Ausland

Libyen: Großbritannien schließt Botschaft

Angesichts der Kämpfe in Libyen schließt Großbritannien vorübergehend seine Botschaft in dem Land. Geplant sei, ein Behelfsbüro in Tunesien einzurichten, schrieb Botschafter Michael Aron am späten gestrigen Abend beim Kurznachrichtendienst Twitter. Die Vertretung in Libyen werde wiedereröffnet, sobald es die Lage erlaube.

Kämpfe zwischen Milizen aus Al-Zintan und Misrata um den Flughafen der Hauptstadt Tripolis hatten vor etwa drei Wochen eine dramatische Verschlechterung der Sicherheitslage in dem nordafrikanischen Land nach sich gezogen. Die meisten ausländischen Diplomaten - auch aus Österreich - haben inzwischen das Land verlassen.

In dieser schwierigen Situation will sich am Samstag erstmals das neu gewählte Parlament treffen. Die Sitzung wird aus Sicherheitsgründen aber nicht in Tripolis oder - wie ursprünglich geplant - in Benghazi einberufen, sondern in der Hunderte Kilometer östlich gelegenen Stadt Tobruk. Offiziell übernimmt das 200-köpfige Parlament laut lokalen Medienberichten aber erst am Montag die Legislativrechte.

Erste Sitzung des neuen Parlaments in Libyen

Im Krisenland Libyen kommt heute ein neu gewähltes Parlament zu seiner ersten Sitzung zusammen. Wegen der andauernden Kämpfe in Tripolis und Bengasi treffen sich die Abgeordneten in der Hunderte Kilometer weiter östlich gelegenen Stadt Tobruk. Offiziell übernimmt das 200-köpfige Parlament laut lokalen Medienberichten aber erst am Montag die Legislativrechte.

Bei der Wahl Ende Juni waren nur unabhängige Kandidaten und keine Parteilisten erlaubt, um politische Machtkämpfe einzuschränken. Deshalb wird sich erst nach der Bildung von Fraktionen genau zeigen, welche politische Strömung wie stark vertreten ist. Es ist erst das zweite Parlament in Libyens Geschichte, das nun - drei Jahre nach dem Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi - gesetzgeberisch tätig werden will.

Angesichts des Machtvakuums werden die Kämpfe unterdessen immer heftiger. Diverse Verbände der libyschen Armee, Stadt- und Stammesmilizen, Liberale und Islamisten: Bei einer Vielzahl von bewaffneten Gruppen bekriegen sich all jene, die einst Machthaber Gaddafi gestürzt haben, nun gegenseitig. Und die meisten Milizen werden von der Regierung sogar finanziell unterstützt.

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Obama bezeichnet CIA-Folter nach 9/11 als Fehler

US-Präsident Barack Obama hat die Folter von Terrorverdächtigen durch den Geheimdienst CIA nach den Angriffen vom 11. September 2001 als Fehler bezeichnet. „Wir haben einige Dinge gemacht, die falsch waren“, sagte Obama gestern in Washington. „Wir haben einige Leute gefoltert.“

Die CIA selbst sprach stets von „erweiterten Verhörmethoden“. Seine Regierung habe Teile eines Geheimberichts des US-Senats über die Handlungen zur Veröffentlichung freigegeben, sagte Obama. Dem Schritt war ein jahrelanger Streit über das Papier vorausgegangen.

Zu den zwischen 2002 und 2009 eingesetzten Methoden gehörten Dunkelhaft, Schlafentzug und simuliertes Ertränken. Obama hatte das bereits kurz nach seinem Amtsantritt 2009 ausdrücklich als Folter bezeichnet. Sein Vorgänger George W. Bush hatte dagegen stets bestritten, dass es sich um Folter gehandelt habe.

Menschenrechtsbeobachter: Über 5.000 Tote im Juli in Syrien

Im Bürgerkriegsland Syrien sind laut Aktivisten im Juli mehr als 5.000 Menschen getötet worden. Unter den genau 5.340 Toten seien 225 Kinder, teilte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London gestern mit.

Die regierungstreuen Kräfte mussten ebenfalls große Verluste hinnehmen: Ihr Anteil an den Opfern der Kämpfe stieg mit 38 Prozent auf einen neuen Höchststand.

Die Menschenrechtsbeobachter dokumentieren seit Beginn des Aufstands gegen Präsident Baschar al-Assad mit Hilfe von Aktivisten im Land die Zahl der Toten und Verletzten. Schätzungen zufolge hat der Konflikt seit März 2011 mehr als 170.000 Menschen das Leben gekostet.

53 Tote bei Kämpfen und Anschlägen im Irak

Bei Gefechten und Anschlägen sind gestern im Irak zahlreiche Menschen getötet worden. Bei zweistündigen Kämpfen mit Rebellen in der Stadt Dschurf al-Sachar habe es in den Reihen der Armee mindestens 17 Tote gegeben, erklärten Vertreter der Streitkräfte und der Rettungskräfte.

Zudem seien 23 Kämpfer der dschihadistischen Gruppe Islamischer Staat (IS) getötet worden. Dschurf al-Sachar liegt am Euphrat 70 Kilometer südlich der Hauptstadt Bagdad. Die Stadt liegt zwischen den Hochburgen der Sunniten und den heiligen schiitischen Städten Nadschaf und Kerbala.

Zuvor hatte es bei Bombenanschlägen in Bagdad mindestens zehn Tote gegeben. Allein bei der Explosion einer Autobombe in dem schiitischen Stadtteil Sadr City wurden sieben Menschen in den Tod gerissen und 21 weitere verletzt, wie Polizei und Ärzte mitteilten. Drei weitere Menschen starben, als nahe dem zentralen Cholani-Platz mehrere Bomben rund um eine schiitische Moschee explodierten.

1.670 Tote im Juli

Die Regierung teilte mit, im Juli hätten fast 1.670 Zivilisten und Sicherheitskräfte bei Anschlägen und Gefechten den Tod gefunden. Darunter befänden sich 1.401 Zivilisten, 185 Soldaten und 85 Polizisten. Die Opfer aufseiten der Rebellen waren darin nicht enthalten, zu den Zivilisten wurden auch schiitische Milizionäre gezählt. Die Zahl lag etwas niedriger als im Juni, als die Opferzahl einen Rekordwert für diesen Monat erreicht hatte.

Erdogan verhöhnt „unpatriotischen“ Rivalen

Auf der Zielgeraden zur türkischen Präsidentschaftswahl am 10. August hat der Favorit, Regierungschef Recep Tayyip Erdogan, seinem schärfsten Konkurrenten mangelnden Patriotismus vorgeworfen. Ekmeleddin Ihsanoglu kenne nicht einmal den Text der Nationalhymne, sagte Erdogan heute.

Der als ruhig und gemäßigt bekannte 70-jährige Ihsanoglu reagierte ungewohnt heftig und geißelte Erdogans „Lüge“ und „Verleumdung“.

Bei einem Besuch des Grabs des Dichters Mehmet Akif Ersoy hatte Ihsanoglu die dort eingravierten Verse des von Ersoy verfassten „Unabhängigkeitsmarschs“ rezitiert, der türkischen Nationalhymne. Danach unterlief ihm jedoch ein peinlicher Fehler, als er kundtat, dass der Text aus Ersoys „Für die Gefallenen von Canakkale“ stamme.

Erdogan nannte ihn daraufhin einen „importierten Kandidaten“. Auf einer Wahlveranstaltung in Kahramanmaras in Anatolien unterbrach er seine Rede und zeigte ein Video mit dem Schnitzer seines Kontrahenten auf einer Großleinwand.

Ihsanoglu ging am Freitag in die Offensive. Er sei nicht nur der Sohn von Ersoys engstem Freund, er habe auch die Nationalhymne sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen - weit eher als der 60-jährige Erdogan.

Inland

Weiter Diskussion über Asylquartiere

Die Diskussion über Asylquartiere spitzt sich zu. Das Innenministerium denkt wegen überfüllter Betreuungszentren bereits über ein „Not- und Krisenszenario“ nach. Währenddessen bekräftigt der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) sein Nein zur Unterbringung von Asylwerbern in der Hillerkaserne.

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Wochenende entscheidet über „Krisenszenario“

Am Wochenende wird sich entscheiden, ob das Innenministerium aufgrund überfüllter Asylbetreuungszentren ein Krisenszenario entwickeln muss oder nicht. Entscheidend sei die Frage, wie viele Neuanträge in den kommenden Tagen gestellt werden, hieß es aus dem Ressort heute gegenüber der APA.

Derzeit habe man den Schwerpunkt weg von Traiskirchen auf andere Betreuungsstellen verlegt. Laut Innenministerium haben zum einen eine kurzfristig hohe Zahl an Neuanträgen, zum anderen zu wenig Übernahmen durch die Bundesländer zum Engpass bei der Betreuung geführt.

Gestern etwa habe es mit 45 Personen eine relativ geringe Zahl an neuen Flüchtlingen in Österreich gegeben, was das Ressort nun hoffen lässt. „Ob es sich über das Wochenende ausgeht, ist eine Frage der Antragszahl“, hieß es aus dem Ressort. Sollte es Tage mit rund 130 neuen Asylwerbern geben, „müssen wir ein Notszenario entwickeln“.

Rupprechter sorgt in eigenem Ministerium für Ärger

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) sorgt mit einer neuen Geschäftseinteilung in seinem Ministerium für Ärger in der Beamtenschaft, berichten die „Salzburger Nachrichten“ (Samstag-Ausgabe). Der Ressortchef spricht von einer Reorganisation, die in diesem Jahr fünf Mio. Euro Ersparnis bringen soll.

Von bisher acht Sektionen gibt es seit Juli nur noch sechs, und die Zahl der Abteilungen wurde von 56 auf 46 reduziert. Auf Ebene der Spitzenbeamten gab es 41 Abberufungen und Neubesetzungen.

Einzige Sektionschefin degradiert

Besonders verärgert seien die Frauen, berichtet die Zeitung, da mit Edith Klauser die einzige Sektionschefin zu einer Abteilungsleiterin degradiert worden sei. Klauser führte etwa die Verhandlungen mit der EU zur gemeinsamen Agrarpolitik und leitete die Sektion „Landwirtschaft und Ernährung“ - der Rupprechter selbst 2002 bis 2007 vorstand. Der heutige Minister habe bereits damals die Zusammenlegung seiner Sektion angeregt, habe damit jedoch beim damaligen Minister Josef Pröll (ÖVP) kein Gehör gefunden, heißt es im Bericht weiter.

Die vom Minister genannte Millionenersparnis dürfte für die Beamtenschaft nicht nachvollziehbar sein. Irritationen sollen die Abberufungen auch bei Sektionschefs in anderen Ministerien ausgelöst haben, denn: Noch nie sei ein Spitzenbeamter während eines laufenden Vertrages degradiert worden, so er sich nicht grobe Verfehlungen zuschulden kommen habe lassen.

Geräumtes Haus: Eigentümer weist Vorwürfe zurück

In der Causa „Pizzeria Anarchia“ haben sich nun erstmals auch die Hausbesitzer zu Wort gemeldet: Gegenüber dem „Kurier“ wiesen sie alle Vorwürfe der Spekulation zurück. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) will indes nur noch unbefristete Mietverträge.

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Wirtschaft

Fluggastrechte gelten auch in Krisenzeiten

Das Flugverbot ist wieder aufgehoben und doch setzt die gebuchte Fluglinie aufgrund von „eigenen Sicherheitsbedenken“ ihren Betrieb für einige weitere Tage aus. Was kürzlich vielen Israel-Reisenden passierte, wirft einige Fragen rund um die Fluggastrechte auf. Mehrkosten, etwa für Hotels, müssen bei Annullierungen aber grundsätzlich immer erstattet werden, egal welche Gründe für die Absage vorliegen.

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US-Automarkt boomt wie vor der Krise

Die Amerikaner kaufen wieder so viele Autos wie zu den Zeiten vor der Finanz- und Wirtschaftskrise. Im Juli meldeten die Marktführer General Motors (GM), Ford und Toyota Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahresmonat von neun Prozent und mehr. Die Fiat-Tochter Chrysler legte gar um 20 Prozent zu.

Vor allem im Falle von GM ist der Zuwachs bemerkenswert, kämpft der Opel-Mutterkonzern doch gerade mit der größten Rückrufwelle der Firmengeschichte. „Amerikanische Familien sind in Sachen Wirtschaft so zuversichtlich gestimmt wie schon lange nicht mehr“, sagte GM-Verkaufschef Kurt McNeil in Detroit.

Die Marke VW dagegen musste mangels frischer Modelle erneut einen Rückgang hinnehmen. Dagegen läuft es bei der Schwestermarke Audi mit einem Plus von zwölf Prozent weiter gut. BMW verzeichnete einen Zuwachs von sieben Prozent. Mercedes-Benz samt Smart und den Sprinter-Transportern wuchs um 16 Prozent.

Ecclestone bietet 100 Mio. Dollar für Prozess-Aus

Der Bestechungsprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone könnte nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe) durch die Zahlung von 100 Millionen Dollar (74,6 Mio. Euro) beendet werden.

Das habe Ecclestone im Beisein seiner Anwälte am Freitag in München mit der Staatsanwaltschaft ausgehandelt, schreibt das Blatt, ohne nähere Quellen zu nennen.

Die Prozessparteien hätten sich auf Anfrage nicht äußern wollen, hieß es in dem Bericht weiter. Am Dienstag hatten die Anwälte Ecclestones die Einstellung des Verfahrens beantragt und angeboten, der Formel-1-Boss könne als Ausgleich 25 Millionen Euro an die BayernLB zahlen.

Moody’s blickt positiver auf Griechenland

Griechenland wird von der US-Ratingagentur Moody’s positiver beurteilt. Das Institut erhöhte die Einstufung für die Kreditwürdigkeit des Euro-Landes gestern um zwei Stufen auf „Caa1“. Der Ausblick ist „stabil“, damit ist vorerst nicht mit Änderungen der Einstufung zu rechnen.

Die finanzielle Situation des Landes habe sich seit dem vergangenen Jahr spürbar verbessert, hieß es zur Begründung. Da die griechische Regierung sich weiterhin der Haushaltskonsolidierung verpflichtet fühle, dürfte sich das Verhältnis von Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt schrittweise verringern. Der Hochpunkt sei in diesem Jahr zu erwarten, ab 2015 dürfte das Verhältnis dann sinken.

Auch die Aussichten für die griechische Wirtschaft haben sich Moody’s zufolge verbessert. Hintergrund seien eine zyklische Erholung und die Fortschritte bei den angegangenen Strukturreformen. Zudem habe die Regierung die Zinslast verringert und bei den Schulden in längere Laufzeiten umgeschichtet. Das trage zur finanziellen Flexibilität bei und verringere die Refinanzierungsrisiken.

Portugals Krisenbank BES vom Handel ausgesetzt

Der Börsenkurs der portugiesischen Krisenbank Espirito Santo (BES) ist heute auf ein neues Rekordtief gefallen. An der Börse in Lissabon verlor er mehr als 40 Prozent an Wert und erreichte mit 0,12 Euro einen neuen Tiefstand. Der Handel mit BES-Papieren sei daraufhin und in Erwartung einer angekündigten wichtigen Mitteilung ausgesetzt worden, teilte die Börse mit.

Am Mittwoch hatte die Bank für das erste Halbjahr den größten Verlust verkündet, den jemals ein portugiesisches Bankhaus verzeichnet hatte. Der Fehlbetrag für die ersten sechs Monate 2014 beläuft sich auf 3,57 Mrd. Euro. Im Vergleichszeitraum 2013 hatte das Minus nur rund 237 Mio. Euro betragen.

Argentinien-Pleite: US-Gericht ordnete neue Gespräche an

Im Schuldenstreit zwischen Argentinien und zwei US-Hedgefonds hat ein Bundesgericht in New York gestern eine Wiederaufnahme der Verhandlungen angeordnet. Richter Thomas Griesa wies bei der Anhörung zudem einen Antrag der Anwälte von Buenos Aires ab, einen neuen Schlichter zu benennen.

Die argentinische Regierung hatte dem gerichtlich bestellten Mediator Daniel Pollack Inkompetenz vorgeworfen, nachdem die Gespräche mit den Hedgefonds NML Capital und Aurelius am Mittwoch gescheitert waren. Als Folge war Argentinien zum zweiten Mal in 13 Jahren in eine Staatspleite geschlittert, weil es die Rückzahlung von 539 Mio. Dollar (403 Mio. Euro) an Staatsschulden bei internationalen Gläubigern versäumte.

Auf Anordnung von Griesa muss Buenos Aires nämlich zunächst NML Capital und Aurelius eine Summe von 1,3 Mrd. Dollar ausbezahlen, ehe es die Forderungen der anderen Gläubiger begleichen darf.

Argentiniens Wirtschaftsminister Axel Kicillof schlug unterdessen versöhnlichere Töne an. Man stehe für ein Treffen mit den dafür verantwortlichen Hedgefonds zur Verfügung, sagte Kicillof und beteuerte, seine Regierung sei nicht grundsätzlich gegen eine Einigung mit den privaten Anlegern. Zuvor hatte Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner die Forderungen der Fonds freilich noch mit „Raketen in einem Krieg“ verglichen.

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Sport

Fußball: Liendl beeindruckt bei Düsseldorf-Remis

Die Düsseldorfer ÖFB-Legionäre haben sich beim Zweitligaauftakt in Deutschland von ihrer besten Seite präsentiert - allen voran Michael Liendl, der gestern gegen Braunschweig nicht nur als Regisseur beeindruckte, sondern auch den sehenswerten Führungstreffer der Düsseldorfer erzielte. An der Vorarbeit beteiligt war auch sein junger Landsmann Christian Gartner, während Erwin Hoffer den Assist zum zweiten Treffer leistete. Für den Sieg reichte es letztlich aber nicht.

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Bundesliga: Austria nach Fehlstart gefordert

Mit nur einem Punkt auf dem Konto und als Tabellensiebenter nimmt die Wiener Austria die dritte Runde der tipico-Bundesliga in Angriff. Die Violetten empfangen heute Aufsteiger Altach. „Es ist eine schwierige Situation, die wir übertauchen müssen - und wir müssen ein Erfolgserlebnis holen“, forderte Austria-Trainer Gerald Baumgartner. Die Vorarlberger wittern unterdessen ihre Chance. „Ich will sehen, dass die Mannschaft alles für den Sieg tut“, sagte Altach-Coach Damir Canadi.

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Erste Liga: Innsbruck quält sich zu erstem Punkt

Bundesliga-Absteiger Wacker Innsbruck hat in der Ersten Liga noch nicht Fuß gefasst. Im dritten Spiel der Saison reichte es für die Tiroler immerhin zum ersten Punkt. Mehr als ein torloses Unentschieden in Kapfenberg schaute gestern aber nicht heraus. Erneut stark gab sich hingegen Red-Bull-Ableger Liefering, der mit einem Heimsieg gegen Austria Lustenau vorerst auch die Tabellenführung übernahm. Seinen Premierensieg in der zweithöchsten Spielklasse feierte FAC.

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Chronik

Polizei in Osaka vertuschte Zehntausende Delikte

Die Polizeibehörden der japanischen Millionenstadt Osaka haben über Jahre hinweg Zehntausende Straftaten vertuscht, um das ramponierte Image der Stadt aufzupolieren. Die Strafverfolger mussten einräumen, in den Jahren 2008 bis 2012 insgesamt 81.000 Verbrechen nicht in die nationale Kriminalitätsdatenbank eingetragen zu haben - was jeder zehnten Straftat in diesem Zeitraum entspricht.

Durch die geschönte Statistik fiel der unrühmliche Spitzenplatz in der japanischen Kriminalitätsstatistik nicht Osaka zu, sondern der Hauptstadt Tokio. Laut der Zeitung „Asahi“ waren die meisten vertuschten Delikte klassische Diebstähle, mehrere zehntausend gestohlene Autos und Fahrräder sollen nicht in der Datenbank gelistet worden sein.

Allerdings seien möglicherweise auch Hunderte Schwerverbrechen unter den Teppich gekehrt worden, darunter Raubüberfälle und sogar Morde. Die Straftaten wurden in Osaka und umliegenden Gemeinden verübt.

Zwar wies die Führungsebene der Polizeibehörde den Verdacht zurück, sie habe niedrige Chargen zu den Manipulationen gedrängt. Rangniedrige Beamte sagten den Medien jedoch, sie seien unter massivem Druck eines beliebten Regionalpolitikers gestanden, der den Ruf Osakas als Brutstätte der Straßenkriminalität abschütteln wollte. Fast hundert Polizisten wurden nach eigenem Bekunden abgemahnt.

Schädelknochen in Schließfach in München gefunden

Einen grausigen Fund haben Bahnmitarbeiter in München gemacht - in einem Schließfach entdeckten sie einen Sack voll mit Knochen. Darunter habe sich auch ein Teil eines Schädels befunden, berichtete eine Polizeisprecherin gestern und bestätigte damit einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Onlineausgabe).

Die Knochen würden nun im Institut für Rechtsmedizin untersucht. Die Hintergründe des Funds waren zunächst völlig unklar. Weil die Mietzeit des Schließfaches um mehrere Tage überschritten war, hatten Mitarbeiter das Fach am Vortag geöffnet.

Tödlicher Verkehrsunfall auf A2

Ein tödlicher Verkehrsunfall hat sich gestern Abend auf der Südautobahn (A2) zwischen Wöllersdorf und Leobersdorf in Niederösterreich ereignet. Ein Autolenker verstarb am Unfallort.

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D: Verletzte bei Zugsunglück in Mannheim

Bei einem Zugunglück am Mannheimer Hauptbahnhof sind gestern Abend mindestens 14 Menschen verletzt worden, vier von ihnen schwer. Nach Angaben der Deutschen Bahn und der Mannheimer Feuerwehr rammte ein Güterzug einen Eurocity, woraufhin fünf Waggons des Passagierzuges entgleisten. Zwei Waggons stürzten um, auch ein Waggon mit zwei Containern des Güterzugs kippte auf die Seite. Der Mannheimer Hauptbahnhof wurde gesperrt.

Von Graz nach Saarbrücken

Der EC 216 war auf dem Weg von Graz nach Saarbrücken, der Güterzug der Firma ERS Railways sollte von Duisburg nach Sopron in Ungarn fahren. Er zog nach Angaben der Feuerwehr auch einen Waggon mit einem ätzend wirkenden Stoff, dieser blieb aber unbeschädigt. Das Unglück ereignete sich gegen 20.50 Uhr. In dem EC saßen nach Angaben der Bahn rund 250 Menschen, in den beiden umgestürzten Waggons hielten sich zum Zeitpunkt des Unglücks der Feuerwehr zufolge 110 Menschen auf.

Zur Zahl der Verletzten machten die Bahn und die Feuerwehr unterschiedliche Angaben: Der Bahn zufolge wurden insgesamt 35 Menschen verletzt, vier von ihnen schwer. 14 Passagiere wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr sprach von insgesamt 14 Verletzten, davon vier Schwerverletzten, die im Krankenhaus behalten wurden.

China: Explosion in Fabrik, bis zu 65 Tote

Bei einer Explosion in einer Fabrik im Osten von China sind heute mindestens 65 Menschen ums Leben gekommen. Der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge wurden bei dem Unglück in der Stadt Kunshan in der Provinz Jiangsu außerdem mehr als hundert Menschen verletzt. Demnach ereignete sich die Explosion in einer Metallfabrik.

Augenzeugen der Tragödie sprachen im Internet von einem absoluten Chaos vor Ort, das Gelände sei nicht wiederzuerkennen. Schwere Industrieunfälle passieren in China vergleichsweise häufig, da immer wieder die Sicherheitsvorkehrungen in Fabriken missachtet werden.

Gesundheit

Französische Klinik eröffnet „Weinbar“ für Todkranke

Franzosen wird ein unerschütterliches Vertrauen in die segensreichen Wirkungen des Weins nachgesagt - und auch die Universitätsklinik im zentralfranzösischen Clermont-Ferrand ist offenbar davon überzeugt. Das Krankenhaus kündigte gestern für September die Eröffnung einer „Weinbar“ in seiner Abteilung für Todkranke an.

Deren Leiterin Virginie Guastella sagte, Ziel sei es, „das Leben der Patienten durch die Verschönerung ihres Alltags zu ‚rehumanisieren‘.“ Außerdem hätten Familienangehörige die Gelegenheit, mit den Patienten vor deren Tod in einem medizinisch betreuten Umfeld „gesellige Momente“ zu erleben.

Guastella fügte hinzu, nicht alle Patienten der Station seien „Kranke im Endstadium“. Eine Sozialanthropologin soll das Personal der Abteilung in eigenen Kursen auf den Umgang mit den Patienten in der „Weinbar“ vorbereiten. Dort soll nicht nur Wein, sondern auch Bier, Whisky und Champagner kredenzt werden.

IT

Facebook-Kritiker laden zur Sammelklage

Die Datenschutzaktivisten rund um den Juristen Max Schrems gehen im Rechtsstreit mit Facebook in die nächste Runde - und fahren noch größere Geschütze auf: Schrems und Co. laden zur Sammelklage. Schon mit ein paar Klicks kann jeder Facebook-Nutzer dabei sein - und das ohne Risiko, so die Datenschützer. „Mit jedem zusätzlichen Teilnehmer steigt auch der Druck auf Facebook“, erklärte Schrems. Und er will für jeden Teilnehmer 500 Euro Schadenersatz von Facebook einklagen.

Mehr dazu in Möglichst viele User gesucht

Facebook-Ausfall sorgte weltweit für Aufregung und Lacher

Ein zeitweiliger Facebook-Ausfall hat viele Nutzer weltweit im Regen stehen lassen. Ab dem Nachmittag mitteleuropäischer Sommerzeit war das Soziale Netzwerk plötzlich vielerorts nicht mehr erreichbar. Facebook erklärte, an dem Problem zu arbeiten, ohne zunächst einen Grund für die Störung zu nennen. Am frühen Abend berichteten Mitglieder, wieder auf Facebook zugreifen zu können.

„Mein Sozialleben ist vorbei“, schrieb ein Nutzer auf Twitter, wo sich die Ausgeschlossenen unter dem Hashtag #facebookdown versammelten. „Jetzt muss ich rausgehen und mit Leuten reden.“

In den USA sorgte der Tweet des Polizeisergeant Burton Brink für Lacher: „Facebook ist keine Sache für die Polizei, bitte rufen Sie uns nicht mehr wegen des Ausfalls an. Wir wissen nicht, wann Facebook wieder funktioniert.“ Das Revier bekomme derartige Anrufe „ständig“, auch wenn das Kabelfernsehen ausfalle, antwortete Brink auf verblüffte Nachfragen anderer Twitter-Nutzer.

Brink arbeitet nach eigenen Angaben beim Los Angeles County Sheriff’s Department und ist bei Twitter mit dieser Identität auch bestätigt. Ein Sprecher des Sheriffbüros konnte die Echtheit auf Anfrage zunächst nicht bestätigen.

Leute

Richard Lugner heiratet zum fünften Mal

Richard Lugner heiratet zum fünften Mal: Bei einer als Medienshow geplanten Verlobungsfeier im Casino Velden in Kärnten machte der Baumeister zur Überraschung der Gäste Cathy Schmitz alias „Spatzi“ gestern einen Antrag. Die Hochzeit findet am 13. September im Wiener Schloss Schönbrunn statt.

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