Inland

Mikl-Leitner versteht Aufregung über Zelte nicht

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) versteht die Aufregung über die neuen Flüchtlingszelte in Kärnten und dem Burgenland nicht. Für sie ist es „erschütternd, dass unter freiem Himmel schlafende Menschen in Traiskirchen allgemein für weniger Aufregung gesorgt haben als Zelte, damit diese Menschen zumindest einen Schlafplatz und eine Plane über dem Kopf haben“.

„Vertraue auf positive Kraft aus der Bevölkerung“

Sie zeigte sich aber optimistisch, dass die Hilfsbereitschaft in Österreich größer werde. „Ich vertraue jedenfalls auf die positive Kraft aus der Bevölkerung. In der österreichischen Bevölkerung gibt es genug Hilfsbereitschaft und Selbstbewusstsein, damit wir die Kriegsflüchtlinge vernünftig unterbringen können. Und die Bürgermeister, die Mut zeigen und zur Hilfsbereitschaft stehen, werden ja auch immer mehr. Gemeinsam lässt sich das auf jeden Fall unaufgeregt lösen.“

Inserate in Zeitungen

Um die Hilfsbereitschaft anzukurbeln, schaltet das Ministerium am Wochenende in allen Zeitungen Inserate, in denen Privatpersonen ermuntert werden, frei stehende Quartiere für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

„Hilfsbereit und selbstbewusst? Und Sie haben eine freie Unterkunft? Würden Sie Kriegsflüchtlingen eine Unterkunft geben? Ihre Unterstützung und Ihr Aufwand werden Ihnen finanziell abgegolten“, heißt es auf den Sujets, auf denen eine Wiese mit angrenzendem Waldstück und darauf die Skizze eines Hauses zu sehen ist.

Container statt Zelte?

Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) kritisierte, dass weitere Zelte aufgestellt werden. Das sei der „völlig falsche Weg“, meinte der Stadtchef vor Beginn des SPÖ-Präsidiums. Indirekte Kritik kam auch am Innenministerium, weil nicht Container errichtet werden: „Das wäre eine ganz andere Geschichte.“

Mikl-Leitner wies die Kritik zurück, ohnehin hätte auch sie lieber Container aufstellen lassen. Doch es fehle ihr dafür die Genehmigung der Gemeinden. Das Innenministerium stehe mit Containeranbietern in Kontakt und könnte innerhalb weniger Tage Container aufstellen oder Zelte durch Container tauschen.

Trotz mehrfacher Aufrufe und Ersuchen in den letzten Monaten über Gemeindebund und Bundesländer habe sich bisher aber keine solche Lösung finden können, da die Baugenehmigungen nicht erteilt worden seien.

Kaiser: Feste Unterkünfte statt Zelte

Verärgert über die neue Zeltstadt in Krumpendorf ist weiter der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), sei er über das Vorhaben doch erst eine Stunde davor informiert worden.

Kaiser ist verärgert, weil das Innenministerium in Krumpendorf 30 Zelte errichtet hat.

Einmal mehr drängte er auf die Unterbringung der Asylwerber in festen Unterkünften. Einen kompletten Aufnahmestopp für Flüchtlinge in Kärnten wird es entgegen ersten Deutungen jedoch nicht geben. Priorität hat für Kaiser aber, dass die in Zelten in Krumpendorf untergebrachten Asylwerber in anderen Unterkünften Unterschlupf finden, wie er bekräftigte.

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Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) zeigte gewisses Verständnis für das Vorgehen Mikl-Leitners. Kurzfristig sei das Problem nicht anders lösbar gewesen. Grundsätzlich gelte aber, dass Zelte als ständige Quartiere für Asylwerber ungeeignet seien.

Schulturnsäle in Steiermark im Gespräch

In der Steiermark könnten Flüchtlinge hingegen bald auch in Schulturnsälen unterkommen. Vom Innenministerium erging eine Weisung an das Bildungsministerium und von dort an den Landesschulrat bzw. an das Sozialressort des Landes. Nach dieser seien 89 Turnsäle in steirischen Bundesschulen geeignet, um dort in den Ferien Flüchtlinge unterzubringen.

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Schlechtes Zeugnis für Politik

Die Österreicher finden mehrheitlich, dass die Politik schlecht mit dem Asylthema umgeht. Das ergab eine aktuelle Umfrage des market-Instituts. Das beste Zeugnis wird in diesem Zusammenhang Hilfsorganisationen ausgestellt.

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Bildungsreform: Platter kommt in Arbeitsgruppe

ÖVP-Bundesparteiobmann Reinhold Mitterlehner entsendet den Tiroler Landeshauptmann Günther Platter in die Bildungsreformarbeitsgruppe der Regierung.

Er ersetzt dort den niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll, der mit seinem burgenländischen Amtskollegen Hans Niessl (SPÖ) wegen inhaltlicher Differenzen ausgeschieden ist. Am Termin 17. November für die Präsentation der Ergebnisse hält Mitterlehner fest.

„Platter hat sich in den vergangenen Jahren sehr für die Weiterentwicklung des Schulwesens in seinem Bundesland eingesetzt und geht das Thema vorurteilsfrei an“, so Mitterlehner heute in einer Aussendung. Inhaltlich geht es für Mitterlehner in der Arbeitsgruppe „weiterhin darum, die Kinder und die Bildungsinhalte in den Mittelpunkt zu stellen und nicht die Bezeichnung der Türschilder“.

Weitere Diskussionspunkte sieht der ÖVP-Obmann bei der stärkeren Autonomie der Schulen und bei der Umsetzung des Rechnungshofberichts, in dem die Zusammenführung der Aufgaben- und Ausgabenverantwortung angeregt werde.

„Größte Bedrohung“ durch religiös motivierten Extremismus

Die größte Bedrohung für die Sicherheit Österreichs geht vom religiös motivierten Extremismus und Terrorismus aus: Das wurde heute bei der Präsentation des Verfassungsschutzberichts 2014 im Innenministerium bekräftigt.

Auch Links- und Rechtsextremismus nahmen im Vorjahr zu. Eine akute Gefahr für die demokratische Grundordnung bestehe dadurch aber nicht, hieß es.

Konrad Kogler, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, sprach von einem anhaltend steigenden Trend im religiös motivierten Bereich und sah Anlass zur Sorge. Bisher wurden 233 Personen identifiziert, die ausgereist sind, um im „Dschihad“ zu kämpfen. Allein im ersten Halbjahr 2015 waren es laut Peter Gridling, Direktor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), rund 60.

233 auf dem Weg in den „Dschihad“

Besonders junge Muslime aus zweiter und dritter Generation sowie Konvertiten fühlen sich laut Bericht angesprochen und tragen zur Bildung einer „Home-grown“-Szene in Österreich bei. Mehr als 70 dieser Personen sind nach Österreich zurückgekehrt, 39 wurden vermutlich im Krisengebiet getötet.

Insgesamt wurden 174 Strafverfahren nach den Terrorismusparagrafen des Strafrechts eingeleitet. Bisher gab es 14 Verurteilungen. Derzeit gebe es aber keine Hinweise auf eine unmittelbare Anschlagsdrohung in Österreich, betonte Gridling.

Anstieg bei Links- und Rechtsextremismus-Anzeigen

Im Bereich des Rechtsextremismus gab es erneut einen Anstieg (bedingt unter anderem durch steigende Hinweiszahlen bei der Meldestelle „NS-Wiederbetätigung“), und zwar von 1.186 Anzeigen 2013 auf 1.201 im Jahr 2014. Die Aufklärungsquote lag zuletzt bei 59,7 Prozent.

Die Zahlen für 2013 mussten nachkorrigiert werden, von 1.027 auf die nun genannten 1.186 Anzeigen. Grund dafür war, dass die Beschädigungen unter anderem von „Stolpersteinen“ zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust in Salzburg verspätet gemeldet wurden, so Gridling.

Zuwächse gab es auch beim Linksextremismus. 2014 wurden 545 Anzeigen (Aufklärungsquote: 25,3 Prozent) vermerkt nach 411 im Jahr zuvor. Allein 206 Anzeigen gemäß Strafgesetzbuch erfolgten dabei nach den gewalttätigen Protesten gegen den Akademikerball der FPÖ.

Die Attraktivität Österreichs für nachrichtendienstliche Aktivitäten sei ungebrochen hoch, hieß es. Die Möglichkeiten der österreichischen Behörden seien hier limitiert, sprach Gridling die jüngste Aufregung um Aufbauten auf Botschaftsgebäuden der USA und des Vereinigten Königreichs an. Diplomatische Einrichtungen seien exterritoriale Gebiete, betonte er. „Ohne Einladung des Staates wird hier keine Ermittlung möglich sein.“

Keine Palastrevolte in den SPÖ-Gremien

Entgegen allen Unkenrufen wird Werner Faymann die SPÖ wohl noch einige Zeit anführen. Denn beim heutigen Parteivorstand rücken Vertraute von ihm an zentrale Schalthebel, und - wohl noch bedeutender - Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) legte vor Beginn des Präsidiums ein unmissverständliches Bekenntnis zum Vorsitzenden ab.

„Mit Sicherheit“ keine Zweifel an Faymann

Der Wiener Bürgermeister betonte, dass Faymann von der Wiener Partei „mit Sicherheit“ nicht angezweifelt werde. Er sage das „reinen Herzens“. Auch, dass mit dem neuen Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid nun einer der letzten Getreuen quasi als Notlösung an die Spitze der Parteizentrale geholt werde, verneinte Häupl als „völligen Blödsinn“.

Für Schmid „bewegender Moment“

Es sei selbstverständlich, dass sich der Parteichef sein Personal aussuchen könne und dass ihm die Partei da folge. Er kenne Schmid, der ja die Hietzinger Bezirkspartei leite, und sei überzeugt, dass dieser den Job gut machen werde. Davon ist logischerweise auch der Kanzler überzeugt, der seinen bisherigen stellvertretenden Kabinettschef für die neue Funktion ausgewählt hat. Vor dem Präsidium würdigte er Schmids innere Ruhe und sein soziales Engagement. Schmid selbst sprach von einem „bewegenden Moment“ für ihn.

Auch Vorgänger Norbert Darabos, der in die burgenländische Landesregierung wechselt, sieht die Parteizentrale bei Schmid in guten Händen. Dieser sei sehr intelligent und human und kenne die Partei. Als Hauptaufgabe für seinen Nachfolger sieht Darabos, dass dieser dafür sorgen muss, dass alle in der Partei eine Linie halten. Denn die SPÖ sei eigentlich immer die „eher einheitliche Partei“ gewesen im Vergleich zur ÖVP.

Darabos: Faymann fest im Sattel

Zum Abschied noch einmal eine Lanze brach Darabos für Parteichef Faymann. Dieser habe sich nichts vorzuwerfen, sitze also fest im Sattel. Auch Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) wollte von einer Nachfolge-Diskussion nichts wissen. Es gehe nun darum, die Partei inhaltlich so zu positionieren, dass dies von den Menschen angenommen werde. Ebenfalls keine Lust auf eine Führungsdebatte hat FSG-Chef Wolfgang Katzian. Heute werde der Bundesgeschäftsführer bestimmt und sonst nichts, meine der Vorsitzende der sozialdemokratischen Gewerkschafter.

Allerdings ist es nicht nur der Bundesgeschäftsführer, der ab heute neu ist. Auch einen Kommunikationschef hat die SPÖ nach längerer Pause wieder. Es ist Matthias Euler-Rolle, der bisher als Kanzlersprecher gedient hat. Diese Aufgabe wiederum übernimmt (neben Susanna Enk) Anna Reich, die zuletzt für die Wiener Linien in der Kommunikation tätig war.

AKW-Subventionen in GB: „Details“ für Klage noch offen

Der Schritt war an sich bereits für diese Woche angekündigt - nun will Österreich Anfang nächster Woche beim Europäischen Gericht seine Klage gegen die Genehmigung staatlicher Beihilfen für den Bau des britischen Atomkraftwerks Hinkley Point C einbringen. Das sagte Susanna Enk, die Sprecherin von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), heute auf APA-Anfrage.

„Es werden noch weitere juristische Details geprüft“, so Enk. Der Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes müsse noch ein paar Abklärungen treffen. Es seien „nur mehr letzte Details“ offen. Die Regierung hatte vergangene Woche im Ministerrat die Einbringung offiziell beschlossen.

Keine Klage aus Deutschland

Die EU-Kommission hatte im Oktober grünes Licht für Staatshilfen beim Bau von Hinkley Point C gegeben, was auf österreichische Kritik gestoßen war. Aus Sicht Österreichs sind alternative Energieformen förderungswürdig, nicht aber die Kernkraft. Außerdem wurde der Kritikpunkt der Wettbewerbsverzerrung geäußert. Auch andere Länder und Akteure, darunter Luxemburg, wollen gegen das grüne Licht der EU-Kommission für Subventionen vorgehen. In Deutschland wurde gestern der von der Opposition geforderten Klage von der Regierung eine Absage erteilt.

Ausland

Iran-Gespräche: IAEA dämpft Hoffnung auf Durchbruch

Unklare Signale bei den Atomverhandlungen: Der Iran und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) haben nach Teheraner Angaben Fortschritte bei Verhandlungen strittiger Themen erzielt. IAEA-Chef Yukiya Amano zufolge steht ein Durchbruch aber noch aus.

"Beide Seiten haben nun besseres Verständnis

Amano hatte gestern in Teheran mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani über die heiklen Themen der Inspektionen von Militäranlagen und der Untersuchung angeblicher früherer Atomwaffenprogramme gesprochen. „Ich glaube, beide Seiten haben nun ein besseres Verständnis, wie es vorwärtsgehen könnte, aber wir haben noch mehr Arbeit vor uns“, sagte Amano.

Aus Teheran hieß es, der Iran und die IAEA hätten eine Verständigung über die lange strittige Inspektion von Militäranlagen erreicht. Nun wollten Experten beider Seiten einen Zeitrahmen für die Überprüfungen festlegen, sagte der Sprecher der iranischen Atomorganisation AEOI, Behrus Kamalwandi, der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. Wie weitreichend die Übereinkunft tatsächlich ist, blieb aber unklar.

Rouhani schickt Vertrauten zu „Spezial-Mission“ nach Wien

Der Kabinettschef Rouhanis, Mohammad Nahavandian, ist unterdessen zu einer „Spezial-Mission“ nach Wien gekommen, um in den Endspurt der Atomverhandlungen Bewegung hineinzubringen. Zuvor postete der Spitzendiplomat das Foto eines Flugzeuges auf Instagram und bat die iranische Bevölkerung, für ihn zu beten. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA ist die Reise eine „Spezial-Mission“, bei der der Sondergesandte „die notwendigen Konsultationen“ mit der Delegation führen soll, um zu einem endgültigen Deal zu gelangen.

Verlängerte Frist bis Dienstag

Bei den seit Jahren laufenden Verhandlungen der UNO-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland (5+1-Gruppe) mit dem Iran über dessen Atomprogramm läuft eine - verlängerte - Frist für eine Einigung am Dienstag aus.

Die Verhandlungen finden hinter verschlossenen Türen statt, die meisten Außenminister der 5+1-Gruppe wollen am Sonntag zum Verhandlungsort in Wien zurückkehren.

Die IAEA wird eine entscheidende Rolle bei der Überwachung eines Abkommens spielen. Als eine der weiteren letzten Hürden gilt die Frage, wie schnell und umfassend die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Der Atomstreit schwelt seit 2002. Strittig waren bisher unter anderem die Inspektion von Militäranlagen und die Prüfung von Berichten über Atomwaffenprojekte.

GB: Schweigeminute für Opfer von Sousse

Eine Woche nach dem Anschlag auf ein Strandhotel in Tunesien hat Großbritannien als das am schlimmsten betroffene Land mit einer Schweigeminute der Opfer gedacht.

An dem Gedenken heute Mittag (13.00 Uhr MESZ) beteiligten sich auch Königin Elizabeth II. und Premierminister David Cameron. Eine Trauerfeier wurde zudem von der britischen Botschaft in Tunesien auch am Anschlagsort nahe der Küstenstadt Sousse abgehalten.

Attentäter erschossen

Der tunesische Student Seifeddine Rezgui hatte vor einer Woche an einem Strand in Port El Kantaoui nahe Sousse 38 Menschen erschossen, darunter 30 Briten und zwei Deutsche. Zu dem Anschlag bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Der Attentäter wurde von Sicherheitskräften erschossen.

Die tunesischen Sicherheitskräfte nahmen inzwischen acht Verdächtige fest, die nach Regierungsangaben zu einem „Netzwerk“ hinter dem Anschlag gerechnet werden.

Für Großbritannien war es der schlimmste Anschlag seit dem 7. Juli 2005, als vier Selbstmordattentäter in London 52 Menschen töteten.

Ex-Guantanamo-Häftling muss Schadenersatz zahlen

Ein US-Gericht hat den früheren Guantanamo-Häftling Omar Khadr verurteilt, 134 Millionen Dollar (121 Mio. Euro) Schadenersatz an die Familien von zwei Anschlagsopfern zu zahlen. Anwältin Laura Tanner begrüßte die Entscheidung des Gerichts von Salt Lake City im US-Staat Utah am Donnerstag (Ortszeit) als „großen Sieg“.

Zugleich räumte Tanner ein, dass die Kläger sich keinen Illusionen hingäben, ihr Geld jemals wirklich zu erhalten. Der gebürtige Kanadier Khadr wurde im September 2012 nach Kanada ausgewiesen, nachdem er insgesamt zehn Jahre im Gefangenenlager US-Guantanamo auf Kuba inhaftiert war. Im Jahr 2010 war der 28-Jährige von einem US-Militärtribunal zu acht Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er sich zu einem Granatenanschlag auf zwei US-Soldaten im Jahr 2002 in Afghanistan schuldig bekannt hatte. Ein US-Soldat wurde dabei getötet und ein weiterer verletzt.

Bei seiner Festnahme in Afghanistan war Khadr erst 15 Jahre alt. Im vergangenen Mai wurde er nach einem Urteil eines kanadischen Berufungsgerichts gegen Auflagen aus der Haft entlassen. Das US-Entschädigungsurteil ist in Kanada noch nicht rechtskräftig.

Dänemark: Rechtspopulistin neue Parlamentspräsidentin

Das dänische Parlament hat heute die Rechtspopulistin Pia Kjaersgaard zur Parlamentspräsidentin gewählt. Die frühere Chefin der Dänischen Volkspartei ist damit die erste Frau an der Spitze des Folketing.

Die Dänische Volkspartei wurde bei der Wahl vor zwei Wochen zweitstärkste Kraft im Parlament. Sie unterstützt die Minderheitsregierung der liberalen Partei Venstre von Ministerpräsident Lars Lökke Rasmussen.

Sanaa: Die Zerstörung eines historischen Juwels

Neben dem Irak und Syrien ist der Jemen mittlerweile das dritte Land im Nahen Osten, das im Bürgerkriegschaos versinkt. Die UNO erklärte nun den „humanitären Notstand“ - nur in drei weiteren Ländern der Welt ist die Lage damit ähnlich dramatisch. Dem Krieg zwischen Huthis, Al-Kaida, den Regierungstruppen und der von Saudi-Arabien geführten Allianz ist mittlerweile auch der historische Stadtkern von Sanaa, Postkartenmotiv und UNESCO-Weltkulturerbe, zum Opfer gefallen. Bilder zeigen das Ausmaß der Zerstörung.

Mehr dazu in Zahlreiche Gebäude bereits zerstört

Letzter Schliff für Chinas Retorteninseln

Chinas Flugpiste auf einer künstlich aufgeschütteten Insel im Südchinesischen Meer dürfte sich neuen Satellitenbildern zufolge der Fertigstellung nähern. Die Landebahn ist eines der umstrittenen Projekte, mit denen Peking im Dauerstreit um die territorial umstrittenen Spratly-Inseln seinen Anspruch zementieren will.

Die Landaufschüttungen sorgen für schwere diplomatische Verstimmungen zwischen China und seinen Nachbarstaaten sowie den USA. In seinem neuen Strategiebericht wirft das US-Militär China vor, mit seiner Territorialpolitik „Spannungen in der Asien-Pazifik-Region“ zu verursachen und sieht darin sogar eine Bedrohung für die nationalen Sicherheitsinteressen.

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Frankreich will Assange nicht aufnehmen

Der Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, Julian Assange, hat den französischen Präsidenten Francois Hollande ohne Erfolg um Aufnahme in Frankreich gebeten.

„Nur Frankreich ist heute in der Lage, mir den nötigen Schutz gegen die politischen Verfolgungen - und nur diese - zu geben, deren Ziel ich bin“, schrieb Assange in einem offenen Brief, den die Zeitung „Le Monde“ (Freitag-Ausgabe) veröffentlichte. Der Elysee-Palast wies das Ansinnen umgehend zurück.

Seit drei Jahren in ecuadorianischer Botschaft in London

„Die Situation von Herrn Assange zeigt keine unmittelbare Gefährdung. Zudem liegt gegen ihn ein Europäischer Haftbefehl vor“, teilte die Präsidentschaft mit. Der 44-jährige Australier sitzt seit drei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest.

Dorthin war er geflüchtet, um einer Befragung zu Vorwürfen sexueller Vergehen in Schweden zu entgehen - er befürchtet, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden. WikiLeaks hatte Tausende geheime amerikanische Botschaftsdepeschen veröffentlicht. Aktuell sorgt die Plattform mit Enthüllungen von Abhöraktionen des US-Geheimdienstes NSA gegen französische Präsidenten und deutsche Ministerien erneut für Schlagzeilen.

Wirtschaft

Megafusion zwischen US-Krankenversicherern steht

Unter den Anbietern von Krankenversicherungen in den USA kommt es zu einem Megazusammenschluss. Aetna kaufe den Konkurrenten Humana für 37 Mrd. Dollar (33,4 Mrd. Euro), teilten beide Unternehmen heute mit. Der Deal ist der größte in der Versicherungsbranche, seit Anthem im Jahr 2004 WellPoint für 16,6 Mrd. Dollar (knapp 15 Mrd. Euro) gekauft hatte.

US-Gesundheitsbranche im Umbruch

Die US-Gesundheitsbranche befindet sich seit der Einführung des staatlichen Krankenversicherungsprogramms im Umbruch. Aetna erhofft sich von der Übernahme und dem Zugewinn von Millionen Versicherungsnehmern Synergien und eine bessere Position in den Preisverhandlungen mit Krankenhäusern und Ärzten.

Sport

Tour de France: Vier Anwärter auf Gelbes Trikot

Ab morgen geht es für die besten Radfahrer der Welt wieder einmal quer durch Frankreich. Der Favoritenkreis bei der 102. Ausgabe der Tour de France beschränkt sich auf vier Profis. Der Italiener Vincenzo Nibali ist als Titelverteidiger der große Gejagte.

Doch ein starkes Trio scharrt bereits in den Startlöchern, um Nibali das Gelbe Trikot wieder abzujagen. Alberto Contador, Christopher Froome und Nairo Quintana sorgen dafür, dass die Tour zumindest von der Papierform her heuer ein heißes Rennen wird.

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Chronik

Arrest für 15-Jährige sorgt für Empörung

Der Fall eines 15-jährigen Mädchens, dem nach angeblich aggressivem Betteln von der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn eine Arreststrafe angedroht worden ist, sorgt in Vorarlberg für Aufregung. Jugendanwalt Michael Rauch sprach gegenüber dem ORF Vorarlberg von einer rechtlich unzulässigen Vorgangsweise. Die Bezirkshauptmannschaft Dornbirn räumte einen Fehler ein.

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Ferienbeginn in Ostösterreich

Rund 430.000 Schüler haben heute im Osten Österreichs ihr Jahreszeugnis erhalten. Vor ihnen liegen nun neun Wochen Ferien. Doch manche wird das vergangene Schuljahr auch in der freien Zeit begleiten.

In Wien haben etwa rund 13.000 Schüler im Herbst eine Nachprüfung. Mathematik, dann die zweite Fremdsprache und dahinter Deutsch - so lautet die Rangliste der Fächer mit den meisten Nachprüfungen in den Wiener Gymnasien.

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Burgenland mit Zentralmatura zufrieden

Im Burgenland zog der Landesschulrat zum Schulschluss noch einmal Bilanz über die Premiere der zentralen Reifeprüfung. Die Zentralmatura sei ohne besondere Vorkommnisse abgelaufen, die Bewertungen seien auch sehr gut gewesen, so Landesschulratspräsident Heinz Josef Zitz.

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IT

Nach Protesten: Uber stoppt Dienste in Frankreich

Nach großen Taxiprotesten und der Anklage zweier Spitzenmanager wirft der Fahrdienstvermittler Uber in Frankreich vorerst das Handtuch. Der umstrittene Dienst UberPop werde ausgesetzt, teilte Uber heute mit.

Frankreich-Chef Thibaud Simphal begründete das in einem Interview mit der Zeitung „Le Monde“ in erster Linie mit der Sicherheit der Uber-Fahrer. „Sie waren in den letzten Tagen Opfer von Gewalttaten“, sagte er. Außerdem wolle Uber eine Entscheidung des Verfassungsgerichts zu dem Dienst abwarten.

Über UberPop können sich Privatleute mit ihren Autos als Fahrer anbieten, die keine Lizenz haben und keine Sozialabgaben zahlen. Das ist in Frankreich illegal, trotzdem waren bisher Wagen unterwegs. Uber hatte den Fahrern zugesagt, fällige Strafzahlungen zu übernehmen. Taxifahrer wehren sich in vielen Ländern gegen die Konkurrenz.

Gesundheit

Erster Maserntodesfall in USA seit zwölf Jahren

In den USA haben Gesundheitsbehörden den ersten Todesfall durch Masern seit zwölf Jahren verzeichnet. Das gab das Gesundheitsministerium des Bundesstaates Washington gestern (Ortszeit) in der Hauptstadt Olympia bekannt. Eine Frau sei im Frühjahr an einem nicht diagnostizierten Fall der Viruserkrankung gestorben. Das habe eine Obduktion ergeben.

Als Todesursache wurde eine „durch Masern verursachte Lungenentzündung“ angegeben. Die Frau habe verschiedene gesundheitliche Probleme gehabt, darunter ein geschwächtes Immunsystem. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt, auch das Alter der Frau ist nicht bekannt.

Kultur

Nach Finale: „Kunstjagd“ nach vermisstem Bild geht weiter

Im Rahmen des Projekts „Kunstjagd“ ist in den vergangenen sechs Wochen in Österreich, Deutschland und der Schweiz nach einem Gemälde gefahndet worden.

Es ging dabei aber nicht um den monetären Wert des Bildes von Otto Theodor Stein: 1938 wurde damit offenbar über Umwege ein KZ-Häftling freigekauft. Nun wollen die Nachfahren der ehemaligen Besitzer wissen, wo das Kunstwerk geblieben ist - und können womöglich schon bald mit einer Antwort rechnen.

Über 800 User via WhatsApp beteiligt

Die preisgekrönten Journalisten der Plattform Follow the Money leiten die Fahndung, an der zahlreiche Medien, darunter der ORF, und mehr als 800 User über WhatsApp beteiligt sind. Die als sechswöchiger Roadtrip geplante Suche ging zwar schon letzte Woche ins Finale, dank dem großen Interesse und nicht zuletzt wegen einer heißen Spur wird die „Kunstjagd“ aber online und via WhatsApp fortgesetzt.

Edward Engelberg vor einem Gemälde von Otto Theodor Stein

Follow the Money (FtM)

Edward Engelberg, Sohn des ehemaligen Besitzers, und ein zweites Bild von Otto Theodor Stein im Besitz seiner Familie

Neben dem Umfeld des Malers in Chemnitz wurde auch das Schweizer Visawesen beleuchtet, weil es wahrscheinlich ist, dass das Gemälde damals gegen Visa eingetauscht wurde, die dabei halfen, den KZ-Häftling freizubekommen. Zahlreiche Hinweise von Usern und Experten verhalfen dem „Kunstjagd“-Team zu immer neuen historischen Erkenntnissen, lange Zeit jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte über den Verbleib des gesuchten Gemäldes.

Heiße Spur kurz vor Projektende

Erst in quasi letzter Minute, zwei Tage vor Projektende, führte ein letzter Hinweise das Team nach München, wo man auf ein Bild stieß, das möglicherweise das gesuchte sein könnte. Ob die Suche nun also erfolgreich war oder nicht, das wird sich erst weisen, denn noch ist die Provenienz des Werks zwischen 1938 und den 1950ern völlig ungeklärt. Das Journalistenteam will nun versuchen, über Expertenkonsultationen und Archivarbeit die fehlenden Puzzlestücke aufspüren.

Die Nachfahren der damaligen Besitzer Jakob und Paula Engelberg, eine weit verzweigte Familie, sind heute über die ganzen USA verstreut. Sie alle sind der Überzeugung, dass sie ihr Leben dem Bild zu verdanken haben. Sohn Edward Engelberg will das Bild nicht zurückhaben - er hofft nur, die Geschichte des Gemäldes erfahren zu dürfen.

Auf Kunstjagd.com kann man die Story weiterverfolgen, das bisher Geschehene nachlesen und Podcasts von den Recherchen hören. Der ORF wird im Herbst eine Doku über die Ergebnisse senden.

„Der Weibsteufel“ bei Festspielen Reichenau

Mit vier Premieren dicht nacheinander beginnt heute Abend in Reichenau in Niederösterreich wieder der Festspielreigen. Den Auftakt macht Karl Schönherrs genau 100 Jahre altes Stück „Der Weibsteufel“ mit Katharina Strasser, Bernhard Schir und Marcello de Nardo.

Schir, vielen durch seine Darstellung in der Serie „Vorstadtweiber“ bekannt, führt erstmals Regie. Karten zu bekommen ist - wie immer - schwierig.

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Religion

KAÖ: „Stillstand in Flüchtlingspolitik“ überwinden

Die Bundesregierung, Landeshauptleute und Bürgermeister müssen „endlich gemeinsam Wege aus der derzeitigen Misere bei der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen und Asylwerbern“ finden. Das forderte die Katholische Aktion (KAÖ) österreichweit und in den Diözesen in Briefen an Bundespräsident Heinz Fischer, an die Regierungsspitze und die Landeshauptleute.

„Unbegreiflich und unerträglich“

Es sei „schlichtweg unbegreiflich und unerträglich“, dass in Österreich Asylwerber derzeit vorwiegend in Massenquartieren notdürftig untergebracht und versorgt werden müssen, so KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer.

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Kopten-Papst: „Barnabas-Evangelium“ Fälschung

Der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. hat das „Barnabas-Evangelium“ als eine Fälschung bezeichnet. Von islamischen Gelehrten wird dieses Evangelium bisweilen als Beweis für eine Verfälschung der Lehre Jesu in den christlichen kanonischen Texten herangezogen. Erst 2012 wurden in Ankara angeblich 1.900 Jahre alte Fragmente des Textes präsentiert.

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Science

Russischer Raumfrachter mit Nachschub für ISS gestartet

Fast fünf Tage nach dem Absturz des US-Raumfrachters „Dragon“ bringt Russland mit einem neuen Versorgungsflug dringend benötigten Nachschub zur Internationalen Raumstation (ISS).

Soyuz-Rakete

AP/NASA

Die unbemannte „Progress“ mit zweieinhalb Tonnen Fracht hob um 6.55 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof in Baikonur (Kasachstan) ab, wie russische Agenturen heute meldeten.

Das Andocken ist am Sonntag um 9.13 Uhr MESZ geplant. An Bord der „Progress“ sind auch Nahrungsmittel für die drei Raumfahrer. Der Start war mit Spannung erwartet worden, nachdem bereits im April auch ein russischer „Progress“-Frachter abgestürzt war.

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