Inland

Hypo-Ausschuss womöglich ohne ersten Zeugen

Der Herbst-Auftakt heute im Hypo-U-Ausschuss erfolgt vermutlich ohne den ersten geladenen Zeugen. Harald Dobernig (FPÖ/BZÖ/FPK), früherer Kärntner Finanzreferent, Ex-Hypo-Aufsichtskommissär und -Büroleiter des ehemaligen Landeshauptmannes Jörg Haider, dürfte laut APA nicht einmal im Parlament erscheinen.

Zuerst gehöre eine Beschwerde gegen den Ausschluss seiner Vertrauensperson Franz Großmann am 1. Juli aus dem U-Ausschuss behandelt, schreiben Dobernig und Großmann dem Vernehmen nach in einem Brief ans Parlament. Offiziell bestätigt wird das allerdings nicht.

Dobernig war schon einmal unverrichteter Dinge aus dem U-Ausschuss abgezogen, da seine Vertrauensperson Großmann vom Ausschuss ausgeschlossen worden war und der freiheitliche Ex-Politiker dann von seinem Recht Gebrauch gemacht hatte, ohne diese nicht Rede und Antwort stehen zu brauchen.

Parlament: Ladung aufrecht

Die Ladung Dobernigs sei aufrecht, wie es offiziell von der Parlamentsdirektion hieß. Erstmals könnten somit Beugestrafen Thema in der neuen U-Ausschuss-Verfahrensordnung werden.

Ob die Befragung der zweiten Auskunftsperson Klaus Bussfeld früher beginnt, wenn Dobernig nicht kommt, ist noch offen. Bussfeld war von August 2004 bis April 2005 Aufsichtsratschef der früheren Hypo Group Alpe-Adria. Bussfeld sei als „Mann des Vertrauens von Haider“ in die Hypo-Funktion gekommen, hatte Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer in seiner Befragung vor dem U-Ausschuss vor der Sommerpause ausgesagt.

Bisher über 40 Personen befragt

Bisher wurden im U-Ausschuss über 40 Personen befragt, von Prüfern über Landespolitiker bis hinauf zum ehemaligen Topmanagement der Bank, dem prominentesten Zeugen Wolfgang Kulterer.

Die Fragen drehten sich um undurchsichtige Geschäfte, die Kärntner Landeshaftungen in astronomischer Höhe und immer wieder auch um den Einfluss der Politik. Nun geht es mit prominenten Zeugen, darunter Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Alfred Gusenbauer sowie Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, weiter - ein Rück- und Ausblick, die bisher besten Sager inklusive.

Mehr dazu in Bisher 43 Zeugen und 200 Stunden Sitzung

Stenzel tritt für FPÖ bei Wien-Wahl an

Die derzeitige Bezirksvorsteherin für den ersten Bezirk, Ursula Stenzel, tritt bei der Wien-Wahl für die FPÖ an. Das gab Stenzel gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bekannt.

Im Studio: Ursula Stenzel

Stenzel erklärte in der ZIB2 ihre Beweggründe für den Wechsel auf die FPÖ-Liste.

Stenzel galt bisher als ÖVP-Urgestein und war bereits in verschiedenen Funktionen für die Partei tätig. So saß sie etwa als Abgeordnete im EU-Parlament. Stenzel wird nicht FPÖ-Mitglied, sondern tritt als unabhängige Kandidatin auf der FPÖ-Liste an.

Mehr dazu in Urgestein kommt ÖVP abhanden

Opposition bekräftigt Ablehnung von Griechenland-Hilfe

Die Opposition hat in der Sondersitzung des Nationalrats gestern Nachmittag einmal mehr ihre Ablehnung der im Sommer beschlossenen EU-Hilfen für Griechenland kundgetan. Griechenland sei dadurch weder entschuldet noch reformiert, sondern werde nur vorübergehend über Wasser gehalten, kritisierte der FPÖ-Abgeordnete Elmar Podgorschek: „Diese Schuldenorgie in Griechenland und Europa wird weitergehen.“

Grünen-Mandatar Werner Kogler bekräftigte ebenfalls das Nein seiner Fraktion. Zwar sei etwa der Anlauf, die Reicheren stärker in die Pflicht zu nehmen, positiv. Negativ aber sei unter anderem die Erhöhung der Mehrwertsteuer und damit einer Massensteuer. NEOS-Abgeordneter Rainer Hable meinte, „dieses Paket hilft Europa nicht“, weil Lösungen wieder hinausgeschoben würden. Auch Griechenland helfe das Paket nicht.

Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar ist der Meinung, Griechenland müsse eigentlich aus dem Euro aussteigen. SPÖ-Mandatar Jan Krainer verteidigte die Hilfen dagegen. Unter anderem seien die Mittel wichtig für die Rekapitalisierung der Banken, damit etwa Pensionisten zu ihrem Geld kommen könnten. Was ihm bei den Paketen allerdings fehle, sei Geld für Investitionen, damit es zu einem Wirtschaftswachstum kommen könne.

Ausland

EU-Verteidigungsminister diskutieren Anti-Schlepper-Mission

Die EU-Verteidigungsminister diskutieren heute und morgen über die Ausweitung der EU-Militärmission gegen Schlepper im Mittelmeer (EUNAVFOR Med). Bisher sammeln die Soldaten zwar Informationen auf Hoher See, dürfen aber noch nicht gegen Schlepper vorgehen. Österreich wird bei der Sitzung durch Ressortchef Gerald Klug (SPÖ) vertreten.

An dem Treffen soll auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg teilnehmen. Es beginnt mit einem informellen Abendessen der Minister. Tags darauf steht dann zunächst die Weiterentwicklung der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU auf der Tagesordnung.

Anschließend beraten die EU-Verteidigungsminister über alle laufenden EU-Militäreinsätze - darunter auch die Mission gegen Piraten vor dem Horn von Afrika (Atalanta) und Beratungs- und Trainingseinsätze im Kongo, Mali, Somalia sowie in der Zentralafrikanischen Republik.

Netanjahu bietet Abbas sofortige Friedensgespräche an

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat sich zu sofortigen Friedensgesprächen mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas ohne Vorbedingungen bereit erklärt. „Ich bin bereit, nach Ramallah oder jeden anderen Ort zu gehen, um direkt zu verhandeln“, sagte er gestern vor Mitgliedern der Gruppe Women Wage Peace (Frauen machen Frieden).

„Ich habe keine Vorbedingungen für Verhandlungen“, fügte er hinzu. Die Bemerkungen wurden nach dem Treffen mit den Aktivistinnen von seinem Büro verbreitet. Allerdings betonte Netanjahu darin auch seine altbekannte Position: „Die Lösung ist zwei Staaten für zwei Völker - einen demilitarisierten palästinensischen Staat, der den Nationalstaat des jüdischen Volkes anerkennt“.

Wenn die Aktivistinnen den palästinensischen Präsidenten träfen, sollten sie ihm sagen: „Ich bin bereit zu einem Treffen, wenn er es ist“, sagte Netanjahu weiter. Die letzte Runde der Friedensgespräche unter US-Schirmherrschaft waren im April 2014 nach neun Monaten ergebnislos abgebrochen worden.

Prozess gegen kongolesischen Ex-Rebellenchef

Vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) beginnt heute in Den Haag der Prozess gegen den ehemaligen kongolesischen Rebellenchef Bosco Ntaganda. Ihm werden zahlreiche Kriegsverbrechen in den Jahren 2002 und 2003 vorgeworfen. Dazu zählen unter anderem die Rekrutierung von Kindersoldaten und die systematische Vergewaltigung kleiner Mädchen.

Der 41-jährige Ntaganda war unter dem Spitznamen „Terminator“ vor allem bei dem von ihm gejagten Volk der Lendu im Osten des Kongo ein gefürchteter Mann. Ntaganda wird nach Angaben seines Anwaltes alle Vorwürfe bestreiten.

Die Chefanklägerin des Gerichts, Fatou Bensouda, will mehr als 80 Zeugen aufrufen und 8.000 Seiten Dokumente vorlegen, um Ntagandas Schuld zu beweisen. Die Dauer des Prozesses ist völlig ungewiss.

Türkischer Soldat an Grenze zu Syrien getötet

Ein türkischer Soldat ist gestern nach Behördenangaben durch Schüsse aus syrischem Gebiet getötet worden. Der Vorfall ereignete sich in der südtürkischen Grenzregion Kilis, wie die Nachrichtenagentur Dogan unter Berufung auf den örtlichen Gouverneur meldete.

Der Soldat sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, die er sich bei einem Schusswechsel mit mutmaßlichen Schmugglern zugezogen habe. Ein weiterer Soldat galt zunächst als vermisst.

Das Gebiet auf der syrischen Seite der Grenze wird von der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) kontrolliert.

Angriffe auf IS-Stellungen seit Ende Juli

Die türkische Armee hatte erstmals Ende Juli mutmaßliche IS-Stellungen in Syrien angegriffen. Vorausgegangen war ein Vorfall, bei dem Medienberichten zufolge IS-Dschihadisten von Syrien aus in der Provinz Kilis zwei türkische Soldaten töteten.

Am Freitagabend beteiligte sich die türkische Armee nach Angaben des Außenministeriums in Ankara zum ersten Mal an Luftangriffen der US-geführten Militärallianz auf IS-Stellungen in Syrien. Die türkische Regierung hatte den USA im Juli bereits die Nutzung des Luftwaffenstützpunkts Incirlik für entsprechende Angriffe gestattet.

Außerdem flog die türkische Luftwaffe im Juli erstmals selbst einige Angriffe auf mutmaßliche IS-Stellungen. Ankara trat damit Vorwürfen entgegen, die IS-Kämpfer zu dulden oder sogar zu unterstützen.

UNO warnt vor „unbewohnbarem“ Gaza-Streifen

Der von Israel mit Krieg und Blockade überzogene Gaza-Streifen droht nach Einschätzung einer UNO-Organisation bis 2020 „unbewohnbar“ zu werden. In ihrem gestern in Genf veröffentlichten Jahresbericht schreibt die Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD), die drei israelischen Militäroffensiven seit dem Jahreswechsel 2008/2009 hätten in dem Palästinensergebiet wirtschaftliche Verluste in fast dreifacher Höhe des Wirtschaftsvolumen im Gaza-Streifen verursacht.

Die 2006 von Israel verhängte Blockade habe die „bereits geschwächte Infrastruktur des Gaza-Streifens verwüstet, keine Zeit für vernünftigen Wiederaufbau oder wirtschaftliche Erholung gelassen“ und zur weiteren Verarmung der palästinensischen Bevölkerung im Gaza-Streifen beigetragen. Die derzeitige Lage dort hinsichtlich der wirtschaftlichen Sicherheit und der Lebensbedingungen ist laut UNCTAD die schlechteste seit 1967, als Israel das Gebiet im Sechstagekrieg von Ägypten eroberte.

Arbeitslosigkeit auf Höchststand

Ohne Beendigung der israelischen Blockade werde auch die Unterstützung internationaler Geber die Situation im Gaza-Streifen nicht umkehren können, heißt es in dem Bericht. Selbst vor dem israelischen Militärangriff 2014, der eine weitere Zerstörung der Infrastruktur des Gaza-Streifens zur Folge hatte, wurde der dortige Strombedarf demnach nicht einmal zu zwei Fünftel gedeckt.

Die Arbeitslosenrate stieg im vergangenen Jahr auf die bisherige Höchstmarke von 44 Prozent, bei jungen Frauen lag sie sogar bei mehr als 80 Prozent. 72 Prozent aller Haushalte in Gaza haben mit Nahrungsmittelunsicherheit zu kämpfen. Die Zahl der vollständig auf UN-Nahrungsmittelhilfen angewiesenen palästinensischen Flüchtlinge stieg dem Bericht zufolge von 72.000 im Jahr 2000 explosionsartig auf 868.000 im Mai.

Deutschlands Altkanzler Schmidt in Spital eingeliefert

Der deutsche Altkanzler Helmut Schmidt liegt seit gestern wegen eines Gefäßverschlusses im rechten Bein auf der Intensivstation eines Hamburger Krankenhauses. Es bestehe keine Lebensgefahr, aber im Alter von 96 Jahren sei das Problem „eine Herausforderung“, hieß es am Abend aus Schmidts Umfeld.

Bei einer Untersuchung soll heute geklärt werden, ob der ehemalige Bundeskanzler operiert werden muss oder nicht, berichtete das „Hamburger Abendblatt“.

Die Asklepios-Klinik im Stadtteil St. Georg, wo der Altkanzler liegt, verfügt über ein Zentrum für Herz- und Gefäßchirurgie. Erst Anfang August war der SPD-Politiker für wenige Tage in dem Krankenhaus gewesen. Damals hatte nach Medienberichten Flüssigkeitsmangel dem 96-Jährigen gesundheitliche Probleme bereitet.

Wirtschaft

US-Automarkt steuert auf bestes Jahr seit 2001 zu

Die Autobranche hat sich im August in den USA überraschend gut geschlagen und steuert dort auf das stärkste Jahr seit 2001 zu. Waren viele Experten wegen der Turbulenzen auf dem Aktienmarkt von einem kräftigen Rückgang der Nachfrage ausgegangen, schlugen sich die sechs größten Anbieter dort allesamt besser als erwartet - darunter General Motors (GM), Ford und Toyota.

Im Gesamtjahr kann die Branche nun mit einem Absatz von 17,8 Millionen Autos rechnen, 500.000 mehr als von Analysten bisher erwartet. „Alle für uns wichtigen Daten wie die Arbeitslosenquote, die Einkommen und der Benzinpreis sehen gut aus. Und das sollte die Absätze auch weiter beflügeln“, sagte GM-Manager Kurt McNeil. Zudem sind die US-Leitzinsen weiter nahe null, was Autokäufe begünstigt.

Schwächerer August wegen veränderter Rechnung

Bei vielen Herstellern waren im vergangenen Monat vor allem Geländewagen (SUVs), Pick-ups und Trucks gefragt. Experten hatten wegen eines statistischen Effekts gleichwohl einen deutlichen Absatzrückgang erwartet, weil die Branche in diesem Jahr die Verkäufe des Labour-Day-Wochenendes erst in die September-Zahlen einfließen lässt.

Im Vorjahr wurde diese im August verbucht, entsprechend höher waren Vergleichszahlen von vor Jahresfrist. Insgesamt setzten die Hersteller laut zunächst vorliegenden Zahlen im August mit knapp 1,46 Millionen Fahrzeugen etwa 10.000 weniger als vor Jahresfrist ab. Für die ersten acht Monate 2015 steht damit ein Plus von vier Prozent auf 10,76 Millionen Autos. Im Gesamtjahr 2014 waren in den USA 16,5 Millionen Autos verkauft worden.

Rückgang weniger stark als erwartet

Der größte US-Autohersteller, die Opel-Mutter GM, musste im abgelaufenen Monat zwar einen Absatzrückgang um 0,7 Prozent auf rund 270.480 Fahrzeuge hinnehmen. Analysten hatten aber ein Minus von fünf Prozent erwartet.

Auch bei Toyota fiel der Rückgang mit knapp neun Prozent auf 224.381 geringer aus als erwartet. Gleichwohl mussten die Japaner damit Ford den Vortritt lassen: Der US-Konzern konnte seinen Absatz um 5,4 Prozent auf 234.237 Stück steigern. Fiat Chrysler kam überraschend auf ein Plus von 1,7 Prozent auf 201.672 und konnte damit auch den 65. Monat in Folge zulegen.

VW verzeichnete deutlichen Absatzrückgang

Auch bei den deutschen Autoherstellern gab es unterschiedliche Vorzeichen: Bei Volkswagen stand ein Minus von etwa acht Prozent auf rund 32.332 Wagen, bei der Konzerntochter Audi hingegen ein Plus von fast zehn Prozent auf knapp 18.794.

BMW steigerte seinen Absatz um zwei Prozent auf 32.864, Daimler mit den Marken Mercedes und Smart um 3,2 Prozent auf 31.250. Porsche kam auf ein Plus von 10,3 Prozent auf 5.008 Wagen.

Wettbewerbsfähigkeit: AK fordert Staatsreform

Die Arbeiterkammer (AK) fordert angesichts der Diskussion über die abnehmende Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich eine Reform der föderalen Staatsstruktur. „Unser Land hat seit dem EU-Beitritt die notwendigen Staatsreformen nie gemacht“, sagte der Direktor der AK Wien, Werner Muhm, gestern bei einer Diskussion beim Forum Alpbach.

Die Bundesländer sollten sich um die Verwaltung der Region kümmern, der Bund solle die Gesetze machen. Auf keinen Fall wolle er die Bundesländer abschaffen, betonte Muhm.

Handlungsbedarf in der Bildung

Den größten Handlungsbedarf sieht der AK-Direktor in Österreich beim Bildungsthema. „Wenn 25 Prozent der Pflichtschulabsolventen nicht ausreichend lesen, schreiben und rechnen können, dann haben wir ein Problem.“

Auch die „vermachteten“ Märkte in Österreich - etwa der Einzelhandel - würden die Wettbewerbsfähigkeit belasten. Hierzulande halten die drei größten Supermarktketten Rewe, Spar und Hofer einen Marktanteil von 85 Prozent.

WKO-Präsident Leitl kritisiert „beschauliche Bierruhe“

Vor zwei Jahren hatte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, Präsident der Österreichischen Wirtschaftskammer (WKO), mit seinem „Abgesandelt“-Sager beim Forum Alpbach Kritik an der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs geäußert und auf entsprechende Rankings verwiesen.

Am heutigen Eröffnungstag der diesjährigen Wirtschaftsgespräche fand er wieder kritische Worte angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und des geringen Wirtschaftswachstums: „Diese beschauliche Bierruhe geht mir auf die Nerven“, sagte der oberste Kämmerer.

AK sieht „methodologische Probleme“

Der AK-Chefökonom Markus Marterbauer ortet hingegen „methodologische Probleme“ in den Wettbewerbsrankings, etwa vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und IMD, in denen Österreich in den vergangenen Jahren zurückgefallen war.

Ernst nehmen müsse man die negative Einschätzung der befragten Manager aber. „Wenn die Stimmung bei den Managern schlecht ist, dann wird weniger investiert“, so Marterbauer.

Schweizer AKW Mühlberg geht nach Prüfung wieder ans Netz

Das Schweizer AKW Mühleberg darf nach seiner Jahresrevision seinen Betrieb wieder hochfahren. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) hat gestern die Freigabe zum Wiederanfahren erteilt.

Vor allem im benachbarten Vorarlberg ist das Kernkraftwerk umstritten, Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) hatte wiederholt eine vorzeitige Abschaltung gefordert.

Die Arbeiten seien vorschriftsgemäß und korrekt ausgeführt worden, teilte ENSI auf seiner Website mit. Die Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb der Anlage seien gegeben.

Alle Schweizer AKWs im August abgeschaltet

ENSI hatte im Jänner Bedingungen gestellt, damit das Atomkraftwerk in Mühleberg (Kanton Bern) wie geplant bis 2019 betrieben werden kann. Besonderen Wert legte die Behörde auf eine vom benachbarten Fluss Aare unabhängige Kühlwasserversorgung und eine zerstörungsfreie Prüfung des Kernmantels.

Damit sind nun zwei der fünf Schweizer AKWs wieder am Netz. Mitte August waren kurzzeitig alle Atomkraftwerke in der Schweiz abgeschaltet. Bei den beiden Reaktoren in Beznau werden längere Revisions- und Reparaturarbeiten vorgenommen. Das AKW Leibstadt ist voraussichtlich bis Mitte September wegen der ordentlichen Jahreshauptrevision nicht am Netz.

Deutschland erleichtert Flüchtlingen Kontoeröffnung

Flüchtlingen in Deutschland wird in Zukunft die Eröffnung eines Kontos erleichtert. Das geht aus einem Schreiben der Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin an die Kreditwirtschaft hervor, wie eine Sprecherin der Behörde gestern in Bonn sagte. Sie bestätigte damit einen Bericht des „Handelsblatts“.

Es handelt sich den Angaben zufolge um eine Art „Übergangslösung“, bis im ersten Quartal nächsten Jahres eine ohnehin vorgesehene europäische Regelung umgesetzt wird. Viele Flüchtlinge benötigten aber schon jetzt ein Konto, um etwa staatliche Hilfsgelder zu bekommen und den Zahlungsverkehr mit ihrem Heimatland abwickeln zu können.

Einige der von den Ausländerbehörden ausgestellten Dokumente entsprächen aber nicht den „Formvorschriften“ für die Kontoeröffnung, obwohl sie „materiell ausreichend“ seien, sagte die Sprecherin. Mit dem BaFin-Schreiben würden diese Vorschriften nun „angepasst“. Die für 2016 geplante Umsetzung der Zahlungskontenrichtlinie der EU soll dann generell den Zugang zu einem Bankkonto erleichtern.

Sport

Mountainbike: Federspiel radelt zu WM-Gold

Der Tiroler Daniel Federspiel hat sich bei den Mountainbike-Weltmeisterschaften in Vallnord (Andorra) gestern Nachmittag zum Weltmeister im Eliminator-Bewerb gekürt.

Der 28-Jährige, dessen Konzentration heuer ganz der WM galt, sorgte damit für einen historischen Erfolg für Österreich, das noch nie ein Eliminator-Gold eroberte. Dabei hatte es in der Qualifikation gar nicht gut für Federspiel ausgesehen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

EM-Qualifikation: Hintereggers Knie spielt nicht mit

ÖFB-Teamchef Marcel Koller muss in den EM-Qualifikationsspielen gegen Moldawien (Samstag, 20.45 Uhr live in ORF eins) und Schweden auf eine wichtige Stütze in der Verteidigung verzichten: Martin Hintereggers linkes Knie spielt nicht mit, der 22-Jährige von Meister Salzburg muss daher für die vorentscheidenden Partien im Kampf um das Ticket für die EM in Frankreich passen. Hintereggers Pech ist Michael Madls Glück. Der Sturm-Spieler steht vor seinem Teamdebüt.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Real nach verpatztem Transfer Lachnummer

Es hätte der Toptransfer von Real Madrid in diesem Sommer werden sollen: Die „Königlichen“ wollten David de Gea von Manchester United als Nachfolger für Iker Casillas verpflichten, die Clubs hatten sich bereits auf den Wechsel geeinigt.

Doch dann trafen die Vertragsunterlagen 29 Minuten zu spät bei der Liga ein - und Real bekam statt eines Teamtormanns Spott und Hohn. Als Transferkaiser entpuppt sich dafür United, das bis zu 80 Millionen Euro für einen Franzosen ausgeben will, von dem nicht einmal Wayne Rooyne wusste, wer er ist.

Mehr dazu in sport.ORF.at

CL-Geschichte: Vor dem Himmel kam für Bayern die Hölle

Durch Himmel und Hölle, nur in umgekehrter Reihenfolge, ist Bayern München zwischen Mai 1999 und 2001 gegangen. In Barcelona musste das Team um Oliver Kahn, Lothar Matthäus und Stefan Effenberg gegen ManUnited die bitterste Niederlage der Clubgeschichte hinnehmen. Drei Minuten Nachspielzeit hatten den „Reds“ gereicht, um ein legendäres Champions-League-Endspiel zu drehen. Zwei Jahre später verarbeiteten die Bayern das Trauma mit dem Triumph im Elferschießen über Valencia. Zur Rückkehr der Champions League in den ORF sind die Spiele nochmals zu sehen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Tödliche Schüsse auf Polizisten in Chicago

Tödliche Schüsse auf einen Polizisten nahe der US-Metropole Chicago haben einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Nach einer großangelegten Suche nach drei Verdächtigen habe die Polizei schließlich einen Mann festgenommen, berichtete CNN unter Berufung auf die Polizei.

Wie die „Chicago Tribune“ berichtete, wurde der Beamte mit Schusswunden verletzt und ohne seine Waffe und andere Ausrüstung aufgefunden. Laut einem CBS-Bericht fielen die Schüsse während einer Verkehrskontrolle.

Mit Hunden und Helikoptern suchte die Polizei in Geschäften und Wäldern nach den drei Männern und forderte Anrainer auf, in Häusern zu bleiben. Auch eine SWAT-Spezialeinheit war im Einsatz. Mehrere umliegende Schulen wurden abgeriegelt.

Tagelang vermisst: US-Uni findet radioaktives Material

Ein an einer US-Universität verschollenes Paket mit radioaktivem Material ist nach mehr als zehn Tagen wieder aufgetaucht. Die Texas A&M University erklärte gestern, dass das Paket in einem Lager für Gefahrengüter an der Hochschule gefunden worden sei. Zuvor hatte der lokale Fernsehsender KBTX über das vermisste radioaktive Material berichtet.

„Ungeöffnet“ und „unbeschädigt“

Das Paket sei „ungeöffnet, unbeschädigt und im ursprünglichen Versandzustand“ entdeckt worden, hieß es von Texas A&M. Die Allgemeinheit sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen.

Laut KBTX war das von einer Spezialfirma im Bundesstaat Minnesota per Einschreiben verschickte Paket am 21. August bei der Hochschule eingegangen, anschließend aber unauffindbar gewesen. Das radioaktive Material diene wissenschaftlichen Zwecken.

Kultur

IT

Google gibt sich neues Logo

Der US-Internetriese Google hat gestern sein neues Logo präsentiert. Das aktualisierte Markenzeichen zeigt weiterhin den Unternehmensnamen in bunten Buchstaben, soll durch eine schnörkellose Schriftart aber frischer und moderner daherkommen.

Google erklärte, das neue Logo passe besser zu Smartphones, auf denen immer mehr Menschen die Internetsuchmaschine ansteuern würden. Das mobile Internet löst zunehmend den Zugang zum Netz über Desktopcomputer ab. „Wir führen ein neues Logo und eine neue Identität der Firmenfamilie ein, die diese Realität widerspiegeln“, erklärte das Unternehmen auf seinem Firmenblog.

Konzernumbau bringt neuen Dachkonzern

Der vor 17 Jahren gegründete Internetgigant hatte vergangenen Monat überraschend einen weitreichenden Konzernumbau angekündigt. Die verschiedenen Dienste des Google-Universums sollen künftig unter einem Dachkonzern mit dem Namen Alphabet firmieren.

Google ist die dominierende Suchmaschine im Netz, entwickelte das auf vielen Smartphones verwendete Betriebssystem Android und bietet einen E-Mail-Dienst an. Außerdem startete das Unternehmen einen Onlinebezahldienst und experimentiert mit zukunftsweisenden Produkten wie fahrerlosen Autos.

Religion

Schönborn kündigt 1.000 Flüchtlingsplätze in Erzdiözese an

Die Erzdiözese Wien wird ihre Kapazitäten zur Flüchtlingsunterbringung deutlich ausweiten. „Ich kann für die Erzdiözese Wien sagen, dass wir sicher gut 1.000 Flüchtlinge in den nächsten Wochen in kirchlichen Quartieren aufnehmen können“, sagte Kardinal Christoph Schönborn gestern Abend in der ZIB2. Man bemühe sich derzeit, rund um den Stephansplatz Quartiere aufzutreiben. Auch in den anderen Diözesen erwartet der Kardinal ähnliche Maßnahmen.

Kritik an zu wenig kirchlichen Plätzen

Schönborn begegnete der Kritik, dass es in Pfarrhöfen und Klöstern sehr viel weniger Quartiere gebe als möglich wären.

Die katholische Kirche sei - gemeinsam mit der Caritas - bereits jetzt der größte private Quartiergeber in Österreich, sagte Schönborn. Aber es sei „noch Platz nach oben“.

Keine „Befehlsgewalt“ über Pfarren

Aber auch die Pfarren seien aufgerufen, mehr Quartiere anzubieten, sagte der Kardinal. Gleichzeitig betonte er, dass er keine „Befehlsgewalt“ über die Pfarren habe, er könne nur Empfehlungen aussprechen. Das Gleiche gelte für die Klöster. Eines sei für die Kirche jedenfalls klar: „Wir dürfen nicht den erhobenen Zeigefinger haben in der Frage der Flüchtlinge, und dann nicht das Unsere tun“, daher werde man Kapazitäten prüfen.

Von der Regierung forderte Schönborn eine schnellere Gewährung von Asyl für Flüchtlinge aus Syrien, denn von diesen würden 99 Prozent ohnehin Asyl bekommen. „Warum lässt man sie eine lange mühsame Prozedur durchlaufen?“, fragte er.

Gesamtgesellschaftlich ortete der Kardinal eine „Veränderung in der Gesinnung“, das sei deutlich spürbar. Als Beispiel nannte er das zivilgesellschaftliche Engagement etwa auf dem Wiener Westbahnhof, von dem er sich bei einem persönlichen Besuch überzeugt habe, wie er sagte.

Science

Drei Raumfahrer starten Richtung ISS

Ein Däne, ein Kasache und ein Russe sollen heute zu einer Mission auf der Internationalen Raumstation (ISS) starten. Der Europäer Andreas Mogensen sowie der Kasache Aidyn Aimbetow verbringen einen Kurzaufenthalt von zehn Tagen im All, der Russe Sergej Wolkow bleibt turnusgemäß für ein halbes Jahr auf der ISS.

Die drei Raumfahrer starten vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe. Die Sojus-Kapsel TMA-18M soll sie in einem zweitägigen Flug zur ISS bringen. Das Andockmanöver ist für Freitagmorgen 9.42 Uhr MESZ geplant.