Ausland

Dutzende Tote bei Doppelanschlag in Bagdad

Bei einem Doppelanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind laut Medienberichten mindestens 44 Menschen getötet worden. Wie das Nachrichtenportal Sumaria News berichtete, explodierten die Sprengsätze auf einem zentralen Markt, auf dem auch gebrauchte Militäruniformen verkauft werden.

Mindestens 70 Menschen seien verletzt worden. Unter den Opfern seien auch Sicherheitskräfte. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Im Irak und in Syrien hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) große Landstriche unter ihrer Kontrolle.

Anschlag auf schiitische Moschee in Pakistan

Ein schwerer Anschlag ereignete sich heute auch in Pakistan. Mindestens zehn Menschen kamen bei einem Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee in der südpakistanischen Stadt Shikarpur ums Leben. Mehr als 40 weitere seien verletzt worden, teilten Polizei und Ärzte eines Krankenhauses mit. Der Sprengsatz sei während des Freitagsgebets explodiert, hieß es.

Etwa 20 Prozent der Pakistaner sind Schiiten. Sunnitische Extremisten verüben immer wieder Anschläge auf die Minderheit. Sie halten Schiiten für Abtrünnige.

Moskau kündigt Truppenverstärkungen an

Russland will seine Truppen als Reaktion auf die geänderte Sicherheitslage in strategisch wichtigen Regionen des Landes verstärken. Auslöser für diese Pläne sei die militärische und politische Situation rund um Russland, zitierte die Nachrichtenagentur TASS heute Aussagen des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu bei einer Tagung in seinem Ministerium.

Er werde nicht zulassen, dass irgendjemand militärisch die Oberhand über sein Land gewinne. Daher werde er die russischen Streitkräfte trotz der aktuellen wirtschaftlichen Probleme wie geplant aufrüsten und dafür sorgen, dass sie bis 2020 über die beabsichtigte Zahl moderner Waffensysteme verfügten.

Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow warf dem Westen unterdessen vor, neue Arten der Aggression gegen sein Land anzuwenden. Die westlichen Staaten kombinierten militärische und zivile Mittel und nutzten auch politische, wirtschaftliche und informationelle Methoden, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Interfax.

Weitere Tote bei Kämpfen in Ostukraine

Bei weiteren schweren Kämpfen in der Ostukraine sind laut Angaben des Militärs fünf Soldaten getötet und 23 verwundet worden. Die prorussischen Separatisten hätten Stellungen nahe der strategisch wichtigen Städte Debalzewe und Mariupol mit Mörsergranaten, Grad-Raketen und Artillerie angegriffen, erklärte die Armee heute. Die ukrainischen Truppen hätten das Artillerie- und Mörserfeuer erwidert.

Die Gefechte im Osten der Ukraine sind inzwischen so schwer wie seit der Vereinbarung des Waffenstillstandsabkommens von Minsk im September nicht mehr. Vertreter der sogenannten Kontaktgruppe wollen einen neuen Anlauf zur Beruhigung der Lage in der Ostukraine unternehmen.

Abgesandte Kiews, Moskaus, der prorussischen Separatisten und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) treffen dazu heute in der weißrussischen Hauptstadt Minsk zusammen.

EU einig über Verlängerung der Sanktionen

Die EU-Außenminister hatten sich zuvor bei ihrer gestrigen Sondersitzung in Brüssel nach schwierigen Verhandlungen auf eine Verlängerung der Russland-Sanktionen geeinigt. Die Sanktionen wurden um ein halbes Jahr bis September 2015 verlängert. Auch Griechenland, dessen neue Regierung sich zuvor gegen eine Verschärfung des Kurses gegen Kreml-Chef Wladimir Putin ausgesprochen hatte, stimmte zu.

Außerdem soll eine Ausdehnung der Personenliste bis zum EU-Gipfel am 12. Februar vorbereitet werden. Bei einer Eskalation der Gewalt sei dann auch eine Verschärfung der Wirtschaftssanktionen gegen Moskau möglich, sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Dijsselbloem-Besuch: Athen setzt auf Verhandlungen

Trotz aller Differenzen und Drohungen der letzten Tage zwischen Athen und der EU: Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein Team dürften weiter auf den Verhandlungstisch setzen - und schnell Nägel mit Köpfen machen wollen.

Mit dem Besuch von Euro-Gruppe-Chef Jeroen Dijsselbloem in Athen beginnen heute die Verhandlungen über die griechischen Schulden, hieß es gestern aus dem griechischen Finanzministerium. Zuvor war die Regierung in Athen mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz zusammengetroffen - und konnte diesen offensichtlich von ihrer grundsätzlichen Verhandlungsbereitschaft überzeugen.

Mehr dazu in Um Beschwichtigung bemüht

Afrikanische Union berät zu Boko Haram und Ebola

Die islamistische Gruppe Boko Haram und die Ebola-Epidemie in Westafrika stehen im Mittelpunkt des 24. Gipfeltreffens der Afrikanischen Union (AU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Das zweitägige Treffen der 54 Mitgliedsstaaten wurde heute im AU-Hauptsitz eröffnet.

Die „Brutalität der Boko Haram“ in Nigeria und ihre „sinnlosen Morde“ seien eine Bedrohung für die Sicherheit und Entwicklung des gesamten Kontinents, sagte AU-Chefin Nkosazana Dlamini Zuma zum Auftakt des Gipfels.

Eingreiftruppe gefordert

Die Bluttaten erforderten ein „gemeinsames und entschiedenes Vorgehen“. Am Vorabend des Gipfels hatte die AU nach einem Treffen des Friedens- und Sicherheitsrates bekanntgegeben, eine 7.500 Mann starke regionale Eingreiftruppe unterstützen zu wollen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einer „nationalen, regionalen und internationalen Bedrohung“ durch die Boko Haram, mahnte aber, dass auch die Krisen und Konflikte etwa in Somalia, der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan und Libyen bei den Gesprächen nicht vergessen werden dürften.

Südafrika: Mörder aus Apartheid-Regime freigelassen

Die südafrikanische Justiz hat heute einem der berüchtigtsten Apartheid-Mörder eine Freilassung auf Bewährung gewährt. Eugene de Kock war während der Zeit der Apartheid Offizier der Sicherheitspolizei. Er leitete die Vlakplaas genannte geheime Einsatzgruppe C1, die auch als Todesschwadron bezeichnet wurde.

Nach dem Fall des rassistischen Apartheid-Regimes wurde De Kock wegen Betrugs, Verschwörung zum Mord und Mordes zu zweimal lebenslanger Haft plus 212 Jahren verurteilt. Er sitzt seit rund 20 Jahren im Gefängnis.

Freilassung soll Aussöhnung dienen

De Kocks Anwälte hatten sich seit über zehn Jahren um Bewährung für ihren Mandanten bemüht. Justizminister Michael Masutha hatte das letzte Gesuch im Juli noch abgelehnt. Er sagte vor Journalisten in Pretoria, die Freilassung De Kocks auf Bewährung werde der weiteren Aussöhnung des Landes dienen.

Unter dem ersten schwarzen und frei gewählten Präsidenten Nelson Mandela hatte sich Südafrika für eine Aufarbeitung der politisch motivierten Gewalttaten des Apartheid-Regimes durch eine Wahrheits- und Versöhnungskommission entschlossen. Täter, Opfer und deren Familien standen sich dabei in oft emotionalen Anhörungen gegenüber. Nur wenige Verdächtige kamen vor Gericht.

Erdogan will Historikerurteil zu Armeniern befolgen

Kurz vor dem 100. Jahrestag der Massaker an den Armeniern in der heutigen Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan klargestellt, dass sich sein Land einem Urteil von Historikern in der Völkermordfrage unterwerfen würde. Experten sollten sich zusammensetzen und einen Bericht verfassen, sagte Erdogan gestern Abend im Staatsfernsehen TRT.

Sollte dieser Bericht ergeben, dass die Türkei Schuld auf sich geladen und „einen Preis zu zahlen“ habe, dann werde er entsprechend handeln. Erdogan hatte bereits vor mehreren Jahren vorgeschlagen, eine unabhängige Historikerkommission einzusetzen, um die Frage klären zu lassen, ob es sich bei den Massenvertreibungen der Armenier in Anatolien im Jahr 1915 um einen Völkermord handelte.

Vorwurf des Genozids

Armenien und viele internationale Forscher sprechen von einem Genozid, was die Türkei aber zurückweist. In dem Interview beklagte Erdogan, Armenien sei nicht bereit, sich dieser Diskussion zu stellen.

Im April jährt sich der Beginn der Armenier-Massaker von 1915 zum hundertsten Mal. Die Türkei sieht sich seit Jahren der Forderung gegenüber, die Gewalt als Völkermord anzuerkennen. Erdogan hatte im vergangenen Jahr als Ministerpräsident zum ersten Mal offiziell des Leids der armenischen Opfer gedacht.

Italienische Präsidentenwahl wird fortgesetzt

In Rom hat heute Vormittag der zweite Wahlgang für die Kür des neuen Staatspräsidenten begonnen. Beim ersten Wahlgang war es gestern Abend zu keinem Ergebnis gekommen. Kein Kandidat erreichte die notwendige Zweidrittelmehrheit von 673 Stimmen.

Sollte in den kommenden beiden Wahlgängen erneut kein Kandidat genügend Stimmen auf sich vereinigen, reicht im vierten Wahlgang bereits eine absolute Mehrheit aus. Premier Matteo Renzi hatte sich bereits vor Beginn der Wahl für den Verfassungsrichter Sergio Mattarella starkgemacht.

Geheime Abstimmung

Gegen Renzis Kandidaten wehren sich unter anderen Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi und seine Mitte-rechts-Partei Forza Italia. Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung unterstützt unterdessen die Kandidatur des Ex-Richters Ferdinando Imposimato, die rechte Oppositionspartei Lega Nord den Starjournalisten Vittorio Feltri.

Der bisherige Amtsinhaber Giorgio Napolitano trat vor rund zwei Wochen vorzeitig zurück. Napolitano selbst beteiligte sich als Senator auf Lebenszeit an der Wahl seines Nachfolgers. Er wurde im Parlament mit Applaus begrüßt.

Die Präsidentenwahl erfolgt in geheimer Abstimmung. Der 1.009 Mitglieder zählenden Wahlversammlung gehören neben den Mitgliedern beider Kammern des Parlaments 58 Vertreter der 20 italienischen Regionen an.

Inland

OÖ: Spitalsärzte stimmen über Gehaltspaket ab

Seit gestern Abend ist es fix, dass die 3.200 Spitalsärzte Oberösterreichs in einer Urabstimmung zum Gehaltsabschluss befragt werden, den die Vertreter der Ärztekammer am Wochenende mit dem Land und den Spitalsvertretern verhandelt haben.

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Wien einigt sich mit Spitalsärzten

Die Gemeinde Wien hat sich unterdessen nach mehreren als schwierig titulierten Verhandlungsrunden mit den beim Krankenanstaltenverbund (KAV) angestellten Spitalsärzten auf ein neues Arbeitszeitmodell geeinigt. Das gab die zuständige Stadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) gemeinsam mit Ärztevertretern gestern bekannt. Das Gehalt wird teils um bis zu 30 Prozent angehoben, die Arbeitszeiten werden auf 48 Stunden pro Woche begrenzt. Die Gehaltskurve wird abgeflacht. Durch Umstrukturierungen werde der Personalbedarf gesenkt, so Wehsely, die von einer „Strukturreform“ sprach. Die Umsetzung soll 2018 abgeschlossen sein.

Mehr dazu in Wehsely sieht Strukturreform

Rechnungshof kritisiert Länderhaftungen

Der Rechnungshof (RH) zweifelt an der Sinnhaftigkeit der Haftungsobergrenzen in den Bundesländern. Laut einem Rohbericht, aus dem „Die Presse“ (Freitag-Ausgabe) zitiert, führen die in jedem Bundesland unterschiedlichen Regeln zu „Intransparenz“. Die Länder sollen Haftungen von 70,4 Mrd. Euro (u. a. durch Risikogewichtungen und Weglassen von Bankenhaftungen) auf 19,4 Mrd. Euro kleingerechnet haben.

Dass sich die Länder bei der Festlegung ihrer Haftungsobergrenzen selbst jede Menge Ausnahmen gewährt haben, ist bekannt. Der Fiskalrat hat bereits im Vorjahr „zu großzügige Limits“ kritisiert. Der Rechnungshof zweifelt nun an der Sinnhaftigkeit dieser im Stabilitätspakt vereinbarten Regelung und kritisiert die „Intransparenz durch unterschiedliche Vorgangsweisen, die den gesamtstaatlichen Nutzen der Regelung zur Haftungsbegrenzung infrage stellt“.

Kreative Rechentricks

Laut „Presse“ machten die tatsächlichen Haftungen der Länder 2012 70,4 Mrd. Euro aus - mehr als das Doppelte der kumulierten Haftungsobergrenzen von 30,6 Mrd. Euro. Möglich war das, weil die Länder ihre Haftungen durch günstige Risikogewichtungen kleingerechnet bzw. bestimmte Haftungen gleich aus der Obergrenze herausgerechnet haben - etwa die Bankenhaftungen im Burgenland, in Wien, Kärnten, der Steiermark und Vorarlberg -, womit die stabilitätspaktrelevante Haftungssumme offiziell nur noch 19,4 Mrd. Euro betrug.

Ohne derartige kreative Rechentricks hätten sich dem Bericht zufolge im Jahr 2012 nur Tirol und Oberösterreich an ihre eigenen Haftungsobergrenzen halten können. Die anderen Länder hätten die Limits deutlich überschritten - zwischen 318 Prozent in Niederösterreich und 8.994 Prozent in Kärnten. Letzteres wegen der milliardenschweren Hypo-Haftungen, deren Risiko von der damaligen Landesregierung mit null Euro bewertet wurde. Finanzausgleich und Stabilitätspakt werden heuer neu verhandelt.

Wirtschaft

Verbraucherpeise in Euro-Zone erneut gefallen

Sinkende Energiekosten lassen die Verbraucherpreise in den Euro-Ländern weiter fallen. Im Jänner lag das Preisniveau um 0,6 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat, teilte das Statistikamt Eurostat heute in Luxemburg mit. Grund dafür seien vor allem die deutlich gefallenen Rohölpreise.

Im Dezember waren die Verbraucherpreise erstmals seit fünf Jahren zurückgegangen. Das Minus bei der jährlichen Inflationsrate betrug 0,2 Prozent. Das letzte Mal hatte es 2009 einen mehrmonatigen Preisrückgang in der Euro-Zone gegeben. Damals fielen die Preise in den Monaten von Juni bis Oktober.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den gesamten Euro-Raum eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Dieses Ziel verfehlt sie seit Anfang 2013.

Russische Notenbank senkt überraschend Leitzins

Die russische Notenbank hat den Leitzins überraschend gesenkt. Der Schlüsselzins für die Versorgung der Banken mit Geld wurde um zwei volle Prozentpunkte auf 15 Prozent gekappt, wie die Zentralbank heute mitteilte. Sie hatte erst Mitte Dezember die Geldpolitik gestrafft.

Niedrige Zinsen sollen Rezession bekämpfen

Die westlichen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise und der Ölpreisverfall haben eine Rekord-Kapitalflucht aus Russland ausgelöst und die Währung auf Talfahrt geschickt.

Mit der Zinssenkung versucht die Regierung nun gegen die Rezession im Land anzugehen und damit beispielsweise Kredite günstiger zu machen: Sie erwartet, dass die Wirtschaft bis zur Jahresmitte um 3,2 Prozent schrumpfen wird.

Schweiz droht 2015 Rezession

Die Franken-Aufwertung drückt die Schweizer Wirtschaft in eine kurze Rezession. Davon geht nach der KOF auch das Konjunkturforschungsinstitut Bakbasel aus. Es rechnet für das laufende Jahr nun doch mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 0,2 Prozent.

Im Dezember waren die Ökonomen von Bakbasel noch optimistischer und sagten ein Wachstum voraus. Die Franken-Aufwertung halte die Schweizer Wirtschaft in Atem, schreiben sie in der Mitteilung. Es sei mit starken, aber kurzfristigen negativen realwirtschaftlichen Auswirkungen zu rechnen.

Erholung im vierten Quartal erwartet

Bereits das erste Quartal im laufenden Jahr wird schwächer ausfallen, in den Folgequartalen ist mit Rückgängen zu rechnen, und ab dem vierten Quartal geht es langsam aufwärts, wie es auf Anfrage hieß. Darum könne durchaus von Rezession gesprochen werden, wenn auch nur von einer kurzen.

Ab 2016 erreicht das Wachstum laut Bakbasel 0,9 Prozent. Im Jahr 2017 sei dann sogar ein Wachstum von 3,1 Prozent drin.

Arbeitslosigkeit in Italien leicht gesunken

Gute Nachrichten für den italienischen Premier Matteo Renzi: Die Arbeitslosigkeit in Italien ist im Dezember 2014 auf 12,9 Prozent gesunken, nachdem sie im November 2014 ein Rekordhoch von 13,4 Prozent erreicht hatte.

Im Dezember stieg die Zahl der Beschäftigten um 0,5 Prozent auf Jahresbasis, was 109.000 Beschäftigten mehr entspricht, teilte das italienische Statistikamt ISTAT heute mit.

Weniger Jugendliche arbeitslos

Auch die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die im November 2014 ebenfalls auf ein Rekordhoch von 43,9 Prozent geklettert war, sank im Dezember 2014 auf 42 Prozent. Das sei der niedrigste Stand seit einem Jahr, berichtete ISTAT.

3,322 Millionen Italiener waren im Dezember 2014 arbeitslos - um 2,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, aber um 3,2 Prozent weniger als im November, das war somit der stärkste Rückgang der Arbeitslosigkeit seit Anfang 2011.

Wirtschaftswachstum erwartet

Die ISTAT-Angaben zur Arbeitslosigkeit bestätigen die jüngsten Prognosen des italienischen Industriellenverbands Confindustria: Nach sieben Jahren Krise rechnet der Unternehmerverband mit einem Ende der Rezession in Italien und mit Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr 2015. Das Wachstum werde die Beschäftigung beleben.

Die niedrigen Ölpreise, der wachsende Welthandel und die Senkung der Zinssätze werden sich positiv auf Italiens Wirtschaft auswirken, die im Gesamtjahr 2015 um 2,1 Prozent und 2016 um 2,5 Prozent wachsen wird, geht aus den Schätzungen des Unternehmerverbands hervor.

Sport

Ski alpin: Reichelt für „Tag X“ gerüstet

Hannes Reichelt gilt als Spezialist für nordamerikanische Schneeverhältnisse, was drei Super-G-Siege in Beaver Creek unterstreichen. Die Vorfreude auf die WM und die legendäre Raubvogelpiste „Birds of Prey“ ist beim 34-jährigen Salzburger dementsprechend groß. Dass der vom Allrounder zum reinen Speed-Spezialisten gewordene Reichelt den jüngsten Kitzbühel-Flop verdaut hat, bekräftigte er bei seiner Ankunft in Nordamerika. Die WM-Medaillenhoffnung fühlt sich vielmehr für den „Tag X“ gerüstet.

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Tennis: „Becker-Gen“ macht Djokovic noch stärker

Vor dem Australian-Open-Semifinale gegen Stan Wawrinka hat Novak Djokovic die Bedeutung seines Trainers Boris Becker hervorgehoben. Die mentale Kraft und Stärke beim Service führt der in Melbourne ohne Satzverlust dastehende Weltranglistenleader auf die Arbeit mit dem dreimaligen Wimbledon-Sieger zurück. „Er kennt die Hindernisse und Herausforderungen, die ich während eines Matches bestehen muss“, erklärte der Serbe in Anlehnung an Beckers Einsatz und Kampfgeist als Spieler. „Ich fühle mich wie Boris auf dem Court“, so Djokovic über seine mentale Stärke, die man als „Becker-Gen“ bezeichnen könnte.

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Chronik

Neue Vignette ab 1. Februar Pflicht

Ab Sonntag muss die neue, azurblaue Jahresmautvignette für Autobahnen und Schnellstraßen auf jeder Windschutzscheibe kleben. Die alte, limettenfarbene Vignette gilt dann nicht mehr. Wer ohne gültige Vignette auf Autobahnen oder Schnellstraßen fährt, riskiert die Zahlung einer Ersatzmaut von 120 Euro. Wer nicht sofort bezahlen kann, dem droht eine Geldstrafe im Ausmaß von 300 bis 3.000 Euro.

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Der Ferienstart wird winterlich

Gute Nachricht für den Ferienstart in Niederösterreich und Wien: Wer einen Skiurlaub plant, darf sich über winterliches Wetter freuen. Schon zum Wochenende hin wird es kälter, Anfang nächster Woche gehen die Temperaturen noch einmal ein Stück zurück, zumindest in den Bergen wird viel Schnee erwartet. Auch in den Tälern kann es zeitweise schneien - bei zumindest ab und zu etwas Sonnenschein. So schön dieser Mix auf der Skipiste ist, abseits davon - im ungesicherten Gelände und auf den Straßen - sorgt das Wetter für gefährliche Bedingungen.

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Indisches Vergewaltigungsopfer verklagt Uber

Nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung durch einen Fahrer des Fahrdienstes Uber in Neu-Delhi hat eine 25-jährige Inderin in den USA Klage gegen das US-Unternehmen eingereicht. Die Frau werfe dem Fahrdienst vor, Gewinn über Sicherheit zu stellen, und verklage die Firma wegen „körperlichen und seelischen Leids“ auf Schadenersatz, teilte der US-Anwalt der Inderin, Douglas Wigdor, AFP mit.

Das in San Francisco ansässige Unternehmen Uber wollte sich zu der Klage nicht äußern, sondern sprach sein „tiefes Mitgefühl mit dem Opfer dieses entsetzlichen Verbrechens“ aus. Ein Sprecher sagte, Uber kooperiere mit Behörden, um sicherzustellen, dass der Täter zur Verantwortung gezogen werde.

Vorläufiges Ende für Uber in Indien

Anfang Dezember hatte die indische Uber-Kundin ausgesagt, in Neu-Delhi von einem Fahrer des Dienstes vergewaltigt worden zu sein. Die indische Polizei warf Uber vor, die Vergangenheit des Fahrers nicht überprüft und kein Ortungsgerät in dessen Auto installiert zu haben. Der Mann war zum Zeitpunkt seiner Einstellung bei Uber wegen Körperverletzung, Raub und Vergewaltigung auf Bewährung frei.

Die Behörden von Neu-Delhi verboten den Fahrdienst nach dem mutmaßlichen Angriff. Der Vorfall war ein schwerer Schlag für das Unternehmen aus San Francisco, das nach eigenen Angaben der Kundensicherheit „oberste Priorität“ beimisst. Vergangene Woche beantragte Uber eine neue Lizenz für die indische Hauptstadt, was die Behörden jedoch ablehnten.

Bereits Zimmermädchen gegen Strauss-Kahn vertreten

US-Anwalt Wigdor hatte bereits das New Yorker Zimmermädchen Nafissatou Diallo vertreten, das dem ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, vorgeworfen hatte, sie in einem Luxushotel zum Oralsex gezwungen zu haben.

17-Jährige in Polizeiwache in Texas erschossen

Ein neuer Fall von Polizeigewalt beschäftigt die USA: Im Bundesstaat Texas ist ein 17 Jahre altes Mädchen in einer Polizeiwache erschossen worden. Ein Überwachungsvideo, das die örtliche Polizei gestern bei einer Pressekonferenz veröffentlichte, zeigt die Szene in der Stadt Longview östlich von Dallas.

Darin ist zu sehen, wie die Jugendliche die Polizeiwache betritt. Es kommt zum Gerangel mit einem Polizisten. Die 17-Jährige habe ein Messer bei sich getragen, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Als weitere Beamte dazukamen und die Jugendliche auf einen Polizisten losstürmte, feuerten zwei Beamte insgesamt fünf Schüsse auf sie ab.

Das Mädchen soll Medienberichten zufolge psychisch krank gewesen sein. Der Vorfall vom 22. Jänner wird nun untersucht, die drei beteiligten Polizisten wurden vom Dienst suspendiert.

Gesundheit

Kultur

Festival in Wien: Popbands lassen Nordlicht strahlen

Bands aus dem hohen Norden Europas gelten als die ganz großen Einflüsterer für vieles, was sich international in Sachen Popkultur tut. Das kommt nicht von ungefähr: Von Island bis Finnland werden junge Musiker intensiv gefördert, beginnend bei der Bandgründung und auch in Sachen internationales Standing. Heute Abend kann man sich in Wien beim „JaJaJa“-Festival davon überzeugen, dass sich diese Förderungen auszahlen. Bands wie Vök aus Island lassen in Wien ein Nordlicht erstrahlen.

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Dirigent Israel Yinon bei Konzert gestorben

Bei einem Konzert in Luzern ist gestern Abend der Dirigent Israel Yinon gestorben. Der 59-Jährige brach während der Vorstellung vor den Augen der Zuhörer zusammen und verstarb trotz sofortiger ärztlicher Hilfe. Das Konzert wurde abgebrochen.

Marc Reinhardt, Kommunikationsleiter der Hochschule Luzern, die das Konzert veranstaltete, bestätigte heute gegenüber der Nachrichtenagentur sda entsprechende Medienberichte.

Das Konzert fand im Rahmen des am Sonntag eröffneten Festivals Szenenwechsel der Musikhochschule Luzern statt. Die Aufführung hätte heute im Mythen-Forum in Schwyz wiederholt werden sollen.

Vergessenen und unbekannten Werke gewidmet

Israel Yinon war ein international tätiger Dirigent. Der Israeli dirigierte verschiedene europäische Orchester wie das Berliner Sinfonie-Orchester und war für zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen verantwortlich.

Yinon machte sich unter anderem einen Namen durch die Entdeckung verschollener Werke aus dem Zweiten Weltkrieg und brachte Opern von unbekannten Komponisten zur Aufführung.

IT

Facebooks neue Datenschutzregeln treten in Kraft

Heute verpasst sich Facebook - mit einem Monat Verspätung - neue Nutzungsbedingungen und Richtlinien zum Datenschutz. Ablehnen können die Nutzer die Änderungen nicht - wer sich einloggt, akzeptiert. Dafür musste das Unternehmen in den vergangenen Wochen viel Kritik einstecken.

Dem Sozialen Netzwerk wird vorgeworfen, den eigenen Nutzern zu Werbezwecken noch umfassender und weitreichender hinterherzuschnüffeln. Dabei veränderte Facebook gar nicht so sehr die Art, wie es Daten sammelt und verwertet, als vielmehr die Art, wie es das seinen Nutzern mitteilt.

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Leute

Rapper „Suge“ Knight soll zwei Männer überfahren haben

Rapper und Hip-Hop-Produzent Marion „Suge“ Knight (49) steht im Verdacht, nach einem Streit zwei Männer überfahren zu haben. Ein 55-Jähriger sei dabei gestorben, sagte Polizeisprecher John Corina der „Los Angeles Times“. Der zweite - ein 51-Jähriger - wurde verletzt.

Dem Bericht zufolge geriet Knight gestern bei Dreharbeiten mit den Männern in Streit. Diese seien dann zu einem Burgerrestaurant gegangen. Der Rapper sei ihnen mit seinem Truck gefolgt und stehe im Verdacht, sie auf dem Parkplatz überfahren zu haben, sagte der Polizeisprecher. Ein Mitarbeiter von Knights Anwalt sagte der „Los Angeles Times“, man werde nun die nächsten Schritte diskutieren.

Der Mitgründer der Plattenfirma Death Row Records saß im Jahr 1992 im Gefängnis, nachdem er gegen Bewährungsauflagen verstoßen und in Las Vegas einen Gangrivalen niedergeschlagen hatte. Im Jahr 2003 landete er wegen einer Schlägerei vor einem Nachtclub in Hollywood abermals für zehn Monate hinter Gittern. Im vergangenen Jahr wurden bei einer Party sechs Schüsse auf ihn abgefeuert.

Conchita als Stargast bei Sanremo-Festival

Song-Contest-Siegerin Conchita Wurst nimmt als Stargast an dem am 10. Februar beginnenden Schlagerfestival von Sanremo teil. Conchita Wurst werde ein Lied singen, teilte der Moderator des viertägigen Festivals, Carlo Conti, mit.

„Conchita Wurst hat die letzte Ausgabe des Song Contests gewonnen. Zwischen diesem Event und dem Festival von Sanremo sollte es einen direkten Draht geben“, betonte Conti im Interview mit der Tageszeitung „Il Giornale“. Conchita Wurst wird mit Stars wie Charlize Theron, Will Smith, Gianna Nannini und Tiziano Ferro in San Remo auftreten. Verhandlungen mit Andrea Bocelli sind noch im Gange.

In Sanremo wird auch das Comeback des Sängerpaares Al Bano und Romina Power gefeiert. Das Ex-Ehepaar, das in den 1980ern mit Hits wie „Felicita“ und „Sharazan“ bekannt wurde, wird das Festival eröffnen, bei dem es zuletzt 1991 auftrat.

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