Ausland

MH17: Hinterbliebene wollen Ukraine verklagen

Hinterbliebene deutscher Opfer des in der Ukraine abgestürzten Passagierflugzeugs von Malaysia Airlines wollen das Land vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagen. Nach internationalem Recht sei „jeder Staat für den Luftraum über seinem Staatsgebiet verantwortlich, wenn er ihn für Durchflüge öffnet“, sagte der Rechtsanwalt und Luftfahrtrechtsprofessor Elmar Giemulla.

Könne ein Staat die Sicherheit nicht gewährleisten, müsse er seinen Luftraum sperren, was im Fall von Flug MH17 nicht geschehen sei, sagte Giemulla, der drei deutsche Opferfamilien vertritt, der Zeitung „Bild am Sonntag“.

Frau von britischer IS-Geisel appelliert an Terroristen

Die Ehefrau einer britischen Geisel der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Entführer eindringlich um die Freilassung ihres Mannes gebeten. Er sei ein „friedlicher, selbstloser“ Mensch, der in Syrien gewesen sei, um bedürftigen Menschen zu helfen, hieß es in der heute Früh vom britischen Außenministerium veröffentlichten Bitte der Ehefrau.

Auf frühere, „wirklich wichtige“ Appelle an die Entführer habe sie keine Antwort erhalten. „Ich bete, dass die Menschen, die Alan festhalten, auf meine Botschaften antworten und mit mir in Kontakt treten, bevor es zu spät ist.“

Die Terrormiliz hatte im Video von der Ermordung der britischen Geisel David Haines mit der Tötung des 47 Jahre alten Ehemannes der Frau gedroht. Der Taxifahrer war im Dezember 2013 gekidnappt worden. Die Dschihadisten haben auch zwei US-Journalisten enthauptet. Für die Freilassung des 47-Jährigen hatten sich unlängst auch zwei Imame in Großbritannien eingesetzt.

Bericht: Anschlag auf EU-Kommission in Brüssel geplant

In Belgien festgenommene Dschihadisten sollen nach Informationen des niederländischen Fernsehsenders NOS einen Anschlag auf den Sitz der EU-Kommission in Brüssel geplant haben. „Eines der Ziele war das Gebäude der EU-Kommission“, hieß es in einem NOS-Bericht von gestern, in dem keine konkreten Quellen benannt wurden.

Zuvor berichtete die belgische Tageszeitung „L’Echo“, die belgischen Sicherheitsbehörden hätten mehrere Anschläge von Syrien-Rückkehrern und Sympathisanten der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) vereitelt. Mindestens zwei der in Belgien festgenommenen mutmaßlichen Dschihadisten stammten aus Den Haag, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender NOS. Laut „L’Echo“ zielten die Pläne darauf, ähnliche Attentate wie auf das Jüdische Museum in Brüssel im Mai zu verüben.

Am 24. Mai hatte ein bewaffneter Mann im Eingangsbereich des Jüdischen Museums das Feuer eröffnet. Vier Menschen starben. Der mutmaßliche Täter, ein algerischstämmiger Franzose, sitzt in Belgien in Haft. Er hatte mehr als ein Jahr auf der Seite von Islamisten in Syrien gekämpft.

400 Belgier sollen als Kämpfer nach Syrien gereist sein

Die belgischen Behörden gehen laut „L’Echo“ davon aus, dass bis zu 400 Belgier als Kämpfer nach Syrien reisten. Rund 90 von ihnen seien bisher zurückgekehrt. Die Behörden in Brüssel bestätigten der Nachrichtenagentur Belga, dass es mehrere Einsätze gegeben habe. „Wir arbeiten rund um die Uhr am Problem der zurückgekehrten Kämpfer“, sagte ein Vertreter der Justizbehörden.

Im Juni hatte ein belgisches Gericht 46 mutmaßliche Mitglieder der Gruppe Sharia4Belgium angeklagt. Die radikale Gruppe wird verdächtigt, junge Kämpfer für den Bürgerkrieg in Syrien anzuwerben.

Weltweite Großkundgebungen für besseren Klimaschutz

Zum Auftakt eines weltweiten Aktionstags haben heute in Australien Hunderte Menschen für einen besseren Klimaschutz demonstriert. In Sydney bildeten sie in einem Park eine lange Menschenkette und forderten ein stärkeres Augenmerk auf erneuerbare Energien. In Cairns, wo das zweitägige Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) zu Ende ging, trugen Demonstranten Anhänger in der Form grüner Herzen.

Prominente Unterstützer

Den Höhepunkt des internationalen Aktionstags soll eine Großkundgebung in New York bilden, zu der etwa 100.000 Teilnehmer erwartet werden. Zu den prominenten Unterstützern zählen Hollywood-Star Leonardo DiCaprio, UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und der frühere US-Vizepräsident Al Gore.

Geplant ist ein rund drei Kilometer langer Protestzug vom Central Park ins Zentrum von Manhattan. Nach einer Schweigeminute für die Opfer des Klimawandels soll es einen sogenannten Lärmalarm gegen den Klimawandel mit Blasinstrumenten, Pfeifen und Glocken geben.

UNO-Sondergipfel zum Klimaschutz

Am Dienstag findet in New York auf Initiative Bans ein UNO-Sondergipfel zum Klimaschutz statt. Dieser soll das anstehende Gipfeltreffen im kommenden Jahr in Paris vorbereiten, wo eine bindende Übereinkunft der Staaten zur Reduzierung schädlicher Emissionen getroffen werden soll.

Tausende zu Friedensdemonstration in Moskau erwartet

In Moskau formiert sich Widerstand gegen die Ukraine-Politik von Präsident Wladimir Putin. Tausende Menschen werden heute zu einer Friedenskundgebung im Zentrum der russischen Hauptstadt erwartet. Die Stadtverwaltung hat die Demonstration genehmigt. Die Regierungsgegner protestieren unter anderem gegen den Einsatz russischer Soldaten, die in der Ostukraine an der Seite von moskautreuen Separatisten kämpfen.

Die Demonstranten fordern Ermittlungen dazu. Russische Journalisten und Politiker hatten verheimlichte Todesfälle russischer Soldaten bekanntgemacht. Die Regierung in Kiew und die Separatisten einigten sich zwei Wochen nach Beginn einer offiziellen Feuerpause in der Ostukraine auf eine waffenfreie Pufferzone. Im Konfliktgebiet sollen damit Verstöße gegen die brüchige Waffenruhe verhindert werden.

Umfassender Aktionsplan

Bei Verhandlungen in Minsk vereinbarten die Konfliktparteien gestern einen umfassenden Aktionsplan. Beide Seiten stimmten darin auch der Überwachung der Waffenruhe durch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu.

Die ukrainischen Regierungstruppen und die prorussischen Aufständischen müssen laut Vereinbarung schwere Waffen um jeweils 15 Kilometer zurückziehen. „Dadurch entsteht eine Sicherheitszone von 30 Kilometern“, sagte der Repräsentant der ukrainischen Führung, der frühere Staatspräsident Leonid Kutschma.

Zeugen: Mehrere Tote bei Boko-Haram-Angriff in Nigeria

Bei einem Angriff der Islamistengruppe Boko Haram auf einen belebten Markt im Nordosten Nigerias sind laut Augenzeugen mehrere Menschen getötet worden. Einwohner berichteten gestern, die Extremisten hätten den Markt in der Stadt Mainok im Bundesstaat Borno am Donnerstag zunächst mit einer Rakete beschossen.

Daraufhin hätten Dutzende in Polizei- und Armeeuniformen gekleidete Männer das Gelände gestürmt, in die Menge geschossen sowie schließlich Lebensmittel und Geld erbeutet. Unklar war, wie viele Menschen getötet wurden.

Zahlreiche Mädchen noch immer vermisst

Boko Haram verübt seit fünf Jahren Anschläge und Angriffe in Nigeria. Häufig sind die Polizei, die Armee, Kirchen und Schulen Ziele der Attacken. Mehr als 10.000 Menschen fielen der Gewalt zum Opfer. Im April sorgte Boko Haram mit der Entführung von 276 Mädchen aus einer Schule weltweit für Entsetzen. Die meisten Mädchen werden noch immer vermisst.

Putschführer siegte bei Wahl auf Fidschi-Inseln

Acht Jahre nach dem Militärcoup auf den Fidschi-Inseln hat Putschführer Voreqe Frank Bainimarama die Parlamentswahl gewonnen. Nach Auszählung von 90 Prozent der Wahlbezirke lag er bei 59,10 Prozent der Stimmen, teilte die Wahlkommission heute mit. Bainimarama rechnet mit 32 der 50 Parlamentssitze, wie er bei einem Danksagungsgottesdienst in der Hauptstadt Suva sagte.

„Ich weiß, dass nicht alle für mich gestimmt haben“, sagte Bainimamara nach Angaben der Zeitung „Fiji Times“. „Aber rund 60 Prozent der Stimmen zeugen von der Begeisterung und dem Vertrauen, das die Menschen in meine Regierung und unser Wahlprogramm haben.“ Die Wahl fand am Mittwoch statt.

Kritik von Menschenrechtlern

Menschenrechtler kritisieren Bainimarama, weil er nach ihren Angaben die Presse unterdrückt und die Justiz manipuliert hat. Dem Putsch gingen ethnische Spannungen zwischen der Mehrheit der Ureinwohner und den indischstämmigen Einwohnern voraus. Die Fidschi-Inseln mit rund 850.000 Einwohnern sind als Urlauberparadies bekannt. Ein Drittel der Wirtschaftsleistung kommt aus dem Tourismus. Überwiegend reisen Gäste aus dem wenige Flugstunden entfernten Australien, aus Neuseeland und den USA an.

Zeitung: Deutsche Maut für Autobahnen und Bundesstraßen

Die geplante Pkw-Maut in Deutschland soll einem Medienbericht zufolge nur auf Autobahnen und Bundesstraßen fällig werden. Zwar solle sie für alle Straßen formal eingeführt, aber auf Kreis- und Landstraßen nicht erhoben werden, berichtete „Bild am Sonntag“ („BamS“) im Voraus. Damit solle den Bedenken großer CDU-Landesverbände wie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen Rechnung getragen werden.

Diese wollten dem Bericht zufolge dem ursprünglichen Modell von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Zustimmung verweigern, weil dadurch der kleine Grenzverkehr mit Nachbarstaaten abgewürgt werden könnte, der vor allem über Kreis- und Landstraßen fließe.

Streit über Aufteilung

Streit mit den Bundesländern über die Aufteilung der Mauteinnahmen würde durch den neuen Plan aus dem Verkehrsministerium entfallen, da diese komplett dem Bund zustünden. Die Zeitung zitierte einen Dobrindt-Sprecher mit den Worten, das Ministerium arbeite an einem Gesetzesentwurf. Eine Entscheidung sei nicht gefallen.

Inland

Einkommensberichte: ÖGB-Frauen drängen auf Sanktionen

Geht es nach den ÖGB-Frauen, sollen Firmen, die keine Einkommensberichte erstellen, künftig Sanktionen drohen. Das forderte die neue geschäftsführende ÖGB-Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende Renate Anderl. Grundsätzlich seien die Berichte ein „richtiger Schritt“ für mehr Transparenz. Eine Umfrage von ÖGB und Arbeiterkammer (AK) zeigt auch, dass es in den großen Firmen bereits Verbesserungen gab.

Pflicht seit 2011

Die Pflicht zur Erstellung von Einkommensberichten besteht seit 2011 und wurde schrittweise für Unternehmen eingeführt. Per 2014 wurde die letzte Stufe erreicht, nun sind auch Betriebe ab einer Mitarbeiterzahl von 150 dazu verpflichtet. Die großen Firmen mit mehr als 1.000 Beschäftigte erstellten bereits zwei Einkommensberichte.

ÖGB und AK haben im Frühjahr eine Umfrage unter Betriebsräten gestartet, deren Ergebnisse der APA nun kurz vor dem Equal Pay Day (10. Oktober) vorliegen. 2.660 Beantwortungen langten ein, wobei in 830 Fällen ein Bericht vorlag. In 60 Prozent der Fälle handelte es sich bereits um den zweiten Einkommensbericht. Repräsentativ sei die Umfrage allerdings nicht, da Mehrfachbeantwortungen innerhalb von Betriebsratskörperschaften möglich waren. Aussagekräftig seien die Antworten aber dennoch, hieß es.

Erneut Flüchtlinge aus Italien festgenommen

Erneut sind in Tirol und Kärnten mehrere Flüchtlinge festgenommen worden. Wie die Polizei mitteilte, wurden gestern Abend in einem aus Italien kommenden Reisezug 16 Syrer, darunter auch Kinder, entdeckt. Bereits zuvor waren in Gries am Brenner zehn Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak angehalten worden. Auch in Kärnten wurden gestern und in der Nacht auf heute bei fremdenrechtlichen Kontrollen Flüchtlinge in Zügen aus Italien angehalten.

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Sport

Segeln: Vadlau/Ogar sind 470er-Weltmeisterinnen

Nur zwei Monate nach dem Europameistertitel haben Lara Vadlau und Jolanta Ogar einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere gesetzt. Die Österreicherinnen sicherten sich vor Santander in Spanien den Weltmeistertitel in der 470er-Klasse, ließen dabei sogar die Olympiasiegerinnen und Titelverteidigerinnen hinter sich und sorgten für die erste Damen-WM-Medaille im Segeln überhaupt. Vadlau/Ogar untermauerten damit auch ihre Anwartschaft auf eine Olympiamedaille 2016 in Rio de Janeiro.

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Formel 1: Hamilton holt Singapur-Pole vor Rosberg

Lewis Hamilton hat sich mit einem hauchdünnen Vorsprung die Poleposition für das Nachtrennen in Singapur vor seinem Mercedes-Rivalen Nico Rosberg gesichert. Der Brite war in der entscheidenden Runde auf dem Marina Bay Street Circuit sieben Tausendstelsekunden schneller als der deutsche WM-Spitzenreiter. Dritter wurde Daniel Ricciardo vor Vierfachweltmeister Sebastian Vettel im zweiten Red Bull. Für Hamilton ist es im erbitterten WM-Duell mit Rosberg schon die sechste Pole in diesem Jahr.

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Fußball: HSV-Lebenszeichen gegen Bayern

Zum Einstand von Trainer Josef Zinnbauer hat der Krisenclub Hamburger SV Bayern München den Sprung an die Spitze der deutschen Bundesliga verwehrt. Nach einer Nullnummer beim bisherigen Schlusslicht, das damit ein deutliches Lebenszeichen gab, musste der Titelverteidiger aus München dem punktegleichen Aufsteiger Paderborn vorerst den Vortritt lassen. Der Debütant aus Ostwestfalen feierte mit einem 2:0 gegen Hannover seinen ersten Heimsieg im Oberhaus und führt die Tabelle nun sensationell an - auch weil Borussia Dortmund in Mainz verlor.

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Wirtschaft

G-20-Staaten: Konjunktur durch Investitionen ankurbeln

Mit Hilfe von Investitionen wollen die G-20-Staaten ihre Konjunktur ankurbeln. Die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) erklärten heute zum Abschluss ihrer zweitägigen Beratungen im australischen Cairns, angesichts einer weltweiten Verlangsamung des Wirtschaftswachstums seien Investitionen notwendig, um die Nachfrage zu steigern und das Wachstum zu erhöhen.

Ziel sei es, bis zum Jahr 2018 ein Wachstum von 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der G-20-Staaten zu erreichen. Analysen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hätten ergeben, dass diese Maßnahmen „unser gemeinsames Bruttoinlandsprodukt um 1,8 Prozent steigern werden“, hieß es in der Abschlusserklärung.

Appell an Euro-Länder

Die Staaten wollen überlegen, mit welchen weiteren Maßnahmen das zuvor ausgegebene Ziel von zwei Prozent Wachstum erreicht werden kann. Im November kommen die Staats- und Regierungschefs der G-20-Staaten im australischen Brisbane zusammen. US-Finanzminister Jack Lew rief die Länder der Euro-Zone auf, mehr für die Ankurbelung ihrer Konjunktur zu tun. Die Diskussionen während des Treffens in Cairns hätten gezeigt, dass das notwendig sei.

Indien - China: Gute Geschäfte unter Erzrivalen

Nach langen Jahren der unterkühlten Beziehungen zueinander versuchen die beiden asiatischen Wirtschaftsriesen China und Indien eine vorsichtige Annäherung - vor allem aus wirtschaftlichen Gründen. Mit Milliardeninvestitionen aus China will der neue Premier Narendra Modi die im Wahlkampf versprochenen Arbeitsplätze schaffen. China hingegen hofft auf neue Möglichkeiten für Investitionen. Für seinen dreitägigen Staatsbesuch brachte Chinas Präsident Xi Jinping bereits milliardenschwere Verträge mit. Der Besuch wurde allerdings vom jahrelangen Streit über die gemeinsame Grenze im Himalaya überschattet.

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EU-Vertreter wollen ESM-Gelder für Konjunktur

Führende EU-Vertreter erwägen einem Medienbericht zufolge, die lahmende Wirtschaft mit Geldern aus dem Euro-Schutzschirm ESM anzukurbeln. Im Visier hätten sie dabei vor allem jene 80 Milliarden Euro an Eigenkapital, mit dem die Mitgliedsländer den ESM ausgestattet hätten, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstag-Ausgabe) unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Das Geld werde derzeit nicht für Rettungsaktionen gebraucht und könne „zeitlich und anteilig begrenzt“ für das Wachstumspaket des neuen EU-Kommissionschefs Jean-Claude Juncker verwendet werden. Dieser stehe der Idee positiv gegenüber.

„Von solchen Gedankenspielen halten wir nichts“, hieß es dem Bericht zufolge dagegen im Finanzministerium. Der ESM fungiere als Euro-Rettungsfonds und habe einen festgelegten Auftrag. Auch müssten „Änderungen am Vertrag, die wir ablehnen, von allen ESM-Ländern ratifiziert werden“.

Air-France-Piloten verlängern ihren Streik

Angesichts weiterhin verhärteter Fronten verlängern die Piloten von Air France ihren bereits einwöchigen Streik um nochmals vier Tage. Eine Abstimmung der größten Pilotengewerkschaft ergab nach Angaben von gestern eine klare Mehrheit für einen Arbeitsausstand bis kommenden Freitag.

Wegen des am vergangenen Montag begonnenen Streiks kann Air France seit Tagen nur 45 Prozent der Flüge sicherstellen. Der Streik sollte zunächst nur bis morgen gehen.

Der Pilotenstreik richtet sich gegen Sparpläne des Airline-Konzerns Air France-KLM, der Kurz- und Mittelstrecken an seine Billigtochter Transavia übertragen und seine jährlichen Kosten so um mehr als eine Milliarde Euro senken will. Die Piloten fordern einen einheitlichen Vertrag für ihre Berufsgruppe.

Chronik

16-Jähriger flüchtete vor Polizei - Unfall

Ein 16-jähriger Mopedfahrer ist einer Polizeistreife in Pichl bei Wels (Oberösterreich) davongefahren. Die Polizisten wollten ihn anhalten, weil er ohne Kennzeichen unterwegs war. Der Bub flüchtete vor der Polizei und prallte dabei gegen ein Auto.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Mofaunfall in Graz

Bei einem Verkehrsunfall in Graz wurden am Freitag zwei Jugendliche verletzt. Eine 15-jährige Mofalenkerin wurde von einem links abbiegenden Pkw erfasst und stürzte auf die Straße; sie wurde schwer, ihr Beifahrer leicht verletzt.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Thailändischer Offizier hatte Falschgeld in Millionenwert

Ein thailändischer Militäroffizier und zwei Komplizen sind laut Medienberichten in Kambodscha mit Falschgeld im Wert von mehreren Millionen festgenommen worden. Die drei seien seit Wochen im Visier der Polizei gewesen und durch einen Polizisten, der sich als Geldhändler ausgegeben habe, überführt worden, berichtete die Zeitung „Cambodia Daily“ gestern.

Die Männer seien in Besitz von 100-Dollar-Scheinen im Gesamtwert von sieben Millionen US-Dollar (rund 5,5 Mio. Euro) gewesen. Einer der Festgenommenen sei Kommandeur thailändischer Truppen im Grenzgebiet, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die Polizei.

Religion

Papst Franziskus in Albanien eingetroffen

Papst Franziskus ist heute zu einem eintägigen Besuch in Albanien eingetroffen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche landete in der Früh auf dem Flughafen von Tirana. In der Hauptstadt und ihrer Umgebung will Franziskus unter anderem Gespräche mit Politikern, Geistlichen und Waisenkindern führen. Am Vormittag soll ein Gottesdienst auf dem Mutter-Teresa-Platz im Zentrum Tiranas stattfinden.

Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen

Albaniens Bevölkerung ist mehrheitlich muslimisch. Der Papst hatte angekündigt, sich während der Reise für den Dialog zwischen den Religionen starkzumachen und die Opfer des Kommunismus zu ehren. Nach Warnungen aus dem Irak vor Bedrohungen durch radikale Islamisten verstärkte Albanien zuletzt die Sicherheitsvorkehrungen.

Bei dem Besuch in Albanien handelt es sich um die erste Auslandsreise des Papstes in ein europäisches Land abseits von Italien. Nach seinem Amtsantritt im März vergangenen Jahres besuchte Franziskus bereits Brasilien, den Nahen Osten und Südkorea.

Kultur

Schwulen-Doku „Der Kreis“ wird Schweizer Oscar-Kandidat

Der bei der Berlinale ausgezeichnete Film „Der Kreis“ ist der Schweizer Kandidat für den Auslands-Oscar. Die Arbeit von Regisseur Stefan Haupt über die schwule Szene im Zürich der 50er Jahre verbinde gelungen dokumentarische und fiktionale Elemente, begründete das Bundesamt für Kultur in Bern gestern die Entscheidung. „Der Kreis“ erhielt im Februar einen Teddy, den schwul-lesbischen Filmpreis der Berlinale.

Am 15. Jänner gibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles bekannt, welche fünf Filme in die Endauswahl für den besten nicht englischsprachigen Film kommen. Die Oscar-Verleihung ist dann am 22. Februar.

Österreich schickt „Das finstere Tal“ ins Rennen

Der österreichische Kandidat für den Auslands-Oscar ist „Das finstere Tal“ von Andreas Prochaska. Seit ihrer Uraufführung im Rahmen der Berlinale wurde die vom ORF-koproduzierte Adaptierung des Romans von Thomas Willmann mit zwei Bayrischen Filmpreisen sowie Lolas in acht Kategorien ausgezeichnet.

Für Deutschland ist das Schiller-Epos „Die geliebten Schwestern“ von Dominik Graf im Rennen.

Leute

Erster Gefängnisausgang für Uli Hoeneß

Uli Hoeneß hat seinen ersten Ausgang von der Haft absolviert. Der 62-Jährige konnte gestern in Begleitung seiner Familie tagsüber das Gefängnis in Landsberg am Lech verlassen, wie sein Anwalt Tobias Pretsch am späten Nachmittag mitteilte. Inzwischen sei Hoeneß wieder in die Justizvollzugsanstalt zurückgekehrt.

Nach gut drei Monaten geschlossenem Vollzug ist der Ausgang Teil der Hafterleichterungen, die Hoeneß nach dem Strafvollzugsgesetz zustehen. Weitere Schritte würden folgen, ergänzte Pretsch.

Das Münchner Landgericht hatte Hoeneß am 13. März in sieben Fällen der Steuerhinterziehung schuldig gesprochen und zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Fußballmanager hatte dem Fiskus mit einem Geheimkonto in der Schweiz mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern vorenthalten. Am 2. Juni trat er die Haft in Landsberg an.

IT

Wieder Hackerangriff auf Nacktfotos von Prominenten

Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen hat es laut Medienberichten Hackerangriffe auf Fotos von Prominenten gegeben: Wie die US-Website TMZ berichtete, kursierten gestern unter anderem Nacktbilder von TV-Star Kim Kardashian in Onlinenetzwerken. Auch von der Schauspielerin Vanessa Hudgens seien kurzzeitig Nacktbilder im Internet zu sehen gewesen, bevor sie entfernt worden seien.

Laut der Website BuzzFeed wurden zudem persönliche Videos und Fotos aus dem Besitz der Schauspielerinnen Aubrey Plaza, Mary-Kate Olsen, Hayden Panettiere und Leelee Sobieski gepostet. Zudem habe es im Internet bisher unbekannte Bilder der Schauspielerin Jennifer Lawrence zu sehen gegeben.

Apple versprach iCloud-Verbesserungen

Lawrence und Panetierre gehörten auch zu den Opfern des Hackerangriffs von Anfang September, bei dem Dutzende Nacktfotos von Stars aus dem Apple-Onlinespeicherdienst iCloud gefischt und ins Internet gestellt wurden. Die US-Bundespolizei FBI leitete Ermittlungen ein, das Unternehmen Apple versprach Verbesserungen der Sicherheit der iCloud.

Lifestyle