Ausland

Moskau verschärft Gangart gegen Regierungskritiker

Die russischen Behörden verschärfen die Gangart gegen regierungskritische Gruppen. Die Veranstalter des Wirtschaftsforums „Sibirisches Davos“ mussten die für dieses Wochenende geplante Konferenz absagen, weil kein Hotel der Region Tagungsräume zur Verfügung stellte. Der liberale Politiker Wladimir Ryschkow sprach von einer „Schande“.

Er warf den Behörden vor, Druck auf die Betreiber des Veranstaltungsortes ausgeübt zu haben. Die FDP-nahe deutsche Friedrich-Naumann-Stiftung gehört zu den Organisatoren des Forums.

Anwaltsgruppe zwangsweise aufgelöst

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) kritisierte unterdessen ein russisches Gerichtsurteil zur Auflösung der Anwaltsgruppe Agora. Die vom Kreml gelenkte Justiz verbiege geltendes Recht, sagte HRW-Sprecher Hugh Williamson einer heute veröffentlichten Mitteilung zufolge. Agora sei wichtig für die Zivilgesellschaft.

Ein Gericht hatte die Auflösung am Mittwoch angeordnet. Die Organisation verstoße mit politischer Tätigkeit gegen Auflagen, hieß es. Ein Sprecher der Gruppe sprach von einem konstruierten Argument und kündigte Berufung an.

Agora bietet Oppositionellen in Russland kostenlose Rechtsberatung an. Die Organisation brachte etwa den Fall der kremlkritischen Punkband Pussy Riot vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof.

Tote bei Angriff auf Bus in Nigeria

Bei einem Anschlag auf einen Bus sind im Norden Nigerias alle fünf Passagiere sowie der Fahrer erschossen worden. Bewaffnete Männer hätten den Bus nahe der Stadt Damboa im Bundesstaat Borno überfallen, sagte ein Einwohner der dpa heute.

Der Anschlag habe vermutlich am Vortag stattgefunden, Einwohner hätten die Leichen jedoch erst am Morgen gefunden. Damboa liegt 40 Kilometer nördlich der Stadt Chibok, in der im April 2014 mehr als 200 hauptsächlich christliche Schulmädchen von der islamistischen Terrororganisation Boko Haram entführt worden waren.

Die sunnitischen Fundamentalisten terrorisieren den Nordosten Nigerias und die angrenzenden Gebiete der Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad. Die Islamisten wollen dort einen sogenannten Gottesstaat errichten, mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia. Bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe wurden seit 2009 mindestens 14.000 Menschen getötet.

Faymann in Rom: „Österreich nicht alleinlassen“

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat heute bei einem Treffen mit dem italienischen Premier Matteo Renzi die EU aufgefordert, Österreich und Italien im Umgang mit der Flüchtlingsproblematik nicht alleinzulassen. „Wir müssen mit gemeinsamen Maßnahmen unterscheiden, wer Recht auf Asyl hat und wer nicht. Das ist auch eine Frage der Menschlichkeit“, sagte Faymann.

Österreich habe im Vorjahr 90.000 Asylanträge übernommen und werde auch in den nächsten vier Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Flüchtlingsproblematik leisten. „Wir können es aber nicht allein schaffen. Drei oder vier Länder in der EU allein können es nicht schaffen“, warnte Faymann bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Renzi am Regierungssitz in Rom.

„Enge Abstimmung mit Nachbarn“

Es sei nicht einfach, alle EU-Mitgliedsstaaten zu überzeugen, dass Solidarität notwendig sei. „Uns steht eine harte Diskussion bevor. Wir glauben nicht, dass diese europäische Solidarität so leicht umzusetzen ist“, so Faymann.

Grenzkontrollen seien wichtig. „Wenn wir an den Grenzübergängen Einrichtungen bauen, wenn wir organisatorisch und personell Vorbereitung treffen, muss dies in enger Abstimmung mit den Nachbarn geschehen. Das gilt für Südtirol sowie für andere Nachbarn. Je besser die Kooperation mit Nachbarländern ist, desto besser werden die Kontrollen funktionieren“, sagte der Kanzler.

Für Österreich könne es nicht so weitergehen wie 2015, was die Flüchtlingsaufnahme betreffe. „Daher ist eine enge Zusammenarbeit an den Grenzen und in der EU notwendig. Wir sind in keiner einfachen Zeit der Verhandlungen“, so Faymann.

Frankreich will Teil von Flüchtlingslager in Calais räumen

Frankreich will einen Teil des Flüchtlingslagers in Calais räumen lassen. Betroffen seien etwa 800 bis 1.000 Menschen, sagte die Präfektin der nordfranzösischen Region Pas-de-Calais, Fabienne Buccio, heute. Buccio will nach eigener Einschätzung etwa die Hälfte des Lagers räumen.

Die Flüchtlinge sollen laut Berichten französischer Medien von Montag an eine Woche Zeit bekommen, um den Bereich zu verlassen. Den Migranten soll eine Unterkunft in einem provisorischen Containerlager ebenfalls bei Calais angeboten werden.

Erbärmliche Bedingungen

In der nordfranzösischen Hafenstadt wird die Zahl der Flüchtlinge auf bis zu 4.500 geschätzt. In einem weiteren Lager in Grande-Synthe bei Dunkerque sollen sich bis zu 2.500 Migranten unter erbärmlichen Bedingungen aufhalten. Die Flüchtlinge warten auf eine Gelegenheit, per Schiff oder auf Zügen durch den Kanaltunnel illegal nach Großbritannien zu gelangen.

Sie erhoffen sich dort einfachere Startbedingungen und wollen deswegen keine Asylantrag in Frankreich stellen. In der Nähe von Calais wurden gestern in einem Kühlwagen 24 Flüchtlinge aus Eritrea entdeckt, nachdem der Fahrer Ordnungskräfte alarmiert hatte.

Tschechien: Zeman will „Wirtschaftsflüchtlinge deportieren“

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat sich für die „Deportation“ von Wirtschaftsmigranten und Terrorverdächtigen unter den Flüchtlingen ausgesprochen.

Die „einzige Lösung“ der Flüchtlingskrise sei die „Deportation von Wirtschaftsflüchtlingen und denjenigen, die für religiöse Gewalt und religiösen Hass eintreten, kurz gesagt Terrorismus planen“, sagte der linksgerichtete Präsident heute bei einem Treffen sozialdemokratischer Politiker in der slowakischen Hauptstadt Bratislava.

Schon mehrfach drastische Worte

Zeman sagte, dass Tschechien alle Flüchtlinge willkommen heiße, die bereit seien, sich zu integrieren. Es sei aber „unmöglich“, Muslime in die europäische Gesellschaft zu integrieren, fügte er hinzu.

Zeman hatte sich schon mehrfach mit drastischen Worten über die in Europa eintreffenden Flüchtlinge geäußert. Im November trat der Staatschef bei einer Anti-Islam-Demonstration in Prag auf und bezeichnete den Islam als „Kultur von Mördern und religiösem Hass“. Nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln in Deutschland warnte Zeman vor der Aufnahme von Muslimen in Europa. Die Integration von Muslimen sei „praktisch unmöglich“, sagte er damals in einem Interview.

SPD-Spitze scheitert mit Rauswurf Edathys

Die SPD-Spitze um Sigmar Gabriel ist mit ihrem Versuch gescheitert, den früheren deutschen Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy nach dessen Kinderpornografieaffäre aus der Partei auszuschließen. Nach einem monatelangen Verfahren einigte sich die SPD heute vor der Bundesschiedskommission, dem obersten Parteigericht, mit Edathy auf einen Vergleich.

So erhebt der Parteivorstand gegen den früheren Innenexperten „keinen strafrechtlichen Unrechts- oder Schuldvorwurf“ - im Gegenzug lässt Edathy seine Rechte als SPD-Mitglied für fünf Jahre statt wie in der Vorinstanz vorgesehen drei Jahre ruhen.

Auch habe Edathy erklärt, „dass sein Verhalten den sozialdemokratischen Grundwert des Schutzes von Minderjährigen berührt, hat und bedauert dies“, teilte die SPD mit. Daraufhin habe die Schiedskommission das Verfahren gegen den 46-Jährigen eingestellt.

Viele offene Fragen

Die Edathy-Affäre hatte über Monate für Schlagzeilen gesorgt und kurz nach dem Start der Großen Koalition Anfang 2014 zum Rücktritt des damaligen Bundeslandwirtschaftsministers Hans-Peter Friedrich (CSU) geführt. Er hatte in seiner früheren Funktion als Innenminister Gabriel informiert, dass Edathy auf einer Kundenliste eines kanadischen Anbieters von Kinderpornografie stand.

Ein Untersuchungsausschuss des Bundestages versuchte aufzuklären, wer in der SPD dann Edathy vor Ermittlungen gewarnt haben könnte. Viele Fragen blieben unbeantwortet. Ein Gerichtsverfahren gegen den 46-Jährigen war gegen Zahlung von 5.000 Euro eingestellt worden.

Inland

Verein macht gegen Gewalt an Flüchtlingsfrauen mobil

Frauen, die aus ihrer Heimat flüchten, sind besonders häufig mit Gewalt konfrontiert - auch in Zielländern wie Österreich. „Auf ihren Fluchtwegen und in den Unterbringungseinrichtungen muss ihnen besonderer Schutz gewährt werden“, sagte Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments (Grüne) bei einer Pressekonferenz des Vereins „One Billion Rising Austria“ (OBRA) heute in Wien.

Die Istanbul-Konvention, die von Österreich ratifiziert wurde und die Vertragsländer unter anderem dazu auffordert, Gesetze zu schaffen, um Migrantinnen und Asylwerberinnen vor Gewalt zu schützen, ist laut Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF), hierzulande zu wenig bekannt.

Unterschiedliche Gesetze in Bundesländern

„Laut der Konvention haben alle Frauen das gleiche Recht auf Schutz und Sicherheit. In der Realität ist das aber leider immer noch nicht der Fall“, sagte sie. Problematisch seien beispielsweise unterschiedliche Gesetzgebungen in den Bundesländern. „Frauenhäuser dürfen nur in Salzburg und in Tirol Asylwerberinnen aufnehmen. In den anderen Bundesländern ist das nur für einen kurzen Zeitraum oder gar nicht möglich“, sagte sie.

Um asylsuchende Frauen und Mädchen vor Gewalt zu schützen, fordert Rösslhumer unter anderem die Schulung und Sensibilisierung von Mitarbeitern in Erstaufnahmezentren und Flüchtlingsunterkünften. Besonders verstärkten fehlende Rückzugsräume und mangelhafte Sanitäreinrichtungen die Gefahr, Opfer sexueller Übergriffe zu werden.

„Wenn Flüchtlingsfrauen von häuslicher Gewalt betroffen sind, ist es außerdem wichtig, dass sie ein eigenes Asylverfahren bekommen und dieses nicht an das Verfahren des Ehemannes gekoppelt wird“, betonte sie. Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, übte Kritik an der fehlenden Verankerung von geschlechtsspezifischen Fluchtgründen (beispielsweise Verfolgung wegen Homosexualität oder Genitalverstümmelung) in der österreichischen Gesetzgebung.

Sport

Fußball-EM: ÖFB-Fanansturm in Frankreich

Der Ansturm der heimischen Fans auf Tickets für die bevorstehende Fußball-EM in Frankreich hat sich gelohnt: Die Anhänger des ÖFB-Teams dürfen sich über ein um 42 Prozent erhöhtes Kartenkontingent freuen.

Möglich machte das vor allem die geringe Nachfrage nach EM-Tickets aus Island. Die Truppe von Teamchef Marcel Koller darf sich somit im Abschlussspiel der Gruppenphase am 22. Juni im Pariser St.-Denis-Stadion auf eine Rekordkulisse an rot-weiß-roten Fans freuen.

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Tennis: Als Muster die Nummer eins war

Am 12. Februar 1996 ist österreichische Sportgeschichte geschrieben worden. Nach insgesamt zwölf Turniersiegen und dem Triumph bei den French Open im Jahr davor hatte Thomas Muster den Tennisthron erklommen und sich als erster Österreicher zur Nummer eins im ATP-Ranking gekürt. Der damals 28-jährige Steirer verbrachte jenen Tag für ihn nicht ungewöhnlich auf einem Tennisplatz, doch der Schauplatz war sehr wohl nicht alltäglich.

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Wirtschaft

OMV sucht Käufer für Türkei-Tochter Petrol Ofisi

Die OMV will ihre vor fünf Jahren mehrheitlich erworbene türkische Tankstellenkette Petrol Ofisi nun wieder loswerden. Verkauft werden sollen bis zu 100 Prozent der Anteile, derzeit laufe ein Verfahren zur Auswahl eines Beraters für den Verkaufsprozess, teilte die OMV heute mit.

Mit der Petrol Ofisi hatte die OMV schon seit längerer Zeit keine Freude mehr. Das Geschäft in der Türkei werde durch Eingriffe des Regulators beeinträchtigt, der die Margen in der Branche gedeckelt habe, so die wiederholte Klage der OMV-Führung.

„Wichtiger Schritt in der Strategie“

Nun hat man offenbar beschlossen, die Reißleine zu ziehen. Der Verkauf sei ein wichtiger Schritt in der Strategie der OMV, „sich auf das Upstream-Geschäft sowie integrierte Downstream-Aktivitäten zu fokussieren“, heißt es in der Aussendung. Die OMV war 2006 mit zunächst 34 Prozent bei Petrol Ofisi eingestiegen und hatte später in mehreren Schritten weiter aufgestockt.

Petrol Ofisi betreibt 1.785 Tankstellen und hat somit das größte Tankstellennetz in der Türkei. 2015 verkaufte das Unternehmen rund zehn Mio. Tonnen Treibstoff. Darüber hinaus betreibt Petrol Ofisi das größte Speicher- und Logistikgeschäft auf dem türkischen Treibstoffmarkt mit einer Speicherkapazität von mehr als einer Mio. Kubikmetern. Das Unternehmen ist auch der größte Lieferant von Schmiermitteln in der Türkei.

Breite Front für Barzahlung in der Verfassung

Die ÖVP macht sich nun auch dafür stark, das Recht, mit Bargeld zu zahlen, in der Verfassung zu verankern. Staatssekretär Harald Mahrer und Klubobmann Reinhold Lopatka forderten das heute in mehreren Medien.

Schon vor zwei Tagen hatte das FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer vorgeschlagen. Die SPÖ denkt noch darüber nach, NEOS ist dafür, die Grünen dagegen.

Diskussion über 500-Euro-Schein

In Europa laufen derzeit mehrere Diskussionen in Zusammenhang mit Bargeld. Die EZB überlegt, den 500-Euro-Schein abzuschaffen. Dieser werde von Normalbürgern kaum verwendet und sei dafür anfällig, von Kriminellen für den Geldtransport und die Geldwäsche verwendet zu werden, so das Argument. „Bald“ soll eine Entscheidung fallen, wobei die Vorzeichen auf Abschaffung stehen. Österreichs Vertreter in der EZB, Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny, ist allerdings dagegen.

Die zweite Diskussion dreht sich um ein Verbot von Barzahlungen großer Summen. Im Gespräch ist, Barzahlungen ab 5.000 Euro zu verbieten, in Frankreich gilt bereits eine Obergrenze von 3.000 Euro. Hier gibt es eher Zustimmung, Lopatka etwa sagt in den „Salzburger Nachrichten“: „Ab einer gewissen Höhe halte ich das für gerechtfertigt.“ Nowotny ist aber ebenso gegen eine Obergrenze wie Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP).

EU-Finanzminister offen für Bargeldobergrenze

„Große Bargeldsummen können leicht zur Terrorfinanzierung genutzt werden, da besteht ein Risiko“, sagte der niederländische Finanzminister und Chef der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem, heute in Brüssel. Bargeld als solches dürfe nicht infrage gestellt werden, sagte indes Schelling. „Ich bin einhundertprozentig für die Erhaltung des Bargelds.“ Auf der Agenda der EU-Finanzminister stand unter anderem ein Aktionsplan der EU-Kommission gegen Terrorismusfinanzierung. Die Einführung einer konkreten EU-weiten Bargeldobergrenze ist darin nicht enthalten.

Europas Finanzminister wollen zudem mit der Entscheidung über das Schicksal des 500-Euro-Scheins auf die Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) warten. Die Minister würden die EZB bitten, die mögliche Nutzung des größten Euro-Scheins zur Finanzierung von Terrorakten nochmals zu prüfen, sagte Dijsselbloem vor dem Treffen der EU-Finanzminister. Die Zentralbank solle dann Vorschläge unterbreiten.

VW trotzt „Dieselgate“: Absatz legte im Jänner zu

Der deutsche Autokonzern VW hat zu Jahresanfang dank Zuwächsen in China und Westeuropa weltweit mehr Fahrzeuge verkauft als vor Jahresfrist. Im Jänner stiegen die Auslieferungen um 3,7 Prozent auf 847.800 Fahrzeuge. „Die Entwicklung der Weltmärkte zeigt sich zu Jahresbeginn uneinheitlich“, sagte Konzernchef Matthias Müller heute in Wolfsburg. Grund ist vor allem, dass das Geschäft für VW in China wieder anspringt.

Die Lage in Brasilien und Russland bleibe angespannt, das Geschäft in China nehme wieder Fahrt auf, und Europa entwickle sich stabil. Nach Verkaufsrückgängen in der Volksrepublik im abgelaufenen Jahr stiegen die Auslieferungen dort im Jänner um rund 14 Prozent. In Westeuropa verkauften die Wolfsburger 2,9 Prozent mehr, dabei stieg der Absatz in Deutschland nur marginal (plus 0,4 Prozent).

Talfahrt in USA, Brasilien und Russland

In den USA, wo im vergangenen Jahr der Abgasskandal öffentlich gemacht worden war, schrumpften die Auslieferungen dagegen um sieben Prozent. Weiter mit zweistelligen Prozentsätzen bergab ging es in Brasilien und Russland. In den beiden Ländern macht die Kundschaft wegen der schlechten Wirtschaftslage schon länger einen großen Bogen und die Schauräume der Autohändler.

Markt für Halal-Produkte „am Explodieren“

Der globale Halal-Lebensmittel- und Lifestyle-Sektor wird bis 2020 um sechs Prozent anwachsen, prognostiziert das Marktforschungsinstitut DinarStandar mit Sitz in New York. Weltweit leben 1,3 Milliarden Muslime, 574.000 in Österreich. Der Markt für Halal-Produkte umfasst die Bereiche Industrie, Essen bis hin zu Kosmetika.

Muslime in Österreich greifen bei Halal-Waren überwiegend in Ethno-Supermärkten zu. Der REWE-Konzern verkauft seit einigen Jahren in den Merkur-Märkten nach islamischen Regeln geschlachtetes Fleisch. „Der Markt ist am Explodieren“, sagte der Präsident des Islamischen Informations- und Dokumentationszentrum Österreich, Günther Rusznak.

Unverständnis über Entscheidung von Spar

Das IIDZ-Austria stellt Halal-Zertifikate für Unternehmen aus, die Muslime ansprechen oder in islamische Länder expandieren wollen. Die Firmen belieferten überwiegend den heimischen Markt, die Ausfuhr in die Arabischen Emirate nehme aber zu, erklärte Rusznak. Derzeit sind hierzulande sechs Schlachthöfe für Rinder und einer für Geflügel vom IIDZ Halal zertifiziert. In den vom IIDZ zertifizierten Schlachthöfen werden die Tiere vor dem Schächten betäubt.

Aufgrund von Anfeindungen stellte der Lebensmittelkonzern Spar Anfang Dezember den Verkauf von Halal-zertifiziertem Fleisch ein. „Es ist für mich unerklärlich, warum Spar in die Knie gegangen ist. Spar überlässt damit den Markt den ‚Onkel-Ahmed-Läden‘. In Deutschland ist es gang und gäbe, dass man Halal-Fleisch in den großen Handelsketten kaufen kann“, so Rusznak.

Bauernproteste in Athen: Ausschreitungen vor Ministerium

Die seit mehr als zwei Wochen andauernden Proteste der griechischen Landwirte haben nun die Hauptstadt Athen erreicht: Aus Wut über eine geplante Pensions- und Steuerreform versuchten wütende Bauern aus Kreta, das Landwirtschaftsministerium heute zu besetzen. Dabei bewarfen sie die Polizei mit Steinen und Paradeisern und schleuderten gezündete Feuerwerkskörper, wie das Fernsehen zeigte.

Fensterscheiben gingen zu Bruch. Mindestens zwei Tage solle der „Sturm auf die Hauptstadt“ dauern, hatten die Landwirte angekündigt. Um die Mittagszeit wollten Landwirte aus allen Landesteilen mit ihren Traktoren vor dem Parlament in Athen demonstrieren.

Polizei sperrte Straßen

Um ein Verkehrschaos abzuwenden, blockierte die Polizei in der Früh elf wichtige Straßen, die ins Athener Stadtzentrum führen, wie das Staatsfernsehen zeigte. Nur Bauern in Bussen und Zügen sowie Autos wurde die Weiterfahrt erlaubt. Wer mit seinem Traktor nach Athen fuhr, wurde gestoppt.

Die Bauern blockieren im ganzen Land bereits an mindestens 130 Stellen wichtige Straßen mit ihren Traktoren und lassen nur Notfälle durch. (iptv.ORF.at)

Alle anderen Fahrer müssen riesige Umwege in Kauf nehmen. Die Landwirte sollen wie auch viele Selbstständige mit höheren Steuern und Abgaben zur Sanierung der schwer defizitären Pensionskassen und der Staatsfinanzen beitragen. Für die Bauern sind unter anderem eine Anhebung der Pensionsbeiträge von sieben auf 20 Prozent sowie die Abschaffung von Steuerprivilegien vorgesehen.

Wirtschaft schrumpfte weniger als erwartet

Die griechische Wirtschaft schlug sich im Kampf gegen die Schuldenkrise zum Ende des vergangenen Jahres besser als gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im vierten Quartal zwar um 0,6 Prozent zum Vorquartal, wie das EU-Statistikamt Eurostat heute mitteilte. Experten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang von 0,9 Prozent gerechnet.

Damit bleibt der hoch verschuldete Staat aber nach den bisher vorliegenden Daten Schlusslicht in der Euro-Zone. Auch für 2016 sieht es trübe aus. Die EU-Kommission sagt den Griechen ein schwieriges Jahr voraus: Das Bruttoinlandsprodukt werde um 0,7 Prozent schrumpfen, ehe es 2017 mit 2,7 Prozent spürbar steigen soll. Die Arbeitslosigkeit war zuletzt mit 24,6 Prozent immer noch mehr als doppelt so hoch wie im Schnitt der Euro-Zone.

Spanischer Beamter ging sechs Jahre nicht arbeiten

Ein Beamter in Südspanien ist mehr als sechs Jahre lang nicht in der Arbeit erschienen, ohne dass es seiner Behörde aufgefallen wäre. Zu dieser Zeit bezog er jeden Monat sein Gehalt. Seine Abwesenheit fiel laut Medienberichten von heute erst auf, als die Stadtverwaltung von Cadiz ihm für seine 20 Dienstjahre eine Plakette überreichen wollte.

Die Stadt leitete ein Verfahren ein und verlangte von dem heute 69-Jährigen, der inzwischen pensioniert ist, die Rückzahlung des Nettogehalts eines Jahres in Höhe von 29.900 Euro. Ein Gericht bestätigte die Entscheidung und begründete das so: „Der Beamte erschien in der Zeit von 2004 bis 2010 nicht an seinem Arbeitsplatz und verrichtete keinerlei Arbeiten.“

Betroffener sieht „politisches Mobbing“

Dass dies lange Zeit nicht auffiel, lag der Behörde zufolge an einer mangelhaften Abstimmung. Joaquin war von der Stadtverwaltung zu den Wasserwerken versetzt worden und sollte dort den Bau einer Kläranlage überwachen. „Im Rathaus glaubte man, er sei bei den Wasserwerken, und der Direktor der Wasserwerke wähnte ihn in der Stadtverwaltung“, erläuterte der damalige Stadtrat Jose Blas Fernandez.

Joaquin sieht sich als Opfer eines „politischen Mobbings“. Nach Informationen der Zeitung „El Mundo“ hält er der Stadtverwaltung vor, ihn aus politischen Gründen auf einen inhaltsleeren Posten abgeschoben zu haben. Obwohl es für ihn nichts zu tun gegeben habe, sei er gelegentlich in seinem Büro erschienen, berichtete das Blatt. Er bestreite allerdings nicht, fürs Nichtstun bezahlt worden zu sein.

Chronik

Zugsunglück in Bayern: Dritte Blackbox gefunden

Bei den Aufräumarbeiten nach dem schweren Zugsunglück in Bad Aibling in Bayern haben Experten die gesuchte dritte Blackbox in den Trümmern gefunden. Der Fahrtenschreiber zeichnet relevante Informationen während der Fahrt auf und soll dazu beitragen, die Ursache für das Zugsunglück mit inzwischen elf Toten herauszufinden.

„Die anderen beiden sind noch bei der Auswertung“, sagte eine Polizeisprecherin heute mit Blick auf die zwei bereits sichergestellten Fahrtenschreiber. Dienstagfrüh waren auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim zwei Züge ungebremst aufeinandergeprallt.

Goa will Pfau zum Abschuss freigeben

Der Pfau, Indiens Nationalvogel und für viele Hindus aus religiösen Gründen wichtig, könnte im westindischen Goa bald zum Schädling erklärt und damit zum Abschuss freigegeben werden.

Der bunte Vogel sei ein Ärgernis für die Bauern, weil er Feldfrüchte zerstöre, sagte ein Referent von Goas Landwirtschaftsminister Ramesh Tawadkar heute. Pfaue, Wildschweine und Affen könnten bald regelmäßig dezimiert werden. Die Entscheidung obliege aber dem Forstministerium.

Der indische Bundesstaat Goa beschloss zudem, Kokospalmen nicht mehr zu den Bäumen zu zählen. Damit soll es Bauern nach offiziellen Angaben leichter gemacht werden, alte oder kranke Palmen zu fällen, ohne dafür Genehmigungen von Indiens Bürokraten einzuholen. Umweltschützer kritisierten, die Entscheidung helfe vor allem Bauunternehmern, die auf Grundstücken schnell Industrie und Hotels ansiedeln wollten.

Spinne in Australien besiegte Schlange

Eine spindeldürre Spinne mit extrem langen Beinen hat in Australien eine hochgiftige Schlange zur Strecke gebracht. „Die Schlange war schon tot, davon habe ich mich überzeugt, bevor ich sie fotografiert habe“, sagte der Farmer Patrick Lees aus Weethalle 400 Kilometer westlich von Sydney heute.

Schlange im Netz einer Spinne

APA/AFP/Patrick Lees

Ein von Lees auf der Facebook-Seite The Aussie Farmer veröffentlichtes Foto zeigt die zu den giftigsten Schlangen der Welt gehörende Braunschlange, die mit dem Schwanz im Spinnennetz hängt, während die Spinne ihre langen Beine um ihre Beute legt.

Er wisse nicht, ob die Spinne die Schlange womöglich mit Gift getötet habe, sagte Lees. „Aber sie hat definitiv am Ende gewonnen.“ Möglicherweise habe sich die Schlange im Spinnennetz verfangen. Der Experte Graham Milledge vom Australian Museum sagte, diese Erklärung für den ungewöhnlichen Vorfall sei am wahrscheinlichsten.

IT

Asics kauft Fitnessapp Runkeeper

Die Welle der Übernahmen von Fitnessapps durch Sportartikelhersteller geht weiter: Jetzt kauft Asics die Anwendung Runkeeper. Ein Preis wurde in der Mitteilung heute nicht genannt. Asics folgt damit dem Vorbild von adidas. Der deutsche Asics-Konkurrent kaufte im vergangenen Jahr für 220 Millionen Euro die österreichische App Runtastic.

Und der amerikanische Rivale Under Armour schluckte vor einem Jahr für 85 Mio. Dollar die Anwendung Endomondo. Die Apps dienen dazu, Trainingsdaten zum Beispiel beim Laufen und Radfahren mit Hilfe eines Smartphones aufzuzeichnen und auszuwerten.

Die Konzerne arbeiten daran, ihr Geschäft über den Verkauf von Sportausrüstung hinaus auf Serviceangebote auszuweiten. Nike war ein Pionier dieses Trends mit einem eigenen Fitnessarmband und einer dazugehörigen Anwendung.

Medien

Britischer „Independent“ erscheint bald nur noch digital

Der linksliberale britische „Independent“ stellt die gedruckte Ausgabe ein. Nach dem 26. März werde es das 1986 gegründete Blatt nur noch digital geben, gab die Mediengruppe ESI Group, der die Zeitung gehört, heute bekannt.

Damit sei der „Independent“ die erste in ganz Großbritannien erscheinende Zeitung, die diesen Weg gehe. Diese Entscheidung erhalte die Marke und erlaube es, weiter in hochwertige Inhalte zu investieren, teilte ESI-Group-Besitzer Evgeny Lebedev mit.

Brief an die Mitarbeiter

Auch die Sonntagszeitung „Independent on Sunday“ gibt es ab Ende März nicht mehr gedruckt. Außerdem verkauft die Mediengruppe die kleinere, günstigere Zeitung „i“ an den Verlag Johnston Press. Der „Guardian“ veröffentlichte heute einen Brief, den Lebedev an die Mitarbeiter des „Independent“ geschrieben haben soll.

Darin heißt es, „einige“ Angestellte würden ihren Arbeitsplatz verlieren. Eine genaue Zahl war nicht genannt. ESI Media zufolge erreicht die „Independent“-Website monatlich 70 Millionen Menschen weltweit und ist profitabel. Auch in Großbritannien kämpfen Zeitungen mit sinkenden Auflagen und Profiten.

Science

Gesundheit

Umfrage: Hohe Erwartungen an ELGA und Primärversorgung

Die Zufriedenheit der Österreicher mit der Gesundheitsversorgung ist ungebrochen hoch. 85 Prozent der Befragten sahen das laut einer Umfrage des Gesundheitsministeriums im Vorjahr so, hieß es heute in einer Pressekonferenz. Positiv wurden auch die kommenden Primärversorgungszentren und der Elektronische Gesundheitsakt (ELGA) eingeschätzt.

Die Umfrage namens „Gesundheitsbarometer“ wird seit 2009 mehrmals jährlich mit jeweils rund 1.000 Teilnehmern aus der Wohnbevölkerung ab 16 Jahren durchgeführt, verantwortlich ist das Institut für Strategieanalysen (ISA) von Peter Filzmaier. Über die Jahre sei der Gesamtbefund „ein sehr positiver“, befand dieser.

Kurze Wartezeiten und gute Beratung

Die Zufriedenheit sei stets bei mehr als vier Fünftel der Befragten gelegen, wobei der höchste Wert mit mehr als 90 Prozent 2009 erreicht wurde. Veränderungen hätten dabei regelmäßig mit Budgetdebatten zu tun gehabt, so Filzmaier. Speziell die Generation 50 plus sei besonders zufrieden, Frauen etwas kritischer als Männer.

Abgefragt werden immer auch aktuelle Themen, diesmal die Primärversorgungszentren und ELGA. Auch hier sind die Befunde positiv. 70 Prozent erwarten sich eine bessere Gesundheitsversorgung von der Primärversorgung, 66 Prozent wollen eine solche Anlaufstelle in Anspruch nehmen. Erwartet werden vor allem kurze Wartezeiten und eine umfassende Beratung. Weniger Bedeutung wird langen Öffnungszeiten zugeschrieben.

Internet wichtigste Informationsquelle

Wichtigste Informationsquelle über Gesundheitsthemen ist für die Bevölkerung inzwischen das Internet mit 55 Prozent noch vor dem Hausarzt (45), Tageszeitungen (17) und dem Facharzt (14 Prozent). Bei der Vertrauenswürdigkeit liegt der Hausarzt mit 44 Prozent allerdings weiter ganz vorne, dann kommt die Informationsquelle Internet mit 20 und der Facharzt mit 13 Prozent.

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) freute sich über die konstante Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem. Die zuletzt negativen Daten einer Spitalsärztebefragung der Wiener Ärztekammer wollte sie „nicht überbewerten“.

Religion

Mexiko-Reise: Papst hat schon Sombrero auf

Während der „Fliegenden Pressekonferenz“ auf dem Weg nach Kuba und Mexiko hat Papst Franziskus einen Sombrero geschenkt bekommen. Die Vatikan-Korrespondentin des mexikanischen Medienhauses Televisa, Valentina Alazraki, überreichte ihm die traditionelle Kopfbedeckung. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte: „Das ist jetzt der dritte Sombrero, den Valentina einem Papst schenkt“ - was Alazraki umgehend korrigierte.

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Kultur

Lifestyle

Marvel verwandelt Topmodels in Superhelden

Mit Figuren wie She-Hulk, Spider-Gwen und Thor hat der US-Verlag Marvel fünf Topmodels zur New York Fashion Week in Superhelden verwandelt.

Lexi Boling, Cuba Tornado Scott, Candice Swanepoel, Adriana Lima und Karlie Kloss erscheinen als Covergirls in einer Mischung aus Fotografie und Comic auf der neuen Ausgabe des Kunstmagazins „Garage“. Die neue Ausgabe wurde gestern Abend (Ortszeit) vorgestellt.

„Super-Mode und Modelwelt“

„Sie repräsentieren etwas, das so viel größer ist als sie selbst“, sagte Sana Amanat, Direktorin für Content-Entwicklung bei Marvel, der dpa. Superhelden hätten eindeutig etwas mit „Super-Mode und der Modelwelt“ gemeinsam, sagte Amanat.

Weibliche Captain-Marvel-Figur

Ein Beispiel sei die weibliche Captain-Marvel-Figur, die 2018 mit einem eigenen Film in die Kinos kommen soll: "Die Welt liegt ihr zu Füßen", sagte Amanat. „Sie ist sehr hübsch, sie ist unglaublich stark, kann fliegen, sie schießt Lichtstrahlen aus ihren Händen und rettet jeden zweiten Tag die Welt. Es gibt also definitiv eine Verbindung zur Welt der Supermodels.“