Inland

Koalition: Offenbar eigenes Frauenministerium geplant

Die kommende ÖVP-FPÖ-Regierung wird dem Vernehmen nach ein eigenes Frauenministerium bekommen. Besetzt wird es von der ÖVP, für das Ressort fix vorgesehen soll nach APA-Informationen die Grazer Molekularbiologin Juliane Bogner-Strauß sein. Das schwarze Regierungsteam von ÖVP-Chef Sebastian Kurz soll zu 50 Prozent aus Frauen bestehen.

In der bisherigen rot-schwarzen Regierung mit 14 Ministern und einem Staatssekretariat gab es zuletzt drei Ministerinnen und eine Staatssekretärin, eine davon von der ÖVP. Die künftige Regierung soll ebenfalls aus 14 Ministerien bestehen, wobei acht die ÖVP bekommen soll und sechs die FPÖ. Dazu kommt je ein Staatssekretär.

Ministerien verdoppelten Werbeausgaben im Wahlkampf

Die Bundesregierung hat in den Monaten Juli bis September 2017 mit über sieben Millionen Euro deutlich mehr für Werbung ausgegeben als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das geht aus den heute von der KommAustria veröffentlichten Medientransparenzdaten hervor.

In der Phase des Intensivwahlkampfes vor der Nationalratswahl am 15. Oktober griffen die Ministerien - außer dem Justizressort, das keine Ausgaben meldete - unüblich tief in die Werbekasse. Allenfalls im vierten Quartal des Vorjahres waren die Ressortausgaben in diese Dimension gerückt.

Üblicherweise aber bewegen sich die Werbeausgaben der Ressorts um die vier bis fünf Mio. Euro, im dritten Quartal 2016 waren es 3,3 Mio. Euro.

Finanzministerium vor Innenministerium an der Spitze

Im dritten Quartal 2017 dagegen summierten sich die Werbeetats auf 7,14 Mio. Ausgabenstärkstes Ressort war dabei das Finanzministerium (1,4 Mio.) gefolgt vom Innenministerium (rund 890.000 Euro). Damit hatten zwei ÖVP-geführte Ressorts die Nase vorn im Ranking der Werbeausgaben.

Das Verteidigungsministerium (SPÖ) landete mit 875.000 Euro auf Platz drei, gefolgt vom Bundeskanzleramt - dort wurden die Ausgaben mit 782.000 Euro gegenüber dem dritten Quartal 2016 mehr als verdoppelt. Das ÖVP-geführte Außenministerium senkte seine Ausgaben (um rund 30.000 Euro auf 383.000 Euro).

Wirtschaftskammer warb mehr als Arbeiterkammer

Für den beeindruckendsten Brocken garantiert nach wie vor die Stadt Wien mit rund 4,5 Mio. Euro Werbeausgaben bzw. mindestens 8,6 Millionen inklusive diverser Beteiligungen. Ein Blick auf die Kammern - die Pflichtmitgliedschaft war zuletzt in den Regierungsverhandlungen ein Knackpunkt - zeigt, dass für die Wirtschaftskammern (rund 3,3 Millionen Euro) deutlich mehr ausgewiesen wird als für die Arbeiterkammern (600.000 Euro).

Bei den Empfängern der gesamten öffentlichen Werbeausgaben steht die „Kronen Zeitung“ mit 4,9 Mio. Euro an der Spitze, gefolgt von „Heute“ (3,7 Mio. Euro) und dem ORF (Fernseh- und Radiosender, Onlineauftritte etc.) mit 3,6 Mio. Euro. Für die Mediengruppe Österreich stehen rund 2,6 Mio. Euro in der Medientransparenzdatenbank - das ist etwas weniger als im Vergleichszeitraum (2,7 Mio.).

Insgesamt aber stiegen die Ausgaben für Werbung in den drei reichweitenstarken Boulevardzeitungen „Krone“, „Heute“ und „Österreich“ von 9,8 Mio. (3. Quartal 2016) auf über elf Mio. Euro.

Ausland

Europas Rechtspopulisten treffen sich in Prag

Führende Rechtspopulisten aus ganz Europa kommen morgen in Prag zusammen, um demonstrativ den Schulterschluss zu üben. Zu dem Kongress der EU-Parlamentsfraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“ (ENF) werden unter anderem der Niederländer Geert Wilders und die Französin Marine Le Pen erwartet.

Die EU-kritischen Kräfte haben das Treffen unter den Titel „Für ein Europa der souveränen Nationen“ gestellt. Linke Gruppen haben zu Gegendemonstrationen und einer Blockade des Tagungshotels aufgerufen.

Gastgeber in Prag ist der tschechische Rechtspolitiker Tomio Okamura. Seine SPD-Partei - das Kürzel steht im Tschechischen für Freiheit und direkte Demokratie - war bei der Parlamentswahl im Oktober auf 10,6 Prozent der Stimmen gekommen und damit viertstärkste Kraft geworden. Anders als bei der ENF-Tagung in Koblenz im Jänner ist diesmal kein Mitglied der deutschen AfD dabei.

Tote und Verletzte bei „Tag des Zorns“ in Palästina

Nach den muslimischen Freitagsgebeten ist es heute wegen der Jerusalem-Krise am „Tag des Zorns“ erneut zu blutigen Auseinandersetzungen im Heiligen Land gekommen. Mindestens drei Palästinenser starben, rund 400 weitere wurden bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten durch scharfe Munition, Gummimantelgeschoße und Tränengas verletzt.

Die israelische Armee hatte zuvor erklärt, dass rund 3.500 Palästinenser am Rande des Küstengebietes Brandflaschen und Steine auf Soldaten geworfen hätten.

Hälfte der Syrien-Flüchtlinge in Libanon in extremer Armut

Mehr als die Hälfte der syrischen Flüchtlinge im Libanon lebt nach UNO-Angaben in extremer Armut. „Syrische Flüchtlinge im Libanon halten sich kaum über Wasser“, teilte das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR heute mit. 58 Prozent der Haushalte müssen mit weniger als 2,87 Dollar pro Person und Tag auskommen. Das seien fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt leben 76 Prozent der syrischen Flüchtlinge im Libanon laut UNO unter der Armutsgrenze und haben weniger als 3,84 Dollar pro Tag zur Verfügung. Fast 90 Prozent von ihnen seien verschuldet. „Die meisten Familien sind äußerst verletzlich und sind auf Hilfe der internationalen Gemeinschaft angewiesen“, sagte die UNHCR-Vertreterin Mireille Girard.

70 Prozent der Kinder besuchen Schule

Einziger Lichtblick in dem Bericht des Flüchtlingshilfswerks war der Bildungsbereich. 70 Prozent der syrischen Kinder zwischen sechs und 14 Jahren besuchen inzwischen eine Schule im Libanon, hieß es. Im vergangenen Jahr habe die Quote noch bei rund 50 Prozent gelegen. Allerdings machten dem UNO-Bericht zufolge nur zwölf Prozent der Jugendlichen einen Abschluss.

Nach UNO-Angaben leben im Libanon mehr als eine Million syrische Flüchtlinge - bei einer einheimischen Bevölkerung von nur vier Millionen Menschen. Bei den Kämpfen in Syrien wurden seit 2011 mehr als 340.000 Menschen getötet. Mehr als fünf Millionen Menschen flüchteten ins Ausland.

Tillerson fordert Freilassung von Reuters-Journalisten

Die US-Regierung hat sich nach den Worten von Außenminister Rex Tillerson für die Freilassung von zwei in Myanmar festgenommenen Reuters-Journalisten eingesetzt. Die US-Botschaft habe ihre Besorgnis über die Inhaftierung zum Ausdruck gebracht und ihre sofortige Freilassung gefordert, sagte Tillerson heute zu Reportern.

Die beiden Reuters-Reporter Wa Lone und Kyaw Soe Oo wurden in dieser Woche in Myanmar von der Polizei verhaftet. Das Informationsministerium des Landes erklärte, dass ihnen „illegale Informationsbeschaffung mit dem Ziel der Weitergabe an ausländische Medien“ angelastet werde.

Darauf steht eine Höchststrafe von 14 Jahren. Die Journalisten hatten an einer Geschichte über das Vorgehen des Militärs gegen die muslimische Minderheit der Rohingya gearbeitet.

Auch UNO und Europaparlament fordert Freilassung

Die Freilassung der Reporter wurde auch von den Spitzen der Vereinten Nationen und des Europaparlaments gefordert. „Ich hoffe, dass die Behörden von Myanmar sie so schnell möglich wieder freilassen“, sagte EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani in Brüssel.

„Der Fall sollte untersucht und die Menschenrechte und Pressefreiheit sollten respektiert werden“, so der frühere Journalist. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres. „Die internationale Gemeinschaft sollte alles in ihrer Macht stehende tun, um die Freilassung der Reporter zu erreichen.“

Seit August sind etwa 600.000 Rohingya aus dem überwiegend buddhistisch geprägten Myanmar nach Bangladesch geflohen. Auslöser sollen Angriffe von militanten Rohingya auf Armeeposten gewesen sein, woraufhin das Militär massiv gegen die Bevölkerungsgruppe zurückschlug. Die UNO hatte das ein Beispiel für „ethnische Säuberungen“ genannt.

SPD-Führung einstimmig für Sondierung mit Union

Der SPD-Parteivorstand hat sich heute einstimmig für Sondierungsgespräche mit der Union ausgesprochen. „Wir werden offen und konstruktiv in die Sondierungen gehen“, sagte SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles nach einer Sitzung der SPD-Spitze in Berlin.

Laut SPD-Chef Martin Schulz sollen die Sondierungsgespräche Anfang Jänner beginnen und bereits in der zweiten Jännerwoche abgeschlossen werden. Man wolle bis dahin „konstruktiv, aber ergebnisoffen“ auch über andere Modelle wie eine Minderheitsregierung unter Führung der bisherigen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verhandeln, so Schulz.

Sonderparteitag im Jänner

Reuters-Angaben zufolge hat Schulz eine zwölf Mitglieder umfassende Sondierungskommission vorgeschlagen. Neben Schulz und Nahles sollen ihr die sechs Parteivize, Generalsekretär Lars Klingbeil, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der nordrhein-westfälische SPD-Chef Michael Groschek und die saarländische Vizeministerpräsidentin Anke Rehlinger angehören.

Nach den Sondierungen soll Nahles zufolge ein SPD-Parteitag im Jänner entscheiden, wie es weitergeht. In der SPD wird aufgrund weit verbreiteter Skepsis gegenüber einer neuen Großen Koalition mit CDU und CSU auch über andere Formen der Regierungszusammenarbeit nachgedacht. Die Union lehnt etwaige Kooperationsmodelle jedoch ab.

CDU und CSU beschwören Einigkeit

Die CDU- und CSU-Parteivorsitzenden Merkel und Horst Seehofer beschworen unterdessen die Einigkeit der beiden Unionsparteien. „Stark sind CDU und CSU besonders immer dann, wenn sie einig sind“, sagte Merkel auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg. „Deswegen lohnt es sich, für diese Einigkeit zu ringen, zu kämpfen.“ Seehofer betonte: „Wir sind geschlossen wie schon lange nicht mehr - und das ist ein ganz großer Wert.“

Südafrika: Regierungspartei ANC wählt neuen Vorsitzenden

Die südafrikanische Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) tritt morgen zu einem fünftägigen Parteitag zusammen. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Wahl eines neuen Parteivorsitzenden. Im Rennen um die Nachfolge des derzeitigen ANC-Chefs Jacob Zuma, der zugleich Staatspräsident ist, sind seine frühere Frau Nkosazana Dlamini-Zuma sowie der stellvertretende Staatschef Cyril Ramaphosa.

Seit 2007 ist Zuma der Vorsitzende des ANC, dessen bekanntester Politiker der 2013 verstorbene Nelson Mandela war. Zuma ist wegen zahlreicher Korruptionsaffären und der ihm zugeschriebenen Veruntreuung öffentlicher Gelder auch innerhalb des ANC stark umstritten. Im vergangenen Jahr verlor die Partei bei Wahlen das Rathaus der größten südafrikanischen Stadt Johannesburg und das der Hauptstadt Pretoria.

Jede dritte Waffe des IS kommt aus Mittel- und Osteuropa

Laut britischen Waffeninspektoren sind mittel- und osteuropäische Länder zentrale Waffenlieferanten für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Jede dritte Waffe in Händen der Terrormiliz stammt aus Ländern wie Bulgarien, Rumänien und den Balkanstaaten, geht aus dem Bericht der Gruppe Conflict Armament Research hervor.

„Lecks“ in Lieferkette

Die Gruppe, die im Auftrag der EU die Spur von Waffenlieferungen in Konfliktzonen untersucht, bestätigt damit ähnliche Befunde des Balkan Investigative Reporting Network (BIRN), berichtete das Netzwerk. Die USA und Saudi-Arabien lieferten - in Bruch mit internationalen Regeln für den Waffenhandel in Konfliktgebieten - Waffen über den Balkan zu syrischen Rebellen. Wegen „Lecks“ in der Lieferkette landete laut BIRN ein bedeutender Teil der Waffen letztlich in den Händen des IS.

Laut der dreijährigen Untersuchung „Waffen des Islamischen Staates“ der Conflict Armament Research, „wurde die Menge und Qualität der Waffen , die dem IS zur Verfügung stehen, stark vergrößert“. Laut dem Bericht kamen mehr als die Hälfte der neuen Waffen des IS in Syrien aus Bulgarien. Auch aus Rumänien und Serbien stammen offenbar große Teile der Waffen.

Sport

Ski alpin: Franz und Mayer auf Super-G-Podest

Der Super-G in Gröden hat heute einen Krimi mit Happy End für Josef Ferstl gebracht. Der 28-Jährige feierte auf der Saslong seinen ersten Weltcup-Sieg und holte damit den ersten deutschen Super-G-Erfolg seit 1991. Hauchdünn dahinter landeten zwei Österreicher. Max Franz musste sich als Zweiter nur um 0,02 Sekunden geschlagen geben. Matthias Mayer wurde Dritter, verspielte aber nach überlegender Zwischenbestzeit mit einem Fehler den Sieg. Für die Norweger Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud, die die letzten fünf Gröden-Super-G gewonnen hatten, lief es indes nicht nach Wunsch.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Aston Martin soll vor Börsengang oder Verkauf stehen

Die Besitzer von Aston Martin bereiten Insidern zufolge einen Börsengang oder einen Verkauf des britischen Sportwagenherstellers vor. Die italienische Beteiligungsgesellschaft Investindustrial und eine Gruppe kuwaitischer Investoren, die zusammen mehr als 90 Prozent an Aston Martin hielten, hätten eine strategische Überprüfung eingeleitet, sagten heute mit der Angelegenheit vertrauten Personen.

Die Eigner hätten die Investmentbank Lazard engagiert, um einen vorläufigen Plan auszuarbeiten, verlautete weiter aus den Kreisen. Dieser könnte in einer Neuemission der Automarke an der Börse im dritten oder vierten Quartal 2018 oder in einen Verkauf münden.

Notierung am Aktienmarkt wahrscheinlicher

Eine Transaktion könnte den Sportwagenhersteller mit zwei bis drei Milliarden Pfund (umgerechnet rund 2,3 bis 3,4 Milliarden Euro) bewerten. Eine Notierung am Aktienmarkt sei die wahrscheinlichere Option als ein Verkauf.

Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen worden, hieß es weiter. Es sei aber auch möglich, dass die Investoren die Kontrolle behielten. Investindustrial wollte sich nicht dazu äußern. Bei Aston Martin und Lazard war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die durch James-Bond-Filme bekannte Automarke hatte in den vergangenen sechs Geschäftsjahren durchweg Verluste geschrieben. Für dieses Jahr strebt sie aber einen Gewinn an nach einem Plus im ersten Halbjahr. Aston Martin war in seiner mehr als 100-jährigen Geschichte sieben Mal insolvent und gehörte bis 2007 zum US-Autobauer Ford.

Strengere Regeln für Bitcoin-Plattformen in EU

Vertreter der EU-Staaten und Europa-Abgeordnete haben sich heute auf strengere Regeln für Plattformen geeinigt, auf denen Bitcoin und andere virtuelle Währungen gehandelt werden. Damit sollten Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erschwert werden, teilte die EU mit.

Die Vereinbarung ist Teil eines größeren Pakets von Maßnahmen gegen Finanzverbrechen und Steuerhinterziehung. Es werde mehr Transparenz schaffen, Geldwäsche erschweren und die Terrorfinanzierung unterbinden, sagte EU-Justizkommissarin Vera Jourova.

Plus von 1700 Prozent seit Jahresbeginn

Gegenwärtig explodiert der Bitcoin-Markt. Der Preis der virtuellen Währung stieg seit Jahresbeginn um 1700 Prozent. Kritiker warnen vor einer Blase, die bald spektakulär platzen könnte.

Mit den jetzt vereinbarten Maßnahmen werden anonyme Transaktionen auf Handelsplattformen für virtuelle Währungen ebenso untersagt wie Transaktionen mit Prepaid-Karten. Letztere könnten Ermittlern zufolge von Extremisten genutzt werden, um Anschläge zu finanzieren. Die neuen Regeln müssen allerdings noch formell von den EU-Staaten und dem EU-Parlament angenommen und dann binnen 18 Monaten in nationales Recht umgesetzt werden.

Neuer Berliner Flughafen soll 2020 eröffnet werden

Der Warten auf den neuen deutschen Hauptstadtflughafen BER soll 2020 ein Ende haben. Aufsichtsrat und Geschäftsführung verständigten sich heute in Berlin darauf, den Airport im Oktober des Jahres in Betrieb zu nehmen. Die Kontrolleure hätten den Vorschlag von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup einstimmig und zustimmend zur Kenntnis genommen, sagte Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider nach einer Sitzung des Gremiums in Berlin-Tegel.

Eigentlich sollte der Flughafen nach fünf Jahren Bauzeit schon 2011 in Betrieb gehen. Sämtliche Eröffnungstermine sind seitdem jedoch gekippt, weil Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme abzuarbeiten sind. Besonders der Brandschutz macht Schwierigkeiten. Spektakulär platzte die geplante Inbetriebnahme 2012, die keine vier Wochen zuvor abgesagt werden musste.

Eine neue Finanzplanung soll es erst im Frühjahr 2018 geben. Die Kosten für das Flughafenprojekt sind seit dem Baubeginn 2006 von zwei auf 6,5 Milliarden Euro gestiegen - zum Teil auch wegen der deutlichen Vergrößerung des Airports.

ÖBB, Westbahn und AUA werben um Niki-Mitarbeiter

Rund 1.000 Mitarbeiter der insolventen Fluglinie Niki stehen vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, sollte nicht noch überraschend ein Käufer für die Airline auftauchen. Während es sonst aber schwer ist, vergleichbare Jobs zu finden, werden die Niki-Mitarbeiter von ehemaligen Konkurrenten und anderen Firmen umworben. Alleine in Wien sind 1.500 offene Stellen im Angebot, international noch mehr.

Eurowings, die Billigschiene der Lufthansa-Gruppe, suche mit Stationierung in Wien etwa 100 Piloten und 400 Crewmitglieder, sagte Eurowings-Geschäftsführer Michael Knitter in einer Telefonkonferenz. Auch die AUA sucht derzeit in Wien mehrere hundert Mitarbeiter - vor allem bis zu 200 fertig ausgebildete Piloten und rund 300 Flugbegleiter. Auch 50 bis 100 Techniker werden gesucht, in der Verwaltung sind rund 20 Stellen frei.

Zuletzt hat Aer Lingus bekanntgegeben, Niki-Piloten ein Angebot machen zu wollen. Angebote gibt es aber von der ÖBB und der Westbahn. Bei den ÖBB sind es 200 Stellen als „ZugbegleiterInnen, VerschieberInnen, BuslenkerInnen, FahrdienstleiterIn, TriebfahrzeugführerIn, WagenmeisterInnen“. Die Westbahn sucht „Stewards und Stewardessen“, also ebenfalls Zugbegleiter.

Suche nach Investoren läuft

Unterdessen wird auch weiter nach einem Käufer gesucht. Die Investorensuche könnte noch einige Tage dauern, wie ein Sprecher von Insolvenzverwalter Lucas Flöther dazu sagte. Niki hatte Mitte der Woche einen Insolvenzantrag gestellt und den Flugbetrieb eingestellt, nachdem die Lufthansa ein Übernahmeangebot zurückgezogen hatte.

Bisher hat neben der Thomas-Cook-Fluglinie Condor und Niki-Gründer Niki Lauda auch die irische Ryanair Interesse bekundet. Beide hatten sich bereits nach der Insolvenz von Air Berlin im Sommer um eine Übernahme von Niki beworben. Lauda rechnet sich gute Chancen aus, die insolvente Airline bald zu übernehmen. Durch die Insolvenz sei Niki nun von Altlasten und Schulden befreit, sagte Lauda gestern Abend in der ZIB2.

Ryanair ist laut Angaben von heute zufolge lediglich am Kauf von Niki-Teilen interessiert. Details sind bisher nicht bekannt. Die irische Billigfluglinie signalisierte zuletzt aber Interesse an den Start- und Landerechten von Niki am Berliner Flughafen Tegel.

Ryanair lässt erstmals Gewerkschaften zu

Der irische Billigflieger Ryanair lenkt im Streit mit den Piloten ein und lässt erstmals in seiner 32-jährigen Geschichte Gewerkschaften zu. Mit dem Schritt will das Unternehmen Streiks verhindern, von denen der erste an sich bereits für heute angekündigt worden war.

„Die Anerkennung der Gewerkschaften wird eine signifikante Veränderung für Ryanair sein, aber wir haben uns in der Vergangenheit auch schon radikal geändert“, sagte Chef Michael O’Leary. An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an: Die Ryanair-Aktie gab fast acht Prozent nach.

Zunächst nur Gespräche mit Pilotenvertretern

In Italien sagte die führende Pilotengewerkschaft ANPAC daraufhin den für Nachmittag geplanten Streik ab. Weitere Streiks sind für den 20. Dezember bisher in Portugal und Deutschland angekündigt. Es wären die ersten Streiks in der Geschichte des Unternehmens.

Zunächst würden die Gewerkschaften in Irland, Großbritannien, Deutschland, Spanien, Italien und Portugal als Gesprächspartner an den Tisch geholt, sagte ein Ryanair-Sprecher. „Wenn uns andere Pilotenvereinigungen ansprechen, die bei uns beschäftigte Piloten vertreten, werden wir ihr Anliegen prüfen.“ Offen war, ob zu einem späteren Zeitpunkt auch die Vertreter anderer Berufsgruppen zugelassen werden. „Wir werden sehen, was aus anderen Gruppen kommt“, sagte Personalchef Eddie Wilson.

H&M kündigt Filialschließungen an

Der schwedische Modehändler Hennes & Mauritz (H&M) will nach schlechteren Geschäften nun Filialen schließen und sein Onlinegeschäft ausbauen. Druck machen vor allem Internethändler wie Zalando und Amazon. Im Schlussquartal schlossen die Schweden deutlich schlechter ab als erwartet.

H&M-Filiale

APA/AFP/Getty Images/George Frey

Als Reaktion darauf kündigte der Konzern heute an, die Verzahnung von stationärem mit Onlinehandel zu beschleunigen und das Geschäftsportfolio zu überprüfen - was zu mehr Schließungen und weniger Neueröffnungen führen werde. Nähere Angaben zu den Schließungsplänen wurden zunächst nicht gemacht.

Zudem will H&M die Produktpalette überarbeiten und die Kooperation mit der chinesischen Onlinehandelsplattform Alibaba ausbauen.

ZIB2

Das Finale der Verhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ

Noch am Abend wollen die Verhandler eine Einigung vermelden. In der ZIB2 ist der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier.

Knalleffekt im Grasser-Prozess

Peter Hochegger will sich teilschuldig bekennen und belastet damit Karl-Heinz Grasser und dessen Vertrauten. ORF-Prozessberichterstatter Johannes Schwitzer-Fürnsinn analysiert.

Wut und Existenzängste von Ungarns Rechtsradikalen

Die rechtsradikale Jobbik-Partei protestiert vor dem Sitz der rechtskonservativen Regierungspartei FIDESZ-MPSZ gegen eine Rekordgeldstrafe.

ZIB2 mit Lou Lorenz-Dittlbacher, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Chronik

Erdbeben der Stärke 6,5 erschüttert indonesische Insel Java

Indonesiens Hauptinsel Java ist heute von einem Erdbeben der Stärke 6,5 erschüttert worden. Das Zentrum des Bebens lag nahe der Küstenstadt Cipatujah, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Nach Angaben der indonesischen Behörden kam mindestens ein Mensch ums Leben, mindestens fünf weitere wurden verletzt.

Ein Hinweis auf einen unmittelbar bevorstehenden Tsunami lag nicht vor. Dennoch erließen die Behörden eine entsprechende Warnung. Der Katastrophenschutzbehörde zufolge gab es Berichte über beschädigte Häuser in der 50 Kilometer vom Epizentrum entfernten Stadt Tasikmalaya. In Jakarta schwankten Hochhäuser, in der Küstenstadt Cilacap verließen Menschen aus Furcht vor einem Tsunami ihre Häuser.

Häufige Beben in Indonesien

Indonesien mit seinen mehr als 17.000 Inseln liegt auf dem Pazifischen Feuerring. Dort stoßen tektonische Platten aufeinander, sodass sich besonders häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche ereignen.

Bei einem Erdbeben der Stärke 6,5 vor der Küste der Provinz Aceh im Norden der Insel Sumatra waren im Dezember 2016 mehr als hundert Menschen ums Leben gekommen. Aceh war bei der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe zu Weihnachten 2004 schwer zerstört worden.

Mann mit Messer auf Amsterdamer Airport festgenommen

Militärpolizisten haben am Amsterdamer Flughafen Schiphol auf einen mit einem Messer bewaffneten Mann geschossen. Der Mann habe „mit dem Messer gedroht“, teilte die Militärpolizei heute im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Die Lage sei wieder unter Kontrolle.

In einer weiteren Twitterbotschaft hieß es, der „Verdächtige wurde überwältigt und festgenommen“. Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar.

Zwei Österreicher sterben bei Flugzeugabsturz

Bei einem Flugzeugabsturz am Bodensee sind zwei Österreicher ums Leben gekommen. Dabei handelt es sich um einen 45-jährigen Piloten aus Vorarlberg und einen 49-Jährigen aus Wien. Zudem starb ein 79-jähriger Fluggast aus dem östlichen Bodenseekreis, berichteten die Staatsanwaltschaft Ravensburg und das Polizeipräsidium Konstanz heute. Die Absturzursache war zunächst unklar.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Medien

Elizabeth Spira erhält Lessing-Preis

Die Dokumentarfilmerin und Publizistin Elizabeth T. Spira, die am 24. Dezember ihren 75. Geburtstag feiert, wird 2018 mit dem Lessing-Preis für Kritik ausgezeichnet.

In ihren Gesprächen zeige Spira ein einzigartiges und unerreichtes Talent, Menschen zum Sprechen zu veranlassen und Gegenstände beredt zu machen, so die Jury heute im deutschen Wolfenbüttel.

Elizabeth Spira

picturedesk.com/First Look/Günther Pichlkostner

Die 1942 in Glasgow als Kind jüdischer Emigranten geborene Spira soll die Auszeichnung am 13. Mai in der Augusteerhalle der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel erhalten. Traditionell darf der Preisträger selbst einen Förderpreis verleihen, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Dafür hat Spira die „Falter“-Journalistin Stefanie Panzenböck nominiert.

Vor allem die für den ORF produzierten „Alltagsgeschichte“ (1985 bis 2006) sowie „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ (seit 1997) hätten Spiras Ruf als „Jahrhundertfigur fürs Fernsehen“ auch außerhalb Österreichs begründet, hieß es von der Jury. Spira zeige Personen aus dem ganzen Spektrum der österreichischen Gesellschaft, häufig Außenseiterexistenzen. Die Resultate seien oft brisant, und ihr Blick beschönige nichts.

Seit 2000 vergebener Preis

Alle zwei Jahre vergeben die Lessing-Akademie Wolfenbüttel und die Braunschweigische Stiftung die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für bedeutende geistige Leistungen nach dem Vorbild des Schriftstellers Gotthold Ephraim Lessing. Zu den früheren Trägern des seit 2000 vergebenen Preises gehören die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und der Philosoph Peter Sloterdijk.

ORF ist Redaktion des Jahres

Der Titel „Redaktion des Jahres“ geht an den ORF. Der Medienmanager des Jahres und die Journalistin des Jahres kommen heuer indes aus demselben Medienhaus. Puls4-Infochefin Corinna Milborn wurde in einer Onlineabstimmung der Leser des Branchenmagazins „Der Österreichische Journalist“ für letzteren Ehrentitel gewählt, teilte das Herausgeber Georg Taitl heue in einer Aussendung mit.

Die 44-jährige Milborn sei heuer besonders durch die Wahlberichterstattung des Privatsenders aufgefallen, hieß es zur Begründung. Sie sei konstruktiv kritisch und sympathisch in der Präsentation und eine „Vorzeige-Journalistin“.

Varga, Gleitsmann, Niederkorn, Kramar-Schmid

Bester Wirtschaftsredakteur ist heuer Christoph Varga (ORF), im Ressort Innenpolitik führt Andreas Koller von den „Salzburger Nachrichten“ das Feld an, und in der Außenpolitik ist es Verena Gleitsmann (ORF). Kulturjournalist des Jahres ist Norbert Mayer („Die Presse“), Sportjournalist des Jahres ORF-Reporter Adi Niederkorn.

Ebenfalls aus dem ORF kommt die Aufdeckerin des Jahres, Ulla Kramar-Schmid. In der Kategorie Kolumnisten gewann Guido Tartarotti („Kurier“), in der Unterhaltung Fritz Jergitsch, Chefsatiriker der „Tagespresse“, und in der Kategorie Foto Matthias Cremer vom „Standard“.

Mit dem Sonderpreis für sein Lebenswerk wird Thaddäus Podgorski - „über Dekaden der kreative Nabel des ORF“ - geehrt. Ein weiterer Sonderpreis für Innovation geht an den Politik-Podcast „Ganz offen gesagt“ von Sebastian Krause, Julia Ortner und Eva Weissenberger. Für den ORF wurden in der Kategorie Lokaljournalismus ferner der Chefredakteur des Landesstudios Burgenland, Walter Schneeberger, und die Moderatorin des Landesstudios Niederösterreich, Claudia Schubert, ausgezeichnet.

Schon im November war ProSiebenSat.1-Puls4-Geschäftsführer Markus Breitenecker zum Medienmanager des Jahres ausgerufen worden. Die Verleihung der Auszeichnungen findet am 30. Jänner 2018 statt.

Kultur

Kinderbücher für den Gabentisch

Einmal noch Kind sein - oder sich ein ebensolches zum Vorlesen suchen, denn die Kinder- und Jugendbücher der Saison sind auch für Erwachsene spannend und lustig. Süße Bilderbücher mit augenzwinkerndem Witz gibt es für die ganz Kleinen genauso wie Abenteuerliches und Mutmachendes für Volksschulkinder. Der Autor von „Schicksal ist ein mieser Verräter“ hat für Jugendliche einen Roman über Panikattacken geschrieben, ein anderes Buch befasst sich mit den Leipziger Meuten - Jugendbanden, die gegen das Nazi-Regime aufstanden.

Mehr dazu in Märchen, Mythen, Abenteuer

Ralph Rugoff kuratiert Venedig-Biennale 2019

Der Austellungsmacher Ralph Rugoff kuratiert die nächste Kunstbiennale von Venedig. Der gebürtige New Yorker ist seit elf Jahren Direktor der Hayward Gallery in London, eines renommieren öffentlichen Museums für zeitgenössische Kunst am Themse-Ufer.

Der 60-Jährige soll die 58. Biennale 2019 künstlerisch leiten. Seine Ernennung bestätige das Ziel, „die Ausstellung zum Platz der Begegnung zwischen Besuchern, Kunst und Künstlern“ zu machen, sagte der Präsident der Biennale, Paolo Baratta.

Rugoff versucht in seinen Ausstellungen regelmäßig, auch den Besucher einzubinden - zum Beispiel in seiner Londoner Ausstellung „Psycho Buildings“. Seinen Weg nach oben schaffte er vor allem mit Publikationen in Kunstmagazinen und Zeitungen. 2015 kuratierte er die Kunstbiennale in Lyon. Er arbeitete auch in San Francisco am Wattis Institute for Contemporary Arts.

Science

Religion

Leute

Prinz Harry heiratet Meghan Markle am 19. Mai

Es wird wohl die Hochzeit des Jahres 2018, nun steht auch der Termin fest: Prinz Harry und Meghan Markle werden einander am 19. Mai das Jawort geben, wie das britische Königshaus heute mitteilte. Feiern wollen die beiden ihre Traumhochzeit nach Angaben des Kensington-Palasts auf Schloss Windsor im Westen Londons.

Prinz Harry und Meghan Markle

APA/AP/Matt Dunham

Die Planung wollen Harry und seine Verlobte selbst in die Hand nehmen. Auf Überraschungen darf man dabei gefasst sein: „Sie wollen, dass der Tag so gestaltet wird, dass sich die Öffentlichkeit als Teil der Feier fühlen kann“, ließ das Paar wissen.

„Die Hochzeit wird wie alle Hochzeiten ein Moment des Spaßes und der Freude sein, der die Charaktere von Braut und Bräutigam widerspiegelt“, hieß es in einer früheren Mitteilung.

Weihnachten auf Landsitz in Sandringham

Bereits Ende November hatte das Paar seine Pläne öffentlich gemacht, allerdings ohne ein konkretes Datum zu nennen. In einem BBC-Interview plauderten die beiden ungewohnt offen über ihre Beziehung. Harry habe seiner Freundin einen Heiratsantrag mit Kniefall gemacht, und sie habe ihn ohne zu zögern akzeptiert. „Sie ließ mich gar nicht ausreden“, sagte Harry.

Zuvor hatte er bereits verraten, dass es Liebe auf den ersten Blick gewesen sei. Näher gekommen seien sie einander während einer Reise nach Botsuana. Erst kürzlich hatte der Palast bekanntgegeben, dass Markle an der Seite von Harry den Christtag auf dem Landsitz der Royals im ostenglischen Sandringham verbringen wird.