Ausland

NATO-Botschafter treffen sich auf Wunsch der Türkei

Die Türkei fliegt seit einigen Tagen Luftangriffe gegen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und der in dem Land verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak. Für heute ist eine von Ankara beantragte Sondersitzung der NATO-Botschafter angesetzt.

Nach einem Anschlag im Osten der Türkei erlag ein Mitglied der Gendarmerie seinen Verletzungen. Der Provinzgouverneur machte „Terroristen“ dafür verantwortlich, zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich indes besorgt über die türkischen Luftangriffe auf die PKK.

Ankara verlangte Beratungen

Auf Antrag der Türkei kommen nun in Brüssel die Botschafter der 28 NATO-Staaten zusammen. Ankara hat Beratungen nach Artikel vier des NATO-Vertrags verlangt. Dieser Artikel sieht Konsultationen vor, wenn ein NATO-Mitglied meint, dass die Unversehrtheit des eigenen Territoriums, die politische Unabhängigkeit oder die eigene Sicherheit bedroht ist.

Ob es nach dem Treffen eine gemeinsame Erklärung oder eine Mitteilung von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg geben würde, stand im Vorfeld nicht fest.

Deal mit USA?

Nach der Offensive im Nordirak und dem angeblichen Beschuss eines kurdischen Dorfes in Syrien muss sich die Türkei allerdings auch viel Kritik gefallen lassen. Selbst die NATO warnte vor einer Gefahr für den Friedensprozess mit den Kurden. Die USA stellten sich hinter Ankara und sprachen von einem „Recht“, gegen „terroristische Ziele“ vorzugehen. Nun wird spekuliert, die USA drückten ein Auge zu, weil sie im Kampf gegen den IS eigene Pläne hätten.

Mehr dazu in Kurden erheben Vorwürfe

Kurz fordert Fortsetzung des Friedensprozesses

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) forderte die Fortsetzung des Friedensprozesses mit den Kurden. Auf Twitter schrieb Kurz, die jüngsten Terroranschläge in der Türkei seien „inakzeptabel“. Die Anstrengungen Ankaras im Kampf gegen den IS seien „wichtig. Aber es muss der Friedensprozess mit den Kurden fortgesetzt werden“, so der Außenminister heute.

Hollande begrüßt Engagement

Frankreichs Präsident Francois Hollande begrüßte unterdessen die „Verstärkung des Engagements der Türkei“ gegen den IS. Bei einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan habe Hollande ihm für den „kraftvollen Einsatz“ gegen die Extremisten in Syrien gedankt, erklärte die französische Präsidentschaft heute.

Tote Flüchtlinge im Mittelmeer geborgen

Ein Schiff der irischen Marine, das im Rahmen der EU-Mission „Triton“ im Mittelmeer verkehrt, hat die Leichen von 13 Migranten an Bord eines Flüchtlingsschiffes in libyschen Gewässern geborgen. An Bord des Schiffes befanden sich weitere 522 Menschen, die gerettet werden konnten, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete.

Noch unklar sind die Hintergründe der neuen Flüchtlingstragödie im Mittelmeer. Die Rettungsaktion wurde von der italienischen Küstenwache koordiniert. Die Schiffe der „Triton“-Mission sind wegen der massiven Flüchtlingswelle stark ausgelastet. Bei fünf Einsätzen wurden seit gestern 1.810 Menschen in Sicherheit gebracht, meldete die italienische Küstenwache.

Der italienische Präsident Sergio Mattarella drängte gestern die EU, gemeinsam eine Lösung für die akute Flüchtlingsproblematik zu finden. Italien werde jedenfalls bei der Migrantenrettung stets ein gutes Beispiel geben. „Menschen zu retten, die im Meer ertrinken, ist eine fundamentale Pflicht“, sagte das Staatsoberhaupt.

Britischer Lord tritt wegen Drogenvideos zurück

Ein britischer Lord ist von seinem Sitz im Oberhaus des Parlaments zurückgetreten, nachdem ein Video ihn beim Kokainkonsum mit Prostituierten gezeigt haben soll.

Er wolle um Verzeihung bitten für „Schmerz und Beschämung“, die er verursacht habe, schrieb John Sewel heute. Er glaube, er diene dem House of Lords am besten, wenn er es verlasse.

Abfällige Kommentare über Kollegen

Zu Szenen des Videos, das die Boulevardzeitungen „Sun“ und „Sun on Sunday“ veröffentlicht hatten, äußerte er sich nicht. Der 69-Jährige soll sich darin auch sexistisch und rassistisch über asiatische Frauen sowie abfällig über Kollegen äußern.

Als Vizesprecher des House of Lords war er dort für die Sanktionierung von Fehlverhalten zuständig. Die Polizei hatte gestern Abend seine Wohnung durchsucht.

Obama beendet Ostafrika-Reise mit Rede

Zum Ende seines viertägigen Ostafrika-Aufenthalts will US-Präsident Barack Obama im Hauptquartier der Afrikanischen Union (AU) in Äthiopien eine mit Spannung erwartete Rede halten.

Die Ansprache heute in der Hauptstadt Addis Abeba gilt als einer der Höhepunkte des Besuchs: Mögliche Themen sind der Anti-Terror-Kampf in der Region und der Konflikt im Nachbarland Südsudan.

Auch die positive wirtschaftliche Entwicklung in vielen Staaten Afrikas könnte Obama ansprechen. Beobachter erwarten, dass der US-Präsident eine Botschaft an den ganzen afrikanischen Kontinent sendet.

Indirekte Drohung gegen Südsudan

Gestern drohte Obama den Konfliktparteien im Südsudan indirekt mit Sanktionen, sollten sie nicht bald eine friedliche Lösung für die Krise finden. Sowohl die Regierung als auch die Rebellen um den Ex-Vizepräsidenten Riek Machar hätten sich bisher „dickköpfig“ verhalten, sagte Obama nach einem Treffen mit dem äthiopischen Ministerpräsidenten Hailemariam Desalegn.

Inland

Arbeitslose: Schelling will Zumutbarkeitsgrenzen diskutieren

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) rückt in der Diskussion über die Arbeitslosenunterstützung nun die Zumutbarkeitsgrenzen in den Vordergrund. Er habe nie gefordert, das Arbeitslosengeld zu kürzen, sagte er gestern in der ZIB2. Vielmehr gelte es, alle Instrumente der Arbeitsmarktpolitik zu überprüfen - und auch die Frage: „Welche Beschäftigung ist zumutbar?“

Schelling hatte am Wochenende mit der Aussage für Aufregung gesorgt, dass es unter anderem deshalb so viele Arbeitslose gebe, weil der Unterschied zwischen deren Einkünften und einem Erwerbseinkommen zu gering sei. Heute sagte er, es gehe ihm weder darum, das Arbeitslosengeld zu kürzen noch die Mindestsicherung. Er bezweifle aber, dass die „Anreize“ für Erwerbslose, wieder einen Job anzunehmen, groß genug seien.

Schelling will mehr Flexibilität

Als Beispiel nannte er österreichische Tourismusgebiete, in denen viele Deutsche arbeiteten - vielen Österreichern dagegen würden solche Jobs wegen der geografischen Entfernung zum Heimatort nicht zugemutet. Hier möchte der Finanzminister über Änderungen diskutieren und auch flexiblere Modelle andenken.

Er brachte etwa auch einen Kombinationstarif mit bestimmten Zuschüssen ins Spiel. Denn nicht alle Maßnahmen im Arbeitsmarktbereich seien zielführend, hielt er an seiner grundsätzlichen Kritik fest. Schließlich würden die Arbeitslosenzahlen derzeit trotz Rekordbeschäftigung steigen, argumentierte Schelling.

Zeitung: Ermittlungen wegen Geert Wilders’ Rede in Wien

Die Staatsanwaltschaft Wien hat gegen den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders Ermittlungen wegen des Verdachts der Verhetzung eingeleitet. Grund sei die islamfeindliche Rede, die Wilders am 27. März 2015 auf Einladung von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in der Hofburg gehalten hatte, berichtete der „Kurier“ (Dienstag-Ausgabe).

In seinem Vortrag bezeichnete Wilders den Angaben zufolge Europa als „im Krieg mit dem Islam“, verglich den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ und forderte dessen Verbot, hieß es weiter.

Tarafa Baghajati, Obmann der „Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen“, habe daraufhin Anzeige wegen des Verdachts der Verhetzung, der Herabwürdigung religiöser Lehren sowie wegen des Verstoßes gegen das Verbotsgesetz erstattet.

Wirtschaft

Uniqa verkauft Casinos-Anteil an Novomatic

Die Uniqa-Versicherung verkauft ihre Beteiligung an den Casinos Austria an den niederösterreichischen Glücksspielkonzern Novomatic. Das teilte die Uniqa heute ad hoc mit. Der Kaufpreis wird nicht bekanntgegeben.

Vereinbart wurde, dass Novomatic die 29-Prozent-Beteiligung der Uniqa Insurance Group an der Medial Beteiligungs-GmbH erwirbt, die wiederum mit rund 38 Prozent an der teilstaatlichen Casinos Austria AG beteiligt ist. Durchgerechnet entspricht die Uniqa-Beteiligung an der Medial einer Beteiligung von 11,4 Prozent an den Casinos.

Novomatic hat darüber hinaus bereits die Zustimmung der MTB Privatstiftung und der Leipnik-Lundenburger Invest, die ihre Casinos-Beteiligungen ebenfalls verkaufen wollen. Von MTB erwirbt Novomatic 16,8 Prozent der Casinos-Anteile, von LLI indirekt 11,34 Prozent.

Chinas Börsen taumeln weiter

Nach dem größten Kursrutsch seit acht Jahren setzt sich die Talfahrt an Chinas Börsen fort. Der Composite Index in Schanghai eröffnete heute mit einem Minus von vier Prozent. Der Component Index in Shenzhen verlor zu Handelsbeginn ebenfalls rund vier Prozent. Nach Ansicht von Analysten wird der Handel heute weiter nervös verlaufen.

Aus Angst, die Hilfen der Regierung zur Stabilisierung der Märkte könnten bereits wieder verpufft sein, hatte sich am Vortrag eine Panik unter Anlegern breitgemacht. Die Börse in Schanghai fuhr mit einem Minus von 8,5 Prozent den größten Tagesverlust seit Februar 2007 ein.

Wachstumsziel in Gefahr

Experten glauben zwar, dass eine ausgewachsene Finanzkrise in China weiterhin unwahrscheinlich ist. Ein anhaltendes Börsenbeben könnte sich aber auf das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde auswirken.

„Wenn es der Regierung nicht gelingt, das Vertrauen in die Märkte wiederherzustellen, wird China sein Wachstumsziel von sieben Prozent bis Ende des Jahres kaum erreichen“, heißt es in einer Analyse der australischen ANZ Bank.

Radikale Eingriffe

Zuletzt hatten Chinas Aktienmärkte eine extreme Berg-und-Tal-Fahrt hingelegt: Getrieben von Privatanlegern, die im großen Stil Aktien auf Kredit kauften, war der Leitindex in Schanghai binnen eines Jahres um über 150 Prozent gestiegen.

Mitte Juni begann dann ein rasanter Kurseinbruch. Innerhalb von nur 18 Handelstagen verlor der Index 32 Prozent an Wert. Mit radikalen Eingriffen gelang es der Regierung zunächst, die Kurse zu stabilisieren.

Man werde die Börse mit Zukäufen stabilisieren, teilte der Marktregulierer des Landes gestern Abend mit. Gerüchte, wonach man sich dort zurückziehe, seien falsch. Zudem werde China verstärkt gegen Marktteilnehmer vorgehen, die „bösartig Leerverkäufe auf Aktien“ vornehmen und damit auf fallende Kurse setzen würden. Schon jetzt liegen Börsengänge in China auf Eis - bei etwa 40 Prozent der börsennotierten Firmen ist der Handel mit deren Aktien ausgesetzt.

VW verkauft mehr Autos als Toyota

Volkswagen war in den ersten sechs Monaten gemessen an den Verkaufszahlen trotz der eigenen Absatzschwäche weltweit der größte Autohersteller.

Europas Nummer eins überholte im ersten Halbjahr beim Absatz den japanischen Konkurrenten Toyota. Toyota verkaufte bis Ende Juni 5,022 Millionen Fahrzeuge der Marken Toyota, Daihatsu und Hino, wie der Konzern heute in Tokio mitteilte.

Das war ein Rückgang von 1,5 Prozent. Bei Volkswagen mit seinen zwölf Marken waren die Verkäufe im ersten Halbjahr um 0,5 Prozent auf 5,04 Millionen Fahrzeuge zurückgegangen, wie VW vor einigen Tagen mitgeteilt hatte. Beim US-Konzern General Motors, der Nummer drei weltweit, stagnierte der Absatz bei 4,8 Millionen Autos.

Großer Umbau bei Deutscher Bahn geplant

Ein großangelegter Konzernumbau soll bei der Deutschen Bahn (DB) die Wende bringen. Neben Millioneneinsparungen wegen des zuletzt schwachen Geschäfts verlangen Verbraucherverbände aber auch ein besseres Service sowie übersichtlichere Tarife, damit Kunden etwa von der starken Fernbuskonkurrenz zur Bahn zurückkehren.

Der Aufsichtsrat des Staatskonzerns hatte gestern auf einer Sondersitzung in Berlin beschlossen, die Zahl der Vorstandsmitglieder von acht auf sechs zu verringen. Allein in ihrer Zentrale will die DB außerdem bis zum Jahr 2020 rund 700 Mio. Euro einsparen. Heute legt das Unternehmen seine Halbjahreszahlen vor.

Im DB-Vorstand soll es in Kürze mehrere Veränderungen geben. Neu in der Führungsriege ist ab dem 1. August etwa der frühere deutsche Kanzleramtschef Ronald Pofalla. Infrastrukturvorstand Volker Kefer wird zusätzlich Stellvertreter von DB-Chef Rüdiger Grube.

Sport

Tour de France: Zweifler trüben Froomes Freude

Christopher Froome hat am Sonntag zum zweiten Mal in seiner Karriere in überzeugender Manier die Tour de France für sich entschieden. Zu der Freude über den Triumph mischte sich bei dem 30-jährigen Briten aber auch Ärger über alle Kritiker, die die „Sauberkeit“ des Siegers anzweifeln. „Ich werde das Trikot nicht entehren“, betonte Froome bei der Siegerehrung daher noch einmal. Der jüngste Erfolgslauf der britischen Radfahrer wird trotzdem kritisch beäugt.

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Beachvolleyball: Doppler/Horst für Heim-EM gerüstet

Nach Platz drei beim Grand-Slam-Turnier in Yokohama geht Österreichs Beachvolleyballduo Clemens Doppler und Alexander Horst mit viel Selbstvertrauen in die Heim-EM. Ab heute wird in Klagenfurt um Edelmetall gekämpft.

„Wir sind unter den zehn bis zwölf Teams, die um die Medaillen spielen“, sagte Doppler. Offen ist jedoch, wie viel Kraft der Japan-Trip unmittelbar vor der EM gekostet hat. Allen Strapazen zum Trotz setzen Doppler/Horst auf den guten Lauf, den sie schon seit mehreren Wochen haben.

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Chronik

65 Gräber in Niederösterreich geplündert

Auf dem Friedhof in Blindenmarkt (Niederösterreich) haben Unbekannte mindestens 65 Gräber geplündert. Die Diebe hatten es vor allem auf Gegenstände aus Kupfer, Messing und Bronze abgesehen.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Kupferkabeldiebstahl: Schaden 60.000 Euro

Auch im Burgenland hatten es Diebe auf Kupfer abgesehen. Unbekannte stahlen in den vergangenen Tagen von einer Baustelle beim Bahnhof Bruckneudorf Kupferkabel im Wert von knapp 60.000 Euro.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Keine Schadensberichte nach starkem Beben in Indonesien

Ein Erdbeben der Stärke 7,0 hat heute den östlichsten Teil des riesigen Inselstaates Indonesien erschüttert.

In der Provinz Papua sei der heftige Erdstoß deutlich zu spüren gewesen, und Menschen seien in Panik auf die Straße gelaufen, berichtete die „Jakarta Post“ unter Berufung auf den örtlichen Katastrophenschutz. Schäden wurden aber nicht gemeldet.

Nach Angaben der US-Geologiebehörde ereignete sich das Beben in den wenig besiedelten Bergen 240 Kilometer westlich der Stadt Jayapura. Der Herd lag in einer Tiefe von rund 50 Kilometern.

Nach Angaben der Behörde kam es in der Provinz im Jahr 1996 zum bisher schwersten Beben seit Beginn der Aufzeichnungen. Damals hatte der Erdstoß die Stärke 8,2. Bei dem Beben kamen den Angaben zufolge seinerzeit 166 Menschen ums Leben.

Gesundheit

Südkorea verkündet Ende von MERS-Epidemie

Zwei Monate nach dem ersten Auftreten des MERS-Virus in Südkorea hat die Regierung das Ende der tödlichen Epidemie verkündet. Die Mediziner und die Regierung seien zu dem Schluss gekommen, dass sich die Leute keine Sorgen mehr machen müssten, sagte Ministerpräsident Hwang Kyo Ahn heute vor Regierungsmitgliedern. Seit Ausbruch des Virus am 20. Mai erlagen in Südkorea 36 Menschen der Krankheit.

„Ich rufe die Öffentlichkeit auf, alle Bedenken wegen MERS abzuschütteln und ihre normalen täglichen Tätigkeiten aufzunehmen, einschließlich der Wirtschafts-, Kultur-, Freizeit- und Schulaktivitäten“, sagte Hwang bei einem Treffen mit Regierungsmitgliedern laut der Nachrichtenagentur Yonhap.

Zum Höhepunkt der Epidemie waren Tausende Schulen geschlossen worden, da Eltern ihre Kinder aus Angst vor Ansteckung nicht zum Unterricht lassen wollten.

Schwere Verluste für Wirtschaft

Die südkoreanische Wirtschaft erlitt durch die Epidemie schwere Verluste. Einkaufszentren, Restaurants und Kinos verzeichneten deutliche Umsatzrückgänge, da die Menschen größere Menschenansammlungen mieden. Auch die Tourismusbranche wurde hart getroffen. So ging die Zahl der ausländischen Besucher im Juni um mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück, in den ersten zwei Juli-Wochen brach sie sogar um 60 Prozent ein.

Die Regierung legte ein milliardenschweres Konjunkturprogramm auf, um die unter der Epidemie leidende Wirtschaft anzukurbeln. Die Zentralbank korrigierte kürzlich zum dritten Mal dieses Jahr die Wachstumsprognose nach unten. Zentralbankgouverneur Lee Ju Yeol warnte, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie noch den ganzen August andauern würden, obwohl seit dem 4. Juli keine Neuinfektion mehr registriert wurde.

Fieber, Husten und Kurzatmigkeit

Insgesamt starben seit dem 20. Mai 36 Menschen am MERS-Virus in Südkorea, 186 weitere erkrankten daran. Es war der bisher schwerste MERS-Ausbruch außerhalb Saudi-Arabiens, wo das Virus bisher vor allem auftrat.

Das MERS-Virus ist ein seit dem Jahr 2012 bekannter Stamm aus der Gruppe der Coronaviren. Es gilt als gefährlicherer, aber weniger ansteckender Verwandter der Atemwegserkrankung SARS, der 2003 in Asien Hunderte Menschen erlagen.

Die Erkrankung geht häufig mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit einher. Bei schweren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, auch Nierenversagen ist möglich. Bisher gibt es weder einen Impfstoff noch eine Behandlung gegen die Krankheit.

Science

Experten warnen vor Einsatz autonomer Kampfroboter

Wissenschaftler warnen vor dem Einsatz selbstständiger Kampfroboter im Krieg. Intelligente Drohnen, die anhand definierter Kriterien eigenständig Menschen töten können, seien möglicherweise schon in wenigen Jahren verfügbar, hieß es in einem gestern veröffentlichten Brief anlässlich einer Technologiekonferenz in Buenos Aires.

Hawking, Wozniak und Chomsky

Unterzeichnet wurde das Schreiben unter anderen von dem Astrophysiker Stephen Hawking, Apple-Kogründer Steve Wozniak und Sprachwissenschaftler Noam Chomsky.

Die autonomen Waffensysteme könnten leicht in die Hände von Terroristen und Diktatoren fallen, warnten die Robotikforscher. Sie eigneten sich für gezielte Mordanschläge und „ethnische Säuberungen“.

Mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Waffensysteme sollten deshalb verboten werden, hieß es in dem von fast 2.000 Experten unterzeichneten Brief. Die Forscher richteten sich ausdrücklich nicht gegen von Menschen gesteuerte Kampfdrohnen, wie sie die USA beispielsweise im Kampf gegen mutmaßliche Terroristen einsetzen.

IT

Google hält Nutzer nicht mehr zu Konto bei Google+ an

Der US-Technologiekonzern Google schraubt die Bedeutung seines sozialen Netzwerks Google+ deutlich herunter. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, werden sich Nutzer von YouTube bald nicht mehr bei Google+ anmelden müssen, um auf dem Onlineportal Videos hochladen und kommentieren zu können.

Auch andere Google-Dienste sollen von dem Sozialen Netzwerk entkoppelt werden, das einst als Facebook-Konkurrent gestartet wurde, aber hinter den Erwartungen zurückblieb.

„Leute haben uns gesagt, dass der Zugang zu allen Google-Sachen mit einem Nutzerkonto das Leben deutlich einfacher macht“, schrieb Google-Manager Bradley Horowitz auf dem Firmenblog. „Aber wir haben auch gehört, dass es nicht sinnvoll ist, dass das Profil bei Google+ die Identität für alle anderen Google-Produkte sein muss.“ Der Konzern hatte sein Soziales Netzwerk im Sommer 2011 gestartet.

Kultur

„Groschens Grab“: Franzobel legt zweiten Krimi vor

Vor einem Jahr hat Franzobel mit „Wiener Wunder“ sein erfolgreiches Debüt als Krimiautor abgeliefert, jetzt schickt er seinen Kommissar Falt Groschen wieder auf skurrile Verbrecherjagd: In „Groschens Grab“ sind die Morde an einer geriatrischen Pornoschriftstellerin und an einem schwulen Szeneschneider zu lösen. Damit nicht genug, ist der grantelnde Kommissar auch noch gezwungen, sein gewohntes Wiener Pflaster zu verlassen.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Lifestyle

US-Pfadfinder lassen homosexuelle Gruppenführer zu

Die US-Pfadfinder haben das geltende landesweite Verbot für homosexuelle Gruppenführer aufgehoben. Die Entscheidung wurde gestern vom 80-köpfigen Führungsgremium der Boy Scouts of America (BSA) mit einer Mehrheit von 79 Prozent gefällt, wie die Organisation auf ihrer Website mitteilte.

Mit sofortiger Wirkung würden offen homosexuelle Erwachsene als Gruppenführer zugelassen. Der Entscheidung war eine jahrelange kontroverse Debatte vorausgegangen, wobei insbesondere die vielen religiös geprägten Abteilungen eine Aufhebung des Verbots ablehnten.

Einzelne Abteilungen haben Recht auf Verbot

Wie die BSA mitteilte, dürfen die einzelnen Abteilungen aber auch weiterhin Homosexuellen verbieten, Gruppenführer zu werden, wenn das ihren religiösen Überzeugungen widerspricht. Der BSA hat rund 2,5 Millionen Mitglieder und etwa eine Million erwachsene Freiwillige. Rund 70 Prozent der Abteilungen werden von kirchlichen Gruppen betrieben, was die Aufhebung des Verbots erschwerte.

Die Mormonen betreiben die meisten BSA-Abteilungen. Die BSA erklärte aber, die Aufhebung des Verbots sei angesichts der gesellschaftlichen und politischen Veränderungen in den USA unvermeidlich.

Öffnungsprozess schreitet voran

BSA-Präsident Robert Gates hatte im Mai bei der jährlichen Versammlung der Organisation gewarnt, dass Gerichte sie zur Änderung ihrer Regeln zwingen könnten, wenn sie das nicht selbst tue. Der frühere CIA-Direktor und Verteidigungsminister sagte, das werde „eher früher als später“ geschehen.

Die BSA, die sich als „wertebasierte Organisation zur Entwicklung der Jugend“ beschreibt, hatte im Jänner 2014 nach einem mehr als 20-jährigen Verbot die Aufnahme von homosexuellen Jugendlichen als Pfadfinder erlaubt.