Ausland

Hongkongs Polizei warnt Aktivisten

Die Spannungen bei den Demonstrationen für mehr Demokratie in Hongkong steigen. Die Polizei der chinesischen Sonderverwaltungsregion warnte heute vor „ernsten Konsequenzen“, sollten Aktivisten wie angekündigt Regierungsgebäude stürmen und besetzen wollen.

Regierungssitz belagert

Die Protestbewegung für Demokratie in Hongkong lässt sich von Peking allerdings nicht einschüchtern. In der Nacht auf heute begannen die Demonstranten damit, einen Belagerungsring um den Regierungssitz aufzubauen.

Im Zeichen eines ablaufenden Ultimatums zum Rücktritt von Regierungschef Leung Chun-ying sucht die Protestbewegung die direkte Konfrontation mit dem verhassten Vertreter Chinas. „Leung muss aus seinem Versteck kommen“, forderte eine Anführerin des von Studenten, Akademikern und Schülern getragenen Widerstands gegen die Bevormundung durch China.

Mehr dazu in Protestbewegung sucht nach „Plan B“

Auch Ungarns Kommissarskandidat noch nicht bestätigt

Nach dem Briten Jonathan Hill muss sich auch der designierte ungarische EU-Kommissarskandidat Tibor Navracsics nach seinem Hearing noch weiteren Fragen der EU-Abgeordneten stellen.

„Zusätzliche schriftliche Fragen an Navracsics vom Kulturausschuss, ich habe mich gegen ihn ausgesprochen“, teilte die deutsche grüne Abgeordnete Helga Trüpel heute via Twitter mit.

Am Montag werde der gesamte Kulturausschuss des EU-Parlaments zu Navracsics noch einmal zusammenkommen, um anschließend eine Bewertung abzugeben, hieß es in Parlamentskreisen. Auch bei der tschechischen designierten EU-Justizkommissarin soll es ein ähnliches Verfahren geben. Vera Jourova war heute nicht vom Justizausschuss des Parlaments bestätigt worden. Auch hier würden schriftliche Fragen nachgereicht, hieß es in Parlamentskreisen.

Kein grünes Licht für EU-Kommissar Hill

Bereits zuvor war der bevorstehende Machtwechsel an der Spitze der EU-Kommission ins Stottern geraten. Nachdem bereits im Vorfeld Kritik am britischen Kandidaten für das Amt des EU-Finanzkommissars laut geworden war, konnte Hill auch bei seiner Anhörung vor den EU-Parlamentariern nicht überzeugen.

Wie gestern Abend bekanntgegeben wurde, wurde Hill „im Ausschuss nicht bestätigt“. Der Brite müsse zu einem zweiten Hearing vor das EU-Parlament. „Es fehlt an Substanz, es ist noch unklar, in welcher Richtung er in Sachen Finanzaufsicht gehen will“, so einer der gegen Hill erhobenen Vorwürfe.

Mehr dazu in „Keine Abstimmung, zweites Hearing“

Entführte Deutsche auf Philippinen: Ultimatum verlängert

Die islamistischen Entführer von zwei deutschen Seglern auf den Philippinen haben ihr Ultimatum für die Zahlung eines Lösegeldes um eine Woche verlängert.

„Nach Freitag, dem 17. Oktober 2014 um 15.00 Uhr werdet ihr keinen der beiden lebend wiedersehen“, zitierten lokale Medien Abu Ramin, einen Sprecher der Terrorgruppe Abu Sayyaf, heute.

Vier Millionen Euro Lösegeld

Ursprünglich hatten die Extremisten gedroht, dass eine der beiden Geiseln enthauptet werde, wenn nicht bis zum 10. Oktober umgerechnet vier Millionen Euro Lösegeld gezahlt würden. Auch müsse Deutschland aufhören, den Kampf gegen die Terrormiliz IS zu unterstützen.

Bei den Geiseln handelt es sich um eine 55-jährige Frau und einen 74 Jahre alten Mann. Die beiden Deutschen waren im April von ihrer Segeljacht östlich der Philippinen entführt worden. Am Montag hatten die Geiseln über Radio die Regierungen in Berlin und Manila um Hilfe gebeten. Die Kidnapper hatten beim Lokalsender DXRZ angerufen und die beiden zu Wort kommen lassen.

Secret-Service-Chefin Pierson tritt zurück

Die Chefin des für den Schutz des US-Präsidenten zuständigen Secret Service, Julia Pierson, ist nach den jüngsten Sicherheitspannen im Weißen Haus zurückgetreten. Das gab Heimatschutzminister Jeh Johnson gestern in Washington bekannt. Pierson hatte zuvor bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus erklärt, die „volle Verantwortung“ für das Eindringen eines mit einem Messer bewaffneten Mannes in den Präsidentensitz zu übernehmen. Die Vorfälle sollen nun von einer unabhängigen Kommission geprüft werden. Bis zur Ernennung eines neuen Secret-Service-Chefs soll der altgediente Mitarbeiter Joseph Clancy die Geschäfte führen.

Mehr dazu in Reihe von schwerwiegenden Pannen

Weiter Kämpfe um Flughafen von Donezk

Die Waffenruhe in der Ostukraine bleibt fast einen Monat nach ihrem Beginn brüchig. Bei neuen Kämpfen auf dem Flughafen der Großstadt Donezk hätten Regierungskräfte mindestens sieben Separatisten getötet und zehn weitere Aufständische verletzt, sagte ein Armeesprecher heute in Kiew.

Die militanten Gruppen hätten in der Nacht versucht, ein von der Nationalgarde besetztes Terminal zu stürmen. „Im heroischen Kampf haben die Fallschirmjäger diesen Angriff abgewehrt“, sagte Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat.

Separatisten sehen sich vor Erfolg

Die prorussischen Aufständischen bestätigten die Kämpfe und sprachen von mehreren Opfern aufseiten der Armee. „Wir kontrollieren bereits 90 Prozent des Flughafens und werden den Rest in zwei, drei Tagen einnehmen“, kündigte Separatistenführer Alexander Sachartschenko an.

In Moskau bekräftigte die russische Justiz, dass gegen ukrainische Regierungsmitglieder ein Verfahren wegen „Kriegsverbrechen“ eingeleitet worden sei. Betroffen sei unter anderen Verteidigungsminister Waleri Geletej, sagte Sprecher Wladimir Markin von der Ermittlungsbehörde. Beobachter werten den Schritt als Teil russischer Propaganda gegen die prowestliche Führung in Kiew.

Weltbank: BIP bricht heuer um acht Prozent ein

Unterdessen gab die Weltbank bekannt, dass die Wirtschaftskrise in der Ukraine schwerer als bisher angenommen ausfalle. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr voraussichtlich um acht Prozent einbrechen, sagte der Weltbank-Vertreter in der Ukraine, Qimiao Fan, heute in Kiew.

Bisher war nur von einem Minus von fünf Prozent die Rede. „Die Unterbrechung der wirtschaftlichen Tätigkeit im Osten führt zu einem stärkeren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts“, so Fan.

Inland

Neues Stiftungsrecht soll Gemeinnützigkeit stärken

Mit einem neuen Gesetz zur Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements will Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) „das Land aufblühen lassen“, wie er heute bei einer Enquete zu Fundraising in der Wissenschaft angekündigt hat. Noch heuer soll es in Begutachtung gehen.

Mittelfristig soll durch die Gesetzesänderungen anteilsmäßig ein ähnliches Niveau bei Stiftungsausschüttungen erreicht werden wie in Deutschland (15 Mrd. Euro 2012/13) und der Schweiz (1,2 Mrd.).

„Beschämend“ niedriges Niveau

In Österreich liegt das Volumen laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsuni (WU) allerdings nur bei 6,5 bis 15 Mio. Euro pro Jahr. „Es ist beschämend für ein Land wie Österreich, dass die gemeinnützigen Ausschüttungen auf einem derartigen Niveau herumgrundeln“, so Mahrer.

Von der bereits im Regierungsprogramm versprochenen Reform sollen laut Mahrer nicht nur Wissenschaft und Forschung profitieren, sondern auch Soziales, Umwelt, Entwicklungszusammenarbeit sowie Kunst und Kultur. NEOS, Caritas, Greenpeace und Industriellenvereinigung begrüßten denn auch die Initiative in Aussendungen.

Uniranking für Mitterlehner „von Tendenz her unerfreulich“

Das Ergebnis des jüngsten „Times Higher Education World University Ranking“ ist für Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) „von der Tendenz her unerfreulich“.

Klare Verbesserungen seien kurzfristig nicht zu erwarten, man bemühe sich aber um eine bessere Dotierung der Hochschulen, so Mitterlehner im Ö1-Mittagsjournal.

Medizinuni verbesserte Ranking der Uni Wien

Das kontinuierliche Abrutschen der Uni Wien als bester heimischer Hochschule erklärte sich Mitterlehner damit, dass immer mehr Unis in den Wettbewerb eintreten würden und dass die Medizinuni Wien nach ihrer Ausgliederung 2004 nicht mehr das Ergebnis der Uni Wien verbessere. Außerdem seien die Betreuungsrelationen zwischen Lehrenden und Studierenden zu groß.

Mehr Geld und Zeit nötig

Für eine Verbesserung sei mehr Geld nötig: „Wir haben die Dotierung in den letzten Jahren dynamisch erhöht, aber noch nicht ausreichend“, so Mitterlehner. „Aber nachdem wir jetzt unglücklicherweise seit sechs Jahren eine Wirtschaftskrise haben, ist das das Bohren dicker Bretter, was erschwert wird.“

Außerdem brauche man Zeit. „Im Endeffekt muss man sich das vorstellen wie bei einem Supertanker. Der kann auch eine Drehung erst nach sieben oder acht Kilometern erreichen - genau so kann man bei der Unifinanzierung nicht von heute auf morgen so viel Geld ins System bringen, dass man sagt, im nächsten Jahr sind wir bei dem Ranking an erster Stelle.“

Kritik von Opposition

FPÖ-Wissenschaftssprecher Andreas Karlsböck wertet die Ranking-Ergebnisse als „deutliches Alarmsignal“: „Es muss endlich Schluss sein mit der Vernachlässigung von Forschung und Lehre und dem unwürdigen Umgang mit der heimischen Wissenschaft“, hieß es in einer Aussendung.

Für die grüne Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer liegen die Gründe für das internationale Abrutschen von österreichischen Universitäten nicht in der Verantwortung der Unis, „sondern in jener des zuständigen Ministeriums - an der chronischen Unterfinanzierung der Wissenschaft und der Ignoranz der Regierung“.

Dringenden Handlungsbedarf sieht auch NEOS. „Statistiken bestätigen, dass Österreichs Universitäten viel zu wenig Geld pro Studierenden zur Verfügung haben“, erklärte Wissenschaftssprecher Niki Scherak in einer Aussendung.

Israel kritisiert Beziehung Österreichs zu Iran

Israels Parlamentspräsident Juli Edelstein hat während seines Besuchs in Wien sein Missfallen über die Beziehungen Österreichs zum Iran geäußert.

„Ich kenne kein anderes europäisches Land, in dem die Staatsspitze auch nur darüber diskutiert, Teheran einen Besuch abzustatten. Das bereitet mir Unbehagen“, sagte Edelstein der „Presse“.

Angekündigte Fischer-Reise Grund für Kritik

Bundespräsident Heinz Fischer hatte für heuer angekündigt, in den Iran zu reisen, den Besuch in Teheran aber mehrfach verschoben. Derzeit laufen die heiklen Atomgespräche mit dem Iran.

Mit deren erfolgreichem Abschluss hofft der Iran auf eine Aufhebung der Sanktionen der EU und der USA gegen ihn. Europäische Firmen wie der Ölkonzern OMV, der bereits ein Büro in Teheran unterhält, können dann dort wieder ungehindert Geschäfte machen.

Edelstein: „Iran ist das wirkliche Problem“

Edelstein warnte die Welt davor, wieder reguläre Beziehungen mit dem Iran aufzunehmen. „Der Iran ist das wirkliche Problem. Und ich fürchte, dass der sehr wichtige Kampf gegen IS die Aufmerksamkeit von einem großen bösen Wolf namens Iran ablenkt, der nicht nur Atomwaffen vorbereitet, sondern auch Langstreckenraketen, die weit über Israel hinausreichen.“

Sport

Champions League: Nur noch Trio mit weißer Weste

Mit Bayern München, Borussia Dortmund und Titelverteidiger Real Madrid stehen nach zwei Spieltagen in der UEFA Champions League nur noch drei von 32 Clubs mit weißer Weste da und halten bei der Maximalausbeute von sechs Punkten. Während Real gestern Abend beim 2:1-Auswärtssieg gegen Ludogorez Rasgrad mehr Mühe hatte als erwartet, glänzte Dortmund mit einem 3:0-Erfolg bei RSC Anderlecht.

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Bundesliga: Österreichs Kicker nur selten Millionäre

Fußballer in Österreich nagen zwar nicht am Hungertuch. Das Image der durchwegs hoch bzw. sogar überbezahlten Sportler dürfte allerdings nicht der Realität entsprechen. Das ergab zumindest eine Umfrage der Gewerkschaft der Fußballer (GdF) unter 439 Spielern der Bundesliga bzw. der Ersten Liga.

Zu Millionären werden nur ganz wenige, ein Drittel der Oberhaus-Kicker hingegen soll jährlich inklusive Prämien sogar weniger als 30.000 Euro brutto verdienen, in der Ersten Liga ist es sogar die Mehrheit.

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Wirtschaft

EZB hält Zinsen auf Rekordtief

Der Leitzins im Euro-Raum bleibt auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Das beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) heute bei seiner auswärtigen Sitzung in Neapel, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte.

Europas Währungshüter hatten den wichtigsten Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld erst vor einem Monat überraschend noch einmal um zehn Basispunkte gesenkt. Zur Begründung hatte EZB-Präsident Mario Draghi auf die anhaltend schwache Konjunktur und die geringe Inflation im Euro-Raum verwiesen.

In der September-Sitzung hatte sich der EZB-Rat zudem auf einen höheren Strafzins von 0,2 Prozent für bei der Notenbank geparktes Geld verständigt. Das soll Banken dazu bringen, mehr Kredite an Unternehmen und Verbraucher auszureichen und so die Wirtschaft anzukurbeln. Der negative Einlagenzins bleibt zunächst unverändert.

Proteste rund um Sitzung

Begleitet wurde die EZB-Ratssitzung von Protesten mit Tausenden Teilnehmern. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, riefen die Demonstranten Parolen wie: „Wir sind es, die für die Krise bezahlen.“

Die Organisatoren wandten sich gegen die Folgen der Antikrisenpolitik in Europa und die EZB-Maßnahmen. Unter den Demonstranten waren vor allem Studenten, Schüler und Arbeitslose. Sie kritisierten unter anderem, dass junge Leute in baufälligen Gebäuden studieren müssten und gezwungen seien, schwarz zu arbeiten, um ihr Studium fortsetzen zu können.

Die Behörden in Neapel hatten für das auswärtige Treffen der Notenbanker im Museo di Capodimonte zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Russland setzt im Energiehandel auf nationale Währungen

Russland will seine Abhängigkeit vom Dollar senken. Im Handel mit China und anderen Ländern soll künftig mit den jeweiligen nationalen Währungen bezahlt werden, kündigte Präsident Wladimir Putin heute in Moskau an.

„Künftig wollen wir aktiv nationale Währungen im Handel mit Energievorräten nutzen“, sagte er auf einer Investorenkonferenz. „In der Nutzung nationaler Währungen sehen wir einen ernsthaften Mechanismus, um Risiken zu drosseln.“ Im weltweiten Handel dominiert der Dollar.

Putin versicherte zudem, trotz des Kursverfalls des Rubels keine Schranken gegen Kapitalflucht zu setzen. „Wir planen nicht, irgendwelche Beschränkungen für Devisen oder für Kapitalbewegungen einzuführen“, sagte er. Der Rubel war diese Woche auf ein Rekordtief zum Dollar gefallen.

Barroso: EU-Staaten mit Milliarden im Zahlungsrückstand

EU-Kommissionschef Jose Manuel Durao Barroso hat die EU-Staaten zur Begleichung von milliardenschweren Zahlungsrückständen im EU-Budget aufgefordert.

Barroso rief in einem Brief an die italienische EU-Ratspräsidentschaft auch dazu auf, den Vorschlag der EU-Kommission zum EU-Budget 2015 ohne Kürzungen anzunehmen, wie die Brüsseler Behörde mitteilte.

26 Milliarden aus Vorjahr mitgenommen

Zudem müsse es einen Nachtragshaushalt für 2014 geben, verlangte Barroso. Im vergangenen Jahr hätten 26 Milliarden Euro nicht aus dem EU-Budget 2013 abgedeckt werden können, diese seien nun auf das laufende Budget übertragen worden. Damit sei das Budget in diesem Jahr weiter geschwächt worden. Der Großteil der Rechnungen komme von den EU-Staaten selbst für diverse EU-Projekte.

Heute wird auch die designierte bulgarische EU-Budgetkommissarin Kristalina Georgiewa zu den laufenden Zahlungsschwierigkeiten der EU in ihrer Anhörung vor dem Europaparlament Stellung nehmen.

Moscovici plädiert vor EU-Parlament für Transaktionssteuer

„Die Finanztransaktionssteuer ist ein Thema, das mich bewegt“: Angesichts konservativen Gegenwinds hat sich heute der designierte Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Pierre Moscovici, in seiner Anhörung vor dem EU-Parlament auch für ein Herzensthema linker Wirtschaftspolitik starkgemacht.

Mit der Steuer könne man Auswüchse des Kapitalmarkts verhindern: „Sie wird dazu führen, dass der Finanzmarkt hier zurechtgestutzt wird.“

Kampf gegen Armut und für Steuergerechtigkeit

So könne Steuergerechtigkeit geschaffen und der Kampf gegen Armut und Klimawandel gestützt werden, zeigte sich der designierte EU-Kommissar überzeugt. „Die Staaten, die eine gemeinsame Finanztransaktionssteuer beschlossen haben, werde ich unterstützen“, so Moscovici. Bis dato wird die Maßnahme von elf Staaten, unter ihnen Österreich, getragen. Auch müssten bestimmte Derivate proaktiv besteuert werden.

Alle EU-Staaten müssen Haushaltsregeln einhalten

Zugleich bemühte sich Moscovici, auch Brücken zu den Austeritätspolitikern zu bauen. Gleich zu Beginn seiner Anhörung im Europaparlament sprach sich der designierte EU-Kommissar für die klare Einhaltung der Haushaltsregeln aller Staaten aus. „Alle, klein oder groß, müssen nach den gleichen Regeln behandelt werden, ich will ein gerechter, unparteiischer Schiedsrichter sein.“

Auch im Falle Frankreichs werde er die Regeln des Wachstums- und Stabilitätspakts anwenden, „ohne mit der Wimper zu zucken“. Seine Aufgabe werde nicht sein, irgendwelche Ausnahmen zu genehmigen.

ERR sorgt für größte Firmenpleite des Jahres in Österreich

Am Handelsgericht Wien wurde heute das Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung über die Wiener ERR Rail Rent Vermietungs GmbH eröffnet.

Mit Passiva in Höhe von 209,5 Mio. Euro ist es die bisher größte Firmenpleite in diesem Jahr, teilten die Kreditschutzverbände KSV 1870, AKV und Creditreform mit. Die Aktiva belaufen sich auf 186,4 Mio. Euro, die Überschuldung beträgt 23,1 Mio. Euro.

Nur drei Dienstnehmer

Bei der ERR handelt es sich um eine Waggonbesitzgesellschaft, in deren Besitz sich rund 3.900 Güterwaggons befinden. Die Bewirtschaftung und der Vertrieb erfolgt durch die deutsche ERR European Rail Rent GmbH mit Sitz in Duisburg.

Zwischen den beiden Gesellschaften besteht laut Kreditschützern kein direktes Gesellschaftsverhältnis. Die Schuldnerin beschäftigt derzeit nur drei Dienstnehmer. Eine Fortführung des Unternehmens ist geplant.

Zinsgeschäfte als Ursache

Die Ursache für das Abgleiten in die Insolvenz sind offenbar schiefgegangene Zins-Swaps, die in den Jahren 2007 und 2008 - also knapp vor dem durch die Lehman-Pleite markierten Höhepunkt der Finanzkrise - zur Absicherung von Zinsrisiken abgeschlossen wurden.

Diese Zins-Swaps hätten laut den Angaben des insolventen Unternehmens eine finanzielle Krise verursacht, so die Kreditschützer zur APA. Hier seien bereits Verfahren gegen Banken bei Gericht anhängig. Es ging Eigenkapital von mehr als 55 Mio. Euro und Liquidität in Höhe von 28 Mio. Euro verloren.

Laut Firmenbuch belief sich der Bilanzverlust per Jahresende 2012 bereits auf 6,5 Mio. Euro. Stark zu Buche schlugen Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von knapp elf Mio. Euro.

Chronik

Explosion in bulgarischer Sprengstofffabrik: 15 Tote

Bei einer Explosion in einer bulgarischen Sprengstofffabrik sind laut Medienberichten mindestens 15 Menschen getötet worden. Sie hätten zum Zeitpunkt des Unglücks gestern in dem Werk gearbeitet, sagte Innenminister Jordan Bakalow heute nach einer Krisensitzung. Offiziell bestätigt wurde die Zahl der Toten noch nicht.

Für morgen wurde ein nationaler Trauertag ausgerufen, meldete der Fernsehsender bTV. Was genau die Explosion auslöste, ist unklar.

Zwölf Arbeiter vermisst

Die Chancen seien gering, dass zwölf vermisste Arbeiter sowie zwei Leiter und ein Manager noch am Leben sein könnten. Das Unglück passierte unweit des nordwestbulgarischen Dorfes Gorni Lom.

„Die Tragödie ist groß, alles ist zerstört“, sagte der Innenminister an Ort und Stelle. In der privaten Fabrik wird Sprengstoff für zivile Zwecke hergestellt, zudem wird Munition, etwa Landminen, verschrottet.

Veraltete Anlagen

Menschliches Fehlverhalten und schlechte Arbeitsorganisation wurden nach ersten Erkenntnissen als mögliche Ursachen für die Tragödie genannt. Kontrollbehörden hätten bereits zahlreiche Mängel in der Fabrik festgestellt. Die Ausrüstung sei veraltet, es fehle ein Notausgang, sagte Arbeitsminister Jordan Hristoskow.

Ähnliche Unfälle geschehen in dem ärmsten EU-Land immer wieder. Im Jahr 2010 hatte eine Serie von Explosionen in einem Waffendepot sogar die bulgarische Hauptstadt Sofia erschüttert. Damals gab es allerdings keine Toten.

Fünf Mio. Dollar Kopfgeld: Mexikanischer Drogenboss gefasst

Mexikanische Sicherheitskräfte haben den Chef des Beltran-Leyva-Kartells festgenommen. Hector Beltran Leyva sei nach elfmonatigen Ermittlungen im Bundesstaat Guanajuato gefasst worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft gestern mit.

Soldaten hatten den seit Jahren flüchtigen Drogenboss in einem Restaurant des Ferienorts San Miguel de Allende festgenommen.

Video dazu in iptv.ORF.at

Seit Tod des Bruders Leiter des Kartells

Der 49-Jährige, der auch als „El H“ bekannt war, führte seit dem Tod seines Bruders Arturo im Jahr 2009 das Verbrechersyndikat, das sich einst vom Sinaloa-Kartell abgespalten hatte. Das Kartell ist vor allem im Westen und Zentrum des Landes aktiv. Die Bande schmuggelt Kokain, Marihuana, Heroin und Metamphetamine in die USA und nach Europa. Im Gegenzug schaffen sie Waffen und Munition aus den USA nach Mexiko.

Kopfgeld von fünf Millionen Dollar

Im Kampf gegen das Sinaloa-Kartell schmiedete die Organisation eine Allianz mit dem Drogenkartell Los Zetas. Zuletzt hatte das Beltran-Leyva-Kartell an Einfluss verloren, nachdem mehrere Führungsmitglieder festgenommen oder getötet worden waren.

Das US-Außenministerium hatte ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (vier Mio. Euro) auf Beltran Leyva ausgesetzt. Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft bot 30 Millionen Pesos (1,8 Mio. Euro) für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen.

Wenige Monate nach Guzmann-Ergreifung

Seit 2006 wurden in Mexiko mehr als 80.000 Menschen in Zusammenhang mit der Drogenkriminalität getötet, weitere 22.000 gelten als vermisst. Seit Amtsantritt von Präsident Enrique Pena Nieto im Dezember 2012 wurden mehrere Drogenbosse gefasst oder getötet, unter ihnen der berüchtigte Chef des Sinaloa-Kartells, Joaquin „El Chapo“ Guzman.

Gesundheit

Laktose, Histamin: Unverträglichkeiten nehmen zu

Kein Gluten, keine Milch, kein Zucker - mehr und mehr Menschen leiden an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Laut einer aktuellen Studie unter 1.000 Österreichern, Süddeutschen und Deutsch-Schweizern zeigte sich, dass fast 17 Prozent unter zumindest einer Intoleranz leiden.

Die meisten vertragen keine Laktose, kein Histamin

Die meisten haben eine Laktose-Unverträglichkeit (11,5 Prozent) bzw. leiden unter einer Histamin-Intoleranz (10,4 Prozent). 7,8 Prozent haben oder vermuten eine Sorbit-Intoleranz. Gluten-Unverträglichkeiten machen 6,3 Prozent der Beschwerden aus.

5,7 Prozent leiden an einer Fruktose-Unverträglichkeit, 4,5 Prozent an einer Galaktose-Intoleranz, und 4,1 Prozent vertragen Saccharose nicht. Frauen leiden eher unter Beschwerden nach dem Essen als Männer, wie die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com im Auftrag von „Nutridis“ ergab.

Ernährungsumstellung, zeitweise Medikamente

Dabei gaben zwei von drei von Intoleranzen Betroffene an, dass es bis zu zwei Jahre gedauert hat, bis sie wussten, dass sie an einer Lebensmittelintoleranz leiden. Bei 34,7 Prozent wurde die Unverträglichkeit bereits von einem Arzt bestätigt. 14,1 Prozent haben die Diagnose in einem Allergiezentrum erhalten.

85,9 Prozent der Betroffenen haben ihre Ernährung umgestellt. 14,7 Prozent halten sich auch streng daran. Dafür fühlen sich 22,3 Prozent durch die Unverträglichkeit in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. 14,1 Prozent haben trotz Intoleranz an ihrer Ernährung nichts verändert. 41,8 Prozent der Befragten nehmen zumindest fallweise Präparate, die den Enzymhaushalt ausgleichen und Erleichterung schaffen sollen.

IT

„Angry Birds“-Macher streicht mehr als hundert Jobs

Der Erfinder des Smartphone-Spiels „Angry Birds“ streicht bis zu 130 Arbeitsplätze. Das entspreche 16 Prozent der Belegschaft, schrieb der scheidende Rovio-Chef Mikael Hed heute in einem Blogeintrag.

Weiteres Erfolgsspiel blieb aus

Rovio hatte mit „Angry Birds“ einen Hit gelandet, der sich mit immer neuen Fortsetzungen in den Game-Charts hält. Der Firma gelang es bisher aber nicht, einen Erfolg in dieser Dimension mit einem weiteren Spiel zu wiederholen.

Die Belegschaft sei in Erwartung eines schnelleren Wachstums aufgebaut worden, räumte Hed ein. Die Jobs sollen am Rovio-Sitz in Finnland gestrichen werden.

Hed wechselt im Jänner in den Verwaltungsrat des Spieleentwicklers. Neuer Chef wird Pekka Rantala, der zuvor unter anderem den Getränkehersteller Hardwall führte und beim Handyanbieter Nokia der Marketingchef war.

Religion

Neues Islamgesetz untersagt Finanzierung aus dem Ausland

Das neue Islamgesetz untersagt eine Finanzierung aus dem Ausland. Davon betroffen sind auch Imame, die im Rahmen ihres türkischen Dienstverhältnisses in Österreich tätig sind.

Mit der Regelung solle „Einflussnahme aus dem Ausland“ bestmöglich verhindert werden, sagte Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) heute bei einer Pressekonferenz zum Islamgesetz mit Kultusminister Josef Ostermayer (SPÖ).

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Papst Favorit für diesjährigen Friedensnobelpreis

Kommende Woche wird in Oslo der Träger oder die Trägerin des diesjährigen Friedensnobelpreises bekanntgegeben. Favorit bei den Wettbüros ist bisher Papst Franziskus. Seine Favoritenrolle erklärt sich vermutlich unter anderem dadurch, dass das katholische Kirchenoberhaupt auch an der Spitze der jährlich vom Friedensforschungsinstitut PRIO veröffentlichten Shortlist zu finden ist.

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Kultur

Hartmann-Nachfolge im Burgtheater: Suche in Endphase

Bis Mitte Oktober will Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) über die künftige künstlerische Leitung des Burgtheaters entscheiden. „Dieser Zeitplan ist ambitioniert, aber wir werden es schaffen“, sagte Christian Strasser, Burg-Aufsichtsratsvorsitzender und Mitglied der Findungskommission, gegenüber der APA.

Die Findungskommission, der auch der Dramaturg Hermann Beil, Regisseur Götz Spielmann, Operndirektorin Elisabeth Sobotka und die kaufmännische Chefin der Komischen Oper Berlin und Burg-Aufsichtsrätin Susanne Moser angehören, werde sich nicht auf einen einzigen Namen einigen, müsse aber nicht notwendigerweise einen Dreiervorschlag abgeben: „Der Minister wird einen Vorschlag mit mehreren Namen bekommen.“

Öffentlich zu Burg-Ambitionen bekannte sich bisher niemand wirklich, Gespräche mit der Findungskommission bestätigten aber der deutsche Regisseur Michael Thalheimer und Wilfried Schulz, Intendant des Dresdner Staatsschauspiels, die beide laut eigenen Angaben von der Kommission angesprochen wurden, obwohl sie sich selbst nicht beworben hätten.

Angebliche Shortlist-Kandidaten dementieren

Andere Kandidaten, die von „News“ Mitte September in Spiel gebracht wurden, haben ihr Interesse bereits dementiert. Martin Kusej (österreichischer Intendant des Residenztheaters München) sagte gegenüber der APA, für eine Direktion „nicht zur Verfügung“ zu stehen.

Ulrich Khuon hatte gegenüber dem Onlinetheatermagazin Nachtkritik.de gesagt, er habe sich nicht beworben und werde daher auch zu keinen Gesprächen nach Wien reisen: „Ich habe am Deutschen Theater Berlin einen Vertrag bis 2019, den ich sehr gern erfüllen werde.“

Und Frank Baumbauer (69), der einst Klaus Bachler ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Peymann-Nachfolge geliefert hatte, hatte der „Süddeutschen Zeitung“ zwar bestätigt, kontaktiert worden zu sein, „ich habe aber gesagt, dass ich nicht zur Verfügung stehe, weil ich mich nicht in einen Wettbewerb mit anderen Kandidaten begeben möchte“.

Bleibt von den sechs Namen der angeblichen Shortlist nur noch Interimsdirektorin Karin Bergmann, die auf ihrer ersten Spielplan-Pressekonferenz gesagt hatte, sich nicht beworben zu haben.

Science

Zentralmatura: Volksanwalt kündigt Prüfverfahren an

Volksanwalt Peter Fichtenbauer leitet ein „Prüfverfahren zum Bedeutungsverlust der Literatur im Deutschunterricht“ ein. „Ich habe die zuständige Bundesministerin für Bildung und Frauen um Stellungnahme ersucht, welche Maßnahmen sie zu ergreifen gedenkt, um das völlige Verschwinden des Literaturunterrichts zu verhindern“, so Fichtenbauer heute per Aussendung.

Die Regeln für die Zentralmatura hält der Volksanwalt für bedenklich: „Literarische Texte können nicht durch Leserbriefe, Romanbruchstücke oder Gebrauchsanweisungen ersetzt werden.“

Bei der ab 2014/15 an den allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und ab 2015/16 an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) verpflichtenden Zentralmatura ist erstmals die Verpflichtung zur Stellung einer literarischen Aufgabe festgeschrieben. Künftig gibt es drei Themenpakete, die aus je zwei voneinander unabhängigen, gleichwertigen Aufgaben bestehen. Eine Aufgabe in einem der drei Themenpakete muss eine literarische Themenstellung beinhalten. Gleichzeitig muss dann aber noch die andere Aufgabe des Themenpakets absolviert werden.