Ausland

Tschechiens Präsident Zeman trifft Putin in China

Der tschechische Präsident Milos Zeman wird am Rande seiner umstrittenen China-Reise mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammenkommen. Dabei solle es um Wirtschafts- und Sicherheitsfragen gehen, teilte sein Sprecher heute mit.

Zeman wird in Peking als einer von wenigen westlichen Spitzenpolitikern einer Militärparade zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs im Pazifik beiwohnen.

Zeman bricht morgen zu dem fünftägigen Besuch auf. Tschechiens konservativer Ex-Außenminister Karel Schwarzenberg kritisierte die Reise im Vorfeld als „Hinwendung zum Osten“ und als „Arschkriecherei gegenüber den Mächtigen und Reichen“.

EU-Taskforce gegen Moskaus Propaganda startbereit

Die Europäische Union geht mit einer Gruppe von Kommunikationsexperten gegen russische Propaganda vor. Das intern „Russland-Taskforce“ genannte Team werde ab morgen voll einsatzfähig sein, hieß es am Montag aus EU-Kreisen in Brüssel. Die etwa zehn Experten sollen sich demnach „Desinformation“ aus Moskau insbesondere mit Blick auf russischsprachige Minderheiten in osteuropäischen Staaten entgegenstellen.

„Es geht nicht darum, Gegenpropaganda zu machen“, sagte ein EU-Vertreter. „Wenn nötig, wird die Europäische Union aber auf Desinformation antworten, die direkt auf sie zielt.“ Europas Staats- und Regierungschefs hatten die EU-Kommission im März aufgefordert, eine Arbeitsgruppe für „strategische Kommunikation“ zu gründen. Die Taskforce soll russische Medien auswerten und „offensichtliche Lügen“ identifizieren.

Auch „proaktive“ Information über EU

Ziel ist es, die Sachlage richtigzustellen und kommentierte Berichte an die Mitgliedsstaaten weiterzugeben, damit diese gegen Falschaussagen und Verzerrungen vorgehen könnten. Gleichzeitig soll auf Russisch über Websites und Soziale Netzwerke „proaktiv über Politik und Werte der EU“ informiert werden. Das EU-Kommunikationsteam soll darüber hinaus auch „unabhängige Medien in Russland unterstützen“.

Die ukrainische Regierung und der Westen werfen Moskau vor, einen „Informationskrieg“ zu führen, um die Intervention in der Ukraine zu rechtfertigen. Russland hatte in Europa seit dem vergangenen Jahr auch deutsch-, spanisch- und englischsprachige Fernsehprogramme gestartet sowie einen Informationsdienst, der eine „Alternative“ zu Nachrichtenangeboten bieten soll. Insbesondere in den baltischen Staaten gibt es bedeutende russischsprachige Minderheiten, die direkt Medien aus Russland verfolgen.

Berichte über Tote nach Explosion vor Parlament in Kiew

Bei einer Explosion vor dem ukrainischen Parlament sind heute Dutzende Menschen verletzt worden. Zudem gebe es Berichte über Tote, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko dem TV-Sender 112.ua.

Insgesamt seien bei Ausschreitungen vor der Obersten Rada gegen eine umstrittene Verfassungsreform mehr als 100 Sicherheitskräfte verletzt worden, teilte der Chef der Kiewer Polizei mit. Mehrere Menschen wurden schwer verletzt. Der Abgeordnete Anton Geraschtschenko sagte, Unbekannte hätten eine Handgranate gezündet. Nach Polizeiangaben wurde ein Verdächtiger festgenommen.

Ausschreitungen in Kiew

APA/EPA/Sergey Dolzhenko

Mehr als 3.000 Menschen protestierten im Regierungsviertel gegen die Reform, die den von Separatisten kontrollierten Gebieten im Osten des Landes Sondergesetzte zugesteht. Demonstranten warfen bei Ausschreitungen nach der Abstimmung Pflastersteine, Flaschen und Rauchbomben auf die Sicherheitskräfte.

Mehr Autonomie für Rebellengebiete

Hintergrund der Auseinandersetzungen ist ein neues Gesetz, das von den Rebellen besetzten Gebieten mehr Autonomierecht bringt. Das umstrittene Gesetz war vom ukrainischen Parlament gegen den erbitterten Widerstand rechter Parteien in erster Lesung gebilligt worden.

Proteste vor dem Parlament schlugen in Gewalt um. (iptv.orf.at)

Obwohl sich auch in der Regierungskoalition Protest regte, kam bei der turbulenten Abstimmung eine Mehrheit von 265 Stimmen zustande - 226 hätten gereicht. Die geplante Verfassungsreform soll den Regional- und Kommunalverwaltungen mehr Macht geben, etwa das Recht zum Aufbau einer sogenannten Volkspolizei.

Merkel sagt fremdenfeindlichen Angriffen den Kampf an

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt den Teilnehmern an fremdenfeindlichen Ausschreitungen und Angriffen auf Flüchtlingen den Kampf an. Man werde sich mit der „ganzen Härte unseres Rechtsstaates“ gegen diejenigen wenden, die andere angriffen und anpöbelten, sagte Merkel heute in Berlin.

„Es gibt keine Toleranz gegenüber denen, die die Würde anderer Menschen infrage stellen“, so Merkel. Das gelte auch für diejenigen, die bei Demonstrationen mit Hassgesängen die Bevölkerung zu Fremdenfeindlichkeit anstacheln wollten. „Folgen Sie denen nicht, die zu solchen Demonstrationen aufrufen“, appellierte die Kanzlerin an die Deutschen.

„Wir achten die Menschenwürde jedes Einzelnen“, sagte die CDU-Vorsitzende. Politisch Verfolgte hätten in Deutschland ein Anrecht auf Asyl. Auch Flüchtlingen aus Kriegsgebieten werde in Deutschland geholfen. Sie rief zu Mitgefühl mit den Flüchtlingen auf. Die meisten hätten Angst- und Erschöpfungszustände erlebt, unter denen die meisten Menschen zusammenbrechen würden.

80 Tote bei Angriffsserie von Boko Haram in Nigeria

Bei Angriffen der radikalen Islamistengruppe Boko Haram auf drei Dörfer im Nordosten Nigerias sind nach Angaben von Augenzeugen seit Freitag fast 80 Menschen getötet worden.

Bei einer Attacke auf das Dorf Banu im Bundesstaat Borno seien 68 Menschen getötet worden, teilte Babakura Kolo, Mitglied einer Bürgerwehr, mit. Einwohner zweier anderer Dörfer in Borno sprachen von insgesamt elf weiteren Toten bei Attacken am Wochenende.

Die Boko-Haram-Extremisten kämpfen seit sechs Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Staates im muslimisch geprägten Norden Nigerias. Mindestens 15.000 Menschen wurden seither getötet. Im vergangenen Jahr weitete die Gruppierung ihre Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad aus.

Eurotunnel: EU sagt Frankreich Millionenhilfe zu

In der Flüchtlingskrise hat die EU-Kommission Frankreich weitere Finanzhilfe zur Lösung der angespannten Lage in Calais zugesagt. Der erste Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans nannte heute in der nordfranzösischen Stadt den Betrag von 5,2 Millionen Euro an Soforthilfen. Neben Timmermans besuchten auch EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos und Frankreichs Premierminister Manuel Valls die Hafenstadt am Ärmelkanal.

Von Calais aus versuchen viele Migranten, durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Die französischen Behörden verstärkten die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Tunnel, wodurch die Übertrittsversuche in den vergangenen Wochen stark abnahmen. Tausende Menschen sind nun in und um Calais gestrandet.

Timmermans forderte erneut Anstrengungen aller EU-Staaten, um das Migrationsproblem in den Griff zu bekommen. Die EU-Kommission hatte im Mai Vorschläge für eine gemeinsame Quote zur Verteilung von Flüchtlingen vorgelegt, ist damit aber bisher am Widerstand von einer Reihe von Mitgliedsländern gescheitert.

Inland

Kalte Progression: ÖVP will Lösung bis Jahresende

Für die Abschaffung der kalten Progression soll bis Jahresende eine Lösung vorliegen. Das hat Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Parteichef Reinhold Mitterlehner angekündigt. Davor müsse noch mit der SPÖ verhandelt werden. Eine Bremse bei der Steuerbelastung könne es jedenfalls nur geben, wenn eine solche auch bei der Abgabenlast komme.

Eine automatische Kompensation der inflationsbedingt schleichenden Steuererhöhung gebe es bereits in 18 von 30 OECD-Staaten, so Schelling. Bis Ende Oktober will er die entsprechenden Modellrechnungen fertig haben, dann werde mit dem Koalitionspartner geredet.

Die ÖVP sieht diese Maßnahme als Teil ihres Reformprogramms „Wir bewegen Österreich“. Einen Teil hat sie bereits im Juli präsentiert, heute - dem ersten Jahrestag des neuen Regierungsteams unter Mitterlehner - ging es nun um die Bereiche Wachstum und Innovation. Österreich soll als Gründerland positioniert werden, hieß es dabei, etwa durch einen Realwirtschaftsinvestitionsfreibetrag oder ein „Start-up-Visum“ für Firmengründer.

Flüchtlinge: EU bereitet Nothilfe für Österreich vor

Die EU-Kommission könnte noch im Lauf des heutigen Tages Finanzhilfen an Österreich, Ungarn, Frankreich und Griechenland zur Bewältigung von Flüchtlingsströmen beschließen. Außerdem kündigte eine Sprecherin an, dass Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Herbst einen Gesetzesvorschlag für sichere Herkunftsländer präsentieren werde.

5,4 Mio. Euro beantragt

Österreich beantragte in Brüssel Nothilfe in Höhe von 5,4 Millionen Euro zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik. Das Geld soll in die Finanzierung der Grundversorgung fließen, also in Unterkünfte und in die Verpflegung von Asylsuchenden. Die EU-Kommission hatte zugesichert, den Antrag Österreichs bis Monatsende zu prüfen.

Die Brüsseler Behörde unterstrich auch mehrmals, dass zuletzt geäußerte Vorschläge von Staaten zur Flüchtlingskrise von der Kommission schon im Mai auf den Tisch gelegt worden seien.

„Sommerstimmen gegen die Kommission“

Zur Forderung von Österreichs Kanzler Werner Faymann (SPÖ), den Druck auf jene Staaten zu erhöhen, die gegen eine fairere Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU Widerstand leisten, erklärte der Sprecher, solche Vorschläge seien in dem Kommissionspapier bereits enthalten.

Zur Überraschung der Kommission habe es kritische Stimmen gegeben, „Sommerstimmen gegen die Kommission“, die anscheinend vergessen hätten, dass die Brüsseler Behörde solche Vorschläge bereits präsentiert habe.

Sport

Fußball: Deutsche Aufsteiger ärgern die Konkurrenz

Der FC Ingolstadt mit Coach Ralph Hasenhüttl hat am Samstag in der dritten Runde der deutschen Bundesliga den zweiten Sieg gefeiert, auch Mitaufsteiger Darmstadt ist weiter ungeschlagen.

Dass die beiden Neulinge im deutschen Oberhaus so gut mithalten können, überrascht die Konkurrenz doch einigermaßen. ÖFB-Goalie Ramazan Özcan nannte nach dem 1:0 in Augsburg ein einfaches Erfolgsrezept der Ingolstädter: „Wir haben ein Riesenherz bewiesen.“

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US Open: Haider-Maurers „Mission: Impossible“

Die Losfee hat es mit Andreas Haider-Maurer bei den US Open in New York wahrlich nicht gut gemeint. Gleich zum Auftakt trifft der Niederösterreicher heute auf den Kanadier Vasek Pospisil, der als einer der besten ungesetzten Spieler in Flushing Meadows gilt.

Sollte Haider-Maurer im dritten Duell gegen Pospisil dennoch den ersten Erfolg feiern, würde niemand Geringerer als Novak Djokovic warten. Doch der Niederösterreicher gibt sich keinen Illusionen hin.

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CL-Historie: Dortmund-Triumph mit tragischer Figur

14 Jahre nach dem Triumph des von Ernst Happel betreuten Hamburger SV und als erst dritter Club ist mit Borussia Dortmund 1997 der Sieger des Meisterbewerbs wieder aus Deutschland. Dabei war der Finalsieg über Juventus Turin, den Lars Ricken 14 Sekunden nach seiner Einwechslung entschied, nicht absehbar.

Zur tragischen Figur mutierte ÖFB-Legionär Wolfgang Feiersinger, der kurz vor dem Endspiel auf die Tribüne verbannt wurde. Zur Rückkehr der Champions League in den ORF ist das Finale nochmals zu sehen.

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Bundesliga: „Brutal wichtiger“ Sieg für Salzburg

Nach dem enttäuschenden Ausscheiden im Europa-League-Play-off und damit der Aussicht auf eine Saison ohne internationale Beteiligung ist bei Meister Salzburg die Freude über den Auswärtssieg gegen Sturm Graz groß gewesen.

„Wir freuen uns wahnsinnig. Dieser Sieg war brutal wichtig“, fasste Tormann Alexander Walke die Erleichterung in der Mannschaft, mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause zu gehen, zusammen. Das Resümee der geschlagenen Grazer fiel hingegen ernüchternd aus.

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ZIB2

Flüchtlingszüge aus Ungarn in Österreich

Ungarn ändert zumindest vorübergehend seine Asylpolitik. Mehrere Züge mit Hunderten Flüchtlingen konnten sich am Nachmittag ungehindert vom Budapester Ostbahnhof in Richtung Österreich und Deutschland in Bewegung setzen. In der ZIB2 ein Bericht vom Wiener Westbahnhof sowie eine Liveschaltung zu Marc Speer vom Verein Border-Monitoring am Ostbahnhof in Budapest.

Gedenkgottesdienst im Stephansdom

Im Wiener Stephansdom wurde am Abend der 71 Flüchtlinge gedacht, die vorige Woche in einem Lkw an der A4 bei Parndorf tot aufgefunden wurden. Kardinal Schönborn will mit gutem Beispiel vorangehen und Räumlichkeiten am Stephansplatz bereitstellen, um Flüchtlinge unterzubringen.

„Sommergespräch“ mit Bundeskanzler Faymann

Mit SPÖ-Chef Bundeskanzler Werner Faymann gehen die ORF-„Sommergespräche“ 2015 zu Ende. In der ZIB2 eine Zusammenfassung und die Analyse durch den Politologen Peter Filzmaier.

Chinas Börsenpolitik

Der Einbruch der chinesischen Aktienmärkte sorgt weiter für Unruhe. Die politische Führung sieht die Ursache in falschen Gerüchten. Ein nachhaltiges Krisenmanagement lässt auf sich warten. Raimund Löw berichtet aus Peking.

Uniqa-Engagement im Spitalsbereich

Der Einstig der Uniqa bei einem Wiener Privatspital wird von den Wettbewerbshütern ausgebremst. Sie fürchten teure Folgen für Patienten und Ärzte.

ZIB2 Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Hypo-Abbaubank Heta fehlen acht Milliarden Euro

Das Kapitatalloch, das bei der staatlichen Hypo-Alpe-Adria-„Bad Bank“ Heta klafft, ist noch tiefer geworden. Zur Jahresmitte 2015 waren es bereits 8,1 Milliarden Euro. Das ist eine gute Milliarde mehr als in der ersten Zerschlagungsbilanz vor einem halben Jahr.

Großteils lag das Anwachsen der Schulden an Verlusten, die angefallen sind, weil der Verfassungsgerichtshof (VfGH) den ersten Schuldenschnitt von 2014 gekippt hat. Damit lebten Anleiheschulden, die voriges Jahr per Gesetz über Nacht für wertlos erklärt worden waren, wieder auf. Das belastete die Halbjahresbilanz der Heta mit rund 800 Millionen Euro.

Weitere rund 200 Mio. Euro wurden nötig, weil beim Verkauf des Balkan-Banken-Netzwerks heuer noch eine weitere „Mitgift“ an die Käufer nötig wurde. Bis Ende 2018 soll die ehemalige Hypo zum größten Teil (zu 80 Prozent) abgebaut sein. Der Rest soll bis Ende 2020 erledigt sein, teilte die Heta heute mit.

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Neues Riesengasfeld in Ägypten braucht 3,5 Mrd. Dollar

Der italienische Energiekonzern ENI muss zur Erschließung des neu entdeckten Riesenerdgasfeldes vor Ägypten wohl zunächst etwa 3,5 Mrd. Dollar (3,1 Mrd. Euro) in die Hand nehmen. Das sagte der Chef des staatlichen ägyptischen Versorgers EGAS, Chaled Abdel Badie, heute gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. ENI hatte die Entdeckung des Feldes am Wochenende bekanntgegeben.

Konzernchef Claudio Descalzi schloss nicht aus, dass das Unternehmen zur Finanzierung des Projekts auch Anteile an dem Feld verkaufen könnte. „Die Tür dafür steht offen“, sagte er der Zeitung „La Repubblica“ (Montag-Ausgabe). ENI zufolge handelt es sich um das größte bisher bekannte Erdgasfeld im Mittelmeer und könnte sich sogar als eines der größten weltweit erweisen.

Mit der Hilfe des Gasfelds könnte sich Ägypten vom Energieimporteur zum -exporteur wandeln. Europa hätte in Verbindung mit anderen Neuentdeckungen im Mittelmeer eine Möglichkeit, unabhängiger von russischen Erdgaslieferungen zu werden. An der Börse in Mailand reagierten die Anleger positiv auf die Entdeckung und bescherten ENI-Aktien einen Höhenflug.

Verbot spekulativer Börsengeschäfte in Athen endet

In Griechenland kommt es zu einer weiteren Normalisierung des Börsenhandels. Das Verbot bestimmter spekulativer Aktienmarktgeschäfte läuft zum Monatsende heute aus. Ein Vertreter der Wertpapieraufsicht sagte der Nachrichtenagentur Reuters, eine Verlängerung werde es nicht geben.

Damit können einen Monat nach Wiedereröffnung der Athener Börse Investoren auch wieder Leerverkäufe tätigen, mit denen auf fallende Kurse gewettet wird. Bei diesen Geschäften leihen sich Anleger Aktien, um diese dann zu verkaufen. Dabei hoffen sie, dass sie die Papiere bis zum Ende der Ausleihfrist billiger zurückkaufen und die Differenz als Gewinn einstreichen können.

Die griechische Regierung hatte die Börse und die Banken am 29. Juni geschlossen, als die monatelangen Verhandlungen über weitere Finanzhilfen für das Land kurz vor dem Scheitern standen. Diese Kapitalverkehrskontrollen sollten weiteren Geldabfluss und damit drohende Bankenpleiten verhindern. Seit der Wiederaufnahme des Handels am 3. August gibt es dort starke Kursschwankungen, vor allem bei Banktiteln.

Agrarminister wollen EU-Hilfen gegen Preisverfall

Die Agrarminister aus Deutschland, Frankreich und Polen pochen auf rasche Hilfe für die unter einem Preisverfall leidende Landwirtschaft. „Unsere Landwirte haben keine kostendeckenden Preise“, sagte der deutsche Ressortchef Christian Schmidt heute in Berlin auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinen französischen und polnischen Kollegen, Stephane le Foll und Marek Sawicki.

In manchen Fällen sei bereits die Zahlungsfähigkeit der Betriebe gefährdet. Beim Sondergipfel der Agrarminister am Montag nächste Woche in Brüssel müssten Hilfsmaßnahmen der Europäischen Union (EU) beschlossen werden.

Milchbauern und Schweinezüchter besonders betroffen

Besonders betroffen von den sinkenden Erzeugerpreisen sind nach Angaben aller drei Minister Milchproduzenten und Schweinemäster. Dazu kämen in einigen Teilen Europas auch steigende Futtermittelpreise durch die Dürre in diesem Sommer. Alle drei Minister plädierten für Exportfördermaßnahmen, Hilfen bei der Lagerhaltung und ein Anheben der Interventionspreise bei bestimmten Produkten.

Zudem solle die Gewährung der sogenannten Direktzahlung - von der EU an Landwirte gezahlte Subventionen - erleichtert und beschleunigt werden. Es müsse über Mechanismen nachgedacht werden, um die Volatilität bei der Preisbildung in den Griff zu bekommen, erklärte der französische Minister Le Foll.

Chronik

Tote nach Explosion in Feuerwerksfabrik in Spanien

Bei einer heftigen Explosion in einer Fabrik zur Herstellung von Feuerwerkskörpern sind im Nordosten Spaniens mehrere Menschen getötet worden. Drei Mitarbeiter seien tot geborgen und zwei weitere als vermisst gemeldet worden, teilte heute der Präfekt der Region Aragonien, Gustavo Alcalde, mit.

Sechs Beschäftigte des Werks in der Nähe von Saragossa wurden ins Krankenhaus gebracht, einige von ihnen waren schwer verletzt. Die Ursache des Unglücks war zunächst nicht bekannt. Die Bewohner umliegender Ortschaften liefen nach der Detonation erschreckt aus ihren Wohnungen ins Freie.

Schwarzer Rauch steigt nach einer Explosion auf

APA/EPA/Toni Galan

Die Explosion war bis in die zehn Kilometer entfernte Metropole Saragossa zu hören

Über dem Werk stieg eine dicke Rauchwolke auf. Die Feuerwehrleute konnten zunächst einen Teil des Werksgeländes nicht betreten, weil sich dort weitere Explosionen ereigneten. Das betroffene Unternehmen ist mehr als 150 Jahre alt und nach eigenen Angaben einer der größten Hersteller von Feuerwerkskörpern in Europa. Es beschäftigt etwa 40 Mitarbeiter und exportiert seine Produkte in zahlreiche EU-Staaten.

Deutsche Polizei fasst „Sonnenschirm-Ripper“

Nur noch Sonnenschirmgerippe in zahlreichen Biergärten, Cafes und Privatgärten - nun hat die Polizei im deutschen Aachen eine besonders skurrile Diebstahlserie gelöst: Nach ihren Angaben von heute wurde ein 48-jähriger Mann aus Stolberg als Verdächtiger festgenommen.

Nach Erkenntnissen der Polizei schraubte oder schnitt der Mann nachts aus den großen Sonnenschirmen die Bespannung ab und ließ die nackten Gestelle zurück. Zu Hause habe der Mann den Stoff gehortet, teilte die Polizei mit.

Der entscheidende Hinweis kam laut der Mitteilung von einem Polizisten, der sich an eine ähnliche Einbruchsserie in Gaststätten erinnerte, bei dem ein Dieb jeweils nur die Gardinen gestohlen hatte. Bei diesem fanden die Polizisten den Stoff und auch noch 200 Reitpeitschen aus Leder. Wie der Dieb an diese kam, muss noch geklärt werden. Der Mann schweigt beharrlich.

Drogenbeschaffung über Internet nimmt zu

Der heute vom Bundeskriminalamt veröffentlichte Lagebericht zur Suchtmittelkriminalität 2014 zeigt, dass das Internet neue Wege zur Drogenbeschaffung bietet. So würden psychoaktive Substanzen zumeist via Mausklick direkt aus China bestellt. Zudem sei generell ein steigender Drogenkonsum bei Jugendlichen zu erkennen.

Polizei beklagt fehlendes Unrechtsbewusstsein

Im Darknet würde Kriminellen ein virtueller Rückzugsraum und Anonymität geboten. Das Bundeskriminalamt habe diesen Trend erkannt und die Leitung eines EU-Projektes übernommen, in dem Drogenfahnder gemeinsam mit IT- und Cybercrime-Experten zwei Jahre im Darknet ermitteln. Ihr Ziel: Drogendealer festnehmen und illegale Drogen sicherstellen.

Die Polizei sei in ihrer täglichen Arbeit immer öfter mit einer Verharmlosung der Folgen und Gefahren sowie einem fehlenden Unrechtsbewusstsein seitens jugendlicher Konsumentinnen konfrontiert, beklagt das Bundeskriminalamt. Gerade dieser Leichtsinn könne - in Verbindung mit unkontrolliertem Mischkonsum, unbekannten und oft hoch gefährlichen Beimengungen oder via Internet bestellten Suchtmitteln - gefährlich enden.

Mehr als 30.000 Anzeigen im Vorjahr

2014 wurden in Österreich insgesamt 30.250 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz erstattet. Das bedeutet gegenüber 2013 einen Anstieg um rund sieben Prozent. Von diesen Anzeigen entfielen 29.674 auf strafbare Handlungen im Zusammenhang mit Drogen, 566 auf die Straftatbestände für psychotrope Stoffe und zehn Anzeigen auf solche für Drogenausgangsstoffe. Der Schwarzmarktwert des im Vorjahr sichergestellten Suchtgifts lag bei mehr 18 Millionen Euro.

Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, betrafen im Vorjahr 18,8 Prozent der Anzeigen 18- bis unter 21-Jährige. Die 5.677 Fälle bedeuten eine deutliche Steigerung gegenüber 2013 mit 4.852. Noch extremer die Steigerung der Anzeigen gegen 14- bis unter 18-Jährige: 1.880 gegenüber 1.323.

Gesundheit

NGO: Erneut Ebolafall in Sierra Leone

Die Meldung, Sierra Leone sei endlich frei von Ebola, hat sich der Organisation Jugend Eine Welt zufolge als voreilig erwiesen. Gestern wurde ein neuerlicher Infektionsfall bekanntgegeben.

Es handle sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein „Überschwappen“ des Virus aus der Nachbarregion Forecariah in Guinea auf den Distrikt Kambia in Sierra Leone, berichtete Lothar Wagner, Direktor des Kinderschutzzentrums Don Bosco Fambul in Freetown. „Es fehlt dort an effektiver länderübergreifender Zusammenarbeit und Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit, die unbedingt notwendig wären, da reger Handel zwischen den beiden Ländern betrieben wird.“

Wagner übte gegenüber UNO-Organisationen und „Ebola-Profiteuren“ Kritik. Es seien Unsummen an Fördergeldern geflossen, die unmittelbar Betroffenen würden diese Hilfen jedoch kaum erreichen. „Große Gewinner dieser Pandemie sind Autohersteller, Regierungsbeamte, Hoteliers und aus der ganzen Welt eingeflogene sogenannte Protection Officers mit horrenden Gehältern“, sagt der Salesianerbruder.

Religion

Indien: Zu-Tode-Fasten vorübergehend erlaubt

Das Oberste Gericht Indiens hat den Anhängern des Jainismus vorübergehend das Ritual des Zu-Tode-Fastens erlaubt. Das Tribunal habe ein im Bundesstaat Rajasthan verhängtes Verbot vorübergehend, bis eine vollständige Anhörung der Kläger erfolgt sei, aufgehoben. Das sagte heute der Anwalt Rajesh Jain, der die Gemeinschaft vor Gericht vertritt. Vertreter der religiösen Minderheit hatten gegen das vergangene Woche verhängte Verbot des Rituals geklagt, zudem hatten Tausende Glaubensanhänger in ganz Indien gegen das Urteil protestiert.

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Kultur

„Kultur.montag“: Jack Unterweger als Kinofilm

Jack Unterweger war einer der berüchtigtsten Verbrecher der Zweiten Republik. Jetzt hat Regisseurin Elisabeth Scharang Unterwegers Leben fürs Kino verfilmt. Bis heute ist nicht restlos geklärt, ob Unterweger tatsächlich alle Morde begangen hat, die ihm zur Last gelegt wurden. Noch bevor das Urteil rechtskräftig wurde, hat sich der „Häfenpoet“ in seiner Zelle erhängt. Im Film „Jack“ spielt Burgschauspieler Johannes Krisch den Frauenschwarm, Dandy und Mörder. Krisch und Scharang sind ab 22.25 Uhr in ORF2 live zu Gast im „kultur.montag“-Studio.

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Klagenfurter Autorin feiert bemerkenswertes Debüt

Ein bemerkenswertes Debüt ist der Klagenfurterin Anna Baar gelungen. Mit ihrem Roman „Die Farbe des Granatapfels“ hat die 42-Jährige auf Anhieb den Sprung auf die ORF-Bestenliste geschafft, und diesen Platz hält sie auch im September.

Mit einem ersten Einblick in ihre österreichkroatische Familiengeschichte, die dieser Roman erzählt, kam Baar auch heuer beim Bachmann-Preis ins Finale. Ö1 sprach mit der Autorin über doppelte Heimat, ihre Anfänge und über Grenzen.

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Science

Wassertemperatur bedroht Korallenriff vor Katar

Das Korallenriff des Ölemirats Katar ist durch hohe Temperaturen des Meerwassers gefährdet. Das geht aus einer Studie der Universität Katar und des Umweltministeriums hervor, deren Ergebnisse heute veröffentlicht wurden. Die Forscher stellten dabei fest, dass sich das Wasser auf mehr als 36 Grad Celsius erwärmte.

Die hohen Wassertemperaturen hatten laut der Untersuchung bereits ein Massensterben von 20 Fischarten zur Folge. Zwar würden Ende August und Anfang September alle paar Jahre extreme Wassertemperaturen gemessen, sagte der Meeresbiologe Ibrahim al-Maslamani. „Aber 36 Grad sind wirklich zu viel.“

Das Korallenriff sei bei hohen Wassertemperaturen „sehr empfindlich“, so der Meeresbiologe. Daher mache er sich um den Erhalt des Korallenriffs „große Sorgen“. Die katarische Halbinsel ist an mehreren Stellen von Korallen umgeben, unter anderem an der Insel Halul nordöstlich der Hauptstadt Doha.