Ausland

Türkei: Neue Festnahmen in Polizei wegen Abhöraffäre

In der Türkei sind erneut mehrere Polizisten unter dem Vorwurf regierungsfeindlicher Aktivitäten festgenommen worden. Ihnen werde vorgeworfen, in illegale Abhöraktionen gegen den damaligen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan verwickelt gewesen zu sein, berichtete heute die Zeitung „Hürriyet“.

Unter den 18 Verdächtigen sind demnach auch der frühere Leiter des Polizeigeheimdienstes, Ömer Altiparmak, und der ehemalige Vizechef der Polizei in Ankara, Lokman Kircili.

Machtkampf im Hintergrund

Seit Juli wurden in Zusammenhang mit der Affäre bereits mehrere Dutzend Polizisten festgenommen. Einige ranghohe Beamte wurden unter anderem wegen Spionage und Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Den Festgenommenen wird zur Last gelegt, als Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen parallele Strukturen im Staatsapparat gebildet und einen Sturz der Regierung angestrebt zu haben.

Die Festnahmen stehen in Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen gegen Erdogan und seine Regierung, die im Dezember publik wurden. Sie sollen durch das Abhören Hunderter Telefongespräche aufgedeckt worden sein. Die Informationen wurden anschließend über Soziale Netzwerke veröffentlicht.

Der Ende August ins Präsidentenamt gewechselte Erdogan, der die Vorwürfe vehement bestreitet, entließ in diesem Zusammenhang bereits Tausende Polizisten und Staatsanwälte.

EU-Parlament: Ausschüsse stimmen für Bulc und Sefcovic

Die beiden zuständigen Fachausschüsse des Europaparlaments haben heute in Straßburg den noch nicht befürworteten Kommissarskandidaten Violeta Bulc und Maros Sefcovic ihre Zustimmung erteilt.

Die erst kurzfristig für die gescheiterte Alenka Bratusek nachnominierte Bulc soll Verkehrskommissarin werden. Sefcovic ist als Vizepräsident für die Energieunion vorgesehen.

Eine formelle Abstimmung sei in beiden Fällen nicht notwendig gewesen, bestätigte eine Sprecherin des EU-Parlaments der APA. Beide waren gestern Abend dem Parlament drei Stunden lang Rede und Antwort gestanden. Die Hearings sollen heute Abend vom Treffen der Präsidenten des Europaparlaments offiziell für beendet erklärt werden. Die Abstimmung über die neue Kommission von Jean-Claude Juncker ist für morgen vorgesehen.

Italien: Populist Grillo fordert Abschiebung von Migranten

Der Gründer von Italiens populistischer Oppositionsbewegung Fünf Sterne, Beppe Grillo, ist wegen ausländerfeindlicher Aussagen ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. In seinem Blog forderte der Starkomiker aus Genua die Abschiebung der Migranten, die in Süditalien eintreffen.

„Immer mehr Rassismus und Epidemien“

„Migration ist kein Tabu, sondern ein Problem, das gelöst werden muss. Flüchtlinge sollen aufgenommen werden. Migranten, die kein Asylrecht haben, sollen dagegen in ihre Heimat zurückgeschickt werden“, forderte Grillo. „Wenn wir nicht sofort Maßnahmen ergreifen, werden wir in Italien immer mehr Rassismus und Epidemien haben. Möchten wir das?“, fragte der 66-Jährige.

Über 100.000 Migranten seien in den letzten Monaten in Italien eingetroffen. Wegen des islamistischen Terrorismus und der Konflikte in Nahost werde sich die Lage noch verschlechtern. Italien drohe wegen der Masseneinwanderung eine Ebola-Seuche.

„Wer nach langen Seefahrten in Italien eintrifft, ist ein Unbekannter. Er muss sofort identifiziert und medizinischer Kontrolle zum Schutz seiner eigenen Gesundheit und jener der Italiener unterzogen werden, die mit ihm in Kontakt kommen“, so Grillo.

PD übt scharfe Kritik

Die regierende Demokratische Partei (PD) von Premier Matteo Renzi beschuldigte Grillo, unbegründeten Alarm zu schlagen. „Grillo verbindet Flüchtlinge mit Krankheiten. Das ist verantwortungslos“, kritisierte der PD-Abgeordnete Edoardo Patriarca.

Inzwischen nimmt die Flüchtlingswelle in Richtung Süditalien kein Ende. Über 400 Flüchtlinge wurden seit gestern erneut von Schiffen der italienischen Marine vor Sizilien gerettet. Neun mutmaßliche Schlepper wurden festgenommen. Sie werden beschuldigt, einen moldawischen Tanker entführt zu haben, auf dem sie als Crewmitglieder angeheuert hatten. Mit dem Tanker sollen sie 323 Flüchtlinge nach Italien gebracht haben. Die Festgenommenen stammen aus Syrien, wie italienische Medien berichten.

Mysteriöses U-Boot: Schwedens Armee legte falsche Fährte

Die Suche nach dem mysteriösen Unterwasserobjekt vor der Küste Stockholms bekommt immer mehr Facetten. Zunächst war von einer Geheimdienstoperation zur Aufklärung die Rede, nun zeigt sich, dass offenbar sogar die Suche selbst geheim ist. Denn wie sich herausstellte, hat das schwedische Militär bewusst falsche Informationen über die Position gegeben, an der das angeblich russische U-Boot gesichtet worden sein soll. Die Streitkräfte räumten gestern Abend ein, dass das Foto, das sie tags zuvor veröffentlicht hatten, an einem anderen Ort aufgenommen wurde.

Mehr dazu in Reporter deckten Falschinformation auf

Inland

Schärfere Bestimmungen gegen Lohn- und Sozialdumping

Die Novelle des 2011 in Kraft getretenen Gesetzes gegen Lohn- und Sozialdumping wurde heute im Ministerrat beschlossen. Die Lohnkontrollen werden ausgeweitet, die Strafen bei fehlenden Lohnunterlagen hinaufgesetzt und die Verjährung neu geregelt. Es gibt auch Vereinfachungen bei den Arbeitszeitaufzeichnungen.

Die Gesetzesnovelle soll im November im Parlament beschlossen werden und am 1. Jänner 2015 in Kraft treten. „Mit dem Gesetz haben wir ein wirksames Instrument in der Hand, um unlauteren Wettbewerb zu unterbinden und faire Bedingungen für alle in Österreich aktiven Betriebe zu schaffen“, so Sozialminister Rudolf Hundsdorfer (SPÖ) nach dem Ministerrat.

Für FPÖ-Sozialsprecher Herbert Kickl löst die Novelle das „Grundproblem“ des „ungehinderten Zugangs von ausländischen Arbeitskräften“ freilich nicht. Er fordert „sektorale Beschränkungen“ etwa im Baugewerbe.

U-Ausschuss: Faymann zufrieden, Schelling gelassen

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) ist mit der Einigung auf die Reform der Untersuchungsausschüsse zufrieden. „Ein guter Tag für die Entwicklung der demokratischen Kontrolle“ sei das gewesen, sagte Faymann heute nach dem Ministerrat. Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) zeigte sich angesichts des nun absehbaren U-Ausschusses zur Hypo Alpe-Adria gelassen.

Dass ein U-Ausschuss die rechtlichen Auseinandersetzungen mit der früheren Hypo-Mutter Bayerische Landesbank beeinträchtigen könnte, glaubt Schelling nicht, wie er am Rande der Regierungssitzung sagte.

Kanzler: Wahlkampfversprechen umgesetzt

Faymann zeigte sich zufrieden, dass mit dem Minderheitsrecht auf Einsetzung von Untersuchungsausschüssen nun eine Zusage aus dem Wahlkampf umgesetzt werde. Die Reform sei auch politisch richtig, denn damit könne die Opposition eine Untersuchung aus eigener Kraft einsetzen.

Mehr dazu in Initiativantrag am Mittwoch im Nationalrat

VfGH fordert mehr Ressourcen

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) übernimmt gerne die vorgesehene Rolle des Streitschlichters in internen Fragen der neuen U-Ausschüsse und begrüßt grundsätzlich die Umsetzung des Minderheitsrechts in der Frage. Wolle man „besonders schnelle Entscheidungen“, würden aber neue Ressourcen nötig sein, sagte VfGH-Sprecher Christian Neuwirth unter Hinweis darauf, dass mit Jänner 2015 noch eine neue Kompetenz, die Gesetzesbeschwerde, dazukommt.

Mahrer bremst bei Schulversuch in Vorarlberg

Zum falschen Zeitpunkt kommt für ÖVP-Staatssekretär und Bildungskoordinator Harald Mahrer der Vorschlag eines Schulversuchs für eine Gesamtschule der Zehn- bis 14-Jährigen aus Vorarlberg. Zunächst müssten konkrete Bildungsziele definiert werden, sagte Mahrer heute den „Vorarlberger Nachrichten“.

Den Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) forderte er auf, seine Ideen in die Arbeitsgruppe Bildung einzubringen. „Reden wir gemeinsam über Ziele, Fahrplan und notwendige Ressourcen“, sagte Mahrer. Schulversuche gebe es in Österreich mit rund 3.500 bereits zu viele, ebenso seien die Vorstellungen zur Zukunft der Schule sehr unterschiedlich.

Mahrer: Klare Ziele statt Verunsicherung

Die Politik habe in dieser Sache in den vergangenen Jahren vor allem verunsichert, meinte Mahrer. Deshalb sei es an der Zeit, klare Ziele zu definieren. Diese reichten von der Persönlichkeitsbildung über die Förderung individueller Talente bis zur Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt, präzisierte Mahrer, der für die Regierung in der Arbeitsgruppe zur Bildung sitzt. Wie man diesen Bildungszielen gerecht werden könne und wie der Fahrplan aussehen könnte, seien Fragen, die erst danach diskutiert werden müssten.

Bildungslandesrätin Bernadette Mennel (ÖVP) will hingegen am Vorarlberger Weg festhalten. Ein Schulversuch für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen ist im schwarz-grünen Regierungsabkommen explizit angedacht. Mit einem Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse für Mai 2015 erwartet werden, will man in Vorarlberg eine Basis für weitere Überlegungen haben. „Da kann man jetzt nicht vorgreifen“, sagte Mennel im Zeitungsinterview.

McDonald neuer Chef der Sozialversicherung

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat einen neuen Vorsitzenden. Der Verbandsvorstand wählte heute Vormittag wie erwartet Peter McDonald einstimmig zum Nachfolger von Hans Jörg Schelling, der mittlerweile das Finanzministerium leitet.

McDonald ist Direktor des ÖVP-Wirtschaftsbundes und war bisher stellvertretender Obmann der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA). Im Hauptverband ist McDonald bereits seit 2011 als stellvertretender Vorsitzender der Trägerkonferenz aktiv.

Wirtschaft

OeNB: Exporte stagnieren, Konjunktur lahmt

Da die vom Export erhofften Konjunkturimpulse bisher ausbleiben, kommt das Wirtschaftswachstum auch in der zweiten Jahreshälfte nicht in Schwung - die Wirtschaftsleistung dürfte im Gesamtjahr 2014 nur um 0,8 Prozent wachsen. Das geht aus dem Konjunkturindikator der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), der auf Lkw-Fahrleistungsdaten der ASFINAG basiert, hervor.

Ende August hatte die OeNB ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr bereits um 0,7 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent kräftig gesenkt.

Die Güterexporte dürften gemäß OeNB-Exportindikator im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr stagniert haben und im Vergleich zum zweiten Quartal 2014 sogar zurückgegangen sein. Der OeNB-Konjunkturindikator vom Oktober signalisiert daher ein Wachstum der österreichischen Wirtschaft im dritten und vierten Quartal 2014 um nur 0,1 Prozent bzw. 0,2 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorquartal.

Russland-Ukraine-Krise dämpft Güterexporte

Als Ursachen nennt die Nationalbank die anhaltende Konjunkturschwäche im Euro-Raum und den Russland-Ukraine-Konflikt. Im bisherigen Jahresverlauf hätten die nominellen Güterexporte Österreichs kumuliert nur um 1,2 Prozent zugenommen. Die Güterexporte nach Russland seien in den ersten sieben Monaten des Jahres um über 250 Mio. Euro oder zwölf Prozent geschrumpft - das entspricht 0,4 Prozent des gesamten österreichischen Güterexportvolumens. Auch Vorlaufindikatoren wie Exportaufträge und Luftfrachtvolumina würden derzeit kein Anspringen der Exportkonjunktur bis zum Jahresende 2014 erwarten lassen, heißt es in der Erläuterung.

Zudem würden viele Unternehmen ihre Investitionsvorhaben aufschieben - lediglich von den Wohnbauinvestitionen, die von steigenden Immobilienpreisen und zusätzlichem Wohnbedarf stimuliert würden, gingen Wachstumsimpulse aus. Vom privaten Konsum werden trotz einer aufgrund rückläufiger Inflationsraten leicht steigenden realen Kaufkraft und einer derzeit stabilen Beschäftigungssituation keine Impulse erwartet.

EZB erwägt offenbar Kauf von Unternehmensanleihen

Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt Insidern zufolge im Kampf gegen die Konjunkturflaute eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Wie die Nachrichtenagentur Reuters heute von mehreren mit den Plänen vertrauten Personen erfuhr, bereiten die Notenbanker hinter den Kulissen den Aufkauf von Unternehmensanleihen vor.

„Der Druck in diese Richtung ist hoch“, sagte ein mit den Debatten in der EZB-Spitze vertrauter Insider. Möglicherweise werde sich der EZB-Rat in seiner Sitzung Anfang Dezember offiziell damit beschäftigen. Eine Entscheidung zu diesem Zeitpunkt sei denkbar, aber nicht sicher. Mit dem Kauf der Unternehmensanleihen könnte dann wohl frühestens im ersten Quartal kommenden Jahres begonnen werden.

Überraschend hohes Tempo

Das Tempo der Notenbanker ist überraschend hoch. Sie haben zur Ankurbelung der Konjunktur und der unerwünscht niedrigen Teuerung erst in den vergangenen Monaten ein ganzes Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dazu zählen unter anderem Geldspritzen für Banken und der massenhafte Aufkauf von Kreditverbriefungen und Pfandbriefen. Mit dem Kauf letztgenannter Papiere hatten sie erst gestern begonnen.

„Nach Ansicht vieler im EZB-Rat hat sich aber das Konjunkturbild zuletzt ins Negative verschoben“, sagte einer der Insider zu Reuters. Es wachse bei der Notenbank die Befürchtung, dass die bisher beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichen könnten. Der Aufkauf von Unternehmensanleihen wäre ein nächster Schritt, um mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Ein EZB-Sprecher sagte, der EZB-Rat habe keine Entscheidung getroffen.

Lufthansa scheiterte vor Gericht mit Klage gegen Pilotenstreik

Die deutsche AUA-Mutter Lufthansa ist mit einer Eilklage gegen den Pilotenstreik vor Gericht gescheitert. Das Hessische Landesarbeitsgericht habe gestern Abend Anträge der Lufthansa gegen die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, den Streik am 20. und 21. Oktober zu unterlassen, zurückgewiesen, teilte das Gericht heute mit.

Die Entscheidung erfolgte wegen der Dringlichkeit ohne mündliche Verhandlung. Gegen den Beschluss gibt es kein Rechtsmittel. Zuvor hatte auch die untergeordnete Instanz - das Arbeitsgericht Frankfurt am Main - die Klage abgewiesen. Die Piloten der Fluggesellschaft streiken seit gestern Mittag - Ende des Ausstands ist heute Mitternacht.

Budgetdefizit in EU 2013 weiter rückläufig

Das Budgetdefizit 2013 ist sowohl in der EU als auch im Euro-Raum gegenüber 2012 weiter zurückgegangen. Die heute von Eurostat veröffentlichten Zahlen weisen eine Reduktion des Defizits gemessen am BIP im Währungsgebiet von 3,6 Prozent 2012 auf 2,9 Prozent 2013 aus, für die EU gab es einen Rückgang von 4,2 auf 3,2 Prozent.

Die Staatsschulden stiegen dagegen weiter. Sie erhöhten sich in der Euro-Zone von 89,0 Prozent 2012 auf 90,9 Prozent. In der EU stiegen sie von 83,5 auf 85,4 Prozent.

Zwei Länder mit Überschuss

Österreichs Budgetdefizit ging von 2,3 Prozent 2012 auf 1,5 Prozent 2013 zurück. Unter den 28 EU-Staaten verzeichneten nur Luxemburg (plus 0,6 Prozent) und Deutschland (plus 0,1 Prozent) einen öffentlichen Überschuss. Die geringsten Defizite hatten im Vorjahr Estland (minus 0,5 Prozent), Dänemark (minus 0,7 Prozent), Lettland (minus 0,9 Prozent), Bulgarien (minus 1,2 Prozent), Schweden und Tschechien (je minus 1,3 Prozent) sowie Österreich (minus 1,5 Prozent) zu verzeichnen.

Estland am wenigsten verschuldet

Österreichs Staatsschulden sanken laut der neuen Berechnungsmethode von Eurostat zwar gegenüber 2012, waren aber mit 81,2 Prozent deutlich höher als bei vorangegangenen Berechnungen.

Allerdings wurde nach der Eurostat-Methodik des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010 seit 2010 ein sinkender Gesamtverschuldensstand registriert. 2010 lag die Staatsschuld Österreichs demnach bei 82,4 Prozent, 2011 sank sie auf 82,1 Prozent, 2012 ging sie weiter auf 81,7 Prozent zurück und 2013 weiter auf 81,2 Prozent.

Die niedrigsten Verschuldungsquoten registrierten unter den EU-Staaten im Vorjahr Estland (10,1 Prozent), Bulgarien (18,3 Prozent), Luxemburg (23,6 Prozent), Rumänien (37,9 Prozent), Lettland (38,2 Prozent), Schweden (38,6 Prozent), Litauen (39,0 Prozent), Dänemark (45,0 Prozent) und Tschechien (45,7 Prozent).

Unter der Maastricht-Grenze von maximal 60 Prozent Staatsverschuldung liegen noch die Slowakei (54,6 Prozent), Polen (55,7 Prozent) und Finnland (56,0 Prozent).

Sport

Fußball: Das Geschäft mit der Leidenschaft

Wenn es um den Lieblingsclub geht, greifen Fußballfans gerne tief in die Tasche. Mindestens 80 Euro sind eingefleischte Anhänger bereit, für ein Originaltrikot mit dem Namen ihres persönlichen Starspielers hinzublättern.

Die Clubs haben das Potenzial dieses mit Abstand verkaufsstärksten Merchandising-Produkts längst erkannt. Regelmäßig werden zu Saisonbeginn neue Garnituren präsentiert. Exklusive Auswärtsdressen und Sondereditionen lassen die Kassen zusätzlich kräftig klingeln - nicht nur die der Vereine.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Wacker Innsbruck wirft Coach Streiter raus

Zweitligist Wacker Innsbruck hat auf die aktuelle Negativserie reagiert und sich von Coach Michael Streiter getrennt. Der Bundesliga-Absteiger kassierte zuletzt vier Niederlagen hintereinander, das 0:2 gestern gegen Schlusslicht Hartberg dürfte den endgültigen Ausschlag für die Trennung gegeben haben. Wacker ist nach Hartberg, Horn, St. Pölten und Austria Lustenau bereits der fünfte Club, der sich in dieser Saison einen neuen Trainer suchen muss.

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Tennis: Thiem erwartet schwieriges Jahr 2015

Wie in der Vorwoche in der Wiener Stadthalle hat Dominic Thiem auch in Basel gleich in der ersten Runde verloren. Österreichs aktuell bester Tennisspieler musste sich dem aufstrebenden Belgier David Goffin geschlagen geben. Obwohl er heuer noch ein Turnier in Paris bestreitet, blickt der 21-Jährige bereits auf das kommende Jahr. „Es ist ja kein Geheimnis, dass 2015 noch schwieriger wird als 2014“, schrieb Thiem auf seiner Facebook-Seite. Er müsse in allen Bereichen besser werden, wenn er den nächsten Schritt vorwärts machen will.

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Chronik

Schluss mit Spaßwetter: Es wird kalt, nass und trüb

Der August war ja wettertechnisch nicht das Gelbe vom Ei, auch der September ließ ziemlich zu wünschen übrig. Nicht nur bei den Landwirten schlug sich der Dauerregen auf die Stimmung. Doch dann kam ein Oktober wie im Bilderbuch - Sonne, fast sommerliche Temperaturen, kurzum: ein Genuss für alle, die Zeit dafür hatten. Doch nach dem herrlichen Wochenende ist nun bald Schluss: Ab morgen zeigt der Oktober sein zweites Gesicht.

Mehr dazu in Schnee bis auf 700 Meter

Gesundheit

Zynisches Rennen um Ebola-Impfstoff

Rund um die Welt haben Pharmakonzerne der Forschung nach Wirkstoffen gegen Ebola höchste Priorität eingeräumt. So sehr die betroffenen Länder auf einen Durchbruch hoffen, so sehr strotzt der Wettlauf um ein wirksames Medikament und vor allem einen Impfstoff aufseiten der Hersteller vor Zynismus:

Erst mit dem Näherrücken der Epidemie an die westliche Welt haben sich Pharmakonzerne für das Virus zu interessieren begonnen. Die Dringlichkeit setzt dabei sämtliche Regeln der Branche außer Kraft - das reicht vom Verabreichen ungetesteter Substanzen über leere Versprechungen und das Wecken falscher Hoffnungen durch die Hersteller bis zu Blut als Schwarzmarktware.

Mehr dazu in Bittere Vorwürfe von WHO-Chefin

Religion

Piusbruderschaft Österreich: Synode hilft uns

Der Distriktobere der Piusbruderschaft in Österreich, Stefan Frey, hat im Exklusivinterview mit religion.ORF.at erklärt, dass das Ergebnis der Bischofssynode im Vatikan der Bruderschaft in ihren Verhandlungen über eine Wiedereingliederung in die katholische Kirche helfen könnte.

„Die Piusbruderschaft hat sich immer gegen eine zersetzende Aufweichung der kirchlichen Lehre gewehrt“, sagte Frey. „Wenn nun zahlreiche hochrangige Prälaten ebenfalls dem Kurs einer exzessiven Liberalisierung die Stirn bieten, finden wir uns natürlich in guter Gesellschaft. Das wird unserer Argumentation in den Gesprächen mit dem Vatikan gewiss mehr Kraft verleihen.“

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Kultur

Saxofonist Raphael Ravenscroft gestorben

Der britische Musiker Raphael Ravenscroft hat im Song „Baker Street“ eines der berühmtesten Saxofonsoli aller Zeiten gespielt. Im Alter von 60 Jahren ist der Saxofonist am Sonntag gestorben, wie seine Familie heute mitteilte.

Mit seinem Solo in dem Song „Baker Street“ (1978) des Schotten Gerry Rafferty hatte Ravenscroft die Musikwelt auf sich aufmerksam gemacht. Er arbeitete mit Pink Floyd, ABBA und Marvin Gaye, später spielte er für Daft Punk und Duffy. Ravenscroft lebte in Exeter in der englischen Grafschaft Devon.

Laut Medienberichten etwa des „Daily Telegraph“ bekam der Saxofonist nur 27 Pfund für die „Baker Street“-Session, während Rafferty 80.000 Pfund an Lizenzgebühren pro Jahr für den Song kassiert habe. 2011 sagte Ravenscroft in einem Radiointerview, ihn nerve es, das Lied zu hören. „Es ist flach“, sagte der Musiker.

Viennale: Das Dschungelcamp der Pariser Vorstadt

Von jungen Menschen in einer desolaten Pariser Vorstadt rund um ein markantes Hochhauspaar erzählt der französische Regisseur Virgil Vernier in seinem Langfilmdebüt „Mercuriales“ - mit Betonung auf Stimmungslagen, großartiger Kamera und einem stimmigen Elektronikscore. Die Hochhaustürme, ein einstiges Prestigeobjekt, bieten die Kulisse für ein „Dschungelcamp“ benachteiligter Jugendlicher.

Mehr dazu in news.ORF.at/viennale

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