Inland

Kurz in Bagdad: Kooperation im Kampf gegen Dschihadisten

Österreich und der Irak wollen einander im Kampf gegen Dschihadisten unter die Arme greifen. Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) und sein irakischer Amtskollege Ibrahim al-Dschaafari haben heute in Bagdad eine verstärkte Kooperation bei der Verfolgung von europäischen Kämpfern im Irak vereinbart. Geplant ist auch eine EU-Mission zur Polizeiausbildung für das Krisenland.

Kurz wies darauf hin, dass die rückkehrenden Dschihadisten „eine massive Sicherheitsbedrohung“ für Österreich und Europa seien. Die „Beweisbarkeit, dass sie Verbrechen begangen haben im Irak und Syrien, ist eine große Herausforderung für unsere Sicherheitsbehörden.“ Daher sei er Dschaafari dankbar „für die Zusage einer verstärkten Kooperation im Kampf gegen das Phänomen der Foreign Fighters“.

Dschaafari sagte auf Nachfrage, dass die irakischen Sicherheitsbehörden aus Europa kommende „verdächtige Personen“ observieren. Zugleich verlange Bagdad aber auch von den europäischen Staaten, „dass sie ihrerseits verdächtige Personen mehr kontrollieren und sie nicht frei in unsere Staaten ausreisen lassen“.

Besuch von Flüchtlingslager geplant

Kurz traf heute zu einem Besuch im Irak ein. Zum Auftakt des aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich angekündigten Besuchs, sagte er, dass er sich ein Bild vom Kampf gegen den IS machen und das österreichische Engagement unterstreichen wolle. Österreich habe sich „bewusst“ der Anti-IS-Allianz angeschlossen, „weil es in der Frage des IS-Terrors keinen Platz dafür gibt, keine Meinung zu haben“.

Als neutrales Land könne man sich nicht militärisch beteiligen, aber politisch und durch humanitäre Hilfe. „Jede Verbesserung (im Irak, Anm.) hat unmittelbar positive Auswirkungen auf unsere Situation zu Hause“, so Kurz mit Blick auf das Terror- und Flüchtlingsproblem. Morgen wollte der Außenminister ein Flüchtlingslager im Nordirak besuchen und mit Jesidenvertretern sowie dem chaldäisch-katholischen Bischof von Erbil, Baschar Warda, sprechen.

Außerdem standen Treffen mit dem kurdischen Präsidenten Masud Barsani und dem „Außenminister“ der Region, Mustafa Bakir Falah, auf dem Programm.

IKG: Akademikerball in der Hofburg „eine Schande“

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien, Oskar Deutsch, hat es heute in der ORF-Pressestunde als „eine Schande“ bezeichnet, dass der von der FPÖ veranstaltete Akademikerball in der Hofburg stattgefunden hat.

Die Burschenschafter, die dort feiern, hätten sich von Antisemitismus nicht abgegrenzt, so der IKG-Präsident. An den Demonstrationen dagegen hat Deutsch selbst nicht teilgenommen, er findet sie aber richtig. Dass eine kleine Minderheit gewalttätig vorgegangen sei, schade der Sache.

Die IKG habe Kontakt zu allen politischen Parteien, mit der FPÖ gebe es aber „keine Gesprächsbasis“, so Deutsch. Er kritisierte, dass Repräsentanten der FPÖ dem Deutschnationalen nicht abgesagt hätten und es immer wieder „Hetze“ gebe. Als Beispiel nannte er den Wahlslogan „Daham statt Islam“ oder die Karikatur mit einem reichen Juden.

FPÖ: „Inakzeptabel und beschämend“

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl wies Deutschs Kritik als „inakzeptabel und beschämend“ zurück. „Herr Deutsch ist nicht die Instanz, die darüber zu entscheiden hat, welche demokratische Partei in Österreich wann und wo einen Ball abhält“, so Kickl in einer Ausendung.

Kritik auch an Islamischer Glaubensgemeinschaft

Kritik übte Deutsch auch an der Islamischen Glaubensgemeinschaft IGGiÖ. Er habe den Eindruck, dass die IGGiÖ zu wenig dagegen tue, wenn in Moscheen oder islamischen Schulen gegen Juden gepredigt werde. Er wolle nicht eine ganze Religion in Geiselhaft nehmen, aber von einigen aus dem Islam komme „Hetze“. Die IGGiÖ sei gefragt, dagegen anzukämpfen, sagte Deutsch.

Juden in Österreich „in Sorge“

Die Juden in Österreich hätten zwar keinen Grund für Angst, „aber wir sind in Sorge“. Es sei nicht die Frage, ob, sondern wann und wo in Europa der nächste Anschlag stattfinde. Möglich sei das auch in Österreich. In Österreich werde aber alles für die Sicherheit getan, die jüdischen Institutionen seien gut geschützt.

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Strolz will Mittlere Reife für 15-Jährige

NEOS-Obmann Matthias Strolz will die Mittlere Reife für 15-Jährige. „Ein gemeinsames Bild“, was ein 15-Jähriger können soll, stelle er sich darunter vor, das Voraussetzung für die Aufnahme einer Lehre oder den Besuch einer weiterführenden Schule ist.

„Da geht es uns um einen ganzheitlichen Bildungsbegriff. 15-Jährige sind dran, den Mopedführerschein zu machen, sie werden demnächst wählen, wir trauen ihnen also alles Mögliche zu“, so der NEOS-Chef im APA-Interview.

Auch soziale Kompetenzen würde die Mittlere Reife einschließen. „Das ist keine Prüfung zwischen zwölf Uhr und halb eins am Freitagnachmittag, sondern das ist eine prozessorientierte Herangehensweise“, so Strolz. „Gehe ich in eine Lehre, gehe ich in eine weiterführende Schule, gehe ich in den Dschihad, oder mache ich den Mopedführerschein oder zwei Dinge davon parallel?“, solle die Frage danach lauten.

Ausland

Nigeria: Tote bei Angriff von Boko Haram auf Millionenstadt

Kämpfer der Islamistengruppe Boko Haram haben heute Vororte der Großstadt Maiduguri im Nordosten Nigerias angegriffen. Bei Schusswechseln mit Soldaten seien mindestens acht Menschen getötet worden, sagten Anwohner und ein Vertreter der Sicherheitsbehörden.

Die Offensive habe gegen 3.00 Uhr begonnen, die heftigen Kämpfe dauerten an. Die Armee werde von bewaffneten Bürgern unterstützt. „Die ganze Stadt hat Angst“, sagte der Bewohner Adam Krenuwa. „Die Leute haben Angst davor, was passiert, wenn Boko Haram die Sicherheitskräfte besiegt.“

Vor einer Woche hatte die nigerianische Armee eine Offensive der Extremisten auf Maiduguri abwehren können. Die Streitkräfte setzten damals neben Bodentruppen auch die Luftwaffe ein.

Tote bei Anschlag im Nordosten Nigerias

In der Stadt Potiskum im Nordosten Nigerias kamen unterdessen mehrere Menschen bei einem Selbstmordanschlag ums Leben. Am Anschlagsort seien acht Leichen, darunter die des Täters, geborgen worden, sagte ein Polizeivertreter. Sieben weitere Menschen wurden verletzt.

Ägypten schiebt australischen Reporter ab

Ägypten schiebt den inhaftierten australischen Al-Jazeera-Reporter Peter Greste in sein Heimatland ab. Greste solle den Rest seiner siebenjährigen Haftstrafe in Australien absitzen, sagte ein Vertreter des Innenministeriums in Kairo heute laut AFP. Der Reporter war im Juni vergangenen Jahres gemeinsam mit weiteren Al-Jazeera-Mitarbeitern wegen angeblicher Unterstützung der islamistischen Muslimbruderschaft verurteilt worden. Das Urteil war international scharf kritisiert worden.

Greste, sein ägyptisch-kanadischer Kollege Mohamed Fahmi und der ägyptische Reporter Baher Mohamed waren wegen angeblicher falscher Berichterstattung zugunsten der islamistischen Muslimbruderschaft zusammen mit vier weiteren Angeklagten zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Im Jänner entschied ein Kassationsgericht, der Prozess gegen alle Angeklagten solle neu aufgerollt werden.

Der Anklage zufolge sollen die Reporter heimlich und ohne Akkreditierung gearbeitet haben. Kairo betrachtet al-Jazeera als Sprachrohr der Regierung in Katar, wo der Sender seinen Sitz hat. Kairo wirft Katar vor, die Muslimbrüder zu unterstützen. Die Bewegung selbst wurde in Ägypten nach dem Sturz des aus der Muslimbruderschaft hervorgegangenen Präsidenten Mohammed Mursi als Terrororganisation eingestuft und verboten.

Saudi-Arabien: Bereits fünfte Hinrichtung seit Thronwechsel

Die saudi-arabische Justiz hat zum fünften Mal seit der Amtsübernahme von König Salman vor rund einer Woche ein Todesurteil vollstreckt. Nach offiziellen Angaben wurde heute ein verurteilter Mörder enthauptet. Die Hinrichtung erfolgte in der Stadt Medina im Westen des Landes.

Salman hatte nach dem Tod von König Abdallah in der Nacht zum 23. Januar den Thron bestiegen. Unter Abdallahs zehnjähriger Herrschaft waren zuletzt jährlich etwa 80, im vergangenen Jahr sogar 87 Todesurteile vollstreckt worden. Im Jahr 2010 hatte es noch 27 Hinrichtungen gegeben. Wegen der Exekutionen sieht sich Riad scharfer internationaler Kritik ausgesetzt.

OSZE: Separatisten ließen Ukraine-Gespräche scheitern

Nach dem erneuten Scheitern der Ukraine-Gespräche hat die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) den prorussischen Separatisten eine Blockadehaltung vorgeworfen. Statt über eine Feuerpause und den Abzug schwerer Waffen im Donbass zu sprechen, hätten die Aufständischen bei den Verhandlungen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk eine Revision bisheriger Vereinbarungen gefordert, teilte die OSZE heute mit.

Die Separatisten in Donezk und Lugansk hätten zudem nicht jene Vertreter nach Minsk entsandt, die persönlich eingeladen worden seien. So sei es gestern unmöglich gewesen, einen detaillierten Plan der Kontaktgruppe aus Vertretern der OSZE, Russlands und der Ukraine zu beschließen, kritisierte die Organisation in Wien.

„Friedensprozess in Gefahr“

Auch der Vizechef der ukrainischen Präsidialverwaltung, Waleri Tschaly, gab den Separatisten die Schuld am Scheitern der jüngsten Gespräche in Minsk. „Sie haben ultimative Forderungen gestellt. Leider ist der Friedensprozess in Gefahr“, teilte er in Kiew mit.

Die Separatisten wiesen die Vorwürfe zurück. Separatistensprecher Denis Puschilin beschuldigte die prowestliche Führung in Kiew, auf einer im September in Minsk festgelegten Pufferzone beharrt zu haben. Diese sei aber durch Gebietsgewinne der „Volkswehr“ jetzt überholt.

19 Tote bei Kämpfen

Bei heftigen Kämpfen in der Ostukraine wurden unterdessen nach Angaben von Regierung und Separatisten mindestens 19 Menschen getötet. Binnen 24 Stunden seien 13 Soldaten getötet und 20 weitere verletzt worden, sagte ein ukrainischer Militärsprecher heute. Bei Gefechten rund um die Rebellenhochburgen Lugansk und Donezk starben sechs Zivilisten.

Pfandflaschenaffäre: Vorwürfe gegen Netanjahus Ehefrau

Israels First Lady, Sara Netanjahu, muss sich gegen immer neue Vorwürfe verteidigen, sie sei raffgierig und führe einen verschwenderischen Lebensstil. Der Rechtsanwalt der Familie Netanjahu wies heute Berichte zurück, die Frau des Ministerpräsidenten habe jahrelang Tausende von Schekel für Flaschenpfand in die eigene Tasche gesteckt. Das Geld habe eigentlich dem Staat zugestanden, hieß es in den Berichten.

Netanjahus Anwalt sagte dem israelischen Rundfunk, es sei der Fahrer der Familie gewesen, der das Geld für eine „kleine Kasse“ gesammelt habe. Diese sei den Angestellten im Amtssitz von Netanjahu zugutegekommen.

Entscheidung über Untersuchung

Zipi Livni von der Mitte-links-Opposition warf Benjamin und Sara Netanjahu gestern vor, sie hätten binnen zwei Jahren 100.000 Schekel (umgerechnet rund 22.700 Euro) für Alkohol ausgegeben. Das Geld, das Netanjahu monatlich vertrinke, entspreche dem Durchschnittsgehalt eines Arbeiters in Israel, sagte Livni.

Israels Generalstaatsanwalt Jehuda Weinstein muss nun entscheiden, ob er angesichts der Vorwürfe eine Untersuchung einleitet. Netanjahu streitet alle Anschuldigungen mit dem Argument ab, seine Gegner wollten ihn so bei den Parlamentswahlen am 17. März „stürzen“.

Im vergangenen Monat musste er seine Frau bereits gegen Vorwürfe von Ex-Angestellten in Schutz nehmen. Diese beschuldigen die First Lady, sie mit Wutausbrüchen und übertriebenen Wünschen tyrannisiert zu haben - besonders unter Alkoholeinfluss.

Tausende bei Großkundgebung für freie Wahlen in Hongkong

Erstmals seit Wochen haben heute in Hongkong wieder Tausende Menschen für freie Wahlen demonstriert. Mit gelben Regenschirmen, dem Symbol der Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone, zogen sie langsam durch das Stadtzentrum, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

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Die Organisatoren des Marschs rechneten mit bis zu 50.000 Teilnehmern, von der Polizei lagen zunächst keine Schätzungen vor.

Die Demokratiebewegung fordert freie Wahlen in der ehemaligen britischen Kronkolonie und jetzigen chinesischen Sonderverwaltungszone. Die Regierung in Peking will zwar erlauben, dass die Bürger Hongkongs im Jahr 2017 erstmals den Verwaltungschef wählen, sie will die Kandidaten dafür aber selbst bestimmen.

Dagegen gab es in den vergangenen Monaten massive Proteste, die von Hongkong und Peking als illegal bezeichnet wurden. Über Wochen gab es im Zentrum Hongkongs zudem Protestlager, die aber von den Behörden nach und nach geräumt wurden.

Wirtschaft

Chinas Industrie schrumpft

Erstmals seit über zwei Jahren ist die chinesische Industrie zu Jahresbeginn wieder geschrumpft. Der offizielle Einkaufsmanager-Index sank im Jänner auf 49,8 Punkte, wie die Statistikbehörde heute bekanntgab. Damit lag der Index unter der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird.

Analysten hatten dagegen mit einem leichten Anziehen auf 50,2 von 50,1 Zählern im Dezember gerechnet. Zuletzt lag der Index im September 2012 auf dem Niveau von 49,8 Punkten. Noch niedriger war er nur im August 2012 mit 49,2 Zählern.

Vor wenigen Tagen räumte die chinesische Regierung ein, dass sich die chinesische Industrie steigendem Druck ausgesetzt sieht. Die Volksrepublik will ihre Industrie umbauen mit dem Ziel, höherwertige Produkte herzustellen. Dafür nimmt sie auch ein geringeres Wachstum in Kauf.

Das Bruttoinlandsprodukt der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt war im vergangenen Jahr mit 7,4 Prozent so langsam gestiegen wie seit 24 Jahren nicht mehr.

JPMorgan zahlt im Devisenskandal 99,5 Millionen Dollar

JPMorgan Chase zahlt im Rechtsstreit mit Investoren wegen Manipulationen auf dem Devisenmarkt 99,5 Millionen Dollar (88 Mio. Euro). Die gestern veröffentlichte Einigung muss noch von einem Gericht bestätigt werden und ist nicht mit einem Schuldeingeständnis verbunden.

Eine Stellungnahme des Geldhauses lag zunächst nicht vor. Bereits Anfang Jänner war bekanntgeworden, dass JPMorgan als erste der insgesamt zwölf betroffenen Banken eine Einigung erzielt habe. Die zu zahlende Summe war bisher nicht bekannt.

Händler der Banken sollen sich seit Anfang 2003 abgesprochen haben, um Devisenkurse zum Nachteil ihrer Kunden zu manipulieren. Dazu hätten sie Internetforen, Messaging-Dienste und E-Mails genutzt, um das WM/Reuters Fixing zu manipulieren. Zu den betroffenen Geldinstituten gehören unter anderen die Deutsche Bank sowie die Schweizer Geldhäuser Credit Suisse und UBS. Auf dem Devisenmarkt werden täglich rund fünf Billionen Dollar umgesetzt.

Sport

Super Bowl: Der Meister fordert die „Dynastie“

Heute treffen in der 49. Super Bowl die Seattle Seahawks auf die New England Patriots. Der regierende Meister visiert dabei in der Wüste von Arizona seinen zweiten Titel und damit den Beginn einer Dynastie an. New England will indes seinen Status als erfolgreichste Mannschaft des 21. Jahrhunderts aufleben lassen.

„Wir haben einen Plan zusammengestellt, der uns gefällt“, sagte Patriots-Quarterback Tom Brady, der mit zwei Legenden gleichziehen könnte. Seattle hält seine hervorragende Defensive dagegen. Vor allem Patriots-Tightend Rob Gronkowski gilt es dabei in den Griff zu bekommen.

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Ski-WM: Hosp peilt ihre achte Medaille an

Für Nicole Hosp ist die WM in Vail/Beaver Creek schon so etwas wie „Normalbetrieb“. Für die Tirolerin sind es bereits die siebenten Titelkämpfe, bei den vorangegangenen sechs hat sie insgesamt sieben Medaillen geholt. Nun soll die nächste her.

Möglichkeiten dazu hat Hosp im Super-G, der Kombination und dem Slalom, für die Abfahrt muss sie in die Qualifikation. „Ich weiß, was ich zu tun habe und auf was ich mich konzentrieren muss“, sagte die 31-Jährige über ihr Erfolgsrezept.

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Chronik

Lawine in Vorarlberg: Zweite Skifahrerin in Spital gestorben

Jene 32-jährige Frau, die am Samstag nach einem Lawinenabgang in Damüls von einer Skitourengruppe geborgen werden konnte, starb in der Nacht auf Sonntag im Krankenhaus Innsbruck. Ihr Ehemann war bereits gestern verstorben.

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Lawine auf Hochkar: Polizei sucht Zeugen

Nach dem gestrigen Lawinenabgang auf dem Hochkar (Niederösterreich) mit einer schwer verletzten Person sucht die Polizei nach Zeugen. Zwei andere Wintersportler dürften die Lawine ausgelöst haben.

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Acht Tote bei Lawinen in der Schweiz

Im Schweizer Kanton Graubünden riss gestern eine Lawine in 2.200 Metern Höhe drei Männer in den Tod. Vier weitere Menschen wurden schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht, wo zwei Frauen starben. Drei weitere Tote gab es im Berner Oberland und im Toggenburg.

In Deutschland waren bereits am Freitag bei zwei Lawinenabgängen auf dem Feldberg und auf dem nahe gelegenen Berg Herzogenhorn im Südschwarzwald ein 20 Jahre alter Mann und eine 58 Jahre alte Frau ums Leben gekommen.

Schiffsunglück vor Galapagosinseln: Umweltschäden drohen

Nach einem Schiffsunglück vor den Galapagosinseln fürchtet die Verwaltung des ecuadorianischen Nationalparks schwere Umweltschäden. Wie die Behörde gestern angab, strebt sie die Verhängung des Notstands an, um die Bergung der auf Grund gelaufenen „Floreana“ zu erleichtern. Das Schiff ist mit etwa 1.400 Tonnen Gütern, darunter Gefahrstoffe, beladen. Zudem wird das Auslaufen von Sprit befürchtet.

Die Verhängung des Notstands würde für „die notwendigen wirtschaftlichen Mittel“ zur Entladung und Bergung der „Floreana“ sorgen, gab die Verwaltung des Galapagos-Nationalparks an.

Die Inselgruppe im östlichen Pazifik etwa tausend Kilometer vom Festland entfernt ist Heimat zahlreicher bedrohter Tierarten und UNESCO-Weltkulturerbe. Das Schiffsunglück ist bereits der dritte vergleichbare Unfall in der Region binnen zwölf Monaten

Suche nach Opfern von AirAsia-Flug geht weiter

In der Javasee haben Dutzende Taucher gestern die Suche nach den Opfern des abgestürzten AirAsia-Flugzeugs fortgesetzt. „Wir hoffen, dass wir die restlichen Leichen finden werden“, sagte ein Koordinator der Rettungsarbeiten, S.B. Supriyadi.

„Das Wetter ist gut, und die Wellen sind nur drei Meter hoch.“ Sechs Boote seien in dem Suchgebiet im Einsatz. Die Taucher wollen auch im Wrack des Flugzeugs nach 86 noch vermissten Leichen suchen.

Die indonesischen Streitkräfte hatten ihre Bergungsaktion vor einigen Tagen beendet, die zivile Such- und Rettungsbehörde setzt den Einsatz nun in geringerem Umfang fort.

Ende Dezember ins Meer gestürzt

Der Airbus A320-200 der malaysischen Billigfluggesellschaft AirAsia war am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya auf der indonesischen Hauptinsel Java nach Singapur mit 162 Menschen an Bord ins Meer gestürzt. Die Suche nach den Insassen gestaltet sich wegen der rauen See und starken Strömungen aber schwierig.

Science

„Mutter der Pille“: Carl Djerassi ist tot

Sein Tätigkeitsfeld ist äußerst vielfältig gewesen: Als Chemiker erlangte Carl Djerassi Weltruhm, aber auch als Autor von Gedichten, Kurzgeschichten und Theaterstücken trat er in Erscheinung. Bis zuletzt war die „Mutter der Pille“, wie er einmal eine Autobiografie betitelte, kreativ tätig. In der Nacht auf gestern ist der in Wien geborene und von den Nationalsozialisten vertriebene Djerassi 91-jährig verstorben.

Mehr dazu in Chemiker und Autor mit Herzblut

Gesundheit

Kultur

„Schreiße“: Der Urschrei der Moderne

Mit „Merdre“ („Schreiße“), dem ersten Wort seines Theaterstücks „Ubu Roi“, hat der erst 23 Jahre alte Alfred Jarry bei der Uraufführung in Paris 1897 die Moderne eingeläutet. Fäkalsprache, bewusst eingesetzte Provokation, Gesellschaftskritik, Intellektualität und die Ablehnung jedweder Konvention ergaben eine explosive Mischung, von der die Kunstwelt teilweise noch heute zehrt.

Seiner Zeit um Jahrzehnte voraus, gerieten der 1907 verstorbene, von Anekdoten umrankte und als Exzentriker verschriene „Urvater der Moderne“ Jarry und seine Pataphysik zwischenzeitlich lange in Vergessenheit.

Mehr dazu in Provokationen, Skandale und die Kunst

Peter Handke mit Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis geehrt

Für sein Gesamtwerk hat der Schriftsteller Peter Handke den deutschen Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis erhalten.

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 1993 von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur vergeben. Sie soll die deutschsprachige Dramatik fördern und zählt zu den höchstdotierten Dramatikerpreisen Deutschlands. Ausgezeichnet wurden bisher unter anderem Rene Pollesch (2012), Roland Schimmelpfennig (2010) und Elfriede Jelinek (2003).

„Umstrittener und streitbarer Autor“

Handke sei ein renommierter Dramenautor, der mit seinen innovativen Stücken über Jahrzehnte hinweg die Bühnensprache in Deutschland und Österreich bereichert und verändert habe, hatte die Jury die Vergabe an den 72-Jährigen begründet.

Handke sei ein durchaus umstrittener und streitbarer Autor, dessen Engagement für Serbien und dessen Kritik an der Medienberichterstattung vehemente Debatten ausgelöst habe. Das schmälere aber seine Verdienste nicht.

Sundance: Preise für „Me & Earl & The Dying Girl“

Das Freundschaftsdrama „Me & Earl & The Dying Girl“ hat den Hauptpreis beim Sundance Film Festival gewonnen. Der Film des amerikanischen Fernseh- und Filmregisseurs Alfonso Gomez-Rejon handelt von einem Highschoolschüler (Thomas Mann), der sich mit einem leukämiekranken Mädchen (Olivia Cook) anfreundet. Das bewegende Drama gewann auch den Zuschauerpreis.

Die Auszeichnung für die beste Dokumentation ging an „The Wolfpack“. Darin zeichnet die New Yorker Regisseurin Crystal Moselle das Leben von sieben Geschwistern nach, die von ihren Eltern in New York von der Außenwelt isoliert großgezogen wurden. Die Preisträger wurden gestern Abend im Wintersportort Park City im US-Staat Utah bekanntgegeben.

Im vorigen Jahr hatte das Musikdrama „Whiplash“ die Auszeichnungen der Jury und der Zuschauer gewonnen. Der Film über einen jungen Schlagzeuger, der von einem Musiklehrer unter Druck gesetzt wird, ist jetzt für fünf Oscars nominiert, darunter als bester Film. Vor 31 Jahren hatte Hollywood-Star Robert Redford das inzwischen größte US-Festival der Independentszene ins Leben gerufen.

Ian McEwan führt ORF-Bestenliste im Februar an

Mit 40 Punkten schafft es der britische Starautor Ian McEwan mit seinem Justizroman „Kindeswohl“ auf den ersten Platz, gefolgt von „Die Flügel“, ein Familien- und Gesellschaftsporträt Mircea Cartarescus, das bereits zum dritten Mal Platz zwei belegt.

Mit derselben Punkteanzahl, jedoch neu auf der Bestenliste vertreten, ist ein Roman, der dieser Tage für Aufregung gesorgt hat: „Unterwerfung“ vom französischen Skandalautor Michel Houellebecq.

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„Drachenzähmen leicht gemacht“ räumt Zeichentrickpreise ab

Der DreamWorks-Zeichentrickfilm „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ ist der große Gewinner bei der diesjährigen Vergabe der Annie-Awards-Animationspreise. In der Nacht auf heute holte der Zeichentrickfilm sechs Trophäen, darunter als bester Film, für Regie und Musik. Das Werk ist in diesem Jahr auch unter den fünf Anwärtern für einen Zeichentrick-Oscar.

Als Stimmentalent wurde der britische Schauspieler Ben Kingsley (71) mit seiner Vertonung der Figur Archibald Snatcher in „Die Boxtrolls“ gefeiert.

Die Annie Awards für Film-, Fernseh- und Videospielproduktionen wurden in Los Angeles zum 42. Mal vergeben. Im vorigen Jahr holte „Die Eiskönigin - völlig unverfroren“ den Annie-Hauptpreis und danach auch den Oscar als bester Zeichentrickfilm.

Religion

Katholische Aktion ruft zu kritischem Umgang mit PEGIDA auf

Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) ruft dazu auf, sich mit den Schlagworten und Zielen der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) kritisch auseinanderzusetzen.

Mit Blick auf die erste PEGIDA-Kundgebung in Wien morgen Abend sagte KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer, mit unscharfen Schlagworten wie „Islamisierung“ und „Verteidigung des christlichen Abendlandes“ ließen sich zwar „Ängste schüren und Menschen für Demonstrationen mobilisieren“. Damit werde aber kein einziges der Probleme gelöst.

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Lifestyle

Leute

Miss-Marple-Darstellerin Geraldine McEwan gestorben

Die Miss-Marple-Darstellerin Geraldine McEwan ist tot. Sie sei im Alter von 82 Jahren nach einem im Oktober erlittenen Schlaganfall am Freitag friedlich eingeschlafen, teilte die Familie der Schauspielerin heute mit.

McEwan hatte die Gestalt der berühmten Hobbydetektivin aus der Feder von Romanautorin Agatha Christie in den Jahren 2004 bis 2009 für eine Serie des britischen Senders ITV gespielt. Der Erfolg ihrer berühmten Vorgängerin in der Rolle, der 1972 verstorbenen Margaret Rutherford, war ihr aber nicht beschieden.

McEwan hatte erfolgreich auch in Kinofilmen mitgewirkt und Theater gespielt. 1991 war sie an der Seite von Kevin Costner in der Robin-Hood-Verfilmung „König der Diebe“ zu sehen. Ehrungen der britischen Krone lehnte sie stets ab - unter anderem, als sie 2002 als „Dame“ die höchste Auszeichnung der Queen entgegennehmen sollte.