Ausland

USA: Atomgespräche mit Iran könnten verlängert werden

Die Atomgespräche mit dem Iran gehen möglicherweise in die Verlängerung. Diplomaten und Experten arbeiteten „rund um die Uhr“, um eine Grundsatzeinigung zu erarbeiten, sagte ein ranghoher Vertreter des US-Außenministeriums heute in Lausanne.

Sollten weitere Fortschritte erzielt werden, „werden wir natürlich weiter arbeiten, auch bis in den morgigen Tag hinein“. Bisher sei noch keine Entscheidung über eine Rückreise der US-Delegation getroffen worden.

Die Frist zur Vereinbarung einer politischen Grundsatzvereinbarung läuft eigentlich heute um Mitternacht ab. Wenige Stunden vor dem Ablauf der selbst gesetzten Frist war der Ausgang der Beratungen jedoch weiterhin ungewiss.

Verhandlungen in „kritischer Phase“

Die 5+1-Gruppe und Teheran verhandeln seit Tagen im schweizerischen Lausanne, um den Streit über das iranische Atomprogramm zu lösen. US-Außenminister John Kerry hatte erst am Vorabend gesagt, es gebe „noch immer schwierige Punkte“. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, die Verhandlungen seien in einer „kritischen Phase“.

Die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland bemühen sich seit Jahren um eine Einigung mit dem Iran über dessen Atomprogramm. Ziel ist es, dem Land die zivile Nutzung der Atomtechnologie zu erlauben, es aber an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Im Gegenzug sollen Strafmaßnahmen gegen Teheran aufgehoben werden. Beide Seiten streben an, nach der politischen Grundsatzvereinbarung bis Ende Juni ein vollständiges Abkommen samt technischen Einzelheiten abzuschließen.

Netanjahu warnt erneut vor Atommacht Iran

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte unterdessen erneut vor einer Einigung mit dem Iran und ihren Folgen. Die technische Möglichkeiten des Iran würden es dann möglich machen, in weniger als einem Jahr Material für Atomwaffen anzureichern, sagte Netanjahu in Jerusalem.

„Die größte Bedrohung für unsere Zukunft und Sicherheit ist und bleibt der Versuch des Iran, eine Nuklearmacht zu werden“, sagte Netanjahu an die Knesset gerichtet. Das Abkommen, das in Lausanne Form annehme, bereite den Weg dazu.

Bosnien-Herzegowina hat neue Regierung

Fünfeinhalb Monate nach der Wahl hat Bosnien-Herzegowina wieder eine Regierung. Das Parlament bestätigte heute in Sarajevo mit großer Mehrheit die neuen Minister.

Dem Kabinett von Regierungschef Denis Zvizdic gehören Minister der drei Koalitionspartner an: der muslimischen Bosniaken (SDA), der katholischen Kroaten (HDZ) und der übernationalen Demokratischen Front (DF), in der auch orthodoxe Serben vertreten sind.

Wegen des bitteren Streits zwischen den Muslimen, den Serben und Kroaten ist das kleine Balkan-Land seit vielen Jahren politisch blockiert. Nach einer deutsch-britischen Initiative hatten sie vor kurzem schriftlich versprochen, jetzt Reformen anzugehen. Damit soll das Land näher an die EU gerückt werden.

3,8 Mrd. Dollar Hilfe für Syrien

Mit fast vier Milliarden Dollar an Hilfsgeldern wollen internationale Geber in diesem Jahr die humanitären Folgen des Bürgerkriegs in Syrien lindern. Auf der dritten Geberkonferenz für Syrien in Kuwait-Stadt kam heute eine Gesamtsumme von 3,8 Milliarden Dollar (3,6 Mird. Euro) zusammen.

Das ist weniger als die Hälfte der von der UNO geforderten Summe. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich dennoch zufrieden über das Ergebnis. Das seien „sehr großzügige Zusagen“, sagte Ban zum Abschluss der Konferenz.

Die Vereinten Nationen hatten die benötigte Summe für humanitäre Hilfe in Syrien dieses Jahr mit 8,4 Milliarden Dollar beziffert, davon 5,5 Milliarden für Flüchtlinge und 2,9 Milliarden für die Menschen im Land selbst. Die nun erreichte Summe von 3,8 Milliarden Dollar entspricht fast der Gesamtsumme der beiden vorangegangenen Syrien-Geberkonferenzen.

Jordanien und Libanon tragen Hauptlast

Bei der Eröffnung der dritten Geberkonferenz für Syrien sprach Ban von der „schlimmsten humanitären Krise unserer Zeit“. Vier von fünf Syrern lebten in Armut, im Elend und litten unter Entbehrungen. Das Land habe durch den seit vier Jahren andauernden Bürgerkrieg „fast vier Jahrzehnte humane Entwicklung verloren“. Rund die Hälfte der Bevölkerung habe fliehen müssen.

Mit der Aufnahme von fast 2,5 Millionen syrischen Flüchtlingen tragen die Nachbarländer Jordanien und Libanon die Hauptlast. Die Regierungschefs beider Länder forderten in Kuwait-Stadt internationale Hilfe für die Bewältigung der Flüchtlingstragödie.

EU verdoppelt Hilfe

Die Europäische Union verdoppelte ihre im vergangenen Jahr zugesagte Hilfe auf 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Mrd. Euro). Davon stammen 500 Millionen Euro aus dem Gemeinschaftshaushalt der EU und der Rest aus den einzelnen Mitgliedsländern. Die USA sagten 500 Millionen Dollar zu.

Die gastgebende Golf-Monarchie Kuwait versprach ebenfalls, 500 Millionen Dollar beizusteuern. Die Vereinigten Arabischen Emirate stellten 100 Millionen Dollar in Aussicht, Norwegen 93 Millionen Dollar. Der diesjährigen Konferenz, auf der fast 80 Staaten vertreten waren, ging ein Treffen von NGOs voraus. Dabei wurden Hilfen in Höhe von insgesamt 506 Millionen Dollar in Aussicht gestellt.

Fast zehn Millionen Menschen in Syrien benötigen Nahrungsmittelhilfe, mehr als elf Millionen Menschen brauchen sauberes Trinkwasser. Laut Angaben des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF gehen 2,6 Millionen syrische Kinder nicht in die Schule.

Nigeria: Buharis Partei erklärt sich zum Wahlsieger

In Nigeria hat sich die Oppositionspartei APC des Ex-Generals Muhammadu Buhari zum Wahlsieger erklärt. Er habe keinen Zweifel daran, dass der bisherige Präsident Goodluck Jonathan seine Niederlage eingestehen werde, sagte ACP-Sprecher Lai Mohammed heute in Abuja. Jener habe mehrfach erklärt, er werde abtreten, wenn er in einer fairen und freien Wahl abgewählt werde, sagte der ACP-Sprecher.

„Es ist das erste Mal in Nigeria, dass eine amtierende Regierung durch eine Wahl die Macht verliert, nur durch demokratische Mittel“, fügte er hinzu. Die Nigerianer seien Zeugen eines historischen Moments. „Das Volk von Nigeria hat die Macht übernommen.“

Weiter Warten auf Endergebnis

Bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen im ölreichen Nigeria hatte sich nach Auszählung der Stimmen in 34 der 36 Bundesstaaten ein klarer Vorsprung für Buhari abgezeichnet. Für den Muslim Buhari haben laut Reuters-Berechnungen 14,6 Millionen Wähler gestimmt, für den Christen Jonathan 11,3 Millionen.

Zwar fehlte unter anderem noch das Ergebnis aus dem Niger-Delta, das eine Hochburg von Jonathan und seiner Demokratischen Volkspartei (PDP) ist. Doch die meisten Experten werteten den Vorsprung Buharis als zu groß, als dass Jonathan ihn noch einholen könnte.

Türkei: 236 Militärs von Putschvorwurf freigesprochen

In einer spektakulären Entscheidung hat ein türkisches Gericht mehr als 200 Militärs vom Vorwurf des Putschversuchs freigesprochen. Ein Gericht in Istanbul ließ die Vorwürfe gegen alle 236 Angeklagte im „Vorschlaghammer“-Prozess fallen, wie die Nachrichtensender NTV und CNN-Türk heute meldeten. Zuvor hatte auch die Staatsanwaltschaft einen Freispruch aus Mangel an Beweisen gefordert.

„Vorschlaghammer“ war der Name eines Planspiels, das im Jahr 2003 Thema einer Sitzung von Militärangehörigen in Istanbul war. Laut Anklage planten die strikt säkularistischen Offiziere dabei die gewaltsame Beseitigung der damals neu ins Amt gewählten islamisch-konservativen Regierung des heutigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Den Soldaten war vorgeworfen worden, sie hätten unter anderem Bombenanschläge auf Istanbuler Moscheen geplant, um gesellschaftliche Spannungen zu provozieren. Zudem sollte laut Anklage ein türkischer Kampfjet über dem griechischen Luftraum abgeschossen und die Aktion dem Nachbarland in die Schuhe geschoben werden.

Erster Prozess endete mit hohen Haftstrafen

In einem ersten Prozess waren mehrere ranghohe Offiziere im September 2012 zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Kritiker brandmarkten das Verfahren als Teil einer Kampagne der Erdogan-Regierung zur Entmachtung des Militärs. Ein Berufungsgericht hatte das Urteil im vergangenen Juni aufgehoben und den Fall zur erneuten Verhandlung an ein Istanbuler Gericht verwiesen. Die Angeklagten befanden sich seither bereits auf freiem Fuß.

Saudische Truppen liefern Huthis Gefechte

Saudi-arabische Soldaten und schiitische Huthi-Milizionäre im Jemen haben einander heute über die Staatsgrenze hinweg heftige Gefechte geliefert.

Einwohner berichteten von Explosionen und schwerem Gewehrfeuer aus den jemenitischen Bezirken Schida und al-Hisama in der Provinz Saada sowie nahe der Stadt Haradh in der Nachbarprovinz Hajja.

Hubschrauber des saudi-arabischen Militärs seien im Einsatz, berichteten Einwohner. Sie sprachen von den schwersten Kämpfen in der Region, seit Saudi-Arabien mit Unterstützung anderer sunnitischer Staaten vor sechs Tagen eine Offensive gegen die Huthi-Milizen begonnen hat.

Saada und die Nachbarprovinzen im Norden des Jemen sind Hochburgen der Huthis, die nach Darstellung Saudi-Arabiens und westlicher Staaten vom Iran unterstützt werden. Die Führung in Teheran bestreitet das und hat alle Parteien zum Dialog aufgerufen.

Inland

Neue BZÖ-Chefin Trodt-Limpl sucht Sponsoren

Mit den Worten „Das Krokodil tritt ab“ hat der bisherige BZÖ-Obmann Gerald Grosz gestern seinen Rückzug aus der Politik verkündet.

Seine Nachfolgerin, die 59 Jahre alte Kärntner Landtagsabgeordnete Johanna Trodt-Limpl, meinte, sie habe sehr große Fußspuren, in die sie jetzt treten müsse, gab sich aber optimistisch, die Partei wieder „nach oben“ bringen zu können.

Sie sei nicht die einzige Kandidatin für den Parteivorsitz gewesen, betonte Grosz: „Es hat mehrere Interessenten für meinen Job gegeben.“ Er dementierte zudem, dass er den Job zurückgelegt habe, weil die Partei pleite sei, wie kolportiert worden war.

Mit 5.000 Euro im Plus?

„Der Kontostand des BZÖ beträgt 5.000 Euro, und zwar plus, wir sind die einzige Partei ohne Schulden.“ Er habe in den vergangenen Monaten ausführlich nachgedacht und sei zu dem Entschluss gekommen, dass es richtig sei, eine Position nicht mehr zu besetzen, wenn man sie nicht mehr mit vollem Leben erfüllen könne.

Trodt-Limpl zeigte sich „beeindruckt“ vom großen Zuspruch, den sie erhalten habe. Die neue Chefin sieht die politische Situation für das BZÖ als „sehr gut“ an, die politische Position der Partei sei und bleibe „rechts der Mitte“. Mit Sponsoren soll der Bundespartei finanziell auf die Sprünge geholfen werden, die Parteienförderung in Kärnten dürfe ja nicht für die politische Arbeit der Bundespartei verwendet werden.

Zuvor hatte Grosz gemeint, die „Kriegskasse der Kärntner Partei“ würde einen professionellen Nationalratswahlkampf ermöglichen. Das ist laut Trodt-Limpl nicht möglich, weil verboten.

50 Jahre Fall Borodajkewycz

50 Jahre nach der Affäre um den österreichischen Uniprofessor Taras Borodajkewycz ist die Causa kaum jemandem mehr ein Begriff. Der Gedächtnisschwund mag damit zu tun haben, dass manche sich an diesen Wendepunkt der Zweiten Republik nicht allzu gern erinnern. Immerhin könnte ja dabei herauskommen, dass man seit März 1965 nicht viel gelernt hat - etwa über politisches Kalkül, über kaum verdeckte Sympathien in der Bevölkerung für Rechtsextreme wie Borodajkewycz und über mangelnde Konsequenzen, selbst wenn es am Ende nach Straßenschlachten mit Stahlruten und Tränengas einen Toten gibt. Das Versiegen der Erinnerung verwundert umso mehr, als die meisten Beteiligten die Republik noch jahrelang in prominenten Ämtern prägten und das noch tun, vom damaligen Aufdecker Heinz Fischer abwärts.

Mehr dazu in „Alle“ und niemand töteten Kirchweger

Sport

Fußball: Hype um ÖFB-Team erreicht Höhepunkt

Das Match Österreich gegen Bosnien-Herzegowina wird heute (20.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) wohl im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion stattfinden. Von 47.500 Karten waren bis Montag noch 2.500 zu haben. Allein diese Tatsache unterstreicht den Hype um das Team, der nach dem 5:0 in Liechtenstein, dem vierten EM-Qualisieg in Serie, einen neuen Höhepunkt erreichte. Marcel Koller und seine Spieler legten die Latte der eigenen Ansprüche und Erwartungen der Fans zuletzt mit jedem Match höher. Vorfreude und Ernsthaftigkeit prägen dementsprechend die Gefühle vor dem Spiel. Für Christian Fuchs und Zlatko Junuzovic ist es „die bisher schönste Zeit im Team“.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Formel 1: Hamilton kündigt Revanche an

Auch nach dem unerwarteten Sieg von Sebastian Vettel am Sonntag beim Grand Prix von Malaysia bleibt Lewis Hamilton zuversichtlich. Die starke Leistung des neuen Ferrari-Stars sei zwar vermutlich keine einmalige Sache gewesen, in zwei Wochen in Schanghai will der Weltmeister aber die alte Rangordnung wiederherstellen.

„Beim nächsten Rennen werden wir schneller sein“, versprach der Mercedes-Pilot, der noch diese Woche seinen Vertrag bei den Silberpfeilen verlängern möchte.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Athen bittet um Preisnachlass für russisches Erdgas

Griechenland bemüht sich um einen Preisnachlass beim Kauf von russischem Erdgas. Zudem wurde die Regierung in Moskau gebeten, griechische Agrarprodukte von dem Einfuhrverbot auszunehmen, das für Lieferungen aus EU-Staaten gilt.

Der griechische Energieminister Panagiotis Lafazanis sagte heute nach einem Besuch in Moskau, sein Land wolle eine Reduzierung des Gaspreises auf ein Niveau, das auch für andere europäische Staaten gelte. Er hatte in Moskau mit seinem Kollegen Alexander Nowak und dem Chef von Gazprom, Alexej Miller, verhandelt. Am 8. April will Ministerpräsident Alexis Tsipras nach Russland reisen.

Sanktionen nicht aktiv unterstützt

Beide Staaten haben traditionell enge Beziehungen. Die dominierende Religion in den Ländern ist die christlich-orthodoxe. Die griechische Regierung hat die von der Europäischen Union (EU) wegen der Ukrainekrise verhängten Sanktionen gegen Russland nicht aktiv unterstützt. Das russische Importverbot für Agrargüter aus der EU war eine Reaktion auf diese Sanktionen.

Lafazanis äußerte die Hoffnung, dass griechische Exporte von Pfirsichen, Erdbeeren und Orangen künftig wieder möglich seien. Eine Vereinbarung darüber könnte beim Besuch von Tsipras getroffen werden.

Interesse an Pipeline-Projekt

Daneben hat der Minister auch das Interesse seines Landes an einer Verlängerung der geplanten Erdgasleitung „Turkish Stream“ nach Griechenland gezeigt. Im Dezember hatte Russland das geplante Pipeline-Projekt „South Stream“ gestoppt. In der EU-Kommission hatte es Widerstand gegen die Leitung gegeben, die Erdgas durch das Schwarze Meer und Bulgarien in die EU liefern sollte.

Jetzt will Russland die Pipeline bis 2016 zu einem geplanten Verteilpunkt an der türkisch-griechischen Grenze bauen. Griechenland sei daran interessiert, die Leitung ins Landesinnere zu verlängern, sagte Lafazanis.

Obama macht US-Klimaziele offiziell

US-Präsident Barack Obama hat die Emissionsziele seiner Regierung für die im Dezember stattfindenden Verhandlungen über ein globales Klimaschutzabkommen offiziell vorgestellt. Der Treibhausgasausstoß der Vereinigten Staaten soll bis zum Jahr 2025 verglichen mit dem Stand von 2005 um 26 bis 28 Prozent sinken. Das teilte das Weiße Haus heute mit.

Damit bekräftigte Obama das Klimaziel, das er bereits im November bei einem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping ausgegeben hatte. Mit der formalen Erklärung sind die Ziele für die US-Regierung bei den Vereinten Nationen (UNO) bindend. „Seit Jahrzehnten wissen wir, warum die weltweiten Durchschnittstemperaturen steigen“, erklärte Obamas Klimaschutzberater Brian Deese. „Es ist überfällig, dass wir diese Warnungen beachten. Es ist überfällig, dass die Welt handelt.“

Bei der nächsten UNO-Klimakonferenz im Dezember in Paris soll ein umfassendes und verbindliches Abkommen für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls im Jahr 2020 beschlossen werden. Möglichst bis Ende März sollten alle Staaten ihre Beiträge einreichen. Ziel der internationalen Gemeinschaft ist es, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von zwei Grad Celsius zu beschränken. Derzeit steuert die Erde auf eine Erwärmung von rund vier Grad zu.

Deutsche Bundesbank: Causa Hypo „verkraftbar“

Das Schuldenmoratorium bei der Hypo-„Bad Bank“ Heta wird deutsche Geldhäuser nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank nicht ins Schlingern bringen. „Die zu erwartenden Wertkorrekturen sind im Einzelfall schmerzhaft, aber verkraftbar“, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Hypo Alpe-Adria hatte sich mit einer massiven Expansion auf dem Balkan verspekuliert und soll nun als Heta abgewickelt werden. Die Kosten dafür will Republik jedoch nicht mehr allein tragen und stattdessen die Gläubiger des Instituts zur Kasse bitten.

Deutsche Banken hatten Ende 2014 laut Dombret ein Heta-Engagement in Höhe von insgesamt rund 5,6 Milliarden Euro. „Sie tragen damit die Hauptlast des Moratoriums“, sagte Dombret, der im Bundesbank-Vorstand auch für Banken- und Finanzaufsicht zuständig ist. Das Heta-Engagement deutscher Versicherer zum Jahresende bezifferte er auf insgesamt etwa 1,5 Milliarden Euro. „In Summe beläuft sich also das Engagement in Deutschland auf 7,1 Milliarden Euro.“

Chronik

Einbrecherduo nach 35 Delikten gefasst

Beamten des Landeskriminalamtes Bregenz ist es gelungen, eine Serie von 35 Einbruchsdiebstählen aufzuklären. Zwei Männer sollen insgesamt acht Einbrüche in Vorarlberg, 20 in Tirol und sieben in Salzburg verübt haben.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Einbruch in Niederösterreich gescheitert

Ein spektakulärer Einbruch scheiterte in der Nacht auf heute in Neufurth (Niederösterreich). Die Täter stemmten ein Loch in die Außenwand eines Supermarktes, um einen Tresor aufzubrechen. Als Mitarbeiter eintrafen, flüchteten die Einbrecher.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Britischen Royals droht Palastrevolte

Ein Teil des Personals auf Schloss Windsor stimmt seit heute darüber ab, ob sich die britischen Royals erstmals einem Arbeitskampf stellen müssen.

Die zuständige Gewerkschaft, in der über 120 der etwa 200 Angestellten organisiert sind, rechnet mit großer Zustimmung. Allerdings werde nicht gestreikt, betonen die Gewerkschafter. Lediglich unbezahlte Sonderaufgaben würden nicht mehr erledigt.

Diese Extras, etwa Führungen für Touristen durch das Schloss, sind der Hauptstreitpunkt. Dafür würden die Angestellten nicht extra bezahlt, obwohl sie dem Palast Geld einbrächten, argumentiert die Gewerkschaft. Der königliche Haushalt hält dagegen, Führungen, Aufgaben als Übersetzer und als Ersthelfer seien freiwillig. Ob es einen Arbeitskampf gegen wird, steht voraussichtlich am 14. April fest.

Toter vor NSA-Zentrale: Fatales Ende einer Partynacht?

Hinter dem Sicherheitsalarm am Hauptquartier des US-Geheimdienstes NSA stehen offenbar zwei Transvestiten, die nach einer wilden Partynacht mit einem gestohlenen Auto die falsche Ausfahrt genommen haben. Die „Washington Post“ berichtete heute über die bizarren Details des Zwischenfalls, der für einen der beiden als Frauen verkleideten Männer tödlich endete. Polizisten hatten das verdächtige Auto am Montag mit Schüssen gestoppt, als es auf eine Absperrung am NSA-Sitz in Fort Meade zuraste.

Laut der offiziellen Mitteilung des Geheimdienstes näherte sich das Fahrzeug kurz vor 9.00 Uhr dem Eingangstor. Der Fahrer habe die Anweisungen der Polizei ignoriert und die Geschwindigkeit nochmals erhöht. Daraufhin hätten die Sicherheitskräfte das Feuer eröffnet, der Wagen sei anschließend mit einem Polizeiauto zusammengestoßen.

Einer der beiden Insassen sei noch an Ort und Stelle gestorben, der andere Mann mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Auch ein Polizist wurde den Angaben zufolge verletzt.

Religion

Kultur

Ägyptisches Museum in Turin neu eröffnet

Nach dreieinhalb Jahren Renovierungsarbeiten ist das umgestaltete Ägyptische Museum in Turin neu eröffnet worden. Italiens Kulturminister Dario Franceschini gab heute den Startschuss für die Eröffnung der neuen Ausstellungsräume, die für etwa 50 Millionen Euro renoviert worden waren.

„Ich bin sicher, dass das ein großer Erfolg in Italien und in aller Welt wird“, sagte Franceschini laut der Nachrichtenagentur ANSA. „Es ist eine großartige Sammlung, das wussten wir bereits, mit einer nun sehr viel moderneren Gestaltung.“

Etwa 6.500 Objekte werden in dem renommierten Museum ausgestellt, das als eine der weltweit größten Sammlungen dieser Art gilt. „Das ist ein außergewöhnlicher Tag für uns, wir sind sehr stolz, dass wir den Zeitplan und die Kosten einhalten konnten“, sagte Evelina Christillin, die Präsidentin des Museo Egiziano. Die planmäßige Neueröffnung sei ein großes Ziel gewesen.

Castorf bleibt bis 2017 Intendant der Berliner Volksbühne

Frank Castorf bleibt bis 2017 Intendant der Berliner Volksbühne. Sein bis 2016 laufender Vertrag werde auf Vorschlag des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) um ein Jahr verlängert, teilte der Berliner Senat heute mit. Damit wird Castorf dann 25 Jahre Intendant an der Volksbühne gewesen sein.

Der Intendant und Regisseur hatte zuvor gesagt, dass es in Berlin großes Interesse daran gebe, dass er aufhört. „Wir haben jetzt eine kleine Verlängerung, aber keine, die ausreichen würde, die Volksbühne neu zu strukturieren“, hatte der 63-Jährige vor dem Senatsbeschluss gemeint.

Wer Castorfs Nachfolger wird, ist offen. Laut unbestätigten Berichten ist Chris Dercon, Direktor der Londoner Tate Gallery, im Gespräch. Mit möglichen Nachfolgern würden zur Zeit Gespräche geführt, sagte ein Sprecher der Senatskulturverwaltung. Zu Namen wollte er sich nicht äußern. Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD) hatte bereits ein Ende der Ära Castorf angedeutet. Es sei an der Zeit, die Volksbühne „weiterzuentwickeln“, so Renner Mitte März.

Niederländisches Königshaus gibt NS-Raubkunst zurück

Das niederländische Königshaus hat die Rückgabe eines als NS-Raubkunst identifizierten Gemäldes an die Nachfahren des rechtmäßigen Besitzers angekündigt.

Fachleute hätten das Gemälde „Het Haagse Bos met gezicht op Paleis Huis ten Bosch“ des Malers Joris van der Haagen als NS-Raubkunst identifiziert, erklärte das Königshaus heute. Ihren Recherchen zufolge sei ein jüdischer Sammler 1942 gezwungen worden, das Werk den Nazi-Behörden zu überlassen.

Jahre später sei das Bild bei einem niederländischen Kunsthändler gelandet, wo die damalige Königin Juliana es 1960 gekauft habe - „ohne etwas von seiner Geschichte zu wissen“, wie der Palast erklärte. Vertreter des Palasts hätten bereits Kontakt zu den Erben des rechtmäßigen Besitzers aufgenommen, um das Bild zurückzugeben.

Das niederländische Königshaus hatte 2012 eine unabhängige Untersuchung sämtlicher seit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten in Deutschland im Jahr 1933 erworbenen Kunstwerke in Auftrag gegeben.

Astrid-Lindgren-Preis für südafrikanische PRAESA

Für ihre Rolle bei der Leseförderung von Kindern in Südafrika hat die Organisation PRAESA den Astrid-Lindgren-Preis 2015 bekommen. Er gilt mit einem Preisgeld von fünf Millionen schwedischen Kronen (knapp 534.000 Euro) als die weltweit höchstdotierte Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur.

„Mit der Freude am Lesen als Leitmotiv eröffnet PRAESA Kindern und Jugendlichen in Südafrika einzigartige Möglichkeiten, Zugang zu Literatur zu bekommen“, begründete Jury-Chefin Boel Westin die Wahl heute in Stockholm.

Die 1992 in Kapstadt gegründete Organisation Project for the Study of Alternative Education in South Africa (PRAESA) bringe Menschen zusammen und erwecke Literatur in vielen Sprachen zum Leben, erläuterte die Jury.

Gesundheit

Komplexe Gesichtstransplantation in Spanien gelungen

Spanischen Ärzten ist in Barcelona eine ungewöhnlich komplizierte Gesichtstransplantation gelungen. Ein lebensgefährlich erkrankter Patient bekam in einer 27-stündigen Operation teilweise ein neues Gesicht eingepflanzt. Wie die Universitätsklinik Vall d’Hebron mitteilte, erhielt der 45-Jährige bei dem Eingriff zudem Transplantate für den Mund, die Zunge, den Hals und den Rachen.

An der - im Februar vorgenommenen - Operation unter der Leitung des Chirurgen Joan Pere Barret waren 45 Mediziner verschiedener Fachrichtungen beteiligt. Der Eingriff war nach spanischen Medienberichten in dieser Art weltweit ohne Beispiel.

Der Patient litt seit 20 Jahren an einer Krankheit, die zu tumorartigen Fehlbildungen im Gesicht führte, das Seh- und Sprechvermögen beeinträchtigte und lebensgefährliche Blutungen auslöste. Renommierte Krankenhäuser in den USA hatten nach Angaben der Klinik in Barcelona die Fehlbildungen als nicht operierbar bezeichnet. Barret bezeichnete den Eingriff als „vollauf zufriedenstellend“. Der Patient erhole sich in seiner Wohnung von der Operation und komme nur noch zu Routineuntersuchungen in das Krankenhaus.

IT

SAP-Mitbegründer Klaus Tschira gestorben

SAP-Mitbegründer Klaus Tschira ist tot. Der Physiker sei heute im Alter von 74 Jahren unerwartet verstorben, teilte die Klaus Tschira Stiftung mit.

Tschira hatte Europas größten Softwarekonzern 1972 zusammen mit vier weiteren ehemaligen Mitarbeitern des IBM-Konzerns - Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Hans-Werner Hector und Claus Wellenreuther - als „SAP Systemanalyse und Programmentwicklung“ gegründet. Das Unternehmen entwickelte die Datenverarbeitung in Echtzeit, die bis dahin noch über Nacht ausgeführt wurde, und ging 1988 an die Börse.

Nach seinem Rückzug aus dem operativen Geschäft war Tschira von 1998 bis 2007 im SAP-Aufsichtsrat tätig. Nebenbei - im Jahr 1995 - gründete er die Klaus Tschira Stiftung, die das Interesse an Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik fördert und entsprechende Forschungsprojekte unterstützt.

Neues Surface-Tablet von Microsoft vorgestellt

Microsoft hat den Nachfolger seines Tablets Surface 2 vorgestellt. Beim Surface 3 handelt es sich um eine abgespeckte Variante des 2014 vorgestellten Surface 3 Pro. Das bisher dünnste und leichteste Tablet der Produktreihe Surface richte sich an Schüler und Studenten sowie „mobile Professionals“, teilte das Unternehmen heute mit.

Wie erwartet verabschiedet sich Microsoft mit dem neuen Tablet von dem Ansatz, auch ein Gerät im Programm zu haben, das nicht mit einem Intel-kompatiblen Chip läuft. Microsoft hatte bei der ersten Generation (Surface RT) diesen Schritt unternommen, weil es von Intel nicht die entsprechenden stromsparenden Chips gab. Weil auf dem Windows RT allerding keine herkömmlichen Windows-Programme laufen, war das Produkt nicht sonderlich erfolgreich. Windows RT soll künftig nicht mehr zum Einsatz kommen.

Das neue Surface 3 hat ein knapp elf Zoll großes Full-HD-Display mit einem Seitenverhältnis von 3:2. Es wiegt 622 Gramm ohne Tastatur und ist mit 8,7 Millimeter etwas schlanker als das Surface 3 Pro ausgefallen. Das neue Tablet kommt ohne Lüfter aus. Das Surface kostet mit 64 Gigabyte Speicher 599 Euro, mit der doppelten Kapazität 719 Euro.

Science

Studie: Anne Frank bereits im Februar 1945 gestorben

Das jüdische Mädchen Anne Frank ist einer neuen Studie zufolge möglicherweise früher gestorben als bisher angenommen.

Anne und ihre Schwester Margot seien nach jüngsten Erkenntnissen bereits im Februar 1945 im damaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen an Fleckfieber gestorben, teilte die Amsterdamer Anne-Frank-Stiftung heute mit. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das Rote Kreuz das wahrscheinliche Todesdatum für März 1945 festgestellt.

Forscher hatten im Auftrag der Stiftung versucht, die letzten Monate von Anne Frank zu rekonstruieren, die später durch ihr Tagebuch aus dem Amsterdamer Versteck weltberühmt wurde. Dabei werteten sie Archive und Erinnerungen von ehemaligen Lagergefangenen aus. Das Archiv des KZ Bergen-Belsen war vernichtet worden.

Im November 1944 waren die Mädchen aus Auschwitz in Bergen-Belsen angekommen. Anfang Februar erkrankten sie an Flecktyphus. Nach Angaben des niederländischen Gesundheitsamtes sterben die meisten Menschen etwa zwölf Tage nach den ersten Symptomen, heißt es in der Studie. Der genaue Todestag der Schwestern ist der Untersuchung zufolge nicht mehr festzustellen, oder wie die Niederländerin Rachel van Amerongen sich erinnerte: „Eines Tages waren sie einfach nicht mehr da.“

Bildung und Einkommen prägen das Gehirn

Das soziale Umfeld hat einen großen Einfluss auf die Frühentwicklung des Gehirns: Kinder von wohlhabenden und gut ausgebildeten Eltern besitzen eine größere Gehirnoberfläche, wie eine US-Studie zeigt.

Für die Untersuchung - den Autoren zufolge die bisher umfangreichste dieser Art - wurde die geistige Entwicklung von 1.099 Mädchen und Buben zwischen drei und 20 Jahren analysiert, die aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kommen.

Mehr dazu in science.ORF.at

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