Ausland

Embargo lockern: Obama läutet neue Kuba-Politik ein

US-Präsident Barack Obama will nach mehr als vier Jahrzehnten strikter Blockadepolitik das Verhältnis zu Kuba normalisieren, wie er gestern sagte. Bereits in den kommenden Monaten soll eine US-Botschaft in Havanna eröffnet und das Embargo etwas gelockert werden.

Kubas Staatschef Raul Castro bestätigte die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen, stellte aber fest, dass die entscheidende Frage über die vollständige Aufhebung des Embargos nach wie vor offen sei.

Mehr dazu in Historisches Telefonat mit Castro

Obamas berichten über Alltagsrassismus

Auch an der Seite des mächtigsten Mannes der USA ist offenbar Platz für unangenehme Erfahrungen mit Rassismus im Alltag. In einem Interview mit dem US-Magazin „People“, das gestern veröffentlicht wurde, erzählte die First Lady Michelle Obama, wie sie einmal bei einem Termin in einer Filiale der Supermarktkette Target für eine Angestellte gehalten wurde.

„Alltag der Schwarzen in den USA“

„Die Frau fragte mich, ob ich ihr helfen könne, etwas aus dem Regal zu holen“, berichtete sie. Derlei Dinge passierten eben im Alltag der Schwarzen in den USA, sagte Michelle Obama. Ihr Mann sei in der Vergangenheit einmal bei einer Gala für den Kellner gehalten worden. „Er trug einen Smoking bei dem Dinner, und jemand fragte ihn, ob er einen Kaffee haben könne.“

Obama für Parkwächter gehalten

Auch der heutige US-Präsident selbst erinnerte sich in dem Interview an derlei Verwechslungen. „Es gibt wohl keinen arbeitenden Schwarzen in meinem Alter, der nicht schon einmal aus dem Restaurant gekommen ist und einen Autoschlüssel in die Hand gedrückt bekommen hat“, sagte er. Auch er selbst sei schon einmal für einen Parkwächter gehalten worden.

Rassismusdebatte neu entbrannt

Die Äußerungen der Obamas fallen in eine Zeit der Anspannung in den USA, nachdem mehrere Schwarze von weißen Polizisten getötet wurden. Es sei eine Sache, für einen Kellner gehalten zu werden, sagte Barack Obama. Schwieriger werde es, wenn Jugendliche fälschlicherweise für Kriminelle gehalten würden und das womöglich mit dem Leben bezahlten. Mit ihren Töchtern Sasha und Malia führen die Obamas nach eigenen Angaben Gespräche über Rassismus, seit sie klein sind.

Nach Massaker: Pakistan verstärkt Offensive gegen Taliban

Pakistanische Sicherheitskräfte haben nach dem Schulmassaker von Peshawar ihre Offensive gegen die radikalislamischen Taliban verstärkt.

57 Rebellen seien getötet worden, teilte das Militär heute mit. Kampfjets der Armee hätten in der Nacht 20 Stellungen der Extremisten im Khyber-Stammesgebiet bombardiert.

Zugleich drangen Bodentruppen weiter in das Tirah-Tal an der Grenze zu Afghanistan vor. In der Region sind Extremistengruppen mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida aktiv.

148 Tote

Bei der Terrorattacke in Peshawar und stundenlangen Gefechten mit der Armee waren am Dienstag 148 Menschen ums Leben gekommen, die meisten davonKinder und Jugendliche. Premierminister Nawaz Sharif hatte daraufhin angekündigt, weiter militärisch gegen die Extremisten vorzugehen.

EU-Gipfel erörtert Russland-Krise und Wachstum

Die EU-Staats- und -Regierungschefs erörtern ab heute bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel die dramatische Wirtschaftskrise und den Währungsverfall in Russland.

Der Gipfel will den Wachstumsplan von Kommissionschef Jean-Claude Juncker unterstützen, der für neue Investitionen von 315 Milliarden Euro sorgen soll.

Weiteres Thema sind die EU-Sanktionen gegen Moskau. Die EU-Kommission ist vor allem über den Verfall des Rubels und die Wirtschaftskrise in Russland sehr besorgt. „Niemand hat Interesse daran, dass die russische Wirtschaft in eine tiefe Depression stürzt“, hieß es aus Kreisen der Behörde.

Da die in Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt verhängten Russland-Sanktionen auf ein Jahr begrenzt seien, müsse von März an über eine mögliche Verlängerung entschieden werden, sagte ein Diplomat. Neue Beschlüsse zu Strafen seien bei diesem Gipfel nicht geplant.

Putin hält Journalistenaudienz ab

Der russische Präsident Wladimir Putin stellt sich heute in Moskau den Fragen der Weltpresse. Zu dem Großereignis sind mehr als 1.200 Journalisten aus dem In- und Ausland angemeldet. Das Spektakel ist für Putin bereits Routine, allerdings dürften die Fragen in diesem Jahr unangenehmer als sonst sein.

Nach der Annexion der Krim und der zum Teil vom Kreml mitverantworteten Krise im Nachbarland dürften sich die Fragen vor allem um den Ukraine-Konflikt drehen. Hier sieht sich der Kreml mit dem Westen im Machtkampf um Einfluss in der strategisch wichtigen Ex-Sowjetrepublik.

Nichts dem Zufall überlassen

Auch die wirtschaftlichen Probleme Russlands dürften zur Sprache kommen. Zuletzt hatte der Rubel stark an Wert verloren, Moskau reagierte mit Verkäufen von Devisenreserven. Als absoluter Profi überlasst Putin aber nichts dem Zufall, angefangen bei der Auswahl der zugelassenen Journalisten.

Der Präsident habe sich intensiv auf die im Staatsfernsehen live übertragene Fragestunde zu innen- und außenpolitischen Themen vorbereitet, sagte sein Sprecher Dimitri Peskow. Es ist bereits die zehnte Pressekonferenz dieser Art in Putins 15 Jahren an der Macht. Im vergangenen Jahr dauerte das Spektakel im World Trade Center am Fluss Moskwa mehr als vier Stunden.

Palästinenser reichten UNO-Resolution ein

Die Palästinenser haben wie angekündigt beim UNO-Sicherheitsrat eine Resolution mit dem Ziel einer dauerhaften Friedenslösung mit Israel eingereicht. Die Tür für Verhandlungen über den Entwurf mit „all unseren Partnern“ bleibe aber offen, sagte der palästinensische UNO-Botschafter Rijad Mansur gestern vor Journalisten.

Er schloss dabei ausdrücklich die USA und Europa ein. Am Ende solle ein Text stehen, der „ernsthaft“ zu Frieden führe. Der Resolutionsentwurf wurde von Jordanien eingebracht, das gegenwärtig Mitglied im Sicherheitsrat ist. Mansur dankte den arabischen und europäischen Ländern für die Unterstützung des palästinensischen Anliegens.

Resolution abgeschwächt

Die Palästinenser bemühen sich seit Ende September um eine weitgehende Nahost-Resolution des Sicherheitsrats, nachdem Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bei der UNO angekündigt hatte, den Kampf um die volle Anerkennung eines unabhängigen Palästinenserstaates zu forcieren.

Das von der Arabischen Liga unterstützte Bestreben, Israel eine Zweijahresfrist zum Rückzug seiner Besatzungstruppen aus dem Westjordanland und Ostjerusalem zu setzen, stößt aber auf starken Widerstand insbesondere der Vetomacht USA.

Die französische Regierung hatte deshalb in Abstimmung mit Deutschland und Großbritannien eine eigene Resolution vorbereitet, die eine Zweijahresfrist für die Aushandlung eines umfassenden Friedensabkommens vorsieht. Die Palästinenserführung schwächte daher schließlich ihre Resolution ab.

EU-Parlament für Palästinenserstaat

Das EU-Parlament hatte sich gestern nach langer Debatte für einen - abgeschwächten - Kompromiss zur Anerkennung Palästinas ausgesprochen. Mit 498 zu 88 Stimmen votierte das Parlament dafür, „grundsätzlich die Anerkennung Palästinas“ zu unterstützen, allerdings nur in Verbindung mit Friedensverhandlungen, hieß es in der Entschließung in Straßburg.

Nur wenige Stunden zuvor hatte der Europäische Gerichtshof beschlossen, die Palästinenserorganisation Hamas von der EU-Terrorliste zu streichen. Die EU überlegt Rechtsmittel gegen das Urteil.

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Todesstrafe wegen Meuterei für 54 Nigerianer

Weil sie den Kampfeinsatz gegen Kämpfer der dschihadistischen Terrorgruppe Boko Haram verweigert hatten, hat ein Militärgericht in Nigeria jetzt 54 Soldaten zum Tod verurteilt. Das berichtete die „Nigerian Tribune“ in der Nacht auf heute. Auf die Verurteilten wartet jetzt das Exekutionskommando.

Die Soldaten hatten sich im August geweigert, an einem Einsatz gegen die Islamisten zur Rückeroberung eines Ortes teilzunehmen. Die Militärjustiz warf ihnen daraufhin Feigheit vor dem Feind und Meuterei vor. Insgesamt hatten sich 60 Soldaten an der Meuterei beteiligt. Vier Soldaten wurden freigesprochen.

Die Terrorgruppe Boko Haram versetzt seit etwa fünf Jahren vor allem den Norden Nigerias immer wieder mit Anschlägen und Entführungen in Angst und Schrecken. Die Islamisten wollen in der Region einen „Gottesstaat“ errichten und schrecken dabei auch nicht vor Angriffen gegen zivile oder militärische Ziele zurück.

Inland

Grüne stimmten gegen Fortpflanzungsmedizingesetz

Das Fortpflanzungsmedizingesetz wurde gestern im Gesundheitsausschuss beschlossen - allerdings nicht nur ohne FPÖ und Team Stronach, sondern auch ohne die Grünen. Die SPÖ kritisierte deren Nein zu dem liberalen Entwurf scharf. Im Plenum wollen die Grünen allerdings zustimmen, kündigten sie an.

Denn eigentlich freuen sie sich, so die Abgeordnete Daniela Musiol, über die „längst überfällige Ausdehnung der Fortpflanzungsmedizin auf lesbische Paare“. Aber sie wollten diese Möglichkeit auch für allein stehende Frauen eröffnet und mehr Beratung für Eltern haben. Darüber werde noch verhandelt, und deshalb habe man im Ausschuss „noch nicht zugestimmt“.

Für SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder war das Nein der Grünen im Ausschuss „völlig unverständlich“. Dass „gerade die Grünen sich in dieser wichtigen gesellschaftspolitischen Frage auf die Seite der FPÖ und des Team Stronach schlagen, ist enttäuschend“, befand er in einer Aussendung.

Reform geht über VfGH-Auftrag hinaus

Die von Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) und Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) ausverhandelte Reform des Fortpflanzungsmedizingesetzes geht weit über den VfGH-Auftrag, lesbischen Paaren die Annahme von Samenspenden zu erlauben, hinaus. Er erlaubt auch Eizellenspende (statt bisher nur Samenspende), Samenspende Dritter bei der IVF und auf bestimmte Fälle beschränkt Präimplantationsdiagnostik.

Das missfällt nicht nur der FPÖ und dem Team Stronach, sondern auch Teilen der ÖVP. Einer der Kritiker, Behindertensprecher Franz-Joseph Huainigg, deponierte im Ausschuss, er hätte sich mehr Zeit für die Diskussion über die Änderungen im Fortpflanzungsrecht - etwa im Rahmen einer Enquetekommission - gewünscht.

Sport

Ski alpin: Heißer Kampf um Weihnachtskrone

In knapp einer Woche kommt bereits das Christkind, den Ski-Herren bleibt aber kaum Zeit, sich auf das schönste Fest des Jahres vorzubereiten. Gleich vier Rennen stehen in der vorweihnachtlichen Italien-Woche von morgen bis Montag auf dem Programm. Im Kampf um die Führung im Gesamtweltcup kann zunächst „Speed-König“ Kjetil Jansrud in der Abfahrt und im Super-G in Gröden vorlegen. Im RTL in Alta Badia und beim Nachtslalom in Madonna di Campiglio will Spitzenreiter Marcel Hirscher dann zurückschlagen.

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Fußball: Dortmund verpasst Befreiungsschlag

Dortmund hat gestern im vorletzten Spiel vor der Winterpause einen wichtigen Befreiungsschlag verpasst. Der in die Krise gerutschte Vizemeister musste sich in der 16. Runde der deutschen Bundesliga trotz zweimaliger Führung mit einem 2:2 gegen Wolfsburg begnügen, wobei der Ausgleich für den Tabellenzweiten erst in der Schlussphase fiel.

Zlatko Junuzovic traf für Bremen wieder per Freistoß, konnte aber die klare Pleite gegen Gladbach nicht verhindern. Siege feierten auch Leverkusen und Schalke. Ein turbulentes Remis mit acht Toren gab es zwischen Frankfurt und Hertha.

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Fußball: FIFA-Chefermittler wirft das Handtuch

Die FIFA steckt mehr und mehr im absoluten Dilemma. Gestern hat der Chefermittler im Korruptionsskandal um die WM-Vergaben 2018 und 2022, Michael Garcia, frustriert seinen Rücktritt erklärt. Tags zuvor hatte der Fußballweltverband dessen Einspruch gegen den äußerst umstrittenen Bericht von Richter Hans-Joachim Eckert zurückgewiesen. Das ohnehin schon schwer ramponierte Image der FIFA nimmt dadurch weiteren Schaden. UEFA-Boss Michel Platini ist nur einer von zahllosen Kritikern in der veritablen Glaubwürdigkeitskrise der FIFA.

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Wirtschaft

Schweizer Notenbank führt Negativzinsen ein

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) führt Negativzinsen ein. Sie wird Guthaben auf ihren Girokonten, also die Guthaben der Banken bei der SNB, mit einem Zins in Höhe von minus 0,25 Prozent belasten. Damit strebe sie an, dass ihr Leitzins in den negativen Bereich fällt, teilte die SNB heute mit.

Die Nationalbank bekräftigt den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro und will ihn weiterhin „mit aller Konsequenz durchsetzen“. Mit dem Mindestkurs solle eine unerwünschte Verschärfung der monetären Rahmenbedingungen durch eine Aufwertung des Frankens verhindert werden, heißt es in der Mitteilung.

Auch zu „weiteren Maßnahmen“ bereit

„In den letzten Tagen haben verschiedene Faktoren zu einer stärkeren Nachfrage nach sicheren Anlagen geführt. Die Einführung von Negativzinsen macht das Halten von Franken-Anlagen weniger attraktiv und unterstützt damit den Mindestkurs. Die Nationalbank ist bereit, wenn nötig unbeschränkt Devisen zu kaufen und weitere Maßnahmen zu ergreifen“, so die SNB.

Bayern untermauert Hypo-Klage gegen Österreich

Die Klage der BayernLB gegen Österreich wegen 2,4 Milliarden Euro aus dem Hypo-Debakel ist für den bayrischen Finanzminister Markus Söder (CSU) die „logische Konsequenz“ aus der Säumigkeit der verstaatlichten Kärntner Pleitebank und der Republik.

Man könne es „nicht durchgehen lassen“, dass eine berechtigte Rückforderung bayrischen Steuergeldes ignoriert werde, so Söder gestern. Das heimische Finanzministerium reagierte, wenn auch nach einer längeren Schrecksekunde, ebenso kämpferisch und drohte mit einer Klage in die Gegenrichtung. Dem Finanzministerium droht indes weiteres Ungemach: Die Opposition will gemeinsam die Hypo-Gesetze kippen.

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US-Notenbank setzt vorerst weiter auf Billiggeld

Die US-Notenbank Fed spielt bei der Straffung ihrer Geldpolitik auf Zeit. Obwohl sich die Wirtschaft im Aufschwung befindet und die Arbeitslosenquote auf dem tiefsten Stand seit sechs Jahren liegt, bekräftigten die Währungshüter in Washington gestern ihr Niedrigzinsversprechen.

Man werde bei der geplanten Normalisierung der Geldpolitik „geduldig“ sein, und der Leitzins solle noch für „beträchtliche Zeit“ nahe null bleiben, hieß es in einem Statement. Seit der letzten großen Finanzkrise Ende 2008 liegt der Zins in einer historisch niedrigen Spanne zwischen null und 0,25 Prozent. Im Oktober hatte die Fed aber bereits ein milliardenschweres Anleihekaufprogramm zur Stützung der Konjunktur beendet.

Beobachtern zufolge lässt die Formulierung der Fed allerdings darauf schließen, dass eine Straffung der Geldpolitik näher rückt. An den Märkten wird damit gerechnet, dass die Notenbank Mitte nächsten Jahres die Zinswende einläuten wird. Die Notenbanker selbst gehen im Mittel davon aus, dass der Leitzins Ende 2015 bei 1,125 Prozent liegen wird. Im September hatten sie noch einen Wert von 1,375 Prozent angepeilt.

Immofinanz-Konzernergebnis drehte in den roten Bereich

Die börsennotierte Immofinanz-Gruppe konnte zwar im ersten Halbjahr 2014/15 das operative Ergebnis stabil halten, das Konzernergebnis drehte allerdings ins Minus. Operativ lag die Immofinanz von Mai bis Oktober bei plus 169,5 Mio. Euro (2013: 166,8 Mio. Euro), das Konzernergebnis gab aber von 110,3 (ohne BUWOG) auf minus 30,2 Mio. Euro nach.

„Ausschlaggebend dafür sind vor allem negative Effekte aus der währungsbereinigten Neubewertung des Immobilienvermögens im zurückliegenden zweiten Quartal, die auf Abwertungen von Immobilien in Osteuropa - insbesondere in Russland, Polen und Tschechien - zurückzuführen sind. Diese währungsbereinigte Neubewertung in Höhe von minus 75,0 Millionen im Halbjahr reduziert das Konzernergebnis, ist jedoch nicht zahlungswirksam“, teilte der Konzern gestern mit.

Problemfall Russland

Die Organe der Immofinanz beschlossen indes das Aktienrückkaufprogramm 2014/15 mit einem beabsichtigten Volumen von 10.167.053 Stück. Zum Ausblick meinte Konzernchef Eduard Zehetner, dass sich die Kernmärkte - mit Ausnahme von Russland - weiterhin positiv entwickeln werden. Aber: „In welchem Ausmaß sich die Krise in der Ukraine auf die kommerzielle Entwicklung der Immofinanz-Zielmärkte, allen voran Russland, weiter auswirken wird, kann derzeit nicht abgeschätzt werden.“

Chronik

Austauschschüler getötet: Schütze schuldig gesprochen

Im Prozess um die Todesschüsse auf den deutschen Austauschschüler Diren im US-Staat Montana ist der Täter schuldig gesprochen worden. Das Geschworenengericht verurteilte Markus K. (30) gestern in Missoula wegen vorsätzlicher Tötung. Das Strafmaß wird später festgesetzt. Dem Verurteilten drohen mindestens zehn Jahre Haft.

Nach dem Urteil brach Jubel im Gerichtssaal aus. Die Mutter des Toten weinte laut. Direns Eltern waren beide zu dem gut zweiwöchigen Prozess nach Missoula gekommen. Der Verurteilte erschoss den unbewaffneten 17-Jährigen Diren im April, nachdem dieser nachts in seine Garage eingedrungen war.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, er habe den aus Hamburg-Altona stammenden Jugendlichen bewusst in die Garage gelockt und regelrecht hingerichtet. Dagegen plädierte die Verteidigung auf Notwehr. Der Fall hatte vor allem in Deutschland Wellen geschlagen, in den USA jedoch landesweit kaum Beachtung gefunden.  

Science

Indien testet Kapsel für bemannte Raumfahrt

Indien hat eine Kapsel für die bemannte Raumfahrt erfolgreich ins All geschossen. Eine Rakete mit dem Modul - aber noch ohne Besatzung - sei heute vom Weltraumbahnhof auf der südindischen Insel Sriharikota gestartet, teilte die Indische Raumforschungsorganisation (ISRO) mit. Die 3.735 Kilogramm schwere Kapsel wurde abgekoppelt und landete mit Hilfe von Fallschirmen in der Bucht von Bengalen.

Indien hat ein ambitioniertes Weltraumprogramm und erst im September erfolgreich eine Marssonde zum Roten Planeten gebracht. Nach Angaben des indischen Senders NDTV war die nun abgeschossene Rakete mit 630 Tonnen die schwerste, die Indien je in den Weltraum brachte. ISRO hoffe, in sieben, acht Jahren Menschen ins All zu schicken. 2017 ist eine Landung mit einem Roboterfahrzeug auf dem Mond geplant.

Indiens Premierminister Narendra Modi gratulierte dem ISRO-Team. Er sprach im Kurznachrichtendienst Twitter von „einem weiteren Triumph durch den Scharfsinn und die harte Arbeit unserer Wissenschaftler“. Die nun verwendete Rakete wurde mit Flüssiggas betrieben, das auf sehr tiefen Temperaturen gehalten werden muss. Dieser neue Antrieb, der auf dem Subkontinent selbst entwickelt wurde, war erst im Jänner erstmals erfolgreich verwendet worden.

„Nature“ wählte die Forscherinnen und Forscher 2014

Alle Jahre wieder kürt das Fachmagazin „Nature“ die zehn wichtigsten Forscherinnen und Forscher. Und auch heuer spiegeln sich in der Rangliste jene Themen, die besonders viel Aufmerksamkeit bekommen haben: So wird der Flugdirektor der Kometenmission „Rosetta“ ebenso genannt wie ein Arzt, der jener Krankheit zum Opfer fiel, die er bekämpfte: Ebola.

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IT

Cloud-Geschäft bei Oracle wächst kräftig

Der Softwarekonzern Oracle hat dank einem kräftigen Wachstum im Cloud-Geschäft im vergangenen Quartal die Erwartungen der Börse übertroffen. Der Konzernumsatz legte im Jahresvergleich um drei Prozent auf knapp 9,6 Milliarden Dollar (7,7 Mrd. Euro) zu.

Dabei wuchs das Geschäft mit verschiedenen Cloud-Diensten um 45 Prozent auf rund 516 Millionen Dollar, wie Oracle nach US-Börsenschluss gestern mitteilte. Damit macht es immer noch einen relativ überschaubaren Anteil der Oracle-Erlöse aus.

Hard- und Software geben nach

Der Gewinn schrumpfte in dem Ende November abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal zugleich um zwei Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Oracle richtet das Geschäft aggressiv auf Cloud-Dienste aus, bei denen Software, Daten und Rechenleistung direkt auf dem Netz bereitgestellt werden. Dafür gab der Spezialist für Unternehmenssoftware und Datenbanken Milliarden bei Übernahmen aus.

Unterdessen läuft das Hardwaregeschäft schon seit Jahren schwierig. Zugleich gab es im vergangenen Quartal auch beim zentralen klassischen Indikator für das künftige Geschäft in der Branche - den Verkauf neuer Softwarelizenzen einen Rückgang von rund vier Prozent auf 2,05 Milliarden Dollar.

Kultur

Gesellschaftskritik im Fernsehen: Rekordquote für Benigni

Der italienische Schauspieler und Regisseur Roberto Benigni hat mit einer zweiteiligen gesellschaftskritischen One-Man-Show zu den biblischen Zehn Geboten eine rekordverdächtige Einschaltquote im Fernsehen erzielt.

Wie der öffentlich-rechtliche TV-Sender RAI gestern mitteilte, verfolgten den ersten Teil am Montag 9,1 Millionen Zuschauer, was einem Anteil von 33 Prozent entspricht. Beim zweiten Teil am Dienstag lag die Beteiligung mit 10,2 Millionen Menschen sogar bei 38 Prozent.

Der 62-jährige Komiker ließ sich voller Ironie, Humor und Poesie über die Missstände der italienischen Politik aus. Unter anderem nahm er den jüngsten Bestechungsskandal in Rom aufs Korn, in den mutmaßliche Mafia-Mitglieder, Unternehmer und rechtsextreme Politiker verwickelt sein sollen. Benigni erinnerte in diesem Zusammenhang an das siebente Gebot „Du sollst nicht stehlen“.

Dieses Gebot hielten einige für Italien besonders geeignet, sagte Benigni. „Gott hat sich uns zugeneigt, und weil er uns die Alpen, das Meer und die Inseln gegeben hat, hat er uns ein Gebot eigens für uns gegeben.“

Leute

Stevie Wonder zum neunten Mal Vater

US-Sänger Stevie Wonder (64) ist zum neunten Mal Vater geworden, wie sein Sprecher dem US-Promiportal „Us Weekly“ bestätigt hat. Seine Tochter trägt den Namen Nia und ist das zweite Kind für Wonder und seine Freundin Tomeeka Robyn Bracy.

Zu Gerüchten in den Medien, wonach Bracy Drillinge erwarte, hatte Wonder zuvor gesagt: „Ich habe, wie viele, 22 Kinder?“ Allerdings hatte er sofort klargestellt: „Die Wahrheit ist, dass wir eine wundervolle Tochter haben werden, die im Dezember auf die Welt kommen wird. Sie wird Nia heißen, was ‚Bestimmung‘ bedeutet.“

Stephen Collins gibt Missbrauch Minderjähriger zu

Der amerikanische Schauspieler Stephen Collins (67), bekannt aus der Fernsehserie „Eine himmlische Familie“, spricht in der US-Zeitschrift „People“ über früheren Missbrauch von Minderjährigen. Er habe etwas „furchtbar Falsches“ getan, zitierte ihn das Blatt gestern. Collins nimmt Bezug auf drei minderjährige Mädchen, die er zwischen 1973 und 1994 sexuell belästigt habe.

In den letzten 20 Jahren habe es aber keine derartigen Vorfälle mehr gegeben, beteuert Collins. Er bedaure seine damaligen Handlungen sehr. Er habe seither Hilfe gesucht.

Audiomitschnitte aus Therapie

Collins ging an die Öffentlichkeit, nachdem das Promiportal TMZ.com kürzlich Audiomitschnitte aus einer Therapiesitzung mit einem Geständnis von Collins ins Netz gestellt hatte. Die Aufzeichnung habe seine inzwischen von ihm geschiedene Frau im Jahr 2012 gemacht, ohne dass er oder der Therapeut davon wussten, wie Collins erklärte. Das Paar war von 1985 bis 2012 verheiratet.

Collins spielte in der populären TV-Serie „Eine himmlische Familie“ von 1996 bis 2007 den liebevollen Familienvater und Pastor Eric Camden. Auch in Serien wie „Die Waltons“, „Private Practice“, „Drei Engel für Charlie“ und in zahlreichen Spielfilmen war er zu sehen.