Ausland

Dutzende Tote bei Boko-Haram-Angriff auf Dorf in Nigeria

Bei einem Angriff der Islamistenmiliz Boko Haram auf ein abgelegenes Dorf in Nigeria sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens 45 Menschen getötet worden. Die Extremisten hätten den Ort Njaba im Bundesstaat Borno am frühen Dienstagmorgen überfallen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters heute.

„Weil das Dorf so abgelegen liegt und unsere Männer keinen Zugang zur Region hatten, wurde der Angriff nicht sofort bekannt“, sagte ein Insider.

Männer vor Augen der Ehefrauen erschossen

Auch in ihrer Hochburg Gwoza im Nordosten Nigerias tötete die islamistische Terrorgruppe mehrere Zivilisten. Die Extremisten hätten vor dem Haus eines islamischen Geistlichen eine Gruppe von Männern angegriffen, berichtete eine Zeugin, die in den Nachbarstaat Adamawa fliehen konnte. Die Männer seien später vor den Augen ihrer Ehefrauen getötet worden.

„Die Boko-Haram-Kämpfer brachten Kartons voller neuer Waffen, testeten diese und erschossen die Männer, die sich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden legen mussten.“

Männer getötet und Frauen vertrieben

Der Senator Ali Ndume bestätigte die Schilderungen. In den vergangenen Tagen seien zahlreiche Kämpfer der Islamistengruppe in Gwoza eingetroffen. „Sie töteten viele männliche Einwohner und vertrieben Frauen und Kinder“, so Ndume.

Im August hatte Boko-Haram-Führer Abubakar Shekau in Gwoza ein islamisches Kalifat ausgerufen, zahlreiche Einwohner flohen seitdem aus der Stadt. Senator Ali Ndume vermutet, dass die Truppenbewegungen der Extremisten dazu dienen könnten, Gwoza gegen eine Offensive der internationalen Militärallianz zu verteidigen, die Nigeria im Kampf gegen Boko Haram unterstützt.

Die Extremistengruppe kämpft seit dem Jahr 2009 mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias und tötete dabei bisher mindestens 13.000 Menschen. In jüngster Zeit startete Boko Haram zudem mehrfach Angriffe im Südosten Nigers und in Kamerun. Die beiden Länder und der Tschad entsandten daraufhin Truppen in den Nachbarstaat, um den Vormarsch der Islamisten zu stoppen.

Korruption: Spanische Justiz erhebt Anklage gegen Politiker

Wegen eines Korruptionsskandals in der konservativen Volkspartei (PP) des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wird 40 Verdächtigen der Prozess gemacht. Das ordnete der Untersuchungsrichter Pablo Ruz nach fünfjährigen Ermittlungen heute in Madrid an.

Danach müssen drei ehemalige Schatzmeister der PP, mehrere Ex-Bürgermeister, frühere Kommunalpolitiker und Unternehmer auf die Anklagebank. Die Affäre war einer der größten Korruptionsskandale in der spanischen Politik.

Mit Schmiergeldern öffentliche Aufträge erkauft

Im Mittelpunkt stand ein Firmennetz, das sich mit Schmiergeldern jahrelang lukrative öffentliche Aufträge in PP-regierten Gemeinden vor allem in den Regionen Madrid und Valencia gesichert hatte. Der Ermittlungsrichter ordnete an, dass die Beschuldigten eine Sicherheit von insgesamt fast 450 Millionen Euro hinterlegen müssen. Die Summe soll zur Begleichung eventueller Schadenersatzansprüche dienen.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Unternehmer Francisco Correa, die mutmaßliche Schlüsselfigur der Affäre, eine Haftstrafe von mehr als 110 Jahren verlangt. Für den früheren PP-Schatzmeister Luis Barcenas forderte sie 42 Jahre Haft. Den Beschuldigten werden unter anderem Betrug, Beamtenbestechung, Freunderlwirtschaft, Geldwäsche und Steuerhinterziehung zur Last gelegt.

Ukrainische Pilotin unterbricht Hungerstreik in Moskauer Haft

Die in Moskau inhaftierte ukrainische Kampfpilotin Nadja Sawtschenko hat am 83. Tag ihres Hungerstreiks flüssige Nahrung zu sich genommen. Die gesundheitlich angeschlagene 33-Jährige habe heute zugestimmt, Hühnerbrühe zu trinken, sagte ihr Anwalt Ilja Nowikow. Das bedeute aber keineswegs, dass sie ihren Hungerstreik beendet hat.

Sawtschenko werde in Kürze entscheiden, in welcher Form sie ihren Protest fortsetze. Ihr Gesundheitszustand sei weiterhin besorgniserregend, sagte Nowikow. Seine Mandantin habe inzwischen 21 Kilogramm an Gewicht verloren.

Seit Juni in Haft

Sawtschenko war Ende Juni in Russland gefangen genommen worden. Russland wirft ihr vor, der ukrainischen Armee die Position zweier russischer Journalisten nahe der Rebellenhochburg Luhansk übermittelt zu haben, bevor diese bei einem Angriff der ukrainischen Regierungstruppen getötet wurden.

Sawtschenko weist die Vorwürfe zurück. Sie gibt an, widerrechtlich entführt und nach Russland verschleppt worden zu sein. Seit Mitte Dezember befindet sich die Hubschrauberpilotin im Hungerstreik.

Appell von Kiew und EU

Gestern hatten Kiew und die EU erneut an Moskau appelliert, Sawtschenko aus der Haft zu entlassen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärte, die Pilotin schwebe in Lebensgefahr.

Der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko verlangte in einem Brief an seinen russischen Kollegen Wladimir Putin die „sofortige Freilassung“ der ukrainischen Soldatin. Ein Gericht in Moskau lehnte den Antrag der Pilotin auf Haftentlassung gestern aber erneut ab.

Poroschenko ordnet Sonderverwaltungen für Ostukraine an

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat die Gründung von Sonderverwaltungen mit Militärangehörigen und Zivilisten in der Konfliktregion Donbass angeordnet. Einen Erlass dazu veröffentlichte das Präsidialamt in Kiew heute. Die prorussischen Separatisten protestierten gegen diesen Schritt.

Solche Organisationen stünden im Widerspruch zum Minsker Friedensplan, sagte Wladislaw Dejnego von den Aufständischen der Agentur Interfax. Das in der weißrussischen Hauptstadt am 12. Februar beschlossene Abkommen sieht unter anderem Kommunalwahlen vor. Zahlreiche regierungstreue Behörden sind wegen des Krieges aus der Ostukraine geflohen.

Kiew beschließt 250.000-Mann-Armee

Mit großer Mehrheit beschloss das ukrainische Parlament zuvor eine Vergrößerung der Armee um mehr als ein Drittel auf 250.000 Soldaten. Für den Vorschlag Poroschenkos stimmten 270 von 422 Abgeordneten. Zuletzt war die Stärke der Streitkräfte auf 184.000 Soldaten beschränkt.

Wegen des Krieges gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine hatte die prowestliche Führung im Jänner mit einer Teilmobilmachung begonnen. Im Laufe des Jahres sollen dabei in drei Etappen mehr als 100.000 Reservisten bewaffnet werden. Parallel dazu werden im April turnusgemäß 40.000 Wehrpflichtige einberufen.

US-Soldaten in Lwiw?

Das russische Militär startete unterdessen ein Großmanöver, in dem auch die von Moskau annektierte Krim einbezogen ist. Die Flugabwehrübungen mit mehr als 2.000 Soldaten würden bis zum 10. April andauern, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Gefechtsübungen seien vor allem im Süden Russlands und im Nordkaukasus-Distrikt geplant. Eingebunden seien neben der Krim auch Stützpunkte in Armenien und Georgien.

Für Aufregung sorgte auch die Behauptung Russlands, bis zu 300 US-Soldaten sollten in Lwiw ukrainische Truppen an Waffen ausbilden. Kiew wies das umgehend zurück. Großbritannien hatte am 25. Februar die Entsendung von Militärausbildern in die Ukraine angekündigt. Moskau wies hingegen Angaben aus Washington zurück, an der Seite der prorussischen Rebellen in der Ostukraine kämpften „Abertausende“ russische Soldaten.

Britischer Geheimdienst soll Mütter anheuern

Die britischen Geheimdienste sollen Mütter im mittleren Alter rekrutieren, um schlummernde Talente für die Gefahrenabwehr besser ausschöpfen zu können. Das empfiehlt der Geheimdienstausschuss des britischen Parlaments in einem heute veröffentlichten Bericht.

Um neue Mitarbeiterinnen zu finden und den Frauenanteil von 37 Prozent anzuheben, sollten die Dienste MI5, MI6 und GCHQ unter anderem das Elternonlineforum Mumsnet nutzen. „Frauen und Mütter im mittleren Alter oder in der Mitte der Karriereleiter haben wertvolle Lebenserfahrungen“, erklärte der Ausschuss. Und diese mögliche Quelle für neue Mitarbeiter sei bisher nicht angezapft worden.

Hohe Hürden für Frauen

Zugleich stellte das Gremium fest, dass Frauen in der Männerdomäne der Geheimdienste mit hohen Hürden rechnen müssten. Gerade im mittleren Management gebe es Leute mit einer sehr traditionellen, männlichen Mentalität, sagte die Abgeordnete Hazel Blears.

Für den Ausschuss ist das ein klares Manko. Wenn alle Geheimdienstprofis aus demselben Holz seien, die gleichen Hintergründe und Charakteristiken hätten, dann bestehe die Gefahr einer einseitigen Herangehensweise an die Herausforderungen, so Blears. „Vielfalt wird bessere Ergebnisse bringen.“

Vermisster kanadischer Pastor wird in Pjöngjang festgehalten

Ein seit Ende Jänner in Nordkorea vermisster Pastor aus Kanada wird von der autoritären Regierung in Pjöngjang festgehalten. Darüber sei die Familie von Lim Hyeon Soo von der kanadischen Regierung informiert worden, teilte seine presbyterianische Kirche heute mit. Lim war am 31. Januar von China nach Nordkorea gereist, seitdem gab es keine Nachrichten von ihm.

Ein kanadischer Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, Ottawa wisse, dass ein kanadischer Bürger in Nordkorea festgenommen worden sei. Da Kanada keine diplomatischen Beziehungen zu Pjöngjang unterhalte, seien die Möglichkeiten, ihm konsularisch zu helfen, „extrem begrenzt“.

Der 60-jährige Lim leitete zahlreiche humanitäre Missionen in Nordkorea. Nach Angaben von Freunden kümmerte er sich besonders um Waisenkinder. Warum er festgehalten wird, wurde zunächst nicht bekannt.

Ägypten: Sisi baut Regierung kräftig um

Im Rahmen einer Regierungsumbildung hat Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi heute mehrere Minister entlassen. Unter anderem die Ressorts für Inneres, Tourismus und Altertümer sollen neu besetzt werden, berichteten ägyptische Medien unter Berufung auf Regierungsquellen. Ein Regierungsbeamter bestätigte der Deutschen Presse-Agentur zunächst, insgesamt würden acht Ministerposten neu besetzt.

Vor allem Innenminister Mohammed Ibrahim stand in der Vergangenheit in der Kritik von Menschenrechtsorganisationen. Unter ihm sollen Polizisten immer wieder mit unverhältnismäßiger Brutalität gegen Demonstranten vorgegangen sein. Dutzende Oppositionspolitiker und Demokratieaktivisten wurden in den vergangenen Monaten verhaftet, ägyptische Zeitungen immer wieder zensiert.

Offensive gegen IS: Irakische Kräfte greifen Ölfeld an

Am vierten Tag ihrer Großoffensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben irakische Kräfte ein Ölfeld unter Kontrolle der Extremisten angegriffen. Ein Sprecher der Polizei berichtete heute, über dem Ölfeld Adschil östlich der Stadt Tikrit steige schwarzer Rauch auf. Es sei unklar, ob IS-Kämpfer ein Bohrloch, Pipelines oder Tanks angezündet hätten.

Die Nachrichtenseite Al-Mada meldete, irakische Kräfte hätten das Ölfeld umzingelt. Die Extremisten hatten es im vergangenen Sommer während ihres Vormarsches im Irak eingenommen. Sie finanzieren sich vor allem über den Verkauf von Öl. Die IS-Terrormiliz beherrscht im Irak und im Nachbarland Syrien riesige Gebiete, in denen sie eine Gewaltherrschaft errichtet hat.

Mit der Großoffensive wollen die irakischen Streitkräfte die strategisch wichtige Stadt Tikrit rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad aus der Gewalt der Dschihadisten befreien. Die Regierung mobilisierte dafür 30.000 Soldaten der Armee und Kämpfer schiitischer Milizen. Der Vormarsch kommt nur langsam voran.

Inland

OGH: Funkzellenabfrage zur Strafverfolgung zulässig

Eine Funkzellenabfrage zur Strafverfolgung bleibt in Österreich prinzipiell weiterhin zulässig. Das entschied der Oberste Gerichtshof (OGH) heute. Im Einzellfall sei jedoch immer eine Verhältnismäßigkeitsprüfung durchzuführen.

Zur Klärung der Rechtsfrage hatte die Generalprokuratur im Weg einer Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes den OGH mit der Frage der Zulässigkeit befasst. Durch eine Funkzellenabfrage kann ermittelt werden, welche Mobiltelefone in einem bestimmten Zeitraum im Bereich einer Funkzelle benützt wurden, also etwa mit welchem Handy telefoniert wurde.

In der Vergangenheit wurden durch den Rechtsschutzbeauftragten wiederholt gerichtlich bewilligte Telefonüberwachungen der Staatsanwaltschaften bekämpft. Er ist der Meinung, dass diese Ermittlungsmaßnahme, die grundsätzlich auch in das Kommunikationsgeheimnis Unbeteiligter eingreifen kann, gesetzlich nicht gedeckt ist. Mehrfach stimmte das jeweilige zur Entscheidung berufene Oberlandesgericht dieser Auffassung zu.

Verhältnismäßigkeit ist zu prüfen

Die Generalprokuratur ist der Ansicht, dass diese Ermittlungsmaßnahmen nach wie vor vom Gesetz gedeckt sind. Sie müssten jedoch dem Verhältnismäßigkeitsgebot, etwa durch die Begrenzung auf eine kurze Zeitspanne, entsprechen. So soll gewährleistet werden, dass allfällige Eingriffe in das Kommunikationsgeheimnis Unbeteiligter nur dann stattfinden, wenn das für die Ermittlungen unvermeidlich ist und die Zahl der Betroffenen vertretbar ist. Eine Abfrage nach einem Taschendiebstahl beim Stephansdom wäre beispielsweise nicht verhältnismäßig.

Der OGH-Senat schloss sich inhaltlich der Argumentation der Generalprokuratur an. Wenn Daten vorhanden sind, also etwa die Standortkennung vom jeweiligen Betreiber gespeichert wurde, können diese ausgewertet werden. Die Verhältnismäßigkeitsprüfung sei jedoch in jedem Einzellfall durchzuführen.

Wirtschaft

Schweizer Regierung will engere Abstimmung mit Notenbank

Die Schweizer Regierung will sich nach der Abschaffung des Euro-Mindestkurses in Fragen der Geld- und Wirtschaftspolitik enger mit der Notenbank (SNB) abstimmen. Dabei könnte auch eine neue Kursuntergrenze zur wichtigsten Handelswährung erwogen werden, wie aus einem von Finanz- und Wirtschaftsministerium erstellten Arbeitspapier hervorgeht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Im Regierungsbeschluss von voriger Woche wird dieser Punkt nicht erwähnt. Am Vortag hatte die Regierung einen Medienbericht dementiert, wonach einzelne Minister eine erneute Anbindung des Frankens an den Euro fordern. Das Finanz- und das Wirtschaftsministerium „intensivieren den Informationsaustausch mit der SNB mit dem Ziel, die Geld-, Konjunktur- und allgemeine Wirtschaftspolitik inhaltlich und kommunikativ zu koordinieren“, heißt es im Beschluss der Regierung, den Reuters ebenfalls einsehen konnte.

Reaktion auf Aufhebung von Mindestkurs

Das vierseitige Beschlusspapier des Bundesrats widmet sich wirtschaftspolitischen Optionen angesichts der Franken-Stärke. Die Regierung lässt unter anderem prüfen, wie sich die von der Schweizerischen Nationalbank eingeführten Negativzinsen auf Finanzbranche und Pensionskassen auswirken und ob sie darauf reagieren muss.

Die SNB hatte den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken Mitte Jänner aufgegeben. Der starke Franken verteuert Exporte und erschwert die Konkurrenzfähigkeit von Schweizer Firmen im Ausland. Aktuell werden für die Gemeinschaftswährung 1,07 Franken bezahlt.

Dr. Oetker kauft Coppenrath und Wiese

Der Nahrungsmittelkonzern Dr. Oetker kauft den Osnabrücker Tiefkühltortenbäcker Coppenrath und Wiese. Der Vertrag sei heute unterschrieben worden, teilte Oetker mit. Das Kartellamt muss dem Kauf noch zustimmen.

Dr. Oetker bestätigte auch eine mit dem Betriebsrat und den Alteigentümern geschlossene Beschäftigungsgarantie. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. In Osnabrück und im westfälischen Mettingen beschäftigt Coppenrath und Wiese in Deutschland rund 2.000 Mitarbeiter.

Dem Verkauf waren monatelange Verhandlungen vorausgegangen. Nach dem Tod von Firmenmitgründer Aloys Coppenrath vor knapp zwei Jahren hatten die Erben im Sommer 2014 den Verkauf beschlossen. Oetker galt als Favorit für den Kauf.

America Movil greift bei A1 durch: Ottendorfer muss gehen

Der Aufsichtsrat der Telekom Austria hat heute Alejandro Plater (47) zum Chief Operating Officer (COO) ernannt. Im Gegenzug muss Vorstand Günther Ottendorfer mit sofortiger Wirkung gehen. Plater ist künftig für Technik, Einkauf und Marktbereiche zuständig, Insidern zufolge soll er auch für Mehrheitseigentümer America Movil ein Auge auf Vorstandschef Hannes Ametsreiter werfen.

„Alejandro Plater ist ein exzellenter Manager, der bereits in Mexiko eng mit uns zusammengearbeitet hat“, so Carlos Moreno, Vizeaufsichtsratschef und Finanzvorstand von America Movil, heute in einer Aussendung. Noch ÖIAG-Chef Rudolf Kemler, der auch Aufsichtsratschef der Telekom Austria ist, streute Ottendorfer zum Abschied Rosen. Warum er eineinhalb Jahre vor Ablaufen seines Vertrages, der nun wohl ausgezahlt werden muss, mit sofortiger Wirkung gehen musste, teilte Kemler nicht mit.

Der Argentinier Plater blickt auf eine langjährige internationale Karriere in der Telekombranche zurück, er war viele Jahre für den schwedischen Netzwerkausrüster Ericsson tätig. Er bildet nun mit Vorstandschef Ametsreiter und Finanzchef Siegfried Mayrhofer den Dreiervorstand des teilstaatlichen börsennotierten Unternehmens.

Sport

Fußball: Rapid vor Derby in Poleposition

Vor dem Aufeinandertreffen mit dem schwächelnden Erzrivalen Austria am Sonntag (16.30 Uhr, live in ORF eins) hat sich Rapid klar in die Derby-Poleposition gebracht. Die Hütteldorfer avancierten am gestern Abend mit dem Last-Minute-Sieg über Altach zum Sieger der Runde.

Die erneut schwache Chancenauswertung bereitet dem grün-weißen Headcoach Zoran Barisic dennoch weiter Kopfzerbrechen. Dass die „gegnerischen Goalies danach meistens im Team der Runde sind“, soll schon gegen die Violetten unbedingt vermieden werden.

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Ski alpin: Reichelt gibt weiter den Ton an

Nach seinem „Sweep“ in Garmisch mit zwei Trainingsbestzeiten und dem Sieg im Rennen hat Hannes Reichelt auch im ersten Training für die Herren-Abfahrt in Kvitjfell seine aktuelle Hochform unter Beweis gestellt.

Der Super-G-Weltmeister erzielte die klar schnellste Zeit und brachte sich für Samstag (12.00 Uhr, live in ORF eins) schon einmal in Position für seinen dritten Abfahrtssieg in dieser Saison. Lokalmatador Kjetil Jansrud belegte Rang sieben. Von den restlichen zehn ÖSV-Läufern konnte sich hingegen keiner im Spitzenfeld klassieren.

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Leichtathletik-EM: ÖLV-Team setzt auf Überraschungseffekt

Für Österreichs sieben Teilnehmer bei der Hallen-EM sind Medaillen kein Thema, dennoch wollen sie überraschen. Wobei ein Platz unter den besten zehn schon als Erfolg zu werten wäre. Gespannt ist man vor allem auf Jennifer Wenth (3.000 m) und Stabhochspringerin Kira Grünberg, die ihr Talent in Prag unter Beweis stellen wollen. Sprinter Markus Fuchs soll Erfahrung sammeln, Andreas Vojta gibt sein Debüt über 3.000 m im Rahmen von Titelkämpfen. 800-m-Routinier Andreas Rapatz will im fünften Versuch erstmals die EM-Vorrunde überstehen. Die längste Anreise hat jedenfalls der Wahlaustralier Brentan Rowe.

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Chronik

Zwei Tote nach Unwettern in Italien

Schwere Unwetter mit heftigem Regen und starken Winden haben in Italien mindestens zwei Menschen das Leben gekostet. Ein Autofahrer wurde in der Toskana von einem herabstürzenden Felsblock erschlagen, eine Frau in der Region Marken von einem umstürzenden Baum getroffen, wie die Nachrichtenagentur ANSA heute berichtete. Zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Besonders betroffen waren Mittel- und Süditalien, wo es seit gestern stark regnete und die Winde teilweise Geschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern erreichten. In der Toskana blieben zahlreiche Schulen geschlossen, in Florenz wurden die Menschen dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben. In Neapel stürzte eine Mauer ein und begrub acht Autos, verletzt wurde niemand. In der Toskana mussten 150 Menschen nach dem Einsturz eines Gebäudes in Sicherheit gebracht werden.

Der Wind riss in zahlreichen Regionen Bäume um, viele Dächer wurden beschädigt. Auch der Verkehr wurde beeinträchtigt, so mussten laut ANSA in Florenz zahlreiche Flüge verschoben werden. Auch die Fährverbindungen zur Insel Elba wurden vorübergehend eingestellt. Zahlreiche Straßen waren wegen umgestürzter Bäume gesperrt, auf Bahnstrecken und Autobahnen kam es vielerorts zu Behinderungen.

Video dazu in iptv.ORF.at

Baum stürzte auf Tragseil: Gondelbahn in Südtirol evakuiert

Zu einer spektakulären Rettungsaktion ist es heute Nachmittag in Wolkenstein im Südtiroler Grödnertal gekommen. Rund 200 Personen mussten aus einer Gondelbahn gerettet werden.

Das Tragseil der Bahn war zuvor von einem umstürzenden Baum getroffen worden. Daraufhin sprang es aus der Halterung, teilte die Feuerwehr Wolkenstein der APA mit und bestätigte damit Südtiroler Medienberichte.

Passagiere einzeln abgeseilt

Der Baum war aufgrund des starken Windes entwurzelt worden. Verletzt wurde laut Feuerwehr niemand. Der Rettungseinsatz konnte am frühen Abend abgeschlossen werden, sagte der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Wolkenstein, Urban Mussner.

Die Bergretter wurden laut Angaben des Rettungsdienstes Aiut Alpin Dolomites mit einem Hubschrauber zu den Gondeln geflogen. Anschließend wurden die Wintersportler gesichert, einzeln abgeseilt und von Feuerwehrleuten in Empfang genommen.

D: Spitalsmitarbeiter von Hubschrauber tödlich verletzt

Ein Mitarbeiter des Klinikums Stuttgart in Deutschland ist von einem gerade gelandeten Rettungshubschrauber tödlich verletzt worden. Der Helikopter war heute in der Früh auf dem Dach des Krankenhauses gelandet, um einen Patienten in ein anderes Krankenhaus zu transportieren, wie die DRF Luftrettung, das Klinikum und die Polizei mitteilten.

Der 53-Jährige war nach ersten Ermittlungen der Polizei zu nahe an die sich noch drehenden Rotorblätter geraten. Den Hergang des tödlichen Unfalls sollen Beamte der Kriminalpolizei und die deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig klären.

Tödliche Unfälle durch Hubschrauberrotoren selten

Die Krankenhausleitung und der Vorstand der DRF zeigten sich von dem tragischen Unfall in Mitteilungen „zutiefst betroffen“ und sprachen den Angehörigen des tödlich verletzten 53-Jährigen ihr Mitgefühl aus.

Tödliche Unfälle durch Hubschrauberrotoren kommen nach BFU-Angaben in Deutschland eher selten vor. An den Landeplätzen gebe es in der Regel umfassende Sicherheitsvorkehrungen wie auf dem Boden markierte Bereiche. Sie sollen einen sicheren Weg ausweisen, um sich dem Helikopter zu nähern. Die Festlegungen dafür variierten jedoch bei vielen Landeplätzen.

Flugzeug in New York von Landebahn gerutscht

In dichtem Schneefall ist ein Flugzeug in New York von der Landebahn abgekommen. Verletzt wurde niemand, als die MD-88 heute durch einen Zaun des LaGuardia-Flughafens rutschte. An Bord des aus Atlanta kommenden Delta-Fluges waren 125 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder.

Die Piloten hatten mit schlechter Sicht und einer rutschigen Piste zu kämpfen, nachdem es stundenlang geschneit hatte. Nach dem Zwischenfall verließen die Passagiere den Flieger über die Notrutschen. Der New Yorker Feuerwehr zufolge lief Treibstoff aus der Maschine aus. Unklar war zunächst aber, wie viel.

Flughafen nach Unglück geschlossen

Der Flughafen schloss nach dem Unglück. LaGuardia ist der kleinste der drei New Yorker Flughäfen, aber vor allem für den Inlandsverkehr ein Drehkreuz mit enormer Bedeutung. Er sollte nach acht Stunden wieder geöffnet werden.

Winterwetter hat die Verkehrssituation an der Ostküste der USA ohnehin schwer beeinträchtigt. Auf dem Washingtoner Reagan-Flughafen wurden 60 Prozent aller Flüge abgesagt.

Es war schon der zweite Zwischenfall in LaGuardia in dieser Woche. Wenige Tage zuvor hatte laut Fox News eine MD-80, wie auch die MD-88 eine Weiterentwicklung der DC-9, einen Start wegen starken Schnees abbrechen müssen.

Religion

Science

Gesundheit

Depressive Jugendliche werden schneller internetsüchtig

Depressive Jugendliche werden laut Untersuchungen von Psychiatern schneller internetsüchtig. „Erste Längsschnittdaten zeigen, dass Jugendliche mit emotionalen Problemen besonders gefährdet sind, im Verlauf eine ‚Internetsucht‘ zu entwickeln“, teilte heute die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit, die derzeit in München einen Kongress abhält.

„Diese Jugendlichen finden oftmals eine im realen Leben fehlende Bestätigung und Selbstwertsteigerung im Netz“, schrieben die Experten. Bisher sei vor allem die Sucht nach Onlinespielen wissenschaftlich untersucht worden, aber auch Soziale Netzwerke hätten laut neuer Daten „einen ähnlich suchterzeugenden Charakter“.

„Der exzessive Internet- und Medienkonsum ist das adoleszente Risikoverhalten des 21. Jahrhunderts“, so der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Kaess.

Kultur

Athen selbstbewusst als zweite documenta-Stadt

Athen will als zweiter Standort bei der Kunstausstellung documenta 14 im Jahr 2017 als gleichberechtigter Partner von Kassel auftreten. „Die documenta kommt nicht nach Athen, um dort einzufallen. Sie kommt, um dort an dem reichen kulturellen Leben in Athen teilzunehmen“, sagte der Bürgermeister der griechischen Metropole, Giorgos Kaminis, heute bei der Vorstellung des Konzepts in Berlin.

Der polnische Kurator Adam Szymczyk hatte im vergangenen Jahr angekündigt, die weltweit wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst 2017 erstmals an zwei Schauplätzen zu inszenieren. Der Kassler Bürgermeister Bertram Hilgen sagte, er verstehe die Sorgen mancher hessischer Bürger, ihre Stadt könne als Standort in Gefahr sein. „Aber ich glaube, das Konzept wird eher zu einer Verdoppelung der Aufmerksamkeit führen. Noch mehr Augen werden sich auf Kassel und Athen richten.“

Athen startet vor Kassel

Nach den Plänen wird die Ausstellung am 8. April 2017 zunächst in Athen und am 10. Juni in Kassel eröffnet. An beiden Orten soll sie wie üblich hundert Tage dauern, ein Monat überlappt sich. Documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff führte für den früheren Auftakt in Athen „rein praktische Gründe“ an. Das Team könne nicht gleichzeitig an beiden Orten zur Eröffnung sein. Zudem sei es im Juli und August in Athen so heiß, dass man dort keine Ausstellung machen könne.

Kaminis sagte, für Athen sei die Partnerschaft eine große Ehre. „Es ist die außerordentliche Gelegenheit zu zeigen, dass trotz der Krise Kultur und Kreativität in der Stadt lebendig bleiben“, sagte er. Kulenkampff erwartet Impulse auch über die documenta hinaus. „Was Wirtschaft und Politik in dieser schwierigen Zeit nicht schaffen, könnte der Kunst gelingen: Brücken schlagen, Grenzen überwinden und Vorurteile abbauen.“

Medien

ORF soll ab 2017 wieder Infodirektor bekommen

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hat heute im Stiftungsrat im Zuge der Präsentation einer neuen Organisationsstruktur für die ORF-Information das Aus von Fernseh- und Chefredakteur ab 2017 angekündigt. Unter einem „Head of Information“ werde es künftig neben den multimedialen Ressorts im gemeinsamen Newsroom Chefredakteure für die Channels des ORF geben.

Zudem sicherte sich der ORF die TV-Rechte für die Fußballeuropameisterschaft 2016 in Frankreich, hieß es bei der Sitzung. Das ORF-Management legte dabei auch das vorläufige Jahresergebnis 2014 vor. Der ORF bilanzierte über Plan und erzielte trotz des Wegfalls von 30 Mio. Euro Gebührenrefundierung im Konzern einen Gewinn von fünf Millionen Euro.

Freie und Leiharbeitskräfte werden angestellt

Grünes Licht gab es zugleich für den adaptieren Finanz- und Stellenplan 2015. Damit können ab Juni 250 Mitarbeiter, die bisher als Leiharbeitskräfte, freie Mitarbeiter und langjährige Aushilfen für den Sender tätig waren, in den neuen ORF-Kollektivvertrag übernommen werden. „Unter dem Strich erfolgt das kostenneutral“, so ORF-Finanzdirektor Richard Grasl. Der ORF-Betriebsrat zeigte sich erfreut. Weitere 18 Anstellungen sind für das Projekt Frühstücksfernsehen vorgesehen.

Song Contest

Deutschland ohne Siegel und Raab aufgeschmissen?

Erst zwei Siege beim Song Contest hat Österreichs Lieblingsnachbar Deutschland auf dem Konto: 1982 siegte Nicole, 2010 Lena. Mit jeweils einem Sieg sind zwei Herren eng verwoben, die die deutsche Song-Contest-Geschichte maßgeblich beeinflusst haben: Ralph Siegel und Stefan Raab. Deutschland muss mittlerweile ohne die beiden auskommen - und tut sich doch ein bisschen schwer damit.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Lifestyle

Studie: Diamanten werden in fünf Jahren knapp

Die wachsende Nachfrage nach Diamanten wird das Angebot des teuren Edelsteins laut einer Studie in wenigen Jahren übersteigen. „Die Diamantenförderung kann die steigende Nachfrage nur bis etwa 2019 befriedigen“, berichteten die Managementberatung Bain & Company und das Antwerp World Diamond Centre (AWDC) heute in München: „In fünf Jahren werden Diamanten knapp.“

Grund sei vor allem die steigende Nachfrage in den USA, wo Bain ein langfristiges Absatzwachstum von bis zu drei Prozent jährlich über die nächsten zehn Jahre prognostiziert. In dem Land habe die Branche 2013 rund ein Drittel ihres weltweiten Umsatzes mit Diamantschmuck erwirtschaftet. Zudem werde sich der Absatz in China dank wachsender Mittelschicht und Urbanisierung bis 2024 voraussichtlich verdoppeln.

Bis dahin wird nach der Prognose gleichzeitig das absehbare Fördervolumen von Rohdiamanten etwa wegen alternder Minen um bis zu zwei Prozent zurückgehen. Schon bis 2019 werde sich die Rohdiamantenproduktion auf rund 163 Millionen Karat belaufen - und damit unter den 177 Millionen Karat von 2005 liegen.