Ausland

Ukraine will Waffen im Ausland auf Kredit einkaufen

Die vom Staatsbankrott bedrohte Ukraine will Waffen und anderes Militärgerät mit Krediten im Ausland einkaufen. „Es besteht Unterstützung und Verständnis bei unseren ausländischen Partnern“, sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko heute Medien zufolge bei einer Sitzung des Sicherheitsrates in Kiew.

Auch die eigenen Rüstungskonzerne seien angewiesen, trotz Staatsschulden in 24-Stunden-Schichten Waffen zu produzieren. Das Fehlen von Geld dürfe nicht das Ende der Produktion bedeuten, meinte der Präsident. „Wir tun alles, um die Schulden rasch zu begleichen“, sagte er. Die Ex-Sowjetrepublik hofft auch auf neue Milliardenhilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Nach Darstellung des von der EU und den USA unterstützten Staatschefs liegen die Kosten für die „Anti-Terror-Operation“ gegen die prorussischen Separatisten in der Ostukraine bei 100 Millionen Griwna (rund fünf Millionen Euro) täglich. Für die auf Pump gekauften Waffensysteme im Ausland sicherte der Präsident den Kreditgebern ukrainische Staatsanleihen zu. Diese Möglichkeiten hätten sowohl ukrainische Diplomaten als auch er bei seinen Auslandsreisen ausgelotet, sagte Poroschenko.

Drei Wellen für Mobilmachungen angekündigt

Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates, Alexander Turtschinow, kündigte „drei Wellen für Mobilmachungen“ im Jänner, April und Juni an. Auch ein Wehrdienst von eineinhalb Jahren gelte von Jänner an wieder für alle Männer im Alter zwischen 20 und 27 Jahren. Den Streitkräften fehle es an Soldaten, sagte er weiter.

Bei den bisherigen drei Teilmobilmachungen waren nach offiziellen Angaben zwischen 30.000 und 50.000 Ukrainer eingezogen worden. Der unlängst von Poroschenko ernannte Sicherheitsratschef hatte angekündigt, die von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiete Donezk und Lugansk und die von Russland annektierte Schwarzmeerhalbinsel Krim „zu befreien“.

USA schicken vier Guantanamo-Häftlinge nach Afghanistan

Die USA haben vier Häftlinge aus dem umstrittenen Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba in ihre Heimat Afghanistan zurückgeschickt. Das teilte das US-Verteidigungsministerium heute mit. Demnach hat eine eingehende Überprüfung ergeben, dass die Häftlinge kein Sicherheitsrisiko mehr für die USA darstellen.

Nunmehr werden noch 132 Männer in dem Lager festgehalten. US-Präsident Barack Obama will die Einrichtung schließen, ist aber bisher vor allem am massiven Widerstand der Republikaner im Kongress gescheitert. Sie wehren sich gegen eine Überstellung von Guantanamo-Gefangenen in die USA, die für eine Schließung des Lagers nötig wäre.

So enthält der kürzlich verabschiedete Verteidigungshaushalt für 2015 erneut ein Verbot, Häftlinge in die USA zu entlassen oder sie dort in Gefängnissen festzuhalten.

Höchstzahl bei zivilen Opfern in Afghanistan

Unterdessen gab die UNO bekannt, dass 2014 in Afghanistan so viele Zivilisten getötet und verletzt wurden wie noch nie seit Beginn der UNO-Aufzeichnungen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 19 Prozent. Bis Ende November starben 3.188 Zivilisten, 6.429 wurden verletzt.

Schuld seien hauptsächlich die Einsätze von Bodentruppen sowie „unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen“, heißt es im Jahresbericht der Unterstützungsmission der UNO in Afghanistan (UNAMA). Die Zahl der Opfer steigt vor dem offiziellen Ende des 13-jährigen Kampfeinsatzes der Internationalen Afghanistan-Truppe ISAF.

Der NATO-Einsatz läuft zum Jahresende aus. Der Nachfolgeeinsatz „Resolute Support“ konzentriert sich auf die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte - allerdings bereiten sich die Soldaten auch auf mögliche Kämpfe vor.

Castro: Kubas Volk dankt USA für den Neustart

Die historische Annäherung zwischen Kuba und den USA hat nach Worten von Staatschef Raul Castro die Bevölkerung des Karibikstaats besonders gefreut. „Das kubanische Volk bedankt sich für diese gerechte Entscheidung von US-Präsident Barack Obama“, sagte Castro heute vor dem kubanischen Parlament.

Zugleich betonte er, dass mit dem US-Wirtschafts- und Handelsembargo das Hauptproblem zwischen beiden Ländern bestehen bleibe. Das sozialistische Kuba sei bereit, konstruktiv und auf Augenhöhe mit den USA zu verhandeln, sagte der 83-jährige Castro weiter.

Ziel sei die völlige Normalisierung der bilateralen Beziehungen. Sein Land werde aber seine Prinzipien nicht aufgeben. Der jüngere Bruder von Revolutionsführer Fidel Castro (88) hat stets Reformen am kubanischen Einparteiensystem abgelehnt.

Die Regierungen Kubas und der USA hatten am Mittwoch verkündet, dass sie ihre diplomatischen Beziehungen nach mehr als 50 Jahren Unterbrechung wiederaufnehmen werden. Der Neustart zwischen den beiden ideologischen Gegnern wurde weltweit als Meilenstein gefeiert. Das seit 1962 geltende US-Embargo bleibt aber vorerst bestehen.

Tränengas gegen Lehrerdemonstration in der Türkei

Die türkische Polizei ist heute mit Tränengas und Wasserwerfern gegen eine Demonstration von Lehrern in Ankara vorgegangen. Rund 100 Menschen seien festgenommen worden, berichtete die Zeitung „Hürriyet“. Die Behörden erklärten, der Protestmarsch sei illegal gewesen.

Die Mitglieder der Lehrergewerkschaft waren für Arbeitsrechte und säkulare Erziehung auf die Straße gegangen. Videoaufnahmen auf der Website der Zeitung zeigen Hunderte Demonstranten, die von der Polizei mit den Wasserwerfern ins Visier genommen werden.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte jüngst mit Aussagen Befürchtungen geweckt, in die türkischen Klassenräume könnte mehr Religion Einzug halten. Die türkische Verfassung sieht eine Trennung von Religion und Staat vor.

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Umfrage: Briten für EU-Austritt

Die Briten würden in einem Referendum mehrheitlich für einen EU-Austritt stimmen. In anderen EU-Staaten gibt es starke Minderheiten von EU-Skeptikern. Das geht aus einer Umfrage des Instituts OpinionWay für die Pariser Zeitung „Le Figaro“ hervor.

Referendum für 2017 angekündigt

Vor die Wahl nach einem Verbleib oder einem Austritt aus der Europäischen Union gestellt, würden demnach 42 Prozent der Briten für ein Ende der EU-Mitgliedschaft stimmen. Nur 37 Prozent wären für einen Verbleib. Der britische Premierminister David Cameron hat für Ende 2017 ein Referendum über die Union angekündigt.

Auch Niederländer EU-skeptisch

Auf der Kippe stehe die EU-Mehrheit in den Niederlanden - mit 39 Prozent für und 41 Prozent gegen einen Austritt. In Deutschland wäre mit 22 Prozent immerhin gut jeder Fünfte für einen Austritt. 64 Prozent würden lieber in der EU bleiben.

Befragt wurden 3.539 Personen in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien. Das Ergebnis wurde heute auf der Website des „Figaro“ veröffentlicht.

Nahost-Konflikt: Israel greift Ziele im Gazastreifen an

Die Waffenruhe hat nicht ganz vier Monate gehalten: Israelische Kampfflugzeuge beschossen erstmals seit Ende des blutigen, 50-tägigen Gaza-Krieges im August wieder ein Ziel im Gazastreifen.

Der Angriff auf eine Übungsstätte der radikalislamischen Hamas sei eine Reaktion auf den vorherigen Raketenbeschuss aus dem Küstengebiet, teilte das israelische Militär in der Nacht auf heute mit. Bei Protesten gegen die Blockade des Gazastreifens durch Israel kam es zudem zu Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten.

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Inland

Bures sieht Faymann fest im Sattel

Seit einem Vierteljahr ist Doris Bures (SPÖ) Präsidentin des Nationalrats - und als solche wird sie 2015 besonders im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen. Bures wird den Hypo-Untersuchungsausschuss leiten. Sie sagt offen, dass Kanzler Werner Faymann (SPÖ) auch im Ausschuss erscheinen wird müssen.

Als SPÖ-Chef sieht ihn Bures fest im Sattel, die Streichungen am Parteitag seien Ausdruck einer lebendigen Partei - und dem als Faymann-Nachfolger gehandelten ÖBB-Chef Christian Kern bescheinigt die Nationalratspräsidentin, nicht zum Politiker zu taugen, wie sie im Ö1-Interview sagte.

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Sport

Skispringen: Hayböck verpasst Sieg in Engelberg

Michael Hayböck hat in Engelberg den ersten Sieg seiner Karriere knapp verpasst. Der Oberösterreicher belegte heute im ersten von zwei Springen nur 1,5 Punkte hinter Sieger Richard Freitag, der sich hauchdünn vor dem Tschechen Roman Koudelka durchsetzte, ex aequo mit dem Slowenen Jernej Damjan den dritten Platz.

Nach dem ersten Durchgang hatte Hayböck noch geführt. Eine Aufholjagd legte hingegen Stefan Kraft hin, der von Platz zwölf noch auf Rang sechs nach vorne sprang. Auch Tournee-Titelverteidiger Thomas Diethart machte in der Entscheidung einige Plätze gut.

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Nordische Kombi: Bieler erlitt bei Sturz Rippenbrüche

Christoph Bieler muss nach einem Sturz heute im Probedurchgang für den Team-Bewerb in Ramsau bis zu sechs Wochen pausieren. Der 37-Jährige erlitt bei dem Sturz nach der Landung auf der Bestweite von 98 Metern fünf Rippenbrüche. „Ich kriege jetzt schwer Luft. Aber Unkraut vergeht nicht“, sagte der Tiroler.

Seine Mannschaftskollegen belegten im Team-Bewerb unterdessen den vierten Platz. Die zwei jungen Athleten im ÖSV-Quartett, Philipp Orter und Fabian Steindl, bestanden ihre Bewährungsprobe bravourös.

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Ski alpin: Jansrud dominiert Gröden-Super-G

Die Speed-Disziplinen sind weiterhin eine Domäne von Kjetil Jansrud. Der Norweger feierte heute im Super-G von Gröden im sechsten Speed-Rennen bereits seinen vierten Saisonsieg, den zweiten im Super-G. Mit seinem Erfolg hat Jansrud auch im Gesamtweltcup seine Führung auf Marcel Hirscher gehörig ausgebaut.

Er bewältigte die Strecke auf der Saslong als absolut Schnellster vor Dominik Paris (ITA) und Hannes Reichelt, der als Dritter einen Podestplatz für die ÖSV-Herren herausfuhr. Nur knapp hinter Reichelt sorgte Vincent Kriechmayr als Vierter für eine Überraschung aus heimischer Sicht.

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Wirtschaft

Wiener Einkaufszentren bisher zufrieden

Die Wiener Einkaufszentren sind mit dem Weihnachtsgeschäft bisher zufrieden. Die Lugner City beklagt zwar die warmen Temperaturen, insgesamt zeigten sich die meisten Einkaufszentren aber zuversichtlich, das Niveau des Vorjahres zu erreichen.

Gute Geschäfte mit Elektronik

„Bis jetzt sind wir sehr zufrieden“, so Matthias Franta, Center-Manager im Donauzentrum. „Wir gehen davon aus, dass sich viele Leute am Dienstag noch freinehmen werden.“ Vor allem die Elektronikbranche funktioniere „sehr gut“, gekauft würden vor allem Tablets, die neuesten Handys und LED-Fernsehgeräte. „Aber auch aus dem Kleidungshandel bekommen wir sehr gute Rückmeldungen, hier läuft traditionellerweise vor allem Unterwäsche gut“, sagte Franta. Insgesamt werde man voraussichtlich ungefähr auf das Level vom Vorjahr kommen.

Etwas weniger Umsatz in der Lugner-City

Dem Einkaufszentrum Lugner-City macht das warme Wetter zu schaffen. „Bei uns ist es wie beim Skifahren - wenn es so warm ist, gehen die Leute eher in die Einkaufsstraßen“, sagte Richard Lugner. An und für sich laufe das Geschäft jedoch „hervorragend“.

Dennoch werde man vermutlich, auch aufgrund des vermehrten Onlineshoppings, etwas weniger Umsatz als in den vergangenen Jahren machen. „Durch die Wärme gehen Jacken, warme Mäntel und Pelzschuhe nicht so aufregend gut, der Media Markt macht aber super Umsätze.“ Auch Lugner setzt auf den letzten Einkaufssamstag so wie auf die kommenden Tage. „Der 23. Dezember wird der beste Tag des Jahres sein.“

Einkaufen auf dem Bahnhof im Trend

Zum Weihnachtsgeschäft in den Einkaufszentren auf dem Westbahnhof sowie auf dem neuen Hauptbahnhof sagte ÖBB-Pressesprecher Michael Braun: „Wir sind mit den Advent- und Weihnachtsumsätzen in unseren Bahnhofcitys zufrieden. Es hat sich gezeigt, dass unser Konzept, Bahnhöfe auch zu Orten der Begegnung und zum Einkaufen zu machen, greift.“ Bei den Umsätzen seien „die großen, etablierten Bahnhofcitys natürlich vorne, hier nützen die Menschen ihre ‚eingeübten‘ Wege“. Auch im Millennium Center beklagt man sich nicht. Das Geschäft laufe „ziemlich gut“, hieß es.

Volle Geschäfte in Kärnten

Auch der Kärntner Handel ist nach dem vierten Einkaufssamstag mit dem bisherigen Weihnachtsgeschäft zufrieden. Sehr zufrieden sind heuer die Juweliere und Goldschmiede, wegen dem Schneemangel weniger Umsatz machten hingegen Wintersporthändler.

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China bietet Nachbarstaaten Milliardenhilfen an

China bietet den Nachbarstaaten Kambodscha, Vietnam, Myanmar, Thailand und Laos Milliardenhilfen zum Ausbau der Infrastruktur und zur Armutsbekämpfung an.

„Wir sind bereit, mit diesen fünf Staaten neue Rahmenvereinbarungen für eine vertiefte Partnerschaft zu treffen“, sagte Ministerpräsident Li Keqiang heute nach einem Bericht der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua in einer Rede auf dem Gipfel der Staaten der Mekong-Region in Bangkok. Das Gesamtpaket umfasst Darlehen und Zuschüsse im Volumen von über drei Milliarden Dollar.

Investitionen in Infrastruktur

China werde Projekte durch Lohnzuschüsse, bilaterale Währungsgeschäfte und durch die Zulassung privater Unternehmen finanzieren, kündigte Li an. Mit chinesischen Anlagen sollten in den Ländern die Produktionskapazitäten in den Bereichen Elektrizität, Telekommunikation, Stahl und Zement ausgebaut werden.

Allein dafür stünden Sonderkredite über 1,6 Milliarden Dollar zur Verfügung. In den Ausbau der Infrastruktur wolle China eine Milliarde Dollar in den fünf Ländern investieren. China und die USA ringen derzeit um Einfluss in Südostasien, das als Wirtschaftsregion immer größere Bedeutung gewinnt.

Ölpreis: EZB-Vize warnt vor „Teufelskreis“

Der Verfall der Ölpreise alarmiert die Europäische Zentralbank (EZB) - ihr Vizechef Vitor Constancio warnt vor einem möglichen Abrutschen der Preise auf breiter Front. „Wir rechnen nun mit einer negativen Inflationsrate in den kommenden Monaten“, sagte der Ökonom in einem Interview der „Wirtschaftswoche“.

Sollte Rohöl länger so billig bleiben wie zuletzt, drohe „ein gefährlicher Teufelskreis aus sinkenden Preisen, steigenden realen Lohnkosten, sinkenden Gewinnen, schrumpfender Nachfrage und weiter sinkenden Preisen“. Die bisherige Inflationsschätzung der EZB für das nächste Jahr von 0,7 Prozent sei inzwischen nicht mehr zu halten.

Constancio für Anleihenkauf

Der niedrige Ölpreis sei zunächst einmal ein Segen für die Konjunktur. Er könne zu stärkerem Wirtschaftswachstum führen, was wiederum längerfristig den derzeit unerwünscht niedrigen Preisauftrieb beschleunigen könnte, sagte Constancio. Die jüngsten Inflationsprognosen der EZB scheinen aber bereits von der Entwicklung überholt. Seit ihrer Erarbeitung sei der Ölpreis um weitere 15 Prozent gefallen.

Als Gegenmaßnahme zum Preisverfall auf breiter Front würde er notfalls auch den umstrittenen Kauf von Staatsanleihen erwägen, den EZB-Chef Mario Draghi jüngst in Aussicht stellte. Alle Mittel müssten genutzt werden. Letztlich sei das eine Sache des Risikomanagements: „Die Frage ist: Sind die Risiken höher, wenn wir etwas tun oder wenn wir nichts tun?“

Streiks bei Amazon gehen weiter: Auswirkungen unklar

Mitten in der Schlussphase des Weihnachtsgeschäfts dauert der Streik beim Onlineversandhändler Amazon an mehreren Standorten in Deutschland an. Unklar blieben heute die Auswirkungen des mehrtägigen Arbeitskampfes, zu dem die deutsche Gewerkschaft ver.di aufgerufen hatte.

Amazon verneinte, dass es bei den Auslieferungen zu Verspätungen komme. „Unsere Mitarbeiter sind stolz, daran mitzuwirken, dass die Kunden ihre Weihnachtspäckchen pünktlich bekommen“, sagte eine Sprecherin am Firmensitz in München.

Im hessischen Versandzentrum Bad Hersfeld sagte eine ver.di-Vertreterin dagegen, Amazon-Mitarbeiter berichteten von einem Rückstau an Bestellungen. Die Gewerkschaft erhalte auch E-Mails von Kunden, dass die Lieferzeiten länger dauerten als üblich. Die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Onlineausgabe) veröffentlichte dagegen schon gestern eine nicht repräsentative Leserumfrage, wonach die meisten Pakete pünktlich kommen. Die Streiks sollen bis Heiligabend dauern.

Chronik

Sturz über Pistenrand: Skifahrer tot

In Obertauern (Salzburg) ist heute Vormittag ein 24-Jähriger bei einem Skiunfall tödlich verunglückt. Der junge Mann stürzte über den Pistenrand, überschlug sich mehrmals und landete in einem fast schneefreien Graben. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

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Tourengeher am Pirchkogel verschüttet

Im Sellrain (Tirol) ist heute ein Skitourengeher von einer Lawine verschüttet worden. Der 44-jährige Mann wurde gegen Mittag lebensbedrohlich verletzt in die Innsbrucker Klinik geflogen.

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Erster Fukushima-Reaktor von Atombrennstoff gesäubert

Im schwerbeschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima sind alle radioaktiven Brennstäbe in einem der havarierten Reaktoren entfernt worden. Mehr als 1.500 Brennelemente seien aus dem Reaktorkomplex gebracht worden, teilte der Betreiber TEPCO heute mit.

Die Entfernung der Brennstäbe aus dem einen Reaktor ist ein bedeutender Schritt in den Bemühungen um eine Stilllegung der Anlage, allerdings müssen noch drei weitere schwerbeschädigte Reaktoren gesäubert werden. Die Säuberung des gesamten Fukushima-Werks dürfte sich über Jahrzehnte hinziehen.

Kernschmelze in drei Reaktoren

Der nun entsorgte Reaktorbrennstoff wurde aus einem Abklingbecken aus Reaktor Nummer vier entfernt. Dieser war zum Zeitpunkt der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im März 2011 zu regulären Wartungsarbeiten heruntergefahren.

Im Atomkraftwerk Fukushima war infolge des Erdbebens und des anschließenden Tsunamis das Kühlsystem ausgefallen, was in Reaktor I bis III zur Kernschmelze führte. TEPCO will zuerst Brennstabelemente aus den Abklingbecken anderer beschädigter Gebäude entsorgen, bevor der geschmolzene Brennstoff aus den Reaktoren entfernt wird.

Gesundheit

Zahl der Ebola-Toten in Westafrika auf 7.373 gestiegen

Die Zahl der Ebola-Toten in Westafrika ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf 7.373 angestiegen. Damit sind binnen knapp einer Woche über 100 Menschen mehr an der Seuche gestorben als eine Woche zuvor. Bisher hat die WHO nach den heutigen Angaben über 19.000 Infizierte registriert. Die meisten Fälle wurden aus Sierra Leone (8.759) gemeldet, gefolgt von Liberia (7.819).

Allerdings meldete die Regierung in Freetown trotz höherer Infiziertenzahl mit 2.477 weniger Tote als das benachbarte Liberia, wo nach amtlichen Angaben 3.346 Menschen der Krankheit erlagen. Experten zweifeln daher die Zuverlässigkeit der Zahlen an und vermuten eine hohe Dunkelziffer.

Die Regierung des am stärksten betroffenen Sierra Leone hat in dieser Woche Maßnahmen verfügt, um die Seuche einzudämmen. So wurden vor den Weihnachtsfeiertagen Reisebeschränkungen und strikte Vorgaben für öffentliche Versammlungen erlassen.

HIV-Masseninfektion in Dorf in Kambodscha

In einem Dorf in Kambodscha ist eine Masseninfektion mit HIV bestätigt worden. Rund 90 Menschen im Alter zwischen fünf und 80 Jahren seien Träger des Virus, berichtete al-Jazeera heute.

Die Ergebnisse der Analysen seien zuverlässig, zitierte der Sender Didier Fontenille, den Leiter des Pasteur-Instituts in der Hauptstadt Phnom Penh: „Das wurde dreimal mittels verschiedener Untersuchungsmethoden bestätigt.“

Als die hohe Zahl der Infektionen in dem rund 9.000 Einwohner zählenden Dorf Roka in der Provinz Battambang Anfang Dezember bekanntgeworden war, ließen sich Hunderte Menschen testen. Laut einem Bericht von „Cambodia Daily“ könnte ein nicht zugelassener Arzt, der die Dorfbewohner jahrelang mit Spritzen und Tropfinfusionen behandelt hatte, die Ansteckungen verursacht haben.

Science

Ägypten: Eine Mio. Mumien in Massengrab vermutet

Eine unglaubliche Entdeckung wollen US-Forscher in Ägypten gemacht haben: In einem Massengrab werden bis zu eine Million Mumien vermutet. Entdeckt wurden bisher 1.700, die Größe des Grabes lasse aber auf eine deutlich größere Zahl schließen, heißt es in US-Medien. In dem Grab sollen gewöhnliche Bürger zwischen dem 1. und dem 7. Jahrhundert beigesetzt worden sein.

Der Fund ist jedoch umstritten: Die ägyptische Altertumsbehörde dementiert, dass es sich um Mumien handelt. Für den Projektleiter ist das reine Auslegungssache - die Körper seien nicht aufwendig wie etwa Pharaonen mumifiziert, es handle sich aber dennoch um Mumien.

Mehr dazu in Behörde stoppt Ausgrabung

Medien

Springer will T-Online kaufen

Die Deutsche Telekom (DT) verhandelt einem Bericht zufolge mit dem Medienkonzern Axel Springer über einen Verkauf des Portals T-Online. Es gebe bereits Gespräche zwischen Spitzenmanagern beider Unternehmen, berichtete die „Wirtschaftswoche“ heute vorab.

Die Gespräche befänden sich aber noch „in einem sehr frühen Stadium“. Laut einem Bericht des „Spiegels“ (Onlineausgabe) ist mit Tomorrow Focus ein weiterer Interessent aus den Übernahmegesprächen bereits ausgeschieden. Von der DT und Axel Springer waren zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten.

Dem Bericht zufolge steht bereits fest, dass T-Online verkauft werden soll. Ungewiss sei aber noch, ob neben dem Portal weitere zu T-Online gehörende Aktivitäten veräußert werden, zum Beispiel der E-Mail-Dienst.

Prüfung durch Kartellamt

T-Online ist der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) zufolge das reichweitenstärkste Onlinemedium in Deutschland. Weil auch die zu Axel Springer gehörende Website der „Bild“-Zeitung eine der meistgenutzten Nachrichtenseiten ist, müsste der Kauf von T-Online durch den Medienkonzern laut „WirtschaftsWoche“ vom Bundeskartellamt geprüft werden.

Axel Springer ist mit einem Umsatz von 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2013 der zweitgrößte deutsche Medienkonzern hinter Bertelsmann. Das Unternehmen hat das Ziel ausgegeben, zum weltweit führenden „digitalen Verlag“ zu werden. Im vergangenen Jahr wurde laut Angaben die Hälfte des Umsatzes im Onlinebereich erwirtschaftet.

IT

Drohnen: Weihnachtsrenner mit vielen Tücken

Unbemannte Fluggeräte, auch Drohnen genannt, sind heuer der Renner unter dem Christbaum. Das Angebot wird laufend größer, die Geräte selbst werden immer günstiger. Für britische Medien sind vor allem Modelle mit Kamera der nächste logische Schritt für Liebhaber von Selfies.

Bei der Anschaffung eines solchen Flugmodells gilt es allerdings einiges zu beachten, wie etwa eine ausreichende Versicherung im Fall von Schäden. Auch die Piloten sollten, je nach Geräteklasse, eine gewisse Grundqualifikation mitbringen. Und nicht zuletzt gilt der Datenschutz etwa für Nachbars Garten auch in der Luft.

Mehr dazu in Luftfahrtgesetz regelt Betrieb

Religion

Franziskaner-Finanzen: Keine Auswirkungen in Österreich

Die österreichischen Franziskaner sind vom jüngst bekanntgewordenen Finanzdebakel des Ordens nicht betroffen. Das unterstrich der Provinzial der Franziskanerprovinz Austria, Oliver Ruggenthaler, heute in einer Aussendung. Die österreichischen Franziskaner seien „finanziell eigenständig und wirtschaftlich von der Ordenskurie in Rom unabhängig“.

Von den gestern bekanntgewordenen Problemen betroffen seien nur die direkt dem Generalminister, dem US-Amerikaner Michael Perry, unterstellten Häuser und Einrichtungen in Rom. Zur Provinz Austria zählen derzeit laut Ordensangaben 135 Franziskaner in 23 Klöstern.

Auch das Hilfswerk „Franz Hilf - Franziskaner für Menschen in Not“ steht weder juridisch noch finanziell in einer Verbindung zur Ordensleitung in Rom und sei damit nicht betroffen, so Ruggenthaler laut Kathpress.

Kultur

Madonna veröffentlichte vorzeitig sechs neue Songs

US-Popdiva Madonna hat heute überraschend sechs Songs ihres neuen Albums veröffentlicht. Die Lieder seien ein „vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“, erklärte die 56-jährige Sängerin. Madonnas neue Platte „Rebel Heart“ kommt erst im März in die Plattenläden.

Doch weil einige Studioaufnahmen bereits illegal ins Netz gestellt wurden, entschloss sich die Sängerin nun, einen Teil der Lieder vorzeitig zu veröffentlichen. „Ich möchte, dass meine Fans die fertigen Songs hören anstelle der unvollendeten Titel, die derzeit kursieren“, betonte Madonna.

Unter den nun als Download verfügbaren Liedern ist auch die Single „Living for Love“, die eigentlich pünktlich zum Valentinstag Mitte Februar erscheinen sollte. Zuletzt hatte Madonna 2012 das Album „MDNA“ herausgebracht.

Mayröcker ist 90: Poesie als Zaubertrank

Bei Friederike Mayröcker fließen Leben, Schlafen und Arbeiten zu einer poetischen Existenz ineinander. Das Schreiben ist ihr ein Zaubertrank, der sie vom „Verrücktwerden“ abhält. Nach schwerer Erkrankung im Babyalter verlebt sie bei den Großeltern elf „paradiesische“ Sommer, von denen sie lebenslang zehrt.

Zum Schreiben kommt Mayröcker als 15-Jährige durch ein symbolhaft-magisches Erlebnis. Bekannt ist die Dichterin mit der Juliette-Greco-Mähne für ihre Literatur ebenso wie für ihre manische Arbeitsweise, die sich im „Zettelreich“-Arbeitszimmer widerspiegelt, und für ihre lebenslange Gemeinschaft mit Ernst Jandl. Heute ist Mayröckers 90. Geburtstag.

Mehr dazu in "... auch die Existenz musz poetisch sein"

Leute

Wiener Theaterleiterin Ulrike Kaufmann 61-jährig gestorben

Die Wiener Theaterleiterin, Kostümbildnerin und Schauspielerin Ulrike Kaufmann ist gestern im Alter von 61 Jahren gestorben. Das teilte das Theater Odeon heute in einer Aussendung mit: „Das Serapions Ensemble, die Belegschaft des Odeon, Max Kaufmann und Erwin Piplits trauern zutiefst über diesen unersetzlichen Verlust.“

Kaufmann hat die Theaterwelt in Wien und Österreich maßgeblich mitgeprägt, darüber waren sich bei der Verleihung des Lebenswerk-„Nestroy“ im Jahr 2010 alle einig. Gemeinsam mit Piplits habe sie es stets geschafft, selbst in einer Gaststube „eine Welt der Fantasie“ zu eröffnen, die man nicht mehr vergessen sollte, erinnerte sich damals die Nestroy-Juryvorsitzende Karin Kathrein an die erste Begegnung mit dem Theaterduo.

Kaufmann, am 13.9.1953 in Gai in der Steiermark geboren, gründete 1973 mit Piplits gemeinsam „Pupodrom“. Ab Jänner 1980 benützte man den Namen „Serapionstheater“. Zu Beginn war man meist als fahrendes Theater unterwegs: „Wir haben begonnen, in Gewerkschaftssälen, Schulklassen oder Gasthäusern zu spielen“, erzählte Piplits einst.

Vom Vindobona ins Odeon Theater

Dann entdeckten die Künstler das stillgelegte Vindobona-Kino am Wallensteinplatz. Die heutige Kabarettbühne wurde 1977 ihr erstes künstlerisches Zuhause. 1988 gab es den nächsten Ortswechsel, Kaufmann und Piplits zogen mit ihrem Serapions Ensemble in die ehemalige Getreidebörse in der Taborstraße in Wien-Leopoldstadt und gründeten das Odeon Theater.

Dort wurden die Stücke des internationalen Ensembles gemeinsam erarbeitet und meist auch über einen längeren Zeitraum aufgeführt. Das gemeinsame Wirken machte das Duo über die Grenzen Wiens bekannt, im Odeon realisierte ihre Theatertruppe immerhin mehr als 30 eigene Arbeiten. Obwohl sie „in der Arbeit nie gleicher Meinung“ gewesen seien, wie Kaufmann einmal in einem Interview gestand, beeindruckten sie und Piplits immer wieder mit ihrem Sinn für atmosphärisch dichte Gesamtkunstwerke.

Mehrfach mit Theaterpreisen ausgezeichnet

Als Piplits, der u.a. auch für die Salzburger Festspiele und die Wiener Staatsoper tätig war, im April diesen Jahres das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien überreicht bekam, betonte er, dass er sich über die Auszeichnung freue, er sie aber definitiv nicht alleine bekomme. „Es ist schade, dass Ulrike Kaufmann nicht auch ausgezeichnet wurde.“ Kaufmann durfte sich dafür über zwei weitere Nestroys für die beste Ausstattung (2000 und 2005) sowie den Preis der Stadt Wien (1984) und die Kainz-Medaille 1997 freuen.