Ausland

Rom: Senat gibt grünes Licht für Wirtschaftsreform

Der italienische Senat hat heute die mittelfristige Finanzplanung der Regierung von Matteo Renzi verabschiedet. Für das Dokument, das unter anderem Angaben über die Pläne der Regierung zur Defizit- und Schuldeneindämmung enthält, stimmten 156 Senatoren. 92 Senatoren votierten dagegen, zwei enthielten sich der Stimme.

Außerdem verpflichtete der Senat die Regierung Renzi, in Brüssel mehr Zeit für ein ausgeglichenes Budget zu fordern. Erst 2016 und nicht 2015 werde Italien in der Lage sein, eine ausgeglichene Bilanz vorzulegen, erklärte Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan. Italiens Regierung habe „aufgrund außergewöhnlicher Umstände“ weitere 13 Milliarden Euro Schulden der öffentlichen Verwaltung bei Privatunternehmen zu tilgen, erklärte Padoan.

Die Regierung müsse zudem wegen der schweren Rezession, die das Land 2012 und 2013 belastet habe, Sondermaßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft finanzieren. Der Senat verpflichtete die Regierung, die öffentlichen Ausgaben zu kürzen und zugleich dafür zu sorgen, dass die Einsparungen sich nicht rezessiv auf die italienische Wirtschaft auswirken.

IAEA: Iran hält sich an Atomabkommen

Der Iran hält sich nach Erkenntnissen der UNO-Atomenergiebehörde (IAEA) an das mit der internationalen Gemeinschaft ausgehandelte Atomabkommen. Das Land habe sein hochradioaktives Material um fast 75 Prozent reduziert, teilte die IAEA heute in ihrem monatlichen Fortschrittsbericht in Wien mit.

Es verzögere sich lediglich der Bau einer Anlage zur Verarbeitung von gering angereichertem Urangas. Das Land habe aber versichert, dass das keine Auswirkungen auf die Erfüllung seiner Verpflichtungen haben werde, heißt es weiter.

Umfassende Einigung bis 20. Juli erwartet

Der Iran vereinbarte im November mit den fünf ständigen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrates - USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich - sowie Deutschland, die Sanktionen gegen das Land zu lockern. Im Gegenzug verpflichtete sich der Iran, sein Atomprogramm einzuschränken.

Mit dem Zwischenabkommen soll Zeit für weitere Verhandlungen gewonnen werden. Ziel ist es, bis zum 20. Juli eine umfassende Einigung zu erzielen. Der Iran steht seit Jahren im Verdacht, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist das zurück.

Präsidentschaftswahl in Algerien: Bouteflika kam im Rollstuhl

Das amtierende algerische Staatsoberhaupt Abdelaziz Bouteflika ist heute im Rollstuhl zur Stimmabgabe in Algier erschienen. Der 77-Jährige gilt als klarer Favorit bei der Präsidentschaftswahl, obwohl er nach einem Schlaganfall im vergangenen Jahr stark geschwächt ist und kaum noch sprechen kann.

Bouteflika erschien lächelnd im Wahllokal der Schule Bachir El Ibrahimi, begleitet von zwei seiner Brüder sowie seinem Neffen. Es war sein erster öffentlicher Auftritt seit Mai 2012. Mit dem Wahlkuvert in der Hand ließ sich Bouteflika lange vor der Wahlurne fotografieren, gab jedoch keine Erklärung ab.

Vertraute führten Wahlkampf

Medien hatten zuvor spekuliert, der 77-Jährige sei möglicherweise zu schwach, um seine Stimme persönlich abzugeben oder im Fall seiner Wiederwahl den Amtseid zu leisten. Lange war damit gerechnet worden, dass Bouteflika nicht für eine vierte Amtszeit antreten werde, nachdem er 2012 erklärt hatte, seine Generation habe „sich überlebt“. Erst im Februar 2014 hatte er dann doch seine Kandidatur bekanntgegeben, den Wahlkampf führten jedoch sieben seiner engsten Vertrauten für ihn.

Boykottaufruf der Opposition

Insgesamt sind rund 23 Millionen Algerier zur Stimmabgabe aufgerufen. Mehr als 260.000 Polizisten sind in dem größten Land Afrikas im Einsatz, um die Wahl abzusichern. Eine Koalition aus fünf Oppositionsparteien hat zum Boykott aufgerufen, weil sie massiven Wahlbetrug befürchtet.

Angesichts der Boykottaufrufe und der allgemeinen Frustration der Bevölkerung mit den politischen Eliten könnte die Wahlbeteiligung gering ausfallen. Offiziell lag die Beteiligung 2009 bei 74 Prozent. Eine US-Diplomatendepesche schätzte die tatsächliche Beteiligung aber auf unter 30 Prozent.

41 Verletzte nach Zusammenstößen

Bei Zusammenstößen zwischen Polizisten und Gegnern der Wahl wurden in Bouira südöstlich der algerischen Hauptstadt Algier 41 Menschen verletzt. Zum Gewaltausbruch kam es nach Angaben von Anrainern kurz nach Öffnung der Wahllokale, als Jugendliche die Urnen dreier Wahllokale zerstörten. Die lokale Polizei habe Tränengas eingesetzt. Unter den Verletzten befänden sich auch 28 Polizisten. Der Urnengang musste vorübergehend unterbrochen werden.

Iraner entgeht Hinrichtung nach Protesten

Im Iran ist ein junger Mann einem Zeitungsbericht zufolge knapp seiner Hinrichtung entgangen, nachdem die Mutter seines Opfer ihm vergeben hat. Die Mutter Samereh Alinedschad habe dem jungen Mann, der 2007 im Alter von 19 Jahren ihren Sohn bei einem Streit mit dem Messer getötet hatte, vergeben, als er am Dienstag in der nordiranischen Stadt Noschahr bereits die Schlinge um den Hals hatte, berichtete heute die Tageszeitung „Schargh“.

Zahlreiche bekannte Künstler und Sportler hatten den Vater des Opfers, den früheren Profifußballer Abdolghani Hosseinsadeh, aufgerufen, dem Opfer zu vergeben. Im Iran wurden seit Jahresbeginn nach UNO-Angaben bereits mehr als 170 Menschen hingerichtet.

Gemäß der offiziellen Auslegung der Scharia im Iran kann die Todesstrafe umgewandelt werden, wenn die Familie des Opfers dem Täter vergibt.

Schicksal entführter Mädchen in Nigeria bleibt unklar

Das Schicksal von über 120 in Nordnigeria verschleppten Schülerinnen ist weiter unklar. Während das Militär gestern Abend mitteilte, Sicherheitskräfte hätten fast alle der Mädchen befreit, dementierten Eltern diese Angaben.

Bewaffnete Männer hatten in der Nacht zum Dienstag eine Schule im Bundesstaat Borno angegriffen und zahlreiche Jugendliche entführt. Es wird vermutet, dass radikale Islamisten der Sekte Boko Haram für die Tat verantwortlich sind.

Widersprüchliche Angaben

Die Zeitung „Premium Times Nigeria“ zitierte Militärsprecher Chris Olukolade mit den Worten, nur noch acht der Entführten würden vermisst. Zudem sei auch einer der Terroristen gefasst worden, der an dem Angriff im Ort Chibuk beteiligt gewesen sein soll. Der britische Sender BBC berichtete hingegen heute, die Eltern der betroffenen Mädchen dementierten die Version des Militärs. Zahlreiche Schülerinnen seien noch immer verschwunden.

Schuldirektorin: Großteil noch vermisst

Nach Angaben der Schuldirektorin wird ein Großteil der verschleppten Schülerinnen nach wie vor vermisst. Angaben des Verteidigungsministeriums, wonach nur noch acht Schulmädchen in der Gewalt der Entführer seien, entsprächen nicht der Wahrheit, sagte Asabe Kwambura heute.

Der von gestern stammende Bericht des Gouverneurs des nordöstlichen Bundesstaat Bornos sei zutreffend, sagte die Schulleiterin. Demnach kehrten nur 14 Schülerinnen sicher nach Hause zurück, so dass 115 weiterhin vermisst würden. Das nigerianische Verteidigungsministerium hatte gestern Abend die Befreiung von mehr als 100 Schülerinnen gemeldet.

Inland

ÖVP ruft zur „Evolution“ auf

Die ÖVP will „Evolution“, das heißt, die ÖVP will sich ändern und ruft daher ihre Mitglieder und Sympathisanten zu einer Diskussion auf, und zwar über - wie es heißt - „Strukturen und Inhalte“. Von der Basis müssten die Ideen kommen, meint ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel. Einer Urabstimmung unter den Parteimitgliedern ist er nicht abgeneigt.

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Schieder: Volle Unterstützung für Heinisch-Hosek

In der SPÖ ist der Protest gegen die geplanten Bildungskürzungen groß, auch unter den SPÖ-Abgeordneten im Parlament. „Ich will das so nicht hinnehmen“, sagt etwa SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann. SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder versichert aber, Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) habe die volle Unterstützung.

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Hypo-Megaverlust: Debatte über Pleite kam teuer

Seit 11. April hat die staatliche Krisenbank Hypo Alpe-Adria vom Bund die jüngste rettende Kapitalzufuhr von 750 Mio. Euro in den Büchern. Damit konnte sie ihre letzte Bilanz als Bank schließen. Der Bund deckte den größten Teil der Verluste ab. In der Bank-AG waren es 2,748 Mrd. Euro Verlust, im Konzern gab es 1,864 Mrd. Miese. Der Streit über eine Hypo-Pleite kostete am Balkan weiteres Geld.

Wegen teurer Abschreibungen und Abwertungen musste der Bund schon im Herbst und im Winter 2013 Kapital einschießen. Zahlungsausfälle und Vorsorgen für „lokale Sonderrisken“ belasteten das Ergebnis schwer, teilte die Bank heute mit. In der skandalgeschüttelten Italien-Tochter mussten hohe Verluste abgedeckt werden, in Südosteuropa schlugen weitere Kreditabschreibungen durch. Italien und das Balkan-Bankennetzwerk bilanzierten rot.

Abflüsse vor allem in Kroatien

Wie die Hypo Alpe-Adria weiter schrieb, „mussten im vierten Quartal zudem zunehmende Irritationen von Kunden auch auf den Auslandsmärkten durch die heftigen öffentlichen Diskussionen in Österreich rund um die Zukunft der Hypo Alpe-Adria beobachtet werden.“ Dass die Einlagen 2013 um 2,3 Milliarden Euro auf 6,1 Mrd. Euro zurückgingen, lag nach Bankangaben zwar zum Großteil (1,6 Mrd. Euro) am Verkauf der Österreich-Bank (heute Austrian Anadi Bank).

Als die erbitterte Debatte über einen drohenden Hypo-Konkurs im Spätherbst auf das Balkan-Netzwerk überschwappte, zogen aber in einigen Töchtern dort - vor allem in Kroatien - Kunden Einlagen in dreistelliger Millionenhöhe ab. Unmittelbare Einlagenabflüsse gab es auch aus der Italien-Tochter, die auf EU-Geheiß auf Abbau gestellt werden musste. Die bisher unverkäufliche Italien-Bank hat auch 2013 einen riesigen Verlust hinterlassen.

Bank will Balkan-Geschäft noch heuer losschlagen

Was den Verkauf der Südosteuropa-Töchter anlangt, so sei deren Privatisierungsprozess zum Jahreswechsel in eine Phase getreten, „die einen Abschluss des Verkaufs des Netzwerks an Finanz- oder strategische Investoren im laufenden Geschäftsjahr realistisch erscheinen lässt“, so die Hypo in einer Mitteilung.

Weitere Kleinschulen vor Schließung

Auch im kommenden Schuljahr schließen wieder Kleinschulen. Das zeigt ein Rundruf der APA bei den zuständigen Landesschulräten bzw. Landesregierungen. Grund dafür sind weniger die aktuellen Sparmaßnahmen im Bildungsbereich, als viel mehr die sinkenden Schülerzahlen an diesen Standorten. Aufgrund der demografischen Entwicklung sind auch in den darauffolgenden Jahren Schließungen zu erwarten.

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Sport

Fußball: Real Madrid feiert „Prinzen von Wales“

Mit dem Triumph im spanischen Cupfinale gegen Barcelona hat Real Madrid seinen ersten Titel der Saison erobert. Die „Königlichen“ haben mit Meisterschaft und Champions League sogar noch die Chance auf das Triple - und mit ihnen Superstar Gareth Bale. Der Waliser sicherte Real mit seinem Traumtor zum 2:1 nicht nur den Cup, sondern sich selbst auch den Titel „Prinz of Wales“, wie ihn spanische Medien nach seinem Siegestreffer nannten. „Das ganze Team hat sensationell gearbeitet“, blieb der teuerste Fußballer der Welt bescheiden.

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Formel 1: Red Bulls Sorge bei Austropiloten

Ein österreichischer Pilot, der in die Fußstapfen eines Niki Lauda oder eines Gerhard Berger treten könnte, ist vom Radar des österreichisch-englischen Red-Bull-Rennstalls bisher noch nicht geortet worden, wie auch Motorsportchef Helmut Marko bestätigte. „Da sehe ich momentan nichts Konkretes“, sagte der 70-jährige Steirer, um zu erläutern: „Einen Österreicher in die Formel 1 zu bringen wäre überhaupt kein Problem. Es bringt uns aber nichts, wenn er hinten fährt.“ Vielmehr brauche man einen Österreicher, der siegesfähig sei - ein solcher ist nicht in Sicht.

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Eishockey: Traumstart von Vanek ins NHL-Play-off

Für Thomas Vanek hätte das Play-off der National Hockey League (NHL) kaum besser beginnen können. Der 30-Jährige feierte gestern mit den Montreal Canadiens einen hart erkämpften Auswärtssieg gegen Tampa Bay und erzielte dabei den Treffer zur zwischenzeitlichen 4:3-Führung der Gäste, die in der Verlängerung das bessere Ende für sich hatten. Vanek, der seinen siebenten Treffer im 19. Spiel für Montreal erzielte, darf somit weiter vom Stanley Cup träumen. Für die Canadiens wäre es der erste NHL-Titel seit 21 Jahren.

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Wirtschaft

Wiener Linien erhöhen Tarife ab 1. Juli

Wiener Linien und Verkehrverbund Ostregion (VOR) erhöhen ab Juli die Ticketpreise für öffentliche Verkehrsmittel. Das berichtet der „Kurier“ in seiner Freitag-Ausgabe. Die Jahreskarte in Wien soll ihren Preis von 365 Euro aber halten.

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Frühe Spargelernte im Burgenland

Die Spargelernte im Seewinkel (Burgenland) hat um drei Wochen früher als sonst begonnen. Die Qualität ist ausgezeichnet. Geliefert wird das gesunde Gemüse an die Gastronomie rund um den Neusiedler See, in die Thermenregion und ins Südburgenland.

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Hypo Alpe-Adria: Italien-Tochter als „Unsicherheitsfaktor“

Vor der Zerschlagung der Hypo Alpe-Adria in Abbaugesellschaft und verkaufsfertige Südosteuropasparte wartet im Süden noch ein Problem auf seine Lösung: Die von einem Leasingskandal geschüttelte Italien-Tochter muss abgewickelt werden - oder verkauft.

Hypo-Chef Alexander Picker nannte die Italien-Operation heute noch einen „Unsicherheitsfaktor“ und „eines der großen Probleme“. Die Bank dort darf, wie von der EU vorgegeben, kein Neugeschäft mehr machen, hat aber noch Kundeneinlagen und aushaftende Kredite. Die operative Bank in Udine darf als „reguliertes“ Kreditinstitut nicht in eine unregulierte Abwicklungsgesellschaft, wie sie bis September unter dem Dach der ÖIAG für den gesamten Abbau der Hypo Alpe-Adria in Österreich installiert werden soll.

Um Lösungen wird gerungen. Laut Picker könnte die Italien-Bank dereguliert, also ihrer Banklizenz entledigt werden, dann wisse man nicht, was mit den Einlagen zu tun sei. Sie könnte vielleicht doch noch verkauft werden - entweder ganz oder in Einzelteilen. Ein Verkauf wäre für Picker „das Schönste und Eleganteste“. Zumindest ein Teil könnte in die neue Abbaugesellschaft wandern. Klappt es bis September nicht, für die Italientochter eine Lösung hinzukriegen, „dann hängt eine italienische Bank direkt an der Republik Österreich“, meinte Picker heute: „Aber wir arbeiten an einer Lösung, ich sehe das optimistisch, dass wir das in trockene Tücher bekommen.“

Skurriler Rechtsstreit um Ortsnamen Laguiole

Weil sie den Namen ihres Dorfes nicht zu kommerziellen Zwecken nutzen dürfen und in einem Rechtsstreit 100.000 Euro zahlen müssen, gehen Bürgermeister und Bewohner des südfranzösischen Ortes Laguiole auf die Barrikaden. „Wir rufen alle 36.000 Gemeinden in Frankreich zur Solidarität auf“, sagte Bürgermeister Vincent Alazard heute laut AFP. „Die Gebietskörperschaften helfen sich bei Naturkatastrophen. Wir sind jetzt Opfer einer übernatürlichen Katastrophe.“

Der 1.300-Einwohner-Ort im Departement Aveyron war Anfang April in einem Berufungsverfahren einem Händler aus dem Großraum Paris unterlegen. Dieser hatte sich bereits 1993 den Namen des Dorfes als Markenname schützen lassen. Derzeit verkauft er damit unter anderem aus China und Pakistan importierte Messer.

Ortsschilder abmontiert

Bürgermeister und Bewohner von Laguiole wollen, dass ihm das Recht dazu aberkannt wird - damit sie selber den Namen für in dem Ort hergestellte Produkte nutzen können. Sie unterlagen aber vor dem Pariser Berufungsgericht und sollen dem Händler jetzt 100.000 Prozesskosten zahlen.

„Wenn ein Unternehmer aus Laguiole eine Käseplatte herstellen und ihr den Namen Laguiole geben will, dann ist das die Fälschung eines chinesischen Produkts“, empörte sich der Bürgermeister. Jetzt solle das Dorf auch noch dem Mann 100.000 Euro überweisen, „der mit unserem Namen Geld macht“.

In dem seit Jahren währenden Streit hatte das Dorf 2012 symbolisch seinen Namen abgelegt und die Ortsschilder abmontiert. Zu Wochenbeginn wandte sich Bürgermeister Alazard in einem Brief an Staatschef Francois Hollande und bat um ein Treffen.

Pecik: „Telekom Austria in Todesspirale“

In den Eigentümerkreisen der teilstaatlichen Telekom Austria liegen die Nerven blank, wird doch gerade ein Syndikatsvertrag zwischen dem mexikanischen Großaktionär Carlos Slim und der Staatsholding ÖIAG ausgehandelt. Kurz vor der entscheidenden ÖIAG-Aufsichtsratssitzung am 23. April tauchte nun ein Papier des stv. AR-Chefs Ronny Pecik auf, in dem er ein dramatisches Bild des Konzerns zeichnet.

Ohne Geld von außen „erwartet uns AUA-Schicksal“

„Alle Ertragstrends zeigen nach unten, der Finanzierungsaufwand geht nach oben. Das bedeutet Schulden. Die Telekom Austria befindet sich in einer Todesspirale“, schrieb der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende bereits im Jänner ausgesuchten Regierungsvertretern. Das berichtete das „profil“ heute in einer Vorabmeldung.

Ohne Geld von außen „erwartet uns in zwei Jahren das AUA-Schicksal. Wenn in anderen Töchtern etwas schiefläuft (Abwertungen, Weißrussland etc.), dauert es keine zwei Jahre“, so Pecik dem Bericht zufolge. Pecik vertritt der Interessen von Slim im Aufsichtsrat.

„Telekom Austria lebt von der Substanz“

Als Ursache für die seit Jahren rückläufigen Umsätze und Erträge führt Pecik unter anderem die steigenden Personalkosten für die rund 9.000 Mitarbeiter in Österreich an, von denen jeder zweite beamtet ist. Da die hohen Fixkosten nicht beeinflussbar seien, schlage sich der Umsatzrückgang 1:1 im Ergebnis nieder, so Pecik.

Das wiederum wirke sich negativ auf die geplanten Investitionen des Konzerns aus. „Es steht kein Geld für Infrastrukturausbau zur Verfügung. Die Telekom Austria lebt von der Substanz.“ Pecik wollte sein Papier gegenüber „profil“ nicht kommentieren.

Kommenden Mittwoch soll der ÖIAG-Aufsichtsrat über den Syndikatsvertrag der Republik mit Slim bzw. seinem America-Movil-Konzern abstimmen. Slim ist mit seiner Mobilfunkfirma America Movil bereit, via Kapitalerhöhung Geld in die Telekom Austria einzuschießen. Dann würde sich der Anteil der Mexikaner von 26,8 auf mehr als 30 Prozent erhöhen, jener der Republik jedoch (derzeit 28,4 Prozent) auf die Sperrminorität (25 Prozent plus eine Aktie) reduzieren.

AK greift Pecik an

Die Arbeiterkammer (AK) kritisierte Pecik für seine vermeintlich „völlig überraschend“ ins Spiel gebrachten Aussagen zur Lage des Konzerns. Es stelle sich die Frage, ob sich da nicht jemand „möglichst billig ein Unternehmen kaufen möchte“, so die AK in einer Aussendung in Richtung des Industriellen. Aus Sicht der AK werden hier „ein gutes Unternehmen und qualifizierte Mitarbeiter schlechtgeredet“.

Sport Eybl komplett in britischer Hand

Die angeschlagene Sporthandelskette Sport Eybl ist seit Anfang April vollständig in britischer Hand. Die Gründerfamilie Eybl hat sich nach über 80 Jahren vollständig aus dem Unternehmen zurückgezogen, schreiben die „Oberösterreichischen Nachrichten“ („OÖN“) heute. Laut Firmenbuch hält die Sports Direct seit 2. April 100 Prozent der Anteile.

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Chronik

Enkel verloren Großmutter bei Autounfall

Ein Mädchen und ein Bub haben heute Vormittag ihre 64 Jahre alte Großmutter bei einem Autounfall in Eberstalzell (Oberösterreich) verloren. Ein 31-jähriger Lenker war frontal mit dem Wagen der Frau kollidiert, in dem auch die Enkel saßen und verletzt wurden.

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Frau nach Bankbesuch mit Messer überfallen

Mit einem Messer bewaffnet hat ein Unbekannter in Graz versucht, eine 37-jährige Frau zu überfallen. Der Mann dürfte die Frau von einer Bankfiliale bis zu ihrem Auto verfolgt haben, wo er sie dann bedrohte und Geld von ihr forderte.

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Beim Tanzen auf Fuß getreten: Kambodschaner erschossen

Einen Fehltritt auf dem Tanzparkett eines Tempels hat ein Kambodschaner mit dem Leben bezahlt: Er wurde erschossen, weil er einem anderem versehentlich auf den Fuß getreten war, wie die Zeitung „Cambodia Daily“ heute unter Berufung auf die Polizei berichtete. Der Zwischenfall ereignete sich bei einem Fest.

Bei Feiern fließt in Kambodscha viel Alkohol, und kleine Missverständnisse führen oft zu Mord und Totschlag. Im März ging eine Hochzeitsgesellschaft mit Eisenstangen auf Schaulustige los, die von der Straße aus die Feier anschauten. Ein Mann kam ums Leben. Im Jänner warf ein Mann eine Granate in die Hochzeitsfeier einer Frau, die ihn abgewiesen hatte, und tötete elf Menschen.

Flug MH370: U-Boot-Suche klappte erstmals

Beim dritten Versuch hat die U-Boot-Suche nach dem Wrack des verschwundenen Malaysia-Airlines-Flugzeugs erstmals richtig geklappt: Das unbemannte Unterwasserfahrzeug „Bluefin-21“ tauchte heute erst nach 16-stündigem Einsatz auf dem Meeresboden wieder auf. Die eingesammelten Daten über die Landschaft auf dem Meeresboden wurden an Bord des Schiffs „Ocean Shield“ noch analysiert.

Daraus entsteht ein dreidimensionales Bild des Bodens. Die Experten gehen davon aus, dass darauf ungewöhnliche Objekte wie Wrackteile zu erkennen wären. Insgesamt hatte „Bluefin-21“ bis heute 90 Quadratkilometer Boden abgesucht. MH370 war am 8. März mit 239 Menschen an Bord verschwunden. Zuvor war es bei der Suche zu technischen Problemen gekommen.

Gesundheit

Neuer Ebola-Stamm in Guinea identifiziert

Ein internationales Forscherteam hat in Guinea einen neuen Ebola-Stamm identifiziert. Das teilte das an der Entschlüsselung des Virusgenoms beteiligte Bernhard-Nocht-Institut heute in Hamburg mit. Die Experten berichteten in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ über ihre Erkenntnisse.

Ende März waren mehrere internationale Wissenschaftler im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach Guinea gereist, um den Erreger zu analysieren. Dazu gehörten neben einem Experten des Bernhard-Nocht-Instituts auch Forscher des Instituts für Mikrobiologie der deutschen Bundeswehr sowie aus Italien und Frankreich.

Die Daten der genetischen Analyse deuten demnach darauf hin, dass der im westafrikanischen Guinea und in Liberia entdeckte Erreger wahrscheinlich Anfang Dezember 2013 bzw. sogar schon Monate vor dem Ausbruch kursierte. Es handle sich um einen neuen Stamm einer Virusart, der sich möglicherweise parallel zu anderen Ebola-Stämmen in der Republik Kongo und in Gabun entwickelt hat, schreiben die Autoren.

Diakonie: „Menschen mit Demenz nicht vergessen“

Im Jahr 2020 werden in Österreich laut der Hilfsorganisation Diakonie 130.000 Menschen direkt von Demenz betroffen sein. „Demenz bedeutet vergessen. Menschen mit Demenz dürfen aber nicht vergessen werden“, appellierte Direktor Michael Chalupka am Gründonnerstag an die Bundesregierung.

„Demenz geht uns alle an“

„Wenn der G-8-Gipfel die Wichtigkeit des Themas wegen seiner demografischen und ökonomischen Brisanz erkennt, ist es höchste Zeit, dass auch die österreichische Bundesregierung gemeinsam daran arbeitet. Demenz geht uns alle an“, so Chalupka.

Die Diakonie unterstrich in einer Aussendung, dass „Demenzbetroffene nicht die zentralen Aspekte des Menschseins verlieren“, so Alexander Aschenbrenner, Gerontopsychologe aus der Diakonie in Salzburg. „Was die Menschen brauchen, ist Begleitung, die vor allem die vorhandenen Stärken des Demenzbetroffenen erkennt. Dann ist auch mit der Diagnose Demenz weiterhin ein gutes Leben möglich.“

Flächendeckende Versorgung gefordert

Neben der öffentlichen Bewusstseinsbildung und der Entlastung der Angehörigen fordert die Organisation auch eine gute und flächendeckende Versorgung mit sozialen Dienstleistungen. „Genauso unterschiedlich wie die Menschen, genauso unterschiedlich muss auch das Angebot sein“, sagte Chalupka. „Zu Hause unterstützt mit mobilen Diensten, im Pflegeheim oder im betreuten Wohnen; ein Tageszentrum, wo nur tagsüber Unterstützung geboten wird – vieles soll möglich sein. Derzeit fehlen diese Leistungen oft noch oder sind schlichtweg nicht leistbar“, so der Direktor.

Religion

Ratschen: Lautstark durch die stillen Tage

In vielen ländlichen Regionen sind in den nächsten Tagen wieder Kinder und Jugendliche mit Ratschen unterwegs. Durch diesen vermutlich aus dem Mittelalter stammenden Brauch werden die Glocken und Orgeln ersetzt. Weil die Glocken stillstanden, mussten die Ratschen ihre Funktion übernehmen. Außerdem sollten sie – so ist es den Brauchtumskalendern zu entnehmen – den Frühling aufwecken und böse Geister abwehren.

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Kultur

Starmusiker „Cheo“ Feliciano bei Autounfall gestorben

Der puertoricanische Salsa- und Bolero-Star Jose Luis „Cheo“ Feliciano ist tot. Der Musiker starb heute bei einem Autounfall in der Hauptstadt San Juan, wie lokale Medien berichteten. Laut einem Polizeibericht prallte der 78-Jährige mit seinem Auto gegen einen Strommast und erlitt dabei tödliche Kopfverletzungen.

„Cheo“ Feliciano war ein beliebter Komponist und Sänger in Puerto Rico. Mit seinem Spitznamen wollte er sich von seinem gleichnamigen blinden Landsmann Jose Feliciano („Feliz Navidad“) abheben, mit dem er nicht verwandt war.

Im Alter von 17 Jahren zog er nach Spanish Harlem in New York, wo er seine Laufbahn als Schlagzeuger begann. Seine Salsa- und Bolero-Songs machten ihn später in ganz Lateinamerika berühmt. Laut der Zeitung „El Nuevo Día“ wollte Feliciano für einen Auftritt nach Mexiko reisen.

Ausstellung zu 100 Jahre Wiener Rathausplatz

Heute findet das große Parkfest mit 140 Oldtimern auf dem Rathausgelände statt. Parallel dazu wird die Fotoausstellung „100 Jahre Rathausplatz“ in der Tiefgarage eröffnet. Doch was hat der historische Platz im letzten Jahrhundert wirklich miterlebt?

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Hausners „Amour Fou“ in Cannes-Nebenschiene

Der neue Film von Jessica Hausner, „Amour Fou“, läuft bei den 67. Filmfestspielen von Cannes in der Reihe „Un Certain Regard“. Die österreichische Regisseurin, die zuletzt mit „Lourdes“ (2009) in Venedig vertreten war, konkurriert in der Nebenschiene u. a. mit Wim Wenders, Matthieu Amalric, Asia Argento und Ryan Gosling. Das teilte das Festival heute auf einer Pressekonferenz mit.

Der Wettbewerb wird einmal mehr zu einem Stelldichein der Regiestars. David Cronenberg ist ebenso einer der Kandidaten für die Goldene Palme wie die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne und die Briten Mike Leigh und Ken Loach. Als größte Überraschung darf jedoch die Rückkehr der lebenden Regielegende Jean-Luc Godard gelten.

Insgesamt laufen in diesem Jahr 18 Filme im Wettbewerb, zwei Filme sind derzeit „außer Konkurrenz“ gelistet. Für die am 15. Mai beginnende Ausgabe des Festivals wurden 1.800 Spielfilme eingereicht, berichtete der künstlerische Leiter Thierry Fremaux. Inklusive der Nebenschienen wurden 49 Filme aus 28 Ländern ausgewählt. Der Auswahlprozess sei „manchmal ein bisschen brutal“, gab Fremaux zu.

Fall Pereira: Lombardei-Präsident fordert Erklärung

Der Präsident der Region Lombardei, Robert Maroni, hat den Intendanten der Salzburger Festspiele und künftigen Scala-Chef Alexander Pereira aufgerufen, seine Position in Zusammenhang mit dem Ankauf von Opern aus Salzburg zu erläutern. „Sollte es keine glaubwürdige Erklärung geben, glaube ich nicht, dass er in Mailand weitermachen kann“, sagte Maroni nach Angaben italienischer Medien.

Verhalten „nicht einwandfrei“

Pereiras Verhalten sei „vom moralischen Standpunkt nicht einwandfrei“, sagte der Politiker. Ein Mitglied des lombardischen Regionalparlaments sitzt im Scala-Aufsichtsrat. „Unser Vertreter hat Pereiras Verhalten kritisiert und Erklärungen gefordert“, betonte Maroni, Spitzenpolitiker der Lega Nord.

Das italienische Kulturministerium hatte den Scala-Aufsichtsrat am Dienstag dazu aufgerufen, einen Bericht über den Deal mit Salzburg zu verfassen. Pereira wies den Verdacht eines Interessenkonflikts zuletzt entschieden zurück und sprach von einer Win-win-Situation. „Salzburg hat schöne Produktionen, die nicht mehr inszeniert werden. Die Scala kauft sie zu einem Spottpreis. Wo ist der Skandal?“, so Pereira gestern in der Tageszeitung „La Stampa“.

Philharmoniker: Holender kritisiert Umgang mit NS-Historie

Ex-Staatsoperndirektor Ioan Holender geht mit dem Vorstand der Wiener Philharmoniker wegen dessen Umgangs mit der NS-Geschichte des Orchesters scharf ins Gericht. Orchestervorstand Clemens Hellsberg agiere „ausschließlich, wenn er unter Druck gerät“, so Holender in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „profil“. „Von sich aus bliebe er alle Informationen schuldig.“

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Science

Forscher: Stress ist ansteckend

Nicht nur Gähnen, auch Stress kann ansteckend sein. Wer selbst entspannt sei, für den könne es stressig werden, wenn er einen anderen Menschen in einer angespannten Situation sehe, berichteten Forscher aus Leipzig und Dresden heute.

Allein die Beobachtung reiche oftmals, damit der eigene Körper das Stresshormon Kortisol ausschütte, ergänzte das Team um Tania Singer vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (Leipzig) und Clemens Kirschbaum von der Technischen Universität Dresden. Die Wissenschaftler nennen das empathischen Stress.

Bei einem Stresstest mussten Probanden etwa schwierige Kopfrechenaufgaben lösen und Bewerbungsgespräche meistern. Bei insgesamt 26 Prozent der Beobachter stieg daraufhin der Kortisolwert an. Waren die Zuschauer in einer partnerschaftlichen Beziehung mit den Probanden verbunden, so reagierten 40 Prozent auf diese Weise. Bei fremden Menschen sprang der Stress immerhin noch auf zehn Prozent der Beobachter über.

Golfstrom seit 15 Millionen Jahren aktiv

Der Golfstrom hat bereits vor 15 Millionen Jahren Wärme aus dem Süden des Atlantiks bis nach Island transportiert. Dort verlangsamte er laut österreichischen Forschern die Abkühlung, die damals weltweit im Gang war.

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