Ausland

Palmyra: IS zerstört Teile eines weiteren Tempels

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in der zentralsyrischen Stadt Palmyra einen weiteren jahrhundertealten Tempel teilweise zerstört. Es handelt sich um den Baaltempel, wie die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte unter Berufung auf lokale Quellen berichtete. Der Ausmaß des Schadens sei noch nicht klar.

Der Tempel bildet den größten Komplex in dem UNESCO-Weltkulturerbe und war im ersten Jahrhundert nach Christus eine der bedeutendsten religiösen Stätten im Nahen Osten. Erst Anfang der Woche war bekanntgeworden, dass die Terrormiliz in Palmyra den rund 2.000 Jahre alten Tempel Baal Schamin zerstört hat.

Der IS hatte Palmyra Ende Mai von Truppen des Regimes eingenommen. Seitdem herrscht weltweit Sorge, dass die Extremisten die historischen Stätten als „Zeugnisse der Vielgötterei“ nach und nach zerstören - so wie sie es bereits im Nordirak mehrfach getan haben.

Assange: Snowden plante 2013 Flucht aus Moskau

WikiLeaks hat zusammen mit Venezuela im Jahr 2013 eine geheime Ausreise des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden aus Moskau nach Lateinamerika geplant - und zwar im Flugzeug des bolivianischen Staatschefs Evo Morales. Dies gab WikiLeaks-Gründer Julian Assange in einem Gespräch mit der bolivianischen Zeitung „El Deber“ bekannt.

„Wir erörterten zunächst die Möglichkeit, Snowden im Flugzeug des venezolanischen Staatschefs Nicolas Maduro auszufliegen“, sagte Assange der Zeitung in der ecuadorianischen Botschaft in London. Da die Maschine Maduros vom US-Geheimdienst beobachtet worden sei, sei in Betracht gezogen worden, Snowden im Flugzeug von Morales nach Lateinamerika zu fliegen. Beide Präsidenten befanden sich zu einer Konferenz in der russischen Hauptstadt.

Flugzeug wurde in Wien durchsucht

Der Plan sei aufgegeben worden, als klar wurde, dass europäische Regierungen den Überflug der Maschine von Morales sperren wollten. Das bolivianische Präsidenten-Flugzeug wurde damals in Wien zu einer Zwischenlandung gezwungen. Erst nachdem klar war, dass Snowden sich nicht an Bord befand, wurde der Weiterflug genehmigt. Bolivien machte damals die USA für den Vorfall verantwortlich. Morales hatte öffentlich erklärt, er sei bereit, Snowden Asyl zu gewähren.

Hoher Besuch bei Calais-Flüchtlingen

Frankreichs Premierminister Manuel Valls besucht heute Einrichtungen für Flüchtlinge und Sicherheitschecks in Calais. Dabei wird er von Innenminister Bernard Cazeneuve sowie den EU-Kommissaren Frans Timmermans und Dimitris Avramapoulos begleitet. In Calais sammeln sich seit Jahren Migranten, die in der Hoffnung auf bessere Asyl- und Arbeitsbedingungen nach Großbritannien wollen.

Derzeit campieren dort nach Schätzungen bis zu 3.000 Flüchtlinge. Viele versuchen, auf Zügen oder Lastwagen durch den Kanaltunnel illegal nach Großbritannien zu gelangen. Nachdem die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verstärkt wurden, ging der Andrang zuletzt zurück.

Ägypten: Parlamentswahl beginnt im Oktober

Die überfällige Parlamentswahl in Ägypten soll Mitte Oktober beginnen und Ende November abgeschlossen sein. Dies gab die Wahlkommission gestern bekannt, wie die Zeitung „Al-Ahram“ berichtete. Gewählt wird in zwei Phasen: Die erste findet demnach zwischen dem 17. und 19. Oktober statt, die zweite zwischen dem 21. und 23. November.

Es wären die ersten Parlamentswahlen seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013. Präsident Abdel Al-Sisi regiert seit seinem Amtsantritt im Juni 2014 ohne Parlament mit eiserner Hand. Vor wenigen Wochen hatte der frühere General jedoch versprochen, die Wahl noch in diesem Jahr nachzuholen.

Al-Sisi ist mit einem Militärputsch an die Macht gekommen. Sein Regime ist wegen vieler Menschenrechtsverletzungen umstritten. Gleichzeitig gilt es als Verbündeter des Westens im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus.

Proteste nach Zerstörung eines Reliefs in St. Petersburg

Mehr als tausend Menschen haben gestern im russischen St. Petersburg gegen die Zerstörung eines Mephistopheles-Reliefs protestiert. Die Demonstranten trugen Schilder mit Aufschriften wie „Hände weg von der Kunst“ und „Rettet unser St. Petersburg“. Aktivisten verurteilten den „unverschämten Akt des Vandalismus“.

Das Relief an einem Gebäude im Zentrum der Stadt war in der vergangenen Woche zerstört worden. Eine bislang unbekannte ultraorthodoxe Gruppe namens „Kosaken von St. Petersburg“ bekannte sich in einem Brief zu der Tat. Sie bezeichnete das Relief als eine „offene Anbetung des Teufels“, die im Widerspruch zu den Lehren der Kirche stehe. Die Polizei leitete Ermittlungen ein.

Teile der Figur wurden in einem Müllsack gefunden. Das um 1910 an der Fassade eines Hauses angebrachte Kunstwerk erinnert Berichten zufolge an den legendären Opernsänger Feodor Schaljapin in seiner Rolle als Mephistopheles.

Die Orthodoxe Kirche verteidigte die Tat. „Mephistopheles verkörpert das Böse in dieser Welt“, sagte ein Kirchen-Sprecher der regierungstreuen Zeitung „Iswestja“. Daher sei es richtig gewesen, das Relief zu demolieren. Die Tat schürt die Sorge vor einer zunehmenden religiösen Intoleranz in Russland. Erst kürzlich hatten orthodoxe Aktivisten mehrere Ausstellungen in Moskau angegriffen, weil sie die Gefühle der Gläubigen durch die dort gezeigten Kunstwerke verletzt sahen.

Die Hürden für Asylzentren in Afrika

Die EU plant noch dieses Jahr ein Asylzentrum in der afrikanischen Republik Niger zu errichten. So sollen Flüchtlinge bereits an Ort und Stelle Schutz finden und über ihre Chancen auf Asyl in der EU informiert werden, noch bevor sie sich auf eine lebensgefährliche Reise begeben – so lautet das erklärte Ziel der EU. Menschenrechtsschützer halten das Projekt für „weltfremd“, Verfassungsrechtler sehen Schwierigkeiten in der Durchsetzung.

Mehr dazu in EU: Aufklärung und Schutz

SYRIZA kündigt vor Wahl Härte gegenüber Geldgebern an

Drei Wochen vor der vorgezogenen Wahl in Griechenland zeigt sich die Partei von Ex-Ministerpräsident Alexis Tsipras gegenüber den internationalen Geldgebern kämpferisch. In ihrem Parteiprogramm kündigte SYRIZA gestern an, bei einem Wahlsieg in den noch offenen Fragen des neuen Hilfsprogramms Härte zu zeigen.

So solle in der „Grauzone“ von Privatisierungen sowie Arbeitsmarkt- und Pensionsreform intensiv verhandelt werden. Grundsätzlich würde SYRIZA zwar die bereits mit den Euro-Partnern vereinbarten Maßnahmen umsetzen.

Die Partei bemühe sich aber zugleich darum, die negativen Folgen abzumildern. SYRIZA bekräftigte zudem die Absicht, gegen Korruption und Steuerflucht vorzugehen und den Staat zu reformieren.

Versuch, Wähler zu besänftigen

Das Parteiprogramm signalisiert Unbehagen gegenüber der Vereinbarung mit den Gläubigern, die Tsipras als Regierungschef selbst getroffen und die SYRIZA tief gespalten hat. Mit der Kampfansage versucht SYRIZA vor den Wahlen am 20. September, enttäuschte Mitglieder zu besänftigen und unentschlossene Wähler für sich zu gewinnen.

Tsipras war im Jänner mit dem Versprechen angetreten, den bei vielen Griechen verhassten Sparkurs zu beenden. Unter dem Druck der drohenden Staatspleite vereinbarte er dann aber doch ein Hilfs- und Reformprogramm im Volumen von 86 Milliarden Euro. An dem Kurswechsel war seine Koalition zerbrochen, eine Gruppe von SYRIZA-Mitgliedern auf Anti-Reform-Kurs spaltete sich unter dem Namen Volkseinheit ab.

Tsipras trat zurück, um mit der vorgezogenen Wahl seine Position zu stärken. Doch der Vorsprung seiner SYRIZA schmilzt immer mehr zusammen: Sie liegt jüngsten Umfragen zufolge nur noch höchstens drei Prozentpunkte vor der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia.

Inland

Alpbach im Zeichen der Flüchtlingsfrage

Die Eröffnung der Politischen Gespräche beim Europäischen Forum Alpbach ist gestern im Zeichen des Umgangs mit der Flüchtlingsfrage gestanden. „Das ist keine Flüchtlingskrise, sondern eine Krise der Solidarität“, hob Forumspräsident Franz Fischler in seinen Eröffnungsworten hervor.

Fischer: „Moralische Verpflichtung“

Eine „Solidaritätskluft“ konstatierte später Bundespräsident Heinz Fischer. Es handle sich nicht „um das Leid von jemand anderem, das uns nichts angeht“.

Gerade die Europäer hätten jeden Grund, jenen zu helfen, die ihr Land infolge von Krieg unter den gefährlichsten Umständen verlassen hätten müssen. Es sei eine „moralische Verpflichtung“, Flüchtlinge mit Würde zu behandeln, unterstrich Fischer.

Sloweniens Präsident ortet „Bewährungsprobe“

Fischers slowenischer Amtskollege Borut Pahor sagte, die derzeitige Flüchtlingskrise sei auch eine Bewährungsprobe für Europas Identität. Die Lösung solle eine gemeinsame Politik sein anstatt einer Summe von 28 Einzellösungen.

Die kroatische Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic warnte davor, angesichts einer Konzentration auf Zahlen und Quoten tiefergehende Probleme aus den Augen zu verlieren. Sie fürchte, „die Zehntausenden Flüchtlinge derzeit sind nur der Anfang“.

Kurz sieht Scheitern des Dublin-Systems

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) betonte die Notwendigkeit einer „klaren europäischen Antwort“. Die Wahrheit sei, dass das Dublin-System nicht mehr funktioniere. „Kein Land kann diese schwierige Situation allein lösen.“ Eine faire Teilung der Lasten innerhalb der EU müsse sichergestellt werden. Ansonsten würden mehr und mehr Länder versuchen, ihre eigenen Lösungen zu finden.

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) plädierte in seiner Rede für eine verbesserte Abstimmung zwischen Sicherheitspolitik und Entwicklungszusammenarbeit. Kurzfristiges militärisches Krisenmanagement, mittelfristiger Wiederaufbau und langfristige Entwicklung müssten ineinandergreifen. Konkret ging Klug auf das Engagement des österreichischen Bundesheeres in Afrika ein, das auszuweiten dieses bereit sei.

Sport

Fußball: Bremen verschärft Gladbachs Krise

ÖFB-Teamspieler Zlatko Junuzovic hat gestern in der deutschen Bundesliga mit Werder Bremen gegen Mönchengladbach den ersten Meisterschaftssieg gefeiert und damit die Gladbacher Krise prolongiert. Denn der Champions-League-Starter hat nach drei Runden drei Niederlagen auf dem Konto und findet sich am Tabellenende wieder, Bremen gelang eine Verbesserung auf Platz elf. Tabellenführer Dortmund kam gegen Hertha BSC zum dritten Sieg.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Nach Chelsea patzt auch ManUnited

Nach Meister Chelsea, das bereits am Samstag daheim gegen Crystal Palace die erste Saisonniederlage kassierte, erwischte es gestern mit Manchester United auch den nächsten Titelanwärter. Die „Red Devils“ mussten sich bei Swansea City trotz Führung mit 1:2 geschlagen geben.

Während United schon fünf Punkte auf Spitzenreiter Manchester City fehlen, liegen vor allem bei Chelsea-Coach Jose Mourinho bei acht Zählern Rückstand auf den Leader bereits die Nerven blank.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Motorrad: Rossi erobert WM-Führung zurück

Valentino Rossi hat gestern in Silverstone seinen insgesamt vierten Saisonsieg gefeiert und damit im Kampf um die WM-Krone wieder die Führung übernommen. Während sein Yamaha-Teamkollege und Titelkonkurrent Jorge Lorenzo nicht über Rang vier hinauskam, trotzte „Il dottore“ den regnerischen Verhältnissen und eroberte mit Stil seinen insgesamt 112.

Sieg in einem WM-Rennen. Rossi profitierte allerdings auch von einem Sturz von Titelverteidiger Marc Marquez, mit dem er überlegen in Führung gelegen war.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

EU-Normierungsinstitute warnen vor TTIP

Die EU-Normierungsinstitute CEN und CENELEC warnen vor einer Destabilisierung des europäischen Standardisierungssystems durch das Freihandelsabkommen TTIP. Die vorgesehene Anerkennung von US-Normen als gleichwertig mit jenen der EU bedeute den Bruch des fundamentalen Prinzips „ein EU-Standard für alle Mitgliedsstaaten“. Dadurch würden nicht nur 30 Jahre erfolgreicher Entwicklung von europäischen Industriestandards aufs Spiel gesetzt, sondern auch US-Firmen gegenüber ihren europäischen Konkurrenten begünstigt, heißt es in einem Positionspapier.

Während europäische Firmen an die EU-Vorgaben gebunden seien, könnten sich Unternehmen aus den USA beim Export nach Europa alleine auf die US-Normen berufen. Den Marktzugang europäischer Firmen in den USA erleichtere diese wechselweise Anerkennung umgekehrt überhaupt nicht, konstatieren die beiden EU-Standardgremien.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Deutsche Autoindustrie rechnet mit weniger Umsatz in China

Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) hat angesichts nachlassender Autoverkäufe im Reich der Mitte seine Absatzprognose für China gesenkt. „China bleibt auf Kurs, schaltet jedoch einen Gang zurück. Für das gesamte Jahr rechnen wir nun mit einem Plus von maximal vier Prozent auf 19,1 Millionen Pkw“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

Zu Jahresbeginn hatte der VDA für 2015 noch ein Plus von sechs Prozent erwartet. Bis Ende Juli hatte der weltgrößte Automarkt um 5,3 Prozent auf knapp 10,7 Millionen Neuwagen zugelegt.

Dudenhöffer rechnet mit Rückgang

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet angesichts des schwächeren Wachstums und der Börsenturbulenzen für 2016 sogar mit einem Rückgang des Autoabsatzes in China. Und es sei nicht auszuschließen, dass der chinesische Automarkt bereits in diesem Jahr schrumpfen werde.

Sollte das Minus in den kommenden Monaten überschaubar bleiben, könne noch ein minimales Plus herauskommen, meinte Dudenhöffer.

China ist inzwischen ein äußerst wichtiger Markt für die deutschen Hersteller. Nach einer Untersuchung der Unternehmensberatung EY hat Volkswagen im zweiten Quartal dieses Jahres 36 Prozent seiner Autos in China verkauft, bei BMW waren es 20, bei Daimler 16 Prozent.

Geschäft in Westeuropa und USA übertrifft Erwartungen

Der deutsche Markt hingegen legt zu: Hier erhöhte der VDA die Wachstumsprognose von bisher zwei auf rund vier Prozent. Das entspreche einem Volumen von gut 3,1 Millionen Neuzulassungen. „Auch das Automobilgeschäft in Westeuropa entwickelt sich im laufenden Jahr besser als erwartet“, sagte Wissmann dem „Focus“.

Auch die USA überträfen die Erwartungen. „Der Markt für Pkw und Light Trucks wird 2015 um rund drei Prozent auf knapp 16,9 Millionen Neuwagen zulegen - das wäre der höchste Absatz seit zehn Jahren.“

Chronik

Sturm „Erika“: Flutwarnungen für Florida

Nach den Verwüstungen durch Wirbelsturm „Erika“ in der Karibik machen sich Einwohner im Süden des US-Staates Florida zum Wochenanfang auf Überschwemmungen gefasst.

Der Sturm hatte sich am Freitag bei seinem Zug über die bergigen Karibikinseln abgeschwächt, er war heute nur noch ein Tiefdruckgebiet - aber so intensiv, dass Meteorologen vor allem für den Südwesten Floridas bis zu zehn Zentimeter Niederschlag vorhersagten.

Warnung vor Springfluten

Für mehrere Bezirke zwischen Tampa und Naples wurden Flutwarnungen ausgegeben. In Miami an der südöstlichen Atlantikküste Floridas machten sich die Überbleibsel von „Erika“ bereits gestern Vormittag (Ortszeit) mit heftigen Regenfällen bemerkbar.

Die Masse der Niederschläge wurde jedoch in Regionen auf der Westseite des Staates erwartet, beim Zug des Regengebiets nordwärts entlang der Küste am Golf von Mexiko.

Weil hier der Boden nach einem regenreichen Sommer bereits gesättigt ist, warnte die Nationale Wetterbehörde vor Springfluten und Überschwemmungen. 8.000 Nationalgardisten standen nach Angaben von Gouverneur Rick Scott für Notfalleinsätze bereit.

Sturm forderte mindestens 35 Menschenleben

Vor allem die Insel Dominica wurde von „Erika“ schwer verwüstet. Mindestens 35 Menschen kamen ums Leben. Premierminister Roosevelt Skerrit erklärte Samstagabend (Ortszeit) einige Regionen des Inselstaates zum Katastrophengebiet und bat um Spenden für die Bevölkerung und den Wiederaufbau.

An der westafrikanischen Küste bildete sich indessen nach Angaben des NHC der Tropensturm „Fred“, der über Kap Verde in Richtung Nordwesten zieht. Weiterhin beobachtet werden auch die beiden Wirbelstürme „Jimena“ und „Ignacio“, die sich im östlichen Pazifik Richtung Hawaii bewegten.

Kultur

Autor und Neurologe Oliver Sacks gestorben

Der britische Schriftsteller und Neurologe Oliver Sacks ist laut einem Bericht der „New York Times“ gestern im Alter von 82 Jahren in New York gestorben. Erst im Februar hatte der Autor in der „New York Times“ in einem Essay seine Krebserkrankung öffentlich gemacht. Sacks wurde mit seinen Erzählungen bekannt, in denen er neurologische Krankheitsbilder anschaulich und in teils humorvollem Stil darstellte. Bekannt waren Sacks’ Schaffen und seine unkonventionellen Methoden auch durch den Film „Awakenings“ („Zeit des Erwachens“), der auf Sacks’ gleichnamigem, teils autobiografischem Buch beruhte.

Mehr dazu in Humorvoller und einfühlsamer Betrachter

Feuer in Filmstudio Babelsberg - Kulissen abgebrannt

Bei Dreharbeiten ist ein Feuer im deutschen Filmstudio Babelsberg ausgebrochen und hat Kulissen zerstört. „Bei einem internationalen Filmprojekt sollten Spezialeffekte eingesetzt werden, dabei sind offensichtlich Funken übergesprungen“, sagte der Sprecher des Filmstudios, Eike Wolf, gestern. Es sei niemand verletzt worden. Als das Feuer gestern Abend ausbrach, seien etwa 100 Menschen am Set in Potsdam gewesen.

Nach Informationen der dpa wurden Szenen für den Horrorfilm „A Cure for Wellness“ von US-Regisseur Gore Verbinski („Fluch der Karibik“) gedreht. Die Filmarbeiten erfolgten in neuen großen Hallen des Unternehmens in der Nähe von Kulissen wie der mittelalterlichen Siedlungsstraße, die für den Film „Anonymus“ von Roland Emmerich erbaut wurde.

Angaben zur Schadenshöhe lagen zunächst nicht vor. Nach Angaben von Studiosprecher Wolf wird der Brandort von Gutachtern untersucht - auch um versicherungstechnische Fragen zu klären. Aktuelle Produktionen seien durch den Brand nicht beeinträchtigt, betonte Wolf. In Babelsberg entsteht derzeit auch die fünfte Staffel der US-Serie „Homeland“.

New Yorker Musicalstar bei tragischem Sturz gestorben

Kyle Jean-Baptiste, Musicalstar und erster Schwarzer in der Hauptrolle von „Les Miserables“ am Broadway, ist tot. Der 21-jährige Schauspieler und Tänzer starb nach Angaben der „New York Times“ von gestern am Freitag nach einem Sturz von der Feuerleiter seiner Wohnung.

Jean-Baptiste, ein gebürtiger New Yorker, galt als so etwas wie ein Wunderkind des Broadway. Die Rolle des Ex-Sträflings und guten Gewissens Jean Valjean in „Les Miserables“ war aber seine erste Hauptrolle.

Der Polizei zufolge war der 21-Jährige mit einer Freundin auf der Feuerleiter im dritten Stock gesessen - typisch im heißen Sommer New Yorks. Als er aufstand, sei er nach hinten gekippt und in die Tiefe gestürzt. Die Polizei geht von einem Unfall aus.

Science

Lifestyle

Bayer gewann „Arschbomben“-WM in Deutschland

Bei der „Arschbomben“-Weltmeisterschaft hat Rainhard Riede aus dem bayerischen Waldkraiburg mit gewagten Sprüngen inklusive hoher Wasserfontänen den Titel gewonnen. Im Finale des Zehn-Meter-Springens setzte er sich gestern in Sindelfingen in Baden-Württemberg gegen 13 Konkurrenten durch, darunter Österreicher, Kroaten und Finnen.

„Ein perfekter Tag, ich bin superglücklich - mit der dritten WM-Teilnahme hat es endlich geklappt“, sagte Riede. Eigentlich heißt die Sportart „Splashdiving“, doch selbst die Veranstalter sprechen von „Arschbomben“-WM, einer „Sportart mit Augenzwinkern“.

Splashdiving ist eine Art unkonventionelles Turmspringen, bei dem lautes Klatschen beim Aufkommen auf dem Wasser durchaus erwünscht ist. Es geht vor allem um Spaß, Preisgeld gibt es nicht. Die Akrobaten können zwischen verschiedenen Arten der „Arschbombe“ wählen, die Figuren heißen „Brett“ oder „Kartoffel“. Zudem zeigen sie beim Sprung Drehungen und Salti.

Leute

Putin stemmt fürs Image Gewichte

Der Kreml hat gestern Bilder des russischen Präsidenten Wladimir Putin veröffentlicht, die ihn beim Gewichtestemmen mit Premierminister Dimitri Medwedew zeigen.

Mit einem weißen T-Shirt und einer Trainingshose bekleidet, trainiert der Staatschef an verschiedenen Kraftmaschinen, um seine Fitness unter Beweis zu stellen. An einigen Geräten wird er von seinem Regierungschef begleitet, danach nehmen die beiden ein gemütliches Frühstück ein.

Wladimir Putin beim Training

Reuters/Michael Klimentyev/RIA Novosti/Kremlin

Putin an der Kraftmaschine

In diesem Sommer wurden bereits mehrere Bilderserien veröffentlicht, die Putin als maskulinen Draufgänger in Szene setzen. So ritt er mit nacktem Oberkörper auf einem Pferd, flog in einem Überschalljet und jagte einen Tiger. Solche Aufnahmen sollen sein Image als starker Staatsmann unterstreichen, das unter den schlechten Wirtschaftsdaten, fallender Währungskurse und den Sanktionen mit dem Weste stark zu leiden hatte.