Ausland

Kiew: MH17-Absturz durch Druckabfall nach starker Explosion

Der Absturz der Malaysia-Airlines-Maschine ist nach ukrainischen Angaben durch einen „Druckabfall in Verbindung mit einer starken Explosion“ verursacht worden. Das habe die Untersuchung eines Expertengremiums ergeben, teilte der ukrainische Rat für Sicherheit und Verteidigung heute über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Prorussische Separatisten und die ukrainische Regierung werfen einander seit dem Absturz am 17. Juli vor, das Flugzeug mit 298 Menschen an Bord abgeschossen zu haben.

UNO: Könnte Kriegsverbrechen darstellen

Der mutmaßliche Abschuss des malaysischen Flugzeugs über der Ostukraine könnte nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UNO) ein Kriegsverbrechen darstellen. Das geht aus einem heute vorgestellten UNO-Bericht hervor.

„Dieser Verstoß gegen internationales Recht könnte unter den derzeitigen Umständen einem Kriegsverbrechen gleichkommen“, erklärte UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay. Es werde alles unternommen, um die Verantwortlichen für den Absturz der Passagiermaschine vor Gericht zu bringen.

Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit 298 Menschen an Bord abgestürzt. Die Regierung in Kiew und westliche Staaten werfen den prorussischen Separatisten vor, Flug MH17 mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen zu haben. Das Rote Kreuz hatte vergangene Woche den Konflikt im Osten der Ukraine erstmals als Bürgerkrieg eingestuft.

Armee stürmt Städte um Absturzstelle

Die ukrainische Armee stürmte nach eigenen Angaben heute mehrere Städte um die Absturzstelle der MH17. Die Truppen seien in die Städte Schachtarsk und Tores eingedrungen und lieferten sich Kämpfe mit prorussischen Separatisten mit Blick auf „eine vollkommene Befreiung“ weiterer Ortschaften, teilte der Pressedienst für die Militäroperation im Osten des Landes in einer Erklärung mit.

Mehr als 1.100 Tote in wenigen Wochen

Dem UNO-Bericht zufolge ist die Zahl der in den Auseinandersetzungen zwischen Armee und prorussischen Separatisten Getöteten in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen: „Stand 26. Juli wurden mindestens 1.129 Menschen getötet und 3.442 verletzt.“ In einem UNO-Bericht vom 18. Juni lag die Zahl der seit April Getöteten noch bei 356.

Die Bevölkerung der Ostukraine leidet nach UNO-Angaben unter einer Schreckensherrschaft prorussischer Separatisten. Um ihre Macht zu sichern, würden die bewaffneten Gruppen Menschen entführen, einsperren, foltern und exekutieren, heißt es in einem heute in Genf veröffentlichten Bericht des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte.

Die straff organisierten und militärisch stark ausgerüsteten Rebellen hätten ihre Herausforderung der ukrainischen Regierung weiter intensiviert, heißt es in dem Bericht. Regierungstruppen hätten mit verstärkten Angriffen reagiert. Kämpfen in besiedelten Gegenden seien zahlreiche Zivilisten zum Opfer gefallen, Tausende seien geflohen.

Widerstand gegen IS im Irak wächst

Mit Unterstützung der sunnitischen Stämme hat die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS, früher ISIS) ihr erobertes Gebiet im Irak von Mossul Richtung Bagdad ausdehnen können. Mit aller Härte gehen die Dschihadisten seit Beginn der Offensive vor sechs Wochen gegen Christen und Schiiten vor - aber auch gegen sunnitische Stammesführer, die sich nicht unterordnen wollen.

Nun regt sich zunehmend auch bei den eigentlich verbündeten sunnitischen Stämmen Widerstand. Sie wehren sich gegen die Zerstörung von Heiligtümern und die von den Dschihadisten verlangte Unterordnung.

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Österreichs Kirchen für internationales Eingreifen

Die christlichen Kirchen in Österreich fordern in einer gemeinsamen Erklärung ein internationales koordiniertes Vorgehen gegen die IS im Irak. Die österreichische Regierung sei aufgerufen, gemeinsam mit weiteren EU-Ländern bei den Vereinten Nationen für „zweckdienliche Maßnahmen“ einzutreten, um den Terror zu beenden, heißt es in einer heute veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von Spitzenvertretern der christlichen Ökumene.

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Boko-Haram-Kämpfer töten 15 Menschen in Kamerun

Bei dem Angriff mutmaßlicher Kämpfer der radikalislamischen Gruppierung Boko Haram sind gestern im Norden Kameruns nach neuen Angaben mindestens 15 Menschen getötet worden. Bei dem Vorfall in der Ortschaft Kolofota sei zudem ein Dutzend Menschen entführt worden, sagte ein Polizist, der an dem Einsatz nach dem Angriff beteiligt ist, der Nachrichtenagentur AFP heute.

Frau von Vizeregierungschef entführt

Unter den Entführten ist auch die Frau eines stellvertretenden Regierungschefs, dessen Haus in Kolofota von den mutmaßlichen Islamisten aus Nigeria angegriffen worden war. Der Regierung zufolge hatten „mehr als 200“ Kämpfer die Ortschaft angegriffen. Das Staatsfernsehen berichtete von Menschen, die bei lebendigem Leib verbrannt worden seien.

Unter den mindestens 15 Toten seien zwei Polizisten und ein Soldat einer Eingreiftruppe, sagte der Polizist, der namentlich nicht genannt werden wollte. Zunächst war von sechs Toten die Rede gewesen. Bei dem Angriff wurde auch die Ehefrau von Vizeregierungschef Amadou Ali verschleppt. Neben dessen Residenz war auch das Haus des örtlichen Stammesführers, Sultan Seiny Boukar Lamine, angegriffen worden. Er war gleichfalls mit seiner Frau und ihren fünf Kindern verschleppt worden.

Tausende fallen Kampf für islamischen Staat zum Opfer

Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat. Bei Anschlägen auf Polizei, Armee und Behörden sowie Kirchen, Schulen und Wohngebiete wurden in den vergangenen Jahren Tausende Menschen getötet. International Schlagzeilen machten die islamistischen Kämpfer auch mit der Entführung von 276 Mädchen aus einer Schule im Ort Chibok.

Zuletzt war es im Norden Kameruns, das an Nigeria grenzt, mehrfach zu Angriffen gekommen, die Boko Haram zugeschrieben wurden. Das schürt Befürchtungen, der Konflikt mit den Islamisten könne sich auf die Region um Nigeria ausdehnen.

Inland

Asyldebatte: Pröll über Klug empört

In der Debatte über die Entlastung der Asylerstaufnahmestelle Traiskirchen in Niederösterreich und den Vorschlag, Asylwerber in Kasernen unterzubringen, hat Minister Gerald Klug (SPÖ) verhalten reagiert.

Für den niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) ist es „unfassbar“, mit welcher „Nonchalance“ Klug die Innenministerin links liegen lasse.

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Bundesheer: Lehrlinge dürfen Heeresführerschein machen

Lehrlingen beim Bundesheer ist es ab sofort möglich, einen Heeresführerschein der Klasse B zu erlangen. Das teilte Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) heute in einer Aussendung mit. Der Erwerb der militärischen Lenkberechtigung kann dabei für die zivile Führerscheinausbildung „umgeschrieben“ werden.

Diese Maßnahme soll das Interesse der Lehrlingsausbildung beim Bundesheer weiter steigern. Gegenwärtig gehört das Heer laut eigenen Angaben zu den größten Lehrlingsausbildern im Land.

Klug ist dabei von dem Wert dieser Reform überzeugt: „Unsere Lehrlinge profitieren von der Bundesheerfahrschule doppelt: Sie sind dadurch berechtigt, ein geländegängiges Heeresfahrzeug zu lenken und sparen sich gleichzeitig die kosten- und zeitintensive zivile Führerscheinausbildung.“

Vilimsky hofft weiter auf Rechtsaußen-EU-Fraktion

Die FPÖ hofft trotz des bisherigen Scheiterns weiterhin auf die Bildung einer Rechtsaußen-Fraktion im EU-Parlament. Der FPÖ-Delegationsleiter im Europaparlament, Harald Vilimsky, zeigt sich weiterhin optimistisch. „Ja. Obwohl sich das nur langsam aufbaut, rechne ich damit, dass wir bis Herbst sieben, acht Mitgliedsparteien haben werden“, sagte er gegenüber der ungarischen Zeitung „Magyar Hirlap“.

Seine Zuversicht rühre auch daher, dass „wir jetzt miteinander reden können, Vertrauen aufbauen. Wir hatten uns zuvor nicht mit allen Parteien, die infrage kommen, so gut gekannt“. Außerdem will Vilimsky das „gezeichnete dämonisierte Bild“ für eine Rechtsaußen-Fraktion infrage stellen.

Nach den EU-Wahlen im Mai hatte es die FPÖ inklusive anderer Rechtsparteien nicht geschafft, sich zu einer Fraktion zusammenzuschließen. Für eine Fraktion müssen sich mindestens 25 Europaabgeordnete aus wenigstens sieben EU-Staaten zusammenschließen. Der Fraktionsstatus würde den Parteien Zugang zu zusätzlichen Mitteln von 20 bis 30 Millionen Euro und mehr öffentliche Präsenz geben.

Sport

Formel 1: Hamilton sorgt für Zoff bei Mercedes

Der spektakuläre Ungarn-GP hat bei Mercedes im Titelduell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg für neuen Zündstoff gesorgt. Wegen unterschiedlicher Reifenstrategien erhielt der Brite die Order, den deutschen WM-Führenden überholen zu lassen, verweigerte diese aber.

„Ich war sehr schockiert, dass mich das Team darum gebeten hat“, erklärte Hamilton. Der Haussegen hängt bei Mercedes vor der vierwöchigen Sommerpause jedenfalls schief, denn auch die Chefetage ist unterschiedlicher Meinung. Während Motorsportchef Toto Wolff von einem vergebenen Sieg für Rosberg spricht, sieht Aufsichtsratschef Niki Lauda das Verhalten Hamiltons als „richtig und normal“ an.

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Tour de France: Eisel zieht „merkwürdige“ Bilanz

Seine insgesamt zehnte Tour de France hat für Bernhard Eisel und sein Team nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Favorit Chris Froome schied nach wenigen Tagen aus, Ersatzkapitän Richie Porte konnte der zugedachten Leaderrolle krankheitsbedingt nicht gerecht werden.

Das Gelbe Trikot war in der Folge ebenso außer Reichweite wie diesmal sogar ein Etappensieg. Dennoch sei es eine großartige und merkwürdige Tour gewesen, bilanzierte Eisel, der im Verlauf der drei Wochen immerhin von schweren Stürzen verschont geblieben war.

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Bundesliga: Austria droht böses Erwachen

Bei der Austria läuten nach der herben Niederlage beim WAC schon die Alarmglocken. Mit nur einem Punkt aus den ersten zwei Spielen legten die Wiener unter Neocoach Gerald Baumgartner sogar den schlechtesten Bundesliga-Saisonstart seit 2006 hin.

Baumgartner sparte danach nicht mit öffentlicher Kritik an den Spielern und deren Einstellung. „Wir werden einigen den Kopf waschen müssen“, drohte Baumgartner. Manager Thomas Parits brachte es auf den Punkt: „Wir müssen uns sehr stark steigern, sonst kommt das böse Erwachen.“

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Wirtschaft

Großbritannien erlaubt Fracking auch in Nationalparks

Die britische Regierung will die umstrittene Gasfördermethode Fracking in „außergewöhnlichen Fällen“ auch in Nationalparks erlauben. Die heute in London vor einem neuen Bieterwettbewerb um Förderlizenzen veröffentlichten Richtlinien erlauben Fracking unter bestimmten Umständen auch in weiteren Schutzgebieten wie Welterbestätten und außergewöhnlichen Landschaften.

Wirtschafts- und Energieminister Matthew Hancock sagte, die Gebiete sollten unter anderem durch eine gründliche Überwachung der Fördermethoden geschützt bleiben.

Umstrittener Einsatz von Chemikalien

Bei der Frackingmethode wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltene Erdgas zu fördern. Die Technologie ist unter anderem umstritten, weil durch die eingesetzten Chemikalien das Trinkwasser verunreinigt werden könnte. Kritiker befürchten zudem, dass die Methode weitere Umweltschäden anrichten und Beben auslösen können.

Die britische Regierung will dennoch nach dem Vorbild USA das Fracking ausbauen, um Arbeitsplätze zu schaffen, die Wirtschaft anzukurbeln und unabhängiger von Energieimporten zu werden.

Fluggesellschaft Virgin America peilt Börsengang an

Die Fluggesellschaft Virgin America strebt an die Börse. Das geht aus einer Mitteilung an die zuständigen Behörden von heute hervor. Details zur Transaktion wurden jedoch noch nicht genannt. Barclays und die Deutsche Bank sollen den Börsengang federführend organisieren.

Der Billiganbieter Virgin hat im hartumkämpften amerikanischen Markt 2007 seinen Betrieb aufgenommen und steuert 22 Ziele in den USA und Mexiko an. Der umtriebige Milliardär Richard Branson hält über die Virgin Group und einen Hedgefonds 22 Prozent der Virgin-America-Anteile.

Gammelfleisch-Skandal: Engpass bei McDonald’s in China

Rund eine Woche nach Bekanntwerden des Gammelfleisch-Skandals haben viele Chinesen vergeblich bei der Fast-Food-Kette McDonald’s um Burger angestanden. „Ich liebe Burger. Hoffentlich gibt es sie bald wieder im Sortiment“, schrieb ein Kunde im Internet. „Ich vermisse die Cheese-Burger so sehr“, meinte ein anderer.

Nachdem chinesische Behörden gegen einen der wichtigsten Fleischzulieferer wegen Hygieneverstößen ermitteln, hat McDonald’s das Fleisch des Produzenten aus dem Programm genommen. „In der Folge bieten wir derzeit ein reduziertes Menü in unseren Restaurants an“, räumte McDonald’s heute im Internet ein.

Frühestens im August wieder gesamte Auswahl

Das Netzwerk von Lieferanten werde ausgeweitet. „In einigen Restaurants werden wir im frühen August wieder die komplette Auswahl anbieten können. Bei anderen könnte es ein wenig länger dauern“, hieß es weiter in der Mitteilung.

Mit versteckter Kamera hatte ein Fernsehsender Verstöße gegen Hygieneauflagen in einer Fleischfabrik gefilmt. Anschließend hatten Behörden 160 Tonnen Fleisch des Unternehmens konfisziert und fünf Verdächtige festgenommen. Das Unternehmen hatte US-Fast-Food-Ketten in China beliefert. Von anderen Fast-Food-Ketten waren zunächst keine Stellungnahmen zu Engpässen veröffentlicht worden.

Guter Sommerstart für Tourismus

Österreich ist in der laufenden Sommersaison als Reiseziel bei Urlaubern offenbar sehr beliebt. Im Mai und Juni wurde ein Rekord von 16,72 Millionen Übernachtungen (plus 4,7 Prozent) gezählt, teilte Statistik Austria heute mit. Zu dem Plus trugen demnach ganz wesentlich Gäste aus Deutschland, den USA und Italien bei. Im Trend waren eher einfache Hotels und Pensionen sowie Ferienwohnungen.

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Ryanair hebt nach Gewinnsprung Jahresprognose an

Ryanair blickt nach einem Gewinnsprung im abgelaufenen Quartal optimistischer in die Zukunft. Die irische Billigfluggesellschaft verbuchte einen Nettogewinn von 197 Millionen Euro nach 78 Millionen ein Jahr zuvor, wie das in Dublin ansässige Unternehmen heute mitteilte. Ryanair steuere nun im Gesamtjahr auf einen Gewinn von mindestens 620 Millionen Euro zu, hieß es nun. Zuvor war das die Maximalprognose.

Mit seiner höheren Prognose setzt sich Europas größte Billigfluggesellschaft deutlich von der Konkurrenz der Traditionsunternehmen ab: Lufthansa und Air France KLM hatten jüngst ihre Erwartungen heruntergeschraubt. Ryanair-Finanzchef Howard Millar führte den Gewinnzuwachs im Berichtszeitraum auf Erfolge einer Kampagne für mehr Kundenfreundlichkeit zurück.

„Wir haben in den vergangenen sechs, sieben Monaten große Fortschritte beim Service erzielt“, sagte Millar. Die Firma profitierte zudem von einer neuen Preispolitik mit Frühbucherrabatten. Die Quartalszahlen seien allerdings nicht vollständig mit dem Vorjahr vergleichbar, räumte die Gesellschaft ein. Das traditionell bei Reisenden stark gefragte Osterfest sei nicht in dasselbe Quartal gefallen wie ein Jahr zuvor.

Gesundheit

Hepatitis-E-Viren in Spenderblut in Großbritannien gefunden

Nach dem Fund von Hepatitis-E-Viren in Spenderblut in Großbritannien sind Forderungen nach entsprechenden Tests in der EU laut geworden. Einer heute veröffentlichten Studie zufolge ist einer von fast 3.000 Blutspendern in Großbritannien mit dem Virus infiziert, das Leberkrankheiten auslösen kann.

79 von 225.000 Spenden infiziert

Eine Übertragung des Virus gab es demnach in 18 von 43 Fällen, in denen Patienten dem infizierten Blut ausgesetzt waren. Ein Patient entwickelte demnach eine leichte Form der Hepatitis. Laut der Studie, die im medizinischen Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht wurde, waren insgesamt 79 von 225.000 Blutspenden in Großbritannien mit einer bestimmten Variante des Hepatitis-E-Virus, dem Genotyp 3, infiziert. Menschen können sich über kranke Schweine, verseuchtes Blut oder verunreinigtes Trinkwasser anstecken.

„Wir schätzen, dass es im Jahr der Untersuchung insgesamt zwischen 80.000 und 100.000 menschliche Infektionen mit dem Hepatitis-E-Virus in England gegeben hat“, sagte Forscher Richard Tedder von der englischen Gesundheitsbehörde. Eine ähnliche Verbreitung sei vor Kurzem auch aus anderen europäischen Ländern gemeldet worden. Die Wissenschaftler gingen dennoch davon aus, dass es „keine dringende Notwendigkeit“ für eine Kontrolle von Spenderblut gibt.

In einem Kommentar zu der Studie schrieb jedoch Jean-Michel Pawlotsky vom Henri-Mondor-Krankenhaus in Paris, dass diese Schlussfolgerung „überraschend“ sei. Nach seiner Interpretation der Studienergebnisse sollte eine „systematische Kontrolle“ von Spenderblut auf das Hepatitis-E-Virus in der Europäischen Union erfolgen.

Gefährlich für Menschen mit Immunschwäche

Den meisten Menschen, die sich mit dem Virus infizieren, geht es nach einiger Zeit mit Symptomen wie Appetitverlust oder Fieber wieder gut. Das Virus kann aber für Menschen mit Immunschwäche wie etwa Krebspatienten oder Patienten nach einer Organtransplantation sowie für schwangere Frauen gefährlich sein. Eine Therapie gibt es nicht.

Ebola-Patient könnte in Deutschland behandelt werden

Ein Ebola-Patient aus Westafrika könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) angefragt, ob der Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation dort betreut werden könnte, wie UKE-Sprecherin Christine Trowitzsch heute sagte.

„Wichtiger Mediziner“

„Wir haben daraufhin den Hamburger Seuchenstab aktiviert und in Abstimmung mit allen zuständigen Behörden und öffentlichen Einrichtungen unsere grundsätzliche Bereitschaft erklärt, den Patienten aufzunehmen und zu behandeln.“ Die Sicherheitsvorkehrungen seien so hoch, dass es für Mitarbeiter und Öffentlichkeit keinen Grund zur Sorge gebe. Nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ soll es sich um einen „wichtigen Mediziner“ handeln, der im Kampf gegen Ebola in Sierra Leone bisher viel bewegt habe.

Liberia schließt Grenzen

Als Reaktion auf die verheerende Ebola-Epidemie hat Liberia gestern die meisten seiner Grenzübergänge zu den Nachbarstaaten geschlossen. Ausgenommen seien nur die wichtigsten Einreisepunkte, sagte die Präsidentin des westafrikanischen Landes, Ellen Johnson Sirleaf. Dort würden jedoch Test-Zentren eingerichtet.

Zwei US-Helfer infiziert

Infolge der grassierenden Ebola-Epidemie in Liberia haben sich inzwischen zwei Helfer aus den USA mit dem tödlichen Virus angesteckt. Neben einem 33-jährigen Arzt wurde auch eine Missionarin infiziert, die für die Desinfektion von Schutzanzügen in einem Krankenhaus der Hauptstadt Monrovia zuständig war, wie die karitative Stiftung Samaritan’s Purse gestern mitteilte.

Laut einer Sprecherin der Organisation befinden sich beide Patienten in stabilem Zustand. Die vor Monaten ausgebrochene Ebola-Epidemie in Westafrika hat ihren Ausgangspunkt in Guinea. Insgesamt infizierten sich dort sowie im benachbarten Sierra Leone und in Liberia nach Angaben der WHO bisher fast 1.100 Menschen mit dem Erreger. Bis zum 20. Juli starben mehr als 660 von ihnen an der Krankheit.

Auf Nigeria übergegriffen

In Nigeria wurde am Freitag in der Millionenmetropole Lagos der erste Ebola-Tote gemeldet. Es ist das erste Mal seit Jahrzehnten, dass sich das hoch ansteckende Ebolavirus in der Region ausbreitet. Infizierte leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in heftigen Fällen an inneren Blutungen und Organversagen. Gegen die Krankheit gibt es bisher keine Medikamente.

Bei manchen Erregern verläuft die Seuche in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich. Das Virus wurde erstmals 1976 in der Demokratischen Republik Kongo registriert und ist nach einem dortigen Fluss benannt. Es wird angenommen, dass es vor allem von Tieren wie Fledermäusen übertragen wird, die ihres Fleisches wegen gejagt werden. Unter Menschen reicht schon eine Berührung zur Infektion mit dem Virus.

Chronik

Mädchen bei Kirtag aus Ringelspiel geschleudert

In Böheimkirchen (Niederösterreich) ist laut „Niederösterreichischen Nachrichten“ gestern Abend beim Kirtag ein Mädchen schwer verletzt worden. Das etwa acht Jahre alte Kind dürfte aus einem Ringelspiel namens Big Wave gestürzt sein. Es habe schwere Kopfverletzungen erlitten.

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Mann stach Ex-Freundin nieder

In Wien-Meidling ist in der Nacht auf heute eine 36-jährige Frau niedergestochen worden. Die Frau wurde schwer verletzt. Mutmaßlicher Täter ist ihr Ex-Freund. Nach ihm läuft eine Fahndung wegen Mordversuchs.

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Vbg.: Vier Jahre Haft wegen sexuellen Missbrauchs

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger und Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses ist heute ein 47-jähriger Mann am Landesgericht Feldkirch (Vorarlberg) zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Er soll sein Patenkind mehr als ein Jahr lang zu geschlechtlichen Handlungen gezwungen haben.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Venice Beach: Toter und Verletzte nach Blitzeinschlag

Bei einem heftigen Gewitter auf dem berühmten kalifornischen Strand Venice Beach ist ein Mann tödlich von einem Blitz getroffen worden. Mehrere weitere Strandbesucher wurden nach Angaben einer Feuerwehrsprecherin verletzt, einer von ihnen schwebte in Lebensgefahr. Augenzeugen berichteten, das Gewitter sei gestern plötzlich aufgezogen.

Mindestens 13 Verletzte

Der 20-Jährige half Augenzeugenberichten zufolge bei der Suche nach einem vermissten Schwimmer, als der Blitz einschlug. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos, der junge Mann sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben, sagte ein Gerichtsmediziner der Stadt Los Angeles der Nachrichtenagentur AFP.

Die genaue Todesursache stand aber noch nicht fest. Acht weitere Verletzte, unter ihnen ein 15-jähriger Jugendlicher, mussten nach Angaben der Feuerwehr von Los Angeles im Krankenhaus behandelt werden. Weitere fünf Verletzte wurden auf dem Strand versorgt.

Panik ausgebrochen

Augenzeugen zufolge wurde der Himmel über dem Strand plötzlich dunkel, und wie aus dem Nichts schlugen Blitze ein, gefolgt von gewaltigem Donner und Regen. Auf dem Strand brach Panik aus: „Alle haben geschrien“, sagte eine Frau der „Los Angeles Times“. Ein Mann berichtete, sein ganzes Haus habe wegen des Unwetters gewackelt. Er sei nach draußen gerannt und habe gesehen, wie einer seiner Nachbarn, ein Arzt, bei einem der Opfer Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet habe.

In der Gegend gab es dem Wetterdienst zufolge gestern mehrere Gewitter. Bei einem weiteren Blitzeinschlag auf der Insel Santa Catalina wurde nach Polizeiangaben ein 57-jähriger Mann verletzt, der Blitz löste zudem ein Buschfeuer aus.

Video dazu in iptv.ORF.at

16-jährige Japanerin soll Mitschülerin enthauptet haben

Die japanische Polizei hat eine 16-jährige Schülerin festgenommen, die eine 15 Jahre alte Klassenkameradin erwürgt und anschließend enthauptet haben soll. Die mutmaßliche Täterin habe das Opfer zunächst mit einem Metallgegenstand geschlagen, teilten die Ermittler heute in der südjapanischen Stadt Sasebo in der Präfektur Nagasaki mit.

Die Leiche war demnach gestern mit abgetrenntem Kopf und abgetrennter linker Hand in der Wohnung der seit April alleine lebenden 16-Jährigen gefunden worden. Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar. Bekannt ist, dass die Mutter der mutmaßlichen Mörderin im vergangenen Jahr gestorben war und der Vater erneut geheiratet hatte.

Kultur

Salzburg: „Don Giovanni“ hinter den Erwartungen

Die erste Opernpremiere dieses Festspielsommers hat gestern Abend Mozarts „Don Giovanni“ gegolten. Sven-Eric Bechtolf musste allerdings für seine Inszenierung von Mozarts Da-Ponte-Oper heftige Buh-Rufe des Premierenpublikums einstecken.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Die zweite Arbeit im neuen Da-Ponte-Zyklus von Regisseur Sven-Eric Bechtolf und Dirigent Christoph Eschenbach wird auch, so die Ö1-Kritik als Rückschritt gegen den letzten „Don Giovanni“-Produktionen in Salzburg gewertet - mehr dazu in oe1.ORF.at

Murnberger dreht Trenker-Film

Der burgenländische Regisseur Wolfgang Murnberger dreht seinen neuen Film über eine umstrittene Persönlichkeit: Luis Trenker war eine Südtiroler Bergsteigerlegende, Filmemacher und Publikumsliebling, aber auch ein Mann, der bereit war, sich totalitären Systemen mehr als anzupassen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Religion

Muslime feiern Ende des Ramadan

Überschattet von den aktuellen bewaffneten Konflikten im Nahen Osten beenden Muslime in aller Welt ab heute mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) den Fastenmonat Ramadan. In diesem Jahr beginnt die Feier in den meisten Ländern am 28. Juli, wegen unterschiedlicher Berechnungsgrundlagen kann das Datum aber regional variieren.

Das Fasten im Ramadan („Saum“) ist eine der fünf Säulen des Islam - neben dem Glaubensbekenntnis („Schahada“), den fünf täglichen Gebeten („Salat“), der Pilgerfahrt nach Mekka („Haddsch“) und dem Geben von Almosen („Zakat“).

Eid al-Fitr drückt die Freude darüber aus, die Entbehrungen des Fastens im neunten Monat des islamischen Mondkalenders gemeistert zu haben. Gläubige Muslime verzichteten im Ramadan von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex.

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Irak: Dschihadisten verbieten Feierlichkeiten

Im Irak werden die Feierlichkeiten von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, früher ISIS) offenbar massiv eingeschränkt. In der nordirakischen Stadt Mossul verboten IS-Kämpfer laut der Nachrichtenagentur dpa den Bürgern heute Früh, zu gemeinsamen Gebeten in die Moscheen zu gehen und zwangen sie zur Rückkehr in ihre Häuser.

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Science

Schakale siedeln sich in der Slowakei an

Schakale scheinen sich in der Slowakei anzusiedeln. Seit rund einem Jahr seien immer häufiger Kadaver und auch lebende Exemplare der wolfsähnlichen Tierart im Osten und Süden des Landes gesehen worden, berichteten Zoologen und Naturparkverwalter dem Internetportal Sme.sk.

Historisch war der Schakal in Mitteleuropa nie heimisch. Er lebt vor allem in Nordafrika und weiten Teilen Asiens, aber auch auf dem Balkan und in der Ukraine. Eben aus der Ukraine wird das Eindringen des Goldschakals in den grenznahen slowakischen Nationalpark Poloniny und die Region Zemplin vermutet.

Shrimps essen schadet dem Klima

Forscher haben eine CO2-Bilanz der Fischindustrie erstellt. Resultat: Der Treibstoffverbrauch unterscheidet sich beim Fang verschiedener Arten erheblich. An der Spitze liegen Shrimps und Hummer.

Mehr dazu in science.ORF.at

Lifestyle

Leute

Udo Jürgens im Hymnenstreit gegen Gabalier

Sänger Udo Jürgens hält die textliche Erweiterung der österreichischen Bundeshymne um die Töchter des Landes für legitim. Dass „Volks-Rock-’n’-Roller“ Andreas Gabalier auf die alte Version pocht, „passt doch zu ihm: Er ist ein Künstler in Lederhosen. Wenn Sie in der Lederhose auftreten, verkörpern Sie auch die entsprechenden Werte. Aber dass ihm der alte Text besser gefällt, ist sein gutes Recht.“

Auch ihm sei gendergerechte Sprache oft ein Gräuel, so Jürgens gegenüber der APA. Im Fall der Bundeshymne halte er das Problem aber für gut gelöst. „Zweifellos ist es richtig, dass man auch die Frauen in der Hymne anspricht, wenn schon die Männer explizit angesprochen werden.“

„Das war nicht sehr geschickt im ursprünglichen Text“, so Jürgens weiter. „Man hätte gleich alle Menschen, alle Bürger des Landes ansprechen müssen.“ Der Sänger hat in seinem 53. Album mit dem Lied „Der Mann ist das Problem“ seinen Geschlechtsgenossen gehörig die Leviten gelesen. Den neuen Text der Hymne hat er aber noch nicht gesungen: „Niemand erwartet, dass ich die Hymne singe.“