Inland

Grenzkontrollen: Mikl-Leitner drängt auf EU-Regelung

Mit dem Verweis auf eine nötige EU-Regelung zur Aufteilung der Flüchtlinge antwortet Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) auf die Forderung von Landeshauptleuten nach temporären Grenzkontrollen. Solche wären „kein Szenario der nächsten Wochen“, sagte sie heute am Rande des Ministerrates.

Zuletzt hatte sich Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) in der „Kronen Zeitung“ (Dienstag-Ausgabe) für Kontrollen ausgesprochen. „Ich glaube, dass es an der Zeit ist, ein Konzept zu erarbeiten, mit dem man Grenzkontrollen wieder einführt und zwar im Bedarfsfall von einem Tag auf den anderen“, so Pröll - mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Mikl-Leitners Priorität sind nach Aussagen der Ministerin Verhandlungen auf EU-Ebene, um die Flüchtlinge gerecht auf alle 28 Mitgliedsstaaten aufzuteilen: Wenn man Grenzkontrollen wünsche, gebe es bei Gefährdung der inneren Sicherheit einen EU-Mechanismus, der einzuleiten wäre. Damit habe es etwa beim Weltwirtschaftsforum schon temporäre Grenzkontrollen gegeben.

Sollte es in Österreich zu solchen kommen, kann die Innenministerin die Option nicht ausschließen, dass das Bundesheer zum Assistenzeinsatz zur Hilfe geholt wird. Prinzipiell wären Grenzkontrollen eine Aufgabe der Polizei, merkte Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) an, aber sollte die Polizei es im Fall der Fälle nicht alleine schaffen, würde das Bundesheer selbstverständlich helfen.

ÖGB und AK sowie ÖAAB präsentieren Steuerreformpläne

Heute werden sowohl das gemeinsame Steuerreformkonzept von ÖGB und Arbeiterkammer (AK) als auch jenes des ÖVP-Arbeitnehmerbundes ÖAAB präsentiert. Bringen soll das ÖGB-Konzept eine „spürbare Entlastung“ der Arbeitnehmer.

Zu Mittag soll das ÖGB- und AK-Steuerpapier vom ÖGB-Vorstand beschlossen werden. Am Nachmittag stellen sich dann die beiden Präsidenten Erich Foglar (ÖGB) und Rudolf Kaske (AK) in einem Pressestatement der Öffentlichkeit. Am Donnerstag wird das Konzept dann in einer großen Betriebsrätekonferenz in Wien Belegschaftsvertretern präsentiert.

Mikl-Leitner will Schelling Konzept übergeben

Bereits heute Vormittag bringt der ÖAAB sein Modell an die Öffentlichkeit: ÖAAB-Generalsekretär August Wöginger und die Stellvertreterin von ÖAAB-Chefin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Gabriele Tamandl, stellen sich in der ÖVP-Zentrale in der Lichtenfelsgasse vor die Presse. Beim Ministerrat plant Mikl-Leitner, das Konzept dann an Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) zu übergeben.

Der ÖGB will alle Arbeitnehmer entlasten. Für Wenigverdiener, die keine Lohnsteuer zahlen, wünscht man sich im Gewerkschaftsbund eine Negativsteuer. Der Eingangssteuersatz (derzeit 36,5 Prozent) soll gesenkt werden.

ÖGB will Vermögenssteuer

Die Finanzierung soll laut den Wünschen des ÖGB zumindest zu einem Teil über Vermögenssteuern erfolgen. In den „Salzburger Nachrichten“ sagte Foglar zuletzt, das Volumen der kommenden Reform müsse „auf jeden Fall deutlich höher sein als das bei der vergangenen Reform“ im Jahr 2009. Und zur Höhe bei der Vermögenssteuer meinte er, wer über einen Beitrag von netto 700.000 Euro pro Person verfüge, solle einen Beitrag leisten.

ÖAAB-Chefin Mikl-Leitner hatte Ende Juni zum geplanten Steuerkonzept erklärt, sie wolle „keinen Schnellschuss, sondern Nachhaltigkeit“. Zur von der SPÖ geforderten Vermögenssteuer meinte die Innenministerin damals, diese müsse zunächst „einen Faktencheck auf den Tisch“ legen. Derzeit sei nicht klar, was alles in eine Millionärssteuer hineinfließen würde und wie sie berechnet werde.

ÖAAB für schlankeren Staat

Finanzielle Spielräume will der ÖVP-Arbeitnehmerflügel vor allem durch Strukturreformen schaffen: Der Staat müsse „schlanker“ werden, es solle zu Entbürokratisierung kommen, außerdem will man die ÖBB und den „Förderdschungel“ durchleuchten. Klar ist für Mikl-Leitner, der Mittelstand dürfe „nicht die Melkkuh der Nation sein“ und Familien mit Kindern müsse „mehr Geld im Börserl bleiben“, wie sie Ende Juni betonte. Auch als „Schutzpatron der Häuslbauer“ sehe sich der ÖAAB.

ÖVP-Minister: Gesetzesvorstoß soll Extremisten bremsen

Mit dem Zulauf zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Blick hat die ÖVP-Regierungsriege gestern Vorschläge für einen gesetzlichen Vorstoß gegen Extremismus präsentiert. Geplant sind beträchtliche Verschärfungen von Strafrechtsbestimmungen, beginnend beim Tatbestand der Verhetzung über das Staatsbürgerrecht bis zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit von Minderjährigen. Das Problem dabei: Das Gesetz fragt nicht, wer eine Tat begeht. Den Ankündigungen zufolge könnte auch eine vielleicht dumme, aber ansonsten harmlose Bemerkung am Stammtisch zum Delikt werden. Auch eine Wiederauferstehung der Vorratsdatenspeicherung hat die ÖVP im Sinn.

Mehr dazu in „Wer Hass sät, wird Gefängnis ernten“

Ausland

Sechs Polizisten bei Bombenanschlag auf Sinai getötet

Bei der Explosion einer Bombe im Norden der ägyptischen Sinai-Halbinsel sind sechs Polizisten getötet worden. Die Sprengladung explodierte am Straßenrand, als gerade eine gemeinsame Patrouille von Armee und Polizei vorbeifuhr, wie das ägyptische Innenministerium heute mitteilte. Zwei weitere Polizisten seien bei dem Anschlag zwischen der Provinzhauptstadt al-Arisch und dem Grenzort Rafah verletzt worden.

Trotz starker Präsenz von Sicherheitskräften wird die Sinai-Halbinsel immer wieder Ziel von Bombenexplosionen. Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi vor mehr als einem Jahr hat die Zahl der Anschläge in Ägypten stark zugenommen. Die Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis bekannte sich in der Vergangenheit zu mehreren Attentaten. Die Gruppe hat im Norden des Sinai ihre Hochburg.

Tödlicher Anschlag nahe US-Botschaft in Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag der Taliban auf einen ausländischen Militärkonvoi nahe der US-Botschaft in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind heute zumindest drei ausländische Soldaten getötet und mehrere Menschen schwer verletzt worden. Eine heftige Explosion erschütterte die Stadt, eine große Rauchwolke stieg auf.

Zur Nationalität der Getöteten gab es noch keine Angaben. Die Detonation zeriss mehrere Autos. Der Attentäter hatte ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in den Konvoi gelenkt. Am Straßenrand behandelten ausländische Soldaten Verletzte. Das Attentat ereignete sich nahe dem schwer bewachten Eingang zur US-Botschaft.

Schwerster Anschlag seit Wochen

Die heftige Explosion ließ Gebäude im Zentrum Kabuls erzitterten, an der US-Botschaft ertönte Sirenenalarm. Rettungswagen rasten durch die Stadt. Ein Fahrzeug aus dem Konvoi wurde durch die Detonation von der Straße geschleudert und völlig zerstört. Die afghanischen Behörden bestätigten, dass ausländische Truppen Ziel des Anschlags waren.

Der Anschlag war die schwerste Attacke in Kabul seit Wochen. Stunden Zuvor hatten sich die Kontrahenten im Streit über das afghanische Präsidentenamt nach offiziellen Angaben auf einen Kompromiss verständigt. Ein Sprecher des scheidenden Präsidenten Hamid Karzai sprach von einem „Durchbruch“. Über das Wahlergebnis gibt es seit Monaten Streit.

Video dazu in iptv.ORF.at

Baustopp für Tschernobyl-Schutzhülle droht

Ohne finanzielle Hilfe vor allem Deutschlands und der anderen G-7-Staaten droht ein Baustopp bei der dringend benötigten neuen Schutzhülle für den zerstörten Atomreaktor im ukrainischen Tschernobyl. Es bestehe ein Finanzierungsdefizit von 615 Millionen Euro, berichtete die dpa unter Berufung auf Informationen aus der deutschen Bundesregierung.

1997 hatten die sieben führenden westlichen Industriestaaten (G-7) den Aufbau eines Fonds vereinbart, um einen Sarkophag für den 1986 zerstörten Reaktorblock 4 zu finanzieren. Da der bisherige Betonschutz brüchig ist, wird zum dauerhaften Schutz vor hoch radioaktiver Strahlung eine riesige neue Stahlhülle gebaut, die etwa zur Hälfte fertig ist. Aber die bisher zur Verfügung gestellten Mittel werden Ende 2014 aufgebraucht sein.

Da Deutschland derzeit die G-7-Präsidentschaft innehat, kommt Berlin eine Schlüsselrolle zu. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace verlangte eine rasche Lösung. Es wäre unverantwortlich, wenn der Bau abgebrochen werden müsste. Die über den havarierten Reaktor gespannte Schutzhülle soll am Ende 42.000 Quadratmeter groß sein, der Bau ist beispiellos. Für Mitte Oktober ist nun ein Treffen der G-7-Gruppe für Nuklearsicherheit geplant, um zusätzliche Zusagen einzusammeln.

Überlebende: Boot mit 500 Flüchtlingen vor Malta versenkt

Im Mittelmeer zeichnet sich eine der schlimmsten Flüchtlingskatastrophen der vergangenen Jahre ab. Ein Flüchtlingsboot mit 500 Insassen sei vermutlich vor Malta von Menschenschmugglern vorsätzlich versenkt worden, berichtete die Internationale Organisation für Migration (IOM) heute unter Berufung auf Überlebende. Zudem sank nach Angaben der libyschen Nachrichtenseite al-Wasat am Sonntagabend ein weiteres Boot mit Flüchtlingen. Von den rund 200 Insassen konnten nur 36 gerettet werden.

Mehr dazu in Flüchtlingsströme mehr als verdoppelt

Frankreichs Premier Valls stellt Vertrauensfrage

Zum zweiten Mal in rund fünf Monaten stellt Frankreichs Premierminister Manuel Valls heute im Parlament die Vertrauensfrage. Der Sozialist wird zunächst in einer Regierungserklärung am Nachmittag einen Spar- und Reformkurs erläutern, nach einer Debatte in der Nationalversammlung ist dann am Abend die Vertrauensabstimmung angesetzt.

Es wird damit gerechnet, dass Valls die Abstimmung gewinnt. Mit Spannung wird aber erwartet, wie viele Abgeordnete vom linken Sozialistenflügel ihm die Zustimmung verweigern und sich enthalten werden. Valls hatte sich Anfang April nach seiner Ernennung zum Regierungschef einer Vertrauensabstimmung gestellt. Das neue Votum beraumte er nach einer Regierungsumbildung Ende August an.

Sport

Fußball: HSV trennt sich von Trainer Slomka

Für Mirko Slomka ist das Abenteuer HSV nach nur sieben Monaten wieder vorbei. Der Hamburger Traditionsclub zog die Konsequenzen aus dem verpatzten Saisonstart und trennte sich von dem 47-Jährigen mit sofortiger Wirkung. Das bestätigte die Vereinsführung gestern Abend. Nach drei Runden der deutschen Bundesliga liegen die Hamburger mit nur einem Punkt auf dem letzten Tabellenplatz und warten nicht nur auf den ersten Sieg, sondern sogar auf den ersten Treffer in der laufenden Saison. Wer am Samstag gegen die Bayern auf der HSV-Trainerbank sitzen wird, ist jedenfalls noch offen.

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Bundesliga: WAC feiert die Tabellenführung

Mit dem 1:0-Sieg gegen Meister Red Bull Salzburg hat der WAC als erster Club aus Kärnten die Tabellenführung in der heimischen Bundesliga erobert. Entsprechend groß war der Jubel im Lager der Wolfsberger. „Die kämpferische Leistung, die taktische Leistung war unglaublich“, freute sich Trainer Dietmar Kühbauer nach dem mit zehn Mann errungenen Sieg. Bei den Salzburgern, die erstmals seit November 2011 drei Spiele in Folge verloren haben, ist das Selbstvertrauen laut Coach Adi Hütter hingegen derzeit „angenagt“. Das hinderte ihn aber nicht, gleich eine Kampfansage Richtung WAC zu schicken.

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Wirtschaft

Österreich bei offenen Stellen auf Rang fünf in EU

Bei der Zahl der offenen Stellen ist Österreich im Vergleich der 28 EU-Staaten im zweiten Quartal 2014 an fünfter Stelle gelegen. 1,6 Prozent der Arbeitsplätze waren hierzulande neu zu vergeben, wie die Statistikbehörde Eurostat heute bekanntgab. Damit liegt Österreich exakt im Schnitt der 28 EU-Mitglieder. Der Schnitt der 18 Euro-Mitglieder liegt mit 1,7 Prozent etwas höher.

Am besten positioniert war Deutschland bei der Quote der offenen Stellen an der Gesamtzahl der Arbeitsplätze. Dort wurde mit 2,8 Prozent die größte Quote an offenen Stellen nach den nicht saisonal bereinigten Zahlen registriert.

Es folgen Belgien (2,4 Prozent), Großbritannien (2,3 Prozent) und Schweden (1,8 Prozent) vor Österreich. Die niedrigsten Quoten verzeichneten im zweiten Quartal des laufenden Jahres Lettland (0,4 Prozent) sowie Portugal und Spanien (je 0,6 Prozent). Aus Griechenland und Polen liegen keine Zahlen für das zweite Quartal vor.

Besonders stark war dabei der Rückgang in Industrie und Baugewerbe, wo die Quote der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,4 auf ein Prozent sank. Im Dienstleistungssektor fiel der Rückgang von 2,6 auf 2,4 Prozent hingegen moderater aus.

Aktieneinbruch bei Onlinemodehändler Asos

Die zweite Prognosesenkung innerhalb weniger Monate hat beim britischen Onlinemodehändler Asos einen Kurseinbruch ausgelöst. Die Aktien fielen heute um bis zu 15,4 Prozent und waren mit 2.050 Pence so billig wie zuletzt im September 2012.

Asos hatte zuvor gewarnt, dass die anstehenden Investitionen den Gewinn des Geschäftsjahres 2014/2015 schmälern würden. Bisher sagen Analysten im Schnitt ein Vorsteuerergebnis von 45 Millionen Pfund voraus. Im abgelaufenen Quartal verlangsamte sich das Umsatzwachstum Asos zufolge auf 15 Prozent von 25 Prozent im Vorquartal.

Lufthansa-Piloten sagen Streik ab

Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat den für heute geplanten Streik bei der deutschen Fluglinie Lufthansa abgesagt.

Die Lufthansa-Geschäftsleitung habe der Vereinigung Cockpit einen veränderten Forderungskatalog zur Übergangsversorgung übermittelt, teilte die Gewerkschaft gestern Abend mit. Die Arbeitnehmervertretung habe noch für diese Woche Termine angeboten, um wieder in Gespräche einzusteigen.

Ursprünglich wollten die Piloten am Dienstag von 9.00 bis 17.00 Uhr die Langstreckenflüge ab dem Frankfurter Flughafen bestreiken. Die Lufthansa hatte allerdings erklärt, trotz des geplanten Streiks alle betroffenen Maschinen starten zu lassen.

Chronik

Todesopfer bei neuen Überschwemmungen in Serbien

Vier Monate nach dem verheerenden Hochwasser auf dem Balkan ist die Region erneut von Überschwemmungen heimgesucht worden. In Serbien starb gestern eine Frau bei Überschwemmungen infolge heftiger Regenfälle, wie örtliche Medien berichteten.

Besonders betroffen war der Ort Tekija an der Donau, wo laut Polizeiangaben mehr als 300 der rund 1.000 Einwohner teils per Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden mussten. Auch in anderen Landesteilen kämpften die Menschen mit den Wassermassen, nachdem örtlich bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren.

Auch Kroatien betroffen

Nach einer Woche mit heftigen Regenfällen gab es auch in Kroatien Überschwemmungen. Dramatisch war die Situation vor allem in den Orten Karlovac und Sisac. Am Wochenende waren rund 2.000 Menschen aus der Gegend um Karlovac in Sicherheit gebracht worden. Etwas weniger kritisch war die Lage in Bosnien, wo lediglich die Stadt Cazin im äußersten Westen von Unwettern getroffen wurde.

Im Mai hatte es in Serbien und Bosnien ein Jahrhunderthochwasser gegeben, von dem knapp zwei Millionen Menschen betroffen waren. Der Schaden in beiden Ländern wird auf etwa drei Milliarden Euro geschätzt.

Starkes Erdbeben erschüttert Tokio

Der Großraum Tokio ist heute Früh von einem starken Erdbeben erschüttert worden. Das Zentrum des Bebens der Stärke 5,6 lag im Süden der Provinz Ibaraki in einer Tiefe von 50 Kilometern.

Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten von schwankenden Gebäuden in der japanischen Hauptstadt. Laut japanischem Fernsehen gab es zunächst keine Tsunami-Warnung.

IT

Videodienst Netflix in Deutschland gestartet

Der US-Videodienst Netflix ist heute in Deutschland gestartet. Der Österreich-Start erfolgt ebenfalls in dieser Woche. Netflix bietet einen Videostreaming-Dienst an, bei dem Filme und Serien für eine monatliche Abogebühr direkt aus dem Internet abgespielt werden.

Exklusivserien sollen Kunden locken

In den USA ist Netflix sehr erfolgreich. In Deutschland trifft die kalifornische Firma auf mehrere etablierte Rivalen. Der Anbieter Maxdome aus dem TV-Konzern ProSiebenSat.1 gilt als die Nummer eins mit rund 35 Prozent Marktanteil.

Netflix will unter anderem mit exklusiven Inhalten gegensteuern: So gibt es erstmals in Deutschland die vom Unternehmen selbst produzierte Serie „Orange is the New Black“ über ein Frauengefängnis zu sehen.

Ab acht Euro im Monat

Netflix setzt auf eine gestaffelte Preisstruktur. Für 7,99 Euro im Monat kann der Dienst auf einem Gerät in Standardauflösung genutzt werden. Für 8,99 Euro bekommt man Zugriff von zwei Geräten gleichzeitig sowie Inhalte in HD-Auflösung.

In der teuersten Variante für 11,99 Euro kann der Dienst von vier Geräten abgerufen werden, und der Kunde bekommt auch Sendungen in der aktuell besten Bildqualität Ultra-HD. Für Österreich sollen dieselben Preise gelten.

Microsoft stellt offenbar bald neues Windows vor

Der US-Softwareriese Microsoft enthüllt offenbar in zwei Wochen seine neue Windows-Version. Der Konzern verschickte nun eine Einladung zu einer Präsentation am 30. September. Darin heißt es: „Kommen Sie zu uns, um zu erfahren, was als Nächstes bei Windows und im Unternehmen ansteht.“

Der Termin in San Francisco richtet sich zunächst an Entwickler von Programmen für Computer mit dem Betriebssystem Windows und Unternehmen, die auf Microsoft-Programme angewiesen sind. Ende August hatten erste Gerüchte die Runde gemacht, Microsoft werde demnächst die Neuauflage seines weit verbreiteten Betriebssystems Windows vorstellen.

Betriebssystem geht über die „Schwelle“

Die auf IT-Nachrichten spezialisierte Website The Verge berichtete, das künftige Windows 9 firmiere vorerst unter dem Codenamen „Threshold“ (Schwelle). Spekuliert wurde über die Rückkehr des klassischen Startmenüs, das bei Windows 8 zum Leidwesen vieler Nutzer abgeschafft wurde. Die aktuelle Windows-Version 8 war Ende Oktober 2012 veröffentlicht worden - mit großen Kacheln als Benutzeroberfläche.

Microsoft hatte damit versucht, sich auf die Nutzungsbedingungen bei Tabletcomputern und Smartphones einzustellen. Allerdings stieß das Betriebssystem auf wenig Begeisterung. Bei klassischen PCs ist Windows als Betriebssystem immer noch weit verbreitet, doch bei Smartphones und Tablets sieht es ganz anders aus. Die meisten internetfähigen Handys laufen mit dem Betriebssystem Android von Google, dahinter rangiert weit abgeschlagen das Apple-Betriebssystem iOS für iPhones.

Alibaba-Börsengang wird noch größer

Alibabas riesiger Börsengang wird noch größer als erwartet. Der chinesische Internetriese hat das obere Ende der Preisspanne für seine Aktien wegen der großen Nachfrage der Anleger von 66 auf 68 Dollar angehoben. Das teilte das Unternehmen gestern (Ortszeit) der US-Börsenaufsicht SEC mit.

Damit könnte das Maximalvolumen des Börsengangs von 24,3 auf 25 Milliarden Dollar (19,3 Mrd. Euro) steigen. Noch nie hat ein Unternehmen bei seinem Aktiendebüt mehr Geld von Investoren eingesammelt. Alibaba macht laut eigenen Angaben mehr Umsatz als Amazon und eBay zusammen. Die Geschäftsmodelle sind aber nur begrenzt vergleichbar.

Science

Kultur

Haselsteiner begründet Rettung der Sammlung Essl

Eine Zerschlagung der Sammlung Essl und ihr Verkauf am Kunstmarkt wäre „eine veritable Katastrophe“ und „schlecht für die Künstler, für die Galeristen und für die Sammler“ gewesen. So begründete der Industrielle Hans Peter Haselsteiner im ORF-„kultur.montag“ gestern sein Engagement bei der Rettung der Sammlung.

Nicht nur sei er mit vielen Künstlern persönlich befreundet, auch der Werterhalt seiner eigenen Sammlung sei ihm „ein großes Anliegen“, so der STRABAG-Chef, der kürzlich über seine Familien-Privatstiftung 60 Prozent der neu gegründeten Eigentümergesellschaft der Sammlung erworben hat. Mit „weit über 100 Millionen Euro“ habe man „das bezahlt, was die Banken gefordert haben, um die Sammlung freizugeben. Da war nicht viel Spielraum.“

Hoffen auf baldige Neuerwerbungen

Zusätzlich gebe es eine Besserungsvereinbarung, die vom Erlös der Versteigerung von 44 Werken der Sammlung am 13. Oktober beim Auktionshaus Christie’s abhänge. Ein Teil des Versteigerungserlöses fließe in die Gesellschaft zurück, ein Teil solle den laufenden Betrieb des Essl Museums in Klosterneuburg sicherstellen.

Er hoffe, dass man bald auch wieder über Neuankäufe für die Sammlung reden werde können, sei aber sicher, dass es angesichts der anhaltend niedrigen Ankaufsbudgets der Museen richtig gewesen war, dass die Republik Österreich das Angebot Essls, die Sammlung zu erwerben, abgelehnt habe.

Auktion: Schätzwert bis zu 75 Mio. Euro

Der in wirtschaftliche Turbulenzen geratene bauMax-Gründer Karlheinz Essl, dessen Familie künftig 40 Prozent der „SE-Sammlung Essl GmbH“ hält, bestätigte in der Sendung, dass zwar die Vorschläge für die nun in London zum Verkauf gelangenden Werke von den Auktionshäusern gekommen seien, „die Letztentscheidung lag aber bei mir“.

Dass neben internationaler Kunst auch zwei Bilder der Österreicher Maria Lassnig und Friedensreich Hundertwasser zur Auktion gelangen, sei ihm „als Statement“, dass auch heimische Kunst internationale Relevanz habe, wichtig gewesen. Der Schätzwert der 44 Werke beträgt 40 bis 60 Mio. britische Pfund (bis zu 75 Mio. Euro).

Leute

Berlusconi muss weniger Alimente zahlen

Nach den zahlreichen Justizschwierigkeiten in den vergangenen Jahren hat Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi endlich einen Grund zum Feiern.

Ein Berufungsgericht in Mailand nahm seinen Antrag an und reduzierte den Unterhalt von drei Millionen Euro auf zwei Millionen, den der frühere italienische Regierungschef seiner Ex-Ehefrau Veronica Lario zahlen muss.

Die 58-jährige Lario, mit der Berlusconi 20 Jahre lang verheiratet war und drei erwachsene Kinder hat, wird auf 36 Mio. Euro der insgesamt 108 Mio. Euro verzichten müssen, die ihr Ex-Mann während der dreijährigen Trennungsphase bereits gezahlt hat, berichtete die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ heute.

Trennung 2009

Das Paar hatte sich im Mai 2009 getrennt. Lario hatte bei einem Mailänder Gericht eine Scheidungsklage eingereicht, in der sie die Untreue ihres Mannes für das Scheitern der Ehe verantwortlich machte. Berlusconi hatte sich zuletzt zum Opfer von „drei feministischen und kommunistischen Richterinnen“ erklärt, die ihn zur Zahlung des Rekordunterhalts für seine ehemalige Ehefrau verurteilt hatten.

Der 77-jährige Berlusconi lebt seit einigen Monaten mit der 29-jährigen Francesca Pascale zusammen. Die blonde Neapolitanerin betonte kürzlich, sie hoffe, Berlusconi bald zu heiraten, und kritisierte die hohen Unterhaltszahlungen, die der Mitte-rechts-Politiker seiner Ex-Frau zahlen muss.

Gaultier macht künftig kein Pret-a-porter mehr

Der französische Stardesigner Jean Paul Gaultier macht künftig keine Pret-a-porter-Mode mehr. Der 62-Jährige, der früher als Enfant terrible der Modewelt galt, will sich nur noch auf die Haute Couture, die Parfumsparte des Konzerns und andere Projekte konzentrieren, wie das Modemagazin „Women’s Wear Daily“ gestern berichtete.

Der Modekonzern bestätigte den Bericht gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Gaultier sagte dem Modemagazin, die Entscheidung sei nach „eingehender Prüfung“ der Zukunft des Unternehmens gefallen, an dem der spanische Mode- und Parfumkonzern Puig Mehrheitsanteile hält.

„Wir sind mehrere Möglichkeiten hinsichtlich des aktuellen Stands der Firma durchgegangen und sind zu demselben Schluss gekommen“, sagte der Modeschöpfer. Die letzte Pret-a-porter-Schau ist am 27. September in Paris zu sehen.