Ausland

EU-Parlament stimmt über Junckers Kommission ab

Erstmals in seiner Geschichte stimmt das EU-Parlament heute über eine EU-Kommission ab, deren Chef als Spitzenkandidat bei der Europawahl angetreten ist. Die Bestätigung der neuen EU-Kommission unter Präsident Jean-Claude Juncker in Straßburg gilt als sicher, da er auf die Unterstützung der beiden großen Parteienfamilien setzen kann.

Die größte Fraktion im Parlament, die Europäische Volkspartei, hatte den Luxemburger bei der Europawahl als ihren Kandidaten für das Brüsseler Spitzenamt ins Rennen geschickt. Zuletzt musste Juncker sein Kommissionsteam kurzfristig umbesetzen, da die slowenische Kandidatin Alenka Bratusek im EU-Parlament durchgefallen war.

Die von Slowenien nachnominierte Violeta Bulc soll künftig das Verkehrsressort in der Brüsseler Behörde leiten. Die neue EU-Kommission nimmt nach der Bestätigung durch das EU-Parlament ihre Arbeit am 1. November auf.

Weiter Kritik an Navracsics

Doch einige Abgeordnete aus Spanien und Großbritannien meldeten Widerstand an. Auch die europäischen Liberalen lassen sich ihre zugesicherte Zustimmung nun keineswegs billig abkaufen.

Der Vorsitzende der liberalen Fraktion, Guy Verhofstadt, stößt sich insbesondere am ungarischen Kommissar Tibor Navracsics: „Wir halten Herrn Navracsics weiterhin als ungeeignet für das Dossier Bürgerschaft und erwarten uns von Präsident Juncker eine Änderung seines Verantwortungsbereichs.“

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Barrosos letzter Auftritt im EU-Parlament

Das EU-Parlament debattierte gestern über die Bilanz der EU-Kommission unter ihrem scheidenden Präsidenten Jose Manuel Durao Barroso in den vergangenen fünf Jahren. Zum Auftakt verteidigte Barroso seine Amtszeit - die EU habe die Lehren aus der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise gezogen.

„Es waren außergewöhnliche und herausfordernde Zeiten“, in denen er und seine Kommissare hinter den Kulissen gekämpft hätten wie Löwen. Von allen Fraktionen - außer der EVP, der Barroso selbst angehört - hagelte es dennoch Kritik. Dass Barrosos Engagement „nicht immer gereicht hat“, war noch das mildeste Urteil.

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Brasilianische Präsidentin Rousseff bangt um Wiederwahl

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff bangt um ihre Wiederwahl. Denn der liberal-konservative Aecio Neves hat Umfragen zufolge bei der Stichwahl am Sonntag gute Chancen, Rousseff und ihrer linken Arbeiterpartei (PT) eine Niederlage zuzufügen.

Rund 143 Millionen Brasilianer sind dazu aufgerufen, zwischen einer sozialen oder einer wirtschaftlichen Vision für ihr Land zu entscheiden.

Der Machtkampf zwischen liberal-konservativen und linken Parteien bestätigt eine jahrelange Kontinuität der brasilianischen Politik: Es ist die sechste Präsidentenstichwahl, bei der einander Kandidaten der beiden großen politischen Lager gegenüberstehen.

Neves überraschend in Stichwahl

Es bleibt aber spannend: Knapp eine Woche vor dem Urnengang konnte die 66-jährige Rousseff laut der jüngsten Umfrage des Datafolha-Instituts ihren Herausforderer von der rechtsgerichteten Sozialdemokratischen Partei (PSDB) um vier Prozent überholen. Zuvor hatte der 54-jährige Neves stets die Nase vorn.

Die seit 2011 amtierende Rousseff erlangte im ersten Wahlgang am 5. Oktober 41,6 Prozent der Stimmen. Ex-Gouverneur Neves überraschte mit 33,6 Prozent und dem Einzug in die Stichwahl. Umfragen hatten eigentlich der früheren Umweltministerin und Kandidatin der Sozialisten (PSB), Marina Silva, ein direktes Duell mit Rousseff prophezeit. Silva sagte gemeinsam mit einem breiten Oppositionsbündnis Neves ihre Unterstützung zu.

US-Teenager auf Weg nach Syrien in Frankfurt gestoppt

Auf dem Frankfurter Flughafen sind drei Mädchen aus dem US-Bundesstaat Denver aufgegriffen worden, die sich laut Berichten von US-Medien den Extremisten des Islamischen Staates (IS) in Syrien anschließen wollten.

Die deutsche Bundespolizei bestätigte, dass drei amerikanische Jugendliche auf dem Flughafen auf Bitten des US-Konsulats und ihrer Eltern in Gewahrsam genommen wurden. Die Mädchen waren von ihren Eltern als vermisst gemeldet worden.

Der US-Rundfunksender Voice of America berichtete, zwei der Mädchen seien Schwestern und stammten aus einer somalischen Familie. Die dritte stamme aus dem Sudan. Sie seien 15, 16 und 17 Jahre alt. Eines der Mädchen habe der deutschen Bundespolizei gesagt, sie seien auf dem Weg in die Türkei. Diese ist oft das Transitland für Ausländer, die sich in Syrien dem IS anschließen wollen.

Das FBI teilte lediglich mit, die Mädchen seien inzwischen wieder bei ihren Familien. Der Fall werde untersucht. Der Sender CNN meldete, das FBI prüfe die Internetkommunikation der Mädchen, um herauszufinden, ob es einen Unterstützer gegeben habe.

Nordkorea lässt Amerikaner frei

Nordkorea hat einen von drei gefangen gehaltenen US-Bürgern freigelassen. Jeffrey Fowle sei erlaubt worden, Nordkorea zu verlassen, sagte gestern ein Sprecher des Weißen Hauses in Washington.

Der im April nach Nordkorea gereiste 56-Jährige befinde sich „auf dem Weg nach Hause“. Washington forderte Pjöngjang auf, auch die inhaftierten US-Bürger Matthew Miller und Kenneth Bae freizulassen.

Laut US-Angaben war Washington eine zeitliche Frist eingeräumt worden, Fowle aus dem Land zu bringen. Das Verteidigungsministerium schickte demnach ein Flugzeug in das Land, das in Pjöngjang landen und den US-Bürger abholen durfte, obwohl beide Länder keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Die Entscheidung Nordkoreas, Fowle freizulassen, werde „ausdrücklich begrüßt“, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses.

Russland - Ukraine: Keine Einigung im Gasstreit

Der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland soll EU-Energiekommissar Günther Oettinger zufolge erst in der kommenden Woche entschieden werden. „Mit etwas gutem Willen müsste kommende Woche eine Einigung möglich sein“, sagte Oettinger gestern nach mehrstündigen Verhandlungen mit Vertretern Russlands und der Ukraine in Brüssel.

Oettinger sprach immerhin von „wichtigen Fortschritten“. Es gebe damit eine „gewisse Perspektive für Versorgungssicherheit im Winter für alle europäischen Bürger“. Knackpunkt ist offenbar, dass Russland Gas an die Ukraine im Winter nur gegen Vorkasse liefern will.

Auch EU betroffen

„Wir mussten das als Voraussetzung akzeptieren“, so Oettinger. Nun müsse geklärt werden, welche Mengen Gas die Ukraine brauche und bezahlen könne. Die Finanzierung für eine angenommene Menge von vier Milliarden Kubikmeter sei nicht gesichert.

Die EU vermittelt in dem Streit, der auch die Erdgasversorgung der Gemeinschaft gefährden könnte. Die EU erhält ein Drittel ihres Erdgases aus Russland, die Hälfte davon strömt durch ukrainische Leitungen. Sie befürchtet, dass die Ukraine in Notlagen Gas daraus abzweigen könnte.

Proteste in Hongkong: Keine Annäherung bei Gesprächen

Die ersten Gespräche zwischen Regierung und Aktivisten in Hongkong haben keinen Durchbruch gebracht. Nach mehr als drei Wochen Demonstrationen für mehr Demokratie ist ein Ausweg aus der bisher größten politischen Krise in der chinesischen Sonderverwaltungsregion nicht in Sicht. In dem live im Fernsehen übertragenen, zweistündigen Dialog prallten die Gegensätze aufeinander.

Die Regierung machte einige Vorschläge zum weiteren Vorgehen. Doch waren die Studentenführer am Ende unentschlossen, ob sie eine Fortsetzung des Dialogs für sinnvoll halten. Hongkongs Verwaltungschefin Carrie Lam warf den Demonstranten die Verletzung von Gesetzen vor, während die Studentenvertreter ihre Forderung nach mehr Demokratie in der früheren britischen Kronkolonie bekräftigten.

„Hongkong ist kein unabhängiges Land“, hob Lam aber gleich zu Beginn hervor. „Es ist nur eine Sonderverwaltungsregion innerhalb Chinas.“ Sie verteidigte den Beschluss des Pekinger Volkskongresses, 2017 zwar erstmals direkte Wahlen in Hongkong zu erlauben, aber nicht die freie Nominierung der Kandidaten. Diese begrenzte Wahlreform hatte die Proteste ausgelöst.

Inland

Justizminister lässt Bandion-Sager prüfen

Die Aussagen der Ex-ÖVP-Justizministerin und nunmehrigen Vizegeneralsekretärin des König-Abdullah-Dialogzentrums, Claudia Bandion-Ortner, lassen die Wogen weiter hochgehen. Ihr Nachfolger Wolfgang Brandstetter, ebenfalls von der ÖVP nominiert, sagte gestern, die Causa werde an das Oberlandesgericht Graz zur Prüfung weitergeleitet. Dieses habe über ein etwaiges Disziplinarverfahren gegen die karenzierte Richterin zu entscheiden.

In einem „profil“-Interview hatte Bandion-Ortner die Todesstrafe in Saudi-Arabien verharmlost, indem sie sagte, Enthauptungen fänden „nicht jeden Freitag“ statt. Das löste eine Welle der Kritik aus.

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Salafistenpaar wird nach Deutschland ausgeliefert

Ein deutsches Salafistenpaar wird nach Deutschland ausgeliefert, nachdem es bei seiner mutmaßlichen Rückkehr aus Syrien in Österreich festgenommen worden war. Das sagte eine Sprecherin des Landesgerichts in Klagenfurt heute der APA.

Der achtjährige Sohn der 33-jährigen Münchnerin war ebenfalls mitgereist. Er wurde nach der Verhaftung am 11. Oktober von Verwandten abgeholt.

Die Frau mit irakischen Wurzeln soll mit dem Buben und ihrem 20-jährigen türkischstämmigen Begleiter nach Syrien gereist sein, um sich dschihadistischen Kämpfern anzuschließen. Die Münchner Justiz wirft dem Mann und der Frau die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor.

Das Amtsgericht hatte einen europäischen Haftbefehl ausgestellt. Mehr als 450 Islamisten aus Deutschland sind nach Angaben von Sicherheitsbehörden nach Syrien und in den Irak gereist.

TV-Hinweis

Sport

Champions League: Adriano glänzt am Abend der Torflut

Der dritte Spieltag der UEFA Champions League hat gestern mit einer wahren Torflut aufgewartet. Insgesamt 40 Treffer in acht Spielen bedeuteten die zweithöchste Quote in der Geschichte der Königsklasse. Neben der Torgala von Bayern in Rom präsentierte sich besonders die Gruppe G in Torlaune: Chelsea fertigte Maribor zu Hause 6:0 ab, Schalke kam zu einem 4:3-Heimsieg über Sporting Lissabon. Herausragender Spieler des Abends war aber Schachtjor-Goalgetter Adriano, der beim 7:0 bei BATE Borisow gleich fünfmal zuschlug und damit die Bestmarke von Lionel Messi einstellte.

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Erste Liga: LASK baut Tabellenführung aus

Der LASK hat gestern in der 15. Runde der Ersten Liga seine Tabellenführung ausgebaut. Der Aufsteiger setzte sich im Heimspiel gegen Horn souverän mit 2:0 durch und führt nun vier Punkte vor Liefering, das sich gegen zehn Kapfenberger knapp durchsetzte.

Beide Teams profitierten von einem dramatischen Spiel in Lustenau, in dem Mattersburg wichtige Zähler liegen ließ. Die Burgenländer drehten mit zwei späten Toren einen Rückstand und kassierten dann in der letzten Minute den Ausgleich. Auch St. Pölten rettete mit einem Last-Minute-Tor ein Remis gegen den FAC.

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Ski alpin: Zettel will „neu durchstarten“

Eine Hüftoperation hat Kathrin Zettel endlich die herbeigesehnte Erleichterung gebracht. Erstmals seit langer Zeit kann die 28-jährige Niederösterreicherin eine Saison schmerzfrei und ohne Angst vor zu großen Belastungen in Angriff nehmen. Die Gedanken ans Aufhören sind längst verflogen. „Mein großer Wunsch ist, in dieser Saison neu durchzustarten“, strahlt die „echt motivierte“ Zettel vor dem Riesentorlauf-Auftakt am Samstag in Sölden viel Zuversicht aus. Ziele gibt es in der WM-Saison jedenfalls genug.

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Wirtschaft

Schlecker-Abwicklung dauert noch bis Ende 2015

Die Abwicklung der pleitegegangenen deutschen Drogeriemarktkette Schlecker dauert wahrscheinlich länger als zunächst erwartet. „Das Verfahren wird sicher noch bis nächstes Jahr dauern“, erklärte die Insolvenzverwaltung heute. Demnach ist Schlecker wohl erst Ende 2015 weitgehend abgewickelt.

Ursprünglich war das bereits ein Jahr vorher erwartet worden. Den Angaben zufolge haben unter anderem viele frühere Beschäftigte noch Zeugnisse und Arbeitsbescheinigungen erbeten. Hinzu kommen langwierige Abrechnungen von Mietverhältnissen.

30 Mitarbeiter von Schlecker seien noch mit der Abwicklung betraut und dabei auch in der einstigen Zentrale in Ehingen bei Ulm tätig. Für das Gebäude wird noch ein Käufer gesucht. Die Stadt hat bereits Interesse gezeigt.

Kritik an zu teurem Treibstoff

Tanken ist so billig wie schon lange nicht mehr. Die Preise für Benzin und Diesel fielen seit August um 4,5 (Super) beziehungsweise 5,5 Prozent (Diesel). Noch stärker ließ in der gleichen Zeit allerdings der Rohölpreis nach.

Kritiker meinen deshalb, dass die Preissenkungen bewusst nicht in der vollen Höhe an die Autofahrer weitergegeben würden. Tatsächlich lassen sich Rohöl- und Spritpreis aber nicht eins zu eins gleichsetzen.

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McDonald’s schmeckt vielen Kunden nicht mehr

Viele Burger-Fans kehren der weltgrößten Imbisskette McDonald’s den Rücken. Auf dem Heimatmarkt USA knickten die Erlöse im dritten Quartal erneut ein, weil die Verbraucher eher bei der billigeren Konkurrenz speisten.

In China blieben die Kunden aufgrund eines Gammelfleischskandals bei einem Zulieferbetrieb fern. Umsatzausfälle hatte das Unternehmen auch in Russland und der Ukraine zu beklagen, wo Restaurants geschlossen werden mussten.

Von Juli bis September gingen die Umsätze insgesamt um fünf Prozent auf knapp sieben Mrd. US-Dollar (5,5 Mrd. Euro) zurück, wie McDonald’s mitteilte. Der Gewinn sackte gar um 30 Prozent auf knapp 1,1 Mrd. Dollar ab. Daran hatte auch eine höhere Steuerlast Anteil.

Gesundheit

Ebola-Training für Tausende Pflegekräfte in New York

Tausende Mitarbeiter des New Yorker Gesundheitswesens haben ein Training für den Ebola-Ernstfall absolviert. Ärzte, Krankenschwestern sowie Reinigungskräfte und Hilfspersonal sollten lernen, Ebola-Symptome zu erkennen und wie man die Verbreitung des gefährlichen Virus verhindere, berichteten New Yorker Medien.

„Was diese Krankheit vernichtet, sind Wissen, Training und gute Vorbereitung“, sagte Gouverneur Andrew Cuomo nach der Schulung. Nachdem sich im US-Staat Texas zwei Krankenschwestern bei der Behandlung eines Ebola-Kranken infiziert hatten, stieg die Besorgnis, dass US-Kliniken nicht gut genug auf Ebola vorbereitet seien.

USA verschärfen Einreisebestimmungen

Aus Furcht vor einer Ausbreitung der Ebola-Epidemie verschärfen die USA die Einreisebestimmungen für Flugpassagiere aus den besonders stark betroffenen Ländern in Westafrika. Reisende aus Liberia, Sierra Leone und Guinea dürften künftig nur über fünf große Flughäfen - unter anderem in New York und Washington - in die USA einreisen, erklärte das Heimatschutzministerium gestern. Dort werde bei ihnen Fieber gemessen, das auf eine Ebola-Infektion hindeuten könnte.

In der Praxis dürfte die neue Regelung geringe Auswirkungen auf den Flugverkehr haben: Rund 94 Prozent aller Reisenden aus dem Ebola-Gebiet landen dem Ministerium zufolge ohnehin auf den ausgewiesenen Airports.

Kontrollen starten in London-Gatwick

Seit gestern müssen sich auch Ankömmlinge aus Westafrika auf dem Londoner Flughafen Gatwick Kontrollen unterziehen. Passagiere von Flügen aus Sierra Leone, Guinea und Liberia werden zu ihren Reisedaten und ihrer Gesundheit befragt. Außerdem wird ihre Temperatur gemessen.

Auf Europas größtem Flughafen London-Heathrow hatten die Ebola-Screenings bereits in der vergangenen Woche begonnen. Auch in Manchester und Birmingham will die britische Regierung die Kontrollen einführen. Ihr Sinn ist umstritten, auch weil der Zeitraum zwischen einer Ebola-Infektion und dem Auftreten von Symptomen sehr lang ist.

WHO: Senegal und Nigeria sind ebolafrei

Seit dem Ausbruch der Epidemie wurden laut WHO mehr als 9.000 Kranke in Guinea, Liberia und Sierra Leone gemeldet, von denen rund die Hälfte an der Krankheit starben. Die Seuche wurde in die USA, nach Spanien, Nigeria und in den Senegal eingeschleppt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte Senegal und Nigeria inzwischen aber wieder für ebolafrei.

Chronik

Katastrophen-AKW Fukushima wird rückgebaut

Dreieinhalb Jahre nach den Kernschmelzen im japanischen AKW Fukushima I wollen sich die Rettungstrupps langsam an den langwierigen Rückbau eines der zerstörten Reaktoren machen. Mit einem ferngesteuerten Spezialkran begann der Betreiberkonzern TEPCO damit, die provisorische Abdeckung des Reaktors 1 zunächst zu durchlöchern.

Durch die Öffnungen würden 4.000 Liter an Bindemittel gegossen, damit keine radioaktiven Partikel aufgewirbelt werden, hieß es. Ab März 2015 soll die Dachkonstruktion abgebaut werden. Die Bergung der geschmolzenen Brennstäbe könne jedoch frühestens 2020 beginnen. In dem Jahr finden in Tokio die Olympischen Spiele statt.

Pistorius-Urteil: Justiz prüft Berufung

Der südafrikanische Paralympics-Star Oscar Pistorius hat seine Verurteilung zu fünf Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp angenommen. Die Richterin in dem aufsehenerregenden Prozess hatte das Strafausmaß gestern Vormittag verkündet.

Auch die Familie des Opfers zeigte sich mit dem Ausgang des Prozesses zufrieden. Anders die nationale Strafverfolgungsbehörde: Man werde eine mögliche Berufung prüfen, sagte ein Sprecher. Stein des Anstoßes ist vor allem die Tatsache, dass Pistorius wegen fahrlässiger Tötung und nicht wegen Mordes verurteilt wurde.

Mehr dazu in Empörung über zu mildes Urteil

Medien

Watergate: Legendärer US-Chefredakteur Bradlee tot

Der zur Zeit der legendären Watergate-Enthüllungen verantwortliche Chefredakteur der US-Zeitung „Washington Post“, Ben Bradlee, ist tot. Bradlee starb in seinem Haus in Washington gestern mit 93 Jahren eines natürlichen Todes, wie die Zeitung berichtete. US-Präsident Barack Obama würdigte die Leistungen Bradlees für den Journalismus.

„Mut einer ganzen Armee“

Die Watergate-Reporter Carl Bernstein und Bob Woodward erklärten, Bradlee habe den „Mut einer ganzen Armee“ gehabt. Bradlees Frau Sally Quinn, ebenfalls eine frühere Reporterin der „Washington Post“, hatte im vergangenen Monat erklärt, dass ihr Mann an Demenz leide.

Bradlee leitete die Geschicke der renommierten Zeitung als Chefredakteur zwischen 1968 und 1991 und verantwortete daher auch die Berichte rund um den Watergate-Skandal, die den damaligen US-Präsidenten Richard Nixon 1974 zum Rücktritt zwangen. Bradlee habe in seiner Zeit die „Washington Post“ zu einer der weltweit führenden Zeitungen gemacht, würdigte das Blatt den Verstorbenen.

Für Bradlee „mehr als ein Beruf“

Obama erklärte, der Journalismus sei für Bradlee „mehr als nur ein Beruf gewesen“. Vielmehr habe er ihn als ein „öffentliches Gut“ begriffen, das wichtig für die Demokratie des Landes sei. Bradlee habe Reporter dazu gebracht, „Geschichten zu erzählen, die erzählt werden mussten“, erklärte Obama. „Diese haben uns geholfen, die Welt und einander ein bisschen besser zu verstehen.“

Für die Watergate-Berichterstattung war die „Washington Post“ einst mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Der Skandal wurde außerdem in einem Roman aufgegriffen und verfilmt. Begonnen hatte die Affäre, als fünf Männer in die Wahlkampfzentrale der Demokraten einbrachen, um sie zu verwanzen. Ihre Spur führte bis zum Präsidenten selbst. Die beiden Reporter Bernstein und Woodward deckten mit Hilfe einer „Deep Throat“ genannten Informationsquelle die Vertuschungsmanöver Nixons auf.

„Bester Chefredakteur seiner Zeit“

Bernstein und Woodward veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung zum Tod ihres früheren Chefs: Bradlee sei ein „wahrer Freund“ und ein Anführer in der Branche gewesen. „Sein einziges unnachgiebiges Prinzip war die Suche nach der Wahrheit“, erklärten sie. Der Mann habe den „Mut einer ganzen Armee“ gehabt. Der damalige Verleger Donald Graham würdigte Bradlee als „besten US-Chefredakteur seiner Zeit“.

Bradlee wurde 1921 in Boston geboren und studierte an der renommierten Harvard-Universität. Für die „Washington Post“ und die „Newsweek“ arbeitete er unter anderem als Reporter und wurde in dieser Zeit ein Freund des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy. Im Jahr 1968 übernahm er als Chefredakteur die Geschicke der „Washington Post“. Den Posten gab er 1991 ab, er blieb aber Vizepräsident der Zeitung.

Langjähriger ORF-Betriebsrat Fiedler gestorben

Der langjährige Zentralbetriebsratsobmann des ORF, Heinz Fiedler, ist gestern 72-jährig verstorben. Fiedler, der auch jahrzehntelanges Mitglied im Aufsichtsgremium des öffentlich-rechtlichen Senders war, erlag einer langen, schweren Krankheit, wie der ORF in einer Aussendung mitteilte. Ende Jänner 2011 hatte sich Fiedler aus dem ORF zurückgezogen und seine Pension angetreten.

Fiedler begann seine ORF-Laufbahn 1964 als kaufmännischer Mitarbeiter. Der Bürgerliche und gelernte Betriebswirt war ab 1966 als ORF-Betriebsrat und Christgewerkschafter aktiv. Ab 1976 gehörte Fiedler dem ORF-Kuratorium an und war auch in dessen Nachfolgegremium, dem ORF-Stiftungsrat, bis Ende 2010 vertreten. 1972 war Fiedler Teil der Rundfunkreformkommission von Bundeskanzler Bruno Kreisky, in den 70er und 80er Jahren war er zudem Mitglied der ÖVP-Medienkommission.

„Heinz Fiedler hat sein gesamtes Berufsleben dem ORF und seiner Belegschaft gewidmet - mit unbeirrbarem Engagement und höchstem persönlichem Einsatz insbesondere als Betriebs- und Aufsichtsrat“, zollte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz dem Verstorbenen „ehrlichen Respekt“.

Kultur

Amazon einigt sich auch mit Bonnier in E-Book-Streit

Der Onlinehändler Amazon und die Bonnier-Gruppe mit Verlagen wie Ullstein und Carlsen haben ihren monatelangen Streit über das Geschäft mit digitalen Büchern in Deutschland beigelegt.

Die Vereinbarung regle langfristig den Verkauf von Büchern und E-Books seiner deutschen Verlage, teilte Bonnier gestern am späten Abend mit. Amazon bestätigte die Einigung. Details zu den Konditionen gab es nicht.

Streit über Rabatte

Laut früheren Informationen aus der Branche drehte sich der Streit vor allem um die Rabatte, die Amazon als Verkäufer der Bücher bekommt. Demnach wollte der Onlinehändler den Abschlag von 50 Prozent auf den Einzelhandelspreis, den er bei gedruckten Büchern erhält, auch auf E-Books übertragen.

In der Verlagsbranche traf das dem Vernehmen nach auf Widerstand - mit der Begründung, dass die Gewinnspanne bei digitalen Büchern bereits deutlich geringer sei. Ein Kompromissvorschlag von Amazon soll bei 40 Prozent gelegen sein.

Anfang des Monats hatte Amazon kurz vor der Frankfurter Buchmesse im E-Book-Streit bereits eine Einigung mit dem Verlag Bastei Lübbe erzielt. In den USA gab der Onlinehändler diese Woche einen langfristigen Deal mit dem großen Verlag Simon & Schuster bekannt.

Science

Leute

Monica Lewinsky: Ich war erstes Internetopfer

Monica Lewinsky (41) hat durch ihre Affäre mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton weltweit Schlagzeilen gemacht - jetzt sieht sie sich als erstes Opfer des Internets. „Ich war Patientin null“, sagte die einstige Praktikantin im Weißen Haus am Montag bei einer Veranstaltung der Zeitschrift „Forbes“.

Weltweit und aufs Schwerste sei sie vor 16 Jahren in den Medien gedemütigt worden. Dramatisch waren allein schon die ersten Worte ihres Auftritts: „Mein Name ist Monica Lewinsky - obwohl mir oft geraten wurde, den Namen zu ändern.“ Jetzt wolle sie anderen Opfern des Internets helfen.

Zu ihrer Affäre im Oval Office sagte Lewinsky: Sie sei damals 22 und etwas romantisch veranlagt gewesen. „Ich verliebte mich in meinen Chef, auf die Art und Weise, wie es 22-Jährige tun. So etwas passiert. Aber mein Chef war der Chef der Vereinigten Staaten. Das passiert wahrscheinlich seltener.“

„Mein Boss hat mich ausgenutzt“

Bereits im Mai hatte sie sich erstmals wieder zu Wort gemeldet - und Clinton schwer beschuldigt. „Klar, mein Boss hat mich ausgenutzt“, schrieb sie in der Zeitschrift „Vanity Fair“. Andererseits habe es sich um eine „einvernehmliche Beziehung“ gehandelt, räumte sie ein. Der eigentliche Missbrauch habe erst später begonnen, „als ich zum Sündenbock gemacht wurde, um seine Stellung der Macht zu schützen“.

Das Bekanntwerden der Affäre hatte 1998 Clinton beinahe das Amt gekostet. Erst durch einen öffentlichen Kniefall konnte er eine Amtsenthebung abwenden, bestritt aber zunächst, eine „sexuelle Beziehung“ mit der jungen Frau gehabt zu haben. Jahre später räumte er ein, er hätte früher mit der Wahrheit herausrücken sollen.