Liveticker

Prölls Vize vermisst Hypo-Zusammenhang

Sobotka sah Hypo NÖ nicht in Gefahr

Die erste Fragerunde eröffnet Kai Jan Krainer für die SPÖ. Er setze dort fort, wo Pilgermair aufgehört habe, meint der SPÖ-Fraktionsführer. Ob Sobotka niemand über das Risiko einer Insovenz der Kärntner Hypo für die Hypo NÖ informiert hätte?

Der Finanzlandesrat kommt erst einmal auf den Finanzplatz Östereich zu sprechen. Ja, für den sei es gefährlich gewesen. Aber nicht für die Hypo NÖ im Speziellen. Das sei ihm auch so vermittelt worden.

„Es gab keinen Handlungsbedarf“

Die Folgen einer Pleite der Hypo sei durchaus klar gewesen, antwortet Sobotka auf eine entsprechende Frage Pilgermairs. Hier verweist Sobotka auf das aktuelle Rating der Hypo NÖ („eines der besten in ganz Österreich“), und das sei damals nicht anders gewesen.

Es habe keinen Handlungsbedarf gegeben, so Sobotka mit Blick auf die möglichen Folgen einer Pleite der Hypo Kärnten für die Hypo NÖ.

Ausland

US-Regierung klagt Ferguson nach Tod von Schwarzem

Das US-Justizministerium hat eine Klage gegen die Kleinstadt Ferguson angekündigt, da sie nach dem Tod des schwarzen Jugendlichen Michael Brown eine Polizei- und Justizreform verweigert.

„Ich bin zutiefst enttäuscht“, begründete US-Justizministerin Loretta Lynch gestern den Schritt. Der Stadtrat von Ferguson im US-Bundesstaat Missouri habe nach 26 Wochen „mühsamer Verhandlungen“ ein 131 Seiten langes Papier über die notwendigen Reformen unter Verweis auf die Kosten einstimmig abgelehnt, sagte Lynch.

Der Stadtrat des 21.000-Einwohner-Vororts von St. Louis habe die Entscheidung in dem Bewusstsein getroffen, dass dies eine Klage nach sich ziehen werde, sagte Lynch. Die Einhaltung der Verfassung dürfe keinen „Preis“ haben. Eine Untersuchung des Justizministeriums hatte den örtlichen Beamten Rassismus und übertriebene Gewaltanwendung gegen Schwarze zur Last gelegt. Als Konsequenz trat der damalige Polizeichef von Ferguson zurück.

Polizei zu „Umsatzgenerierung“ missbraucht

In dem nun abgelehnten Papier heißt es unter anderem, die Stadt verpflichte sich, die Tätigkeit von Polizei und Justiz auf die „öffentliche Sicherheit“ statt auf „Umsatzgenerierung“ zu konzentrieren.

Die Tötung des 18-jährigen Schwarzen Brown durch einen weißen Polizisten im August 2014 hatte über Ferguson hinaus teils gewaltsame Proteste und eine landesweite Diskussion über Rassismus ausgelöst.

Der verantwortliche Polizist wurde nicht angeklagt, obwohl Brown unbewaffnet war. Der damalige Justizminister Eric Holder hatte der Stadt vorgeworfen, die Sicherheitskräfte zu benutzen, um ihre Einkünfte zu steigern, statt für Ordnung zu sorgen.

Starker Anstieg rechtsextremer Gewalt in Deutschland

Rechtsextreme Straftaten haben in Deutschland stark zugenommen. Laut vorläufigen Zahlen registrierten die Sicherheitsbehörden im vergangenen Jahr 13.846 einschlägige Delikte - das entspricht einer Steigerung um mehr als 30 Prozent im Vergleich zu 2014. Das ergibt sich aus Zahlen, die die Linke-Politikerin Petra Pau regelmäßig beim deutschen Innenministerium abfragt.

Da nun auch die Angaben für Dezember vorliegen, veröffentlichte Pau gestern Abend die Jahresübersicht für 2015. Es handelt sich jedoch lediglich um vorläufige Zahlen, da die Polizei erfahrungsgemäß viele Fälle nachmeldet. 2014 hatten die Sicherheitsbehörden in ihrer vorläufigen Statistik 10.541 rechtsextreme Straftaten festgestellt.

Fast Verdopplung bei Gewalttaten

Auch die Gewaltbereitschaft steigt: So wurden vergangenes Jahr 921 rechtsextreme Gewalttaten (2014: 496) mit 691 Verletzten (2014: 431) registriert. Die meisten dieser Gewalttaten, insgesamt 612, waren fremdenfeindlich motiviert. Damit hat sich diese Zahl im Vergleich zu 2014 (316) fast verdoppelt. Die Zahl der Menschen, die bei diesen Übergriffen verletzt wurden, erhöhte sich auf 459 (2014: 272).

Pau bezeichnete die Entwicklung als alarmierend. Die tatsächlichen Zahlen dürften überdies weitaus höher liegen: „Erfahrungsgemäß verdoppeln sich die Zahlen nach der Nachmeldung der Polizeibehörden von Bund und Ländern noch einmal“, sagte die Linke-Politikerin der dpa. „Das heißt, wir haben täglich drei bis vier rechtsextrem motivierte Gewalttaten.“ Das zeige, dass der Rechtsextremismus „längst wieder eine Gefahr für Leib und Leben von Menschen ist, die nicht in das menschenfeindliche Muster der Nazis passen“.

„Nazis instrumentalisieren Lücken“

Dabei gehe die Gefahr keineswegs nur von organisierten Neonazis aus, sondern auch von freien Gruppen, die zunehmend gegen Flüchtlinge und deren Unterstützer mobilisierten. Die Probleme bei der Aufnahme von Flüchtlingen wirkten dabei wie ein Katalysator: „Staatliche Institutionen und Zivilgesellschaft zeigen sich überfordert, und dort, wo Lücken gelassen werden, stoßen Nazis hinein und instrumentalisieren das.“

NATO-Einsatz gegen Schleuserbanden in Ägäis rückt näher

Deutschland und die Türkei haben bei ihren Bemühungen um eine NATO-Beteiligung am Kampf gegen Schleuserbanden in der Ägäis einen wichtigen Etappenerfolg erzielt. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen konnte Griechenland davon überzeugt werden, sich an dem Antrag auf eine Unterstützung des Bündnisses zu beteiligen.

Er sei gestern Abend beim NATO-Verteidigungsministertreffen an die anderen Alliierten weitergegeben worden, hieß es in Brüssel. Noch heute solle über den Antrag beraten werden.

Türkei ist wichtigster Zufluchtsort

Die Pläne gehen auf das Treffen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu am Montag in Ankara zurück. Die Türkei ist wichtigster Zufluchtsort und auch wichtigstes Transitland für Flüchtlinge aus Syrien. Beim Versuch, von dort nach Griechenland zu kommen, ertranken seit Beginn des Jahres mehr als 340 Menschen. Viele von ihnen wurden von Schleusern auf gefährliche Boote gelockt.

Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen sollen NATO-Schiffe bei dem angedachten Anti-Schleuser-Einsatz das Seegebiet zwischen der Türkei und Griechenland überwachen und ihre Aufklärungsergebnisse an die türkischen und griechischen Behörden weitergeben. Diese sollen so in die Lage versetzt werden, kriminelle Schleuserbanden effektiver zu bekämpfen.

Zwei Republikaner geben US-Präsidentschaftskandidatur auf

Bei den Republikanern werfen im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur zwei weitere Politiker das Handtuch.

Einen Tag nach der Vorwahl im Bundesstaat New Hampshire gaben der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, und die frühere Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina ihren Rückzug bekannt. Das Kandidatenfeld um den bisher den Wahlkampf dominierenden Immobilienmilliardär Donald Trump ist auf sieben von vormals 17 geschrumpft.

Fiorina holte vier Prozent der Wählerstimmen und landete damit auf dem siebenten Platz. Die Ex-Chefin von Hewlett-Packard war die einzige Frau im Bewerberfeld der Republikaner. Christie war trotz einer starken TV-Debatte am Wochenende und zahlreicher Auftritte in dem Bundesstaat abgeschlagen auf dem sechsten Platz gelandet.

Syrien-Konferenz soll Friedensprozess wieder ankurbeln

Im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz kommen heute in der bayrischen Landeshauptstadt Vertreter der Syrien-Kontaktgruppe zu neuen Gesprächen über eine Beendigung des Bürgerkriegs zusammen.

Unter anderen werden US-Außenminister John Kerry, seine Kollegen aus Russland und Deutschland, Sergej Lawrow und Frank-Walter Steinmeier, sowie der Syrien-Sonderbeauftragte der UNO, Staffan de Mistura, erwartet.

Die Friedensgespräche in Genf wurden zuletzt ohne Ergebnis vertagt. Die Fronten zwischen der syrischen Staatsführung, die insbesondere von Russland und dem Iran unterstützt wird, und ihren Gegnern sind verhärtet.

Russland machte indes nach Angaben eines westlichen Diplomaten den Vorschlag für einen Waffenstillstand in Syrien. Dieser soll am 1. März beginnen, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den nicht näher genannten Diplomaten. Bisher sei aber kein Übereinkommen erzielt worden. Wie der Beamte weiter erklärte, hätten die USA Zweifel an einigen Elementen des russischen Vorschlages geäußert.

50.000 Menschen bei Kämpfen um Aleppo vertrieben

Der Kontaktgruppe gehören 17 Staaten sowie die UNO, die Arabische Liga und die EU an. Die jüngsten Kämpfe in der syrischen Region Aleppo haben nach Schätzungen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) rund 50.000 Menschen in die Flucht getrieben.

Außerdem seien Versorgungsrouten unterbrochen, teilte das IKRK gestern Abend in Genf mit. Das Rote Kreuz versuche, medizinische Hilfe, Wasser und Essen zu den Menschen zu bringen. Die Kämpfe würden den Menschen stark zusetzen, zudem seien die Temperaturen extrem niedrig. „Die Vertriebenen versuchen, ohne Schutz, Wasser und Nahrung unter sehr gefährlichen Bedingungen zu überleben“, hieß es vom IKRK.

Russland intensivierte Angriffe

In den vergangenen Tagen sei es gelungen, Essen für rund 10.000 Familien in der umkämpften Region zu verteilen. In der Großstadt Aleppo selbst seien die Menschen auf die 100 vom IKRK eingerichteten Wasserstellen angewiesen.

Russland hatte mit Luftangriffen auf Rebellen in der Region Aleppo die Kämpfe wieder intensiviert. Im fünfjährigen Bürgerkrieg in Syrien sind bisher etwa 250.000 Menschen ums Leben gekommen. Bei der Offensive der syrischen Armee in der Provinz Aleppo wurden nach Angaben von Aktivisten bereits mehr als 500 Menschen getötet.

Ex-Auschwitz-Wachmann in Deutschland vor Gericht

Mehr als 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg muss sich von heute an ein ehemaliger SS-Wachmann des NS-Konzentrationslagers Auschwitz vor dem Landgericht Detmold verantworten.

Er ist wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen angeklagt. Der heute 94-Jährige soll 1943 und 1944 als Angehöriger des SS-Totenkopfsturmbanns Auschwitz im dortigen Stammlager eingesetzt worden sein.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beihilfe bei der „Ungarn-Aktion“, bei Massenerschießungen und der „Selektion“ von KZ-Insassen vor. Mit seinem Einsatz als Wachmann habe er zum Funktionieren der Maschinerie beigetragen, heißt es in der Anklageschrift.

Zwölf Verhandlungstage bis Ende Mai

Der Angeklagte hatte bereits im Vorfeld eingeräumt, im Stammlager eingesetzt gewesen zu sein, eine Beteiligung an Tötungshandlungen aber bestritten.

Dutzende Journalisten aus dem In- und Ausland sowie frühere KZ-Insassen wollen den Prozess verfolgen. Am ersten Prozesstag soll die Anklageschrift verlesen und ein erster Zeuge angehört werden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass keiner der Zeugen den Angeklagten selbst kannte. Für den Prozess sind zunächst zwölf Verhandlungstage bis Ende Mai vorgesehen.

Inland

„Graue Eminenz“ und Chefcontroller im Hypo-Ausschuss

Sehr unterschiedlich sind gestern die beiden Befragungen im Hypo-U-Ausschuss ausgefallen. Erster, prominenter Zeuge war GraWe-Chef und Ex-Hypo-Aufsichtsrat Othmar Ederer, in dem mancher Abgeordnete die „graue Eminenz“ der Hypo sah. Ederer wies eine solch bedeutende Rolle seiner Person zurück - er antwortete sachlich und ausführlich, ließ sich aber nicht aus der Reserve locken.

Zugeknöpft hingegen gab sich der zweite Zeuge, Ex-Rechnungswesen-Chef Stephan Holzer. Seine vielen Erinnerungslücken brachten die Abgeordneten mitunter auf die Palme.

Mehr dazu in ORF.at/live

PISA-Auswertung: „Sitzenbleiben“ Gift für Bildungschancen

In einer Detailauswertung zu ihrer PISA-Bildungsstudie hat sich die OECD mit den allerschwächsten Schülerinnen und Schülern beschäftigt und kommt zum Schluss: „Sitzenbleiben“ bringt aus statistischer Sicht für das Aufholen bei Bildungsdefiziten gar nichts, im Gegenteil: Das Wiederholen einer Klasse macht laut OECD alles nur noch schlimmer.

Auch sonst hat es die Auswertung in sich: Elf Prozent weisen so gravierende Schwächen auf, dass sie sich als Erwachsene in der Gesellschaft nicht werden zurechtfinden können. Auch das Profil einer fiktiven Schülerin mit den schlechtestmöglichen Bildungschancen wurde erstellt.

Mehr dazu in Flächendeckend Schwächen in Österreich

Sport

ÖFB-Cup: Salzburg setzt sich bei Sturm durch

Salzburg hat auf dem Weg zum dritten Cuptitel in Folge auch die Hürde Sturm Graz genommen. Die „Bullen“ setzten sich heute bei den Steirern knapp mit 1:0 durch und komplettierten damit das Semifinale.

Der Erfolg in Graz fiel nicht unglücklich aus. Beim Goldtor profitierte das Team von Neo-Coach Oscar Garcia von einem Tormannfehler. Sturm hatte Pech bei einem Lattenschuss sowie bei einer Chance in der Schlussminute und konnte damit den 16. Sieg in Serie von Salzburg in einem Cupspiel nicht verhindern.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Skispringen: Kraft auf Rang zwei in Trondheim

Nach seinem Sieg in Zakopane Ende Jänner hat Stefan Kraft heute zum zweiten Mal in dieser Saison den Sprung auf das Podest geschafft. Der 22-jährige Salzburger belegte in Trondheim Rang zwei. „Es waren zwei super Sprünge von mir“, jubelte Kraft.

Der Sieg ging einmal mehr an Peter Prevc. Der Slowene behielt bei schwierigen Bedingungen die Nerven und gewann überlegen. Für den Sprung des Tages sorgte aber Noriaki Kasai. Der 43-Jährige kam mit Schanzenrekord im zweiten Durchgang noch auf das Podest.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Adidas übertrifft eigene Umsatz- und Gewinnziele

Adidas-Chef Herbert Hainer beendet sein letztes volles Geschäftsjahr an der Konzernspitze mit überraschend starkem Umsatz- und Gewinnwachstum. Der Umsatz vor Währungseinflüssen stieg um zehn Prozent auf 16,9 Milliarden Euro, wie der deutsche Sportausrüster heute mitteilte.

Der Gewinn im fortgeführten Geschäft ohne Sonderlasten in Russland und Lateinamerika legte um zwölf Prozent auf 720 Millionen Euro zu. Damit übertraf Hainer seine erst im November angehobenen Ziele.

Für das laufende Jahr kündigte Hainer nun einen weiteren Anstieg von Umsatz und Betriebsergebnis jeweils im zweistelligen Prozentbereich an. Die Aktie legte zu Börsenbeginn um drei Prozent zu.

Für Hainer ein glanzvolles Karriereende: Der Vorstandschef, der die Erwartungen der Aktionäre in den vergangenen Jahren mehrfach enttäuscht hatte, will sich aus Altersgründen verabschieden. Zum 1. Oktober soll Henkel -Chef Kasper Rorsted den 61-Jährigen an der Konzernspitze ablösen.

Russland und Lateinamerika als Sorgenkinder

Getrieben wurde das Wachstum im abgelaufenen Jahr von guten Geschäften der Kernmarken adidas und Reebok in Westeuropa, Lateinamerika, China und weiteren Ländern in Asien und dem Nahen Osten. Sorgenkinder des Konzerns waren zuletzt das Geschäft in den USA und Russland sowie die kriselnde Golfsparte, die möglicherweise verkauft wird. Adidas äußerte sich bei der Veröffentlichung seiner vorläufigen Zahlen nicht dazu.

Belastet wird der Gewinn von Abschreibungen in Russland und Lateinamerika. Wegen der Wirtschaftskrisen in Russland und Brasilien schreibt der deutsche Konzern in diesen Regionen Firmenwerte von insgesamt 34 Millionen Euro ab.

Gegenwind erwartet adidas durch den starken Dollar. Während sich die Kursentwicklung im vergangenen Jahr noch überwiegend positiv auf der Erlösseite niederschlug, steigen nun zunehmend die Kosten, da der Dollar auch die wichtigste Einkaufswährung der Branche ist.

Boeing streicht Jobs in Zivilflugsparte

Im Kampf um Marktanteile mit Konkurrent Airbus streicht der US-Flugzeughersteller Boeing in seiner Zivilflugzeugsparte Stellen. Die Kosten müssten gesenkt werden, gab der Chef der Sparte, Ray Conner, gestern bekannt. Wie viele Arbeitsplätze in welchem Zeitrahmen gestrichen werden sollen, sagte er nicht. Das hänge davon ab, wie viel insgesamt eingespart werden könne.

Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem Boeing ebenso wie der europäische Konzern Airbus wegen der hohen Auftragslage die Produktion in den kommenden Jahren deutlich hochfahren will. Beide haben genügend Flugzeugbestellungen in ihren Büchern, um ihre Werke für die nächsten sieben oder acht Jahre auszulasten.

Mehr Flugzeuge mit weniger Angestellten

„Um auf dem Markt punkten zu können, Wachstum sicherzustellen und als gesundes Unternehmen agieren zu können, leiten wir wohlüberlegte Schritte ein, um die Kosten für den Entwurf und den Bau unserer Flugzeuge zu senken“, so Boeing. Das schließe die Belegschaft ein. Mit den Stellenstreichungen solle bei den Führungskräften begonnen werden.

Boeing hat in seinem Heimatstaat Washington bereits 4.000 Stellen abgebaut. Mit der geringeren Belegschaft baut der Konzern derzeit mehr Flugzeuge als je zuvor. Viele Arbeiten wurden jedoch in andere Bundesstaaten und Länder ausgelagert. Mit Airbus liefert sich Boeing stets ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im vergangenen Jahr heimste Airbus 57 Prozent der Bestellungen ein.

Bei Boeing ließen die hohen Kosten für die Produktion des neuen Prestigejets 787 „Dreamliner“ und Abschreibungen für den weitaus älteren und nicht mehr so gefragten Jumbojet 747 die operative Gewinnmarge im vierten Quartal auf 3,5 von zuvor 9,3 Prozent einbrechen.

Euro-Finanzminister beraten über Griechenland und Portugal

Die Euro-Finanzminister sprechen heute in Brüssel über die Situation im hoch verschuldeten Griechenland und in Portugal.

Die Athener Links-rechts-Regierung und die internationalen Geldgeber ringen derzeit unter anderem um eine Pensionsreform mit erheblichen Einschnitten für die Bevölkerung. Im Gespräch sind Kürzungen von im Durchschnitt 15 Prozent für alle neuen Pensionen sowie Erhöhungen der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge.

In dem Krisenland gibt es seit Wochen erhebliche Proteste dagegen. Auch Privatisierungspläne in Griechenland stehen auf der Agenda der Finanzminister. Entscheidungen werden nicht erwartet.

Portugals Budget erst im Jänner vorgelegt

Zudem werden die Minister über den Haushalt Portugals sprechen. Wegen der Wahl und der folgenden Regierungsbildung hatte das Land den Haushaltsentwurf für das laufende Jahr erst im Jänner vorgelegt - drei Monate später als in der jährlichen EU-Budgetüberwachung üblich. Trotz Bedenken hatte die EU-Kommission zuletzt den Entwurf aus Lissabon akzeptiert.

Tesla macht elften Quartalsverlust in Folge

Der US-Elektroautopionier Tesla kommt trotz höherer Absatzzahlen nicht aus den roten Zahlen heraus.

Im Weihnachtsquartal verdreifachte sich der Verlust durch höhere Kosten nahezu auf 320,4 Millionen Dollar, wie das von Elon Musk geführte Unternehmen gestern nach Börsenschluss mitteilte. Im Vorjahreszeitraum war lediglich ein Fehlbetrag von 107,6 Millionen Dollar angefallen.

Deutlich mehr Elektroautos verkauft

Der Umsatz stieg hingegen um fast 27 Prozent auf 1,21 Milliarden Dollar. Tesla brachte in den letzten drei Monaten des Jahres deutlich mehr Elektroautos unter die Menschen. Der Autohersteller veräußerte 17.478 Fahrzeuge, darunter auch 206 Wagen der Luxusserie Model X.

Tesla kündigte an, im laufenden Jahr 80.000 bis 90.000 Stück des neuen Modells S oder Modells X ausliefern zu wollen. Allein im ersten Quartal sollen die Auslieferungen um 60 Prozent auf etwa 16.000 Fahrzeuge anziehen. Bei Anlegern kam das gut an: Im nachbörslichen Handel legte die Aktie des Unternehmens, das auch Batteriespeicher herstellt, um elf Prozent zu.

Bank Austria hält an Pensionsmanöver fest

Was in Einzelfällen immer wieder gemacht worden ist, möchte die Bank Austria nun in großem Stil tun. 3.300 Mitarbeiter sollen noch im ersten Quartal vom Pensionssystem der Bank in das staatliche Sozialversicherungssystem übertragen werden - auf Kosten der Steuerzahler. Entsprechend groß war auch die öffentliche Kritik und Skepsis unter Juristen. Die Bank sieht sich aber rechtlich abgesichert und machte bereits Nägel mit Köpfen: Sie löste 1,9 Milliarden Euro Pensionsreserven auf - mit positiven Auswirkungen für die Bilanz und die Gemeinde Wien.

Mehr dazu in Positive Auswirkungen in Bilanz

Chronik

Zugsunglück in Bayern: Polizei gegen „Spekulation“

Die Polizei in Bayern wies einen Tag nach dem verheerenden Zugsunglück in Bad Aibling mit zehn Toten Berichte über die mögliche Unfallursache zurück: Zahlreiche deutsche Medien berichteten, dass ein Fahrdienstleiter das automatische Bremssystem abgeschaltet habe, damit einer der beiden Züge, die frontal zusammenstießen, eine Verspätung aufholen kann. Ein Polizeisprecher nannte das aber reine „Spekulation“.

Mehr dazu in Begegnungspunkt nicht erreicht

Tausende Londoner Taxifahrer protestierten gegen Uber

Aus Protest gegen Konkurrenz durch den US-Fahrdienstvermittler Uber haben mehrere tausend Londoner Taxifahrer gestern ein Verkehrschaos ausgelöst.

Taxi-Protest in London gegen Uber

APA/AP/Frank Augstein

Über 8.000 Fahrer der traditionellen schwarzen Cabs blockierten hupend die Straßen im Regierungsviertel Whitehall, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Zeitweise ging gar nichts mehr.

„Regierung unternimmt nichts“

„Wir sagen nicht: Weg mit Uber“, sagte ein „Cabbie“. „Sie sollen nur dieselben Regeln befolgen wie wir.“ Ein anderer Fahrer kritisierte: „Die Regierung unternimmt nichts.“

Der umstrittene Uber-Fahrdienst, den Kunden per App bestellen können, ist in der Regel billiger als die traditionellen und geräumigen schwarzen Taxis.

Unzufrieden: US-Bürgerin wollte Friseur erschießen

Weil sie mit ihrer neuen Frisur unzufrieden war, hat eine US-Bürgerin versucht, ihren Friseur zu erschießen. Die Kundin habe nach dem Haarschnitt gestern empört den Salon im kalifornischen San Diego verlassen und sei mit einer Waffe zurückgekehrt, so die Polizei.

Dreimal habe sie mit der geladenen Pistole auf den Friseur gezielt und abgedrückt, die Waffe habe aber jedes Mal blockiert.

Der Friseur und ein anderer Anwesender im Salon hätten die 29-jährige Frau schließlich überwältigt und festgehalten, bis die Polizei eingetroffen sei. Ihr droht nun ein Verfahren wegen versuchten Mordes.

Gesundheit

Kultur

Buch und Theaterstück: Harry Potter in der Midlife-Crisis

Im Zuge des für Sommer geplanten Londoner „Harry Potter“-Theaterstücks wird J. K. Rowlings Zauberer auch in die Buchhandlungen zurückkehren - zumindest in Großbritannien und Nordamerika. Einen Tag nach der Uraufführung des Stücks „Harry Potter and the Cursed Child“ am 30. Juli kommt der Text in den Buchhandel, wie der US-Verlag Scholastic mitteilte.

Der Text in der „Proben-Spezialedition“ könnte noch leicht von der Version abweichen, die auf der Londoner Bühne gezeigt wird. Die zweite Edition wird dann den endgültigen Text beinhalten, hieß es seitens des Verlags, der für die Nordamerika-Ausgabe verantwortlich zeichnet.

Harry Potter als Vater

Das Stück wird einen erwachsenen, überlasteten Harry als Angestellten des Zauberministeriums zeigen, der drei Kinder im schulfähigen Alter hat und den die Vergangenheit immer wieder heimsucht.

Insgesamt wird die zweiteilige Inszenierung über 30 Charaktere beinhalten, einer davon ist Harrys jüngster Sohn Albus, der ebenfalls mit der Last des familiären Erbes zu kämpfen hat.

Die Voraufführungen sind für den 7. Juni im Palace Theater im Londoner West End angesetzt, bevor am 30. Juli die Premiere beider Teile folgt. Die Autorin der „Harry Potter“-Buchserie ist einer von drei Autoren des Theaterstückes.

IT

Zahl der Twitter-Nutzer wächst nicht mehr

Twitter hat im vergangenen Quartal aktive Nutzer verloren. Auf dem Markt war mit einem wenigstens kleinen Wachstum gerechnet worden, die bereits schwer gebeutelte Aktie verlor gestern im nachbörslichen Handel zeitweise mehr als 13 Prozent. Später flachte das Minus auf gut vier Prozent ab.

Twitter meldete für das vierte Quartal 305 Millionen aktive Nutzer, wenn man die Abonnenten eines SMS-Dienstes herausrechnet. Das war ein Rückgang von zwei Millionen binnen drei Monaten. Analysten hatten dagegen einen Zuwachs von zwei Millionen erwartet. Zusammen mit dem SMS-Dienst stagnierte die Nutzerzahl bei 320 Millionen, während an der Börse mit einem Anstieg auf 323 Millionen gerechnet worden war.

Verlust von 90,2 Millionen Dollar

Das einst rasante Wachstum der Nutzerzahlen bei Twitter hatte sich bereits im vergangenen Jahr drastisch verlangsamt, und alle Versuche, es wieder in Schwung zu bringen, blieben bisher erfolglos. Das bremst auch das Geschäft, denn Twitter setzt auf Werbung wie von Firmen bezahlte Twitter-Nachrichten.

Im vergangenen Quartal gab es einen Verlust von 90,2 Millionen Dollar nach einem Minus von 125,3 Millionen ein Jahr zuvor. Im gesamten Jahr verlor Twitter wieder mehr als eine halbe Milliarde Dollar. Der Quartalsumsatz wuchs um 48 Prozent auf 710 Millionen Dollar, wie Twitter gestern nach US-Börsenschluss mitteilte.

Sicherheitsexperten warnen vor Lernspielzeug

IT-Sicherheitsexperten warnen vor Lernspielzeug des Anbieters VTech aus Hongkong, der vor Kurzem Ziel eines Hackerangriffs war. Grund für die Warnung sind laut einem Bericht der BBC die nach dem Angriff geänderten Geschäftsbedingungen, wonach Eltern bei künftigen derartigen Angriffen die Verantwortung übernehmen sollen.

VTech sagte gegenüber der BBC, kein Anbieter könne zu 100 Prozent garantieren, niemals gehackt zu werden. Derartige Einschränkungen seien durchaus üblich, so eine Sprecherin. Von dem Angriff im vergangenen Jahr waren die Profile von fast 6,4 Millionen Kindern betroffen.

Kritik an den neuen Geschäftsbedingungen äußerte erstmals ein australischer Sicherheitsforscher, der der Aussage von VTech widersprach, wonach der Angriff ausgeklügelt war. Weitere Sicherheitsexperten bezeichneten die neuen Geschäftsbedingungen als „arrogante und abschätzige“ Antwort des Anbieters. Ein Anwalt bezeichnete das Vorgehen VTechs als ungewöhnlich und „eigenartig“.

Science

Lifestyle

Karneval in Rio: Gewinner ist Sambaschule Mangueira

Nach einem furiosen und fantasievollen Auftritt ist die Sambaschule Mangueira erstmals seit 2002 wieder zur besten Sambaschule des Karnevals in Rio de Janeiro gekürt worden.

Eine 35-köpfige Fachjury verkündete gestern Abend (Ortszeit) unter dem Jubel der Mitglieder das Ergebnis. Auf dem zweiten Platz im Finale der zwölf besten Sambaschulen Rios landete Unidos da Tijuca.

Die traditionsreiche Sambaschule konnte erstmals seit 14 Jahren wieder den Sieg erringen. iptv.ORF.at

Bewertet wurden unter anderem die Choreografie der Tausenden Tänzer, die Leistung der Musiker, die Gestaltung der Wagen und die Umsetzung des gewählten Themas. Die 1928 gegründete Schule Mangueira hatte mit einer Hommage an die Sängerin Maria Bethania, die seit 50 Jahren auf der Bühne steht, die mehr als 70.000 Zuschauer im Sambodromo begeistert.

Am Samstag findet in der Samba-Arena zum Abschluss des Karnevals eine Champions-Show der sechs besten Sambaschulen statt.

Leute

„Sex and the City“-Designerin sperrt Geschäft zu

„Geschäftsauflösung" steht in großen rosa Buchstaben quer über das Schaufenster geschrieben. "Schlussverkauf, 50 Prozent auf alles.“ Nach einem halben Jahrhundert sperrt die US-Designerin Patricia Field, bekannt für die Ausstattung der TV-Serie „Sex and the City“ ihre legendäre Boutique in Manhattan zu - und das fast gleichzeitig mit ihrem morgigen 75. Geburtstag.

Sie müsse auf sich und ihre Gesundheit aufpassen, sagte Field zuletzt gegenüber den „New York Daily News“. 1966 hatte die Modemacherin mit dem ausgeflippten und bunten Stil ihre erste Boutique gegründet und war nach zwei Umzügen schließlich an ihrem jetzigen Standort in der New Yorker Bowery gelandet, als sich in dem damals heruntergekommenen Viertel viele junge Kreative ansiedelten und den Ruf des Viertels begründeten.

„Ich lasse Menschen schön aussehen“

Zu Fields Kunden gehörten schon immer auch Prominente. „Als Beyonce noch ein Teenager war und bei Destiny’s Child gesungen hat, da kam sie immer mit ihrer Mutter in mein Geschäft“, erinntert sich Field.

Bis zuletzt haben auch Stars wie Debbie Harry, Miley Cyrus, Kelly Osbourne, Anne Hathaway, Avril Lavigne und Caitlyn Jenner bei Field eingekauft. Über ihre prominente Kundin und Freundin Sarah Jessica Parker kam Field auch zu dem Auftrag, der sie weltweit bekannt machte.

Field machte Parker als Ausstatterin von „Sex and the City“ in der Rolle der Carrie Bradshaw zur Mode-Ikone. Später stattete sie auch zahlreiche andere Serien und Filme aus. „Ich lasse Menschen schön aussehen und glücklich sein und hatte das Glück, darauf eine Karriere aufzubauen“, fasst Field zusammen.

„Das ganze Spiel hat mir viel Spaß gemacht, aber ich werde müde. Mein Geschäft ist so groß geworden. Ich möchte mein soziales Leben wiederhaben und jeden Tag schwimmen gehen“, gab Field zu Protokoll, um im selben Atemzug von Film- und Buchplänen zu sprechen: „Ich will mich nicht zur Ruhe setzen, das liegt nicht in meiner Natur.“