Ausland

Kanaren legen Referendum über Erdölsuche auf Eis

Die Kanarischen Inseln haben ein für den 23. November anberaumtes Referendum über eine umstrittene Erdölsuche auf Eis gelegt. Die Regionalregierung in Santa Cruz reagierte damit gestern Abend auf eine Verfassungsklage gegen die Volksabstimmung, die die Zentralregierung in Madrid erst wenige Stunden zuvor bekanntgegeben hatte.

Man sei weiterhin davon überzeugt, dass die geplante Befragung der Bürger verfassungskonform sei, wolle aber nun das Urteil des Verfassungsgerichts abwarten, teilte ein Sprecher der Regionalregierung mit.

Erste Bohrungen noch heuer

Der spanische Mineralölkonzern Repsol hatte von der Zentralregierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy die Erlaubnis erhalten, Probebohrungen im Atlantik vor den Küsten der Ferieninseln Lanzarote und Fuerteventura vorzunehmen. Die Bohrungen sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die Regierung der Inselgruppe ist gegen das Vorhaben, weil sie negative Auswirkungen auf den Tourismus befürchtet.

Vizeregierungschefin Soraya Saenz de Santamaria erklärte, das Kabinett habe beschlossen, eine Verfassungsklage gegen die Abstimmung zu erheben. Nach Ansicht Madrids überschreitet die Regionalregierung mit dem Referendum ihre Kompetenzen. Die spanische Regierung hatte bereits eine Verfassungsklage gegen ein Unabhängigkeitsreferendum in der Region Katalonien erhoben.

Istanbul: Verdächtiges Pulver in fünf Konsulaten

Die Konsulate der USA, Frankreichs, Deutschlands, Belgiens und Kanadas in Istanbul haben gestern Briefe mit einem unbekannten gelben Pulver erhalten. Laut Reuters wurde Sicherheitsalarm ausgelöst, die betroffenen Gebäude wurden teilweise evakuiert. Nach Angaben des türkischen Gesundheitsministeriums wurden insgesamt 16 Konsulatsangestellte, die mit den Briefen in Kontakt kamen, medizinisch betreut. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Dem Ministerium zufolge soll das Ergebnis der Analysen bis Montag vorliegen.

Katastrophenschutz rückte aus

Das deutsche Außenministerium bestätigte, dass das deutsche Konsulat einen verdächtigen Gegenstand erhalten habe. Daraufhin habe man das Personal in Sicherheit gebracht und die türkischen Behörden verständigt. Der Deutschen Presse-Agentur zufolge ist ein gelbes Pulver entdeckt worden. Auch Kanadas Außenminister John Baird sprach von einem „verdächtigen gelben Pulver“. „Wir haben einen Briefumschlag erhalten, der denen in den anderen Konsulaten ähnelte, er wurde aber nicht geöffnet“, sagte die französische Generalkonsulin Muriel Domenach.

Es deute derzeit vieles darauf hin, dass es sich um eine gefährliche Substanz handle. Dem türkischen TV-Sender NTV zufolge rückten die Experten des Katastrophenschutzes auch zu einem Einsatz in einem Postamt im Istanbuler Stadtteil Beyoglu aus. Alle fünf betroffenen Länder beteiligen sich am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die weite Landesteile in Syrien und im Irak unter ihre Kontrolle gebracht hat.

16.000 Armenier demonstrieren gegen Armut und Bestechung

In der armenischen Hauptstadt Eriwan sind gestern etwa 16.000 Anhänger der Opposition gegen Staatspräsident Sersch Sarkissjan auf die Straße gegangen. Sie warfen der Regierung vor, nichts zur Eindämmung von Armut und Korruption zu tun und forderten vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen.

Zweite Freitagsdemo der Opposition

Der Oppositionspolitiker und ehemalige Staatschef Levon Ter-Petrossjan von der Partei Armenischer Nationalkongress rief der Menge auf dem Freiheitsplatz zu, derzeit sei eine „mächtige Bewegung für den Regierungswechsel“ im Entstehen. Der Vorsitzende der Partei Blühendes Armenien, der Millionär und Ex-Wrestling-Weltmeister Gagik Zarukjan, forderte „eine neue Regierung mit einer neuen Politik“.

Zu der Demonstration hatte auch die dritte große Oppositionspartei Erbe aufgerufen. Am Freitag vergangener Woche hatten sich zu einer ähnlichen Protestkundgebung mehr als 10.000 Menschen versammelt.

Anschlag bei Checkpoint: 27 Tote im Nord-Sinai

Bei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag auf das ägyptische Militär sind gestern mindestens 27 Menschen getötet worden. Weitere 25 Menschen seien bei der Explosion einer Autobombe an einem Kontrollpunkt im Norden der Sinai-Halbinsel zum Teil schwer verletzt, berichteten Ärzte.

Die meisten Opfer waren den Angaben zufolge Soldaten. Es war einer der schwersten Anschläge seit dem Sturz des Präsidenten Mohammed Mursi 2013. Präsident Abdel Fattah al-Sisi berief nach Worten seines Sprechers den Nationalen Verteidigungsrat ein, um noch am Abend über das weitere Vorgehen zu beraten.

Immer wieder Attacken

Das ägyptische Militär geht seit Jahren immer wieder auf dem Sinai gegen islamistische Milizen und Schmugglerbanden vor, die sich nach den arabischen Aufständen und dem Sturz von Langzeitmachthaber Hosni Mubarak 2011 dort breitgemacht haben. Regelmäßig gibt es Attacken auf die Sicherheitskräfte. Zu mehreren Angriffen hat sich die islamistische Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis bekannt.

Erst am Mittwoch wurde an der Grenze ein Fahrzeug der israelischen Armee angegriffen, dabei wurden zwei israelische Soldaten verletzt. Nach ägyptischen Angaben soll es sich bei diesen Tätern um Schmuggler gehandelt haben.

Ottawa-Attentat: Harper in Wandschrank versteckt

Während des bewaffneten Angriffs eines Islamisten auf das kanadische Parlament in Ottawa ist Regierungschef Stephen Harper einem Medienbericht zufolge in einem Wandschrank versteckt worden. Wie die Zeitung „Globe and Mail“ gestern unter Berufung auf nicht genannte Augenzeugen berichtete, wurde Harper am Mittwoch für eine Viertelstunde in der kleinen Abstellkammer eines Konferenzraums untergebracht. „Jemand wusste, dass da ein Wandschrank ist, also steckten sie ihn da rein“, zitierte die Zeitung einen Zeugen.

Harper war gerade mit rund 150 Abgeordneten seiner konservativen Tory-Partei zusammengetroffen, als der Angreifer in das Gebäude eindrang und eine Schießerei in der Haupthalle des Parlaments begann, an deren Ende der Mann getötet wurde. Im Konferenzzimmer verbarrikadierten die Abgeordneten Videoaufnahmen zufolge die Türen mit Tischen und Stühlen.

Täter wollte offenbar nach Syrien reisen

Am Tag nach den tödlichen Schüssen in der kanadischen Hauptstadt Ottawa informierten die zuständigen Behörden die Öffentlichkeit über den aktuellen Ermittlungsstand. Man sei überzeugt, dass der mittlerweile als Michael Zehaf-Bibeau identifizierte Täter allein gehandelt habe - im Gegensatz zu früheren Berichten fand sich dieser allerdings nicht auf einer Liste mit insgesamt 93 „Reisenden mit hohem Sicherheitsrisiko“ („high-risk travellers“). Sehr wohl könnte es aus Sicht der Ermittlungsbehörden einen islamistischen Hintergrund geben. Der 32-Jährige habe vor seiner Bluttat zudem versucht, nach Syrien zu reisen.

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Inland

Sport

Fußball: Köln verschärft mit Sieg Bremer Krise

Mit der fünften Niederlage aus den vergangenen sechs Spielen in der deutschen Bundesliga verschärft sich die Krise von Werder Bremen und Trainer Robin Dutt. Das Team der beiden ÖFB-Teamspieler Sebastian Prödl und Zlatko Junuzovic verlor gestern gegen den 1. FC Köln mit 0:1 und bleibt Tabellenletzter. Gästecoach Peter Stöger bewies dabei einmal mehr sein goldenes Händchen. Das Goldtor für den Aufsteiger, bei dem Kevin Wimmer in der Innenverteidigung durchspielte, erzielte „Joker“ Anthony Ujah 67 Sekunden nach seiner Einwechslung.

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Air Race: Arch hängt im Training alle ab

Hannes Arch hat gestern im Training für das Air Race am Red Bull Ring in Spielberg alle Konkurrenten abgehängt. Der Lokalmatador flog in beiden Sessions Bestzeit und verwies seine WM-Rivalen Nigel Lamb und Paul Bonhomme klar auf die Plätze.

„Es ist super gelaufen. Jetzt freue ich mich schon wirklich auf das Rennen“, lautete der Kommentar des 47-jährigen Steirers. Das letzte Rennen der Saison ist morgen ab 14.00 Uhr live in ORF eins zu sehen.

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Chronik

Schüsse an US-Schule - zwei Tote

Ein Schüler hat bei einem Amoklauf an einer Highschool bei Seattle (US-Staat Washington) einen Menschen erschossen und sich anschließend selbst getötet. Drei schwer verletzte junge Leute wurden in ein Krankenhaus gebracht und dort notoperiert. Sie hätten Kopfwunden und befänden sich in kritischem Zustand, sagten Ärzte gestern. Ein weiterer Schüler sei leicht verletzt worden.

Die Motive hinter dem Verbrechen seien völlig unklar, sagte Polizeioffizier Robb Lamoureux in Marysville vor Journalisten. Auch die genauen Tatumstände waren Stunden nach dem Verbrechen unklar.

„Schütze war ein Schüler“

„Der Schütze war ein Schüler“, erklärte Polizeioffizier Robb Lamoureux in Marysville. Er wollte nicht sagen, ob es sich um einen Burschen oder um ein Mädchen handelt. Der TV-Sender CNN berichtete, es handle sich um einen Buben, der bei seinen Mitschülern beliebt gewesen sei und in der Football-Mannschaft gespielt habe. Er sei etwa 14 Jahre alt gewesen.

Nähere Einzelheiten über das Verbrechen an der Marysville-Pilchuck High School wurden zunächst nicht bekannt. „Ich weiß nichts über ein Motiv“, sagte Lamoureux. TV-Sender zeigten Bilder von Schülern, die aus dem Gebäude rannten oder von der Polizei ins Freie geführt wurden. Die Schüsse seien in der Kantine der Schule gefallen, sagten Augenzeugen, sie von chaotischen und panikartigen Szenen berichteten.

In den USA kommt es immer wieder zu Amokläufen von Schülern. Anläufe der Regierung zu schärferen Waffengesetzen sind bisher stets gescheitert.

Herrl und Hund attackierten in Graz Installateur

Ein Installateur ist bei Arbeiten in einem Mehrparteienhaus in Graz von einem Miteigentümer des Objekts bedroht und von dessen Hund verletzt worden. Der Hundehalter hatte die Herausgabe eines Schlüssels verlangt.

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Junger Mann verletzte eigene Mutter

Im Zuge eines Familienstreites in Wien attackierte ein 19-Jähriger seine Mutter. Der junge Mann schlug mehrmals auf die Frau ein und verletzte sie im Gesicht und am Oberkörper. Er sitzt in Haft.

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Wirtschaft

O’Leary bleibt fünf weitere Jahre Ryanair-Chef

Ryanair-Chef Michael O’Leary will weitere fünf Jahre an der Spitze von Europas größtem Billigflieger-Unternehmen bleiben. Der Ire hat einen Vertrag unterschrieben, „der ihn bis September 2019 an das Unternehmen bindet“, teilte Ryanair gestern in Dublin mit. Bis dahin will die Airline die Zahl ihrer Passagiere um 50 Prozent auf mehr als 120 Millionen im Jahr steigern.

O’Leary ist seit 1994 Ryanair-Chef, bisher hatte er Zwölfmonatsverträge. Der 53-Jährige hat immer wieder durch forsches Auftreten und kuriose Ideen auf sich aufmerksam gemacht - etwa Bezahltoiletten mit Münzschlitzen und Stehplätze im Flugzeug. Später räumte er aber ein, dass das nur Werbegags gewesen seien.

Steuerhinterziehung: Dolce und Gabbana freigesprochen

Die italienischen Modedesigner Domenico Dolce und Stefano Gabbana sind vom Vorwurf der Steuerhinterziehung freigesprochen worden. Der Kassationsgerichtshof in Rom urteilte laut Nachrichtenagentur ANSA gestern, beide hätten die ihnen vorgeworfene Straftat nicht begangen.

Das höchste italienische Höchstgericht entschied damit anders als die beiden vorherigen Instanzen, die das Duo jeweils wegen Steuerhinterziehung verurteilt hatten. Das nun gesprochene Urteil ist rechtskräftig.

Den Gründern des Modeunternehmens Dolce & Gabbana war vorgeworfen worden, mit fiktiven Firmen in Luxemburg rund 200 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Ein Gericht in Mailand hatte sie April in zweiter Instanz zu Bewährungsstrafen von eineinhalb Jahren verurteilt. In erster Instanz hatte das Gericht Bewährungsstrafen von jeweils einem Jahr und acht Monaten Haft verhängt.

Bankenstresstest: Schelling erwartet „keine Überraschungen“

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) rechnet beim aktuellen Bankenstresstest nicht mit negativen Überraschungen. Durchblicken ließ Schelling gestern vor Journalisten, dass die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) durchgefallen sein dürfte: „Es gibt eine unter Stress belastete Bank, das ist die ÖVAG - das ist hinlänglich bekannt, das wird keine Überraschung sein.“

Bei der teilverstaatlichten ÖVAG habe man ohnehin „proaktiv“ Schritte gesetzt, um nicht ein Problem ähnlich der Kärntner Hypo Alpe-Adria zu bekommen. „Das ist alles auf Schiene“, sagte Schelling. Ansonsten rechnet er nicht mit Problemen: „Es gibt keinerlei Anzeichen, dass es im Stresstest Überraschungen gibt.“

Schelling reagierte damit auch auf Aussagen von ÖIAG-Aufsichtsratschef Siegfried Wolf, der erst gestern etwaige „Vorsorgen“ für den Bankenbereich in den Raum gestellt hatte. Schelling kann sich vorstellen, dass Wolf damit die ÖIAG-Bankentochter FIMBAG meinte. Gleichzeitig verwies der Finanzminister aber darauf, dass die FIMBAG nach dem angestrebten Verkauf der Anteile an der Kommunalkredit keine wesentlichen Beteiligungen mehr halte.

25 Banken durchgefallen?

Einem Agenturbericht zufolge sollen insgesamt 25 der 130 von der Europäischen Zentralbank (EZB) europaweit überprüften Banken den Stresstest nicht bestanden haben. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit den Interna des Bankenchecks vertrauten Personen erfuhr, haben 15 die zum Jahresende 2013 vorhandenen Kapitallöcher bereits geschlossen. Bei bis zu zehn Instituten müssten diese noch gefüllt werden.

Religion

Historiker: Turiner Grabtuch mittelalterliches Ritualobjekt

Der britische Historiker Charles Freeman hat eine neue Theorie über das umstrittene Turiner Grabtuch vorgelegt. Dass das Tuch wirklich vor knapp 2.000 Jahren im Grab von Jesus Christus lag, hält er für ausgeschlossen. An eine Fälschung, die das suggerieren wollte, glaubt er allerdings auch nicht.

Seiner These zufolge ist das Grabtuch nämlich zu einem ganz bestimmten Zweck geschaffen worden: für ein mittelalterliches Osterritual, bei dem die Auffindung des leeren Grabes am dritten Tag nach der Kreuzigung dargestellt wurde.

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Science

Kultur