Ausland

Afrikanische Union will Eingreiftruppe gegen Boko Haram

Die Afrikanische Union (AU) unterstützt Pläne für eine regionale Eingreiftruppe gegen die nigerianische Terrororganisation Boko Haram. Die Truppe soll mindestens 7.500 Soldaten umfassen. Das wurde nach einem Treffen des Friedens- und Sicherheitsrates der Staatengemeinschaft gestern Abend in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba bekannt.

Die AU wolle jetzt die Vereinten Nationen (UNO) davon überzeugen, eine solche Militäroffensive zu finanzieren, berichtete der französische Sender RFI.

AU-Chefin Nkosazana Dlamini Zuma hatte Afrika bereits vor wenigen Tagen dazu aufgerufen, eine Führungsrolle im Kampf gegen die Extremisten zu übernehmen. Sie sei „zutiefst entsetzt“ über die Bluttaten der Islamisten, ihr Terror sei „inakzeptabel“. In Addis Abeba beginnt heute das zweitägige Gipfeltreffen der AU, bei der Boko Haram ganz oben auf der Tagesordnung stehen soll.

Italienische Präsidentenwahl wird fortgesetzt

In Rom wird heute Vormittag die Wahl des neuen Staatspräsidenten fortgesetzt. Beim ersten Wahlgang war es gestern Abend zu keinem Ergebnis gekommen. Kein Kandidat erreichte die notwendige Zweidrittelmehrheit von 673 Stimmen.

Sollte in den kommenden beiden Wahlgängen erneut kein Kandidat genügend Stimmen auf sich vereinigen, reicht im vierten Wahlgang bereits eine absolute Mehrheit aus. Premier Matteo Renzi hatte sich bereits vor Beginn der Wahl für den Verfassungsrichter Sergio Mattarella starkgemacht.

Geheime Abstimmung

Gegen Renzis Kandidaten wehren sich unter anderen Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi und seine Mitte-rechts-Partei Forza Italia. Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung unterstützt unterdessen die Kandidatur des Ex-Richters Ferdinando Imposimato, die rechte Oppositionspartei Lega Nord den Starjournalisten Vittorio Feltri.

Der bisherige Amtsinhaber Giorgio Napolitano trat vor rund zwei Wochen vorzeitig zurück. Napolitano selbst beteiligte sich als Senator auf Lebenszeit an der Wahl seines Nachfolgers. Er wurde im Parlament mit Applaus begrüßt.

Die Präsidentenwahl erfolgt in geheimer Abstimmung. Der 1.009 Mitglieder zählenden Wahlversammlung gehören neben den Mitgliedern beider Kammern des Parlaments 58 Vertreter der 20 italienischen Regionen an.

EU einig über Verlängerung der Russland-Sanktionen

Die EU-Außenminister haben bei ihrer Sondersitzung gestern in Brüssel nach schwierigen Verhandlungen angesichts teilweise deutlich unterschiedlicher Positionen doch Einigkeit bei der Verlängerung der Russland-Sanktionen gezeigt. Die Sanktionen wurden um ein halbes Jahr bis September 2015 verlängert. Auch Griechenland, dessen neue Regierung sich zuvor gegen eine Verschärfung des Kurses gegen Kreml-Chef Wladimir Putin ausgesprochen hatte, stimmte zu.

Außerdem soll eine Ausdehnung der Personenliste bis zum EU-Gipfel am 12. Februar vorbereitet werden. Bei einer Eskalation der Gewalt sei dann auch eine Verschärfung der Wirtschaftssanktionen gegen Moskau möglich, sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Appell an Konfliktparteien

Vereinbart worden sei beim Sonderrat, dass die Gewalt der Separatisten in der Ostukraine „inakzeptabel und in jeder Hinsicht unerträglich“ sei. Die Konfliktparteien wurden aufgefordert, die Kämpfe einzustellen. Außerdem werde die bestehende Sanktionsliste sämtlicher Personen und Unternehmen, die ab März auslaufe, bis September verlängert. Schließlich sei der Europäische Auswärtige Dienst von EU-Außenbeauftragter Federika Mogherini beauftragt worden, weitere Vorschläge für Personenlistungen zu machen.

Darüber hinaus sei das Minsker Abkommen umzusetzen. Die Beschlüsse seien „so gefasst, dass sich bis zum EU-Gipfel im Februar ein Zeitfenster auftut, mit dem wir mit aller Kraft versuchen müssen, Schlimmeres zu verhüten und eine Deeskalation hinzukriegen“, so Steinmeier.

Kurz für Dialog mit Moskau

Befragt, welche Maßnahmen beschlossen werden, wenn tatsächlich eine Eskalation der Gewalt eintritt, sagte Steinmeier, „nichts ist ausgeschlossen. Mein Interesse geht dahin, dass das nicht eintritt.“ Er versuche, den zum Stillstand gekommenen Gesprächsprozess wiederzubeleben. Ohne Waffenstillstand werde es nicht gehen.

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hatte zuvor erklärt, Sanktionen gegen Russland seien „kein Selbstzweck“. Er sprach sich für einen Dialog mit Russland aus, um im Gespräch eine friedliche Lösung finden zu können. Gleichzeitig bekräftigte er seine Skepsis gegenüber Wirtschaftssanktionen. Es wäre heute „der falsche Schritt gewesen, Wirtschaftssanktionen zu setzen“. Dagegen hält er neue Namen auf der Personenliste, die als Verantwortliche für die Eskalation der Situation in der Ostukraine mit Einreise- und Kontensperren bedroht werden, für „durchaus legitim“.

Russische Flugzeuge nahe GB: Botschafter einbestellt

Russische Militärflugzeuge sind nach Informationen des Außenministeriums in London dem britischen Luftraum nahegekommen. Die Flugzeuge seien von britischen Kampfflugzeugen eskortiert worden. Großbritannien habe den russischen Botschafter in London einbestellt, um den Vorfall zu erklären.

„Die Manöver russischer Flugzeuge am gestrigen Tag sind Teil eines Musters zunehmender Out-of-area-Operationen“, sagte ein Sprecher des britischen Außenministeriums gestern. Er betonte, die Maschinen seien nicht in den britischen Luftraum eingedrungen. Sie hätten aber eine Störung des zivilen Luftverkehrs im britischen Interessenbereich verursacht.

In den vergangenen Monaten hatte es bereits in Skandinavien ähnliche Vorfälle gegeben. Schweden und Dänemark warfen Russland im Dezember vor, einen Beinahezusammenstoß zweier Flugzeuge nahe Kopenhagen verursacht zu haben. Auch sie bestellten die jeweiligen Botschafter in ihren Ländern ein.

Inland

Rechnungshof kritisiert Länderhaftungen

Der Rechnungshof (RH) zweifelt an der Sinnhaftigkeit der Haftungsobergrenzen in den Bundesländern. Laut einem Rohbericht, aus dem „Die Presse“ (Freitag-Ausgabe) zitiert, führen die in jedem Bundesland unterschiedlichen Regeln zu „Intransparenz“. Die Länder sollen Haftungen von 70,4 Mrd. Euro (u. a. durch Risikogewichtungen und Weglassen von Bankenhaftungen) auf 19,4 Mrd. Euro kleingerechnet haben.

Dass sich die Länder bei der Festlegung ihrer Haftungsobergrenzen selbst jede Menge Ausnahmen gewährt haben, ist bekannt. Der Fiskalrat hat bereits im Vorjahr „zu großzügige Limits“ kritisiert. Der Rechnungshof zweifelt nun an der Sinnhaftigkeit dieser im Stabilitätspakt vereinbarten Regelung und kritisiert die „Intransparenz durch unterschiedliche Vorgangsweisen, die den gesamtstaatlichen Nutzen der Regelung zur Haftungsbegrenzung infrage stellt“.

Kreative Rechentricks

Laut „Presse“ machten die tatsächlichen Haftungen der Länder 2012 70,4 Mrd. Euro aus - mehr als das Doppelte der kumulierten Haftungsobergrenzen von 30,6 Mrd. Euro. Möglich war das, weil die Länder ihre Haftungen durch günstige Risikogewichtungen kleingerechnet bzw. bestimmte Haftungen gleich aus der Obergrenze herausgerechnet haben - etwa die Bankenhaftungen im Burgenland, in Wien, Kärnten, der Steiermark und Vorarlberg -, womit die stabilitätspaktrelevante Haftungssumme offiziell nur noch 19,4 Mrd. Euro betrug.

Ohne derartige kreative Rechentricks hätten sich dem Bericht zufolge im Jahr 2012 nur Tirol und Oberösterreich an ihre eigenen Haftungsobergrenzen halten können. Die anderen Länder hätten die Limits deutlich überschritten - zwischen 318 Prozent in Niederösterreich und 8.994 Prozent in Kärnten. Letzteres wegen der milliardenschweren Hypo-Haftungen, deren Risiko von der damaligen Landesregierung mit null Euro bewertet wurde. Finanzausgleich und Stabilitätspakt werden heuer neu verhandelt.

Mehr Gehalt: Wien einigt sich mit Spitalsärzten

Die Gemeinde Wien hat sich nach mehreren als schwierig titulierten Verhandlungsrunden mit den beim Krankenanstaltenverbund (KAV) angestellten Spitalsärzten auf ein neues Arbeitszeitmodell geeinigt. Das gab die zuständige Stadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) gemeinsam mit Ärztevertretern gestern bekannt. Das Gehalt wird teils um bis zu 30 Prozent angehoben, die Arbeitszeiten auf 48 Stunden pro Woche begrenzt. Die Gehaltskurve wird abgeflacht. Durch Umstrukturierungen werde der Personalbedarf gesenkt, so Wehsely, die von einer „Strukturreform“ sprach. Die Umsetzung soll 2018 abgeschlossen sein.

Mehr dazu in Wehsely sieht Strukturreform

Wirtschaft

Rückrufaktion belastet Hondas Bilanz

Nach den Airbagrückrufen hat der japanische Autobauer Honda seine Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten geschraubt. Wie der Konzern heute nach Börsenschluss in Tokio bekanntgab, dürfte sich der Nettoertrag zum Bilanzstichtag 31. März auf 545 Mrd. Yen (4,1 Mrd. Euro) belaufen. Zuvor hatte Honda mit 565 Mrd. Yen gerechnet.

Als Grund nannte der drittgrößte japanische Autohersteller die Folgen eines weltweiten Rückrufs wegen defekter Airbags des Zulieferers Takata. Hinzu kommt ein schwacher Absatz auf dem Heimatmarkt. Im dritten Geschäftsquartal sank der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,1 Prozent auf 136,5 Mrd. Yen. Der Umsatz stieg unter anderem dank dem schwachen Yen um 8,9 Prozent auf 3,3 Billionen Yen.

Euro leicht im Aufwind

Der Euro hat sich heute
weiter stabilisiert und leicht zugelegt. In der Früh wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1342 US-Dollar gehandelt. Der Kurs war damit etwas höher als am Vorabend. Gestern Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1315 (Mittwoch: 1,1344) Dollar festgesetzt.

Eine Reihe von besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus der Euro-Zone vom Vortag hätten den Euro weiter gestützt, hieß es aus dem Handel.

Blick nach Griechenland

Auf dem Devisenmarkt haben die Investoren vor allem die politische Lage in Griechenland im Blick. Im Verlauf des Tages wird sich Euro-Gruppe-Chef Jeroen Dijsselbloem in Athen über die Pläne der neuen Regierung zur Überwindung der Schuldenkrise informieren.

Außerdem dürfte am Nachmittag eine erste Schätzung zum Wirtschaftswachstum in den USA im vierten Quartal 2014 für neue Impulse im Handel auf dem Devisenmarkt sorgen.

Japan: Inflation erneut gesunken

Aus Japan kommen gemischte Konjunktursignale. Die Inflation gab im Dezember aufgrund der fallenden Ölpreise den fünften Monat in Folge nach. Die Verbraucherpreise stiegen ohne Berücksichtigung der Mehrwertsteuererhöhung vom April letzten Jahres lediglich um 0,5 Prozent und sind damit ein gutes Stück weg von dem Ziel der Zentralbank von zwei Prozent.

Dagegen legte die Industrieproduktion dank der wieder anziehenden Nachfrage aus dem Ausland zu. Laut Regierungsangaben kletterte die Industrieproduktion zum Jahresschluss um 1,0 Prozent. Das wiederum signalisiert eine Erholung der Konjunktur.

Japan war im vergangenen Sommer überraschend in die Rezession gerutscht, da sich die Konsumenten nach der Mehrwertsteuer-Erhöhung mit Käufen zurückhielten. Allerdings zeigten weitere Daten, dass die Ausgaben der privaten Haushalte im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent zurückgingen.

Auf dem Arbeitsmarkt ist die Lage aussichtsreich. Derzeit stehen so viele Jobs zur Verfügung wie seit über 20 Jahren nicht mehr, wie aus Regierungsdaten hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 5,6 Prozent mehr neue Stellen angeboten. Die Arbeitslosenrate fiel auf 3,4 Prozent von 3,5 Prozent im November.

Sport

Tennis: „Becker-Gen“ macht Djokovic noch stärker

Vor dem Australian-Open-Semifinale gegen Stan Wawrinka hat Novak Djokovic die Bedeutung seines Trainers Boris Becker hervorgehoben. Die mentale Kraft und Stärke beim Service führt der in Melbourne ohne Satzverlust dastehende Weltranglistenleader auf die Arbeit mit dem dreimaligen Wimbledon-Sieger zurück. „Er kennt die Hindernisse und Herausforderungen, die ich während eines Matches bestehen muss“, erklärte der Serbe in Anlehnung an Beckers Einsatz und Kampfgeist als Spieler. „Ich fühle mich wie Boris auf dem Court“, so Djokovic über seine mentale Stärke, die man als „Becker-Gen“ bezeichnen könnte.

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Fußball: Bremer ÖFB-Duo vor ungewisser Zukunft

Für Werder Bremen beginnt am Wochenende mit dem Rückrundenstart der Kampf um den Klassenerhalt in der deutschen Bundesliga. Für die beiden österreichischen Legionäre bei den Hanseaten, Sebastian Prödl und Zlatko Junuzovic, geht es in den nächsten Monaten außerdem auch um ihre Zukunft in Bremen.

Die Verträge der ÖFB-Teamspieler laufen nämlich mit Saisonende aus, eine Einigung über eine Verlängerung gibt es noch nicht.

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Bundesliga: Reynas Abgang schmerzt Grödig sehr

Der SV Grödig verliert seine „Bullen“-Leihgabe Yordi Reyna an den deutschen Zweitligisten RB Leipzig. Dass die Salzburger mitten in der Vorbereitung ihren Topstürmer verlieren, „tut natürlich weh“, sagte Manager Christian Haas gestern, „aber man kann einem jungen Mann so eine Chance nicht verbauen.“ Haas habe selbst erst zu Mittag davon erfahren.

Für Grödig war es ein rabenschwarzer Tag im Trainingslager in Side, denn Einsergoalie Cican Stankovic musste zudem am Abend im Krankenhaus in Manavgat operiert werden.

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Chronik

Der Ferienstart wird winterlich

Gute Nachricht für den Ferienstart in Niederösterreich und Wien: Wer einen Skiurlaub plant, darf sich über winterliches Wetter freuen. Schon zum Wochenende hin wird es kälter, Anfang nächster Woche gehen die Temperaturen noch einmal ein Stück zurück, zumindest in den Bergen wird viel Schnee erwartet. Auch in den Tälern kann es zeitweise schneien - bei zumindest ab und zu etwas Sonnenschein. So schön dieser Mix auf der Skipiste ist, abseits davon - im ungesicherten Gelände und auf den Straßen - sorgt das Wetter für gefährliche Bedingungen.

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Geistig beeinträchtigter Mann in USA hingerichtet

Im US-Bundesstaat Texas ist ein verurteilter Vergewaltiger und Mörder hingerichtet worden. Das Todesurteil gegen den 57-jährigen Robert Ladd wurde gestern Abend in Huntsville per Giftspritze vollstreckt, wie die Behörden mitteilten.

Sein Anwalt hatte den Obersten Gerichtshof angerufen, um die Todesstrafe noch abzuwenden, weil der Mann geistig beeinträchtigt war. Er hatte einen Intelligenzquotienten von 67. Außerhalb von Texas wäre er damit zu lebenslanger Haft verurteilt worden, aber nicht zur Todesstrafe, sagte der Anwalt Brian Stull.

Ladd hatte im Jahr 1996 eine junge Frau vergewaltigt und ermordet. Er war auf Bewährung auf freiem Fuß; 18 Jahre zuvor hatte er ein ähnliches Verbrechen begangen. Seine Hinrichtung war die sechste in den USA in diesem Jahr.

Drei Tote bei Gasexplosion in mexikanischem Kinderspital

Bei einer schweren Gasexplosion in einer Kinderklinik in Mexiko-Stadt sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Rund 70 weitere wurden bei dem Unglück verletzt, wie der Gesundheitsminister der Hauptstadt, Armando Ahued, gestern Abend mitteilte. Bei den Toten handelte es sich um eine Frau und zwei Neugeborene.

Ein Großteil des Gebäudes im Stadtteil Cuajimalpa wurde bei der Explosion zerstört. An den Rettungsarbeiten waren mehr als 1.000 Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten beteiligt.

Unfall beim Befüllen der Gastanks

Das Unglück ereignete sich, als ein Gastransporter die Tanks der Klinik befüllte. Dabei entwich Gas. Als Sicherheitskräfte Teile des Krankenhauses evakuierten, kam es zu der Explosion. Die Staatsanwaltschaft des Hauptstadtdistrikts nahm Ermittlungen auf.

Die verantwortliche Firma beliefert seit 2007 die Krankenhäuser der mexikanischen Hauptstadt. Drei Mitarbeiter wurden nach dem Unglück vorläufig festgenommen. In Mexiko ist es üblich, dass Gas von Lastwagen zu den Häusern gebracht und dort in Tanks gefüllt wird.

Staatspräsident Enrique Pena Nieto und Bürgermeister Miguel Angel Mancera besuchten einige der Verletzten im Krankenhaus. Papst Franziskus schrieb auf Twitter: „Wir beten für die Opfer der Explosion im Krankenhaus von Cuajimalpa. Der Herr gebe ihnen Frieden und Kraft.“

Kurze Geiselnahme in niederländischem TV-Studio

Eine Geiselnahme in den Studios des niederländischen TV-Senders NOS ist nach kurzer Zeit unblutig zu Ende gegangen. Ein bewaffneter Mann war gestern Abend kurz vor Beginn der Acht-Uhr-Nachrichten in die TV-Studios eingedrungen und hatte Sendezeit gefordert. Dabei hatte er nach Angaben des Senders einen Mitarbeiter als Geisel genommen. Nach etwa 15 Minuten wurde der Mann von der Polizei widerstandslos festgenommen, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Das Gebäude war sofort evakuiert worden. TV- und Radiosendungen wurden unterbrochen. Der in einen dunklen Anzug gekleidete junge Mann wollte eine Erklärung in den Hauptnachrichten „Journaal“ verlesen.

Sendezeit gefordert

Er war jedoch in ein ungenutztes Studio geführt worden. Dort war sein Aufenthalt und auch die Festnahme von Kameras und Mikrofonen aufgezeichnet und später im TV ausgestrahlt worden. Der Mann wirkte ruhig und zielte mit der Pistole nicht auf Personen.

Unklar war zunächst das Motiv des Mannes. Gegenüber Mitarbeitern der NOS hatte er erklärt, Mitglied eines „Hackerkollektivs“ zu sein. Er hatte einen Brief bei sich, auf dem er Sendezeit forderte und angab, nicht allein zu handeln. In dem Video sagte er, dass er live über „sehr große Weltangelegenheiten“ reden wollte.

Gesundheit

Kultur

Festival in Wien: Popbands lassen Nordlicht strahlen

Bands aus dem hohen Norden Europas gelten als die ganz großen Einflüsterer für vieles, was sich international in Sachen Popkultur tut. Das kommt nicht von ungefähr: Von Island bis Finnland werden junge Musiker intensiv gefördert, beginnend bei der Bandgründung und auch in Sachen internationales Standing. Heute Abend kann man sich in Wien beim „JaJaJa“-Festival davon überzeugen, dass sich diese Förderungen auszahlen. Bands wie Vök aus Island lassen in Wien ein Nordlicht erstrahlen.

Mehr dazu in Verträumte Lässigkeit

Dirigent Israel Yinon bei Konzert gestorben

Bei einem Konzert in Luzern ist gestern Abend der Dirigent Israel Yinon gestorben. Der 59-Jährige brach während der Vorstellung vor den Augen der Zuhörer zusammen und verstarb trotz sofortiger ärztlicher Hilfe. Das Konzert wurde abgebrochen.

Marc Reinhardt, Kommunikationsleiter der Hochschule Luzern, die das Konzert veranstaltete, bestätigte heute gegenüber der Nachrichtenagentur sda entsprechende Medienberichte.

Das Konzert fand im Rahmen des am Sonntag eröffneten Festivals Szenenwechsel der Musikhochschule Luzern statt. Die Aufführung hätte heute im Mythen-Forum in Schwyz wiederholt werden sollen.

Vergessenen und unbekannten Werke gewidmet

Israel Yinon war ein international tätiger Dirigent. Der Israeli dirigierte verschiedene europäische Orchester wie das Berliner Sinfonie-Orchester und war für zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen verantwortlich.

Yinon machte sich unter anderem einen Namen durch die Entdeckung verschollener Werke aus dem Zweiten Weltkrieg und brachte Opern von unbekannten Komponisten zur Aufführung.

Juliette Greco kündigt Abschiedstournee an

Die französische Chanson-Sängerin Juliette Greco verlässt die Bühne. Ihre Tournee „Merci“ im April werde ihre letzte sein, sagte die Künstlerin und Muse der Existenzialisten in einem Interview. Wenn sie auf der Bühne stehe, sei sie gar nicht müde, versicherte Greco. Jedoch werde sie bald 88 Jahre alt und sie wolle kein „Spektakel einer alten Frau“ abgeben, die sich an etwas festklammere. „Ich möchte mich nicht schämen, nicht zu weit gehen.“

Entdeckt wurde die zierliche Frau mit der tiefen Stimme kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von keinem Geringeren als Jean-Paul Sartre, der sie in einem Pariser Kellerlokal traf und einen der ersten Liedtexte für sie schrieb. Die stets in Schwarz gekleidete Interpretin von bekannten Liedern wie „Accordeon“ war auch in mehreren Filmen als Schauspielerin zu sehen. Als ihre wahre „Heimat“ bezeichnete sie aber stets die Bühne.

IT

Facebooks neue Datenschutzregeln treten in Kraft

Heute verpasst sich Facebook - mit einem Monat Verspätung - neue Nutzungsbedingungen und Richtlinien zum Datenschutz. Ablehnen können die Nutzer die Änderungen nicht - wer sich einloggt, akzeptiert. Dafür musste das Unternehmen in den vergangenen Wochen viel Kritik einstecken.

Dem Sozialen Netzwerk wird vorgeworfen, den eigenen Nutzern zu Werbezwecken noch umfassender und weitreichender hinterherzuschnüffeln. Dabei veränderte Facebook gar nicht so sehr die Art, wie es Daten sammelt und verwertet, als vielmehr die Art, wie es das seinen Nutzern mitteilt.

Mehr dazu in Vagheit in der Direktheit

Google und Amazon verdienten weniger als erwartet

Google hat seinen Gewinn zum Jahresende weniger gesteigert als erwartet. Der Internetriese meldete heute einen Überschuss von 4,8 Milliarden Dollar (4,2 Mrd. Euro) für das Schlussquartal 2014 nach 3,4 Milliarden ein Jahr zuvor. Analysten hatten mit einem größeren Anstieg gerechnet.

Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar. Auch das war weniger als an der Wall Street erwartet. Die wichtigste Einnahmequelle Onlinewerbung verliert an Dynamik. Google hatte im vierten Quartal 14 Prozent mehr bezahlte Klicks als im Vorjahr - das Wachstum schwächt sich weiter ab. Die Aktie fiel nachbörslich um knapp zwei Prozent.

Amazon-Gewinn sank, Börsianer trotzdem zufrieden

Auch der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon verdiente im vergangenen Weihnachtsgeschäft zwar weniger, begeistert die Börsianer aber trotzdem. Der Gewinn sank im Jahresvergleich um gut zehn Prozent auf 214 Millionen Dollar. Das Ergebnis übertraf dennoch deutlich die Erwartungen des Marktes; die Aktie sprang nachbörslich zeitweise um mehr als acht Prozent hoch.

Die Anleger störte auch nicht, dass der Umsatz mit einem Plus von 15 Prozent auf 29,33 Milliarden Dollar die Prognosen der Analysten verfehlte. Amazon investiert traditionell viel in den Ausbau des Geschäfts und fährt deshalb bestenfalls schmale Gewinne ein. Im Quartal davor hatte zudem eine Abschreibung auf das gefloppte erste eigene Smartphone Fire Phone die Bilanz verhagelt.

Science

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