Ausland

170 Bootsflüchtlinge vor Libyens Küste verschollen

Vor der Küste Libyens sind 170 Flüchtlinge aus Afrika vermisst gemeldet worden, die offenbar mit dem Boot nach Europa übersetzen wollten.

Ihr Holzboot sei nahe der Ortschaft Guarakusi, die 60 Kilometer östlich von Tripolis liegt, gekentert, teilte die libysche Küstenwache heute mit. Im südlichen Mittelmeer ertrinken immer wieder Flüchtlinge, die mit wenig seetüchtigen Booten die gefährliche Überfahrt nach Europa wagen.

Knapp 600 syrische und palästinensische Bootsflüchtlinge haben zuvor die italienische Küste erreicht. Die Marine brachte die Menschen, darunter Hunderte Frauen und Kleinkinder, im sizilianischen Augusta an Land. Eine weitere Gruppe Migranten kam in Marzamemi auf der Insel an. Ihre Boote waren über das Hilfsprogramm „Mare Nostrum“ vor Sizilien gesichtet worden, berichtete die Marine.

Rund 70 Tote bei Anschlag auf Moschee im Irak

Im Irak sind bei einem Angriff auf eine sunnitische Moschee nach Angaben der Sicherheitsbehörden etwa 70 Menschen getötet worden. Bewaffnete hätten heute in dem Gebetshaus das Feuer eröffnet. Augenzeugen berichteten von noch mehr Todesopfern. Der Anschlag ereignete sich in der Provinz Dijala im Osten des Landes, wo vom Iran ausgebildete Schiitenmilizen mächtig sind.

Angriff offenbar durch schiitische Miliz

Laut dem arabischen Nachrichtensender al-Arabija handelte es sich bei den Tätern um Kämpfer einer schiitischen Miliz. Sie hätten sich für einen Sprengstoffanschlag rächen wollen. Das irakische Nachrichtenportal al-Mada berichtete unter Berufung auf die Polizei, bei der Explosion in derselben Region seien vier Kämpfer einer schiitischen Miliz getötet worden. Laut al-Arabija gab es nach dem Angriff außerhalb der Moschee Zusammenstöße.

Kämpfer der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben weite Teile des Nordirak unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein „Kalifat“ ausgerufen. Im Irak schwelt seit langem der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten.

Hamas lässt 18 Palästinenser wegen „Spionage“ hinrichten

Die im Gazastreifen regierende radikalislamische Hamas hat laut dem Fernsehsender Hamas TV 18 Palästinenser wegen des Vorwurfs hinrichten lassen, sie hätten mit Israel zusammengearbeitet.

Sechs der mutmaßlichen Kollaborateure seien nach dem Freitagsgebet vor den Augen Hunderter Moscheebesucher von Mitgliedern der Essedin-al-Kassam-Brigaden erschossen worden, berichteten Augenzeugen. Die Brigaden sind der bewaffnete Arm der Hamas.

Zuvor hatte das hamasnahe Nachrichtenportal Madschd berichtet, elf Palästinenser seien in der Früh in der Polizeizentrale von Gaza wegen des Vorwurfs der Spionage für Israel exekutiert worden.

Gruppenvergewaltigung für indischen Minister „kleiner Vorfall“

Der indische Finanzminister Arun Jaitley hat mit Äußerungen über eine tödliche Gruppenvergewaltigung in Neu-Delhi Ende 2012 für Empörung gesorgt. Der „kleine Vorfall“ habe der Tourismusbranche des Landes Millioneneinbußen beschert, sagte Jaitley bei einer Konferenz der Reisebranche.

Der Vater der 23-jährigen Studentin, die damals in einem Bus von mehreren Männern misshandelt worden war und später starb, äußerte sich heute empört über den Kommentar des Ministers. Dieser habe „Wunden wieder aufgerissen“. Ihm fehlten „die Worte, um zu beschreiben, wie sehr es uns verletzt hat“.

„Klein“ aus Manuskript gestrichen

Jaitley, der zugleich Verteidigungsminister Indiens ist, beteuerte, er habe den Fall der Studentin nicht verharmlosen wollen. Er bedauerte, dass seine Äußerungen als „unsensibel“ wahrgenommen worden seien. Er habe stets deutlich Stellung bezogen, wenn es um Gewalt gegen Frauen gehe, betonte Jaitley. Das Wort „klein“ wurde aus dem auf der Regierungswebsite veröffentlichten Redemanuskript gestrichen.

Inland

Vorarlberg: Hohe Zustimmung für SPÖ-Chef

Beim Landesparteitag der Vorarlberger SPÖ wurde heute Michael Ritsch als Parteichef bestätigt. Die Delegierten wählten ihn mit 99,1 Prozent der Stimmen als SPÖ-Landesvorsitzenden wieder.

Damit handelt es sich beim vierten Antritt um sein bestes Ergebnis. Beim ersten erhielt Ritsch 97 Prozent, beim letzten Mal hatten sich bloß 92 Prozent für Ritsch entschieden. Der Parteitag ist gleichzeitig auch der Auftakt zur heißen Wahlkampfphase in Vorarlberg.

AMS-Chef für altersabhängiges Beitragssystem bei Pensionen

AMS-Chef Johannes Kopf schlägt eine Verschiebung der Beitragslast für die Pensionsversicherung vor, um die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer zu fördern. Konkret will Kopf erreichen, dass die Pensionsbeiträge junger Arbeitnehmer zur Gänze vom Arbeitgeber bezahlt werden, jene der Älteren (fast) zur Gänze vom Arbeitnehmer.

Kopf sieht seinen, in einem Gastkommentar für den „Standard“ (Wochenendausgabe) vorgebrachten Vorschlag als Beitrag gegen Altersarbeitslosigkeit und begründet ihn mit der steilen Lebenseinkommenskurve, also den stark steigenden Gehältern der älteren Arbeitnehmer. Deshalb schlägt Kopf vor, die Pensionsbeiträge - derzeit zwischen Arbeitnehmer (10,25 Prozent des Einkommens) und Arbeitgeber (12,55 Prozent des Einkommens) aufgeteilt - künftig nach Alter zu staffeln.

Lebensverdienstkurve würde flacher

Seinem Vorschlag entsprechend müssten die Arbeitgeber für ihre jüngeren Mitarbeiter die gesamten Pensionsbeiträge (also volle 22,8 Prozent) bezahlen. Jüngere hätten damit netto mehr Gehalt, ihre Beschäftigung wäre für die Firmen aber teurer. Mit steigendem Lebensalter (und entsprechend steigendem Bruttoeinkommen) würde sich die Beitragslast dann zulasten der Arbeitnehmer verschieben, die ab einem bestimmten Punkt fast den gesamten Beitragssatz - nämlich 20,5 Prozent - selbst bezahlen müssten.

Ältere Arbeitnehmer hätten also netto weniger Gehalt als im jetzigen System, ihre Beschäftigung wäre für die Unternehmen aber günstiger. Für die Pensionsversicherung wäre die Umschichtung aufkommensneutral. Die Lebensverdienstkurve würde damit de facto flacher.

Laut Behörden bereits 130 Dschihadisten aus Österreich

Nach Angaben des Innenministeriums kämpfen bereits 130 Personen aus Österreicher als Dschihadisten im Ausland, sind von dort zurückgekehrt oder auf dem Weg zu Kriegsschauplätzen. Ihre Zahl und die radikaler Islamisten steige, sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) heute bei einer Pressekonferenz in Wien.

Auch unter den zehn am Montag festgenommenen Verdächtigen waren drei laut Behörden bereits als Kämpfer auf fremdem Boden. Über fünf weitere Verdächtige aus dieser Gruppe wurde heute die U-Haft verhängt.

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Von den 130 von den Behörden als Dschihadisten bezeichneten Personen sind laut Mikl-Leitner eine Vielzahl russische Staatsbürger, 40 davon sind österreichische. Ein Drittel der 130 sei bereits von den Kriegsschauplätzen zurückgekehrt, zwei Drittel seien an Ort und Stelle oder auf dem Weg dorthin.

Asylstatus aberkannt

In Zusammenhang mit Radikalisierungsprozessen sei allein im Vorjahr in Österreich 96 Personen - allesamt russische Staatsbürger - der Asylstatus aberkannt worden, sagte Mikl-Leitner. So soll auch im konkreten Fall vorgegangen werden. Die mutmaßlichen Dschihadisten sollen aus Tschetschenien stammen.

Im Fall der zehn Festgenommenen ermitteln die Behörden wegen mehrerer Straftatbestände. Neben Mitgliedschaft und Finanzierung einer terroristischen Vereinigung geht es dabei auch um Sozialbetrug, um für den Kampfeinsatz die nötigen Mittel aufzutreiben, sagte der Generaldirektor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Konrad Kogler. Auf die aktuellen Festnahmen würden nun weitere Ermittlungen im Umfeld der Verdächtigen folgen.

Strache fordert „Null Toleranz“-Politik

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache forderte bei einer Pressekonferenz in Wien scharfe Maßnahmen gegen radikale Islamisten auf dem Weg in Kriegsgebiete: Die festgenommenen mutmaßlichen Dschihadisten müssten sofort abgeschoben werden - und außerdem alle 30.000 hier lebenden Tschetschenen überprüft werden. Strache verlangte „null Toleranz“ gegenüber radikalislamischen Strömungen und Einrichtungen in Österreich.

Sport

Fußball: Rapid redet EL-Niederlage schön

Rapid Wien kommt weiter nicht auf Touren. Auch im Hinspiel des Play-off der Europa League gegen HJK Helsinki gelang den Hütteldorfern trotz 1:0-Führung nicht der Befreiungsschlag. Helsinki drehte das Spiel noch in einen 2:1-Sieg um und hat nun die Trümpfe für den Aufstieg in die Gruppenphase in der Hand.

Rapid konnte erneut aus optischer Überlegenheit kein Kapital schlagen und präsentierte sich gegen die gut verteidigenden Finnen vorne harmlos und hinten fehleranfällig. Bei Rapid redete man das Ergebnis jedoch schön, immerhin gibt es den Strohhalm Auswärtstor.

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Schwimmen: EM-Bronze für Zaiser erst der Anfang

Für Österreich hat es bei der Langbahn-EM in Berlin mit Bronze über 200 m Lagen die erste Medaille gegeben. Erstmals seit 14 Jahren waren in einem Einzel-Bewerb nicht Markus Rogan oder die Jukic-Geschwister für Edelmetall verantwortlich: Lisa Zaiser ist der neue heimische Star im Becken. Sie könnte dem Schwimmsport neues Leben einhauchen - Bronze ist für die 19-jährige Senkrechtstarterin aus Kärnten wohl erst der Anfang.

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ZIB2

Wie gefährlich sind die Dschihadisten in Europa?

Junge Männer, die sich für den „Heiligen Krieg“ anwerben lassen: ein Problem, vor dem jetzt auch Großbritannien steht. In der ZIB2 eine Reportage von Bettina Prendergast über den Islamismus im United Kingdom. Und aus Österreich eine Geschichte über die Sicht der tschetschenischen Community auf die Tatsache, dass sich laut Experten gerade auch junge Tschetschenen für den Dschihad interessieren. Adam Bisaew, Vizepräsident der europäisch-tschetschenischen Gesellschaft, schildert seine Eindrücke. Zur Situation in Österreich ist der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, live zu Gast im Studio.

Konflikt in der Ukraine: Rechte an vorderster Front

Ein Blick auf die aktuelle Situation in der Ostukraine und Putins Hilfskonvoi. Außerdem eine Reportage von Christian Wehrschütz über die Donbass-Einheit, die fragwürdigen Kräfte in der ukrainischen Armee.

Belgiens Angst vorm Blackout

Schon 2003 hat Belgien den Atomausstieg beschlossen, doch die Reaktoren liefen weiter. Jetzt fehlt wegen Störfällen die Hälfte des Atomstroms. Ernst Kernmayer analysiert das AKW-Dilemma der Belgier.

ZIB2 mit Rainer Hazivar, 22.10 Uhr, ORF2

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Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

WTO verurteilt Importschranken in Argentinien

Weiteres Ungemach für Argentinien: Die Importbeschränkungen der zweitgrößten Volkswirtschaft Südamerikas verstoßen gegen die Regeln des internationalen Handels. Das befand heute ein Schiedsgericht der Welthandelsorganisation WTO in Genf.

Die Europäische Union, die USA und Japan hatten 2012 Klage eingereicht, nachdem die Regierung von Staatschefin Cristina Fernandez de Kirchner die automatischen Einfuhrlizenzen durch bürokratisch gebremste Importerklärungen ersetzte. Die argentinische Regierung wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Argentinien kann Berufung gegen den WTO-Schiedsspruch einlegen, bevor die Kläger bei der WTO die Freigabe von Gegenmaßnahmen beantragen dürfen. Das Land streitet bereits wegen seiner Staatsanleihen mit einem US-Hedgefonds, zudem fiel das Land zuletzt in eine Rezession.

Fed-Chefin Yellen will Zinsen nicht überhastet anheben

Die Chefin der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Janet Yellen, hat vor einer überhasteten Zinswende gewarnt. Eine solche könne zu einem Hemmschuh auf dem Weg zu einer vollständigen Erholung des Arbeitsmarkts werden, sagte sie heute auf dem internationalen Zentralbankertreffen in Jackson Hole in den USA. Noch immer sei nicht klar, wie weit etwa der Arbeitsmarkt davon entfernt sei, seine Ressourcen voll auszuschöpfen.

Es gebe „kein einfaches Rezept“ für eine angemessene Geldpolitik, betonte Yellen. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt in den USA bei 6,2 Prozent. Mit einer Zinserhöhung rechnen Finanzexperten erst für Mitte nächsten Jahres. Die Fed hält den Schlüsselzins bereits seit Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. Allerdings wollen die USA ihre Stützungskäufe für Anleihen im Oktober beenden.

Air Berlin erwägt Zusammenlegung von Töchtern

Die finanziell angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin könnte im Zuge ihres Sparprogramms auch Änderungen in der Unternehmensstruktur vornehmen. Womöglich werden Tochterunternehmen zusammengelegt - davon betroffen wäre auch die Österreich-Tochter Niki.

Hartes Sanierungsprogramm

Derzeit hält der Konzern Lizenzen für vier verschiedene Flugbetriebe - neben Air Berlin sind das Niki, die Schweizer Belair und die deutsche Regionalfluglinie LGW. Laut Konzernchef Wolfgang Prock-Schauer soll das nun „überprüft“ werden, wie er heute in der „Süddeutschen Zeitung“ zitiert wird.

Die Air Berlin hatte zuletzt erste Details aus ihrem Sparprogramm genannt. Die Fluglinie startet unter den Fittichen des arabischen Großaktionärs Etihad einen neuerlichen Sanierungsversuch. Etihad hat Air Berlin seit 2011 800 Mio. Euro zugeschossen.

AUA-Vorstand Benz geht zu Lufthansa zurück

AUA-Vorstand Karsten Benz verlässt die Austrian Airlines (AUA) und kehrt zur Muttergesellschaft Lufthansa zurück. Benz, bisher in der AUA Chief Commercial Officer (CCO), werde bei der Lufthansa Group Infrastructure Officer, teilte die Fluglinie heute mit. Der Wechsel erfolgt mit 1. Oktober, die Nachfolge steht noch nicht fest.

Benz war Anfang April 2012 zur AUA gekommen und hatte Andreas Bierwirth als Vorstand abgelöst. Davor war Benz Europachef für den Bereich Sales & Services in der Lufthansa Passage. In seiner neuen Funktion soll er „die Infrastrukturbereiche der Lufthansa Passage und des Konzerns zusammenführen“, heißt es in der Aussendung.

Chronik

Längstmögliches Schuljahr steht bevor

Eine geballte Menge Schule kommt heuer auf Schüler, Eltern und Lehrer zu. Das Schuljahr startet zum frühestmöglichen Zeitpunkt - am 1. September in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland, am 8. September im Rest Österreichs - und endet am spätestmöglichen Termin (3. bzw. 10. Juli 2015). Darüber hinaus fallen im Herbst fast alle möglichen Feiertage auf Wochenenden.

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13-jähriger Portugiese soll sieben Waldbrände gelegt haben

Ein 13-jähriger Bub steht in Portugal im Verdacht, sieben verheerende Waldbrände gelegt zu haben. Bei den Feuern im Sommer 2013 im Zentrum des Landes waren riesige Wald- und Grünflächen vernichtet worden. Ein Feuerwehrmann wurde von den Flammen eingeschlossen und getötet. Mehrere Siedlungen gerieten in Gefahr.

Die Kriminalpolizei hatte wegen insgesamt zwölf großer Brände in der Gegend von Covilha ermittelt. Bei sieben Feuern gebe es eindeutige Hinweise, dass der 13-Jährige der Brandstifter gewesen sei, teilten die Ermittler heute in Guarda mit.

Eifriger Helfer bei Brandlöschung

Der Bub habe sich aus verschiedenen Motiven an den Eigentümern der Ländereien rächen wollen. „Außerdem habe er damals durch den Tod seines Vaters jeden Halt im Leben verloren“, sagte der Kommissar Jose Monteiro der Zeitung „Publico“ (Onlineausgabe).

Die Polizei kam dem mutmaßlichen Brandstifter auf die Spur, weil dieser im Kampf gegen die Flammen besonders eifrig geholfen hatte. In einem Fall habe er mitten in der Nacht wegen eines Feuers Alarm geschlagen und den Löschmannschaften den günstigsten Weg zum Brandgebiet gezeigt, sagte der Beamte.

Justiz prüft Organtransplantationen in Deutschland

Deutschland hat möglicherweise einen neuen Organspendeskandal: Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Totschlags gegen das Deutsche Herzzentrum, eine der weltweit führenden Kliniken zur Behandlung von Herzkranken.

Es gehe um den Verdacht, dass die Wartelisten für Herztransplantationen manipuliert wurden, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Martin Steltner. Ermittelt werde, ob Patienten auf der Liste bevorzugt wurden, während andere nach hinten rutschten und damit in Lebensgefahr gerieten.

Geprüft werde auch, ob Patienten wegen möglicher Manipulationen starben. Das Herzzentrum, eines der größten in Europa, hatte sich selbst an die Ermittler gewandt. „Wir haben bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet“, sagte Sprecherin Barbara Nickolaus.

10.700 Patienten warten auf Spenderorgan

Nach dem Organspendeskandal von 2012 - damals waren Wartelisten manipuliert worden - wurde eine Prüf- und Überwachungskommission eingesetzt. Jeder Patient, der auf eine Organspende wartet, wird in einer bundesweiten Liste geführt. Das soll sicherstellen, dass gespendete Organe nur nach medizinischer Notwendigkeit vergeben werden.

In Deutschland warten etwa 10.700 schwer kranke Menschen auf ein Spenderorgan. Alle acht Stunden stirbt nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation einer von ihnen, weil kein Organ rechtzeitig zur Verfügung steht.

Gesundheit

Großteils Frauen von Ebola betroffen

Die Zahl der offiziell registrierten Ebola-Toten ist zuletzt auf über 1.300 gestiegen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist in Westafrika kein schnelles Ende der Epidemie in Sicht. Mit rund 75 Prozent finden sich vor allem Frauen unter den Opfern der tödlichen Krankheit. Der Grund dafür ist einem Medienbericht zufolge naheliegend: Auch in den von Ebola betroffenen Ländern wird die Pflege Kranker hauptsächlich von Frauen übernommen. Für die Eindämmung von Ebola sei es aus WHO-Sicht entscheidend, Frauen über den Schutz vor der Krankheit aufzuklären.

Mehr dazu in WHO setzt auf Aufklärung

IT

Kultur

Salzburger Festspiele: Aschenputtel flieht aus der Prolo-Hölle

Wenn Aschenputtel unter Prolo-Schwestern leidet und ihr Prinz in der Palace-Bar residiert, darf man auch in der Oper herzlich lachen. Steht dann auch noch Cecilia Bartoli auf der Bühne, darf man von der Schönheit der Musik ergriffen sein. Gioachino Rossinis „La Cenerentola“ erfüllt im Finale der Salzburger Festspiele gleich beide Bedingungen - mit einer brillanten Besetzung, inszeniert mit feinem und bösem Humor.

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Medien

„Spiegel“-Gesellschafter unterstützen Neuausrichtung

Der Chefredakteur des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, Wolfgang Büchner, kann die Verzahnung von Print und Digital weiter fortsetzen.

Das mit der Geschäftsführung aufgesetzte Projekt, das unter dem Namen „Spiegel 3.0“ bekanntgeworden ist, finde die Unterstützung aller Gesellschafter, teilten diese heute Abend in Hamburg mit. Am Spiegel-Verlag sind die Gesellschafter der Mitarbeiter KG (50,5 Prozent), Gruner + Jahr (25,5 Prozent) sowie die Augstein-Erben beteiligt.

Sie begrüßten es laut Mitteilung, dass Chefredaktion und die Geschäftsführung das Projekt in „enger Zusammenarbeit“ mit den Redaktionen des Magazins und des Nachrichtenportals verwirklichen wollen, „sowohl was die Umsetzung als auch was den Zeitablauf angeht“. Weitere Details wurden nicht genannt.

Zuvor hatten Ressortleiter gegen Büchner aufbegehrt und sich bei Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe gegen eine weitere Zusammenarbeit mit ihm ausgesprochen. Büchner wollte seinerseits die Besetzung der Ressortposten in den nächsten zwei Jahren ausschreiben lassen. Sie sollen jeweils für Online und Print verantwortlich sein.

Science

Der „iTunes-Moment“ der Hochschulbildung

ITunes hat das das Musikgeschäft revolutioniert, weil man plötzlich nicht mehr ein ganzes Album erwerben musste, sondern den Lieblingssong kaufen konnte. Genau das passiere derzeit in der Bildung, meint Hannes Klöpper: Anstatt einen ganzen Lehrgang online zu machen, wird es immer üblicher, sich einzelne Vorlesungen aus dem globalen Angebot herauszupicken.

Universitäten seien gefordert, ihre Studierenden im Umgang mit diesen neuen Möglichkeiten zu schulen - und Standards zur Anerkennung zu entwickeln, sagte der auf Onlinekurse spezialisierte Unternehmer anlässlich der Technologiegespräche in Alpbach zu science.ORF.at.

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Lifestyle

Trampender Roboter beendet Reise durch Kanada

Der trampende Roboter hitchBot hat seine Reise durch Kanada beendet. „Mein guter Freund hitchBot und ich haben es bis Victoria geschafft“, teilte seine PR-Agentin Johanna VanderMaas gestern (Ortszeit) am Ziel der 6.000 Kilometer langen Reise per Autostopp von der Atlantik- zur Pazifikküste mit.

Das Experiment, das sich um die Frage drehte, ob der kleine Roboter mit den gelben Kindergummistiefeln und dem freundlichen Lächeln den Menschen vertrauen kann, ist offensichtlich gelungen.

HitchBot sieht aus wie ein Kinderspielzeug: Arme und Beine bestehen aus blauen Schwimmnudeln, der Körper aus einem Kübel, das lächelnde LED-Gesicht wird von einer Tortenhaube geschützt. Geschaffen wurde er von zwei Wissenschaftlern der Ryerson University in Toronto.

Selbst Einladung zu Hochzeit

Ende Juli setzten seine Erfinder das Robotermännchen in Halifax an der Atlantikküste am Straßenrand aus. Der nach oben gereckte Daumen seiner rechten Gummihandschuh-Hand signalisierte: „Nehmt mich mit!“

Unzählige Reisende kamen der Aufforderung nach, manchmal nahmen sie ihn nur wenige Kilometer mit, manchmal waren es fast 1.000 Kilometer. Auf eine Mitfahrgelegenheit warten musste er nie lange, und immer wieder wurde er eingeladen - selbst zu einer Hochzeit.

Jeder habe ihn unterstützen wollen, berichtete einer der Entwickler. „Das ist ein interessantes Phänomen: Die Menschen entwickeln eine Beziehung zu dem Roboter, selbst jene, die hitchBot nie begegnen, sondern ihm nur in den Sozialen Medien folgen.“