Letzte Meldung

Schauspieler Götz George ist tot

Der Schauspieler Götz George ist tot. Wie seine Agentin heute am späten Abend in Berlin mitteilte, starb George bereits am 19. Juni nach kurzer Krankheit im Alter von 77 Jahren. „Götz George hat sich eine Verabschiedung im engsten Kreis gewünscht“, hieß es in der Mitteilung. Von weiteren Nachfragen solle aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Familie abgesehen werden.

George ist einem Millionenpublikum neben zahlreichen weiteren Rollen besonders als „Tatort“-Kommissar Horst Schimanski in Erinnerung. Den schnodderigen Polizisten aus dem Ruhrgebiet verkörperte er binnen 32 Jahren insgesamt 48 Mal.

Vielfach geehrt

Eine seiner berühmtesten Kinorollen hatte der gebürtige Berliner als homosexueller Massenmörder Fritz Haarmann in „Der Totmacher“ von 1995. In Satiren wie „Schtonk!“ oder „Rossini“ zeigte George sein komödiantisches Talent. 2007 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Fernsehpreis geehrt. Sechs Jahre später spielte er im TV-Drama „George“ seinen eigenen Vater Heinrich, der wegen seiner Schauspieler-Karriere in der Nazi-Zeit umstritten war.

Er spielte den KZ-Arzt Josef Mengele („Nichts als die Wahrheit“) und einen an Alzheimer erkrankten Busfahrer („Mein Vater“), einen Taschendieb („Das Trio“) und einen blinden Klavierlehrer („Der Novembermann“), einen Öko-Aktivisten („Lüg weiter, Liebling“) und einen todgeweihten Staatsanwalt („Nacht ohne Morgen“). 2014 wurde Götz George mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im Juli wäre George 78 Jahre alt geworden.

Letzter Film noch nicht ausgestrahlt

Vor zwei Jahren hatte er erklärt, er wolle sich nach 65 Arbeitsjahren aus dem Schauspielgeschäft weitestgehend zurückziehen. 2015 stand er dann zum letzten Mal vor der Kamera: Im ARD-Krimi-Drama „Böse Wetter“ spielte er einen Bergbau-Baron - nicht im Ruhrgebiet, sondern im Harz. Ein Ausstrahlungstermin für den Film steht noch nicht fest.

Ausland

Über 3.300 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet

3.324 Menschen sind heute im Mittelmeer bei 26 verschiedenen Einsätzen in Sicherheit gebracht worden. Die Flüchtlinge befanden sich an Bord eines Schiffes sowie auf 25 Schlauchbooten 35 Seemeilen nördlichen von Libyens Küste, teilte die italienische Küstenwache in einer Presseaussendung mit.

An den Einsätzen beteiligten sich die italienische Marine sowie Schiffe der EU-Mission Eunavfor Med und der EU-Grenzschutzbehörde Frontex. Die Flüchtlinge sollen nach Sizilien gebracht werden. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hat Italien seit Jahresbeginn die Ankunft von circa 58.000 Migranten gezählt.

Während der Flüchtlingszustrom nach Griechenland nach der Schließung der Balkanroute und im Zuge des Abkommens der EU mit der Türkei zurückging, steigt die Zahl der Bootsflüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Italien gelangen wollen.

Israel und Türkei mit neuem Anlauf zu Normalisierung

Nach sechs Jahren Eiszeit unternehmen Israel und die Türkei einen neuen Anlauf zu einer Normalisierung ihrer Beziehungen. Delegationen beider Seiten trafen sich heute in Rom, um letzte Details eines umfassenden Versöhnungsabkommens auszuarbeiten, wie israelische Medien berichteten. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu war heute ebenfalls in der Stadt, wo er auch US-Außenminister John Kerry traf.

Netanjahu und der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wollten israelischen Berichten zufolge morgen Details einer Einigung beider Länder verkünden. Bereits im Dezember hatten sich Vertreter beider Seiten bei verschiedenen offenen Fragen grundsätzlich geeinigt. Unter anderem werde Israel für die bei der Erstürmung des Gaza-Hilfsschiffs „Mavi Marmara“ im Mai 2010 getöteten Menschen einen Ausgleich von umgerechnet knapp 19 Millionen Euro an die Opferfamilien zahlen, schrieb die israelische Nachrichtenseite ynet.

Bald türkische Hilfe für Gaza?

Israelische Soldaten hatten die unter der Flagge der Komoren fahrende türkische „Mavi Marmara“ damals vor dem Gazastreifen geentert. Dabei waren zehn Türken getötet worden. Pro-palästinensische Aktivisten hatten trotz Warnungen versucht, eine von Israel verhängte Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Im Rahmen des Abkommens werde die Türkei von Klagen gegen israelische Soldaten absehen. Die Botschafter beider Länder sollten außerdem zurückkehren und die Beziehungen wieder normalisiert werden, hieß es.

Die Türkei sei bei den Verhandlungen von ihrer Forderung nach einer Aufhebung der seit zehn Jahren andauernden Blockade des Gazastreifens abgerückt, hieß es in den unbestätigten Medienberichten. Israel werde dem ehemaligen Bündnispartner jedoch künftig humanitäre und finanzielle Hilfsleistungen in der palästinensischen Enklave ermöglichen.

Deutscher Politiker Volker Beck in Istanbul abgeführt

Bei einer verbotenen Abschlusskundgebung zur „Pride Week“ in Istanbul ist der deutsche Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck von der türkischen Polizei vorübergehend festgenommen worden. Beck versuchte heute, die Festnahme eines Aktivisten der Homosexuellenbewegung zu verhindern, der im Stadtzentrum eine Erklärung abgeben wollte.

Daraufhin führte die Polizei Beck und andere Aktivisten gewaltsam ab, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die Polizei ließ den deutschen Abgeordneten nach kurzer Zeit frei. Die Grünen-Europaabgeordnete Terry Reintke sagte, auch weitere Parteimitglieder seien bei dem Zwischenfall festgenommen worden. Sie habe vergebens versucht, die Festnahmen zu verhindern. „Die Polizisten waren sehr aggressiv.“

„Die Polizei hat mir meinen Pass entrissen und mich geschubst“, sagte Beck. „Es ist ein massiver und willkürlicher Polizeieingriff, den wir hier gesehen haben.“ Für eine demokratische Türkei müsse die Tür zur EU zwar offen sein, allerdings bewege sich der Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan „jeden Tag zwei, drei Schritte von diesem Ziel weg“. Beck sagte mit Blick auf das repressive Vorgehen: „Das ist einfach für eine Kooperation oder eine enge Freundschaft nicht tragfähig.“

Johannesson gewinnt Präsidentenwahl in Island

Unter dem Eindruck von Fußball-EM und Panama-Papers haben die Isländer den Historiker Gudni Th. Johannesson zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Nach der Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen lag der 48-Jährige heute mit 39,1 Prozent der Stimmen uneinholbar vor der Unternehmerin Halla Tomasdottir mit 27,9 Prozent.

Gudni Johannesson

APA/AFP/Halldor Kollbeins

Die übrigen sieben Kandidaten lagen weit dahinter. In Island genügt eine einfache Mehrheit zum Wahlsieg. „Ich hätte nicht gedacht, dass es zwischen mir und Halla so knapp würde“, sagte Johannesson in Reykjavik. Er hatte als klarer Favorit gegolten.

Höhere Wahlbeteiligung als erwartet

Wegen des sensationellen Erfolgs der Isländer bei der Fußball-EM hatten Experten mit einer geringen Wahlbeteiligung gerechnet. Laut vorläufigen Zahlen stimmten aber mehr als 185.000 von 245.000 Wahlberechtigten ab - mehr als erwartet. Damit auch die Inselbewohner wählen konnten, die zur EM in Frankreich sind, hatte das Innenministerium ein Wahllokal im Camp des Nationalteams in Annecy eingerichtet.

Viele Landsleute hatten Johannesson bestärkt, sich für den Präsidentenposten zu bewerben. Der Historiker war mit seinen Auftritten als Experte im Fernsehen bei einem breiten Publikum auf der Nordatlantikinsel beliebt. Seine erste große Aufgabe hat Johannesson, wenn im Herbst das neue Parlament gewählt wird. Der Präsident hat repräsentative Aufgaben, kann aber auch ein Veto gegen Gesetzesentwürfe einlegen und spielt eine entscheidende Rolle bei der Regierungsbildung.

UNO-Generalsekretär will Jemen-Gespräche ankurbeln

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon will Bewegung in die festgefahrenen Jemen-Friedensgespräche in Kuwait bringen. Bei einem Besuch in dem Emirat habe er heute zunächst mit dem kuwaitischen Staatsoberhaupt Scheich Sabah al-Ahmad al-Jabir al-Sabah gesprochen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Kuna.

Später wollte sich Ban mit Vertretern der jemenitischen Delegationen treffen, wie es aus Verhandlungskreisen hieß. Der arabische Nachrichtenkanal Al-Arabija meldete, es gebe intensive diplomatische Bemühungen, um einen Zusammenbruch der Gespräche zu verhindern.

Verhandlungen im April gestartet

Die verfeindeten Parteien verhandeln seit April unter UNO-Vermittlung über einen Frieden für das Bürgerkriegsland. Bisher haben die Gespräche jedoch kaum Fortschritte erbracht. Stattdessen kommt es in dem armen Land trotz eines Waffenstillstandes immer wieder zu Kämpfen. Die Gewalt hat eine humanitäre Katastrophe ausgelöst. Laut UNO brauchen mehr als 13 Millionen Menschen humanitäre Nothilfe.

Schiitische Huthi-Rebellen und Verbündete hatten 2014 große Teile des Landes überrannt und Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi ins Exil nach Saudi-Arabien vertrieben. Ein von Saudi-Arabien geführtes Bündnis bombardiert die Huthis seit mehr als einem Jahr aus der Luft. Das benachbarte sunnitische Königreich wirft den Rebellen vor, vom ebenfalls schiitischen Iran unterstützt zu werden.

Riskante Hochbauten in Mumbais Slums

Statt ebenerdiger Wellblechhüten sind in manchen Slums der indischen Wirtschaftsmetropole Mumbai immer mehr „Hochhäuser“ zu sehen - drei- bis fünfstöckige Hütten, notdürftig übereinander gebaut, mit hoher Einsturzgefahr. Zuwanderung und steigende Landpreise machen diese Aufstockung aber notwendig. Mumbai arbeitet bereits an einem neuen Stadtentwicklungsplan. Doch die Stadt hinkt mit ihren Maßnahmen der Realität hinterher.

Mehr dazu in Enormer Bevölkerungszuwachs

„Brexit“-Votum

Krisendiplomatie vor Brüsseler EU-Gipfel

Einen Tag vor dem EU-Gipfel laufen morgen in Europa die Krisengespräche wegen des britischen „Brexit“-Votums auf Hochtouren. In Brüssel berät die EU-Kommission am Nachmittag über Konsequenzen aus dem Referendum, bei dem knapp 52 Prozent der Briten für einen EU-Austritt ihres Landes gestimmt hatten. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini trifft US-Außenminister John Kerry, der am selben Tag in London auch noch mit seinem Amtskollegen Philip Hammond über den Brexit sprechen will.

EU-Ratspräsident Donald Tusk kommt zunächst am Vormittag in Paris mit Präsident François Hollande zusammen und trifft am Nachmittag in Berlin die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die deutsche Regierungschefin empfängt danach wiederum Hollande und den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi zu Konsultationen über die Konsequenzen aus der Volksabstimmung.

Bei den Gesprächen dürfte es vor allem um den Ablauf des Scheidungsverfahrens zwischen der EU und Großbritannien gehen. Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier trifft zudem morgen in Prag mit seinen Kollegen aus Polen, Tschechien, Ungarn und der Slowakei zusammen, um über die Folgen des Neins der Briten zur EU zu beraten.

EU-Gesprächsrunden „selbstverständlich“ ohne Briten

In den EU-Institutionen laufen bereits auf hohen diplomatischen Ebenen Gespräche zur Vorbereitung des „Brexit“ - ohne britische Vertreter. Das sei „normal“, ist aus EU-Kreisen zu vernehmen. „Wir bereiten uns auf die Verhandlungen mit Großbritannien vor. Das sind Informelle Treffen, zu denen selbstverständlich keine Vertreter Großbritanniens eingeladen werden“, so ein Vertreter der Union heute. Der britische Premier David Cameron verstehe das, hieß es.

Ein baldiges formelles Austrittsgesuch nach Artikel 50 des EU-Vertrags erwartet man in Brüssel nicht. Die anderen Mitgliedsstaaten hätten dafür Verständnis, obwohl die EU-Institutionen am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung einen möglichst schnellen Start des Scheidungsprozesses forderte. Es sei aber auch in Brüssel „allen bewusst, dass sich Großbritannien in einer extremen politischen Krise befindet, der man nun Herr werden muss“.

„Signale“ von EU-Vorsitz-Einspringern

Umstimmen will die EU die Briten nicht. Dass Großbritannien aber noch einmal umschwenken würde, sei nicht Teil der Beratungen zwischen den Mitgliedsländern. „Großbritannien hat sich für einen Ausstieg entschieden, wir bereiten uns darauf vor - ein anderes Szenario ist derzeit nicht Teil der Überlegungen“, hieß es am Wochenende von hochranigen Vertretern der Union.

Die offene Frage nach dem EU-Ratsvorsitz, den Großbritannien wohl kaum 2017 übernehmen werde, müsse so schnell geklärt werden, unterstreicht man in Brüssel jedoch. Es habe aber bereits Signale in manchen Mitgliedsländern gegeben, die auf eine mögliche Bereitschaft einzuspringen hindeuten würden.

Mogherini will „Vertrauen in EU wiederbeleben“

Nach dem Schock des „Brexit“-Votums muss sich Europa nach Einschätzung der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini grundlegend verändern und dabei vor allem gemeinsame Interessen in den Mittelpunkt stellen.

Für den EU-Gipfel Anfang der Woche in Brüssel kündigte die Italienerin in einem Interview mit der Zeitung „Corriere della Sera“ heute eine entsprechende Initiative an. „Ich denke, es ist nützlich, etwas vorzulegen, das Selbstvertrauen bringt. Wir haben die Mittel, die Kraft und die Verantwortung, das zu tun. Auch wenn sich viel verändern muss.“

Aus für „Illusion der Weltpolizei“

Als Schlüsselbereich nannte Mogherini die europäische Außen- und Sicherheitspolitik. Es sollte Schluss sein mit der Illusion einer Art Weltpolizei, „die Demokratie exportiert“. Vielmehr sollte mit Blick auf die gemeinsamen Interessen aller Länder in der EU - etwa mit Blick auf die Lage im Mittelmeer-Raum - entsprechend gehandelt werden. „Benötigt werden eine gemeinsame Vision und gemeinschaftliches Handeln.“

Mogherini trifft sich am Montag mit US-Außenminister John Kerry in Brüssel. Laut „Corriere della Sera“ war eigentlich am Wochenende ein Treffen in Rom geplant. Mogherini sagte dem Blatt aber, sie müsse in Brüssel bleiben. Am Dienstag werden die EU-Staats- und -Regierungschefs bei ihrem Gipfel über den Austritt Großbritanniens aus der EU beraten.

Zentralbank der Notenbanken erwartet Turbulenzen

Die großen Notenbanken stellen sich nach der Entscheidung der Briten für einen EU-Ausstieg auf anhaltende Turbulenzen auf den Finanzmärkten ein. Großbritannien sei eng in die Weltwirtschaft integriert und beherberge auch einige der weltweit wichtigsten Finanzzentren, sagte der Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Jaime Caruana, heute auf der Jahresversammlung in Basel.

„Es wird wahrscheinlich eine Zeit der Unsicherheit und Anpassung geben.“ Er sei aber zuversichtlich, dass sich die Unsicherheit durch Zusammenarbeit auf globaler Ebene eingrenzen lasse und Anpassungen so reibungslos wie möglich erfolgten.

Notenbanken wollen stabilisieren

Laut BIZ stehen die großen Zentralbanken bereit, stabilisierend auf die Finanzmärkte einzuwirken. Bei ihrem Treffen in der Schweiz befürworteten sie die Notfallmaßnahmen der Bank von England (BoE) und äußerten zugleich den Willen zur Unterstützung. Es sei eine enge Zusammenarbeit der Notenbanken vereinbart worden, hieß es in einer Erklärung der BIZ.

Nach dem „Brexit“-Votum hatte die BoE zusätzliche Mittel zur Geldversorgung der Geschäftsbanken zur Verfügung gestellt. 250 Milliarden Pfund können abgerufen werden. Die Schweizer Nationalbank (SNB) intervenierte auf dem Devisenmarkt, um einen Höhenflug des Franken zu stoppen. Die Europäische Zentralbank (EZB) steht nach eigenen Angaben bereit, Geldhäusern im Währungsraum im Notfall mit ausreichend Liquidität zu versorgen - in Euro und in anderen Währungen. Auch die US-Notenbank will Engpässen entgegentreten.

Britische Minister sehen keinen Zeitdruck für Austritt

Großbritannien steht nach Worten seines Außenministers Philip Hammond unter dem Druck der EU-Partner, schnell den Antrag auf Austritt zu stellen. Tatsächlich gebe es dafür aber keinerlei Vorschriften, sein Land könne über den Zeitpunkt völlig autonom entscheiden.

Das gesamte Kabinett werde im Amt bleiben, bis ein neuer Regierungschef bestimmt sei, kündigte Hammond an. Der britische Handelsminister Sajid Javid erklärte, es gebe gegenwärtig keine Notwendigkeit zu entscheiden, wann das Land den EU-Austrittsartikel 50 aktivieren werde.

Schulz will schnelle Austrittserklärung

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz forderte Großbritannien auf, bereits beim Gipfel am Dienstag den Austritt aus der Europäischen Union zu beantragen. „Ein Zögern, nur um der Parteitaktik der britischen Konservativen entgegenzukommen, schadet allen“, sagte Schulz der „Bild am Sonntag“.

„Eine lange Hängepartie führt zu noch mehr Verunsicherung und gefährdet dadurch Jobs. Deshalb erwarten wir, dass die britische Regierung jetzt liefert. Der Gipfel am kommenden Dienstag ist hierfür der geeignete Zeitpunkt“, so Schulz.

EVP für zügigen Austritt

Der Chef der „Brexit“-Kampagne, Matthew Elliott, hat sich jedoch gegen ein schnelles Austrittsschreiben ausgesprochen und auch der „Brexit“-Befürworter Boris Johnson, der als möglicher Nachfolger von Premierminister David Cameron gehandelt wird, signalisierte bereits am Freitag, keine Eile mit der Abwicklung der EU-Mitgliedschaft zu haben.

Manfred Weber, der Chef der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, der auch die ÖVP angehört, kritisierte das Verhalten der britischen Regierung. „Die beginnende Verzögerungstaktik in London ist inakzeptabel“, sagte Weber der Zeitung und plädierte für einen schnellen Austritt „innerhalb der geplanten Frist von zwei Jahren, besser sogar innerhalb eines Jahres“.

Inland

Sobotka für frühere Briefwahlauszählung

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) hat sich heute in der ORF-„Pressestunde“ einmal mehr „enttäuscht“ über die „Schlampereien“ bei der Bundespräsidentenstichwahl gezeigt. Die Briefwahlreform mit einer früheren Auszählung solle man zu Herbstbeginn angehen. Wenn das derzeitige Gesetz - wie einige Zeugen angaben - so nicht vollziehbar wäre, würde er den Gesetzgeber aufmerksam machen und Vorschläge machen, meinte Sobotka.

Gesetz laut Sobotka „vollziehbar“

Er glaube allerdings, es handle sich um eine „Schutzbehauptung“, sagte Sobotka. Das Gesetz sei vollziehbar. „Es haben ja sehr viele sehr korrekt gehandelt“, auch Bezirkswahlbehörden mit mehr Wahlkarten hätten es geschafft, „das ist eine Frage der Organisation“. Druck seitens des Innenministeriums wies der Ressortchef zurück.

Nachdem die FPÖ die Wahl angefochten hat, prüft derzeit der Verfassungsgerichtshof (VfGH) die behaupteten Unregelmäßigkeiten. Bisher lieferten die Zeugenbefragungen zwar keine konkreten Hinweise auf Manipulationsversuche, brachten aber zahlreiche Formalfehler ans Licht. Sobotka sieht bezüglich der Schlampereien Verantwortung auf allen Ebenen, er betonte aber, dass es von seinem Ressort zur Vorbereitung einen Leitfaden gegeben habe.

Kein Platz für „Schlampereien“

Dass Zeugen angegeben haben, man habe bei den Briefwahlstimmen immer schon so gehandelt, sei „noch schlimmer“, findet Sobotka. „Solche Schlampereien dürfen in einer entwickelten Demokratie keinen Platz haben.“ Neben verpflichtenden Schulungen solle es jedenfalls auch eine Reform des Wahlgesetzes geben, wobei Sobotka aufs Parlament verweist.

Der Innenminister pochte auf ein zentrales Wählerregister und plädierte dafür, dass Briefwahlstimmen bis Freitag vor der Wahl einlangen müssen und bereits am Wahlsonntag mitausgezählt werden. Einschränkungen der Briefwahl, wie sie etwa die FPÖ will, kann er hingegen nichts abgewinnen. Auch zum Thema E-Voting äußerte er sich zurückhaltend. Falls es zu einer Wiederholung der Wahl komme, wäre das „blamabel“, befand Sobtoka einmal mehr.

Sobotka beharrt auf Notverordnung

Sobotka drängt zudem weiter auf die Asylnotverordnung, auch wenn die vereinbarte Obergrenze von 37.500 Anträgen noch nicht erreicht ist. „Wir müssen jetzt agieren“, sagte er. Bis Ende Mai wurden in Österreich gut 20.000 zugelassene Asylanträge gezählt, dennoch sei es „zentral“, dass die Notverordnung „so rasch wie möglich“ passiere. Argumentiert wurde die Notwendigkeit der Verordnung von Sobotka mit der steigenden Arbeitslosigkeit.

Zur Aussage des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, dass die von Österreichs Regierung vorgeschlagene Unterbringung von Flüchtlingen in Zentren auf anderen Kontinenten nicht moralisch wäre, stellte Sobotka die Gegenfrage, ob es moralisch sei, Zehntausende im Mittelmeer ertrinken zu lassen. Da habe er noch keinen Vorschlag von Juncker gehört, konterte Sobotka.

„Ein kleines Land wie Österreich braucht die Europäische Union“, sagte der Innenminister anlässlich des „Brexit“-Votums, es müsse sie aber auch dazu anhalten, richtige Entscheidungen zu treffen. Die EU müsse das Prinzip der Subsidiarität mehr leben und sich darauf konzentrieren, wofür sie da sei, nämlich die großen Rahmenbedingungen vorzugeben. Das habe die EU auch in der Flüchtlingskrise „sträflich vernachlässigt“.

Koalition: ÖVP will raus „aus dem Schützengraben“

Die ÖVP gibt sich nach dem SPÖ-Parteitag friedlich und hofft nun auf eine „lösungsorientierte Zusammenarbeit in der Regierung“, wie der ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald in einer Stellungnahme sagte. „Wir wollen eine konstruktive Zusammenarbeit mit der SPÖ als Regierungspartner und weg vom gegenseitigen Ausrichten von Extrempositionen aus dem Schützengraben.“

In den vergangenen Wochen sei die Regierungsarbeit durch den Parteitag in Kärnten und auf Bundesebene von der „internen Positionierung von Christian Kern als Parteichef“ überschattet gewesen, meinte McDonald.

Nun müsse man als Regierungsparteien „auf gleicher Augenhöhe und mit einer guten Vertrauensbasis für die Zukunft Österreichs arbeiten“. Das Nein der ÖVP zu mehr Steuern sei „keine ideologische Doktrin“, sondern „tiefe Überzeugung“, dass es einen „Turbo für die Wirtschaft“ brauche.

Hofer: Ausstiegsreferendum auch in Österreich möglich

FPÖ-Vizechef und Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer will auch in Österreich eine Abstimmung über den Verbleib in der EU. Im Interview für die Tageszeitung „Österreich“ (Sonntag-Ausgabe) sagte Hofer: „Wenn die Union sich falsch entwickelt, dann wäre für mich der Augenblick gegeben, wo man sagt: So, jetzt muss man auch die Österreicher fragen.“

Das wäre laut Hofer gegeben, „wenn sie sich zu einer zentralistischen Union entwickelt, statt sich auf die eigentlichen Grundwerte zurückzubesinnen.“ Für eine Reform dürfe sich die EU nicht allzu lange Zeit lassen. Die EU müsse nun rasch reagieren und sich auf ihren Ursprung besinnen, eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit. Das habe gut funktioniert, bis eine politische Union gegründet wurde.

Bei einer „Fehlentwicklung der EU“ ist Hofer dafür, über einen „Öxit“, also einen Austritt Österreichs aus der Union, nachzudenken. Als Richtwert nannte er ein Jahr, innerhalb dessen sich die EU auf ihre Grundwerte besinnen sollte.

Sport

Fußball-EM: Griezmann rettet Gastgeber Frankreich

Ein Doppelpack von Antoine Griezmann innerhalb von 225 Sekunden hat Gastgeber Frankreich heute gereicht, um nach hartem Kampf doch noch ins EM-Viertelfinale einzuziehen. Dabei hatte es gegen Außenseiter Irland nach frühem Rückstand lange Zeit nicht gut ausgesehen. Eine starke zweite Hälfte wurde zur Freude der heimischen Fans dann aber doch noch mit einem verdienten Erfolg belohnt.

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Fußball-EM: Portugal entdeckt neues Erfolgsrezept

Portugal hat bei der EM 2016 in Frankreich zwar noch kein Spiel nach 90 Minuten gewonnen, trotzdem stehen Cristiano Ronaldo und Co. im Viertelfinale. Gegen Kroatien entdeckten die Portugiesen ein neues Erfolgsrezept: Mauertaktik statt Offensivspektakel. Die favorisierten Kroaten zerbrachen in der Verlängerung daran. „Wir haben 120 Minuten hervorragend verteidigt - und dann im richtigen Moment zugeschlagen“, sagte Siegestorschütze Ricardo Quaresma.

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Triathlon: Favoritensiege beim Ironman Austria

Der 18. Ironman Austria in Kagenfurt ist heute mit Siegen der beiden Favoriten zu Ende gegangen. Mit einem Vorsprung von mehr als einer Viertelstunde setzte sich die Australierin Mirinda Carfrae bei den Damen durch, seinen bereits achten Erfolg in Klagenfurt holte der Belgier Marino Vanhoenacker. Bester Österreicher wurde Michael Weiss, der das Podest als Vierter völlig entkräftet knapp verpasste. Bei den Damen belegten Michaela Herlbauer und Elisabeth Gruber die Ränge zwei und drei.

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Motorrad: MotoGP-Chaosrennen endet mit Premiere

Der Große Preis der Niederlande hat in der MotoGP-Klasse mit einer Premiere geendet. Der Australier Jack Miller holte sich in einem wahren Chaosrennen vor dem Spanier Marc Marquez sensationell seinen ersten Sieg in der Königsklasse der Motorräder. Der Grand Prix in Assen musste nach sintflutartigen Regenfällen abgebrochen und als Sprintrennen neu gestartet werden. Während zahlreiche Favoriten ein Opfer der rutschigen Strecke wurden, pilotierte Miller seine Honda sicher ins Ziel.

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Wirtschaft

Ex-OMV-Chef Ruttenstorfer Interimschef bei RHI

Ex-OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer ist per sofort interimistischer Vorstandschef der RHI AG. Diese Bestellung auf drei Monate hat der Aufsichtsrat der RHI, dessen stellvertretender Vorsitzender Ruttensdorfer auch ist, heute gefasst. Grund ist der Krankenstand von RHI-Vorstandschef Franz Struzl.

Der vorübergehende gesundheitsbedingte Ausfall Struzls war erst vergangenen Mittwoch bekannt geworden. Heute bekräftigte die RHI, dass Struzl „vorübergehend außerstande ist, seine Organaufgaben zu erfüllen“.

Der börsennotierte Feuerfestkonzern teilte heute Abend in einer Aussendung auch mit, dass der Aufsichtsrat mit Wirkung April 2017 Barbara Potisk-Eibensteiner für die kommenden fünf Jahre als Finanzvorständin wiederbestellt hat.

EU-Kommission berät über Zukunft von Glyphosat

Die EU-Kommission könnte morgen über die künftige Zulassung des Unkrautkillers Glyphosat in Europa entscheiden. Die EU-Kommissare wollen in Brüssel über das Thema beraten. Die aktuelle Europa-Zulassung des weit verbreiteten Mittels läuft Ende des Monats aus.

Die Brüsseler Behörde hatte auf eine Entscheidung der EU-Staaten zu Glyphosat gedrängt. In deren Kreis kam allerdings nicht die nötige Mehrheit zustande, zumal Deutschland sich enthielt. Damit ist nun die EU-Kommission am Zug.

Es wird erwartet, dass die Kommission die Zulassung - wie von ihr selbst vorgeschlagen - bis um 18 Monate verlängert. In dieser Zeit soll die europäische Chemikalienagentur Echa ein neues Gutachten zu möglichen Gefahren der Substanz vorlegen. Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen.

Burn-out-Fälle laut Umfrage in jeder zweiten Firma

Die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) hat heute vor einer Zunahme von psychischen Belastungen bei Arbeitnehmern gewarnt. In den vergangenen zwölf Monaten seinen diese einer Umfrage unter 1.357 oberösterreichischen Betriebsratschefs zufolge gestiegen, so das Ergebnis der aktuellen Betriebsräte-Befragung durch die Arbeitnehmervertreter.

Bereits jeder zweite Betriebsrat in Oberösterreich gab an, dass es aktuell Fälle von Burn-out im Unternehmen gibt. Der Druck auf die Beschäftigten würde laufend steigen - und zwar „bei gleichzeitig zurückhaltender Personalpolitik“ seitens der Arbeitgeber, so die AK OÖ.

Das berge gravierende Folgen für Betroffene, Arbeitsmarkt und Volkswirtschaft, denn die Rückkehr nach einer Burn-out-Erkrankung sei schwierig und der persönliche Schaden groß. „Das muss seitens der Arbeitgeber endlich ernst genommen werden. Auf eine solche Entwicklung nicht zu reagieren, wäre fatal“, wurde AK-OÖ-Präsident Johann Kalliauer in einer Aussendung zitiert.

Chronik

Hochschaubahn in Schottland entgleist - elf Verletzte

Mindestens elf Menschen, darunter neun Kinder, sind bei einem Hochschaubahnunfallin einem schottischen Vergnügungspark verletzt worden. Über die Schwere der Verletzungen lagen zunächst keine Informationen vor. Wie lokale Medien berichteten, fiel ein entgleister Hochschaubahnzug im Vergnügungspark „M&D’s“ in der Nähe von Glasgow heute mehrere Meter in die Tiefe.

Bei der Hochschaubahn kam es laut Medienberichten bereits in der Vergangenheit zu Pannen, die allerdings ohne Folgen blieben. iptv.ORF.at

Augenzeugen erzählten Medien zufolge, der Zug sei etwa zehn Meter von der Hochschaubahn heruntergefallen und auf ein Fahrgeschäft für Kinder gestürzt. Mehrere Menschen seien kopfüber in dem verunglückten Achterbahnzug eingeklemmt worden. „Ich sah, wie der Zug durch die Luft rauschte und in ein anderes Fahrgeschäft hineinkrachte“, sagte eine 13-Jährige der BBC.

Auf Bildern war zu sehen, wie Menschen versuchten, eingeklemmte Passagiere aus den zerstörten Waggons zu befreien. Bei der verunglückten Achterbahn soll es sich um den „Tsunami Rollercoaster“ handeln. Das Fahrgeschäft wird nach Angaben des Vergnügungsparks bis zu 65 Kilometer pro Stunde schnell.

Mädchen bei Donauinselfest sexuell belästigt

Zwei 15-jährige Mädchen sind gestern Abend beim Wiener Donauinselfest von zwei 20-Jährigen zunächst vermutlich mit K.-o.-Tropfen betäubt und dann massiv sexuell belästigt worden. Die beiden Männer wurden verhaftet.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Drei sexuelle Übergriffe in Oberösterreich

Gleich drei Anzeigen wegen sexueller Belästigung innerhalb von 48 Stunden wurden in Oberösterreich gemeldet. In zwei Freibädern und in einer öffentlichen Toilette sollen minderjährige Mädchen von Männern bedrängt worden sein.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Drei Sechser im Lotto „6 aus 45“

Der zweite Vierfachjackpot des Jahres ist geknackt. Drei Spielerinnen oder Spieler aus Vorarlberg, Niederösterreich und Wien teilen sich den Gewinn und bekommen für ihre Sechser jeweils 2.037.091 Euro - und zehn Cent. Alle drei Gewinner spielten auf Normalscheinen. 7,5 Millionen Tipps wurden insgesamt abgegeben. Folgende Gewinnzahlen wurden gezogen:

6 17 23 27 33 43 / Zusatzzahl 19

Auf gleich vier Wettscheinen fand sich die richtige Joker-Kombination. Die Gewinner bekommen jeweils über 72.000 Euro. Der aktuelle Joker lautet:

7 3 9 9 1 6

Alle Angaben ohne Gewähr.

Religion

Erstes orthodoxes Konzil seit 1.000 Jahren beendet

Auf Kreta ist heute das erste Konzil der zersplitterten orthodoxen Kirchen seit mehr als 1.000 Jahren zu Ende gegangen. Eine Woche lang hatten sich dort Kirchenführer aus aller Welt Themen wie der „Mission der orthodoxen Kirche in der modernen Welt“, der Relevanz des Fastens und anderen kirchlichen Inhalten gewidmet.

An dem Konzil hatten jedoch nur zehn der 14 orthodoxen Kirchen teilgenommen - die russisch-orthodoxe, die bulgarische und die georgische Kirche sowie das Patriarchat von Antiochien mit Sitz im syrischen Damaskus blieben fern.

Grund für die Absage kurz vor Beginn des Konzils war ein Streit, der bereits seit Jahrzehnten andauert. Die Patriarchate von Konstantinopel und Moskau ringen hinter den Kulissen um die Führung der zersplitterten orthodoxen Welt.

Lifestyle

Kultur

Modefotograf Bill Cunningham gestorben

Er war eine lebende Legende der New Yorker Modeszene und eine prägende Figur der Straßenfotografie - nun ist Bill Cunningham im Alter von 87 Jahren gestorben. Die „New York Times“ („NYT“), für die Cunningham fast 40 Jahre gearbeitet hatte, würdigte ihn gestern als „untypischen kulturellen Anthropologen“.

Mit seiner blauen Jacke, seiner leicht gebeugten Haltung und mit dem Auge stets am Sucher war Cunningham seit Jahrzehnten eine bekannte Gestalt auf Modeevents. Der 1929 in Boston geborene Cunningham habe ein Gespür dafür gehabt, was „der Trend in sechs Monaten ist“, sagte die „Vogue“-Chefredakteurin Anna Wintour einmal in dem Dokumentarfilm „Bill Cunningham New York“.

Bill Cunningham

APA/AP/Mark Lennihan

In der „NYT“ hatte Cunningham seit Jahrzehnten die wöchentliche Kolumne „On the Street“, in der er die neuesten Straßentrends abbildete und somit den New Yorkern ein Denkmal setzte. „Wir erinnern uns an Bills blaue Jacke und sein Fahrrad“, schrieb Bürgermeister Bill de Blasio gestern. „Aber wir werden uns vor allem an das lebhafte und lebendige New York erinnern, das er in seinen Fotos einfing.“

Laut der „NYT“ war Cunningham kürzlich wegen einer Herzattacke ins Krankenhaus gebracht worden. „Seine Gesellschaft wurde von den Reichen und Mächtigen der Modewelt gesucht, doch er blieb einer der freundlichsten, sanftesten und bescheidensten Menschen, die ich je gekannt habe“, so „Times“-Herausgeber Arthur Sulzberger Junior gestern.

Gitarre von Prince und Haarsträhne von Bowie versteigert

Bei einer Auktion in Los Angeles sind eine Gitarre von Prince und eine Haarsträhne von Bowie für mehr als 150.000 Dollar (135.000 Euro) versteigert worden. Beide Popstars waren erst in diesem Jahr verstorben.

Die „Yellow Cloud“-Gitarre, die gestern bei der Versteigerung in Beverly Hills laut dem Auktionshaus Heritage Auctions für 137.500 Dollar unter den Hammer kam, war in den späten 1980er Jahren das bevorzugte Instrument von Prince.

Für die blonde Haarsträhne von Bowie, die aus dem Fundus einer früheren Angestellten des Wachsfigurenkabinetts Madame Tussauds in London stammte, die dort 1983 für die Nachbildung der Haare des ikonografischen Popmusikers verantwortlich war, zahlte ein unbekannter Bieter 18.750 Dollar.

Bowie war im Jänner an einem Krebsleiden gestorben. Prince starb im April an einer Überdosis Schmerzmittel, die er laut der Gerichtsmedizin versehentlich einnahm.

Wiener Theater- und TV-Aktrice Silvia Fenz tot

Die österreichische Schauspielerin Silvia Fenz ist gestern Abend in Wien gestorben. Das teilte das Theater Basel, an dem sie von 1998 bis 2005 engagiert war, in einer Aussendung mit. Unter anderen war Fenz in Filmen von Harald Sicheritz („Muttertag“, „Freispiel“) und Michael Haneke („Der siebente Kontinent“) zu sehen. In der TV-Serie „Kaisermühlen Blues“ verkörperte sie die Frau Klapacek.

Fenz wurde 1940 in Wien geboren und absolvierte ein Schauspielstudium am Max Reinhardt Seminar sowie an der Tanzakademie Wien. Nach Stationen am Volkstheater Wien, in Tübingen, Oberhausen und Wunsiedel war sie von 1969 bis 1980 unter Boy Gobert und Jürgen Flimm am Thalia Theater in Hamburg engagiert. Anschließend wechselte sie mit Flimm ans Schauspiel Köln und folgte diesem 1985 zurück nach Hamburg.

Von Tabori zu Gratzer

1987 holte sie George Tabori an sein Theater Der Kreis ins Schauspielhaus in ihrer Heimatstadt, wo sie anschließend auch unter Hans Gratzer engagiert war. Nach ihrer Station in Basel kehrte Fenz 2005 ans Volkstheater zurück. Hier erhielt sie 2006 für ihre schauspielerische Gesamtleistung den Skraup-Preis - mit dieser Ehrung war sie bereits fast 40 Jahre davor als Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet worden.

Silvia Fenz in "Janus"

ORF

Auch als Filmschauspielerin war Fenz erfolgreich: Neben Haneke und Sicheritz drehte sie unter anderen mit Götz Spielmann („Der Nachbar“), Thomas Roth („Blutrausch“), Niki List („Helden in Tirol“) und zuletzt Klaus Händl („Kater“). Breite Popularität erlangte Fenz als Frau Klapacek in der ORF-Serie „Kaisermühlen Blues“. Außerdem war sie unter anderem in Episoden von „Kommissar Rex“, „Soko Donau“, „Paul Kemp“, „Tatort“ und „CopStories“ sowie der Serie „Janus“ zu sehen.