Ausland

Burma rettet erstmals Bootsflüchtlinge

In der Flüchtlingskrise in Südostasien beugt sich Burma offenbar dem internationalen Druck: Die Marine des Landes, aus dem Tausende Bootsflüchtlinge kommen, rückte in der Nacht auf heute zu einem ersten Rettungseinsatz aus und rettete vor der Küste mehr als 200 Flüchtlinge von einem Boot, wie ein Behördenvertreter sagte.

Das Boot wurde in den Hafen von Maungdaw gebracht, wo die Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt und in einem provisorischen Flüchtlingslager untergebracht wurden.

Tausende weiterhin auf dem Meer

In den vergangenen Tagen waren in Indonesien, Malaysia und Thailand Tausende Menschen aus Burma und Bangladesch eingetroffen, Tausende weitere befinden sich teils seit Wochen auf See. Indonesien, Malaysia und Thailand hatten Migranten auf mehreren Schiffen jedoch nur notdürftig versorgt und dann wieder aufs Meer geschickt. Dieses Vorgehen wurde international scharf kritisiert.

Einigung auf vorübergehende Aufnahme

Am Mittwoch hatten Malaysia und Indonesien ihre Bereitschaft zur vorübergehenden Aufnahme von Flüchtlingen erklärt. Gestern ordnete Malaysias Regierungschef Najib Razak auch die Rettung von Bootsflüchtlingen an. Auch Burma, von wo die muslimischen Rohingya fliehen, kündigte an, Flüchtlingen auf See nun helfen zu wollen.

Viele Bootsflüchtlinge vor Südostasiens Küsten gehören der Minderheit der Rohingya an. Als Muslime sind sie in dem mehrheitlich buddhistischen Burma systematischer Diskriminierung ausgesetzt. Die Regierung bezeichnet die Rohingya als illegale Migranten aus dem benachbarten Bangladesch und lehnte bisher jede Verantwortung für die Volksgruppe ab. Auch aus Bangladesch fliehen viele Menschen vor Armut.

Merkel fordert weitere Anstrengungen Griechenlands

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach ihrem Gespräch mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras weitere Anstrengungen Athens zur Überwindung der Finanzkrise gefordert.

„Es muss sehr, sehr intensiv gearbeitet werden“

Merkel sagte heute Früh am Rande des EU-Gipfels in Riga, sie habe Tspiras gemeinsam mit Frankreichs Präsident Francois Hollande Hilfe und Unterstützung angeboten. Der Abschluss der Verhandlungen müsse aber mit den drei Institutionen EU, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) gefunden werden. „Und es muss sehr, sehr intensiv gearbeitet werden“, sagte Merkel.

Zweistündige Verhandlungen

Merkel und Hollande hatten gestern Abend in der lettischen Hauptstadt mit Tsipras mehr als zwei Stunden über Lösungsmöglichkeiten für Athens Schuldenkrise diskutiert.

Die Euro-Länder fordern von dem pleitebedrohten Griechenland im Gegenzug für weitere Unterstützung weitreichende Reformzusagen. Bis zuletzt hatte es die Regierung in Athen nicht geschafft, eine überzeugende Liste mit Vorschlägen vorzulegen.

Bericht: Weitere Geheimdienstlisten mit NSA-Spähzielen

In der Affäre um die umstrittene Zusammenarbeit des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) mit dem US-Geheimdienst NSA sind nach Angaben des „Spiegel“ neue Listen mit Suchbegriffen aufgetaucht.

Auf BND-Rechnern in Pullach in Oberbayern hätten Beamte in den vergangenen Wochen bisher unbekannte Dateien mit US-Spähzielen aufgespürt.

459.000 Suchbegriffe

Die nun identifizierten Dateien aus den Jahren 2005 bis 2008 umfassten 459.000 „Selektoren“, mit denen unter anderem europäische Institutionen, hochrangige politische Persönlichkeiten und Firmen im Ausland ausspioniert werden sollten. Nur 400 „Selektoren“ wurden den Angaben zufolge aussortiert.

Die neuen Dateien zeigten, dass das Interesse der Amerikaner an europäischen Wirtschaftsunternehmen womöglich weitaus größer war als bisher angenommen. Bis jetzt war lediglich bekannt, dass die Rüstungsunternehmen EADS und Eurocopter sowie französische Diplomaten von der NSA mit Hilfe des BND überwacht werden sollten.

Geheimdienstchef verteidigt Kooperation

Der deutsche BND-Präsident Gerhard Schindler hatte gestern eingeräumt, dass die von der NSA übermittelten Suchkriterien für die abgefangenen Daten der Abhörstation in Bad Aibling in Bayern nicht ausreichend überprüft worden seien.

Vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestages verteidigte Schindler dennoch eindringlich die Kooperation mit der NSA. Er warnte vor einer Beschädigung der internationalen Geheimdienstkooperation.

Tibeter steckt sich aus Protest gegen China in Brand

Im Südwesten Chinas hat sich Medienberichten zufolge erneut ein Tibeter aus Protest gegen die Politik Pekings angezündet.

Der 35-jährige Familienvater habe sich am Mittwoch in Daofu in der Provinz Sichuan im Himalaya in Brand gesteckt, berichteten der US-Auslandssender Radio Free Asia (RFA) und die Aktivistengruppe International Campaign for Tibet (ICT). Sicherheitskräfte hätten die Flammen gelöscht und den Mann mitgenommen. Es sei daher unklar, ob er überlebt habe.

Religiöse Unterdrückung

Seit 2009 haben sich rund 140 Tibeter aus Protest gegen die chinesische Politik angezündet, wie aus einer Zählung von RFA und ICT hervorgeht. Die meisten von ihnen überlebten nicht.

Die Tibeter klagen über religiöse Unterdrückung und angesichts des zunehmenden Zuzugs von Han-Chinesen über soziale Marginalisierung in ihrer Heimat. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, lebt seit einem gescheiterten Volksaufstand in Tibet 1959 im indischen Exil. Am 6. Juli wird er 80 Jahre alt.

EU will nicht über Vertragsänderung für Cameron reden

Die EU-Spitzen wollen noch nicht über eine mögliche EU-Vertragsänderung reden, um dem britischen Premier David Cameron für sein geplantes Referendum über die EU-Mitgliedschaft entgegenzukommen.

Der irische Europaminister Dara Murphy sagte heute beim EU-Ostgipfel in Riga, es sei „viel zu früh, um darüber zu reden, ob man überhaupt eine Vertragsänderung braucht“. Murphy zeigte sich jedoch optimistisch, dass die EU einen Deal mit Großbritannien schließen könne und es gelinge, das Vereinte Königreich in der EU zu halten.

Cameron will Zuzug stoppen

Das Thema war vom britischen Premier beim EU-Gipfel der Östlichen Partnerschaft eingebracht worden, wenngleich es nicht auf der Tagesordnung des Treffens steht. Cameron geht es insbesondere darum, den Zuzug von Bürgern aus ärmeren osteuropäischen EU-Mitgliedsländern zu beschränken.

Bereits gestern Abend hatte der estnische Ministerpräsident Taavi Roivas gesagt, die EU sollte nicht die Grundfreiheiten aufgeben, sondern offen für eine Reform sein. Eine Vertragsänderung wäre nur einer von mehreren Wegen, um etwas zu erreichen. Zuerst sollte sich die EU einig darüber werden, was und wie etwas zu erzielen sei. „Zuerst müssen wir zuhören, was Cameron zu sagen hat“, sagte auch die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt.

Inland

Ringen um Asylplätze: Innenministerium stellt neue Zelte auf

Zwar haben die Länder gestern beim Krisengipfel rund 350 neue Plätze für Asylwerber angeboten. Diese will das Innenministerium aber erst prüfen - und bis zum Wochenende weitere Zelte aufstellen. Das machten die steigenden Asylantragszahlen nötig, so ein Sprecher von Ressortchefin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Sowohl in Oberösterreich als auch in Salzburg sollen - trotz des weiter regnerischen und kalten Wetters - je zwölf weitere Zelte hinzukommen.

Mehr dazu in Weiterhin Regen angesagt

Tirol soll Verteilerzentrum bekommen

Nach Salzburg dürfte jetzt auch für Tirol der Standort für ein Verteilerzentrum für Kriegsflüchtlinge feststehen. Dem Vernehmen nach soll es im Westen von Innsbruck errichtet werden.

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Steirische ÖVP gegen Kontoöffnung

Gut eine Woche vor der Landtagswahl entdeckt die steirische ÖVP plötzlich ihre Ablehnung der geplanten De-facto-Abschaffung des Bankgeheimnisses. Die Landespartei kündigte im Parlament in Wien ihr Veto an. Sie stellt sich damit gegen die Linie der Bundesregierung und auch gegen die der eigenen Partei. Das sei kein Wahlkampfgag, versicherte Werner Amon, Sprecher der steirischen ÖVP-Abgeordneten im Parlament.

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Vorwahltag im Burgenland und der Steiermark

Im Burgenland findet heute der Auftakt der Landtagswahl statt. Zum ersten Mal gibt es neben dem regulären Wahltermin am 31. Mai einen zweiten Wahltag. Landesweit muss heute in jeder der 171 Gemeinden zumindest ein Wahllokal geöffnet haben.

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Auch in der Steiermark wird am 31. Mai ein neuer Landtag gewählt. Wer da verhindert ist, hat ebenfalls schon heute die Möglichkeit, seine Stimme abzugeben.

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Sport

Formel 1: Ricciardo hält Red Bull die Treue

Im Vorjahr ist Daniel Ricciardo der einzige Formel-1-Sieger gewesen, der keinen Mercedes pilotiert hat - heuer fährt der australische Jungstar im Red Bull zumeist hinterher. Ein Wechsel des Rennstalls, wie ihn sein letztjähriger Teamkollege, der nunmehrige Ferrari-Star Sebastian Vettel, vollzog, ist für Ricciardo kein Thema.

Der 25-Jährige, der in Monte Carlo über die Gründe für den Rückfall sprach, glaubt nämlich daran, mit den „Bullen“ den Sprung zurück an die Spitze schaffen zu können - wenn auch nicht in nächster Zukunft.

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Bundesliga: Austria auch unter Ogris im freien Fall

Die Heimpleite gegen Abstiegskandidat Admira hat gut ins Bild einer völlig verkorksten Saison gepasst. Die Wiener Austria befindet sich auch unter Interimstrainer Andreas Ogris im freien Fall und steuert sogar auf einen historischen Tiefpunkt zu.

Mit nur einem Sieg in acht Spielen und derzeit 39 Punkten verbuchte die Austria bisher nicht einmal die Hälfte der Punkte in der Meistersaison 2012/13 unter Peter Stöger. Die bisher schlechteste Ausbeute seit Einführung der Bundesliga vor 41 Jahren waren 40 Zähler und Platz sieben. Diese Marke könnte bei noch zwei Runden durchaus unterboten werden.

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Fußball: Bei Abstieg droht deutschen Clubs Millionenverlust

Der Abstiegskampf in der deutschen Bundesliga steuert auf seinen Höhepunkt zu: Am Wochenende entscheidet sich, welche Clubs des Sextetts Hertha, Freiburg, Hannover, Stuttgart, HSV und Paderborn auch in der kommenden Saison für die höchste Spielklasse planen dürfen und wer den Gang in die zweite Liga antreten muss.

Der verpasste Klassenerhalt ist nicht nur auf sportlicher Ebene bitter: Oft bedeutet der Abstieg Verluste in zweistelliger Millionenhöhe.

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Song Contest

Die besten Bilder des zweiten Semifinales

Das Finale ist komplett. Gestern Abend haben sich im zweiten Semifinale erneut sieben Kandidaten verabschieden müssen - zehn Teilnehmerländer haben den Sprung in die große Show morgen geschafft. Doch alle lieferten eine beeindruckende Show ab, wie die Bilder von den Auftritten zeigen.

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Vor den Auftritten war den Künstlern die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Zwischen Vorfreude und Nervosität - die Gefühlen ließen sich Backstage kaum verbergen.

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Während die Konkurrenz auftrat, machten es sich die Künstler im Green Room gemütlich. Hier warteten sie auch auf das Ergebnis des Votings und posierten für die Kameras.

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Nach der Bekanntgabe war das Spektrum der Reaktionen breit: Großer Jubel bei den Aufsteigern, Trauer, Wut und Tränen bei den anderen.

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Wirtschaft

Überraschend gute Zahlen bei Uniqa

Mit Gewinnsteigerungen im ersten Quartal hält der Versicherungskonzern Uniqa Kurs auf die geplante Steigerung des Vorsteuergewinns (EGT) im Gesamtjahr.

Überraschend stark legten bis März die Prämieneinnahmen zu - weil bei den Einmalerlägen gebremst wird, wird sich das Plus aber verflachen. Erfolge verbuchte man bei der Senkung der Kostenquote. Die Heta-Senior-Bonds schlugen sich im Quartal mit neun Mio. Euro nieder.

Einnahmen kletterten auf zwei Mrd. Euro

Das EGT steigerte die Gruppe im Jahresabstand um 15,5 Prozent auf 94 Mio. Euro - beinahe in dem von Analysten erwarteten Ausmaß - und bekräftigte das EGT-Ziel von 425 bis 450 Mio. Euro für das Gesamtjahr 2015. Der Anstieg beim Nettogewinn (Konzernergebnis nach Steuern) fiel bis März mit 37,5 Prozent auf 76,9 Mio. Euro etwas höher aus als prognostiziert.

Unerwartet kräftig kletterten die Prämieneinnahmen, die um 19,8 Prozent auf 2,040 Mrd. Euro zulegten - hier hatten die Finanzexperten mit einer Stagnation gerechnet. Grund für das starke Plus war primär eine deutliche Expansion der Einmalerläge in der Lebensversicherung, die die Uniqa in den nächsten Quartalen aber nicht fortsetzen will.

700 Mitarbeiter weniger

Der Mitarbeiterstand der Gruppe schrumpfte aufgrund der fortgesetzten Restrukturierung binnen Jahresfrist um fast 700 Personen von 14.656 auf 13.966 Mitarbeiter. Davon waren 5.604 im Außendienst tätig, 8.362 in der Verwaltung.

Wo es mehr Urlaub für den Euro gibt

Wer heuer einen Urlaub in den USA oder in der Schweiz plant, muss aufgrund des schwachen Euro tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahr. Das geht aus einer Erhebung der Statistik Austria hervor. Deutlich mehr für seinen Urlaubseuro bekommt man in den östlichen EU-Ländern: In Bulgarien etwa erhält man für 100 Euro Waren und Dienstleistungen im Wert von über 200 Euro. Doch nicht nur im Schwarzen Meer lässt es sich günstig baden.

Mehr dazu in Östliche EU-Länder am günstigsten

Deutsche Amazon-Mitarbeiter streiken erneut

Mitarbeiter des Onlineversandriesen Amazon haben heute in Leipzig in Deutschland erneut die Arbeit niedergelegt. Sie versammelten sich in der Früh vor dem Unternehmensgelände, um ihrer Forderung nach einer besseren Bezahlung Nachdruck zu verleihen, wie der Sprecher der Gewerkschaft ver.di, Thomas Schneider, mitteilte.

Einigung auch nach zwei Jahren nicht in Sicht

Bisher habe Amazon jegliche Verhandlungen über einen Tarifvertrag abgelehnt. „Die Leute sind auch nach zwei Jahren nicht müde“, sagte Schneider. Seit Mai 2013 will ver.di für die rund 9.000 Mitarbeiter in Deutschland eine Bezahlung nach dem Einzelhandelstarif erreichen - Amazon sieht sich als Logistiker. Eine Einigung ist nicht in Sicht.

Chronik

Konten von MH370-Passagieren geplündert: Haft

Eine Bankangestellte hat Konten von Passagieren des verschollenen Fluges MH370 angezapft und sich bedient. In Malaysia wurde sie jetzt zu sechs Jahren Haft verurteilt, wie die Zeitung „The Star“ (Onlineausgabe) heute berichtete.

Der Ehemann war wegen Beihilfe bereits zu vier Jahren Haft und drei Stockschlägen verurteilt worden. Die beiden hatten fast 20.000 Euro abgehoben.

Maschine seit März 2014 verschollen

Sie hatte sich Zugang zu Konten von vier Passagieren an Bord des Malaysia-Airlines-Flugzeugs verschafft, das seit März 2014 verschollen ist. Die Maschine mit 239 Menschen an Bord verschwand auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos. Die Suche nach dem im Indischen Ozean vermuteten Wrack lief bisher erfolglos.

„Nussaffäre“: Tochter von Korean-Air-Chef wieder frei

Im Berufungsprozess um die „Nussaffäre“ in einem südkoreanischen Flugzeug ist die Tochter des Chefs von Korean Air zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Im Februar war Cho Hyun Ah wegen Verstoßes gegen die Flugsicherheit und Gewaltanwendung zu einem Jahr Haft verurteilt worden.

Wutanfall gegen Bordpersonal

Ein Gericht sprach Cho heute davon frei, eine Änderung der Flugroute veranlasst zu haben, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Cho sei zu einer zehnmonatigen Haftstrafe verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt ist.

Anfang Dezember war Cho in einem Flugzeug wegen der Art und Weise in Rage geraten, wir ihr Nüsse serviert wurden. Cho ließ den Chefsteward kurz vor dem Start von Bord werfen.

Zwei Melonen in Japan für 11.000 Euro versteigert

Bei der jährlichen Obstauktion auf einem Großmarkt im japanischen Sapporo wurden heute zwei Yubari-Melonen für 1,5 Millionen Yen (gut 11.000 Euro) versteigert. Bei dem Käufer handelt es sich um einen örtlichen Händler, wie die Behörden mitteilten.

Die Stadt Yubari ist in Japan für ihre süßen und saftigen Melonen bekannt. Diese gelten als Prestigeobjekt, ähnlich wie teurer Wein. Früchte sind in dem Land aber auch sonst sehr teuer: Ein Apfel im Supermarkt kann bis zu drei Euro, ein Körberl mit 20 Kirschen mehr als 90 Euro kosten.

Unfallforscher stellten Germanwings-Flug nach

Die französische Flugunfallbehörde BEA hat zusammen mit der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) einzelne Abläufe während des Flugs der abgestürzten Germanwings-Maschine nachgestellt.

Beim Flug eines baugleichen Airbus A320 sei unter anderem geprüft worden, ob die auf dem Voicerecorder zu hörenden Töne mit denen im Testflug übereinstimmen, berichtete die „Bild“-Zeitung.

Sinkflug nicht simuliert

Die Maschine war nach Angaben eines BFU-Sprechers in Hamburg gestartet und auch dort wieder gelandet. Es seien dabei aber keine Flugbewegungen wie der Sinkflug nachgestellt worden, sagte der Sprecher.

Der Airbus der Lufthansa-Tochter war am 24. März in den französischen Alpen zerschellt. Wie die französische Untersuchungsbehörde anhand der Flugschreiberdaten feststellte, hatte der 27 Jahre alte Kopilot bewusst den tödlichen Sinkflug eingeleitet, während der Pilot nicht im Cockpit war. Bei dem Unglück starben alle 150 Menschen an Bord.

Gesundheit

Spitalskeime: Überlastetes Personal als Hauptproblem

Im Umgang mit oftmals tödlichen Spitalskeimen fordern Experten ein Umdenken: Sie sehen bis zu zwei Drittel der Infektionen als unvermeidlich an. Das bedeutet jedoch nicht Untätigkeit, im Gegenteil: Durch Personal, das sorgfältig auf Hygiene und Vorsorge achte, ließen sich viele der EU-weit 37.000 Todesfälle jährlich aufgrund von Spitalsinfektionen vermeiden, hieß es bei einem Expertengespräch in Wien einhellig.

Das scheitere jedoch bisher an überlastetem Personal und wirtschaftlichen Überlegungen. In Zahlen belegen lassen sich die horrenden Kosten, die die sich ausbreitenden Infektionen - neben dem menschlichen Leid - verursachen.

Mehr dazu in Österreich im europäischen Schnitt

IT

Medien: NSA plante Onlineattacke auf App-Stores

Der US-Geheimdienst NSA soll Medienberichten zufolge Pläne für einen großangelegten Hackerangriff auf die Vertriebsplattformen für Anwendungssoftware von Google und Samsung geplant haben.

Die NSA habe das Vorhaben mit Verbündeten in Großbritannien, Kanada, Neuseeland und Australien entwickelt, berichtete die Website The Intercept. Sie beruft sich auf ein Dokument, das der NSA-Aufdecker Edward Snowden öffentlich gemacht habe. Der Zusammenschluss der Länder sei unter dem Namen „Fünf Augen“ bekannt.

Smartphones mit Schadsoftware ausspionieren

Dem Bericht zufolge wurde das Vorhaben unter dem Namen „Irritant Horn“ (etwa Reizmittel-Horn) in den Jahren 2011 und 2012 diskutiert. Die Geheimdienste hätten über Datenverbindungen zu den App-Stores des US-Internetriesen Google und des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung Schadsoftware auf Smartphones installieren wollen, um diese ausforschen zu können.

Science

Weltraumexperte Harald Posch ist tot

Der österreichische Weltraumexperte Harald Posch ist gestern 60-jährig nach kurzer, schwerer Krankheit in Wiener Neustadt verstorben. Das teilte die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) heute mit.

Posch war in der FFG für die Weltraumagenden verantwortlich und leitete seit Mitte vergangenen Jahres das höchste Entscheidungsgremium der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Er war der erste Österreicher in dieser Funktion.

Für Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) verliert Österreich mit Posch „nicht nur einen führenden Experten im Bereich der Weltraumforschung, sondern auch jemanden, der andere mit seiner Begeisterung für die Forschung mitreißen konnte“.

Die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner hoben Poschs große Verdienste um die Weltraumforschung und -technologie in Österreich und in ganz Europa hervor: „Er war maßgeblich daran beteiligt, dass sich Österreich in den letzten Jahren zu einem aktiven Partner bei einer Vielzahl von Weltraumprojekten und -missionen entwickelt hat.“

Bisher stabile Antarktis-Gletscher schmelzen

Der bisher stabile Eisschild im Südwesten der antarktischen Halbinsel verliert an Masse. Das ergaben Auswertungen von Satellitendaten durch Wissenschaftler der britischen Universität Bristol unter Mitwirkung des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI). Das Inlandeis schrumpfte laut den Angaben auf einer Küstenlänge von 750 Kilometern seit 2009 deutlich.

Mehr dazu in science.ORF.at

Raumfrachter „Dragon“ zur Erde zurückgekehrt

Der private Raumfrachter „Dragon“ ist nach seiner bisher längsten Mission von der Internationalen Raumstation (ISS) zur Erde zurückgekehrt.

„Dragon zurück im Nest“, twitterte das US-Unternehmen SpaceX, nachdem die Kapsel mit Fallschirmen heute vor der kalifornischen Küste im Pazifischen Ozean niedergegangen war.

Experimente und Müll zurückgebracht

Rund neun Stunden zuvor hatte die Transportkapsel von der ISS abgelegt. „Dragon hat gerade seinen längsten Aufenthalt an der Raumstation beendet“, so SpaceX nach dem Abkoppeln.

Die Kapsel brachte rund 1,4 Tonnen zurück zur Erde - darunter alles vom Material für wissenschaftliche Experimente bis zum Müll. Am 17. April hatte „Dragon“ nach dreitägiger Reise und mit zwei Tonnen wissenschaftlichen Geräten und Versorgungsgütern an der Raumstation angelegt. Der nächste Start ist für Juni geplant.

Kultur

Maggie Gyllenhall mit 37 „zu alt“ für 55-Jährigen

Maggie Gyllenhaal („Secretary“, „The Dark Knight“) ist mit 37 Jahren „zu alt“, um in einem Film die Angebetete eines 55-Jährigen zu spielen - das meinte jedenfalls ein Hollywood-Produzent, wie die US-Schauspielerin nun erzählte.

„Erst hat es mich traurig gemacht, dann hat es mich wütend gemacht, und dann musste ich darüber lachen“, sagte Gyllenhaal im Interview mit dem Branchenportal The Wrap.

Altersdiskriminierung gang und gäbe

„Als Schauspielerin in Hollywood erlebe ich Dinge, die sehr enttäuschend sind und mich immer wieder überraschen“, meinte die Schauspielerin. Für die Rolle der potenziellen Partnerin eines 55-Jährigen abgelehnt zu werden sei „erstaunlich“ gewesen. Um welchen Film es sich handelte, wollte sie nicht verraten.

Hollywood steht wegen Altersdiskriminierung und der generell sinkenden Anzahl von Hauptrollen für Frauen aktuell verstärkt in der Kritik. So zitiert The Wrap eine Studie der San Diego State University, wonach nur zwölf Prozent der Protagonisten in den 100 umsatzstärksten Filmen 2014 weiblich waren.

Gyllenhaal „nicht verzweifelt“

Gyllenhaal zeigte sich dennoch hoffnungsvoll. „Es gibt aktuell so viele Schauspielerinnen, die großartige Arbeit leisten, die wahrhaftige Frauen spielen, komplizierte Frauen“, so die 37-Jährige. „Ich fühle keinerlei Form von Verzweiflung. Ich suche hoffnungsvoll nach etwas, das mich fasziniert.“