Ausland

Mistral-Streit: Hollande dementiert Einigung

Der französische Präsident Francois Hollande hat Angaben dementiert, wonach es eine Einigung im Streit um die von Russland bestellten Hubschrauberträger der Mistral-Klasse gibt. Im Moment gebe es noch keine Einigung, sagte Hollande heute bei einem Besuch in Saint-Cirq-Lapopie im Südwesten Frankreichs.

„Die Diskussionen laufen noch, ich werde eine Entscheidung in den kommenden Wochen treffen.“ Zuvor hatte ein russischer Präsidentenberater gesagt, die Verhandlungen über die Fristen und die Entschädigungssumme seien „vollkommen abgeschlossen“.

Der Berater sagte, er hoffe, dass die Vereinbarung zur „Auflösung des Vertrags“ über die Lieferung der Schiffe bald unterzeichnet werden könne. In Paris hieß es in mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen, eine Einigung sei erreicht worden, „aber die Einzelheiten müssen ausgefeilt werden“. Beide Seiten verhandeln seit Monaten über die Bedingungen der Auflösung des Rüstungsvertrags, der im Zuge der Ukraine-Krise annulliert wurde.

Russland hatte die beiden Hubschrauberträger der Mistral-Klasse im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro im Juni 2011 bei Frankreich bestellt. Die Lieferung des ersten Schiffs „Wladiwostok“ war im vergangenen Herbst vorgesehen, doch stoppte Hollande sie wegen der russischen Ukraine-Politik. Die Regierung in Moskau verlangte daraufhin eine Rückerstattung entstandener Kosten. Paris will Moskau nur die 785 Millionen Euro erstatten, die es bereits gezahlt hat. Russland wiederum verlangt fast 1,163 Milliarden Euro für den entstandenen Schaden.

Syrien: Al-Kaida nimmt moderate Rebellen gefangen

Der syrische Al-Kaida-Flügel hat nach eigenen Angaben von den USA ausgebildete Rebellen in seine Gewalt gebracht. Die Gefangenen seien Agenten amerikanischer Interessen, erklärte die Al-Nusra-Front heute. Sie sollten sich davor hüten, an dem „amerikanischen Projekt“ teilzunehmen.

Der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge griff die Al-Nusra-Front im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei vom Westen unterstützte Rebellen an. Dort kämpfen eine Reihe von teilweise miteinander rivalisierenden Gruppen. Darunter ist auch die radikalislamische IS-Miliz, gegen die eine von den USA geführte Militärallianz mit Luftangriffen vorgeht.

Die Al-Nusra-Front ist bekannt dafür, gegen gemäßigte Rebellengruppen vorzugehen, die vom Westen unterstützt werden. Eine der Gruppen, die sie in der Nacht auf gestern angegriffen haben soll, ist nach Angaben aus dem Umfeld der syrischen Opposition die „Division 30“.

Diese hat an einem von den USA ins Leben gerufenen Programm teilgenommen, das gemäßigte Aufständische für den Kampf gegen den IS ausbildet und ausrüstet. Kürzlich erklärte die Gruppe, ihr Anführer und weitere Mitglieder seien von Al-Nusra-Kämpfern verschleppt worden.

NATO unterstützt den Irak im Kampf gegen IS

Der Irak bekommt von der NATO indirekte Unterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Vertreter der 28 Alliierten beschlossen heute ein von der Regierung in Bagdad gewünschtes Trainingsprogramm zur Stärkung der irakischen Verteidigungsfähigkeiten.

Es umfasst Beratung bei Reformen im Sicherheitssektor, aber auch die konkrete Aus- und Weiterbildung von Soldaten und Militärplanern. Die Trainingsprogramme sollen in den irakischen Nachbarländern Türkei und Jordanien organisiert werden. Im Irak selbst solle nicht ausgebildet werden, sagte ein NATO-Sprecher.

Während der Kämpfe zwischen irakischen Regierungstruppen und IS-Dschihadisten wurden im Irak seit Anfang 2014 nach UNO-Angaben mindestens 15.000 Zivilisten getötet und 30.000 verletzt.

Neun Soldaten im Jemen bei Al-Kaida-Anschlag getötet

Im Jemen sind laut Militärkreisen bei einem Selbstmordanschlag der Extremistengruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) neun Soldaten der Regierungstruppen getötet worden.

Der Attentäter habe seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen in einen Kontrollposten der Armee bei Koton in der Provinz Hadramaut gesteuert, sagte ein Militärvertreter und machte AQAP für den Angriff verantwortlich.

Demnach gehörten die Soldaten zu einer dem jemenitischen Exilpräsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi treuen Division.

Erdogan lenkt Türkei in Richtung Neuwahlen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan steuert sein Land wenige Wochen nach der Wahlschlappe seiner konservativ-islamischen AK-Partei Richtung Neuwahlen. „Wenn es ein positives Ergebnis der Koalitionsgespräche gibt, in Ordnung“, sagte er der Zeitung „Hürriyet“. Sollte das nicht der Fall sein, müsse man sofort die Nation entscheiden lassen. Er halte von einer dauerhaften Minderheitsregierung nichts, so Erdogan.

Bis zum 23. August muss die AKP einen Partner finden. Sie blieb bei der Wahl im Juni zwar stärkste Kraft, verlor jedoch ihre absolute Mehrheit. Die Gespräche mit der sozialdemokratischen CHP, der größten Oppositionspartei, stehen kurz vor dem Ende. Anzeichen für Fortschritte gibt es nicht.

Ermittlungen gegen kurdische Politiker

Nach den Ermittlungen gegen den kurdischen Oppositionsführer Selahattin Demirtas hat die türkische Justiz nun auch dessen Koparteichefin ins Visier genommen. Gegen Figen Yüksekdag seien Ermittlungen wegen „Propaganda für eine terroristische Gruppe“ eingeleitet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Demirtas und Yüksekdag bilden die Doppelspitze der Kurdenpartei HDP, die bei den Wahlen im Juni mit 13 Prozent einen historischen Erfolg errungen und der regierenden islamisch-konservativen AKP damit die absolute Mehrheit verbaut hatte.

„Störung der öffentlichen Ordnung“

Bei den Ermittlungen gegen Yüksekdag geht es um Äußerungen der HDP-Kochefin im Juli zugunsten der kurdischen Rebellen in Syrien, die mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Türkei verbunden sind. Gegen Demirtas waren Ermittlungen wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ und „Anstachelung zur Gewalt“ eingeleitet worden. Dabei geht es um Kurdenproteste im Oktober 2014, in deren Zusammenhang 35 Menschen getötet wurden, darunter zwei Polizisten.

Krawalle nach Brandanschlag im Westjordanland

Nach dem Tod eines palästinensischen Kleinkindes bei einem Brandanschlag ist es im Westjordanland zu Ausschreitungen gekommen. Wenige Stunden nach der Tat, die jüdischen Extremisten zugeschrieben wird, bewarfen heute in Hebron Hunderte Anhänger der radikalislamischen Hamas israelische Soldaten mit Steinen. Zu Krawallen kam es auch nahe der Jerusalemer Altstadt.

Hunderte Palästinenser schlossen sich dem Trauerzug für das Kleinkind im Duma bei Nablusan an und forderten Vergeltung. Aus Furcht vor Krawallen wurden zu den Freitagsgebeten in der Jerusalemer Al-Aksa-Moschee nur Männer im Alter über 50 und Frauen durchgelassen.

Ein Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas warf der israelischen Regierung unterdessen vor, durch die Förderung jüdischer Siedlungen im Westjordanland den Nährboden für die Tat gelegt zu haben. Abbas kündigte zudem an, den Anschlag vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen zu wollen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Attacke als Terror und versprach, es würden alle Anstrengungen unternommen, um die Angreifer vor Gericht zu stellen.

Ukraine-Krise: USA weiten Sanktionen gegen Russland aus

Die USA haben im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt ihre Sanktionen gegen Russland ausgeweitet. Das Finanzministerium in Washington kündigte an, die US-Guthaben von rund zwei Dutzend Institutionen und Einzelpersonen einzufrieren und US-Bürgern Transaktionen mit ihnen zu verbieten. 13 der Betroffenen wurden demnach wegen Unterstützung bei der Umgehung bereits bestehender Sanktionen mit Strafmaßnahmen belegt.

Weiters wurden Vertreter der russischen Rüstungsindustrie und fünf Hafenbetreiber auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim auf die Liste gesetzt. Einige der betroffenen Firmen gehören zum russischen Ölriesen Rosneft, der die Sanktionen als „illegal“ verurteilte. Der Konzern kündigte in einer Erklärung an, „alle unsere rechtlichen Mittel“ auszuschöpfen, um gegen die Entscheidung der US-Regierung vorzugehen.

Gegen Vertreter der früheren ukrainischen Regierung des Russland-freundlichen Ex-Staatschefs Viktor Janukowitsch wurden ebenfalls Strafmaßnahmen verhängt.

Grünes Licht für Verfassungsreform

Unterdessen hat das ukrainische Verfassungsgericht einer von Präsident Petro Poroschenko vorgelegten Verfassungsreform zugestimmt. Das Urteil sei endgültig und könne nicht angefochten werden, sagte Richter Wassili Brinzew in Kiew. Auch ein Sondergesetz für die Separatistengebiete ist in den Änderungen vorgesehen. Vor allem nationalistische Abgeordnete sind aber gegen spezielle Rechte für die prorussischen Aufständischen.

Als Hauptziel der Verfassungsreform gilt mehr Eigenverantwortung der Regionen. Kritiker sehen in den Neuerungen nach örtlichen Medienberichten aber auch eine Stärkung der Präsidialmacht. Die Separatisten teilten mit, die Änderungen seien nicht abgestimmt. Für ein Inkrafttreten muss die Reform zwei weitere Lesungen im Parlament überstehen.

IWF gibt Kredittranche frei

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird der Ukraine indes eine weitere Kredittranche in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar (1,55 Mrd. Euro) überweisen. Der IWF-Exekutivrat billigte die Hilfsgelder für das osteuropäische Land, dem unter anderem wegen des militärischen Konflikts mit prorussischen Separatisten der Staatsbankrott droht.

Kiew und Den Haag wollen MH17-Tribunal durchsetzen

Trotz russischen Widerstands gegen ein UNO-Tribunal zur abgeschossenen Maschine der Malaysia Airlines setzen sich die Ukraine und die Niederlande weiter für ein internationales Gericht ein. Beide Regierungen wollten alternative Vorschläge dafür ausarbeiten, teilte Staatschef Petro Poroschenko heute nach einem Telefonat mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte mit.

Die Führung in Moskau lehnt neue Initiativen für ein internationales Gericht ab. „Jetzt ist die Hauptsache, dass wir uns auf eine unvoreingenommene und objektive Ermittlung konzentrieren“, sagte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow in Moskau.

Eine Resolution über ein Tribunal hatte Russland am Mittwoch im UNO-Sicherheitsrat mit einem Veto blockiert - unter scharfer Kritik des Westens. Die Untersuchung des Falls sei noch nicht abgeschlossen, argumentierte Moskau. „Das ist ein Veto gegen die Justiz. Die ganze Welt hat das gesehen“, sagte Poroschenko dem Präsidialamt in Kiew zufolge.

Inland

VfGH: Platzverbot bei FPÖ-Versammlung war rechtswidrig

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat ein Platzverbot bei einer FPÖ-Kundgebung in Graz im Jahr 2012 für rechtswidrig erklärt. Das Verbot betraf genau das Areal, auf dem die Kundgebung selbst stattfand, berichtete „Der Standard“ (Onlineausgabe) heute. Somit war der Zugang nicht für alle möglich. VfGH-Sprecher Christian Neuwirth bestätigte der APA die Zustellung des Erkenntnisses.

Grüne Politiker wollten damals die FPÖ-Veranstaltung mit Parteiobmann Heinz-Christian Strache und dem Grazer FPÖ-Stadtrat Mario Eustacchio beobachten, ihnen wurde von der Polizei aber der Zutritt in die Sperrzone verwehrt - mit Hinweis auf das Platzverbot.

In der VfGH-Entscheidung heißt es dazu laut „Standard“: Das Gesetz erlaube „nicht, ein Platzverbot genau an dem Ort, an dem die (allenfalls zu schützende) Versammlung selbst stattfindet, zu verhängen“. Es dürfe lediglich für Pufferzonen rund um die Eventlocation zum Einsatz kommen.

Wirtschaft

Deutsche Bank sperrt offenbar Boni für Topmanager

Die Deutsche Bank knöpft sich wegen der milliardenschweren Zinsaffäre die Topmanager vor. Der Aufsichtsrat unter Leitung von Paul Achleitner habe bei seiner jüngsten Sitzung in New York beschlossen, dass frühere und aktive Vorstände des Geldhauses abermals erhebliche Abstriche bei ihrer Vergütung verschmerzen müssten, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen heute der Agentur Reuters.

Die langfristigen erfolgsabhängigen Gehaltskomponenten aus früheren Jahren, die 2015 teilweise zur Auszahlung anstünden, würden eingefroren. Davon ausgenommen sind nur jene Manager, die neu in den Vorstand aufgerückt sind: Vorstandschef John Cryan, Finanzchef Marcus Schenck und Privatkundenchef Christian Sewing. Ein Banksprecher wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Einen solchen Bonus-Aufsichtsratsbeschluss gab es bereits im vergangenen Jahr wegen der unzähligen Rechtsstreitigkeiten. Nun geht es den Insidern zufolge konkret um die Affäre mit manipulierten Zinssätzen, die die Bank zuletzt eine Rekordstrafe von 2,5 Mrd. Dollar (2,28 Mrd. Euro) nur für die angelsächsischen Regulierer kostete. Zusammen mit dem früheren Beschluss liegt einem der Insider zufolge eine Summe von etwa 16 Mio. Euro auf Eis.

Im Topmanagement macht das Fixgehalt seit Jahren nur noch einen geringen Teil der Gesamtvergütung aus. Die einbehaltenen Prämien sind für die Betroffenen noch nicht verloren, sie könnten das Geld zu einem späteren Zeitpunkt bekommen. Die Bank will zunächst aber ausführlich prüfen, wer bei den unzähligen Skandalen welche Rolle gespielt hat.

ÖVAG-„Bad Bank“ Immigon kommt bei Abbau voran

Das vor einigen Wochen angekündigte Rückkaufprogramm der immigon portfolioabbau ag (die ehemalige ÖVAG) ist 933 Mio. Euro schwer, teilte die Immigon heute in einer Aussendung mit.

Es wurden Gläubiger von insgesamt 268 nicht nachrangigen Verbindlichkeiten in Form von Anleihen, Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen angesprochen.

„Das geplante Rückkaufvolumen betrug 850 Mio. Euro. Die eingelangten Angebote der Anleger haben Nominalvolumina der erfassten Instrumente von rund 1.456 Mio. Euro umfasst“, so die Immigon.

Durch den Erwerb einiger Papiere unter ihrem Nominalwert verbuche das Abbauinstitut einen positiven Sondereffekt, erklärte das Geldhaus. Das werde im laufenden Jahr voraussichtlich zu einem Gewinn im Einzelabschluss führen. Somit könnten auch die Gläubiger wieder mit Zinszahlungen rechnen.

Austerität: Eine Geschichte des Scheiterns

Griechenland muss sparen - doch das Sparen scheint die wirtschaftliche Krise noch zu verschlimmern. Dieses Paradox ist keine Erfindung der Gegenwart, so der Historiker Florian Schui in einem Interview: Der Glaube an Austerität habe eine lange Tradition, Sparpolitik habe es schon im 18. Jahrhundert gegeben.

Schuis Fazit zur Griechenland-Krise: Die von der Troika durchgesetzten Maßnahmen hätten historisch nicht funktioniert. Die gescheiterte Wirtschaftspolitik der Zwischenkriegszeit drohe sich zu wiederholen.

Mehr dazu in science.ORF.at

Wintershall will sich an „Nord Stream“-Ausbau beteiligen

Auch Deutschlands größter Gasförderer Wintershall will sich am milliardenschweren Ausbau der Pipeline „Nord Stream“ durch die Ostsee beteiligen. Man habe eine Absichtserklärung hierzu unterschrieben, berichtete der Mutterkonzern BASF heute in Ludwigshafen. Die Kasseler Tochter hatte in den vergangenen Wochen bereits Gespräche bestätigt - eine Entscheidung stand aber noch aus.

Zwei neue Pipeline-Stränge sollen russisches Gas nach Westeuropa liefern. Zuvor hatten neben dem Staatsmonopolisten Gasprom auch E.ON, Shell und die heimische OMV ihre Beteiligung am Ausbau angekündigt.

„In Anbetracht des steigenden Gasbedarfs des vereinten Europas wird der Ausbau der Gastransport-Infrastruktur (...) einen Beitrag zur weiteren Verbesserung der sicheren Gasversorgung des europäischen Kontinents leisten“, sagte Gasprom-Manager Alexander Medwedew. BASF-Vorstand Hans-Ulrich Engel sprach von einem „wichtigen Infrastrukturprojekt“.

Manager Jakubowski aus Heta-Vorstand ausgeschieden

In der staatlichen „Bad Bank“ Heta (vormals Hypo Alpe-Adria) ist heute ein Abgang aus dem Vorstand bekanntgegeben worden. Der Heta-Aufsichtsrat meldete, dass Rainer Jakubowski seine Funktion zurückgelegt hat. Er scheide aus eigenem Wunsch aus dem Vorstand aus, um sich „anderen beruflichen Perspektiven zu widmen“, wie es in der Heta-Mitteilung hieß.

Der Heta-Vorstand setzt sich seit der letzten großen Rochade aus dem Vorstandsvorsitzenden Sebastian von Schoenaich-Carolath, Martin Handrich und Alexander Tscherteu zusammen.

Jakubowski war der letzte ehemalige Hypo-Vorstand, der in der Nachfolgegesellschaft Heta noch weiter vertreten war. Heta-Aufsichtsratschef Michael Mendel dankte Jakubowski ausdrücklich für „seine Arbeit, Expertise und Integrität“. Der frühere Finanzvorstand Johannes Proksch war schon mit 1. Juli aus dem Heta-Vorstand ausgeschieden.

Geldgeber nahmen Gespräch mit griechischen Ministern auf

Heute treffen sich die Chefunterhändler der internationalen Gläubiger Athens mit dem griechischen Finanzminister Efklidis Tsakalotos zu Gesprächen über ein drittes Hilfsprogramm. Es ist auch ein Treffen der Vertreter von EU, Europäischer Zentralbank (EZB), Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischem Stabilitätsmechanismus (ESM) mit Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis geplant. In den vergangenen Tagen hatte es Gespräche auf Expertenebene gegeben.

Der IWF werde sich so lange nicht an einem neuen Hilfspaket beteiligen, „bis diese beiden Bedingungen erfüllt sind“, sagte der Vertreter mit Verweis auf die nötigen Reformen und Schuldenerleichterungen für Athen. Griechenland und die anderen Euro-Länder streben ein Kreditpaket in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro an, das in den kommenden Wochen ausgehandelt werden soll.

Drittes Hilfspaket: IWF bremst

Der IWF beteiligt sich unterdessen vorerst nicht an einem dritten Hilfspaket für das hoch verschuldete Griechenland. Zunächst müsse gesichert sein, dass Athen die vollständige Umsetzung der von den Gläubigern geforderten Reformen akzeptiere und die Europäer der griechischen Regierung Schuldenerleichterungen gewähren, sagte ein ranghoher IWF-Vertreter gestern.

Athener Börse soll am Montag öffnen

An der Athener Börse soll nach einer fünfwöchiger Pause am Montag wieder gehandelt werden. Die Wiedereröffnung sei für den 3. August geplant, sagte der Chef der Kapitalmarktaufsicht, Costas Botopoulos, laut dem TV-Sender CNBC. Alle Parteien arbeiteten daran, den Handel am Montag wiederaufzunehmen. Unter anderem müsse das griechische Finanzministerium dem Schritt schriftlich zustimmen.

Die EZB hatte der Wiedereröffnung des Aktienmarktes bereits Anfang der Woche zugestimmt. Da der Handel für Griechen aber eingeschränkt werden soll, gab es Verzögerungen. Hintergrund waren Probleme mit den IT-Systemen der Banken, die die Beschränkungen umsetzen müssen. Für ausländische Investoren sollen diese nicht gelten.

Die Börse war ebenso wie die Banken seit der Zuspitzung der Schuldenkrise Ende Juni geschlossen worden. Die Geldhäuser hatten nach einer dreiwöchigen Zwangspause ihre Schalter bereits am 20. Juli wieder geöffnet. Um einen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern, blieben Kapitalmarktkontrollen aber in Kraft.

Sport

Olympia: Winterspiele 2022 in Peking

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Winterspiele 2022 an Peking vergeben und damit eine historische Entscheidung getroffen. Die chinesische Metropole ist nämlich die erste Stadt, die Ausrichter von Olympischen Sommer- und Winterspielen ist. Der favorisierte Veranstalter von 2008 setzte sich bei der Wahl auf der 128. IOC-Session in Kuala Lumpur heute knapp gegen die kasachische Stadt Almaty durch.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Europa League: Altach besteht Europacup-Prüfung

Was dem WAC gegen Dortmund verwehrt geblieben ist, hat Altach in kleinerem Rahmen geschafft. Der Außenseiter aus Vorarlberg setzte sich im Heimspiel sensationell gegen Vitoria Guimaraes mit 2:1 durch. „Wir haben bestanden“, freute sich Coach Damir Canadi über den Sieg im ersten Europacup-Spiel. Trotz des bitteren Gegentreffers glaubt Canadi auch in Portugal an Altachs Chancen. Zuerst denkt man aber an das Spiel gegen die Austria.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Tod von Löwe Cecil nun Fall für US-Behörden

Zu einem beispiellosen Sturm der Entrüstung hat die Tötung des Löwen Cecil in Simbabwe geführt. Die brutale Jagd und Tötung des Tiers machte einen US-Zahnarzt selbst zum Gejagten. Er muss sich nun auch in seiner Heimat für die Tat verantworten - die US-Behörde für Fischerei und Tiere nahm Ermittlungen auf, wie gestern Abend bekanntwurde. Allerdings ist Walter Palmer nicht auffindbar. Er floh vor dem wütenden Mob, der ihm offen mit Gewalt droht. Mehrere Versuche, ihn zu kontaktieren, seien gescheitert, heißt es von der Behörde - verbunden mit dem Aufruf, Palmer möge sich umgehend melden. Der Hobbyjäger ist jedenfalls gefragt - auch Simbabwe würde ihn gern belangen und fordert eine Überstellung.

Mehr dazu in Am Pranger - real und digital

Science

Kultur

GB gewährt Ai Weiwei doch Visum für sechs Monate

Der chinesische Künstler Ai Weiwei bekommt doch ein sechsmonatiges Visum für Großbritannien. Innenministerin Theresa May habe das angeordnet, und man habe ein Entschuldigungsschreiben abgeschickt, sagte ein Ministeriumssprecher heute in London. Großbritannien hatte dem Regimekritiker zunächst nur einen dreiwöchigen Aufenthalt erlaubt.

In einem Schreiben, das er gestern veröffentlicht hatte, wurden ihm falsche Angaben über seine Straffälligkeit vorgeworfen. Ai war aber in China nie angeklagt. Der Künstler wollte zur Eröffnung seiner Ausstellung in der Royal Academy of Arts im September nach London reisen.

Werke von Picasso und Beckmann werden versteigert

Rund 200 Werke aus dem Privatnachlass des Sammlers und Buchautors Lothar-Günther Buchheim („Das Boot“) sowie dessen Frau Diethild stehen zum Verkauf. Das Münchner Auktionshaus Neumeister versteigert aus dem ein Jahr lang inventarisierten umfangreichen Nachlass der Eheleute Druckgrafiken. Darunter sind expressionistische Werke von Max Beckmann, Otto Dix und Ernst Ludwig Kirchner.

Es finden sich aber auch Arbeiten von Pablo Picasso und anderen Meistern der klassischen Moderne im Angebot, wie das Auktionshaus mitteilte. Jeweils ein weiteres Exemplar bleibt im Museumsbestand. Das Buchheim-Museum in Bernried am Starnberger See wolle mit dem Auktionserlös seinen expressionistischen Sammlungsschwerpunkt ausbauen und Werke ankaufen.

Die zu versteigernden Druckgrafiken können vom 2. Oktober an parallel zur Gedächtnisausstellung „Buchheim. Marche sentimental“ im Buchheim-Museum besichtigt werden. Die Auktion ist am 28. November ebenfalls in Bernried. Der 2007 gestorbene Sammler gilt als einer der größten Sammler expressionistischer Kunst.

IT

Medien

D: Recherchewebsite Correctiv stellt Selbstanzeige

Die Recherchewebsite Correctiv hat sich beim deutschen Generalbundesanwalt wegen Landesverrats selbst angezeigt. Zugleich veröffentlichte sie die umstrittenen Geheimdokumente, die Netzpolitik.org publiziert hatte. „Soll er doch gegen uns alle ermitteln!“, sagte Correctiv-Chefredakteur Markus Grill heute in Berlin in Richtung Generalbundesanwalt.

Die Redaktion reagierte mit dem Schritt auf - mittlerweile von der deutschen Generalbundesanwaltschaft auf Eis gelegte - Ermittlungen gegen die Journalisten des Blogs Netzpolitik.org wegen Landesverrats. Das durch Spenden und Stiftungen finanzierte Correctiv-Team will den investigativen Journalismus neu beleben und arbeitet unter anderem mit Zeitungen, dem Magazin „Der Spiegel“, mit „Zeit Online“ und dem RTL-„Nachtjournal“ zusammen.

Das deutsche Kanzleramt hält nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa das Vorgehen von Verfassungsschutz und Bundesanwaltschaft für problematisch. In Regierungskreisen wurde darauf verwiesen, dass generell „Kollateralschäden“ berücksichtigt werden müssten, wenn gegen Journalisten ermittelt wird. Das solle vermieden werden. Es wurde betont, dass das Kanzleramt vorher nicht informiert worden sei.