Ausland

FBI schaltet sich in E-Mail-Affäre um Clinton ein

Die US-Bundespolizeibehörde FBI hat sich einem Medienbericht zufolge in die E-Mail-Affäre um die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton eingeschaltet. Ermittler überprüften die Sicherheitseinstellungen von Clintons privatem E-Mail-Konto, berichtete die „Washington Post“ gestern.

Dazu habe die Behörde vergangene Woche die IT-Sicherheitsfirma Platte River Networks in Denver im US-Bundesstaat Colorado kontaktiert, so das Blatt. Zudem hätten die Ermittler Kontakt mit Clintons Anwalt David Kendall aufgenommen.

Im Fokus der Ermittler standen laut der Zeitung Sicherheitsfragen rund um einen USB-Stick, der sich im Besitz des Anwalts befinden soll. Auf dem Datenträger sollen Arbeits-E-Mails aus Clintons Zeit als US-Außenministerin gespeichert seien. „Wir kooperieren aktiv mit den Behörden“, sagte Kendall in einem Statement.

Der Gebrauch einer privaten E-Mail-Adresse für Arbeitsangelegenheiten hatte Clinton viel Kritik eingebracht. Die Republikaner warfen der Ehefrau des früheren Präsidenten Bill Clinton vor, durch den privaten Kontext Gesetze zur Offenlegung bestimmter Informationen zu umgehen. Im Lager der Demokraten gab es die Sorge, dass ihr die Affäre noch stärker zusetzt und Wähler abschreckt. Clinton gilt als aussichtsreichste Kandidatin der Demokraten für die Wahl im November 2016.

Calais: EU-Kommission sagt London und Paris Hilfe zu

Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsandrangs am Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien hat die Europäische Kommission den beiden Ländern ihre Hilfe zugesagt.

Um mit den Herausforderungen durch die erhöhten Flüchtlingszahlen fertigzuwerden, bekomme Frankreich 20 Millionen Euro, teilte der für Migration zuständige EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos gestern Abend in Brüssel mit.

Großbritannien habe bereits 27 Millionen Euro zu diesem Zweck erhalten. Die Gelder kämen aus für die beiden Länder vorgesehenen Fonds für Einwanderung und Integration für den Zeitraum 2014 bis 2020.

Auch Frontex könnte zum Einsatz kommen

Die EU-Kommission bot überdies technische Hilfe an, etwa bei der Bearbeitung von Asylanträgen. „Die EU-Grenzschutzagentur Frontex kann helfen, Migranten zu registrieren, mit den Herkunfts- und Transitländern zusammenzuarbeiten, um die Ausstellung von Reisedokumenten für eine Rückkehr zu beschleunigen, und gemeinsame Abschiebungen zu koordinieren und zu finanzieren“, so Avramopoulos.

Der EU-Kommissar hatte zuvor Gespräche mit Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve und dessen britischer Kollegin Therasa May geführt und diese als „konstruktiv“ bezeichnet. Zudem lobte Avramopoulos „die enge Zusammenarbeit der beiden Länder in dieser Angelegenheit“.

Streit zwischen Paris und London

Am Eurotunnel bei Calais versuchen derzeit täglich Hunderte von Flüchtlingen, nach Großbritannien zu gelangen. Zuletzt führte die Flüchtlingskrise zu Spannungen zwischen Frankreich und Großbritannien. Cazeneuve forderte in einem Zeitungsinterview von London mehr Anstrengungen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise.

Acht Tote bei Boko-Haram-Überfall in Kamerun

Bei einem mutmaßlichen Überfall der Islamisten-Miliz Boko Haram auf ein Dorf im Norden Kameruns sind acht Menschen getötet und rund 100 weitere verschleppt worden. Einwohnern zufolge zogen sich die Extremisten nach dem Angriff wieder nach Nigeria zurück, wie aus Kreisen der Regionalregierung gestern verlautete.

Im vergangenen Monat hatte die nigerianische Extremistengruppe in der Grenzregion bei einer Serie von Selbstmordanschlägen Dutzende Menschen getötet. In der Folge entsandte Kameruns Regierung 2.000 zusätzliche Soldaten. Das Land beteiligt sich mit 7.000 Soldaten an einer gemeinsam mit dem Tschad, Niger und Nigeria aufgestellten Truppe zu Bekämpfung von Boko Haram.

Familie von tot aufgefundener Sandra Bland verklagt Polizei

Die Familie der tot in einer texanischen Gefängniszelle aufgefundenen Afroamerikanerin Sandra Bland verklagt die zuständige Polizei. Im Zentrum der gestern eingereichten Klage steht der weiße Polizist, der die 28-Jährige vor knapp vier Wochen wegen eines Verkehrsverstoßes festgenommen hatte.

Die Klage richte sich zugleich an eine Reihe weiterer Beteiligter, bestätigte eine Sprecherin des Anwalts der Familie. Diese bezweifelt weiterhin, dass Bland in der Zelle Suizid beging, wie von der Polizei behauptet und in einem Autopsiebericht bestätigt.

Debatte über Polizeigewalt

Blands Festnahme durch den Polizisten und ihr Tod hatten in den USA die Diskussion über Polizeigewalt gegen Schwarze angeheizt. Bland hatte unweit von Houston mit ihrem Auto die Fahrspur gewechselt, ohne zu blinken. Als der Polizist sie stoppte, gerieten beide in einen lauten Streit. Bland kam daraufhin wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt ins Gefängnis und wurde drei Tage später tot aufgefunden. Sie war vor eineinhalb Wochen in ihrem Heimatstaat Illinois beigesetzt worden.

Offenbar Angriff auf Militärstützpunkt in USA

Auf einen US-Militärstützpunkt im Bundesstaat Mississippi ist gestern offenbar ein bewaffneter Angriff verübt worden, bei dem aber kein Soldat zu Schaden kam.

Soldaten von Camp Shelby hätten beim Training auf einer Straße in der Nähe des Stützpunktes Schüsse gehört und das ihren Vorgesetzten gemeldet, teilte ein Armeesprecher mit. Daraufhin seien die örtlichen Behörden eingeschaltet worden. „Kein Soldat wurde verletzt“, fügte der Sprecher hinzu.

Der örtliche Polizeichef Jimmy Dale Smith sagte, die Schüsse seien von einem Kleintransporter aus abgegeben worden. Die Motive der Tat seien unklar.

Mitte Juli hatte ein 24-Jährige mehrere Militäreinrichtungen in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee angegriffen und fünf Soldaten getötet. Der Schütze wurde schließlich von der Polizei getötet. Nach Angaben seiner Familie litt er jahrelang an Depressionen.

Hunderte Dissidenten in Kuba festgenommen

Trotz der Annäherung zwischen Washington und Havanna haben die kubanischen Sicherheitskräfte wieder Hunderte Oppositionelle festgenommen. Im vergangenen Monat seien 674 Menschen aus politischen Gründen vorübergehend festgesetzt worden, teilte die kubanische Menschenrechtsorganisation CCDHRN gestern mit. Das sei die höchste Zahl seit über einem Jahr. Die meisten Verdächtigen wurden wenig später wieder auf freien Fuß gesetzt.

Berichte von Misshandlungen

21 Festgenommene seien in der Haft misshandelt worden, hieß es in dem Bericht. Zudem registrierte die Gruppe im Juli 71 Fälle von sogenannten Akten der Ablehnung. Dabei handelt es sich um Angriffe linientreuer Kubaner auf Dissidenten, meist steckt der Geheimdienst dahinter.

Ende vergangenen Jahres hatten die Regierungen der USA und Kubas eine Annäherung nach mehr als 50 Jahren Eiszeit angekündigt. Beide Länder wollen ihre Beziehungen wieder normalisieren. Als kritischer Punkt gilt die Frage der Menschenrechte.

Inland

Lugar neuer TS-Klubobmann

Nach insgesamt vier Abgängen von Parlamentariern zur ÖVP hat das Team Stronach (TS) einmal mehr die Klubführung im Nationalrat ausgetauscht. Robert Lugar übernimmt die Position wie bereits erwartet von Waltraud Dietrich. Diese zeigte sich bei der Pressekonferenz gestern erleichtert, die „Last der letzten Monate“ abgeben zu können.

Lugar gab sich - wie Parteigründer Frank Stronach am Vortag beim ORF-„Sommergespräch“ - optimistisch: Die Situation sei nicht einfach, aber machbar. Nun wolle man die „geistige Revolution“ vollziehen.

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Wirtschaft

Dank Sondereffekten: Voestalpine verdoppelt Gewinn

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine ist vor allem aufgrund von Sondereffekten mit einem Gewinnsprung ins neue Geschäftsjahr gestartet. In dem von April bis Ende Juni laufenden ersten Quartal 2015/16 stieg der operative Gewinn (Ebit) um 68,7 Prozent auf 368,5 Millionen Euro, wie das Linzer Unternehmen heute mitteilte.

Unter dem Strich verdoppelte sich der Gewinn beinahe von 150 Millionen im Vorjahr auf 289,4 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 6,2 Prozent auf drei Milliarden Euro.

Im Auftaktquartal sei es zu einer Geschäftsverbesserung in allen vier Divisionen gekommen. Der starke Ergebnisanstieg sei jedoch auf positive Sondereffekte zurückzuführen, die sich aus der Neubewertung von Anteilen von zwei Gesellschaften ergeben hätten. Bereinigt um die Sondereffekte legte der Betriebsgewinn nur um 8,5 Prozent auf 237 Millionen Euro zu. An den Plänen, im laufenden Geschäftsjahr operativ zuzulegen, hält der Konzern fest.

Monsanto: Erneut Gerüchte über Syngenta-Übernahme

Monsanto hat einen Medienbericht über neue Gespräche mit seinem Übernahmeziel Syngenta zurückgewiesen. Man würde zwar einen solchen Schritt begrüßen, sagte eine Sprecherin des US-Saatgut- und Genpflanzen-Herstellers in der Nacht auf heute der Nachrichtenagentur Reuters. „Aber bis jetzt ist das nicht geschehen.“ Auch in Kreisen des Schweizer Rivalen wurde die Meldung zurückgewiesen.

Der Sender CNBC hatte zuvor unter Berufung auf eine nicht näher bezeichnete Quelle berichtet, mindestens ein Top-Investor, John Paulson, gehe von laufenden Gesprächen aus. Die Konzerne stünden bei der Frage des Preises dabei „nicht weit auseinander“. Die in den USA gehandelte Syngenta-Aktie hatte daraufhin nachbörslich um 3,7 Prozent zugelegt. Paulson war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Monsanto will Syngenta für 45 Milliarden Dollar übernehmen. Die Schweizer haben das Angebot zurückgewiesen. Insidern zufolge bereitet der Chemiekonzern BASF ein mögliches Gegengebot für Syngenta vor.

Disney an Börse trotz Rekordgewinns abgestraft

Walt Disney hat die Erwartungen für seine Kabelnetz-Sparte zurückgeschraubt und zum ersten Mal seit zwei Jahren die Umsatzprognosen der Experten verfehlt. Zwar gab der Unterhaltungskonzern mit der Maus gestern auch einen Rekordgewinn von 2,48 Milliarden Dollar (2,26 Mrd. Euro) bekannt, ein Plus von elf Prozent. Trotzdem verlor die Aktie im nachbörslichen Handel sechs Prozent.

Disney hat bisher mit einem Plus von 29 Prozent in diesem Jahr von allen Dow-Jones-Werten am stärksten zugelegt. Als Erfolge konnte der Unterhaltungskonzern vor allem Filmhits der zugekauften „Marvel“-Comiccharaktere sowie den Handel mit Merchandisingprodukten aller Art verbuchen.

Chef verweist auf „digitale Medien“

Für die Kabel-Probleme machte Disney-Chef Bob Iger unter anderem einen moderaten Rückgang der Zuschauerzahlen beim Sportsender ESPN verantwortlich. Zunehmend würden digitale Medien in Anspruch genommen, sagte er. Das Unternehmen führte zudem Währungseffekte an. Nun geht Disney von einem Gewinnwachstum in der Sparte im unteren einstelligen Bericht in den Geschäftsjahren 2013 bis 2016 aus. Bisher hatte der Konzern die obere Spanne angepeilt.

Der Gewinn je Aktie lag im zweiten Quartal bei 1,45 Dollar nach 1,28 Dollar im Vorjahr. Von Reuters befragte Experten hatten 1,42 Dollar erwartet. Der Umsatz verfehlte mit 13,1 Milliarden Dollar - zuvor 12,47 Milliarden - die Vorhersage von 13,23 Milliarden Dollar.

Weltbank mit neuen Öko- und Sozialstandards

Nach heftiger Kritik an ihren Verfahren und jahrelangen Beratungen hat die Weltbank eine Liste neuer sozialer und umweltpolitischer Kriterien für die Vergabe von Darlehen vorgelegt. Der Entwurf der neuen Standards sei „ein großer Schritt nach vorn“, um bei Förderprojekten die Umwelt und die Bewohner besser zu schützen, erklärte die Weltbank in Washington.

Im März hatte die Weltbank eingestanden, interne Prüfungen hätten ergeben, dass einige von ihr geförderte Projekte Zwangsumsiedlungen von Anwohnern zur Folge hatten. Künftig sollen die betroffenen Anwohner einem Vorhaben, das ihre Lebensbedingungen betrifft, vorab zustimmen. Die Weltbank will ihre Kreditnehmer künftig auch dazu verpflichten, Arbeiterrechte wie das Recht auf Tarifverhandlungen und auf den Zusammenschluss von Arbeitnehmern zu achten.

NGOs sehen „gefährlichen Rückschritt“

Außerdem wurden die Umweltnormen überarbeitet, die vor einem Jahr viel Kritik geerntet hatten. Damals war festgelegt worden, dass Umweltzerstörungen schlicht durch Entschädigungszahlungen wieder gut gemacht werden können. Nun sollen Entschädigungen statt Schutzmaßnahmen nur noch als „letztes Mittel“ möglich sein, in manchen Fällen soll dieses Vorgehen vollständig untersagt werden.

Bei Umwelt- und Menschenrechtsorgansationen stießen die Reformpläne allerdings auf Ablehnung. 19 Nichtregierungsorganisationen wie Oxfam und Amnesty International warfen der Weltbank in einer gemeinsamen Erklärung einen „gefährlichen Rückschritt bei Umweltschutz und sozialem Schutz“ vor. Die vorgeschlagenen Regelungen würden „den Schutz für die betroffenen Gemeinden und die Umwelt deutlich schwächen, während die Bank plant, mehr hochriskante Projekte zu finanzieren“, kritisierten die Organisationen.

Sport

Fußball: Ivanschitz heuert in Übersee an

Andreas Ivanschitz ist nach zwei Jahren in der spanischen Primera Division in Nordamerika gelandet. Der frühere Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft spielt künftig für die Seattle Sounders in der Major League Soccer (MLS). Der 31-jährige Burgenländer ist neben Emanuel Pogatetz (Columbus) der zweite Österreicher in der mittlerweile durchaus hochkarätigen US-Profiliga. Die letzten zwei Saisonen hatte Ivanschitz bei Levante gespielt.

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Tennis: Nur ein Melzer in Kitzbühel weiter

Von den beiden gestern in der ersten Runde des ATP-Turniers in Kitzbühel angetretenen Brüdern Jürgen und Gerald Melzer ist nur Ersterer siegreich geblieben. Unmittelbar nach dem Ausscheiden von Gerald Melzer gegen den Spanier Albert Montanes setzte sich der ältere Jürgen, Österreichs langjährige Nummer eins, gegen Montanes’ Landsmann Daniel Gimeno-Traver in zwei Sätzen durch.

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Olympia 2016: ÖOC-Aufgebot nimmt Formen an

Ein Jahr vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro haben bereits 21 österreichische Athleten ihr Ticket fix in der Tasche. Bis zum Nennschluss in knapp elf Monaten sollen noch weitere 60 Sportler dazukommen. „Wir rechnen mit 80 Aktiven und 65 Betreuern“, sagte ÖOC-Präsident Karl Stoss, der auf ein besseres Ergebnis als vor vier Jahren hofft. 2012 in London umfasste das ÖOC-Team 70 Sportler, zum zweiten Mal überhaupt blieb Österreich dabei allerdings ohne Medaille.

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Chronik

D: Polizist erschießt Mann in Polizeipräsidium

Ein Polizist hat im Polizeipräsidium im deutschen Oberhausen einen 39 Jahre alten Mann erschossen. Der Mann sei mit einem Messer bewaffnet gewesen und habe die Beamten bedroht, sagte ein Sprecher der Polizei Essen.

Gegen 3.00 Uhr sei es in einem Vorraum des Präsidiums zu einem Streit zwischen dem 39-Jährigen und einem weiteren Mann gekommen. Der 39-Jährige habe mit dem Messer auf den 21-Jährigen eingestochen, sagte ein Polizeisprecher.

Beamte hätten den Mann mehrfach aufgefordert, das Messer niederzulegen - das habe der Bewaffnete aber nicht gemacht. Ein Polizist habe daraufhin mehrere Schüsse abgefeuert. Der 39-Jährige starb noch vor Ort an seinen Verletzungen.

Der 21-Jährige, auf den der 39 Jahre alte Mann eingestochen haben soll, wurde verletzt. Es bestehe aber keine Lebensgefahr, sagte der Sprecher. Der 21-Jährige war mit seiner Freundin auf dem Präsidium. Ob das Paar den 39-Jährigen kannte und wie es zu dem Streit kam, war zunächst unklar.

Auch müsse noch geklärt werden, ob der Polizist vor den tödlichen Schüssen einen Warnschuss abgegeben hat, sagte der Sprecher. Derzeit würden alle Zeugen befragt. Die Spurensicherung sei vor Ort.

Kolumbien: Polizeihubschrauber abgestürzt - 16 Tote

Beim Absturz eines Hubschraubers sind in Kolumbien 16 Polizisten ums Leben gekommen. Der Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas bestätigte gestern den Tod der Sicherheitsbeamten im nordwestlichen Departement Antioquia.

Nur zwei Insassen der Maschine hätten den Unfall mit schweren Verletzungen überlebt. Der Helikopter des Typs „Black Hawk“ hatte an einer Verfolgung von Drogenhändlern des Usuga-Clans teilgenommen.

Villegas gab als wahrscheinliche Ursache einen Aufprall auf einen bewaldeten Berghang bei geringer Sicht wegen der tiefen Wolken an, wie der Sender Radio Caracol berichtete.

Ein Uniformierter, der in einer anderen Maschine flog, erklärte dagegen der Zeitung „El Tiempo“, der Hubschrauber sei anscheinend von einer Granate getroffen worden und beim Aufprall in Flammen aufgegangen. Die Polizisten waren auf der Suche nach einem der Chefs der von ehemaligen Paramilitärs gebildeten Drogenhändlerbande.

24 Tote bei zwei Zugsentgleisungen in Indien

In Indien sind zwei Passagierzüge in einem Flussbett entgleist und haben mindestens 24 Menschen in den Tod gerissen. Nach starken Regenfällen seien die Gleise am Fluss Mochak im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh unterspült gewesen, sagte ein Bahnsprecher heute. Die Züge seien gestern kurz vor Mitternacht im Abstand von nur wenigen Minuten aus den Schienen gesprungen. Insgesamt zehn Waggons fielen um. Dabei seien auch etwa 40 Menschen verletzt worden, sagte der Bahnsprecher weiter.

300 Menschen konnten laut den Angaben gerettet werden. Auf Bildern des Nachrichtensenders NDTV war zu sehen, dass Teile eines Zuges vom mehrere Meter hohen Bahndamm rutschten und im Flussbett auf der Seite liegenblieben. Mehrere Passagiere seien zunächst noch in den teils im Wasser liegenden Waggons eingeschlossen gewesen, sagte der Bahnsprecher weiter. Einer der Züge kam aus der Metropole Mumbai und war auf dem Weg in die Tempelstadt Varanasi. Der andere war in die umgekehrte Richtung unterwegs.

Schon Hunderte Tote durch Monsun

Derzeit zieht der jährliche Monsun über Indien. In Madhya Pradesh hatte es jüngst besonders stark geregnet. Auch in anderen Teilen Indiens gab es in den vergangenen Tagen Hunderte Tote infolge des Starkregens: durch Überschwemmungen, Erdrutsche, einstürzende Häuser und Mauern sowie Blitzschläge. Indiens Premierminister Narendra Modi erklärte, die beiden Zugunglücke erschütterten ihn tief. Er bete für die Verletzten.

Präsident Pranab Mukherjee sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die Behörden ordneten eine Untersuchung an. Indiens Züge transportieren auf einem der größten Schienennetze der Welt täglich rund 20 Millionen Menschen. Jedes Jahr kommt es zu mehreren schweren Unglücken mit Toten. Viele Bahnübergänge sind nicht gesichert, das Schienennetz ist alt und außerdem nutzen unzählige Menschen die Gleise als Fußwege.

Australien: Gewissheit über MH370 noch diese Woche

Australien rechnet noch in dieser Woche mit Gewissheit darüber, ob das im Indischen Ozean angeschwemmte Wrackteil zu dem verschwundenen Malaysia-Airlines Flugzeug Flug MH370 gehört. Das sagte Infrastrukturminister Warren Truss heute. Die Untersuchung der Flügelklappe, die vergangene Woche auf der Insel La Reunion östlich von Afrika angeschwemmt worden war, beginnt ebenfalls heute in einem Labor in Toulouse.

Ein Experte der australischen Flugsicherheitsbehörde (ATSB) sei bei der Untersuchung in Frankreich dabei, sagte Truss.
Er bestätigte zudem, dass die Flügelklappe als Teil einer Boeing 777 identifiziert wurde. Die einzige Maschine dieses Typs, die in der Region vermisst wird, ist Flug MH370. Die Maschine war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. An Bord waren 239 Menschen.

Satellitensignale legen nahe, dass die Maschine noch sieben Stunden Richtung Süden flog und abstürzte. Die Ursache für den plötzlichen Kurswechsel ist bis heute ein Rätsel. Eine Untersuchung der Strömungen hätten gezeigt, dass Wrackteile aus dem Gebiet, wo der Absturz vermutet wird, tatsächlich nach La Reunion gedriftet sein könnten, sagte Truss. „Deshalb wird die intensive und methodische Suche sich weiter auf das abgesteckte Gebiet von 120.000 Quadratkilometern im südlichen Indischen Ozean konzentrieren.“

Religion

Sex- und Korruptionsvorwürfe gegen Shaolin-Abt

Der Abt des berühmten Shaolin-Tempels und Abgeordnete des chinesischen Volkskongresses, Shi Yongxin, ist mit schweren Anschuldigungen konfrontiert. Gegen den umstrittenen Abt wurden Ermittlungen wegen Veruntreuung von Spendengeldern und sexueller Beziehungen zu Frauen eingeleitet. Ins Rollen gebracht hatte die Causa ein angeblicher ehemaliger Shaolin-Mönch: Er behauptet unter anderem, Yongxin habe eine mafiaähnliche Bande gegründet, eine Nonne vergewaltigt und mehrere Kinder gezeugt.

Mehr dazu in „CEO Mönch“ in Bedrängnis

Kultur

Supertramp sagt wegen Krebserkrankung Tournee ab

Die britische Band Supertramp hat wegen einer schweren Erkrankung ihres Gründers und Sängers Rick Davies ihre bevorstehende Europatournee abgesagt. Davies leide unter Knochenmarkkrebs und habe eine „aggressive Behandlung“ begonnen, teilte die legendäre Band gestern auf ihrer Website mit. Der 71-Jährige selbst erklärte, er habe sich sehr auf die Tournee gefreut.

„Es tut mir Leid, dass ich alle enttäuschen muss, die die bevorstehende Tour unterstützt haben.“ Er müsse sich nun aber auf seine Genesung konzentrieren. Die Band bat um die Respektierung der Privatsphäre und teilte mit, dass sie keine weiteren Erklärungen abgeben werde.

Erster Sänger verließ Band 1983

Davies, der auch Keyboard spielt, ist das einzige verbliebene Bandmitglied, das bei der Gründung von Supertramp 1969 dabei war. Ko-Gründer Roger Hodgson, dessen charakteristische Stimme den Sound der Band jahrelang prägte, verließ Supertramp 1983 und begann eine Solokarriere.

Die Band produzierte elf Studioalben, von denen „Breakfast in America“ den größten Erfolg hatte. Zu den bekanntesten Supertramp-Hits aus den 70er und 80er Jahren zählen „It’s Raining Again“, „Dreamer“ und „The Logical Song“. Die Tournee, die am 3. November in Porto beginnen sollte, wäre für Supertramp die erste Europatour seit fünf Jahren gewesen.

Miss Piggy und Kermit trennen sich

Schock in der „Muppet-Show“: Nach jahrzehntelanger Beziehung trennen sich Miss Piggy und Kermit der Frosch. „Nach reiflicher Überlegung, aufmerksamem Abwägen und einigem Streit haben Kermit und ich die schwierige Entscheidung getroffen, unsere romantische Beziehung zu beenden“, teilten beide gestern auf ihren Facebook-Seiten mit.

„Unsere Privatleben sind jetzt voneinander unterschieden und separat, und wir werden anfangen, uns mit anderen Menschen, Schweinen, Fröschen etc. zu treffen.“

Seit Jahrzehnten ein Paar mit Höhen und Tiefen

Die Schweine- und die Froschpuppe waren in der „Muppet-Show“ seit Jahrzehnten ein Paar, auch wenn sie sich immer wieder stritten. Erst Anfang Juni hatte Kermit voller Stolz mit angesehen, wie Miss Piggy in New York einen renommierten Frauenrechtspreis verliehen bekommen hatte. Aber auch damals hatte er schon eingestanden, dass die Beziehung der beiden nicht immer einfach sei.

„Im Moment sind wir okay, glaube ich, aber das muss ich jede Stunde neu checken. Wir hatten einige Krisen, eigentlich war es eine einzige Krise, seit wir uns kennengelernt haben.“ Das Paar werde allerdings weiter zusammenarbeiten, teilten sie via Facebook mit. Beobachter werten die Trennung auch als Werbecoup für die im Herbst anlaufende Show der „Muppets“ beim US-Sender ABC.

Leute

„Forbes“: Robert Downey Jr. bestbezahlter Schauspieler

Robert Downey Jr. (50) ist laut dem US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ der bestbezahlte Schauspieler der Welt. Der Star der „Avengers“- und „Iron Man“-Filmreihen habe zwischen Juni 2014 und Juni 2015 rund 80 Millionen Dollar (73,6 Mio. Euro) verdient, berichtete die Zeitschrift gestern. Downey führt die „Forbes“-Liste zum dritten Mal in Folge an.

Erstmals wurden auch Schauspieler berücksichtigt, die in diesem Jahr nicht in amerikanischen Filmen mitspielten. So landete der chinesische Actionheld Jackie Chan (61, „Rush Hour“) mit geschätzten Einnahmen von 50 Millionen Dollar (knapp 46 Mio. Euro) auf dem zweiten Platz.

Unter den ersten zehn sind auch drei Bollywood-Stars aus Indien: Amitabh Bachchan und Salman Khan (beide Platz sieben, 33,5 Millionen Dollar, 30,8 Mio. Euro) sowie Akshay Kumar (Platz neun, 32,5 Millionen Dollar, 29,9 Mio. Euro).

Außerdem schafften es Vin Diesel, Bradley Cooper, Adam Sandler, Tom Cruise und Mark Wahlberg in die Top Ten. Die 34 aufgeführten Schauspieler stammen laut „Forbes“ aus sieben verschiedenen Ländern.

Die Schätzungen des Wirtschaftsmagazins basieren auf Daten des Marktforschungsunternehmens „Nielsen“ und von zwei Film-Webseiten, sowie auf Befragungen von Agenten, Managern, Anwälten und den Schauspielern selbst. In dieser jährlich erscheinenden Liste werden nur männliche Darsteller berücksichtigt.

Science

Lifestyle

Training: Wann Muskeln den Rückzug antreten

Das Wetter zu heiß, der Lieblingstrainer auf Urlaub, der Sportpartner verreist: Gründe, um während der Sommermonate mit dem Sport zu pausieren, gibt es genug. Doch wie lange dauert es, bis auch der Körper erste Anzeichen der Erschlaffung zeigt? Um das schlechte Gewissen zu beruhigen: Pausen sind generell nichts Negatives. Doch spätestens nach zwei Wochen wird es kritisch - wobei nicht jeder Muskel gleich reagiert.

Mehr dazu in „Wer rastet, der rostet“