Ausland

China reagiert gelassen auf Trumps Taiwan-Telefonat

Chinas Regierung rechnet nach eigenem Bekunden nicht damit, dass der künftige US-Präsident Donald Trump einen historischen Schwenk in der Taiwan-Politik seines Landes vollzieht. Außenminister Wang Yi reagierte heute demonstrativ gelassen auf ein Telefonat Trumps mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen vom Vorabend, das einen Bruch mit jahrzehntelangen politischen Traditionen in Washington bedeutet.

„Das ist ein kleiner Vorstoß der taiwanesischen Seite“, sagte Wang nach Angaben des in Hongkong ansässigen Senders Phoenix Cable TV bei einem außenpolitischen Seminar. „Ich glaube nicht, dass das etwas ändert an der Ein-China-Politik, die die US-Regierung seit vielen Jahren unterstützt.“ Diese sei die Basis für die gute Entwicklung der Beziehungen zwischen Peking und Washington. „Wir hoffen, dass dieses politische Fundament nicht erschüttert oder gefährdet wird“, wurde Wang zitiert.

Insider: Der Folgen bewusst

Trump hatte als erster neu gewählter US-Präsident seit Jahrzehnten mit einem Präsidenten Taiwans telefoniert - denn Washington pflegt seit 1979 keine diplomatischen Beziehungen zu Taipeh mehr, und China betrachtet die Insel als abtrünnige Provinz, nicht als souveränen Staat.

Trump und sein Team legten zwar Wert auf die Feststellung, dass Präsidentin Tsai Ing-wen ihn angerufen habe und nicht umgekehrt. Allerdings ließen Vertraute des Republikaners durchblicken, dass er sich der Folgen dieses heiklen Gesprächs im Vorfeld völlig bewusst gewesen sei.

Wegen des Drucks aus Peking trauen sich nur wenige Staaten, Taiwan als souveränen Staat anzuerkennen. Wer es dennoch tut, setzt dafür seine diplomatische Beziehungen zu Peking aufs Spiel.

Syrische Armee erobert weiteren Bezirk in Aleppo

Bei ihrer Großoffensive auf Aleppo hat die syrische Armee nach Angaben von Aktivisten ein weiteres Viertel von den Rebellen erobert. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute mitteilte, übernahmen die Soldaten und verbündete Kräfte über Nacht die Kontrolle über den Bezirk Tarik al-Bab.

Damit befinden sich der Organisation zufolge nun 60 Prozent des Ostens der Stadt wieder in den Händen der Regierung. Die syrische Metropole Aleppo war seit 2012 in einen von den Aufständischen gehaltenen Osten und einen von der Regierung kontrollierten Westen gespalten.

Zehntausende auf der Flucht

Mitte November startete die syrische Führung eine Großoffensive, um die Stadt vollständig zurückzuerobern. Der Kampf um Aleppo gilt als entscheidend für den weiteren Verlauf im syrischen Bürgerkrieg.

Die Kämpfe trieben in den vergangenen Tagen Zehntausende Menschen aus Ost-Aleppo in die Flucht. Seit Mitte November wurden zudem nach Angaben der Beobachtungsstelle über 300 Zivilisten in Aleppo bei Angriffen getötet. Die oppositionsnahe Organisation ist in Syrien breit vernetzt, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite aber kaum überprüfbar.

„Spiegel“: Deutschtests größte Hürde für BKA-Job

Weil Bewerber reihenweise den hauseigenen Deutschtest vermasselt haben, kann das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) einem „Spiegel“-Bericht zufolge viele Stellen nicht besetzen. Eigentlich sollten 120 der in diesem Jahr neu geschaffenen 317 Stellen an Kommissarsanwärter vergeben werden, wie das Magazin unter Berufung auf den Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) berichtet. Doch nur 62 hätten ihre Ausbildung beim BKA angetreten.

Als Hauptgrund nannte der BDK-Vorsitzende Andre Schulz den Rechtschreibtest im Aufnahmeverfahren, an dem die meisten Bewerber trotz Matura scheitern würden. „Die Hürden bei der Aufnahmeprüfung wurden schon in den vergangenen Jahren bei der Polizei in den Ländern und beim Bund gesenkt: Sei es beim Mindestalter, bei der Mindestgröße oder beim Sporttest“, sagte Schulz dem „Spiegel“.

„Modernisierung“ soll helfen

„Wenn nun auch der Deutschtest reduziert oder gar abgeschafft wird, muss man sich schon fragen, was mit unserem Bildungssystem nicht in Ordnung ist.“

Eine Abschaffung scheint zwar nicht bevorzustehen, wohl aber eine Änderung im Testverfahren. Zwar teilte das deutsche Innenministerium dem Bericht zufolge auf Anfrage mit, es werde an den Sprachtests festhalten. Allerdings sollten die Anforderungen im nächsten Jahr „modernisiert“ werden.

EU-Anti-Terror-Beauftragter warnt vor Anschlägen

Der EU-Anti-Terror-Beauftragte Gilles de Kerchove warnt vor einer wachsenden Anschlagsgefahr in Europa. „Ich sehe jetzt ein steigendes Risiko für Anschläge“, sagte De Kerchove der „Welt“ (Samstag-Ausgabe). Je mehr die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak zurückgedrängt werde, desto wahrscheinlicher sei es, „dass die Terrororganisation durch Anschläge zeigen will, dass sie noch am Leben ist und weiterhin eine Rolle spielt“.

„Gefahr durch rückkehrende Kämpfer“

„Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass es nach dem Fall der Städte Mossul und al-Rakka zu einer verstärkten Rückkehr von europäischen Kämpfern aus den IS-Kampfgebieten kommen kann“, sagte der Anti-Terror-Beauftragte. „Ebenso dürften Dschihadisten aus Syrien und dem Irak dann verstärkt versuchen, im Flüchtlingsstrom nach Europa zu kommen.“

Es sei dringend ein gesamteuropäischer Ansatz im Umgang mit ausländischen Kämpfern nötig, die nach Europa zurückkämen. Nötig seien eine einheitliche Risikobewertung von Rückkehrern, schnellerer Zugang zu den Kommunikationsnetzen der Terroristen und eine bessere Beweissicherung.

Auch Europol warnte

De Kerchove warnte auch vor einer gewachsenen Terrorgefahr durch Menschen, die bisher nicht für den IS gekämpft haben: „Nach unseren Erkenntnissen hat der IS auch dazu aufgerufen, nicht mehr in die Kampfgebiete zu kommen, sondern in Europa zu kämpfen.“ Erst gestern hatte Europol vor IS-Anschlägen in Europa gewarnt. Dabei könnten auch Autobomben zum Einsatz kommen, erklärte die europäische Polizeibehörde in Den Haag.

Hofburg-Wahl

Farage: Austrittsreferendum nach Hofer-Sieg

Der „Brexit“-Wortführer und Ex-UKIP-Chef Nigel Farage rechnet mit einem EU-Austrittsreferendum in Österreich nach einem Wahlsieg von FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer. „Hofer wird verlangen, dass Österreich ein Referendum über seine Mitgliedschaft in der Europäischen Union abhält“, sagte Farage laut der Zeitung „Washington Examiner“ dem TV-Sender Fox News gestern (Ortszeit).

„Ich würde mein Geld darauf setzen, dass Hofer von der FPÖ diese Wahl gewinnt“, sagte der britische Rechtspopulist dem Fox-News-Moderator Sean Hannity. Farage erläuterte den US-Fernsehzuschauern, dass der österreichische Bundespräsident zwar „nicht sehr viele exekutive Befugnisse hat, aber trotzdem sehr wichtig ist“.

„Politische Revolution“

Österreich werde morgen nach Großbritannien und den USA das nächste westliche Land sein, dessen Bürger gegen die Regierung aufbegehren, betonte Farage. Er spielte damit auf das britische Votum für einen EU-Austritt im Juni und den Sieg des Rechtspopulisten Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl im November an.

„Ich sehe 2016 als Jahr einer politischen Revolution. Zwei Revolutionen, eine im Vereinigten Königreich, eine in den USA. Es geht um die nationalstaatliche Demokratie, das Wiedererlangen der Kontrolle über unser Leben und unsere künftige Ausrichtung.“

Hofer und Van der Bellen im Facebook-Vergleich

Im eigenen Facebook-Newsfeed werden hauptsächlich Posts und Nachrichten angezeigt, die dem eigenen Interesse und dem eigenen Weltbild entsprechen. [M]eins hat ein Tool entwickelt, das helfen soll, aus der eigenen Meinungsbubble auszubrechen: Auf der einen Seite werden Postings von Alexander Van der Bellen und grünen Facebook-Seiten angezeigt - auf der anderen Seite Postings von Norbert Hofer und freiheitlichen Facebook-Seiten. Die Benutzer können zwischen verschiedenen Themenbereichen wechseln und vergleichen. Die Posts werden anhand von Schlagwörtern den Themen automatisch zugeordnet.

Mehr dazu in meins.ORF.at

Platter und Wallner kritisieren Wahlkampfstil

Kritik am Wahlkampf für die Wiederholung der Bundespräsidentenstichwahl haben gestern beim Europäischen Mediengipfel am Arlberg die Landeshauptleute von Tirol und Vorarlberg, Günther Platter und Markus Wallner (beide ÖVP), geübt. Er sei oft „unter der Gürtellinie“ verlaufen, so Platter. Wallner meinte, die diskutierten Themen hätten mit dem Bundespräsidentenamt zum Teil nichts zu tun gehabt.

Kritik an Verhalten in TV-Diskussion

So hätten die Kandidaten, der von den Grünen unterstützte Alexander Van der Bellen und der FPÖ-Politiker Norbert Hofer, beispielsweise in der ORF-Diskussion am Donnerstag den Eindruck vermittelt, als würden sie „den Bundeskanzler ersetzen, den Außenminister ersetzen, die Wirtschaft ersetzen.“

Das widerspreche dem tatsächlichen Profil des Bundespräsidenten. Zudem verstehe der Großteil der Bevölkerung nicht, warum die Stichwahl überhaupt wiederholt habe werden müsse, so Wallner. Urteile des Höchstgerichts seien aber natürlich zu respektieren.

Wallner kann sich „deutsches Modell“ vorstellen

Platter regte bei dem Podiumsgespräch in St. Christoph an, die medialen Formate (Stichwort TV-Diskussionen) im Wahlkampf dahingehend zu überdenken, ob sie der Würde des Amtes des Bundespräsidenten angemessen seien. Wallner dachte sogar an, ob unter diesen Umständen „das deutsche Modell“ nicht besser sei.

Wie unaufgeregt dort ein Bundespräsident ausgewählt werde, sei vorbildhaft. In Deutschland wird der Bundespräsident von der Bundesversammlung und nicht direkt vom Volk gewählt.

Niedrigere Wahlbeteiligung als im Mai erwartet

Der lange Wahlkampf, die allgemeine Wahlmüdigkeit und der ungünstige Wahltermin dürften die Beteiligung bei der Wiederholung der Hofburg-Stichwahl niedriger ausfallen lassen als bei der aufgehobenen Stichwahl im Mai.

„Dass die Wahlbeteiligung sinkt, hat primär mit dem endlosen Wahlkampf und letztlich auch mit dem Termin mitten im Advent zu tun“, sagte dazu der Chef des Markt- und Meinungsforschungsinstituts OGM, Wolfgang Bachmayer. Der Meinungsforscher geht deshalb „auf jeden Fall“ von einer niedrigeren Beteiligung als im Mai aus. Damals lag diese bei 72,65 Prozent.

Der Politikberater Thomas Hofer erwartet darüber hinaus einen negativen Einfluss durch die jüngsten Kontroversen zwischen den Präsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer. „Die Wahlbeteiligung hat man mit dieser Vorstellung nicht gerade nach oben getrieben“, meinte der Politikberater im ORF-Radio im Hinblick auf das letzte TV-Duell zwischen dem ehemaligen Grünen-Chef und dem FPÖ-Kandidaten.

Viele ORF-Zusatzangebote am Wahlsonntag

Hochrechnungen, Ergebnisse, Interviews und Analysen - mit den ORF-Angeboten und Sonderservices von ORF.at soll der Ausgang der wiederholten Präsidentschaftsstichwahl noch übersichtlicher werden. Um die Stichwahl live mitverfolgen zu könne, um die Orientierung über den Wahlausgang zu erleichtern und neue Perspektiven zu eröffnen, bietet ORF.at einige Zusatzservices.

In all seinen Medien hat der ORF am Sonntag einen großen Wahlschwerpunkt. Die „Wahl ’16“-Liveberichterstattung in ORF2 beginnt um 16.30 Uhr und geht bis 22.50 Uhr. ORF eins blickt bereits am Nachmittag und im Verbund mit news.ORF.at/beingpresident mit einem Facebook-Livestream hinter die Kulissen des Wahltages und in die Zentralen der beiden Teams. Alle Radiosender und auch der Teletext werden Wahlspecials präsentieren - mehr dazu in tv.ORF.at.

Die Inhalte der Wahlsite sind auch in der ORF.at-Wahlapp verfügbar, die kostenlos für iOS und Android heruntergeladen werden kann.

Der Wahlsonntag in ORF.at

ORF.at baut seine Wahltagsberichterstattung auf fünf Säulen auf:

  • einem Liveticker ab 16.40 Uhr mit dem aktuellen ORF2-TV-Stream und zahlreichen Bild-, Video- und Social-Elementen
  • dem umfangreichen Ergebnisteil mit Hochrechnungen und den vorliegenden Urnenwahlergebnissen nach Einlangen bis auf Gemeindeebene, dazu zahlreichen Analysekarten
  • einem Blick hinter die Kulissen des Wahltages und -abends über news.ORF.at/beingpresident im Verbund mit ORF eins Info
  • einem ORF.at-Chatbot zur Wahl
  • und der großen Wahldebatte in debatte.ORF.at

So funktioniert der ORF.at-Wahlbot

Der ORF.at-Wahlbot für Facebook Messenger bietet aktuelle Infos am Desktop und auf dem Smartphone - und so geht es.

Experimenteller Wahlbot

Mit dem experimentellen ORF.at-Wahlbot für Facebook Messenger lässt sich das Ergebnis jeder Gemeinde vormerken. Sobald das Ergebnis vorliegt, wird es sofort in den Chat geliefert. Im Dialog mit dem Bot lassen sich auch die neuesten Hochrechnungen abonnieren und Beiträge auf der ORF-Wahlsite abrufen.

Hochrechnungen als Browser-Kurzmeldung

Sie brauchen nur die aktuellste Hochrechnung, um auf dem neuesten Stand zu bleiben? Melden Sie sich bei unserem Benachrichtigungssystem an und lassen Sie sich stets den neuesten Trend auf Desktop- und Mobilbrowser liefern. Der Dienst funktioniert derzeit mit Google Chrome und Chromium ab Version 42 unter Windows, Mac OS und Linux sowie auf Android.

Inland

Oberösterreichs Ärzte fürchten um Praxen vor Ort

Wenig besinnlich geht es derzeit zwischen Ärztevertretern und der Politik zu. Mit einem neuen Gesetz sollen neben niedergelassenen Ärzten auch Versorgungszentren entstehen. Ärztevertreter kündigen einen Aktionstag an. Oberösterreichs Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser: „Ich glaube, der Patient oder die Patientin wünscht sich den Arzt vor Ort, und nicht in großen Gesundheitszentren.“

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Sport

Fußball: Barca im „Clasico“ unter Zugzwang

Heute Nachmittag steht Spaniens La Liga einmal mehr im Bann des Prestigeduells zwischen Barcelona und Real Madrid. Beim 265. Duell der beiden Erzrivalen vor knapp 100.000 Zuschauern im Camp Nou stehen die Vorzeichen im Vergleich zu den vergangenen Jahren allerdings anders. Während das „Weiße Ballett“ entspannt in das Spiel gehen kann, braucht Barca unbedingt einen Sieg. „Sie haben den Luxus, dass sie verlieren könnten, den haben wir nicht“, betonte Gerard Pique. „Wenn wir verlieren, werden die Dinge noch komplizierter.“

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Ski alpin: Stuhec rast in Lake Louise zu Premierensieg

Das erste Speed-Rennen der WM-Saison hat mit einer faustdicken Überraschung geendet. Die Slowenin Ilka Stuhec raste gestern bei der ersten von zwei Abfahrten im kanadischen Lake Louise zu ihrem ersten Sieg im Weltcup.

Auch auf den weiteren Podestplätzen landeten mit der Italienerin Sofia Goggia und Kajsa Kling aus Schweden Läuferinnen, die nicht zum engsten Favoritenkreis gezählt hatten. Für Österreichs Damen endete der Speed-Auftakt enttäuschend, einzig Stephanie Venier schaffte es in die Top Ten.

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Erste Liga: LASK überwintert an Tabellenspitze

Der LASK geht als Spitzenreiter der Ersten Liga in das Frühjahr. Die Linzer setzten sich heute in der 20. und letzten Runde des Kalenderjahres 2016 im Derby gegen Blau Weiß klar mit 4:0 durch und überwintern drei Punkte vor dem FC Liefering und vier Zähler vor Aufstiegsrivalen Austria Lustenau.

Die Vorarlberger leisteten dem LASK mit einer Last-Minute-Niederlage gegen den SV Horn unfreiwillig Schützenhilfe.

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Football Leaks: Schmutzige Fußballgeschäfte enthüllt

Mehrere europäische Medien des Recherchenetzwerks European Investigative Collaborations (EIC), darunter die österreichische Wochenzeitung „Falter“, haben 18,6 Millionen Dokumente zu Geldgeschäften im europäischen Fußball ausgewertet. Darunter sind Originalverträge von Spielern samt geheimen Nebenabsprachen und Dokumente über mutmaßliche Steuervermeidung.

Involviert ist unter anderen der portugiesische Superstar Cristiano Ronaldo, der laut EIC-Recherchen Millionen über eine Briefkastenfirma in die Karibik schleuste. Weitere prominente Betroffene sind der Trainer von Manchester United, Jose Mourinho, und der deutsche Fußballstar Mesut Özil.

„Falter“: Auch österreichische Namen in Dateien

Der „Falter“ fand eigenen Angaben zufolge auch einige österreichische Namen in den Dateien. Man werde in den kommenden Wochen „von einem der umstrittensten Fußballinvestoren, der von Wien aus arbeitet, bis zu den kuriosen Vertragsdetails mancher Bundesligastars“ berichten, kündigte das Blatt online an.

Grundlage der EIC-Recherchen ist ein riesiger Datensatz von insgesamt 1,9 Terabyte, der von der Enthüllungsplattform Football Leaks zur Verfügung gestellt wurde. An der Auswertung waren in den vergangenen sieben Monaten rund 60 Journalisten des EIC beteiligt.

Wirtschaft

Trading-Apps verkaufen Glücksspiel als Geldanlage

„Jeder kann ein Börsenhändler werden. Schnell und einfach im Internet.“ So oder ähnlich werben Trading-Apps wie „24option.com“ oder „BDSwiss“ um neue Kunden. Die Zauberformel lautet: Termingeschäfte mit binären Optionen. Der Begriff soll wohl nahelegen, dass es hier um ein echtes Finanzprodukt geht. In Wirklichkeit steckt dahinter ein simples Glücksspielsystem.

Mehr dazu in help.ORF.at

USA erlauben mehr Flüge von Billigflieger Norwegian Air

Auf den Flugrouten zwischen Europa und den USA bahnt sich ein neue Preisschlacht an. Das Verkehrsministerium in Washington erteilte gestern der irischen Tochter des Billigfliegers Norwegian Air Shuttle die Landerechte. Aufgrund der Gesetze und der bilateralen Verpflichtungen sei es unmöglich gewesen, den Antrag abzulehnen, erklärte das Ministerium.

Norwegian bietet zwar bereits Transatlantikflüge an. Weil Irland aber anders als Norwegen EU-Mitglied ist, kann das Unternehmen künftig auf viel mehr Linien fliegen. So sind Flüge zwischen Irland und den USA geplant. Von der Entwicklung könnten Urlaubsreisende wegen niedrigeren Preisen profitieren.

Fluggesellschaften und Gewerkschaften in den USA hatten dagegen beklagt, Norwegian zahle zu niedrige Gehälter und untergrabe Arbeitsstandards. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

Chanel macht gegen Bahnprojekt in Frankreich mobil

Der französische Luxuskonzern Chanel macht gegen ein Projekt der Staatsbahn SNCF mobil. Um die Strecke an der Riviera zu entlasten, könnte eine neue Schnellzugsverbindung gebaut werden - just in der Gegend, in der Chanels Jasminblüten blühen. Diese sind essenziell für die Produktion des berühmten Dufts No. 5. Der Konzern, der um seine Parfumherstellung bangt, wirft sein Gewicht in die Waagschale und droht mit Abwanderung.

Mehr dazu in Baupläne stören Luxuskonzern

Chronik

Kolumbianer erwiesen Absturzopfern die letzte Ehre

Hunderte Menschen haben in Kolumbien den Opfern des Flugzeugabsturzes die letzte Ehre erwiesen, bei dem am Montagabend 71 Menschen getötet wurden. Die Särge mit den Todesopfern wurden gestern (Ortszeit) zum Flughafen von Rionegro im Nordwesten des Landes gebracht. Entlang der Straße zum Flughafen standen viele Menschen mit Blumen, weißen Luftballons und oft auch der kolumbianischen Fahne.

Särge am Flughafen Rionegro in Kolumbien

APA/AFP/Raul Arboleda

Von Rionegro aus wurden die Todesopfer in verschiedenen Flügen in ihre jeweilige Heimat überführt, die meisten von ihnen nach Brasilien: An Bord der Unglücksmaschine hatte sich unter anderem fast die gesamte Mannschaft des brasilianischen Fußball-Erstligisten Chapecoense befunden. „Wir wollen jetzt vor allem unsere Freunde und unsere Brüder mit nach Hause nehmen“, sagte Roberto Di Marche. „Das Warten war das Allerschlimmste“, fügte der Cousin eines der getöteten Spieler hinzu.

Gedenkfeier in Heimatstadt

In der Clubheimatstadt Chapeco im Süden Brasiliens soll heute eine Gedenkfeier für die Todesopfer stattfinden. Zu ihr werden hunderttausend Menschen erwartet, das ist die Hälfte der Einwohner.

Die Ursache für den Flugzeugabsturz ist noch immer unklar. Die Chartermaschine vom Typ British Aerospace 146 war mit 77 Menschen an Bord in den Bergen im Nordwesten Kolumbiens abgestürzt. Als wahrscheinlichste Ursache gilt derzeit Treibstoffmangel.

Kolumbianische Medien veröffentlichten den Mitschnitt eines Funkspruchs, mit dem der Pilot der Unglücksmaschine den Kontrollturm am Flughafen alarmierte. „Flug Lamia 2933 hat Totalversagen, totales elektronisches Versagen, kein Treibstoff“, sagt Pilot Miguel Quiroga den Berichten zufolge kurz vor dem Absturz.

13 Tote bei Waldbränden im US-Bundesstaat Tennessee

Bei den schweren Waldbränden im US-Bundesstaat Tennessee sind inzwischen mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Zwölf Personen seien direkt durch die Katastrophe getötet worden, eine weitere sei auf der Flucht vor den Flammen durch einen Herzinfarkt gestorben, teilte der Bürgermeister von Sevier County gestern mit.

Der Bezirk umfasst die Kleinstadt Gatlinburg, die von den Bränden erreicht worden war. Nach den Angaben von Bürgermeister Larry Waters wurden rund tausend Häuser beschädigt. Tausende Menschen wurden US-Medienberichten zufolge vor den Feuern in der beliebten Urlaubsregion in Sicherheit gebracht.

Feuerwehrmänner bei einem niedergebrannten Haus in Gatlinburg (US-Bundesstaat Tennessee)

Reuters/Tennessee Highway Patrol

Gatlinburg ist ein Ausgangspunkt für Touren in den meistbesuchten Nationalpark in den USA. Im Great-Smoky-Mountains-Nationalpark wurden alle Parkanlagen und viele Wanderwege geschlossen. Die durch starken Wind angeheizten Brände bedrohten auch den Freizeitpark Dollywood, der von Countrystar Dolly Parton gegründet wurde. Der Park wurde vorübergehend geschlossen.

Kultur

UNESCO will Hilfsfonds für gefährdete Kulturgüter

Mit einem Hilfsfonds und Asyl für gefährdete Kulturgüter in Konfliktgebieten wollen die UNESCO-Mitgliedsstaaten der Zerstörung und Plünderung von Kulturstätten entgegenwirken. Vertreter aus rund 40 Ländern, darunter mehr als ein Dutzend Staats- und Regierungschefs, Experten und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, berieten gestern bei einer Konferenz in Abu Dhabi.

Unter anderem sprachen sie über einen Hilfsfonds von 100 Millionen Dollar (94 Millionen Euro) und ein internationales Netzwerk von Stätten zur Zwischenlagerung bedrohter Kulturschätze. „Der Schutz von Kulturerbe ist untrennbar vom Schutz menschlichen Lebens“, sagte die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova. Zerstörungen und Plünderungen im Namen von Religion seien „Kriegsverbrechen“ und „kulturelle Säuberung“.

Aufbau von „Netz an Zufluchtsorten“

Die Konferenz endet heute im Beisein von Frankreichs Staatspräsidenten Francois Hollande. Paris sagte bereits 30 Millionen Dollar für den Schutzfonds zu.

Geplant ist einem Entwurfspapier zufolge die Einrichtung einer „Stiftung nach Schweizer Recht“. Eine solche Stiftung könnte ab kommendem Jahr in Genf angesiedelt werden. Außerdem soll bei der Konferenz über ein „internationales Netz von Zufluchtszonen“ für Kulturgüter diskutiert werden.

Religion

Leute

Phil-Collins-Autobiografie: Ex-Frau will klagen

Der britische Sänger Phil Collins (65) hat Ärger mit seiner Ex-Frau Andrea Bertorelli. Sie gehe gerichtlich gegen die im Oktober erschienene Autobiografie des Musikers vor, kündigte Bertorelli, Collins’ erste Frau, gestern in britischen Medien an.

Sie sei schon häufiger als Familienzerstörerin und schlechte Mutter dargestellt worden. Collins neuestes Buch „Not Dead Yet“ (deutscher Titel: „Da kommt noch was“) habe aber mit falschen Darstellungen das Fass zum Überlaufen gebracht. Eine Stellungnahme von Collins’ Management war zunächst nicht zu erhalten.

Das Paar hatte 1975 geheiratet, die Ehe hielt aber nur fünf Jahre. Collins war dreimal verheiratet und lebt inzwischen wieder mit seiner dritten Frau Orianne zusammen. Er wurde in den 80er Jahren mit der Band Genesis berühmt und verkaufte mehr als 250 Millionen Platten.

Panorama

Frau brachte Buch mit 63 Jahren Verspätung zurück

Eine britische Pensionistin hat ihrer früheren Schulbibliothek nach 63 Jahren ein Buch zurückgebracht. Sie hatte die „Reise mit einem Esel durch die Cevennen“ von Robert Louis Stevenson beim Aufräumen in ihrem Haus gefunden, wie die Bücherei gestern mitteilte.

Keine Gebühren fällig

Laut Stempel hätte das Werk allerdings bereits 1953 an die North Walsham High School im englischen Norfolk zurückgegeben werden müssen. Die Frau hatte Glück: Die Schule berechnet keine Gebühren für überzogene Leihfristen. „Die Dame, die das Robert-Louis-Stevenson-Buch zurückgab, entschuldigte sich, dass sie es nicht früher zurückgebracht habe - aber besser spät als nie“, sagte Bibliothekarin Liz Sawyer.

Laut dem Guinness Buch der Rekorde liegt die bisher höchste Strafgebühr für ein verspätet zurückgegebenes Buch bei umgerechnet 323 Euro. Dabei handelte es sich um ein 47 Jahre überfälliges Werk, dass die Tochter des Ausleihers 1955 an eine Bücherei im US-Staat Illinois zurückgab.

Gesundheit