Ausland

Festgenommener Autor Akhanli kommt unter Auflagen frei

Der auf Betreiben der Türkei in Spanien festgenommene deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli kommt unter Auflagen frei. Er muss aber zunächst in der Hauptstadt Madrid bleiben, wie sein Anwalt Ilias Uyar heute der dpa bestätigte. Zunächst hatte die ARD darüber berichtet.

Gabriel telefonierte mit spanischem Außenminister

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel schaltete sich zuletzt persönlich in den Fall ein, um eine Auslieferung des türkischstämmigen Autors an die Türkei zu verhindern. Deutsche Politiker warfen Ankara eine Grenzüberschreitung vor, die Konsequenzen haben müsse.

Gabriel telefonierte mit seinem spanischen Amtskollegen Alfonso Dastis, wie das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte. Dabei habe er den Wunsch geäußert, dass Akhanli nicht an die Türkei ausgeliefert und Deutschland in das Auslieferungsverfahren einbezogen wird. Außerdem habe er um schnellstmögliche konsularische Betreuung des Schriftstellers gebeten. Zuvor hatte sich schon die deutsche Botschaft in Madrid mit entsprechenden Wünschen an die spanische Regierung gewandt.

Der türkischstämmige Kölner Schriftsteller war gestern im Urlaub in Spanien auf Betreiben der Türkei festgenommen worden. Akhanli lebt seit seiner Flucht aus der Türkei 1991 in Deutschland und hat ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft.

Irak: Armeeoffensive auf IS-Hochburg Tal Afar

Die irakische Armee hat eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Tal Afar von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gestartet. Das verkündete der irakische Regierungschef Haider al-Abadi heute in einer Fernsehansprache. Die IS-Kämpfer hätten nun „keine andere Wahl, als sich zu ergeben oder getötet zu werden“.

Tal Afar ist die letzte IS-Hochburg in der Umgebung der Großstadt Mossul, welche die Armee Anfang Juli nach monatelangen Kämpfen zurückerobert hatte. In Vorbereitung auf die Offensive hatte die irakische Luftwaffe diese Woche Kommandozentren, Waffenlager und Truppenansammlungen der IS-Miliz in der nordirakischen Stadt bombardiert.

Tal Afar liegt rund 70 Kilometer westlich von Mossul. Neben Tal Afar kontrollieren die IS-Kämpfer noch die Stadt Hawija in der Provinz Kirkuk sowie Teile der Provinz Anbar. In Syrien halten die Islamisten noch al-Rakka, doch scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie ihre einstige Hochburg in Syrien verlieren.

Tausende bei Anti-Rassismus-Demo in Boston

Eine Woche nach der Eskalation der Gewalt in der US-Stadt Charlottesville sind gestern in Boston mehrere tausend Menschen gegen Rassismus und Hass auf die Straße gegangen. Medien in der Stadt im Bundesstaat Massachusetts schätzten die Teilnehmerzahl der Kundgebung auf 15.000 bis 30.000.

Zugleich gab es in einem nahe gelegenen Park eine - nach Augenzeugenberichten deutlich kleinere - Demonstration für freie Meinungsäußerung. Die Veranstaltungen wurden stark abgesichert, nachdem es in Charlottesville bei einer Kundgebung ultrarechter Gruppen zu Zusammenstößen mit Gegendemonstranten gekommen war.

Anti-Rassismus-Demo in Boston

Reuters/Stephanie Keith

Hunderte Polizisten im Einsatz

Die Demonstration für freie Meinungsäußerung war schon vor den Vorfällen in Charlottesville geplant gewesen, auch haben sich die Organisatoren von der dortigen Gewalt distanziert. Medienberichten zufolge standen auf der Rednerliste allerdings mehrere Personen, die mit Rechtsextremismus in Verbindung gebracht werden. Zudem wurde befürchtet, dass sich Ultrarechte unter die Kundgebungsteilnehmer mischen könnten.

Daher hatte die Stadt vorsichtshalber Hunderte von Polizisten aufgeboten, um eine etwaige Wiederholung der Szenen von Charlottesville zu verhindern. Dort war am Ende eine Frau getötet worden, als ein mutmaßlicher Rechtsextremist sein Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten steuerte. Berichte über Gewalt in Boston gab es jedoch zunächst nicht.

Trump lobt Polizei und Proteste

US-Präsident Donald Trump würdigte den Einsatz der Polizei, die mit rund 500 Beamten an Ort und Stelle war. „Sieht so aus, als seien viele Anti-Polizei-Agitatoren in Boston“, schrieb der Präsident auf Twitter. „Die Polizei wirkt hart und geschickt.“ Wenig später lobte er die Proteste: „Ich möchte den vielen Protestierenden in Boston applaudieren, die ihre Stimme gegen Bigotterie und Hass erheben“, schrieb er auf Twitter. „Unser Land wird bald als ein geeintes zusammenkommen!“

Unterdessen verteidigte US-Finanzminister Steven Mnuchin Trumps Reaktion auf die Geschehnisse in Charlottesville und wies an ihn selbst gerichtete Rücktrittsforderungen zurück. Der Finanzminister reagierte damit auf den Aufruf von mehr als 350 seiner früheren Kommilitonen an der US-Eliteuniversität Yale, angesichts der Ereignisse müsse Mnuchin „sofort“ zurücktreten und damit eine „moralische Pflicht“ erfüllen.

Nordkorea: USA gießen Öl ins Feuer

Nordkorea hat den USA vorgeworfen, mit ihrem morgen beginnenden Manöver auf der koreanischen Halbinsel „Öl ins Feuer zu gießen“. Die gemeinsame Übung mit Südkorea sei ein Zeichen der „Feindseligkeit gegen uns, und niemand kann garantieren, dass sich das Manöver nicht zu tatsächlichen Kämpfen entwickelt“, schrieb die Staatszeitung „Rodong Sinmun“ heute.

Das Blatt warnte vor einer „unkontrollierbaren Phase eines Atomkriegs“. An der jährlichen Übung der USA und Südkoreas nehmen rund 17.500 US-Soldaten teil. Das sind nach südkoreanischen Angaben weniger als noch 2016. Heuer findet das Manöver vor dem Hintergrund extremer Spannungen zwischen den USA und Nordkorea statt.

Im Streit über das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm drohte US-Präsident Donald Trump vergangene Woche damit, das Land bei weiteren Provokationen mit „Feuer und Wut“ zu überziehen. Daraufhin erklärte Pjöngjang, einen Raketenangriff auf Ziele vor der Pazifikinsel Guam vorzubereiten. Am Dienstag versicherte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un dann, er sehe zunächst davon ab, Raketen in Richtung des US-Außengebiets abzuschießen.

EU-Parlamentspräsident für Kooperation bei Terrorabwehr

Nach den jüngsten Terroranschlägen in Spanien und Finnland hat EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani eine bessere europäische Kooperation bei der Terrorabwehr gefordert. „Eine stärkere Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung, den Geheimdiensten und den Justizbehörden wird uns helfen, den Krieg gegen den Terror zu gewinnen“, sagte Tajani den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Auch sollte mehr gegen die Verbreitung von Propaganda und Terroranleitungen im Internet unternommen werden. Islamisten müssten davon abgehalten werden, „die Köpfe junger Menschen zu vergiften“, sagte der EU-Parlamentspräsident.

Auch der Innenminister des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg, Thomas Strobl, rief die Sicherheitsbehörden in Europa zu besserer Kooperation auf. „Wir brauchen bestmöglichen Austausch von Daten und Informationen“, sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende. „Je mehr jedes Land nur für sich agiert, desto leichteres Spiel haben die Feinde unserer Freiheit. Wir müssen begreifen: Der islamistische Terror ist kein nationaler Terror, das ist eine kontinentale Herausforderung für Europa.“

Venezuelas Parlament verweigert die Entmachtung

Der Konflikt um die Gewaltenteilung in Venezuela spitzt sich zu. Das von der Opposition dominierte Parlament Venezuelas hat gestern seine Entmachtung durch die übergeordnete verfassungsgebende Versammlung strikt abgewiesen. „Dieses Parlament bestätigt seine Kompetenz als legislatives Organ.“

Das erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Nationalversammlung, Freddy Guevara, auf einer Sondersitzung. Die von Präsident Nicolas Maduro einberufene, linientreue verfassungsgebende Versammlung hatte am Freitag per Dekret die Entmachtung des Parlaments beschlossen und dessen Aufgaben übernommen.

Sondersitzung der Nationalversammlung von Venezuele mit internationalen Diplomaten

Reuters/Carlos Garcia Rawlins

In Caracas akkreditierte Diplomaten aus 19 Staaten, unter ihnen auch Deutschland und Österreich, wohnten der Sondersitzung des Parlaments bei, berichtete die Zeitung „El Nacional“. Maduro wird vorgeworfen, er wolle im Land mit den größten Ölreserven der Welt eine Diktatur einrichten.

Ex-Chefstratege Bannon will für Trump „in Krieg ziehen“

Unmittelbar nachdem bekanntgeworden war, dass sich das Weiße Haus von seinem umstrittenen Chefstrategen Stephen Bannon trennt, hat der Gründer des ultrarechten Nachrichtenportals Breitbart eine Lanze für US-Präsident Donald Trump gebrochen. Er werde „für Trump und gegen seine Feinde in den Krieg ziehen“, so Bannon. Seinen Abgang sieht der Ex-Chefstratege jedoch auch als Umbruch: In einem Interview bezeichnet er die bisherige Präsidentschaft Trumps als „vorbei“.

Mehr dazu in Ex-Stratege sieht Umbruch

Inland

Schnell-Partei droht Land Kärnten mit Klage

Die bei der Nationalratswahl österreichweit antretende Liste Karl Schnell, überlegt, das Land Kärnten zu klagen. Hintergrund ist eine Namensverwirrung, weswegen die Liste Schnell nun in Kärnten unter einem anderen Namen als in den restlichen Bundesländern antreten könnte. Schnell ortet den Hintergrund bei einem Kärntner Beamten.

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NEOS sucht Allianzen mit Kleinparteien

NEOS hat gestern in Krumpendorf (Kärnten) mit einer Mitgliederversammlung inoffiziell den Wahlkampf für die Nationalratswahl eröffnet. Es wurde beschlossen, Allianzen mit Namenslisten und anderen Kleinparteien für die Wahl zu suchen.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Rätsel hinter den Weißen geklärt

Hinter der überraschend aufgetretenen Liste der Weißen stehen unterdessen drei Abgeordnete des Teams Stronach (TS). Waltraud Dietrich, Leo Steinbichler und Ulla Weigerstorfer haben mit ihren Unterschriften die Kandidatur ermöglicht, bestätigte Steinbichler gestern einen ZIB2-Bericht. Für die bundesweite Kandidatur mussten die Weißen angesichts der drei Unterschriften von NR-Abgeordneten somit keine Unterstützungserklärungen sammeln.

Steinbichler beschrieb die neue Bewegung als teilweise auch sein Projekt, „weil es mir sehr sinnvoll erscheint“. Es handle sich dabei um keine Partei, sondern um eine Bewegung, die vor allem den Ausbau der direkten Demokratie forciere. Während Steinbichler als Weißen-Spitzenkandidat in Oberösterreich antreten will, überlegt Dietrich laut eigener Aussage noch eine Kandidatur und will weiterhin Mitglied vom TS bleiben. Und auch Weigerstorfer soll angeblich noch abwarten.

Mehr dazu in Die Weißen als Überraschungskandidat

Ministerium erstattet Anzeige gegen islamische Privatschule

Das Bildungsministerium hat Anzeige gegen eine islamische Privatschule in Wien erstatten lassen. Nach einer Prüfung liege nahe, dass diese ohne Anmeldung betrieben werde, sagte Ministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) heute zur APA. Zudem hätten sich Verdachtsmomente wegen verbotener Auslandsfinanzierung gegen andere islamische Vereine erhärtet, hieß es wiederum aus dem Bundeskanzleramt.

Finanzierung wird überprüft

Derzeit prüft das Kultusamt diverse islamische Organisationen auf Finanzierung aus dem Ausland, die laut Islamgesetz verboten ist. Verstöße auf anderer Ebene vermutet man nun durch den Wiener Fachverein Imam Hatip. Hintergrund sind Spendenaufrufe der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) in Deutschland für eine Imam-Schule in Linz und eine weiterführende Schule in Wien.

Die Behörden hegen nun den Verdacht, dass die Schule in Wien bereits seit längerer Zeit und ohne Kenntnis des Ministeriums betrieben wird. Dort sollen - nicht nur schulpflichtigen Kindern - theologische Inhalte vermittelt werden, die dem Privatschulrecht widersprechen. Hammerschmid hat am Freitag von den Vorwürfen erfahren und den Wiener Stadtschulrat angewiesen, Anzeige beim magistratischen Bezirksamt zu erstatten. „Wir müssen sofort Untersuchungen einleiten“, sagte sie zur APA.

Erste Ergebnisse bei Ermittlungen

Derzeit laufen auch weitere Ermittlungen in Bezug auf Auslandsfinanzierung und das Inlandsfinanzierungsgebot. Im Februar 2017 wurden nach Bekanntwerden von Vorwürfen, unter anderem auch wegen türkischer Geheimdiensttätigkeiten, Prüfungen eingeleitet. Dazu liegen laut Kanzleramt erste Ergebnisse vor, und es werden weitere Nachforschungen angestellt. „Hierbei handelt es sich um einen noch laufenden Prozess, bei dem mit größter Sorgfalt vorgegangen wird“, heißt es dort.

„Es handelt sich um ein sehr ernstes Thema, bei dem sich Verdachtsfälle teilweise erhärten und sich die Ermittlungen ausweiten“, sagte Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) nun gegenüber der APA. Die Kooperation der Behörden in diesem Bereich sei extrem wichtig und funktioniere gut. Duzdar: „Es kann aber nicht sein, dass die Ermittlungen durch den Wahlkampf gefährdet werden.“

ÖVP schießt sich auf nächsten SPÖ-Mitarbeiter ein

Nach dem gefeuerten Wahlkampfberater Tal Silberstein schießt sich die ÖVP auf den nächsten SPÖ-Mitarbeiter ein. Paul Pöchhacker, der für die Umfrageanalyse zuständig ist, wird ein Tweet aus dem Präsidentschaftswahlkampf vorgeworfen. Darin hatte er dem nach einem Unfall mit einer Behinderung lebenden FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer Helmut Qualtingers „Krüppellied“ gewidmet, sich danach aber entschuldigt.

Kritik am Einsatz Pöchhackers kommt etwa von Barbara Krenn, welche die ÖVP-Liste in der Steiermark anführt. Auf Facebook schrieb die Gastronomin, die im Rollstuhl sitzt: „Ich habe dieses Posting damals als vollkommen jenseitige Aussage und sehr verletzend empfunden. Dass solche Aussagen jetzt jemanden für Höheres qualifizieren, ist schwer zu verdauen.“ Sie glaubt allerdings daran, „dass Menschen sich ändern können, und hoffe schwer, dass das in diesem Fall auch so ist“.

In der SPÖ-Zentrale versuchte man zu beruhigen. „Das war ein Fehler, der Mitarbeiter hat damals den Tweet sofort wieder gelöscht und sich entschuldigt“, hieß es dort auf APA-Anfrage. Neu im Team sei Pöchhacker nicht, es handle es sich um ein „Urgestein“ in der Partei. Zudem sei er nach dem Tweet nicht im Präsidentschaftswahlkampf des damaligen SPÖ-Präsidentschaftskandidaten Rudolf Hundstorfer involviert gewesen, der sich persönlich bei Hofer entschuldigt hatte. Auch Pöchhacker selbst entschuldigte sich nun persönlich bei Hofer. In einem Brief sprach er von einem „Tweet, dessen Inhalt ich bis heute zutiefst bereue“.

Sport

Bundesliga: Leader Sturm schlägt auch Rapid

Sturm Graz ist in der Bundesliga weiter makellos unterwegs. Der Tabellenführer setzte sich zum Auftakt der fünften Runde bei Rapid mit 2:1 durch und hält damit beim Maximum von 15 Punkten. Sturm stellte durch Tore von Deni Alar und Thorsten Röcher die Weichen auf Sieg. Rapid agierte lange harmlos. Erst mit dem Anschlusstreffer erwachten die grün-weißen Lebensgeister. Der verzweifelte Versuch, noch den Ausgleich zu erzielen, blieb allerdings unbelohnt.

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Fußball: Leipzig verpatzt Auftakt bei Schalke

Deutschlands Vizemeister Leipzig ist gestern mit einer Niederlage in die neue Saison gestartet. Das Überraschungsteam der vergangenen Spielzeit musste sich mit drei Österreichern in der Startelf bei Schalke geschlagen geben.

Aufsteiger Hannover 96 feierte dank ÖFB-Legionär Martin Harnik einen Auftaktsieg in Mainz. Werder Bremens Florian Kainz ließ in Hoffenheim eine Riesenchance aus fünf Metern liegen und verlor noch durch ein spätes Tor.

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Wirtschaft

Air Berlin: Kommission warnt vor Lufthansa-Monopol

Im Ringen um die Aufteilung der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin hat der Vorsitzende der deutschen Monopolkommission, Achim Wambach, vor einer politisch motivierten Bevorzugung der Lufthansa gewarnt. Zwar sei gegen einen höheren internationalen Marktanteil der Lufthansa nichts einzuwenden, wohl aber, wenn dafür „auf Wettbewerb auf deutschen Flugstrecken verzichtet würde“, sagte Wambach der „Welt am Sonntag“. Auf Ablehnung stieß ein Übernahmeangebot des Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl.

Eine Wettbewerbseinschränkung auf den Inlandsstrecken führe nur zu weniger Innovationen und unattraktiveren Produkten, sagte Wambach weiter. Die Monopolkommission ist ein unabhängiges Beratergremium der deutschen Regierung in Wettbewerbsfragen.

Zuvor hatte auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einer Studie für die „Rheinische Post“ die Befürchtung geäußert, die Lufthansa könnte durch eine Übernahme von Air Berlin auf vielen Strecken eine Monopolstellung oder Marktanteile von mehr als 70 Prozent erreichen.

Nokia will mit Smartphones zurück an Weltspitze

Der einstige Handy-Weltmarktführer Nokia will mit Smartphones zurück an die Weltspitze und die Platzhirsche Apple und Samsung angreifen. „Unser Ziel ist es, innerhalb der kommenden drei bis fünf Jahre wieder zu den Top-3 Smartphone-Herstellern zu gehören“, sagte der Chef des Namensrechteinhabers und Herstellers HMD Global, Florian Seiche, der Zeitung „Welt am Sonntag“.

Derzeit belegen Samsung aus Südkorea, der US-Riese Apple und der chinesische Huawei-Konzern die ersten drei Ränge auf dem Smartphone-Markt. „Zusammen mit Foxconn und unserer Marke können wir das schaffen“, sagte Seiche.

Mit dem Auftragsfertiger Foxconn, der auch zahlreiche Apple-Geräte produziert, war HMD eine strategische Partnerschaft eingegangen. Nokia galt einst als Weltmarktführer bei Handys. Dem finnischen Unternehmen gelang jedoch nicht der Anschluss an den Smartphone-Markt, der maßgeblich von Apples iPhone eingeläutet wurde.

Chronik

Russische Ermittler untersuchen Messerattacke in Sibirien

Die oberste russische Ermittlungsbehörde sucht nach dem Motiv für die Messerattacke mit sieben Verletzten in der sibirischen Stadt Surgut. „Die Ermittler untersuchen alle möglichen Versionen des verübten Verbrechens“, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee heute in Moskau mit.

Auch wenn die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Tat für sich reklamiert, sprechen die russischen Behörden nicht von einem Terroranschlag. Das Ermittlungskomitee habe den Fall „wegen der großen öffentlichen Resonanz“ an sich gezogen, sagte Sprecherin Swetlana Petrenko.

In der Stadt 2.100 Kilometer östlich von Moskau hatte ein Mann tags zuvor sieben Menschen mit einem Messer verletzt. Er wurde von der Polizei erschossen, als er sich der Festnahme widersetzte. Der Fall ähnelt dem mutmaßlichen Terrorakt in der finnischen Stadt Turku mit zwei Todesopfern.

Bahnhof geräumt: Festnahme im südfranzösischen Nimes

Sicherheitskräfte haben den Bahnhof im südfranzösischen Nimes gestern Abend kurzzeitig geräumt und abgesperrt. Die Polizei wurden den Angaben zufolge von einem Bahnhofsbesucher alarmiert, nachdem dieser einen bzw. mehrere bewaffnete Personen gesehen haben soll.

Polizisten am Bahnhof in Nimes

APA/AFP/Patricia De Melo Moreira

Um den Bahnhof herum wurde eine Sicherheitsabsperrung errichtet. Die Menschen im Bahnhof sowie in einem TGV-Zug auf dem Bahnsteig wurden nach Angaben der zuständigen Präfektur des Departements Gards kontrolliert. Ein Mann, auf den eine Personenbeschreibung passte und der auch auf den Bildern der Videoüberwachung zu sehen war, wurde den Angaben zufolge festgenommen.

Medienberichten zufolge war der Bahnhof gegen 22.30 Uhr wieder zugänglich. Die „Kontrollaktion“ sei beendet, es könne wieder zur Normalität zurückgekehrt werden, teilte wenig später auch die Präfektur mit. Bereits zuvor hatte diese in Sozialen Netzwerken verbreitete Meldungen, wonach auch Schüsse gefallen seien, dementiert.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen wegen Vuelta

Nach ergänzenden Informationen des Radionachrichtensenders Franceinfo sei im Gepäck des Festgenommenen eine Schreckschusspistole gefunden worden. Der Sender sprach zudem von einem Fehlalarm.

Nimes war gestern Schauplatz der erste Etappe der diesjährigen Spanien-Rundfahrt. Anlässlich des französischen Vuelta-Gastspiels war auch Innenminister Gerard Collomb in Nimes und verwies dabei auf die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen. Außer den bereits eingeplanten rund 2.000 Sicherheitskräften zum Schutz der Veranstaltung in Frankreich waren angesichts des Terroranschlags von Barcelona noch weitere Einheiten der Bereitschaftspolizei im Einsatz.

Mindestens 21 Tote bei Zugsunglück in Indien

Bei einem Zugsunglück im Norden Indiens sind mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Fast 160 weitere Menschen wurden verletzt, als gestern Abend im Bundesstaat Uttar Pradesh 14 Wagen entgleisten und zum Teil in nahe gelegene Häuser krachten. Zunächst hatte die Polizei von mindestens 23 Toten und 40 Verletzten gesprochen. Der Zug war zum Zeitpunkt des Unglücks mit 100 Kilometern pro Stunde unterwegs.

Entgleister Zug in Indien

APA/AP

Dutzende Helfer suchten mit Hunden nach weiteren Opfern. Die Unglücksursache war zunächst unklar. Berichten zufolge gab es Bauarbeiten auf der Strecke. Der Zug war am Donnerstagabend in der Stadt Puri an der indischen Ostküste in Richtung der Stadt Haridwar gestartet.

Im November 2016 waren bei einem Zugsunglück in Uttar Pradesh 146 Menschen getötet worden. Die Bahn ist Indiens wichtigstes Fernverkehrsmittel. Das System ist jedoch veraltet und marode, oftmals fehlt es an den einfachsten Sicherheitsvorkehrungen. Laut einem Regierungsbericht aus dem Jahr 2012 sterben in Indien jedes Jahr 15.000 Menschen bei Zugsunglücken.

Stier sorgt für Verkehrschaos auf Autobahn bei Rom

Ein entlaufener Stier hat auf einer Autobahn nahe Rom gestern für ein Verkehrschaos gesorgt. Das Tier sei nach Angaben der Zeitung „La Repubblica“ nördlich der italienischen Hauptstadt von einem nahe gelegenen Bauernhof auf die A1 geraten, weswegen sich in direkter Folge der Verkehr Richtung Florenz auf einer Länge von rund vier Kilometern gestaut habe.

Bis es Polizeibeamten gelang, den Stier wieder von der Fahrbahn zu bekommen, war bei den Betroffenen Geduld gefragt. „Wir stehen hier seit 30 Minuten“ postete etwa Francesco D’Amico via Facebook. Nichts gehe mehr, gab ein weiterer Betroffener via Twitter bekannt, der den Angaben zufolge bei der geplanten Heimreise bereits über eine Stunde auf eine Geduldsprobe gestellt wurde.

IT

LTE-Würfel: Beworbene Geschwindigkeit oft nicht erreicht

Der Mobilfunkanbieter T-Mobile wirbt derzeit mit noch schnellerem Internet für daheim. Oft sind Kunden enttäuscht, wenn die Verbindung über den LTE-Würfel daheim deutlich schlechter ist. T-Mobile räumt im Kleingedruckten auch ein, dass beim Verbraucher wahrscheinlich nur ein Bruchteil der beworbenen Internetgeschwindigkeit ankommen wird. Müssen Konsumenten das hinnehmen?

Mehr dazu in help.ORF.at

Kultur

Zadie Smith: Wurschteln im Kulturengewirr

Tanz, Popkultur und Kolonialismus: Die vielfach preisgekrönte Schriftstellerin Zadie Smith gilt seit ihrem Debüt „Zähne zeigen“ (2000) als eine der wichtigsten Stimmen der britischen Gegenwartsliteratur. Nun erscheint ihr fünfter Roman in deutscher Übersetzung: „Swing Time“ ist die unwiderstehliche Geschichte einer jungen Frau mit englischen und jamaikanischen Wurzeln, die sich zwischen London, New York und Westafrika erst allmählich ihrer selbst bewusst wird.

Mehr dazu in Status: Es ist kompliziert

Trump streicht Besuch bei Feier im Kennedy Center

Nach Boykottankündigungen mehrerer Preisträger hat US-Präsident Donald Trump seine Teilnahme an den diesjährigen Feiern anlässlich der Kennedy-Center-Auszeichnungen abgesagt. Er und First Lady Melania Trump hätten sich entschieden, sich nicht an den „Aktivitäten“ zu beteiligen, um den Geehrten ein Feiern „ohne politische Ablenkungen“ zu ermöglichen, teilte das Weiße Haus gestern mit.

Die Auszeichnungen des renommierten Kennedy Center in Washington werden offiziell Anfang Dezember verliehen. Diesjährige Preisträger sind der Rapper LL Cool J, die Sängerin Gloria Estefan, der Musiker und Produzent Lionel Richie, die Choreografin Carmen de Lavallade und der TV-Produzent Norman Lear.

Traditionell geben der Präsident und die First Lady im Weißen Haus einen Empfang für die Geehrten und nehmen an der Verleihungsgala im Kennedy Center teil.

Breite Front gegen Trump

Lear, der mit progressiven TV-Serien bekannt geworden ist, und De Lavallade, eine der ersten Afroamerikanerinnen, die an der Metropolitan Opera tanzten, hatten jedoch bereits mitgeteilt, dass sie dem Empfang aus Protest gegen Trumps Politik fernbleiben würden. Richie hielt seine Teilnahme offen, und Estefan betonte, sie wolle das - nun von Trump gestrichene - Treffen mit dem Präsidenten nutzen, um ihre Sichtweise klarzumachen.

Das nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy benannte Kennedy-Zentrum ist die größte Kultureinrichtung in der US-Hauptstadt. Zu den früheren Preisträgern zählen Meryl Streep, Aretha Franklin, Robert De Niro, George Lucas, Tom Hanks und Sting.

Science

Wrack von „USS Indianapolis“ nach 72 Jahren entdeckt

72 Jahre nach dem Untergang des US-Kreuzers „USS Indianapolis“ im Zweiten Weltkrieg haben Forscher Teile des seitdem verschollenen Wracks entdeckt. Sie seien in 5,5 Kilometern Tiefe im Pazifik gefunden worden, teilte Microsoft-Mitgründer Paul Allen als Leiter des Forschungsteams gestern mit.

Auf Twitter veröffentlichte Allen Fotos der gefundenen Wrackteile, darunter Aufnahmen des Ankers und der Schiffsglocke. Gleichzeitig kündigte er an, die Suche nach dem restlichen Wrack fortzusetzen. Er hoffe, der Fund helfe allen Überlebenden und den Angehörigen der Opfer, mit der Tragödie abschließen zu können, sagte Allen.

Nur 316 Überlebende

Das US-Kriegsschiff hatte die letzten Teile für die Hiroshima-Atombombe zur Insel Tinian gebracht, als es auf dem Rückweg von japanischen Torpedos getroffen wurde. Der riesige Kreuzer sank am 30. Juli 1945 binnen zwölf Minuten, ohne in der Lage zu sein, einen Notruf abzusetzen.

Von den 1.196 Mann an Bord konnten sich 800 zunächst vom Schiff ins Wasser retten, doch viele ertranken in den kommenden Tagen, wurden von Haien gefressen oder starben an Dehydration. Nur 316 überlebten, von ihnen sind nach Angaben der US-Marine 22 noch heute am Leben.

Am 6. August, nur wenige Tage nach dem Untergang der „USS Indianapolis“, warfen die USA ihre erste Atombombe auf Hiroshima, drei Tage später folgte der zweite Atombombenangriff auf Nagasaki. Sechs Tage danach gab Kaiser Hirohito die bedingungslose Kapitulation des japanischen Kaiserreichs bekannt.

Lifestyle