Ausland

Moskau warnt USA vor Angriffen auf syrische Armee

Das russische Außenministerium hat in drastischen Worten vor möglichen US-Angriffen auf die syrische Regierungsarmee gewarnt. „Wenn eine direkte Aggression der USA gegen Damaskus und die syrische Armee beginnt, bringt das schreckliche tektonische Verschiebungen nicht nur für dieses Land, sondern für die ganze Region“, sagte Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa heute.

Ein Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bedeute ein Machtvakuum, das nicht von der gemäßigten Opposition, sondern „von Terroristen aller Art“ ausgenutzt werde, sagte Sacharowa.

Neue Angriffe nach Ende der Waffenruhe

Die US-geführte Koalition flog bisher keine Angriffe auf die syrische Armee, es sind auch keine Planungen bekannt. Ein Luftangriff am 17. September, bei dem etwa 100 syrische Soldaten starben, sei ein Irrtum gewesen, erklärten die USA. Die USA und Russland streben eigentlich in ihren Verhandlungen eine Rückkehr zu der Waffenruhe an, die am 19. September nach nur einer Woche wieder zerbrochen war.

NGO: Spital in Aleppo von Fassbomben getroffen

Bei einem Luftangriff auf die umkämpfte syrische Stadt Aleppo wurde unterdessen nach Angaben einer medizinischen Hilfsorganisation erneut ein Krankenhaus getroffen. Im Krankenhaus M10, der größten Klinik im von den Rebellen kontrollierten Ostteil der Stadt, seien Fassbomben eingeschlagen, teilte die in den USA ansässige Syrian American Medical Society (SAMS) mit.

Ärzten zufolge ist die Klinik nun vollkommen außer Betrieb. Die Angriffe hatten für große Empörung gesorgt, UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon stufte sie als Kriegsverbrechen ein.

Türkei: Parlament für weitere Einsätze in Syrien und im Irak

Das türkische Parlament hat weitere Militäreinsätze in Syrien und im Irak gebilligt. Die Abgeordneten in Ankara stimmten heute mehrheitlich für eine Verlängerung des Mandats, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Im Parlament hat die Regierungspartei AKP von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan eine deutliche Mehrheit. Das Mandat wurde seit 2014 schon mehrmals verlängert.

Zuletzt hatten die türkischen Streitkräfte im Verbund mit protürkischen Rebellen im Norden Syriens Gebiete erobert, die zuvor unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat beziehungsweise kurdischer Einheiten standen. Nach eigenen Angaben kontrolliert die Türkei nun 900 Quadratkilometer in dem Nachbarland. Die türkische Armee geht zudem im Norden Iraks gegen Stellungen der kurdischen Arbeiterpartei PKK vor.

Tausende Polen demonstrieren gegen Abtreibungsverbot

Tausende schwarzgekleidete Polen haben heute vor dem Parlament in Warschau gegen einen Gesetzesentwurf zum vollständigen Verbot von Abtreibung demonstriert. „Stoppt die Fanatiker an der Macht“, stand auf Plakaten der Demonstranten, die auch schwarze Fahnen schwenkten. „Wir brauchen Behandlung durch Ärzte, nicht durch den Vatikan“ und „Wir wollen Ärzte, nicht Polizisten“, hieß es auf anderen Plakaten. Aufgerufen zu den Protesten hatte das Komitee „Rettet die Frauen“.

Demonstration in Polen

APA/AP/Czarek Sokolowski

Auf Initiative des Bürgerkomitees „Stoppt Abtreibung“ war vergangene Woche im Parlament ein Gesetzesentwurf für ein praktisch vollständiges Verbot von Abtreibung eingebracht worden. Schwangerschaftsabbrüche sollen künftig nur noch erlaubt sein, wenn das Leben der Schwangeren unmittelbar bedroht ist. Im Parlament, das von der regierenden nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) beherrscht wird, steht eine große Mehrheit hinter der Initiative.

Schon jetzt ist das polnische Abtreibungsrecht so scharf wie fast nirgendwo sonst in Europa. Erlaubt ist Abtreibung nur bei Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Schwangeren, Hinweise auf eine schwere unheilbare Erkrankung des Fötus oder bei Vergewaltigung oder Inzest. Die neue Gesetzesinitiative sieht vor, dass sowohl die ausführenden Ärzte als auch die betroffenen Frauen mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden können.

Mindestens drei Tote bei Anschlag in Mogadischu

Bei der Explosion einer Autobombe in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind heute mindestens drei Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Unter den Verletzten sollen sich auch Sicherheitsbeamte befinden, sagte ein Polizist der dpa kurz nach der Explosion, die gegen Mittag stattfand.

Brennendes Autowrack in Mogadischu

APA/AP/Farah Abdi Warsameh

Die Terrorgruppe al-Schabab bekannte sich über den ihr nahestehenden Sender Radio Andalus zu dem Anschlag. Ziel seien somalische Sicherheitskräfte gewesen, teilte die al-Schabaab mit. Augenzeugen berichteten von schweren Schäden an dem beliebten Blue Sky Restaurant. Die sunnitischen Extremisten versuchen seit Jahren, am Horn von Afrika einen Gottesstaat zu errichten.

Umkämpfte Bezirke: Hier wird die US-Wahl entschieden

„Swing-States“ tauchen seit Jahren in der Berichterstattung zu US-Präsidentschaftswahlen auf. In US-amerikanischen Medien macht nun aber ein neuer Indikator die Runde. Nicht Bundesstaaten, sondern Countys, vergleichbar mit österreichischen Wahlbezirken, sollen entscheiden, wer künftig das oberste Amt der Vereinigten Staaten bekleiden soll. Dabei sollen bestenfalls 25 von über 3.000 Countys für den Wahlausgang ausschlaggebend sein. Der Abstand zwischen den Kandidaten könnte hier nur hauchdünn sein.

Mehr dazu in 25 von 3.000 Countys

EU-Kommissarin Georgiewa sieht Chancen für Ban-Nachfolge

Die Bulgarin Kristalina Georgiewa rechnet sich trotz ihrer späten Kandidatur Chancen auf die Nachfolge von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon aus. „Ich hoffe, dass ich nach meiner Leistung und nicht nach der Dauer meiner Kampagne beurteilt werde“, sagte die Vizepräsidentin der EU-Kommission.

Die 63-jährige Ökonomin war unter anderem als Vizepräsidentin der Weltbank und als EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe tätig. 2014 übernahm sie den Posten der EU-Haushaltskommissarin. Am Montag stellt sich Georgiewa der UNO-Vollversammlung zu einer zweistündigen Fragerunde.

Sie verfüge über eine „breite Erfahrung in den Bereichen internationale Entwicklung und humanitäre Hilfe“, sagte Georgiewa der AFP. Die international erfahrene Kandidatin veröffentlichte ein kurzes Konzept für die Neuorientierung der Weltorganisation. Darin ruft sie zur Suche nach neuen Quellen zur Finanzierung von Friedenseinsätzen und Flüchtlingshilfe auf. Die Vermeidung von Konflikten und die Bekämpfung des Klimawandels sind weitere Schwerpunkte Georgiewas.

Kandidatin kurzfristig ausgetauscht

Die bulgarische Regierung hatte in dieser Woche mitten im Verfahren ihre bisherige Kandidatin ausgetauscht und schickt anstelle der UNESCO-Generalsekretärin Irina Bokowa nun Georgiewa ins Rennen. Zur Begründung hieß es, die Erfolgsaussichten Georgiewas würden höher eingeschätzt. Bokowa hatte in der fünften Wahlrunde für die Nachfolge Bans am Montag lediglich Platz sechs belegt.

Angesichts der Forderungen, erstmals einer Frau den höchsten UNO-Posten zu übertragen, gilt Georgiewa als aussichtsreiche Bewerberin. Zudem stammt sie aus Osteuropa, der einzigen Region, die bisher keinen UNO-Generalsekretär stellte. Es sei an der Zeit, dass eine Frau den Job übernehme, sagte Georgiewa. Als Favorit gilt derzeit der frühere Chef des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), Antonio Guterres. Der ehemalige portugiesische Regierungschef lag bisher in allen Runden vorn, allerdings wurde zuletzt über ein mögliches Veto Russlands gegen ihn spekuliert.

US-Verteidigungsminister kritisiert Dutertes Hitler-Vergleich

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat die jüngsten verbalen Entgleisungen des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte kritisiert. Er halte den Vergleich des Anti-Drogen-Kampfes auf den Philippinen mit dem NS-Massenmord an den Juden für „zutiefst verstörend“, sagte Carter.

Der Pentagon-Chef äußerte sich am Rande eines Treffens mit Verteidigungsministern Südostasiens, an dem auch die Philippinen teilnahmen. Duterte hatte zuvor vor Journalisten gesagt, Hitler habe „drei Millionen Juden massakriert“.

Derzeit gebe es drei Millionen Drogenabhängige auf den Philippinen, fuhr Duterte fort. „Ich wäre froh, sie abzuschlachten.“ Statt von sechs Millionen Juden, die von den Nazis ermordet worden waren, sprach der 71-jährige Staatschef dabei von drei Millionen Todesopfern.

Inland

Sobotka gegen Zuverdienst für Asylwerber

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) spricht sich nun doch gegen die von den Ländern vorgeschlagene Zuverdienstmöglichkeit für Asylwerber aus. Die Flüchtlingsreferenten der Länder hatten am Mittwoch vorgeschlagen, durch gemeinnützige Arbeit einen Zuverdienst von bis zu 200 Euro (fünf Euro pro Stunde) zuzulassen. In der Tageszeitung „Österreich“ lehnt Sobotka den Vorschlag nun ab.

Am Mittwoch hatte der Minister bei der Konferenz der Flüchtlingsreferenten in Graz den Vorschlag noch unterstützt. „Nach Abwägen aller Vor- und Nachteile“ deponiert er nun sein Veto und meint, dass fünf Euro pro Stunde zu viel wären.

„In Afghanistan verdient ein Polizist mit allen Zulagen rund 50 Cent pro Stunde. Da bekommen die von den Flüchtlingsreferenten geforderten fünf Euro pro Stunde ein ganz anderes Gewicht“, sagt Sobotka. ÖVP-Sozialsprecher August Wöginger solle ein praxistaugliches Konzept erstellen.

„Keine Zustimmung“ in Graz

Sobotkas Sprecherin sagte gegenüber der APA, dass der Minister dem Fünf-Euro-Vorschlag bei der Flüchtlingsreferentenkonferenz in Graz nicht zugestimmt habe. Sobotka hatte angesichts des Vorschlages in Graz gemeint, dass technische Probleme lösbar seien. Als Zustimmung sei das aber nicht zu verstehen gewesen, denn in der Sitzung habe der Minister lediglich zugesagt, den Vorschlag zu prüfen.

Amon: Kurz als Spitzenkandidat eine „Möglichkeit“

ÖVP-Generalsekretär Werner Amon hält eine Spitzenkandidatur von Außenminister Sebastian Kurz bei der Nationalratswahl für möglich. „Ja, das ist eine Möglichkeit. Aber ich gehe einmal davon aus, dass der jetzige Vizekanzler und Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner der Spitzenkandidat ist“, sagte Amon heute in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“.

Kritik übte Amon am SPÖ-nahen Verfassungsrichter Johannes Schnizer wegen dessen Aussagen zur Aufhebung der Bundespräsidentenstichwahl. Damit sei dem Verfassungsgericht kein guter Dienst erwiesen worden. „Ich halte es nicht für hilfreich, wenn einzelne Richter an die Öffentlichkeit gehen und Privatmeinungen äußern.“

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Sport

Formel 1: Hamilton in Malaysia auf Pole

Lewis Hamilton hat im Qualifying für den Grand Prix von Malaysia (Sonntag, 09.00 Uhr live in ORF eins) seine Trainingszeiten souverän bestätigt. Der britische Titelverteidiger ließ heute nichts anbrennen, holte sich die 57. Poleposition seiner Karriere und steht zum 100. Mal in der ersten Startreihe. Sein deutscher Teamkollege Nico Rosberg versuchte zwar alles, aber auch der letzte Angriff auf die Bestzeit klappte nicht.

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Fußball: Köln knüpft Bayern erste Punkte ab

Nach zuvor fünf Siegen hat Bayern München in der deutschen Bundesliga erstmals Punkte eingebüßt. Der Serienmeister kam heute im Spitzenspiel gegen den ebenfalls noch ungeschlagenen 1. FC Köln nur zu einem 1:1-Heimremis, bleibt aber Spitzenreiter. Tabellenzweiter ist vorerst Hertha BSC, das den Hamburger SV beim Debüt des neuen HSV-Coaches Markus Gisdol mit 2:0 schlug.

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Fußball: Liverpool vermeidet Patzer

Der FC Liverpool hat in der siebenten Runde der englischen Premier League einen Patzer vermieden und sich zumindest bis morgen etwas näher an Tabellenführer Manchester City geschoben. Die „Reds“ erkämpften sich nach Pausenrückstand noch einen 2:1-Sieg bei Swansea City. Dabei war es nach acht Minuten 1:0 für die walisischen Gastgeber gestanden. In der zweiten Hälfte drehte Liverpool jedoch die Partie um.

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Wirtschaft

13 Ex-Manager von Monte Paschi müssen vor Gericht

Ein Mailänder Untersuchungsrichter hat heute die Eröffnung eines Prozesses gegen 13 Ex-Manager der Problembank Monte Paschi di Siena (MPS) beschlossen. Vor Gericht müssen sich auch die Deutsche Bank und ihre italienische Tochter sowie das japanische Geldhaus Nomura verantworten. Der Prozess beginnt am 15. Dezember, berichteten italienische Medien.

Die Manager, darunter der ehemalige MPS-Verwaltungsratspräsident Giuseppe Mussari, sollen mit einer Reihe von Finanzoperationen Verluste verheimlicht haben, die für die toskanische Bank nach der Übernahme der Bank Antonveneta im Jahr 2008 entstanden waren. MPS hatte Antonveneta von dem spanischen Geldhaus Santander gekauft.

Die Justizbehörden vermuten Korruption im Fall der Übernahme des kleineren Konkurrenten Antonveneta und prüfen zudem eine Reihe von Derivat- und anderen Handelsgeschäften, die nach Angaben von Monte Paschi zu Verlusten von 730 Mio. Euro führten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass diese Deals dazu dienten, die Bilanzen zu schönen und die Verluste aus dem neun Mrd. Euro schweren Zukauf zu verbergen, der als zu teuer kritisiert wurde und die älteste Bank der Welt in der Finanzkrise in die Bredouille brachte.

Erstmals deutsches Kohlekraftwerk im Reservemodus

Zum ersten Mal ist heute ein deutsches Braunkohlekraftwerk stillgelegt und in die Sicherheitsreserve überführt worden. Die Anlage Buschhaus in Niedersachsen kann damit in den nächsten vier Jahren wieder hochgefahren werden, wenn das für die Sicherheit der Stromversorgung nötig werden sollte. Danach wird das Kraftwerk endgültig stillgelegt, wie das deutsche Wirtschaftsministerium mitteilte.

Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake erklärte, mit der vorläufigen Stilllegung des Kraftwerks Buschhaus werde „eine zentrale Maßnahme zur Erreichung unserer Klimaziele bis 2020 umgesetzt“. Die Anlage stoße jetzt kein Kohlendioxid mehr aus - deutlich früher als ursprünglich geplant. Die Betreiber wollten Buschhaus bis mindestens 2030 laufen lassen.

Chronik

Hurrikan „Matthew“ bedroht die Karibik

Ein Hurrikan der höchsten Kategorie bedroht die Karibik. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Stundenkilometern könne der Wirbelsturm „Matthew“ der schlimmste Hurrikan seit 2007 werden, teilte das US-Hurrikan-Zentrum in der Nacht auf heute mit. Der Sturm, der gestern vor der Nordküste Kolumbiens und Venezuelas wütete, bewegt sich auf Jamaika, Haiti und Kuba zu.

„Matthew“ befand sich gestern Abend noch 125 Kilometer nordwestlich von Punta Gallinas an der Nordwestküste Kolumbiens und sollte nach Nordwesten weiterziehen. Vor allem Jamaika und der Süden Haitis müssen den Warnungen der US-Meteorologen zufolge am Wochenende mit sintflutartigen Regenfällen, lebensgefährlichen Überschwemmungen und Erdrutschen rechnen. An einigen Orten könnten mehr als 60 Zentimeter Regen fallen.

Wird „starker“ Sturm bleiben

Der Sturm wurde von der vierten in die fünfte Hurrikan-Kategorie hochgestuft, kurz darauf wieder um einen Grad zurückgestuft. Es seien noch weitere Schwankungen in der Intensität des Sturms möglich, es sei aber zu erwarten, dass „Matthew“ bis morgen ein „starker“ Hurrikan bleiben werde, teilte das US-Hurrikan-Zentrum mit.

Haiti bereitete sich auf heftigen Wind und Regen vor. Wie der Zivilschutz mitteilte, sollen vor allem die Bewohner südlicher Inseln ihre Häuser absichern und Wasser- und Lebensmittelvorräte anlegen. Auf Jamaika ordnete Ministerpräsident Andrew Holness die Einrichtung von Notunterkünften für rund 2.000 Menschen an. Am Montagabend oder Dienstagfrüh dürfte „Matthew“ dann Kuba erreichen.

Aber auch an den Küsten von Puerto Rico, Venezuela, Kolumbien und der Dominikanischen Republik sowie auf den Inseln Aruba, Bonaire und Curacao wurde vor Springfluten und gefährlichen Strömungen gewarnt.

Hängebrücke in Laos eingestürzt: Zwei Tote, drei Vermisste

Beim Einsturz einer Hängebrücke im südostasiatischen Laos sind mindestens zwei Schulkinder ums Leben gekommen. Drei weitere Kinder würden noch vermisst, berichtete die Zeitung „Vientiane Times“ (Samstag-Ausgabe).

Die Kinder waren gestern auf dem Weg in die Schule gewesen, als mehrere Befestigungsseile der Holzbrücke über dem Xeng-Fluss rissen. Mehr als 50 Kinder, ein Lehrer und ein Motorradfahrer stürzten ins Wasser. 52 Menschen wurden bisher gerettet, sagte ein Behördenvertreter aus dem Bezirk Viengkham der Zeitung. Rettungskräfte suchten mit Booten nach den Vermissten.

Die Brücke aus Holzlatten war den Angaben zufolge im Jahr 2013 gebaut worden. Die Befestigungsseile seien aber seit mehr als einem Jahr nicht mehr überprüft worden. Die örtlichen Behörden boten an, die Krankenhauskosten für die Verletzten zu übernehmen.

IT

Washington gibt Aufsicht über Internetadressverwaltung ab

Die US-Regierung hat heute offiziell ihre Aufsicht über die Internetadressverwaltung ICANN aufgegeben, nachdem eine letzte Intervention von Gegnern des seit langem geplanten Schritts vor Gericht gescheitert war.

Das US-Handelsministerium teilte mit, dass ihr Vertrag mit der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) ausgelaufen sei. Künftig sollen am Internet beteiligte Akteure wie Ingenieure, Forscher, Firmen, Nichtregierungsorganisationen und Regierungen die Aufsicht führen.

Die im US-Bundesstaat Kalifornien ansässige Organisation ICANN war 1998 gegründet worden und ist damit betraut, das sogenannte Domain Name System (DNS) zu verwalten. Ohne diese Einrichtung könnte kein Computer die Seiten ansteuern, die ein Nutzer im Internet sucht.

Umbau lange geplant

Die US-Regierung hatte seit langem geplant, die Aufsicht im Zuge der „Privatisierung“ des Internets abzugeben. Vor zwei Jahren begannen dann die Arbeiten an der neuen Struktur für die Organisation.

Durch die Vielzahl an beteiligten Akteuren soll verhindert werden, dass ein Akteur zu große Kontrolle über das Internet bekommt. Kritiker warfen der US-Regierung aber vor, durch die Aufgabe der Aufsicht über ICANN autoritären Staaten zu erlauben, die Kontrolle über das Internet zu übernehmen. Eine Klage von vier US-Bundesstaaten, um den geplanten Rückzug der US-Regierung zu verhindern, wurde von einem texanischen Gericht aber abgewiesen.

Nach Rückruf verkauft Samsung wieder Galaxy Note 7

Knapp einen Monat nach dem weltweiten Rückruf seines neuen Vorzeige-Smartphones Galaxy Note 7 wegen Brandgefahr hat Samsung in Südkorea das Modell wieder auf den Markt gebracht. Die neuen Geräte sind auch mit neuen Akkus ausgestattet. In Europa solle der Verkauf am 28. Oktober starten, sagte heute ein Sprecher des Smartphone-Marktführers.

Samsung hatte Anfang September die Brandgefahr infolge von Akkuproblemen bei dem Phablet - eine Mischung aus Smartphone und Tablet-Computer - eingeräumt und eine weltweite Austauschaktion angekündigt. Nach Angaben des Unternehmens waren 2,5 Millionen Geräte betroffen, allein in Südkorea und den USA sollen etwa 1,4 Millionen Geräte verkauft worden sein.

Die US-Verbraucherschutzbehörde hatte von 92 gemeldeten Zwischenfällen gesprochen, bei denen sich ein Note 7 überhitzte oder Feuer fing. Das Modell war nach der Markteinführung am 19. August wochenlang in mehreren Ländern verkauft worden.

Science

Kultur

Der Dialektpop und sein Voodoo-Zauber

Abseits der Debatten, ob und was jetzt Austropop sein soll, entsteht momentan eine spannende Platte nach der anderen mit österreichischer Dialektmusik. Besonders Voodoo Jürgens sticht hervor: Sein Album „Ansa Woar“ ist jenes mit der gnadenlosesten poetischen Wucht seit Ludwig Hirschs „Dunkelgraue Lieder“. Aber auch Der Nino aus Wien, Wanda und ein paar spannende Neuentdeckungen machen mit neuen Platten von sich hören. Ein Festival bringt unterdessen zusammen, was eigentlich nicht zusammengehört: von Adi Hirschal bis Voodoo Jürgens. Na servas.

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Religion

Papst Franziskus in Georgien: Nie Orthodoxe bekehren

Papst Franziskus hat sich entschieden gegen die Bekehrung orthodoxer Christen zum römischen Katholizismus gewandt. „Es gibt eine große Sünde gegen die ökumenische Bewegung: das Bekehren“, sagte der Papst heute während seines Besuchs in Georgien.„Ihr solltet niemals Orthodoxe bekehren, sie sind unsere Brüder und Schwestern, Jünger von Jesus Christus“, sagte der Papst.

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Leute

Sorge um kranken König von Thailand

Sorge um Thailands König Bhumibol Adulyadej: Der seit Jahren schwer kranke Monarch leidet nun auch noch an einer akuten Lungenentzündung und einer Blutinfektion. Das teilte der Palast heute mit.

Nach Angaben seiner Ärzte wird der 88-Jährige deswegen wieder mit Antibiotika behandelt, nachdem das im vergangenen Monat ausgesetzt wurde. Zudem werde die Nierenersatztherapie, ein Standardverfahren für Patienten mit Nierenversagen, fortgeführt.

Der am längsten regierende Monarch der Welt kämpft bereits seit Jahren mit schweren Gesundheitsproblemen. Er liegt wegen verschiedener Beschwerden schon seit mehr als einem Jahr durchgängig im Krankenhaus. Politologen befürchten eine Phase politischer Unsicherheit im Fall des Ablebens des Königs. Kronprinz Maha Vajiralongkorn hat nicht das Ansehen seines Vaters.

Schwarzenegger radelte durch Münchner Hauptbahnhof

Actionheld und Ex-Politiker Arnold Schwarzenegger hat sich in München Ärger mit der deutschen Polizei eingehandelt: Er fuhr gemeinsam mit einem Bodyguard per Fahrrad durch den Hauptbahnhof, wie die Bundespolizeidirektion heute mitteilte.

Ein Beamter wies den prominenten Besucher darauf hin, dass das Fahrradfahren im Bahnhof verboten ist. „‚Arnie‘ sah es ein“, berichtete die Polizei. Dem Beamten sei zunächst nur aufgefallen, dass zwei Fahrradfahrer „eher slalom- als rennmäßig die vielen Reisenden umkurvten“.

Einen der Männer sprach er daraufhin an. Dieser rechtfertigte sich damit, er sei der „Bodyguard vom Arnold Schwarzenegger“. Der Polizist glaubte den Angaben zufolge an einen schlechten Scherz - bis der andere Radfahrer sich näherte und sich tatsächlich als der Schauspieler entpuppte. Auf sein Fehlverhalten angesprochen erklärte Schwarzenegger laut Polizei, „dass er momentan schlecht zu Fuß sei“. Als „kleine Entschädigung“ bot er dem Beamten an, ein Foto mit ihm zu machen.

Panorama

Londoner Tower Bridge wird für Monate geschlossen

Londons berühmte Tower Bridge ist seit heute für Restaurierungsarbeiten geschlossen. Die 122 Jahre alte Zugbrücke soll erst am 30. Dezember wieder für den Autoverkehr geöffnet werden. Die Brücke, eines der Wahrzeichen der britischen Hauptstadt, wird normalerweise täglich von rund 21.000 Fahrzeugen und 40.000 Passanten überquert.

Diese Belastung habe Folgen für die hölzerne Fahrbahndecke, erklärte die City of London Corporation. Die Fahrbahndecke sei seit 1970 nicht erneuert worden.

Fußgänger können die Brücke während der Arbeiten weiterhin nutzen. Zudem werden die beiden Arme der Zugbrücke auch weiterhin gehoben und gesenkt, um Schiffe auf der Themse durchzulassen.