Ausland

Neuer NATO-Chef will „konstruktive Beziehung“ zu Moskau

Der neue NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hofft trotz des Konflikts mit Russland um die Ukraine wieder auf eine Verbesserung des Verhältnisses zu Moskau. Die Allianz strebe weiter eine „konstruktive Beziehung zu Russland“ an, sagte Stoltenberg heute bei einer Pressekonferenz zu seinem Amtsantritt in Brüssel. Das sei kein Widerspruch zu einer „starken NATO“.

Auf ihrem letzten Gipfeltreffen hatte die NATO als Reaktion auf den Ukraine-Konflikt beschlossen, ihre Präsenz in Osteuropa dauerhaft zu erhöhen. Zudem will sie eine schnelle Eingreiftruppe zur Verteidigung ihrer Mitglieder aufbauen. Russland hatte die Beschlüsse scharf kritisiert. Stoltenberg übernahm das Amt des NATO-Generalsekretärs von dem Dänen Anders Fogh Rasmussen, der gerade in letzter Zeit mehrfach harte Kritik an Russland geäußert hatte.

„Die NATO sucht keine Konfrontation mit Russland“, sagte Stoltenberg. Allerdings könne die NATO keine Kompromisse machen, wenn ihre Prinzipien verletzt würden. Die NATO verurteilt die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland und wirft Moskau vor, den Konflikt angeheizt zu haben. „Wir müssen klare Änderungen in Russlands Handeln sehen“, mahnte Stoltenberg, dessen Heimatland Norwegen an Russland grenzt.

Faymann betont in Kiew ukrainische Souveränität

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat heute in Kiew Präsident Petro Poroschenko getroffen. Poroschenko betonte dabei die Schlüsselrolle der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Friedensmission. Faymann hob seinerseits die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine hervor und betonte die Wichtigkeit einer Deeskalation.

Poroschenko hob den Friedensplan und die Waffenruhe hervor und dankte Österreich für dessen Einsatz zur friedlichen Lösung der Ukraine-Krise. Weiters dankte er Österreich für die Bereitstellung von Drohnen für die OSZE-Beobachtungsmission, die die Waffenruhe überwacht. Auch die Bedeutung österreichischer Investoren und Wirtschaftsinitiativen unterstrich der ukrainische Präsident.

Faymann will Moskau einbezogen sehen

Das Konzept der Neutralität oder der Blockfreiheit sprach Poroschenko in seinem Pressestatement nicht an. Poroschenko hat wiederholt seine proeuropäische Richtung betont, er strebt einen EU-Beitritt an, ebenso will er durch eine Gesetzesnovelle die Perspektive für einen NATO-Beitritt schaffen. Diese Gesetzesnovelle würde den aktuellen blockfreien Status der Ukraine laut Experten aufheben.

Faymann seinerseits betonte, dass Österreich mit seiner Neutralität „beste Erfahrungen“ gemacht habe und „sehr stolz“ darauf sei. Österreich unterstützt nach Faymanns Worten „in voller Überzeugung“ den Friedensplan der EU. Eine militärische Lösung in der Ostukraine müsse vermieden werden, da sie eine Spirale schaffe, aus der nicht mehr herauszufinden sei. Ohne Russland sei kein friedliches und prosperierendes Zusammenleben möglich.

Karadzic attackierte in Schlussplädoyer Haager Tribunal

Zum Auftakt seines Schlussplädoyers vor dem Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag hat der frühere bosnische Serben-Führer Radovan Karadzic die Ankläger attackiert.

Es sei „das serbische Volk“, das angeklagt sei, sagte der 69-Jährige heute und unterstellte damit eine Voreingenommenheit. Die Anklage „kennt die Wahrheit“, versuche aber, „das Tribunal zu täuschen“, sagte Karadzic.

Der frühere politische Führer der bosnischen Serben ist in Den Haag in elf Anklagepunkten wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges (1992-95) angeklagt.

Die Anklage hatte am Montag in ihrem Schlussplädoyer erklärt, sie halte jegliche Zweifel an der Schuld Karadzics für ausgeräumt. Er sei eindeutig die „treibende Kraft“ hinter „ethnischen Säuberungen“ im Krieg und dem Massaker von Srebrenica gewesen.

Urteil erst in rund einem Jahr

Karadzic fordert für sich einen Freispruch. Mit einem Urteil wird nicht vor Ende des kommenden Jahres gerechnet. Karadzic war im Juli 2008 in Belgrad gefasst worden, nachdem er sich 13 Jahre lang versteckt gehalten hatte.

Die Anklage wirft ihm sowie dem früheren bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladic und dem inzwischen verstorbenen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic vor, beim Zusammenbruch Jugoslawiens 1991 gemeinsam „ethnische Säuberungen“ in den von Serben beanspruchten Teilen Bosniens vorgenommen zu haben.

Insgesamt kamen im Bosnien-Krieg zwischen 1992 und 1995 etwa 100.000 Menschen ums Leben, mehr als zwei Millionen wurden vertrieben. Allein bei dem als Völkermord eingestuften Massaker von Srebrenica im Juli 1995 wurden etwa 8.000 muslimische Buben und Männer verschleppt, getötet und in Massengräbern verscharrt.

Karadzic gilt als Drahtzieher des Massakers von Srebrenica. Ebenfalls verantworten muss er sich wegen der 44-monatigen Belagerung von Sarajevo, bei der nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen etwa 10.000 Zivilisten getötet wurden.

Neue Panne: Bewaffneter mit Obama in Lift

Die „Washington Post“ hat eine weitere Sicherheitspanne des US-Geheimdiensts Secret Service aufgedeckt. Ein Bewaffneter schaffte es während eines Besuchs von US-Präsident Barack Obama bei der US-Seuchenbehörde CDC in Atlanta mit dem US-Präsidenten in den Aufzug.

Laut der Zeitung fiel der Eindringling erst auf, als er Obama mit seinem Handy „ziemlich unprofessionell“ fotografierte. Dass der bereits wegen drei Gewaltdelikten Verurteilte in der Nähe Obamas eine Waffe trug, wurde nur zufällig entdeckt. Unterdessen wurde der Irak-Veteran, der jüngst in das Weiße Haus eingedrungen war, angeklagt.

Mehr dazu in Bereits dreimal verurteilt

Russland stoppt Schüleraustausch mit USA

Inmitten des Ukraine-Konflikts hat Russland sein ältestes Schüleraustauschprogramm mit den USA auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. An dem seit 21 Jahren laufenden Projekt Future Leaders Exchange (FLEX) werde Russland vorerst nicht mehr teilnehmen, teilte das Außenministerium in Moskau heute mit. Die USA nannten den Schritt „zutiefst bedauerlich“.

Bisher hätten mehr als 8.000 russische Schüler bei Gasteltern die Gelegenheit genutzt, das Leben in den USA kennenzulernen, teilte die US-Botschaft in Moskau mit. Russlands Kinderschutzbeauftragter Pawel Astachow warf seinerseits den USA „grobe Verstöße“ vor.

Mehrfach hätten russische Eltern die sofortige Rückkehr ihrer Kinder gefordert, aber US-Gastfamilien hätten das verzögert, so Astachow. Konstantin Dolgow vom russischen Außenministerium sagte, in einigen Fällen seien russische Schüler an homosexuelle Gastgeber vermittelt worden. Das verstoße gegen russische Gesetze und sei eine „moralische Gefahr“.

Homs: Mindestens 18 Tote nach Doppelanschlag

Bei zwei Anschlägen in der von der syrischen Regierung kontrollierten Stadt Homs sind Aktivisten zufolge mindestens 18 Menschen getötet und 40 weitere verletzt worden. Zwei Autobomben seien heute explodiert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Das Staatsfernsehen berichtete von „Terrorexplosionen“ nahe einer Schule und nahe einem Krankenhaus, bei denen Menschen getötet und verletzt worden seien, nannte zunächst aber keine Opferzahlen.

„Unter den Toten sind Kinder“, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die Anschläge wurden im Viertel Akrameh verübt. Dort leben überwiegend Alawiten, eine schiitische Glaubensgemeinschaft, der auch Machthaber Baschar al-Assad angehört.

Inland

Fischer-Appell zu Lockerung strenger Asylregeln

Bundespräsident Heinz Fischer hat heute mehr Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen in Österreich gefordert. Angesicht wachsender Flüchtlingszahlen stellte er in seiner Rede zum Verfassungstag überdies zur Debatte, ob nicht „eine Lockerung mancher strenger Regelungen denkbar ist“. Die Reformpläne von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) für das Erstaufnahmeverfahren begrüßte er.

„Abstrakt“ seien viele „dafür, verfolgten Menschen zu helfen. Je konkreter aber diesbezügliche Bemühungen werden und je näher eine mögliche Unterbringung in die Nachbarschaft rückt, desto stärker sinkt die Bereitschaft, Flüchtlingsunterkünfte zu akzeptieren“, kritisierte Fischer laut Redetext. Manchmal werde „nach dem ‚Florianiprinzip‘ agiert“. Er räumte ein, dass es „in der Bevölkerung Ängste und Vorurteile“ gebe.

„Kluft zwischen Theorie und Praxis“

Eine „gleichmäßige Belastung“ der Gemeinden, in denen Unterkünfte infrage kommen, wäre „wünschenswert“, auch auf das Zahlenverhältnis zwischen Bevölkerung und Flüchtlingen sollte man achten. Auch europaweit sei eine „Herstellung von Gerechtigkeit“ anzustreben, so Fischer. Doch abgesehen davon „sollte man sich fragen, ob nicht zumindest eine schrittweise Annäherung möglich und eine Lockerung mancher strenger Regelungen denkbar ist“.

Fischer appellierte dazu, „sich ernsthaft zu bemühen, die Kluft zwischen Theorie und Praxis, zwischen unseren europäischen Grundwerten, christlicher Nächstenliebe oder sozialdemokratischem Solidaritätsgedanken einerseits und der Realität, wie sie viele Flüchtlinge und Asylanten hier vorfinden, andererseits so klein wie möglich zu machen“. Natürlich könne man nicht „‚alle‘ aufnehmen“, müsse die Aufgenommenen aber etwa so behandeln, wie österreichische Flüchtlinge „dankenswerterweise“ zwischen 1938 und 1945 von anderen behandelt worden seien.

Noch vier Monate Schonfrist für Länder

Noch bis Jahresende haben die Bundesländer von der Bundesregierung unterdessen eine Schonfrist bekommen, um die jeweiligen Quoten zur Unterbringung von Flüchtlingen zu erfüllen. Das wurde gestern in laut Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) „harten“ Verhandlungen zwischen Bund und Ländern vereinbart.

Nach Ablauf der vier Monate sollen die Länder die vereinbarten Pflichten aber zu 100 Prozent erfüllen, obwohl die meisten seit jeher schon an der Zwischenstufe von 88 Prozent scheiterten. Dass diesmal funktionieren soll, was bisher nicht funktioniert hat, hat für Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) einen Grund: Sonst würden alle anderen Länder es mit Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) zu tun bekommen.

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Team Stronach wählt „Fleiß“ als Generalthema

Die Abgabenquote in Österreich sollte auf unter 40 Prozent gesenkt werden. Diese Forderung bekräftigte Kathrin Nachbaur, Klubobfrau des Teams Stronach (TS), heute zum Auftakt der Klubklausur ihrer Partei in Schladming. Unter dem Motto „Fleiß muss sich wieder lohnen“ steckt das TS bis morgen die Leitlinien der politischen Arbeit für die kommenden Monate ab.

„Es geht auch mit einem schlankeren Staat“, sagte Nachbaur und verwies auf die Schweiz, wo die Abgabenquote bei nur 35 Prozent liege. Österreich habe derzeit eine Abgabenquote von 45,3 Prozent. „Die Steuer- und Abgabenlast ist unerträglich geworden“, so Nachbaur. Das hemme die Entwicklung der Volkswirtschaft und schwäche die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs.

Anwalt der Steuerzahler und Unternehmer?

Ziel müsse ein vereinfachtes, klareres Steuersystem sein, so Nachbaur. Es brauche in Österreich Rahmenbedingungen, um Wohlstand zu schaffen, die Wirtschaft zu stimulieren und Impulse für Wachstum zu setzen. Nur mit möglichst vielen privaten Arbeitgebern, die neue Arbeitsplätze schaffen, lasse sich auch der Sozialstaat finanzieren. Die Rezepte der Regierung zur Senkung der Arbeitslosigkeit funktionierten nicht.

Das TS verstehe sich als Anwalt der Steuerzahler. Anstatt die Wirtschaft zu knebeln, solle man das unternehmerische Risiko belohnen und steuerliche Anreize geben, um wirtschaftlich aktiv zu sein. Sie kritisierte die „Eat-the-Rich-Kampagne“ der „linken Reichshälfte“. Noch nicht entschieden ist die Nachfolge von Generalsekretär Marcus Franz, der mit Ende September seine Funktion zurückgelegt hat. „Wir lassen uns mit dieser Entscheidung noch Zeit“, sagte Nachbaur gegenüber der APA.

Sport

Champions League: Totti-Rekordtreffer in Nacht der Jubiläen

Francesco Totti hat sich mit seinem Treffer zum 1:1 gestern im Champions-League-Gruppenspiel bei Manchester City in die UEFA-Geschichtsbücher eingetragen: Mit 38 Jahren und drei Tagen ist der Kapitän von AS Roma der älteste CL-Torschütze aller Zeiten.

Trotz einer 2:3-Niederlage bei Paris Saint-Germain ein bisschen freuen durfte sich zudem Barcelonas Routinier Xavi: Der 34-Jährige darf sich mit nun 143 Partien CL-Rekordspieler nennen.

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Formel 1: Mercedes kann in Japan ersten Titel einfahren

Bereits im 15. von 19 Formel-1-Rennen könnte der erste Weltmeistertitel vergeben werden. Feiert das bisher dominierende Mercedes-Team am Sonntag beim Grand Prix von Japan in Suzuka einen Doppelsieg und fährt Titelverteidiger Red Bull nicht mehr als zwei Punkte ein, ist den Silberpfeilen der erstmalige Gewinn der Konstrukteurs-WM nicht mehr zu nehmen. Damit könnten sich die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg im Saisonfinish ganz auf das Stallduell um die Fahrer-WM konzentrieren.

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Kricket: Indien setzt neue Maßstäbe

Im europäischen Clubfußball geben Namen wie Bayern München, Real Madrid und FC Chelsea in der Champions League den Ton an. Doch es gibt eine Königsklasse, in der die Europäer kein Leiberl haben. Im Kricket ist Indien in der Twenty20-Champions-League mittlerweile das Maß aller Dinge. Alles andere als ein neuerlicher Triumph eines Teams aus dem Land des Weltmeisters wäre eine Überraschung. Denn nicht nur sportlich, auch finanziell ist der Subkontinent eine Supermacht.

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Wirtschaft

Russlands Zentralbank rüstet für Ölpreisabsturz

Die russische Zentralbank rüstet sich mit einem Notfallplan für einen Einbruch des Ölpreises. Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte die Erste Vizechefin der Notenbank, Xenia Judajewa, heute mit den Worten, die Währungshüter arbeiteten an einem „Stressszenario“. Es sehe Notmaßnahmen für den Fall vor, dass der Ölpreis auf 60 Dollar (47,7 Euro) pro Fass falle.

Laut Experten droht Russland bei einem solchen Preissturz um ein Drittel eine tiefe Rezession. Das Öl- und Gasgeschäft macht rund die Hälfte der Staatseinnahmen in dem rohstoffreichen Schwellenland aus. Die Regierung geht bei ihren Haushaltsplanungen von einem Ölpreis von 100 Dollar aus.

Die in Russland hauptsächlich geförderte Sorte hat sich jedoch bereits auf rund 92 Dollar verbilligt. Wegen der russischen Rolle im Ukraine-Konflikt hat der Westen gegen das Land Sanktionen verhängt, die mit zum Kursverfall des Rubels führten. Zudem haben sich die Konjunkturaussichten eingetrübt. Der IWF rechnet für 2015 nur noch mit 0,5 Prozent Wachstum.

EU durchforstet Beihilfen - Millionen Euro unzulässig

In ihrer 2012 eingeleiteten Überprüfung von öffentlichen Beihilfen für Wirtschaftsbetriebe hat die EU-Kommission heute eine Zwischenbilanz vorgelegt. Demnach sind unzulässigerweise Millionen Euro an Subventionen geflossen - unter anderem für Regionalflughäfen quer durch Europa und die Nürburgring-Autorennstrecke.

„Regierungen dürfen Unternehmen in Schwierigkeiten unterstützen, sofern sie dabei die EU-Beihilfevorschriften beachten, mit denen die Verschwendung von Steuergeldern und ungerechtfertigte Wettbewerbsverzerrungen verhindert werden sollen“, sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia in Brüssel. Das sei jedoch in den konkreten Fällen nicht geschehen.

Zumindest zwei Flughäfen müssen nach Angaben der EU-Kommission die Staatsbeihilfen zurückzahlen: der deutsche Airport Zweibrücken und der belgische Flughafen Charleroi. Almunia begründete die Maßnahme mit einer Verzerrung des Wettbewerbs im Binnenmarkt.

Bergarbeiter blockieren riesige Mine in Indonesien

Nach einem Unfall mit vier Toten haben Bergarbeiter die Grasberg-Mine im indonesischen West-Papua blockiert. Rund 2.000 Demonstranten versammelten sich heute vor dem Eingang zur Mine und verlangten von der Geschäftsführung, besser für ihre Sicherheit zu sorgen.

Am Samstag waren vier Bergarbeiter beim Zusammenstoß eines Riesen-Lkw mit einem Auto gestorben. Erst im Mai 2013 waren beim Einsturz eines Bergwerktunnels 28 Menschen in der Grasberg-Mine ums Leben gekommen. Grasberg ist die größte Mine Indonesiens. Dort werden Steinkohle, Nickel und Zinn gefördert. Betreiber ist das US-Unternehmen Freeport McMoran. Mehr als 24.000 Bergleute arbeiten dort.

Chronik

USA: Weiße klagt wegen Samenspende von Schwarzem

Eine weiße Frau im US-Bundesstaat Ohio hat Klage gegen eine Samenspendenzentrale eingereicht. Der Grund: Obwohl die Frau und ihre Lebenspartnerin Samen von einem weißen Spender bestellten, gebar sie „ein schönes, offensichtlich ethnisch gemischtes Mädchen“. Sie hätten definitiv keine Spermien von einem afroamerikanischen Spender bestellt, und die Verwechslung mache das Leben in der Stadt mit einer „intoleranten“, rein weißen Bevölkerung schwierig.

Laut der Klägerin sandte das Unternehmen ihr Samen vom Spender Nummer 330 zu - sie hatte aber Nummer 380 gewählt. Die Frau habe den Fehler erst bemerkt, nachdem sie bereits schwanger gewesen sei, berichtete die „Chicago Tribune“.

Eine Ziffer verwechselt

Von der Samenspendenzentrale habe sie nach Bekanntwerden des Fehlers nur ein Entschuldigungsschreiben erhalten und das Geld für die Spende refundiert bekommen. Therapeuten hätten ihr empfohlen, aus der Kleinstadt wegzuziehen, so die Frau, die auf „unrechtmäßige Geburt und Garantieverletzung“ klagte.

Laut der Klageschrift passierte der Fehler, weil die Samenspendenzentrale das Spendenregister und die Bestellungen handschriftlich führt und nicht elektronisch. So kam es offenbar zur Verwechslung von „330“ und „380“.

Abtrünniger Mafioso gestand 40 Morde

Der abtrünnige Mafioso Gaspare Spatuzza hat bei einem Prozess zugegeben, für 40 Mafia-Morde verantwortlich zu sein. „Ich habe mich an monströsen Dinge beteiligt und habe dem Teufel meine Seele verkauft“, sagte Spatuzza, der in Mailand per Videoschaltung live aus dem Gefängnis bei einem laufenden Prozess vernommen wurde.

„Ich bitte die Opfer, ihre Angehörigen und meine Stadt Palermo um Verzeihung“, sagte Spatuzza, der 1997 in Palermo festgenommen wurde. „Jetzt kann ich ruhig schlafen, weil ich für das Gesetz das tue, was ich machen kann. Mein Leben ist in den Händen Gottes“, sagte der Sizilianer.

Die Anti-Mafia-Ermittlungen zu den Anschlägen der Cosa Nostra im Jahr 1993 haben dank den Aussagen des reumütigen Spatuzza neuen Auftrieb erhalten. Mit der Ermordung der Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino sowie mit Bombenanschlägen habe die Cosa Nostra dem Staat zu Beginn der 90er Jahre eine Art Nichtangriffspakt aufzwingen wollen, berichtete Spatuzza.

IT

Putin kündigt Internetüberwachung an

Kreml-Chef Wladimir Putin hat eine stärkere Überwachung des Internets in Russland „zum Schutz der nationalen Sicherheit“ angekündigt. „Die Zahl von Attacken auf russische IT-Ressourcen ist extrem gewachsen“, sagte er heute. Sicherheitsratschef Nikolai Patruschew sprach von mehr als 57 Millionen Hackerangriffen seit Jahresbeginn.

„Der Verlust vertraulicher Informationen muss ausgeschlossen werden“, sagte Putin. Hacker müssten mit empfindlichen Strafen rechnen, zudem lasse die russische Führung Websites sperren, die Extremismus und Gewalt propagierten. Eine „völlige Zensur“ finde aber nicht statt, betonte Putin.

„Wir haben nicht vor, den Internetzugang einzuschränken und das Netz unter totale Kontrolle zu stellen oder zu verstaatlichen. Das wird nicht einmal erwogen“, sagte der Präsident. In Russland gelten zahlreiche Einschränkungen für das Internet. So müssen sich etwa Blogger bei der Medienaufsicht registrieren lassen.

Science

Was macht Forscher zu Nobelpreisträgern?

Alle Nobelpreisträger sind kluge Köpfe - einige sogar Genies. Doch das allein reicht nicht. Während manche Forscher ewig nach dem Durchbruch streben, machen andere durch Zufall den großen Wurf. Eine historische Bilanz vor der kommenden Nobelpreiswoche.

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Im Vorfeld der Nobelpreisvergabe nennt der Nachrichten- und Datenkonzern Thomson Reuters auch heuer wieder die heißesten Kandidaten für die Preise, wobei auch heuer wieder die USA die Nase deutlich vorne haben dürften.

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Transport Tutanchamuns nach Kairo gestoppt

Der ägyptische Antikenminister Mamdu al-Damati hat den Transport der Mumie des Pharaos Tutanchamun von Luxor nach Kairo zunächst verhindert. Pläne zur Überführung der Mumie ins Ägyptische Museum lägen vorerst auf Eis, teilte ein Mitglied der ägyptischen Altertumsbehörde heute mit. Jedoch habe Damati den Transport auch nicht widerrufen.

Bei dem Transport geht es um Pläne des Obersten Rates für Altertümer - der höchsten Antikenbehörde im Land -, die Mumie Tutanchamuns für Untersuchungen und Restaurierungsmaßnahmen ins Ägyptische Museum in Kairo zu bringen. Vertreter der Tourismusbranche im südägyptischen Luxor hatten daraufhin letzte Woche angekündigt, sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen das Vorhaben zu wehren.

Die Vertreter Luxors befürchten, die Mumie könne bei dem Transport zerstört werden. Der britische Archäologe Howard Carter hatte das fast unversehrte Grab des vor rund 3.300 Jahren gestorbenen ägyptischen Pharaos 1922 im „Tal der Könige“ bei Luxor entdeckt. Die Mumie Tutanchamuns ist bis heute an ihrem Fundort zu sehen. Die dazugehörige weltberühmte goldene Totenmaske wird im Ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt.

Religion

„Stricher“-Tweets: Göttweiger Priester suspendiert

Das niederösterreichische Stift Göttweig hat sich heute von umstrittenen Nachrichten eines seiner Mitbrüder auf Twitter distanziert und ihn „mit sofortiger Wirkung“ von der Pfarrseelsorge suspendiert.
Die Nachrichten bezeichnete das Stift als „ein moralisch untragbares Fehlverhalten“.

Dem Geistlichen war seitens der Plattform „Betroffene Kirchlicher Gewalt“ vorgeworfen worden, „zweideutige Tweets“ an junge Burschen gerichtet zu haben. So habe der Geistliche etwa einem Buben empfohlen, als „Stricherjunge“ zu arbeiten, heißt es in der Aussendung der Plattform.

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Medien

Kultur

Leute

Queen sucht kaugummikratzende Teilzeitkraft

Ein Jobangebot von Queen Elizabeth II. offenbart den wenig respektvollen Umgang von Touristen mit ihrem Palast im schottischen Edinburgh: Gesucht wird eine Reinigungskraft, zu deren Hauptaufgaben das Abkratzen von Kaugummis gehört, wie es auf der offiziellen Homepage der britischen Queen heißt.

In der Stellenausschreibung wird eine Frau oder ein Mann für 20 Wochenstunden gesucht, die mit 15.912 Pfund (rund 20.400 Euro) im Jahr vergütet werden.

„Kaugummi auf unbezahlbaren Antiquitäten“

Das Boulevardblatt „The Sun“, das das Joboffert ausgegraben hatte, zitierte eine königliche Quelle mit den Worten: „Sie würden nicht erwarten, dass die Leute bei der Besichtigung (des Holyrood-Palasts) Kaugummi kauen, und noch viel weniger, dass sie die Kaugummis auf unbezahlbare Antiquitäten oder auf das Parkett kleben.“ Ein Sprecher des Buckingham-Palastes in London schränkte ein, solches Verhalten sei auf „eine kleine Minderheit von Individuen“ beschränkt.

„Das Entfernen von Kaugummis in den historischen königlichen Gemächern“ zählt laut Jobbeschreibung zu den 14 „Hauptpflichten“ der gesuchten Reinigungskraft. Diese soll auch Wohnungen und Toiletten sowie einmal pro Woche die Stiegenhäuser putzen.

Ferner sollen Vasen, Silber und Möbel poliert sowie Betten gemacht werden. Die Kandidaten sollen zudem zeitlich flexibel sein, wenn die Königin oder andere Mitglieder der royalen Familie in der Residenz weilen oder es einen Empfang gibt.

Lifestyle

Verjüngungskur für Großbritanniens rote Telefonzellen

Großbritanniens berühmte rote Telefonzellen erleben eine Verjüngungskur. Heute wurde in der Tottenham Court Road an einer der verkehrsreichsten Kreuzungen in London ein neuer Prototyp eingeweiht. Die Telefonkabine wurde grün angestrichen und mit einem Solarmodul versehen.

Im Inneren der Kabine befindet sich kein Telefonhörer mehr, dafür vier Steckdosen zum kostenlosen Aufladen von Handys oder Tablets. Eine zweite derartige Solarbox soll im Jänner eingerichtet werden, weitere in den folgenden Monaten.

Die Nutzung der ursprünglich roten Kultobjekte nahm im Zusammenhang mit dem Siegeszugs der Mobiltelefone zuletzt immer mehr ab. Die britische Telekom (BT) legte zusehends Zellen still und bot sie zum Verkauf an.