Ausland

Irak: Offensive gegen IS in Tikrit gerät ins Stocken

Die Offensive der irakischen Streitkräfte auf die von Dschihadisten kontrollierte Stadt Tikrit ist schon am zweiten Tag ins Stocken geraten.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) setzte sich mit „Techniken der Stadtguerilla“, insbesondere durch den Einsatz von Heckenschützen und Sprengsätzen an Straßen zur Wehr, sagte ein irakischer Kommandeur heute der Nachrichtenagentur AFP. „Wir brauchen noch Zeit. Wir rücken mit Vorsicht vor.“

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30.000 Soldaten sollen Tikrit zurückerobern

Bagdad hatte gestern den Startschuss für die Offensive gegeben. 30.000 Soldaten sollen die sunnitische Metropole mit Unterstützung der Luftwaffe nach neun Monaten vom IS zurückerobern. Es ist der größte Militäreinsatz, seit die Dschihadisten im vergangenen Sommer Tikrit, Mossul und andere Städte und Gebiete im sunnitischen Kernland des Irak überrannten.

Nach Angaben des irakischen Offiziers rücken die Truppen aus drei Richtungen auf Tikrit vor. Eine Phalanx habe heute den Stadtrand von Dur südlich von Tikrit erreicht. Dort würden IS-Extremisten Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchen. Bei Dschila werde das Heer vor allem durch Sprengsätze aufgehalten, die in dem gesamten Gebiet versteckt worden seien, sagte der Kommandeur.

Unterdessen hat Australien die Entsendung von 300 weiteren Soldaten für den Kampf gegen den IS angekündigt. Sie würden sich gemeinsam mit 140 neuseeländischen Soldaten an der Ausbildung irakischer Truppen beteiligen, sagte Premierminister Tony Abbott.

Snowden möchte in USA zurückkehren

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden würde laut seinem russischen Anwalt Anatoli Kutscherena gerne in sein Heimatland zurückkehren. „Er hat große Lust zurückzukehren, und wir tun unser Mögliches, um das zu ermöglichen“, sagte Kutscherena heute bei einer Pressekonferenz in Moskau.

In Russland Zuflucht gefunden

Snowdens Anwälte seien dabei, „die rechtlichen Fragen“ für seine Rückkehr in die USA zu klären. Snowden hatte im Sommer 2013 nach der Enthüllung der geheimen Überwachung der Internet- und Telefonkommunikation durch die US-Geheimdienste Zuflucht in Russland gesucht.

Im vergangenen Sommer erhielt er eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung. Über das Leben des früheren Beraters des US-Geheimdienstes NSA in Moskau ist kaum etwas bekannt. Kutscherena sagte, Snowden „kauft ein, reist und besucht Museen“. In der Öffentlichkeit bewege er sich mit Leibwächtern.

Von den USA wird Snowden wegen Spionage und Diebstahls Tausender geheimer Dokumente gesucht. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu 30 Jahre Haft. Von vielen US-Politikern wird er wegen seiner Enthüllungen als „Verräter“ betrachtet.

Ukrainischer Außenminister fordert Rückgabe der Krim

Der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin macht die Rückgabe der von Russland annektierten Halbinsel Krim zur Voraussetzung für eine Normalisierung der Beziehungen beider Länder.

Die Ukraine müsse die volle Souveränität über die Halbinsel zurückerlangen, sagte Klimkin heute während eines Japan-Besuchs. Zudem sei eine vollständige Schließung der Grenze zu Russland nötig, um den bewaffneten Konflikt mit prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine endgültig beilegen zu können.

Seit Februar gilt eine Waffenruhe, die jedoch brüchig ist. Ukrainischen Armeekreisen zufolge wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden drei Regierungssoldaten getötet. Neun seien verletzt worden.

Einigung bei Gaslieferungen

Zumindest ihren Gaststreit konnten Russland und die Ukraine vorerst beigelegen. Nach fast fünfstündigen Verhandlungen unter Vermittlung der EU verständigten sich beide Länder gestern Abend auf eine Verlängerung der Gaslieferungen bis Ende März. Über die Zeit danach soll noch in diesem Monat erneut verhandelt werden.

Erdogan lässt Speisen auf Gift testen

Der umstrittene Palast des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Ankara ist um eine Facette reicher. Die Zeitung „Hürriyet“ meldete heute, im Palast werde ein Speziallabor eingerichtet, in dem alle Speisen und Getränke für das Staatsoberhaupt auf Giftstoffe geprüft würden. Damit sollten Anschläge auf den Präsidenten vereitelt werden, sagte Erdogans Leibarzt Cevdet Erdöl.

Erdogans Palast ist unter anderem wegen seiner hohen Kosten umstritten. Der Bau des auf einer Fläche von mehr als 200.000 Quadratmetern errichteten Gebäudes kostete den türkischen Steuerzahler rund eine halbe Milliarde Euro. Kritiker werfen Erdogan deshalb Prunksucht vor. Der Präsident spricht dagegen von einem Amtssitz, der für ein großes Land wie die Türkei angemessen sei.

Netanjahu hält umstrittene Rede vor US-Kongress

Trotz Kritik hält der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu heute eine Rede vor dem US-Kongress. Bei dem Auftritt auf Einladung der Republikaner will sich Netanjahu vor allem mit den laufenden Atomverhandlungen mit dem Iran befassen.

Affront gegen Obama?

Es wird damit gerechnet, dass Netanjahu die Abgeordneten und Senatoren aufrufen wird, ein Abkommen mit dem Iran zu blockieren. In Genf wird derzeit versucht, eine Lösung des seit Jahren anhaltenden Atomstreits zu erzielen.

Als Affront gegen US-Präsident Barack Obama will Netanjahu die Rede nicht verstanden wissen, auch wenn sie mit Obama nicht abgesprochen war. „Ich bin zutiefst dankbar für alles, was Obama getan hat: die Sicherheitszusammenarbeit, die Kooperation der Geheimdienste, die Unterstützung in der UNO und vieles mehr.“

Es gibt laut Netanjahu keine Krise in den US-israelischen Beziehungen. „Unsere Allianz ist intakt, unsere Freundschaft ist stark.“ Die Berichte über einen Niedergang des US-israelischen Verhältnisses seien „nicht nur voreilig, sondern falsch“.

Obama: „Iran-Atomprogramm muss zehn Jahre auf Eis liegen“

Eine Einigung im Atomstreit mit dem Iran muss laut US-Präsident Barack Obama sicherstellen, dass das Land die Arbeit an seinem Nuklearprogramm für mindestens zehn Jahre einfriert.

„Falls sich der Iran bereiterklärt, sein Atomprogramm für eine zweistellige Zahl von Jahren auf dem jetzigen Stand einzufrieren und in Teilen sogar zurückzudrehen, dann hätten wir die beste Sicherheit, dass sie keine Atombombe haben“, sagte Obama gestern in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters im Weißen Haus.

Obama skeptisch über Einigung im Sommer

Die Atomverhandlungen mit dem Iran stecken in ihrer entscheidenden Phase. Bis Ende März soll eine Rahmenvereinbarung erzielt werden, eine endgültige Regelung soll bis Ende Juni stehen. Obama sieht dem jedoch skeptisch entgegen. Es sei sehr fraglich, ob der Iran in die vom Westen geforderten rigorosen Inspektionen einwillige. Das gelte auch für die geringen Möglichkeiten der Anreicherung von Uran, zu denen sich der Iran verpflichten müsse.

Ziel der USA sei es, dafür zu sorgen, „dass mindestens ein Jahr zwischen dem Zeitpunkt liegt, wo wir bemerken, dass sie sich um eine Atombombe bemühen, und dem Zeitpunkt, zu dem sie tatsächlich imstande sind, sich eine zu verschaffen“, sagte Obama. „Sollte der Iran sich aber darauf einlassen, wäre es eine weit effektivere Kontrolle seines Atomprogramms, als sie durch jeglichen Militärschlag Israels oder Sanktionen erzielt werden könnte“, so der US-Präsident.

In der Schweiz findet diese Woche eine neue Runde der Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den USA, Deutschland, Russland, Großbritannien, Frankreich sowie China statt.

Neue Anklagen vor Völkermordtribunal in Kambodscha

Vor dem Völkermordtribunal in Kambodscha hat ein US-amerikanischer Untersuchungsrichter heute im Alleingang überraschend neue Anklagen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erhoben.

Er warf den Ex-Marinekommandanten Meas Muth und Im Chaem, die für brutale Säuberungen verantwortlich gemacht werden, unter anderem Mord, politische Verfolgung anderer und inhumane Akte vor.

Terrorherrschaft zwischen 1975 und 1979

Es geht um Verbrechen während der Terrorherrschaft der Roten Khmer, die zwischen 1975 und 1979 einen Bauernstaat errichten wollten. Mehr als 1,7 Millionen Menschen kamen damals um. Drei einstige Drahtzieher wurden bereits zu lebenslanger Haft verurteilt. Zwei von ihnen stehen zudem wegen weiterer Verbrechen vor Gericht.

An dem Hybridgericht unter UNO- und kambodschanischem Recht treten Ankläger und Untersuchungsrichter mit je einem internationalen und einem kambodschanischen Vertreter im Duo auf. Der kambodschanische Untersuchungsrichter trug die neue Anklage nicht mit.

Inland

Sport

Ski alpin: Fenninger genießt „jeden Schwung“

Seit Mitte Jänner hat Anna Fenninger 326 Punkte im Gesamtweltcup auf Tina Maze aufgeholt. Noch liegt die 25-jährige Salzburgerin ein wenig hinter der Slowenin. In die letzten Rennen geht Fenninger aber mit der Lockerheit und Zuversicht einer Seriensiegerin.

Die Freude am Skifahren war selten größer, die Erfolge das Resultat daraus. „Ich genieße jeden Schwung, so schnell es geht natürlich“, nennt Fenninger ihr Erfolgsrezept. Im Kampf mit Maze um die große Kristallkugel setzt sie wiederum auf die gewonnene Erfahrung aus der letzten Saison.

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Wirtschaft

Österreich begibt erstmals Anleihe mit Negativzins

Die Republik Österreich hat erstmals in ihrer Geschichte eine Bundesanleihe mit einer negativen Gesamtrendite begeben können.

Bei der heutigen Anleiheauktion erzielte eine im Oktober 2019 fällige Anleihe eine Durchschnittsrendite von minus 0,038 Prozent. „Die Auktion ist sehr gut gelaufen“, sagte die Chefin der Oesterreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), Martha Oberndorfer, zur APA. Das Papier sei fast dreimal überzeichnet gewesen.

„Wir profitieren vom ‚Quantative Easing‘ der EZB und der enormen Nachfrage nach Staatspapieren aufgrund von geopolitischen Unsicherheiten, dem Ukraine-Konflikt und der Griechenland-Problematik“, so Oberndorfer.

Auch die Aufstockung einer zweiten bis Oktober 2014 laufenden Bundesanleihe erzielte mit einer Durchschnittsrendite von 0,408 Prozent ein neues Rekordtief. Ebenfalls heute begebene Treasury-Bills mit einem Volumen von rund 100 Mio. Euro konnten ebenfalls mit deutlich negativen Zinsen verkauft werden.

Eine Milliarde frisches Kapital

Von der knapp fünfjährigen Emission wurden 550 Mio. Euro auf dem Kapitalmarkt begeben, weitere zehn Prozent behielt die OeBFA wie üblich in den eigenen Büchern. Der durchschnittliche Preis für die mit einem Kupon von 0,25 Prozent ausgestattete Anleihe betrug 101,33 Prozent.

Von der zehnjährigen Emission wurden 450 Mio. Euro verkauft. Insgesamt nahm die Republik 1,0 Mrd. Euro frisches Kapital auf dem Kapitalmarkt auf und legte 100 Mio. Euro auf die eigenen Bücher.

Preisschlacht bei Smartphones im Billigsegment

In der Smartphone-Branche sind Billighersteller auf dem Vormarsch, vor allem No-Name-Produzenten aus Asien mischen den Markt kräftig auf. Mit Smartphones unter 200 Euro machen sie den Branchengrößen das Leben zunehmend schwer. Marktführer Samsung dagegen verfolgt eine ganz andere Strategie und will mit qualitätsvollen Produkten die weltweite Vormachtstellung unter Beweis stellen. Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona, der weltweit bedeutendsten Mobilfunkmesse, bringt sich die Branche derzeit in Stellung.

Mehr dazu in Samsung spürt den Druck aus China

Chronik

Bundesheer entschärfte Fliegerbombe in Piran

Zwei österreichische Entminungsspezialisten des Bundesheeres waren heute an einer riskanten Unterwasserentschärfung einer 500 Kilo schweren Fliegerbombe in Slowenien beteiligt. Das Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg lag vor der Küste Pirans in 21 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund, berichtete das Bundesheer.

Der Sprengsatz wurde im Hafenbecken der Stadt, rund 20 Bootsminuten vom Ufer entfernt, unschädlich gemacht und dann aus dem Wasser gehoben. Slowenien hatte um Assistenz auf Basis eines bilateralen Abkommens von 1996 angesucht. Dieses sieht die gegenseitige Hilfeleistung bei Katastrophen oder deren Verhinderung vor.

Vulkan Villarrica im Süden Chiles ausgebrochen

Im Süden Chiles ist heute der Vulkan Villarrica ausgebrochen. Rund 3.000 Anrainer wurden nach dem Ausbruch am frühen Morgen in Sicherheit gebracht, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Die Schulen in den umliegenden Dörfern blieben geschlossen. Die Hauptstraßen rund um den Vulkan wurden aus Sorge vor Überschwemmungen durch einen Anstieg der Wasserpegel in mehreren Flüssen der Umgebung gesperrt.

Präsidentin Michelle Bachelet rief die Anwohner zur Ruhe auf. Fernsehbilder zeigten, wie der Vulkan Lava aus dem Krater spie. Einige Stunden später schien sich der Vulkan wieder beruhigt zu haben. Der 2.800 Meter hohe Villarrica zählt zu den aktivsten Vulkanen in Südamerika. Er liegt 800 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile.

„Vorsichtiger Optimismus“ bei Suche nach MH370

Die Suche nach dem Wrack der seit fast einem Jahr spurlos verschwundenen Boeing von Flug MH370 wird nach Einschätzung der Suchexperten Erfolg haben. „Wir sind vorsichtig optimistisch“, sagte Scott Mashford von der Koordinationsstelle für die Suche (JACC) in der australischen Hauptstadt Canberra: „Das Gebiet und der Umfang dieser Suche sind zwar gewaltig, aber wir halten daran fest, dieses Flugzeug zu finden.“

Der Malaysia-Airlines-Flug MH370 war mit 239 Menschen an Bord am 8. März des Vorjahres auf dem Weg von Kuala Lumpur in Malaysia nach Peking spurlos vom Radar verschwunden. Die Maschine flog nach dem letzten Kontakt noch rund sieben Stunden Richtung Süden. Nach der Auswertung von Satellitendaten liegt die Absturzstelle 2.000 Kilometer westlich der australischen Stadt Perth im Indischen Ozean.

Im Gebiet der vermuteten Absturzstelle wird seit Monaten mit ferngesteuerten Unterwasservehikeln gesucht. Auch am Sonntag, dem Jahrestag des Verschwindens, geht die Suche weiter. Die Operation in dem zunächst 60.000 Quadratkilometer großen Areal soll bis Mai dauern. „Wenn bis dahin keine Wrackteile gefunden werden, werden die Regierungen von Australien, Malaysia und China über die nächsten Schritte entscheiden“, sagte Mashford.

Religion

IT

Kind wichtiger als Handy: Plakate mahnen deutsche Eltern

Unter dem Motto „Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind“ sollen Eltern in der deutschen Metropole Frankfurt dazu gebracht werden, über die Handynutzung und deren Folgen für ihre Kinder nachzudenken. Rund 300 Plakate in U-Bahn-Stationen und an Litfaßsäulen machen bis zum 13. März auf das Thema aufmerksam.

„Wenn Papa und Mama ständig das Handy am Ohr haben oder über das Smartphone wischen, dann kann das bei den Kindern das Gefühl auslösen, weniger wichtig zu sein als dieses Gerät“, sagte Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) heute bei der Vorstellung der Plakataktion. Außerdem lernten die Heranwachsenden dieses Kommunikationsverhalten.

„Vielen Eltern ist es vielleicht nicht bewusst, dass sie ihr Kind indirekt zurückweisen“, sagte Birkenfeld. Mütter und Väter sollten auch im eigenen Interesse das Smartphone hin und wieder beiseitelegen, dem Kind in die Augen schauen und mit ihm sprechen. „Kleine Kinder brauchen die Sicherheit, dass die Eltern für sie da sind.“

Kultur

Medien

„The Team“ freigetwittert: 25.000 Tweets erreicht

Ab sofort ist das Staffelfinale von „The Team“ online auf der Videoplattform Flimmit verfügbar. 25.000 Tweets auf dem Mikroblogging-Dienst Twitter waren notwendig, dass die achte Folge vorab freigeschaltet wurde.

Das europäische Serienhighlight ist seit 22. Februar in der Originalversion mit deutschen Untertiteln online zu sehen. Ab Donnerstag feiert die achtteilige Serie in ORF eins ihre österreichische TV-Premiere.

In der Miniserie „The Team“ bilden Lars Mikkelsen („Sherlock“), Veerle Baetens („The White Queen“) und Jasmin Gerat („Kokowääh“) ein „Joint Investigation Team“, das sich auf die Spur eines Serienmörders begibt. In weiteren Rollen spielen die Österreicher Nicholas Ofczarek und Miriam Stein.

„The Team“ ist eine internationale Koproduktion von Network Movie, Superfilm, Nordisk Film und Lumiere mit Beteiligung von ZDF, ORF, DR, SVT, VTM, Arte und SF, gefördert vom Fernsehfonds Austria und dem Land Salzburg.

Mehr dazu in Das Böse lauert im Whirlpool

Gesundheit

Pakistan: UNICEF-Impfstoff im Millionenwert vergeudet

Wegen der Vergeudung von Impfstoffen für Kinder im Wert von 3,7 Millionen Dollar (3,3 Mio. Euro) sind zwei Vertreter der Gesundheitsbehörden in Pakistan gefeuert worden. Die beiden Beamten seien wegen Fahrlässigkeit ihrer Ämter enthoben worden, sagte der Leiter des Impfprogramms, Saqlain Ahmad Gilani, heute.

Die Impfstoffe, die Kinder gegen fünf Krankheiten immunisieren sollten, stammten vom Kinderhilfswerk UNICEF. Sie wurden jedoch bei zu hohen Temperaturen gelagert und deswegen unbrauchbar.

Strengere Kontrollen

„Es scheint, als habe jemand den Generator für die Kühlung ausgeschaltet, um Treibstoff zu sparen“, sagte Gesundheitsstaatssekretärin Saira Afzal Tarar. Als Folge des Vorfalls würden Impfprogramme künftig strenger kontrolliert.

Kinderimpfungen sind in Pakistan eine enorme Herausforderung, vor allem die Kinderlähmung grassiert in dem Land. Immer wieder werden medizinische Helfer angegriffen, weil islamistische Geistliche Impfungen als antiislamisch verurteilen. Im Nordwesten des Landes nahm die Polizei gestern mehr als 450 Eltern vorübergehend fest, weil sie sich weigerten, ihre Kinder impfen zu lassen.

Science