Inland

U-Ausschuss-Entwurf der Parlamentsdirektion liegt vor

Der Gesetzesentwurf für die Reform der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse liegt vor. Wie angekündigt wurde das von der Parlamentsdirektion erarbeitete Regelwerk heute an die Parlamentsklubs übermittelt - inklusive Anmerkungen des Justizministeriums und des Verfassungsdienstes im Bundeskanzleramt. Am Nachmittag wird über das weitere Vorgehen verhandelt.

Offen ist weiterhin, ob der Entwurf bereits diese Woche im Nationalrat als Initiativantrag eingebracht wird und allfällige Änderungen danach im Ausschuss vorgenommen werden. Die zweite Möglichkeit wäre, sich gleich um etwaige Korrekturen zu bemühen und das Gesetz erst im Oktober auf den Weg zu schicken. Einigkeit herrscht darüber, dass die Neuregelung mit Jahresbeginn 2015 in Kraft treten soll.

Nach der politischen Einigung im Juli, wonach U-Ausschüsse künftig auch von einer Minderheit beantragt werden können, hatte die Parlamentsdirektion über den Sommer einen Entwurf ausgearbeitet. Über das Wochenende wurden die Stellungnahmen von Justizministerium und Verfassungsdienst hinzugefügt, Letzterer hat den Teil über das Streitbeilegungsverfahren vor dem Verfassungsgerichtshof verfasst.

Asyl: Klug bietet Mikl-Leitner nochmals Badener Kaserne an

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) hat mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) noch nicht über deren Forderung nach einem Assistenzeinsatz des Bundesheeres aufgrund der steigenden Flüchtlingszahl gesprochen.

„Die Pläne kenne ich noch nicht“, sagte er heute am Rande der SPÖ-Klubtagung. Klug bot jedoch abermals die Martinek-Kaserne in Baden in Niederösterreich zur Unterbringung der Asylwerber an.

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Mikl-Leitner: Rechtliche Probleme bei Kasernennutzung

Das Innenministerium reagierte skeptisch auf das Angebot von Klug. Gegenüber der APA verwies das Büro von Mikl-Leitner auf rechtliche Probleme und beharrte auf ihrem Vorschlag, das Bundesheer um einen Assistenzeinsatz zu ersuchen.

Das Innenministerium erinnerte daran, dass bereits vor einigen Wochen sowohl der Linzer Bürgermeister als auch das Land Oberösterreich eine Nutzung der Hiller-Kaserne in Linz-Ebelsberg aus rechtlichen Gründen abgelehnt hätten, weil dafür die Flächenwidmung geändert hätte werden müssen. Das gelte selbstverständlich nicht nur für die Linzer Kaserne, sondern auch für alle anderen und damit auch für die Martinek-Kaserne.

Daher sieht sich das Innenministerium gezwungen, um einen Assistenzeinsatz zu ersuchen, da nur mit der Übertragung der Aufgabe an das Bundesheer die Flächenwidmung umgangen und Rechtssicherheit für alle Beteiligten hergestellt werden könne.

FPÖ: Ministerin gescheitert

Für FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist Mikl-Leitner am Problem der Unterbringung von Flüchtlingen gescheitert. Ihre Vorgehensweise, Asylwerber ohne Absprache mit Bürgermeistern unterzubringen, sei nicht akzeptabel.

Und die Idee, Kasernen heranzuziehen, wirke sich nachteilig auf deren Verkauf und somit negativ auf das Heer aus, meinte Strache in einer Aussendung. Mit dieser Asylpolitik bekämpfe Mikl-Leitner nur Symptome und nicht die Ursachen, so der FPÖ-Obmann.

Korun: Leerstehende Pensionen, Hotels, Herbergen nutzen

Die grüne Menschenrechtssprecherin Alev Korun bezeichnete unterdessen eine Unterbringung in Kasernen als „Ultima Ratio“. Mit vereinten Kräften müssten auch andere Varianten möglich sein. Konkret stellt sich Korun etwa die Nutzung leerstehender Pensionen, ehemaliger Hotels und Jugendherbergen vor. „Diese können für eine rasche Übergangsunterbringung adaptiert werden und wären keine Massenquartiere, wie Kasernen es höchstwahrscheinlich wären.“

Faymann will ÖGB-AK-Steuermodell bei Parteitag einbringen

Bundeskanzler und SPÖ-Obmann Werner Faymann will das von Gewerkschaftsbund ÖGB und Arbeiterkammer (AK) erarbeitete Konzept für eine Steuerreform in der Partei offiziell adaptieren. „Ich bin auch dafür, dass wir am Bundesparteitag dieses Modell beschließen, um zu zeigen, da passt kein Blatt Papier dazwischen“, sagte er heute bei der SPÖ-Klubtagung.

Um Profilschärfung bemüht

Faymann versuchte in seiner Eröffnungsrede vor Klubmitgliedern und Regierungsvertretern der SPÖ, das sozialdemokratische Profil gegenüber dem Koalitionspartner ÖVP zu schärfen, und sprach sich auch für eine „stärkere Kampagnisierung“ durch die Partei aus, um Stimmung in der Öffentlichkeit zu machen.

Man müsse in der Bevölkerung kämpfen, „es hat ja keinen Sinn, wenn wir uns in der eigenen Organisation anlügen“, so der Bundeskanzler an die solidarische „Gesinnungsgemeinschaft“.

Allgemein zog der SPÖ-Chef gegen neoliberale und auch nationalistische Tendenzen in ganz Europa zu Felde. Die Politik habe über Jahre viele Instrumente unter dem Titel „weniger Staat, mehr privat“ weggegeben, diese „Handwerkskoffer“ würden nun fehlen. Faymann: „Darum ist die Frage: Wie stark sind die Sozialdemokraten und wie können wir jene neoliberalen Kräfte, die alles über Bord werfen, schwächen?“

Kritik an FPÖ-Außenpolitik

Auch Einbunkerung, wie es nationale Kräfte forderten, sei kein Zukunftskonzept. „Wir müssen stark genug sein gegen rechte Nationalisten“, lautete Faymanns Kampfansage etwa an die FPÖ.

Vor allem deren außenpolitisches Engagement in der Ukraine-Krise geißelte der Kanzler, um gleichzeitig die Neutralität für das Land anzupreisen: „Natürlich ist das auch ein Modell für die Ukraine“, auch wenn die dortige Bevölkerung natürlich selbst zu entscheiden habe.

Kindergärtner: Mahrer für Akademisierung, Karmasin winkt ab

ÖVP-Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer hat sich im Interview mit dem „Standard“ heute für eine Akademisierung der Kindergärtnerausbildung ausgesprochen. ÖVP-Familienministerin Sophie Karmasin winkte aber ab: „Vorstellbar wäre das nur für die Managementebene und zur Vertiefung“, meinte sie vor Journalisten in Kopenhagen.

Nichts hält die Ministerin davon, sofort alle Kindergärtner verpflichtend auf eine akademische Ausbildung umzustellen, das sei auch nicht realistisch. Die bestehenden Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (BAKIP) und Colleges würden für den Alltagsbedarf eine „sehr kompetente und gute Ausbildung“ bieten. Vorstellbar wäre eine akademische Ebene für Karmasin allerdings für Führungsaufgaben und Fachthemen wie Sprachförderung.

Mahrer noch „neuer Mann“

Sie sei in die Materie sehr gut eingearbeitet, während Mahrer ein „neuer Mann“ in der Regierung sei - sie werde sich aber gerne mit ihm austauschen, so Karmasin. Auch von einer Bundeskompetenz für den elementarpädagogischen Bereich, wie es sich Mahrer vorstellen kann, hält die Ministerin nicht allzu viel.

„Nur weil’s zentral ist, ist es noch nicht gut.“ Es gehe jetzt darum, in Österreich ein Angebot zu schaffen, das den Bedürfnissen von Eltern und Kindern entspreche. Die Frage, wie das Ganze organisatorisch gelöst sei, sei zweit- oder drittrangig. Sie werde sehr gerne mit Mahrer über dieses Thema diskutieren, etwa auch im Zuge des ÖVP-Evolutionsprozesses, derzeit sehe sie aber nicht die „schlagenden Argumente“ dafür, so Karmasin.

Ausland

Studenten fordern demokratische Wahlen in Hongkong

Hunderte Studenten haben in Hongkong für demokratische Wahlen demonstriert. Geplant ist ein einwöchiger Boykott des Unterrichts. Die Studenten von mehr als 20 Hochschulen versammelten sich heute auf dem Gelände der Chinesischen Universität Hongkong.

Nur „ausgewählte Kandidaten“ bei Wahl 2017

Ihr Protest richtet sich gegen einen Beschluss des Nationalen Volkskongresses in Peking, zu der für 2017 angesetzten Wahl in der Sonderverwaltungszone lediglich vorab ausgewählte Kandidaten zuzulassen. Damit ist es praktisch ausgeschlossen, dass es Regierungskritiker auf die Liste schaffen.

Seit 1997 wieder bei China

Die frühere britische Kronkolonie ist seit 1997 wieder Teil Chinas. Die Stadt genießt aber nach dem Prinzip „Ein Land, zwei Systeme“ weitgehende Autonomie, insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiet. Nach einer Umfrage der Chinesischen Universität erwägen mehr als ein Fünftel der Hongkonger Bürger, die Stadt aus Sorge über die politische Zukunft zu verlassen.

Legendärer Mossad-Agent „Mike“ Harari gestorben

Der berühmte israelische Geheimagent Michael „Mike“ Harari ist tot. Harari starb gestern im Alter von 87 Jahren in seiner Geburtsstadt Tel Aviv, wie heute bekanntwurde. Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon würdigte den „Mut und Einfallsreichtum“ des einstigen Topagenten, „dessen Einfluss auf Generationen von Kämpfern noch viele Jahre nachwirken“ werde.

Schon im Jugendalter aktiv

Harari wurde vor allem bekannt als Gründer der Mossad-Einheiten, die umstrittene gezielte Tötungen im Ausland organisierten. Er hatte schon als Jugendlicher zu den Untergrundkommandos gehört, die für einen jüdischen Staat in Palästina kämpften.

Nach der Staatsgründung Israels 1948 diente er in den regulären Streitkräften, bis ihn der Auslandsgeheimdienst Mossad rekrutierte. Harari führte dort die Sonderabteilung „Caesarea“, die für Auslandsoperationen zuständig war, und gründete die „Kidon“-Einheit, die gegen Israel tätige Attentäter im Ausland tötete.

Nach der Ermordung von elf israelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen 1972 in München leitete Harari die Operation „Zorn Gottes“, die die palästinensischen Geiselnehmer verfolgte. Anstelle von Ali Hassan Salameh, dem Anführer der Untergrundgruppe Schwarzer September, ermordete Hararis Einheit allerdings 1973 in Norwegen aufgrund einer Verwechslung einen marokkanischen Kellner. Erst sechs Jahre später wurde Salameh bei einem von Harari organisierten Bombenanschlag im Libanon getötet.

Ex-Berater von Panamas Diktator Noriega

Auch als eine aus deutschen und palästinensischen Linksextremisten gebildete Terrorgruppe 1976 eine Air-France-Maschine nach Entebbe entführte, war Harari entscheidend an der Vorbereitung der erfolgreichen israelischen Befreiungsaktion beteiligt.

Ins Zwielicht geriet er nach dem Ende seiner Geheimdienstlaufbahn, als er in Panama lebte. Er soll dort ein enger Berater des Diktators Manuel Noriega gewesen sein. Kurz bevor die US-Armee 1989 Noriega bei einer Invasion stürzte, kehrte Harari nach Israel zurück.

Putschführer nach Wahl auf Fidschi-Inseln vereidigt

Nach der Parlamentswahl auf den Fidschi-Inseln ist der Putschführer von 2006 als neuer Regierungschef vereidigt worden. Voreqe Frank Bainimamaras Partei Fiji First hatte die Wahl vergangene Woche mit fast 60 Prozent der Stimmen gewonnen. Präsident Epeli Nailatikau habe den Amtseid abgenommen, twitterte ein Sprecher.

Der einstige Militärchef Bainimamara hatte ein Wahlsystem abgeschafft, bei dem melanesische Ureinwohner und indischstämmige Fidschianer eigene Repräsentanten wählten. Menschenrechtler sagen, er habe Presse und Justiz eingeschüchtert. Das Land im Südpazifik östlich von Australien hat gut 850.000 Einwohner. Der Tourismus ist eine wichtige Devisenquelle.

Sport

Formel 1: Lichtblick für Vettel in Singapur

Ganz kurz hat Sebastian Vettel gestern beim Grand Prix von Singapur wieder einmal das Gefühl des Führenden genießen können. Dann setzte WM-Favorit Lewis Hamilton im Mercedes zum Überholen an und zog scheinbar mühelos am Titelverteidiger vorbei. Am Ende landete Vettel hinter dem neuen WM-Spitzenreiter auf Rang zwei und feierte das bestes Ergebnis seiner bisher härtesten Saison. „Der Speed ist da, wir sind auf einem guten Weg“, sagte der 27-jährige Red-Bull-Pilot.

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Fußball: Paderborn sorgt für deutsche Superlative

Mit diesem Erfolgslauf des Aufsteigers hätte vermutlich kaum jemand gerechnet - Paderborn bleibt das Team der Stunde in der deutschen Bundesliga. Der Neuling feierte am Wochenende gegen Hannover nicht nur den ersten Bundesliga-Heimsieg der Clubgeschichte, sondern hat in Moritz Stoppelkamp nun einen Bundesliga-Rekordschützen - und tritt morgen sogar als Tabellenführer auf Augenhöhe beim FC Bayern München an.

„Ja, wir haben eine breite Brust“, frohlockte Trainer Andre Breitenreiter, der erst gar nicht versuchte, die Euphorie zu bremsen.

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Bundesliga: Rapid nimmt wieder Fahrt auf

Mit dem Sieg gegen Tabellenführer WAC, dem dritten in Folge, hat Rapid den Schatten des schwachen Saisonstarts endgültig abgeschüttelt. Der Wohlfühlfaktor in den Reihen der Mannschaft von Trainer Zoran Barisic ist gestiegen.

Noch vor einem Monat hatte es in Wien-Hütteldorf anders ausgesehen. Doch gerade in dieser veritablen Krise sei die Mannschaft enger zusammengerückt, sagte Robert Beric, der mit zwei Treffern zum Matchwinner gegen den WAC wurde. Zufrieden war auch Barisic - nur den zu Saisonbeginn verschenkten Punkten trauert er nun nach.

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Wirtschaft

Merck kauft US-Laborausrüster für 13 Milliarden Euro

Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Merck KGaA vollzieht den größten Zukauf seiner Geschichte. Für den US-Laborausrüster Sigma-Aldrich legt Merck 13,23 Mrd. Euro in bar auf den Tisch, wie das Darmstädter Unternehmen heute mitteilte. Nach dem Kauf des US-Konzerns Millipore 2010 stärkt Merck damit sein Geschäft als Zulieferer von Laboren und Pharmakonzernen weiter.

„In einer globalen Schlüsselindustrie haben sich zwei Unternehmen gefunden, die perfekt zueinander passen und den Kunden in Forschung und Wissenschaft, Pharma- und Biopharmaherstellung, Diagnostik und Testlabors ein sehr viel breiteres Produktangebot anbieten können“, sagte Merck-Chef Karl-Ludwig Kley.

Sigma-Aldrich produziert und vertreibt über 230.000 Chemikalien und andere Produkte für die Pharmaforschung und -analytik. 2013 erwirtschafte das Unternehmen einen Umsatz von 2,7 Mrd. Dollar (2,10 Mrd. Euro). Im ersten Halbjahr 2014 waren es knapp 1,4 Mrd. bei einem Nettogewinn von 259 Mio. Dollar. Mit dem Zukauf verdoppelt Merck sein Life-Science-Geschäft fast auf einen Umsatz von 4,7 Mrd. Euro. Konzernweit steigt der Umsatz um ein Fünftel, das operative Ergebnis um ein Viertel.

Neue Methodik lässt Italiens Schuldenberg schrumpfen

Der Schuldenberg Italiens ist wegen einer Umstellung der Berechnungsmethode kleiner als bisher ausgewiesen. 2013 entsprach er 127,9 Prozent der Wirtschaftsleistung, teilte das Statistikamt Istat heute in Rom mit. Bisher war von 132,6 Prozent die Rede. Erlaubt sind laut den EU-Regeln eigentlich nur 60 Prozent.

Auch die Neuverschuldung fiel im vergangenen Jahr damit geringer aus: Sie entspricht nur noch 2,8 (bisher: 3,0) Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Grund für den Rückgang ist in beiden Fällen, dass das BIP durch eine neue Berechnungsmethode größer wurde.

Drogenhandel nun in BIB eingerechnet

So wird das Geld, das Unternehmen in Forschung und Entwicklung stecken, als Investition verbucht. Bisher wurden diese Ausgaben vor allem als Vorleistungen angesehen und fielen deshalb bei der Berechnung weitgehend heraus.

Auch Produktion und Handel von Drogen sowie der Schmuggel von Zigaretten werden jetzt erfasst. Italien folgt damit Empfehlungen der Vereinten Nationen, um Konjunkturdaten weltweit besser vergleichbar zu machen.

E-Control: Gasprom liefert weniger Gas nach Österreich

In Österreich ist zuletzt deutlich weniger russisches Gas angekommen als geplant. „Die russische Gasprom lieferte am Freitag um 20 bis 25 Prozent weniger als vertraglich vereinbart“, sagte der Chef des österreichischen Energieregulators E-Control, Martin Graf, heute.

Laut Graf liegt das klar über den üblichen Schwankungen im Herbst von minus zehn bis minus 15 Prozent. Am Wochenende seien die Gaslieferungen um 20 Prozent niedriger gewesen. Aktuelle Daten vom Wochenbeginn waren noch nicht erhältlich. Ein Sprecher des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV bestätigte die Lieferbeschränkungen. „Am Wochenende habe sich die Situation aber wieder weitestgehend stabilisiert“, sagte der OMV-Sprecher.

Eine offizielle Begründung für die geringeren Liefermengen habe Gasprom nicht gegeben. „Es ist aber so, dass die Gasspeicher in Russland auch stärker befüllt werden“, sagte Graf. Angst vor Versorgungsengpässen müsse man in Österreich aber derzeit nicht haben, sagte Graf. Die Speicher seien zu 99 Prozent gefüllt, und der Verbrauch sei überschaubar. „Alles was jetzt passiert, ist beherrschbar, aber man muss ein Auge darauf haben“, so der E-Control-Chef weiter.

Mitsubishi bietet Milliarde für norwegischen Fischfarmer

Mitsubishi will das norwegische Fischfangunternehmen Cermaq für mehr als eine Milliarde Euro kaufen. Mit dem Deal wolle der japanische Mischkonzern seine Lebensmittelsparte stärken, teilte das Unternehmen heute mit. Demnach bieten die Japaner 8,9 Milliarden norwegische Kronen (rund 1,1 Mrd. Euro) für den Fischfarmer.

Der Verwaltungsrat der Norweger empfahl seinen Aktionären zwar, das Angebot anzunehmen, wie Cermaq mitteilte. Das norwegische Ministerium für Handel, Industrie und Fischerei, das 60 Prozent der Anteile an Cermaq hält, zeigte sich aber noch für andere Gebote offen.

Mit der Aufzucht von Lachsen und Forellen in Norwegen, Chile und Kanada machte Cermaq 2013 einen Umsatz von umgerechnet rund 625 Millionen Euro.

Air France geht auf streikende Piloten zu

Zu Beginn der zweiten Streikwoche ihrer Piloten will Air France die verhärteten Fronten offensichtlich mit einem Angebot aufbrechen.

Der Chef von Air France-KLM, Alexandre de Juniac, habe mitgeteilt, der umstrittene Ausbau der Billigtochter Transavia in Europa sei bis zum Dezember ausgesetzt, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Gewerkschaften berichtete. Die Führung wollte später darstellen, wie sie sich den „Ausweg aus der Krise“ vorstellt.

Die Piloten hatten ihren zunächst einwöchigen Streik bis Freitag verlängert. Der stark befolgte Arbeitsausstand kostet Air France täglich zehn bis 15 Millionen Euro. Auch heute konnte die Airline nur etwa 41 Prozent der Flüge sicherstellen.

Der Streik richtet sich gegen Sparpläne des Air-France-KLM-Konzerns, der Kurz- und Mittelstrecken an seine Billigtochter Transavia übertragen und seine jährlichen Kosten so um mehr als eine Milliarde Euro senken will. Die Piloten fordern einen einheitlichen Vertrag für ihre Berufsgruppe.

Chronik

Mexiko: Erneut Austritt giftiger Substanzen aus Kupfermine

In Mexiko sind aus einer Kupfermine im nordwestlichen Buenavista erneut giftige Substanzen ausgetreten. Die Zivilschutzbehörde des Bundesstaats Sonora teilte heute mit, dass mehrere Zuflüsse des Flusses Bacanuchi verseucht worden seien.

Umweltkatastrophe durch Schwefelsäureaustritt

Auch wenn keine direkte Gefahr für die Bevölkerung bestehe, seien Gegenmaßnahmen getroffen worden. Das Bergwerk des Konzerns Grupo Mexico ist mit einer jährlichen Produktion von 200.000 Tonnen eine der größten Kupferminen der Welt. Anfang August hatte der Austritt von Schwefelsäure aus der Mine eine Umweltkatastrophe verursacht.

Damals waren wegen eines Lecks 40.000 Kubikmeter Schwefelsäure ausgetreten und hatten einen Fluss verseucht, woraufhin rund 20.000 Einwohner von sieben umliegenden Orten über Tage ohne Trinkwasser waren. Schwefelsäure wird normalerweise verwendet, um Kupfer von Erzen zu reinigen. Nach der Panne hatte sich der benachbarte Fluss auf einer Länge von 60 Kilometern orange verfärbt. Es war eines der schwersten Unglücke im mexikanischen Bergbausektor seit Jahren.

Erneut Austritt durch Hurrikan

Der Betreiber wurde zur Zahlung einer Geldstrafe von drei Millionen Dollar (2,3 Mio. Euro) verurteilt. Zudem hat Grupo Mexiko 147 Millionen Dollar für Entschädigungszahlungen zurückgestellt. Am Freitag kündigte die Regierung von Sonora die Zusammenarbeit mit dem Konzern, weil er nicht ausreichend bei der Aufklärung des Unglücks kooperiere.

Eine Schließung schloss die mexikanische Regierung aber aus. Als Ursache für den neuen Austritt giftiger Substanzen wurden die starken Regenfälle im Zuge des Hurrikans „Odile“ genannt.

Schwere Schäden an Infrastruktur

„Odile“ verursachte schwere Schäden in der Infrastruktur im Norden des Landes. Der Wirbelsturm, der vor einer Woche im Bundesstaat Baja California Sur wütete, brachte 95 Prozent des Stromnetzes zum Erliegen, wie die zuständige Behörde gestern in einer Bilanz mitteilte.

Auch sei die Bevölkerung zeitweise komplett von der Wasserversorgung abgeschnitten gewesen. Besonders betroffen war der mexikanische Urlaubsort Los Cabos. Der Leiter der mexikanischen Strombehörde CFE, Enrique Ochoa, sprach von den „schlimmsten“ Infrastrukturschäden in der Geschichte des Landes.

Gesundheit

150 neue Ebola-Fälle in Sierra Leone entdeckt

Während der dreitägigen Ausgangssperre in Sierra Leone haben Helfer mehr als hundert neue Infektionsfälle entdeckt. „Wir haben mindestens 150 neue Fälle“, sagte der Chef des staatlichen Notfalleinsatzzentrums, Steven Gaojia, gestern Abend.

Zuvor hatten die Behörden des westafrikanischen Landes bereits von rund 70 Ebola-Toten gesprochen, die während der 72-stündigen Ausgangssperre entdeckt worden seien. Die Ausgangssperre endete gestern.

Gesundheitsminister Abubakarr Fofanah wertete die Ausgangssperre, während der rund 30.000 Helfer von Tür zu Tür gingen, als Erfolg. „Wir haben aus der Kampagne gelernt“, sagte Fofanah der Nachrichtenagentur AFP. Als einen Erfolg wertete er, dass es gelungen sei, die Zahl illegaler „Nacht-Beerdigungen“ zu reduzieren.

Abschließende Zahlen zu entdeckten Toten und Infizierten wollte der Minister nicht geben, da noch nicht aus allen Landesteilen Zahlen vorlägen. Zugleich schloss er eine Wiederholung der Kampagne samt Ausgangssperre nicht aus.

IT

Microsoft verschiebt Xbox-One-Start in China

Der US-Softwarekonzern Microsoft hat den für morgen angekündigten „historischen“ Verkaufsstart seiner Spielekonsole Xbox in China ohne Nennung genauer Gründe verschoben.

Verkaufsverbot Anfang des Jahres aufgehoben

Man benötige mehr Zeit, vor Ende des Jahres werde die Xbox aber erhältlich sein, teilte das Unternehmen lediglich mit. China hatte den Verkauf von Spielekonsolen im Jahr 2000 untersagt und das mit Sorgen um die psychische Gesundheit von Kindern begründet.

Im Jänner hob die Staatsführung das Verbot auf - und Microsoft wollte so schnell wie möglich auf dem Markt starten. Bedingungen für den legalen Verkauf von Spielekonsolen sind eine Produktion in der Freihandelszone Schanghai und eine erfolgreiche Prüfung durch die Kulturbehörde.

Sony folgt mit PlayStation im Dezember

Der japanische Konkurrent Sony hat den Verkauf seiner PlayStation in China für Dezember angekündigt. Der Elektronikriese arbeitet mit der chinesischen Tourismusfirma Oriental Pearl zusammen. Die Marktöffnung ermöglicht den Herstellern den Zugang zu schätzungsweise 500 Millionen potenziellen Kunden.

Panne bei DHL legte Lieferdaten offen

Die Deutsche Post hat einen stundenlangen Technikfehler bei ihrer Paketdiensttochter DHL eingeräumt, durch den Nutzer Sendungsdaten anderer Kunden einsehen konnten.

„Es gab einen technischen Fehler, in der Tat. Es war kein Hackerangriff, es wurden keinerlei Zugangsdaten abgegriffen. Passwörter waren nicht einsehbar“, sagte eine Sprecherin des Konzerns heute.

Fremde Lieferungen angezeigt

Zuvor hatte die deutsche „Bild“-Zeitung berichtet, wer sich mit einem Smartphone oder Tablet bei der DHL-Sendungsverfolgung angemeldet habe, habe statt der eigenen zahlreiche fremde Lieferungen angezeigt bekommen. Das Problem trat laut Deutscher Post am Mittwoch vier Stunden lang auf und sei vollständig behoben.

Religion

Koran-Einheitsübersetzung: Zustimmung und Skepsis

Integrations- und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) stößt mit seiner Forderung nach einer einheitlichen Koranübersetzung sowohl auf Verständnis als auch auf Skepsis. „Nicht die Übersetzung des Korans ist ausschlaggebend, sondern die Exegese und die Interpretation“, gibt der SPÖ-Politiker und Beirat der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), Omar al-Rawi, zu bedenken. Die Sprecherin der IGGiÖ, Carla Amina Baghajati, zeigt Verständnis für Kurz’ Wunsch nach mehr Transparenz.

Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände (AKV) unterstützt die Forderung nach einer einheitlichen deutschsprachigen Koranfassung. Das Kultusministerium erteilte unterdessen dem Vorschlag, die einheitliche Koranübersetzung gesetzlich zu verankern, indirekt eine Absage. Das sei aufgrund der verschiedenen Strömungen nicht möglich.

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Drogen und Frauen: Mönche in Kambodscha festgenommen

Zwei buddhistische Mönche haben sich in einem Kloster in Kambodscha offenbar mit Suchtgift und Frauen vergnügt. Sie wurden festgenommen und aus dem Klosterleben verbannt, wie die Zeitung „Cambodia Daily“ heute berichtete.

Die Polizei habe die Frauen sowie Utensilien für Metamphetaminverbrauch in ihrer Zelle gefunden. „Einer stand schon unter Beobachtung, weil er sich immer mit dem Abt stritt und die buddhistischen Lehren nicht einhielt“, zitierte die Zeitung den Polizeichef von Siem Reap. Mönche dürfen weder Alkohol noch Drogen konsumieren und müssen sich von Frauen fernhalten.

Kultur

UNO: Filmindustrie diskriminiert Frauen

Frauen werden von der weltweiten Filmindustrie einer neuen UNO-Studie zufolge stark diskriminiert. So seien nur rund ein Drittel aller Sprechrollen mit Frauen besetzt, heißt es in dem heute in New York veröffentlichten Bericht.

„Diese Studie ist ein Weckruf, der zeigt, dass die Filmindustrie noch einen weiten Weg zu gehen hat“, sagte die Direktorin der UNO-Gleichstellungsbehörde UN Women, Phumzile Mlambo-Ngcuka. „Mit ihrem großen Einfluss auf die Wahrnehmung vieler Zuschauer spielen die Medien eine Schlüsselrolle bei der Gleichberechtigungsagenda - aber mit Einfluss kommt auch Verantwortung.“

„Allgegenwärtige Stereotypen“

Für die Studie untersuchten Forscher der University of Southern California mit Unterstützung unter anderem von UN Women Filme aus zahlreichen Ländern der Welt, darunter den USA, Großbritannien, Australien, China, Indien, Japan und Deutschland.

Sie fanden nicht nur weniger Frauen in Sprechrollen als Männer, sondern auch „allgegenwärtige Stereotypen“. So seien Rollen mit hoch angesehenen Berufen viel häufiger mit Männern besetzt: bei Rechts- und Staatsanwälten 13-mal so häufig, bei Professoren 16-mal und bei Ärzten fünfmal so häufig. Für Frauen und Mädchen sei es dagegen doppelt so wahrscheinlich wie für Männer, nackt oder äußerst knapp bekleidet vor der Kamera zu stehen.

Diesjähriger Viennale-Trailer von Manoel de Oliveira

Der 105-jährige portugiesische Filmemacher Manoel de Oliveira zeichnet für den Trailer der 52. Viennale verantwortlich. Das gab das Filmfestival, das jährlich einen prominenten Filmschaffenden mit einem einminütigen Film beauftragt, heute bekannt. Oliveira wählte für „Chafariz das Virtudes“ eine Einstellung auf zwei Steinköpfe des „Brunnens der Tugenden“, aus deren Mündern Wasser sprudelt.

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„Maze Runner“ führt US-Kinocharts an

Der Science-Fiction-Thriller „Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth“ ist an die Spitze der nordamerikanischen Kinocharts gestürmt.

Der Film von Wes Ball spielte an seinem Eröffnungswochenende an den Kinokassen in den USA und Kanada rund 32,5 Millionen Dollar (25 Mio. Euro) ein und belegte damit den ersten Platz. In Österreich soll „Maze Runner“ am 17. Oktober in die Kinos kommen.

Dahinter konnte sich laut „Hollywood Reporter“ mit rund 13 Millionen Dollar der Horrorthriller „Ruhet in Frieden - A Walk Among the Tombstones“ mit Liam Neeson platzieren - ebenfalls ein Neueinsteiger. Auf dem dritten Rang landete mit rund 11,9 Millionen Dollar die Komödie „Sieben verdammt lange Tage“ mit Jason Bateman und Jane Fonda.

Rosamunde Pilcher: Die unromantische „Queen of Romance“

Romantische Geschichten über gute Menschen in ländlicher Idylle. Sex und Verbrechen existieren nur zwischen den Zeilen, und die Schurken werden am Schluss bestraft: Rosamunde Pilchers Geschichten sind stets nach demselben Muster gestrickt und finden dennoch, sowohl in Buchform als auch verfilmt, seit Jahrzehnten ein Millionenpublikum.

Das Erfolgsgeheimnis der „Queen of Romance“, die heute - mittlerweile im Ruhestand - ihren 90. Geburtstag feiert, liegt in ihrer Begabung, Sehnsüchte zu bedienen und Träume zu wecken. Und das, obwohl sie, wie sie selber sagt, ganz und gar kein romantischer Gefühlsmensch sei - im Gegenteil.

Mehr dazu in „Leichte Lektüre für intelligente Damen“

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