Inland

Gespräche zu kalter Progression vorerst ohne Ergebnis

Die Bundesregierung hat heute weitere Gespräche zur geplanten Abfederung der kalten Progression geführt. Näher kam man einander bei dem Treffen zwischen Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) und Kanzleramtsminister Thomas Drozda (SPÖ) aber nicht. Die Gespräche sollen fortgesetzt werden. Nach wie vor geplant ist, die Causa im April in den Ministerrat zu bringen.

Die kalte Progression bezeichnet eine versteckte jährliche Steuererhöhung. Sie entsteht, weil die Einkommen zwar Jahr für Jahr steigen, die Steuerstufen aber nicht an die Inflation angepasst werden. Somit rücken Arbeitnehmer durch Lohnsteigerungen in höhere Steuerklassen vor, auch wenn ihr Einkommen real (also abzüglich Inflation) nicht notwendigerweise an Kaufkraft gewinnt - ein Effekt, den die Koalition nun abfedern möchte. Knackpunkt der Verhandlungen ist, wer aller von der Entlastung profitieren soll.

Im Jänner konnten sich SPÖ und ÖVP zwar auf einen Kompromiss einigen: Die unteren beiden Steuertarife (bis 18.000 Euro Jahreseinkommen) sollen automatisch an die Inflation angepasst werden, wenn die Teuerung fünf Prozent überschreitet. Ob und wie die darüber liegenden Einkommen entlastet werden, ist aber noch strittig.

Van der Bellen lobt Arbeit von NGOs nach Kritik

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat Vertreter der Hilfsorganisationen Caritas, Rotes Kreuz, Diakonie und Ärzte ohne Grenzen getroffen und die Arbeit der NGOs gelobt. Organisationen aus dem Bereich waren in den vergangenen Tagen für ihre Flüchtlingshilfe von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sowie vom langjährigen Traiskirchen-Leiter Franz Schabhüttl kritisiert worden.

Die Botschaft des Bundespräsidenten kam nach einem Treffen mit Helfern. „Ich habe betont, dass die Arbeit der NGOs als Teil der Zivilgesellschaft nicht hoch genug einzuschätzen ist“, so Van der Bellen via Facebook. „Sie helfen dort, wo andere nicht mehr helfen können, sie lassen niemanden alleine: seien es Menschen, die in einer sozial schwierigen Lage sind, Menschen auf der Flucht, seien es Pflegebedürftige oder Menschen, die nach Unfällen in Lebensgefahr sind.“

Grüne für Übergangsfrist bei Kindergeld neu

Die Grünen fordern eine Übergangsfrist für die neuen Regeln beim Kinderbetreuungsgeld, die im März in Kraft getretenen sind. Ein entsprechender Entschließungsantrag werde am Mittwoch in den Nationalrat eingebracht, kündigte Familiensprecherin Judith Schwentner an. Sie zeigte sich weiter empört über die finanziellen Nachteile für Familien, die in knappen Abständen Kinder bekommen.

Die jüngste Novelle des Kinderbetreuungsgeldgesetzes kann zu finanziellen Nachteilen bei jenen führen, die knapp hintereinander ein weiteres Kind bekommen und eigentlich die einkommensabhängige Variante wählen wollten. Das ist jedoch nur möglich, wenn vor der Karenz gearbeitet wurde.

Grüne bemängeln Vorbereitung

Kritisiert wird von den Grünen auch die Änderung beim Wochengeld. Das Familienministerium sprach hier von einer „veralteten Regelung“, die korrigiert worden sei. Frauen, die nach dem ersten Bezug nicht erwerbstätig waren, erhalten kein Wochengeld, bekommen das Kindergeldkonto aber ab der Geburt des Kindes, hieß es.

Schwentner kann die neuen Voraussetzungen zwar nachvollziehbaren, moniert aber, dass die Familien darauf nicht vorbereitet wurden. Die Grünen fordern daher eine Übergangsfrist für die Betroffenen, damit für Frauen, „deren Kind einen errechneten Geburtstermin vor dem 1.1.2018 hat, die am 28. Februar 2017 geltende Rechtslage anzuwenden ist, wenn das für die Betroffene günstiger ist“.

Ausland

Laptopbann mit Umsteigen leicht zu umgehen

Das kürzlich von den USA und Großbritannien verhängte Laptopverbot für Flüge von „kritischen“ Starflughäfen lässt sich auf einfache Weise umgehen, wie Recherchen der Nachrichtenwebsite The Independent ergeben haben.

Vor allem auf dem Atatürk-Flughafen in Istanbul mischen sich laut Independent nach einer Abfolge strenger Sicherheitskontrollen Passagiere anderer, weniger streng kontrollierter Flughäfen mit denen, die in Istanbul direkt zugestiegen sind. Insofern genüge es, einmal umzusteigen oder die verbotenen Geräte von einem anderen Passagier zu übernehmen, um die Kontrollen auszuhebeln.

Laptopverbot laut Experten „für den Mistkübel“

„Terroristen werden sich immer das schwächste Glied in der Kette suchen, und das ist in diesem Fall Istanbul. Insofern ist die Vorstellung, dass diese Strategie Sinn hat, für den Mistkübel“, wird Professor Anthony Glees, Leiter des Zentrums für Security and Intelligence Studies an der Universität Buckingham, im Independent zitiert.

Am 21. März hatte das Heimatschutzministerium der USA eine neue Liste verbotener Gegenstände auf internationalen Flügen veröffentlicht, darunter Laptops, E-Book-Reader, Tablets und tragbare DVD-Spieler, die man bei der Einreise aus der Türkei, Jordanien, Ägypten, Saudi-Arabien, Kuwait, Marokko, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht mehr im Handgepäck bei sich tragen darf.

Bei der Einreise nach Großbritannien sind diese Geräte seit dem Wochenende ebenfalls nur noch im eingecheckten Gepäck erlaubt, wobei die britische Liste der kritischen Startflughäfen kürzer ist. Kuwait, Marokko, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen nicht darauf, dafür finden sich zusätzlich Tunesien und der Libanon. Mit dem Verbot soll verhindert werden, dass in elektronischen Geräten Sprengstoff an Bord geschmuggelt wird.

US-Regierung will Klimaschutzplan rückgängig machen

US-Präsident Donald Trump will den Klimaschutzplan seines Vorgängers Barack Obama morgen per Dekret rückgängig machen. Das kündigte der neue Chef der US-Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, im Fernsehsender ABC an.

Die Obama-Regierung habe fossile Energieträger stark zurückdrängen wollen, sagte Pruitt zur Begründung. Damit seien aber landesweit Arbeitsplätze im Energiesektor, vor allem in der Kohle- und Bergbauindustrie, „vernichtet worden“.

Mit dem „Clean Power Plan“ hatte Obamas Regierung 2015 erstmals landesweit verbindliche Ziele für die Reduzierung von Treibhausgasen im Energiesektor vorgeschrieben. Im Vergleich zum Jahr 2005 sollte der Kohlendioxidausstoß von Kraftwerken bis 2030 um 32 Prozent gesenkt werden. Dazu sollten vermehrt erneuerbare Energien an die Stelle von fossilen Brennstoffen und insbesondere der Kohle treten.

London-Attentäter laut Bericht schon 2010 unter Verdacht

Der Attentäter von London soll den Behörden bereits 2010 als potenzieller Extremist bekannt gewesen sein. Gegen den 52-jährigen Khalid Masood sei damals in Zusammenhang mit einem geplanten Anschlag auf einen Armeestandort in Luton nördlich von London ermittelt worden, berichtete der „Daily Telegraph“ heute unter Berufung auf den britischen Inlandsgeheimdienst MI5.

Er habe möglicherweise Kontakte zu vier von dem Terrornetzwerk Al-Kaida inspirierten Männern gehabt, die 2013 für das Komplott verhaftet worden seien. Danach habe man ihn aus den Augen verloren.

Ehefrau spricht von Gewalt

Unterdessen wurden weitere Details über die Vergangenheit Masoods bekannt. So soll ihn seine zweite Frau nur drei Monate nach ihrer Hochzeit 2004 verlassen haben. Er habe Gewalt gegen sie angewendet und sie kontrollieren wollen, sagte ein Verwandter britischen Medien.

Masood war am Mittwoch mit einem Wagen gezielt in Passanten auf der Westminster Bridge in London gefahren. Er tötete drei Menschen, anschließend erstach er einen Polizisten vor dem Parlament. Der Attentäter wurde von Sicherheitskräften erschossen. 50 Menschen wurden teils schwer verletzt.

CDU bleibt im deutschen Saarland stärkste Kraft

Die CDU bleibt nach der Landtagswahl im deutschen Bundesland Saarland stärkste Kraft. Die SPD konnte gestern anders als vielfach erwartet nicht von der Euphorie um den neuen Parteichef Martin Schulz profitieren. Die CDU von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer steigerte sich laut vorläufigem Endergebnis auf rund 40 Prozent und liegt damit klar vor der SPD, die mit leichten Verlusten 29,6 Prozent der Stimmen erreichte. Kramp-Karrenbauer zeigte sich vom deutlichen Ergebnis überrascht. Die SPD wollte es mit Blick auf die im Herbst anstehende Bundestagswahl nicht überbewerten.

Mehr dazu in Grüne, FDP und Piraten nicht im Landtag

Borrisows Partei gewinnt Wahl in Bulgarien

Bei der Parlamentswahl in Bulgarien hat das prowestliche Lager laut der zentralen Wahlkommission gestern den Sieg davongetragen. Die konservative GERB-Partei des im November zurückgetretenen Ex-Premiers Bojko Borissow wurde mit 32,6 Prozent der Stimmen stärkste Kraft, gefolgt von den Sozialisten von Kornelia Ninowa, die auf 26,8 Prozent kamen.

Borissow war bereits zweimal Regierungschef Bulgariens und könnte nun bald eine dritte Amtszeit antreten. Der 58-Jährige versprach eine schnelle Regierungsbildung. Beobachter rechnen allerdings mit schwierigen Verhandlungen.

Mehr dazu in Hoch gepokert und gewonnen

Wirtschaft

Banken melden in Steueroasen große Gewinne

Die führenden europäischen Geldhäuser melden einer Untersuchung zufolge einen auffallend großen Anteil ihrer Gewinne in Steueroasen und profitieren so von den dort geltenden extrem niedrigen Steuersätzen.

Insgesamt rund ein Viertel ihrer Gewinne (26 Prozent) wollen die 20 größten Banken 2015 in Niedrigsteuerländern wie Luxemburg, Irland und Hongkong gemacht haben, wie die Nichtregierungsorganisation (NGO) Oxfam in einer heute veröffentlichten Studie schreibt.

Steuersatz 0,2 Prozent

So machten die genannten Banken angeblich insgesamt etwa 25 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern in den Steuerparadiesen, heißt es in dem Bericht. Dagegen hätten die Institute dort „nur zwölf Prozent ihrer Erträge erwirtschaftet und sieben Prozent ihres Personals beschäftigt“.

Als ein Beispiel wird die Barclays Bank genannt, 2015 Europas fünftgrößtes Geldhaus: Auf einen in Luxemburg gemeldeten Gewinn in Höhe von 557 Millionen Euro habe die Bank lediglich eine Million Euro Steuern gezahlt, was einem Steuersatz von 0,2 Prozent entspreche.

Gewinn, ganz steuerfrei

Insgesamt hätten die genannten Banken 628 Millionen Euro Gewinne in Ländern deklariert, in denen sie keinen einzigen Mitarbeiter beschäftigt hätten, heißt es in der Studie weiter. So habe die französische Bank BNP Paribas eigenen Angaben zufolge 134 Millionen Euro Gewinn auf den Cayman-Inseln erzielt - steuerfrei und ohne dort einen einzigen Mitarbeiter zu beschäftigen.

Bei anderen Banken wie der Deutschen Bank bestehe etwa ein auffallendes Gefälle zwischen den sich in Steueroasen summierenden Milliardengewinnen und den anderswo deklarierten kaum nennenswerten Gewinnen.

Ruf nach strengeren Regeln

Oxfam nutzte für seine Untersuchungen nach den EU-Transparenzregeln veröffentlichte Daten der Geldinstitute. Die Regeln, wonach Gewinne und Verluste Land für Land aufgeschlüsselt werden müssen, sollen verhindern, dass Großbanken in den Bilanzen ihre Gewinne in Niedrigsteuerländern verschieben.

Oxfam forderte die EU-Regierungen auf, ihre Regeln gegen Steuerflucht weiter zu verschärfen. „Diese Regeln müssen nun ausgeweitet werden, um sicherzustellen, dass alle Gesellschaften Finanzberichte für jedes Land vorlegen, in dem sie tätig sind“, forderte Oxfam-Steuerspezialistin Manon Aubry.

Deutscher Hersteller Brandt kauft Feldbacher Zwieback

Der deutsche Zwiebackhersteller Brandt baut sein internationales Geschäft aus. Das Familienunternehmen habe Konkurrent Bahlsen die Markenrechte am österreichischen Marktführer Feldbacher Zwieback abgekauft, sagten Firmeninhaber Carl-Jürgen Brandt und sein Sohn Christoph der „Westfalenpost“. Künftig werde der Zwieback der Marke Feldbacher im Brandt-Werk hergestellt. Zum Kaufpreis machte das Unternehmen keine Angaben.

Der westfälische Zwiebackhersteller will seinen Exportanteil in den nächsten zehn Jahren von derzeit zehn auf 20 Prozent verdoppeln. Der Markt in Deutschland ist nach Angaben der Brandt-Familie gesättigt. Da bleibe auf der Suche nach neuen Absatzmärkten nur der Blick in die Nachbarländer.

Martin Füllenbach wird neuer Semperit-Chef

Nach dem überraschenden Rücktritt von Semperit-Chef Thomas Fahnemann (56) hat der Gummi- und Kautschukhersteller einen neuen Vorstandschef (CEO) gefunden. Der gebürtige Deutsche Martin Füllenbach (49), zuletzt CEO der Oerlikon Leybold Vakuum, soll dem Aufsichtsrat in der Sitzung am 26. April vorgeschlagen werden. Das gab das Unternehmen heute bekannt. Füllenbach soll den Job per 1. Juni 2017 antreten. Das Mandat soll bis 31. Dezember 2020 laufen.

Der 49-jährige Füllenbach studierte Wirtschafts- und Organisationswissenschaften in München mit anschließender Promotion im Bereich Finanzwissenschaften (Nürnberg). Er war über zehn Jahre Offizier der Deutschen Bundeswehr.

Füllenbach sei dem Semperit-Aufsichtsrat bereits aufgrund seiner bisherigen beruflichen Tätigkeiten als „exzellenter Manager“ bekannt gewesen und gehörte seit Längerem zu einem Pool von potenziellen CEO-Kandidaten, hieß es.

Sport

Tennis: Nadal-Aufholjagd im 1.000. Match

Rafael Nadal hat beim ATP-Masters-Turnier in Miami gestern (Ortszeit) sein 1.000. Karrierematch bestritten. Der Spanier verlor im Jubiläumsspiel gegen den Deutschen Philipp Kohlschreiber den ersten Satz mit 0:6, kämpfte sich aber zurück und feierte seinen 822. Sieg.

Der 30-Jährige ist nun einer von elf Spielern, die 1.000 oder mehr Matches auf der ATP-Tour bestritten haben. Angeführt wird diese Liste von Jimmy Connors. Neben Nadal gibt es nur noch zwei weitere aktive Spieler mit dieser Marke.

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Formel 1: Vettel erlöst Ferrari mit Genuss

Ferrari ist dank Sebastian Vettel zum Auftakt der neuen Saison in Australien nach 18-monatiger Durststrecke wieder auf die Siegerstraße eingebogen. Dank einer taktischen Meisterleistung hielt der Deutsche gestern in Melbourne die Mercedes-Boliden auf Distanz. Der Triumph in Melbourne war für Vettel nicht nur Erleichterung und Genuss, sondern auch die Belohnung für die Arbeit des Teams im Winter. „Dieser Sieg ist für euch alle“, jubelte der vierfache Weltmeister in Richtung seines Rennstalls.

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Chronik

Tausende Australier fliehen vor Zyklon „Debbie“

Wegen eines drohenden Wirbelsturms haben an Australiens Nordostküste heute mehrere tausend Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Zyklon „Debbie“ bewegt sich auf die Gemeinden Townsville und Bowen im Bundesstaat Queensland zu und bringt Geschwindigkeiten von bis 240 km/h auf. Vermutet wird, dass er morgen Früh Ortszeit (heute Abend MESZ) auf die Küste trifft.

Karte zeigt den Zyklon "Debbie" vor der Küste Australiens

OSM/ORF.at

Mehr als 5.500 Menschen mussten ihre Häuser räumen. Australiens Premierminister Malcolm Turnbull appellierte an alle Betroffenen, den Anordnungen der Behörden Folge zu leisten. „Wenn Sie eine offizielle Aufforderung erhalten haben, Ihr Haus zu verlassen, müssen Sie und Ihre Familie das unverzüglich tun.“ Befürchtet wird, dass der Sturm auf die Küste trifft, wenn gerade Flut ist. Das könnte auch noch zu erheblichen Überschwemmungen führen.

IT

NATO investiert Milliarden in Internetsicherheit

Die NATO will in den kommenden drei Jahren in die Modernisierung ihrer Satelliten und Informationstechnologie drei Milliarden Euro pumpen. Damit solle auf Bedrohungen wie Hackerangriffe reagiert werden, sagte heute ein hochrangiger NATO-Vertreter.

Allein 1,7 Milliarden Euro sollen in die Satellitenkommunikation fließen, um sowohl Bodentruppen und Schiffe als auch Drohnen besser unterstützen zu können. Unklar blieb zunächst, ob die Mittel auch den Aufbau eines neuen Satellitenprogramms umfassen oder die existierenden Systeme modernisiert werden sollen.

Daneben sollen den Angaben zufolge rund 800 Millionen Euro dafür ausgegeben werden, das Computersystem für die Raketenabwehr zu erneuern. Mit rund 70 Millionen Euro sollen die 32 Hauptstandorte des Bündnisses besser gegen Cyberangriffe geschützt werden. In den vergangenen drei Jahren hat die NATO nach eigenen Angaben eine Verdreifachung verdächtiger Aktivitäten in ihrem Netzwerk beobachtet.

Hacker luden Kinderpornos auf PC von Milos Zeman

Unbekannte Hacker haben Kinderpornofotos auf dem Computer des tschechischen Präsidenten Milos Zeman installiert. „Ich habe den Computer eingeschaltet und knapp zehn Sekunden ungläubig geschaut, was da geschieht, bevor mir aufgegangen ist, dass es ein Hackerangriff ist“, sagte der Präsident in einem Interview.

Das berichtete die Zeitung "Pravo" (Montag-Ausgabe). IT-Fachleute des Präsidialamtes hätten den Angriff bis in den US-Bundesstaat Alabama zurückverfolgt. „Da ziehen wir mit einer Strafanzeige am kürzeren Hebel“, so Zeman.

Wiederholt Angriffe

Es ist nicht der erste Cyberangriff auf tschechische Politiker: Anfang 2016 knackten Hacker das E-Mail-Konto des tschechischen Regierungschefs Bohuslav Sobotka. Zuvor hatten Unbekannte falsche Kurznachrichten von seinem Twitter-Zugang gesendet. Im Oktober 2013 tauchten auf den Websites der von Zeman gegründeten Partei der Bürgerrechte (SPO) pornografische Fotos auf.

Zeman gilt als islamkritisch und russlandfreundlich. Er fordert ein Ende der EU-Sanktionen gegen Moskau. Der 72-Jährige will Anfang kommenden Jahres für eine zweite fünfjährige Amtszeit kandidieren.

Science

Historiker Weiß: Die neue Rechte und der IS

Der renommierte deutsche Historiker Volker Weiß hat mit „Die autoritäre Revolte“ ein Buch über das Erstarken rechter politischer Kräfte in Europa verfasst und findet darin neben Parallelen zum IS auch zahlreiche historische Kontinuitäten.

Weiß: Im Kampf gegen die neue Rechte zählen die gleichen Werte wie im Kampf gegen den Islamismus.

Weiß macht in seinem Buch deutlich, dass sich die neue Rechte im Kern nur unwesentlich von der alten Rechten unterscheidet. So sei die Umdefinition von Begriffen wie Demokratie immer schon Teil rechter Propaganda gewesen. Weiß: „Man hat es geschafft, die Institutionen, die Medien als eine volksfeindliche Verschwörung aufzubauen, die man zu umgehen hat, um den eigentlichen Volkswillen wiederherzustellen.“

Religion

D: Fast jeder zweite Muslim in Flüchtlingshilfe aktiv

In der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe engagieren sich viele Gläubige. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die größte Gruppe der Helfer in Deutschland dabei Muslime sind. Sie könnten so zu wichtigen Brückenbauern werden, sagen Experten.

Die heute vorgestellten Daten sind Auftakt einer geplanten Reihe von Veröffentlichungen, auch Zahlen über Österreich sollen folgen.

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Kultur

Wong-Kar-Wai-Film über Mord an Gucci-Erben

Der chinesische Regisseur Wong Kar-Wai (58, „In the Mood for Love“) dreht einen Film über den Mord an Maurizio Gucci, Erbe des luxuriösen Modeimperiums Gucci. Laut italienischen Medien übernimmt die Schauspielerin Margot Robbie („Suicide Squad“) die Rolle von Guccis Ehefrau Patrizia Reggiani, die für den Mord im Jahr 1995 verurteilt wurde.

Die „schwarze Gucci-Witwe“ wurde 1999 zu 26 Jahren Gefängnis verurteilt, von denen sie allerdings nur 16 Jahre hinter Gittern verbrachte. Seit Februar ist sie wieder in Freiheit. Sie hatte 1995 Maurizio Gucci von einem Auftragsmörder in Mailand töten lassen. Der Erbe des toskanischen Modehauses hatte Reggiani einige Jahre zuvor für eine jüngere Geliebte verlassen.

Wong drehte zuletzt „The Grandmaster“ (2013) über den Kung-Fu-Meister Ip Man. Der Film über den Mord an Gucci ist seit vielen Jahren in Planung; zunächst sollte Ridley Scott („The Martian“) das Projekt realisieren. Angelina Jolie, Penelope Cruz und Leonardo DiCaprio kamen immer wieder als Hauptdarsteller ins Gespräch.

Leipzig: Besucherrekord für „europäische“ Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse ist gestern mit einem Rekordbesuch von 285.000 zu Ende gegangen. Ein weiteres Indiz dafür, dass es der Buchbranche wirtschaftlich momentan gutgeht.

Mit Vereinfachungen ist auch in der heutigen Zeit kein Staat zu machen: Das ist die zentrale Erkenntnis der Sachbücher der Buchmesse.

Die Frage danach, was Europa ist und sein will, prägte die Buchmesse wesentlich. Der Schweizer Autor Adolf Muschg ist seit jeher ein entschiedener Proeuropäer, wie er im Interview mit der ZIB sagte: „Europa ist mehr als eine Freihandelszone. Für mich ist Europa der Versuch grundverschiedener Menschen, im Zeichen ihrer Verschiedenheit zusammenzuleben.“

Wo das Fahrrad laufen lernte

Die deutsche Stadt Mannheim ist der Geburtsort des Fahrrads. Dort unternahm der Erfinder Karl Drais im Jahr 1817 die erste Ausfahrt mit dem Laufrad, aus dem sich das moderne Fahrrad entwickelte. Die Stadt steht nicht nur im Mittelpunkt der 200-Jahr-Feierlichkeiten der Radwelt - sondern hält der Welt einen Spiegel vor, was Verkehrsplanung betrifft.

Trotz des historischen Erbes waren Mannheims Straßen jahrzehntelang auf den Autoverkehr ausgelegt. Erst seit ein paar Jahren versucht die Stadtverwaltung, mit einem 21 Punkte umfassenden Konzept gegenzusteuern und Radfahrern mehr Raum zu geben.

Mehr dazu in Baustellen und Bewusstseinsbildung

Lifestyle

„Dancing Stars“: Countdown zur Show läuft

Wer kann nicht auf die Tiroler Berge verzichten, und wer will sich notfalls in den Alkohol flüchten? Ein Video zeigt, was die diesjährigen Kandidaten, die schon fleißig im Tanztraining sind, in ihren imaginären „Dancing Stars“-Koffer packen würden, um die abenteuerliche Reise unbeschadet zu überstehen. Die elfte Staffel des ORF-Tanzevents startet am Freitag um 20.15 Uhr in ORF eins.

Mehr dazu in dancingstars.ORF.at

Panorama

United Airlines erntet Kritik mit Leggings-Verbot

Die US-Fluggesellschaft United Airlines hat zwei Teenagern den Einstieg ins Flugzeug verboten, weil sie Leggings getragen haben. Damit löste die Airline einen Sturm der Empörung aus. „Das Vorgehen von United gegen Leggings ist etwas, das ich von den Taliban erwarten würde, nicht von einer großen westlichen Fluggesellschaft“, meinte ein Nutzer im Kurznachrichtendienst Twitter.

Die beiden Mädchen waren laut Medienberichten auf dem Flughafen von Denver im US-Bundesstaat Colorado am Gate zurückgewiesen worden. Ein weiteres Mädchen habe ein Kleid über seine Leggings gezogen, um an Bord gehen zu dürfen.

Airline verteidigt sich

Die Twitter-Nutzerin Shannon Watts, die zu dem Zeitpunkt ebenfalls auf dem Flughafen war, hatte auf den Vorfall aufmerksam gemacht und das Vorgehen der Airline als sexistisch denunziert. „Seit wann kontrolliert @united die Kleidung von Frauen?“, fragte Watts, die schon als Aktivistin gegen Waffengewalt in dem Netzwerk bekannt ist, wo sie knapp 34.000 Anhänger hat.

Die Fluggesellschaft verteidigte unterdessen ihr Vorgehen auf Twitter und auf ihrer Website. Bei den Mädchen habe es sich um Besitzerinnen eines besonderen Ausweises für Angehörige und Freunde von United-Airlines-Mitarbeitern gehandelt, für die ein besonderer Dresscode gelte. Für reguläre Kunden hätten die Kleidervorschriften keine Gültigkeit. Hier hieße es: „Ihre Leggings sind willkommen!“