Ausland

Moskau verhindert Tribunal zu MH17-Abschuss

Russland hat die Einsetzung eines unabhängigen UNO-Tribunals zum Abschuss des Fluges MH17 vor einem Jahr über der Ukraine blockiert. Moskaus Botschafter Witali Tschurkin legte gestern im UNO-Sicherheitsrat das Veto seines Landes gegen eine Resolution ein. Trotz elf Jastimmen scheiterte damit die Resolution. China, Angola und Venezuela enthielten sich.

Unmittelbar vor der Abstimmung hatte der Sicherheitsrat mit einer Schweigeminute der 298 Menschen gedacht, die bei dem Unglück ums Leben gekommen waren. Die Boeing der Malaysia Airlines war vor einem Jahr über der Ostukraine vermutlich von einer Flugabwehrrakete abgeschossen worden. Die Regierungen in Kiew und in Moskau beschuldigen einander seither gegenseitig, für den Tod der Flugzeuginsassen verantwortlich zu sein.

Vor allem die Niederlande und Malaysia, aber auch andere Staaten wie Australien, fordern seit Langem ein unabhängiges internationales Tribunal, um zu klären, wer für den Abschuss verantwortlich ist. Mit dem Tribunal soll Russland zudem zu einer stärkeren Mitarbeit bei der Tätersuche gebracht werden. Zwei Drittel der Opfer kamen aus den Niederlanden, 27 aus Australien. Auch vier Deutsche waren dabei.

Türkischer Regierungsvize: „Sie als Frau, seien Sie still!“

Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bülent Arinc hat erneut mit einer verbalen Entgleisung gegen Frauen für Aufsehen gesorgt.

Bei der Parlamentsdebatte zu den Einsätzen der Armee gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sowie gegen militante Kurden war Arinc gestern gerade dabei, die Angriffe auf kurdische Stellungen im Irak zu verteidigen. Eine Abgeordnete der prokurdischen Partei HDP kritisierte ihn lautstark. Worauf er sagte: „Seien Sie still, Sie als Frau, seien Sie still!“

Die Parlamentsdebatte wurde live im Fernsehen übertragen und führte prompt zu scharfer Kritik. Die HDP und auch die säkulare Oppositionspartei CHP forderten eine Entschuldigung von Arinc.

Kein Einzelfall

Die von Arinc zurechtgewiesene Parlamentarierin Nursel Aydogan sagte, sie nehme die Äußerung „nicht persönlich“. Sie sei vielmehr eine „Beleidigung aller Frauen“, inklusive der eigenen Abgeordneten von Arincs Partei AKP. Im Internet entbrannte unter den Schlagwörtern #BirKadinOlarakSusmayacagiz („Wir Frauen werden nicht still sein“) und #KadinDusmaniArinc („Arinc ist ein Feind der Frauen“) eine heftige Debatte.

Es war nicht die erste Äußerung des Vizeregierungschefs über Frauen, die für Ärger sorgte: Vor rund einem Jahr zog er mit der Forderung, Frauen sollten sich in der Öffentlichkeit sittsam kleiden und nicht laut lachen, die Kritik von Frauengruppen und der Opposition auf sich.

Machtkampf bei Rechtsextremen in Frankreich geht weiter

Der Gründer der rechtsextremen Front National (FN) in Frankreich, Jean-Marie Le Pen, hat im Machtkampf mit seiner Tochter und FN-Chefin Marine eine Niederlage einstecken müssen: 94 Prozent der FN-Mitglieder votierten in einer Befragung für die neuen Statuten ihrer Partei, die auch die Abschaffung seiner Ehrenpräsidentschaft vorsehen, wie die Partei gestern mitteilte. Einen Tag zuvor hatte es aber ein Berufungsgericht für unzulässig erklärt, Jean-Marie Le Pen den Ehrenvorsitz über eine schriftliche Mitgliederbefragung zu entziehen.

Die rechtsextreme Partei erklärte zum Ausgang der Abstimmung, dass Jean-Marie Le Pen beim Parteivolk nun keinen politischen Rückhalt mehr für seine Stellung habe. „Jean-Marie Le Pen verliert heute angesichts der unanfechtbaren Entscheidung der Basis der Front National jegliche politische Legitimität, Ehrenpräsident zu bleiben“, hieß es in einer FN-Erklärung. Es sei „weder achtbar noch vernünftig“, sich über juristische Winkelzüge festzubeißen.

Vater Le Pen rief zu Befragungsboykott auf

An der Abstimmung hatten sich laut FN mehr als 28.000 der 51.500 Mitglieder oder rund 54 Prozent beteiligt. 94,08 Prozent der heute ausgezählten Stimmen waren demnach für die Änderung der Statuten. Jean-Marie Le Pen hatte seine Anhänger zur Enthaltung bei dem Votum aufgerufen.

Die FN-Vorsitzende Marine Le Pen will ihrem Vater den Ehrenvorsitz entziehen, nachdem dieser Anfang April erneut die NS-Gaskammern als „Detail“ des Zweiten Weltkriegs bezeichnet hatte. Mit seinen antisemitischen und rassistischen Äußerungen torpediert Jean-Marie Le Pen den Kurs seiner Tochter, der FN ein respektableres Ansehen zu verschaffen und so neue Wähler zu gewinnen.

Doch der Parteigründer setzte sich juristisch erfolgreich gegen den Entzug der Ehrenmitgliedschaft zur Wehr. Ein Gericht urteilte Anfang Juli, dass zur Änderung der Parteistatuten ein außerordentlicher Parteitag einberufen werden müsste. Um ihren Vater politisch kaltzustellen, hatte Marine Le Pen auch dessen Parteimitgliedschaft auf Eis legen lassen. Diese Maßnahme wurde aber ebenfalls von einem Gericht gekippt.

UNO-Chef Ban verurteilt Siedlungspläne für Westjordanland

Die neuen Siedlungspläne Israels im Westjordanland sind bei den Vereinten Nationen (UNO) auf heftige Kritik gestoßen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteile die Baugenehmigung für 300 neue Wohnungen in einer Siedlung und 500 weitere Wohnungen in Ostjerusalem, wie ein UNO-Sprecher gestern mitteilte. Ban erinnere daran, dass diese Siedlungen nach internationalem Recht illegal seien.

Die Siedlungen seien ein Hindernis auf dem Weg zum Frieden und stünden im Gegensatz zur Beteuerung Israels, eine Zweistaatenlösung mit einem israelischen und einem palästinensischen Staat anzustreben. „Der Generalsekretär drängt die israelische Regierung, den Neubau zu stoppen und die Genehmigung zurückzunehmen“, hieß es weiter.

Auch EU fordert Rücknahme von Baubeschluss

Als Reaktion auf den Abbruch zweier Siedlerhäuser im Westjordanland hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gestern den sofortigen Bau von 300 neuen Wohneinheiten in derselben Siedlung erlaubt. Israelischen Medien zufolge stimmte er auch Bauarbeiten in Ostjerusalem zu. Zuvor hatte das Oberste Gericht Israels erneut verfügt, zwei illegal erbaute Siedlerhäuser in Bet El nahe Ramallah zu zerstören.

Auch die EU forderte die israelische Regierung auf, die Baubeschlüsse unverzüglich zurückzunehmen. Die Entscheidungen der Behörden ließen Zweifel daran aufkommen, ob Israel noch zu der Zusage stehe, im Konflikt mit den Palästinensern eine Zweistaatenlösung anzustreben, ließ die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini gestern Abend in Brüssel mitteilen. Die Europäische Union erinnere daran, dass die Siedlungen nach dem Völkerrecht illegal seien.

Anklage gegen Polizist wegen Todes von Afroamerikaner

Ein weißer Polizist, der einen Afroamerikaner bei einer Verkehrskontrolle erschossen hat, muss sich im US-Bundesstaat Ohio wegen Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft in Cincinnati erhob gestern Anklage gegen den Beamten, der eine „unglaubliche“ und „sinnlose“ Tat begangen habe. „Er hatte es nicht mit jemandem zu tun, der wegen Mordes gesucht wird“, sagte Staatsanwalt Joseph Deters. Das Opfer sei lediglich angehalten worden, weil bei dem Auto das Nummernschild fehlte.

Der Polizist Ray T. hatte dem 43-jährigen Sam DuBose am 19. Juli in den Kopf geschossen. Der Beamte hatte ausgesagt, dass der Afroamerikaner bei der Verkehrskontrolle davongefahren sei und ihn mitgerissen habe. Nach Auswertung der Aufnahmen einer Minikamera, die T. am Körper trug, kam die Staatsanwaltschaft aber zu dem Schluss, dass zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden habe. Der Wagen sei lediglich losgerollt.

„Es ist lächerlich“

„Sie werden nicht glauben, wie schnell er seine Waffe zieht und ihm in den Kopf schießt. Es dauert vielleicht eine Sekunde“, sagte Deters. Der Staatsanwalt vermutete, dass der Polizist die Beherrschung verloren habe, weil DuBose nicht aus dem Auto steigen wollte. „Es ist lächerlich, dass das passiert ist.“

In den vergangenen Monaten hatte eine Reihe von Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA zum Teil gewalttätige Proteste und Debatten über Rassismus bei der Polizei ausgelöst. Ende April wurde die Ostküstenstadt Baltimore von schweren Ausschreitungen erschüttert, nachdem ein junger Afroamerikaner dort in Polizeigewahrsam ums Leben gekommen war.

Bestätigt: Taliban-Führer Omar tot

Mehrfach ist der oberste Anführer der Taliban in Afghanistan, Mullah Mohammed Omar, für tot erklärt worden. Aktuellen Berichten zufolge soll der einäugige Islamistenführer bereits vor zwei Jahren in Pakistan gestorben sein. Das berichtete die BBC unter Berufung auf pakistanische Behörden und Taliban.

Die afghanische Regierung hatte die Behauptungen zunächst prüfen wollen, doch wenig später bestätigte gestern der afghanische Geheimdienst Omars Tod. Die nun offiziell bestätigte Nachricht könnte den gerade erst ins Rollen gekommenen Friedensprozess zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban abrupt bremsen.

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Briten schotten sich gegen Flüchtlinge ab

Seit Wochen kommen an der Grenze zwischen Frankreich und Großbritannien Menschen ums Leben. Sie sterben beim Versuch, durch den Eurotunnel auf die Insel zu gelangen. Die verzweifelten Flüchtlinge erhoffen sich bessere Lebensbedingungen und bessere Chancen auf Asyl.

Allein heuer wurden laut dem Tunnelbetreiber schon 37.000 Fluchtversuche registriert. Für den britischen Premier David Cameron ist das „besorgniserregend“ - seine Regierung stellt nun mehrere Millionen Euro für die Abwehr von Flüchtlingen bereit.

Mehr dazu in Seit Jänner 37.000 Fluchtversuche

Inland

AMS-Chef gegen Schellings Arbeitslosenvorstoß

Mit der von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) angesprochenen Änderung der Zumutbarkeitsregelungen könne man die hohe Arbeitslosigkeit „sicher nicht“ bekämpfen, sagte AMS-Chef Johannes Kopf gestern in der ZIB2. Das Problem sei das niedrige Wachstum. Dagegen könne man mit Arbeitsmarktpolitik nichts ausrichten, sondern nur mit Konjunkturpolitik und der Senkung der Lohnnebenkosten, so Kopf.

Auf die Frage, ob die Zumutbarkeitsbestimmungen zu großzügig seien, ließ sich Kopf nicht ein: Die „hochpolitische Thematik“ gehöre deshalb vom Nationalrat gelöst. Zwei Änderungswünsche hatte er aber doch. Die geltenden Regelungen seien sehr komplex, er hätte sie gerne „grundlegend vereinfacht“, damit sie leichter administriert werden können. Außerdem bekräftigte Kopf seinen Vorschlag, die Mindestverfügbarkeit bei Personen mit Betreuungspflichten von 16 auf 20 Stunden anzuheben, gepaart mit einem Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung - damit diese Personen in Halbtagsjobs vermittelt werden können.

Auch Kopf sieht „Inaktivitätsfallen“

Generell stellte Kopf fest, dass man Menschen nicht zwingen könne, einen Job anzunehmen, wenn ihnen der Ort oder das Gehalt nicht gefielen. Überlegt werden sollten aber Lösungen für zwei „Inaktivitätsfallen“ - also zwei Bereiche, wo das Arbeitslosengeld nah am erreichbaren Arbeitseinkommen liegt: Das sei bei der Mindestsicherung für Familien mit mehreren Kindern der Fall - wenn etwa bei drei Kindern 1.800 Euro ausbezahlt werden.

Wegnehmen wolle Kopf diesen Menschen allerdings nichts, er sei dafür, ihnen bei Arbeitsaufnahme einen Teil der Mindestsicherung als „Bonus“ zu lassen. Außerdem gebe es eine relativ geringe Differenz im Fall von Arbeitslosengeld (etwa von 800 Euro) und geringfügiger Beschäftigung (von 400 Euro).

Clinch im Team Stronach offenbar beigelegt

Die Auseinandersetzungen zwischen dem oberösterreichischen Team Stronach (TS) und der Bundespartei dürften beigelegt sein. Ein „ausführliches“ Gespräch zwischen dem am Freitag abgesetzten Landesobmann Leo Steinbichler und Parteigründer Frank Stronach verlief nach den Worten Steinbichlers „exzellent, angenehm und niveauvoll“.

Details wollte er gegenüber der APA gestern noch nicht sagen. Er werde die Verhandlungsergebnisse erst mit der Landesgruppe besprechen. Stronach wird am Montag in den ORF-„Sommergesprächen“ auftreten, am Dienstag werde es dann eine gemeinsame „Presseposition“ geben, sagte Steinbichler.

Aus Partei ausgeschlossen

Der oberösterreichische TS-Chef war am Freitag aus der Partei ausgeschlossen worden, weil er entgegen einem Beschluss der Bundespartei ein Antreten bei der Landtagswahl im Herbst angekündigt hatte. Bundesgeschäftsführer Ronald Bauer hatte gleichzeitig angekündigt, die Landespartei Oberösterreich überhaupt schließen zu wollen.

Das dürfte nun unterbleiben - und auch das Antreten bei der Landtagswahl scheint jetzt wahrscheinlicher. Dafür müsste das „Team“ allerdings bis 11. August 80 Unterstützungserklärungen in jedem der fünf Wahlkreise sammeln.

Stronach habe bei seinem Österreich-Besuch nicht nur mit Steinbichler geredet, er habe seiner Partei auch neuerlich finanziell unter die Arme gegriffen, berichten die „Oberösterreichischen Nachrichten“. 500.000 Euro spendete der austrokanadische Multimillionär laut Rechnungshof-Website am 28. Juli, konkret verzichtete er auf einen Darlehensteilbetrag in dieser Höhe.

OÖ: FPÖ bestreitet illegale Parteienfinanzierung

Der Verdacht einer illegalen Parteienfinanzierung der FPÖ von der Klagenfurter Agentur Ideenschmiede spielt seit gestern auch nach Oberösterreich: ÖVP und SPÖ sehen Erklärungsbedarf bei der FPÖ. Der FPÖ-Landesparteichef bestreitet den Verdacht und spricht von Schmutzkübelkampagne.

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Staatsanwaltschaft: Bericht zu FPÖ fertig

In der Affäre um angebliche illegale Parteienfinanzierung hat die Korruptionsstaatsanwaltschaft unterdessen ihren Bericht ans Justizministerium fertig. Ob dieser ein Auslieferungsbegehren für FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl enthalten könnte, ist nicht bekannt.

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Wirtschaft

Athen lobt Atmosphäre bei Gesprächen mit Gläubigern

Die griechische Regierung hat die Verhandlungen mit den internationalen Gläubigerinstitutionen über ein drittes Hilfsprogramm für das krisengeplagte Land positiv bewertet. Die am Dienstag begonnenen und gestern fortgesetzten Gespräche seien „in sehr guter Atmosphäre“ verlaufen, verlautete aus dem Finanzministerium in Athen. Es sei dabei wie im Programm vorgesehen um Fragen der Energieversorgung, der öffentlichen Finanzen und der Besteuerung gegangen.

Die Vertreter von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und Europäischem Stabilitätsmechanismus (ESM) informierten sich gestern am Nationalen Rechnungshof in Athen erneut über Haushaltsfragen. Die Vertreter der Institutionen würden alle Informationen erhalten, die sie benötigten, sagte der neue griechische Vizefinanzminister Tryfon Alexiadis vor Journalisten: „Wir haben nichts zu verbergen.“

Zeit bis 20. August

Die Verhandlungen sollen bis Mitte August über die Bühne gebracht werden - am 20. August braucht Athen 3,2 Milliarden Euro für eine Rückzahlung an die EZB. Vor diesem Termin müssen unter anderen noch die Parlamente mehrerer Euro-Staaten dem Verhandlungsergebnis zustimmen. Dem hoch verschuldeten Griechenland droht ohne weitere finanzielle Unterstützung der Staatsbankrott und womöglich das Euro-Aus.

Mitte Juli hatte sich die linksgeführte Regierung in Athen nach langem Ringen mit den anderen Euro-Ländern auf Verhandlungen über ein drittes Hilfsprogramm geeinigt. Die Euro-Länder bestanden darauf, dass auch der in Griechenland verhasste IWF an Bord bleibt.

US-Notenbank hält Leitzins weiter nahe null

Die US-Notenbank hält den Leitzins weiter nahe null, steuert aber fest auf die erste Erhöhung seit fast zehn Jahren zu. Der Offenmarktausschuss um Notenbankchefin Janet Yellen entschied gestern Abend, den Schlüsselsatz auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent zu belassen. Auf diesem Niveau liegt er seit dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise Ende 2008.

Der Zinssatz soll laut Zentralbank aber steigen, wenn sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessert. Zuletzt machten die Währungshüter bereits weitere Fortschritte aus: Sie sprachen von „solidem Stellenzuwachs und abnehmender Arbeitslosigkeit“.

Zinswende im September realistisch

Vor einer Zinserhöhung wollen die Währungshüter aber einigermaßen sicher sein, dass sich die Inflation dem angestrebten Ziel von zwei Prozent wieder annähert. Yellen hatte zuletzt eine Zinswende noch in diesem Jahr signalisiert. Viele Experten rechnen für September damit. Manche Beobachter erwarten den Schritt jedoch erst gegen Jahresende.

An der Wall Street fielen die Reaktionen der Investoren auf den Fed-Entscheid gedämpft aus. Dow Jones und S&P 500 bauten nach der Fed-Erklärung ihre Gewinne etwas aus. Der Euro legte kurzzeitig zu, gab die Zugewinne dann aber wieder ab und näherte sich der Marke von 1,10 Dollar.

OMV steigt aus umstrittenen Adria-Bohrprojekt aus

Die OMV steigt gemeinsam mit ihrem US-Partner Marathon Oil aus dem umstrittenen Bohrprojekt vor der kroatischen Küste aus. Das Unternehmen begründete den Ausstieg mit dem niedrigen Ölpreis. Kroatische Medien hingegen spekulierten über ungelöste Grenzprobleme mit Montenegro und Slowenien. Umweltschützer hatten ebenfalls heftigen Widerstand gegen die Bohrungen geleistet. Sie zeigten sich nun erfreut, sehen in dem OMV-Schritt aber nur eine „Verschnaufpause“.

Mehr dazu in Heftiger Widerstand in Bevölkerung

Sport

Beachvolleyball-EM: Klarer Auftaktsieg für Doppler/Horst

Die Medaillenhoffnungen Clemens Doppler/Alexander Horst sind gestern mit einem klaren Zweisatzsieg gegen die Weißrussen Alexander Kawalenka/Alexander Dsiadku in die Heim-EM der Beachvolleyballer in Klagenfurt gestartet. Während die Weltranglistenfünften erfolgreich den Grundstein für den Aufstieg in die K.-o.-Phase legten, schafften Stefanie Schwaiger/Barbara Hansel mit ihrem zweiten Sieg den vorzeitigen Aufstieg.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Neue Spekulationen um MH370 - Wrackteil der Boeing gefunden?

Der Fund eines Flugzeug-Wrackteils vor der Insel La Reunion hat Spekulationen über mögliche Verbindungen zum verschollenen Malaysia-Airlines-Flug MH370 ausgelöst. Das rund zwei Meter lange Flügelstück war nach Berichten lokaler Medien am Mittwoch an der Küste bei Saint-André im Osten der Insel im Indischen Ozean gefunden worden.

Die Boeing 777 war am 8. März 2014 mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach nach Peking spurlos verschwunden. Zwei Drittel der Fluggäste waren Chinesen. Die Piloten hatten sich 40 Minuten nach dem Start zum letzten Mal beim Tower gemeldet, ohne Hinweis auf Probleme. Weniger als eine Stunde nach dem Start verschwand die Maschine vom Radar. Das Flugzeug wurde seither ohne Erfolg gesucht.

Satellitenauswertungen hatten ergeben, dass das Flugzeug noch rund sieben Stunden weitergeflogen war und vermutlich im Indischen Ozean knapp 2000 Kilometer westlich von Perth an der australischen Westküste abstürzte, nachdem der Treibstoff ausgegangen war.

Der französische Luftsicherheitsexperte Xavier Tytelman sprach von einer unglaublichen Ähnlichkeit zwischen dem gefundenen Wrackstück und einem Teil eines Ruders einer Boeing 777. Auf seinem Twitter-Account und seinem Blog veröffentlichte er eine Skizze dazu. „In einigen Tagen werden wir eine sichere Antwort haben“, schrieb Tytelman.

Die für Lufttransporte zuständige Gendarmerie auf der zu Frankreich gehörenden Insel La Reunion eröffnete nach den Berichten ein Untersuchungsverfahren. Derzeit werde in alle Richtungen ermittelt.

Das laut Augenzeugen mit Muscheln besetzte Wrackteil soll etwa nach Seriennummern abgesucht werden. Neben möglichen Verbindungen zur MH370 sollen auch eventuelle Spuren zu zwei Flugzeugabstürzen in den Jahren 2006 und 2009 untersucht werden.

Doppeljackpot bei Lotto „6 aus 45“

Wieder hat kein Spielteilnehmer die richtige Zahlenkombination der gestrigen Ziehung im Lotto „6 aus 45“ getippt. Am Sonntag wird daher ein Doppeljackpot ausgespielt, in dem jetzt schon über 1,8 Mio. Euro liegen. Folgende Gewinnzahlen wurden gezogen:

2 11 15 20 30 44 / Zusatzzahl 3

Auch beim Jokerspiel hatte zum zweiten Mal hintereinander kein Spielteilnehmer die richtige Zahlenkombination auf dem Schein. Im Jackpot bleiben über 360.000 Euro. Die richtige Jokerzahl lautet:

1 3 9 5 3 1

Alle Angaben ohne Gewähr

Wrackteil auf La Reunion löst Spekulationen um MH370 aus

Das Wrackteil eines Flugzeugs auf der Insel La Reunion im Indischen Ozean hat Spekulationen über mögliche Verbindungen zum verschollenen Flug MH370 von Malaysia Airlines ausgelöst. Das rund zwei Meter lange Stück wurde nach Berichten lokaler Medien gestern an der Küste bei Saint-Andre im Osten der zur Frankreich gehörenden Insel gefunden.

Die Boeing 777 war am 8. März 2014 mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Nach der Maschine wurde seither ohne Erfolg gesucht. Der französische Luftsicherheitsexperte Xavier Tytelman sprach von einer unglaublichen Ähnlichkeit zwischen dem gefundenen Wrackstück und dem Teil eines Ruders einer Boeing 777.

„In einigen Tagen sichere Antwort“

Auf seinem Twitter-Account und in seinem Blog stellte Tytelman eine Skizze dazu online. „In einigen Tagen werden wir eine sichere Antwort haben“, schrieb er. Die für Lufttransporte zuständige Gendarmerie auf La Reunion eröffnete nach den Berichten ein Untersuchungsverfahren. Derzeit werde in alle Richtungen ermittelt.

Das laut Augenzeugen mit Muscheln besetzte Wrackteil soll etwa nach Seriennummern abgesucht werden. Neben möglichen Verbindungen zur MH370 sollen auch eventuelle Spuren zu zwei Flugzeugabstürzen in den Jahren 2006 und 2009 untersucht werden.

Gesundheit

Kultur

125. Todestag Van Goghs - „125 Jahre Inspiration“

Mit einer Kranzniederlegung an der Grabstätte von Vincent Van Gogh in Auvers-sur-Oise bei Paris durch zwei Urenkel des Bruders Theo van Gogh ist gestern in Frankreich der 125. Todestag des niederländischen Impressionisten begangen worden.

Van Gogh starb am 29. Juli 1890 in einem Hotelzimmer, zwei Tage nachdem er auf offenem Feld mit einer Pistole einen Selbstmordversuch unternommen hatte. Die Nachfahren des Malers, Willem Van Gogh und Machteld Van Lear, legten zwei große Kränze aus Sonnenblumen am Grab nieder.

Ein reisender „Modelleuropäer“

Bei einer Ansprache sagte Axel Rüger, Direktor des Van-Gogh-Museums in Amsterdam, dass 2015 unter dem Motto „125 Jahre Inspiration“ zum Van-Gogh-Jahr erklärt wurde. „Noch heutzutage werden überall in der Welt Millionen Menschen von ihm inspiriert.“

Van Gogh verbrachte die letzten drei Monate seines Lebens in der Unterkunft Auberge Ravoux in dem kleinen Dorf Auvers-sur-Oise, 27 Kilometer von Paris entfernt. Er malte dort mehr als 70 Bilder, von denen manche - so etwa jenes der Kirche von Auvers - zu seinen größten Meisterwerken zählen. 1985 wurde das Hotel, in dem der Künstler lebte, von den Behörden zu einem historischen Monument erhoben.

Anlässlich des Festakts wurde auch „The Vincent Van Gogh Atlas“ vorgestellt, ein 180 Seiten starkes Buch, das den Lebenslauf Van Goghs mit Hilfe von historischen Fotos, Zeichnungen, Grafiken, Landkarten und Briefen nachvollzieht. Van Gogh hatte in den 37 Jahren seines Lebens 38 Adressen in den Niederlanden, in Belgien, Großbritannien und Frankreich. „Van Gogh war ein Modelleuropäer“, sagte Rüger. Bis Jahresende finden in Auvers sowie in Amsterdam zahlreiche Veranstaltungen zum Jubiläum statt.

Science

Bis 2050 fast zehn Mrd. Menschen auf der Welt

Die Weltbevölkerung wird bis 2050 stärker wachsen als angenommen. Wie die Stiftung Weltbevölkerung gestern erklärte, korrigierte die UNO Hochrechnungen von 2013 und rechnet nun mit einem Anstieg der globalen Bevölkerung von heute etwa 7,3 Mrd. auf rund 9,7 Mrd. Menschen bis 2050 - über 170 Millionen mehr als angenommen.

Im Jahr 2100 rechnet die UNO mit 11,2 Mrd. Menschen auf der Erde. Verantwortlich für das Wachstum sind beinahe ausschließlich die Entwicklungsländer. So wird damit gerechnet, dass die Bevölkerung in Afrika von heute rund 1,2 Mrd. auf fast 4,4 Milliarden im Jahr 2100 steigt. In Europa wird hingegen mit einem Rückgang von derzeit 738 Millionen Menschen auf rund 646 Millionen Menschen im Jahr 2100 gerechnet.

Kaum Verhütung in Entwicklungsländern

Grund für den Anstieg ist unter anderem die Annahme, dass die Fertilitätsrate, also die Anzahl der Geburten pro Frau, weniger stark sinkt als noch vor einigen Jahren angenommen. Die Stiftung Weltbevölkerung forderte vor diesem Hintergrund einen besseren Zugang zu Aufklärung und freiwilliger Familienplanung für Frauen und Jugendliche in Entwicklungsländern.

„Jedes Jahr werden nach wie vor 74 Millionen Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern ungewollt schwanger - unter anderem, weil sie nicht verhüten können“, erklärte die Geschäftsführerin der Stiftung, Renate Bähr. Dem Bericht zufolge würde es jährlich 9,4 Mrd. Dollar (8,5 Mrd. Euro) kosten, Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern Verhütung zu ermöglichen. Derzeit werde nicht einmal die Hälfte davon aufgebracht.