Ausland

Mindestens 35 Tote bei Anschlagswelle in Bagdad

Durch Autobomben und Granatanschläge in mehrheitlich von Schiiten bewohnten Vierteln der irakischen Hauptstadt Bagdad sind gestern mindestens 35 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Nach Angaben von Polizei und von Ärzten starben mindestens 20 Menschen, als am späten Abend im nordwestlich gelegenen Stadtteil Horreyya zwei Autobomben explodierten. 35 Menschen wurden verletzt.

Bei der Detonation einer weiteren Autobombe in Zaa’faraniya im Südosten Bagdads wurden demnach sieben weitere Menschen getötet und 18 verletzt. Im Viertel Sab al-Bour starben mindestens fünf Menschen bei einem Granatangriff, im Bezirk Shula töteten Granaten mindestens drei Personen.

Bei der Anschlagswelle handelt es sich um eine der gewaltsamsten in der irakischen Hauptstadt seit US-Streitkräfte vergangenes Monat begonnen haben, Stellungen der Terrormiliz IS im Irak und in Syrien zu bombardieren. Seitdem haben IS-Anhänger auch immer wieder Anschläge in Bagdad verübt. Zu den Angriffen von gestern hat sich bisher jedoch noch niemand bekannt.

Proteste in Hongkong dauern an

Die Proteste in Hongkong haben heute die Feiern zum chinesischen Nationalfeiertag überschattet. Tausende hatten über Nacht dem Regen in Chinas Sonderverwaltungsregion getrotzt und die Demonstrationen noch auf einen anderen wichtigen Geschäftsbezirk der asiatischen Hafenmetropole ausgedehnt.

Mit einem Schweigeprotest begleiteten die prodemokratischen Demonstranten in der Früh die offizielle Flaggenzeremonie zum Nationalfeiertag, während Regierungschef Leung Chun-ying bei einem Empfang mit Ehrengästen mit Sektgläsern auf den Feiertag anstieß.
Demonstrativ wandten Studentenführer Joshua Wong und andere Aktivisten der traditionellen Zeremonie den Rücken zu, als die chinesische und Hongkonger Flagge gehisst wurden. Sie hielten schweigend die Hände über Kopf gekreuzt.

Die Proteste waren über Nacht weiter friedlich verlaufen, während sich die Polizei auffällig zurückhielt. Heftiger Regen dünnte die Scharen der Demonstranten allerdings etwas aus. Im Lauf des Feiertags werden wieder Zehntausende auf den Straßen erwartet.

Tür des Weißen Hauses schließt nun automatisch

Nach einer schweren Sicherheitspanne im Weißen Haus schließt die Tür zum Haupteingangsbereich nun von selbst. Das sagte die Direktorin des Secret Service, Julia Pierson, gestern bei einer Anhörung im Kongress. Der Wechsel zum neu installierten Automatikschloss folgt auf den Vorfall vom 19. September, bei dem ein Irak-Kriegs-Veteran über den Zaun gesprungen und bis tief ins Weiße Haus vorgedrungen war.

Zuvor musste dieser Eingang von einem Mitarbeiter händisch abgeschlossen werden, sagte Pierson. Der Haupteingang besteht außen aus einer Glastür als Wetterschutz und einer verzierten, historischen Holztür im Inneren. Das Eindringen eines mit einem Messer bewaffneten Mannes in den Präsidentensitz sei „inakzeptabel“, sagte Pierson heute bei der Anhörung. „Ich übernehme die volle Verantwortung, und es wird nie wieder passieren.“ Ihre Behörde habe eine Untersuchung eingeleitet.

Im Zuge dieses Vorfalls kamen zudem neue Einzelheiten zu einer Sicherheitspanne aus dem Jahr 2011 ans Licht. Der „Washington Post“ zufolge benötigte der Secret Service seinerzeit mehrere Tage, um festzustellen, dass ein Mann sieben Schüsse auf das Weiße Haus abgegeben hatte. Pierson will den Secret Service nun „auf ein Leistungsniveau bringen, das der entscheidenden Mission gerecht wird, die wir ausfüllen“.

Eindringling angeklagt

Der Irak-Veteran, der in das Weiße Haus eindrang, wurde unterdessen in drei Punkten angeklagt. Der 42-jährige Omar Gonzales müsse sich für das unerlaubte Betreten eines abgegrenzten Grundstücks oder Gebäudes verantworten, teilte das Justizministerium gestern mit.

Zudem wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, eine gefährliche Waffe bei sich getragen zu haben, was in der US-Hauptstadt Washington verboten ist. Der dritte Anklagepunkt lautet unerlaubter Besitz von Munition.

UNO-Generaldebatte nach sechs Tagen beendet

Die Vereinten Nationen haben die Generaldebatte ihrer 69. Vollversammlung gestern nach sechs Tagen Redemarathon beendet. Als letzter von fast 200 Rednern sprach am Nachmittag (Ortszeit) Jorge Alberto Silva Borges, der Außenminister der Inselgruppe Kap Verde, mit etwas mehr als einer halben Million Einwohnern.

Seit Mittwoch hatten - etwa zwölf Stunden am Tag - die Vertreter der 193 UNO-Mitglieder gesprochen, ergänzt um die Beobachter Vatikan, Palästina und EU. 119 von ihnen waren Staats- oder Regierungschefs. Die Generaldebatte ist der Höhepunkt der UNO-Vollversammlung und steht immer gleich zu Beginn der jährlichen Sitzungsperiode.

Jedes Land hat eine Viertelstunde Rederecht, zu welchem Thema auch immer. Indiens Ministerpräsident Narendra Modi nützte seine Zeit etwa für die Forderung nach einem Weltyogatag. Die meisten überziehen die Redezeit, US-Präsident Barack Obama war mit 38 Minuten der längste. Dafür war Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite schon nach fünfeinhalb Minuten fertig.

Rajoy bereit zu Gesprächen über Änderung der Verfassung

Angesichts der Bestrebungen zur Abspaltung Kataloniens von Spanien hat sich der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy offen für Gespräche über eine Stärkung der Regionen und eine entsprechende Änderung der Verfassung gezeigt. Er sei bereit, die Vorschläge der oppositionellen Sozialisten anzuhören, sagte Rajoy gestern im Senat. Diese müssten aber „zunächst einigermaßen klar erklären, was Sie machen wollen“, sagte der konservative Politiker.

Die Sozialisten hatten Rajoy zuvor „Unbeweglichkeit“ im Angesicht der Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens vorgeworfen und kritisiert, er führe einen „Dialog der Tauben“. Der seit langem schwelende Konflikt zwischen Madrid und Barcelona hatte sich am Samstag zugespitzt, als der katalanische Regionalpräsident Artur Mas offiziell für den 9. November ein Referendum über die Unabhängigkeit seiner Region ansetzte und Madrid daraufhin Beschwerde beim Verfassungsgericht einlegte.

Sozialisten für neue Machtverteilung

Auch wenn erwartet wird, dass das Verfassungsgericht das Referendum als illegal verbietet, dürfte das den Konflikt kaum lösen. Die Sozialisten plädieren daher für eine Neuordnung der Machtverteilung zwischen dem Zentrum und den Regionen. Der Vorsitzende der Sozialisten, Pedro Sanchez, erklärte, bei der geplanten Reform der Verfassung von 1978 gehe es nicht allein um territoriale Fragen, sondern allgemein um das soziale und politische Zusammenleben in Spanien.

Bei stürmischem Regenwetter haben unterdessen gestern Abend einmal mehr in Barcelona Tausende Katalanen gegen den vorläufigen Stopp des Referendums zur Abspaltung von Spanien protestiert. „Wir werden abstimmen“, skandierten die Teilnehmer der Kundgebung auf dem Sant-Jaume-Platz in der Hauptstadt Kataloniens. Auf dem Platz vor dem Rathaus und dem Sitz der Regionalregierung wogte ein Meer aus katalanischen Flaggen und Regenschirmen.

Hahn vor EU-Parlament: Ukraine-Krise hat „erste Priorität“

Am zweiten Tag der Hearings der designierten EU-Kommissare ist Johannes Hahn als künftiger Erweiterungskommissar dem Europaparlament Rede und Antwort gestanden. Zentrales Thema der Anhörung war der Konflikt in der Ukraine. Dessen Beilegung habe „erste Priorität“, so Hahn. Russland solle in dieser Frage die EU „nicht unterschätzen“.

Als eines seiner wichtigsten Vorhaben nannte Hahn die Stabilisierung des Balkans. Die Länder der Region müssten einerseits untereinander besser verbunden werden, andererseits auch mit der EU. Eine Erweiterung wird es in den nächsten Jahren seiner Amtszeit zwar nicht geben, Däumchen drehen werde er trotzdem nicht.

Mehr dazu in Hahn verspricht „Entschlossenheit“

Inland

Grüne wollen Begrenzung von Kindergeld auf zwei Jahre

Die Grünen wünschen sich von der Reform des Kinderbetreuungsgeldes die Abschaffung des längsten Modells (30+6 Monate). Die Bezugsdauer solle an den Kündigungsschutz während der Karenz angeglichen, also auf zwei Jahre begrenzt werden, forderte Familiensprecherin Daniela Musiol. Gleichzeitig brauche es einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, zunächst ab dem zweiten Geburtstag des Kindes.

Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) eröffnet heute die Arbeitsgruppe zum „Kinderbetreuungsgeld-Konto“. Musiol bezeichnete es gegenüber der APA als „befremdlich“, dass dort zwar Familienorganisationen, nicht aber die Oppositionsparteien eingebunden seien.

Grüne gegen frei wählbare Gesamtdauer

Von einer möglicherweise frei wählbaren Gesamtdauer des Kindergeldbezugs hält Musiol mit Verweis auf Probleme beim Wiedereinstieg in den Beruf, wenn man länger fernbleibt, nichts. Dass die Ministerin grundsätzlich mehr Flexibilität anstrebt, begrüßen die Grünen aber. Bestimmte Kriterien müssten dabei erhalten bleiben, etwa dass weiterhin eine gewisse Anzahl an Monaten auch für den Vater reserviert bleibt, um die Partnerschaftlichkeit zu stärken. Auch pocht Musiol auf einen Papa-Monat mit vollem Einkommensersatz.

Sinnvoll wäre aus Musiols Sicht auch, den Eltern zu ermöglichen, das Kindergeld überlappend zu beziehen, damit Jungfamilien „auch gemeinsam Familie leben können“. Stärken will die Abgeordnete aber auch Alleinerziehende. So solle es möglich werden, dass neue Partner oder etwa die Großeltern ebenfalls Anspruch auf Karenz bzw. Kindergeldbezug haben. Das würde etwa auch leiblichen Vätern nutzen, die von der Mutter getrennt leben, betonte Musiol.

Faymann trifft Präsident Poroschenko in Kiew

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) reist heute zu einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko nach Kiew. Begleitet wird er von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. Primär werde Faymann in Kiew die EU-Position vertreten sowie Unterstützung für die Souveränität und Integrität der Ukraine zeigen, hieß es im Vorfeld aus dem Bundeskanzleramt.

Eine Botschaft des russischen Präsidenten Wladimir Putin, mit dem Faymann Mitte September ein 20-minütiges Telefonat geführt hatte, werde der Bundeskanzler bei seinem eintätigen Besuch nicht überbringen. „Nicht die Hauptbotschaft“ sei das österreichische Konzept der Neutralität, betonte man im Bundeskanzleramt weiter.

Leitl wolle sich in Kiew vor allem einen Einblick in die Lage verschaffen, wie stark die österreichische Wirtschaft von der Ukraine-Krise betroffen sei. „Man hört, dass einzelne Unternehmen klagen, wie etwa die Bauwirtschaft“, so die Wirtdschaftskammer gegenüber der APA. Daher wolle man sich etwa mit Niederlassungsvertretungen besprechen und Unternehmer treffen.

Sport

Bundesliga: Foda soll es bei Sturm richten

Mit dem früheren Meistermacher Franco Foda hofft Sturm Graz, endlich wieder den Anschluss an die absolute Spitze der tipico-Bundesliga zu schaffen. Mittelfristig soll der Titel her. Im internationalen Geschäft will Foda, der die Grazer 2011 zum Meistertitel geführt hat, aber schon in der kommenden Saison vertreten sein.

„Ich kann zwar nicht zaubern, was ich aber garantieren kann, ist, dass wir jeden Tag 24 Stunden für den Verein da sind. Wir werden alles geben“, versprach der Deutsche, der von Clubpräsident Christian Jauk 2012 gefeuert worden war - und nun von ihm persönlich wieder zurückgeholt wurde. Dem voran gingen freilich „richtige Männergespräche“ - die Differenzen sind ausgeräumt.

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Fußball: Auswärtsbilanz lässt ÖFB-Teamchef kalt

Österreichs Fußballnationalteam stehen in der EM-Qualifikation in einer Woche zwei richtungsweisende Spiele bevor. Gegen Moldawien auswärts und Montenegro daheim sind Siege Pflicht, um den Traum von der Europameisterschaft 2016 nicht vorzeitig begraben zu müssen. Aber vor allem die Reise nach Moldawien bereitet Beobachtern Bauchweh, denn in der Fremde war die Bilanz des ÖFB-Teams zuletzt bescheiden. Teamchef Marcel Koller lässt die Auswärtsmisere jedoch kalt, für den Schweizer ist das „alles Hokuspokus“. Und das will er auch in den Köpfen seiner Spieler verankern.

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Wirtschaft

Streik kostet Lufthansa zweistelligen Millionenbetrag

Die jüngsten Streiks der Vereinigung Cockpit kostet die Lufthansa Millionen. „Die drei Streiktage im Frühjahr haben uns 60 Millionen Euro gekostet und die letzten fünf Streiktage haben sicher erneut einen zweistelligen Millionenschaden verursacht“, sagte Bettina Volkens, Personal-Vorstand der Lufthansa der „Bild-Zeitung“ (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht.

Wieder Normalbetrieb

Nach dem Piloten-Streik hat die Fluggesellschaft heute Früh wieder den Normalbetrieb aufgenommen. Es blieb bei den 25 schon am Montag abgesagten Flügen, viele davon nach Nordamerika, wie Lufthansa mitteilte. Mit einem Sonderflugplan konnten 32 Langstreckenflüge durchgeführt werden. Von dem Ausstand waren etwa 20.000 Passagiere betroffen.

Italien senkt Wirtschaftprognosen

Italien hat seine Prognosen für die Wirtschaftsleistung in diesem und im kommenden Jahr gesenkt. Die Regierung gehe nun davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt 2014 um 0,3 Prozent schrumpfen werde, sagte Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan gestern. Im April war sie noch von einem Zuwachs um 0,8 Prozent ausgegangen. Für 2015 werde die Vorhersage auf ein Wachstum von 0,6 Prozent von zuvor 1,3 Prozent zurückgenommen.

In den ersten sechs Monaten rutsche die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone wieder in die Rezession. Es ist die dritte innerhalb von sechs Jahren. Die OECD kappte jüngst ihre Konjunkturprognose und erwartet für 2014 nicht mehr ein Wachstum der Wirtschaft von 0,5 Prozent, sondern ein Schrumpfen um 0,4 Prozent. Regierungschef Matteo Renzi versucht, die Wirtschaft mit Reformen anzukurbeln.

Zudem hob Padoan das Defizitziel für dieses Jahr auf drei Prozent von 2,6 Prozent im Vergleich zur Wirtschaftsleistung an. In den EU-Verträgen ist eine Dreiprozentmarke erlaubt. Für 2015 kalkuliert die Regierung mit einem Defizit von 2,9 Prozent verglichen mit der bisherigen Prognose von 1,8 Prozent. Mit einem strukturell ausgeglichen Haushalt rechnet Italien erst für 2017 und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Herstellungsfehler bei Eurofighter entdeckt

Beim Kampfflugzeug Eurofighter ist bei einer Qualitätskontrolle ein Produktionsfehler entdeckt worden. Am Rumpfhinterteil gebe es „Herstellungsfehler bei einer großen Anzahl an Bohrungen“, teilte das deutsche Verteidigungsministerium gestern mit. Aus Sicherheitsgründen habe die Herstellerfirma BAE daher die „freigegebene Lebensdauer“ von 3.000 auf 1.500 Flugstunden herabgesetzt.

Demnach hat der Fertigungsmangel jedoch keine Auswirkung auf die aktuelle Flugsicherheit oder die Einsatzfähigkeit des Kampfjets. Das deutsche Verteidigungsministerium habe dennoch „zur Vermeidung von Nachteilen und zur Wahrung von Ansprüchen“ bis zur „Klärung der kommerziellen Aspekte die Abnahme von weiteren Luftfahrzeugen ausgesetzt“, hieß es in einer Erklärung.

Der Eurofighter wurde für die Luftstreitkräfte europäischer Staaten entwickelt. Bei dem Mehrzweckkampfflugzeug gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme, nachdem sich die von zahlreichen Schwierigkeiten geplagte Entwicklung über Jahre hingezogen hatte. In Österreich haben sich Bestechungsvorwürfe rund um den Anschaffungsvorwurf nie restlos aus der Welt schaffen lassen.

Onlinehändler Zalando geht an die Börse

An der Frankfurter Börse startet heute Vormittag der Handel mit Aktien des Onlinemodehändlers Zalando. Das Berliner Unternehmen nimmt mit dem Börsengang 605 Millionen Euro ein. Mit Zalando geht seit langem wieder ein Internetunternehmen an die Börse. Es ist der größte Börsengang des Jahres in Deutschland.

Tags darauf folgt aber bereits die Start-up-Schmiede Rocket Internet, die noch mehr Geld einsammeln will. Rocket Internet gehört mehrheitlich den Brüdern Alexander, Mark und Oliver Samwer, deren Fonds Global Founders auch an Zalando beteiligt ist. Zalando wurde 2008 gegründet und hat für das erste Halbjahr 2014 erstmals einen operativen Gewinn verkündet.

Kalifornien verbannt Einweg-Plastiksackerl aus Geschäften

Als erster US-Bundesstaat sagt Kalifornien mit einem Verbot von Einweg-Plastiksackerln der wachsenden Verschmutzung durch Plastikmüll den Kampf an. Der Gouverneur des Westküstenstaates, Jerry Brown, unterzeichnete gestern ein entsprechendes Gesetz.

Demnach dürfen ab Juli 2015 die dünnen Plastiksackerl in Lebensmittelgeschäften und Drogeriemärkten nicht mehr an Kunden ausgegeben werden. Ab 2016 sind auch kleinere Geschäfte von dem Verbot betroffen.

„Dieses Gesetz ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Brown in einer Mitteilung. „Es reduziert die Flut von Plastikmüll an unseren Stränden, in Naturparks und im Meer.“ Er hoffe, dass andere Staaten diesem Beispiel folgen.

Chronik

Weitere Vulkan-Opfer in Japan entdeckt

Nach dem plötzlichen Vulkanausbruch in Japan vom Wochenende ist die Zahl der Opfer auf 43 gestiegen. Die Rettungskräfte fanden heute örtlichen Medienberichten zufolge nahe des Gipfels des Ontake sieben weitere Opfer mit Atem- und Herzstillstand.

Unterdessen wurden 14 Opfer, die seit dem Ausbruch vom Samstag leblos in der Asche gelegen hatten, vom Berg geholt. Mindestens zehn Opfer liegen noch immer auf dem Vulkan. Zwölf Leichen wurden zuvor geborgen.

Die Bergungstrupps hatten am Morgen mit rund 1.000 Mann ihren Einsatz fortgesetzt. Wegen giftiger Gase und der Gefahr eines erneuten Ausbruchs musste der schwierige und gefährliche Einsatz in den vergangenen Tagen immer wieder unterbrochen werden.

Verletzter Höhlenforscher in Peru nach zwölf Tagen gerettet

Ein spanischer Höhlenforscher ist in Peru zwölf Tagen nach einem Unfall in 400 Meter Tiefe verletzt gerettet worden. Der 40-jährige Spanier war in der Höhle Intimachay in der ostperuanischen Provinz von Chachapoyas aus einer Höhe von fünf Metern abgestürzt und hatte sich dabei schwer am Rücken verletzt. Er wurde in einem Hubschrauber abtransportiert, wie die Nachrichtenagentur Andina gestern berichtete.

Es mussten rund 40 Experten aus Peru und Spanien in das schwer zugängliche Gebiet eingeflogen werden, um den Forscher über rund 1.000 Meter Höhlengänge ans Tageslicht zu befördern. Der Höhlenforscher nahm an einer Expedition teil, die in der Höhle nach Spuren der Chachapoyas-Kultur des 9. Jahrhunderts suchte.

Neue Gewalttaten in Mexiko

Der Südwesten von Mexiko kommt nicht zur Ruhe: Mit dem Mord an fünf Menschen im Bundesstaat Guerrero setzte sich die jüngste Welle der Gewalt in der Region fort. Die Männer im Alter zwischen 20 und 25 Jahren seien im Badeort Acapulco erschossen worden, teilte die örtliche Staatsanwaltschaft gestern mit.

Am Wochenende hatte die Polizei in der Stadt Iguala zwei Studenten erschossen, die bei einer Protestaktion mehrere Busse gekapert hatten. 25 Menschen wurden verletzt. Die Polizei nahm 22 Beamte wegen unverhältnismäßiger Gewaltanwendung fest.
Dutzende Kommilitonen werden seit der Auseinandersetzung vermisst.

Guerrero gilt als gefährlichster Bundesstaat Mexikos. Mit 61,59 Morden je 100.000 Einwohnern liegt die von der Drogenkriminalität erschütterte Region noch weit vor den Rauschgifthochburgen Sinaloa, Michoacan und Tamaulipas.

Gesundheit

Erster Ebola-Fall in den USA diagnostiziert

Erstmals ist in den USA ein Fall von Ebola festgestellt worden. Das Virus sei bei einem Mann im US-Staat Texas diagnostiziert worden, sagte ein Sprecher der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gestern.

Der Patient infizierte sich demnach im westafrikanischen Liberia, reiste dann nach Texas und wurde dort in ein Krankenhaus eingeliefert. Das Texas-Health-Presbyterian-Krankenhaus in Dallas hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass es einen Patienten auf einer Isolationsstation untersuche, bei dem der Verdacht auf Ebola bestehe.

Dem Ebola-Ausbruch in Westafrika sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits mehr als 3.000 Menschen zum Opfer gefallen. Die Zahl der Infizierten stieg auf mehr als 6.500. Die WHO rechnet aber mit einer hohen Dunkelziffer.

Kultur

Degas-Werk im Wert von sechs Mio. auf Zypern gestohlen

Zielsichere Diebe haben auf Zypern ein kleines Werk des französischen Malers Edgar Degas im Wert von sechs Millionen Euro gestohlen. Wie die Polizei gestern mitteilte, entwendeten sie aus dem Haus eines 70-jährigen Privatsammlers zudem sieben Golduhren und drei goldene Operngläser im Wert von 157.000 Euro.

Den Angaben zufolge sei bereits ein Mann aus Zypern festgenommen worden. Zudem werde nach einem südafrikanischen und einem russischen Verdächtigen gefahndet.

Die Polizei geht davon aus, dass die Verdächtigen das Opfer kannten. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei dem Degas-Werk „Danseuse ajustant son chausson“, das eine Balletttänzerin beim Richten ihres Schuhs zeigt, um das wertvollste Gemälde, das je auf Zypern gestohlen wurde. Das nur 61 mal 47 Zentimeter große Bild war in der Wohnung nicht gesichert.

Tote Hosen werden mit jüdischer Auszeichnung geehrt

Für ihr jahrzehntelanges Engagement gegen Rechtsextremismus bekommen die Toten Hosen eine hohe jüdische Auszeichnung. Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf verleiht der Rockband heute die Josef-Neuberger-Medaille. Auch der Prorektor der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, Thomas Leander, wird geehrt.

Die Toten Hosen hatten zusammen mit den jungen Sinfonikern der Musikhochschule vor einem Jahr an drei Konzertabenden in der Tonhalle in Düsseldorf Musik gespielt, die im Nationalsozialismus als „entartet“ diffamiert worden war.

Leute

Erpresser bedroht Linda de Mol und ihre Kinder

Die niederländische Fernsehmoderatorin Linda de Mol und ihre Kinder werden seit einem Jahr von einem Unbekannten bedroht. Zugleich sei Lindas Bruder John de Mol erpresst worden, teilte die Polizei gestern Abend im niederländischen Fernsehen mit. Der Erpresser habe damit gedroht, Linda und ihren Kindern „etwas anzutun“, wenn John nicht hohe Geldsummen bezahle, sagte Kommissar Bernard Jens in der Sendung.

Die Polizei veröffentlichte die Phantomzeichnung eines Verdächtigen. Darauf ist ein etwa 70 Jahre alter Niederländer mit Brille und schütterem grauen Haar zu sehen. Ein solcher Mann hatte nach Zeugenaussagen im September bei einem Konditor Tortenstücke bestellt, die an die Privatadresse von John de Mol geliefert worden waren. Auf dem Karton klebte eine Drohbrief.

Die Bedrohungen hatten im Oktober 2013 begonnen. John de Mol, der unter anderem mit der Reality-Soap „Big Brother“ ein Milliardenvermögen verdient hatte, hatte vier Drohbriefe empfangen. Die beliebte Fernsehmoderatorin und ihr Bruder lebten seither in Angst, sagte der Polizeibeamte. „Diese Bedrohung muss einfach aufhören“, sagte er.