Ausland

Anschläge auf dem Sinai: Opferzahl auf 120 gestiegen

Die Opferzahl bei einem der heftigsten Gewaltausbrüche im Sinai seit Jahren hat sich weiter erhöht. Die Angriffe islamistischer Extremisten auf Posten der ägyptischen Armee und anschließende Gefechte forderten ägyptischen Medien zufolge heute fast 120 Menschenleben. Zu den Angriffen auf Kontrollposten der ägyptischen Armee hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

Das ägyptische Militär veröffentlichte am Abend im Staatsfernsehen die ersten genaueren Opferzahlen - 100 Militante und 17 Soldaten sind demnach getötet worden. Die Streitkräfte hätten die Angreifer zurückgeschlagen, verfolgt und deren Sammelpunkte zerschlagen.

Neun Tote bei Razzia in Kairo

Ägyptische Sicherheitskräfte haben heute Nachmittag in Kairo nach eigenen Angaben in einem Appartement neun bewaffnete Männer erschossen. Die Behörden hätten Informationen erhalten, dass die Gruppe einen Anschlag plane.

Die Wohnung in einem westlichen Stadtteil der Hauptstadt sei daraufhin gestürmt worden. Unter den Toten befindet sich den Angaben zufolge Nasser al-Hafi, ein Anwalt der Muslimbruderschaft und ehemaliger Abgeordneter.

Atomdeal: Gespräche in Wien und Teheran

In den Atomverhandlungen mit dem Iran gehen die Gespräche auf Ebene der Außenminister weiter. Mehrere Chefdiplomaten der 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) werden morgen am Verhandlungsort in Wien erwartet.

An den Gesprächen teilnehmen werden der französische Außenminister Laurent Fabius und sein chinesischer Kollege Wang Yi sowie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Nach APA-Informationen könnten auch iranische Verhandler bei dem Treffen mit von der Partie sein.

Gleichzeitig trifft sich der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Yukiya Amano in Teheran mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani sowie weiteren Regierungsmitgliedern. Die IAEA soll im Fall eines Abkommens die Vertragstreue des Irans überwachen und damit grünes Licht für die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen geben.

Bis zum 7. Juli soll ein Abkommen stehen. Es soll die Zukunft des iranischen Atomprogramms regeln. Die internationale Gemeinschaft will Gewissheit, dass der Iran keine Atombombe baut.

WikiLeaks: NSA spähte deutsche Ministerien aus

Der US-Geheimdienst NSA hat nach Informationen von WikiLeaks nicht nur die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern auch weite Teile der deutschen Regierung ausgespäht. Das geht aus Dokumenten hervor, die die Enthüllungsplattform heute Abend veröffentlichte, wie die „Süddeutsche Zeitung“ in Zusammenarbeit mit NDR und WDR berichtete. Offenbar sei an einigen Abhöraktionen auch ein britischer Geheimdienst beteiligt gewesen.

Spione interessierten sich für deutsche Handelspolitik

Der Liste zufolge gehörten zu den Spionagezielen der National Security Agency (NSA) offenbar nicht nur das Wirtschafts-, sondern auch das Finanz- sowie das Landwirtschaftsministerium. Die NSA habe sich vor allem für die deutsche Währungs- und Handelspolitik interessiert. Auch die aktuellen Nummern mehrerer Staatssekretäre des Bundesfinanzministeriums fänden sich auf der 69 Nummern umfassenden Liste, hieß es in dem Bericht. Aufgeführt sei zudem die Europäische Zentralbank (EZB).

Bei den WikiLeaks vorliegenden Selektoren handle es sich offenbar sowohl um in der Vergangenheit überwachte Anschlüsse als auch um aktuelle Anschlüsse.

Auch Telefonat zu Griechenland abgehört

Die neuen Dokumente enthielten offenbar auch ein Abhörprotokoll eines Telefongesprächs, in dem sich Merkel am 11. Oktober 2011 zu den damaligen Entwicklungen in Griechenland äußerte.

„Die deutsche Kanzlerin Merkel erklärte, sie sei ratlos“, heißt es den Berichten zufolge in dem Protokoll. Merkel sagte demnach, sie befürchte, dass selbst ein zusätzlicher Schuldenschnitt die Probleme nicht lösen könnte, da Athen nicht in der Lage sei, mit den verbleibenden Schulden zurechtzukommen.

US- und kubanische Botschaften öffnen ab 20. Juli

Die USA und Kuba wollen ihre Botschaften in der jeweils anderen Hauptstadt am oder ab dem 20. Juli wieder öffnen. Das teilte das kubanische Außenministerium heute in Havanna mit. Kubas Staatschef Raul Castro habe einen entsprechenden schriftlichen Vorschlag von US-Präsident Barack Obama angenommen.

„Das ist ein historischer Schritt in unseren Bemühungen, die Beziehungen mit der kubanischen Regierung zu normalisieren“, sagte Obama im Garten des Weißen Hauses. Die Entscheidung markiere auch ein „neues Kapitel mit unseren Nachbarn“ in Lateinamerika. Noch in diesem Sommer werde Außenminister John Kerry nach Havanna fliegen, um „aufs Neue die amerikanische Flagge über unserer Botschaft zu hissen“.

Castro wies auch auf das Prinzip der Nichteinmischung bei inneren Angelegenheiten des jeweils anderen Staates hin. Das müsse auch den Verzicht auf Gewaltandrohung oder -anwendung gegen den anderen Staat beinhalten, schrieb Castro in einem Brief an Obama.

Der Chef der kubanischen Interessenvertretung in Washington, Jose Rodriguez, habe die Antwort Castros dem stellvertretenden US-Außenminister Tony Blinken übergeben. Ob die Botschaften in Washington und Havanna exakt am 20. Juli öffnen, ist unklar. In Havanna war nur von einer Öffnung „ab 20. Juli“ die Rede.

Türkei: AKP-Kandidat neuer Parlamentspräsident

Der scheidende Verteidigungsminister und Kandidat der islamisch-konservativen AKP, Ismet Yilmaz, ist neuer Präsident des türkischen Parlaments. In einer Stichwahl setzte er sich gegen den Favoriten der Mitte-links-Partei CHP und bisherigen Alterspräsidenten Deniz Baykal durch, wie der Sender CNN Türk berichtete. 258 der 550 Abgeordneten stimmten für Yilmaz, 182 für Baykal.

Der 1961 in der zentraltürkischen Provinz Sivas geborene Yilmaz wurde im Jahr 2007 zunächst Verkehrsminister in der AKP-Regierung und später Staatssekretär im Tourismusministerium. Im Jahr 2011 wurde er Verteidigungsminister.

Als nächsten Schritt dürfte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zunächst den Chef der AKP, Ministerpräsident Ahmet Davutoglu, mit der Bildung einer Koalitionsregierung beauftragen. Sollte es nicht gelingen, eine neue Regierung zu bilden, könnte es im November zu Neuwahlen kommen. Die AKP hatte bei der Wahl am 7. Juni nach zwölf Jahren ihre absolute Mehrheit verloren.

Inland

EU-Austritt-Volksbegehren: 261.159 Unterstützer

261.159 Österreicher wollen eine Volksabstimmung über den Abschied aus der EU. Sie haben das von Inge Rauscher initiierte EU-Austritt-Volksbegehren unterzeichnet. Mit einer Unterstützung durch 4,12 Prozent der Stimmberechtigten rangiert es auf Rang 23 der nunmehr 38 Volksbegehren - und muss, weil die 100.000er-Hürde genommen ist, vom Nationalrat behandelt werden.

Den stärksten Zuspruch fand das Volksbegehren in Niederösterreich (5,18 Prozent), in Kärnten waren es fast fünf Prozent (4,85).

Zweiter Anlauf der EU-Gegner

In Zeiten der Wirtschafts- und Griechenland-Krise erreichten die von der mittlerweile pensionierten Übersetzerin Rauscher (Initiative Heimat und Umwelt) angeführten EU-Gegner heuer deutlich mehr Zuspruch als im Jahr 2000: Damals wurde ihr Volksbegehren für eine neue EU-Abstimmung von 3,35 Prozent bzw. 193.901 Stimmberechtigten unterschrieben.

Die zentrale Forderung heuer war: „Der Nationalrat möge den Austritt der Republik Österreich aus der Europäischen Union mit Bundesverfassungsgesetz, welches einer Volksabstimmung zu unterziehen ist, beschließen.“ Die Initiatoren Inge Rauscher, Helmut Schramm und Franz-Joseph Plank freuten sich in einer Aussendung über ein „großartiges Ergebnis“.

Ärzteausbildung: Ministerium kontert RH-Kritik

Das Gesundheitsministerium tritt der Kritik des Rechnungshofs an der Ärzteausbildung entgegen: Diese sei in weiten Teilen nicht mehr aktuell, denn mit 1. Juni 2015 sei eine völlig neu gestaltete Ärzteausbildung in Kraft getreten.

Dafür seien auch langjährige Forderungen des RH aufgegriffen worden - etwa Transparenz durch Ausbildungsbücher oder Konzepte für die Turnusärzte.

Die gesamte Ärzteausbildung sei nach mehr als fünfjähriger Vorbereitungsphase unter Einbeziehung sämtlicher Systempartner (Österreichische Ärztekammer, Länder, Universitäten, Träger von Krankenanstalten, Sozialversicherungen) fachlich neu ausgerichtet worden, betonte das Ministerium in einer Aussendung.

Das vom Rechnungshof geforderte Instrument der Evaluierung der Ausbildungseinrichtungen sei in der Reform bereits umgesetzt.

„Nazikeller-Affäre“: Prozess gegen Burgenländer startet

Die „Nazikeller-Affäre“ rund um eine Dokumentarfilmszene, die ein „gemütliches Beisammensein“ in einem mit NS-Devotionalien gespickten Keller im Burgenland zeigt, findet heute vor dem Landesgericht Eisenstadt ein Nachspiel: Jener 58-Jährige aus dem Bezirk Mattersburg, in dessen Keller der Dreh stattfand, muss sich wegen Wiederbetätigung nach Paragraf 3g des Verbotsgesetzes verantworten.

Der Beschuldigte hat den gegen ihn erhobenen Vorwurf zurückgewiesen und betont, er sei bloß ein „Sammler“. Die Hauptverhandlung findet vor einem Geschworenensenat statt. Der Prozess ist bis 20.00 Uhr angesetzt. Neun Zeugen sind geladen, unter ihnen ist auch der Regisseur Ulrich Seidl.

Nach Bekanntwerden der Kellerszene, die Teil von Seidls im Vorjahr erschienenem Streifen „Im Keller“ ist, hatte die Staatsanwaltschaft auch gegen vier weitere Beteiligte ermittelt. Das Verfahren gegen sie wurde eingestellt.

Einkommensliste der NR-Mandatare veröffentlicht

Nicht einmal ein Drittel der österreichischen Nationalratsabgeordneten üben diesen Job hauptberuflich aus. Neun sind Spitzenverdiener und nahmen 2014 neben ihrem Mandatarsgehalt über 10.000 Euro pro Monat ein.

Das geht aus der Transparenzliste auf der Parlamentshomepage hervor, nachdem gestern die Meldefrist für das Vorjahr endete. Vollständig ist sie nicht, drei Abgeordnete fehlen noch.

Bis 30. Juni hatten die Abgeordneten Zeit zu melden, wie viel sie abseits ihres Abgeordnetengehalts (8.583,27 Euro brutto monatlich) verdienen. Seit 2013 erfolgt diese Offenlegung nach einen neuen System: Man erfährt zwar nicht, wie hoch genau der Verdienst ist, allerdings werden die Einkünfte in Kategorien gestaffelt, nämlich bis 1.000 Euro, 1.001 bis 3.500 Euro, 3.501 bis 7.000 Euro, 7.001 bis 10.000 Euro und über 10.000 Euro monatlich.

Ein Abgeordneter, nämlich Günther Kumpitsch (FPÖ), meldete nicht, da er erst seit kurzem (als Nachfolger von Mario Kunasek) im Parlament sitzt.

FPÖ-Mandatare Spitzenverdiener

Eine endgültige Bilanz ist noch nicht möglich, da einige Daten noch nicht auf der Parlamentsseite veröffentlicht wurden. Schon jetzt ist aber fix, dass die FPÖ die meisten Spitzenverdiener in ihren Reihen hat, nämlich vier Mandatare mit über 10.000 Euro. Einer davon ist FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl, der 2013 noch in der Kategorie vier gelandet war.

Bei der ÖVP gab es drei Personen mit über 10.000 Euro, darunter auch der Arzt Marcus Franz, der erst kürzlich in den schwarzen Klub gewechselt war. In der SPÖ verdiente der nun scheidende Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos über 10.000 Euro, ebenso Anwalt Hannes Jarolim.

Bei den Grünen, NEOS und Team Stronach gab es keine Topverdiener. Und für vorerst 54 Mandatare wird überhaupt kein weiteres Einkommen ausgewiesen. Darunter sind auch die Klubobleute zu finden, für die Berufsverbot gilt - mit Ausnahme von NEOS-Klubchef Matthias Strolz, der 2014 „Buchtantiemen“ ausbezahlt bekam. Die meisten hauptberuflichen Mandatare sind dabei in der SPÖ (15) zu finden, gefolgt von den Grünen (14) und der FPÖ (12).

In der Einkommenskategorie eins werden vorläufig 28 Mandatare ausgewiesen, in der Kategorie zwei 46, in Kategorie drei 27 und in Kategorie vier 15.

Wirtschaft

„Steueroase“: Ukraine nahm Österreich von schwarzer Liste

Im vergangenen Mai hat die Ukraine Österreich auf eine „schwarze Liste“ von Ländern gesetzt, die als Steueroasen betrachtet und entsprechend behandelt werden. Jetzt wurde diese Entscheidung wieder rückgängig gemacht, wie das Außenministerium der APA mitteilte. Österreich mit 1. Juli von der Liste gestrichen.

Die Regierung in Kiew hatte eine neue Transferpreiskontrolliste erlassen, auf der sich 76 Länder und Gebiete, darunter auch Österreich, befanden. Das hatte zur Folge, dass heimische Exportunternehmen gegenüber Konkurrenten aus Ländern, die nicht auf der Liste stehen, steuerlich benachteiligt wurden.

Ö: Deutliches Plus bei Langzeitarbeitslosen

Die Arbeitslosigkeit hat im Juni einen neuen Rekordwert erreicht: 381.898 Personen waren auf Jobsuche, das war ein Plus von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dramatischer wird die Lage für Langzeitarbeitslose, knapp 33.000 Menschen sind bereits länger als ein Jahr ohne Arbeit, eine Zunahme von 182 Prozent. Das AMS erklärte die hohe Zahl mit der „schlechten Allgemeinsituation“ - weil die Anzahl der Arbeitslosen generell steige, erhöhe das den Druck auf jene, „die weniger oft drankommen“, noch mehr.

Mehr dazu in Fast 382.000 Menschen ohne Job

OECD erwartet billigere Landwirtschaftsprodukte

Landwirtschaftsprodukte werden in den kommenden zehn Jahren allmählich günstiger. Die inflationsbereinigten Preise würden aber über jenen vom Anfang der 2000er Jahre bleiben, gab die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) heute im aktuellen „Landwirtschaftsausblick 2015-2024“ bekannt.

Die Entwicklung sei vor allem auf die hohe Produktivität und die gleichzeitig langsamer wachsende Nachfrage zurückzuführen. Ein weiterer Grund seien die niedrigen Ölpreise. Diese würden nicht nur die Energie- und Düngemittelkosten verkleinern, sondern auch den Anreiz zur Produktion von Biokraftstoff verringern.

Nachfrage in Entwicklungsländern soll steigen

Große Veränderungen werden in Entwicklungsländern erwartet. Durch Bevölkerungszuwachs, höhere Pro-Kopf-Einkommen und Urbanisierung werde sich der Bedarf an Nahrungsmitteln vergrößern. Dort werde es in den nächsten Jahren zu einer erhöhten Nachfrage nach Produkten mit tierischem Eiweiß kommen, wodurch die Preise für Fleisch und Milchprodukte im Vergleich zu den Erntepreisen hoch sein würden, hieß es weiter.

OECD-Generalsekretär Angel Gurria warnte bei der Präsentation des Berichts davor, sich auf diesem Ausblick auszuruhen. Die Regierungen sollten die aktuellen Bedingungen nutzen, um sich auf eine Entwicklungspolitik zu konzentrieren, die die Produktivität erhöht und Innovationen vorantreibt. „Man sollte für ein robustes System sorgen, das sowohl Konsumenten als auch Landwirten nützt“, sagte Gurria.

Wirtschaftsbericht: „Talsohle scheint durchschritten“

Die Nachwirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise prägen auch im siebenten Jahr die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich und in der EU insgesamt.

Dennoch habe die Euro-Zone 2014 die Rezession überwunden. „Auch in Österreich scheint die Talsohle durchschritten“, heißt es im Wirtschaftsbericht 2015, der vom Wirtschaftsministerium federführend erstellt wird und heute vorgestellt wurde.

Niedriger Ölpreis und schwacher Euro machen Hoffnung, dass die Exporte weiter wachsen. Im Vorjahr wurde der vierte Exportrekord in Folge erzielt, so der Wirtschaftsbericht. Nach dem realen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent im Jahr 2014 erwarten die Wirtschaftsforschungsinstitute für 2015 und 2016 höhere Steigerungsraten.

Das WIFO rechnet für heuer mit 0,5 Prozent, das IHS mit 0,8 Prozent Wachstum. Für 2016 gehen die Institute von 1,3 bis 1,6 Prozent aus, die OeNB sogar von 1,9 Prozent. Es gebe die Hoffnung, dass die Steuerreform ab 2016 den Konsum ankurbeln wird. Die Arbeitslosigkeit steigt, obwohl auch die Beschäftigung zulegt, „aufgrund der Zunahme der Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Arbeitskräften sowie von zusätzlichen ausländischen Arbeitskräften aus der EU“.

Juncker lobt, Aiginger tadelt

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vermerkt in seinem Beitrag, dass sich der Arbeitsmarkt in Österreich „sehr gut“ entwickle. Österreich stehe „vor der Herausforderung, angesichts des demografischen Wandels langfristig genügend Arbeitskräfte zu gewährleisten“. Laut Bertelsmann-Studie gehört Österreich zudem zu den drei größten Nutznießern der EU.

Deutlich kritischer ist WIFO-Chef Karl Aiginger. Er sieht „eine Pause im Erfolgslauf Österreichs“, weil das Wachstum das dritte Jahr in Folge unter einem Prozent liegt und das zweite Jahr in folge unter dem EU-Schnitt bei zugleich höherer Inflation. Neben der kalten Progression und einer hohen Belastung des Faktors Arbeit würden Gebühren erhöht und nicht die Produktivität der öffentlichen Leistungen, so Aiginger.

Österreichs Wirtschaft „auf der Kriechspur“

Ähnlich kritisch sieht es Bernhard Felderer, Vorsitzender des Staatsschuldenausschusses: 2015 belege Österreich im Vergleich zu den EU-28 einen der letzten Plätze im Ranking der Wachstumsraten. Die Gründe dafür seien bisher nicht ausreichend diskutiert worden, „von den daraus zu ziehenden wirtschaftspolitischen Schlussfolgerungen ganz zu schweigen“.

Der Chefökonom der Industriellenvereinigung, Christian Helmenstein, sieht ebenfalls Österreichs Wirtschaft „auf der Kriechspur“, und IHS-Ökonom Helmut Hofer fordert „Reformen zur langfristigen Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich“. Während die Stimmungsindikatoren im Euro-Raum nach oben weisen, stelle sich die Einschätzung für Österreich „vergleichsweise bescheiden“ dar.

Verkaufsgerüchte über Palmers

Über den Wäschekonzern Palmers gibt es wieder Übernahmegerüchte. Der Kaufpreis soll bei acht bis zehn Millionen Euro liegen, eine österreichische Managementgruppe soll Interesse an Einstieg und Neuaufstellung von Palmers haben.

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Ende März hat die Unternehmensleitung des Triumph-Werkes in Oberwart (Burgenland) bekanntgegeben, das Werk zu schließen. Die noch bis Ende August beschäftigten 210 Mitarbeiterinnen des Unterwäscheherstellers bekommen nun in einer Arbeitsstiftung die Möglichkeit, andere Berufe zu erlernen oder sich umschulen zu lassen.

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Sport

Fußball: Magaths Gründe für Absage an Austria

Lange Zeit war der Deutsche Felix Magath als Austria-Trainer im Gespräch gewesen, am Ende ergatterte Thorsten Fink den Job bei den „Veilchen“. Und eigentlich sei er sich mit Austrias Sportdirektor Franz Wohlfahrt einig gewesen.

Warum sich der 61-Jährige letztlich doch gegen ein Engagement in Wien entschied, erklärte er nun in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung „Kölner Express“: weil die Austria ein Problem habe, „das viele Traditionsvereine haben“. Auch aus einem möglichen Trainerposten bei 1860 München wurde nichts.

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Wimbledon: Thiem muss sich Verdasco beugen

Dominic Thiem hat heute nur knapp den Einzug in die dritte Wimbledon-Runde verpasst. Österreichs Nummer eins musste sich am heißesten Tag der Wimbledon-Geschichte dem Spanier Fernando Verdasco in fünf Sätzen geschlagen geben.

Thiem gewann die Sätze eins sowie drei und lag auch in der Entscheidung bereits mit einem Break voran. Am Ende fehlte dem 21-Jährigen gegen den zehn Jahre älteren Verdasco aber die Routine, um den Sieg unter Dach und Fach zu bringen.

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Fußball: Alaba meldet sich bei Bayern zurück

Knapp sieben Wochen vor dem Auftakt in der deutschen Bundesliga hat am Mittwoch auch Bayern München den Countdown zur erfolgreichen Titelverteidigung gestartet. Insgesamt 15 Spieler konnte Starchoach Josep Guardiola zur ersten Einheit nach der Sommerpause begrüßen - darunter auch ÖFB-Star David Alaba, der die Endphase der vergangenen Saison verletzt verpasst hatte. Pünktlich zum Trainingsstart präsentierten die Bayern zudem mit dem Brasilianer Douglas Costa die erste millionenschwere Neuverpflichtung für die kommende Saison.

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Chronik

Brütende Hitze zu Ferienbeginn

Rechtzeitig zum Ferienbeginn im Osten Österreichs kommt auch der Sommer so richtig auf Touren. „Es wird von Tag zu Tag heißer“, heißt es dazu aus der ORF-Wetterredaktion. Von Westen her breitet sich die Hitzewelle dann auf das ganze Land aus. Der vorläufige Höhepunkt wird am Wochenende mit bis zu 38 Grad erwartet - im Osten bleibt es bis kommenden Dienstag heiß. Die notwendige Abkühlung bietet ein Sprung in den See - die Wassertemperaturen hinken der Jahreszeit nämlich noch etwas hinterher.

Mehr dazu in Auch nach dem Wochenende bleibt es heiß

Frau fährt in Warteschlange: Mädchen (14) tot

Mit einem Geländewagen ist eine Frau in Lollar bei Gießen in Deutschland gestern in eine Warteschlange vor einem Schwimmbad gefahren und hat eine Jugendliche tödlich verletzt. Die 14-Jährige starb kurz nach dem Unfall im Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte.

Eine weitere 14-Jährige wurde schwer und ein 16-jähriger Junge leicht verletzt. Die 62 Jahre alte Unfallverursacherin kam mit einem Schock ins Krankenhaus. Sie habe offenbar Bremse und Gaspedal verwechselt, sagte ein Polizeisprecher.

Science

Religion

Was Österreich gegen Dschihadismus tut

Mehr als 200 Personen aus Österreich sind in der jüngeren Vergangenheit als Dschihadisten nach Syrien gegangen. Was wird getan, um Jugendliche davor zu schützen, in den Sog von Extremisten zu geraten? Auf politischer Ebene gehört Präventionsarbeit gegen Extremismus längst zur Realität.

Auch verschiedene muslimische Organisationen widmen sich dem schwierigen Gebiet. Die Bekämpfung des Extremismus sei allerdings von Muslimen allein nicht zu schaffen, so Dudu Kücükgöl von der Muslimischen Jugend Österreich (MJÖ) im Gespräch mit religion.ORF.at.

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Kultur

Brettspiel „Monopoly“ wird verfilmt

Der Spielzeughersteller Hasbro will das Brettspiel „Monopoly“ auf die Leinwand bringen. Andrew Niccol („The Truman Show“) wurde beauftragt, das Drehbuch für den Film zu schreiben, berichtete das Branchenblatt „Variety“. Der Film, für den noch kein Startdatum angegeben wurde, soll gemeinsam mit dem Filmstudio Lions Gate produziert werden.

Der Film dreht sich um die Geschichte eines Buben aus der Baltic Avenue, eine der billigsten Straßen in der US-Fassung des Brettspiels, der sich auf den Weg macht, um reich zu werden. In dem mehr als 100 Jahre alten Spiel geht es darum, Grundstücke und Immobilien zu kaufen und zu vermieten. 275 Millionen Exemplare des Brettspiels in 47 Sprachen wurden bisher verkauft.

Erste schwarze Primaballerina an American Ballet Theater

Die Tänzerin Misty Copeland hat Geschichte geschrieben: Wie die „New York Times“ gestern berichtete, wurde die 32-jährige Afroamerikanerin zur Solotänzerin des seit 75 Jahren bestehenden American Ballet Theater (ABT) ernannt - als erste Ballerina mit dunkler Hautfarbe.

Beispiellose Karriere gegen viel Widerstand

Copeland, die mit 13 Jahren begann, Ballettunterricht zu nehmen, hat sich gegen viele Widerstände in die Position gekämpft. Zu klein, zu athletisch, zu viel Oberweite, viel zu alt: So lautete die Kritik, die sich die Tänzerin zu Beginn ihrer Karriere oft anhören musste. Zahlreiche Absagen von Ballettschulen und Compagnien hielten sie nicht davon ab, ihren Traum zu verfolgen.

Balletttänzerin Misty Copeland

APA/AP/Mary Altaffer

Misty Copeland in „Schwanensee“ an der Metropolitan Opera

Seit 2007 ist Copeland Solotänzerin der renommierten New Yorker Institution. Sie war in den vergangenen Jahren in zahlreichen großen Rollen zu sehen, das Magazin „Time“ widmete ihr einen großen Artikel inklusive Cover, und über eine halbe Million Fans folgen ihrem Instagram-Account.

„Ich hatte Momente, in denen ich an mir gezweifelt habe und meine Karriere beenden wollte, weil ich glaubte, als Afroamerikanerin hätte ich keine Chance, auf dieses Level zu gelangen,“ sagte Copeland bei einer Pressekonferenz in der Metropolitan Opera. „Gleichzeitig hat es mich angespornt, mich durchzubeißen, für die nächste Generation. Ich stehe hier nicht alleine, sondern stellvertretend für alle, die vor mir kamen und mir den Weg bereitet haben.“

Autobiografien für Kinder und Erwachsene

Als eine von insgesamt nur drei schwarzen Künstlerinnen, der eine Solokarriere beim ABT gelang, hatte sie sich zuvor schon öfter über die Schwierigkeiten dunkelhäutiger Tänzer im klassischen Ballet geäußert.

Im vergangenen Jahr erschien ihre Autobiografie „Life in Motion: An Unlikely Ballerina“ sowie mit „Firebird“ ein Kinderbuch, in dem Copeland junge Mädchen und Buben mit ihrer Geschichte ermutigen will, ihre Träume zu leben. Beide Bücher wurden von Kritikern hochgelobte Bestseller.

Leute

Saudischer Prinz Walid will gesamtes Vermögen spenden

Der saudische Prinz Walid bin Talal will nach eigenen Angaben umgerechnet 28,6 Milliarden Euro und damit sein ganzes Vermögen für wohltätige Zwecke stiften.

Er wolle das Geld in den nächsten Jahren seiner Organisation Alwaleed Philanthropies zukommen lassen, sagte der 60-Jährige heute. Diese unterstützt laut ihrer Website unter anderem weltweit Projekte gegen Armut.

Walid bin Talal ist dem Magazin „Forbes“ zufolge der reichste Mann Saudi-Arabiens. Dem Prinzen, der seinen Reichtum offen zur Schau stellt, gehört unter anderem ein Immobilienimperium, darunter zahlreiche Luxushotels. Er ist auch an dem Kurznachrichtendienst Twitter beteiligt.

Vor zwei Jahren hatte er sich darüber beschwert, dass er auf die „Forbes“-Liste der Superreichen nur auf Platz 26 aufgetaucht war. Sein Vermögen sei zu niedrig bewertet worden, klagte er damals.

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