Ausland

Zivilisten bei Luftschlag im Jemen getötet

Bei einem Luftangriff der von Saudi-Arabien geführten Militärallianz im Jemen sind heute nach Angaben von Ärzten mehr als 30 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern des Angriffs auf eine Fabrik seien 17 Zivilisten, teilten Ärzte und Augenzeugen mit. Ziel des Angriffs sei eine Wasserabfüllfabrik in der nördlichen Provinz Haddscha gewesen.

Auch eine nahe gelegene Rebellenstellung wurde laut den Angaben bei dem Angriff ins Visier genommen. Im Jemen kämpfen die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi mit Unterstützung der arabischen Militärallianz seit Monaten gegen Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armee-Einheiten.

Der seit Jahren schwelende Konflikt war im Jänner eskaliert, als die Aufständischen Huthi aus dem Norden des Landes die Hauptstadt Sanaa eroberten. Als sie Ende März auf die südliche Hafenstadt Aden vorrückten, floh Präsident Hadi nach Saudi-Arabien und bat das benachbarte Königreich um Hilfe.

Frauen in Saudi-Arabien erstmals an Wahl beteiligt

Zum ersten Mal in der Geschichte des erzkonservativen islamischen Königreichs Saudi-Arabien können sich Frauen als Kandidatinnen zur Wahl aufstellen lassen. Seit heute läuft landesweit die Registrierung für Bewerberinnen und Bewerber, die bei einer für Dezember geplanten Abstimmung einen Sitz in den Lokalräten gewinnen wollen.

Auch zur Stimmabgabe sind Frauen erstmals zugelassen. Der im Frühjahr verstorbene König Abdullah hatte vor vier Jahren einen entsprechenden Erlass herausgegeben. An der Neuerung gibt es allerdings scharfe Kritik.

Konservative Geistliche warnen vor einer „Vermischung von Männern und Frauen“ und „moralischem Übel“. Frauen spielen im politischen Leben des Königreichs bisher keine Rolle. Sie dürfen in dem konservativen Golfstaat etwa nicht einmal Auto fahren.

Massenproteste in Japan gegen neue Militärdoktrin

Bei einem der größten Massenproteste in Japan haben Zehntausende Menschen heute gegen die Sicherheitspolitik von Regierungschef Shinzo Abe demonstriert. Allein in Tokio zogen nach Angaben der Organisatoren rund 120.000 Menschen trotz Regens vor das nationale Parlament und forderten lautstark eine Rücknahme geplanter Sicherheitsgesetze.

Der Einsatz militärischer Gewalt ist durch die japanische Verfassung verboten. (iptv.ORF.at)

Die Gesetze sollen erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs die Entsendung japanischer Soldaten zu Kampfeinsätzen ins Ausland ermöglichen. Rufe nach einem sofortigen Rücktritt Abes wurden laut. Auch an rund 200 anderen Orten im ganzen Land kam es zu Massenprotesten gegen seine Politik.

Pazifismusdoktrin ausgehöhlt

Abe hatte im vergangenen Jahr die pazifistische Nachkriegsverfassung des Landes „uminterpretieren“ lassen, um nicht zuletzt mit Blick auf das erstarkende China Japans Militär zu stärken. Er will auf diese Weise Japan Militäreinsätze an der Seite des Sicherheitspartners USA im Ausland ermöglichen. Nachdem das mächtige Unterhaus die Reform kürzlich gebilligt hatte, werden die Gesetzesvorlagen derzeit im Oberhaus des Parlaments debattiert.

Viele Menschen sehen in der neuen Sicherheitsdoktrin eine Abkehr vom Pazifismus. Artikel 9 verbietet den Einsatz von Gewalt; Ausnahme ist die Selbstverteidigung gegen einen direkten Angriff auf Japan.

Innenminister drängen auf EU-Sondertreffen zur Asylpolitik

Die Innenminister von Deutschland, Frankreich und Großbritannien drängen angesichts des starken Zustroms von Zuwanderern auf eine schnelle, europaweit einheitliche Festlegung sicherer Herkunftsstaaten. Außerdem sollen die geplanten Aufnahmestellen für Flüchtlinge in Italien und Griechenland spätestens bis Ende des Jahres in Betrieb gehen.

„Wir sind uns einig, dass wir keine weitere Zeit verlieren dürfen. Die aktuelle Situation erfordert unverzügliches Handeln und Solidarität innerhalb Europas“, unterstrich Deutschlands Innenminister Thomas de Maiziere heute in einer gemeinsamen Erklärung mit seinen Kollegen Bernard Cazeneuve (Frankreich) und Theresa May (Großbritannien).

Noch vor Mitte September gewünscht

Die Minister baten die luxemburgische EU-Ratspräsidentschaft, innerhalb der nächsten zwei Wochen zu einem Sondertreffen der Justiz- und Innenminister einzuladen. Dort sollten konkrete Schritte erarbeitet werden, damit in der nächsten regulären Ratssitzung am 8. Oktober Beschlüsse gefasst werden könnten.

„Die Herausforderungen werden wir nur mit einer gemeinsamen europäischen Asylpolitik meistern, dazu brauchen wir Sofortmaßnahmen“, betonte de Maiziere. „Bis zur nächsten regulären Sitzung im Oktober können wir nicht warten.“ Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) unterstützt nach Angaben ihres Sprechers die Forderung. „Angesichts der jüngsten Ereignisse und der gesteigerten Dramatik“ sei Mikl-Leitner dafür, sagte ihr Sprecher Hermann Muhr heute.

Großbritannien will keine EU-Bürger ohne Job mehr

Großbritanniens Innenministerin Theresa May hat erneut eine Einschränkung der Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU verlangt. Sie forderte, nur noch EU-Ausländer ins Land zu lassen, wenn diese ein Arbeitsverhältnis nachweisen könnten. Das Prinzip der Arbeitnehmerfreizügigkeit habe dazu geführt, dass Arbeitslose auf der Suche nach Arbeit und Sozialleistungen das Land wechseln könnten, argumentierte May.

Als das EU-Grundprinzip der Arbeitnehmerfreizügigkeit „geschaffen wurde, sollte es Arbeitnehmern ermöglichen, das Land zu wechseln, nicht Arbeitslosen, woanders einen Job zu suchen“, schrieb May in einem Gastbeitrag für die „Sunday Times“. Sie sprach von einem „grenzenlosen Europa“ und benutzte damit ähnliches Vokabular wie der Rechtspopulist Nigel Farage, der kürzlich ein „grenzenloses Großbritannien“ beklagt hatte.

Experten warnen vor Schaden für Wirtschaft

Die konservative Regierung von Premierminister David Cameron will die Nettoeinwanderung auf 100.000 Menschen pro Jahr beschränken. In den zwölf Monaten bis März 2015 kamen 330.000. Experten bezeichneten das Ziel der Regierung als „unerreichbar“ und schädlich für die britische Wirtschaft.

May zog auch eine Verbindung zwischen Arbeitnehmerfreizügigkeit und Flüchtlingsproblematik. „Das ist ein Weckruf für die EU“, sagte sie. Europas Spitzenpolitiker müssten die Folgen „unkontrollierter Migration“ bedenken, für den Arbeitsmarkt, das Gehaltsniveau und den sozialen Frieden. Großbritannien beteiligt sich nur mit einem geringen Kontingent an der Aufnahme von Flüchtlingen in der EU.

Inland

Faymann befürwortet UNO-Mandat im Kampf gegen IS

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) befürwortet ein UNO-Mandat im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat, mit dem sich die EU dann aktiv in Syrien an der Bekämpfung des IS beteiligen könnte. „Dieser Wahnsinn in Syrien muss aufhören. Ich finde, man sollte ein UNO-Mandat im Kampf gegen den IS überlegen“, sagte Faymann im Interview mit „Österreich“ (Sonntag-Ausgabe).

Eine österreichische Beteiligung kann sich Faymann „vor allem im humanitären Bereich“ vorstellen. Faymann meinte außerdem, dass die EU „die Flüchtlingsströme an der Außengrenze in den Griff bekommen“ müsse. „Es hat keinen Sinn, dass jetzt jedes Land Stacheldrähte, Mauern und Wachtürme aufbaut“, sagte er zu Maßnahmen wie dem Grenzzaun in Ungarn. Stattdessen brauche es EU-Zentren in Griechenland und Italien.

Von den Zentren ausgehend sollten Flüchtlinge europaweit verteilt werden, findet Faymann. Diese Quotenverteilung solle „so rasch wie möglich“ umgesetzt und an EU-Förderungen gekoppelt werden. Er stelle „außerdem den Anspruch, dass wir als Nettozahler die Projekte zum Beispiel in den baltischen Ländern nur noch dann mitfinanzieren, wenn es dort auch eine Bereitschaft zur ausreichenden Aufnahme von Asylwerbern gibt.“

Plan für Prämie für gerechte Aufteilung von Elternpflichten

Damit sich Väter künftig stärker an der Kinderbetreuung beteiligen, denkt ÖVP-Familienministerin Sophie Karmasin an eine Prämie: Die Kindergeldreform soll einen „Partnerschaftsbonus“ für eine gleichmäßige Aufteilung in der Höhe von insgesamt 1.000 Euro bringen, kündigte Karmasin gegenüber der APA an. Die Verhandlungen der Regierung über das neue Kindergeld befänden sich auf dem Pfad zur Einigung.

In Sachen Partnerschaftsbonus sei man sich bereits „in den Grundzügen“ einig, betonte Karmasin. Ihrer Vorstellung nach sollen Paare, die sich den Kindergeldbezug in einem Verhältnis von mindestens 60:40 aufteilen, einmal pro Person 500 Euro extra kassieren. Die Kinderbetreuung liegt weiterhin überwiegend bei den Müttern, die man so auch anspornen wolle, früher wieder in das Berufsleben zurückzukehren. Eine gleichmäßige Aufteilung sei aber „zum Wohle aller“, ist die Ministerin überzeugt.

Das zweite verpflichtende Gratiskindergartenjahr, das Karmasin ebenfalls in Aussicht gestellt hatte, kommt aber nun doch nicht - zumindest vorerst: Karmasin hat sich laut eigener Aussage stattdessen mit den Ländern darauf geeinigt, jene Eltern, deren vierjährige Sprösslinge nicht in Betreuung sind, zu verpflichtenden Beratungsgesprächen zu laden. Dieser Weg sei „zielführender“, meinte die Ministerin und meinte zugleich, alle Studien zeigten: je länger die Kinder im Kindergarten, desto besser die Schulleistung.

Hypo-U-Ausschuss startet wieder

Der Hypo-U-Ausschuss kehrt aus der Sommerpause zurück und beschäftigt sich in den kommenden Monaten mit dem BayernLB-Einstieg und der Verstaatlichung der Hypo Alpe-Adria. Bis Weihnachten sind 25 Termine angesetzt. Am Mittwoch startet der Ausschuss mit der Befragung des ehemaligen Kärntner Finanzlandesrats Harald Dobernig und des Ex-Hypo-Aufsichtsrats Klaus Bussfeld.

Diese Befragungen widmen sich noch einmal der „Kärntner Zeit“ bis zum Jahr 2007. Dobernig war Anfang Juli bereits im U-Ausschuss, um diesen gleich wieder zu verlassen. Grund dafür war, dass Dobernigs Anwalt und Vertrauensperson, Franz Großmann, auf Initiative der Grünen vom U-Ausschuss nicht akzeptiert wurde. Bussfeld war bei seiner Erstladung im Juni aus familiären Gründen verhindert.

Bures lässt erstmals einen Tag aus

Am Donnerstag sind dann der Wirtschaftsprüfer Ernst Malegg (9.00 Uhr), der Steuerberater Bernhard Vanas (13.00 Uhr) und der Hypo-Kapitalanleger Veit Schalle als Auskunftspersonen im Ausschuss geladen. Eine Premiere bietet die kommende Ausschusswoche außerdem dadurch, dass sich Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) erstmals als Vorsitzende vertreten lassen wird.

Zwar kommt Bures wegen der Nationalratssondersitzung am Dienstag früher als ursprünglich geplant von ihrer Dienstreise in New York zurück, dennoch bleibt es dabei, dass der Zweite Nationalratspräsident Karlheinz Kopf am Mittwoch an ihrer Stelle den U-Ausschuss leiten wird. Am Donnerstag übernimmt wieder Bures selbst, wie es auf APA-Anfrage aus ihrem Büro hieß.

Asyleinsatz von Heer: Gewerkschaft „fuchsteufelswild“

Harsche Kritik an dem geplanten Einsatz des Bundesheers in Asylangelegenheiten hat die Bundesheergewerkschaft geübt. Angesichts des „jahrelangen, systematischen Kaputtsparens“ sei das Bundesheer „am Rande des totalen Fähigkeitsverlustes“. Dass die Regierung auch noch einen neuerlichen Grenzeinsatz nicht ausschließe, komme einer „Verhöhnung“ gleich. „Ich bin fuchsteufelswild“, empörte sich Heeresgewerkschafter Peter Schrottwieser (GÖD) gegenüber der APA.

Verteidigungsminister Gerald Klug und sein „glückloser Vorgänger“ Norbert Darabos (beide SPÖ), hätten „das Bundesheer in den vergangenen Jahren systematisch kaputtgespart“. Nun schicke man großzügig das Bundesheer aus, um Asylwerber zu transportieren, Container aufzubauen und Verpflegung auszugeben. „Aufgaben, die eigentlich in der Versorgungsverantwortlichkeit des Bundes und der Länder lägen“, so Schrottwieser.

Gerade die Transportfähigkeiten des Bundesheeres hätten die beiden SPÖ-Politiker mit „Husch-Pfusch-Abverkäufen“ und „Spritsparerlässen“ heruntergefahren bis zum „annähernden Mobilitätsverlust“, sagte der Gewerkschafter. „Kriege produzieren unkontrollierte Flüchtlingsströme und Österreich ist - wie schon so oft in der Vergangenheit - überrascht von globalen Entwicklungen, die sich bereits Monate, wenn nicht gar Jahre zuvor abgezeichnet haben.“

Sport

Motorrad: Rossi erobert WM-Führung zurück

Valentino Rossi hat heute in Silverstone seinen insgesamt vierten Saisonsieg gefeiert und damit im Kampf um die WM-Krone wieder die Führung übernommen. Während sein Yamaha-Teamkollege und Titelkonkurrent Jorge Lorenzo nicht über Rang vier hinauskam, trotzte „Il dottore“ den regnerischen Verhältnissen und eroberte mit Stil seinen insgesamt 112.

Sieg in einem WM-Rennen. Rossi profitierte allerdings auch von einem Sturz von Titelverteidiger Marc Marquez, mit dem er überlegen in Führung gelegen war.

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Fußball: Hosiner feiert Traumdebüt bei Köln

Philipp Hosiner hat gestern ein Traumdebüt beim 1. FC Köln gefeiert. Der 26-jährige ÖFB-Stürmer kam gegen den HSV beim Stand von 0:1 auf den Platz, traf zehn Minuten nach seiner Einwechslung zum Ausgleich und hatte auch seine Beine beim entscheidenden Elfmeterpfiff mit im Spiel. Während die Kölner mit Coach Peter Stöger damit den besten Erstliga-Start seit 19 Jahren fixierten, lief der VfB Stuttgart mit Martin Harnik gegen Frankfurt in die nächste Pleite.

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US Open: Williams auf Grand-Slam-Kurs

Serena Williams ist seit 28 Major-Spielen ungeschlagen und hat sich bei den US Open des Vorjahres sowie heuer in Melbourne, Paris und Wimbledon jeweils den Titel geholt. Setzt die US-Amerikanerin ihre Siegesserie bei den morgen beginnenden US Open 2015 fort, winkt ihr ein großer Erfolg: Sie wäre die erste Spielerin seit Steffi Graf 1988, die alle vier Grand-Slam-Titel eines Jahres in Händen hält. Aber auch in einer anderen Bilanz könnte sie mit der Deutschen gleichziehen.

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Wirtschaft

Kooperation von VW und Suzuki amtlich erledigt

Der Scheidungskrieg zwischen Volkswagen und seinem japanischen Partner Suzuki ist nach fast vier Jahren entschieden. Das Schiedsgericht der internationalen Handelskammer in London erklärte nach Informationen beider Autobauer von heute die Zusammenarbeit für beendet. Volkswagen werde die Beteiligung an Suzuki in Höhe von 19,9 Prozent abgeben, kündigte der Wolfsburger Konzern an. Die Japaner gaben bekannt, den Anteil ohne weitere Partner zum Marktpreis zurückkaufen zu wollen.

Suzuki hatte im November 2011 beim Londoner Schiedsgericht geklagt, weil Volkswagen sich weigerte, seinen Anteil an die Japaner zurückzugeben. Die Deutschen argumentierten dabei stets mit dem Eigentumsrecht und dass Suzuki sie nicht zum Verkauf zwingen könnte. Nun bestimmten die Richter, dass die Kündigung des Kooperationsvertrages durch Suzuki rechtens ist. „Die Entscheidung basiert auf dem Grundsatz, dass Verträge grundsätzlich kündbar sein müssen“, teilte VW weiter mit.

Enttäuschte Hoffnungen

Die Wolfsburger hatten die Suzuki-Aktien 2010 für 1,7 Milliarden Euro gekauft. Im Gegenzug erwarb der japanische Familienkonzern rund 1,5 Prozent der VW-Stammaktien, um die Allianz zu untermauern. VW wollte gemeinsam mit Suzuki Kleinwagen für Schwellenländer entwickeln. Suzuki versprach sich seinerseits Zugang zu alternativen Antrieben von Volkswagen. Bereits nach kurzer Zeit flogen zwischen beiden Partnern jedoch die Fetzen, weil sich Suzuki vom viel größeren deutschen Konzern dominiert fühlte.

Piech streckte Hand nach Suzuki aus

Davor hatte VW seinerseits Suzuki des Vertragsbruchs bezichtigt, weil die Japaner Dieselmotoren vom italienischen Konkurrenten Fiat bezogen. Diesbezüglich bestätigte das Schiedsgericht laut Volkswagen eine Vertragsverletzung durch Suzuki. Die Wolfsburger behalten sich vor, Schadensersatzforderungen geltend zu machen. Als Ursache für den erbittert geführten Konflikt gilt die Furcht des japanischen Familienkonzerns vor dem Verlust seiner Eigenständigkeit.

Der damals noch mächtige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech hatte den japanischen Kleinwagenspezialisten schon als nächste Marke in seinem Riesenreich betrachtet. Anfangs war eine Lösung für möglich erachtet worden, die den Japanern diese Angst nimmt. Dabei wäre es für beide Seiten darauf angekommen, das Gesicht zu wahren. Auch wurde damals darüber nachgedacht, die Anteile an einen Treuhänder zu übertragen. Piech zog im April 2015 im Machtkampf mit Konzernchef Martin Winterkorn den Kürzeren und verließ den Wolfsburger Konzern im Groll.

Chronik

62-Jährige nach neun Tagen in Sierra Nevada gerettet

Nach neun Tagen ist eine in der kalifornischen Sierra Nevada verschollene Wanderin gerettet worden. Wie die Behörden des westlichen US-Bundesstaates heute mitteilten, wurde die 62-Jährige am Vortag in einer sehr abgelegenen Region des Gebirges verletzt an einem Bach entdeckt.

Sie war am 20. August vermisst gemeldet worden - und überlebte dank eines Wasserfilters, mit dem sie das Wasser aus dem Bach reinigte.

Mehrere Knochenbrüche erlitten

Tagelang hatten die Einsatzkräfte nach der Frau gesucht, wie Sheriff Margaret Mims berichtete. Der Rauch von Buschbränden behinderte die Sucharbeiten erheblich. Als sie die Vermisste schließlich im Bezirk Fresno aufspürten, stellten sie bei ihr mehrere Knochenbrüche fest. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht; ihre Genesungschancen galten als gut.

Rusty Hotchkiss von der Highway-Polizei sagte dem Sender CNN, aufgrund ihrer Verletzungen habe die Wanderin zwei Tage gebraucht, um den Bach zu erreichen. Eigentlich habe sie nur einen Tag wandern wollen und deshalb keinen Proviant dabei gehabt. „Am Bach konnte sie dann mit Hilfe des Wasserfilters trinken und auf diese Weise überleben.“

1.000-Kilo-Bombe in Koblenz entschärft

Eine 1.000 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist heute im deutschen Koblenz ohne Probleme entschärft worden. Rund 10.000 Anwohner mussten wegen der weiträumigen Evakuierung ihre Häuser verlassen.

Die Bombenentschärfung bei hochsommerlichen Temperaturen hatte sich nach Angaben der Feuerwehr etwas verzögert, weil einige Menschen ihre Wohnungen zunächst nicht verlassen wollten.

Amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweitem Weltkrieg

APA/dpa/Thomas Frey

Rund eine Stunde waren die Experten des Kampfmittelräumdienst im Einsatz, da der Sprengkörper mit Kopf- und Bodenzünder in einem sehr schlechten Zustand war. 800 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Religion

Papst spricht auf Petersplatz A4-Flüchtlingstragödie an

Mit direktem Bezug auf die 71 Todesopfer der Flüchtlingstragödie auf der burgenländischen A4 (Ostautobahn) hat Papst Franziskus heute auf dem Petersplatz zum stillen Gebet für all jene aufgefordert, „die auf ihren fürchterlichen Reisen“ sterben. Franziskus verwies dabei darauf, dass auch Kardinal Christoph Schönborn anwesend sei.

Die in einem Lkw erstickten Menschen, darunter vier Kinder, seien Opfer eines Verbrechens gegen die ganze Menschheitsfamilie, sagte Franziskus bei seinem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Er sei im Gebet für die Toten vereint mit der Kirche in Österreich.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche sagte, Gott möge „uns helfen, dabei zusammenzuarbeiten, diese Verbrechen zu verhindern, die die gesamte menschliche Familie beschämen“. Die internationale Gemeinschaft solle sich bemühen, Gewalt und Missbrauch ein Ende zu setzen.

Kultur

Feuer in Filmstudio Babelsberg - Kulissen abgebrannt

Bei Dreharbeiten ist ein Feuer im deutschen Filmstudio Babelsberg ausgebrochen und hat Kulissen zerstört. „Bei einem internationalen Filmprojekt sollten Spezialeffekte eingesetzt werden, dabei sind offensichtlich Funken übergesprungen“, sagte der Sprecher des Filmstudios, Eike Wolf, heute. Es sei niemand verletzt worden. Als das Feuer gestern Abend ausbrach, seien etwa 100 Menschen am Set in Potsdam gewesen.

Nach Informationen der dpa wurden Szenen für den Horrorfilm „A Cure for Wellness“ von US-Regisseur Gore Verbinski („Fluch der Karibik“) gedreht. Die Filmarbeiten erfolgten in neuen großen Hallen des Unternehmens in der Nähe von Kulissen wie der mittelalterlichen Siedlungsstraße, die für den Film „Anonymus“ von Roland Emmerich erbaut wurde.

Angaben zur Schadenshöhe lagen zunächst nicht vor. Nach Angaben von Studiosprecher Wolf wird der Brandort von Gutachtern untersucht - auch um versicherungstechnische Fragen zu klären. Aktuelle Produktionen seien durch den Brand nicht beeinträchtigt, betonte Wolf. In Babelsberg entsteht derzeit auch die fünfte Staffel der US-Serie „Homeland“.

New Yorker Musicalstar bei tragischem Sturz gestorben

Kyle Jean-Baptiste, Musicalstar und erster Schwarzer in der Hauptrolle von „Les Miserables“ am Broadway, ist tot. Der 21-jährige Schauspieler und Tänzer starb nach Angaben der „New York Times“ von heute am Freitag nach einem Sturz von der Feuerleiter seiner Wohnung.

Jean-Baptiste, ein gebürtiger New Yorker, galt als so etwas wie ein Wunderkind des Broadway. Die Rolle des Ex-Sträflings und guten Gewissens Jean Valjean in „Les Miserables“ war aber seine erste Hauptrolle.

Der Polizei zufolge war der 21-Jährige mit einer Freundin auf der Feuerleiter im dritten Stock gesessen - typisch im heißen Sommer New Yorks. Als er aufstand, sei er nach hinten gekippt und in die Tiefe gestürzt. Die Polizei geht von einem Unfall aus.

Die Höhepunkte des Kultursommers 2015

Der Salzburger „Fidelio“ und die St. Margarethener „Tosca“ - das waren bei den Leserinnen und Lesern von ORF.at die Highlights des Festspielsommers 2015. Deutlich wurde gerade in diesem Jahr: Nicht immer bekamen die größten Produktionen den meisten Applaus.

Das spürte man etwa in Bregenz, wo „Hoffmanns Erzählungen“ mehr Brillanz versprühten als „Turandot“ auf der Seebühne. Und in Salzburg zog man mit einer adaptierten „Dreigroschenoper“ Mackie Messer die Zähne, überraschte dafür mit einer intensiven „Eroberung von Mexiko“ in der Felsenreitschule.

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Leute

Musicalstar Jean-Baptiste starb nach Sturz von Feuerleiter

Kyle Jean-Baptiste, Musicalstar und erster Schwarzer in der Hauptrolle von „Les Miserables“ am Broadway, ist tot. Der 21-jährige Schauspieler und Tänzer starb nach Angaben der „New York Times“ von heute am Freitag nach einem Sturz von der Feuerleiter seiner Wohnung.

Jean-Baptiste, ein gebürtiger New Yorker, galt als so etwas wie ein Wunderkind des Broadways. Die Rolle des Ex-Sträflings und guten Gewissens Jean Valjean in „Les Miserables“ war aber seine erste Hauptrolle.

Der Polizei zufolge hatte der 21-Jährige mit einer Freundin auf der Feuerleiter im dritten Stock gesessen - an heißen Sommertagen in New York nicht ungewöhnlich. Als er aufstand, sei er nach hinten gekippt und in die Tiefe gestürzt. Die Polizei geht von einem Unfall aus.

Lifestyle

Vienna Greeters: Aus Freude mit Touristen spazieren

Wien abseits der Touristenziele und Lieblingsplätze der Einheimischen entdecken: Die Vienna Greeters spazieren mit Touristen kostenlos durch die Stadt. Konkurrenz für Fremdenführer sieht die Wirtschaftskammer nicht. Der Verein kann sich wiederum über mangelnden Zulauf von Menschen, die anderen aus Spaß an der Freude ihre Stadt zeigen wollen, nicht beklagen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at