Ausland

US-Justiz klagt Russin im Dienste des Kremls an

Die US-Justiz hat Anklage gegen eine 29 Jahre alte Russin erhoben, die in den USA für die russische Regierung gearbeitet haben soll, ohne das anzuzeigen. Nach US-Gesetz müssen sich ausländische Lobbyisten oder Diplomaten vor Beginn ihrer Tätigkeit in den USA beim Justizministerium melden.

Die Russin, die sich den Angaben zufolge mit einem Studierendenvisum in den USA aufgehalten hatte, war am Sonntag in Washington festgenommen worden. Sie habe von 2015 bis mindestens 2017 auf Weisung eines hochrangigen Mitglieds der russischen Regierung gehandelt, das später für die russische Zentralbank gearbeitet habe und von den US-Sanktionen gegen russische Offizielle erfasst sei, hieß es.

Die Frau habe Organisationen beeinflusst, die ihrerseits Einfluss auf die US-Politik ausübten, hieß es in der Mitteilung des US-Justizministeriums weiter. Sie habe dabei die Interessen Russlands vertreten.

May gibt „Brexit“-Hardlinern bei künftigem Zollgesetz nach

Die britische Premierministerin Theresa May hat sich dem Druck von „Brexit“-Hardlinern in ihrer konservativen Partei gebeugt und Änderungen an ihrem Plan für die künftigen Beziehungen zur EU zugestimmt.

Die Regierung habe im Parlament vier Änderungsanträge akzeptiert, weil sie dem vorige Woche vorgelegten Weißbuch entsprächen und einige der darin enthaltenen Punkte sogar noch verstärkten, sagte ein Sprecher Mays gestern.

Wortwahl verschärft

Zentral geht es um das geplante Zollgesetz. Hier wurde die Wortwahl verschärft, in dem die künftige Erhebung von Zöllen und Steuern durch Briten und EU auf Grundlage der Gegenseitigkeit geschehen soll.

Unter anderem soll ein Zollabkommen mit der EU davon abhängig gemacht werden, ob Brüssel bereit ist, an EU-Außengrenzen zwei unterschiedliche Zollsätze zu erheben: einen für Waren, die für Großbritannien bestimmt sind, und einen anderen für Güter, die in der EU bleiben. London will die komplizierte Regelung Mays Plan zufolge an seinen eigenen Außengrenzen einführen, um Grenzkontrollen zur EU zu verhindern.

Mays Strategie stößt im Parlament auf Kritik

Allerdings dürfte diese Forderung, dass die EU künftig für Großbritannien Zölle eintreiben soll, wenn die Regierung in London das auch für die EU tut, bei den „Brexit“-Verhandlungen mit Brüssel auf Schwierigkeiten stoßen. Vertreter einer engen Bindung Großbritanniens an die EU fürchten, dass damit eine Einigung mit Brüssel unwahrscheinlicher wird, weil Brüssel sich darauf kaum einlassen dürfte.

Entsprechend stieß Mays neue „Brexit“-Strategie im Parlament auf herbe Kritik - sie zog sich damit den Zorn von proeuropäischen Abgeordneten aus ihrer Konservativen Partei auf sich.

Johnson und Davis überraschend zurückhaltend

Vergangene Woche waren sowohl Außenminister Boris Johnson als auch Brexit-Minister David Davis im Streit um Mays neuen „Brexit“-Plan zurückgetreten. Beide meldeten sich am Montag zu Wort, blieben aber überraschend zurückhaltend. Johnson rief in einer Kolumne im „Telegraph“ lediglich zu mehr nationalem Selbstbewusstsein auf. Davis sprach sich in der Parlamentsdebatte gegen ein Zollabkommen mit der EU aus, rief seine Parteifreunde jedoch dazu auf, bei anstehenden Abstimmungen nicht gegen die Regierung zu stimmen.

Weniger als neun Monate vor dem geplanten EU-Austritt am 29. März 2019 sind die Briten darüber tief gespalten, wie der „Brexit“ vollzogen werden soll. May strebt mit ihrer Minderheitsregierung einen „weichen Brexit“ an. Ihr Plan sieht die Schaffung einer EU-Freihandelszone für Güter sowie weitere enge Beziehungen zu Brüssel vor.

Barack Obama hält Rede zu Mandelas 100. Geburtstag

Der frühere US-Präsident Barack Obama hält heute in Südafrika eine Rede zu Ehren Nelson Mandelas. Der Kämpfer gegen die Apartheid wäre morgen 100 Jahre alt geworden. Es ist einer der prominentesten Auftritte Obamas seit seinem Ausscheiden aus dem Amt im Jänner 2017.

Bei der Veranstaltung in Johannesburg, dem Höhepunkt der offiziellen Feierlichkeiten zu Mandelas Geburtstag, wird auch Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa sprechen. Erwartet werden unter anderem Mandelas Witwe Graca Machel und der frühere UNO-Generalsekretär Kofi Annan.

„Gigant der Geschichte“

Obama, der als erster schwarzer Politiker US-Präsident wurde, gilt als Bewunderer Mandelas. Er hatte bereits auf dessen Trauerfeier 2013 eine bewegende Lobrede für den „Giganten der Geschichte“ gehalten.

Für seinen Kampf gegen das rassistische weiße Minderheitsregime in Südafrika saß Mandela fast drei Jahrzehnte im Gefängnis, bis er 1990 freikam. Nach der Überwindung der Apartheid wurde der Friedensnobelpreisträger 1994 der erste demokratische gewählte Präsident Südafrikas. In seiner Amtszeit bis 1999 setzte er sich unter anderem für eine Aussöhnung mit der weißen Minderheit des Landes ein.

Puigdemont gründet neue Unabhängigkeitsbewegung

Der frühere katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont und sein Nachfolger Quim Torra haben gestern eine neue separatistische Bewegung aus der Taufe gehoben. Unter dem Namen „Crida Nacional per la Republica“ (Nationaler Ruf nach der Republik) soll die Organisation dazu dienen, auf die Gründung einer eigenständigen katalanischen Republik hinzuarbeiten, wie spanische Medien berichteten.

„Wir müssen weiterkämpfen“

An einem Festakt im Barcelona, bei dem ein entsprechendes Manifest verlesen wurde, nahm der 55 Jahre alte Puigdemont per Videoschaltung teil. Er forderte alle Interessenten auf, sich der Bewegung anzuschließen.

Puigdemont war im Herbst im Zuge eines verbotenen Unabhängigkeitsreferendums ins Ausland geflohen und hält sich derzeit in Deutschland auf. „Das Volk hat dem Mandat (des Referendums, Anm.) immer die Treue gehalten und trotz aller Schwierigkeiten nicht nachgegeben“, sagte Puigdemont. „Wir müssen weiterkämpfen, uns der ungerechtfertigten Repression stellen und uns weiter in Richtung einer katalanischen Republik bewegen.“

Junts per Catalunya könnte in neuem Bündnis aufgehen

Nach dem Referendum war Puigdemont von der spanischen Zentralregierung in Madrid abgesetzt worden und mit mehreren Mitstreitern ins Exil geflüchtet. Weitere katalanische Spitzenpolitiker sitzen seit dem Herbst in Spanien in U-Haft. Dennoch hatten die Separatisten bei einer Neuwahl im Dezember erneut die Mehrheit errungen. Damals war Puigdemont noch mit dem Wahlbündnis Junts per Catalunya angetreten. Dieses könnte Medienberichten zufolge nun in der neuen politischen Bewegung aufgehen.

Die Justiz im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein will den Politiker wegen des Vorwurfs der Veruntreuung an Spanien ausliefern - aber nicht wegen Rebellion, dem Hauptvorwurf der spanischen Justiz. Ein Richter in Madrid muss über das weitere Vorgehen entscheiden.

Peru: Ausnahmezustand für Grenzgebiet zu Kolumbien

Peru hat für eine Amazonas-Provinz an der Grenze zu Kolumbien den Ausnahmezustand erklärt, um dort nach Abtrünnigen der Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und Drogenhändlern zu suchen. Der Ausnahmezustand in Putumayo gelte für 60 Tage, hieß es gestern in einer Mitteilung der Regierung des südamerikanischen Landes.

In dieser Zeit kann die Polizei von bewaffneten Kräften des Militärs unterstützt werden und Häuser ohne Genehmigung durchsuchen. Zudem ist unter anderem die Versammlungsfreiheit in dem Gebiet ausgesetzt.

Die Region liegt am Putumayo-Fluss, der peruanisches und kolumbianisches Staatsgebiet trennt. Dort sollen sich Ex-FARC-Rebellen aufhalten, die sich nach dem Friedensabkommen zwischen der Guerillaorganisation und der Regierung weigerten, ihre Waffen abzugeben. Außerdem soll die Region ein großes Anbaugebiet für Kokasträucher sein, daraus wird das Rauschgift Kokain gewonnen.

HRW: UNO-Chef muss sich klarer zu Nicaragua äußern

Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) wirft UNO-Generalsekretär Antonio Guterres vor, sich nicht deutlich genug für ein Ende der Gewalt in Nicaragua einzusetzen. Guterres handle „feige und kraftlos“, sagte der Leiter vom HRW in Amerika, Jose Miguel Vivanco, der Zeitung „La Nacion“. Dass er sich bisher nicht stark genug positioniert habe, sei bedauernswert.

Keine Äußerung bei Besuch im Nachbarland

Guterres war gestern zu Besuch im benachbarten Costa Rica, äußerte sich allerdings zunächst nicht zur Lage in Nicaragua. Und das, obwohl er nur wenige Kilometer vom Konfliktort entfernt gewesen sei, bemängelte Vivanco.

Costa Rica habe bereits mehr als 10.000 Gesuche für Schutz von nicaraguanischen Staatsbürgern erhalten, schrieben der costa-ricanische Friedensnobelpreisträger Oscar Arias und weitere Ex-Präsidenten des Landes in einem Brief an Guterres.

NGOs sprechen von Hunderten Toten

Der nun fast drei Monate andauernde Konflikt in dem mittelamerikanischen Land hatte sich an einer geplanten Sozialreform entzündet. Mittlerweile fordern die Demonstranten allerdings den Rücktritt des autoritären Präsidenten Daniel Ortega, ein Ende der Gewalt und eine freie Presse. Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften, regierungsnahen Paramilitärs und Regierungsgegnern kamen nach Angaben von Menschenrechtlern bereits mehr als 300 Menschen ums Leben. Die Regierung spricht von rund 50 Toten.

Inland

Einvernahme von Ex-Finanzminister Grasser geht weiter

Nach einer dreiwöchigen Pause wird heute im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/parteilos) und andere weiterverhandelt. Im Zentrum steht am 44. Prozesstag wieder der Hauptangeklagte Grasser, der von Richterin Marion Hohenecker einvernommen wird. Grasser werden von der Staatsanwaltschaft Geschenkannahme, Beihilfe zur Untreue und Beweismittelfälschung vorgeworfen.

Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Der Hauptangeklagte weist die Vorwürfe der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft zurück. Auch morgen und am Donnerstag wird am Wiener Straflandesgericht verhandelt. Letzter Prozesstag vor einer längeren Sommerpause ist der 1. August, danach geht es am 18. September wieder weiter. Start des Megaverfahrens war am 12. Dezember des Vorjahres.

Entwurf: Länder sollen für zusätzliche Lehrer mehr zahlen

Für Bundesländer, die über den Stellenplan hinaus Lehrer beschäftigen, dürften sich die Kosten künftig erhöhen. Der vom Bildungsministerium vorgelegte Entwurf einer neuen Landeslehrer-Controllingverordnung sieht vor, dass die Länder künftig mehr für „Überhanglehrer“ bezahlen. Die Länder zeigen sich angesichts der Pläne nicht erfreut, das Ministerium verweist auf den laufenden Abstimmungsprozess.

Komplexes Schema

Die Länder sind zwar Dienstgeber der Lehrer an allgemeinbildenden Pflichtschulen (Volksschulen, Neue Mittelschulen, Sonderschulen, Polytechnische Schulen), diese werden aber über den Finanzausgleich vom Bund bezahlt. Nochmals komplizierter wird es bei jenen Landeslehrern, die über den mit dem Bund vereinbarten Stellenplan hinaus beschäftigt werden.

Diese müssen die Länder zwar selbst bezahlen, der Bund streckt deren Gehälter allerdings vor. Die Länder refundieren nach Jahresabschluss pro „Überhanglehrer“ aber wiederum nur das Gehalt eines Junglehrers. In der Praxis werden allerdings nicht alle der überzogenen Posten tatsächlich mit Neueinsteigern, sondern auch mit älteren und damit teureren Lehrern besetzt. Das heißt, dass der Bund de facto auf einem Teil der Mehrkosten sitzen bleibt.

Österreichweit gab es im Schuljahr 2016/17 neben rund 61.000 genehmigten Planstellen ungefähr 1.600 solche „Überhanglehrer“, wie die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage im April durch ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann zeigte. Dadurch entstanden Überziehungskosten von 104 Millionen Euro. Davon trugen die Länder rund zwei Drittel selbst, ein Drittel der Zusatzkosten übernahm der Bund. Diesen Betrag möchte das Bildungsministerium, das gestern keine Details nannte, nun offenbar reduzieren. Man sei mit den Ländern jedenfalls „in Abstimmung“, hieß es.

Kritik auch aus ÖVP-geführten Ländern

Am stärksten betroffen von den im Raum stehenden Änderungen wäre Vorarlberg. Die Neuregelung könnte das Land laut ersten Berechnungen etwa 6,5 Mio. Euro pro Jahr kosten, hieß es in den „Vorarlberger Nachrichten“ (Montag-Ausgabe). In einem Brief an Faßmann und Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) fordert Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ebenfalls ÖVP) daher, „dass dieser Entwurf ausdrücklich zurückgezogen wird“, hieß es in dem Bericht. Auf wenig Gegenliebe stieß der Entwurf bereits am Freitag bei Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP), der auf eine rechtlich klare Regelung im Finanzausgleich verwies.

Auch in Wien zeigte man sich ob der Pläne und der Vorgehensweise „sehr verwundert und verärgert“, wie es aus dem Büro von Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) hieß. „Politik auf Augenhöhe“ sehe anders aus. Für die Bundeshauptstadt würden sich dadurch Mehrkosten von rund drei Mio. Euro pro Jahr ergeben. Mit dem Vorstoß würde der Bund überdies den Finanzausgleich aufschnüren.

Im ersten Halbjahr so wenig Asylanträge wie zuletzt 2011

Die Zahl der Asylanträge geht weiter stark zurück. Laut vorläufiger Halbjahresstatistik des Innenministeriums wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 7.098 Anträge gezählt. Zuletzt war dieser Wert 2011 niedriger. Im Vorjahr wurden im ersten Halbjahr noch 12.673 Ansuchen gestellt. Zum Vergleich: 2015 waren es 28.311 Anträge.

Die meisten Asylwerberinnen und Asylwerber kamen aus Syrien. 1.829 Anträgen wurden von Menschen aus dem Bürgerkriegsland gestellt, 1.062 Asylanträge stellten Afghaninnen und Afghanen. Kaum noch um Asyl suchten Menschen aus dem Kosovo (26 Anträgen) oder Pakistan (152 Anträge) an.

59 Prozent der Anträge brachten Männern ein. Von unbegleiteten Minderjährigen wurden im ersten Halbjahr 297 Anträge registriert. 31 davon waren Kinder unter 14 Jahren, von denen die Hälfte aus Afghanistan geflüchtet war.

Neun von zehn Syrerinnen und Syrer erhielten Asyl

Syrerinnen und Syrer haben mit 90 Prozent positiven Bescheiden eine besonders hohe Anerkennungschance. Gleiches gilt von den großen Gruppen auch für Menschen aus dem Iran, 72 Prozent ihrer Anträge wurden positiv beschieden. Bei Afghaninnen und Afghanen wurden 48 Prozent der behandelten Anträge positiv abgeschlossen.

Fast 2.500-mal subsidiärer Schutz vergeben

Menschen aus Afghanistan erhielten besonders oft subsidiären Schutz. In 1.145 Fällen wurde dieser gewährt. Platz zwei nehmen hier die Somalier (499) ein. 2.426 positive Entscheidungen gab es unter dem Titel subsidiärer Schutz insgesamt.

Beim humanitären Aufenthaltstitel liegen dagegen russische Asylsuchende (157) voran, gefolgt von Menschen aus Afghanistan (107). Insgesamt profitierten knapp 800 Geflüchtete von der Möglichkeit, auf diesem Weg im Land bleiben zu dürfen.

Die Zahl der offenen Verfahren belief sich am 30. Juni auf 46.077. Ende des Vorjahres waren es noch rund 10.000 mehr.

EU

Moser: Justizagenden brauchen „mehr Europa“

In seinem Bereich brauche es „mehr Europa“. Das hat ÖVP-Justizminister Josef Moser bei einer Diskussionsveranstaltung im Haus der Europäischen Union gestern Abend in Wien gefordert. Er nannte die Europäische Staatsanwaltschaft und den Kampf gegen internationale Kriminalität als Beispiele europäischer Justizkooperation.

Abseits von „Kernaufgaben“ seien aber die Mitgliedsstaaten gefragt, meinte der Minister. „Mehr Europa“ bedeute auch, ihr Vertrauen untereinander wieder zu stärken. Rechtsstaatlichkeit sei die Grundlage gegenseitigen Vertrauens, etwa wenn es darum gehe, gerichtliche Entscheidungen anderer EU-Staaten anzuerkennen. Das schaffe Rechtssicherheit für Unternehmen im europäischen Binnenmarkt, sagte Moser.

Im Rahmen der österreichischen Ratspräsidentschaft werde man daher „Schlussfolgerungen“ zum Thema Rechtsstaatlichkeit erarbeiten. Diese sollen bei einer Sitzung mit der EU-Kommission im Oktober vorgestellt werden. Mit Polen, gegen das derzeit ein EU-Rechtsstaatsverfahren läuft, wolle man „im Dialog“ bleiben. Anstatt den Weg der Sanktionen zu gehen, wolle man versuchen, Polen wieder „in das Gefüge“ einzugliedern, so der Justizminister.

Sport

Was von der Fußball-WM in Erinnerung bleibt

Mit Frankreich als verdientem Weltmeister haben die Titelkämpfe in Russland einen würdigen Abschluss und in Kylian Mbappe auch einen neuen Superstar gefunden. Auch sonst gab es viel Positives - von der fußballerischen Stärke Europas und in jeder Hinsicht überzeugenden Gastgebern bis hin zum Videobeweis, der seine Feuertaufe bestand. Allerdings gab es auch weniger Erfreuliches wie die Schauspielerei von Brasilien-Star Neymar - die Tops und Flops der Fußball-WM 2018.

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Fußball-WM: Frankreichs neue Goldgeneration

Geht es nach dem Erfolgstrainer Didier Deschamps, hat Frankreichs Weltmeisterteam seinen Leistungsplafond noch gar nicht erreicht. Erst bei der EM 2020 und der WM 2022 werde man die wahre Stärke der noch jungen Mannschaft um Kylian Mbappe, Antoine Griezmann und Paul Pogba erkennen, betonte Deschamps nach dem Triumph in Moskau. Die Liste der Topspieler mit großer Zukunft ist beeindruckend lang. Und die französischen Fans feiern ihren neuen Superstar mit dem Ruf: „Liberte, Egalite, Mbappe!“

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Bundesliga: Wr. Neustadts Protest endgültig gescheitert

Knapp zwei Wochen vor dem Start in die neue Saison der tipico-Bundesliga darf der SKN St. Pölten endgültig für die Zwölferliga planen. Der SC Wiener Neustadt blitzte gestern mit seinem Protest gegen das Rückspiel der Relegation am 3. Juni auch in letzter Instanz ab. Das Ständige Neutrale Schiedsgericht beendete das Tauziehen um den letzten Bundesliga-Platz.

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Wirtschaft

US-Ermittlungen gegen Uber wegen Diskriminierung

Der Fahrdienstvermittler Uber ist wegen Diskriminierungsvorwürfen ins Visier von US-Aufsehern geraten. Eine Ermittlung der zuständigen US-Behörde Equal Employment Opportunity Commission läuft bereits seit vergangenem August, wie informierte Kreise gestern bestätigten.

Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider darüber berichtet. Die Regulierer sollen die Einstellungspraktiken sowie Gehaltsunterschiede und andere mögliche geschlechterbedingte Benachteiligungen untersuchen.

Immer wieder Vorwürfe gegen Unternehmen

Uber ist schon lange mit Vorwürfen von Diskriminierung, Sexismus und einer chauvinistischen Unternehmenskultur konfrontiert. Die Firma bemüht sich unter ihrem seit knapp einem Jahr amtierenden Chef Dara Khosrowshahi um einen Imagewandel.

Uber versucht, die unangenehmen Altlasten auf die Ära des umstrittenen Vorgängers Travis Kalanick zu schieben. Jüngst musste sich allerdings auch ein von Khosrowshahi selbst verpflichteter Manager wegen als rassistisch empfundener Äußerungen gegenüber den Mitarbeitern rechtfertigen.

Vergangene Woche hatten US-Medien zudem berichtet, dass Ubers Personalchefin Liane Hornsey ihren Hut nehmen musste, weil sie Vorwürfen von ethnischer Diskriminierung nicht ausreichend nachgegangen sein soll. Ein Mitarbeiter hatte anonym damit gedroht, mit seiner Kritik am Unternehmen an die Öffentlichkeit zu gehen, schrieb der Finanzdienst Bloomberg.

Auch Aufsichtsratschef von Thyssenkrupp geht

In der Thyssenkrupp-Führung kommt es zum nächsten Personalwechsel. Der 72-jährige Aufsichtsratschef Ulrich Lehner werde am Monatsende sein Mandat niederlegen, teilte der deutsche Mischkonzern mit Sitz in Essen gestern mit. Das Kontrollgremium werde kurzfristig über die Nachfolge entscheiden.

Erst Anfang des Monats hatte der Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger überraschend seinen Hut genommen. Bis auf Weiteres soll der langjährige Finanzvorstand Guido Kerkhoff den Traditionskonzern in ruhigeres Fahrwasser führen.

Hiesinger hatte Thyssenkrupp seit seinem Amtsantritt 2011 umgebaut und zuletzt die Stahlsparte in ein Joint Venture mit dem indischen Rivalen Tata Steel geführt, was jedoch Investoren wie Großaktionär Cevian und der US-Hedgefonds Elliott als unzureichend kritisiert hatten.

Ronaldo-Transfer: Streik bei Fiat grandios gescheitert

Der angekündigte Streik in einem Fiat-Werk wegen des Millionentransfers von Fußballstar Cristiano Ronaldo zum italienischen Verein Juventus Turin ist gründlich fehlgeschlagen. Nur fünf der 1.700 Angestellten im Fiat-Werk im süditalienischen Melfi seien dem Aufruf gefolgt, teilte ein Konzernsprecher gestern mit. Die kleine Gewerkschaft USB hatte wegen der Ablösesumme von 100 Millionen Euro einen dreitägigen Streik ab Sonntag angekündigt.

Fiat-Chrysler hat seinen Hauptsitz in Turin und gehört ebenso wie Juventus zu großen Teilen der Unternehmerdynastie Agnelli. Die Gewerkschaft drängte die Besitzer angesichts der teuren Verpflichtung von Ronaldo, das Geld lieber in „tausend Menschen statt nur einen zu investieren“.

„Instrumentalisierte Protestaktion“

Aber die Arbeiter hätten verstanden, „dass es sich um eine instrumentalisierte Protestaktion“ einer Organisation „ohne wirkliche Repräsentativität“ gehandelt habe, erklärte der Konzern gestern. Die Beachtung, die dem Streikaufruf geschenkt worden sei, sei völlig unverhältnismäßig gewesen.

USB war die einzige Gewerkschaft, die zu dem Streik aufgerufen hatte. Die größte Gewerkschaft in der italienischen Autobranche, die CGIL-Fiom, hatte erklärt, sie sei „nicht interessiert“ an Arbeitsniederlegungen, weil sie „wichtigere Dinge“ zu tun habe.

Ronaldo wechselt zur neuen Saison vom spanischen Topverein Real Madrid zum italienischen Rekordmeister Juve. In Turin soll der 33-jährige Portugiese Berichten zufolge 30 Millionen Euro Jahresgehalt bekommen.

Chronik

Prozessauftakt gegen „El Chapo“ verschoben

Der Prozessauftakt gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquin „El Chapo“ Guzman ist um zwei Monate verschoben worden.

Verteidiger baten um mehr Zeit

Die Auswahl der Jury solle nun am 5. November 2018 und nicht wie zunächst geplant am 5. September beginnen, teilte ein Gericht in New York gestern mit. Damit kam Richter Brian Cogan den Verteidigern von Guzman nach, die um mehr Zeit für die Sichtung von Beweismitteln gebeten hatten.

Guzman ist in 17 Punkten angeklagt und sitzt seit seiner Auslieferung an die USA im Jänner 2017 im Süden Manhattans im Gefängnis. Bei einer Verurteilung droht Guzman lebenslange Haft. Die Todesstrafe ist nach einer Einigung zwischen Mexiko und den USA ausgeschlossen.

Dutzende Tote nach Unwettern in Nigeria

Mindestens 49 Menschen sind nach Unwettern und Überschwemmungen im Norden Nigerias ums Leben gekommen. Wie lokale Behörden berichteten, blieben zudem zunächst noch mindestens 20 Menschen vermisst. Nach heftigem Regen in der Nacht von gestern auf gestern sei das Wasser an einem Damm im Bundesstaat Katsina übergelaufen und habe mehrere Dörfer überflutet. Mehr als 500 Häuser seien zerstört worden.

Kultur

Firma von Harvey Weinstein verkauft

Nach langem zähem Ringen ist der Verkauf der Filmfirma des früheren Hollywood-Moguls Harvey Weinstein endgültig abgeschlossen. Die Kapitalgesellschaft Lantern Capital aus Texas zahlte rund 289 Mio. Dollar (etwa 247 Mio. Euro) für das Filmstudio, wie US-Medien gestern berichteten.

Weinstein hatte die Firma The Weinstein Company (TWC) 2005 gemeinsam mit seinem Bruder Bob gegründet. TWC konnte zahlreiche Erfolge verbuchen, etwa Oscars für die Filme „The King’s Speech" und "The Artist“, hatte zuletzt aber finanzielle Probleme.

Nach dem Skandal um Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Harvey Weinstein hatte die Firma im März Bankrott anmelden müssen. Der Verkauf der Firma an eine andere Investorengruppe war mehrfach geplatzt, unter anderem wegen nachträglich aufgetauchter Schulden in Millionenhöhe.

Stars bei „Mamma Mia 2“-Premiere in London

Promiauflauf in London: Zur Premiere des Kinofilms „Mamma Mia! Here We Go Again“ sind gestern Abend Stars wie Amanda Seyfried, Lily James, Meryl Streep und Cher erschienen. Zu sehen auf dem blauen Teppich vor der Veranstaltungshalle Hammersmith Apollo waren auch die beiden ehemaligen Mitglieder der Band ABBA, Benny Andersson und Björn Ulvaeus.

„Mamma Mia!“ mittlerweile zehn Jahre her

Zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass die Musicalverfilmung „Mamma Mia!“ mit den Hits von ABBA in die Kinos kam. Streep in der Hauptrolle spielte die alleinerziehende Donna, die mit ihrer Tochter Sophie (Seyfried) auf einer griechischen Insel lebt. Pierce Brosnan spielte einen der drei Männer, die als Vater für Sophie infrage kamen.

Nun folgt Teil zwei, also „Mamma Mia! Here We Go Again“: Diesmal steht Tochter Sophie (Seyfried) im Mittelpunkt. Sie ist schwanger und vertraut sich den besten Freundinnen ihrer Mutter an, die ihr erzählen, wie die junge Donna - gespielt von James - damals ihre drei Männer kennen und lieben gelernt hatte.

Erneut ist das Musical mit Stars wie Streep, Brosnan, Colin Firth, Stellan Skarsgard und Julie Walters prominent besetzt. Neu mit dabei sind zum Beispiel Andy Garcia und Cher.

„Sweet Country“: Ein Westernthriller wider den Rassismus

Die epischen Landstriche des australischen Outback, flirrende Hitze und ein wütender Mob: Das sind die Ingredienzien, aus denen Warwick Thornton seinen bemerkenswerten Westernthriller „Sweet Country“ zusammengebraut hat. Der Film fußt auf einer wahren Begebenheit und handelt von einem Aborigine, der in den 1920er Jahren vor einem rassistischen Lynchmob fliehen muss. Im Interview mit ORF.at streicht Thornton Bezüge zur Gegenwart heraus.

Mehr dazu in Wenn Unrecht das Sagen hat

Leute

Geldwäschevorwurf gegen Spaniens Ex-König Juan Carlos I.

Geldwäschevorwürfe gegen den früheren spanischen König Juan Carlos I. sorgen derzeit in Madrid für Aufruhr. Die spanische Regierung erklärte gestern, sie wolle in der Affäre zunächst die Einschätzung der Geheimdienste einholen. Der Minister für öffentliche Arbeiten, Jose Luis Abalos, sagte, die Regierung wollen nun hören, was Geheimdienstchef Felix Sanz Roldaan zu sagen habe.

In der vergangenen Woche hatten spanische Medien Tonaufzeichnungen veröffentlicht, auf denen nach Einschätzung von Experten die Deutsche Corinna zu Sayn-Wittgenstein zu hören sein soll. Die in den Aufzeichnungen sprechende Frauenstimme erhebt Vorwürfe der Korruption und Geldwäsche gegen Juan Carlos, mit dem die deutsche Adelige eine Affäre gehabt haben soll.

Schweizer Konto und Grundstücke in Monaco und Marokko

So habe der Monarch Geld auf dem Schweizer Konto eines Vetters deponiert und in ihrem Namen Grundstücke in Monaco und Marokko gekauft. Außerdem berichtete die Frau, Juan Carlos habe sich von seiner Frau Sofia trennen und sie heiraten wollen - zur Finanzierung habe er Geld aus einem Vertrag über einen Hochgeschwindigkeitszug mit Saudi-Arabien abgezweigt.

Die Gespräche zwischen der Frau und einem Polizeichef im Ruhestand, der sich wegen des Verdachts auf Geldwäsche in Untersuchungshaft befindet, sollen 2015 aufgenommen worden sein. Juan Carlos I. dankte 2014 als König von Spanien ab, sein Sohn Felipe VI. folgte ihm nach.