Ausland

Irakische Armee startet Rückeroberung Ramadis von IS

Knapp eine Woche nach der Erstürmung der Stadt Ramadi durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) haben irakische Regierungstruppen nach eigenen Angaben Gelände östlich der Stadt zurückerobert.

Bei ihrem ersten Gegenangriff konnten sie heute Positionen der Extremisten in Husaibah im Euphrat-Tal einnehmen, hieß es: „Die Polizeistation und das umliegende Gelände wurden befreit. Es gibt erhebliche Fortschritte.“

Unterstützt von Stammeskämpfern

Husaibah ist eine Ortschaft, von der aus auch Ramadi angegriffen werden könnte. Die Provinzhauptstadt der überwiegend sunnitischen Anbar-Provinz hatten die IS-Extremisten am Sonntag erobert. Ein Stammesvertreter bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP den Beginn der Gegenoffensive. Die Regierungstruppen würden von den Stammeskämpfern unterstützt, sagte Scheich Rafia Abdelkarim al-Fahdawi. „Die Sicherheitskräfte kommen voran, sie haben schon ein großes Gelände zurückerobert.“

24.000 Flüchtlinge in Italien sollen auf EU verteilt werden

Die EU-Kommission will in der kommenden Woche die Verteilung von 24.000 Flüchtlingen von Italien aus auf andere EU-Staaten vorschlagen. Dafür verpflichte sich Italien, Brüssel genaue Angaben über die Einrichtungen zu liefern, in denen die Flüchtlinge nach internationalen Standards identifiziert werden sollen, wie die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ heute berichtete.

Neue Zentren für Identifizierung

Laut dem Plan verpflichtet sich die italienische Regierung auch zur Einrichtung von Zentren zur Flüchtlingsidentifizierung. Das erste soll für maximal 300 Personen im Hafen der apulischen Stadt Taranto eröffnet werden.

Weitere Zentren sind in den sizilianischen Städten Pozzallo, Porto Empedocle und in Augusta geplant, in denen täglich Hunderte Flüchtlinge eintreffen. Dazu sollen zwei Kasernen in der sizilianischen Hafenstadt Messina und in Civitavecchia nördlich von Rom adaptiert werden. Auch hier sollen Flüchtlinge untergebracht werden.

Die Verteilung von 40.000 Flüchtlingen, die in Italien und Griechenland eingetroffen sind, auf andere EU-Staaten ergänzt das Quotensystem, das die EU-Kommission Mitte Mai vorgestellt hatte. Die Pläne sollen am Mittwoch vorgelegt werden.

Zahlreiche EU-Staaten, darunter Spanien, Frankreich und viele osteuropäische Länder, wehren sich gegen die Festlegung von Quoten. Deutschland und Österreich, die vergleichsweise viele Flüchtlinge aufnehmen, begrüßen dagegen den Brüsseler Vorschlag zur Verteilung von Flüchtlingen.

Nach den bisherigen Plänen der EU-Kommission sollen zudem 20.000 Menschen, die vornehmlich in Flüchtlingslagern außerhalb der Union leben, über die EU verteilt werden.

Paris verschärft Grenzkontrollen

Inzwischen mehren sich in Italien Berichte über strenge Kontrollen am italienisch-französischen Grenzübergang Ventimiglia. Paris habe die Kontrollen verschärft, um die Einreise von Asylsuchenden nach Frankreich zu verhindern. Hunderte Migranten würden wöchentlich versuchen, über Ventimiglia nach Frankreich zu gelangen. Die französische Polizei würde viele von ihnen nach Italien zurückdrängen, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ am Samstag.

Die meisten Flüchtlinge versuchen, die Polizeikontrollen in Ventimiglia zu umgehen, und mit dem Zug Frankreich zu erreichen, berichteten Medien in Italien. In der französischen Ortschaft Menton wurden seit Jahresbeginn zahlreiche Migranten angehalten und abgeschoben.

Grundlage ist die sogenannte Dublin-II-Verordnung, die vorsieht, dass jenes Land für die Asylanträge zuständig ist, in dem die Migranten als Erstes europäischen Boden betreten. Oft versuchen die Migranten auch, zu Fuß die Grenze zu überqueren.

Parteiinterne Kraftprobe für Tsipras wegen Sparpolitik

Der linke griechische Regierungschef Alexis Tsipras steht an diesem Wochenende vor einer neuen Kraftprobe: Er informiert das Zentralkomitee (ZK) seiner Linkspartei SYRIZA über den Werdegang der Verhandlungen mit den Gläubigern über die Abwendung einer Pleite Griechenlands.

Bereits gestern hatte sich Tsipras mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Francois Hollande getroffen. Diese hatten ihm zwar ihre Hilfe angeboten, aber verlangt, Athen müsse sich zuerst mit den Experten der Gläubiger vom Internationalen Währungsfonds (IWF), von der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU auf Sparmaßnahmen einigen.

„Es wird Kritik hageln“

„Es wird Kritik hageln, aber Tsipras wird es schon schaffen“, sagte ein hoher Parteifunktionär der SYRIZA der Deutschen Presse-Agentur. Mehr als ein Viertel der Mitglieder des ZK gehören dem linken Flügel an und laufen Sturm gegen weitere Sparmaßnahmen. Es geht unter anderem um eine Immobiliensteuer, die nicht abgeschafft wird, und das mögliche Einbehalten eines dreizehnten Pensionsbezugs. Außerdem soll der Mindestlohn vorerst nicht erhöht werden.

Vonseiten der Geldgeber stehen noch 7,2 Mrd. Euro für das pleitebedrohte Land zur Verfügung. Die Kassen in Athen sind leer. Im Juni müssen allein an den IWF gut 1,5 Milliarden Euro zurückgezahlt werden.

Verwunderung über Scherzkeks Juncker bei EU-Gipfel

Sehr unterhaltsam dürfte der gestern zu Ende gegangene EU-Ostgipfel gewesen sein. Die Bilder von dem „Event“ zeigen einen bestens gelaunten Kommissionschef Jean-Claude Juncker, der rundum für Stimmung sorgte. Praktisch jeder bekam etwas davon ab: Dem griechischen Premier Alexis Tsipras bot er eine Krawatte an, EU-Kommissar Johannes Hahn zog er gar daran. Den ungarischen Premier Viktor Orban empfing Juncker mit den Worten „Hallo, Diktator“, und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel war bemüht, eine gar zu herzliche Annäherung abzuwehren.

Mehr dazu in Politgipfel wird zur Show

Moskau warnt seine Bürger vor US-„Jagd“ auf Russen

Die russische Regierung warnt ihre Bürger vor Reisen ins Ausland, da sie dort von US-Behörden verschleppt oder festgenommen werden könnten. Russen seien in Drittstaaten vor amerikanischen Strafverfolgern oder Sondereinsatzkräften nicht sicher, erklärte gestern das Außenministerium in Moskau.

„Inakzeptable Praxis“

„Die amerikanischen Behörden setzen die inakzeptable Praxis fort, in der ganzen Welt Jagd auf Russen zu machen.“ Dabei missachteten sie das Völkerrecht und setzten andere Staaten unter Druck. „Washington glaubt, dass es alles tun darf, was es will, und geht dabei so weit, unsere Bürger zu entführen“, hieß es.

Hintergrund der „Reisewarnung“ ist das wegen der Ukraine-Krise stark gespannte Verhältnis zwischen Moskau und Washington. Die USA hatten Russland mehrfach vorgeworfen, aktiv in der Ukraine militärisch einzugreifen.

Inland

Leitl will bei Steuerreform verhandeln statt drohen

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (ÖVP) wünscht sich Nachbesserungen bei der Steuerreform, will anders als seine steirischen Parteikollegen bei den Kontenöffnung aber nicht zu Vetodrohungen greifen.

„Ich habe ein altes Grundprinzip. Man droht nicht, man verhandelt“, sagte er heute in der Ö1-Radioreihe „Im Journal zu Gast“. Er sei überzeugt, so auch zu einer guten Lösung kommen zu können. Es bleibe auch noch Zeit und Gelegenheit, das gesamte Paket unternehmerfreundlicher zu machen.

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Asylstreit: Proteste in Oberösterreich

Die Kritik am Zeltlager im Asylerstaufnahmezentrum Thalham in St. Georgen (Oberösterreich) reißt nicht ab. Bei einer Kundgebung forderten die Bürgermeister der drei Attergau-Gemeinden St.Georgen, Berg und Straß gestern ein Ende der „untragbaren Zustände“.

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Hoteliervereinigung will Unterkünfte anbieten

Unterdessen kündigte die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) an, Betten für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Das berichtete die „Wiener Zeitung“ heute. Man stelle in einer Pension in Wien bzw. in einem Mitarbeiterhaus in Lech Zimmer zur Verfügung, teilten die ÖHV-Präsidenten Michaela Reitterer und Gregor Hoch auf der Website der ÖHV mit.

Ihre Mitglieder rief die Hoteliervereinigung dazu auf, leer stehende Mitarbeiterhäuser Schutzsuchenden zur Verfügung zu stellen oder ihre Solidarität mit Sachspenden zum Ausdruck zu bringen.

Die jüngst errichteten Zeltstädte füllten sich über das Wochenende weiter, hieß es auf APA-Anfrage im Innenministerium.

Song Contest

Was das Finale besonders macht

Es ist das große Finale: Auf der viel bestaunten Bühne rittern 27 Länder um den Titel. Und es ist kein Song Contest wie jeder andere: Denn heuer, da sind sich langjährige Eurovision-Kenner einig, gibt es viele neue Trends - akustisch wie optisch. Das Paarduett erlebt ein großes Comeback, es dominiert aber die eskalierende Powerballade. Bei der Show haben fast alle Länder auf den üblichen Trash verzichtet, dafür gibt es recht dramatische Kleiderausschnitte. Und viele Acts haben eine Botschaft mitgebracht.

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Regisseur Pongratz: Zu 130 Prozent vorbereitet

Wenn heute Abend die größte TV-Musikshow der Welt über die Bühne geht, hat er die Fäden in der Hand: Kurt Pongratz führt Regie und wird gemeinsam mit seinem Team knapp 200 Millionen Zusehern ein unvergessliches Fernseherlebnis bescheren. Im Exklusivinterview mit songcontest.ORF.at spricht er über die Herausforderungen einer Show dieser Größenordnung und verrät, warum er aufgehört hat, seine Arbeitsstunden zu zählen, und wie er dem Stress der letzten Wochen standhält.

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Sport

Fußball: Abstiegskampf pur in Deutschland

Selten war der Kampf gegen den Abstieg in Deutschland so spannend wie dieses Jahr: Gleich sechs Vereine sind am letzten Spieltag der deutschen Bundesliga noch in den Abstiegskampf verwickelt. Am heutigen Abend werden irgendwo bittere Tränen fließen, der Rest darf jubeln oder auf die Rettung in der Relegation hoffen. Martin Harnik und Florian Klein können mit dem VfB Stuttgart den Klassenerhalt mit einem Sieg in Paderborn aus eigener Kraft schaffen. „An so einem Spieltag kann in einem Spiel alles passieren“, sagte Stuttgart-Sportvorstand Robin Dutt.

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Bundesliga: Salzburg und Vize winken Millionen

Fast-Meister Salzburg und sein designierter Vize Rapid dürfen sich im Herbst auf einen wahren Geldregen freuen. Sollten es die beiden Clubs in der Champions-League-Qualifikation zumindest bis in die dritte Runde schaffen, würden sie fix drei Millionen Euro bekommen. Richtig abkassiert wird allerdings erst in der Gruppenphase, in der zwölf Millionen nur als Startgeld ausgeschüttet werden. Für das Topduo und auch für Österreichs restliche Europacup-Starter würde sich aber bereits die Europa-League-Gruppenphase kräftig auszahlen.

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Erste Liga: FAC-Kraftakt in Kampf gegen Abstieg

Die 35. und vorletzte Runde der Ersten Liga hat den Abstiegskampf noch einmal verschärft. Durchatmen war gestern zumindest bei Peter Pacult angesagt, dessen FAC im Kellerduell gegen Hartberg nach Rückstand noch einen vielumjubelten Sieg einfuhr und sich damit Luft verschaffte. Die schlechtesten Karten haben im Moment Hartberg und Horn (Niederlage gegen Liefering). Der FAC schaffte sogar den Sprung auf Platz sieben vor den nun punktegleichen Innsbruckern. Die letzte Runde wird nichts für schwache Nerven.

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Wirtschaft

GM könnte wegen Zündschlossdefekts Riesenstrafe drohen

Im Skandal um fehlerhafte Zündschlösser droht dem US-Autokonzern General Motors (GM) einem Zeitungsbericht zufolge eine Rekordstrafe. Ermittler des US-Justizministeriums hätten Hinweise auf strafrechtlich relevante Tatbestände ausfindig gemacht, berichtete die „New York Times“ in der Nacht auf heute.

Zwischen dem Autobauer und dem Ministerium liefen Verhandlungen über eine Einigung, die bereits im Sommer abgeschlossen sein könnten. Zwar werde über die Höhe der damit verbundenen Strafzahlung noch diskutiert. Es werde jedoch erwartet, dass sie die 1,2 Mrd. Dollar (etwa eine Mrd. Euro) übersteigt, die der japanische Konzern Toyota im vergangenen Jahr wegen eines Defekts zahlen musste.

Zahlreiche weitere Klagen

Sollte sich der Konzern tatsächlich mit dem Justizministerium einigen, wären seine juristischen Probleme in der Affäre dem Bericht zufolge noch nicht ausgestanden. Auch die Staatsanwaltschaften einzelner Bundesstaaten haben Ermittlungen eingeleitet. Dazu kommen Klagen von Privatpersonen.

GM rief erst 2014 etwa 2,6 Mio. Fahrzeuge wegen defekter Zündschlösser zurück, obwohl das Problem seit Jahren bekanntgewesen war. Bei den Wagen bestand die Gefahr, dass der Zündschlüssel unbeabsichtigt in die Aus-Position springt. Dadurch könnte während der Fahrt der Motor absterben und elektronische Systeme wie Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags abschalten. Mit dem Defekt werden Dutzende Todesfälle in Verbindung gebracht.

Brasilien zieht Budgetnotbremse

Brasiliens Regierung hat für das laufende Jahr Haushaltskürzungen in Höhe von rund 70 Mrd. Reais (20,8 Mrd. Euro) angekündigt. Einschnitte gibt es vor allem beim Konjunkturprogramm PAC, durch das auch wichtige Infrastrukturprojekte finanziert und beschleunigt werden, wie Planungs- und Haushaltsminister Nelson Barbosa gestern (Ortszeit) in Brasilia mitteilte.

Konjunkturflaute und hohe Inflation

Auch die Ministerien für Bildung sowie Gesundheit müssen Milliardenbeträge einsparen. Durch die Budgetbremse soll das Ziel eines Haushaltsüberschusses von 1,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erreicht werden.

Die siebentgrößte Volkswirtschaft der Welt steckt in einer Krise. Die Regierung erwartet laut Barbosa 2015 einen BIP-Rückgang von 1,2 Prozent - und das bei einer Inflation von über acht Prozent. Zur Budgetsanierung erwägt die brasilianische Regierung auch Abgabenerhöhungen. Zuletzt wurde eine Anhebung der Steuern auf Gewinne von Banken von 15 auf 20 Prozent angekündigt.

Chronik

40 Mio. Hühner wegen Vogelgrippe in den USA gekeult

Zur Eindämmung der Vogelgrippe sind in den USA inzwischen fast 40 Millionen Hühner und anderes Geflügel gekeult worden. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums aus dieser Woche sind mehr als 39 Millionen Vögel von dem aggressiven Erreger H5N2 betroffen. Industriekreisen zufolge trieb die Epidemie den Preis für Eier in den USA seit Beginn des Ausbruchs um 80 Prozent in die Höhe.

Dutzende Betriebe betroffen

Alleine im US-Bundesstaat Iowa, dem größten Eierproduzenten des Landes, wurden 25 Millionen Tiere gekeult, die meisten von ihnen waren Legehennen. „Das Ausmaß dieses Ausbruchs ist beispiellos. Wir müssen deswegen alle Schritte unternehmen, um die weitere Verbreitung der Krankheit zu verhindern“, sagte Iowas Landwirtschaftsminister Bill Northey. Er rief schon am Donnerstag den Notstand aus, so dass nun unter anderem alle Geflügelschauen verboten sind, nachdem die Zahl der betroffenen Betriebe auf 63 gestiegen war.

Die besonders gefährliche Variante der Vogelgrippe war im vergangenen Jahr zunächst im US-Staat Washington aufgetaucht, sie wurde vermutlich von Wildtieren übertragen. Inzwischen sind 15 US-Staaten und die kanadischen Provinzen British Columbia und Ontario betroffen. Neben den Eierpreisen ist auch der Preis für Truthahnfleisch gestiegen.

Auch wenn die Ansteckungszahlen zurückgehen, ist keine Entspannung bei den Preisen abzusehen. Die Epidemie klinge offenbar ab, sagte der Sprecher von Iowas Landwirtschaftsministerium, Dustin Vande Hoef. Das wärmere Wetter mache es für das Virus schwieriger, zu überleben. Aber es werde Zeit brauchen, um das gekeulte Geflügel zu ersetzen. Die angespannte Versorgungslage könne bis Ende des Jahres andauern.

Sechs Tote bei Brand in bayrischem Gästehaus

Bei dem Großbrand in einer Gästeunterkunft im oberbayerischen Schneizlreuth sind vermutlich sechs Menschen ums Leben gekommen. „Man muss davon ausgehen, dass sie tot sind“, sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier der Deutschen Presse-Agentur heute über die bisher vermissten Männer.

Das Feuer war heute gegen 3.00 Uhr in dem Gebäude ausgebrochen. Laut Polizei konnten sich von den 47 untergebrachten Gästen zumindest 41 Personen mit zum Teil schwersten Verletzungen ins Freie retten. Sieben Personen mussten in umliegende Krankenhäuser und Spezialkliniken eingeliefert werden.

250 Einsatzkräfte an Ort und Stelle

Ein Großaufgebot der Rettungsdienste mit 250 Personen war zur Brandbekämpfung und Betreuung der Geretteten an Ort und Stelle. Die Einsatzkräfte konnten das Feuer erst am frühen Vormittag unter Kontrolle bringen. Die Löscharbeiten konnten teilweise nur von außen durchgeführt werden, da Einsturzgefahr bestand.

Über die Brandursache in dem älteren, umgebauten Bauernhaus einer Outdoor-Agentur liegen noch keine Erkenntnisse vor. Im Gebäude waren in der Nacht Mitarbeiter einer Firma in Niederbayern untergebracht, die eine Veranstaltung gebucht hatten.

Mehr als 40 Tote in mexikanischem Drogenkrieg

Bei Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und mutmaßlichen Mitgliedern von Drogenkartellen sind im Westen Mexikos mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Während des rund dreistündigen Feuergefechts nahe der Ortschaft Tanhuato im Bundesstaat Michoacan seien 42 Verdächtige und ein Polizist getötet worden, sagte der Nationale Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido gestern Abend (Ortszeit).

Unterstützung aus der Luft

Die mexikanische Bundespolizei sei Hinweisen nachgegangen, nach denen eine kriminelle Organisation eine Farm besetzt habe. Als die Polizisten sich dem Anwesen näherten, wurden sie aus einem Auto heraus angegriffen, wie Rubido sagte. Danach verfolgten die Sicherheitskräfte die Verdächtigen auf dem 112 Hektar großen Gelände und wurden von immer mehr Angreifern beschossen. Die Polizei forderte einen Hubschrauber zur Luftunterstützung an und brachte die Farm nach drei Stunden schließlich unter Kontrolle.

Eines der mächtigsten Drogenkartelle

Bei dem Einsatz wurden drei Verdächtige festgenommen. Außerdem beschlagnahmte die Polizei zahlreiche Schusswaffen und einen Granatwerfer. Eine Lagerhalle und sechs Autos gingen bei dem Gefecht in Flammen auf.

Die Verdächtigen gehörten einer kriminellen Organisation an, die vor allem in Jalisco aktiv sei, sagte Rubido. Der Bundesstaat, der an Michoacan grenzt, ist die Hochburg des Drogenkartells Jalisco Nueva Generacion (CJNG). Diese trat 2011 erstmals in Erscheinung und ist laut mexikanischen und US-Behörden mittlerweile eines der mächtigsten Verbrechersyndikate des Landes.

Drei Stunden dauerten die Kämpfe zwischen der Polizei und den mutmaßlichen Drogenkartellmitgliedern. (iptv.ORF.at)

Kultur

Hollywoods Angst vor Frauen über 35

Weltweit gibt es eine Spur mehr Frauen als Männer. In Hollywood stellen sie sieben Prozent der Regisseurinnen und sind in zwölf Prozent der Hauptrollen zu sehen. Besonders stark unterrepräsentiert sind Schauspielerinnen über 35. Zuletzt soll Maggie Gyllenhaal (37) von Studiobossen gesagt worden sein, sie sei zu alt, um in einem Film die Geliebte eines 55-Jährigen zu spielen. Wegen der anhaltenden Diskriminierung droht eine Bürgerrechtsorganisation bereits mit rechtlichen Schritten.

Mehr dazu in „Wollen sie uns erschießen?“

Architektur- und Lyrikdoyen Achleitner 85

Sein Lebenswerk in Sachen Architektur hat er kurz nach seinem 80. Geburtstag vollendet. Seither hat sich Friedrich Achleitner, Doyen der österreichischen Architekturtheorie, wieder seinem zweiten Standbein zugewandt: der Literatur. Heute feiert er seinen 85. Geburtstag. Flankiert wird der große Tag von Lesungen aus seinem aktuellen Buch „wortgesindel“.

Die mehrbändige Dokumentation „Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert“ schloss der wortmächtige, architekturbesessene Publizist vor fünf Jahren mit Erscheinen des letzten von drei Wien-Bänden ab. Einzig Niederösterreich fehlt in dem seit 1980 erschienenen Oeuvre noch. Das müssten, so sagte er damals, andere übernehmen.

Bestandsaufnahme der Architektur Österreichs

„Der Achleitner“, wie die ausführliche Dokumentation unter Architekten heißt, machte den Architekturhistoriker zur kritischen Instanz. An seinem „Opus magnum“, der umfassenden aktuellen Bestandsaufnahme der heimischen Architektur, arbeitete er seit 1965. 1980 erschien im Residenz Verlag der erste Band, in dem Bauwerke in Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg dokumentiert wurden.

Der zweite Teil (1983) umfasst Kärnten, die Steiermark und das Burgenland, während sich Band drei der Bundeshauptstadt widmen sollte. Aufgrund des Umfangs entschloss sich Achleitner aber dazu, Wien in drei eigene Abschnitte zu gliedern: 1990 kam die Beschreibung des ersten bis zwölften Bezirks heraus, 1995 folgten die Bezirke 13 bis 18. Im Herbst 2010 erschien schließlich 19 bis 23.

„Wortgesindel“ im Umgang mit der Sprache

In den vergangenen Jahren arbeitete Achleitner, ehedem Mitglied der Wiener Gruppe, wieder vermehrt als Literat. Schließlich sei er damals des Schreibens, nicht der Architektur wegen nach Wien gekommen, sagte er einmal. Im Zsolnay Verlag erschienen zuletzt „wiener linien“ (2004), „und oder oder und“ (2006), „der springende punkt“ (2009) und der Dialektgedichteband „iwahaubbd“ (2011). Zuletzt veröffentlichte er im März den Band „wortgesindel“: ein ironisches Aufzeigen des allgegenwärtigen sorglosen Umgangs mit der Sprache.

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Religion

Leute

Fans nahmen Abschied von Blueslegende B. B. King

Rund eine Woche nach dem Tod von B. B. King haben Hunderte Menschen in Las Vegas der Blueslegende die letzte Ehre erwiesen.

Vier Stunden lang hatten Fans gestern (Ortszeit) Gelegenheit, in einem Bestattungsinstitut am Sarg des Musikers Abschied zu nehmen, wie US-Medien berichteten. Vor dem Gebäude habe sich eine lange Schlange gebildet. King war am 14. Mai mit 89 Jahren in Las Vegas gestorben.

Bestattung im eigenen Museum

Nächste Woche soll der Sarg nach Memphis, Tennessee, geflogen werden. Dort ist am Mittwoch eine Trauerprozession in der legendären Beale Street geplant. Riley King, so der bürgerliche Name des Musikers, hatte seine größten Erfolge in Memphis, wo man ihn „Blues Boy“ - B. B. - nannte. Der Musiker soll am Samstag (30. Mai) nach einer Trauerfeier in seinem Museum in Indianola im Bundesstaat Mississippi beigesetzt werden.

Depardieu lobt Putin bei Filmfestival in Cannes

Der französische Filmstar und Wahlrusse Gerard Depardieu hat beim Filmfestival in Cannes seine Liebe zu Russland und Staatschef Wladimir Putin bekräftigt. „Ich kenne Wladimir Putin, ich mag ihn sehr“, sagte Depardieu gestern vor Journalisten. „Ich fahre viel in die UdSSR, äh, nach Russland“, betonte der 66-Jährige, was bei den Journalisten für Erheiterung sorgte.

„Wenn die Krim amerikanisch gewesen wäre ...“

Zum Ukraine-Konflikt sagte der Schauspieler, er sei „wie jeder schockiert über die Situation“. Niemand verstehe die dortige Lage. „Ich liebe das ukrainische Volk, aber Konflikte sind nicht mein Gebiet“, sagte Depardieu. „Ich hasse Krieg, ich hasse Konflikte, weil Menschen sterben.“

In einem Seitenhieb an die USA sagte Depardieu: „Wenn die Krim amerikanisch gewesen wäre, wäre das was anderes gewesen, denken Sie mal darüber nach.“ Um einem drohenden Spitzensteuersatz von 75 Prozent in Frankreich zu entkommen, war Depardieu Ende 2012 zunächst aus Frankreich nach Belgien umgezogen. 2013 nahm er außerdem die russische Staatsbürgerschaft an, die ihm Putin persönlich angeboten hatte.