Ausland

Maduro droht Venezuela mit bewaffnetem Kampf

Venezuelas schwer unter Druck stehender Staatspräsident Nicolas Maduro droht mit einem bewaffneten Kampf zur Verteidigung seines sozialistischen Projekts. „Wenn Venezuela in Chaos und Gewalt gestürzt und die Bolivarische Revolution zerstört werden soll, werden wir in den Kampf ziehen“, sagte er in Venezuelas Hauptstadt Caracas unter dem Jubel von Anhängern.

„Dann mit Waffen“

Mit Blick auf eine geplante Verfassungsreform, die Maduros Rolle stärken soll, betonte er: „Wenn wir es nicht mit den Stimmen schaffen, dann mit Waffen.“ Bei Unruhen und Protesten im Land mit den weltgrößten Ölreserven kamen seit Anfang April 77 Menschen ums Leben. Zuletzt war nach über 80 Tagen mit Massendemonstrationen das Tränengas knapp geworden. Maduro plant für den 30.Juli eine Wahl zur Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung - doch es gibt massive Proteste gegen den Plan.

Ein Granatenangriff in Caracas hat Sorgen vor einem möglichen Putschversuch gegen Maduro geschürt. Dieser sagte am Abend (Ortzeit) im Staatsfernsehen, aus einem Helikopter seien zwei Granaten auf den Obersten Gerichtshof abgeworfen worden. In der Nähe liegt der Präsidentenpalast. Der Präsident sprach von einem „terroristischen Putschversuch“.

Griechischer Minister wegen Kriminalfalls unter Druck

Der griechische Verteidigungsminister Panos Kamenos ist wegen eines Kriminalfalls unter Druck geraten. Dabei geht es um den Fall „Noor 1“. Auf dem gleichnamigen Schiff waren 2014 mehr als 2,1 Tonnen Heroin sichergestellt worden. Kamenos wird vorgeworfen, wiederholte Telefonate mit einem Verdächtigen geführt zu haben, der wegen dieses Falls inhaftiert ist.

Angeblich zwölf Telefonate

Die griechische Oppositionspartei Nea Dimokratia fordert, dass der linkspopulistische Regierungschef Alexis Tsipras (Syriza) in dieser Causa aktiv werden und Stellungnahme beziehen soll. Laut einer Reportage der Zeitung „Parapolitika“ führte Kamenos mit dem Häftling insgesamt zwölf Telefongespräche. Der Verdächtige wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, weil in seinem Haus in einem Athener Vorort 500 Kilo Heroin gefunden worden waren.

Türkischer Geheimdienst soll deutsche Politiker überwachen

Der türkische Geheimdienst sammelt einem Zeitungsbericht zufolge verstärkt Informationen über deutsche Politiker. Im Visier stünden Innen-, Außen- und Verteidigungspolitiker des Bundestags, berichtet „Die Welt“ in ihrer Mittwochausgabe.

Das Bundeskriminalamt (BKA) habe deshalb mit einigen Abgeordneten sogenannte Sicherheitsgespräche geführt. Dabei solle es auch um die mögliche Beobachtung durch den türkischen Geheimdienst und eine Gefährdungssituation durch türkische Nationalisten gegangen sein.

„Der Schutz der Mitglieder des Bundestags ist der gesetzliche Auftrag des BKA“, sagte eine BKA-Sprecherin der Zeitung. In diesem Kontext seien in den letzten Wochen auch „Sicherheitsgespräche“ geführt worden. „Mögliche Aktivitäten ausländischer Nachrichtendienste waren hier auch ein Thema.“

Sechs Festnahmen bei europaweiter Aktion gegen IS

Bei einem Schlag gegen radikale Islamisten sind in Spanien, Deutschland und Großbritannien sechs mutmaßliche Gefolgsleute der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen worden.

Wie das spanische Innenministerium mitteilte, konnten Ermittler heute vier Verdächtige im spanischen Palma de Mallorca sowie je einen in Großbritannien und in Deutschland festnehmen.

An den Ermittlungen in Deutschland soll das Landeskriminalamt (LKA) in Nordrhein-Westfalen beteiligt gewesen sein. Den Ermittlern zufolge gehörten die sechs Festgenommenen einer Zelle des IS an.

Rumänische Grenzpolizei findet 91 Menschen in Lkw

Die rumänische Grenzschutzpolizei hat 91 in einem Lastwagen eingepferchte Menschen gefunden, die auf der Flucht nach Westeuropa waren. Die Behörden teilten gestern mit, dass die aus dem Irak und Syrien Geflüchteten in dem Lastwagen die Grenze zwischen Rumänien und Ungarn überqueren wollten. In dem türkischen Fahrzeug, das Automobilteile transportierte, fand die Polizei auch 29 Kinder.

Seit Ungarn seine Grenzen zu Serbien im Jahr 2015 mit Stacheldraht gesichert hat, ist Rumänien zu einem zentralen Durchgangsland für Menschen geworden, die nach Westeuropa wollen.

71 Tote: Schlepperprozess in Ungarn

Vergangene Woche hatte in Ungarn der Prozess gegen elf mutmaßliche Schlepper begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, für den Tod von 71 Menschen verantwortlich zu sein, die vor zwei Jahren in einem Kühllastwagen erstickt waren. Den vier Hauptangeklagten drohen lebenslange Haftstrafen wegen „besonders grausamen“ Mordes und Menschenhandels.

Dutzende Verletzte bei Protesten in Marokko

Im Norden Marokkos hat es bei Demonstrationen für die Freilassung eines prominenten Aktivisten Ausschreitungen mit Dutzenden Verletzten gegeben. Eine Gruppe vermummter Männer habe in der Stadt Al-Hoceima Steine auf Sicherheitskräfte geworfen, teilten örtliche Behörden gestern mit.

Die Beamten setzten daraufhin Tränengas ein und schlugen Demonstranten mit ihren Pistolen, wie auf einem von der Zeitung „Al-Yaoum 24“ verbreiteten Video zu sehen war. Zu den Protesten war es bereits am Vortag gekommen.

Seit Monaten immer wieder Proteste

Mindestens 40 Menschen, darunter auch Kinder, seien wegen Atemproblemen in Krankenhäuser gebracht worden, schrieb die Zeitung weiter. Auch die Krankenwagen seien attackiert worden, teilten die Behörden mit. Die Bewegung Al-Hirak al-Shaabi hatte zu den Protesten aufgerufen. Sie fordert, dass ihr Gründer Nasser Sefsafi aus dem Gefängnis entlassen wird. Die Gruppe führte in den zurückliegenden Monaten Demonstrationen gegen Arbeitslosigkeit und Korruption in der Regierung an.

In Al-Hoceima kommt es seit Monaten immer wieder zu Protesten. Im Oktober vergangenen Jahres war dort ein Fischhändler in einer Müllpresse gestorben, weil er verhindern wollte, dass die Behörden beschlagnahmten Fisch vernichten. Der Zwischenfall führte in Marokko zu den größten Protesten seit den Reformen im Zuge des „Arabischen Frühlings“ 2011.

Urteil nach Mord an Kremlkritiker Nemzow

Im Fall des ermordeten russischen Oppositionellen Boris Nemzow wird in Moskau heute das Urteil für fünf Angeklagte erwartet. Die Urteilsverkündung war gestern verschoben worden, weil die Geschworenen bis dahin zu keinem einstimmigen Ergebnis gekommen waren.

Der ehemalige Vizeregierungschef und Kremlkritiker Nemzow war am 27.Februar 2015 nachts auf einer Brücke nahe dem Kreml in Moskau aus einem Auto heraus erschossen worden. Die Anklage wirft dem mutmaßlichen Todesschützen, einem Ex-Polizisten, sowie dem mutmaßlichen Fahrer des Fluchtwagens und drei angeblichen Komplizen einen Auftragsmord vor.

Nemzows Familie vermutet die Hintermänner in der tschetschenischen Führung. Die Angeklagten stammen aus der Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus. Die Männer hatten nach ihrer Festnahme Geständnisse abgelegt, diese im Prozess aber widerrufen. Die Tat hatte international Schlagzeilen gemacht.

Inland

NR-Wahl: Tritt Pilz mit eigener Liste an?

Der am Sonntag von der Grünen Basis „abgewählte“ prominente grüne Nationalratsabgeordnete Peter Pilz überlegt offenbar, bei der kommenden Nationalratswahl im Herbst doch mit einer eigenen Liste anzutreten, wie der ORF-Report gestern Abend berichtete.

Pilz habe derartige Überlegungen „bestätigt“. Zuvor hatte er einen solchen Schritt auch schon gegenüber dem „Standard“ nicht ausgeschlossen. Die Entscheidung dazu ist allerdings noch offen. Sie soll nach dem Eurofighter-U-Ausschuss, also frühestens Mitte Juli, fallen, so der „Report“-Bericht weiter.

„Wähle natürlich die Ulrike“

Pilz war am Sonntag bei der Abstimmung über den vierten Platz auf der Bundesliste gegen den neuen Nationalratsabgeordneten Julian Schmid gescheitert. Pilz hatte darauf seinen Rückzug erklärt und gesagt, „für ihn beginne dann ein drittes Leben“.

In der aktuellen Ausgabe der Wiener Wochenzeitung „Falter“ zeigte sich Pilz solidarisch mit der grünen Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek: „Sie ist die beste Spitzenkandidatin, die war haben. Ich bin ab jetzt Zuseher, gegen meinen Willen. Ich kann ihr nur dadurch helfen, dass ich ihr nicht vom Spielfeldrand reinkepple.“ Gefragt, wen er wählen werde, sagte Pilz: „Natürlich die Ulrike.“

Zinggl als möglicher Mitkandidat?

Einen möglichen Kandidaten für eine eigene Liste präsentierte unterdessen der „Standard“ (Mittwoch-Ausgabe): Wolfgang Zinggl, der aktuelle Kultursprecher der Grünen, der bei der grünen Listenerstellung ebenfalls durchgefallen war, kann sich laut einem Bericht der Zeitung eine Kandidatur auf einer „Liste Pilz“ vorstellen.

Sollte es eine neue Liste geben, würde er sich aber erst anschauen, wofür diese stehe und wer dabei ist. „Die Grünen sind immer noch die Partei, die mir ideologisch am nächsten steht. Wenn es eine andere Liste gibt, deren Inhalte ich mittragen kann, werde ich mir das überlegen“, so Zinggl im „Standard“.

Im Internet kursiert mittlerweile eine Onlinepetition von Unterstützern für die Gründung einer solchen Liste. Bis gestern Abend hatte die am Montag gestartete Petition mehr als 1.700 Unterzeichner erreicht.

Alle Parteien für Aus von Pflegeregress

In einer seit Monaten umstrittenen Frage könnte es nun mit Blick auf die bevorstehende Nationalratswahl plötzlich ganz schnell gehen: Alle Parlamentsparteien wollen nun den Pflegeregress abschaffen. Nachdem sich auch ÖVP-Chef Sebastian Kurz dafür ausgesprochen hat, wollen SPÖ und FPÖ noch diese Woche jeweils eigene Anträge einbringen. Viele Fragen sind aber noch ungeklärt - vor allem die Finanzierung ist völlig offen.

Mehr dazu in Hunderte Millionen an Zusatzkosten

FPÖ und TS wollen Kurz-ÖVP in Nationalrat prüfen

Die FPÖ will die heutige Plenardebatte des Nationalrats für eine Prüfung nützen, wie ernst es die ÖVP mit den Plänen von Parteichef Sebastian Kurz in der Ausländerpolitik meint. Dazu werden unverbindliche Anträge eingebracht, die Kurz’ Forderungen entsprechen. Die gleiche Vorgangsweise wählt auch das Team Stronach (TS).

Was die FPÖ beantragt

Die FPÖ will, dass Staaten keine Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (EZA-Leistungen) mehr aus Österreich bekommen, wenn sie bei der Rücknahme von Flüchtlingen nicht kooperieren.

Ferner beantragt man ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst, Deutschklassen für Flüchtlinge, die Anpassung der Familienbeihilfe an die jeweiligen Lebenserhaltungskosten im Herkunftsland, einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen zur EU mit der Türkei sowie eine leichtere Schließung islamischer Kindergärten.

Sport

Wimbledon: Haider-Maurer als Überraschungsgast

Dominic Thiem wird heuer nicht der einzige Österreicher im Herren-Hauptbewerb der All England Championships von Wimbledon sein. Neben dem Weltranglistenachten ist nämlich überraschend auch Andreas Haider-Maurer beim Rasenklassiker dabei.

Der Niederösterreicher kehrt nach einer 19-monatigen Verletzungspause auf die große Tennisbühne zurück - dank „Protected Ranking“, einer Regel zur Comebackerleichterung nach Verletzungen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Fed-Chefin: Keine Finanzkrise „zu unseren Lebzeiten“

US-Notenbankchefin Janet Yellen rechnet für viele Jahre nicht mehr mit einer großen Finanzkrise. Es würde wahrscheinlich zu weit gehen zu sagen, es werde niemals mehr zu einer weiteren Finanzkrise kommen, sagte Yellen gestern auf einer Veranstaltung in London. Sie hoffe aber, dass das „nicht zu unseren Lebzeiten“ passieren werde.

„Und ich glaube, dass das nicht der Fall sein wird“, fügte sie hinzu. Inzwischen gebe es viel mehr Sicherheit.

Gegen Zurückdrehen vor Krise

Die jüngste Finanzkrise hatte 2008 ihren Höhepunkt erreicht. Damals wurden weltweit Geldhäuser mit Hilfe von Steuermilliarden und Liquiditätsgarantien vor dem Kollaps gerettet. In Reaktion darauf wurden in vielen Ländern die Bankenregulierung und Aufsicht deutlich verschärft.

Yellen ergänzte, es wäre „keine gute Sache“, die Reform der Finanzwirtschaft nach der Krise zurückzudrehen. US-Präsident Donald Trump will Forderungen aus der heimischen Bankenbranche nach weniger Vorschriften weit entgegenkommen.

Gefragt nach ihrem Verhältnis zu Trump wollte sich Yellen nicht äußern. Sie sagte lediglich, sie habe ein gutes Arbeitsverhältnis zu Finanzminister Steve Mnuchin. Zur Geldpolitik bekräftigte die Notenbankchefin ihre Haltung, wonach der Leitzins weiterhin nur schrittweise angehoben werden soll.

IWF senkt Wachstumsausblick für USA 2017 und 2018

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht nicht mehr davon aus, dass US-Präsident Donald Trump die Wirtschaft mit Steuererleichterungen und einem Investitionsprogramm in Schwung bekommt. Der Fonds senkte gestern seine US-Wachstumsprognose für das laufende Jahr um 0,2 Punkte auf 2,1 Prozent und für kommendes Jahr um 0,4 Punkte auf ebenfalls 2,1 Prozent.

„Details zu Konjunkturprogramm“ fehlen

Es sei unwahrscheinlich, dass es der Regierung gelinge, das Wachstum langfristig auf mehr als drei Prozent zu treiben, weil derzeit ohnehin schon Vollbeschäftigung auf dem Arbeitsmarkt erreicht sei, schrieben die Experten. Zudem sei die Regierung bisher Details zu ihrem Konjunkturprogramm schuldig geblieben. Deswegen habe man die Prognose nun ohne zusätzliche Wachstumsstützen errechnet.

Lastenverteilung kritisiert

Die Budgetpläne der Regierung stießen bei dem Fonds auf Kritik. Sie bürdeten den größten Teil der Lasten den Gering- und Durchschnittsverdienern auf. Das stehe in Gegensatz zum selbst erklärten Ziel, allen Amerikanern Sicherheit und Wohlstand zu bringen. Der IWF schlug stattdessen eine Steuerpolitik vor, welche unter anderem die Effizienz der Sozialsysteme steigere und der Regierung gemessen an der Wirtschaftsleistung höhere Einnahmen bringe.

Chronik

Erster Transport von Atommüll auf Fluss in Deutschland

In Deutschland hat heute der umstrittene erste Transport von Atommüll auf einem Fluss unter erhöhtem Polizeischutz begonnen. In der Früh legte am stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim in Baden-Württemberg ein Spezialschiff mit drei Castor-Behältern ab, wie die Energie Baden-Württemberg (EnBW) mitteilte.

Die Behälter mit verbrauchten Brennelementen sind für ein Zwischenlager in Neckarwestheim bestimmt. Gegner hatten Proteste angekündigt. EnBW plant insgesamt fünf Fahrten mit je drei Castoren von Obrigheim. Damit bringt das Unternehmen insgesamt 342 ausgediente Brennelemente in das rund 50 Kilometer entfernte Neckarwestheim.

36 Verletzte bei U-Bahn-Unglück in New York

Im New Yorker Stadtteil Manhattan sind bei einem U-Bahn-Unglück mindestens 36 Menschen verletzt worden. Zwischen zwei Stationen im Bezirk Harlem seien gestern (Ortszeit) zwei Waggons entgleist, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die städtischen Verkehrsbetriebe MTA leiteten eine Untersuchung ein.

Modernisierung ist überfällig

MTA-Chef Joseph Lhota sagte einem örtlichen Fernsehsender, möglicherweise sei eine Notbremse gezogen worden, bevor die Waggons aus den Gleisen sprangen. Ein Passagier berichtete von einem plötzlichen Ruck „wie bei einem bockenden Pferd“. Menschen seien durch den Waggon geschleudert worden. Ein weiterer Fahrgast berichtete, nach dem Unglück sei Panik ausgebrochen.

Die New Yorker Subway gehört mit durchschnittlich 5,6 Mio. Fahrgästen pro Tag zu den am stärksten genutzten U-Bahnen der Welt. Der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, hatte zuletzt zugesagt, dass das veraltete Netz angesichts zunehmender Beschwerden über eine steigende Zahl von Zwischenfällen und Verspätungen modernisiert werden soll.

Chinesin wirft Münzen in Turbine: Flugzeug lahmgelegt

Der Start eines Flugzeugs in China hat sich mehrere Stunden verzögert, weil eine abergläubische Frau vor dem Abflug Münzen in eines der Triebwerke geworfen haben soll.

Wie chinesische Staatsmedien berichteten, alarmierten besorgte Passagiere die Crew, als sie beobachteten, dass die 80-Jährige von der Flugzeugtreppe aus Münzen in Richtung der Turbine warf. Sie wollte damit - ähnlich wie bei einem Münzwurf in einen Brunnen - für einen sicheren Flug sorgen.

Probleme bis zu Triebwerksausfall möglich

Arbeiter der Fluggesellschaft China Southern, die die Verkleidung des Triebwerks öffneten, fanden im Inneren eine Geldmünze. Acht weitere Münzen wurden vor der Turbine auf dem Boden gefunden. Laut des Kapitäns hätte es zu Problemen oder sogar zu einem Maschinenausfall führen können, wenn die Turbine das Metall eingezogen hätte. Das Flugzeug startet schließlich mit fünf Stunden Verspätung aus Schanghai ins südchinesische Guangzhou.

Kultur

„Star Wars“-Schöpfer Lucas baut Museum in Los Angeles

„Star Wars“-Erfinder George Lucas wird sein lange geplantes Museum in Los Angeles bauen. Der Stadtrat der US-Westküstenmetropole gab gestern seine Zustimmung zu dem Projekt.

Damit ist die letzte Hürde für den Bau des „Lucas Museum of Narrative Art“ genommen. Dieses sei ein „unglaubliches Geschenk“ des Regisseurs an die Stadt, erklärte der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, in einer Mitteilung. 

Kosten von rund einer Mrd. Dollar

Das Museum soll auf dem Exposition-Park-Gelände in der Filmmetropole gebaut werden. Der 73-jährige Lucas, der in Nordkalifornien wohnt, hatte zuvor auch das nahe gelegene San Francisco und Chicago in die engere Wahl gezogen. Im Jänner wurde dann Los Angeles als Standort genannt. Es sei eine „extrem schwierige“ Entscheidung gewesen, hieß es damals in einer Mitteilung.

Lucas will die Baukosten von etwa einer Mrd. Dollar (fast 890 Mio. Euro) aus eigener Tasche finanzieren. Der Kern der Kunstsammlung stammt dabei aus dem Privatbestand des „Indiana Jones“-Produzenten. Nach eigenen Angaben interessierte sich Lucas seit seiner Jugend für Malerei, Zeichnungen, Comics und später digitale Kunst und sammelte viele Werke. Zur Sammlung gehören neben vielen Filmkunst-Objekten auch Gemälde von Edgar Degas, Pierre-Auguste Renoir und Norman Rockwell.

Die Grundsteinlegung könnte noch in diesem Jahr erfolgen, wie die „Los Angeles Times“ berichtete. Beauftragt wurde der chinesische Architekt Ma Yansong, der für seine futuristischen Entwürfe bekannt ist.

"Out of Brazil“ im Wiener MuseumsQuartier

Sie vereinen Lebenslust und kritische Haltung: Die jungen brasilianischen Künstlerinnen und Künstler der Schau „Welt kompakt? Out of Brazil“ im Wiener MuseumsQuartier mischen sich ein und ziehen sich für ihre Anliegen sogar aus, um dem Klischee der „rassigen“ Brasilianerin noch eins draufzusetzen. Vor dem Hintergrund der Krise des Landes greifen sie Probleme wie Rassismus und Machismo originell auf. Auch 200 Jahre nach der Ankunft von Erzherzogin Leopoldine, die Brasilien regierte, wirkt der Kolonialismus nach.

Mehr dazu in Samba im Dirndlkleid

Der Tod des „Sonnenkönigs“ als Kinofilm

Den „Tod von Ludwig XIV.“, auch bekannt als „Sonnenkönig“, hat der Katalane Albert Serra als eindringliches Kammerspiel inszeniert. Knapp zwei Stunden lang quält sich Jean-Pierre Leaud in der Titelrolle mit seinem Wundbrand im Bein, bis er vor den Augen seines Hofstaats endlich stirbt. Ein meisterliches Spiel aus Blicken und Gesten in einem erlesenen Dekor, das seine Wirkung nur auf der großen Leinwand entfaltet.

Regisseur Serra, gelernter Kunsthistoriker und Literaturwissenschaftler, hat nicht nur ein gutes Händchen für Ausstattung. Auch die Besetzung - ein Dutzend Doktoren und Höflinge, die meistens ratlos, jedenfalls aber respektvoll um das Bett des Sonnenkönigs herumstehen - beweist, wie sorgfältig Serra auch mit Nebenrollen umgeht. Wieder spielen Berufsschaupieler und Laien Seite an Seite. Manche von ihnen hat er einfach in den Dörfern im französischen Perigord, wo gedreht wurde, angesprochen.

Szene aus "Der Tod von Ludwig XIV"

Filmgarten

Mit dicker Perücke und allen Insignien der Macht

Wie Satelliten kreisen sie um das königliche Bett. Darin liegt mit dicker Perücke und allen Insignien der Macht Leaud, berühmt geworden durch seine Hauptrollen in Francois Truffauts Nouvelle-Vague-Filmen. Seit Jahren hat der mittlerweile 73-Jährige nichts Großes mehr gespielt, bis heute weigert er sich, Rollen allein wegen der Gage anzunehmen.

„Ich habe Jean-Pierre in Paris oft besucht“, erzählte Serra im ORF.at-Interview. „Wenn er nicht gerade arbeitet, also meistens, weil er nicht viele Filme macht, dann ist er die ganze Zeit im Bett. Ein bisschen wie Marcel Proust. Er hat eben kein Geld, weil er immer nur radikale Filme gemacht hat und nie Kompromisse.“

Leaud ist ein großer Schauspieler, auch wenn seine Rolle bloß eine liegende ist. Der physische Schmerz und die Bitterkeit des Königs, der nur mit Mühe ein einziges Bisquit zerbeißen und schlucken kann, stehen ihm ins Gesicht geschrieben. Er mag noch die Macht haben, doch sein Körper zerfällt, der Wundbrand verwandelt sein Bein in eine schwarze Masse.

All das spielt sich über fein ziselierte Dialoge und in gedämpften Farben ab. Großes Kino eines Regisseurs mit Gespür für Komposition - und Intuition (läuft diese Woche im Kino an).

Science

IT

Facebook meldet zwei Milliarden Nutzer

Mehr als ein Viertel aller Erdenbürger ist laut Eigenangaben des Sozialen Netzwerks bei Facebook unterwegs. Die Zahl der aktiven Nutzer des Onlinenetzwerks hat inzwischen die Marke von zwei Milliarden monatlich erreicht, wie die Vizechefin des US-Unternehmens, Naomi Gleit, gestern mitteilte.

Unter ihnen seien mehr als eine Milliarde Nutzer, die an Facebook-Gruppen teilnehmen. Rund 800 Millionen teilen den Angaben zufolge täglich per Klick auf den „Like“-Button mit, dass ihnen etwas gefällt oder sie etwas unterstützen.

Facebook plant Serien mit Hilfe von Userdaten

Das Unternehmen hat über die Jahre hinweg seine Angebote ständig ausgeweitet. Als neuestes Projekt will Facebook in die Produktion von Fernsehserien und Quizsendungen einsteigen, die dann auf der Plattform gezeigt werden sollen. Die ersten Gameshows, Reality-Formate und Miniserien sollen bereits im August an den Start gehen. Um sich einen Vorteil gegenüber Konkurrenten wie Apple und Netflix zu verschaffen, will Serienspäteinsteiger Facebook schon in der Herstellung auf die Profildaten seiner User zugreifen.

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Panorama

„Trump-Tower“ in Toronto verliert seinen Namen

In Kanada ist US-Präsident Donald Trump nicht sonderlich beliebt - und nun verliert auch noch ein nach ihm benannter Wolkenkratzer seinen Namen. Das „Trump International Hotel & Tower“ in Toronto soll nach Protesten umbenannt werden, wie die neuen Eigentümer gestern mitteilten.

Die Investmentgesellschaft JCF Capital erklärte, sie habe von Trumps Immobiliengesellschaft die Verwaltung des 65-stöckigen Gebäudes übernommen. Vor dem Hochhaus im Zentrum der größten kanadischen Stadt hatten seit dem US-Wahlkampf mehrfach Kritiker Trumps demonstriert. An der Fassade des Gebäudes prangt sein Name in Großbuchstaben.

Der 2012 eröffnete Wolkenkratzer, der von Trumps Gesellschaft lediglich vermarktet wurde, war Ende März von einem Gericht an die Investmentgesellschaft JCF Capital übertragen worden. Der vorherige Besitzer, Talon International, musste laut Berichten örtlicher Medien Konkurs anmelden.

Flammenbaum tauchte weiße Stadt Tel Aviv in rot

Japan hat die Kirschblüte, Boston den „Indian Summer“ und Tel Aviv den Flammenbaum (Delonix regia). Der Baum gedeiht zurzeit in der Küstenmetropole an fast jeder Ecke und taucht die „weiße Stadt“ in ein feuerrotes Blütenmeer.

„Niemand in Israel kann sich erinnern, wann die Feuerakazien zuletzt in einer solchen Fülle geblüht haben“, schrieb die Zeitung „Haaretz“.

„Urbanes rotes Wunder“

„Es war wohl noch nie so atemberaubend wie jetzt.“ Auf dem schicken Rothschild-Boulevard im Stadtzentrum spendet der Baum, der zu den Johannisbrotgewächsen zählt, Fußgängern und Fahrradfahrern Schatten. Das Gewächs stammt ursprünglich nicht aus der Mittelmeer-Region, sondern aus Madagaskar. „Haaretz“ beschrieb die Blütezeit als „urbanes rotes Wunder“.

1909 gegründet, ist Tel Aviv mit mehr als 4.000 Häusern weltweit die Stadt mit den meisten Gebäuden im Bauhaus-Stil. Seit 2003 gehört diese Sammlung von Häusern mit hellen schlichten Fassaden, die Tel Aviv den Titel „weiße Stadt“ beschert haben, zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im vergangenen Jahr besuchten rund drei Millionen Touristen Israel, Tel Aviv hat jährlich nach Angaben der Stadtverwaltung etwa eine Million Besucher.

Leute

Schwedischer Schauspieler Michael Nyqvist tot

Der aus den „Millennium“-Verfilmungen bekannte schwedische Schauspieler Michael Nyqvist ist gestern im Alter von 56 Jahren gestorben. Das berichteten skandinavische Medien am Abend übereinstimmend unter Berufung auf die Familie.

Michael Nyqvist

Reuters/TT News Agency/Henrik Montgomery

In den drei Verfilmungen der „Millennium“-Thriller aus der Feder von Stieg Larsson („Verblendung“, „Verdammnis“, „Vergebung“) hatte Nyqvist den Journalisten Mikael Blomqvist gespielt.

Danach spielte er auch in Hollywoodfilmen mit - meist den Bösewicht. Auch als Gegenspieler von Tom Cruise sorgte er in „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ für Furore. In seiner Heimat war der Schwede auch als Theaterschauspieler bekannt. Nach Informationen der schwedischen Zeitung „Dagens Nyheter“ war Nyqvist an Krebs erkrankt.