landes stieg zwar um 0,1 auf 49,9 Punkte, wie aus der nun veröffentlichten Umfrage hervorgeht. Damit liegt der Wert aber immer noch minimal unter der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum angezeigt wird.

Hier spiegeln sich schwächere Exporte und nachlassende Investitionen der Unternehmen wider. Ökonomen hatten allerdings mit einem Rückgang auf 49,7 Punkte gerechnet. Die Dienstleistungsbranche wächst unterdessen. Hier kletterte der entsprechende Index zum Vormonat um 0,2 auf 53,9 Punkte.

Die Daten aus der Industrie könnten die Erwartung schüren, dass die chinesische Notenbank weitere Maßnahmen ergreifen wird, um die Wirtschaft zu stützen. Erst gestern hatte sie erneut die Zinsen gesenkt.

Der amtliche Einkaufsmanager-Index berücksichtigt insbesondere große Staatsunternehmen. Das Barometer der Großbank HSBC und des Markit-Instituts, das an den Börsen ebenfalls sehr genau verfolgt wird, konzentriert sich dagegen stärker auf kleinere Firmen.

Airbus-Chef Enders: A380 wird nicht eingestellt

Airbus-Chef Tom Enders will trotz der schwachen Nachfrage an der Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 festhalten. „Eine Einstellung stand und steht nicht zur Debatte“, sagte Enders der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

„Der Punkt ist lediglich: Einige Kunden wünschen sich eine nächste Generation mit neuen Triebwerken, während wir betonen, dass wir unsere Maschinen ständig verbessern. Ob es auch irgendwann neue Triebwerke gibt, hängt davon ab, ob sich dieser Schritt rechnet, sprich: der Business Case muss überzeugend sein.“ Dies werde Airbus zu gegebener Zeit sehen.

Das Unternehmen werde im laufenden Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag an Kosten beim A380 gegenüber dem Vorjahr einsparen, sagte Enders der Zeitung. „Die frohe Botschaft lautet: 2015 erreichen wir die Gewinnschwelle. Da bin ich sicher.“ Bis auch die Entwicklungskosten eingespielt seien, werde es aber „noch eine Weile dauern.“ Zuletzt waren die Neubestellungen für den weltgrößten Passagierjet rar geblieben.

Schneechaos in Dallas: Ein Drittel der Flüge gestrichen

Schneefall und Eisregen haben heute am internationalen Flughafen von Dallas im US-Bundesstaat Texas zu zahlreichen Flugausfällen geführt. Mehr als 350 Abflüge seien gestern Vormittag (Ortszeit) gestrichen worden, teilte der drittgrößte Flughafen der Welt mit.

Das entspreche etwa einem Drittel der täglichen Abflüge am Airport Dallas/Fort Worth. Den Angaben zufolge bedeckten Eis und „mehr als fünf Zentimeter“ Schnee die Start- und Landebahnen.

Bezogen auf das Passagieraufkommen ist der Flughafen von Dallas der drittgrößte der Welt. Pro Jahr nutzen 62 Millionen Passagiere den Flughafen, auf dem täglich 1.850 Flüge starten oder landen. Von Dallas aus werden 55 Ziele im Ausland und 148 Ziele innerhalb der USA angeflogen.

Chronik

Spanien: Dörfer wegen Hochwassers evakuiert

Wegen Überschwemmungen sind in Nordspanien zwei Dörfer evakuiert worden. Insgesamt seien mehr als tausend Menschen vor den Fluten in Sicherheit gebracht worden, teilten die Behörden gestern mit. Der Ebro ist über die Ufer getreten, an manchen Stellen lag der Pegel des größten nordspanischen Flusses 3,6 Meter über dem Normalstand.

Aus der Ortschaft Boquineni mussten rund 150 Anrainer in einer Turnhalle übernachten, auch in Altersheimen und bei Nachbarn wurden viele Menschen untergebracht. Das Nachbardorf Pradilla wurde ebenfalls teilweise evakuiert, um die Menschen vor den Wassermassen zu schützen. In der Region sind nach Angaben der Behörden mehrere tausend Hektar Land überflutet.

Video dazu in iptv.ORF.at

Streit in McDonald’s-Restaurant: Zwei Tote in Kanada

Bei einem Streit zwischen Kunden in einem McDonald’s-Restaurant in der kanadischen Metropole Toronto sind zwei Menschen erschossen worden. Die Opfer, 25 und 40 Jahre alte Männer, hätten sich mit einem bewaffneten Wachmann gestritten, der sich in dem Schnellrestaurant etwas zu essen kaufen wollte, teilte die Polizei gestern mit.

Als der Streit eskalierte, habe der Wachmann auf die Männer geschossen. Er selbst sei an der Hand verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Die Polizei sichtete Aufnahmen von Überwachungskameras, um den Streit zu rekonstruieren. Während des Vorfalls befanden sich rund 20 Menschen in dem Restaurant.

Mafia-Boss in Afghanistan hingerichtet

Afghanistans berüchtigtster Mafia-Boss Rais Khudaidad ist in Kabul gehängt worden. Das berichtete gestern der afghanische Geheimdienst NDS. Khudaidad war im September bei einem Einsatz von Spezialeinheiten in der afghanischen Hauptstadt festgenommen worden und saß seitdem im Gefängnis.

Ihm wurde vorgeworfen, an zahlreichen Entführungen, Erpressungen, Raubüberfällen und Ermordungen beteiligt gewesen zu sein. Vergangenen Monat verurteilte ihn ein Kabuler Gericht zum Tode. Es war die erste Hinrichtung, die von der Regierung des seit 2014 amtierenden Präsidenten Aschraf Ghani angeordnet wurde.

Song Contest

Irland setzt auf ein junges Talent

Die 16-jährige Molly Sterling hat es geschafft: Sie konnte sich mit dem Song „Playing With Numbers“ im Vorentscheid gegen vier Mitbewerber durchsetzen und wird Irland beim Song Contest in Wien vertreten.

Die Erwartungen an die Schülerin sind groß - gilt Irland doch mit sieben Siegen, einem doppelten Gewinner und drei Triumphen in Folge als der unangefochtene Champ beim Song Contest.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Kultur

Türkischer Schriftsteller Yasar Kemal gestorben

Einer der bekanntesten türkischen Schriftsteller, Yasar Kemal, ist tot. Der Autor starb gestern im Alter von 92 Jahren in einem Krankenhaus in Istanbul, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Dort sei er seit dem 14. Januar wegen Komplikationen nach einer Lungenentzündung und wegen Herzrhythmusstörungen behandelt worden.

Kemal war 1955 mit seinem Roman „Memed mein Falke“ berühmt geworden. Das Werk wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Der 1923 im Süden der Türkei geborene Kurde wurde mit zahlreichen Literatur- und Menschenrechtspreisen ausgezeichnet. Im Jahr 1997 erhielt er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Der Literaturnobelpreis, für den Kemal ebenfalls nominiert wurde, blieb ihm verwehrt.

Kemal engagierte sich auch im linken politischen Spektrum. Wegen seines Einsatzes für die Kurden wurde er mehrmals vor Gericht gestellt, nach dem Militärputsch 1971 wurde er inhaftiert. Mehrere Jahre lang lebte Kemal im schwedischen Exil. Der türkische Kulturminister Ömer Celik äußerte sich bestürzt über den Tod Kemals. „Die Trauer in unseren Herzen ist groß“, schrieb er via Twitter: "Die Türkei und die gesamte Menschheit haben eine große Seele verloren.

Monaco: Ermittlungsverfahren gegen Kunsthändler Bouvier

Der bekannte Schweizer Kunsthändler Yves Bouvier muss sich in Monaco wegen Betrugs und Geldwäsche verantworten. Gegen den am Donnerstag festgenommenen Kunsthändler wurde gestern ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie laut AFP aus Justizkreisen verlautete. Zudem werfe ihm die Staatsanwaltschaft Beihilfe zur Geldwäsche vor.

Bouvier wird verdächtigt, dutzende Bilder berühmter Maler wie Picasso, Modigliani, Gauguin, Degas oder Leonardo da Vinci mithilfe gefälschter Dokumente zu überhöhten Preisen verkauft zu haben. Mutmaßliches Opfer des Betrugs ist der Besitzer des Fußballclubs AS Monaco, der russische Milliardär Dmitri Rybolowlew. Eine mutmaßliche Komplizin Bouviers, eine Schweizer Freundin der Familie Rybolowlew, wurde ebenfalls der Geldwäsche beschuldigt.

Zehn Millionen Euro Kaution

Die beiden Verdächtigen waren am Donnerstag mit einem weiteren mutmaßlichen Mittäter in Polizeigewahrsam genommen worden. Gegen Zahlung einer Kaution, die für Bouvier auf zehn Millionen Euro festgelegt wurde, könnten beide aber vorerst auf freien Fuß kommen.

Bouvier ist für sein Geschäft im Kunsthandel und für die Lagerung insbesondere von Kunstwerken in Zollfreilagern in Genf, Luxemburg und Singapur bekannt. Die Summe, um die es bei dem Betrug gehen soll, nannte die Staatsanwaltschaft nicht.

Irak: Nationalmuseum nach zwölf Jahren wiedereröffnet

Nach zwölf Jahren mühevoller Arbeit ist das irakische Nationalmuseum in Bagdad gestern wiedereröffnet worden. „Wir haben uns in den vergangenen Monaten auf die Wiedereröffnung vorbereitet, nun soll das Museum für alle Menschen zugänglich sein“, sagte der stellvertretende Minister für Tourismus und Altertümer, Kais Hussein Rashid, der Nachrichtenagentur AFP.

Mit Blick auf die Zerstörung antiker Kulturschätze durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im nordirakischen Mossul sagte er, die Wiedereröffnung in Bagdad sei auch eine Reaktion auf die dortigen Ereignisse. Die Wiedereröffnung könne dazu beitragen, die Wunden der Zerstörungen von Mossul zu heilen.

Plünderungen 2003

Das Museum in Bagdad, das über eine der größten archäologischen Sammlungen der Welt verfügte, war während der US-geführten Invasion im Jahr 2003 geplündert worden. Von den mehr als 15.000 gestohlenen Objekten wurden nach Expertenangaben 4.300 wiedererlangt. Rashid zufolge wird auf Märkten und bei Auktionen weiter nach mehr als 10.000 verschwundenen Artefakten gesucht. Die wichtigsten Objekte seien jedoch inzwischen aufgespürt worden.

„Wir werden die Zivilisation bewahren und diejenigen ausfindig machen, die sie zerstören wollen“, sagte der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi bei der Zeremonie zur Wiedereröffnung des Museums.

Zerstörung mit Vorschlaghämmern

In einem am Donnerstag veröffentlichten Video sind IS-Extremisten im Museum von Mossul zu sehen, wie sie Statuen von ihren Podesten stoßen und mit Vorschlaghämmern zerschlagen. Mit einem Presslufthammer zerstörten sie u. a. die große Granitstatue eines assyrischen geflügelten Bullen am Nergal-Tor in der Stadt.

Die Taten rechtfertigten sie damit, dass auch der Prophet Mohammed in Mekka Götterbilder beseitigt habe. Experten argumentieren aber, dass vor allem Objekte zerstört wurden, die für den Schmuggel und Verkauf zu groß sind. Das Museum von Mossul war bereits 2003 geplündert worden.

Comicfigur Catwoman künftig bisexuell

Die Comicfigur Catwoman - Gegenspielerin von Batman - ist künftig bisexuell. „Das ist weniger eine Enthüllung denn eine Bestätigung“, teilte die neue Autorin der Geschichten, Genevieve Valentine, in ihrem Blog mit. Die 33-Jährige schrieb, Catwoman habe schon oft mit dem Gedanken „geflirtet“.

In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Comichelden der gesellschaftlichen Vielfalt angepasst. Batwoman ist nun lesbisch, Captain America schwarz und aus Thor wurde eine Frau. Außerdem sind die Helden Green Lantern und Northstar homosexuell, die einst blonde Ms. Marvel wurde vor einem Jahr ein muslimisches Mädchen. Und auch Spider-Man ist nicht mehr der Weiße Peter Parker, sondern der halb schwarze, halb lateinamerikanische Miles Morales.

Religion

IT

Neue Zentrale: Google plant Riesenglashaus

Google ist seit Jahren für seine besonders bunten, modern gestalteten Großraumbüros, die vielerorts als vorbildhaft gelten, bekannt. Nun will der IT-Riese noch eins draufsetzen und im Rennen um das coolste Hauptquartier Apple und Co. ausstechen. Im Silicon Valley plant Google eine Art Riesenglashaus - und unter dieser Hülle soll alles total flexibel sein.

Die Räumlichkeiten sollen mit Hilfe von Kranrobotern den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend umgebaut werden können. Für die britische Tageszeitung „Guardian“ erinnert die in Superlativen präsentierte Vision von Google auch an den Geschmack von Diktatoren.

Mehr dazu in Lego-Spielen unter Riesenglashülle