Ausland

Poroschenko kündigt Verhandlungen mit Rebellen an

Die ukrainische Regierung und die Aufständischen im Osten der Ukraine haben für den Mittwoch und den Freitag dieser Woche Friedensverhandlungen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbart. Das gab der ukrainische Präsident Petro Poroschenko heute in Kiew bekannt. Peroschenkos Erklärung folgte auf eine Telefonkonferenz, an der neben dem ukrainischen Präsidenten und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auch der französische Präsident Francois Hollande und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel beteiligt waren.

Die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine sagten umgehend ihre Teilnahme zu. Die Friedensgespräche waren zuletzt immer wieder verschoben worden, weil sich die Konfliktparteien entweder nicht auf einen Zeitpunkt oder eine Tagesordnung einigen konnten. Zuletzt hatte sich die Kontaktgruppe im September in Minsk getroffen. Zu diesem Gremium gehören auch Vertreter Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Große PEGIDA-Demo in Dresden, Gegendemo in München

Die Anti-Islam-Bewegung PEGIDA hat in Dresden weiter Zulauf. Bei ihrer zehnten Demonstration in Folge mobilisierten die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (PEGIDA) heute Abend in Dresden nach Schätzungen der Polizei rund 17.000 Menschen - 2.500 mehr als vor einer Woche. Etwa 4.500 Gegendemonstranten zogen lautstark durch die Stadt, rund 400 Menschen versammelten sich zu einem ökumenischen Friedensgebet in der Kreuzkirche. Das PEGIDA-Bündnis hatte zum „gemeinsamen Weihnachtsliedersingen“ vor der Semperoper eingeladen, um erneut gegen eine vermeintliche „Überfremdung“ Deutschlands mobilzumachen.

Doch auch der sichtbare Protest gegen die islamfeindliche Bewegung in Deutschland wächst: In München gingen laut Polizei mindestens 12.000 Menschen zu einer friedlichen Demonstration gegen PEGIDA auf die Straße. Zu der Kundgebung vor der Oper hatte ein breites Bündnis aus Parteien, kirchlichen Gruppen, Künstlern und Flüchtlingsorganisationen aufgerufen. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte: „Diese Demonstration heute Abend zeigt München von seiner besten Seite: Hier stehen Tausende Menschen gemeinsam auf gegen Rassismus und Ausgrenzung.“

Mindestens 20 Tote bei Bombenanschlag in Nigeria

Bei einem Bombenanschlag auf einen Busbahnhof im Nordosten Nigerias sind heute mindestens 20 Menschen getötet worden. Die Suche nach weiteren Opfern dauere an, sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes in Gombe.

Im Nordosten Nigerias tobt seit Jahren ein Kampf zwischen den Sicherheitskräften und der Islamistengruppe Boko Haram. Deren Kämpfer verwüsteten am Wochenende die Ortschaft Geidam und eroberten das Haus des Gouverneurs des Bundesstaates Yobe, Ibrahim Geidam.

Auf dem Dukku-Busbahnhof in Gombe sei ein Sprengsatz in die Luft gegangen, sagte der Rotkreuz-Verantwortliche für den Bundesstaat, Abubakar Yakubu Gombe. „Das Rote Kreuz hat 20 Leichensäcke herbeigebracht, die alle benutzt wurden.“ Er sprach von 18 Schwerverletzten.

Essebsi gewinnt die Präsidentenwahl in Tunesien

Der langjährige Regierungspolitiker Beji Caid Essebsi hat die erste demokratische Präsidentenwahl in Tunesien gewonnen. Das teilte die Wahlkommission heute in Tunis mit.

Laut dem amtlichen Ergebnis erhielt der 88-Jährige 55,68 Prozent der Stimmen. Sein Konkurrent Moncef Marzouki erreichte 44,32 Prozent.

Proteste gegen Weggefährten Essebsis

Fast vier Jahre nach dem Sturz des autokratischen Machthabers Zine El-Abidine Ben Ali galt die Wahl als letzter Schritt der Demokratisierung des nordafrikanischen Landes, in dem der „arabische Frühling“ seinen Anfang nahm.

Essebsi ist allerdings ein ehemaliger Weggefährte Ben Alis. Daher gab es auch schon Proteste, nachdem sich der ehemalige Parlamentspräsident bereits am Vorabend zum Sieger erklärt hatte, obwohl noch keine Ergebnisse vorlagen.

Referendum: Ermittlungen gegen katalanischen Premier

Die spanische Justiz ermittelt gegen den Regierungschef von Katalonien, Artur Mas, wegen der jüngsten Volksbefragung zur Unabhängigkeit der Region. Der oberste katalanische Gerichtshof entschied heute in Barcelona, die Klagegesuche der Staatsanwaltschaft und mehrerer Organisationen zuzulassen.

Die Ermittlungen richten sich gegen Mas, dessen Stellvertreterin Joana Ortega und die katalanische Bildungsministerin Irene Rigau. Ihnen werden Unterschlagung öffentlicher Gelder, Ungehorsam, Rechtsbeugung und Amtsanmaßung zur Last gelegt.

Nach einem Veto des spanischen Verfassungsgerichts gegen ein in Katalonien geplantes Unabhängigkeitsreferendum hatte die Regierung der Region im Nordosten Spaniens eine unverbindliche Befragung anberaumt. Diese wurde ebenfalls gerichtlich verboten, fand aber trotzdem am 9. November statt.

Zwei Millionen Menschen - mehr als ein Drittel der stimmberechtigten Katalanen - nahmen teil. Gut 80 Prozent sprachen sich dabei für eine Abspaltung der Region von Spanien aus.

Obdachlosen erschossen: Keine Anklage gegen US-Polizisten

In den USA gibt es eine weitere Justizentscheidung, die die seit Monaten anhaltende Debatte über Rassismus bei der Strafverfolgung anheizen dürfte: Der Polizist Christopher Manney aus Milwaukee, der am 30. April den Schwarzen Dontre Hamilton erschossen hat, werde nicht angeklagt, entschied heute der Staatsanwalt John Chisholm. Manney habe die Schüsse damals bei einem Akt „legitimer Selbstverteidigung“ abgefeuert, folgerte Chisholm aus Zeugenaussagen und Indizien.

Manney wurde damals von Angestellten eines Cafes in Milwaukee zur Hilfe gerufen, die sich durch den 31-jährigen Hamilton gestört fühlten, der in einem benachbarten Park schlief. Als der Polizist den schwarzen, offenbar obdachlosen Mann festnehmen wollte, entwickelte sich ein Handgemenge. Der Polizist feuerte insgesamt 14 Schüsse ab.

Serie von Zwischenfällen

Eine Serie von Zwischenfällen mit tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze hat zu scharfen Rassismusvorwürfen gegen die Justiz und Strafverfolgung geführt. Am Samstag erschoss dann ein 28-jähriger Schwarzer in New York zwei Polizisten ohne jede Vorwarnung in ihrem Streifenwagen. Im Internet hatte der Täter offenbar zuvor Rache für die tödlichen Polizeischüsse auf unbewaffnete Schwarze in den vergangenen Monaten angekündigt.

Die Todesfälle hatten für Empörung gesorgt und zu landesweiten Massenprotesten geführt. In mehreren Fällen von tödlicher Polizeigewalt wurde die Strafverfolgung der Täter von sogenannten Grand Jurys gestoppt, die überwiegend aus weißen Laienrichtern bestanden.

Auslöser der Proteste waren erst die Tötung des 18-jährigen Michael Brown in Ferguson im August und die des sechsfachen Familienvaters Eric Garner im Juli in New York. Beide waren unbewaffnet - ebenso wie der im November in Cleveland getötete zwölfjährige Tamir Rice, dem eine Spielzeugwaffe zum Verhängnis wurde. Im November wurde zudem der unbewaffnete Schwarze Akai Gurley von einem Polizisten in Brooklyn erschossen.

Inland

Bundesheerreform: Weitere Verhandlungen

Die Verhandlungen über die Bundesheerreform dürften morgen fortgesetzt werden. Gespräche zwischen SPÖ und ÖVP heute Abend haben nach APA-Informationen noch zu keiner Lösung geführt.

Beide Seiten zeigten sich willens, die Gespräche morgen fortzusetzen. Man peilt ja eine Einigung noch vor Weihnachten an. Inhaltlich drang vorerst noch nichts nach außen.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hatte zuvor den Vorwurf von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) zurückgewiesen, dass sich die Verhandlungen über die Bundesheerreform seit Wochen im Kreis drehen: „Da geht’s ja nicht um den Kauf einer Waschmaschine, sondern um die Sicherheit der Republik“, meinte sie am Rande einer Pressekonferenz.

Asyl: Antragsplus weiter bei über 100 Prozent

Die Zahl der Asylanträge steigt weiter. Die nun öffentlichen Zahlen für den November zeigen ein Plus von 125,8 Prozent. Das heißt, alleine in diesem Monat gab es 3.507 Asylansuchende, während es im Vorjahr 1.553 Antragsteller waren.

Ob die räumlichen Kapazitäten ausreichen, um die Flüchtlinge über die Weihnachtsferien einigermaßen adäquat unterzubringen, wollte man im Innenministerium zuletzt nicht endgültig beurteilen. Dem Vernehmen nach dürfte man zumindest über die Feiertage kommen, ohne Zeltstädte errichten zu müssen.

Insgesamt ist der Anstieg der Asylzahlen heuer jedenfalls beträchtlich. Bis inklusive November wurde insgesamt ein Plus von 43,1 Prozent bei den Anträgen verzeichnet. Aktuell verschärft wird die Lage aber dadurch, dass sich dieser Anstieg im Wesentlichen in der zweiten Jahreshälfte abgespielt hat und hier beispielsweise im September ein Plus von 149,8 oder eben im November von 125,8 Prozent registriert wurde.

Zu Jahresbeginn hatte zumindest auf dem Papier noch nichts auf eine derartige Entwicklung hingedeutet. Im Februar, April und Juni waren die Asylzahlen im Vergleich zu 2013 sogar zurückgegangen.

Anstieg bei Syrern und Afghanen

Seitens der offiziellen Stellen wird der Flüchtlingsansturm stets mit dem Bürgerkrieg in Syrien argumentiert. Das ist nicht falsch, aber auch nicht die ganze Wahrheit. Denn auch bei der zweitstärksten Gruppe, Asylwerbern aus Afghanistan, ist die Zahl der Anträge stark angestiegen.

An der Spitze der Rangliste stehen freilich die Syrer mit knapp 7.000 Asylansuchen in den ersten elf Monaten des Jahres. Zum Vergleich: Im vorigen Jahr waren es inklusive November bloß 1.700. Von Bürgern Afghanistans wurden heuer gut 4.000 Anträge gestellt. Im vergangenen Jahr waren es zum selben Zeitpunkt rund 2.300.

NGOs wollen Schulterschluss

Hilfsorganisationen fordern einen Schulterschluss sämtlicher politischer Entscheidungsträger, um die Unterbringung von Flüchtlingen zu gewährleisten. Die Aufnahme und Versorgung Schutzsuchender sei eine völker- und europarechtliche Verpflichtung und eine staatliche Aufgabe, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von der Caritas, der Diakonie, dem Roten Kreuz, dem SOS Kinderdorf und der Volkshilfe.

Es brauche endlich eine vorausschauende, strategische Planung, um die Grundversorgung aller Asylwerber in den kommenden Monaten sicherzustellen, verlangen die Hilfsorganisationen - die auch einen Appell der Regierung an die Gemeinden, Unterbringungsplätze zu schaffen, explizit unterstützen.

Allerdings verlangt man auch von der Regierung Aktivitäten. So sei mit den bestehenden Tagessätzen eine adäquate und menschenwürdige Unterbringung und Betreuung für Flüchtlinge nicht möglich.

Islamgesetz: Ostermayer teilweise gesprächsbereit

Nach der Ablehnung auch des überarbeiteten Regierungsentwurfs für ein neues Islamgesetz durch den Schura-Rat der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat der zuständige Minister Josef Ostermayer (SPÖ) heute Gesprächsbereitschaft signalisiert - allerdings nur in der Frage des Entzugs der Rechtspersönlichkeit. Ein allgemeines Vetorecht sprach er der IGGiÖ ab.

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Sport

Chronik: Boxszene trauert um Klitschko-Trainer Sdunek

Einer der größten Boxtrainer Deutschlands ist gestorben: Fritz Sdunek wurde 67 Jahre alt, er starb heute in einem Hamburger Krankenhaus an den Folgen eines Herzinfarktes. „Ich bin total schockiert. Damit geht der Boxwelt eine große Persönlichkeit verloren“, sagte Thomas Pütz, der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB).

Sdunek hatte mehrere Boxer zu Weltmeisterehren geführt, unter ihnen die ukrainischen Brüder Wladimir und Witali Klitschko sowie die Deutschen Dariusz Michalczewski und Felix Sturm.

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Ski alpin: Görgl - Leidenschaft ohne Ablaufdatum

Nach ihrem Doppelsieg beim Super-G in Val d’Isere haben sich die ÖSV-Damen zufrieden in die Weihnachtspause verabschiedet - allen voran die knapp 34-jährige Elisabeth Görgl, die vor Anna Fenninger gewann und zugleich Michaela Dorfmeister als bisher älteste Siegerin der alpinen Weltcup-Geschichte ablöste.

„Es ist die Liebe zum Skisport, die ich von klein auf habe und die Leidenschaft für den Beruf, die mich motiviert“, sagte die Steirerin nach ihrem insgesamt siebenten Sieg in ihrer 15. vollen Weltcup-Saison - ein Ende ist vorerst nicht absehbar.

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Wirtschaft

IWF: Ölpreisverfall wie „Fitnessspritze“ für Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem kräftigen Konjunkturschub durch anhaltend niedrige Ölpreise. Die Weltwirtschaft könnte im kommenden Jahr um bis zu 0,7 Prozentpunkte stärker wachsen als bisher erwartet, erklärten IWF-Ökonomen heute in einem Blog.

Sie gehen davon aus, dass die Ölpreise nach dem drastischen Rückgang in den vergangenen Monaten dauerhaft tief bleiben werden. „Insgesamt betrachten wir das als Fitnessspritze für die globale Konjunktur“, erläuterten IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard und Rohstoffexperte Rabah Arezki. Ihre aktuelle Wachstumsprognose liegt bei 3,8 Prozent. Durch den Ölpreiseffekt könnten 0,3 bis 0,7 Prozentpunkte hinzukommen.

China profitiert

Starke Auswirkungen erwarten die beiden Ökonomen insbesondere für China, dessen Wirtschaft nach ihrer bisherigen Schätzung 2015 um 7,1 Prozent wachsen wird. Hier sehen sie ein zusätzliches Potenzial von 0,4 bis 0,7 Prozentpunkten und für 2016 sogar von 0,5 bis 0,9 Prozentpunkten.

Nach Ansicht der IWF-Experten ist der Ölpreisrückgang zu größten Teilen auf die gute Versorgungslage zurückzuführen. Zugleich warnen sie allerdings auch, der Preisverfall erhöhe die Risiken für die Stabilität im Finanzwesen, unter anderem wegen des Wechselkurseinbruchs in Ölförderländern wie Russland.

Ungeachtet des sinkenden Ölpreises wollen die meisten Ölexportländer die Fördermengen weiterhin nicht drosseln. Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Naimi sagte in einem Interview, er habe die übrigen Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) überzeugt, dass es nicht im Interesse der Gruppe liege, die Produktion zu kürzen, ganz gleich, wie weit der Preis falle.

Streiks bei Amazon in Deutschland gehen weiter

Mitten im umsatzstarken Weihnachtsgeschäft setzen Beschäftigte des Onlinehändlers Amazon morgen ihre Streiks in Deutschland fort. Betroffen sind laut Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erneut die beiden Versandlager in Bad Hersfeld sowie die Lager in Leipzig, Rheinberg und Graben.

Der Streik läuft mit kurzer Unterbrechung die zweite Woche und soll bis 24. Dezember dauern. Inzwischen sind laut ver.di auch Amazon-Beschäftigte in Frankreich in den Streik getreten.

In Deutschland hatten sich am Vortag nach Gewerkschaftsangaben 2.000 Beschäftigte an dem Ausstand beteiligt. Amazon sprach von weniger als 1.850 Streikenden. In den insgesamt neun deutschen Amazon-Verteilzentren arbeiten nach Unternehmensangaben in der Vorweihnachtszeit rund 20.000 Menschen.

Der Tarifkonflikt zwischen Amazon Deutschland und der Gewerkschaft dauert schon seit Mai 2013. Ver.di will den deutschen Ableger des US-Giganten Amazon zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zu den besseren Bedingungen des Einzel- und Versandhandels zwingen. Amazon lehnt das weiterhin strikt ab und verweist darauf, dass die Bezahlung der Mitarbeiter sich am oberen Bereich der Logistikbranche orientiert.

ZIB2

Livegespräch mit Jürgens-Weggefährten Hannes Jagerhofer

Nach dem überraschenden Tod von Udo Jürgens ist die Anteilnahme groß. Weltweit trauern Fans, Freunde und Kollegen um einen Ausnahmemusiker. Live zu Gast in der ZIB2 ist Hannes Jagerhofer, langjähriger Freund und Weggefährte von Udo Jürgens.

Einkommensbericht

Frauen verdienen weniger als Männer. Der jüngste Einkommensbericht des Rechnungshofs zeigt, dass sich an diesem geschlechtsbedingten Unterschied wenig ändert. Angelika Ahrens und Julian Paschinger versuchen, eine Antwort auf die Frage zu finden, warum das so ist.

Papst-Kritik

Papst Franziskus übt ungewöhnlich scharfe Kritik an der Führungsriege der katholischen Kirche. Die Vatikan-Verwaltung leide an „geistlichem Alzheimer“ und Machstreben, klagte der Papst bei einer Weihnachtsansprache. Gleichzeitig bat er auch um Vergebung für Skandale in der katholischen Kirche.

Zehn Jahre nach dem Tsunami

Am 26. Dezember jährt sich die Flutkatastrophe in Ostasien zum zehnten Mal. Bei diesem drittstärksten je gemessenen Beben und der darauf folgenden Flutwelle starben 230.000 Menschen. Robert Uitz hat zehn Jahre danach Banda Aceh in Indonesien besucht. Diese Stadt liegt nahe dem damaligen Epizentrum des Bebens.

Die perfekte Stadt

Es gibt sie tatsächlich - die perfekte Stadt. In Florida wurde in den 90er Jahren die Kleinstadt Celebration aus dem Boden gestampft. Sie sollte dem Ideal einer Stadt möglichst nahe kommen. Alles ist streng geregelt: von der Farbe der Vorhänge bis zur Form der Postkästen. Doch die heile Welt hat im Lauf der Jahre einige Kratzer bekommen, berichtet Christian Staudinger.

ZIB2 mit Tarek Leitner, 22.00 Uhr, ORF2

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Textfassung: Zeit im Bild

Chronik

Unfall mit Müllwagen in Glasgow: Sechs Tote

In Glasgow ist heute ein Müllwagen in eine Menge von vorweihnachtlichen Käufern gerast und hat mindestens sechs Menschen tödlich verletzt. Wie die Polizei der größten schottischen Stadt weiter mitteilte, wurden bei dem tragischen Unglück auf dem George Square zudem mindestens sieben Menschen schwer verletzt. Drei Tage vor Weihnachten waren die Straßen voller Menschen, die Geschenke einkauften.

Laut Polizei handelte es sich bei dem Unglück offenbar nicht um eine „kriminelle oder absichtliche Handlung“. Es gebe keine Hinweise auf eine „böse“ Absicht. Medien berichteten, der Fahrer habe einen Herzinfarkt erlitten.

Kontrolle über Fahrzeug verloren

Der Lastwagen raste noch rund 300 Meter weit durch die Straßen zwischen dem Museum für Moderne Kunst (GOMA) und dem Millenium Hotel, wo er zahlreiche Menschen verletzte. „Der Fahrer des Müllwagens hat die Kontrolle über das Fahrzeug verloren“, sagte die Augenzeugin Melanie Greg. „Er hat alle über den Haufen geworfen als seien es Kegel.“

Die Polizei teilte mit, insgesamt seien mehr als zehn Rettungswagen eingesetzt worden. Die Opfer seien alle ins Southern General Hospital gebracht worden, auch der Fahrer. Die Regierungschefin von Schottland, Nicola Sturgeon, twitterte, ihre Gedanken seien bei den „Opfern des furchtbaren Unfalls vom George Square“.

Kleinlaster fährt auf Markt in Nantes: Zehn Verletzte

Ein Autofahrer ist heute Abend mit einem Kleinlaster auf den Weihnachtsmarkt im westfranzösischen Nantes gefahren und hat dabei laut Polizeiangaben mindestens zehn Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer. Der Fahrer habe sich anschließend mit einem Messer mindestens eine Stichwunde zugefügt, verlautete aus Polizeiquellen. Der Mann sei schwer verletzt, hieß es. Es gebe keine Hinweise darauf, dass der 1970 geborene Fahrer religiöse Motive gehabt habe, sagte ein Polizeivertreter. Auch die Staatsanwältin sagte, es handle sich definitiv nicht um einen „Terrorakt“.

Ähnlicher Vorfall gestern

Erst gestern Abend war ein psychisch kranker Autofahrer im ostfranzösischen Dijon gezielt in mehrere Fußgängergruppen gerast. Dabei hatte er 13 Menschen teils schwer verletzt. Weil der Täter bei seiner Festnahme „Allah Akbar“ gerufen hatte, war zeitweise ein islamistischer Hintergrund befürchtet worden. Der Täter war laut Staatsanwaltschaft in den vergangenen Jahren 157-mal freiwillig in psychiatrischer Behandlung. Der frühere Drogenabhängige soll unter einer „schweren Psychose“ leiden.

Messerattacke am Samstag

Als wahrscheinlich gilt dagegen ein islamistischer Hintergrund bei einer Attacke auf die Polizei am Samstag. Dabei hatte der 20-jährige Bertrand „Bilal“ N. - ebenfalls unter „Allah Akbar“-Rufen - mit einem Messer drei Polizisten in einem Kommissariat im zentralfranzösischen Joue-les-Tours angegriffen. Der Täter, der von der Polizei erschossen wurde, war zum Islam konvertiert und hatte wenige Tage vor der Tat das Bild einer Fahne der in Syrien und im Irak kämpfenden Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) auf seine Facebook-Seite gestellt.

Gesundheit

IT

Kultur

„Kultur.montag“: Haute Couture und Spitzentanz

Sie sind die wohl am besten gekleideten Balletttänzer der Welt: die Mitglieder des Corps de ballett der Wiener Staatsoper werden Jahr für Jahr von internationalen Stardesignern wie Valentino, Vivienne Westwood und Christian Lacroix für die Balletteinlagen des Neujahrskonzerts ausgestattet.

Für die nächste Ausgabe des kulturellen Großereignisses kommen die Tiroler Designerinnen von Elfenkleid und der aus Bulgarien stammende Petar Petrov zum Zug. „Kultur.montag“ präsentiert die Entwürfe und zeigt erste Ausschnitte aus den Balletteinlagen.

Mehr dazu in tv.ORF.at

Lifestyle

Spaniens Lotterie schüttet Milliardengewinne aus

Geldregen über Spanien: Zwei Tage vor Weihnachten hat die traditionelle Weihnachtslotterie dem krisengeschüttelten Land zu einer vorzeitigen Bescherung verholfen.

Bei der heutigen Ziehung im Madrider Opernhaus Teatro Real wurden Gewinne von insgesamt 2,2 Milliarden Euro ausgeschüttet. Die vor über 200 Jahren geschaffene Lotterie ist die größte und älteste der Welt.

Wie die staatliche Lotteriegesellschaft LAE mitteilte, gaben die Spanier in diesem Jahr 4,6 Prozent mehr Geld für Lose aus als 2013. Damit wurde der von der Wirtschaftskrise ausgelöste Abwärtstrend gestoppt. Davor waren die Ausgaben für Lose der Weihnachtslotterie sechs Jahre lang ständig zurückgegangen.

Gewinnerlos 160-mal verkauft

Der Hauptgewinn, genannt „El Gordo“ („Der Dicke“), fiel auf die Lose mit der Nummer 13.437. Lose mit dieser Nummer waren in verschiedenen Gegenden Spaniens verkauft worden, unter anderem in Madrid, Cadiz, Murcia und La Rioja. Der Gewinn für „El Gordo“ beträgt vier Millionen Euro für ein ganzes Los. Er wird 160-mal ausgezahlt, da von jeder Nummer 160 Lose verkauft wurden.

In der Praxis kaufen die Spanier jedoch in der Regel keine ganzen Lose zu einem Preis von jeweils 200 Euro, sondern geben sich mit Zehntellosen für je 20 Euro zufrieden. Für die gibt es dann auch nur ein Zehntel des Gewinns - also 400.000 Euro.

Leute

Jackie Chans Sohn wegen Drogenvergehen angeklagt

Der Sohn des Schauspielers Jackie Chan ist in Peking wegen Drogenvergehen angeklagt worden. Der 32-jährige Jaycee Chan habe anderen für Drogenkonsum Unterschlupf gewährt, warfen ihm die Ermittler vor, wie die Staatsanwaltschaft im Internet mitteilte. Im schlimmsten Fall könnte Chan dafür mit drei Jahren Haft bestraft werden.

Der Schauspieler und Stuntman Chan (60) aus Hongkong genießt in China großes Ansehen. 2009 wurde der Hollywood-Star zum „Botschafter“ einer Drogenbekämpfungskampagne der chinesischen Polizei erkoren, um die Öffentlichkeit über die Gefahren von Drogen aufzuklären.

Der 60-Jährige, der sich wiederholt hinter die Politik der kommunistischen Führung in Peking gestellt hat, verfolgt lukrative Werbeverträge in China und ist auf vielen Werbeplakaten zu sehen.