Inland

Islamgesetz: Ostermayer teilweise gesprächsbereit

Nach der Ablehnung auch des überarbeiteten Regierungsentwurfs für ein neues Islamgesetz durch den Schura-Rat der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat der zuständige Minister Josef Ostermayer (SPÖ) heute Gesprächsbereitschaft signalisiert - allerdings nur in der Frage des Entzugs der Rechtspersönlichkeit. Ein allgemeines Vetorecht sprach er der IGGiÖ ab.

Im Punkt der Rechtspersönlichkeit „werden wir noch Gespräche führen“, sagte Ostermayer bei einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt. Den Wunsch nach einem eigenen Gesetz (ohne Aleviten, Anm.) sah er ebenso schon ausgeräumt, wie den Diskriminierungsvorwurf bei der Einschränkung der Auslandsfinanzierung. In Sachen Unilehrpersonal und deren Mitgliedschaft in der Glaubensgemeinschaft verwies der Minister auf die Erläuterungen des Gesetzes.

Ostermayer sieht nun das Parlament am Zug: „Und wenn die Parlamentarier wünschen, dass ich zu Gesprächen dazukomme, dann werde ich das gerne tun.“ In der Regierung sei es beschlossen worden, weil er und Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) überzeugt seien, „dass es gut und verfassungskonform ist“.

Schura-Rat bleibt bei Ablehnung

Der Schura-Rat, quasi das Parlament der IGGiÖ, beschloss gestern mit großer Mehrheit eine Stellungnahme zum von der Regierung geplanten Islamgesetz und bleibt bei einer ablehnenden Haltung. Die IGGiÖ fordert ein eigenes, von anderen Glaubensgemeinschaften unabhängiges Gesetz. Weiterhin sei der Entwurf der Regierung „unzulänglich“.

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Ausland

Marzouki will Tunesiens Präsident bleiben

Moncef Marzouki hat Tunesien als „Übergangspräsident“ geführt. In den ersten freien Präsidentschaftswahlen des Landes vier Jahre nach der „Jasmin-Revolution“ sahen ihn die ersten Prognosen als Verlierer - allerdings lag bisher kein offizielles Ergebnis vor. Der langjährige Regierungspolitiker Beji Caid Essebsi erklärte sich bereits zum Sieger. Erste Teilergebnisse werden für heute Abend erwartet.

Marzouki war von Anfang an überzeugt von seinem Ziel, Präsident zu werden. Nur wenige Tage nach der Flucht des ehemaligen tunesischen Machthabers Zine el-Abidine Ben Ali im Jänner kündigte der Dissident und Menschenrechtler Moncef Marzouki seine Kandidatur für das Amt des Präsidenten im neuen Tunesien an. Bis zur „Jasmin-Revolution“ in Tunesien verbrachte Marzouki seine politische Karriere in Opposition zur tunesischen Führung.

Im Wahlkampf war Marzouki in die Kritik säkularer Tunesier geraten, weil er die Nähe von Islamisten suchte. Doch trotz seiner Bemühungen rief die islamistische Ennahda-Partei ihre Anhänger nicht auf, für Marzouki zu stimmen. Marzouki selbst warnte im Wahlkampf vor einem Machtmonopol der Partei Nidaa von Beji Caid Essebsi, sollte dieser Präsident werden.

Pakistan will 500 verurteilte Extremisten hinrichten

Nach dem Taliban-Massaker an einer Schule in Pakistan will die pakistanische Regierung in den kommenden Wochen 500 verurteilte Extremisten hinrichten lassen. Das kündigten Regierungsvertreter heute an. Als Reaktion auf den Taliban-Angriff auf eine Schule im Nordwesten des Landes hatte Ministerpräsident Nawaz Sharif vergangene Woche ein seit 2008 geltendes Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe aufgehoben.

Seitdem wurden sechs Aufständische gehängt. Hunderte Verurteilte warten in Pakistan auf die Vollstreckung der Todesstrafe. Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan warnte vor weiteren Anschlägen der Taliban. „Wir erhalten Geheimdienstinformationen, dass sie mehr Angriffe wie in Peshawar planen.“

Taliban-Kämpfer hatten vergangene Woche eine vom Militär betriebene Schule in der nordwestlichen Stadt Peshawar angegriffen und 149 Menschen getötet, darunter 133 Schüler. Es war der schwerste Anschlag in der Geschichte des Landes. Die radikalislamische Rebellengruppe Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) bezeichnete das Attentat als Vergeltung für eine Armeeoffensive gegen Aufständische in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan, bei der seit dem Sommer nach Armeeangaben rund 1.700 Rebellen getötet wurden.

China will erstmals Soldaten auf UNO-Mission schicken

Mit einem Einsatz im Südsudan will sich China erstmals mit bewaffneten Soldaten an einer UNO-Friedensmission beteiligen. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua heute. 700 Soldaten sollten künftig im Südsudan die UNO-Truppen verstärken.

Nie zuvor habe China Infanterieeinheiten zu einem UNO-Einsatz geschickt. Im Jänner sollen die ersten 180 Soldaten in den Südsudan geflogen werden. Die restlichen Einsatzkräfte sollen im März folgen.

Die Truppen sollen unter anderem mit Drohnen, Schützenpanzern und panzerbrechenden Waffen ausgerüstet werden. Bisher hat China meist Ingenieure, Mediziner und Logistiker auf UNO-Missionen geschickt.

New Yorker Polizistenmörder wurde mehrfach festgenommen

Der Polizistenmörder von New York ist den Behörden bekannt gewesen. Der 28-Jährige sei bereits 19-mal festgenommen worden, sagte der oberste Ermittler der Polizei in New York, Robert Boyce, gestern. Medienberichten zufolge wurden ihm etwa im US-Bundesstaat Georgia illegaler Waffenbesitz und Diebstahl vorgeworfen.

Der Afroamerikaner hatte am Samstag im Stadtbezirk Brooklyn zwei hellhäutige Polizisten - einer war asiatischer, der andere lateinamerikanischer Herkunft - mit Kopfschüssen getötet. Nach der Tat erschoss er sich in einer U-Bahn-Station.

Drohungen in Sozialen Netzwerken

Es war zunächst unklar, ob die Tat in Zusammenhang mit den jüngsten Protesten gegen Polizeigewalt in den USA steht. Boyce zufolge hinterließ der 28-Jährige in Sozialen Netzwerken Drohungen gegen die Polizei und wütende Äußerungen über die Tode von zwei Schwarzen bei Polizeieinsätzen. Auch ein Video mit einer brennenden US-Fahne soll er dort veröffentlicht haben.

Boyce fügte an, vor seiner Tat habe der 28-Jährige zwei Passanten gesagt, sie sollten ihm bei der Foto-App Instagram folgen und darauf achten, „was er tun werde“. Anschließend feuerte er auf die beiden in ihrem Wagen sitzenden Beamten.

Gedenken an Opfer

In New York gedachten gestern Abend Hunderte Menschen der Opfer des Polizistenmörders. Im Bezirk Brooklyn versammelten sich die Menschen zu einer stillen Andacht. In einem Telefonat mit dem New Yorker Polizeichef kondolierte US-Präsident Barack Obama der Polizei, wie die Zeitung „USA Today“ schrieb. Er rief die Bürger auf, Gewalt abzulehnen und mit Gebeten, Gesprächen und Beileidsbekundungen für die Freunde und Angehörigen der Opfer auf die Tat zu reagieren.

Kroatien-Wahl: Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz drei

Im Wahlkampf zur Präsidentenwahl am 28. Dezember in Kroatien zeichnet sich ein Rennen um Platz drei ab. In den jüngsten Umfragen wurde neben Amtsinhaber Ivo Josipovic und seinen konservativen Herausforderern Kolinda Grabar Kitarovic und Milan Kujundzic zum ersten Mal auch Überraschungskandidat Ivan Sincic erfasst.

Zwei unterschiedlichen Umfragen zufolge wird entweder der 24-jährige Sincic oder Kujundzic Dritter. Laut einer Befragung für den Sender Nova TV am vergangenen Wochenende führt Josipovic mit 46,5 Prozent und hängt damit Kitarovic ab, die Kandidatin der oppositionellen Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ), die auf 34,9 Prozent kommt. Sincic kommt demnach auf 9,2 Prozent, der Chirurg Kujundzic liegt zwei Prozentpunkte hinter ihm.

Auch in der Umfrage des Senders RTL sind Josipovic (42,1 Prozent) und Kitarovic (30,5 Prozent), die im Wahlkampf einfach unter ihrem Vornamen Kolinda auftritt, die Fixstarter für die Stichwahl am 11. Jänner 2015. In dieser Umfrage tauschten Kujundzic und Sincic die Plätze, mit 9,3 Prozent beziehungsweise 7,5 Prozent Zuspruch der Wähler.

Auf Distanz zu Großparteien

Der Aufstieg des jungen Aktivisten Sincic verwundert in der politischen Landschaft Kroatiens nicht. Parteien und Bewegungen, die sich klar von den etablierten Großparteien SDP und HDZ distanzieren, haben in der Vergangenheit großen Zulauf erfahren. So schaffte es die grüne Partei ORaH von Ex-Umweltministerin Mirela Holy nach ihrer Gründung dieses Jahr innerhalb kürzester Zeit auf Rang drei in Umfragen.

Sincic, Student der Elektrotechnik und Kandidat der Partei Lebende Wand, gilt jetzt schon als Gewinner der Wahl, obwohl das Präsidentenamt wohl ein anderer übernehmen wird. Für ORaH könnte er bei der Parlamentswahl 2015 gefährlich werden.

Razzia gegen Neofaschisten in Italien: 14 Festnahmen

Im Rahmen einer großangelegten Razzia gegen eine neofaschistische Organisation sind in Italien 14 Personen festgenommen worden. Die Gruppe, die sich die aufgelöste neofaschistische Bewegung „Ordine Nuovo“ zum Vorbild nahm, plante Anschläge auf Institutionen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA heute.

Die Festnahmen erfolgten in mehreren Städten. Ermittlungen laufen gegen weitere 31 Personen. Koordiniert wurde die Untersuchung von der Staatsanwaltschaft der Stadt L’Aquila. Den Festgenommenen werden Terrorismus, umstürzlerische Pläne sowie Aufhetzung zu Gewalt und Diskriminierung aus ethnischen und religiösen Gründen vorgeworfen.

Die Verdächtigen nutzten Soziale Netzwerke für „umstürzlerische Propaganda“, berichtete die Polizei. Ihnen werden auch Überfälle zur Last gelegt, damit konnten sie sich Waffen verschaffen. Auch aus dem Ausland trafen Waffen für die Organisation ein.

Sport

Ski alpin: Görgl - Leidenschaft ohne Ablaufdatum

Nach ihrem Doppelsieg beim Super-G in Val d’Isere haben sich die ÖSV-Damen zufrieden in die Weihnachtspause verabschiedet - allen voran die knapp 34-jährige Elisabeth Görgl, die vor Anna Fenninger gewann und zugleich Michaela Dorfmeister als bisher älteste Siegerin der alpinen Weltcup-Geschichte ablöste.

„Es ist die Liebe zum Skisport, die ich von klein auf habe und die Leidenschaft für den Beruf, die mich motiviert“, sagte die Steirerin nach ihrem insgesamt siebenten Sieg in ihrer 15. vollen Weltcup-Saison - ein Ende ist vorerst nicht absehbar.

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Fußball: Liverpool rettet Remis in 97. Minute

In der 97. Minute einer mitreißenden Schlagerpartie hat Verteidiger Martin Skrtel dem FC Liverpool zu Hause gegen den FC Arsenal einen Punkt gerettet.

Der zuvor am Kopf verletzte Slowake köpfelte den Ball trotz „Turban“-Verbandes wuchtig zum 2:2 ins Netz, nachdem die „Reds“ zunächst in Führung gegangen waren und die „Gunners“ die Partie gedreht hatten. In der Tabelle half das Remis allerdings keinem der beiden im Mittelfeld feststeckenden Traditionsclubs wirklich weiter.

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Wirtschaft

RH: Arbeiter seit 1998 mit Reallohnverlust von 14 Prozent

Die niedrigen Einkommen in Österreich sinken, die hohen steigen - und Arbeiter haben seit 1998 einen Reallohnverlust von 14 Prozent hinnehmen müssen. Zu diesem Ergebnis kommt der heute vorgelegte Einkommensbericht 2014 des Rechnungshofs (RH). Frauen haben demnach weiter in allen Beschäftigtengruppen einen deutlichen „Einkommensnachteil“ gegenüber Männern.

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Rubel-Krise: Erste russische Bank kommt ins Trudeln

Die russische Zentralbank muss erstmals seit Ausbruch der Rubel-Krise eine Bank vor der Pleite retten. Der Trust Bank würden bis zu 30 Mrd. Rubel (rund 435 Mio. Euro) zur Verfügung gestellt, teilte die Notenbank heute in Moskau mit. Die Agentur für Einlagensicherung werde zudem die Aufsicht über das angeschlagene Institut übernehmen.

Wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland und des Ölpreisverfalls hat der Rubel in diesem Jahr rund 45 Prozent seines Wertes gegenüber dem Dollar verloren. Das setzt den Bankensektor unter Druck. Die Regierung will ihn mit bis zu einer Billion Rubel (13,8 Mio. Euro) stützen.

Zollschranke für Getreideexporte

Angesicht der Rubel-Schwäche und der Teuerung im Land setzt die russische Regierung auf eine Zollschranke für Getreideexporte. Diese solle binnen 24 Stunden errichtet werden, berichteten russische Nachrichtenagenturen. Sie beriefen sich dabei auf Vizeregierungschef Arkadi Dwokowitsch.

Für Landwirte ist der Export von Getreide aufgrund der Rubel-Schwäche attraktiver als der Verkauf in Russland. Die Zollschranke soll nun für ein größeres Getreideangebot und niedrigere Preise im Inland sorgen.

Rubel erholt sich etwas

Zu Beginn der Weihnachtswoche hat sich die Lage für den russischen Rubel unterdessen weiter entspannt. Heute Früh konnte der Kurs an die Erholung der vergangenen Handelstage anknüpfen. Für einen Dollar mussten 56,47 Rubel gezahlt werden, nachdem der Dollar-Kurs zu Beginn der vergangenen Woche noch ein Rekordhoch bei über 77 Rubel erreicht hatte.

Experten erklärten die Erholung der russischen Währung zum Wochenauftakt unter anderem mit einem leichten Anstieg der Ölpreise. Das spielt für die stark vom Rohöl abhängige russische Wirtschaft eine wichtige Rolle.

Wieder Verkauf von Apple-Produkten in Russland

Der US-Computerkonzern Apple verkauft seine Produkte wieder online in Russland. Eine Woche nach dem vorläufigen Verkaufsstopp waren iPhones und iPads auch für russische Kunden wieder zu haben. Die Preise allerdings stiegen um rund 30 Prozent. Ein iPhone 6 etwa kostet derzeit knapp 54.000 Rubel (760 Euro). Das sind 14.000 Rubel (35 Prozent) mehr als vor einer Woche und 22.000 Rubel mehr als Anfang November. Insgesamt stieg der Preis seitdem um fast 70 Prozent.

Apple hatte den Onlineverkauf in Russland vergangenen Dienstag wegen des extremen Wertverlusts des Rubel unterbrochen und angekündigt, die Preise zu „überdenken“. Anfang November hatte der US-Konzern bereits erstmals die Preise hochgesetzt. Die russische Währung ist seit Jahresbeginn auf Talfahrt.

China verspricht Russland Hilfe bei Wirtschaftskrise

China ist nach den Worten von Außenminister Wang Yi bereit, Russland im Kampf gegen die jüngsten Wirtschaftsturbulenzen zu helfen. „Wenn Bedarf der russischen Seite besteht, werden wir im Rahmen die nötige Hilfe leisten“, sagte Wang am Wochenende nach einem Bericht der amtlichen Zeitung „China Daily“. Die beiden Staaten hätten sich schon früher gegenseitig unterstützt.

OMV: Anzeige zu Roiss-Abberufung zurückgelegt

Eine Anzeige wegen Untreueverdachts in Zusammenhang mit der vorzeitigen Ablöse von OMV-Chef Gerhard Roiss durch die Betriebsratschefs der ÖBB bzw. ASFINAG, Roman Hebenstreit und Roman Grünerbl, ist von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft zurückgelegt worden.

Hebenstreit und Grünerbl hatten Ende Oktober Anzeige gegen unbekannt getätigt, weil aus ihrer Sicht entweder die Wiederbestellung von Roiss im Jahr 2013 oder dessen vorzeitige Abberufung heuer aus „offensichtlich unsachlichen Motiven“ erfolgt sei, wie es in der Anzeige hieß.

Hypo-Abbaueinheit: Taskforce denkt neuerlich Pleite durch

„Die neue Taskforce wird sich das Thema noch einmal anschauen“, hat ein namentlich nicht genannter Bankenaufseher laut „Standard“ (Montag-Ausgabe) zum Thema eines Pleiteszenarios für die Hypo-Abbaugesellschaft HETA Asset Resolution nach dem geplanten Verkauf der Hypo-Balkan-Töchter gesagt. Auch die Notenbank habe nach dem Verkauf kein Problem mehr mit einer Pleite.

Ein Konkursszenario hatte die Bundesregierung im Frühjahr schon fertig in der Schublade. Befürchtungen eines Bank Runs in den ex-jugoslawischen Ländern, in denen die Hypo-Balkan-Banken tätig sind, ließen das Szenario aber in der Schublade verbleiben.

Ein Verkauf der Balkan-Töchter - und eine HETA-Insolvenz danach - würde diese Schwierigkeiten aber gar nicht entstehen lassen. Eine zahlungsunfähige HETA könnte die bestehenden Kreditlinien in den Balkan-Banken belassen, bis sie fällig werden, zitiert „Der Standard“ den namentlich nicht genannten Experten weiter.

Opposition drängt auf Pleite

Eine Pleite der HETA ist es auch, worauf die Oppositionsparteien - FPÖ, Grüne, NEOS - drängen. Diese würde die Möglichkeit bieten, den Milliardenschaden für die Steuerzahler niedriger zu halten.

Was aber geschieht mit den elf Milliarden Euro an Landeshaftungen Kärntens, wenn die HETA diese im Insolvenzfall nicht mehr bediente? Die Ertragsanteile vom Bund ans Land wären von einer Zwangsvollstreckung nicht erfasst, heißt es laut dem „Standard“ in einem Gutachten von Universitätsprofessor Michael Potacs vom März.

Darin werde ebenso angenommen, dass wichtige hoheitliche Aufgaben weiterhin finanziert würden - also würden etwa Kindergartentüren nicht geschlossen bleiben, wie das teils von Regierungsmitgliedern gesagt worden war.

Notenbank prüft neueste BayernLB-Klage aus Österreich

Am Freitag brachte die Republik Österreich eine Klage gegen die ehemalige Hypo-Mehrheitseignerin BayernLB über 3,5 Mrd. Euro wegen „Täuschung“ bei der Notverstaatlichung vor fünf Jahren ein. Ob sich die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) womöglich der Klage als Beteiligte anschließt? „Wir prüfen die Klage“, sagte dazu ein Sprecher der OeNB auf APA-Anfrage. Konkreter wollte dieser nicht werden.

Die Notenbank hat die Republik vor der Verstaatlichung beraten, so gesehen müsste sie sich womöglich auch getäuscht fühlen, wenn sich die Republik Österreich nun getäuscht fühlt. Nun schauen sich die Notenbank-Experten die Klage offenbar genauer an - worauf sie sich stützt und was die wesentlichen Punkte sind.

Verbrauch von Dieselautos kaum gesunken

„Im Jahr 2000 verbrauchten die Diesel-Pkw von Österreichs privaten Haushalten im Schnitt 7,0 Liter pro 100 Kilometer, im Jahr 2012 waren es mit 6,8 Litern nur unwesentlich weniger“ - das hat heute der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) mit Verweis auf Zahlen der Statistik Austria vorgerechnet. Mitverantwortlich dafür sei der Boom bei SUV.

„Zudem haben bereits mehrere Studien festgestellt, dass Neuwagen beim Fahren mehr Sprit verbrauchen als die Herstellerangaben versprechen. Die Schere zwischen dem tatsächlichen Verbrauch und dem versprochenen Normverbrauch geht zum Schaden der Umwelt immer weiter auseinander“, sagte VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Ein weiterer Grund für den stagnierenden Verbrauch trotz technischer Fortschritte sei, dass größere Fahrzeugmodelle überwiegend mit Diesel fahren. „Der reale Durchschnittsverbrauch der Benzin-Pkws ist seit dem Jahr 2000 immerhin von 8,8 Liter pro 100 Kilometer auf 7,5 gesunken“, so Gansterer.

Chronik

Vater überlebt mit zwei Kindern elf Tage in Wildnis

Nach einer Autopanne ist ein Vater mit zwei kleinen Kindern elf Tage im einsamen australischen Busch festgesessen. Ein Bauer fand die drei gestern „ziemlich ausgehungert“, aber guter Dinge, wie er heute berichtete. „Sie waren begeistert, als sie mich sahen“, sagte Tom Wagner australischen Medien.

Der 37-jährige Vater wollte mit seinen fünf und sieben Jahre alten Söhnen vier Tage im Expedition-Nationalpark zelten, verirrte sich aber, wie die Polizei berichtete. „Das sind dort 400 Quadratkilometer sehr wildes Terrain“, sagte Wagner. Als er hörte, dass die drei vermisst wurden, habe er sich erinnert, in der Nähe ein Auto wie das des Familienvaters gesehen zu haben. Er habe Kekse, Brote und Wasser besorgt und sei mit seinem Geländefahrzeug auf eigene Faust zur Suche aufgebrochen. Wagner fand nach eigenen Angaben eine Reifenspur im Lehm und kurz darauf die Familie.

Heftiger Regen dürfte den dreien das Leben gerettet haben: Der Vater stellte nach Angaben der Polizei Plastikcontainer draußen auf, um Regenwasser zu sammeln. Das nur für vier Tage eingepackte Essen war aber praktisch aufgebraucht, als Wagner die drei fand. Der Vater äußerte sich selbst zunächst nicht zu dem Abenteuer.

Freundin des Geiselnehmers von Sydney im Gefängnis

Eine Woche nach dem Geiseldrama von Sydney ist die Freundin des Täters Man Haron Monis heute ins Gefängnis gekommen. Monis hatte vergangenen Montag das Lindt Chocolat Cafe mitten in Sydney überfallen und 17 Menschen stundenlang als Geiseln festgehalten. Die 34-jährige Freundin ist schon länger angeklagt, die Ex-Frau von Monis 2013 ermordet zu haben.

Sie war aber gegen Kaution auf freiem Fuß. Ein Richter sagte nach Medienberichten nun, das Fluchtrisiko sei zu groß. Deshalb hebe er die Kautionsvereinbarung auf. Sie muss im Februar wieder vor dem australischen Gericht erscheinen.

Monis stellte die Tat als Attacke der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) dar. Als in dem Cafe nach 16 Stunden Schüsse fielen, stürmte die Polizei das Gebäude. Zwei Geiseln und der Täter kamen um. Monis’ Ex-Frau war 2013 auf der Straße überfallen und in Brand gesteckt worden. Monis war wegen Beihilfe zu dem Mord angeklagt. Dass der Mann trotzdem auf freiem Fuß war, hat in Australien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Starke Überflutungen in Sri Lanka und Malaysia

In Sri Lanka und Malaysia sind Hunderttausende Menschen wegen Überflutungen von der Außenwelt abgeschnitten. Außerdem müssten in beiden Ländern zusammen rund 45.000 Menschen in Schutzunterkünften ausharren, berichteten heute die Behörden in Colombo und Kuala Lumpur. Die Flüchtlinge fanden unter anderem Zuflucht in Schulen, Tempeln und Gemeindehäusern.

Srilankische Soldaten und Polizisten sind unterwegs, um Essenspakete zu verteilen. Die Behörden des Inselstaates im Indischen Ozean fürchteten, dass sich die Lage in den kommenden Tagen noch verschlimmert. Im Norden, im Zentrum und im Osten der Insel werden nach Angaben der staatlichen Meteorologen weiterhin Gewitter mit starken Regenfällen erwartet. Vor allem im Süden der Insel werden die Wasserstände der Flüsse voraussichtlich weiter steigen.

In Malaysia warnten die Behörden, dass die starken Winde Wellen von mehr als fünf Metern aufpeitschen könnten. Betroffen sind vor allem die Küstengebiete Kelantan, Terengganu und Pahang. Seit Beginn der Überflutungen vor einer Woche starben vier Menschen in dem südostasiatischen Land.

Gesundheit

Forscher machen IWF für Ebola-Epidemie mitverantwortlich

Britische Forscher haben dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vorgeworfen, mitverantwortlich für die Ausbreitung des Ebola-Virus in Westafrika zu sein. Die von der Finanzinstitution in Washington angeordnete Sparpolitik habe die Gesundheitssysteme in Liberia, Guinea und Sierra Leone so sehr geschwächt, dass sie der Epidemie wenig entgegenzusetzen hatten, erklärten Forscher der Fakultät für Soziologie der Universität Cambridge, der Universität Oxford und des Instituts für Tropenmedizin in London heute.

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Science

Kultur

Tango-Texter Horacio Ferrer gestorben

Der uruguayische Dichter und Tango-Texter Horacio Ferrer ist im Alter von 81 Jahren in seiner Wahlheimat Argentinien gestorben. Er sei in einem Krankenhaus in Buenos Aires einem Herzleiden erlegen, teilte der Kulturminister der Stadt, Hernan Lombardi, gestern (Ortszeit) mit. Ferrer war vor allem als Texter der Tangos von Astor Piazzolla (1921 bis 1992) berühmt geworden.

Zusammen mit dem argentinischen Komponisten hatte er die Tango-Oper „Maria de Buenos Aires“ geschrieben. Das 1968 uraufgeführte Werk erzählt von einem Frauenschicksal in Buenos Aires.

Ferrer schrieb auch die Texte von Piazzolla-Klassikern wie „Balada para un loco“ und „Chiquilin de Bachin“. Der Autor stammte aus Uruguay, hatte aber in der 1980er Jahren die argentinische Staatsbürgerschaft angenommen. Er schrieb zudem mehrere Tango-Bücher und war bis zu seinem Tod Präsident der von ihm gegründeten Nationalen Tango-Akademie.

Leute

Steuerbetrugsvorwürfe gegen Spaniens Infantin Cristina

Die spanische Infantin Cristina muss sich wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs vor Gericht verantworten. Ein Richter in Palma de Mallorca entschied heute, dass der Schwester des spanischen Königs Felipe VI. in Zusammenhang mit Geschäften ihres ebenfalls beschuldigten Ehemannes Inaki Urdangarin wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung in zwei Fällen der Prozess gemacht wird. Es ist das erste Mal, dass sich ein Mitglied der spanischen Königsfamilie vor Gericht verantworten muss.

Die Ermittlungen in dem Korruptionsverfahren dauern seit 2010 an. Insgesamt müssen sich 17 Angeklagte vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte vor zwei Wochen die Einstellung des Verfahrens gegen die Infantin gefordert, gleichzeitig aber die Zahlung von Schadenersatz verlangt. Die 49-Jährige hinterlegte daraufhin in der vergangenen Woche gut 587.000 Euro auf einem Gerichtskonto.

Urdangarin wird vorgeworfen, gemeinsam mit einem früheren Geschäftspartner sechs Millionen Euro Spendengelder für die Wohltätigkeitsorganisation Noos veruntreut zu haben, deren Vorsitzender er war. Seine Ehefrau war Mitglied im Vorstand von Noos. Die Ermittler vermuten, dass ein zweites und gemeinsam von dem Ehepaar geführtes Unternehmen namens Aizoon zum Zweck der Geldwäsche der Spenden für Noos genutzt wurde. Die vierfache Mutter Cristina beteuert, nichts von den mutmaßlichen Machenschaften gewusst und in finanziellen Dingen vollkommen ihrem Mann vertraut zu haben.

AC/DC-Schlagzeuger will auf Bühne zurückkehren

Der wegen Morddrohungen und Drogenbesitzes angeklagte AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd will auf die Bühne zurückkehren. „Ich will meinen Job und meinen Ruf zurück und ich werde beides erreichen“, sagte der 60-Jährige heute dem Sender TVNZ. Den Vorwurf, er habe einen Auftragsmörder angeheuert, wies Rudd als „aberwitzig“ zurück.

Anfang November hatte die neuseeländische Justiz Anklage gegen Rudd wegen eines Mordkomplotts erlassen, diese wegen der dünnen Beweislage aber rasch wieder zurückgezogen. Er muss sich aber weiter wegen Morddrohung und Drogenbesitzes verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft Rudd vor, in einem Telefonanruf einen Geschäftspartner und dessen Tochter mit dem Tod gedroht zu haben. In einem weiteren Telefonat mit einem anderen Geschäftspartner habe er die Morddrohungen zuvor angekündigt. Während einer Hausdurchsuchung bei Rudd stießen die Ermittler außerdem auf Marihuana und Methamphetamine. Dem Australier, der seit 1983 in Neuseeland lebt, drohen bis zu sieben Jahre Haft. Er ist derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß. Der nächste Gerichtstermin ist für den 10. Februar angesetzt.