Ausland

Erneut Polizist in Türkei erschossen

Im Südosten der Türkei ist erneut ein Polizist erschossen worden. Aus einem Auto heraus schossen die Täter gestern Abend auf den Polizisten, der im Distrikt Cinar vor einem Teehaus saß, wie türkische Nachrichtenagenturen berichteten. Auch ein Passant wurde getroffen, der später ebenfalls seinen Verletzungen erlag.

Den Berichten zufolge wurde der Angriff von Aktivisten der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verübt. In der Stadt Cizre in der Region Sirnak im Südosten der Türkei wurde unterdessen ein mutmaßliches PKK-Mitglied getötet. Laut Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu hatten PKK-Anhänger eine Polizeistation angegriffen, die Polizisten schossen zurück.

In der Türkei eskaliert seit einem Anschlag auf ein prokurdisches Treffen mit 32 Toten der Konflikt zwischen dem türkischen Staat und den kurdischen Rebellen. Die PKK wies der türkischen Regierung eine Mitschuld an dem Anschlag zu, für den Ankara die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich machte. Die PKK griff daraufhin türkische Polizisten an, die Regierung bombardiert nun PKK-Stellungen im Nordirak und in der Türkei.

Gilmore 17. republikanischer Präsidentschaftsbewerber

Die Liste der republikanischen Präsidentschaftsbewerber in den USA wächst weiter: Als 17. Bewerber meldete der ehemalige Gouverneur von Virginia, Jim Gilmore, gestern offiziell seine Ambitionen auf das Präsidentenamt an. Der 65-Jährige reichte seine Bewerbung bei der Wahlkommission FEC ein, sie war online abrufbar.

US- Präsidentschaftskandidat Jim Gilmore

AP/Jim Cole

Gilmore hatte Anfang Juli der Zeitung „Richmond Times-Dispatch“ gesagt, er werde seine Bewerbung in der ersten August-Woche bekanntgeben. Dabei verwies er auf seine Erfahrung im Bereich der nationalen Sicherheit.

Ex-Gouverneur von Virginia

Gilmore war von 1998 bis 2002 Gouverneur von Virginia. Damit führte er dort die Regierungsgeschäfte, als bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auch ein Flugzeug in das in Virginia gelegene Pentagon stürzte.

Später leitete er eine nach ihm benannte Kommission, die den damaligen US-Präsidenten George W. Bush in Fragen der inneren Sicherheit und der Terrorismusbekämpfung beriet. Außerhalb von Virginia ist Gilmore aber kaum bekannt.

Bei den Republikanern zeichnet sich eine harte Auseinandersetzung um die Präsidentschaftsnominierung ab. Jeb Bush, der Mitte Juni offiziell in das Rennen eingestiegen war, galt bisher als aussichtsreichster Bewerber.

Donald Trump mischt Liste auf

Für Wirbel sorgt derzeit jedoch vor allem der Immobilienmagnat Donald Trump, der in jüngsten Umfragen an die Spitze schoss. Der Milliardär hatte unter anderem mit Aussagen über mexikanische Einwanderer für Empörung gesorgt, die er pauschal als „Vergewaltiger“ bezeichnete. Viele andere republikanische Bewerber haben nur ein Prozent oder weniger der Wähler hinter sich.

Taliban schweigen zu Tod von Mullah Omar

Die afghanischen Taliban haben Angaben zu in Kürze bevorstehenden Friedensgesprächen mit der Regierung in Kabul zurückgewiesen. Die Taliban seien sich „eines solchen Prozesses“ nicht bewusst, teilte die radikalislamische Gruppierung heute auf ihrer Website mit.

Es war die erste öffentliche Äußerung der Taliban, seit die afghanische Regierung gestern den Tod von Taliban-Chef Mullah Mohammed Omar verkündet hatte. Zum mutmaßlichen Tod Omars äußerte sich die Gruppe nicht.

Seit dem Sturz der Taliban 2001 durch eine Offensive unter US-Führung wurde Omar nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Der afghanischen Regierung zufolge ist Omar bereits seit mehr als zwei Jahren tot. Er starb laut den Angaben im April 2013 in einem Krankenhaus im pakistanischen Karachi.

Die genauen Umstände waren unklar, Omar soll aber einer Krankheit erlegen sein. Die Taliban bestätigten das Ableben ihres Anführers bisher nicht offiziell. In der Vergangenheit waren immer wieder Botschaften aufgetaucht, die Omar zugeschrieben wurden - auch nach 2013.

Es war bereits befürchtet worden, dass die Nachricht vom Ableben des Extremisten die bereits vor einigen Wochen begonnenen Friedensgespräche zwischen den Taliban und Kabul beeinflussen könnte. Eine zweite Verhandlungsrunde sollte morgen beginnen. Das Schweigen Omars hatte zuletzt auch zur Folge, dass ein Teil der Taliban-Kämpfer zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) überlief.

Planer der Mumbai-Anschläge von 1993 hingerichtet

Mehr als 22 Jahre nach den blutigen Bombenanschlägen in Mumbai ist einer der Verantwortlichen in Indien hingerichtet worden. Yakub Memon wurde laut offiziellen Angaben heute in einem Gefängnis im Bundesstaat Maharashtra gehängt. Kurz zuvor war ein letztes Gnadengesuch abgelehnt worden. Es war die dritte Hinrichtung in Indien in zehn Jahren.

Das Todesurteil gegen Memon war umstritten. Er war der einzige von elf Verurteilten, dessen Todesstrafe im Zusammenhang mit der schwersten Anschlagserie in der Geschichte des Landes aufrecht gehalten wurde. Die Bombenattentate hatten sich unter anderem gegen die Börse in Mumbai, die Niederlassung von Air India und ein Luxushotel gerichtet.

257 Menschen getötet

257 Menschen wurden damals getötet. Für die Taten wurden Mitglieder der muslimischen Minderheit verantwortlich gemacht. Die mutmaßlichen Hauptverantwortlichen für die Attacken wurden bisher nicht gefasst.

Memon soll die Anschläge am 12. März 1993 mitgeplant und finanziert haben. Memon hatte eine Beteiligung dementiert, das gegen ihn verhängte Todesurteil spaltete die indische Gesellschaft. Menschenrechtsaktivisten wandten sich gegen Memons Hinrichtung. Auch der frühere Richter an Indiens oberstem Gericht, Harjit Singh Bedi, rief das Tribunal auf anzuerkennen, dass Memon mit den Ermittlern zusammengearbeitet habe und freiwillig aus Pakistan nach Indien zurückgekehrt sei.

Moskau verhindert Tribunal zu MH17-Abschuss

Russland hat die Einsetzung eines unabhängigen UNO-Tribunals zum Abschuss des Fluges MH17 vor einem Jahr über der Ukraine blockiert. Moskaus Botschafter Witali Tschurkin legte gestern im UNO-Sicherheitsrat das Veto seines Landes gegen eine Resolution ein. Trotz elf Jastimmen scheiterte damit die Resolution. China, Angola und Venezuela enthielten sich.

Unmittelbar vor der Abstimmung hatte der Sicherheitsrat mit einer Schweigeminute der 298 Menschen gedacht, die bei dem Unglück ums Leben gekommen waren. Die Boeing der Malaysia Airlines war vor einem Jahr über der Ostukraine vermutlich von einer Flugabwehrrakete abgeschossen worden. Die Regierungen in Kiew und in Moskau beschuldigen einander seither gegenseitig, für den Tod der Flugzeuginsassen verantwortlich zu sein.

Vor allem die Niederlande und Malaysia, aber auch andere Staaten wie Australien, fordern seit Langem ein unabhängiges internationales Tribunal, um zu klären, wer für den Abschuss verantwortlich ist. Mit dem Tribunal soll Russland zudem zu einer stärkeren Mitarbeit bei der Tätersuche gebracht werden. Zwei Drittel der Opfer kamen aus den Niederlanden, 27 aus Australien. Auch vier Deutsche waren dabei.

Machtkampf bei Rechtsextremen in Frankreich geht weiter

Der Gründer der rechtsextremen Front National (FN) in Frankreich, Jean-Marie Le Pen, hat im Machtkampf mit seiner Tochter und FN-Chefin Marine eine Niederlage einstecken müssen: 94 Prozent der FN-Mitglieder votierten in einer Befragung für die neuen Statuten ihrer Partei, die auch die Abschaffung seiner Ehrenpräsidentschaft vorsehen, wie die Partei gestern mitteilte. Einen Tag zuvor hatte es aber ein Berufungsgericht für unzulässig erklärt, Jean-Marie Le Pen den Ehrenvorsitz über eine schriftliche Mitgliederbefragung zu entziehen.

Die rechtsextreme Partei erklärte zum Ausgang der Abstimmung, dass Jean-Marie Le Pen beim Parteivolk nun keinen politischen Rückhalt mehr für seine Stellung habe. „Jean-Marie Le Pen verliert heute angesichts der unanfechtbaren Entscheidung der Basis der Front National jegliche politische Legitimität, Ehrenpräsident zu bleiben“, hieß es in einer FN-Erklärung. Es sei „weder achtbar noch vernünftig“, sich über juristische Winkelzüge festzubeißen.

Vater Le Pen rief zu Befragungsboykott auf

An der Abstimmung hatten sich laut FN mehr als 28.000 der 51.500 Mitglieder oder rund 54 Prozent beteiligt. 94,08 Prozent der heute ausgezählten Stimmen waren demnach für die Änderung der Statuten. Jean-Marie Le Pen hatte seine Anhänger zur Enthaltung bei dem Votum aufgerufen.

Die FN-Vorsitzende Marine Le Pen will ihrem Vater den Ehrenvorsitz entziehen, nachdem dieser Anfang April erneut die NS-Gaskammern als „Detail“ des Zweiten Weltkriegs bezeichnet hatte. Mit seinen antisemitischen und rassistischen Äußerungen torpediert Jean-Marie Le Pen den Kurs seiner Tochter, der FN ein respektableres Ansehen zu verschaffen und so neue Wähler zu gewinnen.

Doch der Parteigründer setzte sich juristisch erfolgreich gegen den Entzug der Ehrenmitgliedschaft zur Wehr. Ein Gericht urteilte Anfang Juli, dass zur Änderung der Parteistatuten ein außerordentlicher Parteitag einberufen werden müsste. Um ihren Vater politisch kaltzustellen, hatte Marine Le Pen auch dessen Parteimitgliedschaft auf Eis legen lassen. Diese Maßnahme wurde aber ebenfalls von einem Gericht gekippt.

UNO-Chef Ban verurteilt Siedlungspläne für Westjordanland

Die neuen Siedlungspläne Israels im Westjordanland sind bei den Vereinten Nationen (UNO) auf heftige Kritik gestoßen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteile die Baugenehmigung für 300 neue Wohnungen in einer Siedlung und 500 weitere Wohnungen in Ostjerusalem, wie ein UNO-Sprecher gestern mitteilte. Ban erinnere daran, dass diese Siedlungen nach internationalem Recht illegal seien.

Die Siedlungen seien ein Hindernis auf dem Weg zum Frieden und stünden im Gegensatz zur Beteuerung Israels, eine Zweistaatenlösung mit einem israelischen und einem palästinensischen Staat anzustreben. „Der Generalsekretär drängt die israelische Regierung, den Neubau zu stoppen und die Genehmigung zurückzunehmen“, hieß es weiter.

Auch EU fordert Rücknahme von Baubeschluss

Als Reaktion auf den Abbruch zweier Siedlerhäuser im Westjordanland hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gestern den sofortigen Bau von 300 neuen Wohneinheiten in derselben Siedlung erlaubt. Israelischen Medien zufolge stimmte er auch Bauarbeiten in Ostjerusalem zu. Zuvor hatte das oberste Gericht Israels erneut verfügt, zwei illegal erbaute Siedlerhäuser in Bet El nahe Ramallah zu zerstören.

Auch die EU forderte die israelische Regierung auf, die Baubeschlüsse unverzüglich zurückzunehmen. Die Entscheidungen der Behörden ließen Zweifel daran aufkommen, ob Israel noch zu der Zusage stehe, im Konflikt mit den Palästinensern eine Zweistaatenlösung anzustreben, ließ die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini gestern Abend in Brüssel mitteilen. Die Europäische Union erinnere daran, dass die Siedlungen nach dem Völkerrecht illegal seien.

Siedlungen für USA rechtswidrig

In einer Erklärung des stellvertretenden Sprechers des US-Außenministeriums, Mark Toner, hieß es, die USA sähen die Siedlungen als rechtswidrig an. Die USA seien besorgt über die israelische Ankündigung von neuen Wohneinheiten.

Die Ausweitung der Siedlungen gefährde eine Zweistaatenlösung mit einem israelischen und einem palästinensischen Staat. Washington rief die israelische Regierung auf, von „nicht hilfreichen Aktionen“ Abstand zu nehmen, die die Möglichkeit einer Zweistaatenlösung untergraben würden.

Inland

Klug verteidigt Heeresengagement in Mali

„Wer Österreich schützen und verteidigen will, der muss dort für Stabilität sorgen, wo Krisen herrschen.“

Das Resümee, das Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) am Ende seines Besuches in Mali zog, ist sowohl der Versuch, Österreichs gelegentlich infrage gestelltes Engagement in Afrika zu rechtfertigen als auch eine Antwort auf die Kritiker seines Trips zu der kleinen heimischen Truppe bei der EU-Trainingsmission (EUTM) für die Streitkräfte des westafrikanischen Staates.

Österreich ist bei EUTM derzeit mit acht Soldaten vertreten, davon zwei Ärzte, zwei Krankenpfleger und zwei Notfallsanitäter. „Train the Trainers“ soll die Devise künftig lauten, statt ganzer Armeebataillone sollen künftig deren Ausbildner in militärischer Grundlagenausbildung geschult werden, um sowohl mit Separatisten als auch mit islamistischen Extremisten besser fertigzuwerden und dem Land so wieder zu Stabilität und Sicherheit zu verhelfen.

AMS-Chef gegen Schellings Arbeitslosenvorstoß

Mit der von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) angesprochenen Änderung der Zumutbarkeitsregeln könne man die hohe Arbeitslosigkeit „sicher nicht“ bekämpfen, sagte AMS-Chef Johannes Kopf gestern in der ZIB2.

Das Problem sei das niedrige Wachstum. Dagegen könne man mit Arbeitsmarktpolitik nichts ausrichten, sondern nur mit Konjunkturpolitik und der Senkung der Lohnnebenkosten, so Kopf.

Auf die Frage, ob die Zumutbarkeitsbestimmungen zu großzügig seien, ließ sich Kopf nicht ein: Die „hochpolitische Thematik“ gehöre deshalb vom Nationalrat gelöst. Zwei Änderungswünsche hatte er doch. Die geltenden Regeln seien sehr komplex, er hätte sie gerne „grundlegend vereinfacht“, damit sie leichter administriert werden können.

Außerdem bekräftigte Kopf seinen Vorschlag, die Mindestverfügbarkeit bei Personen mit Betreuungspflichten von 16 auf 20 Stunden anzuheben, gepaart mit einem Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung - damit diese Personen in Halbtagsjobs vermittelt werden können.

Auch Kopf sieht „Inaktivitätsfallen“

Generell stellte Kopf fest, dass man Menschen nicht zwingen könne, einen Job anzunehmen, wenn ihnen der Ort oder das Gehalt nicht gefielen. Überlegt werden sollten aber Lösungen für zwei „Inaktivitätsfallen“ - also zwei Bereiche, wo das Arbeitslosengeld nah am erreichbaren Arbeitseinkommen liegt: Das sei bei der Mindestsicherung für Familien mit mehreren Kindern der Fall - wenn etwa bei drei Kindern 1.800 Euro ausbezahlt werden.

Wegnehmen wolle Kopf diesen Menschen allerdings nichts, er sei dafür, ihnen bei Arbeitsaufnahme einen Teil der Mindestsicherung als „Bonus“ zu lassen. Außerdem gebe es eine relativ geringe Differenz im Fall von Arbeitslosengeld (etwa von 800 Euro) und geringfügiger Beschäftigung (von 400 Euro).

Auch Leitl will über Zumutbarkeit reden

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl stärkte in der Debatte über die Zumutbarkeitsbestimmungen für das Arbeitslosengeld Schelling den Rücken. Er finde es gut, die Frage der Zumutbarkeit zu thematisieren.

„Wäre ich arbeitslos, würde ich gerne was annehmen - allein wegen dem Sinnerlebnis in meinem Leben.“ Es werde doch in Österreich noch möglich sein, eine fachliche Diskussion zu führen, so Leitl im Gespräch mit der APA.

Wirtschaft

WIFO: BIP wuchs im zweiten Quartal um 0,3 Prozent

Österreichs Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2015 gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent zugelegt. Damit beschleunigte sich das Wachstum gegenüber dem ersten Quartal leicht, teilte das WIFO heute zu seiner Schnellschätzung mit.

Schwache Zeichen der Besserung

Für das erste Vierteljahr revidierten die Ökonomen die Zahl von plus 0,1 auf plus 0,2 Prozent. Die Experten sprechen von schwachen Zeichen der Besserung. Im zweiten Quartal blieb die Binnennachfrage schwach, nur der Konsum lebte etwas auf, so das WIFO. „Die ungünstige Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen wirkte leicht belastend, der Außenbeitrag lieferte keine Impulse.“

Im Jahresabstand wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von April bis Juni real um 0,4 Prozent, genauso stark wie von Jänner bis März. Im vierten Quartal 2014 hatte es ein Minus von 0,2 Prozent gegeben, im dritten Quartal 2014 ein Wachstum von 0,3 Prozent und in den vierteljährlichen Perioden davor eine etwas stärkere Zunahme.

Renault verzeichnet kräftigen Gewinnsprung

Renault profitiert rasant von der Erholung auf dem europäischen Automarkt. Der Nettogewinn stieg deswegen im ersten Halbjahr um 86 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro, wie der französische Konzern heute mitteilte.

Die Lage der Branche in Europa habe sich stärker als erwartet verbessert. Zudem habe der schwache Euro das internationale Geschäft kräftig angeschoben. Der Umsatz legte um zwölf Prozent auf 22,2 Mrd. Euro zu. Damit sei der Autohersteller auf gutem Kurs, seine Ziele zu erreichen, sagte Vorstandschef Carlos Ghosn.

Renault hatte schwer unter der jahrelangen Krise auf dem europäischen Automarkt gelitten. Als Reaktion darauf verschärfte Ghosn den Sparkurs und forcierte die Partnerschaft mit dem japanischen Hersteller Nissan. Vor allem der Einsatz gemeinsamer Plattformen bei der Produktion und die Kooperation bei Planung und Einkauf brachten Fortschritte. Mit Daimler arbeitet Renault ebenfalls zusammen.

Auch Peugeot in Gewinnzone

Auch der französische Rivale Peugeot kam zuletzt voran. Nach Jahren mit Verlusten erreichte der Konzern in der ersten Jahreshälfte wieder die Gewinnzone.

Lufthansa erzielte mehr Gewinn

Billiges Kerosin und ausgebliebene Streiks haben der deutschen AUA-Konzernmutter Lufthansa von April bis Juni überraschend viel Rückenwind gebracht. Im gesamten ersten Halbjahr 2015 erzielte Europas größte Fluggesellschaft einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern von 468 Millionen Euro, wie sie heute mitteilte.

Das war mehr als zweieinhalbmal so viel wie die 178 Millionen ein Jahr zuvor und deutlich mehr als von Analysten erwartet. Der Umsatz wuchs getrieben vom schwachen Euro um 8,5 Prozent auf 15,4 Mrd. Euro. Das Nettoergebnis sprang vor allem wegen eines lukrativen Finanzgeschäfts vom März von minus 79 Millionen auf plus 954 Millionen Euro.

Zweites Quartal bei AUA „deutlich positiv“

Die zur Lufthansa gehörende AUA beendete das erste Halbjahr 2015 mit einem Vorsteuerverlust von 17 Mio. Euro. Der Abgang bis Juni ist aber deutlich geringer als vor einem Jahr, als wegen KV-Rückstellungen für das fliegende Personal ein Halbjahresverlust (im Ergebnis vor Steuern und Zinsen) von 41 Mio. Euro angefallen war.

„Deutlich positiv“ war laut AUA-Mitteilung heuer aber das zweite Quartal 2015 mit einem Vorsteuergewinn von 36 Mio. Euro, das trotz der Krisen im Osten (Russland, Ukraine) und in Nahost verbucht wurde. Es reichte aber nicht aus, um auf Halbjahressicht den Verlust vom Winter wettzumachen.

Bericht: Schäuble will EU-Kommission beschneiden

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will laut einem Zeitungsbericht die Kompetenzen der EU-Kommission in einigen Bereichen beschneiden.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe) berichtete, möchte Schäuble der Kommission die Rechtsaufsicht über den Binnenmarkt und die Wettbewerbsregeln entziehen. Diese Funktionen sollten in neue, politisch unabhängige Institutionen nach dem Vorbild des deutschen Bundeskartellamts ausgegliedert werden.

Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ will Schäuble erreichen, dass die ursprüngliche Funktion der Brüsseler Behörde als Hüterin der EU-Verträge institutionell getrennt wird von ihren immer stärker werdenden politischen Aktivitäten.

Der Minister habe nach Angaben von Brüsseler Diplomaten beim Treffen der EU-Finanzminister vor zwei Wochen in Brüssel eine schnelle Diskussion der EU-Staaten darüber angemahnt, wie die Kommission ihre ursprüngliche Kernaufgabe - die Durchsetzung des europäischen Rechts etwa als Wettbewerbshüterin und in der Aufsicht über die Binnenmarktregeln - noch erfüllen könne, hieß es weiter.

IT

Hohe Ausgaben drücken Gewinn von Facebook

Das Soziale Netzwerk Facebook steigert den Umsatz weiter deutlich - allerdings auch die Ausgaben. Das belastet den Gewinn. Unter dem Strich blieben im abgelaufenen Quartal 719 Millionen Dollar und damit neun Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie der US-Konzern gestern nach Börsenschluss mitteilte. Die Kosten stiegen zugleich um mehr als vier Fünftel.

Anleger reagierten zunächst skeptisch auf den Quartalsbericht. Die Ausgaben von Facebook stiegen im zweiten Quartal kräftig um 82 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Der Konzern hatte bereits eine Investitionsoffensive angekündigt, er steckt unter anderem viel Geld in Rechenzentren. Dass die Kosten so stark zulegen würden, hatten Analysten aber nicht kommen sehen.

Der Umsatz kletterte um 39 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar und übertraf damit die Prognosen der Wall Street. „Es war ein weiteres starkes Quartal für unsere Community“, kommentierte Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Zahlen.

Werbeeinnahmen um 43 Prozent gestiegen

Die weltweite Zahl der Nutzer, die mindestens einmal im Monat bei Facebook vorbeischauen, stieg im Juni um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,49 Milliarden. Die besonders wertvollen täglich aktiven User nahmen um 17 Prozent auf 968 Millionen zu. Der Trend zur mobilen Nutzung hält an. Inzwischen greifen 844 Millionen Mitglieder täglich von Smartphones und Tablets auf den Dienst zu - das waren 29 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Werbeeinnahmen - Facebooks wichtigste Geldquelle - stiegen im letzten Quartal um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,8 Milliarden Dollar. Etwa 76 Prozent davon werden mittlerweile auf mobilen Geräte erwirtschaftet.

Nokia wächst dank Euro-Schwäche

Der finnische Netzwerkausrüster Nokia macht vor seiner geplanten milliardenschweren Übernahme von Alcatel-Lucent im Tagesgeschäft Fortschritte. Beim Umsatz legte der ehemalige Handyweltmarktführer im zweiten Quartal im Jahresvergleich zwar nur dank dem günstigen Euro um neun Prozent auf 3,21 Mrd. Euro zu, wie das Unternehmen heute mitteilte.

Bei der Profitabilität zeigte sich nach dem schwachen Jahresbeginn aber Besserung, Vorstandschef Rajeev Suri verwies insbesondere auf Erfolge in der wichtigen Netzwerksparte. Unter dem Strich verdiente Nokia 347 Mio. Euro. Vor einem Jahr hatten die Finnen dank dem Verkauf der Handysparte an Microsoft 2,51 Mrd. Euro verdient.

Nokia konzentriert sich nach dem Verkauf der Handysparte auf das Ausrüstergeschäft für Netzwerke - also etwa Sendestationen für Mobilfunknetze. Mit dem Zukauf von Alcatel-Lucent will das Unternehmen insgesamt weltweit die Nummer eins werden vor dem schwedischen Rivalen Ericsson. Auch der Kartendienst Here steht zum Verkauf.

Sport

Champions League: Janko führt Basel auf die Siegerstraße

Marc Janko präsentiert sich bei seinem neuen Club FC Basel weiter in blendender Form. Nur vier Tage nach seinem Debüttreffer in der Schweizer Liga hat der ÖFB-Teamstürmer dem Schweizer Meister gestern in der dritten Qualifikationsrunde der Champions League als „Joker“ einen 3:1-Auwärtssieg bei Lech Posen geebnet.

Janko kam in Polen in der 61. Minute beim Stand von 1:1 aufs Feld und legte nur 16 Minuten später mit einem sehenswerten Treffer den Grundstein für den Play-off-Einzug der Basler.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Lkw raste in Pilgergruppe in Mexiko: 16 Tote

Im Norden von Mexiko hat ein Lkw-Fahrer die Kontrolle über seinen Lastwagen verloren und ist in eine Gruppe von Pilgern gerast. Bei dem Unglück in der Ortschaft Mazapil im Bundesstaat Zacatecas kamen 16 Menschen ums Leben, wie die Zeitung „Milenio“ gestern Abend (Ortszeit) berichtete.

Lkw-Unfall in Mazapil, Mexiko

APA/Mazapil

Der verunglückte Lkw

Mindestens 17 weitere Pilger seien zum Teil schwer verletzt worden. Helfer brachten sie in Privatautos in ein nahe gelegenes Krankenhaus. Anscheinend hatten die Bremsen des Lastwagens versagt. Der Fahrer flüchtete nach dem Unfall.

Tote und Vermisste nach Erdrutschen in Nepal

Schwere Regenfälle haben im Westen Nepals mehrere tödliche Erdrutsche ausgelöst. 16 Menschen hätten nur noch tot aus den Schlammmassen geborgen werden können, sagte heute ein Polizeisprecher des Distrikts Kaski. 28 Menschen aus den Dörfern Lumley und Bhadaure würden noch vermisst.

Außerdem seien bei einem weiteren Erdrutsch im Dorf Chapakot 13 Menschen verletzt worden. Ein schweres Erdbeben hatte Ende April die Hänge in Teilen des Himalaya-Landes destabilisiert. Monsunregenfälle führen nun dazu, dass sich Erde und Geröll an vielen Stellen lösen. Die Rettungsarbeiten wurden behindert, da auch viele Straßen durch Erdrutsche unpassierbar sind.

Doppeljackpot bei Lotto „6 aus 45“

Wieder hat kein Spielteilnehmer die richtige Zahlenkombination der gestrigen Ziehung im Lotto „6 aus 45“ getippt. Am Sonntag wird daher ein Doppeljackpot ausgespielt, in dem jetzt schon über 1,8 Mio. Euro liegen. Folgende Gewinnzahlen wurden gezogen:

2 11 15 20 30 44 / Zusatzzahl 3

Auch beim Jokerspiel hatte zum zweiten Mal hintereinander kein Spielteilnehmer die richtige Zahlenkombination auf dem Schein. Im Jackpot bleiben über 360.000 Euro. Die richtige Jokerzahl lautet:

1 3 9 5 3 1

Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur

„Slow West“: Höllenritt durch ein altes Genre

Rauchende Colts, galoppierende Pferde und bärbeißige Cowboys: Das Westerngenre ist nicht umzubringen. Auch nach der Hochblüte rauchender Gewehrläufe entstehen immer wieder gute und vor allem ungewöhnliche Filme, die den Präriemythos hinterfragen. „Dead Man“, „The Salvation“ - und nun „Slow West“, das gefeierte Epos des Regie-Greenhorns John MacLean mit Michael Fassbender in der Hauptrolle. Der junge Jay reitet samt zwielichtigem Beschützer der Liebe halber gen Westen: ein grandios inszenierter Höllenritt.

Mehr dazu in Ein Greenhorn trifft ins Schwarze

Science