Ausland

Mindestens 20 Tote nach Selbstmordanschlägen im Jemen

Bei zwei Selbstmordanschlägen auf eine Moschee sind in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa heute nach Angaben von Rettungskräften mindestens 20 Menschen getötet worden. Etwa 50 weitere Menschen seien verletzt worden, teilten Ärzte mit.

Nach Angaben von Augenzeugen sprengte sich ein Attentäter mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft. Der zweite steuerte demnach ein mit Sprengstoff präpariertes Fahrzeug in eine Menge von Gläubigen, als diese die Moschee im Norden Sanaas verließen. Zu dem Anschlag bekannte sich wenig später die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Konflikt kostete mehr als 4.400 Menschen das Leben

In der jüngeren Vergangenheit hatten IS-Extremisten im Jemen bereits mehrfach Anschläge verübt. Seit Monaten kämpfen in dem Land Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi mit Unterstützung einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition gegen Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten des ehemaligen Staatschefs Ali Abdullah Saleh.

Seit der Eskalation des Konflikts zwischen den Huthi-Rebellen und ihren Verbündeten in der Armee sowie den Regierungstruppen und ihren ausländischen Unterstützern Ende März wurden bereits mehr als 4.400 Menschen getötet. Ein Großteil der Bevölkerung des ohnehin armen Landes ist infolge des Konflikts von Hunger bedroht.

Iranische Revolutionsgarden drohen Israel mit Vernichtung

Der Iran werde seine militärische Einsatzbereitschaft weiter ausbauen, bis er Israel vernichten und Palästina befreien könne. Das erklärte der hochrangige Kommandant der mächtigen iranischen Revolutionsgarden, General Mohsen Kassemeini, heute laut Nachrichtenagentur FARS.

Die Zionisten und die USA sollten wissen, „dass die Islamische Revolution ihre Einsatzbereitschaft weiter vergrößern wird, bis Israel geschlagen und Palästina befreit ist“, sagte Kassemeini am Beginn von Manövern in Teheran, an denen sich 250.000 Mitglieder der Freiwilligenmiliz Basij beteiligen.

„Wir werden nicht nur unser eigenes Land weiter verteidigen, sondern alle unterdrückten Völker der Welt, besonders in jenen Ländern, die die Frontstaaten in der Konfrontation mit den Zionisten bilden“, so der General.

Armee neben der Armee

Die Revolutionsgarden sind eine paramilitärische Organisation, die 1979 von Revolutionsführer Ruhollah Chomeini aufgestellt wurde. Sie entwickelten sich in der Folge zu einem wichtigen Akteur während des Ersten Golfkriegs.

Die 120.000 Mann starken Garden stellen mit Heer, Luftwaffe und Marine eine komplette Armee neben den offiziellen Streitkräften dar. Sie verstehen sich als das militärisch-ideologische Rückgrat des Iran.

Ukraine erklärt Russland offiziell zum Gegner

Der Sicherheitsrat der Ukraine hat den Nachbarn Russland in seiner neuen Militärdoktrin nun offiziell zum Gegner erklärt. „Die Nichtakzeptanz der Unabhängigkeit der Ukraine ist tief verwurzelt in der Mentalität der russischen politischen Elite“, erklärte Präsident Petro Poroschenko einer Mitteilung seines Amtes zufolge heute in Kiew.

Die Ukraine müsse deshalb der militärischen Herausforderung begegnen. Dem Dokument zufolge soll die ukrainische Armee bis 2020 mit den Streitkräften der NATO-Staaten auf Augenhöhe sein.

„Befreiung der zeitweilig okkupierten Territorien“

Die mit Unterstützung der NATO erstellte Doktrin enthält zudem nicht näher genannte Bedingungen für die „Befreiung der zeitweilig okkupierten Territorien“. Die Ukraine will die abtrünnigen Regionen Lugansk und Donezk im Osten des Landes sowie die im März 2014 von Russland einverleibte Halbinsel Krim wieder unter ihre Kontrolle bringen.

Größte Gefahr für die nationale Sicherheit der Ex-Sowjetrepublik sei die hohe Wahrscheinlichkeit eines großen russischen Militäreinsatzes, hieß es. Bestätigt werden mit der Doktrin auch der Verzicht auf Blockfreiheit sowie der Kurs für einen NATO-Beitritt. Der Sicherheitsrat erweiterte außerdem die Liste mit Sanktionen gegen russische Politiker und Unternehmen.

Griechenland fängt Waffenlieferung nach Libyen ab

Die griechische Küstenwache hat nach eigenen Angaben eine Lieferung von Waffen auf dem Weg von der Türkei in das Bürgerkriegsland Libyen abgefangen. Der Frachter mit siebenköpfiger Besatzung sei etwa 37 Kilometer nordöstlich von Kreta gestoppt und in den Hafen von Heraklion eskortiert worden, teilten die griechischen Behörden heute mit.

Welche Waffen an Bord waren, wurde zunächst nicht bekannt. Die Besatzung werde derzeit befragt und der Inhalt von Containern an Bord geprüft, erklärte ein Sprecher der Küstenwache.

Türkei: Waffen laut Dokumenten für sudanesische Polizei

Ein Sprecher des türkischen Außenministeriums bestätigte, dass das Schiff Waffen transportiert habe. Die Fracht sei vollständig dokumentiert und für die sudanesische Polizei bestimmt. Zudem habe der Frachter Baumaterialien für Libyen transportiert. Sollten sich die Dokumente jedoch als falsch erweisen, werde das Konsequenzen haben, ergänzte der Sprecher.

Die Vereinten Nationen haben gegen Libyen ein Waffenembargo verhängt. In weiten Teilen Libyens herrscht seit dem Sturz des Machthabers Muammar Gaddafi im Jahr 2011 Gesetzlosigkeit. Zwei rivalisierende Regierungen mit eigenen Parlamenten und Truppen bekämpfen einander. Extremistische Gruppen wie der Islamische Staat (IS) nutzen das aus und versuchen in dem Land Fuß zu fassen.

Obama sichert sich Zustimmung im Kongress für Iran-Deal

US-Präsident Barack Obama hat im Ringen um die umstrittene Atomvereinbarung mit dem Iran die entscheidende Hürde genommen. Im Senat sicherte er sich heute die 34. Stimme und kann damit eine Ablehnung des Iran-Kompromisses verhindern.

Die demokratische Senatorin Barbara Mikulski teilte mit, sie werde für den vor allem von Israel scharf kritisierten Deal stimmen. Die Republikaner haben zwar in beiden Kongresskammern die Mehrheit, sie können aber mit einer entsprechenden Sperrminorität der Demokraten das Abkommen nicht mehr verhindern.

Kongress sicherte sich Mitspracherecht

Der US-Kongress hatte sich beim Atomdeal mit dem Iran gesetzlich ein Mitspracherecht gesichert. Die Prüffrist für den Kongress läuft am 17. September ab. Während dieser Zeit darf Obama dem Gesetz zufolge keine Sanktionen gegen den Iran aussetzen, aufheben oder verringern.

Stimmt nach Ablauf der Frist eine Mehrheit der Abgeordneten und Senatoren gegen das Abkommen, kann Obama diesen Schritt binnen zehn Tagen mit seinem Veto zurückweisen. Er hat bereits angekündigt, dass er von diesem Recht Gebrauch machen wird, sollte der Kongress sich gegen den Atomdeal sperren.

Veto nur mit Zweidrittelmehrheit aufzuheben

Nach einem Veto blieben dem Parlament wiederum zehn Tage Zeit, Obama zu überstimmen. Dazu wäre aber eine Zweidrittelmehrheit in Abgeordnetenhaus und Senat nötig, die mit den angekündigten 34 Stimmen aus dem Lager der Demokraten im Senat aber nicht zustande kommen würde.

Das Obama-Lager will nun auch noch versuchen, insgesamt 41 Stimmen im Senat auf sich zu vereinen. Damit ließe sich bereits eine erste Abstimmung gegen das vom Präsidenten mit ausgehandelte Abkommen verhindern. Die Demokraten halten 44 der insgesamt 100 Sitze im Senat.

„Erfolgreicher Eingriff“ bei Helmut Schmidt

Ein vierköpfiges Ärzteteam hat einen „erfolgreichen Eingriff“ bei Deutschlands Altkanzler Helmut Schmidt durchgeführt. Das sagte ein Sprecher der Asklepios Kliniken heute gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Schmidt war gestern wegen eines Gefäßverschlusses im rechten Bein auf die Intensivstation der Asklepios Klinik St. Georg eingeliefert worden.

„Das Bein wird wieder gut durchblutet“, sagte der Leiter des Ärzteteams gegenüber der „Bild“-Zeitung. „Der alte Zustand ist wiederhergestellt.“ Schmidt werde die Intensivstation in zwei bis drei Tagen verlassen können. Gestern Abend war bekanntgeworden, dass Schmidt in die Intensivstation des Hamburger Krankenhauses eingeliefert worden war. Die Lage sei „ernst“, zitierte das „Hamburger Abendblatt“ einen Freund.

Erst Anfang August war der SPD-Politiker für wenige Tage in dem Krankenhaus gewesen. Damals hatte nach Medienberichten Flüssigkeitsmangel dem 96-Jährigen gesundheitliche Probleme bereitet. Der SPD-Politiker Schmidt regierte von 1974 bis 1982. Noch immer ist er starker Raucher. In den vergangenen Jahren hatte er immer wieder gesundheitliche Probleme.

Europas selbst gemachte Asylkrise

Neun von zehn Menschen, die vor dem Krieg in Syrien flüchten, bleiben in den Nachbarländern. Diese Länder, vor allem Jordanien und der Libanon, sind dabei auf die Hilfe der internationalen Gemeinschaft angewiesen. Die finanzielle Unterstützung reicht allerdings kaum.

Die Folgen: Die Infrastruktur liegt brach, dringende Investitionen in Bildung und Arbeitsmarkt sind nicht möglich. Genau diese Perspektivenlosigkeit treibe Menschen, die eigentlich in den Nachbarländern Syriens bleiben wollten, zur Flucht nach Europa, sagen Experten. Hilfe für die betroffene Region würde nicht nur direkte Wirkung zeigen - „sie ist auch durchaus machbar“.

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Inland

Hypo-Ausschuss über „Wegräumen“ von Kritikern

Strategie oder seinerzeit eben Nichtstrategie, die verworfenen Börsenpläne und das mutmaßliche „Wegräumen“ von Kritikern waren heute die dominanten Themen im U-Ausschuss. Auch die Kärntner Privatstiftung kam mehrfach zur Sprache. Aussage gab es nur eine, nämlich die von Ex-Aufsichtsratschef Klaus Bussfeld. Der erste Zeuge, der frühere Kärntner Landesrat Harald Dobernig, war nicht erschienen – was den Tagesablauf eher durcheinanderbrachte. Aus dem Parlament berichteten für ORF.at live Petra Fleck (Text), Georg Krammer (Text) und Carina Kainz (Fotos).

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Spindelegger: ÖVP von „Nimbus der Korruption“ befreit

Der vor einem Jahr überraschend zurückgetretene ÖVP-Chef und Vizekanzler Michael Spindelegger sieht seinen größten politischen Erfolg darin, die ÖVP vom Nimbus der Korruption befreit zu haben. „Als ich die ÖVP übernahm, galt sie als korrupte Partei“, sagte Spindelegger im „Kurier“ (Donnerstag-Ausgabe).

„Ich habe damals gegen große Widerstände den Verhaltenskodex eingeführt. Das brachte mir viele weiße Haare. Aber es war richtig. Denn jetzt liegt der Nimbus der Korruption nicht mehr auf der ÖVP“, so Spindelegger.

Hypo-Gesetz kein Misserfolg

Das Hypo-Gesetz, das der Verfassungsgerichtshof aufgehoben hat, sieht der ehemalige Finanzminister nicht als Misserfolg. „Es wird leicht gesagt, dass ohnehin alle behauptet hätten, dass das Gesetz nicht halten wird. Das stimmt natürlich nicht“, so Spindelegger.

Es seien damals zwei Gutachten eingeholt worden, „die diesen verfassungsrechtlichen Weg abgesichert haben. Was gerne übersehen wird, ist, dass Nachranggläubiger, die wir geschnitten haben, und Primärgläubiger auseinanderzuhalten sind“, verteidigte Spindelegger sein Handeln als Finanzminister in der Causa Hypo.

Wirtschaft

China geht verstärkt gegen Spekulanten vor

Chinas Behörden wollen Wetten auf die Abwertung der Landeswährung Yuan erschweren. Die Zentralbank will das über bestimmte Kapitalreserven erreichen, die ab Oktober für den Kauf aller Währungsderivate beiseitegelegt werden sollen, wie aus einem Dokument hervorgeht, das die Nachrichtenagentur Reuters heute einsehen konnte.

Damit sollen Wetten auf weitere Kursverluste des Yuan teurer werden. Dessen Abwertung hatte die Finanzmärkte kürzlich in Unruhe versetzt.

Sanktionen gegen Handelsplattformen

Die Behörden nehmen zudem drei Betreiber von Handelsplattformen ins Visier, die ungeeigneten Investoren Geschäfte ermöglicht haben sollen. Die Wertpapieraufsicht kündigte an, die Unternehmen würden sanktioniert.

So würden die Einnahmen der Handelsplattformen aus diesen Geschäften beschlagnahmt. Zusätzlich müssten die drei Firmen eine Strafe zahlen. Die Behörden gehen seit den Börsenturbulenzen verstärkt gegen illegale Aktivitäten an den Finanzmärkten vor.

Katar verspricht ausländischen Arbeitern pünktliche Löhne

Ausländische Arbeiter im Emirat Katar werden ab November mehr Rechte bekommen. Die eigentlich schon für Mitte August geplante Reform zur pünktlichen Bezahlung werde am 3. November in Kraft treten, teilte das Arbeitsministerium am Mittwoch an. Profitieren sollen etwa die Arbeiter auf den Baustellen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022.

Den neuen Regelungen zufolge müssen ausländische Arbeiter alle zwei Wochen oder einmal im Monat bezahlt werden. Das Geld muss auf das Konto des jeweiligen Arbeiters überwiesen werden. Wer die Regelungen nicht befolge, dem drohe eine Gefängnisstrafe und Bußgelder bis zu 6.000 Riyal (1.460 Euro), erklärte das Ministerium heute. Menschenrechtsorganisationen hatten immer wieder verspätete oder gänzlich ausbleibende Lohnzahlungen an die Betroffenen beklagt.

Eine weitere, weit wichtigere Reform, lässt dagegen weiter auf sich warten - die des Kafala-Systems. Es bestimmt, dass ausländische Arbeitnehmer in Katar einen einheimischen Bürgen haben müssen. In der Regel ist das ihr Arbeitgeber. Dieser kann den Angestellten unter anderem untersagen, den Arbeitgeber zu wechseln oder das Land zu verlassen. Manche Kritiker betrachten das Kafala-System als eine Form von moderner Sklaverei. Die katarische Führung hat schon mehrmals die Abschaffung versprochen.

Finanzministerium ruft wegen Casino-Lizenzen VwGH an

Das Finanzministerium beharrt darauf, dass die drei Casino-Lizenzen in Wien und Niederösterreich zu Recht an Novomatic und eine schweizerisch-deutsche Gruppe vergeben wurden. Daher geht das Ministerium gegen die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (BVwG) vom Juli, die Lizenzvergabe aufzuheben, vor und hat Revisionen an den Verwaltungsgerichtshof (VwGH) erhoben.

Aus Sicht des Finanzministeriums seien bei der Erteilung der Konzessionen „sowohl die Bestimmungen des Glücksspielgesetzes als auch die sich aus der Judikatur des EuGH ergebenden Vorgaben berücksichtigt worden“, heißt es in einer Aussendung von heute.

Da sich der VwGH noch nicht zur Erteilung von Casinokonzessionen geäußert habe und „wesentliche Fragen“ zum Verfahren zur Konzessionserteilung vom BVwG nicht beantwortet worden seien, „wurde eine Anrufung des Höchstgerichts schon aus Gründen der Rechtssicherheit notwendig“.

Bundesverwaltungsgericht bemängelte Verfahren

Das Finanzministerium vergab Ende Juni 2014 drei Casino-Lizenzen: in Wien je eine an Novomatic (im Prater) und die Plaza 3, hinter der die Schweizer Stadtcasino Baden AG und der deutsche Automatenkonzern Gauselmann stehen (im Palais Schwarzenberg), sowie eine im Niederösterreichischen Bruck/Leitha ebenfalls an Novomatic.

Dagegen riefen Konkurrenten das Bundesverwaltungsgericht an. Dieses stellte in seinem Urteil am 21. Juli 2015 fest, dass wesentliche Details der Bewertungskriterien im Rahmen der Konzessionserteilungsverfahren den antragstellenden Unternehmen nicht im Vorhinein zur Kenntnis gebracht worden seien, was dem Transparenzgebot widerspreche. Insgesamt sei das Verfahren mangelhaft abgewickelt worden. Gegen diese Entscheidung ist nun außerordentliche Revision eingelegt worden.

Novomatic schloss sich Revision an

Novomatic-Sprecher Hannes Reichmann bestätigte der APA, dass sein Unternehmen sich der Revision angeschlossen habe. Von zwei unabhängigen Quellen hieß es außerdem zur APA, dass sich auch Plaza 3 der Revision angeschlossen habe.

Für Novomatic hat sich seit dem Zuschlag im Jahr 2014 die Lage dramatisch verändert. Denn inzwischen ist man beim früheren Konkurrenten Casinos Austria eingestiegen, bisher Monopolist für Casinos in Österreich. Eine mehrheitliche Übernahme steht im Raum. Die wettbewerbsrechtliche Prüfung dieses Einstiegs ist noch offen und soll bis Dezember vorliegen.

Wenn Novomatic zwei der drei neuen Lizenzen erhält und zugleich alle alten Casinos kontrolliert, ist die geplante Ausweitung der Konkurrenz kaum mehr darstellbar. Es bliebe nur ein Casino von Plaza 3, das nicht in der Hand von Novomatic wäre.

Lufthansa will mehr Gewinn von AUA

Noch nicht gänzlich zufrieden ist Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit der Konzerntochter AUA. Diese mache zwar keine Verluste mehr, sei aber noch nicht dort, wo die Schweizer Tochter Swiss sei. In der AUA stecke noch mehr Substanz.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Lufthansa-Piloten drohen wieder mit Streik

Die Piloten der Lufthansa drohen zum Ende der Ferienzeit erneut mit Streik. Der Lufthansa-Vorstand habe ein Angebot der Pilotengewerkschaft zu einem „Bündnis für Wachstum und Beschäftigung“ abgelehnt, teilte die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) heute mit.

„Ab sofort muss bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings jederzeit mit Arbeitskampfmaßnahmen gerechnet werden“, sagte VC-Sprecher Markus Wahl. Die Lufthansa lehnte zunächst eine Stellungnahme ab.

5.400 Piloten betroffen

In dem Tarifkonflikt geht es um die betriebsinterne Frühpension für 5.400 Piloten und die Konzernstrategie. Die Pilotengewerkschaft hatte der Lufthansa nach eigenen Angaben ein Angebot unterbreitet, das eine nachhaltige Kostenentlastung von über 500 Millionen Euro enthielt.

Zugleich machte die Gewerkschaft gegen Pläne der Konzernspitze mobil, wonach Piloten der Lufthansa-Billigtochter Eurowings künftig geringer bezahlt werden sollen als Flugzeugführer der Kernmarke.

„Ausflaggen ist das genaue Gegenteil eines Bündnisses für Wachstum und Beschäftigung“, sagte Wahl. „Wenn ein solches Paket von über einer halben Milliarde Euro abgelehnt wird, zeigt sich, dass es Lufthansa nicht um marktgerechte Bedingungen, sondern um Tarifflucht und Auslagerung von Arbeitsplätzen geht.“

Die Piloten legten die Lufthansa seit Frühjahr 2014 bereits zwölfmal lahm.

ZIB2

Tausende Flüchtlinge vor Budapester Ostbahnhof

Vor dem Ostbahnhof in Budapest sitzen immer noch Tausende Flüchtlinge fest, die nach Österreich und vor allem nach Deutschland weiterwollen. Die Behörden lassen sie nicht weiterreisen. Denn nur wer gültige Reisedokumente hat, wird auf die Bahnsteige gelassen. Dazu im ZIB2-Studio Janos Perenyi, ungarischer Botschafter in Österreich.

Flüchtlingsintegration: Wie gut ist Österreich vorbereitet?

In Österreich sei es durchaus möglich, 70.000 Flüchtlinge in der Wirtschaft zu integrieren. Das sagt Österreichs oberster Wirtschaftsforscher, Karl Aiginger. Die ZIB2 besuchte ein Lehrlingsprojekt in Wien, das sich auf das Integrieren von Flüchtlingen spezialisiert hat.

Lufthansa-Chef Spohr über die Zukunft von AUA und Lufthansa

Die AUA-Mutter Lufthansa hatte schon einmal einfachere Zeiten: Der Germanwings-Absturz vor knapp einem halben Jahr beschäftigt die Fluglinie nach wie vor. Zudem wollen auch die Piloten Einsparungen beim Pensionsrecht nicht hinnehmen und drohen wieder einmal mit Streik. Von der AUA erwartet sich AUA-Chef Carsten Spohr mehr Gewinne als bisher.

Uniqa-Engagement bei Spitälern beschäftigt Wettbewerbshüter

Die Übernahme eines kleinen Wiener Privatspitals durch eine Tochter der Uniqa-Versicherung beschäftigt jetzt das Kartellgericht. Es werden wettbewerbsrechtliche Bedenken angemeldet. Denn schon jetzt hält das Unternehmen bundesweit Anteile an privaten Gesundheitseinrichtungen. Die Uniqa-Versicherung ist zudem Österreichs führender Anbieter von privaten Krankenzusatzversicherungen.

„Everest“ – Bergsteigerdrama als Eröffnungsfilm

Es ist nicht nur das älteste, sondern auch eines der wichtigsten Filmfestivals der Welt: jenes von Venedig. Heute Abend wurde es mit dem starbesetzten Bergsteigerdrama „Everest“ eröffnet. Der Film erzählt die Geschichte jenes Unglücks, bei dem 1996 acht Menschen auf dem Everest ihr Leben verloren.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Sport

Vuelta: Froome quält sich nach Sturz ins Ziel

Christopher Froome muss seinen Traum, als erst dritter Radprofi sowohl die Tour de France als auch die Vuelta in einem Jahr zu gewinnen, für heuer wohl abschreiben.

Der 30-jährige Brite kam heute auf der Königsetappe der Spanien-Rundfahrt früh zu Sturz und verlor nach einem völlig verpatzten Tag in Andorra mehr als acht Minuten. Die schwerste Vuelta-Etappe brachte allerdings auch einen Umsturz in der Gesamtwertung.

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Fußball: Englische Transfers sprengen Grenzen

Die Clubs der englischen Liga haben in der Sommertransferperiode erneut alle Grenzen gesprengt. Mehr als eine Milliarde Euro gaben die Vereine der Premier League insgesamt für neue Spieler aus - ein einsamer Rekord in der europäischen Fußballlandschaft. So gaben im Vergleich die Clubs der italienischen Serie A nicht einmal halb so viel Geld wie die Engländer aus. Möglich macht es ein milliardenschwerer TV-Deal auf der Insel. Der Plafond ist laut Experten noch nicht erreicht.

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Tennis: Thiem kann sich Geburtstag versüßen

Österreichs Tennis ist nach der ersten Runde der US Open in New York noch mit allen drei Spielern - Dominic Thiem, Jürgen Melzer und Andreas Haider-Maurer - vertreten. In der zweiten Runde darf sich aber nur Thiem laut Papierform Chancen auf den Aufstieg ausrechnen. Der Niederösterreicher könnte sich mit einem Sieg über den 50 Ränge schlechter platzierten Usbeken Denis Istomin zudem seinen 22. Geburtstag versüßen. „Aber es ist ein Match und ein Tag wie jeder andere“, sagte Thiem.

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Chronik

Fast ein Viertel weniger Einbrüche in Wien

Die Kriminalität in Wien geht laut Polizei zurück. Vor allem die Zahl der Einbrüche und Taschendiebstähle ist im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um jeweils 22 Prozent zurückgegangen. Das liege vor allem an Schwerpunktarbeit, heißt es vonseiten der Polizei. Wenngleich der Rückgang der Kriminalität dem Trend in anderen internationalen Großstädten entspricht.

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Tödliches Selfie: 19-Jähriger erschießt sich versehentlich

Der Wunsch nach einem Selbstporträt mit einer Pistole hat einen Teenager in den USA das Leben gekostet. Der 19-jährige erschoss sich offenbar versehentlich beim Posieren mit der Waffe, wie US-Medien unter Berufung auf die Polizei in Houston (Texas) heute berichteten.

Der Schuss traf den 19-Jährigen im Hals. Der junge Mann habe gedacht, die Waffe sei nicht geladen, sagte ein Polizeisprecher dem „Houston Chronicle“ zufolge. Alle Hinweise deuteten auf einen Unfall hin.

Auch andernorts endete die Aufnahme von Selfies bereits tödlich. 2014 starben zwei Menschen beim Absturz eines Kleinflugzeugs in Colorado, wo laut Transportsicherheitsbehörde NTSB vermutlich die Selbstporträts während des Fluges zum Absturz führten. In Portugal starben im selben Jahr zwei Polen, nachdem sie Fotos an einer steilen Klippe gemacht hatten und dabei in die Tiefe stürzten.

IT

Britische Klinik verbreitet Namen Hunderter HIV-Positiver

Ein Krankenhaus in London hat versehentlich die Namen von fast 800 Patienten verbreitet, von denen viele HIV-positiv sind. Die Klinik im Stadtteil Soho verschickte einen Newsletter für die Teilnehmer eines speziellen Programms für HIV-Patienten so, dass Namen und E-Mail-Adressen sichtbar waren.

Ein Sprecher sagte heute, es habe sich um „menschliches Versagen“ gehandelt. Der Fall werde untersucht, und man habe die Patienten in einer weiteren Mail um Entschuldigung gebeten. Nicht alle Betroffenen seien mit dem Aidserreger HIV infiziert. Die britische Aidshilfe forderte zügige Aufklärung.

Wikipedia sperrt „Erpressergruppe“

Wikipedia hat 381 Konten von Nutzern gesperrt, die gegen Geld Artikel für das Onlinenachschlagewerk geschrieben haben, ohne das öffentlich zu machen. Es habe sich um eine organisierte Gruppe gehandelt, die von Personen und Unternehmen teils sogar Geld für den „Schutz“ ihrer Wikipedia-Einträge erpresst habe, berichtete der „Independent“.

Die Wikipedia-Betreiber teilten in ihrem Blog mit, dass Mitarbeiter nach „wochenlanger Ermittlung“ die Nutzerkonten gesperrt und 210 Artikel gelöscht hätten. Firmen, Unternehmer und Künstler seien betroffen gewesen.

Gebühren für „Schutz und Pflege“

Die Artikel seien in der Regel werbend gewesen und oft einseitig. Das nun entdeckte Netzwerk „Orangemoody“ habe sich offenbar auf Selbstdarsteller spezialisiert, die nach den Relevanzkriterien nie einen eigenen Wikipedia-Artikel hätten bekommen dürfen. Wenn die Beiträge tatsächlich in dem Onlinelexikon erschienen waren, verlangten die Hintermänner zusätzliche Gebühren für den Schutz und die Pflege des Artikels.

Bei der Manipulation gingen die „Sockenpuppen“ offenbar äußerst planmäßig vor. Mit harmlosen Änderungen von bestehenden Artikeln versuchten sie zunächst, als vollwertige Wikipedia-Autoren anerkannt zu werden. Zusätzlich verifizierten sie gegenseitig ihre Accounts, um die Schutzmaßnahmen der Wikipedia-Commpunity gegen Spammer und Onlinevandalen zu unterlaufen.

Die Manipulationen fielen auf, nachdem sich Kunden von „Orangemoody“ öffentlich beschwert hatten, dass bezahlte Artikel gelöscht oder verändert worden waren.

Bei Wikipedia kann jeder zu jedem Thema schreiben und Artikel überarbeiten. Es gehört aber zu den Geschäftsbedingungen, dass dabei Interessen offengelegt werden - etwa, wenn Mitarbeiter eines Museums Einträge zu diesem Museum oder seinen Ausstellungen bearbeiten.

Gesundheit

Erstmals seit 2010 Kinderlähmung in Europa

In Europa gibt es der Weltgesundheitsorganisation zufolge erstmals seit 2010 wieder Fälle von Kinderlähmung. Zwei Kinder im Südwesten der Ukraine seien an Polio erkrankt, teilte die WHO heute in Genf mit. Es gebe ein hohes Risiko, dass sich die Krankheit in dem Land weiter verbreite, da nur die Hälfte der Kinder dort gegen Kinderlähmung geimpft sei.

Für die Nachbarländer Rumänien, Polen, Ungarn und die Slowakei sei das Risiko hingegen gering, so die WHO. Der Ausbruch ist dennoch ein Rückschlag für die Weltgesundheitsorganisation, die sich die Ausrottung der Krankheit zum Ziel genommen hat.

In Europa war zuletzt vor fünf Jahren in Tadschikistan ein Ausbruch gemeldet worden. Damals breitete sich das Virus nach Russland, Turkmenistan und Kasachstan aus. Polioviren können das zentrale Nervensystem befallen und zu Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen. Gegen die Krankheit gibt es kein Heilmittel. Vor allem Kinder in Regionen mit schlechten Hygieneverhältnissen werden von den Viren befallen.

Kultur

Deutsches Theater stellt tödlichen Flüchtlingstransport nach

Eine Woche nach dem qualvollen Tod von 71 Flüchtlingen in einem Lastwagen haben ein Spediteur und das Bochumer Schauspielhaus in einer Aktion auf das Flüchtlingsleid aufmerksam gemacht. Vor dem Theater parkte der Spediteur Gerard Graf heute Abend einen 7,5-Tonner, der mit dem Lkw der Schlepper in Österreich baugleich war

Dann ließ er 71 Bürger in den 15 Quadratmeter großen Laderaum steigen. Die Menschen standen dicht gedrängt und sichtlich erschüttert wenige Minuten auf der nicht verschlossenen Ladefläche.

„Pietätlos ist die politische Realität in Europa“

Der leitende Dramaturg Olaf Kröck sagte, er habe die Menschen „für einen Augenblick“ innehalten lassen und das Elend der Flüchtlinge sichtbar machen wollen. „Es ist unendlich wichtig, dass wir angesichts dessen, was in Europa passiert, Gegeninitiativen ergreifen“, sagte Kröck.

Pietätlos findet der Dramaturg die Aktion nicht: „Pietätlos ist die politische Realität in Europa, dass so viele Menschen in so einem Leid Tausende Euros ausgeben und unsichere Wege gehen müssen, während es für uns Europäer so viel einfacher und sicherer ist, in die andere Richtung zu reisen.“

Science

Lifestyle

J. K. Rowling wünscht Potter jr. schönen Schulbeginn

Zwei kurze Tweets - und „Harry Potter“-Fans auf der ganzen Welt sind in Aufruhr. Abgesetzt wurden die Nachrichten von der Schöpferin des Zauberlehrlings, J. K. Rowling, persönlich. „Ich bin in Edinburgh, könnte irgendjemand in King’s Cross in meinem Namen James S. Potter alles Gute wünschen? Er fängt heute in Hogwarts an“, schrieb die Schriftstellerin zum fiktiven Sohn ihrer Buchfigur.

Am Abend verbreitete Rowling, dass der Sprechende Hut bereits entschieden habe. „Habe gerade gehört, dass James S. Potter - nicht wirklich überraschend - nach Gryffindor gekommen ist“, also in das Haus, in dem schon sein Vater war.

Rowling versorgt die Fans von Harry Potter immer wieder mit sporadischen Neuigkeiten über ihren Held. Das letzte Buch der siebenbändigen Serie hatte die Autorin 2007 veröffentlicht. Die Gerüchte wollen jedoch nicht versiegen, dass Rowling nach nur bedingtem Erfolg etwa im Krimi-Genre wieder zu dem Zaubersujet zurückkehrt.

Stück vom Hochzeitskuchen der Queen versteigert

Ein fast 68 Jahre altes Stück vom Hochzeitskuchen Königin Elizabeths II. hat bei einer Auktion 500 Pfund (knapp 680 Euro) eingebracht. Bei dem Früchtekuchen, der wegen seines hohen Alkoholgehalts angeblich noch essbar ist, handelt es sich um eines der Stücke, die nach der Hochzeit von Elizabeth und Philip 1947 an Gäste verteilt wurden.

Stück vom Hochzeitskuchen Königin Elizabeths II.

Gorringes Auction

Gekauft hat das Stück ein anonymer Bieter aus Los Angeles, wie das Auktionshaus Gorringes heute im südengelischen Lewes mitteilte.

Der Kuchen ist noch in seiner Originalverpackung, einer elfenbeinfarbenen Schachtel verziert mit einem silbernen E und P und der Aufschrift „Buckingham Palace 20th November 1947“. Verkauft hat es eine Frau, deren Vater Gast auf der königlichen Hochzeit war.