Ausland

Rückschlag für Kurden im Kampf gegen IS in Syrien

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien haben Kurdenmilizen eine Niederlage einstecken müssen. IS-Kämpfer eroberten nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte die Stadt Ain Issa von den Kurden zurück.

Ain Issa liegt nördlich der IS-Hochburg al-Rakka. Erst vor zwei Wochen hatten kurdische Milizen unterstützt durch US-Luftangriffe Ain Issa unter ihre Kontrolle gebracht und die Extremisten von dort vertrieben. Die Kurdenmiliz YPG war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Zuletzt hatte der IS im Kampf gegen die Kurden mehrere Rückschläge hinnehmen müssen. Der IS kontrolliert große Teile Syriens und des Irak und hat dort ein „Kalifat“ ausgerufen.

Irakische Luftwaffe bombardiert versehentlich Bagdad

Ein irakisches Kampfflugzeug hat nach offiziellen Angaben versehentlich ein Stadtviertel in der irakischen Hauptstadt Bagdad bombardiert und dabei mindestens sieben Menschen getötet und elf weitere verletzt. Es habe auf dem Rückweg von einem Bombenangriff ein „technisches Problem“ mit dem Suchoi-Kampfjet gegeben, erklärte der Armeesprecher Saad Maan heute.

„Eine der Bomben blieb wegen eines technischen Problems stecken und stürzte bei der Rückkehr des Flugzeugs zum Stützpunkt auf drei Häuser in Bagdad Dschadida.“

Die irakische Luftwaffe fliegt momentan Angriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die weite Teile des sunnitischen Westens besetzt hält. Zuletzt hatte es Diskussionen über die Kampfmotivation und die Qualität der irakischen Truppen gegeben. Bagdad wird von der Regierung kontrolliert.

Südsudan: Ugandischer Militärhubschrauber abgeschossen

Südsudanesische Rebellen haben nach eigenen Angaben einen ugandischen Militärhubschrauber abgeschossen. Dabei seien die beiden Piloten sowie mehrere Soldaten getötet worden.

Der Helikopter sei heute Früh in Kodok in der Nähe der nördlichen Stadt Malakal abgeschossen worden, hieß es in einer Mitteilung von Rebellensprecher Dickson Gatluak. Wie viele Menschen sich an Bord befanden, erwähnte er nicht.

Land versinkt im Chaos

Der südsudanesische Armeesprecher Philip Aguer dementierte diese Darstellung, räumte aber ein, Kodok werde von Rebellen kontrolliert. Joseph Contreras, der Sprecher der UNO-Mission in dem ölreichen Land, sagte, er habe noch keine Informationen über einen Abschuss.

Uganda ist mit Tausenden Soldaten im Südsudan im Einsatz. Sie unterstützen Präsident Salva Kiir im Kampf gegen die Rebellen seines Rivalen Riek Machar. Das erst 2011 unabhängig gewordene Land versinkt im Chaos, seit im Dezember 2013 ein Machtkampf zwischen den beiden Politikern eskalierte. Zehntausende Menschen sind bereits gestorben, rund zwei Millionen sind auf der Flucht.

Singapur: Haft für 16-Jährigen nach Kritik an Staatsgründer

Ein 16-Jähriger ist in Singapur zu vier Wochen Haft verurteilt worden, weil er Staatsgründer Lee Kuan Yew kritisiert hatte. Eine Richterin verhängte das Strafmaß heute. Der Teenager kam wegen Anerkennung seiner Untersuchungshaft auf freien Fuß. Der Fall Amos Yee hatte international Schlagzeilen gemacht.

Menschenrechtler: „Beschämend“

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) bezeichnete den jugendlichen Blogger als Opfer willkürlicher Staatsgewalt in dem autoritär geführten asiatischen Stadtstaat und forderte seine Freilassung. Die Festnahme sei eine „beschämende Missachtung des Rechts auf freie Meinungsäußerung“.

Verurteilter Blogger Amos Yee

Reuters/Edgar Su

Der verurteilte Blogger Amos Yee

Entschuldigung verweigert

Yee hatte kurz nach dem Tod des verehrten Staatsgründers im März ein Video mit abfälligen Bemerkungen über Lee und Jesus ins Internet gestellt. Er wurde nach empörten Reaktionen festgenommen, verweigerte aber eine Entschuldigung. Verurteilt wurde er nicht wegen Kritik an Lee, sondern unter anderem wegen Verletzung religiöser Gefühle.

Einzige Demo wegen strikter Regeln in Park

300 Menschen demonstrierten gestern für Yee. Sie trafen sich in einem Park, dem einzigen Ort in Singapur, wo nach vorheriger Anmeldung Demonstrationen erlaubt sind.

Inland

Regierung legt automatische Volksbefragungen „auf Eis“

SPÖ und ÖVP verabschieden sich von der Idee, über erfolgreiche Volksbegehren automatisch eine Volksbefragung durchzuführen.

Die Zeit dafür sei noch nicht reif, hieß es heute bei der Präsentation der Vorschläge der Regierungsparteien für den Schlussbericht der parlamentarischen Enquetekommission. Auf Landesebene will man aber mehr direkte Demokratie ermöglichen.

Viele Probleme ungelöst

Eigentlich liegt seit 2013 ein Demokratiepaket von SPÖ, ÖVP und Grünen im Parlament, das die Einführung von verpflichtenden Volksabstimmungen über Gesetze, wenn ein entsprechend erfolgreiches Volksbegehren vorangegangen ist, vorsieht.

Doch in der Debatte im Rahmen der parlamentarischen Enquetekommission habe sich herausgestellt, dass viele grundrechtliche Probleme „nicht zur Gänze gelöst werden“ konnten, so SPÖ-Verfassungssprecher Peter Wittmann heute bei einer Pressekonferenz.

Sein ÖVP-Kollege Wolfgang Gerstl ergänzte, eine Zweidrittelmehrheit sei wegen sehr unterschiedlicher Positionen nicht machbar gewesen, daher „muss ich dieses Gesetzesvorhaben heute auf Eis legen“.

Mitsprache auf Landes- und Gemeindeebene

Auf Landes- und Gemeindeebene will man weitergehende direktdemokratische Instrumente ermöglichen - für Themen, bei denen die Gesetzgebung Landessache ist. Dazu gehören unter anderem Gemeinde- und Baurecht, Raumordnung, Sozialhilfe und Teile des Elektrizitätswesens. Man schaffe damit auf jenen Ebenen mehr Mitsprache, wo die Bevölkerung besonders involviert sei, so Gerstl.

Bürger in Gesetzgebung einbinden

Anstatt die Bürger mit einer Befragung über ein fertiges Gesetz vor vollendete Tatsachen zu stellen, will man sie viel früher in die Gesetzwerdung einbinden, ist die Linie des Konzepts von SPÖ und ÖVP. Begutachtungsverfahren etwa sollen auf öffentlichen Plattformen diskutiert, die dortigen Beiträge in Anlehnung an Facebook auch „gelikt“ werden können.

Via „Crowdsourcing“ sollen die Bürger auch eigene Ideen einbringen können, so ein weiterer Vorschlag. Initiatoren von Volksbegehren sollen ein Rederecht in Ausschüssen bzw. Plenarsitzungen erhalten, wenn ihr Volksbegehren behandelt wird. Für informierte Bürger als Voraussetzung der Partizipation sollen politische Bildung ebenso wie das - noch nicht beschlossene - Informationsfreiheitsgesetz sorgen.

Die parlamentarische Enquetekommission trifft sich im September zu ihrer letzten Sitzung, dann soll auch der Abschlussbericht vorliegen. Über den werde man nun mit den übrigen Fraktionen anhand der heute vorgelegten Vorschläge sprechen, so Wittmann und Gerstl.

Österreich klagt gegen EU-Subventionen für AKW

Österreich hat heute beim Europäischen Gericht seine Klage gegen die Genehmigung staatlicher Beihilfen für den Bau des britischen Atomkraftwerks Hinkley Point C eingebracht.

Subventionen sollen moderne Technologien unterstützen, die im „allgemeinen Interesse aller EU-Staaten" liegen, so Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in einer Aussendung."Das trifft bei dem Atomkraft in keiner Weise zu.“

Kernkraft nicht förderungswürdig

Die EU-Kommission hatte im Oktober grünes Licht für Staatshilfen beim Bau von Hinkley Point C gegeben, was auf österreichische Kritik gestoßen war. Aus heimischer Sicht sind alternative Energieformen förderungswürdig, nicht aber die Kernkraft.

Außerdem wurde der Kritikpunkt der Wettbewerbsverzerrung geäußert. Auch andere Länder und Akteure, darunter Luxemburg, wollen gegen das grüne Licht der EU-Kommission für Subventionen vorgehen.

Zeltlager: Weitere Flüchtlinge im Burgenland erwartet

In Eisenstadt könnten die Zelte mit Platz für 160 Asylwerber noch heute voll belegt werden. Gestern bezogen die ersten 80 Flüchtlinge die Zelte auf dem Gelände der Landespolizeidirektion. Aufgrund der aktuellen Wetterlage ist es in den Zelten unglaublich heiß.

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Im Zeltlager in der Polizeikaserne Krumpendorf (Kärnten) trafen gestern die ersten 47 Flüchtlinge aus dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen ein. Wegen der Hitze sollen sie so rasch wie möglich umgesiedelt werden.

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Wien schafft Flüchtlingskoordinator

Wien organisiert die Betreuung von Flüchtlingen neu: Ab sofort wird sich eine eigene Stelle um die Bedürfnisse von Asylwerben kümmern. Neuer Flüchtlingskoordinator wird Peter Hacker, Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien.

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Was Flüchtlinge tatsächlich kosten

Die gestiegenen Sozialhilfekosten lassen sich nur zu einem kleinen Teil auf anerkannte Flüchtlinge zurückführen, sagte Salzburgs Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne), nachdem zuvor Gemeinden Sorge über steigende Kosten geäußert hatten. Die Stadt Salzburg startet nun eine Petition für offene Kasernen.

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Rechtsanwälte kritisieren „Eilgesetzgebung“

Die Rechtsanwaltskammer (ÖRAK) übt Kritik an „Eilgesetzgebung, Regulierungsflut und Eingriffen in Grund- und Freiheitsrechte“.

„Wir sind immer wieder mit Eilgesetzgebungen konfrontiert“, so ÖRAK-Präsident Rupert Wolff. Begutachtungsfristen würden so knapp angesetzt, dass eine seriöse Begutachtung nicht möglich sei, so die Rechtsanwälte in ihrem Jahresbericht.

„Es entsteht das Gefühl, dass hier der Gesetzgeber bewusst die Zivilgesellschaft auszubremsen versucht“, so der ÖRAK-Präsident.

Mindeststandards gefordert

Die Anwälte fordern die Einführung von Mindeststandards und Verständigungspflicht bei nachträglichen Änderungen. Als Beispiel für die Regulierungsflut nennen sie das Asyl- und Fremdenrecht. 13-mal sei es in zehn Jahren novelliert worden, selbst Experten blickten kaum noch durch.

Beim geplanten Staatschutzgesetz gebe es unverhältnismäßige Eingriffsbefugnisse der Behörden in die Privatsphäre.

Sport

Fußball-WM: USA siegen in torreichstem Finale

Die US-Damen haben sich gestern (Ortszeit) zum dritten Mal den Weltmeistertitel gesichert. Die von der überragenden Carli Lloyd angeführten Amerikanerinnen setzten sich im bisher torreichstem WM-Finale gegen Japan mit 5:2 durch und nahmen damit auch Revanche für die Endspielniederlage vor vier Jahren, als Japan im Elferschießen das bessere Ende für sich gehabt hatte. Zur gefeierten Matchwinnerin für die Auswahl von US-Trainerin Jill Ellis wurde Lloyd mit drei Treffern in den ersten 16 Minuten.

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Golf: Wiesberger stößt in neue Dimensionen vor

Mit Platz 23 in der neuen Weltrangliste hat Bernd Wiesberger nach seinem Sieg beim Open de France eine neue Dimension für den österreichischen Golfsport erreicht. Im „Race to Dubai“, der Saisongeldrangliste, liegt der 29-jährige Burgenländer sogar auf Platz vier und damit in der Weltelite. Vom großen Coup am Ryder-Cup-Schauplatz 2018 in Paris - vor allem der Art, wie Wiesberger die Konkurrenz auf der Schlussrunde beherrschte - waren Fans wie Fachwelt beeindruckt.

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U19-EM: Harter Brocken für ÖFB-Elf zum Auftakt

Für Österreichs U19-Team beginnt heute (20.00 Uhr, live in ORF Sport +) das Abenteuer Europameisterschaft. Mit Auftaktgegner Frankreich trifft das Team von Hermann Stadler dabei gleich auf einen Titelfavoriten.

„Frankreich ist ein harter Brocken, die Mannschaft ist extrem kompakt“, sagte der 56-jährige Coach, der kaum Schwächen beim Gegner sieht, der überdies einen CL-Finalisten in seinen Reihen hat. Stadler fordert Mut und sieht durchaus das Potenzial für eine Überraschung, „wenn wir unser Spiel durchziehen“.

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Wirtschaft

Klage von fünf Banken wegen Heta-Zahlungsstopps

Wegen des von der FMA verfügten Zahlungsstopps der Hypo-Abbaugesellschaft Heta Mitte März haben deutsche Banken die Heta wegen nicht getilgter Anleihen geklagt. Es sind fünf Verfahren am Landgericht Frankfurt/Main anhängig, hieß von dort heute auf APA-Anfrage.

Laut deutschen Medienberichten haben die Berlin Hyp, Helaba, HSH Nordbank, NordLB und die NRW-Bank sowie die FMS Wertmanagement - die staatliche „Bad Bank“ der deutschen Hypo Real Estate (HRE) - die Heta bereits auf mehr als 700 Mio. Euro geklagt. Deutsche Finanzinstitute sollen insgesamt auf ehemaligen Hypo-Anleihen im Umfang von sieben Mrd. Euro sitzen.

In einem Heta-Verfahren vor der 14. Kammer für Handelssachen am Landgericht Frankfurt sei ein erster Termin für den 6. November, 9.30 Uhr, Raum 394 Geb. B. festgesetzt, so Landgerichtssprecherin und -Richterin Corinna Distler.

Neuer Pilotenstreik bei Lufthansa droht

Bei der deutschen Fluglinie Lufthansa sind ab sofort wieder Streiks der Piloten möglich. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erklärte die Vorgespräche mit dem Unternehmen über eine Gesamtschlichtung zu allen offenen Tariffragen heute für gescheitert.

Die VC warf der Lufthansa vor, die Arbeitsplatzthemen außer Acht gelassen zu haben. Damit verkenne sie die elementaren Interessen des Cockpitpersonals. Das Angebot einer Gesamtschlichtung habe sich als „kurzfristiges taktisches Manöver“ entpuppt, mit dem die VC, aber auch Kunden und Aktionäre getäuscht worden seien.

Bisher schon zwölfmal gestreikt

Mit dem Ende der Sondierungen sei auch die Aussetzung von Streiks bis Ende Juli hinfällig, so der VC-Sprecher. Einen Termin für einen neuen Arbeitskampf gibt es aber noch nicht. Er soll in den Gremien beraten werden.

Bisher haben die deutschen Piloten in dem Konflikt unter anderem um ihre Betriebs- und Übergangspensionen zwölfmal gestreikt und der Lufthansa einen hohen Millionenschaden zugefügt.

Niki-Mutter Air Berlin verschärft Schrumpfkurs

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin verschärft bei ihrer Sanierung den Schrumpfkurs. Es gehe nicht um Größe, sondern um Gewinn, sagte Air-Berlin-Chef Stefan Pichler beim Luftfahrtkongress Aviation-Event heute im deutschen Frankfurt.

Die rund 140 Maschinen starke Flotte werde nach dem Abgang von sieben Jets im vergangenen Jahr voraussichtlich auch 2015 weiter verkleinert. Da gleichzeitig der laufende Flugbetrieb weitergeführt werde, sei der Umbau sehr anspruchsvoll. „Die Sanierung ist eine Operation am offenen Herzen“, sagte Pichler.

Auf der Kippe sieht Pichler zudem die eigene Flugzeugwartung und flugfremde Abteilungen wie die Personalverwaltung. Die Lufthansa-Konkurrenz hält sich seit Jahren nur noch dank Finanzspritzen ihrer Großaktionärin Etihad Airways in der Luft. Erst für das kommende Jahr rechnet Pichler wieder mit einem operativen Gewinn.

Pharmakonzern schränkt Lieferung nach Griechenland ein

Der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius hat wegen der angespannten Finanzlage Griechenlands den Verkauf einiger Medikamente in das südosteuropäische Land eingestellt.

Standardprodukte wie Kochsalzlösung würden schon seit März nicht mehr nach Griechenland geliefert, so ein Sprecher. Diese Produkte würden auch von mehreren griechischen Produzenten hergestellt - die Versorgung der Patienten dort bleibe somit sichergestellt.

„Produkte, zu denen es für die Patienten keine ausreichenden Alternativen gibt, liefern wir weiter nach Griechenland - allerdings ausschließlich über einen griechischen Distributionspartner“. Dadurch sei das Risiko für Fresenius geringer als bei einem direkten Verkauf an griechische Krankenhäuser und andere staatliche Einrichtungen.

Die deutschen Pharmakonzerne Merck, Boehringer Ingelheim und Bayer liefern ebenfalls weiter Medikamente nach Griechenland, wie Sprecher der Unternehmen betonten.

Mit Zahlung monatelang in Verzug

Fresenius und andere Pharmakonzerne hatten mit Griechenland bereits in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht. Anfang des Jahrzehnts beglich die griechische Regierung offene Rechnungen durch die Ausgabe von Anleihen.

Im Rahmen des Schuldenschnitts 2012 mussten Fresenius und andere Unternehmen dann Teile ihrer Forderungen aufgeben. Zuletzt sei Fresenius für Lieferungen nach Griechenland regelmäßig bezahlt worden, aber meist mit beträchtlichem Verzug, sagte der Konzernchef kürzlich. „Konkret heißt das so um die neun Monate.“

Günstige Zinsen: Republik nimmt 1,3 Mrd Euro auf

Die Republik Österreich wird morgen auf den internationalen Kapitalmärkten 1,3 Mrd. Euro frisches Geld aufnehmen. Sie sollte dabei von dem durch das griechische Nein gesunkenen Renditeniveau bei den als sichere Häfen geltenden Staatsanleihen profitieren.

Am Freitag war die Rendite für zehnjährige österreichische Staatsanleihen von 1,26 auf 1,20 Prozent gesunken.

Anleihen werden günstig aufgestockt

Zwei Bundesanleihen werden morgen aufgestockt, darunter auch die erst Mitte Juni emittierte neue zehnjährige Benchmark-Anleihe. Sie wurde mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einem Volumen von vier Mrd. Euro emittiert. Diese neue 1,20-Prozent-Bundesanleihe 2015-2025/1 wird im Oktober 2025 fällig.

Sie wurde in einem syndizierten Verfahren im Wege eines Bankenkonsortium ausgegeben. Die dabei erzielte Rendite betrug 1,257 Prozent, der Emissionskurs betrug 99,448 Prozent. Aktuell ist der Kurs auf dem Sekundärmarkt auf fast 100 gestiegen, die Rendite auf rund 1,20 Prozent gesunken.

Die zweite Bundesanleihe, die morgen aufgestockt werden soll, ist die 0,25-Prozent-Bundesanleihe 2014-2019/2. Sie rentiert derzeit auf dem Sekundärmarkt bei 0,15 Prozent. Sie wurde zuletzt Anfang Juni aufgestockt und erzielte dabei eine durchschnittliche Rendite von 0,192 Prozent.

Chronik

D: Massenschlägerei in Bad - 6.000 Gäste heimgeschickt

Nach einer Massenschlägerei von bis zu 60 Jugendlichen und jungen Männern ist ein Freibad in der deutschen Hauptstadt Berlin gestern Nachmittag von der Polizei geräumt worden.

Etwa 6.000 Badegäste mussten das Freibad bei brütender Hitze verlassen. Die Täter konnten aber nicht ausgeforscht werden, wie die Polizei heute mitteilte. Sie ermittelt wegen Landfriedensbruchs.

Gegen 17.15 Uhr hatte die Schwimmbadleitung die Polizei alarmiert, weil sich junge Leute schlugen. Anfangs stritten sich nur zwei Jugendliche, dann griffen immer mehr Zuschauer ein, bis schließlich einige Dutzend Menschen stritten und aufeinander einschlugen. Als die Polizei eintraf, hatten sich alle Beteiligten wieder im Schwimmbad verteilt und ließen sich nicht mehr identifizieren. Die Schwimmbadleitung entschied, das Bad zu räumen, und wurde dabei von der Polizei unterstützt.

Frankreich: 14-Jähriger erschießt Zwillingsbruder

In Ostfrankreich hat ein 14-Jähriger bei einem Abendessen versehentlich seinen Zwillingsbruder erschossen. Ein Familienmitglied habe bei dem Essen gestern Abend mehrere Waffen hervorgeholt, ohne zu sagen, dass einige von ihnen geladen waren, sagte ein Polizeivertreter heute.

Versehentlich Schuss ausgelöst

Der Jugendliche hantierte mit einer Automatikpistole und löste dabei versehentlich einen Schuss aus. Die Kugel traf seinen Bruder in der Brust. Alarmierte Rettungskräfte versuchten vergeblich, den schwer verletzten Jugendlichen zu retten. Die Polizei durchsuchte heute das Haus der Familie, Festnahmen gab es zunächst keine.

Fausthieb gegen Sexpartnerin: Uschi-Glas-Sohn verurteilt

Ben Tewaag ist zwei Jahre nach einem Fausthieb in das Gesicht einer Bekannten zu 10.200 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Ein Berliner Amtsgericht sprach den 39-jährigen Sohn der Schauspielerin Uschi Glas heute der versuchten Nötigung sowie der Körperverletzung schuldig. Notwehr sei nicht vorgelegen.

Tewaag hatte erklärt, es sei im Reflex geschehen - die 27-Jährige habe ihm schmerzhaft zwischen die Beine gegriffen. Zu dem Vorfall war es nach zunächst einvernehmlichen Sexfesselspielen mit zwei Frauen gekommen. Das Opfer erlitt einen Jochbeinbruch. Die Anklage hatte für den Schauspieler ein Jahr Haft verlangt, die Verteidigung Freispruch.

Gesundheit

Erneut Saudi-Arabien-Reisende mit MERS infiziert

Auf den Philippinen ist bei einem Mann die schwere Atemwegserkrankung MERS nachgewiesen worden. Der 36-Jährige sei nach seiner Rückkehr aus Dubai und Saudi-Arabien mit Symptomen in ein Krankenhaus gekommen, berichtete das Gesundheitsministerium heute in Manila.

Ein zweiter Patient mit Grippeanzeichen, der mit dem 36-Jährigen Kontakt hatte, stehe unter Beobachtung. Typische Symptome des Middle East Respiratory Syndrome (MERS) sind unter anderem Fieber, Atemprobleme und Lungenentzündung.

Weitere Erkrankte inzwischen vollkommen erholt

Es war nach Angaben von Gesundheitsministerin Janette Garin bereits der zweite MERS-Fall in dem asiatischen Land. Im Februar war eine schwangere Krankenschwester infiziert aus Saudi-Arabien zurückgekehrt. Sie habe sich völlig erholt, sagte die Ministerin.

33 Tote in Südkorea

Der Erreger MERS-CoV wurde 2012 erstmals nachgewiesen. Er kursiert wahrscheinlich schon seit vielen Jahren auf der Arabischen Halbinsel und hat sich von dort verbreitet. Zuletzt tauchte das Virus verstärkt in Südkorea auf - dort starben seit Mai mindestens 33 Menschen.

IT

Ende der VHS-Kassette naht: Nur noch Restposten verfügbar

Nach 39 Jahren wird die Herstellung von VHS-Videokassetten eingestellt. Wie Heise.de berichtet, hat der letzte noch aktive Anbieter, die deutsche SK-Unternehmensgruppe (Sauerland-Kunststoff), vor Kurzem die letzte weltweit verfügbare Charge aufgekauft.

Die Videokassetten der Marken Platinum und Xlyne werden voraussichtlich noch bis Ende 2015 angeboten. Andere Anbieter gibt es offenbar nicht mehr.

Seit 1976 auf dem Markt

Das Video Home System (VHS) von JVC kam erstmals 1976 in den USA und Japan auf den Markt und bot bahnbrechende zwei Stunden Aufnahmezeit. Das von Sony entwickelte Formatrivale Betamax speicherte auf einer Kassette hingegen maximal eine Stunde Bild und Ton und konnte sich nicht durchsetzen.

Science

Säugetiere geben bei Hitze weniger Milch

Kühe geben bei extremer Hitze weniger Milch: Was Bauern lange wissen, haben Wiener Forscherinnen experimentell bei Hamstern überprüft. Ist es heiß, produzieren auch sie weniger Milch, zugleich wachsen ihre Jungen aber schneller. Bei Kälte ist es genau umgekehrt. Der Klimawandel könnte es für stillende Weibchen daher schwerer machen, überlebensfähige Jungtiere großzuziehen.

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China setzt Tiere zur Vorhersage von Erdbeben ein

Frösche, Fische und Hendln sollen in China künftig vor Erdbeben warnen. Die Behörden würden die Tiere zur Vorhersage von Erdstößen einsetzen, berichtete die Zeitung „China Daily“.

Die Erdbebenwarte der östlichen Metropole Nanjing habe sieben Bauernhöfe in seismografische Stationen umgewandelt und die Betreiber angewiesen, die Erdbebenwarte zweimal pro Tag über das Verhalten der Tiere zu informieren.

Hendln auf Bäumen, Froschversammlungen, fliegende Fische

Im Fall eines drohenden Erdbebens würden Hühner etwa auf Bäume fliegen, Fische aus dem Wasser springen und sich Frösche zu Gruppen versammeln.

Staatliche Medien hatten bereits vergangenes Jahr berichtet, dass in der zentralen Stadt Nanchang Hunde zur Vorhersage von Erdbeben eingesetzt würden. In China gibt es regelmäßig schwere Erdstöße. In der Vergangenheit kamen Hunderttausende Menschen bei den Naturkatastrophen ums Leben.

Kultur

Kirchner inszeniert „Borkman“ in Reichenau

Einen korrupten Bankier hat Henrik Ibsen zur Hauptfigur seines Dramas „Gabriel Borkman“ gemacht, und das sorgt dafür, dass das Stück in den letzten Jahren immer wieder als aktueller Kommentar zur Wirtschaftskrise auf den Spielplänen der deutschsprachigen Theater zu finden war.

Bei den Festspielen Reichenau zeigt man es heute als letzte der vier großen Theaterpremieren. Alfred Kirchner führt Regie. In den Hauptrollen sind Martin Schwab, Regina Fritsch und Julia Stemberger zu sehen.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Lifestyle

Pamplona läutet Stierhatz mit Fest ein

Im nordspanischen Pamplona hat das populäre, aber wegen seiner Stierhatz umstrittene „Sanfermines“-Fest begonnen.

Heute Mittag wurde vor Zehntausenden begeisterter Menschen vom Balkon des Rathauses aus die Eröffnungsrakete „Chupinazo“ abgefeuert. „Viva San Fermin“, schrien die Zuschauer, die auch sangen und die traditionellen roten Halstücher schwenkten. Die erste Stierhatz findet morgen statt.

Menschen feiern in Pamplona

APA/EPA/Jesus Diges

Bei dem seit 1591 stattfindenden Fest werden acht Tage lang jeweils sechs Kampfstiere durch die Altstadt getrieben, während Hunderte Menschen vor den gut 600 Kilogramm schweren Bullen herlaufen. Jedes Jahr werden bei diesen Mutproben in den engen Gassen Dutzende verletzt. Seit 1924 gab es 15 Todesopfer, das letzte 2009.

Tierschutzgruppen protestierten erneut gegen die Veranstaltung, die inzwischen auch in Spanien äußerst umstritten ist. Dennoch lockt das Fest unzählige Touristen aus aller Welt an.

„Colt Express“ ist Spiel des Jahres 2015

Die Westernparodie „Colt Express“ ist das Spiel des Jahres 2015. „Diese Mischung aus Planung und Chaos hat Charme und Witz“, urteilte die Jury heute.

Bei dem Brett- und Würfelspiel (ab zehn Jahren) schlüpfen die Spieler in die Rollen von Banditen, die in einem Zug Reisende ausrauben und ihre Konkurrenten außer Gefecht zu setzen versuchen. Das Spielbrett ist ein dreidimensionaler Zug mit Waggons.

Zaubertränke herstellen für Kenner

Bereits zum fünften Mal kürte die deutsche Jury zudem aus Hunderten von Spielideen das Kennerspiel des Jahres für anspruchsvollere Spieler. Ausgezeichnet wurde „Broom Service“ (ab zehn Jahren). Die Spieler wetteifern darum, wer frisch gebraute Zaubertränke am schnellsten und effektivsten ausliefert.

Dabei müssen sie ständig entscheiden, ob sie mutig und damit lukrativer oder feiger und damit weniger gewinnträchtig handeln. Dieser Entscheidungszwang „sorgt für Spannung am Fließband“, meint die Jury. Die Preise sollen das Spiel als Kulturgut fördern.