Ausland

Moskau meldet Test mit Interkontinentalrakete

Russland hat heute nach eigenen Angaben erfolgreich eine neue Interkontinentalrakete getestet. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, das zwölf Meter lange Geschoß des Typs Bulawa sei von einem U-Boot in der Barentssee abgefeuert worden und wie geplant auf einem Militärübungsplatz auf der Halbinsel Kamtschatka im Fernen Osten Russlands niedergegangen.

Die Rakete kann mit Atomsprengköpfen bestückt werden und soll zum Kernstück des russischen Nuklearwaffenarsenals werden. Bereits im September war die Bulawa („Keule“) erfolgreich getestet worden. Zuvor hatten mehrere Fehlstarts das Projekt aber zurückgeworfen.

Aufregung über russische Kriegsschiffe

Zuvor hatte es bereits Aufregung gegeben, weil Russland mit einer Übung der Kriegsmarine im Ärmelkanal seine seit Wochen andauernden militärischen Muskelspiele fortsetzte. Mehrere russische Fregatten sind derzeit im Ärmelkanal unterwegs.

Der Schiffsverband der russischen Nordflotte soll laut Angaben Moskaus bei seiner Fahrt Übungen durchführen. Militärische Manöver würden jedoch nicht durchgeführt, bestätigte die NATO. Zwar verstößt Russland mit der Marinepräsenz gegen kein internationales Recht. Trotzdem bemängelt der Westen die fehlende „Bereitschaft zur Deeskalation“.

Mehr dazu in „Keine militärischen Manöver“

UNO-Komitee kritisiert Polizeigewalt gegen Schwarze in USA

Das UNO-Komitee gegen Folter hat die Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA kritisiert. „Das Komitee ist besorgt über die zahlreichen Berichte über Polizeibrutalität und den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt durch die Sicherheitskräfte, insbesondere gegen Menschen bestimmter rassischer und ethnischer Gruppen“, schrieb das Komitee in einem heute veröffentlichten Bericht.

Es forderte Washington auf, sicherzustellen, dass alle derartigen Fälle „umgehend, effektiv und unabhängig“ untersucht und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

„Zutiefst besorgt“

Das Komitee in Genf untersucht regelmäßig die Situation in den 156 Unterzeichnerstaaten der UNO-Konvention gegen Folter. Am 12. und 13. November wurde die Lage in den USA überprüft. Dabei waren auch die Eltern des schwarzen Jugendlichen Michael Brown anwesend, der im August in der US-Stadt Ferguson nach einem Handgemenge von einem weißen Polizisten auf offener Straße erschossen worden war. Eine Jury verzichtete am Montag auf eine Anklage, da sie zu dem Schluss kam, dass dem Polizisten kein Fehlverhalten nachzuweisen sei.

„Wir haben gewisse Bedenken, dass Ermittlungen nicht richtig zu Ende geführt und Sicherheitskräfte nicht effektiv bestraft werden, wenn sie die (rote) Linie überschritten haben“, sagte das Komitee-Mitglied Jens Modvig vor Journalisten in Genf.

Ein anderer führender Ermittler, Alessio Bruni, sagte, man sei „zutiefst besorgt“ über die häufigen tödlichen Schüsse von Polizisten auf unbewaffnete Schwarze. Das Komitee beklagte auch die gezielte Kontrolle von Personen aufgrund ihrer Hautfarbe sowie die „zunehmende Militarisierung“ der Polizei.

Finnlands Parlament stimmt für Homoehe

Das finnische Parlament hat sich für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe ausgesprochen. Mit 105 zu 92 Stimmen nahmen die Abgeordneten heute den Vorschlag einer Bürgerinitiative an.

Damit ist nun der Weg frei für eine Gesetzesänderung, die 2016 in Kraft treten könnte. Regierungschef Alexander Stubb äußerte sich erfreut über das Votum. Finnland folge damit in dieser „schwierigen Frage“ den Nachbarstaaten und anderen westlichen Ländern.

Nach Unterschriftenkampagne

Die Aktivisten hatten während ihrer Kampagne mehr als 160.000 Unterschriften gesammelt, mehr als dreimal so viel wie nötig, um eine Entscheidung im Parlaments zu erreichen.

Unterstützt wurde der Antrag von den meisten Abgeordneten der Regierungskoalition aus Sozialdemokraten und Konservativen. Die Grünen votierten einstimmig dafür, die euroskeptischen „Wahren Finnen“ lehnten den Vorschlag ab.

Lieberman bietet arabischen Israelis Geld für Wegzug

Israels Außenminister Avigdor Lieberman will arabischen Israelis Geld bieten, damit sie das Land verlassen und in einen künftigen Palästinenserstaat ziehen. Der ultranationalistische Politiker schreibt in einer heute veröffentlichten Grundsatzerklärung, vor allem Palästinenser, die in Jaffa und Acre am Mittelmeer wohnten, sollten zum Wegzug ermuntert werden.

„Diejenigen, die entscheiden, dass ihre Identität palästinensisch ist, sollen ihre israelische Staatsbürgerschaft aufgeben können, sie sollen wegziehen und Bürger eines künftigen Palästinenserstaates werden können“, so Lieberman. „Israel sollte sie sogar mit wirtschaftlichen Anreizen dazu ermuntern“, heißt es in der Grundsatzerklärung, die Lieberman unter dem Titel „Gegen den Strom schwimmen“ auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte.

Rund 20 Prozent der Staatsbürger Israels

Die Araber machen rund 20 Prozent der acht Millionen Staatsbürger Israels aus. Lieberman hatte in der Vergangenheit von ihnen verlangt, sie sollten Loyalität zum Staat Israel schwören, wenn sie dessen Bürger bleiben wollten.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte den Vorstoß seinerzeit kritisiert. Nun befürwortet er selbst einen umstrittenen Gesetzentwurf, nach dem Israel als jüdischer Nationalstaat definiert wird. Kritiker befürchten, dass dadurch arabische Israelis diskriminiert würden.

18 Flüchtlinge im Mittelmeer vermisst gemeldet

Im Mittelmeer sind 18 Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa als vermisst gemeldet worden. Es werde befürchtet, dass die Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten tot seien, erklärte die Internationale Organisation für Migration (IOM) heute.

Am Vortag waren zwei Boote mit 320 Flüchtlingen bzw. 182 Migranten an Bord in die sizilianischen Häfen Augusta und Porto Empedocle geleitet worden. Allein im November wurden damit 8.000 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Mindestens 3.200 weitere wurden aber seit Jahresbeginn als vermisst gemeldet.

Fischerboot mit Drogenladung

Die EU-Marineoperation „Triton“ brachte unterdessen ein Fischerboot im Mittelmeer auf, das 15 Tonnen Haschisch an Bord hatte. Wie die italienischen Behörden mitteilten, wurde das 25 Meter lange Boot von der Besatzung eines Hubschraubers entdeckt.

Als es sich etwa 100 Seemeilen (185 Kilometer) südlich der Küste Sardiniens befand, griffen die italienische Finanzpolizei und die spanische Küstenwache zu. Den Angaben zufolge wurden an Bord neun ägyptische Schmuggler festgenommen und 370 Pakete Haschisch mit einem Gesamtgewicht von 15 Tonnen gefunden.

Allerdings sei zugleich im Maschinenraum ein Leck entdeckt worden, infolgedessen das Boot innerhalb kurzer Zeit untergegangen sei, sagte der Einsatzleiter Antonino Iraso. Die Polizisten hätten lediglich 1.600 Kilogramm Haschisch bergen können.

USA für Nordkorea „Tundra der Menschenrechte“

Kurz nach der Verabschiedung einer UNO-Resolution zu Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea hat die Staatsführung erneut die USA attackiert. „Die große Ironie ist, dass die USA versuchen, andere Länder an ihrem falschen Verständnis von Menschenrechten zu messen, obwohl sie selbst die Menschenrechte mit Füßen treten“, sagte ein nordkoreanischer Außenamtssprecher heute der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Der Beamte bezog sich insbesondere auf die tödlichen Schüsse auf einen schwarzen Jugendlichen in der US-Stadt Ferguson. Der Schütze, ein weißer Polizist, wurde von einer Jury von jeglicher Schuld freigesprochen. „Das ist ein eindeutiger Beleg für die tatsächlichen Verhältnisse in den USA, einer Tundra der Menschenrechte, wo extreme Rassendiskriminierung offen zutage tritt.“

Der Ministeriumsvertreter griff auch US-Präsident Barack Obama persönlich an. Dieser versuche, rassistische Diskriminierung zu „rechtfertigen“. Obama hatte Verständnis für die Proteste geäußert, gleichzeitig aber die Ausschreitungen und Plünderungen in Ferguson verurteilt.

Inland

Fortpflanzungsmedizin: „Breite Zustimmung“ im ÖVP-Klub

Rund vier Stunden hat der ÖVP-Klub heute Nachmittag über die geplante Liberalisierung des Fortpflanzungsmedizingesetzes diskutiert. Auch Experten kamen dabei zu Wort. Der Entwurf finde breite Zustimmung, berichtete ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka im Anschluss. Das Nein von Behindertensprecher Franz Josef Huainigg werde im Klub akzeptiert.

Eine Entscheidung, ob die Abstimmung für die ÖVP-Abgeordneten im Nationalrat tatsächlich freigegeben wird, wie es Parteichef Reinhold Mitterlehner in der Vorwoche angeregt hatte, gab es nicht: Diese Frage sei von niemandem gestellt worden, und deshalb brauche man das auch nicht entscheiden, so Lopatka.

Laut einer Aussendung des Parlamentsklubs hat sich Behindertensprecher Huainigg einmal mehr kritisch geäußert: „Hier wird das Leben in wertes und unwertes Leben unterschieden.“ Es hat laut Lopatka in der Diskussion auch kritische Wortmeldungen gegeben, aber außer Huainigg habe niemand gesagt, dass er gegen das Gesetz stimmen werde - auch nicht Finanzsprecher Andreas Zakostelsky, der das vor der Sitzung noch angedeutet hatte.

Gesetz soll Kommerzialisierung verhindern

Man mache es sich in der ÖVP nicht leicht und sei gerade deshalb auch für klare Rahmenbedingungen und genaue Vorgaben für die Fortpflanzungsmedizin, so der Klubchef. Entschieden wehrte sich Lopatka gegen Falschmeldungen, in denen etwa von Designerbabys die Rede sei. „All das wird durch das neue Fortpflanzungsmedizingesetz dezidiert ausgeschlossen.“

Die Regelungen im neuen Gesetz, um Missbrauch und Kommerzialisierung im Bereich der Fortpflanzungsmedizin zu vermeiden, hob auch ÖVP-Familiensprecher Georg Strasser hervor. ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger wies darauf hin, dass die Präimplantationsdiagnostik bis auf wenige Ausnahmen weiterhin verboten bleibe.

Grüner Bundeskongress startet mit Sozialschwerpunkt

Die Grünen starten morgen in Wien ihren zweitägigen Bundeskongress. Im Mittelpunkt steht ein Leitantrag, mit dem ein Rechtsanspruch auf soziale Leistungen gefordert wird. Wahlen stehen diesmal so gut wie keine an, lediglich die Nachfolge von Johannes Rauch im Bundesvorstand wird im Kongresszentrum der Wiener Messe geregelt.

Zu den Forderungen der Grünen, die beschlossen werden sollen, zählt ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro sowie eine Grundpension von 850 Euro. Am zweiten Tagn sind Reden von Bundessprecherin Eva Glawischnig und der deutschen EU-Mandatarin Ska Keller angesetzt. Anträge gibt es zum fairen Anteil und zur Frauenquote im Parlament.

BUWOG, Terminal Tower: Zurück an den Start

Der Vorhabensbericht zu einem der brisantesten Korruptionsfälle im Lande, den Ermittlungen zur BUWOG-Affäre und zum Terminal Tower Linz, ist wieder zurück bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Allerdings noch ohne Entscheidung des Justizministeriums über Anklagen oder nicht. Denn eine kürzlich entdeckte Panne beim Landesgericht Wien sorgt dafür, dass die Causa vorerst auf Eis liegt und voraussichtlich heuer nicht mehr entschieden werden kann.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Wirtschaft

Heimische Wirtschaft überraschend geschrumpft

Die heimische Wirtschaft ist im dritten Quartal überraschend geschrumpft, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) heute mitteilte. Zuvor war die Prognose noch von einem Nullwachstum ausgegangen.

Die neue Berechnung habe aber ein Minus von 0,1 Prozent ergeben. Österreich schlittert damit weiter auf eine Rezession - laut Definition ein Minuswachstum in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen - zu. Auch die Aussichten für das vierte Quartal sind alles andere als rosig. Eine weitere Verschlechterung der Lage wird erwartet.

Mehr dazu in Rezession immer wahrscheinlicher

Saab-Eigner wollen Fristverlängerung

Die chinesischen Eigner des schwer angeschlagenen schwedischen Autokonzerns Saab wollen Aufschub für die Sanierung des Unternehmens. „Wir wollen am Montag um eine Verlängerung bitten“, sagte ein Sprecher des Konsortiums National Electric Vehicle Sweden (NEVS) heute der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Eigentlich läuft morgen die gerichtliche Frist von drei Monaten für NEVS ab, neue Investoren vorzustellen. „Danach entscheidet das Gericht über das Ende der Sanierung, wenn keine Verlängerung beantragt wird“, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts.

Produktion steht seit Mai still

NEVS brauche mehr Zeit, sagte der Sprecher. „Vermutlich wird das Gericht ein Treffen für eine Woche später festlegen.“ Die Saab-Eigner verhandeln schon länger mit zwei asiatischen Autobauern über die Zukunft des Unternehmens, das seinen Zulieferern inzwischen fast eine halbe Milliarde schwedische Kronen (54 Mio. Euro) schuldet.

Laut einem Radiobericht handelt es sich bei den potenziellen Investoren um den indischen Hersteller Mahindra und das chinesische Unternehmen Dongfeng. Die Produktion im schwedischen Trollhättan steht seit Mai still. Im August hatte das Gericht ein Sanierungsverfahren unter Gläubigerschutz genehmigt.

Sport

Bundesliga: Maierhofer und die „Hassliebe“ Rapid

Gleich in seiner zweiten Partie nach seiner Rückkehr in die Bundesliga trifft Stefan Maierhofer morgen mit Wr. Neustadt auf Rapid. Aber nicht nur für den 32-Jährigen, der mit Rapid Meister wurde, ehe er über Umwege bei Red Bull Salzburg landete, birgt dieses Duell besondere Emotionen - auch für viele Rapid-Fans, die auf Maierhofer nicht gut zu sprechen sind.

Spätestens seit dessen meisterschaftsentscheidendem Treffer beim 1:0-Sieg der Salzburger gegen Rapid 2012 gilt Maierhofer bei vielen als Persona non grata. Schmähungen lassen ihn jedoch kalt. „Die Leute sollen mich ruhig schimpfen, das motiviert mich zusätzlich“, sagte Maierhofer, der seinen dritten Treffer gegen Rapid bejubeln will.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Europa League: Historischer Salzburg-Sieg mit Lerneffekt

Der FC Salzburg hat sich wohl endgültig von der Enttäuschung der verpassten Champions-League-Qualifikation freigespielt. Mit dem 3:1 über Celtic Glasgow wurde gestern nicht nur der Gruppensieg in der Europa League fixiert und der erste österreichische Sieg im legendären Celtic Park gefeiert, die Mannschaft von Adi Hütter bewies auch, dass sie gelernt hat, unter Druck zu bestehen und sowohl offensiv wie auch defensiv kontrolliert zu agieren.

Man habe mit „Herz und Leidenschaft“ gespielt, meinte Kevin Kampl. Für Celtic-Coach Ronny Deila sind die Salzburger sogar Vorbilder für sein Team.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Polizei schreitet bei Black-Friday-Chaos ein

Die Rabattschlacht zum Start des Weihnachtsgeschäfts in Großbritannien hat gleich mehrmals die Polizei auf den Plan gerufen. Eine Frau wurde heute leicht verletzt, als in einem Supermarkt in der Region Manchester ein Fernseher auf sie fiel.

Viele Geschäfte öffneten schon um Mitternacht ihre Türen. Einige musste die Polizei vorübergehend schließen, um das Chaos in den Griff zu kriegen. Mindestens drei Personen wurden nach Polizeiangaben wegen Streitigkeiten oder Bedrohung des Verkaufspersonals festgenommen. Auch manche Onlineshops waren wegen des Ansturms zeitweise nicht erreichbar.

Die Sonderangebote am „Black Friday“ (Schwarzer Freitag) sind eine Tradition aus den USA, wo der Freitag zwischen Thanksgiving und dem folgenden Wochenende zum Einkaufen genutzt wird und als umsatzstärkster Tag des Jahres gilt. Die Briten stürmen die Geschäfte außerdem am zweiten Weihnachtsfeiertag, dem Boxing Day.

Thanksgiving: Hunderttausende in USA ohne Strom

Ausgerechnet am Thanksgiving-Feiertag hat ein Schneesturm im Nordosten der USA großflächige Stromausfälle mit sich gebracht. Allein in den Bundesstaaten Maine und Vermont blieben bei rund 300.000 Menschen gestern die Küche und damit der traditionelle Truthahnbraten kalt. Viele Reisende, die über das lange Wochenende zu ihren Familien wollten, mussten Verspätungen hinnehmen. Hunderte Flüge wurden gestrichen.

Mehr dazu in Reiseverkehr lahmgelegt

Ferguson-Todesschütze scheidet aus Polizei aus

Der Polizist, der im August in der US-Stadt Ferguson den schwarzen Teenager Michael Brown erschossen hat, wird nicht mehr in den Dienst zurückkehren. Die Polizeiarbeit sei für Darren Wilson mittlerweile zu gefährlich, sagte sein Anwalt Neil Bruntrager. „Auf gar keinen Fall wird er wieder als Polizist arbeiten können“, sagte der Anwalt.

Wilson befinde sich derzeit in Gesprächen mit der Polizei von Ferguson, in denen die Konditionen seines Ausscheidens aus dem Dienst geklärt würden, sagte Bruntrager. Sein Ausscheiden sei „keine Frage des Ob, sondern des Wann“, fügte er hinzu. Dem Fernsehsender CNN sagte er, dass sein Mandant trotz eines reinen Gewissens aufgrund der Auswirkungen des Vorfalls seine Arbeit nicht mehr ausüben könne.

„Sobald er wieder auf der Straße wäre, würde ihm oder seinen Begleitern etwas Fürchterliches passieren“, sagte Bruntrager. „Und das Letzte, was er möchte, ist, einen anderen Polizisten in Gefahr zu bringen.“

Tat zog heftige Proteste nach sich

Wilson hatte Brown am 9. August in dem Ort im Bundesstaat Missouri erschossen. Die Bevölkerung des Vororts von St. Louis ist mehrheitlich schwarz, während die Polizisten, ebenso wie Todesschütze Wilson, überwiegend weiß sind. Obwohl Brown unbewaffnet war, gab Wilson an, aus Notwehr gehandelt zu haben.

Die Tat hatte in Ferguson sowie im ganzen Land heftige Proteste gegen Rassismus bei der Polizei hervorgerufen. In der Stadt kam es nach der Tat zu schweren Ausschreitungen. Diese flammten erneut auf, nachdem eine Jury Wilson am Montag von jeglicher Schuld freigesprochen hatte. Im Laufe der Woche beruhigte sich die Situation jedoch allmählich wieder.

Medien

30 Jahre 3sat: Im Anfang war Vera Russwurm

„Was die Österreicher und die Deutschen trennt, ist die gemeinsame Sprache“, meinte Karl Kraus einst in Anlehnung an Mark Twain. Womit er nicht kalkulierte in seiner „Gemeinsamkeitsrechnung“, war die Schweiz. Dass diese drei Länder aber viel Gemeinsames schaffen trotz oder wegen der „gemeinsamen“ Sprache, zeigt ein Sender seit gut 30 Jahren.

Was als Kulturprogramm via Satellit für 8.000 Haushalte begann, ist mittlerweile ein öffentlich-rechtliches Grundangebot für 40 Millionen Haushalte. 3sat, die Kooperation zwischen ORF, ZDF und Schweizer Fernsehen, später auch mit der ARD im Verbund, ist 30 Jahre alt. Und die erste 3Sat-Anchor-Woman für Österreich: Vera Russwurm.

Mehr dazu in Kult- und Kulturmarke

Kultur

Erster „Star Wars“-Trailer veröffentlicht

Der erste, von Fans sehnsüchtig erwartete Trailer für „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ ist heute via iTunes veröffentlicht worden.

Der nicht einmal einminütige Clip zur legendären „Force Theme“ von Filmkomponist John Williams lässt die einzelnen Hauptfiguren aufblitzen und gewährt einen kurzen Blick auf die Millennium Falcon, das kultige Raumschiff von Han Solo.

Mehr dazu in oe3.ORF.at

Tänze und Rauchsauna auf UNESCO-Liste

Rituale des Sebiba-Fests in Algerien, bolivianische Tänze der Yampara und die Tradition der Rauchsauna in Estland gehören nun zum UNESCO-geschützten immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen nahm während ihrer bis heute andauernden Tagung in Paris insgesamt 38 Einträge in ihre verschiedenen Listen auf.

34 davon kamen in die besonders wichtige „repräsentative Liste“. Bereits Anfang der Woche waren drei Kulturen als dringend erhaltungsbedürftig eingestuft sowie ein Praxisbeispiel aufgenommen worden.

Die UNESCO fördert seit 2003 Schutz, Dokumentation und Erhaltung von Kulturformen, die von Generation zu Generation transportiert werden. In den drei Listen sind weltweit mehr als 300 Bräuche, Darstellungskünste oder Handwerkstechniken verzeichnet.

Science

Gesundheit

WHO rät Ebola-Infizierten zu sexueller Enthaltsamkeit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat alle Ebola-Infizierten aufgerufen, rund drei Monate nach den ersten Symptomen sexuell enthaltsam zu bleiben oder zumindest Präservative zu benutzen. Einige Studien hätten gezeigt, dass das Sperma möglicherweise bis zu 82 Tage lang das Virus übertragen könne, erklärte die UNO-Behörde heute.

Deshalb sollte in der Zeit nach Möglichkeit ebenso auf Oralsex verzichtet werden, auch wer masturbiere, solle extrem vorsichtig sein, warnte die WHO.

„Reine Vorsichtsmaßnahme“

Sie wies darauf hin, dass es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme handle, da die wenigen Studien zu den Ansteckungsgefahren durch Sperma nur bedingt Aussagekraft besäßen. Unter anderem wies im Jahr 1995 das Sperma eines Ebola-Patienten aus der Demokratischen Republik Kongo noch 82 Tage nach Beginn der Infektion Spuren des Virus auf.

Ebola-Schnelltest soll Ergebnis in 15 Min. liefern

Die britische Regierung kündigte unterdessen Versuche mit einem neuen Ebola-Schnelltest an, der das Virus bereits nach 15 Minuten nachweisen kann statt der bisher üblichen zwei Stunden. Die Versuche würden in den kommenden Wochen in einem Ebola-Zentrum der Hauptstadt von Guinea, Conakry, beginnen. Vorgenommen würden sie von Experten des in Dakar stationierten Pasteur-Instituts, teilten das britische Entwicklungsministerium und die Wohltätigkeitsorganisation Wellcome Trust in London mit.

Die neuen Tests sind den Angaben zufolge robust genug, um später selbst in einfachen Krankenstationen auf dem Land ausgewertet zu werden, in denen oftmals der Strom und damit die Kühlsysteme ausfallen. Die herkömmlichen Tests müssen in Labors ausgewertet werden.

Leute

Fünf Mitarbeiter wegen Fotos von Hollande und Gayet versetzt

Wegen der Fotos von Frankreichs Präsident Francois Hollande mit der Schauspielerin Julie Gayet werden fünf Mitarbeiter im Elysee-Palast versetzt. Die Mitglieder des „privaten Dienstes“ des Staatschefs würden nach der Veröffentlichung der Fotos „neu eingeteilt“, hieß es bei der Präsidentschaft in Paris.

Die Zeitung „Liberation“ hatte gemeldet, die Mitarbeiter würden alle versetzt, weil nicht herauszufinden sei, wer die offensichtlich mit einem Handy vom Elysee-Palast aus gemachten Aufnahmen geschossen habe. Vier der fünf Mitarbeiter seien noch von Hollandes konservativem Vorgänger Nicolas Sarkozy eingestellt worden.

Keine Aufnahme durch Drohne

Das Klatschmagazin „Voici“ hatte die drei Fotos von Hollande und Gayet auf einer Terrasse vor den Privatzimmern des Präsidenten im Elysee-Palast vor rund einer Woche veröffentlicht. „Voici“-Chefredakteurin Marion Alombert versicherte danach: „Die Fotos wurden nicht vom Inneren des Elysee-Palastes aus aufgenommen.“ Es sei aber auch keine „Drohne“ im Spiel gewesen. Nähere Einzelheiten wollte sie nicht preisgeben.

Die Fotos hatten auch die Diskussion über die Sicherheit des französischen Präsidenten neu entfacht. Die Sicherheit war bereits nach der Enthüllung seiner heimlichen Liebesaffäre mit Gayet im Jänner entbrannt, denn der Staatschef hatte sich nachts auf einem Motorroller in Paris zu der Schauspielerin bringen lassen.

Nach der Enthüllung hatte sich Hollande von seiner langjährigen Lebensgefährtin Valerie Trierweiler getrennt. Zu seinem Verhältnis zu Gayet äußerte sich Hollande öffentlich bisher nicht.