Inland

Steuern: „Stillschweigen“ nach erster Verhandlungsrunde

Nach der ersten Steuerreform-Verhandlungsrunde gestern Abend geizen die Beteiligten mit konkreten Informationen. Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) bestätigte, man habe sich auf weitere Termine geeinigt.

Sowohl er als auch sein Kärntner Kollege Peter Kaiser (SPÖ) verwiesen aber darauf, dass man grundsätzlich „Stillschweigen“ über den Gesprächsfortgang vereinbart habe.

Laut der Tageszeitung „Österreich“ sollen ab Mitte Jänner an vier Samstagen die Verhandlungen im großen Kreis fortgesetzt werden. Außerdem seien zusätzliche Expertengruppen, die der Hauptverhandlungsrunde berichten, eingesetzt werden. Dazu gab es heute keine Bestätigung aus den Verhandlerkreisen. Pühringer sagte auf APA-Anfrage aber, man habe bis Februar weitere Termine vereinbart.

Wallner sieht „Marathon“ bevorstehen

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sprach heute von einem „bevorstehenden Marathon“, der sich auf den letzten Metern entscheiden werde. Die Konzepte lägen auf dem Tisch, nun gelte es „aus den Schützengräben herauszukommen“ und „Brücken zu bauen“. Inhaltlich sagte Wallner, dass die Zielsetzung formuliert worden sei, ohne in Details zu gehen.

Vorarlbergs Regierungschef warnte auf APA-Anfrage aber weiter vor neuen Steuern im Bereich Vermögen, Erbschaft und Schenkung ebenso wie vor einem „Eingriff in Betriebsvermögen“. Bei aller Verhandlungsbereitschaft gebe es „klare Linien, die nicht überschritten werden“.

Die Äußerungen von ÖVP-Parteichef Reinhold Mitterlehner, wonach es beim Thema Vermögen und Erbschaft „Spielraum für Neues“ geben müsse, wollte Wallner nicht kommentieren. Man sei nicht in Detailvorschläge eingestiegen, und „es wäre ohnehin viel zu früh für einen konkreten Vorschlag“, sagte Wallner.

Schulverwaltung: Rechnungshof verlangt Reformen

Der Rechnungshof (RH) mahnt einmal mehr zu Reformen im Schulsystem. Insbesondere wird empfohlen, die Zuständigkeit für die Pflichtschulen in einer Hand zu konzentrieren - und nicht wie jetzt auf Bund und Länder zu verteilen.

Überprüft wurden die Schulen in Kärnten und in Salzburg. Der Rechnungshof stellte dabei auch fest, dass zwar die Zahl der Schüler sinkt, die Kosten für die Lehrer aber steigen.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Sparen beim Heer: Verhandlungen in Endphase

Verteidigungsministerium und Innenministerium wollen nun offenbar doch Ernst machen und die Verhandlungen über das Bundesheersparprogramm noch vor Weihnachten abschließen. Es werde laufend verhandelt, hieß es gegenüber der APA.

Ergebnis Anfang kommender Woche

In Regierungskreisen ist zu hören, dass es bis Anfang kommender Woche ein Ergebnis geben soll. In den Büros von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hieß es dazu auf Anfrage lediglich, dass die Minister immer eine Lösung vor Weihnachten angestrebt hätten.

Zuletzt hatte es aber nicht danach ausgesehen: Die Verhandlungen stockten seit Wochen, das Klima zwischen den Beteiligten war nicht gerade berauschend. So war man Ende letzter Woche noch nicht einmal so weit, dass die Zahlen in Klugs Reformkonzept außer Streit gestellt waren.

Einsparungen von rund 200 Mio. Euro jährlich

Klugs Konzept, das rund 200 Mio. Euro pro Jahr einsparen soll, sieht unter anderem Kasernenschließungen, eine Reduktion der schweren Waffen und ein Streichkonzert bei der Militärmusik vor. Gleichzeitig forderte der Minister mehr Geld für Sonderinvestitionen wie „Updates“ der Black-Hawk-Hubschrauber.

Im Finanzministerium betonte man auf APA-Anfrage, dass die Gespräche noch nicht abgeschlossen seien. „Jetzt gilt es eine Einigung über das angepeilte Sparvolumen zu erzielen. Ist das gewährleistet, kann über Neuinvestitionen ab dem Jahr 2016/17 verhandelt werden.“

RH halbwegs zufrieden mit Fahrzeugbeschaffungen

Der Rechnungshof (RH) lobte unterdessen in einem aktuellen Bericht, dass das Verteidigungsministerium die Empfehlungen hinsichtlich der Beschaffung von Kraftfahrzeugen überwiegend umgesetzt hat. Handlungsbedarf ortete der RH aber, weil die geländegängigen Fahrzeuge zu rund einem Viertel für Anreisen zu Besprechungen und als Kommandantenfahrzeuge genutzt werden.

Der RH hatte 2011 ausgewählte Beschaffungsvorgänge im Verteidigungsministerium geprüft, nun sah er sich an, inwieweit die Empfehlungen umgesetzt wurden.

Ausland

Edathy-Kinderpornoaffäre: „Moralisch falsch, aber legal“

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete der deutschen Sozialdemokraten, Sebastian Edathy, hat sich in einer Pressekonferenz bei den Wählern seines Wahlkreises entschuldigt.

Er wird verdächtigt, kinderpornografisches Material besessen zu haben. „Ich weiß, ich habe viele Menschen enttäuscht“, sagte er. „Das tut mir aufrichtig leid.“ Edathy hatte Anfang Februar sein Mandat als Bundestagsabgeordneter niedergelegt und dafür gesundheitliche Gründe genannt.

„Habe einen hohen Preis bezahlt“

Edathy bekräftigte heute jedoch seine Haltung, dass er sich mit der Bestellung von Bubenfotos bei einem kanadischen Anbieter nicht strafbar gemacht habe. Auch das Bundeskriminalamt (BKA) stufe die von ihm erworbenen Bilder nicht als strafbar ein. „Es war moralisch falsch, diese Bilder zu bestellen, aber es war legal.“ Er fügte hinzu: „Ich habe einen hohen Preis bezahlt für das, was ich gemacht habe.“

„Nicht von SPD-Spitze gewarnt worden“

Nach eigenen Angaben wurde Edathy nicht von der SPD-Spitze über die gegen ihn eingeleiteten Kinderpornoermittlungen gewarnt. Er sei weder von der Spitze der Partei noch von der Fraktionsführung informiert worden, sagte Edathy.

Der Ex-Abgeordnete hofft nun auf eine Einstellung des ihm drohenden Gerichtsverfahrens. „Das Landgericht Verden hat den Vorschlag gemacht, das Verfahren gegen eine überschaubare Geldauflage einzustellen“, sagte er. Derzeit werde die Möglichkeit einer Einstellung von seinem Anwalt und der Staatsanwaltschaft erörtert. Es gehe um einen „mittleren vierstelligen Betrag“.

Massengrab in Syrien entdeckt - weitere Opfer befürchtet

Nach der Entdeckung eines Massengrabs mit 230 Leichen im Osten Syriens befürchten Menschenrechtler den Tod von rund 1.000 weiteren Menschen.

Es handle sich um Mitglieder des Stammes al-Schaitaat, die seit August als vermisst gelten, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, heute der Deutschen Presse-Agentur.

1.000 Stammesangehörige gelten als vermisst

Sie könnten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zum Opfer gefallen sein. Mitte August hatte die IS-Miliz bereits rund 700 Mitglieder des Stammes getötet. 230 weitere getötete Stammesangehörige waren nach Angaben der Beobachtungsstelle gestern in einem Massengrab entdeckt worden, 1.000 gelten als verschollen.

Die Aktivisten konnten nach eigenen Angaben die Namen von Dutzenden Opfern des Massengrabes identifizieren. Die Toten seien in „großer Mehrheit“ Zivilisten gewesen, sagte Abdel Rahman. Mehrere Menschen seien geköpft worden.

Der Schaitaat-Stamm siedelt in der ölreichen und strategisch wichtigen Provinz Deir al-Sor im Osten Syriens. Seine Mitglieder zählen als erbitterte Gegner der IS-Miliz. Die Dschihadisten sehen die Stammeskämpfer als „Ungläubige“ an, weil sie sich weigern, nach den Regeln der Terrormiliz zu leben. Nach Angaben Abdel Rahmans hatten die IS-Kämpfer eine Ausgangssperre in den Stammesgebieten verhängt.

Kamerun: Mehr als hundert Boko-Haram-Kämpfer getötet

In Kamerun hat die Armee nach eigenen Angaben mehr als hundert Kämpfer der dschihadistischen nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram getötet.

Wie das Verteidigungsministerium in Jaunde heute mitteilte, hatten die Boko-Haram-Kämpfer gestern einen Armeestützpunkt in Amchide im äußersten Norden Kameruns an der Grenze zu Nigeria angegriffen. Die Soldaten hätten einen Gegenangriff gestartet. Dabei seien 116 Islamisten und ein Soldat getötet worden.

Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamistischen Staat. Bei Angriffen auf Sicherheitskräfte, Behörden, Schulen und Kirchen tötete die Gruppierung seit dem Jahr 2009 mehr als zehntausend Menschen. Wiederholt wurde der Konflikt auch ins benachbarte Kamerun getragen. Im Mai und Juli entführten Boko-Haram-Kämpfer in Kamerun Gruppen von Kamerunern und Chinesen. Die 27 Geiseln kamen inzwischen wieder frei.

Niederlande: Rechtspopulist Wilders angeklagt

Die niederländische Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Rechtspopulisten Geert Wilders erhoben. Der Politiker müsse sich wegen Diskriminierung und Aufhetzerei strafrechtlich verantworten, teilten die Ankläger heute in Den Haag mit.

Anlass sind Äußerungen von Wilders gegen Marokkaner im März. Er hatte seine Anhänger gefragt, ob sie mehr oder weniger Marokkaner in den Niederlanden haben wollten. „Weniger, weniger, weniger“, war die Antwort. „Dann werden wir das regeln“, hatte Wilders gesagt.

Nachdem mehr als 6.400 Strafanzeigen erstattet worden waren, hatte die Staatsanwaltschaft im Oktober das Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Anti-Terror-Gesetz: Handgemenge in Kenias Parlament

In der Debatte über ein umstrittenes Anti-Terror-Gesetz ist es im kenianischen Parlament heute zu Handgreiflichkeiten gekommen. Im Plenarsaal flogen Fäuste, als es Oppositionsabgeordneten nicht gelang, eine Abstimmung zu verhindern.

In einer Übertragung der Debatte im TV war kaum zu erkennen, wer dann auf wen losging. Parlamentspräsident Justin Muturi unterbrach die Sitzung. Zunächst war unklar, ob Abgeordnete verletzt wurden.

Kritiker befürchten Beschneidung von Grundrechten

Kritiker befürchten eine starke Beschneidung von Menschen- und Freiheitsrechten durch die neuen Sicherheitsgesetze. Die Botschafter der USA, Deutschlands und anderer westlicher Länder hatten zuletzt an die Abgeordneten appelliert, die neuen Gesetze nicht so weit auszudehnen, dass davon Grundrechte beschnitten werden.

Die Gesetze würden Behörden mehr Überwachungsrechte einräumen, Festnahmen ohne Haftbefehl erleichtern und die Berichterstattung über Terrorismus einschränken.

Präsident Uhuru Kenyatta argumentierte, wer nichts verbrochen habe, der habe auch nichts zu befürchten. In Kenia wurden in den vergangenen Jahren und Monaten immer wieder tödliche Terroranschläge verübt, die meist der islamistischen somalischen Terrororganisation al-Schabab zugeschrieben werden.

Wirtschaft

Minsk will Euro oder Dollar statt Rubel als Handelswährung

Wegen des Rubel-Verfalls bekommt Russland auch wirtschaftlichen Druck von Verbündeten zu spüren. Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko forderte, Handelsgeschäfte mit dem Nachbarstaat nicht mehr in der russischen Landeswährung, sondern in Euro oder Dollar abzurechnen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Belta heute berichtete.

„Wir hätten schon früher verlangen müssen, dass Russland mit harter Währung bezahlt“, so Lukaschenko. Der Staatschef äußerte sich den Angaben zufolge zudem besorgt über die jüngsten Turbulenzen in Russland. Es sei nicht klar, wie sich der Markt entwickle. „Wir werden Russland nicht hinterherrennen“, betonte Lukaschenko.

Russland und Weißrussland unterhalten enge wirtschaftliche Beziehungen und bilden gemeinsam mit Kasachstan die Eurasische Zollunion. Lukaschenko hat sich über die russische Politik dennoch wiederholt kritisch geäußert.

EuGH-Urteil: Fettleibigkeit kann Behinderung im Beruf sein

Starkes Übergewicht kann laut einem aktuellen Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) als Behinderung im Beruf gelten. Das sei der Fall, wenn jemand durch sein Gewicht auf die Dauer körperlich, geistig oder psychisch so stark beeinträchtigt ist, dass er nicht gleichberechtigt mit anderen seinen Beruf ausüben kann.

Schutz vor Diskriminierung

Dann greife auch der im EU-Recht verankerte Schutz vor Diskriminierung, entschieden die Richter heute in Luxemburg. Das gilt unabhängig davon, ob der Betreffende möglicherweise selbst zu der Behinderung beigetragen hat.

Im konkreten Fall geht es um einen stark übergewichtigen Tagesvater in Dänemark, dem nach 15 Jahren von der Gemeinde gekündigt wurde. Während dieser Zeit wog er nie weniger als 160 Kilogramm. Er beteiligte sich an Abnehm- und Fitnessprogrammen der Gemeinde Billund, nahm aber immer wieder zu. Die Leitung des Betreuungsdienstes besuchte ihn mehrmals und erkundigte sich nach seinen Abnehmversuchen.

Mann klagte nach Kündigung

Als die Gemeinde dem Mann 2010 kündigte, hieß es zur Begründung, der Bedarf an Kinderbetreuung gehe zurück. Bei einem anschließenden Gespräch kam sein Übergewicht zwar zur Sprache. Die Gemeinde erklärte aber, das sei nicht der Grund für die Kündigung gewesen. Der Tagesvater sah sich aber diskriminiert und zog vor Gericht.

Über diesen Fall muss ein dänisches Gericht endgültig entscheiden. Die Richter dort baten allerdings den EuGH um Hilfe bei der Auslegung von EU-Recht.

Die europäischen Richter stellten klar, dass Fettleibigkeit zwar laut EU-Recht kein Diskriminierungsgrund ist. Allerdings kann Übergewicht unter bestimmten Umständen eine Behinderung sein - und Menschen mit Behinderung haben in Europa ein Recht darauf, vor Diskriminierung geschützt zu werden. Arbeitgeber müssen Vorkehrungen treffen, um ihnen die Teilnahme am Berufsleben zu ermöglichen - es sei denn, das würde zu einer unverhältnismäßigen Belastung des Arbeitgebers führen.

WIFO und IHS halbieren Konjunkturprognosen

Österreichs Wirtschaftswachstum wird kommendes Jahr nur halb so kräftig ausfallen wie noch vor drei Monaten gedacht. WIFO und IHS senkten ihre Prognose für 2015 erneut, sie rechnen nur noch mit 0,5 bzw. 0,8 (statt 1,2 bzw. 1,6) Prozent Realwachstum. Erst 2016 soll es mit 1,1 bzw. 1,6 Prozent etwas stärker aufwärtsgehen. Die Arbeitslosenrate steigt wegen der schwachen Konjunktur auf neun Prozent.

Positiv erst 2016

Die Konjunkturbelebung, wie sie im Sommer noch für 2015 erhofft wurde, kann aus jetziger Sicht erst für übernächstes Jahr erwartet werden - bei beiden Instituten „verschieben“ sich positivere Zahlen auf 2016, beim BIP und auch beim Außenhandel. Die Exporte dürften heuer mit kaum mehr als einem Prozent Plus fast stagnieren und erst 2015/16 mit zumindest 2,5 und 3,5 Prozent Anstieg wieder etwas Fahrt aufnehmen.

Lahme Investitionen

Die Investitionen bleiben schwach, doch könnten - zumindest aus Sicht des WIFO - die Bruttoanlage-, die Ausrüstungs- und die Bauinvestitionen nächstes Jahr real sogar weniger stark zulegen als heuer. Das Institut für Höhere Studien (IHS) dagegen rechnet für nächstes Jahr nicht mit einem Dämpfer, sondern erwartet dann lebhaftere Bruttoinvestments.

Arbeitslosenrate klettert auf neun Prozent

Die Beschäftigungszuwächse dürften sich kommendes Jahr etwas abschwächen, was die Zahl der unselbstständig aktiv Beschäftigten betrifft. Die Arbeitslosenrate nach heimischer Berechnung dürfte von heuer 8,4 Prozent auf fast neun Prozent steigen. Für 2016 befürchtet das WIFO sogar einen weiteren Anstieg auf 9,3 Prozent, während das IHS einen leichten Rückgang auf 8,7 Prozent für möglich hält.

Heuer an die drei Prozent Budgetdefizit

Die Budgetlage bleibt angespannt: wegen der schwachen Konjunktur und der Bankenprobleme speziell bei der Heta-Abbaueinheit, der früheren Kärntner Hypo. Das Defizit im Staatshaushalt erwarten WIFO und IHS heuer bei 3,0 bzw. 2,8 Prozent des BIP. Für 2015 glauben sie nur an eine leichte Entspannung mit 2,4 bzw. 1,8 Prozent. Für 2016 sehen sie einen Maastricht-Negativsaldo von 1,9 bzw. 1,6 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Meinl-Bank-Aktionär will gegen Republik vorgehen

Die Meinl Bank klagt die Republik Österreich. Der „überwiegende Aktionär“ der Meinl Bank, die Gesellschaft Beleggingsmaatschappij Far East B.V., habe eine Klage an die Republik Österreich übermittelt, heißt es in einer Aussendung.

Die Gesellschaft wolle gegen Österreich vor einem internationalen Schiedsgericht Forderungen wegen der „De-facto-Enteignung des Investments“ in die Bank vorbringen.

Dabei stützt sich die Gesellschaft nach eigenen Angaben auf das Investitionsschutzabkommen zwischen der Republik Österreich und Malta. Laut Firmenbuch ist die Far East B.V. allerdings eine Gesellschaft in den Niederlanden. Sie hält 99,992 Prozent an der Meinl Bank, den Rest hält die Julius Meinl Versicherungsservice & Leasing Gesellschaft m.b.H.

Laut Medienberichten ist die Far East eine Briefkastengesellschaft, die letztlich dem Banker Julius Meinl V. zuzurechnen ist.

Schaden „zumindest 200 Mio. Euro“

Der Anwalt der Gesellschaft führt an, dass durch das mittlerweile sieben Jahre dauernde Verfahren gegen die Meinl Bank und deren Organe sowie insbesondere durch das „massiv rechtswidrige Vorgehen der zuständigen Behörden“ der Wert der Meinl Bank - und damit das Investment des Aktionärs Far East - um „zumindest 200 Mio. Euro“ geschädigt worden sei.

Laut dem Investitionsschutzabkommen sollten vor einer Verhandlung vor dem internationalen Schiedsgericht - etwa in Washington - „gütliche Gespräche“ zwischen der Far East und der Republik Österreich über eine Beilegung des Streits geführt werden, heißt es in der Aussendung der US-Anwaltskanzlei Squire Patton Boggs.

Sport

Alaba zum vierten Mal Fußballer des Jahres

Österreichs Fußballer des Jahres 2014 heißt wie in den drei Jahren davor David Alaba. Der Bayern-Legionär setzte sich in der von der APA unter den zehn Bundesliga-Trainern durchgeführten Wahl vor Jonatan Soriano und Kevin Kampl durch.

Wie im Vorjahr wurde der Wiener von allen Trainern auf Platz eins gesetzt - vor Alaba war das noch nie einem Spieler gelungen. In der ewigen Bestenliste liegt der Wiener nun gleichauf mit Ivica Vastic auf Platz eins.

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Fußball: Junuzovic haut in Bremen auf den Tisch

ÖFB-Regisseur Zlatko Junuzovic ist sauer. Nach der gestrigen 1:4-Niederlage von Werder Bremen gegen Mönchengladbach ließ der ehemalige Austrianer seinem Ärger freien Lauf. „Es ist immer die gleiche Leier. Das schöne Gerede geht mir langsam auf den Sack. Wir spielen teilweise einfach schlecht“, so Junuzovic, der die Bremer bei der achten Saisonpleite zwischenzeitlich in Führung gebracht hatte. Bei der Clubführung machte sich der 27-Jährige mit der klaren Ansage freilich nicht gerade beliebt.

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Nordische Kombi: Stecher hofft, „dass Knopf aufgeht“

Die teaminterne Qualifikation für die beiden Auftaktbewerbe in Kuusamo und in Lillehammer hat Mario Stecher verpasst. Nun hofft der 37-Jährige beim Heimbewerb in Ramsau, dass ihm an einem seiner liebsten Orte „der Knopf aufgeht“.

Allerdings versprüht der Doppelsieger von 2010 vor seinem verspäteten Saisondebüt alles andere als Euphorie. Vor allem die mangelnde Wettkampfpraxis gibt Stecher zu denken. „Vorrangiges Ziel ist es, die Leistung zu bringen, um mich für die weiteren Weltcups zu qualifizieren“, sagte der Routinier.

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Chronik

Tausende fliehen vor Überschwemmungen in Malaysia

Nach schweren Regenfällen im Nordosten Malaysias sind Tausende Menschen auf der Flucht vor Überschwemmungen. Im Bundesstaat Kelantan gut 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kuala Lumpur mussten fast 4.000 Menschen ihre Häuser verlassen, berichtete heute die Zeitung „New Straits Times“.

Im angrenzenden Bundesstaat Terengganu flüchteten mehr als 4.200 Menschen in Evakuierungszentren, weil ihre Häuser überschwemmt worden waren. Ein elf Jahre alter Bub wurde vermisst, nachdem er von einem Hausdach in die Fluten gestürzt war. Die Meteorologiebehörde in dem südostasiatischen Land erwartete weitere Regenfälle.

Science

Gesundheit

Kultur

Madonna: Raubkopien sind wie „Vergewaltigung“

Popstar Madonna hat wütend auf die illegale Veröffentlichung mehrerer Songs von ihrem neuen Album reagiert: In einem Posting auf Instagram sprach sie von „künstlerischer Vergewaltigung“ und „einer Form von Terrorismus“.

Musikpiraten handeln laut der britischen Tageszeitung „Guardian“ Songs, die angeblich auf Madonnas 13. Album erscheinen sollen. Die 56-Jährige betont dagegen, es solle sich dabei um „unfertige Demoversionen, die vor langem gestohlen wurden“, handeln.

„Danke fürs Nichtanhören!“

„Danke fürs Nichtanhören! Danke für Eure Treue! Danke Euch fürs Warten!“, so Madonna gestern in einem Posting. In einem weiteren Posting, das mittlerweile aber wieder gelöscht wurde, teilte Madonna aber verbal aus: Hacker würden versuchen, „den künstlerischen Prozess zu zerstören“. „Das ist künstlerische Vergewaltigung!! Das sind geleakte Demoversionen, von denen es die Hälfte nicht einmal aufs Album schaffen wird“, betonte sie. „Die andere Hälfte der Songs hat sich geändert und weiterentwickelt“.

Bereits Anfang Dezember hatte sich Madonna darüber beschwert, dass Teile ihrer Musik online gestellt wurden. „Ich wurde als Mensch und Künstler verletzt! #fuckedupshit“, so Madonna am 4. Dezember. Madonnas letztes Album, „MDNA“, war 2012 erschienen, und die Konzerttournee zählte zu denen, die am meisten einspielten. Es gibt Gerüchte, dass Madonna im kommenden Jahr wieder auf Tournee gehen wird.

Cannes-Preisträgerin Virna Lisi gestorben

Die italienische Schauspielerin Virna Lisi ist tot. Sie starb heute im Alter von 78 Jahren in ihrer Wohnung in Rom im Schlaf, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA unter Berufung auf ihren Sohn Corrado berichtet. Sie war seit einem Monat schwer krank.

Von Italien nach Hollywood

1936 in der Adria-Stadt Ancona unter dem bürgerlichen Namen Virna Peralisi geboren, gab sie ihr Filmdebüt 1953 im Alter von 17 Jahren im Filmmusical „E Napoli canta“. Daraufhin stand sie für Dutzende Filme in Italien, Frankreich, aber auch Hollywood vor der Kamera.

Sie spielte neben einigen der größten Schauspieler ihrer Zeit - wie Alain Delon, Richard Burton oder Marcello Mastroianni. Zu ihren bekanntesten Filmen zählt „Wie bringt man seine Frau um?“ (1964) an der Seite von Jack Lemmon.

Ausgezeichnete Katharina von Medici

Ihren größten Erfolg feierte Lisi als Katharina von Medici in Patrice Chereaus Historiendrama „Die Bartholomäusnacht“ (1994). Für diese Rolle wurde sie sowohl mit dem Darstellerpreis bei den Filmfestspielen von Cannes als auch mit dem französischen Filmpreis Cesar ausgezeichnet.

Zuletzt war Lisi 2002 im Familiendrama „Der schönste Tag in meinem Leben“ von Regisseurin Cristina Comencini zu sehen.

Papst gratulierte Benigni zu TV-Show „Zehn Gebote“

Papst Franziskus hat mit dem italienischen Regisseur und Komiker Roberto Benigni telefoniert und ihm zu seiner von RAI1 gesendeten TV-Show zum Thema „Die Zehn Gebote“ gratuliert, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ (Donnerstag-Ausgabe). Benigni („Das Leben ist schön“) erzielte mit seiner zweiteiligen, satirischen Show über die Missstände in der italienischen Politik und Wirtschaft Traumquoten.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Leute

Stevie Wonder zum neunten Mal Vater

US-Sänger Stevie Wonder (64) ist zum neunten Mal Vater geworden, wie sein Sprecher dem US-Promiportal „Us Weekly“ bestätigt hat. Seine Tochter trägt den Namen Nia und ist das zweite Kind für Wonder und seine Freundin Tomeeka Robyn Bracy.

Zu Gerüchten in den Medien, wonach Bracy Drillinge erwarte, hatte Wonder zuvor gesagt: „Ich habe, wie viele, 22 Kinder?“ Allerdings hatte er sofort klargestellt: „Die Wahrheit ist, dass wir eine wundervolle Tochter haben werden, die im Dezember auf die Welt kommen wird. Sie wird Nia heißen, was ‚Bestimmung‘ bedeutet.“