Ausland

Flüchtlinge: Großeinsatz der Polizei in Calais

In der nordfranzösischen Hafenstadt Calais haben in der Nacht auf heute laut Polizeiangaben Hunderte Flüchtlinge versucht, durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. „Mehr als 1.000 Versuche“ von Flüchtlingen, zum Tunnel vorzudringen, seien „abgewehrt“ worden.

Flüchtlinge und Polizist in Calais, Frankreich

APA/EPA/Yoan Valat

Ein Sprecher der Betreibergesellschaft Eurotunnel konnte keine Flüchtlingszahlen nennen. Es gebe aber „deutlich weniger Störungen“, seitdem die Polizeikräfte an Ort und Stelle durch die Entsendung von 120 weiteren Beamten verstärkt worden seien.

Seit Wochen versuchen Hunderte Flüchtlinge immer wieder, nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen nach Großbritannien zu gelangen. Seit Anfang Juni starben bereits zehn Flüchtlinge auf der französischen Seite des Ärmelkanals bei Unfällen. Zuletzt wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. In Calais befinden sich den Behörden zufolge derzeit rund 3.000 Flüchtlinge, die meisten von ihnen aus Eritrea, Äthiopien, Afghanistan und dem Sudan.

Tsipras nimmt Varoufakis in Schutz

Griechenland hatte nach den Worten des Regierungschefs Alexis Tsipras nie einen Plan für einen Austritt aus der Euro-Zone. Sie hatte sich aber auf alle Fälle vorbereitet, sagte Tsipras heute im griechischen Parlament. Der frühere Finanzminister Gianis Varoufakis steht in der Kritik, weil er an einem Plan für einen Euro-Austritt Griechenlands gearbeitet haben soll.

Tsipras nahm seinen Ex-Minister in Schutz. „Suchen Sie nicht nach Skandalen bei Varoufakis“, sagte Tsipras. Varoufakis habe wohl Fehler gemacht. „Sie können ihn aber nicht anklagen, dass er ein Gauner ist. Sie können ihn nicht anklagen, dass er das Geld des Volkes geklaut hat. Er hat kein Geld ins Ausland gebracht“, sagte Tsipras.  

Griechenland habe sich auf den Fall vorbereiten müssen, dass andere Kräfte in der EU den Euro-Austritt in die Wege leiten würden, sagte Tsipras. „Fragen Sie doch die Regierung in Berlin“, sagte er. „Sie wird Ihnen erklären, was das für ein Plan ist, (von dem Berlin) immer noch sagt, er bleibt auf dem Tisch“.

Türkei: Zwei Polizisten bei PKK-Angriff erschossen

Im Süden der Türkei sind einem Medienbericht zufolge erneut zwei Polizisten bei einem Angriff von Aktivisten der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) erschossen worden. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu heute berichtete, attackierten PKK-Kämpfer in Pozanti in der Region Adana eine Polizeiwache. Bei dem sich anschließenden Schusswechsel mit den Polizisten seien zwei der Beamten getötet worden.

In der Türkei eskaliert seit einem Anschlag auf ein prokurdisches Treffen mit 32 Toten der Konflikt zwischen dem türkischen Staat und den kurdischen Rebellen. Die PKK wies der türkischen Regierung eine Mitschuld an den Anschlag zu, für den Ankara die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) verantwortlich machte. Die PKK griff daraufhin türkische Polizisten an, die Regierung bombardiert nun PKK-Stellungen im Nordirak und in der Türkei.

Ermittlungen gegen Chef von Kurdenpartei

Keine zwei Tage nach dem endgültigen Schwenk der türkischen AKP-Regierung auf einen harten Kurs ist auch schon der populäre Chef der gemäßigten prokurdischen Partei HDP, Selahattin Demirtas, selbst ins Visier der Staatsgewalt geraten: Die türkische Justiz ermittle gegen ihn, weil er im Herbst Demonstranten „aufgehetzt und bewaffnet“ haben soll, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstagabend. Dem Politiker, der der AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan bei der letzten Wahl empfindliche Verluste zugefügt hat, drohen bis zu 24 Jahre Haft. Der ist überzeugt, dass die AKP sich mit der Gewalt gegen die Kurden für deren politische Erfolge „rächen“ wolle.

Mehr dazu in „AKP zerrt Land in Ära des Konflikts“

Moskau: Streit über Mistral-Schiffe mit Paris beigelegt

Frankreich und Russland haben nach russischen Angaben ihren Streit über die gestoppte Lieferung von zwei Mistral-Kriegsschiffen beigelegt. Es sei ein abschließende Einigung über eine Zahlung an Moskau erzielt worden, erklärte laut RIA Nowosti der Berater für militärische und technische Zusammenarbeit von Präsident Wladimir Putin, Wladimir Koschin, heute.

Moskau hatte die beiden Kriegsschiffe im Wert von 1,2 Milliarden Euro im Juni 2011 bei Frankreich bestellt, angesichts der Ukraine-Krise hatte Paris die für vergangenen Herbst geplante Auslieferung des ersten Schiffes aber auf Eis gelegt.

Taliban ernennen Mansour nach Omar-Tod zu neuem Chef

Nach dem Tod des früheren Anführers der afghanischen Taliban, Mullah Omar, ist sein Stellvertreter Mullah Akhtar Mohammad Mansour offiziell zu seinem Nachfolger ernannt worden. Das Führungsgremium der Taliban und islamische Gelehrte hätten sich für Omars Vertrauten und früheren Stellvertreter Mansour entschieden, hieß es in einer Erklärung, die die radikalislamischen Taliban heute auf ihrer Website veröffentlichten.

Am Vortag hatten sie Omars Tod bestätigt, der sich nach Angaben der afghanischen Regierung bereits vor mehr als zwei Jahren ereignete.

Der Führungswechsel wurde in einer entscheidenden Phase bekanntgegeben. Vor einigen Wochen hatten die Taliban Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung aufgenommen. Die erste Runde der Gesprächsrunde zwischen Vertretern der afghanischen Regierung und der Taliban hatte nach zähen Vorbereitungen Anfang Juli in der pakistanischen Stadt Murree stattgefunden. Beide Seiten vereinbarten, sich bald wieder zu treffen, was international begrüßt wurde. Mehrere Taliban-Kommandeure stellten die Legitimität der Gespräche allerdings offen infrage.

Kleinkind stirbt nach Brandanschlag im Westjordanland

Bei einem mutmaßlichen Brandanschlag jüdischer Siedler auf ein palästinensisches Haus im Westjordanland ist ein Kleinkind gestorben. Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan berichtete, israelische Siedler hätten heute Früh Brandflaschen auf zwei Häuser in einem Dorf südlich von Nablus geworfen. Ein 18 Monate altes Kind habe so schwere Brandverletzungen erlitten, dass es verstarb.

Mindestens drei weitere Familienmitglieder seien verletzt worden. Anwohner sagten, die Angreifer seien nach der Brandstiftung in eine nahe gelegene jüdische Siedlung geflohen.

Die israelische Armee bestätigte den Vorfall. Militärsprecher Peter Lerner nannte den Fall in einer Mitteilung einen „barbarischen Akt des Terrorismus“. Man suche derzeit nach Verdächtigen. Der Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas machte die israelische Regierung für das Verbrechen verantwortlich. Der Vorfall wäre nicht geschehen, würde Israel seine Siedlungen nicht immer weiter ausbauen.

Armee: 59 Geiseln aus Boko-Haram-Lagern befreit

Das nigerianische Militär hat nach eigenen Angaben 59 Menschen aus der Gewalt der Islamistengruppe Boko Haram befreit. Unter den Geretteten seien 29 Frauen und 25 Kinder, sagte Armeesprecher Tukur Gusau. Soldaten hätten am Mittwoch zwei Lager der Extremisten im Bundesstaat Borno im Nordwesten des Landes gestürmt und dabei auch mehrere Islamisten getötet.

Gerettete Boko Haram Geiseln in Nigeria

AP/Jossy Ola

Die Geiseln waren nach Angaben eines der Verschleppten in der vergangenen Woche von den Boko-Haram-Kämpfern entführt worden. Boko Haram kämpft seit sechs Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Staats in Nigeria. Seit dem vergangenen Jahr hat die Gruppe ihre Anschläge auch auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad ausgeweitet.

Eingreiftruppe hat nur spärliche Erfolge

Inzwischen gehen die betroffenen Länder gemeinsam militärisch gegen die Extremistengruppe vor. Zum Kommandanten der 8.700 Soldaten umfassenden Eingreiftruppe wurde gestern der nigerianische General Iliya Abbah ernannt. Nigerias Präsident Muhammadu Buhari hatte bei seinem Amtsantritt Ende Mai einen entschlossenen Einsatz gegen die Islamisten angekündigt, doch wurden seitdem bei neuen Anschlägen und Überfällen mehr als 800 Menschen getötet.

Gestern wurde eine neue Gewalttat der Islamisten bekannt. In einem Dorf am Tschad-See im Nordosten Nigerias schnitten Boko-Haram-Kämpfer am Montag nach Zeugenangaben zehn Fischern die Kehlen durch. In den vergangenen Tagen wurden bei Selbstmordattentaten der Islamisten außerdem 47 Menschen in Nigeria und Kamerun getötet.

Inland

Bildungsreform: Neue Arbeitsgruppe tagte erstmals

Die Arbeitsgruppe der Regierung zur Bildungsreform hat gestern in Wien erstmals in neuer Zusammensetzung getagt. Bei dem Treffen habe es sich um eine „konstruktive Arbeitssitzung“ gehandelt, der im Herbst eine weitere folgen soll, hieß es aus dem Bildungsministerium gegenüber der APA. Der angestrebte Termin für die Präsentation der Endergebnisse bleibe der 17. November.

Anfang Juli musste die Gruppe umbesetzt werden, nachdem Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und sein burgenländischer Amtskollege Hans Niessl (SPÖ) aufgrund unterschiedlicher Ansichten in der Frage der künftigen Zuständigkeit für die Verwaltung der Lehrer ausgestiegen waren. An ihre Stelle rückten der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

„Austausch von Positionen“

Bei der Sitzung ging es laut Platter um einen Austausch der Positionen und die Klärung der weiteren Vorgangsweise. Es sei aber noch zu früh, inhaltliche Aussagen zu treffen, weil jetzt die notwendigen Ausarbeitungen und Abklärungen der durchaus komplexen Themen stattfänden, so der Tiroler Landeshauptmann. Es sei wesentlich, dass die Diskussion möglichst breit geführt wird, kein Bereich von vornherein von der Debatte ausgenommen und letztlich ein Gesamtpaket geschnürt werde.

Die Arbeitsgruppe besteht zur Hälfte aus SPÖ- und ÖVP-Vertretern und zu gleichen Teilen aus Regierungsmitgliedern und Landeshauptleuten. Auf SPÖ-Seite sind Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Kanzleramtsminister Josef Ostermayer, der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser und Häupl vertreten. Auf ÖVP-Seite gehören der Gruppe Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer, Innenministerin und ÖAAB-Chefin Johanna Mikl-Leitner, der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Platter an.

Wirtschaft

Eurostat: Sechs Prozent Arbeitslose in Österreich

Österreich belegt im EU-Vergleich bei der Arbeitslosenrate weiterhin nur noch Rang sechs. Gemeinsam mit Dänemark verzeichnete Österreich bei den Juni-Zahlen eine Quote von 6,0 Prozent. In der Euro-Zone blieb die Arbeitslosigkeit laut jüngsten Daten von Eurostat mit 11,1 Prozent unverändert gegenüber dem Mai, auch die EU wies mit 9,6 Prozent keine Veränderung auf.

Von Juni 2014 auf Juni 2015 musste Österreich gemeinsam mit Finnland den höchsten Anstieg bei der Arbeitslosigkeit hinnehmen. Die Rate stieg in Österreich von 5,7 auf 6,0 Prozent, in Finnland von 12,4 auf 12,7 Prozent. Deutschland weist im Juni 2015 mit 4,7 Prozent unterdessen die geringste Arbeitslosenquote im Juni auf. Eurostat schätzt, dass im Juni in der EU insgesamt 23,3 Millionen Menschen arbeitslos waren, davon 17,8 Millionen im Euro-Raum. Gegenüber Mai fiel die Zahl der arbeitslosen Personen in der EU um 32.000, gleichzeitig stieg sie im Euro-Raum um 31.000.

Bei der Jugendarbeitslosigkeit lag Österreich im Juni mit 10,3 Prozent gemeinsam mit Dänemark auf dem vierten Platz hinter Deutschland (7,1 Prozent), Malta (10,0 Prozent) und Estland (10,1 Prozent). Die höchsten Quoten meldeten Griechenland (53,2 Prozent vom April), Spanien (49,2 Prozent), Italien (44,2 Prozent) und Kroatien (43,1 Prozent).

Rekordverlust für Schweizer Notenbank

Die Aufgabe des Euro-Mindestkurses und die darauffolgende Aufwertung des Franken hat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im ersten Halbjahr einen Rekordverlust eingebrockt. Die Notenbank gab heute für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres einen Fehlbetrag von 50,1 Mrd. Franken (47,2 Mrd. Euro) bekannt.

Die Währungshüter hatten lange einen Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro garantiert. Nach der Abkehr von dieser Politik Mitte Jänner wertete der Franken massiv auf. Entsprechend erlitt die SNB auf den in anderen Währungen gehaltenen Anlagen Wechselkursverluste von insgesamt 52,2 Mrd. Franken (49,1 Mrd. Euro).

Auch die Goldbestände der Notenbank waren 3,2 Mrd. Franken (drei Mrd. Euro) weniger wert. Kursgewinne auf Aktien, Zinserträge und Dividendenzahlungen dämpften den negativen Einfluss der Währungen und des Edelmetalls auf das Ergebnis etwas.

Drittes Hilfspaket für Athen: IWF bremst

Der Internationale Währungsfonds (IWF) beteiligt sich vorerst nicht an einem dritten Hilfspaket für das hoch verschuldete Griechenland. Zunächst müsse gesichert sein, dass Athen die vollständige Umsetzung der von den Gläubigern geforderten Reformen akzeptiere und die Europäer der griechischen Regierung Schuldenerleichterungen gewähren, sagte ein ranghoher IWF-Vertreter gestern.

Heute treffen sich die Chefunterhändler der internationalen Gläubiger Athens mit dem griechischen Finanzminister Efklidis Tsakalotos zu Gesprächen über ein drittes Hilfsprogramm. Es ist auch ein Treffen der Vertreter von EU, Europäischer Zentralbank (EZB), IWF und Europäischem Stabilitätsmechanismus (ESM) mit Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis geplant. In den vergangenen Tagen hatte es Gespräche auf Expertenebene gegeben.

Der IWF werde sich so lange nicht an einem neuen Hilfspaket beteiligen, „bis diese beiden Bedingungen erfüllt sind“, sagte der Vertreter mit Verweis auf die nötigen Reformen sowie Schuldenerleichterungen für Athen. Griechenland und die anderen Euro-Länder streben ein Kreditpaket in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro an, das in den kommenden Wochen ausgehandelt werden soll.

Nach Rekordstrafe: BNP Paribas zurück in Gewinnzone

Frankreichs größte Bank BNP Paribas ist nach der Rekordstrafe im Vorjahr wieder in den schwarzen Zahlen. Der Nettogewinn summierte sich im zweiten Quartal auf 2,56 Mrd. Euro, wie das Institut heute mitteilte.

Dabei profitierte das Unternehmen von steigenden Einnahmen, etwa im Investmentbanking und Firmenkundengeschäft. Besonders der Aktienhandel lief rund. Außerdem verbuchte BNP einen Sondererlös von 420 Millionen Euro aus dem Verkauf einer siebenprozentigen Beteiligung an der Shoppingmall-Gruppe Klepierre.

Im Vorjahresquartal hatte BNP Paribas noch einen Verlust von 4,22 Mrd. Euro. Dieser war auf eine Strafe wegen des Verstoßes gegen US-Sanktionen zurückgegangen.

Sport

Europa League: Altach gelingt perfekte Premiere

Der SCR Altach hat in seinem ersten Europacup-Spiel eine perfekte Premiere hingelegt. Die Vorarlberger setzten sich gestern in Innsbruck im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde der Europa League gegen Vitoria Guimaraes mit 2:1 durch und fahren mit einer guten Ausgangsposition zum Rückspiel nach Portugal.

Debütant Altach lieferte den höher eingeschätzten Gästen einen Kampf auf Augenhöhe und agierte vor dem Tor abgebrühter. Dazu kamen ein starker Torhüter Andreas Lukse und das Glück des Tüchtigen.

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Europa League: Sturm Graz vor dem Quali-Aus

Für Sturm Graz ist der Aufstieg ins Play-off der Europa League in weite Ferne gerückt. Die Steirer mussten sich gestern im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde vor eigenem Publikum Rubin Kasan mit 2:3 geschlagen geben und stehen damit im Rückspiel in einer Woche mit dem Rücken zur Wand.

Sturm konnte sich zwar zweimal mit dem Ausgleich zurückkämpfen, machte aber auf der Gegenseite den russischen Gästen das Toreschießen nicht gerade schwer. In Unterzahl gelang dann kein neuerliches Comeback mehr.

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Chronik

Australien: Wrackteil „nahezu sicher“ von Flug MH370

Das auf der Insel La Reunion im Indischen Ozean angespülte Wrackteil stammt nach Worten von Australiens Vize-Premierminister Warren Truss mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Flugzeug des Typs Boeing 777. „Das Flugzeugteil ist nahezu sicher ein kleiner Flügelteil einer Boeing 777, und MH370 wurde tatsächlich von einer Boeing 777 durchgeführt“, sagte Truss heute dem Sender Sky News TV.

Derzeit wird nur eine solche Maschine vermisst - die, die für MH370 eingesetzt wurde. Australien koordiniert die Suche nach dem Flugzeug, das vor mehr als einem Jahr mit 239 Menschen an Bord spurlos verschwand.

Der ebenfalls auf der Insel aufgetauchte Koffer hingegen dürfte keine Verbindung zu MH370 haben, sagte Truss dem Sender weiter. Im Gegensatz zum Flugzeugteil seien an dem Koffer keine Spuren marinen Lebens gefunden worden. Dies deute darauf hin, dass er nicht lange im Wasser gewesen sei.

Mehr dazu in Strömungen untermauern Theorie

Surfer wehrt vor australischer Ostküste Haiattacke ab

Mit Schlägen hat ein Surfer vor der australischen Ostküste die Attacke eines Hais abgewehrt. Der 52-Jährige sei heute Früh in Evans Head mit einem Freund im Wasser gewesen, als sie das Tier bemerkt hätten, teilte die Polizei mit. Der Hai habe den Mann angegriffen und ihm in ein Bein und einen Arm gebissen. Der Mann habe auf das Tier eingeschlagen und es letztlich bis an den Strand geschafft. Dort versorgten ihn der Polizei zufolge Passanten, der 52-Jährige wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht.

Evans Head liegt rund 700 Kilometer nördlich von Sydney. In der Gegend hatte es im Juli bereits zwei Haiattacken gegeben.

Elfjähriger Kalifornier will als Jüngster auf Mount Everest

Der elfjährige Tyler Armstrong aus Kalifornien will als jüngster Bergsteiger den Mount Everest erklimmen. Wie seine Familie gestern mitteilte, soll die Besteigung des höchsten Gipfels der Welt im Mai 2016 erfolgen. Tyler wäre dann zwölf Jahre und vier Monate alt. Der bisher jüngste Everest-Bezwinger war 13 Jahre und zehn Monate alt.

Tyler Armstrong

AP/Claudio Gutierrez

Alle „Seven Summits“ noch als Teenager?

Der junge Kalifornier hat sich vorgenommen, noch als Teenager die höchsten Gipfel aller sieben Kontinente zu besteigen. Zwei hat er bereits geschafft. Mit neun Jahren stand er als Jüngster auf dem höchsten Berg der Anden, dem 6.962 Meter hohen Aconcagua in Argentinien. Den höchsten Berg Afrikas, den 5.895 Meter hohen Kilimandscharo in Tansania, bezwang er mit acht Jahren. Im August will er mit dem 5.642 Meter hohen Elbrus im Kaukasus-Gebirge einen weiteren Gipfel der sogenannten „Seven Summits“ abhaken.

Mit seinen Touren unterstützt Tyler nach eigenen Angaben einen guten Zweck. Er sammelt Spenden für die Betroffenen der seltenen Erbkrankheit Duchenne-Muskeldystrophie, die vor allem bei Buben im frühen Kindesalter auftritt.

Medien

Internationales Radio Serbien stellt Arbeit ein

Das Internationale Radio Serbien, das sein Programm in zwölf Sprachen ausstrahlt, stellt heute nach 79 Jahren seine Arbeit ein. Ursache dafür ist der Mangel an Finanzmitteln, heißt es laut Belgrader Medien in einem Regierungsbeschluss. Rund 90 Beschäftigte, Journalisten, Übersetzer und Techniker verlieren ihren Job, hieß es.

Der Sender wurde 1936 als Internationales Radio Jugoslawien gegründet und strahlte unter diesem Name sein Programm auch unter der Kommunistenherrschaft nach dem Zweiten Weltkrieg aus. Nach dem Zerfall Jugoslawiens in den 90er Jahren wurde der Sendername abgeändert.

Die Tradition der Ausstrahlung von Programmen für die ausländische Öffentlichkeit und Diaspora werde unterbrochen, stellten Mitarbeiter des Senders auf seinem Onlineportal am letzten Werktag fest.

IT

Uber setzt auf Expansion in Indien

Der umstrittene Fahrtenvermittler Uber will einem Bericht zufolge den indischen Markt erobern. Dazu sind Investitionen in Höhe von einer Milliarde Dollar (913 Mio. Euro) geplant, schreibt die britische Wirtschaftszeitung „Financial Times“ unter Berufung auf das Unternehmen aus San Francisco.

Uber wolle so in Indien bis März 2016 eine Million Fahrten täglich vermitteln und den bisherigen Marktführer Ola überrunden. Indien und China, wo Uber eine ähnlich hohe Summe investieren will, gehören zu den Regionen mit dem potenziell stärksten Wachstum für den Internetvermittler, der in vielen Ländern mit Rechtsstreitigkeiten zu kämpfen hat.

Facebook stellt riesige Internetdrohne „Aquila“ vor

Facebook hat die erste Version seiner Drohne vorgestellt, die Internet in entlegene Gebiete bringen soll. Das unbemannte Fluggerät mit dem Namen „Aquila“ habe die Spannweite einer Boeing 737, erklärte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gestern.

Facebook Internetdrohne "Aquila"

AP/Facebook

Die solarbetriebene Drohne wiege weniger als ein Auto und könne monatelang in der Luft bleiben. Außerdem habe Facebook ein extrem präzises Lasersystem entwickelt, das Daten mit einer Geschwindigkeit von zehn Gigabit pro Sekunde übertragen könne.

Das weltgrößte Onlinenetzwerk mit rund 1,5 Milliarden Mitgliedern verfolgt schon lange das Projekt, Internet aus der Luft in Gebiete mit schwacher Infrastruktur zu bringen. Dafür kaufte Facebook im vergangenen Jahr den britischen Drohnenentwickler Ascenta. Google setzt in einem ähnlichen Programm ebenfalls auf Drohnen - aber auch auf riesige Ballons mit Antennen. Hunderte Millionen neue Internetnutzer dürften auch den Onlineriesen mehr Geschäft bringen.

Monatelang in der Luft

Die „Aquila“-Drohne solle bis zu drei Monate lang am Stück in Höhen zwischen etwa 18.000 und 28.000 Metern fliegen, berichtete das Technologieblog Mashable aus einer Präsentation bei Facebook. In die Luft werde sie von einem Heliumballon gebracht, von dem sie sich dann abkopple.

Google will Recht auf Vergessen nicht weltweit anwenden

Der US-Internetriese Google hat angekündigt, das sogenannte Recht auf Vergessen im Internet nur auf nationaler und europäischer Ebene, aber nicht weltweit umzusetzen. Google weise „aus Prinzip“ den Anspruch nationaler Datenschutzbehörden zurück, „eine weltweite Autorität für den Schutz persönlicher Daten zu beanspruchen“, schrieb das Unternehmen gestern in seinem europäischen Blog.

Auf google.com alles weiter auffindbar

Konkret bedeutet das, dass Google auf Verlangen der Betroffenen zwar Links zu persönlichen Informationen im Internet auf seinen nationalen Seiten löscht. Von der für Frankreich eingerichteten Suchmaschine google.fr oder auch anderen europäischen Seiten sind diese Informationen dann nicht mehr abrufbar, vom weltweiten Angebot google.com oder von anderen nicht europäischen Google-Seiten aber schon.

Als Zeichen des guten Willens veröffentlichte Google nun einen Transparenzbericht zu den Anträgen auf Löschung von Links. Dem Bericht zufolge erhielt das Unternehmen für Frankreich 60.241 Anträge zu 203.889 Links, weltweit waren es 290.353 Anträge für 1.055.700 Weblinks.

Im Mai 2014 hatte der Europäische Gerichtshof das Recht auf Vergessen im Internet festgeschrieben. Damit müssen Links von Suchmaschinen wie Google zu Websites mit persönlichen Angaben gelöscht werden, insbesondere wenn die Informationen veraltet oder falsch sind.

Kultur

Bayreuth: Applaus für neuen Siegfried in Wagners „Ring“

Stefan Vinke ist als neuer Siegfried in Richard Wagners Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ bei den Bayreuther Festspielen gefeiert worden. Im dritten „Ring“-Teil, der Oper „Siegfried“, quittierte das Publikum Vinkes Auftritt gestern Abend mit langem Applaus. Er hatte die Rolle von Lance Ryan übernommen, der in den beiden vergangenen Jahren die Siegfried-Partie gesungen hatte.

Stefan Vinke in Oper von Richard Wagner

APA/EPA/Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele

Viel Beifall gab es auch für Catherine Foster als Brünnhilde und für Wolfgang Koch als Wotan. Hatte einem großen Teil des Publikums die eigenwillige Regie von Frank Castorf in den vergangenen beiden Jahren noch missfallen, so waren die Emotionen in diesem Jahr deutlich gedämpfter. Buh- und Bravorufe hielten sich die Waage.

Begeisterung löste einmal mehr Dirigent Kirill Petrenko aus. Im kommenden Jahr allerdings wird er nicht nach Bayreuth kommen, Marek Janowski übernimmt die musikalische Leitung. Sein Finale erlebt der Bayreuther „Ring“ morgen mit der Oper „Götterdämmerung“. Die Festspiele enden am 28. August.

Ai Weiwei erstmals seit Festnahme auf Auslandsreise

Der chinesische Künstler Ai Weiwei ist auf seiner ersten Reise nach Rückgabe seines Passes gestern in München gelandet. Auf dem Flughafen erwartete ihn sein sechsjähriger Sohn, den er seit einem Jahr nicht mehr gesehen hatte. Es fühle sich „sehr gut“ an, wieder reisen zu dürfen, sagte der 57-Jährige. Er war von dem Medienaufgebot, das ihn in Deutschland begrüßte, sichtlich überrascht.

Der chinesische Künstler Ai Weiwei mit Familie am Flughafen München

APA/EPA/Peter Kneffel

Er werde sich in München, wo er vor einigen Jahren operiert wurde, untersuchen lassen und wolle in einigen Tagen nach Berlin weiterreisen, sagte der Künstler. Er wollte sich sonst nicht weiter zu den Umständen der Passrückgabe äußern. "Das dauert zu lange. Mein Sohn wartet." Vielleicht werde er auch noch nach London reisen - „wenn sie mir ein Visum geben“.

„Alles verlief reibungslos“

Ais Abflug aus Peking war begleitet von Wirbel über die Entscheidung der britischen Regierung, dem regimekritischen Künstler ausgerechnet wegen seiner politisch motivierten Inhaftierung 2011 eine kriminelle Vergangenheit zu unterstellen und ihm ein langfristiges Visum zu verweigern. Erst vor einer Woche hatte Ai seinen Pass wiederbekommen. Seit seiner Festnahme 2011 hatten ihm die chinesischen Behörden das Reisedokument vorenthalten.

Ais sechsjähriger Sohn lebt in Berlin. Vor einem Jahr hatte er ihn - auch aus Angst vor der Unberechenbarkeit des chinesischen Regimes - dorthin geschickt. 2011 war der regimekritische Künstler bei der Ausreise auf dem Flughafen festgenommen worden, womit seine 81-tägige Inhaftierung begann. Diesmal „verlief alles reibungslos“, sagte ein chinesischer Freund zu den Formalitäten beim Abflug in Peking.

Science

Kometenlandung: Chemische Vielfalt und ungeplante Hopser

Felsen statt Staubwüste und organische Moleküle, die nie zuvor in Kometen gefunden worden sind: Die historische Landung des Minilabors „Philae“ auf dem Kometen „Tschuri“ beschert der Wissenschaft überraschende Erkenntnisse. Achteinhalb Monate nach dem Aufsetzen der Sonde auf dem Zielkometen der europäischen „Rosetta“-Mission liegen erste Auswertungsergebnisse der damals von „Philae“ gesendeten Daten vor.

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Leute

Streit über Klosterkauf von Katy Perry geht weiter

Im Streit über den Verkauf eines früheren Nonnenklosters in Los Angeles an Popstar Katy Perry ist keine schnelle Einigung in Sicht. Ein Richter in Los Angeles hat eine weitere Anhörung für Mitte September festgesetzt. Weder Perry noch die Unternehmerin Dana Hollister hätten derzeit das Kaufrecht für die rund 15 Millionen Dollar (13,6 Mio. Euro) teure Immobilie, befand Richter James Chalfant gestern.

Ehemaliges Nonnenkloster in Los Angeles

APA/EPA/Mike Nelson

Im Herbst könnte aber eine Entscheidung fallen, ob eine der beiden Parteien als Mieter einziehen könnte. Nach Angaben der „New York Times“ geht der Richter davon aus, dass das normale Verfahren zwei Jahre dauern könnte.

„Schlechter Deal“

Streitobjekt ist ein ehemaliges, inzwischen leerstehendes Konvent am hügeligen Stadtrand von Los Angeles. Eine kleine Gruppe Nonnen des Ordens Immaculate Heart of Mary hat das Anwesen im mediterranen Stil der Unternehmerin Dana Hollister versprochen. Die Schwestern liegen mit der Erzdiözese von Los Angeles im Clinch, die Popstar Perry als Käuferin eine Zusage gegeben hat.

Richter Chalfant sprach von einem „schlechten Deal“, den die Nonnen mit Hollister geschlossen hätten. Die Unternehmerin, die das Anwesen in ein Hotel umbauen wollte, muss den Schwestern nach Anordnung des Richters nun vorläufig monatlich 25.000 Dollar (23.000 Euro) Miete zahlen. Die Ordensschwestern, denen die Immobilie gehört, hatten Hollister den Vorzug gegeben. Sie hatten sich unter anderem am „öffentlichen Ansehen“ von Popstar Perry gestoßen.