Ausland

EU-Austritt würde Cameron „nicht das Herz brechen“

Großbritanniens Premier David Cameron würde nach eigenen Angaben im Falle eines Austritts Großbritanniens aus der EU „nicht das Herz brechen." Er empfinde tausendmal stärkere Gefühle für "unser Vereinigtes Königreich“ als für die EU, sagte Cameron heute im BBC-Radio.

„Das Vereinigte Königreich war eine Sache, die mir das Herz gebrochen hätte“, sagte er mit Blick auf eine mögliche Abspaltung Schottlands beim Referendum am 18. September. Die EU sei lediglich eine Sache von „wichtigem Pragmatismus“.

„Lassen Sie uns ehrlich sein - es funktioniert nicht so richtig für uns“, betonte Cameron mit Blick auf Großbritanniens Verhältnis zur EU. Die beste Lösung wäre eine reformierte Europäische Union. „Ich bin einer der wenigen politischen Führer in Europa, der dieses Thema angeht, statt es unter den Teppich zu kehren.“

Proteste gegen Verbot von Referendum in Katalonien

Das einstweilige Verbot eines Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien durch das spanische Verfassungsgericht hat in der Region scharfe Proteste ausgelöst.

Separatistische Gruppierungen riefen heute zu Kundgebungen in der nordostspanischen Region auf. Katalanische Politiker hielten den Madrider Richtern vor, überstürzt entschieden zu haben.

Das Gericht untersagte nur sechs Stunden nach der Einreichung einer Verfassungsklage der spanischen Zentralregierung gestern die für den 9. November angesetzte Volksabstimmung. Der katalanische Regierungschef Artur Mas sagte, die Richter hätten die Entscheidung in „Überschallgeschwindigkeit“ getroffen.

Die Aussetzung gilt zunächst für maximal fünf Monate, erst nach Ablauf der Frist wird über eine Verlängerung oder Aufhebung der Suspendierung entschieden.

Mehr dazu in Abstimmung automatisch suspendiert

Internationale Koalition greift IS-Stellungen bei Ain al-Arab an

Die USA und ihre arabischen Verbündeten haben erneut Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nordsyrien bombardiert.

Das von den USA geführte Bündnis habe zwei Dörfer westlich und östlich der vom IS eingekreisten Stadt Ain al-Arab (kurdisch: Kobane) angegriffen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute mit. Informationen über Opfer lagen vorerst nicht vor.

Bei den Luftangriffen im Norden Syriens seien gestern 13 IS-Kämpfer getötet worden, erklärte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle weiter.

Bewohner von Ain al-Arab befürchten Massaker

Bewohner von Ain al-Arab befürchten bei einer Eroberung durch IS ein Massaker. Die Zahl der Luftangriffe in der Region sei zu gering, und die Luftschläge seien zu weit weg von der Front, beklagen Augenzeugen, wie der US-Fernsehsender CNN in der Nacht auf heute berichtete.

„Wir brauchen Hilfe. Wir brauchen Waffen. Wir brauchen effektivere Luftschläge“, sagte Idriss Nassan aus der Stadt. Wenn es so bleibt, „werden wir ein Massaker sehen“. Er könne sich nicht vorstellen, was geschehen werde, wenn die Terrormiliz in Ain al-Arab einmarschiert.

Türkei verlegt Panzer an Grenze

Die Türkei weigerte sich über lange Zeit, die internationale Koalition gegen IS zu unterstützen. Doch da die Dschihadistenmiliz zunehmend an die Grenze heranrückt und den kurdischen Kämpfern in Syrien offenbar überlegen ist, leitete Präsident Recep Tayyip Erdogan einen Kurswechsel ein - nicht zuletzt auf Druck des Anti-IS-Bündnisses rund um die USA.

Auf den Einschlag von Mörsergranaten aus Syrien hin wurden gestern Panzer in die türkische Grenzstadt Mürsitpinar verlegt - die Rohre in Richtung Syrien gerichtet.

Mehr dazu in „Wir können uns nicht raushalten“

UNESCO prangert „kulturelle Säuberung“ an

Die UNESCO prangerte unterdessen die Zerstörung von Kulturgütern in den von IS kontrollierten Gebieten im Irak an. Die Chefin der UNO-Organisation, Irina Bokowa, sprach gestern bei einem Expertentreffen in Paris von einer „kulturellen Säuberung“ durch die Islamisten.

Die Extremisten hätten Schreine, Kirchen und wertvolle Manuskripte in Mossul, Tikrit und anderen Städten und Regionen zerstört. Der IS vertritt eine radikalsunnitische Auslegung des Islam. Die Verehrung von Monumenten wie Schreinen ist nach der Auffassung der Extremisten Götzendienst, ihre Zerstörung aus Sicht der Dschihadisten daher legitim. Im Juli sprengten IS-Kämpfer in Mossul den Schrein Nabi Junus, der von Muslimen und Christen als Grab des Propheten Jonah verehrt wurde.

Der Direktor des Nationalmuseums in Bagdad, Kais Raschid, beklagte in Paris die Zerstörung von antiken Gebäuden, deren Bau bis in die Zeit der Assyrer zurückreiche. Gestohlene assyrische Kunstwerke tauchten zudem mitunter in Europa auf, so Raschid. Die internationale Mafia informiere den IS über verkäufliche Kunstschätze. IS finanziert sich unter anderem durch den Schwarzhandel mit Öl und Kunstschätzen.

Trotz neuer Gewalt: Kiew glaubt an Waffenstillstand

Die ukrainische Regierung glaubt trotz der anhaltenden Gewalt in der Ostukraine an einen Waffenstillstand. Die Lage sei weiter schwierig und die bisherige Feuerpause „nicht nachhaltig“, er sei jedoch „vorsichtig, aber optimistisch“, dass ein richtiger Waffenstillstand zustande komme, sagte der ukrainische Außenminister gestern gegenüber der ZIB2.

Mindestens neun tote Soldaten

Die Gewalt in der Ostukraine ist knapp einen Monat nach Vereinbarung einer Waffenruhe wieder auf dem Vormarsch. Bei Kämpfen mit prorussischen Separatisten seien binnen 24 Stunden neun Soldaten getötet und 27 weitere verletzt worden, sagte ein Militärsprecher laut der Nachrichtenagentur AFP. Die Behörden meldeten zudem vier zivile Todesopfer.

Mit den prorussischen Separatisten will die Regierung in Kiew weiterhin nicht sprechen - zumindest nicht direkt, wie Klimkin sagte. „Wie können wir Leute anerkennen, die viele getötet und Geiseln entführt haben?“, fragte er. Es brauche einen politischen Prozess im Osten des Landes - so müssten auch im Donbass und in Lugansk Lokalwahlen abgehalten werden. „Die Leute sollen selbst wählen“, sagte Klimkin.

Die Beziehungen mit Russland sieht der Außenminister längerfristig als schwierig an, nicht zuletzt wegen der Besetzung der ukrainischen Halbinsel Krim durch Moskau. „Ohne die Krim werden die Beziehungen nie zu einer Normalisierung kommen“, sagte Klimkin.

Hahn zu Hearing vor EU-Parlament

Die Europaabgeordneten werden heute in Brüssel den bisherigen EU-Regionalkommissar und früheren ÖVP-Wissenschaftsminister Johannes Hahn zu seiner künftigen Rolle als Chef der Portfolios Erweiterung und Nachbarschaftspolitik befragen. Weitere designierte Kommissare werden davor und danach befragt.

Mit Spannung wird etwa die Anhörung des als Innenkommissar nominierten Griechen Dimitris Avramopoulos erwartet. Der konservative Politiker dürfte zahlreiche Fragen zur Flüchtlingstragödie im Mittelmeer gestellt bekommen.

Am Abend wird sich dann der designierte EU-Verkehrskommissar Maros Sefcovic aus der Slowakei den Parlamentariern stellen. Das Europarlament muss die neue Kommission von Präsident Jean-Claude Juncker noch billigen. Sie soll am 1. November ihre Arbeit aufnehmen.

Britischer EU-Austritt als Thema bei Hearing

Die künftige EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström will Folgen eines möglichen Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union nicht diskutieren. Beim Hearing sagte sie gestern auf eine entsprechende Frage eines britischen Abgeordneten nach einem allfälligen Handelskrieg, „es liegt nicht in der europäischen Tradition, Handelskriege auszufechten“.

Die EU „steht eher für friedliche Konfliktbeilegung“, so Malmström. Allerdings werde sie keinerlei Diskussion über mögliche Auswirkungen des von London angekündigten Referendums anzetteln. „Wir wissen ja gar nicht, ob das stattfindet.“ Sollten sich die Briten doch dafür entscheiden, bei einem Referendum für den Austritt Großbritanniens aus der EU zu sprechen, könnte immer noch über die Folgen für den Handel geredet werden.

Oettinger fordert Ausbau der Internetinfrastruktur

Der designierte EU-Kommissar für Digitalwirtschaft, Günther Oettinger, hat die EU-Staaten dringend zu einem Ausbau der Informations- und Kommunikationstechnik (ICT) aufgerufen und den Beginn einer „Aufholjagd“ gefordert.

„Noch vor Straßenbau und noch vor Schienenwegebau ist nichts so sinnvoll wie die Modernisierung der Energie- und der ICT-Infrastruktur“, sagte Oettinger in Brüssel bei seiner Anhörung vor dem EU-Parlament. „Investitionen in die ICT-Infrastruktur sorgen für Wachstum und nicht nur für ein Strohfeuer für das Handwerk.“ Europa sei in diesem Bereich zurückgefallen, warnte Oettinger. „Wir müssen die Aufholjagd beginnen.“

Inland

Asyl: Faymann pocht auf 100 Prozent Quotenerfüllung

Die Länder tun sich zwar schwer, bei den Asylquartieren die 2012 vereinbarte Übergangsquote von 88 Prozent zu erfüllen, doch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat vor dem heutigen Asylgipfel auf 100 Prozent gepocht: Das sei „logisch“, sagte er nach dem Ministerrat. Die 88 Prozent hätten nur für einige Monate gegolten.

„Eins und eins ist zwei“, das richte er auch allen aus, die sich auf die 88-Prozent-Vereinbarung beriefen, sagte der Kanzler im Pressefoyer nach der Regierungssitzung. Und etliche Länder erfüllten die 100 Prozent „deutlich“ nicht.

„Zwischen 569 zu wenig bis 145 zu wenig“ Asylwerber seien in einer Reihe von Bundesländern untergebracht. „Wenn wir nicht in allen Bundesländern ausreichend Plätze finden, dann kommen wir in die Diskussion, die wir nicht wollen - von irgendwelchen Notmaßnahmen mit Zelten, die unwürdig sind und wieder ganz neue Probleme kreieren“, warnte er.

Mitterlehner wünscht sich „Schubumkehr“

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) wünscht sich in der Frage eine „Schubumkehr“ im Verhältnis von Bund, Ländern und Gemeinden: „Nicht, dass man interveniert Richtung Wien, sondern dass man appelliert und bei Gemeinden und den Ländern ansetzt.“

Die entsprechende 15a-Vereinbarung werde nicht erfüllt, das sei eine Tatsache, so Mitterlehner weiter. Aber die „Verantwortlichkeit auf der jeweiligen Landesebene“ sei der „Schlüssel zur Lösung des Problems“. Mitterlehner ist aber optimistisch, dass man in fünf, sechs Wochen die „Systematik besser im Griff haben“ werde.

Kasernen-„Option“ weiter nicht vom Tisch

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat bei der Suche nach Flüchtlingsquartieren weiterhin Kasernen im Blick. Zwar ruft sie derzeit nicht mehr ganz so laut nach einem Assistenzeinsatz des Bundesheeres in dieser Frage, verwies heute vor dem Ministerrat aber auf das vorliegende Angebot aus Klosterneuburg (Niederösterreich) für eine Nutzung der dortigen Magdeburg-Kaserne.

Der Bürgermeister von Klosterneuburg habe das angeboten, und Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) prüfe das derzeit, sagte die Ministerin. „Mindestens 100“ Asylwerber könnten dort Platz finden.

Generell sieht sie weiter eine „große Herausforderung“ in der Quartierfrage. Sie sei dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) „dankbar“, dass er in Wien 600 Plätze geschaffen habe, doch handle es sich nur um auf vier Monate beschränkte „Notkapazitäten“.

Wien: Richtlinien für islamischen Religionsunterricht

Dass in Österreich aufgewachsene Jugendliche als Dschihadisten für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kämpfen, lässt hierzulande viele Alarmglocken schrillen.

Verantwortliche der Stadt Wien wollen jetzt Richtlinien für den islamischen Religionsunterricht, für Koranschulen und Kindergärten erarbeiten. Dadurch soll Radikalisierung in Kindergärten und im Unterricht vorgebeugt werden.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Sport

Tennis: Melzers schwarze Serie endet in Tokio

Nach sieben Erstrundenpleiten in Serie hat Jürgen Melzer seiner Negativserie auf der ATP-Tour heute ein Ende gesetzt. In der Auftaktrunde des Hartplatzturniers in Tokio kam der Österreicher zu einem Erfolg über den ebenfalls ungesetzten Franzosen Edouard Roger-Vasselin, wobei dieser beim Stand von 7:5 4:1 für Melzer aufgeben musste. In der nächsten Runde trifft Melzer auf den Kanadier Milos Raonic oder den Australier Bernard Tomic.

Mehr dazu in sport.ORF.at

NFL: Kansas-Sieg mit Lärmweltrekord

Mit einem höllischen Wert von 142,2 Dezibel haben die Fans der Kansas City Chiefs einen neuen Lautstärke-Weltrekord für Freiluftarenen aufgestellt. Das Heimspiel der Chiefs in der Nacht auf heute in der National Football League (NFL) gegen die New England Patriots wurde aber nicht nur deshalb zu einem vollen Erfolg. Beim 41:14 ließ man den Gästen um Superstar Tom Brady nicht den Funken einer Chance.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Schöpf Matchwinner für Nürnberg

Alessandro Schöpf ist gestern Abend der Matchwinner beim Heimsieg von Nürnberg gewesen. Der ÖFB-Legionär erzielte in der achten Runde der zweiten deutschen Liga gegen Kaiserslautern einen Doppelpack und leistete einen Assist.

Trotz einer komfortablen 3:0-Führung der Hausherren wurde das Match in den letzten 30 Minuten noch einmal spannend. Die Gäste, bei denen Kevin Stöger durchspielte, holten zwei Tore auf und waren in der Schlussphase drückend überlegen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

AIG-Rettung: US-Regierung vor Gericht

Die US-Regierung muss sich wegen der Rettung des Versicherungskonzerns American International Group (AIG) vor Gericht verantworten. Der gestern (Ortszeit) in Washington begonnene sechswöchige Prozess soll klären, ob die Teilverstaatlichung des Konzerns im Jahr 2008 rechtmäßig war oder ob die Aktionäre mit einer Milliardensumme entschädigt werden müssen.

Hinter der Klage steht der frühere AIG-Chef Maurice „Hank“ Greenberg, der sich enteignet fühlt. Greenbergs Anwalt David Boies argumentierte zum Prozessauftakt, dass es „keine Rechtfertigung“ für die weitgehende staatliche Übernahme gegeben habe. AIG sei der einzige während der Finanzkrise gerettete Konzern, bei dem die Aktionäre den Großteil ihres Kapitals eingebüßt hätten. Das damalige Vorgehen der Regierung habe an „Erpressung“ gegrenzt, die für die Rettungsgelder verlangten Zinsen seien viel zu hoch gewesen, so Boies weiter.

Die Regierung hielt dagegen, dass die Pleite des Versicherers katastrophale Folgen gehabt hätte. „Das Ziel war nicht, AIG zu retten. Das Ziel war, die Welt vor AIG zu retten“, sagte ihr Vertreter vor Gericht, Kenneth Dintzer. Die Regierung sei gezwungen gewesen einzuschreiten. Der Konzern sei damals faktisch zahlungsunfähig gewesen und habe selbst um Staatshilfen gebeten. Dafür habe die Regierung dann Unternehmensanteile als „Sicherheit“ gehalten. AIG habe „einstimmig“ den Rettungsplan der Regierung gebilligt, betonte Dintzer.

Frankreichs Schulden überschreiten Grenze von zwei Billionen

Die französischen Staatsschulden sind auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Wie das Statistikamt INSEE heute in Paris mitteilte, erhöhte sich der Schuldenstand im zweiten Quartal um 28,7 Milliarden Euro auf 2,024 Billionen Euro.

Das entspricht 95,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, nachdem es im ersten Quartal noch 94,0 Prozent waren. Die EU-Verträge sehen eine Obergrenze von 60 Prozent vor. Laut Prognose der EU-Kommission wird sich der Schuldenstand weiter erhöhen. 2014 dürfte er auf 95,6 Prozent steigen, 2015 auf 96,6 Prozent.

Lufthansa-Piloten erneut im Streik

Ohne sichtbares Chaos auf dem Frankfurter Flughafen hat heute die fünfte Streikwelle der Piloten der deutschen Lufthansa in diesem Jahr begonnen.

„Unser Plan geht auf. Es sieht nach einem sehr ruhigen Tag am Flughafen aus“, sagte ein Sprecher der Lufthansa. Von gestrandeten Reisenden war in den Abflughallen zunächst nichts zu sehen, dafür hatten zahlreiche Medienvertreter ihre Kameras aufgebaut.

Die Fluggesellschaft hatte in dem 15-stündigen Streikzeitraum 25 Interkontinentalflüge von Frankfurt vor allem nach Asien und Nordamerika gestrichen. 32 Jets sollten hingegen abheben mit freiwilligen Crews oder außerhalb des von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit definierten Streikzeitraums von 8.00 Uhr bis zum Betriebsende des Flughafens um 23.00 Uhr.

Insgesamt hatte Lufthansa wegen des Pilotenstreiks knapp 50 Flüge gestrichen, rund 20.000 Kunden seien betroffen. Man habe viele Passagiere über andere Fluggesellschaften und Flughäfen umbuchen können, so der Sprecher. Anlass des Arbeitskampfes ist der Tarifkonflikt um die Versorgung von rund 5.400 Lufthansa-Piloten beim Übergang in den Ruhestand.

EU stellt Apples Steuerdeal mit Irland infrage

Die Steuervergünstigungen in Irland könnten Apple teuer zu stehen kommen. Der scheidende EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia teilte heute mit, dass die Regeln von 1990 und 2007 nach vorläufiger Prüfung eine staatliche Beihilfe seien und als solche womöglich gegen das Binnenmarktrecht verstießen.

Irland müsse nun Details dazu vorlegen. Sollte es sich um einen Verstoß gegen EU-Recht handeln, müsse der US-Technologiekonzern „unrechtmäßige Hilfen“ zurückerstatten. Wenn die Wettbewerbshüter zu diesem Ergebnis kommen, könnte Apple dazu gezwungen werden, Milliarden Dollar an gesparten Steuern zurückzuzahlen.

Irland lockt seit den 1960er Jahren US-Konzerne mit günstigen Steuersätzen, um attraktive Arbeitsplätze zu sichern. Dieses Vorgehen löste verstärkt Proteste aus, als das Euro-Mitglied 2010 mit internationalen Finanzhilfen vor der Pleite gerettet werden musste. Apple bestreitet eine Sonderbehandlung durch die Regierung in Dublin. Diese wiederum bestreitet, gegen europäische Subventionsvorgaben verstoßen zu haben

Troika zu Kontrollbesuch in Griechenland

Die Geldgebertroika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds stattet Griechenland einen weiteren Besuch ab. Von heute an werden die Experten etwa zehn Tage lang den Stand der Spar- und Reformfortschritte des Landes unter die Lupe nehmen. Wenn es nach Athen geht, ist es einer der letzten Kontrollbesuche.

Das Land will sich zum Jahresende von seinen Aufsehern verabschieden. Mit Ende 2014 läuft das zweite Kreditprogramm aus, Athen hofft, danach den Weg aus der Krise zunehmend selbst zu bewältigen. Der dürfte jedoch trotz sich mehrender positiver Anzeichen noch lange sein.

Mehr dazu in Samaras: Keine weiteren Kredite nötig

Ford gibt wegen teurer Rückrufe Gewinnwarnung aus

Eine Reihe von Rückrufen kommt Ford teuer zu stehen. Der zweitgrößte US-Autohersteller erwartet in diesem Jahr einen geringeren Gewinn als zunächst angenommen. Der Konzern rechne nur noch mit einem Ergebnis vor Steuern von sechs Milliarden Dollar (4,71 Mrd. Euro), sagte Finanzchef Bob Shanks heute vor Investoren. Zuvor war das Unternehmen von sieben, acht Milliarden Dollar ausgegangen.

Für 2015 kalkuliert der in Dearborn ansässige Konzern mit einem Vorsteuergewinn von 8,5 bis 9,5 Milliarden Dollar. An der Wall Street straften die Händler Ford ab. Die Aktie brach im späten Handel um 7,5 Prozent ein.

Reparaturen für vor allem in Nordamerika zurückgerufene Fahrzeuge dürften mit Kosten von einer Milliarde Dollar zu Buche schlagen, so Shanks. Zudem prognostizierte Ford einen höheren Verlust für Südamerika. Auch das Russland-Geschäft bereite Ford Probleme. Hier erwarte der Konzern einen Fehlbetrag von 300 Millionen Dollar und damit mehr als zunächst vorhergesagt.

VKI: Mehr Schutz vor Inkassounternehmen

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat eine Verbandsklage gegen die infoscore austria GmbH wegen strittiger Klauseln in deren Ratenansuchen geführt. Der Oberste Gerichtshof (OGH) bestätigte nun, dass ein solches Ratenansuchen als entgeltlicher Zahlungsaufschub dem Verbraucherkreditgesetz unterliegt. Damit gilt für Konsumenten unter anderem ein Rücktrittsrecht von 14 Tagen. Weiters sind die Unternehmen verpflichtet, den Effektivzinssatz richtig auszuweisen.

Mehr dazu in help.ORF.at

Chronik

Suche nach Opfern am Vulkan Ontake abgebrochen

Die Furcht vor einem neuen Ausbruch des Vulkans Ontake in Japan hat die Suche nach weiteren Leichen an den Hängen des Berges vorerst beendet. Wegen der seit heute Früh zunehmenden Erschütterungen des Vulkans würden keine Rettungskräfte und auch keine Suchhubschrauber losgeschickt, sagte ein Sprecher der Präfektur Nagano.

Neben der akuten Explosionsgefahr ist die hohe Konzentration giftiger Schwefelgase in der Luft ein zusätzliches Hindernis für die Bergungsarbeiten.

Unerwartet ausgebrochen

Der Ontake war am Samstag unerwartet ausgebrochen. Hunderte Wanderer, die von seinem Gipfel aus die spektakuläre Aussicht zum Herbstanfang genießen wollten, wurden von einem plötzlichen Asche- und Steinregen überrascht.

Mindestens 36 Bergwanderer überlebten den plötzlichen Ausbruch nicht. Die meisten ihrer Leichen konnten jedoch noch nicht geborgen werden. Auch die endgültige Zahl der Todesopfer ist noch nicht eindeutig geklärt.

Der Ontake gehört zu Japans knapp 110 aktiven Vulkanen, sein letzter großer Ausbruch liegt 35 Jahre zurück.

Video dazu in iptv.ORF.at

Gesundheit

UNO-Sondermission gegen Ebola nimmt Arbeit auf

Die vor einer Woche geschaffene UNO-Sondermission zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika (UNMEER) hat ihr Hauptquartier in Ghanas Metropole Accra eröffnet.

Regionale Büros zur Koordinierung von Hilfsoperationen sollten in den nächsten Tagen in den drei am härtesten von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone die Arbeit aufnehmen, teilte ein UNO-Sprecher gestern (Ortszeit) mit. Der Leiter der von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon berufenen Sondermission, Anthony Banbury, war am selben Tag in Accra eingetroffen.

Mehr als 3.000 Todesopfer

UNMEER ist die erste Sondermission der Vereinten Nationen zur Bekämpfung eines internationalen Gesundheitsnotstands. Ihre Aufgabe sei es, den Einsatz aller relevanten UNO-Organisationen zu koordinieren, so UNO-Sprecher Stephane Dujarric in New York. Vor allem solle eine effektive Behandlung von Ebola-Patienten gewährleistet und die Ausbreitung des Virus verhindert werden.

Nicht staatliche Hilfsorganisationen, deren Helfer seit Monaten in den Ländern im Einsatz sind, hatten die Reaktion der UNO als zu langsam kritisiert. Mittlerweile haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 6.500 Menschen mit dem Ebola-Virus infiziert, mehr als 3.000 sind gestorben.

Science

Religion

Bischofssynode: Schönborn dämpft Erwartungen

Kardinal Christoph Schönborn hat vor der am Sonntag startenden Bischofssynode im Vatikan die Erwartungen gedämpft. „Bitte erwarten Sie nicht, dass der Papst die Lehre der Kirche über die Ehe verändert“, sagte er gestern bei einer Pressekonferenz. „Das Anliegen ist primär das Hinschauen“, sagte Schönborn. Er erwarte zwar keine „normativen Äußerungen“, erhoffe sich aber einen veränderten Umgang mit dem Thema Ehe und Partnerschaft.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Weichenstellung im Vatikan

Vielen gilt die Synode als eine Art Weichenstellung im Pontifikat von Papst Franziskus. Thematisch geht es bei der Synode durchaus um „heiße Eisen“. Darunter sind Fragen wie der kirchliche Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, Patchwork-Familien, homosexuellen Partnerschaften, die Sexualmoral und die Gefahren für die Stabilität von Familien.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

ORF III feiert Geburtstag: Erwin Wurm lädt zum Casting

Kunst auf Sendung: Anlässlich des dritten Sendergeburtstags kuratiert der international renommierte Gegenwartskünstler Erwin Wurm eine Woche lang den Kultur- und Informationssender ORF III. Ein einzigartiges Experiment wird im Zuge dessen am Freitag, 24. Oktober, über die Bühne gehen, wenn der Sender die Entstehung einer menschlichen Skulptur live aus Wurms Atelier in Limberg überträgt. Für diese Performance sucht der Künstler nun einen Freiwilligen.

Mehr dazu in tv.ORF.at

Publikum wählt Österreichs Song-Contest-Starter

Ein Team von Musikprofis, darunter Musikerin Anna F. und Manager und Musiker Alex Deutsch, wird sich auf die Suche nach geeigneten Künstlerinnen und Künstlern für den nationalen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2015 machen. Vorgestellt werden die Musikerinnen und Musiker ab Februar in vier Hauptabendshows inklusive einer Finalshow, in der das österreichische Publikum aufgerufen wird, den heimischen Vertreter beim Song Contest in Wien zu wählen.

Mehr dazu in oe3.ORF.at

Niavarani eröffnet neues Globe-Theater in Wien

Michael Niavarani spielt Shakespeare und eröffnet einen neuen Theaterraum in Wien. Der Schauspieler und Kabarettist hat eine Komödienversion von Shakespeares Richard III. geschrieben und wirkt darin selbst als Schauspieler mit.

Gespielt wird ab kommender Woche im Globe Wien - einem neuen Theater, das in der Marx Halle im ehemaligen Schlachthof im dritten Wiener Bezirk errichtet wurde. Gestern wurde das Projekt vorgestellt.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Leute

Udo Jürgens feiert 80. Geburtstag

Kaum ein Sänger hat in den vergangenen Jahrzehnten so den Nerv der Massen getroffen - mit Hits wie „Griechischer Wein“ und „Ich war noch niemals in New York“ begeistert Udo Jürgens seit mehreren Jahrzehnten ein riesiges Publikum quer durch alle Altersschichten. Heute wird der große Entertainer 80 Jahre alt - und fühlt sich nach eigenem Bekunden wie mit knapp über 50.

Seine Karriere gleicht einer Rekordstatistik: Jürgens komponierte mehr als 1.000 Songs, von denen etliche zu Superhits wurden. Er spielte mehr als 50 Alben ein und verkaufte mehr als 100 Mio. Tonträger. Seine Liveauftritte mit Hits wie „Es wird Nacht, Senorita“, „Aber bitte mit Sahne“ und „Immer wieder geht die Sonne auf“ sind für viele auch heute noch einfach Kult, genau wie seine mittlerweile legendären Zugaben im Bademantel.

Schlagerstar mit „unstillbarem Harmoniebedürfnis“

Schon als Bub spielte der 1934 in Klagenfurt geborene Sohn der großbürgerlichen deutsch-österreichischen Familie Bockelmann Mundharmonika und Akkordeon, bald auch Klavier. Krieg und Nachkriegszeit seien für ihn bedrückende Jahre gewesen, berichtete Jürgens 2004 in seinem Bestseller „Der Mann mit dem Fagott“. Damals entstand wohl schon jenes „unstillbare Harmoniebedürfnis“, zu dem sich Jürgens stets bekannte.

Den internationalen Durchbruch ersang sich der spätere „Schlager-Professor“ 1966 bei seiner dritten Teilnahme am Eurovision Song Contest (damals noch: Grand Prix Eurovision) mit einem Lied, das auf der Liste seiner Evergreens weit oben steht: „Merci, Cherie“.

Lange danach sang Jürgens zur Begeisterung vieler Pensionisten: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran.“ Doch selbst mit 80 ist für ihn an Ruhestand gar nicht zu denken. Kurz vor dem Geburtstag hat er ein neues Album veröffentlicht - mit dem leicht koketten Titel „Mitten im Leben“.