Inland

Asyl: Klug bietet erneut Kasernen als Unterkunft an

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) hat heute sein Angebot erneuert, bis zu 800 Asylwerber in den nächsten Monaten auf Kasernengründen zu beherbergen. Erste Begehungen finden diese Woche statt. Bereits im Juni könnten Flüchtlinge in Kasernen unterkommen.

Wenn nötig könnten neben den Kasernenunterkünften später auch zusätzlich bis zu 2.000 Personen in Containern untergebracht werden, sagte Klug am Rande einer Pressekonferenz in Wien. Sein Angebot sieht der Verteidigungsminister nur als „Überbrückung der Notstände“, um temporäre Unterkünfte zu schaffen.

Als mögliche Orte für die Asylunterkünfte nannte Klug die Kasernen in Vomp (Tirol), Tamsweg (Salzburg), Freistadt (Oberösterreich) und Horn (Niederösterreich).

Unterbringung bereits ab Juni

Diese Woche würden Begehungen der Kasernen stattfinden, um notwendige Adaptierungen der Gebäude abzuschätzen. Klug rechnet Ende der Woche mit ersten Ergebnissen der Begehungen. Erste Flüchtlinge könnten bereits im Juni in den Kasernen untergebracht werden.

Klug stellte zudem klar, dass das Bundesheer in den Kasernen selbst keine Asylunterkünfte betreiben wird. Als Unterkunftsbetreiber hatte Klug die Volkshilfe oder Caritas ins Spiel gebracht.

Gesamtschule: Grüne warnen vor „Husch-Pfusch“

Die Grünen glauben mittlerweile an die Umsetzung einer Gesamtschule der Zehn- bis 14-Jährigen und warnen vor „Husch-Pfusch“-Maßnahmen. Diese „österreichische Schulrevolution“ müsse „penibel vorbereitet“ werden, sagte Bildungssprecher Harald Walser heute vor Journalisten in Wien. Bei der ÖVP ortet er hier mittlerweile mehr Flexibilität.

Die Entscheidung in Vorarlberg, in den nächsten acht bis zehn Jahren eine gemeinsame Schule einzuführen, „wird nicht mehr rückgängig zu machen sein“, so Walser. Diese Pläne hätten bestimmt auch Auswirkungen auf Bundesebene.

Für den Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) gab es dafür Lob, und auch ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner sei in Bildungsfragen offener. Walser wies zudem darauf hin, dass sogar der Chef der ARGE Lehrer in der GÖD, Paul Kimberger, in der Tageszeitung „Kurier“ (Montag-Ausgabe) einmal mehr betonte, „kein Gegner einer gemeinsamen Schule“ zu sein.

„Fehler wie bei NMS vermeiden“

Aus Sicht der Grünen fährt der Zug jedenfalls in die richtige Richtung. Allerdings gelte es Fehler, wie sie bei der Einführung der Neuen Mittelschule (NMS) passiert seien, zu vermeiden. Laut Walser müssen einige Gesetze, in denen etwa die Aufnahmeverfahren an AHS geregelt sind, geändert werden. Die Frage, ob der Bund, die Länder oder die Gemeinden als Schulerhalter fungieren, müsse man ebenfalls klären.

Schließlich brauche es auch dienstrechtliche Änderungen und die Einführung eines neuen „Lehrertypus“ für die Sekundarstufe I (5. bis 8. Schulstufe). In der Lehrerausbildung müsse die Arbeit mit heterogenen Schülergruppen forciert werden, so Walser, denn in der gemeinsamen Schule gelte es, hochgradig personalisiert zu lernen, damit auch die hochbegabten Schüler mitgenommen werden.

Ausland

Über 30 Tote bei Taliban-Angriffen in Afghanistan

Bei Angriffen der Taliban sind in Afghanistan mindestens 32 Menschen getötet worden. In der südafghanischen Provinz Helmand seien 19 Polizisten und sieben Soldaten getötet worden, als Dutzende Aufständische Kontrollstellen der Sicherheitskräfte im Distrikt Nausad angriffen, hieß es heute von der Polizei in Helmand.

Bei einem Angriff auf ein Gerichtsgebäude in der ostafghanischen Provinzhauptstadt Maidan Shahr wurden zwei Polizisten getötet und drei Zivilisten verletzt. Auch die drei Angreifer seien ums Legen gekommen, sagte der Polizeichef der Provinz Wardak, Khalil Andarabi. Einer der Angreifer habe sich in die Luft gesprengt, die anderen beiden seien von der Polizei erschossen worden.

Bei einem Gefecht in der südafghanischen Provinzhauptstadt Kandahar wurden nach Angaben der Provinzregierung ein Zivilist getötet und drei Polizisten verletzt.

Al-Schabab tötete in Kenia Polizisten

Bei einem Angriff somalischer Islamisten der Al-Schabab-Miliz auf einen Konvoi kenianischer Sicherheitskräfte sind in der Nacht auf heute mindestens 20 Polizisten ums Leben gekommen. Die Attacke ereignete sich Augenzeugen zufolge erneut in der Provinz Garissa im Grenzgebiet, wo die Gruppe Anfang April eine Universität angegriffen und mehr als 150 Menschen getötet hatte.

Al-Schabab bekannte sich zu der Tat. „Unsere Kämpfer haben eine erfolgreiche Operation ausgeführt und mehr als 20 kenianische Polizeibeamte getötet“, sagte der Sprecher der Miliz, Scheich Abdiasis Abu Musab, dem Radiosender Andalus.

Es seien dabei auch fünf Fahrzeuge der Sicherheitskräfte zerstört worden. „Die Zahl der Toten könnte bedeutend höher sein, wir müssen das Ergebnis der Operation noch überprüfen.“

Mehrere Polizisten vermisst

Die Polizisten seien in einen Hinterhalt geraten, sagte ein Polizist, der die Attacke überlebte. Der Konvoi sei zunächst über eine Mine gefahren, die daraufhin explodiert sei. Anschließend wurde offenbar auf die Insassen der Autos geschossen. Es würden noch mehrere Polizisten vermisst, sagte ein Sicherheitsbeamter.

In der vergangenen Woche hatten Extremisten versucht, in den nahe gelegenen Ort Yumbis einzudringen, wurden jedoch von Sicherheitskräften vertrieben.

Al-Schabab fordert den Abzug kenianischer Truppen aus Somalia und greift immer wieder Ziele in dem Nachbarland an. Wegen der Gewalt ist die wichtige Tourismusindustrie in dem ostafrikanischen Safariland bereits weitgehend zusammengebrochen.

China will Militärpräsenz über Grenzen hinaus ausweiten

China will seine Militärpräsenz nach eigenen Angaben weiter über seine Landesgrenzen hinaus ausweiten. Größeres Gewicht soll dabei Marine und Luftwaffe zukommen, wie heute aus einem Weißbuch der Regierung hervorging.

Bei der Marine ziele die Neuausrichtung entgegen der bisherigen „Verteidigung von Küstengewässern“ nunmehr auf „Hochseeschutz“ ab. Zugleich solle sich die Luftwaffe von der „territorialen Luftraumverteidigung“ nun „sowohl auf Verteidigung als auch auf Angriff“ konzentrieren.

Inselstreit mit Nachbarn

Peking erhöht seit Jahrzehnten die jährlichen Ausgaben für die Armee, die zahlenmäßig die größte der Welt ist. Mehrere asiatische Nachbarländer sind angesichts der chinesischen Aufrüstung alarmiert. China betonte jedoch immer wieder, die Ausgaben seien lediglich defensiver Natur.

Für Streitigkeiten sorgt auch die Errichtung künstlicher Inseln im Südchinesischen Meer, das Peking fast in seiner Gesamtheit für sich beansprucht.

Am Freitag war es zu einem Vorfall mit einem US-Überwachungsflugzeug gekommen, das sich in der Nähe der künstlichen Inseln befand und nach chinesischen Angaben „abgedrängt“ wurde. Während die US-Besatzung immer wieder betonte, sich in „internationalem Luftraum“ zu befinden, warnte Peking anschließend vor möglichen „unerwünschten Zwischenfällen“.

Malaysia: Leichen aus Massengräbern exhumiert

In Malaysia haben Forensiker Leichen aus Massengräbern geborgen, in denen vermutlich Flüchtlinge verscharrt wurden. Auf der Suche nach menschlichen Überresten machten sich die Spezialkräfte der Polizei heute mit Schaufeln und Hacken daran, die kürzlich entdeckten knapp 140 Gräber an der Grenze zu Thailand auszuheben.

In der Nähe der Gräber befinden sich auch rund 30 Lager, die vermutlich von Schlepperbanden eingerichtet wurden. Die Fundorte liegen auf der Route durch den Dschungel im Grenzgebiet zwischen Malaysia und Thailand, auf der Flüchtlinge vor allem aus Burma und Bangladesch unterwegs sind.

Einige der Lager waren offenbar erst vor zwei oder drei Wochen überstürzt verlassen worden, nachdem Thailand eine Offensive gegen Menschenschmuggler eingeleitet hatte.

Muslimische Minderheit aus Burma

Bei den Flüchtlingen aus Burma handelt es sich hauptsächlich um Rohingya, eine muslimische Minderheit, die in ihrer Heimat nach eigenen Angaben diskriminiert wird. In den vergangenen Jahren haben die Schlepper häufig die Menschen in abgelegenen Lagern so lange festgehalten, bis für sie ein Lösegeld entrichtet wurde.

Seit Thailand verstärkt gegen Schlepperbanden vorgeht, haben diese Tausende Flüchtlinge in Booten auf offenem Meer in Südostasien ihrem Schicksal überlassen. Keines der umliegenden Länder wollte sie ins Land lassen, Malaysia und Indonesien erklärten sich schließlich dazu bereit. Thailand lehnte eine Aufnahme dagegen ab.

Anschlag auf türkische Oppositionskandidatin vor Wahl

Vor der Parlamentswahl in der Türkei hat ein Unbekannter in der südtürkischen Stadt Adana eine Kandidatin der Opposition niedergeschossen.

Videoaufnahmen einer Überwachungskamera, die die Nachrichtenagentur DHA verbreitete, zeigen, wie ein Mann in der Eingangshalle eines Gebäudes auf Elif Dogan Türkmen zugeht und aus kurzer Distanz das Feuer eröffnet. Anschließend flieht der Täter.

Türkmen tritt bei der Wahl am 7. Juni für die größte Oppositionspartei CHP an. Sie sei in die Beine getroffen worden und außer Lebensgefahr, meldete DHA.

Der Hintergrund der Tat ist unklar. Vor rund einer Woche waren zwei Menschen bei Sprengstoffangriffen auf Büros der prokurdischen Oppositionspartei HDP verletzt worden.

AKP-Bürgermeister gestorben

In der westtürkischen Stadt Bursa starb heute der Bürgermeister der Bezirks Gürsu, Cüneyt Yildiz. Der Politiker der Regierungspartei AKP sei seinen Schusswunden erlegen, meldete DHA. Er war am Mittwoch von einem Polizisten in den Kopf geschossen worden. Der Sender NTV meldete, dem Schuss sei ein Streit über eine Versetzung des Beamten vorangegangen.

Bagdad gibt grünes Licht für Offensive gegen IS

Irakische Regierungstruppen bereiten eine Gegenoffensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der westlichen Provinz Anbar vor.

„Die irakische Regierung hat grünes Licht für den Beginn der militärischen Operation mit Beteiligung der Armee, Freiwilliger und bewaffneter Stämme gegeben“, sagte ein Vertreter der Regierung heute in Bagdad. Der irakische Verteidigungsminister bestätigte diese Angaben via Facebook.

Ramadi vor einer Woche gefallen

Die Mobilisierung neuer Kräfte für die Gegenoffensive erfolgte knapp eine Woche nach dem Fall von Ramadi, der Hauptstadt der westlich von Bagdad gelegenen mehrheitlich sunnitischen Provinz Anbar. Dass Ramadi zurückerobert werden solle, wurde nicht ausdrücklich erwähnt.

Auch gab es zunächst keine Bestätigung über tatsächliche Truppenbewegungen in der Region. Den Plänen zufolge soll die erhoffte Rückeroberung Ramadis nicht nur von der schiitisch dominierten Regierungsarmee bewerkstelligt werden. An den Vorbereitungen beteiligt sind auch schiitische Freiwillige, die in den Haschd-Milizen organisiert sind, sowie einzelne sunnitische Stammesmilizen.

Diskussion über irakische Armee

Nach Kritik aus Washington hatte es zuletzt auch eine Diskussion über den Zustand der irakischen Armee gegeben. US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte den Streitkräften mangelnden Kampfeswillen bescheinigt. Vizepräsident Joe Biden bemühte sich mit einem Lob über die „enormen Opfer“ und die Tapferkeit der Soldaten um Schadensbegrenzung.

Vor den Kämpfen um Ramadi sind nach UNO-Angaben mindestens 25.000 Menschen geflüchtet. 

Hymnenstreit in Japan: Millionenentschädigung für Lehrer

Die Stadtverwaltung von Tokio muss mehreren Lehrern, die bei Schulabschlussfeiern die Nationalhymne nicht singen wollten und dafür bestraft wurden, eine Millionenentschädigung zahlen.

Ein Bezirksgericht in der japanischen Hauptstadt urteilte heute, dass 22 Lehrer insgesamt umgerechnet rund vier Millionen Euro erhalten sollen. Ihnen war eine Weiterbeschäftigung nach Erreichen ihres Pensionsalters verweigert worden, obwohl entsprechende gesetzliche Regeln für Lehrer das vorsehen.

„Kimigayo“ sorgt immer wieder für Streit

Die japanische Hymne „Kimigayo“ sorgt wegen ihres von Kritikern als nationalistisch-militaristisch bezeichneten Textes immer wieder für Streit zwischen Pädagogen und der Schulverwaltung.

Richter Toru Yoshida mahnte zu Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Lehrern, denn „sie haben nach ihrer Überzeugung gehandelt“. Die Zeremonie hätten sie nicht gestört. Die Stadtverwaltung habe „ihre Macht missbraucht“.

Einer der Kläger, der 68-jährige Eishun Nagai, äußerte sich zufrieden mit der „großartigen Entscheidung, die den Lehrern in den Schulen ein bisschen Luft verschaffen könnte“.

Im Jahr 2012 hatte das oberste Gericht Japans geurteilt, dass es nicht verfassungswidrig sei, Lehrer zu bestrafen, die zur Hymne schwiegen oder sitzen blieben. Das Gericht mahnte die Behörden jedoch, keine Sanktionen zu verhängen, die über eine Rüge hinausgingen.

Sport

Bundesliga: Salzburgs Berg-und-Tal-Fahrt zum Titel

Der als Favorit in die Saison gestartete österreichische Meister Salzburg hat am Sonntag mit einem klaren Heimsieg gegen den WAC die Titelverteidigung fixiert. Der Weg zum insgesamt sechsten Bundesliga-Triumph in der Red-Bull-Ära war allerdings steiniger als erwartet. Der Saisonstart lief noch fulminant, dem Aus im Champions-League-Play-off folgte aber auch ein Einbruch in der Liga. Zudem musste Salzburg den Abgang mehrerer Leistungsträger verkraften. Dadurch wurde die Mission Titelverteidigung zur Berg- und-Tal-Fahrt.

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Fußball: Prominente Trainerabgänge in Deutschland

Thomas Schaaf und Roberto di Matteo haben heute, nur wenige Tage nach Saisonende in der deutschen Bundesliga, ihren Trainerjob bei Eintracht Frankfurt bzw. Schalke 04 hingeworfen. Während Di Matteo trotz „konstruktiver Gespräche“ zu keiner Einigung mit der Clubführung kam, sprach der langjährige Werder-Coach Schaaf bei seinem Abgang aus Frankfurt von „unglaublichen und nicht nachvollziehbaren Anschuldigungen“ in der Öffentlichkeit.

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Formel 1: Niederlage für Hamilton als Motivationsschub

Den sicheren Sieg vor Augen hat sich Lewis Hamilton am Sonntag in Monte Carlo nach einem taktischen Fehler von Mercedes mit Rang drei begnügen müssen. Der Weltmeister hielt sich danach mit Kritik zurück, versprach aber bereits via Twitter, beim nächsten Rennen in Kanada zurückschlagen zu wollen. Auch sein beim Monaco-Grand-Prix siegreicher Teamkollege Nico Rosberg erwartet für Montreal einen „noch gefährlicheren“ Hamilton.

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Wirtschaft

IWF: China hält Währung nicht mehr künstlich niedrig

China hält seine Landeswährung Renminbi nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht mehr künstlich niedrig. Der Wechselkurs habe sich im vergangenen Jahr so entwickelt, dass nun nicht mehr von einer Unterbewertung gesprochen werden könne, sagte der zuständige IWF-Vizedirektor Markus Rodlauer heute in Peking.

Nach einer Auswertung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat der reale effektive Wechselkurs des Renminibi in den vergangenen fünf Jahren um 33 Prozent zugelegt.

Peking war von seinen westlichen Handelspartnern und vom IWF seit langem vorgeworfen worden, den Wechselkurs künstlich niedrig zu halten, um sich Handelsvorteile zu verschaffen. Denn eine schwache Währung macht chinesische Produkte im Ausland billiger. In den vergangenen Jahren hatte China auch durch diesen Vorteil riesige Handelsüberschüsse eingefahren.

IWF: Peking soll für freien Wechselkurs sorgen

Der IWF rief die Regierung in Peking dennoch dazu auf, in den nächsten zwei, drei Jahren für einen freien Wechselkurs zu sorgen. Zudem sollte China der Wirtschaft weiter unter die Arme greifen, falls diese im laufenden Jahr weniger als 6,5 Prozent wachse. Der IWF selbst rechnet mit einem Plus von 6,8 Prozent 2015 und plus 6,25 Prozent 2016.

Im vergangenen Jahr hatte die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft um 7,4 Prozent zugelegt - das ist für europäische Verhältnisse viel, in China aber der kleinste Zuwachs seit einem Vierteljahrhundert. Anfang dieses Jahres hatte die Wirtschaft erneut Schwung verloren.

„Handelsblatt“: EU prüft Mindeststeuer für Firmen

Die EU-Kommission prüft einem Zeitungsbericht zufolge die Einführung einer Mindestbesteuerung für Unternehmen. Die Kommission erwäge, europaweit eine gemeinsame Untergrenze für die Körperschaftsteuer vorzuschreiben, berichtete das deutsche „Handelsblatt“ heute.

Morgen wolle Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit seinen 27 Kommissaren über die künftige Unternehmensbesteuerung in Europa debattieren. Dabei werde auch das Thema Mindeststeuer eine Rolle spielen, hieß es in der Zeitung unter Berufung auf EU-Kreise. Die Körperschaftssteuer ist von Kapitalgesellschaften wie Aktiengesellschaften und GmbHs zu entrichten.

Umdenken durch „Luxleaks“-Affäre

„Deutschland und Frankreich verlangen einen Mindestschwellenwert. Darauf reagieren wir“, zitierte die Zeitung Kommissionskreise in Brüssel. Bisher stand in der Debatte über die Firmenbesteuerung innerhalb der EU die Harmonisierung der Bemessungsgrundlage im Vordergrund. Eingriffe in die Steuersätze lehnen die meisten Mitgliedsländer ab.

„Unter dem Eindruck der Luxleaks-Affäre hat nun aber offenbar ein Umdenken eingesetzt“, hieß es in dem Zeitungsbericht. Vergangenes Jahr war bekanntgeworden, dass Luxemburg ausländische Unternehmen mit der Zusicherung von Steuervergünstigungen ins Land gelockt hatte. Das löste eine Diskussion über unfaire Besteuerungspraktiken aus.

Amazon versteuert nun in mehreren Ländern

Der US-Internethändler Amazon versteuert seine in vier europäischen Ländern erzielten Gewinne inzwischen auch dort. Seit dem 1. Mai würden die Umsätze nicht mehr wie bisher in Luxemburg, sondern in Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien verbucht, teilte Amazon heute mit. Frankreich solle bald als fünftes Land folgen.

Das Großherzogtum Luxemburg gilt als Steueroase. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob Amazons Steuerdeal in Luxemburg legal ist. Im Visier sind auch die US-Kaffeehauskette Starbucks und der italienische Autohersteller Fiat.

Rekordgewinn für Ryanair

Europas größter Billigflieger Ryanair hat im abgelaufenen Geschäftsjahr so viel verdient wie nie zuvor. Das irische Unternehmen steigerte seinen Gewinn in den zwölf Monaten bis Ende März um fast zwei Drittel auf den Rekordwert von 867 Mio. Euro. Der Billigflieger übertraf mit seiner heute vorgelegten Bilanz auch seine eigenen, mehrfach angehobenen Prognosen.

Zu dem Erfolg trugen der boomende Ticketverkauf, deutlich besser gefüllte Flugzeuge und der gesunkene Spritpreis bei.

Die Zahl der Fluggäste stieg um elf Prozent auf 90,6 Millionen. Die Auslastung der Maschinen verbesserte sich von 83 auf 88 Prozent. Dabei rechnet Ryanair auch Fluggäste ein, die Tickets gekauft haben, aber nicht zum Abflug erscheinen.

Die Treibstoffkosten gingen trotz des größeren Flugangebots insgesamt leicht zurück. Hätte Ryanair den Treibstoff nicht schon im Voraus zu festen Preisen eingekauft, hätte der easyJet-Rivale vom Ölpreisverfall noch stärker profitiert.

O’Leary rechnet mit „hartem Preiskampf“

Der Umsatz legte um zwölf Prozent auf 5,65 Mrd. Euro zu. Die Ryanair-Aktie sprang am Vormittag auf ihren bisherigen Rekordstand von 11,60 Euro. Für die kommenden Monate erwartet die Ryanair-Spitze einen harten Preiskampf: „Es wäre dumm, jetzt nicht mit irrationalen Ticketpreisen von Wettbewerbern zu rechnen“, sagte Unternehmenschef Michael O’Leary. Das werde auch bei Ryanair vor allem im Winter die Preise drücken.

Im laufenden Geschäftsjahr will das Unternehmen die Zahl seiner Fluggäste um weitere zehn Prozent steigern. O’Leary peilt einen Überschuss von 940 bis 970 Mio. Euro an. Mehr als die Hälfte des Wachstums soll im Sommer von großen Flughäfen wie Berlin, Brüssel, Köln und Rom kommen, nachdem Ryanair über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatte.

Chronik

Dschihadismus: 14-Jähriger schuldig gesprochen

In St. Pölten ist heute ein 14-Jähriger vor Gericht gestanden, der in den „Dschihad“ ziehen wollte. Nach kurzer Verhandlung wurde er schuldig gesprochen. Laut Staatsanwalt zeigte der Jugendliche keinerlei Reue und Schuldbewusstsein. Er erhielt zwei Jahre Freiheitsstrafe, davon acht Monate unbedingt.

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Auch in Wien mussten sich heute wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ein 16-jähriges Mädchen und ein 19-Jähriger vor Gericht verantworten. Sie habe für ihren im Dschihad kämpfenden Mann in Syrien „kochen und putzen“ wollen, sagte das Mädchen. Sie wurde freigesprochen.

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Hitzewelle in Indien: Mindestens 750 Tote

Eine besonders lange und gewaltige Hitzewelle mit bis zu 48 Grad setzt dem indischen Subkontinent zu. Bis heute starben nach offiziellen Angaben in Indien mindestens 750 Menschen infolge der hohen Temperaturen.

„Die meisten Opfer sind Menschen, die direkt der Sonne ausgesetzt waren. Viele von ihnen waren älter als 50 Jahre und arbeiteten im Freien“, sagte P. Thulasi Rani vom Katastrophenmanagement des Bundesstaates Andhra Pradesh.

Laut Meteorologen lagen die Temperaturen an vielen Orten mindestens vier Grad über dem Durchschnitt. Verantwortlich seien heiße Winde aus Nordwesten, sie brächten die Hitze aus dem Wüstenstaat Rajasthan mit.

Abkühlung erst Anfang Juni

Die Monsunfront, die Abkühlung mit sich bringen könnte, lag noch in der Bucht von Bengalen. Sie wird am 1. Juni an der Südspitze des Landes erwartet und zieht dann Richtung Norden und Westen. Der indische Sommer dauert von April bis zum Beginn der Regenzeit.

In Kolkata beschlossen viele Taxifahrer nach dem Tod zweier Kollegen, zwischen 11.00 und 16.00 Uhr nicht mehr zu fahren. Die Verwaltung der Landeshauptstadt Ahmedabad habe Poster mit Hinweisen aufgehängt, berichtete die Nachrichtenplattform Scroll. Sie raten dazu, Wasser und Buttermilch zu trinken, aber keine süßen Getränke.

Bombe gefunden: 20.000 Kölner müssen Häuser räumen

Wegen eines Bombenfundes am Rhein steht die deutsche Stadt Köln vor der größten Evakuierung ihrer Nachkriegsgeschichte. Rund 20.000 Menschen müssen morgen ihre Wohnungen für die Entschärfung des 20 Zentner schweren Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg verlassen. Viele Häuser der Stadtteile Riehl und Mülheim sollen nach Angaben der Verwaltung evakuiert werden.

Das Gebiet, das geräumt wird, hat einen Radius von einem Kilometer rund um den Fundort der Bombe. Betroffen sind auch 1.300 Bewohner eines Senioren- und Behindertenzentrums. Sie werden vorübergehend in Krankenhäusern und in einem eigens hergerichteten Bereich auf dem Messegelände untergebracht.

Schulen, die in dem Gebiet liegen, bleiben geschlossen, ebenso der Zoo. Die Bombe solle voraussichtlich am Nachmittag entschärft werden, sagte ein Sprecher der Stadt.

Song Contest

Versteigerung der Song-Contest-„Enzis“

Jedem der 40 Song-Contest-Teilnehmerländer wurde heuer ein Hofmöbelstück aus dem MuseumsQuarter (MQ) - besser bekannt als „Enzi“ - gewidmet. Pro „Enzi“ durfte ein heimischer Künstler das Land auf seine eigene Art und Weise interpretieren. Seit Mitte Mai waren die Möbelstücke im MQ ausgestellt, ab morgen werden sie zugunsten von „Nachbar in Not“ für die Erdbebenopfer in Nepal versteigert.

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Science

Zentralmatura 2016 mit anderer Reihenfolge

Die Zentralmatura im kommenden Schuljahr geht von 9. bis 19. Mai 2016 über die Bühne - und zwar mit einer etwas veränderten Fächerreihenfolge gegenüber heuer. Mathematik (heuer am Anfang der zweiten Prüfungswoche) steht dann bereits am zweiten Prüfungstag auf dem Programm. 2016 sind neben den AHS auch alle BHS von der standardisierten schriftlichen Reifeprüfung umfasst.

Maturaauftakt bildet wie schon heuer das Fach Deutsch am 9. Mai. Gleich am zweiten Tag (10. Mai) folgt Mathematik, anschließend kommen Englisch (11. Mai), Französisch (12. Mai) und Italienisch (13. Mai).

Nach den Pfingstferien werden die schriftlichen Klausuren dann mit Spanisch sowie den Volksgruppensprachen Slowenisch, Ungarisch und Kroatisch (jeweils 18. Mai) sowie Latein bzw. Griechisch (jeweils 19. Mai) abgeschlossen. Die Kompensationsprüfungen für Schüler mit Fünfern sind für den 6. und 7. Juni angesetzt.

Noten werden morgen veröffentlicht

Die ersten Resultate der heurigen Zentralmatura werden morgen veröffentlicht. Sie enthalten eine Aufstellung über positive bzw. negative Noten nach Geschlecht und Bundesland für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch.

Darin noch nicht aufgelistet sind die konkreten Noten sowie die Ergebnisse der erst am 1. und 2. Juni stattfindenden Kompensationsprüfungen, mit denen Fünfer ausgebessert werden können. Die endgültigen Ergebnisse der schriftlichen Reifeprüfung werden daher erst nach diesen Prüfungen feststehen und bekanntgegeben.

Genaue Vergleichswerte zu den Vorjahren gibt es dabei nicht: Bisher wurden die schriftlichen Maturaresultate aufgrund der unterschiedlichen Reifeprüfungen nicht zentral erfasst.

Religion

Kultur

Spanischer Regisseur Aranda verstorben

Der Filmemacher Vicente Aranda, einer der angesehensten und einflussreichsten Regisseure Spaniens, ist tot. Aranda sei heute Früh in seiner Madrider Wohnung im Alter von 88 Jahren gestorben, teilte die spanische Filmakademie mit. „Einer der ganz Großen hat uns verlassen“, sagte der spanische Schauspieler Antonio Resines.

Aranda drehte mehr als 30 Filme. Zu den bekanntesten Werken des mehrfach ausgezeichneten Regisseurs und Drehbuchautors aus Barcelona gehört „Amantes“ (Die Liebenden), für das er 1992 den spanischen Goya-Preis für die beste Regie und den besten Film erhielt. Dieser Streifen und auch Arandas Romanverfilmung „Der Blick des Anderen“ wurden jeweils 1991 und 1998 auf der Berlinale für einen Goldenen Bären nominiert.

Aranda war einer der wichtigsten Vertreter der „Schule von Barcelona“, die sich in den 1960er Jahren an die französische Nouvelle Vague anlehnte und mit einer neuen, ausgeklügelten Ästhetik und der Behandlung von Tabuthemen wie Transsexualität gegen die eingefahrenen und politisch starren Strukturen des damaligen spanischen Films wandte.

Leute

Martin Sheen „konnte Sohn Charlie nicht helfen“

Der US-Schauspieler Martin Sheen (74) hat sich angesichts des öffentlichen Zusammenbruchs seines Sohns Charlie (49) hilflos gefühlt. „Bei dem, was er damals durchmachte, konnten wir nicht viel tun außer für ihn beten und ihm aufhelfen“, sagte Sheen („Apocalypse Now“, „The West Wing“) dem britischen Magazin „Radio Times“.

Charlie Sheen war 2011 von den Produzenten der Erfolgsserie „Two and a Half Men“ gefeuert worden und hatte mit wirren Auftritten und öffentlichen Exzessen Aufsehen erregt.

„Nur die unter uns, die ihn gut kannten, verstanden, was los war“, sagte sein Vater. Die Situation sei für die Beteiligten „sehr schmerzhaft“ gewesen.