Ausland

Konservativer Präsident für Frankreichs Senat

Dem französischen Senat steht seit heute ein konservativer Präsident vor: Die Senatoren wählten Gerard Larcher von der Partei UMP zum Nachfolger des bisherigen sozialistischen Senatspräsidenten Jean-Pierre Bel.

Wahl war keine Überraschung

Weil die UMP und andere bürgerliche Parteien bei der Senatswahl am Sonntag dem linken Lager die Mehrheit entrissen hatten und die UMP die meisten Senatoren stellt, war Larchers Wahl auf diesen prestigeträchtigen Posten eher eine Formsache.

Der 65-jährige Larcher war bereits zwischen 2008 und 2011 Präsident des französischen Senats. Bei seiner erneuten Wahl wurde er im zweiten Durchgang nach dem Verzicht mehrerer anderer Kandidaten bei Gegenkandidaturen von Sozialisten und Kommunisten gewählt.

Dritter Mann im Staat

Der Senatspräsident hat in Frankreich eine herausgehobene Position: Er übernimmt unter anderem übergangsweise die Funktionen des Staatschefs, wenn dieser zurücktritt oder während seiner Amtszeit verstirbt. Aus protokollarischer Sicht ist er nach dem Staatschef und dem Premierminister der dritte Mann im Staat.

Der Senat selbst ist politisch nicht so einflussreich: Er kann Gesetzestexte zwar ablehnen, das letzte Wort hat aber die Nationalversammlung. Dort gibt es eine linke Mehrheit.

Bulgarien erhöht Strompreise trotz Protesten drastisch

Trotz Protesten sind im ärmsten EU-Land Bulgarien die Verbraucherpreise für Strom zum Monatsbeginn um knapp zehn Prozent drastisch gestiegen. Private Haushalte müssen von 1. Oktober an durchschnittlich 9,79 Prozent mehr für Strom bezahlen, entschied die staatliche Aufsichtsbehörde DKEWR heute in Sofia.

Durch die höheren Preise solle die Versorgung mit Strom zuverlässiger werden. Sozialisten und Nationalisten hatten im Wahlkampf für die Parlamentswahl am kommenden Sonntag gegen die angekündigte Teuerung protestiert.

Der Strompreis ist seit Jahren in Bulgarien zum Politikum geworden. Große Teile der Bevölkerung können aus Armut, besonders im Winter ihre Stromrechnungen nicht bezahlen.

Erst im Februar 2013 war die damalige konservative Regierung durch Massenproteste gegen hohe Strompreise gestürzt worden. Bei den bis Juli regierenden Sozialisten gingen die Strompreise leicht zurück, da unter anderem mehr Atomstrom bestellt worden war. Derzeit regiert eine vom Präsidenten eingesetzte Übergangsregierung.

Neuer NATO-Chef will „konstruktive Beziehung“ zu Moskau

Der neue NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hofft trotz des Konflikts mit Russland um die Ukraine wieder auf eine Verbesserung des Verhältnisses zu Moskau. Die Allianz strebe weiter eine „konstruktive Beziehung zu Russland“ an, sagte Stoltenberg heute bei einer Pressekonferenz zu seinem Amtsantritt in Brüssel. Das sei kein Widerspruch zu einer „starken NATO“.

Auf ihrem letzten Gipfeltreffen hatte die NATO als Reaktion auf den Ukraine-Konflikt beschlossen, ihre Präsenz in Osteuropa dauerhaft zu erhöhen. Zudem will sie eine schnelle Eingreiftruppe zur Verteidigung ihrer Mitglieder aufbauen. Russland hatte die Beschlüsse scharf kritisiert. Stoltenberg übernahm das Amt des NATO-Generalsekretärs von dem Dänen Anders Fogh Rasmussen, der gerade in letzter Zeit mehrfach harte Kritik an Russland geäußert hatte.

„Die NATO sucht keine Konfrontation mit Russland“, sagte Stoltenberg. Allerdings könne die NATO keine Kompromisse machen, wenn ihre Prinzipien verletzt würden. Die NATO verurteilt die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland und wirft Moskau vor, den Konflikt angeheizt zu haben. „Wir müssen klare Änderungen in Russlands Handeln sehen“, mahnte Stoltenberg, dessen Heimatland Norwegen an Russland grenzt.

Homs: Zahl der Toten nach Doppelanschlag auf 39 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer bei einem Doppelanschlag auf die von der Regierung kontrollierte syrische Stadt Homs ist auf mindestens 39 gestiegen. Zunächst war von 18 Toten berichtet worden. Unter den Toten seien 30 Kinder, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute.

Demnach explodierte in der Nähe einer Schule zunächst eine Autobombe. Wenige Minuten später sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft.

Dutzende Menschen wurden laut den Menschenrechtsbeobachtern verletzt, darunter ebenfalls viele Kinder. Die Anschläge wurden in einem Viertel verübt, in dem vor allem Mitglieder der religiösen Minderheit der Alawiten wohnen. Zu ihnen gehört auch der syrische Präsident Baschar al-Assad. Niemand bekannte sich zunächst zu den Attentaten.

Faymann betont in Kiew ukrainische Souveränität

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat heute in Kiew Präsident Petro Poroschenko getroffen. Poroschenko betonte dabei die Schlüsselrolle der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Friedensmission. Faymann hob seinerseits die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine hervor und betonte die Wichtigkeit einer Deeskalation.

Poroschenko hob den Friedensplan und die Waffenruhe hervor und dankte Österreich für dessen Einsatz zur friedlichen Lösung der Ukraine-Krise. Weiters dankte er Österreich für die Bereitstellung von Drohnen für die OSZE-Beobachtungsmission, die die Waffenruhe überwacht. Auch die Bedeutung österreichischer Investoren und Wirtschaftsinitiativen unterstrich der ukrainische Präsident.

Faymann will Moskau einbezogen sehen

Das Konzept der Neutralität oder der Blockfreiheit sprach Poroschenko in seinem Pressestatement nicht an. Poroschenko hat wiederholt seine proeuropäische Richtung betont, er strebt einen EU-Beitritt an, ebenso will er durch eine Gesetzesnovelle die Perspektive für einen NATO-Beitritt schaffen. Diese Gesetzesnovelle würde den aktuellen blockfreien Status der Ukraine laut Experten aufheben.

Faymann seinerseits betonte, dass Österreich mit seiner Neutralität „beste Erfahrungen“ gemacht habe und „sehr stolz“ darauf sei. Österreich unterstützt nach Faymanns Worten „in voller Überzeugung“ den Friedensplan der EU. Eine militärische Lösung in der Ostukraine müsse vermieden werden, da sie eine Spirale schaffe, aus der nicht mehr herauszufinden sei. Ohne Russland sei kein friedliches und prosperierendes Zusammenleben möglich.

Neue Panne: Bewaffneter mit Obama in Lift

Die „Washington Post“ hat eine weitere Sicherheitspanne des US-Geheimdiensts Secret Service aufgedeckt. Ein Bewaffneter schaffte es während eines Besuchs von US-Präsident Barack Obama bei der US-Seuchenbehörde CDC in Atlanta mit dem US-Präsidenten in den Aufzug.

Laut der Zeitung fiel der Eindringling erst auf, als er Obama mit seinem Handy „ziemlich unprofessionell“ fotografierte. Dass der bereits wegen drei Gewaltdelikten Verurteilte in der Nähe Obamas eine Waffe trug, wurde nur zufällig entdeckt. Unterdessen wurde der Irak-Veteran, der jüngst in das Weiße Haus eingedrungen war, angeklagt.

Mehr dazu in Bereits dreimal verurteilt

Inland

Kasernen: „Konstruktives" Gespräch in Oberösterreich

Zugeknöpft über die Inhalte haben sich Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) und der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) nach einem Gespräch heute Abend im Linzer Landhaus in Oberösterreich gegeben. Das Klima der Unterredung, die mögliche Kasernenschließungen zum Thema hatte, sei aber „konstruktiv“ gewesen, betonten beide Seiten.

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Fischer-Appell zu Lockerung strenger Asylregeln

Bundespräsident Heinz Fischer hat heute mehr Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen in Österreich gefordert. Angesicht wachsender Flüchtlingszahlen stellte er in seiner Rede zum Verfassungstag überdies zur Debatte, ob nicht „eine Lockerung mancher strenger Regelungen denkbar ist“. Die Reformpläne von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) für das Erstaufnahmeverfahren begrüßte er.

„Abstrakt“ seien viele „dafür, verfolgten Menschen zu helfen. Je konkreter aber diesbezügliche Bemühungen werden und je näher eine mögliche Unterbringung in die Nachbarschaft rückt, desto stärker sinkt die Bereitschaft, Flüchtlingsunterkünfte zu akzeptieren“, kritisierte Fischer laut Redetext. Manchmal werde „nach dem ‚Florianiprinzip‘ agiert“. Er räumte ein, dass es „in der Bevölkerung Ängste und Vorurteile“ gebe.

„Kluft zwischen Theorie und Praxis“

Eine „gleichmäßige Belastung“ der Gemeinden, in denen Unterkünfte infrage kommen, wäre „wünschenswert“, auch auf das Zahlenverhältnis zwischen Bevölkerung und Flüchtlingen sollte man achten. Auch europaweit sei eine „Herstellung von Gerechtigkeit“ anzustreben, so Fischer. Doch abgesehen davon „sollte man sich fragen, ob nicht zumindest eine schrittweise Annäherung möglich und eine Lockerung mancher strenger Regelungen denkbar ist“.

Fischer appellierte dazu, „sich ernsthaft zu bemühen, die Kluft zwischen Theorie und Praxis, zwischen unseren europäischen Grundwerten, christlicher Nächstenliebe oder sozialdemokratischem Solidaritätsgedanken einerseits und der Realität, wie sie viele Flüchtlinge und Asylanten hier vorfinden, andererseits so klein wie möglich zu machen“. Natürlich könne man nicht „‚alle‘ aufnehmen“, müsse die Aufgenommenen aber etwa so behandeln, wie österreichische Flüchtlinge „dankenswerterweise“ zwischen 1938 und 1945 von anderen behandelt worden seien.

Noch vier Monate Schonfrist für Länder

Noch bis Jahresende haben die Bundesländer von der Bundesregierung unterdessen eine Schonfrist bekommen, um die jeweiligen Quoten zur Unterbringung von Flüchtlingen zu erfüllen. Das wurde gestern in laut Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) „harten“ Verhandlungen zwischen Bund und Ländern vereinbart.

Nach Ablauf der vier Monate sollen die Länder die vereinbarten Pflichten aber zu 100 Prozent erfüllen, obwohl die meisten seit jeher schon an der Zwischenstufe von 88 Prozent scheiterten. Dass diesmal funktionieren soll, was bisher nicht funktioniert hat, hat für Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) einen Grund: Sonst würden alle anderen Länder es mit Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) zu tun bekommen.

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Sport

Ski alpin: Abfahrtsklassiker in Bormio gestrichen

Mit Bormio wird eine der bekanntesten Weltcup-Stationen in der WM-Saison 2014/2015 nicht mehr im alpinen Herren-Kalender vertreten sein. Die Veranstalter wollen den Abfahrtsklassiker, der traditionell Ende Dezember auf dem Programm stand, aus finanziellen Gründen nicht mehr durchführen. Gerade in der Woche zwischen Weihnachten und Silvester brauche man die Einnahmen aus dem Tourismus, so die Begründung. Der italienische Verbandspräsident Flavio Roda hatte bis zuletzt auf eine Lösung in letzter Minute gehofft.

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Champions League: Totti-Rekordtreffer in Nacht der Jubiläen

Francesco Totti hat sich mit seinem Treffer zum 1:1 gestern im Champions-League-Gruppenspiel bei Manchester City in die UEFA-Geschichtsbücher eingetragen: Mit 38 Jahren und drei Tagen ist der Kapitän von AS Roma der älteste CL-Torschütze aller Zeiten.

Trotz einer 2:3-Niederlage bei Paris Saint-Germain ein bisschen freuen durfte sich zudem Barcelonas Routinier Xavi: Der 34-Jährige darf sich mit nun 143 Partien CL-Rekordspieler nennen.

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Formel 1: Mercedes kann in Japan ersten Titel einfahren

Bereits im 15. von 19 Formel-1-Rennen könnte der erste Weltmeistertitel vergeben werden. Feiert das bisher dominierende Mercedes-Team am Sonntag beim Grand Prix von Japan in Suzuka einen Doppelsieg und fährt Titelverteidiger Red Bull nicht mehr als zwei Punkte ein, ist den Silberpfeilen der erstmalige Gewinn der Konstrukteurs-WM nicht mehr zu nehmen. Damit könnten sich die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg im Saisonfinish ganz auf das Stallduell um die Fahrer-WM konzentrieren.

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Kricket: Indien setzt neue Maßstäbe

Im europäischen Clubfußball geben Namen wie Bayern München, Real Madrid und FC Chelsea in der Champions League den Ton an. Doch es gibt eine Königsklasse, in der die Europäer kein Leiberl haben. Im Kricket ist Indien in der Twenty20-Champions-League mittlerweile das Maß aller Dinge. Alles andere als ein neuerlicher Triumph eines Teams aus dem Land des Weltmeisters wäre eine Überraschung. Denn nicht nur sportlich, auch finanziell ist der Subkontinent eine Supermacht.

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Wirtschaft

Russlands Zentralbank rüstet für Ölpreisabsturz

Die russische Zentralbank rüstet sich mit einem Notfallplan für einen Einbruch des Ölpreises. Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte die Erste Vizechefin der Notenbank, Xenia Judajewa, heute mit den Worten, die Währungshüter arbeiteten an einem „Stressszenario“. Es sehe Notmaßnahmen für den Fall vor, dass der Ölpreis auf 60 Dollar (47,7 Euro) pro Fass falle.

Laut Experten droht Russland bei einem solchen Preissturz um ein Drittel eine tiefe Rezession. Das Öl- und Gasgeschäft macht rund die Hälfte der Staatseinnahmen in dem rohstoffreichen Schwellenland aus. Die Regierung geht bei ihren Haushaltsplanungen von einem Ölpreis von 100 Dollar aus.

Die in Russland hauptsächlich geförderte Sorte hat sich jedoch bereits auf rund 92 Dollar verbilligt. Wegen der russischen Rolle im Ukraine-Konflikt hat der Westen gegen das Land Sanktionen verhängt, die mit zum Kursverfall des Rubels führten. Zudem haben sich die Konjunkturaussichten eingetrübt. Der IWF rechnet für 2015 nur noch mit 0,5 Prozent Wachstum.

EU durchforstet Beihilfen - Millionen Euro unzulässig

In ihrer 2012 eingeleiteten Überprüfung von öffentlichen Beihilfen für Wirtschaftsbetriebe hat die EU-Kommission heute eine Zwischenbilanz vorgelegt. Demnach sind unzulässigerweise Millionen Euro an Subventionen geflossen - unter anderem für Regionalflughäfen quer durch Europa und die Nürburgring-Autorennstrecke.

„Regierungen dürfen Unternehmen in Schwierigkeiten unterstützen, sofern sie dabei die EU-Beihilfevorschriften beachten, mit denen die Verschwendung von Steuergeldern und ungerechtfertigte Wettbewerbsverzerrungen verhindert werden sollen“, sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia in Brüssel. Das sei jedoch in den konkreten Fällen nicht geschehen.

Zumindest zwei Flughäfen müssen nach Angaben der EU-Kommission die Staatsbeihilfen zurückzahlen: der deutsche Airport Zweibrücken und der belgische Flughafen Charleroi. Almunia begründete die Maßnahme mit einer Verzerrung des Wettbewerbs im Binnenmarkt.

Bergarbeiter blockieren riesige Mine in Indonesien

Nach einem Unfall mit vier Toten haben Bergarbeiter die Grasberg-Mine im indonesischen West-Papua blockiert. Rund 2.000 Demonstranten versammelten sich heute vor dem Eingang zur Mine und verlangten von der Geschäftsführung, besser für ihre Sicherheit zu sorgen.

Am Samstag waren vier Bergarbeiter beim Zusammenstoß eines Riesen-Lkw mit einem Auto gestorben. Erst im Mai 2013 waren beim Einsturz eines Bergwerktunnels 28 Menschen in der Grasberg-Mine ums Leben gekommen. Grasberg ist die größte Mine Indonesiens. Dort werden Kupfer und Gold gefördert. Betreiber ist das US-Unternehmen Freeport McMoran. Mehr als 24.000 Bergleute arbeiten dort.

Chronik

Drei US-Schulen wegen Bombendrohungen evakuiert

Die durch eine Schießerei mit 26 Toten bekanntgewordene Sandy-Hook-Volksschule in den USA ist heute wegen einer Bombendrohung geräumt worden. Nach einem Drohanruf seien die Schüler in eine benachbarte Schule gebracht worden, berichtete die Zeitung „Hartford Courant“. Die Polizei habe bei einer Suche aber keinerlei Sprengstoff entdeckt.

Die Schule war im Dezember 2012 in die Schlagzeilen geraten, nachdem ein Schütze 20 Schüler und sechs Lehrer getötet hatte. Weil das damalige Schulgebäude in Newtown mittlerweile abgerissen wurde und neu gebaut werden soll, weichen die Schüler derzeit auf ein Gebäude im nahe gelegenen Monroe im US-Staat Connecticut aus.

Drohungen per E-Mail

Wegen Bombendrohungen wurden zudem zwei High Schools in Bedford im Staat Massachusetts und im gleichnamigen Bedford in New Hampshire evakuiert, berichteten US-Medien. Die Drohungen seien per E-Mail an die beiden Schuldirektoren geschickt worden.

Zunächst war unklar, ob ein Zusammenhang bestand. Auch an diesen Schulen habe die Polizei keinerlei Sprengsätze oder verdächtige Gegenstände gefunden, hieß es. Diese beiden Schulen liegen eine knappe Autostunde voneinander entfernt. Der Unterricht sollte am nächsten Tag fortgesetzt werden.

USA: Weiße klagt wegen Samenspende von Schwarzem

Eine weiße Frau im US-Bundesstaat Ohio hat Klage gegen eine Samenspendenzentrale eingereicht. Der Grund: Obwohl die Frau und ihre Lebenspartnerin Samen von einem weißen Spender bestellten, gebar sie „ein schönes, offensichtlich ethnisch gemischtes Mädchen“. Sie hätten definitiv keine Spermien von einem afroamerikanischen Spender bestellt, und die Verwechslung mache das Leben in der Stadt mit einer „intoleranten“, rein weißen Bevölkerung schwierig.

Laut der Klägerin sandte das Unternehmen ihr Samen vom Spender Nummer 330 zu - sie hatte aber Nummer 380 gewählt. Die Frau habe den Fehler erst bemerkt, nachdem sie bereits schwanger gewesen sei, berichtete die „Chicago Tribune“.

Eine Ziffer verwechselt

Von der Samenspendenzentrale habe sie nach Bekanntwerden des Fehlers nur ein Entschuldigungsschreiben erhalten und das Geld für die Spende refundiert bekommen. Therapeuten hätten ihr empfohlen, aus der Kleinstadt wegzuziehen, so die Frau, die auf „unrechtmäßige Geburt und Garantieverletzung“ klagte.

Laut der Klageschrift passierte der Fehler, weil die Samenspendenzentrale das Spendenregister und die Bestellungen handschriftlich führt und nicht elektronisch. So kam es offenbar zur Verwechslung von „330“ und „380“.

Gesundheit

US-Ebola-Patient flog über Brüssel nach Texas

Der erste in den USA mit Ebola diagnostizierte Patient ist auf dem Weg von Liberia nach Texas in der belgischen Hauptstadt Brüssel zwischengelandet. Das erklärten heute kanadische und liberianische Behörden.

Der Mann hatte bei seinem Abflug noch keine Symptome der Krankheit gezeigt. Er war am 20. September zu einem Familienbesuch in Texas eingetroffen und habe dort erst vier Tage später die typischen Symptome entwickelt. Er befindet sich derzeit in kritischem Zustand in einer Infektionsabteilung. Kritik wurde zudem an den Ärzten laut, die die schwere Erkrankung des Mannes zunächst nicht erkannt hatten.

Ärzte zu spät reagiert?

Der Patient, dessen Nationalität zunächst nicht bekanntwurde, hatte bereits am Freitag einen Arzt aufgesucht, wurde zunächst aber wieder nach Hause geschickt. Erst als er zwei Tage später per Rettungswagen in eine Klinik in Dallas eingeliefert wurde, stellten ihn die Ärzte unter Quarantäne.

Nach Ansicht des Leiters des US-Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, reagierten die Mediziner zu spät. Der Arzt in der Notaufnahme hätte den Patienten fragen müssen, ob er kürzlich ins Ausland gereist sei, sagte Fauci dem US-Sender CNN. Der Hinweis auf den Aufenthalt in Liberia wäre dann ein „gewaltiges Warnsignal“ gewesen.

IT

Putin kündigt Internetüberwachung an

Kreml-Chef Wladimir Putin hat eine stärkere Überwachung des Internets in Russland „zum Schutz der nationalen Sicherheit“ angekündigt. „Die Zahl von Attacken auf russische IT-Ressourcen ist extrem gewachsen“, sagte er heute. Sicherheitsratschef Nikolai Patruschew sprach von mehr als 57 Millionen Hackerangriffen seit Jahresbeginn.

„Der Verlust vertraulicher Informationen muss ausgeschlossen werden“, sagte Putin. Hacker müssten mit empfindlichen Strafen rechnen, zudem lasse die russische Führung Websites sperren, die Extremismus und Gewalt propagierten. Eine „völlige Zensur“ finde aber nicht statt, betonte Putin.

„Wir haben nicht vor, den Internetzugang einzuschränken und das Netz unter totale Kontrolle zu stellen oder zu verstaatlichen. Das wird nicht einmal erwogen“, sagte der Präsident. In Russland gelten zahlreiche Einschränkungen für das Internet. So müssen sich etwa Blogger bei der Medienaufsicht registrieren lassen.

Science

Was macht Forscher zu Nobelpreisträgern?

Alle Nobelpreisträger sind kluge Köpfe - einige sogar Genies. Doch das allein reicht nicht. Während manche Forscher ewig nach dem Durchbruch streben, machen andere durch Zufall den großen Wurf. Eine historische Bilanz vor der kommenden Nobelpreiswoche.

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Im Vorfeld der Nobelpreisvergabe nennt der Nachrichten- und Datenkonzern Thomson Reuters auch heuer wieder die heißesten Kandidaten für die Preise, wobei auch heuer wieder die USA die Nase deutlich vorne haben dürften.

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Transport Tutanchamuns nach Kairo gestoppt

Der ägyptische Antikenminister Mamdu al-Damati hat den Transport der Mumie des Pharaos Tutanchamun von Luxor nach Kairo zunächst verhindert. Pläne zur Überführung der Mumie ins Ägyptische Museum lägen vorerst auf Eis, teilte ein Mitglied der ägyptischen Altertumsbehörde heute mit. Jedoch habe Damati den Transport auch nicht widerrufen.

Bei dem Transport geht es um Pläne des Obersten Rates für Altertümer - der höchsten Antikenbehörde im Land -, die Mumie Tutanchamuns für Untersuchungen und Restaurierungsmaßnahmen ins Ägyptische Museum in Kairo zu bringen. Vertreter der Tourismusbranche im südägyptischen Luxor hatten daraufhin letzte Woche angekündigt, sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen das Vorhaben zu wehren.

Die Vertreter Luxors befürchten, die Mumie könne bei dem Transport zerstört werden. Der britische Archäologe Howard Carter hatte das fast unversehrte Grab des vor rund 3.300 Jahren gestorbenen ägyptischen Pharaos 1922 im „Tal der Könige“ bei Luxor entdeckt. Die Mumie Tutanchamuns ist bis heute an ihrem Fundort zu sehen. Die dazugehörige weltberühmte goldene Totenmaske wird im Ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt.

Religion

„Stricher“-Tweets: Göttweiger Priester suspendiert

Das niederösterreichische Stift Göttweig hat sich heute von umstrittenen Nachrichten eines seiner Mitbrüder auf Twitter distanziert und ihn „mit sofortiger Wirkung“ von der Pfarrseelsorge suspendiert.
Die Nachrichten bezeichnete das Stift als „ein moralisch untragbares Fehlverhalten“.

Dem Geistlichen war seitens der Plattform „Betroffene Kirchlicher Gewalt“ vorgeworfen worden, „zweideutige Tweets“ an junge Burschen gerichtet zu haben. So habe der Geistliche etwa einem Buben empfohlen, als „Stricherjunge“ zu arbeiten, heißt es in der Aussendung der Plattform.

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Medien

Kultur

Lifestyle

Verjüngungskur für Großbritanniens rote Telefonzellen

Großbritanniens berühmte rote Telefonzellen erleben eine Verjüngungskur. Heute wurde in der Tottenham Court Road an einer der verkehrsreichsten Kreuzungen in London ein neuer Prototyp eingeweiht. Die Telefonkabine wurde grün angestrichen und mit einem Solarmodul versehen.

Im Inneren der Kabine befindet sich kein Telefonhörer mehr, dafür vier Steckdosen zum kostenlosen Aufladen von Handys oder Tablets. Eine zweite derartige Solarbox soll im Jänner eingerichtet werden, weitere in den folgenden Monaten.

Die Nutzung der ursprünglich roten Kultobjekte nahm im Zusammenhang mit dem Siegeszugs der Mobiltelefone zuletzt immer mehr ab. Die britische Telekom (BT) legte zusehends Zellen still und bot sie zum Verkauf an.