Ausland

Minister in Simbabwe müssen Vermögen offenlegen

In Simbabwe müssen Minister, Staatssekretäre und leitende Beamte ab März ihr Vermögen gegenüber der Regierung offenlegen. Die Anordnung von Präsident Emmerson Mnangagwa diene der Transparenz und dem Kampf gegen Korruption, erklärte heute ein ranghoher Mitarbeiter des Staatschefs.

Der Präsident werde sich bald auch zu der Frage äußern, ob die Angaben zu den Vermögenswerten der Minister auch öffentlich gemacht würden, sagte der Mitarbeiter.

Mnangagwa ist seit Ende November Staatschef, nachdem Langzeitpräsident Robert Mugabe (93) nach 37 Jahren an der Macht durch einen Militärputsch zum Rücktritt genötigt wurde. Unter Mugabe sollen sich Minister und Parteifreunde teils in großem Maß bereichert haben. Mnangagwa (75), der viele Jahre Mugabes rechte Hand war, will die Korruption in dem Land im südlichen Afrika bekämpfen. Noch im ersten Halbjahr soll in Simbabwe ein neuer Präsident gewählt werden.

Venezuela will Präsidentenwahl vorziehen

Die für Dezember geplante Präsidentschaftswahl im krisengeschüttelten Venezuela soll bereits bis spätestens April stattfinden. Das schlug der Vizechef der Sozialistischen Partei (PSUV), Diosdado Cabello, heute der neuen verfassungsgebenden Versammlung vor.

Obwohl immer mehr Menschen im Land mit den größten Ölreserven Hunger leiden, hat Präsident Nicolas Maduro gute Chancen, zu gewinnen. Denn um in den Genuss stark subventionierter Lebensmittelpakete zu kommen (mit Öl, Reis, Thunfisch, Milchpulver und Mehl), muss man ein „Carnet de la Patria“ beantragen und erklären, die Regierung zu unterstützen.

Führende Oppositionspolitiker sitzen im Gefängnis, stehen unter Arrest oder sind geflohen, der bei der letzten Wahl nur knapp gegen Maduro unterlegene Henrique Capriles wurde von einer Kandidatur ausgeschlossen. Zuletzt hatte sich die Inflation, die höchste der Welt, rasant beschleunigt. Seit Jahresanfang nahmen auch die Plünderungen angesichts kaum noch zu bezahlender Lebensmittel stark zu.

US-Justizminister von Sonderermittler einvernommen

US-Justizminister Jeff Sessions ist vom Team des Sonderermittlers Robert Mueller befragt worden. Mueller untersucht die Verbindungen des Wahlkampfteams von Präsident Donald Trump mit russischen Stellen.

Keine Angaben zu Inhalten

Die Anhörung habe vergangene Woche stattgefunden, sagte ein Sprecher des Justizministeriums heute. Angaben zu den Inhalten wollte das Ministerium nicht machen. Damit wurde erstmals die Befragung eines Ministers aus dem Kabinett Trumps durch Mueller bekannt.

Der Justizminister hatte sich im März vergangenen Jahres selbst aus den Ermittlungen zu den Russland-Verbindungen Trumps herausgezogen, als bekanntgeworden war, dass er über mehrfache Treffen mit dem russischen Botschafter 2016 nicht berichtet hatte. Daraufhin wurde im Mai 2017 Mueller zum Sonderermittler ernannt.

Sessions leitete außenpolitisches Team

Sessions leitete im Wahlkampf Trumps außenpolitisches Team und traf sich in dieser Zeit dreimal mit dem russischen Botschafter. Eines der Mitglieder des Teams war George Papadopoulos, der damals nach eigenen Angaben versuchte, mittels Russland-Kontakten an belastendes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton zu gelangen.

Papadopoulos ist einer von vier früheren Trump-Beratern, gegen die bisher aufgrund der Mueller-Ermittlungen Anklage erhoben wurde. Er hat sich schuldig bekannt, Falschaussagen gegenüber der Bundespolizei FBI gemacht zu haben, und kooperiert mit den Ermittlern.

Türkei droht mit Ausweitung von Militäroffensive

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat eine Ausweitung der Militäroperation in Nordwestsyrien auf weitere kurdisch kontrollierte Gebiete angedroht. Die mit den USA verbündete kurdische Miliz YPG in der ostsyrischen Region Manbidsch feuere „ständig Störfeuer“ ab, sagte Cavusoglu der Zeitung „Habertürk“ heute. „Wenn die USA das nicht stoppen können, werden wir das stoppen.“

Cavusoglu bezeichnete die YPG als „Terroristen“. Die USA sind mit der YPG im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien verbündet und hatten zuletzt Ausbilder in der Region Manbidsch. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte schon Anfang Jänner angekündigt, dass die Türkei zunächst gegen die nordwestsyrische kurdische Enklave Afrin und dann gegen Manbidsch vorgehen werde.

Unterdessen wurde ein weiterer türkischer Soldat in der am Samstag begonnenen Offensive „Olivenzweig“ getötet. Cavusoglu teilte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit, es handle sich um einen Oberleutnant. Schon am Montagabend war ein türkischer Soldat getötet worden.

Rumäniens Verfassungsgericht kippt Teile der Justizreform

Rumäniens Verfassungsgericht hat einen Teil der umstrittenen Justizreformpläne gekippt und eine Entscheidung zu weiteren Klagepunkten hierzu auf den 30. Jänner verschoben. Wie Gerichtspräsident Valer Dorneanu heute mitteilte, betreffen die jetzt vom Gericht als verfassungswidrig beanstandeten Punkte die Organisation des Justizwesens.

Dorneanu versprach für später genauere Erläuterungen. Die Mehrheit der Mitglieder des Verfassungsgerichts, darunter Dorneanu, gelten als regierungsfreundlich.

Die Gesetze sind noch nicht in Kraft, weil Staatspräsident Klaus Iohannis, der der bürgerlichen Opposition nahesteht, sie noch nicht gegengezeichnet hat. Iohannis kann das hinauszögern und die Gesetze dem Parlament zur Neuberatung zurückschicken. Die laufenden Verfassungsklagen bieten ihm dafür zusätzliche Rückendeckung.

Kritiker monieren Einschränkung der Justiz

Kritiker werfen den regierenden Sozialdemokraten (PSD) und Liberalen (ALDE) vor, mit dem im Dezember 2017 vom Parlament beschlossenen Justizpaket die Freiheit der Staatsanwälte einschränken zu wollen. Die Regierungskoalition will nach Meinung der Kritiker die Justiz schwächen und das Strafrecht mildern, um damit korrupten Politikern zu helfen.

Betroffen ist unter anderem der PSD-Vorsitzende Liviu Dragnea, gegen den zwei Verfahren wegen mutmaßlicher Korruption laufen. Dragnea ist zudem vorbestraft, darf deswegen nicht selbst regieren, will aber die Regierung kontrollieren.

Hoher Verschleiß an Regierungschefs

Am 29. Jänner wollen PSD und ALDE ihre dritte Regierungschefin seit ihrem Wahlsieg vom Dezember 2016 im Parlament durchsetzen: Die EU-Parlamentarierin Viorica Dancila (PSD) wurde auf Vorschlag der PSD zur Ministerpräsidentin nominiert.

Ihre Vorgänger Sorin Grindeanu (4. Jänner bis Ende 21. Juni 2017) und Mihai Tudose (29. Juni 2017 bis 16. Jänner 2018) hatten sich mit Dragnea wegen des Justizthemas zerstritten. Dancila gilt als Mitstreiterin Dragneas.

„Brexit“: Künftig weniger Abgeordnete im EU-Parlament

Monatelang haben Abgeordnete in einem Ausschuss des EU-Parlaments über die neue Anzahl der Sitze nach dem Ausscheiden der britischen Abgeordneten gestritten. Immerhin ging es um 73 Sitze, die unmittelbar nach dem „Brexit“ auf einen Schlag unbesetzt sind.

46 Parlamentarier weniger

Der zuständige Ausschuss für konstitutionelle Fragen beschloss heute mit einer Mehrheit von 21 zu vier Stimmen eine Reduktion der Sitze - die Zahl der Parlamentarier sinkt damit entsprechend von 751 auf 705. 46 britische Mandatare werden nicht ersetzt, die verbleibenden 27 sollen neu zusammengesetzt werden - Österreich macht sich deshalb Hoffnung auf einen weiteren Sitz. Insgesamt soll auf 14 EU-Länder verteilt werden, die heute gemessen an der Bevölkerung zu wenige Abgeordnete haben.

Künftig werde man die Sitze „gerechter und entsprechend der Bevölkerungsentwicklung in den Mitgliedsstaaten“ verteilten, so ÖVP-Delegationsleiter Othmar Karas per Aussendung mit. Österreich erhalte damit ab 2019 ein Mandat mehr, so Karas. Durch EU-Beitritte - etwa jenen Kroatiens – war es zu Verschiebungen gekommen.

Transnationale Listen sollen kommen

Auch mit den übrigen 46 bisher britischen Sitzen haben die Abgeordneten Pläne: Sie könnten für künftige Beitrittsländer und für transnationale Listen reserviert werden. Für diese Listen mit Kandidaten unterschiedlicher Länder könnten Bürger in ganz Europa stimmen. Erstmals würde also das Prinzip durchbrochen, dass jedes Land bei der Europawahl nur eigene Abgeordnete bestimmt.

Die Fraktion der Grünen erklärte, dass 27 frei werdende Sitze entsprechend der nun beschlossenen Vorlage an länderübergreifende Listen zu vergeben seien - gemäß den nach dem „Brexit“ 27 verbleibenden Staaten in der EU. „Transnationale Listen ermöglichen Europawahlen, die ihren Namen wirklich verdienen“, so Sven Giegold, Mitglied im Ausschuss für konstitutionelle Fragen, in einer Aussendung.

Paris verhängt Sanktionen wegen Chemiewaffen in Syrien

Nach einer Serie mutmaßlicher Chemiewaffenangriffe in Syrien hat Frankreich Sanktionen gegen 25 Unternehmen und Verantwortliche verhängt. Sie sollen „das syrische Programm zur Entwicklung und Herstellung von Chemiewaffen unterstützt“ haben, wie aus Regierungserlassen hervorgeht, die heute im Amtsblatt veröffentlicht wurden. Das Vermögen der Betroffenen in Frankreich wird eingefroren.

Elektronik und Aufklärungssysteme

Zu den Unternehmen gehören Firmen aus Syrien, dem Libanon und Frankreich. Sie sollen unter anderem Elektronik und Aufklärungssysteme nach Syrien geliefert haben. Politische Verantwortliche aus Syrien sind nach Angaben des französischen Außenministeriums von den Sanktionen nicht betroffen. Gegen sie gebe es keine ausreichenden Belege für eine Beteiligung an dem Chemiewaffenprogramm, hieß es aus dem Außenministerium.

Nach französischer Zählung hat es im Zeitraum 2012 bis 2017 mindestens 130 Giftgasangriffe in Syrien gegeben. Vier davon gehen nach Einschätzung der UNO und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) auf das Konto der syrischen Regierung. Die Fortsetzung der Untersuchungen hatte Russland im November zweimal mit seinem Veto im UNO-Sicherheitsrat verhindert.

Konferenz zur Ächtung von Chemiewaffen

In Paris findet heute eine internationale Konferenz zur Ächtung von Chemiewaffen statt. Sie wird gemeinsam von US-Außenminister Rex Tillerson und dem französischen Ressortchef Jean-Yves Le Drian geleitet.

Inland

Kurz und Strache verteidigen geplante Deutschförderklassen

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) haben heute die geplanten Deutschförderklassen gegen Kritik verteidigt.

„Ghettoisierung findet meiner Meinung nach vor allem dann statt, wenn jemand die deutsche Sprache nicht spricht, keinen Bildungsabschluss macht und keine Chance am Arbeitsmarkt hat. Insofern ist das Modell der Deutschförderklassen ein gutes“, sagte Kurz bei beim Besuch einer Grazer Volksschule, an der auch ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann und der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) teilnahmen.

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Sport

Olympia: Graz/Schladming wollen Spiele 2026

Die steirischen Städte Graz und Schladming wollen sich als Initiative „Austria 2026“ für die Olympischen Winterspiele 2026 bewerben. Doch die Zeit drängt. Die Bewerbung muss bis Ende März in Form eines „Letter of Intent“ an das Internationale Olympische Komitee (IOC) angemeldet werden.

Punkten wollen Graz und Schladming mit niedrigen Kosten. „Wir sagen Nein zu Gigantomanie ohne nachhaltige Nutzung“, sagte Schladmings Bürgermeister Jürgen Winter heute. Gesetzt wird auf großteils vorhandene Infrastruktur, unter anderem auch in Bayern.

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Australian Open: Nadal muss gegen Cilic aufgeben

Nach fast vier Stunden Spielzeit hat Rafael Nadal heute im Viertelfinale der Australian Open gegen Marin Cilic aufgeben müssen. Die Nummer eins der Welt aus Spanien und der als Nummer sechs gesetzte Kroate hatten sich einen hochklassigen Kampf geliefert, ehe Nadal ab dem vierten Satz von einer Verletzung geplagt wurde und im Entscheidungssatz schließlich das Handtuch werfen musste. Cilic trifft im Semifinale auf Sensationsmann Kyle Edmund, der die Nummer drei Grigor Dimitrow eliminiert hatte.

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Ski alpin: ÖSV-Damen weiter ohne RTL-Podest

Die Österreicherinnen kommen im Riesentorlauf nicht in Schwung. Beim Weltcup auf dem Kronplatz in Italien gab es heute die nächste Enttäuschung. Stephanie Brunner kam als beste und einzige der ÖSV-Damen mit einem Rückstand von weniger als drei Sekunden ins Ziel.

Seit nunmehr 16 Rennen warten die Österreicherinnen im Riesentorlauf auf einen Podestplatz. Grund zum Jubeln hatte Viktoria Rebensburg, die in Südtirol ihren dritten Saisonsieg einfuhr.

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ZIB2

Niki Lauda zu Airline-Kauf und Plänen

Niki Lauda kauft die insolvente Fluglinie Niki, die er einst selbst gegründet hat. Lauda ist Gast in der ZIB2.

Wo die Lawinengefahr noch hoch ist

In Südtirol musste ein Hotel evakuiert werden. Gast in der ZIB2 ist Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol.

US-Präsident Trump heizt den Handelsstreit an

Hohe Einfuhrzölle auf Solarpaneele und Waschmaschinen erzürnen China und Südkorea.

Wer bei den 90. Oscars groß im Rennen ist

Das Fantasymärchen „The Shape of Water“ kommt auf 13 Nominierungen. „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist heimlicher Favorit.

ZIB2 mit Tarek Leitner, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Car2Go und DriveNow sollen fusioniert werden

Die Autobauer Daimler und BMW wollen einem Bericht zufolge ihre Carsharing-Dienste zusammenlegen. Die Verhandlungen seien auf der Zielgeraden, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe) berichtete. Die Sprecher der beiden Dienste wollten den Bericht nicht kommentieren.

Der „FAZ“ zufolge sollen die Marken DriveNow und Car2Go erhalten bleiben, die Technik im Hintergrund allerdings fusioniert werden. Außerdem solle eine gemeinsame Internetplattform die Dienste für die Kunden bündeln.

Bei beiden Diensten können die Kunden Fahrzeuge per Smartphone-App mieten und überall in Städten abstellen. Beide Dienste sind auch in Wien aktiv.

Starkes Wachstum im vergangenen Jahr

Car2Go, das vor drei Jahren von Daimler gegründet wurde, konnte seine Kundenzahl nach eigenen Angaben vergangenes Jahr um 30 Prozent auf knapp drei Millionen Kunden weltweit steigern.

DriveNow, das wiederum ein Gemeinschaftsunternehmen des Autovermieters Sixt und von BMW ist, zählte zum Jahreswechsel knapp über eine Million Kunden europaweit. Das seien 25 Prozent mehr als vor einem Jahr. Über Fusionsverhandlungen der beiden Dienste gab es im vergangenen Jahr immer wieder Berichte.

Weltwirtschaftsforum startet mit Warnung vor Abschottung

Mit Warnungen vor der zunehmenden Abschottung einzelner Staaten hat in Davos in der Schweiz das Weltwirtschaftsforum (WEF) begonnen. „Die Kräfte des Protektionismus erheben ihre Köpfe gegen die Globalisierung“, sagte Indiens Regierungschef Narendra Modi heute in seiner Eröffnungsrede. Er verwies auf neue Zölle sowie stockende Verhandlungen bei internationalen Handelsverträgen.

Modi stellte sich damit deutlich gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump, dessen Regierung erst zu Wochenbeginn neue Strafzölle auf Waschmaschinen und Solarpaneele bekanntgegeben hatte.

Der Schweizer Präsident Alain Berset sagte: „Misstrauen vor Multilateralität und Freihandel verstärkt bestehende Klüfte und vertieft sie noch.“ Wer sich vor Zusammenarbeit fürchte, ziehe sich aus der Welt zurück, so Berset. „Furcht ist kein Treibstoff für Innovationen.“

Rede Trumps am Freitag

Trump wird am Donnerstag in Davos erwartet. Seine Rede ist zum Abschluss der viertägigen Tagung am Freitag geplant. Gerätselt wird in Davos, was Trumps genaue Botschaft sein wird. Das Weltwirtschaftsforum selbst hat sich den weltweiten Freihandel auf die Fahnen geschrieben.

Insgesamt diskutieren in dem Schweizer Alpenort mehr als 3.000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unter dem Motto „Für eine gemeinsame Zukunft in einer zerrissenen Welt“.

Modi kritisiert mangelnden Willen im Kampf gegen Klimawandel

Modi nannte außer wachsendem Protektionismus und internationalem Terrorismus den mangelnden Willen im Kampf gegen den Klimawandel als größte Gefahr heutzutage: „Wir haben die Natur ausgenutzt.“

Zwar sprächen alle davon, den Ausstoß schädlicher Emissionen zu senken. Aber nur wenige Regierungen seien wirklich willens, klimafreundliche Technologien mit Schwellen- und Entwicklungsländern zu teilen. Damit distanzierte sich Modi auch bei diesem Thema von Trump, der etwa aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen will.

Blackstone-Chef lobt Trump

Unterstützung für den Kurs des US-Präsidenten kam indes vom einflussreichen Chef der US-Investmentgesellschaft Blackstone, Steven Schwarzman. Das mache die Vereinigten Staaten wettbewerbsfähiger.

„Die USA sind der ‚place to be‘ in der entwickelten Welt“, sagte Schwarzman. Er erwarte, dass viele Konzerne nun im Land investierten. Trump hatte die Unternehmenssteuer von 35 auf 21 Prozent gesenkt.

Milliardendeal: Bacardi schluckt Tequilahersteller Patron

Der Spirituosenhersteller Bacardi übernimmt in einem Milliardendeal den Tequilaproduzenten Patron Spirits. Der erste große Zukauf des neuen Chefs Mahesh Madhavan bewertet den Tequilaanbieter mit 5,1 Mrd. Dollar (rund 4,2 Mrd. Euro).

Der auf den Bermudas ansässige Bacardi-Konzern besitzt mittlerweile rund 200 Marken, darunter den Gin Bombay Sapphire und den Wodka Grey Goose. Seit 2008 hielt das vor allem für seinen Rum bekannte Unternehmen bereits einen Minderheitsanteil an Patron.

Tequilaumsätze ziehen an

Während dem Marktforschungsinstitut IWSR zufolge der Gesamtmarkt für alkoholische Getränke 2016 leicht rückläufig war, zogen die weltweiten Tequilaumsätze um mehr als fünf Prozent an. Im Sommer hatte sich der britische Branchenprimus Diageo für bis zu eine Milliarde Dollar die von US-Schauspieler George Clooney mitgegründete Tequilamarke Casamigos einverleibt.

Scharfe Kritik aus Asien an US-Strafzöllen

US-Präsident Donald Trump hat seine „Amerika first“-Agenda mit neuen Handelsschranken gegen angebliche Billigimporte aus dem Ausland unterstrichen und erhebliche Einfuhrzölle auf Waschmaschinen und Solarmodule angekündigt. China und Südkorea reagierten mit scharfer Kritik - die Zölle seien „übertrieben“ und stellten womöglich eine Verletzung von Vorschriften der Welthandelsorganisation (WTO) dar.

Mehr dazu in Trump setzt Wahlkampfversprechen um

Chronik

Vorarlberger Orte wieder alle erreichbar

Seit heute Abend sind alle Orte in Vorarlberg, die zuletzt von der Außenwelt abgeschnitten waren, wieder auf dem Straßenweg erreichbar. Die Arlbergbahnstrecke blieb weiterhin gesperrt.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at und tirol.ORF.at

Die Lawinensituation in weiten Teilen Österreichs entspannt sich unterdessen nur langsam. In der Obersteiermark sind Lawinensprengungen geplant, um zu verhindern, dass sich Lawinen selbstständig lösen und Straßen verschütten.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Zwei Tote nach Schüssen an High School in Kentucky

Ein 15-Jähriger hat an einer Schule in Kentucky in den USA einen Jugendlichen und ein Mädchen erschossen. Beide Opfer sind ebenfalls 15 Jahre alt, sagte Matt Bevin, Gouverneur des US-Bundesstaates, bei einer Pressekonferenz. 19 weitere Personen wurden bei dem Verbrechen im Gebäude der Marshall County High School verletzt. 14 von ihnen erlitten Schusswunden.

Der Schütze wird sich des Mordes und des versuchten Mordes verantworten müssen, führte Bevin weiter aus. Über das Motiv des Täters wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Mindestens drei Schüler seien mit Hubschraubern ins Krankenhaus gebracht worden, berichtete der Lokalsender Fox17. Der Schütze, ein Schüler, ist von einem Polizisten festgenommen worden, teilte die Kentucky State Police auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.

U-Boot-Bauer soll Journalistin vor Mord misshandelt haben

Der dänische Erfinder Peter Madsen hat die Journalistin Kim Wall nach Ansicht der Staatsanwaltschaft misshandelt und gefoltert, bevor er sie an Bord seines U-Bootes ermordete. Das geht aus der Anklageschrift hervor, die heute in Kopenhagen komplett veröffentlicht wurde. In der vergangenen Woche hatten die Ermittler mitgeteilt, der Mord sei geplant und vorbereitet gewesen.

In der Anklage führen sie das weiter aus: Der 47 Jahre alte Madsen habe unterschiedliches Werkzeug mit an Bord des U-Bootes genommen, darunter eine Säge, Messer und spitze Schraubenzieher. Er habe die 30-jährige Schwedin an Kopf, Armen und Beinen gefesselt, sie geschlagen, auf ihren Unterleib eingestochen und sie dann getötet, schreiben die Ermittler.

Die Investigativjournalistin war am 10. August 2017 für eine Recherche mit Madsen an Bord der „Nautilus“ gegangen. Später fand man ihre zerstückelte Leiche im Meer.

Erfinder bestreitet weiter Mord

Madsen bestreitet weiter, Wall ermordet zu haben. Auch Missbrauch weist er zurück. Der 47-Jährige spricht von einem Unfall an Bord des U-Bootes, hat aber inzwischen zugegeben, die Leiche danach zersägt und über Bord geworfen zu haben. Die Staatsanwaltschaft ist aber davon überzeugt, dass es Mord war.

Wie genau Madsen Wall umgebracht haben soll, konnten die Staatsanwälte noch nicht sagen. Möglicherweise habe er sie erdrosselt oder ihr die Kehle durchgeschnitten. Die Staatsanwaltschaft verlangt lebenslange Haft oder Sicherungsverwahrung. Sie stuft Madsen als gefährlich ein. Der Prozess beginnt am 8. März in Kopenhagen. Ein Urteil wird für den 25. April erwartet.

Japan: Vulkan und Lawine verletzen Skifahrer

Während in Österreich viele Skigebiete weiter mit den Schneemassen kämpfen, ist es in Japan zu einem ebenso tragischen wie ungewöhnlichen Zusammentreffen von Naturgewalten gekommen: Ein Vulkan stieß Asche und Gesteinsbrocken aus - und fast gleichzeitig wurde in unmittelbarer Nähe eine Lawine ausgelöst. 17 Menschen wurden vom Gesteinshagel und der Lawine verletzt, ein Soldat wurde getötet. Andere Skifahrer konnten sich vor dem Steinhagel in eine Hütte retten.

Mehr dazu in Vulkangestein trifft Seilbahn

IT

Intel warnt vor eigenem Sicherheitsupdate

Nach dem Bekanntwerden zweier Sicherheitslücken bei praktisch allen Prozessoren des Chipherstellers Intel hat der US-Konzern jetzt einen Rückschlag bei der Problembehebung erlitten. Wie das Unternehmen in der Nacht auf heute bestätigte, sorgt die eigene Sicherheitsaktualisierung für häufige Abstürze. Betroffen sind diesmal jedoch nicht alle Anwender, Aktualisierungen für das Betriebssystem sollten - schon allein aufgrund der Schwere der Schwachstelle - weiterhin installiert werden. Der zuletzt stark unter Druck geratene Chiphersteller arbeitet mittlerweile an einem Update für das Update.

Mehr dazu in Betriebssystem nicht betroffen

Videos von „Waschmittelmutprobe“ sollen gelöscht werden

Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (P&G) will Videos aus dem Internet löschen lassen, in denen Jugendliche Waschmittelkapseln zerbeißen. Dafür arbeite P&G mit Sozialen Netzwerken zusammen, erklärte Finanzdirektor Jon Moeller heute. Jugendliche betrachten es derzeit als eine Art Mutprobe, vor laufender Kamera eine Waschmittelkapsel der Marke Tide von P&G in den Mund zu stecken und zu zerbeißen.

Videos verbreiten sich in Sozialen Netzen

Videos davon verbreiteten sich in den vergangenen Wochen in Sozialen Netzwerken. Seit Jahresbeginn wurden in Notaufnahmen in den USA nach Angaben des Verbands der Giftnotrufzentralen 86 "absichtliche Kontakte" von Jugendlichen mit dem Waschmittel festgestellt.

„Wir können nicht oft genug sagen, wie gefährlich das für die Gesundheit ist“, warnte der Verband. Der Waschmittelverzehr könne zu Anfällen, Lungenödemen, Atemstillstand, Koma und sogar zum Tod führen.

P&G-Finanzdirektor Moeller sagte, der Konzern habe bereits strenge Sicherheitsvorkehrungen und „klare“ Warnhinweise auf den Waschmittelpackungen. „Absichtlichen Missbrauch“, der durch „schlechtes Urteilsvermögen und den Wunsch nach Beliebtheit unter Gleichaltrigen“ befeuert werde, könne das aber nicht verhindern.

Facebook: 10.000 neue Jobs für Kampf gegen Hetze

Facebook verspricht weitere Anstrengungen gegen Hass und Hetze im Netz und will dafür dieses Jahr zusätzlich 10.000 Mitarbeiter einstellen. „Wir haben noch nicht genug getan, um den Missbrauch unserer Technologie zu stoppen“, sagte Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg heute in Brüssel.

Terror und Gewalt hätten auf Facebook keinen Platz. Schon heute arbeiteten 10.000 Beschäftigte daran, Schutz und Sicherheit zu verbessern. Bis zum Jahresende solle sich die Zahl verdoppeln, sagte Sandberg. Ziel sei, hasserfüllte Inhalte zu löschen. Alle Nutzer sollten sich sicher fühlen.

„Ist kompliziert“

„Aber das ist kompliziert, weil es keine allgemeingültige Definition von Hassinhalten gibt“, sagte Sandberg. Man folge der wissenschaftlichen Debatte und lösche eine Menge Inhalte. „Aber wir können immer noch besser werden“, sagte sie. Man orientiere sich an europäischen Vorgaben einschließlich Leitlinien für den Umgang mit Hassinhalten.

Hintergrund ist auch der Streit über gesetzliche Vorgaben zum Löschen von Inhalten durch das Netzwerkdurchsetzungsgesetz in Deutschland. Facebook-Politikchef Elliot Schräge hatte erst gestern seine Kritik an dem Gesetz bekräftigt. Die Europäische Union setzt bisher auf Kooperation mit den Internetkonzernen statt auf Vorschriften.

Science

Kaiserschnitt: Weniger Inkontinenz, mehr Fehlgeburten

Rund 25.000 Kinder kommen in Österreich jährlich durch einen Kaiserschnitt auf die Welt, das ist knapp ein Drittel aller Entbindungen. Eine internationale Studie hat nun die langfristigen Vor- und Nachteile eines Kaiserschnitts verglichen und kommt zu einem differenzierten Bild: Frauen leiden nach einem Kaiserschnitt seltener an Inkontinenz, dafür steigt das Risiko für Fehlgeburten.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Chilenischer „Antipoet“ Nicanor Parra tot

Der als „Antipoet“ berühmte chilenische Dichter Nicanor Parra ist mit 103 Jahren gestorben. Das bestätigte der chilenische Kulturminister Ernesto Ottone heute, wie das Nachrichtenportal Emol berichtete. Parra zählte zu den bedeutendsten Schriftstellern Chiles.

Er wurde mehrfach als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt und gewann 2011 den in Madrid verliehenen Cervantes-Preis, die bedeutendste Literaturauszeichnung der spanischsprachigen Welt. Nicanor Parra veröffentlichte im selben Jahr sein letztes Werk „Antiprosas“.

Der umgangssprachliche Wortschatz und Satzbau sowie die Ironie und die Antihelden in seinen Werken ließen Parra als „Antipoeten“ berühmt werden. „Chile hat einen der größten Schriftsteller seiner Geschichte und eine einzigartige Stimme der westlichen Kultur verloren“, schrieb Staatschefin Michelle Bachelet auf Twitter nach dem Tod Nicanor Parras.

Von der Physik zur Literatur

Parra wurde am 5. September 1914 in San Fabian de Alico geboren, einer kleinen Anden-Ortschaft 400 Kilometer südlich von Santiago de Chile. Er war der Älteste unter fünf Geschwistern, darunter auch die Musikerin Violeta Parra (1917-1967).

Er studierte Mathematik und Physik in den USA sowie in Oxford. In den USA nahm er Kontakt zur aufkommenden Beat Generation um den Dichter Allen Ginsberg auf, der die Übersetzung von Parras Werken veranlasste.

Mit „Poemas y antipoemas“ (Gedichte und Gegengedichte) leitete Parra 1954 eine Revolution der spanischsprachigen Dichtung ein, entfernt von den Metaphern und der Sehnsucht nach Perfektion der herkömmlichen Poesie. „Artefactos“ (1972), auf den Sprachtheorien Ludwig Wittgensteins basierend, und „Ecopoemas“ (1982) gehören zu seinen bekanntesten Werken.

Lifestyle

Israelkritische Tweets: Model verlässt L’Oreal-Kampagne

Im Streit über frühere israelkritische Äußerungen verzichtet das britische Model Amena Khan auf eine Werbekampagne des Kosmetikgiganten L’Oreal.

„Ich bereue meine Tweets aus dem Jahr 2014 zutiefst und entschuldige mich aufrichtig“, schrieb das Model gestern im Kurzbotschaftendienst Twitter. Sie habe sich entschlossen, nicht an der Werbekampagne teilzunehmen, um dieser nicht zu schaden.

L’Oreal hatte vergangene Woche bekanntgegeben, in Großbritannien mit Khan für das Shampoo „Elseve“ werben zu wollen - als erstes Model mit Kopftuch in einer solchen Werbekampagne. Dann wurden aber frühere Tweets bekannt, in denen die Britin Israels Politik kritisiert. Die inzwischen gelöschten Tweets sorgten in Sozialen Netzwerken für Aufregung. L’Oreal begrüßte Khans Entscheidung und lobte ihre öffentliche Entschuldigung.