Ausland

Netanjahu widerspricht Obamas Kritik an seiner Kongressrede

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat heute Kritik von US-Präsident Barack Obama an seiner umstrittenen Rede in Washington abgetan. Er habe in seiner Ansprache vor beiden Häusern des US-Kongresses „eine praktikable Alternative vorgeschlagen, die dem iranischen Nuklearprogramm härtere Auflagen machen würde und so die Zeitspanne, in der der Iran Atomwaffen entwickeln könnte, um Jahre verlängert“, sagte Netanjahu bei seiner Rückkehr nach Israel auf dem Flughafen. Obama hatte dagegen erklärt, die Rede habe „nichts Neues“ enthalten und „keine brauchbaren Alternativen“ aufgezeigt.

Netanjahus Ansprache vor dem Kongress war unter Umgehung des Weißen Hauses mit den oppositionellen Republikanern eingefädelt worden. Er warf dort der US-Regierung vor, sie habe gegenüber der iranischen Regierung zu stark nachgegeben und sei zusammen mit den anderen Vetomächten im UNO-Sicherheitsrat und Deutschland dabei, ein schlechtes Abkommen abzuschließen, das den Iran nach dessen Ende kurzfristig zu einem Atomstaat mache.

Zwei Wochen vor Wahl in Israel

Netanjahu wiederholte nach der Landung in Israel seine Forderung an die Verhandlungspartner Teherans, „die Wirtschaftssanktionen erst aufzuheben, wenn der Iran die weltweite Förderung des Terrorismus, die Aggressionen gegen seine Nachbarländer und seine Aufrufe zur Zerstörung Israels einstellt“. Netanjahus Kurzauftritt in Washington fand genau vier Wochen vor dem Zieldatum zum Abschluss eines Rahmenabkommens bei den Iran-Verhandlungen und zwei Wochen vor Parlamentswahlen in Israel statt. Da der Wahlausgang offen ist, muss der seit 2009 amtierende Ministerpräsident seine Abwahl befürchten.

Moskau: Mehrere Verdächtige im Mordfall Nemzow

Die russischen Behörden haben im Fall des ermordeten Oppositionellen Boris Nemzow Medienberichten zufolge mehrere Verdächtige ausgemacht. Allerdings sei das nur eine Möglichkeit, die in Betracht gezogen werde, zitierte heute die Nachrichtenagentur Interfax den Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow.

Putin: „Solche Morde darf es nicht geben“

Präsident Wladimir Putin erklärte indes, dass der Fall auch eine politische Note trage. Solche Morde dürfe es in Russland nicht geben, sagte der Staatschef während eines Treffens mit Vertretern des Innenministeriums. „Solche Morde sind eine Schande für Russland“, so Putin.

Nemzow wurde am Freitag unweit des Kreml in Moskau erschossen. Die Hintergründe liegen im Dunkeln. Anhänger des prominenten Oppositionellen werfen der Regierung vor, Hass gegen Kritiker zu säen.

Auch im Ausland steht die Staatsführung in der Kritik. „Die Tat spiegelt ein Klima innerhalb Russlands wider, in dem sich die Zivilgesellschaft, kritische Journalisten und Internetnutzer zunehmend bedroht und eingeschränkt fühlen“, sagte US-Präsident Barack Obama in einem Reuters-Interview am Montag. Berater Putins erklärten wiederholt, die Regierung habe mit dem Attentat nichts zu tun.

Juncker und Merkel gegen drittes Griechenland-Paket

Anders als die spanische Regierung sehen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel keinen Grund für eine Debatte über ein drittes Griechenland-Paket. „Ich halte es für verfrüht, über ein sogenanntes drittes Hilfsprogramm zu spekulieren, das sollte man tunlichst unterlassen“, sagte Juncker heute bei einem Treffen mit Merkel in Brüssel. Genauso müsse es die Regierung in Athen aber unterlassen, entgegen den Absprachen in der Euro-Gruppe einseitige Maßnahmen zu ergreifen, fügte Juncker hinzu.

Merkel erklärte, dass man derzeit damit beschäftigt sei, das zweite Griechenland-Programm erfolgreich beenden zu können. „Die drei Institutionen, die Troika, wird das dann bewerten“, sagte Merkel mit Blick auf die Überprüfungen der Reformmaßnahmen durch EU-Kommission, Internationalen Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) in Griechenland. Die Regierung in Athen und die Euro-Gruppe hatten sich zuvor auf die Sprachregelung verständigt, die Bezeichnung Troika nicht mehr zu verwenden.

Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos nannte hingegen kürzlich eine Größenordnung von 30 bis 50 Milliarden Euro für ein mögliches drittes Hilfspaket für Griechenland.

Juncker: „Tsipras muss sich erklären“

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras wird nach Ansicht von Juncker seinen Wählern erklären müssen, dass er nicht all seine Wahlversprechen halten kann. „Tsipras hat begonnen, Verantwortung zu übernehmen. Doch es gibt ein Problem. Er muss noch erklären, dass gewisse Versprechen, mit denen er die Wahlen gewonnen hat, nicht gehalten werden“, sagte Juncker. Die Verträge würden sich durch Wahlen nicht ändern.

Es sei klar, dass man die Finanzkrise in Griechenland auf andere Weise angehen und mehr Flexibilität zeigen könne, sagte Juncker. Der Sieg von Tsipras erlaube aber nicht, alles zu ändern. Tsipras’ Partei SYRIZA - ebenso wie die linkspopulistische Partei Podemos in Spanien - „analysiere die Situation auf realistische Weise“, sagte Juncker. Doch sei das Programm dieser Parteien nicht realistisch und mit den Regeln der EU nicht kompatibel. Vielmehr würden sie zu einer „totalen Blockade“ führen.

Schäuble: „Krise kein Grund für Lockerung“

Laut dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble sind Griechenlands Finanznöte kein Grund für eine Lockerung von Auflagen der Kreditgeber. „Bevor Geld fließt, muss geprüft werden, ob Athen die vereinbarten Bedingungen erfüllt“, sagte Schäuble der „Stuttgarter Zeitung“. Die griechische Regierung habe es selbst in der Hand, wann die verbliebenen Mittel aus dem zweiten Hilfsprogramm überwiesen werden.

Zugleich widersprach Schäuble seinem Athener Amtskollegen Gianis Varoufakis. „Wenn der griechische Finanzminister feststellt, die Vereinbarung der Euro-Gruppe mit Griechenland sei unklar, sagt er das wider besseres Wissen“, so Schäuble. Die Erklärung der Euro-Gruppe sei völlig eindeutig.

Varoufakis hatte jüngst die akuten Finanznöte seines Landes deutlich gemacht. „Der März ist gesichert“, sagte er mit Blick auf die Zahlungstermine Griechenlands. Unklar sei aber, wie es danach weitergehe. Insgesamt muss das Land in diesem Jahr noch 17 Milliarden Euro an Zinsen und Tilgungen zurückzahlen, davon knapp die Hälfte an den IWF.

Athen lockt säumige Schuldner

Unterdessen unterbreitet Athen säumigen Schuldnern ein Angebot. Wer in Griechenland bis Ende März seine Schulden beim Staat begleicht, braucht keine Geldstrafen zu zahlen, die wegen des Verzugs verhängt wurden. Dieses Angebot an Privatleute und Unternehmen machte die stellvertretende Finanzministerin Nadja Valavani heute im Fernsehen.

Ein entsprechendes Gesetz soll in den kommenden Tagen vom Parlament gebilligt werden, hieß es. Athen braucht dringend Geld, um seine Verpflichtungen gegenüber den Geldgebern zu erfüllen. Im März müssen gut 6,85 Milliarden Euro gezahlt werden.

Spanien zahlt weitere Hilfskredit zurück

Spanien zahlt unterdessen eine weitere Tranche der Hilfskredite, die das Land zur Sanierung maroder Banken erhalten hatte, vorzeitig an die EU zurück. Madrid werde in zwei Wochen eine Summe von 1,5 Mrd. Euro an den EU-Rettungsfonds überweisen, kündigte Wirtschaftsminister De Guindos heute in Barcelona an.

Eigentlich habe die spanische Regierung eine noch größere Summe tilgen wollen. „Das wäre ein Zeichen dafür, dass sich die Lage normalisiert“, sagte der Minister. Man habe sich jedoch auf Bitte des EU-Fonds auf 1,5 Mrd. Euro beschränken müssen.

Insgesamt hatte Spanien zur Bankensanierung 41,3 Mrd. Euro an Krediten erhalten. Im vorigen Jahr zahlte das Land bereits 1,3 Mrd. Euro vorzeitig zurück.

EU räumt Schwächen in Nachbarschaftspolitik ein

Die EU will angesichts der Krisen in der Ukraine und in nordafrikanischen Staaten ihre Beziehungen zu östlichen und südlichen Nachbarstaaten differenzierter gestalten. Jüngste Entwicklungen in der Region hätten die Herausforderungen vermehrt, „vom wirtschaftlichen Druck zu illegaler Migration bis zu Sicherheitsbedrohungen“, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini heute in Brüssel.

„Immer aggressivere russische Außenpolitik“

Die EU räumt ein, dass „eine immer aggressivere russische Außenpolitik“ eine Reihe von Problemen im Osten, angefangen von dem Krieg in Georgien 2008 bis zur aktuellen Ukraine-Krise verursacht habe.

Im Süden sei Syrien seit 2011 von einem Bürgerkrieg betroffen, Libyen leide an einem innerstaatlichen Konflikt, Ägypten habe sich einem komplexen politischen Wandel unterzogen, und im Nahost-Friedensprozess gebe es keine Fortschritte. Das habe zu Flüchtlingsströmen, illegaler Einwanderung und Sicherheitsbedrohungen geführt.

„Die Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP) war nicht immer in der Lage, angemessene Antworten auf diese aktuellen Entwicklungen zu liefern, ebenso wenig auf die geänderten Erwartungen der Partner.“ Eine „klarere Analyse der Interessen, sowohl der EU als auch der Partner ist notwendig, um die ENP passend zu gestalten.“

Neues Konsultationspapier bis Ende Juni

Mogherini präsentierte gemeinsam mit EU-Nachbarschaftskommissar Johannes Hahn ein Konsultationspapier für die Revision der europäischen Nachbarschaftspolitik. Bis Ende Juni will die EU-Kommission Interessenvertreter in den Partnerländern und in der Europäischen Union detailliert darüber befragen, welche neue Stoßrichtung und welche zusätzlichen Instrumente die Nachbarschaftspolitik in Zukunft bekommen soll. Erst im Herbst wollen Mogherini und Hahn dann konkrete Reformvorschläge machen, die einstimmig von den EU-Staaten gebilligt werden müssten.

Hauptziel der Revision ist eine „Partnerschaft mit einem klareren Fokus und einer mehr maßgeschneiderten Kooperation“. Vier Ziele werden in dem Dokument genannt - nämlich Differenzierung, Fokus, Flexibilität sowie mehr Eigenverantwortung der Partnerländer und Sichtbarkeit der ENP.

Verwiesen wird etwa darauf, dass nicht alle Partnerstaaten eine politische Assoziierung und umfassende Freihandelsabkommen mit der EU anstreben. So verfügen unter den osteuropäischen Partnern nur die Ukraine, Moldau und Georgien über Assoziierungsabkommen und streben eine stärkere Anbindung an die EU an. Armenien, das sich der von Russland dominierten Eurasischen Wirtschaftsunion anschließt, will aber trotzdem seine Beziehungen zur EU weiterentwickeln.

Abbas stellt Zusammenarbeit mit Israel infrage

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas hat dazu aufgerufen, die Zusammenarbeit der Palästinenser mit Israel zu überdenken. Das beinhalte auch die Sicherheitszusammenarbeit und wirtschaftlichen Beziehungen, sagte Abbas heute beim Treffen des Zentralrats der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) in Ramallah.

„Ich fordere den Zentralrat in dieser kritischen Phase der Geschichte auf, unsere aktuelle Situation und unsere Abkommen zu überprüfen.“ Man wolle eine Autonomiebehörde mit echter Autonomie und Macht sein, so Abbas.

Angespanntes Verhältnis

Abbas warf Israel unter anderem vor, gegen die Oslo-Friedensverträge zu verstoßen und Steuergelder der Palästinenser einzubehalten. Auch machte er Israel für das Scheitern eines Friedensprozesses im vergangenen April verantwortlich. Damals hatte sich US-Außenminister John Kerry vergeblich um eine Lösung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern bemüht. Abbas sagte in seiner Ansprache jedoch, er sei weiterhin bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Er glaube, Verhandlungen seien der einzige Weg zu einer palästinensischen Unabhängigkeit.

Einstweilige Verfügung gegen Vergewaltigungsdoku in Indien

Eine britisch-indische Dokumentation über Vergewaltigungen in Indien darf auf dem Subkontinent vorerst nicht gezeigt werden. Gegen „Indiens Tochter“ wurde eine einstweilige Verfügung ausgesprochen. Der Film „beleidigt die Sittsamkeit von Frauen und gefährdet den Frieden“, sagte Polizeisprecher Rajan Bhagat.

In der Doku spricht Filmemacherin Leslee Udwin mit einem der Vergewaltiger und Mörder einer Studentin in einem Bus vor zwei Jahren. In dem Gespräch sagt der zum Tode verurteilte Mann, die Schuld für das Verbrechen liege beim Opfer: „Eine Frau trägt eine weitaus größere Verantwortung für eine Vergewaltigung als ein Mann.“

Das Verbot des Films wurde auch im Unterhaus des Parlaments in Neu-Delhi diskutiert. Der Film sei ein Affront gegen die Würde der ermordeten Frau, sagte Innenminister Rajnath Singh. Städtebauminister Venkaiah Naidu meinte, die Dokumentation verfolge die Absicht, Indiens Ansehen in der Welt zu schaden. Der Film soll zum Frauentag am Sonntag in mehreren Ländern gezeigt werden.

ORF2 zeigt die Doku im Rahmen von „kreuz und quer“ kommenden Dienstag ab 22.35 Uhr - mehr dazu in tv.ORF.at.

Inland

Probleme bei Probelauf für Zentralmatura

Nicht ganz reibungslos ist heute der Probelauf für die Englisch-Zentralmatura abgelaufen. So sind unter anderem auch bereits zuvor veröffentlichte Aufgaben verwendet worden. Im Vorfeld musste außerdem eine „missverständlich interpretierbare“ Angabe ergänzt werden, geht aus einem Schreiben des Bundesinstituts für Bildungsforschung (BIFIE) an die Schulen hervor.

Für den Probelauf stellt das BIFIE Aufgabensammlungen zur Verfügung. Diese stehen nicht nur als Gesamtpaket, sondern auch als Einzelaufgaben bereit. Außerdem gibt es Vorschläge für Aufgabenkombinationen, die auch als dreistündige Schularbeit verwendet werden können. Die Lehrer können selbst entscheiden, ob und welche Aufgaben sie mit den Schülern entweder informell üben oder auch als „echte“ Schularbeit geben wollen.

Die zur Verfügung gestellten Dateien konnten ab Montag entschlüsselt werden. Wenige Stunden später ging außerdem ein der APA vorliegendes Mail vom BIFIE an die Schuldirektionen mit dem Hinweis, dass „der grafische Input“ in einer Aufgabe „missverständlich interpretiert werden kann“. Gleichzeitig wird darum gebeten, „ergänzende Informationen“ zur betreffenden Aufgabe zur Verfügung zu stellen.

Kritik der Lehrergewerkschaft

„Das stärkt nicht unbedingt rasend das Vertrauen“, meinte der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eckehard Quin, zur APA. Viele Lehrer hätten nach der Entschlüsselung der Aufgabendateien festgestellt, dass manche der nunmehrigen Beispiele bereits als Übungsaufgaben auf der BIFIE-Website vorhanden gewesen seien. „Der Schüler, der die vielleicht mit seinem Nachhilfelehrer gemacht, wird sich natürlich freuen, wenn er sie dann zufällig zur Schularbeit kriegt. Das ist aber nicht ganz Sinn der Sache“, so Quin.

Beamte: Noch keine Einigung zwischen GÖD und Steßl

Zwischen der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) und Beamten-Staatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) laufen derzeit intensive Verhandlungen über einen Ausgleich der Verluste, die den Beamten durch das neue Besoldungssystem drohen. Eine weitere Verhandlungsrunde hat heute vorerst noch keine Ergebnis gebracht.

GÖD-Vorsitzender Fritz Neugebauer hatte Anfang voriger Woche mit Kampfmaßnahmen gedroht, weil Steßl bis dahin in sieben Verhandlungsrunden noch keinen konkreten Vorschlag auf den Tisch gelegt hatte. Das soll in der Zwischenzeit dem Vernehmen nach nachgeholt worden sein. Details dazu sind aber vorerst nicht bekannt.

Kampfmaßnahmen der GÖD derzeit kein Thema

Neugebauers Drohung mit Kampfmaßnahmen sei derzeit nicht aktuell, hieß es aus der GÖD. Solange man den Eindruck habe, dass die Verhandlungen sinnvoll und konstruktiv verlaufen, sei das kein Thema.

Vereinbart wurde eine Fortsetzung der Gespräche, in die auch Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) eingebunden ist. Einig ist man sich jedenfalls, dass eine Lösung mit 1. Juli in Kraft treten soll, weil dann die erste Vorrückung für die Beamten wirksam werden kann, mit der ihnen Verluste drohen könnten.

Verluste durch neues Besoldungssystem

Mit dem neuen Besoldungssystem drohen Beamten nach Angaben Steßls Verluste in der Lebensverdienstsumme von bis zu 0,6 Promille. Die Staatssekretärin hat zugesagt, das mit „technischen Anpassungen“ auszugleichen.

Die jetzt im Jänner vom Parlament beschlossene Reparatur des Besoldungssystems wurde durch Erkenntnisse des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) notwendig.

Der EuGH hatte bereits vor einigen Jahren einen Passus aufgehoben, wonach die Schul- und Vordienstzeiten vor dem 18. Geburtstag im öffentlichen Dienst nicht entsprechend berücksichtigt wurden. Auch die Nachfolgeregelung, wonach zwar frühere Zeiten für die Vorrückung angerechnet, der Sprung in die zweite Gehaltsstufe aber um drei Jahr verschoben wurde, hat der EuGH aufgehoben.

Wirtschaft

Transparency: London ist sicherer Hafen für Geldwäscher

Zehntausende Immobilien in der britischen Hauptstadt sind nach Angaben der Antikorruptionsorganisation Transparency International mit Geld aus Steueroasen gekauft worden.

„Zuflucht für auf der ganzen Welt gestohlenes Geld“

36.342 Londoner Immobilien, die sich über 3,6 Quadratkilometer erstreckten, gehörten in Steueroasen wie Jersey, den Virgin Islands und der Isle of Man registrierten Firmen, erklärte die Organisation heute unter Berufung auf Zahlen des Katasteramts und der Antikorruptionsabteilung von Scotland Yard. Damit sei London eine „Zuflucht für auf der ganzen Welt gestohlenes Geld“ geworden.

Fast eine von zehn Immobilien in Westminster, dem britischen Regierungsviertel, gehöre einer Firma aus einer Steueroase, erklärte die Antikorruptionsorganisation. Allein 2011 hätten auf den Virgin Islands registrierte Firmen in Großbritannien Immobilien im Wert von 3,8 Mrd. Pfund (aktuell 5,2 Mrd. Euro) gekauft. Drei von vier Immobilien, die ins Visier der Ermittler geraten seien, seien von einer in einer Steueroase registrierten Firma gekauft worden. Die Polizei beklagte, dass es oft Jahre dauere, herauszufinden, wer wirklich hinter den Käufen stecke.

Preisanstieg forciert

Der Kauf von Immobilien mit gewaschenem Geld hat nach Ansicht von Transparency auch zu dem exorbitanten Anstieg der Preise in der Londoner Innenstadt beigetragen. Dass es dort selbst für die Mittelschicht keinen erschwinglichen Wohnraum mehr gibt, ist seit Jahren ein großer Aufreger und dürfte auch mit Blick auf die Parlamentswahl im Mai wieder eine Rolle spielen.

Eine Sprecherin der Regierung unter dem konservativen Premierminister David Cameron sagte zu dem Transparency-Bericht, die Regierung treibe „Reformen zur Verbesserung der Unternehmenstransparenz“ voran.

Steuerreform: Stifter befürchten Verschlechterungen

Zwei Wochen vor der Präsentation der Steuerreform steigen die Privatstifter auf die Barrikaden, fürchten sie doch weitere Verschlechterungen. Schon jetzt sei die rechtliche Lage unsicher, Geld ein scheues Reh. „Schweiz und Liechtenstein sind gute Nachbarländer“, meint Banker Heinrich Spängler - wenngleich die Stifter, unter ihnen Industrielle, die viele Jobs stellten, nicht freiwillig abwanderten.

VÖP: „Keiner möchte Österreich verlassen“

„Keiner möchte Österreich verlassen“, stellte Veit Sorger, Präsident des Verbands der Österreichischen Privatstiftungen (VÖP) und frühere Chef der Industriellenvereinigung (IV), heute klar. Aber wenn man die Wirtschaftsparameter der Schweiz mit jenen Österreichs vergleiche (Franken versus Euro, Staatsschulden), sei klar, welcher Standort besser abschneide.

Sein Nachfolger bei der IV, Georg Kapsch, hatte vorige Woche öffentlich damit gedroht, seine eigene Stiftung mit Firmenanteilen ins Ausland zu verlagern, sollte das Stiftungsrecht neuerlich verschärft werden. Konkret wissen die Privatstifter freilich noch nicht, welche steuerlichen Belastungen auf sie zukommen könnten. Sie fürchten aber, dass die Abgabe auf Dividenden erhöht und das Vererben teurer werden könnte, so VÖP-Generalsekretär und Ex-Kathrein-Bank-Chef Christoph Kraus. Auch könnten Privatstiftungen womöglich zu mehr Transparenz „gezwungen“ werden, sprich dazu, Privatvermögen offenzulegen.

Sport

Bundesliga: Rapid will „Altach-Fluch“ ablegen

In der 23. Runde der Bundesliga kommt es heute zum direkten Duell der punktegleichen Salzburg-Verfolger Rapid und Altach, die beide neun Punkte hinter der Spitze liegen. Die Bilanz gegen die Vorarlberger schaut aber nicht gut aus für die Grün-Weißen. Gegen Altach hat Rapid die bisherigen Saisonpartien jeweils zu null verloren und ist zudem seit mittlerweile zehn Spielen gegen den Aufsteiger sieglos. „Ich gehe davon aus, dass wir die Lehren daraus gezogen haben“, ist sich Rapid-Coach Zoran Barisic sicher. Tabellenführer Salzburg plant unterdessen beim Gastspiel bei der Admira drei Punkte ein.

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Bundesliga: Sturm trifft in „violettes“ Herz

Es gibt zurzeit sicher angenehmere Jobs, als Trainer der Austria zu sein. Nach einer grottenschlechten ersten Halbzeit steigerten sich die Wiener gestern beim Auswärtsspiel bei Sturm Graz nach der Pause und gingen sogar in Führung. Nach 90 Minuten stand die Austria aber wieder einmal mit leeren Händen da.

„Fußball kann brutal sein“, sagte ein sichtlich gezeichneter Coach Gerald Baumgartner. „Im Profifußball hat jeder Druck, manchmal erschlägt er dich fast.“ Besonders der irreguläre Sturm-Siegestreffer in der Nachspielzeit war ein Stich ins „violette“ Herz.

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DFB-Pokal: Braunschweig vor „unlösbarer“ Aufgabe

Gemessen an der Statistik kann sich Zweitligist Eintracht Braunschweig heute den Weg zum DFB-Pokal-Achtelfinale nach München eigentlich sparen. Denn der FC Bayern ist im Cup zu Hause eine fast unbezwingbare Macht. Nur eines der vergangenen 31 Heimspiele ging verloren.

Zudem blicken die Braunschweiger gegen den deutschen Rekordmeister auf eine schier endlose Torflaute. Seit 31 Jahren ist es keinem Eintracht-Spieler mehr gelungen, dem großen Bayern ein Tor zu schießen. Doch ausgerechnet die klare Rollenverteilung lässt den Außenseiter von einer Überraschung träumen.

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Davis-Cup: Neue Rolle für Haider-Maurer

Wenn Österreich am Wochenende in der Europa-Afrika-Zone I des Davis-Cups in Schweden antritt, kommt auf Andreas Haider-Maurer eine neue Aufgabe zu. Der 27-Jährige führt das ÖTV-Team erstmals als Nummer eins in einen Länderkampf. Aus der Fassung lässt er sich dadurch aber nicht bringen. „Es ist sicher ungewohnt, als Nummer eins für Österreich zu spielen, ändert aber an der Situation wenig. Der Druck ist der gleiche.“

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Chronik

Bergwerksexplosion in Ostukraine: Mindestens zehn Tote

Bei der schweren Gastexplosion in einer Kohlegrube in Sasjadko im Konfliktgebiet Ostukraine ist die Zahl der Toten auf mindestens zehn gestiegen. Das teilte heute die Gebietsverwaltung von Donezk mit. Die Sasjadko-Grube liegt in der Nähe der Separatistenhochburg Donezk.

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Wenig Hoffnung auf weitere Überlebende

Die Behörden sprachen zunächst von einem Toten und 32 Vermissten. Ein Sprecher der ukrainischen Bergarbeitergewerkschaft sagte der Nachrichtenagentur AFP, gegen Mittag seien die Leichen von zwei Arbeitern geborgen worden. Rund 45 weitere würden noch vermisst.

Die Aussicht, sie noch lebend zu finden, liege jedoch „praktisch bei null“. Nach Angaben der Sprecherin des Katastrophenschutzministeriums der „Volksrepublik“ Donezk waren noch 70 Bergleute in der Mine eingeschlossen.

Kiew wirft Separatisten Blockade vor

Die Spannungen zwischen Kiew und den prorussischen Separatisten überschatteten auch die Rettungsbemühungen. Ministerpräsident Arseni Jazenjuk erklärte auf einer Kabinettssitzung, er habe die Ministerien für Energieversorgung und Katastrophenschutz angewiesen, Rettungsteams zu der Grube zu entsenden. Diese seien aber von den prorussischen Rebellen nicht zugelassen worden.

Präsident Petro Poroschenko forderte über den Kurznachrichtendienst Twitter den ungehinderten Zugang von ukrainischen „Bergungs- und Polizeikräften“ zu der Mine. Den Angehörigen der mutmaßlichen Opfer sprach er gleichzeitig sein Beileid aus.

Brände in Kapstadt weiter außer Kontrolle

Die südafrikanische Feuerwehr bekommt die schweren Buschbrände rund um Kapstadt nicht in den Griff. In der Nacht auf heute wurden Hunderte Bewohner in den Küstendörfern entlang der bei Touristen beliebten Halbinsel in Sicherheit gebracht, die Schulen blieben geschlossen. Die Brände breiteten sich inzwischen über die gesamte Kap-Halbinsel aus.

Die Brände wüten seit dem Wochenende. Sie zerstörten mehr als ein Dutzend Häuser und ein Fünfsternhotel in der Nähe des Fischerdorfs Hout Bay. Auch Tausende Hektar Land gingen in Flammen auf.

Extreme Hitzewelle in Kapstadt

Die Region, die sich von Kapstadt bis zum Kap der Guten Hoffnung erstreckt, leidet seit einiger Zeit unter einer extremen Hitzewelle. Am Dienstag erreichten die Temperaturen 40 Grad Celsius - ein Jahrhundertrekord für einen 3. März. Die Feuerwehr setzt Wasserkanonen und Löschhubschrauber ein, doch wurden die Flammen durch heftige Winde immer wieder angefacht. Feuerwehrsprecher Theo Layne sagte, er hoffe für die kommenden Stunden auf kühleres Wetter oder sogar auf Regen.

Cannabis in Utah: Warnung vor „bekifften Hasen“

Im Zuge einer Anhörung über ein Gesetz zur Legalisierung von Cannabisanbau im US-Bundesstaat Utah hat ein Mitarbeiter der US-Antidrogenpolizei DEA zuletzt mit seinen Aussagen für Aufsehen gesorgt - und medialen Spott geerntet.

Der DEA-Beamte Matt Fairbanks berichtete in der Senatsanhörung, er sei bei seinem Kampf gegen illegale Hanfplantagen wiederholt auf wilde Tiere, darunter Hasen, gestoßen, die sich offenbar an die Pflanze mit narkotisierender Wirkung gewöhnt hätten.

„Fluchtinstinkt war weg“

Ein bekiffter Hase habe „sich geweigert, sich vom Fleck zu bewegen. Wir haben das gesamte Cannabis rundherum entfernt, aber sein natürlicher Fluchtinstinkt war irgendwie weg“, so der DEA-Beamte, der laut „Washington Post“ seine Glaubwürdigkeit vor den Senatoren mit der Aussage „Ich arbeite mit Fakten, mit Wissenschaft“ zu unterstreichen versuchte. Er betonte zudem, wegen des illegalen Cannabisanbaus käme es zur Waldabholzung und anderen Schäden in abgelegenen Gegenden.

Der Chef des Unternehmens Medical Cannabis Payment Solutions meinte dagegen, die Sorge wegen der Umweltzerstörung sei wohl etwas übertrieben - umso mehr, als der Gesetzesentwurf vorschreibt, dass Cannabis in Glashäusern angebaut werden muss. „Offensichtlich hören wir, dass Hasen verrückt werden, wenn Cannabis in den Bergen Utahs angebaut wird. Wir wollen daher dafür sorgen, dass keine wirren Hasen in Utah herumlaufen.“ Ob aus Sorge über bekiffte Hasen oder anderen Gründen: Der Ausschuss sprach sich mehrheitlich für die Legalisierung aus.

Science

20 österreichische Betriebe von Rinderseuche betroffen

In 20 österreichischen Betrieben ist die Rinderseuche IBR/IPV festgestellt worden. Das teilte die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) heute mit. 14 davon liegen in Tirol, vier in Niederösterreich und jeweils einer in Vorarlberg und Oberösterreich. Von 4.918 untersuchten Rindern seien bisher 118 positiv getestet worden.

Für Menschen ungefährlich

Die Rinderseuche IBR/IPV wurde bereits Ende Jänner bei mehreren für den Export nach Algerien vorgesehen Tieren in Tirol festgestellt. Der Erreger ist für den Menschen ungefährlich, betroffene Tier müssen jedoch geschlachtet werden. Bei den Tieren kann die Krankheit hochansteckende Entzündungen der Atemwege verursachen. Ihr Ausbruch muss den Behörden gemeldet werden.

Auch in Bayern brach die Seuche bisher auf neun Höfen aus. Das sagte eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) der Deutschen Presse-Agentur.

Eingeschleppt wurde die Tierseuche BHV, die zu IBR/IPV führt, über ein österreichisches Viehhandelsunternehmen. Die infizierten Tiere wurden getötet. Wo genau sich die Höfe befinden, teilte das Landesamt nicht mit. Bei den vorliegenden Fällen arbeite Bayern eng mit Österreich zusammen, sagte die Sprecherin.

Kultur

Dubai plant neues spektakuläres Gebäude

Das für seine ausgefallene Architektur bekannte Emirat Dubai bekommt ein neues spektakuläres Gebäude: Dubais Herrscher Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum gab heute den Startschuss für ein Zukunftsmuseum, das die Form eines auf der Seite stehenden ovalen Rings haben soll.

Das Gebäude soll auf einem Grashügel an der Hauptverkehrsachse des Emirats entstehen, in der Nähe des Turms Burdsch Chalifa, der mit seinen 828 Metern der höchste Turm der Welt ist.

Dubai will Forscher und Erfinder anziehen

Dubai ist bereits ein bedeutendes Geschäfts- und Tourismuszentrum. Nun wolle das Emirat auch ein wichtiges Ziel „für Erfinder und Unternehmer“ werden, sagte Scheich al-Maktum, der nun den Startschuss für das 136 Millionen Dollar (rund 123 Mio. Euro) teure Projekt gab. Das Zukunftsmuseum solle ab 2017 „die besten Forscher, Designer, Erfinder und Geldgeber unter einem Dach vereinen“.

In den sieben Etagen des Gebäudes sollen Labore untergebracht werden, die sich mit den Bereichen Gesundheit, Bildung, intelligente Städte, Energie und Verkehr befassen sollen. Außerdem soll es Platz für Ausstellungen und für Tests neuer technologischer Erfindungen bieten. Den Plänen zufolge soll das Zukunftsmuseum Unternehmen, Universitäten und Forschungszentren eine Plattform für die Zusammenarbeit bieten.

Das 2,3 Millionen Einwohner zählende Dubai richtet in fünf Jahren die Weltausstellung aus. Mit Blick auf die Expo 2020 hat das Emirat zahlreiche neue Bauprojekte auf den Weg gebracht. Dubai beherbergt neben dem höchsten Turm der Welt auch bereits die größte künstliche Insel auf der Erde.

Song Contest

Deutsche Vorentscheide: Zwischen Wahnsinn und Horror

Morgen entscheidet Deutschland in einer Liveshow, wer das Land im Mai beim Song Contest in Wien vertreten soll. Fast immer wurde der deutsche Beitrag bei solchen Vorentscheiden ausgesucht - und dabei mussten auch viele prominente Namen Niederlagen einstecken.

Vor allem bietet ein Blick ins deutsche Vorentscheidarchiv aber auch Szenen des Wahnsinns, der Absurdität und des blanken musikalischen Horrors.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Lifestyle

Mallorcas Partyort Magaluf bekommt „Benimmregeln“

Nach den Exzessen trinkfreudiger Touristen in Magaluf will die Urlauberhochburg auf der spanischen Ferieninsel Mallorca nun ebenfalls „Benimmregeln“ einführen. Der vor allem bei Briten beliebte Partyort folgt damit dem Beispiel der Inselhauptstadt Palma de Mallorca, die im vorigen Jahr für die Gegend um den „Ballermann“ Saufgelage unter freiem Himmel unter Strafe stellte.

In Magaluf soll es künftig untersagt sein, zwischen 22.00 und 8.00 Uhr im Freien Getränke zu sich zu nehmen. Wie die Lokalzeitungen „Diario de Mallorca“ und „Ultima Hora“ heute berichteten, sieht das der Entwurf einer Verordnung vor, die im April von der zuständigen Gemeindeverwaltung in Calvia verabschiedet werden soll.

Zudem soll der Verkauf alkoholischer Getränke von Mitternacht bis 8.00 Uhr verboten werden. Für organisierten Lokaltouren („Pub-Crawling“) werden strenge Einschränkungen eingeführt. Magaluf hatte im vorigen Sommer mit Sex- und Saufexzessen britischer Urlauber für Schlagzeilen gesorgt. Die Tourismusbranche fürchtete um den Ruf Mallorcas als Reiseziel.