Ausland

Kobane: Verwirrung über Peschmerga-Soldaten

Über den Zeitplan zum Einsatz von Peschmerga-Soldaten aus der kurdischen Autonomieregion im Nordirak in der syrischen Grenzstadt Kobane herrscht Verwirrung. Das Peschmerga-Ministerium in der Autonomieregion in Erbil dementierte heute auf dpa-Anfrage einen Bericht des Nachrichtenportals Rudaw, wonach sich 150 Soldaten bereits morgen auf den Weg in die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) belagerte Stadt machen wollen.

Der Generalsekretär im Ministerium der kurdischen Streitkräfte, Dschabar Jawar, sagte, diese Berichte seien falsch. Die Bewegung dieser Kräfte werde unter strengster Geheimhaltung erfolgen, da es sich hierbei um militärische Angelegenheiten handle, fügte er hinzu. Bisher gebe es aber noch keine Entscheidung, wann die Einheiten losgeschickt würden.

IS zurückgedrängt

Dank internationaler Luftschläge eroberten kurdische Kämpfer bei der Verteidigung von Kobane zuletzt wichtige Gebiete zurück. Nach Angaben eines kurdischen Aktivisten übernahmen die Volksschutzeinheiten (YPG) einen strategisch wichtigen Hügel am Rande der Ortschaft an der türkischen Grenze.

Vor wenigen Tagen hatten IS-Einheiten einen rund drei Kilometer langen Korridor von dem Hügel Tell Schair bis zur Stadtgrenze eingenommen. Der Korridor im Westen diente den kurdischen Verteidigern unter anderem als Landestreifen für die am vergangenen Montag von US-Flugzeugen abgeworfenen Waffenlieferungen an die Kurden und als Pufferzone zum Grenzübergang in die Türkei.

Stadt im Nordirak zurückerobert

Peshmerga-Kämpfer eroberten unterdessen nach Angaben aus Sicherheitskreisen die nordirakische Stadt Sumar und mehrere umliegende Ortschaften vom IS wieder zurück. Nach Luftangriffen der US-geführten Allianz gegen IS-Stellungen seien Peshmerga-Einheiten aus fünf Richtungen auf die Stadt vorgerückt, sagte ein Geheimdienstoffizier in Sumar.

Tunesien-Wahl: Mehrfache Probe für die Demokratie

Tunesien gilt als Mutterland des „arabischen Frühlings“. Seit den Massenprotesten mit vielen Toten und dem Sturz von Machthaber Zine el Abidine Ben Ali 2011 kommt das Land aus der Krise kaum heraus. Zuletzt keimte jedoch die Hoffnung auf politische Stabilität - Anfang des Jahres wurde eine neue, moderne Verfassung in Kraft gesetzt. Mit der morgigen Parlamentswahl soll nun der demokratische Übergang vollendet werden. Das System ist allerdings auf eine harte Probe gestellt - schließlich gibt es gleich mehrere Faktoren, die die Stabilität des Landes gefährden.

Mehr dazu in Hoffen auf Ende der Turbulenzen

Italienischer Bürgermeister will Sonderbusse für Roma

Der Bürgermeister einer italienischen Kleinstadt will einen Sonderbus für Roma einführen - und sieht sich deswegen mit Apartheid-Vorwürfen konfrontiert. Geht es nach Claudio Gambino von der Demokratischen Partei (PD) des Mitte-links-Spektrums, dann sollen die Roma aus einer Siedlung vor dem Piemont-Städtchen Borgaro Torinese nicht länger in denselben Bussen fahren dürfen wie die übrige Bevölkerung. Die Roma „haben uns seit mehr als 20 Jahren geplagt“, wurde er von lokalen Medien zitiert.

In den Bussen gebe es Diebstähle und andere Kleinkriminalität. „Um die Sicherheit unserer Bürger zu garantieren, brauchen wir zwei Busse“, sagte er den Berichten zufolge. „Einen für Bürger, den anderen für Roma.“ Auch das Stadtratsmitglied Luigi Spinelli von der Partei Linke, Ökologie, Freiheit (SEL) unterstützt die Initiative. Spinelli wurde zuletzt von seinem Parteichef Nichi Vendola zurückgepfiffen. Menschen verschiedene Rechte zu geben werde „Apartheid“ genannt, sagte er der Zeitung „La Stampa“.

Beifall erhielt Bürgermeister Gambino auch von der rechtspopulistischen Lega Nord. „Ich sende meine Glückwünsche an die Stadtverwaltung: Obwohl sie links ist, hat sie auf die Menschen gehört“, sagte der Lega-Abgeordnete Roberto Calderoli. „Das sind die echten Probleme.“ Bedenken kommen hingegen aus Gambinos eigenem Lager. PD-Rechtsberaterin Micaela Campana sagte, die Partei habe Gambino gewarnt, es sei „nie eine Lösung, Menschen auszugrenzen“. Es helfe auch nicht, auf Gewalt mit dem Ausschluss von Menschen zu reagieren.

Verbrechen während Diktatur: 15 Argentinier verurteilt

In Argentinien sind 15 Ex-Armeeangestellte und Zivilisten wegen schwerer Menschenrechtsvergehen während der Militärdiktatur (1976 bis 1983) zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden.

Das Gericht in La Plata befand die Angeklagten gestern (Ortszeit) für schuldig, Häftlinge in einem Geheimgefängnis gefoltert und 135 von ihnen ermordet zu haben. Vier weitere Angeklagte erhielten Haftstrafen von bis zu 13 Jahren.

Im Gerichtssaal brandete Applaus auf, als die Urteile verkündet wurden. Bei den meisten Verurteilten handelt es sich um Ex-Armeeangehörige, die übrigen waren Gefängnismitarbeiter oder zivile Regierungsangestellte. Unter den Angeklagten war auch erneut der frühere Polizeichef der Provinz Buenos Aires, Miguel Etchecolatz. Er erhielt zum zweiten Mal eine lebenslange Haftstrafe.

Nordkorea kann laut US-Militär Atomsprengkopf bauen

Nordkorea ist nach Einschätzung des US-Militärs in der Lage, einen passenden Atomsprengkopf für eine Interkontinentalrakete zu bauen. „Ich denke, dass sie an diesem Punkt über die Fähigkeit verfügen, die Vorrichtung (Bombe, Anm.) stark verkleinert zu haben“, sagte der Befehlshaber der US-Streitkräfte in Südkorea, Curtis Scaparrotti, im Verteidigungsministerium in Washington.

Nordkorea hat bisher drei Atomtests durchgeführt. In den USA und Südkorea hatte man bisher allerdings Zweifel daran, ob Nordkorea schon so weit ist, auch einen Atomsprengkopf zu bauen, der sich auf eine Rakete montieren lässt.

26-jährige Frau im Iran trotz Protesten gehängt

Trotz internationaler Appelle ist im Iran heute eine 26-jährige Frau nach fünf Jahren in der Todeszelle hingerichtet worden. Die Innenarchitektin Rejhaneh Dschabbari sei im Morgengrauen gehängt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Teheran.

Umstrittenes Urteil

Die 26-Jährige war wegen Mordes an dem Geheimdienstmitarbeiter Mortesa Abdolali Sarbandi verurteilt worden. Dem UNO-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran, Ahmed Schahid, zufolge war Dschabbari von Sarbandi als Innenarchitektin engagiert worden. In seiner Wohnung soll er sie sexuell belästigt haben, woraufhin sie ihn in Selbstverteidigung erstochen habe.

Neben iranischen Prominenten gab es auch im Westen zahlreiche Stimmen, die eine Aussetzung der Todesstrafe für die junge Frau gefordert hatten. Nach Angaben der Vereinten Nationen und internationaler Menschenrechtsgruppen kam Dschabbaris Geständnis unter massivem Druck und Drohungen seitens der Anklage zustande. Die UNO zählte im laufenden Jahr im Iran bereits mehr als 250 Hinrichtungen.

Ägypten verhängt Ausnahmezustand über Teile des Sinai

Nach einem schweren Bombenanschlag auf ägyptische Soldaten auf der Halbinsel Sinai hat Kairo für Teile der Region den Ausnahmezustand verhängt. Dieser gelte ab heute für zunächst drei Monate und betreffe den Norden und das Zentrum der Halbinsel, erklärte die ägyptische Präsidentschaft in der Nacht. Den Übergang Rafah an der Grenze zum Gazastreifen wird geschlossen.

„Alle notwendigen Maßnahmen“

Armee und Polizei würden „alle notwendigen Maßnahmen einleiten“, die im Kampf gegen den „Terror und seine Finanzierung“ nötig seien, hieß es in der Anordnung von Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Bei dem Anschlag waren 30 Soldaten getötet und 29 verletzt worden. Sicherheitskräfte vermuten islamistische Gruppierungen hinter der Tat.

Inland

BIG: Transparenter Verkauf von Palais für Abdullah-Zentrum

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat sich heute gegen Vorwürfe der Grünen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Palais Sturany, in dem das König Abdullah Dialog-Zentrum untergebracht ist, gewehrt. Das Bieterverfahren sei völlig transparent abgelaufen, betonte BIG-Sprecher Ernst Eichinger gegenüber der APA.

Das Palais wurde 2011 um 13,4 Millionen Euro verkauft. Käufer war der saudischen König Abdullah persönlich. Er habe dafür keine Umsatzsteuer und Grunderwerbssteuer entrichten müssen, da er als Staatschef im Ausland von Steuerzahlungen befreit sei, hieß es damals aus dem Außenministerium.

„Es gab vollste Transparenz im Bieterverfahren“, betonte BIG-Sprecher Eichinger. Das Gebäude wurde im März 2011 zum Verkauf ausgeschrieben und Ende Mai habe man den Meistbieter ermittelt: „Das war das Königreich Saudi-Arabien. Es gab hier keine Geheimnisse.“ Wie bei allen Verkaufsverhandlungen der BIG habe zunächst ein unabhängiger Sachverständiger den Verkehrswert in einem Gutachten ermittelt: „Der lag damals bei rund 8,5 Mio. Euro.“ An diesem orientiere sich normalerweise der Mindestverkaufspreis, zu dem ausgeschrieben wird. „Letztendlich ist bei dem Verfahren ein Verkaufspreis von 13,4 Mio. Euro erzielt worden“, erklärte der Konzernsprecher.

Umstrittene Bandion-Ortner-Aussage

Das König Abdullah Zentrum für Interkulturellen und Interreligiösen Dialog (KAICIID), das in dem Palais untergebracht ist, war zuletzt wieder anlässlich der Aussagen der stellvertretenden Leiterin und früheren ÖVP-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner über die Todesstrafe und die Rolle der Frau in Saudi-Arabien in den Fokus der Kritik geraten.

Was den Verkaufsprozess des Palais’ betrifft, verwies ein KAICIID-Sprecher lediglich auf die BIG. Das KAICIID sei Mieter in dem Gebäude, erklärte er. Zu Bandion-Ortners Aussagen äußerte er sich nicht.

Sport

Fußball: ManCitys Erfolgslauf endet in London

West Ham United hat in der englischen Premier League den Erfolgslauf von Manchester City gestoppt. Der Titelverteidiger musste sich heute in der neunten Runde in London mit 1:2 geschlagen geben und kassierte nach zuletzt drei Siegen in Serie die zweite Niederlage der Saison. West Ham setzte hingegen seinen Aufwärtstrend fort und verlängerte seine eigene Siegesserie. Gegen Manchester City durften sich die „Irons“ aber gleich mehrmals beim Torgestänge bedanken.

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Formel 1: Nachzüglerduo in Amerika nicht dabei

Die Amerikarennen in den USA und Brasilien gehen ohne die beiden Nachzüglerteams Caterham und Marussia über die Bühne. Das gab Formel-1-Boss Bernie Ecclestone bekannt. Beide Teams traten die Reise zum Grand Prix in Austin am 2. November nicht an, auch ein Start in Interlagos eine Woche später ist kein Thema. Caterhams Startverzicht war nach den finanziellen Problemen der letzten Tage keine Überraschung. Von Marussia gab es vorerst hingegen noch keine Stellungnahme.

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Bundesliga: Personalrochade soll Austria helfen

Als Tabellensiebenter nach zwölf Runden ist bei der Wiener Austria weiter Feuer am Dach. Die Geduld von Trainer Gerald Baumgartner scheint langsam zu Ende. „Es ist fünf vor zwölf. Ich hoffe, das hat die Mannschaft auch kapiert“, sagte Baumgartner, der für das heutige Heimspiel gegen Wr. Neustadt zudem personelle Veränderungen ankündigte. „Einige haben den Ernst der Lage sicher nicht begriffen. Wir werden elf Spieler aufstellen, die alles geben können und wollen, die mit dem Druck umgehen können. Die Mannschaft ist gefordert.“

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Chronik

Mutmaßlicher Suizid von Deutsche-Bank-Anwalt in New York

Ein hochrangiger Anwalt der Deutschen Bank ist einem Zeitungsbericht zufolge in New York tot aufgefunden worden. Die Umstände deuteten auf einen Suizid hin, berichtete das „Wall Street Journal“ heute. Der 41-Jährige sei von seiner Ehefrau bereits am Montag an einem Stiegengeländer erhängt aufgefunden worden.

Der Mann sei mit den Rechtsstreitigkeiten der Bank im Skandal um Zins- und Devisenmarktmanipulationen befasst gewesen, hieß es in dem Zeitungsbericht. Der Rechtsexperte habe elf Jahre für das Institut gearbeitet.

Bereits ein Suizid im Jänner

Im Jänner war der 58 Jahre alte frühere Deutsche-Bank-Risikomanager William Broeksmit, der als enger Vertrauter von Bank-Co-Chef Anshu Jain galt, tot in seiner Londoner Wohnung aufgefunden worden. Ein im März veröffentlichter Untersuchungsbericht stellte Suizid fest. Offenbar hinterließ Broeksmit mehrere Abschiedsbriefe und hatte große Angst davor, Ärger mit den Aufsichtsbehörden zu bekommen.

Rätselraten nach Amoklauf eines 14-Jährigen in den USA

Nach dem Amoklauf eines Schülers in den USA herrscht Rätselraten über das Motiv. Der 14-Jährige hatte gestern an einer Highschool bei Seattle (US-Staat Washington) um sich geschossen, einen Mitschüler und anschließend sich selbst getötet.

Vier schwer verletzte weitere Opfer wurden in ein Krankenhaus gebracht. Ein weiterer Schüler sei leicht verletzt worden, hieß es. Die Polizei machte keine genauen Angaben zur Art der Waffe, die der Schüler benutzt hatte.

Auf Foto mit Gewehr posiert

Der TV-Sender CNN berichtete, es handle sich bei dem jugendlichen Amokläufer um einen Burschen, der bei seinen Mitschülern beliebt gewesen sei und in der Footballmannschaft gespielt habe. CNN zeigte allerdings auch ein Foto, auf dem der Jugendliche mit einem Gewehr posierte.

Nähere Einzelheiten über das Verbrechen an der Marysville-Pilchuck High School wurden zunächst nicht bekannt. Die Schüsse seien in der Kantine der Schule gefallen, sagten Augenzeugen, die von chaotischen und panikartigen Szenen berichteten. In den USA kommt es immer wieder zu Amokläufen von Schülern. Anläufe der Regierung zu schärferen Waffengesetzen sind bisher stets gescheitert.

Wirtschaft

Sierra Leone wegen Ebola auf Nothilfeniveau

Die Welthungerhilfe hat auf die gravierenden Auswirkungen der Ebola-Epidemie auf das gesamte Wirtschaftsleben in Sierra Leone aufmerksam gemacht. „Ebola bringt das Land wieder auf das Nothilfeniveau“, sagte Jochen Moninger, Leiter der Welthungerhilfe in Sierra Leone der „Wirtschaftswoche“ laut einer Vorabmeldung.

Wegen Ebola seien die Schulen geschlossen. „1,6 Millionen Kinder und Jugendliche verlieren ein ganzes Schuljahr“, sagte Moninger. Die Regierung habe an allen Bezirksgrenzen Kontrollposten eingerichtet, die nur zwischen 9.00 Uhr und 17.00 Uhr passiert werden dürften.

Normalerweise brächten Bauern aus dem Nordosten des Landes ihre Ernte nachts in die 200 Kilometer entfernte Hauptstadt Freetown. Diese Transportwege seien nun abgeschnitten, die Bauern müssten ihre Ware tagsüber transportieren. In Sierra Leone gebe es keine Kühlketten. Die Ernte verkomme, noch bevor sie in Freetown eintreffe. Vor der Ebola-Epidemie habe sich Sierra Leone im Aufschwung befunden.

88 Mio. Euro: Betrugsverdacht bei Hypo Alpe-Adria in Udine

Die staatliche Krisenbank Hypo Alpe-Adria bekommt Probleme mit der italienischen Tochter. Die Steuerpolizei in Udine hat die seit 2013 laufenden Ermittlungen gegen sieben hochrangige Manager der Bank in Italien abgeschlossen.

Die Manager sollen ab 2004 bei der Zinssatzberechnung von 54.000 Leasingverträgen, die mit Privaten und Unternehmen abgeschlossen wurden, unerlaubt Zinsen in Höhe von 88 Mio. Euro kassiert haben, teilte die italienische Steuerpolizei in einer Presseaussendung heute mit.

In den vergangenen Jahren hatten sich Kundenreklamationen bei den Zinssatzberechnungen in Leasingverträgen gehäuft. Zuletzt hatten sich auch TV-Programme mit den Reklamationen befasst. Im Juni 2013 hatte die Steuerpolizei den Sitz der Hypo Alpe-Adria Italia in Udine durchsucht. Den sieben Managern droht jetzt ein Prozess wegen Betrugs.

Gewerkschaft droht mit Weihnachtsstreik bei Amazon

Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat dem Onlineversandhändler Amazon mit Streiks im Weihnachtsgeschäft gedroht. Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago sagte der „Bild“-Zeitung, der Arbeitskampf werde fortgesetzt, um den Druck auf den Konzern weiter zu erhöhen. Streikaufrufe könnten „sehr kurzfristig“ passieren.

Erst Ende September waren die Beschäftigten an mehreren deutschen Amazon-Standorten einem Aufruf von ver.di gefolgt und in den Streik getreten. Hintergrund des Arbeitskampfes ist ein Streit über eine Tarifbindung der Amazon-Mitarbeiter. Ver.di will für die Beschäftigten in den Zentren Kollektivverträge nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Amazon vertritt hingegen den Standpunkt, dass diese in der Logistikbranche arbeiten, und bezahlt sie bisher auch so.

Kultur

Viennale: Schlagabtausch der Generationen

Eine Geschichte über die Vergänglichkeit der Jugend, eine Satire über die Mechanismen des Kunstbetriebs, eine Tragikomödie über Abhängigkeiten in Liebesbeziehungen - „Clouds of Sils Maria“ von Olivier Assayas ist ein Film, so vielschichtig wie ein Spiegelkabinett. Juliette Binoche und Kristen Stewart laufen im Schlagabtausch der Generationen zur Höchstform auf.

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1914-2014: Premiere für Nick Caves Weltkriegsoper

Der belgische Komponist Nicholas Lens und der australische Rockstar Nick Cave haben sich zusammengetan, um gemeinsam eine Oper über die Schrecken des Ersten Weltkriegs zu schreiben. „Shell Shock“ hatte gestern im Opernhaus La Monnaie in Brüssel Premiere. Fast alle der weiteren acht bis 2. November angesetzten Aufführungen sind ausverkauft.

Es sei nicht einfach gewesen, sich in die Soldaten jener Zeit hineinzuversetzen, schrieb Cave, der die Texte zu den zwölf Gesängen schrieb, im Programmheft.

„Was weiß ich davon, einen Mann zu töten oder einen Freund sterben zu sehen? Am Ende war es ein Kampf zwischen mir, dem Keyboard und meiner Vorstellungskraft.“ Die Vorstellung, die im Dunklen beginnt und zunächst einen Kriegerfriedhof zeigt, bezieht auch Tanz mit ein und wird als „Tanz-Oratorium in zwölf Gesängen“ bezeichnet. Choreografie und Regie wurden von Sidi Larbi Cherkaoui übernommen.

Pierre Cardin bekommt Museum in Paris

Der Modeschöpfer Pierre Cardin wird am 13. November im Pariser Marais-Viertel ein seinem Schaffen gewidmetes Museum eröffnen.

Wie das Modehaus Cardin mitteilte, sollen 200 Haute-Couture-Modelle des heute 92-Jährigen dort ausgestellt werden, darunter auch Entwürfe aus seinen ersten Kollektionen Anfang der 1950er Jahre.

Zudem werden Accessoires, Schmuck und von Cardin entworfene Möbel gezeigt. Das Museum, das den Namen „Passe-Present-Futur“ (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) tragen wird, ersetzt den bisherigen gleichnamigen Ausstellungsort Cardins im Pariser Vorort Saint Ouen.

IT

Neue Schlüsselposition für Google-Manager Pichai

Google-Manager Sundar Pichai wird laut einem Medienbericht zu einer Schlüsselfigur beim Internetkonzern. Der 42-jährige Pichai habe neben der seiner Zuständigkeit für das Mobilsystem Android nun zusätzlich auch die Aufsicht über die Suchmaschine, den Kartendienst, das Onlinenetzwerk Google Plus sowie Forschung, Werbeprodukte und Infrastruktur bekommen, schrieben US-Medien unter Berufung auf eine interne Ankündigung im Konzern.

Pichai ist seit rund eineinhalb Jahren bereits für Android zuständig. Verantwortlich ist Pichai zudem für Googles Chrome-Projekt. Die Manager der nun übernommenen Bereiche berichten künftig an Pichai statt an Konzernchef Larry Page, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Page habe die Neuordnung in einer E-Mail an Mitarbeiter bekanntgegeben, berichteten zunächst das Technologieblog Recode und später unter anderem auch das „Wall Street Journal“ und der Finanzdienst Bloomberg. Der Konzernchef wolle sich stärker auf die Strategie und andere Bereiche wie Energie und Finanzen konzentrieren.

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