Inland

FPÖ schließt Kärntner Bürgermeister aus Partei aus

Die FPÖ hat heute Abend auf Interviewaussagen über den Nationalsozialismus von Siegfried Kampl, FPK-Bürgermeister der Kärntner Gemeinde Gurk, reagiert und ihn aus der Partei ausgeschlossen.

„Jemand, der mit dem Nationalsozialismus liebäugelt, hat in der FPÖ nichts verloren“, gab FPÖ-Obmann Heinz-Strache in einer Aussendung bekannt.

Der Kärntner FPÖ-Landesparteiobmann Christian Ragger habe dem Wunsch Straches entsprochen und Kampl wegen „Gefahr in Verzug“ aus der Kärntner FPÖ ausgeschlossen. „Derartige Aussagen sind untragbar“, so Ragger.

Kampl hatte in einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ (Onlineausgabe) etwa gemeint: „Nur von dem, was sie gemacht haben, distanziere ich mich, nicht vom Nationalsozialismus.“ Kampl war 2005 als damaliger BZÖ-Politiker als Bundesratspräsident vorgesehen, er stolperte aber über seine Haltung zu Wehrmachtsdeserteuren, die er als „zum Teil Kameradenmörder“ bezeichnet hatte.

Vorarlberg-Wahl: Wallner schwört ÖVP auf Finale ein

Vorarlbergs Landeshauptmann und ÖVP-Chef Markus Wallner hat heute Abend seine Partei auf das Wahlkampffinale eingeschworen. „Wir müssen als Team laufen“, die letzten Tage bis zur Wahl am Sonntag seien entscheidend. Er glaube nicht an Umfragen, diese - der ÖVP wird der Verlust der absoluten Mehrheit prophezeit - hätten noch nie recht gehabt, so der Landeshauptmann.

Wallner versuchte die Partei beim letzten großen Wahlkampfevent in seiner Heimatgemeinde Frastanz (Bezirk Feldkirch) in einer emotionalen Mischung aus Hochdeutsch und Dialekt zu motivieren. Er wurde von rund 1.500 Anhängern bejubelt und mit Standing Ovations bedacht.

Betonung von Bildung und Energie

Inhaltlich betonte der Parteichef das Thema Bildung sowie die Zusammenarbeit mit den Gemeinden: Es werde mit ihm keine Zusammenlegungen „von oben“ geben. Die Eigenständigkeit der Energiewirtschaft sei ebenfalls unverhandelbar, stellte er einmal mehr fest.

Mögliche Koalitionspartner ließ er wissen, dass ein ausgeglichenes Landesbudget das „Einstiegsticket“ für Gespräche sein werde. In Sachen Verkehrsprojekte sei Mitarbeit gefragt, nicht Verhinderungspolitik. Den Eintritt Österreichs in die EU würdigte er als „großartige Entscheidung“.

Schelling: „Straffungen“ für Budgetvollzug 2015

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hat bei seinem ersten Auftritt im Budgetausschuss bekräftigt, dass der Budgetvollzug 2014 planmäßig laufe, obwohl sich die Konjunktur eingetrübt hat. Für den Vollzug 2015 kündigte der Ressortchef hingegen „Straffungen“ an, die Gespräche hierzu auf Regierungsebene werden bereits geführt, hieß es heute in einer Aussendung der Parlamentskorrespondenz.

Schelling erläuterte anhand von Quartalsberichten aktuelle Daten zum Budgetvollzug 2014. Demnach steigen die Budgeteinzahlungen weiterhin stark, die Auszahlungen nur mäßig. Bei den Einzahlungen sorgten Einmaleffekte beim Bankenpakt, stark zunehmende Einkünfte aus Lohn-, Einkommen- und Kapitalertragsteuern sowie aus der Alkoholsteuer und der motorbezogenen Versicherungssteuer für die starke Dynamik.

Experten arbeiten an Steuerreform

Schelling betonte vor den Abgeordneten erneut, die jüngsten Vorschläge für die Steuerreform genau auf deren Auswirkung hin zu bewerten. Er habe die Absicht, gute Vorschläge zu übernehmen, machte jedoch klar, dass das Modell „Lohnsteuer runter - Vermögenssteuern rauf“ für ihn keine Steuerreform sei. Die Experten des Ministeriums werden nun bis Ende des Jahres Maßnahmen zur Vereinfachung und Entbürokratisierung des Steuersystems erarbeiten und bewerten. Dann werden diese Vorschläge von der politischen Arbeitsgruppe bewertet und schließlich dem Parlament vorgelegt.

Auch Pühringer und Platter für Grenzkontrollen

In der Diskussion über Grenzkontrollen hat nun auch der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) diese Forderung erhoben. Man müsse ernsthaft darüber nachdenken, sagte er der Zeitung „Österreich“ (Mittwoch-Ausgabe). In einer Aussendung legte er noch nach: „Wenn nicht rasch eine gerechte Aufteilung von Flüchtlingen auf alle 28 EU-Partner verbindlich vereinbart wird, wird auch Oberösterreich Grenzkontrollen verlangen.“

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Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) kann sich „punktuelle Kontrollen da oder dort“ vorstellen. Sollte die Tendenz in Europa noch stärker werden, müsse man das zur Diskussion stellen. Zuvor hatten sich bereits die Landeshauptleute Erwin Pröll (ÖVP) und Hans Niessl (SPÖ) für Grenzkontrollen ausgesprochen.

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Ausland

Obama bleibt bei Nein zu Bodentruppen im Irak

US-Präsident Barack Obama hat einem erneuten Einsatz von US-Bodentruppen im Irak eine Absage erteilt. Vor Soldaten auf einem Luftwaffenstützpunkt in Florida erklärte Obama heute: „Als Ihr Oberkommandeur werde ich weder Sie noch unsere übrigen Streitkräfte in einen weiteren Bodenkrieg in den Irak schicken.“

Ein Sprecher des Präsidenten ergänzte später, Obama werde mögliche Anfragen des Irak zur Entsendung von US-Militärberatern im Einzelfall entscheiden. Sie würden aber nicht direkt in Kämpfe eingebunden.

Kritik an US-Generalstabschef

Obamas Absage an einen Einsatz von US-Bodentruppen folgt Äußerungen von US-Generalstabschef Martin Dempsey zu einem Irak-Einsatz, die am Vortag in Washington Kritik ausgelöst hatten. Dempsey hatte vor einem Kongressausschuss von der Möglichkeit gesprochen, dass US-Soldaten unter gewissen Bedingungen an Kampfeinsätzen irakischer Bodentruppen teilnehmen könnten.

Insbesondere demokratische Abgeordnete hatten sich anschließend besorgt gezeigt, dass die USA erneut in einen Irak-Krieg gezogen werden könnten. Anfang November finden in den USA Kongresswahlen statt. Obamas Demokraten könnten Umfragen zufolge die Mehrheit im Senat verlieren. Obama-Sprecher Josh Earnest nannte Demseys Äußerungen ein „rein hypothetisches Szenario“.

Kerry: Kein neuer Irak-Krieg

US-Außenminister John Kerry warnte davor, den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit dem Zweiten Golfkrieg von 1991 oder dem Irak-Krieg von 2003 zu vergleichen. Anders als bei den Operationen „Desert Storm“ und „Iraqi Freedom“ würden nun keine US-Bodentruppen in den Krieg geschickt, sagte Kerry bei einer Anhörung im Außenausschuss des Senats.

„Die Vereinigten Staaten werden es nicht im Alleingang machen“, betonte Kerry, der in der Region und in Europa um Unterstützung für den Anti-IS-Kampf geworben hatte. Der Schlüssel zum Sieg liege vielmehr darin, örtliche Kräfte für den Kampf gegen die Sunnitenmiliz zu wappnen. Im Irak seien das die dortigen Sicherheitskräfte, im benachbarten Syrien sei die „moderate“ Opposition das „beste Gegengewicht“ der IS-Kämpfer.

OSZE: Ukraine-Waffenruhe muss stabilisiert werden

Der Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und Schweizer Bundespräsident Didier Burkhalter hat heute Abend zur Stabilisierung der Waffenruhe in der Ostukraine aufgerufen. Die Vereinbarung über die Waffenruhe, die am 5. September in Minsk getroffen wurde, dürfe nicht ausgehöhlt werden, wird Burkhalter in einer Mitteilung der OSZE zitiert.

Die Konfliktparteien müssten sich über die Details einer Überwachung der Waffenruhe einig werden, sagte Burkhalter laut der Mitteilung weiter. Die OSZE hilft derzeit mit, die Feuerpause zu überwachen.

Burkhalter lobte die Ukraine allerdings auch für die Fortschritte, die sie mit der Umsetzung der Waffenruhe mache. Er nannte dabei insbesondere den kürzlich beschlossenen Sonderstatus für die Ostukraine sowie die Ankündigung, dort örtliche Wahlen durchzuführen. Die Freilassung von Gefangenen auf beiden Seiten wertete Burkhalter als „ermutigendes Signal“. Das seien wichtige Schritte, die zu einer dauerhaften Lösung des Konflikts führen könnten.

Saudische Islamgelehrte erlassen Fatwa gegen IS

Hochrangige saudi-arabische Religionsgelehrte haben in einer Fatwa den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gutgeheißen.

Terrorismus sei ein „abscheuliches Verbrechen“ und das Gegenteil dessen, was der Islam verkörpere, begründete der Rat der Höchsten Religionsgelehrten nach Angaben der saudi-arabischen Nachrichtenagentur Spa heute seine Entscheidung. Demnach gab der Rat auch den Plänen der saudi-arabischen Regierung seinen Segen, die USA im Kampf gegen die IS-Milizen zu unterstützen.

IS-Miliz droht USA mit Widerstand

Zuletzt drohte IS den USA in einem neuen Video unverhohlen mit Widerstand im Irak. Der im Internet verbreitete Film trägt den Titel „Flammen des Krieges“ und zeigt unter anderem US-Soldaten. Das 52 Sekunden lange Video endet mit der Einblendung „Der Kampf hat erst begonnen“.

In dem IS-Internetvideo sind Bilder von Extremisten zu sehen, die Panzer beschießen und zerstören. US-Generalstabschef Martin Dempsey hatte gestern bei einer Anhörung im Streitkräfteausschuss des Senats die Entsendung von Kampftruppen in den Irak nicht mehr ausgeschlossen. US-Präsident Barack Obama hatte sich dagegen wiederholt kategorisch gegen einen solchen Einsatz ausgesprochen.

Neue Kämpfer rekrutiert

Beobachtern zufolge rekrutierte IS seit der Androhung weiterer US-Luftangriffe durch US-Präsident Barack Obama neue Kämpfer auch in Syrien. 162 Männer hätten sich seit dem 10. September dem IS angeschlossen und würden in zwei Lagern nahe Aleppo ausgebildet, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Darunter seien auch zahlreiche Ausländer. Vier Kämpfer seien Australier, 15 weitere stammten aus anderen arabischen Staaten. Sie seien aus der Türkei nach Syrien eingereist.

Gasprom liefert weniger Gas über Ukraine in die Slowakei

Im Streit über angeblich verringerte Gaslieferungen nach Westeuropa hat der russische Konzern Gasprom nach Angaben aus Kiew und Bratislava den Transit durch die Ukraine massiv gesenkt.

Über Uschgorod im Westen des Landes „findet ein Transit statt, doch wurde er um 25 Prozent reduziert“, sagte der ukrainische Energieminister Juri Prodan heute in Kiew. Der slowakische Gaskonzern SPP teilte nach einem Bericht der Kiewer Agentur Unian mit, die Lieferungen seien bereits den zweiten Tag in Folge geringer ausgefallen.

Auch Polen und der deutsche Energiekonzern E.on hatten in den vergangenen Tagen geklagt, dass weniger Gas durch die Pipelines gekommen sei. Russland hatte Mitte Juni seine Gaslieferungen an die Ukraine mit der Begründung gestoppt, das Land begleiche seine Schulden nicht. Gasprom will nur noch gegen Vorkasse liefern, was Kiew verweigert.

Die EU plant ein Gespräch mit Vertretern Russlands und der Ukraine zu den Gaslieferungen. Ein Termin steht noch nicht fest.

Mindestens 13 Tote bei Angriff auf Schule in Nigeria

Bei einem mutmaßlichen Angriff der Islamistengruppe Boko Haram auf eine Schule im Nordosten Nigerias sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Bei einem Feuergefecht mit der Polizei und mehreren Explosionen seien in der Schule in Kano 34 weitere Menschen verletzt worden, sagte der Polizeivertreter Adelere Shinaba heute der Nachrichtenagentur AFP.

Demnach lieferten sich die Angreifer zunächst einen Schusswechsel mit Polizisten vor der Schule, bevor sie auf das Gelände stürmten und sich dort in die Luft sprengten. Studenten und Angestellte der Schule in Kano berichteten, sie seien geflohen, nachdem es Schüsse und Explosionen auf dem Gelände gegeben habe.

Laut Shinaba wurde mindestens ein Angreifer erschossen. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Die Extremistengruppe Boko Haram greift aber immer wieder Schulen, Universitäten und Wohnheime an. Die sektenartige Gruppe, deren Name übersetzt „Westliche Bildung ist Sünde“ bedeutet, kämpft seit Jahren im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias mit Gewalt für einen islamischen Staat.

Machtstreit in Libyen: Parlament gegen neue Regierung

Das libysche Parlament hat heute ein von Ministerpräsident Abdullah al-Thinni vorgeschlagenes Kabinett abgelehnt. Abgeordnete hätten Einwände gegen einige Ministerposten vorgebracht, berichtete die libysche Nachrichtenagentur LANA. Die Abstimmung sei daher um einige Tage verschoben worden.

Thinni fungiert als vorläufiger Regierungschef in einem unter kämpfenden Milizen zerfallenden Land. Ende August hatte Thinni den Rücktritt seiner Regierung erklärt, wenige Tage nachdem Islamisten in der Hauptstadt Tripolis eine Gegenregierung ausgerufen hatten. Das Parlament in Tobruk hatte Thinni jedoch aufgefordert, erneut die Regierungsverantwortung zu übernehmen und ein Kabinett zu bilden.

Die Abgeordneten in Tobruk leisten sich seit einem Monat einen Machtkampf mit dem alten Parlament in Tripolis. Das alte Parlament hatte seine Arbeit einfach wieder aufgenommen und die Bildung einer eigenen Regierung beschlossen - obwohl Anfang August das neu gewählte Parlament zusammengetreten war. Während im alten Parlament die Islamisten die Mehrheit hatten, sind sie im neuen in der Minderheit.

Sport

Fußball: Schmidts Deja-vu mit Leverkusen

Bayer Leverkusen hat in der Champions League in den vergangenen zwölf Jahren auswärts nur einmal gewonnen. Mit der 0:1-Niederlage gestern beim AS Monaco wurde die negative Bilanz fortgesetzt. Gegen den Vorletzten der französischen Liga spielte der deutsche Spitzenreiter unter Ex-Salzburg-Trainer Roger Schmidt zu ineffektiv.

Für Schmidt war es ein Deja-vu seiner Zeit bei den „Bullen“: druckvoller Fußball, der den Gegner jedoch auch zum Toreschießen einlädt und am Ende nicht das erhoffte Ergebnis bringt. Kritik an diesem System halten Leverkusens Spieler zwar für „Schwachsinn“, die Clubführung sah das aber anders.

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Football: Skandalwelle überrollt die NFL

Vor Saisonbeginn hat die National Football League (NFL) geprahlt, den härtesten Strafenkatalog für häusliche Gewalt zu haben. Nur mit der Umsetzung scheint sich die Liga schwerzutun. Nach der jüngsten Skandalwelle um Starspieler, die ihre Frauen und Kinder verprügeln, wird die Kritik an den NFL-Funktionären - allen voran Commissioner Roger Goodell - immer lauter. Sponsoren und Politiker forderten mehr Konsequenz und „harte und notwendige Maßnahmen“, um die Wahrnehmung des Premiumprodukts nicht zu gefährden. Im Fall Adrian Peterson sahen sich die Minnesota Vikings schon einmal zu einem Kurswechsel veranlasst.

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Handball: Leiden und Lernen mit dem ÖHB-Team

Dieser Dienstag im BSFZ Südstadt ist anders gewesen. Diese Erfahrung machten Sportjournalisten, die vom Österreichischen Handballbund (ÖHB) eingeladen wurden, einen Tag mit Teamchef Patrekur Johannesson und der Nationalmannschaft zu verbringen. Leistungstests, taktische Besprechungen und ein leidenschaftlich geführtes Trainingsspiel auf bescheidenem Niveau verschafften den sonst passiven Schreibern einen Eindruck, worauf es im schnellen und harten Handballsport ankommt. Dass der Shuttle Run mit einem Busfahrplan nichts zu tun hat, war danach ebenfalls klar.

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ZIB2

Helfer nach Ebola-Einsatz in Westafrika zu Gast

US-Präsident Barack Obama hat die Weltgemeinschaft zum raschen Handeln gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika gedrängt, bevor „Hunderttausende“ infiziert sind. Gast im Studio ist Thomas Rassinger nach seinem Hilfseinsatz für Ärzte ohne Grenzen in Westafrika.

Kopf-an-Kopf-Rennen vor dem Schottland-Referendum

Einen Tag vor dem Unabhängigkeitsreferendum sieht eine Umfrage die Unterstützer und Gegner einer Abspaltung Schottlands fast gleichauf. In der ZIB2 Liveberichte aus Edinburgh.

Das Rätsel um die „Gotteskrieger“ im eigenen Land

Etwa 400 Menschen aus Deutschland kämpfen für die Terrormiliz „Islamischen Staat“. Die Behörden versuchen, den Motiven der „Gotteskrieger“ auf die Spur zu kommen.

Selbstmord im Streifenwagen

In Heiligenblut in Kärnten hat sich ein Mann mit der Dienstwaffe eines Polizisten in einem Streifenwagen erschossen.

Viel Forschung, aber kaum Hoffnung auf Heilung

Eine Viertelmillion Österreicher dürfte um die Jahrhundertmitte von Demenz betroffen sein. Die ZIB2 spricht mit Experten über neue Forschungsergebnisse und warum eine Heilung derzeit in weiter Ferne zu sein scheint.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Fed lässt weiterhin auf Zinswende warten

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) will ihre Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur im kommenden Monat beenden, hält die Zeit aber noch nicht reif für eine baldige Leitzinserhöhung.

Wie die US-Zentralbank heute in Washington bekräftigte, wird sie den Zins wohl für „beträchtliche Zeit“ in seiner jetzigen Spanne zwischen null und 0,25 Prozent halten. Auf diesem Rekordtief liegt er seit Ende 2008. Die Anleihenkäufe sollen im Oktober noch einmal um zehn Milliarden Dollar (7,7 Mrd Euro) pro Monat auf 15 Milliarden Dollar reduziert werden. Im November ist dann ganz Schluss.

Wachstum nur moderat

Bislang gehen die Märkte von einer Zinserhöhung im Sommer 2015 aus. Nach einer Serie ermutigender Wirtschaftsdaten meinten aber einige Fachleute die Zinswende könnte schon früher kommen.

Der Fed-Offenmarktausschuss begründete sein unverändert behutsames Vorgehen nach einer zweitägigen Sitzung damit, dass sich die US-Konjunktur noch nicht genügend von der großen Rezession erholt habe, die vor rund fünf Jahren endete. Die Wirtschaft wachse nur mit „moderatem“ Tempo.

Keine Datum für Zinsanhebung

Für das kommende Jahr senkte die Fed sogar ihren Wachstumsausblick von 3,1 Prozent auf 2,8 Prozent. Am Arbeitsmarkt herrsche noch immer eine „bedeutende Unterauslastung“. Auch die nachlassende Inflation hielt die Fed davon ab, konkrete Hinweise auf eine anstehende Zinswende zu geben.

Notenbank-Chefin Janet Yellen sagte in einer Pressekonferenz, dass sich die Inflation langsam dem Ziel nähern werde. Ihre Einschätzung der Wirtschaftslage habe sich aber kaum verändert. Es gebe noch große Unsicherheiten, darunter auch in der europäischen Wirtschaft. Sie betonte, dass abhängig von der Konjunktur eine führere Zinsanhebung, aber auch eine spätere möglich sei.

Börsengang soll Zalando bis zu 633 Mio. Euro bringen

Der Onlinemodeversender Zalando hat den Startschuss für seinen Börsengang gegeben. Von morgen an können Anleger Aktien des Berliner Internetunternehmens zu einem Preis von 18 bis 22,50 Euro zeichnen und sich damit mit bis zu 11,3 Prozent an Zalando beteiligen, wie das Unternehmen heute Abend mitteilte.

Abhängig vom Zuteilungspreis fließen Zalando damit zwischen 507 und 633 Mio. Euro zu. Für 127 Mio. Euro habe das Unternehmen bereits feste Zusagen von Ankerinvestoren vorliegen. Alle bisherigen Gesellschafter behalten ihre Anteile. Die Zalando-Aktie soll am 1. Oktober erstmals an der Frankfurter Börse notiert werden.

Europas Milliardäre überholen US-Kollegen

Es ist ein Bild, das in die Entwicklung seit der noch immer nachwirkenden Finanzkrise passt: Die Reichen werden weltweit immer reicher. Deren Vermögen stieg binnen eines Jahres rasant um zwölf Prozent auf unvorstellbare 7,3 Billionen Dollar (5,6 Billionen Euro). Erstmals haben Europas Milliardäre mehr Vermögen als jene in den USA und Kanada. 155 Europäer schafften laut einem Ranking der Schweizer Bank UBS im letzten Jahr erstmals den Sprung zum Milliardärsein.

Mehr dazu in 155 neue Milliardäre

Weitere Flugausfälle wegen Pilotenstreiks bei Air France

Der Streik der Piloten von Air France hat auch am dritten Tag zu massiven Behinderungen im französischen Flugverkehr gesorgt. Nach Angaben der Fluggesellschaft fielen heute wieder rund 60 Prozent der Flüge aus. Auch für morgen wurden fast zwei Drittel der Starts gestrichen. Auch Flüge von und nach Wien sind vom Pilotenstreik betroffen. Heute fallen sechs Flüge aus, morgen werden zwei Flugausfälle erwartet.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls forderte, den Streik so schnell wie möglich zu beenden. Die Aktion sei unverständlich, sagte der Regierungschef dem Sender France Inter. Valls forderte die Piloten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Zukunft von Air France stehe auf dem Spiel.

Der Pilotenstreik richtet sich gegen Sparpläne des Airline-Konzerns Air France-KLM, der Kurz- und Mittelstrecken an seine Billigtochter Transavia übertragen und damit seine jährlichen Kosten um mehr als eine Milliarde Euro senken will. Die Piloten fordern einen einheitlichen Vertrag für ihre Berufsgruppe. Ihre Gewerkschaft befürchtet durch den Ausbau der Billigfluglinie eine Auslagerung von Jobs und schlechtere Arbeitsbedingungen.

Flugausfälle wegen AUA-Betriebsversammlung

Eine Betriebsversammlung hat heute bei der AUA zu Flugausfällen und Verspätungen geführt. Die Mitarbeiter wurden über das EuGH-Urteil zum Kollektivvertrag informiert - und sie signalisierten Verständnis für die schwierige Situation der Fluglinie.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Spekulationen zu adidas treiben Aktie

Spekulationen über einen Putsch beim kriselnden Sportausrüster adidas haben die Aktie heute kräftig in die Höhe getrieben.

Für Kauflaune sorgte ein Magazinbricht, wonach angelsächsische Hedgefonds einen Einstieg sondieren, um Vorstandschef Herbert Hainer abzulösen. Der Sportausrüster hatte seine Aktionäre wiederholt mit unerwartet schwachen Geschäften in Russland und den USA enttäuscht.

Die Aktie, die seit Jahresbeginn rund ein Drittel an Wert verloren hat, legte um 3,5 Prozent auf 60,83 Euro zu und war damit größter Gewinner im deutschen Aktienindex DAX. Dabei wechselten deutlich mehr als doppelt so viele Aktien den Besitzer wie an einem durchschnittlichen Handelstag.

Fonds dementiert

Das „Manager Magazin“ berichtete ohne Angabe von Quellen, Hedgefonds wie Third Point, Knight Vinke und TCI seien an einem Einstieg interessiert. Einige Großinvestoren hätten Kontakt zu renommierten Anwaltskanzleien aufgenommen, die sie beraten sollten.

Ziel sei ein Kurswechsel durch eine Ablösung Hainers und eine Abspaltung der US-Tochter Reebok oder auch der strauchelnden Golfmarke TaylorMade. Knight Vinke dementierte allerdings umgehend ein Interesse. Die beiden übrigen Fonds und adidas lehnten Stellungnahmen ab.

Weltbank warnt vor Wirtschaftskatastrophe durch Ebola

Die Weltbank hat vor schwerwiegenden Folgen der Ebola-Epidemie für die Wirtschaft in den am schlimmsten betroffenen Staaten Westafrikas gewarnt. Bei einer weiteren Ausbreitung könnte das Virus dem wirtschaftlichen Leben in Guinea, Liberia und Sierra Leone einen „katastrophalen Schlag“ versetzen, schreiben Experten der Weltbank in einem heute veröffentlichten Bericht.

Den Berechnungen zufolge könnte das Bruttoinlandsprodukt der drei armen Länder in diesem Jahr um insgesamt 359 Millionen Dollar (277 Mio. Euro) und im kommenden Jahr um 809 Millionen Dollar niedriger ausfallen.

Die Weltbank sieht in ihrem Bericht weniger die „direkten Kosten“ der Epidemie wie Todesfälle, Gesundheitsausgaben und Verluste von Arbeitstagen als Grund für den Einbruch. Die Wirtschaft in Guinea, Liberia und Sierra Leone werde vor allem durch die Angst vor Ansteckung gelähmt, die Warenaustausch und Produktion zum Erliegen bringe. Die Weltbank rief die internationale Gemeinschaft daher auf, „mehrere Milliarden Dollar“ für die Eindämmung der Epidemie aufzubringen.

78 Mio. Euro Hilfe aus EU-Staaten

Die EU-Mitgliedsstaaten kündigten an, weitere 78 Millionen Euro für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie zu geben. Das Geld werde zusätzlich zu den 150 Millionen Euro bereitgestellt, die bereits von der EU-Kommission freigegeben wurden, wie die Kommissarin für humanitäre Hilfe, Kristalina Georgieva, vor dem Europaparlament in Straßburg sagte. Die Zusagen wurden demnach auf einer EU-Konferenz zur Ebola-Krise am Montag in Brüssel gemacht.

Chronik

Doppeljackpot bei Lotto „6 aus 45“

Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ konnte kein Spielteilnehmer die richtigen Gewinnzahlen erraten. Im Topf bleiben fast zwei Mio. Euro.

Es wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

2 7 10 17 23 41, Zusatzzahl 40

Auch beim Joker hatte kein Spieler die richtigen Zahlen auf seinem Schein, es bleiben 208.000 Euro im Topf.

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

7 2 6 4 9 9

Alle Angaben ohne Gewähr

Science

IT

Neue iPads sollen im Oktober vorgestellt werden

Nach den neuen iPhones will Apple Mitte Oktober laut Medienberichten auch die nächste iPad-Generation vorstellen. Erwartet werden erneuerte Modelle in den zwei bisherigen Bildschirmgrößen, spekuliert wurde aber bereits ebenfalls über ein größeres Apple-Tablet im kommenden Jahr.

Die Website „Daily Dot“ schrieb unter Berufung auf informierte Personen, die neuen iPads würden am 21. Oktober vorgestellt, der Finanzdienst Bloomberg nannte als Zeitraum Mitte Oktober ohne genaueres Datum.

Apple hatte die iPads zuletzt im vergangenen Oktober aktualisiert, es steht also die jährliche Erneuerung der Modellpalette an. Der iPad-Absatz war zuletzt zurückgegangen. Apple will seine Tablets unter anderem über eine Partnerschaft mit IBM stärker an Unternehmen verkaufen.

Kultur

„Sin City 2“: Schlachtfest im Sündenpfuhl

„Sin City“ von Robert Rodriguez war Kult vom ersten Tag an: Schwarz-Weiß mit nur einzelnen Farbklecksen, eine brutale 40er-Jahre-Comicwelt mit echten Schauspielern. Teil zwei wurde sehnsüchtig erwartet und kommt nun, nach neun langen Jahren, in die Kinos.

Wieder ist es ein in grandiosen Bildern umgesetztes Schlachtfest im Sündenpfuhl, wenn Mickey Rourke, Bruce Willis und Jessica Alba an der Seite von Nebendarstellern wie Lady Gaga und Stacy Keach zu den Waffen greifen. Dennoch floppte „Sin City 2: A Dame to Kill for“ an den Kinokassen - und das hat Gründe.

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Chan­so­nni­e­re Liesl Müller-Johnson gestorben

Die seit 1947 in England lebende Wiener Chanso­nni­e­re und Geschäftsfrau Liesl Müller-Johnson ist heute 92-jährig in Wien gestorben. Das erfuhr die APA aus Kreisen der Familie. Müller-Johnson war erst kurz zuvor in ihre Geburtsstadt gereist, da sie morgen an der Präsentation ihrer im Milena Verlag neu aufgelegten Autobiografie teilnehmen wollte.

Müller-Johnson wurde 1922 als Tochter des Kabarettstars Rosl Berndt und des ungarischen Impresarios und späteren „Simpl“-Eigentümers Karl Müller in Wien geboren. Nach ihrer Heirat mit dem Fliegerleutnant Johnnie Johnson übersiedelte sie nach England und gründete 1957 die „Elizabeth Johnson Organisation“, die bis 2002 Sprachstudenten aus aller Welt in England betreute. In ihrer Pension begann sie eine zweite Karriere als Chansonsängerin, veröffentlichte sieben CDs und gab zahlreiche Konzerte.

Religion

Hardliner protestieren gegen Papst-Kurs zu Geschiedenen

Fünf Kardinäle protestieren in einem Buch gegen den neuen Kurs von Papst Franziskus, der mehr Offenheit gegenüber geschiedenen Katholiken zeigt. Es ist die erste öffentliche Stellungnahme gegen den Kurs des Papstes. Das Buch, das unter anderen vom Präfekten der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller, geschrieben wurde, richtet sich vor allem gegen einen Bericht, den Kardinal Walter Kasper im Auftrag des Papstes vor dem Konsistorium im Februar verfasst hatte.

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Islamgesetz: Furcht vor „Beschneidungslegalisierung“

Die Initiative Religion ist Privatsache läuft gegen den vorläufigen Entwurf für ein neues Islamgesetz Sturm. Die laizistische Organisation fürchtet eine endgültige Legalisierung der religiös motivierten Beschneidung von Buben. Durch das neue Islamgesetz solle die „ohnehin zaghaft geführte Beschneidungsdebatte“ endgültig beendet werden, so Initiative-Sprecher Eytan Reif.

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Leute