Ausland

Ultimatum: Nervenkrieg um IS-Geiseln

Der Nervenkrieg um das Leben eines japanischen Journalisten und eines jordanischen Kampfpiloten, die sich in den Händes der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befinden, spitzt sich zu. In einer neuen Audiobotschaft forderte der IS heute erneut die Freilassung der sich in jordanischer Gefangenschaft befindlichen Terroristin Sadschida al-Rischawi - sonst werde der jordanische Pilot getötet.

Rischawi soll offenbar gegen den Japaner ausgetauscht werden. Der IS stellte ein neues Ultimatum: Rischawi müsse an der Grenze zur Türkei spätestens zu Sonnenuntergang in der vom IS beherrschten nordirakischen Stadt Mossul bereitstehen.

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PEGIDA vor der Spaltung: Ex-Vorstände mit neuen Plänen

Nach heftigen internen Zerwürfnissen und dem Rückzug der halben Führungsriege steht das islamfeindliche deutsche PEGIDA-Bündnis vor der Spaltung. Ehemalige Mitglieder des Organisationsteams um die bisherige Sprecherin Kathrin Oertel planen offenbar die Gründung eines neuen Bündnisses.

Direkte Demokratie neu im Fokus

„Wir positionieren uns gerade neu“, sagte Bernd-Volker Lincke heute der dpa. Derzeit arbeite er gemeinsam mit Oertel an der Ausrichtung und Inhalten. Asylpolitik solle in den Hintergrund rücken, stattdessen solle es künftig stärker um Themen wie innere Sicherheit und direkte Demokratie gehen.

Die „Sächsische Zeitung“ berichtete, dass als Name für ein neues Bündnis die Bezeichnung „Bewegung für direkte Demokratie in Europa“ im Gespräch sei. Laut Lincke sollen die neuen Positionen noch vor dem 9. Februar vorgestellt werden - für den Tag hat das PEGIDA-Bündnis auf seiner Facebook-Seite wieder eine Kundgebung in Dresden angekündigt, nachdem die Kundgebung für Montag abgesagt wurde.

Sprecherin Oertel hatte gestern, nur eine Woche nach dem Rücktritt des PEGIDA-Mitbegründers Lutz Bachmann, ihr Amt niedergelegt. Mit ihr zogen sich weitere Mitglieder aus dem Team zurück - darunter auch Lincke.

EU will Dschihadisten an Ein- und Ausreise hindern

Im Anti-Terror-Kampf können die EU-Staaten künftig potenzielle Dschihadisten mit europäischem Pass leichter an der Ein- und Ausreise aus der EU hindern. Die EU-Kommission beschloss heute entsprechende Änderungen an der europaweiten Fahndungsdatenbank Schengener Informationssystem (SIS).

Somit seien vermehrte Kontrollen und ein schnellerer Datenaustausch über Terrorverdächtige möglich, teilte die EU-Behörde in Brüssel mit. Fahnder könnten dann die Pässe von Verdächtigen noch an der Grenze entwerten und diese festnehmen. Auf diese Weise wollen die EU-Staaten gewaltbereite Europäer, die sich etwa der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien anschließen wollen, am Reisen hindern.

Nach Terror wächst Datenhunger der EU

Die EU-Kommission wagt zur Terrorbekämpfung einen neuen Anlauf für ein einheitliches Fluggastdatensystem. Das geht aus einem Papier der Kommission hervor, das die britische Bürgerrechtsbewegung Statewatch gestern im Internet veröffentlichte.

42 Datensätze sollen von allen Fluggästen, die nach oder von Europa aus fliegen, gespeichert werden. Diese sollen bis zu fünf Jahre lang gespeichert und den Sicherheitskräften zur Verfügung stehen. Die EU-Innenminister drängten auf eine rasche Umsetzung des Vorschlags. Wiederstand kommt aus dem EU-Parlament, das die Umsetzung derartiger Pläne vor zwei Jahren schon einmal mehrheitlich verhinderte.

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AI: Saudischem Blogger droht durch Auspeitschung Lähmung

Dem saudi-arabischen Blogger Raif Badawi drohen nach Angaben von Amnesty International (AI) gesundheitliche Langzeitschäden, falls er seine Reststrafe von 950 Stockhieben verbüßen muss.

Das könne dauerhafte Lähmungen und psychische Schäden verursachen, gaben Mediziner in einem heute von der Menschenrechtsorganisation veröffentlichten Bericht zu bedenken.

„Je mehr Schläge aufeinanderfolgen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich Wunden öffnen“, sagte Juliet Cohen, Ärztin bei der britischen Medizinervereinigung „Freedom from Torture“, in dem Amnesty-Bericht. Die offene Haut sorge nicht nur für erheblich höhere Schmerzen, sie vergrößere auch die Gefahr von Infektionen. Auch die Wundheilung verzögere sich dadurch zunehmend.

Auspeitschung zuletzt ausgesetzt

Badawi war im Mai vergangenen Jahres zu zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe und insgesamt 1.000 Stockschlägen verurteilt worden, weil er im Internet den Islam beleidigt haben soll. Die ersten 50 Schläge erhielt er vor drei Wochen in Dschidda. Danach setzte die Vollzugsbehörde die Prügelstrafe zweimal aus „gesundheitlichen Gründen“ aus. Morgen könnten neue Schläge folgen.

Die Strafe war international kritisiert worden. In Österreich war sie Auslöser für eine intensive Diskussion über die Zukunft des König-Abdullah-Zentrums für Interreligiösen Dialog in Wien. Das Zentrum hatte sich geweigert, die Bestrafung Badawis zu kritisieren.

F: Polizei verhört Achtjährigen wegen radikaler Äußerungen

Ein achtjähriger Bub ist in Frankreich von der Polizei befragt worden, weil er nach dem Anschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ in seiner Schule mit radikalen Äußerungen aufgefallen war. Der Bub wurde gestern in einem Kommissariat der südfranzösischen Stadt Nizza eine halbe Stunde lang vernommen, wie Polizeichef Marcel Authier sagte.

Bub wollte Schweigeminute für Terroropfer nicht einhalten

Der Bub hatte sich zunächst geweigert, am Tag nach dem „Charlie Hebdo“-Anschlag vor rund drei Wochen an seiner Schule eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer einzuhalten. Seinem Lehrer zufolge äußerte er zudem Solidaritätsbekundungen mit den islamistischen Attentätern, die beim Angriff auf „Charlie Hebdo“ zwölf Menschen getötet hatten.

„Angesichts des derzeitigen Kontextes hat der Schuldirektor entschieden, die Polizei zu informieren“, sagte Authier. „Wir haben das Kind und seinen Vater vorgeladen, um zu verstehen, wie ein achtjähriger Bub so radikale Äußerungen von sich geben kann.“ Der Bub habe aber „offenbar nicht verstanden, was er selbst gesagt hat“, betonte der Polizeichef. „Wir wissen nicht, wo er solche Äußerungen hernimmt.“

Das „Kollektiv gegen Islamfeindlichkeit in Frankreich“ kritisierte das Vorgehen der Behörden scharf. „Der Vater und sein Sohn sind zutiefst schockiert über eine solche Behandlung, die die kollektive Hysterie aufzeigt, in die Frankreich seit Anfang Jänner verfallen ist.“

Kiew motiviert Soldaten mit „Abschussprämien“

Im Kampf gegen die prorussischen Separatisten in der Ostukraine hat die prowestliche Regierung in Kiew „Abschussprämien“ für ihre Soldaten eingeführt. Einem heute veröffentlichten Beschluss zufolge zahlt der Staat für ein vernichtetes Fahrzeug der Aufständischen umgerechnet 600 Euro.

Zerstörte Panzer werden mit 2.400 Euro belohnt, und für ein abgeschossenes Kampfflugzeug soll es 6.000 Euro geben. Zusätzlich will die Regierung den Soldaten für jeden Tag im Kampfeinsatz 50 Euro zahlen. Armeeangehörige klagen jedoch oft darüber, dass der finanziell angeschlagene Staat ihnen den Sold schuldet.

Im Bürgerkriegsgebiet berichteten die Konfliktparteien erneut von gegenseitigem Beschuss. Nach Darstellung der Separatisten gab es Tote und Verletzte. Vor allem bei dem Verkehrsknotenpunkt Debalzewo nordöstlich der Großstadt Donezk gebe es heftige Gefechte, sagte Separatistenführer Eduard Bassurin der Agentur Interfax. Das Militär in Kiew warf den Aufständischen Dutzende Angriffe auf Soldaten vor.

Französisches Parlament erkennt Tieren Gefühle zu

Tiere haben Gefühle - in Frankreich hat das jetzt auch die Nationalversammlung endgültig klargestellt. Im Zuge einer Gesetzesreform wurde gestern Abend im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert, dass Tiere „mit Empfindsamkeit ausgestattete lebende Wesen sind“. Bisher wurden Tiere in dem Gesetzbuch, dem 1804 unter Napoleon erarbeiteten Code Civil, als „bewegliche Sache“ betrachtet.

Die Maßnahme hat aber in erster Linie symbolischen Charakter, denn im französischen Strafrecht wie in den Landwirtschaftsgesetzen werden Tiere bereits als „lebende und empfindsame Wesen“ angesehen. Das Bürgerliche Gesetzbuch wurde dem lediglich angepasst.

Trotzdem gab es in der Nationalversammlung teils erbitterte Debatten über die Änderung. Konservative Abgeordnete stellten sich auf die Seite von Viehzüchtern, die befürchten, die neue Formulierung könnte ihre Arbeit infrage stellen. Tierschützer kritisieren dagegen, dass es keinerlei konkrete Auswirkungen auf das Leben von Tieren geben werde.

Inland

Steuern: Schelling rechnet mit planmäßigem Abschluss

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) ist zuversichtlich, dass die in Verhandlung stehende Steuerreform planmäßig kommen wird.

„Es wird sich ausgehen“, zeigte sich der Ressortchef heute nach einem Arbeitsgespräch mit dem Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) im Landhaus Bregenz vor Medienvertretern optimistisch. Die Regierung will die Steuerreform ja am 17. März vorstellen.

Schelling bekräftigte zudem, dass es zur Gegenfinanzierung des Reformvolumens sicher „keine Vermögens- und Schenkungssteuer“ geben werde. „Ich bleibe dabei“, sagte der Finanzminister und erinnerte an seine Marschrichtung, Entlastungen durch die Steuerreform nicht nur über neue Einnahmen, sondern ebenso auch ausgabenseitig abzusichern.

Zudem gehe er davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum entgegen düsteren Prognosen positiver entwickeln werde, was den Spielraum für die Steuerreform ebenfalls vergrößern werde.

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Druck auf SPÖ-Spitze durch Niessl und Voves

Bei den neuen Wünschen der SPÖ-Landeshauptleute Hans Niessl und Franz Voves nach Strenge gegenüber „integrationsunwilligen“ Migranten geht es nicht mehr nur um den burgenländischen und steirischen Wahlkampf: Beide werfen Andersdenkenden in ihrer Partei Feigheit vor.

Die SPÖ habe bei Migrationsproblemen jahrelang weggeschaut, sagte etwa Voves. Niessl sprach im ORF-„Report“ von der SPÖ-Vorgabe, dass man über Integrationsprobleme „nicht reden sollte“. Der Druck auf die SPÖ-Spitze in der neuen Debatte steigt damit. Die Frage ist allerdings, ob Niessl und Voves ihre Positionen nicht am Wahlabend bereuen.

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Wirtschaft

Vor Rezession: Schweiz sucht Wege aus Franken-Krise

Nach der Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB), den Franken freizugeben, bleibt in der Schweizer Wirtschaft kein Stein auf dem anderen. Ökonomen prognostizieren für das erste Halbjahr bereits eine Rezession. Der Einkaufstourismus in die Nachbarländer bekommt weiteren Zustrom, während der Schweizer Tourismus mit fixen Wechselkursen und Pauschalrabatten verzweifelt um ausländische Gäste buhlt. Mittlerweile meint selbst der Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann, dass es an der Zeit sei, über Lohnsenkungen nachzudenken.

Mehr dazu in Tourismus will Sommersaison retten

Neue Forderungen von Nichtraucherschützern

Mit dem bevorstehenden generellen Rauchverbot in der Gastronomie sieht sich die Schutzgemeinschaft für Nichtraucher in ihren langjährigen Bemühungen bestätigt und hat heute bei einer Pressekonferenz in Wien gleich neue Forderungen präsentiert: So dürften keine Zigaretten mehr an unter 18-Jährige verkauft werden und im Freien nicht neben Kindern oder Nichtrauchern geraucht werden.

„Sieg der Vernunft“ errungen

Unter dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“ habe man eine Trendumkehr geschafft und einen Sieg der Vernunft errungen, meinte Bundesleiter Robert Rockenbauer zum bevorstehenden Tabakbann in der Gastronomie. Zu danken sei das vor allem Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP).

Es sei schon höchste Zeit für diese Maßnahme gewesen, da Österreich bereits als „Aschenbecher Europas“ bemitleidet worden sei. Nach einem Jahr Gewöhnung würden sich alle fragen, warum man nicht schon früher den Rauch aus den Lokalen verbannt habe.

Einziger Verlierer sei nun die Tabakindustrie, wohingegen auch die Raucher profitieren würden, entweder durch weniger Konsum oder völlige Abstinenz. Bezüglich der Entschädigungen für räumliche Veränderungen lehnt Rockenbauer solche Maßnahmen auf Kosten der Steuerzahler ab, kann sich jedoch verkürzte Abschreibungsmöglichkeiten und vor allem eine Erhöhung der Tabaksteuer vorstellen.

Rigorose Überwachung und Strafen für Verstöße

Für die Umsetzung des Verbots sei eine flächendeckende Kontrolle durch Gewerbeamt, Arbeitsinspektorat, Lebensmittelkontrolleure, aber auch Polizei und sogar „Parksheriffs“ notwendig. „Das heißt nicht, dass man neben jeden Wirt 24 Stunden einen Polizisten hinstellt, sondern dass jederzeit mit Kontrollen gerechnet werden muss“, sagte Rockenbauer.

Zudem sollten die Strafen drastisch sein, bei Verstößen jedes Mal verdoppelt werden und dem Gastronomen nach dem fünften Verstoß die Gewerbeberechtigung entzogen werden.

Abschaffung von Zigarettenautomaten gefordert

Ebenso verlangen die Tabakgegner ein Rauchverbot bei Zeltfesten und in Vereinslokalen. Shisha und E-Zigaretten seien den normalen Glimmstängeln gleichzusetzen und ein Rauchverbot im Auto richtig, nicht nur wegen der Gesundheitsgefahr für mitfahrende Kinder, sondern auch wegen der Ablenkung.

Zigaretten sollten nicht mehr an unter 18-Jährige verkauft werden dürfen, was derzeit nur in drei EU-Staaten zulässig sei. Damit die Jugendlichen dieses Verbot nicht umgehen, seien alle Zigarettenautomaten abzuschaffen, meinte Rockenbauer. Ebenso gefordert werde ein Rauchverbot im Freien wie in Gastgärten, Bädern oder Spielplätzen, also überall dort wo Kinder und Nichtraucher belästigt werden könnten.

OMV schwenkt wegen Ölpreises auf Sparkurs ein

Wegen des seit Mitte 2014 um mehr als die Hälfte eingebrochenen Ölpreises verstärkt die OMV ihre Sparanstrengungen und kürzt ihre Investitionspläne. Von 2015 bis 2017 will man nur noch 2,5 bis drei Mrd. Euro jährlich ausgeben, bisher waren für 2014 bis 2016 im Schnitt 3,9 Mrd. Euro an Investitionen geplant. Zudem wird das für 2016 geplant gewesene Förderziel von 400.000 Barrel/Tag auf später verschoben.

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Sport

Australian Open: Murray zieht in Endspiel ein

Andy Murray ist bei den Australian Open als erster Spieler ins Endspiel eingezogen. Der als Nummer sechs gesetzte Brite setzte sich heute in Melbourne gegen den Tschechen Tomas Berdych nach hartem Kampf durch.

Im Endspiel trifft Murray am Sonntag auf den Sieger des Duells zwischen dem serbischen Weltranglistenersten Novak Djokovic und Titelverteidiger Stan Wawrinka aus der Schweiz. Bei den Damen ist indes das Traumfinale bereits perfekt: Mit Serena Williams und Maria Scharapowa kämpfen am Samstag die zurzeit besten Spielerinnen um den Titel.

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Bundesliga: Austria schließt Einkaufstour ab

Zufrieden hat Franz Wohlfahrt seine erste Bilanz als Neo-Sportdirektor der Wiener Austria gezogen. „Wir haben dort, wo wir Bedarf hatten, noch ein bisschen nachgebessert und jetzt sicher eine höhere Qualität im Kader“, sagte der 50-Jährige, der die Aktivitäten auf dem Transfermarkt damit abschloss.

Mit Raphael Holzhauser, Philipp Zulechner, Ronivaldo und zuletzt Patrizio Stronati habe man nun genügend frischen Wind für eine erfolgreiche Aufholjagd. „Die 26 Punkte des Herbstes entsprechen nicht dem Potenzial der Mannschaft“, sagte Wohlfahrt, der auf ein anderes Gesicht der „Veilchen“ im Frühjahr hofft.

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Chronik

Flug MH370: Malaysia erklärte alle Menschen an Bord für tot

Malaysia hat Passagiere und Besatzung des vermissten Flugs MH370 für tot erklärt. Die Regierung gehe davon aus, dass alle 239 Menschen an Bord ihr Leben verloren hätten, sagte ein Sprecher des malaysischen Transportministeriums heute in Kuala Lumpur.

Es sei „äußerst unwahrscheinlich“, das Flugzeug noch zu finden, sagte der Sprecher weiter. Es könne davon ausgegangen werden, dass die Maschine im Indischen Ozean abgestürzt sei, Tausende Kilometer von der geplanten Flugroute entfernt. Flug MH370 war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden. Zwei Drittel der Fluggäste waren Chinesen.

Flug MH370: Verwirrung über Pressekonferenz

Zuvor hatte es Verwirrung über eine Pressekonferenz zum vermissten Flug gegeben: Zuerst lud die malaysische Behörde für zivile Luftfahrt kurzfristig zu einer Pressekonferenz. Angehörige von Opfern und zahlreiche Medienvertreter eilten innerhalb weniger Stunden herbei. Dann sagte die Behörde die Pressekonferenz wegen „unvorhersehbarer Umstände“ kurzfristig ab, ohne eine weitere Erklärung abzugeben.

Wütende Proteste von Angehörigen in Peking

Nach Gerüchten über ein mögliches Ende der Suche nach der verschwundenen Passagiermaschine war es in Peking zuvor zu Protesten von Angehörigen chinesischer Opfer gekommen. Mehr als ein Dutzend von ihnen wurden heute bei einer Demonstration nahe der malaysischen Botschaft von der Polizei abtransportiert, wie Familien in Sozialen Netzwerken berichteten.

F: Drohnen nahe Atomwaffenbasis gesichtet

Drohnen unbekannter Herkunft sind nahe einer Atomwaffenbasis der französischen Streitkräfte gesichtet worden. Laut Behördenangaben von gestern Abend wurden die Drohnen nahe dem Stützpunkt Ile Longue auf der Halbinsel Crozon in der Bretagne ausgemacht, wo die vier Atom-U-Boote der französischen Marine stationiert sind.

In Sicherheitsbereich eingedrungen

Die unbemannten Fluggeräte drangen demnach gestern in den Sicherheitsbereich um den Stützpunkt im Nordwesten Frankreichs ein. Ein Sprecher der zuständigen Präfektur sagte, es seien „umgehend“ Einsatzkräfte von Militär und Gendarmerie mobilisiert worden. Die Präfektur betonte aber, die Flüge hätten „keine Gefahr“ für die Sicherheit der Anlage dargestellt. Gefunden wurden die Drohnen nicht.

In den vergangenen Monaten hatten Drohnen unbekannter Herkunft immer wieder französische Atomkraftwerke und andere Nuklearanlagen überflogen. Das löste auch eine Diskussion über die Sicherheit der Atomkraftwerke in Frankreich aus.

Bootsunglück vor Küste Bangladeschs - viele Vermisste

Nach einem Schiffsunglück vor der Küste Bangladeschs gelten etwa 24 Menschen als vermisst. Das überladene Fischerboot mit Flüchtlingen aus Bangladesch an Bord sei in starken Strömungen im Golf von Bengalen gesunken, teilte die Polizei mit. Rettungskräfte konnten den Angaben zufolge 32 Menschen aus dem Wasser retten.

Das Unglück ereignete sich nahe der zu Bangladesch gehörenden Insel Kutubdia etwa zweieinhalb Kilometer vor der Küste. Das Boot war auf dem Weg nach Malaysia. Die Suchaktion nach den Vermissten dauerte an. Die Angaben zur Zahl der Insassen gingen auseinander: Gerettete sprachen von bis zu 60 Menschen an Bord des Schiffs, wie der örtliche Polizeichef sagte. Ein privater Fernsehsender berichtete hingegen von etwa hundert Menschen an Bord.

Jährlich versuchen Tausende Menschen aus Bangladesch und Flüchtlinge der Minderheit der Rohingya nach Malaysia einzuwandern. Laut Menschenrechtsgruppen kommen auf der rund 3.200 Kilometer langen gefährlichen Reise Tausende Menschen ums Leben.

AirAsia-Absturz: Kopilot steuerte Unglücksmaschine

Die vor einem Monat vor Indonesien abgestürzte AirAsia-Maschine ist Ermittlern zufolge vom Kopiloten gesteuert worden. „Der Stellvertreter ist geflogen“, sagte Chefermittler Mardjono Siswosuwarno heute. Er betonte, die Maschine sei flugtauglich gewesen, die Ladung sei im Rahmen des Zulässigen gelegen.

Der AirAsia-Airbus war am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur aus bisher ungeklärten Gründen in die Javasee gestürzt. Alle 162 Menschen an Bord kamen ums Leben. Bisher wurden 70 Leichen geborgen. Bei den Arbeiten am Wrack gab es vor allem wegen des Wetters große Schwierigkeiten.

ÖBB droht Millionenklage in den USA

Die ÖBB sieht sich womöglich mit einem millionenschweren Schadenersatzverfahren vor einem US-Gericht konfrontiert. Eine Amerikanerin, der im Jahr 2007 nach einem Unfall am Bahnhof in Innsbruck beide Beine teilweise amputiert werden mussten, verlangt von der Bahn 20 Millionen Dollar Schadenersatz. „Wir warten jetzt die Entscheidung des Supreme Court ab", sagte Bahn-Sprecher Michael Braun.

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1:45 Stunden unter Lawine: Opfer auf Weg der Besserung

Ein 34-jähriger Deutscher, der gestern in Lech in Vorarlberg eine Stunde und 45 Minuten unter einer Lawine verschüttet war und lebend gerettet werden konnte, befindet sich bereits auf dem Wege der Besserung.

Er habe lediglich eine starke Unterkühlung sowie leichte Verletzungen wie Quetschungen erlitten, hieß es aus dem Krankenhaus. Aufgrund eines Hohlraums hatte er für die lange Dauer bis zur Rettung genug Sauerstoff. Die Bergung des Mannes war schwierig, weil sein Ortungsgerät ausgeschaltet war.

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Medien

Kultur

„Dornenvögel“-Autorin Colleen McCullough gestorben

Die australische Schriftstellerin Colleen McCullough ist im Alter von 77 Jahren verstorben. Nach Angaben ihres Verlags erlag McCullough in einem Krankenhaus auf der südpazifischen Insel Norfolk östlich von Australien einer schweren Krankheit.

Von ihrem 1977 erschienenen Roman „Die Dornenvögel“ verkaufte McCullough weltweit 30 Millionen Exemplare. Der Stoff wurde in den USA 1983 für eine TV-Serie verfilmt, die vier Golden Globes erhielt und als eine der meistgesehenen Serien in die TV-Geschichte einging. Insgesamt veröffentlichte McCullough 25 Romane, ihr letztes Buch „Bittersweet“ erschien 2013.

21er Haus: Kuschelkunst quer durch die Geschichte

Das 21er Haus hat möglicherweise jene Ausstellung geschaffen, die kunstinteressierte Laien in Wien seit Jahren die größte Freude bereitet. Große Namen, große Kunstwerke, existenzielle Themen: „Schlaflos. Das Bett in Geschichte und Gegenwartskunst“.

Das Bett fungiert als Klammer und ist im Fokus, quer durch die Kunstgeschichte, bei der Geburt, beim Sex, im Moment des Todes. Werke aus Pompeji neben Valie Export, Alte Meister neben Werbepornos: Die Schau ist alles andere als einschläfernd.

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Siemens-Musikpreis für Christoph Eschenbach

Der Dirigent Christoph Eschenbach bekommt dieses Jahr den renommierten Ernst-von-Siemens-Musikpreis. Eschenbach sei eine künstlerische Ausnahmeerscheinung und ziehe nicht nur vom Dirigentenpult herab Orchester, Solisten und Publikum in seinen Bann, erläuterte die Ernst-von-Siemens-Musikstiftung. Er überzeuge dabei als Dirigent genauso wie als Pianist, hieß es.

Der 1940 in Breslau geborene Christoph Eschenbach stellte sein Leben in den Dienst der Musik. Eschenbachs Mutter starb bei der Geburt, der Vater wenige Jahre später in einem Strafbataillon an der Kriegsfront. Nach dem Krieg erkrankte er als Kind in einem Waisenhaus in Mecklenburg an Typhus.

„Nobelpreis der Musik“ ist mit 250.000 Euro dotiert

Die Adoption durch Wallydore Eschenbach, eine Cousine der leiblichen Mutter, soll Eschenbach als Rettung empfunden haben. Die Sängerin und Pianistin brachte dem verstummten Kind die Musik nahe. Die Musik habe seinem Leben den Sinn zurückgegeben, sagte Eschenbach laut einer Mitteilung der Musikstiftung. „Ich bin deshalb dankbar, ganz in ihrem Dienst zu stehen.“

Die Auszeichnung für ein Leben im Dienste der Musik ist mit 250.000 Euro dotiert und wird Eschenbach am 31. Mai im Herkulessaal der Münchner Residenz überreicht. Insgesamt vergibt die Stiftung drei Millionen Euro an Preis- und Fördergeldern.

Religion

Song Contest

IT

Facebook: Deutliches Plus bei Umsatz und Gewinn

Facebook wächst weiter kräftig. Das Soziale Netzwerk ist zwar nicht mehr der Nutzermagnet, der es vor einigen Jahren noch war. Aber dank steigenden Werbeeinnahmen bleibt mehr Geld in der Kasse, wie die gestern (Ortszeit) veröffentlichten Zahlen für das Schlussquartal 2014 zeigen.

Allerdings nehmen auch die Kosten deutlich zu. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat bereits angekündigt, weiter zu investieren, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten.

Gewinnanstieg von 34 Prozent

Im vierten Quartal stieg der Nettogewinn von Facebook im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent auf 701 Mio. Dollar (620 Mio. Euro). Der Umsatz legte um 49 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar (3,3 Mrd. Euro) zu. Die Prognosen von Analysten wurden damit übertroffen.

Im Dezember lag die Zahl der monatlichen Facebook-Nutzer bei 1,39 Milliarden - 13 Prozent höher als im Vorjahr. Auf dem besonders wichtigen mobilen Markt stieg sie um 26 Prozent auf 1,19 Milliarden.

Die Zahl der täglich aktiven User nahm zuletzt um 18 Prozent auf 890 Millionen zu. Über das gesamte Schlussquartal betrachtet, blieb der Anteil dieser für Facebook wegen ihres starken Engagements wertvollsten Nutzer im Vergleich zum Vorquartal jedoch konstant bei 64 Prozent. Es ist das erste Mal seit dem Börsengang vor zwei Jahren, dass hier kein Anstieg verbucht wurde.

Gesundheit

WHO: Weniger als 100 Ebola-Infektionen in einer Woche

Die Zahl der Ebola-Neuinfektionen ist erstmals seit Juni 2014 nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf unter 100 in einer Woche gefallen. In der Woche bis zum 25. Jänner seien 99 Neuerkrankungen verzeichnet worden, teilte die UNO-Organisation heute in Genf mit.

Damit beginne nun die zweite Phase der Ebola-Bekämpfung mit dem Schwerpunkt, die Epidemie zu beenden. Bisher waren die internationalen Bemühungen darauf konzentriert, die Verbreitung der oft tödlichen Seuche zu verhindern.

An Ebola sind nach WHO-Angaben im vergangenen Jahr 21.724 Menschen erkrankt, 8.641 von ihnen starben. Am schlimmsten betroffen waren die westafrikanischen Staaten Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Ärzte ohne Grenzen warnt

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen warnte davor, angesichts der sinkenden Infektionszahlen die Anstrengungen zur Ebola-Bekämpfung zu verringern. Ebola sei in Westafrika noch längst nicht besiegt, sagte der Präsident der deutschen Sektion der Hilfsorganisation, Tankred Stöbe, heute.

Es gebe immer noch viele Patienten, deren Ansteckungswege unbekannt seien. „Jederzeit ist es möglich, dass ein einziger Patient neue und unkontrollierte Übertragungsketten auslöst und es zu einem Wiederaufflammen der Epidemie kommt“, sagte der Arzt.

VKI: Kindermilchprodukte als Zuckerbombe

Vermeintlich kindgerechte Joghurts und Desserts werden häufig als besonders gesund oder vitaminhaltig beschrieben. In Wahrheit gilt leider oft das Gegenteil, wie der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in einem aktuellen Test herausgefunden hat.

Alle getesteten Produkte enthielten über zehn Prozent Zucker, einige auch deutlich mehr. Kindermilchprodukte sind daher eher eine Süßigkeit, weniger ein gesunder Snack, so das Fazit des Tests.

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