Ausland

Vor Sanktionen: EU mit Beißhemmung gegen Moskau

Im Prinzip sind sich die 28 EU-Mitglieder über Wirtschaftssanktionen gegen Moskau wegen seiner Haltung in der Ukraine-Krise einig. Bis Montag sollen die Pläne wie etwa ein erschwerter Zugang zu den EU-Finanzmärkten, künftige Verbote von Waffenexporten und ein Stopp der Lieferung von Hochtechnologie konkretisiert werden. Das Feilen an den Details kann die Einigkeit innerhalb der EU allerdings schnell bröckeln lassen. Schon bisher scheiterte ein geeintes Waffenexportverbot an Frankreich. Und Sanktionen im Energiebereich sollen sich offenbar auf den Ölsektor konzentrieren und den wichtigeren Gasbereich ausnehmen.

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Zusammenstöße bei Anti-Israel-Protesten in Paris

Ungeachtet eines Demonstrationsverbots haben sich heute rund 5.000 Menschen in Paris zu Protesten gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen versammelt. Als einige Teilnehmer der Kundgebung auf dem zentralen Place de la Republique Steine auf die Polizei warfen, setzte diese Tränengas ein. Dutzende Menschen wurden festgenommen.

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Auch in London wurde heute gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen protestiert, bei der in knapp drei Wochen mehr als 1.000 Palästinenser getötet wurden. Nach Angaben der britischen Polizei marschierten mindestens 10.000 Demonstranten von der israelischen Botschaft in Kensington vorbei am Büro des Premierministers David Cameron bis vor das Parlament in Westminister. Laut einem AFP-Fotografen war die Zahl womöglich noch deutlich höher.

Demonstrationen auch in Wien

Neben anderen europäischen Städten wurden auch in Wien mehrere Kundgebungen abgehalten. In der Innenstadt kam es beim Zusammentreffen mit einer Gegendemo zu Schreiduellen.

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Erste Stimmabgaben für türkische Präsidentenwahl

Gut zwei Wochen vor der ersten direkten Präsidentenwahl in der Türkei sind erste Wahllokale geöffnet worden. Bürger können seit heute bei der Einreise in das Land in 42 Wahllokalen an Grenzübergängen sowie in Flug- und Seehäfen ihre Stimme abgeben. Sie sind bis zum eigentlichen Wahltag am 10. August geöffnet.

Bei den meisten dieser Wähler handelt es sich um Türken, die in umliegenden Staaten leben und auf dem Weg in ein anderes Land durch ihre Heimat reisen. Seit dieser Woche können auch in anderen Ländern lebende Türken ihre Stimme abgeben. In früheren Jahren mussten sie zur Stimmabgabe in ihr Heimatland reisen. Insgesamt sind rund 53 Millionen Türken wahlberechtigt, davon 2,8 Millionen im Ausland.

Erdogan will Amt ändern

Früher wurde der Präsident des Landes vom Parlament gewählt. Bei der ersten Direktwahl tritt Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan an, der als Favorit gilt. Erdogan will den bisher eher repräsentativen Posten mit mehr Befugnissen ausstatten. Seine konservative AK-Partei erwägt dafür eine Änderung der Verfassung. Er warb während der letzten Wochen intensiv um die Stimmen von Auslandstürken.

Erdogans Mitbewerber sind der frühere Chef der Islamischen Weltkonferenz, Ekmeleddin Ihsanoglu, sowie Selahattin Demirtas, der Vorsitzende der linken Demokratischen Volkspartei, die vornehmlich Kurden vertritt. Sollte kein Kandidat im ersten Wahlgang 50 Prozent der Stimmen erhalten, findet am 24. August eine zweite Abstimmung statt.

Orban lobt Russland und China

Ungarns rechtsnationaler Ministerpräsident Viktor Orban hat erneut dem Liberalismus eine Absage erteilt. Er lobte Länder wie China und Russland wegen deren wirtschaftlicher Erfolge, obwohl diese Staaten „vielleicht nicht demokratisch“ seien.

Er verurteilte die US-Politik, welche die Verbreitung der Menschenrechte zum Ziel habe. Stattdessen komme es darauf an, „erfolgreich“ zu sein, sagte Orban nach Angaben der staatlichen ungarischen Nachrichtenagentur MTI heute.

Laut Aussagen des umstrittenen Regierungschefs wird Ungarn in seiner wirtschaftlichen Entwicklung von „bezahlten politischen Aktivisten“ gehindert. Orban sprach im rumänischen Baile Tusnad (Tusnadfürdö) vor dort lebenden ethnischen Ungarn, die Rede wurde live in Ungarn übertragen.

USA ziehen Botschaftspersonal in Tripolis ab

Wegen anhaltender Kämpfe zwischen rivalisierenden Milizen haben die USA ihr Botschaftspersonal aus der libyschen Hauptstadt Tripolis abgezogen. Das teilte das US-Außenministerium in Washington mit. Nach einem Bericht des Senders CNN verließen etwa 150 Angehörige der diplomatischen Vertretung die Stadt in der Nacht auf heute in einem Autokonvoi in Richtung Tunesien. Die Botschaft habe einfach nicht mehr „sicher operieren“ können, wurden US-Beamte zitiert.

Das Gebäude ist nicht weit vom internationalen Flughafen entfernt, um dessen Kontrolle die Milizen kämpfen. Dabei kamen bereits Dutzende Menschen ums Leben, der Flughafen wurde stark beschädigt. Bei den Milizen handelt es sich um ehemalige Revolutionsbrigaden, die 2011 am Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi beteiligt waren. Sie weigern sich bis heute, ihre Waffen abzugeben.

Sanchez neuer Parteichef der spanischen Sozialisten

Der Parlamentsabgeordnete Pedro Sanchez ist neuer Parteichef der spanischen Sozialisten (PSOE). Die Delegierten eines Sonderparteitags bestätigten heute in Madrid per Akklamation das Ergebnis einer Abstimmung unter den PSOE-Mitgliedern. Dabei hatte der 42-jährige Wirtschaftsexperte vor zwei Wochen die meisten Stimmen erhalten.

Sanchez ist der erste Parteichef in der 135-jährigen PSOE-Geschichte, der von den Mitgliedern und nicht von den Delegierten eines Parteitags gewählt wurde. Er tritt die Nachfolge von Alfredo Perez Rubalcaba an, der nach dem Debakel der PSOE bei der Europawahl am 25. Mai seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Inland

Protest gegen Josef-S.-Urteil verlief ruhig

Der Protestzug gegen das erstinstanzliche Gerichtsurteil gegen einen Demonstranten beim Akademikerball ist heute ruhig verlaufen. Laut Polizeiangaben querten rund 1.000 Teilnehmer die Wiener Innenstadt, ihnen standen 100 Beamte gegenüber. Endstation war der Platz hinter dem Burgtheater, wo am frühen Abend noch eine Kundgebung stattfand.

Zu Wochenbeginn war Josef S., dem vorgeworfen wird, maßgeblich bei einer Demonstration Ende Jänner teilgenommen zu haben, zu einem Jahr teilbedingter Haft verurteilt worden. Er kündigte an, in Berufung zu gehen, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Ihm wird angelastet, an zerstörerischen Aktionen in der Wiener Innenstadt beteiligt gewesen zu sein.

Zu Ausschreitungen vonseiten der Demonstranten kam es nicht, lediglich mit Transparenten und Parolen wurde das Vorgehen von Exekutive und Justiz in dem Fall angeprangert.

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Diskussion über Abtreibungen in Spitälern

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) drängt darauf, dass in allen Regionen Österreichs Schwangerschaftsabbrüche in öffentlichen Spitälern möglich sind. Säumig seien Tirol und Vorarlberg, das solle sich schnellstmöglich ändern. Vorarlbergs Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) sieht das aber anders.

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In Tirol hingegen sieht Landesrätin Christine Baur (Grüne) Handlungsbedarf. Hier führt nur noch ein niedergelassener Gynäkologe Schwangerschaftsabbrüche durch. An den öffentlichen Spitälern werden nur Abtreibungen gemacht, wenn es dafür medizinische Gründe gibt.

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ÖVP gegen Stögers Pläne

Die ÖVP stellt sich gegen die Pläne von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ), Schwangerschaftsabbrüche österreichweit in öffentlichen Spitälern zu ermöglichen. „Es kann kein Arzt dazu gezwungen werden“, sagte ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger auf Anfrage der APA. Stöger will mit seinem Vorstoß vor allem die Durchführung von Abtreibungen in den westlichen Bundesländern ermöglichen.

„Es gibt in Österreich ein Gesetz, das seit (Ex-Bundeskanzler Bruno, Anm.) Kreisky gilt“, verwies Stöger auf die Fristenregelung zum Schwangerschaftsabbruch, „ich denke nicht an eine Gesetzesänderung“. Der Vorstoß des Gesundheitsministers sei daher „ein Streit um des Kaisers Bart“. Die Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch in privaten Praxen solle aber weiterhin gegeben bleiben, lautet der Standpunkt Rasingers. Auch das Team Stronach meldete sich zu Wort. Für Gesundheitssprecher Marcus Franz kann Abtreibung immer nur die zweitbeste Lösung sein. Befürworter fand der Gesundheitsminister hingegen bei der Sozialistischen Jugend (SJ).

OGH muss sich erneut mit Testamenten beschäftigen

Nach der Urteilsverkündung im zweiten Verfahrensgang des Testamentsfälscherprozesses ist der Anwalt des Hauptangeklagten zufrieden, die Anwälte der anderen Angeklagten nicht. Zwei Verteidiger, darunter auch Kornelia Ratz’ Verteidiger, haben erneut Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung eingelegt.

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Österreich profitierte von EU-Solidaritätsfonds

Österreich hat vom EU-Solidaritätsfonds in hohem Maß profitiert: Insgesamt 170,6 Mio. Euro wurden im Falle von Naturkatastrophen bisher ausgeschüttet, heißt es in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ durch das Finanzministerium. Dem gegenüber stehen Einzahlungen von insgesamt 84,3 Mio. Euro.

Am meisten Mittel - 134 Mio. Euro - flossen an Österreich 2002 nach der bundesweiten Flutkatastrophe, die auch Grund für die Einrichtung des Solidaritätsfonds war. Drei weitere Male wurde ausgeschüttet: 2005 wurden anlässlich der Flut in Westösterreich noch einmal 14,8 Mio. Euro ausgeschüttet, bei jener im Kärntner Lavamünd 20012 waren es 200.000 Euro. Schäden durch die österreichweite Flut im vergangenen Jahr wurden von der EU mit 21,6 Mio. Euro mitgedeckt.

Der Solidaritätsfonds der Europäischen Union (EUSF) wurde geschaffen, um im Falle von großen Naturkatastrophen solidarische Hilfe leisten zu können. Seitdem wurde laut offizieller Website der Fonds in 56 Katastrophenfällen - von Überschwemmungen über Waldbrände und Erdbeben bis hin zu Stürmen und Dürren - in Anspruch genommen. Bisher wurden 23 verschiedene europäische Länder mit über 3,6 Milliarden Euro unterstützt.

Wiener Stadtschulrat-Vize will Rücktritt einreichen

Helmuth Günther (FPÖ) will nächsten Dienstag als Vizepräsident des Stadtschulrats zurücktreten und so den Weg für seinen jungen Parteikollegen Maximilian Krauss frei machen. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hatte angedeutet, Günther in seiner Funktion zu belassen.

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Sport

Formel 1: Pole für Rosberg, Feuer bei Hamilton

Lewis Hamilton hat heute durch ein frühes Aus im Qualifying für den Grand Prix von Ungarn einen herben Rückschlag im WM-Titelrennen erlitten. Der Mercedes des Briten fing wenige Minuten nach Beginn des ersten Durchgangs im Kampf um die besten Startplätze Feuer - ein Leck in der Benzinleitung machte die Hoffnungen des 29-Jährigen, der zuvor alle Trainingssessions dominiert hatte, zunichte. Die Poleposition ging letztlich an seinen Mercedes-Stallkollegen Nico Rosberg, nachdem der plötzlich einsetzende Regen das Qualifying zwischenzeitlich ins Chaos gestürzt und für turbulente Szenen gesorgt hatte.

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U19-EM: ÖFB-Team will „es jetzt wissen“

Die Niederlage gegen Portugal, die erste bei der laufenden U19-EM in Ungarn, ist für Österreichs Auswahl rasch abgehakt gewesen. Die ÖFB-Jungstars fiebern schon dem Semifinal-Kracher am Montag (18.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) gegen Erzkonkurrent Deutschland entgegen. Die Vorfreude darauf ist bei den Spielern genauso groß wie bei Trainer Andreas Heraf, der versprach: „Jetzt brennen wir für diese Geschichte, jetzt wollen wir es wissen.“ Mittelfeldspieler Martin Rasner ergänzte: „Mit unserem Kollektiv können wir jeden Gegner schlagen.“

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Tennis: Kitzbühel setzt auf Zugpferd Thiem

Das ATP-Turnier in Kitzbühel feiert 2014 seine 70. internationale Auflage. Zwar fehlen weiterhin die ganz großen Namen, trotzdem ist Turnierdirektor Alexander Antonitsch überzeugt, den Fans ein starkes Starterfeld zu bieten. „Uns ist es wichtig, die besten Österreicher und Deutschen am Start zu haben“, betonte der 48-Jährige. Heimisches Zugpferd hinter dem top gesetzten Philipp Kohlschreiber ist Dominic Thiem, der zum Auftakt auf einen Qualifikanten trifft.

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Wirtschaft

Entscheidung im Rechtsstreit über Yukos-Milliarden erwartet

Im Milliardenstreit um die Zerschlagung des einstigen russischen Ölkonzerns Yukos von Michail Chodorkowski könnte es am Montag zu einer Entscheidung vor dem Ständigen Schiedsgerichtshof in Den Haag kommen. Die Kläger, eine Gruppe ehemaliger Großaktionäre von Yukos, fordern vom russischen Staat 100 Milliarden US-Dollar Entschädigung. Eine Entscheidung in Den Haag gilt insbesondere wegen des Ukraine-Konflikts als hochbrisant, der zu einer Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Russland geführt hat.

Nach Darstellung der Kläger ist es gemessen an der zur Debatte stehenden Summe das größte Schiedsgerichtsverfahren in der Geschichte. Die Kläger bezichtigen den Kreml, Yukos bewusst und mit Hilfe künstlich aufgeblasener Steuerforderungen zerschlagen zu haben - aus ihrer Sicht de facto eine Enteignung.

Auch Lebedew unter Klägern

Chodorkowski selbst wurde 2003 inhaftiert, kurz vor Weihnachten 2013 von Kreml-Chef Wladimir Putin überraschend begnadigt und danach freigelassen. Zum Kreis der Kläger gehört auch Platon Lebedew, der damals gemeinsam mit Chodorkowski inhaftiert worden war und inzwischen wie die meisten anderen aus dem Klägerkreis im Exil lebt.

Chodorkowski hat seine Anteile an Yukos einem Bericht der „Financial Times“ zufolge an seinen früheren Vorstandskollegen Leonid Nevzlin übergeben, der ebenfalls zu den Klägern gehört und inzwischen die israelische Staatsangehörigkeit hat. Chodorkowski war wenige Tage nach seiner Freilassung aus russischer Lagerhaft im vergangenen Dezember nach Israel gereist, hatte den Besuch aber von einer Sprecherin als „privat“ einstufen lassen.

Bericht: Juncker will eigenen Finanzmarktkommissar

In der neuen EU-Kommission soll es einem Magazinbericht zufolge einen Kommissar geben, der eigens für die Finanzmärkte zuständig ist. Die „WirtschaftsWoche“ berichtete unter Berufung auf EU-Kreise: „Der künftige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will ein eigenes Ressort für Finanzmärkte schaffen.“ Der Plan werde von Deutschland mitgetragen, hieß es.

Bisher war der Franzose Michel Barnier als Binnenmarktkommissar auch für die Finanzmärkte zuständig. In dem Sektor stehen gewaltige Reformen an. Die angestrebte Bankenunion, mit der die Steuerzahler in der Euro-Zone künftig besser vor den Folgen von Finanzkrisen geschützt werden sollen, ist das größte wirtschaftliche Projekt in Europa seit Einführung des Euro.

Kandidatenliste soll demnächst stehen

Zu dem Vorhaben gehört die gemeinsame Aufsicht unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB), die im November ihre Arbeit aufnehmen soll. Zweiter Pfeiler ist ein Abwicklungsmechanismus für marode Geldhäuser, der nach langem politischem Tauziehen in den kommenden Jahren entstehen soll.

Der neue Kommissionspräsident Juncker soll bis zum EU-Gipfel Ende August sein Konzept für die Besetzung der neuen Kommission vorlegen. Die 28 nationalen Regierungen sollen deshalb bis Ende Juli ihre Kandidaten nominieren.

Onlinehandel: Wer zahlt für Rücksendung?

Einmal ist die Jacke zu eng geschnitten, ein andermal funktioniert der Haartrockner nicht so, wie er sollte. Im Onlinehandel kommt es aus verschiedensten Gründen immer wieder zu Rücksendungen. Ob nun einfache Rückgabe, Umtausch oder Gewährleistungsanspruch: Für die Kosten der Rücksendung muss nicht immer der Onlinehändler aufkommen.

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Espirito-Santo-Skandal: Portugals wackelnder Finanzgigant

Portugals strauchelndes Geldhaus Banco Espirito Santo hat bereits vor Wochen für heftige Turbulenzen auf den Finanzmärkten gesorgt. Von Entspannung ist bei Portugals größtem privatem Finanzimperium weiterhin keine Spur. Ganz im Gegenteil, nun beantragte bereits die dritte Holding, unter Gläubigerschutz gestellt zu werden. Dazu kommen neu eingeleitete Ermittlungen gegen den erst kürzlich zurückgetretenen Firmenpatriarchen Ricardo Salgado. Die Liste der Vorwürfe ist mit Verdacht auf Betrug, Vertrauensmissbrauch, Fälschung und Geldwäsche nicht nur lang - sondern auch schwerwiegend.

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Chronik

Mali-Absturzopfer werden nach Frankreich überführt

Der französische Francois Hollande will alle Opfer des Flugzeugabsturzes in Mali nach Frankreich holen. Sobald die Spezialkräfte die Leichen zusammengetragen und identifiziert hätten, würden alle Opfer nach Frankreich gebracht, sagte Hollande heute.

Bei dem Absturz des Flugzeugs über Mali kamen am frühen Donnerstagmorgen alle 118 Menschen an Bord ums Leben, darunter nach jüngsten Angaben 54 Franzosen und auch vier Deutsche.

Zweiter Flugschreiber gefunden

Nach dem Flugzeugabsturz in Mali haben Experten den zweiten Flugschreiber der Unglücksmaschine gefunden. Die Blackbox sei heute Früh an der Absturzstelle entdeckt worden, sagte eine Sprecherin der UNO-Mission in Mali (MINUSMA). Das Gerät solle zur Auswertung in die 100 Kilometer entfernte Stadt Gao gebracht werden.

Das Flugzeug vom Typ McDonnell Douglas MD-83 war in der Nacht zum Donnerstag auf dem Weg von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou nach Algier über Mali abgestürzt. Erst in der Nacht zum Freitag wurde das Wrack in der Nähe der Grenze zu Burkina Faso entdeckt.

An Bord der Unglücksmaschine waren nach neuesten Angaben der französischen Regierung 118 Insassen, darunter 54 Franzosen und laut der Fluggesellschaft Air Algerie auch vier Deutsche.

Person nach Bootsunfall auf Donau vermisst

In Schönbühel an der Donau (Bezirk Melk, Niederösterreich) ist es heute Mittag zu einem Bootsunfall gekommen. Ein Sportboot dürfte gegen ein Frachtschiff geprallt und gekentert sein. Vier Insassen wurden von der Feuerwehr gerettet, eine Person wird vermisst.

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Betrunkener Pilot in OÖ abgestürzt

Ein 38-jähriger Pilot aus dem Innviertel ist gestern Abend mit seinem Ultraleichtflugzeug bei Vichtenstein (Oberösterreich) abgestürzt. Er und sein 29-jähriger Begleiter wurden dabei verletzt und ins Klinikum Passau gebracht. Ein Alkotest bei dem Piloten ergab 1,8 Promille.

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Bergsteiger starb in Tennengau bei Absturz

Ein 49-jähriger Bergsteiger aus Straßwalchen (Salzburg) ist heute auf der Taghaube in Abtenau (Tennengau) ums Leben gekommen. Der Mann stürzte 50 Meter über felsiges Gelände ab und dürfte sofort tot gewesen sein.

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In der Liechtensteinklamm in St. Johann (Salzburg) ist heute eine 69-jährige Urlauberin von einem faustgroßen Felsbrocken am Kopf getroffen und verletzt worden. Sie musste ins Krankenhaus Schwarzach (Pongau) gebracht werden.

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Vergewaltigung bei „White Nights“ in Velden

Eine 18-jährige Studentin aus Wien ist in der Nacht auf heute im Rahmen der Veranstaltung „White Nights“ in Velden in Kärnten von einem Mann zunächst unsittlich berührt und dann in einer Seitengasse vergewaltigt worden. Die Polizei bittet dringend um Hinweise.

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Kilometerlanger Stau auf Tauernautobahn

Der starke Sommerreiseverkehr hat am Samstag für Stau auf den Transitrouten Richtung Süden gesorgt. Besonders belastet war die Tauernautobahn (A10) in Salzburg. Um 4.45 Uhr musste der Tauerntunnel wegen eines Auffahrunfalls gesperrt werden.

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Religion

Papst besucht Camorra-Hochburg

Papst Franziskus ist in der süditalienischen Provinzhauptstadt Caserta, einer Hochburg des organisierten Verbrechens, eingetroffen. Kurz vor 16.00 Uhr landete der Hubschrauber mit dem Papst am Samstag in der 30 Kilometer nördlich von Neapel gelegenen Stadt.

Internationale Aufmerksamkeit fand die Region zwischen Caserta und Neapel durch den Bestsellerautor Roberto Saviano, der in seinem Buch „Gomorrha“ von 2006 über die Camorra, die Mafia von Neapel, schrieb. Der Papst-Besuch findet unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen statt.

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Kultur

Bregenzer Festspiele: Dauerregen statt „Zauberflöte“

Dauerregen hat heute Abend bei den Bregenzer Festspielen die erste Regenabsage einer Vorstellung auf der Seebühne seit fast genau zwei Jahren notwendig gemacht. Zuletzt wurde am 27. Juli 2012 eine „Andre Chenier“-Aufführung abgesagt. „Die Zauberflöte“, deren dritte Aufführung dieses Jahres nun indoor stattfindet, hatte seit ihrer Premiere am 17. Juli 2013 immer am See stattfinden können.

Während rund 1.600 Inhaber von „Hauskarten“ die Vorstellung der Mozart-Oper nun im Festspielhaus miterleben können, fiel für die übrigen Opernfans - die Seebühne hat ein Fassungsvermögen von knapp unter 7.000 Plätzen - der Abend buchstäblich ins Wasser.

Die Absage kostet die Bregenzer Festspiele bei einer ausverkauften Samstag-Vorstellung knapp 400.000 Euro. Besitzer von Seekarten erhalten ihr Geld zurück oder können auf eine folgende „Zauberflöten“-Vorstellung umtauschen. Die Regenversicherung der Festspiele greift erst ab der dritten niederschlagsbedingten Absage.

Staatspreis für Europäische Literatur an Ljudmila Ulitzkaja

Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur geht heuer an die russische Autorin Ljudmila Ulitzkaja. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde heute in Salzburg von Kunstminister Josef Ostermayer (SPÖ) an die 1943 in Jekaterinenburg geborene, russisch-jüdische Schriftstellerin überreicht. Ljudmila Ulitzkaja gilt als eine der großen Erzählerinnen der Gegenwart.

„In Zeiten, in denen Hetze, Nationalismus, Chauvinismus und Ignoranz in Russland, aber auch an vielen anderen Orten auf der Welt, die Oberhand bekommen, ist europäischer Kulturaustausch auf hohem Niveau besonders wichtig. Egal ob mit oder ohne EU-Pass“, sagte Ostermayer, bevor er den Staatspreis überreichte.

Die Autorin selbst ließ es sich nach der Preisverleihung nicht nehmen, einen Auszug aus der russischen Geschichte des 20. Jahrhunderts vorzutragen, von der Blüte des Landes am Beginn, über die Unterdrückung und Zerstörungswut in den Zeiten Stalins bis in die Gegenwart Russlands. „Auch heute fehlen Demokratieverständnis ebenso wie historisches Bewusstsein. Die Angst, ein ständiger Lebensbegleiter der Russen, steht dem noch immer im Wege. Aber je höher das kulturelle Niveau von Menschen ist, desto leichter kann er die chauvinistischen und nationalistischen Grenzen zum Anderen, Fremden überwinden“, sagte Ulitzkaja in ihrer Dankesrede.

Italienischer Startenor Carlo Bergonzi gestorben

Der italienische Startenor Carlo Bergonzi ist heute im Alter von 90 Jahren gestorben. Bergonzi, der zu den größten Sängern von Verdi-Opern galt, starb in einer Mailänder Klinik, teilten die Angehörigen mit. Der aus dem norditalienischen Vidalenzo di Polesine bei Parma stammende Bergonzi war zum „Verdi-Tenor des Jahrhunderts“ gekrönt worden.

Karriere machte der Bauernsohn aus dem Dorf Polisene bei Parma erst im zweiten Anlauf. Nach dem Studium von Gesang und Klavier am Konservatorium von Parma debütierte Bergonzi 1948 zunächst als Bariton in Rossinis „Barbier von Sevilla“. Drei Jahre später nahm er erneut das Studium auf und wechselte die Stimmlage - zum Tenor.

An der Seite der Callas auf der Bühne

„Mir wurde klar, dass ich es als Bariton nie zur Spitze schaffen würde. Daher wagte ich einen Kurswechsel, das hat schon Überwindung gekostet“, kommentierte der Sänger später den entscheidenden Schritt. Der Triumphzug als Tenor begann 1951 in Bari. Durch den italienischen Rundfunk wurde Bergonzi bald einem größeren Publikum bekannt. 1953 sang er in der Mailänder Scala, bald darauf in allen großen Opernhäusern Europas.

Er trat neben Maria Callas auf und eroberte als Radames in Verdis „Aida“ die New Yorker „Met“. Von 1958 bis 1964 wirkte der „Techniker des Belcanto“ bei den Festspielen von Verona mit. Außerdem spielte er zahlreiche Schallplatten ein. Sein Repertoire umfasste mehr als 60 Rollen.

Letzter Saramago-Roman erscheint im Oktober als Fragment

Der letzte Roman des portugiesischen Literaturnobelpreisträgers Jose Saramago (1922 - 2010) soll im Oktober als Fragment veröffentlicht werden. Der Schriftsteller hatte das Werk vor seinem Tod nicht mehr vollenden können. Wie die Witwe des Autors, Pilar del Rio, heute im Onlinemagazin Blimunda der Saramago-Stiftung mitteilte, soll das Fragment in Europa und Lateinamerika gleichzeitig auf Portugiesisch, Italienisch, Spanisch und Katalanisch erscheinen.

Saramago habe nur ein paar Kapitel des Romans schreiben können, aber die Handlung und die Struktur seien klar. Die fertiggestellten Kapitel sollen zusammen mit Notizen des Autors veröffentlicht werden. Der Roman trägt den Titel „Alabardas, alabardas, Espingardas, espingardas“ (Hellebarden, Hellebarden, Gewehre, Gewehre), der einem Vers des portugiesischen Schriftstellers Gil Vicente entnommen ist.

Das Fragment beinhaltet eine Abrechnung mit Krieg und Gewalt. Es handelt vom Geschäft mit Waffen und den Gewissenskonflikten des Angestellten einer Waffenfabrik.

Technisches Museum braucht dringend neues Depot

95 Prozent aller Objekte, über die das Technische Museum in Wien verfügt, lagern in einer Industriehalle im Bezirk Floridsdorf. Weil der Mietvertrag nicht verlängert wird, muss ein neues Depot her. Ein Neubau kostet bis zu 19 Millionen Euro.

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Die Leitung des Naturhistorischen Museums (NHM) in Wien ist unterdessen neu ausgeschrieben worden. Bewerbungen sind bis 1. September möglich, auch der seit Juni 2010 amtierende Direktor Christian Köberl wird sich um eine Verlängerung bemühen.

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Science

Welt entging 2012 Solarsturm-Inferno

Zwei Jahre nach einem historischen Sonnensturm räumt die US-Weltraumbehörde NASA ein, dass die Erde am 23. Juli 2012 in größter Gefahr war. Nur mit „unglaublichem Glück“ entging die Welt damals einer Serie von gewaltigen Sonneneruptionen, rechnen Astrophysiker vor. Nur eine Woche früher hätten sie direkt getroffen. Dann „wären wir jetzt immer noch am Aufräumen“, so einer der Wissenschaftler. Alles, was an einer Stromleitung hängt, wäre demnach zerstört - von jedem Gerät daheim bis zu den Transformatoren der Energieversorger. Dass dieses Szenario in den nächsten zehn Jahren doch noch Realität wird, ist laut der NASA nicht unwahrscheinlich.

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Russischer Forschungssatellit wieder unter Kontrolle

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat den verlorenen Kontakt zu einem Forschungssatelliten mit fünf Gekkos an Bord wiederhergestellt. Der Satellit „Foton-M“ reagiere wieder auf Signale von der Erde, sagte ein Experte heute in Moskau.

Ohne Kontrolle vom Boden wäre das Weltraumlabor in vier Monaten unkontrolliert auf die Erde gestürzt. Den kleinen Echsen drohte der Hungertod nach zweieinhalb Monaten.

Dem Plan nach soll der am 19. Juli gestartete Satellit nach gut zwei Monaten kontrolliert in der russischen Region Orenburg im Ural abstürzen. An Bord sind neben den Gekkos auch Fruchtfliegen und Pflanzensamen für Experimente.

Tiroler Urbiene kämpft ums Überleben

Es gibt sie noch, die speziell auf das alpine Klima angepasste Tiroler Urbiene. Doch sie ist vom Aussterben bedroht und steht deshalb auf der roten Liste. Einige wenige Bienenzüchter in Tirol haben es sich seit einigen Jahren zum Ziel gesetzt, den Bestand der „Braunelle“ zu erhalten.

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