Ausland

Ungarn verschärft Asylrecht

Ungarn verschärft die Regelungen zum Umgang mit Asylsuchenden. Flüchtlinge sollen bis zum Ende ihres Asylverfahrens inhaftiert werden dürfen, das Verfahren selbst wird verkürzt. Das beschloss das Parlament in Budapest heute, wie die staatliche ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtete.

Asylsuchende sollen auch gegen Bezahlung gemeinnützige Arbeit verrichten. Verlassen sie die ihnen zugewiesenen Aufenthaltsorte länger als für 48 Stunden, wird das Asylverfahren annulliert.

Gesetzlicher Rahmen für Grenzzaun geschaffen

Ungarn treibt außerdem die Arbeiten am geplanten Grenzzaun zu Serbien voran. In dem Gesetzespaket seien die rechtlichen Voraussetzungen zur Flächennutzung geschaffen worden, heißt es.

Das Grenzzaunprojekt wird von der EU und Menschenrechtsorganisationen kritisiert. Rund 72.000 Flüchtlinge - zumeist aus den arabischen Krisenregionen - sind in diesem Jahr nach Ungarn gekommen und damit fast doppelt so viele wie im ganzen Vorjahr. Innenminister Sandor Pinter erklärte, die ungarischen Flüchtlingsunterkünfte seien zu 130 Prozent belegt.

Entscheidende Verhandlungsrunde im Atompoker mit Iran

Bei den Wiener Atomverhandlungen sind die Spitzendiplomaten der 5+1-Gruppe mit dem iranischen Außenminister Mohammad Dschawad Sarif sowie der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini heute Nachmittag zu einer möglicherweise entscheidenden Verhandlungsrunde im Palais Coburg zusammengekommen.

Bei dieser „Elefantenrunde“ soll der weitere Zeitplan (die verlängerte Frist für eine Einigung läuft morgen um Mitternacht ab), der Stand der Verhandlungen, also der Vertragsentwurf und die Vorgangsweise, besprochen werden, um doch noch zu einem Abkommen zu gelangen.

„Noch nichts klar“

Auch einen Tag vor Ablauf der neuen Frist zeichnet sich noch kein Durchbruch ab. „Es ist noch nichts klar“, sagte Sarif vor Beginn der Gespräche. Es bestünden immer noch einige Meinungsverschiedenheiten, an deren Beseitigung hart gearbeitet werde.

Es müssten aber noch „schwierige Entscheidungen“ getroffen werden, sagte auch der Außenamtssprecher John Kirby dem TV-Sender CNN. Sollten sich die offenen Streitfragen nicht klären lassen, sei US-Außenminister John Kerry bereit, die Verhandlungen auch ohne den erhofften Deal mit Teheran zu beenden. Tags davor hatte Kerry erklärt, eine Einigung sei noch diese Woche möglich.

Deutscher Diplomat schließt Scheitern nicht aus

Nach den Worten eines deutschen Diplomaten sind noch einige wichtige Fragen weiterhin ungelöst. „Wir sollten nicht unterschätzen, das wichtige Fragen weiter nicht gelöst sind. Es wird kein Abkommen um jeden Preis geben. Wenn es bei entscheidenden Punkten keine Bewegung gibt, ist ein Scheitern nicht ausgeschlossen“, betonte der Diplomat heute.

Frist endet Dienstagnacht

Die fünf Vetostaaten des UNO-Sicherheitsrates und Deutschland verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms Atomwaffen zu entwickeln. Der Iran bestreitet das, lässt aber internationale Kontrollen seiner Atomanlagen nicht zu. Der Westen hat deswegen Sanktionen gegen die islamische Republik verhängt. Die Frist für eine Einigung war ursprünglich Ende Juni ausgelaufen, wurde jedoch bis Dienstag verlängert.

Hunderte Migranten in Marokko verhaftet und umgesiedelt

Bei einem mehrere Tage andauernden Großeinsatz der Polizei sind in Nordmarokko Hunderte Migranten aus afrikanischen Staaten festgenommen und umgesiedelt worden. Eine Bilanz des Innenministeriums von heute zufolge wurden rund 400 Menschen, die in einem Vorort der Stadt Tanger 85 unbewohnte Wohnungen besetzt hatten, in 16 Bussen in andere Städte - unter anderem Rabat - gebracht.

Während der Polizeiaktion kam laut Medienberichten ein Mann aus der Elfenbeinküste in demselben Viertel vermutlich durch Stichverletzungen ums Leben. Einzelheiten gab es zunächst nicht, die Ermittlungen dauern an.

Tanger ist rund 70 Kilometer von der spanischen Exklave Ceuta entfernt. Immer wieder versuchen Flüchtlinge und Migranten dort, über den Zaun nach Europa zu kommen. In den umliegenden Wäldern lassen sich Menschen nieder und leben unter Plastikplanen - doch immer wieder gibt es auch dort Räumungsaktionen.

Irakische Luftwaffe bombardiert versehentlich Bagdad

Ein irakisches Kampfflugzeug hat nach offiziellen Angaben versehentlich ein Stadtviertel in der irakischen Hauptstadt Bagdad bombardiert und dabei mindestens sieben Menschen getötet und elf weitere verletzt. Es habe auf dem Rückweg von einem Bombenangriff ein „technisches Problem“ mit dem Suchoi-Kampfjet gegeben, erklärte der Armeesprecher Saad Maan heute.

„Eine der Bomben blieb wegen eines technischen Problems stecken und stürzte bei der Rückkehr des Flugzeugs zum Stützpunkt auf drei Häuser in Bagdad Dschadida.“

Zerstörte Häuser im Irak

APA/AP/Hadi Mizban

Die irakische Luftwaffe fliegt momentan Angriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die weite Teile des sunnitischen Westens besetzt hält. Zuletzt hatte es Diskussionen über die Kampfmotivation und die Qualität der irakischen Truppen gegeben. Bagdad wird von der Regierung kontrolliert.

Inland

Minister: Mindestsicherung weitgehend missbrauchssicher

Die ÖVP brauche sich keine Sorgen zu machen, dass bei der Mindestsicherung systematischer Missbrauch betrieben werde oder Tausende in der „sozialen Hängematte“ lägen, hat heute der Sozialminister versichert. „Es gibt kaum eine öffentliche Transferleistung oder Förderung, die so genau kontrolliert wird wie die bedarfsorientierte Mindestsicherung.“ Das richtete Rudolf Hundstorfer (SPÖ) dem Koalitionspartner aus.

Verbesserung gegenüber der „früheren Sozialhilfe“

„Im Vergleich zur früheren Sozialhilfe ist die Mindestsicherung wesentlich missbrauchssicherer“, unterstrich Hundstorfer in Reaktion auf die heutigen ÖVP-Aussagen. „Wer Leistungen vom AMS (Arbeitslosenunterstützung oder Notstandshilfe) und von einem Bundesland (Mindestsicherung) erhält, wird von beiden Behörden kontrolliert. Österreichweit fallen 75 Prozent - in Wien sogar 90 Prozent - unter diese doppelte Kontrolle. Dabei werden monatlich die Daten zwischen AMS und Sozialamt abgeglichen“, erläuterte der Minister.

Hundstorfer merkte an, dass man die Mindestsicherung nur erhält, wenn man vorher seine Vermögensverhältnisse offenlegt. Bereits bei den Anträgen werde streng geprüft. Mehr als ein Drittel der Erstanträge werden abgelehnt. Erhält man eine Mindestsicherung, dann nur befristet - je nach Bundesland zwischen sechs und zwölf Monate. Dann werde wieder geprüft. „Man kann sich die BMS nicht einfach erschummeln“, sagte der Minister.

Wer nicht arbeitet, bekommt weniger

Wer arbeitsfähig ist, müsse auch bereit sein, Arbeit anzunehmen. „Wer das nicht will, dem wird die Mindestsicherung gekürzt - und zwar bis zu 100 Prozent seines Bezugs.“ In Wien habe es voriges Jahr 7.400 Sanktionen gegeben, weil die Bezieher entweder Termine nicht wahrgenommen oder Arbeit nicht angenommen haben. Die durchschnittliche Bezugsdauer der Mindestsicherung betrage acht Monate. Die durchschnittliche Bezugshöhe liege bei 300 Euro. „Es wird sehr genau darauf geschaut, dass nur jene eine Mindestsicherung erhalten, die es auch unbedingt brauchen - und nicht länger als unbedingt notwendig“, so Hundstorfer.

Abschließend unterstrich er, dass für die Mindestsicherung 600 Millionen Euro pro Jahr ausgegeben werden. Das sind 0,4 Prozent des Budgets. „Ein Staat wie Österreich muss es sich leisten können, den Ärmsten im Land ein Überleben in Würde zu gewähren, und gleichzeitig die Chance bieten, dass die Betroffenen wieder zurück zu einem selbstbestimmten Leben durch eine Erwerbsarbeit finden.“

Babler will „Sofortlösung“ für Traiskirchen

Traiskirchen sei ein „Pulverfass“, er wolle eine „Sofortlösung“ im Zusammenhang mit der Erstaufnahmestelle in der Stadtgemeinde, hat Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) heute zur Austria Presse Agentur (APA) gesagt.

Die Situation drohe endgültig zu eskalieren, hatte er zuvor in einer Aussendung festgehalten. Hunderte Menschen müssten mit Bussen in fixe Notquartiere gebracht werden, so Babler.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Vorerst keine weiteren Flüchtlinge im Burgenland

In Eisenstadt bleibe es jetzt vorerst doch bei 80 Flüchtlingen, die in den Zelten auf dem Gelände der Landespolizeidirektion Burgenland untergebracht sind, heißt es aktuell von der Polizei.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Oberösterreich beschließt eigenes Gesetz

Drei der vier Regierungsparteien in Oberösterreich haben heute ein neues Landesgesetz beschlossen, durch das bis Ende Juli 1.500 zusätzliche Plätze für Asylwerber geschaffen werden können. Das neue „Unterbringungs-Sicherstellungsgesetz“ ermöglicht, sich kurzfristig per Verordnung über bestimmte Regelungen hinwegzusetzen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Wien schafft Flüchtlingskoordinator

Wien organisiert die Betreuung von Flüchtlingen neu: Ab sofort wird sich eine eigene Stelle um die Bedürfnisse von Asylwerben kümmern. Neuer Flüchtlingskoordinator wird Peter Hacker, Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Was Flüchtlinge tatsächlich kosten

Die gestiegenen Sozialhilfekosten lassen sich nur zu einem kleinen Teil auf anerkannte Flüchtlinge zurückführen, sagte Salzburgs Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne), nachdem zuvor Gemeinden Sorge über steigende Kosten geäußert hatten. Die Stadt Salzburg startet nun eine Petition für offene Kasernen.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Regierung legt automatische Volksbefragungen „auf Eis“

SPÖ und ÖVP verabschieden sich von der Idee, über erfolgreiche Volksbegehren automatisch eine Volksbefragung durchzuführen.

Die Zeit dafür sei noch nicht reif, hieß es heute bei der Präsentation der Vorschläge der Regierungsparteien für den Schlussbericht der parlamentarischen Enquetekommission. Auf Landesebene will man aber mehr direkte Demokratie ermöglichen.

Viele Probleme ungelöst

Eigentlich liegt seit 2013 ein Demokratiepaket von SPÖ, ÖVP und Grünen im Parlament, das die Einführung von verpflichtenden Volksabstimmungen über Gesetze, wenn ein entsprechend erfolgreiches Volksbegehren vorangegangen ist, vorsieht.

Doch in der Debatte im Rahmen der parlamentarischen Enquetekommission habe sich herausgestellt, dass viele grundrechtliche Probleme „nicht zur Gänze gelöst werden“ konnten, so SPÖ-Verfassungssprecher Peter Wittmann heute bei einer Pressekonferenz.

Sein ÖVP-Kollege Wolfgang Gerstl ergänzte, eine Zweidrittelmehrheit sei wegen sehr unterschiedlicher Positionen nicht machbar gewesen, daher „muss ich dieses Gesetzesvorhaben heute auf Eis legen“.

Mitsprache auf Landes- und Gemeindeebene

Auf Landes- und Gemeindeebene will man weitergehende direktdemokratische Instrumente ermöglichen - für Themen, bei denen die Gesetzgebung Landessache ist. Dazu gehören unter anderem Gemeinde- und Baurecht, Raumordnung, Sozialhilfe und Teile des Elektrizitätswesens. Man schaffe damit auf jenen Ebenen mehr Mitsprache, wo die Bevölkerung besonders involviert sei, so Gerstl.

Bürger in Gesetzgebung einbinden

Anstatt die Bürger mit einer Befragung über ein fertiges Gesetz vor vollendete Tatsachen zu stellen, will man sie viel früher in die Gesetzwerdung einbinden, ist die Linie des Konzepts von SPÖ und ÖVP. Begutachtungsverfahren etwa sollen auf öffentlichen Plattformen diskutiert, die dortigen Beiträge in Anlehnung an Facebook auch „gelikt“ werden können.

Via „Crowdsourcing“ sollen die Bürger auch eigene Ideen einbringen können, so ein weiterer Vorschlag. Initiatoren von Volksbegehren sollen ein Rederecht in Ausschüssen bzw. Plenarsitzungen erhalten, wenn ihr Volksbegehren behandelt wird. Für informierte Bürger als Voraussetzung der Partizipation sollen politische Bildung ebenso wie das - noch nicht beschlossene - Informationsfreiheitsgesetz sorgen.

Die parlamentarische Enquetekommission trifft sich im September zu ihrer letzten Sitzung, dann soll auch der Abschlussbericht vorliegen. Über den werde man nun mit den übrigen Fraktionen anhand der heute vorgelegten Vorschläge sprechen, so Wittmann und Gerstl.

Österreich verklagt EU wegen Staatshilfen für AKW

Österreich hat heute beim Europäischen Gericht seine Klage gegen die Genehmigung staatlicher Beihilfen für den Bau des britischen Atomkraftwerks Hinkley Point C eingebracht.

Subventionen sollen moderne Technologien unterstützen, die im „allgemeinen Interesse aller EU-Staaten" liegen, so Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in einer Aussendung."Das trifft bei dem Atomkraft in keiner Weise zu.“

Kernkraft nicht förderungswürdig

Die EU-Kommission hatte im Oktober grünes Licht für Staatshilfen beim Bau von Hinkley Point C gegeben, was auf österreichische Kritik gestoßen war. Aus heimischer Sicht sind alternative Energieformen förderungswürdig, nicht aber die Kernkraft.

Außerdem wurde der Kritikpunkt der Wettbewerbsverzerrung geäußert. Auch andere Länder und Akteure, darunter Luxemburg, wollen gegen das grüne Licht der EU-Kommission für Subventionen vorgehen.

Sport

Österreich-Rundfahrt: Krizek radelt ins Bergtrikot

Matthias Krizek ist auf der zweiten Etappe der Österreich-Rundfahrt zwar nicht zum Tagessieg geradelt, der ehemalige Staatsmeister hat aber dennoch aufgezeigt. Krizek fuhr auf der 196,1 Kilometer langen Etappe von Litschau nach Grieskirchen lange Zeit in einer Fluchtgruppe an der Spitze und übernahm die Führung in der Bergwertung. Mit dem Etappensieg hatten die Österreicher erneut nichts zu tun. Den holte sich der Australier David Tanner.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Formel 1: Hamilton auf neuer Leistungsstufe

Lewis Hamilton hat gestern in beeindruckender Manier seinen fünften Saisonsieg gefeiert. Der dritte Triumph in Silverstone kann auch als Sinnbild dafür gesehen werden, dass Hamilton auf einer neuen Stufe seines Leistungsvermögens angelangt ist. Der 30-Jährige ist auf der Strecke nicht mehr nur von purer Emotion und dem Willen zur Attacke getrieben, sondern längst auch fähig zur kühlen Taktik. „Es war ein perfektes Zusammenspiel zwischen ihm und dem Team“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff über die punktgenauen Entscheidungen für die Boxenstopps.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wimbledon: Serena wieder die stärkere Williams

Eine klare Sache ist heute der mit Spannung erwartete „Sister-Act“ in Wimbledon gewesen. Die 33-jährige Serena Williams entschied in London das Achtelfinal-Duell mit der 35-jährigen Venus mit 6:4 6:3 für sich. Nach 1:08 Stunden stand die Nummer eins der Welt im Viertelfinale, wo sie morgen auf die Schweizerin Belinda Bencic oder Victoria Asarenka aus Weißrussland trifft.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball-WM: USA siegen in torreichstem Finale

Die US-Damen haben sich gestern (Ortszeit) zum dritten Mal den Weltmeistertitel gesichert. Die von der überragenden Carli Lloyd angeführten Amerikanerinnen setzten sich im bisher torreichstem WM-Finale gegen Japan mit 5:2 durch und nahmen damit auch Revanche für die Endspielniederlage vor vier Jahren, als Japan im Elferschießen das bessere Ende für sich gehabt hatte. Zur gefeierten Matchwinnerin für die Auswahl von US-Trainerin Jill Ellis wurde Lloyd mit drei Treffern in den ersten 16 Minuten.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Klage von fünf Banken wegen Heta-Zahlungsstopps

Wegen des von der FMA verfügten Zahlungsstopps der Hypo-Abbaugesellschaft Heta Mitte März haben deutsche Banken die Heta wegen nicht getilgter Anleihen geklagt. Es sind fünf Verfahren am Landgericht Frankfurt/Main anhängig, hieß von dort heute auf APA-Anfrage.

Laut deutschen Medienberichten haben die Berlin Hyp, Helaba, HSH Nordbank, NordLB und die NRW-Bank sowie die FMS Wertmanagement - die staatliche „Bad Bank“ der deutschen Hypo Real Estate (HRE) - die Heta bereits auf mehr als 700 Mio. Euro geklagt. Deutsche Finanzinstitute sollen insgesamt auf ehemaligen Hypo-Anleihen im Umfang von sieben Mrd. Euro sitzen.

In einem Heta-Verfahren vor der 14. Kammer für Handelssachen am Landgericht Frankfurt sei ein erster Termin für den 6. November, 9.30 Uhr, Raum 394 Geb. B. festgesetzt, so Landgerichtssprecherin und -Richterin Corinna Distler.

Neuer Pilotenstreik bei Lufthansa droht

Bei der deutschen Fluglinie Lufthansa sind ab sofort wieder Streiks der Piloten möglich. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erklärte die Vorgespräche mit dem Unternehmen über eine Gesamtschlichtung zu allen offenen Tariffragen heute für gescheitert.

Die VC warf der Lufthansa vor, die Arbeitsplatzthemen außer Acht gelassen zu haben. Damit verkenne sie die elementaren Interessen des Cockpitpersonals. Das Angebot einer Gesamtschlichtung habe sich als „kurzfristiges taktisches Manöver“ entpuppt, mit dem die VC, aber auch Kunden und Aktionäre getäuscht worden seien.

Bisher schon zwölfmal gestreikt

Mit dem Ende der Sondierungen sei auch die Aussetzung von Streiks bis Ende Juli hinfällig, so der VC-Sprecher. Einen Termin für einen neuen Arbeitskampf gibt es aber noch nicht. Er soll in den Gremien beraten werden.

Bisher haben die deutschen Piloten in dem Konflikt unter anderem um ihre Betriebs- und Übergangspensionen zwölfmal gestreikt und der Lufthansa einen hohen Millionenschaden zugefügt.

Günstige Zinsen: Republik nimmt 1,3 Mrd Euro auf

Die Republik Österreich wird morgen auf den internationalen Kapitalmärkten 1,3 Mrd. Euro frisches Geld aufnehmen. Sie sollte dabei von dem durch das griechische Nein gesunkenen Renditeniveau bei den als sichere Häfen geltenden Staatsanleihen profitieren.

Am Freitag war die Rendite für zehnjährige österreichische Staatsanleihen von 1,26 auf 1,20 Prozent gesunken.

Anleihen werden günstig aufgestockt

Zwei Bundesanleihen werden morgen aufgestockt, darunter auch die erst Mitte Juni emittierte neue zehnjährige Benchmark-Anleihe. Sie wurde mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einem Volumen von vier Mrd. Euro emittiert. Diese neue 1,20-Prozent-Bundesanleihe 2015-2025/1 wird im Oktober 2025 fällig.

Sie wurde in einem syndizierten Verfahren im Wege eines Bankenkonsortium ausgegeben. Die dabei erzielte Rendite betrug 1,257 Prozent, der Emissionskurs betrug 99,448 Prozent. Aktuell ist der Kurs auf dem Sekundärmarkt auf fast 100 gestiegen, die Rendite auf rund 1,20 Prozent gesunken.

Die zweite Bundesanleihe, die morgen aufgestockt werden soll, ist die 0,25-Prozent-Bundesanleihe 2014-2019/2. Sie rentiert derzeit auf dem Sekundärmarkt bei 0,15 Prozent. Sie wurde zuletzt Anfang Juni aufgestockt und erzielte dabei eine durchschnittliche Rendite von 0,192 Prozent.

Chronik

Baby in Luxemburg verschwunden - Ermittlungen laufen

In Luxemburg ist ein einen Monat altes Baby verschwunden. Das kleine Mädchen werde seit Freitag vermisst, sagte der luxemburgische Justizsprecher heute und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Über die Hintergründe des Falls machte er keine Angaben. Eine Entführung könne er „weder bestätigen noch dementieren“. Die Behörden baten die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche, Zeugen sollten sich melden.

Sieben Tote bei Schießereien in Chicago

Blutiges Wochenende rund um den US-Unabhängigkeitstag in Chicago: Bei Dutzenden Schießereien in der Metropole im Mittleren Westen wurden nach Polizeiangaben am Freitag, Samstag und gestern mindestens sieben Menschen getötet. Unter den Opfern ist Medienberichten zufolge auch ein siebenjähriger Bub, der mit seiner Familie den Fourth of July gefeiert hatte.

Die Kugel, die den kleinen Amari B. in der Brust traf, war offenbar für seinen Vater bestimmt. Der Mann sei ranghohes Gangmitglied mit einem langen Strafregister, berichtete die „Chicago Tribune“. Auch zwei 15 und 16 Jahre alte Jugendliche seien während des langen Wochenendes erschossen worden. Rund 40 Menschen wurden den Angaben zufolge bei Schießereien verletzt.

An dem langen Wochenende rund um den Nationalfeiertag entlädt sich die oft schwüle Sommerhitze in Chicago immer wieder in tödliche Gewalt. Im vergangenen Jahr wurden in der Millionenstadt am Michigansee rund um den Fourth of July 16 Menschen erschossen. Chicagos Polizeichef Garry McCarthy forderte eine bessere Kontrolle von Schusswaffen. Seit Freitagfrüh hätten Polizeibeamte in der Stadt im Schnitt jede Stunde eine illegale Schusswaffe beschlagnahmt. „Wir brauchen Hilfe, Leute“, sagte McCarthy gestern vor Journalisten. „Wir müssen das kaputte System reparieren.“

Fausthieb gegen Sexpartnerin: Uschi-Glas-Sohn verurteilt

Ben Tewaag ist zwei Jahre nach einem Fausthieb in das Gesicht einer Bekannten zu 10.200 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Ein Berliner Amtsgericht sprach den 39-jährigen Sohn der Schauspielerin Uschi Glas heute der versuchten Nötigung sowie der Körperverletzung schuldig. Notwehr sei nicht vorgelegen.

Tewaag hatte erklärt, es sei im Reflex geschehen - die 27-Jährige habe ihm schmerzhaft zwischen die Beine gegriffen. Zu dem Vorfall war es nach zunächst einvernehmlichen Sexfesselspielen mit zwei Frauen gekommen. Das Opfer erlitt einen Jochbeinbruch. Die Anklage hatte für den Schauspieler ein Jahr Haft verlangt, die Verteidigung Freispruch.

Gesundheit

IT

Google-Dienst Waze startet Mitfahr-App in Israel

Googles Navigationsdienst Waze testet eine Mitfahr-App in Israel. Die Anwendung RideWith soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden, die eine ähnliche Strecke haben, wie der in Israel gegründete Dienst Waze heute mitteilte. Waze erstellt Routenanweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Das Projekt wird zunächst in den israelischen Städten Tel Aviv, Herzlija und Raanana eingeführt. Später solle es eventuell auch global ausgeweitet werden. Ziel der Fahrgemeinschaften sei, Kosten zu sparen, den Verkehr zu entlasten und die Luftverschmutzung durch Abgase zu verringern.

Die Zahl der Fahrten pro Person soll zunächst auf zwei am Tag beschränkt werden. Der Fahrer muss sich registrieren und dabei Wohnort, Fahrziel und Fahrzeiten angeben. Diese Informationen werden mit denen potenzieller Mitfahrer abgeglichen, sodass es möglichst wenige Abweichungen von der Strecke gibt. Der Mitfahrer zahlt dann einen Preis, der deutlich geringer als Taxikosten sein soll. Die über Android-Geräte verfügbare App soll auch einen Höchstpreis für die Fahrdienste festlegen. Bei Mitfahr-Apps gilt grundsätzlich, dass der Tarif nicht die Betriebskosten übersteigen soll.

Ende der VHS-Kassette naht: Nur noch Restposten verfügbar

Nach 39 Jahren wird die Herstellung von VHS-Videokassetten eingestellt. Wie Heise.de berichtet, hat der letzte noch aktive Anbieter, die deutsche SK-Unternehmensgruppe (Sauerland-Kunststoff), vor Kurzem die letzte weltweit verfügbare Charge aufgekauft.

Die Videokassetten der Marken Platinum und Xlyne werden voraussichtlich noch bis Ende 2015 angeboten. Andere Anbieter gibt es offenbar nicht mehr.

Seit 1976 auf dem Markt

Das Video Home System (VHS) von JVC kam erstmals 1976 in den USA und Japan auf den Markt und bot bahnbrechende zwei Stunden Aufnahmezeit. Das von Sony entwickelte Formatrivale Betamax speicherte auf einer Kassette hingegen maximal eine Stunde Bild und Ton und konnte sich nicht durchsetzen.

Science

Religion

Kultur

Wolf Haas erhält Literaturpreis für grotesken Humor

Der österreichische Schriftsteller Wolf Haas wird mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet. Der in Wien lebende Autor erhalte den Preis für seine „einzigartige hochkomische Erzählkunst“, teilte die Stiftung Brückner-Kühner heute mit. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.

Haas hat unter anderem acht Kriminalromane rund um den kauzigen Privatdetektiv Simon Brenner geschrieben, einige von ihnen wurden mit Josef Hader in der Hauptrolle verfilmt.

Der Literaturpreis wird seit 1985 jährlich von der Stiftung und der Stadt Kassel vergeben. Ausgezeichnet werden Autoren, „deren Werk auf hohem künstlerischen Niveau von Komik und Groteske geprägt ist“. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Loriot, Hanns Dieter Hüsch, Max Goldt, Gerhard Polt und zuletzt Frank Schulz. Verliehen wird der Preis nächstes Jahr im Februar.

„Kultur.montag“: Erfolgskurs bei den Festspielen Mörbisch

Am Donnerstag geht auf dem Neusiedlersee ein gewaltiges Kreuzfahrtschiff vor Anker. Es hat 30 Meter Durchmesser, wiegt einige Tonnen und ist das Herzstück des Bühnenbilds für die Neuinszenierung der Johann-Strauss-Operette „Eine Nacht in Venedig“ bei den Seefestspielen Mörbisch.

Nach einem deutlichen Rückgang der Besucherzahlen geht es bei dem Open-Air-Festival finanziell wieder bergauf. 7.000 Besucher mehr als 2013 wurden vergangene Saison gezählt, und die bevorstehende spektakuläre Neuproduktion der turbulenten Karnevalskomödie soll diesen Trend fortsetzen. Es singt unter anderen Heinz Zednik – der Tenor ist live zu Gast im Studio.

Mehr dazu in tv.ORF.at

Lifestyle

Schwule und lesbische Ampelpärchen nun auch in München

Zum Christopher Street Day (CSD) lotsen schwule und lesbische Ampelpärchen Fußgänger über manche Straßen in Münchens Innenstadt, die so dem Wiener Beispiel folgt. Wien warb damit zum Eurovision Song Contest (ESC) und zum Life Ball zugunsten HIV-positiver Menschen für mehr Toleranz. Die Symbole zeigen sowohl homo- als auch heterosexuelle Paare.

Ampelpärchen in München

APA/EPA/Sven Hoppe

Die Initiative für die Aktion zum Fest der Schwulen- und Lesbenszene am Samstag (11. Juli) ging von den Grünen im Stadtrat aus; der Kreisverwaltungsausschuss hatte sie im Mai gegen die Stimmen der CSU-Fraktion beschlossen. Die Ampeln können wieder auf die Single-Ampelmännchen umgerüstet werden: Die speziellen Scheiben, die an einzelnen Ampeln angebracht werden, sind abnehmbar. Sie kosten insgesamt rund 10.000 Euro und können mehrfach verwendet werden.