Letzte Meldungen

EU beschließt Ende der Roaming-Gebühren

Die Roaming-Gebühren für das Telefonieren, SMS Schreiben und Surfen im Ausland sollen am 15. Juni 2017 EU-weit auslaufen. Darauf haben sich Vertreter der 28 EU-Staaten und des Europaparlaments geeinigt. Das völlige Aus der Extra-Gebühren bedeutet dies für Konsumenten aber nicht: Nutzern, die sich öfters im EU-Ausland aufhalten, dürfen die Anbieter dennoch höhere Kosten verrechnen.

Eigentlich sollten die Roaming-Gebühren schon 2015 fallen. Jetzt gibt es zumindest einen Zwischenschritt: Die Aufschläge sollen im Frühjahr 2016 noch einmal deutlich sinken. Dann dürfen laut Mitteilung Telefonate im EU-Ausland nur noch 5 Cent pro Minute kosten (derzeit 19 Cent für abgehende, 5 Cent für eingehende Anrufe), die Obergrenze für SMS ist 2 Cent (derzeit 6 Cent) und beim Surfen darf jedes Megabyte an Daten mit maximal 5 Cent zu Buche schlagen (derzeit 20 Cent).

Ausland

Wikileaks: USA spionierten französische Wirtschaft aus

Die USA haben nach Informationen der Enthüllungsplattform Wikileaks jahrelang eine umfangreiche Wirtschaftsspionage gegen Frankreich betrieben. Wikileaks veröffentlichte gestern weitere angebliche Geheimdokumente des amerikanischen Geheimdienstes NSA. Demnach sollen unter anderem der damalige Pariser Wirtschaftsminister und heutige EU-Kommissar Pierre Moscovici, hochrangige Beamte und der französische Botschafter in den USA abgehört worden sein.

Zudem soll sich die NSA für internationale Verträge französischer Unternehmen mit einem Wert von mehr als 200 Millionen US-Dollar (rund 180 Millionen Euro) interessiert haben. Vergangene Woche hatten Enthüllungen über angebliche US-Spähaktionen gegen drei französische Präsidenten für Empörung in Paris gesorgt.

Attentat auf tunesischen Oppositionellen - Prozess beginnt

Mehr als zwei Jahre nach der Ermordung des linken Oppositionspolitikers Chokri Belaid beginnt heute in Tunesien der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter. 24 Angeklagte stehen in der Hauptstadt Tunis vor Gericht. Belaid war am 6. Februar 2013 vor seinem Haus in Tunis erschossen worden - mutmaßlich von islamistischen Extremisten.

Belaid, Chef einer linken Partei, war ein Kritiker der damaligen Regierung unter Führung der islamistischen Ennahda-Partei. Nur wenige Monate später fiel ein weiterer Oppositioneller einem Attentat zum Opfer: Der Abgeordnete Mohamed Brahmi wurde am 25. Juli 2013 auf der Straße getötet. Auch diese Tat wurde Salafisten angelastet.

Ermittlungen ergaben, dass beide Männer mit derselben Schnellfeuerwaffe erschossen wurden. Heute regiert ein von säkularen und liberalen Kräften dominiertes Kabinett das Land unter Beteiligung der Ennahda.

UNO-Sicherheitsrat verlängerte Einsatz auf Golanhöhen

Trotz wiederholter Angriffe auf die Blauhelmtruppen hat der UNO-Sicherheitsrat den Einsatz auf den Golanhöhen verlängert. Die 15 Mitglieder des Gremiums verabschiedeten gestern in New York einstimmig eine Resolution, die das Mandat der UNDOF-Truppe an der israelisch-syrischen Grenze bis zum Ende des Jahres ausdehnt.

Gleichzeitig betonten sie ihre Besorgnis über die sich weiter verschlechternde Sicherheitslage und verurteilten die Angriffe auf die Blauhelme.

Auf den Golanhöhen waren nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973 UNO-Soldaten stationiert worden, um die Waffenruhe zwischen Syrien und Israel zu überwachen. Die etwa 1.200 Soldaten werden immer wieder in den syrischen Bürgerkrieg hineingezogen. Die Entwicklungen bewogen die österreichische Bundesregierung 2013 dazu, das österreichisches Kontingent abzuziehen. Das „AusBatt“, das Austrian Battalion, war als einzige Einheit seit 1974 ununterbrochen auf dem Golan, der Abzug sorgte international für Kritik.

5+1-Gruppe legt Iran Kompromiss zu Inspektionen vor

Bei den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm haben die internationalen Verhandlungspartner dem Iran offenbar einen Kompromissvorschlag zur Beilegung des Streits um die Inspektion von Militäranlagen vorgelegt.

Es sei ein Prozess ausgearbeitet worden, der den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) den nötigen Zugang geben werde, sagte ein hochrangiger US-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP gestern am Verhandlungsort in Wien. Wenn Teheran dem Vorschlag zustimmt, würde einer der beiden verbleibenden Hauptstreitpunkte bei den Verhandlungen ausgeräumt.

Zugang bei triftigem Grund

Die Frage sei nicht, ob die Inspektoren in jede Militäranlage könnten, sagte der US-Vertreter. Auch die USA würden keinen Zugang zu all ihren Militäranlagen geben, daher sei eine solche Forderung unangemessen. Es sei jedoch ein Prozess vereinbart worden, der es der IAEA erlauben werde, Zugang zu erhalten, wenn sie im Rahmen des Atomabkommens einen Grund sehe, einen solchen Zugang zu verlangen, sagte der Vertreter. Wie dieser Prozess genau aussieht, erklärte er nicht.

Verlängerung angekündigt

Der Iran und die Gruppe der fünf UNO-Vetomächte und Deutschland (5+1) sind derzeit in Wien in intensiven Verhandlungen, um die letzten offenen Fragen eines Abkommens zu klären, das den jahrelangen Streit über das iranische Atomprogramm endgültig beilegen soll. Eigentlich sollten die Verhandlungen bis Ende Juni - also bis heute - zum Abschluss kommen, doch wurde am Sonntag angekündigt, dass die Verhandlungspartner wegen der verbleibenden Differenzen noch etwas länger brauchen.

Neben der Frage des Zugangs zu den Militäranlagen ist vor allem noch der Zeitplan für die Aufhebung der Sanktionen zu klären. Der Iran will alle Finanz- und Handelssanktionen mit der Unterzeichnung des Abkommens aufgehoben sehen. Die 5+1-Gruppe dagegen will die in dem Konflikt von der EU, den USA und der UNO verhängten Strafmaßnahmen erst aufheben, wenn Teheran seine wichtigsten Verpflichtungen erfüllt hat. Das könnte einige Monate dauern.

Supreme Court erschwert Obamas Klimaschutzpläne

Das höchste US-Gericht hat den Klimaschutzplänen von Präsident Barack Obama einen Rückschlag versetzt. Der Supreme Court sprach sich gestern gegen die Regelung der Umweltschutzbehörde EPA aus, die den schädlichen Bleiausstoß von Kohlekraftwerken eindämmen soll.

Die Behörde habe das Gesetz zur Verbesserung der Luftqualität falsch interpretiert, hieß es im Urteil. Die Kosten für die vorgeschriebenen Filteranlagen seien durch den gesundheitlichen Nutzen für die Bevölkerung nicht gerechtfertigt. „Die Behörde hat sich um die finanziellen Folgen ihrer Entscheidung keine Gedanken gemacht“, schrieb Richter Antonin Scalia zur Begründung.

Die EPA hatte argumentiert, die zusätzlichen Kosten für die Betreiber bei der Regelung nicht berücksichtigen zu müssen. Industrieverbände und mehr als 20 Bundesstaaten hatten die Vorschläge der EPA angefochten.

Die Entscheidung des Gerichts könnte Folgen für die US-Pläne zur weiteren Eindämmung der Treibhausgase haben, die bei der Klimakonferenz in Paris Ende dieses Jahres vorgestellt werden sollen. Das Weiße Haus zeigte sich nach Angaben von Regierungssprecher Josh Earnest „enttäuscht“. Die EPA muss ihre Regelung nun überarbeiten.

Lyon-Hauptverdächtiger: „Bin kein Dschihadist“

Der Hauptverdächtige im französischen Enthauptungsfall hat offenbar Mutmaßungen zurückgewiesen, er habe aus islamistischen Gründen seinen Chef geköpft. Der 35-Jährige hat den Ermittlern gesagt, er sei kein Dschihadist, gab eine mit der Untersuchung vertraute Person gestern an. Er habe zudem frühere Aussagen bekräftigt, wonach er die Tat am Freitag nach vorausgegangenen Streitereien mit seiner Frau und seinem Chef begangen habe.

Der Mann war am Tatort, einer Chemiefabrik am Rande von Lyon, festgenommen worden. Der abgetrennte Kopf seines Chefs wurde an einem Zaun hängend gefunden, neben Fahnen mit Glaubensbekenntnissen zum Islam. Bei einer Überprüfung des Handys des Verdächtigen wurde ein Foto entdeckt, das ihn vor seiner Festnahme mit dem Kopf zeigt. Das Bild wurde an ein Mobiltelefon eines Franzosen geschickt, das zuletzt im syrischen al-Rakka geortet wurde, einer Hochburg der IS-Miliz. Der Verdächtige soll zudem versucht haben, die Fabrik in die Luft zu sprengen.

Präsident Francois Hollande hatte von einem Terroranschlag gesprochen. Innenminister Bernard Cazeneuve erklärte, der Festgenommene sei nicht vorbestraft. Er sei aber in der Vergangenheit vom Staatsschutz überwacht worden, weil die Gefahr einer Radikalisierung bestanden habe.

Oberstes US-Gericht billigt Hinrichtungen per Giftspritze

Trotz mehrerer qualvoller Hinrichtungen hat der Oberste Gerichtshof in den USA den Einsatz von Giftspritzen gebilligt. In der gestern verkündeten Entscheidung erklärten die fünf konservativen Richter am Supreme Court, dass die verwendete Giftmischung für die klagenden Todeskandidaten kein „substanzielles Risiko schwerer Schmerzen“ darstelle. Die vier linksliberalen Richter konnten sich mit ihren Bedenken nicht durchsetzen.

Hinrichtungen vorübergehend ausgesetzt

Der Supreme Court hatte im Jänner die Vollstreckung von drei Todesurteilen im Bundesstaat Oklahoma ausgesetzt. Das Gericht reagierte damit auf Einsprüche gegen die vorgesehene Giftmischung, die nach Ansicht der Todeskandidaten gegen das verfassungsrechtliche Verbot grausamer Bestrafung verstößt.

Konkret ging es um das Beruhigungsmittel Midazolam, das die Todeskandidaten zunächst betäuben soll, ehe hochgiftige Drogen zum Herzstillstand führen. Midazolam kam unter anderem bei der Hinrichtung von Clayton Lockett zum Einsatz, der vor einem Jahr nach 43-minütigem Todeskampf gestorben war.

Todesstrafe in 31 US-Bundesstaaten erlaubt

Die Todesstrafe ist in 31 der 50 US-Staaten und auf Bundesebene erlaubt, die Zahl der Hinrichtungen geht seit Jahren aber beständig zurück. Bundesstaaten mit Todesstrafe griffen zuletzt immer wieder auf kaum erprobte Mischungen zurück, weil sich europäische Pharmafirmen weigern, das zuvor eingesetzte Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern.

Inland

Sparkurs: Harte Zeiten für das AMS

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist schlecht, mit einer Besserung ist in den nächsten beiden Jahren nicht zu rechnen. Während die Anzahl der Beschäftigungslosen steigt, stagniert das Budget des Arbeitsmarktservice (AMS). Die Folge ist ein Sparkurs, dem vor allem Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zum Opfer fallen. ORF.at hat drei renommierte Ökonomen zur Zukunft des AMS in Zeiten des Sparzwangs befragt. Fazit: Die Institution leiste prinzipiell gute Arbeit - in einigen Bereichen bestehe jedoch Verbesserungsbedarf.

Mehr dazu in Die vielen Aufgaben des AMS

Sport

Wimbledon: Thiem siegt nach Startproblemen

Mit seinem insgesamt erst zweiten Sieg auf Rasen hat Dominic Thiem gestern erstmals den Einzug in die zweite Runde in Wimbledon geschafft. Österreichs Nummer eins setzte sich gegen den Israeli Dudi Sela in vier Sätzen durch. Nach Startproblemen und verlorenem ersten Satz konnte sich Thiem klar steigern und kam am Ende mit solidem Rasentennis zum verdienten Auftaktsieg. Vorbei ist indes das Turnier bereits für Andreas Haider-Maurer, der gegen den Litauer Ricardas Berankis wegen einer Verletzung aufgeben musste.

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Fußball: Köln für neue Saison „besser aufgestellt“

Der 1. FC Köln hat für die Vorbereitung zur kommenden Bundesliga-Saison seine Zelte in Bad Tatzmannsdorf aufgeschlagen. Cheftrainer Peter Stöger will mit seinen „Geißböcken“ auch 2015/16 nichts mit dem Abstiegskampf in Deutschland zu tun haben.

„Ich denke, dass wir eine gute Rolle spielen können“, sagte Stöger gestern. Seine Mannschaft sei „ähnlich gut und besser aufgestellt“ als in der abgelaufenen Saison. Auch Neuzugang Philipp Hosiner ist beim Trainingslager dabei, der 26-Jährige will sich für die Startelf empfehlen.

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Bundesliga: Sturm setzt voll auf Teamgeist

Sturm Graz geht mit neuem Gewand und alten Zielen in die kommende Bundesliga-Saison. „Natürlich ist auch diesmal wieder ein Europacup-Platz das Ziel“, sagte General Manager Gerhard Golbrich gestern bei der Präsentation der neuen Trikots auf dem Grazer Schloßberg.

Sturm setzt 2015/16 voll auf Teamgeist. „Die Neuen haben sich sehr gut eingebracht, und wir sind untereinander eine starke Einheit“, ist Mittelfeldspieler Simon Piesinger vom Zusammenhalt in der Mannschaft überzeugt.

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Wirtschaft

Argentinien erklärt Griechen seine Solidarität

Aus eigenen bitteren Erfahrungen hat Argentinien Griechenland in dessen aktueller Schuldenkrise seine Solidarität erklärt. „Argentinien hat das bereits selbst mitgemacht“, sagte Regierungschef Anibal Fernandez gestern.

Die Investoren warteten nur darauf, Griechenland „auszuplündern“, wie sie es auch anderswo getan hätten. Er sehe bereits „die Schatten der Geierfonds“ über Griechenland, warnte der Ministerpräsident. Die Krise in Griechenland sei mitbedingt durch die Sparmaßnahmen, die Athen vom Internationalen Währungsfonds (IWF) auferlegt wurden.

Argentinien kämpft bis heute mit den Spätwirkungen der Staatsschuldenkrise von 2001. Das Land war um die Jahrtausendwende in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und hatte schließlich einen öffentlichen Notstand ausgerufen. Damals waren Schulden in einer Größenordnung von 100 Milliarden Dollar aufgelaufen. Der Großteil der Schuldenlast wurde anschließend durch Umschuldungsvereinbarungen mit den Gläubigern abgetragen. Die Fonds, die in dieses Verfahren nicht einwilligten, werden in Argentinien häufig als „Geierfonds“ bezeichnet.

Zinsmanipulation: Ermittlungen gegen Deutsche Bank

Die Zinsmanipulationen bei der Deutschen Bank rufen nun auch die Frankfurter Staatsanwaltschaft auf den Plan. Eine Sprecherin der Behörde sagte der „Financial Times“ („FT“), es seien Ermittlungen gegen einzelne Bankmitarbeiter eingeleitet worden. Diese Mitarbeiter seien über die Ermittlungen informiert worden.

Wie sich die Dinge nun weiter entwickelten, hänge von der Analyse des kürzlich erhaltenen Abschlussberichts ab, den die Finanzaufsicht BaFin zum Zinsskandal verfasst hat, berichtete die „FT“ (Onlineausgabe).

Einigung auf Vergleich in den USA

Deutschlands größtes Geldhaus hatte sich in dem weltweiten Skandal Ende April mit den Behörden in Großbritannien und den USA auf einen Vergleich geeinigt und muss eine Rekordstrafe von 2,5 Mrd. Dollar (2,2 Mrd. Euro) zahlen.

Einem Insider zufolge hatte die BaFin in ihrem Bericht dem Bankmanagement schwere Versäumnisse vorgeworfen. So seien unter anderem organisatorische Mängel und unzureichende Kontrollen sowie die schleppende Aufarbeitung der Affäre kritisiert worden.

Libor jahrelang manipuliert

Der scheidende Kovorstandschef Anshu Jain hatte jahrelang die Investmentbanksparte geleitet, in der Händler unter anderem den Londoner Referenzzins Libor manipuliert hatten. Einen früheren Bericht der „FT“, wonach er in der Sache bewusst ungenaue Angaben gegenüber der Bundesbank gemacht habe, wies er allerdings zurück.

Tchibo nimmt Inseln ins Sortiment

Neben Kaffee gibt es bei Tchibo nun auch ganze Inseln zu kaufen. Der Kaffeeröster bietet in einer auf fünf Wochen befristeten Aktion private Eilande an. Ab morgen stünden sieben verschiedene Inseln zu Preisen zwischen 60.000 und 999.000 Euro zur Auswahl, teilte Tchibo gestern in Hamburg mit.

Die günstigste Insel ist ungefähr zwei Fußballfelder groß und liegt vor der kanadischen Ostküste, die teuerste in der Südsee. Tchibo kooperiert für die Aktion mit einem Inselmakler.

Neben Kaffee verkauft Tchibo schon seit Langem Haushaltsartikel, Kleidung, Möbel und andere Produkte, bis hin zu Ökoenergie und Smartphones. Ins Sortiment werden immer wieder zeitweise auch außergewöhnliche Artikel aufgenommen wie zum Beispiel Einfamilienhäuser, Ultraleichtflugzeuge und jetzt eben Inseln.

Chronik

D: Vater tötete zwei Töchter und sich selbst

Ein Mann hat in München seine beiden Töchter im Alter von neun und elf Jahren getötet und anschließend Suizid verübt. In einem Abschiedsbrief habe er die Tat gestanden und den Streit um das Sorgerecht als Motiv genannt, teilte die Polizei mit. Der 50-Jährige habe zudem geschrieben, dass er über die Trennung nicht hinweggekommen sei.

Die Frau hatte gestern Nachmittag die Polizei alarmiert, weil sie sich Sorgen um die gemeinsamen Kinder machte, die sich beim Vater aufhielten. Die Beamten drangen in das Reihenhaus des Mannes ein und fanden die drei Leichen. Eine Obduktion soll die genaue Todesursache und die Tatzeit feststellen.

Kritik: Haiattacken von Menschen „provoziert“

Trotz ihrer Seltenheit sorgen Begegnungen zwischen Mensch und Hai immer wieder für Schlagzeilen, Aufregung und Ängste. Wenn Haiattacken wie zuletzt in den USA einen lebensbedrohlichen oder gar tödlichen Ausgang nehmen, feuern sie die Diskussion über den Umgang mit den Meerestieren an. Immer wieder tut sich dabei auch die Frage auf, wie weit der Mensch selbst für die gefährlichen Begegnungen verantwortlich ist. Vor allem Fischer und Trophäenjäger stehen nun in der Kritik - sie würden Haie mit ihren Ködern an Badestrände locken.

Mehr dazu in Haie in seichten Gewässern

Schaltsekunde: Dienstag dauert ein wenig länger

Aufgrund einer Schaltsekunde wird der heutige Dienstag um genau diese länger dauern. Um Mitternacht der Weltzeit UTC (MESZ: Mittwoch, 01:59:59 Uhr) ist es so weit: Auf die Sekunde 23:59:59 folgt 23:59:60 - und erst dann beginnt der 1. Juli mit 0:00:00. Kaum jemand wird seine Uhr zurückstellen, dabei hat diese Sekunde große Bedeutung für unser Leben, etwa für die Nutzer von Navigationssystemen.

Schaltsekunden sind notwendig, da die Länge des Tages an die Rotation der Erde um ihre eigene Achse gekoppelt ist, und diese wird im Lauf der Zeit immer langsamer, erklärt Johannes Böhm von der TU Wien. Ab und zu muss man daher eine Zusatzsekunde einführen, damit die offizielle Zeit und die Rotation der Erde nicht immer weiter auseinanderlaufen. Grund für die Verlangsamung der Erdrotation ist die Gezeitenkraft des Mondes.

Medien

NBC beendet Zusammenarbeit mit Donald Trump

Nach abfälligen Bemerkungen des US-Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump über mexikanische Einwanderer hat der Fernsehsender NBC seine Zusammenarbeit mit dem Milliardär beendet. NBC teilte gestern mit, die zu Trump gehörenden Schönheitswettbewerbe Miss USA und Miss Universe nicht mehr auszustrahlen. „Bei NBC sind Respekt und Würde für alle Menschen die Eckpunkte unserer Werte“, erklärte der Sender. Vergangene Woche hatte bereits der spanischsprachige Sender Univision seine Geschäftsbeziehungen mit Trump beendet.

Der 69-Jährige hatte Mitte Juni bei der Bekanntgabe seiner Präsidentschaftsbewerbung gesagt, wenn „Mexiko seine Leute schickt, schicken sie nicht die besten. Sie schicken Leute mit vielen Problemen, und sie bringen diese Probleme mit. Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger“, sagte der Republikaner. Die Äußerungen waren sowohl in den USA als auch in Mexiko auf Kritik gestoßen.

Trump erklärte, dass er weiter zu seinen Bemerkungen stehe. NBC sei zu „schwach“ und „töricht“, um das „ernste Problem“ der illegalen Einwanderung zu begreifen. Der Geschäftsmann und Politiker deutete an, den Sender womöglich auf Schadenersatz zu verklagen. Trump bewirbt sich um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, ihm werden aber praktisch keine Chancen eingeräumt.

Religion

Oslo verlangt von katholischer Kirche Millionenzahlung

Norwegen verlangt von der katholischen Kirche die Zahlung von 4,6 Millionen Euro, weil sie die Zahl ihrer Gläubigen wissentlich übertrieben habe. Das teilte die Diözese in Oslo gestern mit. Der Vorwurf der Behörden lautet, die Kirche habe in Telefonverzeichnissen die Namen von Einwanderern gesucht und diese als Gläubige eingetragen, wenn dem Namen nach eine Herkunft aus einem katholischen Land als wahrscheinlich erschien. So sollten öffentliche Zahlungen an die Kirche in die Höhe getrieben werden.

Wie die Diözese in Oslo mitteilte, wurde die Zahl der Katholiken im Jahr 2014 mit 140.000 angegeben - und somit mehr als doppelt so hoch wie 2010. Nach Angaben von Diözesansprecherin Lisa Wade werde der geforderte Betrag vorerst nicht gezahlt. Sie kündigte vielmehr Einspruch beim Kultusministerium an.

Im März hatte die Diözese in einer internen Untersuchung festgestellt, dass 7.000 Namen „fälschlich“ in die Kirchenzählung eingegangen waren, und 21.000 weitere eine nähere Untersuchung erforderlich machten. Die katholische Kirche machte darauf aufmerksam, dass es in Norwegen seit 2005 eine starke Zuwanderung gab, zu der insbesondere zahlreiche Polen zählten. Die Polizei ging jedoch von einem Fall „schweren Betrugs“ aus und ordnete im Februar bei den kirchlichen Behörden eine Durchsuchung an.

Kultur

Kafka-Briefe: Neuer Erfolg für Israels Nationalbibliothek

Im jahrelangen Rechtsstreit um wertvolle Briefe des Schriftstellers Franz Kafka hat die israelische Nationalbibliothek einen weiteren Erfolg erzielt. Der Nachlass von Max Brod - Freund und Herausgeber der Werke Kafkas - solle an die Jerusalemer Bibliothek gehen, bekräftigte das Bezirksgericht in Tel Aviv gestern.

Eine ähnliche Entscheidung eines Gerichts 2012 war bisher nicht umgesetzt worden. Die Richter wiesen in zweiter Instanz die Darstellung der Israelin Eva Hoffe zurück, sie sei rechtmäßige Erbin des kostbaren Nachlasses. Das ist auch ein neuer Rückschlag für das Deutsche Literaturarchiv Marbach, das Interesse an dem Nachlass signalisiert hatte.

IT

Wettbewerbsverfahren: Google bekommt von EU mehr Zeit

In dem laufenden Wettbewerbsverfahren gibt die EU-Kommission Google mehr Zeit, um auf die erhobenen Vorwürfe zu antworten. Die Frist sei bis zum 17. August verlängert worden, damit Google alle Dokumente lesen und sein Recht auf Verteidigung voll und ganz nutzen könne, teilte die EU-Kommission gestern in Brüssel mit. Der US-IT-Konzern hatte zuvor um die Fristverlängerung gebeten.

Die obersten Wettbewerbshüter Europas werfen Google vor, in den Trefferlisten eigene Dienste - etwa Preisvergleiche beim Onlineshoppen - künstlich zu bevorzugen und damit die Konkurrenz zu behindern.

Der US-Konzern muss eine Milliardenstrafe und Auflagen für sein Geschäftsmodell in Europa fürchten. Im April hatte die EU-Kommission die Beschwerdepunkte an Google übermittelt. Die Entscheidung in dem Fall dürfte erst im kommenden Jahr fallen.

Science

Leute

„Forbes“: Boxer Floyd Mayweather bestbezahlter Promi

Der US-amerikanische Boxer Floyd Mayweather (38) ist zum bestbezahlten Prominenten des Jahres erklärt worden. Mayweather habe in den vergangenen zwölf Monaten 300 Millionen Dollar (rund 270 Mio. Euro) eingenommen, berichtete das „Forbes“-Magazin gestern. Einen Großteil erwirtschaftete er mit seinem Sieg im Mai gegen den philippinischen Kontrahenten Manny Pacquiao (36).

Pacquiao landete mit 160 Millionen Dollar unmittelbar dahinter auf Platz zwei der „Forbes“-Liste. Rang drei eroberte US-Sängerin Katy Perry (135 Mio. Dollar). In die Top Ten schafften es außerdem die Band One Direction (130 Mio.), der Radiomoderator Howard Stern (95 Mio.), der Countrymusiker Garth Brooks (90 Mio.), der Bestsellerautor James Patterson (89 Mio.), der Schauspieler Robert Downey jr. (80 Mio.), die Sängerin Taylor Swift (80 Mio.) und der portugiesische Real-Madrid-Fußballstar Cristiano Ronaldo (79,5 Mio.).

Die seit 1999 jährlich veröffentlichte Liste des „Forbes“-Magazins basiert auf dem geschätzten Einkommen von Prominenten in den vorangegangenen zwölf Monaten. In diesem Jahr hat das Magazin erstmals Stars aus der ganzen Welt und nicht nur aus den USA aufgenommen und die Liste außerdem auf Prominente beschränkt, die vor der Kamera zu sehen sind - also Sportler, Schauspieler, Musiker und sonstige Entertainer.