Ausland

Boko-Haram tötet 48 Menschen in Nigeria

Kämpfer der radikalislamischen Gruppierung Boko Haram haben im Nordosten Nigerias 48 Menschen getötet. Wie ein Gewerkschaftsvertreter heute der Nachrichtenagentur AFP sagte, handelte es sich bei den Opfern um Fischverkäufer aus dem Bundesstaat Borno, die sich auf dem Weg in den benachbarten Tschad befanden.

Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat, bei Anschlägen tötete die Gruppe in den vergangenen Jahren Tausende Menschen. Bereits am Donnerstag hatte es aus der Region Berichte über einen Boko-Haram-Angriff mit mehr als 40 Toten gegeben.

Peschmerga rücken gegen IS-Stellungen nahe Bagdad vor

Kurdische Peschmerga-Kämpfer bringen die Einheiten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak weiter in Bedrängnis. Heute Früh rückten Peschmerga im nordirakischen Dschalaula ein und befreiten nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw einen Großteil der vom IS kontrollierten Stadt.

Auch ein nahe gelegenes Militärlager sei bei dem Vorstoß zurückerobert worden, berichtete die irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria News. Dschalaula liegt rund 120 nordöstlich der irakischen Hauptstadt Bagdad. IS-Dschihadisten hatten die Stadt Anfang August erobert. Nach Medienberichten seien sie nun auf dem Rückzug.

Keine Einigung zwischen USA und Türkei

US-Vizepräsident Joe Biden scheiterte unterdessen in Istanbul mit dem Versuch, die Türkei enger in den Kampf gegen IS in Syrien und im Irak einzubeziehen. Auch nach einem vierstündigen Gespräch konnten Biden und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gestern keinen Durchbruch verkünden.

Es sei „die ganze Bandbreite der Optionen“ besprochen worden, sagte Biden anschließend. Erdogan seinerseits sprach von „detaillierten Diskussionen“. Beide Politiker ließen keinerlei Nachfragen zum genauen Inhalt ihres Gesprächs zu.

USA wollen Angriffe von Türkei aus fliegen

Die USA wollen erreichen, dass sich Ankara militärisch am Kampf gegen die IS-Extremisten in Syrien und im Irak beteiligt. Das lehnt die Türkei ab, sie fordert als Bedingung für ein direktes Eingreifen eine entmilitarisierte Zone an der Grenze zu Syrien.

Bei den Gesprächen von Biden und Erdogan dürfte es unter anderem auch um die Nutzung der türkischen Militärbasis Incirlik gegangen sein. Bisher verweigert die Türkei der US-Armee, von dort aus Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak und in Syrien zu starten.

Türkei bildet Peschmerga-Kämpfer aus

Unterdessen wurde aber bekannt, dass türkische Soldaten kurdische Peschmerga-Kämpfer im Nordirak ausbilden und auch eine neue Einheit der irakischen Armee in Bagdad in gleicher Weise unterstützen werden. „Die Türkei hat schon damit begonnen, Peschmerga-Einheiten im Nordirak auszubilden (...) und wir sind übereingekommen, die Nationalgarde zu trainieren und zu unterstützen“, sagte ein hochrangiger türkischer Vertreter.

Peschmerga-Sprecher Brigadegeneral Halgurd Hikmat bestätigte, dass türkische Soldaten vor drei Wochen damit begonnen haben, Spezialübungen mit Peschmerga im Nordirak durchzuführen. Über die Zahl der Beteiligten wollte er nichts sagen.

US-Militär in Afghanistan erhält mehr Befugnisse

Die USA räumen ihren in Afghanistan nach dem Ende des Kampfeinsatzes verbleibenden Soldaten mehr Befugnisse ein als ursprünglich geplant.

US-Truppen dürften auch begrenzte Einsätze gegen die radikalislamischen Taliban austragen, wenn diese notwendig seien, um Amerikaner zu beschützen und die afghanischen Sicherheitskräfte zu unterstützen, sagte ein Regierungsvertreter gestern in Washington.

US-Präsident Barack Obama habe diese Pläne bereits genehmigt. Laut „New York Times“ schließt das auch ein, dass afghanische Truppen in Kampfeinsätzen mit US-Kampfjets, Bombern und Drohnen unterstützt werden dürfen.

Der Kampfeinsatz der NATO-Truppe ISAF in Afghanistan läuft zum Jahresende aus. Ab 2015 sollen deutlich weniger ausländische Soldaten im Land sein. Bisher hieß es, ihre Aufgabe soll sich im Wesentlichen auf die Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte beschränken. Die USA wollen mit zunächst knapp 10.000 Soldaten präsent bleiben.

250 syrische Flüchtlinge vor Zypern gerettet

Die Behörden von Nordzypern haben heute etwa 250 syrische Flüchtlinge aus Seenot gerettet. Die Menschen, darunter viele Kinder, seien am frühen Morgen nördlich der Insel in stürmischer See in einem Fischerboot entdeckt worden, berichteten türkische Medien. Demnach wurde von dem Schiff aus ein Notruf abgesetzt.

Bereits gestern wurde mitgeteilt, dass im Mittelmeer innerhalb von 48 Stunden knapp 800 Flüchtlinge gerettet worden sind. Allein das Schiff „Gregoretti“ nahm 691 Flüchtlinge auf, so die italienische Küstenwache.

Das Schiff sollte eigentlich im Korridor zwischen Libyen und Sizilien den Fischfang überwachen. Die Mannschaft wurde aber aktiv, als in einem Einsatzzentrum in Rom Hilferufe von Insassen von mehreren Schlauchbooten empfangen wurden. Bei der Aufnahme der Flüchtlinge auf der „Gregoretti“ berichtete einer der Geretteten, dass sein Bruder ins Meer gespült worden sei.

Suche nach Schiffbrüchigen in Ägäis

Die griechische Küstenwache suchte unterdessen im ägäischen Meer nach vier Schiffbrüchigen. Sechzehn Menschen seien nach der Havarie eines Flüchtlingsboot bis zum Mittag gerettet worden, wie eine Sprecherin der Küstenwache sagte. Das aus der Türkei kommende Flüchtlingsboot mit vermutlich 20 Insassen war in den frühen Morgenstunden südlich der Insel Lesbos gesunken. Laut griechischen Medien handelt es sich bei den Flüchtlingen überwiegend um Syrer.

Die libysche Küstenwache teilte ihrerseits mit, dass sie am Freitag 105 Flüchtlinge gerettet habe, die nach Europa wollten. Ihr Schiff sei etwa zehn Seemeilen vor der libyschen Küste in Seenot geraten.

Nordkorea sieht UNO-Resolution als „Kriegserklärung“

Die nordkoreanische Staatsführung hat vor „katastrophalen Folgen“ einer UNO-Resolution gewarnt, in der Menschenrechtsverletzungen in dem abgeschotteten Land angeprangert werden. Das Vorgehen der Vereinten Nationen gleiche einer „Kriegserklärung“, sagte heute die Nationale Verteidigungskommission, oberstes militärisches Gremium des Landes, dem Staatschef Kim Jong-Un vorsitzt.

Die Unterstützer der Resolution, darunter an erster Stelle die USA, Japan und Südkorea, seien für deren Konsequenzen „voll verantwortlich“. Bereits am Donnerstag hatte Nordkorea in einer Reaktion auf die Resolution mit einem neuen Atomtest gedroht.

Bericht über Folter und Hinrichtungen

Der Menschenrechtsausschuss der UNO-Vollversammlung hatte am Dienstag in New York eine Resolution verabschiedet, die Nordkorea vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen könnte. Der Sicherheitsrat wird in dem Text aufgerufen, das in Den Haag ansässige Tribunal mit einem Verfahren gegen Pjöngjang zu beauftragen. Ob das Gremium der Aufforderung nachkommen wird, ist allerdings unklar.

Grundlage der Resolution ist ein UNO-Bericht, der detailliert das System von Nordkoreas Gefangenenlagern mit Folter, standrechtlichen Hinrichtungen und Vergewaltigungen beschreibt. Die Anfang des Jahres veröffentlichte Untersuchung stützt sich vor allem auf Aussagen von im Exil lebenden Nordkoreanern. Bis zu 120.000 Menschen sind demnach in den Straflagern inhaftiert.

Veto von China und Russland möglich

Die Resolution muss im Dezember noch das Plenum der UNO-Vollversammlung passieren. Die Abstimmung dort gilt als Formalität. Im Sicherheitsrat könnten dann aber Russland und China ihr Vetorecht nutzen. Auf die Verabschiedung der Resolution hatte Nordkorea bereits zuvor verärgert reagiert und gedroht, die Gespräche mit der EU über die Menschenrechtslage im Land abzubrechen.

Saudi-Arabien geht schärfer gegen Kritik via Twitter vor

Saudi-Arabien verschärft nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sein Vorgehen gegen Netzaktivisten. In jüngster Zeit würden Behörden vermehrt Jagd auf Bürger machen, die auf dem Kurznachrichtendienst Twitter kritische Meldungen veröffentlichen, teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in einem heute veröffentlichten Bericht mit.

Saudi-Arabien stütze sich dabei auf „vage Regelungen“ eines 2007 erlassenen Gesetzes gegen Cyberkriminalität. Das Gesetz verbietet, Inhalte zu „produzieren, die die öffentliche Ordnung schädigen“. Vergehen werden mit bis zu fünf Jahren Haft und Geldstrafen bis zu umgerechnet 645.000 Euro geahndet.

Frauen wegen Tweets pro Autofahren verhaftet

Laut HRW werde das Gesetz vor allem genutzt, um friedliche Meinungsäußerungen im Netz zu verfolgen. So hätten erst im Oktober drei Anwälte zwischen fünf und acht Jahre Haft für kritische Tweets erhalten. Einer schrieb unter anderem, die Justizverwaltung im Land lebe „in der Dunkelheit des Mittelalters“.

Auch zwei Frauen, die sich via Twitter für ihr Recht auf Autofahren einsetzten, seien von der Polizei festgenommen worden. Autofahren ist in dem Land für Frauen verboten. Eine Bürgerinnenbewegung begehrt im Netz dagegen auf.

Al-Schabab-Miliz bekennt sich zu Attentat in Kenia

Ein Sprecher der radikalislamischen Al-Schabab-Miliz hat sich zum Anschlag auf einen Reisebus im Nordosten Kenias, bei dem 28 Menschen getötet wurden, bekannt.

Der Bus mit etwa 60 Passagieren wurde der Polizei zufolge gestern überfallen. Die Al-Schabab-Terroristen zwangen demnach sämtliche Passagiere zum Aussteigen und teilten sie in zwei Gruppen, Muslime und Nichtmuslime, auf. Wer nicht aus dem Koran vorlesen konnte, wurde erschossen.

Mehr dazu in Angreifer flohen nach Somalia

Inland

Nachbaur: „Kein Rückzug aus politischer Bewegung“

Kathrin Nachbaur steht trotz ihres Parteiaustritts weiter zum Team Stronach. „In der Bundespartei gibt es wenige Mitglieder, nicht einmal alle Abgeordneten sind dabei. Der Rückzug aus der Partei ist kein Rückzug aus der politischen Bewegung“, so Nachbaur in der Sonntagsausgabe der „Kronen Zeitung“.

Ob sie nur aus der Bundespartei ausgetreten ist oder noch Mitglied der steirischen Landespartei ist, darauf geht Nachbaur weder in der „Kronen Zeitung“ noch in der Tageszeitung „Österreich“ ein.

Die Obfrau der steirischen Landespartei, Waltraud Dietrich, hatte gestern Abend erklärt, dass ihr keine Austrittserklärung Nachbaurs aus dem Team Stronach Steiermark vorliege. Nachbaur verweist dazu nur auf eine Sitzung nächste Woche, wo sie ihren Standpunkt erläutern will. Sie will sich nun „auf die politische Arbeit konzentrieren, die sich im Parlamentsklub und in der Akademie abspielt“.

Platz machen für „starken Mann“

Der TS-Abgeordnete Robert Lugar forderte Nachbaur gestern auf, für Klarheit zu sorgen und zu sagen, ob sie noch Parteimitglied ist. Wenn nicht, sei die Lage neu zu bewerten, ob sie noch Klubobfrau bleiben könne.

Nachbaur selbst begründete gestern Abend ihren Rückzug von der Funktion der stellvertretenden Vorsitzenden im TS damit, dass Frank Stronach „einen starken Mann“ wolle. Deshalb wolle sie Platz machen und sehe jetzt den richtigen Zeitpunkt dafür gekommen. Den Vorsitz im Parlamentsklub der Oppositionspartei will sie aber behalten.

Mehr dazu in „Jetzt ist Nachbaur am Zug“

„Stolzdrauf“: Kurz zieht positive Zwischenbilanz

Eine positive Zwischenbilanz der „#stolzdrauf“-Kampagne nach zwei Wochen hat das Integrationsministerium von Sebastian Kurz (ÖVP) heute gezogen. „Die Kampagne hatte einen der durchschlagendsten Starts einer politischen Facebook-Kampagne in Österreich bisher“, sagte Ministeriumssprecher Martin Weiss gegenüber der APA.

Rund 50.000 Nutzungen der Facebook-Foto-App „#stolzdrauf“ wurden registriert. Auf Twitter - wo die Facebook-App gar nicht funktionierte - gab es 2.500 Tweets. Zudem liefen im ORF zwei Wochen lang TV-Spots. Das Ministerium verweist auf die „enorme Breite der Kampagne“, bei der viele Organisationen wie Caritas, Israelitische Kultusgemeinde, türkische Kulturgemeinde und Rotes Kreuz, zahlreiche Unternehmen und Prominente sowie viele tausend Unterstützer mitgemacht hätten.

„Das hat durchaus polarisiert“

Zur Kritik an der Kampagne hält das Ministerium fest, „natürlich wollten wir anecken, indem bewusst die Begriffe ‚Heimat‘ und ‚stolz‘ gewählt wurden. Das hat durchaus polarisiert. Aber ohne Polarisierung fliegt eine Kampagne nicht.“ Auf Facebook sei die Kampagne durchwegs positiv gewesen, auf Twitter oft auch negativ.

Für Kurz steht die Leistung der Menschen im Mittelpunkt, wobei es egal sein soll, woher jemand kommt: „Wer etwas beiträgt, soll sich heimisch fühlen können, unabhängig von seiner Herkunft.“

Sport

Skispringen: Kraft Zweiter in Klingenthal

Stefan Kraft hat heute im deutschen Klingenthal beim ersten Einzel-Bewerb des Skisprungweltcups Rang zwei belegt. Der Salzburger musste sich nur Roman Koudelka geschlagen geben, für den Tschechen war es der erste Sieg im Weltcup. Dritter wurde der Halbzeitführende Andreas Wellinger aus Deutschland.

Gegenüber dem enttäuschenden Abschneiden beim Team-Bewerb gestern zeigten sich auch Michael Hayböck als Neunter und Gregor Schlierenzauer auf Rang 15 verbessert. Andreas Kofler (37.) und Thomas Diethart (40.) konnten sich hingegen nicht für das Finale qualifizieren.

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Bundesliga: Sturm „hungrig“ auf Salzburg

Zum Abschluss der 16. Bundesliga-Runde kommt es heute (16.30 Uhr, live in ORF eins) zum Schlager zwischen Sturm Graz und Red Bull Salzburg. Während der Meister und Tabellenführer zuletzt eine Schlappe in Altach kassiert hat, haben die Steirer unter Trainer Franco Foda auf den Erfolgsweg zurückgefunden. Dementsprechend groß ist der Respekt von Salzburg-Coach Adi Hütter, der von einer „sehr schwierigen Partie“ sprach. Foda tönte: „Jeder Spieler muss auf diese Partie hungrig sein.“

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Fußball: Messi bricht spanischen Ligatorrekord

Superstar Lionel Messi hat gestern den Allzeittorjägerrekord in der spanischen Liga gebrochen. Beim Heimspiel des FC Barcelona gegen den FC Sevilla erzielte der Argentinier mit einem Triplepack seine Meisterschaftstreffer 251, 252 und 253.

Der 27-Jährige übertraf damit den früheren Bilbao-Star Telmo Zarraonandia Montoya, der zwischen 1940 und 1955 251 Tore erzielt hatte. Mit dem Heimerfolg gegen Sevilla bleibt Barca weiter zwei Punkte hinter Tabellenführer Real Madrid, der bei Aufsteiger Eibar ebenfalls klar gewann.

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Wirtschaft

Gewerkschaft droht Deutscher Bahn mit neuem Streik

Im verhärteten Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn droht die Eisenbahnergewerkschaft EVG mit Streiks vor Weihnachten. „Wir können auch vor Weihnachten noch streiken, wenn wir nicht vorankommen“, sagte EVG-Chef Alexander Kirchner dem Magazin „Focus“. Ein Ausstand könne auch parallel zu Lokführerstreiks der Konkurrenzgewerkschaft GDL stattfinden.

Ein EVG-Sprecher sagte dem Magazin zufolge, allein die Beschäftigten in der Stromversorgung und in den Stellwerken könnten das Bahnnetz vollständig blockieren und so den gesamten Verkehr stilllegen. Erste Warnstreiks seien bereits ab dem 3. Dezember denkbar.

Die Bahn und ihre beiden Gewerkschaften GDL und EVG hatten am Freitag noch keinen Durchbruch in dem Tarifkonflikt erzielt. Jedoch sind sich Bahn und GDL, die den Zugsverkehr bereits tagelang lahmgelegt hatte, näher gekommen. Kern des Konfliktes ist, dass die GDL auch für ihre Mitglieder unter den rund 17.000 Zugbegleitern, bei Bordrestaurant-Personal und Rangierführern eigene Verträge abschließen will. Bisher hatte die EVG für alle Berufsgruppen außer den Lokführern Tarifabschlüsse ausgehandelt.

Neue Hintertür für Subvention von fossilen Kraftwerke

Im neuen Energieeffizienzgesetz (EEG) verbirgt sich laut einem Medienbericht ein neues Fördersystem für Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen (KWK-Anlagen), das sind Kraftwerke, die neben Strom auch Fernwärme produzieren.

Die Wien Energie könnte dabei eine der größten Profiteure sein, berichtet das Monatsmagazin „trend“ in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. Zahlen sollen dafür die Stromkunden.

Zwar sei das Gesetz grundsätzlich neutral formuliert, doch die geforderten Wirkungsgrade bei der Strom- und Wärmeproduktion erreichen nur der finanzschwache Wiener Landesenergieversorger mit seinen fossilen Gaskraftwerken (Simmering) und Fernwärmeleitungen sowie einzelne wenige Betreiber in den Bundesländern, heißt es in dem Bericht. Viele Biomassekraftwerke mit Fernwärmeauskopplung hingegen seien aus den Förderungen ausgeschlossen.

Zuschlag zur Stromrechnung ab 2015

Auf die Stromkunden kommen deswegen laut „trend“ ab 2015 weitere Belastungen zu. Aufgebracht würden die Subventionen von bis zu 85 Mio. Euro pro Jahr durch einen neuen Zuschlag zur Stromrechnung. Der Gesetzgeber habe dafür einen komplexen Mechanismus über die Vergabe von „KWK-Punkten“ für förderwürdige Anlagen in Österreich entwickelt. Die Endverbraucher würden verpflichtet, die KWK-Punkte abzukaufen. Sollte der Betrag nicht reichen, könne sogar nachverrechnet werden, dann würden auch die Belastungen für die Stromkunden steigen.

Kritik an der Förderaktion weist der neue Energie-Vorstand in den Wiener Stadtwerken, Robert Grüneis, gegenüber dem „trend“ zurück. Die Stromerzeuger in Deutschland hätten bereits ähnliche Unterstützungen.

Chronik

Tote und Verletzte bei Erdbeben in China

Bei einem Erdbeben der Stärke 5,9 sind im Südwesten Chinas sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Weitere 60 Menschen seien verletzt worden, darunter 42 Kinder einer Grundschule in Tagong, an der durch das Beben Panik ausbrach, berichteten gestern die Staatsmedien der Volksrepublik.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS bebte die Erde gestern am frühen Morgen (Ortszeit) im bergigen Westen der chinesischen Provinz Sichuan. Das Zentrum sei rund 14 Kilometer unter der Erdoberfläche gelegen.

Im Zentrum Japans ereignete sich gestern ebenfalls ein Erdbeben. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS erreichte es eine Stärke von 6,2. Das Epizentrum lag demnach in der Präfektur Nagano nordwestlich von Tokio. Nach Angaben der Behörden wurden 39 Menschen durch den Erdstoß verletzt, sieben davon schwer. Häuser seien zerstört worden und Wasserleitungen zerborsten.

Hochwasseralarm im US-Bundesstaat New York

Nach dem Rekordschnee im Nordwesten des US-Bundesstaates New York haben die Behörden in den betroffenen Gebieten Hochwasseralarm ausgerufen.

Wie der Wetterdienst mitteilte, stieg angesichts steigender Temperaturen die Gefahr schwerer Überschwemmungen durch die Schneeschmelze.

In dem betroffenen Gebiet um die Stadt Buffalo leben etwa 600.000 Menschen. Dort hatte es diese Woche einen heftigen Wintereinbruch mit meterhohem Schnee gegeben. Mindestens 14 Menschen kamen ums Leben. Viele Menschen saßen fast eine Woche lang in ihren Häusern fest.

Chikungunya-Fieber in Karibik: Hunderttausende angesteckt

In der Karibik haben sich innerhalb eines Jahres Hunderttausende Menschen mit dem Chikungunya-Fieber angesteckt. Seit dem Ausbruch der Epidemie im Dezember 2013 auf der Insel St. Martin breitete sich das Virus auf alle Karibikinseln und auf das Festland des amerikanischen Kontinents aus, wie die französische Gesundheitsinstitut InVS mitteilte.

Betroffen sind demnach der US-Bundesstaat Florida sowie alle Staaten Zentral- und Südamerikas, die an der Karibikküste liegen. Insgesamt seien 875.000 Fälle gezählt worden. Auf Guadeloupe, Martinique und St. Martin starben nach Angaben des InVS insgesamt 138 Menschen an dem von Mücken übertragenen Chikungunya-Virus.

Das Chikungunya-Virus verursacht Fieber und Gelenksschmerzen, eine spezielle Medizin gegen die Tropenkrankheit gibt es bisher nicht.

Sao Paulo kämpft gegen Wasserkrise

Der für Brasiliens Wirtschaft entscheidenden Metropolregion Sao Paulo mit über 20 Millionen Einwohnern droht das Wasser auszugehen. Die für die Wasserversorgung der Region entscheidenden Speicherseen sind nahezu leer. Die Notreserven wurden bereits angezapft.

In vielen Orten ist die Bevölkerung bereits von Tanklastwagen abhängig. Die üblicherweise regenreiche Sommerperiode könnte in den nächsten Wochen den notwendigen Regen bringen. Doch das ist möglicherweise nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn Niederschlag allein wird den drohenden Kollaps nicht verhindern.

Mehr dazu in Kritik an Missmanagement der Politik

Kultur

Hauptpreis für „Ich seh Ich seh“ bei Filmfestival Ljubljana

Der österreichische Horrorfilm „Ich seh Ich seh“ hat gestern den Hauptpreis beim Filmfestival Ljubljana (Liffe), den „Eisvogel“, gewonnen.

Der Debütspielfilm von Veronika Franz und Severin Fiala überzeugte die Jury mit seinem „erfrischend selbstbewussten Zugang“ zum Horrorgenre und der „außergewöhnlichen“ Schauspielleistung, wie es bei der Preisverleihung hieß.

Regisseur Fiala sagte der Nachrichtenagentur STA, dass sich das Horrorgenre am besten für die Thematisierung bedeutsamer Fragen eigne. In keinem anderen Genre sei die Aufmerksamkeit der Zuschauer so groß.

Weltpremiere in Venedig

„Ich seh Ich seh“ (internationaler Titel: „Goodnight Mommy“) feierte heuer seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen Venedig. In dem von Starregisseur Ulrich Seidl produzierten Streifen geht es um eine Frau, die nach einer Gesichtsoperation mit einem Kopfverband nach Hause zurückkehrt.

Ihre beiden Zwillingssöhne sind sich bald sicher, dass es sich bei ihr nicht um ihre Mutter handeln kann. Damit beginnt ein Reigen von an Intensität zunehmenden gruseligen Momenten.

Lifestyle

„Lammily“: Anti-Barbie mit Durchschnittsfigur

Sie ist eher klein, brünett, hat eine durchschnittliche Figur und kann sogar mit Cellulite, Schwangerschaftsstreifen und Pickeln ausgestattet werden: Eine Anti-Barbie-Puppe wird ab der kommenden Woche in den USA vermarktet. „Lammily“ ist die Idee des Grafikdesigners Nickolay Lamm, der mit ihr die Überzeugung verbreiten will, dass „es in Ordnung ist, wie ein normaler Mensch auszusehen“.

Er sei auf die Idee gekommen, als er in Geschäften nach einem Geschenk für ein Kind gesucht habe, erzählte der 26-Jährige. „Alle Puppen sahen aus wie Supermodels.“ Er habe nichts gegen Schönheitsköniginnnen, „aber ich habe den Eindruck, dass die Regale voller Supermodels den Eindruck vermitteln, dass etwas nicht stimmt, wenn man selbst nicht auch so aussieht“.

Geld per Crowdfunding gesammelt

Lamm formte seine „Lammily“ nach statistischen Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC, wonach die durchschnittliche 19-jährige Amerikanerin 1,63 Meter groß ist, 68 Kilogramm wiegt und eine Oberweite von 85 Zentimetern hat. Das Geld für die Massenproduktion der Puppe sammelte der Designer per Crowdfunding.

Bisher hat Lamm Vorbestellungen für rund 9.000 „Lammilys“, die 25 Dollar (etwa 20 Euro) kosten sollen. Eine Kleiderkollektion und Aufkleber mit vermeintlichen Schönheitsmakeln wie Akne, blauen Flecken, Cellulite und Insektenstichen sollen im Jänner folgen.