Ausland

Kenia: UNO-Mitarbeiter in Flüchtlingscamp angeschossen

Bewaffnete haben in einem Flüchtlingscamp im Norden Kenias einen Mitarbeiter der Vereinten Nationen angeschossen. Die Männer hätten heute mehrmals auf den Helfer gefeuert, sein Zustand sei dennoch stabil, sagte der Sprecher des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), Emmanuel Nyabera.

„Er wird nach Nairobi zur Behandlung ausgeflogen“, so Nyabera. Die Angreifer seien mit dem Wagen ihres Opfers geflohen, hätten diesen aber außerhalb des Camps Dadaab zurückgelassen.

Der Chef der örtlichen Ermittlungskommission, Musa Yego, sagte, die somalische Islamistengruppe al-Schabab sei wahrscheinlich für die Attacke verantwortlich. Seit Kenia 2011 mit Truppen ins Nachbarland Somalia einmarschiert ist, um die Terroristen zu bekämpfen, kommt es in und rund um Dadaab immer wieder zu Entführungen und kleineren Bombenattentaten.

Dabaab ist heute das größte Flüchtlingslager der Welt. Fast 500.000 Menschen leben in dem staubigen Camp. Die meisten von ihnen stammen aus Somalia.

Wahl in Indien: Bestechungsgelder in Milliardenhöhe

Indiens Wahlkommission hat mutmaßliche Bestechungsgelder in Höhe von umgerechnet 2,8 Milliarden Euro beschlagnahmt. Außerdem seien 13 Millionen Liter alkoholische Getränke und 105 Kilogramm Heroin gefunden worden, mit denen die Parteien Wahlberechtigte ködern wollten, berichtete die indische Nachrichtenagentur IANS heute.

Derzeit läuft die Parlamentswahl, die sich über fünf Wochen erstreckt. Die Wahlkommission hat Hunderte Sondereinheiten losgeschickt, um Autos zu durchsuchen und rund um Wahllokale Bestechungsversuche zu unterbinden. Stimmenkauf ist auf dem Subkontinent trotzdem sehr weit verbreitet.

Libanon: Parlament gelingt Präsidentenwahl nicht auf Anhieb

Dem libanesischen Parlament ist es heute nicht auf Anhieb gelungen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Keiner der Kandidaten erhielt die nötige Zweidrittelmehrheit, für den 30. April wurde daher eine zweite Abstimmung angesetzt, bei der die einfache Mehrheit reicht.

Das Parlament ist tief gespalten zwischen zwei Blöcken - der Bewegung 14. März um den von den USA und Saudi-Arabien unterstützten Politiker Saad Hariri und der Gruppe 8. März um die schiitische Miliz Hisbollah.

Von den anwesenden 124 Parlamentariern stimmten 48 für den Kandidaten des Blocks 14. März, Samir Geagea. Die rivalisierende Bewegung erklärte offiziell keine Unterstützung für einen Kandidaten, 52 leere Stimmzettel wurden abgegeben. Der von einer kleinen Gruppe Unabhängiger und Zentristen unterstützte Kandidat Henri Helu bekam 16 Stimmen.

Angesichts der Fronten im Parlament war erwartet worden, dass es nicht im ersten Anlauf gelingt, einen Nachfolger für Präsident Michel Suleiman zu bestimmen. Dessen Amtszeit endet am 25. Mai.

Polizeigeneral stirbt bei Attentat in Kairo

Ein General der Ordnungspolizei ist in Ägypten einem Attentat zum Opfer gefallen. Nach Angaben lokaler TV-Sender wurden zudem zwei Polizisten verletzt, als heute in dem Kairoer Vorort 6. Oktober ein Sprengsatz neben dem Auto des Generals detonierte.

Seit der Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch die Armee im Juli 2013 hat die Zahl der Angriff auf Polizei und Armee zugenommen. Die Muslimbruderschaft, zu der Mursi gehört, bestreitet jede Beteiligung an der Anschlagserie. Am Sonntag waren an einer Straßensperre östlich von Kairo ein Polizist und ein Soldat getötet worden.

Juncker will Sonderregelung mit Großbritannien

Sollte er zum nächsten EU-Kommissionspräsidenten gewählt werden, will der Kandidat der Konservativen und frühere luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker eine Sondervereinbarung mit Großbritannien aushandeln.

Juncker sagte, als Kommissionspräsident wolle er für „einen fairen Deal arbeiten“, der Großbritannien Sonderregeln erlaube, während die sich Euro-Zone weiter in Europa integrieren könne.

„Wir müssen das tun, wenn wir Großbritannien in der EU halten wollen“, sagte Juncker, der Spitzenkandidat der konservativ-christdemokratischen Europäischen Volkspartei für die Europawahl ist. Eine solche Vereinbarung könne ohne EU-Vertragsänderung erzielt werden.

Juncker: Haltung Großbritanniens akzeptieren

Man müsse akzeptieren, dass Großbritannien nicht Mitglied der Schengen-Zone werde und auch etwa die Idee einer europäischen Staatsanwaltschaft klar ablehne. Darüber wolle er mit dem britischen Premier David Cameron reden, sagte Juncker. Seine „rote Linie“ dabei sei die Verteidigung des EU-Binnenmarktes.

Als weitere Prioritäten seines Programms als EU-Kommissionspräsident nannte Juncker den Ausbau des digitalen Binnenmarktes, eine Reform der EU-Energiepolitik, ein Handelsabkommen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten und die weitere Reform der Währungsunion.

Europa müsse seine Energieressourcen künftig stärker bündeln, die Quellen weiter diversifizieren, seine Energieabhängigkeit reduzieren und gegenüber Drittstaaten mit einer Stimme sprechen, sagte Juncker.

In Hinblick auf Russland sagte er, sollte der Preis für die Energieversorgung zu teuer werden, sollte Europa in der Lage sein, den Versorger zu wechseln. Das sei nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für die Industriepolitik wichtig.

Prognose sieht Junckers EVP in Führung

In den jüngsten Prognosen haben die Konservativen ihren Vorsprung auf die Sozialdemokraten gefestigt. Laut den heute veröffentlichten neuesten Daten von PollWatch kann die EVP mit 217 Sitzen rechnen, die Sozialdemokraten kommen hingegen auf 208. #Das würde bedeuten, dass Juncker Chancen hat, nächster EU-Kommissionspräsident zu werden.

In Österreich zeichnet sich indes ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen ÖVP und SPÖ bei der EU-Wahl ab, die Freiheitlichen fallen gegenüber früheren Umfragen zurück. Dabei liegt die ÖVP knapp in Führung.

Delegationsmitglied: Einigung zwischen Hamas und Fatah

Die rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben sich auf die Bildung einer gemeinsamen Übergangsregierung und Neuwahlen geeinigt. Mustafa Barguti, Mitglied einer Delegation der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), sagte heute vor Journalisten in Gaza, die Regierung solle binnen fünf Wochen gebildet werden.

Parlamentarische und Präsidentschaftswahlen sollten binnen sechs Monaten abgehalten werden. Ähnliche Vereinbarungen zwischen Fatah und Hamas in den Jahren 2011 und 2012 wurden allerdings nie umgesetzt. Beide Seiten konnten sich nicht auf die Einzelheiten der Umsetzung einigen.

Inland

EU-USA-Handelsabkommen erhitzt die Gemüter

Das geplante transatlantische Handelsabkommen zwischen der EU und den USA erhitzt weiter die Gemüter. Nichtregierungsorganisationen wie ATTAC, Global 2000 und Greenpeace machten heute erneut Stimmung gegen das Abkommen und forderten eine parlamentarische Enquete. Das Team Stronach (TS) verlangte ein Ende der Geheimhaltung. Die Industrie will eine ernsthafte Diskussion und keine Panikmache.

Mitterlehner in EU-Ausschuss

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) will heute im EU-Unterausschuss zu den laufenden Verhandlungen beim Freihandelsabkommen Stellung nehmen. Laut NGOs wie ATTAC haben bereits über 13.000 Menschen die Forderung nach einer parlamentarischen Enquete unterschrieben.

Kritisiert wird insbesondere die Gemeinhaltung, unter der das Abkommen verhandelt wird. Erneut verlangten Global 2000, ATTAC & Co. eine Stellungnahme aller Ministerien über die Auswirkungen des Transatlantischen Handels- und Investitionsabkommens (TTIP).

Die Industriellenvereinigung (IV) verweist indes auf die enge wirtschaftliche Verflechtung zwischen den USA und Europa und die Chancen, die das Abkommen bringen könnte. Derzeit werde die Diskussion „unnötig emotionalisiert“. „Gelingt ein EU-USA-Abkommen, stünden die Chancen gut, dass Europa auch in Zukunft wirtschaftlich eine globale Führungsrolle behält und damit seine Wettbewerbsfähigkeit stärkt“, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

Faymann gegen Sonderklagsrechte

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) sprach sich nach dem Ministerrat einmal mehr gegen Sonderklagsrechte für Konzerne im Freihandelsabkommen aus. Er sehe „derzeit keine Notwendigkeit für eine solche Schlichtungsstelle, denn sowohl die Vereinigten Staaten als auch Europa haben ein sehr starkes Rechtssystem“, sagte Faymann.

Als Negativbeispiel für derartige Investor-Staat-Klagen verwies der Bundeskanzler auf die Klage des Energiekonzerns Vattenfall gegen den deutschen Atomausstieg. Es gehe nicht an, über den Umweg einer Schlichtungsstelle Gesetze auszuhebeln, sagte Faymann. Für die von den Grünen eingeforderte Regierungsposition zum derzeit zwischen der EU und den USA verhandelten Freihandelsabkommen sei es aber noch zu früh, weil noch kein Entwurf für die politischen Gremien vorliege.

Ehrenhauser geht auf Bundesländertour

Martin Ehrenhauser verlässt den Ballhausplatz in Wien. Das verkündete er heute bei einer Pressekonferenz. Nächtigen wird der EU-Wahl-Spitzenkandidat von Europa anders künftig an zentralen Orten in den Bundesländern. Erster Stopp ist heute Nachmittag Linz.

„Kein Mensch ist vorbeigekommen“

Für Ehrenhauser, der seit Sonntag vergangener Woche neben Bundeskanzleramt und Hofburg campiert hatte, zahlt sich dieser Protestort nicht mehr aus: „Kein Mensch ist vorbeigekommen“, beklagte der Europa-anders-Listenerste und meinte damit die Regierung.

Selbst heute beim Ministerrat bekam Ehrenhauser die Regierungsmitglieder nur vorbeifahrend in deren Dienstautos zu sehen. Damit ergab sich für ihn auch keine Gelegenheit, Ministern und Staatssekretärinnen die vorbereiteten Formulare für die Unterstützung seines Hypo-Haftungsboykott-Volksbegehrens in die Hand zu drücken.

Selbst in der Hand hatte Ehrenhauser ein Schild im Design des Kanzleramts, mit dem er das Regierungsgebäude umtaufte. „Europäischer Bankenverband“ sollte das Gebäude künftig heißen, ätzte Ehrenhauser und hielt die Tafel direkt unter das eigentliche Kanzleramtsschild.

NEOS mit Vorschlägen zu U-Ausschuss-Reform

NEOS hat sich auf die für die Partei wichtigen Eckpunkte für eine Reform der Untersuchungsausschüsse geeinigt. Demnach müsse der Vorsitz im Parlament bleiben, so der Abgeordnete Nikolaus Scherak gegenüber der APA.

Er erteilte dem ÖVP-Vorschlag, etwa einen Richter dafür einzusetzen, eine Absage. Zudem sollten Einsetzung, Untersuchungsgegenstand und Zeugenladungen Minderheitenrecht sein.

„Der Untersuchungsausschuss ist ein parlamentarisches Kontrollinstrument“, so Scherak. Die ÖVP hatte in ihrem Reformpapier vorgeschlagen, entweder einem aktiven oder emeritierten Richter den Vorsitz zu überlassen. Alle Streitschlichtungsmechanismen sollten weiter in der Hand des Parlaments bleiben, sagte Scherak, daher müsse auch weiterhin ein Mitglied des Nationalrats mit der Vorsitzführung betraut werden.

Kein Frage- und Stimmrecht

Geht es nach NEOS, wird der Vorsitzführende auch nicht auf die Fraktionsgröße angerechnet, hat kein Frage- oder Stimmrecht und enthält sich auch Debattenbeiträgen. Der Verfahrensanwalt wiederum soll verstärkt auf die Wahrung der Rechte von Auskunftspersonen achten, heißt es in einem Papier zu einer U-Ausschuss-Reform. Die Öffentlichkeit soll auf Beschluss des Ausschusses ausgeschlossen werden können.

Geht es nach NEOS, müssen auch alle wichtigen Entscheidungen im U-Ausschuss von der Minderheit getroffen werden können, „sonst führt man das ganze Instrument ad absurdum“, so Scherak. Positiv sieht NEOS den Vorschlag der ÖVP, die Öffentlichkeit stärker einzubinden. Laut Scherak ist das zumindest „ein erster Schritt“, er kann sich nämlich sämtliche Ausschüsse öffentlich vorstellen, wie das auf EU-Ebene der Fall sei.

Zeitlicher Rahmen soll festgelegt werden

Auch „spürbare“ Sanktionen, etwa erhöhte und wiederholte Geldbußen für das Fernbleiben geladener Zeugen, fordert NEOS. Die Verpflichtung zur Aktenherausgabe soll auch für Unternehmen und Privatpersonen gelten. Dafür würden die verfahrensgegenständlichen Dokumente besser geschützt werden, sollen aber für alle Ausschussmitglieder einsehbar sein.

Der zeitliche Rahmen für einen Untersuchungsausschuss soll laut NEOS-Vorstellungen exakt festgelegt werden, wobei für die Ermittlungen „ein ausreichender Zeitraum“ festgelegt wird. Im Regelfall könnte das ein Jahr „mit Verlängerungsmöglichkeit“ sein. Zudem fordern die Pinkfarbenen regelmäßige Sitzungen, deren Termine in die parlamentarische Arbeit eingegliedert werden.

21-Jähriger wegen Nazi-Parolen vor Gericht

Ein 21-jähriger Kärntner muss sich heute wegen des Verdachtes der nationalsozialistischen Wiederbetätigung vor Gericht verantworten. Er gibt zu, Türken und Bosnier mit eindeutigen Parolen beschimpft zu haben, an seinen Ausbrüchen sei aber zu viel Alkohol schuld gewesen.

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Sport

Wirtschaft

Zündschlossskandal: GM-Konstruktionschef muss gehen

Nach der tödlichen Pannenserie wegen defekter Zündschlösser muss der GM-Konstruktionschef und langjährige Weggefährte der neuen Konzernchefin Mary Barra seinen Posten räumen. John Calabrese werde dem Autohersteller noch bis August zur Verfügung stehen und den Umbau der Sparte begleiten, teilte die Opel-Mutter General Motors (GM) mit.

Inwieweit der 55-Jährige in den Skandal verwickelt ist, ist noch unklar. Es ist allerdings der ranghöchste Wechsel im Management seit dem millionenfachen Rückruf fehlerhafter Wagen im Februar.

GM: Nichts mit aktuellen Problemen zu tun

Aus Unterlagen an den US-Kongress geht hervor, dass Calabrese zumindest einmal über Probleme bei den Zündschlössern informiert wurde. GM wollte sich dazu nicht äußern. Entwicklungschef Mark Reuss sagte, Calabreses Abgang habe nichts mit den aktuellen Problemen zu tun.

Calabrese fing im Sommer 1979 mit einem Praktikum bei dem größten US-Autobauer an. Zwei Jahre später wurde er fest eingestellt. In den vergangenen 15 Jahren arbeitete Calabrese in verschiedenen Positionen mit Barra zusammen. Die erste Frau an der Spitze eines großen Autokonzerns lenkt GM seit Jänner.

Zahlreiche Rückrufe und Klagen

Kurz darauf wurde Barra mit dem imageschädigenden Rückruf konfrontiert und ist seither um Schadensbegrenzung bemüht. GM sieht sich in dem Skandal zahlreichen Klagen ausgesetzt.

Bei Unfällen, die durch defekte Zündschlösser ausgelöst wurden, starben in den vergangenen Jahren mindestens 13 Menschen. 2,6 Millionen Autos wurden in die Werkstätten zurückgerufen. Die US-Behörden untersuchen, warum GM mit dem Rückruf solange wartete, obwohl die Probleme seit mehr als zehn Jahren bekannt waren.

Toyota verkauft erstmals mehr als zehn Mio. Autos

Es ist das erste Mal für einen Autohersteller überhaupt: Toyota aus Japan hat binnen zwölf Monaten mehr als zehn Millionen Neuwagen verkauft. Vom 1. April 2013 bis zum 31. März 2014 wurden exakt 10,13 Millionen Autos der Marken Toyota, Lexus, Daihatsu und Hino (Lkw) an Kunden ausgeliefert, teilte das Unternehmen heute mit.

Das waren 4,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mehr als drei Viertel seiner Fahrzeuge verkaufte Toyota in den zwölf Monaten außerhalb Japans.

Branchenexperten sagten, es sei das erste Mal, dass ein Autohersteller so viele Autos in zwölf Monaten verkauft habe. Bereits 2012/13 hatte Toyota die Marke fast erreicht - damals verkaufte der größte Hersteller der Welt 9,98 Millionen Pkws, kleine Lieferwagen und Lastwagen.

Im laufenden Geschäftsjahr setzt Toyota auf weiteres Wachstum und will 10,32 Millionen Autos verkaufen. Das wäre ein Plus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Unternehmen im Euro-Raum stellen verstärkt Mitarbeiter ein

Dank der besseren Konjunktur schaffen die Unternehmen in der Euro-Zone wieder Arbeitsplätze. Im April war der Jobaufbau so stark wie seit September 2011 nicht mehr, geht aus einer Markit-Umfrage unter gut 4.000 Firmen hervor.

Das Plus in der Industrie und bei Dienstleistern fiel insgesamt aber nur gering aus, da die Betriebe auf ihre Kosten achteten und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern wollten.

Unternehmen optimistisch, aber Sorge wegen Deflation

Das zeige aber, „dass die Unternehmen davon ausgehen, dass der Aufschwung tatsächlich Fuß gefasst hat“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Sorge bereitete die Preisentwicklung. Denn die Firmen hätten trotz des Aufschwungs ihre Preise so stark gesenkt wie seit August nicht mehr. „Damit dürften die Befürchtungen einer sich verstärkenden Deflation weiter zunehmen.“

Insgesamt wuchs die Privatwirtschaft im Währungsraum so stark wie zuletzt im Mai 2011 - dank steigender Produktion und anziehender Aufträge. Das Markit-Barometer kletterte im April um 0,9 auf 54,0 Punkte und damit stärker als erwartet. „Die Euro-Zone ist gut ins zweite Quartal 2014 gestartet“, betonte Williamson. Die Wirtschaft dürfte im laufenden zweiten Quartal 0,5 Prozent zulegen nach einem erwarteten Plus von 0,4 Prozent im ersten Quartal.

Bericht: ADAC-Pannenhelfer benachteiligen Clubmitglieder

Der deutsche Autoclub ADAC benachteiligt einem Bericht zufolge die eigenen Mitglieder bei der Pannenhilfe. In vergleichbaren Notfällen würden Autofahrer bevorzugt versorgt, die über die Hersteller ihrer Fahrzeuge versichert sind und eine „Mobilitätsgarantie“ besitzen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ heute unter Berufung auf mehrere Insider.

Liegengebliebene ADAC-Mitglieder müssten dann unter Umständen länger auf Pannenhilfe warten. Ein ADAC-Sprecher wies den Bericht gegenüber der Zeitung zurück. Alle Aufträge würden nach Eingang bearbeitet. Der Autoclub übernimmt die Pannenhilfe für zahlreiche Autohersteller wie Opel, Nissan, Ford und Mercedes Benz.

Der ADAC steht seit Jahresbeginn wegen immer neuer Vorwürfe in der Kritik. Nachdem Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ bekanntgeworden waren, sorgte unter anderem die Nutzung von vereinseigenen Rettungshubschraubern für Dienstreisen des Präsidiums für negative Schlagzeilen.

Verhandlung mit Slim: Entscheidender Tag für TA

Es ist wohl der entscheidende Tag für die Zukunft der Telekom Austria (TA). Der Syndikatsvertrag der Staatsholding ÖIAG mit dem Großaktionär America Movil des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim soll heute unterschrieben werden.

Doch bis zuletzt wird noch gefeilscht: Unklar ist etwa, ob der Hauptsitz der TA in Österreich bleibt. Zuletzt hatten beide Seiten rauere Töne angeschlagen. Beim ÖIAG-Aufsichtsrat wird sich nun zeigen, ob das nur Theaterdonner war.

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YLine-Prozess: „Mehr Schein als Sein“

Fast 13 Jahre nach der Pleite der Internetfirma YLine stehen elf Angeklagte wegen Untreue, Bilanzfälschung und schweren Betrugs in Wien vor Gericht. YLine sei „mehr Schein als Sein“ gewesen, sagte der Staatsanwalt zum Auftakt.

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Patscherkofel gehört bald wieder Innsbruck

Lange ist über den Rückkauf des Patscherkofels samt dazugehörigen Liftanlagen durch die Stadt Innsbruck verhandelt worden. Nun haben sich die Stadt und die Betreiberfamilie Schröcksnadel geeinigt. Der Kaufpreis liegt bei über zehn Millionen Euro.

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Chronik

OGH fällt Entscheidung im Kartnig-Prozess

Der Oberste Gerichtshof (OGH) entscheidet heute über eine mögliche Neuauflage des Prozesses gegen Hannes Kartnig. In einer öffentlichen Sitzung wird über die eingebrachten Nichtigkeitsbeschwerden und Berufungen entschieden.

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Drei Kinderleichen in London entdeckt

In einem Wohngebäude im Süden Londons sind die Leichen dreier Kinder gefunden worden. Das teilte die Londoner Polizeibehörde Scotland Yard heute mit. Eine Person sei festgenommen worden.

Die Kinderleichen seien bereits gestern Abend entdeckt worden. Genauere Informationen gab die Polizei zunächst nicht bekannt. Bereits am Ostersonntag war im schottischen Kelty die Leiche einer Zweijährigen gefunden worden. Ein 26 Jahre alter Mann wurde dort festgenommen und des Mordes an dem Kind angeklagt.

Flug MH370: Treibgut könnte von Boeing stammen

An der australischen Küste ist Treibgut angeschwemmt worden, das zu einem Flugzeugwrack gehören könnte. Die Transportsicherheitsbehörde ATSB sowie der Flugzeughersteller Boeing untersuchten anhand von Fotos, ob die Teile von Flug MH370 stammen könnten, berichtete die Koordinationsstelle für die Suche nach dem verschwundenen Malaysia-Airlines-Flugzeug heute in Perth.

Die Polizei habe das Material bei Augusta 320 Kilometer südlich von Perth sichergestellt. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt. Die Boeing mit 239 Menschen an Bord ist seit dem 8. März verschollen.

Ermittler durchsuchen Büros von „Sewol“-Betreiber

Ermittler haben nach dem Untergang der südkoreanischen Fähre „Sewol“ die Büros des Schiffsbetreibers durchsucht. Gegen die Eigentümerfamilie von Chonghaejin Marine wird unter anderem wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Untreue ermittelt, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap und verschiedene südkoreanische Sender heute berichteten.

Ziel der Durchsuchungen waren demnach auch Unternehmen und eine religiöse Gruppe, die in Verbindung zur Eigentürmerfamilie stehen. Auch wollen die Ermittler verborgenen Vermögenswerten nachspüren, damit später Schadenersatz an die Familien der Opfer der Schiffskatastrophe gezahlt werden kann.

Eine Woche nach dem Untergang der Fähre setzten Bergungsmannschaften heute ihre Suche nach vermissten Passagieren fort. Taucher bergen dabei immer mehr Leichen aus dem Wrack vor der Südwestküste des Landes. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg auf 150. Von den ursprünglich 476 Menschen an Bord - die meisten von ihnen Jugendliche auf einem Schulausflug - galten rund 150 weiter als vermisst.

Kultur

Staatspreis für europäische Literatur an Ljudmila Ulizkaja

Ljudmila Ulizkaja (71) erhält den Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur 2014, der im Juli bei Salzburger Festspiele vergeben wird.

Sie zähle „zu den großen europäischen Erzählerinnen, die als unbestechliche Autorin die russische und jüdische Erzähltradition auf bestechend eindringliche Weise mit moderner Erzählkunst zusammenführt“, hieß es heute in einer Aussendung.

Am Welttag des Buches gab Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) noch weitere Literaturpreisträger bekannt: Peter Strasser erhält den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik 2014. Peter Henisch wird für sein Gesamtwerk mit dem Österreichischen Kunstpreis für Literatur ausgezeichnet.

Oswald Egger, der in erster Linie Lyrik verfasst, aber auch zahlreiche Libretti sowie Wort- und Musikprojekte veröffentlicht hat, bekommt den Outstanding Artist Award für Literatur 2014.

Tarantino scheitert mit Klage wegen Drehbuchs

Starregisseur Quentin Tarantino (51) ist mit einer Klage gegen eine Medienfirma wegen eines durchgesickerten Drehbuchs vorerst gescheitert, wie mehrere Medien berichteten.

Der US-Filmemacher habe keine direkte Urheberrechtsverletzung nachweisen können, sagte der zuständige Richter den Berichten zufolge gestern in Kalifornien. Tarantino habe bis 1. Mai Zeit, seine Klage zu überarbeiten.

Auf einem Blog von Gawker hatten sich Internetsurfer über einen Link Zugang zum Skript des geplanten Western „The Hateful Eight“ verschaffen können. Man habe das geheime Drehbuch damit lediglich einem breiteren Publikum zugänglich gemacht, argumentiert das Unternehmen. Der Oscar-Preisträger („Pulp Fiction“, „Django Unchained“) will Gawker Medienberichten zufolge auf Schadenersatz in Millionenhöhe klagen.

„Das Attentat“: Ein Profiler im Netz der Politintrige

Wie erzählt man Ereignisse, deren Ausgang und weitere tragische Entwicklungen eigentlich bekannt sind? Mit dem Attentat von Sarajevo ist das bekanntlich so eine Sache. Eigentlich scheint alles geklärt - bis zu dem Moment, in dem man noch einmal die Stunden rund um die Schüsse auf den Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie Chotek Revue passieren lässt.

Ist wirklich alles klar - über Drahtzieher und Hintermänner? An diesem Punkt setzt Regisseur Andreas Prochaska an und schickt im Fernsehfilm „Das Attentat - Sarajevo 1914“ einen Profiler los, der Hintermänner der Tat dingfest machen soll - und sich in einem Netz der Politintrige zwischen Wien und Berlin verstrickt.

Mehr dazu in Kein Spielraum für das Friedenslager

Science

Riesiges Kaltwasserkorallensystem entdeckt

Ein internationales Forscherteam hat im südlichen Golf von Mexiko eines der weltweit größten der bisher bekannten Kaltwasserkorallenriffe entdeckt. Das teilte das beteiligte Zentrum für marine Umweltwissenschaften der Uni Bremen heute mit.

Die Forscher fanden auf der Campeche-Bank nahe der Halbinsel Yucatan in 500 bis 600 Meter Tiefe bis zu fünfzig Meter hohe Korallenhügel auf einer Fläche von mehr als vierzig Quadratkilometern. Ökosysteme dieser Art wurden bereits mehrere entdeckt, etwa in Norwegen, verschiedenen Regionen des Mittelmeers und bei den Bahamas.

Wie alt das Riff im Golf von Mexiko ist, konnten die Forscher zunächst nicht sagen. Die Höhe der Hügel lasse nicht direkt auf das Alter schließen. „Dazu bedarf es weitergehender Untersuchungen“, sagte Forschungsleiter Prof. Dierk Hebbeln.

Die oberen Bereiche der Hügel sind lebendig, berichteten die Forscher. Dort leben etwa Seeigel, Schnecken und Seelilien. Darunter befinden sich abgestorbene Korallenskelette, in denen Glasschwämme und Seeanemonen leben. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler in der Zeitschrift „Biogeosciences“ veröffentlicht.

IT

Twitter-Aufruf der New Yorker Polizei ging nach hinten los

Eigentlich hatte sich die New Yorker Polizei eine positive Resonanz versprochen: Sie hat gestern (Ortszeit) Bürger aufgefordert, unter dem Schlagwort „#myNYPD“ ihre Fotos mit New Yorker Ordnungshütern im Kurznachrichtendienst Twitter zu veröffentlichen.

Nur eine Handvoll Fotos von New Yorkern mit lächelnden Streifenpolizisten ging ein. Stattdessen wurden massenhaft Bilder von prügelnden Polizisten gepostet, die etwa gewaltsam gegen Demonstranten vorgehen.

Der Hashtag stieg zu den meistdiskutierten Themen auf Twitter in den USA auf, innerhalb eines Tages wurde das Schlagwort mehr als 78.000-mal verwendet. Im offiziellen Twitter-Profil der Polizei, @NYPDNews, wurden nur Vorzeigebilder gezeigt und das Malheur mit keiner Silbe erwähnt.

Medien

Public Value: ORF-Programm multimedial durchleuchtet

Seit sechs Jahren hat er Tradition: Der Public-Value-Bericht des ORF stellt, unterfüttert mit umfangreichem Zahlen- und Faktenmaterial, den gesellschaftlichen Wert des Programms in Fernsehen, Radio und Online dar. Heuer passiert das mittels vier Printpublikationen. Zudem durchleuchtet der ORF sein Programm auf multimedialem Weg: Bis 4. Mai gibt es etliche Beiträge in allen ORF-Medien zum Thema.

„Wer den öffentlich-rechtlichen Auftrag ernst nimmt, nimmt ihn auch persönlich“, so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Der Public-Value-Bericht zeige eindrucksvoll, wie sehr die Programmmacher des ORF das täten. „Er dokumentiert das vielfältige multimediale Leistungsspektrum des ORF und leistet einen wichtigen Beitrag zur Absicherung und Weiterentwicklung der Medienqualität.“

„Teil einer neuen Qualitätssicherung“

„Wir verstehen den Public-Value-Bericht nicht als unverbindliche Übung, sondern als integrierten Teil einer neuen Qualitätssicherung“, sagte Klaus Unterberger, Public-Value-Beauftragter des ORF.

In den vergangenen sechs Jahren habe man das eigene Angebot auf Basis der fünf Qualitätsdimensionen Unternehmenswert, individueller Wert, internationaler Wert, Österreich-Wert und Gesellschaftswert durchleuchtet. Zusätzlich gibt es immer wieder Gesprächsreihen und Diskussionen, die sich mit der öffentlich-rechtlichen Leistungserfüllung auseinandersetzen.

Neu ist nun der trimediale Blick auf den eigenen Output: „Die Redaktionen beschäftigen sich mit Medienqualität, wobei dies grundsätzlich eigenverantwortlich geschieht“, so Unterberger. Von Fernsehen über Radio bis Online gibt es in den kommenden Wochen Beiträge zu unterschiedlichsten Aspekten, etwa der Wertschöpfung durch Filmproduktionen, der Barrierefreiheit in Medien und der Rolle von Bildungsmedien.

Bericht plus Datenpublikation

Weiterhin zentraler Bestandteil der Qualitätssicherung ist der Public-Value-Bericht selbst: Ein 16-seitiger, großformatiger Bericht umreißt die wesentlichen Eckpunkte, während eine eigene, 34 Seiten starke Datenpublikation 140.160 Stunden Programm den fünf Qualitätsdimensionen zufolge kategorisiert. Die ORF-Mitarbeiter selbst kommen wiederum unter dem Titel „Menschen“ zu Wort.

Mitglieder des neuen Stiftungsrats fixiert

Komplett ist seit heute der neue ORF-Stiftungsrat. Die Koalition entsandte im Ministerrat die von der Bundesregierung sowie von den Parteien nominierten Mitglieder ins oberste Aufsichtsgremium des ORF. Der Stiftungsrat hat 35 Mitglieder, die von den Ländern, der Regierung, den Parteien sowie vom Publikumsrat und vom ORF-Betriebsrat geschickt werden. Am 7. Mai ist die konstituierende Sitzung.

Die Mitglieder des ORF-Aufsichtsorgans sind per Gesetz unabhängig, aktive Politiker können nicht im Stiftungsrat sitzen, und auch für ehemals politisch Aktive gibt es bestimmte Ruhensfristen. Dennoch ist ein Großteil, nicht nur jene Räte, die direkt auf Vorschlag der im Nationalrat vertretenen Parteien bestellt werden, einem politischen Lager zuzuordnen. Dass sich die SPÖ- und ÖVP-nahen Mitglieder in jeweiligen „Freundeskreisen“ organisieren, hat jahrzehntelange Tradition. Nach dieser Darstellung kommt die SPÖ im nun neu fixierten Stiftungsrat auf 14 Vertreter, die ÖVP auf 13. Drei gelten als unabhängig.

TVthek für den Unterricht

Schulen können ab sofort neue Zeitgeschichte-Videoarchive des ORF für den Unterricht nutzen. Durch die Kooperation „ORF-TVthek goes school“ können Schulen unbefristet auf Filmmaterial zu vier Themenblöcken zugreifen.

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Religion

Einzelheiten über „Heilungswunder“ Johannes Pauls II.

Bei einer Pressekonferenz im Vatikan sind Einzelheiten über ein „Wunder“ Johannes Pauls II. - eine medizinisch unerklärliche Heilung - besprochen worden, das 2013 anerkannt wurde. Die Heilung der Costa Ricanerin Floribeth Mora Diaz (56) ist offiziell das zweite „Wunder“, das durch Vermittlung des polnischen Papstes erfolgt sein soll. Das im Juli 2013 von Papst Franziskus gebilligte Dekret war die letzte Voraussetzung für die Heiligsprechung am Sonntag.

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Leute

Ehe von Oscar-Preisträger Cuba Gooding Jr. vor Aus

Die langjährige Ehe von Oscar-Preisträger Cuba Gooding Jr. (46) steht laut US-Medienberichten von gestern wohl vor dem Aus.

Wie das Promiportal TMZ.com berichtete, habe die Frau des Schauspielers, Sara Kapfer, vor Gericht ins Los Angeles die Trennung beantragt. Kapfer wolle für die drei Kinder des Paares das gemeinsame Sorgerecht, meldete der Internetdienst unter Berufung auf die Gerichtspapiere.

Gooding und Kapfer waren schon zu Highschool-Zeiten ein Paar und hatten 1994 geheiratet. Die jüngste Tochter wurde 2005 geboren. Gooding, der den Oscar als bester Nebendarsteller in der Komödie „Jerry Maguire - Spiel des Lebens“ (1996) gewann, war zuletzt in den Filmen „Machete Kills“ und „The Butler“ auf der Leinwand zu sehen.

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