Ausland

Leiche eines israelischen Soldaten vermisst

Die israelische Armee hat heute bestätigt, dass der Leichnam eines am Sonntag getöteten Soldaten vermisst wird. „Die Identifizierung von sechs bei einem bestimmten Vorfall in Gaza getöteten Soldaten ist abgeschlossen, und im siebenten Fall bemühen wir uns noch darum“, hieß es in einer Mitteilung der Streitkräfte. Ein Militärfahrzeug sei am Sonntag schwer beschädigt worden, „die Familien der sieben Insassen wurden über den Ablauf der Attacke informiert“.

Keine Entführung?

Auf Nachfrage erklärte eine Armeesprecherin der Nachrichtenagentur AFP, es sei ausgeschlossen, dass der siebente Soldat noch lebe, da das Fahrzeug völlig ausgebrannt sei. Die radikalislamische Hamas hatte am Sonntag berichtet, sie habe einen israelischen Soldaten im Gazastreifen entführt. Zugleich gab sie den Namen und die siebenstellige Dienstnummer des angeblichen Gefangenen bekannt.

Der israelische UNO-Botschafter Ron Prosor dementierte diesen Entführungsbericht. Die Armee hatte bis zu ihrer Stellungnahme heute nur mitgeteilt, sie prüfe den Sachverhalt noch.

Größte Gefahr für Israels Armee

Die Entführung eines Soldaten durch die Hamas ist die größte strategische Gefahr aus Sicht Israels. Es weckt Erinnerungen an das jahrelange Tauziehen um den entführten Soldaten Gilad Schalit. Für die Hamas wäre ein israelischer Soldat eine politische Trumpfkarte, die ihr in der derzeitigen Auseinandersetzung, in der sie nicht nur von Israel militärisch, sondern auch von Ägypten politisch bedrängt wird, neue Macht gäbe.

Zivilisten im Gazastreifen zwischen den Fronten

Unterdessen überschritt im Gaza-Konflikt das UNO-Palästinenserflüchtlingswerk (UNRWA) offenbar seine Kapazitäten. Über 85.000 Zivilisten befinden sich derzeit in Einrichtungen des UNRWA.

Insgesamt sollen in dem zwischen der radikalen Palästinenserorganisation Hamas und Israel schwer umkämpften Gazastreifen seit Beginn der Kämpfe rund 130.000 Palästinenser ihre Wohnhäuser verlassen haben, wie das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR) berichtete.

Für viele stellt sich die Frage, wohin sie überhaupt vor den Gefechten und Raketenangriffen flüchten sollen - oft bleiben nur Freunde und Verwandte. Die Hamas hingegen ruft zum Verbleib in den Häusern auf - als lebende Schutzschilde, so Israel.

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London lässt Tod von Ex-KGB-Agent Litwinenko untersuchen

Inmitten der Ukraine-Krise will Großbritannien den mysteriösen Todesfall des früheren KGB-Agenten Alexander Litwinenko erneut untersuchen lassen. Sie hoffe, dass die Untersuchung „Trost“ für die Witwe des in London gestorbenen Ex-Spions bringe, sagte die britische Innenministerin Theresa May heute. Litwinenko hatte den russischen Präsidenten Wladimir Putin der Vergiftung beschuldigt.

An Plutonium-Vergiftung gestorben

Litwinenko war im Jahr 2006 an einer Vergiftung mit dem radioaktiven Stoff Plutonium gestorben. Im vergangenen Jahr hatte die britische Regierung die Aufforderung zu einer öffentlichen Untersuchung des Todesfalles noch zurückgewiesen, was als Beschwichtigungszeichen gegenüber dem Kreml gewertet wurde.

Beobachter erwarten, dass die nunmehrige Untersuchung zu einer weiteren Verschlechterung der britisch-russischen Beziehungen führen wird. Diese sind bereits wegen der Ukraine-Krise angespannt. Nach dem Abschuss einer malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine drängt London darauf, dass die EU ihren Druck auf Russland verstärkt.

Mutmaßliche Terrorzelle in Südfrankreich ausgehoben

Im südfranzösischen Albi hat die Polizei heute eine mutmaßliche islamistische Terrorzelle ausgehoben: Zwei Männer und eine Frau seien unter dem Verdacht festgenommen worden, „Gewalttaten“ vorzubereiten, hieß es in Polizeikreisen. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler waren zwei der drei Festgenommenen im April beziehungsweise Mai von einem dreimonatigen Aufenthalt in Syrien zurückgekehrt.

Einer von ihnen könnte demnach Kämpfer für die Islamisten in Syrien rekrutiert haben. Die drei Verdächtigen wurden im Rahmen von bereits im September eingeleiteten Ermittlungen eines Anti-Terror-Untersuchungsrichters in Paris festgenommen. Die Regierung in Paris hatte erst Anfang Juli ihren Aktionsplan gegen Syrien-Kämpfer aus Frankreich verschärft. Vorgesehen ist künftig, schon die Ausreise von Verdächtigen nach Syrien zu unterbinden.

Indonesien-Wahl: Kandidat Prabowo kündigt Rückzug an

Der indonesische Präsidentschaftskandidat Prabowo Subianto hat vor einer absehbaren Niederlage seinen Rückzug aus dem Wahlprozess angekündigt. „Wir erkennen die Präsidentenwahl von 2014 nicht an. Sie wurde nicht einwandfrei durchgeführt. Wir ziehen uns daher aus dem laufenden Prozess zurück“, erklärte der Ex-General heute vor der Bekanntgabe des Wahlergebnisses.

Prabowo hatte im Vorfeld Unregelmäßigkeiten im Abstimmungsprozess beklagt. Es wurde erwartet, dass der in ersten Hochrechnungen führende Gouverneur der Hauptstadt Jakarta, Joko Widodo, zum Wahlsieger erklärt wird. Das offizielle Ergebnis sollte heute von der Wahlkommission bekanntgegeben werden.

Dutzende ranghohe Polizisten in Türkei festgenommen

In der Türkei sind bei einem landesweiten Einsatz heute 55 ranghohe Polizisten festgenommen worden. Wie mehrere Fernsehsender übereinstimmend berichteten, wird ihnen im Zuge der Ermittlungen gegen Gegner von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Schlag gegen Erdogan-Rivalen Gülen

Allein 40 derzeitige und frühere Führungskräfte der Polizei wurden demnach in Istanbul festgenommen, darunter der ehemalige Leiter der städtischen Anti-Terror-Einheit. In den Medien wurde das Vorgehen einhellig als Schlag gegen die Bewegung des islamischen Predigers und Erdogan-Rivalen Fethullah Gülen gewertet.

Hintergrund ist ein Machtkampf zwischen Erdogans islamisch-konservativer Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) und der Bewegung des im Exil lebenden Gülen, der besonders in Justiz und Polizei über zahlreiche Anhänger verfügen soll. Erdogan ließ wegen eines angeblichen Komplotts gegen seine Regierung seit Ende vergangenen Jahres massenweise Polizisten, Richter und Staatsanwälte zwangsversetzen.

Riesenkorruptionsskandal im Erdogan-Umkreis

Auslöser war die Festnahme von mehreren Dutzend Politikern und Wirtschaftsmanagern aus dem Umfeld der Erdogan-Regierung im Dezember vergangenen Jahres, die von Istanbuler Staatsanwälten angeordnet worden war. Den Politikern und Managern wurde die Verwicklung in einen weit verzweigten Korruptionsskandal vorgeworfen, bei dem es um illegale Goldgeschäfte mit dem Iran, Bestechung und rechtswidrige Baugenehmigungen geht. In der Folge wurde auch das türkische Kabinett umgebildet.

UNICEF-Gipfel gegen Genitalverstümmelung und Kinderehe

In London findet heute der erste Mädchengipfel Girl Summit 2014 statt. Veranstaltet wird das Gipfeltreffen von der britischen Regierung und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF). Im Zentrum des Treffens stehen der Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und Kinderehen, gab die UNICEF in einer Aussendung bekannt.

„Mädchen sind kein Besitz. Sie haben das Recht, ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Wenn sie das tun, profitieren alle“, betonte UNICEF-Direktor Anthony Lake im Vorfeld des Events. Laut dem Kinderhilfswerk sind die Zahlen von FGM und Kinderehen in den vergangenen drei Jahrzehnten leicht zurückgegangen.

130 Mio. Mädchen und Frauen Opfer von Genitalverstümmelung

Genitalverstümmelungen finden um ein Drittel weniger häufig statt als vor 30 Jahren, was vor allem einer Kombination aus Aktivismus auf Gemeindeebene und Gesetzgebung zu verdanken sei. 130 Millionen Mädchen und Frauen aus 29 Ländern in Afrika und dem Mittleren Osten sind demnach Opfer von FGM. In den betroffenen Staaten spricht sich, laut UNICEF, allerdings der Großteil der Bevölkerung mittlerweile dagegen aus. Von Kinderehen sind demnach weltweit 700 Millionen Frauen betroffen, die Hälfte davon in Südasien. Jeder dritte Fall entfällt laut Aussendung auf Indien.

Bei gleichbleibenden Rückgangsraten würden allerdings die Zahlen von Kinderehen aufgrund des Bevölkerungswachstums bis 2050 unverändert bleiben und jene von Genitalverstümmelungen sogar um 63 Millionen steigen, warnt die UNICEF. Um diesen Anstieg auszugleichen, müssten raschere Fortschritte erzielt werden.

Hollande: Frankreich liefert Kriegsschiff an Russland

Ungeachtet der Kritik westlicher Partner will Frankreich ein Kriegsschiff an Russland liefern. Der erste der beiden Hubschrauberträger vom Typ Mistral sei nahezu fertig gebaut und werde wie geplant im Oktober ausgeliefert, sagte Präsident Francois Hollande gestern Abend.

Ob das zweite Schiff nach seiner Fertigstellung ebenfalls übergeben werde, hänge indes vom Verhalten Russlands ab. Zuvor hatte es in US-Regierungskreisen geheißen, Präsident Barack Obama sei angesichts des russischen Verhaltens in der Ukraine-Krise gegen das Geschäft.

Der britische Premierminister David Cameron hatte gefordert, kein EU-Land sollte nach dem Abschuss des malaysischen Verkehrsflugzeugs mehr Rüstungsgüter an Russland verkaufen. Ausdrücklich hatte er das französische Vorhaben kritisiert.

Paris verweist auf Strafzahlungen

Französische Diplomaten hatten im Mai erklärt, Hollande halte ungeachtet des Ukraine-Konflikts an dem Geschäft fest. Die beiden Schiffe im Wert von 1,2 Milliarden Euro sollten wie vereinbart geliefert werden. Ein Stopp des Projekts würde Frankreich mehr schaden als Russland, hatten die Diplomaten gesagt. Würden die Schiffe nicht geliefert, drohten Frankreich finanzielle Strafen.

Mit dem Kauf der Schiffe erhält Russland Zugang zu militärischer Hochtechnologie. Das Geschäft war 2011 vereinbart worden. Es sieht die Lieferung von zwei Hubschrauberträgern und die Option auf zwei weitere vor.

Inland

Offiziere kritisieren Regierung wegen Spardrucks scharf

In Österreich wird der Luftraum überwacht, aber nicht geschützt: Das Bundesheer hat kein Geld mehr, um die Eurofighter in die Luft zu schicken. SPÖ-Verteidigungsminister Gerald Klug hofft auf 2016, denn da soll es dann wieder mehr Geld geben. Die Offiziersgesellschaft übt scharfe Kritik an der Regierung und betont, das sei zu spät, denn bis dahin sei „das Bundesheer tot“.

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Akademikerball: Kritik an Prozess wird immer lauter

Seit gestern steht der 23-jährige Josef S. wieder vor Gericht. Die Anklage wirft dem Deutschen vor, am 24. Jänner bei den Demonstrationen gegen den Ball der Burschenschafter an Ausschreitungen beteiligt gewesen zu sein. Seit Jänner sitzt er in U-Haft, und bis vor kurzem war er der einzige Demonstrant, der angeklagt wurde.

Kritiker sprechen von einem Justizskandal: Die Anklage basiere auf der Zeugenaussage eines einzigen Polizisten, die „Beweise“ hätten sich bisher in Luft aufgelöst. Mittlerweile zeichnen auch deutsche Medien ein unschönes Bild der österreichischen Justiz. Und auch gestern brachte der Prozess viele Zeugen, aber keine stichhaltigen Beweise ans Licht.

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Zeugenmarathon zum Abschluss

Der Prozess wird heute fortgesetzt, zahlreiche Zeugen sind geladen. Unter anderen werden 50 Polizisten aussagen, die bei der Demonstration im Einsatz waren. Ob sich ein Urteil ausgeht, ist fraglich.

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Sport

Tour de France: Pyrenäen letzte Hürde für Nibali

In den Pyrenäen türmen sich für Vicenzo Nibali die letzten Hürden auf dem Weg zu seinem ersten Gesamtsieg und dem ersten italienischen bei der Tour de France seit Marco Pantani vor 16 Jahren auf. Doch zu souverän agierte der 29-Jährige bisher im Sattel, als dass man noch an eine Chance seiner Widersacher glauben könnte. Mit schon knapp fünf Minuten Rückstand auf den Italiener geht der Spanier Alejandro Valverde in die letzten Anstiege der 101. Frankreich-Rundfahrt, noch weiter zurück liegen die jungen Franzosen Romain Bardet und Thibault Pinot. Endgültig entschieden wird die Tour jedoch erst im Zeitfahren am vorletzten Tag.

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Erste Liga: St. Pölten tankt Selbstvertrauen

SKN St. Pölten hat gestern Selbstvertrauen für das Rückspiel der Europa-League-Qualifikation gegen Botew Plowdiw am Donnerstag getankt. Der ÖFB-Cup-Finalist gewann das Niederösterreich-Derby zum Auftakt der Ersten Liga gegen Horn mit 3:0. Das klare Ergebnis spiegelt allerdings den Spielverlauf keineswegs wider, auch die Horner hätten durchaus gewinnen können.

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Wirtschaft

Bahn-KV: Morgen neuer Verhandlungstermin

Bei den stockenden Kollektivvertragsverhandlungen der Eisenbahner gibt es nun morgen einen neuen Gesprächstermin. Das bestätigten Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer heute. Am Freitag waren die Verhandler ohne einen neuen Termin auseinandergegangen.

Morgen um 18.00 Uhr sollen die Gespräche in der Wirtschaftskammer in Wien beginnen, sagte der Chefverhandler der Arbeitgeber und Obmann des Fachverbands Schienenverkehr, Thomas Scheiber, der für einen „finanziell tragbaren“ Abschluss eintritt. Im Moment sei für ihn „alles offen“. Angesichts der Presseaussendungen und Aussagen von heute und gestern habe er allerdings schon den Eindruck, dass die beiden Seiten „noch immer noch weit voneinander entfernt“ seien. „Gespräche sind immer gut, die Hoffnung stirbt zum Schluss“.

Auch vida-Spitzengewerkschafter Roman Hebenstreit zeigte sich gesprächsbereit. „Wir waren und sind verhandlungsbereit“, betonte der ÖBB-Konzernbetriebsratschef gegenüber der APA. Am gestrigen Montag hatten die Eisenbahner bei den Salzburger Lokalbahnen und bei den ÖBB in Salzburg Betriebsversammlungen abgehalten, in Folge kam es zu Zugsverspätungen. Die nächsten Betriebsversammlungen sind für Donnerstag in Linz und Graz angesagt.

Gammelfleischskandal in China weitet sich aus

Der Skandal um Gammelfleisch in China ist weitaus größer als bisher angenommen: Nach McDonald’s, Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut erklärten heute Starbucks, Burger King, der Pizzabäcker Papa John’s und Chinas drittgrößte Fastfood-Kette Dicos, sie würden das Fleisch des Lieferanten Husi Food nicht mehr verwenden.

Abgelaufenes Fleisch falsch etikettiert

Der Zulieferer aus Schanghai soll einem Fernsehbericht zufolge Fleisch mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum umetikettiert und verkauft haben. Auch in Japan habe McDonald’s Produkte von Husi verkauft, wie die Burger-Kette mitteilte. Der Verkauf der Chicken McNuggets sei gestoppt worden. Das Hühnerfleisch werde nun aus Thailand und von anderen Zulieferern in China bezogen.

Die chinesischen Behörden weiteten ihre Untersuchungen in dem Fall aus. Nach dem Fernsehbericht, der Mitarbeiter von Husi zeigte, wie sie abgelaufenes Fleisch verarbeiteten und Stücke vom Boden aufhoben und untermengten, schlossen die Behörden Husi Foods. Die Firma ist eine Tochter des US-Zulieferers OSI. Die chinesische Lebensmittelaufsicht ordnete Stichprobenüberprüfungen aller Kunden von Husi an. Zudem sollen alle Betriebe von OSI in China inspiziert und die Unbedenklichkeit der Lebensmittel überprüft werden.

Auch Ikea bezog Husi-Fleisch

Viele Firmen bemühten sich, verunsicherte Kunden zu beruhigen. So teilte Ikea mit, dass es für seine Restaurants in China zwar früher Fleisch von Husi bezogen habe. Seit September des vergangenen Jahres sei Ikea aber nicht mehr von der Firma beliefert worden. Domino’s Pizza und die Sandwich-Kette Subway dementierten Berichte, sie gehörten zu den Kunden von Husi. Beide erklärten, dass sie keine Produkte der Firma verarbeiteten.

Die Volksrepublik wurde bereits von mehreren anderen großen Lebensmittelskandalen erschüttert. So wurden Industriechemikalien in Babymilch gefunden. Sechs Kinder kamen nach dem Verzehr der verseuchten Milch ums Leben. Anfang des Jahres kam heraus, dass bei Wal-Mart Eselfleischprodukte auch Fuchsfleisch enthielten. Viele Chinesen kaufen deshalb lieber ausländische Produkte, weil sie sich höhere Lebensmittelstandards versprechen.

VKI klagt Raiffeisenbanken wegen geschlossener Fonds

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) führt für rund 700 Geschädigte geschlossener Fonds eine Sammelaktion gegen österreichische Vermittlerbanken durch. Nachdem seit Anfang 2014 mit 80 Prozent der betroffenen Banken Rahmenvergleiche über insgesamt rund sieben Millionen Euro erzielt werden konnten, bringt der VKI nun Klagen gegen jene Banken ein, die nicht zu Vergleichsgesprächen bereit waren.

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Credit Suisse mit höchstem Quartalsverlust seit 2008

Das Milliardenbußgeld in den USA hat die Credit Suisse im zweiten Quartal 2014 tief in die roten Zahlen gerissen. Die zweitgrößte Schweizer Großbank verbuchte eigenen Angaben von heute zufolge ein Minus von 700 Millionen Franken - das ist der höchste Verlust seit der Lehman-Krise von 2008.

Die Geldstrafe für Beihilfe zur Steuerhinterziehung belastete das Ergebnis dabei allein mit 1,6 Milliarden Franken. Im Investmentbanking konnte das Zürcher Institut den Vorsteuergewinn mit 752 Millionen Franken praktisch halten. Analysten hatten mit einem Konzernverlust von 581 Millionen Franken gerechnet.

Chronik

OÖ: Lkw rammte Auto auf Pannenstreifen

Der Fahrer eines Lkws hat am Montagabend auf der Innkreisautobahn (A8) einen Pkw aus Frankreich auf dem Pannenstreifen übersehen und gerammt. Zum Glück stiegen die Insassen vorher aus. Der Pkw wurde 15 Meter durch die Luft geschleudert.

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A1 war nach Unfall stundenlang gesperrt

Auch auf der Westautobahn (A1) ereignete sich in der Nacht ein schwerer Unfall. Ein Lkw geriet ins Schleudern und durchschlug die Betonleitwand. Der Lenker wurde verletzt.

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Fährunglück in Südkorea: Schiffseigner tot

Der nach dem schweren Fährunglück in Südkorea geflüchtete Patriarch der „Sewol“-Eignerfamilie ist tot. Die Polizei erklärte, dass es sich bei einer im Juni entdeckten Leiche um die sterblichen Überreste des 73-jährigen Unternehmers Yoo Byung Eun handle. Seine Identität sei durch einen DNA-Test sowie einen Fingerabdruck bestätigt worden.

Die Leiche wurde nach Angaben der Ermittler bereits am 12. Juni im etwa 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Seoul gelegenen Suncheon entdeckt. Die Todesursache blieb zunächst unklar. Medienberichten zufolge war die auf einem Feld geborgene Leiche stark verwest.

Der Familie Yoos gehört die Chonghaejin Marine Co., zu deren Flotte die „Sewol“ zählte. Nach Yoo wurde nach dem Fährunglück landesweit gefahndet. Die Behörden setzten eine halbe Million Dollar Belohnung für Hinweise auf seinen Verbleib aus.

Crew wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen

Die „Sewol“ war Mitte April mit 476 Menschen an Bord gekentert, nur 174 Insassen konnten gerettet werden. Die meisten Opfer waren Schüler auf einem Ausflug. Der Großteil der Crew rettete sich rechtzeitig, ihnen wird deshalb unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Offensichtlich führte eine Mischung aus Inkompetenz, Missachtung der Sicherheitsregeln und mangelnder Kontrolle zu der Katastrophe.

Science

Windparks: Die neuen Riffe der Seehunde

Offshore-Windparks liefern erneuerbare Energie - doch ihre Folgen für die Umwelt sind umstritten. Für einige Seehunde sind sie eine beliebte Futterquelle, haben Forscher herausgefunden. Möglicherweise wirkten die Konstruktionen als künstliche Riffe.

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Armut: Elternliebe hält gesund

Menschen aus ärmlichen Verhältnissen erkranken im Laufe ihres Lebens häufiger an Diabetes, Herzkrankheiten und Krebs. Doch das muss nicht sein, wie eine US-Studie zeigt: Elterliche Fürsorge kann den Teufelskreis von Armut und Krankheit stoppen.

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IT

Facebook versucht sich als Notizbuch

Facebook erweitert sein Angebot und will für seine Mitglieder jetzt auch eine Art Notizbuch werden. Das Onlinenetzwerk bietet künftig die Möglichkeit, Internetlinks sowie Verweise auf Filme, Videos, Songs oder Orte zur späteren Verwendung zu speichern. Die gesicherten Informationen sind standardmäßig nur für den Nutzer selbst sichtbar, können aber auch mit Freunden geteilt werden, so Facebook gestern Abend.

Ähnliche Speicherablagen bieten bereits Onlinedienste wie Instapaper, Pocket oder Evernote sowie etwa auf Restaurants spezialisierte Anbieter wie Foursquare und Yelp. Wenn die Nutzer die neue Funktion annehmen, könnte Facebook die Mitglieder enger an sich binden - sie hätten einen Grund weniger, die Plattform des Onlinenetzwerks zu verlassen. Allerdings erlebte Facebook auch schon Flops mit seinen Diensten, zum Beispiel mit der vorgeschalteten Benutzeroberfläche „Home“ für Android-Smartphones.

Mediengerüchte über Auftrag für größere iPhones

Apple hat laut einem Zeitungsbericht die Produktion von 70 bis 80 Millionen Geräten seines nächsten iPhone-Modells in Auftrag gegeben. Dabei gehe es um größere iPhones mit Bildschirmdiagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll (knapp zwöf und 14 cm), schrieb das „Wall Street Journal“ heute unter Berufung auf informierte Personen.

Das wäre der bisher größte Produktionsauftrag zu einem iPhone-Start. Die neuen Modelle werden im Herbst erwartet. Apple macht bisher keine Angaben dazu.

Metallgehäuse in verschiedenen Farben

Zuletzt waren im Herbst 2013 das Topmodell iPhone 5s und das etwas günstigere iPhone 5c mit Kunststoffgehäuse herausgekommen. Von ihnen seien damals im ersten Anlauf 50 bis 60 Millionen Geräte produziert worden, schrieb das Blatt.

Die neuen Modelle würden beide ein Metallgehäuse voraussichtlich in verschiedenen Farben bekommen, hieß es. Apple sperrte sich bisher dagegen, den Trend zu größeren Smartphone-Bildschirmen mitzumachen. Geräte mit großen Displays waren bei Verbrauchern aber zunehmend populär geworden, und andere Hersteller wie Samsung profitieren davon.

Yahoo übernimmt Smartphone-Marketingfirma

Yahoo-Chefin Marissa Mayer baut das zukunftsträchtige Geschäft mit Werbung auf Smartphones und Tablets aus. Der Konzern kauft die Firma Flurry aus San Francisco, die sich auf die Auswertung von App-Daten für Marketingzwecke spezialisiert hat. Flurry kann nach eigenen Angaben die Aktivitäten in mehr als 540.000 Apps verfolgen.

200 Mio. Dollar als Verkaufspreis?

Yahoo verkündete den Kauf, ohne indes einen Preis zu nennen. Das „Wall Street Journal“ bezifferte die Summe unter Berufung auf eine eingeweihte Person auf mehr als 200 Millionen Dollar (148 Mio. Euro). Das wäre einer der teuersten Zukäufe von Firmenchefin Mayer, die Yahoo seit zwei Jahren führt.

Yahoo leidet unter schrumpfenden Werbeeinnahmen aus grafischen Werbeanzeigen, sogenannten Bannern. Das stark wachsende mobile Geschäft gilt als Hoffnungsträger für den Konzern. Das Urgestein der Branche muss sich gegen Schwergewichte der Branche wie Google und Facebook durchsetzen.

Gesundheit

Arztbesuch im Urlaub kann teuer werden

Ein Arztbesuch im Ausland kann nicht nur nervig, sondern auch teuer sein. Denn nicht überall wird die E-Card akzeptiert. Deshalb raten Experten, sich vorab zu erkundigen, in welchen Ländern die Krankenversicherung die Arztkosten übernimmt.

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Erfolg in Aids-Forschung: Schlummernde HI-Viren aktiviert

Einen wichtigen Erfolg in der Aids-Forschung haben dänische Experten mit Hilfe eines Krebsmedikaments erreicht: Den Forschern ist es nach eigenen Angaben erstmals gelungen, schlummernde HI-Viren aus ihren Zellen zu locken und sie damit den Attacken des Immunsystems und von Medikamenten auszusetzen.

Ole Sogaard von der Universität Aarhus stellte die Ergebnisse auf der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne vor. „Es ist ein bedeutendes Ergebnis“, sagte Sogaard, fügte aber bescheiden hinzu, „es ist aber nur einer von vielen Schritten in Richtung einer möglichen Heilung.“

Medien

Netflix startet im September auch in Österreich

In zwei Monaten geht das in den USA populäre Videostreaming-Portal Netflix auch in Österreich auf Sendung. Das kalifornische Unternehmen nannte den Termin gestern bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das Halbjahr. Zeitgleich startet Netflix in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Belgien und Luxemburg.

Netflix hat mit seinem Videostreaming-Abo den Fernsehmarkt in den USA aufgemischt und kommt dort mittlerweile auf 35,1 Millionen zahlende Kunden. Außerhalb der Vereinigten Staaten sind es 12,9 Millionen, vor allem in Kanada und Lateinamerika. In Europa ist Netflix heute schon in Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Skandinavien vertreten.

Preis noch offen

Netflix hatte im Mai den Start in Österreich und den anderen Ländern angekündigt, ohne allerdings ein genaues Datum zu nennen. Zum Preis äußerte sich das Unternehmen in der Geschäftsmitteilung nicht. In den USA kostet das Monatsabo, mit dem man uneingeschränkt Serien und Filme schauen kann, ab 7,99 Dollar (5,90 Euro).

Netflix startete 1997. Zunächst dominierte der DVD-Verleih, mit dem Aufkommen schneller Internetverbindungen vollzog sich der Schwenk zum Streaming. Zuletzt machte Netflix mit selbst produzierten Serien wie „House of Cards“ und „Orange Is the New Black“ Furore. Bestehende Konkurrenten in den USA sind Amazon, Maxdome und Watchever.

Kultur

Cinecitta World: Erlebnispark mit „Ben Hur“ & Co.

Mehr als drei Jahrzehnte nach ihrer Schließung ist in Rom den ehemaligen De Laurentis Filmstudios neues Leben eingehaucht worden: Kino ist das Motto von Cinecitta World, einem Themenpark, der auf 25 Hektar die gloriose Vergangenheit der Filmstadt Rom aufleben lässt. Gezeigt werden Filmsets von „Ben Hur“ bis „Gangs of New York“. Das italienische „Film-Disneyland“ soll im Jahr eineinhalb Millionen Besucher anlocken.

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Leute

Familienidylle pur zu Prinz Georges erstem Geburtstag

Prinz William (32) und seine Frau Kate (32) können sich seit einem Jahr vor Glückwünschen und Geschenken kaum retten. Den ersten Geburtstag ihres Sohnes George heute nutzte das Paar für ein umfassendes Dankeschön an alle, „wo auch immer wir sie getroffen haben, zu Hause oder im Ausland, für die herzlichen und großzügigen Glückwünsche für George und unsere Familie“.

Dazu veröffentlichte der Londoner Kensington-Palast zwei Familienbilder von Anfang Juli, die idyllischer nicht sein könnten. Kate in grünem Blumenkleid hält lachend den gut gelaunten kleinen Prinzen, Papa William, die Ärmel des weißen Leinenhemds lässig hochgekrempelt, zeigt dem Sohn die Wunder der Natur. Einmal hat er einen Schmetterling auf der Hand, einmal schaut die ganze Familie fasziniert in die Luft. Ein Bild am Wochenende hatte bereits bewiesen, dass George inzwischen ohne helfende Hand gehen kann.

Robert Downey Jr. erneut bestverdienender Hollywood-Star

„Iron Man“-Star Robert Downey Jr. (49) ist nach Schätzungen des US-Wirtschaftsmagazins „Forbes“ Hollywoods Topverdiener unter den männlichen Schauspielern. Von Juni 2013 bis Juni 2014 habe er 75 Millionen Dollar (55,48 Mio. Euro) eingenommen, berichtete die Zeitschrift heute. Bereits im vorigen Jahr hatte Downey den Spitzenplatz inne.

Auf Rang zwei der „Forbes“-Liste folgt „Fast & Furious“-Star Dwayne Johnson (42) mit geschätzten 52 Millionen Dollar, gefolgt von Bradley Cooper (39, „American Hustle“) mit Jahreseinnahmen von rund 46 Millionen Dollar.

Nur Männer

Auf den weiteren Rängen der Top-Ten-Aufstellung folgen Leonardo DiCaprio, Chris Hemsworth, Liam Neeson, Ben Affleck, Christian Bale, Will Smith und Mark Wahlberg.

Die Schätzungen des Wirtschaftsmagazins basieren auf der Befragung von Produzenten, Anwälten, Managern und anderen Mitarbeitern der Filmindustrie. Zum Verdienst zählen Filmgagen und Werbeeinnahmen.