Letzte Meldung

MH370: Wrackteil gehört zu Boeing 777

Das auf der Insel La Reunion gefundene Flugzeugwrackteil gehört offenbar tatsächlich zu einer Boeing 777. Das gehe aus der Nummer auf dem entdeckten Steuerruder hervor, sagte der stellvertretende malaysische Transportminister Abdul Aziz Kaprawi heute laut AFP unter Berufung auf Malaysia Airlines.

„Ich denke, wir nähern uns der Lösung des Rätsels um Flug MH370 an“, sagte Kaprawi. Das könne der Beweis dafür sein, dass die Maschine im Indischen Ozean abgestürzt sei. Allerdings müsse die Bestätigung, dass es sich bei dem Wrackteil um die vermisste Boeing 777 handelt, vom Hersteller Boeing selbst kommen.

Wrackteil wird nach Toulouse gebracht

Bereits zuvor hatte Australiens Vizepremierminister Warren Truss gesagt: „Das Flugzeugteil ist nahezu sicher ein kleiner Flügelteil einer Boeing 777, und MH370 wurde tatsächlich von einer Boeing 777 durchgeführt.“ Derzeit wird nur eine solche Maschine vermisst - die, die für MH370 eingesetzt wurde. Australien koordiniert die Suche nach dem Flugzeug, das vor mehr als einem Jahr mit 239 Menschen an Bord spurlos verschwand.

Auch für die französischen Ermittler spricht viel dafür, dass das nun gefundene Teil von einer Boeing 777 stammt. Das sei die „bevorzugte Spur“, so die Sprecherin. Gewissheit soll eine Untersuchung in Toulouse bringen, wo das Wrackteil in einem Luftfahrttechnikzentrum des Verteidigungsministeriums erwartet wird.

Ein ebenfalls auf der Insel aufgetauchter Koffer hingegen dürfte keine Verbindung zu MH370 haben, sagte Truss dem Sender weiter. Im Gegensatz zum Flugzeugteil seien an dem Koffer keine Spuren marinen Lebens gefunden worden. Das deute darauf hin, dass er nicht lange im Wasser gewesen sei.

Ausland

WikiLeaks: USA spionierten auch Japan aus

Der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) hat nach Angaben der Enthüllungsplattform WikiLeaks auch in Japan hochrangige Politiker und Unternehmen ausspioniert. Neben Regierungsmitgliedern seien auch der Zentralbankchef und Firmen wie Mitsubishi abgehört worden, berichtete WikiLeaks heute.

In den Dokumenten, die WikiLeaks im Internet veröffentlichte, wird eine Abhörmaßnahme gegen Ministerpräsident Shinzo Abe nicht ausdrücklich erwähnt. Handelsminister Yoichi Miyazawa und der Chef der Nationalbank, Haruhiko Kuroda, standen laut WikiLeaks aber auf der US-Zielliste. Die Abhöraktionen soll bis zu Abes erster Amtszeit zurückreichen, die 2006 begann.

Den Unterlagen zufolge erlangten die USA durch ihre Überwachung detaillierte Kenntnisse über japanische Positionen etwa in der Handels-, Atom- und Klimapolitik. Laut WikiLeaks waren vier Abhörberichte als geheim eingestuft, während einer an die Verbündeten Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland weitergegeben werden konnte.

Flüchtlinge: Briten schicken Spürhunde nach Calais

Die britische Regierung unterstützt in der Flüchtlingskrise in Calais die französischen Sicherheitskräfte mit zusätzlichen Zäunen und Spürhunden. Zudem werde das Verteidigungsministerium Gelände in Südengland zur Verfügung stellen, um den Rückstau vor dem Tunneleingang aufzulösen, sagte Premierminister David Cameron heute nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in London.

Er wolle in einem nächsten Schritt nun mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande über die „inakzeptable“ Lage sprechen. In der nordfranzösischen Hafenstadt Calais versuchten in der Nacht auf heute laut französischen Polizeiangaben erneut Hunderte Flüchtlinge, durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. „Mehr als 1.000 Versuche“ von Flüchtlingen, zum Tunnel vorzudringen, seien „abgewehrt“ worden.

Flüchtlinge und Polizist in Calais, Frankreich

APA/EPA/Yoan Valat

Bereits zehn Tote

Ein Sprecher der Betreibergesellschaft Eurotunnel konnte keine Flüchtlingszahlen nennen. Es gebe aber „deutlich weniger Störungen“, seitdem die Polizeikräfte an Ort und Stelle durch die Entsendung von 120 weiteren Beamten verstärkt worden seien.

Seit Wochen versuchen Hunderte Flüchtlinge immer wieder, nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen nach Großbritannien zu gelangen. Seit Anfang Juni starben bereits zehn Flüchtlinge auf der französischen Seite des Ärmelkanals bei Unfällen. Zuletzt wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. In Calais befinden sich den Behörden zufolge derzeit rund 3.000 Flüchtlinge, die meisten von ihnen aus Eritrea, Äthiopien, Afghanistan und dem Sudan.

Tschad: Dutzende Tote bei Offensive gegen Boko Haram

Die tschadische Armee hat im Rahmen einer breiten Offensive gegen die radikalislamistische Boko Haram mehr als 100 Mitglieder der Terrorgruppe getötet. Das gab das Militär des afrikanischen Landes am Freitag bekannt. Dabei seien auch zwei tschadische Soldaten ums Leben gekommen, zwei weitere seien verletzt worden.

Die Offensive startete bereits vor rund zwei Wochen und findet vor allem auf den Inseln im Tschadsee statt. Boko-Haram-Kämpfer hatten sich vor allem in den vergangenen Monaten in diese Region zurückgezogen.

Geiseln aus Boko-Haram-Lagern befreit

In Nigeria befreite das Militär nach eigenen Angaben zuletzt 59 Menschen aus der Gewalt der Islamistengruppe Boko Haram befreit. Unter den Geretteten seien 29 Frauen und 25 Kinder, sagte Armeesprecher Tukur Gusau. Soldaten hätten gestern zwei Lager der Extremisten im Bundesstaat Borno im Nordwesten des Landes gestürmt und dabei auch mehrere Islamisten getötet.

Gerettete Boko Haram Geiseln in Nigeria

AP/Jossy Ola

Die Geiseln waren nach Angaben eines der Verschleppten in der vergangenen Woche von den Boko-Haram-Kämpfern entführt worden. Boko Haram kämpft seit sechs Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Staats in Nigeria. Seit dem vergangenen Jahr hat die Gruppe ihre Anschläge auch auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad ausgeweitet.

Tsipras nimmt Varoufakis in Schutz

Griechenland hat laut den Worten des Regierungschefs Alexis Tsipras nie einen Plan für einen Austritt aus der Euro-Zone gehabt. Die Regierung habe sich aber auf alle Fälle vorbereitet, sagte Tsipras heute im griechischen Parlament. Der frühere Finanzminister Gianis Varoufakis steht in der Kritik, weil er an einem Plan für einen Euro-Austritt Griechenlands gearbeitet haben soll.

Tsipras nahm seinen Ex-Minister in Schutz. „Suchen Sie nicht nach Skandalen bei Varoufakis“, sagte Tsipras. Varoufakis habe wohl Fehler gemacht. „Sie können ihn aber nicht anklagen, dass er ein Gauner ist. Sie können ihn nicht anklagen, dass er das Geld des Volkes gestohlen hat. Er hat kein Geld ins Ausland gebracht“, sagte Tsipras.

Griechenland habe sich auf den Fall vorbereiten müssen, dass andere Kräfte in der EU den Euro-Austritt in die Wege leiten würden, sagte Tsipras. „Fragen Sie doch die Regierung in Berlin“, sagte er. „Sie wird Ihnen erklären, was das für ein Plan ist, von sie immer noch sagt, er bleibt auf dem Tisch.“

Türkei: Zwei Polizisten bei PKK-Angriff erschossen

Im Süden der Türkei sind einem Medienbericht zufolge erneut zwei Polizisten bei einem Angriff von Aktivisten der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) erschossen worden. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu heute berichtete, attackierten PKK-Kämpfer in Pozanti in der Region Adana eine Polizeiwache. Bei dem sich anschließenden Schusswechsel mit den Polizisten seien zwei der Beamten getötet worden.

In der Türkei eskaliert seit einem Anschlag auf ein prokurdisches Treffen mit 32 Toten der Konflikt zwischen dem türkischen Staat und den kurdischen Rebellen. Die PKK wies der türkischen Regierung eine Mitschuld an den Anschlag zu, für den Ankara die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) verantwortlich machte. Die PKK griff daraufhin türkische Polizisten an, die Regierung bombardiert nun PKK-Stellungen im Nordirak und in der Türkei.

Ermittlungen gegen Chef von Kurdenpartei

Keine zwei Tage nach dem endgültigen Schwenk der türkischen AKP-Regierung auf einen harten Kurs ist auch schon der populäre Chef der gemäßigten prokurdischen Partei HDP, Selahattin Demirtas, selbst ins Visier der Staatsgewalt geraten: Die türkische Justiz ermittle gegen ihn, weil er im Herbst Demonstranten „aufgehetzt und bewaffnet“ haben soll, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstagabend. Dem Politiker, der der AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan bei der letzten Wahl empfindliche Verluste zugefügt hat, drohen bis zu 24 Jahre Haft. Der ist überzeugt, dass die AKP sich mit der Gewalt gegen die Kurden für deren politische Erfolge „rächen“ wolle.

Mehr dazu in „AKP zerrt Land in Ära des Konflikts“

Moskau: Streit über Mistral-Schiffe mit Paris beigelegt

Frankreich und Russland haben nach russischen Angaben ihren Streit über die gestoppte Lieferung von zwei Mistral-Kriegsschiffen beigelegt. Es sei eine abschließende Einigung über eine Zahlung an Moskau erzielt worden, erklärte laut RIA Nowosti der Berater für militärische und technische Zusammenarbeit von Präsident Wladimir Putin, Wladimir Koschin, heute. Verhandlungskreise in Paris bestätigten laut AFP die Einigung.

Moskau hatte die beiden Kriegsschiffe im Wert von 1,2 Milliarden Euro im Juni 2011 bei Frankreich bestellt, angesichts der Ukraine-Krise hatte Paris die für vergangenen Herbst geplante Auslieferung des ersten Schiffes aber auf Eis gelegt.

Kleinkind stirbt nach Brandanschlag im Westjordanland

Bei einem mutmaßlichen Brandanschlag jüdischer Siedler auf ein palästinensisches Haus im Westjordanland ist ein Kleinkind gestorben. Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan berichtete, israelische Siedler hätten heute Früh Brandflaschen auf zwei Häuser in einem Dorf südlich von Nablus geworfen. Ein 18 Monate altes Kind habe so schwere Brandverletzungen erlitten, dass es verstarb.

Mindestens drei weitere Familienmitglieder seien verletzt worden. Anwohner sagten, die Angreifer seien nach der Brandstiftung in eine nahe gelegene jüdische Siedlung geflohen.

Die israelische Armee bestätigte den Vorfall. Militärsprecher Peter Lerner nannte den Fall in einer Mitteilung einen „barbarischen Akt des Terrorismus“. Man suche derzeit nach Verdächtigen. Der Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas machte die israelische Regierung für das Verbrechen verantwortlich. Der Vorfall wäre nicht geschehen, würde Israel seine Siedlungen nicht immer weiter ausbauen.

Inland

Wirtschaft

Verkalkuliert: Ölriesen stampfen große Pläne ein

Mit Royal Dutch Shell setzt ein weiterer Riese im Ölgeschäft den Rotstift an. Der Konzern streicht 6.500 Stellen, Investitionen werden drastisch gekürzt. Mit den Sparmaßnahmen steht Shell nicht allein da im Kreis von „Big Oil“. Gemeinsam legen die Riesen der Branche Projekte für über 180 Mrd. Dollar auf Eis. Der Grund ist der starke Rückgang des Rohölpreises, der sich mit der Rückkehr des Iran ins Geschäft zuletzt noch beschleunigt hat. Kalkuliert hatte die Branche ganz anders.

Mehr dazu in 100 Milliarden Dollar in Luft aufgelöst

Eurostat: Sechs Prozent Arbeitslose in Österreich

Österreich belegt im EU-Vergleich bei der Arbeitslosenrate weiterhin nur noch Rang sechs. Gemeinsam mit Dänemark verzeichnete Österreich bei den Juni-Zahlen eine Quote von 6,0 Prozent. In der Euro-Zone blieb die Arbeitslosigkeit laut jüngsten Daten von Eurostat mit 11,1 Prozent unverändert gegenüber dem Mai, auch die EU wies mit 9,6 Prozent keine Veränderung auf.

Von Juni 2014 auf Juni 2015 musste Österreich gemeinsam mit Finnland den höchsten Anstieg bei der Arbeitslosigkeit hinnehmen. Die Rate stieg in Österreich von 5,7 auf 6,0 Prozent, in Finnland von 12,4 auf 12,7 Prozent. Deutschland weist im Juni 2015 mit 4,7 Prozent unterdessen die geringste Arbeitslosenquote im Juni auf. Eurostat schätzt, dass im Juni in der EU insgesamt 23,3 Millionen Menschen arbeitslos waren, davon 17,8 Millionen im Euro-Raum. Gegenüber Mai fiel die Zahl der arbeitslosen Personen in der EU um 32.000, gleichzeitig stieg sie im Euro-Raum um 31.000.

Bei der Jugendarbeitslosigkeit lag Österreich im Juni mit 10,3 Prozent gemeinsam mit Dänemark auf dem vierten Platz hinter Deutschland (7,1 Prozent), Malta (10,0 Prozent) und Estland (10,1 Prozent). Die höchsten Quoten meldeten Griechenland (53,2 Prozent vom April), Spanien (49,2 Prozent), Italien (44,2 Prozent) und Kroatien (43,1 Prozent).

Drittes Hilfspaket für Athen: IWF bremst

Der Internationale Währungsfonds (IWF) beteiligt sich vorerst nicht an einem dritten Hilfspaket für das hoch verschuldete Griechenland. Zunächst müsse gesichert sein, dass Athen die vollständige Umsetzung der von den Gläubigern geforderten Reformen akzeptiere und die Europäer der griechischen Regierung Schuldenerleichterungen gewähren, sagte ein ranghoher IWF-Vertreter gestern.

Heute treffen sich die Chefunterhändler der internationalen Gläubiger Athens mit dem griechischen Finanzminister Efklidis Tsakalotos zu Gesprächen über ein drittes Hilfsprogramm. Es ist auch ein Treffen der Vertreter von EU, Europäischer Zentralbank (EZB), IWF und Europäischem Stabilitätsmechanismus (ESM) mit Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis geplant. In den vergangenen Tagen hatte es Gespräche auf Expertenebene gegeben.

Der IWF werde sich so lange nicht an einem neuen Hilfspaket beteiligen, „bis diese beiden Bedingungen erfüllt sind“, sagte der Vertreter mit Verweis auf die nötigen Reformen sowie Schuldenerleichterungen für Athen. Griechenland und die anderen Euro-Länder streben ein Kreditpaket in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro an, das in den kommenden Wochen ausgehandelt werden soll.

Sport

Europa League: WAC fehlte nur das „Nonplusultra“

Im Hinspiel der dritten EL-Qualifikationsrunde ist gestern in Klagenfurt eine echte Sensation in der Luft gelegen. Am Ende musste sich der Wolfsberger AC dem deutschen Topclub Borussia Dortmund mit 0:1 geschlagen geben. Für Dietmar Kühbauer spielte sein Team auf „höchstem Niveau“.

Am Ende fehlte laut dem WAC-Coach nur das „Nonplusultra“ in Form des Ausgleiches. Die Chancen darauf waren vor allem nach der Pause mehrfach vorhanden, weshalb im Lager der Dortmunder von einem glücklichen Sieg gesprochen wurde.

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Europa League: Altach besteht Europacup-Prüfung

Was dem WAC gegen Dortmund verwehrt geblieben ist, hat Altach in kleinerem Rahmen gestern geschafft. Der Außenseiter aus Vorarlberg setzte sich im Heimspiel sensationell gegen Vitoria Guimaraes mit 2:1 durch.

„Wir haben bestanden“, freute sich Coach Damir Canadi über den Sieg im ersten Europacup-Spiel. Trotz des bitteren Gegentreffers glaubt Canadi auch in Portugal an Altachs Chancen. Zuerst denkt man aber an das Spiel gegen die Austria.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Elfjähriger Kalifornier will als Jüngster auf Mount Everest

Der elfjährige Tyler Armstrong aus Kalifornien will als jüngster Bergsteiger den Mount Everest erklimmen. Wie seine Familie gestern mitteilte, soll die Besteigung des höchsten Gipfels der Welt im Mai 2016 erfolgen. Tyler wäre dann zwölf Jahre und vier Monate alt. Der bisher jüngste Everest-Bezwinger war 13 Jahre und zehn Monate alt.

Tyler Armstrong

AP/Claudio Gutierrez

Alle „Seven Summits“ noch als Teenager?

Der junge Kalifornier hat sich vorgenommen, noch als Teenager die höchsten Gipfel aller sieben Kontinente zu besteigen. Zwei hat er bereits geschafft. Mit neun Jahren stand er als Jüngster auf dem höchsten Berg der Anden, dem 6.962 Meter hohen Aconcagua in Argentinien. Den höchsten Berg Afrikas, den 5.895 Meter hohen Kilimandscharo in Tansania, bezwang er mit acht Jahren. Im August will er mit dem 5.642 Meter hohen Elbrus im Kaukasus-Gebirge einen weiteren Gipfel der sogenannten „Seven Summits“ abhaken.

Mit seinen Touren unterstützt Tyler nach eigenen Angaben einen guten Zweck. Er sammelt Spenden für die Betroffenen der seltenen Erbkrankheit Duchenne-Muskeldystrophie, die vor allem bei Buben im frühen Kindesalter auftritt.

Medien

Internationales Radio Serbien stellt Arbeit ein

Das Internationale Radio Serbien, das sein Programm in zwölf Sprachen ausstrahlt, stellt heute nach 79 Jahren seine Arbeit ein. Ursache dafür ist der Mangel an Finanzmitteln, heißt es laut Belgrader Medien in einem Regierungsbeschluss. Rund 90 Beschäftigte, Journalisten, Übersetzer und Techniker verlieren ihren Job, hieß es.

Der Sender wurde 1936 als Internationales Radio Jugoslawien gegründet und strahlte unter diesem Name sein Programm auch unter der Kommunistenherrschaft nach dem Zweiten Weltkrieg aus. Nach dem Zerfall Jugoslawiens in den 90er Jahren wurde der Sendername abgeändert.

Die Tradition der Ausstrahlung von Programmen für die ausländische Öffentlichkeit und Diaspora werde unterbrochen, stellten Mitarbeiter des Senders auf seinem Onlineportal am letzten Werktag fest.

IT

Facebook stellt riesige Internetdrohne „Aquila“ vor

Facebook hat die erste Version seiner Drohne vorgestellt, die Internet in entlegene Gebiete bringen soll. Das unbemannte Fluggerät mit dem Namen „Aquila“ habe die Spannweite einer Boeing 737, erklärte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gestern.

Facebook Internetdrohne "Aquila"

AP/Facebook

Die solarbetriebene Drohne wiege weniger als ein Auto und könne monatelang in der Luft bleiben. Außerdem habe Facebook ein extrem präzises Lasersystem entwickelt, das Daten mit einer Geschwindigkeit von zehn Gigabit pro Sekunde übertragen könne.

Das weltgrößte Onlinenetzwerk mit rund 1,5 Milliarden Mitgliedern verfolgt schon lange das Projekt, Internet aus der Luft in Gebiete mit schwacher Infrastruktur zu bringen. Dafür kaufte Facebook im vergangenen Jahr den britischen Drohnenentwickler Ascenta. Google setzt in einem ähnlichen Programm ebenfalls auf Drohnen - aber auch auf riesige Ballons mit Antennen. Hunderte Millionen neue Internetnutzer dürften auch den Onlineriesen mehr Geschäft bringen.

Monatelang in der Luft

Die „Aquila“-Drohne solle bis zu drei Monate lang am Stück in Höhen zwischen etwa 18.000 und 28.000 Metern fliegen, berichtete das Technologieblog Mashable aus einer Präsentation bei Facebook. In die Luft werde sie von einem Heliumballon gebracht, von dem sie sich dann abkopple.

Google will Recht auf Vergessen nicht weltweit anwenden

Der US-Internetriese Google hat angekündigt, das sogenannte Recht auf Vergessen im Internet nur auf nationaler und europäischer Ebene, aber nicht weltweit umzusetzen. Google weise „aus Prinzip“ den Anspruch nationaler Datenschutzbehörden zurück, „eine weltweite Autorität für den Schutz persönlicher Daten zu beanspruchen“, schrieb das Unternehmen gestern in seinem europäischen Blog.

Auf google.com alles weiter auffindbar

Konkret bedeutet das, dass Google auf Verlangen der Betroffenen zwar Links zu persönlichen Informationen im Internet auf seinen nationalen Seiten löscht. Von der für Frankreich eingerichteten Suchmaschine google.fr oder auch anderen europäischen Seiten sind diese Informationen dann nicht mehr abrufbar, vom weltweiten Angebot google.com oder von anderen nicht europäischen Google-Seiten aber schon.

Als Zeichen des guten Willens veröffentlichte Google nun einen Transparenzbericht zu den Anträgen auf Löschung von Links. Dem Bericht zufolge erhielt das Unternehmen für Frankreich 60.241 Anträge zu 203.889 Links, weltweit waren es 290.353 Anträge für 1.055.700 Weblinks.

Im Mai 2014 hatte der Europäische Gerichtshof das Recht auf Vergessen im Internet festgeschrieben. Damit müssen Links von Suchmaschinen wie Google zu Websites mit persönlichen Angaben gelöscht werden, insbesondere wenn die Informationen veraltet oder falsch sind.

Kultur

Wiener Autor Seethaler erhält Grimmelshausen-Preis

Der Grimmelshausen-Preis geht in diesem Jahr an den österreichischen Schriftsteller Robert Seethaler. Damit wird sein Roman „Ein ganzes Leben“ ausgezeichnet, wie die Jury des mit 10.000 Euro dotierten Literaturpreises heute im deutschen Gelnhausen mitteilte.

Mit dem Preis werden Autoren ausgezeichnet, „die einen bemerkenswerten Beitrag zur künstlerischen Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte geleistet haben und damit in der literarischen Tradition des berühmten Namensgebers stehen“.

Seethaler wurde 1966 in Wien geboren. Der größte Erfolg des Schriftstellers und Drehbuchautors war bisher der 2012 erschienene Roman „Der Trafikant“. Zudem ist er ausgebildeter Schauspieler, dem Fernsehpublikum ist er als Dr. Kneissler aus der Serie „Ein starkes Team“ bekannt.

Seit 1993 vergebener Preis

Der Grimmelshausen-Preis wird seit 1993 in jedem ungeraden Jahr vergeben. Der Ort der Verleihung wechselt zwischen Gelnhausen, der Geburtsstadt von Hans Jakob Christoffel Grimmelshausen, und Renchen in Baden-Württemberg, wo der Autor des „Simplicissimus Teutsch“ 1676 starb. Gemeinsam mit den beiden Städten stiften die Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg die Auszeichnung. In diesem Jahr wird der Preis im November in Gelnhausen übergeben.

Opernsängerin Dvorakova bei Brand ums Leben gekommen

Die Opernsängerin Ludmila Dvorakova ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Sie ist gestern bei einem Brand in ihrem Prager Haus ums Leben gekommen, berichtete die Agentur CTK heute.

Dvorakovas Schwerpunkt waren die großen Wagner- und Strauss-Opern. Im Jahr 1960 folgte die dramatische Sopranistin einem Ruf an die Staatsoper Berlin, gastierte in der Folgezeit aber auch in London, New York, München und Paris. 

Zwischen 1965 und 1971 sang die Tschechin bei den Bayreuther Festspielen unter anderem die Brünnhilde in der „Walküre“ und die Venus im „Tannhäuser“. Sie wurde mit dem Nationalpreis der DDR (1972) und dem Antonin-Dvorak-Preis (2012) ausgezeichnet.

Bayreuth: Applaus für neuen Siegfried in Wagners „Ring“

Stefan Vinke ist als neuer Siegfried in Richard Wagners Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ bei den Bayreuther Festspielen gefeiert worden. Im dritten „Ring“-Teil, der Oper „Siegfried“, quittierte das Publikum Vinkes Auftritt gestern Abend mit langem Applaus. Er hatte die Rolle von Lance Ryan übernommen, der in den beiden vergangenen Jahren die Siegfried-Partie gesungen hatte.

Stefan Vinke in Oper von Richard Wagner

APA/EPA/Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele

Viel Beifall gab es auch für Catherine Foster als Brünnhilde und für Wolfgang Koch als Wotan. Hatte einem großen Teil des Publikums die eigenwillige Regie von Frank Castorf in den vergangenen beiden Jahren noch missfallen, so waren die Emotionen in diesem Jahr deutlich gedämpfter. Buh- und Bravorufe hielten sich die Waage.

Begeisterung löste einmal mehr Dirigent Kirill Petrenko aus. Im kommenden Jahr allerdings wird er nicht nach Bayreuth kommen, Marek Janowski übernimmt die musikalische Leitung. Sein Finale erlebt der Bayreuther „Ring“ morgen mit der Oper „Götterdämmerung“. Die Festspiele enden am 28. August.

Science

Leute

Streit über Klosterkauf von Katy Perry geht weiter

Im Streit über den Verkauf eines früheren Nonnenklosters in Los Angeles an Popstar Katy Perry ist keine schnelle Einigung in Sicht. Ein Richter in Los Angeles hat eine weitere Anhörung für Mitte September festgesetzt. Weder Perry noch die Unternehmerin Dana Hollister hätten derzeit das Kaufrecht für die rund 15 Millionen Dollar (13,6 Mio. Euro) teure Immobilie, befand Richter James Chalfant gestern.

Ehemaliges Nonnenkloster in Los Angeles

APA/EPA/Mike Nelson

Im Herbst könnte aber eine Entscheidung fallen, ob eine der beiden Parteien als Mieter einziehen könnte. Nach Angaben der „New York Times“ geht der Richter davon aus, dass das normale Verfahren zwei Jahre dauern könnte.

„Schlechter Deal“

Streitobjekt ist ein ehemaliges, inzwischen leerstehendes Konvent am hügeligen Stadtrand von Los Angeles. Eine kleine Gruppe Nonnen des Ordens Immaculate Heart of Mary hat das Anwesen im mediterranen Stil der Unternehmerin Dana Hollister versprochen. Die Schwestern liegen mit der Erzdiözese von Los Angeles im Clinch, die Popstar Perry als Käuferin eine Zusage gegeben hat.

Richter Chalfant sprach von einem „schlechten Deal“, den die Nonnen mit Hollister geschlossen hätten. Die Unternehmerin, die das Anwesen in ein Hotel umbauen wollte, muss den Schwestern nach Anordnung des Richters nun vorläufig monatlich 25.000 Dollar (23.000 Euro) Miete zahlen. Die Ordensschwestern, denen die Immobilie gehört, hatten Hollister den Vorzug gegeben. Sie hatten sich unter anderem am „öffentlichen Ansehen“ von Popstar Perry gestoßen.

Lifestyle

Handtaschenwurf-WM: Österreich will Titel verteidigen

Unter dem Banner von „grenzenloser Wurffreiheit“ treten morgen in Bottrop-Kirchhellen in Deutschland 60 Athleten aus zahlreichen Ländern bei der vierten offiziellen Weltmeisterschaft im Handtaschenweitwurf (HTWWWM) gegeneinander an. Österreich ist nach einem Triumph im Vorjahr Titelverteidiger. „Wir können es erneut schaffen“, gab sich Teamleader Andy Roland optimistisch.

Im vergangenen Jahr setzte des Team Österreich mit dem Rekord von 92,81 Metern an Gesamtweite neue Maßstäbe. Da machte es auch nichts, dass die Teilnehmer gar nicht ausschließlich aus Österreich kamen. „Man kann auch für ein Land antreten, dem man sich nahe fühlte“, sagte der deutsche Staatsbürger Roland. So gibt es etwa auch ein Team Vatikan-Stadt und Kuba.

Die Regeln sind im Prinzip einfach: Die Teilnehmer müssen versuchen, eine Handtasche möglichst weit zu werfen. Als Technik sind „Kurbeln“, „Stoßen“ und „Freestyle“ erlaubt, der „Diskuswurf“ wurde heuer als regelwidrig befunden.