Inland

Arbeitslose: Zumutbarkeit laut Hundstorfer kein Problem

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) sieht in den Zumutbarkeitsbestimmungen für das Arbeitslosengeld kein zentrales Problem. Diese seien zwar „permanent Thema, auch im Verwaltungsrat des AMS“, hieß es heute aus seinem Büro zur APA.

Änderungen bei den Zumutbarkeitsbestimmungen, was die Bezahlung betrifft, werde der SPÖ-Minister aber nicht akzeptieren, hieß es weiters. Eine „Unterentlohnung“ komme nicht infrage. Hundstorfer wies auch die Kritik von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) zurück, dass die Arbeitsmarktmaßnahmen nicht treffsicher genug seien. Es gebe sehr wohl Erfolge.

Bis zu 2,5 Stunden Wegzeit möglich

Was die zuletzt von Schelling angesprochene Wegzeit betreffe, würden ohnehin schon bis zu zweieinhalb Stunden gelten. Im Gesetz stehen zwar maximal zwei Stunden an zumutbarer Hin- und Rückfahrt, doch sind in bestimmten Fällen auch längere Wegzeiten möglich, verwies man im Ministerium auf die geltende Rechtslage. Auch eine Beschäftigung außerhalb des Wohnortes sei zumutbar, wenn etwa am Arbeitsplatz eine Unterkunft bereitsteht.

Das „Drehen“ an diesen Bestimmungen sei also ein ständiger Prozess, „löst aber kein wirkliches Problem“. Das bestehe nämlich im schwachen Wirtschaftswachstum und der mangelhaften Qualifikation der Arbeitssuchenden. Rund die Hälfte von ihnen habe keinen höheren Abschluss als die Pflichtschule vorzuweisen.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid kritisierte in einer Aussendung das „Schlechtreden von Arbeitslosengeld und Mindestsicherung“. Die ÖVP führe hier eine „unwürdige Neiddebatte“, was „Menschen in Notsituationen“ verunsichere.

Scharfe SPÖ-Kritik an Mikl-Leitners Asylpolitik

SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim hat - wie eine Woche zuvor die SPÖ Burgenland - den Umgang von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) mit dem Flüchtlingsproblem kritisiert.

Seit Wochen gelinge es nicht, das Problem zu lösen, das „erinnert nahezu an professionelle Inkompetenz“, so Jarolim. Er sah heute im APA-Gespräch „die Unerträglichkeit schon lange erreicht“.

Jarolim „empfiehlt“ Mikl-Leitner Änderungen in ihrem Umfeld, „um gute Beratung sicherzustellen“. Es sei nicht akzeptabel, dass das Ministerium Anregungen der Caritas und ähnlicher Organisationen - die Lösungskonzepte hätten - ignoriere.

Wenn man „endlich Beratung zulässt“, könnte wie in anderen Ländern die Flüchtlingsunterbringung zügig gelöst werden - zumal das Problem „bei Weitem nicht so groß ist, wie es nach außen vermittelt wird“.

ÖVP Niederösterreich weist Kritik zurück

Ansetzen sollte Mikl-Leitner in Niederösterreich, werde sie doch immer wieder als mögliche Nachfolgerin von Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) gehandelt. Die Ministerin könnte sicherstellen, dass ihr Heimatland „als Vorbild voranschreitet“.

Derzeit weise es nämlich - abgesehen von der völlig überfüllten Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen - die mit Abstand schlechtesten Unterbringungszahlen aus.

Die niederösterreichische ÖVP wies die Kritik zurück. Landesgeschäftsführer Gerhard Karner bestritt in einer Aussendung Versäumnisse in seinem Bundesland - und ortete im Gegenzug eine „Geschichte des sozialdemokratischen und grünen Versagens“.

Blümel: „Unsinnige und populistische Phrasen“

ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel lehnte „ständige Anschüttereien politischer Verantwortungsträger“ ab. Anstatt „unsinnige und populistische Phrasen von sich zu geben“, solle sich der SPÖ-Politiker lieber ein Stück Ausdauer und Durchsetzungskraft von der Ministerin abschauen.

„Sommergespräch“: Strolz beklagt Versagen in Asylpolitik

NEOS-Chef Matthias Strolz hat sich gestern als erster Parteichef im Wiener Ringturm den Fragen im ORF-„Sommergespräch“ mit Hans Bürger gestellt. Einen bedeutenden Platz nahm dabei das Asylthema ein: Strolz beklagte ein „Managementversagen“ der Politik und ordnete den Landeshauptleuten eine „ganz ungute Rolle“ zu.

Doch es gab auch andere Themen: Besprochen wurden die wechselhafte Präsenz seiner Partei und seine persönliche Rolle - sowie die spezielle Bedeutung einer John-F.-Kennedy-Statue.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

FPÖ Tirol lässt Wahlkampfabrechnung prüfen

Die Causa um Vorwürfe der angeblichen illegalen Parteienfinanzierung gegen die FPÖ erreicht nun auch die Tiroler Freiheitlichen. Landesparteiobmann Markus Abwerzger will die gesamten Abrechnungen der Landespartei aus dem Landtagswahlkampf 2013 prüfen lassen.

Mehr dazu in tirol.ORF.at (tirol.orf.at

Dubiose FPÖ-Geldflüsse über „Zunkunftskonto“

Unterdessen wurden heute neue Details in der Causa bekannt: So sollen Gelder für die Partei auf einem „Zukunftskonto“ geparkt worden sein, angemeldet auf einen Mitarbeiter des früheren FPÖ-Politikers Uwe Scheuch.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Ausland

WHO: Fast 4.000 Tote in Jemen-Konflikt seit März

Seit dem Beginn der Luftangriffe auf das Bürgerkriegsland Jemen Ende März sind laut UNO-Angaben fast 4.000 Menschen gestorben.

Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute mitteilte, waren mit 1.859 Getöteten knapp die Hälfte der 3.984 Opfer Zivilisten. Zudem seien etwa 19.300 Menschen bei den Kämpfen auf dem Boden und den Luftschlägen verletzt worden.

Im Jemen hatten schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten weite Teile des Landes erobert und Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi im März zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen. Seitdem bombardiert ein saudisch geführtes Militärbündnis Huthi-Stellungen. Gegner der Aufständischen drängten diese zuletzt im Süden des Landes zurück.

Obama: Weltgemeinschaft muss Einstellung zu Afrika ändern

US-Präsident Barack Obama hat die Weltgemeinschaft zu einer neuen Einstellung gegenüber Afrika aufgefordert. Weil sich Afrika verändere, müsse auch die Welt „ihre Einstellung zu Afrika ändern“, sagte Obama heute in einer Rede am Sitz der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abeba.

Ein halbes Jahrhundert nach der Unabhängigkeit vieler afrikanischer Länder sei es „längst überfällig, alte Vorurteile von einem Afrika, das für immer in Armut und Konflikten feststeckt, beiseitezulegen.“ Die Welt müsse vielmehr die „außerordentliche Entwicklung Afrikas anerkennen“. Gleichzeitig müsse Afrika aber auch den „Krebs der Korruption“ bekämpfen, so Obama.

Kritik an machthungrigen Politikern

Kritik übte Obama auch an machthungrigen afrikanischen Präsidenten. Wenn Präsidenten nach dem Ende ihrer Amtszeit nicht abtreten wollten, bringe das „die demokratische Entwicklung Afrikas in Gefahr“. „Niemand sollte Präsident auf Lebenszeit sein“, so Obama. Er selbst freue sich sogar darauf, die Macht an seinen Nachfolger abzugeben.

Obama hielt zum Abschluss seines Besuchs in Äthiopien als erster US-Präsident eine Rede am Sitz der AU. Die Präsidentin der AU-Kommission, Nkosazana Dlamini-Zuma, würdigte den „historischen Besuch“ Obamas als einen „konkreten Schritt, um die Beziehungen zwischen der AU und den USA auszuweiten und zu vertiefen“. Obama war am Sonntag als erster US-Präsident zu einem Besuch in Äthiopien eingetroffen.

Gaddafi-Sohn in Tripolis zum Tode verurteilt

Ein Gericht in Libyen hat den Sohn des gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam, zum Tode verurteilt. Die Richter in Tripolis sprachen ihn heute unter anderem wegen Mordes und Korruption schuldig, wie die staatliche Nachrichtenagentur berichtete. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Saif al-Islam al-Gaddafi hatte ab den 1990er Jahren teilweise in Österreich gelebt und in Wien studiert. Er unterhielt unter anderem enge Beziehungen zum damaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und FPÖ-Funktionären.

Acht Gaddafi-Vertraute ebenfalls verurteilt

Das Gericht in Tripolis verurteilte heute zudem acht Vertraute des langjährigen Machthabers zur Hinrichtung durch ein Erschießungskommando, darunter der frühere Regierungschef Baghdadi al-Mahmudi und der ehemalige Geheimdienstchef Abdullah Senussi. Ihnen wurden Verbrechen während des blutig bekämpften Aufstands gegen Gaddafi im Jahr 2011 vorgeworfen.

Der Prozess gegen den einst als Gaddafis Nachfolger auserkorenen Saif al-Islam hatte im April in der libyschen Hauptstadt begonnen. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hatte sich zuvor vergeblich um eine Auslieferung des Gaddafi-Sohns bemüht. Der IStGH hatte auf dem Höhepunkt der Revolte Haftbefehl gegen ihn und Senussi wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen. Anschließend entbrannte ein Streit zwischen Tripolis und Den Haag darüber, vor welchem Gericht sich die beiden Männer verantworten sollten.

Prozessteilnahme per Videoschaltung

Saif al-Islam erschien aus Sicherheitsgründen niemals persönlich vor den Richtern, sondern nahm zeitweise per Videoschaltung an den Verhandlungen teil. Saif al-Islam wird seit seiner Gefangennahme Ende 2011 in der westlibyschen Stadt al-Sintan festgehalten. Kurz zuvor war sein Vater mit 69 Jahren in seiner Heimatstadt Sirte von Rebellen erschossen worden.

Mogadischu-Attentäter mit Deutschland-Verbindung

Der jüngste Selbstmordanschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu mit 18 Toten am Wochenende soll auf das Konto eines Dschihadisten gehen, der einige Zeit in Deutschland gelebt hat.

Aus deutschen Sicherheitskreisen hieß es heute, es gebe Hinweise darauf, dass der Mann zur Bonner Islamistenszene gehört habe. Er sei 2012 aus Deutschland ausgereist - zunächst wohl nach Ägypten und später weiter nach Somalia.

Der Mann wurde den Angaben nach 1985 in Libyen geboren und hatte die somalische und libysche Staatsbürgerschaft. Einen deutschen Pass habe er nie besessen. Zuvor hatte ein ranghoher Sicherheitsbeamter in Mogadischu gesagt, der Täter sei Deutsch-Somalier gewesen.

Anschlag auf Hotel

Zu dem Anschlag am Sonntag auf das Hotel Jazeera Palace bekannte sich die islamistische Al-Schabab-Miliz. In dem Hotel, das neben Büros der Vereinten Nationen direkt an der Straße zum Flughafen liegt, verkehren vor allem Diplomaten, Vertreter internationaler Hilfsorganisationen und Regierungsbeamte.

Linker Flügel voran: Labour-Chefwahl als Zerreißprobe

Im September wählt die britische Labour-Partei ihren neuen Vorsitzenden. Unter den vier Kandidaten sorgt vor allem der 66-jährige Jeremy Corbyn für Aufregung. Corbyn, ein Labour-Urgestein und Vertreter des Links-außen-Flügels, mauserte sich als Kandidat abseits des Establishments völlig überraschend zum Favoriten.

Das beunruhigt Labour-Mitglieder, die ihre Partei zurück ins politische Zentrum rücken wollen - sie warnen davor, dass eine Wahl Corbyns „die Büchse der Pandora“ für die angeschlagene Partei öffnen könnte. Nach der Wahlschlappe im Mai stolperte die Partei in eine Identitätskrise - seither tobt ein Richtungsstreit.

Mehr dazu in Vier Kandidaten rittern um Vorsitz

Wirtschaft

Insider: Athen wartet auf EZB-Okay für Börsenöffnung

Griechenland hat der Europäischen Zentralbank (EZB) Insidern zufolge zwei Vorschläge zur möglichst baldigen Öffnung der Athener Börse vorgelegt.

„Ob wir morgen oder an einem anderen Tag öffnen, hängt davon ab, wann wir eine Antwort der EZB erhalten“, sagte eine der Personen aus dem Umfeld der Aufsichtsbehörden heute zu Reuters.

Ein bei der EZB eingereichter Plan sehe vor, einen uneingeschränkten Handel zuzulassen. Alternativ habe man vorgeschlagen, für griechische Investoren Auflagen zu erlassen, um eine Kapitalflucht zu verhindern.

Kein Handel seit Ende Juni

An der Börse in Athen wird seit Ende Juni nicht mehr gehandelt. Zuvor hatte die Regierung bereits die Banken geschlossen und Kapitalkontrollen in Kraft gesetzt, um einen Zusammenbruch des griechischen Finanzsystems zu verhindern. Die Banken sind inzwischen wieder geöffnet, nachdem die EZB ihre Hilfskredite aufgestockt hat.

Führungswechsel bei conwert Immobilien

Die börsennotierte conwert Immobilien Invest SE bekommt eine neue Führung: Der Deutsche Wolfgang Beck (47) wurde vom Verwaltungsrat zum neuen CEO bestellt, teilte das Unternehmen heute mit. Beck soll am 1. September für fünf Jahre die Funktion übernehmen.

Beck verfüge über acht Jahre Erfahrung im Immobiliensektor, insbesondere in den Bereichen Strategie, operative Führung und Finanzen. Bisher sei er in Führungsfunktionen bei der Deutsche Annington Immobilien SE tätig gewesen. Weiters habe er bei internationalen Strategieberatungsunternehmen gearbeitet.

Bei conwert hatte der Unternehmer Hans Peter Haselsteiner im Mai seinen 24,79-Prozent-Anteil an die vom israelischen Milliardär Teddy Sagi kontrollierte zypriotische MountainPeak Trading verkauft. Seitdem kam es in den Gremien zu mehreren Wechseln.

Neues Normengesetz laut Jurist „krass verfassungswidrig“

Das von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) geplante neue Normengesetz sei „krass verfassungswidrig“, sagt der Verfassungsjurist Heinz Mayer. „Das hat jemand geschrieben, so als gäb’s keine Verfassung“, so Mayer bei einem Pressegespräch in Wien.

Austrian Standards, das frühere Normungsinstitut, lehnte den Entwurf für das neue Normengesetz von Anfang an als „nicht umsetzbar“ ab und untermauerte diese Position nun durch ein Gutachten des Verfassungsexperten. Der Entwurf zeige „ein erschreckendes Gesamtbild“, sagte die Direktorin von Austrian Standards, Elisabeth Stampfl-Blaha. „Daher ist unser Plädoyer: zurück an den Start.“

„Groteske Bestimmung“

Der Entwurf enthalte etwa in Paragraf 4 die „groteske Bestimmung“, wonach das Leitungsorgan des Vereins (Austrian Standards) in seiner Satzung vorsehen müsse, dass ein Vertreter des Bundes und einer der Länder Mitglied zu sein habe und dass die wichtigen Beschlüsse einstimmig zu fassen seien.

Das bedeute, dass der Vertreter des Ministeriums oder der Länder jeden Beschluss blockieren kann, so Mayer. Der Verein als verfassungsrechtliches Konstrukt würde damit zerstört.

Außerdem müsse ein Verein in Rahmen seiner Privatautonomie auch befugt sein, für seine Leistungen ein Entgelt zu verlangen. Es sei „krass verfassungswidrig“, das zu verbieten. Der Entwurf sei „so, wie wenn ein Volksschüler sich hinsetzt und einen Roman schreibt“, bewertete Mayer die Qualität des Gesetzesentwurfs.

Für Stampfl-Blaha „atmet dieser ganze Entwurf ein Obrigkeitsdenken, das erschütternd ist. Man will uns mit einem verstaubten Retro-Gesetz fesseln.“

Die nationale Stellungnahmefrist für das Gesetz geht am 3. August zu Ende, am 24. September die europäische. Das neue Normengesetz soll am 1. Jänner 2016 in Kraft treten - das erklärte Ziel ist, die „Normenflut“ einzudämmen.

7.600 Einzelhändler sperrten seit 2004 zu

Die Verkaufsflächen im Einzelhandel sinken dramatisch. Zum einen wandert Geschäft ins Internet ab, zum anderen gibt es eine Verschiebung der traditionellen Standorte hin zu Einkaufs- und Fachmarktzentren. Abgesehen vom Lebensmitteleinzelhandel gingen die Verkaufsflächen im Vorjahr in allen Branchen zurück.

Im Zeitraum 2004 bis 2014 sperrten in Österreich 7.600 Einzelhändler zu, ein Rückgang von 16 Prozent, ergab eine heute präsentierte Analyse der KMU Forschung Austria. Es gab laut der Studie im Vorjahr 39.900 Einzelhandelsgeschäfte. Ein Stopp dieser Entwicklung sei nicht zu erwarten. Österreich liege bei der Verkaufsfläche je Einwohner weltweit im Spitzenfeld.

Schmuckhandel besonders betroffen

Besonders betroffen war laut der Studie der Uhren- und Schmuckhandel, wo die Flächen im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf 70.000 Quadratmeter einbrachen. Die meisten Flächen beansprucht der Lebensmittelhandel - dort gab es 2014 ein leichtes Plus von einem Prozent auf 3,27 Millionen Quadratmeter.

Hohe Rückgänge gab es auch bei Geschäften, die Fotoartikel bzw. optische Artikel (minus vier Prozent auf 120.000 Quadratmeter) verkaufen, bei Sportartikelhändlern (minus vier Prozent auf 730.000), in den Bereichen Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte (minus drei Prozent auf 300.000), im Schuh- und Lederwareneinzelhandel (minus drei Prozent auf 410.000) sowie im Bau- und Heimwerkerhandel (minus drei Prozent auf 2,85 Millionen Quadratmeter).

Erstmals seit 2010 leichtes Umsatzplus

Zugleich gab die KMU Forschung Austria bekannt, dass der österreichische Einzelhandel heuer erstmals seit dem zweiten Halbjahr 2010 wieder reale Umsatzzuwächse erzielte. In den ersten sechs Monaten 2015 zogen die Erlöse inflationsbereinigt um 0,5 Prozent an.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Sport

Formel 1: Vettel macht es wieder spannend

Mit seinem ersten Sieg auf dem Hungaroring hat Sebastian Vettel nicht nur seine persönliche Erfolgsbilanz aufgebessert, sondern auch der Formel-1-WM wieder mehr Brisanz verliehen.

Während das bisher so souveräne Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg in Ungarn schwächelte, zeigte Vettel eine fehlerlose Vorstellung. Damit kann er der zweiten Saisonhälfte nach der Sommerpause durchaus zuversichtlich entgegensehen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Tour de France: Zweifler trüben Froomes Freude

Christopher Froome hat am Sonntag zum zweiten Mal in seiner Karriere in überzeugender Manier die Tour de France für sich entschieden. Zu der Freude über den Triumph mischte sich bei dem 30-jährigen Briten aber auch Ärger über alle Kritiker, die die „Sauberkeit“ des Siegers anzweifeln. „Ich werde das Trikot nicht entehren“, betonte Froome bei der Siegerehrung daher noch einmal. Der jüngste Erfolgslauf der britischen Radfahrer wird trotzdem kritisch beäugt.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

U-Boot-Wrack in Schweden vermutlich aus Erstem Weltkrieg

Das U-Boot, das Taucher vor der schwedischen Ostküste gefunden haben, stammt vermutlich aus dem Ersten Weltkrieg. Militärexperten in Schweden und Russland glauben, dass es sich um ein russisches U-Boot handelt, das im Mai 1916 mit einem schwedischen Dampfschiff kollidierte und sank. An Bord sollen 18 Mann Besatzung gewesen sein.

Das Unterwasserfahrzeug war vorige Woche von der Wracksucherorganisation Ocean X Team gefunden worden. Gestern übergaben die Taucher ihr Filmmaterial an die schwedischen Streitkräfte, die nun analysieren, um was für ein Objekt es sich handelt. Die Sucher hatten zunächst angenommen, das U-Boot sei neueren Datums und die Besatzung könne noch an Bord sein.

Mehr dazu in Armee will „nicht spekulieren“

Hongkong feiert Geburtstag des ältesten Pandas

Hongkong hat heute den Geburtstag des ältesten Pandas in Gefangenschaft gefeiert. Zu ihrem Ehrentag bekam die Jubilarin Jia Jia („Vortrefflichkeit“) in ihrem Gehege in einem Freizeitpark der chinesischen Sonderverwaltungszone eine bunte Geburtstagstorte aus gefrorenem Fruchtsaft, dekoriert mit einem riesigen 37er ebenfalls aus Wassereis. Wäre er ein Mensch, hätte der Riesenpanda 100 Jahre auf dem Buckel.

Pandabär Jia Jia

APA/AP/Kin Cheung

Zu den Gratulanten gehörte auch der Experte des Guinness-Buches der Rekorde, Blythe Ryan Fitzwilliam. Er würdigte ihre „außergewöhnliche Leistung“: Jia Jia sei nicht nur „der älteste lebende Panda in Gefangenschaft, sondern der älteste Panda überhaupt, der jemals in Gefangenschaft lebte“.

1978 in freier Wildbahn geboren

Jia Jia wurde 1978 in freier Wildbahn in der südwestchinesischen Provinz Sichuan geboren. Nach Hongkong kam sie 1999 als Geschenk zum zweiten Jahrestag der Rückkehr der britischen Kronkolonie nach China. Der bisherige Rekordhalter, das Panda-Männchen Du Du, war 1999 im Alter von 36 Jahren in einem Zoo der chinesischen Provinz Hubei gestorben.

Religion

Moscheenvereine klagen gegen Islamgesetz

Der größte Dachverband islamischer Moscheenvereine in Österreich, ATIB, hat laut „Presse“ (Dienstag-Ausgabe) vor dem Verfassungsgerichtshof (VfGH) eine Klage gegen das Islamgesetz eingebracht.

Bekämpft wird jener Paragraf, nach dem mit 1. März 2016 alle Vereine, deren Zweck in der Verbreitung der Religionslehre besteht, aufgelöst werden müssen. Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Fuat Sanac, hatte sich erst vor einigen Tagen versöhnt mit dem mittlerweile in Kraft getretenen Islamgesetz gezeigt.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Gesundheit

West-Nil-Fieber soll meldepflichtig werden

Laborbestätigte Erkrankungs- und Todesfälle am West-Nil-Fieber werden künftig meldepflichtig. Das soll eine von Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) heute in Begutachtung geschickte Verordnung sicherstellen.

Demnach müssen Labors bestätigte Fälle in Zukunft automatisch an die Bezirksverwaltungsbehörden melden. Die Verordnung soll noch im Sommer in Kraft treten.

Das West-Nil-Fieber wird vom West-Nil-Virus ausgelöst und über Gelsen übertragen. Infiziert werden können Menschen sowie verschiedenste Vogelarten und Säugetiere. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist äußerst selten. In Österreich wurde 2014 ein humaner WNV-Fall verzeichnet, Virusnachweise aus Blutproben gab es aber auch schon vorher.

Meist keine Krankheitszeichen

80 Prozent der infizierten Menschen zeigen keine Krankheitszeichen, sind jedoch Träger des Virus. Bei 20 Prozent der Infektionen zeigt sich ein symptomatischer Verlauf, meist in Form eines grippalen Infekts. Weniger als ein Prozent der Ansteckungen laufen unter Beteiligung des zentralen Nervensystems ab, dann können Meningitis, Enzephalitis und Lähmungen auftreten.

Bei schweren Verläufen ist meist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus mit Infusionen, Beatmungsunterstützung und Pflege erforderlich. Die Letalität bei Patienten mit einem solchen neuroinvasiven Krankheitsbild liegt zwischen vier und 14 Prozent, bei über 70-Jährigen kann sie 15 bis 29 Prozent betragen.

Science

Eisverlust in Arktis bringt Sibirien mehr Schnee

Der Verlust von Meereis in der Arktis führt zu größeren Schneefällen im südlichen Sibirien. Denn das eisfreie Wasser erwärmt sich und nimmt vermehrt Feuchtigkeit auf, was in der Atmosphäre die Bildung von Stürmen begünstigt. In Sibirien gehen diese im Herbst und Winter als Schnee nieder.

Forscher fanden einen Zusammenhang zwischen der Eisbedeckung in der Barents- und der Karasee und den Schneehöhen in Russland, heißt es im Fachjournal „Environmental Research Letters“ von den Wissenschaftlern um Martin Wegmann und Stefan Brönnimann vom Oeschger Zentrum für Klimaforschung der Schweizer Universität Bern. Sie untersuchten Daten von 820 Messstationen in Russland seit den 1970er Jahren.

Eis beeinflusst Klima direkt

In Jahren mit wenig Meereis kam es laut den Daten zu größeren Schneefällen und Schneestürmen in Südsibirien. Die Wissenschaftler konnten auch nachweisen, dass zumindest ein Teil der Feuchtigkeit hierzu aus offenen arktischen Gewässern stammte. Auf einen schneereichen Herbst folgte den Resultaten zufolge im Winter eine kalte Hochdrucklage in Eurasien.

„Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig das arktische Klima für die südlicheren Breiten ist“, schreiben die Autoren. Seit Beginn der Satellitenmessungen 1980 hat die Ausdehnung des Meereises im Sommer in der Arktis um zehn Prozent abgenommen.

Extrem seltenes Nördliches Breitmaulnashorn verendet

Eines der letzten Nördlichen Breitmaulnashörner der Welt ist in einem tschechischen Zoo verendet. „Es ist ein schwer zu beschreibender Verlust“, sagte der Leiter des Tierparks in Dvur Kralove, Premysl Rabas, heute.

Nördliches Breitmaulnashorn im Zoo von San Diego

Public Domain

Die Nashornkuh Nabire sei im Alter von 31 Jahren an einer geplatzten Zyste verendet. Damit gebe es weltweit nur noch vier Tiere dieser Unterart. Drei von ihnen leben im Ol-Pejeta-Reservat in Kenia und eines im Zoo von San Diego.

Das Nördliche Breitmaulnashorn gilt als seltenstes Großsäugetier der Welt und als unmittelbar vom Aussterben bedroht. Es war ursprünglich in einem Gebiet vom Kongo über Uganda und den Sudan bis hinein in den Tschad verbreitet. Der Bestand des Südlichen Breitmaulnashorns ist hingegen nach Angaben der Umweltorganisation WWF nach Schutzmaßnahmen inzwischen wieder auf über 20.400 Tiere gewachsen.

IT

Warnung vor Sicherheitslücke bei Android

Die US-Sicherheitsfirma Zimperium warnt vor einer Sicherheitslücke bei Googles Smartphone-Betriebssystem Android: Hacker könnten die Daten einfach per MMS stehlen, teilte Zimperium gestern mit. Sie brauchten dafür nur die Mobilfunknummer. Allerdings habe offenbar bisher niemand die Sicherheitslücke ausgenutzt.

Die Sicherheitslücke verberge sich im Mediaplayer von Android namens Stagefright (übersetzt: Bühnenangst), so Zimperium. Er lädt automatisch an eine Textnachricht angehängte Videos, damit der Nutzer nicht lange warten muss, wenn er sich das Video anschauen will.

Hacker können laut Zimperium über die Videodatei in das Smartphone eindringen - auch wenn der Nutzer die Nachricht gar nicht öffnet und liest.

Fast jeder Nutzer eines Smartphones mit Android sei betroffen, erklärte Zimperium - 95 Prozent oder 950 Millionen Geräte könnten so gehackt werden. Zimperium habe Google das Problem gemeldet und ein Update geliefert, um den Datendiebstahl unmöglich zu machen. Google habe sofort reagiert und das Update an die Gerätehersteller verteilt.

Kultur

Erfinder des modernen Schlagzeugstocks tot

Der Erfinder moderner Schlagzeugstöcke, Vic Firth, ist tot. Wie die nach ihm benannte Firma gestern in den USA mitteilte, starb er im Alter von 85 Jahren. Seine „grenzenlose Leidenschaft für die Musik beeinflusste alle seine Entscheidungen“, hieß es in einer Erklärung.

Everett "Vic" Firth, 2002

APA/AP/The Boston Globe/Lane Turner

Firth stammte aus dem US-Bundesstaat Massachusetts und spielte als Perkussionist beim Boston Symphony Orchestra. Weil er mit den damals verwendeten Trommelstöcken und Schlägeln nicht zufrieden war, baute er kurzerhand seine eigenen.

„Es war nicht nur die Qualität der Schlagzeugstöcke, es war die fehlende Auswahl“, erinnerte er sich später. Für die Klangqualität sei die Form der Stöcke aber enorm wichtig. Schon kleinste Veränderungen im Herstellungsprozess könnten das Ergebnis stark beeinflussen.

1963 gründete Firth seine eigene Firma. Die von ihm produzierten Stöcke und Schlägel werden mittlerweile von Musikern auf der ganzen Welt genutzt. 2010 fusionierte das Unternehmen mit dem Beckenhersteller Zildjian.

„Gefühlt Mitte Zwanzig“: Ben Stiller in der Krise

Soll man Kinder haben oder nicht? Was hat man bereits erreicht im Leben und was könnte man noch erreichen? Wie steht es um die eigene Selbstverwirklichung? Mit fundamentalen Fragen des Daseins wird im Film „Gefühlt Mitte Zwanzig“ ein Paar Mitte 40 in New York konfrontiert. Daraus hat der aus Brooklyn stammende Regisseur Noah Baumbach, bekannt durch Filme wie „Greenberg“ und „Frances Ha“ eine anregende Komödie gemacht. In den Hauptrollen sind Ben Stiller und Naomi Watts zu sehen.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Große Kunst: Rieseninstallationen mitten in der Natur

Seit neun Jahren verwandelt sich die Gegend um Sancy im französischen Bergmassiv Monts Dore in ein gigantisches Freiluftmuseum. Im Rahmen des Festivals Horizons Arts Nature werden jedes Jahr aus Hunderten Einsendungen elf Künstler ausgewählt, deren Werke den ganzen Sommer lang zu bestaunen sind. Heuer wurden etwa ein Feld mit 30 überdimensionalen Löwenzahnblumen aus Plastikmilchflaschen, eine Flugzeugcrashskulptur in Originalgröße und ein geheimnisvoller Riesenoktopus mitten im Wald realisiert.

Mehr dazu in Blinken, leuchten, klingen

Salzburg: „Clavigo“ geht über die Schmerzgrenze

Live fast, love hard, die young: Clavigo, Protagonist des gleichnamigen Trauerspiels von Johann Wolfgang von Goethe, könnte ein Popstar unserer Zeit sein, innerlich zerrissen von Erfolgsdruck und Öffentlichkeit. So die These des Regisseurs Stephan Kimmig, der das Stück für die Salzburger Festspiele zu einer grellen und lauten Collage verarbeitete, in der die Identitätssuche manchmal wehtut.

Mehr dazu in news.ORF.at/festspielhighlights