Ausland

Saudi-Arabien hält sich Truppeneinsatz in Syrien offen

Die saudi-arabische Regierung hat sich offengezeigt, Spezialeinheiten in den Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat nach Syrien zu schicken. Man sei bereit, wenn der Einsatz im Rahmen der internationalen Anti-IS-Koalition erfolgen würde, sagte Außenminister Adel al-Jubeir gestern bei einem Besuch in Washington. Wie viele Soldaten das Königreich entsenden könnte, gab er nicht bekannt.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums zeigte sich über den Vorschlag erfreut. Wie ein Einsatz aussehen könnte, lasse sich im Moment aber nicht sagen. Ein Berater des saudi-arabischen Verteidigungsministers hatte sich bereits in der vergangenen Woche offengezeigt, Bodentruppen nach Syrien zu verlegen. Spezialeinheiten erwähnte er dabei nicht.

Obama gegen US-Bodentruppen

Die USA bombardieren bereits gemeinsam mit anderen Staaten mutmaßliche IS-Stellungen. Wegen der Erfahrungen in Afghanistan und im Irak zögert Präsident Barack Obama aber, Bodentruppen zu entsenden. Er entschied im vergangenen Jahr lediglich, bis zu 50 Elitesoldaten in dem Bürgerkriegsland einzusetzen.

Unterdessen warnte die Geheimdienstbehörde der US-Streitkräfte (DIA), dass Zahl und Ausmaß der IS-Angriffe wahrscheinlich zunehmen werden. DIA-Direktor Vincent Stewart verwies auf IS-Ableger in Mali, Tunesien, Somalia, Bangladesch und Indonesien. Zudem wäre es keine Überraschung, wenn es von der Sinai-Halbinsel aus verstärkt zu Attacken im ägyptischen Kernland komme.

Ausschreitungen bei Polizeieinsatz in Hongkong

In Hongkong ist es nach einem Polizeieinsatz gegen unlizensierte Essenstände zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen.

Wie die Behörden heute mitteilten, wurden mindestens 24 Menschen im Alter zwischen 17 und 70 Jahren festgenommen, nachdem sie sich in der Nacht mit Beamten eine Straßenschlacht geliefert hatten. 48 Polizisten seien verletzt worden.

Protest gegen Schließung von Straßenständen

Wie lokale Medien berichteten, hatte eine Gruppe von Protestierenden versucht, die Schließung von Straßenständen zu verhindern, an denen ohne Genehmigung Essen verkauft wurde. Fernsehbilder des Sender TVB zeigten Maskierte, die Feuer legten und Steine warfen.

Die Polizei ging mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die rund 100 Beteiligten vor. Zudem habe ein Beamter zwei Schüsse mit seiner Pistole abgefeuert, als die Situation eskalierte, teilte die Polizei mit. Bis in die Früh hatte sich die Lage wieder beruhigt.

Bloomberg erwägt Kandidatur bei US-Präsidentenwahl

Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg erwägt eine Kandidatur für die US-Präsidentenwahl im November. Er prüfe alle Optionen, sagte der 73-Jährige in einem Interview der „Financial Times“ auf eine entsprechende Frage.

Anfang März müsste er damit beginnen, seinen Namen auf Stimmzettel, für die US-Präsidentenwahl im November setzen zu lassen. Bloomberg kritisierte die bisherigen Wahlkampfdebatten. Sie seien ein Skandal und beleidigten die Wähler. Die Amerikaner hätten Besseres verdient.

Die „New York Times“ hatte bereits im Jänner berichtet, dass Bloomberg mit dem Gedanken spiele, bei der Präsidentenwahl anzutreten. Bisher hat noch nie ein unabhängiger Kandidat die Präsidentenwahl gewonnen. Der Gründer der Finanznachrichtenagentur Bloomberg war von 2002 bis 2013 für drei Amtszeiten Bürgermeister von New York. Danach durfte er nicht erneut kandidieren.

Witwe von IS-Führer vor US-Gericht angeklagt

Die US-Justiz hat die Witwe des getöteten Finanzchefs der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) wegen ihrer Rolle beim Tod einer US-Geisel angeklagt.

Die 25-jährige Nisreen Assad Ibrahim Bahar, auch bekannt als Umm Sayyaf, wurde vorgeworfen, die US-Entwicklungshelferin Kayla Mueller und andere Geiseln im Haus ihres Mannes Abu Sayyaf gefangen gehalten zu haben.

Mueller wurde dort vom IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi gezwungen, mit ihm Sex zu haben. Laut der US-Staatsanwaltschaft, gab Bahar zu, dass al-Bagdadi Mueller „besessen“ habe und sie damit seine Sklavin gewesen sei.

Bei Luftangriff getötet?

Nach IS-Angaben wurde Mueller, die im August 2013 in Aleppo entführt worden war, im Februar 2015 bei einem Luftangriff der US-geführten Militärkoalition getötet.

Die US-Behörden sagen dagegen, der Tod der 26-Jährigen sei weiter ungeklärt. Abu Sayyaf wurde im Mai 2015 bei einer seltenen US-Kommandoaktion in Syrien getötet.

Witwe im Irak in Haft

Seine Ehefrau Bahar wurde bei dem Einsatz festgenommen. Sie ist derzeit in irakischer Haft und muss sich dort wegen Terrorvergehen verantworten. Sollte sie von der US-Justiz schuldig befunden werden, droht ihr lebenslange Haft.

Sie hat zugegeben, dass sie allein für die Geiseln verantwortlich war, wenn ihr Mann außer Hauses war. Auch bestätigte sie, dass al-Bagdadi und andere IS-Führer in dem Haus gewesen seien

Sonderbeauftragte für UNO-Missbrauchsfälle ernannt

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat eine Sonderbeauftragte für die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs durch Blauhelmsoldaten ernannt. Ban übertrug der US-Diplomatin Jane Holl Lute gestern die Aufgabe, den Umgang der Vereinten Nationen mit Missbrauchsfällen zu verbessern.

Lute war zwischen 2003 und 2008 für verschiedene UNO-Friedensmissionen tätig, zuletzt arbeitete sie als Bans Beraterin für die Umsiedlung irakischer Flüchtlinge. Aus der Zentralafrikanischen Republik werden seit einem Jahr immer wieder Missbrauchsvorwürfe gegen UNO-Soldaten bekannt.

Im April hieß es, dass französische Blauhelme in einem Lager nahe der Hauptstadt Bangui zwischen Dezember 2013 und Juni 2014 mehrere Kinder im Alter zwischen neun und 13 Jahren missbraucht haben sollen. Zuletzt wurden gegen aus dem Kongo stammende Soldaten der UN-Truppe Minusca Missbrauchsvorwürfe erhoben.

Zusammenstöße in türkischer Kurdenregion - Dutzende Tote

Bei Zusammenstößen zwischen den türkischen Sicherheitskräften und Kämpfern der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK sind im Südwesten des Landes erneut Dutzende Menschen ums Leben gekommen. In den Städten Cizre und Diyarbakir seien 16 Rebellen getötet worden, erklärte das Militär gestern.

Fast 750 PKK-Kämpfer getötet

Seit Dezember wurden in beiden Städten, in denen rund um die Uhr Ausgangssperren gelten, 749 PKK-Kämpfer getötet. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel in Ankara, die Einsätze in Cizre könnten in den kommenden Tagen zu Ende gehen.

Die PKK wolle türkische Städte destabilisieren, und Cizre komme dabei eine Schlüsselrolle zu, weil der Ort an der syrischen Grenze liege und Waffen und Terroristen eingeschmuggelt werden könnten, begründete er den Militäreinsatz. Er wies zudem Kritik zurück, dass die Bevölkerung ins Visier genommen worden sei. Nach Darstellung der prokurdischen Oppositionspartei HDP wurden in Cizre allerdings seit Freitag neun Zivilisten getötet.

Proteste in Istanbul und Zürich

Gegen die Einsätze regt sich auch in anderen Teilen der Türkei Protest: In Istanbul ging die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor. Der Nachrichtenagentur Dogan zufolge wurden mehrere Personen festgenommen.

Auch in Zürich kam es zu Zusammenstößen: Dort setzte die Polizei Reizgas und Gummigeschosse ein, um nach eigenen Angaben gegen kurdische Demonstranten vorzugehen, die sich unangemeldet vor dem türkischen Konsulat versammelt hatten und das Gebäude mit Fahnen, Steinen und anderen Gegenständen bewarfen.

Inland

Kurz setzt Westbalkan-Reise in Serbien fort

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) setzt seine Westbalkan-Reise heute mit einem Besuch in Serbien fort. Zentrales Thema der Gespräche mit Ministerpräsident Aleksandar Vucic und Außenminister Ivica Dacic wird die Flüchtlingskrise sein. Kurz bemüht sich um eine gemeinsame Strategie mit den Westbalkan-Staaten zur Eindämmung der Flüchtlingsmigration auf der Balkanroute.

In Sarajevo hatte der Außenminister Verständnis für die Sorgen der Westbalkan-Staaten angesichts der bevorstehenden österreichischen Grenzschließung geäußert.

Das EU-Kandidatenland Serbien versucht, in der Flüchtlingskrise mit einer betont kooperativen Haltung zu punkten. In Belgrad wird Kurz von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl begleitet. Die beiden werden der Unterzeichnung einer bilateralen Vereinbarung über den „Export“ des österreichischen dualen Ausbildungssystems nach Serbien beiwohnen.

Mikl-Leitner kritisiert Athens Grenzschutz

Innenministerin Mikl-Leitner (ÖVP) hat gestern anlässlich des Besuchs des stellvertretenden griechischen Außenministers Nikos Xydakis in Wien scharfe Kritik am Grenzschutz durch die griechische Küstenwache geübt. Sie wolle wissen, „warum die politische Führung Griechenlands der Meinung ist, sie könne ihre einsatzstarke Marineflotte nicht für zivile Aufgaben einsetzen, nämlich zur Kontrolle der EU-Außengrenze“.

Für andere Länder sei es völlig normal, das Militär zur Unterstützung bei der Grenzsicherung heranzuziehen, so die Ministerin. Darüber hinaus hätten auch Italien und Deutschland im Mittelmeer bereits Marine-Schiffe eingesetzt. Mikl-Leitner wies auch auf den aktuellen Schengen-Bericht hin, in dem massiv Kritik an der griechischen Führung geübt werde. Zugleich versprach sie Athen jedoch die Unterstützung der EU.

Am Nachmittag traf Xydakis auch den Generalsekretär des Außenministeriums, Michael Linhart. Bei dem Gespräch ging es nach Angaben von Außenamtssprecher Thomas Schnöll ebenfalls um die Flüchtlingsbewegungen sowie den Schutz der EU-Außengrenzen bzw. das Schengener Abkommen. Das griechische Außenministerium hatte zuvor verlauten lassen, man versuche die Seegrenze zur Türkei gemeinsam mit der europäischen Grenzagentur Frontex zu kontrollieren.

Sport

Football: „Superman“ Newton im Schmollwinkerl

Cam Newton war der große Geschlagene der 50. Ausgabe der Super Bowl. Der Quarterback der Carolina Panthers, der im Grunddurchgang der National Football League (NFL) seinen Stempel aufgedrückt hatte, sah im Finale gegen die Denver Broncos kein Land. Der 26-jährige selbsternannte „Superman“ ließ nach seiner bisher schwärzesten Stunde aber jegliche Professionalität vermissen. Newton setzte sich gefrustet ins Schmollwinkerl. Seine Pressekonferenz wurde zur Farce.

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Ski alpin: Shiffrin-Comeback in Crans Montana

Am kommenden Wochenende gastiert der alpine Skiweltcup der Damen in Crans-Montana. Im Schweizer Skiort wird am 15. Februar der abgesagte Marburg-Torlauf nachgetragen. „Und ich werde da sein“ - mit diesen Worten kündigte Slalom-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin ihre Rückkehr in den Weltcup an. Die Amerikanerin hatte sich bei einem Sturz im Dezember am Knie verletzt und die Saison eigentlich schon abgehakt.

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Wirtschaft

D: McDonald’s verzichtet wieder auf Bio-Hamburger

Bei McDonald’s in Deutschland wird es vorerst keinen Hamburger aus Biofleisch mehr geben. Die Fast-Food-Kette hatte im Oktober und November zwischenzeitlich den „McB“ im Angebot und dafür mehrere hundert Tonnen Bio-Rindfleisch verbraten. Das Echo sei zwar positiv gewesen, aber der „McB“ sei „noch kein Produkt im Angebot für alle Gäste“.

„Noch eine Nische“

„Bio ist noch eine Nische“, hieß es gestern aus der deutschen McDonald’s-Zentrale in München als Erklärung. Zuvor hatte die Online-Ausgabe des Medien- und Marketing-Fachmagazins „Horizont“ darüber berichtet.

Mit seinem Bio-Angebot hatte McDonald’s auch auf den Erfolg neuer Burgerketten reagiert. Deutschland-Chef Holger Beeck hatte zum Start des siebenwöchigen Probelaufs im Herbst gesagt: „Wir haben das Ziel, eine Bio-Linie zu etablieren. Entscheidend ist aber am Ende natürlich die Akzeptanz beim Gast.“ McDonald’s hat in Deutschland derzeit 1.478 Schnellrestaurants und beschäftigt rund 58.000 Mitarbeiter.

Kein Bio-Burger in Österreich

Die „McB“-Testphase in Deutschland war von 1. Oktober bis 18. November angesetzt gewesen. In den österreichischen Restaurants der Schnellimbisskette gab es den Bio-Burger nicht, auch wenn das Fleisch für die deutschen Burger von Bio-Höfen in Deutschland und Österreich stamme - hatte eine Sprecherin in Wien bereits im September erklärt.

EZB drosselt bei Anleihenkäufen leicht das Tempo

Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt bei ihren umstrittenen Staatsanleihenkäufen den Fuß etwas vom Gas. Die Euro-Wächter nahmen in der Woche bis zum 5. Februar Staatsbonds im Volumen von 13,16 Milliarden Euro in ihre Bücher, wie die EZB gestern mitteilte. In der Woche zuvor waren es 14,52 Milliarden.

Die EZB und die nationalen Notenbanken der Euro-Länder haben die Käufe im März 2015 gestartet und mittlerweile Titel im Umfang von 557,33 Milliarden Euro erworben. Ziel des auf 1,5 Billionen Euro angelegten und bis mindestens März 2017 laufenden Programms: Banken sollen weniger in Anleihen investieren und stattdessen mehr Kredite an die Wirtschaft ausreichen, was die Konjunktur fördern und die aus EZB-Sicht gefährlich niedrige Inflation anheizen würde.

Bisher hielten sich bei der Teuerung aber die Erfolge in Grenzen - auch wegen des Ölpreisrutsches. Im Jänner zogen die Preise in der Euro-Zone nur um 0,4 Prozent an. Ziel der EZB sind aber knapp zwei Prozent. Aus Notenbanksicht ist das der ideale Wert für die Entwicklung der Wirtschaft.

Ruf nach „Europa-Finanzministerium“

Die EU steht auf dem Scheideweg, wie die beiden Notenbanker von Frankreich und Deutschland, Francois Villeroy de Galhaun und Jens Weidman, in einem gemeinsamen Gastbeitrag für die „Süddeutsche Zeitung“ sagen. Sie mahnen gravierende Reformen ein.

So plädieren sie für ein gemeinsames Euro-Finanzministerium - ein Euro-Ministerium quasi -, und auch sonst soll in der EU kein Stein auf dem anderen bleiben. Die beiden Notenbankchefs fordern eine stärkere Integration und eine Abgabe der Souveränität und Befugnisse der EU-Staaten an Brüssel. So könne man Krisen besser bewältigen - doch sie zeigen noch einen anderen Weg auf.

Mehr dazu in Institutionen werden hinterfragt

Heta: Finanzreferenten priorisieren Kärntner Angebot

Mit einem einstimmigen Beschluss zum vorliegenden Angebot des Kärntner Ausgleichszahlungsfonds im Zusammenhang mit der „Heta Asset Resolution AG“ hat gestern die außerordentliche Landesfinanzreferentenkonferenz in Salzburg geendet. Zu dem Treffen hatte Salzburgs LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) in seiner Funktion als Vorsitzender der Landesfinanzreferentenkonferenz geladen.

Schuldenschnitt von 75 Prozent wird als positiv erachtet

„Die Landesfinanzreferenzenkonferenz bewertet das vorliegende Angebot des Kärntner Ausgleichszahlungsfonds als bessere Alternative zur Insolvenz der Heta und den sich daraus ergebenden Konsequenzen“, zitierte Stöckl nach der Sitzung das Ergebnis der Konferenz. „Nachdem seit kurzem das Angebot des Schuldenschnitts mit einer Quote von 75 Prozent auf dem Tisch liegt, war es meiner Meinung nach notwendig, die Bundesländer an einen gemeinsamen Tisch zu holen.“ Aufgrund der Bedeutung der Thematik und des gegebenen Zeitdrucks sei es notwendig gewesen, diese Gespräche bereits gestern zu führen.

Man habe sich von Experten aus dem Ministerium das vorliegende Angebot und die Möglichkeiten sowie die allfälligen Konsequenzen genauestens erläutern lassen, erklärte Salzburgs Finanzreferent. „Dadurch, dass wir in allen Bundesländern sehr unterschiedliche Situationen haben, ist die Lage extrem schwierig. Ich bin froh, dass die Landesfinanzreferentenkonferenz zu einem Ergebnis geführt hat.“

„Wichtiges Signal für den Finanzplatz Österreich“

Mit diesem Beschluss, der nach fachlicher, sachlicher und kompetenter Diskussion einstimmig gefällt worden sei, demonstriere die Landesfinanzreferentenkonferenz Geschlossenheit. „Zudem versteht er sich als wichtiges Signal für den Finanzplatz Österreich“, betonte Stöckl.

An der Konferenz in Salzburg haben Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP), Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP), Steiermarks LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ) und Kärntens LHStv. Gabriele Schaunig-Kandut (SPÖ) sowie hochrangige Vertreter aller Bundesländer und des Bundesministeriums teilgenommen, wie das Land Salzburg in einer Aussendung mitteilte.

Chronik

Großrazzia in allen Gefängnissen Österreichs

In allen 27 österreichischen Gefängnissen hat gestern Nachmittag eine groß angelegte Razzia nach illegalen Gegenständen begonnen, berichtete die „Kronen Zeitung“ (Dienstag-Ausgabe). Laut der Ressortmediensprecherin Britta Tichy-Martin wurde diese Aktion von ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter beauftragt. Die Suche nach verbotenen Gegenständen werde noch bis in die Abendstunden andauern.

Ein Schwerpunkt lag auf den Justizanstalten Stein an der Donau in Niederösterreich, Graz-Karlau in der Steiermark, Suben in Oberösterreich und Wien-Simmering. In den vier Anstalten sind laut den Angaben Tichy-Martins rund 600 Beamte im Einsatz, fast 2.000 Insassen sind dort von den Visitierungen auf der Suche nach illegal eingeführten Mobiltelefonen, Suchtgift und anderen Gegenständen betroffen.

Eine Bilanz der Razzien wird laut Tichy-Martin frühestens heute vorliegen. Mindestens zehn Suchtmittelspürhunde der Landespolizeidirektionen unterstützen den Einsatz. „Die Aktion ist Teil eines Gesamtkonzeptes im Rahmen der Strafvollzugsreform. Wir werden jedenfalls auch in diesem wichtigen Bereich weiterhin nicht locker lassen“, kommentierte Erich Mayer, Generaldirektor für den Strafvollzug, das akkordierte Vorgehen.

Die tückische Lawinengefahr in Österreich

Nach dem schweren Lawinenunglück in Tirol am Wochenende ist die Gefahrensituation in den heimischen Bergen zu Wochenbeginn an vielen Stellen weiter groß. Viel Wind und Neuschnee sorgen dafür, dass es derzeit abseits der Pisten besonders gefährlich ist - problematisch sind vor allem steile Hänge und Übergänge von viel zu wenig Schnee.

Aufgrund des sehr schwachen Fundaments der Schneedecke könnten ausgelöste Lawinen auch sehr groß werden, warnen Experten. „Erhebliche“ Gefahr (Stufe drei von fünf) gilt über 2.000 Metern Höhe in Tirol, Kärnten, Vorarlberg und Salzburg.

Mehr dazu in Gefahrenstellen schwer erkennbar

Erdbeben in Neuseelands Hauptstadt

Die neuseeländische Hauptstadt Wellington ist von einem Erdbeben erschüttert worden. Das Beben habe eine Stärke von 5,7 gehabt, teilte die Beobachtungsstelle des Landes, Geonet, heute mit. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht.

Aufgrund der geografischen Lage Neuseelands an der Grenze der australischen zur pazifischen Platte sind Erdbeben relativ häufig. Im Jahr 2011 wurde die zweitgrößte Stadt des Landes, Christchurch, bei einem Beben der Stärke 6,3 verwüstet. Fast 200 Menschen kamen ums Leben.

Haiangriffe 2015 auf Rekordhoch

Die Zahl der weltweiten Haiattacken hat 2015 ein Rekordhoch erreicht. Insgesamt sei es im vergangenen Jahr zu 98 unprovozierten Angriffen auf Menschen gekommen, heißt es in einem gestern veröffentlichten Bericht von Forschern der Universität Florida.

Sechs davon hätten ein tödliches Ende genommen. Der bisherige Höchstwert von 88 Hai-Attacken war demnach 2000 erreicht worden.

Bevölkerungswachstum und Klimawandel

Den Anstieg führten die Forscher auf das weltweite Bevölkerungswachstum und die gleichzeitige Erholung der Haibestände zurück.

Wegen der Erwärmung der Ozeane sei zudem mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen zu rechnen, da Raubfische und badende Menschen schon früher im Jahr in Küstengewässern aufeinanderträfen.

Die mit Abstand meisten Hai-Angriffe gab es dem Bericht zufolge in den USA (59), wobei alleine 30 auf den Bundesstaat Florida entfielen. Dahinter folgten Australien mit 18 und Südafrika mit acht Attacken.

Mann in Irland offenbar bei Racheangriff erschossen

Drei Tage nach einem Mord vor einem Boxkampf in Irland ist ein weiterer Mann offenbar bei einem Vergeltungsangriff erschossen worden. Der Mann in seinen Fünfzigern sei in einer Wohnstraße im Norden Dublins getötet worden, sagte ein Polizeisprecher gestern. Offenbar seien vier Angreifer beteiligt gewesen.

Die Polizei habe einen Zeugenaufruf gestartet. Sie vermutet einen Kampf zwischen rivalisierenden Banden in Irland und Spanien hinter den Taten.

Schüsse beim Wiegen vor Boxkampf

Am Freitag war ein Mann in einem Hotel Dublins bei einer Zeremonie zum Wiegen vor einem Boxkampf erschossen worden. Eine Splittergruppe der Irisch-Republikanischen Armee (IRA), die Continuity IRA (CIRA), bekannte sich zu der Tat, doch sieht die Polizei eher gewöhnliche Kriminelle dahinter.

Laut dem Rundfunksender RTE handelt es sich bei dem jüngsten Opfer um Eddie Hutch, den Onkel des Kriminellen Gary Hutch, dessen Ermordung 2015 in Spanien die Fehde auslöste.

IT

Twitter-Aktie auf neuem Allzeittief

Twitter-Chef Jack Dorsey gelingt es nach wie vor nicht, den Anlegern den Glauben an den Kurznachrichtendienst zurückzugeben. Die Twitter-Aktie markierte gestern im Handelsverlauf ihren bisher tiefsten Stand bei 14,87 Dollar (13,27 Euro) nach einem weiteren Minus von nahezu fünf Prozent.

Laut Medienberichten will Twitter demnächst eine Sortierung der Tweets nach Relevanzalgorithmen statt Sendezeit anbieten. Viele Nutzer reagierten auf die Meldungen mit Ablehnung und brachten bei der Debatte in dem Dienst das Schlagwort „#RIPTwitter“ in Umlauf - „Ruhe in Frieden, Twitter“. Dorsey betonte daraufhin, Twitter wolle die Echtzeittimeline nicht aufgeben, aber „verfeinern“.

Die Anleger sind ohnehin schon seit Monaten skeptisch, was die Zukunftsaussichten von Twitter angeht. Die Aktie hatte im vergangenen April noch mehr als 50 Dollar gekostet, bevor eine Talfahrt angesichts der Enttäuschung über das Wachstum der Nutzerzahlen einsetzte. Der Onlinedienst legt morgen Zahlen für das abgelaufene Quartal vor.

Kultur

Roger Willemsen ist tot

Der deutschsprachige Kulturbetrieb hat einen seiner beredtsten Vertreter verloren. Autor, Moderator und Conferencier Roger Willemsen ist tot. Diese Nachricht traf gestern für viele sehr überraschend ein.

Der Mann aus Bonn, der sich am Thema des Suizids fast in eine universitäre Laufbahn hineinhabilitiert hätte und dann doch im Bereich der populär-intelligenten Zeitgenossenschaft verblieben ist, erlag in seinem Domizil bei Hamburg einem Krebsleiden. Willemsen hatte seine Erkrankung erst vor Kurzem öffentlich gemacht.

Mehr dazu in Ein Polyhistor für die mediale Gegenwart

Haarlocke von John Lennon wird in den USA versteigert

Eine braune Haarlocke des 1980 erschossenen Beatles-Sängers John Lennon könnte bei einer Auktion in den USA bis zu 10.000 Dollar (etwa 9.000 Euro) einbringen. Es handle sich um das längste Stück Haar von Lennon, das jemals bei einer Versteigerung angeboten worden sei, teilte das Auktionshaus Heritage Auctions gestern mit.

Die zehn Zentimeter lange Locke sei dem Musiker 1966 von dem Friseur und Maskenbildner Klaus Baruck in Hamburg abgeschnitten worden, der Lennon für seine Rolle in dem Film „Wie ich den Krieg gewann“ eine neue Frisur verpasste, gab das Auktionshaus bekannt.

Baruck hatte die Locke seitdem aufgehoben. Gemeinsam mit vielen anderen Beatles-Erinnerungsstücken soll die Locke am 20. Februar in der texanischen Stadt Dallas versteigert werden.

Gesundheit

Gehirnerschütterung erhöht Suizidrisiko um das Dreifache

Gehirnerschütterungen erhöhen das Suizidrisiko einer kanadischen Studie zufolge um das Dreifache. Die Gefahr eines Selbstmords ist demnach noch größer, wenn sich die Gehirnerschütterung an einem Wochenende ereignet. Bei Männern ist die Suizidrate demnach zudem doppelt so hoch wie bei Frauen.

Die Ergebnisse der im „Canadian Medical Association Journal“ erschienenen Studie bestätigen frühere Untersuchungen, wonach Gehirnerschütterungen dauerhafte physiologische Veränderungen auslösen können, die einem medizinischen Scanner verborgen bleiben. Es soll dabei um Störungen des zum Wohlbefinden beitragenden Botenstoffs Serotonin im Hormonhaushalt gehen.

Ärzte unterschätzen „verhängnisvolle Auswirkungen“

„Weil die Symptome wie Schwindel oder Kopfschmerzen nach einer Gehirnerschütterung rasch verschwinden, neigen die Ärzte dazu, deren verhängnisvolle Auswirkungen zu unterschätzen“, hob der Hauptverfasser der Studie, Donald Redelmeier von der Universität Toronto hervor. Eine stärkere Beachtung der Folgen von Gehirnerschütterungen könnte nach seiner Einschätzung wegen der Wirksamkeit von Suizidprävention Leben retten. In Kanada gebe es jährlich 400.000 Fälle von Schädel-Hirn-Trauma, in den USA vier Millionen.

Suizid gehört in beiden Ländern zu den häufigsten Todesursachen. Im Jahr 2010 waren es in Kanada 3951, in den USA 38.364 Fälle. Die Autoren der Studie untersuchten die Krankengeschichte von 235.110 Patienten, die während eines Zeitraums von 20 Jahren in der kanadischen Provinz Ontario eine Gehirnerschütterung erlitten. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 41 Jahre.

USA: 1,8 Mrd. Dollar im Kampf gegen Zika-Virus

Die US-Regierung will 1,8 Milliarden Dollar (1,61 Milliarden Euro) im Kampf gegen das Zika-Viurus aufwenden. Eine entsprechende Initiative des Weißen Hauses soll demnächst dem Kongress vorgelegt werden, teilte das Weiße Haus gestern mit.

Das Geld soll dazu verwendet werden, Programme zur Kontrolle von Stechmückenplagen auszuweiten, die Forschung nach einem Impfstoff zu beschleunigen und betroffenen Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung zu helfen, hieß es.

„Es ist nicht wie bei Ebola“

„Wir sollten nicht in Panik verfallen“, sagte US-Präsident Barack Obama. „Es ist nicht wie bei Ebola“, betonte er in einem Interview des Senders CBS. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO könnten sich in den nächsten zwölf Monaten bis zu vier Millionen Menschen mit dem Virus anstecken.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Zika-Virus Fehlbildungen am Kopf von Neugeborenen auslösen kann, wenn die Mutter vor oder während der Schwangerschaft angesteckt wurde. In den USA gibt es bisher 50 nachgewiesene Fälle von Patienten mit dem Erreger.

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