Ausland

US-Abgeordnete stimmen für neue Russland-Sanktionen

Das US-Repräsentantenhaus hat gestern mit überwältigender Mehrheit einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der weitere Sanktionen gegen Russland, den Iran und Nordkorea vorsieht. 419 der Abgeordneten stimmten dafür, drei votierten dagegen. Nach dem Repräsentantenhaus muss noch die zweite Kammer des Kongresses, der Senat, über den Entwurf abstimmen. Dann muss US-Präsident Donald Trump ihn unterzeichnen.

Das Paket sieht vor, dass die bestehenden Sanktionen gegen Moskau punktuell erweitert und ausgebaut werden. Diese waren wegen der Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt sowie der mutmaßlichen Einflussnahme des Kreml auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 verhängt worden. Beim Iran geht es um den Dauerstreit über dessen Raketenprogramm.

Der Entwurf setzt dem Präsidenten zugleich Grenzen, was die Aufhebung von Sanktionen gegen Russland betrifft. Er muss künftig in einem Bericht an den Kongress darlegen, dass eine Beendigung der Strafmaßnahmen gegen Moskau im nationalen Sicherheitsinteresse der USA liegt. Dazu hatte das Weiße Haus Bedenken geäußert. Demokraten, aber auch einige Republikaner sehen eine zu große Nähe Trumps zu Russland.

„Obamacare“-Abschaffung: Neuer Anlauf nimmt erste Hürde

Der US-Senat hat seinen ersten Schritt zur Abschaffung der von Donald Trumps Vorgänger im Weißen Haus, Barack Obama, eingeführten Gesundheitsreform unternommen. Er stimmte gestern mit knappestmöglicher Mehrheit dafür, eine Debatte über ein Alternativgesetz zu eröffnen.

Vizepräsident Mike Pence musste das Unentschieden mit seiner Stimme brechen, weil zwei republikanische Senatorinnen mit Nein stimmten. Die 50. Stimme kam von Senator John McCain, der trotz einer Gehirnoperation und einer Krebserkrankung eigens zur Abstimmung nach Washington gekommen war.

John McCain

APA/AP/Andrew Harnik

Die Abstimmung wurde von Protesten und „Schande“-Rufen im Senat begleitet. Es war völlig unklar, welches Gesetz in der Folge debattiert werden sollte. Die Republikaner versuchen seit sieben Jahren, die Reform zu torpedieren. Sie argumentieren, das als „Obamacare“ bekannte Gesundheitspaket sei zu teuer und ein zu großer Eingriff des Staates. Trump machte die „Obamacare“-Abschaffung zu einem seiner zentralen Wahlversprechen - alle bisher unternommenen Versuche einer Umsetzung scheiterten aber auch am Widerstand innerhalb der eigenen Reihen.

Waffenruhe für Libyen ausgehandelt

Die wichtigsten Gegenspieler im libyschen Bürgerkrieg haben sich unter Vermittlung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf einen Zehnpunkteplan mit einer Waffenruhe und einer baldigen Wahl verständigt. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung des Ministerpräsidenten der international anerkannten Übergangsregierung, Fajis al-Sarradsch, und des mächtigen Generals Chalifa Haftar hervor.

Der Text wurde gestern bei einem Spitzentreffen im Schloss La Celle Saint-Cloud bei Paris verhandelt. Die gemeinsame Abschlusserklärung lässt aber viele Fragen offen. Unklar ist etwa, wann die vereinbarte Feuerpause beginnen soll. Maßnahmen im „Anti-Terror-Kampf“ sind zudem von der Waffenruhe ausgenommen.

General untersützt Gegenregierung

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Trotz der Bildung einer Einheitsregierung werden weite Teile Libyens weiter von bewaffneten Milizen kontrolliert.

Sarradsch führt die von der internationalen Gemeinschaft unterstützte Einheitsregierung an, die aber von vielen Libyern nicht anerkannt wird und in weiten Teilen des Landes machtlos ist. General Haftar ist der starke Mann im Osten Libyens und unterstützt mit seinen Truppen die Gegenregierung in Bengasi.

I: Keine Einigung auf Verhaltenskodex für Flüchtlingsretter

Italienische Regierungsbeamte und Hilfsorganisationen haben sich vorerst nicht auf einen Verhaltenskodex als Grundlage für Rettungen von Flüchtlingen im Mittelmeer geeinigt. Für Freitag sei ein neues Treffen in Rom angesetzt worden, berichtete Titus Molkenbur, der für die deutsche NGO Jugend Rettet gestern bei einem mehr als einstündigen Treffen im Innenministerium in Rom teilnahm.

Bis dahin könnten die Organisationen Vorschläge zur Verbesserung und Ergänzung des Regelkatalogs einreichen. Das ging auch aus einer am Abend veröffentlichten Mitteilung des Innenministeriums hervor.

Regierung fordert klare Regeln

An dem Gespräch unter Federführung des Flüchtlingsbeauftragten des italienischen Innenministeriums, Mario Morcone, haben neben Jugend Rettet die NGOs MOAS, Save the Children, Ärzte ohne Grenzen, Sea-Watch, Sea-Eye und SOS Mediterranee teilgenommen. Jede der Organisationen habe ihre Sorgen vorbringen können, sagte Molkenbur. Morcone habe deutlich gemacht, dass es der italienischen Regierung um die innere Sicherheit Italiens gehe.

Mit dem Verhaltenskodex will die italienische Regierung klare Regeln für die Rettungsaktionen im Mittelmeer aufstellen und hatte damit für Verunsicherung bei den Hilfsorganisationen gesorgt. Sie fühlen sich durch den Vorstoß der italienischen Regierung kriminalisiert, weil sie sich bei den Rettungseinsätzen nach eigenen Angaben bereits an Recht und Gesetz auf See halten.

Nur im äußersten Notfall sollen die Schiffe der Hilfsorganisationen in libysche Hoheitsgewässer eindringen, so schreibt es auch das Internationale Seerecht vor. Der sogenannte Code of Conduct in seiner jetzigen Form untersagt den Helfern ferner, Ortungsgeräte abzustellen und mit Lichtsignalen Schmuggler an der libyschen Küste zu ermuntern, Boote mit Migranten aufs Meer zu schicken. Außerdem sollen die NGOs den Behörden, auch der Kriminalpolizei, Zugang zum Schiff gewähren und ihre Finanzierung offenlegen.

Erneut Hunderte Neuankünfte

Während der Beratungen in Rom gingen Hilfseinsätze im Mittelmeer weiter. Die spanische NGO Proactiva Open Arms rettete 167 Migranten von einem Schlauchboot. 13 Menschen, darunter Schwangere und Mütter, konnten nur noch tot geborgen werden, wie die Gruppe auf Twitter mitteilte. Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee brachten mehr als 400 Gerettete in Sizilien an Land, darunter zahlreiche Kinder.

Tillerson vor Rücktritt? US-Außenministerium dementiert

Das US-Außenministerium hat Berichten widersprochen, nach denen Chefdiplomat Rex Tillerson einen Rücktritt erwägt. Tillerson habe vor, im Amt zu bleiben, erklärte seine Sprecherin Heather Nauert gestern in Washington. Berichte über einen Rücktritt seien falsch. Der Außenminister fühle sich seiner Aufgabe verpflichtet.

Seit mehreren Wochen gibt es Berichte, Tillerson sei frustriert über die Zusammenarbeit mit Präsident Donald Trump und dem Weißen Haus. Am Wochenende heizte CNN Gerüchte über einen Rücktritt weiter an. Der Bericht des Senders stützte sich aber lediglich auf vage Aussagen von zwei anonymen Quellen. Diese sagten, dass es sie nicht überraschen würde, sollte der Minister noch vor Jahresende zurücktreten.

In den vergangenen Monaten zeigten sich zwischen Trump und Tillerson immer wieder offene Differenzen. So sprach sich der Außenminister für einen Verbleib der USA im Klimaschutzabkommen von Paris aus. Der Präsident entschied sich für den Ausstieg. In der Golfkrise kritisierte Trump Katar, Tillerson rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf.

UNO warnt vor „Strudel der Gewalt“ im Nahen Osten

Der UNO-Beauftragte für den Friedensprozess im Nahen Osten, Nikolaj Mladenow, hat im Konflikt am Tempelberg in Jerusalem vor einem „Strudel der Gewalt“ zwischen Israelis und Palästinensern gewarnt. Er drückte seine Unterstützung für die Entscheidung Israels aus, die umstrittenen Metalldetektoren an Zugängen zu der heiligen Stätte wieder zu entfernen. Auch den geplanten Einsatz anderer Sicherheitsmaßnahmen begrüßte Mladenow gestern in New York.

„Täuschen wir uns nicht: Während die Ereignisse in Jerusalem auf einer Fläche von ein paar Hundert Quadratmetern stattfinden mögen - in der Altstadt -, betreffen sie Hunderte Millionen Menschen rund um die Welt“, sagte Mladenow in einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats zum Nahost-Konflikt. Er hoffe, dass das Entfernen der Metalldetektoren die Spannungen zwischen beiden Seiten lockern werde.

Trotz des Kurswechsels der israelischen Regierung bleiben die Beziehungen zwischen Israel und den Palästinensern vorerst auf Eis. Erst wenn der Zustand am Tempelberg wieder so sei, wie vor zwei Wochen, würden die Gespräche wieder aufgenommen werden, sagte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah. Man wolle untersuchen, was in den vergangenen knapp zwei Wochen passiert sei und dann über das weitere Vorgehen entscheiden.

Streit über Zugangskontrollen

Der Streit über die Metalldetektoren hatte zu blutiger Gewalt geführt. Nun soll es „Sicherheitsinspektionen auf der Grundlage hoch entwickelter Technologien und andere Hilfsmittel“ geben, hieß es aus dem Büro des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu. Muslimische Repräsentanten in Jerusalem wollen ihren Boykott zunächst aber fortführen.

Mehr dazu in Sicherheitskabinettt reagiert auf Proteste

Inland

Krankentransporte: Streik steht weiter im Raum

Die Beschäftigten der Wiener Blaulichtorganisationen haben der Gewerkschaft in einer Betriebsversammlung gestern Abend das Pouvoir für Protestmaßnahmen erteilt. Die Gewerkschaft will nun mit Vertretern der Stadt und der Gebietskrankenkasse in Verhandlung treten und pocht auf den von Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) angekündigten runden Tisch zum Thema Krankentransporte.

„Wir warten auf ein Datum“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. „Wir haben die Zustimmung der Belegschaft für weitere Protestmaßnahmen in ganz Wien - und zwar quer durch den Blumenstrauß gewerkschaftlicher Maßnahmen“, berichtete vida-Vorsitzender Helmut Gruber im Anschluss an die knapp zweistündige Versammlung der APA.

98,9 Prozent der rund 450 anwesenden Sanitär des Wiener Roten Kreuzes, des Grünen Kreuzes, der Johanniter und des Samariterbunds hätten sich demnach für Protestmaßnahmen ausgesprochen, sollten die Verhandlungen nicht gut laufen. Gestreikt werden wird also vorerst nicht, allerdings will die Gewerkschaft weiter in der Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam machen. Den Vorwürfen zufolge wurde in den letzten Jahren von den Krankenkassen verstärkt auf Mietwagenunternehmen gesetzt.

Die Blaulichtorganisationen klagen aus diesem Grund über ausbleibende Einkünfte, weswegen etwa beim Roten Kreuz nun auch beim Personal der Rotstift angesetzt werden müsse und mit 1. August 35 von 120 Sanitätern gekündigt worden seien.

FPÖ-Mandatar Hübner kandidiert nicht mehr für Nationalrat

Der umstrittene FPÖ-Mandatar Johannes Hübner kandidiert nicht mehr für den Nationalrat. Das kündigte er gestern Nachmittag in Oe24.tv an. Wie Hübner sagte, sei er zu diesem Schritt von niemandem gedrängt worden. Er werde auch erst jetzt FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache darüber informieren.

Die Vorwürfe des Antisemitismus wies Hübner weiter zurück. Er kritisierte, dass die eigentlichen Themen jetzt von der „Totschlag-Kampagne“ und „beinharten Zerstörungsstrategie“ gegen ihn und die FPÖ überdeckt worden seien. Jetzt müssten SPÖ und ÖVP andere Vorwände finden, wenn sie nicht mit den Freiheitlichen koalieren wollten.

„Dummer Fehler“ von Hübner

Hübner, der stets dem ganz rechten Flügel der FPÖ zugeordnet wurde, war unlängst in die Schlagzeilen gekommen, als der „Standard“ eine im Vorjahr gehaltene Rede des Anwalts am Kongress der rechtsextremen Gesellschaft für freie Publizistik in Thüringen publiziert hatte, die antisemitisch konnotierte Anspielungen enthielt.

SPÖ und ÖVP sagten daraufhin, nicht mit einer Hübner-FPÖ koalieren zu wollen. Hübner sagte, seine als antisemitisch aufgefassten Aussagen seien ein „dummer Fehler“ gewesen und würden auch auf einer Fehlinformation seinerseits basieren. Sein Verzicht auf eine Wiederkandidatur erfolge „schweren Herzens“. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl sagte, er akzeptiere den Rückzug, bedauere ihn aber.

Sport

Fußball-EM: Zinsberger hat noch einige Ziele

Manuela Zinsberger hat bei der EM in den Niederlanden bisher eindrucksvoll gezeigt, dass sie zu Recht die Nummer eins im österreichischen Tor ist. Doch die Bayern-München-Legionärin gibt sich damit nicht zufrieden. Sie habe vor, noch „deutlich mehr“ aus sich herauszuholen, erklärte die 21-Jährige. Die nächste Aufgabe wartet heute mit dem Match gegen Island (20.45 Uhr, live in ORF eins).

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Schwimm-WM: Weltrekordflut in Budapest

Adam Peaty hat gestern bei der Schwimm-WM in Budapest seinen eigenen Weltrekord über 50 m Brust gleich zweimal an einem Tag verbessert. Der 22-jährige Brite unterbot zuerst am Vormittag seine alten Bestmarke von den Weltmeisterschaften in Kasan 2015. Im Halbfinale am Abend schwamm er noch einmal 15 Hundertstelsekunden schneller. Auch die Kanadierin Kylie Jacqueline Masse über 100 m Rücken und Lilly King aus den USA über 100 m Brust stellten Bestmarken auf.

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Motorsport: Mercedes-Aus in DTM für Berger „Keulenschlag“

Der völlig überraschend angekündigte Rückzug von Mercedes aus der DTM ab 2019 hat für eine Schockwelle in der Motorsportserie gesorgt. Neo-DTM-Chef Gerhard Berger gab offen zu, das Aus habe ihn „wie ein Keulenschlag“ getroffen. Dennoch dürfe man nicht in Panik verfallen. „Jetzt muss man in die Hände spucken“, forderte der Tiroler und ehemalige Formel-1-Pilot.

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Wirtschaft

Griechenland gelingt Probegang an den Kapitalmarkt

Erstmals seit dem Amtsantritt Anfang 2015 ist Griechenlands Regierung unter Alexis Tsipras ein Testlauf für die angestrebte Rückkehr an den freien Kapitalmarkt gelungen. Es wurden insgesamt drei Milliarden Euro am Anleihenmarkt eingesammelt, wie das Finanzministerium gestern in Athen mitteilte.

Athen hatte anfänglich zwischen drei und vier Milliarden Euro angepeilt. Es gingen Gebote über 6,5 Milliarden Euro ein, teilte das Finanzministerium weiter mit. Der Zinssatz beträgt effektiv 4,625 Prozent - bei einem Coupon von 4,375 Prozent.

Tsipras sieht Ende der Finanzkrise

1,5 Milliarden Euro gehen in ein Roll-over, mit dem ältere Anleihen aus dem Jahr 2014 abgelöst werden sollen. Die anderen 1,5 Milliarden Euro sind für eine neue Fünfjahreanleihe, berichteten griechische Medien unter Berufung auf gut informierte Kreise der Banken.

Der Probemarktgang sei ein „wesentlicher Schritt in die Richtung des Endes des unangenehmen Abenteuers der griechischen Finanzkrise“, so Tsipras im griechischen Fernsehen. Zuletzt hatte Griechenlands Regierung im Jahr 2014 eine Drei-Milliarden-Euro Anleihe mit einem Zinssatz von 4,95 Prozent platzieren können.

Schwimmende Riesen: Windparks für die tiefen Wasser

In den kommenden Wochen wird vor der nordschottischen Küste der weltweit erste schwimmende Windpark fertiggestellt. Fünf Windräder sollen ab Oktober Strom für bis zu 20.000 Haushalte liefern. Anders als herkömmliche Hochseewindräder stehen sie nicht auf festen Säulen am Meeresgrund, sondern werden von großen Schwimmkörpern getragen. Das ermöglicht ihren Einsatz auch dort, wo Windparks bisher nicht möglich waren.

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Chronik

Siebeinhalb Jahre Haft für Räuberin mit Schnurrbart

Im Prozess gegen jene Frau, die zwei Banküberfälle im Februar und März in Graz und der Oststeiermark gestanden hat, ist gestern das Urteil gefallen: siebeneinhalb Jahre Haft. Beim ersten Überfall klebte sich die Frau einen falschen Schnurrbart an, erbeutete etwa 20.000 Euro und verspielte das Geld nach eigenen Angaben innerhalb kürzester Zeit. Direkt nach dem zweiten Überfall klickten die Handschellen.

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Hagel verwandelt Adria-Strand in Winterlandschaft

Schwere Unwetter sind gestern über weite Teile Italiens gezogen. In San Benedetto del Tronto im äußersten Süden der Region Marken verwandelte ein schwerer Hagelsturm den Strand in eine weiße Winterlandschaft.

Ein ähnliches Bild bot sich nach Angaben der Tageszeitung „Corriere della Sera“ auch im Piemont. Ein Hagelsturm wurde unter anderem auch aus Jesolo in der Region Venetien gemeldet. Unwetteralarm gibt es laut der Nachrichtenagentur ANSA zudem für die Region Kampanien. Angesichts der anhaltenden Wetterkapriolen wird dort vom Zivilschutz vor Murenabgängen gewarnt.

Sieben Tote bei Geldtransportüberfall in Mexiko

Bei einem bewaffneten Überfall auf einen Transporter mit Hilfsgeldern für arme Familien sind in Mexiko sieben Menschen getötet worden. Wie die Behörden gestern mitteilten, starben fünf Polizisten und zwei Mitarbeiter im Süden des Landes in der Region Ahuacuotzingo im Bundesstaat Guerrero.

Die Täter erbeuteten 57.000 US-Dollar, das im Rahmen des Programms Progresa bestimmt war zur Verteilung an arme Landfamilien. Die Sicherheitslage in Mexiko hat sich in diesem Jahr dramatisch verschlechtert, im ersten Halbjahr wurden 12.155 Morde gezählt, der Juni war dabei mit 2.234 Morden der gewaltvollste Monat seit rund zwei Jahrzehnten.

Urteil: Sex auch für Frauen über 50 wichtig

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Portugal daran erinnert, dass Sex auch für Frauen über 50 wichtig sein kann. In der Justiz des Landes herrsche das Vorurteil vor, dass dies anders als bei Männern nicht der Fall sei, stellten die Straßburger Richter in einem Urteil heute fest.

Hintergrund ist der Fall einer Portugiesin, die nach einer fehlerhaften gynäkologischen Operation an starken Schmerzen litt und Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr hatte. Eine Entschädigung, die ihr zunächst zugestanden wurde, kürzte ein Berufungsgericht mit Verweis darauf, dass sie bereits 50 Jahre alt sei und zwei Kinder habe. Sexualität sei in diesem Alter nicht mehr so wichtig.

Bei Männern „gewaltiger Schock“

Der Menschenrechtsgerichtshof sah darin eine Diskriminierung. Die portugiesischen Richter hätten die Bedeutung von Sexualität für die Selbstverwirklichung von Frauen ignoriert. Ihre Entscheidung beruhe auf der generellen Annahme, dass Sexualität für eine 50-jährige Frau und Mutter nicht so wichtig sei, wie für jemand Jüngeren.

Die Straßburger Richter zitieren zudem aus zwei portugiesischen Urteilen, in denen die Kläger Männer waren. Darin hieß es: Die Tatsache, dass Männer keinen normalen Geschlechtsverkehr mehr haben könnten, habe ihr Selbstwertgefühl beeinträchtigt und zu einem „gewaltigen Schock“ geführt - unabhängig von Alter und Anzahl der Kinder.

IT

Nachfrage nach Smartphones kräftig gestiegen

Die weltweite Nachfrage nach Smartphones ist im zweiten Quartal laut Marktforschern auf ein Rekordniveau gestiegen. Insgesamt seien von April bis Juni 347 Millionen Geräte verkauft werden, obwohl die Verkaufspreise im Schnitt um neun Prozent gestiegen seien, berichtet das Marktforschungsunternehmen GfK gestern in Nürnberg. Es berufen sich dabei auf weltweit ermittelte Verkaufszahlen im Einzelhandel.

Die treibende Kraft für das starke Nachfragewachstum seien vor allem die asiatischen Schwellenländer gewesen, betont die GfK. Dort seien in dem Zeitraum 13 Prozent mehr Smartphones verkauft worden als vor einem Jahr. Die Nachfrage in Mittel- und Osteuropa stieg um elf Prozent, die in Lateinamerika um zehn Prozent.

Schwierig bleibt hingegen der Smartphonemarkt in Westeuropa. Dort ist die Nachfrage im zweiten Quartal um drei Prozent auf 28,7 Millionen Geräte gesunken. Damit sei die Entwicklung seit nunmehr drei Quartalen in Folge rückläufig, betonte die GfK. Grund dafür sei eine Sättigung in den größten westeuropäischen Märkten Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Dort sank die Nachfrage jeweils um vier Prozent, fünf Prozent und sieben Prozent.

Kultur

Erste Detail zu neuem „James Bond“

Die Nerven von James-Bond-Fans werden seit 2015 strapaziert: Wer wird der neue Bond? Nun wurde von der Produktionsfirma zumindest eine andere drängende Frage beantwortet - die nach dem Zeitpunkt. Herbst 2019 soll es so weit sein, ab da bringt Agent 007 wieder die Herzen der Bondgirls zum Schmelzen. Die „New York Times“ will aber auch bereits die Antwort auf die Frage nach dem Wer wissen. Ihr zufolge hat sich Daniel Craig doch noch einmal überreden lassen, den Bond zu machen.

Mehr dazu in Die Gerüchteküche brodelt

Standort steht: Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon

Der nächste Eurovision Song Contest findet in Lissabon statt. Das gaben gestern die portugiesische Rundfunkanstalt RTP (Radio e Televisao de Portugal) als Ausrichterin und die veranstaltende EBU (European Broadcasting Union) bekannt.

Das Finale geht demnach am 12. Mai über die Bühne - und zwar in der Halle „Meo Arena“ am Tejo-Fluss im Stadtviertel Parque das Nacoes. Die beiden Halbfinale finden am 8. und 10. Mai statt. Neben der Hauptstadt Lissabon waren auch die Städte Braga, Gondomar, Guimaraes und Santa Maria da Feira im Rennen um den Austragungsort des 63. ESC.

Portugal, das seit 1964 an dem Musikwettbewerb teilnimmt, ist als Sieger des diesjährigen Song Contest hervorgegangen und sicherte sich damit die Austragung des ESC 2018. Seinen ersten ESC-Sieg verdankt Portugal dem Sänger Sobral, der mit seinem Lied „Amar Pelos Dois“ in der ukrainischen Hauptstadt überzeugte.

Documenta lässt aus „verbotenen Büchern“ lesen

Die Documenta in Kassel kündigt eine Lesung „verbotener Bücher“ an: Besucher, Kuratoren und Mitarbeiter der Ausstellung könnten am Samstag (29. Juli) im aus ehemals und derzeit verbotenen Büchern gebauten „Parthenon der Bücher“ lesen und zuhören, erklärten gestern die Documenta-Macher. Die „Lange Nacht im Parthenon der Bücher“ finde statt, um die Halbzeit der Ausstellung in Kassel zu feiern.

In Deutschland aktuell verbotene Werke sollen dabei nicht zu hören sein: Die Veranstalter sprechen von „ehemals verbotenen Büchern“. Teilnehmer müssen sich anmelden. Einzelne Vorträge sollen maximal fünf Minuten dauern. Die Documenta läuft in Kassel noch bis 17. September.

Science

Leute

Frank Sinatras Witwe Barbara gestorben

Barbara Sinatra, Witwe und vierte Ehefrau des 1998 gestorbenen Sängers und Entertainers Frank Sinatra, ist tot. Sie starb gestern im Alter von 90 Jahren eines natürlich Todes, wie ein Sprecher der Familie mitteilte. In ihrem Zuhause im kalifornischen Rancho Mirage sei sie dabei von ihrer Familie und Freunden umgeben gewesen.

Barbara Sinatra

APA/AP/Jose Luis Magana

Frank und Barbara Sinatra hatten sich 1976 das Jawort gegeben. Die 26 Jahre lange Ehe war Frank Sinatras längste. Zuvor war er mit Nancy Barbato, Ava Gardner und Mia Farrow verheiratet gewesen.

Barbara Sinatra hatte in jüngeren Jahren als Model gearbeitet. Ab Ende der 50er Jahre setzte sie sich für misshandelte und vernachlässigte Kinder ein. Im 1986 gegründeten, nach ihr benannten Kinderzentrum in Rancho Mirage sind bis heute mehr als 20.000 betroffene Kinder behandelt worden.