Ausland

Netanjahu verspricht „null Toleranz“ gegen Hassverbrechen

Nach den Anschlägen auf eine palästinensische Familie und auf eine Schwulenparade hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Politik von „null Toleranz“ gegen Hassverbrechen angekündigt. „Wir sind entschlossen, mit aller Kraft gegen das Phänomen des Hasses, des Fanatismus und des Terrorismus von jeglicher Seite anzukämpfen“, sagte der Regierungschef bei einer Kabinettssitzung heute.

Gestern Abend hatten Tausende Israelis gegen Hass und Gewalt demonstriert. In Tel Aviv, Jerusalem und anderen Städten gingen die Menschen auf die Straße. Präsident Reuven Rivlin sagte, dass er sich schäme und das Land einen „Weckruf“ brauche.

Warnung mit Verwaltungshaft

„Jede Gesellschaft hat extremistische Ränder, aber heute müssen wir uns fragen: Was ist es, was hier in der Luft liegt, das es Extremismus und Extremisten erlaubt, unbesorgt im hellen Tageslicht zu wandeln?“, sagte Rivlin bei der Jerusalemer Kundgebung.

Verteidigungsminister Mosche Jaalon drohte radikalen Juden Verwaltungshaft an - eine gängige Maßnahme gegen militante Palästinenser. Die umstrittene Maßnahme erlaubt die Festnahme von als Sicherheitsrisiko eingestuften Personen, bevor sie überhaupt eine Tat begangen haben.

„Abscheulicher Mord“

Oberrabbiner David Lau telefonierte mit dem palästinensischen Gouverneur von Nablus, Akram Rajoub, und verurteilte den Anschlag vom Freitag als „abscheulichen Mord“. Freitagfrüh hatten militante Siedler das Haus einer palästinensischen Familie im Westjordanland angezündet. Ein 18 Monate altes Kind starb an Brandverletzungen, weitere Familienmitglieder wurden lebensgefährlich verletzt.

Am Donnerstagabend hatte ein ultraorthodoxer Jude bei der Gay-Pride-Parade in Jerusalem sechs Menschen niedergestochen.

Gedenken an Roma-Völkermord in Auschwitz-Birkenau

Roma und Sinti aus mehreren Ländern Europas haben heute im ehemaligen Nazi-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau der Opfer des Völkermordes an den europäischen Roma und Sinti gedacht. Im Vordergrund stand neben dem Erinnern an die bis zu 500.000 von den Nationalsozialisten ermordeten Roma und Sinti die Warnung vor dem Hass auf Fremde und Minderheiten in der Gegenwart.

„Es tut mir so leid, was Sie heute in Europa sehen und hören müssen“, sagte die schwedische Europaabgeordnete Soraya Post an die Überlebenden gerichtet. Es gebe die gleiche Hasspropaganda wie in den 1930er Jahren. Mangelnder politischer Wille „tötet Roma im heutigen Europa“ und setze die Ausgrenzung fort, sagte Post laut Redemanuskript.

„Anstieg rechter Gewalttaten“

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, warnte vor Geschichtsvergessenheit und Holocaust-Leugnung. „In der Bundesrepublik, wo heute wieder Flüchtlingsheime in Flammen stehen, beobachten wir einen deutlichen Anstieg rechter Gewalttaten“, sagte er dem Redemanuskript zufolge.

„Dass die öffentliche Debatte um sogenannte Armutsmigration in der Bundesrepublik allein auf dem Rücken unserer Minderheit ausgetragen wird und man die Frage nach den gesellschaftlichen Ursachen dabei völlig ausblendet, ist ebenso verlogen wie vor dem Hintergrund der Geschichte zynisch.“

Am 2. August 1944 wurden die letzten etwa knapp 3.000 Insassen des „Zigeunerlagers“ von Auschwitz ermordet. Der 2. August ist der europaweite Gedenktag für die Opfer des Völkermordes an den Roma und Sinti.

Kritischer Fotojournalist in Mexiko getötet

In Mexiko ist ein Fotojournalist zusammen mit vier weiteren Menschen ermordet worden. Die Leichen von Ruben Espinosa und von vier Frauen seien in einer Wohnung in Mexiko-Stadt entdeckt worden, teilte die regierungskritische Zeitschrift „Proceso“ gestern Abend (Ortszeit) mit. Der Journalist habe vor allem über soziale Proteste in Mexiko berichtet.

Kein Einzelfall

Zuletzt war Espinosa in seiner Heimat Veracruz im Osten des Landes von Unbekannten angegriffen und bedroht worden. Daraufhin floh er in die Hauptstadt. In Mexiko werden immer wieder Journalisten getötet. Seit 2007 wurden nach Angaben des Committee to Protect Journalists (CPJ) über 50 Medienschaffende ermordet oder verschleppt. Die Taten werden nur selten aufgeklärt.

„Der Mord an Ruben Espinosa ist ein weiterer Meilenstein der Gewalt gegen die Presse“, heißt es in einer Mitteilung der Journalisten-Organisation Articulo 19. Die Gruppe rief die Behörden auf, die Täter zu Verantwortung zu ziehen und Journalisten besser zu schützen.

Zwei Tote bei mutmaßlichem PKK-Anschlag in Osttürkei

Im Osten der Türkei sind nach offiziellen Angaben bei einem Selbstmordanschlag kurdischer Extremisten zwei Angehörige der Sicherheitskräfte getötet und 24 weitere verletzt worden. Der Anschlag ereignete sich in der Nacht auf heute in der Provinz Agri an der Grenze zum Iran, wie das Amt des Gouverneurs mitteilte.

Ein Traktor mit zwei Tonnen Sprengstoff sei vor einem Außenposten der Polizei zur Explosion gebracht worden. Verantwortlich für den Anschlag sei die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Bei einem weiteren mutmaßlichen PKK-Anschlag in der südosttürkischen Provinz Mardin wurden ein Soldat getötet und mindestens acht weitere verletzt, wie die Nachrichtenagentur DHA meldete. Das Fahrzeug der Soldaten sei auf eine zuvor verlegte Mine gefahren. Die PKK bekannte sich zunächst zu keinem der Anschläge.

Irakischer Kurdenpräsident fordert PKK-Abzug

Die schweren Luftangriffe der türkischen Luftwaffe auf Stellungen der PKK im Nordirak führen zu einem Riss im kurdischen Lager. Die Regierung des autonomen Kurdengebietes im Irak rief die PKK am Samstag dazu auf, ihre Stellungen im Norden des Landes zu räumen. Damit solle der Tod weiterer Zivilisten verhindert werden. Die syrische Kurdenmiliz YPG warf der Türkei unterdessen vor, auch ihre Stellungen mehrfach beschossen zu haben.

Mehr dazu in Auch zivile Opfer bei Luftangriffen

Ex-Geheimdienstchef Burundis ermordet

Knapp zwei Wochen nach der umstrittenen Präsidentenwahl in Burundi haben Unbekannte am Sonntag den früheren Geheimdienstchef des Landes ermordet. General Adolphe Nshimirimana sei in der Hauptstadt Bujumbura in einen Hinterhalt geraten und von mehreren Männern in Militäruniformen angegriffen worden, sagte Willy Nyamitwe, ein Sprecher des Präsidenten Pierre Nkurunziza, heute.

Augenzeugen berichteten, das Auto des Opfers sei mit Mörsergranaten angegriffen worden. Nshimirimana, ein Vertrauter des Staatschefs, hatte zuletzt versucht, die blutigen Proteste gegen Nkurunziza zu unterdrücken.

Militärputsch schlug fehl

Seit Ende April war es immer wieder zu Demonstrationen und Unruhen gekommen. Regierungsgegner wollten verhindern, dass der Präsident bei den Wahlen entgegen der Verfassung für eine dritte Amtszeit kandidierte. Ein Militärputsch gegen den Präsidenten schlug fehl.

Nkurunziza war am 21. Juli mit riesigem Vorsprung wiedergewählt worden - auch weil die Opposition die Abstimmung boykottiert hatte.

Kampfpilot starb bei Armeespielen in Russland

Bei den internationalen Armeespielen in Russland ist ein Hubschrauberpilot ums Leben gekommen. Eine russische Maschine des Typs Mi-28 sei bei einer Flugschau südöstlich von Moskau abgestürzt, teilte das Verteidigungsministerium heute mit. Ein zweiter Pilot habe sich mit einem Schleudersitz retten können und sei verletzt. Die Behörden setzten den Wettkampf vorerst aus.

Rauch steigt aus einem brennenden Militärhubschrauber

Reuters/Maxim Shemetov

Das Spektakel gilt als ein Schaulaufen der russischen Streitkräfte, an dem sich unter anderem auch Soldaten aus China beteiligen. Zu den Disziplinen gehört etwa „Panzer-Biathlon“. Der Kampfhubschrauber war bei der Flugschau plötzlich ins Trudeln geraten. Die Maschine habe sich um ihre eigene Achse gedreht und sei dann rapide gesunken.

Problem mit der Hydraulik

Nach dem Aufprall auf der Erde ging sie gut zwei Kilometer von einer Zuschauertribüne entfernt in Flammen auf. Rund 4.500 Menschen beobachteten das Unglück Berichten zufolge. Ursache des Absturzes war ein Problem mit der Hydraulik, wie Luftwaffengeneral Viktor Bondarjow mitteilte. Das Alarmsystem an Bord habe eine Störung angezeigt, sagte der überlebende Pilot dem Ministerium zufolge. Die Streitkräfte setzten vorerst alle Flüge von Mi-28-Hubschraubern aus.

Die zweiwöchigen Armeespiele hatten gestern auf einem Übungsplatz bei Moskau begonnen - unter anderem mit Kampfjetformationen und altrömischem Wagenrennen. Russische Medien feiern das Turnier als „größte militärische Olympiade der Welt“.

Streit über Ermittlungen gegen Blog in Deutschland

Seit Tagen gehen in Deutschland rund um die Ermittlungen gegen kritische Journalisten des Blogs Netzpolitik.org die Wogen hoch. Die Website hatte über eine Ausweitung der Internetüberwachung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz berichtet und vertrauliche Unterlagen ins Netz gestellt.

Im Zentrum der Kritik steht Generalbundesanwalt Harald Range, der die Ermittlungen wegen Landesverrats einleitete. Hinter ihn stellte sich Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen, doch die Debatte schwoll zuletzt zu einem veritablen Koalitionsstreit zwischen CDU und SPD an. In Berlin gingen über 1.000 Demonstranten für Pressefreiheit auf die Straße.

Mehr dazu in „Mit Kanonen auf Blog-Spatzen schießen“

Inland

Freiwilligenportal Wirsinddabei.at für Integration startet

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) startet gemeinsam mit Vereinen, Unternehmen und Organisationen sowie „Integrationsbotschaftern“ das Freiwilligenportal Wirsinddabei.at. Auf der Plattform können alle, die sich für Flüchtlinge und Zuwanderer engagieren wollen, ihr Integrationsangebot präsentieren, hieß es heute in einer Aussendung.

Flüchtlingen und Zuwanderern ist es möglich, über das Netzwerk passende Initiativen in ihrer Nähe zu finden und sich gleich online dafür anzumelden. Mit dabei sind etwa schon der Österreichische Gemeindebund, der Drogeriemarkt dm sowie Vereine wie die Sportunion oder der Österreichische Bundesfeuerwehrverband.

Wirtschaft

Börse in Athen öffnet wieder: Kursverluste erwartet

Am morgigen Tag der Wiedereröffnung der Börse in Athen, nach fünf Wochen „Zwangspause“ wegen der Gefahr des griechischen Finanzkollapses, wird mit herben Kursverlusten gerechnet. Der „Athens General Index“ dürfte um 20 Prozent oder noch stärker einbrechen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters heute griechische Börsenhändler.

Demnach geht die Chance gegen null, dass nur eine einzige Aktie morgen im Wert steigen könnte. Von den Verlusten am stärksten betroffen dürften Aktien von Bankinstituten sein, sie brauchen weiterhin eine Rekapitalisierung.

Varoufakis: Neue Hilfe zum Scheitern verurteilt

Das geplante dritte Hilfsprogramm für Griechenland ist nach Ansicht des früheren Finanzministers Gianis Varoufakis „zum Scheitern verurteilt“. „Das Vorhaben hat keine Zukunft“, sagte der Ex-Minister der spanischen Zeitung „El Pais“ (Sonntag-Ausgabe).

„Die Krise wird mit immer neuen untragbaren Krediten verlängert, und man tut so, als würde dadurch das Problem gelöst“, so Varoufakis. Bei dem geplanten Hilfsprogramm, über das die Athener Regierung mit den internationalen Geldgebern verhandelt, werde es weitere Verzögerungen geben. „Die Zielsetzungen werden nicht eingehalten, die Rezession wird anhalten, und es wird politische Probleme geben“, prophezeit Varoufakis.

„Paris als Endziel der Troika“

Nach seinen Worten will der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble die Euro-Zone von Grund auf umformen. Das Ziel dieses Planes sei es, dass die Troika (von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Weltwährungsfonds) überall präsent sei, in Madrid, in Rom und vor allem in Paris, sagte Varoufakis. „Paris ist der Hauptpreis, das Endziel der Troika.“

Iran will 300 neue Linienflugzeuge kaufen

Nach der Einigung im Atomstreit will der Iran Hunderte neue Linienflugzeuge kaufen. Das Land brauche „jedes Jahr 80 bis 90 Maschinen für unsere Flotte“, sagte der Vizechef der zivilen Luftfahrtbehörde, Mohammed Chodakarami, laut Presseberichten von heute. Das Ziel seien „300 neue und funktionstüchtige Flugzeuge“.

Derzeit verfügt der Iran über rund 140 Linienflugzeuge, die im Durchschnitt etwa 20 Jahre alt sind. Bei dem Geschäft sollten der europäische Flugzeugbauer Airbus und das US-Unternehmen Boeing „zu gleichen Teilen“ zum Zug kommen, sagte Chodakarami weiter.

Die Gesamtkosten bezifferte er auf 20 Milliarden Dollar (gut 18,2 Mrd. Euro). Nach der Einigung im Atomstreit stehe dem Vorhaben nichts mehr im Weg, zeigte er sich überzeugt.

Chef der Ex-Bitcoin-Plattform MtGox festgenommen

Japans Polizei hat den Chef der gescheiterten Bitcoin-Plattform MtGox festgenommen. Wie die Ermittler am Samstag in Tokio mitteilten, wird dem 30-jährigen Mark Karpeles unter anderem vorgeworfen, 2013 Daten im Computersystem der Börse manipuliert zu haben, um auf diese Weise rund eine Million Dollar (etwa 911.000 Euro) künstlich zu generieren.

Wie die Nachrichtenagentur Kyodo und andere japanische Medien berichteten, wird außerdem ermittelt, ob der MtGox-Chef etwas mit dem Verschwinden von Bitcoins im Wert von 390 Millionen Dollar (355 Mio. Euro) zu tun hat.

Berichten zufolge wies Karpeles die Anschuldigungen zurück. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie der 30-Jährige von mehreren Beamten festgenommen und abgeführt wurde. MtGox hatte im Februar vergangenen Jahres den Tausch von Bitcoins in reale Währungen ausgesetzt, kurze Zeit später verschwand die Handelsplattform dann aus dem Internet. Das Unternehmen begründete den Stopp mit einem Softwarefehler.

Die virtuelle Währung Bitcoin war im Jahr 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte.

Sport

Bundesliga: Austria fordert Altacher EL-Helden

Nach dem Auftakterfolg beim WAC wartet auf die Wiener Austria in der zweiten Bundesliga-Runde bereits das nächste Duell mit einem Europacup-Starter. Beim Heimdebüt von Thorsten Fink treffen die „Veilchen“ heute (16.30 Uhr, live in ORF eins und im Livesteam) auf hochmotivierte Altacher, tankten die Vorarlberger doch beim überraschenden EL-Heimsieg über Vitoria Guimaraes am Donnerstag viel Selbstvertrauen. „Wir werden Zeit brauchen, um den Gegner zu knacken“, so Fink. „Es wird ein heißes Spiel.“

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Fußball: Arsenal - Chelsea um ersten Saisontitel

Die beiden Londoner Stadtrivalen Arsenal und Meister Chelsea kämpfen heute um den ersten nationalen Saisontitel. Im Duell um den Community Shield, den englischen Fußball-Supercup, will sich FA-Cup-Sieger Arsenal als ernstzunehmender Konkurrent von Chelsea um die Meisterschaft präsentieren. Der neue „Gunners“-Tormann Petr Cech könnte dabei bereits zum Pflichtspieldebüt gegen seinen Ex-Club kommen.

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Schwimm-WM: Zaiser scheitert auf Paradestrecke

Lisa Zaiser sowie Felix Auböck und David Brandl sind heute bei der Schwimm-WM in Kasan jeweils bereits im Vorlauf ausgeschieden. Während das vorzeitige Aus für die beiden OSV-Herren über 400 m Kraul keine Überraschung war, scheiterte Zaiser ausgerechnet auf ihrer Paradestrecke, den 200 m Lagen. Sie verfehlte das Semifinale der Top 16 um 0,49 Sekunden und ihren österreichischen Rekord um 1,81 Sekunden.

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Chronik

Bestätigung: Wrackteil gehört zu Boeing 777

Das in der vergangenen Woche auf der Tropeninsel La Reunion im Indischen Ozean entdeckte Flugzeugtrümmerteil ist nach malaysischen Angaben eindeutig als Teil einer Boeing 777 identifiziert worden. Das erklärte der Verkehrsminister des Landes, Liow Tiong Lai, heute.

„Wir wissen, dass die Klappe offiziell als Teil einer Boeing-777-Maschine identifiziert worden ist“, sagte der malaysische Transportminister Liow Tiong Lai. „Das ist durch die französischen Behörden gemeinsam mit dem Flugzeughersteller Boeing, der Nationalen US-Flugsicherheitsbehörde (NTSB) und dem malaysischen Expertenteam verifiziert worden (...)“, so Liow.

Untersuchung in Frankreich

Bereits in den vergangenen Tagen war dieses nunmehrige Faktum als weitestgehend sicher angenommen worden. Dafür hatte auch ein auf dem Teil entdeckter Ziffernblock gesprochen. Die offizielle Bestätigung stand aber bisher noch aus.

Das in La Reunion angeschwemmte Wrackteil wurde unterdessen nach Balma bei Toulouse zur Untersuchung gebracht. Dort wollen Experten am Mittwoch mit ihrer Untersuchung beginnen. Die Analyse soll klären, ob das Teil tatsächlich vom Malaysia-Airlines-Flugzeug stammt, das am 8. März 2014 vom Radar verschwunden war.

Angeblich weiteres Trümmerteil entdeckt

Auf La Reunion wurde inzwischen ein weiteres Trümmerteil entdeckt. Ob es sich bei dem Gegenstand um ein Wrackteil einer Boeing 777 handle, sei derzeit völlig unklar, berichtete die Zeitung „Journal de l’Ile de La Reunion“ (Sonntag-Ausgabe).

Das bisher nicht näher identifizierte Metallobjekt sei im Hauptort Saint-Denis gefunden worden, hieß es. Die BBC berichtete lediglich, ein weiteres Trümmerteil von einem Flugzeug sei gefunden worden.

50 Tote durch Überschwemmungen in Myanmar

Überschwemmungen durch heftige Monsunregen haben in Myanmar in Südostasien laut Medienberichten mindestens 50 Menschenleben gefordert. Die Ernte auf mehr als 200.000 Hektar Agrarland sei zerstört worden, berichteten Fernsehsender heute.

Überflutetes Gebiet Sagaing, Myanmar

APA/EPA/Lynn Bo Bo

Die Unwetter zogen als Ausläufer des Zyklons „Komen“ aus dem Golf von Bengalen über das Nachbarland von Bangladesch. Betroffen waren weite Teile des Landes, vom Irrawaddy-Delta über die große Hafenstadt Rangun im Süden bis in die mehr als 550 Kilometer weiter nördlich gelegene Sagaing-Region, berichtete die UNO-Behörde für humanitäre Angelegenheiten (OCHA).

Mehr als 150.000 Menschen seien betroffen. Einige Gebiete seien von der Außenwelt abgeschnitten. Allein in einer Ortschaft in der Chin-Region seien mindestens 100 Häuser durch einen Erdrutsch zerstört worden.

Zahlreiche Ortschaften wurden evakuiert. (iptv.orf.at)

Vermisster Hubschrauber in der Lombardei gefunden

Ein seit Freitag vermisster Hubschrauber ist heute in einem Abgrund in der lombardischen Bergregion Valtellina unweit der Stadt Sondrio in Italien entdeckt worden. Die drei Insassen – ein Pilot und zwei Besatzungsmitglieder – wurden tot geborgen, berichteten italienische Medien.

Am Samstag hatte sich die Suchaktion nach dem vermissten Hubschrauber bis in die grenzende Schweiz ausgedehnt. Der Hubschrauber hatte einige Touristen zu einer Berghütte geflogen und war dann aus noch ungeklärten Gründen abgestürzt. Das schlechte Wetter hatte die Suchaktion erschwert. Bei den Opfern handelt es sich um drei Italiener im Alter von 28, 33 und 50 Jahren.

Leute

Til Schweiger will Vorzeigeheim für Flüchtlinge aufbauen

Der deutsche Schauspieler und Filmemacher Til Schweiger will sich persönlich in der Hilfe für Flüchtlinge engagieren und eine vorbildliche Unterkunft bauen. „Ich werde zusammen mit Freunden zusammen ein Flüchtlingsheim aufbauen“, sagte er „Bild am Sonntag“.

Anfang 2014 hätten die Freunde die Rommel-Kaserne im niedersächsischen Osterode gekauft. „Wir wollen ein Vorzeige-Flüchtlingsheim bauen. Und ich werde eine Stiftung für traumatisierte Kinder gründen.“

In dem Heim solle es Freizeitangebote für Kinder, eine Sportanlage, Werkstätten und eine Näherei geben, damit die Menschen arbeiten könnten, beschrieb Schweiger das Projekt.

Medien

Polemik in Italien um Reality-Show der RAI auf Montblanc

Eine im Herbst geplante Reality-Show der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI mit dem Titel „Monte Bianco“ (Montblanc) sorgt für Polemik in Italien. Laut dem Konzept besteigen 14 VIPs in Begleitung von Bergführern Europas höchsten Berg. Es hagelt nun harsche Kritik.

Der Alpinverband der Region Aostatal, in dem sich der Montblanc befindet, kritisierte den respektlosen Umgang mit den Bergen. „Die Alpen sind keine Bühne für Reality-Shows für Zuschauer, die bequem auf dem Sofa liegen“, kommentierte der Verband in einer Presseaussendung.

Kritisch äußerte sich auch Bergsteigerlegende Reinhold Messner: „Ich wundere mich, dass die Bergführer des Montblancs sich für TV-Programme zur Verfügung gestellt haben, die den Respekt für die Berge zerstört und die Spitzen in einen Vergnügungspark nach Disneyland- Modell umwandeln.“ Die Show vermittle den falschen Eindruck, dass das Besteigen von Bergspitzen ein Kinderspiel sei.

An der Reality-Show beteiligen sich in Italien bekannte Fernsehleute, Schauspieler und Sportler, darunter der ehemalige Fußball-Nationalspieler Gianluca Zambrotta. Drei Wochen lang dauerten im Juli die Aufnahmen der Leistungen der 14 VIPs beim Besteigen des 4.810 Meter hohen Bergs zwischen Italien und Frankreich, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ (Sonntag-Ausgabe).

Kultur

Wagners „Götterdämmerung“ in Bayreuth bejubelt

Der Opern-Vierteiler „Der Ring des Nibelungen“ ist bei den Richard-Wagner-Festspielen erneut zum Triumph für Dirigent Kirill Petrenko geworden. Zum Abschluss der Tetralogie gestern Abend mit der „Götterdämmerung“ gab es in Bayreuth lauten Jubel für den künftigen Chef der Berliner Philharmoniker.

Gefeiert wurden auch ausnahmslos die Sänger - allen voran Catherine Foster in der Rolle der Brünnhilde und Stefan Vinke als Siegfried. Geteilte Reaktionen rief dagegen Regisseur Frank Castorf hervor, der zum dritten Mal für die „Ring“-Produktion in Bayreuth verantwortlich ist: Seine Regie wurde sowohl mit Buhrufen als auch mit Applaus gewürdigt.

Mit der „Götterdämmerung“ endete bei den Festspielen die Premierenwoche. Das weltbekannte Festival läuft noch bis zum 28. August. Dann verabschiedet sich der gefeierte Petrenko vom Grünen Hügel: Er gibt die musikalische Leitung des „Rings“ an Marek Janowski ab, um präsenter in München zu sein, wo er derzeit noch Generalmusikdirektor der Staatsoper ist.

Religion

Mehr Generalaudienzen beim Papst im Heiligen Jahr 2016

Papst Franziskus wird im Heiligen Jahr mehr Generalaudienzen auf dem Petersplatz abhalten. Zusätzlich zu den wöchentlichen Mittwochsaudienzen werde es einmal im Monat auch am Samstag eine Generalaudienz geben. Das sagte der Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Georg Gänswein, gestern im Gespräch mit Radio Vatikan. Die Termine werden demnach in den kommenden Tagen im Internet bekanntgegeben. Bisher stehen laut Gänswein der 30. Jänner und der 20. Februar 2016 als Datum fest.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Lifestyle

Swing feiert Comeback auf Tanzparkett

Was vor wenigen Jahren noch als Geheimtipp gegolten hat, erobert langsam wieder den Mainstream: Swingtanz erlebt seit Ende der 1980er Jahre weltweit ein Revival, nun scheint der Boom auch in Österreich seinen Höhepunkt zu erreichen. Tanzschulen und Vereine verzeichnen lange Wartelisten für die Kurse.

Eine rege Community gibt es vor allem in Wien, aber auch in Innsbruck, Salzburg, Linz und Graz wird gehoppt und gejammt. Lindy Hop wirbelt dabei nicht nur die etwas verschlafene Tanzszene in Österreich, sondern auch traditionelle Geschlechterrollen durcheinander.

Mehr dazu in Die Wiederbelebung des Paartanzes

Triest: Getrennter Strand für Männer und Frauen

Im Sommer ist die ganze Küste rund um die italienische Stadt Triest von vielen kleinen Strandbädern belebt. Einzigartig in Europa ist das Strandbad Lanterna im Stadtzentrum, wo seit 112 Jahren Männer und Frauen streng getrennt baden. Europas letzte Badeanstalt mit Geschlechtertrennung, die an theresianische Zeiten zurückreicht, erlebt in diesem heißen Sommer einen Boom. Nur einen Euro kostet der Eintritt.

Bis zu 2.500 Gäste täglich werden im weiblichen Teil der Badeanstalt gemeldet, das sind doppelt so viele wie jene im Männerbad. Das Frauen- und Kinderbad ist von dem der Männer durch eine drei Meter hohe Mauer getrennt, im Wasser verläuft ein Seil.

Jeder Versuch, die Geschlechtertrennung abzuschaffen, ist bisher auf erbitterten Widerstand gestoßen. Mehrfach sollte sie abgeschafft werden, aber die Triestiner protestierten so lautstark für den Erhalt, dass sie bis heute gilt.

Badeanstalt aus Habsburger Zeit

Die Badeanstalt, die 1903 eingeweiht worden ist, als Triest noch zu dem Habsburgischen Reich gehörte, wurde 2009 für 300.000 Euro restauriert. Sie wurde in der Vergangenheit auch von Persönlichkeiten wie Schriftsteller James Joyce besucht.

Das Bad Lanterna wird in der Stadt auch „el Pedocin“ genannt, was im Triestiner Dialekt „kleiner Floh“ bedeutet. Laut Tradition wurde dieser Strand von den Soldaten des Kaisers Franz Josef genutzt, um zu baden und sich von den Flöhen zu befreien.