Ausland

Slowakei: Gabcikovo stimmt über Asyl-Unterkunft ab

Der Widerstand der südslowakischen Gemeinde Gabcikovo gegen die von Wien und Bratislava vereinbarte Unterbringung von Asylbewerbern aus Österreich in einer dortigen Einrichtung hält an. Rund 4.300 wahlberechtigte Bewohner sollen heute in einer lokalen Volksabstimmung über die Unterbringung der Flüchtlinge abstimmen.

Die Volksbefragung folgt einer Petition, mit der fast 1.150 Gemeindebewohner gegen die geplante Unterbringung der Flüchtlinge aus dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen auf dem Areal der Technischen Universität in der Gemeinde protestiert hatten. Man wolle damit die Meinung der Bewohner des Dorfes öffentlich machen und ein Signal setzen, sagte Bürgermeister Ivan Fenes.

Auch mit dem Referendum wird Gabcikovo die geplante Unterbringung der Flüchtlinge im Dorf wohl kaum mehr verhindern können. Die Ausschreibung einer Volksbefragung sei zwar Kompetenz der Gemeinde - „das Innenministerium ist aber nicht verpflichtet, sich nach deren Ergebnissen zu richten,“ sagte Innenressort-Sprecherin Michaela Paulenova der APA.

Biden erwägt US-Präsidentschaftskandidatur

US-Vizepräsident Joe Biden erwägt nach einem Zeitungsbericht eine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr. Bidens Berater hätten damit begonnen, Kontakte zu führenden Persönlichkeiten und Spendern bei den Demokraten aufzunehmen, die sich noch nicht ausdrücklich zu einer Unterstützung einer Kandidatur der Demokratin Hillary Clinton bekannt hätten.

Das berichtete die „New York Times“ gestern. Unter den Gesprächspartnern seien auch solche gewesen, die wachsende Zweifel an der Eignung der früheren US-Außenministerin hätten.

Die „Times“-Kolumnistin Maureen Dowd schrieb zudem von Treffen Bidens mit Freunden und Familienmitgliedern in seinem Haus, bei denen er von seiner Absicht, ins Rennen um die Kandidatur einzusteigen, berichtet haben soll. Demnach könnte er Clinton bei den Vorwahlen in den ersten beiden Staaten Iowa und New Hampshire herausfordern.

Die 67-jährige Clinton ist die Favoritin der Demokraten bei den sogenannten Primaries, die im Februar 2016 beginnen. Zuletzt war sie aber auch in die Kritik geraten - unter anderem wegen ihres Umgangs mit dienstlichen E-Mails während ihrer Zeit als Außenministerin. Bei den Republikanern gehen nach derzeitigem Stand 17 Politiker in den Kampf um die Nominierung.

Krawalle in Nahost nach Tod von Palästinenser-Kind

Im Westjordanland ist es nach dem Tod eines palästinensischen Kleinkinds gestern zu Krawallen gekommen. Die israelische Armee beendete einen Zusammenstoß zwischen jüdischen Siedlern und Palästinensern, die sich gegenseitig mit Steinen beworfen hatten.

An mehreren Orten in der Region gingen Palästinenser und arabische Israelis auf die Straße. Das 18 Monate alte Kind war am Freitag bei einem Brandanschlag mutmaßlicher jüdischer Extremisten ums Leben gekommen.

Zwei palästinensische Jugendliche waren zuvor nach Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten.

Italien: Fünf tote Flüchtlinge auf Schlauchboot

20 tote Migranten und tausende gerettete Flüchtlinge ist die Bilanz des Einsatzes der italienischen Küstenwache in den vergangenen sieben Tagen. Zuletzt wurden gestern die Leichen von fünf Flüchtlingen an Bord eines Schlauchbootes entdeckt. Noch unklar ist die Todesursache, berichteten italienische Medien.

In diesem Jahr haben Schätzungen zufolge bisher etwa 150.000 Flüchtlinge Europa auf dem Seeweg erreicht. Bei der versuchten Überfahrt sind mehr als 1.900 Menschen gestorben, zweimal so viele wie im Jahr zuvor. Die meisten Flüchtlinge aus den Nahen Osten und Afrika brechen von Libyen aus auf.

Italien rechnet damit, dass der massive Migrationsstrom über das Mittelmeer auch 2016 anhalten wird. Die Regierung in Rom sei derzeit bemüht, weitere 10.000 Unterkünfte für die Flüchtlinge zu finden, die in den letzten Wochen in Italien eingetroffen sind, berichtete die Regierung. Italien versorge zurzeit 86.000 Flüchtlinge.

Mindestens 65 Tote bei Kämpfen in Syrien

Bei erneuten blutigen Kämpfen in Syrien sind mindestens 65 Menschen getötet worden. Wie die in Großbritannien ansässige Syrische „Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ heute berichtete, starben bei Auseinandersetzungen in der strategisch wichtigen Region Sahl al-Ghab binnen eines Tages 20 Kämpfer der prosyrischen Kräfte sowie 19 Rebellen.

Weitere 25 Tote gab es bei heftigen Auseinandersetzungen um ein Armeelager nahe der Stadt Aleppo. Die Angaben der den Rebellen nahestehenden Beobachtungsstelle lassen sich von unabhängiger Seite kaum überprüfen. Doch stützt sie sich auf ein ganzes Netz von Aktivisten, und viele ihrer Berichte stellten sich im Nachhinein als richtig heraus.

Rebellen eroberten mehrere Positionen

Die Region Sahl al-Ghab in der zentralen Provinz Hama grenzt an die Provinz Lattakia, aus der die Familie von Staatschef Bashar al-Assad stammt. Anfang der Woche hatten die Rebellen dort eine Offensive gestartet und mehrere Positionen erobert.

Sieben davon konnten nach Angaben der Beobachtungsstelle bei den heftigen Kämpfen von der syrischen Armee zurückerobert werden. Auch die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete von „Dutzenden getöteten Terroristen“, die übliche Umschreibung für die Aufständischen.

Paris, London: Flüchtlingskrise hat Priorität

Frankreich und Großbritannien haben die Beilegung der Flüchtlingskrise am Eurotunnel in Calais zur obersten Priorität ihrer Politik erklärt. Die Regierungen beider Länder seien „entschlossen“, das Problem „gemeinsam zu lösen“, schrieben der französische Innenminister Bernard Cazeneuve und seine britische Kollegin Theresa May in einem gemeinsamen Beitrag. Dieser wurde in der französischen Zeitung „Journal du Dimanche“ sowie im britischen „Telegraph“ veröffentlicht.

Cazeneuve und May hatten sich am Dienstag in London getroffen. Nach den Gesprächen kündigte die britische Ministerin an, umgerechnet zehn Millionen Euro zusätzlich für die Grenzsicherung bereitzustellen. Seit Wochen versuchen nahe dem französischen Calais immer wieder hunderte Migranten, nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen nach Großbritannien zu gelangen. Mitunter zählten die Behörden pro Nacht 2.000 abgewehrte Versuche.

Nach der Verstärkung des Sicherheitsaufgebots vor dem Eurotunnel nahm die Zahl der Fluchtversuche deutlich ab. In der Nacht auf Samstag wurden der Polizei zufolge etwa 300 Versuche von Flüchtlingen registriert, die Absperrungen zu überwinden. Cazeneuve und May sprachen mit Bezug auf die neuen Maßnahmen von einem „klaren Signal“: „Unsere Grenzen sind sicher.“ Es gebe keinen einfachen Weg nach Großbritannien. Die Welt leide unter einer „globalen Flüchtlingskrise“ - diese könne aber nicht von Frankreich und Großbritannien allein geschultert werden.

Große NATO-Luftwaffenübung im September in Tschechien

Im September wird beim südmährischen Namest nad Oslavou (20 Kilometer westlich von Brünn, etwa 45 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt) eine umfangreiche NATO-Luftwaffenübung stattfinden, an der 18 Mitgliedstaaten der Allianz teilnehmen werden. Als Beobachter wird Österreich eingeladen, teilte der tschechische Generalstab gestern mit.

Das Ziel der Übung unter dem Namen „Ample Strike“ sei die Abstimmung zwischen Luft- und Bodeneinheiten, hieß es aus der Pressestelle des Generalstabs gegenüber der Nachrichtenagentur CTK.

Drei Wochen lang

Eine ähnliche Luftwaffenübung hatte in Tschechien bereits 2014 stattgefunden. Heuer soll sie aber umfangreicher sein. Außerdem werde der eigene „Flugteil“ der Übung zwei anstatt einer Woche dauern. Die gesamte Übung wird vom 31. August bis 22. September stattfinden, hieß es.

Das größte Kontingent werden wie bereits 2014 die USA entsenden. Die Amerikaner werden mit den Hubschraubern Apache an der Übung teilnehmen, die auf den Basen in Deutschland und Großbritannien stationiert sind. Darüber hinaus sollten die Vertreter der Nationalgarde aus Texas nach Tschechien kommen, sagte die Pressesprecherin des Generalstabs.

Inland

Mikl-Leitner will „Asyl auf Zeit“

Wo und wie ab Mittwoch neu ankommende Flüchtlinge in Österreich versorgt werden, hat Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) auch gestern noch nicht im Detail sagen können. Doch zumindest auf längere Sicht will die Ressortchefin nun offenbar vorbauen. In der Ö1-Interviewserie „Im Journal zu Gast“ bestätigte sie, ab nächster Woche mit SPÖ und Ländern über einen zeitlich befristeten Schutz für Flüchtlinge diskutieren zu wollen. „Bis zum Herbst“ solle dann ein Ergebnis vorliegen, so Mikl-Leitner. FPÖ und Team Stronach sahen sich damit bestätigt.

Mehr dazu in „Mindestens“ 35.000 weitere Plätze

Wirtschaft

Chef der gEx-Bitcoin-Plattform MtGox festgenommen

Japans Polizei hat den Chef der gescheiterten Bitcoin-Plattform MtGox festgenommen. Wie die Ermittler am Samstag in Tokio mitteilten, wird dem 30-jährigen Mark Karpeles unter anderem vorgeworfen, 2013 Daten im Computersystem der Börse manipuliert zu haben, um auf diese Weise rund eine Million Dollar (etwa 911.000 Euro) künstlich zu generieren.

Wie die Nachrichtenagentur Kyodo und andere japanische Medien berichteten, wird außerdem ermittelt, ob der MtGox-Chef etwas mit dem Verschwinden von Bitcoins im Wert von 390 Millionen Dollar (355 Mio. Euro) zu tun hat.

Berichten zufolge wies Karpeles die Anschuldigungen zurück. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie der 30-Jährige von mehreren Beamten festgenommen und abgeführt wurde. MtGox hatte im Februar vergangenen Jahres den Tausch von Bitcoins in reale Währungen ausgesetzt, kurze Zeit später verschwand die Handelsplattform dann aus dem Internet. Das Unternehmen begründete den Stopp mit einem Softwarefehler.

Die virtuelle Währung Bitcoin war im Jahr 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte.

Medien: Athen wollte gegen deutsche Konzerne vorgehen

Der griechische Alternativplan im Fall einer von den Gläubigern erzwungenen ungeordneten Insolvenz hat einem Pressebericht zufolge auch Korruptionsermittlungen gegen deutsche Unternehmen beinhaltet. Bei Anwendung des Plans wären entsprechende Ermittlungen gegen in Griechenland tätige deutsche Konzerne wie Siemens, Lidl, Allianz, MAN und Hochtief eingeleitet worden, berichtete die griechische Zeitung „Efimerida ton Syntakton“ gestern.

Deutschland trägt die größte Last der Hilfspakete für Griechenland und zählt zu den schärfsten Kritikern der Reformbemühungen in dem Land. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte zudem ein vorübergehendes Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro ins Spiel gebracht.

Prozess gegen Siemens-Mitarbeiter läuft

Gegen Siemens-Mitarbeiter läuft in Griechenland bereits ein Prozess wegen eines Bestechungsskandals: Sie sollen 1997 etwa 70 Mio. Euro Schmiergelder an die griechische Telekommunikationsgesellschaft OTE gezahlt haben, um die Digitalisierung des griechischen Telefonnetzes übernehmen zu können. Rund ein Dutzend damaliger Siemens-Vertreter und rund 40 weitere Angeklagte stehen deshalb seit März vor Gericht.

Was noch geplant gewesen sein soll

Ein weiterer Punkt in Athens Alternativplan waren der Zeitung zufolge Verstaatlichungen. So sei etwa die Verstaatlichung des erst 2013 privatisierten Glücksspielunternehmens Opap vorgesehen gewesen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise. Geplant gewesen seien auch Mauteinkünfte an den Autobahnen und der größten Brücke des Landes. Ziel des Plans sei es gewesen, „die Kosten für den Bruch“ für die Gläubiger zu erhöhen.

Die Regierung in Athen wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren. Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte allerdings am Freitag im Parlament gesagt, er habe Ex-Finanzminister Giannis Varoufakis angewiesen, einen „Abwehrplan“ für den Fall auszuarbeiten, dass Griechenland den Euro verlassen müsse. Details zu den Inhalten des Plans nannte er aber nicht.

Sport

Tennis: Thiem kämpft sich ins Gstaad-Finale

Nur eine Woche nach seinem Turniersieg in Umag hat Österreichs Nummer eins Dominic Thiem das nächste Finale auf der ATP-Tour erreicht. Der 21-jährige Niederösterreicher rang im Semifinale von Gstaad den als Nummer zwei gesetzten Spanier Feliciano Lopez in drei Sätzen nieder und trifft nun im Endspiel heute (11.30 Uhr, live in ORF Sport +) auf den topgesetzten Belgier David Goffin, mit dem er noch eine Rechnung aus dem Vorjahr offen hat.

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Schwimm-WM: Zaiser und Auböck OSV-Hoffnungsträger

Je fünf österreichische Damen und Herren nehmen ab heute die Langbahn-Bewerbe bei der Schwimm-WM in Kasan in Angriff. Die chancenreichsten OSV-Athleten sind trotz ihrer Jugend Lisa Zaiser und Felix Auböck. Der Einzug ins Semifinale ist für die 20-jährige Kärntnerin und den 18-jährigen Niederösterreicher realistisch, eine Finalteilnahme wohl nur mit einer Sonderleistung möglich.

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Chronik

Verletzte bei Unwetter in Florenz

Niederschläge, Windböen und Hagel haben in der Nacht auf heute die Toskana heimgesucht. Betroffen war vor allem die Stadt Florenz, in der drei Personen verletzt wurden. Die heftigen Gewitter verursachten riesige Überschwemmungen, berichteten italienische Medien

Die Bahnverbindung zwischen Florenz und Rom wurde wegen des Unwetters unterbrochen. Hunderte Menschen mussten die Nacht im Bahnhof verbringen. Drei Menschen wurden in einem Auto verletzt, als ein Baum auf das Fahrzeug stürzte. Insgesamt wurden rund 20 Personen in den Krankenhäusern wegen leichteren Verletzungen in Folge der schweren Unwettern behandelt.

In einigen Stadtvierteln von Florenz mussten die Menschen auf ihre Autos klettern, um nicht vom Wasser auf den überschwemmten Straßen fortgerissen zu werden. Zwei Autofahrer drohten in einer Straßenunterführung zu ertrinken. Überschwemmt wurden Keller und Geschäfte. Die Gemeinde appellierte an die Bürger, aufs Auto zu verzichten.

Leichtes Erdbeben beim Gardasee

In der Nähe des Gardasees im Norden Italiens hat gestern Abend die Erde gebebt. Das Beben der Stärke 3,7 auf der Richterskala war laut dem Schweizer Erdbebendienst vermutlich weiträumig spürbar, dürfte aber kaum zu Schäden geführt haben.

Das Beben ereignete sich um 22.47 Uhr in 6,5 Kilometern Tiefe. Das teilte der ETH-Dienst auf seiner Website mit.

Leichen mit Folterspuren in Mexiko-Stadt entdeckt

In einem Haus in einer eher wohlhabenden Gegend der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt sind die Leichen von fünf Menschen gefunden worden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft gestern mitteilten, waren die Leichen mit Schusswunden übersät, die Opfer waren außerdem mit Klebeband gefesselt und wurden augenscheinlich gefoltert.

Bei den Toten handelte es sich demnach um vier Frauen und einen Mann. Entdeckt wurden die Leichen am Freitagabend (Ortszeit) in Navarte im Süden der mexikanischen Hauptstadt nach einem Anruf von Nachbarn.

In Mexiko tobt ein Drogenkrieg zwischen verfeindeten Kartellen, bei dem seit 2006 mehr als 100.000 Menschen getötet wurden. Besonders beim Fund von Leichen mit Folterspuren gehen die Behörden oft von Opfern der Drogengewalt aus - allerdings sind diese in der Hauptstadt vergleichsweise selten.

Flüchtling in Bonn nach Polizeischüssen schwer verletzt

Bei einem Polizeieinsatz in einem Flüchtlingsheim in Bonn ist ein junger Mann gestern Abend schwer verletzt worden. Wie ein Sprecher der Polizei Bonn einer Nachrichtenagentur sagte, ging dem Einsatz ein Streit des 23-Jährigen mit einem Mitbewohner voraus.

Dabei habe der aus Guinea stammende Mann sein 27-jähriges Gegenüber mit einem Messer verletzt. Als ein Sondereinsatzkommando herbeigerufen wurde, eskalierte die Situation: Der 23-Jährige verschanzte sich im zweiten Obergeschoß des Heims. Als er - immer noch mit Messern bewaffnet - aus dem Gebäude sprang und fliehen wollte, eröffneten die Beamten das Feuer.

Die Einsatzkräfte hätten zunächst versucht, ihn mit Tränengas zu stoppen, sagte der Polizeisprecher. Er sei jedoch immer weiter gelaufen und sei deshalb „durch Schüsse auf die Gliedmaßen“ angriffsunfähig gemacht worden.

Der Mann wurde in ein Bonner Krankenhaus gebracht. Nach Angaben des Polizeisprechers war sein Zustand stabil. Für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft wurden Notfallseelsorger eingesetzt. Der 27-Jährige, der mit dem Messer angegriffen worden war, war den Angaben zufolge nur leicht verletzt.

Traktorunfall in Deutschland: 13 Kinder verletzt

Bei einem Unfall eines Kleintraktors im hessischen Bad Camberg sind der Fahrer und 13 Kinder teils schwer verletzt worden. Aus zunächst ungeklärter Ursache fuhr der Fahrer eine abschüssige Straße hinunter und verlor dabei die Kontrolle über seinen Traktor mit dem Anhänger, auf dem die Kinder waren, wie ein Polizeisprecher sagte.

Zunächst rammte der Mann mit dem Gespann ein an der Straße stehendes Auto und prallte dann gegen eine Hauswand. Durch die Wucht seien der Traktor sowie der Anhänger umgekippt. Als Nachbarn die Schreie hörten, waren sie sofort zur Stelle und leisteten Erste Hilfe. Rettungskräfte brachten die Kinder teils mit Hubschraubern in umliegende Krankenhäuser.

Simbabwe schränkt Großwildjagd ein

Nach dem tragischen Tod des Löwen Cecil aus dem Hwange-Nationalpark in Simbabwe haben die Behörden des Landes die Großwildjagd in der Region eingeschränkt. Das Jagen von Löwen, Leoparden und Elefanten in Gebieten, die an den Nationalpark grenzten, werde ab sofort ausgesetzt, erklärte die simbabwische Nationalparkbehörde. Die Jagd werde nur noch nach einer schriftlichen Erlaubnis der Behörde und im Beisein von Parkpersonal gestattet.

Der „illegale Tod“ des beliebten Löwen Cecil durch einen Großwildjäger aus den USA habe gezeigt, dass die Regeln verschärft werden müssten, hieß es in der Erklärung weiter. Zudem wurden ähnliche Beschränkungen für die generelle Jagd mit Pfeil und Bogen erlassen. Jedes Zuwiderhandeln werde streng geahndet, versprach die Behörde.

Cecils Kadaver war Anfang Juli außerhalb des Hwange-Nationalparks entdeckt worden. Der Kopf der Raubkatze fehlte, das Fell war abgezogen. Das Tier wurde bei der Jagd zunächst nur verwundet und starb erst viele Stunden später. Die Trophäenjagd löste weltweit Empörung aus.

Kultur

Wagners „Götterdämmerung“ in Bayreuth bejubelt

Der Opern-Vierteiler „Der Ring des Nibelungen“ ist bei den Richard-Wagner-Festspielen erneut zum Triumph für Dirigent Kirill Petrenko geworden. Zum Abschluss der Tetralogie gestern Abend mit der „Götterdämmerung“ gab es in Bayreuth lauten Jubel für den künftigen Chef der Berliner Philharmoniker.

Gefeiert wurden auch ausnahmslos die Sänger - allen voran Catherine Foster in der Rolle der Brünnhilde und Stefan Vinke als Siegfried. Geteilte Reaktionen rief dagegen Regisseur Frank Castorf hervor, der zum dritten Mal für die „Ring“-Produktion in Bayreuth verantwortlich ist: Seine Regie wurde sowohl mit Buhrufen als auch mit Applaus gewürdigt.

Mit der „Götterdämmerung“ endete bei den Festspielen die Premierenwoche. Das weltbekannte Festival läuft noch bis zum 28. August. Dann verabschiedet sich der gefeierte Petrenko vom Grünen Hügel: Er gibt die musikalische Leitung des „Rings“ an Marek Janowski ab, um präsenter in München zu sein, wo er derzeit noch Generalmusikdirektor der Staatsoper ist.

Lifestyle

Leute

Snoop Dogg mit zu viel Bargeld in Italien erwischt

Schon wieder Ärger mit der Polizei in Europa für US-Rapper Snoop Dogg: In Kalabrien wurde er auf einem Flughafen mit zu viel Bargeld erwischt.

Er habe 422.000 US-Dollar (rund 385.000 Euro) bei sich getragen und damit gegen EU-Anti-Geldwäsche-Vorschriften verstoßen, wonach Barbeträge über 10.000 Euro deklariert werden müssen, meldete die italienische Nachrichtenagentur ANSA gestern.

Hälfte des Geldes beschlagnahmt

Die italienische Steuerpolizei habe die Hälfte des Geldes beschlagnahmt. Erwischt wurde der Musiker („Drop It Like It’s Hot“) auf dem Flughafen von Lamezia Terme, in der Nähe von Tropea. Dort wollte er nach London abfliegen, nachdem er in Italien vier Konzerte gegeben hatte.

Am 25. Juli war der 43-Jährige in Schweden wegen Drogenverdachts kurzzeitig festgenommen worden. Die Polizei in Uppsala hatte ihn nach eigenen Angaben zur Befragung auf die Wache mitgenommen, weil er bei einer Kontrolle wie unter Drogen stehend gewirkt habe. Snoop Dogg verkündete daraufhin, nie wieder in das skandinavische Land zurückzukehren.