Ausland

Davutoglu als Erdogan-Nachfolger zum AKP-Chef gewählt

Die türkische Regierungspartei AKP hat den bisherigen Außenminister Ahmet Davutoglu zum Parteichef gewählt. Davutoglu folgt auf dem Posten dem designierten Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan nach, der die islamisch-konservative AKP seit ihrer Gründung vor 13 Jahren führte.

Gilt als Gefolgsmann Erdogans

Nach der morgigen Vereidigung Erdogans als Präsident übernimmt Davutoglu von ihm auch das Amt des Ministerpräsidenten. Auf einem AKP-Sonderparteitag in Ankara stimmte heute eine große Mehrheit für den einzigen Kandidaten.

Davutoglu gilt als Gefolgsmann Erdogans. Erdogan hat deutlich gemacht, dass er auch als Staatspräsident die Geschicke der Türkei lenken will.

Zu wenige Frauen: Juncker-Kommission mit Startproblemen

Ein eklatanter Frauenmangel gefährdet die nötige Mehrheit der nächsten EU-Kommission des designierten EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker im EU-Parlament. Bis zum heutigen Tag kann Juncker vier Kommissarskandidatinnen aufweisen. Die meisten EU-Regierungen haben bisher Männer für den Kommissarsposten in Brüssel nominiert.

Anteil noch geringer als unter Barroso

Mit vier Frauen von insgesamt 28 Kommissionsmitgliedern wäre der Frauenanteil deutlich niedriger als in der amtierenden Barroso-Kommission, der neun Kommissarinnen angehören. In einem Interview mit der Tageszeitung „Kurier“ richtete Juncker zuletzt eine unmissverständliche Drohung an jene Länder, die seiner Aufforderung zur Entsendung von Frauen bisher trotzten.

Frauen sollen einflussreichere Ressorts bekommen

„Falls ich am Ende doch deutlich weniger Frauen als Männer in der neuen Kommission haben sollte, muss ich dies eben bei der Ressortzuteilung kompensieren. Weibliche Kommissare werden dann ganz sicher sehr gute Chancen auf ein wichtiges Portfolio oder den begehrten Posten eines meiner Stellvertreter haben“, sagte Juncker.

Mit Ablehnung der EU-Kommission im Europaparlament drohte diese Woche Liberalen-Chef Guy Verhofstadt. „Als Liberale können wir nicht eine Kommission mit zu wenigen Frauen unterstützen, die auch nicht die proeuropäischen Kräfte innerhalb der Parlamentsmehrheit von Konservativen, Sozialisten und Liberalen widerspiegelt“, warnte Verhofstadt.

Bulgarien, Italien, Tschechien und Schweden

Frauen haben bisher nur Bulgarien, Italien, Tschechien und Schweden fix nominiert. Die konservative bulgarische EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, Kristalina Georgiewa, tritt gegen die italienische Außenministerin Federica Mogherini im Rennen um die Nachfolge von Catherine Ashton als EU-Außenbeauftragte an. Als „Hoher Repräsentant“ für die EU-Außenpolitik wäre der nächste Amtsinhaber auch erster Vizepräsident und Stellvertreter von Juncker in der EU-Kommission.

Die Regierung in Prag schickt Vera Jourova, die bisherige Ministerin für regionale Entwicklung, nach Brüssel. Jourova strebt laut Medienberichten die Nachfolge von EU-Regionalkommissar Johannes Hahn in der EU-Kommission an. Fix gesetzt für die nächste EU-Kommission ist auch die bisherige EU-Innenkommissarin, die Schwedin Cecilia Malmström.

Nicht alle Einreichungen öffentlich

Zypern, Dänemark und die Niederlande nannten Juncker jeweils eine Liste von möglichen Kandidaten, machten diese aber nicht öffentlich. Nach Medienberichten hat Zypern zwei Männer und keine Frau nominiert, nämlich den konservativen Europaabgeordneten Christos Stylianides und den Vorsitzenden der Europäischen Partei, Demetris Syllouris.

In Dänemark gilt Spekulationen in der Presse zufolge zumindest die Unterrichtsministerin Christine Antorini als ein möglicher Vorschlag.

Slowenien hat Juncker drei Kommissarskandidaten öffentlich zur Auswahl vorgeschlagen, darunter zwei Frauen. Die Regierung nominierte im Juli die bisherige Ministerpräsidentin Alenka Bratusek, Außenminister Karl Erjavec und die sozialdemokratische Europaabgeordnete Tanja Fajon als Kandidaten.

Belgien hat als einziges Land noch keinen Nominierungsvorschlag abgegeben. Lediglich in Medienberichten werden der flämische Christdemokratin Marianne Thyssen Chancen eingeräumt.

Hamburger Bürger stimmen gegen Elbe-Seilbahn

Die Pläne für den Bau einer Seilbahn über die Elbe in der deutschen Metropole Hamburg sind vorerst vom Tisch. Bei einem Bürgerentscheid sprachen sich 63,4 Prozent der Abstimmungsberechtigten gegen das Projekt aus.

Bürgerentscheid nicht bindend

Von den 50.081 gültigen abgegebenen Stimmen sprachen sich nach Angaben des Bezirksamts Hamburg-Mitte 31.769 Einwohner gegen das Projekt aus. Zur Teilnahme aufgerufen waren insgesamt 203.318 Abstimmungsberechtigte. Für die Pläne stimmten 18.312 Bürger (36,6 Prozent). Der Bürgerentscheid ist für den Senat rechtlich aber nicht bindend.

Seilbahn von St. Pauli bis zum Hafen

Laut den Plänen sollte eine Seilbahn auf 80 Meter hohen Stützen vom Heiligengeistfeld in St. Pauli über die Elbe zu den Musicaltheatern im Hafen führen. Das Unternehmen Stage Entertainment wollte mit dem österreichischen Seilbahnbauer Doppelmayr 35 Millionen Euro in die 1,5 Kilometer lange Strecke investieren.

Syrische Rebellen nehmen Grenzübergang zu Golanhöhen ein

Syrische Regimegegner haben im Süden des Landes den Grenzübergang Kuneitra zu den von Israel kontrollierten Golanhöhen eingenommen. Zu den Milizen gehörten auch radikale islamistische Gruppen wie die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Al-Nusra-Front, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute.

Die Milizen hätten nach heftigen Kämpfen mit Dutzenden Toten und Verletzten die syrische Armee vom Grenzübergang vertrieben. Die Gefechte gingen in der Nähe von Kuneitra weiter.

Israeli bei Granatenbeschuss verletzt

Mindestens drei aus Syrien abgefeuerte Mörsergranaten schlugen heute auf den Golanhöhen ein. Das berichtete der israelische Armeefunk. Laut anderen Medienberichten wurde eine Person bei dem Einschlag verletzt. Eine Militärsprecherin bestätigte, dass Geschoße aus Syrien auf den Golanhöhen eingeschlagen seien.

Sie stammten demnach aus Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen. Man gehe nicht von einem gezielten Angriff auf Israel aus. Am Sonntag waren bereits fünf Raketen aus Syrien auf den Golanhöhen niedergegangen. Israel hatte die Golanhöhen 1967 von Syrien erobert.

Israelische Armee greift syrische Militärposten an

Als Antwort griff die israelische Armee zwei Militärposten der syrischen Armee an. Das sei als Antwort auf „fehlgeleitetes Feuer aus den innersyrischen Kämpfen“ geschehen, hieß es in einer Mitteilung des Militärs.

Vereinbarte Waffenruhe in Nahost hält bisher

Eine unbefristete Waffenruhe im Gaza-Krieg hat bisher Bestand. Seit Beginn der Feuerpause gestern Abend flog die israelische Armee keine Luftangriffe mehr auf Ziele im Gazastreifen. Auch auf Israel seien keine Raketen mehr abgefeuert worden, sagte eine Armeesprecherin in Tel Aviv.

Hamas nimmt erneut angebliche Kollaborateure fest

Die radikalislamische Hamas hat unterdessen laut Medienberichten im Gazastreifen 15 Personen wegen des Verdachts auf Kollaboration mit Israel festgenommen. Die Onlinezeitung Times of Israel berichtete heute, die Verhafteten hätten sich durch Textnachrichten als Informanten Israels verraten.

Den Festgenommenen werde der Prozess gemacht. Ihnen droht die Todesstrafe. In der Vorwoche hatte die Hamas 25 Menschen wegen angeblicher Spionage getötet.

Mehr dazu in Gespräche in Kairo werden fortgesetzt

UNO: Damaskus hat C-Waffen eingesetzt

Eine UNO-Untersuchungskommission zu Syrien hat das Regime von Präsident Baschar al-Assad in einem heute veröffentlichten Bericht beschuldigt, erneut Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Das soll im Laufe des April insgesamt achtmal im Osten des Landes geschehen sein, bei dem eingesetzten Kampfstoff handle es sich „wahrscheinlich um Chlor“.

„Es gibt berechtigte Vermutungen anzunehmen, dass chemische Waffen - wahrscheinlich Chlor - eingesetzt wurden“, hieß es in dem Bericht. Das Kampfgas soll mittels Fassbomben abgeworfen worden sein.

Ermittler: IS begeht Kriegsverbrechen

Ähnlich wie im Irak verübt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auch in Syrien laut UNO-Angaben Verbrechen gegen die Menschlichkeit. So würden IS-Milizen regelmäßig Hinrichtungen veranstalten und selbst Kinder zum Zuschauen zwingen, heißt es in dem heute von der Syrien-Untersuchungskommission der UNO veröffentlichten Bericht.

Auch Regierungstruppen sowie andere bewaffnete Gruppen begingen weiterhin Verbrechen an der Zivilbevölkerung. „Jeden Tag sterben Hunderte Zivilisten, während die Kämpfe ohne Rücksicht auf das Gesetz oder das Gewissen weitergehen“, sagte der Kommissionsvorsitzende Paulo Pinheiro.

IS verlangt Lösegeld für US-Geisel

IS verlangt für eine als Geisel genommene Amerikanerin laut US-Medienberichten 6,6 Millionen Dollar (rund fünf Mio. Euro) Lösegeld. Die 26-Jährige soll bei einem humanitären Einsatz in Syrien unterwegs gewesen sein, als sie Anfang August 2013 gefangen genommen wurde, berichteten die TV-Sender NBC und ABC.

Die Extremisten forderten die USA demnach auch zur Freilassung der pakistanischen Neurowissenschaftlerin Aafia Siddiqui auf, die 2010 wegen des Angriffs auf US-Soldaten in Afghanistan zu 86 Jahren Haft verurteilt worden war. Die Sender berufen sich auf einen Vertreter der Familie, die den Namen der Geisel zu deren Schutz nicht veröffentlichen will.

Die Frau soll eine von mindestens vier Amerikanern sein, die derzeit noch in Syrien und im Irak festgehalten werden.

IS-Miliz umfasst laut US-Außenamt bis zu 15.000 Kämpfer

Die Islamistenmiliz Islamischer Staat (IS) umfasst nach Informationen Deutschlands in ihrem harten Kern bis zu 15.000 Personen. In einer heute bekanntgewordenen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage beruft sich die deutsche Bundesregierung auf Schätzungen des US-Außenministeriums.

Schwere Waffen und Boden-Boden-Raketen

Demnach liege die derzeitige IS-Truppenstärke im Irak bei bis zu 7.000 und in Syrien bei 3.000 bis 8.000 Kämpfern. Die Fluktuation sei durch Neurekrutierungen, Tötungen und Gefangennahmen hoch. In der parlamentarischen Antwort führte die Regierung aus, dass IS zunehmend über schwere, darüber hinaus aber auch über eine Vielzahl anderer Waffen verfüge, wie Raketen- und Granatwerfer oder Boden-Boden-Raketen. Solche Waffen seien offenbar über Schwarzmarktgeschäfte sowie bei Kämpfen mit syrischen und irakischen Truppen erbeutet worden.

Nach Erkenntnissen der deutschen Regierung finanziert sich die IS-Miliz durch Einnahmen aus Ölfeldern, Entführungen, Enteignungen, Mautzahlungen, durch allgemeine Kriminalität sowie Spenden aus dem In- und Ausland. Keine Erkenntnisse gebe es für eine Zusammenarbeit saudischer und katarischer Regierungsstellen mit der Miliz, heißt es in der Antwort weiter. Gerade die saudi-arabische Regierung werte den islamistischen Terror seit längerem als schwerwiegende Bedrohung für die eigene Sicherheit.

Inland

RH kritisiert Fördervergaben im Familienbereich

Der Rechnungshof (RH) kritisiert in einem heute veröffentlichten Bericht die Vergabe von Förderungen durch die Familie & Beruf Management GmbH. Diese sei ohne klare Festlegung von Förderungskriterien erfolgt. Außerdem seien Subventionen ausgezahlt worden, obwohl die Abrechnungen nicht ordnungsgemäß gewesen seien oder die Bestätigung über die widmungsgemäße Verwendung fehlte.

Administrativer Aufwand deutlich über Plan

Aufgabe der Familie & Beruf Management GmbH waren etwa Förderungen an das Institut für Familienforschung und den Gemeindebund. Insgesamt erhielt sie zwischen 2006 und 2012 knapp 20 Mio. Euro vom Bund. Neben der Fördervergabe monierte der RH, dass der administrative Aufwand der GmbH um rund 51 Prozent höher war als bei der Errichtung vorgesehen. Weiters habe man die ursprünglich vorgesehene Lukrierung von Drittmitteln nicht realisieren können.

Der Gesellschaft empfahl der RH unter anderem, die widmungsgemäße Verwendung ausbezahlter Fördermittel zu prüfen und gegebenenfalls Rückforderungen geltend zu machen. Förderungsentscheidungen sollten „nachvollziehbar und transparent“ dokumentiert werden. Dem Familienministerium schlug der RH vor zu analysieren, ob nicht die Aufgabenwahrnehmung durch das Ministerium selbst zweckmäßiger wäre.

Oberhauser: Gesundheitswesen soll solidarisch bleiben

Die designierte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) hat heute nach einem Informationsgespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer ihre Vorhaben für ihr künftiges Ressort bekräftigt: „Das Ziel, das über allem steht, ist, dass es ein solidarisches System bleiben muss.“

Die ausgebildete Medizinerin „möchte schauen, dass aus den gesunden Kindern auch gesunde Erwachsene werden“. Auch die Situation des Personals sei ihr ein Anliegen: Wer im Gesundheitswesen arbeitet, solle auch „etwas davon haben“. Wichtig sei aber auch, dass Patientinnen und Patienten die nötige Zeit und Zuwendung bekommen.

Stöger freut sich auf neue Aufgabe

Der designierte Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) freut sich auf seine neue Aufgabe. „Es ist an mich herangetreten worden, und ich habe mich sehr gefreut, dass man mir die Aufgabe zutraut“, sagte er nach seinem Informationsgespräch bei Fischer. Über konkrete Projekte im neuen Ressort wolle er erst nach der offiziellen Amtsübernahme sprechen.

Grundsätzlich will Stöger Mobilität als Chancengleichheit und Freiheit herausheben. Er habe das Gesundheitsministerium fünfeinhalb Jahre geführt. Es habe ihn gereizt, nicht nur die Infrastruktur im Gesundheitsbereich, sondern jetzt auch im technischen Bereich zu steuern.

Vorschusslorbeeren für Oberhauser

„Für mich war es sehr wichtig, dass ich auch mitgestalten konnte, wer meine Nachfolge antritt“, sagte Stöger. Er habe in Oberhauser großes Vertrauen: „Es ist für mich die ideale Nachfolgerin.“ Stöger geht auch davon aus, dass die Regierung bis 2018 halten wird. Die ÖVP habe offenbar ihre Probleme schnell gelöst. „Ich gehe davon aus, dass mit Reinhold Mitterlehner die Koalition ihre Sacharbeit gut weiterbringen wird.“

Sport

Fußball: Manchester United wird zur Lachnummer

Manchester United hat mit einem 0:4 im Ligacup gegen den Drittligisten Milton Keynes Dons seinen katastrophalen Saisonstart prolongiert. Die „Red Devils“, die sich erst gestern um eine Rekordsumme mit dem Argentinier Angel di Maria verstärkt haben, werden immer mehr zur Lachnummer. Nur einer bleibt gelassen: Trainer Louis van Gaal. Der Niederländer forderte einmal mehr Zeit für den Aufbau seines Teams. Die Pleite in Milton Keynes sei zwar enttäuschend, aber kein Schock.

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ÖFB: Kollers Gründe für seine Kaderwahl

Der ÖFB-Kader für das EM-Qualifikationsspiel gegen Schweden am 8. September hat einige Überraschungen parat. Während Andreas Ivanschitz und Andreas Weimann diesmal nur auf der Abrufliste stehen, erhielt Rubin Oktie nach zwei Jahren wieder eine Einberufung. Für Teamchef Marcel Koller entschied die aktuelle Form zugunsten des Stürmers und gegen Ivanschitz und Weimann. Es gehe nur „um Nuancen“, so der Schweizer, der aber keinen Trend in eine neue Richtung sieht. Kollers Sorgenkind ist laut eigener Aussage aber nicht der Angriff, sondern das Abwehrzentrum.

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Wirtschaft

Steuer-Selbstanzeige ab 1. Oktober teurer

Reuige Steuersünder, die sich selbst anzeigen, kommen bald nicht mehr so leicht ganz ungeschoren davon. Ab 1. Oktober wird das Finanzstrafgesetz verschärft.

Wer erst Eigenanklage erhebt, wenn sich die Finanz zwecks Steuerprüfung angemeldet hat, muss Strafzuschläge entrichten. Sie richten sich nach der Höhe der Abgabenschuld. Eine Anzeigenwelle vor Inkrafttreten der Novelle wird erwartet.

Fünf bis 30 Prozent Strafzuschläge

Bis zu einem Betrag von 33.000 Euro wird ab Oktober ein fünfprozentiger Strafzuschlag fällig, bis zu 100.000 Euro sind es 15 Prozent und bis zu 250.000 Euro 20 Prozent. Wer noch höhere Steuerschulden hat, muss davon zusätzlich 30 Prozent Strafe zahlen.

Wer nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat, geht straffrei aus. Leichte Fahrlässigkeit liegt etwa bei Buchungsfehlern vor. Ins Gefängnis müssen erstmalige Selbstanzeiger aber weiterhin nicht: Durch die Eigenanklage ersparen sie sich ein Finanzstrafverfahren mit möglichen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren.

Welle an Selbstanzeigen im September erwartet

Im September könnte es daher noch zu einer Anzeigenwelle kommen, wird in der Branche erwartet. Steuerberater informieren derzeit ihre Kunden über die anstehenden Änderungen. Das Finanzministerium rechnet sogar mit „Vorzieheffekten“ von zusätzlichen rund 150 Mio. Euro für das heurige Budget. Ab 2015 sollen die strengeren Regeln dann dem Fiskus 30 Mio. Euro mehr im Jahr bescheren.

Eine weitere Verschärfung: Wer sich bereits einmal selbst angezeigt hat, kann wegen der gleichen Abgabe in der gleichen Zeitperiode nicht eine weitere Selbstanzeige einbringen. Bisher gibt es die Möglichkeit, mit einem Zuschlag von 25 Prozent ein Finanzstrafverfahren nach mehrmaliger Selbstanzeige zu vermeiden.

Hypo mit 1,67 Mrd. Euro Halbjahresverlust

Die Halbjahresbilanz der notverstaatlichten Krisenbank Hypo Alpe-Adria hat alle bösen Erwartungen übertroffen. Heute Nachmittag wurde per Ende Juni 2014 ein Konzernverlust (nach internationaler Rechnungslegung IFRS) von 1,67 Mrd. Euro gemeldet.

Schuld an dem Riesenverlust kurz vor der endgültigen Zerschlagung der Krisenbank waren Sonderbelastungen aus Rückstellungen über 1,44 Mrd. Euro, die „zur Vorbereitung der Herauslösung der italienischen Tochterbank sowie des Südosteuropa-Netzwerks aus dem Konzern gebildet werden mussten“, heißt es in einer Mitteilung.

Ein staatlicher Kapitalzuschuss ist heuer zur Deckung des Bilanzlochs zum Halbjahr nicht mehr nötig. Denn Mitte August trat das Sondergesetz mit dem 1,6 Mrd. Euro schweren Anleihekapitalschnitt in Kraft.

200 Mrd. Franken unversteuertes Geld in der Schweiz

Auf Schweizer Bankkonten liegt immer weniger Schwarzgeld. 2013 verwalteten die Geldhäuser des Landes rund 200 Milliarden Franken (165,5 Mrd. Euro) an nicht deklarierten Vermögen von Ausländern, so eine Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Fünf Jahre zuvor waren es noch 800 Milliarden Franken (662 Mrd. Euro) gewesen.

Steruerhinterzieher zogen Geld ab

Dank einem weitreichenden Bankgeheimnis war die Schweiz jahrzehntelang eine der weltweit bedeutendsten Steueroasen. Doch 2008 begannen die Behörden in den USA und später auch in europäischen Ländern eine Feldzug gegen Steuerhinterzieher und die Banken, die sie beherbergen.

Viele Kunden haben ihre Konten dem Fiskus inzwischen offengelegt und ihre Gelder in die Heimatländer transferiert. PwC zufolge flossen in diesen Jahren insgesamt rund 350 Milliarden Franken von Schweizer Banken ab, ein großer Teil davon dürfte unversteuert gewesen sein.

„Schlimmste Abflüsse sind vorüber“

„Die schlimmsten Abflüsse sind vorüber“, so ein PwC-Experte. Er schätzt, dass nochmals rund 70 Milliarden Franken das Land verlassen könnten. Mittelfristig rechnet PwC mit einer Trendwende. Die Schweiz werde bei der Einwerbung neuen Geldes zwar boomenden asiatischen Standorten wie Hongkong und Singapur hinterherhinken, aber in einigen Jahren trotzdem wieder Wachstumsraten von jährlich bis zu fünf Prozent erreichen.

Ryanair wirbt mit Business-Tickets um Geschäftsreisende

Die irische Billigairline Ryanair will künftig Geschäftsreisende mit den Privilegien eines Business-Tickets locken. Dazu sollen flexiblere Buchungsbedingungen, schnellere Abfertigung und „Premiumplätze“ gehören, teilte die Fluggesellschaft heute mit.

Europas größter Billigflieger will im laufenden Geschäftsjahr die Zahl der Fluggäste um fünf Prozent auf 86 Millionen steigern. Dazu hat Ryanair unter anderem die Homepage vereinfacht und die Preise für aufgegebenes Gepäck gesenkt.

Modekette Zara wegen Babyshirts im „KZ-Design“ in der Kritik

Die spanische Modekette Zara hat laut Medienberichten ein Babyshirt im Angebot geführt, dessen unglücklich gewähltes Design - schwarz-weiße Streifen und ein gelber Stern - an die Kleidung von KZ-Häftlingen denken ließ. Nach öffentlichem Protest wurde es aus dem Sortiment genommen.

Unternehmen entschuldigte sich, nahm Artikel aus Sortiment

In der Kritik stand das Babyshirt „Sheriff“ in den Größen 62 bis 104, das online und in Filialen in den Handel kam. „Bis vor kurzem wurde den Einkäufern im Zara-Onlineshop noch empfohlen, das ‚Sheriff‘-Shirt mit einer Hose im Katzen-Print und einer Steppjacke mit Kapuze zu kombinieren. Jetzt hat das Unternehmen auf den Protest reagiert, sich via Twitter entschuldigt und das ‚Sheriff‘-Shirt aus dem Sortiment genommen“, berichtete unter anderem die „Süddeutsche Zeitung“ (Onlineausgabe) heute.

Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass das Unternehmen durch unsensible Modestatements auffiel. Zuvor sei Zara mit einem Shirt in die Kritik geraten, auf dem „White is the new Black“ zu lesen war - „Weiß ist das neue Schwarz“, was viele Menschen in Onlineforen als rassistisches Statement aufgenommen hatten. Dieses Kleidungsstück sei ebenfalls zurückgezogen worden.

Auch andere Firmen „patzten“. Der Sportartikelhersteller adidas beispielsweise musste vor zwei Jahren die Produktion eines Turnschuhs einstellen, weil die als Designelement aufgedruckten Fußfesseln von vielen als Provokation gegen Afroamerikaner und Ignoranz gegenüber der Geschichte der Sklaverei gesehen wurden.

Chronik

Fahrschülerin stürzte beim Einparken mit Pkw in Bachbett

Eine 16-jährige Fahrschülerin ist gestern beim Einparken mit dem Pkw in Helfenberg (Oberösterreich) in ein Bachbett gestürzt. Die Lenkerin wurde verletzt. Ihre mitfahrende Mutter kam mit dem Schrecken davon.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Betrunkener rammte Brückengeländer

Ein betrunkener Autofahrer prallte gestern Abend bei Eggelsberg (Oberösterreich) so heftig gegen ein Brückengeländer, dass dieses aus der Verankerung gerissen wurde. Die drei Insassen des Wagens wurden zum Teil schwer verletzt.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Frontalunfall bei Übungsfahrt

Auf der Pinzgauer Bundesstraße (B311) in Salzburg verursachte eine 17-Jährige gestern Nachmittag bei einer Übungsfahrt einen schweren Unfall. Sie geriet auf die Gegenfahrbahn und rammte ein entgegenkommendes Auto. Drei Personen wurden verletzt.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Britische Stadt: 1.400 Kinder sexuell missbraucht

Ein Missbrauchsskandal ungeheuren Ausmaßes erschüttert erneut Großbritannien: Laut einem Bericht der Kommunalverwaltung wurden in der Stadt Rotherham in South Yorkshire in einem Zeitraum von 16 Jahren 1.400 Kinder und Jugendliche Opfer sexueller Gewalt.

Viele Minderjährige seien mit Waffen bedroht, vergewaltigt und teilweise auch in andere Städte verschleppt worden, heißt es in dem Bericht. Die Behörden hätten sich mitschuldig gemacht: Frühere Berichte seien unter Verschluss gehalten, die Missbrauchsfälle seien stillschweigend hingenommen worden.

Mehr dazu in Wahres Ausmaß der Taten noch unklar

China: 30.000 Tonnen belastete Hühnerfüße sichergestellt

Die Polizei in der ostchinesischen Provinz Zhejiang hat 30.000 Tonnen mit Wasserstoffperoxid belastete Hühnerfüße sichergestellt. Die Beamten zogen die Lebensmittel in den vergangenen zwölf Monaten aus dem Verkehr, wie die Lokalzeitung „Yangcheng Wanbao“ heute unter Berufung auf Polizeiangaben berichtete.

38 Personen seien im Zuge der Ermittlungen in der Gemeinde Yongjia festgenommen worden, teilte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua mit. Hendlfüße gelten in China und Teilen Asiens als Delikatesse. Wasserstoffperoxid wird als Desinfektionsmittel eingesetzt und kann in größeren Mengen Magenprobleme verursachen.

Gesundheit

Ebola: WHO zog Helfer aus Labor in Sierra Leone ab

Nach der Ebola-Infektion eines ihrer Mitarbeiter in Sierra Leone hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Helfer aus einem Labor in dem westafrikanischen Land abgezogen. Bevor sie zurückkehren, solle geklärt werden, wie es zu der Infektion kommen konnte, teilte der WHO-Koordinator für Sierra Leone, Daniel Kertesz, in Freetown mit.

Infizierter zur Behandlung in Hamburg

Bei dem Infizierten handelt es sich offenbar um jenen Patienten, der heute in Hamburg zur Behandlung eingetroffen ist. Der aus dem Senegal stammende WHO-Mitarbeiter habe sich beim Einsatz in einem Labor in Sierra Leone infiziert, sagte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic.

Video dazu in iptv.ORF.at

Seit diesem Vorfall hätten die anderen Helfer „eine traumatische Zeit“ durchgemacht, sagte Kertesz. „Nach wochenlangem heroischen Einsatz für Patienten mit Ebola sind sie erschöpft. Wenn dann noch eine solche Stresssituation hinzukommt, erhöht sich das Risiko von Unfällen.“

Kultur

Filmfestspiele: Venedig lädt zum Lachen ein

„Hangover“ bei den Filmfestspielen von Venedig? Nicht ganz. Aber „Hangover“-Hauptdarsteller Zach Galifianakis spielt dennoch beim Eröffnungsfilm mit - jede Menge Lacher sind garantiert. Die Komödie „Birdman“ ist auch deshalb eine Überraschung, weil Alejandro Gonzalez Inarritu sie gedreht hat - der Mexikaner ist sonst für sinistre Dramen bekannt.

Aus Österreich ist Ulrich Seidl dreifach vertreten - mit einer Doku über die Österreicher und ihre Keller, in einer Doku über ihn selbst und als Produzent eines Horrorfilms von Veronika Franz. Und sonst: Ganz besonders viel Starrummel auf dem roten Teppich.

Mehr dazu in Klamauk zur Eröffnung

Bob Dylan veröffentlich komplette „Basement Tapes“

Die „Basement Tapes“ sind der „heilige Gral“ für Fans von Bob Dylan: Der Künstler hatte diese 1967 zusammen mit The Band im Keller eines Hauses in Saugerties (New York) eingespielt. Ein Teil davon erschien später als Doppelalbum. Am 31. Oktober bringt Dylan erstmals offiziell die kompletten Aufnahmen in den Handel, gab Sony heute bekannt.

Für „The Basement Tapes Complete: The Bootleg Series Vol. 11“, ein aufwendiges Boxset mit sechs CDs, wurden „ausschließlich sorgfältig restaurierte Originalbänder überspielt, darunter einige, die erst kürzlich entdeckt wurden“, hieß es in einer Pressemitteilung. Es soll auch eine Art „Best-of“ als preiswertere Doppel-CD geben.

Dylan war 1966, am Höhepunkt seiner Popularität, mit dem Motorrad schwer gestürzt. Der Unfall bedeutete einen Einschnitt in die Karriere des Künstlers. Während seiner Rekonvaleszenz verschwand Dylan zum ersten Mal seit Jahren aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Er zog sich mit The Band - Robbie Robertson, Rick Danko, Richard Manuel, Garth Hudson und (später) Levon Helm - in ein kleines Haus zurück, das die Gruppe wegen des Anstrichs „Big Pink“ getauft hatte.

100 Songs mit breitem Bogen

Insgesamt nahm das Kollektiv im Laufe der kommenden Monate dort mehr als 100 Songs auf, darunter Traditionals, spontane Covers von Fremdkompositionen und vor allem Dutzende gerade erst entstandener Dylan-Songs, darunter zukünftige Klassiker wie „I Shall Be Released“, „The Mighty Quinn“, „This Wheel’s On Fire“ und „You Ain’t Going Nowhere“. Erste Gerüchte über die Sessions und vereinzelte Azetate der Aufnahmen förderten eine Neugier, die groß genug wurde, um im Musikgeschäft ein neues Phänomen auf den Plan zu rufen: Bootlegs.

Im Jahr 1969 tauchte in den Plattengeschäften denn auch ein (illegales) Album mit dem mysteriösen Titel „Great White Wonder“ auf, das Lieder der Basement-Sessions enthielt. Die eigentlichen Aufnahmen jedoch blieben offiziell nicht erhältlich. Erst 1975 veröffentlichte Columbia eine Auswahl von 16 Songs auf dem Doppelalbum „The Basement Tapes“, darunter acht neue Stücke von The Band ohne Dylan.

Auf „The Basement Tapes Complete“ sind nun erstmals sämtliche verwertbaren Aufnahmen des vorhandenen Materials enthalten, darunter auch erst kürzlich entdeckte frühe Tonbänder, die Dylan im „Red Room“ seines Hauses im Bundesstaat New York bespielt hatte.

Die Aufnahmen wurden im Unterschied zur Veröffentlichung von 1975 weitestmöglich in den klanglichen Zustand versetzt, in dem sie Dylan und The Band im Sommer 1967 selbst gehört haben. Das Tracklisting auf „The Basement Tapes Complete“ ist chronologisch angelegt und basiert auf dem damals von Hudson verwendeten Nummerierungssystem der Bänder.

Kate Bush feiert Live-Comeback in London

Die frühere Pop-Königin Kate Bush hat im Alter von 56 Jahren in London ein Bühnencomeback gefeiert. Bush trat gestern Abend im Hammersmith Apollo Theatre auf die Bühne - 35 Jahre nachdem sie 1979 ihre Livekarriere auf derselben Bühne vorläufig beendet hatte. Bush wird unter dem Titel „Before the Dawn“ bis Mitte Oktober 22 Konzerte in London geben.

Beim Auftaktkonzert applaudierten die Fans minutenlang stehend. Allerdings gab es auch Ärger: Das Management verbot das Fotografieren und Filmen mit Smartphones. Die Exklusivfotorechte waren an die britische Agentur Rex gegangen.

Bush begründete das Verbot mit einem engeren Kontakt zum Publikum: „Ich möchte mit euch als Publikum in Kontakt treten, nicht mit iPhones, iPads oder Kameras“, hatte sie vor dem Konzert verlautbart.

Bush war Ende der 1970er Jahre mit dem Hit „Wuthering Heights“ in die Charts gestürmt. Anfang der 1990er Jahre war es ruhiger geworden um die dunkelhaarige Britin, bevor sie 2005 mit dem Album „Aerial“ ein Comeback startete.

Leute

Neil Young reicht nach 36 Jahren Ehe Scheidung ein

Die kanadische Musiklegende Neil Young (68) will sich dem „Rolling Stone“ zufolge nach 36 Jahren Ehe scheiden lassen. Young habe in seiner Heimatstadt San Mateo in Kalifornien die Scheidung von Pegi Young (62) beantragt, meldete das Musikmagazin heute.

Pegi und Neil Young galten als Traumpaar der Musikszene. Die US-Amerikanerin soll die Inspiration zu einigen von Youngs schönsten Liebesliedern gewesen sein. In „Unknown Legend“ beschrieb er 1992, wie er sie als Kellnerin kennengelernt hatte: „Ich bestellte nur, um sie durch den Gang schweben zu sehen.“

Pegi Young, die auch eine Solokarriere machte, ist Mitbegründerin der Bridge School, einer Schule für behinderte Kinder. Zusammen mit ihrem Mann hatte sie die jährlichen Benefizkonzerte für die Schule organisiert, die zu einem Höhepunkt in der Musikszene Kaliforniens wurden. Beide haben zusammen zwei Kinder. Pegi hat auch Youngs Sohn aus erster Ehe adoptiert.

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