Ausland

Iran will in Atomstreit vorerst hinter „roten Linien“ bleiben

Die iranische Regierung will im Streit über das Atomabkommen mit der internationalen Gemeinschaft vorerst die „roten Linien“ nicht überschreiten. Das sagte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif heute laut Angaben der Nachrichtenagentur ISNA vor Abgeordneten im Parlament. Die Rettung des Deals sei eine große politische Herausforderung.

Daher müsse man Zeit und Geduld aufbringen, „um vorerst nicht in die Nähe der roten Linien“ zu kommen, sagte der iranische Chefdiplomat weiter.

Nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen von 2015 will die Regierung in Teheran binnen weniger Wochen von der EU Garantien für den Erhalt der wirtschaftlichen Vorteile, die dem Land für den Verzicht auf die Fortführung seines militärischen Atomprogrammes versprochen bekommen wurden.

Teheran will abwarten

Als „rote Linie“ gelten ein Ausstieg des Iran aus dem Wiener Atomdeal und die kurzfristige Wiederaufnahme der Urananreicherung. Zudem könnte Teheran das Zusatzprotokoll der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) verlassen und damit die Inspektionen der Wiener UNO-Behörde begrenzen. Auch einen Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag schloss Teheran nicht aus.

Das will Außenminister Sarif nach Angaben von ISNA aber nicht. Er will zunächst abwarten, welche Ergebnisse die politischen und wirtschaftlicheren Bemühungen der EU bringen werden.

Besonders wichtig für den Iran ist das von der EU reaktivierte „Blocking Statute“-Gesetz zur Abwehr von US-Sanktionen. Fraglich sei jedoch, inwieweit die europäischen Unternehmen auf ihre Regierungen hören und dafür die Interessen ihrer US-Geschäfte aufs Spiel setzen.

Heftiger Streit in Bosnien über Erdogan-Auftritt

Der heutige Wahlkampfauftritt des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Sarajevo hat im Vorfeld zu heftigem Streit in Bosnien-Herzegowina geführt.

Er habe von der einzigen Wahlveranstaltung Erdogans im europäischen Ausland nur aus den Medien erfahren, sagte das kroatische Mitglied im dreiköpfigen Staatspräsidium, Dragan Covic, dem Zagreber TV-Sender HRT. Der Besuch füge dem in die EU strebenden kleinen Balkan-Land großen strategischen Schaden zu.

Länder wie Deutschland und die Niederlande hatten Wahlkampf für die am 24. Juni geplanten türkischen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen verboten.

Parteichef als Freund Erdogans

Die Türkei hatte den Auftritt Erdogans über das muslimische Mitglied im bosnischen Staatspräsidium, Bakir Izetbegovic, organisiert. Der Präsident der Partei der demokratischen Aktion (SDA) hatte am Vortag die Türkei als Investor und Verbündeten gelobt. Er bezeichnet sich als engen Freund des türkischen Präsidenten.

Demgegenüber kritisierte der zweitwichtigste Muslimführer Fahrudin Radoncic den Wahlkampf in Sarajevo. Der Gründer der Partei Bund für eine bessere Zukunft (SBB) sagte, Erdogan gehe es um „eine Demonstration für Westeuropa: Seht mal, hier auf dem Balkan kann ich sein“. Denn „Herr Erdogan hat nicht so viele Wähler in Sarajevo, dass das für ihn interessant wäre“, sagte Radoncic dem TV-Sender N1.

Viele aus Deutschland und Österreich erwartet

Zu dem Wahlauftritt in der Halle der Olympischen Spiele 1984 werden nach Angaben der bosnischen Behörden mehr als 15.000 Personen erwartet - viele tausend Menschen sollen davon aus Deutschland kommen. Aus Österreich werden laut einem Bericht des „Kurier“ bis zu 2.000 Personen anreisen.

Berichte über Attentatspläne dementiert

Kurz vor Beginn wurde die Veranstaltung von Berichten über einen möglichen Attentatsversuch überschattet. Bosniens Sicherheitsminister Dragan Mektic bestritt gestern Abend jedoch energisch, irgendwelche Informationen in diese Richtung zu haben.

„Das Sicherheitsministerium hat keine entsprechenden Informationen“, sagte Mektic gegenüber N1. Die Sicherheitslage sei normal. Medien hatten zuvor gemeldet, türkische Nachrichtendienste hätten über einen möglichen Attentatsversuch berichtet. Diese wären an Informationen gelangt, wonach von Personen türkischer Abstammung ein Attentat auf Präsident Erdogan vorbereitet sei, hieß es heute laut Medien in Sarajevo.

Kind mit türkischer Flagge in Sarajevo

APA/AFP/Oliver Bunic

Eine indirekte Bestätigung dieser Information war dem Internetportal Klix.ba zufolge auch vom türkischen Vizepremier Bekir Bozdag gekommen. „Die Attentatsversuche erinnern uns daran, dass unser großer Führer für manche eine Irritation darstellt“, kommentierte Bozdrag auf Twitter mit dem Hinweis, dass Erdogan keine Angst vor Morddrohungen habe.

Luxusimmobilie bringt Podemos-Chef unter Druck

Nach der heftigen Kritik am Kauf eines Luxuslandhauses hat der Chef der spanischen Linkspartei Podemos, Pablo Iglesias, seinen Posten zur Verfügung gestellt.

Die Mitglieder von Podemos sollten darüber abstimmen, ob er und seine Frau Irene Montero ihre Spitzenfunktionen in der Partei behalten sollten, kündigte Iglesias am Wochenende in Madrid an. Die Abstimmung soll schon bald erfolgen, Einzelheiten sollen zu Wochenbeginn bekanntgegeben werden.

540.000 Euro Kredit aufgenommen

Iglesias und seine Frau, die Sprecherin von Podemos im Parlament ist, hatten für mehr als 600.000 Euro ein Haus in der Nähe von Madrid gekauft. Auf dem 2.350 Quadratmeter großen Grundstück steht ihnen ein Landhaus von 270 Quadratmetern mit Garten und Schwimmbad zur Verfügung.

Für den Kauf mussten sie einen Kredit von 540.000 Euro aufnehmen. Zur Begründung gaben beide an, dass sie dort ihren Kindern „eine möglichst normale Kindheit“ bieten wollten. Das Paar erwartet Zwillinge.

Diskussion über „Glaubwürdigkeit“

Nicht nur die politischen Gegner stürzten sich nach Bekanntwerden des Luxuskaufs auf das Thema, auch innerhalb von Podemos gab es massive Kritik. Iglesias und seine Frau räumten ein, dass es eine Diskussion über ihre „Glaubwürdigkeit“ gebe.

Daher stellten sie ihre Ämter zur Verfügung. „Wenn sie (die Mitglieder, Anm.) uns auffordern zurückzutreten, werden wir zurücktreten“, versicherte Iglesias gestern Abend.

Podemos war 2014 als linksradikale Bewegung gegen den Sparkurs der Regierung und gegen die politische „Kaste“ in Spanien gegründet worden. Der wirtschaftlichen und politischen Elite des Landes wird häufig Abgehobenheit und teils auch Korruption vorgeworfen.

Umfrage: Mehrheit in Italien für Lega-Sterne-Regierung

Eine mögliche Regierung aus der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der Rechtsaußenpartei Lega stößt in Italien auf Zustimmung. Sechs von zehn Italienern begrüßten die europakritische Koalition, ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Demos im Auftrag von „La Repubblica“ (Sonntag-Ausgabe).

Nur ein Viertel der Befragten wünsche sich eine Neuwahl. Über den besiegelten Koalitionsvertrag ließ nach der Fünf-Sterne-Bewegung auch die Lega heute noch abstimmen. Das Ergebnis wurde für den Abend erwartet.

Der unklare Ausgang der Parlamentswahl am 4. März hatte zu wochenlangen, zähen Verhandlungen zwischen den zerstrittenen Parteien geführt. Geht die Abstimmung der Lega positiv für den Koalitionsvertrag aus und nickt Staatspräsident Sergio Mattarella das Bündnis ab, könnte das hoch verschuldete Land doch noch eine gewählte Regierung bekommen.

Palästinenserpräsident Abbas erneut im Krankenhaus

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist heute erneut in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Es ist bereits das dritte Mal binnen einer Woche, dass sich der 82-Jährige stationär behandeln lassen muss, wie Palästinenservertreter bestätigten. Weitere Angaben zu seinem Gesundheitszustand wurden nicht gemacht.

Der amtlichen palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA zufolge wurde Abbas am Dienstag am Ohr operiert und nach wenigen Stunden entlassen. Am Freitag sei er dann abermals für kurze Zeit in ein Krankenhaus in Ramallah gebracht werden.

Abbas hat seit Längerem Gesundheitsprobleme. Im Februar unterzog er sich in den USA eingehenden Untersuchungen, die nach offiziellen Angaben normale Ergebnisse zeigten.

Montenegro erwägt Grenzzaun zu Albanien

Montenegro erwägt den Bau eines Zauns an der Grenze zu Albanien, um Flüchtlingen den unerlaubten Grenzübertritt zu verwehren. Der Leiter des Grenzschutzes, Vojislav Dragovic, sprach heute im Fernsehen von einem Stacheldrahtzaun, der errichtet werden könnte.

Dragovic warf den albanischen Behörden überdies vor, entgegen einer Vereinbarung zurückgewiesene Einwanderer nicht wieder aufzunehmen.

Die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Nordafrika versuchen, über Griechenland, Albanien, Montenegro und Bosnien in das EU-Land Kroatien zu gelangen. Mehrere Balkan-Staaten, darunter Ungarn, haben bereits Grenzanlagen errichtet.

Djukanovic erneut als Präsident vereidigt

Der starke Mann Montenegros, Milo Djukanovic, ist unterdessen heute erneut als Staatsoberhaupt des kleinen Staates an der südlichen Adria vereidigt worden. Der 56-jährige, der vor einem Monat mit klarer Mehrheit gewählt worden war, legte in der alten Königsstadt Cetinje den Amtseid ab.

Er lobte in seiner Antrittsrede den Weg des nur 620.000 Menschen zählenden Ministaates von der Selbstständigkeit 2006 bis zum jüngsten NATO-Mitglied im vergangen Jahr und zu einem von der EU-Kommission für 2025 in Aussicht gestellten Unionsbeitritt.

Opposition boykottierte Zeremonie

Die Angelobung bei einer Sondersitzung des Parlaments wurde laut früheren Ankündigungen von der Opposition boykottiert. Eigentlich nimmt die Opposition schon seit den Wahlen im Oktober 2016 an der Parlamentsarbeit nicht mehr teil. Sie beschuldigt die regierende DPS des Wahlbetrugs.

Djukanovic ist mit kurzen Unterbrechungen seit 27 Jahren entweder Staats- oder Regierungschef. Kritiker werfen ihm und seiner Familie vor, Montenegro wie seinen Privatbesitz zu führen.

Inland

BKA will schlankere Personaldarstellung der Ministerbüros

Nach einem Bericht über die steigende Mitarbeiterzahl in den ÖVP-FPÖ-Ministerbüros hat das Bundeskanzleramt (BKA) die Ministerien aufgefordert, den Personalstand ihrer Kabinette künftig einheitlich und schlanker darzustellen. Das geht aus einem Rundschreiben von Kanzleramtsgeneralsekretär Dieter Kandlhofer vom März hervor.

„Beschränkte“ Darstellung

Kandlhofer teilt den anderen Generalsekretären in dem mit 9. März datierten Schreiben mit, dass die Ministerbüros künftig „auf folgende Struktur (=Gruppen) beschränkt dargestellt werden“: Die Fachreferenten (inklusive Kabinettchefs und Pressesprecher), das Terminsekretariat des Ministers sowie das Sekretariat des Kabinetts. Andere „Personen der Kabinette“ (u. a. Fahrer, Kanzlei, Empfang) seien in der „Linienorganisation“ des Ministeriums abzubilden, wie Kandlhofer in Abstimmung mit dem Generalsekretär des Vizekanzlers, Roland Weinert, mitteilt.

„Damit wären diese Personen weiterhin sichtbar, jedoch strukturell nicht den Kabinetten direkt zuordenbar“, heißt es in dem Rundschreiben, das „aus gegebenem Anlass“ verschickt wurde: Im Anhang findet sich ein zwei Tage zuvor veröffentlichter Bericht des „Standard“ über die steigende Zahl der Mitarbeiter in den Ministerbüros. Mitarbeiter, die nicht in diese drei Gruppen fallen, können dem Bericht zufolge „bestehenden oder neuen Strukturelementen“ zugeordnet werden.

„Kein Mitarbeiter wird versteckt“

Das Kanzleramt begründet das Rundschreiben auf APA-Anfrage mit dem Wunsch nach „Transparenz und Vergleichbarkeit“. In der Vergangenheit habe es nämlich eine „verzerrte Gesamtdarstellung“ gegeben. Außerdem habe Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) das noch unter Christian Kern (SPÖ) übliche System der Arbeitsleihverträge in seinem Kabinett abgestellt und dort nun weniger Mitarbeiter als sein Vorgänger. Dass die Kabinette mit der neuen Vorgehensweise bewusst kleiner dargestellt werden sollen als in der Vergangenheit, weist der Kanzlersprecher zurück: „Kein Mitarbeiter eines Ressorts wird versteckt, denn alle sind entsprechend dem Organigramm öffentlich einsehbar.“

Das Organigramm des Kanzleramts listet außerhalb des eigentlichen Ministerbüros unter anderem Abteilungen für strategische Planung („Think Austria“) und für „strategische Kommunikation“ auf. Erstere untersteht zwar direkt dem Kanzler, wird aber dennoch nicht zu seinem Kabinett gezählt. Letztere untersteht, wie weitere Stabstellen für internationale Wirtschaft und Beziehungen, dem Generalsekretär.

Videobeweis: Österreich bei Dashcams weiter skeptisch

Kommt es zu einem Verkehrsunfall, können Dashcams im Fahrzeug praktisch sein. Auf dem Armaturenbrett oder der Windschutzscheibe befestigt, filmen sie das Verkehrsgeschehen mit, und zwar am laufenden Band. In Deutschland sind diese Videos seit Kurzem als Beweismittel vor Gericht zugelassen. Ein Urteil, das Versicherungen zu freuen scheint. Sie könnten die Aufnahmen künftig nutzen, um Schuldfragen zu klären. Datenschützer sehen darin eine Ausweitung der Überwachung im öffentlichen Raum. Für Österreich dürfte das Urteil aber nicht wegweisend sein.

Mehr dazu in Datenschützer sehen Entwicklung kritisch

Wirtschaft

Athen will Reformeinigung mit EU schnell umsetzen

Das hoch verschuldete Griechenland hat sich mit der Europäischen Union auf ein weiteres Reformpaket im Gegenzug zu den Hilfen aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) verständigt. Die EU-Kommission teilte am Wochenende in Brüssel mit, auf Expertenebene sei eine Vereinbarung „über die gesamten notwendigen Reformen“ erzielt worden. Auch Athen sprach von einer Einigung.

Laut EU-Kommission gibt es nun gute Chancen, das vierte Prüfverfahren zur Vergabe von ESM-Geldern erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Die Vereinbarung werde den Finanzministern der Euro-Zone bei ihrem Treffen am Donnerstag zur Abstimmung vorgelegt, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die griechische Regierung wolle die Reformen bereits vor dem Euro-Zone-Treffen am 21. Juni in Luxemburg „so schnell wie möglich“ umsetzen. Von Griechenland werden mehr als 80 zusätzliche Reformen verlangt, im Gegenzug soll es abschließend bis zu zwölf Milliarden Euro erhalten, wie es aus EU-Kreisen heißt.

Griechenland kündigt umfangreichen Plan an

EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici sprach von einer „ausgezeichneten Neuigkeit“ und beglückwünschte die griechischen und die EU-Behörden zu ihrer „hartnäckigen Arbeit und ihrer guten Zusammenarbeit“. Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos sagte gestern Abend im Fernsehen: „Die Abfassung des Staff Level Agreements soll nun am 24. Mai von der Euro-Gruppe angenommen und bestätigt werden.“

In den kommenden Wochen werde Athen noch einen umfangreichen Plan mit Privatisierungen, Regelungen für faule Kredite und anderen Reformen im staatlichen Bereich vom Parlament billigen lassen.

Gläubiger entscheiden bis Ende Juni über Zugeständnisse

Griechenlands Gläubiger wollen bis Ende Juni über ihre Zugeständnisse an Athen zum Ende des Hilfsprogramms entscheiden. Euro-Zone-Präsident Mario Centeno hatte dem Land bei einem Treffen der Euro-Finanzminister in Bulgariens Hauptstadt Sofia Ende April eine Entscheidung über Schuldenerleichterungen in Aussicht gestellt. Darüber hinaus soll das Land von den Euro-Partnern eine Milliardenzahlung zum Aufbau eines Finanzpuffers erhalten, bevor das dritte Hilfsprogramm am 20. August ausläuft.

Griechenland musste seit 2010 mehrfach vor dem Staatsbankrott gerettet werden. Nach harten Reformen ist das Land seit dem vergangenen Jahr wieder auf Wachstumskurs. 2017 wies Athen zudem zum zweiten Mal in Folge einen Budgetüberschuss aus. Der Schuldenberg ist jedoch enorm. Er betrug im vergangenen Jahr 178,6 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung.

Die Euro-Länder hatten Griechenland auf Druck des Internationalen Währungsfonds (IWF) schon 2016 Schuldenerleichterungen in Aussicht gestellt. Das Ausmaß ist jedoch offen. Die Geldgeber und Athen wollten in der kommenden Zeit in engem Kontakt bleiben, hieß es. Auch der IWF in Washington äußerte sich gleichlautend.

Handelsstreit mit USA: China bestätigt Einigkeit

Nach Gesprächen mit US-Vertretern hat sich China dazu bekannt, kein Interesse an einem Handelskonflikt zu haben. Der chinesische Vizepremier Liu He, der von Präsident Xi Jinping zu den Gesprächen gesandt worden war, sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua gestern, beide Seiten hätten zudem übereingestimmt, die gegeneinander gerichteten Zölle zu stoppen. Wirtschaftliche Zusammenarbeit sei für beide Seiten eine „Win-Win-Wahl“. China und die USA würden ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Agrar und Finanzen fortsetzen.

Keine Zahlen oder Zeiträume genannt

Zuvor hatte das Weiße Haus mitgeteilt, Peking mache in dem Konflikt einen Schritt auf Washington zu. Beide Seiten seien übereingekommen, dass China erheblich mehr amerikanische Güter und Dienstleistungen erwerben wolle, hieß es gestern in einer gemeinsamen Stellungnahme. Das Weiße Haus verbreitete sie in Washington zum Abschluss zweitägiger Verhandlungen. Das Papier nennt allerdings keine Zahlen, Zeiträume oder Einzelheiten.

Die beiden weltgrößten Volkswirtschaften lagen in den vergangenen Wochen in ihrer Handelspolitik auf Konfrontationskurs. Es gab Befürchtungen, es könne zu einem Handelskrieg kommen.

Delegationen der USA und Chinas hatten sich am Donnerstag und Freitag in der US-Hauptstadt getroffen. Von amerikanischer Seite verhandelten unter anderen Finanzminister Steven Mnuchin, Handelsminister Wilbur Ross und der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer. An der Spitze des chinesischen Teams stand Vizepremier Liu He.

Sport

Fußball: Iniestas Abschied überstrahlt Finish in Spanien

Die Ära des großen Mittelfeldregisseurs Andres Iniesta beim FC Barcelona geht heute zu Ende. Nach 22 Jahren und 32 Titeln mit den Katalanen bestreitet der 34-Jährige zu Hause gegen Real Sociedad sein letztes Spiel für Barca. Viele Tränen sind garantiert, eine gewaltige Choreografie im Camp Nou geplant. Die restlichen Partien der letzten Runde werden vom Abschied überstrahlt.

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Fußball: Genugtuung für umstrittenen Conte

Ob Antonio Conte den FC Chelsea in die nächste Saison führen wird, darf zumindest bezweifelt werden. Der Abschluss dieses durchwachsenen Spieljahres ist dem umstrittenen Italiener mit den „Blues“ aber gelungen. Der FA-Cup-Titel im Finale gegen Manchester United verschaffte Conte nach Kritik Genugtuung. „Ich habe gezeigt, dass ich ein Seriensieger bin“, meinte er. Seitens der Vereinsführung akzeptiere er jede Entscheidung, was eine Vertragsverlängerung oder Trennung betreffe. Ändern werde er sich jedenfalls nicht.

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Eishockey-WM: Schweiz düpiert auch Kanada

Die Schweiz steht bei der Eishockey-WM in Dänemark sensationell im Finale. Die Schweizer düpierten nach dem Viertelfinal-Sieg gegen Finnland gestern im Halbfinale auch Kanada mit 3:2. Im Kampf um Gold geht es heute (20.15 Uhr, live in ORF Sport +) in Kopenhagen gegen Titelverteidiger Schweden, der mit einem 6:0-Kantersieg den ersten Finaleinzug der USA seit 58 Jahren verhinderte. Damit kommt es zu einer Neuauflage des WM-Endspiels von 2013.

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Chronik

Mann auf Hawaii von Lavabrocken verletzt

Auf Hawaii hat weit geschleuderte Lava einen Mann auf seinem eigenen Balkon schwer verletzt. Der Mann sei auf dem Balkon im dritten Stock gesessen, als er von einem durch die Luft geschleuderten Lavabrocken getroffen worden sei, berichtete Hawaii News Now gestern (Ortszeit) unter Berufung auf Sprecher des Bezirks Hawaii County.

Die Lava habe den Mann am Schienbein getroffen und das Bein zertrümmert. Er sei mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.
Das Unglück ereignete sich in der vom Ausbruch des Vulkans Kilauea stark betroffenen Ortschaft Pahoa. Die Behörden machten keine Angaben, wie weit das Haus von den Lavaströmen entfernt war.

Kilaueas Aktivität weiter zugenommen

Seit Anfang Mai speit der Kilauea auf Big Island in Hawaii Lava aus dem Krater und aus Erdspalten. Auf der zu den USA gehörenden Inselgruppe Hawaii liegen mehrere Vulkane, der Kilauea ist einer der aktivsten der Welt. Nach Angaben der Vulkanologen nahm die Aktivität des Vulkans in den vergangenen Tagen weiter zu.

Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, Vulkanspalten und austretende Lava zu meiden, und bei Ascheregen im Haus zu bleiben. Zu Beginn des Wochenendes blockierte ein Lavastrom einen wichtigen Highway und floss weiter ins Meer. Wenn die Lava auf das Meerwasser treffe, könnten sich gefährliche Gase bilden, hieß es weiter.

Inder wegen Rinderschlachtung zu Tode geprügelt

Wegen der angeblichen Tötung einer Kuh ist ein Muslim in Indien von einem Mob totgeschlagen worden. Der 45-jährige Siraj Khan sei Freitagfrüh im Bezirk Satna im Bundesstaat Madhya Pradesh attackiert worden und noch am Tatort gestorben, sagte ein Polizeisprecher heute der Nachrichtenagentur AFP.

Ein Freund Khans sei ebenfalls angegriffen und schwerverletzt in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Vier Verdächtige wurden laut Polizei festgenommen und in Gewahrsam genommen. Am Tatort seien Fleisch und der Kadaver eines Bullen gefunden worden, die Ermittlungen dauerten an.

Modis BJP will Schlachtungen landesweit verbieten

Der hinduistischen Bevölkerungsmehrheit in Indien sind Kühe heilig, der Verzehr von Rindfleisch ist in den meisten Bundesstaaten verboten. Die Regierungspartei BJP von Ministerpräsident Narendra Modi hat angekündigt, das Schlachten von Kühen landesweit zu verbieten.

Kritiker werfen der rechtsgerichteten hinduistischen BJP vor, nicht konsequent gegen die steigende Zahl von Angriffen selbst ernannter Kuhschützer vorzugehen.

Bremssystem manipuliert: Schwere Zugskollision in Mexiko

Unbekannte haben in Mexiko das Bremssystem eines Güterzuges manipuliert und damit einen Zusammenstoß mit einem weiteren Zug verursacht. Bei dem Vorfall im Bundesstaat Veracruz wurden nach Angaben der Behörde für Zugsverkehr drei Menschen verletzt. Lokale Medien berichteten von sieben Verletzten und vermuteten einen Raubversuch hinter der Tat.

Der Leiter der Bahnbehörde, Benjamin Aleman Castilla, schrieb auf Twitter, die Waggons seien für den Transport von Weizen ausgelegt. Ob sie auch beladen waren, teilte Castilla nicht mit. Die betroffene Eisenbahngesellschaft Ferrocarril Mexicano, kurz Ferromex, teilte auf Twitter mit, dass das Bremssystem auf den Gleisen in der Nähe der Gemeinde Acultzingo sabotiert worden sei.

Vier Loks mit 39 Waggons in stehenden Zug gekracht

Der Zug mit vier Lokomotiven und 39 Waggons habe sich nicht mehr kontrollieren lassen und sei auf einen stehenden Zug im Bahnhof von Orizaba gekracht. Die Wucht des Aufpralls habe einige Wagen zerrissen und sie neben die Gleise geschleudert. Gegen Züge der Ferromex seien in den vergangenen drei Wochen sechsmal solche Sabotageakte ausgeführt worden, teilte die Eisenbahngesellschaft mit. Sie sei besorgt, da die Züge zum Teil auch chemische Stoffe transportierten, die ein Gesundheitsrisiko darstellen könnten, wenn sie freigesetzt würden.

Nach Angaben der mexikanischen Zeitung „Proceso“ gab es im Jahr 2017 mehr als 1.000 Überfälle auf Züge in dem lateinamerikanischen Land. Die meisten davon ereigneten sich im Bundesstaat Veracruz.

Kultur

Gitarre von Bob Dylan für 495.000 Dollar versteigert

Eine Gitarre, die Bob Dylan in einer entscheidenden Phase seiner Karriere begleitet hat, ist in New York für fast eine halbe Million Dollar versteigert worden. Die Fender Telecaster aus dem Jahr 1965 wechselte gestern (Ortszeit) für 495.000 Dollar (420.000 Euro) den Besitzer, wie das Auktionshaus Julien’s mitteilte.

Ursprünglich gehörte das Instrument Dylans Gitarrist Robbie Robertson, war aber auch von Dylan selbst sowie den Musiklegenden Eric Clapton und George Harrison gespielt worden. Der Schätzpreis für die Gitarre war zwischen 400.000 und 600.000 Dollar gelegen. Das Instrument hatte Dylan bei seiner Entwicklung vom Folksänger mit Hits wie „The Times They Are A-Changin“ von 1964 zum Rocksänger mit Songs wie „Like a Rolling Stone“ von 1965 begleitet.

Auch andere legendäre Gitarren kamen bei Julien’s unter den Hammer. Eine Fender Telecaster von Elvis Presley erzielte einen Preis von 115.200 Dollar. Aus dem Nachlass des „Kings“ wurden außerdem ein Diamantring in Sternform für 100.000 Dollar versteigert sowie ein reichverzierter Gürtel, den Elvis während eines Konzerts 1972 in Hawaii trug, für 354.400 Dollar. Auch Bühnenkostüme von Popsängern wie Elton John, Britney Spears und Michael Jackson wechselten den Besitzer.

Gesundheit

DR Kongo beginnt mit Impfungen gegen Ebola

In der Demokratischen Republik Kongo wird morgen mit Impfungen gegen Ebola begonnen. Das kündigte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums an. 4.000 Dosen Impfstoff seien nach Mbandaka gebracht worden. In der Stadt mit 1,2 Millionen Einwohnern sind bisher vier Fälle von Ebola aufgetreten.

Der Kongo hat 21 Ebola-Fälle definitiv bestätigt. Zuletzt wurden vier Erkrankungen in Iboko im Nordwesten des Landes festgestellt, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Derzeit geht das Ministerium von 46 möglichen Fällen aus. Bei 21 wurde das gefährliche Virus nachgewiesen, bei 21 Fällen hielten die Behörden die Ebola-Infektion für wahrscheinlich, in vier weiteren Fällen für möglich.

WHO sieht hohes Risiko für Ausbreitung im Land

Weil Mbandaka über einen Fluss, Straßen und den Flughafen mit anderen Städten vernetzt ist, ist das Risiko der Ausbreitung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge für die Demokratische Republik Kongo sehr hoch und die weitere Region hoch. Allerdings sieht sie das globale Risiko einer Ausbreitung momentan als niedrig.

Das Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Bei einer Ebola-Epidemie starben 2014 und 2015 in Liberia, Guinea und Sierra Leone rund 11.000 Menschen.

Science

Religion

Panorama

Australien kippt Plan zur Tötung Tausender Wildpferde

Tausende Wildpferde sind im australischen New South Wales dem drohenden Tod entgangen. Die Regierung des Bundesstaats rückte vom Plan ab, den Bestand der Tiere im Kosciuszko National Park um bis zu 90 Prozent zu reduzieren, wie australische Medien heute meldeten.

Etwa 6.000 Wildpferde, die in Australien Brumbies genannt werden, leben in der Region in den australischen Alpen und sind ein wichtiger Teil der örtlichen Folklore. Sie sind Nachkommen von verwilderten Pferden der europäischen Siedler.

Umweltschützer kritisieren, dass die Tiere das empfindliche ökologische Gleichgewicht stören, einheimische Arten verdrängen und Feuchtgebiete gefährden. „Es reichen ein paar Pferde und etwas Zeit, um ein Feuchtgebiet zu zerstören“, sagte Graeme Worboys von der Australien National University in der Hauptstadt Canberra.

Umsiedlung statt Tötung

2016 hatte die Regierung daher beschlossen, innerhalb der nächsten 20 Jahre den Bestand zu reduzieren und dafür vor allem Tiere zu töten. Nun sollen die Brumbies aber geschützt und das Problem mit Umsiedelungen gelöst werden.

Ein neues Gesetz soll kommende Woche beschlossen werden. Brumbies seien ein wichtiger Teil der Tradition in der Region, sagte der stellvertretende Regierungschef John Barilaro dem Sender ABC.

Wie Hobbygärtner Laus und Co. loswerden

Blattläuse und Schnecken machen auch vor Hausgärten und Balkonen nicht halt. Die Plagegeister lassen sich jedoch auch ohne den Einsatz von Gift vertreiben. Der Handel bietet dafür biologische Pflanzenschutzmittel und Nützlinge an. Diese nützlichen Käfer und Larven fressen die Schädlinge auf und schützen so die Pflanzen. Nützlinge gibt es abgepackt in Fachmärkten und über das Internet zu kaufen.

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Leute

Jamie Oliver räumt Fehler bei Restaurantkette ein

„Wir haben viele Fehler gemacht.“ Das räumte der britische TV-Koch, Kochbuchautor und Unternehmer Jamie Oliver heute in der Ö3-Sendung „Frühstück bei mir“ in Bezug auf die Krise seiner Restaurantkette Jamie’s Italian ein.

Zwölf Jamie’s-Italian-Restaurants in Großbritannien und ein Restaurant in Australien mussten zusperren. „Die Restaurants, die wir geschlossen haben, haben wir in einer Zeit eröffnet, als wir sehr zuversichtlich waren“, sagte der 43-Jährige im Gespräch mit Claudia Stöckl.

Langfristige Verträge über teure Mieten und das Prinzip, in seinen Restaurants hochwertige Produkte zu verwenden, hätten Kosten verursacht, die durch Einnahmen nicht zu decken gewesen seien.

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Langjähriger LG-Chef Koo Bon Moo gestorben

Der Vorsitzende des südkoreanischen Mischkonzerns LG, Koo Bon Moo, ist tot. Koo, der sich in den vergangenen Monaten mehreren Gehirnoperationen unterzogen hatte, sei im Kreis seiner Familie gestorben, berichteten südkoreanische Sender heute. Koo wurde 73 Jahre alt.

Der Manager stand 23 Jahre lang an der Spitze der LG Group, deren bekanntestes Tochterunternehmen der Smartphone- und Haushaltsgerätehersteller LG Electronics ist.

Zu internationalem Konzern ausgebaut

Koo hatte LG (ehemals Lucky Goldstar) seit der Übernahme des Vorsitzes von seinem Vater Koo Ja Kyung im Jahr 1995 zu einem international bekannten Markennamen gemacht. Weitere Tätigkeitsfelder des Familienkonzerns sind Displays, Chemikalien und Telekommunikation. Als Konzernholding fungiert die LG Corp.

Angesichts seiner angegriffenen Gesundheit hatte Koo das Tagesgeschäft zunächst an seinen jüngeren Bruder Koo Bon Joo übertragen. Als Nachfolger an der Konzernspitze wird Koo Bon Moos Adoptivsohn Koo Kwang Mo gehandelt.

Harry und Meghan: Hochzeit mit internationalem Flair

Die royale Hochzeit von Prinz Harry und der US-Schauspielerin Meghan Markle ist gestern wie im Bilderbuch verlaufen. Die Braut erschien in einem Seidenkleid mit langer Schleppe, bei der Symbole aus allen Ländern des Commonwealth eingearbeitet waren. Ein Gospelchor stimmte einen Soulklassiker an, der US-Bischof Michael Curry hielt eine flammende und politische Predigt, mit der er dem Brautpaar fast die Show stahl. Der Erzbischof von Canterbury nahm wiederum die Eheschließung ganz klassisch vor. Bei dem Spektakel in Windsor war sowohl für Traditionalisten als auch für Anhänger einer modernen Monarchie etwas dabei.

Mehr dazu in Millionen Zuschauer verfolgten Zeremonie