Ausland

Luftschläge in Syrien: 500 Islamisten in einem Monat getötet

Mindestens 553 Menschen sind in Syrien durch Luftschläge der internationalen Koalition seit deren Beginn vor einem Monat getötet worden. Die große Mehrheit der Getöteten seien Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder der Al-Nusra-Front, die Al-Kaida nahesteht, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute.

Seit Beginn der von den USA angeführten Angriffe am 23. September seien insgesamt mindestens 464 IS-Dschihadisten und 57 Al-Nusra-Kämpfer getötet worden. Außerdem seien bei den Luftschlägen mindestens 32 Zivilisten, darunter sechs Kinder, ums Leben gekommen. Die Beobachtungsstelle geht davon aus, dass die Zahl der Getöteten aufseiten des IS noch höher liegt.

Dutzende Tote bei Anschlägen in Bagdad

Bei zwei Bombenanschlägen in mehrheitlich schiitischen Vierteln der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens 28 Menschen getötet worden. Im nördlichen Viertel Sadr City riss gestern eine Explosion in der Nähe eines Kindergartens mindestens zehn Menschen in den Tod und verletzte 29 weitere, wie Sicherheits- und Rettungskräfte mitteilten.

Der zweite Anschlag ereignete sich nahe einer Tankstelle im zentralen Viertel Karrada. Dabei gab es der Polizei zufolge 18 Tote und 37 Verletzte. Die Anschläge trugen die Handschrift sunnitischer Extremisten wie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Kommandanten im Nordirak berichteten unterdessen, der IS belagere erneut das Sindschar-Gebirge, um die dort versteckten Jesiden anzugreifen.

Jesiden weiter in Lebensgefahr

Der jesidische Kommandant Dawud Dschundi sagte, am Montag seien 300 IS-Kämpfer mit gepanzerten Fahrzeugen in die Dörfer am Fuß der Berge eingedrungen. Nun würden sie zu Fuß in die Berge aufsteigen, um die Jesiden aufzuspüren. Dschundi klagte, es gebe noch rund 2.000 Familien, deren Situation „sehr schlecht“ sei. Zur Verteidigung stünden den Kämpfern nur leichte Waffen zur Verfügung.

Im Sommer hatte der Vorstoß der Dschihadisten Zehntausende Jesiden zur Flucht in die Sindschar-Berge gezwungen. Mit internationaler Unterstützung gelang es schließlich kurdischen Kämpfern, die meisten Jesiden aus den Bergen in Sicherheit zu bringen.

Die Dschihadisten betrachten die Jesiden als „Teufelsanbeter“ und drohen den Angehörigen der kleinen Religionsgemeinschaft mit dem Tod, wenn sie nicht zum Islam konvertieren. Am Dienstag hatte die UNO der IS-Miliz „versuchten Völkermord“ an den Jesiden vorgeworfen.

Erneut Sicherheitszwischenfall vor Weißem Haus

Einen Monat nach der schweren Sicherheitspanne in Washington ist erneut ein Mann über den Zaun um das Weiße Haus geklettert. Der Eindringling sei aber vom Wachpersonal schnell gefasst worden, berichtete der TV-Sender CNN gestern Abend. Er sei in Handschellen abgeführt worden, berichtete ein Journalist, der nach eigenen Angaben selbst Augenzeuge des Vorfalls war.

Erst Mitte September war es einem ehemaligen IRA-Veteranen gelungen, ebenfalls den Zaun zu überwinden und tief ins Weiße Haus einzudringen. Der Mann war mit einem Messer bewaffnet gewesen. Sicherheitsbeamte hatten den Fall zunächst vertuschen wollen und behauptet, der Eindringling sei lediglich bis zum Eingang des Gebäudes gelangt - was sich später als falsch erwies.

Die Direktorin des für die Sicherheit des Präsidenten zuständigen Secret Service, Julia Pierson, entschuldigte sich daraufhin öffentlich und trat zurück. In der Vergangenheit waren mehrfach Personen über den Zaun der Regierungszentrale geklettert, aber jeweils schnell gestoppt worden.

Demonstranten stecken Rathaus in Mexiko in Brand

Fast einen Monat nach dem Verschwinden von Dutzenden Studenten in Mexiko haben Demonstranten das Rathaus der Stadt Iguala angezündet. Tausende waren gestern (Ortszeit) zunächst aus Solidarität mit den Vermissten friedlich auf die Straße gegangen. Später griff eine Gruppe Vermummter die Stadtverwaltung an.

„Dieses Gebäude taugt nichts mehr. Der ganze Apparat steht im Dienste der Narcos (Drogenhändler)“, rief ein Demonstrant. Zuvor hatte die Generalstaatsanwaltschaft den flüchtigen Bürgermeister der Stadt und dessen Frau als Drahtzieher hinter dem Verschwinden der Studenten identifiziert.

Die jungen Leute waren am 26. September nach Auseinandersetzungen mit der Polizei in Iguala verschleppt worden. Die örtlichen Sicherheitskräfte sind von der kriminellen Organisation Guerreros Unidos unterwandert.

Palästinensischer Angreifer in Jerusalem gestorben

Der palästinensische Angreifer, der nach einem Anschlag in Jerusalem auf der Flucht von der Polizei angeschossen wurde, ist gestorben. Der 21-Jährige sei heute Früh seinen Verletzungen erlegen, teilte das behandelnde Krankenhaus in Jerusalem mit. Er war gestern Abend mit einem Auto in eine Gruppe von Passanten gerast und später zu Fuß geflohen.

Insgesamt verletzte der Angreifer laut neuen Angaben der israelischen Behörden sieben Menschen, darunter ein Baby. Das drei Monate alte Mädchen starb später im Krankenhaus. Es wurde noch am Abend in Jerusalem beigesetzt. Nach Angaben seiner Familie war der 21-jährige Angreifer erst kürzlich aus dem Gefängnis freigekommen, wo er eine rund 18-monatige Haftstrafe absaß.

Demnach ist der junge Mann ein Neffe eines mittlerweile getöteten Bombenbauers der radikalen Palästinenserbewegung Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert. Israels Regierung hatte den Angreifer zuvor als „palästinensischen Terroristen“ bezeichnet.

Demo gegen Säureattacken auf Frauen im Iran

Hunderte Iraner haben in der Stadt Isfahan gegen mehrere Säureangriffe auf Frauen protestiert. Sie gingen gestern mit Plakaten und Transparenten vor dem Justizgebäude der zentraliranischen Großstadt auf die Straße, wie die amtliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete. „Isfahan ist unsere Stadt, Sicherheit ist unser Recht“, rief die Menge laut dem Bericht.

In der Stadt waren in der vergangenen Woche vier Frauen von Motorradfahrern mit Säure überschüttet und verletzt worden. Berichten zufolge wurden sie angegriffen, weil sie „schlecht verschleiert“ gewesen seien. Im Iran sind Frauen seit der Islamischen Revolution 1979 verpflichtet, lange, lockere Kleidung und ein Kopftuch zu tragen, das Haar und Nacken bedeckt.

Besonders in den großen Städten tragen viele Frauen jedoch nur noch ein lose um den Kopf geschlungenes Tuch und einen engen Mantel.

Rouhani gegen „übermäßigen Eifer“

Die Moralpolizei führt immer wieder Kampagnen gegen „schlechte Verschleierung“, ohne aber eine grundsätzliche Änderung zu bewirken. Konservative Abgeordnete schrieben kürzlich an Präsident Hassan Rouhani, um ihn zur schärferen Durchsetzung der Kleidervorschriften zu drängen.

Rouhani, ein relativ gemäßigter Politiker, warnte die Bürger gestern aber vor übermäßigem Eifer und sprach sich dagegen aus, sich „zu sehr auf eine Frage wie die schlechte Verschleierung zu fokussieren“.

Unterdessen besuchte Gesundheitsminister Hassan Haschemi eine der angegriffenen Frauen, die durch die Attacke halb blind wurde. „Ich war eine Studentin, ich bin gebildet. Ich war am Steuer meines Wagens, und dann nahm mir der Angreifer mein Leben“, sagte die Frau. Sie bat den Minister, der selbst gelernter Augenarzt ist, sich für eine Augenoperation einzusetzen.

Nach Zugeständnis: Grünes Licht für Juncker-Kommission

Die neue EU-Kommission unter der Führung von Jean-Claude Juncker hat es geschafft: Das Europaparlament in Straßburg erteilte dem Gremium gestern mehrheitlich die Zustimmung. Konservative, Sozialdemokraten und Liberale stimmten überwiegend für die neue Kommission. Damit kann Junckers Team die Arbeit wie geplant am 1. November aufnehmen. Zuvor hatte Juncker noch einige Zuständigkeiten neu verteilt - dem umstrittenen Ungarn Tibor Navracsics wurde ein Bereich weggenommen.

Mehr dazu in Start am 1. November fix

Inland

Lehrer orten zu wenig Zeit für politische Bildung

Rund die Hälfte der Lehrer an den Volksschulen und der Sekundarstufe I (Hauptschule, Neue Mittelschule, AHS-Unterstufe) in Wien hat nach eigenen Angaben wegen des umfassenden sonstigen Lehrplans keine Zeit für die Vermittlung von politischer Bildung. Das zeigt eine im Auftrag der Pädagogischen Hochschule (PH) Wien und der Arbeiterkammer (AK) erstellte SORA-Studie.

An der Erhebung nahmen 476 Lehrer teil, davon 201 Volksschulpädagogen und 275 Lehrer der Sekundarstufe I. Politische Bildung ist kein eigenes Unterrichtsfach, sondern seit Ende der 1970er Jahre ein Unterrichtsprinzip in allen Gegenständen, Schultypen und Schulstufen. In den Hauptschulen/Neuen Mittelschulen/AHS-Unterstufen soll sie außerdem Teil des Fachs Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung sein.

Fehlende Ausbildung

Ein Drittel der Pädagogen gab an, dass ihnen die nötige Ausbildung in Sachen politischer Bildung fehlt. Dementsprechend äußerten die Befragten den Wunsch nach mehr Unterrichtszeit für politische Bildung und mehr Fort- und Weiterbildung in dem Bereich. Allerdings hat nur ein Bruchteil der Lehrer die bestehenden Angebote dafür genutzt.

Die konkrete Ausgestaltung des Unterrichtsprinzips ist von den Lehrern oft selbst gestrickt: Mehr als die Hälfte der Lehrer in der Sekundarstufe I verlässt sich bei der Unterrichtsvorbereitung vor allem auf eigene Ideen bzw. selbst gestaltetes Material, etwas weniger als die Hälfte setzt auf Medien wie Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen, nur ein Drittel auf anerkannte Schulbücher.

Gerichtsgebühren für Minderjährige sollen fallen

ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter verzichtet - trotz Spardrucks - auf jährlich rund 1,44 Mio. Euro Gerichtsgebühren. Für Minderjährige sollen künftig alle familienrechtlichen Verfahren gebührenfrei sein, in einigen sonstigen Pflegschafts- und Familienrechtsverfahren soll es Erleichterungen geben. Das sieht der soeben in Begutachtung gegangene Entwurf für die Gerichtsgebührennovelle vor.

Betroffenen bringt die Novelle, die Mitte 2015 in Kraft treten soll, Einsparungen von z. B. 420 Euro bei Unterstützung durch einen Besuchsmittler, 441 Euro bei Begleitung durch einen Kinderbeistand und 128 Euro pro Antrag bei der Klärung von Kontaktrechten. „Der Gang vor Gericht in Familienangelegenheiten ist für Betroffene schon Belastung genug“, so Brandstetter gegenüber der APA.

Gerichtsgebühren stark gestiegen

Neben Anträgen mit Bezug zu Minderjährigen soll künftig auch die Unterstützung durch Besuchsmittler (für fünf Monate) bzw. einen Kinderbeistand in Obsorge- bzw. Kontaktrechtsverfahren (für sechs Monate) künftig gratis sein. In länger dauernden Fällen sollen allerdings weiterhin Gebühren verlangt werden. Für Obsorgeverfahren und Familiengerichtshilfe muss schon jetzt nicht gezahlt werden.

Außerdem sieht Brandstetters Entwurf Erleichterungen für einvernehmliche Scheidungen von Bedürftigen und Vermögensverwaltung im Rahmen von Sachwalterschaften vor. Die Gerichtsgebühren sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Kassierte die Justiz 2010 708 Mio. Euro, waren es im Vorjahr 841 Mio. Euro, um 19 Prozent mehr. Mit diesen Einnahmen sind ca. 75 Prozent der Justizausgaben gedeckt.

Nationalrat beschließt neue Gesetze für Mediziner

Die Ärzte stehen heute im Zentrum einer Sitzung des Nationalrats. Die Medizinerausbildung wird reformiert und die Arbeitszeit der Ärzte verkürzt. Ferner auf dem Programm finden sich eine erste Aussprache über die U-Ausschuss-Reform sowie der Beschluss einer Preisbindung auch für E-Books. Am Beginn der Sitzung stellt sich Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) einer Fragestunde.

Neue Dienstzeiten für Spitalsärzte

Neu geregelt wird die Dienstzeit für Spitalsärzte. Bis Mitte 2021 soll mit dem neuen Gesetz die wöchentliche Durchschnittsarbeitszeit von derzeit bis zu 60 auf maximal 48 Stunden beschränkt werden. Bereits ab 2015 dürfen Ärzte im Krankenhaus nur noch dann über 48 Stunden Dienst machen, wenn sie schriftlich ihr Einverständnis erklären.

Was die Ärzteausbildung angeht, sind neun Monate Basisausbildung zum Erwerb klinischer Grundkompetenzen vorgesehen. Für angehende Allgemeinmediziner gibt es dann 27 Monate Spitalspraxis plus mindestens sechs Monate Lehrpraxis in einer Ordination. Für Fachärzte sind mindestens 27 Monate Sonderfach-Grundausbildung plus 27 Monate Schwerpunktausbildung vorgesehen.

TV-Hinweis

Sport

Europa League: Zagreb verspricht Salzburg heißen Tanz

Auf Red Bull Salzburg wartet in der Europa League heute (21.05 Uhr live in ORF eins) der nächste schwere Brocken. Mit Dinamo Zagreb gastiert der kroatische Serienmeister in Wals-Siezenheim. Und die Gäste versprechen den Salzburgern einen heißen Tanz.

„Wir fahren nach Salzburg, um dort zu gewinnen“, sagte Trainer Zoran Mamic. Für Ex-Salzburg-Coach und Zagreb-Insider Otto Baric stehen die Chancen „50:50“. Der 81-Jährige ortet bei den Kroaten die höhere Klasse, bei Salzburg dafür mehr Konstanz.

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Ski alpin: Fenninger und Hirscher als Gejagte

Am Wochenende wird traditionell mit zwei Riesentorläufen in Sölden die 49. Weltcup-Saison gestartet. Insgesamt stehen 72 Rennen auf dem Programm, ehe beim Finale in Meribel die großen Kristallkugeln überreicht werden. Zu den großen Gejagten im Gesamtweltcup zählt das ÖSV-Duo Marcel Hirscher und Anna Fenninger.

„Sicher liegt die Latte hoch“, geht die 25-jährige Salzburgerin von einer schwierigen Saison aus. Trotz des Karriereendes von Maria Höfl-Riesch gibt es einige Damen, die Fenninger auf der Rechnung haben muss. Für Hirscher werden wohl Ted Ligety und Alexis Pinturault die härtesten Gegner.

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Wirtschaft

Telekom Austria bestätigt Pläne für Kapitalerhöhung

Die Telekom Austria (TA) hat heute Medienberichte bestätigt, wonach die am 14. August beschlossene Kapitalerhöhung um bis zu eine Milliarde Euro „voraussichtlich schon bis Jahresende 2014“ erfolgen wird, „falls sich die aktuellen Marktgegebenheiten nicht gravierend verändern“. Noch stehe der genaue Zeitpunkt aber nicht fest.

Das dritte Quartal habe für die TA einen Aufwärtstrend eingeleitet, wurde TA-Generaldirektor Hannes Ametsreiter in einer Aussendung zitiert. „Sowohl eine teils starke Performance unserer Tochterunternehmen im CEE-Raum als auch umfassende Maßnahmen zur Ausgabenoptimierung in Österreich wirken sich positiv aus.“

Einbußen durch „Regulierungsdruck“

Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) stieg im dritten Quartal im Jahresvergleich um 16 Prozent auf rund 415 Mio. Euro, über neun Monate betrachtet wurde er um 0,9 Prozent auf 1,034 Mrd. Euro verbessert. Der Gewinn je Aktie stieg im dritten Quartal von zehn Cent auf 27 Cent, in neun Monaten gab es jedoch einen Verlust von 47 Cent (nach plus 31 Cent im Vorjahr).

Für den Umsatzrückgang im laufenden Geschäftsjahr macht die TA vor allem den Regulierungsdruck verantwortlich: „Die regulierungsbedingten Umsatzrückgänge belaufen sich nach neun Monaten auf 110,6 Mio. Euro und machen somit rund 80 Prozent des Umsatzrückganges von 140,6 Mio. Euro aus.“ Für das Gesamtjahr wird nach wie vor mit einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent gerechnet.

Hausdurchsuchungen bei Ex-Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt

Die Justiz hat bei Ex-Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt Hausdurchsuchungen durchgeführt. Auslöser war der Verdacht auf Bestechungszahlungen des Glücksspielkonzerns an Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Zuge der Reform des Glücksspielgesetzes im Jahr 2000. Ein Sprecher der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bestätigte einen entsprechenden Bericht des Wirtschaftsmagazins „Format“.

Betroffen von den Razzien waren laut Magazin die Kanzlei und die Wohnung von Ex-Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt in Wien und dessen frühere Büroräume in der Novomatic-Zentrale in Gumpoldskirchen in Niederösterreich. Der Sprecher der WKSta, Thomas Haslwanter, bestätigte der APA, es gehe um den Verdacht der „Bestechungszahlungen an Karl-Heinz Grasser“, aber auch um den Verdacht der Geschenkannahme durch Beamte sowie den Verdacht der Untreue.

Grasser - und auch der frühere FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger - haben bisher jedes strafrechtlich relevante Verhalten im Zusammenhang mit einer geplanten Glücksspielnovelle 2005/2006 zurückgewiesen, es gilt die Unschuldsvermutung.

Wohlfahrt hielt gegenüber „Format“ schriftlich fest, „der von der Staatsanwaltschaft erhobene Verdacht im Zusammenhang mit dem seit Jahren öffentlich bekannten Sachverhalt aus den Jahren 2005/2006 entbehrt jeder Grundlage. Weder ich noch sonst ein Organ oder Mitarbeiter der Novomatic-Gruppe haben unmittelbar oder mittelbar an Untreue- oder Bestechungshandlungen mitgewirkt oder dazu beigetragen. Allfällige Zahlungsflüsse zwischen Ing. Meischberger und Mag. Grasser waren und sind uns völlig unbekannt, ebenso wie allenfalls darauf beruhende Vereinbarungen.“

Ein Novomatic-Sprecher sagte zur APA, seine Firma kooperiere mit den Behörden zur Aufklärung der Angelegenheit seit Jahren. Die Novomatic AG habe in der Sache immer korrekt gehandelt. „Weder die Novomatic AG, ihr Eigentümer, noch ihre Organe oder Mitarbeiter stehen in diesem Zusammenhang unter Verdacht oder werden beschuldigt.“ Wohlfahrt hat das Unternehmen im Juli nach zehn Jahren Tätigkeit überraschend verlassen.

EU erwägt Verzicht auf Schiedsgericht bei TTIP

In der EU-Kommission wird einem Zeitungsbericht zufolge erwogen, das umstrittene Schiedsgerichtsverfahren zum Schutze von Investoren aus den Freihandelsverhandlungen mit den USA (TTIP) herauszunehmen.

Wenn das ohne gravierende Nachteile gelänge, „wäre dies die stärkste Maßnahme, der Anti-TTIP-Kampagne zu begegnen, eine neue Kommunikation zu starten und zu zeigen, dass die Kommission auf die Öffentlichkeit eingeht“, zitierte das deutsche „Handelsblatt“ heute aus einem internen Papier der Generaldirektion Handel an die neue EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. Die Regelung des Investor-Staat-Schiedsverfahrens (ISDS) sei „eine der wichtigsten zu treffenden Entscheidungen in naher Zukunft“.

Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich wiederholt dafür ausgesprochen, mit den USA ein Abkommen ohne den umstrittenen Investorenschutz über ein außergerichtliches internationales Schiedsgericht anzustreben. TTIP war auch ein Thema bei Gabriels USA-Besuch. Nach einem Treffen mit Vizepräsident Joe Biden sagte er gestern: „Ich habe darauf hingewiesen, dass es aus unserer Sicht keines besonderen Schutzes von Investoren bedarf.“

China: Industriewachstum stärker als erwartet

Die chinesische Industrie ist im Oktober etwas stärker als erwartet gewachsen. Der Einkaufsmanagerindex von HSBC und Markit stieg im Vergleich zum September um 0,2 Punkte auf 50,4 und damit auf den höchsten Wert seit drei Monaten. Experten hatten im Schnitt mit einem Wert von 50,3 gerechnet. Ab einem Wert von 50 signalisiert das Barometer Wachstum.

Zwar verzeichneten die Firmen im Oktober mehr Nachfrage aus dem In- und Ausland. Zugleich verlangsamte sich das Wachstum bei neuen Aufträgen. Die Erzeugerpreise gingen zurück. HSBC-Volkswirt Hongbin Qu sagte, der Wirtschaft fehle die Nachfrage. Er erwarte, dass die Notenbank ihre Geldpolitik lockere und die Regierung mehr Geld ausgebe, um die Konjunktur anzukurbeln.

Venezuela will keine Auslandskredite mehr aufnehmen

Wegen steigender Zinsen will sich Venezuela nach Worten von Präsident Nicolas Maduro kein Geld im Ausland mehr leihen. Man werde die Bedingungen der globalen, kapitalistischen Banken nicht akzeptieren und keine Darlehen mehr aufnehmen, sagte das linksgerichtete Staatsoberhaupt in einer Fernsehansprache. Das Land habe zum Glück andere Geldquellen.

Venezuela nimmt 96 Prozent seiner Devisen mit dem Verkauf von Öl ein und ist vom jüngsten Preisverfall auf den Weltmärkten besonders betroffen. Die Regierung hat eine Krisensitzung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) gefordert, um den Rückgang zu stoppen. Maduro sagte nun, er hoffe, dass sich Öl wieder verteuern werde.

Venezolanische Staatsanleihen haben sich in diesem Jahr um 12,8 Prozent verbilligt. Der Grund sind Zweifel von Investoren, ob die Regierung in Caracas ihre Schulden bezahlen kann. Die Bonds der Schwellenländer insgesamt haben sich dagegen um 9,3 Prozent verteuert.

Chronik

Ein Sechser bei Lotto „6 aus 45“

In der gestrigen Spielrunde von Lotto „6 aus 45“ hatte ein Spielteilnehmer die „sechs Richtigen“ getippt. Die Gewinnsumme beträgt exakt eine Mio. Euro.

Bei der aktuellen Ziehung wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

10 15 30 32 37 40, Zusatzzahl 2

Zwei Spielteilnehmer hatten den richtigen Joker auf der Quittung, sie erhalten je 105.356,70 Euro.

Der aktuelle Joker lautet:

5 4 1 6 2 7

Alle Angaben ohne Gewähr

Festnahmen nach Flugzeugunglück von Total-Chef

Nach dem Tod von Total-Chef Christophe de Margerie bei einem Flugzeugunglück in Russland sind vier Mitarbeiter des Flughafens Moskau-Wnukowo festgenommen worden.

Wie das mit den Untersuchungen befasste Ermittlungskomitee heute mitteilte, handelt es sich bei ihnen um den Chef des Räumdienstes für die Start- und Landebahnen, den Verantwortlichen der Flugaufsicht sowie eine Fluglotsin und ihren Vorgesetzten.

Zudem traten Flughafenchef Andrej Djakow und sein Stellvertreter Sergej Solnzew zurück. Ihr Rücktrittsgesuch sei angenommen worden, teilte der Airport Wnukowo heute mit. Zudem seien zwei Schichtleiter und der Chef der Rollfeldarbeiten suspendiert worden.

„Orientierung verloren“

Alle Verhafteten hätten die Vorschriften für die Flugsicherheit sowie für die Arbeiten auf dem Boden nicht eingehalten, hieß es. Der Fahrer eines Schneepflugs, mit dem der Privatjet des Chefs der Mineralölfirma beim Start kollidierte, war zuvor für 48 Stunden in Gewahrsam genommen worden. Neben De Margerie kamen bei dem Unglück auch die drei Crewmitglieder ums Leben.

Laut einem gestern veröffentlichten Video seines Verhörs gab der 60-jährige Schneepflugfahrer an, kurz vor dem Unfall in der Nacht auf Dienstag bei schlechter Sicht „die Orientierung verloren“ zu haben. Er habe nicht gemerkt, dass er auf die Startbahn gekommen sei, die Privatmaschine habe er nicht kommen hören. Nachdem sein Anwalt zunächst zurückgewiesen hatte, dass sein Mandant betrunken gewesen sei, sagte er später, dieser habe womöglich „ein paar Tropfen Alkohol“ getrunken.

Gesundheit

USA: Jeder Reisende aus Ebola-Ländern 21 Tage beobachtet

Die US-Gesundheitsbehörde CDC will künftig jeden Flugreisenden aus den hauptsächlich von Ebola betroffenen Ländern nach seiner Ankunft in den USA 21 Tage lang beobachten. Nach einer ersten Untersuchung am Flughafen würde der Zustand von Reisenden aus Sierra Leone, Guinea und Liberia an ihrem endgültigen Zielort täglich untersucht, teilte das CDC gestern in Atlanta mit.

Bei den 21 Tagen handelt es sich um die maximale Inkubationszeit von Ebola, also dem Zeitraum zwischen Anstecken und Auftreten von Symptomen. Die neue Maßnahme soll am 27. Oktober in Kraft treten.

Auf fünf Flughäfen eingegrenzt

Betroffen sind insgesamt fünf Flughäfen, an denen in den USA Reisende aus Liberia, Sierra Leone und Guinea ankommen: New York (John F. Kennedy), Newark, Atlanta, Chicago und Washington. Das US-Heimatschutzministerium hatte das Einreisen aus von Ebola betroffenen Ländern tags davor auf diese fünf Flughäfen begrenzt.

Zuvor waren rund sechs Prozent der Reisenden aus diesen Ländern auch auf anderen Flughäfen in den USA angekommen. 70 Prozent der Reisenden verteilen sich nach der Ankunft nach Angaben der CDC auf sechs Bundesstaaten: New York, Pennsylvania, Maryland, Virginia, New Jersey und Georgia.

Obama „vorsichtig optimistisch“

US-Präsident Barack Obama sieht die Ebola-Gefahr in den Vereinigten Staaten zunehmend schwinden. Nach einem Treffen mit seinem neuen Ebola-Krisenmanager Ron Klain und anderen Regierungsmitgliedern im Weißen Haus sagte Obama, es gebe Anlass zu „vorsichtigem Optimismus“.

Dutzende potenzielle Kontakte des verstorbenen Ebola-Patienten Thomas Eric Duncan in Texas seien für virenfrei erklärt worden. Das sei auch ein Zeichen dafür, wie schwer es sei, sich mit dem gefährlichen Erreger anzustecken. Ebola wird durch Körperflüssigkeiten übertragen.

Science

Kultur

„ArtReview“: Tate-Chef wichtigste Person in der Kunstbranche

Der Direktor des Londoner Kunstmuseums Tate, Nicholas Serota, ist für das Magazin „ArtReview“ die derzeit einflussreichste Person im internationalen Kunstbetrieb. Im Ranking 2014 der „Power 100“ steht Serota, der seit über 25 Jahren Tate-Chef ist, auf Platz eins. Das Ranking gilt als wichtigste Rangliste der Kunstbranche weltweit.

Keine Veränderungen gab es auf den Plätzen zwei und drei, die erneut der in Köln geborene New Yorker Kunsthändler David Zwirner und der Schweizer Galerist Iwan Wirth belegen. Der einflussreiche US-Kunsthändler Larry Gagosian ist nur noch Nummer acht, gefolgt von der New Yorker Galeristin Marian Goodman (9). Auch der Chef des New Yorker Museum of Modern Art, Glenn D. Lowry (4), sowie das Londoner Serpentine-Direktorenteam Hans Ulrich Obrist und Julia Peyton-Jones (6) sind wieder unter den Bestplatzierten vertreten.

Drei Österreicher unter Top 100

Der bestplatzierte Österreicher ist auf Rang 61 Alexander Rotter, der die Abteilung zeitgenössische Kunst im Auktionshaus Sotheby’s in New York leitet. Die österreichischen Galeristen Eva Presenhuber (Zürich) und Thaddaeus Ropac (Paris) belegten die Plätze 64 und 78.

Drei Künstler schafften es in die Top Ten: Jeff Koons, der mit seinen bunten Balloon-Skulpturen der teuerste lebende Künstler ist, wurde von Rang 56 auf Platz sieben katapultiert. Die Performance-Künstlerin Marina Abramovic steht auf Platz fünf und die US-Fotokünstlerin Cindy Sherman auf Platz zehn. Der teuerste lebende deutsche Künstler Gerhard Richter, der das deutsche Ranking „Kunstkompass“ anführt, kommt in der „ArtReview“-Liste nur auf Platz 16.

Leute

Renee Zellweger: „Neues Gesicht“ löst Mediendebatte aus

Es braucht schon mehr als einen Blick, um Renee Zellweger auf den jüngsten Bildern von einem Auftritt Anfang der Woche zu erkennen. Schuld daran ist aber weder die Qualität der Bilder noch eine verfrühte Halloween-Maskerade. Vielmehr scheint mindestens ein plastischer Chirurg seine Hände im Spiel gehabt zu haben, mutmaßen Fans und Medien, überschlagen sich in Analysen des „neuen Gesichts“ und überschütten die Bridget-Jones-Darstellerin mit Spott.

Nur wenige Kommentatoren stellen sich auf die Seite der Schauspielerin. Zellweger selbst findet das Gerede „albern“ - dementiert die OP-Gerüchte aber nicht dezidiert.

Mehr dazu in „Lasst Renee Zellweger in Ruhe“

IT

Rekordpreis bei Auktion für „Apple-1“-Computer

Für einen der ersten Apple-Computer ist bei einer Auktion in New York ein Rekordpreis von 905.000 Dollar bezahlt worden. Die umgerechnet rund 716.000 Euro kamen vom Henry Ford Museum, wie das Auktionshaus Bonhams gestern Abend mitteilte.

Der bisherige Rekord von 516.461 Euro für einen „Apple-1“ war im Mai 2013 beim deutschen Auktionshaus Breker erzielt worden. Die ersten Apple-Computer von 1976 bestanden nur aus der Hauptplatine, die Mitgründer Steve Wozniak persönlich zusammenbaute.

Um Bildschirm, Tastatur und Gehäuse mussten sich die Nutzer selber kümmern. Der Computer wurde damals für 666,66 Dollar verkauft. Von rund 200 gebauten Geräten existieren heute laut Experten noch etwa 50. Der nun verkaufte Computer gehört zu den ganz wenigen, die noch funktionieren.