Liveticker

„Partnerwahl“ der Hypo Thema im U-Ausschuss

Wieso dann doch ein Zukauf?

Hable (NEOS) ist wieder an der Reihe. Es geh wieder um das Thema Kapitaerhöhungen. Ederer betont dazu nochmals: Man habe für die GraWe kein weiteres Engagement mehr im Bankenbereich gewollt.

Merkwürdig, meint Hable. Schließlich habe die GraWe später noch eine ganze Bank (das Bankhaus Schelhammer & Schattera, Anm.) gekauft. Die hätte exakt in das Portfolio gepassst, argumentiert Ederer.

Gute Gesprächsbasis mit Pröll

Lugar spricht nun Ederers Kontakte zur Politik, konkret Ex-Minister und -Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) an. Mit diesem habe er eine gute Gesprächsbasis gehabt, erklärt Ederer. Von Freundschaft will er, auf Nachfrage Lugars, nicht sprechen. Konkret zur Hypo habe es keine Gespräche gegeben, aber er kenne ihn noch aus Prölls Zeit als Landwirtschaftsminister, präzisiert Ederer.

Ausland

Mängel im Asylsystem: Brüssel geht gegen Berlin vor

Die EU-Kommission wirft Deutschland Mängel im Asylsystem vor. Die deutsche Bundesregierung habe zwei EU-Richtlinien nicht richtig umgesetzt, in denen es um Mindestnormen für Asylverfahren und bei der Aufnahme von Bewerbern geht, teilte die Brüsseler Behörde heute mit. Sie treibt deshalb die bereits im September eröffneten Verfahren wegen Verletzung europäischen Rechts weiter voran.

Die EU-Kommission erwartet nun Abhilfe innerhalb von zwei Monaten. Zu den genauen Kritikpunkten machte die Behörde zunächst keine Angaben. Grundsätzlich regelt eine der beiden EU-Richtlinien Unterbringung, Verpflegung oder Gesundheitsversorgung, Arbeitsmöglichkeiten sowie medizinische und psychologische Betreuung von Asylbewerbern. In der anderen Richtlinie geht es um Vorgaben zur Unterstützung von Asylbewerbern im Verfahren oder um Regeln für wiederholte Anträge.

Auch bei Estland, Slowenien, Griechenland, Frankreich, Italien und Lettland erwartet die EU-Kommission Verbesserungen in Bezug auf eine oder beide Richtlinien. Falls es zu keiner Einigung kommt, droht den Staaten eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. Dieser kann in letzter Konsequenz auch Bußgelder verhängen.

Syrien-Gespräche: Assad-Gegner kündigen Teilnahme an

Die von Saudi-Arabien unterstützten Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad haben ihre Teilnahme an der Fortsetzung der Friedensgespräche Ende Februar angekündigt. „Wir haben keine Vorbedingungen“, sagte der Sprecher der Gruppe, Salim al-Muslat, heute laut Reuters. Man verlange nur die Umsetzung einer Resolution des UNO-Sicherheitsrates.

Wenn Zivilisten nicht mehr getötet würden, werde es eine Lösung geben. Er forderte zudem von den USA, sich stärker für ein Ende der russischen Luftangriffe in Syrien einzusetzen. Sie haben dazu geführt, dass Assads Truppen auf dem Vormarsch sind.

Als Reaktion auf die verstärkten Kämpfe in Syrien hatten die Vereinten Nationen die Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der Opposition in Genf bis Ende Februar ausgesetzt.

Aktivisten melden Hunderte Tote

Bei der Offensive der syrischen Armee in der Provinz Aleppo sind nach Angaben von Aktivisten bereits mehr als 500 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien 274 syrische Rebellen und ausländische Dschihadisten sowie 89 Zivilisten, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute mit. Die Angaben der den Rebellen nahe stehenden Beobachtungsstelle sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Karten in Syrien neu gemischt

Der Vormarsch der syrischen Armee auf die Großstadt Aleppo und weiter Richtung türkische Grenze legt einmal mehr die chaotischen Zustände im Syrien-Konflikt dar. Denn während sich die Regierungstruppen mit Unterstützung russischer Luftangriffe, der libanesischen Hisbollah und russisch-tschetschenischer Einheiten vorankämpfen, kommen Rebellenverbände in Bedrängnis und verlieren Gebiete - auch zugunsten kurdischer Einheiten, die an der Grenze zur Türkei ebenfalls in Syrien kämpfen. Die Konsequenzen hat die Zivilbevölkerung zu tragen, die derzeit zu Zehntausenden Richtung Türkei flieht, dort aber vor geschlossenen Grenzen steht.

Mehr dazu in Vormarsch Richtung Türkei

Frankreichs Außenminister Fabius tritt zurück

Der französische Außenminister Laurent Fabius gibt seinen Posten ab und verlässt die Regierung. Das kündigte der 69-Jährige heute nach einer Kabinettssitzung in Paris an. Über den Rücktritt wurde bereits seit Monaten spekuliert: Der Sozialist liebäugelte seit geraumer Zeit mit dem prestigeträchtigen Posten des Präsidenten des französischen Verfassungsrats. Die Amtszeit des bisherigen Präsidenten Jean-Louis Debre endet dieser Tage.

Der frühere Premierminister Fabius ist seit Hollandes Amtsantritt 2012 französischer Außenminister. Zuletzt wurde ihm seine Arbeit als Präsident der UNO-Klimakonferenz COP21 in Paris als Erfolg angerechnet.

Nach Spekulationen französischer Medien könnte die bisherige Umweltministerin Segolene Royal neue Außenministerin werden. Die frühere Lebensgefährtin von Hollande ist auch Mutter von vier gemeinsamen Kindern.

Iran modernisiert umstrittenes Raketensystem

Der Iran modernisiert trotz Kritik aus dem Westen sein Raketenarsenal. Verteidigungsminister Hossein Dehghan kündigte die nächste Generation ballistischer Geschosse vom Typ Emad für das am 20. März beginnende neue iranische Jahr an. Mit der Massenproduktion werde in naher Zukunft begonnen.

Zudem werde die Islamische Republik in den kommenden zwei Monaten die erste Lieferung des russischen Raketenabwehrsystems S-300 in Empfang nehmen. Das Waffengeschäft lag jahrelang auf Eis, bis im vergangenen Sommer eine Einigung im Atomstreit erzielt wurde.

Dehghan zufolge laufen auch Gespräche zwischen den Führungen in Teheran und Moskau über die Abnahme von in Russland hergestellten Kampfjets vom Typ Suchoi Su-30.

Nigerias Militär befreit fast 300 Boko-Haram-Geiseln

Die nigerianischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei zwei Einsätzen 284 Menschen aus der Gewalt der islamistischen Terrormiliz Boko Haram befreit. Dabei wurden auch 25 Kämpfer der Extremisten getötet, acht weitere konnten festgenommen werden, wie Militärsprecher Sani Usman heute erklärte.

Bei einem Einsatz im Ort Budumri im Bundesstaat Borno im Nordosten des Landes konnte das Militär gestern 103 Menschen befreien.

Im Ort Bolungu gelang es den Streitkräften bei der Aushebung einer Terrorzelle, 181 Geiseln zu befreien. Die befreiten Geiseln werden Usman zufolge medizinisch untersucht und sollen nach ihrer Identifizierung in Vertriebenenlager gebracht werden.

Bei dem Einsatz in Budumri seien 25 Kämpfer getötet worden, erklärte er. Usman machte keine Angaben zu möglichen Verlusten aufseiten der nigerianischen Streitkräfte.

Nordkorea: Südkorea verlässt Industriepark Kaesong

Südkorea zieht sich nach dem nordkoreanischen Raketenstart aus dem von beiden Staaten betriebenen Industriepark Kaesong zurück. Damit solle der Norden von einer wichtigen Geldquelle für seine Raketen- und Atomwaffenprogramme abgeschnitten werden, sagte der für die Wiedervereinigung zuständige Minister Hong Yong Pyo heute. Die Regierung in Pjöngjang sei bereits über das Vorhaben informiert.

Der Industriepark liegt in Nordkorea an der Grenze zum Süden und ist eines der wenigen Projekte, in dem die beiden verfeindeten koreanischen Staaten zusammenarbeiten. 124 südkoreanische Firmen beschäftigen in dem Park fast 55.000 Nordkoreaner. Für das verarmte Nordkorea ist Kaesong eine wichtige Einnahmequelle, allein im vergangenen Jahr flossen nach Angaben des Ministers fast 100 Millionen Euro an Gehältern und Gebühren.

Propagandabeschallung verstärkt

Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas verstärkt Südkorea zudem die Propagandabeschallung des Nachbarlandes. Es seien weitere Lautsprecher an der Grenze aufgebaut worden. Laut Verteidigungsministerium werde der Norden nun auch länger als bisher mit lauter Musik, Nachrichten und Propagandabotschaften beschallt.

Südkorea hatte die Beschallung im Jänner wieder aufgenommen, als Reaktion auf den nordkoreanischen Atomtest. Dieser wurde international ebenso verurteilt wie der Raketenstart am Sonntag

Der UNO-Sicherheitsrat kündigte bereits eine härtere Resolution an - unterstützt von China. Auftrieb könnte das durch eine neue Warnung aus den USA kommen. Laut einem aktuellen Bericht, den der US-Geheimdienst gestern vorstellte, nahm Nordkorea unter seinem Machthaber Kim Jong Un wieder die Produktion von Plutonium auf. Damit könnte Pjöngjang Atomwaffen bauen.

Mehr dazu in Warnung vor Atomplänen

Türkei meldet Fund von Sprengstoffwesten an Grenze

Die türkische Armee hat an der Grenze zu Syrien mehrere Kilogramm Sprengstoff sichergestellt. Eine Gruppe von 34 Menschen, unter ihnen 20 Kinder und zehn Frauen, sei in der Grenzstadt Karkamis von türkischen Soldaten gestoppt worden, teilte die Armee heute mit. Neben vier Sprengstoffwesten seien in zwei Rucksäcken zwölf bis 15 Kilogramm Sprengstoff gefunden worden.

Vor einem Monat hatte ein aus Syrien in die Türkei eingereister mutmaßlicher Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bei einem Selbstmordanschlag in der Altstadt von Istanbul elf deutsche Touristen getötet. Die türkischen Behörden befürchten, dass die IS-Miliz weitere Anschläge planen könnte.

Inland

Weniger Flüchtlinge für Österreich aus EU-Verteilsystem

Die EU-Kommission will rund ein Drittel weniger Flüchtlinge als bisher geplant aus dem EU-Verteilsystem nach Österreich schicken. Die Maßnahme ist auf ein Jahr befristet und sei jener von Schweden vergleichbar, das im Dezember ebenfalls eine Aufhebung um ein Jahr zugestanden erhielt.

Bis jetzt keine einzige Umverteilung nach Österreich

Fakt ist allerdings, dass laut Daten der EU-Kommission vom 4. Februar nach Österreich bisher ohnehin keine Asylsuchenden aus dem Verteilmechanismus gebracht wurden. Das Land sollte ursprünglich 1.953 Menschen aufnehmen, nun sollen es 1.350 Flüchtlinge sein.

Das im September beschlossene System sieht vor, insgesamt 160.000 Menschen vor allem aus Italien und Griechenland in andere Mitgliedsländer zu bringen. Bisher wurden rund 500 Menschen in der EU verteilt. Viele EU-Staaten wollen sich ohnehin nicht beteiligen. Von einem Scheitern des Verteilungssystems will vorläufig niemand sprechen.

Schreiben an EU-Innenminister

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos erklärte, es werde im laufenden Jahr eine „deutliche Anzahl von Migranten“ geben. Einige EU-Staaten hätten ihre Grenzkontrollen verschärft. Avramopoulos betonte, es sei wichtig, Schutzbedürftigen zu helfen, doch sei es „nicht Sache der Migranten, zu entscheiden, in welchem Staat sie Schutz erhalten“.

Darüber hinaus müssten jene Flüchtlinge, die nicht für einen Schutz infrage kommen, rückgeführt werden. Er habe heute auch ein Schreiben an alle EU-Innenminister geschickt, damit sie sich an die Umsiedlungen halten. Die Lage sei dringlich. „Wir müssen einen höheren Gang einlegen, was die Verteilung angeht." Gleichzeitig müssten alle Anstrengungen gebündelt werden, irreguläre Migranten zurückzuführen.“

Richard Lugner tritt bei Hofburg-Wahl an

Mit 83 will es Richard Lugner politisch noch einmal wissen: Zum zweiten Mal nach 1998 tritt Österreichs bekanntester Baumeister zur Bundespräsidentschaftswahl an. 9,91 Prozent der Stimmen erreichte er 1998.

„Wir treten an“, sagte Lugner heute zur APA. Er hatte sein Antreten von einer Umfrage abhängig gemacht, deren Ergebnisse heute vorliegen. Details will Lugner morgen in einer Pressekonferenz in der Lugner City vorstellen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Kurz bespricht Flüchtlingskrise in Montenegro

Montenegro sieht einer möglichen Umleitung des Flüchtlingsstroms nach der Schließung der mazedonisch-griechischen Grenze gelassen entgegen. „Wir haben bereits vor einem halben Jahr einen entsprechenden Plan vorbereitet“, sagte Außenminister Igor Luksic heute nach einem Treffen mit seinem Kollegen Sebastian Kurz (ÖVP) in Podgorica.

Montenegro für regionale Zusammenarbeit

Luksic sprach sich für eine regionale Zusammenarbeit in der Flüchtlingskrise aus, wies aber darauf hin, dass sein Land bisher an den Gesprächen nicht beteiligt worden sei. Um sich an der Akkordierung der Maßnahmen beteiligen zu können, müsse Podgorica in die Gespräche eingebunden werden, so Luksic auf die Frage, ob das Land auch Flüchtlinge im Rahmen des geplanten europäischen Quotensystems aufnehmen würde.

Wie schon zuvor in Sarajevo und Belgrad betonte Kurz auch in Podgorica, es sei ihm ein Anliegen gewesen, seine Gesprächspartner darüber zu informieren, „dass der Zeitpunkt eintreten wird, wo wir die Flüchtlinge an der österreichischen Grenze stoppen müssen“. Das werde „natürlich auch Auswirkungen in der gesamten Region“ haben. Eine neu Route durch Montenegro sei denkbar.

Am Weg zur EU-Annäherung

Im Rahmen des Besuchs wurde ein bilaterales Kulturarbeitsprogramm unterzeichnet. Luksic und Kurz stellten auch ein Aktionsprogramm vor, das Maßnahmen für die EU-Annäherung Montenegro enthält. Damit soll heuer die Eröffnung von fünf Kapiteln in den EU-Beitrittsverhandlungen erreicht werden.

Kurz sagte, dass Österreich ein „starker Unterstützer“ für die EU-Annäherung Montenegros sei. Zugleich pochte er aber auf die „notwendigen Reformen, um das Land fit zu machen für den europäischen Weg“. „Ich möchte hier besonders die Bereiche Medienfreiheit und Kampf gegen Korruption erwähnen“, sagte der Außenminister mit Blick auf internationale Kritik an der politischen Lage im Land.

Sport

DFB-Pokal: Bayern erwartet „Finale“ in Bochum

Im zweiten Teil des Viertelfinales im DFB-Pokal steht heute gleich zweimal das Duell zwischen Zweiter und Erster Liga auf dem Programm. Während Hertha BSC beim 1. FC Heidenheim sein erstes Halbfinale seit 1981 anstrebt, will Bayern mit einem Sieg beim VfL Bochum zum siebenten Mal nacheinander ins Halbfinale einziehen. Die Münchner sind allerdings gewarnt, zumal VfL-Coach Gertjan Verbeek bereits einen Plan im Köcher hat. Bayern-Trainer Josep Guardiola spricht deshalb bereits von einem „Finale“.

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ÖFB-Cup: Hadzikic rettet Austria Aufstieg

Das Tor zum 1:0-Sieg der Austria im ÖFB-Cup-Viertelfinale gestern Abend gegen den LASK erzielte zwar Kevin Friesenbichler, einen zumindest ebenso großen Anteil am Aufstieg der Wiener hatte aber Osman Hadzikic.

Der 19-jährige Ersatzmann des verletzten ÖFB-Teamgoalies Robert Almer avancierte mit Glanzparaden zum Matchwinner und erhielt Sonderlob von Thorsten Fink. Dem Austria-Trainer ist aber klar, dass im Derby am Sonntag gegen Rapid eine Steigerung nötig sein wird.

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Wirtschaft

Polen: Warnung vor Zwangskonvertierung von Krediten

Nach Ungarn und Kroatien plant auch Polen, die Banken zur Konvertierung von Fremdwährungskrediten zu zwingen. Doch nun gibt es eine gute Nachricht für Raiffeisen, die durch die polnische Tochterbank Polbank von einem solchen Schritt stark belastet werden würde. Denn die polnische Zentralbank warnt vor einem solchen Schritt und den möglichen negativen Folgen.

Polens Wirtschaft drohen nach Einschätzung der heimischen Notenbank erhebliche Rückschläge bei einem gesetzlichen Zwangsumtausch von Franken-Krediten in Zloty. Seitdem der Franken nicht mehr an den Euro gebunden ist, gewann die Schweizer Währung als sicherer Hafen massiv an Wert.

Das belastet all jene, die Fremdwährungskredite in Franken haben - darunter zahlreiche Häuslbauer. Ungarn und auch Kroatien verpflichteten die Banken dazu, diese Franken-Kredite zu günstigen Konditionen in die Landeswährung zu konvertieren - auf Kosten der Banken.

Zehn Mrd. Kosten für Banken

Die Umsetzung solcher Pläne würde die Banken mit umgerechnet bis zu 9,9 Mrd. Euro belasten, teilte die Zentralbank nun in Warschau mit. Die Raiffeisen-Tochter Polbank hat rund drei Milliarden an Hypothekarkrediten in den Büchern stehen. Rund 70 Prozent des Bankensektors könnten dann in die roten Zahlen rutschen.

Die Notenbank sieht damit die Stabilität der Geldinstitute in Gefahr. Auch könnte eine massenhafte Umwandlung dieser Kredite zu einer Abwertung der Währung führen, warnte die Notenbank. Ratingagenturen könnten ihre Bonitätsnoten für Polen senken. Die Agentur S&P hat das bereits getan, Fitch hat damit gedroht.

Schelling drückte „Missfallen“ aus

Auch die Finanzmarktaufsicht KMF prüft derzeit den Plan von Staatspräsident Andrzey Duda, der die Bürger damit entlasten will. Zuvor war eine Gesetzesinitiatve der im Herbst abgewählten Vorgängerregierung im Sande verlaufen.

Wie ein Sprecher gegenüber ORF.at bestätigte, sprach Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling die für den heimischen Bankensektor heikle Angelegenheit im Rahmen des Treffens der EU-Finanzminister im vergangenen Herbst an und drückte „sein Missfallen“ aus. Da der alte Vorschlag der Vorgängerregierung mittlerweile nicht mehr im Parlament ist, sei es derzeit aber kein Thema.

144 Milliarden Zloty

In den Jahren 2007 und 2008 hatten rund 500.000 Polen Hypotheken in der Schweizer Währung aufgenommen, da dafür deutlich geringere Zinsen fällig wurden. Inzwischen ist der Franken zum Zloty aber um gut 80 Prozent nach oben geschnellt - die Schuldenlast der Hausbauer stieg dadurch massiv an. In den Büchern polnischer Banken liegen Franken-Kredite im Gegenwert von 144 Mrd. Zloty (32,3 Mrd. Euro).

US-Rückrufe wegen Airbags betreffen auch VW

Auch Volkswagen muss in den USA Fahrzeuge wegen möglicherweise defekter Airbags des japanischen Herstellers Takata zurück. Betroffen seien insgesamt 680.000 Fahrzeugmodelle der Marke VW, die zwischen 2006 und 2014 gebaut wurden, sagte ein Sprecher heute in Wolfsburg. Zu den Kosten des Rückrufs machte VW keine Angaben. Das solle mit Takata geregelt werden.

Seit Jahren sorgen defekte Airbags von Takata für millionenfache Rückrufe. Bei VW betrifft es die Modelle Passat, Golf, Jetta und Eos. Auch andere Hersteller sind betroffen. Honda beorderte vor wenigen Tagen weitere 2,2 Millionen Autos in Nordamerika in die Werkstätten. Seit 2008 hat Honda allein in den USA mehr als sechs Millionen Fahrzeuge wegen defekter Takata-Airbags repariert. Auch Volkswagen-Konkurrent Daimler kündigte zuletzt den Rückruf von 840.000 Fahrzeugen an.

Volkswagen hat bereits mit erheblichen Problemen in den USA zu kämpfen. Der deutsche Automobilkonzern hatte Dieselabgaswerte mit einer Software manipuliert und muss mit hohen Strafen und Schadensersatzforderungen rechnen. Fast 600.000 Fahrzeuge sind davon in den USA betroffen, weltweit sind es rund elf Millionen.

Heißer Sommer: Heineken steigert Gewinn um 25 Prozent

Gute Verkaufszahlen in den USA und ein heißer Sommer in Europa haben dem niederländischen Brauereikonzern Heineken im vergangenen Jahr ein Gewinnplus von 25 Prozent beschert. Der anteilige Nettogewinn des Konzerns betrug 1,89 Mrd. Euro, wobei allein der Verkauf der Verpackungstochter Empaque in Mexiko nach Steuern 379 Millionen Euro in die Kasse spülten.

Der Umsatz stieg um 6,5 Prozent auf 20,51 Milliarden Euro, wie der drittgrößte Brauereikonzern der Welt heute mitteilte. Im dritten Quartal habe Heineken besonders vom heißen Sommer in Europa profitiert. Insgesamt legten die Verkaufszahlen in Europa 2015 um 1,4 Prozent zu.

Deutlicher stieg der Umsatz mit 8,5 Prozent in Nord- und Südamerika, gefolgt vom Asien-Pazifik-Raum mit 4,1 Prozent. Rückläufig waren hingegen die Verkaufszahlen in Osteuropa, im Nahen Osten und in Afrika. Bezahlt machte sich laut Heineken das Sponsoring der Fußball-Champions-League und des neuen James-Bond-Films.

EU verschiebt Reform von Wertpapiermarkt

Die EU-Kommission hat die Reform des Wertpapiermarktes auf Anfang 2018 verschoben. Angesichts der Komplexität der technischen Herausforderungen bei der Umsetzung der Richtlinie MiFID II habe die Verschiebung Sinn, sagte Finanzmarktkommissar Jonathan Hill heute in Brüssel.

Die EU-Wertpapieraufsicht ESMA muss für die Reform nach Angaben der Brüsseler Behörde Daten von rund 300 Handelsplattformen über 15 Millionen Finanzinstrumente einholen. Weder die zuständigen Aufsichtsbehörden noch die Marktteilnehmer könnten die notwendigen Kontrollsysteme bis zum bisherigen Stichtag am 3. Januar 2017 bereitstellen.

Bereits im November hatten EU-Abgeordnete und EU-Mitgliedsstaaten generell Zustimmung zur Verschiebung der Reform signalisiert. Die neuen Regeln sollen Lehren aus der Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009 ziehen sowie den rasanten technischen Fortschritten im Wertpapierhandel Rechnung tragen.

Chronik

400 Flüchtlinge mussten wegen Sturms Zelte verlassen

Wegen des Sturms in der Nacht auf heute mussten rund 400 Flüchtlinge im Transitquartier in Salzburg-Liefering die Großraumzelte dort vorübergehend verlassen. Verletzt wurde niemand.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Kran fiel in Vorarlberg auf Kirchendach

Seit gestern herrscht auch Hochbetrieb bei den Vorarlberger Feuerwehren. Ein starker Föhn knickte vor allem im Süden des Landes zahlreiche Bäume. In Fraxern fiel ein Kran auf das Kirchendach.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Eingeschlossene Höhlenforscher in Frankreich gerettet

Sieben spanische Höhlenforscher sind heute aus einer Höhle bei Herran in den französischen Pyrenäen gerettet worden. Nach einigen Stunden konnte der Kontakt wiederhergestellt werden. Es gebe keine Verletzten, teilte die zuständige Präfektur heute mit.

Die sieben Höhlenforscher waren nach Schlechtwetter in den vergangenen Tagen wegen Hochwassers in der Höhle eingeschlossen. Von der ursprünglich aus 15 Höhlenforschern bestehenden Gruppe hatten acht bereits in der Nacht den Ausgang erreicht.

109 Festnahmen bei Razzia gegen Cosa Nostra

Im Rahmen einer großen Anti-Mafia-Razzia sind heute 109 Personen festgenommen worden. Dabei handelte es sich mehrheitlich um Mitglieder des einflussreichen Clans der Cosa Nostra Laudani, wie die Polizei berichtete. 500 Polizisten waren im Einsatz. Die Festnahmen erfolgten in Sizilien, anderen italienischen Regionen und im Ausland.

Koordiniert wurde die Aktion von der Staatsanwaltschaft Catania. Den Festgenommenen wird unter anderem Mafia-Zugehörigkeit, Erpressung, Waffen- und Drogenhandel vorgeworfen. Auch Morde und Attentate werden dem in der Stadt Catania verankerten Clan zur Last gelegt.

Der Laudani-Clan, der unter anderem Allianzen mit der ́Ndrangheta, der Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien, geschlossen hat, rivalisierte in den vergangenen Jahren mit anderen kriminellen Gruppen um die Kontrolle der illegalen Machenschaften auf Sizilien. Der Clan soll sich vor allem mit der Erpressung von Unternehmern bereichert haben.

Science

Forscher warnen vor riesigem Ozonloch

In diesem Frühjahr droht über der Nordhalbkugel womöglich ein Ozonloch in bisher noch nicht da gewesenem Ausmaß. Sollten sich die klimatischen Bedingungen über der Arktis nicht bald ändern, müssen Menschen auf der Nordhalbkugel im März und April mit einer deutlich erhöhten Hautkrebsgefahr rechnen, sagte der Wissenschaftler Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI).

Durch den schon jetzt beobachteten Ozonabbau kann laut AWI die gefährliche UV-Strahlung im März oder April Werte wie sonst nur im Hochsommer erreichen, hieß es heute.

Dem AWI zufolge hat sich über der Arktis ein bisher stabiler Tiefdruckwirbel gebildet, in dem in 20 Kilometer Höhe extreme Temperaturen von minus 90 Grad herrschen. Bereits ab minus 78 Grad entstehen dort sogenannte Stratosphärische Wolken, an welchen die durch den Menschen in die Umwelt gelangten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) das Ozon abbauen.

Bis Mitte Februar wird nach AWI-Berechnungen über der Arktis „mehr als ein Viertel des Ozons zerstört worden sein“. Die atmosphärischen Bedingungen zeigen laut AWI bereits jetzt ein „Zerstörungspotenzial“, das den bisher größten Ozonabbau im Winter 2010/2011 noch übertreffen könnte.

Kultur

Berlinale: Starrummel auf höchstem Niveau

Es gibt Berlinale-Jahrgänge, die eher aufgrund großer Hollywood-Namen auffallen, und solche, bei denen das künstlerische Niveau überzeugt. Heuer kommt beides zusammen. Scarlett Johansson, George Clooney, John Cusack, Samuel L. Jackson, Isabelle Huppert, Gerard Depardieu und viele andere Topstars spielen in Filmen von Regisseuren wie den Coen-Brüdern, Spike Lee und Mia Hansen-Love. Dokus von Michael Moore bis zum Österreicher Nikolaus Geyrhalter werden mit Spannung erwartet. Die deutsche Filmszene leckt indes ihre Wunden - sie bleibt heuer fast außen vor.

Mehr dazu in Kleinode großer Künstler

„The Lobster“: Gefangen im Singleresort

In einer dystopischen Zukunft müssen Menschen als Paare leben. Wer zu lange Single ist, kommt in ein abgelegenes hotelähnliches Resort und hat dort 45 Tage Zeit, einen passenden Partner zu finden - sonst droht die Verwandlung in ein Tier.

Der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos hat sich trotz knapper Budgets während der letzten Jahre ein beachtliches Renommee über reine Cineastenkreise hinaus erarbeitet. Sein neuer und erster englischsprachiger Film ist eine schräge Liebesgeschichte, gedreht mit internationaler Starbesetzung: Colin Farrell, Rachel Weisz und John C. Reilly.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

IT

Chinesisches Milliardenangebot für Opera

Der Internetbrowser Opera geht wohl in chinesische Hände. Ein Konsortium von Unternehmen aus China biete rund eine Milliarde Euro für das norwegische Internet- und Werbeunternehmen, teilte Opera heute mit.

Firmenchef Sverre Munck sagte, es sei entscheidend für das Internet- und Werbeunternehmen, Partner zu finden. Nur so könne Opera an den Erfolg von Internetriesen wie Facebook und Google anschließen.

Die Gruppe biete 71 norwegische Kronen (7,3 Euro) je Aktie für das 20 Jahre alte Unternehmen, wie Opera weiter mitteilte. Das entspreche einem Aufpreis von 45,6 Prozent auf den Schlusskurs der vergangenen Woche. Unter den Käufern sind Internetfirmen und Investmentfonds aus China.

Religion