Ausland

NATO-Manöver mit 12.500 Soldaten beginnt in Polen

Inmitten der Krise in der Ukraine startet die NATO morgen im Norden Polens ein großes Manöver mit Tausenden Soldaten. An der Übung namens „Anaconda“ nehmen dem polnischen Verteidigungsministerium zufolge insgesamt etwa 12.500 Soldaten teil. Davon stammen 750 aus den NATO-Staaten Estland, Großbritannien, Kanada, Litauen, den Niederlanden, Tschechien, Ungarn und den USA.

Die seit dem Jahr 2006 in Abständen von zwei Jahren regelmäßig stattfindende Übung soll bis zum 3. Oktober dauern. Trainiert wird insbesondere die schnelle Stationierung von NATO-Eingreifkräften. Vor allem Polen und die baltischen Staaten sind angesichts des russischen Vorgehens in der Ukraine um ihre Sicherheit besorgt.

Autobombe tötet in Bagdad mindestens 14 Menschen

In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind bei der Explosion einer Autobombe heute mindestens 14 Menschen getötet und weitere 37 verletzt worden. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden detonierte der Sprengsatz in der Nähe eines Marktes im mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadtteil Sadr City.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Sadr City war in der Vergangenheit bereits mehrfach das Ziel von Attentaten militanter Sunniten.

EU rechnet mit bis zu 3.000 Euro-Dschihadisten

Rund 3.000 Europäer haben sich nach EU-Schätzungen inzwischen dem Kampf von muslimischen Extremisten im Irak und in Syrien angeschlossen. Ihre Zahl sei binnen Monaten von 2.000 auf 3.000 angestiegen, sagte der EU-Anti-Terror-Beauftragte Gilles de Kerchove heute gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

„Nach meiner Einschätzung sind es rund 3.000“, so De Kerchove. „Der Strom ist nicht ausgetrocknet. Die Ausrufung eines ‚Kalifats‘ (durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat, IS, Anm.) hat womöglich Wirkung erzielt.“

Die meisten aus Frankreich und Großbritannien

Die meisten ausländischen Kämpfer in den Reihen der Extremisten kämen aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Schweden und Dänemark, einige wenige auch aus Spanien, Italien, Irland und Österreich. In Österreich hatte das Innenministerium die Zahl zuletzt mit rund 140 angegeben.

20 bis 30 Prozent der Extremisten seien von dort wieder in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt, schätzt De Kerchove. Einige führten ein normales Leben, einige litten unter den Folgen ihrer Erfahrungen, andere hätten sich weiter radikalisiert und stellten eine Bedrohung dar. Für die EU-Mitgliedsstaaten sei es eine schwierige Aufgabe, herauszufinden, wie gefährlich sie seien und entsprechend zu reagieren.

Angst vor Terror durch Rückkehrer

In der EU wächst die Sorge, dass von Hunderten Bürgerkriegskämpfern aus Europa einige noch weiter radikalisiert und kampferprobt zurückkehren und Anschläge verüben könnten. Die Befürchtungen wurden durch den Anschlag eines jungen Franzosen auf das jüdische Museum Ende Mai in Brüssel mit vier Toten bestärkt. Der mutmaßliche Täter hatte sich in Syrien einer islamistischen Gruppe angeschlossen.

Anfang Juli vereinbarten Deutschland und weitere europäische Staaten einen Aktionsplan gegen die Bedrohung durch zurückkehrende Dschihadisten. Der Belgier De Kerchove ist seit sieben Jahren EU-Anti-Terror-Beauftragter.

Abtreibungsgesetz: Spaniens Justizminister tritt zurück

Nach dem Scheitern der Pläne für eine Verschärfung der Abtreibungsgesetze in Spanien hat der konservative Justizminister Alberto Ruiz-Gallardon seinen Rücktritt erklärt.

Der frühere Bürgermeister von Madrid zog damit Konsequenzen aus der Entscheidung von Ministerpräsident Mariano Rajoy, die im eigenen Lager umstrittene Fristenregelung beizubehalten. Ruiz-Gallardon hatte den Entwurf für eine Verschärfung der Abtreibungsgesetze ausgearbeitet und im Dezember 2013 vom Kabinett verabschieden lassen.

Verschärftes Gesetz als Wahlversprechen

Im Jahr 2010 hatte die damalige Sozialistenregierung allen Frauen das Recht auf Schwangerschaftsabbruch bis zur 14. Schwangerschaftswoche zugebilligt. Rajoys Partido Popular (PP) hatte unter anderem mit dem Versprechen auf eine Rücknahme dieses Gesetzes bei der Parlamentswahl 2011 die absolute Mehrheit errungen.

Am Sonntag gingen Tausende Menschen in Madrid auf die Straße und forderten die Umsetzung des beschlossenen, aber nie dem Parlament vorgelegten Gesetzentwurfs.

Abbruch nur nach Vergewaltigung oder bei Risiken für Mutter

Das neue Abtreibungsgesetz hätte einen Schwangerschaftsabbruch nur noch nach angezeigten Vergewaltigungen oder bei nachgewiesenen Gesundheitsrisiken für die werdende Mutter zugelassen. Eine Fehlbildung des Fötus wäre dagegen kein Abtreibungsgrund mehr gewesen. Derzeit legitimieren schwere Fehlbildungen Abtreibungen bis zur 22. Schwangerschaftswoche.

Rajoy sagte nun, dass zumindest die Zustimmungspflicht der Eltern bei Schwangeren unter 18 Jahren kommen solle wie geplant. Zudem kündigte er „Maßnahmen zur Familienhilfe“ an. Das katholisch geprägte Spanien ist über die Abtreibungsfrage seit vielen Jahren tief gespalten.

Bin Ladens Schwiegersohn zu lebenslanger Haft verurteilt

Im einem US-Terrorprozess ist Sulaiman Abu Ghaith, ein Schwiegersohn des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden, heute vor einem Bundesgericht in New York zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Abu Ghaith war bereits Ende März wegen Verschwörung zur Ermordung von US-Bürgern und Unterstützung von Terroristen schuldig gesprochen worden.

Wichtige Rolle innerhalb Al-Kaidas

Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass der Ehemann der Bin-Laden-Tochter Fatima einst eine herausgehobene Rolle im Terrornetzwerk Al-Kaida gespielt hat. Der aus Kuwait stammenden Imam beteuerte in dem Verfahren seine Unschuld.

Der zuständige Bundesrichter Lewis Kaplan sagte bei der Verkündung an die Adresse Abu Ghaiths, nach seiner Einschätzung habe dieser „alles getan, was ihm möglich war, im Auftrag Al-Kaidas Amerikaner zu töten“.

Heimlich in die USA gebracht

Abu Ghaith, der in Jordanien in einer Geheimoperation festgenommen und heimlich in die USA gebracht wurde, ist eines der wichtigsten Al-Kaida-Mitglieder, die bisher in den USA vor Gericht gestellt wurden.

„Unter anderem hat Abu Ghaith andere dazu gedrängt, Bin Laden die Treue zu schwören, er hat im Auftrag und zur Unterstützung von Al-Kaida gesprochen und er hat gewarnt, es werde weiter Angriffe wie die vom 11. September 2001 geben“, hieß es in der Anklageschrift.

Separatisten in Ostukraine planen Wahl im November

Gegen den Widerstand der Regierung in Kiew organisieren die prorussischen Separatisten in der Ostukraine für den 2. November eine Wahl. Mit der Abstimmung zu Regionalparlamenten bekräftigten sie ihr Streben nach Unabhängigkeit, wie die Aufständischen in Donezk und Lugansk heute mitteilten.

Eine Teilnahme an der Parlamentswahl am 26. Oktober in der Ukraine lehnten die selbst ernannten „Volksrepubliken“ ab. Ein von der Obersten Rada in Kiew verabschiedetes Gesetz über einen Sonderstatus der Gebiete sieht Regionalwahlen am 7. Dezember vor.

Separatisten ziehen Teil ihrer Artillerie ab

Im Konfliktgebiet gab es den Aufständischen zufolge bei der Schaffung einer vereinbarten Pufferzone Fortschritte. Moskautreue Kämpfer zogen einen Teil ihrer Artillerie von der Frontlinie zurück. Sie hätten ihre Waffen aber an den Orten stehen lassen, an denen die ukrainische Armee sich noch nicht selbst zurückgezogen habe, sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko.

Vertreter Kiews und der Separatisten hatten sich am Freitag bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe auf die Einrichtung einer entmilitarisierten Zone geeinigt. Die nächste Verhandlungsrunde in der weißrussischen Hauptstadt Minsk könne voraussichtlich in einem Monat stattfinden, kündigte Sachartschenko an. Die Zeit werde benötigt, um die bisher getroffenen Vereinbarungen umzusetzen.

Inland

Mikl-Leitner trifft Landesflüchtlingsreferenten

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) trifft morgen in Kärnten die Flüchtlingsreferenten der Bundesländer. Sie wird dabei ihr Konzept für die neue Erstunterbringung und Grundversorgung von Asylwerbern vorstellen. Thema des Tages dürfte aber die aktuelle Suche nach Asylquartieren sein. Die Bundesregierung forderte eine Lösung noch in dieser Woche.

Die Innenministerin warnte vor einem „totalen Notstand mit Ende der Woche“. Dann seien die vom Innenministerium geschaffenen Ausweichquartiere erschöpft. Mikl-Leitner will Flüchtlinge auch in Kasernen unterbringen. Einige Länder haben bereits neue Unterkunftsmöglichkeiten angeboten.

Hickhack um Quartiere

In der Frage nach der Unterbringung von Flüchtlingen hatte sich bisher keine Lösung abgezeichnet: Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) verwies erneut auf die Badener Martinek-Kaserne. Mikl-Leitner (ÖVP) verlangt dafür aber einen Assistenzeinsatz des Bundesheeres, um „Rechtssicherheit“ zu haben.

Die Badner SPÖ entgegnete, Klug solle sich wegen dieses Angebotes schämen. Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) drängen zwar auf eine schnelle Lösung, man wolle aber auch nicht über die Köpfe der Bundesländer hinweg agieren. Allerdings betonte Faymann heute die „Verpflichtung der Länder“ und sprach selbst von einem „unwürdigen Pingpongspiel“.

Mehr dazu in „Unwürdiges Pingpongspiel“

Hickhack um Asyl für Flüchtlinge

In der Frage nach der Unterbringung von Flüchtlingen zeichnet sich nach wie vor keine Lösung ab: Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) verwies erneut auf die Badener Martinek-Kaserne. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) verlangt dafür aber einen Assistenzeinsatz des Bundesheeres, um „Rechtssicherheit“ zu haben.

Die Badner SPÖ entgegnete, Klug solle sich wegen dieses Angebotes schämen. Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) drängen zwar auf eine schnelle Lösung, man wolle aber auch nicht über die Köpfe der Bundesländer hinweg agieren. Allerdings betonte Faymann heute die „Verpflichtung der Länder“ und sprach selbst von einem „unwürdigen Pingpongspiel“.

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Neue Ärzteausbildung im Ministerrat beschlossen

Die Regierung hat heute im Ministerrat die neue Ärzteausbildung beschlossen. Mit der Novelle des Ärztegesetzes soll der Beruf wieder attraktiver gemacht werden.

Ziel der Novelle ist es, dass die Ausbildung auf Inhalte und nicht mehr auf Strukturen fokussiert, erklärte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ).

Neunmonatige Basisausbildung für alle

Vorgesehen ist unter anderem eine Verpflichtung zur Absolvierung einer neunmonatigen Basisausbildung nach dem Medizinstudium. Dabei sollen sie klinische Grundkompetenzen in den Fachgebieten Chirurgie und Innere Medizin erwerben. Erst danach kommt es zu einer Entscheidung, ob eine allgemeinärztliche oder fachärztliche Ausbildung angestrebt wird.

Entscheidet man sich für das Fachgebiet der Allgemeinmedizin, so kommt es zu einer Spitalspraxis von 27 Monaten (ähnlich der bisherigen Regelung) und anschließend - am Ende der Ausbildung - zu einer verpflichtenden Lehrpraxis in der Dauer von zumindest sechs Monaten.

Lehrpraxis soll Nachfolger aufbauen

„Das dient dazu, den angehenden Ärztinnen und Ärzten einen besseren Einblick in das spätere Aufgabengebiet des niedergelassenen Bereichs zu geben. Die Lehrpraxis in den Arztordinationen ist aber auch ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Strukturen am Land und zum Aufbau von Nachfolgerinnen bzw. Nachfolgern für die anstehenden Pensionierungen“, so Oberhauser. Insgesamt soll die Ausbildung zur Allgemeinärztin bzw. zum Allgemeinarzt künftig damit mindestens 42 Monate dauern.

Sechsjährige Facharztausbildung

Entscheidet man sich nach der Basisausbildung für eine Facharztkarriere, so geht es mit einer Grundausbildung weiter, die grundsätzlich 27 Monate dauert (Sonderfach-Grundausbildung), die Dauer ist allerdings abhängig von der Fachrichtung.

Danach folgt eine Schwerpunktausbildung (Sonderfach-Schwerpunktausbildung), die mindestens 27 Monate dauert. Insgesamt nimmt eine Facharztausbildung somit künftig mindestens 72 Monate in Anspruch (nach dem Studium).

Das Gesetz soll am 1. Jänner 2015 in Kraft treten. Ab 1. Juni 2015 kann mit der neuen Ausbildung begonnen werden.

Sport

Fußball: Bayern stoppt Paderborn brutal

Das Sensationsteam der deutschen Bundesliga ist heute auf dem Boden der Realität gelandet. Bayern München stoppte in der vierten Runde den Höhenflug von Paderborn mit einem 4:0-Kantersieg brutal und stieß den Aufsteiger damit auch von der Tabellenspitze.

Die Weichen stellte der Meister vor eigenem Publikum mit einem frühen Doppelschlag. In der Schlussphase legte das Team von David Alaba noch zwei Treffer nach. Am anderen Ende der Tabelle schaffte Schalke mit einem klaren Sieg bei Bremen einen ersten Befreiungsschlag.

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Ski alpin: Vonn fiebert Comeback entgegen

Für Lindsey Vonn könnte der Weltcup-Winter fast schon beginnen. Die US-Amerikanerin, die sich im Februar 2013 gleich im ersten Rennen der WM in Schladming schwer am Knie verletzt und auch die vergangene Saison fast komplett verpasst hat, ist bereit für ihr Comeback.

Die bekannt ehrgeizige Rennläuferin hat auch gleich ihre Ziele bekanntgegeben: Sie wolle sich „als beste Skifahrerin aller Zeiten“ ein Denkmal setzen. Vonn hält bei 59 Weltcup-Siegen, damit fehlen der Abfahrtsolympiasiegerin von 2010 und Doppelweltmeisterin von 2009 nur noch drei Siege auf den Allzeitrekord von Annemarie Moser-Pröll.

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Fußball: Seltene Krankheit bremst Zulechner

Philipp Zulechner kämpft beim SC Freiburg seit längerer Zeit mit gesundheitlichen Problemen. Wie sein Trainer Christian Streich bei einer Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Hoffenheim ausführte, leidet der im Jänner von Grödig gekommene Stürmer an einem Atemwegsinfekt. Dieser verursache bei Zulechner seltene Symptome an den Gelenken. An verschiedenen Stellen auftretende Schmerzen warfen den 24-Jährigen im Training immer wieder zurück.

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Wirtschaft

Russische Aeroflot lässt erstmals Ausländer als Piloten zu

Inmitten wirtschaftlicher Spannungen mit dem Westen hat die staatliche russische Fluglinie Aeroflot erstmals Ausländer als Piloten zugelassen, darunter auch Deutsche.

Aeroflot-Chef Witali Sawelew begrüßte heute den deutschen Flugkapitän Klaus Dieter Rohlfs als ersten Ausländer, wie das Unternehmen in Moskau mitteilte. Zwei weitere Piloten - aus Tschechien und Deutschland - würden in den nächsten Tagen ihre Arbeit aufnehmen. „Das ist ein historischer Tag“, sagte Sawelew. Es sei das erste Mal in der Geschichte Russlands, dass Ausländer bei Aeroflot Maschinen fliegen dürften.

Die Regierung hatte ein entsprechendes Gesetz erlassen, um den Mangel an Piloten zu beenden. Aerflot war zuletzt auch von den Sanktionen des Westens im Ukraine-Konflikt betroffen: Die Billiglinie Dobroljot stellte unter dem Druck der Strafmaßnahmen den Betrieb ein.

IPO-Termin für Start-up-Schmiede Rocket Internet fix

Die Berliner Start-up-Schmiede Rocket Internet will am 9. Oktober an die Börse gehen. Wie das Unternehmen heute mitteilte, wurde die Preisspanne auf 35,50 bis 42,50 Euro je Aktie festgelegt. Von morgen an bis voraussichtlich zum 7. Oktober sollen die Papiere angeboten werden. Das angepeilte Ziel: ein Bruttoerlös von 1,477 Mrd. Euro.

Anfang des Monats hatte bereits der Onlinemodehändler Zalando für den 1. Oktober seinen Gang an die Börse angekündigt. Zalando gehört wie Rocket Internet zum Firmengeflecht der Samwer-Brüder.

Weltweit aktiv

Rocket Internet, im Jahr 2007 von Alexander, Marc und Oliver Samwer gegründet, finanziert Start-up-Unternehmen weltweit. Schwerpunkte sind Onlinehandel, Marktplätze und Finanztechnologie, vornehmlich in Schwellenländern in Lateinamerika, Südostasien, Afrika sowie in Indien. In Europa ist das Unternehmen mit einzelnen Internetfirmen ebenfalls aktiv.

„Wir sind überzeugt, dass Rocket eine einmalige Chance hat, am Wachstum des Internethandels in Schwellenländern teilzuhaben“, erklärte Oliver Samwer. Er nannte den geplanten Börsengang einen „bedeutenden Meilenstein für unser Unternehmen“.

Die Erlöse würden helfen, neue Gesellschaften zu gründen und weiter in bestehende Unternehmen zu investieren, um das Wachstum außerhalb der USA und Chinas fortzusetzen.

WTO schraubt Weltwirtschaftsprognosen nach unten

Die Weltwirtschaft soll heuer nur noch um 3,1 Prozent wachsen. Das ist deutlich weniger als die 4,6 Prozent, die im April prognostiziert wurden, teilte die Welthandelsorganisation (WTO) heute in Genf mit.

Die WTO begründet die gekürzte Prognose mit dem schwachen Wirtschaftswachstum und der gedämpften Importnachfrage in der ersten Jahreshälfte 2014.

Für 2015 wird nunmehr eine Zunahme des weltweiten Handels um 4,0 Prozent erwartet. In ihrer letzten Prognose vom April waren es noch 5,3 Prozent.

Ukraine-Krise beschert RBI rote Zahlen

Die Ukraine-Krise und ungarische Sondergesetze zu Fremdwährungskrediten bescheren der Raiffeisen Bank International (RBI) den ersten Jahresverlust ihrer Geschichte. Die Bank erwartet nach eigenen Angaben 2014 ein negatives Konzernergebnis zwischen 50 und 500 Millionen Euro.

Vor allem der Konflikt in der Ukraine belastet die Bank - sie musste ihre Vorsorgen für faule Kredite erhöhen, auch höhere Abschreibungen drohen. Der Konzern fürchtet außerdem längerfristig Auswirkungen durch die Sanktionen gegen Russland. An der Börse sorgte die Ankündigung heute Früh für negative Stimmung: Die RBI-Aktie stürzte um rund zwölf Prozent ab.

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Science

Indische Sonde erreicht Umlaufbahn des Mars

Wenige Tage nach „Maven“, einer Sonde der US-Weltraumbehörde NASA, soll morgen die indische Sonde „Mars Orbiter Mission“ (MOM) die Umlaufbahn des Roten Planeten erreichen.

Ihr mehr als 660 Mio. Kilometer weiter Flug dauerte rund zehn Monate. Die Mission ist für Indien die erste, deren Ziel der Mars war. Sie kostet umgerechnet knapp 55 Mio. Euro. Am Sonntag hatte nach Angaben der NASA der unbemannte Roboter „Maven“ mit der Umrundung des Mars begonnen.

„Maven“ soll erkunden, wie es auf dem Planeten vor mehreren Milliarden Jahren zum Wandel von einem warmen, feuchten Klima zu einem trockenen, kalten Klima gekommen war. Die Frage dreht sich um das große Thema Leben auf dem Mars.

Chronik

US-Amerikaner erschießt nach Kündigung zwei Menschen

Ein Mitarbeiter hat in einer Niederlassung der Paketversandfirma UPS im US-Bundesstaat Alabama zwei Menschen erschossen. Der Mann sei zuvor entlassen worden, berichtete die Lokalzeitung „Birmingham News“ heute unter Berufung auf die Polizei.

Er sei in der Früh in seiner Dienstkleidung in das Gebäude gekommen und habe auf seine bisherigen Vorgesetzten geschossen. Danach habe er sich selbst getötet. Bei dem Mann handelte es sich nach vorläufigen Erkenntnissen um einen 45 Jahre alten Familienvater. Die Polizei löste Großalarm aus, Schulen in der Umgebung wurden evakuiert.

Gesundheit

Sierra Leone schließt wegen Ebola Grenzen

Sierra Leone hat wegen der Ebola-Epidemie seine Grenzen zu Liberia und Guinea geschlossen. Ein Sprecher der Armee Sierra Leones sagte heute, Soldaten seien an alle Übergänge geschickt worden. Die Grenze sei abgeriegelt worden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Bisher sind in den drei westafrikanischen Ländern mehr als 2.800 Menschen an Ebola gestorben. Die Seuche war in Guinea ausgebrochen. Die Zahl der Ebola-Erkrankten ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile auf 5.864 gestiegen.

IT

Handy am Steuer: „Radarpistole“ soll blitzen

Handysündern am Steuer könnte es bald an den Kragen gegen. Die US-Firma ComSonics will ähnlich einer Radarpistole eine Art Handypistole entwickelt haben, die aufspüren soll, ob jemand selbst fährt und telefoniert. Funktionieren soll sie über die Wahrnehmung von Frequenzen. Damit soll das Gerät sogar zwischen Telefonieren, SMSen und Datentransfer unterscheiden können.

Es funktioniere, wie wenn man bei einem beschädigten Kabel die offene Stelle suche, sagte Malcolm McIntyre von ComSonics dem US-Internetportal Techtimes. Vor einem Einsatz müssen jedoch noch viele Fragen geklärt werden, etwa, wie das Gerät erkennen kann, dass nicht der Beifahrer telefoniert.

Mehr dazu in Fahrern könnte es an den Kragen gehen

Google baut Rechenzentrum in den Niederlanden

Der US-Internetkonzern Google investiert in den Niederlanden 600 Millionen Euro in den Bau eines Rechenzentrums. Die Anlage an der Ems-Mündung in Eemshaven soll mehreren zehntausend Servern etwa für die Google-Suchmaschine und den E-Mail-Dienst Platz bieten und bis 2016 in Betrieb gehen, kündigten das Unternehmen und das niederländische Wirtschaftsministerium heute an.

Das Zentrum entsteht auf einer Fläche von 40 Fußballfeldern und soll mehr als 150 Mitarbeiter beschäftigen. Google betreibt bereits ein Datenzentrum an dem Hafenstandort unweit der deutschen Grenze. Dort erreicht das transatlantische Glasfasernetz Europa, und mehrere Kraftwerke sorgen für die große Menge benötigten Stroms.

EU-Kommission droht Google

Die EU-Kommission drohte Google unterdessen in dem jahrelangen Wettbewerbsverfahren mit einem härteren Vorgehen. Der US-Konzern müsse seine Vorschläge nachbessern, um den Streit mit Brüssel um seine Suchergebnisse beizulegen, sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia im Europaparlament in Brüssel. Das habe er Google Anfang September mitgeteilt.

„Wir werden jetzt sehen, ob Google diese Dinge angeht und unsere Bedenken zerstreuen kann.“ Sollte das nicht der Fall sein, werde die EU-Kommission einen Warnbrief an den Suchmaschinengiganten schicken. Das ist der nächste Schritt in einem Verfahren wegen Verstößen gegen EU-Recht. Letztlich droht eine milliardenschwere Strafe.

Googles Suchmaschine soll Konkurrenz benachteiligen

Das Verfahren dreht sich um Vorwürfe von Medienunternehmen und konkurrierenden Onlinediensten, Google benachteilige sie in seiner Suchmaschine. Dabei geht es um Suchanzeigen in spezialisierten Bereichen wie dem Kartendienst Maps, Preisvergleiche und die Suche nach Hotels und Restaurants. Google hat in den EU-Ländern zum Teil über 90 Prozent Marktanteil bei der Internetsuche.

Almunia hatte im Februar eine vorläufige Einigung mit Google erzielt. Google hatte unter anderem zugesagt, Ergebnissen aus konkurrierenden Onlinediensten mehr Platz einzuräumen und eigene Angebote klarer zu kennzeichnen.

Den Beschwerdeführern ging das aber nicht weit genug. Almunia sprach von 20 vorliegenden Beschwerden - deshalb wurde er wieder aktiv. Sollte es bis zum Amtsende der EU-Kommission Ende Oktober keine Einigung geben, werde die neue Kommission den Fall weiterverfolgen, kündigte Almunia an.

Kultur

Fotografie: Der Alltag, den man selbst nicht sieht

Sehen ist für die meisten die wichtigste Orientierungshilfe. Wir wissen zwar, dass wir dabei ständig Informationen auswählen und einordnen, begnügen uns aber in der Regel damit, dass es funktioniert. Ein Luxus, den die US-Fotografin Adrian Gordon nicht immer hat.

Temporäre Sehstörungen setzen bei Gordon die Selektion außer Kraft und bringen visuelles Chaos. Ihre Bilder sind die Übersetzung der Eindrücke dieser fremden Welt, die auch uns ständig umgibt.

Mehr dazu in Dechiffrieren in Zeitlupe

Religion

Vatikan nahm Gespräche mit Piusbruderschaft wieder auf

Der Vatikan und die Priesterbruderschaft St. Pius X. (Piusbruderschaft) reden offenbar wieder miteinander: Der Generalobere der Gemeinschaft, Bernard Fellay, traf heute im Vatikan mit dem Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, zusammen.

Die beiden hätten vereinbart, „schrittweise und in vernünftigen Zeiträumen auf eine Überwindung der Schwierigkeiten hinzuarbeiten“, teilte der Vatikan nach dem Treffen mit.

Ein Ultimatum des Vatikan an die seit 1988 abtrünnige Bruderschaft war im Februar 2013 verstrichen. Fellay hatte die Unterschrift unter die „lehrmäßige Präambel“ mit ihrer Verpflichtung auf das vollständige kirchliche Lehramt verweigert. Konsequenzen gab es aber keine.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Leute

Belgische Künstlerin will Tochter von Ex-König sein

Eine 46-Jährige kämpft vor Gericht um ihre Anerkennung als uneheliche Tochter von Belgiens Ex-König Albert II. (80). Die Künstlerin Delphine Boël erschien heute vor einem Brüsseler Gericht zu dem Prozess, der hinter verschlossenen Türen ablief.

Sie verlangt, dass sich der im Juli 2013 abgetretene Monarch einem DNA-Test unterzieht. Die Anwälte hielten ihre Plädoyers, das Urteil soll erst in einiger Zeit fallen. Albert hat aus der Ehe mit seiner Frau Paola (77) drei Kinder. Der älteste Sohn Philippe (54) ist inzwischen belgischer König.

Albert II. schweigt zu Vorwürfen

Der Ex-Monarch hat Boël nicht als Tochter anerkannt und hüllt sich seit Jahrzehnten zu der Affäre in Schweigen. Er räumte aber 1999 öffentlich ein, dass seine Ehe in der Krise gewesen sei.

Delphine soll die gemeinsame Tochter von Albert und der Adeligen Sybille de Selys Longchamps sein. Sie sollen seit Mitte der 60er Jahre etwa 18 Jahre lang eine Affäre gehabt haben.

Anfechtung der Vaterschaft ihres offiziellen Vaters

Der Ex-König ließ sich vor Gericht von seinen Anwälten vertreten. Die Klägerin erschien laut belgischer Nachrichtenagentur Belga mit ihrem Mann und ihrem Anwalt vor Gericht. Ihr Ziel sei es, zunächst die Vaterschaft ihres offiziellen Vaters Jacques Boël anzufechten.

Dessen Anwalt sagte laut Belga, das Gericht habe einen DNA-Test von Jacques Boël zu den Akten genommen. Dieser Test belege eindeutig, dass Boël nicht der biologische Vater von Delphine sei. Das gilt als erster Schritt - danach müsste dann die Vaterschaft des belgischen Ex-Königs belegt werden. Seit Mitte 2013 kämpft Boël vor Gericht darum, per DNA-Test die Vaterschaft feststellen zu lassen.

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