Inland

Parlamentsausschüsse für Team Stronach vergrößert

Der Nationalrat hat die parlamentarischen Ausschüsse vergrößert, damit das Team Stronach (TS) trotz seines Schrumpfens auf sechs Mitglieder weiter in ihnen vertreten sein kann. Damit sitzen in den Ausschüssen künftig 28 statt bisher 24 bzw. (in den kleineren Ausschüssen) 18 Mandatare.

Grund für die Aufstockung ist, dass gemäß dem im Nationalrat angewendeten D’Hondt’schen System das TS keinen Abgeordneten mehr stellen hätte können, auch nicht im U-Ausschuss. Durch die Aufstockung fällt dem kleinsten Klub jetzt doch wieder ein Platz zu.

Opposition bekräftigt Ablehnung von Griechen-Hilfe

Die Opposition hat in der Sondersitzung des Nationalrats heute Nachmittag einmal mehr ihre Ablehnung der im Sommer beschlossenen EU-Hilfen für Griechenland kundgetan. Griechenland sei dadurch weder entschuldet noch reformiert, sondern werde nur vorübergehend über Wasser gehalten, kritisierte der FPÖ-Abgeordnete Elmar Podgorschek: „Diese Schuldenorgie in Griechenland und Europa wird weitergehen.“

Grünen-Mandatar Werner Kogler bekräftigte ebenfalls das Nein seiner Fraktion. Zwar sei etwa der Anlauf, die Reicheren stärker in die Pflicht zu nehmen, positiv. Negativ aber sei unter anderem die Erhöhung der Mehrwertsteuer und damit einer Massensteuer. NEOS-Abgeordneter Rainer Hable meinte, „dieses Paket hilft Europa nicht“, weil Lösungen wieder hinausgeschoben würden. Auch Griechenland helfe das Paket nicht.

Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar ist der Meinung, Griechenland müsse eigentlich aus dem Euro aussteigen. SPÖ-Mandatar Jan Krainer verteidigte die Hilfen dagegen. Unter anderem seien die Mittel wichtig für die Rekapitalisierung der Banken, damit etwa Pensionisten zu ihrem Geld kommen könnten. Was ihm bei den Paketen allerdings fehle, sei Geld für Investitionen, damit es zu einem Wirtschaftswachstum kommen könne.

Flüchtlingskoordinator Konrad erstmals bei „Taskforce“

Der von der Regierung bestellte Flüchtlingskoordinator, Ex-Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad, hat heute erstmals an der „Taskforce“ der Regierung zur Flüchtlingsproblematik teilgenommen.

Gemeinsam mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) wurde die Asylthematik im Parlament erörtert, wie es aus dem Kanzleramt hieß. Ebenfalls bei der Sitzung der Gruppe anwesend waren Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, Integrations- und Außenminister Sebastian Kurz (beide ÖVP) sowie Verteidigungsminister Gerald Klug und Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (beide SPÖ).

Die von der Regierung vor zwei Wochen ins Leben gerufene Gruppe soll einmal wöchentlich das Thema Asyl auf Chefebene betreuen.

Hypo-Ausschuss: Was bisher geschah

Morgen startet der Hypo-Untersuchungsausschuss nach der Sommerpause in die zweite Runde. Bisher wurden über 40 Personen befragt, von Prüfern über Landespolitiker bis hinauf zum ehemaligen Topmanagement der Bank mit dem prominentesten Zeugen Wolfgang Kulterer.

Die Fragen drehten sich um undurchsichtige Geschäfte, die astronomischen Kärntner Landeshaftungen und immer wieder auch um den Einfluss der Politik. Nun geht es mit prominenten Zeugen, darunter die Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Alfred Gusenbauer sowie Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, weiter - ein Rück- und Ausblick, die bisher besten Sager inklusive.

Mehr dazu in Bisher 43 Zeugen und 200 Stunden Sitzung

Ausland

20 Tote bei Luftangriffen im Jemen

Kampfflugzeuge der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition haben bei Angriffen im Jemen nach Armeeangaben 20 bewaffnete Männer getötet. 17 der Opfer der vergangenen 24 Stunden seien schiitische Huthi-Rebellen, hieß es heute aus jemenitischen Militärkreisen. Versehentlich seien außerdem drei regierungstreue Milizionäre getötet worden.

Die Angriffe ereigneten sich laut den Angaben im Gebiet von Bayhan im Norden der südlichen Provinz Schabwa. Im Jemen kämpfen die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi mit Unterstützung der Militärkoalition seit Monaten gegen Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten des ehemaligen Staatschefs Ali Abdullah Saleh.

Der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen den Huthis und der Zentralregierung war im Jänner eskaliert, als die Aufständischen aus dem Norden des Landes die Hauptstadt Sanaa erobert hatten. Als sie Ende März auf die südliche Hafenstadt Aden vorrückten, floh Hadi nach Saudi-Arabien und bat das Königreich um Hilfe.

Dritter Polizist nach Zusammenstößen in Kiew gestorben

Nach den gewaltsamen Zusammenstößen vor dem ukrainischen Parlament in Kiew hat sich die Zahl der Toten weiter erhöht. Ein dritter Polizist erlag heute seinen Verletzungen, wie Innenminister Arsen Awakow über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Gestern hatten sich Demonstranten und Sicherheitskräfte vor dem Parlament gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert.

Die Demonstranten protestierten gegen eine Verfassungsreform, die den nach mehr Unabhängigkeit von Kiew strebenden Gebieten im Osten der Ukraine mehr Autonomierechte zugesteht. Nach Angaben der Polizei wurden 141 Verletzte in den Krankenhäusern von Kiew behandelt - darunter seien 131 Polizisten, einige von ihnen schwer verletzt.

Gewalt als „Stoß in den Rücken“

Der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko sagte nach einem Besuch im Krankenhaus, die Täter seien bereits ausfindig gemacht, das gelte auch für die Drahtzieher der Zusammenstöße. Diese hätten Baseballschläger verteilt und dabei geholfen, Waffen herbeizuschaffen. Die Gewalt nannte Poroschenko einen „Stoß in den Rücken“ und kündigte „schwere Strafen“ für die Verantwortlichen an.

Das Parlament hatte in erster Lesung mit breiter Mehrheit für die von rechtsextremen Ultranationalisten kritisierte Reform gestimmt, die den von prorussischen Rebellen kontrollierten Gebieten Donezk und Luhansk mehr Eigenständigkeit gewährt. Die Reform ist Teil der im Februar in Minsk getroffenen Friedensvereinbarungen, mit denen der blutige Konflikt zwischen Kiew und den Aufständischen im Osten des Landes überwunden werden soll.

London ändert EU-Frage für Referendum

Die britische Regierung wird den Wortlaut des Referendums über den Verbleib des Landes in der Europäischen Union nach dem Vorwurf einer tendenziösen Fragestellung ändern. Man werde den Empfehlungen der Wahlkommission folgen, kündigte heute eine Regierungssprecherin in London an.

Die geplante Frage - „Soll Großbritannien ein Mitglied der Europäischen Union bleiben?" inkl. der Antwortmöglichkeiten ja und nein - sei möglicherweise einseitig, hatte die britische Wahlkommission zuvor befunden. Stattdessen soll die Frage ergänzt werden um die Worte "... oder die Europäische Union verlassen?“. Die Antwortmöglichkeiten wären dann bleiben und verlassen.

Wähler sollen „Wichtigkeit verstehen“

„Die Referendumsfrage muss so klar wie möglich gestellt werden“, zitierte die BBC heute die Vorsitzende der Kommission, Jenny Watson. Die Wähler müssten die Wichtigkeit der Entscheidung verstehen, um die sie gebeten würden. Die Wahlkommission kann den Wortlaut nur empfehlen, entscheiden muss aber das Parlament. Die Regierung um Premierminister David Cameron will das Volk spätestens im Herbst 2017 abstimmen lassen.

Zuvor soll das britische Verhältnis zur EU im Zuge von Verhandlungen neu definiert werden. Cameron wird dazu Ende der Woche mit den Regierungschefs von Spanien und Portugal zusammentreffen. Großbritannien will möglichst Änderungen am europäischen Vertragswerk erreichen - unter anderem, um die Arbeitnehmerfreizügigkeit einzuschränken. Führende EU-Politiker hatten das ausgeschlossen.

Grenzzaun durchschnitten: Ungarn nimmt Politiker fest

Die ungarische Polizei hat den Oppositionspolitiker und Journalisten György Kakuk wegen Durchschneidens des Stacheldrahtzauns an der Grenze zu Serbien festgenommen.

Kakuk, ein Präsidiumsmitglied der linksliberalen Demokratischen Koalition (DK), ging heute zusammen mit der serbischen Journalistin Milica Mancic Stojkovic bei Röszke mit einer Zange symbolisch gegen die Sperre vor, berichtete das Internetportal Szegedma.hu in Szeged. 

Der Polizei zufolge habe sich Kakuk des Ordnungsvergehens der Sachbeschädigung schuldig gemacht, das in Ungarn mit Geldstrafen geahndet wird. Der Politiker bestritt die Anschuldigung nicht. Mit der Aktion wollte er, wie er sagte, gerade darauf aufmerksam machen, dass das ungarische Parlament in den nächsten Tagen Gesetze beschließen will, die die Beschädigung des Grenzzauns zur Straftat erklären, für die bis zu fünf Jahre Gefängnis drohen.

Der mit NATO-Stacheldraht bestückte Zaun an der 175 Kilometer langen Grenze zu Serbien wurde am Wochenende fertiggestellt. Im Juni 1989 war der damalige ungarische Außenminister Gyula Horn international gefeiert worden, als er in einem symbolischen Akt den Grenzzaun zu Österreich durchschnitt.

Russland bekräftigt Unterstützung für Assad

Im Syrien-Konflikt hat Russland seine Unterstützung für den umstrittenen Präsidenten Baschar al-Assad bekräftigt. Forderungen der syrischen Opposition nach Assads Rücktritt seien „unrealistisch und kontraproduktiv“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow heute vor Studenten in Moskau.

Nur ohne solche Bedingungen sei ein effektiver Kampf gegen Terrorgruppen wie den Islamischen Staat (IS) möglich, sagte er. Russland will eine internationale Anti-Terror-Koalition bilden, an der sich die syrische Armee beteiligen soll. Moskau gilt als enger Partner der Regierung in Damaskus und versorgt das Regime im Bürgerkrieg mit Waffen.

Wirtschaft

Hälfte der Mädchen auf drei Lehrstellenwünsche konzentriert

Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat den Lehrstellenmarkt näher untersucht: Die Hälfte der lehrstellensuchenden Mädchen interessiert sich für einen von nur drei Wunschberufen, nämlich Einzelhandelskauffrau, Friseurin und Bürokauffrau. Bei den Burschen streben hingegen nur knapp 30 Prozent einen von drei Wunschberufen an: Einzelhandelskaufmann, Kfz-Techniker und Elektrotechniker sind hier begehrt.

Auf der Angebotsseite dominiert hingegen die Gastronomie: Fast jede zweite offene Lehrstelle im Jahr 2014 entfiel auf fünf Gastroberufe wie etwa Restaurantfachkraft, Koch und Gastronomiefachkraft. Allerdings interessierten sich nur acht Prozent der Lehrstellensuchenden für diese Ausbildungsschienen.

AMS rät zu Frühstart bei Suche

Das AMS rät Lehrstellensuchenden, früh mit der Suche zu beginnen und gleich mehrere Berufe in Betracht zu ziehen. Damit würden die Chancen auf eine Lehrstelle erhöht. Wer sich erst nach Schulschluss um eine Lehrstelle umsehe, müsse mit erhöhtem Konkurrenzdruck rechnen. Die meisten Lehrstellen werden übrigens im Jänner angeboten, die meisten Lehrstellensuchenden im September erwartet.

Die Konzentration der Mädchen auf wenige Lehrberufe dürfte zu ihrem geringeren Erfolg beitragen, so das AMS: 42 Prozent aller Lehrstellensuchenden im Jahr 2014 waren Frauen, doch der Frauenanteil an den knapp 116.000 Lehrlingen in Österreich lag Ende 2014 nur bei einem guten Drittel.

Regional gibt es große Unterschiede: In Wien bewerben sich im Schnitt fast sieben Personen um eine Lehrstelle, in Salzburg hingegen kommen auf einen Bewerber bzw. eine Bewerberin im Schnitt zwei offene Lehrstellen. 40 Prozent aller 15-Jährigen eines Jahrgangs beginnen eine Lehrausbildung, diese Zahl ist seit Jahrzehnten relativ stabil. In den nächsten zehn Jahren wird ein Rückgang auf 37 Prozent prognostiziert.

WIFO-Chef fordert sofortige Asylstrategie der Regierung

Angesichts der steigenden Zahl an Kriegsflüchtlingen in Europa und Österreich fordert der Chef des Wirtschaftsforschungsinstitutes (WIFO), Karl Aiginger, eine sofortige Asylstrategie von der heimischen Regierung. Die „Grundpfeiler“ müssten so bald als möglich bei einem Gipfel beschlossen werden, sagte Aiginger am Rande des Forum Alpbach heute zur APA.

Die Flüchtlinge sollten rasch in den Arbeitsmarkt integriert werden, und die Kinder der Flüchtlinge müssten alle die Schule in Österreich besuchen, betonte Aiginger. Frühpensionierte Lehrer sollten mit „kleinen Incentives“ dazu motiviert werden, einen Tag in der Woche Flüchtlingskinder zu unterrichten. Es sei „durchaus möglich“ 70.000 Einwanderer in die österreichische Wirtschaft und Gesellschaft zu integrieren.

Für Europa würden Zuwanderer wirtschaftlich eine große Chance darstellen, da es sich in Europa um alternde Gesellschaften handle. Es gebe Jobchancen für Flüchtlinge, etwa als Facharbeiter und in Dienstleistungsberufen, so Aiginger. Er warnte davor, in der Flüchtlingsthematik nicht sofort aktiv zu werden. Wenn nichts passiere, könnte es zu einer Entsolidarisierung der österreichischen Gesellschaft kommen. Und gewisse politische Kräfte würden dann österreichische Arbeitslose gegen Flüchtlinge ausspielen.

EZB warnt vor zersplitterter Bankenaufsicht in EU

Die EZB-Bankenaufsicht warnt vor einer Unterlaufung der einheitlichen Bankenaufsicht im Währungsraum durch die Verabschiedung nationaler Regelwerke.

„Wenn diese Praxis zunimmt, dann wird die Harmonisierung und die Festlegung von einheitlichen Bedingungen für den Wettbewerb erheblich behindert“, sagte EZB-Bankenaufseherin Julie Dickson heute auf einer Veranstaltung in London.

Als Beispiel verwies sie auch auf eine Gesetzesvorlage in Deutschland zur Bankenabwicklung, die die Kompetenz für einige Regulierungen dem Finanzministerium zuordne. Diese beträfen etwa das Risikomanagement und Rettungspläne für Banken.

EZB „einzige kompetente Autorität“

Die Europäischen Zentralbank (EZB) sei der Auffassung, dass sie die einzige kompetente Autorität für die Überwachung der wichtigen Institute sein sollte, sagte Dickson. Eine andere Herangehensweise würde zur Zersplitterung und zu Widersprüchen in der Aufsicht der größten Banken führen.

Die EZB ist inzwischen direkt für die Aufsicht der 123 größten Banken im Euro-Raum zuständig. Der Einheitliche Aufsichtsmechanismus (SSM) setzt sich aus der EZB und den nationalen Aufsichtsbehörden der Länder der Währungsunion zusammen.

Sport

Fußball: Real nach verpatztem Transfer Lachnummer

Es hätte der Toptransfer von Real Madrid in diesem Sommer werden sollen: Die „Königlichen“ wollten David de Gea von Manchester United als Nachfolger für Iker Casillas verpflichten, die Clubs hatten sich bereits auf den Wechsel geeinigt.

Doch dann trafen die Vertragsunterlagen 29 Minuten zu spät bei der Liga ein - und Real bekam statt eines Teamtormanns Spott und Hohn. Als Transferkaiser entpuppt sich dafür United, das bis zu 80 Millionen Euro für einen Franzosen ausgeben will, von dem nicht einmal Wayne Rooyne wusste, wer er ist.

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CL-Geschichte: Vor dem Himmel kam für Bayern die Hölle

Durch Himmel und Hölle, nur in umgekehrter Reihenfolge, ist Bayern München zwischen Mai 1999 und 2001 gegangen. In Barcelona musste das Team um Oliver Kahn, Lothar Matthäus und Stefan Effenberg gegen ManUnited die bitterste Niederlage der Clubgeschichte hinnehmen. Drei Minuten Nachspielzeit hatten den „Reds“ gereicht, um ein legendäres Champions-League-Endspiel zu drehen. Zwei Jahre später verarbeiteten die Bayern das Trauma mit dem Triumph im Elferschießen über Valencia. Zur Rückkehr der Champions League in den ORF sind die Spiele nochmals zu sehen.

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Tennis: Thiem zu US-Open-Auftakt optimistisch

Österreichs Nummer eins Dominic Thiem blickt optimistisch auf sein heutiges Erstrundenduell mit dem Spanier Daniel Gimeno-Traver bei den US Open. Der Niederösterreicher, der zwei Tage später seinen 22. Geburtstag feiert, hofft nach den letzten Rückschlägen in Übersee auf einen positiven Verlauf bei dem Grand-Slam-Turnier in New York, wo er im Vorjahr ins Achtelfinale vorgestoßen war. „Die Auslosung ist grundsätzlich gut“, betonte sein Coach Günter Bresnik. Nun gelte es, das „Werkl ins Laufen zu bringen“. Auch Jürgen Melzer, der sich für den Hauptbewerb erst qualifizieren musste, bestreitet heute seine Auftaktpartie.

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Bundesliga: Fliegender Wechsel im Rapid-Angriff

Nur wenige Stunden nach dem fixierten Abgang von Robert Beric hat Rapid einen neuen Torjäger nach Wien-Hütteldorf geholt. Der neue Hoffnungsträger des Bundesliga-Spitzenreiters im Sturm nach der Länderspielpause ist der Kroate Matej Jelic, der zuletzt beim slowakischen Vizemeister MSK Zilina unter Vertrag gestanden war und in dieser Saison mit sieben Treffern in sieben Spielen zur Europa-League-Quali auf sich aufmerksam gemacht hatte. Coach Zoran Barisic setzt jedenfalls große Hoffnungen in den 24-Jährigen.

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Chronik

Chinesische Piloten rangelten in Cockpit während Flugs

Nach einer Reihe von Störungen im Flugverkehr wegen renitenter Passagiere haben chinesische Medien heute von einer neuen Bedrohung berichtet: von kämpfenden Piloten. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, artete ein Streit zwischen zwei Piloten im Cockpit einer Maschine der Gesellschaft China United Airlines (CUA) im Juni in Handgreiflichkeiten aus.

Der Zwischenfall kam den Angaben zufolge ans Licht, weil Chinas zivile Luftfahrtbehörde die Gesellschaft CUA mit einer Strafe belegte. Die genehmigten Flugstunden des Unternehmens seien um zehn Prozent gekürzt worden, zudem dürfe sie bis auf Weiteres keine neuen Strecken bedienen. Nicht berichtet wurde, welcher Flug betroffen war und wie viele Menschen an Bord waren.

CUA erklärte dem Bericht zufolge, die beiden Piloten hätten lediglich „einigen körperlichen Kontakt“ wegen eines Missverständnisses gehabt. Eine Schlägerei habe es nicht gegeben, die Piloten seien aber für ein halbes Jahr vom Dienst suspendiert worden. Der explosive Zuwachs von Flugreisen in China schlägt sich immer wieder in Nachrichten nieder, die nahelegen, dass die Seriosität des Angebots mit der Nachfrage nicht schritthalten kann.

Polens Regierung will „Nazi-Zug“ selbst finden

Der polnische Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak hat Hilfe bei der Suche nach einem in Niederschlesien vermuteten deutschen Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg zugesagt. Ministeriumssprecher Jacek Sonta berichtete über den Kurznachrichtendienst Twitter, der Minister habe genehmigt, dass Militärexperten das Gelände um die Stadt Walbrzych untersuchen.

Zwei bisher unbekannte Männer, ein Pole und ein Deutscher, hatten vor zwei Wochen den Fund in einem unterirdischen Tunnel gemeldet. Seitdem erhitzen Spekulationen über einen Zug mit Raubgold der Nationalsozialisten die Gemüter. Der Leiter der Bezirksregierung in Breslau (Wroclaw) hatte wegen der fehlenden handfesten Beweise gestern um Hilfe des Militärs gebeten.

Bodenradar wird eingesetzt

Mit Bodenradargeräten, wie sie auch bei der Suche nach Minen eingesetzt werden, soll die mutmaßliche Fundstelle an der Bahnstrecke zwischen Breslau und Walbrzych untersucht werden. Experten wollen sich in den kommenden Tagen einen ersten Eindruck von dem Gelände verschaffen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden, hieß es.

Schon gestern wurde jene Gegend abgesperrt, in der sich der Zug befinden könnte. Argumentiert wurde das damit, dass sich immer mehr Glücksjäger dort selbst gefährdeten. Tatsächlich wurden schon mehrere von ihnen dort beinahe von in der bewaldeten Gegend verkehrenden Zügen gerammt. Die ständig wachsende Gruppe der „Schatzsucher“ ist sich unterdessen sicher, die Fundstelle schon ziemlich genau eingrenzen zu können.

Mehr dazu in Steter Zustrom von Hobby-Schatzsuchern

Paket fehlt - Uni vermisst Nuklearmaterial

An einer US-Universität ist ein Paket mit radioaktivem Material verschwunden. Die Texas A&M University teilte Medienberichten zufolge heute mit, dass das Paket bereits seit mehr als zehn Tagen vermisst werde.

Das mit dem Zusteller FedEx verschickte radioaktive Material diene wissenschaftlichen Zwecken und sei im Prinzip keine Gefahr für die Allgemeinheit - solange das Paket nicht geöffnet werde.

Die Universität sei „zuversichtlich“, dass das Material wieder auftauche, zitierte der lokale Fernsehsender KBTX eine Erklärung der Hochschule. Das von einer Spezialfirma im Bundesstaat Minnesota per Einschreiben verschickte Paket sei am 21. August eingegangen, danach verliert sich die Spur.

Kultur

Medien

Dichand gibt „Krone“-Chefredaktion für US-Auszeit ab

Oberösterreich-„Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann wird stellvertretender Chefredakteur der „Kronen Zeitung“ in Wien und während einer mehrmonatigen Auszeit von „Krone“-Chef Christoph Dichand diesen als Blattmacher bei der größten österreichischen Tageszeitung vertreten. Nach APA-Informationen übernimmt Herrmann den Job von Oktober 2015 bis Juni 2016.

Herausgeber und Chefredakteur Dichand nimmt gemeinsam mit seiner Frau, der „Heute“-Herausgeberin Eva Dichand, ein knappes Jahr Auszeit in New York. Die Dichands wollen in den USA innovative Onlineprojekte und neue digitale Geschäftsfelder studieren. Für die „Heute“-Chefin und die schulpflichtigen Dichand-Kinder war es dieser Tage so weit. Ihr Mann Christoph folgt im Oktober nach der Wiener Landtagswahl.

Während der Abwesenheit Dichands gibt dieser die operative Funktion des „Krone“-Chefredakteurs für etwa zehn Monate ab. Mit Herrmann holt Dichand dafür einen aus der Riege der Bundesländer-Chefredakteure nach Wien.

Religion

Papst: Priester dürfen „Sünde der Abtreibung“ vergeben

Papst Franziskus erlaubt allen Priestern anlässlich des bevorstehenden Heiligen Jahres, Frauen ohne den sonst üblichen Amtsweg die Abtreibung zu vergeben, statt sie von den Sakramenten, auch der Buße, auszuschließen.

„Ich bin sehr vielen Frauen begegnet, die in ihrem Herzen die Narben dieser leidvollen und schmerzhaften Entscheidung trugen“, erklärte der Papst heute in einem Schreiben. „Die Vergebung Gottes für jeden Menschen, der bereut, kann diesem nicht versagt werden.“

Mehr dazu in religion.ORF.at

Lifestyle

„Lindenstraße“ feiert sich mit Livefolge

Ein Novum in der „Lindenstraße“: Mit der Jubiläumsfolge der deutschen TV-Serie zum 30. Geburtstag am 6. Dezember wird erstmals eine Episode des Fernsehklassikers live ausgestrahlt.

Inhaltlich füge sich die Ausgabe aber in die Gesamtgeschichte ein, teilte der WDR heute mit. „Wir haben uns vorgenommen, keine Aufzeichnung zu machen, damit diese Flucht nicht möglich ist, falls etwas nicht klappt“, sagte Regisseur Hans W. Geißendörfer.

Auch in Zukunft werde die Serie wie gewohnt aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen, so Geißendörfer. „Unser Leitbild war und ist die Wirklichkeit.“ Somit sei es zum Beispiel „ganz klar, dass das Thema Flüchtlinge künftig eine große Rolle in der ‚Lindenstraße‘ einnehmen und sie verändern wird“.

Mangel an Tabus als Problem

ARD-Programmdirektor Volker Herres sagte, die „Lindenstraße“ sei ein Stückchen „Sitten- und Sozialgeschichte Deutschlands“. „Alle großen Themen, die in den vergangenen 30 Jahren relevant waren, wurden dort abgebildet.“ Damit habe die Serie bewiesen, dass es möglich sei, ein Breitenmedium mit gesellschaftlicher Relevanz zu verbinden.

Allerdings werde es in Zukunft für die Serie nicht einfacher, Anstoß zu erregen und aufzufallen, so WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn. „Denn es gibt immer weniger Tabus, und die ‚Lindenstraße‘ ist natürlich nicht mehr allein damit.“

Herres sagte, das Verhältnis zwischen der „Lindenstraße“ und ihren Zuschauern sei wie eine 30-jährige Ehe. Auf die Frage, ob eine Ehe nach so langer Zeit nicht auch zu Bruch gehen könne, sagte er: „Ich bin seit 30 Jahren verheiratet, und das glücklich.“ Er habe auch nicht den Eindruck, dass das in Kürze zu Ende gehen werde.

Science