Ausland

„SZ“: Deutsche Regierung will Überwachung von US-Agenten

Die deutsche Spionageabwehr soll nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ („SZ“, Donnerstag-Ausgabe) künftig auch Mitarbeiter befreundeter Geheimdienste überwachen. Darauf hätten sich das deutsche Kanzleramt, Innen- und Außenministerium geeinigt, berichtet die Zeitung unter Berufung auf gemeinsame Recherchen mit NDR und WDR.

Der sogenannte 360-Grad-Blick soll es erlauben, auch amerikanische und britische Agenten auf deutschem Boden im Blick zu behalten. Bisher richtete sich das Interesse des Verfassungsschutzes vor allem gegen Russen, Chinesen und Iraner.

NSA-Affäre seit mehr als einem Jahr

In den vergangenen Wochen hatte es zwischen CDU/CSU und SPD unterschiedliche Einschätzungen gegeben, ob der Aufklärungsauftrag deutscher Dienste auf das befreundete Ausland ausgedehnt werden soll.

Nach der seit einem Jahr schwelenden NSA-Spionageaffäre mit dem vom US-Geheimdienst abgehörten Mobiltelefon von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) waren kürzlich zwei Fälle mutmaßlicher US-Spionage im Bundesnachrichtendienst und im Verteidigungsministerium aufgeflogen. Der höchste CIA-Repräsentant in Berlin hat das Land inzwischen auf Druck der Bundesregierung verlassen.

Bulgariens Regierungschef tritt zurück

Der bulgarische Ministerpräsident Plamen Orescharski ist heute zurückgetreten. Mitten in der Bankenkrise zog er damit die Konsequenz aus dem schwachen Abschneiden der regierenden Sozialisten bei der Europa-Wahl im Mai. Orescharskis Minderheitsregierung ist seit etwas mehr als einem Jahr im Amt. Nun soll im August eine Übergangsregierung eingesetzt werden, für Oktober ist eine Parlamentswahl geplant.

Das EU-Land erlebt derzeit den größten Finanzskandal seit den 1990er Jahren. So entzog die bulgarische Zentralbank unlängst der viertgrößten Bank des Landes, der Corpbank, die Lizenz und begründete das mit Hinweisen auf Fehlverhalten. Medienberichte über zweifelhafte Geschäfte hatten im Juni einen Ansturm der Kunden ausgelöst, die ihr Geld von der Corpbank abheben wollten.

Riesiges Polizeiaufgebot begleitet Nahost-Demo in Paris

Begleitet von einem Großaufgebot an Sicherheitskräften haben in Paris erneut mehrere tausend Menschen gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen demonstriert. Nach antisemitischen Übergriffen auf jüdische Einrichtungen am Wochenende waren bei dem Protestzug heute Abend mehr als tausend Polizisten im Einsatz. Größere Zwischenfälle wurden zunächst nicht gemeldet.

Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstrationsteilnehmer auf 14.500, Veranstalter sprachen von etwa 25.000. Zu der Demonstration hatte ein Bündnis mit dem Namen „Nationales Kollektiv für einen gerechten und dauerhaften Frieden zwischen Palästinensern und Israelis“ aufgerufen. Ihm gehören unter anderem linke Gewerkschaften und Parteien ein.

Ausschreitungen am Wochenende

Innenminister Bernard Cazeneuve hatte vor der Veranstaltung angekündigt, auch verbale Ausfälle nicht zu tolerieren. Wer Sätze wie „Tod den Juden“ rufe, werde festgenommen, warnte er.

Bei nicht genehmigten Demonstrationen gegen Israel war es am Wochenende im Großraum Paris zu schweren Ausschreitungen gekommen. Dabei hatten Randalierer auch eine Synagoge und jüdische Geschäfte attackiert. Wegen Angriffen auf Sicherheitskräfte wurden vier Männer bereits im Schnellverfahren zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt.

EU-Kommission: Energieeinsparziel 2030 bei 30 Prozent

Die EU-Kommission hat ihre Energieeinsparziele für 2030 gegenüber 1990 mit 30 Prozent festgelegt. Energiekommissar Günther Oettinger erklärte heute in Brüssel, es werde damit über das Effizienzziel von 25 Prozent hinausgegangen, das erreicht werden müsste, um bis 2030 auf eine Verringerung der CO2-Emissionen um 40 Prozent zu kommen.

Insgesamt gebe es jetzt drei Ziele für 2030: 40 Prozent CO2-Reduktion, 27 Prozent erneuerbare Energien und nun 30 Prozent Energieeinsparung. Das 2020-Ziel gebe für alle drei Bereiche jeweils 20 Prozent vor. Bei der Energieeinsparung liege die EU derzeit bei 18 bis 19 Prozent. Oettinger erklärte, die 20-Prozent-Einsparung für 2020 sei daher erreichbar.

Im EU-Parlament hatten einige Abgeordnete ein Energieeinsparziel für 2030 von 40 Prozent gefordert.

Frankreich: Zahl der Regionen soll von 22 auf 13 sinken

Die Neugestaltung der politischen Landkarte Frankreichs schreitet voran: Die Nationalversammlung stimmte heute Nachmittag für eine Senkung der Zahl der Regionen von 22 auf 13. Präsident Francois Hollande hatte Anfang Juni Pläne für eine große Gebietsreform vorgelegt, wonach Frankreich künftig aus 14 Regionen bestehen soll.

In der Nationalversammlung wurde das Vorhaben leicht abgeändert, die Abgeordneten zogen die Grenzen der künftigen Regionen neu. Der Gesetzestext kommt im Herbst in den Senat, das letzte Wort hat dann erneut die Nationalversammlung.

Zusammengelegt werden sollen unter anderem die ostfranzösischen Regionen Elsass, Lothringen und Champagne-Ardennes. Hollande hatte das Elsass und Lothringen ohne die Champagne fusionieren wollen. Anders als bisher vorgesehen sollen sich zudem die nordfranzösischen Regionen Picardie und Nord-Pas-de-Calais zusammenschließen.

Vielzahl an Gebietskörperschaften

Innenminister Bernard Cazeneuve hatte in den Debatten vor den Abgeordneten gesagt, es gehe bei der Reform um die „wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der französischen Regionen im 21. Jahrhundert“.

In Frankreich gibt es seit langem Kritik an der Vielzahl der Gebietskörperschaften, die von vielen als nicht effektiv angeprangert werden. Die Regionen sollen vergrößert und damit gestärkt werden. Sie sollen zudem mehr Kompetenzen bekommen, dazu soll im Herbst ein zweiter Gesetzestext vorgelegt werden. Die Regierung erhofft sich von der Gebietsreform auch Milliardeneinsparungen.

Bombenanschläge in Nigeria: Mindestens 75 Tote

Bei zwei Bombenanschlägen im Norden Nigerias sind heute insgesamt mindestens 75 Menschen getötet worden. Das erste Attentat in der Stadt Kaduna habe einem muslimischen Würdenträger gegolten, der als moderat gilt. Bei der Explosion sollen 25 Menschen ums Leben gekommen sein. Bei einem zweiten Anschlag auf einem Markt wurden mindestens 50 Personen getötet.

„Drei Krankenwagen haben mehr als 50 Leichen weggefahren“, sagte der Augenzeuge Malam Mohammed Schuabu der Nachrichtenagentur dpa. Der in einem Auto versteckte Sprengsatz detonierte, als ein Konvoi mit dem bekannten islamischen Kleriker Sheikh Dahiru Bauchi vorbeifuhr, berichtete die Zeitung „Premium Times“ (Onlineausgabe).

Bauchi hat wiederholt die islamistische Terrorgruppe Boko Haram kritisiert. Bereits im Juni hatte es direkt vor Bauchis Haus eine Explosion gegeben, bei der ein Mensch verletzt worden war.

Inland

Debatte über Subventionserhöhung für Salzburger Festspiele

Das Thema Subventionen sorgt in Salzburg für Debatten. Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) sei über mehr Geld für die Festspiele voll informiert gewesen, teilte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) mit. Zuvor hatte sich der Minister laut Medienberichten „erstaunt“ über das zusätzliche Geld gezeigt.

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Umstrittenes Dollfuß-Porträt bekommt Infotafel

Das wiederholt diskutierte Porträt von Engelbert Dollfuß im ÖVP-Parlamentsklub wird noch diesen Sommer eine zusätzliche Infotafel bekommen. Ein Klubsprecher bestätigte heute einen entsprechenden Bericht der „Tiroler Tageszeitung“. Die Tafeln vom Umfang einer A4-Seite werden bis zur nächsten Klubsitzung der ÖVP, voraussichtlich vor der nächsten Nationalratssitzung, angebracht.

Bei jedem im ÖVP-Parlamentsklub hängenden Porträt werden entsprechende Tafeln montiert, denn bisher fanden sich bei den Bildern lediglich Schilder mit Namen und Lebensdaten. Für die Formulierung der Texte wurde der ÖVP-nahe Historiker Helmut Wohnout beauftragt.

Lopatka für „differenzierte Betrachtung“

ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka plädierte in einer Aussendung anlässlich des 80. Todestags von Dollfuß am 25. Juli für eine „differenzierte Betrachtung“ von dessen Persönlichkeit.

So sei diesem etwa „positiv anzurechnen, dass er an dieses Österreich zu einem Zeitpunkt glaubte, als viele den Glauben schon aufgegeben hatten“. Auch die „dunklen Seiten“ gebe es zu beleuchten, verwies Lopatka darauf, dass Dollfuß die Aufhebung der Verfassung und des Parlaments zu verantworten habe.

Sport

Tour de France: Konkurrenz zerbricht an Nibali

Vincenzo Nibali strebt dem ersten italienischen Gesamtsieg bei der Tour de France seit 1998 unaufhaltsam entgegen. Auf der heutigen Königsetappe war der 29-Jährige für die Konkurrenz unantastbar, distanzierte auf dem letzten Anstieg seine schärfsten Verfolger und baute als Dritter seine Führung im Gesamtklassement aus.

Noch steht zwar der Col du Tourmalet und ein Einzelzeitfahren auf dem Programm, in dieser Form ist Nibali aber kaum noch einzuholen.

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Eishockey: Daniel Ratushny neuer ÖEHV-Teamchef

Der neue Teamchef der österreichischen Eishockey-Nationalmannschaft ist gefunden. Daniel Ratushny wird die Nachfolge von Manny Viveiros antreten, dessen Vertrag trotz Aufstieges in die A-Gruppe Ende April nicht verlängert wurde. Der 43-jährige Kanadier wird den Teamchefposten parallel zu seiner Tätigkeit als Chefcoach von Red Bull Salzburg ausüben.

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Fußball: Ukrainischer Meister flüchtet vor Krieg

Der blutige Konflikt im Osten der Ukraine hat nun auch Auswirkungen auf die Fußballmeisterschaft des krisengeschüttelten Landes. Meister Schachtjor Donezk und drei weitere ostukrainische Clubs müssen aufgrund des Bürgerkrieges umziehen.

Schachtjor übersiedelt ins 1.000 Kilometer entfernte Lwiw (Lemberg) in der Westukraine und trägt seine Heimspiele bis auf weiteres dort aus. Die Meisterschaft soll wie geplant am Freitag starten, doch einige Clubs warten noch auf Spieler. Denn viele Legionäre verweigern die Anreise.

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Fußball: ÖFB-U19 sorgt untypisch für Furore

Österreichs U19-Team hat sich bei der EM in Ungarn endgültig ins Rampenlicht gespielt. Mit dem 3:0 über Israel lösten die ÖFB-Youngsters nicht nur das Ticket für das Semifinale, sondern buchten auch einen Platz im Flieger zur U20-WM 2015 in Neuseeland. Und das laut ÖFB-Präsident Leo Windtner mit „nicht typisch österreichischen“ Qualitäten: Abgeklärtheit und Effizienz. Für Teamchef Andreas Heraf, der die Truppe in zwei Jahren von „Losern“ zu Siegern formte, ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht: „Es geht noch besser.“

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Wirtschaft

GM holt erneut fast 718.000 Fahrzeuge in Werkstätten

Der US-Autohersteller General Motors (GM) muss erneut fast 718.000 Fahrzeuge wegen verschiedener technischer Mängel in die Werkstätten holen. Wie das Unternehmen heute mitteilte, besteht bei mehr als 414.000 Autos der Modelle Chevrolet Camaro und Buick Regal die Gefahr, dass sich die Befestigung von Fahrer- und Beifahrersitzen lockert.

Mit dem Problem wird demnach ein Unfall mit drei Verletzten in Verbindung gebracht. Weitere Rückrufe betreffen Fahrzeuge mit defekter Servolenkung.

Skandal um defekte Zündschlösser

Der größte US-Autobauer wird seit Monaten von einer Rückrufwelle erschüttert. Weltweit musste GM seit Jahresbeginn rund 30 Millionen Fahrzeuge zurückrufen - ein Rekord in der Branche. Besonders betroffen ist der nordamerikanische Markt. Wegen der Rückrufaktionen kalkuliert GM alleine für das erste Halbjahr 2014 mit Kosten von etwa 2,5 Mrd. Dollar (1,85 Mrd. Euro).

Im Mittelpunkt der Qualitätsmängel bei dem Autobauer steht der Skandal um den verspäteten Rückruf von 2,6 Millionen Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern, die während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können.

Mit dem Konstruktionsfehler bringt GM mehr als 50 Unfälle mit 13 Toten in Verbindung. Verbraucherschützer vermuten deutlich höhere Opferzahlen. GM wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Dem Unternehmen drohen Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe.

AT&S steigerte Gewinn im ersten Quartal

Der börsennotierte steirische Leiterplattenhersteller AT&S hat den Gewinn im ersten Quartal 2014/15 bei einem leicht rückläufigen Umsatz kräftig gesteigert. Das Konzernergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 15 Prozent auf 7,6 Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie (EPS) ging allerdings wegen der Ausgabe neuer Aktien von 0,28 auf 0,19 Euro zurück, teilte AT&S heute Abend mit.

Im gewichteten Durchschnitt erhöhte sich die Anzahl der Aktien im ersten Quartal gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um rund 67 Prozent von 23.322.000 auf 38.850.000 - entsprechend verwässert wurde der Gewinn je Anteilsschein.

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg der Quartalsgewinn (Ebitda) den Angaben zufolge um 3,6 Prozent auf 29,1 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) legte um 27,6 Prozent auf 13,3 Mio. Euro zu. Daraus errechnet sich eine Ebit-Marge von 9,4 Prozent - nach 7,3 Prozent im Vergleichszeitraum. Die Umsatzerlöse verringerten sich um 0,8 Prozent auf 141,3 Mio. Euro.

TA: Außerordentliche Hauptversammlung am 14. August

Die Telekom Austria (TA), die nunmehr zum mexikanischen Konzern America Movil des Milliardärs Carlos Slim gehört, beruft für 14. August eine außerordentliche Hauptversammlung ein. Auf der Agenda stehen laut Einladung von heute Abend die Neubesetzung des Aufsichtsrates, eine Kapitalerhöhung bis eine Mrd. Euro sowie millionenschwere Vergleichszahlungen der Ex-Vorstände Rudolf Fischer und Stefano Colombo.

Fischer soll sich laut Beschlussvorschlag zur ao. HV verpflichten, zusätzlich zu den bereits geleisteten 500.000 Euro Schadenersatz weitere zwei Mio. Euro zu zahlen - 1,25 Mio. Euro davon „sogleich“ und 750.000 Euro „binnen vier Wochen ab Vergleichsabschluss“. Colombo soll zusätzlich zu den bereits gezahlten 196.000 Euro einen weiteren Betrag in Höhe von 3,13 Mio. Euro entrichten müssen.

Der Vorstand der TA soll Mitte August ermächtigt werden, das Grundkapital der Gesellschaft innerhalb von fünf Jahren um einen Nennbetrag von höchstens 438,091.500 Euro, auch in mehreren Tranchen, zu erhöhen, und zwar durch die Ausgabe von bis zu 221.500.000 auf Inhaber lautende Stückaktien gegen Bareinlagen. Der Nettoemissionserlös für die Gesellschaft darf dabei eine Mrd. Euro nicht übersteigen.

Wer in den Aufsichtsrat soll

Die Kapitalerhöhung soll die Kapitalstruktur und die Finanzausstattung der TA stärken und damit das bestehende Investment Grade Rating absichern. Zudem soll das Unternehmen mit dem Geld weiterhin in Infrastruktur, Forschung und Entwicklung sowie Produkt- und Serviceinnovationen investieren.

Als Neuzugänge in den zehnköpfigen Aufsichtsrat schlägt die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) als Aktionärin Carlos Jose Garcia Moreno Elizondo, Alejandro Cantu Jimenez, Stefan Pinter, Carlos M. Jarque, Reinhard Kraxner und Günter Leonhartsberger vor. Wiedergewählt werden sollen Rudolf Kemler, Oscar Von Hauske Solis, Ronny Pecik und Elisabetta Castiglioni. Künftig soll es nur noch einen Stellvertreter des AR-Vorsitzenden geben statt wie bisher zwei.

Hamburg verbietet Mitfahrdienst Uber

Hamburg hat einen weiteren Mitfahrdienst verboten. Die Verkehrsbehörde habe der Firma Uber am Montag eine Untersagungsverfügung zugestellt, teilte eine Sprecherin der Behörde heute mit. Das Unternehmen habe keine Genehmigung für eine Personenbeförderung und nun einen Monat Zeit, um Widerspruch einzulegen.

Über das Verbot hatte zunächst das „Manager Magazin“ (Onlineausgabe) berichtet. Uber bietet eine Plattform an, über die Fahrer Transportdienste anbieten können. Im Juni hatte die Wirtschaftsbehörde schon den Taxirivalen Wundercar ausgebremst.

Griechenland: Hunderte Steuerhinterzieher erfasst

Die EU-Taskforce für Griechenland sieht Fortschritte in dem Euro-Krisenland vor allem bei der Bekämpfung der Steuerhinterziehung. Speziell in diesem Bereich sei die Unterstützung der internationalen Helfer weiter besonders wichtig. Das geht aus dem siebenten Bericht der EU-Taskforce zur Überprüfung des Reformprozesses hervor, der heute in der griechischen Presse veröffentlicht wurde.

Die Taskforce, die vom deutschen Finanzexperten Horst Reichenbach geleitet wird und etwa 60 Mitglieder hat, habe zusammen mit den griechischen Behörden bereits 427 schwere Fälle von Steuerhinterziehung aufgedeckt.

Kreditklima verbessert

Zudem sei mit gezielten Maßnahmen das Unternehmerklima verbessert worden. Besonders kleinere und mittlere Betriebe könnten zunehmend an Kredite gelangen, hieß es. Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt die Arbeitslosenquote mit 26,8 Prozent sehr hoch.

Athen rufe immer effektiver bereitgestellte Gelder aus den Struktur- und Regionalfonds der EU ab. Von den zur Verfügung stehenden Mitteln habe Griechenland bis Ende 2013 81,3 Prozent in Anspruch genommen. Der EU-Durchschnitt betrage 69,17 Prozent. Reichenbachs Taskforce koordiniert die Hilfen und unterstützt Griechenland bei Reformen.

VW-Spitze warb vor 20.000 Mitarbeitern für Renditedenken

Mit einem Donnerwetter vor seinem Management hat VW-Boss Martin Winterkorn jüngst einen milliardenschweren Sparkurs ausgerufen. Nun musste er sich im deutschen VW-Stammwerk vor der Belegschaft erklären. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh stellte dabei klar: Einigkeit beim Ziel heiße nicht Einigkeit bei der Marschroute.

Die Führungsspitzen im Volkswagen-Konzern haben heute vor 20.000 Mitarbeitern im Wolfsburger Stammwerk zu Sparanstrengungen und strenger Planungsdisziplin aufgerufen. „Wir müssen die Ärmel hochkrempeln, um unsere Ziele zu erreichen“, sagte Osterloh bei einer kurzfristig einberufenen Versammlung. „Schon jetzt ist klar, dass es an dem einen oder anderen Punkt auch richtig krachen wird“, sagte der Betriebsratschef laut einer Mitteilung des Volkswagen-Konzernbetriebsrates.

Kernmarke schwächelt

VW-Chef Winterkorn verteidigte seinen vor kurzem angekündigten Sparkurs. Er und Osterloh demonstrierten in ihren Reden trotz einiger Meinungsunterschiede vor allem auch Einigkeit.

Ein Hintergrund der Informationsveranstaltung für die Belegschaft ist die Renditeschwäche der Kernmarke VW-Pkw. Winterkorn hat der Kernmarke ein Sparziel verordnet, das ab dem Jahr 2017 volle fünf Milliarden Euro freispülen soll. „Kurzfristig brauchen wir dringend mehr Effizienz und mehr Ergebnis“, so der VW-Chef. Solide Rendite sei die Basis für Ideen, mit denen VW den Umwälzungen in der Branche begegnen könne. Bis 2018 wollen die Wolfsburger Toyota als Weltmarktführer überholen.

Chronik

Illegale Zigarettenproduktion: Haft und Millionenstrafen

Das Landesgericht Wels in Oberösterreich hat nach dem Auffliegen einer großangelegten illegalen Zigarettenproduktion heute fünf Angeklagte nach dem Finanzstrafgesetz schuldig gesprochen, einer wurde im Zweifel freigesprochen.

Das Gericht verhängte Haftstrafen zwischen zwölf Monaten und viereinhalb Jahren. Hinzu kommen Geldstrafen zwischen 20 und 85 Millionen Euro - nicht rechtskräftig.

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Anhängerdeichsel bohrte sich durch Pkw

Ein Tiroler ist heute Vormittag bei einem Unfall in Vomp schwer verletzt worden. Der Mann war mit seinem Auto auf einem Parkplatz etwa 30 Meter zurückgefahren und gegen einen abgestellten Anhänger geprallt. Die Deichsel bohrte sich durch den Innenraum.

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„Costa Concordia“ trat letzte Fahrt an

Über zweieinhalb Jahre nach der fatalen Havarie der „Costa Concordia“ vor der toskanischen Insel Giglio hat das Schiff heute zu Mittag seine letzte Fahrt angetreten. Das historische Abschleppmanöver des gehobenen Wracks verlief „perfekt“, wie einer der beteiligten Ingenieure resümierte.

Am Sonntag soll es den Hafen von Genua erreichen, wo es verschrottet werden soll. Giglio gab dem Schiff in einer emotionalen Zeremonie mit allen Ehren das Geleit. Bei vielen Inselbewohnern wurden Erinnerungen an die Nacht des 13. Jänner 2012 wach, als Tausende Kreuzfahrtpassagiere plötzlich zu Schiffbrüchigen in Not wurden.

Mehr dazu in Schiff soll am Sonntag Ziel erreichen

Atomreaktor nach neuem Störfall in Cattenom abgeschaltet

Nach einem neuen Störfall im französischen Atomkraftwerk Cattenom ist einer von vier Reaktoren heruntergefahren worden. Grund für die Abschaltung gestern sei ein defekter Schieber im nicht nuklearen Teil von Block 1 des Kraftwerks gewesen, teilte der Betreiber EDF auf seiner Website mit.

Die saarländischen Grünen forderten die Landesregierung auf, Druck auf Paris zu machen, den „Pannenmeiler endlich vom Netz zu nehmen“. Der zweite Störfall in nur wenigen Wochen verdeutliche erneut den „maroden Gesamtzustand“ des Atommeilers nahe der deutschen Grenze.

IT

„ITime“: Apple sichert sich Patente für Smartwatch

Apple macht bei der Entwicklung einer Smartwatch Fortschritte: Das US-Patentamt genehmigte dem Konzern ein Patent auf eine „elektronische Armbanduhr“, wie aus gestern veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Diese soll über ein Touchscreen-Display verfügen und sich drahtlos mit mobilen Geräten wie dem iPhone verbinden können. Auch ein Name für die Smartwatch wird genannt: „iTime“.

Sensoren und Gestensteuerung

Die Gerüchte um eine schlaue Apple-Uhr geistern seit langem durch die Branche, bisher mit der Bezeichnung „iWatch“. Das Unternehmen selbst hat dem Projekt aber offenbar einen anderen Namen gegeben: Auf einer Zeichnung, die laut Patentamt im Jänner 2011 mit dem Antrag auf Patentierung eingereicht wurde, wird die Uhr als „iTime“ bezeichnet. Sie soll mit zahlreichen Sensoren ausgerüstet sein und kann vermutlich auch über Gesten gesteuert werden.

Apple selbst hält sich zu geplanten Produkten stets bedeckt - auch das befeuert regelmäßig die Neugier der Kunden. Auch die Erwartungen der Investoren, die auf neue, innovative Geräte der Kultmarke warten, ist groß. Konzernchef Tim Cook hält regelmäßig die Spannung aufrecht. Bei mehreren Auftritten verweis er auf neue Produkte, die entwickelt werden, ohne Details zu nennen - so auch gestern bei der Vorstellung der Quartalszahlen.

Auch ohne Cookies: So verfolgen Websites User

Eine neue Technologie ermöglicht die Erstellung von Nutzerprofilen, ohne dass die Betroffenen sich groß dagegen wehren können. Bei Canvas Fingerprinting werden eindeutige Eigenschaften eines Computers in ein verstecktes Bild verpackt, anhand dessen ein Nutzer dann gezielt identifiziert werden kann.

Wissenschaftlern zufolge wird die Technologie bereits breiter eingesetzt, offenbar auch ohne Wissen der betroffenen Websites - zu denen unter anderem YouPorn oder auch die des Weißen Hauses zählen. Laut einer aktuellen Studie kommt die Trackingtechnologie auch auf österreichischen Websites zum Einsatz.

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Lifestyle

Brücke aus 157.000 Plastikflaschen eröffnet

In der westrumänischen Stadt Timisoara ist heute eine Brücke eröffnet worden, die aus 157.000 Plastikflaschen besteht. Die 23 Meter lange Brücke überquert den Kanal Bega im Stadtzentrum. Die Organisatoren, die damit das Umweltbewusstsein schärfen wollen, halten die Brücke für die größte Plastikflaschenbrücke der Welt, was noch vom Guinness-Buch der Rekorde geprüft werden muss.

Mehr als 500 Freiwillige waren an dem Projekt beteiligt. Die Flaschen wurden mit Drähten fest gezurrt. „Wir wollen das Bewusstsein dafür verstärken, dass rund um die Welt riesige Mengen Müll in die Flüsse und Meere geschüttet werden“, sagte Radu Rusu von der Umweltgruppe Ecostuff. „Plastikflaschen sollten nicht im Wasser landen, das ist unsere Botschaft.“

Kultur

RH-Kritik an Bundestheater: Rhomberg will aufräumen

Der designierte Bundestheater-Geschäftsführer und ehemalige Festspiel-Präsident Günter Rhomberg sagt zur Kritik des Rechnungshofs (RH), dass in der Bundestheater-Holding nun aufgeräumt werden müsse - in der Vergangenheit sei vieles schiefgegangen.

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Scharfe RH-Kritik an Holding und Politik

Nicht genehmigungsfähige Dreijahrespläne, „keine realistischen“ Finanzierungskonzepte und teure Evaluierungen ohne Konsequenzen: Laut einem heute veröffentlichten RH-Bericht sind weder die Bundestheater-Holding noch das zuständige Kulturministerium ihren Kontrollaufgaben in Bezug auf das Bundestheater hinreichend nachgekommen.

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Song Contest: Finaltag fix, Ort noch offen

Das Finale des Eurovision Song Contest 2015 soll am Samstag, den 23. Mai 2015 stattfinden. Das hat heute ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz bekanntgegeben. Als Austragungsort sind neben Wien weiterhin auch Graz und Innsbruck im Rennen.

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Religion

Kirchen zogen 1914 mit in den „gerechten Krieg“

„Die Kirchen in Österreich und Deutschland haben im Ersten Weltkrieg mitgespielt, auch wenn sie nicht deren Antreiber waren“, sagt Martin Lätzel, ein katholischer Theologe. Theologen hätten damals durch das Reden von einem „gerechten Krieg“ Grundlagen für die Aggressionen beider Länder geschaffen, die sich im Recht - in der „Mission“ - der Selbstverteidigung gegen eine Übermacht wähnten.

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Friedensgebete zum Weltkriegsgedenken

Österreichweit finden in dieser Woche Gedenk- und Friedensgebete statt. Anlass ist der 100. Jahrestag der Kriegserklärung von Österreich-Ungarn an Serbien am 28. Juli 1914, mit der der Erste Weltkrieg begann.

Die katholischen Bischöfe Österreichs hatten die Pfarren, kirchlichen Gemeinschaften und Gruppierungen eingeladen, rund um den 27. Juli bei den Denkmälern der Toten zu gedenken und Zeichen der Versöhnung zu setzen, „um für den Frieden zu beten und darum, selbst Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu sein“. In allen Diözesen gibt es deshalb Gedenkveranstaltungen, wobei viele der Feiern ökumenisch und interreligiös ausgerichtet sind.

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Science

China erfolgreich bei Pandaaufzucht

China ist das Land der Pandabären. In freier Wildbahn leben aber nur noch wenige Exemplare. Chinas Regierung unterstützt ihre Aufzucht. Mit großem Erfolg, wie eine Studie ergab. Die Tiere zeichneten sich durch einen vielfältigen Genpool aus. Das mache es überflüssig, weitere Pandas aus der Wildbahn für die Zucht zu fangen.

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Leute

US-Schauspielerin Zoe Saldana ist schwanger

Die 36-jährige US-Schauspielerin Zoe Saldana ist schwanger. Das berichtete der „Hollywood Reporter“ heute unter Berufung auf einen Sprecher der Schauspielerin. Saldana und ihr Mann, der italienische Künstler Marco Perego erwarten ihr erstes Kind.

Ob Bub oder Mädchen und wann das Baby zur Welt kommen soll, war zunächst nicht bekannt. Saldana und Perego hatten im vergangenen Jahr geheiratet. Die Schauspielerin war unter anderem durch ihre Rollen in „Star Trek“ und „Auge um Auge" bekanntgeworden.

Ehemann: Peaches Geldof war heroinabhängig

Bob Geldofs Tochter Peaches war ihrem Mann zufolge heroinabhängig und hat in den zweieinhalb Jahren vor ihrem Tod die Ersatzdroge Methadon genommen. Seit Februar habe sie wieder zu Heroin gegriffen, sagte der australische Musiker Thomas Cohen heute bei einer gerichtlichen Untersuchung im englischen Gravesend. Peaches, die als Model und Moderatorin arbeitete, war Anfang April mit 25 Jahren gestorben.

Vor ihrem Tod hatte sie nach Polizeiangaben Heroin genommen. Cohen fand seine Frau, die Tochter des irischen Rockstars Bob Geldof, am 7. April leblos auf dem Bett im Gästezimmer des gemeinsamen Hauses. Das Paar hat zwei kleine Kinder. Peaches Mutter, die Moderatorin Paula Yates, war im Jahr 2000 auch an Heroin gestorben.