Inland

Kampusch: Ex-OGH-Präsident „nicht schuldig“

Nicht schuldig hat sich der pensionierte Präsident des Obersten Gerichtshofs (OGH), Johann Rzeszut, heute in seinem Prozess wegen falscher Zeugenaussage in Wien bekannt.

Inkriminiert ist eine Zeugenaussage Rzeszuts im Verfahren gegen einen Polizisten, den er in seiner Funktion als Mitglied einer vom Innenministerium eingesetzten Evaluierungskommission kennengelernt hatte.

Das Gremium sollte allfällige behördliche Versäumnisse bei der Suche nach der im Frühjahr 1998 entführten Natascha Kampusch aufdecken. Der Polizist teilte Rzeszuts kritische Betrachtungsweise, der unter anderem ein Gutachten angezweifelt hatte, das Wolfgang Priklopil als Einzeltäter auswies.

Weiters unterstellte Rzeszut dem Entführungsopfer öffentlich, eine Schwangerschaft verheimlicht zu haben, was einige Medien bereitwillig verbreiteten.

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Opposition präsentiert Verfassungsklage gegen Hypo-Gesetz

Die Oppositionsparteien FPÖ, Grüne und NEOS haben heute auf NEOS-Initiative eine Verfassungsklage gegen das Hypo-Sondergesetz präsentiert. Diese wollen sie noch heuer beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) einbringen.

Ziel sei es, doch noch eine Insolvenz der Heta, die als Abbaugesellschaft der früheren Hypo-Alpe-Adria firmiert, zu erzwingen. So sollen die Steuerzahler geschont werden.

Antrag auf Gesetzesüberprüfung

De jure handelt es sich um einen Drittelantrag auf Gesetzesprüfung von den Abgeordneten dieser drei Parteien. Er wird dieser Tage an Parlamentspräsidentin Doris Bures (SPÖ) übergeben, die diesen dann an den Verfassungsgerichtshof weiter leiten muss.

Der begleitende Anwalt Walter Schwartz sagte, konkret richte sich die Verfassungsklage gegen zwei Teilgesetze des Sondergesetzes. Einerseits wird das Gesetz zur Schaffung der Abbaueinheit (GSA) angegriffen, andererseits das Hypo-Alpe-Adria-Sondergesetz (HaaSanG), das dem Schuldenschnitt von landesbehafteten Nachranganleihen zu 100 Prozent vorsieht, während andere Gläubiger gar nicht zur Kasse gebeten werden sollen.

Oppositionsbeschwerde mit „breiter Angriffsrichtung“

NEOS-Finanzsprecher Rainer Hable sagte vor Journalisten, beim Hypo-Sondergesetz gebe es Probleme mit der Verhältnismäßigkeit und mit dem Gleichheitsgrundsatz. Die oppositionelle Verfassungsklage sei stärker als die zahlreichen ebenso eingebrachten privaten Beschwerden gegen das Gesetz, so Hable. „Umfang und Angriffsrichtung sind viel breiter, als es bei privaten Beschwerden sein kann.“

Gleiche Belastung für alle Steuerzahler

„Alle Gläubiger der Hypo sollen gleich behandelt werden“, sagte FPÖ-Finanzsprecher Elmar Podgorschek. „Alleine aus der Frage der Gerechtigkeit ist dieses Gesetz anzufechten.“ Man gehe unter den drei Parteien, die auch beim Hypo-Untersuchungsausschuss zusammenarbeiten werden würden, davon aus, vom VfGH Recht zu bekommen.

Grünen-Finanzsprecher Werner Kogler wies darauf hin, dass es jetzt noch Spielraum dafür gebe, Gelder im Sinne der Steuerzahler zurückzuholen - „nach dem Serientotalversagen nahezu aller Verantwortungsträger“. Das Sondergesetz diene den Regierungsparteien nur dazu, so zu tun, als ob gehandelt werde. Dabei würden damit nur wenige alles verlieren, während viele alles behalten würden.

Schulverwaltung: Rechnungshof verlangt Reformen

Der Rechnungshof (RH) mahnt einmal mehr zu Reformen im Schulsystem. Insbesondere wird empfohlen, die Zuständigkeit für die Pflichtschulen in einer Hand zu konzentrieren - und nicht wie jetzt auf Bund und Länder zu verteilen.

Überprüft wurden die Schulen in Kärnten und in Salzburg. Der Rechnungshof stellte dabei auch fest, dass zwar die Zahl der Schüler sinkt, die Kosten für die Lehrer aber steigen.

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Sparen beim Heer: Verhandlungen in Endphase

Verteidigungsministerium und Innenministerium wollen nun offenbar doch Ernst machen und die Verhandlungen über das Bundesheersparprogramm noch vor Weihnachten abschließen. Es werde laufend verhandelt, hieß es gegenüber der APA.

Ergebnis Anfang kommender Woche

In Regierungskreisen ist zu hören, dass es bis Anfang kommender Woche ein Ergebnis geben soll. In den Büros von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hieß es dazu auf Anfrage lediglich, dass die Minister immer eine Lösung vor Weihnachten angestrebt hätten.

Zuletzt hatte es aber nicht danach ausgesehen: Die Verhandlungen stockten seit Wochen, das Klima zwischen den Beteiligten war nicht gerade berauschend. So war man Ende letzter Woche noch nicht einmal so weit, dass die Zahlen in Klugs Reformkonzept außer Streit gestellt waren.

Einsparungen von rund 200 Mio. Euro jährlich

Klugs Konzept, das rund 200 Mio. Euro pro Jahr einsparen soll, sieht unter anderem Kasernenschließungen, eine Reduktion der schweren Waffen und ein Streichkonzert bei der Militärmusik vor. Gleichzeitig forderte der Minister mehr Geld für Sonderinvestitionen wie „Updates“ der Black-Hawk-Hubschrauber.

Im Finanzministerium betonte man auf APA-Anfrage, dass die Gespräche noch nicht abgeschlossen seien. „Jetzt gilt es eine Einigung über das angepeilte Sparvolumen zu erzielen. Ist das gewährleistet, kann über Neuinvestitionen ab dem Jahr 2016/17 verhandelt werden.“

RH halbwegs zufrieden mit Fahrzeugbeschaffungen

Der Rechnungshof (RH) lobte unterdessen in einem aktuellen Bericht, dass das Verteidigungsministerium die Empfehlungen hinsichtlich der Beschaffung von Kraftfahrzeugen überwiegend umgesetzt hat. Handlungsbedarf ortete der RH aber, weil die geländegängigen Fahrzeuge zu rund einem Viertel für Anreisen zu Besprechungen und als Kommandantenfahrzeuge genutzt werden.

Der RH hatte 2011 ausgewählte Beschaffungsvorgänge im Verteidigungsministerium geprüft, nun sah er sich an, inwieweit die Empfehlungen umgesetzt wurden.

Ausland

Massengrab in Syrien entdeckt - weitere Opfer befürchtet

Nach der Entdeckung eines Massengrabs mit 230 Leichen im Osten Syriens befürchten Menschenrechtler den Tod von rund 1.000 weiteren Menschen.

Es handle sich um Mitglieder des Stammes al-Schaitaat, die seit August als vermisst gelten, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, heute der Deutschen Presse-Agentur.

1.000 Stammesangehörige gelten als vermisst

Sie könnten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zum Opfer gefallen sein. Mitte August hatte die IS-Miliz bereits rund 700 Mitglieder des Stammes getötet. 230 weitere getötete Stammesangehörige waren nach Angaben der Beobachtungsstelle gestern in einem Massengrab entdeckt worden, 1.000 gelten als verschollen.

Die Aktivisten konnten nach eigenen Angaben die Namen von Dutzenden Opfern des Massengrabes identifizieren. Die Toten seien in „großer Mehrheit“ Zivilisten gewesen, sagte Abdel Rahman. Mehrere Menschen seien geköpft worden.

Der Schaitaat-Stamm siedelt in der ölreichen und strategisch wichtigen Provinz Deir al-Sor im Osten Syriens. Seine Mitglieder zählen als erbitterte Gegner der IS-Miliz. Die Dschihadisten sehen die Stammeskämpfer als „Ungläubige“ an, weil sie sich weigern, nach den Regeln der Terrormiliz zu leben. Nach Angaben Abdel Rahmans hatten die IS-Kämpfer eine Ausgangssperre in den Stammesgebieten verhängt.

Kamerun: Mehr als hundert Boko-Haram-Kämpfer getötet

In Kamerun hat die Armee nach eigenen Angaben mehr als hundert Kämpfer der dschihadistischen nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram getötet.

Wie das Verteidigungsministerium in Jaunde heute mitteilte, hatten die Boko-Haram-Kämpfer gestern einen Armeestützpunkt in Amchide im äußersten Norden Kameruns an der Grenze zu Nigeria angegriffen. Die Soldaten hätten einen Gegenangriff gestartet. Dabei seien 116 Islamisten und ein Soldat getötet worden.

Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamistischen Staat. Bei Angriffen auf Sicherheitskräfte, Behörden, Schulen und Kirchen tötete die Gruppierung seit dem Jahr 2009 mehr als zehntausend Menschen. Wiederholt wurde der Konflikt auch ins benachbarte Kamerun getragen. Im Mai und Juli entführten Boko-Haram-Kämpfer in Kamerun Gruppen von Kamerunern und Chinesen. Die 27 Geiseln kamen inzwischen wieder frei.

Niederlande: Rechtspopulist Wilders angeklagt

Die niederländische Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Rechtspopulisten Geert Wilders erhoben. Der Politiker müsse sich wegen Diskriminierung und Aufhetzerei strafrechtlich verantworten, teilten die Ankläger heute in Den Haag mit.

Anlass sind Äußerungen von Wilders gegen Marokkaner im März. Er hatte seine Anhänger gefragt, ob sie mehr oder weniger Marokkaner in den Niederlanden haben wollten. „Weniger, weniger, weniger“, war die Antwort. „Dann werden wir das regeln“, hatte Wilders gesagt.

Nachdem mehr als 6.400 Strafanzeigen erstattet worden waren, hatte die Staatsanwaltschaft im Oktober das Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Anti-Terror-Gesetz: Handgemenge in Kenias Parlament

In der Debatte über ein umstrittenes Anti-Terror-Gesetz ist es im kenianischen Parlament heute zu Handgreiflichkeiten gekommen. Im Plenarsaal flogen Fäuste, als es Oppositionsabgeordneten nicht gelang, eine Abstimmung zu verhindern.

In einer Übertragung der Debatte im TV war kaum zu erkennen, wer dann auf wen losging. Parlamentspräsident Justin Muturi unterbrach die Sitzung. Zunächst war unklar, ob Abgeordnete verletzt wurden.

Kritiker befürchten Beschneidung von Grundrechten

Kritiker befürchten eine starke Beschneidung von Menschen- und Freiheitsrechten durch die neuen Sicherheitsgesetze. Die Botschafter der USA, Deutschlands und anderer westlicher Länder hatten zuletzt an die Abgeordneten appelliert, die neuen Gesetze nicht so weit auszudehnen, dass davon Grundrechte beschnitten werden.

Die Gesetze würden Behörden mehr Überwachungsrechte einräumen, Festnahmen ohne Haftbefehl erleichtern und die Berichterstattung über Terrorismus einschränken.

Präsident Uhuru Kenyatta argumentierte, wer nichts verbrochen habe, der habe auch nichts zu befürchten. In Kenia wurden in den vergangenen Jahren und Monaten immer wieder tödliche Terroranschläge verübt, die meist der islamistischen somalischen Terrororganisation al-Schabab zugeschrieben werden.

Obamas berichten über Alltagsrassismus

Auch an der Seite des mächtigsten Mannes der USA ist offenbar Platz für unangenehme Erfahrungen mit Rassismus im Alltag. In einem Interview mit dem US-Magazin „People“, das gestern veröffentlicht wurde, erzählte die First Lady Michelle Obama, wie sie einmal bei einem Termin in einer Filiale der Supermarktkette Target für eine Angestellte gehalten wurde.

„Alltag der Schwarzen in den USA“

„Die Frau fragte mich, ob ich ihr helfen könne, etwas aus dem Regal zu holen“, berichtete sie. Derlei Dinge passierten eben im Alltag der Schwarzen in den USA, sagte Michelle Obama. Ihr Mann sei in der Vergangenheit einmal bei einer Gala für den Kellner gehalten worden. „Er trug einen Smoking bei dem Dinner, und jemand fragte ihn, ob er einen Kaffee haben könne.“

Obama für Parkwächter gehalten

Auch der heutige US-Präsident selbst erinnerte sich in dem Interview an derlei Verwechslungen. „Es gibt wohl keinen arbeitenden Schwarzen in meinem Alter, der nicht schon einmal aus dem Restaurant gekommen ist und einen Autoschlüssel in die Hand gedrückt bekommen hat“, sagte er. Auch er selbst sei schon einmal für einen Parkwächter gehalten worden.

Rassismusdebatte neu entbrannt

Die Äußerungen der Obamas fallen in eine Zeit der Anspannung in den USA, nachdem mehrere Schwarze von weißen Polizisten getötet wurden. Es sei eine Sache, für einen Kellner gehalten zu werden, sagte Barack Obama. Schwieriger werde es, wenn Jugendliche fälschlicherweise für Kriminelle gehalten würden und das womöglich mit dem Leben bezahlten. Mit ihren Töchtern Sasha und Malia führen die Obamas nach eigenen Angaben Gespräche über Rassismus, seit sie klein sind.

Fast 30 Tote bei Kämpfen in ZAR

In der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) sind bei Kämpfen zwischen muslimischen und christlichen Milizen mindestens 28 Menschen getötet worden.

Wie ein Polizeivertreter heute der Nachrichtenagentur AFP sagte, begannen die Zusammenstöße zwischen Kämpfern der muslimischen Seleka-Miliz und der christlichen Gruppe Anti-Balaka am Dienstag in der Region Mbres 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bangui.

Laut einer ersten Bilanz des Roten Kreuzes seien 28 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Durch die Kämpfe wurden Hunderte Dorfbewohner in die Flucht getrieben. Heute zogen sich die Anti-Balaka-Kämpfer nach Polizeiangaben zurück.

Seleka stürzte Staatschef

Das frühere Rebellenbündnis Seleka hatte im März 2013 den damaligen Staatschef Francois Bozize gestürzt. Der Putsch zog das Land im Herzen Afrikas in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen. In dem Bürgerkrieg wurden Tausende Menschen getötet.

Ende August wurde eine Übergangsregierung gebildet. Dieser gelang es jedoch bisher nicht, ein Ende Juli getroffenes Waffenstillstandsabkommen zwischen den Bürgerkriegsparteien Seleka und Anti-Balaka umzusetzen. Immer wieder kommt es zu tödlichen Gewaltakten zwischen Christen und Muslimen.

Wirtschaft

WIFO und IHS halbieren Konjunkturprognosen

Österreichs Wirtschaftswachstum wird kommendes Jahr nur halb so kräftig ausfallen wie noch vor drei Monaten gedacht. WIFO und IHS senkten ihre Prognose für 2015 erneut, sie rechnen nur noch mit 0,5 bzw. 0,8 (statt 1,2 bzw. 1,6) Prozent Realwachstum. Erst 2016 soll es mit 1,1 bzw. 1,6 Prozent etwas stärker aufwärtsgehen. Die Arbeitslosenrate steigt wegen der schwachen Konjunktur auf neun Prozent.

Positiv erst 2016

Die Konjunkturbelebung, wie sie im Sommer noch für 2015 erhofft wurde, kann aus jetziger Sicht erst für übernächstes Jahr erwartet werden - bei beiden Instituten „verschieben“ sich positivere Zahlen auf 2016, beim BIP und auch beim Außenhandel. Die Exporte dürften heuer mit kaum mehr als einem Prozent Plus fast stagnieren und erst 2015/16 mit zumindest 2,5 und 3,5 Prozent Anstieg wieder etwas Fahrt aufnehmen.

Lahme Investitionen

Die Investitionen bleiben schwach, doch könnten - zumindest aus Sicht des WIFO - die Bruttoanlage-, die Ausrüstungs- und die Bauinvestitionen nächstes Jahr real sogar weniger stark zulegen als heuer. Das Institut für Höhere Studien (IHS) dagegen rechnet für nächstes Jahr nicht mit einem Dämpfer, sondern erwartet dann lebhaftere Bruttoinvestments.

Arbeitslosenrate klettert auf neun Prozent

Die Beschäftigungszuwächse dürften sich kommendes Jahr etwas abschwächen, was die Zahl der unselbstständig aktiv Beschäftigten betrifft. Die Arbeitslosenrate nach heimischer Berechnung dürfte von heuer 8,4 Prozent auf fast neun Prozent steigen. Für 2016 befürchtet das WIFO sogar einen weiteren Anstieg auf 9,3 Prozent, während das IHS einen leichten Rückgang auf 8,7 Prozent für möglich hält.

Heuer an die drei Prozent Budgetdefizit

Die Budgetlage bleibt angespannt: wegen der schwachen Konjunktur und der Bankenprobleme speziell bei der Heta-Abbaueinheit, der früheren Kärntner Hypo. Das Defizit im Staatshaushalt erwarten WIFO und IHS heuer bei 3,0 bzw. 2,8 Prozent des BIP. Für 2015 glauben sie nur an eine leichte Entspannung mit 2,4 bzw. 1,8 Prozent. Für 2016 sehen sie einen Maastricht-Negativsaldo von 1,9 bzw. 1,6 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Meinl-Bank-Aktionär will gegen Republik vorgehen

Die Meinl Bank klagt die Republik Österreich. Der „überwiegende Aktionär“ der Meinl Bank, die Gesellschaft Beleggingsmaatschappij Far East B.V., habe eine Klage an die Republik Österreich übermittelt, heißt es in einer Aussendung.

Die Gesellschaft wolle gegen Österreich vor einem internationalen Schiedsgericht Forderungen wegen der „De-facto-Enteignung des Investments“ in die Bank vorbringen.

Dabei stützt sich die Gesellschaft nach eigenen Angaben auf das Investitionsschutzabkommen zwischen der Republik Österreich und Malta. Laut Firmenbuch ist die Far East B.V. allerdings eine Gesellschaft in den Niederlanden. Sie hält 99,992 Prozent an der Meinl Bank, den Rest hält die Julius Meinl Versicherungsservice & Leasing Gesellschaft m.b.H.

Laut Medienberichten ist die Far East eine Briefkastengesellschaft, die letztlich dem Banker Julius Meinl V. zuzurechnen ist.

Schaden „zumindest 200 Mio. Euro“

Der Anwalt der Gesellschaft führt an, dass durch das mittlerweile sieben Jahre dauernde Verfahren gegen die Meinl Bank und deren Organe sowie insbesondere durch das „massiv rechtswidrige Vorgehen der zuständigen Behörden“ der Wert der Meinl Bank - und damit das Investment des Aktionärs Far East - um „zumindest 200 Mio. Euro“ geschädigt worden sei.

Laut dem Investitionsschutzabkommen sollten vor einer Verhandlung vor dem internationalen Schiedsgericht - etwa in Washington - „gütliche Gespräche“ zwischen der Far East und der Republik Österreich über eine Beilegung des Streits geführt werden, heißt es in der Aussendung der US-Anwaltskanzlei Squire Patton Boggs.

EuGH-Urteil: Fettleibigkeit kann Behinderung im Beruf sein

Starkes Übergewicht kann laut einem aktuellen Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) als Behinderung im Beruf gelten. Das sei der Fall, wenn jemand durch sein Gewicht auf die Dauer körperlich, geistig oder psychisch so stark beeinträchtigt ist, dass er nicht gleichberechtigt mit anderen seinen Beruf ausüben kann.

Schutz vor Diskriminierung

Dann greife auch der im EU-Recht verankerte Schutz vor Diskriminierung, entschieden die Richter heute in Luxemburg. Das gilt unabhängig davon, ob der Betreffende möglicherweise selbst zu der Behinderung beigetragen hat.

Im konkreten Fall geht es um einen stark übergewichtigen Tagesvater in Dänemark, dem nach 15 Jahren von der Gemeinde gekündigt wurde. Während dieser Zeit wog er nie weniger als 160 Kilogramm. Er beteiligte sich an Abnehm- und Fitnessprogrammen der Gemeinde Billund, nahm aber immer wieder zu. Die Leitung des Betreuungsdienstes besuchte ihn mehrmals und erkundigte sich nach seinen Abnehmversuchen.

Mann klagte nach Kündigung

Als die Gemeinde dem Mann 2010 kündigte, hieß es zur Begründung, der Bedarf an Kinderbetreuung gehe zurück. Bei einem anschließenden Gespräch kam sein Übergewicht zwar zur Sprache. Die Gemeinde erklärte aber, das sei nicht der Grund für die Kündigung gewesen. Der Tagesvater sah sich aber diskriminiert und zog vor Gericht.

Über diesen Fall muss ein dänisches Gericht endgültig entscheiden. Die Richter dort baten allerdings den EuGH um Hilfe bei der Auslegung von EU-Recht.

Die europäischen Richter stellten klar, dass Fettleibigkeit zwar laut EU-Recht kein Diskriminierungsgrund ist. Allerdings kann Übergewicht unter bestimmten Umständen eine Behinderung sein - und Menschen mit Behinderung haben in Europa ein Recht darauf, vor Diskriminierung geschützt zu werden. Arbeitgeber müssen Vorkehrungen treffen, um ihnen die Teilnahme am Berufsleben zu ermöglichen - es sei denn, das würde zu einer unverhältnismäßigen Belastung des Arbeitgebers führen.

US-Bundesstaat New York verbietet Fracking

Der Gouverneur des US-Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, hat ein Verbot der umstrittenen Fördermethode Fracking angekündigt. Seine Entscheidung basiere auf den möglichen Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung, sagte der demokratische Gouverneur gestern (Ortszeit). Umweltschützer begrüßten die Entscheidung, die Energiewirtschaft kritisierte sie.

Andere Staaten setzten Entscheidung aus

Auf dem Gebiet von New York befindet sich ein Teil der Marcellus-Formation, Schiefergestein, das Erdgasvorkommen enthält. Cuomo hatte zunächst ein Moratorium verhängt, nun folgt das Verbot. Auch andere US-Bundesstaaten haben die Entscheidung, ob sie Fracking zulassen wollen, zunächst ausgesetzt. Andere hingegen wie New Yorks Nachbarstaat Pennsylvania treiben diese Art der Gas- und Ölgewinnung voran.

Beim Fracking werden Gas- oder Ölvorkommen aus undurchlässigen Gesteinsschichten gewonnen, indem Wasser, Sand und chemische Zusätze mit enorm hohem Druck in das harte Gestein gepresst werden, um es aufzubrechen. Die Methode ist wegen ihrer möglichen Gefahren für die Umwelt und die Trinkwasserversorgung umstritten.

In den USA hat die Technologie zu einem regelrechten Boom in der Öl- und Gasindustrie geführt. Das große Angebot sorgt derzeit weltweit für niedrige Erdölpreise.

Sport

Nordische Kombi: Stecher hofft, „dass Knopf aufgeht“

Die teaminterne Qualifikation für die beiden Auftaktbewerbe in Kuusamo und in Lillehammer hat Mario Stecher verpasst. Nun hofft der 37-Jährige beim Heimbewerb in Ramsau, dass ihm an einem seiner liebsten Orte „der Knopf aufgeht“.

Allerdings versprüht der Doppelsieger von 2010 vor seinem verspäteten Saisondebüt alles andere als Euphorie. Vor allem die mangelnde Wettkampfpraxis gibt Stecher zu denken. „Vorrangiges Ziel ist es, die Leistung zu bringen, um mich für die weiteren Weltcups zu qualifizieren“, sagte der Routinier.

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Alaba zum vierten Mal Fußballer des Jahres

Österreichs Fußballer des Jahres 2014 heißt wie in den drei Jahren davor David Alaba. Der Bayern-Legionär setzte sich in der von der APA unter den zehn Bundesliga-Trainern durchgeführten Wahl vor Jonatan Soriano und Kevin Kampl durch.

Wie im Vorjahr wurde der Wiener von allen Trainern auf Platz eins gesetzt - vor Alaba war das noch nie einem Spieler gelungen. In der ewigen Bestenliste liegt der Wiener nun gleichauf mit Ivica Vastic auf Platz eins.

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Chronik

Tausende fliehen vor Überschwemmungen in Malaysia

Nach schweren Regenfällen im Nordosten Malaysias sind Tausende Menschen auf der Flucht vor Überschwemmungen. Im Bundesstaat Kelantan gut 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kuala Lumpur mussten fast 4.000 Menschen ihre Häuser verlassen, berichtete heute die Zeitung „New Straits Times“.

Im angrenzenden Bundesstaat Terengganu flüchteten mehr als 4.200 Menschen in Evakuierungszentren, weil ihre Häuser überschwemmt worden waren. Ein elf Jahre alter Bub wurde vermisst, nachdem er von einem Hausdach in die Fluten gestürzt war. Die Meteorologiebehörde in dem südostasiatischen Land erwartete weitere Regenfälle.

China: Dorfbewohner wollen HIV-positiven Buben vertreiben

Die Verbannung eines HIV-positiven Achtjährigen aus seinem Dorf hat in China für Empörung gesorgt. Wie chinesische Medien heute berichteten, unterzeichneten 200 Dorfbewohner eine Petition, um den Kunkun genannten Achtjährigen zu vertreiben und „die Gesundheit der Dorfbewohner zu schützen“. Unterschrieben habe selbst der Großvater, bei dem der Bub zuletzt gelebt hatte.

„Zu beängstigend für uns“

Medienberichten zufolge hatten die Dorfbewohner Kunkun schon länger gemieden, er durfte auch nicht in die Schule gehen. „Niemand spielt mit mir, ich spiele allein“, wurde der Bub von der Staatspresse zitiert.

In der Petition wurde der Achtjährige von den Dorfbewohnern als „Zeitbombe“ bezeichnet. Er tue den Dorfbewohnern leid, sagte der Vorsitzende der Kommunistischen Partei im Dorf Shufangya, Wang Yishu, der Zeitung. Seine HIV-Infektion sei aber „zu beängstigend für uns“.

Aufregung in Sozialen Netzwerken

Laut der Staatszeitung „Global Times“ wurde die HIV-Infektion des Kindes bei einer medizinischen Behandlung im Jahr 2011 entdeckt. Der Bub habe sich bei seiner Mutter angesteckt, die die Familie 2006 verlassen hatte. Nachdem seine HIV-Infektion diagnostiziert wurde, habe dann auch der Vater „den Kontakt verloren“.

In Sozialen Netzwerken wie dem chinesischen Twitter-Pendant Sina Weibo sorgte der Fall für Empörung. Das Kind werde „rücksichtslos vernachlässigt“ und ungerecht behandelt, kritisierte ein Nutzer. Ein anderer schrieb, in China sorge eine HIV-Infektion oder Aids-Erkrankung oft für Panik, weil die Menschen nicht ausreichend aufgeklärt seien.

Science

Gesundheit

Kultur

Madonna: Raubkopien sind wie „Vergewaltigung“

Popstar Madonna hat wütend auf die illegale Veröffentlichung mehrerer Songs von ihrem neuen Album reagiert: In einem Posting auf Instagram sprach sie von „künstlerischer Vergewaltigung“ und „einer Form von Terrorismus“.

Musikpiraten handeln laut der britischen Tageszeitung „Guardian“ Songs, die angeblich auf Madonnas 13. Album erscheinen sollen. Die 56-Jährige betont dagegen, es solle sich dabei um „unfertige Demoversionen, die vor langem gestohlen wurden“, handeln.

„Danke fürs Nichtanhören!“

„Danke fürs Nichtanhören! Danke für Eure Treue! Danke Euch fürs Warten!“, so Madonna gestern in einem Posting. In einem weiteren Posting, das mittlerweile aber wieder gelöscht wurde, teilte Madonna aber verbal aus: Hacker würden versuchen, „den künstlerischen Prozess zu zerstören“. „Das ist künstlerische Vergewaltigung!! Das sind geleakte Demoversionen, von denen es die Hälfte nicht einmal aufs Album schaffen wird“, betonte sie. „Die andere Hälfte der Songs hat sich geändert und weiterentwickelt“.

Bereits Anfang Dezember hatte sich Madonna darüber beschwert, dass Teile ihrer Musik online gestellt wurden. „Ich wurde als Mensch und Künstler verletzt! #fuckedupshit“, so Madonna am 4. Dezember. Madonnas letztes Album, „MDNA“, war 2012 erschienen, und die Konzerttournee zählte zu denen, die am meisten einspielten. Es gibt Gerüchte, dass Madonna im kommenden Jahr wieder auf Tournee gehen wird.

Cannes-Preisträgerin Virna Lisi gestorben

Die italienische Schauspielerin Virna Lisi ist tot. Sie starb heute im Alter von 78 Jahren in ihrer Wohnung in Rom im Schlaf, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA unter Berufung auf ihren Sohn Corrado berichtet. Sie war seit einem Monat schwer krank.

Von Italien nach Hollywood

1936 in der Adria-Stadt Ancona unter dem bürgerlichen Namen Virna Peralisi geboren, gab sie ihr Filmdebüt 1953 im Alter von 17 Jahren im Filmmusical „E Napoli canta“. Daraufhin stand sie für Dutzende Filme in Italien, Frankreich, aber auch Hollywood vor der Kamera.

Sie spielte neben einigen der größten Schauspieler ihrer Zeit - wie Alain Delon, Richard Burton oder Marcello Mastroianni. Zu ihren bekanntesten Filmen zählt „Wie bringt man seine Frau um?“ (1964) an der Seite von Jack Lemmon.

Ausgezeichnete Katharina von Medici

Ihren größten Erfolg feierte Lisi als Katharina von Medici in Patrice Chereaus Historiendrama „Die Bartholomäusnacht“ (1994). Für diese Rolle wurde sie sowohl mit dem Darstellerpreis bei den Filmfestspielen von Cannes als auch mit dem französischen Filmpreis Cesar ausgezeichnet.

Zuletzt war Lisi 2002 im Familiendrama „Der schönste Tag in meinem Leben“ von Regisseurin Cristina Comencini zu sehen.

Papst gratulierte Benigni zu TV-Show „Zehn Gebote“

Papst Franziskus hat mit dem italienischen Regisseur und Komiker Roberto Benigni telefoniert und ihm zu seiner von RAI1 gesendeten TV-Show zum Thema „Die Zehn Gebote“ gratuliert, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ (Donnerstag-Ausgabe). Benigni („Das Leben ist schön“) erzielte mit seiner zweiteiligen, satirischen Show über die Missstände in der italienischen Politik und Wirtschaft Traumquoten.

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Leute

Stevie Wonder zum neunten Mal Vater

US-Sänger Stevie Wonder (64) ist zum neunten Mal Vater geworden, wie sein Sprecher dem US-Promiportal „Us Weekly“ bestätigt hat. Seine Tochter trägt den Namen Nia und ist das zweite Kind für Wonder und seine Freundin Tomeeka Robyn Bracy.

Zu Gerüchten in den Medien, wonach Bracy Drillinge erwarte, hatte Wonder zuvor gesagt: „Ich habe, wie viele, 22 Kinder?“ Allerdings hatte er sofort klargestellt: „Die Wahrheit ist, dass wir eine wundervolle Tochter haben werden, die im Dezember auf die Welt kommen wird. Sie wird Nia heißen, was ‚Bestimmung‘ bedeutet.“

Lifestyle