Ausland

Flug MH17: Bericht über durchlöcherte Wrackteile

In der Ostukraine gehen die malaysischen Ermittler am Absturzort der Boeing nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) von einem Raketentreffer als Ursache für die Katastrophe aus. Dafür sprächen stark durchlöcherte Wrackteile.

„Es geht um drei Teile der Außenhaut. Auch die Malaysier gehen davon aus, dass es Metallsplitter, Schrapnelle einer Rakete waren“, sagte Michael Bociurkiw von der OSZE-Beobachtermission gestern dem ZDF.

Der Sender zeigte Aufnahmen eines an der Absturzstelle gefundenen Wrackteils der Maschine der Malaysia Airlines. Das stark durchlöcherte Trümmerstück sei auch eine Woche nach der Katastrophe noch immer nicht sichergestellt worden.

Die USA und die ukrainische Regierung haben prorussische Aufständische in der Ostukraine beschuldigt, die Boeing 777 mit insgesamt 298 Menschen an Bord abgeschossen zu haben. Die Rebellen bestreiten das. Eindeutige Beweise für die Täterschaft wurden bisher nicht vorgelegt.

Zweifel an UNO-Bericht über IS-Fatwa im Irak

Journalisten und Experten haben Zweifel an einem UNO-Bericht geäußert, wonach sunnitische Extremisten im Irak in den von ihnen kontrollierten Gebieten die Genitalverstümmelung aller Frauen befohlen haben sollen. Die UNO scheine auf eine „offensichtlich gefälschte Erklärung“ der Organisation Islamischer Staat (IS, früher ISIS) hereingefallen zu sein, sagte gestern der Islamismusexperte Charles Lister.

Die UNO überprüft derzeit nach eigenen Angaben die Vorgänge im Irak. Die stellvertretende UN-Gesandte im Irak, Jacqueline Badcock, hatte in einer in Genf ausgestrahlten Videokonferenz mitgeteilt, die IS-Führung habe in einem „religiösen Rechtsgutachten“ (Fatwa) angeordnet, die Genitalien aller Frauen im Alter zwischen elf und 46 Jahren zu beschneiden.

Lister, der für die Denkfabrik Brookings Doha Center arbeitet, vermutet als Quelle der Vereinten Nationen (UNO) eine vermeintliche Erklärung der IS-Führung, welche zuvor im Internet kursierte. „Es wäre schon ein sehr großer Zufall, wenn die UNO-Quelle eine andere wäre, die aber zur selben Zeit aufgetaucht ist wie die falsche Erklärung im Internet“, sagte Lister. Demnach passen Genitalverstümmelungen auch nicht zum Religionsverständnis der salafistischen IS-Gruppierung.

USA: Ukrainische Armee wird von Russland beschossen

Die US-Regierung verfügt nach eigenen Angaben über Beweise dafür, dass Russlands Truppen von russischem Territorium aus ukrainische Armeestellungen mit Artillerie beschießt. Moskau plane zudem, weitere Raketenwerfer an die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine zu liefern, sagte die stellvertretende Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, gestern in Washington.

Die ukrainische Regierung hat Moskau wiederholt unterstellt, die Rebellen im Osten militärisch zu unterstützen und deren Vorgehen zu koordinieren. Zuletzt warf Kiew dem Kreml vor, dass zwei ukrainische Kampfflugzeuge von russischem Territorium aus abgefeuert worden seien.

Besondere Brisanz erhalten die Vorwürfe wegen der noch andauernden Untersuchung des Absturzes der malaysischen Passagiermaschine MH17 in der Ostukraine vor einer Woche. Moskau bestreitet bisher Waffenlieferungen an die Rebellen ebenso wie eine Verantwortung der Aufständischen für den mutmaßlichen Abschuss der Boeing 777 mit 298 Menschen an Bord.

EU erweitert Sanktionen

Die Europäische Union (EU) wird in der Ukraine-Krise ihre Sanktionsliste gegen Russen und prorussische Ukrainer erweitern. Die EU-Botschafter verständigten sich heute in Brüssel darauf, Einreiseverbote und Kontensperrungen gegen zusätzliche 15 Personen zu verhängen.

Die Zahl der von diesen Maßnahmen Betroffenen erhöht sich damit auf 87, wie Diplomaten sagten. Erstmals wurden auch 18 Organisationen und Unternehmen auf eine schwarze Liste der EU gesetzt. Sie dürfen in der EU keine Geschäfte mehr machen.

Weitere Verschärfungen noch umstritten

Über andere wichtige Verschärfungen der EU-Sanktionen soll erst später entschieden werden. Dabei geht es vor allem um einen erschwerten Zugang Russlands zu den Finanzmärkten, einen Lieferstopp für Hochtechnologiegüter für Erdölförderung und um ein Verbot von Waffenlieferungen an Moskau.

Entsprechende Vorschläge der EU-Kommission müssten genau geprüft werden, hieß es. Die EU-Botschafter beschlossen, weitere Sondersitzungen anzuberaumen, um diese Sanktionen beschlussreif zu machen. Auch die Verlängerung der Sanktionsliste gegen Personen und Unternehmen wurde zwar vereinbart, muss aber noch offiziell beschlossen werden.

Die Namen werden erst mit der Veröffentlichung im Amtsblatt bekannt gegeben. Es handle sich dabei aber noch nicht um hochrangige Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin oder um milliardenschwere Oligarchen, die Putins Politik unterstützten, hieß es.

Lagerhaft für Putin-Gegner Udalzow

Der russische Oppositionelle Sergej Udalzow ist wegen Protesten gegen Staatschef Wladimir Putin zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde gestern zusammen mit dem Oppositionsaktivisten Leonid Raswosschajew wegen der Organisation von „Massenunruhen“ im Vorfeld der Wiederwahl von Putin im Jahr 2012 schuldig gesprochen, wie das Gericht mitteilte. Die beiden Regierungsgegner müssen ihre Haft in einem Gefangenenlager verbüßen.

Udalzow gehört zu den Galionsfiguren der Bewegung, die im Umfeld der umstrittenen Parlamentswahl 2011 entstand. Wegen der damaligen Proteste wurden Hunderte Demonstranten festgenommen. Udalzow und Raswosschajew wiesen vor Gericht alle Vorwürfe als politisch motiviert zurück.

Israels neuer Präsident Rivlin legte Amtseid ab

Überschattet vom Gaza-Konflikt hat der neue israelische Präsident Reuven Rivlin gestern den Amtseid abgelegt. Der 74-Jährige trat die Nachfolge des auch im Ausland hochangesehenen 90-jährigen Schimon Peres an. Der Friedensnobelpreisträger hatte das höchste Staatsamt sieben Jahre inne. Rivlin war am 10. Juni vom Parlament gewählt worden.

Der Likud-Politiker gilt als rechtsorientiert und hatte sich gegen eine Zweistaatenlösung in Nahost ausgesprochen. Er betonte allerdings, er wolle der Präsident aller Israelis sein.

Der 1939 in Jerusalem geborene Jurist war 2003 bis 2006 und erneut von 2009 bis 2013 Parlamentspräsident. Der Vegetarier gilt als großer Fan des Fußballclubs Beitar Jerusalem und war früher auch Vorsitzender des Vereins. Bis zu seiner Wahl zum Präsidenten war der Vater von vier Kindern und mehrfache Großvater Abgeordneter der rechtsorientierten Regierungspartei Likud von Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Irak: Kurde Masum neuer Präsident

Der Irak ist einer Regierungsbildung ein Stückchen näher gekommen. Nach langen Blockaden und politischem Hickhack ist gestern der Kurde Fuad Masum vom Parlament zum neuen Präsidenten gewählt worden. Die Wahl eines neuen Regierungschefs ist somit möglich.

Die monatelange Krise dürfte sich allerdings noch länger hinziehen: Der bisherige Ministerpräsident, der Schiite Nuri al-Maliki, hat zwar die Wahl im April gewonnen, doch niemand will mit ihm koalieren und Maliki sein Amt nicht räumen. Die Terrororganisation IS beherrscht einen Teil des Landes - und die Opposition sieht darin ein Versäumnis Malikis.

Mehr dazu in Politische Blockade durchbrochen

Inland

Freihandelsabkommen TTIP: Rupprechter äußert Zweifel

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hält die Chancen für das umstrittene Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) für „wirklich nicht mehr sehr gut“. Das Ziel der Einigung bis 2015 werde „sicher nicht eingehalten“, er gehe davon aus, dass vor der US-Präsidentschaftswahl 2016 keine Verhandlungen stattfinden, so Rupprechter gestern in der ZIB2.

Rupprechter betonte, dass die höheren Standards Europas in der Lebensmittelproduktion - Gentechnikverbot, Verzicht auf Hormone in der Rinder- und Schweineproduktion - akzeptiert werden müssten, sonst werde das Abkommen scheitern. Außerdem müssten die Verhandlungen transparent geführt werden: „Sonst wird es auf jeden Fall scheitern.“ Der Landwirtschaftsminister geht davon aus, dass die neue EU-Kommission transparenter vorgeht, auch das EU-Parlament werde „ganz klar eine Rolle spielen müssen“.

Ein wenig selbstkritisch äußerte sich der ÖVP-Minister über die Arbeit der österreichischen Regierung: „Mit der aktuellen Performance können wir nicht ganz zufrieden sein, sie ist verbesserungswürdig, da braucht man sich nichts vormachen.“

Akademikerball: Josef S. geht in Berufung

Der wegen seiner Teilnahme an der Demonstration gegen den Akademikerball verurteilte Josef S. geht in Berufung. Das sagte sein Anwalt Clemens Lahner gegenüber der Zeitschrift „Datum“: „Wir werden Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung anmelden.“

Der Staatsanwaltschaft sei es seiner Meinung nach nicht gelungen, „zweifelsfrei nachzuweisen, dass ein konkreter Mensch eine konkrete Straftat begangen“ habe, so Lahner. Und er zeigt sich gespannt, wie das Urteil in der schriftlichen Ausfertigungen aussehen wird.

Mehr dazu in Urteil „keine große Überraschung“

Ermittlungen nach Attacke auf israelische Fußballer

Nach antisemitischen Ausschreitungen in Bischofshofen (Salzburg) gegen Fußballer aus Israel ermittelt nun der Verfassungsschutz. Türkische Zuschauer hatten das Spielfeld mit palästinensischen und türkischen Flaggen gestürmt und Sportler angegriffen. Die Bundespolitik reagiert empört.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Strache geht Satireseite auf den Leim

Dem Social-Media-Team von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist ein peinlicher Lapsus passiert. „Wer gießt hier Öl ins Feuer?“, heißt es in einem Post auf Straches Facebook-Site, zitiert wird dann ein Artikel, wonach die USA der EU mit Sanktionen drohe, falls diese ihrerseits Sanktionen gegenüber Russland nicht verschärfe. Der Artikel stammt allerdings vom deutschen Satireportal Der Postillon.

Der Satiretext erschien bereits am Dienstag, das Posting auf der Strache-Facebook-Site erfolgte gestern Nachmittag - und sorgt seitdem für reichlich Spott im Web. Auch Der Postillon selbst hat auf Facebook den Fauxpas schon kommentiert: „Ja, wer gießt denn hier Öl ins Feuer?“, heißt es in einem entsprechenden Posting. Gegen 18.30 Uhr war Straches Meldung dann nicht mehr abrufbar. Das Posting dürfte gelöscht worden sein.

Hypo-Gesetz durch Bundesrat

Am 8. Juli hat der Nationalrat das Hypo-Sondergesetz beschlossen, mit dem Gläubiger von Nachranganleihen mit Kärntner Landeshaftung rasiert werden. Gestern war der Bundesrat dran. Gegen das Gesetz erhob die Länderkammer mit SPÖ/ÖVP-Mehrheit keinen Einspruch, es soll nun im Sommer wirksam werden. Davor lieferte sich die Opposition einen Schlagabtausch mit den Regierungsparteien.

Für die Regierung verteidigte Finanzstaatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) das Gesetz. Es halte Schaden von Kärnten und Österreich fern. Eine Hypo-Insolvenz dagegen hätte bedeutet, „das Schicksal Kärntens einem Masseverwalter zu überantworten“.

Eingriff „verhältnismäßig“

Es geht um einen hundertprozentigen Schuldenschnitt auf landesbehaftete Nachranganleihen, die betroffenen Papiere werden damit wertlos. Den Eingriff in Gläubigerrechte nannte Steßl „verhältnismäßig“.

Er liege im öffentlichen Interesse und werde es erlauben, 1,7 Mrd. Euro an Schulden der Bank zugunsten des Steuerzahlers zu löschen. Mit Bayern werde ein Vergleich ausgehandelt, und die Gläubiger würden rechtlich nicht schlechter gestellt als in einem Konkursfall.

Kritik der Opposition

In den Augen der Opposition verunsichert der gesetzliche Eingriff in mit Landeshaftungen garantiertes Eigentum die Finanzmärkte und schadet Republik und Wirtschaftsstandort. Der Oppositionsforderung nach geordneter Insolvenz hielten Steßl und Bundesräte von SPÖ und ÖVP entgegen, dass eine Hypo-Insolvenz auch das Land Kärnten mitgerissen und Österreich nicht abschätzbare Risiken gebracht hätte.

Die FPÖ kritisierte, dass Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) beim Bundesratsbeschluss nicht dabei war. Die Grünen sehen eine Flut von Klagen kommen, sofern das Sondergesetz vor dem Verfassungsgerichtshof überhaupt halten werde. Das Team Stronach ortet in dem Sondergesetz eine Bevorzugung einzelner Gläubiger, womit es rechtlich nicht haltbar sei.

Sport

Europa League: Grödig trotz Niederlage weiter

Grödig hat gestern trotz einer Niederlage den Einzug in die dritte Qualifikationsrunde der Europa League geschafft und trifft nun auf den moldawischen Club Zimbru Chisinau. Die Salzburger mussten sich im Rückspiel Cukaricki zwar mit 1:2 geschlagen geben, der klare 4:0-Vorsprung aus der Partie in Belgrad reichte aber für den Aufstieg.

Die Grödiger gingen vor einer mageren Kulisse in der Red-Bull-Arena in Führung. Nach der Pause drehte Cukaricki in einer Schwächephase der Gastgeber mit einem Doppelschlag die Partie.

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Tour de France: Nibali nach Gala vor erstem Triumph

Vincenzo Nibali hat gestern mit seinem vierten Etappensieg in beeindruckender Manier die letzten Zweifel an seinem ersten Triumph bei der Tour de France ausgeräumt. Der Italiener demoralisierte die Konkurrenz endgültig und feierte nach einer Fahrt über den Col du Tourmalet zur letzten Bergankunft nach Hautacam einen Solosieg.

Vor allem die Leichtigkeit, mit der Nibali seine Klettershow abzog, erinnerte an die größten Dominatoren der Tour-Geschichte. Auch der Vorsprung des 29-Jährigen im Klassement nimmt entsprechende Ausmaße an.

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Formel 1: Hamilton auf fünften Ungarn-Sieg aus

Lewis Hamilton war in den letzten Jahren der dominierende Mann auf dem Hungaroring, wo am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF eins) der Grand Prix von Ungarn über die Bühne geht. Der Brite hat das Rennen schon viermal gewonnen, zuletzt in den beiden vergangenen Jahren. Entsprechend optimistisch sieht der Mercedes-Pilot dem Wochenende entgegen. „Ich komme nach Ungarn, um zu gewinnen“, sagte der Mercedes-Pilot.

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ZIB24

Ukrainische Regierung tritt zurück

Die ukrainische Regierung hat heute ihren Rücktritt bekanntgegeben und damit den Weg für Neuwahlen freigemacht. Der Zerfall der Koalition hat sich schon länger angekündigt, Präsident Petro Poroschenko will seine Machtbasis weiter ausbauen. Die Kämpfe im Osten des Landes gehen unvermindert weiter, der Streit mit Russland über den Abschuss der Malaysia-Airlines-Maschine ebenso. Unser Korrespondent Christian Wehrschütz berichtet über die jüngsten Entwicklungen.

Kritik an Justiz

Der Tierschützer-Prozess, der Prozess gegen Josef S. nach dem Akademikerball und der Prozess gegen den Sprayer „Puber“ heute in Wien: Bei all diesen Fällen gerät die Justiz unter Kritik, vor allem wegen der vermehrten Verhängung der U-Haft. Wie sieht das eine Strafrechtswissenschaftlerin? Petra Velten von der Uni Linz ist zu Gast in der ZIB24.

ZIB24 mit Lisa Gadenstätter, 23.55 Uhr, ORF eins

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Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Anhaltende Verluste verärgern Amazon-Anleger

Anhaltende Verluste verärgern die Aktionäre des weltgrößten Online-Händlers Amazon. Im zweiten Quartal verlor das US-Unternehmen wegen hoher Investitionen in Service und Produkte unterm Strich 126 Millionen Dollar (94 Mio. Euro). Das Minus hatte im Vorjahreszeitraum sieben Mio. Dollar (5,1 Mio. Euro) betragen. Für das laufende Quartal rechnet das Management sogar mit einem operativen Verlust von bis zu 810 Mio. Dollar (601 Mio. Euro). Die Aktie rutschte nach Bekanntwerden der Zahlen nachbörslich um acht Prozent ab.

„Wir arbeiten hart daran, das Einkaufserlebnis bei Amazon stetig zu verbessern“, erklärte Firmengründer und -chef Jeff Bezos gestern am Sitz in Seattle. Sein teurer Expansionskurs lässt Amazon aber immer wieder in die Verlustzone rutschen.

Bezos’ Ziel ist es, rasch Marktanteile zu gewinnen, neuerdings etwa durch eine Lieferung am Sonntag in den USA. Amazon wuchs bis zuletzt tatsächlich rasant: Der Quartalsumsatz stieg um 23 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar (14,3 Mrd. Euro).

Litauen: Massenschlachtungen wegen Schweinepest

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest hat Litauen Massenschlachtungen angeordnet. Die für Schweine tödliche, für den Menschen aber harmlose Krankheit sei auf einem Schweinehof im Nordosten des Landes nachgewiesen worden, teilte eine Sprecherin der dänischen Betreiberfirma Idavang gestern mit.

Die dort lebenden 19.000 Tiere würden nun geschlachtet. Der Betrieb liegt nach Angaben der Veterinärbehörde an der Grenze zu Lettland und Weißrussland.

Quarantäne ausgeweitet

Zuvor waren im Osten Polens fünf infizierte Schweine gemeldet worden. Die Tiere wurden ebenfalls getötet und 37 Höfe im Grenzgebiet zu Weißrussland unter Quarantäne gestellt. Lettland hatte am Dienstag beschlossen, ein Quarantänegebiet in den an Weißrussland, Estland, Litauen und Russland grenzenden Gebieten auszuweiten. Dort wurden bereits 185 Schweine gekeult.

Russland verhängte im Jänner Einfuhrverbot

Russland hatte nach ersten Fällen der Afrikanischen Schweinepest in Litauen im Jänner Einfuhren von lebenden Schweinen, frischem Schweinefleisch und bestimmten Erzeugnissen aus Europa nach Russland gestoppt. Normalerweise machen die Lieferungen nach Russland fast ein Viertel aller europäischen Schweinefleischexporte aus. 2013 entsprach das 1,4 Milliarden Euro.

Dagegen hatte Brüssel im April Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) eingelegt. Diese beschloss am Dienstag die Bildung eines unabhängigen Expertenausschusses, der den Streit klären soll.

American Airlines zahlen erste Dividende seit 34 Jahren

Erstmals seit 1980 zahlt die Fluggesellschaft American Airlines ihren Aktionären wieder eine Dividende. Der Marktführer in den USA, der gerade US Airways gekauft hat, teilte am Donnerstag mit, je Anteilsschein 0,10 Dollar ausschütten zu wollen. Außerdem sollen für eine Milliarde Dollar eigene Aktien zurückgekauft werden.

Die fusionierte Fluggesellschaft wies für das zweite Quartal einen mehr als verdoppelten Gewinn von 1,5 Mrd. Dollar (1,11 Mrd. Euro) aus.

Gebühr bei Wechsel des Mobilfunkanbieters gesetzwidrig

Wer trotz Vertragsbindung seinen Mobilfunkanbieter wechselt, muss zwar die Grundentgelte für die restliche Vertragslaufzeit bezahlen, eine zusätzliche „Abschlagszahlung“ darf der bisherige Anbieter aber nicht verlangen. Das entschied nun der Oberste Gerichtshof (OGH) und gab damit einer Verbandsklage des Vereins für Konsumenteninformation gegen T-Mobile statt.

Mehr dazu in help.ORF.at

Chronik

390.000 Euro an Betrüger gezahlt

Kriminalisten haben eine Bande von Telefonbetrügern auffliegen lassen. Um an den Hauptpreis eines Gewinnspiels zu kommen, mussten zwei Opfer Geld in die Türkei überweisen. Eine Linzerin zahlte mehr als 300.000 Euro, ohne einen einzigen Cent zu sehen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Indisches Mädchen an Baum erhängt: Verdächtiger gelyncht

Ein acht Jahre altes Mädchen ist gestern in Indien erhängt an einem Baum gefunden worden. Die Bewohner des Dorfes hätten daraufhin einen Verdächtigen zu Tode geprügelt und zwei weitere Männer verletzt, sagte der örtliche Polizeichef S. K. Jain. In die Region Medinipur im Bundesstaat Westbengalen sei Bereitschaftspolizei geschickt worden.

Zahlreiche Vergewaltigungs- und Mordfälle, auch an Kindern, stehen derzeit im Fokus der Öffentlichkeit in Indien. Die Stimmung ist vielerorts sehr aufgeheizt, immer wieder kommt es zu Protesten.

Am Abend verschwunden

Das Kind verschwand laut Polizei am Abend und sei erst in der Früh an dem Baum wiedergefunden worden. Eine Autopsie solle klären, ob das Mädchen vor seinem Tod sexuell missbraucht wurde. Erst Ende Mai wurden zwei minderjährige Cousinen von einer Gruppe Männer vergewaltigt und an den Ästen eines Mangobaums erhängt.

Außerdem beschuldigte ein Modell laut der indischen Agentur IANS einen Polizisten, sie mehrmals in Mumbai vergewaltigt zu haben. Die Zeitung „Asian Age“ berichtete außerdem, in Dharhara in Bihar sei eine Frau in einem Baum erhängt gefunden worden.

Zug rammt in Indien Schulbus: Mindestens 14 Kinder tot

Ein Zug ist gestern im Süden Indiens in einen Schulbus gerast und hat mindestens 14 Kinder in den Tod gerissen. Auch der Busfahrer und ein erwachsener Begleiter hätten den Aufprall nicht überlebt, erklärten die Polizei und örtliche Behörden. Etwa 20 weitere Schüler seien in Krankenhäuser ins nahe gelegene Hyderabad gebracht worden, einige davon waren schwer verletzt.

Der Zug habe den Bus noch mehrere 100 Meter mitgeschleift, ehe er zum Stehen kam, sagte der örtliche Polizeichef Sanjay Kumar. Rund um das Wrack lagen laut der indischen Agentur IANS Bücher, Brotbüchsen und Schuhe verstreut. Verwandte der Verstorbenen hätten unaufhaltsam an der Unfallstelle geschrien. Ein Vater habe einen Herzstillstand gehabt, als er erfuhr, dass seine beiden Kinder tot seien.

An dem Bahnübergang in Veldurti im Bundesstaat Telangana gibt es keine Schranke. Der Fahrer sei unachtsam gewesen und habe nicht angehalten, sagte Eisenbahnminister Sadananda Gowda. Sowohl verschiedene Polizeisprecher als auch Behördenvertreter hatten zunächst höhere Todeszahlen angegeben.

Science

Fast alle Dinos hatten Federn

Viel mehr Dinosaurier als bisher angenommen sind befiedert gewesen. Möglicherweise waren Federn sogar in allen wichtigen Dinosauriergruppen verbreitet. Das legt der Fund einer unbekannten Dinosaurierart in Sibirien nahe, die nur entfernt mit den Vorfahren der Vögel verwandt ist.

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Kultur

Bundestheater: Rhomberg sieht keine Alternative zur Holding

Der interimistische Bundestheater-Geschäftsführer Günter Rhomberg sieht trotz der vernichtenden Kritik des Rechnungshofes (RH) keine Alternative zur Holding. „Wenn eine zentrale Einheit fehlt und die Leistungen zum Ministerium zurückkehren, wird alles nur noch unklarer“, sagte Rhomberg in der „Presse“ (Donnerstag-Ausgabe). Daher warne er vor vorschnellen Schlüssen bei der Organisation der Staatstheater.

Mehr Geld für Staatsoper gefordert

Dass es vorerst kein frisches Geld für die Bundestheater gebe, ist dem langjährigen Präsidenten der Bregenzer Festspiele bewusst. Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) habe ihm aber signalisiert, dass für 2016 „Hoffnung“ bestehe. Während er beim Burgtheater noch Sparpotenzial sieht, fordert Rhomberg, der sein neues Amt offiziell am 1. September antritt, vor allem mehr Geld für die Staatsoper. Auf Dauer sei es unmöglich, bei jährlich fixen Personalkostensteigerungen die Subventionen gleich zu halten.

In der Frage eines möglichen Nachfolgers für den geschassten Burgtheater-Chef Matthias Hartmann und dessen interimistische Nachfolgerin Karin Bergmann rudert Rhomberg unterdessen zurück. Er habe Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger nicht ins Spiel gebracht, sondern der Findungskommission lediglich dazu geraten, mit ihm - ebenso wie mit vielen anderen - zu reden. In „News“ hatte sich der Stiftungsvorstand der Josefstadt noch überzeugt gegeben, dass Föttingers Abgang für das Theater „nicht einfach, aber lösbar“ wäre.

Bregenzer Festspiele mit Uraufführung eröffnet

Vertonungen sind immer ein Wagnis, vor allem wenn es sich um eines der meistgespielten deutschsprachigen Theaterstücke wie Ödön von Horvaths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ handelt.

Heinz Karl Gruber hat die eigentlich unmögliche Realisierung des Stücks als Oper versucht: Mit deren Uraufführung sind die diesjährigen Bregenzer Festspiele am Mittwochabend gestartet.

Mehr dazu in news.ORF.at/festwochen

Leute

Leichenpräparator Von Hagens gewinnt Rechtsstreit

Den Dauerstreit um seinen chinesischen Professorentitel haben der umstrittene Leichenpräparator Gunther von Hagens und das Land Nordrhein-Westfalen vor Gericht beigelegt.

Der 69-jährige Wissenschaftler soll rund 210.000 Euro für den erlittenen Imageschaden erhalten, wie das Institut für Plastination gestern in Heidelberg mitteilte. Das NRW-Wissenschaftsministerium bestätigte den Vergleich. Die Einigung sei schon im Juni vor dem Düsseldorfer Landgericht getroffen worden, sagte eine Sprecherin.

Fünf Jahre lang Gastprofessor in China

Von Hagens hatte das Land wegen ungerechtfertigter Strafverfolgung und Rufschädigung auf Schadenersatz verklagt. Zunächst hatte er eine Wiedergutmachung in Höhe von 2,2 Millionen Euro verlangt.

Der Erfinder der Leichenschau „Körperwelten“ war im Jahr 1999 in China für die Dauer von fünf Jahren zum Gastprofessor ernannt worden. Das NRW-Ministerium hatte dem Heidelberger Mediziner jedoch auferlegt, den Titel „Professor“ in Deutschland nur mit dem Zusatz „RC“ oder „VRC“ für China zu tragen. Von Hagens ließ den Zusatz jedoch weg und handelte sich ein Strafverfahren wegen Titelmissbrauchs ein. Von den Vorwürfen wurde er 2011 vom Oberlandesgericht Karlsruhe freigesprochen.