Ausland

Ostukraine: Über 300 Menschen binnen zehn Tagen getötet

Im Osten der Ukraine sind nach UNO-Angaben in den vergangenen zehn Tagen mehr als 300 Menschen getötet worden. Damit steige die Zahl der seit dem Ausbruch des Konflikts im April getöteten Menschen auf 4.035, teilte die UNO heute mit. Eigentlich gilt seit Anfang September eine Waffenruhe zwischen den ukrainischen Streitkräften und prorussischen Separatisten in den Großstädten Donezk und Lugansk.

Die Opferbilanz der UNO schließt jene 298 Menschen mit ein, die im Juli beim Absturz der Passagiermaschine MH17 über der Ostukraine ums Leben kamen. Nach UNO-Angaben wurden durch den Konflikt 930.000 Menschen aus ihren Wohnorten in den Regionen Donezk und Lugansk vertrieben. Fast 490.000 Flüchtlinge hätten Schutz im Ausland gesucht, die meisten davon im benachbarten Russland.

Der UNO-Bericht wurde zwei Tage vor den von den Separatisten geplanten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Donezk und Lugansk veröffentlicht. Diese Abstimmungen seien „ein Hindernis für die Friedensverhandlungen und werden sich negativ auf die humanitäre Lage in den Konfliktgebieten auswirken“, erklärte die UNO. Die Vereinten Nationen kritisierten zudem die „einseitige“ Entscheidung Russlands, einen neuen Konvoi mit Hilfsmitteln in den Osten der Ukraine zu entsenden.

Irakische Armee rückt in von IS belagerte Stadt ein

Die irakische Armee ist nach eigenen Angaben in die strategisch wichtig Stadt Baidschi eingerückt, die seit Juni in der Gewalt der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ist. Die Sicherheitskräfte hätten zwei Stadtteile eingenommen, sagte heute der Armeegeneral Abdelwahab al-Saadi, der in der Provinz Salaheddin das Kommando führt. Baidschi liegt an der Hauptstraße zwischen Tikrit und Mossul.

Die Rückeroberung der Stadt würde es erleichtern, die wichtigste Erdölraffinerie des Landes zu sichern, die seit Monaten von der Armee gegen wiederholte Angriffe der Dschihadisten verteidigt wird. An der Offensive zur Rückeroberung von Baidschi sind neben der Armee auch Milizen und Stammeskämpfer beteiligt. Die radikalsunnitische IS-Miliz kontrolliert seit dem Sommer weite Landesteile im Irak und in Syrien.

Der Angriff auf Baidschi musste kurz unterbrochen werden, als IS-Kämpfer das Armeehauptquartier in der Universität von Tikrit attackierten, wie der Major Hassan Mechlif sagte. Drei potenzielle Selbstmordattentäter seien in ihren mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugen getötet worden. Ein anschließender Angriff von IS-Milizionären habe abgewehrt werden können.

Kanada schließt Grenzen für Reisende aus Ebola-Gebieten

Kanada schließt seine Grenzen für Menschen aus den von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern. In einer heute veröffentlichten Mitteilung heißt es, dass Visaanträge und laufende Visaverfahren von Staatsbürgern der von der Seuche betroffenen Länder nicht mehr bearbeitet würden. Damit ist Kanada nach Australien das zweite westliche Land mit einer derart rigorosen Maßnahme.

Nach Kanada darf auch niemand mehr einreisen, der sich in den vergangenen drei Monaten in einem der von Ebola betroffenen Länder aufhielt. Die Inkubationszeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt 21 Tage. Erst nach Ausbruch der Krankheit sind Infizierte selbst ansteckend.

Am schwersten von der Epidemie betroffen sind Liberia, Sierra Leone und Guinea. In deren Nachbarstaaten sind vereinzelte Ebola-Fälle aufgetreten. Indes veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine neue Bilanz zur Ebola-Epidemie. Der WHO zufolge haben sich inzwischen 13.567 Menschen mit dem Virus infiziert. 4.951 Infizierte erlagen bis dato der Krankheit.

Erneut Proteste gegen Regierung in Ungarn

In Budapest haben heute Abend erneut mehrere hundert Regierungsgegner demonstriert. Trotz des zuvor angekündigten Rückziehers der Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban sei die geplante Internetsteuer nicht vom Tisch, hieß es von den Organisatoren. Neue Proteste wollen sie nicht ausschließen.

In den vergangenen Tagen hatten in Budapest und anderen Städten Ungarns Tausende gegen die Internetsteuer protestiert. Nach Ansicht von Cheforganisator Balazs Gulyas musste sich Orban erstmals der Mehrheit beugen.

Eigene Opposition geschaffen?

Der Regierungschef wolle nun das Volk einlullen, Konsultationen auf Jänner verschieben und die Steuer dann in einer anderen Form einführen. Dagegen müsse gekämpft werden.

In den ungarischen Medien wird inzwischen über die Auswirkungen der Proteste spekuliert. Das Internetportal Nol zitiert etwa Politologen mit der Meinung, Orban habe mit der Internetsteuer seine eigene Opposition geschaffen und die „Internetrevolution“ ins Leben gerufen.

Lissabon: Beamtenproteste gegen Kürzungen

In Lissabon haben heute mehrere tausend Angestellte des öffentlichen Dienstes gegen Sparmaßnahmen der portugiesischen Regierung demonstriert. Zuvor hatte die konservative Parlamentsmehrheit von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho dem Budget für das kommende Jahr in erster Lesung zugestimmt.

Der Budgetentwurf sieht vor, die geltenden Gehaltskürzungen und die Verlängerung der Arbeitszeit im öffentlichen Dienst auch 2015 beizubehalten. Die öffentlich Bediensteten verdienen 20 Prozent weniger als noch vor dem Beginn der Krise.

Portugal hatte sich vor drei Jahren im Gegenzug für 78 Milliarden Euro an Notkrediten von Euro-Ländern, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu einem schmerzhaften Sparkurs verpflichtet. So wurden etwa Pensionen gekürzt und Sozialleistungen beschnitten. Im Mai verließ Portugal den Euro-Rettungsschirm. Auch mit Blick auf die Wahlen im kommenden Jahr sah die Regierung von neuen, zusätzlichen Sparmaßnahmen ab.

Russische Bomber näherten sich erneut Portugals Luftraum

Russische Bomber haben sich erneut dem Luftraum des NATO-Staates Portugal genähert. Der südeuropäische Staat ließ umgehend F16-Kampfflugzeuge aufsteigen, die die russischen Militärmaschinen aus dem nahen Luftraum unter ihrer Überwachung geleiteten, sagte Verteidigungsminister Jose Pedro Aguiar-Branco heute in Lissabon.

Bereits an den Tagen davor hatte es ähnliche russische Manöver über dem Atlantik gegeben. NATO-Jets haben heuer bereits 100-mal russische Flugzeuge abgefangen und zur Kursänderung gezwungen. Das Verteidigungsbündnis erklärte am Donnerstag, angesichts der zunehmenden Aktivität der Russen wachsam zu sein.

Jerusalem: Vereinzelt Zusammenstöße nach Freitagsgebet

Die Lage in Jerusalem bleibt weiter angespannt: Nach dem Aufruf der palästinensischen Fatah-Partei zu einem „Tag des Zorns“ ist es heute nach dem Freitagsgebet erneut zu Zusammenstößen gekommen. Israelischen Medienberichten zufolge setzte die Polizei vereinzelt auch Tränengas ein. Trotz Verbots versuchten zudem junge Palästinenser auf den für sie geschlossenen Tempelberg zu gelangen.

Nachdem das Gelände gestern noch vollständig abgeriegelt worden war, durften heute über 50-Jährige den Tempelberg für das Freitagsgebet besuchen. Nach Angaben der israelischen Polizei galten höchste Sicherheitsvorkehrungen, Tausende Beamte waren im Einsatz. Ausschreitungen wurden unterdessen auch aus anderen Vierteln von Ostjerusalem sowie aus Hebron gemeldet. Zu den zunächst befürchteten schweren Ausschreitungen ist es bisher aber nicht gekommen.

Laut Abbas „Kriegserklärung“

Zu den jüngsten Spannungen kam es, nachdem der jüdische Ultranationalist Jehuda Glick in Jerusalem angeschossen und der mutmaßliche palästinensische Schütze von der Polizei getötet worden war. In der Folge gab es Zusammenstöße, die an den Beginn der zweiten Intifada erinnerten. Es war das erste Mal seit Jahren, dass das Tempelberg-Areal vollständig geschlossen wurde. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas nannte die Schließung gleichbedeutend mit einer Kriegserklärung.

Glick hatte vor dem Attentat einen Vortrag über jüdische Ansprüche auf den Tempelberg gehalten. Sein Zustand wurde heute weiter als ernst bezeichnet. Der mutmaßliche palästinensische Attentäter, Muatas Hidschasi, der bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden war, wurde inzwischen beerdigt. Zwischenfälle gab es dabei nicht.

Heiligtum zweier Religionen

Der Tempelberg ist ein Hügel mit einem künstlich angelegten Plateau mitten in der Altstadt von Jerusalem. Der Ort ist Juden wie Muslimen gleichermaßen heilig, doch nur Muslimen ist das Gebet dort erlaubt.

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Burkina Faso: Forderung nach friedlichem Machtwechsel

Nach dem Rücktritt des Staatschefs von Burkina Faso, Blaise Compaore, haben die USA und die EU einen friedlichen und demokratischen Machtwechsel gefordert. „Wir verurteilen entschieden jeden Versuch der Machtergreifung auf einem nicht verfassungsmäßigen Weg“, teilte die US-Regierung heute mit. Der diplomatische Dienst der EU erklärte, dass es gelte, die Verfassung des Landes zu respektieren.

Compaore hat sich dem Druck der Straße und der Militärs gebeugt und heute im Zuge der anhaltenden Massenproteste seinen Rücktritt erklärt. Armeechef General Honore Traore erklärte anschließend, die Macht übernommen zu haben. De facto war der Präsident des westafrikanischen Landes bereits am Donnerstag entmachtet worden, als das Militär die Machtübernahme erklärt und sich für eine Übergangsregierung eingesetzt hatte. Compaore hatte sich jedoch noch geweigert zurückzutreten.

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Machtstreit innerhalb der Armee?

Zudem gibt es die Sorge, dass die zahlreichen Demonstranten der vergangenen Tage einen Übergangsstaatschef Traore wegen dessen Nähe zum geschassten Präsidenten nicht akzeptieren. Auch mehren sich Anzeichen für einen Machtstreit innerhalb der Armee. Eine Gruppe junger Offiziere um den stellvertretenden Chef der Präsidentengarde, Isaac Yacouba Zida, erklärte die Verfassung für „aufgehoben“.

In einer Mitteilung kündigte die Gruppe die Bildung eines Übergangsgremiums an, dass die „schnellstmögliche“ Wiederherstellung der Ordnung organisieren solle. In einer weiteren von Zida unterzeichneten Erklärung wurde zudem die Schließung der Landesgrenzen angekündigt.

Inland

Weiter Streit über Eislaufplatz in Stadt Salzburg

Auf dem Mozartplatz in der Stadt Salzburg wird es auch heuer wieder einen Eislaufplatz geben. Das hat der ressortzuständige Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP) heute klargestellt. Dem Stadtverein sind der Eislaufplatz und der Punschstand auf dem Platz ein Dorn im Auge. Auch das Altstadtmarketing hatte kürzlich die Dimension des Eislaufplatzes kritisiert.

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Wirtschaft

Kinderarbeit für Natursteingrabsteine

Importierte Grabsteine, speziell aus Indien und China, sind oft das Ergebnis von Kinderarbeit, informiert die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt. Das gelte speziell für Granit- und andere Natursteine. Geschätzte 15 Prozent der Arbeiterinnen und Arbeiter, die in Steinbrüchen unter lebensgefährlichen Bedingungen schufteten, seien Kinder.

Die Hilfsorganisation rät, beim Kauf eines Grabsteines auf die Zertifizierung zu achten. Wichtige Labels, die Produkte ohne Kinderarbeit kennzeichnen, sind Win=Win Fair Stone, TFT Responsible Stone Program und Xertifix.

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America Movil an brasilianischem Mobilfunker interessiert

Drei große Telekomkonzerne, darunter der auch an der Telekom Austria beteiligte mexikanische Konzern America Movil, bieten nach Informationen von Insidern gemeinsam umgerechnet rund zehn Milliarden Euro für eine Mehrheitsbeteiligung am brasilianischen Mobilfunkkonzern TIM Participacoes.

Zu den Interessenten für den zweitgrößten Mobilfunkanbieter des südamerikanischen Landes zählten neben America Movil aus Mexiko auch Oi aus Brasilien Telefonica aus Spanien, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen heute. Die Telekomkonzerne wollten den Anteil von Telecom Italia an TIM von 67 Prozent erwerben. Eine Offerte könnte in etwa zwei Wochen vorgelegt werden.

Telecom Italia könnte mit dem Verkauf seinen Schuldenberg von derzeit rund 29 Milliarden Euro reduzieren. America Movil, Oi und Telefonica wollten sich nicht dazu äußern. TIM Participacoes teilte mit, nichts von einer Offerte zu wissen.

ZIB24

Absturz des privaten Raumflugzeugs „SpaceShipTwo“

In Kalifornien ist das private Raumflugzeug „SpaceShipTwo“ abgestürzt. Einer der beiden Piloten ist gestorben, der andere wurde schwer verletzt.

Weltspartag

Heute ist Weltspartag. Doch zahlt sich sparen bei den Zinsen noch aus? Dazu im Studio ist die Journalistin und Buchautorin Esther Mitterstieler.

Festnahme

Fast zwei Monate hat die Polizei in den USA nach dem Polizistenmörder gesucht. Jetzt hat man ihn festgenommen.

ZIB24 um 0.00 Uhr mit Roman Rafreider in ORF eins

Textfassung: Zeit im Bild

Sport

Eishockey: KAC stoppt Wiener Siegeszug

Der Siegeszug der Vienna Capitals in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) ist heute Abend gestoppt worden. Der Tabellenführer musste sich zu Hause dem KAC überraschend mit 2:5 geschlagen geben und kassierte die erste Pleite seit 5. Oktober. Danach hatten die Capitals sieben Siege in Serie verbucht. Der Vorsprung der Wiener in der Tabelle auf Salzburg schrumpfte damit auf drei Punkte, denn die „Bullen“ behielten im Schlager gegen die Black Wings Linz die Oberhand.

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Radsport: Brändle auf Liste mit „großen Champions“

Seit gestern Abend befindet sich der Österreicher Matthias Brändle in prominenter Gesellschaft. Mit der Verbesserung des Stundenweltrekordes auf 51,852 Kilometer trug sich der 24-jährige Vorarlberger in eine Liste mit Allzeitgrößen des Radsports wie Fausto Coppi, Jacques Anquetil und Eddy Merckx ein. „Ich bin sehr glücklich, dass ich es geschafft habe und nun auf derselben Liste wie viele große Champions vor mir stehe“, freute sich Brändle.

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Sportlerwahl: Gelassener Hirscher gratuliert Alaba

Die Wahl zu Österreichs Sportler des Jahres gestern Abend in Wien hat nicht mit dem allseits erwarteten Erfolg eines Skifahrers geendet, sondern mit der überraschenden Titelverteidigung von Fußballer David Alaba. Während unter vielen Fans kontrovers über die Entscheidung debattiert wird, nahm der nur um einen Punkt geschlagene Marcel Hirscher seine „Niederlage“ gelassen. „Ich sehe das easy und gratuliere David“, sagte der dreifache Gesamtweltcup-Sieger, der schon im Vorjahr Alaba den Vortritt hatte lassen müssen.

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Südafrikas Nationaltormann getötet - Festnahme

Nach den tödlichen Schüssen auf Südafrikas Fußballnationaltormann Senzo Meyiwa hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Der 25-Jährige werde „der Tötung und des bewaffneten Raubüberfalls“ beschuldigt, teilte die Staatsanwaltschaft heute mit. Der Verdächtige sei einem Haftrichter vorgeführt worden und bleibe mindestens bis zum 11. November in U-Haft.

Meyiwa war am Sonntag im Township Vosloorus nahe Johannesburg im Haus seiner Freundin, der Popsängerin Kelly Khumalo, überfallen und von einem Eindringling erschossen worden. Der Polizei zufolge erbeuteten die Angreifer ein Handy und flohen zu Fuß. Meyiwa wurde 27 Jahre alt. Er soll am Samstag in seinem Heimatort Umlazi nahe Durban beigesetzt werden.

Chronik

Zufall half: US-„Rambo“ ergab sich Polizei kampflos

Fast sieben Wochen lang hat der mutmaßliche Polizistenmörder Eric Frein der Polizei in den Wäldern des US-Bundesstaats Pennsylvania ein Katz-und-Maus-Spiel geliefert. Sein „Krieg“ endete gestern mit einer Kapitulation: Der 31-Jährige leistete, in einer Wiese kniend, keinerlei Gegenwehr. Abgeführt wurde Frein, von der Presse gern mit der Filmfigur „Rambo“ verglichen, in den Handschellen seines Opfers.

Der zuständige Staatsanwalt will für ihn die Todesstrafe fordern. An die 1.000 Staats- und Bundespolizisten hatten 48 Tage lang nach dem Mordverdächtigen gesucht und erst diese Woche noch einmal technisch nachgerüstet. Am Ende half allerdings der schlichte Zufall.

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Heroin im Wert von 400 Mio. Euro bei Moskau beschlagnahmt

Russische Ermittler haben in der Nähe des Moskauer Flughafens Domodedowo 170 Kilogramm Heroin mit einem Schwarzmarktwert von umgerechnet rund 400 Millionen Euro beschlagnahmt. Das hochkonzentrierte Rauschgift stamme aus Afghanistan und sei in dem Dorf Kolitschewo gefunden worden, teilte die russische Drogenbekämpfungsbehörde am Freitag mit.

Die Razzia gehe auf seit dem vergangenen Jahr laufende Ermittlungen gegen ein Netz von Drogenhändlern zurück, deren Chef aus der ehemaligen Sowjetrepublik Tadschikistan stamme, hieß es in der Erklärung weiter. Der Mann und mehrere seiner Komplizen seien festgenommen worden. Tadschikistan hat eine 1.340 Kilometer lange gemeinsame Grenze mit Afghanistan, es ist eines der Haupttransitländer für Drogen aus Afghanistan.

Kripo fahndet öffentlich nach Kinox.to-Betreiber

Die deutsche Kriminalpolizei fahndet jetzt öffentlich nach den beiden mutmaßlichen Betreibern des laut Staatsanwaltschaft illegalen Onlineportals Kinox.to. Die beiden 25 und 21 Jahre alten Männer würden mit internationalem Haftbefehl gesucht und als gewaltbereit eingestuft, wird in der Anzeige des Landeskriminalamtes gewarnt.

Womöglich bewaffnet

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass diese im Besitz von Schusswaffen seien. Sie stünden im dringenden Tatverdacht, Gründer und Rädelsführer einer kriminellen Vereinigung zu sein. Gesucht werden Hinweise zu deren Aufenthaltsort.

Kinox.to hatte sich im Web als „offizieller Nachfolger“ der Website Kino.to positioniert, wo von 2008 bis 2011 massenhaft illegal kopierte Kinofilme, Serien und TV-Dokumentationen zu sehen waren. Im Juni 2011 wurde Kino.to vom Netz genommen und die Betreiber verhaftet. Danach tauchten etliche Nachahmerprojekte im Web auf.

Lange Liste an Anschuldigungen

Laut Staatsanwaltschaft haben im aktuellen Fall die aus dem Raum Lübeck stammenden Brüder Deutschland schon im Juli oder August verlassen. Mit einer Razzia in mehreren Bundesländern hatten Spezialkräfte in der vergangenen Woche versucht, sie aufzuspüren. Insgesamt gibt es vier Hauptbeschuldigte - zwei von ihnen wurden im Raum Neuss und Düsseldorf festgenommen.

Ihnen wird gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzungen, Steuerhinterziehung von mindestens 1,3 Millionen Euro, Erpressung und in einem Fall auch Brandstiftung vorgeworfen. Die Männer sollen „massiv“ versucht haben, Konkurrenz aus dem Internetmarkt zu drängen.

Halloween-Randale: Polizei gibt Tipps gegen „Geister“

Das auch hierzulande in Mode gekommene Halloween-Fest dient immer mehr Menschen offenbar als Ausrede, um ihre Aggressionen auszuleben. Statt der Tradition entsprechender harmloser „saurer“ Streiche, wenn man verkleideten Kindern nichts „Süßes“ geben will, gibt es Sachbeschädigungen und Vandalismus. Die Polizei empfiehlt, sich in der Nacht vor Allerheiligen geradezu zu verbarrikadieren und noch andere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, vom Vorgarten bis zum Briefkasten. Wie groß das Problem tatsächlich ist, bleibt allerdings fraglich. Und mit Kindern hat es ohnehin nichts zu tun.

Mehr dazu in Eltern sollen „klärende Gespräche“ führen

Winterreifenpflicht tritt in Kraft

Morgen tritt in Österreich die „situative Winterausrüstungspflicht“ für Pkws und Lkws bis 3,5 Tonnen in Kraft. Autofahrer müssen ab 1. November bei Schnee, Matsch oder Eis mit Winterreifen unterwegs sein oder alternativ auf mindestens zwei Antriebsrädern Schneeketten montiert haben. Erlaubt sind Schneeketten allerdings nur dann, wenn die Straße (fast) durchgängig mit Schnee oder Eis bedeckt ist.

Verstöße werden mit einer Strafe von 35 Euro geahndet. Werden andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, drohen Bußgelder in der Höhe von bis zu 5.000 Euro. Als Winterreifen werden gesetzlich Modelle anerkannt, die mit den Bezeichnungen „Matsch und Schnee“ (M+S, M.S. oder M&S) gekennzeichnet sind und mindestens vier Millimeter, bei Diagonalreifen fünf Millimeter Profiltiefe aufweisen.

Seit heuer müssen auch Micro-Cars mit Winterreifen ausgestattet sein. Für Lkws über 3,5 Tonnen und Omnibusse gilt eine Winterreifenpflicht unabhängig davon, ob auf der Fahrbahn Schnee liegt oder nicht. Die Winterreifenpflicht gilt bis 15. April des Folgejahres, für Busse bis 15. März.

Medien

ARD will im Frühjahr über „Musikantenstadl“ entscheiden

Die ARD will sich mit einer Entscheidung über die Zukunft des „Musikantenstadl“ Zeit lassen. Der offene Brief von Moderator Andy Borg ändere nichts an den Plänen, erst im kommenden Jahr endgültig zu entscheiden. „Es gibt derzeit Gespräche zwischen allen Beteiligten, auch auf Geschäftsleitungsebene“, so ein Sprecher. „Die finale Entscheidung, wie es weitergeht, wird im Frühjahr 2015 fallen.“

„Lohnt sich, für unseren Stadl zu kämpfen“

Moderator Borg hatte im Kampf für den Erhalt seiner vom Aus bedrohten Volksmusikshow ein Statement auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Er werde sich gemeinsam mit den Zuschauern für die Fortsetzung der ARD-Show einsetzen, kündigte der 53-Jährige an. Er schrieb: „Es lohnt sich immer, für eine Überzeugung, für eine Sache, erst recht für unseren Stadl zu kämpfen.“ Auch ältere Fernsehzuschauer hätten ein Recht auf ein für sie gemachtes Musikprogramm.

Der „Musikantenstadl“ ist eine der ältesten TV-Shows in Deutschland, er läuft als Eurovisionssendung auch in Österreich und der Schweiz. Über seine Zukunft nach 2015 wird bei den Sendern in den drei Ländern derzeit debattiert. Inzwischen gibt es auch eine Onlinepetition für den Erhalt der Sendung: „Wir sagen Ja zum Musikantenstadl im TV“. Bis heute Nachmittag hatten 370 Unterstützer unterschrieben.

Kultur

Religion

Schweiz: Pfarrer segnete lesbisches Paar

In der katholischen Kirche in der Schweiz herrscht Aufregung über den Segen eines Priesters für ein lesbisches Paar. Mit dem Akt widersetzte sich der Geistliche aus dem Ort Bürglen der Meinung der Kirchenoffiziellen. Das Bistum Chur will dem Fall nun nachgehen. Stattgefunden hat die umstrittene Segnung im Oktober, sagte ein Sprecher des Bürgler Pfarreirats heute.

„Nach reiflicher Überlegung“

Er habe sich nach reiflicher Überlegung für eine Segnung entschieden, hatte der Pfarrer zuvor dem „Urner Wochenblatts“ gesagt. Heutzutage würden Tiere, Autos und sogar Waffen gesegnet. Warum solle nicht auch ein Paar gesegnet werden können, das den Weg gemeinsam mit Gott gehen möchte, fragte der Pfarrer.

Der Geistliche informierte vor der Segnung des gleichgeschlechtlichen Paares das Pfarreiteam, den Kirchenrat und den Pfarreirat. Dieser habe sich in einer Sitzung mit dem Thema befasst und sich im Grundsatz dafür ausgesprochen, sagte der Ratssprecher. Die Entscheidung für die Segnung sei aber letztlich beim Pfarrer gelegen.

Kirche will prüfen

Dem Bistum Chur liegen nach eigenen Angaben keine Fakten zum Fall von Bürglen vor. Es werde jedoch die Hinweise prüfen, sagte Bistumssprecher Giuseppe Gracia auf Anfrage. Zu möglichen Konsequenzen für den Pfarrer sagte der Sprecher von Bischof Vitus Huonder nichts.

Studie: Zahl der Muslime in vielen Ländern überschätzt

Laut einer Studie des britischen Marktforschungsinstituts Ipsos Mori werden muslimische Bevölkerungsminderheiten in vielen Ländern für größer gehalten, als sie tatsächlich sind. Die Studie unter dem Titel „Perils of Perception“ („Die Gefahren der Wahrnehmung“) hat in 14 hauptsächlich westlich geprägten Ländern die Einschätzung der Bevölkerung zu verschiedenen demografischen Daten erhoben und sie anschließend mit den realen Werten verglichen. Die muslimischen Bevölkerungsanteile wurden im Durchschnitt auf 16 Prozent geschätzt, tatsächlich sind es aber nur drei Prozent.

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Science