Ausland

IS tötet im Irak 185 gefangene Soldaten

Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben im Irak 185 Soldaten der Regierungstruppen nach ihrer Gefangennahme getötet. Unter den Opfern seien auch General Hassan Abbas Tufan, der Kommandant der Ersten Division der irakischen Streitkräfte, sowie ein Brigadekommandant und weitere Offiziere, bestätigten Sicherheitskreise heute in Bagdad.

Munition ausgegangen

Die Massenexekutionen erfolgten, nachdem die IS-Milizionäre am Vortag eine irakische Militärbasis am Tharthar-See, 70 Kilometer nördlich von Ramadi, eingenommen hatten. Den Verteidigern war die Munition ausgegangen, hieß es.

140 Soldaten und Offiziere wurden in der Militärbasis getötet. Weitere 45 Männer wurden nach Falludscha gebracht und dort getötet. Die Stadt 70 Kilometer westlich von Bagdad ist eine Hochburg des IS in der westlichen Provinz Anbar.

Ein Gutteil von Anbar wird von der Sunnitenmiliz IS beherrscht. Die Provinzhauptstadt Ramadi ist umkämpft. Die reguläre irakische Armee, die hauptsächlich aus Schiiten besteht, konnte bisher den Fall Ramadis verhindern. Im Umland scheint sie aber gegen die gut ausgerüsteten IS-Kämpfer taktisch unterlegen zu sein.

Friede in Burundi in Gefahr - Präsident will dritte Amtszeit

Der Präsident von Burundi, Pierre Nkurunziza, bewirbt sich um eine dritte Amtszeit und riskiert damit den Ausbruch neuer Gewalt in dem ostafrikanischen Land. Nkurunziza wurde heute von der Regierungspartei zum Kandidaten für die Wahl am 26. Juni gekürt. Die Opposition sieht eine weitere Amtszeit als verfassungswidrig an.

Zudem sieht sie darin einen Verstoß gegen das Abkommen, das seit Ende des Bürgerkriegs vor einem Jahrzehnt den Frieden gewährleistet hat. Der Bürgerkrieg forderte Schätzungen zufolge 300.000 Menschenleben.

Seit Monaten eindringliche Warnungen

Die internationale Gemeinschaft appelliert schon seit Monaten an Nkurunziza, keine Wiederwahl anzustreben, um den brüchigen Frieden nicht zu gefährden. „Der Präsident setzt alles auf Spiel“, warnte der Think-Tank International Crisis Group vergangene Woche. Der Versuch, sich eine dritte Amtszeit zu sichern, werde wahrscheinlich zu gewaltsamen Protesten führen.

Der Vorsitzende der Regierungspartei CNDD-FDD (Conseil National Pour la Defense de la Democratie - Forces pour la Defense de la Democratie) warnte die Opposition vor Protesten. Die frühere belgische Kolonie mit rund zehn Millionen Einwohnern gehört einem umfassenden UNO-Entwicklungsindex zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Das Land ist immer wieder von Gewalt zwischen der ethnischen Mehrheitsgruppe der Hutu und der Minderheit der Tutsi erschüttert worden.

Tausende flüchteten bereits

Bereits mehr als 12.000 Menschen, hauptsächlich Tutsis, sind nach Angaben des UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) in den vergangenen Wochen aus Angst vor Ausschreitungen bei der Wahl über die Grenze nach Ruanda geflohen. Das UNHCR befürchtet eine weitere starke Zunahme.

Das Friedensabkommen von Arusha, das den Bürgerkrieg (1993-2005) beendete, garantiert nach einem Quotensystem auch der Tutsi-Minderheit große politische Mitsprache. Nkurunziza wurde 2005 vom Parlament gewählt, 2010 in direkter Wahl vom Volk. Die Regierungspartei argumentiert, die verfassungsrechtliche Begrenzung auf zwei Amtszeiten beziehe sich nur auf die direkte Wahl.

70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus in Italien

Italien hat den 70. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und nationalsozialistischer Besetzung gefeiert. Staatspräsident Sergio Mattarella legte heute einen Kranz am Grab des Unbekannten Soldaten in Rom nieder.

Der 25. April sei ein Fest der „Freiheit für alle“ und eine „Feier der Hoffnung“ für die junge Generation, sagte Mattarella später bei einer Gedenkveranstaltung in Mailand. Der Widerstand gegen Krieg und unmenschliche Gewalt sei das „ethische Fundament“ der italienischen Nation.

Der 25. April ist in Italien Nationalfeiertag. Gefeiert werden die Kapitulation der Deutschen und das Ende der faschistischen Sozialrepublik des Diktators Benito Mussolini. An diesem Tag übernahmen die Befreiungskomitees der Partisanen im Norden des Landes offiziell die Macht. Drei Tage später, am 28. April 1945, wurden Mussolini und seine Geliebte erschossen und tags darauf an einer Tankstelle in Mailand kopfüber aufgehängt.

Erdogan verurteilt Gauck wegen Völkermord-Aussage

Nach dem Außenministerium hat auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Bezeichnung des Massakers an den Armeniern als „Völkermord“ scharf verurteilt. Erdogan wies alle Staaten zurecht, welche die Massaker im Osmanischen Reich an bis zu 1,5 Millionen Armeniern 1915 als Völkermord einstufen. Dazu gehört seit Kurzem auch Österreich, wo es eine entsprechende Erklärung aller Nationalratsklubs gab.

Russland, Frankreich und Deutschland sprach Erdogan aber namentlich an. Diese Länder sollten sich um ihre eigene Geschichte kümmern, sagte der Staatschef laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. „Zuerst müssen sie, einer nach dem anderen, die dunklen Punkte ihrer eigenen Geschichte bereinigen.“

„Kein Recht“

Das türkische Außenministerium hatte zuvor bereits Gauck scharf kritisiert, dass er von Völkermord sprach. Gauck habe „kein Recht, die türkische Nation eines Verbrechens zu beschuldigen, das sie nicht begangen hat“, teilte das türkische Außenministerium am Freitagabend in Ankara mit und warnte vor weiteren Konsequenzen. Das türkische Volk werde Gaucks Äußerungen „nicht vergessen und nicht vergeben“.

Mehr dazu in Massaker klar als Völkermord bezeichnet

Mehr als 90 Tote bei Kämpfen im Jemen

Bei Luftangriffen und Kämpfen im Süden des Jemen sind seit gestern mindestens 92 Menschen getötet worden. Allein in der Hafenstadt Aden und in der angrenzenden Provinz Lahdsch seien 46 Rebellen bei nächtlichen Luftangriffen der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition sowie bei Kämpfen mit Anhängern von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi getötet worden, verlautete heute aus Rebellenkreisen.

Ein Arzt in Aden sagte, acht Anhänger Hadis seien getötet und 32 weitere verletzt worden. Regierungsvertretern zufolge wurden zudem 38 Menschen bei Kämpfen in den südlichen Städten Daleh und Loder getötet. Die Kämpfe dauerten an.

Luftangriffe auf Präsidentenpalast

Die Luftangriffe der Koalition zielten den Rebellen zufolge auf den von den Rebellen kontrollierten Präsidentenpalast in Aden, wo der aus der Hauptstadt Sanaa vertriebene Hadi Zuflucht gesucht hatte, bevor er ins saudiarabische Exil ging.

Auch der Luftwaffenstützpunkt Al-Anad nördlich von Aden sei getroffen worden. Dieser war bis zur Evakuierung aufgrund der Kämpfe von den USA genutzt worden und wird nun von den schiitischen Rebellen kontrolliert.

Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten liefern sich seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Hadi. Saudi-Arabien steht an der Spitze einer von den USA unterstützten arabischen Militärallianz, die seit Ende März Luftangriffe gegen die Huthi-Rebellen fliegt.

Inland

Ärztearbeitszeit: Auswirkung auf Krebspatienten

Das neue Arbeitszeitgesetz für Spitalsärzte bekommen auch krebskranke Menschen in Österreich zu spüren. Maximal 48 Stunden Wochenarbeitszeit bedeuten, dass Ärzte nach einem Nachtdienst heimgehen müssen und in den Krebszentren tagsüber ausfallen. Bei der Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie spricht man davon, dass am Tag somit um ein Fünftel weniger Ärzte im Einsatz sind.

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Sport

Fußball: HSV gelingt Befreiungsschlag

Der HSV hat heute einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf der deutschen Bundesliga gefeiert. Im zweiten Spiel unter Trainer Bruno Labbadia fuhren die Hamburger gegen den FC Augsburg nach spannendem Spielverlauf den ersten Erfolg ein und gaben zugleich die rote Laterne ab. Erstmals seit dem 28. Februar und 597 Minuten traf ein Hamburger dabei wieder ins Tor. Für Stuttgart dagegen war ein Treffer von Martin Harnik für den Sieg zu wenig. Trotz 2:0-Führung musste sich der ab der 67. Minute dezimierte VfB gegen Freiburg mit einem Unentschieden begnügen.

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Fußball: Liendl trifft bei Okotie-Comeback

Nach eineinhalb Monaten Verletzungspause hat ÖFB-Teamstürmer Rubin Okotie heute sein Comeback für 1860 München gegeben. Beim 1:1 in Düsseldorf stahl ihm aber Landsmann Michael Liendl die Show, denn der Mittelfeldmann erzielte knapp nach der Pause den Ausgleich für die Fortuna. Das siebente Saisontor Liendls schmerzte Okotie und Co., denn trotz des Auswärtspunktes blieben die Sechziger in der zweiten Bundesliga in akuter Abstiegsgefahr.

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Wirtschaft

Heta-Bilanz: Verschiebung für Schelling „sauber“

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) sieht in der Verschiebung der Bilanzerstellung für die Hypo-Abbaubank Heta von vier Wochen kein Problem. Es sei ein üblicher Vorgang, der der „sauberen Abwicklung“ diene. Jedenfalls werde „kein weiteres Steuergeld direkt vom Bund in die Heta fließen“.

Schelling erklärte am Rande des EU-Finanzministerrats in Riga, bei der Asset Quality Review vor einigen Monaten sei die Bandbreite der Risiken dargestellt worden, die Zahlen hätten zwischen vier und sieben Milliarden Euro geschwankt. Jetzt bei der Bilanzerstellung sei es wichtig, den tatsächlichen Wert für die Testierung herauszufinden. „Dieser Prozess dauert, mir ist lieber, das sauber abzuwickeln.“

„Erstaunt“ über angeblichen Heta-Anleihen-Rückkauf

Angesprochen auf Berichte, wonach Kärnten Heta-Anleihen zurückkaufen sollte, sagte Schelling: „Also ganz ehrlich, mich erstaunt einigermaßen, welche Botschaften aus Kärnten kommen. Das ist mit mir nicht koordiniert. Natürlich geistert immer wieder herum, weil der Kurs der Anleihen ein relativ günstiger ist. Was alle übersehen ist, wir haben gar keinen Handlungsspielraum.“ Die Entscheidung, wie es mit Bonds weitergehe, „hat allein die FMA zu treffen“, weil die HETA unter Moratorium gestellt worden sei.

Chronik

Odenwaldschule steht vor dem Aus

Die krisengeschüttelte Odenwaldschule im deutschen Heppenheim steht vor dem Aus. Trotz aller Bemühungen sei es nicht gelungen, die Finanzierung für die nächsten Jahre zu stemmen, teilte die Schule heute mit. „Das Schuljahr wird noch zu Ende geführt“, sagte ein Sprecher.

Die Eltern wurden laut der Mitteilung informiert und müssen nunmehr entscheiden, „welche Schule für ihre Kinder zum neuen Schuljahr die richtige ist“.

Missbrauch jahrelang vertuscht

Vor fünf Jahren war an der privaten Reformschule ein jahrelang vertuschter sexueller Missbrauch von mindestens 132 Schülern bekanntgeworden. Auch deshalb ging die Zahl der Schüler spürbar zurück und damit auch Schulgeld für das Privatinternat.

Die Odenwaldschule braucht eine neue Genehmigung, weil sie nach neuen Missbrauchsverdächtigungen auf Drängen der Behörden ihre Struktur und Organisation änderte. Dafür verlangen die Aufsichtsbehörden ein schlüssiges Finanzkonzept.

„Kredit verspielt“

„Die Zeit für das neue Team war kurz, offenbar zu kurz“, teilten Leitung und Trägerverein der Schule mit. „Vor allem aber mussten wir feststellen, wie viel Kredit nicht nur bei Schülern, Eltern und Behörden, sondern wie viel Vertrauen - vor allem auch bei Banken und vielen Ehemaligen, die der Schule zum Teil seit Jahrzehnten verbunden waren - verspielt worden ist.“

Australischer Surfer verlor Bein bei Haiangriff

Ein australischer Surfer hat bei einem Haiangriff ein Bein verloren. Er befand sich nach Polizeiangaben zunächst in kritischem Zustand. Sie hätten einen sechs Meter langen Weißen Hai gesehen, berichteten andere Surfer der Zeitung „Adelaide Advertiser“ (Onlineausgabe).

Zunächst sei der 26-jährige Verletzte aus Port Lincoln in ein lokales Krankenhaus gebracht, später dann ins Royal Adelaide Hospital ausgeflogen worden, berichtete die Polizei. Der Angriff hatte sich heute Vormittag (Ortszeit) 350 Meter vor der Küste nahe Port Lincoln an einer Stelle ereignet, wo es bereits zuvor zu Zwischenfällen mit Weißen Haien gekommen war. Zu dem Zeitpunkt befanden sich mehrere Surfer im Wasser.

Religion

Science

Kultur

Crossing Europe: Russland-Fokus zeigt Licht und Schatten

Zwei hervorragende russische Filme erzählen beim Linzer Festival Crossing Europe auf sehr unterschiedliche Weise vom hohen Norden ihres Landes. Die Form einer historischen Satire benutzte Aleksei Fedorchenko in „Angels of Revolution“, als dezente Hommage an Landschaft und Bewohner gestaltete Andrei Kontschalowski „The Postman’s White Nights“.

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Losniza: Der distanzierte Blick des Beobachters

Und: Mit dem Tribute für den ukrainischen Regisseur Sergej Losniza (Loznitsa) ehrt Crossing Europe einen Künstler, der sich vor allem mit seinen präzise und distanziert beobachteten Dokumentarfilmen über die Sowjetunion, Russland und die Ukraine einen Namen gemacht hat. Sein bekanntestes Werk dürfte „Maidan“ sein.

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Song Contest

Lisa Angell zur Ehrenrettung Frankreichs

Frankreich zählt zu den erfolgreichsten Ländern in der Song-Contest-Geschichte. Seit 1956 mit dabei, konnte die „Grande Nation“ den Wettbewerb bereits fünfmal gewinnen. Der letzte Sieg im Jahr 1977 liegt allerdings schon weit zurück, und 2014 belegte Frankreich erstmals den letzten Platz. Zur Ehrenrettung soll dieses Jahr Lisa Angell mit dem Titel „N’oubliez pas“ punkten.

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Lifestyle