Ausland

Familie von Hamas-Militärchef bei Luftangriff getötet

Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind die Ehefrau und Tochter von Hamas-Militärchef Mohammed Daif getötet worden.

Mussa Abu Marsuk, Leiter der Delegation der radikalislamischen Organisation bei den Waffenruheverhandlungen in Kairo, bestätigte den Tod der Angehörigen von Daif. Israel bestätigte heute den Versuch einer gezielten Tötung des Hamas-Militärchefs. Das berichtete das Zweite Israelische Fernsehen unter Berufung auf einen Regierungsvertreter in Jerusalem.

Israelische Medien berichteten zudem, die Identität eines dritten Toten bei dem Angriff sei noch unklar. Daif gilt in Gaza als einer der wichtigsten Drahtzieher, er hat schon mehrere Attentate durch Israel überlebt. Israel wirft ihm vor, er dirigiere den Gaza-Krieg aus dem Untergrund.

Feuerpause hielt nicht

Eine Feuerpause zwischen Israel und den militanten Palästinensern war gestern zusammengebrochen. Beide Seiten machen einander dafür verantwortlich. Die Regierung in Jerusalem zog aus Protest gegen neue Raketenangriffe ihre Verhandlungsdelegation aus Kairo ab. Dort sollte sechs Wochen nach Beginn des Gaza-Kriegs eine dauerhafte Waffenruhe ausgehandelt werden.

Auch heute Früh schlugen aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen in Israel ein. Insgesamt hätten militante Palästinenser bereits mehr als 60 Raketen abgeschossen, teilte die Armeesprecherin mit. Israels Militär habe rund 60 Ziele im Gazastreifen angegriffen.

US-Polizei erschoss Afroamerikaner unweit von Ferguson

Unweit der von Protesten erschütterten US-Stadt Ferguson haben Polizisten gestern einen Afroamerikaner erschossen. Der 23-Jährige habe die Beamten mit einem Messer bedroht, sagte der Polizeichef Sam Dotson. Der Verdächtige habe sich unberechenbar verhalten.

Obwohl sie ihn mehrfach ermahnt hätten, das Messer abzulegen, sei er trotzdem weiter auf sie zugekommen, sagte Dotson. Als der Mann nur noch gut einen Meter von den Beamten entfernt gewesen sei, hätten sie auf ihn geschossen. Die genauen Umstände des Vorfalls würden noch untersucht. Der Verdächtige soll zuvor Lebensmittel aus einem Geschäft gestohlen haben.

Lage in Ferguson bleibt angespannt

Der Tatort liegt gut drei Kilometer von Ferguson entfernt, berichtete der TV-Sender CNN. In der Kleinstadt gibt es seit mehr als einer Woche teils gewalttätige Demonstrationen, nachdem ein Polizist den 18-jährigen Michael Brown erschossen hatte, obwohl dieser unbewaffnet war.

Gouverneur Jay Nixon rief die Nationalgarde zu Hilfe, US-Präsident Barack Obama forderte die Demonstranten unterdessen zur Zurückhaltung auf. Auch an dem Tatort in St. Louis sammelte sich nach Angeben des TV-Senders NBC bereits eine Gruppe von Demonstranten.

Mehr dazu in Journalisten in Handschellen abgeführt

Teenager soll am Montag beerdigt werden

Brown soll am Montag beerdigt werden. Es sei eine öffentliche Gedenkveranstaltung geplant, berichtete die Zeitung „St. Louis Post-Dispatch“ gestern unter Berufung auf den Anwalt der Familie. Er rechne damit, dass ranghohe Persönlichkeiten anwesend sein werden.

Ukraine-Krisentreffen inmitten schwerer Kämpfe

Während im Osten der Ukraine die Kämpfe immer härter werden, halten diplomatische Bemühungen um den Ukraine-Konflikt an. Im Zentrum von Lugansk lieferte sich die ukrainische Armee nach eigenen Angaben gestern Straßenkämpfe mit den Separatisten. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden mehrere Zivilisten getötet oder verletzt.

Treffen Putin - Poroschenko fixiert

Am kommenden Dienstag treffen Russlands Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Kollege Petro Poroschenko mit EU-Vertretern im weißrussischen Minsk zusammen. Nach Kreml-Angaben sind auch bilaterale Gespräche geplant, es blieb aber unklar, ob Putin und Poroschenko direkt zusammenkommen. Die EU ist vordergründig durch die Außenbeauftragte Catherine Ashton vertreten.

Merkel reist nach Kiew

Auf Einladung Poroschenkos reist die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag erstmals seit Beginn des Konflikts nach Kiew. Dort will sie über „konkrete Möglichkeiten“ sprechen, „die Ukraine in der aktuellen Krise zu unterstützen“, wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte. Merkel will demnach auch mit Regierungschef Arseni Jazenjuk zusammenkommen.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, er halte den Konflikt „noch immer für lösbar“. Auch ein ranghoher Vertreter der ukrainischen Präsidentschaft sprach angesichts der diplomatischen Termine von einer „wichtigen Woche“. Er begrüßte, dass von der „Telefondiplomatie“ zur „direkten Interaktion“ übergegangen werde.

Gül: Davutoglu wird türkischer Regierungschef

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu soll nach Angaben des scheidenden Präsidenten Abdullah Gül neuer Regierungschef in Ankara werden. Er gehe davon aus, dass Davutoglu der Nachfolger für den bisherigen Regierungschef und künftigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan werde, sagte Gül am Abend bei einem Empfang im Präsidentenpalast vor Journalisten.

„Wir müssen ihm alle bei seiner Aufgabe helfen“, fügte Gül hinzu. Er selbst habe Davutoglu einst davon „überzeugt, in die Politik zu gehen“. „Ich werde ihn unterstützen.“

Erdogan war Anfang August bei der ersten Direktwahl des türkischen Staatschefs zu Güls Nachfolger gewählt worden. Davutoglu ist ein enger Vertrauter Erdogans und seit 2009 Außenminister. Auch in türkischen Medien wurden ihm zuletzt die besten Chancen eingeräumt, neuer Ministerpräsident und Parteichef von Erdogans islamisch-konservativer AKP zu werden. Die AKP-Führung will morgen entscheiden, wer die beiden Posten übernimmt.

Ebola: Ausgangssperre in Liberia

Liberia verhängt wegen der Ebola-Epidemie eine nächtliche Ausgangssperre. Wie Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf in einer Rundfunkansprache ankündigte, soll die Ausgangssperre jede Nacht von 21.00 bis 6.00 Uhr gelten. Außerdem stellten die Behörden zwei ganze Stadtviertel unter Quarantäne, davon eines in der Hauptstadt Monrovia.

Liberia ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit bisher 466 Toten am schwersten von der Ebola-Epidemie betroffen. Insgesamt gibt es mittlerweile mehr als 1.200 Tote und über 2.200 Infizierte. Das Ebola-Virus war zunächst zu Jahresbeginn in Guinea aufgetaucht, im Grenzgebiet zwischen Sierra Leone und Liberia. Es verbreitete sich rasch in den beiden Nachbarstaaten und erreichte schließlich Nigeria.

Weiterer Verdachtsfall in USA

In den USA gibt es einen weiteren Ebola-Verdachtsfall. Ein Patient wurde in ein Krankenhaus in Sacramento im Bundesstaat Kalifornien eingeliefert und in einem Isolierzimmer untergebracht, wie der Krankenhausbetreiber Kaiser Permanente gestern mitteilte. Um eine Ebola-Erkrankung auszuschließen, soll die US-Gesundheitsbehörde CDC eine Blutanalyse vornehmen.

Ende Juli waren zwei erkrankte US-Bürger, ein Arzt und eine Missionarin, aus Afrika zur Behandlung in die USA gebracht worden. Sie wurden mit einem noch nicht zugelassenen Mittel behandelt, das zuvor nur an Tieren getestet worden war.

In Vietnam wurde ein nigerianisches Ehepaar unter Ebola-Verdacht ins Krankenhaus eingeliefert. Obwohl beide zunächst nur Fieber hatten, wurden sie in der Klinik in Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden des Landes isoliert, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Übertragung durch Körperflüssigkeiten

Der Erreger löst hämorrhagisches Fieber aus, das in vielen Fällen zum Tod führt. Medikamente dagegen gibt es nicht, doch steigert eine frühzeitige Behandlung die Überlebenschancen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich das Virus durch Körperflüssigkeiten. Die WHO erklärte die Epidemie inzwischen zum Gesundheitsnotfall und ließ den Einsatz noch nicht erprobter Medikamente und Impfstoffe in den betroffenen Ländern zu.

Inland

ÖVP: Steuerreform nötigenfalls schrittweise

Die Fronten in der Steuerdebatte haben sich auch über den Sommer nicht gelockert. ÖVP-Finanzstaatssekretär Jochen Danninger lehnt eine Gegenfinanzierung durch Vermögens- oder Erbschaftssteuer weiterhin ab.

Beschlossen werden soll die Steuerreform im Juli 2015. Wann sie in Kraft tritt, macht er von den zur Gegenfinanzierung erzielten Einsparungen abhängig und hält auch einen Stufenplan für möglich.

Danninger gibt sich zwar „zuversichtlich“, bei der Steuerreform einen gemeinsamen Weg mit der SPÖ zu finden. Inhaltlich bleibt der Finanzstaatssekretär aber hart und lehnt eine Gegenfinanzierung durch vermögensbezogene Steuern ab: „Im Regierungsprogramm finden sich keine Vermögenssteuern, und es finden sich dort keine Erbschafts- und Schenkungssteuern. Es muss der SPÖ bewusst sein, dass es das mit der ÖVP nicht geben wird.“

Senkung des Eingangssteuersatzes

Dass im Regierungsprogramm sehr wohl von einer „Gegenfinanzierung“ die Rede ist, lässt Danninger nicht gelten, denn darunter habe die ÖVP Einsparungen verstanden. „Hätten wir uns auf Vermögens- oder Erbschafts- und Schenkungssteuern geeinigt, hätten wir das reingeschrieben.“

Grundsätzlich bekräftigt Danninger jedoch die Bereitschaft der ÖVP, den Eingangssteuersatz „in Richtung 25 Prozent“ zu senken. Der Großteil der Entlastung müsse aber durch Einsparungen - etwa bei Verwaltung, ÖBB und Frühpensionen - gegenfinanziert werden, der Rest durch Vereinfachungen im Steuersystem und zusätzliches Wirtschaftswachstum. Die Expertengruppen zur Steuer- und zur Verwaltungsreform seien daher „untrennbar miteinander verbunden“.

Stufenplan möglich

Beschließen will Danninger die Steuerreform gemäß dem mit der SPÖ vereinbarten Zeitplan im Juli 2015. Wann die Entlastung schlagend wird, macht er von den zur Gegenfinanzierung erzielten Einsparungen abhängig und hält auch einen Stufenplan für ein schrittweises Inkrafttreten für möglich. „Wir wollen die Entlastung so früh wie möglich, wir wollen aber Ehrlichkeit“, so Danninger.

Den Ländern will Danninger künftig mehr Steuerhoheit übertragen - und zwar konkret über Steuern auf Grund und Boden, also etwa die Grundsteuer. In Ausarbeitung ist laut Danninger auch ein Modell zur steuerlichen Entlastung der Familien. Details will er aber noch nicht nennen.

Kritik an Notunterkünften für Asylwerber

Das Innenministerium hat gestern angekündigt, dass nun Speisesäle und Turnhallen zu Notschlafstätten für Flüchtlinge umfunktioniert werden sollen. Von Asylwerbern in Zelten und Kasernen ist also nicht mehr die Rede. Dennoch kommt scharfe Kritik von Caritas und den Grünen.

Sie fordern, vorübergehend lieber mehr Asylwerber in Traiskirchen unterzubringen. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und dem niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll (beide ÖVP) werfen sie vor, einen Flüchtlingsnotstand zu inszenieren.

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Faymann zu SPÖ-Jobrochaden: Ressortwechsel üblich

Seit Tagen ist klar, dass das SPÖ-Regierungsteam umgebildet wird. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es weiter nicht. Auch Bundeskanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann will im Ö1-Interview den SPÖ-Gremien nicht vorgreifen, sagte aber, dass eine Regierungsumbildung notwendig wird, weil ein Regierungsmitglied in die Funktion der Nationalratspräsidentin wechseln wird. Dass Alois Stöger von einem Tag auf den anderen vom Gesundheits- zum Verkehrsminister werden soll, findet Faymann einen üblichen Vorgang.

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Sport

Eishockey: ÖEHV-Sportdirektor fordert mehr Respekt

Die neuen Strukturen im österreichischen Eishockey werden nach zwei Jahren Arbeit von ÖEHV-Sportdirektor Alpo Suhonen immer mehr sichtbar. Doch auf den 66-jährigen Finnen wartet nun die vielleicht schwerste Hürde. Denn die Einstellung so mancher Beteiligten ist vor allem im Jugendbereich von Professionalität noch weit entfernt. Eine hohe Anzahl an Absagen für Nachwuchscamps stieß dem Sportdirektor sauer auf.

Suhonen sieht seine Arbeit nicht überall respektiert. „Wir haben zwei Jahre an den Basics gearbeitet, jetzt muss man die Einstellung wechseln“, so der Finne. Ein Brief soll Vereine, Trainer und Eltern der Talente wachrütteln.

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Schwimm-EM: Blaha springt weit am Podest vorbei

Der Traum von Wasserspringer Constantin Blaha von einer EM-Medaille ist im Finale geplatzt. Der Wiener musste sich gestern im Bewerb vom 1-m-Brett mit Rang acht begnügen und sprang damit weit am Podest vorbei. Blaha lag lange auf Medaillenkurs, ein Patzer beim vierten Sprung warf den 26-Jährigen jedoch zurück. Sein Landsmann Fabian Brandl war bereits im Vorkampf ausgeschieden. Auch ihm wurde wie Blaha im Finale der vierte Sprung zum Verhängnis. Die Goldmedaille vom 1-m-Brett ging erstmals seit 14 Jahren wieder an Deutschland.

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Wirtschaft

BAWAG im ersten Halbjahr mit 87 Prozent mehr Gewinn

Die hauptsächlich im Besitz der US-Fonds Cerberus und Golden Tree stehende österreichische Bank BAWAG P.S.K. hat im ersten Halbjahr 2014 ihren Nettogewinn gegenüber der Vorjahresperiode um 87 Prozent von 93,8 auf 175,0 Mio. Euro gesteigert.

Hauptverantwortlich dafür waren vor allem geringere Personal- und Risikokosten. Die operativen Erträge konnten leicht um zwei Prozent verbessert werden.

„Wir sehen erste positive Effekte unserer umfangreichen Investitionen der letzten Jahre“, so BAWAG-Chef Byron Haynes heute in einer Presseaussendung. Er erwartet sich eine Fortsetzung dieser positiven Entwicklung.

China: Rekordstrafe für zwölf japanische Autozulieferer

Zwölf japanische Autozulieferer müssen in China wegen verbotener Preisabsprachen die Rekordsumme von 1,24 Milliarden Yuan (151 Mio. Euro) zahlen.

Die Geldstrafe verhängte die Pekinger Reform- und Entwicklungskommission (NDRC) heute in ihren laufenden Anti-Monopol-Ermittlungen, von denen auch deutsche Autoproduzenten wie Audi, Daimler und BMW wegen ihrer Preispolitik für Ersatzteile betroffen sind.

Hitachi und Nachi zeigten sich selbst an

Nach der Untersuchung der japanischen Zulieferer befanden die Wettbewerbshüter der mächtigen Entwicklungskommission sowohl Hitachi, Denso, Aisan, Mitsubishi Electric, Mitsuba, Yazaki, Furukawa, Sumitomo als auch die vier Kugellagerhersteller Nachi, NSK, JTEKT und NTN des Verstoßes gegen das Anti-Monopol-Gesetz für schuldig.

Doch werden Hitachi und Nachi von der Strafe ausgenommen, weil sie sich als Erste selbst angezeigt und „wichtige Beweise“ für die Untersuchung geliefert haben, wie die Behörde mitteilte.

Preiserhöhungen durchgesetzt

Zwischen 2000 und 2010 sollen die acht Ersatzteilhersteller durch häufige Absprachen die Preise für Produkte festgelegt haben, die in 20 Autotypen von Toyota, Nissan, Suzuki, Ford und anderen eingebaut worden seien. Ähnlich hätten die vier Kugellagerproduzenten zwischen 2000 und 2011 ihre Preisstrategie auf dem chinesischen Markt und in Asien insgesamt festgelegt.

So seien Preiserhöhungen durchgesetzt worden, hieß es in der Mitteilung. Die Strafen erreichten je nach Kooperationswilligkeit der Zulieferer bis zu acht Prozent des Umsatzes und schwanken jeweils zwischen 29 und 290 Millionen Yuan (3,5 bis 35 Mio. Euro).

Strafe von rund 30 Mio. Euro für Audi erwartet

Chinas Behörden untersuchen seit Wochen die Preispolitik von Autoherstellern und Zulieferern. Vergangene Woche waren wegen Verstößen gegen das Anti-Monopolgesetz erstmals Strafen in Höhe von 1,6 Millionen Yuan (195.000 Euro) gegen BMW-Händler verhängt worden.

Die Geldstrafe gegen Audi wird in Kürze erwartet, da das Verfahren gegen das deutsch-chinesische Gemeinschaftsunternehmen First Automotive Works (FAW) vor dem Abschluss steht. Laut Wirtschaftszeitung „21st Century Business Herald“ soll sich die Strafe auf 250 Millionen Yuan (30 Mio. Euro) belaufen.

Argentinien will Blockade von Gläubigerzahlungen umgehen

Argentinien will den Gläubigern der Staatsschuld die Verlegung der Zahlungen nach Buenos Aires anbieten. Auf diese Weise solle die Blockierung der Auszahlungen in New York umgangen werden, die der US-Richter Thomas Griesa gegen Argentinien im Streit mit den Hedgefonds verhängt hat. Das sagte Staatschefin Cristina Fernandez de Kirchner gestern Abend bei einer Fernsehansprache.

Eine entsprechende Gesetzesvorlage solle morgen dem Parlament vorgelegt werden. Den Gläubigern der Umschuldungen von 2005 und 2010 solle die Auszahlung über Treuhandkonten in Argentinien gesichert werden.

Streit über Summe

Griesa hatte die Auszahlung von 539 Millionen Dollar Zinsen der Auslandsschuld blockiert, die Argentinien der Bank of New York Mellon (BNYM) am 26. Juni überwiesen hatte. Die Maßnahme war Folge des Urteils Griesas, laut dem Argentinien den klagenden US-Hedgefonds NML Capital und Aurelius rund 1,65 Milliarden Dollar für den Nominalwert von Staatspapieren zahlen sollte, die nicht in die Umschuldungen eingegangen waren.

Argentinien weigert sich, den Hedgefonds mehr anzubieten, als für die 92,4 Prozent der nach der Staatspleite von 2001 umstrukturierten Auslandsschuld unter starken Abstrichen ausgehandelt wurde. Die RUFO-Klausel („Rights Upon Future Offers“) würde im Fall einer Befolgung des Urteils Griesas alle Gläubiger berechtigen, dieselbe Rückzahlung des Nominalwerts der Bonds einzufordern, was für Argentinien unbezahlbar sei, argumentiert die Regierung.

Treuhandkonto bei Zentralbank soll eingerichtet werden

Die Auszahlungsvollmacht der BNYM soll zurückgenommen werden. Die von Kirchner angekündigte Gesetzesvorlage sieht außerdem vor, dass auch den 7,6 Prozent der Gläubiger, die nicht die Umschuldungen akzeptiert hatten - unter ihnen die klagenden Hedgefonds -, auf einem Treuhandkonto der argentinischen Zentralbank Auszahlungen mit denselben Abstrichen der Umschuldung bereitgestellt werden. Argentinien hat im September eine neue Fälligkeit der umstrukturierten Auslandsschuld zu bedienen.

Chronik

Neue Suche nach vermisstem Flug MH370 im September

Die Suche nach dem verschollenen Flug MH370 wird im September fortgesetzt. Das sagte der australische Premierminister Tony Abbott heute. Die Malaysia-Airlines-Maschine mit 239 Menschen an Bord war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur in Malaysia nach Peking vom Radar verschwunden.

Satellitensignale zeigten später, dass die Boeing noch stundenlang Richtung Süden flog. Sie dürfte im Indischen Ozean abgestürzt sein, als der Treibstoff ausging. Von dem Wrack fehlt aber noch jede Spur. Die erfolglose Suche war Ende Mai unterbrochen worden. Seit Wochen kartographieren Spezialisten den Meeresboden in einem 43.000 Quadratkilometer großen Suchgebiet, um die Suche zu erleichtern.

Evakuierungen nahe Vulkan in Island

Die Behörden in Island haben aus Sorge vor einem möglichen Vulkanausbruch Evakuierungsmaßnahmen am Gletschervulkan Bardarbunga angeordnet. Wegen einer verstärkten seismischen Aktivität entschied die Polizei, das Gebiet nördlich des Gletschervulkans am Vatnajökull im Süden des Landes „zu sperren und zu räumen“.

Wie viele Menschen von der Anordnung betroffen sind, ist unklar. Die Gegend ist nur dünn besiedelt. Der Bardarbunga ist ein riesiger Vulkan, der unter dem Gletscher liegt. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern könnte ein Ausbruch erhebliche Schäden anrichten und durch Aschewolken den Flugverkehr in Nordeuropa und über dem Nordatlantik behindern. Gestern war der Bardarbunga bereits seit vier Tagen aktiv. Insgesamt wurden laut Behördenangaben rund 2.600 Erdstöße registriert.

Im April 2010 hatte ein Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull einen Monat lang den Flugverkehr in Europa lahmgelegt. Mehr als 100.000 Flüge wurden gestrichen, mehr als acht Millionen Reisende saßen zum Teil tagelang auf Flughäfen fest.

Italien: Suche nach Vermissten bei Absturz von Kampfjets

Nachdem zwei Militär-Tornados der italienischen Luftwaffe über der norditalienischen Region Marken zusammengestoßen und abgestürzt sind, ist die Suche nach vier vermissten Piloten voll im Gange. Rettungsmannschaften suchten die ganze Nacht lang nach Spuren der Vermissten in einem steilen Apenninengelände unweit der Stadt Ascoli.

Die Rettungsteams fanden lediglich einen Fallschirm unweit des Unglücksorts und Teile eines Motors. Flugzeuge überflogen das Gelände. Die Kampfmaschinen waren gestern von Ghedi nahe Brescia abgeflogen und zu Übungszwecken unweit der Stadt Ascoli Piceno unterwegs, als es zu einer Explosion kam.

Flammenmeer an Unglücksstelle

Augenzeugen berichteten, die beiden Tornados hätten sich in der Luft berührt, Feuer gefangen und seien dann abgestürzt. Mehrere Brandherde entwickelten sich an der Unglücksstelle. Feuerwehrmannschaften konnten nur unter großen Schwierigkeiten die Flammen unter Kontrolle bringen.

Bei dem Brand seien keine Personen zu Schaden gekommen, berichtete der Bürgermeister der Stadt Ascoli Guido Castelli. „Es wäre die Hölle gewesen, wenn die Tornados auf eine bewohnte Gegend abgestürzt wären“, sagte der Bürgermeister.

Erdrutsche in Japan: 27 Tote

Die Zahl der Toten nach einem Erdrutsch in Japan hat sich auf 27 erhöht. Wie der japanische Katastrophenschutz heute mitteilte, wurden zehn weitere Menschen vermisst, nachdem in der Nacht eine riesige Schlammlawine Dutzende Häuser in der Stadt Hiroshima zerstört hatte.

Unter den Toten sei auch ein Helfer, der zuvor Menschen befreit habe und dann bei einem neuen Erdrutsch selbst getötet wurde.

Sintflutartige Regenfälle

Medien hatten zuvor über mindestens 18 Tote und 13 Vermisste berichtet. Auf Fernsehbildern waren verschüttete und überschwemmte Häuser zu sehen. Rettungskräfte kletterten auf Dächer und in die oberen Stockwerke, um Überlebende zu bergen.

Der Westen Japans ist seit Tagen von sintflutartigen Regenfällen betroffen. Der japanische Wetterdienst warnt vor weiteren Regenfällen und neuen Erdrutschen.

Gesundheit

Ebola-Verdacht in Oberösterreich nicht bestätigt

Der Verdacht einer Ebola-Erkrankung bei zwei nach Oberösterreich eingereisten nigerianischen Staatsbürgern hat sich nicht bestätigt. Das gab Landeshauptmann Josef Pühringer in der Nacht auf heute bekannt.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Geflohene Erkrankte in Liberia zurück in Klinik

Nach der Flucht von mindestens 17 an Ebola Erkrankten aus einer Klinik in Liberias Hauptstadt Monrovia am Wochenende sind diese nun zurück in der Klinik. Wie ein Minister der BBC sagte, habe man die Erkrankten ausfindig machen können, diese seien daraufhin selbst in das Behandlungszentrum zurückgekehrt. Der Ausbruch hatte für Angst und Chaos gesorgt. Liberia gilt als von der Epidemie besonders stark betroffen: Die Weltgesundheitsorganisation meldete zuletzt 53 Tote in nur drei Tagen.

Mehr dazu in Opferzahlen steigen laufend

IT

Steve Ballmer verlässt Microsoft endgültig

34 Jahre sind ihm genug: Urgestein Steve Ballmer zieht sich beim Softwareriesen Microsoft zurück. In einem gestern auf der Firmenwebsite veröffentlichten Abschiedsbrief an Konzernchef Satya Nadella erklärte der langjährige Spitzenmanager, er wolle sich künftig neuen Aufgaben wie den LA Clippers widmen. Ballmer hat das Basketball-Team jüngst für zwei Milliarden Dollar (1,5 Mrd. Euro) übernommen.

13 Jahre an der Spitze

Der 58-Jährige war 1980 der erste Microsoft-Angestellte und danach rund 25 Jahre der starke zweite Mann hinter dem legendären Firmengründer Bill Gates, mit dem er den Konzern aufbaute. Bis er vor sechs Monaten Platz für Nadella machte, stand Ballmer knapp 13 Jahre selbst als CEO an der Spitze des Unternehmens.

Ballmers Nachfolger Nadella bedankte sich artig im Namen des ganzen Unternehmens und aller Topmanager bei Ballmer: „Es war ein großartiges Privileg, mit dir gearbeitet und von dir gelernt zu haben“. Auch wenn Ballmers Erkenntnisse und Führungsstärke im Unternehmen vermisst würden, verstehe und unterstütze Nadella jedoch dessen Entscheidung.

Vierprozentanteil an Microsoft

Als Großaktionär bleibt Ballmer Microsoft erhalten. Er hält mit mehr als 333 Millionen Anteilsscheinen etwa vier Prozent am Unternehmen, er ist noch vor Gates der größte Einzelaktionär. In dieser Rolle will er das Management auch weiter unterstützen. „Zählt auf meine Ideen und meinen Input.“ Microsoft werde neue Höhen erklimmen: „Ich werde als Aktienbesitzer davon profitieren.“

Kultur

Sieben österreichische Filme bei Filmfestival in Toronto

Sieben österreichische Produktionen finden sich im Programm des diesjährigen Filmfestivals von Toronto (TIFF): So feiert etwa Jessica Hausners Cannes-Beitrag „Amour Fou“ ebenso Nordamerika-Premiere wie der Horrorfilm „Ich seh Ich seh“ von Veronika Franz und Severin Fiala.

„Amour Fou“ ist in der renommierten Sparte „Contemporary World Cinema“ programmiert, „Ich seh Ich seh“ in der Kategorie „Vanguard“. In der Avantgarde-Sparte „Wavelengths“ sind mit „Twelve Tales Told“ von Johann Lurf, „Der Zuhälter und seine Trophäen“ von Antoinette Zwirchmayr und „Poetry for Sale“ von Friedl vom Gröller drei Kurzfilme österreichischer Filmemacher sowie mit „Detour de Force“ der US-Amerikanerin Rebecca Baron die Weltpremiere einer österreichischen Koproduktion zu sehen.

Insgesamt 393 Filme im Programm

In der filmhistorischen „Cinematheque“ läuft die von Navigator Film produzierte Doku „Zum Vergleich“ (2009) des kürzlich verstorbenen Harun Farocki. Insgesamt werden beim 39. Filmfestival in Kanadas Metropole von 4. bis 14. September 393 Filme gezeigt. Eröffnet wird mit dem starbesetzten Familiendrama „The Judge“ mit Robert Downey Jr., Vera Farmiga und Robert Duvall.

Neben dem von David Dobkin inszenierten Werk stehen auch Filme mit Kevin Costner, Denzel Washington, Julianne Moore, Vanessa Redgrave und Benedict Cumberbatch auf dem Programm. Premiere feiern zudem etwa „St. Vincent“ mit Bill Murray, James Francos Leinwandadaption „The Sound and the Fury“ nach William Faulkners „Schall und Wahn“, die Tour-Doku „Roger Waters the Wall“ sowie Christian Petzolds Nachkriegsdrama „Phoenix“ mit Nina Hoss.

Lifestyle

„Ballermann“ soll umgebaut werden

Der Strand an der Bucht von Palma de Mallorca soll ein neues Gesicht bekommen. Das sieht ein umfassender Umbauplan vor, den das zuständige Konsortium für die Playa de Palma nach jahrelangen Debatten gestern auf der spanischen Ferieninsel billigte.

Das Vorhaben sieht für die kommenden zehn Jahre Investitionen von insgesamt 469 Millionen Euro vor, von denen 104 Millionen vom Staat kommen. Der Umbauplan soll die Gegend um den „Ballermann“ für Urlauber attraktiver machen - bekannt ist die bisher vor allem für trinkstarke Partytouristen.

Besseres Wasser, modernere Unterkünfte

Wie Onlinemedien auf der Insel berichteten, sollen die Wasserqualität verbessert, Grünanlagen und Fußgängerzonen angelegt und öffentliche Plätze verschönert werden. Das Vorhaben sieht auch vor, die Ferienunterkünfte zu modernisieren.

Das Ziel soll sein, dass es in zehn Jahren am Strand von Palma keine Hotels mit nur einem oder zwei Sternen mehr gibt. Der Plan soll im Herbst von den politischen Stellen offiziell verabschiedet werden.

Diesen Sommer wurden bereits strenge „Benimmregeln“ für die Inselhauptstadt Palma erlassen. Seit Mai gilt die „Verordnung für ein zivilisiertes Zusammenleben“ für die Inselhauptstadt. Die Polizei erhebt auch Bußgelder, so zum Beispiel für Trinkgelage im Freien.

Leute

Madonna versteigert Kleider und Scheidungspapiere

Ein gebrauchtes Kleid im Wert eines Mittelklassewagens: 40.000 Dollar - umgerechnet etwa 30.000 Euro - soll auf einer Auktion das Kleid bringen, das Madonna 1984 in ihrem Video zu „Material Girl“ getragen hat.

Die rosafarbene Robe im Marylin-Monroe-Stil soll im November in Beverly Hills bei Los Angeles versteigert werden. Nach Angaben des Händlers ist es die größte Auktion von persönlichen Dingen des Popstars, die es je gab.

Zu haben ist auch ein Abendkleid, das Madonna als „Evita“ trug und Kleidung und Accessoires aus anderen Videos und Filmen. Die billigsten Artefakte sollen bei einigen Hundert Dollar losgehen, etwa von ihr unterzeichnete Schecks, ein Jahrbuch aus ihrer High School und sogar Scheidungspapiere, die das Ende von Madonnas Ehe mit Filmstar Sean Penn besiegelten. Selbst Auszeichnungen wie ein American Music Award und ein MTV Award sind dabei.