Letzte Meldung

EU erwartet 1,8 Prozent Wachstum

Als „Rückenwind für die wirtschaftliche Erholung“ sieht die EU-Kommission die heute präsentierten Daten der Frühjahrsprognose. Die Wirtschaft in der EU werde 2015 um 1,8 Prozent wachsen. Das ist etwas mehr als die im Februar prognostizierten 1,7 Prozent. Die Euro-Zone kann mit einem Plus von 1,5 Prozent anstatt 1,3 Prozent rechnen. Österreich bleibt mit plus 0,8 Prozent unverändert.

Für Österreich ist das der sechstschlechteste Platz in der EU und nur Rang 23 hinter Griechenland, Finnland, Kroatien, Italien und Zypern. Im Gegensatz zur Winterprognose, wo noch für alle 28 EU-Staaten ein Wachstum prognostiziert wurde, muss nun Zypern sogar mit einem Rückgang seines BIP von 0,5 Prozent rechnen.

Für 2016 bleiben die Zahlen unverändert. Die EU kann mit einem Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent und die Euro-Zone von 1,9 Prozent rechnen. Auch für Österreich bleibt das Wachstum von 1,5 Prozent stabil gegenüber der Wintervorausschau.

Erholung „deutlich robuster“

Der Vizepräsident für den Euro, Valdis Dombrovskis, sagte, die Erholung der europäischen Volkswirtschaften sei „deutlich robuster“ geworden. Das sei „ermutigend, doch müssen wir sicherstellen, dass das Wirtschaftswachstum dauerhaft und nachhaltig ist“. EU-Wirtschafts- und -Steuerkommissar Pierre Moscovici zeigte sich noch euphorischer und meinte, die „europäische Wirtschaft erlebt das erfolgreiche Frühjahr seit mehreren Jahren“.

Das höchste Wirtschaftswachstum wird 2015 für Irland und Malta mit je 3,6 Prozent erwartet. Deutschland reiht sich bei 1,9 Prozent ein. Österreich liegt mit einem erwarteten BIP-Wachstum von 0,8 Prozent hinter Bulgarien (1,0 Prozent). Die Schlusslichter bilden Italien (0,6 Prozent), Griechenland (0,5 Prozent), Kroatien und Finnland (je 0,3 Prozent) sowie Zypern, das mit minus 0,5 Prozent einen BIP-Rückgang verzeichnen dürfte.

Österreich bei Arbeitslosenrate auf Platz fünf

Bei der Arbeitslosenrate wird Österreich laut der Prognose 2015 mit 5,8 Prozent von seiner Spitzenposition deutlich Abstand nehmen müssen und dürfte nur noch Platz fünf in der EU einnehmen. Die niedrigste Rate wird weiterhin für Deutschland mit 4,6 Prozent ausgewiesen, vor Großbritannien (5,4 Prozent), Tschechien (5,6 Prozent) und Luxemburg (5,7 Prozent). Die höchsten Quoten werden weiterhin für Griechenland (25,6 Prozent) und Spanien (22,4 Prozent) vorausgesagt.

Ausland

Syriens Armee setzt laut Amnesty weiter Fassbomben ein

Amnesty International hat der syrischen Regierung vorgeworfen, weiterhin gezielt Fassbomben gegen Zivilisten einzusetzen. Durch derartige Angriffe seien seit Jänner 2014 allein in der Provinz Aleppo über 3.000 Menschen getötet worden, heißt es in einem heute veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation.

Laut Amnesty wurden zudem bei Beschuss mit Mörsern und improvisierten Raketen durch Oppositionsgruppen mehr als 600 weitere Zivilisten getötet. Syriens Präsident Baschar al-Assad bestreitet, dass seine Truppen Fassbomben einsetzen.

In dem Amnesty-Bericht mit dem Titel „Death everywhere: War crimes and human rights abuses in Aleppo“ heißt es weiter, die syrische Regierung greife „gezielt und systematisch“ Zivilisten an und bombardiere dabei Krankenhäuser, Schulen, Märkte und Moscheen. Viele öffentliche Einrichtungen hätten daher ihren Betrieb mittlerweile in geschützte Bunker und Kellerräume verlegt.

Die Dauer, das Ausmaß und die Intensität der Angriffe ließen auf eine Form der „kollektiven Bestrafung“ gegen die Bevölkerung von Aleppo schließen. „Eine solche kollektive Bestrafung ist ein Kriegsverbrechen“, schreibt Amnesty.

Über 11.000 Todesopfer seit 2012

Allein im April wurden dem Bericht zufolge in Aleppo 110 Zivilisten durch Fassbomben getötet, während sich die Zahl ziviler Opfer der mit Metallstücken, Benzin und Sprengstoff gefüllten Bomben in ganz Syrien auf über 11.000 seit Anfang 2012 belaufe. Der Bericht beschreibt unter anderem einen einzelnen Angriff in Aleppo im Juni 2014, bei dem ein Hubschrauber des Militärs eine Fassbombe auf rund 150 Menschen abwarf, die in einer Schlange auf die Zuteilung von Lebensmittelrationen einer Hilfsorganisation warteten.

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert seit mittlerweile vier Jahren. Sowohl die Regierung als auch bewaffnete Oppositionsgruppen haben sich in dem Konflikt laut Amnesty schwerer Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht. „Vor über einem Jahr hat die UNO eine Resolution verabschiedet, in welcher sie ein Ende der Menschenrechtsverletzungen forderte, insbesondere durch den Einsatz von Fassbomben“, sagte der für den Nahen Osten zuständige Amnesty-Direktor Philip Luther.

Doch statt die angedrohten Konsequenzen einzuleiten, habe die internationale Gemeinschaft inzwischen „den Zivilisten von Aleppo den Rücken zugewandt“.

UNO verhandelt mit Konfliktparteien in Genf

In Genf führt die UNO ab heute getrennte Verhandlungen mit den Konfliktparteien im syrischen Bürgerkrieg. Die Gespräche auf Botschafter- und Expertenebene unter der Schirmherrschaft des UNO-Sondergesandten Staffan de Mistura sollen vier bis sechs Wochen dauern. Zunächst soll festgestellt werden, wo Regime und Opposition fast drei Jahre nach der ersten Genfer Friedenskonferenz stehen.

Die Konfliktparteien hatten im Juni 2012 unter Vermittlung des damaligen Sondergesandten Kofi Annan einem Zeitplan für einen politischen Übergang zugestimmt. Die Vereinbarung führte aber nicht zum Ende des Bürgerkriegs. Auch eine zweite Friedenskonferenz in Genf Anfang 2014 unter Vermittlung von Annans Nachfolger Lakhdar Brahimi brachte keinen Durchbruch.

Athen startet Kontaktrunde: Geldprobleme wachsen

Athen startet überraschend eine umfangreiche Kontaktrunde mit allen Geldgebern. Im Mittelpunkt stehe das akute Liquiditätsproblem des Landes, berichtete die griechische Finanzpresse. Wie die Regierung mitteilte, werde Finanzminister Gianis Varoufakis heute in Paris mit seinem französischen Kollegen Michel Sapin zusammenkommen.

Anschließend ist ein Treffen von Varoufakis mit EU-Währungskommissar Pierre Moscovici geplant. Am Vorabend hatte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, gesprochen. Das Gespräch betraf die laufenden Verhandlungen Athens mit den Geldgebern, hieß es aus Regierungskreisen.

EZB entscheidet über Notkredite

Heute soll es auch ein Treffen zwischen dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, und dem griechischen Vizeregierungschef Gianis Dragasakis sowie dem Koordinator der Verhandlungen Griechenlands mit den Geldgebern, dem stellvertretenden Außenminister Euklides Tsakalotos, in Frankfurt geben.

Im Mittelpunkt dieser Gespräche werde die für morgen anstehende Entscheidung der EZB über eine möglichen Aufstockung der Notkredite für Griechenland stehen. Diese ELA-Kredite („Emergency Liquidity Assistance“) sind die letzte Geldquelle für Banken im pleitebedrohten Griechenland.

Zuletzt hatte Draghi eine mögliche Eindämmung der Notkredite angedeutet, sollten die Verhandlungen im Schuldenstreit mit den Griechen weiterhin keine Fortschritte zeigen. 

Schelling: Stimmung verbessert, aber kein Durchbruch

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) sieht „Fortschritte“ in den Verhandlungen zwischen der Euro-Gruppe und Griechenland. Die Stimmung scheine sich jedenfalls „klimatisch“ verbessert zu haben, das habe er aus der Euro-Arbeitsgruppe erfahren, sagte der Ressortchef heute. Es gebe aber noch keinen Durchbruch.

Ob bereits bei der nächsten Sitzung der Euro-Gruppe am Montag ein solcher erzielt werden könnte, könne er aus heutiger Sicht nicht sagen. Dabei wird ja auf die Vorlage eines konkreten Reformpakets von Athen gewartet. „Ich nehme an, dass über das Wochenende intensiv weiterverhandelt wird“, so Schelling.

Bericht: Berlin bestätigt NSA-Spionage mindestens bis 2013

Die deutsche Bundesregierung hat laut einem Medienbericht in einem Geheimpapier bestätigt, dass der US-Geheimdienst NSA mindestens bis August 2013 deutsche und europäische Ziele ausgespäht habe. Das ZDF-Politmagazin „Frontal21“ konnte das Papier nach eigenen Angaben einsehen.

Laut den Angaben stellte der Bundesnachrichtendienst (BND) noch am 26. August 2013 fest, dass die NSA aktuelle Mailadressen von europäischen Politikern, Ministerien europäischer Mitgliedsstaaten, EU-Institutionen und auch Vertretungen deutscher Firmen ausspähe. Die amerikanische Spionagepraxis habe gegen deutsche Interessen verstoßen, werde in dem Papier eingeräumt.

Schon das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und die „Bild am Sonntag“ hatten in ihren jüngsten Ausgaben gemeldet, der BND sei im August 2013 auf mehrere tausend Selektoren gestoßen, mit denen die NSA Diplomaten und Mitarbeiter europäischer Regierungen habe ausforschen wollen - unter anderem in Österreich. Der BND soll die Begriffe daraufhin aus der aktiven Suche herausgenommen haben.

Tausende in Niger vor Boko Haram geflohen

Aus Angst vor der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram sind im westafrikanischen Niger Tausende Menschen geflohen. Von Inseln im Tschadsee im Südosten Nigers seien bereits mehr als 5.000 Menschen in der unweit des Sees und der Grenze zum Tschad gelegenen Stadt N’Guigmi eingetroffen, sagte ein UNO-Vertreter gestern der Nachrichtenagentur AFP.

Weitere 11.500 Flüchtlinge würden in der Stadt erwartet. Ein Journalist dort schätzte die Zahl der eingetroffenen Flüchtlinge auf rund 3.000.

Die nigrischen Behörden hatten vergangene Woche dazu aufgerufen, bis gestern die Inseln im Tschadsee zu verlassen. Damit reagierten sie auf einen Angriff der islamistischen Miliz Boko Haram, bei der 74 Menschen getötet worden waren. Es war die höchste Opferzahl in Niger, seit sich das Land an einer Militäroffensive gegen Boko Haram beteiligt.

Befreite Frauen berichten über Boko-Haram-Geiselhaft

Die nigerianische Armee befreite in den letzten Tagen an die 700 Frauen und Kinder aus der Geiselhaft der Islamistenmiliz Boko Haram. Viele von ihnen sind stark abgemagert und traumatisiert. In einem Flüchtlingslager in dem westafrikanischen Land berichteten gestern einige der Frauen vom Horror der Geiselhaft.

Sie waren von Boko Haram im Nordosten Nigerias als Sklavinnen gehalten oder zwangsverheiratet worden. Viele andere kamen bei Fluchtversuchen oder bei Kämpfen zwischen Boko Haram und der Armee ums Leben. Laut UNO sind 214 der aus der Geiselhaft befreiten Frauen und Mädchen schwanger.

Mehr dazu in Traumatisiert und unterernährt

Schas-Partei koaliert mit Netanjahus Likud

Die streng religiöse israelische Schas-Partei hat eine Koalitionsvereinbarung mit der konservativen Likud-Partei des Regierungschefs Benjamin Netanjahu unterzeichnet. Israelische Medien berichteten gestern, Unterhändler beider Seiten hätten sich geeinigt. Der Parteivorsitzende Arie Deri solle Wirtschaftsminister werden.

Auch das Religionsministerium solle an die Partei gehen, die vor allem die Interessen arabischstämmiger Juden vertritt. Damit hat Netanjahu sich bereits drei Koalitionspartner gesichert.

Für eine knappe Mehrheit von 61 der 120 Abgeordneten im Parlament fehlt ihm nur noch die Siedlerpartei von Naftali Bennett. Der ultrarechte Avigdor Lieberman hatte zuvor überraschend einen Eintritt seiner Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) in die Regierung Netanjahu abgelehnt.

Frist bis morgen um Mitternacht

Eine Frist zur Regierungsbildung läuft morgen um Mitternacht ab. Netanjahus rechtsorientierter Likud war bei der Wahl am 17. März mit 30 Sitzen stärkste Kraft in der Knesset geworden. Die zweitgrößte Partei, das Mitte-links-Bündnis von Izchak Herzog, lehnte eine Regierungsbeteiligung bisher ab.

Vor der Wahl hatte Netanjahu eine Zweistaatenlösung ausgeschlossen. Obwohl er seine Äußerungen nach seinem Sieg relativierte, rechnen Beobachter bei einer rein rechts-religiösen Regierung in Israel kaum mit Fortschritten im Friedensprozess mit den Palästinensern.

Wettbewerb um neue Nationalflagge für Neuseeland

Die Neuseeländer können ab sofort Vorschläge für ein neues Design ihrer Nationalflagge einreichen. Regierungschef John Key will das alte Symbol, das den britischen Union Jack beinhaltet, abschaffen. Ein eigens eingerichtetes Flaggenkomitee gibt folgenden Rat: simpel, kühn, wenige Farben.

Hoch im Kurs steht ein Silberfarn, die neuseeländische Nationalpflanze, auf schwarzem Grund. Ein Fan des Silberfarns schrieb in einem Forum: „Zwei Farben, ein Symbol, Job erledigt, Millionen gespart“. Viele Neuseeländer finden nämlich die Volksbefragung überflüssig und teuer. Sie kostet rund 17 Millionen Euro. Ende des Jahres werden per Abstimmung vier Favoriten gekürt, nächstes Jahr dann der Sieger.

Inland

Entwicklungshilfe: Regierung will Lösung „im Sommer“

Die Regierungsspitze ist im Konflikt über die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) um Deeskalation bemüht.

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) präsentierten heute einen Fahrplan, wonach man „im Sommer“ einen „Stufenplan“ für die Aufstockung vorlegen will. Zudem plant man, Spenden im Bereich EZA in den österreichischen Gesamtbeitrag einzurechnen - so die OECD das akzeptiert.

Außenminister zuständig

„Wir brauchen einen Stufenplan“, hielt Faymann im Pressefoyer nach dem Ministerrat fest, und der sei „nicht aus dem Handgelenk zu schütteln.“ Daher werde man „im Sommer“ vorlegen, „in welchen Etappen und mit welchen Grundlagen“ man Österreichs Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit erhöhen werde.

Zuständig für die Erarbeitung sei in erster Linie Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP), betonte der Kanzler, und Mitterlehner pflichtete dem bei: Beide verwiesen unisono auf das Bundesministeriengesetz, das die Ressortverantwortlichkeiten festlegt.

Streit vorerst entschärft

Den jüngsten Streit anlässlich des ÖVP-Vorschlags, dass alle Ministerien Geld für EZA hergeben sollen, hat man somit zumindest vorerst entschärft. Denn Mitterlehner sprach in diesem Zusammenhang wörtlich von einem „Appell“. Es sei Aufgabe von Kurz, bei den Ministerkollegen anzufragen. Von einer strikten Vorgabe für jedes Ressort war nach der Regierungssitzung keine Rede mehr.

Koalition will für Flüchtlinge EU-Quote

Wie können Flüchtlingskatastrophen mit zahlreichen Toten im Mittelmeer künftig verhindert werden? Dieser Frage hat sich gestern der Nationalrat in einer Sondersitzung gestellt. Einig waren sich die Parteien in der Debatte vor allem in ihrer Forderung nach EU-weiten Lösungen. Wie diese konkret auszusehen haben, darüber gingen die Meinungen auseinander.

Am Ende fand ein Entschließungsantrag der Regierungsparteien aber doch die Unterstützung von Grünen, NEOS und Team Stronach. Darin wird auch eine „gerechtere und solidarische“ Aufteilung von Flüchtlingen auf die EU-Mitgliedsstaaten gefordert.

Mehr dazu in EU-weite Quote gefordert

Mauthausen-Gedenken: Faymann würdigt Opfer

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen vor 70 Jahren der Opfer des NS-Regimes gedacht und die Widerstandskämpfer gewürdigt.

„Wir gedenken all jener, die an diesem Ort Furchtbares erlebt haben, die gestorben sind“, sagte der Regierungschef heute nach der Ministerratssitzung in Wien.

Man dürfe den Jahrestag nicht einfach vorbeigehen lassen, sondern müsse eine grundsätzliche Diskussion in Europa und Österreich führen - und aus der Geschichte die richtigen Schlüsse ziehen. Die Europäische Union habe das seit ihrer Gründung auch getan, meinte Faymann.

Der Bundeskanzler dankte all jenen, die bei den Gedenkfeiern mitarbeiten. Ausdrücklich würdigte er die noch lebenden Zeitzeugen. Diese würden eine ganz wichtige Arbeit für die Aufarbeitung der Geschichte leisten. Die Widerstandskämpfer bezeichnete der Bundeskanzler als „Helden der Zweiten Republik“. Denn die Widerstands- und Freiheitskämpfer hätten den Grundstein für den Staatsvertrag gelegt.

NÖ-Landeshauptmann für Pröll auch 2020 vorstellbar

Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) ist offenbar nicht amtsmüde. Er kann sich vorstellen, auch 2020 noch an der Spitze Niederösterreichs zu stehen.

„Das ist absolut eine Variante“, sagte Pröll im „Bezirksblätter“-Interview. „Das wäre für mich nach wie vor eine faszinierende und reizvolle Aufgabe.“

Wo er das Bundesland in fünf Jahren sehe, skizzierte Pröll so: „Einerseits müssen wir im Norden des Landes stärker mit unseren Nachbarn zusammenwachsen. Ein anderer Fokus ist eine der dynamischsten Regionen Europas, nämlich der Raum zwischen Wien und Bratislava. Da brauchen wir viel Feingefühl beim Ausbau der Wirtschaft und der Infrastruktur.“

Sport

Bundesliga: Finalkrimi im Kampf um Platz zwei

Hinter dem designierten Meister Red Bull Salzburg kündigt sich in der tipico-Bundesliga ein heißer Finalkrimi um den zweiten Rang an. Rapid, Sturm, Altach und der WAC sind fünf Runden vor Schluss nur durch fünf Punkte getrennt. Blickt man auf das Restprogramm der vier Clubs, darf sich keiner der vier Anwärter auf den begehrten CL-Qualiplatz mehr einen Ausrutscher leisten. Nicht weniger Spannung verspricht auch der Abstiegskampf, in dem noch drei Vereine zittern müssen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Staatsanwalt: Deutsche Bank behinderte Ermittlungen

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat der Deutschen Bank im Betrugsprozess gegen einen der beiden Vorstandschefs, Jürgen Fitschen, und vier Ex-Manager eine Blockade der Ermittlungen vorgeworfen. Die Bank habe die Herausgabe angeforderter Daten systematisch behindert und beschränkt, sagte Staatsanwalt Stephan Necknig heute vor dem Landgericht München.

Die Verantwortung dafür trügen Fitschen und sein Vorgänger an der Vorstandsspitze, Josef Ackermann. Bei der Staatsanwaltschaft gebe es daher eine „gewisse Skepsis“ gegenüber der Deutschen Bank.

Fitschen, Ackermann sowie Ex-Chef Rolf Breuer, Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig sowie Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck müssen sich in dem Verfahren wegen versuchten Prozessbetrugs im Fall Kirch verantworten. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

Fitschens Anwalt Hanns Feigen hatte der Staatsanwaltschaft zum Prozessauftakt vor einer Woche vorgeworfen, entlastendes Material unterschlagen zu haben. Staatsanwalt Necknig nannte diesen Vorwurf „haltlos“. „Die Staatsanwaltschaft hat niemals irgendwelche Aktenbestandteile zurückgehalten.“

Deutscher Bahnstreik: Nur ein Drittel der Fernzüge fährt

Bei der Deutschen Bahn (DB) wird seit der Nacht auch der Personenverkehr bestreikt. Die Arbeitsniederlegung begann wie von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) angekündigt um 2.00 Uhr.

Ein Drittel der Fernzüge sowie etwa zwei von drei Regionalzügen würden trotzdem fahren, teilte die DB mit. Besonders viele Personenzüge würden in Berlin, Halle, Frankfurt am Main und Hamburg ausfallen.

Ab Mittag werde auf der Unternehmenswebsite der für 48 Stunden geltende Ersatzfahrplan veröffentlicht, teilte die DB weiter mit. Bereits gestern hatten die Lokführer einen Streik im Güterverkehr begonnen und damit massive Verspätungen und Ausfälle verursacht. Die Arbeitsniederlegungen sollen bis Sonntagfrüh dauern.

Es ist damit der bisher längste Ausstand in der Geschichte der DB. In dem inzwischen seit gut zehn Monate laufenden Tarifkonflikt streikt die GDL nun zum achten Mal. Eine Schlichtung lehnte GDL-Chef Claus Weselsky ab.

DB beharrt auf Schlichtung

Im Tarifkonflikt ist weiter keine Annäherung in Sicht. DB-Personalvorstand Ulrich Weber sagte heute Früh im Deutschlandfunk, es müsse eine Schlichtung in der Sache geben. „Wir werden darauf beharren, dass wir in ein solches Verfahren gehen.“ Er wolle „gern verstehen, welche Argumente die GDL einzubringen hat. Ich habe bisher keine gehört, die gegen eine Schlichtung sprechen.“

Weselsky, hatte eine auch von dem deutschen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU)geforderte Schlichtung abgelehnt. „Wir werden in keine Schlichtung gehen, weil wir grundgesetzlich geschützte Rechte in keine Schlichtung bringen“, hatte er erklärt. Der Konflikt schwelt seit fast einem Jahr.

EVG bringt sich in Stellung

Die Auseinandersetzung ist auch deshalb so schwierig, weil die GDL mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) um Einfluss im DB-Konzern ringt. Die GDL fordert für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche.

Inzwischen schließt auch die EVG Streiks im Bahnverkehr in der laufenden Tarifrunde nicht mehr aus. Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner bekräftigte heute im ARD-„Morgenmagazin“: „Wenn wir am Ende des Prozesses feststellen, dass aufgrund der Eskalation das, was wir wollen, nämlich eine einheitliche Erhöhung für alle Beschäftigten um sechs Prozent und mindestens 150 Euro, nicht realisierbar ist über Tarifverhandlungen, schließen wir natürlich einen Streik auch nicht aus.“

Auswirkungen auf deutsches BIP erwartet

Der längste Streik in der Geschichte der DB wird die deutsche Konjunktur Ökonomen zufolge bremsen. Die Kosten in dem aktuellen Bahnstreik könnten sich auf bis zu 750 Millionen Euro summieren, wie Konjunkturexperte Stefan Kipar von der BayernLB erklärte.

Damit dürfte die Wachstumsrate des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal um etwa 0,1 Prozentpunkte geringer ausfallen als ohne Streik.

VW steht Aktionären Rede und Antwort

Europas größter Autohersteller Volkswagen (VW) muss sich heute nach heftiger Führungskrise den kritischen Fragen seiner Aktionäre stellen. Auf dem Messegelände in Hannover erwartet der Konzern in zwei riesigen Hallen rund 3.000 Anteilseigner zu seiner Hauptversammlung.

Das Aktionärstreffen steigt just nach einem gut drei Wochen langen Führungsstreit, an dessen Höhepunkt VW-Patriarch Ferdinand Piech - seit 2002 der Aufsichtsratschef - seinen Rücktritt erklärte und den seiner Frau und VW-Aufsichtsrätin Ursula gleich mit.

Noch keine Entscheidung über Piech-Nachfolge

Am Anfang der Führungskrise war der Chefkontrolleur öffentlich von Konzernchef Martin Winterkorn abgerückt. Doch eine starke Allianz stellte sich hinter den Vorstandsboss. Seit Piechs Rücktritt führt Aufsichtsratsvize Berthold Huber von der IG Metall kommissarisch die Geschäfte des Kontrollgremiums. Wer Piech als Chefkontrolleur nachfolgt, ist bisher unklar und soll sich dem Vernehmen nach auch noch nicht zeitnah entscheiden.

Huber wird auch die Hauptversammlung in Hannover leiten. Wie die dpa aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, soll heute keine Entscheidung über die Piech-Nachfolge fallen. Allerdings dürfte es erste Weichenstellungen für die künftige Suche beziehungsweise Auswahl von Kandidaten geben.

Chronik

Peru: Aufregung nach Angriff durch Indianerstamm

Nach der Ermordung eines Bewohners einer Siedlung im Amazonas-Regenwald durch ein Mitglied eines zurückgezogen lebenden Indianerstamms hat Perus Regierung Experten für indianische Kultur entsandt, um den Fall zu untersuchen.

Der Mann wurde laut BBC-Bericht mit einem Pfeil getötet, als Mitglieder des von der Außenwelt abgeschottet lebenden Mashco-Piro-Stammes in das im Regenwald gelegene Dorf Shipetiari eindrangen. Es ist das dritte Mal in diesem Jahr, dass Mitglieder dieses Stammes gesichtet wurden. Nach Ansicht von Anthropologen suchten sie vermutlich nach Werkzeugen oder Essen. Es ist jedoch unklar, warum die Mashco-Piro-Indianer angriffen.

Der Stamm wird auf rund 600 Mitglieder geschätzt und unterteilt sich in mehrere Gruppen, die ständig im Regenwald herumwandern. Bekannt ist unter anderem, dass sie manchmal improvisierte Unterkünfte an Flussufern errichten und nach Schildkröteneiern graben.

Physischer Kontakt verboten

Die Regierung in Lima hat den physischen Kontakt mit diesen und rund einem Dutzend weiterer Indianerstämme verboten, weil sie kaum Abwehrkräfte gegen die Krankheiten, die Menschen aus anderen Zivilisationen kommend in sich tragen, haben.

Mehrere Bewohner in der betroffenen Gegend nahe dem Madre-de-Dios-Fluss im Süden Perus versuchten laut Anthropologen, die Indianer mit Belohnungen aus dem Regenwald in die Siedlung zu locken. Laut BBC tun die Indianer den Bewohner wegen ihrer „primitiven“ Lebensweise leid.

Die peruanische Regierung hat laut BBC in der Gegend seit einiger Zeit Anthropologen engagiert, die sich um die Kontakte zwischen den Dörfern und den abgeschieden lebenden Indianergruppen kümmern.

Nepal: Weiter über 100 Ausländer vermisst

Nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal werden laut Polizei weiterhin 112 Ausländer vermisst. Im Langtang-Nationalpark waren nach dem Erdbeben zahlreiche Erd- und Schneelawinen abgegangen.

Eine davon begrub das Dorf Langtang, in dem mehrere Gästehäuser standen, quasi vollständig. Bis gestern hatten die Helfer dort 52 Leichen geborgen, darunter sieben Ausländer. Bis zu 200 Tote werden dort befürchtet. Das deutsche Bundeskriminalamt schickte Spezialisten nach Nepal.

Bisher über 7.400 Tote

Den Behörden zufolge kam eine weitere Deutsche ums Leben. Die Frau sei in der beliebten Wanderregion Langtang gestorben, heißt es in einer Liste, die Nepals Polizei online veröffentlichte. Weitere Angaben machten die Behörden zunächst nicht. Auch ein Professor aus Göttingen kam bei der Naturkatastrophe ums Leben.

Bei dem Erdbeben der Stärke 7,8 am Samstag vergangener Woche kamen mehr als 7.400 Menschen allein in Nepal ums Leben, weitere 100 Menschen in China und Indien. Die Zahl dürfte weiter steigen, sagen die Behörden, weil noch nicht alle Regionen erreicht wurden. Zehntausende Menschen wurden verletzt. Unter den Toten sind bisher 58 Ausländer.

Verletzte bei U-Bahn-Zusammenstoß in Mexiko-Stadt

Beim Zusammenstoß von zwei U-Bahnen in Mexiko-Stadt sind zwölf Menschen verletzt worden. Sechs von ihnen hätten ins Krankenhaus gebracht werden müssen, berichtete das Rote Kreuz gestern (Ortszeit).

Die Betreibergesellschaft der Metro teilte hingegen im Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass drei Verletzte ins Spital eingeliefert worden seien. Keiner der Betroffenen sei in Lebensgefahr.

Beim Zusammenstoß von zwei U-Bahnen in Mexiko-Stadt wurden zwölf Menschen verletzt.

Der Unfall ereignete sich während des Berufsverkehrs am Abend an der Haltestelle Oceania unweit des internationalen Flughafens der mexikanischen Hauptstadt. Metro-Chef Joel Ortega sagte vor Journalisten, der Unfall sei möglicherweise dadurch verursacht worden, dass einer der beiden Züge wegen starken Regens ins Rutschen gekommen sei. Die U-Bahn von Mexiko-Stadt benutzen täglich etwa vier Millionen Menschen.

Science

Gesundheit

China gibt Preise für die meisten Medikamente frei

China wird zum 1. Juni die Preisvorgaben für die meisten Medikamente aufheben. Künftig sollen die Preise auf dem zweitgrößten Pharmamarkt der Welt über Angebot und Nachfrage bestimmt werden, kündigte die mächtige Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) heute in Peking an.

Allerdings hielt sich die Behörde die Möglichkeit offen, auch weiter in die Preisgestaltung einzugreifen, falls sich die Märkte nicht in einem „angemessenen“ Rahmen bewegen sollten. Von der neuen Regelung sind jedoch Betäubungsmittel und spezielle Präparate zur Behandlung psychischer Krankheiten ausgenommen.

Kultur

Leute

GB: 103 Salutschüsse für Prinzessin Charlotte

Das Kind hat einen Namen: Die zwei Tage alte Tochter des britischen Thronfolgers William und seiner Frau Kate heißt Charlotte Elizabeth Diana. Damit haben unter den wettbegeisterten Briten jene recht behalten, die bei ihrem Tipp kühl kalkulierten: Charlotte war bei ein wenig Kenntnis der Royals die logische Wahl.

Dass bei dem Namen neben Elizabeth als Hommage an die Queen auch Williams Mutter Diana gewürdigt wurde, hatten allerdings die wenigsten erwartet. Mutter und Kind müssen unterdessen bereits ein dichtes Programm royaler Pflichten erfüllen, ohrenbetäubenden Lärm von genau 103 Kanonenschüssen inklusive.

Mehr dazu in Geheimnis gelüftet

Mögliche Prügelattacke: Ermittlungen gegen Chris Brown

US-Rapper Chris Brown hat wieder einmal Ärger mit der Polizei: Ein Mann werfe dem 25-jährigen Musiker vor, ihn bei einem Basketballspiel in Las Vegas geschlagen zu haben, teilte die Polizei gestern (Ortszeit) mit.

Auf einem Basketballfeld des Palms Casino Resort habe es eine verbale Auseinandersetzung zwischen dem Opfer und einen Mann gegeben, den das Opfer später im Krankenhaus als Brown identifiziert habe, hieß es in der Mitteilung.

Der Streit habe zu einer körperlichen Auseinandersetzung geführt, und das Opfer sei nach eigener Angabe von Brown geschlagen worden. Als sich der Angegriffene habe verteidigen wollen, sei ein anderer Mann, offenbar ein Begleiter von Brown, auf ihn losgegangen.

Brown lässt dementieren

Browns Sprecherin Nicole Perna wies die Vorwürfe zurück. Der Musiker habe eine Suite in dem Hotel gemietet und Freunde zu einem Spiel auf dem Basketballfeld des Hotels eingeladen, sagte sie. „Ein ungebärdiges Individuum tauchte uneingeladen auf und wurde von der Anlage entfernt“, führte die Sprecherin aus. Brown habe „keine Auseinandersetzung mit dieser Person“ gehabt.

Brown war im Jahr 2009 von einem kalifornischen Gericht wegen des Angriffs auf seine damalige Freundin, die R&B-Sängerin Rihanna, zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Wegen Verstößen gegen die Bewährungsauflagen war die Strafe zweimal abgeändert worden. Erst im März bestätigte ein Gericht, dass er alle Auflagen erfüllt habe.