Ausland

NSU-Prozess: Keine neuen Anwälte für Zschäpe

Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, muss ihre drei bisherigen Anwälte behalten. Das Münchner Oberlandesgericht (OLG) hat ihren Wunsch nach neuen Verteidigern abgelehnt, wie der Vorsitzende Richter Manfred Götzl heute bekanntgab.

London lässt Tod von Ex-KGB-Agent Litwinenko untersuchen

Inmitten der Ukraine-Krise will Großbritannien den mysteriösen Todesfall des früheren KGB-Agenten Alexander Litwinenko erneut untersuchen lassen. Sie hoffe, dass die Untersuchung „Trost“ für die Witwe des in London gestorbenen Ex-Spions bringe, sagte die britische Innenministerin Theresa May heute. Litwinenko hatte den russischen Präsidenten Wladimir Putin der Vergiftung beschuldigt.

An Polonium-Vergiftung gestorben

Litwinenko war im Jahr 2006 an einer Vergiftung mit dem radioaktiven Stoff Polonium gestorben. Im vergangenen Jahr hatte die britische Regierung die Aufforderung zu einer öffentlichen Untersuchung des Todesfalles noch zurückgewiesen, was als Beschwichtigungszeichen gegenüber dem Kreml gewertet wurde.

Beobachter erwarten, dass die nunmehrige Untersuchung zu einer weiteren Verschlechterung der britisch-russischen Beziehungen führen wird. Diese sind bereits wegen der Ukraine-Krise angespannt. Nach dem Abschuss einer malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine drängt London darauf, dass die EU ihren Druck auf Russland verstärkt.

16 Tote bei Kämpfen in ostlibyscher Stadt Bengasi

Bei Kämpfen zwischen libyschen Soldaten und Extremisten sind im Osten des Landes mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. In der Stadt Bengasi sei eine Eliteeinheit der Armee mit Kämpfern der islamistischen Gruppe Ansar al-Scharia zusammengestoßen, berichtete die unabhängige Nachrichtenwebsite al-Wasat heute.

Der abtrünnige libysche Generalmajor Chalifa Haftar geht seit Anfang Juni eigenmächtig gegen die radikalen Islamisten vor. Die Eliteeinheiten haben sich der Offensive ohne Befehl aus Tripolis angeschlossen.

Erst in der vergangenen Woche waren Kämpfe zwischen rivalisierenden Milizen um den internationalen Flughafen Tripolis ausgebrochen. Dabei kamen bisher mindestens 47 Menschen ums Leben. Bei den Milizen handelt es sich um ehemalige Revolutionsbrigaden, die nach dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi 2011 ihre Waffen behalten haben.

Leiche eines israelischen Soldaten vermisst

Die israelische Armee hat heute bestätigt, dass der Leichnam eines am Sonntag getöteten Soldaten vermisst wird. „Die Identifizierung von sechs bei einem bestimmten Vorfall in Gaza getöteten Soldaten ist abgeschlossen, und im siebenten Fall bemühen wir uns noch darum“, hieß es in einer Mitteilung der Streitkräfte. Ein Militärfahrzeug sei am Sonntag schwer beschädigt worden, „die Familien der sieben Insassen wurden über den Ablauf der Attacke informiert“.

Keine Entführung?

Auf Nachfrage erklärte eine Armeesprecherin der Nachrichtenagentur AFP, es sei ausgeschlossen, dass der siebente Soldat noch lebe, da das Fahrzeug völlig ausgebrannt sei. Die radikalislamische Hamas hatte am Sonntag berichtet, sie habe einen israelischen Soldaten im Gazastreifen entführt. Zugleich gab sie den Namen und die siebenstellige Dienstnummer des angeblichen Gefangenen bekannt.

Der israelische UNO-Botschafter Ron Prosor dementierte diesen Entführungsbericht. Die Armee hatte bis zu ihrer Stellungnahme heute nur mitgeteilt, sie prüfe den Sachverhalt noch.

Größte Gefahr für Israels Armee

Die Entführung eines Soldaten durch die Hamas ist die größte strategische Gefahr aus Sicht Israels. Es weckt Erinnerungen an das jahrelange Tauziehen um den entführten Soldaten Gilad Schalit. Für die Hamas wäre ein israelischer Soldat eine politische Trumpfkarte, die ihr in der derzeitigen Auseinandersetzung, in der sie nicht nur von Israel militärisch, sondern auch von Ägypten politisch bedrängt wird, neue Macht gäbe.

Zivilisten im Gazastreifen zwischen den Fronten

Unterdessen überschritt im Gaza-Konflikt das UNO-Palästinenserflüchtlingswerk (UNRWA) offenbar seine Kapazitäten. Über 85.000 Zivilisten befinden sich derzeit in Einrichtungen des UNRWA.

Insgesamt sollen in dem zwischen der radikalen Palästinenserorganisation Hamas und Israel schwer umkämpften Gazastreifen seit Beginn der Kämpfe rund 130.000 Palästinenser ihre Wohnhäuser verlassen haben, wie das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR) berichtete.

Für viele stellt sich die Frage, wohin sie überhaupt vor den Gefechten und Raketenangriffen flüchten sollen - oft bleiben nur Freunde und Verwandte. Die Hamas hingegen ruft zum Verbleib in den Häusern auf - als lebende Schutzschilde, so Israel.

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Mutmaßliche Terrorzelle in Südfrankreich ausgehoben

Im südfranzösischen Albi hat die Polizei heute eine mutmaßliche islamistische Terrorzelle ausgehoben: Zwei Männer und eine Frau seien unter dem Verdacht festgenommen worden, „Gewalttaten“ vorzubereiten, hieß es in Polizeikreisen. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler waren zwei der drei Festgenommenen im April beziehungsweise Mai von einem dreimonatigen Aufenthalt in Syrien zurückgekehrt.

Einer von ihnen könnte demnach Kämpfer für die Islamisten in Syrien rekrutiert haben. Die drei Verdächtigen wurden im Rahmen von bereits im September eingeleiteten Ermittlungen eines Anti-Terror-Untersuchungsrichters in Paris festgenommen. Die Regierung in Paris hatte erst Anfang Juli ihren Aktionsplan gegen Syrien-Kämpfer aus Frankreich verschärft. Vorgesehen ist künftig, schon die Ausreise von Verdächtigen nach Syrien zu unterbinden.

Dutzende ranghohe Polizisten in Türkei festgenommen

In der Türkei sind bei einem landesweiten Einsatz heute 55 ranghohe Polizisten festgenommen worden. Wie mehrere Fernsehsender übereinstimmend berichteten, wird ihnen im Zuge der Ermittlungen gegen Gegner von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Schlag gegen Erdogan-Rivalen Gülen

Allein 40 derzeitige und frühere Führungskräfte der Polizei wurden demnach in Istanbul festgenommen, darunter der ehemalige Leiter der städtischen Anti-Terror-Einheit. In den Medien wurde das Vorgehen einhellig als Schlag gegen die Bewegung des islamischen Predigers und Erdogan-Rivalen Fethullah Gülen gewertet.

Hintergrund ist ein Machtkampf zwischen Erdogans islamisch-konservativer Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) und der Bewegung des im Exil lebenden Gülen, der besonders in Justiz und Polizei über zahlreiche Anhänger verfügen soll. Erdogan ließ wegen eines angeblichen Komplotts gegen seine Regierung seit Ende vergangenen Jahres massenweise Polizisten, Richter und Staatsanwälte zwangsversetzen.

Riesenkorruptionsskandal im Erdogan-Umkreis

Auslöser war die Festnahme von mehreren Dutzend Politikern und Wirtschaftsmanagern aus dem Umfeld der Erdogan-Regierung im Dezember vergangenen Jahres, die von Istanbuler Staatsanwälten angeordnet worden war. Den Politikern und Managern wurde die Verwicklung in einen weit verzweigten Korruptionsskandal vorgeworfen, bei dem es um illegale Goldgeschäfte mit dem Iran, Bestechung und rechtswidrige Baugenehmigungen geht. In der Folge wurde auch das türkische Kabinett umgebildet.

Inland

Mikl-Leitner: Sechs Österreicher in Syrien umgekommen

Im seit drei Jahren tobenden syrischen Bürgerkrieg sind nach Informationen des Innenministeriums auch sechs Österreicher ums Leben gekommen. Das teilte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) der FPÖ in einer heute veröffentlichten parlamentarischen Anfragebeantwortung mit. Acht Österreicher würden sich derzeit an den Kämpfen in Syrien beteiligen, so Mikl-Leitner weiter.

Bisher 40 Syrien-Reisende zurückgekehrt

Wie das Innenministerium dem „Standard“ (Onlineausgabe) mitteilte, reisten bisher 100 Personen aus Österreich in den Syrien-Krieg. Rund 40 Personen seien wieder zurückgekehrt. Die große Mehrzahl dieser Personen hat offenbar nicht die österreichische Staatsbürgerschaft. Innen-, Außen- und Justizministerium haben kürzlich ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das den Verlust der Staatsbürgerschaft oder des Asylstatus für Personen vorsieht, die sich in Syrien als Kämpfer betätigen.

Mikl-Leitner schreibt in der Anfragebeantwortung, es sei „derzeit davon auszugehen, dass sich acht österreichische Staatsbürger in Syrien befinden, um sich dort aufseiten terroristischer Gruppierungen an den Kämpfen zu beteiligen“. Weiters sei „davon auszugehen, dass bis dato sechs österreichische Staatsbürger im syrischen Bürgerkrieg umgekommen sind“.

Die FPÖ wollte in ihrer Anfrage auch wissen, welche Personen und Organisationen in Österreich Kämpfer für den Dschihad anwerben. Dazu verweigerte Mikl-Leitner „aus sicherheitspolizeilichen Gründen“ die Antwort.

Spindelegger bereit zu Diskussion über Grundsteuerreform

Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) hat sich heute bereit gezeigt, über eine Reform der Grundsteuer zu reden. Die entsprechenden Vorschläge des Gemeindebundes könne man im Rahmen der Steuerreform diskutieren, meinte Spindelegger auf eine entsprechende Frage im Pressefoyer nach dem Ministerrat.

Debatte über Erhöhung von Einheitswert

Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer hatte sich erst tags davor in der „Presse“ wieder für Änderungen bei der Grundsteuer ausgesprochen, die in die Kassen der Gemeinden fließt. Der Einheitswert, nach dem sich die Höhe der Steuer bemisst, ist seit Jahren nicht erhöht worden.

Die Grundsteuer ist eine der wenigen Vermögenssteuern in Österreich, und sie kommt den Gemeinden zugute. Weil die Grundsteuer seit Jahrzehnten nicht erhöht worden ist, gehen den Gemeinden Einnahmen verloren. Im Prinzip ist Spindelegger gegen Vermögenssteuern.

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Faymann zur Koalition: „Lage ist gut“

Die Regierungsspitze will weiter nichts von Koalitionsstreitigkeiten wissen. „Die Lage ist gut“, betonte Kanzler Werner Faymann (SPÖ) heute nach dem Ministerrat. „Es gibt keinen Streit, lediglich unterschiedliche Auffassungen“, sagte auch Vizekanzler und Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP).

Die Kritik von Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ), die in einer Aussendung gestern von „umfassender Sachunkenntnis oder Bösartigkeit“ bei der ÖVP bezüglich der ÖBB sprach, wies Spindelegger zurück. Wer mit solchen Attitüden eine Diskussion beginne, meine es offensichtlich nicht gut mit dem Unternehmen und dem Budget, sagte der Finanzminister.

„Scharmützel werden wir auch in Zukunft nicht verhindern“, meinte Faymann. Man werde damit aber wie mit allem Unwichtigen umgehen und es einfach beiseiteschieben, fügte er hinzu. Sowohl Kanzler als auch Vizekanzler betonten die konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Parteien.

Hundstorfer: „Nicht alles ganz normal“

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) meinte vor dem Sommerministerrat, dass in der Koalition zwar „nicht alles ganz normal“ sei, man sich aber wieder beruhigen werde. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) findet, die Stimmung sei gut, und sagte, er gehe gelassen in die Sommerpause. Man müsse die Darstellung des Koalitionsklimas in den Medien auch etwas relativieren, erklärte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP).

Große Beschlüsse standen bei dem ersten von zwei geplanten Sommerministerräten nicht auf der Tagesordnung. Fast die Hälfte aller Regierungsmitglieder nahm nicht teil - sechs Minister fehlten. Der zweite Sommerministerrat ist für 26. August angesetzt.

Heeressparkurs: Spindelegger weist Kritik zurück

Die Regierung habe dem Patienten Bundesheer mit dem Sparkurs den Todesstoß verpasst. Mit drastischen Worten wirft die Offiziersgesellschaft vor allem Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) das Totsparen des Bundesheeres vor. Die Hälfte seiner Aufgaben könne das Heer nicht mehr erfüllen. Der Finanzminister hält die Kritik für unangebracht, wie er nach dem Sommerministerrat erklärte.

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Akademikerball: Angewandte verteidigt Angeklagten

Die Universität für angewandte Kunst Wien hat heute jenen deutschen Demonstranten beim Akademikerball verteidigt, der sich derzeit vor Gericht verantworten muss. Rektor Gerald Bast fürchtete in einer Aussendung, dass der Prozess lediglich dazu dienen soll, die Demonstrationsfreiheit einzuschränken. Kritik übte die Angewandte auch an der Untersuchungshaft für ihren Gasthörer Josef S.

Angesichts der bisher vorliegenden Beweise hat es für die Vertreter der Angewandten den Anschein, dass ihr unbescholtener Gasthörer die Beweislast dafür tragen solle, keinen Rechtsbruch begangen zu haben. „Das wäre eine fatale Verkehrung der gesetzgeberischen Intention, nach der die Freiheit auf Versammlung und Demonstration garantiert ist. Diese Entwicklung sehen wir mit Sorge“, äußerte sich Bast zum laufenden Prozess.

Dass die Staatsanwaltschaft von „Demonstrationssöldnertum“ spricht, heize zudem antideutsche Ressentiments an. Dass der Akademikerball „seit Jahren Gäste aus dem rechtspopulistischen Milieu wie Marine Le Pen und Geert Wilders einlädt, scheint dagegen mit anderem Maß gemessen zu werden“, heißt es weiter in der Stellungnahme der Angewandten.

Von Demonstranten „überrannt“

Im Landesgericht Wien wird heute der Prozess gegen den 23-jährigen Josef S. fortgesetzt. Polizisten beschrieben den Einsatz als „gefährlich“. Man sei von den Demonstranten „überrannt“ worden.

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Kritik an Prozess wird immer lauter

Seit gestern steht der 23-jährige Josef S. wieder vor Gericht. Die Anklage wirft dem Deutschen vor, am 24. Jänner bei den Demonstrationen gegen den Ball der Burschenschafter an Ausschreitungen beteiligt gewesen zu sein. Seit Jänner sitzt er in U-Haft, und bis vor kurzem war er der einzige Demonstrant, der angeklagt wurde.

Kritiker sprechen von einem Justizskandal: Die Anklage basiere auf der Zeugenaussage eines einzigen Polizisten, die „Beweise“ hätten sich bisher in Luft aufgelöst. Mittlerweile zeichnen auch deutsche Medien ein unschönes Bild der österreichischen Justiz. Und auch gestern brachte der Prozess viele Zeugen, aber keine stichhaltigen Beweise ans Licht.

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Sport

Fußball: ÖFB-Nachwuchs bei U19-EM gegen Israel

Österreichs U19-Auswahl ist nur noch einen Sieg vom ganz großen Traum entfernt. Gewinnt die Truppe von Teamchef Andreas Heraf heute (18.00 Uhr) bei der EM in Ungarn auch ihr zweites Spiel gegen Israel, ist ihr das Ticket für die U20-WM 2015 in Neuseeland sicher und der Einzug ins EM-Halbfinale kaum noch zu nehmen.

Mit entsprechend viel Rückenwind aus dem 3:1-Auftaktsieg gegen Gastgeber Ungarn gehen die ÖFB-Youngster in das Spiel. „Wenn sie das bringt, wozu sie imstande ist, kann diese Truppe gegen jeden Gegner gewinnen“, sagte Heraf.

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Tour de France: Pyrenäen letzte Hürde für Nibali

In den Pyrenäen türmen sich für Vicenzo Nibali die letzten Hürden auf dem Weg zu seinem ersten Gesamtsieg und dem ersten italienischen bei der Tour de France seit Marco Pantani vor 16 Jahren auf. Doch zu souverän agierte der 29-Jährige bisher im Sattel, als dass man noch an eine Chance seiner Widersacher glauben könnte. Mit schon knapp fünf Minuten Rückstand auf den Italiener geht der Spanier Alejandro Valverde in die letzten Anstiege der 101. Frankreich-Rundfahrt, noch weiter zurück liegen die jungen Franzosen Romain Bardet und Thibault Pinot. Endgültig entschieden wird die Tour jedoch erst im Zeitfahren am vorletzten Tag.

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Wirtschaft

Zahl der Insolvenzen in Österreich rückläufig

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist in der ersten Jahreshälfte 2014 um 4,5 Prozent auf 2.936 Verfahren gesunken. Auch die Zahl der angemeldeten Privatinsolvenzen ist in Österreich weiter rückläufig, so die Halbjahresbilanz 2014 der Creditreform.

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Niemetz offenbar vor Absiedlung nach Niederösterreich

Die Suche nach einem Standort für den „Schwedenbomben“- Erzeuger Niemetz ist wohl beendet. Darauf lassen Stellungnahmen der Wirtschaftsagentur Wien und der niederösterreichischen Wirtschaftslandesrätin schließen. Der neue Standort könnte in Niederösterreich liegen.

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Bankverkauf in Spanien: Hohe Rechnung für Steuerzahler

Der spanische Staat hat das im Zuge der Bankenkrise verstaatlichte Institut Catalunya Banc verkauft - mit hohen Verlusten für den Steuerzahler. Das sanierte Geldinstitut geht für knapp 1,2 Mrd. Euro an die Großbank BBVA. Das gab der staatliche Bankenrettungsfonds Frob in der Nacht auf heute in Madrid bekannt. Der spanische Staat hatte in die Sanierung des maroden Geldhauses rund 13,5 Mrd. Euro Steuergelder investiert.

Die BBVA mit Sitz in Bilbao setzte sich mit ihrem Angebot gegen die Konkurrenten Santander und CaixaBanc durch. Zuvor waren zwei Versuche zu einer Reprivatisierung der Catalunya Banc gescheitert, weil keine attraktiven Angebote vorgelegt worden waren.

Gesundheits- und Bildungsausgaben für zwei Jahre

Der Verkauf für knapp 1,2 Mrd. Euro bedeutet, dass von dieser Summe für den Steuerzahler gut zwölf Mrd. Euro unwiederbringlich verloren sind. Nach Berechnungen der Zeitung „El Pais“ entspricht das fast der Summe, die die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy in den Jahren 2012 und 2013 in den Bereichen Gesundheit und Bildung eingespart hatte.

Die konservative Regierung hatte die Bankenhilfe damit begründet, dass ein Zusammenbruch maroder Geldhäuser viel schlimmere Folgen gehabt hätte. Mit dem Verkauf der Catalunya Banc seien die Kosten für die Steuerzahler möglichst gering gehalten worden, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Fernando Jimenez Latorre am Dienstag. Spanien hatte für die Sanierung maroder Banken von der EU Kredithilfen in Höhe von 41 Mrd. Euro in Anspruch genommen.

Gammelfleischskandal in China weitet sich aus

Der Skandal um Gammelfleisch in China ist weitaus größer als bisher angenommen: Nach McDonald’s, Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut erklärten heute Starbucks, Burger King, der Pizzabäcker Papa John’s und Chinas drittgrößte Fastfood-Kette Dicos, sie würden das Fleisch des Lieferanten Husi Food nicht mehr verwenden.

Abgelaufenes Fleisch falsch etikettiert

Der Zulieferer aus Schanghai soll einem Fernsehbericht zufolge Fleisch mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum umetikettiert und verkauft haben. Auch in Japan habe McDonald’s Produkte von Husi verkauft, wie die Burger-Kette mitteilte. Der Verkauf der Chicken McNuggets sei gestoppt worden. Das Hühnerfleisch werde nun aus Thailand und von anderen Zulieferern in China bezogen.

Die chinesischen Behörden weiteten ihre Untersuchungen in dem Fall aus. Nach dem Fernsehbericht, der Mitarbeiter von Husi zeigte, wie sie abgelaufenes Fleisch verarbeiteten und Stücke vom Boden aufhoben und untermengten, schlossen die Behörden Husi Foods. Die Firma ist eine Tochter des US-Zulieferers OSI. Die chinesische Lebensmittelaufsicht ordnete Stichprobenüberprüfungen aller Kunden von Husi an. Zudem sollen alle Betriebe von OSI in China inspiziert und die Unbedenklichkeit der Lebensmittel überprüft werden.

Auch Ikea bezog Husi-Fleisch

Viele Firmen bemühten sich, verunsicherte Kunden zu beruhigen. So teilte Ikea mit, dass es für seine Restaurants in China zwar früher Fleisch von Husi bezogen habe. Seit September des vergangenen Jahres sei Ikea aber nicht mehr von der Firma beliefert worden. Domino’s Pizza und die Sandwich-Kette Subway dementierten Berichte, sie gehörten zu den Kunden von Husi. Beide erklärten, dass sie keine Produkte der Firma verarbeiteten.

Die Volksrepublik wurde bereits von mehreren anderen großen Lebensmittelskandalen erschüttert. So wurden Industriechemikalien in Babymilch gefunden. Sechs Kinder kamen nach dem Verzehr der verseuchten Milch ums Leben. Anfang des Jahres kam heraus, dass bei Wal-Mart Eselfleischprodukte auch Fuchsfleisch enthielten. Viele Chinesen kaufen deshalb lieber ausländische Produkte, weil sie sich höhere Lebensmittelstandards versprechen.

Bahn-KV: Morgen neuer Verhandlungstermin

Bei den stockenden Kollektivvertragsverhandlungen der Eisenbahner gibt es nun morgen einen neuen Gesprächstermin. Das bestätigten Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer heute. Am Freitag waren die Verhandler ohne einen neuen Termin auseinandergegangen.

Morgen um 18.00 Uhr sollen die Gespräche in der Wirtschaftskammer in Wien beginnen, sagte der Chefverhandler der Arbeitgeber und Obmann des Fachverbands Schienenverkehr, Thomas Scheiber, der für einen „finanziell tragbaren“ Abschluss eintritt. Im Moment sei für ihn „alles offen“. Angesichts der Presseaussendungen und Aussagen von heute und gestern habe er allerdings schon den Eindruck, dass die beiden Seiten „noch immer noch weit voneinander entfernt“ seien. „Gespräche sind immer gut, die Hoffnung stirbt zum Schluss“.

Auch vida-Spitzengewerkschafter Roman Hebenstreit zeigte sich gesprächsbereit. „Wir waren und sind verhandlungsbereit“, betonte der ÖBB-Konzernbetriebsratschef gegenüber der APA. Am gestrigen Montag hatten die Eisenbahner bei den Salzburger Lokalbahnen und bei den ÖBB in Salzburg Betriebsversammlungen abgehalten, in Folge kam es zu Zugsverspätungen. Die nächsten Betriebsversammlungen sind für Donnerstag in Linz und Graz angesagt.

Chronik

Pkw beim Einparken gerammt: Zwei Verletzte in NÖ

Zwei Verletzte hat es heute Vormittag bei einem Verkehrsunfall in Krems (Niederösterreich) gegeben. Nach Angaben der Feuerwehr wurde ein Auto bei der Zufahrt zu einem Parkplatz von einem anderen gerammt und umgestoßen.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Der Fahrer eines Lkws hat gestern Abend auf der Innkreisautobahn (A8) in Oberösterreich einen Pkw aus Frankreich auf dem Pannenstreifen übersehen und gerammt. Zum Glück waren die Insassen vorher ausgestiegen. Der Pkw wurde 15 Meter durch die Luft geschleudert.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

A1 war nach Unfall stundenlang gesperrt

Auch auf der Westautobahn (A1) in Salzburg ereignete sich in der Nacht ein schwerer Unfall. Ein Lkw geriet ins Schleudern und durchschlug die Betonleitwand. Der Lenker wurde verletzt.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Weltweit wärmster Monat Juni seit 1880

Den zweiten Monat in Folge hat es einen weltweiten Temperaturrekord gegeben. Die US-Klimabehörde NOAA (National Oceanic & Athmospheric Administration) verzeichnete den wärmsten Monat Juni seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen betrug demnach 16,22 Grad Celsius, hieß es in einem gestern (Ortszeit) veröffentlichten Bericht der Behörde.

Schon im Mai hatte es mit einem Durchschnitt von 15,5 Grad einen Wärmerekord gegeben, zudem habe jeder Monat des Jahres jeweils zu den vier wärmsten überhaupt gezählt. Im vergangenen Jahrhundert war der Juni-Durchschnitt bei 15,5 Grad gelegen. Rekordtemperaturen wurden nun in Grönland, in Teilen von Südamerika, Ost- und Zentralafrika sowie in Teilen von Süd- und Südostasien gemessen.

Der bisherige Rekord-Juni 1998 wurde um 0,03 Grad übertrumpft, berichtete die NOAA weiter. Neun der zehn wärmsten Juni-Monate lagen demnach im 21. Jahrhundert. Für die kommenden Jahre erwarten viele Experten wegen des fortschreitenden Klimawandels weitere Temperaturrekorde.

Mexiko: Keine Anklage gegen Leiterin von Kinderheim

Die greise Leiterin des Armenheims im Westen von Mexiko muss keine Strafverfolgung fürchten. Die etwa 80 Jahre alte Rosa Verduzco sei senil, teilte Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam gestern Abend mit.

Eine ärztliche Untersuchung habe ergeben, dass die Frau geistig und körperlich nicht mehr in der Lage gewesen sei, eine solche Einrichtung zu führen. Rechtlich gesehen gebe es daher seitens der Anklagebehörde keine Handhabe gegen sie.

Hunderte Kinder in menschenunwürdigen Zuständen

Soldaten und Polizisten hatten am vergangenen Dienstag rund 450 Minderjährige aus der von Verduzco gegründeten Einrichtung „La Gran Familia“ (Die Große Familie) im Bundesstaat Michoacan befreit. Sie hatten dort jahrelang zwischen Bergen von Müll gelebt, waren zum Betteln gezwungen und Zeugen zufolge auch sexuell missbraucht worden.

Verduzco, als „Mama Rosa“ bekannt, habe nicht direkt etwas mit dem Missbrauch zu tun gehabt, hieß es. Die Frau war nach dem Polizeieinsatz in ein Krankenhaus in Zamora gebracht worden, um wegen Diabetes und Bluthochdrucks behandelt zu werden. Nach Angaben des Generalstaatsanwalts sind seither mehr als 150 Anzeigen gegen Mitarbeiter des Heimes eingegangen. Gegen sechs von ihnen sei Anklage wegen Freiheitsberaubung, Menschenhandels und organisierter Kriminalität erhoben worden. Gerüchte, auf dem Gelände habe es Massengräber gegeben, bewahrheiteten sich offenbar nicht.

Science

Windparks: Die neuen Riffe der Seehunde

Offshore-Windparks liefern erneuerbare Energie - doch ihre Folgen für die Umwelt sind umstritten. Für einige Seehunde sind sie eine beliebte Futterquelle, haben Forscher herausgefunden. Möglicherweise wirkten die Konstruktionen als künstliche Riffe.

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IT

Facebook versucht sich als Notizbuch

Facebook erweitert sein Angebot und will für seine Mitglieder jetzt auch eine Art Notizbuch werden. Das Onlinenetzwerk bietet künftig die Möglichkeit, Internetlinks sowie Verweise auf Filme, Videos, Songs oder Orte zur späteren Verwendung zu speichern. Die gesicherten Informationen sind standardmäßig nur für den Nutzer selbst sichtbar, können aber auch mit Freunden geteilt werden, so Facebook gestern Abend.

Ähnliche Speicherablagen bieten bereits Onlinedienste wie Instapaper, Pocket oder Evernote sowie etwa auf Restaurants spezialisierte Anbieter wie Foursquare und Yelp. Wenn die Nutzer die neue Funktion annehmen, könnte Facebook die Mitglieder enger an sich binden - sie hätten einen Grund weniger, die Plattform des Onlinenetzwerks zu verlassen. Allerdings erlebte Facebook auch schon Flops mit seinen Diensten, zum Beispiel mit der vorgeschalteten Benutzeroberfläche „Home“ für Android-Smartphones.

Yahoo übernimmt Smartphone-Marketingfirma

Yahoo-Chefin Marissa Mayer baut das zukunftsträchtige Geschäft mit Werbung auf Smartphones und Tablets aus. Der Konzern kauft die Firma Flurry aus San Francisco, die sich auf die Auswertung von App-Daten für Marketingzwecke spezialisiert hat. Flurry kann nach eigenen Angaben die Aktivitäten in mehr als 540.000 Apps verfolgen.

200 Mio. Dollar als Verkaufspreis?

Yahoo verkündete den Kauf, ohne indes einen Preis zu nennen. Das „Wall Street Journal“ bezifferte die Summe unter Berufung auf eine eingeweihte Person auf mehr als 200 Millionen Dollar (148 Mio. Euro). Das wäre einer der teuersten Zukäufe von Firmenchefin Mayer, die Yahoo seit zwei Jahren führt.

Yahoo leidet unter schrumpfenden Werbeeinnahmen aus grafischen Werbeanzeigen, sogenannten Bannern. Das stark wachsende mobile Geschäft gilt als Hoffnungsträger für den Konzern. Das Urgestein der Branche muss sich gegen Schwergewichte der Branche wie Google und Facebook durchsetzen.

Gesundheit

Arztbesuch im Urlaub kann teuer werden

Ein Arztbesuch im Ausland kann nicht nur nervig, sondern auch teuer sein. Denn nicht überall wird die E-Card akzeptiert. Deshalb raten Experten, sich vorab zu erkundigen, in welchen Ländern die Krankenversicherung die Arztkosten übernimmt.

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Medien

Time Warner will sich vor Murdoch-Übernahme schützen

Zum Schutz vor einer feindlichen Übernahme durch den Medienmogul Rupert Murdoch hat der US-Konzern Time Warner seine Unternehmenssatzung geändert. Danach haben Aktionäre künftig nicht mehr die Möglichkeit, eine außerordentliche Hauptversammlung zu beantragen, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht (SEC) von gestern hervorgeht.

In Kraft treten soll die Änderung demnach mit der Hauptversammlung 2015. In der Zwischenzeit soll nur der Konzernchef Jeff Bewkes oder eine Mehrheit der Verwaltungsratsmitglieder die Möglichkeit haben, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen.

Mit dieser Maßnahme will Time Warner Zeit gewinnen und verhindern, dass eine Minderheit von Aktionären, die für eine Übernahme durch Murdoch sind, eine außerplanmäßige Versammlung veranlassen kann. Mit so einer Sitzung hätte sie eine schnelle Prüfung einer möglichen Übernahme durchsetzen können.

Der Konzern 21st Century Fox von Murdoch hatte vergangene Woche erklärt, Time Warner im vergangenen Monat ein „formales Angebot“ unterbreitet zu haben. Der Vorschlag sei aber abgelehnt worden. Beide Seiten würden sich derzeit nicht in Gesprächen befinden. Time Warner bestätigte den Vorgang.

Kultur

„Little Big Man“: US-Autor Thomas Berger tot

Der US-Schriftsteller Thomas Berger ist tot. Berger sei bereits in der vergangenen Woche im Alter von 89 Jahren gestorben, berichtete heute die „New York Times“ unter Berufung auf die Agentin des Autors. Zuletzt hatte er im US-Bundesstaat New York gelebt. Der 1924 in Cincinnati im Bundesstaat Ohio geborene Berger war vor allem durch seine „Little Big Man“-Bücher über den Wilden Westen berühmt geworden.

Eines davon wurde 1970 mit Dustin Hoffmann in der Hauptrolle in Hollywood verfilmt. Aber Berger schrieb auch zahlreiche andere Bücher in unterschiedlichen Genres, darunter Horror, Science-Fiction und Kriminalgeschichten.

Cinecitta World: Erlebnispark mit „Ben Hur“ & Co.

Mehr als drei Jahrzehnte nach ihrer Schließung ist in Rom den ehemaligen De Laurentis Filmstudios neues Leben eingehaucht worden: Kino ist das Motto von Cinecitta World, einem Themenpark, der auf 25 Hektar die gloriose Vergangenheit der Filmstadt Rom aufleben lässt. Gezeigt werden Filmsets von „Ben Hur“ bis „Gangs of New York“. Das italienische „Film-Disneyland“ soll im Jahr eineinhalb Millionen Besucher anlocken.

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Leute

Familienidylle pur zu Prinz Georges erstem Geburtstag

Prinz William (32) und seine Frau Kate (32) können sich seit einem Jahr vor Glückwünschen und Geschenken kaum retten. Den ersten Geburtstag ihres Sohnes George heute nutzte das Paar für ein umfassendes Dankeschön an alle, „wo auch immer wir sie getroffen haben, zu Hause oder im Ausland, für die herzlichen und großzügigen Glückwünsche für George und unsere Familie“.

Dazu veröffentlichte der Londoner Kensington-Palast zwei Familienbilder von Anfang Juli, die idyllischer nicht sein könnten. Kate in grünem Blumenkleid hält lachend den gut gelaunten kleinen Prinzen, Papa William, die Ärmel des weißen Leinenhemds lässig hochgekrempelt, zeigt dem Sohn die Wunder der Natur. Einmal hat er einen Schmetterling auf der Hand, einmal schaut die ganze Familie fasziniert in die Luft. Ein Bild am Wochenende hatte bereits bewiesen, dass George inzwischen ohne helfende Hand gehen kann.