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Ausland

Juncker: „Wahlversprechen Tsipras’ werden nicht halten“

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras wird nach Ansicht von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker seinen Wählern erklären müssen, dass er nicht all seine Wahlversprechen halten kann. „Tsipras hat einen grundlegenden Schritt getan: Er hat begonnen, Verantwortung zu übernehmen. Doch es gibt ein Problem. Er muss noch erklären, dass gewisse Versprechen, mit denen er die Wahlen gewonnen hat, nicht gehalten werden“, sagte Juncker. Die Verträge würden sich durch Wahlen nicht ändern. Tsipras habe zwar die „richtigen Fragen“ gestellt, aber niemals eine Antwort darauf gegeben.

Es sei klar, dass man die Finanzkrise in Griechenland auf andere Weise angehen und mehr Flexibilität zeigen könne, sagte Juncker. Der Sieg von Tsipras erlaube aber nicht, alles zu ändern. Tsipras’ Partei SYRIZA - ebenso wie die linkspopulistische Partei Podemos in Spanien - „analysiere die Situation auf realistische Weise“, sagte Juncker. Doch sei das Programm dieser Parteien nicht realistisch und mit den Regeln der EU nicht kompatibel. Vielmehr würden sie zu einer „totalen Blockade“ führen.

Maulkorb für Varoufakis?

Die „Bild“-Zeitung berichtete derweil unter Berufung auf Athener Regierungskreise, Tsipras habe seinem Finanzminister Gianis Varoufakis einen „Maulkorb“ erteilt, nachdem Varoufakis mit seinen öffentlichen Äußerungen zu den Verhandlungen mit den Euro-Partnern für scharfe Kritik gesorgt hatte. Laut der „Bild“-Zeitung soll Varoufakis zum nächsten Treffen der EU-Finanzminister am kommenden Montag von Vizeministerpräsident Gianis Dragasakis begleitet werden. Dieser sei nicht nur formal Varoufakis’ Vorgesetzter, sondern ebenfalls Fachmann in Finanzfragen.

Schäuble: „Kein Grund für Ende der Auflagen“

Laut dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble sind Griechenlands Finanznöte kein Grund für eine Lockerung von Auflagen der Kreditgeber. „Bevor Geld fließt, muss geprüft werden, ob Athen die vereinbarten Bedingungen erfüllt“, sagte Schäuble der „Stuttgarter Zeitung“. Die griechische Regierung habe es selbst in der Hand, wann die verbliebenen Mittel aus dem zweiten Hilfsprogramm überwiesen werden.

Zugleich widersprach Schäuble seinem Athener Amtskollegen Varoufakis. „Wenn der griechische Finanzminister feststellt, die Vereinbarung der Euro-Gruppe mit Griechenland sei unklar, sagt er das wider besseres Wissen“, bemängelte Schäuble. Die Erklärung der Euro-Gruppe sei völlig eindeutig.

Varoufakis hatte jüngst die akuten Finanznöte seines Landes deutlich gemacht. „Der März ist gesichert“, sagte er mit Blick auf die Zahlungstermine Griechenlands. Unklar sei aber, wie es danach weitergehe. Insgesamt muss das Land in diesem Jahr noch 17 Milliarden Euro an Zinsen und Tilgungen zurückzahlen, davon knapp die Hälfte an den Internationalen Währungsfonds (IWF).

US-Justiz wirft Fergusons Polizei Rassismus vor

Sieben Monate nach der Erschießung des schwarzen Jugendlichen Michael Brown durch einen weißen Polizisten in der US-Stadt Ferguson wirft das US-Justizministerium der dortigen Polizei in einem Untersuchungsbericht Rassismus und die routinemäßige Schikane der mehrheitlich schwarzen Bevölkerung vor.

Medien zitierten vorab aus dem Bericht, der heute veröffentlicht werden sollte, die mehrheitlich weiße Polizei, aber auch die Justiz hätten regelmäßig Bürgerrechte verletzt und damit gegen die Verfassung verstoßen.

Der weiße Polizist Darren Wilson hatte Anfang August 2014 den unbewaffneten 18-jährigen in der Vorstadt von St. Louis im Bundesstaat Missouri erschossen. Eine Grand Jury aus überwiegend weißen Laienrichtern kam aber im November zu dem Schluss, dass sich der Polizist nichts zuschulden kommen ließ. Das Urteil führte in Ferguson und zahlreichen anderen Städten zu teilweise gewaltsamen Protesten.

AI empfiehlt Arbeitsgruppe

Der Fernsehsender CNN und die „Washington Post“ berichteten unter Berufung auf den Untersuchungsbericht, Schwarze seien überdurchschnittlich oft das Ziel polizeilicher Maßnahmen gewesen. Ihr Anteil an allen Festnahmen zwischen 2012 und 2014 lag bei 93 Prozent, obwohl sie nur zwei Drittel der Bevölkerung von Ferguson ausmachten. 85 Prozent der von der Polizei angehaltenen Autos wurden von Schwarzen gefahren, 90 Prozent der vor Gericht zitierten Personen waren Schwarze, und Gewalt wurde in 88 Prozent der Fälle gegen Schwarze angewandt.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) erklärte in einer ersten Reaktion, US-Präsident Barack Obama solle eine Arbeitsgruppe einrichten, um Empfehlungen für Reformen der Strafjustiz auszuarbeiten. Der Tod von Michael Brown mache eine „nationale Debatte“ über Rassismus bei der Polizei erforderlich. Die USA habe eine lange Geschichte der Diskriminierung von Minderheiten und der Straflosigkeit der dafür Verantwortlichen, kritisierte die Organisation.

Zehn tote Flüchtlinge vor Sizilien geborgen

Zehn tote Flüchtlinge sind von einem Tankschiff vor Sizilien geborgen worden. Das Schiff, das in Richtung Sizilien unterwegs war, konnte weitere 439 Migranten retten, berichteten italienische Medien. Sie befanden sich an Bord eines Schlauchbootes, das umgekippt war. Weitere 200 Migranten wurden von einem Öltanker gerettet, der in Richtung der sizilianischen Hafenstadt Pozzallo unterwegs war.

Insgesamt rund 1.000 Migranten, die bei verschiedenen Rettungsaktionen im Mittelmeer in Sicherheit gebracht worden waren, werden heute in Sizilien erwartet. Sie wurden mehrheitlich an Bord von Schiffen der italienischen Küstenwache genommen.

China erhöht Rüstungsetat um zehn Prozent

China hat eine Erhöhung seines Verteidigungsetats in diesem Jahr um rund zehn Prozent angekündigt. Um wie viel genau die Mittel gegenüber 2014 steigen sollten, werde morgen bekanntgegeben, sagte eine Parlamentssprecherin heute in Peking. Dann tritt der Nationale Volkskongress, das Parlament der Volksrepublik, zu seiner jährlichen Sitzung zusammen.

Im vergangenen Jahr war der Rüstungsetat um 12,2 Prozent auf 130 Milliarden Dollar angehoben worden. Das ist der zweitgrößte der Welt nach dem der USA.

Die Führung in Peking hält die Details der Rüstungsausgaben geheim. Experten rechnen aber damit, dass zusätzliche Ausgaben der Marine zugutekommen werden. So dürften zum Beispiel weitere Flugzeugträger entwickelt werden. China verfügt derzeit nur über einen einzigen.

Ausgaben an Wachstum gekoppelt

Bisher hat die chinesische Führung die Modernisierung ihres Militärs sichergestellt, indem sie die Verteidigungsausgaben an das rasche Wirtschaftswachstum gekoppelt hat. Allerdings betrug dieses im vergangenen Jahr 7,4 Prozent - wenig für chinesische Verhältnisse und das langsamste Wirtschaftswachstum seit 24 Jahren. Für das laufende Jahr wird eine Steigerung der Wirtschaftskraft von rund sieben Prozent erwartet.

Iran-Politik: Netanjahu lässt kein gutes Haar an Obama

Nur knapp zwei Wochen vor den Wahlen in Israel hat der israelische Premier Benjamin Netanjahu vor dem US-Kongress eine Rede gehalten - ohne Zustimmung von US-Präsident Barack Obama.

Der höchst umstrittene Inhalt: das angespannte Verhältnis Israels zum Iran. Und Netanjahu ließ kein gutes Haar an der Iran-Politik von Obama. Diese würde eine iranische Atombombe „fast garantieren“. Bereits im Vorfeld seiner auch innenpolitisch schwer umstrittenen Rede hatte das Weiße Haus Netanjahu davor gewarnt, brisante Details über die fragile Annäherung der USA bei den Atomverhandlungen mit dem Iran preiszugeben.

Iran: „Natanjahu-Rede war lächerlich"==

Irans Parlamentspräsident Ali Larijani hat mit Spott auf die Rede von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu vor dem US-Kongress reagiert. "Die Rede von Netanyahu war lächerlich. Genauso die Warnungen, besonders da sie von jemandem kommen, dessen Land selbst Atomwaffen besitzt“, sagte der frühere Atomverhandler heute vor einer Parlamentssitzung in Teheran.

„Das erinnert einen an die Anekdote, wo eine Hure neu in die Stadt kommt und, um sich fromm zu zeigen, ihren Rock über den Kopf zieht, damit die Haare vor fremden Männern verborgen werden.“

Mehr in Stimmung gegen Iran-Abkommen gemacht

Vater von IS-Henker „John“ bestreitet Vorwürfe gegen Sohn

Der Vater von Mohammed Emwazi, der als „Dschihadi John“ mehrere westliche Geiseln enthauptet haben soll, hat die Vorwürfe gegen seinen Sohn zurückgewiesen. „Es gibt nichts, das beweist, was in den Medien zirkuliert, besonders über Videoclips, die meinen Sohn Mohammed beschuldigen und ihn als angeblichen Henker von Daesch darstellen“, sagte Dschassem Emwazi der kuwaitischen Zeitung „Al-Kabas“ (Mittwoch-Ausgabe) unter Verwendung der arabischen Abkürzung für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Nichts belege, dass sein Sohn tatsächlich „Dschihadi John“ sei.

„Ich habe eine Botschaft an das kuwaitische Volk: Viele dieser Gerüchte sind falsch“, sagte Dschassem Emwazi. Er habe einen Anwalt beauftragt, gegen die Vorwürfe vorzugehen. Der Anwalt Salem al-Haschasch kündigte seinerseits an, er werde Anzeige gegen jene erstatten, die in der Öffentlichkeit Vorwürfe gegen Dschassem Emwazi und seine Familie erheben. Auch in Großbritannien, wo zahlreiche Medien seit vergangener Woche Berichte über Mohammed Emwazi und seine Familie veröffentlichten, werde ein Anwalt die Interessen der Familie verteidigen.

Dschassem Emwazi wurde laut „Al-Kabas“ vom kuwaitischen Innenministerium ausführlich befragt und lebt derzeit an einem geheimen Ort. Sein Sohn Mohammed, ein in Kuwait geborener britischer Bürger, ist Medienberichten zufolge der Mann, der in mehreren Internetvideos dabei zu sehen ist, wie er schwarz vermummt mehrere westliche Journalisten und Entwicklungshelfer enthauptet.

Islamisten erobern Ölfelder im Zentrum von Libyen

Militante Islamisten haben in Libyen die Kontrolle über zwei Ölfelder übernommen. Nach Angaben eines Sprechers des Sicherheitsdienstes für die Ölindustrie des Landes eroberten extremistische Gruppen gestern die Felder Al-Bahi und Al-Mabruk im Zentrum des Landes. Sie rückten anschließend auf das Ölfeld Al-Dahra vor.

Die Bewacher der Anlagen hätten sich zuvor von den Ölfeldern zurückgezogen, weil sie nicht ausreichend bewaffnet gewesen seien, sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Al-Bahi und Al-Mabruk liegen rund 200 Kilometer südlich von Sirte. Sie sind seit Wochen außer Betrieb.

Anfang Februar waren dort bei einem Angriff elf Menschen getötet worden, anschließend wurden alle Arbeiter abgezogen. In dem Land herrschen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 Chaos und Gewalt. Zuletzt hatte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) mit der Enthauptung ägyptischer Kopten in Libyen für Entsetzen gesorgt.

Inland

„Verländerung“ der Lehrer bis Sommer vertagt

Die Bildungsreformarbeitsgruppe der Regierung hat ihre Gespräche zum Thema Schulverwaltung gestern Abend vertagt. Man habe ein Expertenpapier entgegengenommen, das es nun auf technischer Ebene durchzurechnen und zu bewerten gelte, so die Teilnehmer nach dem Termin übereinstimmend vor Journalisten. Die Lehrerkompetenzen seien „kein Thema“ bzw. höchstens ein „Nebenthema“ gewesen.

„Stärkung der Schulautonomie“ war Thema

Das „Grobpapier“ (Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer, ÖVP) enthält vor allem Überlegungen zum Thema Schulautonomie, betonten die Teilnehmer. Wie weit diese gehen soll, wurde allerdings nicht konkret angesprochen. Klar sei, dass die zentrale Steuerung etwa im Bereich der Lehrpläne oder der Lehrerausbildung durch den Bund erfolgen müsse. Wie etwaige in den Ländern angesiedelte Bildungsdirektionen organisiert sind, wurde nicht näher erläutert.

„Es ging um eine Stärkung der Schulautonomie“, so Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Das Papier werde nun gemeinsam bewertet und durchgerechnet, zur Jahresmitte werde man sich wieder treffen und daraus dann Schlüsse ziehen. „Ob das dann im vollen Umfang umsetzbar ist, muss man sich ansehen“, meinte Mahrer. „Der Teufel steckt im Detail.“

Pröll: An Kompetenzverschiebung „denkt niemand“

Auch der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) meinte, dass der Kernpunkt die Autonomie der Schulen sei bzw. wie man es organisieren könne, dass diese von einer „überbordenden Verwaltung“ entlastet würden. An eine Kompetenzverschiebung bei den Lehrern denke im Moment niemand: „Es denkt niemand daran, das Anstellungsverhältnis der Lehrer zu ändern.“ Man habe hier keine neuen Facetten diskutiert: „Es gibt Bundeslehrer, und es gibt Landeslehrer.“ Auch der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) war nun der Ansicht, dass „es nicht die wichtigste Frage ist, wer Dienstgeber ist - wir müssen schauen, dass Bürokratie abgebaut wird“.

In der Arbeitsgruppe sind auf SPÖ-Seite Heinisch-Hosek und Kanzleramtsminister Josef Ostermayer sowie die Landeshauptleute Hans Niessl (Burgenland) und Peter Kaiser (Kärnten) sowie auf ÖVP-Seite Innenministerin und ÖAAB-Chefin Johanna Mikl-Leitner, Mahrer und die Landeshauptleute Erwin Pröll (Niederösterreich) und Wilfried Haslauer (Salzburg, gestern erkrankt) vertreten.

Sterben in Würde soll einfacher werden

Sterben in Würde soll einfacher werden, so die Empfehlung der Enquetekommission „Würde am Ende des Lebens“ an den Nationalrat. Das Hospizsystem soll in einem Stufenplan ausgebaut werden. Derzeit sei der Bedarf nur zu 50 Prozent gedeckt, so die Kommission am Dienstag.

In den kommenden zwei Jahren brauche man für den Ausbau je 18 Mio. Euro. Auch die kaum angenommene Patientenverfügung soll einfacher und „bürgertauglicher“ gestaltet werden. Am unverbindlichsten bleibt die Kommission hingegen bei dem Punkt, der ausschlaggebend für ihre Einsetzung war: dem heißen Eisen Sterbehilfe.

Mehr dazu in Heißes Eisen Sterbehilfe

Wirtschaft

Petrobras-Affäre: Ermittler nehmen Politiker ins Visier

Brasiliens Generalstaatsanwaltschaft will in einem der größten Korruptionsskandale des Landes Untersuchungen gegen 54 mutmaßliche Tatverdächtige einleiten, darunter auch gegen Spitzenpolitiker. Behördenchef Rodrigo Janot leitete dem Obersten Gerichtshof gestern Abend (Ortszeit) eine entsprechende Liste zu, ohne allerdings Namen zu nennen.

Nach lokalen Medienberichten stehen die Präsidenten des Senats sowie des Abgeordnetenhauses, Renan Calheiros und Eduardo Cunha, darauf. Beide gehören der mitregierenden Partei PMDB an, aus deren Reihen auch Vizepräsident und Parteichef Michel Temer kommt. Offen ist, in welchem Umfang es wegen bestehender Immunitätsrechte zu Ermittlungen kommt.

Im Mittelpunkt der „Petrolao“-Affäre steht der staatlich kontrollierte Ölkonzern Petrobras. Die Staatsanwaltschaft prüft Unregelmäßigkeiten in Milliardenhöhe. Bei der Vergabe von Aufträgen soll systematisch Schmiergeld geflossen sein, das teilweise auch an Politiker und Parteien ging. Im Zuge der Affäre war Petrobras-Chefin Maria das Gracas Foster zurückgetreten. Auch gegen die Regierungspartei PT und Staatschefin Dilma Rousseff wurde immer wieder Kritik in der Affäre laut. Rousseff war lange Zeit Petrobras-Aufsichtsratschefin.

Großbritannien steigt beim Ärmelkanal-Zug Eurostar aus

Großbritannien steigt komplett beim Betreiber des Schnellzugverkehrs unter dem Ärmelkanal aus. Der Abschied von Eurostar spült insgesamt rund 757 Millionen Pfund (1,04 Mrd. Euro) in die Staatskasse, wie Finanzminister George Osborne heute in London mitteilte. So trennt sich Großbritannien für 585 Millionen Pfund von seinem 40-Prozent-Anteil an Eurostar.

Die Beteiligung geht an ein Konsortium um den kanadischen Pensionsfonds Caisse de Depot et Placement du Quebec (CDPQ). Zudem kauft Eurostar Vorzugsaktien aus dem Regierungsanteil zurück, was weitere 172 Millionen Pfund bringt.

Der Schnellzug unter dem Ärmelkanal verbindet die britische Hauptstadt mit Paris und Brüssel. Die restlichen Anteile am Eurostar gehören der französischen Bahngesellschaft SNCF (55 Prozent) und der belgischen SNCB (fünf Prozent).

Der Eurostar ist Teil eines 20 Milliarden Pfund (rund 26 Mrd. Euro) umfassenden Pakets von Staatseigentum, das die Regierung von Premierminister David Cameron verkaufen möchte. Hintergrund ist die nach wie vor immense Schuldenlast, unter der Großbritannien leidet.

Sport

Bundesliga: Rapid will „Altach-Fluch“ ablegen

In der 23. Runde der Bundesliga kommt es heute zum direkten Duell der punktegleichen Salzburg-Verfolger Rapid und Altach, die beide neun Punkte hinter der Spitze liegen. Die Bilanz gegen die Vorarlberger schaut aber nicht gut aus für die Grün-Weißen. Gegen Altach hat Rapid die bisherigen Saisonpartien jeweils zu null verloren und ist zudem seit mittlerweile zehn Spielen gegen den Aufsteiger sieglos. „Ich gehe davon aus, dass wir die Lehren daraus gezogen haben“, ist sich Rapid-Coach Zoran Barisic sicher. Tabellenführer Salzburg plant unterdessen beim Gastspiel bei der Admira drei Punkte ein.

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Bundesliga: Sturm Graz schlägt Austria im Finish

Simon Piesinger hat Sturm Graz gestern zum Auftakt der 23. Runde der tipico-Bundesliga einen Last-Minute-Sieg über die Austria gesichert. Der „Joker“ sorgte zunächst drei Minuten nach seiner Einwechslung für den Ausgleich und traf in der Nachspielzeit auch zum umstrittenen Siegestreffer für die „Blackies“. Während die Grazer damit ihr Soll im Kampf um die Europacup-Plätze erfüllten, wird es für die Austria und vor allem für Coach Gerald Baumgartner vor dem Derby am Sonntag immer brenzliger.

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Ski nordisch: Kraft mit voller Konzentration in den Weltcup

Die nordische WM in Falun ist Geschichte, die Saison aber noch nicht vorbei. Für die Springer, Kombinierer und Langläufer geht es schon am Wochenende in Lahti mit dem Weltcup weiter. Am Schauplatz der WM 2017 möchte Stefan Kraft Spitzenreiter Peter Prevc zusetzen. „Ich fühle mich oben im Norden sehr wohl und mag die Schanzen dort sehr gerne. Da werde ich noch einmal angreifen“, sagte der 21-Jährige. Und auch die anderen ÖSV-Athleten haben in Skandinavien einiges vor.

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Eishockey: KAC zittert sich ins EBEL-Viertelfinale

Rekordmeister KAC hat sich mit Hängen und Würgen für das Play-off der Erste Bank Eishockey Liga qualifiziert. Den Klagenfurtern reichte dafür am zehnten Spieltag der Qualirunde ein knapper Heimsieg gegen Dornbirn. Der Ausgleich war den Gastgebern erst im letzten Drittel gelungen, der Siegestreffer wenige Sekunden vor dem Ende.

Abschied nahmen neben Dornbirn auch die Graz 99ers, obwohl sie Ljubljana bezwangen. Im Viertelfinale trifft der KAC nun auf Znojmo, der VSV bekommt es mit Titelverteidiger Salzburg zu tun. Die weiteren Paarungen lauten Vienna - Fehervar und Black Wings Linz - Bozen.

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Chronik

Einbruchserie in Wien und NÖ: 22 Männer in Haft

Einbruch, Raub und Drogen: Das Landeskriminalamt Wien (LKA) hat 22 Männer festgenommen, die für mindestens 70 Einbrüche im Raum Wien und Niederösterreich verantwortlich sein sollen. Der Sachschaden beträgt rund 300.000 Euro.

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Tankstellenüberfall in Vorarlberg missglückt

Ein maskierter Mann hat gestern Abend versucht, einen Tankstellenshop in Vorarlberg zu überfallen. Er scheiterte aber beim Versuch, die Kasse zu öffnen, und flüchtete daraufhin ohne Beute.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Burgenland: 26-Jähriger erfand Raub

Im Burgenland hat sich ein versuchter Raub als vorgetäuscht herausgestellt. Das 26-jährige „Opfer“ gab zu, den Vorfall erfunden zu haben, weil er bei seiner Lehrausbildung einen Kurs nicht zeitgerecht besuchen konnte.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Turkish-Airlines-Flugzeug verfehlt Landebahn in Kathmandu

Ein Flugzeug der Turkish Airlines hat heute bei der Landung in Nepals Hauptstadt Kathmandu die Landebahn verfehlt und ist auf einer angrenzenden Rasenfläche zum Stehen gekommen. Ein Flughafensprecher sagte, die Maschine sei beim ersten Landeversuch über die Rollbahn hinausgeschossen.

Video dazu in iptv.ORF.at

Beim zweiten Versuch sei die Maschine dann von der Landebahn abgekommen und im Gras stecken geblieben. Ein Sprecher der Fluglinie teilte mit, eine Person sei bei der Bruchlandung verletzt und zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht worden.

Das Flugzeug war mit 224 Passagieren auf dem Weg von Istanbul nach Kathmandu. Augenzeugen berichteten, die Passagiere seien in Panik von den Sitzen gesprungen, als Rauch die Kabine füllte. Schließlich seien die Insassen über Rutschen in Sicherheit gebracht worden. Nach Angaben der örtlichen Medien war das Fahrgestell zusammengebrochen. Im Internet veröffentlichte Fotos zeigten das Flugzeug mit der Nase auf dem Boden. Der Flughafensprecher sagte, es seien Ermittlungen eingeleitet worden. Es sei neblig gewesen, doch seien die Sichtverhältnisse in Ordnung gewesen.

Australischer Sender wegen „Queen“-Scherzanruf verurteilt

Ein Scherzanruf mit tragischen Folgen hat jetzt wohl doch noch ein Nachspiel für einen Radiosender aus Australien. Es sei illegal gewesen, das Telefonat auszustrahlen, urteilte heute das höchste australische Gericht .

Krankenschwester nahm sich das Leben

Vor mehr als zwei Jahren hatten Radiomoderatoren in einem Krankenhaus angerufen, in dem Prinz Williams Frau Kate behandelt wurde. Sie gaben sich als Prinz Charles und Königin Elizabeth aus. Die Krankenschwester, die den Anruf damals annahm und weiterstellte, weil sie tatsächlich glaubte, die Queen sei am Apparat, nahm sich drei Tage später das Leben.

Sender droht Lizenzentzug

Die Moderatoren hätten die Zustimmung zur Ausstrahlung von dem Spital einholen müssen, hielt das Gericht fest. Dem Sender 2Day FM droht nach Medienberichten nun eine Strafe oder sogar der Lizenzentzug.

Die Moderatoren aus Sydney hatten im Dezember 2012 im King-Edward-VII.-Krankenhaus mit verstellten Stimmen nach Kate gefragt. Die Herzogin wurde dort wegen Schwangerschaftsübelkeit behandelt. Die Moderatoren bekamen tatsächlich Auskunft und spielten das Stück dann im Radio ab. Sie hätten nicht im Traum mit solch tragischen Folgen gerechnet, sagten sie später.

Explosion in Bergwerk in Ostukraine: Opferzahl unklar

Nach der Explosion in einer Kohlegrube im Krisengebiet Donbass hat der ukrainische Parlamentspräsident Wladimir Groisman seine Angaben zur Opferzahlen nach unten korrigiert. „Das Schicksal von 32 Bergarbeitern ist ungewiss. Bisher gibt es einen Toten“, sagte Groisman heute Agenturen zufolge in Kiew.

Zuvor hatte er von 32 Toten in der Kohlegrube Sasjadko bei Donezk gesprochen. Die Behörden in der von prorussischen Separatisten kontrollierten Stadt Donezk sowie die Bergwerksleitung bestätigten die Zahl nicht. Eine Sprecherin des ukrainischen Zivilschutzes sprach von einem Toten und 15 Verletzten.

Religion

IT

China verteidigt Überwachung ausländischer Firmen

China hat ein geplantes Anti-Terror-Gesetz verteidigt, das chinesischen Behörden einen Zugang zu Daten ausländischer Technologiefirmen einräumen soll. „Das Gesetz ist zur Abwehr von Terroraktivitäten gedacht“, sagte die Sprecherin des Volkskongresses, Fu Ying, heute in Peking.

Ein erster Entwurf sieht vor, dass ausländische Technologiefirmen chinesischen Behörden Zugriff auf ihre Verschlüsselungscodes einräumen müssen und Hintertüren einbauen, die eine Überwachung aus China ermöglichen.

Obama: Für USA nicht akzeptabel

US-Präsident Barack Obama hatte die Pläne scharf kritisiert. Der Gesetzentwurf zwinge US-Unternehmen, der chinesischen Regierung Möglichkeiten zum Ausspionieren ihrer Kunden einzuräumen, sagte Obama in einem Interview. Das sei für die Vereinigten Staaten nicht akzeptabel.

Fu Ying entgegnete, durch das Gesetz würden die Geschäftsinteressen von ausländischen Unternehmen nicht berührt. „Selbst Länder im Westen und die USA verlangen oft von Unternehmen, ihnen Sicherheitsschlüssel auszuhändigen“, sagte die Funktionärin.

Science

Kultur

New York: Ausstellung über Björk im Museum of Modern Art

Das renommierte Museum of Modern Art (MoMA) in New York widmet der isländischen Sängerin Björk (49) ab Sonntag eine umfangreiche Ausstellung. Musikvideos, Tagebücher, Fotos, Texte, Kompositionen und Kostüme zeigen die Vielfältigkeit des musikalischen Multitalents. Die Erstellung der Schau sei eine „intime Reise“ für sie gewesen, sagte Björk bei einer Vorabbesichtigung, zu der sie in einem schwarzen Kaktuskostüm erschien.

„Es ist eine Ausstellung, die dieses Museum verändern wird, und sie wird auch die Art und Weise verändern, wie Museen mit Musik umgehen", sagte der deutsche MoMA-Kurator Klaus Biesenbach. Björk sei schon lange nicht mehr nur Sängerin, sondern eine "sehr reife, fortgeschrittene Künstlerin, die eine hohe Anerkennung erlangt hat“. Die Retrospektive ist bis 7. Juni zu sehen.

DiCaprio nimmt „The Crowded Room“ in Angriff

Hollywood-Star Leonardo DiCaprio will mit seiner Produktionsfirma das Drama „The Crowded Room“ auf die Leinwand bringen. Dem „Hollywood Reporter“ zufolge wurden nun zwei Drehbuchautoren engagiert. DiCaprio soll als Produzent und als Hauptdarsteller in Aktion gehen. Die auf wahren Tatsachen beruhende Story über einen psychisch Gestörten zirkuliert schon lange durch Hollywood.

Das Projekt weckte in der Vergangenheit das Interesse von Schauspielern wie Sean Penn und Brad Pitt und von Regisseuren wie David Fincher und James Cameron. „The Crowded Room“ dreht sich um einen Mann, der in den 1970er Jahren wegen Vergewaltigung verhaftet wurde. Ärzte stellten fest, dass er 24 verschiedene Persönlichkeiten auslebte. In einem Prozess wurde er wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen. Er starb im vergangenen Dezember mit 59 Jahren an Krebs.

Song Contest

Leute

Kaffeekapselerfinder trinkt Filterkaffee

Der US-Unternehmer John Sylvan hat mit den K-Cups den amerikanischen Kaffeekapselmarkt erobert. Seine Firma Keurig Green Mountain hat einen Jahresumsatz von 4,7 Milliarden Dollar (3,2 Mrd. Euro). Doch mittlerweile bereut Sylvan den Kapselboom. Der Umwelt zuliebe trinkt er heute Filterkaffee.

In Interviews erklärt Sylvan immer öfter, er „fühle sich manchmal schlecht“ über das, was er getan habe - und er fürchte sich vor dem, was seine Erfindung mit der Umwelt mache.

Seine K-Cups sind in den USA besonders populär. Sie ähneln den in Europa beliebten Nespresso-Kapseln, sind jedoch fast vollständig aus Plastik. Umweltgruppen haben ausgerechnet, dass mittlerweile so viele K-Cups produziert wurden, um damit die Erde jedes Jahr zehnmal zu umrunden. Der Großteil davon landet im Müll, nur ein verschwindend kleiner Teil wird recycelt.

Keurig Green Mountain hat darauf reagiert und in seinem aktuellen Geschäftsbericht hervorgehoben, dass bis 2020 alle Kapseln „100 prozentig recycelbar“ sein sollen. Sylvan, der 1995 in der Entwicklungsphase seiner Kapseln ins Krankenhaus eingeliefert wurde, weil er 40 Tassen Kaffee am Tag getrunken hatte, hält heute von seinem Produkt wenig. Er besitzt privat nur eine Filterkaffeemaschine.