Letzte Meldung

Haselsteiner kauft Essl-Kunstsammlung

Der Industrielle Hans Peter Haselsteiner übernimmt die Kunstsammlung von bauMax-Gründer Karlheinz Essl. Das berichten „Kurier“ und „Presse“ (Onlineausgaben) heute.

Abgewickelt werde der Deal über die seit gestern eingetragene SE-Sammlung Essl GmbH, die zu 60 Prozent der ZMH GmbH gehört, hinter der die Haselsteiner-Privatstiftung steht. 40 Prozent halten zwei Essl-Familienstiftungen.

Österreichische Werke bleiben

Laut „Kurier“ sollen den Gläubigerbanken aus dem Deal über 100 Mio. Euro zufließen. Eine offizielle Bestätigung gab es vorerst nicht. Die „Presse“ berichtet, dass der gesamte österreichische Bestand der Sammlung erhalten bleiben soll.

Besonders wertvolle Werke deutscher Künstler sollen bei einer Auktion in London im Oktober versteigert werden. Der Erlös soll zur Rettung der bauMax-Kette beitragen.

Inland

Nationalrat: Gedenkminute für Prammer

Der Nationalrat hat sich heute Vormittag von seiner vor genau einem Monat verstorbenen Präsidentin Barbara Prammer mit einer Gedenkminute verabschiedet. In einer kurzen Rede im Anschluss meinte der Zweite Präsident Karlheinz Kopf, in der Amtszeit Prammers habe das Hohe Haus an Selbstbewusstsein gewonnen. Dieser Weg müsse weitergegangen werden.

Kopf für mehr parlamentarische Kontrolle

Kopf versteht darunter unter anderem, zügig den Ausbau der parlamentarischen Kontrollmöglichkeiten zu finalisieren. Ernsthaft diskutiert werden solle der Vorschlag zur Einführung von Hearings für neue Regierungsmitglieder. Ebenso ein Thema für ihn ist, die vorzeitige Beendigung von Legislaturperioden des Nationalrats zu erschweren, ein Vorschlag, den Prammer in den letzten Jahren wiederholt aufs Tapet gebracht hatte.

Ein Appell des Zweiten Präsidenten, der während der vergangenen zwei Monate die Geschäfte des Hohen Hauses geführt hatte, ging an die Abgeordneten.

Gerade weil die parlamentarische Demokratie mit Akzeptanzproblemen kämpfe, sei es die Pflicht der Abgeordneten, „das Haus der Demokratie - das Parlament - zum allseits akzeptierten Ort des Wettbewerbs der politischen Konzepte und der kultivierten Auseinandersetzung, aber vor allem auch als Ort der Lösungskompetenz und der Kompromissfähigkeit zu entwickeln und zu präsentieren“.

Regierung: Neuer Pragmatismus bei Steuerreform

Die Koalition will künftig verstärkt gemeinsame Lösungen präsentieren und weniger auf „unterschiedliche Profilierung“ setzen. Das hat Vizekanzler Reinhold Mitterlehner heute nach seinem ersten Ministerrat in neuer Funktion gesagt. Die „Leitlinien“ dafür will man laut Kanzler Werner Faymann bei einer Klausur am 26./27. September festlegen. Zur Steuerreform zeigten sich beide pragmatisch.

SPÖ-Chef Faymann dankte seinem neuen ÖVP-Gegenüber Mitterlehner im Pressefoyer nach der Regierungssitzung für die rasche Entscheidung über die Nachfolge des vorigen Dienstag zurückgetretenen Vizekanzlers Michael Spindelegger.

Mitterlehner meinte, eine „zeitnahe“ Nachfolgeentscheidung sei gerade angesichts der sich zuspitzenden Ukraine-Krise (siehe eigene Meldung) notwendig gewesen: „Da brauchen wir, was die Positionierung angeht, nicht interimistische Lösungen, sondern da brauchen wir ein voll handlungsfähiges Team.“

Mitterlehner will „durchstarten“

Nun werde man „langfristige Reformprojekte mit aller Kraft angehen“, kündigte Mitterlehner an. Ein Thema für dieses „Durchstarten“ wird seinen Angaben zufolge die Bildungspolitik sein, wo der neue ÖVP-Chef mögliche Reformen zuerst innerhalb der Partei und dann mit dem Koalitionspartner diskutieren möchte - und zwar ohne „Tabus“ und unter Berücksichtigung der Rechnungshof-Kritik an der „Neuen Mittelschule“. Bisher habe man hier nämlich „Pattstellungen“ gehabt, so Mitterlehner.

Zur Steuerreform versicherten sowohl Faymann als auch Mitterlehner, bis kommenden März eine Lösung finden zu wollen. Bis dahin werde man sich nicht mit Festlegungen gegenseitig blockieren, sagte Mitterlehner: „Das haben wir schon gehabt.“ Und: „Es nützt uns beiden, wenn wir ein Ergebnis zustande bringen.“

Oberhauser für absolutes Rauchverbot

Die neue Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) tritt für ein völliges Rauchverbot in der Gastronomie ein. Sie wolle nun Gespräche mit der Wirtschaft führen, in den nächsten fünf Jahren wolle sie ein absolutes Rauchverbot haben, sagte Oberhauser gestern in der ZIB2.

Für eine Freigabe von Cannabis sei momentan „nicht der richtige Zeitpunkt“. Süchte sollten aber mit Therapie, nicht mit Strafe bekämpft werden.

Bei den Sozialversicherungen plant Oberhauser keine Zusammenlegung. An der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) will sie festhalten, wichtig sei, dass sie anwendergerecht, patienten- und datensicher sei.

Pläne für Annäherung Kindergarten - Volksschule

Kindergarten und Volksschule sollen stärker zusammenwachsen. Nach der von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) geplanten Volksschulreform werden etwa Kinder, die gemeinsam den Kindergarten besucht haben, in Zukunft in dieselbe Volksschulklasse kommen. Außerdem sollen Lehrer die zukünftigen Taferlklassler schon im Kindergarten kennenlernen und sich schon vor dem ersten Schultag ein Bild von deren Stärken und Schwächen machen können. Umgekehrt sollen Kindergartenpädagogen ihre ehemaligen Schützlinge in der Volksschule besuchen. Das Modell werde zur Zeit geprüft, so Heinisch-Hosek, momentan stellten einzelne Aspekte noch „einen Gesetzesbruch“ dar.

Mehr dazu in Übergänge sollen sanfter werden

Finanzierung für Wiesenthal-Institut fix

Jetzt ist es fix: Das Wiener Wiesenthal-Institut wird am Rabensteig sein neues Zuhause finden. Auch die Aufteilung der Finanzierung zwischen Stadt und Bund wurde sichergestellt. Die Grundsteinlegung findet nächste Woche statt.

Das wissenschaftliche Institut zur Erforschung des Holocaust stellt ein umfassendes Archiv unter anderem aus dem Nachlass Simon Wiesenthals zur Verfügung.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Ausland

Ban warnt NATO: „Keine militärische Lösung“ in Ukraine

Angesichts der Debatte über eine Erhöhung der Einsatzfähigkeit der NATO hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon das westliche Verteidigungsbündnis gewarnt, dass es im Ukraine-Konflikt „keine militärische Lösung“ gebe. Ban sagte heute in Neuseeland, er sei zutiefst besorgt über die Entwicklungen in dem osteuropäischen Land.

Er wisse, „dass die Europäische Union, die Amerikaner und die meisten westlichen Staaten sehr ernsthaft darüber debattieren, wie mit der Angelegenheit umzugehen ist“, sagte Ban. „Sie sollten wissen, dass es keine militärische Lösung gibt. Es muss einen politischen Dialog für eine politische Lösung geben.“

Wegen des Konflikts mit Russland will die NATO ihre Präsenz in Osteuropa erheblich verstärken. Entsprechende Beschlüsse will die Allianz bei ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag und Freitag in Wales fassen. Unter anderem plant die NATO eine Eingreiftruppe, die innerhalb kurzer Zeit an Gefahrenherde verlegt werden kann.

Putin: „Könnte Kiew in zwei Wochen einnehmen“

Russlands Präsident Wladimir Putin sorgte unterdessen erneut mit einer kolportierten provokanten Aussage für Aufregung. In einem Telefonat mit Noch-EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso soll der Kreml-Chef Medienberichten zufolge gesagt haben, er könne Kiew „in zwei Wochen einnehmen“, wenn er wolle.

Mehr dazu in Separatisten wollen eigenen Staat

US-Militäreinsatz gegen Islamisten in Somalia

In Somalia sind US-Streitkräfte nach eigenen Angaben gegen die radikalislamische Al-Schabab-Miliz vorgegangen. Details des Einsatzes sind noch nicht bekannt.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington sagte lediglich, die Ergebnisse der Aktion würden nun geprüft. Weitere Informationen würden zu gegebener Zeit geliefert.

Miliz steht Al-Kaida nahe

Die Al-Schabab-Miliz steht der Terrororganisation Al-Kaida nahe. Sie will ihre eigene, strikte Auslegung des islamischen Rechts in Somalia durchsetzen. Die somalische Regierung bemüht sich, das afrikanische Land mit internationaler Hilfe nach Jahrzehnten des Bürgerkrieges und der Anarchie zu befrieden.

22 Festnahmen in Hongkong bei Demo für mehr Demokratie

Bei Demonstrationen für mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong sind mindestens 22 Menschen festgenommen worden. 18 Protestteilnehmer seien gestern Abend (Ortszeit) wegen „gesetzwidriger Versammlung“ vor einem Hotel festgenommen worden, teilte die Polizei heute mit.

Dort hatten Demokratieaktivisten gegen den Volkskongressabgeordneten Li Fei demonstriert, der zuvor erklärt hatte, dass Peking keinen chinakritischen Verwaltungschef in Hongkong akzeptieren werde. Ein weiterer Demonstrant wurde demnach vor dem Hotel wegen Widerstands gegen einen Polizeibeamten festgenommen.

„Ära des zivilen Ungehorsams“

Laut Polizeiangaben hatten die Demonstranten vor Lis Hotel unter anderem Absperrungen umgestürzt und Polizisten bedrängt. Zuvor waren bereits drei Menschen festgenommen worden, die vor einem Kongresszentrum am Rand des Stadtzentrums gegen Li demonstriert hatten. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, um die Proteste aufzulösen. Derartige Szenen sind auf dem chinesischen Festland undenkbar.

Der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses in Peking hatte am Sonntag verkündet, die Bewohner Hongkongs dürften im Jahr 2017 einen neuen Verwaltungschef wählen, die Kandidaten für das Amt würden allerdings zuvor von einem pekingtreuen Ausschuss ausgewählt. Demokratieaktivisten riefen daraufhin aus Protest zu Sitzstreiks im Finanzzentrum von Hongkong und zu einer „Ära des zivilen Ungehorsams“ auf.

D: Enttarnter US-Spion gab mehr brisante Daten weiter

Der enttarnte Agent des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) hat einem Zeitungsbericht zufolge noch brisantere Informationen an die USA weitergeleitet als bisher bekannt.

Zu den Dokumenten gehörten auch eine Übersicht der BND-Residenzen mit den Namen und Adressen der betroffenen Agenten sowie Konzepte zur Gegenspionage.

Infos über Gespräche von Geheimdienstchefs

Wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ (Onlineausgabe) heute unter Berufung auf Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) des Bundestages berichtete, verbreitete er auch Protokolle von Gesprächen, die der Präsident des BND, Gerhard Schindler, und sein Stellvertreter mit den Geheimdienstchefs anderer Länder führten.

Die USA erfuhren laut dem Blatt nicht nur die Namen der Länder, die der BND im Auftrag des deutschen Bundeskanzleramtes überwachen sollte, sondern auch, was genau ausgeforscht werden sollte. Zuletzt war bekanntgeworden, dass die Türkei und auch Albanien unter Beobachtung des BND stehen.

Dokumenten nach Hause geschmuggelt

Der Verdächtige war Anfang Juli festgenommen worden. Er arbeitete in der Registratur der BND-Abteilung „Einsatzgebiete/Auslandsbeziehungen“. 218 Papiere schmuggelte er laut der Zeitung am Körper durch die Kontrolle des BND in der Zentrale von Pullach bei München, scannte sie zu Hause ein und leitete sie dann weiter.

Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums konnten inzwischen Einsicht in die Dokumente nehmen. Es war ihnen jedoch nicht erlaubt, sich Notizen zu machen. Vielmehr mussten sie sich alles, was sie lasen, merken.

In Nordkorea gefangene US-Bürger gaben Interview

Drei in Nordkorea inhaftierte US-Bürger haben die Regierung in Washington im US-Fernsehen um Hilfe gebeten. „Ich bitte die US-Regierung, so schnell wie möglich einen Gesandten zu schicken“, sagte Kenneth Bae gestern in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN.

Das sei derzeit seine einzige Hoffnung, sagte Bae, der im November 2012 in Nordkorea verhaftet und später wegen Umsturzvorwürfen zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden war. Ebenfalls in dem Interview zu sehen waren die zwei US-Bürger Jeffrey Fowle and Matthew Miller.

Das sehr ungewöhnliche Interview mit den US-Häftlingen kam nach Angaben von CNN ungeplant zustande, als ein offiziell eingereistes CNN-Team darum gebeten wurde. Die CNN-Reporter hätten die Häftlinge in einem Hotel in der Hauptstadt Pjöngjang getroffen.

Clinton oder Bush als mögliche Vermittler

Der im Frühjahr festgenommene Fowle sagte, er warte „verzweifelt“ auf Hilfe. Fowle schlug die Ex-Präsidenten Bill Clinton oder George Bush als Vermittler vor. Miller sagte: „Ich denke, dieses Interview ist meine letzte Chance, die US-Regierung dazu zu bewegen, dass sie mir hilft.“

Die nordkoreanischen Behörden hatten im Juli angekündigt, Miller und Fowle wegen nicht näher genannter „feindlich gesinnter Taten“ den Prozess zu machen. Die Umstände ihrer Festnahmen sind bei allen drei Gefangenen unklar. Die drei Männer sagten, sie würden zwar anständig behandelt, litten aber unter körperlichen Beschwerden und der Isolation.

Das US-Außenministerium erklärte, es bemühe sich um eine Freilassung der Männer. Der Direktor für Asien-Studien an der US-Universität Georgetown, Victor Cha, äußerte die Vermutung, Pjöngjang signalisiere mit dem Zulassen des Interviews seine Bereitschaft zu Verhandlungen mit einem hochrangigen US-Gesandten.

TV-Hinweis

Wirtschaft

Aus für Londoner Flughafenpläne an Themse-Mündung

Rückschlag für Londons exzentrischen Bürgermeister Boris Johnson: Die hochtrabenden Pläne des konservativen Politikers für einen neuen Großflughafen auf einer Insel in der Themse-Mündung vor London sind gescheitert.

Das Projekt, das bis zu 90 Milliarden Pfund (114 Mrd. Euro) gekostet hätte, werde nicht realisiert, erklärte heute eine von der Regierung mit der Lösung der Londoner Flughafenprobleme beauftragte Kommission.

Von Cameron-Rivalen Johnson favorisiert

Johnson, der als einer der wichtigsten innerparteilichen Widersacher von Premierminister David Cameron gilt, hatte über Jahre seinen Vorschlag an der Themse-Mündung - häufig als "Boris Island" bezeichnet - propagiert. Die Kommission bezeichnete die Pläne dagegen als unrealistisch.

„Wir müssen uns auf Lösungen konzentrieren, die machbar und bezahlbar sind“, sagte der Vorsitzende Howard Davies. Derzeit bleibt als mögliche Variante der Anbau zusätzlicher Start- und Landebahnen auf den bestehenden Flughäfen Heathrow und Gatwick.

China weist Protektionismusvorwürfe zurück

Chinas oberster Preiswächter wehrt sich gegen den Vorwurf, ausländische Konzerne wie Volkswagen und Microsoft zu benachteiligen.

„Solche Anschuldigungen sind ohne Grundlage“, sagte Xu Kunlin, Generaldirektor der Preisaufsicht und des Anti-Monopol-Büros in der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), der amtlichen Zeitung „China Daily“.

EU kritisierte Ungleichbehandlung

Xu wies Protektionismusvorwürfe entschieden zurück. Seine Behörde gehe gegen ausländische Firmen genauso vor wie gegen heimische. Sie verfolge auch Fälle von chinesischen Staats- und Privatunternehmen, sagte Xu. Er widersprach damit etwa der EU-Handelskammer, die jüngst eine Ungleichbehandlung beklagt hatte.

Die NDRC wirft ausländischen Fahrzeugherstellern und Zulieferern vor, zu viel Geld für neue Autos, Ersatzteile und Werkstattservice zu verlangen. Zudem hatten die chinesischen Behörden zuletzt die Korruptionsermittlungen gegen den Volkswagen-Partner FAW ausgeweitet. Auch Microsoft wird in China vorgeworfen, gegen Anti-Monopol-Gesetze zu verstoßen.

Verbot für Fahrdienst Uber in Deutschland

Der umstrittene Fahrdienstvermittler Uber darf seine Leistungen in Deutschland vorerst bundesweit nicht mehr anbieten. Das deutsche Landgericht Frankfurt/Main erließ in einem Eilverfahren eine entsprechende einstweilige Verfügung, wie in der Nacht auf heute bekanntwurde. Bei Zuwiderhandlung droht der Firma ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro oder eine Ordnungshaft.

Uber kündigte an, gegen das Verbot ankämpfen zu wollen. „Wir werden die Entscheidung angreifen und unsere Rechte mit Nachdruck und aufs Äußerste verteidigen“, teilte Uber auf Anfrage mit.

Arbeiter klagen Fukushima-Betreiber TEPCO

Wegen Unterschlagung ihrer Gefahrenzulagen ziehen erstmals Arbeiter der japanischen Atomruine Fukushima I gegen dessen Betreiber, den notverstaatlichten Energieriesen TEPCO, vor Gericht.

Die vier klagenden Arbeiter, von denen zwei derzeit weiter in der Atomanlage im Auftrag eines Subunternehmers beschäftigt sind, fordern 90 Millionen Yen (rund 657.000 Euro). Das berichtete die Zeitung „Fukushima Minyu“ heute.

Ausbeutung von Arbeitskräften

Die Betroffenen wollen nach Angaben ihres Anwaltes mit der Klage ein Licht auf die Ausbeutung von Arbeitskräften und ihre harschen Arbeitsbedingungen in der Atomruine werfen. Das Kraftwerk war am 11. März 2011 durch ein Erdbeben und einen Tsunami verwüstet worden. Es kam zu Kernschmelzen.

Heißer Herbst für die EU-Freihandelsabkommen

Im Schatten der außenpolitischen Krisen sind die Ausschüsse des EU-Parlaments heute nach der Sommerpause erstmals wieder zusammengetreten. Neben den Krisenherden stehen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Europas ganz oben auf der Brüsseler Agenda. Die Hoffnung auf positive Impulse für die Stimmung der Wirtschaft durch die Freihandelsabkommen TTIP, TISA und CETA hat sich bis jetzt nicht erfüllt.

Ob das fertig verhandelte Freihandelsabkommen CETA mit Kanada wie geplant am 25. September unterzeichnet wird, steht zudem plötzlich wieder infrage, nachdem bekanntwurde, dass CETA auch ein umfangreiches Kapitel zum heftig umstrittenen Investorenschutz (ISDS) enthält. Eine noch knapp vor der Sommerpause eilig verfasste EU-Verordnung zum Investorenschutz tritt am 17. September in Kraft.

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Sport

Fußball: Mane heuert bei Southampton an

Das Gastspiel von Sadio Mane bei Österreichs Meister Red Bull Salzburg ist zu Ende. Nach den Turbulenzen in der letzten Woche rund um das Rückspiel im Play-off der Champions League gegen Malmö FF gelang dem 22-jährigen Senegalesen doch noch der Sprung ins Ausland. Mane wird in Zukunft in der englischen Premier League bei FC Southampton spielen. Für vier Jahre sicherten sich die „Saints“ die Dienste des Senegalesen und überwiesen laut englischen Medien dafür eine österreichische Rekordsumme.

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ÖFB: Hermann Maier soll Nationalteam „pushen“

Ex-Skistar Hermann Maier soll das ÖFB-Team vor der EM-Qualifikation in die richtige Spur führen. Der 41-jährige Salzburger wird dem Nationalteam einen Besuch abstatten und dabei über seinen Werdegang dozieren, wodurch den Kickern eine Extraportion Motivation für die kommenden Aufgaben verliehen werden soll. Teamchef Marcel Koller ist von der Idee angetan. „Hermann hat in seiner Karriere viel erlebt, unglaubliche Erfolge, aber auch das Negative mit seinem schweren Unfall und der Verletzung. Für mich ist er die personifizierte Konsequenz“, so Koller.

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Tennis: Thiem sagt für Davis-Cup ab

Österreichs Team muss im Davis-Cup-Duell gegen Lettland in zwei Wochen ohne Dominic Thiem auskommen. Der ÖTV-Shootingstar will nach den US Open in New York, wo er mit dem Achtelfinal-Einzug für Aufsehen sorgte, einen Gang zurückschalten. „Es tut mir extrem leid, aber mein Körper braucht eine Pause“, sagte der Niederösterreicher, der als letztes großes Saisonziel das Turnier in der Wiener Statthalle anpeilt. Coach Günther Bresnik ist jedoch überzeugt, dass Österreich auch ohne Thiems Hilfe einen Auswärtssieg gegen Lettland schafft.

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Chronik

Notlandung von Heißluftballon mitten in Köln

Ein Heißluftballon ist gestern Abend in der Innenstadt der deutschen Stadt Köln notgelandet. Weil die Gasreserven zur Neige gingen und schwache Windverhältnisse herrschten, entschied sich der Ballonführer für eine Landung in der Nähe des Hauptbahnhofs, wie die Polizei mitteilte.

Vorsorglich war deshalb der Strom an einer Oberleitung der Bahn abgeschaltet worden. Bei der Landung blieben der Ballonführer und die vier Passagiere unverletzt.

Rätselhaftes Fischsterben in Mexiko

Nach dem Tod Hunderttausender Fische in einem See im Westen Mexikos suchen Experten nach einer Erklärung für das mysteriöse Massensterben. „Bisher haben wir 54 Tonnen Fischkadaver geborgen“, sagte die Chefin der Umweltschutzbehörde im Bundesstaat Jalisco, Magdalena Ruiz Mejia, gestern im Fernsehsender Milenio TV. Die Fische seien vermutlich an Sauerstoffmangel gestorben.

Rund 50 Fischer waren mit ihren Booten auf dem See Cajititln unterwegs, um das Wasser von den toten Fischen zu reinigen. Im Fernsehen war zu sehen, wie Helfer die Kadaver am Ufer mit Baggern und Schubkarren wegschafften. Bei den Fischen handelt es sich um Popoche-Barsche, die in der Region nicht kommerziell gefangen werden.

Natürliche Ursache unwahrscheinlich

Möglicherweise entsorgten örtliche Kläranlagen ihre Abwässer in dem See, sagte Mejia. Dorfbewohner sollen der Behörde gesagt haben, dass die Betreiber der Anlagen nicht ordnungsgemäß arbeiteten.

Eine natürliche Ursache für das Fischsterben sei unwahrscheinlich. In diesem Jahr sei es bereits viermal zu ähnlichen Ereignissen gekommen. Nun seien Wasser- und Gewebeproben genommen und zur Analyse an ein forensisches Institut geschickt worden, sagte Mejia.

Gesundheit

Ebola: Streik in Liberias größtem Spital

Krankenpfleger in Liberias größtem Krankenhaus sind in einen unbefristeten Streik für mehr Lohn und besseren Schutz vor dem Ebola-Virus getreten. Sie würden erst wieder zurückkehren, wenn sie mit Schutzanzügen ausgerüstet seien, sagte der Sprecher der Streikenden am John F. Kennedy Hospital in Monrovia, John Tugbeh, gestern Abend.

Seit Beginn der Epidemie hätten sich viele Ärzte und Mitarbeiter des Krankenhauses infiziert, weil sie ungeschützt mit den Patienten gearbeitet hätten. Die Krankenhausverwaltung äußerte sich zunächst nicht zu den Arbeitsniederlegungen.

Bereits 700 Ebola-Tote in Liberia

Wegen der Gefahr für das medizinische Personal war die Klinik bereits im Juli zeitweise geschlossen worden. Ein längerer Streik dürfte den Kampf des westafrikanischen Landes gegen das tödliche Virus aber stark beeinträchtigen.

An dem Erreger, der über Körperflüssigkeiten übertragen wird, sind bereits mehr als 1.500 Menschen gestorben, darunter allein in Liberia 700. Rund zehn Prozent der Opfer waren Ärzte und Pfleger.

Science

Kultur

Survivor-Sänger Jimi Jamison mit 63 Jahren gestorben

Der Sänger der Rockband Survivor, Jimi Jamison, ist im Alter von 63 Jahren gestorben. „Die ganze Survivor-Familie ist sehr schockiert und traurig über den Tod unseres Bruders Jimi Jamison“, hieß es heute in einem Statement auf der offiziellen Facebook-Seite der Band.

Der Musiker sei am Sonntagabend in seinem Haus in Memphis an einem Herzinfarkt gestorben, sagte eine seiner Agentinnen dem Promiportal TMZ.com.

Solo mit „Baywatch“-Titelsong

Jamison stieß 1984 zur Band, nachdem diese mit „Eye Of The Tiger“ aus dem Film „Rocky 3“ einen Welterfolg feierte. Er sang Hits wie „Burning Heart“ und „The Search Is Over“. Nach einer mehrjährigen Auszeit, in der Jamison als Solokünstler den „Baywatch“-Titelsong „I’m Always Here“ aufnahm, stieß er 2011 wieder zur Band.

Die Rocker sind derzeit auf Tournee und planten im Oktober auch mehrere Konzerte in Europa. Ob diese nach dem Tod des Sängers abgesagt werden, war zunächst nicht bekannt.

Spray-Attacke auf Manneken Pis

Eines der berühmtesten Wahrzeichen Belgiens ist Opfer einer Sprayer-Attacke geworden: Unbekannte überzogen Gesicht und Beine des Manneken Pis in Brüssel mit gelber Farbe. Eine Sprecherin des Stadtrates bestätigte gestern den Vorfall, über den zuvor die Zeitung „La Capitale“ berichtet hatte.

Heute soll die Bronzestatue gereinigt werden. Laut Nachrichtenagentur Belga wurden zunächst keine Verdächtigen vernommen. Allerdings wird das Manneken Pis von einer Videokamera überwacht, deren Bilder noch ausgewertet werden sollten.

Leute

Erste Bilder von „Brangelina“-Hochzeit veröffentlicht

Das Warten hat ein Ende: Die ersten offiziellen Bilder der Hochzeit von Angelina Jolie und Brad Pitt wurden vom britischen „Hello“ und dem US-Magazin „People“ veröffentlicht. Zu sehen ist darauf unter anderem der mit Zeichnungen von Jolies Kindern verzierte Schleier. Die sechs Sprösslinge waren bei der Hochzeit überhaupt mit einigen wichtigen Aufgaben betraut.

Mehr dazu in oe3.ORF.at