Ausland

Israel und Palästinenser verschieben Vermittlungsgespräch

Israel und die Palästinenser haben ein Krisengespräch auf morgen verschoben. Die israelische Zeitung „Haaretz“ (Mittwoch-Ausgabe) führte dafür zwei Gründe an.

Zum einen warteten beide Seiten auf US-Vermittler Martin Indyk. Zum anderen widerstrebe es Israel, am Tag des Begräbnisses eines erschossenen Polizeioffiziers Friedensgespräche abzuhalten.

Der 47-jährige Familienvater wurde am Montag kurz vor Beginn des jüdischen Pessach-Festes getötet, als ein mutmaßlich palästinensischer Angreifer bei Hebron mit einer automatischen Waffe Schüsse auf vorbeifahrende Autos abgab, Seine Frau erlitt ebenfalls eine Schussverletzung, und ein neunjähriger Bub in einem anderen Auto wurde verletzt. Der Täter konnte zunächst entkommen.

Verletzte bei Zusammenstößen

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gab der Autonomiebehörde von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas eine Mitschuld an der Tat. Demnach wiegelt sie mit Propaganda zu Gewalttaten gegen Israel auf. Die israelische Nachrichtenseite Walla berichtete, Abbas habe den Anschlag heute jedoch bei einem Treffen mit israelischen Abgeordneten in Ramallah verurteilt.

Bei Zusammenstößen mit israelischen Einsatzkräften wurden unterdessen heute auf dem Tempelberg in Jerusalem etwa 25 Palästinenser verletzt. Die Polizei habe Tränengas gegen arabische Gläubige eingesetzt, meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Nach Angaben der israelischen Polizei hatten zuvor Dutzende von jugendlichen Palästinensern jüdische Besucher auf dem Tempelberg sowie Polizisten mit Steinen angegriffen.

Die USA bemühen sich derzeit, ein Scheitern des Nahost-Friedensprozesses zu verhindern. Ursprünglich wollte US-Außenminister John Kerry bis zum 29. April einen fertig ausgehandelten Friedensvertrag erreichen. Die Verhandlungen ziehen sich bereits seit neun Monaten hin. Kerry kämpft darum, den Gesprächskontakt zwischen den Konfliktparteien aufrechtzuerhalten.

Dschihadisten töten Anführer der Al-Nusra-Front in Syrien

Machtkampf unter Dschihadisten: Einer der Anführer der radikalislamischen Al-Nusra-Front wurde in Syrien gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter getötet.

Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mitteilte, griffen vier Angehörige der rivalisierenden Miliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) den Kommandanten Abu Mohammed al-Ansari gestern Abend in einem Haus in der Provinz Idlib an. Sie erschossen ihn sowie seine Familienangehörigen. Auch ein Bruder des Milizenführers kam laut den Angaben bei dem Überfall ums Leben.

ISIS und Al-Nusra-Front liefern einander seit Monaten Gefechte um die Vorherrschaft in den von ihnen eroberten Gebiete. Die Al-Nusra-Front ist mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet, das sich wiederum von der ISIS-Miliz distanziert hat. Der Syrien-Konflikt hat Schätzungen zufolge bereits mehr als 150.000 Menschen das Leben gekostet.

Albanien und Kosovo gedenken der Vertreibung

Mit einer gemeinsamen Regierungssitzung haben Albanien und das Kosovo der Vertreibung Hunderttausender Menschen gedacht. Serbisches Militär und Paramilitär hatten 1999 mehr als 700.000 Albaner aus dem Kosovo nach Albanien vertrieben, wo sie in Flüchtlingslagern Zuflucht fanden.

Die Massenvertreibung war durch NATO-Bomben gestoppt worden. Die Regierungschefs Edi Rama und Hashim Thaci stellten ihr Treffen heute in der nordalbanischen Stadt Kukes unter das Motto „Vom Exodus zur strategischen Partnerschaft“.

Politiker vor Wahl im Irak verhaftet

Zwei Wochen vor der Parlamentswahl sind im Irak drei Mitglieder einer Partei verhaftet worden. Das berichtete al-Sumeria News heute unter Berufung auf die Partei Irakischer Nationalkongress. Was den Festgenommenen vorgeworfen wird, blieb unklar.

Die Partei sprach von einer „Kampagne, um vor der Wahl politischen Druck auszuüben“. Der Vorsitzende des Irakischen Nationalkongresses ist Ahmed al-Chalabi, der den USA vor ihrem Einmarsch im Irak falsche Informationen über das Regime von Diktator Saddam Hussein geliefert hatte. Die Partei gilt selbst für irakische Verhältnisse als besonders korrupt.

Entführter Sohn von Kandidatin flüchtete

Im nördlichen Bezirk al-Sab konnte sich unterdessen der Sohn einer Kandidatin des Blocks der Araber von Kirkuk selbst aus der Gewalt von Geiselnehmern befreien. Er war am Sonntagabend vor seinem Haus verschleppt worden. Die Iraker sollen am 30. April ein neues Parlament wählen.

EU-Parlament stimmt für Eindämmung von Plastiksackerln

Das EU-Parlament will in den nächsten Jahren die Plastik- und Kunststoffabfälle in der EU drastisch verringern. In etwa fünf Jahren solle es bei den dünnen Sackerln (Obst- und Gemüsesackerln), die am häufigsten genutzt werden, 80 Prozent weniger geben, hieß es in der Entscheidung des Parlaments heute in Straßburg.

EU-Regierungen müssen noch zustimmen

„Mit diesen Regeln können wir den Verbrauch von Einwegsackerln schnell deutlich verringern“, kommentierte Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin der Grünen im Europaparlament, die heutige Entscheidung.

Die Abstimmung ist allerdings nicht endgültig. Das Parlament muss erst noch mit den EU-Regierungen verhandeln. Die Gespräche sollten nach der Europawahl beginnen, möglicherweise noch in diesem Jahr.

100 Milliarden Plastiksackerln pro Jahr in EU

In der EU werden jedes Jahr 100 Milliarden Plastiksackerln ausgegeben - Tendenz steigend. 89 Prozent davon werden nur einmal benutzt und landen dann im Müll oder in der Umwelt.

Rupprechter begrüßt Entscheidung

Der Entschluss des EU-Parlaments ist von Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) begrüßt worden. „Auch wenn Österreich mit einem durchschnittlichen Verbrauch von rd. 50 Plastiksackerl pro Einwohner und Jahr im Vergleich zu anderen Mitgliedsstaaten einen sehr niedrigen Wert aufweist, ist ein Umdenken in Europa notwendig“, so der Minister.

Es gelte nun insbesondere den durch Littering verursachten Eintrag in Binnengewässer und Meere zurückzudrängen, hieß es in einer Aussendung. Die europäische und nationale Abfallhierarchie stelle die Abfallvermeidung an die oberste Stelle. Übergeordnetes Ziel ist die generelle Reduzierung des Einsatzes fossiler Rohstoffe, auch im Verpackungsbereich. Ausgehend von der noch abzuwartenden Endfassung einer novellierten Verpackungsrichtlinie beabsichtigt Rupprechter die Einberufung eines runden Tisches aller Betroffenen.

Polizei in Nigeria fahndet nach 100 entführten Schülerinnen

Die Polizei in Nordnigeria hat im Bundesstaat Borno eine Suchmannschaft damit beauftragt, nach rund 100 in der Nacht auf gestern entführten Schülerinnen zu fahnden.

Sicherheitsbeamte sagten der Nachrichtenagentur dpa, es gebe Hinweise aus der Bevölkerung darauf, wo die Täter mit ihren Opfern hingefahren sein könnten. „Wir haben einige sehr nützliche Infos bekommen. Viele Leute sind besorgt, weil die Zahl solcher Verschleppungen immer mehr zunimmt“, hieß es.

Stundenlang Dorfbevölkerung terrorisiert

Bei den Angreifern soll es sich um Mitglieder der radikalislamischen Terrorgruppe Boko Haram handeln. Sie waren am Montagabend in dem Dorf Chibok in eine Schule eingedrungen und hatten die Dorfbevölkerung stundenlang terrorisiert. Später verschleppten sie zahlreiche Mädchen auf Lastwagen. Experten zufolge verlangt die Gruppe fast nie Lösegeld. Die Opfer werden häufig als Sexsklavinnen missbraucht.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verurteilte die Entführung „aufs Schärfste“. „Ich bin besorgt über die zunehmende Häufigkeit und Ausbreitung terroristischer Angriffe“, fügte Ashton in einer in Brüssel veröffentlichten Erklärung hinzu.

Bombenanschläge und Überfälle

Zu Wochenbeginn waren bei einem Doppelanschlag in einem Busbahnhof der Hauptstadt Abuja mehr als 70 Menschen getötet und rund 160 weitere verletzt worden. Auch hier fiel der Verdacht auf Boko Haram. Am Wochenende hatten mutmaßliche Boko-Haram-Mitglieder mehrere Dörfer im Bundesstaat Borno angegriffen und mindestens 60 Menschen getötet.

Inland

Leiharbeiter: Gesetz brachte nur wenig Verbesserung

Leiharbeiter sind in Österreich noch immer benachteiligt, kritisieren Gewerkschaft und Arbeiterkammer. Ein neues Gesetz, das seit Anfang 2013 gilt, hat zwar Verbesserungen gebracht. Doch von fairer Gleichbehandlung mit der Stammbelegschaft sei man noch immer weit entfernt.

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EU mahnt Österreich wegen Rechten von Türken

Die EU-Kommission hat Österreich aufgefordert, einige Bestimmungen seines Niederlassungs- und Aufenthaltsrechts zu ändern, um sie mit Rechten für türkische Staatsbürger und ihre Familienangehörige in Einklang zu bringen.

Die EU-Kommission erklärte heute in Brüssel, sie habe an Österreich im vergangenen Jahr ein Aufforderungsschreiben gerichtet. Österreich habe der Kommission in seiner Antwort mitgeteilt, dass es keine Notwendigkeit sehe, seine nationalen Rechtsvorschriften zu ändern.

Ministerium: Schlechterstellung wird nicht angewendet

Das Innenministerium habe demnach den zuständigen Behörden erster Instanz bereits ein Rundschreiben geschickt mit der Anweisung, diejenigen Bestimmungen, die eine rechtliche Schlechterstellung im Vergleich zum Zeitpunkt des EU-Beitritts Österreichs bewirken, nicht auf türkische Staatsangehörige anzuwenden.

EU: Rundschreiben nicht ausreichend

„Die Kommission betrachtet diese Maßnahme jedoch als nicht ausreichend, da die betreffenden türkischen Staatsangehörigen sich nicht auf unveröffentlichte Rundschreiben verlassen können, die von der Verwaltung jederzeit geändert werden können“, so die EU-Kommission. Die EU-Kommission droht in der Causa mit Klage vor dem EU-Gerichtshof.

U-Ausschuss: Grüne für durchgehendes Minderheitsrecht

Die grüne Klubobfrau Eva Glawischnig pocht darauf, dass nicht nur die Einsetzung von parlamentarischen Untersuchungsausschüssen Minderheitsrecht werden muss, sondern der gesamte Verfahrensgang von der Zeugenladung bis zur Beendigung. Ablehnend äußerte sie sich zur ÖVP-Forderung nach einem Richter als Vorsitzenden. Für die SPÖ ist das dagegen inzwischen vorstellbar.

Das Minderheitsrecht müsse durchgehend kommen, „sonst kann man sich alles sparen“, so Glawischnig am Rande einer Pressekonferenz heute. In der Vorsitzfrage stellte sie sich klar gegen den Richtervorschlag. Der Idee ihres Vizeklubchefs Werner Kogler, der einen Doppelvorsitz aus Richter und Parlamentarier ins Spiel gebracht hatte, konnte sie ebenfalls nichts abgewinnen.

Intern sei das auch nicht diskutiert worden. Aus ihrer Sicht hat sich das bisherige Zusammenspiel aus Verfahrensanwalt und politischem Vorsitzenden als zweckmäßig erwiesen.

Warnung vor Verzögerungen

Generell wünscht sich Glawischnig, dass sich SPÖ und ÖVP auf ein gemeinsames U-Ausschuss-Modell einigen und mit diesem in die Verhandlungen mit der Opposition gehen. Andernfalls drohten wieder einmal Verzögerungen.

Die rot-schwarze Annäherung zeichnete sich heute auch schon ab. SPÖ-Klubchef Andreas Schieder sagte im „Kurier“, dass er sich entgegen dem Mehrheitswunsch seines Klubs einen Richter als Vorsitzenden nun doch vorstellen könne. „Mir geht es darum, dass der Vorsitz objektiv und unparteiisch geführt wird. An der Vorsitzfrage wird die U-Ausschuss-Reform nicht scheitern“, sagte er.

Verfahrensanwalt: Reformverweigerung „Harakiri“

An der Reform der Untersuchungsausschüsse führe kein Weg vorbei, und diese Reform werde bald kommen, sagt Klaus Hoffmann, Verfahrensanwalt im letzten Untersuchungsausschuss. Denn die Regierungsparteien seien unter so großem Druck, dass eine weitere Reformverweigerung politisches Harakiri wäre, so Hoffmann gegenüber Ö1.

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Sport

Fußball: Barcelona mit Notabwehr im Cup-„Clasico“

Für den FC Barcelona ist das spanische Cupfinale heute Abend gegen Real Madrid fast schon die letzte Chance, in dieser Saison noch einen Titel zu holen. Nach dem Aus in der Champions League und dem Rückschlag in der Meisterschaft kämpfen die Katalanen auch vor dem Cup-„Clasico“ in Valencia mit großen Problemen. Barca-Trainer Gerardo Martino hat nämlich nur einen fitten Innenverteidiger zur Verfügung, und der ist ein gelernter Mittelfeldspieler. Der Ausfall von Cristiano Ronaldo scheint für Real vergleichsweise glimpflich zu sein.

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Extremsport: Monsterwellen als Lebenselixier

Erst wenn das Meer tobt und Wellen sich auf die Größe von Wohnhäusern auftürmen, fühlen sich Big-Wave-Surfer wohl. Sebastian Steutdner ist einer der besten Tow-in-Surfer der Welt und immer auf der Suche nach den perfekten Wellen - seien es die „Witwenmacher“ von Nazare in Portugal, die „Chopes“ knapp über dem gefährlichen Korallenriff in Tahiti oder die berüchtigte „Jaws“ am Northshore von Hawaii.

Im ORF.at-Interview spricht der mit dem „Oscar“ der Surfszene geadelte Deutsche über seinen Werdegang, die Gefährlichkeit seines Sports und darüber, wie es sich anfühlt, von einer Monsterwelle verschluckt zu werden.

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Wirtschaft

Modekonzern Strenesse will sich über Insolvenz sanieren

Das deutsche Modeunternehmen Strenesse flüchtet sich in die Insolvenz. Die Firma wolle sich über ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung sanieren, teilte Strenesse heute mit. Sonst drohe in absehbarer Zeit die Zahlungsunfähigkeit. Die drückenden Altlasten behinderten den laufenden tiefgreifenden Umbau.

Der Ulmer Rechtsanwalt Michael Pluta, der unter anderem als Insolvenzverwalter des Modellbahnbauers Märklin bekanntgeworden war, soll Strenesse nun als Restrukturierungsvorstand sanieren. „Wir wollen, dass Strenesse schnellstmöglich wieder profitabel wird“, sagte Pluta.

Noch im Februar schien Unternehmen gerettet

Überwacht wird Strenesse von Jörg Nerlich aus der Insolvenzverwalterkanzlei Görg, der vom Amtsgericht Nördlingen als Sachwalter eingesetzt wurde. Beim Verfahren in Eigenverwaltung gibt es keinen klassischen Insolvenzverwalter.

Noch im Februar schien das Unternehmen gerettet, als die Gläubiger eine mit neun Prozent verzinste Anleihe über zwölf Mio. Euro um drei Jahre bis 2017 stundeten. Doch ächzt Strenesse auch unter knapp fünf Mio. Euro Bankschulden und einem Gesellschafterdarlehen von Gerd Strehle, dem Vater von Vorstandschef Luca Strehle. Mehr als ein Dutzend Emittenten sogenannter Mittelstandsanleihen sind inzwischen insolvent.

Umsatz schrumpfte auf die Hälfte

50 von 400 Stellen hat Strenesse bereits abgebaut. Doch die Suche nach einem neuen Investor zog sich hin. Und mit der Ausdünnung der Kollektionen schrumpfte der Umsatz von einst 100 Mio. Euro auf nur noch die Hälfte. Von Juni bis November 2013 schrieb Strenesse 3,5 Mio. Euro Verlust.

Mut macht Luca Strehle die Auftragslage. Die Vorbestellungen für die Herbst/Winter-Kollektion 2014 seien erfreulich, der Trend in den eigenen Läden positiv. „Der operative Geschäftsbetrieb wird weiter uneingeschränkt fortgeführt“, sagte Strehle. Bekannt war Strenesse unter anderem als Ausstatter der deutschen Fußballnationalmannschaft. Seit dem vergangenen Jahr tragen die Spieler und der deutsche Bundestrainer Joachim Löw bei offiziellen Anlässen aber Kleidung des Rivalen Hugo Boss.

Keine Steuertricks mehr? Starbucks verlegt Europazentrale

Die wegen ihrer Steuerpolitik kritisierte Kaffeehauskette Starbucks verlagert ihren Sitz für das Europa-, Nahost- und Afrikageschäft von Amsterdam nach London.

„Die Entscheidung spricht für sich selbst“, sagte der für die Region zuständige Starbucks-Chef Kris Engskov heute. Der Wechsel bedeute auch, dass Starbucks in Großbritannien mehr Steuern zahlen werde, teilte das US-Unternehmen mit.

Millionen an Steuern mit legalen Tricks gespart

Die Kette steht seit Jahren in Großbritannien in der Kritik, weil sie ihre Steuern mit legalen Steuertricks auf ein Minimum gedrückt hat. Ende 2012 wurden Starbucks und andere multinationale Konzerne wie Google, Amazon und Apple von einem Parlamentsausschuss wegen ihrer Steuerpolitik scharf angegangen.

Daraufhin beugte sich Starbucks der Kritik und kündigte an, das Unternehmen werde 2013 und 2014 rund 20 Millionen Pfund (24 Mio. Euro) an zusätzlichen Steuern zahlen. Damit verzichtete Starbucks auf Ausnahmen im Steuerrecht wie die Zahlung von Lizenzgebühren für die Markennutzung und den Übertrag der Einnahmen auf andere Filialen.

Investoren bieten für Deutschland-Sparte von Conwert

Ein Investorenkonsortium um den ehemaligen Conwert-Verwaltungsratchef Johannes Meran hat dem österreichischen Immobilienkonzern Conwert ein Angebot für sein Deutschland-Geschäft gemacht.

„Ich kann bestätigten, dass wir ein Angebot bekommen haben“, so Conwert-Chef Clemens Schneider heute. „Wir sind derzeit dabei, das Angebot genau zu prüfen.“

Das Angebot des von einem US-Versicherungskonzern angeführten Konsortiums soll sich laut der Nachrichtenagentur Reuters auf rund 750 bis 800 Millionen Euro belaufen. Schneider wollte die Angebotshöhe nicht kommentieren.

Conwert hatte bereits 2013 Gespräche über einen Verkauf des Deutschland-Geschäfts geführt. Diese waren aber ergebnislos abgebrochen worden.

Industrieller Josef Taus hat Interesse an Weltbild

Der Industrielle und ehemalige ÖVP-Politiker Josef Taus, Gründer und Vorstand der Management Trust Holding (MTH), hat Interesse an der katholischen Verlagsgruppe Weltbild. „Man sollte versuchen, den Namen Weltbild zu erhalten“, wurde Taus in der „Süddeutschen Zeitung“ zitiert.

Taus bestätigte laut Zeitung sein Interesse sowohl an dem insolventen Medienhandelshaus als auch an dessen Filialtochter Weltbild Plus mit ihren 220 Geschäften: „Wir sind durchaus interessiert und waren schon zweimal in Augsburg“, so Taus laut Bericht. Verwaltung, Onlinehandel und auch die Filialen würde er gerne zusammen mit „einem bedeutenden deutschen Unternehmen“ übernehmen. Den Namen des Partners nannte er allerdings nicht.

Entscheidung Mitte Mai

Neben MTH gilt auch der deutsche Holtzbrinck-Verlag als potenzieller Weltbild-Käufer. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz kommentierte beide Namen laut Zeitung nicht, er strebt eine Entscheidung bis Mitte Mai an. Diesen Zeitplan erachtet Taus allerdings als „viel zu schnell“.

Bei einem Kaufpreis von 50 bis 70 Mio. Euro (ohne Filialen) kann er sich kaum vorstellen, dass sich ein seriöser Investor so schnell entscheidet, ohne abzuwarten, wie das Geschäft nach der ersten Entlassungswelle Anfang April läuft.

Chronik

Massenkarambolage legte A1 lahm

Etwa 40 Fahrzeuge sind heute Vormittag in eine Massenkarambolage auf der Westautobahn (A1) bei Altlengbach (Bezirk St. Pölten) verwickelt gewesen. Mutmaßliche Ursache war laut Feuerwehr plötzlich aufgetretene Glätte, elf Personen wurden verletzt.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Hotel in Tschechien will keine Russen mehr beherbergen

Ein Hotelier in Tschechien nimmt keine russischen Gäste mehr auf. Grund sei die Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim durch Moskau, hieß es heute auf der Website des Viersternhotels Brioni Boutique im Zentrum der Industriestadt Ostrava. Die Hotelleitung entschuldige sich bei allen „anständigen Bürgern“ der Russischen Föderation, hieß es weiter.

„Vielleicht erreiche ich damit nichts, aber ich habe zumindest meine Meinung gesagt“, sagte Hotelbesitzer Tomas Krcmar einer örtlichen Zeitung. Dafür nimmt er nach eigenen Angaben auch deutliche Umsatzeinbußen in Kauf.

Kim Jong Uns Frisur führt zu diplomatischen Verwicklungen

Ein zu Werbezwecken in einem Londoner Friseurgeschäft aufgehängtes Poster mit dem Bild des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un hat zu diplomatischen Verwicklungen geführt. Nordkoreas Botschaft habe sich beim Außenministerium in London offiziell beschwert, bestätigte das Ministerium heute. Man denke nun über eine Antwort nach, hieß es aus dem Ministerium.

„Bad hair day?“

Der Saloninhaber hatte vergangene Woche das Bild Kim Jong Uns mit der Aufschrift „bad hair day?“ ins Schaufenster gehängt und damit für eine neue Rabattaktion geworben. Der Koreaner war wegen seiner eigenwilligen Frisur häufiger Gegenstand von Spott.

Zwei Tage später seien Repräsentanten der nordkoreanischen Botschaft in den Salon gekommen und hätten Fragen zu dem Poster gestellt, sagte der Friseur Karim Nabbach dem Sender BBC.

Vor verschlossenen Türen

Er habe den Koreanern die Tür gewiesen und die Polizei verständigt, erzählte der Friseur weiter. Nach deren Angaben gegenüber der BBC wurde jedoch keine Anzeige erstattet.

Heute entstanden neue Fragen: Das Poster war weg, das Geschäft blieb geschlossen. Ein Kunde, der einen Friseurtermin hatte, blieb genauso ratlos vor dem Schaufenster stehen wie enttäuschte Schaulustige.

Zwölfjährige Britin wird Mutter

Eine Zwölfjährige ist zu einer der jüngsten Mütter Großbritanniens geworden. Das Mädchen aus dem Londoner Norden sei von ihrem ein Jahr älteren Freund schwanger gewesen und habe nach acht Monaten am vergangenen Sonntag einen Buben zur Welt gebracht, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA heute.

Das junge Elternpaar soll demnach schon ein Jahr zusammen sein. Der Großvater hatte sich bei einem Rundfunksender gemeldet und erklärt, er werde seine Tochter und deren junge Familie voll unterstützen. Die Großmutter ist selbst erst 27 Jahre alt und damit 15 Jahre älter als ihre Tochter.

Sri Lankas Präsident sucht seine Aras

Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse sucht seine Aras: Vier der bunten Papageien seien aus der streng bewachten Residenz des Staatschefs in Colombo entflogen, erklärte das Präsidentenbüro heute.

„Der Präsident hat diese Vögel sehr gern“, sagte ein Büromitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP. Das Büro veröffentlichte Fotos von drei Aras und bat die Bevölkerung um Mithilfe.

Die Papageien waren während der Neujahrsfeiertage diese Woche aus ihrer Voliere verschwunden. Aras kommen in der freien Natur nicht in Sri Lanka vor, werden aber aus Südamerika importiert.

IT

Nutzer sammeln 6,2 Mio. Dollar für Neil Youngs Musikplayer

Die Idee des kanadischen Musikers Neil Young, ein Abspielgerät für Musik in besonders hoher Qualität zu bauen, hat mehr Interessenten als erwartet gefunden. Auf der Finanzierungsplattform Kickstarter kamen für den „PonoPlayer“ bis zum späten gestrigen Abend gut 6,2 Millionen Dollar von über 18.000 Geldgebern zusammen. Den angestrebten Betrag von 800.000 Dollar hatte das Projekt schon am ersten Tag eingesammelt.

Damit zeigt sich, dass es zumindest einen Nischenmarkt für Musik in hoher Qualität und entsprechende Abspielgeräte gibt. Die meiste Aufmerksamkeit bekommen derzeit die schnell wachsenden Streamingdienste, die Musik aus dem Netz für einen monatlichen Abobetrag direkt aus dem Netz abspielen und dafür beim Sound eine starke Kompression anwenden. Youngs „PonoPlayer“ ist ein Gegenentwurf dazu.

Erste Serie für Oktober geplant

Im Netz gibt es bereits diverse Downloadplattformen für Musik in hoher Auflösung. In US-Medien wird spekuliert, dass auch Apple auf einer iTunes-Plattform einen solchen Dienst anbieten könnte, um sich von den Streamingdiensten abzuheben.

Die „PonoPlayer“ der ersten Serie sollen im Oktober für 399 Dollar auf den Markt kommen. Die Entwickler setzen nicht auf Varianten des digitalen Formats MPEG, also MP3 oder AAC, sondern auf das Format FLAC mit hoher Auflösung. Das bedeutet bessere Qualität, aber auch grundsätzlich größere Dateien. Auf den „PonoPlayer“ mit einer Speicherkapazität von bis zu 128 Gigabyte passen je nach Auflösung 800 (ultrahohe Auflösung) bis 5.000 (CD-Qualität) Songs.

Science

70 Prozent der Maturanten beginnen Unistudium

Knapp 70 Prozent der jährlich rund 42.000 Maturanten und Maturantinnen beginnen innerhalb von drei Jahren nach der Reifeprüfung ein Hochschulstudium. Das zeigen Zahlen der Statistik Austria. Am höchsten ist diese Quote bei den AHS-Maturanten mit fast 90 Prozent.

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Kultur

Russland: Verfahren gegen Performance-Künstler eingestellt

Die russische Justiz hat ein Verfahren gegen den Performance-Künstler Pjotr Pawlenski eingestellt, der im November seine eigenen Hoden auf das Pflaster des Moskauer Roten Platzes genagelt hatte. Pawlenskis Anwalt Dinar Idrisow sagte der Nachrichtenagentur AFP heute, die Akte sei geschlossen, weil seinem Mandanten „mangels Verbrechen“ nichts vorgeworfen werden konnte. Gegen Pawlenski war wegen „Rowdytums“ ermittelt worden, das mit bis zu fünf Jahren Lagerhaft bestraft werden kann.

Ein Sprecher der Moskauer Polizei erklärte, ein Experte sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Aktion weder „politisch, ideologisch oder rassistisch“ motiviert gewesen sei und sich „nicht gegen eine ethnische, soziale oder religiöse Gruppe gerichtet“ habe.

Gegen Entwicklung zum Polizeistaat

Polizisten hatten den nackt vor dem Lenin-Mausoleum auf dem Boden hockenden Performance-Künstler im November mit einer Decke verhüllt und abgeführt. Der 29-Jährige erklärte, mit seiner Aktion habe er gegen die Untätigkeit der russischen Gesellschaft angesichts der Entwicklung des Landes zu einem Polizeistaat protestieren wollen.

Gegen Pawlenski wird in einem anderen Fall wegen „Vandalismus“ ermittelt. In St. Petersburg hatte er im Februar auf der Straße Reifen verbrannt, um sich mit der Kiewer Protestbewegung gegen die ukrainische Regierung von Präsident Viktor Janukowitsch zu solidarisieren. Im Mai 2013 war er festgenommen worden, weil er nackt und mit Stacheldraht umwickelt vor einem Regierungsgebäude in St. Petersburg demonstriert hatte.

2012 hatte er sich den Mund zugenäht, um gegen die Inhaftierung von Mitgliedern der Frauen-Punkband Pussy Riot zu protestieren, die mittlerweile wieder auf freiem Fuß sind.

AC/DC-Sänger dementiert Trennungsgerüchte

AC/DC-Sänger Brian Johnson (66) hat Gerüchte über ein nahendes Aus der legendären australischen Rockband dementiert. „Wir kommen definitiv im Mai in Vancouver zusammen“, sagte er heute der britischen Zeitung „The Telegraph“. Die Band wolle dann auch wieder zusammen Musik machen.

Johnson reagierte damit auf Trennungsgerüchte in den Medien. Die australische Zeitung „Sydney Morning Herald“ hatte berichtet, Gitarrist und Gründungsmitglied Malcolm Young (61) sei krank, und über ein mögliches Aus der Gruppe spekuliert. Johnson bestätigte gegenüber dem „Telegraph“, dass ein Bandmitglied Probleme mit der Gesundheit habe, nannte aber keinen Namen.

Hochkonjunktur für Superhelden im Kino

Mit „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ kommt nur wenige Wochen nach „The Return of the First Avenger“ der nächste Superheld ins Kino. Gekämpft wird aber nicht nur auf der Leinwand, sondern auch hinter den Kulissen. Denn dass Superhelden die wirklich harte Währung im Filmgeschäft sind, darin scheinen sich die großen Filmstudios einig zu sein. Die Rechte an den Charakteren und ihren Geschichten sind dementsprechend heiße Ware. Denn auch wenn hinter dem Großteil der Comics ursprünglich nur zwei Verlage stehen, will sich bei den Kinoadaptionen kein Studio den Teil am Kuchen streitig machen lassen, auch wenn dabei durchaus auch ein Kollisionskurs eingeschlagen wird.

Mehr dazu in Das Kräftemessen der Filmstudios

Donauturm: 50 Jahre Fernsicht statt Fernsehen

Vor 50 Jahren wurde der Donauturm für die Wiener Internationale Gartenschau (WIG 64) in Rekordzeit aus dem Boden gestampft. Gedacht als Symbol für das moderne Nachkriegswien veränderte er die Skyline der Stadt aus jedem erdenklichen Blickwinkel für immer.

Wenige Jahre nach den Vorbildern der Fernsehtürme in Stuttgart und Dortmund fertiggestellt, überragte er diese um einige Meter und war damit bei der Eröffnung Europas höchster Stahlbetonturm - nur ganz ohne TV-Sendeanlagen.

Das höchste Bauwerk Österreichs ist er erst seit 2010, trotzdem muss er sich seit knapp einem Jahr gefallen lassen, dass man vom benachbarten DC-Tower auf seine Aussichtsplattform herunterblickt.

Mehr dazu in Vom Spaßbau zum Wahrzeichen

Lifestyle

Ischgl: Diskussion über Tickets für Megakonzert

Das Robbie-Williams-Konzert im Skigebiet Ischgl Anfang Mai sorgt für Kontroversen. AK-Chef Erwin Zangerl sieht eine Diskriminierung der Einheimischen, weil das Konzertspektakel nur mit einem mehrtägigen Skipass oder einer Saisonkarte besucht werden kann.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at