Ausland

USA werfen Russland Bruch von Abrüstungsabkommen vor

Die US-Regierung wirft Russland die Verletzung eines bedeutenden Abrüstungsvertrages vor. Moskau habe nach Ansicht der Amerikaner unerlaubt eine landgestützte Mittelstreckenrakete getestet, berichtete die „New York Times“ in ihrer Onlineausgabe.

Präsident Barack Obama habe die US-Erkenntnisse gestern in einem Brief an Kreml-Chef Wladimir Putin dargelegt. „Das ist eine sehr ernste Angelegenheit, die wir schon einige Zeit lang mit Russland zu erörtern versuchen“, erklärte ein Regierungsvertreter gestern Abend (Ortszeit).

Vorwurf seit Monaten untersucht

Bereits im Jänner hatte die Zeitung über den Vorwurf berichtet. Damals hieß es, die USA prüften noch, ob Moskau seit 2008 landgestützte Marschflugkörper eines neuen Typs namens RS-26 getestet habe.

Meilenstein auf Weg zu Ende des Kalten Kriegs

Konkret sei der INF-Vertrag von 1987 zwischen beiden Ländern über die Vernichtung aller nuklearen Raketen mit Reichweiten zwischen 500 und 5.500 Kilometern missachtet worden. Er verbietet die Produktion, den Besitz sowie den Test von Mittelstreckenraketen und war damals von den Regierungschefs der USA und der Sowjetunion, Ronald Reagan und Michail Gorbatschow, unterzeichnet worden. Die Übereinkunft galt als ein Meilenstein auf dem Weg zur Beendigung des Kalten Krieges.

EU verhängt Sanktionen gegen Putin-Vertraute

In der Ukraine-Krise nimmt die EU Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin ins Visier. Die Botschafter der 28 EU-Staaten fassten gestern nach Angaben von Diplomaten einen vorläufigen Beschluss, Sanktionen gegen Unterstützer und Nutznießer der Destabilisierung der Ostukraine und des Krim-Anschlusses an Russland zu verhängen.

Zu den Betroffenen zählten sowohl Einrichtungen als auch Personen, darunter Vertraute der russischen Führung, sagte einer der Diplomaten. Einem anderen Diplomaten zufolge gelten die Sanktionen für acht Personen und drei Einrichtungen. Die Namen sollen nach einem endgültigen Beschluss durch die Botschafter Dienstag oder Mittwoch veröffentlicht werden.

Ausweitung der Wirtschaftssanktionen?

Heute wollen die EU-Botschafter deshalb auch über weitreichende Wirtschaftssanktionen gegen Russland beraten. Damit würden zum ersten Mal ganze Branchen von Maßnahmen der EU betroffen sein. Sollten die Botschafter keine Einigung erzielen, könnte noch in dieser Woche ein EU-Sondergipfel folgen.
==Wegen Unterstützung der Separatisten==

Vorige Woche hatten sich die EU-Staaten auf eine Erweiterung der Sanktionskriterien geeinigt. Bisher verhängte die EU Strafmaßnahmen gegen 87 Personen und 20 Organisationen. Die EU wirft der Regierung in Moskau vor, zu wenig zur Aufklärung des mutmaßlichen Abschusses der malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine beizutragen und die prorussischen Separatisten zu unterstützen.

Länder mit MH17-Opfern ermitteln gemeinsam

Die Ukraine und elf Länder mit Opfern beim MH17-Absturz haben sich gestern auf die Bildung eines gemeinsamen Ermittlungsteams geeinigt, das auch strafrechtliche Aspekte in den Blick nehmen soll.

In einer Erklärung von Eurojust, der EU-Behörde für Justizzusammenarbeit, hieß es, die Einigung sei bei einem Treffen im niederländischen Den Haag zustande gekommen. Vertreten waren Australien, Belgien, Deutschland, Großbritannien, Indonesien, Kanada, Malaysia, Neuseeland, die Niederlande, die Philippinen, die Ukraine und die USA sowie die Polizeibehörden Interpol und Europol.

Der Vertreter der Niederlande, Han Moraal, erklärte, die Aufgabe sei „beträchtlich“. Bei einem „so breiten Ansatz“ und dem „Willen zur Zusammenarbeit“ bestehe aber die Chance, die Unglücksursache herauszufinden und den 298 unschuldigen Opfern an Bord des abgestürzten Passagierflugzeugs Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

„Nach starker Explosion“ abgestürzt

Der Absturz von Flug MH17 der Malaysia Airlines ist nach ukrainischen Angaben durch einen „Druckabfall in Verbindung mit einer starken Explosion“ verursacht worden. Die Untersuchung eines Expertengremiums soll das ergeben haben. Die Suche nach Beweisen an der Absturzstelle ist durch heftige Kämpfe in der unmittelbaren Umgebung nahezu unmöglich.

Mehr dazu in Heftige Kämpfe blockieren Absturzstelle

Personenkult um Chinas Staatschef Xi ähnlich wie bei Mao

Der Personenkult um Chinas neuen Staats- und Parteichef Xi Jinping in Staatsmedien ähnelt dem um Mao Tsetung. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Hongkong, die das Parteiorgan „Volkszeitung“ auswertete.

In den ersten 18 Monaten seiner Amtszeit wurde Xi in 4.186 Artikeln innerhalb der ersten acht Seiten der Zeitung erwähnt. Bei seinen Vorgängern Jiang Zemin und Hu Jintao zählten die Wissenschaftler jeweils in den ersten 18 Monaten ihrer Amtszeiten weniger als 2.000 Berichte.

„Großer Steuermann“

Nur unter Chinas ehemaligem Staatsführer Mao wurden mehr Artikel mit Maos Namen veröffentlicht. Die Forscher werteten das als Hinweis darauf, dass die Propaganda um Chinas obersten Führer wieder zunimmt.

Der einst als „großer Steuermann“ idealisierte Revolutionär Mao (1893 - 1976) einte China 1949. Im Kampf gegen seine Widersacher stürzte Mao das Land dann in das Chaos der Kulturrevolution (1966 - 76). Während der Kulturrevolution entwickelte sich ein massiver Personenkult um Mao. Die „Aussprüche des Vorsitzenden Mao“ in der kleinen roten „Mao-Bibel“ wurden zur Pflichtlektüre und in zahllose Sprachen übersetzt.

UNO verurteilt Ölgeschäfte mit Dschihadisten

Der UNO-Sicherheitsrat hat Ölgeschäfte extremistischer Gruppierungen in Syrien und im Irak verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung wiesen die 15 Mitglieder des Gremiums darauf hin, dass der Ankauf von Öl aus den Händen der in beiden Ländern aktiven Gruppierungen Islamischer Staat (IS) und Al-Nusra-Front zu Sanktionen führen könne. Wer den Extremisten Öl abkaufe, leiste „finanzielle Unterstützung für Terroristen“, heißt es in dem Dokument.

Die Erklärung kam auf Betreiben Russlands zustande. Das Land ist einer der letzten Unterstützer des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad. In Syrien wütet seit über drei Jahren ein Bürgerkrieg, Ausgangspunkt waren Mitte März 2011 zunächst friedliche Proteste gegen Assad.

IS-Dschihadisten eroberten im Juni Teile des Irak. IS ist zudem auch in Syrien aktiv. In beiden Ländern verschafften sich Extremisten verschiedener Gruppierungen in der Vergangenheit Zugang zu Ölvorkommen, mit denen sie versuchen, Geld zu verdienen.

Inland

Integrationsbericht: EU-Bürger als neue Sorgenkinder

Hat der Integrationsbericht im vergangenen Jahr noch den interkulturellen Dialog und gesundheitspolitische Fragen thematisiert, konzentriert sich der heurige Bericht neben Bildung und Arbeitsmarkt vor allem auf die Einwanderer aus der EU. Die Migration innerhalb der EU habe sich in den vergangenen Jahren intensiviert, die Europäische Union ihre Förderstrategie aber nicht angepasst, so der Bericht. Die von der Union bereitgestellten Mittel kämen vor allem Zuwanderern aus Drittstaaten zugute, kritisierte Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) gestern bei der Präsentation des Berichts.

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Asyldebatte: Pröll über Klug empört

In der Debatte über die Entlastung der Asylerstaufnahmestelle Traiskirchen in Niederösterreich und den Vorschlag, Asylwerber in Kasernen unterzubringen, hat Minister Gerald Klug (SPÖ) verhalten reagiert. Für den niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) ist es „unfassbar“, mit welcher „Nonchalance“ Klug die Innenministerin links liegen lasse.

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Bundesheer: Lehrlinge dürfen Heeresführerschein machen

Lehrlingen beim Bundesheer ist es ab sofort möglich, einen Heeresführerschein der Klasse B zu erlangen. Das teilte Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) gestern in einer Aussendung mit. Der Erwerb der militärischen Lenkberechtigung kann dabei für die zivile Führerscheinausbildung „umgeschrieben“ werden.

Diese Maßnahme soll das Interesse der Lehrlingsausbildung beim Bundesheer weiter steigern. Gegenwärtig gehört das Heer laut eigenen Angaben zu den größten Lehrlingsausbildern im Land.

Klug ist dabei von dem Wert dieser Reform überzeugt: „Unsere Lehrlinge profitieren von der Bundesheerfahrschule doppelt: Sie sind dadurch berechtigt, ein geländegängiges Heeresfahrzeug zu lenken und sparen sich gleichzeitig die kosten- und zeitintensive zivile Führerscheinausbildung.“

U-Haft für Alijew verlängert

In der Causa Alijew ist gestern die U-Haft um weitere zwei Monate verlängert worden. Der ehemalige kasachische Botschafter in Wien, Rachat Alijew, soll in die Ermordung zweier Anfang 2007 entführter kasachischer Banker verwickelt gewesen sein.

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Weltkriegsgedenken in Bad Ischl

Vor hundert Jahren, am 28. Juli 1914, hat Kaiser Franz Josef in der Kaiservilla in Bad Ischl (Oberösterreich) die Kriegserklärung an Serbien unterzeichnet, die in direkter Folge zum Ersten Weltkrieg führte. Gemeinsam haben die Bürgermeister von Bad Ischl und Sarajevo gestern dem Krieg und seiner Millionen Toten gedacht.

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Faymann: Auch heute „große Herausforderungen“

Auch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) sprachen sich zum 100. Jahrestag der Kriegserklärung in Aussendungen dafür aus, angesichts der aktuellen Konfliktherde „die richtigen Lehren“ aus den damaligen Ereignissen zu ziehen.

Faymann betonte, dass man nicht nur der „schrecklichen Ereignisse“ des Ersten Weltkriegs gedenke. „Wir müssen uns auch eingestehen, dass wir uns gerade in diesen Tagen und Wochen mit Konfliktherden in Europa und im Nahen Osten konfrontiert sehen, die uns zum wiederholten Male vor große Herausforderungen stellen.“ „Das Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs erinnert uns heute daran, wie wichtig es ist, die richtigen Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen“, betonte auch Spindelegger.

Österreichs Krampf mit dem Gedenkjahr

Ungeachtet etlicher Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen, die sich dem laufenden Gedenkjahr widmen, bleibt unterdessen der Eindruck, dass das Thema in Österreich ein stiefmütterliches Dasein fristet.

Mit teils ernüchternden Antworten unterstreichen Historiker das gegenüber ORF.at. Im „Heroisieren und Verdrängen“ wird etwa ein „typisch österreichischer“ Zugang geortet. Dazu kommt die dank dem Gedenkjahrbestseller „Die Schlafwandler“ nun „allseits geteilte Schuld“ - offenbar mit ein Grund, dass das Buch gerade hierzulande „so gut ankommt“.

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Sport

Erste Liga: Später Elfer rettet St. Pölten Punkt

Der SKN St. Pölten hat sich bei der Generalprobe für das Europacup-Gastspiel beim niederländischen Topclub PSV Eindhoven mit einem Remis begnügen müssen. Ein 2:2 (0:1) beim Kapfenberger SV gereichte den Niederösterreichern gestern Abend aber zur Tabellenführung in der Ersten Liga. Ein später Elfmeter von Torjäger Daniel Segovia in der 86. Minute rettete den Niederösterreichern zumindest einen Punkt.

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Tennis: Thiem kämpft sich ins Achtelfinale von Kitzbühel

Dominic Thiem hat gestern mit Mühe das Achtelfinale beim mit 485.760 Euro dotierten Bet-at-home-Cup in Kitzbühel erreicht. Der 20-jährige ÖTV-Jungstar, den auch eine Regenpause nicht stoppen konnte, schlug nach 2:41 Stunden den brasilianischen Qualifikanten Joao Sousa mit 7:6 (7/4) 3:6 7:5. Schon zuvor hatte ein Österreicher die erste Runde überstanden, was angesichts des ÖTV-Duells Andreas Haider-Maurer gegen Gerald Melzer nicht überraschend kam.

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Fußball: Salzburg pflügt durch die Liga

Dem 6:1-Auftaktsieg gegen Rapid hat Meister Red Bull Salzburg am Samstag in der zweiten Runde der tipico-Bundesliga auswärts in Wiener Neustadt einen 5:0-Kantersieg folgen lassen. Und das, obwohl die Salzburger längere Zeit in Unterzahl spielen mussten. „Wir haben eine Topleistung gebracht“, sagte ein höchst zufriedener „Bullen“-Coach Adi Hütter. In dieser Form müssen sich die Salzburger auch vor der Reise nach Aserbeidschan nicht fürchten, wo am Mittwoch Karabach Agdam als Gegner der dritten Runde der Champions-League-Quali wartet.

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Formel 1: Ricciardo läuft Vettel den Rang ab

Der Grand Prix von Ungarn hat das Kräfteverhältnis bei Red Bull endgültig verschoben. Daniel Ricciardo feierte in einem spektakulären Rennen nicht nur seinen zweiten Saisonsieg, sondern läuft dem vierfachen Weltmeister und Titelverteidiger Sebastian Vettel den Rang ab. Als „wirklich beeindruckend“ und „sensationell“ bezeichnete die Chefetage den Triumph des Australiers. Auch die Konkurrenz lobte Ricciardo. Vettel sieht indes seine Felle langsam, aber sicher davonschwimmen und geht frustriert in die Sommerpause. „Das ist charakterbildend für ihn“, erklärte Teamchef Christian Horner.

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Wirtschaft

Deutsche Bank profitiert von Sparstift

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal ihre Talfahrt gestoppt. Das Institut steigerte seinen Vorsteuergewinn verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 917 Mio. Euro, wie die Bank heute mitteilte.

Damit übertraf das größte deutsche Geldhaus Erwartungen von Analysten. Unterm Strich blieb aber weniger Überschuss. Das schlug sich vorbörslich in einem leichten Kursrückgang nieder.

Starkes Plus bei Vermögensverwaltung

Zu dem höheren Vorsteuergewinn trugen vor allem Kosteneinsparungen bei. Zudem hielt sich das schwankungsanfällige Investmentbanking besser als gedacht. Deutliche Zuwächse gab es in der Vermögensverwaltung.

Unter dem Strich stand trotzdem ein deutlicher Gewinnrückgang um 29 Prozent auf 238 Mio. Euro. Das lag vor allem an einer deutlich gestiegenen Steuerlast. Für Rechtsrisiken legte die Bank weitere 470 Mio. Euro zurück.

Allein die Investmentbanker lieferten dieses Mal 885 Mio. Euro ab, ein Plus von 17 Prozent. Der Anleihehandel entwickelte sich stabil - anders als bei vielen US-Konkurrenten.

Weniger Rückstellungen für Rechtsstreite

Dieses Mal gab es zudem nur kleinere Aufstockungen bei den Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten. Dieser Posten wird zu einer immer größeren Unbekannten in der Bankbilanz.

Die Analystenschätzungen reichten deshalb auch von einem Vorsteuerverlust von fast 700 Mio. Euro bis zu einem Gewinn von gut einer Milliarde Euro. Nicht alle Experten berücksichtigen die milliardenschweren Rückstellungen in ihren Prognosen.

Argentinien zahlt erste Schuldentranche zurück

Kurz vor Ablauf der Frist im Streit mit mehreren Hedgefonds hat Argentinien eine erste Tranche zur Begleichung seiner Schulden bei einer anderen Gläubigergruppe zurückgezahlt. Die im Pariser Club zusammengeschlossenen Staaten hätten 642 Millionen Dollar (477,93 Mio. Euro) bekommen, teilte das Wirtschaftsministerium in Buenos Aires gestern mit.

Auf diese Weise setze Argentinien den Weg fort, seinen durch die Staatspleite vor zwölf Jahren entstandenen Verpflichtungen nachzukommen. Im Mai hatte sich das südamerikanische Land mit dem Pariser Club geeinigt, seine Schulden in Höhe von etwa 9,7 Milliarden Dollar binnen fünf Jahren zu begleichen.

Ratenzahlung als Signal

Argentinien will mit der jetzt ausgezahlten Tranche offenbar demonstrieren, dass es grundsätzlich bereit ist, seine Schulden zu begleichen. Das Land liefert sich derzeit mit mehreren Hedgefonds einen erbitterten Streit über die Auszahlung von Schuldtiteln. Gelingt bis morgen keine Einigung, droht nach 2002 erneut eine Staatspleite. Noch heute erwartet der amerikanische Mediator Daniel Pollack nach eigenen Angaben in seinem New Yorker Büro eine Delegation der argentinischen Regierung.

Die von der Regierung in Buenos Aires als „erpresserische Geierfonds“ geschmähten Gläubiger haben in New York vor Gericht Forderungen in Höhe von 1,33 Milliarden Dollar plus Zinsen erstritten. Sie hatten einen Schuldenschnitt für die in Dollar ausgegeben Anleihen des Landes nicht mitgemacht.

Mit der Mehrzahl der Gläubiger hatte sich Argentinien dagegen arrangiert und damit die Krise zwischenzeitlich entschärft. Die Fonds wollen nach langem Rechtsstreit endlich Geld sehen. Doch Argentinien befürchtet weit höhere Kosten, wenn es sich darauf einlässt: Eine Prozesslawine weiterer Gläubiger könnte Nachzahlungen von 400 Milliarden Dollar ins Rollen bringen.

Skipionier Franz Völkl gestorben

Franz Völkl, Erfinder der modernen Carbon-Skitechnologie, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Tochter Margit Völkl-Reinhardt dem „Straubinger Tagblatt“ (Dienstag-Ausgabe). Der frühere Chef des niederbayerischen Unternehmens Völkl war der „Vater“ des legendären Renntigers, der ab 1973 zu einem der beliebtesten Ski wurde.

Der Betrieb ging auf eine Wagnerei zurück, die Völkls Großvater etwa 1895 gegründet hatte. Im Jahr 1923 begann die Firma in Straubing mit der Produktion von Holzski. Franz Völkl übernahm die Fabrik 1952 von seinem Vater, Franz Völkl senior. Sie entwickelte sich zu einem der weltweit bekanntesten Skihersteller, der in Glanzzeiten bis zu 850 Menschen beschäftigte.

In den 1990er Jahren begann eine wirtschaftliche Talfahrt, an deren Ende das Familienunternehmen verkauft werden musste. Der Schweizer Sportartikelhändler Gregor Furrer übernahm mit weiteren Investoren die Straubinger Fabrik.

Chronik

Bootsunfall: Weiter Suche nach 71-Jährigem

Nach dem Bootsunfall auf der Donau bei Schönbühel (Bezirk Melk) am Samstagnachmittag wird ein 71-Jähriger weiterhin vermisst. Die Suche nach dem Verunglückten soll auch in den nächsten Tagen fortgesetzt werden, heißt es seitens der Einsatzkräfte.

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Tirol: Deutsche Touristin von Kuhherde tödlich verletzt

Eine 45-jährige deutsche Wanderin ist gestern Nachmittag auf einer Alm im Tiroler Stubaital von 20 Kühen und Kälbern attackiert und tödlich verletzt worden. Wie die Polizei der APA sagte, war die Frau in dem eingezäunten Bereich mit ihrem Hund auf einem Wanderweg unterwegs, als die Tiere plötzlich seitlich auf sie zuliefen.

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NÖ: Anrainer gegen „pfeifende Züge“

In Wöllersdorf-Steinabrückl (Niederösterreich) sorgt das Pfeifen der Züge an unbeschrankten Bahnübergängen für Unruhe. Nun kämpft eine Bürgerinitiative, bestehend aus geplagten Anrainern, gegen die Lärmbelästigung.

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60 Polizisten bei Hausdurchsuchung in NÖ

Im Waldviertel (Niederösterreich) hat gestern ein nicht alltäglicher Polizeieinsatz stattgefunden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Krems ging es dabei um eine Hausdurchsuchung bei einer Organisation, die Österreich nicht als Staat anerkennt.

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Weiter Waldbrand in Yosemite Nationalpark

Mehr als 700 Feuerwehrleute haben gestern gegen einen Waldbrand am Eingang des kalifornischen Yosemite Nationalparks angekämpft. Nach Angaben der Behörden konnte das Feuer bis zu Abend leicht eingedämmt werden. Ein Haus in der Ortschaft Foresta wurde zerstört, mehrere Gemeinden war zuvor evakuiert worden.

Drei Campingplätze geschlossen

Auch Urlauber waren von den Bränden betroffen. Wie die Parkverwaltung mitteilte, mussten drei Campingplätze geschlossen werden, einige Zufahrtsstraßen zu dem beliebten Ausflugsziel in der Sierra Nevada wurden gesperrt. Das Tal mit seinen hohen Wasserfällen und steilen Granitfelsen war für Besucher zugänglich, allerdings hing dichter Rauch in der Bergregion.

Ein weiteres Feuer, östlich der nordkalifornischen Hauptstadt Sacramento, war nach einem Großeinsatz der Feuerwehr mittlerweile weitgehend unter Kontrolle. Ein gutes Dutzend Häuser brannten dort am Wochenende ab.

Gesundheit

Kurzes Laufen ebenso günstig wie langes Joggen

Tägliches Laufen in der Größenordnung zwischen fünf und zehn Minuten ist für die Gesundheit ebenso günstig wie ein intensives Jogging-Pensum von drei Stunden in der Woche. Das ergibt sich aus einer groß angelegten Studie mit 55.000 Erwachsenen aus dem US-Bundesstaat Texas, deren Ergebnisse in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift „Journal of the American College of Cardiology“ veröffentlicht werden.

Lebensdauer erhöht sich deutlich

Demnach verlängert das regelmäßige Laufen kurzer oder langer Distanzen die Lebensdauer im Durchschnitt um drei Jahre gegenüber den Nichtläufern.

Auch das Lauftempo ist nicht von großer Bedeutung. Wer mit weniger als zehn Stundenkilometern läuft, fördert sein gesundheitliches Wohlergehen ebenso wie ein schneller Jogger. Förderlich ist das Laufen insbesondere gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

15 Minuten schnelles Gehen als Alternative

Die Forscher von der Universität von Iowa, die die Daten aus Texas auswerteten, ermuntern dazu, die Messlatte für körperliche Betätigung nicht zu hoch zu legen. Wer nicht laufen will, sondern lieber geht, kann dadurch ebenfalls seine Gesundheit fördern: Statt fünf Minuten Laufen werden dann 15 Minuten forciertes Gehen empfohlen.

Science

Schuppentiere von Ausrottung bedroht

Alle acht Arten der Schuppentiere sind nach Einschätzung der Weltnaturschutzunion (IUCN) vom Aussterben bedroht. Wie die IUCN heute erklärte, werden Schuppentiere vor allem in China noch als Delikatesse und wegen mutmaßlicher medizinischer Heilkräfte verspeist.

„Im 21. Jahrhundert sollten wir wirklich keine Arten mehr essen, die dadurch vom Aussterben bedroht sind“, sagte der Ko-Vorsitzende einer Expertengruppe der IUCN, Jonathan Baille. Das Aussterben der Schuppentiere würde eine 80 Millionen Jahre alte evolutionäre Entwicklung beenden. Die Schuppentiere bilden im Tierreich eine eigene Ordnung neben den Raubtieren.

Appell an China und Vietnam

Die Weltnaturschutzunion forderte die Regierungen der betroffenen Länder, insbesondere China und Vietnam, auf, den illegalen Handel mit Schuppentieren zu unterbinden und als Grundlage dafür Berichte über die aktuellen Bestände an Schuppentieren vorzulegen.

Die Schuppentieren sind im Tierreich durch ihren Schuppen-Panzer einzigartig. Sie können zwischen 30 und 150 Zentimeter groß werden und zwischen zwei und 35 Kilogramm wiegen. Die Schuppentiere sind nachtaktiv und ernähren sich von Insekten. International sind sie auch unter ihrem malaysischen Rufnamen Pangolin (ursprünglich: pengguling) bekannt, mit dem ihre Fähigkeit bezeichnet wird, sich bei Gefahr zusammenzurollen.

Denkvermögen: Bildung ändert Geschlechterunterschiede

Frauen können besser Sprachen lernen, Männer besser rechnen: An diesen Stereotypen rüttelt eine neue Studie, die europaweit das Denkvermögen der Geschlechter verglichen hat. Je höher der Lebensstandard und je gleicher die Erziehung, desto geringer werden die Unterschiede. Ausnahme: Bei Gedächtnisaufgaben ziehen Frauen davon.

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Lifestyle

Kultur

Erste Probe für „Mary Poppins“-Musical

Basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch und Disney-Klassiker kommt die Geschichte von Mary Poppins, dem magischen Kindermädchen der Familie Banks, auf die Bühne des Wiener Ronacher - in der deutschsprachigen Erstaufführung. Gestern haben die Proben begonnen.

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Trailer zum letzten „Hobbit“-Film veröffentlicht

Der neuseeländische Regisseur Peter Jackson (52) hat die Fans der „Hobbit“-Trilogie mit einem ersten Trailer für den letzten Teil der Filmreihe überrascht. Jackson veröffentlichte den zwei Minuten langen Clip gestern Abend unter anderem auf seiner Facebook-Seite und schrieb dazu: „Ich denke, der ein oder andere hatte danach gefragt.“ Innerhalb weniger Minuten drückten Zehntausende „Gefällt mir“.

„Das wird das große Finale der Saga um Mittelerde. Ich kann es nicht erwarten, beim letzten Kapitel dabei zu sein“, schrieb ein Fan. „The Hobbit: The Battle of the Five Armies“ kommt Mitte Dezember weltweit in die Kinos. Ein deutscher Titel steht noch nicht fest.