Ausland

Mindestens zwölf Tote nach syrischem Armeevorstoß

Bei einem Angriff der syrischen Armee auf die von Rebellen gehaltene Stadt Duma nahe der Hauptstadt Damaskus sind Menschenrechtsaktivisten zufolge mindestens zwölf Menschen getötet worden. Unter den Opfern sei auch ein Kind, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gestern Abend mit.

Dutzende weitere Menschen, unter ihnen auch viele Kinder, seien bei dem Angriff verletzt worden. Augenzeugen zufolge erfolgte der Angriff unerwartet. Durch den Beschuss der Regierungstruppen wurden in der Stadt nordöstlich von Damaskus zahlreiche Häuser zerstört.

Verwundete wurden in provisorischen Krankenstationen behandelt, teils mussten sie auf dem Boden liegen. Der Bürgerkrieg in Syrien wütet bereits seit über drei Jahren. Ausgangspunkt waren Mitte März 2011 zunächst friedliche Proteste gegen Staatschef Baschar al-Assad. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 170.000 Menschen getötet.

150 Tote bei Flüchtlingstragödie vor Libyens Küste

Bei einer Flüchtlingstragödie vor der libyschen Küste sind mindestens 150 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Die libysche Küstenwache habe die Leichen und Wrackteile eines Schiffes rund vier Kilometer vor der Stadt Khums entdeckt, berichtete das Nachrichtenportal Libya Herald gestern.

Bereits tags zuvor seien Tote an Land gefunden worden, hieß es weiter. Bei den Opfern, unter ihnen Frauen und Kinder, handele es sich wahrscheinlich um Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Nach Erkenntnissen der Küstenwache war das Schiff am Montagabend in See gestochen.

UNO verlängert Irak-Mission

Der UNO-Sicherheitsrat hat die militanten Islamisten im Irak als „Hauptgefahr für die Zukunft“ des Landes bezeichnet. Der Rat sei zutiefst besorgt, hieß es in einer gestern einstimmig verabschiedeten Resolution. Mit dem Papier wurde zugleich das Mandat der UNO-Mission im Irak um ein Jahr verlängert. Die Resolution verurteilt die Angriffe der sunnitischen Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) und ruft zum Dialog auf, um die Regierung zu stärken.

Bei zwei Anschlägen mit Autobomben in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind unterdessen mindestens 15 Menschen getötet worden. 43 weitere Menschen wurden verletzt, wie das irakische Nachrichtenportal al-Mada gestern Abend unter Berufung auf das Innenministerium berichtete. Demnach explodierten die Sprengkörper in zwei überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteilen im Osten Bagdads.

Seitdem IS Anfang Juni den Vormarsch im Irak begonnen hat, ist die Zahl der Anschläge in Bagdad wieder stark gestiegen. Erst vor elf Tagen waren bei einer Attentatsserie in der Hauptstadt mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Zu den Anschlägen bekannten sich die IS-Terroristen.

Türkische Präsidentschaftswahl beginnt in Deutschland

In Berlin und sechs anderen Städten quer durch die deutsche Republik beginnt heute die erste türkische Wahl auf deutschem Boden. Vier Tage lang können mehr als 1,4 Millionen türkische Staatsbürger in Deutschland ihre Stimme für einen neuen türkischen Staatspräsidenten abgeben. Mit Spannung wird erwartet, ob der derzeitige Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan (AKP) die Wahl für sich entscheiden kann. In der Türkei findet sie am 10. August statt.

Es ist das erste Mal, dass im Ausland lebende Türken dort an einer Wahl in ihrem Herkunftsland teilnehmen können. Zudem wird der Staatspräsident erstmals direkt gewählt.

US-Republikaner: Obama soll vor Gericht

Das von den Republikanern dominierte US-Repräsentantenhaus hat dafür gestimmt, Präsident Barack Obama vor Gericht zu stellen. Die Kongresskammer votierte für eine Resolution, in der Obama die Überschreitung seiner Amtsbefugnisse bei der Umsetzung der von den Republikanern erbittert bekämpften Gesundheitsreform vorgeworfen wird. 225 Abgeordnete stimmen für die Resolution, 201 dagegen. Alle Abgeordneten der Demokraten votierten gegen den Entwurf.

Obama habe seine Amtsbefugnisse überschritten, und es liege in der Verantwortung des Repräsentantenhauses, die „Verfassung zu verteidigen“, sagte der republikanische Vorsitzende der Kammer, John Boehner, vor der Abstimmung. Ein Ziel der Republikaner dürfte sein, mit der Resolution vor den Kongresswahlen im November um Stimmen zu werben.

Vorstufe zum Amtsenthebungsverfahren?

Die Republikaner werfen Obama schon seit längerem vor, angesichts der Blockade zwischen dem mehrheitlich republikanischen Abgeordnetenhaus und dem von den Demokraten beherrschten Senat, im Stile eines Monarchen mittels Dekreten am Kongress vorbeizuregieren. Die Demokraten vermuten, dass die Republikaner ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten anstreben könnten.

Die Spitzen der Republikaner wiesen den Vorwurf, auf Obamas Amtsenthebung abzuzielen, zuletzt jedoch vehement zurück. Obama gab sich am Abend unbeeindruckt vom juristischen Säbelrasseln der Opposition: „Statt gegen mich zu klagen, weil ich meine Arbeit mache, will ich, dass der Kongress seine Arbeit erledigt, und das Leben der Amerikaner, die sie gewählt haben, ein bisschen besser macht“, forderte er.

Öffentliche Untersuchung des Giftmords an Litwinenko beginnt

Der Mord an dem mit radioaktivem Polonium 210 vergifteten Kreml-Kritiker Alexander Litwinenko in London wird ab heute öffentlich untersucht. Dabei versuchen Juristen unter der Leitung des erfahrenen Richters Robert Owen, die Umstände der Tat vom November 2006 zu klären.

Sie dürfen Zeugen befragen und Akten einsehen, auch Unterlagen britischer Geheimdienste. Sie sind aber nicht befugt, vermeintliche Schuldige anzuklagen oder zu verurteilen.

Öffentlichkeit zugelassen

Zu den Sitzungen in einem Londoner Gerichtsgebäude sind Medien und die Öffentlichkeit zugelassen, solange keine besonders heiklen Fragen besprochen werden, die die nationale Sicherheit Großbritanniens gefährden könnten.

Litwinenko hatte für den sowjetischen Geheimdienst KGB gearbeitet und war 2000 nach Großbritannien gekommen. Der Fall hatte zu diplomatischen Verwerfungen zwischen Großbritannien und Russland geführt, weil Moskau die von den Briten ausgemachten Hauptverdächtigen nicht ausliefern wollte.

Inland

Hausräumung: Laut Mikl-Leitner 500 Polizisten direkt vor Ort

Nicht die kolportierten 1.700 Polizisten waren bei der Räumung der „Pizzeria Anarchia“ im Einsatz, sondern nur 500 „direkt“ in der Mühlfeldgasse und 1.000 „für andere Maßnahmen im gesamten Stadtgebiet“ von Wien. Das sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) gestern in der ZIB2.

Nicht alle gleichzeitig

Die 500 Polizisten in der Mühlfeldgasse seien auch nicht alle zur gleichen Zeit anwesend gewesen, sondern über den Tag verteilt, von 6.00 bis 21.00 Uhr. Die Polizei hat die Zahl der Einsatzkräfte bisher nicht bekanntgegeben. Die kolportierten 1.700 wurden nicht bestätigt, Polizeisprecher Roman Hahslinger sprach am Montag von „sicher nicht weniger als 1.000“.

Mikl-Leitner verteidigte den heftig kritisierten Polizeieinsatz: Er sei „umfassend geplant“ und „kein einfacher“ gewesen. Man habe - nach Aufrufen im Internet - mit „großem Widerstand“ rechnen müssen, auch mit Demonstrationen oder anderen Hausbesetzungen. Und „wäre es zur Eskalation gekommen“, hätte sich die Polizei, wenn sie nicht vorgesorgt hätte, „den Vorwurf gefallen lassen müssen, es waren zu wenig Einsatzkräfte“.

Josef S. kritisiert Strafvollzug

Der vergangene Woche im Akademikerball-Prozess nicht rechtskräftig verurteilte Demonstrant Josef S. befindet sich mittlerweile wieder in Deutschland. In einem Statement kritisiert er nun den österreichischen Strafvollzug.

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Wirtschaft

Rückstellungen halbieren AUA-Betriebsgewinn

Die Austrian Airlines (AUA) hat im zweiten Quartal 2014 nun doch Rückstellungen für den Kollektivvertrags-Rechtsstreit mit dem Bordpersonal gebildet. Wie hoch der Millionenbetrag genau ist, wurde heute zunächst nicht mitgeteilt. Der operative Quartalsgewinn sank von 21 Mio. Euro im Vorjahr auf 10 Mio. Euro.

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Erste Group mit 1,033 Mrd. Euro Quartalsverlust

Die börsennotierte Erste Group hat einen großen Teil der Wertberichtigungen und Abschreibungen im Osten, die heuer unter dem Strich einen Nettoverlust von 1,4 bis 1,6 Mrd. Euro erwarten lassen, bereits in das zweite Quartal hineingepackt. Der Verlust im zweiten Quartal belief sich damit auf 1,033 Mrd. Euro.

Im ersten Quartal 2014 hatte es noch einen Gewinn von netto 103 Mio. Euro gegeben. Im ersten Halbjahr summierte sich der Verlust auf 929,7 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 302 Mio. Euro Gewinn). Schuld an dem massiven Fehlbetrag sind riesige Wertberichtigungen auf Kredite in Ungarn und Rumänien, ebenso eine neuerliche Abschreibung auf die Rumänien-Tochter.

Bankchef Andreas Treichl erläuterte heute Vormittag Details. In einer Mitteilung in der Früh verteidigte er die Entscheidung, das Portfolio an faulen Krediten beschleunigt zu bereinigen. Trotz des Nettoverlusts habe sich die Kernkapitalquote verbessert.

BNP Paribas wegen US-Strafe mit Rekordverlust

Die Milliardenstrafe in den USA hat die französische Großbank BNP Paribas tief in die roten Zahlen gerissen. Im zweiten Quartal stand unter dem Strich ein Rekordverlust von 4,32 Milliarden Euro, wie das Institut heute in Paris mitteilte.

Die US-Justiz hatte BNP zu Monatsbeginn wegen langjähriger Verstöße gegen Handelssanktionen bei Geschäften mit „Schurkenstaaten“ zu einer Strafe von 8,97 Milliarden Dollar (6,6 Mrd. Euro) verdonnert.

Davon musste Frankreichs größtes Geldhaus knapp 5,8 Milliarden Euro als Belastung im zweiten Quartal verbuchen, weil die Buße bisherige Rückstellungen weit übertraf. Ohne den teuren Vergleich hätte BNP 1,92 Milliarden Euro verdient, nach 1,77 Milliarden vor einem Jahr.

US-Notenbank drosselt monatliche Anleihenkäufe weiter

Die US-Notenbank Federal Reserve blickt immer zuversichtlicher auf die Entwicklung der amerikanischen Konjunktur. Der Offenmarktausschuss der Fed sieht eine „grundlegende Stärke in der Wirtschaft“, die ausreiche, um die Arbeitslosigkeit weiter zu senken, wie die Fed gestern in Washington mitteilte.

Ihre Anfang des Jahres begonnene Senkung der Konjunkturhilfen setzt die Zentralbank unverändert fort. Wann die stärkeren Wirtschaftsdaten aber letztlich auch zur Erhöhung der Leitzinsen führen, ließ die Fed weiter völlig offen.

Anleihenkäufe um zehn Mrd. gedrosselt

Der Erwerb von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren wird bereits zum sechsten Mal in diesem Jahr um zehn Milliarden Dollar (7,5 Mrd. Euro) pro Monat zurückgefahren. Damit sinken die Ankäufe von ursprünglich 85 auf künftig 25 Milliarden Dollar monatlich. Experten hatten diesen Schritt erwartet.

Leitzinsanhebung noch in weiter Ferne

Hält die Fed am bisherigen Tempo bei dem sogenannten Tapering (Verringerung) fest, wird die Konjunkturmaßnahme im Oktober beendet sein. Eine „erhebliche“ Zeit danach könnte auch der Leitzins angehoben werden, heißt es in der Mitteilung. Er liegt seit Ende 2008 auf dem Rekordtief zwischen null und 0,25 Prozent.

Trotz des größeren Optimismus zeigen sich die Notenbanker weiter unzufrieden mit dem Arbeitsmarkt. Eine Reihe von Daten zeige, dass viel zu wenige Bürger einen Arbeitsplatz hätten. Die Konsumausgaben stiegen nur moderat, der Immobilienmarkt erhole sich langsam, und auch die Einsparungen in den öffentlichen Haushalten seien ein Hindernis für die Konjunktur, mahnte die Fed. Es bestünden noch Risiken für die Wirtschaft.

Allerdings bewege sich sowohl die Arbeitslosenquote als auch die Inflationsrate auf den Zielwert der Fed zu. „Die Wahrscheinlichkeit einer Inflationsrate von anhaltend unter zwei Prozent ist etwas gesunken“, heißt es in der Mitteilung.

Italien verkauft Teil seines Energienetzes an China

Italien gibt grünes Licht für den Verkauf von Anteilen an seinem Energienetz an ein chinesisches Unternehmen. Für mindestens 2,1 Milliarden Euro solle eine Beteiligung von 35 Prozent an der Energieholding CDP Reti dem Netzbetreiber State Grid International Development aus der Volksrepublik überlassen werden, teilte die staatliche Förderbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) gestern mit. Der CDP-Verwaltungsrat habe dem zugestimmt.

Die Übernahme ist eine der größten Investitionen Chinas in Italien. Die vollständig der CDP gehörende Energieholding Reti hält ihrerseits 30 Prozent am Gasnetzbetreiber Snam. In Kürze soll ein 30-Prozent-Anteil am Stromnetzbetreiber Terna dazukommen. Mit den Einnahmen will die Regierung in Rom den Staatshaushalt sanieren und Infrastrukturprojekte finanzieren. Ein Teil der Netze soll in staatlicher Hand bleiben.

Gewinneinbruch bei Samsung

Das langsamere Absatzwachstum bei Smartphones setzt Marktführer Samsung zu. Der Nettogewinn des führenden südkoreanischen Technologieunternehmens schrumpfte im zweiten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19,5 Prozent auf 6,3 Billionen Won (rund 4,6 Milliarden Euro).

Der Umsatz ging um 8,9 Prozent auf 52,4 Billionen Won zurück, wie der weltgrößte Hersteller von Speicherchips, Fernsehern und Handys heute weiter mitteilte. Das Unternehmen hatte zu Monatsbeginn bereits einen Gewinneinbruch prognostiziert.

Besonders bei teuren Smartphone-Modellen spüren Samsung und auch Rivale Apple zunehmenden Gegenwind von Anbietern günstigerer Geräte. Zwei Drittel der Smartphones werden inzwischen in Schwellenländern wie China oder Brasilien gekauft. Davon profitieren die Billiganbieter.

Sport

Europa League: Salzburg patzt in Aserbaidschan

Ein blitzartiges Gegentor in der zweiten Minute und ein weiterer Nackenschlag im Finish haben am Mittwoch in der dritten Champions-League-Qualirunde zu einer unnötigen Niederlage für Red Bull Salzburg geführt. Der österreichische Double-Gewinner unterlag auswärts dem aserbaidschanischen Meister Karabach Agdam 1:2. Die Salzburger müssen daher um den Aufstieg ins Play-off und um die erstmalige Teilnahme an der Gruppenphase zittern. Nach einer Partie mit insgesamt drei Roten Karten und unzähligen vergebenen Chancen der „Bullen“ stehen sie im Rückspiel in einer Woche unter Druck.

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Tennis: Endstation für Haider-Maurer in Kitzbühel

Für Andreas Haider-Maurer ist im Achtelfinale des ATP-Turniers von Kitzbühel Endstation gewesen. Der Niederösterreicher musste sich gestern dem als Nummer drei gesetzten Tschechen Lukas Rosol nach einem Kampf im zwei Sätzen geschlagen geben. Der Tag in Kitzbühel begann für die Spieler aufgrund strömenden Regens mit deutlicher Verspätung. Und auch Haider-Maurer kam gegen Rosol erst spät auf Touren. Im zweiten Satz hielt der 27-Jährige das Spiel lange offen.

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Formel 1: Waffenstillstand im Mercedes-Stallduell

Rechtzeitig vor der Sommerpause in der Formel 1 ist beim Topteam Mercedes so etwas wie Ruhe eingekehrt. Nach den Aufregungen über den Ungehorsam von Lewis Hamilton, der WM-Spitzenreiter Nico Rosberg beim GP von Ungarn trotz Teamorder nicht überholen ließ, redete Motorsportchef Toto Wolff den beiden Piloten vor deren Urlaub noch einmal ins Gewissen. „Diese Sache ist damit aus der Welt geschafft“, sagte der 42-Jährige. Allerdings stellte Wolff auch klar, wer im Team das Sagen hat: „Wenn Paddy (Technikdirektor Lowe, Anm.) auf dem Funk etwas sagt, dann gilt das. Das ist zu befolgen.“

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Chronik

Über 150 Tote nach Erdrutsch in Indien befürchtet

Nach einem verheerenden Erdrutsch in Indien ist die Zahl der aus den Schlamm- und Geröllmassen geborgenen Toten auf 19 gestiegen. Ein Behördenmitarbeiter rechnete gestern mit rund 140 weiteren Toten, da in dem Dorf im westindischen Bundesstaat Maharashtra schätzungsweise 44 Häuser unter den Erdmassen begraben worden seien.

Ein wegen des anhaltenden Regens aufgeweichter Hang hatte sich gestern Früh von einem Hügel gelöst und war auf das Dorf Malin niedergegangen, während die meisten Bewohner noch schliefen. Die Behörden entsandten nach eigenen Angaben mehr als 370 Bergungskräfte und 30 Krankenwagen in das entlegene Dorf, doch behinderten verschüttete Straßen und anhaltender Regen die Arbeiten.

Während der Regenzeit werden in Indien immer wieder Häuser unter Erdrutschen begraben oder stürzen in sich zusammen. Auch in den Himalaja-Staaten Himachal Pradesh und Uttarakhand hatte es infolge des Monsuns in den vergangenen Tagen mehrere Erdrutsche gegeben. Im vergangenen Jahr waren während der Regenzeit in Uttarakhand fast 6.000 Pilger, Touristen und Einwohner durch Überschwemmungen und Erdrutsche ums Leben gekommen.

Rätselhafte Gruppe: „OPPT-Souverän“ in Haft

Der Anführer der Gruppe „One People´s Public Trust“, die im niederösterreichischen Waldviertel eine Sachwalterin nach „Naturrecht“ verurteilen wollte, sitzt seit gestern in Untersuchungshaft. Gegen den Mann wird unter anderem wegen versuchter Nötigung und beharrlicher Verfolgung ermittelt.

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Messerstich in Laufhaus: 15 Monate teilbedingt

Ein Freier ist gestern am Straflandesgericht Wien wegen schwerer Körperverletzung zu 15 Monaten teilbedingter Haft verurteilt worden. Der Mann hatte in einem Laufhaus in Wien-Favoriten einen Securitymitarbeiter niedergestochen und lebensgefährlich verletzt.

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Kein Sechser bei Lotto „6 aus 45“

Bei der gestrigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat es keinen Sechser gegeben. Es sind 771.166,30 Euro im Topf.

Bei der aktuellen Ziehung wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

7 20 27 30 38 42/ Zusatzzahl 16

Beim Joker wartet in der nächsten Runde ein Doppeljackpot.

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

6 1 0 2 3 9

Alle Angaben ohne Gewähr

Gesundheit

Liberia schloss wegen Ebola vorübergehend Schulen

Angesichts der Ebola-Seuche in Westafrika hat Liberia die vorübergehende Schließung aller Schulen im Land verfügt. Die Maßnahme gelte, bis das Bildungsministerium neue Anweisungen erteile, sagte Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf gestern. Bis auf Weiteres geschlossen würden auch alle Märkte in Grenzregionen. Außerdem sollen alle abkömmlichen Staatsbediensteten in 30-tägigen Zwangsurlaub gehen.

Neben weiteren Maßnahmen erklärte Sirleaf ferner den Freitag zu einem arbeitsfreien Tag. Dann sollten alle öffentlichen Einrichtungen desinfiziert werden. Zuvor hatte die Organisation Ärzte ohne Grenzen Alarm geschlagen. Einsatzleiter Bart Janssens bezeichnete die Epidemie in der Zeitung „Libre Belgique“ vom Mittwoch als „beispiellos“. Sollte sich die Lage nicht rasch verbessern, könnten bald weitere Länder betroffen sein.

Schon 670 Tote

Die Epidemie war im März in Guinea ausgebrochen und hatte sich schnell nach Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Es ist die erste Ebola-Epidemie in Westafrika und die schwerste bisher registrierte. Mehr als 1.200 Menschen wurden nach WHO-Angaben bisher infiziert, mehr als 670 von ihnen starben. Betroffenen sind Guinea, Liberia und Sierra Leone, hinzu kommt ein erster Todesfall in Nigeria. Das Ebola-Virus löst hämorrhagisches Fieber aus, das in einer Vielzahl von Fällen zum Tod führen kann. Medikamente dagegen gibt es nicht.

Unterdessen teilte das US-Friedenscorps mit, dass Hunderte Freiwillige aus Guinea, Liberia und Sierra Leone wegen der Epidemie abgezogen würden. Eine Sprecherin sagte, zwei Freiwillige seien mit Ebola in Berührung gekommen, nachdem sie mit einem inzwischen verstorbenen Infizierten Kontakt gehabt hätten. Sie seien aber bisher symptomfrei und stünden in einer Isolierstation unter medizinischer Aufsicht. Das Peace Corps ist eine unabhängige US-Behörde, die zur Verständigung zwischen US-Bürgern und Bürgern anderer Länder beitragen soll.

IT

CIA warnt vor Angriff der Kühlschränke

Smarte Kühlschränke, smarte Autos, smarte Glühbirnen, smarte Toaster - kein Gerät im Haushalt und des täglichen Gebrauchs, das die Industrie nicht mit mehr oder weniger Eigenhirn ausstatten und so „intelligent“ machen möchte. Doch die damit einhergehende Vernetzung der Geräte birgt viele Gefahren.

Der US-Geheimdienst CIA warnt nun davor, die Sicherheit zu vernachlässigen. Denn die Anbindung an das Internet mache immer mehr Geräte und Systeme anfällig für Hacker und Sicherheitslücken. Als Beispiel nennt die CIA Zombiekühlschränke als Spamschleudern sowie hackbare Glühbirnen. Doch auch Autos konnten bereits ferngesteuert werden.

Mehr dazu in Die Gefahren der totalen Vernetzung

Science

Krakenweibchen mit Rekordbrutzeit

Viereinhalb Jahre hat ein Krakenweibchen in Dauerdunkel und Kälte der Tiefsee ausgeharrt, um seine Eier bis zum Schlüpfen zu betreuen. Eine ähnlich lange Brutzeit ist von keinem anderen Tier bekannt, berichten US-Forscher, die das Tier per Tauchroboter beobachtet haben.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Proteststurm nach „Siegfried“ in Bayreuth

Ein wahrer Proteststurm hat die Aufführung des „Siegfried“ bei den Bayreuther Festspielen begleitet. Als gestern Abend der Vorhang nach Frank Castorfs Inszenierung des dritten Teils von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ fiel, brach ein Buhkonzert los - nur unterbrochen von einigen Bravo-Rufen. Die Publikumsreaktion dürfte ein Vorgeschmack sein auf das, was Regisseur Castorf morgen nach der „Götterdämmerung“ erwartet. Der Berliner Theatermacher hat sich bisher noch nicht auf der Bühne gezeigt.

Gefeiert wurde dagegen vor allem wieder Dirigent Kirill Petrenko - dicht gefolgt von Brünnhilde-Darstellerin Catherine Foster, Wolfgang Koch als Wotan und Burkhard Ulrich als Mime. Etwas weniger Applaus gab es für Lance Ryan als Siegfried.

US-Dokumentarfilmer Robert Drew gestorben

Der US-Dokumentarfilmer Robert Drew ist tot. Der Filmemacher, der als Pionier des sogenannten Direct Cinema galt, starb gestern im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in Connecticut. Er prägte vor allem den politischen Dokumentarfilm der 60er und 70er Jahre. Sein persönlicher Stil wurde quasi zum Stil eines ganzes Genres, der noch heute als Standard gilt.

Drew, der im Zweiten Weltkrieg als Kampfpilot in Italien nach einem Abschuss drei Monate hinter den feindlichen Linien überlebte, hatte in den 1960er Jahren eine Kamera und ein Mikrofon entwickelt, die kleiner und leichter zu handhaben waren als frühere Geräte und ihm damit einen direkteren Zugang zum Gegenstand seiner Filme erlaubten.

Von JFK bis Jane Fonda

Drews erster Dokumentarfilm „Primary“ (1960) war über den Wahlkampf des demokratischen Präsidentschaftskandidaten John F. Kennedy im Bundesstaat Wisconsin. In „Crisis: Behind a Presidential Commitment“ (1963) setzte er sich mit der Entscheidung Kennedys auseinander, den Zugang schwarzer Kinder zu den Schulen zu unterstützen, die bis dahin den Weißen vorbehalten waren. Für seinen Film „Man Who Dances“ über den New Yorker Ballett-Tänzer Edward Villela gewann er 1969 einen Emmy Award.

Drew beschäftigte sich auch in seinen anderen Filmen mit Stars und Politik. So drehte er 1960 „Yanki No!“ über den wachsenden Antiamerikanismus in Lateinamerika und „The Chair“ (1963) über einen Anwalt, der die Hinrichtung seines Mandanten auf dem elektrischen Stuhl verhindern wollte. In „Jane“ zeichnete er 1962 den Aufstieg der Schauspilerin Jane Fonda nach. Insgesamt drehte Drew mehr als 100 Filme im Genre des Direct Cinema, das sich um einen unmittelbareren Zugang zur Realität bemühte.