Ausland

Medien: Wächter erschießen Eindringling vor NSA-Gebäude

Sicherheitskräfte haben an der Zufahrt zum Hauptquartier des US-Geheimdienstes NSA zwei mutmaßliche Eindringlinge mit Schüssen gestoppt. Einer der Verdächtigen sei bei dem Vorfall in Fort Meade (Maryland) ums Leben gekommen, berichtete die „Washington Post“. Der andere sei verletzt ins Krankenhaus gebracht worden.

Die beiden Männer hätten versucht, die Schranken am Hauptkontrollpunkt mit ihrem Auto zu rammen. Laut dem Fernsehsender NBC behandeln die Behörden den Fall als „lokalen Kriminalfall“. Es gebe keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund. Das NSA-Gebäude befindet sich mit anderen Behörden auf einer großen Militäreinrichtung vor den Toren der US-Hauptstadt Washington. In Fort Meade hat auch das US-Militärkommando für Cybersicherheit seinen Sitz.

Video dazu in iptv.ORF.at

Fortschritte und Rückschläge in Atomstreit mit Iran

Kurz vor Ablauf der Frist in den Atomgesprächen mit dem Iran melden die Außenminister der Sechsergruppe Fortschritte, aber auch Rückschläge. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte heute in Lausanne, er könne eine erneute Krise in den Verhandlungen nicht ausschließen.

„Offene schwierige Fragen“

In den vergangenen Stunden habe es einige Fortschritte und einige Rückschläge gegeben, sagte er. Sein Sprecher in Berlin erläuterte, es seien weiterhin „offene schwierige Fragen“ zu klären, die Chancen auf eine Einigung seien aber noch nie so groß gewesen. Der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow sagte, die jüngsten Gespräche seien intensiv gewesen und stimmten optimistisch.

Nach Angaben eines westlichen Diplomaten, der anonym bleiben wollte, gibt es noch drei große Knackpunkte: Die Dauer des Abkommens, die Aufhebung der UNO-Sanktionen und deren Wiedereinsetzung, wenn sich der Iran nicht an die Abmachung hält. Die Frist, innerhalb derer sich die Diplomaten auf Eckpunkte eines Abkommens einigen wollen, endet am Dienstag um Mitternacht.

Über ein Ende des seit zwölf Jahren schwelenden Streits beraten die Außenminister Deutschlands, des Iran und der fünf UNO-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich. Eine endgültige Vereinbarung soll bis Ende Juni stehen.

Usbekistan: Präsident mit über 90 Prozent wiedergewählt

Der seit 1989 regierende usbekische Präsident Islam Karimow ist nach offiziellen Angaben mit mehr als 90 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Wie die zentrale Wahlkommission heute in der Hauptstadt Taschkent bekanntgab, erhielt der 77-Jährige 90,39 Prozent der Stimmen und kann daher weitere fünf Jahre im Amt bleiben. Die Wahlbeteiligung lag bei 91 Prozent.

Keine großen Wahlmöglichkeiten

Bei der Präsidentschaftswahl tags davor hatte es keinen nennenswerten Gegenkandidaten gegeben. Die drei anderen Kandidaten gehören präsidententreuen Parteien an und hatten zur Wiederwahl Karimows aufgerufen.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) äußerte Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Urnengangs in dem zentralasiatischen Land. Die Wahlkommission habe Karimows Kandidatur akzeptiert, obwohl die Verfassung lediglich zwei aufeinanderfolgende Mandate erlaubt, erklärte die OSZE-Beobachtermission. Das lasse Zweifel an der Unabhängigkeit der Wahlkommission aufkommen.

Die OSZE-Mission kritisierte zudem die einseitige Berichterstattung der Medien vor der Wahl. Die streng überwachten usbekischen Medien hätten dem Präsidenten „einen klaren Vorteil verschafft“. Zweifel am Ergebnis äußerte die OSZE auch wegen der großen Zahl an Briefwahlstimmen.

Dagegen bezeichnete die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit, der auch Usbekistan angehört, die Wahl als „demokratisch und offen“.

Seit 1989 an der Spitze

Karimow ist seit 1989 der starke Mann Usbekistans und wurde nach der Unabhängigkeit der Sowjetrepublik 1991 zum Staatschef gewählt. Er regiert das an Afghanistan grenzende 30-Millionen-Einwohner-Land mit harter Hand. Menschenrechtsaktivisten prangern seit Jahren die Beschneidung der Presse- und Meinungsfreiheit in Usbekistan an.

Jemen: 45 Tote bei saudischem Angriff auf Flüchtlingslager

Bei einem saudi-arabischen Luftangriff auf ein Flüchtlingscamp im Jemen sind heute nach Angaben von Beobachtern mindestens 45 Menschen getötet worden. 65 weitere Menschen seien bei dem Angriff auf das Lager im Nordwesten des Landes verletzt worden, sagte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM).

Frauen und Kinder unter Opfern

Jemenitische Sicherheitskreise berichteten der dpa, Kampfflugzeuge hätten vier Angriffe auf das Flüchtlingslager al-Masrak nahe der Grenze zu Saudi-Arabien geflogen. Im Lager hätten sich rund 700 Flüchtlinge aufgehalten. Unter den Toten seien auch Frauen und Kinder, hieß es weiter.

Saudi-Arabien und mehrere weitere sunnitische Staaten hatten am vergangenen Donnerstag militärisch im Jemen eingegriffen und mit Luftangriffen gegen die Stellungen der vorrückenden schiitischen Huthi-Miliz begonnen. Damit unterstützen sie den jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der vor den Huthis geflohen ist und sich derzeit im Ausland aufhält.

Kerry besorgt über Wahlauszählung in Nigeria

US-Außenminister John Kerry und sein britischer Kollege Philip Hammond haben sich vor Bekanntgabe der Ergebnisse der Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Nigeria besorgt über mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung gezeigt.

Anzeichen für „politische Beeinflussungen“

In einer heute veröffentlichten gemeinsamen Erklärung hieß es, der „größtenteils friedliche“ Verlauf der Wahl sei zu begrüßen. Es gebe auch keinen Hinweis auf „systematische Manipulation“. Doch die Anzeichen dafür, dass es bei der Zusammenführung der Stimmen aus den Wahllokalen und ihrer endgültigen Auszählung „vorsätzliche politische Beeinflussungen“ geben könne, seien „beunruhigend“.

Jeder Versuch eines Wahlbetrugs würde gegen „Buchstaben und Geist des Abkommens von Abuja“ verstoßen, zu dem sich die beiden großen nigerianischen Parteien verpflichtet hätten.

Die Wahlkommission erklärte, es gebe „keinerlei Anhaltspunkt“ für die Einmischung von Parteien bei der Auszählung. Kommissionssprecher Kayode Idowu sagte, entsprechende Befürchtungen entbehrten „jeglicher Grundlage“.

Buhari bei ersten Auszählungsergebnissen in Führung

Ersten Auszählungsergebnissen zufolge liegt der muslimische Oppositionskandidat Muhammadu Buhari in Führung. Der frühere Militärdiktator gewann sechs der bisher ausgezählten Teilstaaten, der christliche Amtsinhaber Goodluck Jonathan nur einen, wie die staatliche Wahlkommission mitteilte. Es fehlten jedoch noch die Endergebnisse aus 29 weiteren Teilstaaten. Beobachter rechneten mit einem knappen Ergebnis.

MH17: Ermittler suchen Zeugen für Abschuss über Ukraine

Das internationale Ermittlerteam zum Absturz von Flug MH17 hat Zeugen für den möglichen Abschuss der Maschine mit einer Boden-Luft-Rakete über der Ostukraine aufgerufen, sich zu melden. In einem heute international verbreiteten Video werden Bilder vom Transport eines Buk-Raketensystems in den Tagen um den Absturz vom 17. Juli 2014 gezeigt.

Bei dem Absturz der Maschine der Malaysia Airlines waren alle 298 Menschen an Bord getötet worden. Die meisten waren Niederländer.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Maschine von einer Rakete abgeschossen wurde. Der Zeugenaufruf heiße jedoch nicht, dass das bereits eindeutig feststehe, so die leitende Staatsanwaltschaft in Rotterdam. „Dafür sind mehr Untersuchungen notwendig.“ Die Niederlande leiten die internationalen strafrechtlichen Ermittlungen.

Zeugenaufruf auch über YouTube

Auf dem fast zwölf Minuten dauernden Video sind Bilder von einem Tieflader zu sehen, der ein Buk-Raketensystem durch die Ostukraine fährt. Auch sind abgehörte Telefongespräche von prorussischen Separatisten zu hören.

Die russischen Gespräche sind mit englischen Untertiteln versehen. Der Zeugenaufruf wurde über mehrere Websites von Polizei- und Justizbehörden sowie den Videokanal YouTube verbreitet.

Serbischer Ultranationalist Seselj schließt Haftrückkehr aus

Der als Kriegsverbrecher angeklagte serbische Ultranationalist Vojislav Seselj hat heute eine Rückkehr nach Den Haag völlig ausgeschlossen. „Ich möchte sehen, wie mich (Premier) Aleksandar Vucic und (Präsident) Tomislav Nikolic nun festnehmen werden“, so Seselj gegenüber der Tageszeitung „Vecernje novosti“.

Das Berufungssenat des UNO-Tribunals für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) hatte, wie heute bekanntwurde, entschieden, dass der im November vorläufig freigelassene Seselj in die Haft nach Den Haag zurückkehren soll.

„Ich habe das Haager Tribunal besiegt. Sie hatten mich dort zwölf Jahre lang gesetzwidrig festgehalten, mein Recht auf ein Gerichtsverfahren in vernünftiger Zeit verletzt“, so Seselj gegenüber der privaten Presseagentur Beta. Die Entscheidung des Senats über seine Rückkehr ins Gefängnis würde ihn „nicht interessieren“.

2003 freiwillig gestellt

Seselj hatte sich im Februar 2003 dem UNO-Tribunal freiwillig gestellt. Seine vorläufige Freilassung wurde im November 2014 vom ICTY mit seinem Gesundheitszustand, namentlich seiner Krebserkrankung, begründet. Die Tageszeitung „Politika“ berichtete kürzlich, dass sich Seselj in Belgrad demnächst einer Chemotherapie unterziehen wird.

Die serbischen Spitzenpolitiker Vucic und Nikolic waren bis Herbst 2008 engste Mitarbeiter Seseljs. Beide Politiker hatten nach der Trennung vom Ultranationalisten einen proeuropäischen Kurs eingeschlagen.

Nachbarn ärgert deutsche Pkw-Maut

Der Beschluss der Pkw-Maut in Deutschland Ende letzter Woche sorgt für Ärger - nicht nur, aber vor allem in den Nachbarländern. In Österreich (Stichwort: deutsches Eck) wurde deutliche Kritik bereits unmittelbar nach dem Bundestagsbeschluss am Freitag laut. Klagen gegen die Maut, die aus Sicht der Nachbarländer und auch der deutschen Mautgegner ausländische Autofahrer klar benachteiligt, könnten folgen. Vorerst hofft man aber offenbar, dass Brüssel das Gesetz ohnehin als nicht EU-rechtskonform kippen wird. Auch die innerdeutsche Debatte über eine „Gesetz gewordene Schnapsidee“ reißt nicht ab.

Mehr dazu in „Gesetz gewordene Schnapsidee“

Inland

ÖVP für Mehrheitswahlrecht, SPÖ überlegt

Die ÖVP will das Mehrheitswahlrecht in ihr neues Parteiprogramm schreiben, das am nächsten Parteitag beschlossen werden soll. Der Koalitionspartner SPÖ zeigt sich nicht abgeneigt: „Darüber kann man schon reden“, sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos heute im Ö1-Mittagsjournal.

Man werde sich mit dem Koalitionspartner in dieser Frage auseinandersetzen, kündigte er an, bis jetzt handle es sich aber lediglich um Absichtserklärungen. Darabos betonte jedoch, dass das Thema sehr heikel sei, Oppositionsarbeit dürfe nicht verunmöglicht werden - er bevorzugt ein minderheitsfreundliches Modell.

FPÖ und Grüne sprachen sich strikt gegen ein Mehrheitswahlrecht aus. „Man soll nicht am offenen Verfassungsherzen herumexperimentieren“, so FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. Die grüne Verfassungssprecherin Daniela Musiol glaubt, dass ein „gefährliches Spiel mit der Demokratie“ betrieben wird, wenn man ein Mehrheitswahlrecht fordert.

Initiative Mehrheitswahlrecht erfreut

Die Initiative Mehrheitswahlrecht und Demokratiereform begrüßte den Zwischenentwurf für das neue ÖVP-Parteiprogramm. Darin befindet sich das Bekenntnis zu einem Mehrheitswahlrecht, das noch intern diskutiert werden soll. „Wir erwarten und erhoffen uns dadurch einen Impuls für eine seriöse Diskussion“, sagte der Sekretär der Initiative, Herwig Hösele, in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

Die Initiative hat seit 2008 eine Reihe von Modellen für mehrheitsfördernde und persönlichkeitsorientierte Elemente im Wahlrecht vorgelegt. Obmann ist der frühere Zweite Nationalratspräsident Heinrich Neisser (ÖVP), Mitglieder sind unter anderen die einstigen ÖVP-Politiker Erhard Busek und Franz Fischler, Ex-Staatsoperndirektor Ioan Holender, Böhler-Uddeholm-Chef Claus Raidl und der Verfassungsjurist Theo Öhlinger.

Heinisch-Hosek will Einkommensschere weiter schließen

Morgen ist „Equal Pay Day“, der Tag, bis zu dem Frauen in das Jahr 2015 hinein weiterarbeiten müssen, damit sie so viel verdient haben wie die Männer Ende 2014. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) verwies heute auf die bereits getroffenen Maßnahmen zur Verringerung der Einkommensdifferenz, es müsse aber weitere Entwicklungen geben, forderte die Ressortchefin in einer Aussendung.

Die Gehaltsschere habe unterschiedliche Ursachen, es müsse daher auch an vielen Schrauben gedreht werden, so Heinisch-Hosek. Nach Einführung der Einkommensberichte, der Gehaltsangaben in Stelleninseraten und des Gehaltsrechners brauche es jetzt „weitere Kraftanstrengungen“.

Derzeit werden die Maßnahmen evaluiert, und auf Basis dieser Ergebnisse sollen die Instrumente weiterentwickelt werden. „Ich baue hier auf die gute Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern“, so die Ministerin.

Schittenhelm fordert Pensionssplitting

ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm pocht anlässlich des Tags der Lohngerechtigkeit auf eine Neubewertung der Arbeit. Sie forderte einen „Gender-Check“, der aufzeigen soll, welche Berufe nach wie vor nicht entsprechend entlohnt werden, und ein verpflichtendes Pensionssplitting. Dadurch würden Kindererziehungszeiten entsprechend berücksichtigt werden, „denn auch Familienarbeit ist Arbeit“, stellte Schittenhelm fest.

In Österreich werden seit Jahren zwei Tage der Lohngerechtigkeit begangen, was auf die Berechnungsmethode zurückzuführen ist. Neben dem Frühlingstermin gibt es somit auch einen „Equal Pay Day“ im Herbst.

Gerald Grosz tritt als BZÖ-Obmann ab

Gerald Grosz tritt als Parteichef des BZÖ zurück. Das teilte er heute den Parteimitgliedern per E-Mail und gegenüber der APA mit. Sein berufliches Engagement - Grosz ist als Unternehmer tätig - lasse es nicht zu, vollen Einsatz zu zeigen. Es wäre „regelrecht unmoralisch“, das Amt weiterhin zu besetzen.

Grosz übernahm die vom verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider gegründete Partei nach der Wahlschlappe bei der Nationalratswahl 2013. Heute Abend findet nun eine Sitzung des Bundesparteivorstands statt. Für morgen wurde zu einer Pressekonferenz zum Thema „Personelle Entscheidungen und Weichenstellungen für die Zukunft“ in Klagenfurt eingeladen.

Nach dem Beschluss des neuen Parteiprogramms im vergangenen Herbst plante Grosz auch eine personelle Neuaufstellung, zum zehnten Jahrestag der Parteigründung wird diese vollzogen. Er wird seine Funktion als BZÖ-Obmann heute beenden und dem Vorstand einen Nachfolgevorschlag machen. Wer das ist, ließ er mit Verweis auf die Pressekonferenz noch offen.

17 Beschuldigte in Causa Seenkauf

Der Verdacht, dass beim Ankauf von Seegrundstücken durch das Land Kärnten 2007 nicht nur zu viel bezahlt wurde, sondern auch Schmiergeld im Spiel gewesen ist, erhärtet sich. In der Causa wird nicht nur gegen Stefan Petzner und Harald Dobernig ermittelt: Insgesamt gibt es 17 Beschuldigte, unter ihnen sind mit Gabriele Schaunig, Reinhart Rohr (beide SPÖ), Gerhard Dörfler (FPÖ) und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (Team NÖ) vier aktive Politiker.

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Sport

Ski alpin: Hirscher legt Sonderschichten ein

Der angekündigte Schneefall lässt bei Weltcup-Gesamtsieger Marcel Hirscher das Herz schneller schlagen. Bei perfekten Bedingungen können deshalb noch wichtige Ski- und Materialtests für die nächste Saison gemacht werden.

Eine Karrierepause nach dem historischen vierten Gesamtsieg in Serie schloss Hirscher bei einem Termin seines Sponsors in Wien kategorisch aus, eher werde er noch ein paar Jahre „gescheit fahren und lieber früher aufhören“, als zwischendurch eine Pause einzulegen. Sein Vertrag mit Raiffeisen dürfte jedenfalls weitergehen. Ob der von Anna Fenninger verlängert wird, ist dagegen offen.

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Fußball: ÖFB-Teamchef Koller bleibt „giftig und fokussiert“

Der Kantersieg in Liechtenstein und die Tabellenführung in Gruppe G können den in der EM-Quali weiter ungeschlagenen ÖFB-Teamchef Marcel Koller nicht dazu verleiten, eine zufriedene Zwischenbilanz zu ziehen. Schon gar nicht vor dem schwierigen Test gegen Bosnien-Herzegowina morgen (20.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) im Wiener Ernst-Happel-Stadion.

„Zufrieden bin ich erst, wenn wir fix bei der EM sind“, betonte Koller. Bis dahin werde er „giftig und fokussiert“ bleiben - auch in der Vorbereitung auf die „spielerisch starke, robuste Mannschaft“ Bosniens mit einigen prominenten Namen.

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Wirtschaft

Athener Reformen sollen 3,7 Milliarden in die Kassen spülen

Die Maßnahmen der Reformliste, die die griechische Regierung den Geldgebern präsentiert hat, sollen 3,7 Milliarden Euro in die Kassen in Athen bringen. Das verlautete heute aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen. Alleine Kontrollen der Überweisungen von Schwarzgeldern der Griechen ins Ausland in den vergangenen Jahren sollen rund 725 Millionen Euro einbringen.

Weitere 350 Millionen soll die bessere Erfassung der Einnahmen aus der Mehrwertsteuern in die Kassen spülen. Die Staatseinnahmen für die Vergabe von Lizenzen an private Fernsehsender soll weitere 350 Millionen Euro bringen.

Lotterie für Quittungen

Zudem sollen die Bürger ermutigt werden, Quittungen für ihre Einkäufe zu verlangen. Bei einer Lotterie sollen einige Quittungen Preise gewinnen. Mit dieser verlockenden Maßnahme hofft der Staat, rund 270 Millionen an Mehrwertsteuern zu kassieren. Andere Beträge sollen durch die Vergabe von Lizenzen an elektronische Casinos sowie die Einnahmen durch die Zahlungen säumiger Schuldner an den Staat (rund 255 Mio. Euro) gezahlt werden.

Die Bekämpfung des Schmuggels im Bereich Treibstoffe und Tabak soll weitere 250 Millionen Euro einbringen. Schließlich sollen 1,5 Milliarden Euro aus der Privatisierung von Häfen und Flughäfen des Landes in die Staatskassen fließen, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums.

Verhandlungen wiederaufgenommen

Die Verhandlungen über die Reformliste zwischen Vertretern Griechenlands und der internationalen Geldgeber wurden unterdessen fortgesetzt. „Die Tatsache, dass Experten das ganze Wochenende und auch heute arbeiten, ist ein positives Zeichen“, sagte der Chefsprecher der EU-Kommission in Brüssel. Das zeige die Ernsthaftigkeit und die Bereitschaft von allen Seiten zusammenzukommen.

Die Gespräche laufen laut dem Sprecher sowohl in Brüssel als auch in Athen. Eine verbindliche Einigung auf Reformen ist Voraussetzung für weitere Auszahlungen aus dem verlängerten Hilfspaket für das Krisenland. Es stehen aus verschiedenen Quellen noch insgesamt 7,2 Milliarden Euro bereit. Die Zeit drängt, da die Athener Kassen fast leer sind und deshalb der Staatsbankrott droht.

Laut Athener Regierungskreisen ist die Liste kein Tabu - es könnten in den Verhandlungen einzelne Maßnahmen herein- oder herausgenommen werden. Vor allem ein verstärkter Kampf gegen die Steuerhinterziehung soll dem griechischen Staat neue Einnahmen in Höhe von drei Milliarden Euro bringen.

Merkel: Gesamtrahmen muss stimmen

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel billigte Griechenland im Reformstreit mit der Euro-Zone eine flexible Umsetzung von Sparvorgaben zu. „Welche Maßnahmen eine Regierung ergreift, dazu kann es Variationen geben“, sagte Merkel bei einem Besuch in der finnischen Hauptstadt Helsinki. Es müssten aber der Gesamtrahmen stimmen und am Schluss die Finanzstabilität wiederhergestellt werden. Griechenland habe sich entsprechend den Verabredungen in der Euro-Zone dazu verpflichtet, sein Reformprogramm fortzusetzen.

Amazon-Mitarbeiter streiken an fünf deutschen Standorten

Im Tarifkonflikt bei Amazon versucht die Gewerkschaft ver.di im Ostergeschäft mehr Druck auf den weltgrößten Onlineversandhändler auszuüben. An den fünf Standorten Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Koblenz (Rheinland-Pfalz), Werne und Rheinberg (beide Nordrhein-Westfalen) traten Beschäftigte heute erneut in den Ausstand.

Laut ver.di waren es im Tagesverlauf rund 1.550 Teilnehmer, nach Angaben von Amazon waren es hingegen weniger als 1.400. Der Streik soll laut Gewerkschaft noch bis einschließlich morgen dauern.

Die Gewerkschaft will Amazon zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zwingen, und das zu den besseren Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Weil Amazon nicht einlenkt, kommt es seit dem Frühjahr 2013 immer wieder zu Streiks.

Mitarbeiter von Schloss Windsor drohen mit Arbeitskampf

Aus Ärger über schlechte Bezahlung droht ein Teil des Personals der Queen auf Schloss Windsor mit einem Arbeitskampf. Je nach Ausgang einer entsprechenden Abstimmung werde sich ein Teil der Angestellten weigern, neben den normalen Aufgaben sogenannte Gefälligkeitsdienste zu übernehmen, für die sie bisher nicht bezahlt würden, kündigte die Gewerkschaft PCS heute an.

Ärger über kostenlose Extradienste

Nach ihren Angaben wird von den notorisch schlecht bezahlten Mitarbeitern des 900 Jahre alten Schlosses erwartet, dass sie kostenlose Extradienste übernehmen - beispielsweise als Schlossführer und Übersetzer.

Den Mitarbeitern liege sehr daran, dass Besucher von Schloss Windsor „königlich“ behandelt würden, sagte PCS-Generalsekretär Mark Serwotka. Doch sei es „skandalös, dass sie so erbärmlich bezahlt werden und von ihnen erwartet wird, ohne Bezahlung Arbeiten zu übernehmen, die der königlichen Familie Geld einbringen“. Laut seinen Angaben beginnt die Abstimmung über den geplanten Dienst nach Vorschrift morgen und endet am 14. April.

Sollte die Mehrheit der 120 Gewerkschaftsmitglieder dafür stimmen, wäre es laut Serwotka der erste Arbeitskampf von Mitarbeitern der Königsfamilie. Das Schloss beschäftigt insgesamt 200 Angestellte. Königin Elizabeth verbringt gewöhnlich ihre Wochenenden dort, zu Ostern hält sie sich in der Regel einen Monat auf Schloss Windsor auf.

Chronik

Beide Lenker nach Zusammenstoß zweier Lkws tot

Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Lkws auf der Ennstal Straße (B320) in Salzburg sind heute Nachmittag beide Lenker ums Leben gekommen. Die Unfallstelle ist derzeit gesperrt.

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Von Klein-Lkw erfasst: 66-Jährige tot

In Oberwart (Burgenland) wurde am Vormittag eine 66-jährige Fußgängerin von einem Klein-Lkw erfasst. Die Frau erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Linienflug nach falscher Bombendrohung unterbrochen

Die Fluggesellschaft Turkish Airlines hat nach einer falschen Bombenwarnung einen Flug von Istanbul nach Sao Paulo unterbrochen. An Bord der Boeing 777 auf dem Weg seien 256 Passagiere gewesen, sagte eine Sprecherin der türkischen Fluggesellschaft. Der Pilot des Linienfluges habe die Maschine heute vorsichtshalber im marokkanischen Casablanca gelandet.

Die Sprecherin sagte, bei einer Durchsuchung nach der unplanmäßigen Landung seien kein Hinweise auf Sprengstoff an Bord gefunden worden. Crewmitglieder hatten nach dem Start in Istanbul einen schriftlichen Hinweis auf Sprengstoff auf einer der Toiletten entdeckt. Nähere Angaben machte die Fluggesellschaft nicht.

Die Nachrichtenagentur DHA meldete, am Vortag sei bereits ein Turkish-Airlines-Flug auf dem Weg nach Tokio zurück nach Istanbul gekehrt. Dort sei ebenfalls auf einer Toilette ein schriftlicher Hinweis auf Sprengstoff gefunden worden.

Acht Tote bei Busunglück in US-Staat Florida

Bei einem Busunfall im US-Bundesstaat Florida sind acht Menschen ums Leben gekommen. Zehn weitere Menschen wurden laut Polizeiangaben in der Nacht auf heute verletzt. Der Fahrer eines Kleinbusses hatte in der Nähe der Stadt Moore Haven ein Stoppschild übersehen, der Bus kam von der Straße ab und stürzte in einen Kanal.

Der Fahrer sei unter den Todesopfern, hieß es. Einer der zehn Überlebenden schwebe in Lebensgefahr. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauerten an.

Wärme weckte Bären frühzeitig aus Winterschlaf

Ungewöhnlich warmes Wetter mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt hat im Fernen Osten Russlands die Bären gut zwei Wochen früher als üblich aus dem Winterschlaf geweckt. Die ersten Bären hätten ihre Höhlen im Gebiet Sachalin verlassen und seien bereits gesichtet worden, teilten Behörden heute mit.

Bären seien zu dieser Jahreszeit gefährlich, hieß es, denn die Natur biete den bis zu 700 Kilogramm schweren Tieren noch wenig Nahrung. Immer wieder kommt es auch zu Angriffen auf Menschen. Wegen der Gefahren werden jedes Jahr mehrere der Raubtiere getötet, allein 2014 waren es 40 im Gebiet Sachalin. Insgesamt sollen in der russischen Inselregion rund 4.500 Bären leben.

Kultur

Tate Britain zeigt Tracey Emins ungemachtes Bett

Das umstrittene Kunstwerk „My Bed“ aus einer Matratze, gebrauchten Leintüchern und leeren Schnapsflaschen ist ab morgen im Rahmen der Schau „BP Spotlight: Tracey Emin and Francis Bacon“ im Londoner Museum Tate Britain zu sehen. Die englische Künstlerin Tracey Emin (51) hat es nach eigenen Worten als „Selbstporträt aus Objekten“ angefertigt, nachdem eine Beziehung traumatisch geendet hatte.

1999 schaffte Emin es damit in die engere Auswahl für den renommierten Turner-Preis, was für einen kleinen Skandal in der Kunstwelt sorgte. Heute gehört es zu den berühmtesten modernen Kunstwerken Großbritanniens. Bis Juni 2016 wird das ungemachte Bett, neben dem Kondome, ein Stofftier, Zigarettenpackungen, eine Nagelschere und andere Gegenstände herumliegen, zu sehen sein.

Um das Bett herum hängen zwei von Emin ausgewählte Gemälde des in Dublin geborenen Künstlers Francis Bacon (1909-1992), die Emin selbst ausgesucht hat. Außerdem hat sie dem Museum anlässlich der Ausstellung sechs eigene Bilder vermacht.

Emin-Ausstellung bald in Leopold Museum

Vergangenen Sommer hatte der Kunsthändler Jay Jopling das Bett im Namen des deutschen Industriellen und Sammlers Christian Graf Dürckheim-Ketelhodt für mehr als drei Millionen Euro ersteigert. Zuvor hatte es dem namhaften Londoner Kunstsammler Charles Saatchi gehört. Nach der Ausstellung in London soll das Kunstwerk in Emins Heimatstadt Margate zu sehen sein, anschließend in Liverpool.

In Wien ist ab 24. April eine große Ausstellung von Tracey Emin im Leopold Museum zu sehen, bei der sie nicht nur rund 80 eigene Werke zeigt, sondern ihre Arbeiten auch in Beziehung zu von ihr persönlich ausgewählten Zeichnungen von Egon Schiele setzt.

Wegen „Tannhäuser“: Operndirektor in Sibirien entlassen

Nach einem wochenlangen Streit über eine Inszenierung von Wagners „Tannhäuser“ in Nowosibirsk hat das Moskauer Kulturministerium den Direktor des Theaters entlassen.

Boris Mesdritsch habe sich als Leiter des Operntheaters Anweisungen widersetzt, umstrittene Szenen der Arbeit des jungen Regisseurs Timofej Kuljabin zu ändern, teilte die Behörde in Moskau heute mit.

Kritik der Kirche

Das Ministerium reagierte damit auf Kritik der russisch-orthodoxen Kirche, die dem Theater eine absichtliche Verletzung religiöser Gefühle vorwirft. In einer Szene der Aufführung, die im Dezember in der Millionenstadt Premiere hatte, ist Jesus als Filmfigur mit halb nackten Frauen zu sehen.

Vizekulturminister Wladimir Aristarchow sagte im Fernsehen, solche Szenen in einem mit Steuergeldern finanzierten Staatstheater seien „unzulässig“. Teile der Bevölkerung fühlten sich beleidigt.

Theaterdirektor Mesdritsch hatte die Arbeit bis zuletzt verteidigt - auch gegen Straßenproteste von Orthodoxen. Er sagte der Agentur Interfax, dass sein Vertrag keinen Widerspruch gegen die Kündigung zulasse. Als Nachfolger wurde der Oligarch Wladimir Kechman eingesetzt, der zudem das Michailowski-Theater in St. Petersburg führt. In Russland kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Kirchenfunktionären und Kulturschaffenden.

Gesundheit

Science

Lifestyle

Fünf Jahre Team-Österreich-Tafel

„Verwenden statt verschwenden“ - das ist seit mittlerweile fünf Jahren das Motto der Team-Österreich-Tafel. Die Idee hinter der Lebensmittelhilfe von Ö3 und dem Roten Kreuz: Noch einwandfreie Überschusslebensmittel der Supermärkte sollen nicht weggeworfen werden, sondern Menschen in Not helfen.

700 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sammeln jeden Samstag die Waren ein und geben sie an 93 Ausgabestellen an 13.000 Personen weiter – bisher insgesamt 10.000 Tonnen.

Mehr dazu in oe3.ORF.at