Ausland

Experten erreichen Flugzeugabsturzstelle in Ostukraine

Nach mehrtägigen erfolglosen Versuchen sind internationale Experten heute zum Absturzort von Flug MH17 in der Ostukraine vorgedrungen. Fachleute aus den Niederlanden und aus Australien seien auf dem Trümmerfeld, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) heute mit.

Die Niederlande leiten die internationale Untersuchung des Absturzes, bei dem am 17. Juli alle 298 Insassen umkamen. Die meisten von ihnen waren Niederländer. Es wird vermutet, dass prorussische Separatisten die Maschine abgeschossen haben.

In den vergangenen Tagen hatten heftige Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Separatisten den Zugang zu der Absturzstelle verhindert. Die ukrainische Armee hatte ihre Kampfhandlungen heute auf Bitten von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon für einen Tag eingestellt. Auch Experten der russischen Luftfahrtbehörde waren auf dem Weg an die Absturzstelle.

Russland-Sanktionen offiziell beschlossen

Die EU-Staaten haben den Wirtschaftssanktionen der EU gegen Russland laut Diplomaten beute offiziell zugestimmt. Die 28 Staats- und Regierungschefs hätten zuvor im schriftlichen Umlaufverfahren grünes Licht gegeben.

Die neuen Sanktionen erschweren den Zugang russischer Banken zu den Kapitalmärkten der EU, beinhalten ein Waffenembargo, ein Ausfuhrverbot für sowohl zivil als auch militärisch nutzbare Güter an die russischen Streitkräfte und einen Lieferstopp für Spezialgeräte zur Erdölförderung. Das Paket war bereits am Dienstag von den EU-Botschaftern vereinbart worden. Auch die USA beschlossen neue Wirtschaftssanktionen.

„Starke Warnung“

Das beschlossene Sanktionspaket sei eine „starke Warnung“ an Russland, betonte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in einer Aussendung. „Im Europa des 21. Jahrhunderts kann die illegale Annexion von Territorium und die absichtliche Destabilisierung eines souveränen Nachbarstaates nicht akzeptiert werden.“

Wenn eine „außer Kontrolle“ geratene Gewaltspirale auch zur Tötung von 300 unschuldigen Flugpassagieren führe, „braucht es eine dringliche und entschlossene Antwort“, sagte Van Rompuy mit Blick auf den Absturz einer malaysischen Jets über der umkämpften Ostukraine vor zwei Wochen.

Ukraine führt Kriegssteuer ein

Die Ukraine hat eine Kriegsabgabe von 1,5 Prozent auf alle steuerpflichtigen Privateinkommen im Land eingeführt. Vorerst ist sie bis 1. Jänner 2015 befristet. Das Parlament in Kiew fasste heute einen entsprechenden Beschluss.

Jazenjuk bleibt doch im Amt

Gleichzeitig lehnte das Parlament ein Rücktrittsgesuch von Regierungschef Arseni Jazenjuk ab und sprach ihm das Vertrauen aus. Der Regierungschef hatte seinen Rücktrittswunsch mit seinem Ärger über die Arbeit des Parlaments begründet. Mit seinem Rücktritt habe er darauf hinweisen wollen, dass das „Parlament es ablehnt, die ukrainischen Streitkräfte zu unterstützen, dass das Parlament es ablehnt, Krieg zu führen und wirklich um den Osten zu kämpfen, dass das Parlament denen keine Steuern auferlegen will, die diese Abgaben leisten können“, sagte Jazenjuk. Es bezog sich damit auf die nun eingeführte Kriegssteuer.

Offensive für einen Tag eingestellt

Die Ukraine stellt ihre Offensive gegen die prorussischen Separatisten im Osten des Landes laut eigener Ankündigung für einen Tag ein. Man sei einer Bitte von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon nachgekommen, um internationalen Ermittlern den Zugang zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs zu ermöglichen, hieß es heute.

„Der Generalstab der Anti-Terror-Operation hat entschieden, einen ‚Tag des Schweigens‘ und eine Einstellung der Kämpfe anzuordnen“, sagte ein Armeesprecher. In der weißrussischen Hauptstadt Minsk sollte noch heute ein Treffen zwischen Vertretern der ukrainischen Regierung und den prorussischen Separatisten stattfinden.

Türkische Wahllokale in Deutschland geöffnet

Rund 1,4 Millionen Türken in Deutschland können seit heute ihre Stimme für die türkische Präsidentschaftswahl abgeben. In der Früh öffneten Wahllokale in sieben Städten, darunter im Berliner Olympiastadion.

Noch bis Sonntag können türkische Staatsbürger dort jeweils von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr wählen. Es ist das erste Mal, dass auch sie an einer Wahl in der Türkei teilnehmen können, ohne dorthin reisen zu müssen.

Wahllokale in mehreren Bundesländern

Im Berliner Olympiastadion wurden eigens 51 VIP-Logen als Wahlräume für 140.000 Türken in der Region angemietet. Weitere Wahllokale gibt es in Hannover (Niedersachsen), Düsseldorf, Essen (beide Nordrhein-Westfalen), Frankfurt/Main (Hessen), München (Bayern) und Karlsruhe (Baden-Württemberg).

In der Türkei findet die Wahl am 10. August statt. Mit Spannung wird erwartet, ob der derzeitige islamisch-konservative Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan (AKP) sich dabei bereits im ersten Wahlgang durchsetzen kann und neues Staatsoberhaupt wird.

US-Republikaner wollen Obama vor Gericht stellen

Das von den Republikanern dominierte US-Repräsentantenhaus hat dafür gestimmt, Präsident Barack Obama vor Gericht zu stellen. Die Kongresskammer votierte für eine Resolution, in der Obama die Überschreitung seiner Amtsbefugnisse bei der Umsetzung der von den Republikanern erbittert bekämpften Gesundheitsreform vorgeworfen wird. 225 Abgeordnete stimmen für die Resolution, 201 dagegen. Alle Abgeordneten der Demokraten votierten gegen den Entwurf.

Obama habe seine Amtsbefugnisse überschritten, und es liege in der Verantwortung des Repräsentantenhauses, die „Verfassung zu verteidigen“, sagte der republikanische Vorsitzende der Kammer, John Boehner, vor der Abstimmung. Ein Ziel der Republikaner dürfte sein, mit der Resolution vor den Kongresswahlen im November um Stimmen zu werben.

Vorstufe zum Amtsenthebungsverfahren?

Die Republikaner werfen Obama schon seit längerem vor, angesichts der Blockade zwischen dem mehrheitlich republikanischen Abgeordnetenhaus und dem von den Demokraten beherrschten Senat, im Stile eines Monarchen mittels Dekreten am Kongress vorbeizuregieren. Die Demokraten vermuten, dass die Republikaner ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten anstreben könnten.

Die Spitzen der Republikaner wiesen den Vorwurf, auf Obamas Amtsenthebung abzuzielen, zuletzt jedoch vehement zurück. Obama gab sich am Abend unbeeindruckt vom juristischen Säbelrasseln der Opposition: „Statt gegen mich zu klagen, weil ich meine Arbeit mache, will ich, dass der Kongress seine Arbeit erledigt, und das Leben der Amerikaner, die sie gewählt haben, ein bisschen besser macht“, forderte er.

Inland

Grüne für „Exempel“ gegen Häuserspekulanten

Nach dem aufwendigen Polizeieinsatz zur Räumung eines besetzten Hauses in Wien kann sich die Wiener SPÖ Regressansprüche an den Hauseigentümer vorstellen. Der grüne Gemeinderat Christoph Chorherr will generell gegen Häuserspekulanten vorgehen, die die Mieter hinausekeln wollen, wie das etwa bei dem Haus der Fall war. Möglich sein soll das über einen Passus im Mietrechtsgesetz.

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Asyl: OÖ schafft Übergangslösung für Notunterbringung

Für die Notunterbringung von Asylwerbern wird in OÖ eine Übergangslösung geschaffen: In der kommenden Woche sollen 100 Personen aus Erstaufnahmezentren des Bundes übernommen und bis Ferienende in Internaten von Landesfachschulen untergebracht.

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In Traiskirchen keine Entlastung in Sicht

Im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen in Niederösterreich befinden sich 900 Asylwerber mehr, als erlaubt sind. Laut Innenministerium kommen täglich 100 neue Flüchtlinge nach Österreich. Eine rasche Entlastung der Erstaufnahmestelle scheint deshalb unwahrscheinlich.

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Fischer unterschrieb umstrittenen Hypo-Schuldenschnitt

Bundespräsident Heinz Fischer hat „nach intensiver Prüfung“ heute das umstrittene Hypo-Sondergesetz für einen Schuldenschnitt unterzeichnet.

Die Präsidentschaftskanzlei teilte mit, dass Fischer das Gesetz mit dem ehemaligen Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs und jetzigen Berater in der Präsidentschaftskanzlei, Ludwig Adamovich, geprüft habe.

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Richter wehren sich gegen „unsachliche Kritik“ an Justiz

Manche Kritik an Entscheidungen der Justiz, etwa an dem Urteil gegen Josef S., geht den Standesvertretern der Richter zu weit. Man könne nicht aus einer „unpopulären Entscheidung“ auf mangelhafte Richterausbildung oder -auswahl schließen. Sachlichkeit und Äquidistanz seien Grundpfeiler der Justiz, „sie könnten auch dem öffentlichen Diskurs nicht schaden“, schreiben sie in einem Offenen Brief.

Dass der deutsche Anti-Akademikerball-Demonstrant Josef S. in erster Instanz wegen Landfriedensbruchs, versuchter schwerer Körperverletzung und schwerer Sachbeschädigung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt wurde, wurde von vielen Seiten kritisiert. Im „Standard“ wurde der Justiz vorgehalten, in „Angepasstheit und Korpsgeist“ nach dem Motto „Härte gegen Taschendiebe, Glacehandschuhe bei Promis“ zu agieren, ein „Rekrutierungsproblem“ konstatiert und dem Justizminister eine bessere Personalauswahl empfohlen. Auch die „Presse“ setzte sich kritisch mit der „Qualität des Personals“ und mangelnder Aus- und Weiterbildung auseinander.

„Zunehmend unerträglich“

„Das kann man nicht vermischen“, meinte der Präsident der Richtervereinigung, Werner Zinkl, im Gespräch mit der APA. Aus einem Urteil, „das einem nicht gefällt“ - und das noch gar nicht rechtskräftig ist -, könne man nicht solche Vorwürfe ableiten.

Sehr scharfe Worte fand der frühere Strafrechtssektionschef im Justizministerium und jetzige Präsident der Österreichischen Juristenkommission, Roland Miklau, in einem Gastkommentar im „Standard“ mit dem Titel „Unerträgliche Berichterstattung“. Er empfinde „die einseitige und oberflächlich verzerrte Berichterstattung über diesen Fall zunehmend unerträglich“, hielt er fest.

Debatte über abgewiesenen Schadenersatz für Tierschützer

Für Kritik in der Öffentlichkeit hatte jüngst auch ein zweiter Rechtsentscheid gesorgt. Das Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien hat die Schadenersatzklage des Tierschützers Martin Balluch gegen die Republik abgewiesen. Begründet wurde die Abweisung der Klage unter anderem mit Verjährung. Verfassungsrechtsexperte Bernd Christian Funk spricht von einem „unerträglichen rechtsstaatlichen Defizit“.

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Weiter keine Abtreibungen in Tirol und Vorarlberg

In Tirol und Vorarlberg wird es auch in Zukunft keine Abtreibungen in öffentlichen Spitälern geben. Eine Forderung von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) nach flächendeckendem Angebot - also auch in Tirol und Vorarlberg - haben die Krankenanstaltenverbände abgelehnt. Die Diskussion darüber wird durchaus emotional geführt.

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Niessl will National- und Bundesrat verkleinern

Ein neuerlicher Vorstoß zur Verkleinerung des Parlaments kommt vom burgenländischen Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ). In der aktuellen Ausgabe des Magazins „News“ tritt er dafür ein, dass Nationalrat und Bundesrat gemeinsam 200 Mandatare haben sollten. Auch die Bundesregierung will er verkleinern.

Neben einer Reduzierung von National- und Bundesrat fordert der burgenländische Landeshauptmann auch eine bessere Aufteilung zwischen den beiden Kammern des Parlaments. „Der Bundesrat sollte in wichtigen Bereichen, wo es um das Leben und Überleben der Länder und Gemeinden geht, wie etwa im Finanzausgleich, ein Vetorecht haben.“

Für die Bundesregierung konstatiert Niessl: „Wir haben zu viele Minister und Staatssekretäre. Da sollte man durchaus diskutieren, welche Ministerien sinnvollerweise zusammengelegt werden könnten. Die Regierung muss sich eine Höchstgrenze setzen, wie viele Minister und Staatssekretäre es geben soll.“

Wirtschaft

Rekordverlust für Krisenbank Espirito Santo

Die angeschlagene portugiesische Bank Espirito Santo (BES) hat im ersten Halbjahr einen Milliardenverlust erwirtschaftet. Wie das Institut heute mitteilte, beläuft sich dieser auf 3,57 Mrd. Euro. Im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres hatte das Minus „nur“ rund 237 Mio. Euro betragen.

Die Halbjahreszahlen 2014 sind der höchste jemals von einer portugiesischen Bank verzeichnete Verlust. Laut Bankchef Vitor Bento ist eine Kapitalerhöhung notwendig. Die Aktie brach nach Bekanntgabe des Ergebnisses um mehr als die Hälfte ein.

Einige Unregelmäßigkeiten

Ende Mai waren Unregelmäßigkeiten bei der Dachholding Espirito Santo International (ESI) bekanntgeworden. Sie soll Verluste in Höhe von 1,3 Mrd. Euro verschleiert haben. Zu ESI gehört die Investmentgesellschaft Rioforte, die wiederum 49 Prozent am Kapital der Espirito Santo Financial Group (ESFG) hält. ESFG ist mit 20,1 Prozent der größte Anteilseigner bei der BES, der führenden Privatbank in Portugal.

Nach den Holdings ESI und Rioforte beantragte am vergangenen Donnerstag mit der Espirito Santo Financial Group (ESFG) eine weitere Holding der Gruppe Gläubigerschutz. Außerdem leitete die portugiesische Justiz Ermittlungen gegen den früheren BES-Chef und Firmenpatriarchen Ricardo Salgado wegen des Verdachts auf Betrug, Vertrauensmissbrauch, Fälschung und Geldwäsche ein.

Russland zu Yukos-Entschädigung verurteilt

Russland muss den ehemaligen Aktionären des im Jahr 2007 zerschlagenen russischen Erdölkonzerns Yukos insgesamt fast 1,866 Mrd. Euro Entschädigung zahlen. Das entschied heute der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR).

Frühere Eigentümer wollten 71 Mrd. Euro

Die in London ansässigen Rechtsvertreter der Yukos Oil Company hatten nach Angaben des Straßburger Gerichts zuletzt knapp 38 Mrd. Euro gefordert. Die früheren Eigentümer wollten sogar eine Entschädigung von rund 71 Mrd. Euro. Sie warfen Russland eine unrechtmäßige Zwangsenteignung zur eigenen Bereicherung vor.

Der Gerichtshof in Straßburg hatte bereits 2011 über das russische Steuerverfahren gegen Yukos geurteilt und das Vorgehen als insgesamt rechtens angesehen. Über die Schadenersatzforderung wollte das Gericht damals aber nicht entscheiden, um eine mögliche Einigung zwischen Yukos und der russischen Regierung abzuwarten.

Fertigsnacks viel teurer als Jausenbrote

Gefüllte Weckerl, belegte Brote, Becher mit geschnittenem Obst, fertige Salate - Bäckereien und Supermärkte haben ein breites Angebot an Snacks für die Mittagspause. Die Anbieter lassen sich die mundgerechte Zubereitung allerdings teuer bezahlen, hat eine Preiserhebung der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) ergeben.

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Russland verbietet Saft aus Ukraine

Inmitten wachsender Spannungen zwischen Moskau und Kiew hat Russland nun auch einen sofortigen Importstopp für ukrainische Säfte verhängt. Die Aufschrift auf dem Etikett der Getränke entspreche nicht den Vorschriften, teilte die Agraraufsicht in Moskau heute laut der Agentur Interfax mit.

Russland hatte bereits unter anderem die Einfuhr von Milchprodukten, Fischkonserven und Schokolade eingeschränkt. Die Ukraine wirft Russland politische Motive vor, um der wirtschaftlich schwachen Ex-Sowjetrepublik zu schaden. Für die Ukraine war Russland bisher ein wichtiger Exportpartner. 2013 gingen etwa 24 Prozent aller Ausfuhren dorthin.

Auch polnisches Obst plötzlich illegal

Die russische Agraraufsicht kritisierte zudem die Qualität von Trockenmilch aus Lettland. Hier seien gefährliche Bakterien entdeckt worden. Auch in Fleischlieferungen aus Polen hätten Experten Mikroorganismen gefunden, hieß es. In beiden Fällen wurde zunächst aber kein Verbot ausgesprochen.

Russland hatte gestern für Obst und Gemüse aus Polen „wegen Verstößen gegen die Lebensmittelsicherheit“ einen Importstopp verfügt. Kommentatoren sehen die Handelsblockade auch als Reaktion auf Polens Politik in der Ukraine-Krise. Polen gilt - etwa wie Lettland - als wichtiger Partner der prowestlichen Regierung in Kiew.

Rückstellungen halbieren AUA-Betriebsgewinn

Die Austrian Airlines (AUA) hat im zweiten Quartal 2014 nun doch Rückstellungen für den Kollektivvertragsrechtsstreit mit dem Bordpersonal gebildet. Wie hoch der Millionenbetrag genau ist, wurde heute zunächst nicht mitgeteilt. Der operative Quartalsgewinn sank von 21 Mio. Euro im Vorjahr auf zehn Mio. Euro.

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Erste Group mit 1,033 Mrd. Euro Quartalsverlust

Die börsennotierte Erste Group hat einen großen Teil der Wertberichtigungen und Abschreibungen im Osten, die heuer unter dem Strich einen Nettoverlust von 1,4 bis 1,6 Mrd. Euro erwarten lassen, bereits in das zweite Quartal hineingepackt. Der Verlust im zweiten Quartal belief sich damit auf 1,033 Mrd. Euro.

Im ersten Quartal 2014 hatte es noch einen Gewinn von netto 103 Mio. Euro gegeben. Im ersten Halbjahr summierte sich der Verlust auf 929,7 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 302 Mio. Euro Gewinn). Schuld an dem massiven Fehlbetrag sind riesige Wertberichtigungen auf Kredite in Ungarn und Rumänien, ebenso eine neuerliche Abschreibung auf die Rumänien-Tochter.

Bankchef Andreas Treichl erläuterte heute Vormittag Details. In einer Mitteilung in der Früh verteidigte er die Entscheidung, das Portfolio an faulen Krediten beschleunigt zu bereinigen. Trotz des Nettoverlusts habe sich die Kernkapitalquote verbessert.

Sport

Europa League: St. Pölten heiß auf PSV Eindhoven

Am Montag hat sich St. Pölten in der Ersten Liga vor rund 700 Zuschauern in Kapfenberg noch zu einem Remis gemüht. Knapp 72 Stunden später steht für die Niederösterreicher heute (19.00 Uhr, live in ORF eins) im mit 35.000 Zuschauern gefüllten Philips-Stadion gegen PSV Eindhoven das Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde der Europa League auf dem Programm. „Es ist ein Traum, gegen PSV Eindhoven zu spielen“, freut sich Mittelfeldspieler Dominik Hofbauer. Auch Teamkollege Marcel Holzmann freut sich auf das Erlebnis, gegen den niederländischen Topverein anzutreten, „zu verlieren“ habe man ohnehin nichts.

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Europa League: Grödig hofft auf nächsten Streich

Nach dem erfolgreichen Auftakt gegen Cukaricki Belgrad will der SV Grödig heute (21.05 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) nachlegen und im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde der Europa League auch gegen Zimbru Chisinau bestehen - an Selbstbewusstsein mangelt es den Salzburgern vor dem Duell gegen den moldawischen Cupsieger in der Red-Bull-Arena nicht. „Wir glauben alle, dass wir eine Runde weiterkommen können“, sagte Manager Christian Haas. Trainer Michael Baur weiß auch, wie - sein Rezept: Geduld und Fehlervermeidung.

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Fußball: Janko heuert in Australien an

ÖFB-Stürmer Marc Janko hat nach wochenlanger Ungewissheit einen neuen Arbeitgeber gefunden. Der 31-Jährige heuerte in Australien bei Sydney FC an, wie der Club in der Nacht auf heute bestätigte. In Sydney soll Janko in die großen Fußstapfen des italienischen Altstars Alessandro Del Piero treten, der Australien nach zwei Saisonen wieder den Rücken kehrte. Janko hatte seinen Vertrag mit Trabzonspor in der türkischen Liga vor wenigen Wochen aus eigenen Stücken aufgelöst. Bei den Australiern unterzeichnete der Wiener vorerst für eine Saison.

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Chronik

Über 150 Tote nach Erdrutsch in Indien befürchtet

Nach einem verheerenden Erdrutsch in Indien ist die Zahl der aus den Schlamm- und Geröllmassen geborgenen Toten auf 19 gestiegen. Ein Behördenmitarbeiter rechnete gestern mit rund 140 weiteren Toten, da in dem Dorf im westindischen Bundesstaat Maharashtra schätzungsweise 44 Häuser unter den Erdmassen begraben worden seien.

Ein wegen des anhaltenden Regens aufgeweichter Hang hatte sich gestern Früh von einem Hügel gelöst und war auf das Dorf Malin niedergegangen, während die meisten Bewohner noch schliefen. Die Behörden entsandten nach eigenen Angaben mehr als 370 Bergungskräfte und 30 Krankenwagen in das entlegene Dorf, doch behinderten verschüttete Straßen und anhaltender Regen die Arbeiten.

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Zahlreiche Tote im Vorjahr

Während der Regenzeit werden in Indien immer wieder Häuser unter Erdrutschen begraben oder stürzen in sich zusammen. Auch in den Himalaja-Staaten Himachal Pradesh und Uttarakhand hatte es infolge des Monsuns in den vergangenen Tagen mehrere Erdrutsche gegeben. Im vergangenen Jahr waren während der Regenzeit in Uttarakhand fast 6.000 Pilger, Touristen und Einwohner durch Überschwemmungen und Erdrutsche ums Leben gekommen.

Norweger fangen mehr Wale als je zuvor

Norwegische Walfänger haben in dieser Saison schon so viele Tiere getötet wie nie zuvor seit Wiederaufnahme der Jagd vor über 20 Jahren. „Bis jetzt sind wir in diesem Jahr bei 682 Tieren“, sagte Arvid Johansen von Norwegens Rafisklag, der Vertriebsorganisation der Fischer, der Zeitung „Lofotposten“ heute. „Es ist komisch, dass da so eine Dynamik im Walfang ist.“

Die bisher höchste Zahl aus dem Jahr 2003 hatte 647 betragen. „Es sind noch ein paar Boote draußen, und ich glaube, dass wir die 700 überschreiten werden, bis die Saison vorbei ist“, sagte Johansen. Die Quote für Norwegens Walfänger liegt bei 1.286 Tieren.

Japaner töten 115 Tiere

Auch Japan macht weiter Jagd auf Wale: Rund vier Monate nach einem Grundsatzurteil zum Walfangverbot für die Antarktis wurden wieder Tiere getötet. Die japanische Walfangflotte habe 115 Tiere im Pazifik erlegt, teilte die japanische Fischereibehörde diese Woche mit. Der Fang umfasse 90 Seiwale und 25 Brydewale.

Es war die zweite Waljagd seit dem Urteil des Internationalen Gerichtshof (IGH) im März. Damals hatte der IGH einer Klage Australiens stattgegeben und gegen Japan geurteilt. Dieses führt für seinen Walfang seit jeher „wissenschaftliche“ Gründe ins Spiel, macht dabei aber keinen Hehl daraus, dass das Fleisch der Tiere kommerziellen Zwecken zugeführt wird.

30 Kilo Elfenbein auf Frankfurter Flughafen entdeckt

Bei einem Reisenden haben Zollfahnder am Flughafen im deutschen Frankfurt am Main drei zersägte Stoßzähne entdeckt. Das in elf Einzelstücke geteilte Elfenbein wog rund 30 Kilogramm, wie das Zollfahndungsamt heute mitteilte. Der 26-jährige mutmaßliche Kurier, bei dem auch 1,5 Gramm der Droge Crystal Meth gefunden wurden, sitzt in Untersuchungshaft.

Das Elfenbein wurde bereits am 8. Juni beschlagnahmt. Aus ermittlungstaktischen Gründen sei aber zunächst nicht darüber berichtet worden, hieß es. Der Beschuldigte habe angegeben, von dem Elfenbein nichts gewusst zu haben. Die Herkunft der Stoßzähne sowie der beabsichtige Verwendungszweck seien noch unklar.

Gaunerpärchen prellte 81-jährige Klagenfurterin

Ein Betrugsfall unter besonders dreisten Umständen wurde der Polizei in Klagenfurt gemeldet. Einer 81 Jahre alten Pensionistin wurden von einem Gaunerpärchen unter einem Vorwand 1.500 Euro herausgelockt. Das Betrügerpärchen tischte dem Opfer dabei eine dubiose Geschichte auf.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Burgenland fördert Netze zur Abwehr von Staren

Die Weinbauern im Seewinkel im Burgenland haben seit einigen Jahren mit immer größer werdenden Schwärmen von Staren zu kämpfen. Winzer aus drei Seewinkler Gemeinden bekommen jetzt finanzielle Unterstützung im Kampf gegen die gefräßigen Tiere.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Kein Sechser bei Lotto „6 aus 45“

Bei der gestrigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat es keinen Sechser gegeben. Es sind 771.166,30 Euro im Topf.

Bei der aktuellen Ziehung wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

7 20 27 30 38 42/ Zusatzzahl 16

Beim Joker wartet in der nächsten Runde ein Doppeljackpot.

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

6 1 0 2 3 9

Alle Angaben ohne Gewähr

Gesundheit

Sierra Leone erklärt wegen Ebola Notstand

Wegen der sich ausbreitenden Ebola-Epidemie hat Sierra Leones Präsident Ernest Bai Koroma den nationalen Notstand erklärt. Das Virus stelle sein Land vor „außerordentliche Herausforderungen“, sagte er heute in einer vom Fernsehen übertragenen Rede an die Nation.

Der nationale Notstand ermögliche es, eine „robustere Strategie“ im Umgang mit der tödlichen Krankheit zu verfolgen. Mit einer Reihe von Maßnahmen will Koroma nach eigenen Angaben die Krankheit in seinem Land stärker als bisher bekämpfen. Von dem Virus betroffene Gebiete sollen unter Quarantäne gestellt, alle öffentlichen Zusammenkünfte untersagt werden. In den Brennpunktgebieten sollen alle Häuser nach Patienten oder Bewohnern mit verdächtigen Symptomen durchsucht werden. Die Maßnahmen gelten zunächst für 60 bis 90 Tage.

Liberia schließt Schulen

Das Nachbarland Liberia verfügte die vorübergehende Schließung aller Schulen. Die Maßnahme gelte, bis das Bildungsministerium neue Anweisungen erteile, sagte Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf. Bis auf Weiteres geschlossen würden auch alle Märkte in Grenzregionen. Außerdem sollen alle abkömmlichen Staatsbediensteten in 30-tägigen Zwangsurlaub gehen.

Neben weiteren Maßnahmen erklärte Sirleaf ferner den Freitag zu einem arbeitsfreien Tag. Dann sollten alle öffentlichen Einrichtungen desinfiziert werden. Die Epidemie war im März in Guinea ausgebrochen und hatte sich schnell nach Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Es ist die erste Ebola-Epidemie in Westafrika und die schwerste bisher registrierte. Mehr als 1.200 Menschen wurden nach WHO-Angaben bisher infiziert, mehr als 670 von ihnen starben. Betroffenen sind Guinea, Liberia und Sierra Leone, hinzu kommt ein erster Todesfall in Nigeria. Das Ebola-Virus löst hämorrhagisches Fieber aus, das in einer Vielzahl von Fällen zum Tod führen kann. Medikamente dagegen gibt es nicht.

IT

Facebook startet Gratisdienste in Afrika

Facebook setzt seinen Plan für Gratiszugang zu Onlinediensten in Afrika um. Als Erste können Handynutzer in Sambia über eine neue App kostenlos auf mehrere Dienste zugreifen.

Darunter ist Facebook selbst, sein Kurznachrichtendienst Messenger, das Onlinelexikon Wikipedia sowie die Google-Suche und lokale Dienste für Gesundheitsinformationen. Die Anwendung gibt es zunächst nur für Kunden des Mobilfunkbetreibers Airtel, die ein Android-Smartphones haben. Das Angebot solle mit der Zeit ausgeweitet werden, kündigte Facebook am an. Es ist Teil der Facebook-Initiative Internet.org.

Facebook und Google haben als Ziel ausgegeben, Milliarden neuer Nutzer in Entwicklungsländern online zu bringen. Dabei geht es auch darum, neue Kunden zu gewinnen. In der „Dritten Welt“ sind Datendienste für viele Menschen zu teuer. Facebook setzt deswegen auf den kostenlosen Zugang zu populären Diensten über die neue App.

CIA warnt vor Angriff der Kühlschränke

Smarte Kühlschränke, smarte Autos, smarte Glühbirnen, smarte Toaster - kein Gerät im Haushalt und des täglichen Gebrauchs, das die Industrie nicht mit mehr oder weniger Eigenhirn ausstatten und so „intelligent“ machen möchte. Doch die damit einhergehende Vernetzung der Geräte birgt viele Gefahren.

Der US-Geheimdienst CIA warnt nun davor, die Sicherheit zu vernachlässigen. Denn die Anbindung an das Internet mache immer mehr Geräte und Systeme anfällig für Hacker und Sicherheitslücken. Als Beispiel nennt die CIA Zombiekühlschränke als Spamschleudern sowie hackbare Glühbirnen. Doch auch Autos konnten bereits ferngesteuert werden.

Mehr dazu in Die Gefahren der totalen Vernetzung

Science

Kultur

„Forbidden Zone“: Kriegsgedenken goes Multimediagewitter

Weiter geht es mit Krieg bei den Salzburger Festspielen: Auch die zweite Premiere des Schauspielprogramms gestern Abend war dem Gedenkjahr gewidmet. Die Britin Katie Mitchell versuchte mit ihrer Uraufführung „Forbidden Zone“ auf der Perner-Insel in Hallein, der weiblichen Rolle und Perspektive in den Weltkriegen nachzuspüren. Das Publikum darf dabei live beobachten, wie sie dazu einen Film dreht - und bekommt, neben einer Kameramannchoreografie, auch das fertige Ergebnis gleich zu sehen.

Mehr dazu in news.ORF.at/festspielhighlights

US-Dokumentarfilmer Robert Drew gestorben

Der US-Dokumentarfilmer Robert Drew ist tot. Der Filmemacher, der als Pionier des sogenannten Direct Cinema galt, starb gestern im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in Connecticut. Er prägte vor allem den politischen Dokumentarfilm der 60er und 70er Jahre. Sein persönlicher Stil wurde quasi zum Stil eines ganzes Genres, der noch heute als Standard gilt.

Drew, der im Zweiten Weltkrieg als Kampfpilot in Italien nach einem Abschuss drei Monate hinter den feindlichen Linien überlebte, hatte in den 1960er Jahren eine Kamera und ein Mikrofon entwickelt, die kleiner und leichter zu handhaben waren als frühere Geräte und ihm damit einen direkteren Zugang zum Gegenstand seiner Filme erlaubten.

Von JFK bis Jane Fonda

Drews erster Dokumentarfilm „Primary“ (1960) war über den Wahlkampf des demokratischen Präsidentschaftskandidaten John F. Kennedy im Bundesstaat Wisconsin. In „Crisis: Behind a Presidential Commitment“ (1963) setzte er sich mit der Entscheidung Kennedys auseinander, den Zugang schwarzer Kinder zu den Schulen zu unterstützen, die bis dahin den Weißen vorbehalten waren. Für seinen Film „Man Who Dances“ über den New Yorker Ballett-Tänzer Edward Villela gewann er 1969 einen Emmy Award.

Drew beschäftigte sich auch in seinen anderen Filmen mit Stars und Politik. So drehte er 1960 „Yanki No!“ über den wachsenden Antiamerikanismus in Lateinamerika und „The Chair“ (1963) über einen Anwalt, der die Hinrichtung seines Mandanten auf dem elektrischen Stuhl verhindern wollte. In „Jane“ zeichnete er 1962 den Aufstieg der Schauspilerin Jane Fonda nach. Insgesamt drehte Drew mehr als 100 Filme im Genre des Direct Cinema, das sich um einen unmittelbareren Zugang zur Realität bemühte.