Ausland

IS ruft zur Tötung von Bürgern verfeindeter Staaten auf

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat zur Tötung der Bürger aller Staaten aufgerufen, die sich der internationalen Koalition gegen die Organisation angeschlossen haben.

IS-Anhänger werden in einer in mehreren Sprachen veröffentlichten Botschaft aufgerufen, Amerikaner und Europäer, vor allem Franzosen, zu töten. Auch Australier und Kanadier wurden als Ziele genannt.

Aufruf zu Anschlägen in Ägypten

Auch ein Appell zu Anschlägen auf Sicherheitskräfte auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel wurde heute an Islamistengruppen in Ägypten im Internet veröffentlicht. Die ägyptische Regierung hat eingeräumt, dass es Kontakte zwischen dem IS und einheimischen Extremisten gibt. Der IS, der Teile Syriens und des Irak unter seiner Kontrolle hat, sei in Ägypten aber nicht selbst aktiv.

Anhaltende Gewalt seit Mursi-Sturz

Ägypten erlebt seit dem Sturz des demokratisch gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im vergangenen Jahr eine Welle der Gewalt gegen die Sicherheitskräfte. Erst gestern wurden drei Polizisten durch einen Bombenanschlag in der Nähe des Außenministeriums in Kairo getötet. Zu der Tat bekannte sich eine militante Gruppe.

Studenten fordern demokratische Wahlen in Hongkong

Hunderte Studenten haben in Hongkong für demokratische Wahlen demonstriert. Geplant ist ein einwöchiger Boykott des Unterrichts. Die Studenten von mehr als 20 Hochschulen versammelten sich heute auf dem Gelände der Chinesischen Universität Hongkong.

Nur „ausgewählte Kandidaten“ bei Wahl 2017

Ihr Protest richtet sich gegen einen Beschluss des Nationalen Volkskongresses in Peking, zu der für 2017 angesetzten Wahl in der Sonderverwaltungszone lediglich vorab ausgewählte Kandidaten zuzulassen. Damit ist es praktisch ausgeschlossen, dass es Regierungskritiker auf die Liste schaffen.

Seit 1997 wieder bei China

Die frühere britische Kronkolonie ist seit 1997 wieder Teil Chinas. Die Stadt genießt aber nach dem Prinzip „Ein Land, zwei Systeme“ weitgehende Autonomie, insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiet. Nach einer Umfrage der Chinesischen Universität erwägen mehr als ein Fünftel der Hongkonger Bürger, die Stadt aus Sorge über die politische Zukunft zu verlassen.

Israelischer Geheimagent Mike Harari gestorben

Der berühmte israelische Geheimagent Michael (Mike) Harari ist tot. Harari starb gestern im Alter von 87 Jahren in seiner Geburtsstadt Tel Aviv, wie heute bekanntwurde. Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon würdigte den „Mut und Einfallsreichtum“ des einstigen Topagenten, „dessen Einfluss auf Generationen von Kämpfern noch viele Jahre nachwirken“ werde.

Schon im Jugendalter aktiv

Harari wurde vor allem bekannt als Gründer der Mossad-Einheiten, die umstrittene gezielte Tötungen im Ausland organisierten. Er hatte schon als Jugendlicher zu den Untergrundkommandos gehört, die für einen jüdischen Staat in Palästina kämpften.

Nach der Staatsgründung Israels 1948 diente er in den regulären Streitkräften, bis ihn der Auslandsgeheimdienst Mossad rekrutierte. Harari führte dort die Sonderabteilung „Caesarea“, die für Auslandsoperationen zuständig war, und gründete die „Kidon“-Einheit, die gegen Israel tätige Attentäter im Ausland tötete.

Nach der Ermordung von elf israelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen 1972 in München leitete Harari die Operation „Zorn Gottes“, die die palästinensischen Geiselnehmer verfolgte. Anstelle von Ali Hassan Salameh, dem Anführer der Untergrundgruppe Schwarzer September, ermordete Hararis Einheit allerdings 1973 in Norwegen aufgrund einer Verwechslung einen marokkanischen Kellner. Erst sechs Jahre später wurde Salameh bei einem von Harari organisierten Bombenanschlag im Libanon getötet.

Ex-Berater von Panamas Diktator Noriega

Auch als eine aus deutschen und palästinensischen Linksextremisten gebildete Terrorgruppe 1976 eine Air-France-Maschine nach Entebbe entführte, war Harari entscheidend an der Vorbereitung der erfolgreichen israelischen Befreiungsaktion beteiligt.

Ins Zwielicht geriet er nach dem Ende seiner Geheimdienstlaufbahn, als er in Panama lebte. Er soll dort ein enger Berater des Diktators Manuel Noriega gewesen sein. Kurz bevor die US-Armee 1989 Noriega bei einer Invasion stürzte, kehrte Harari nach Israel zurück.

USA wollen UNO-Resolution gegen Terrorkämpfer

Die USA streben laut einem Medienbericht eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates an, um den Zustrom von Militanten in Krisengebiete unter Strafe zu stellen.

Alle Länder sollten Gesetze verabschieden, um Personen strafrechtlich zu verfolgen, die sich im Ausland Terrorgruppen anschließen, berichtete die „New York Times“ gestern.

Ein- und Durchreise verbieten

Auch die finanzielle Unterstützung solcher Gruppen solle stärker geahndet werden. Die von Washington vorgeschlagene Resolution würde den Ländern zudem vorschreiben, die Ein- und Durchreise von mutmaßlichen ausländischen Terroristen in Zukunft zu verbieten.

US-Präsident Barack Obama wolle diese Woche eine Sondersitzung des Weltsicherheitsrates leiten, bei der die Resolution verabschiedet werden soll.

Wieder Flüchtlingsboot im Mittelmeer gekentert

Vor der Küste Libyens ist erneut ein Boot mit Dutzenden Flüchtlingen gesunken. Wie italienische Medien gestern berichteten, wurden zehn Leichen geborgen, bis zu 30 weitere Menschen wurden vermisst. 55 der Schiffbrüchigen konnten demnach von einem Frachtschiff gerettet werden, das von der italienischen Küstenwache alarmiert wurde.

Das Unglück ereignete sich den Medienberichten zufolge rund 40 Kilometer von der libyschen Küste entfernt. Das überfüllte Boot war laut den Berichten von dem nordafrikanischen Land in Richtung Italien aufgebrochen, als es in Seenot geriet.

Hundert Menschen an Bord

Die Überlebenden berichteten ihren Rettern, dass etwa hundert Menschen an Bord des Flüchtlingsbootes gewesen seien. Die Küstenwache forderte weitere Schiffe in der Region auf, ihre Route zu ändern und an der Unglücksstelle nach möglichen Überlebenden oder Opfern zu suchen.

Immer wieder geraten Flüchtlinge aus Afrika und Asien, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen, in Seenot. Ihre Boote sind meist überfüllt und nicht seetüchtig. Am 10. September ertranken nahe Malta rund 500 Flüchtlinge, nur zehn Menschen überlebten das Unglück. Seit Jahresbeginn kamen laut UNO-Angaben mehr als 2.500 Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ums Leben.

Putschführer nach Wahl auf Fidschi-Inseln vereidigt

Nach der Parlamentswahl auf den Fidschi-Inseln ist der Putschführer von 2006 als neuer Regierungschef vereidigt worden. Voreqe Frank Bainimamaras Partei Fiji First hatte die Wahl vergangene Woche mit fast 60 Prozent der Stimmen gewonnen. Präsident Epeli Nailatikau habe den Amtseid abgenommen, twitterte ein Sprecher.

Der einstige Militärchef Bainimamara hatte ein Wahlsystem abgeschafft, bei dem melanesische Ureinwohner und indischstämmige Fidschianer eigene Repräsentanten wählten. Menschenrechtler sagen, er habe Presse und Justiz eingeschüchtert. Das Land im Südpazifik östlich von Australien hat gut 850.000 Einwohner. Der Tourismus ist eine wichtige Devisenquelle.

Nach Waffenruhe: Regierungsbildung im Jemen

Nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrags soll im Jemen in den kommenden Tagen eine Regierung der nationalen Einheit gebildet werden. Wie der britische Sender BBC berichtete, einigten sich die politische Führung und die schiitischen Huthi-Rebellen darauf.

Kurz zuvor war Ministerpräsident Mohammed Basindwa zurückgetreten und hatte so den Weg für eine neue Regierung frei gemacht. Dieser sollen Experten angehören, die auch aus den Reihen der Huthis kommen.

Ende der tagelangen Kämpfe in Sanaa

Das Abkommen sieht vor, dass die Regierung binnen eines Monats gebildet wird. Sie soll Wirtschaftsreformen anstoßen, den Militär- und Sicherheitsapparat umbilden und die umstrittene Treibstoffpreiserhöhung zurücknehmen. Zudem gilt ab sofort eine Waffenruhe. Sie soll einen Schlussstrich unter die tagelangen Kämpfe in Sanaa ziehen, bei denen mehr als 100 Menschen getötet wurden.

Das Innenministerium wies bereits die Sicherheitskräfte an, Zusammenstöße mit den Rebellen zu vermeiden, da diese „Freunde der Polizei“ seien.

Inland

Asyl: Klug bietet Mikl-Leitner nochmals Badener Kaserne an

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) hat mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) noch nicht über deren Forderung nach einem Assistenzeinsatz des Bundesheeres aufgrund der steigenden Flüchtlingszahl gesprochen.

„Die Pläne kenne ich noch nicht“, sagte er heute am Rande der SPÖ-Klubtagung. Klug bot jedoch abermals die Martinek-Kaserne in Baden in Niederösterreich zur Unterbringung der Asylwerber an.

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Mikl-Leitner: Rechtliche Probleme bei Kasernennutzung

Das Innenministerium reagierte skeptisch auf das Angebot von Klug. Gegenüber der APA verwies das Büro von Mikl-Leitner auf rechtliche Probleme und beharrte auf ihrem Vorschlag, das Bundesheer um einen Assistenzeinsatz zu ersuchen.

Das Innenministerium erinnerte daran, dass bereits vor einigen Wochen sowohl der Linzer Bürgermeister als auch das Land Oberösterreich eine Nutzung der Hiller-Kaserne in Linz-Ebelsberg aus rechtlichen Gründen abgelehnt hätten, weil dafür die Flächenwidmung geändert hätte werden müssen. Das gelte selbstverständlich nicht nur für die Linzer Kaserne, sondern auch für alle anderen und damit auch für die Martinek-Kaserne.

Daher sieht sich das Innenministerium gezwungen, um einen Assistenzeinsatz zu ersuchen, da nur mit der Übertragung der Aufgabe an das Bundesheer die Flächenwidmung umgangen und Rechtssicherheit für alle Beteiligten hergestellt werden könne.

Faymann will ÖGB-AK-Steuermodell bei Parteitag einbringen

Bundeskanzler und SPÖ-Obmann Werner Faymann will das von Gewerkschaftsbund ÖGB und Arbeiterkammer (AK) erarbeitete Konzept für eine Steuerreform in der Partei offiziell adaptieren. „Ich bin auch dafür, dass wir am Bundesparteitag dieses Modell beschließen, um zu zeigen, da passt kein Blatt Papier dazwischen“, sagte er heute bei der SPÖ-Klubtagung.

Um Profilschärfung bemüht

Faymann versuchte in seiner Eröffnungsrede vor Klubmitgliedern und Regierungsvertretern der SPÖ, das sozialdemokratische Profil gegenüber dem Koalitionspartner ÖVP zu schärfen, und sprach sich auch für eine „stärkere Kampagnisierung“ durch die Partei aus, um Stimmung in der Öffentlichkeit zu machen.

Man müsse in der Bevölkerung kämpfen, „es hat ja keinen Sinn, wenn wir uns in der eigenen Organisation anlügen“, so der Bundeskanzler an die solidarische „Gesinnungsgemeinschaft“.

Allgemein zog der SPÖ-Chef gegen neoliberale und auch nationalistische Tendenzen in ganz Europa zu Felde. Die Politik habe über Jahre viele Instrumente unter dem Titel „weniger Staat, mehr privat“ weggegeben, diese „Handwerkskoffer“ würden nun fehlen. Faymann: „Darum ist die Frage: Wie stark sind die Sozialdemokraten und wie können wir jene neoliberalen Kräfte, die alles über Bord werfen, schwächen?“

Kritik an FPÖ-Außenpolitik

Auch Einbunkerung, wie es nationale Kräfte forderten, sei kein Zukunftskonzept. „Wir müssen stark genug sein gegen rechte Nationalisten“, lautete Faymanns Kampfansage etwa an die FPÖ.

Vor allem deren außenpolitisches Engagement in der Ukraine-Krise geißelte der Kanzler, um gleichzeitig die Neutralität für das Land anzupreisen: „Natürlich ist das auch ein Modell für die Ukraine“, auch wenn die dortige Bevölkerung natürlich selbst zu entscheiden habe.

Kindergärtner: Mahrer für Akademisierung, Karmasin winkt ab

ÖVP-Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer hat sich im Interview mit dem „Standard“ heute für eine Akademisierung der Kindergärtnerausbildung ausgesprochen. ÖVP-Familienministerin Sophie Karmasin winkte aber ab: „Vorstellbar wäre das nur für die Managementebene und zur Vertiefung“, meinte sie vor Journalisten in Kopenhagen.

Nichts hält die Ministerin davon, sofort alle Kindergärtner verpflichtend auf eine akademische Ausbildung umzustellen, das sei auch nicht realistisch. Die bestehenden Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (BAKIP) und Colleges würden für den Alltagsbedarf eine „sehr kompetente und gute Ausbildung“ bieten. Vorstellbar wäre eine akademische Ebene für Karmasin allerdings für Führungsaufgaben und Fachthemen wie Sprachförderung.

Mahrer noch „neuer Mann“

Sie sei in die Materie sehr gut eingearbeitet, während Mahrer ein „neuer Mann“ in der Regierung sei - sie werde sich aber gerne mit ihm austauschen, so Karmasin. Auch von einer Bundeskompetenz für den elementarpädagogischen Bereich, wie es sich Mahrer vorstellen kann, hält die Ministerin nicht allzu viel.

„Nur weil’s zentral ist, ist es noch nicht gut.“ Es gehe jetzt darum, in Österreich ein Angebot zu schaffen, das den Bedürfnissen von Eltern und Kindern entspreche. Die Frage, wie das Ganze organisatorisch gelöst sei, sei zweit- oder drittrangig. Sie werde sehr gerne mit Mahrer über dieses Thema diskutieren, etwa auch im Zuge des ÖVP-Evolutionsprozesses, derzeit sehe sie aber nicht die „schlagenden Argumente“ dafür, so Karmasin.

Autofreier Tag beendet Europäische Mobilitätswoche

Auf sanfte Mobilität hinweisen und umweltfreundliche Alternativen zum Auto aufzeigen - diese Ziele verfolgt die Europäische Mobilitätswoche, die heute mit dem autofreien Tag zu Ende geht. Österreichweit nehmen heuer 540 Gemeinden am Aktionstag teil.

In der Steiermark ist die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr von 84 auf 129 Gemeinden deutlich gestiegen.

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Unter dem Motto „Nimm autofrei“ rufen auch 104 Tiroler Gemeinden zusammen mit dem Land, dem Verkehrsverbund Tirol, den ÖBB und den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB) sowie dem Klimabündnis die Bevölkerung auf, ihr Auto stehen zu lassen.

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70 Prozent der 350.000 Pendlerinnen und Pendler aus Niederösterreich fahren nach wie vor mit dem Auto in die Arbeit. Der autofreie Tag soll zum Umdenken anregen.

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Sport

Bundesliga: Rapid nimmt wieder Fahrt auf

Mit dem Sieg gegen Tabellenführer WAC, dem dritten in Folge, hat Rapid den Schatten des schwachen Saisonstarts endgültig abgeschüttelt. Der Wohlfühlfaktor in den Reihen der Mannschaft von Trainer Zoran Barisic ist gestiegen.

Noch vor einem Monat hatte es in Wien-Hütteldorf anders ausgesehen. Doch gerade in dieser veritablen Krise sei die Mannschaft enger zusammengerückt, sagte Robert Beric, der mit zwei Treffern zum Matchwinner gegen den WAC wurde. Zufrieden war auch Barisic - nur den zu Saisonbeginn verschenkten Punkten trauert er nun nach.

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Wirtschaft

Mitsubishi bietet Milliarde für norwegischen Fischfarmer

Mitsubishi will das norwegische Fischfangunternehmen Cermaq für mehr als eine Milliarde Euro kaufen. Mit dem Deal wolle der japanische Mischkonzern seine Lebensmittelsparte stärken, teilte das Unternehmen heute mit. Demnach bieten die Japaner 8,9 Milliarden norwegische Kronen (rund 1,1 Mrd. Euro) für den Fischfarmer.

Der Verwaltungsrat der Norweger empfahl seinen Aktionären zwar, das Angebot anzunehmen, wie Cermaq mitteilte. Das norwegische Ministerium für Handel, Industrie und Fischerei, das 60 Prozent der Anteile an Cermaq hält, zeigte sich aber noch für andere Gebote offen.

Mit der Aufzucht von Lachsen und Forellen in Norwegen, Chile und Kanada machte Cermaq 2013 einen Umsatz von umgerechnet rund 625 Millionen Euro.

Air France geht auf streikende Piloten zu

Zu Beginn der zweiten Streikwoche ihrer Piloten will Air France die verhärteten Fronten offensichtlich mit einem Angebot aufbrechen.

Der Chef von Air France-KLM, Alexandre de Juniac, habe mitgeteilt, der umstrittene Ausbau der Billigtochter Transavia in Europa sei bis zum Dezember ausgesetzt, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Gewerkschaften berichtete. Die Führung wollte später darstellen, wie sie sich den „Ausweg aus der Krise“ vorstellt.

Die Piloten hatten ihren zunächst einwöchigen Streik bis Freitag verlängert. Der stark befolgte Arbeitsausstand kostet Air France täglich zehn bis 15 Millionen Euro. Auch heute konnte die Airline nur etwa 41 Prozent der Flüge sicherstellen.

Der Streik richtet sich gegen Sparpläne des Air-France-KLM-Konzerns, der Kurz- und Mittelstrecken an seine Billigtochter Transavia übertragen und seine jährlichen Kosten so um mehr als eine Milliarde Euro senken will. Die Piloten fordern einen einheitlichen Vertrag für ihre Berufsgruppe.

Alibaba verkauft weitere Aktien

Der chinesische Onlinehändler Alibaba hat nach seinem Börsengang wie erwartet weitere Aktien an Investoren verkauft. Die Banken, die den Börsengang begleiteten, übten eine Option aus, weitere 48 Millionen Aktien auf den Markt zu bringen, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte.

So hätten Alibaba selbst und der Aktionär Yahoo zusätzlich 1,8 beziehungsweise 1,2 Mrd. Dollar (1,40 Mrd. bzw. 933,71 Mio. Euro) eingenommen, hieß es. Mit dem Verkauf weiterer Aktien erhöhte sich das Gesamtvolumen auf 25 Mrd. Dollar. Es handelt sich um den weltweit größten Börsengang. Bisheriger Rekordhalter war die Agricultural Bank of China, die im Jahr 2010 auf 22,1 Mrd. Dollar kam.

Kurssprung von 36 Prozent nach Börsendebüt

Das Unternehmen, das vor 15 Jahren vom Englischlehrer Jack Ma gegründet worden war, ging am Freitag an die Börse und feierte seinen Einstand mit einem Kurssprung um 36 Prozent. Rund 80 Prozent der Onlineumsätze in China gehen auf das Konto von Alibaba.

Neue Streiks bei Amazon Deutschland

Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat die Amazon-Beschäftigten an vier Standorten in Deutschland zu einem Streik aufgerufen. Die Beschäftigen sollen die Arbeit bis morgen Abend niederlegen.

„Der Leistungsdruck nimmt mittlerweile unmenschliche Züge an“, sagte Streikleiter Thomas Gürlebeck gestern. Laut der Gewerkschaft klagen Beschäftigte in den Amazon-Versandzentren über eine hohe Anzahl von Befristungen, extremen Leistungsdruck und unzureichende Arbeits- und Pausenregeln.

Streit über Branche und Bezahlung

Zudem bekämen die Mitarbeiter zum Teil mehrere hundert Euro weniger, als ihnen nach den Verträgen des Einzel- und Versandhandels zustehen würden. Ver.di versucht seit mehr als einem Jahr, den weltgrößten Onlineversandhändler mit Streiks an verschiedenen Standorten zu Gehaltsverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen.

Amazon lehnt das jedoch ab und sieht sich selbst als Logistiker. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland mehr als 9.000 Mitarbeiter.

Siemens vor Milliardenübernahme in USA

Der deutsche Konzern Siemens will den US-Kompressorenhersteller Dresser-Rand für umgerechnet knapp sechs Milliarden Euro übernehmen. Der deutsche Konzern ist sich mit dem Ausrüster für die Öl- und Gasindustrie aus Texas einig, wie Siemens heute in einer Pflichtmitteilung für die Börse erklärte.

Zugleich kündigte der DAX-Konzern wie erwartet an, die jahrzehntelange Kooperation mit Bosch beim größten deutschen Haushaltsgerätehersteller BSH zu beenden.

Ausbau der Öl- und Gasausrüstungsgeschäfte

Das Angebot für den US-Hersteller betrage 83 Dollar je Aktie in bar und entspreche einem Gesamtwert von rund 7,6 Milliarden Dollar (rund 5,8 Mrd. Euro). Dresser-Rand habe seinen Aktionären einstimmig empfohlen, das Übernahmeangebot von Siemens anzunehmen. Die Deutschen gehen davon aus, dass das Geschäft bis Sommer 2015 abgeschlossen ist.

Dresser-Rand ist ein US-Ausrüster für die Öl- und Gasindustrie. Das Unternehmen stellt Kompressoren, Dampf- und Gasturbinen sowie Motoren her. Das ergänze das bestehende Siemens-Portfolio insbesondere für die weltweite Öl- und Gasindustrie sowie für die dezentrale Energieerzeugung, hieß es in München.

Sulzer und General Electric aus dem Rennen

Interesse an Dresser-Rand hatte auch der Schweizer Industriekonzern Sulzer mit dem früheren Siemens-Chef Peter Löscher an der Spitze des Verwaltungsrates. Laut „Financial Times“ wollte zuletzt auch der US-Konkurrent General Electric ins Rennen um Dresser-Rand einsteigen.

Bosch übernimmt Hausgerätesparte komplett

Zugleich gab Siemens wie erwartet den Ausstieg aus der jahrzehntelangen Hausgerätekooperation mit Bosch bekannt. Bosch übernimmt das Joint Venture BSH Bosch und Siemens Hausgeräte komplett und zahlt drei Milliarden Euro für den 50-prozentigen Siemens-Anteil, wie beide Unternehmen mitteilten.

Vor Vollzug der Transaktion sollen zudem jeweils 250 Millionen Euro an Siemens und Bosch ausgeschüttet werden. BSH passe von seiner strategischen Ausrichtung sehr gut zur Bosch-Gruppe, sagte Bosch-Chef Volkmar Denner.

Tesco räumt Fehler in Gewinnprognose ein

Die kriselnde britische Supermarktkette Tesco hat einen „ernsten“ Fehler in ihrer Prognose für den Halbjahresgewinn einräumen müssen. Der Gewinn sei um 250 Millionen Pfund (317 Mio. Euro) „überschätzt“ worden, teilte Tesco heute mit. Die Buchprüfer seien aufgefordert worden, diesem Problem auf den Grund zu gehen.

Der neue Chef des Unternehmens, David Lewis, ist seit dem 1. September im Amt. Er sagte, er erwarte, dass Tesco „auf integre und transparente Weise funktioniert“. Sobald die Ergebnisse der Untersuchung vorlägen, werde er „scharfe Maßnahmen“ ergreifen.

Drittgrößte Supermarktkette weltweit

Tesco ist die größte britische Handelskette und die drittgrößte weltweit nach Wal-Mart aus den USA und Carrefour aus Frankreich. Auf dem Heimatmarkt macht ihr die Konkurrenz der deutschen Diskonter Aldi und Lidl zu schaffen.

Lewis’ Vorgänger Philip Clarke war im Juli wegen enttäuschender Umsatzzahlen zurückgetreten. Anfang Juni hatte Tesco für die ersten drei Monate des Jahres die schlechtesten Quartalszahlen seit vier Jahrzehnten veröffentlicht.

Chronik

Infrastruktur in Mexiko durch Hurrikan schwer beschädigt

Hurrikan „Odile“ hat schwere Schäden in der Infrastruktur im Norden Mexikos verursacht. Der Wirbelsturm, der vor einer Woche im Bundesstaat Baja California Sur wütete, brachte 95 Prozent des Stromnetzes zum Erliegen, wie die zuständige Behörde gestern in einer Bilanz mitteilte.

Auch sei die Bevölkerung zeitweise komplett von der Wasserversorgung abgeschnitten gewesen. Besonders betroffen war der mexikanische Urlaubsort Los Cabos. Der Leiter der mexikanischen Strombehörde CFE, Enrique Ochoa, sprach von den „schlimmsten“ Infrastrukturschäden in der Geschichte des Landes.

Gesundheit

150 neue Ebola-Fälle in Sierra Leone entdeckt

Während der dreitägigen Ausgangssperre in Sierra Leone haben Helfer mehr als hundert neue Infektionsfälle entdeckt. „Wir haben mindestens 150 neue Fälle“, sagte der Chef des staatlichen Notfalleinsatzzentrums, Steven Gaojia, gestern Abend.

Zuvor hatten die Behörden des westafrikanischen Landes bereits von rund 70 Ebola-Toten gesprochen, die während der 72-stündigen Ausgangssperre entdeckt worden seien. Die Ausgangssperre endete gestern.

Gesundheitsminister Abubakarr Fofanah wertete die Ausgangssperre, während der rund 30.000 Helfer von Tür zu Tür gingen, als Erfolg. „Wir haben aus der Kampagne gelernt“, sagte Fofanah der Nachrichtenagentur AFP. Als einen Erfolg wertete er, dass es gelungen sei, die Zahl illegaler „Nacht-Beerdigungen“ zu reduzieren.

Abschließende Zahlen zu entdeckten Toten und Infizierten wollte der Minister nicht geben, da noch nicht aus allen Landesteilen Zahlen vorlägen. Zugleich schloss er eine Wiederholung der Kampagne samt Ausgangssperre nicht aus.

IT

Microsoft verschiebt Xbox-One-Start in China

Der US-Softwarekonzern Microsoft hat den für morgen angekündigten „historischen“ Verkaufsstart seiner Spielekonsole Xbox in China ohne Nennung genauer Gründe verschoben.

Verkaufsverbot Anfang des Jahres aufgehoben

Man benötige mehr Zeit, vor Ende des Jahres werde die Xbox aber erhältlich sein, teilte das Unternehmen lediglich mit. China hatte den Verkauf von Spielekonsolen im Jahr 2000 untersagt und das mit Sorgen um die psychische Gesundheit von Kindern begründet.

Im Jänner hob die Staatsführung das Verbot auf - und Microsoft wollte so schnell wie möglich auf dem Markt starten. Bedingungen für den legalen Verkauf von Spielekonsolen sind eine Produktion in der Freihandelszone Schanghai und eine erfolgreiche Prüfung durch die Kulturbehörde.

Sony folgt mit PlayStation im Dezember

Der japanische Konkurrent Sony hat den Verkauf seiner PlayStation in China für Dezember angekündigt. Der Elektronikriese arbeitet mit der chinesischen Tourismusfirma Oriental Pearl zusammen. Die Marktöffnung ermöglicht den Herstellern den Zugang zu schätzungsweise 500 Millionen potenziellen Kunden.

Panne bei DHL legte Lieferdaten offen

Die Deutsche Post hat einen stundenlangen Technikfehler bei ihrer Paketdiensttochter DHL eingeräumt, durch den Nutzer Sendungsdaten anderer Kunden einsehen konnten.

„Es gab einen technischen Fehler, in der Tat. Es war kein Hackerangriff, es wurden keinerlei Zugangsdaten abgegriffen. Passwörter waren nicht einsehbar“, sagte eine Sprecherin des Konzerns heute.

Fremde Lieferungen angezeigt

Zuvor hatte die deutsche „Bild“-Zeitung berichtet, wer sich mit einem Smartphone oder Tablet bei der DHL-Sendungsverfolgung angemeldet habe, habe statt der eigenen zahlreiche fremde Lieferungen angezeigt bekommen. Das Problem trat laut Deutscher Post am Mittwoch vier Stunden lang auf und sei vollständig behoben.

Science

Religion

Drogen und Frauen: Mönche in Kambodscha festgenommen

Zwei buddhistische Mönche haben sich in einem Kloster in Kambodscha offenbar mit Suchtgift und Frauen vergnügt. Sie wurden festgenommen und aus dem Klosterleben verbannt, wie die Zeitung „Cambodia Daily“ heute berichtete.

Die Polizei habe die Frauen sowie Utensilien für Metamphetaminverbrauch in ihrer Zelle gefunden. „Einer stand schon unter Beobachtung, weil er sich immer mit dem Abt stritt und die buddhistischen Lehren nicht einhielt“, zitierte die Zeitung den Polizeichef von Siem Reap. Mönche dürfen weder Alkohol noch Drogen konsumieren und müssen sich von Frauen fernhalten.

Konservatives Komplott bei Weltbischofssynode?

Fünf Kardinäle, darunter der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, haben kurz vor der Weltbischofssynode zum Thema Ehe und Familie die Veröffentlichung eines Aufsatzbandes angekündigt.

Dessen Texte richten sich insbesondere gegen den emeritierten deutschen Kurienkardinal Walter Kasper, der für eine behutsame Änderung der bisherigen Praxis im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen plädiert hatte.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

„Maze Runner“ führt US-Kinocharts an

Der Science-Fiction-Thriller „Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth“ ist an die Spitze der nordamerikanischen Kinocharts gestürmt.

Der Film von Wes Ball spielte an seinem Eröffnungswochenende an den Kinokassen in den USA und Kanada rund 32,5 Millionen Dollar (25 Mio. Euro) ein und belegte damit den ersten Platz. In Österreich soll „Maze Runner“ am 17. Oktober in die Kinos kommen.

Dahinter konnte sich laut „Hollywood Reporter“ mit rund 13 Millionen Dollar der Horrorthriller „Ruhet in Frieden - A Walk Among the Tombstones“ mit Liam Neeson platzieren - ebenfalls ein Neueinsteiger. Auf dem dritten Rang landete mit rund 11,9 Millionen Dollar die Komödie „Sieben verdammt lange Tage“ mit Jason Bateman und Jane Fonda.

Muti kehrt Oper in Rom den Rücken

Riccardo Muti kehrt dem römischen Opernhaus, das er seit sechs Jahren als Musikdirektor leitet, den Rücken. Der Stardirigent teilte mit, dass er nicht die in dieser Saison geplanten Opern „Aida“ und „Le Nozze di Figaro“ dirigieren werde.

Die Situation im Opernhaus erlaube ihm nicht, mit jener Ruhe zu arbeiten, die für gute Aufführungen notwendig sei, schrieb Muti in einem Brief an den Intendanten der Opera di Roma, Carlo Fuortes. Er werde sich künftig mehr um das Jugendorchester Luigi Cherubini kümmern, das er gegründet habe, schrieb Muti.

Streit über Finanzierung

In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Protestaktionen der Mitarbeiter des Theaters gegen Ausgabenkürzungen in dem von der Schließung gefährdeten Opernhaus. Die hoch verschuldete Gemeinde Rom hat zunehmend Schwierigkeiten, die finanziellen Mittel zum Erhalt des Theaters aufzubringen. Die Produktivität des Theaters gilt als zu niedrig. Neun Millionen Euro Verluste hat das Opernhaus summiert.

Empörung über Eindringen in Künstlergarderobe

In den vergangenen Monaten hatte Muti mehrmals den Protest der Arbeitnehmer zu spüren bekommen, die mit Streiks gedroht hatten. Vertreter der Gewerkschaften waren bis in seine Künstlergarderobe vorgedrungen, was den Maestro empörte. Dieser hatte Medienberichten zufolge damit gedroht, das Theater zu verlassen, zu dessen Ehrendirektor auf Lebenszeit er ernannt wurde.

Im vergangenen Dezember hatte die römische Oper einen neuen Intendanten, den Kulturmanager Fuortes, erhalten, der sie vor der Pleite retten soll. Er soll die Verluste des Opernhauses eindämmen und das Theater wieder auf Erfolgskurs bringen.