Inland

Hilfsorganisationen skeptisch gegenüber „Asyl auf Zeit“

Der Vorschlag von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), über „Asyl auf Zeit“ zu diskutieren, stößt bei Hilfsorganisationen auf Skepsis. Caritas, Diakonie und das Flüchtlingshochkommissariat UNHCR erinnerten heute daran, dass es bereits den befristeten subsidiären Schutz gebe. „Es braucht dieses neue System eigentlich nicht“, so Wiens Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner zur APA.

Rückbringung „de facto“ selten möglich

Beim subsidiären Schutz müsse die Behörde in regelmäßigen Abständen prüfen, ob die Person inzwischen zurückgebracht werden kann. „De facto sehen wir, dass das kaum jemals möglich ist“, merkte aber Christoph Pinter vom UNHCR im Ö1-Morgenjournal an. Für die Einführung einer befristeten Kriegsvertriebenenregelung ohne Asylverfahren würde laut Pinter eine Verordnung der Innenministerin reichen. Sinnvoll sei aber höchstens eine EU-weite Regelung. Es sei allerdings nicht anzunehmen, dass sich der Konflikt in Syrien in den kommenden Jahren beruhigt haben wird.

Schwertner kann sich der Argumentation des UNHCR nur anschließen, auch er betont, dass es befristeten Schutz bereits gibt. „Es braucht dieses neue System eigentlich nicht“, meint er ebenso. Nach der Bosnien-Krise habe man zudem die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen mit Asylstatus bleiben würden. „Dieser Realität muss man sich stellen“, so Schwertner.

Erheblicher Mehraufwand erwartet

Auch Christoph Riedl vom Flüchtlingsdienst der Diakonie sieht in „Asyl auf Zeit“ keinen Bedarf. „Das ist nicht sehr zielführend“, meint er dazu. Er sieht noch ein weiteres Problem darin, Fälle nach einer möglichen Verbesserung der Lage im Ursprungsland der Flüchtlinge neu aufzurollen: „Das würde zu einem erheblichen Behördenmehraufwand führen.“

Auch die Grünen kritisierten den Vorschlag Mikl-Leitners. Die „symptomatische Pseudo-Asyldebatte“ gehe am eigentlichen Problem vorbei, sagte Menschenrechtssprecherin Alev Korun. „Viele würden, sobald sie eine Möglichkeit sehen, ohnehin zurückkehren“, glaubt sie.

OECD: Österreich macht Fortschritte bei Steuertransparenz

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bescheinigt Österreich Fortschritte bei der Steuertransparenz und beim Austausch von Steuerinformationen.

Die dafür zuständige Teilorganisation Global Forum on Transparency and Exchange of Information for Tax Purposes hat Österreich zugestanden, dass die Bedingungen der Organisation inzwischen „im Wesentlichen erfüllt“ seien. 2013 waren die Kriterien erst „teilweise erfüllt“.

Sieben von zehn Kriterien voll erfüllt

Das globale Forum für Transparenz und Austausch von Steuerinformationen hat zehn Kriterien definiert, von denen Österreich nun sieben voll erfüllt und drei „im Wesentlichen“. Volle Punkte bekommt Österreich nun unter anderem beim Zugang zu heimischen Bankdaten und bei der Wahrung der Vertraulichkeit.

Verbesserung bei Datenaustausch

Vor zwei Jahren war ein zentraler Kritikpunkt, dass Inhaberaktien nicht konkreten Personen zugeordnet werden konnten. Da die Registrierung aber erst seit Anfang 2014 verpflichtend sei, müsse noch die Wirkung geprüft werden. Deshalb erfüllt Österreich hier erst „im Wesentlichen“ die Kriterien.

Zudem kann Österreich inzwischen vom Großteil der Partnerländer, mit denen es einen Informationsaustausch gibt, Bankinformationen erhalten. Auch hier gibt es ein „Im Wesentlichen“ erfüllt. „Im Wesentlichen“ in Ordnung ist auch das Netz von Abkommen über den Informationsaustausch.

Innerhalb von zwölf Monaten soll der nächste Bericht über weitere Fortschritte Österreichs vorliegen, Ende 2015 ist die nächste Überprüfung von Österreichs Gesetzgebung gegen Geldwäsche und im Kampf gegen die Finanzierung von Terrorismus vorgesehen.

Gesundheitsministerium kürzt Aids-Hilfen Förderungen

Den Aids-Hilfen in Vorarlberg, Salzburg und Kärnten werden im kommenden Jahr die Förderungen durch den Bund in der bisherigen Form gestrichen. Das Gesundheitsministerium begründete die Maßnahme heute mit Sparmaßnahmen, durch die man durch das Finanzrahmengesetz gezwungen sei.

„Auch uns schmerzt das sehr“, sagte die Sprecherin von Ministerin Sabine Oberhauser (SPÖ), Raphaela Pammer, zur APA. Ihren Angaben zufolge müssen die Aids-Hilfen der drei Länder auf die Hälfte der 640.000 Euro direkten Förderung für Prävention verzichten, die sie heuer insgesamt erhielten.

Ministerium: Geld fließt in System zurück

Allerdings, so Pammer, flössen die eingesparten 320.000 Euro in das System der Aids-Hilfen zurück, und zwar zur Hälfte in Form von Geld an de Aids-Hilfe Wien, das für österreichweite Prävention zur Verfügung stehen werde: Dabei handle es sich unter anderem um Infofolder und das Design von Workshops. Die restlichen 50 Prozent stünden zur Finanzierung anonymer Tests zur Verfügung.

Kritik aus Vorarlberg

Kritik kam vom Vorarlberger Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP), der gegenüber den „Vorarlberger Nachrichten“ von einer überfallsartigen Vorgangsweise des Bundes sprach. „Es ist der falsche Weg, bei niederschwelligen Beratungseinrichtungen im Gesundheitsbereich zu kürzen“, wurde der grüne Nationalratsabgeordnete Harald Walser von der Zeitung zitiert.

Aufnahmestopp-Bescheid für Traiskirchen zugestellt

Der Bescheid für den Aufnahmestopp im niederösterreichischen Erstaufnahmezentrum Traiskirchen ist zugestellt worden. Grundlage ist eine gesundheitsbehördliche Überprüfung, nach der Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) die Aufnahmesperre angekündigt hatte.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Ministerium: Asylvertrag mit Gabcikovo bleibt aufrecht

Unterdessen stellten das österreichische und das slowakische Innenministerium klar, dass man an den Plänen festhält, Asylwerber in der Slowakei unterzubringen. In der dafür vorgesehenen Stadt Gabcikovo hatten sich bei einer Abstimmung 97 Prozent gegen dieses Vorhaben ausgesprochen. 500 Menschen, die derzeit in Traiskirchen sind, sollen in der Stadt versorgt werden.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Laut slowakischer Regierung verständlich

Innenpolitisch fuhr die Regierung in Bratislava freilich eine andere Kommunikationsstrategie. Man könne das Ergebnis der Volksabstimmung in der südslowakischen Gemeinde verstehen, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme des Innenministeriums. Es spiegle „Befürchtungen wieder, die die ganze Slowakei teilt“.

Daher habe sich die Regierung auch gegen eine verpflichtende Quote auf EU-Ebene gewehrt und lediglich der freiwilligen Aufnahme von 100 „Christen“ aus Syrien über UNO-Resettlement-Programme zugestimmt. Zudem werde man vor Ankunft der Asylwerber aus Österreich „umfassende Sicherheitsmaßnahmen“ vorbereiten, die der Bevölkerung von Gabcikovo klar und deutlich erklärt würden.

Vier Bundesländer erfüllen Asylquote

In Österreich selbst erfüllen nur drei der neun Bundesländer derzeit die Quote bei der Unterbringung von Asylwerbern: Wien, Niederösterreich und Vorarlberg nehmen weiterhin mehr Flüchtlinge auf als mit dem Innenministerium vereinbart (Stichtag 3. August). Dazu gesellt sich das Land Salzburg, das die Quote nach eigenen Angaben erfüllt, jedoch noch nicht in der offiziellen Statistik enthalten ist.

Schlusslicht ist das Burgenland. Dort sind derzeit 180 Flüchtlinge weniger untergebracht als mit dem Innenministerium vereinbart. Die Quotenerfüllung beträgt dort lediglich 88,33 Prozent. Kärnten hält bei 91,61 Prozent oder 250 Asylwerbern zu wenig. Die Steiermark liegt bei 91,85 Prozent, was 530 fehlenden Plätzen entspricht.

Oberösterreich erfüllt nur zu 93,2 Prozent das Soll, dort sind es 519 Asylwerber weniger als ausgemacht. Etwas besser sieht es in Tirol aus, wo aber die Quote mit 95,68 Prozent (167 fehlende Plätze) auch nicht erfüllt wird.

NÖ, Wien, Vorarlberg und Salzburg

In Niederösterreich mit dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen sind derzeit 1.569 Flüchtlinge mehr als vereinbart untergebracht, die Quotenerfüllung beträgt 118,02 Prozent. Wien beherbergt derzeit 249 Asylwerber mehr, als es eigentlich müsste, und erfüllt damit die Quote zu 102,64 Prozent. Leicht im Plus liegt nun auch Vorarlberg: 100,26 Prozent oder fünf Flüchtlinge mehr als vereinbart.

Salzburgs grüne Landesrätin Martina Berthold teilte mit, man habe über das Wochenende noch 178 zusätzliche Plätze geschaffen. Damit beherberge man derzeit genau 2.861 Flüchtlinge und damit einen mehr als vereinbart. In der offiziellen Statistik waren die 178 zusätzlich geschaffenen Plätze noch nicht ersichtlich, und die Quotenerfüllung lag noch bei 93,8 Prozent. Es dürfte sich um Übernahmen handeln, die noch nicht wirksam sind.

Die der APA vorliegenden Daten aus den Bundesländern umfassen auch die fixen Einrichtungen des Bundes sowie die Zeltlager für Asylwerber und jene in Gebäuden der Polizei. Im überfüllten Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen befanden sich am Montag exakt 4.000 Flüchtlinge, ein großer Teil davon ist weiterhin obdachlos.

Ausland

IOM: Bereits 2.000 Tote bei Flucht über Mittelmeer

Seit Jahresbeginn sind bereits mehr als 2.000 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer gestorben. Das teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) heute in Genf mit.

Insgesamt hätten seit Jänner rund 188.000 Flüchtlinge und Migranten die gefährliche Reise über das Mittelmeer nach Europa unternommen, sagte IOM-Sprecher Itayi Virri.

Die meisten Flüchtlinge kamen in Griechenland und in Italien an. Allein in Griechenland seien es bisher schätzungsweise 97.000 Menschen gewesen. Laut dem UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) zählten die dortigen Behörden im gesamten vergangenen Jahr nur 34.000 Flüchtlinge.

Netzpolitik.org zeigt sich unbeeindruckt von Ermittlungen

Die Journalisten des deutschen Blogs Netzpolitik.org zeigen sich demonstrativ unbeeindruckt von den Ermittlungen wegen des Verdachts des Landesverrats gegen sie.

„Wir hoffen, dass sich keiner von diesem Einschüchterungsversuch irgendwie auch eingeschüchtert fühlt“, sagte der Betreiber des Blogs, Markus Beckedahl, heute im ZDF-„Morgenmagazin“ auch mit Blick auf Informanten. „Wir haben zumindest bei uns in der Redaktion jetzt eine Jetzt-erst-recht-Stimmung.“

Der „Bild“-Zeitung sagte Beckedahl: „Wir werden die Öffentlichkeit nutzen, uns gegen die Ermittlungen zu wehren.“ Man sei überrascht, dass der deutsche Generalbundesanwalt Harald Range die Aufnahme der Ermittlungen gegen das Blog wegen Landesverrats für berechtigt halte. „Das klingt danach, als dass die gerade ruhenden Ermittlungen bald weiterlaufen“, sagte Beckedahl. Das sehe man klar als Einschüchterungsversuch an.

Drei türkische Soldaten bei neuem PKK-Angriff getötet

Bei einem Sprengstoffangriff kurdischer Rebellen sind im Südosten der Türkei drei Soldaten getötet worden. Vertreter der Sicherheitskräfte machten heute die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für einen Angriff auf einen Militärkonvoi in der Region Arakoy der Provinz Sirnak verantwortlich.

Die Rebellen hätten aus der Ferne eine Mine unter einem Militärkonvoi gezündet und anschließend den Soldaten ein Gefecht geliefert, sagten die Vertreter einer Nachrichtenagentur. Sie bestätigten damit einen Bericht der amtlichen türkischen Agentur Anadolu.

Zudem sollen PKK-Extremisten einen Anschlag auf eine Pipeline verübt haben, wie das Energieministerium in Ankara mitteilte. Betroffen war eine Leitung im Nordosten, über die Gas aus Aserbaidschan in die Türkei geliefert wird.

Laut einer Agenturzählung wurden seit der Eskalation des Konflikts mit der PKK vor zwei Wochen 20 türkische Sicherheitskräfte getötet. Auslöser der aktuellen Krise war ein Selbstmordanschlag auf prokurdische Freiwillige in der südtürkischen Grenzstadt Suruc, bei dem am 20. Juli 32 Menschen getötet worden waren.

Großbritannien verlängert Lufteinsatz gegen IS

Großbritannien wird seine Beteiligung am Krieg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) um ein Jahr bis mindestens März 2017 verlängern. Das kündigte Verteidigungsminister Michael Fallon heute bei einem Besuch im Irak an. Großbritannien ist bei der internationalen Operation für etwa ein Drittel aller Aufklärungsflüge verantwortlich.

Zudem lieferten die acht Kampfjets der Royal Air Force, die von einer Luftwaffenbasis auf Zypern starten, „essenzielle und präzise Feuerkraft“, sagte Fallon. Britische Bodentruppen im Irak zum Kampf gegen den IS schloss Fallon erneut aus: „Der Irak will das nicht“, sagte der Verteidigungsminister.

Unterdessen haben die USA nach eigenen Angaben erstmals eine von ihnen ausgebildete Rebellengruppe in Syrien mit einem Luftangriff unterstützt. Der Luftangriff sei zum Schutz der Gruppe Neues Syrien erfolgt, teilte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Bill Urban, in Washington mit.

Jemen: Armee eroberte wichtige Militärbasis zurück

Einen Tag nach dem Beginn eines Großangriffs auf die Luftwaffenbasis von al-Anad hat die jemenitische Regierung die Rückeroberung des größten Militärstützpunkts im Land verkündet. Das Verteidigungsministerium sprach heute von einem Sieg für die Regierungstruppen über die schiitischen Huthi-Rebellen, die seit März die Basis im Süden des Landes kontrolliert hatten.

Aus Militärkreisen verlautete, es habe in der Nacht heftige Gefechte auf dem weitläufigen Stützpunkt gegeben. Etwa 70 Huthi-Kämpfer seien getötet und zehn weitere gefangen genommen worden. Aufseiten der Regierungstruppen habe es 24 Tote und 23 Verletzte gegeben. Die Truppen hätten die Kontrolle über die Gebäude und Lagerhallen übernommen und suchten nun nach verbliebenen Huthi-Kämpfern, hieß es.

Die US-Armee hatte den Stützpunkt 60 Kilometer nördlich der Hafenstadt Aden genutzt, um den Drohnenkrieg gegen die Islamistengruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel zu leiten. Im März fiel die strategisch wichtige Basis aber in die Hände der vorrückenden Huthi-Rebellen.

Sport

Schwimm-WM: Zaiser scheitert auch über 200 m Kraul

Den österreichischen Schwimmern bleibt bei der WM in Kasan in den Finalsessionen weiter nur die Zuschauerrolle. Lisa Zaiser schied heute auch über 200 m Kraul im Vorlauf aus und setzte damit die Serie von verpassten Halbfinal-Einzügen der heimischen Vertreter fort. Als Gesamt-24. fehlte Zaiser mehr als eine Sekunde auf das Erreichen der Vorschlussrunde der besten 16.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Bundesliga: Austria tritt auf Euphoriebremse

Erstmals seit der Meistersaison 2012/13 bzw. erstmals seit über 26 Monaten darf sich die Austria in der Bundesliga über Platz eins in der Tabelle freuen. Mit dem 3:1-Heimsieg über Altach zogen die „Veilchen“ mit Rapid gleich und liegen mit dem Stadtrivalen mit zwei Siegen aus zwei Spielen ex aequo an der Spitze.

Von Euphorie wollte Neo-Coach Thorsten Fink aber nichts wissen. „Ich bin zufrieden, aber wir haben noch viel zu tun“, sagte der Deutsche nach seinem erfolgreichen Heimdebüt.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

AMS: 29.000 Stellen in Gastronomie offen

Im ersten Halbjahr 2015 hat die Gastronomie 14.259 Kellner, 10.227 Köche und 5.091 Kochgehilfen gesucht. Starke Nachfrage gab es auch für Hilfskräfte in den Bereichen Reinigung (9.598) und Warenverpackung (7.574), allgemeine Hilfskräfte (5.995) und Lagerarbeiter (4.788), teilte das Arbeitsmarktservice (AMS) heute mit.

Schlagabtausch zwischen WKÖ und vida

Erst am Donnerstag hatte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl gemeint: „Wenn ich lese, dass Wirtshäuser zusperren müssen, weil sie keine Leute mehr bekommen, die bereit sind, am Wochenende zu arbeiten, dann stimmt doch etwas in unserem Land nicht.“ An möglicherweise unzureichender Bezahlung liege es jedenfalls nicht.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Gottfried Winkler, reagierte umgehend. Es sei richtig, dass die Gastronomie Probleme habe - und das habe folgenden Grund: „Es stimmen nämlich die Arbeitsbedingungen nicht. (...) Solange die Einkommen im Hotel- und Gastgewerbe unterdurchschnittlich niedrig - der Bruttostundenlohn liegt bei rund acht Euro - und die Belastungen überdurchschnittlich hoch sind, darf sich niemand über Arbeitskräftemangel im Tourismus wundern.“

Seit dem 1. Mai 2015 gilt für die Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe ein Mindestlohn von 1.400 Euro brutto im Monat. Im ersten Lehrjahr gibt es 625 Euro, im zweiten Lehrjahr 695 Euro, im dritten Lehrjahr 830 Euro und im vierten Lehrjahr 910 Euro.

Spritverbrauch in Österreich bleibt stabil

Der Spritverbrauch in Österreich ist im ersten Halbjahr 2015 stabil geblieben. In die Tanks flossen 3,6 Milliarden Liter Diesel und eine Milliarde Liter Benzin.

57 Prozent des Diesels wurden über Tankstellen verkauft, der Rest ging an Großkunden. Benzin wird nahezu ausschließlich über Tankstellen vertrieben. Der Trend zum Diesel hielt an (plus 0,8 Prozent), beim Benzinabsatz gab es ein Minus von 1,2 Prozent.

Das teilte der Fachverband der Mineralölindustrie heute in einer Aussendung mit. Er verwies auf ein deutliches Plus beim Absatz von Heizöl extra leicht von 8,7 Prozent auf 700 Millionen Liter - trotz eines milden Winters.

„Aufgrund deutlich gesunkener Heizölpreise sind die Verkäufe seit der zweiten Jahreshälfte 2014 deutlich angestiegen. Die Konsumenten haben das anhaltende Preistief auch im Frühjahr genutzt und ihre Tanks nach dem Winter rasch wieder aufgefüllt“, so Verbandsgeschäftsführer Christoph Capek.

Beim für den Straßenbau benötigten Bitumen gab es nach einem starken Plus im Vorjahr heuer in den ersten sechs Monaten ein Minus von 4,1 Prozent auf 146.000 Tonnen. Der Verbrauch von Flugturbinentreibstoff stieg hingegen um 5,9 Prozent auf 331.000 Tonnen.

Der Mineralölverband erinnerte daran, dass die Spritpreise inflationsbereinigt in den vergangenen Jahren gesunken sind. „In Summe ist Benzin seit 2012 um elf Prozent und Diesel um 19 Prozent billiger geworden“, rechnete Capek vor.

Rufnummernmitnahme kann im Handel teuer werden

Die Regulierungsbehörde RTR hat heute in einer Aussendung vor teuren Rufnummernportierungen im Einzelhandel gewarnt. Für die Mobilfunkanbieter ist das Portierentgelt zwar per Verordnung festgelegt und darf nicht mehr als 19 Euro betragen, Handelsunternehmen fallen aber nicht unter diese Bestimmungen, sagte eine RTR-Sprecherin. Laut Beschwerden werden bis zu 38 Euro verlangt.

Mehr dazu in help.ORF.at

US-Airlines stoppen Beförderung von Jagdtrophäen

Die Empörung über den Tod des Löwen Cecil in Simbabwe hat die beiden großen US-Airlines Delta und American zum Handeln veranlasst. „Ab sofort“ werden beide Fluggesellschaften keine Jagdtrophäen bestimmter großer Wildtiere mehr als Fracht befördern, kündigten sie gestern an. Weitere Verschärfungen würden überprüft.

Delta teilte mit, Trophäen erlegter Löwen, Leoparden, Elefanten, Nashörner und Büffel würden weltweit nicht mehr als Fracht angenommen. Die Beförderungsbedingungen für Trophäen anderer Tierarten werde das Unternehmen mit den zuständigen Behörden und Organisationen überarbeiten.

American teilte in einem Tweet mit, das Unternehmen werde keine Trophäen mehr von Löwen, Leoparden, Elefanten, Nashörnern und Büffeln verfrachten. Die Fluggesellschaften Emirates und South African Airways hatten zuvor bereits ein ähnliches Verbot erlassen.

Die Airlines reagieren damit auf den Skandal um den bei Touristen beliebten Löwen Cecil, der Anfang Juli von einem US-Touristen auf Großwildjagd in Simbabwe erlegt wurde. In zahlreichen afrikanischen Ländern ist derzeit die Hauptsaison für die Jagd.

Verhandlungen über Privatisierungen in Athen

Bei den Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und den Gläubigern Griechenlands werden heute die geplanten Privatisierungen von Staatsunternehmen im Mittelpunkt stehen, wie Kreise des Finanzministeriums mitteilten. Morgen soll damit begonnen werden, die Details des Abkommens Athens mit den Gläubigern niederzuschreiben.

Das Abkommen soll voraussichtlich am 18. August vom griechischen Parlament gebilligt werden, sagte eine Regierungssprecherin im griechischen Nachrichtensender Skai.

Griechenlands Industrie liegt darnieder

Mit einem Kurssturz von fast 23 Prozent nahm die griechische Börse gestern nach gut einem Monat Zwangspause ihren Handel wieder auf. Die Athener Börse zeichnet damit ein dramatisches Bild von der Wirtschaftslage im Land. Wie sich an den Aktienkursen ablesen lässt, tendieren die meisten Anleger derzeit zum Verkauf von Anteilen griechischer Unternehmen. Wie sehr insbesondere die griechische Industrie darniederliegt, belegen zudem neue Zahlen des Londoner Markit-Instituts: Der Einkaufsmanagerindex fiel auf ein historisches Rekordtief.

Mehr dazu in Industrie schrumpft wie nie zuvor

Geldwäsche: US-Justiz ermittelt gegen Deutsche Bank

Der Geldwäscheverdacht bei der Deutschen Bank in Russland ruft einem Agenturbericht zufolge nun auch das US-Justizministerium auf den Plan. Die Behörde habe entsprechende Ermittlungen eingeleitet, berichtete die Finanzagentur Bloomberg gestern unter Berufung auf Insider.

Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf eine frühere Mitteilung in dieser Sache. Demnach geht Deutschlands größtes Geldhaus den Vorwürfen in einer internen Untersuchung nach. Disziplinarverfahren seien eingeleitet worden.

Als erste US-Behörde hatte die New Yorker Finanzaufsicht DFS Mitte Juli Ermittlungen aufgenommen. Das sei ein normaler Vorgang, wenn der Dollar betroffen sei, sagte eine mit der Sache vertraute Person damals der Nachrichtenagentur Reuters.

Russische Gelder im Visier der Fahnder

Anfang Juni war bekanntgeworden, dass sich die Deutsche Bank in Russland mit einem großen Fall von Geldwäsche konfrontiert sieht. Russische Kunden hätten über die Bank wohl Rubel im Wert von mehr als sechs Milliarden Dollar (5,47 Mrd. Euro) gewaschen, verlautete damals aus Finanzkreisen.

Bloomberg zufolge haben russische Kunden über die Deutsche Bank Papiere in Rubel gekauft, die ihnen das Institut in London gleichzeitig in Dollar wieder abkaufte. So schafften sie an den Behörden vorbei Gelder aus Russland heraus.

Chronik

Polizei fasste Kremser Brandstifter

Die Brandserie in Krems (Niederösterreich) dürfte geklärt sein: Die Polizei hat in der Nacht einen jungen Mann festgenommen. Der 19-Jährige wurde auf frischer Tat ertappt, als er zum dritten Mal einen Holzstoß anzünden wollte.

Mehr dazu in noe.ORF.at

In Vorarlberg brach in der Nacht im Feldkircher Bahnhofsareal Feuer aus. Nach ersten Informationen der Polizei Feldkirch brannte ein leerstehendes Gebäude. Auch der angrenzende Friedhof geriet in Brand.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Kultur

„Buoni a nulla“: Ein Regisseur und die Charakterschwäche

Mit Filmen wie „Festmahl im August“ und „Gianni und die Frauen“ hat der römische Regisseur Gianni di Gregorio eine eigene Marke innerhalb des italienischen Komödienfachs etabliert: Er zeigt sich quasi selbst und ist dabei auch ganz offen im Umgang mit seinen eigenen, stets liebenswürdigen Charakterschwächen. Dieses Konzept behielt Di Gregorio auch in seinem neuen Film „Buoni a nulla“ bei.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Religion

Lifestyle

Riesen-Minion blockierte Straße in Dublin

Eine etwa zwölf Meter große, aufblasbare Minion-Figur hat gestern eine stark befahrene Straße in der irischen Hauptstadt Dublin blockiert.

Medienberichten zufolge rollte der riesige Luftballon von einem Jahrmarkt auf die Straße, was zu Verkehrsbehinderungen und Stau führte. Unfälle wurden nicht gemeldet, offenbar schafften es die Autofahrer, dem gelben Riesen rechtzeitig auszuweichen.

Screenshot Twitter

Screenshot Twitter

In Sozialen Netzwerken wurde der Vorfall launig kommentiert: „Es ist endlich so weit: Die Minions übernehmen Dublin“, schrieb etwa Twitter-User Sean Judge, der ein Foto der Figur veröffentlichte. Ein weiterer User schrieb: „Meanwhile in Dublin: Die Minions marschieren ein.“

Science

Leute

Gwen Stefani und Gavin Rossdale vor Scheidung

Die Sängerin und Modedesignerin Gwen Stefani soll laut US-Medienberichten die Scheidung von Ehemann und Rockstar Gavin Rossdale eingereicht haben. Die beiden waren 20 Jahre lang ein Paar, 13 Jahre davon verheiratet.

Gwen Stefani und Gavin Rossdale

Reuters/Danny Moloshok

Laut US-Medien sollen „unüberbrückbare Differenzen“ als Scheidungsgrund genannt worden sein. Sowohl Stefani als auch Rossdale sollen das gemeinsame Sorgerecht für die drei Kinder Kingston (neun Jahre), Zuma (sechs Jahre) und Apollo (ein Jahr) beantragt haben.

Die Musiker lernten einander 1995 kennen, als Stefanis Band No Doubt gemeinsam mit Rossdales Band Bush auf Tour war. 2002 folgte die Hochzeit.