Ausland

Ein Toter bei Protesten im ägyptischem Alexandria

Am vierten Jahrestag der Revolte in Ägypten ist bei Protesten von Islamisten in der nördlichen Küstenstadt Alexandria ein Demonstrant von der Polizei erschossen worden.
Der Mann habe auf Beamte geschossen, teilte die Polizei mit. Diese hätten daraufhin das Feuer erwidert und den Demonstranten getötet. Drei weitere Demonstranten wurden verletzt.

Erinnerung an Revolte 2011

Mit Kundgebungen wurde heute in Ägypten an den Beginn der Revolte am 25. Jänner 2011 erinnert. Der Aufstand führte im Februar 2011 zum Sturz des langjährigen Staatschefs Hosni Mubarak. Das nordafrikanische Land kommt seitdem nicht zur Ruhe. Der Mitte 2012 erste frei gewählte Präsident Ägyptens, der Islamist Mohammed Mursi, wurde nach einem Jahr im Amt vom Militär gestürzt, das daraufhin die Macht übernahm.

Seitdem gehen die Behörden mit aller Härte gegen Anhänger der Mursi nahe stehenden islamistischen Muslimbruderschaft vor. Außerdem greifen die Behörden verstärkt gegen linke und säkulare Oppositionelle durch, die zwar den Sturz Mursis guthießen, aber auch den Nachfolger Abdel Fattah al-Sisi kritisieren.

Briten wollten angeblich Regimegegner an Gaddafi ausliefern

Großbritanniens Regierung hat nach Informationen des „Guardian“ enger als bisher bekannt mit dem getöteten libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi zusammengearbeitet und Regimekritiker massiv unter Druck gesetzt.

Das gehe aus Dokumenten hervor, die nach Gaddafis Sturz 2011 in Tripolis sichergestellt wurden und nun als Grundlage für eine Schadensersatzklage von Dissidenten dienen sollen, berichtete der „Guardian“.

„Exzellente Zusammenarbeit“

Unter anderem habe sich der frühere Premierminister Tony Blair 2007 in einem Brief bei Gaddafi dafür entschuldigt, dass ein Gericht die Auslieferung von Regimegegnern nach Libyen verhindert habe. Außerdem habe er sich für die „exzellente Zusammenarbeit“ bei der Bekämpfung von Terroristen bedankt.

Londoner Anwälte bereiteten eine Klage im Namen von zwölf Gaddafi-Gegnern vor, heißt es im „Guardian“. Sechs Libyer, die Witwe eines weiteren sowie fünf Briten, die aus Libyen und Somalia stammten, werfen der britischen Regierung unter anderem Freiheitsentzug, Erpressung und Amtsmissbrauch vor.

Ein Sprecher Blairs sagte, es sei kein Geheimnis, dass Libyen und Großbritannien bei der Terrorbekämpfung kooperiert hätten. Der Labour-Politiker, der von 1997 bis 2007 britischer Premier war, steht zudem wegen der verzögerten Veröffentlichung einer Untersuchung zum Irak-Krieg unter Druck.

Boko-Haram-Kämpfer greifen Millionenstadt in Nigeria an

In Nigeria haben mutmaßliche Kämpfer der radikalislamischen Terrorgruppe Boko Haram einen Angriff auf die Großstadt Maiduguri gestartet. Militär- und Regierungsvertreter sagten heute, die Gefechte hätten kurz nach Mitternacht begonnen. Ein-Reuters-Augenzeuge sagte, Militärhubschrauber umkreisten die Stadt und Gefechtslärm sei zu hören.

Fast 200 Geiseln freigelassen

Unterdessen ließ Boko Haram fast 200 Geiseln frei. Es handele sich hauptsächlich um Frauen und Kinder, die vor knapp drei Wochen aus einem Dorf im Nordosten des Landes entführt worden seien, teilte ein Behördenvertreter gestern mit. Insgesamt seien 192 Geiseln freigelassen worden. Die Angaben wurden aus Militärkreisen bestätigt.

Massaker in Dorf Katarko verübt

Boko Haram hatte am 6. Jänner das Dorf Katarko im Bundesstaat Yobe überfallen. Etwa 25 Männer wurden nach Augenzeugenberichten getötet, mehrere Häuser niedergebrannt. Die Extremisten brachten zudem 218 Frauen und Kinder in ihre Gewalt und verschleppten sie. „Nun wurden 192 unserer Frauen und Kinder wieder freigelassen“, sagte Goni Mari von der Ortsverwaltung von Katarko.

Boko Haram, was sich sinngemäß mit „westliche Bildung ist Sünde“ übersetzen lässt, kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat im armen und mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Erst am vergangenen Dienstag hatte sich die Gruppe zu einem Angriff mit Hunderten Toten auf die Handelsstadt Baga am Tschadsee Anfang des Jahres bekannt.

„Marsch der leeren Töpfe“ in Venezuela

Tausende Menschen haben gestern in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gegen Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln und die hohe Inflation protestiert. Zu dem „Marsch der leeren Töpfe“ hatte das Oppositionsbündnis Mesa de Unidad Democratica (MUD) aufgerufen. Die Demonstranten führten Schilder mit Aufschriften gegen die linke Regierung von Präsident Nicolas Maduro mit sich.

Sie zogen in der Hauptstadt Caracas durch die Straßen, machten mit leeren Töpfen Lärm und forderten den Rücktritt Maduros. An der Abschlusskundgebung nahm auch der konservative Herausforderer Maduros bei der Präsidentschaftswahl 2013, Henrique Capriles, teil.

Maduro beklagt „Wirtschaftskrieg“

Maduro sprach von einem „Wirtschaftskrieg“ gegen Venezuela, das schwer unter dem Einbruch der Erdölpreise leidet. Über 90 Prozent der Deviseneinnahmen stammen aus dem Ölgeschäft. Maduro warf Unternehmen vor, das Volk zu sabotieren und Lebensmittel zu verstecken.

Dagegen machte der Oppositionspolitiker Capriles die Regierung für die Krise verantwortlich. Die oppositionelle Ex-Abgeordnete Maria Corina Machado sagte, die Regierung sei in ihrer „Endphase“. „Maduro ist das Chaos“, sagte sie bei der Protestveranstaltung.

Venezuela befindet sich in einer tiefen Wirtschaftskrise mit Rezession. Grund ist vor allem der Absturz des Ölpreises auf dem Weltmarkt, der stark sinkende Einnahmen für das Land zur Folge hat. Die Inflation ist auf einem Rekordhoch. 2014 überstieg sie die 60-Prozent-Marke.

Steinmeier: PEGIDA-Demos schaden Ansehen Deutschlands

Die Demonstrationen der islamkritischen Bewegung Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (PEGIDA) schaden nach Ansicht des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier dem Bild von Deutschland in der Welt.

„Bei uns wird unterschätzt, welchen Schaden die fremdenfeindlichen und rassistischen Sprüche und Plakate der PEGIDA schon jetzt angerichtet haben“, sagte Steinmeier der „Bild am Sonntag“.

„PEGIDA spricht nicht für Deutschland“

Gerade bei diesen Fragen blicke die Welt mit großer Aufmerksamkeit nach Deutschland. „Umso wichtiger ist es, dass wir klar und deutlich sagen: PEGIDA spricht nicht für Deutschland“, so Steinmeier weiter.

Einen Dialog mit Verantwortlichen der PEGIDA lehnte Steinmeier ab. „Ich rede mit Menschen, die enttäuscht sind, Sorgen haben und sich benachteiligt fühlen, so wie das viele andere Politiker auch tun. Aber ich habe keine Lust, mit den selbst ernannten Funktionären zu sprechen“, sagte er der Zeitung.

Separatisten starteten Großoffensive in der Ukraine

Ein diplomatisch gelöstes Ende des Ukraine-Konflikts scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Gestern starteten die prorussischen Rebellen einen Angriff auf die Hafenstadt Mariupol - mindestens 30 Menschen wurden getötet.

Der strategisch wichtige Ort ist die letzte größere Stadt in der Ostukraine unter Kontrolle von Kiew. Separatistenführer Alexander Sachartschenko sieht die Angriffe als Beginn einer Großoffensive. Gespräche über eine Waffenruhe wolle er derzeit nicht führen. Die Armee reagierte auf die Attacken, der ukrainische Präsident Petro Poroschenko will bis zum „vollständigen Sieg“ kämpfen.

Mehr dazu in Internationaler Druck auf Putin steigt

Jemen: Entscheidung über Präsidentenrücktritt erneut vertagt

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hat das jemenitische Parlament heute eine geplante Sondersitzung über das Rücktrittsgesuch von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi verschoben. Die Beratung solle zu einem späteren Termin stattfinden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Saba. Dieser werde noch festgesetzt.

Es solle sichergestellt werden, dass alle Mitglieder informiert würden und teilnehmen könnten, schrieb Saba. Hadi war am Donnerstag zurückgetreten, nachdem schiitische Rebellen am Dienstag den Präsidentenpalast in Sanaa erobert hatten. Er begründete den Schritt mit der sich verschärfenden Krise seit dem Einmarsch der Huthis-Rebellen in der Hauptstadt Ende September.

Auch Regierungschef Khaled Bahah und sein Kabinett traten zurück. Damit allerdings Hadis Rücktritt wirksam wird, muss das Parlament diesem zustimmen. Bereits für Freitag war eine Sondersitzung geplant, die dann jedoch auf heute verschoben wurde.

Inland

Brandstetter hat Verständnis für Justizproteste

Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) signalisiert Verständnis für die Proteste der Richter und Staatsanwälte gegen befürchtete Gehaltskürzungen. In der Tat seien diese Berufsgruppen von der jüngst beschlossenen Neuregelung „vergleichsweise doch stärker betroffen“, sagte er heute in der ORF-Sendung „Hohes Haus“. „Daher verstehe ich, dass sie zu solchen Maßnahmen greifen.“

Regierung „natürlich bereit, nachzubessern“

Er wisse aber, dass Beamtenstaatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) „alles tut, um hier zu einer Konsenslösung“ zu finden, beteuerte Brandstetter den guten Willen der Regierung. Nicht zuletzt mit dem entsprechenden Entschließungsantrag im Parlament hätten die Regierungsparteien doch deutlich signalisiert, „dass man natürlich bereit ist, hier nachzubessern“.

Er selbst sei mit der Richterschaft in Kontakt und hoffe, dass die Bevölkerung von deren Protestmaßnahmen nicht zu stark betroffen werde, etwa durch massive Ausfälle bei den Verhandlungen, sagte Brandstetter. „Diese Auswirkungen sollte man tunlichst vermeiden.“

EZB-Politik schadet Österreich laut Schelling nicht

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) sieht angesichts der lockeren EZB-Geldpolitik „für Österreich keine negativen Auswirkungen“, hat er laut Tageszeitung „Österreich“ (Sonntag-Ausgabe) gesagt. „Wir haben auch kein Deflationsproblem. Was passieren kann, ist, dass der Euro noch einmal leicht abfällt.“ Ein schwacher Euro-Kurs biete etwa Vorteile beim Export. Problematischer sei der starke Schweizer Franken.

Wegen des starken Franken kündigte der Minister im „Kurier“ (Sonntag-Ausgabe) dann auch an, dass er „das Spekulationsverbot wieder aufgreifen und im Zuge der Franken-Krise das Bewusstsein noch einmal schärfen“ wolle - in den Bundesländern, mit denen es schon einzelne Vorgespräche gegeben habe. „Man muss jeden Fremdwährungskredit mit einem bestimmten Risiko sehen“, so Schelling.

Kritik an Wien

Weiters sagte Schelling gegenüber „Österreich“: „Wien und auch andere Gemeinden wären gut beraten gewesen, hier früher auszusteigen. Wien hat sehr langfristige Kredite, also kann sich das einpendeln. Für die Zukunft sollte man aber daraus lernen.“

„Für Österreicher, die Kredite in Franken haben, heißt das, dass sie jetzt um 20 bis 25 Prozent höhere Schulden haben. Die Schweizer wollten mit diesem Schritt offenbar dem Paket der EZB vorgreifen“, so Schelling laut „Österreich“. „Ich denke aber nicht, dass der Franken langfristig so hoch bleibt, da sich die Schweiz das gar nicht leisten kann. Die Exporte werden zu teuer - und der Tourismus in der Schweiz bricht ein.“

Apotheker wollen strengere Regeln für Online-Arzneikäufe

Ab Mitte 2015 sollen österreichische Apotheken rezeptfreie Medikamente auch via Internet verkaufen können. Nun will der Apothekerverband aber noch härtere Durchführungsregeln für den eben erst liberalisierten Onlinehandel. „Ungleichheiten zwischen dem stationären Handel und Onlineversendern“ sollen noch ausgemerzt werden, fordert die Apotheker-Berufsvertretung laut dem Wirtschaftsmagazin „trend“ vom Gesundheitsministerium.

Rund 65 österreichische Apotheken wollen auch online an den Start gehen, hatte eine Umfrage des auf Pharmahandel spezialisierten Beratungsunternehmens Sempora kürzlich ergeben.

Onlinehändler sollen zahlen

Geht es nach dem Präsidenten der Berufsvertretung selbstständiger Apotheker, Christian Müller-Uri, soll beispielsweise ein „Nachtdienstausgleichsfonds“ etabliert werden. In diesen sollen die Betreiber von Internetshops einzahlen müssen, berichtete der „trend“. Auch wird gefordert, dass vor jedem Onlineeinkauf von Arzneimitteln außerdem ein mehrstufiges Webformular ausgefüllt werden muss, in dem Kunden Risikobewusstsein und Beratungsleistungen bestätigen.

Um die Logistikkette kontrollieren zu können, solle auch die verpflichtende Kennzeichnung der Pakete als Arzneimittellieferung vorgeschrieben werden, so die stationären Apotheker. Der Onlinehandel solle grundsätzlich nicht durch zu viele Vorschriften unmöglich gemacht werden, hieß es dazu laut dem Magazin aus dem Gesundheitsministerium.

Sport

Handball-WM: „Riesenmöglichkeit“ für ÖHB-Team

Ausgerechnet Gastgeber Katar baut sich heute (16.30 Uhr MEZ, live in ORF Sport + und im Livestream) im WM-Achtelfinale vor Österreichs Handball-Männern auf. ÖHB-Teamchef Patrekur Johannesson sieht im Duell gegen die großteils aus eingebürgerten Spielern bestehende Mannschaft aber eine „Riesenmöglichkeit, noch einen Schritt zu machen“.

ÖHB-Kapitän Viktor Szilagyi sieht in dem Fakt, dass Katar „eben keine gewachsene Truppe ist“ auch den größten Vorteil für Österreich, das sich mit Kontinuität in den letzten Jahren großen Respekt erspielen konnte.

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Tennis: Nadal zieht Anderson in Melbourne den Nerv

Rafael Nadal ist heute ohne Probleme ins Viertelfinale der Australian Open eingezogen. Dass er gegen den starken Aufschläger Kevin Anderson nur drei Sätze benötigte, lag vor allem an einer Schlüsselszene zu Ende des ersten Satzes. Fast gleichzeitig mit Nadal kam auch Tomas Berdych weiter. Im Viertelfinale kommt es nun zum Duell zwischen dem Spanier und dem Tschechen.

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Wirtschaft

Kommissarin Bulc will europaweite Pkw-Maut

EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc macht sich für eine europaweite kilometerabhängige Pkw-Maut stark. Sie sei „der Meinung, dass es Sinn macht, dass wir mittelfristig an einem europäischen System für Lkw und Pkw arbeiten, das die Erhebung von Straßenbenutzungsgebühren für alle EU-Länder einheitlich regeln könnte“, sagte Bulc der „Welt am Sonntag“.

Gebühr soll sich an gefahrenen Kilometern orientieren

Die Höhe der Abgabe solle sich dabei „ausschließlich an der Zahl der gefahrenen Kilometer orientieren und nicht zeitabhängig sein“, sagte Bulc. Das sei fair, und niemand werde diskriminiert. „Egal, woher man kommt, jeder zahlt nur für die tatsächlich gefahrene Strecke. Und es wird europaweit mit einem Gerät abgerechnet.“

Unterschiedliche Systeme „Belastung“ für Autofahrer

Die vielen unterschiedlichen Systeme und Lösungen in Europa seien für die Autofahrer „eine Belastung und ein Mobilitätshindernis“. Ob eine „Euro-Maut“ für die einzelnen EU-Mitgliedsländer zur Pflicht wird, ließ Bulc offen. „Ebenso gut ist es möglich, dass sie optional ist - also dass die Länder selbst entscheiden, ob und auf welchen Straßen sie eine kilometerabhängige Straßennutzungsgebühr erheben wollen.“ Wichtig sei, dass die Einnahmen „an die jeweiligen EU-Länder zurückfließen, die sie dann für den Bau und den Erhalt ihrer nationalen Infrastruktur einsetzen“.

Bulc wird am Dienstag in Berlin im Verkehrsausschuss erwartet. Gegen die Mautpläne des deutschen Verkehrsministers Alexander Dobrindt, der seinen Landsleuten den Vignettenpreis über eine niedrigere Kfz-Steuer zurückerstatten will, hat die EU-Kommissarin europarechtliche Einwände.

VKI: Private Pflegeversicherungen wenig sinnvoll

Wer in Österreich pflegebedürftig wird, hat einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegegeld. Will man schon in gesunden Jahren vorsorgen, kann man sich privat versichern lassen. Anbieter für private Pflegeversicherungen gibt es zwar viele, doch genutzt werden ihre Angebote in Österreich aber kaum - weil sie teuer seien und wenig bringen würden, meint der Verein für Konsumenteninformation (VKI).

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Chronik

Lawinendrama in Frankreich - sechs Skiwanderer tot

In den französischen Hochalpen ist es gestern zu einem Lawinendrama gekommen - Schneemassen haben sechs Franzosen des nationalen Alpinclubs mitgerissen und getötet. Die Lawine erfasste die vier Männer und zwei Frauen im französischen Queyras-Massiv bei Ceillac, teilte die zuständige Präfektur heute mit.

Drei tote Skiwanderer wurden noch in der Nacht gefunden, die übrigen der Gruppe heute Vormittag nach der Wiederaufnahme der umfassenden Suche. Seit gestern Mittag gab es den Angaben zufolge keinen Kontakt mehr zu der Gruppe der als erfahren beschriebenen Skifahrer.

Suche musste abgebrochen werden

Die etwa 50 bis 70 Jahre alten Skiwanderer hatten bei guter Wetterlage und einer mittleren Lawinengefahr ihre Tour begonnen. Weil ein Lawinenunglück befürchtet wurde, brachen Hilfsmannschaften auf, unterstützt von zwei Teams mit Suchhunden und einem Helikopter. In der Nacht auf heute musste die Suche jedoch als zu gefährlich für einige Stunden unterbrochen werden.

Die von der Lawine begrabenen Skifahrer starben auf etwa 2.500 Meter Höhe im Bachas-Tal. „Eine Schneeplatte hatte sich gelöst und dann alle unter sich begraben“, sagte ein Sprecher der Hochgebirgsgendarmerie.

Erst am Donnerstag waren zwei Männer im Ecrins-Massiv der französischen Hochalpen in einer Lawine ums Leben gekommen. Jährlich sterben in Frankreich etwa 30 Menschen durch Schneeabgänge.

Verdächtige nach Mord an Hochschwangerer in U-Haft

Nach der grausamen Verbrennung einer 19-jährigen Hochschwangeren in Berlin sind die beiden Verdächtigen in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter erließ gestern Abend Haftbefehl gegen die beiden jungen Männer, wie ein Sprecher der Polizei heute sagte. Einer der beiden hatte die Tat zuvor gestanden.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um den ebenfalls 19 Jahre alten Ex-Partner des Opfers und dessen gleichaltrigen Freund. Sie sollen die Frau am Donnerstagabend in einem Waldstück bei lebendigem Leib verbrannt haben. Zuvor war ihr mehrfach mit einem Messer in den Bauch gestochen worden. Spaziergänger fanden die Leiche am Freitagmorgen.

Bergung von AirAsia-Wrack erneut gescheitert

Erneut sind indonesische Suchmannschaften bei der Bergung der abgestürzten AirAsia-Maschine gescheitert. Nachdem bereits gestern der Versuch misslungen war, das Wrack zu heben, ist auch ein zweiter Versuch heute fehlgeschlagen. Ursache seien gerissene Riemen gewesen, berichteten örtliche Medien.

Auch erneut starke Strömungen hätten ein Gelingen verhindert, hieß es beim Fernsehsender TV One. Allerdings fanden Marinetaucher die Leiche einer Passagierin. Damit hat sich die Zahl der geborgenen Todesopfer auf 70 erhöht.

Die AirAsia-Maschine mit der Flugnummer QZ8501 war am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur aus ungeklärten Gründen in die Javasee gestürzt. An Bord des Billigfliegers waren 162 Menschen, die alle ums Leben kamen. Taucher fanden die Flugschreiber zwei Wochen nach dem Absturz im Meer.

Massiver Stromausfall in Pakistan

In großen Teilen Pakistans ist heute über Stunden die Stromversorgung zusammengebrochen. Etwa 80 Prozent des Landes, darunter viele Großstädte, waren von dem Ausfall betroffen, wie man aus der Versorgungszentrale in der Hauptstadt Islamabad mitteilte.

Der Zusammenbruch erfolgte kurz nach Mitternacht (Ortszeit). Später teilte die Regierung mit, das Netz sei weitgehend wieder in Betrieb - bis zu einer Rückkehr zum Normalzustand in allen Regionen könnten allerdings noch mehrere Stunden vergehen.

Regierung beschuldigt Rebellen

Als Ursache für den Stromausfall nannte die Regierung einen Angriff von Rebellen auf eine Trasse in der südwestlichen Provinz Baluchistan. Dieser galt demnach einer Leitung von einem Kraftwerk eines privaten Betreibers in das staatliche Stromnetz. Pakistans Netz ist anfällig dafür, dass Probleme in einem Landesteil zu Schwierigkeiten für die gesamte Versorgung führen.

Gesundheit

Ebola: WHO sieht Trendwende

Der Kampf gegen Ebola macht deutliche Fortschritte, ist nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aber noch lange nicht gewonnen. „Wir haben eine Trendwende geschafft, den schlimmsten Fall verhindert“, sagte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan heute in Genf.

Kosten bei 3,6 Mrd. Euro

Zugleich sagte der UNO-Beauftragte für Ebola, David Nabarro: „Der Ausbruch ist noch nicht vorbei.“ Um Ebola in den betroffenen Ländern zu besiegen, werde noch viel Geld und Engagement benötigt. Bisher habe der Kampf gegen die Seuche vier Mrd. Dollar (3,6 Mrd. Euro) gekostet, sagte Nabarro auf einer Sondersitzung des WHO-Exekutivrats.

Die WHO-Generaldirektorin warb dafür, aus der bisher beispiellosen Herausforderung tiefgreifende Konsequenzen zu ziehen. Die WHO in ihren internen Strukturen und auch alle Staaten der Welt müssten ihre Vorbereitungen für eine solche Gesundheitskrise massiv verstärken. In Westafrika sind seit Ausbruch der Seuche 21.800 Menschen an Ebola erkrankt, rund 8.670 sind bereits daran gestorben.

Kultur

Hunderttausend feiern Kulturhauptstadt Mons

Mehr als hunderttausend Menschen haben gestern im belgischen Mons der Kälte getrotzt, um die europäische Kulturhauptstadt 2015 zu feiern. Den offiziellen Startschuss für unzählige Ausstellungen, Kunstprojekte und Feierlichkeiten gab das belgische Königspaar.

König Philippe und Königin Mathilde eröffneten eine große Van-Gogh-Ausstellung, in der vor allem Werke des Künstlers aus der Zeit eines zweijährigen Aufenthaltes in Mons und Umgebung zu sehen sind. Am Abend gab es ein riesiges Feuerwerk, das ebenso wie alle anderen Veranstaltungen von einem massiven Polizeiaufgebot gesichert wurde.

„Mehr als hunderttausend Menschen haben teilgenommen“, sagte Bürgermeister Elio Di Rupo, „Mons 2015 hat die erste Herausforderung gemeistert.“ Die belgische Stadt trägt in diesem Jahr zusammen mit dem tschechischen Pilsen den Titel Europäische Kulturhauptstadt.

IT

Widerrechtliche Testabos bei Google Play

„Damit Ihnen keine Kosten entstehen, müssen Sie vor dem Ende der Testphase kündigen“ - so lautet eine Formulierung in den AGB von Google Play, dem App-Store von Google. Dort können Smartphone-Benutzer Apps und Abos für Musik und Zeitungen kaufen - oder eine Zeit lang kostenlos testen. Am Ende der Testphase wird ein kostenloses Abo automatisch in ein kostenpflichtiges umgewandelt. Das ist aber nach österreichischem Recht unzulässig.

Mehr dazu in help.ORF.at