Ausland

US-Regierung lehnt Begnadigung von Snowden weiter ab

Die US-Regierung hat eine Begnadigung des Geheimdienstenthüllers Edward Snowden erneut abgelehnt. Eine von mehr als 167.000 Menschen unterzeichnete Petition, die Gnade für Snowden fordert, beschied das Weiße Haus heute negativ.

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter habe vertrauliche Informationen gestohlen und die Sicherheit der Vereinigten Staaten aufs Spiel gesetzt, schrieb Lisa Monaco, Anti-Terror-Beraterin von Präsident Barack Obama, in ihrer Antwort. Über das Schicksal Snowdens müsse ein Geschworenengericht in den USA entscheiden.

An geheimem Ort in Russland

Snowden „läuft vor den Folgen seines Handelns davon“ und „versteckt sich mit dem Schutz eines autoritären Regimes“, erklärte Monaco. In der Petition wurde Snowden als „Nationalheld“ bezeichnet, den Obama umgehend begnadigen sollte.

Snowden hält sich derzeit an einem geheimen Ort in Russland auf, das ihm politisches Asyl gewährte. Die US-Justiz sucht den 32-Jährigen mit einem internationalen Haftbefehl und wirft ihm unter anderem Spionage vor.

Snowden war über das Beratungsunternehmen Booz Allen Hamilton als externer Computerexperte für den US-Geheimdienst NSA tätig gewesen und hatte sich vertrauliche Informationen über die Spähprogramme von den Servern des US-Geheimdienstes herunterladen können. 2013 setzte er sich nach Hongkong ab, wo er dann die Unterlagen Medien zuspielte.

Die Enthüllungen brachten einen massiven Überwachungsapparat ans Licht: Die NSA späht demnach nicht nur im großen Stil die Telefon- und Internetkommunikation von Menschen in aller Welt aus, sondern nahm über mehrere Jahre auch Spitzenpolitiker befreundeter Staaten ins Visier.

Expertenteams bereiten in Athen Hilfsprogramm vor

Auf Expertenebene sind heute die Verhandlungen zwischen den internationalen Gläubigerinstitutionen und der Regierung in Athen über ein drittes Kreditprogramm für Griechenland geführt worden.

„Es gab keine organisatorischen Probleme, die Gespräche haben dort stattgefunden, wo sich die Vertreter der Institutionen aufhielten“, teilte das griechische Finanzministerium mit. „Mehrere Arbeitsgruppen“ hätten in „dichtem Rhythmus“ getagt. Griechische Journalisten beobachteten am Morgen, wie Experten der Europäischen Union (EU) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) die Büros des griechischen Rechnungshofs aufsuchten.

Expertengespräche bis Freitag

Für morgen wurde vom griechischen Finanzministerium die Ankunft der Missionschefs der EU, des IWF, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) angekündigt.

Der ESM wurde für das dritte Hilfsprogramm in den Kreis der Geberinstitutionen aufgenommen. EU, IWF und EZB waren bereits an den Hilfsprogrammen der Jahre 2010 und 2012 beteiligt. Die Missionschef dieser drei Institutionen hielten sich seit September 2014 nicht mehr in Athen auf.

Auf Expertenebene sollen die Verhandlungen zwischen den Institutionen und der griechischen Regierung bis Freitag abgeschlossen werden. Bis Mitte August soll die abschließende Einigung über die Sanierung des griechischen Haushalts vorliegen. Für den 20. August ist die Rückzahlung einer griechischen Kreditrate in Höhe von knapp 3,2 Milliarden Euro an die EZB vorgesehen.

Nach Einschätzung der Gläubiger benötigt das hoch verschuldete Griechenland in den kommenden drei Jahren zwischen 82 und 86 Milliarden Euro. Das neue Kreditprogramm der Euro-Länder wird voraussichtlich etwa 50 Milliarden Euro schwer sein. Der Rest soll vom IWF und von Griechenland über beschleunigte Privatisierungen kommen.

Türkei auf voller Konfrontation zu Kurden

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Friedensprozess mit den Kurden de facto für beendet erklärt: „Es ist nicht möglich, einen Lösungsprozess fortzuführen mit denjenigen, die die Einheit und Integrität der Türkei untergraben“, sagte er heute in Ankara.

Und damit nicht genug: Vor dem Hintergrund einer Neuwahldiskussion in der Türkei forderte er die Aufhebung der parlamentarischen Immunität für Politiker mit „Verbindungen zum Terrorismus“ und meinte - wohl in Richtung der zuletzt bei der Wahl erfolgreichen prokurdischen Parlamentspartei HDP -, er würde ungern ganze „Parteien schließen“ müssen.

Mehr dazu in PKK-Friedensangebot abgelehnt?

Grenzstreit: Slowenien beschickt Schiedsgericht neu

Slowenien hält am Schiedsverfahren zur Lösung des slowenisch-kroatischen Grenzstreits fest, obwohl Kroatien seinen Rückzug aus dem Verfahren angekündigt hat. Die Regierung in Ljubljana bestellte heute den Präsidenten des Internationalen Gerichtshofes (IGH) in Den Haag, Ronny Abraham, zu seinem neuen, national bestimmten Richter im fünfköpfigen Schiedsgericht.

„Alle Hürden wurden beseitigt, damit das Schiedsgericht ungestört weiterarbeiten kann“, sagte der slowenische Regierungschef Miro Cerar laut Medienberichten. Der französische Völkerrechtsexperte Abraham ersetzt den bisherigen slowenischen Vertreter Jernej Sekolec. Dieser war vergangene Woche nach einem Abhörskandal um seine Indiskretionen gegenüber der slowenischen Seite zurückgetreten.

Kroatien will aussteigen

Der bisherige slowenische Richter wurde in abgehörten Telefonaten dabei ertappt, wie er der slowenischen Seite geheime Informationen aus dem Schlichtungsverfahren preisgab. Kroatien wirft deshalb Slowenien vor, dass es das Schiedsverfahren beeinflussen wollte.

Kroatien will den Skandal nutzen, um aus dem Schiedsverfahren auszusteigen. Die kroatische Regierung kündigte an, das im Jahr 2009 vereinbarte Abkommen mit Slowenien zum Schiedsverfahren auflösen zu wollen: Der Prozess sei durch den Skandal „vergiftet“ worden. Eine Entscheidung soll diese Woche fallen. Slowenien vertritt die Position, dass ein Ausstieg aus dem Schiedsverfahren gar nicht möglich sei.

Niederlande: Universität entließ angeblichen Spion

Die Technische Universität in Eindhoven hat im vergangenen Jahr einen russischen Wissenschaftler wegen Spionageverdachts fristlos entlassen. Das teilte die Universität heute mit.

Der niederländische Geheimdienst AIVD hatte die Universität nach einem Tipp des deutschen Verfassungsschutzes darüber informiert, dass der Wissenschaftler ein Sicherheitsrisiko sei.

Nachdem das Außenministerium seine Aufenthaltsgenehmigung zurückgezogen hatte, war der Mann nach Russland zurückgekehrt, teilte der AIVD mit. Die Spezialgebiete des Mannes waren nach Informationen der Universität Quantenoptik und Nanophotonik. Dabei geht es um Grundlagenforschung etwa zur Entwicklung von ultraschnellen Computern.

Der deutsche Verfassungsschutz sei dem Mann zufällig bei der Beobachtung eines russischen Diplomaten auf die Spur gekommen, hatte zuvor das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet. Er hatte dem Blatt zufolge von 2009 bis 2011 jeweils für mehrere Monate am Max-Planck-Institut im bayerischen Erlangen geforscht. Im Juli 2014 sei er in Düsseldorf verhört worden. Gegenüber dem „Spiegel“ bestritt er die Vorwürfe.

UNO verurteilt Todesstrafe für Gaddafi-Sohn

UNO-Organisationen haben die Todesstrafe eines libyschen Gerichts gegen den Sohn des 2011 gestürzten Diktators Muammar al-Gaddafi kritisiert. In dem Prozess gegen Saif al-Islam al-Gaddafi und weitere Angeklagte seien anerkannte Rechtsnormen verletzt worden, erklärte die Sprecherin des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte in Genf, Ravina Shamdasani.

Das Gericht in Tripolis habe die individuelle Schuld der Angeklagten nicht hinreichend nachgewiesen. Zudem habe es ernsthafte Probleme hinsichtlich des Zugangs zu Verteidigern gegeben.

Auch die Verfolgung von mutmaßlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit dürfe nur durch faire Strafverfahren und Prozesse geschehen, in denen die Rechte der Angeklagten respektiert werden, sagte Shamdasani. Ähnlich äußerte sich der Leiter der Menschenrechtsabteilung der UNO-Unterstützungsmission in Libyen (UNSMIL), Claudio Cordone.

Prozessteilnahme per Videoschaltung

Saif al-Islam erschien aus Sicherheitsgründen niemals persönlich vor den Richtern, sondern nahm zeitweise per Videoschaltung an den Verhandlungen teil. Er wird seit seiner Gefangennahme Ende 2011 in der westlibyschen Stadt al-Sintan festgehalten. Kurz zuvor war sein Vater mit 69 Jahren in seiner Heimatstadt Sirte von Rebellen erschossen worden.

Neben Saif al-Islam wurden auch Gaddafis letzter Ministerpräsident Al-Baghdadi al-Mahmudi sowie der ehemalige Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi zum Tode verurteilt. Alle drei sollen 2011 zur Tötung friedlicher Demonstranten aufgerufen haben. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Saif al-Islam al-Gaddafi hatte ab den 1990er Jahren teilweise in Österreich gelebt und in Wien studiert. Er unterhielt unter anderem enge Beziehungen zum damaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und zu FPÖ-Funktionären.

Inland

Asyl: Ministerien verstärken Kampf gegen Schlepper

Das Innen- und das Justizministerium verstärken ihren Kampf gegen die Schlepperei. Ein „Fünfpunkteplan“ sieht etwa verstärkte Grenzkontrollen zu Ungarn, eine Aufstockung der Ermittlungsteams, Strafverschärfungen gegen Schlepper sowie eine Spezialisierung von Staatsanwälten vor, bestätigten die Ressorts einen Bericht der „Kronen Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe) gegenüber der APA.

Mehr Kontrollen an den Grenzen

Seitens des Innenministeriums werden derzeit mit den Amtskollegen im Nachbarland Gespräche betreffend einer lückenlosen Kontrolle sämtlicher internationaler Züge, die aus Ungarn kommen, geführt.

Die Kontrollen sollen gemeinsam mit der ungarischen Polizei in den Zügen ab Budapest sowie direkt an den infrage kommenden ungarischen Bahnhöfen stattfinden. Eine Weiterfahrt der illegalen Personen nach Österreich soll damit verhindert werden, hieß es aus dem Innenministerium.

Auch in den Grenzbezirken an der österreichisch-ungarischen Grenze soll künftig verstärkt kontrolliert werden, um Schlepper aus dem Verkehr zu ziehen. Die Ermittlungsteams im Bereich Menschenhandel und Schlepperei im Bundeskriminalamt will das Ressort zudem aufstocken.

Gesetze sollen verschärft werden

Das Justizministerium plant wiederum gesetzliche Verschärfungen der Strafbestimmungen gegen Schlepper sowie die Einrichtung spezialisierter Staatsanwälte im Bereich des Schlepperwesens. Die Polizei solle künftig noch mehr in die Arbeit der Anklagebehörde eingebunden werden.

„Wir haben bereits wirksame Maßnahmen, aber es braucht weitere Verschärfungen“, kommentierte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Pläne der beiden Ressorts. Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) sprach ebenfalls davon, „den Kampf gegen das Schlepperunwesen auch weiter zu optimieren“.

Arbeitslose: Zumutbarkeit laut Hundstorfer kein Problem

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) sieht in den Zumutbarkeitsbestimmungen für das Arbeitslosengeld kein zentrales Problem. Diese seien zwar „permanent Thema, auch im Verwaltungsrat des AMS“, hieß es heute aus seinem Büro zur APA.

Änderungen bei den Zumutbarkeitsbestimmungen, was die Bezahlung betrifft, werde der SPÖ-Minister aber nicht akzeptieren, hieß es weiters. Eine „Unterentlohnung“ komme nicht infrage. Hundstorfer wies auch die Kritik von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) zurück, dass die Arbeitsmarktmaßnahmen nicht treffsicher genug seien. Es gebe sehr wohl Erfolge.

Bis zu 2,5 Stunden Wegzeit möglich

Was die zuletzt von Schelling angesprochene Wegzeit betreffe, würden ohnehin schon bis zu zweieinhalb Stunden gelten. Im Gesetz stehen zwar maximal zwei Stunden an zumutbarer Hin- und Rückfahrt, doch sind in bestimmten Fällen auch längere Wegzeiten möglich, verwies man im Ministerium auf die geltende Rechtslage. Auch eine Beschäftigung außerhalb des Wohnortes sei zumutbar, wenn etwa am Arbeitsplatz eine Unterkunft bereitsteht.

Das „Drehen“ an diesen Bestimmungen sei also ein ständiger Prozess, „löst aber kein wirkliches Problem“. Das bestehe nämlich im schwachen Wirtschaftswachstum und der mangelhaften Qualifikation der Arbeitssuchenden. Rund die Hälfte von ihnen habe keinen höheren Abschluss als die Pflichtschule vorzuweisen.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid kritisierte in einer Aussendung das „Schlechtreden von Arbeitslosengeld und Mindestsicherung“. Die ÖVP führe hier eine „unwürdige Neiddebatte“, was „Menschen in Notsituationen“ verunsichere.

„Sommergespräch“: Strolz beklagt Versagen in Asylpolitik

NEOS-Chef Matthias Strolz hat sich gestern als erster Parteichef im Wiener Ringturm den Fragen im ORF-„Sommergespräch“ mit Hans Bürger gestellt. Einen bedeutenden Platz nahm dabei das Asylthema ein: Strolz beklagte ein „Managementversagen“ der Politik und ordnete den Landeshauptleuten eine „ganz ungute Rolle“ zu.

Doch es gab auch andere Themen: Besprochen wurden die wechselhafte Präsenz seiner Partei und seine persönliche Rolle - sowie die spezielle Bedeutung einer John-F.-Kennedy-Statue.

Mehr dazu in „Regierungskommissär“ für Asylagenden

FPÖ Tirol lässt Wahlkampfabrechnung prüfen

Die Causa um Vorwürfe der angeblichen illegalen Parteienfinanzierung gegen die FPÖ erreicht nun auch die Tiroler Freiheitlichen. Landesparteiobmann Markus Abwerzger will die gesamten Abrechnungen der Landespartei aus dem Landtagswahlkampf 2013 prüfen lassen.

Mehr dazu in tirol.ORF.at (tirol.orf.at

Dubiose FPÖ-Geldflüsse über „Zunkunftskonto“

Unterdessen wurden heute neue Details in der Causa bekannt: So sollen Gelder für die Partei auf einem „Zukunftskonto“ geparkt worden sein, angemeldet auf einen Mitarbeiter des früheren FPÖ-Politikers Uwe Scheuch.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Wirtschaft

Brasiliens Atomkonzern in Korruptionsskandal verwickelt

Im Zuge des landesweiten Korruptionsskandals hat die brasilianische Polizei den Atomkonzern des Landes ins Visier genommen. Der bisherige Präsident von Eletronuclear, Othon Luiz Pinheiro da Silva, sei heute festgenommen worden, wie mehrere Medien unter Berufung auf die Bundespolizei berichteten. Er hatte sein Amt schon seit April ruhen lassen müssen.

Es gehe um Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe und Versuche zur Beschleunigung der Bauarbeiten beim Reaktor Angra 3. Die Anlage soll der dritte brasilianischen Reaktor werden. Das 1.405-Megawatt-Projekt wird am Standort von Angra 1 und Angra 2 rund 190 Kilometer südwestlich von Rio gebaut.

Ausweitung der Ermittlungen

Mit der Ausweitung der Ermittlungen wurde die 16. Phase der Operation Lava Jato eingeleitet. Im Zentrum stehen der Ölkonzern Petrobras und führende Baufirmen. Mehrere Unternehmensbosse wurden zuvor bereits festgenommen.

Bei dem Skandal soll es um ein Volumen von mindestens 3,7 Milliarden US-Dollar (3,4 Mrd. Euro) gehen - über einen Zeitraum von rund zehn Jahren. Auch viele Politiker des fünftgrößten Landes der Welt sollen bestochen worden sein, um Einfluss auf bestimmte Auftragsvergaben zu nehmen.

Großbritannien will kein Schwarzgeld in Immobilienmarkt

Großbritannien will Geldwäschern und Kriminellen den Weg zum Immobilienmarkt versperren. Sie sollen sich künftig nicht mehr hinter einer Strohfirma mit Sitz im Ausland verstecken können, wenn sie ein Haus in London kaufen, wie Premierminister David Cameron heute ankündigte.

„Wir wissen, dass einige Luxusimmobilien, besonders in London, von Ausländern über anonyme Strohfirmen erworben wurden, einige davon mit gestohlenem oder gewaschenen Geld“, sagte Cameron bei einem Besuch in Singapur. „Es gibt keinen Platz für Schwarzgeld in Großbritannien.“

Firmen sollen in Register erfasst werden

Nach Camerons Angaben gehören Immobilien im Wert von 122 Milliarden Pfund ausländischen Firmenhüllen. Nun soll ein Register mit Details zu diesen Firmen aufgebaut werden. Die Antikorruptionsorganisation Global Witness begrüßte das Vorhaben. Eine höhere Transparenz könnte Kriminelle davon abhalten, ihr Geld in Großbritannien zu verstecken, sagte Global-Witness-Experte Robert Palmer.

Häuser und Wohnungen in London gehören zu den teuersten weltweit, zudem können Ausländer vergleichsweise einfach Wohnimmobilien erwerben. Das macht Londoner Häuser zu einem beliebten Objekt, um Schwarzgeld wertstabil verstecken zu können.

Zypern will Halloumi-Käse schützen - in zwei Sprachen

Trotz aller Streitigkeiten wollen der Norden und der Süden Zyperns bei der Vermarktung von lokalem Käse zusammenarbeiten. Halloumi (Griechisch) bzw. Hellim (Türkisch) wird seit Langem auf Zypern hergestellt, vor allem aus Schafs- und Ziegenmilch. Das traditionelle Produkt wollen die Erzeuger nun von der EU schützen lassen.

Die Brüsseler EU-Kommission veröffentlichte heute den Antrag auf Anerkennung als „geschützte Ursprungsbezeichnung“. Das bedeutet, dass das Produkt nach bestimmten Verfahren in einem bestimmten Gebiet erzeugt, verarbeitet und hergestellt worden sein muss.

Regelung bis zur Wiedervereinigung

Der Vorgang hat nicht allein kulinarische und wirtschaftliche Bedeutung. „Dieser Schritt zeigt den Willen beider Gemeinschaften auf Zypern, gemeinsam an Projekten zu arbeiten, die die gesamte Insel vereinen“, kommentierte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. „Halloumi/Hellim-Käse symbolisiert das gemeinsame Erbe der Insel Zypern.“

Ein unabhängiges Zertifizierungsunternehmen soll die Halloumi-Hersteller auf der gesamten Insel kontrollieren. Die Regelungen stellen laut EU-Kommission eine Übergangslösung bis zur erhofften Wiedervereinigung der Insel dar. Bevor der Schutz überhaupt erteilt werden kann, haben Kritiker noch einige Monate Zeit zum Widerspruch.

Zypern ist seit 1974 geteilt in einen griechisch-zypriotischen und einen türkisch-zypriotischen Teil. Die gesamte Inselrepublik ist seit 2004 Mitglied der EU. Das EU-Recht und -Regelwerk gilt jedoch - solange es keine Lösung gibt - im türkisch-zypriotischen Norden nicht. Die Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt. Beide Seiten führen intensive Gespräche zur Überwindung der Teilung.

Novomatic wird größter Casinos-Eigner

Der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic wird zum größten Eigentümer der Casinos Austria AG (CasAG). Nach auf den Weg gebrachten Anteilskäufen am Wochenende gibt auch die Uniqa-Versicherung ihre Beteiligung an den Casinos an Novomatic ab.

Somit wandert ein weiterer bedeutender Anteil zu Novomatic. Der Glücksspielkonzern hat damit die Republik, die über die Beteiligungsholding ÖBIB ein Drittel an der CasAG hält, übertrumpft.

Mehr dazu in Konzern hält nun gesamt 39,54 Prozent

Italien will Strafen gegen „Agro-Mafia“ verschärfen

Italien will die Strafen gegen die in der Landwirtschaft und auf dem Ernährungssektor tätige „Agro-Mafia“ verschärfen. In das italienische Strafbuch soll erstmals das Vergehen der „Agro-Piraterie“ aufgenommen werden. Die Strafen für Personen, die Lebensmittel „verramschen“, werden verschärft.

Damit sollen die Produktion von Plagiaten im Lebensmittelbereich, falsche Etikettierungen, Pantschereien sowie Betrug mit Lebensmitteln garantierter Herkunft strenger bestraft und die Gesundheit der Verbraucher besser geschützt werden, geht aus dem Plan des Landwirtschaftsministerium hervor. Ziel sei es, die „Agro-Mafia“ aktiver zu bekämpfen, die laut dem Agrarverband Coldiretti jährlich einen Umsatz von 15,4 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Geschäft mit Lebensmittelplagiaten floriert

Im Italien floriert das illegale Geschäft mit Lebensmittelplagiaten. Vor allem nachgemachte Markenprodukte boomen, sowohl in Italien als auch im Ausland. Die legale italienische Nahrungsmittelindustrie erwirtschaftet jährlich 24 Milliarden Euro.

Laut Coldiretti wächst die Macht der Mafia auch in der Gastronomie. In Italien sind schätzungsweise rund 5.000 Lokale und Restaurants in der Hand des organisierten Verbrechens, überwiegend über Strohmänner.

Der Verband der Lebensmittelindustrie, Federalimentare, drängt auf die Einrichtung eines Fonds mit Hilfe der Regierung, um Unternehmer beim rechtlichen Schutz ihrer Marken im Ausland zu unterstützen. Viele Kleinbetriebe hätten wegen bürokratischer Hürden Schwierigkeiten, sich im Ausland zu verteidigen. Sie seien machtlos gegen die Plagiate. Gegen die zunehmende Produktpiraterie fordert Italien auch die Hilfe der EU.

Sport

Champions League: Malmö sieht „Bullen“ unter Druck

Vor einem Jahr hat Malmö FF im Play-off den Traum von Red Bull Salzburg vom erstmaligen Einzug in die Gruppenphase der Champions League beendet. Heuer wartet der „Sargnagel“ schon in der dritten Qualifikationsrunde auf die „Bullen“.

Die Schweden sind vor dem morgigen Hinspiel (19.00 Uhr, live in ORF eins) nicht nur aufgrund des Vorjahres motiviert. „Sie haben Druck, vielleicht sogar mehr als vergangenes Jahr“, sagte Malmö-Coach Aage Hareide. Der Norweger hat aber so wie Salzburg viele neue Gesichter im Kader.

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Beachvolleyball-EM: Gelungener Auftakt für ÖVV-Damen

Österreichs Beachvolleyball-Damen haben heute für einen gelungenen Auftakt bei der Heim-EM in Klagenfurt gesorgt. Von den vier ÖVV-Duos durften sich drei über einen Sieg freuen.

Vor allem die größten Hoffnungsträgerinnen Stefanie Schwaiger/Barbara Hansel freuten sich über einen glatten Erfolg. „Ich hatte am Anfang schon weiche Knie, aber wir sind super gestartet und haben gut gespielt“, war Hansel über den guten Start erleichtert.

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Formel 1: Vettel macht es wieder spannend

Mit seinem ersten Sieg auf dem Hungaroring hat Sebastian Vettel nicht nur seine persönliche Erfolgsbilanz aufgebessert, sondern auch der Formel-1-WM wieder mehr Brisanz verliehen.

Während das bisher so souveräne Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg in Ungarn schwächelte, zeigte Vettel eine fehlerlose Vorstellung. Damit kann er der zweiten Saisonhälfte nach der Sommerpause durchaus zuversichtlich entgegensehen.

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Chronik

Zwei Verletzte nach Schüssen vor Hotel in Barcelona

Ein Bewaffneter hat in der Innenstadt von Barcelona mehrere Schüsse abgegeben und dabei einen Menschen verletzt. Der Zwischenfall habe sich heute Nachmittag vor einem Hotel nahe der berühmten Flaniermeile Ramblas ereignet, berichtete die Nachrichtenagentur Efe unter Berufung auf die Polizei.

Eines der Opfer sei von Schüssen getroffen und in ein Krankenhaus gebracht worden, berichteten Medien unter Berufung auf die Polizei. Die zweite Person habe sich an einer Glastür nur leicht verletzt, als sie ins Hotelinnere geflüchtet sei. Der oder die Täter seien zunächst unerkannt entkommen, hieß es.

Zur Identität der beiden Opfer wurden zunächst keine Angaben bekannt. Die Polizei teilte mit, sie fahnde vorerst nur nach einem Schützen. Die Zeitung „La Vanguardia“ berichtete online, einige Augenzeugen hätten mindestens zwei maskierte Angreifer gesehen. Einige versicherten, der Zwischenfall sei von einer „Diskussion“ im Inneren des Hotels ausgelöst worden. Es war auch von einem Entführungsversuch die Rede.

Viele Tote bei Brand in Möbelfabrik in Kairo

Bei einem Brand in einer Möbelfabrik im Norden Kairos sind nach Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums mindestens 24 Menschen gestorben. Zudem seien 24 weitere verletzt worden, sagte ein Sprecher der Behörde heute. Berichten zufolge sind die meisten Opfer Arbeiter in der Fabrik. Zunächst war von 19 Todesopfern die Rede.

Der Großbrand in der Stadt Obur einige Kilometer nordöstlich des Kairoer Flughafens sei durch die Explosion einer Gasflasche verursacht worden, berichtete die staatliche Zeitung „Al-Ahram“ (Onlineausgabe). Hubschrauber der Armee würden eingesetzt, um die Flammen in der Fabrik am Rande der ägyptischen Hauptstadt zu löschen, hieß es weiter.

Keine gültige Sicherheitslizenz

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur MENA wurde das Feuer am Nachmittag erstickt. Unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete die Agentur zudem, dass die Fabrik keine gültige Sicherheitslizenz besessen habe.

Wegen der mangelhaften Sicherheitsstandards in Ägypten in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, Unglücken und Bränden. Vor etwa einer Woche waren bei dem Zusammenstoß von einem Ausflugsboot und einem Lastkahn auf dem Nil mehr als 30 Menschen gestorben. Vergangenes Jahr war in Kairo ein sechsstöckiges Haus in sich zusammengestürzt.

Religion

Opferfest in Nepal künftig ohne Massenschlachtungen

Aufgrund des wachsenden Protests von Tierschützern wollen die Behörden in Nepal ein jahrhundertealtes Opferfest beenden, bei dem alle fünf Jahre Tausende Büffel, Ziegen, Geflügel und Nagetiere geschlachtet werden.

„Wir haben beschlossen, den Brauch komplett zu stoppen“, sagte heute der Sekretär der Verwaltung des Gadhimai-Tempels, Motilai Prasad. Beim jüngsten Opferfest für Gadhimai, die hinduistische Göttin der Macht, waren im vergangenen November rund 200.000 Tiere geköpft worden.

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Gesundheit

West-Nil-Fieber soll meldepflichtig werden

Laborbestätigte Erkrankungs- und Todesfälle am West-Nil-Fieber werden künftig meldepflichtig. Das soll eine von Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) heute in Begutachtung geschickte Verordnung sicherstellen.

Demnach müssen Labors bestätigte Fälle in Zukunft automatisch an die Bezirksverwaltungsbehörden melden. Die Verordnung soll noch im Sommer in Kraft treten.

Das West-Nil-Fieber wird vom West-Nil-Virus ausgelöst und über Gelsen übertragen. Infiziert werden können Menschen sowie verschiedenste Vogelarten und Säugetiere. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist äußerst selten. In Österreich wurde 2014 ein humaner WNV-Fall verzeichnet, Virusnachweise aus Blutproben gab es aber auch schon vorher.

Meist keine Krankheitszeichen

80 Prozent der infizierten Menschen zeigen keine Krankheitszeichen, sind jedoch Träger des Virus. Bei 20 Prozent der Infektionen zeigt sich ein symptomatischer Verlauf, meist in Form eines grippalen Infekts. Weniger als ein Prozent der Ansteckungen laufen unter Beteiligung des zentralen Nervensystems ab, dann können Meningitis, Enzephalitis und Lähmungen auftreten.

Bei schweren Verläufen ist meist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus mit Infusionen, Beatmungsunterstützung und Pflege erforderlich. Die Letalität bei Patienten mit einem solchen neuroinvasiven Krankheitsbild liegt zwischen vier und 14 Prozent, bei über 70-Jährigen kann sie 15 bis 29 Prozent betragen.

Science

Eisverlust in Arktis bringt Sibirien mehr Schnee

Der Verlust von Meereis in der Arktis führt zu größeren Schneefällen im südlichen Sibirien. Denn das eisfreie Wasser erwärmt sich und nimmt vermehrt Feuchtigkeit auf, was in der Atmosphäre die Bildung von Stürmen begünstigt. In Sibirien gehen diese im Herbst und Winter als Schnee nieder.

Forscher fanden einen Zusammenhang zwischen der Eisbedeckung in der Barents- und der Karasee und den Schneehöhen in Russland, heißt es im Fachjournal „Environmental Research Letters“ von den Wissenschaftlern um Martin Wegmann und Stefan Brönnimann vom Oeschger Zentrum für Klimaforschung der Schweizer Universität Bern. Sie untersuchten Daten von 820 Messstationen in Russland seit den 1970er Jahren.

Eis beeinflusst Klima direkt

In Jahren mit wenig Meereis kam es laut den Daten zu größeren Schneefällen und Schneestürmen in Südsibirien. Die Wissenschaftler konnten auch nachweisen, dass zumindest ein Teil der Feuchtigkeit hierzu aus offenen arktischen Gewässern stammte. Auf einen schneereichen Herbst folgte den Resultaten zufolge im Winter eine kalte Hochdrucklage in Eurasien.

„Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig das arktische Klima für die südlicheren Breiten ist“, schreiben die Autoren. Seit Beginn der Satellitenmessungen 1980 hat die Ausdehnung des Meereises im Sommer in der Arktis um zehn Prozent abgenommen.

Extrem seltenes Nördliches Breitmaulnashorn verendet

Eines der letzten Nördlichen Breitmaulnashörner der Welt ist in einem tschechischen Zoo verendet. „Es ist ein schwer zu beschreibender Verlust“, sagte der Leiter des Tierparks in Dvur Kralove, Premysl Rabas, heute.

Nördliches Breitmaulnashorn im Zoo von San Diego

Public Domain

Die Nashornkuh Nabire sei im Alter von 31 Jahren an einer geplatzten Zyste verendet. Damit gebe es weltweit nur noch vier Tiere dieser Unterart. Drei von ihnen leben im Ol-Pejeta-Reservat in Kenia und eines im Zoo von San Diego.

Das Nördliche Breitmaulnashorn gilt als seltenstes Großsäugetier der Welt und als unmittelbar vom Aussterben bedroht. Es war ursprünglich in einem Gebiet vom Kongo über Uganda und den Sudan bis hinein in den Tschad verbreitet. Der Bestand des Südlichen Breitmaulnashorns ist hingegen nach Angaben der Umweltorganisation WWF nach Schutzmaßnahmen inzwischen wieder auf über 20.400 Tiere gewachsen.

Kultur

Erfinder des modernen Schlagzeugstocks tot

Der Erfinder moderner Schlagzeugstöcke, Vic Firth, ist tot. Wie die nach ihm benannte Firma gestern in den USA mitteilte, starb er im Alter von 85 Jahren. Seine „grenzenlose Leidenschaft für die Musik beeinflusste alle seine Entscheidungen“, hieß es in einer Erklärung.

Everett "Vic" Firth, 2002

APA/AP/The Boston Globe/Lane Turner

Firth stammte aus dem US-Bundesstaat Massachusetts und spielte als Perkussionist beim Boston Symphony Orchestra. Weil er mit den damals verwendeten Trommelstöcken und Schlägeln nicht zufrieden war, baute er kurzerhand seine eigenen.

„Es war nicht nur die Qualität der Schlagzeugstöcke, es war die fehlende Auswahl“, erinnerte er sich später. Für die Klangqualität sei die Form der Stöcke aber enorm wichtig. Schon kleinste Veränderungen im Herstellungsprozess könnten das Ergebnis stark beeinflussen.

1963 gründete Firth seine eigene Firma. Die von ihm produzierten Stöcke und Schlägel werden mittlerweile von Musikern auf der ganzen Welt genutzt. 2010 fusionierte das Unternehmen mit dem Beckenhersteller Zildjian.

„Gefühlt Mitte Zwanzig“: Ben Stiller in der Krise

Soll man Kinder haben oder nicht? Was hat man bereits erreicht im Leben und was könnte man noch erreichen? Wie steht es um die eigene Selbstverwirklichung? Mit fundamentalen Fragen des Daseins wird im Film „Gefühlt Mitte Zwanzig“ ein Paar Mitte 40 in New York konfrontiert. Daraus hat der aus Brooklyn stammende Regisseur Noah Baumbach, bekannt durch Filme wie „Greenberg“ und „Frances Ha“ eine anregende Komödie gemacht. In den Hauptrollen sind Ben Stiller und Naomi Watts zu sehen.

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