Ausland

Anschlag in Bangkok: Polizei fahndet nach 26-Jähriger

Nach der Festnahme eines ersten Verdächtigen hat die Polizei in Bangkok gestern in einer zweiten Wohnung Material zum Bau von Bomben sichergestellt und eine Fahndung nach den zwei Bewohnern gestartet. Gefahndet werde nun nach einer 26-jährigen Thailänderin und ihrem Mitbewohner, einem Mann unbekannter Herkunft.

Polizeisprecher Prawut Thavornsiri nannte im Fernsehen den Namen der Verdächtigen - Wanna Suansan - und veröffentlichte ein Foto von ihr, das sie mit einem Kopftuch zeigt. „Wir haben Düngerbeutel, Uhren und Wecker gefunden; Dinge, um Bomben und elektrische Ladungen zu erzeugen“, sagte er.

Ermittler vermuten Racheakt von Menschenschmugglern

Die zwei Bewohner des Apartments werden wegen des Anschlags auf den Erawan-Schrein vor zwei Wochen gesucht, bei dem 20 Menschen getötet worden waren.

Am Samstag hatten die thailändischen Behörden bei einer Großrazzia einen ersten Verdächtigen festgenommen, in dessen Wohnung Material zum Bombenbau und zahlreiche offenbar gefälschte Pässe sichergestellt worden waren.

Die Ermittler vermuten, dass der Ausländer mit gefälschtem türkischen Pass zu einer Bande von Menschenschmugglern gehört, die sich mit dem Anschlag womöglich für die Festnahme von Einwanderern rächen wollten, die illegal über die Grenze gelangt waren.

Fähre brachte 2.500 Flüchtlinge nach Piräus

An Bord der griechischen Fähre „Eleftherios Venizelos“ sind heute 2.500 Migranten in Piräus angekommen. Das Schiff hatte am Vorabend 988 Flüchtlinge von der Insel Samos und 1.512 von der Insel Lesbos abgeholt.

Bereits am Abend des Vortags hatte eine andere Fähre weitere 1.745 Migranten aus Lesbos nach Piräus gebracht. In ihrer Mehrheit stammen die Flüchtlinge aus Syrien.

Die Flüchtlinge ziehen von Piräus ins nahe Athen und von dort weiter zur griechisch-mazedonischen Grenze, um in Mazedonien in einen der Züge zu kommen, die nach Serbien fahren.

Auf den Inseln der Ostägäis herrschen chaotische Zustände. Hunderte Migranten schlafen im Freien und werden nicht richtig versorgt, weil die Behörden kein Geld haben. Betroffen sind vor allem die Inseln Leros, Kos, Lesbos, Kalymnos, Samos und Agathonisi.

37 tote Flüchtlinge vor Küste Libyens

Beim Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der libyschen Küste sind mindestens 37 Menschen gestorben. Fischer hätten in der Nähe der Stadt Choms östlich von Tripolis mehr als 30 Leichen entdeckt, sagte ein Sprecher des Roten Halbmondes gestern Abend.

Die Mitarbeiter der Hilfsorganisation versuchten, die Toten zu bergen. Ihnen fehlten aber Boote. Zunächst war von sieben Toten die Rede gewesen.

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi herrschen in Libyen chaotische Zustände. Das nordafrikanische Land ist deswegen zu einer wichtigen Durchgangsstation für Menschen geworden, die Europa erreichen wollen. Nach Angaben der UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) sind in diesem Jahr bisher mehr als 300.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer auf den Kontinent gekommen. Im gesamten Jahr 2014 waren es 219.000.

US-Republikaner: Illegal Eingewanderte verfolgen wie Paket

Die Route von Einwanderern elektronisch nachverfolgen wie bei Paketen - mit diesem Vorschlag hat der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Chris Christie von sich reden gemacht. Der Gouverneur von New Jersey verwahrte sich gestern im US-Fernsehsender Fox News gegen den Vorwurf, er lege nahe, „Menschen sind Pakete. Seien Sie nicht albern.“

Vorstoß bei Wahlveranstaltung

Er wolle lediglich dieselbe Technologie wie bei Paketen verwenden, um zumindest 40 Prozent der elf Millionen illegal in die USA eingewanderten Menschen aufzuspüren, so Christie. 40 Prozent der illegal Eingewanderten in den USA seien mit einem gültigen Visum eingereist, aber nach dessen Ablauf untergetaucht.

Diese Einwanderer sollten mithilfe der im Paketversand üblichen Technologie aufgespürt werden. Christie hatte den Vorschlag laut einem Bericht der „New York Times“ am Samstagabend (Ortszeit) bei einer Wahlveranstaltung im Bundesstaat New Hampshire unterbreitet.

Bisher Rang elf

Christie hat Mühe, sich unter den insgesamt 17 Präsidentschaftsbewerbern der Republikaner hervorzutun. Laut einer neuen Umfrage kann er bei der Vorwahl in Iowa mit zwei Prozent der Stimmen rechnen und käme damit auf Rang elf der Bewerber.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Scott Walker bezeichnete unterdessen Überlegungen, auch an der US-Grenze zu Kanada eine Sperranlage zu bauen, als „legitim“. Dieser Vorschlag müsse geprüft werden, sagte der Gouverneur von Wisconsin dem Fernsehsender NBC. An der US-Grenze zu Mexiko gibt es bereits Sperranlagen.

Zentrales Thema in US-Vorwahlkampf

Illegale Einwanderung ist nicht zuletzt wegen der Präsidentschaftsbewerbung des Milliardärs Donald Trump ein zentrales Thema im US-Vorwahlkampf. Dieser hatte bei der Bekanntgabe seiner Präsidentschaftsbewerbung im Juni Einwanderer aus Mexiko pauschal als „Vergewaltiger“ gebrandmarkt. Auch in den folgenden Wochen brachte er die hispanischstämmigen Einwanderer immer wieder gegen sich auf. In den Umfragen liegt Trump an der Spitze der republikanischen Präsidentschaftsbewerber.

Assange: Snowden plante 2013 Flucht aus Moskau

WikiLeaks hat zusammen mit Venezuela im Jahr 2013 eine geheime Ausreise des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden aus Moskau nach Lateinamerika geplant - und zwar im Flugzeug des bolivianischen Staatschefs Evo Morales. Das gab WikiLeaks-Gründer Julian Assange in einem Gespräch mit der bolivianischen Zeitung „El Deber“ bekannt.

„Wir erörterten zunächst die Möglichkeit, Snowden im Flugzeug des venezolanischen Staatschefs Nicolas Maduro auszufliegen“, sagte Assange der Zeitung in der ecuadorianischen Botschaft in London. Da die Maschine Maduros vom US-Geheimdienst beobachtet worden sei, sei in Betracht gezogen worden, Snowden im Flugzeug von Morales nach Lateinamerika zu fliegen. Beide Präsidenten befanden sich zu einer Konferenz in der russischen Hauptstadt.

Flugzeug wurde in Wien durchsucht

Der Plan sei aufgegeben worden, als klar wurde, dass europäische Regierungen den Überflug der Maschine von Morales sperren wollten. Das bolivianische Präsidentenflugzeug wurde damals in Wien zu einer Zwischenlandung gezwungen. Erst nachdem klar war, dass Snowden sich nicht an Bord befand, wurde der Weiterflug genehmigt. Bolivien machte damals die USA für den Vorfall verantwortlich. Morales hatte öffentlich erklärt, er sei bereit, Snowden Asyl zu gewähren.

Inland

Bundestheater bekommen neuen Aufsichtsrat

Mit dem morgen in Kraft tretenden neuen Bundestheaterorganisationsgesetz ist auch die Besetzung der neuen, schlankeren Aufsichtsräte des Theaterkonzerns erfolgt. Künftig werden 30 statt 40 Eigentümervertreter das Gebaren kontrollieren. Die neuen Aufsichtsräte kommen in der zweiten September-Woche erstmals zusammen, der Posten des Holding-Chefs wird in der zweiten Monatshälfte ausgeschrieben.

Manfred Matzka neuer Vorsitzender

Aus dem Aufsichtsrat der Bundestheater-Holding scheiden Max Kothbauer (den Vorsitz soll Manfred Matzka übernehmen), Hilde Hawlicek und Manfred Lödl aus. Susanne Moser, aus Österreich stammende kaufmännische Direktorin der Komischen Oper Berlin, gibt ihre Sitze in den Aufsichtsräten der Bühnengesellschaften ab und wechselt in den Holding-Aufsichtsrat.

Auch Monika Hutter vom Finanzministerium kontrolliert künftig die Holding und gibt im Gegenzug ihre Sitze in den Aufsichtsräten von Burgtheater und ART for ART ab.

Statt Viktoria Kickinger soll laut Kulturministerium künftig BFI-Wien-Geschäftsführerin Valerie Höllinger in allen Aufsichtsräten der Tochtergesellschaften vertreten sein. Dort ist neben dem interimistischen Holding-Geschäftsführer Günter Rhomberg künftig auch Holding-Prokurist Othmar Stoss zu finden.

Bekannte Namen aus Gremien ausgeschieden

Prominente Abgänge: Heide Schmidt (Burgtheater), Clemens Jabloner (Staatsoper) und Christian Strasser (Volksoper und ART for ART, bleibt aber in den Aufsichtsräten von Burgtheater und Staatsoper). Die kaufmännischen Geschäftsführer der Bühnengesellschaften sollen künftig alternierend im Aufsichtsrat der Theaterservicegesellschaft ART for ART vertreten sein.

Wien: Ukraine will Vermögen von flüchtigem Politiker

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft verschärft die Gangart gegen den seit Anfang Juni flüchtigen Abgeordneten Serhij Kljujew und strebt nunmehr auch die Beschlagnahmung von Kljujews Bankkonto und Wertpapierdepot in Österreich an. Ein diesbezügliches ukrainisches Rechtshilfeansuchen vom 14. Juli, so bestätigte die Staatsanwaltschaft Wien auf APA-Nachfrage, ist kürzlich in Wien eingelangt.

Aufenthalt in Russland?

Kljujew, der im Oktober 2014 als unabhängiger Kandidat erneut in die Werchowna Rada in Kiew gewählt worden war, hatte am 3. Juni 2015 seine parlamentarische Immunität verloren und sich einer wahrscheinlichen Festnahme durch Flucht entzogen. Unbestätigten Medienberichten zufolge soll er sich in Russland aufhalten.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew wirft dem ehemaligen Spitzenvertreter von Viktor Janukowitschs „Partei der Regionen“ Wirtschaftsverbrechen und Amtsvergehen in den Jahren von 2007 und 2010 vor - für Kljujew gilt die Unschuldsvermutung.

Firmenimperium in Österreich

Eine zentrale Rolle bei den Vorwürfen spielen Vermögenstransfers zum österreichische Firmenimperium von Serhij und Andrij Kljujew: Den aus Donezk stammenden Brüdern gehören je 50 Prozent der SLAV Handel, Vertretung und Beteiligung AG (SLAV Handel AG) in Wien, die ihrerseits Firmenbeteiligungen, insbesondere in der Ukraine, besitzt.

Im Zusammenhang mit dem ukrainischen Strafverfahren gegen Serhij Kljujew richtete die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew am 14. Juli 2015 ein Rechtshilfeansuchen an die „kompetenten Organe der Republik Österreich“: Die Anklagebehörde ersucht um die Beschlagnahmung eines Bankkontos von Serhij Kljujew bei der UniCredit Bank Austria AG in Wien sowie von Kljujews Aktien der SLAV Handel AG, die sich in einem Wertpapierdepot in der selben Bank befinden. Grundlage für das Rechtshilfeansuchen ist die Entscheidung eines Kiewer Untersuchungsrichters vom 6. Juli 2015, der die Beschlagnahmungen befürwortet hatte.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien bestätigte gegenüber der APA den Eingang des ukrainischen Schreibens und erklärte, dass ihre Behörde das Ansuchen aus Kiew prüfen werde.

Vermögen in EU eingefroren

Derzeit ist das Vermögen von Serhij Kljujew in der Europäischen Union noch durch jene EU-Sanktionen eingefroren, die im März 2014 gegen Spitzenvertreter des Janukowitsch-Regimes erlassen und seitdem mehrmals verlängert wurden. Sowohl Serhij als auch sein Bruder Andrij sind weiterhin von diesen Maßnahmen des EU-Rates betroffen. Andrij Kljujew hatte im Februar 2014 als letzter Chef der Präsidentschaftskanzlei von Janukowitsch amtiert und die Ukraine bereits unmittelbar nach dem Machtwechsel in Kiew verlassen.

Serhij Kljujews Anwalt in Österreich, Richard Soyer, konnte gegenüber der APA das Einlangen des ukrainischen Rechtshilfeansuchens nicht bestätigen und beklagte, dass Akteneinsicht verwehrt werde.

Sport

Fußball: Bremen verschärft Gladbachs Krise

ÖFB-Teamspieler Zlatko Junuzovic hat gestern in der deutschen Bundesliga mit Werder Bremen gegen Mönchengladbach den ersten Meisterschaftssieg gefeiert und damit die Gladbacher Krise prolongiert. Denn der Champions-League-Starter hat nach drei Runden drei Niederlagen auf dem Konto und findet sich am Tabellenende wieder, Bremen gelang eine Verbesserung auf Platz elf. Tabellenführer Dortmund kam gegen Hertha BSC zum dritten Sieg.

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Fußball: Nach Chelsea patzt auch ManUnited

Nach Meister Chelsea, das bereits am Samstag daheim gegen Crystal Palace die erste Saisonniederlage kassierte, erwischte es gestern mit Manchester United auch den nächsten Titelanwärter. Die „Red Devils“ mussten sich bei Swansea City trotz Führung mit 1:2 geschlagen geben.

Während United schon fünf Punkte auf Spitzenreiter Manchester City fehlen, liegen vor allem bei Chelsea-Coach Jose Mourinho bei acht Zählern Rückstand auf den Leader bereits die Nerven blank.

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Wirtschaft

Nettogewinn der BUWOG stark gesunken

Der börsennotierte österreichische Wohnimmobilienkonzern BUWOG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 wie erwartet bessere operative Ergebnisse erzielt. Ein stark negatives Finanzergebnis sorgte jedoch dafür, dass im Zeitraum bis 30. April der Nettogewinn beinahe auf ein Drittel gedrückt wurde. Dennoch sollen erneut 0,69 Euro je Aktie als Dividende gezahlt werden, teilte das Unternehmen heute mit.

Die Mieteinnahmen (netto kalt) kletterten im Rahmen der Prognosen um 61 Prozent auf 187,7 (116,5) Mio. Euro, und das bereinigte EBITDA stieg um 47 Prozent auf 158,6 (108,2) Mio. Euro, wie die BUWOG mitteilte.

In der „Pipeline“ des Wohnimmo-Konzerns befinden sich derzeit rund 5.000 Einheiten in unterschiedlichen Stadien mit rund 1,4 Mrd. Euro Gesamtinvestitionsvolumen. Davon entfielen Ende Juni mehr als 440 Mio. Euro auf Berlin, gut 920 Mio. Euro auf Wien.

STRABAG baut Verluste ab

Österreichs größter Baukonzern STRABAG hat seine Verluste heuer im ersten Halbjahr massiv verringert. Der Konzernverlust sank gegenüber der Vorjahresperiode um 40 Prozent von 93,1 auf 55,5 Mio. Euro. Vor Zinsen und Steuern verringerte sich der Fehlbetrag (EBIT) um 37 Prozent auf 68,4 Mio. Euro, wie aus der Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens von heute hervorgeht.

Die Bauleistung erhöhte sich im Berichtszeitraum um sieben Prozent auf 6,20 Mrd. Euro, der Umsatz stieg um ebenfalls sieben Prozent auf 5,75 Mrd. Euro. Die EBIT-Marge verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr von 0,4 Prozent auf minus 1,2 Prozent, die Nettomarge nach Minderheiten verbesserte sich von minus 1,7 auf minus 1,0 Prozent.

Auftragsstand „weiterhin auf hohem Niveau“

Der Auftragsbestand ging zwar um vier Prozent auf 14,84 Mrd. Euro zurück, befinde sich „weiterhin auf hohem Niveau“, betonte die STRABAG in ihrer Aussendung.

Der Ausblick für das Gesamtjahr 2015 wurde bekräftigt: Das Management rechnet mit einer Bauleistung im Volumen von 14 Mrd. Euro und einem EBIT „bei mindestens 300 Mio. Euro“. 2014 betrug der operative Gewinn 282 Mio. Euro, die Bauleistung lag bei 13,6 Mrd. Euro.

Der Bauriese beschäftigte heuer zwischen Jänner und Juni 72.837 Mitarbeiter - das waren um zwei Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2014.

Wirtschaftswachstum: EU hinkt USA hinterher

Das Wirtschaftswachstum in der EU bleibt mit 1,5 Prozent heuer deutlich unter dem der USA mit rund 2,4 Prozent und dem der Weltwirtschaft mit 3,1 Prozent, prognostiziert das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO). Seit Beginn der Finanzmarktkrise stagniert das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der EU, während es in den USA, wo die Finanzkrise ihren Ausgang nahm, seit 2008 um elf Prozent deutlich wuchs, so das WIFO heute.

Die Länder der Europäischen Union befinden sich demnach in einer instabilen Erholungsphase, so das WIFO. In Ostmitteleuropa wächst die Wirtschaft hingegen wesentlich stärker als in den übrigen EU-Ländern.

Steigende Divergenz zwischen EU-Staaten

Den aktuellen Daten zufolge wuchs das reale BIP im Euro-Raum im ersten Quartal heuer gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent und im zweiten Quartal um 0,3 Prozent. Im weiteren Jahresverlauf 2015 wird mit einer mäßigen Zunahme gerechnet.

Der enttäuschende Konjunkturverlauf in der EU ist laut WIFO eine Folge vieler Ungleichgewichte. Diese zeigten sich nicht nur auf den Arbeits- und Gütermärkten, sondern auch in einer steigenden Divergenz unter den EU-Ländern und Euro-Ländern.

Europas Börsen mit schwachem Start in die Woche

Die Berg-und-Tal-Fahrt an den europäischen Börsen dürfte sich heute fortsetzen. Der deutsche Leitindex DAX in Frankfurt wie auch der Euro-Zone-Leitindex Euro-Stoxx-50 legten einen schwächeren Start in die Woche hin.

Der heimische Leitindex ATX notierte um 9.15 Uhr bei 2.332,74 Zählern um 3,15 Punkte oder 0,13 Prozent unter dem Freitag-Schluss (2.335,89).

Klare Verluste in China und Japan

Zuvor hatte es klare Kursabschläge an den chinesischen und japanischen Finanzplätzen gegeben. In Tokio rutschte der Nikkei-Index für 225 führende Werte wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 19.000 Punkten. In Schanghai war der Shanghai Composite Index nur leicht mit einem Minus von 0,89 Prozent gestartet, fiel aber innerhalb von einer Stunde um rund drei Prozent. Ähnlich erging es dem Shenzhen Component Index.

Ölpreise erneut gesunken

Die Ölpreise sind indes wieder gesunken. In der Früh kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 49,33 US-Dollar. Das waren 72 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 58 Cent auf 44,64 Dollar.

USA erwägen Sanktionen gegen chinesische Firmen

Wegen mutmaßlich chinesischer Hackerangriffe erwägt die US-Regierung einem Bericht zufolge Sanktionen gegen Firmen und Personen aus der Volksrepublik. Eine endgültige Entscheidung werde möglicherweise in den kommenden zwei Wochen fallen, berichtete die „Washington Post“ gestern unter Berufung auf Regierungskreise. Es sollen etwa Unternehmen im Visier sein, die von der Erbeutung von amerikanischen Geschäftsgeheimnissen profitiert haben könnten.

Kurz vor dem ersten US-Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping im September belasten die Hackerangriffe die Beziehungen zwischen beiden Ländern. So verdächtigt die Regierung in Washington China für eine Aktion, bei der die persönlichen Daten von Millionen Regierungsmitarbeitern erbeutet wurden. Die Führung in Peking hat jede Beteiligung zurückgewiesen.

Der „Washington Post“ zufolge würden die Sanktionen aber nicht als Vergeltung für diese Attacke verhängt. Sie werde nicht als Wirtschaftsspionage eingestuft.

„Zohr“ größtes Erdgasfeld im Mittelmeer

Der italienische Energiekonzern Eni hat vor Ägypten das größte bisher bekannte Erdgasfeld im Mittelmeer entdeckt. Das „Zohr“ genannte Feld könnte sich sogar als eines der größten Vorkommen weltweit erweisen und dazu beitragen, den Energiebedarf des Landes auf Jahrzehnte hin zu decken, erklärte das italienische Unternehmen gestern.

Zusammen mit anderen Funden im Mittelmeer in den vergangenen Jahren entsteht damit für Europa ein potenzieller Weg, um unabhängiger von Importen aus Russland zu werden. In der Region sorgte die Entdeckung schon gestern für Diskussionen: Der israelische Energieminister Juval Steinitz warnte, sein Land drohe beim Erdgasexport ins Hintertreffen zu geraten.

„Die historische Entdeckung kann das Energieszenario in Ägypten verändern“, sagte Eni-Chef Claudio Descalzi. Eni zufolge dürfte „Zohr“ mit einer Ausdehnung von rund 100 Quadratkilometern nach ersten Erkenntnissen fast 850 Milliarden Kubikmeter Erdgas enthalten.

Chronik

Mordprozess um Bluttat von Saalfelden

Beim Landesgericht Salzburg beginnt heute der Prozess in einem aufsehenerregenden Fall. Im Herbst 2014 soll ein 21-jähriger Saalfeldener russischer Herkunft seine Ex-Freundin auf äußerst brutale Weise mit mindestens 50 Messerstichen getötet haben, so die Anklage.

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Prozess wegen Mordversuchs in Wien

In Wien steht ein 27-Jähriger wegen Mordversuchs vor Gericht. Er soll in der Nacht auf den 28. Juli 2014 in Meidling seine Ex-Freundin mit einem Messer attackiert haben, was er beim Prozessauftakt entschieden in Abrede stellte.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Seeleute streikten: Tausende Passagiere saßen in Calais fest

Genau zum Ferienende in Frankreich und anderen Ländern haben protestierende Seeleute den Fährverkehr in Calais für Stunden lahmgelegt. Tausende Reisende saßen wegen der Blockade des Hafens durch Mitarbeiter des Fährunternehmens Scop Seafrance, das derzeit abgewickelt wird, gestern Abend fest, teilte die Hafenpolizei mit. Erst heute Früh lief der Fährverkehr wieder normal.

Durch die Blockade mit Booten konnten Fähren des britischen Konkurrenzunternehmens P&O den Hafen der nordfranzösischen Stadt weder anfahren noch verlassen.

In Calais lag eine Fähre mit 20.00 Passagieren fest, wie eine P&O-Sprecherin sagte. Insgesamt 3.200 Menschen warteten im Hafen darauf, an Bord von zwei weiteren Fähren gehen zu können. Außerdem habe eigentlich eine Fähre mit 900 Passagieren aus Dover über den Ärmelkanal nach Calais fahren sollen. Fähren mussten in Häfen in der Nähe - Boulogne-sur-Mer und Dunkerque - umgeleitet werden.

Mount McKinley heißt nun Denali

Nordamerikas höchster Berg heißt künftig offiziell Denali. Kurz vor der Reise von US-Präsident Barack Obama nach Alaska verkündete das Weiße Haus gestern, dass der bisher als Mount McKinley bekannte Berg den alten Namen wiederbekomme. Denali bedeutet in der Sprache der Athabasken-Indianer „der Große“, in Alaska selbst benutzt praktisch jeder diesen Namen.

Seit Jahrzehnten kämpft der Staat dafür, dass „Denali“ auch wieder offiziell auf jeder Landkarte und jedem Wegweiser steht. Widerstand kam vor allem aus dem politisch einflussreichen Staat Ohio - der Heimat des 1901 erschossenen US-Präsidenten William McKinley. Mit 6.168 Metern ist der Denali der höchste Berg Nordamerikas. Er gilt als sehr schwierig zu besteigen.

IT

Uber stellt zwei bekannte Autohacker ein

Die beiden IT-Sicherheitsexperten, die schlagzeilenträchtig einen fahrenden Jeep gehackt haben, arbeiten jetzt für den Fahrdienstvermittler Uber. Charlie Miller und Chris Valasek nahmen Jobs in Ubers Technologiezentrum an, in dem vor allem an Technik für selbstfahrende Autos geforscht wird.

Uber und die beiden Forscher machten am Wochenende keine Angaben dazu, was genau ihre Aufgaben sein werden. Miller arbeitete bisher bei Twitter und Valasek bei der IT-Sicherheitsfirma IOActive.

Uber holte sich für sein Technologiezentrum bereits rund 40 Forscher von der Robotikabteilung der US-Universität Carnegie Mellon sowie Kartenechnologie von Microsoft.

Millionenrückruf nach Hackerattacke

Miller und Valasek sind seit Jahren so etwas wie Stars unter den Hackern, die nach Sicherheitslücken in Autosoftware suchen. Bei der im Juli vorgestellten Attacke auf einen Jeep Cherokee konnten sie über das Internet nicht nur Klimaanlage, Radio und Scheibenwischer steuern, sondern in die Steuerung des Fahrzeugs eingreifen und etwa das Gaspedal deaktivieren.

Der Jeep-Hersteller Fiat Chrysler musste daraufhin die Software in rund 1,4 Millionen Autos erneuern. Es war die erste bekannte Rückrufaktion in der Autoindustrie wegen der Gefahr eines Cyberangriffs.

Gesundheit

Kultur

Taylor Swift räumt bei MTV-Videopreisen ab

Taylor Swift ist die große Gewinnerin der MTV Video Awards 2015. Bei der Verleihung gestern Abend in Los Angeles gewann die 25-Jährige nicht nur die Preise als beste Künstlerin und für das beste Popvideo. Sie nahm auch den silbernen Mondmann in der Königskategorie „Bestes Video des Jahres“ nach Hause.

Einen Preis teilte sie sich zudem, denn Swift gewann mit Kendrick Lamar für das Video zu „Bad Blood“ auch den Preis für die beste Zusammenarbeit zweier Künstler.

Die beiden anderen Preise gewann die einstige Countrysängerin, die längst ein Popstar ist, für „Blank Space“. Swift war zehnmal nominiert, mehr als jeder andere. Es folgte Ed Sheeran mit sechs Nennungen, der sechsmal leer ausging.

Miley Cyrus mit viel Humor

Moderiert wurde der Abend von Miley Cyrus. Mit viel Humor und wenig Kostüm zog die 22-Jährige die Präsentation durch. Dabei nahm sie sich in Einspielfilmchen immer wieder selbst auf den Arm. Vor zwei Jahren hatten sie mit einem gewagten Auftritt an gleicher Stelle dem Wort „Twerking“ - das sexuell aufgeladene Präsentieren des Pos - zum Durchbruch verholfen.

Kayne West will US-Präsident werden

Kanye West bekam einen Preis außer Konkurrenz. Der „Michael Jackson Video Vanguard Award“ ist so etwas wie der Preis für das Lebenswerk. Der 38-Jährige hatte mit zwölf Minuten den mit Abstand längsten Auftritt von allen.

In seiner Dankesrede stammelte er vor sich hin und sprang von einem Thema zum anderen. Zuletzt sagte er: „Ihr ahnt es, ich habe mich entschieden: Ich werde im Jahr 2020 als Präsident der Vereinigten Staaten kandidieren.“ So ernst es klang, so unklar war auch, wie nachhaltig diese Ankündigung sein wird. Denn West hatte zuvor gesagt, dass er zur Entspannung „etwas geraucht“ habe.

Blues-Meister Van Morrison wird 70

Blues-Meister Van Morrison feiert heute seinen 70. Geburtstag. Der in Belfast (Nordirland) geborene Sänger ist seit fünf Jahrzehnten im Musikbusiness - und ausgerechnet von seinem größten Hit hält er wenig: „Für mich war das ein Wegwerfsong“, sagte der Nordire über „Brown Eyed Girl“, das 1967 am Beginn seiner Solokarriere stand. Die Plattenfirma habe dafür Werbung gemacht. „Ich habe etwa 300 andere Songs, die besser sind.“

Auf sein Debütalbum „Blowin’ Your Mind!“ folgte Platte auf Platte. Lang ist die Liste der Musikgrößen, mit denen er im Studio und auf der Bühne stand und steht - Ray Charles, Jim Morrison, Cliff Richard, John Lee Hooker und Tom Jones waren dabei, und bis heute immer wieder Georgie Fame.

Ein Meister des Duetts

Sein Talent, aus dem Zusammenspiel mit anderen etwas Einzigartiges zu schaffen, bewies Morrison auch auf seinem jüngsten Album „Duets“, das im Frühjahr erschien und auf dem er unter anderen mit Michael Buble, Mark Knopfler, Simply-Red-Frontmann Mick Hucknall und Joss Stone ältere Lieder aufarbeitet.

Berühmt-berüchtigt ist Morrison für seinen mürrischen Charakter. Wenn ihm die Stimmung nicht passt oder er sich anderweitig nicht gut fühlt, kürzt er Konzerte schon einmal ab oder spielt mit dem Rücken zum Publikum. Interviews vermeidet er, wo es nur geht, und viele Journalisten haben richtiggehend Angst vor einem Gespräch mit ihm. Fragen zu seinem Privatleben (er ist in zweiter Ehe verheiratet) sind generell tabu.

Science

Autor und Neurologe Oliver Sacks gestorben

Der britische Schriftsteller und Neurologe Oliver Sacks ist laut einem Bericht der „New York Times“ gestern im Alter von 82 Jahren in New York gestorben. Erst im Februar hatte der Autor in der „New York Times“ in einem Essay seine Krebserkrankung öffentlich gemacht. Sacks wurde mit seinen Erzählungen bekannt, in denen er neurologische Krankheitsbilder anschaulich und in teilweise humorvollem Stil darstellte. Bekannt waren Sacks’ Schaffen und seine unkonventionellen Methoden auch durch den Film „Awakenings“ („Zeit des Erwachens“), der auf Sacks’ gleichnamigem, zum Teil autobiografischem Buch beruhte.

Mehr dazu in Humorvoller und einfühlsamer Betrachter

Lifestyle

Getarnter Journalist bei Cruise-Film ertappt

Ein kolumbianischer Journalist ist als Statist getarnt im Filmset von Tom Cruise in Medellin entdeckt worden. Der US-Star von „Mission Impossible“ dreht zurzeit in Medellin Szenen des Films „Mena“ über einen US-Piloten, der in den 80er Jahren für Drogenzar Pablo Escobar Kokain in die USA schmuggelte.

Dem Sicherheitspersonal fiel auf, dass einer der Komparsen eine leicht unterschiedliche Uniform trug. Der Mann, der eine Kamera versteckt hielt, wurde als Reporter des Fernsehsenders RCN enttarnt und der Polizei übergeben, berichtete die Zeitung „El Espectador“ gestern (Ortszeit).

Die Staatsanwaltschaft sah jedoch keinen Anlass für Ermittlungen. RCN hatte bereits Bilder der von der Presse abgeschotteten Dreharbeiten ausgestrahlt, die mutmaßlich von dem als Statist verkleideten Journalisten aufgenommen worden waren. Tom Cruise spielt in „Mena“ unter der Regie von Doug Liman („Fair Game“) den Piloten Barry Seal, der als CIA-Informant das Medellin-Kartell unterwanderte. Der Thriller soll Anfang 2017 in den USA in die Kinos kommen.

Leute

Sängerin nach Aussagen zu Vergewaltigungen in der Kritik

US-Rocksängerin Chrissie Hynde (63) hat für Äußerungen über Vergewaltigungsopfer Widerspruch und Empörung geerntet. Die Frontfrau der Band The Pretenders („I’ll Stand by You“) sagte in einem Interview des britischen „Sunday Times Magazine“, dass Frauen manchmal selbst schuld seien, wenn sie vergewaltigt würden.

„Wenn ich in Unterwäsche herumlaufe und betrunken bin, wessen Schuld kann es sonst sein?“, meinte sie. Anlass der Bemerkung war eine Enthüllung in Hyndes neuer Autobiografie „Reckless“, wonach sie vor Jahren von einer Motorradgang zu sexuellen Handlungen gezwungen wurde.

„Wenn du keinen Vergewaltiger anlocken willst, dann trage keine hohen Absätze, mit denen du vor ihm nicht weglaufen kannst“, sagte Hynde weiter.

Daraufhin meldete sich Lucy Hastings, die Chefin der Organisation Victim Support zu Wort, die sich für Gewaltopfer einsetzt. „Opfer sexueller Gewalt sollten sich nie verantwortlich fühlen für die entsetzliche Tat, die sie erlitten haben“, sagte sie laut BBC. Bei Twitter lösten Hyndes Äußerungen zum Teil empörte Reaktionen aus.

„Scream“-Regisseur Wes Craven gestorben

Wes Craven, Regisseur von Horrorklassikern wie „Scream“ und „Nightmare - Mörderische Träume“ (A Nightmare on Elm Street), ist tot. Craven starb gestern in seinem Haus in Los Angeles, wie sein Management bestätigte. Craven wurde 76 Jahre alt. Er litt an Krebs.

Wes Craven

AP/Invision for Magnolia/Todd Williamson

Über Jahrzehnte hatte er Horrorfilme geschrieben und gedreht und dabei einige der bekanntesten Filme des Genres hervorgebracht. Seine letzte Arbeit war die auf seinen Filmen basierende Fernsehserie „Scream“, bei der er allerdings nur noch Produzent war.