Letzte Meldung

Türkei erlaubt Peschmerga Zugang nach Kobane

Die Türkei verschafft Peschmerga-Milizen aus dem kurdischen Nordirak Zugang zu ihren Waffenbrüdern in der eingeschlossenen Stadt Kobane in Syrien. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte heute in Ankara, man helfe den Peschmerga beim Grenzübertritt.

Kurdische Kämpfer wehren seit Wochen den Ansturm der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf Kobane ab. Die Hauptlast tragen dabei bisher die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPD), die mit der von der Türkei als Terrororganisation bekämpften PKK verbündet sind. Die türkische Regierung weigert sich bisher, kurdischen Kämpfern von YPD und PKK den Zugang über türkisches Gebiet nach Kobane zu ermöglichen.

Inland

U-Ausschuss: Parteien rechnen mit Verhandlungsabschluss

Die Parlamentsparteien haben sich heute vor der Gesprächsrunde am Nachmittag großteils zuversichtlich über einen Verhandlungsabschluss gezeigt. SPÖ und ÖVP gehen davon aus, dass diese Woche ein Fünf-Parteien-Antrag im Plenum eingebracht werden kann. Etwas zurückhaltend zeigten sich noch die Grünen.

Die Einigung, dass die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses künftig ein Minderheitenrecht ist, wurde bereits Mitte Juli von allen Parteien bis auf das Team Stronach erzielt. Seither rangen die Verhandler allerdings mit Unterstützung von Experten um die detaillierte Ausgestaltung der neuen Regeln.

ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka war gegenüber der APA am Montag „zuversichtlich“, dass die Verhandlungsgruppe heute - und sollte dies nicht möglich sein, dann morgen - zu einem Abschluss kommt. Geplant ist, die neuen Regeln am Mittwoch, spätestens Donnerstag, in den Nationalrat einzubringen. Auch der SPÖ-Klub geht von einer Finalisierung aus und rechnet damit, dass der Fünf-Parteien-Antrag diese Woche im Plenum eingebracht wird.

Pilz sieht „wenige Stolpersteine“

Von den Grünen sprach der Abgeordnete Peter Pilz auf seiner Facebook-Seite am Montagvormittag schon von der „größten Parlamentsreform seit 1945“. Er räumte noch „wenige Stolpersteine“ ein, meinte jedoch: „Wir sind kurz vor dem Ziel.“ Das Jahr 2015 will Pilz dann mit dem Hypo-U-Ausschuss beginnen. Grünen-Verhandler Dieter Brosz war gegenüber der APA etwas zurückhaltender, zumal aus seiner Sicht noch „einiges zu erledigen“ ist. Er geht aber zumindest davon aus, dass alle an einer Lösung arbeiten.

Mit einem „tragfähigen Kompromiss“ rechnen auch die Freiheitlichen. Zuletzt sei es nur noch um Verständnisfragen gegangen, wenn etwa zu viel Interpretationsspielraum gelassen wurde, erklärte der FPÖ-Abgeordnete Gernot Darmann. Aus Sicht der NEOS gibt es lediglich noch eine einzige offene Frage und diese sollte sich heute lösen lassen. Die politische Einigung vom Sommer sei „klar“, ebenso der Zeitplan, war auch Nikolaus Scherak optimistisch.

SPÖ und ÖVP gegen Nulllohnrunde bei Politikern

SPÖ und ÖVP zeigen wenig Lust auf eine Nulllohnrunde für Politiker. Im Büro von Staatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) wird auf das Gesetz verwiesen, und die Anpassung - 1,67 Prozent - wird „aus unserer Sicht so passieren“. Auch ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka klingt eher ablehnend: „Abgeordnete, die fleißig arbeiten - und das tun die Abgeordneten, die ich kenne -, sehe ich nicht als überbezahlt an.“

Die Aussetzung einer Anhebung habe es in der Vergangenheit bereits öfter gegeben, sagte Lopatka auf APA-Anfrage. Er gab zudem zu bedenken, dass die Mandatare Parteiabgaben zu leisten und Ausgaben aus dem Politikerbezug zu bestreiten haben. Lopatkas SPÖ-Gegenüber Andreas Schieder verwies auf Anfrage auf Steßls Stellungnahme.

Deren Sprecher betonte gegenüber der APA, es handle sich ohnehin lediglich um eine Inflationsanpassung. Das sei im Gesetz vorgesehen und sollte auch so umgesetzt werden.

Strache gegen Erhöhung

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache war am Wochenende dafür eingetreten, die Erhöhung wieder auszusetzen. Nulllohnrunden für Politiker gab es in den Jahren 2008 bis 2012. Voriges Jahr und heuer bekamen sie Erhöhungen im selben Ausmaß wie die Pensionisten, nämlich 1,8 Prozent für 2013 und 1,6 Prozent für 2014. Das lag aufgrund des Sparpakets unter der Inflation.

Karmasin plant Deradikalisierungshotline - Details offen

Die Deradikalisierungshotline könnte im Dezember ihre Arbeit aufnehmen, das ist der Wunschtermin von Familienministerin Sophie Karmasin. Die Details zur Ausgestaltung sind aber noch völlig offen, ebenso der Finanzierungsbedarf. Nun laufen Gespräche mit dem Innenministerium und dem Verein Bundesnetzwerk Offene Jugendarbeit (BoJa), hieß es heute gegenüber der APA.

Karmasin bestätigte gestern in der ORF-„Pressestunde“, dass die Beratungsinitiative für radikalisierte Jugendliche und deren Angehörige in ihrem Ressort angesiedelt werden soll. Sämtliche Details - also wie groß das Projekt werden soll, wie hoch der Finanzierungsbedarf ist und wie die Finanzierung aufgeteilt wird - sind noch offen.

In den nächsten Wochen werde man mit dem Innenressort und dem Verein BoJa über die genaue Ausgestaltung sprechen, hieß es aus dem Familienministerium. Ziel ist es schließlich, dass die Hotline professionell aufgestellt wird.

Der Start der Einrichtung ist laut Ministerium auch noch nicht fix. Wunschtermin wäre Anfang Dezember, aufgrund der Komplexität könnte er sich aber auf Anfang Jänner verschieben. Da es bei dem geplanten Angebot bei Bedarf auch persönliche Beratung geben solle, müssten auch die Länder ins Boot geholt werden. Außerdem müssten die Berater von BoJa entsprechend geschult werden, und es sollte vor allem für ein mehrsprachiges Service gesorgt werden.

Grüne für Auflösung von ÖIAG

Die Grünen sprachen sich heute wieder für die Auflösung der ÖIAG aus. Die Beteiligung an der OMV sollte ins Wirtschaftsministerium, Post und Telekom Austria an das Verkehrsministerium und die restlichen Anteile an das Finanzministerium gehen, schlug Wirtschaftssprecherin Ruperta Lichtenecker in einem Pressegespräch vor. Die Grünen sind auch gegen weitere Privatisierungsschritte.

Die Eingliederung in die Ministerien hätte drei Vorteile, so Lichtenecker: Transparenz und Kontrolle würden gestärkt, es gäbe klare Verantwortung, und schlankere Strukturen würden zu einer Kostenersparnis führen. Das könne dazu beitragen, dass die jahrelange Fehlsteuerung beendet wird. Auch Verbund und ASFINAG würden jetzt schon von Ministerien verwaltet und „je näher die Anteile beim Ministerium, desto näher beim Parlament und damit bei den Bürgern“, argumentiert die Wirtschaftssprecherin.

Ex-ÖIAG-Vorstand Beyrer äußert sich lieber nicht öffentlich

„Ich glaube nicht, dass ich mich je wieder öffentlich zur ÖIAG äußern werde und bin nicht unglücklich darüber.“ Das sagte Markus Beyrer, Vorgänger des derzeitigen Staatsholding-Vorstands, Rudolf Kemler, am Rande einer Pressekonferenz der Industriellenvereinigung auf eine Journalistenfrage, wie es mit der Holding weitergehen könne, bei der diese Woche der Aufsichtsrat tagt.

Äußern zur Zukunft und den Vorgängen in der Staatsholding müssten sich die Verantwortlichen, so der nunmehrige Director General des europäischen Arbeitgeberverbandes Businesseurope.

Ausland

Neue Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten im Jemen

Mit dem Ausbruch neuer Gefechte zwischen sunnitischen Stammeskämpfern und schiitischen Huthi-Rebellen ist ein vor zwei Tagen im Südjemen vereinbarter Waffenstillstand hinfällig.

Nach Angaben der jemenitischen Nachrichtenseite al-Masdar Online gab es in der Nacht auf heute Zusammenstöße in der Stadt Radaa in der südjemenitischen Provinz al-Baida sowie in einem Gebirgstal nördlich von Radaa. Die Huthis hätten „schwere Verluste“ erlitten, zitierte al-Masdar Online einen Augenzeugen.

Die aufständischen Huthis hatten am Samstagabend einen Waffenstillstand mit lokalen sunnitischen Stämmen unterzeichnet. Im Laufe der letzten Woche war es zu schweren Kämpfen zwischen beiden Seiten gekommen, nachdem Huthis mehrere Städte südlich der von ihnen kontrollierten Hauptstadt Sanaa eingenommen hatten.

Gestern Abend besetzten die Aufständischen laut einem weiteren Bericht von al-Masdar Online zudem den Firmensitz der staatlichen Ölfirma Safer in der östlich von Sanaa gelegenen Provinz Marib. Die bewaffneten Huthis hätten von der Leitung einen sofortigen Stopp aller Ölexporte ins Ausland verlangt.

Bericht: Gastarbeiter in Südkorea werden ausgebeutet

Sie werden geschlagen und ausgebeutet und können doch ihre Arbeitgeber nicht wechseln: In Südkorea sitzen laut einem Bericht von Amnesty International (AI) Zehntausende ausländische Landwirtschaftshelfer in einer von der Regierung gestellten Falle.

„Die Behörden haben ein schändliches System geschaffen, das Ausbeutung und Zwangsarbeit erblühen lässt“, sagte Amnesty-Expertin Norma Kang Muico bei der Vorstellung des Berichts „Bittere Ernte“ heute in Seoul.

Erlaubnis für Jobwechsel notwendig

Die Arbeitsgenehmigungen der Regierung sehen vor, dass ausländische Arbeitskräfte von ihren Arbeitgebern nach Gutdünken entlassen werden können. Die Arbeiter selbst können ihren Job aber nur wechseln, wenn ihnen ihr aktueller Arbeitgeber dafür eine schriftliche Erlaubnis erteilt.

Viele Einwanderer säßen in der Falle, weil sie sich für die Einreise verschuldet hätten, sagte Muico. Sie seien deswegen verzweifelt auf einen Arbeitsplatz angewiesen, und wegen der hohen Hürden für einen Jobwechsel seien sie „der Gnade skrupelloser Arbeitgeber ausgeliefert“.

Vorwürfe für Seoul „übertrieben“

2013 gab es in Südkorea laut Amnesty rund 250.000 Gastarbeiter, 20.000 davon im Landwirtschaftssektor. Die meisten von ihnen kommen aus Kambodscha, Nepal und Vietnam. Durch die Alterung der Gesellschaft und die Landflucht jüngerer Menschen ist die südkoreanische Wirtschaft auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, insbesondere in der Landwirtschaft, der Fischerei und im Baugewerbe.

Das südkoreanische Arbeitsministerium wies die Amnesty-Vorwürfe als „übertrieben“ zurück und verwies auf Rechtsänderungen, die einen Jobwechsel erleichterten. Die Menschenrechtsorganisation listete jedoch zahlreiche Beispiele auf, wonach Behördenvertreter Arbeitsmigranten entmutigten, ihre Rechte durchzusetzen.

So berichtete ein 25-jähriger Kambodschaner, er habe der Mitarbeiterin eines Jobcenters auf seinem Handy ein Video gezeigt, auf dem zu sehen sei, wie er von seinem Arbeitgeber verprügelt wird. „Die Sachbearbeiterin sagte mir, ich sei schuld, weil ich den Kohl falsch geschnitten hätte, und ich solle mich dafür entschuldigen.“

Letzte Anhörungen der neuen EU-Kommissare

Für den designierten Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker entscheidet sich diese Woche, ob er im zweiten Anlauf sein Team für die Kommission durchbringt. Im EU-Parlament in Straßburg finden heute die letzten beiden Hearings statt. Diese sind notwendig, weil die Abgeordneten die erste slowenische Kandidatin, Alenka Bratusek, abgelehnt haben. Die zweite Kandidatin Violeta Bulc könnte es auch nicht leicht haben.

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Jazenjuk: Gasstreit mit Moskau noch nicht beendet

Im Gasstreit mit Russland rechnet der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk trotz jüngster Fortschritte mit weiterhin schwierigen Gesprächen. Der russische Präsident Wladimir Putin verzögere die Lösung mit immer neuen Forderungen. „Ich habe keinen Grund, Putin zu vertrauen“, sagte Jazenjuk im ukrainischen Fernsehen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Wochenende eine Einigung mit Russland zumindest auf einen „Winterpreis“ verkündet. Nun sei ein Abkommen nötig, sagte Jazenjuk. „Eine Vereinbarung braucht Unterschriften, derzeit gibt es nur Gespräche“, sagte er.

Gasgipfel in Brüssel

Es sei wichtig, dass EU-Energiekommissar Günther Oettinger nach Kiew komme, um eine einheitliche Position in dem Streit auszuhandeln, sagte der Regierungschef. Oettinger wird heute in der ukrainischen Hauptstadt erwartet. Morgen treffen sich Vertreter der Ukraine, Russlands und der EU-Kommission in Brüssel.

Der russische Gasprom-Konzern bekräftigte, dass die Bezahlung von gut 4,5 Milliarden Dollar (rund 3,5 Mrd. Euro) bis zum Jahresende durch die Ukraine weiter im Raum stehe. Es sei fraglich, ob das die finanziell angeschlagene Ex-Sowjetrepublik leisten könne. „Der Ball liegt im Feld der EU-Kommission“, sagte Gasprom-Chef Alexej Miller in Moskau. Die Ukraine ist wichtiges Transitland für russisches Gas in die EU.

Nach Skandalen in Japan treten zwei Ministerinnen zurück

Rückschlag für Japans rechtskonservativen Regierungschef Shinzo Abe: Wegen eines Skandals um politische Spenden ist seine Industrie- und Handelsministerin Yuko Obuchi heute zurückgetreten.

Kurz darauf reichte auch Justizministerin Midori Matsushima ihren Rücktritt ein. Ein Oppositionspolitiker hatte sie angezeigt, weil sie Wähler mit Fächern beschenkt hatte, was illegalen Spenden gleichkomme.

Es sind die ersten Rücktritte seit dem Amtsantritt Abes im Dezember 2012. Sie erfolgten weniger als zwei Monate, nachdem Abe fünf Frauen in sein Kabinett geholt hatte. Er hatte sich die Förderung von Frauen auf Führungspositionen in Japans männerdominierter Gesellschaft groß auf die Fahnen geschrieben.

Obuchi galt als aufstrebender Star

Obuchi, die 40 Jahre alte Tochter eines früheren Regierungschefs, galt dabei als aufstrebender Star und wurde bereits als künftige Ministerpräsidentin gehandelt. Ihr Rücktritt nach weniger als zwei Monaten ist der erste seit Abes Amtsantritt Ende 2012.

Auch andere weibliche Mitglieder seines Kabinetts sind seit ihrem kürzlichen Amtsantritt in die Schusslinie der Kritik geraten. Seine Innenministerin Sanae Takaichi und die Vorsitzende der Kommission für nationale Sicherheit, Eriko Yamatani, sahen sich mit Fotos konfrontiert, die sie mit dem Anführer einer Neonazi-Gruppe zeigen. Sie sagten, sie hätten nicht gewusst, mit wem sie es zu tun hatten.

AI: Keine Hinweise auf Massengräber in Ostukraine

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) sieht keine Beweise für Massengräber im umkämpften ostukrainischen Donezk, wie sie prorussische Separatisten entdeckt haben wollten.

In einem heute veröffentlichten Bericht über Hinrichtungen wirft die Organisation sowohl prorussischen als auch proukrainischen Kräften falsche Angaben über die Gräueltaten der jeweils anderen Seite vor.

„Fest steht auch, dass einige der schockierenden Fälle, über die berichtet wurde, besonders in russischen Medien enorm übertrieben waren“, so John Dalhuisen von Amnesty.

„Keine überzeugenden Beweise“

Mit Berichten über rund 400 im Konfliktgebiet gefundene Leichen von Zivilisten hatten die Separatisten Ende September Druck auf die Führung in Kiew gemacht. Laut den Angaben befanden sich die Gräber in Gebieten, die zuvor von der ukrainischen Armee beherrscht worden waren.

Amnesty habe „keine überzeugenden Beweise für Massentötungen oder Gräber“ gefunden, hieß es. Stattdessen sei die Organisation auf die Leichen von vier männlichen Zivilisten in zwei Gräbern in der Nähe des Dorfes Komunar gestoßen.

Vorwurf illegaler Hinrichtungen

Die Menschenrechtsorganisation warf den prorussischen Separatisten sowie regierungstreuen Kräften in der Ukraine dennoch illegale Hinrichtungen im Osten des Landes vor. „Es gibt keine Zweifel an illegalen Hinrichtungen und Gräueltaten, die von prorussischen Separatisten und ukrainischen Milizen in der Ostukraine begangen worden sind“, sagte die Ukraine-Expertin der Organisation, Jovanka Worner. Das Ausmaß der Taten sei jedoch schwierig festzustellen.

MH17-Abschuss: BND hat Belege gegen Separatisten

Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) hat laut dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ in der Causa des Abschusses der Passagiermaschine MH17 mit fast 300 Toten Belege gegen russische Separatisten. Diese hätten die Maschine im Juli über der Ostukraine abgeschossen, wie eine „umfangreiche Analyse“ des vorhandenen Materials zeige.

So habe die Auswertung von Fotos und Satellitenaufnahmen die Darstellung Russlands, dass ukrainischen Soldaten die Rakete abgefeuert hätten bzw. ein ukrainischer Jagdbomber in der Nähe der Passagiermaschine geflogen sei, widerlegt.

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Sport

Fußball: Real und Barcelona für „Clasico“ bereit

Der „Clasico“ zwischen Real und Barcelona am Samstag könnte in die Geschichte eingehen, zumindest die Vorzeichen stehen gut für ein Spektakel im Estadio Bernabeu. Nicht nur, dass sich beide Teams mit klaren Siegen für das 229. direkte Duell warmgeschossen haben, mit Cristiano Ronaldo und Lionel Messi präsentieren sich zurzeit auch die beiden Topstars in Hochform.

Ausgerechnet im Stadion des Erzrivalen könnte Messi dabei für eine Sternstunde in der Primera Division sorgen und den Uralttorrekord brechen - in einer Partie, in der zudem Luis Suarez vor seinem Debüt für Barcelona steht.

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Ski alpin: Svindal fällt für WM-Saison aus

Der norwegische Skistar Aksel Lund Svindal hat sich gestern die Achillessehne im linken Bein gerissen. Die Verletzung passierte nach dem Training des norwegischen Teams in Sölden bei einem Ballspiel. Svindal unterzog sich noch am selben Tag in Innsbruck einer Operation, die WM-Saison ist für den 31-Jährigen vorzeitig beendet. „Shit happens“, kommentierte der Weltcup-Gesamtzweite der letzten Saison die Verletzung auf seiner Facebook-Seite.

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Wirtschaft

BIZ-Chefökonom warnt vor neuer Finanzkrise

Der Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt vor einer neuen Finanzkrise als Folge der anhaltend lockeren Geldpolitik.

„In der Tat sehen wir das Risiko, dass die derzeitige Geldpolitik aus globaler Perspektive zu Gefahren für die Finanzstabilität führt“, sagte Claudio Borio, der die Abteilung für Volkswirtschaft und Geldpolitik leitet, der „Welt“ (Montag-Ausgabe).

„Das Zinsniveau scheint weltweit zu niedrig, um langfristig für Preis- und Finanzstabilität zu sorgen“, sagte er. Er sprach von „gewissen Übertreibungen“ auf den Märkten und einer Situation, die der vor der Finanzkrise 2008 ähnlich sei. Die Gefahr von gefährlichen Blasenbildungen gebe es sowohl in Schwellen- als auch in Industrieländern.

Übernahmen statt Investitionen

„Das Kreditvolumen hat stark zugenommen, oft begleitet von stark ansteigenden Immobilienpreisen“, beschrieb Borio ein klassisches Ungleichgewicht, das in einigen Staaten erneut zu beobachten sei.

In Industrieländern, die von der Krise besonders betroffen waren, gebe es ein weiteres Phänomen: „Der Risikoappetit hat sich seit einiger Zeit auseinanderentwickelt: Während an den Finanzmärkten bis vor kurzem hohe Risiken eingegangen worden sind, ist in der Realwirtschaft das Gegenteil zu beobachten.“ Manager hätten billiges Geld lieber für Übernahmen und Aktienrückkäufe genutzt, als zu investieren. „Das ist ein klares Signal, dass etwas schiefläuft“, sagte Borio.

Auf den Finanzmärkten hätten Investoren verzweifelt nach Renditen gesucht, was zu sehr geringen Risikoaufschlägen bei Wertpapieren und historisch geringer Volatilität geführt habe. Insgesamt sieht der BIZ-Chefökonom die Notenbanken in der Pflicht, stärker auf die Finanzstabilität zu achten und die Gefahr von Übertreibungen zu verhindern.

Lufthansa-Streik: 2.150 Flüge und 200.000 Kunden betroffen

Die Lufthansa streicht wegen des Streiks der Piloten rund 1.450 Flüge. Die Airline teilte mit, über den gesamten Streikraum von heute Mittag bis morgen Nacht hinweg seien rund 2.150 Flüge betroffen, von denen aber gut 700 durch verschiedene Maßnahmen dennoch bedient werden könnten. Die Zahl der von dem Streik betroffenen Kunden bezifferte das Unternehmen mit „mehr als 200.000“.

Bei ihnen könne sich die Lufthansa nur in aller Form entschuldigen, hieß es. Durch die sichergestellten Flüge könnten dennoch mehr als 70.000 Passagiere bis morgen Nacht an ihre Ziele gebracht werden.

Bereits achter Streik in diesem Jahr

Der 35-stündige Ausstand soll heute um 13.00 Uhr beginnen und morgen um 23.59 Uhr enden, wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ankündigte. Vom achten Pilotenstreik in diesem Jahr seien Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa betroffen, die von einem deutschen Flughafen starten, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Morgen sollen auch Langstreckenflüge betroffen sein. Flüge von Lufthansa-Töchtern wie Germanwings, Austrian Airlines und Swiss sollen dagegen planmäßig abheben.

Philips erleidet Verlust

Der vor der Aufspaltung stehende niederländische Elektronikkonzern Philips ist in die roten Zahlen gerutscht. Im dritten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von 103 Millionen Euro, wie das Unternehmen heute in Amsterdam mitteilte. Im Vorjahr machte Philips noch 281 Millionen Euro Gewinn.

Eine Reihe von Sonderfaktoren wie der Umbau, eine Gerichtsstrafe und Abschreibungen belasteten das Ergebnis. Auch das schwache Geschäft machte sich bemerkbar. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (EBIDTA) fiel von 636 auf 536 Millionen Euro. Damit verfehlte Philips die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz sank von 5,595 auf 5,547 Milliarden Euro. Das Quartal sei enttäuschend gewesen, sagte Konzernchef Frans van Houten.

Mit einem großen Einschnitt will der 123 Jahre alte Elektronikkonzern gegen die Misere ankämpfen. Die Niederländer wollen sich in zwei eigenständige Unternehmen aufspalten. Das Geschäft mit Gesundheitstechnik und Konsumelektronik soll dabei verschmolzen werden, die Lichtsparte soll abgespalten werden und 2016 auf eigenen Füßen stehen. Die Gewinnziele für 2014 hatte Philips Ende September einkassiert.

Investorengruppe will adidas offenbar Reebok abkaufen

Eine Investorengruppe will adidas einem Zeitungsbericht zufolge die US-Tochter Reebok für 2,2 Milliarden Dollar abkaufen. Das Offert stehe unmittelbar bevor, berichtete das „Wall Street Journal“.

Die Investorengruppe, zu der die in Hongkong ansässige Beteiligungsgesellschaft Jynwei Capital sowie Fonds mit Verbindungen zu der Regierung von Abu Dhabi gehören, seien der Ansicht, dass Reebok alleine besser aufgestellt wäre, hieß es unter Berufung auf nicht näher genannte Insider.

Von adidas war zunächst kein Kommentar zu erhalten. Ein Sprecher von Jynwei Capital sagte, die Firma halte ständig Ausschau nach Investitionsmöglichkeiten. Weiter wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Adidas hatte die US-Marke Reebok 2005 für 3,8 Milliarden Dollar gekauft. Sie war lange Zeit Sorgenkind des deutschen Konzerns, entwickelt sich nach einer Neuausrichtung auf den Fitnesssport aber wieder besser. Zuletzt gab es Spekulationen über einen Einstieg von Hedgefonds bei dem zweitgrößten Sportartikelhersteller der Welt nach Nike. Deren Pläne umfassten Medienberichten zufolge eine Ablösung von Firmenchef Herbert Hainer und eine Abspaltung von Reebok.

Gesundheit

Ebola: Spanische Krankenschwester auf Weg der Besserung

Die an Ebola erkrankte spanische Krankenschwester hat das Virus offenbar besiegt: Ein erster Test bei Teresa Romero sei gestern negativ gewesen, teilte die Regierung in Madrid mit. Es müsse aber noch ein zweiter Test abgewartet werden, um sie als geheilt zu betrachten.

In Luxemburg beraten heute die EU-Außenminister neben weiteren Themen über das europäische Vorgehen gegen die Epidemie.

Die 44-jährige Pflegerin war der erste Mensch, der sich im Zuge der jüngsten Ebola-Epidemie außerhalb von Afrika mit dem tödlichen Virus infiziert hatte. Sie war Anfang Oktober in die Madrider Klinik eingeliefert worden, wo sie selbst arbeitete. Im August und September starben dort zwei spanische Missionare nach ihrer Rückkehr aus Westafrika an Ebola.

US-Krankenhaus gibt Fehler zu

Die Angst vor Ebola war jüngst auch in Europa und in den USA gestiegen, nachdem Patienten, die sich in Westafrika infiziert hatten, zur Behandlung dorthin geflogen worden waren. Unterdessen entschuldigte sich das Krankenhaus im US-Bundesstaat Texas, wo sich zwei Krankenschwestern mit dem Virus infiziert hatten.

Es seien „Fehler im Umgang mit dieser schwierigen Herausforderung“ gemacht worden, erklärte die Klinik. Dort war der Liberianer Thomas Eric Duncan nach seiner Behandlung gestorben, der das Virus aus seinem Heimatland in die USA eingeschleppt hatte. Duncans Symptome seien ursprünglich nicht sofort richtig eingeordnet worden, erklärte das Krankenhaus. „Das tut uns sehr leid.“

Chronik

Solosechser bei Lotto „6 aus 45“

Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat ein Spielteilnehmer die richtigen Zahlen getippt. Er erhält 1.939.892 Euro. Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

7 9 20 25 30 32/Zusatzzahl 21

Über die richtige Jokerzahl darf sich ebenfalls ein Teilnehmer freuen, er hat damit 267.627,60 Euro gewonnen.

Die aktuelle Jokerzahl lautet:

6 8 4 3 7 1

Alle Angaben ohne Gewähr

Verschleierte Frau aus Pariser Oper geschickt

An der Pariser Oper ist eine voll verschleierte Zuschauerin aus der laufenden Vorführung geschickt worden. Der stellvertretende Direktor der Oper an der Bastille, Jean-Philippe Thiellay, sagte gestern, die Frau sei in der Pause von „La Traviata“ aufgefordert worden, den Schleier abzunehmen oder zu gehen. Daraufhin habe ihr Begleiter mit ihr das Opernhaus verlassen.

Die Frau sei in der ersten Reihe direkt hinter dem Dirigenten gesessen und sei bis auf die Augen verschleiert gewesen. „Ich wurde im zweiten Akt benachrichtigt“, sagte Thiellay über den Vorfall, der bereits Anfang Oktober geschah. Einige Chorsänger hätten erklärt, sie würden „nicht singen“, sollte das Problem nicht gelöst werden.

Vollverschleierung verboten

In Frankreich ist die Vollverschleierung in der Öffentlichkeit seit 2011 verboten. Bei dem Paar handelte es sich Medienberichten zufolge um Touristen aus der Golfregion. Der Vorfall sei ruhig und ohne Zwischenfälle geklärt worden, sagte der Vizedirektor.

Das französische Kulturministerium erklärte seinerseits, wegen des Vorfalls werde nun an einer entsprechenden Mitteilung an Theater, Museen und andere öffentliche Institutionen gearbeitet. Diese müssten gewährleisten, dass sich alle Besucher und Zuschauer an das Gesetz halten.

Elfjährige tot, Bruder schwer verletzt - Mutter tatverdächtig

Eine 36-Jährige aus Baden-Württemberg in Deutschland steht im dringenden Verdacht, ihre Tochter getötet und ihren Sohn schwer verletzt zu haben. Wie die Polizei in Ulm mitteilte, fiel die Frau einem Autofahrer gestern am späten Abend an einer Baustelle auf der A8 Richtung München auf. Sie war blutverschmiert und hielt ein Messer in der Hand.

Die herbeigerufene Polizei fand nach einem Hinweis der Frau ihre beiden Kinder in einem Auto in einer nahe gelegenen Unterführung. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des elfjährigen Mädchens feststellen.

Der zweijährige Bub wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Einem Autofahrer hatte die Frau gesagt, sie habe ihre Kinder verletzt. Offenbar hatte sie sich auch selbst verletzt. Die 36-Jährige aus dem Kreis Göppingen wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht.

Kultur

Viennale-Doku: Mit dabei auf dem Maidan

„Maidan“ wirkt auf den ersten Blick wie eine bloße Aneinanderreihung von Archivmaterial: Sergei Loznitsa setzt in seiner Dokumentation auf lange Einstellungen und aufwendig konstruierte Klangkulissen aus dem Zentrum der ukrainischen Proteste in Kiew. Im Dickicht der demonstrierenden Menge auf dem Maidan-Platz bleiben zwar viele Fragen unbeantwortet - aber als Kinobesucher erlebt man die Ereignisse aus ungewöhnlicher Nähe - wie durch ein Fenster.

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Jay Leno mit US-Comedy-Preis ausgezeichnet

US-Moderator Jay Leno (64) ist mit einem renommierten Comedy-Preis ausgezeichnet worden. Der Moderator bedankte sich US-Medien zufolge bei der Verleihung des Mark-Twain-Preises besonders bei seiner Frau Mavis, mit der er seit 34 Jahren verheiratet ist. „Die meisten Leute können sich die guten Witze anhören - sie musste sich die ganzen bescheuerten anhören, die nicht gezündet haben“, sagte Leno.

Bei der Gala anwesend waren neben anderen Jerry Seinfeld, Chelsea Handler und Jimmy Fallon, der von Leno den TV-Talk „Tonight Show“ übernommen hat. Der Twain-Preis wird in Erinnerung an den amerikanischen Humoristen und Satiriker Mark Twain vom US-Kulturzentrum Kennedy Center für amerikanischen Humor vergeben. Zu den früheren Preisträgern gehören Whoopi Goldberg, Steve Martin, Billy Crystal und Bill Cosby.

Leute

James Blunt findet seinen Song „You’re Beautiful“ nervig

Der britische Musiker James Blunt findet seinen Welthit „You’re Beautiful“ nach eigener Aussage „nervig“. „Dieses eine Lied, ‚You’re Beautiful‘, wurde den Leuten aufgezwungen, bis es nervte, und dann fingen die Leute an, den Sänger mit dem Titel zu identifizieren“, sagte der 40-Jährige in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Hello!“ Wegen des Songs sei das Marketing für seine gesamte Musik auf Frauen ausgerichtet worden, wodurch er viele männliche Fans verloren habe.

Blunt betonte, der Erfolg mit einem Welthit habe auch für ihn persönlich eine Kehrseite. Die Werbeleute hätten ihn als „irrsinnig ernst“ dargestellt, was er überhaupt nicht sei, klagte Blunt. „Ich habe eine Reihe von überemotionalen Songs, für die ich bekannt bin - aber ich glaube, darüber bin ich jetzt hinweg“, sagte der Musiker.

Blunt, der vor seiner Karriere als Sänger als NATO-Soldat im Kosovo kämpfte, schaffte 2005 mit „You’re Beautiful“ seinen musikalischen Durchbruch. Darin erzählt er von seinen Gefühlen, als er seine ehemalige Freundin zufällig in der Londoner U-Bahn mit einem anderen Mann sieht. Der Hit führte von den USA bis Australien die Chartlisten an und war in insgesamt zehn Ländern der Nummer-eins-Song. Allein in den USA wurde die Single mehr als drei Millionen Mal verkauft, das Album „Back to Bedlam“ erhielt weltweit Platin-Status.