Ausland

Krawalle nach Brandanschlag im Westjordanland

Nach dem Tod eines palästinensischen Kleinkindes bei einem Brandanschlag ist es im Westjordanland zu Ausschreitungen gekommen. Wenige Stunden nach der Tat, die jüdischen Extremisten zugeschrieben wird, bewarfen heute in Hebron Hunderte Anhänger der radikalislamischen Hamas israelische Soldaten mit Steinen. Zu Krawallen kam es auch nahe der Jerusalemer Altstadt.

Hunderte Palästinenser schlossen sich dem Trauerzug für das Kleinkind im Duma bei Nablusan und forderten Vergeltung. Aus Furcht vor Krawallen wurden zu den Freitagsgebeten in der Jerusalemer Al-Aksa-Moschee nur Männer im Alter über 50 sowie Frauen durchgelassen.

Ein Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas warf der israelischen Regierung unterdessen vor, durch die Förderung jüdischer Siedlungen im Westjordanland den Nährboden für die Tat gelegt zu haben. Abbas kündigte zudem an, den Anschlag vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen zu wollen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Attacke als Terror und versprach, es würden alle Anstrengungen unternommen, um die Angreifer vor Gericht zu stellen.

Kiew und Den Haag wollen MH17-Tribunal durchsetzen

Trotz russischen Widerstands gegen ein UNO-Tribunal zur abgeschossenen Maschine der Malaysia Airlines setzen sich die Ukraine und die Niederlande weiter für ein internationales Gericht ein. Beide Regierungen wollten alternative Vorschläge dafür ausarbeiten, teilte Staatschef Petro Poroschenko heute nach einem Telefonat mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte mit.

Die Führung in Moskau lehnt neue Initiativen für ein internationales Gericht ab. „Jetzt ist die Hauptsache, dass wir uns auf eine unvoreingenommene und objektive Ermittlung konzentrieren“, sagte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow in Moskau.

Eine Resolution über ein Tribunal hatte Russland am Mittwoch im UNO-Sicherheitsrat mit einem Veto blockiert - unter scharfer Kritik des Westens. Die Untersuchung des Falls sei noch nicht abgeschlossen, argumentierte Moskau. „Das ist ein Veto gegen die Justiz. Die ganze Welt hat das gesehen“, sagte Poroschenko dem Präsidialamt in Kiew zufolge.

Fall Litwinenko: Anwalt bezichtigt Putin des Mordes

Der Anwalt der Familie des vergifteten Kreml-Kritikers Alexander Litwinenko hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin für den Mord verantwortlich gemacht. Die Indizien seien solide und unmittelbar - „wahrscheinlich die besten Indizien, die je zu einem geheimen und korrupten kriminellen Vorhaben im Kreml verfügbar sein werden“, sagte Ben Emmerson heute in London.

Eine solche „Hinrichtung“ sei ohne Zustimmung des russischen Präsidenten nicht möglich, so Emmerson zum Abschluss einer gerichtlichen Untersuchung des Falls. Der frühere russische Agent Alexander Litwinenko war im November 2006 in London an einer Vergiftung mit radioaktivem Polonium 210 gestorben. Als Hauptverdächtige gelten seine ehemaligen Kollegen Dimitri Kowtun und Andrej Lugowoi.

Litwinenko hatte zu den schärfsten Kritikern Putins gehört. Bis Ende des Jahres will der Richter, der die Untersuchung leitet, seinen Abschlussbericht dem Londoner Innenministerium vorlegen. Das russische Außenministerium kritisierte, Großbritannien politisiere mit dem Prozess den Fall weiterhin.

NSU-Prozess: Zschäpe muss Pflichtverteidiger behalten

Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess gegen mutmaßliche deutsche Rechtsterroristen, Beate Zschäpe, ist erneut mit einem Antrag gescheitert, drei ihrer vier Verteidiger loszuwerden. Das Münchner Oberlandesgericht lehnte ihr Gesuch ab, wie die Nachrichtenagentur dpa heute aus Justizkreisen erfuhr.

Zschäpe soll ihre Forderung wie schon bei ihren ersten Versuchen nicht ausreichend begründet haben. Dem Gericht habe die Grundlage für eine Entscheidung in Zschäpes Sinn gefehlt. Außerdem, heißt es in der Begründung weiter, habe der Senat den weiteren Fortgang des Verfahrens sichern müssen. Beobachter hatten vermutet, der Prozess könne platzen, sollte das Gericht die drei Verteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm ihrer Pflicht entheben.

Türkei: Ermittlungen gegen kurdische HDP ausgeweitet

Nach den Ermittlungen gegen den kurdischen Oppositionsführer Selahattin Demirtas hat die türkische Justiz nun auch dessen Koparteichefin ins Visier genommen. Gegen Figen Yüksekdag seien Ermittlungen wegen „Propaganda für eine terroristische Gruppe“ eingeleitet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu heute.

Demirtas und Yüksekdag bilden die Doppelspitze der Kurdenpartei HDP, die bei den Wahlen im Juni mit 13 Prozent einen historischen Erfolg errungen und der regierenden islamisch-konservativen AKP damit die absolute Mehrheit verbaut hatte.

Bei den Ermittlungen gegen Yüksekdag geht es um Äußerungen der HDP-Kochefin im Juli zugunsten der kurdischen Rebellen in Syrien, die mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Türkei verbunden sind. Gegen Demirtas waren am Vortag Ermittlungen wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ und „Anstachelung zur Gewalt“ eingeleitet worden. Dabei geht es um Kurdenproteste im Oktober 2014, in deren Zusammenhang 35 Menschen getötet wurden, darunter zwei Polizisten.

Zuwanderung für EU-Bürger die größte Herausforderung

Das Thema Flüchtlinge und Zuwanderung ist nach Ansicht der EU-Bürger die größte Herausforderung für die gesamte Europäische Union. Nach einer heute von der EU-Kommission präsentierten Eurobarometer-Umfrage sind 38 Prozent der Bevölkerung der EU darüber besorgt. Dann folgen die wirtschaftliche Lage (27 Prozent) und die Arbeitslosigkeit (24 Prozent).

In Malta (65 Prozent), Deutschland (55 Prozent) und Estland (54 Prozent) steht die Einwanderungsfrage an oberster Stelle der Sorgenskala. Am wenigsten fürchtet sich die Bevölkerung in Portugal (16 Prozent), Zypern (20 Prozent), Rumänien (21 Prozent) und Kroatien (22 Prozent). Österreich liegt mit 37 Prozent im Mittelfeld.

Nur 49 Prozent sehen EU-Zukunft positiv

Bei der Frage nach den Problemen im eigenen Land liegt im EU-Durchschnitt dagegen die Arbeitslosigkeit mit 42 Prozent an oberster Stelle. Die Einwanderung folgt im nationalen Bereich nur mit 23 Prozent. Dann kommen Sorgen über die wirtschaftliche Lage im eigenen Land mit 21 Prozent. In Österreich ist die Gewichtung hier anders. Furcht vor Arbeitslosigkeit haben nur 33 Prozent, dagegen sorgen sich 31 Prozent um die Einwanderung. Spanier fürchten sich mit 74 Prozent am meisten vor der Arbeitslosigkeit, am wenigsten die Malteser mit fünf Prozent.

Die Zukunft der EU schätzen nur 49 Prozent der Österreicher als optimistisch ein. Das ist der drittschlechteste Wert gemeinsam mit Großbritannien. Nur Zyprioten und Griechen sind mit 41 Prozent noch weniger hoffnungsvoll. Am anderen Ende der Skala liegen Irland (77 Prozent optimistisch), vor Rumänien (75 Prozent) und Kroatien sowie Dänemark (je 74 Prozent). Der EU-Durchschnitt liegt bei 58 Prozent.

Grünes Licht für ukrainische Verfassungsreform

In der krisengeschüttelten Ukraine hat das Verfassungsgericht einer von Präsident Petro Poroschenko vorgelegten Verfassungsreform zugestimmt. Das Urteil sei endgültig und könne nicht angefochten werden, sagte Richter Wassili Brinzew heute in Kiew. Auch ein Sondergesetz für die Separatistengebiete ist in den Änderungen vorgesehen. Vor allem nationalistische Abgeordnete sind aber gegen spezielle Rechte für die prorussischen Aufständischen.

Als Hauptziel der Verfassungsreform gilt mehr Eigenverantwortung der Regionen. Kritiker sehen in den Neuerungen nach örtlichen Medienberichten aber auch eine Stärkung der Präsidialmacht. Die Separatisten teilten mit, die Änderungen seien nicht abgestimmt. Für ein Inkrafttreten muss die Reform zwei weitere Lesungen im Parlament überstehen.

Im Kriegsgebiet Donbass warfen sich die Konfliktparteien erneut Verstöße gegen die im Februar vereinbarte Waffenruhe vor. Mindestens zwei Regierungssoldaten seien getötet und fünf verletzt worden, sagte Präsidialamtssprecher Andrej Lyssenko.

Unterdessen haben die Vereinigten Staaten ihre gegen Russland zielenden Sanktionen ausgeweitet. Wie das Finanzministerium in Washington bekanntgab, wurden 15 Einzelpersonen und Organisationen im russischen Rüstungssektor, die bereits bestehende Sanktionen umgangen haben sollen, mit Strafmaßnahmen belegt. Damit wolle man Druck auf Russland ausüben, das Minsker Abkommen zur Befriedung der Ostukraine umzusetzen, hieß es.

Flüchtlinge: Briten schicken Spürhunde nach Calais

Die britische Regierung unterstützt in der Flüchtlingskrise in Calais die französischen Sicherheitskräfte mit zusätzlichen Zäunen und Spürhunden. Zudem werde das Verteidigungsministerium Gelände in Südengland zur Verfügung stellen, um den Rückstau vor dem Tunneleingang aufzulösen, sagte Premierminister David Cameron heute nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in London.

Er wolle in einem nächsten Schritt nun mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande über die „inakzeptable“ Lage sprechen. In der nordfranzösischen Hafenstadt Calais versuchten in der Nacht auf heute laut französischen Polizeiangaben erneut Hunderte Flüchtlinge, durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. „Mehr als 1.000 Versuche“ von Flüchtlingen, zum Tunnel vorzudringen, seien „abgewehrt“ worden.

Flüchtlinge und Polizist in Calais, Frankreich

APA/EPA/Yoan Valat

Bereits zehn Tote

Ein Sprecher der Betreibergesellschaft Eurotunnel konnte keine Flüchtlingszahlen nennen. Es gebe aber „deutlich weniger Störungen“, seitdem die Polizeikräfte an Ort und Stelle durch die Entsendung von 120 weiteren Beamten verstärkt worden seien.

Seit Wochen versuchen Hunderte Flüchtlinge immer wieder, nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen nach Großbritannien zu gelangen. Seit Anfang Juni starben bereits zehn Flüchtlinge auf der französischen Seite des Ärmelkanals bei Unfällen. Zuletzt wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. In Calais befinden sich den Behörden zufolge derzeit rund 3.000 Flüchtlinge, die meisten von ihnen aus Eritrea, Äthiopien, Afghanistan und dem Sudan.

Inland

Wirtschaft

Wintershall will sich an „Nord Stream“-Ausbau beteiligen

Auch Deutschlands größter Gasförderer Wintershall will sich am milliardenschweren Ausbau der Pipeline „Nord Stream“ durch die Ostsee beteiligen. Man habe eine Absichtserklärung hierzu unterschrieben, berichtete der Mutterkonzern BASF heute in Ludwigshafen. Die Kasseler Tochter hatte in den vergangenen Wochen bereits Gespräche bestätigt - eine Entscheidung stand aber noch aus.

Zwei neue Pipeline-Stränge sollen russisches Gas nach Westeuropa liefern. Zuvor hatten neben dem Staatsmonopolisten Gasprom auch E.ON, Shell und die heimische OMV ihre Beteiligung am Ausbau angekündigt.

„In Anbetracht des steigenden Gasbedarfs des vereinten Europas wird der Ausbau der Gastransport-Infrastruktur (...) einen Beitrag zur weiteren Verbesserung der sicheren Gasversorgung des europäischen Kontinents leisten“, sagte Gasprom-Manager Alexander Medwedew. BASF-Vorstand Hans-Ulrich Engel sprach von einem „wichtigen Infrastrukturprojekt“.

Manager Jakubowski aus Heta-Vorstand ausgeschieden

In der staatlichen „Bad Bank“ Heta (vormals Hypo Alpe-Adria) ist heute ein Abgang aus dem Vorstand bekanntgegeben worden. Der Heta-Aufsichtsrat meldete, dass Rainer Jakubowski seine Funktion zurückgelegt hat. Er scheide aus eigenem Wunsch aus dem Vorstand aus, um sich „anderen beruflichen Perspektiven zu widmen“, wie es in der Heta-Mitteilung hieß.

Der Heta-Vorstand setzt sich seit der letzten großen Rochade aus dem Vorstandsvorsitzenden Sebastian von Schoenaich-Carolath, Martin Handrich und Alexander Tscherteu zusammen.

Jakubowski war der letzte ehemalige Hypo-Vorstand, der in der Nachfolgegesellschaft Heta noch weiter vertreten war. Heta-Aufsichtsratschef Michael Mendel dankte Jakubowski ausdrücklich für „seine Arbeit, Expertise und Integrität“. Der frühere Finanzvorstand Johannes Proksch war schon mit 1. Juli aus dem Heta-Vorstand ausgeschieden.

Rumänien: Ermittlungen gegen Holzindustrie Schweighofer

Das rumänische Umweltministerium hat nach Kontrollen bei den Niederlassungen des österreichischen Unternehmens Holzindustrie Schweighofer eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingebracht. Es bestehe der Verdacht, das Schweighofer von Zulieferern Holz gekauft habe, das illegal geschlägert wurde, teilte das Umweltministerium in Bukarest mit.

Medienberichte brachten Stein ins Rollen

Die im Mai und Juni durchgeführten Ermittlungen des Ministeriums betrafen mehrere Unternehmen, die in Rumänien im Bereich der Holzverarbeitung tätig sind, gehen aber auf Medienberichte vom Frühjahr zurück, wonach Schweighofer-Mitarbeiter bewusst illegal geschlägertes Holz gekauft haben. Ein mit versteckter Kamera aufgenommener Bericht der US-amerikanischen Umweltschutzorganisation Environmental Investigation Agency (EIA) soll beispielsweise aufgedeckt haben, dass diese Praxis sogar mit Bonuszahlungen an die Lieferanten belohnt wird.

Im Falle von Schweighofer ermittelte das Ministerium in den Werken in Sebes und Radauti sowie an den Firmensitzen der wichtigen Zulieferer. „Die Überprüfung der physischen Lagerbestände ergab den Verdacht (...), dass mehrere Unternehmen Material ohne legale Herkunftsnachweise, aus illegalen Abholzungen, geliefert haben“, hieß es.

Unternehmen: „Keine Unregelmäßigkeiten“

In einer Stellungnahme gegenüber der APA versicherte das Unternehmen, die Überprüfungen des Ministeriums vorbehaltlos unterstützt zu haben und auch weiterhin zu unterstützen. „Wir haben während der fünf Wochen andauernden Untersuchungen, die durch mehr als 40 Inspektoren durchgeführt wurden, keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten oder Fehlverhalten seitens unseres Unternehmens bekommen.“

Flughafen Fiumicino: Renzi verspricht Investitionen

Nach chaotischen Zuständen auf Italiens größtem Flughafen Rom Fiumicino infolge eines Waldbrands und eines Stromausfalls hat der italienische Premier Matteo Renzi Investitionen für die Modernisierung des Airports versprochen. „Rom Fiumicino ist ein Flughafen von wesentlicher Bedeutung für die Zukunft des Landes. Wir müssen stärker in Infrastrukturen investieren“, sagte der Regierungschef.

Die Regierung werde für bessere Bahnverbindungen zum Flughafen sorgen und auch für mehr Polizeikräfte. Allein in diesem Jahr sei die Zahl der Passagiere um sieben Prozent gewachsen. „Die Leistungen des Flughafens wären noch besser gewesen, wäre es in den vergangenen Monaten nicht zu Problemen gekommen“, betonte Renzi. Die Regierung prüfe die Verantwortung für die chaotischen Zustände. „So etwas darf nicht mehr vorkommen“, sagte der Regierungschef.

Erst im Mai hatte ein Großbrand Teile des Terminals 3 zerstört, seitdem musste die Kapazität des Flughafens immer wieder reduziert werden. Alitalia erklärte, der Airline sei infolge des Feuers im Mai insgesamt ein Schaden von etwa 80 Millionen Euro entstanden.

Athener Börse soll am Montag wieder öffnen

An der Athener Börse soll nach einer fünfwöchiger Pause am Montag wieder gehandelt werden. Die Wiedereröffnung sei für den 3. August geplant, sagte der Chef der Kapitalmarktaufsicht, Costas Botopoulos, heute laut dem TV-Sender CNBC. Alle Parteien arbeiteten daran, den Handel am Montag wiederaufzunehmen. Unter anderem müsse das griechische Finanzministerium dem Schritt schriftlich zustimmen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte der Wiedereröffnung des Aktienmarktes bereits Anfang der Woche zugestimmt. Da der Handel für Griechen aber eingeschränkt werden soll, gab es Verzögerungen. Hintergrund waren Probleme mit den IT-Systemen der Banken, die die Beschränkungen umsetzen müssen. Für ausländische Investoren sollen diese nicht gelten.

Die Börse war ebenso wie die Banken seit der Zuspitzung der Schuldenkrise Ende Juni geschlossen worden. Die Geldhäuser hatten nach einer dreiwöchigen Zwangspause ihre Schalter bereits am 20. Juli wieder geöffnet. Um einen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern, blieben Kapitalmarktkontrollen aber in Kraft.

Drittes Hilfspaket: IWF bremst

Der Internationale Währungsfonds (IWF) beteiligt sich unterdessen vorerst nicht an einem dritten Hilfspaket für das hoch verschuldete Griechenland. Zunächst müsse gesichert sein, dass Athen die vollständige Umsetzung der von den Gläubigern geforderten Reformen akzeptiere und die Europäer der griechischen Regierung Schuldenerleichterungen gewähren, sagte ein ranghoher IWF-Vertreter gestern.

Heute treffen sich die Chefunterhändler der internationalen Gläubiger Athens mit dem griechischen Finanzminister Efklidis Tsakalotos zu Gesprächen über ein drittes Hilfsprogramm. Es ist auch ein Treffen der Vertreter von EU, EZB, IWF und Europäischem Stabilitätsmechanismus (ESM) mit Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis geplant. In den vergangenen Tagen hatte es Gespräche auf Expertenebene gegeben.

Der IWF werde sich so lange nicht an einem neuen Hilfspaket beteiligen, „bis diese beiden Bedingungen erfüllt sind“, sagte der Vertreter mit Verweis auf die nötigen Reformen sowie Schuldenerleichterungen für Athen. Griechenland und die anderen Euro-Länder streben ein Kreditpaket in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro an, das in den kommenden Wochen ausgehandelt werden soll.

Sport

Europa League: WAC fehlte nur das „Nonplusultra“

Im Hinspiel der dritten EL-Qualifikationsrunde ist gestern in Klagenfurt eine echte Sensation in der Luft gelegen. Am Ende musste sich der Wolfsberger AC dem deutschen Topclub Borussia Dortmund mit 0:1 geschlagen geben. Für Dietmar Kühbauer spielte sein Team auf „höchstem Niveau“.

Am Ende fehlte laut dem WAC-Coach nur das „Nonplusultra“ in Form des Ausgleiches. Die Chancen darauf waren vor allem nach der Pause mehrfach vorhanden, weshalb im Lager der Dortmunder von einem glücklichen Sieg gesprochen wurde.

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Chronik

Tod von Löwe Cecil nun Fall für US-Behörden

Zu einem beispiellosen Sturm der Entrüstung hat die Tötung des Löwen Cecil in Simbabwe geführt. Die brutale Jagd und Tötung des Tiers machte einen US-Zahnarzt selbst zum Gejagten. Er muss sich nun auch in seiner Heimat für die Tat verantworten - die US-Behörde für Fischerei und Tiere nahm Ermittlungen auf, wie gestern Abend bekanntwurde. Allerdings ist Walter Palmer nicht auffindbar. Er floh vor dem wütenden Mob, der ihm offen mit Gewalt droht. Mehrere Versuche, ihn zu kontaktieren, seien gescheitert, heißt es von der Behörde - verbunden mit dem Aufruf, Palmer möge sich umgehend melden. Der Hobbyjäger ist jedenfalls gefragt - auch Simbabwe würde ihn gern belangen und fordert eine Überstellung.

Mehr dazu in Am Pranger - real und digital

Science

Kultur

GB gewährt Ai Weiwei doch Visum für sechs Monate

Der chinesische Künstler Ai Weiwei bekommt doch ein sechsmonatiges Visum für Großbritannien. Innenministerin Theresa May habe das angeordnet, und man habe ein Entschuldigungsschreiben abgeschickt, sagte ein Ministeriumssprecher heute in London. Großbritannien hatte dem Regimekritiker zunächst nur einen dreiwöchigen Aufenthalt erlaubt.

In einem Schreiben, das er gestern veröffentlicht hatte, wurden ihm falsche Angaben über seine Straffälligkeit vorgeworfen. Ai war aber in China nie angeklagt. Der Künstler wollte zur Eröffnung seiner Ausstellung in der Royal Academy of Arts im September nach London reisen.

Werke von Picasso und Beckmann werden versteigert

Rund 200 Werke aus dem Privatnachlass des Sammlers und Buchautors Lothar-Günther Buchheim („Das Boot“) sowie dessen Frau Diethild stehen zum Verkauf. Das Münchner Auktionshaus Neumeister versteigert aus dem ein Jahr lang inventarisierten umfangreichen Nachlass der Eheleute Druckgrafiken. Darunter sind expressionistische Werke von Max Beckmann, Otto Dix und Ernst Ludwig Kirchner.

Es finden sich aber auch Arbeiten von Pablo Picasso und anderen Meistern der klassischen Moderne im Angebot, wie das Auktionshaus mitteilte. Jeweils ein weiteres Exemplar bleibt im Museumsbestand. Das Buchheim-Museum in Bernried am Starnberger See wolle mit dem Auktionserlös seinen expressionistischen Sammlungsschwerpunkt ausbauen und Werke ankaufen.

Die zu versteigernden Druckgrafiken können vom 2. Oktober an parallel zur Gedächtnisausstellung „Buchheim. Marche sentimental“ im Buchheim-Museum besichtigt werden. Die Auktion ist am 28. November ebenfalls in Bernried. Der 2007 gestorbene Sammler gilt als einer der größten Sammler expressionistischer Kunst.

Wiener Autor Seethaler erhält Grimmelshausen-Preis

Der Grimmelshausen-Preis geht in diesem Jahr an den österreichischen Schriftsteller Robert Seethaler. Damit wird sein Roman „Ein ganzes Leben“ ausgezeichnet, wie die Jury des mit 10.000 Euro dotierten Literaturpreises heute im deutschen Gelnhausen mitteilte.

Mit dem Preis werden Autoren ausgezeichnet, „die einen bemerkenswerten Beitrag zur künstlerischen Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte geleistet haben und damit in der literarischen Tradition des berühmten Namensgebers stehen“.

Seethaler wurde 1966 in Wien geboren. Der größte Erfolg des Schriftstellers und Drehbuchautors war bisher der 2012 erschienene Roman „Der Trafikant“. Zudem ist er ausgebildeter Schauspieler, dem Fernsehpublikum ist er als Dr. Kneissler aus der Serie „Ein starkes Team“ bekannt.

Seit 1993 vergebener Preis

Der Grimmelshausen-Preis wird seit 1993 in jedem ungeraden Jahr vergeben. Der Ort der Verleihung wechselt zwischen Gelnhausen, der Geburtsstadt von Hans Jakob Christoffel Grimmelshausen, und Renchen in Baden-Württemberg, wo der Autor des „Simplicissimus Teutsch“ 1676 starb. Gemeinsam mit den beiden Städten stiften die Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg die Auszeichnung. In diesem Jahr wird der Preis im November in Gelnhausen übergeben.

IT

Medien

D: Recherchewebsite Correctiv stellt Selbstanzeige

Die Recherchewebsite Correctiv hat sich beim deutschen Generalbundesanwalt wegen Landesverrats selbst angezeigt. Zugleich veröffentlichte sie die umstrittenen Geheimdokumente, die Netzpolitik.org publiziert hatte. „Soll er doch gegen uns alle ermitteln!“, sagte Correctiv-Chefredakteur Markus Grill heute in Berlin in Richtung Generalbundesanwalt.

Die Redaktion reagierte mit dem Schritt auf Ermittlungen gegen die Journalisten des Blogs Netzpolitik.org wegen Landesverrats. Das durch Spenden und Stiftungen finanzierte Correctiv-Team will den investigativen Journalismus neu beleben und arbeitet unter anderem mit Zeitungen, dem Magazin „Der Spiegel“, mit „Zeit Online“ und dem RTL-„Nachtjournal“ zusammen.

Mehr als 30 Autoren schreiben auf Netzpolitik.org regelmäßig „über politische, gesellschaftliche, technische und kulturelle Fragestellungen auf dem Weg in eine digitale Gesellschaft“. Die Betreiber sehen ihren Blog als „Plattform für digitale Freiheitsrechte“. Klassische Themen sind etwa die Vorratsdatenspeicherung, Überwachung im Netz, digitale Bürgerrechte und Datenschutz.

Religion

Chefastronom des Vatikans: „Kein Treffen mit Mr. Spock“

Trotz der spektakulären Entdeckung eines Zwillingsplaneten der Erde in einem fernen Sonnensystem geht der Chefastronom des Vatikans nicht von einer baldigen Begegnung mit Aliens aus. Obwohl der neu entdeckte Planet Kepler 452b womöglich die Voraussetzung für die Entstehung von Leben biete, „glaube ich nicht, dass wir je einen Mister Spock treffen werden“, sagte der Astronom und Theologe Jose Funes. Auch an einen „zweiten Jesus“ in den Weiten des Alls glaubt der Jesuit nicht.

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