Inland

Kurz zu Gesprächen in Bagdad

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) ist heute zu einem Besuch im Irak eingetroffen, um sich über den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu informieren. Kurz landete heute Vormittag in Bagdad, wo Treffen mit der Staatsspitze geplant waren.

Kurz sagte zum Auftakt des aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich angekündigten Besuchs, dass er sich ein Bild vom Kampf gegen den IS machen und das österreichische Engagement unterstreichen wolle. Österreich habe sich „bewusst“ der Anti-IS-Allianz angeschlossen, „weil es in der Frage des IS-Terrors keinen Platz dafür gibt, keine Meinung zu haben“.

Als neutrales Land könne man sich nicht militärisch beteiligen, aber politisch und durch humanitäre Hilfe. „Jede Verbesserung (im Irak, Anm.) hat unmittelbar positive Auswirkungen auf unsere Situation zu Hause“, so Kurz mit Blick auf das Terror- und Flüchtlingsproblem.

Besuch von Flüchtlingslager geplant

Kurz wurde in Bagdad von Staatspräsident Fuad Masum und Außenminister Ibrahim al-Dschaafari empfangen. Abschluss der nur gut sechsstündigen Visite in Bagdad sollte ein Gespräch mit dem sunnitischen Parlamentspräsidenten Salim al-Dschaburi sein.

Für heute Abend war ein Treffen mit Premierminister Nechirwan Barsani und Auslandsösterreichern geplant. Morgen wollte der Außenminister ein Flüchtlingslager im Nordirak besuchen und mit Jesidenvertretern sowie dem chaldäisch-katholischen Bischof von Erbil, Baschar Warda, sprechen.

Außerdem standen Treffen mit dem kurdischen Präsidenten Masud Barsani und dem „Außenminister“ der Region, Mustafa Bakir Falah, auf dem Programm.

Strolz will Mittlere Reife für 15-Jährige

NEOS-Obmann Matthias Strolz will die Mittlere Reife für 15-Jährige. „Ein gemeinsames Bild“, was ein 15-Jähriger können soll, stelle er sich darunter vor, das Voraussetzung für die Aufnahme einer Lehre oder den Besuch einer weiterführenden Schule ist.

„Da geht es uns um einen ganzheitlichen Bildungsbegriff. 15-Jährige sind dran, den Mopedführerschein zu machen, sie werden demnächst wählen, wir trauen ihnen also alles Mögliche zu“, so der NEOS-Chef im APA-Interview.

Auch soziale Kompetenzen würde die Mittlere Reife einschließen. „Das ist keine Prüfung zwischen zwölf Uhr und halb eins am Freitagnachmittag, sondern das ist eine prozessorientierte Herangehensweise“, so Strolz. „Gehe ich in eine Lehre, gehe ich in eine weiterführende Schule, gehe ich in den Dschihad, oder mache ich den Mopedführerschein oder zwei Dinge davon parallel?“, solle die Frage danach lauten.

Steuerreform: Vier Stunden „konstruktive Verhandlungen“

Knapp vier Stunden haben die Teams von SPÖ und ÖVP angeführt von Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner gestern über die Steuerreform verhandelt. Inhaltliche Details wurden danach nicht verraten, von beiden Seiten hieß es gegenüber der APA lediglich, dass es auch in dieser dritten Runde „konstruktive Verhandlungen“ gegeben habe.

Dem Vernehmen nach war die geplante Tarifreform neuerlich Thema der Gespräche. Dazu wurden Berechnungen von Experten auf den Tisch gelegt. Einig sind sich SPÖ und ÖVP dabei schon, dass der Eingangssteuersatz von 36,5 auf 25 Prozent gesenkt werden soll. Unterschiedlich sind die Ansichten aber noch über die weiteren Tarifstufen.

Entlastung der unteren Einkommen besprochen

Gesprochen haben die Verhandler der beiden Koalitionsparteien auch über die Entlastung der unteren Einkommen. Dabei dürfte es zu einer Mischung aus der von der SPÖ favorisierten Anhebung der Negativsteuer und der von der ÖVP angestrebten Senkung der Sozialversicherungsbeiträge kommen.

Weiteres Thema war auch die Gegenfinanzierung. Dabei geht es unter anderem um die Bekämpfung von Steuer- und Sozialbetrug. Vorerst noch kein Thema sind Steuererhöhungen bzw. neue Steuern. Diese Frage soll erst am Ende der Verhandlungen besprochen werden. Die ÖVP lehnt die von der SPÖ geforderten Vermögens- und Erbschaftssteuern weiterhin kategorisch ab.

Einigen wollen sich die Verhandlungsteams der Koalition bis 17. März. Bis dahin wurde Stillschweigen vereinbart.

Akademikerball: Politikerlob für Polizeieinsatz

Die Demonstrationen gegen den Akademikerball in der Wiener Hofburg am Freitag sind ruhiger verlaufen als im Vorjahr. Damals gab es Kritik an der Wiener Polizei - heuer hingegen wurde der Einsatz von allen Parteien gelobt.

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Pürstl: „Einsatz optimal verlaufen“

„Der Einsatz und die Vorbereitungen sind in diesem Jahr optimal verlaufen“, sagte auch Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl im „Wien heute“-Interview. Man habe aus den Fehlern des Vorjahres gelernt.

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Ausland

Nigeria: Boko Haram greift erneut Millionenstadt an

Die nigerianische Islamistengruppe Boko Haram hat nach Berichten von Augenzeugen einen neuen Angriff auf die Millionenstadt Maiduguri begonnen. Boko-Haram-Kämpfer stürmten heute die Hauptstadt des Teilstaats Borno im Nordosten Nigerias und lieferten sich Gefechte mit Soldaten, wie Bewohner der Nachrichtenagentur AFP telefonisch mitteilten.

Die Offensive habe gegen 3.00 Uhr begonnen, die heftigen Kämpfe dauerten an. Die Armee werde von bewaffneten Bürgern unterstützt. „Die ganze Stadt hat Angst“, sagte der Bewohner Adam Krenuwa. „Die Leute haben Angst davor, was passiert, wenn Boko Haram die Sicherheitskräfte besiegt.“

Vor einer Woche hatte die nigerianische Armee eine Offensive der Extremisten auf Maiduguri abwehren können. Die Streitkräfte setzten damals neben Bodentruppen auch die Luftwaffe ein.

120 Boko-Haram-Islamisten in Kamerun getötet

Die Streitkräfte des Tschad töteten nach eigenen Angaben im benachbarten Kamerun 120 Boko-Haram-Kämpfer. Das Militär habe gestern Stellungen von Boko Haram bombardiert, teilte die Armee mit. Vorausgegangen seien Angriffe der Extremisten auf Truppen des Tschad. Bei den Kämpfen seien auch drei eigene Soldaten getötet worden.

Boko Haram kämpft seit rund fünf Jahren für einen radikalmuslimischen Staat im Nordosten Nigerias und hat zuletzt verstärkt auch Gebiete in den Nachbarländern Tschad und Kamerun angegriffen. Die beiden Staaten haben daher ihre Truppen in der Region verstärkt.

AU baut Truppe gegen Boko Haram auf

Die Afrikanische Union (AU) hat zum Kampf gegen Boko Haram den Aufbau einer 7.500 Mann starken Sondereinsatztruppe beschlossen, die von Nigeria, dem Tschad, Kamerun, Niger und Benin gebildet werden soll.

Die Staaten wollen in der kommenden Woche bei einem Treffen in Kameruns Hauptstadt Yaounde über die Kommandostruktur der Truppe beraten. Die Armee des Tschad gilt als eine der stärksten in der Region. 2013 half sie französischen Truppen, Islamisten mit Verbindungen zu Al-Kaida aus dem Norden Malis zu vertreiben.

Athen: Streit über Geldpolitik mit EU spitzt sich zu

Der Streit zwischen Griechenland und der EU spitzt sich immer weiter zu. Nachdem die deutsche Kanzlerin Angela Merkel einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland ausgeschlossen hat, pocht nun die Europäische Zentralbank (EZB) auf eine Fortführung des Reformkurses. Andernfalls will die EZB die griechischen Banken nicht weiter mit Krediten versorgen.

Unterdessen sucht der neue griechische Premier Alexis Tsirpas Unterstützer für seine Pläne und plant für kommende Woche eine „Roadshow“ bei den Euro-Partnern. Er bat zudem um mehr „Zeit zum Luftholen“.

Mehr dazu in Tsipras: „Zeit zum Luftholen“

Mattarella ist neuer Staatspräsident Italiens

Sergio Mattarella ist der neue Staatspräsident Italiens. Der 73 Jahre alte Verfassungsrichter erhielt gestern in Rom im vierten Wahlgang die notwendige absolute Mehrheit der Stimmen des Wahlgremiums. Damit konnte Regierungschef Matteo Renzi wie erhofft den Kandidaten seiner Demokratischen Partei (PD) durchbringen.

Zuvor war der Kandidat von Renzi in drei Wahlgängen, in denen eine Zweidrittelmehrheit erforderlich gewesen wäre, gescheitert. Eine erneute Niederlage hätte Zweifel an Renzis Autorität innerhalb der PD geweckt und Neuwahlen in den Bereich des Möglichen gerückt.

Mehr dazu in Erster Sizilianer als italienischer Staatschef

Tausende bei Großkundgebung für freie Wahlen in Hongkong

Erstmals seit Wochen haben heute in Hongkong wieder Tausende Menschen für freie Wahlen demonstriert. Mit gelben Regenschirmen, dem Symbol der Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone, zogen sie langsam durch das Stadtzentrum, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die Organisatoren des Marschs rechneten mit bis zu 50.000 Teilnehmern, von der Polizei lagen zunächst keine Schätzungen vor.

Die Demokratiebewegung fordert freie Wahlen in der ehemaligen britischen Kronkolonie und jetzigen chinesischen Sonderverwaltungszone. Die Regierung in Peking will zwar erlauben, dass die Bürger Hongkongs im Jahr 2017 erstmals den Verwaltungschef wählen, sie will die Kandidaten dafür aber selbst bestimmen.

Dagegen gab es in den vergangenen Monaten massive Proteste, die von Hongkong und Peking als illegal bezeichnet wurden. Über Wochen gab es im Zentrum Hongkongs zudem Protestlager, die aber von den Behörden nach und nach geräumt wurden.

Ukraine-Kontaktgruppe tagte ergebnislos

Rückschlag im Ringen um Frieden in der Ukraine: Das erste Treffen der Kontaktgruppe seit mehr als einem Monat ging gestern ergebnislos zu Ende. Nach den fast vierstündigen Gesprächen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk warfen sich die Vertreter der Konfliktparteien gegenseitig vor, eine Einigung mit „ultimativen Forderungen“ verhindert zu haben.

Die Abgesandten hatten unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) versucht, sich in den Fragen einer Feuerpause und eines Rückzugs schwerer Waffen zu einigen.

Merkel drängt auf Waffenruhe

Zuvor hatten auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Kreml-Chef Wladimir Putin bei einem Telefonat die Bedeutung des Minsker Treffens hervorgehoben. Zumindest eine Einigung auf eine Waffenruhe wäre der Ausgangspunkt für eine umfassendere Lösung des Problems, sagte Merkel einer Mitteilung in Berlin zufolge.

Das Leid der Menschen müsse ein Ende finden. Der Kreml teilte mit, Putin habe mit der Kanzlerin auch über die sich weiter verschärfende Lage in der Ostukraine gesprochen. An dem Telefonat nahm auch Frankreichs Präsident Francois Hollande teil.

15 Tote bei erneuten Kämpfen

Überschattet wurden die Gespräche in Minsk von weiterer Gewalt. Bei den heftigsten Kämpfen seit dem Sommer wurden mindestens 15 Zivilisten getötet, wie Medien in Kiew berichteten. Das Militär und die prorussischen Separatisten beschuldigten sich gegenseitig, Stellungen zu beschießen.

In den vergangenen Tagen seien auch mindestens 15 Soldaten getötet und 30 verletzt worden, sagte Verteidigungsminister Stepan Poltorak. Er räumte ein, dass die Aufständischen teilweise den wichtigen Verkehrsknotenpunkt Debalzewo kontrollierten. Die Separatisten haben dort nach eigenen Angaben tausende Soldaten eingekesselt.

Gegen den Protest der Ukraine schickte Russland den mittlerweile zwölften Lastwagenkonvoi in den Donbass. Etwa 170 Fahrzeuge überquerten die Grenze und trafen in den Separatistenhochburgen Donezk und Lugansk ein. Die Lastwagen hätten rund 1500 Tonnen Hilfsgüter geladen, teilte das Zivilschutzministerium in Moskau mit.

Zeitung: NATO will Präsenz in Osteuropa ausbauen

Die NATO will laut einem Zeitungsbericht in sechs osteuropäischen Staaten eine dauerhafte militärische Präsenz aufbauen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ („FAS“) unter Berufung auf NATO-Quellen berichtet, sollen in Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und Bulgarien sogenannte NATO Force Integration Units entstehen.

Diese Stabszellen sollen Übungen der schnellen Eingreiftruppe vorbereiten und ihr im Ernstfall als Verbindungs- und Führungsstelle dienen. Geplant sei, die einzelnen Standorte mit jeweils etwa 40 Soldaten des Bündnisses auszustatten, die zur Hälfte vom Gastland gestellt würden, heißt es in dem Bericht. Zu einem späteren Zeitpunkt solle auch Ungarn einbezogen werden.

Die Pläne sind laut „FAS“ Teil eines Konzepts, über das die NATO-Verteidigungsminister bei ihrem Treffen am kommenden Donnerstag entscheiden sollen.

Früherer deutscher Präsident Von Weizsäcker gestorben

Der frühere deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker ist tot. Der CDU-Politiker starb gestern im Alter von 94 Jahren, wie das Präsidialamt in Berlin mitteilte. Weizsäcker war von 1984 bis 1994 deutsches Staatsoberhaupt. Als ein wichtiger Markstein seiner Amtszeit gilt die Rede vom 8. Mai 1985 zum 40. Jahrestag des Kriegsendes, in der er sich ohne Beschönigung mit den deutschen Verbrechen der Nazi-Zeit auseinandersetzte. Der amtierende deutsche Präsident Joachim Gauck würdigte Weizsäcker als „moralische Instanz“. „Er stand für eine Bundesrepublik, die sich ihrer Vergangenheit stellt“, so Gauck in einer Aussendung.

Mehr dazu in „Man muss in der Politik ein Ziel haben“

Wirtschaft

Chinas Industrie schrumpft

Erstmals seit über zwei Jahren ist die chinesische Industrie zu Jahresbeginn wieder geschrumpft. Der offizielle Einkaufsmanager-Index sank im Jänner auf 49,8 Punkte, wie die Statistikbehörde heute bekanntgab. Damit lag der Index unter der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird.

Analysten hatten dagegen mit einem leichten Anziehen auf 50,2 von 50,1 Zählern im Dezember gerechnet. Zuletzt lag der Index im September 2012 auf dem Niveau von 49,8 Punkten. Noch niedriger war er nur im August 2012 mit 49,2 Zählern.

Vor wenigen Tagen räumte die chinesische Regierung ein, dass sich die chinesische Industrie steigendem Druck ausgesetzt sieht. Die Volksrepublik will ihre Industrie umbauen mit dem Ziel, höherwertige Produkte herzustellen. Dafür nimmt sie auch ein geringeres Wachstum in Kauf.

Das Bruttoinlandsprodukt der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt war im vergangenen Jahr mit 7,4 Prozent so langsam gestiegen wie seit 24 Jahren nicht mehr.

JPMorgan zahlt im Devisenskandal 99,5 Millionen Dollar

JPMorgan Chase zahlt im Rechtsstreit mit Investoren wegen Manipulationen auf dem Devisenmarkt 99,5 Millionen Dollar (88 Mio. Euro). Die gestern veröffentlichte Einigung muss noch von einem Gericht bestätigt werden und ist nicht mit einem Schuldeingeständnis verbunden.

Eine Stellungnahme des Geldhauses lag zunächst nicht vor. Bereits Anfang Jänner war bekanntgeworden, dass JPMorgan als erste der insgesamt zwölf betroffenen Banken eine Einigung erzielt habe. Die zu zahlende Summe war bisher nicht bekannt.

Händler der Banken sollen sich seit Anfang 2003 abgesprochen haben, um Devisenkurse zum Nachteil ihrer Kunden zu manipulieren. Dazu hätten sie Internetforen, Messaging-Dienste und E-Mails genutzt, um das WM/Reuters Fixing zu manipulieren. Zu den betroffenen Geldinstituten gehören unter anderen die Deutsche Bank sowie die Schweizer Geldhäuser Credit Suisse und UBS. Auf dem Devisenmarkt werden täglich rund fünf Billionen Dollar umgesetzt.

Toyota, Honda, Chrysler: Über zwei Mio. Autos zurückgerufen

Die Autohersteller Toyota, Honda und Chrysler müssen wegen möglicher Airbagprobleme in den USA mehr als zwei Mio. Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen. Das teilte das US-amerikanische Transportministerium gestern in Washington mit.

Die Airbags könnten unvermittelt ausgelöst werden. Es sei schon einmal mit Rückrufen versucht worden, den Defekt zu beheben, allerdings nicht in allen Fällen mit Erfolg, hieß es zur Begründung. Es geht dabei um Modelle verschiedener Marken der Jahre 2002 bis 2004.

Keine Angaben über in Europa verkaufte Autos

Von den 2,12 Mio. Autos seien etwa eine Mio. Fahrzeuge der Marken Toyota und Honda betroffen, die bereits einem Rückruf in Zusammenhang mit Airbags des japanischen Herstellers Takata unterliegen. Diese Airbags können auch ohne Unfall derart heftig auslösen, dass dabei Fahrzeuginsassen sogar ums Leben kommen können, teilte das Ministerium mit. Ob auch in Europa verkaufte Autos betroffen sind, war zunächst nicht bekannt.

Der Fall Takata hatte im vergangenen Jahr hohe Wellen geschlagen, dabei steht vor allem das Krisenmanagement des Zulieferers in der Kritik. Probleme waren länger bekannt, schon 2013 mussten Millionen Autos in die Werkstatt. Doch inzwischen nahm der Airbagrückruf nie geahnte Ausmaße an, die genauen Hintergründe sind weiter ungeklärt.

Sport

Ski-WM: Hosp peilt ihre achte Medaille an

Für Nicole Hosp ist die WM in Vail/Beaver Creek schon so etwas wie „Normalbetrieb“. Für die Tirolerin sind es bereits die siebenten Titelkämpfe, bei den vorangegangenen sechs hat sie insgesamt sieben Medaillen geholt. Nun soll die nächste her.

Möglichkeiten dazu hat Hosp im Super-G, der Kombination und dem Slalom, für die Abfahrt muss sie in die Qualifikation. „Ich weiß, was ich zu tun habe und auf was ich mich konzentrieren muss“, sagte die 31-Jährige über ihr Erfolgsrezept.

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Fußball: Dortmund rutscht in den Tabellenkeller

Borussia Dortmund hat gestern im Auftaktspiel der Rückrunde den erhofften Befreiungsschlag verpasst. Der CL-Achtelfinalist holte zwar in der 18. Runde ein achtbares Remis bei Bayer Leverkusen, rutschte aber trotzdem wieder auf den letzten Tabellenplatz.

Kevin Kampl gab gegen Ex-Coach Roger Schmidt sein Pflichtspieldebüt für Dortmund, konnte aber in der Offensive kaum Impulse setzen. „Es war vielleicht nicht so guter Fußball, aber es war wichtig, den Kampf anzunehmen“, bilanzierte der Ex-Salzburger, dessen Team mit wenig Risiko agierte.

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Chronik

Lawine in Vorarlberg: Zweite Skifahrerin in Spital gestorben

Jene 32-jährige Frau, die am Samstag nach einem Lawinenabgang in Damüls von einer Skitourengruppe geborgen werden konnte, starb in der Nacht auf Sonntag im Krankenhaus Innsbruck. Ihr Ehemann war bereits gestern verstorben.

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Lawine auf Hochkar: Polizei sucht Zeugen

Nach dem gestrigen Lawinenabgang auf dem Hochkar (Niederösterreich) mit einer schwer verletzten Person sucht die Polizei nach Zeugen. Zwei andere Wintersportler dürften die Lawine ausgelöst haben.

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Sechs Tote bei Lawinen in der Schweiz

In der Schweiz sind gestern bei mehreren Lawinenniedergängen insgesamt sechs Personen ums Leben gekommen. Das folgenschwerste Unglück ereignete sich in Graubünden. Dort riss am Nachmittag eine Lawine sieben Skitourenfahrer mit und verschüttete sie.

Drei Personen konnten nur tot aus den Schneemassen geborgen werden. Vier Menschen wurden schwer verletzt ins Spital geflogen, einer starb später.

Snowboarder geriet in Schneebrett

In Mürren im Berner Oberland kam ein Snowboarder in der Region Schilthorn abseits der Pisten in ein Schneebrett. Der 28-jährige Basler konnte zwar von Suchhunden lokalisiert, aber von den Helfern nicht mehr gerettet werden, wie die Kantonspolizei Bern am Abend mitteilte.

Auch in Adelboden kam es zu einem tödlichen Lawinenunglück. Zwar konnte der von den Schneemassen mitgerissene Mann gerettet und ins Spital geflogen werden. Dort verstarb er aber am Abend.

Auf dem gesamten Kantonsgebiet des Schweizer Wallis herrscht derzeit erhebliche bis große Lawinengefahr. Das heißt, dass Lawinen spontan abgehen oder schon durch einzelne Schneesportler ausgelöst werden können.

Schiffsunglück vor Galapagosinseln: Umweltschäden drohen

Nach einem Schiffsunglück vor den Galapagosinseln fürchtet die Verwaltung des ecuadorianischen Nationalparks schwere Umweltschäden. Wie die Behörde gestern angab, strebt sie die Verhängung des Notstands an, um die Bergung der auf Grund gelaufenen „Floreana“ zu erleichtern. Das Schiff ist mit etwa 1.400 Tonnen Gütern, darunter Gefahrstoffe, beladen. Zudem wird das Auslaufen von Sprit befürchtet.

Die Verhängung des Notstands würde für „die notwendigen wirtschaftlichen Mittel“ zur Entladung und Bergung der „Floreana“ sorgen, gab die Verwaltung des Galapagos-Nationalparks an.

Die Inselgruppe im östlichen Pazifik etwa tausend Kilometer vom Festland entfernt ist Heimat zahlreicher bedrohter Tierarten und UNESCO-Weltkulturerbe. Das Schiffsunglück ist bereits der dritte vergleichbare Unfall in der Region binnen zwölf Monaten

Suche nach Opfern von AirAsia-Flug geht weiter

In der Javasee haben Dutzende Taucher gestern die Suche nach den Opfern des abgestürzten AirAsia-Flugzeugs fortgesetzt. „Wir hoffen, dass wir die restlichen Leichen finden werden“, sagte ein Koordinator der Rettungsarbeiten, S.B. Supriyadi.

„Das Wetter ist gut, und die Wellen sind nur drei Meter hoch.“ Sechs Boote seien in dem Suchgebiet im Einsatz. Die Taucher wollen auch im Wrack des Flugzeugs nach 86 noch vermissten Leichen suchen.

Die indonesischen Streitkräfte hatten ihre Bergungsaktion vor einigen Tagen beendet, die zivile Such- und Rettungsbehörde setzt den Einsatz nun in geringerem Umfang fort.

Ende Dezember ins Meer gestürzt

Der Airbus A320-200 der malaysischen Billigfluggesellschaft AirAsia war am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya auf der indonesischen Hauptinsel Java nach Singapur mit 162 Menschen an Bord ins Meer gestürzt. Die Suche nach den Insassen gestaltet sich wegen der rauen See und starken Strömungen aber schwierig.

Science

„Mutter der Pille“: Carl Djerassi ist tot

Sein Tätigkeitsfeld ist äußerst vielfältig gewesen: Als Chemiker erlangte Carl Djerassi Weltruhm, aber auch als Autor von Gedichten, Kurzgeschichten und Theaterstücken trat er in Erscheinung. Bis zuletzt war die „Mutter der Pille“, wie er einmal eine Autobiografie betitelte, kreativ tätig. In der Nacht auf gestern ist der in Wien geborene und von den Nationalsozialisten vertriebene Djerassi 91-jährig verstorben.

Mehr dazu in Chemiker und Autor mit Herzblut

Gesundheit

Kultur

Sundance: Preise für „Me & Earl & The Dying Girl“

Das Freundschaftsdrama „Me & Earl & The Dying Girl“ hat den Hauptpreis beim Sundance Film Festival gewonnen. Der Film des amerikanischen Fernseh- und Filmregisseurs Alfonso Gomez-Rejon handelt von einem Highschoolschüler (Thomas Mann), der sich mit einem leukämiekranken Mädchen (Olivia Cook) anfreundet. Das bewegende Drama gewann auch den Zuschauerpreis.

Die Auszeichnung für die beste Dokumentation ging an „The Wolfpack“. Darin zeichnet die New Yorker Regisseurin Crystal Moselle das Leben von sieben Geschwistern nach, die von ihren Eltern in New York von der Außenwelt isoliert großgezogen wurden. Die Preisträger wurden gestern Abend im Wintersportort Park City im US-Staat Utah bekanntgegeben.

Im vorigen Jahr hatte das Musikdrama „Whiplash“ die Auszeichnungen der Jury und der Zuschauer gewonnen. Der Film über einen jungen Schlagzeuger, der von einem Musiklehrer unter Druck gesetzt wird, ist jetzt für fünf Oscars nominiert, darunter als bester Film. Vor 31 Jahren hatte Hollywood-Star Robert Redford das inzwischen größte US-Festival der Independentszene ins Leben gerufen.

Ian McEwan führt ORF-Bestenliste im Februar an

Mit 40 Punkten schafft es der britische Starautor Ian McEwan mit seinem Justizroman „Kindeswohl“ auf den ersten Platz, gefolgt von „Die Flügel“, ein Familien- und Gesellschaftsporträt Mircea Cartarescus, das bereits zum dritten Mal Platz zwei belegt.

Mit derselben Punkteanzahl, jedoch neu auf der Bestenliste vertreten, ist ein Roman, der dieser Tage für Aufregung gesorgt hat: „Unterwerfung“ vom französischen Skandalautor Michel Houellebecq.

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„Drachenzähmen leicht gemacht“ räumt Zeichentrickpreise ab

Der DreamWorks-Zeichentrickfilm „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ ist der große Gewinner bei der diesjährigen Vergabe der Annie-Awards-Animationspreise. In der Nacht auf heute holte der Zeichentrickfilm sechs Trophäen, darunter als bester Film, für Regie und Musik. Das Werk ist in diesem Jahr auch unter den fünf Anwärtern für einen Zeichentrick-Oscar.

Als Stimmentalent wurde der britische Schauspieler Ben Kingsley (71) mit seiner Vertonung der Figur Archibald Snatcher in „Die Boxtrolls“ gefeiert.

Die Annie Awards für Film-, Fernseh- und Videospielproduktionen wurden in Los Angeles zum 42. Mal vergeben. Im vorigen Jahr holte „Die Eiskönigin - völlig unverfroren“ den Annie-Hauptpreis und danach auch den Oscar als bester Zeichentrickfilm.

Religion

Katholische Aktion ruft zu kritischem Umgang mit PEGIDA auf

Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) ruft dazu auf, sich mit den Schlagworten und Zielen der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) kritisch auseinanderzusetzen.

Mit Blick auf die erste PEGIDA-Kundgebung in Wien morgen Abend sagte KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer, mit unscharfen Schlagworten wie „Islamisierung“ und „Verteidigung des christlichen Abendlandes“ ließen sich zwar „Ängste schüren und Menschen für Demonstrationen mobilisieren“. Damit werde aber kein einziges der Probleme gelöst.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Leute

Whitney Houstons Tochter regungslos in Badewanne gefunden

Bobbi Kristina Brown (21), Tochter der verstorbenen Sängerin Whitney Houston, ist in Roswell im US-Staat Georgia regungslos aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht worden. Das berichtete der US-Sender CNN gestern unter Berufung auf die Polizei.

Video dazu in iptv.ORF.at

Den Angaben zufolge entdeckten Ehemann Nick Gordon und ein Freund die 21-Jährige in einer Badewanne im Haus des Paares. Sie hätten den Notdienst alarmiert und an Ort und Stelle Wiederbelebungsversuche durchgeführt. Brown atme nun im Krankenhaus wieder, sagte Polizeisprecherin Lisa Holland dem Sender.

Whitney Houston war am 11. Februar 2012 im Alter von 48 Jahren tot in einem Hotelzimmer in Los Angeles aufgefunden worden. Die Sängerin hatte Kokain genommen und war in einer Badewanne ertrunken. Ihr Tod wurde als Unfall eingestuft. Houstons einziges Kind Bobbi stammt aus der 2007 geschiedenen Ehe mit Sänger Bobby Brown.

Miss-Marple-Darstellerin Geraldine McEwan gestorben

Die Miss-Marple-Darstellerin Geraldine McEwan ist tot. Sie sei im Alter von 82 Jahren nach einem im Oktober erlittenen Schlaganfall am Freitag friedlich eingeschlafen, teilte die Familie der Schauspielerin heute mit.

McEwan hatte die Gestalt der berühmten Hobbydetektivin aus der Feder von Romanautorin Agatha Christie in den Jahren 2004 bis 2009 für eine Serie des britischen Senders ITV gespielt. Der Erfolg ihrer berühmten Vorgängerin in der Rolle, der 1972 verstorbenen Margaret Rutherford, war ihr aber nicht beschieden.

McEwan hatte erfolgreich auch in Kinofilmen mitgewirkt und Theater gespielt. 1991 war sie an der Seite von Kevin Costner in der Robin-Hood-Verfilmung „König der Diebe“ zu sehen. Ehrungen der britischen Krone lehnte sie stets ab - unter anderem, als sie 2002 als „Dame“ die höchste Auszeichnung der Queen entgegennehmen sollte.

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