Ausland

Israelische Armee tötet drei Palästinenser

Bei einem neuen israelischen Luftangriff sind nach palästinensischen Angaben mindestens drei Menschen im Gazastreifen getötet worden. Zehn weitere seien verletzt worden, teilte Aschraf al-Kidra, Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums, in der Nacht auf heute mit. Der Angriff ereignete sich demnach nahe der Stadt Deir-al-Balla. Bei einer weiteren Attacke auf ein Haus in Gaza-Stadt wurden dem Sprecher zufolge rund 40 Menschen verletzt.

Nach Angaben des Ministeriums starben in dem Küstengebiet seit dem Beginn der israelischen Gaza-Offensive Anfang Juli 2.096 Palästinenser, mehr als 10.500 wurden verletzt.

Israel und militante Palästinenser beschießen sich seit dem Scheitern von Waffenruhe-Verhandlungen zur Wochenmitte wieder gegenseitig. Israelischen Medienberichten zufolge starb gestern ein vierjähriger Bub in Israel durch eine von palästinensischen Extremisten abgefeuerte Mörsergranate.

UNO verurteilt Foleys „feige“ Ermordung

Der UNO-Sicherheitsrat hat gestern die „abscheuliche und feige“ Ermordung des US-Journalisten James Foley durch Dschihadisten des Islamischen Staats (IS) verurteilt. Zugleich forderte der Rat die „sofortige und bedingungslose“ Freilassung aller anderen von islamistischen Gotteskriegern festgehaltenen Geiseln.

In einer einstimmigen Erklärung der 15 Mitglieder des Sicherheitsrats hieß es, die Verantwortlichen müssten vor Gericht gebracht werden. Alle Staaten seien aufgefordert, zu diesem Zweck mit den USA zusammenzuarbeiten. Bewaffnete Männer hatten den 40-jährigen Foley im November 2012 im Norden Syriens verschleppt.

Auf dem am Dienstag ins Internet gestellten Video ist zu sehen, wie ein vermummter IS-Kämpfer Foley enthauptet. Der Journalist war unter anderem für die Website „GlobalPost“, die Nachrichtenagentur AFP und andere Medien tätig. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte Foleys Hinrichtung am Mittwoch als „abscheuliches Verbrechen“ verurteilt.

Polizist wegen Postings zu Ferguson suspendiert

Im Zusammenhang mit den mehrtägigen Protesten in der US-Kleinstadt Ferguson gegen die tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf einen schwarzen Jugendlichen ist ein Polizeibeamter vom Dienst suspendiert worden. Wie die Polizeidirektion in Glendale heute mitteilte, erfolgte die Suspendierung von Matthew Pappert wegen Bemerkungen über die Demonstranten auf seiner Facebook-Seite.

Der Polizist hatte unter anderem geschrieben: „Ich habe diese Protestierer satt. Ihr seid eine Belastung für die Gesellschaft und eine Plage für die Gemeinschaft.“ Pappert fügte außerdem hinzu: „Diese Protestierer hätten man in der ersten Nacht wie tollwütige Hunde niedermachen sollen.“ Die Polizeidirektion kündigte eine Untersuchung an und erklärte, sie und die Stadtverwaltung teilten Papperts Ansichten „absolut“ nicht.

Auch belastende Aussagen von Reportern

Glendale, eine zu 97 Prozent von Weißen bewohnte 6000-Einwohner-Gemeinde, gehört wie Ferguson zum Einzugsbereich der Großstadt St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Die Bevölkerung in Ferguson ist zum größten Teil schwarz, die dortige Polizei setzt sich aber ganz überwiegend aus Weißen zusammen. Pressefotografen erkannten Pappert als einen von hunderten Polizisten, die zur Verstärkung gegen die Demonstranten nach Ferguson entsandt worden waren.

Einer der Fotografen sagte, der Polizist sei kurz davor gewesen, mit seinem Knüppel auf die Reporter einzuschlagen. Gestern Freitag gingen in Ferguson erneut mehrere Dutzend Demonstranten auf die Straße, um gegen die Erschießung des 18-jährigen Schwarzen Michael Brown durch den 28-jährigen weißen Polizisten Darren Wilson zu protestieren und seine Festnahme zu verlangen.

USA werfen China Provokation im japanischen Luftraum vor

Die USA haben China eine Provokation im Luftraum über Japan vorgeworfen. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums näherte sich dort kürzlich ein chinesisches Kampfflugzeug einer US-Aufklärungsmaschine bis auf eine Entfernung von etwa neun Metern.

Ein Vertreter des US-Präsidialamts nannte den Vorgang gestern vor Journalisten eine „ausgesprochen besorgniserregende Provokation“. „Wir haben unser Missfallen über eine solche Aktion direkt der chinesischen Regierung mitgeteilt“, sagte er.

Der Vorfall ereignete sich demnach schon am Dienstag östlich der chinesischen Insel Hainan. Das US-Aufklärungsflugzeug sei auf einer Routinemission gewesen. Der chinesische Kampfjet sei jeweils einmal unter der US-Maschine, direkt vor ihr und dann neben den Flügelspitzen geflogen. Bei einem Schwenkmanöver habe der Pilot zudem demonstrativ seine Bordwaffen zur Schau gestellt.

Mexiko: Neue Polizeitruppe gegen Verbrechersyndikate

Die mexikanische Regierung schickt eine neue Polizeitruppe in den Kampf gegen die mächtigen Verbrechersyndikate des Landes. Die Gendarmerie soll die wirtschaftlichen Aktivitäten in den besonders von der organisierten Kriminalität betroffenen Regionen schützen.

Bei einer Zeremonie heute in Mexiko-Stadt legten die 5.000 Beamten ihren Amtseid ab. Sie gehören zur Bundespolizei, sind militärisch ausgebildet und unterstehen dem Innenministerium.

Bereits während des Wahlkampfs 2012 hatte der heutige Präsident Enrique Pena Nieto die Gendarmerie angekündigt. Ursprünglich war eine Truppe von 40.000 Polizisten geplant, die die im Inneren eingesetzten Einheiten von Marine und Heer ablösen sollte. Zuletzt wurde die Mannstärke immer weiter reduziert und ihr Aufgabengebiet neu definiert.

Inland

SPÖ verlangt „sachliche“ Justizpostenvergabe

SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim appelliert an ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter, bei Entscheidungen über Führungspositionen „objektive und sachliche Grundlagen“ zu wahren. Anlass ist die Besetzung der Oberstaatsanwaltschaft Wien und der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, in denen dem Vernehmen nach Richter ohne Erfahrung in der Justizverwaltung zum Zug kommen sollen.

„Offenbar beabsichtigt das Umfeld des Herrn Justizministers durchzusetzen, dass zukünftig auf zentralen Leitungspositionen der Staatsanwaltschaft nicht erfahrene Staatsanwälte sondern Richter, noch dazu ohne Führungserfahrung und einschlägiger Praxis im Justizverwaltungsbereich eingesetzt werden sollen“, sagte Jarolim zur APA. Sachliche Grundlagen dafür gebe es keine.

Ungewöhnliche Ausschreibung

Man könne „nur mutmaßen, welchen Sinn es haben könnte, in der staatsanwaltlichen Arbeit völlig unerfahrene Richter auf zentrale Leitungspositionen zu setzen“, so Jarolim. Er forderte einmal mehr einen „unabhängigen Bundesstaatsanwalt, der fern parteipolitischer Überlegungen auch die jeweils bestqualifizierten Personen in zentrale Führungspositionen bringt“.

Zudem erinnerte Jarolim den Minister an dessen Ankündigung, das Weisungsrecht des Ministeriums gegenüber den Staatsanwälten abzuschaffen. In Brandstetters Ausschreibung war ungewöhnlicherweise darauf verzichtet worden, für die Posten Erfahrung in der Justizverwaltung zu verlangen. Die nun offenbar ausgewählten Kandidaten waren allesamt in Hearings nicht die Erstgereihten.

Kurz will für Neutralität der Ukraine werben

Eine Neutralität nach österreichischem Vorbild könnte nach Ansicht von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) auch für die Ukraine in einer langfristigen Perspektive funktionieren. Er will den Vorschlag deshalb in der kommenden Woche in das informelle Treffen mit seinen Amtskollegen aus der EU tragen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ/Samstag-Ausgabe).

„Kurzfristig gibt es zwei Prioritäten: Frieden und Waffenruhe sowie humanitäre Hilfe für all jene, die betroffen sind im Osten der Ukraine“, sagte Kurz der FAZ. Doch sei es auch wichtig, an einem langfristigen Ausweg zu arbeiten. Dabei gebe es keinen Zweifel, dass es Russland gewesen sei, das mit der Annexion der Krim das Völkerrecht gebrochen habe.

„Jegliche Form der Unterstützung der Separatisten durch Russland“ in der Ukraine sei „sofort zu unterlassen“, so Kurz. Deshalb seien die gegen Russland verhängten Sanktionen notwendig und würden uneingeschränkt mitgetragen. „Aber wir dürfen nicht nur an die Tagespolitik denken, sondern auch an übermorgen. Man darf (Russlands Präsident Wladimir) Putin nicht nachgeben, aber man darf Russland auch nicht aufgeben.“

Dschihadisten in Ö: Behörden „nehmen Lage sehr ernst“

„Wir nehmen die Lage in Österreich seit Jahren sehr ernst“. Das sagte der Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, heute in der ZIB2 bezüglich einer möglichen von Dschihadisten ausgehenden Gefahr. Man wisse, dass es sich um „eine sehr kleine Gruppe“ innerhalb der Muslime handle.

Bei den für eine Radikalisierung empfänglichen Muslimen handle es sich vorwiegend um junge Männer ohne Perspektiven. Die meisten von ihnen seien sozial benachteiligt und Schulabbrecher, so Kogler. Man wolle eine „Hysterie“ vermeiden, sagte er. Der Großteil der Muslime hierzulande führe ein „geordnetes“ Leben und habe damit nichts zu tun.

Behörden wollen mehr Befugnisse

Bisherigen Erkenntnissen zufolge wisse man, dass es ein Netzwerk von Radikalisierten in Österreich gebe. Es bestehe aus „mehreren Zellen“, die „nicht hierarchisch“, aber „miteinander verwoben“ seien, sagte Kogler. Der Polizei fehlten aber „die Befugnisse, um auf die Kommunikation zuzugreifen“, bedauerte Kogler und sprach sich für eine entsprechende Erweiterung der Befugnisse aus.

Beim Umgang mit Rückkehrern aus den Kampfgebieten arbeite man auf mehreren Ebenen: Zum einen gebe es eine Befragung durch die Behörden. Diese machten dann eine „Gefährdungseinschätzung“ der Person, zudem setze man eine „Aufhellung des Umfelds“ um, so Kogler. Die Behörden arbeiteten hier auch eng mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) zusammen.

Sparen beim Heer: Klug im Clinch mit Spindelegger

Der von Misstrauen und gegenseitigen Vorwürfen gebeutelten Koalition steht neuer Unfrieden ins Haus. Im Ö1-Morgenjournal warnte Finanzminister Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) davor, „das Heer nicht auszuhungern“, und nahm Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) in die Pflicht, Reformpläne zu präsentieren.

Dessen Replik ließ nicht lange auf sich warten: Der Vizekanzler habe beim Bundesheer „einiges an Kopfschütteln“ ausgelöst, so Klug. Die Schuld für die Misere des Heeres sieht der Verteidigungsminister auch nicht bei sich, sondern beim Finanzminister. Laut Klug kann die Armee mit den momentanen Mitteln nicht länger finanziert werden.

Mehr dazu in „Am Boden des Fasses angekommen“

AMS-Chef für altersabhängiges Beitragssystem bei Pensionen

AMS-Chef Johannes Kopf schlägt eine Verschiebung der Beitragslast für die Pensionsversicherung vor, um die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer zu fördern. Konkret will Kopf erreichen, dass die Pensionsbeiträge junger Arbeitnehmer zur Gänze vom Arbeitgeber bezahlt werden, jene der Älteren (fast) zur Gänze vom Arbeitnehmer.

Kopf sieht seinen, in einem Gastkommentar für den „Standard“ (Wochenendausgabe) vorgebrachten Vorschlag als Beitrag gegen Altersarbeitslosigkeit und begründet ihn mit der steilen Lebenseinkommenskurve, also den stark steigenden Gehältern der älteren Arbeitnehmer. Deshalb schlägt Kopf vor, die Pensionsbeiträge - derzeit zwischen Arbeitnehmer (10,25 Prozent des Einkommens) und Arbeitgeber (12,55 Prozent des Einkommens) aufgeteilt - künftig nach Alter zu staffeln.

Lebensverdienstkurve würde flacher

Seinem Vorschlag entsprechend müssten die Arbeitgeber für ihre jüngeren Mitarbeiter die gesamten Pensionsbeiträge (also volle 22,8 Prozent) bezahlen. Jüngere hätten damit netto mehr Gehalt, ihre Beschäftigung wäre für die Firmen aber teurer. Mit steigendem Lebensalter (und entsprechend steigendem Bruttoeinkommen) würde sich die Beitragslast dann zulasten der Arbeitnehmer verschieben, die ab einem bestimmten Punkt fast den gesamten Beitragssatz - nämlich 20,5 Prozent - selbst bezahlen müssten.

Ältere Arbeitnehmer hätten also netto weniger Gehalt als im jetzigen System, ihre Beschäftigung wäre für die Unternehmen aber günstiger. Für die Pensionsversicherung wäre die Umschichtung aufkommensneutral. Die Lebensverdienstkurve würde damit de facto flacher.

Sport

Radsport: Superstars planen bei Vuelta Wiedergutmachung

Heute steigt mit der Vuelta a Espana die dritte große Rundfahrt des Jahres. Und die 69. Ausgabe des Klassikers durch Spanien ist auch ohne Tour-Sieger Vincenzo Nibali so gut besetzt wie schon lange nicht mehr. Christopher Froome und Alberto Contador geben nach ihrem desaströsen Aus bei der Tour de France mit schweren Verletzung ihr Comeback. Und die Superstars sind auf Wiedergutmachung aus. Vor allem Froome möchte einer verkorksten Saison noch einen positiven Stempel aufdrücken. Großer Favorit ist aber ein anderer.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Leipzig-Legionär Hoheneder schwer verletzt

Niklas Hoheneder vom deutschen Zweitligisten RB Leipzig hat beim 1:0-Heimsieg gegen Erzgebirge Aue für bange Momente gesorgt. Der Österreicher prallte unglücklich mit dem Kopf auf den Rasen und blieb regungslos liegen. Der 26-Jährige wurde vom Feld getragen und ins Krankenhaus gebracht, dort wurde eine schwere Stauchung der Halswirbelsäule diagnostiziert. Die Verletzung Hoheneders überschattete den Erfolg der Leipziger, die vorerst die Tabellenführung übernahmen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: LASK stürzt Liefering von Erste-Liga-Spitze

Der LASK hat dem FC Liefering in der siebenten Runde der Ersten Liga die erste Saisonpleite zugefügt und die Salzburger damit von der Tabellenspitze gestürzt. Neuer Leader ist allerdings Mattersburg, das sich gegen den FAC durchsetzte und vor den punktegleichen Salzburgern und Linzern liegt. Wacker Innsbruck siegte in St. Pölten und verdrängte die Niederösterreicher damit von Rang vier. Horn gewann in Lustenau, Kapfenberg beim Schlusslicht Hartberg.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Ski alpin: Hirscher für kommende Saison guter Dinge

Gesamtweltcup-Sieger Marcel Hirscher steigt nach fast fünf Monaten Schneepause wieder auf die Ski. Der Salzburger, der gestern zum Training nach Feuerland aufbrach, verzichtete heuer auf Speed-Einheiten und bereitet sich in Übersee auf die neue Saison vor, in der im Februar mit der WM in Vail/Beaver Creek der große Höhepunkt auf dem Programm steht. Hirscher peilt aber nicht nur eine Medaille in den USA an, sondern will vor allem seinen vierten Weltcup-Gesamtsieg holen. „Prinzipiell bin ich gesund, und es geht mir gut. Von dem her spricht also nichts dagegen“, gab sich der 25-Jährige zuversichtlich.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Vergleich in Hypothekenstreit kostet Goldman 3,15 Mrd. Dollar

Im Streit über fragwürdige Hypothekenpapiere hat Goldman Sachs eine milliardenschwere Einigung mit der zuständigen US-Aufsichtsbehörde bekanntgegeben. Der Vergleich habe ein Volumen von 3,15 Milliarden Dollar, teilte die Großbank gestern mit.

Sie kündigte an, hypothekenbesicherte Wertpapiere zurückzuerwerben, die sie in den Jahren 2005 bis 2007 an die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verkauft hatte. Die Behörde FHFA hatte Goldman vorgeworfen, die zugrundeliegenden Hypotheken hätten zum Teil eine deutlich schlechtere Kreditqualität gehabt als ausgewiesen.

Bereits im Februar hatte sich Morgan Stanley mit der Federal Housing Finance Agency (FHFA) auf einen Vergleich verständigt. Klagen der Behörde standen noch gegen Goldman Sachs sowie HSBC, Nomura und die Royal Bank of Scotland aus.

Neue Pilotenstreiks bei Lufthansa angekündigt

Bei der Lufthansa drohen neue Streiks der Piloten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit teilte gestern Abend in Frankfurt mit, dass die Verhandlungen zur Übergangsversorgung mit der Lufthansa gescheitert seien.

Die Gewerkschaft habe daraufhin weitere Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen, „mit denen ab sofort gerechnet werden muss“. Die genauen Termine würden der Öffentlichkeit jeweils vorab bekanntgegeben, hieß es weiter.

Die Vereinigung Cockpit fordert für die 5.400 Piloten mehr Geld und vor allem die Beibehaltung der betriebsinternen Frührente. Die Lufthansa hingegen will die Frührente neu regeln, da die derzeitige Finanzierung allein durch den Konzern langfristig ruinös sei.

WTO verurteilt Importschranken in Argentinien

Weiteres Ungemach für Argentinien: Die Importbeschränkungen der zweitgrößten Volkswirtschaft Südamerikas verstoßen gegen die Regeln des internationalen Handels. Das befand gestern ein Schiedsgericht der Welthandelsorganisation WTO in Genf.

Die Europäische Union, die USA und Japan hatten 2012 Klage eingereicht, nachdem die Regierung von Staatschefin Cristina Fernandez de Kirchner die automatischen Einfuhrlizenzen durch bürokratisch gebremste Importerklärungen ersetzte. Die argentinische Regierung wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Argentinien kann Berufung gegen den WTO-Schiedsspruch einlegen, bevor die Kläger bei der WTO die Freigabe von Gegenmaßnahmen beantragen dürfen. Das Land streitet bereits wegen seiner Staatsanleihen mit einem US-Hedgefonds, zudem fiel das Land zuletzt in eine Rezession.

Chronik

13-jähriger Portugiese soll sieben Waldbrände gelegt haben

Ein 13-jähriger Bub steht in Portugal im Verdacht, sieben verheerende Waldbrände gelegt zu haben. Bei den Feuern im Sommer 2013 im Zentrum des Landes waren riesige Wald- und Grünflächen vernichtet worden. Ein Feuerwehrmann wurde von den Flammen eingeschlossen und getötet. Mehrere Siedlungen gerieten in Gefahr.

Die Kriminalpolizei hatte wegen insgesamt zwölf großer Brände in der Gegend von Covilha ermittelt. Bei sieben Feuern gebe es eindeutige Hinweise, dass der 13-Jährige der Brandstifter gewesen sei, teilten die Ermittler gestern mit.

Eifriger Helfer bei Brandlöschung

Der Bub habe sich aus verschiedenen Motiven an den Eigentümern der Ländereien rächen wollen. „Außerdem habe er damals durch den Tod seines Vaters jeden Halt im Leben verloren“, sagte der Kommissar Jose Monteiro der Zeitung „Publico“ (Onlineausgabe).

Die Polizei kam dem mutmaßlichen Brandstifter auf die Spur, weil dieser im Kampf gegen die Flammen besonders eifrig geholfen hatte. In einem Fall habe er mitten in der Nacht wegen eines Feuers Alarm geschlagen und den Löschmannschaften den günstigsten Weg zum Brandgebiet gezeigt, sagte der Beamte.

Lennons Mörder wieder mit Gnadengesuch gescheitert

Dem Mörder des Musikers John Lennon ist zum mittlerweile achten Mal die vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis verwehrt worden. Im Falle einer Freilassung sei mit einem erneuten Gesetzesverstoß von Mark David Chapman zu rechnen, urteilte der zuständige Haftprüfungsausschuss des US-Bundesstaats New York.

Die Befreiung des 59-Jährigen aus dem Gefängnis wäre „unvereinbar mit dem Wohl der Gesellschaft“, hieß es gestern. Chapman hatte Lennon am 8. Dezember 1980 vor dessen Wohnhaus in New York erschossen. Er wurde im August 1981 zu lebenslanger Haft mit der erstmaligen Möglichkeit zur Entlassung nach 20 Jahren verurteilt und verbüßt seine Strafe derzeit im Hochsicherheitsgefängnis von Alden im Bundesstaat New York.

Yoko Ono als größte Gegnerin

Chapman hatte 1990 Reue für den Mord an Lennon gezeigt, seine Anträge auf Haftentlassung wurden bisher aber stets zurückgewiesen. Beim ersten Antrag im Jahr 2000 urteilte der Ausschuss, der Häftling werde weiter von dem Drang nach „Ruhm und Bekanntheit“ getrieben, der ihn zum Mörder gemacht habe.

Auch 2002, 2004, 2006, 2008, 2010 und 2012 lehnte das Gremium eine Bewährung ab. In zwei Jahren kann Chapman erneut einen Antrag stellen. Lennons Witwe Yoko Ono hat sich wiederholt gegen eine Haftentlassung ausgesprochen. Sie forderte, Chapman müsse bis zum Ende seines Lebens hinter Gittern bleiben.

Gesundheit

WHO will mehr Hilfe für Ebola-Opfer

Als Reaktion auf die Ausbreitung der Ebola-Epidemie wollen die Vereinten Nationen (UNO) die Hilfe in den betroffenen Gebieten deutlich ausweiten.

Zusätzliche internationale Experten und Helfer sollen nach Liberia geschickt werden, um die dortigen Gesundheitseinrichtungen zu unterstützen, sagte UNO-Ebola-Koordinator David Nabarro in der liberianischen Hauptstadt Monrovia. Zudem sollen zusätzliche Krankenbetten geliefert werden. In einigen Teilen Liberias, darunter in Monrovia, sei die Gesundheitsversorgung praktisch zum Erliegen gekommen.

Opferzahl erneut gestiegen

Die Zahl der Ebola-Todesfälle in Westafrika ist in den vergangenen Tagen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erneut deutlich gestiegen. Am 19. und 20. August seien aus den vier betroffenen Ländern Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone 77 neue Todesfälle gemeldet worden, teilte die WHO in Genf mit.

Nach offiziellen Angaben sind damit bisher 1.427 Menschen durch die Epidemie ums Leben gekommen. WHO-Experten gehen allerdings seit längerem davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer bei Ebola-Opfern gibt. Wie viele Menschen in der Region bis jetzt an dem Virus gestorben sind, ist offenbar kaum abzuschätzen. Die WHO geht davon aus, dass die Bekämpfung der Ebola-Epidemie noch mehrere Monate lang dauern kann.

Religion

Buddhas Geburtsort soll Pilger und Touristen locken

Überlieferung und Wissenschaft sind sich einig: Lumbini ist der Geburtsort von Buddha. Neue Ausgrabungen legten nun einen rund 2.600 Jahre alten Tempel frei. Umgerechnet rund 620.000 Euro sollen in den nächsten Jahren in die Erhaltung der nepalesischen Ausgrabungsstätten und die wissenschaftliche Erforschung der Funde fließen. Außerdem soll das Areal für Touristen zugänglicher gemacht werden.

Mehr dazu in religion.ORF.at

IT

Science

Gesucht: Der Weg zur funktionierenden Stadt

Städte sind weltweit - im positiven wie negativen Sinn - Brennpunkte der Entwicklung. In ihnen können sich Kreativität und Wertschöpfung ebenso konzentrieren wie Armut und Kriminalität. Welche Faktoren eine positive Entwicklung einer Stadt bedingen, dieser Frage geht der US-amerikanische Komplexitätsforscher Luis Bettencourt vom Santa Fe Institute nach.

Bei den Technologiegesprächen in Alpbach erklärte Bettencourt science.ORF.at, warum sich Komplexitätsforschung dafür seiner Meinung nach besser eignet als die klassischen Sozialwissenschaften und wie er und sein Team an Daten aus Slumvierteln auf der ganzen Welt kommen.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Medien

„Spiegel“-Gesellschafter unterstützen Neuausrichtung

Der Chefredakteur des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, Wolfgang Büchner, kann die Verzahnung von Print und Digital weiter fortsetzen.

Das mit der Geschäftsführung aufgesetzte Projekt, das unter dem Namen „Spiegel 3.0“ bekanntgeworden ist, finde die Unterstützung aller Gesellschafter, teilten diese gestern Abend in Hamburg mit. Am Spiegel-Verlag sind die Gesellschafter der Mitarbeiter KG (50,5 Prozent), Gruner + Jahr (25,5 Prozent) sowie die Augstein-Erben beteiligt.

Sie begrüßten es laut Mitteilung, dass Chefredaktion und die Geschäftsführung das Projekt in „enger Zusammenarbeit“ mit den Redaktionen des Magazins und des Nachrichtenportals verwirklichen wollen, „sowohl was die Umsetzung als auch was den Zeitablauf angeht“. Weitere Details wurden nicht genannt.

Zuvor hatten Ressortleiter gegen Büchner aufbegehrt und sich bei Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe gegen eine weitere Zusammenarbeit mit ihm ausgesprochen. Büchner wollte seinerseits die Besetzung der Ressortposten in den nächsten zwei Jahren ausschreiben lassen. Sie sollen jeweils für Online und Print verantwortlich sein.

Lifestyle

Was mit Urlaubsfotos passiert

Fast jeder kommt mit vielen Fotos aus dem Urlaub zurück. Bis dahin sind bereits einige davon ins Netz gestellt, Strand und Hotelpool schon allen Zuhausegebliebenen unter die Nase gerieben worden. Doch den ganzen Bildern, die man nicht einmal selbst für interessant genug gehalten hat, droht die ewige Verborgenheit - schlimmstenfalls abgelegt auf einer Festplatte.

Und auch auf Facebook hochgeladene Motive verlieren sich nach Monaten bzw. Jahren in der Timeline. Innerhalb der vergangenen Jahre haben sich die Anforderungen generell verändert - die Hersteller von Digitalkameras registrierten die Trends relativ spät.

Mehr dazu in „Liebe Grüße von hier“

VKI durchleuchtet Airbnb & Co.

Sie heißen Airbnb, Wimdu, 9Flats oder Glover und sind Hoteliers ein Dorn im Auge. Denn sie vermitteln Privatunterkünfte, die von Reisenden immer öfter genutzt werden. Die Bandbreite reicht dabei vom kostenlosen Schlafplatz auf dem Sofa einer Privatperson, dem sogenannten Couchsurfing, bis hin zu teuren Luxusappartements. Der Verein für Konsumenteninformation hat für die Septemberausgabe der Zeitschrift „Konsument“ die beliebtesten Alternativen zu Hotels untersucht.

Mehr dazu in help.ORF.at