Ausland

Im Iran inhaftierte Britin Ghavami auf freiem Fuß

Die im Iran inhaftierte britisch-iranische Staatsbürgerin Ghoncheh Ghavami ist unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Das teilte ihr Bruder heute der Nachrichtenagentur AFP in London mit. Die 25-jährige Iranerin mit britischem Pass war erstmals im Juni festgenommen worden, als sie mit ihren Freundinnen ein Spiel der Volleyball-Nationalmannschaft sehen wollte.

Da weibliche Zuschauer im Iran zu Sportveranstaltungen mit Männern nicht zugelassen sind, wurden die Frauen kurzzeitig festgenommen. Als Ghavami wenige Tage später bei der Polizei ihre Papiere abholen wollte, wurde sie plötzlich inhaftiert und saß seither im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran, wo sie Anfang November in einen Hungerstreit trat. Nach Angaben ihres Bruders befindet sie sich jetzt in der Obhut ihrer Familie.

Auch Sportminister Gerald Klug (SPÖ) und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hatten sich für die Freilassung von Ghoncheh Ghavami eingesetzt.

Tunesien-Wahl: Essebsi nach Angaben seiner Partei voran

Bei der ersten freien Präsidentenwahl in der Geschichte Tunesiens ist der Kandidat der säkularen Nidaa Tounes, der 87-jährige Beji Caid Essebsi, nach Angaben seiner eigenen Partei klar voran. Eine Stichwahl sei aber dennoch wahrscheinlich, sagte der Wahlkampfleiter Essebsis, Mohsen Marzouk. Auch wenn sein Kandidat „nicht weit von 50 Prozent entfernt ist“, die für einen Sieg im ersten Durchgang nötig sind.

Beobachter monieren Stimmenkäufe

Lokale Wahlbeobachter berichteten indes von vereinzelten Stimmenkäufen und anderen Versuchen, Wähler zu beeinflussen. Aus europäischen Wahlbeobachterkreisen hieß es, dass die Abläufe ein wenig besser als bei der Parlamentswahl vor einem Monat seien.

Scott Mastic, Leiter der Abteilung Nahost und Nordafrika des Internationalen Republikanischen Instituts (IRI) und Wahlbeobachter, sagte, der Tag sei im positiven Sinne „ereignislos“ gewesen. Die Vorbereitung der Wahlhelfer habe gut funktioniert. „Ich hätte mir allerdings mehr Enthusiasmus der Wähler gewünscht.“

Misstrauensantrag gegen EU-Kommission im Parlament

Das EU-Parlament diskutiert morgen den Misstrauensantrag gegen die EU-Kommission von Jean-Claude Juncker. Verlangt hat das Verfahren das EU-kritische und rechtspopulistische Lager. Dieses ist nach den jüngsten Enthüllungen über Steuersparmodelle für Unternehmen in Junckers Heimatland Luxemburg der Ansicht, dass dem 59-Jährigen kein Vertrauen mehr entgegenbracht werden könne.

Die Abstimmung über den Misstrauensantrag ist für Donnerstag angesetzt. Alles andere als eine klare Ablehnung wäre allerdings eine große Überraschung. Der Antrag kann nur mit einer Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen und mit der Mehrheit der 751 Mitglieder des Parlaments angenommen werden.

Die großen Fraktionen haben bereits angekündigt, ungeachtet der „Lux-Leaks“-Affäre weiter hinter Juncker zu stehen. Er und alle Kommissionsmitglieder werden am Montagabend zu der Debatte in Straßburg erwartet. Im Fall der Annahme des Antrags, müssten sie geschlossen ihr Amt niederlegen.

Kenia: Militär tötete nach Busangriff 100 Extremisten

Nach einem Angriff somalischer Islamisten auf einen Bus mit Reiseziel Nairobi haben kenianische Sicherheitskräfte Regierungsangaben zufolge mehr als 100 Extremisten getötet. Die Einsatzkräfte hätten die Angreifer über die Grenze hinweg nach Somalia verfolgt und ihr Lager dort zerstört, sagte Vizepräsident William Ruto heute auf einer Pressekonferenz in Nairobi.

„Unsere Vergeltungsaktion hinterließ auf ihrem Pfad mehr als 100 Todesopfer.“ Die Botschaft sei klar: „Für jeden Angriff auf Kenia und sein Volk werden wir euch verfolgen, wo auch immer ihr hingeht.“

Die somalische Al-Schabab-Miliz hatte die Verantwortung für den Angriff auf den Bus gestern übernommen. 28 Menschen wurden dabei getötet. In Somalia geht das Militär seit längerem mit Unterstützung kenianischer Soldaten gegen die Islamisten vor.

Bergung des Wracks von Flug MH17 abgeschlossen

Die Niederlande haben ihre eine Woche dauernden Bergungsarbeiten an der Absturzstelle der Passagiermaschine mit der Flugnummer MH17 in der Ukraine abgeschlossen. Die Trümmer der Boeing 777 der Malaysia Airlines seien mit einem Güterzug in die ostukrainische Stadt Charkiw transportiert worden, teilte die niederländische Regierung heute mit.

Von dort würden die Wrackteile zur Untersuchung in die Niederlande gebracht. Am 17. Juli war die Maschine über der Ostukraine abgestürzt. Alle 298 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord wurden getötet. Zwei Drittel der Opfer stammten aus den Niederlanden.

Es wird vermutet, dass das Flugzeug von einer Boden-Luft-Rakete getroffen wurde, die aus dem von prorussischen Rebellen kontrollierten Gebiet abgefeuert worden war.

Putin wirft Westen „Heuchelei“ vor

Im Ukraine-Konflikt hat Kreml-Chef Wladimir Putin dem Westen in scharfem Ton „Heuchelei“ gegen Russland vorgeworfen. Moskau werde von den USA und der EU nur als Partner akzeptiert, wenn es „brav“ sei. „Wenn sich Russland das Recht nimmt, seine Interessen zu schützen, ändert sich das Verhältnis sofort“, sagte er in einem heute veröffentlichten Interview mit der Agentur TASS.

Putin schloss eine Kandidatur bei der für 2018 geplanten Präsidentenwahl erneut nicht aus. „Ja, es gibt die Möglichkeit meiner Kandidatur für eine weitere Amtszeit. Ob das geschieht, weiß ich noch nicht“, sagte der 62-Jährige. Die Verfassung gestatte einem Bewerber zwei Amtszeiten in Folge. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Russland wolle sich durch die Ukraine-Krise nicht in die Isolation drängen lassen. „Ein Eiserner Vorhang würde uns zum Verhängnis werden“, sagte Putin. Das Land werde aber seine Interessen verteidigen. Das gelte auch bei dem völkerrechtlich umstrittenen Beitritt der Halbinsel Krim zu Russland.

F: Tausende protestieren gegen Polizeigewalt

Einen Monat nach dem Tod eines jungen Umweltaktivisten ist es in Frankreich erneut zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Der 21-jährige Aktivist wurde Ende Oktober bei Protesten gegen einen Staudamm durch eine Blendgranate der Polizei getötet. Seither kommt Frankreich nicht zur Ruhe.

Tausende Menschen demonstrierten in der Nacht auf heute wieder in mehreren Städten gegen Polizeigewalt. Dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen - Demonstranten und Polizisten wurden verletzt. Die Opposition erhob unterdessen schwere Vorwürfe gegen die Regierung von Francois Hollande in Zusammenhang mit dem Tod des 21-Jährigen.

Mehr dazu in Krawalle in Toulouse und Nantes

Inland

Nachbaur: „Kein Rückzug aus politischer Bewegung“

Kathrin Nachbaur steht trotz ihres Parteiaustritts weiter zum Team Stronach. „In der Bundespartei gibt es wenige Mitglieder, nicht einmal alle Abgeordneten sind dabei. Der Rückzug aus der Partei ist kein Rückzug aus der politischen Bewegung“, so Nachbaur in der Sonntagsausgabe der „Kronen Zeitung“.

Ob sie nur aus der Bundespartei ausgetreten ist oder noch Mitglied der steirischen Landespartei ist, darauf geht Nachbaur weder in der „Kronen Zeitung“ noch in der Tageszeitung „Österreich“ ein.

Die Obfrau der steirischen Landespartei, Waltraud Dietrich, hatte gestern Abend erklärt, dass ihr keine Austrittserklärung Nachbaurs aus dem Team Stronach Steiermark vorliege. Nachbaur verweist dazu nur auf eine Sitzung nächste Woche, wo sie ihren Standpunkt erläutern will. Sie will sich nun „auf die politische Arbeit konzentrieren, die sich im Parlamentsklub und in der Akademie abspielt“.

Platz machen für „starken Mann“

Der TS-Abgeordnete Robert Lugar forderte Nachbaur gestern auf, für Klarheit zu sorgen und zu sagen, ob sie noch Parteimitglied ist. Wenn nicht, sei die Lage neu zu bewerten, ob sie noch Klubobfrau bleiben könne.

Nachbaur selbst begründete gestern Abend ihren Rückzug von der Funktion der stellvertretenden Vorsitzenden im TS damit, dass Frank Stronach „einen starken Mann“ wolle. Deshalb wolle sie Platz machen und sehe jetzt den richtigen Zeitpunkt dafür gekommen. Den Vorsitz im Parlamentsklub der Oppositionspartei will sie aber behalten.

Mehr dazu in „Jetzt ist Nachbaur am Zug“

Sport

Fußball: Ivanschitz-Assist bei Sieg von Levante

Andreas Ivanschitz hat mit Levante den nächsten Achtungserfolg in der spanischen Primera Divison geschafft. Der Abstiegskandidat feierte heute in der zwölften Runde gegen den Tabellenvierten Valencia einen knappen Heimsieg.

ÖFB-Legionär Ivanschitz bereitete den ersten Treffer der Hausherren per Eckball vor und wurde in der 78. Minute ausgewechselt. Ivanschitz und Co. haben nun sieben Punkte aus den jüngsten drei Spielen geholt, darunter auch ein Remis gegen FC Sevilla.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: HSV bezwingt Bremen im Kellerderby

Der Hamburger SV hat heute Werder Bremen im 101. Nordderby der deutschen Bundesliga eine empfindliche Niederlage zugefügt und den Rivalen in der Tabelle überholt. Nach dem spät fixierten Sieg liegt der HSV mit nun zwölf Punkten sogar vor Borussia Dortmund.

„Mir fehlen die Worte. Es ist Enttäuschung pur“, sagte Zlatko Junuzovic. Der ÖFB-Legionär spielte bei Werders erster Niederlage unter Trainer Viktor Skripnik durch. Den nächsten Nackenschlag kassierten auch Martin Harnik und Florian Klein mit Schlusslicht Stuttgart.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Eishockey: Linz schlägt Caps im Penaltyschießen

Tabellenführer Vienna Capitals hat heute in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) den zehnten Auswärtssieg in Folge verpasst. Die Wiener mussten sich den Black Wings in Linz nach Penaltyschießen geschlagen geben und führen nur noch einen Punkt vor ÖEHV-Meister Red Bull Salzburg, der mit Schlusslicht Ljubljana keine Probleme hatte. Erst in der Verlängerung wurde auch das Kärntner Derby zwischen dem KAC und dem VSV entschieden.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Tennis: Schweiz gewinnt erstmals Davis-Cup

Angeführt von Tennisstar Roger Federer hat die Schweiz erstmals den Davis-Cup gewonnen. Der Weltranglistenzweite setzte sich heute in Lille klar in drei Sätzen gegen den Franzosen Richard Gasquet durch und holte im Finale den entscheidenden dritten Punkt.

Für Federer ging damit ein langersehnter Traum in Erfüllung. Der Gewinn des prestigeträchtigen Mannschaftswettbewerbs war neben Einzel-Gold bei Olympia der einzige große Titel, der ihm noch fehlte.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Gewerkschaft droht Deutscher Bahn mit neuem Streik

Im verhärteten Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn droht die Eisenbahnergewerkschaft EVG mit Streiks vor Weihnachten. „Wir können auch vor Weihnachten noch streiken, wenn wir nicht vorankommen“, sagte EVG-Chef Alexander Kirchner dem Magazin „Focus“. Ein Ausstand könne auch parallel zu Lokführerstreiks der Konkurrenzgewerkschaft GDL stattfinden.

Ein EVG-Sprecher sagte dem Magazin zufolge, allein die Beschäftigten in der Stromversorgung und in den Stellwerken könnten das Bahnnetz vollständig blockieren und so den gesamten Verkehr stilllegen. Erste Warnstreiks seien bereits ab dem 3. Dezember denkbar.

Die Bahn und ihre beiden Gewerkschaften GDL und EVG hatten am Freitag noch keinen Durchbruch in dem Tarifkonflikt erzielt. Jedoch sind sich Bahn und GDL, die den Zugsverkehr bereits tagelang lahmgelegt hatte, näher gekommen. Kern des Konfliktes ist, dass die GDL auch für ihre Mitglieder unter den rund 17.000 Zugbegleitern, bei Bordrestaurant-Personal und Rangierführern eigene Verträge abschließen will. Bisher hatte die EVG für alle Berufsgruppen außer den Lokführern Tarifabschlüsse ausgehandelt.

Neue Hintertür für Subvention von fossilen Kraftwerken

Im neuen Energieeffizienzgesetz (EEG) verbirgt sich laut einem Medienbericht ein neues Fördersystem für Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen (KWK-Anlagen), das sind Kraftwerke, die neben Strom auch Fernwärme produzieren.

Die Wien Energie könnte dabei eine der größten Profiteure sein, berichtet das Monatsmagazin „trend“ in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. Zahlen sollen dafür die Stromkunden.

Zwar sei das Gesetz grundsätzlich neutral formuliert, doch die geforderten Wirkungsgrade bei der Strom- und Wärmeproduktion erreichen nur der finanzschwache Wiener Landesenergieversorger mit seinen fossilen Gaskraftwerken (Simmering) und Fernwärmeleitungen sowie einzelne wenige Betreiber in den Bundesländern, heißt es in dem Bericht. Viele Biomassekraftwerke mit Fernwärmeauskopplung hingegen seien aus den Förderungen ausgeschlossen.

Zuschlag zur Stromrechnung ab 2015

Auf die Stromkunden kommen deswegen laut „trend“ ab 2015 weitere Belastungen zu. Aufgebracht würden die Subventionen von bis zu 85 Mio. Euro pro Jahr durch einen neuen Zuschlag zur Stromrechnung. Der Gesetzgeber habe dafür einen komplexen Mechanismus über die Vergabe von „KWK-Punkten“ für förderwürdige Anlagen in Österreich entwickelt. Die Endverbraucher würden verpflichtet, die KWK-Punkte abzukaufen. Sollte der Betrag nicht reichen, könne sogar nachverrechnet werden, dann würden auch die Belastungen für die Stromkunden steigen.

Kritik an der Förderaktion weist der neue Energie-Vorstand in den Wiener Stadtwerken, Robert Grüneis, gegenüber dem „trend“ zurück. Die Stromerzeuger in Deutschland hätten bereits ähnliche Unterstützungen.

Chronik

USA: Bub zog Spielpistole - von Polizei erschossen

Polizisten in der US-Stadt Cleveland (Ohio) haben einen Zwölfjährigen erschossen, nachdem der Bub eine Druckluft-Spielpistole gezogen hatte. Der Polizei zufolge ähnelte sie einer halbautomatischen Waffe. Ein orangefarbenes Zeichen, das sie als ungefährlich ausgewiesen hätte, sei abgekratzt gewesen. Die Polizei leitete eine Untersuchung ein, die beiden Beamten wurden vorläufig beurlaubt.

Ein Augenzeuge hatte die Polizei nach deren eigenen Angaben alarmiert und von einer Person berichtet, die auf dem Spielplatz eines Freizeitzentrums eine Waffe auf andere Menschen richte. Zwei Beamte hätten den Verdächtigen dann gestellt und ihn aufgefordert, die Hände hoch zu nehmen. Er habe das nicht befolgt und stattdessen in seinen Hosenbund gegriffen, um seine Waffe zu ziehen. Daraufhin hätten die Beamten geschossen und ihn im Bauch getroffen.

Der Zeitung „Plain Dealer“ zufolge, die sich auf einen Polizeivertreter berief, starb der Bub heute in einem Krankenhaus an seinen Verletzungen. Wie es weiter hieß, hatte der Augenzeuge in seinem Anruf bei der Polizei darauf hingewiesen, dass die Waffe „wahrscheinlich nicht echt“ und die Person „wahrscheinlich ein Jugendlicher“ sei. Das sei den beiden Polizeibeamten aber nicht kommuniziert worden, zitierte das Blatt den Chef der Vereinigung der Streifenpolizisten in Cleveland, Jeff Follmer.

Tote und Verletzte bei Erdbeben in China

Bei einem Erdbeben der Stärke 5,9 sind im Südwesten Chinas sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Weitere 60 Menschen seien verletzt worden, darunter 42 Kinder einer Grundschule in Tagong, an der durch das Beben Panik ausbrach, berichteten gestern die Staatsmedien der Volksrepublik.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS bebte die Erde gestern am frühen Morgen (Ortszeit) im bergigen Westen der chinesischen Provinz Sichuan. Das Zentrum sei rund 14 Kilometer unter der Erdoberfläche gelegen.

Im Zentrum Japans ereignete sich gestern ebenfalls ein Erdbeben. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS erreichte es eine Stärke von 6,2. Das Epizentrum lag demnach in der Präfektur Nagano nordwestlich von Tokio. Nach Angaben der Behörden wurden 39 Menschen durch den Erdstoß verletzt, sieben davon schwer. Häuser seien zerstört worden und Wasserleitungen zerborsten.

Chikungunya-Fieber in Karibik: Hunderttausende angesteckt

In der Karibik haben sich innerhalb eines Jahres Hunderttausende Menschen mit dem Chikungunya-Fieber angesteckt. Seit dem Ausbruch der Epidemie im Dezember 2013 auf der Insel St. Martin breitete sich das Virus auf alle Karibikinseln und auf das Festland des amerikanischen Kontinents aus, wie die französische Gesundheitsinstitut InVS mitteilte.

Betroffen sind demnach der US-Bundesstaat Florida sowie alle Staaten Zentral- und Südamerikas, die an der Karibikküste liegen. Insgesamt seien 875.000 Fälle gezählt worden. Auf Guadeloupe, Martinique und St. Martin starben nach Angaben des InVS insgesamt 138 Menschen an dem von Mücken übertragenen Chikungunya-Virus.

Das Chikungunya-Virus verursacht Fieber und Gelenksschmerzen, eine spezielle Medizin gegen die Tropenkrankheit gibt es bisher nicht.

Kultur

„Paddington“-Bär feierte in London Weltpremiere

Der Kinderfilm „Paddington“ nach den Büchern des britischen Autors Michael Bond hat heute in London Weltpremiere gefeiert. Superstars wie Nicole Kidman und Sally Hawkins kamen im strömenden Regen zur Premiere auf dem Londoner Leicester Square.

Der Film beschreibt die Abenteuer des kleinen Bären mit Namen Paddington, der aus Peru auswandern muss, um in der Großstadt sein Glück zu suchen - und sich gegen eine böse Tierpräparatorin (Kidman) aufzusetzen. Es ist das erste Mal überhaupt, dass Bonds erfolgreiche Kinderbuchreihe als Filmstoff freigegeben wurde.

Bond, heute 88 Jahre alt, hatte 1956 einen Bären im Kaufhaus Selfridges kurz vor Weihnachten als Geschenk gekauft. Darauf baute er seine Kindergeschichten auf, die inzwischen in über 40 Sprachen übersetzt worden sind. Er zog ihm einen Hut an und einen Dufflecoat, wie er ihn selber gerne trug.

Rekordpreis für Comicoriginal von Hugo Pratt

Eine Tuschezeichnung von Corto Maltese, dem Helden der gleichnamigen Graphic-Novel-Serie des venezianischen Comiczeichners Hugo Pratt, ist für einen Rekordpreis versteigert worden. Die Zeichnung von 1979 für den Band „Die Äthiopier“ kam heute für 391.800 Euro unter den Hammer, wie das französische Auktionshaus Artcurial mitteilte.

Das war mehr als das Doppelte des Schätzpreises. Für die Serie, die die Abenteuer des englischen Marineoffiziers Corto Maltese Anfang des 20. Jahrhunderts schildert, war es ein neuer Rekordpreis.

Der Autor Hugo Pratt (1927 bis 1995) war ebenso wie seine berühmte Romanfigur ein Kosmopolit, der zwischen Frankreich, Großbritannien, Argentinien und Italien pendelte und einen Großteil seiner Jugend in Äthiopien verbrachte, wo der Band spielt, aus dem die Zeichnung versteigert wurde.

John Lennons Gretsch-Gitarre versteigert

John Lennons legendäre Gitarre Gretsch 6120 ist heute in London für 380.000 Pfund (rund 480.000 Euro) versteigert worden. Der Schätzpreis hatte mit 400.000 bis 600.000 Pfund deutlich höher gelegen. Das Instrument hatte Lennon in den 1960er Jahren gespielt, als die Beatles auf einer Erfolgswelle schwammen.

Nach Angaben das Auktionshauses Tracksauction.com hat Lennon mit der Elektrogitarre unter anderem die Beatles-Single „Paperback Writer“ im Jahr 1966 in den Londoner Abbey-Road-Studios aufgenommen. Eine weitere Lennon-Gitarre kam bei der Auktion für 22.000 Pfund unter den Hammer.

„Ich bin nicht mehr der Jüngste“

Lennon hatte die Gretsch-Gitarre 1967 seinem Cousin David Birch geschenkt. „Ich bin nicht mehr der Jüngste“, sagte Birch vor kurzem. Nach 47 Jahren habe er sich nun entschlossen, die Gitarre zur Versteigerung zu geben - wenngleich er sie in den vergangenen Jahren immer wieder zur Hand genommen habe.

Nach Angaben des Auktionshauses ist es inzwischen sehr selten, dass nachweislich von den Beatles gespielte Instrumente auf den Markt kommen. Die Stücke würden meist in Beatles-Museen und Stiftungen gehalten. Auch die Gretsch-Gitarre war zuletzt als Leihgabe in Beatles-Ausstellungen in Liverpool und Ohio zu sehen gewesen.

IT

Freie Programme gegen „Staatstrojaner“

Die Ankündigung von WhatsApp, ihr populäres, aber bis dato kaum gesichertes Chatprogramm künftig zu verschlüsseln, markiert den ersten Höhepunkt eines Trends, der seit Monaten sichtbar ist. Sichere Protokolle und Methoden, die aus der Hackersphäre stammen und nur von einer Minderheit benutzt wurden, ziehen in weit verbreitete Anwendungen ein. Im Falle von WhatsApp wurde das Protokoll von TextSecure übernommen, das Chats so verschlüsselt, dass auch der Betreiber selbst nicht mitlesen kann.

Zu einer großen Anzahl neuer, einfach zu bedienender Chat-Verschlüsselungsprogramme wie TextSecure und Cryptocat kommen nun auch spezialisierte Anwendungen. Am Donnerstag wurde mit Detekt der erste, auf sogenannte „Staatstrojaner“ spezialisierte Virenscanner veröffentlicht.

Zur Früherkennung von Angriffen auf Netzwerke generell wird mit der freien „Suricata“-Suite auch ein mächtiges Abwehrinstrument für fortgeschrittene Anwender benutzbar, das sich mit teuren kommerziellen Produkten für Unternehmensnetze messen kann.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Zehn Jahre „WoW“: Auf Du und Du mit Orks und Elfen

Zehn Jahre nach der Erstveröffentlichung ist das Onlinerollenspiel „World of Warcraft“ („WoW“) immer noch das erfolgreichste seines Genres. Monatlich kämpfen zehn Millionen Spieler mit und gegen Orks, Elfen und Untote - und das, obwohl es immer neue kostenlose Konkurrenz durch Spiele auf Facebook und Smartphones gibt.

Ein Geheimnis des Erfolgs ist die regelmäßige Verjüngungskur durch Updates mit neuen Features und Aufgaben. Doch auch das soziale Netz der Spieler untereinander sorgt für den anhaltenden Erfolg.

Mehr dazu in Außerirdisches Geschäftsmodell

Lifestyle

Leute

Medien: Rosenkrieg bei Ralf und Cora Schumacher

Der ehemalige Autorennfahrer Ralf Schumacher und seine Frau Cora leben ihren Rosenkrieg laut einem Zeitungsbericht offenbar auch mit handfesten Argumenten aus.

Nach Angaben der deutschen „Bild am Sonntag“ wurde die Polizei am Freitagabend in das Haus des Bruders von Michael Schumacher in Bergheim bei Köln gerufen und ermittelt nun wegen häuslicher Gewalt.

Sowohl der 39-Jährige als auch seine zwei Jahre jüngere Noch-Ehefrau Cora hätten den jeweils anderen wegen Körperverletzung angezeigt, sagte ein Polizeisprecher der Zeitung. Sichtbare Verletzungen habe jedoch keiner der beiden davongetragen.