Ausland

Spaniens Regierungschef Rajoy lehnt Neuwahl ab

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy lehnt Neuwahlen ab. „Das ist schlecht für Spanien und schlecht für die Spanier und erzeugt nur Unsicherheit“, sagte der 63-Jährige heute auf einer eilends einberufenen Pressekonferenz, nachdem die Sozialisten heute einen Misstrauensantrag gegen ihn eingebracht hatten.

Es ist unklar, ob die Initiative im Parlament gelingt. Um Rajoy zu stürzen, sind die Sozialisten auf Stimmen der populistischen Podemos und der liberalen Ciudadanos angewiesen. Ciudadanos forderte heute Neuwahlen. Falls diese nicht ausgerufen würden, sei man zu dem Misstrauensantrag gegen Rajoy bereit, erklärte die liberale Partei.

Schwarze Kassen für Wahlkämpfe

Der frühere Schatzmeister der Konservativen, Luis Barcenas, war gestern zu 33 Jahren Haft verurteilt worden. Ihm wurden Geldwäsche, persönliche Bereicherung und Steuerstraftaten zur Last gelegt. Die Taten stehen mit schwarzen Kassen in Zusammenhang, die die Partei in den 1990er und frühen 2000er Jahren für Wahlkämpfe nutzte. Die Affäre belastet Rajoys Regierung schon länger.

MH17-Abschuss: Niederlande beschuldigen Moskau

Die Niederlande und Australien haben Russland für den Abschuss von Flug MH17 über der Ukraine verantwortlich gemacht. Beide Länder „machen Russland für seine Beteiligung an dem Abschuss verantwortlich“, erklärte die niederländische Regierung heute.

Am Vortag hatte das Ermittlerteam zum MH17-Abschuss einen neuen Bericht vorgelegt und die eingesetzte Rakete erstmals einer russischen Militärbrigade zugeordnet. Die Erklärung der niederländischen Regierung könnte nun auch gerichtliche Schritte zur Folge haben.

Flug MH17 war am 17. Juli 2014 auf dem Weg vom Amsterdamer Flughafen Schiphol nach Kuala Lumpur über der Ostukraine abgestürzt. Unter den 298 Insassen waren 196 Niederländer und 39 Australier.

„Teil der russischen Streitkräfte“

Die von den Niederlanden geleitete internationale Untersuchungskommission kam nun zu dem Schluss, dass die Rakete vom Typ Buk-Telar, mit der die Passagiermaschine von Malaysia Airlines vor fast vier Jahren abgeschossen wurde, von der 53. Flugabwehrbrigade im russischen Kursk „stammte“, wie der Ermittler Wilbert Paulissen gestern in Utrecht bekanntgab. „Die 53. Brigade ist Teil der russischen Streitkräfte“, fügte der Niederländer hinzu.

Teile der Rakete vom Typ Buk-Telar

APA/AFP/Robin Van Lonkhuijsen

Die ukrainische Regierung und der Westen vermuten schon lange, dass prorussische Rebellen das Flugzeug mit einer aus Russland stammenden Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben. Moskau sieht die Verantwortung dafür hingegen bei der ukrainischen Armee. Diese hatte ebenfalls Raketen russischer Bauart in ihren Beständen.

Moskau weist Vorwürfe zurück

Russland wies den Vorwurf zurück. Auf die Frage, ob die Regierung eine Verwicklung in den Vorfall bestreite, antwortete der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dimitri Peskow: „Absolut.“ Russland sei nicht gleichberechtigt an den Ermittlungen zum Absturz beteiligt gewesen und könne den Ergebnissen daher nicht trauen. Die Frage nach Entschädigungen für die Familien der Opfer verwies Peskow an das Außenministerium.

Appelle von EU und NATO

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini forderte Moskau in einer Erklärung auf, „seine Verantwortung zu übernehmen“ und vollständig an allen Bemühungen mitzuwirken, um die Schuldfrage in dem Fall zu klären. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg appellierte ebenfalls an Russland, „Verantwortung zu übernehmen“.

Bellingcat: Russischer Offizier verantwortlich

Das Recherchenetzwerk Bellingcat identifizierte nach eigenen Angaben einen mutmaßlichen Hauptverantwortlichen. Es handle sich um einen hohen russischen Offizier, berichtete Bellingcat heute in Den Haag. Der Offizier sei 2014 in der Ostukraine verantwortlich für den Transport des Luftabwehrraketensystems vom Typ Buk von und nach Russland gewesen.

Wieder Aktivist in Saudi-Arabien festgenommen

Rund einen Monat vor dem Ende des Frauenfahrverbots geht Saudi-Arabien weiter mit harter Hand gegen Menschenrechtler vor. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International teilte heute mit, der bekannte Aktivist Mohammed al-Badschadi sei am Vorabend festgenommen worden. Die Umstände der Festnahme seien unklar. Badschadi saß in der Vergangenheit bereits mehrfach in Haft.

Im Mai waren in dem ultrakonservativen Königreich nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen bereits elf Aktivistinnen und Aktivisten festgenommen worden, darunter bekannte Frauenrechtlerinnen. Diese hatten sich für das Ende des Frauenfahrverbots eingesetzt. Drei von ihnen wurden Amnesty International zufolge mittlerweile wieder freigelassen.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur SPA hatten die Festgenommenen Kontakte zu feindlichen ausländischen Mächten, weil sie die Regierung unterwandern wollten. Ende Juni soll in dem autoritär regierten Land das Frauenfahrverbot aufgehoben werden.

Ungarn plant Demonstrationsverbot vor Politikervillen

Mit einer Verfassungsänderung will das ungarische Parlament erreichen, dass vor Politikervillen keine Proteste mehr abgehalten werden dürfen. „Im Interesse des Schutzes des Privatlebens wollen wir das Prinzip festhalten, dass man die Menschen in ihrem Heim nicht belästigen darf“, sagte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban heute im staatlichen Rundfunk.

Die Meinungsfreiheit habe dort ihr Ende, wo Menschen zu Hause nicht mehr ihre Ruhe haben, fügte der rechtspopulistische Politiker hinzu. Die Verfassungsänderung werde Anfang kommender Woche zusammen mit neuen Gesetzesentwürfen gegen Zivilorganisationen eingereicht, debattiert und beschlossen, sagte Orban.

Die geplanten Gesetze richten sich gegen Initiativen und Vereine, die Flüchtlingen helfen. Sie zielen darauf ab, ihre Tätigkeit unter strafrechtliche Sanktionen zu stellen.

Proteste vor Politikervillen sind in Ungarn nicht unüblich. Auch vor Orbans Anwesen in den Budaer Hügeln wurde schon öfters demonstriert. Die Villa des ehemaligen sozialistischen Ministerpräsidenten und Oppositionspolitikers Ferenc Gyurcsany war wiederum gelegentlich ein Aufmarschort für rechtsgerichtete Demonstranten.

Großbritannien erwägt eigene GPS-Satelliten

Großbritannien erwägt, nach dem Ausstieg aus der Europäischen Union („Brexit“) ein eigenes Navigationssystem aufzubauen. Falls das Land nach dem „Brexit“ vom neuen EU-Positionsbestimmungssystem Galileo ausgeschlossen werde, müsse man Alternativen parat haben, sagte Finanzminister Philip Hammond heute in Brüssel.

Das könnte mit Partnern außerhalb der EU oder den USA geschehen. „Aus Gründen der nationalen Sicherheit benötigen wir Zugang zu einem System und wir werden sicherstellen, den auch zu bekommen“, sagte Hammond.

London will Investitionen zurückfordern

Mit Galileo will die EU dem US-System GPS Konkurrenz machen. Umstritten ist dabei zwischen London und Brüssel vor allem der Zugang zum militärischen Teil des Projekts. Aus Sicht der EU kann er nur Mitgliedsstaaten eingeräumt werden. Das komplette Netzwerk soll 2020 im Einsatz sein, die Kosten belaufen sich auf zehn Milliarden Euro.

Bisher entfielen etwa 15 Prozent der Arbeiten an Galileo auf Großbritannien. London will die Investitionen bei einem Ausschluss zurückfordern. Großbritannien scheidet im März 2019 aus der EU aus.

Südkoreas Premier in Wien: „Traurig“ über Gipfelabsage

Die Absage des Gipfeltreffen mit Nordkorea durch US-Präsident Donald Trump ist heute auch Thema in Wien gewesen: Als „sehr traurig“ bezeichnete der südkoreanische Premier Lee Nak Yeon die US-Entscheidung. Seoul werde sich dennoch weiter für Friedensbemühungen auf der koreanischen Halbinsel einsetzen. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hofft indes, dass „das Treffen doch noch stattfinden“ könne.

Lee bekräftigte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Kurz, in der keine Journalistenfragen zugelassen waren, die Position Südkoreas im Nordkorea-Konflikt. Die „historische Chance“, die durch das innerkoreanische Treffen und die Panmunjom-Erklärung Ende April geschaffen wurde, müsse weiterhin genutzt werden, betonte der Ministerpräsident.

Einen großen Dank in der Nordkorea-Frage sprach Lee in Richtung Österreich aus. Das Land sei Südkorea „immer tatkräftig zur Seite gestanden“, er hoffe, dass es das auch in Zukunft tun werde.

Lob für bilaterale Beziehungen

Unterstützen will Österreich nach Aussagen von Kurz „weiterhin die Bemühungen der koreanischen Regierung für eine Denuklearisierung und den Aufbau des Friedens“. Der Bundeskanzler bezeichnete die Gipfelabsage Trumps als „sehr bedauerlich“. Er hoffe, dass es sich bei diesen Schritt „vielleicht um eine Verschiebung handle und das Treffen doch noch stattfinden“ könne.

Abseits des Nordkorea-Konflikts lobten Lee und Kurz nach ihrem Treffen die bilateralen Beziehungen. „Es ist das erste Mal nach 14 Jahren, dass ein koreanischer Premierminister Österreich besucht“, so Lee. Seit mittlerweile 126 Jahren würden Korea und Österreich diplomatische Beziehungen pflegen. Einen Grund für die „besondere Nähe und Freundschaft“ machte Lee in der Tatsache aus, dass die erste First Lady Südkoreas (Franziska Donner, Ehefrau von Präsident Rhee Syng Man, Anm.) aus Österreich stammte.

Bis zum nächsten Treffen der beiden wird es wohl nicht mehr so lange dauern: Lee lud Kurz nach Südkorea ein. Lee wurde am Nachmittag auch von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Hofburg empfangen.

Inland

Neues SPÖ-Programm setzt auf Arbeit und Umweltschutz

Die SPÖ hat ihr neues Programm fertig: Es soll ein „Kompass zur politischen Orientierung“ sein, wie dem Entwurf zu entnehmen ist. Inhaltlich bietet das Grundsatzprogramm keine allzu großen Überraschungen: Im Zuge der Digitalisierung wünscht man sich eine Arbeitszeitreduktion, die Bekämpfung des Klimawandels soll oberste Priorität haben, und in Sachen Migration setzt man auf „Integration vor Zuwanderung“.

„Die Welt steht nicht still“

„Die Welt steht nicht still“ - es brauche „neue Antworten“, heißt es zu Beginn des 65-seitigen Papiers, das heute von Präsidium und Vorstand behandelt wurde. Vision der „sozialen Demokratie“ sei es, die „Klassengegensätze zu überwinden, alle Lebensbereiche mit Demokratie zu durchfluten und den Ertrag der gesellschaftlichen Arbeit gerecht zu verteilen“.

Man kämpfe für „volle Gleichberechtigung“ unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Alter, Behinderung und sexueller Orientierung und für „soziale Gerechtigkeit innerhalb der Gesellschaft“.

Man besinne sich auf die politischen Fundamente der SPÖ, sagte Parteichef Christian Kern: „Das Herz der Sozialdemokratie schlägt nicht am Ballhausplatz, sondern an den Ziegelteichen am Wienerberg“, formulierte Kern, der nach der Wahl vom Kanzleramt in die Oppositionsrolle wechseln musste.

Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität sollen die Grundwerte der Partei bleiben. Auch die Verteidigung der Demokratie und ein Bekenntnis zum Antifaschismus finden sich im Programm.

Kritik an Abschaffung des Binnen-I beim Bundesheer

Bundesjugendvertretung, SPÖ-Jugendorganisationen und die Liste Pilz haben heute die Abschaffung des Binnen-I beim Bundesheer kritisiert. Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) wurde für die Maßnahme vom Frauennetzwerk Medien umgehend das „Rosa Handtaschl“ verliehen.

Die SJ ist der Meinung, dass die FPÖ mit dieser Maßnahme von den geplanten „Verschlechterungen im Gesundheitssystem“ ablenken will, die Liste Pilz ortet einen „weiteren Rückschritt unter Schwarz-Blau“.

Die Bundesjugendvertretung hält die vom Verteidigungsressort genannten Argumente Unlesbarkeit und Unverständlichkeit für vorgeschoben und fürchtet, dass dieses Beispiel in der Regierung Schule machen könnte.

Genau das fordern FPÖ-Frauensprecherin Carmen Schimanek und der Wiener FPÖ-Obmann Johann Gudenus in Aussendungen, da ihrer Ansicht nach das Gendern „überhandgenommen“ habe. Das Frauennetzwerk Medien hingegen betonte: „Wer Frauen auch sprachlich nicht mehr sichtbar macht, zeigt damit, dass sie keine Rolle spielen sollen.“

„Feministische Sprachvorgaben“

Wie heute bekanntwurde, schafft das Bundesheer das - ohnehin nicht verbindliche - Binnen-I ab. „Feministische Sprachvorgaben zerstören die gewachsene Struktur unserer Muttersprache bis hin zur Unlesbarkeit und Unverständlichkeit“, so Kunasek in der „Krone“ (Freitag-Ausgabe). So erklärte er das „Aus für sämtliche Formulierungen beim Bundesheer, die den Sprachfluss unnötig beeinträchtigen“.

Der 2001 - also unter der damaligen schwarz-blauen Regierung - verordnete „geschlechtergerechte Sprachgebrauch“ habe sich als nicht praxistauglich erwiesen. Sprachliche Gleichberechtigung der Geschlechter werde aber nicht prinzipiell abgelehnt. Wo sich eine Alltagstauglichkeit ergebe, würden Formulierungen wie „die Studierenden“ verwendet.

Offenbar keine verbindliche Regelung

Allerdings: Eine verbindliche Regelung, die das Binnen-I vorsieht, gibt es beim Bundesheer offenbar nicht. Das sagte die ehemalige Frauenbeauftragte beim Bundesheer, Irmtraut Karlsson, dem „Standard“ (Onlineausgabe). Laut ihren Recherchen gab es „nie eine solche Order beim Bundesheer“. Das Binnen-I sei nach Gutdünken verwendet worden.

Regierung will in Klausur Mindestsicherung ändern

Die Regierung wird bei ihrer Klausur die Reform der Mindestsicherung nun laut APA definitiv auf den Weg bringen: Der Schwerpunkt der Veranstaltung in Mauerbach liegt am Sonntag noch bei der EU-Ratspräsidentschaft und bei der Klimastrategie, welche die Regierung nun endgültig beschließen will. Der Montag ist vor allem der Mindestsicherung gewidmet.

Details offen

Wie die Reform aussehen wird, ist offen. Angepeilt ist eine bundeseinheitliche Regelung, bei der die Länder nur noch Spielräume bei der Abgeltung der Wohnkosten haben sollen. Gesetzt wird wohl auch auf mehr Sachleistungen.

Schwierig macht die Reformpläne, dass der Verfassungsgerichtshof (VfGH) die niederösterreichische Mindestsicherung gekippt hat. Eine von der Dauer des Aufenthalts in Österreich abhängige Wartefrist für die Leistung in voller Höhe und eine starre Deckelung der Bezugshöhe bei Haushalten mit mehreren Personen waren von den Höchstrichtern als unsachlich qualifiziert worden. Gerade diese Punkte wollte die Regierung aber bei ihrer Mindestsicherungsreform integrieren.

Schlechtere Matheergebnisse bei Zentralmatura erwartet

Die Zentralmatura dürfte im Fach Mathematik heuer deutlich schlechter als im Vorjahr ausgefallen sein. Nach einem vom Bildungsministerium heute veröffentlichten ersten Zwischenstand sind sowohl an den AHS als auch an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) jeweils rund 18 Prozent der angetretenen Schülerinnen und Schüler durchgefallen.

Eingelangt sind allerdings erst die Ergebnisse von rund zehn Prozent der AHS und von rund 15 Prozent der BHS. Vergleicht man die Ergebnisse dieser Schulen mit den jeweiligen Resultaten der Vorjahre, liegen die Fünferzahlen an den AHS damit zwischen jenen der Jahre 2016 (21 Prozent) und 2017 (elf Prozent).

Kompensationsprüfungen Anfang Juni

An den jeweiligen BHS sind dagegen mehr als doppelt so viele wie 2016 (acht Prozent) bzw. 2017 (sieben Prozent) durchgefallen. Besonders schlecht waren die Resultate an den Handelsakademien und den humanberuflichen Schulen, während sie an den HTLs konstant blieben.

Am 5. und 6. Juni können sich Schülerinnen und Schüler mit einem Fünfer diesen bei einer Kompensationsprüfung ausbessern. Die endgültigen Ergebnisse mit den Noten vor und nach den Kompensationsprüfungen werden im Bildungsministerium gesammelt und am 27. Juni gemeinsam mit den Resultaten der anderen Fächer präsentiert.

Faßmann kündigt Evaluierung an

ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann kündigte vor Journalisten nach drei (BHS) bzw. vier Jahren (AHS) eine Evaluierung der neuen Reifeprüfung an. Das betreffe sowohl die Zentralmatura als auch die mündliche Matura und die vorwissenschaftliche Arbeit (VWA).

Bei der Zentralmatura wolle man sich das Beurteilungsschema und den Erstellungsprozess der Aufgaben sowie die Resultate an ausgewählten Einzelstandorten ansehen, so Faßmann. Derzeit werden die Zentralmaturaaufgaben von mehreren Lehrern des jeweiligen Fachs bzw. der jeweiligen Schulart erstellt.

Anschließend werden sie an mehreren Schulen etwa auf ihre Lösungshäufigkeit getestet und von Fachdidaktikern analysiert. Die Matheaufgaben werden zudem von der Österreichischen Mathematischen Gesellschaft auf ihre mathematische Korrektheit überprüft.

An der Zentralmatura selbst will Faßmann jedenfalls festhalten. Diese sei „ein Fortschritt“. Als Sofortmaßnahme für die Schüler mit Nicht genügend will das Ministerium nun Schulleitungen und Prüfer gezielt auf die Übungsmöglichkeiten für die Kompensationsprüfungen aufmerksam machen.

Wirtschaft

Riad und Moskau drängen auf höhere Ölfördermenge

Saudi-Arabien und Russland, die zusammen mit weiteren Ländern seit 2017 die Ölproduktion deckeln, erwägen ab Juli eine Abkehr von dieser Strategie: Der saudi-arabische Energieminister Chaled al-Faleh sagte heute auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg, die Ölförderländer hätten „bald die Möglichkeit, das Angebot zu öffnen“. Das werde „wahrscheinlich in der zweiten Jahreshälfte“ passieren.

Sein russischer Kollege Alexander Nowak sagte, sollte die Ölproduktion wieder steigen, dann „ab dem dritten Quartal“, also ab Juli. Der Ölpreis war vergangene Woche auf den höchsten Stand seit Ende 2014 gestiegen und hatte die Marke von 80 Dollar (rund 68 Euro) pro Barrel (159 Liter) geknackt.

Mehrere Gründe

Gründe für die Preissteigerung sind der Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran und die Wiedereinsetzung von Sanktionen seitens der Regierung in Washington und die Unsicherheit über die Lage in Venezuela. Das ölreiche südamerikanische Land befindet sich bereits seit mehreren Jahren in einer Wirtschaftskrise.

Mitte 2014 war der Ölpreis noch bei rund 110 Dollar pro Fass gelegen, danach fiel er tief, zeitweise auf 27 Dollar. Die Produktionsländer hatten sich daher auf eine Deckelung der Produktion geeinigt. Die Angebotsverknappung trieb den Preis wieder nach oben.

Bericht: Daimler droht Massenrückruf

Daimler könnte vom deutschen Kraftfahrtbundesamt (KBA) nach einem Bericht des „Spiegel“ zum Rückruf von mehr als 600.000 Dieselfahrzeugen verdonnert werden. Das KBA gehe dem Verdacht nach, dass bei diesen Modellen unzulässige Abschalteinrichtungen die Wirkung der Abgasreinigung manipulierten, berichtete das Magazin heute.

Prüfungen laufen

Prüfungen an den betreffenden Autos, unter anderem der Mercedes-Baureihen C und G, fänden bereits statt. Die Modelle hätten einen vergleichbaren Motor wie der gerade zurückgerufene Transporter Vito. Daimler erklärte, dem Unternehmen liege keine amtliche Anhörung des KBA - die Vorstufe zu einem Rückrufbescheid - zu den genannten Fahrzeugen vor. „Zu Spekulationen des Spiegels äußern wir uns nicht“, ergänzte ein Sprecher.

Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums bestätigte gegenüber Reuters nur, dass Verkehrsminister Andreas Scheuer das KBA angewiesen habe, weiteren Verdachtsfällen bei Mercedes unverzüglich nachzugehen.

Britische Wirtschaft wächst kaum noch

Die britische Konjunktur ist zu Jahresbeginn eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Jänner bis März nur noch um 0,1 Prozent zu, wie das Statistikamt ONS heute auf Basis einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit wurde eine vorläufige Zahl bestätigt.

Die Firmen fuhren ihre Investitionen zurück. Zudem legten die Verbraucherausgaben mit 0,2 Prozent so schwach zu wie seit Ende 2014 nicht mehr. Ende 2017 war die Wirtschaft auf der Insel noch um 0,4 Prozent gewachsen.

Winterstürme mit dämpfendem Effekt

Zum niedrigen Wachstum zu Jahresbeginn trugen auch Winterstürme mit Eis und Schnee bei, die insbesondere dem Einzelhandel und dem Bau zu schaffen machten. Laut ONS konnten diese dämpfenden Effekte für die Wirtschaft durch eine gesteigerte Leistung der Energieversorger sowie höhere Umsätze im Onlinehandel allerdings teilweise wettgemacht werden.

Angesichts des Konjunktureinbruchs zu Jahresbeginn scheute die Notenbank BoE zuletzt vor einer Zinserhöhung zurück und beließ den Schlüsselsatz bei 0,5 Prozent. Da sich der von der Zentralbank kritisch beäugte Preisauftrieb in jüngster Zeit etwas abgeschwächt hat, sind auch Spekulationen auf eine Anhebung des geldpolitischen Schlüsselsatzes im August gedämpft worden.

Sport

Tennis: Thiem muss heute zweites Match spielen

Dominik Thiem hat sich heute beim ATP-Turnier in Lyon mit Mühe zu einer Doppelschicht gekämpft. Der topgesetzte Niederösterreicher setzte sich im dritten Satz der am Vortag wegen Dunkelheit unterbrochenen Viertelfinal-Partie gegen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez durch und sicherte sich damit einen Platz im Semifinale. Das steht nach kurzer Pause ebenfalls noch heute auf dem Programm.

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Champions League: Goalies im Schatten der Stars

Mit Real Madrid und dem FC Liverpool stehen einander morgen im Finale der Champions League (20.45 Uhr, live in ORF eins) zwei Teams mit Offensivqualitäten gegenüber. Eine entscheidende Rolle könnte dabei Keylor Navas und Loris Karius zukommen.

Die beiden Goalies sind bei ihren Clubs gesetzt, stehen aber im Schatten der Stars und nicht selten in der Kritik. Ihnen haftet hartnäckig der Makel an, keine Torleute der obersten Kategorie zu sein. Vor allem Navas ging bei Real schon durch Himmel und Hölle. Auch Karius kämpft bei den „Reds“ um Anerkennung, hat aber weiter einen schweren Stand.

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Leichtathletik: Diskus-Ass Weißhaidinger träumt vom „70er“

Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger hat seinen österreichischen Rekord heuer in drei Etappen von 67,24 auf 68,98 Meter geschraubt. Mit der aktuellen Bestmarke gab der Olympiasechste zuletzt in Rehlingen sogar dem deutschen Olympiasieger Christoph Harting das Nachsehen.

Das soll aber noch nicht das Ende der Weitenjagd sein, als Traumziel hat der 26-Jährige die „Schallmauer“ von 70 Metern ins Visier genommen. Aber auch eine Medaille bei der Leichtathletik-EM in Berlin würde Weißhaidinger freuen.

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Die nun in Kraft tretende EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wird auch eine Verbesserung in ORF.at mit sich bringen. Das betrifft die Nutzung von Inhalten aus Sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook, Instagram und YouTube in ORF.at-Berichten.

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Rund um das Inkrafttreten der DSVGO gibt es im ORF.at-Netzwerk zahlreiche weitere Verbesserungen, etwa umfangreichere und besser auffindbare Informationen zum Datenschutz.

Chronik

Viele Tote bei Schiffsunglück in DR Kongo

Bei einem Schiffsunglück in der Demokratischen Republik (DR) Kongo sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. 50 Todesopfer seien seit Mittwoch aus dem Wasser geborgen worden, sagte der Vizegouverneur der nordwestlichen Provinz Tshuapa, Richard Mboyo Iluka, heute.

Das Unglück ereignete sich laut Iluka in der Nacht auf gestern auf dem Fluss Momboyo. Die Zahl der Vermissten und die Unfallursache sind unklar, allerdings sei das Boot unbeleuchtet unterwegs gewesen. Derartige Schiffe dürften aber grundsätzlich nachts nicht fahren, sagte der Vizegouverneur.

Immer wieder schwere Schiffsunglücke

Das private Schiff war zwischen Monkoto und Mbandaka mit Dutzenden Passagieren und einer großen Güterladung unterwegs. Die Provinzhauptstadt Mbandaka ist rund 750 Kilometer entfernt.

Auf den Seen und Flüssen der Demokratischen Republik Kongo gibt es immer wieder Bootsunglücke. Eine Hauptursache ist, dass die Schiffe überladen werden. Ende 2014 kamen mindestens 30 Menschen ums Leben, als auf dem Kongo-Fluss im Nordosten des Landes ein völlig überfülltes Boot auf einen Felsen lief. Wenige Tage zuvor wurden bei einem Unglück im Südosten des Landes mindestens 129 Menschen getötet.

IT

Stichtag für DSGVO: Folgen neuer Regeln noch ungewiss

Heute wird die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) schlagend. Damit dürfte die Flut an E-Mails, den neuen Datenschutzregeln zuzustimmen, zu Ende gehen - für Unternehmen beginnt aber jetzt erst die kritische Phase. Mögliche drakonische Strafen und viel Unklarheit sorgen mitunter für Panik bei Unternehmen, obwohl bisher vor allem von Verwarnungen die Rede ist. Berichtet wurde jetzt sogar von Onlinediensten, die sich aufgrund der Regelungen in letzter Sekunde ganz aus Europa zurückziehen - zumindest vorerst.

Mehr dazu in Unklarheit über den „Tag X“ hinaus

YouTuber John „TotalBiscuit“ Bain gestorben

Der Spielekritiker und bekannte britische YouTuber John „TotalBiscuit“ Bain ist tot. Er starb gestern im Alter von 33 Jahren, wie seine Frau Genna im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb. Bain erkrankte 2014 an Krebs, in den letzten Monaten verschlechterte sich sein Zustand.

Bekanntheit durch „WTF is ...“-Videos

Unter dem Namen „TotalBiscuit“ veröffentlichte Bain in den vergangenen Jahren über 3.000 Videos. Bekannt wurde er vor allem mit der Reihe „WTF is ...“, in der er neue Videospiele vorstellte. Vor allem bis dahin unbekannte Titel profitierten von der Präsentation - zuletzt hatte Bains Kanal über zwei Millionen Abonennten.

Bain galt als Kritiker vieler teuer produzierter Spiele, oft prangerte er auch die Geschäftspraktiken größerer Verleger an. In der „Gamergate“-Kontroverse, bei der unter anderem gegen zahlreiche Frauen innerhalb der Videospielbranche gehetzt wurde, bezog Bain eine neutrale Position und sah vor allem Einzelpersonen für die Aufregung verantwortlich, wofür er scharf kritisiert wurde.

Kanal soll von Bains Frau weitergeführt werden

Im Jahr 2014 gab Bain über Soziale Netzwerke bekannt, dass bei ihm Darmkrebs diagnostiziert wurde. In seinen Onlineauftritten informierte er regelmäßig über seine Erkrankung, Videos produzierte er weiterhin. Anfang Mai gab er bekannt, dass er keine Kritiken mehr veröffentlichen werde.

„Es war ein Privileg“, so Bain. „Danke, dass ihr mich in euer Leben gelassen habt und mir so etwas Wichtiges erlaubt habt wie zu entscheiden, wie ihr euer hart verdientes Geld ausgebt.“ Bains YouTube-Kanal soll künftig von seiner Frau weitergeführt werden.

Amazons Alexa verschickte aufgenommenes Privatgespräch

Eine Serie von Hörfehlern von Amazons digitaler Assistentin Alexa hat dazu geführt, dass eine Unterhaltung eines nichts ahnenden Paares in den USA aufgenommen und an einen ihrer Kontakte verschickt wurde.

Die Software im Echo-Lautsprecher habe zunächst in dem Gespräch fälschlicherweise ihren Namen Alexa herausgehört, erklärte Amazon unter anderem dem Finanzdienst Bloomberg. Das startet die Aufnahme, damit das Assistenzprogramm Sprachbefehle ausführen kann.

Befehle aus Gespräch herausgefiltert

Später glaubte Alexa, den Auftrag „verschicke Nachricht“ („Send Message“) gehört zu haben, und fragte zurück: „An wen?“ Das Paar schien diese Frage jedoch nicht gehört zu haben und unterhielt sich im Hintergrund weiter. Alexa filterte unterdessen aus dem Gespräch etwas heraus, was einem der Namen auf der Kontaktliste ähnelte.

Schließlich fragte Alexa ebenfalls ungehört noch einmal nach, ob eine Nachricht an den Kontakt verschickt werden solle - und schnappte aus der weiteren Unterhaltung des Paares das Wort „right“ („richtig“) auf. Das Paar aus dem Bundesstaat Oregon wurde auf den Vorfall erst durch einen Anruf des Empfängers der Nachricht aufmerksam, wie Bloomberg berichtete.

„Ungewöhnliche Abfolge“

„So ungewöhnlich diese Abfolge der Ereignisse auch war, wir prüfen Optionen, wie solche Fälle noch weniger wahrscheinlich gemacht werden können“, sagte Amazon dazu. Datenschützer kritisieren vernetzte Lautsprecher mit digitalen Assistenten oft als Risiko für die Privatsphäre. Der Fall zeigt beispielhaft, wie sie durch Fehler verletzt werden kann.

Alexa spricht jetzt auch Gebete

In England können gläubige Anglikaner unterdessen künftig Alexa dazu auffordern, Gebete zu sprechen. Außerdem beantwortet sie einschlägige Fragen. Die Kirche von England baut damit ihre Onlinedienste weiter aus.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Gesundheit

Dicke Kinder: Mittelmeer-Kost am Mittelmeer unpopulär

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kämpfen Kinder und Jugendliche in Zypern, Griechenland, Italien und Spanien am meisten mit Übergewicht. Die Mittelmeer-Kost, eine Ernährungsform, die als besonders gesund gilt und eine hohe Lebenserwartung verspricht, hat für sie offenbar ausgedient.

Sie nehmen zu wenig Fisch, Gemüse und gutes Pflanzenöl zu sich, die am Mittelmeer traditionell zur Küche gehören. Ausgerechnet jene Kinder, die am weitesten von diesem Meer entfernt wohnen, haben die geringsten Gewichtsprobleme.

Mehr dazu in Schweden ernähren sich eher mediterran

Religion

Kultur

„Trainspotting“-Regisseur Boyle soll Bond-Film drehen

Der britische Oscar-Preisträger Danny Boyle („Slumdog Millionaire“, „Trainspotting“) soll Regie beim nächsten Bond-Film führen. Das gab die Produktionsfirma Eon Productions heute bekannt. Das Drehbuch für den 25. Film mit Geheimagent 007 komme von John Hodge, mit dem Boyle bereits für „Trainspotting“ zusammengearbeitet hat.

Regisseur Danny Boyle

APA/AFP/Getty Images/Bryan Bedder

Die Rolle des smarten Agenten soll erneut Daniel Craig spielen. Es wird sein fünfter und wohl letzter Auftritt als Bond. Die Dreharbeiten sollen Anfang Dezember dieses Jahres beginnen, hieß es in der Mitteilung. In Großbritannien soll der Film im Oktober 2019 in die Kinos kommen.