Ausland

Gegner der Homo-Ehe in Irland räumen Niederlage ein

Die Gegner einer Legalisierung der Homo-Ehe in Irland haben bereits kurz nach Beginn der Stimmauszählung ihre Niederlage bei dem nationalen Referendum eingeräumt.

Es gebe offensichtlich einen „sehr beeindruckenden Sieg“ der Befürworter der Homo-Ehe, sagte einer der Anführer der Nein-Kampagne, David Quinn vom katholisch orientierten Institut Iona, heute dem Sender RTE. Die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe würde für das streng katholische Land eine Zeitenwende bedeuten, ein erstes landesweites Resultat des Referendums sollte am Nachmittag vorliegen.

24.000 Flüchtlinge aus Italien sollen auf EU verteilt werden

Die EU-Kommission will in der kommenden Woche die Verteilung von 24.000 Flüchtlingen aus Italien in andere EU-Staaten vorschlagen. Dafür verpflichte sich Italien, Brüssel genaue Angaben über die Einrichtungen zu liefern, in denen die Flüchtlinge nach internationalen Standards identifiziert werden sollen, wie die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ heute berichtete.

Neue Zentren für Identifizierung

Laut dem Plan verpflichtet sich die italienische Regierung auch zur Einrichtung von Zentren zur Flüchtlingsidentifizierung. Das erste soll für maximal 300 Personen im Hafen der apulischen Stadt Taranto eröffnet werden.

Weitere Zentren sind in den sizilianischen Städten Pozzallo, Porto Empedocle und in Augusta geplant, in denen täglich Hunderte Flüchtlinge eintreffen. Dazu sollen zwei Kasernen in der sizilianischen Hafenstadt Messina und in Civitavecchia nördlich von Rom adaptiert werden. Auch hier sollen Flüchtlinge untergebracht werden.

Die Verteilung von 40.000 Flüchtlingen, die in Italien und Griechenland eingetroffen sind, auf andere EU-Staaten ergänzt das Quotensystem, das die EU-Kommission Mitte Mai vorgestellt hatte. Die Pläne sollen am Mittwoch vorgelegt werden.

Zahlreiche EU-Staaten, darunter Spanien, Frankreich und viele osteuropäische Länder, wehren sich gegen die Festlegung von Quoten. Deutschland und Österreich, die vergleichsweise viele Flüchtlinge aufnehmen, begrüßen dagegen den Brüsseler Vorschlag zur Verteilung von Flüchtlingen.

Nach den bisherigen Plänen der EU-Kommission sollen zudem 20.000 Menschen, die vornehmlich in Flüchtlingslagern außerhalb der Union leben, über die EU verteilt werden.

Paris verschärft Grenzkontrollen

Inzwischen mehren sich in Italien Berichte über strenge Kontrollen am italienisch-französischen Grenzübergang Ventimiglia. Paris habe die Kontrollen verschärft, um die Einreise von Asylsuchenden nach Frankreich zu verhindern. Hunderte Migranten würden wöchentlich versuchen, über Ventimiglia nach Frankreich zu gelangen. Die französische Polizei würde viele von ihnen nach Italien zurückdrängen, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ am Samstag.

Die meisten Flüchtlinge versuchen, die Polizeikontrollen in Ventimiglia zu umgehen, und mit dem Zug Frankreich zu erreichen, berichteten Medien in Italien. In der französischen Ortschaft Menton wurden seit Jahresbeginn zahlreiche Migranten angehalten und abgeschoben.

Grundlage ist die sogenannte Dublin-II-Verordnung, die vorsieht, dass jenes Land für die Asylanträge zuständig ist, in dem die Migranten als Erstes europäischen Boden betreten. Oft versuchen die Migranten auch, zu Fuß die Grenze zu überqueren.

Auszählung des irischen Referendums zur Homo-Ehe läuft

Beim irischen Referendum über die Zulassung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare hat heute Vormittag die Auszählung der Stimmen begonnen. Mit Ergebnissen wurde bis spätestens zum Abend gerechnet. Das stark katholisch geprägte Irland wäre die erste Nation, die Eheschließungen gleichgeschlechtlicher Paare per Volksentscheid einführt.

Bis zu 3,2 Millionen Iren waren gestern zur Stimmabgabe aufgerufen. Regierungsvertreter rechneten mit einer Wahlbeteiligung von über 65 Prozent. Vor allem junge Wähler waren teilweise aus dem Ausland in ihre irische Heimat zurückgekehrt, um von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Parteiinterne Kraftprobe für Tsipras wegen Sparpolitik

Der linke griechische Regierungschef Alexis Tsipras steht an diesem Wochenende vor einer neuen Kraftprobe: Er informiert das Zentralkomitee (ZK) seiner Linkspartei SYRIZA über den Werdegang der Verhandlungen mit den Gläubigern über die Abwendung einer Pleite Griechenlands.

Bereits gestern hatte sich Tsipras mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Francois Hollande getroffen. Diese hatten ihm zwar ihre Hilfe angeboten, aber verlangt, Athen müsse sich zuerst mit den Experten der Gläubiger vom Internationalen Währungsfonds (IWF), von der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU auf Sparmaßnahmen einigen.

„Es wird Kritik hageln“

„Es wird Kritik hageln, aber Tsipras wird es schon schaffen“, sagte ein hoher Parteifunktionär der SYRIZA der Deutschen Presse-Agentur. Mehr als ein Viertel der Mitglieder des ZK gehören dem linken Flügel an und laufen Sturm gegen weitere Sparmaßnahmen. Es geht unter anderem um eine Immobiliensteuer, die nicht abgeschafft wird, und das mögliche Einbehalten eines dreizehnten Pensionsbezugs. Außerdem soll der Mindestlohn vorerst nicht erhöht werden.

Vonseiten der Geldgeber stehen noch 7,2 Mrd. Euro für das pleitebedrohte Land zur Verfügung. Die Kassen in Athen sind leer. Im Juni müssen allein an den IWF gut 1,5 Milliarden Euro zurückgezahlt werden.

Atomwaffenkonferenz der UNO ergebnislos beendet

Nach rund vierwöchigen Diskussionen ist eine Atomwaffenkonferenz der Vereinten Nationen in New York ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Wegen Meinungsverschiedenheiten über die Schaffung einer nuklearwaffenfreien Zone im Nahen Osten endete die Konferenz gestern (Ortszeit) ohne die eigentlich anvisierte Unterzeichnung eines Abschlussdokuments.

Unter anderem forderte Ägypten einen festen Zeitplan für die Einrichtung einer solchen Zone, Israel und einige andere Länder stellten sich jedoch quer.

Schon zum Auftakt der Konferenz Ende April hatten Vertreter der Vereinten Nationen einen Stillstand bei der atomaren Abrüstung auf der Welt beklagt. Die Konferenz findet alle fünf Jahre statt und soll den Status des 1970 verabschiedeten Atomwaffensperrvertrags überprüfen.

Moskau warnt seine Bürger vor US-„Jagd“ auf Russen

Die russische Regierung warnt ihre Bürger vor Reisen ins Ausland, da sie dort von US-Behörden verschleppt oder festgenommen werden könnten. Russen seien in Drittstaaten vor amerikanischen Strafverfolgern oder Sondereinsatzkräften nicht sicher, erklärte gestern das Außenministerium in Moskau.

„Inakzeptable Praxis“

„Die amerikanischen Behörden setzen die inakzeptable Praxis fort, in der ganzen Welt Jagd auf Russen zu machen.“ Dabei missachteten sie das Völkerrecht und setzten andere Staaten unter Druck. „Washington glaubt, dass es alles tun darf, was es will, und geht dabei so weit, unsere Bürger zu entführen“, hieß es.

Hintergrund der „Reisewarnung“ ist das wegen der Ukraine-Krise stark gespannte Verhältnis zwischen Moskau und Washington. Die USA hatten Russland mehrfach vorgeworfen, aktiv in der Ukraine militärisch einzugreifen.

Inland

NEOS macht für Bankgeheimnis mobil

In der wieder aufgeflammten Debatte über das Bankgeheimnis macht NEOS gegen dessen Abschaffung mobil. Die wäre ein schockierender Höhepunkt „auf dem Weg zur willkürlichen und lückenlosen Überwachung“, man werde dagegen „mit allem zu Gebote stehenden Mitteln antreten“, heißt es in einem der APA vorliegenden Antrag. NEOS fordert umgekehrt einen „gläsernen Staat“.

Der wolle künftig ohne jeglichen richterlichen Beschluss Einschau „in unser aller Konten“ halten, und zwar, so die NEOS mit einem kleinen Seitenhieb auf die Oppositionskollegen, „mit Hilfe der Grünen“. Im Gegenzug aber werde den Bürgern gegenüber mitnichten Rechenschaft abgelegt, „wie mit unserem Steuergeld umgegangen wird“. NEOS fordert, dass Konteneinsicht auch weiterhin „nur in Strafverfahren und auf Basis eines richterlichen Beschlusses zu erfolgen“ habe.

NEOS-Parteichef Matthias Strolz stellt das Thema auch in den Mittelpunkt einer Mitgliederversammlung am Wochenende. Und er bekommt Rückenwind aus der Regierung - von ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter, der auch seine Bedenken hat.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Vorstoß der steirischen ÖVP

In der Debatte überraschte zuletzt die steirische ÖVP mit einer Blockadeankündigung. Im ZIB2-Interview betonte der steirische Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer (ÖVP), dass er für eine Korrektur des Begutachtungsentwurfs zur Steuerreform eintrete: „Ich möchte Änderungen, und ich bin überzeugt, dass es sie gibt.“ So, wie der Entwurf vorliege, „findet er nicht die Zustimmung der steirischen ÖVP“. Allerdings könnten die steirischen Abgeordneten so entscheiden, wie sie wollen.

Steiermarks Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer (ÖVP) im ZIB2-Interview.

Mystikerin soll für FPÖ-Klub gewirkt haben

Eine Mystikerin aus Niederösterreich soll vor einigen Jahren für den FPÖ-Parlamentsklub gewirkt haben, berichtet das Magazin „News“ in seiner heute erscheinenden Ausgabe mit Verweis auf eine Leistungsaufstellung aus dem Jahr 2012. Bei den Freiheitlichen bestreitet man Zahlungen des Klubs dafür. Weiter wollte ein Sprecher die „unsinnigen Behauptungen“ nicht kommentieren.

Zum Sonderpreis von 6.000 Euro soll die Frau von April 2010 bis Juli 2012 „Schutz für In- und Ausland, Kraft, Energie, Schutzmantel bei Auftritten, diverse Utensilien“ geboten haben, geht aus einem Faksimile des angeblichen Schreibens hervor, das „News“ abdruckte. Dass dieses Geld tatsächlich geflossen ist, wurde in der Partei auf APA-Anfrage bestritten. „Ich kann ausschließen, dass vom Klub irgendetwas bezahlt wurde“, sagte ein Sprecher. Die Mystikerin war für Auskünfte vorerst nicht erreichbar.

US-Botschaft empört über Twitter-Bilder von Peter Pilz

Die US-Botschaft in Wien hat sich gestern empört über Bilder des Grünen-Politikers Peter Pilz auf Sozialen Medien gezeigt, die eine angebliche „NSA-Baustelle“ bei den Räumen der US-Vertretung im IZD-Tower in Wien-Donaustadt zeigen sollen. Die Botschaft sei „beunruhigt“, dass der Abgeordnete Bilder eines Botschaftsangehörigen ohne dessen Zustimmung veröffentlicht habe, hieß es in einer Reaktion.

Pilz nahm gestern über Facebook und Twitter auf mehrere Monate alte Vorwürfe Bezug, nach denen der US-Geheimdienst NSA in dem Hochhaus eine Lauschanlage betreiben soll. Im September vergangenen Jahres berichtete ORF.at, dass am Dach des 140 Meter hohen Gebäudes in einem vorgeblichen Wartungshäuschen Geräte zur Handyüberwachung untergebracht seien.

Innenministerium bemüht sich um Aufklärung

Der Grünen-Politiker postete mehrere Bilder, auf der Umbauarbeiten in dem Gebäude und angebliche Wächter des US-Innenministeriums sowie ein Arbeiter eines auf Geheimdiensttechnik spezialisierten Unternehmens zu sehen sein sollen. Die US-Botschaft antwortete direkt über Twitter und Facebook auf das Posting von Pilz und schrieb, der Politiker stelle „Staatsbürgerschaft und Beruf“ eines gezeigten Botschaftsangehörigen falsch dar.

Seit Ausbruch der NSA-Affäre durch die Enthüllungen des Ex-Mitarbeiters Edward Snowden hat es immer wieder Vorwürfe gegeben, der US-Geheimdienst sei auch in Österreich aktiv und betreibe in Wien Abhöranlagen. Diese sollen unter anderem die UNO-City und andere internationale Organisationen ausspähen. Ein Sprecher der Innenministeriums sagte der APA auf Anfrage, man bemühe sich um Aufklärung. Er verwies auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Song Contest

Fliegende Conchita eröffnet das Finale

Heute findet in Wien die 60. Ausgabe des Eurovision Song Contest statt, und so viel kann schon jetzt verraten werden: Es wird eine Show der Superlative. Neben den 27 Musikacts, die um den Sieg singen, bietet die Show eine Reihe von musikalischen Highlights, mit denen sich Österreich als Musiknation der ganzen Welt präsentiert. Und Conchita Wurst verliert den Boden unter den Füßen.

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Sport

Bundesliga: Salzburg und Vize winken Millionen

Fast-Meister Salzburg und sein designierter Vize Rapid dürfen sich im Herbst auf einen wahren Geldregen freuen. Sollten es die beiden Clubs in der Champions-League-Qualifikation zumindest bis in die dritte Runde schaffen, würden sie fix drei Millionen Euro bekommen. Richtig abkassiert wird allerdings erst in der Gruppenphase, in der zwölf Millionen nur als Startgeld ausgeschüttet werden. Für das Topduo und auch für Österreichs restliche Europacup-Starter würde sich aber bereits die Europa-League-Gruppenphase kräftig auszahlen.

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Erste Liga: FAC-Kraftakt in Kampf gegen Abstieg

Die 35. und vorletzte Runde der Ersten Liga hat den Abstiegskampf noch einmal verschärft. Durchatmen war gestern zumindest bei Peter Pacult angesagt, dessen FAC im Kellerduell gegen Hartberg nach Rückstand noch einen vielumjubelten Sieg einfuhr und sich damit Luft verschaffte. Die schlechtesten Karten haben im Moment Hartberg und Horn (Niederlage gegen Liefering). Der FAC schaffte sogar den Sprung auf Platz sieben vor den nun punktegleichen Innsbruckern. Die letzte Runde wird nichts für schwache Nerven.

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Tennis: Thiem jubelt über Endspiel in Nizza

Dominic Thiem hat wenige Tage vor Beginn der French Open seine Hochform untermauert. Der 21-jährige Niederösterreicher setzte sich gestern im Semifinale des ATP-Turniers von Nizza gegen den US-Amerikaner John Isner durch und fixierte damit sein zweites Endspiel auf ATP-Ebene nach Kitzbühel im Vorjahr. Damals hatte Thiem gegen den Belgier David Goffin den Kürzeren gezogen. Im Duell um seinen ersten Turniersieg trifft der ÖTV-Jungstar auf Leonardo Mayer, die Nummer vier des Turniers. Das Finale ist heute ab 14.25 Uhr live in ORF Sport + und im Livestream zu sehen.

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Wirtschaft

GM könnte wegen Zündschlossdefekts Riesenstrafe drohen

Im Skandal um fehlerhafte Zündschlösser droht dem US-Autokonzern General Motors (GM) einem Zeitungsbericht zufolge eine Rekordstrafe. Ermittler des US-Justizministeriums hätten Hinweise auf strafrechtlich relevante Tatbestände ausfindig gemacht, berichtete die „New York Times“ in der Nacht auf heute.

Zwischen dem Autobauer und dem Ministerium liefen Verhandlungen über eine Einigung, die bereits im Sommer abgeschlossen sein könnten. Zwar werde über die Höhe der damit verbundenen Strafzahlung noch diskutiert. Es werde jedoch erwartet, dass sie die 1,2 Mrd. Dollar (etwa eine Mrd. Euro) übersteigt, die der japanische Konzern Toyota im vergangenen Jahr wegen eines Defekts zahlen musste.

Zahlreiche weitere Klagen

Sollte sich der Konzern tatsächlich mit dem Justizministerium einigen, wären seine juristischen Probleme in der Affäre dem Bericht zufolge noch nicht ausgestanden. Auch die Staatsanwaltschaften einzelner Bundesstaaten haben Ermittlungen eingeleitet. Dazu kommen Klagen von Privatpersonen.

GM rief erst 2014 etwa 2,6 Mio. Fahrzeuge wegen defekter Zündschlösser zurück, obwohl das Problem seit Jahren bekanntgewesen war. Bei den Wagen bestand die Gefahr, dass der Zündschlüssel unbeabsichtigt in die Aus-Position springt. Dadurch könnte während der Fahrt der Motor absterben und elektronische Systeme wie Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags abschalten. Mit dem Defekt werden Dutzende Todesfälle in Verbindung gebracht.

Brasilien zieht Budgetnotbremse

Brasiliens Regierung hat für das laufende Jahr Haushaltskürzungen in Höhe von rund 70 Mrd. Reais (20,8 Mrd. Euro) angekündigt. Einschnitte gibt es vor allem beim Konjunkturprogramm PAC, durch das auch wichtige Infrastrukturprojekte finanziert und beschleunigt werden, wie Planungs- und Haushaltsminister Nelson Barbosa gestern (Ortszeit) in Brasilia mitteilte.

Konjunkturflaute und hohe Inflation

Auch die Ministerien für Bildung sowie Gesundheit müssen Milliardenbeträge einsparen. Durch die Budgetbremse soll das Ziel eines Haushaltsüberschusses von 1,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erreicht werden.

Die siebentgrößte Volkswirtschaft der Welt steckt in einer Krise. Die Regierung erwartet laut Barbosa 2015 einen BIP-Rückgang von 1,2 Prozent - und das bei einer Inflation von über acht Prozent. Zur Budgetsanierung erwägt die brasilianische Regierung auch Abgabenerhöhungen. Zuletzt wurde eine Anhebung der Steuern auf Gewinne von Banken von 15 auf 20 Prozent angekündigt.

Gaslieferant für Westeuropa: Norwegen überholt Russland

Norwegen hat Russland als größten Gaslieferanten Westeuropas abgelöst. Damit kommt die EU mit ihrem Vorhaben voran, unabhängiger von russischer Energie zu werden, wie aus Daten des norwegischen Staatskonzerns Gassco und seines russischen Pendants Gasprom hervorgeht. Demnach exportierte Norwegen im Schlussquartal 2014 und im ersten Quartal dieses Jahres jeweils gut 29 Milliarden Kubikmeter Gas nach Westeuropa und Russland je 20 Milliarden.

Russland blieb zwar im vorigen Jahr größter Gaslieferant der gesamten EU einschließlich der osteuropäischen Mitglieder. Allerdings sank der Importanteil von russischem Gas von 43 auf 42 Prozent und das Importvolumen um mehr als zehn Prozent. Zugleich wuchs der Anteil Norwegens bei den EU-Gasimporten von 34 auf 38 Prozent.

Hauptgrund der EU-Pläne für eine größere Unabhängigkeit von russischen Energielieferungen sind die abgekühlten Beziehungen zur Regierung in Moskau. Die EU wirft Russland vor, nach der Annexion der Krim die Separatisten im Osten der Ukraine zu unterstützen. Zudem haben Streitereien über den Gaspreis zwischen Moskau und Kiew in Westeuropa die Furcht vor Engpässen bei der Belieferung über Pipelines durch die Ukraine geschürt.

Bericht: OeNB holt Teil der Goldreserven zurück

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) „scheint drauf und dran zu sein“, einen Teil der Goldreserven nach Österreich zu transportieren, schreibt die „Kronen Zeitung“ (Onlineausgabe). OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny habe eine neue „Goldstrategie“ festgeschrieben, wonach zur Risikostreuung die Hälfte der Reserven in Österreich, 30 Prozent in London und 20 Prozent in der Schweiz liegen sollen.

Die Nationalbank besitzt 280 Tonnen Gold, wovon derzeit 80 Prozent in London, 17 Prozent im Inland und der Rest in der Schweiz liegen. Mit der Aufstockung der Inlandsbestände auf die Hälfte kommt die OeNB auch einer Kritik des Rechnungshofes nach. Dafür müssten 110 Tonnen nach Österreich transportiert werden. Die Vorbereitungen für ein entsprechend gesichertes Goldlager „dürften abgeschlossen sein“, schreibt die „Krone“.

Chronik

40 Mio. Hühner wegen Vogelgrippe in den USA gekeult

Zur Eindämmung der Vogelgrippe sind in den USA inzwischen fast 40 Millionen Hühner und anderes Geflügel gekeult worden. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums aus dieser Woche sind mehr als 39 Millionen Vögel von dem aggressiven Erreger H5N2 betroffen. Industriekreisen zufolge trieb die Epidemie den Preis für Eier in den USA seit Beginn des Ausbruchs um 80 Prozent in die Höhe.

Dutzende Betrieben betroffen

Alleine im US-Bundesstaat Iowa, dem größten Eierproduzenten des Landes, wurden 25 Millionen Tiere gekeult, die meisten von ihnen waren Legehennen. „Das Ausmaß dieses Ausbruchs ist beispiellos. Wir müssen deswegen alle Schritte unternehmen, um die weitere Verbreitung der Krankheit zu verhindern“, sagte Iowas Landwirtschaftsminister Bill Northey. Er rief schon am Donnerstag den Notstand aus, so dass nun unter anderem alle Geflügelschauen verboten sind, nachdem die Zahl der betroffenen Betriebe auf 63 gestiegen war.

Die besonders gefährliche Variante der Vogelgrippe war im vergangenen Jahr zunächst im US-Staat Washington aufgetaucht, sie wurde vermutlich von Wildtieren übertragen. Inzwischen sind 15 US-Staaten und die kanadischen Provinzen British Columbia und Ontario betroffen. Neben den Eierpreisen ist auch der Preis für Truthahnfleisch gestiegen.

Auch wenn die Ansteckungszahlen zurückgehen, ist keine Entspannung bei den Preisen abzusehen. Die Epidemie klinge offenbar ab, sagte der Sprecher von Iowas Landwirtschaftsministerium, Dustin Vande Hoef. Das wärmere Wetter mache es für das Virus schwieriger, zu überleben. Aber es werde Zeit brauchen, um das gekeulte Geflügel zu ersetzen. Die angespannte Versorgungslage könne bis Ende des Jahres andauern.

Sechs Vermisste nach Brand in bayrischem Gästehaus

Nach einem Großbrand in einem Gästehaus in Schneizlreuth im kleinen Deutschen Eck in Bayern werden sechs Personen vermisst. Das Feuer war heute gegen 3.00 Uhr in dem Gebäude ausgebrochen. Laut Polizei konnten sich von den 47 untergebrachten Gästen zumindest 41 Personen mit zum Teil schwersten Verletzungen ins Freie retten.

Sieben Personen mussten in umliegende Krankenhäuser und Spezialkliniken eingeliefert werden. Der Verbleib von sechs Männern sei nach wie vor unbekannt. „Wir haben momentan leider keine Hinweise darauf, dass sie sich nicht im Gebäude befinden könnten“, sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier zur APA. „Wir müssen noch abwarten, bis das Gebäude gefahrlos betreten werden kann. Sollten sich die Vermissten im Haus befinden, ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass sie überlebt haben.“

250 Einsatzkräfte an Ort und Stelle

Ein Großaufgebot der Rettungsdienste mit 250 Personen war zur Brandbekämpfung und Betreuung der Geretteten an Ort und Stelle. Die Einsatzkräfte konnten das Feuer erst am frühen Vormittag unter Kontrolle bringen. Die Löscharbeiten konnten teilweise nur von außen durchgeführt werden, da Einsturzgefahr bestand.

Über die Brandursache in dem älteren, umgebauten Bauernhaus einer Outdoor-Agentur liegen noch keine Erkenntnisse vor. Im Gebäude waren in der Nacht Mitarbeiter einer Firma in Niederbayern untergebracht, die eine Veranstaltung gebucht hatten.

Mehr als 40 Tote in mexikanischem Drogenkrieg

Bei Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und mutmaßlichen Mitgliedern von Drogenkartellen sind im Westen Mexikos mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Während des rund dreistündigen Feuergefechts nahe der Ortschaft Tanhuato im Bundesstaat Michoacan seien 42 Verdächtige und ein Polizist getötet worden, sagte der Nationale Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido gestern Abend (Ortszeit).

Unterstützung aus der Luft

Die mexikanische Bundespolizei sei Hinweisen nachgegangen, nach denen eine kriminelle Organisation eine Farm besetzt habe. Als die Polizisten sich dem Anwesen näherten, wurden sie aus einem Auto heraus angegriffen, wie Rubido sagte. Danach verfolgten die Sicherheitskräfte die Verdächtigen auf dem 112 Hektar großen Gelände und wurden von immer mehr Angreifern beschossen. Die Polizei forderte einen Hubschrauber zur Luftunterstützung an und brachte die Farm nach drei Stunden schließlich unter Kontrolle.

Eines der mächtigsten Drogenkartelle

Bei dem Einsatz wurden drei Verdächtige festgenommen. Außerdem beschlagnahmte die Polizei zahlreiche Schusswaffen und einen Granatwerfer. Eine Lagerhalle und sechs Autos gingen bei dem Gefecht in Flammen auf.

Die Verdächtigen gehörten einer kriminellen Organisation an, die vor allem in Jalisco aktiv sei, sagte Rubido. Der Bundesstaat, der an Michoacan grenzt, ist die Hochburg des Drogenkartells Jalisco Nueva Generacion (CJNG). Diese trat 2011 erstmals in Erscheinung und ist laut mexikanischen und US-Behörden mittlerweile eines der mächtigsten Verbrechersyndikate des Landes.

Drei Stunden dauerten die Kämpfe zwischen der Polizei und den mutmaßlichen Drogenkartellmitgliedern. (iptv.ORF.at)

Kultur

Architektur- und Lyrikdoyen Achleitner 85

Sein Lebenswerk in Sachen Architektur hat er kurz nach seinem 80. Geburtstag vollendet. Seither hat sich Friedrich Achleitner, Doyen der österreichischen Architekturtheorie, wieder seinem zweiten Standbein zugewandt: der Literatur. Heute feiert er seinen 85. Geburtstag. Flankiert wird der große Tag von Lesungen aus seinem aktuellen Buch „wortgesindel“.

Die mehrbändige Dokumentation „Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert“ schloss der wortmächtige, architekturbesessene Publizist vor fünf Jahren mit Erscheinen des letzten von drei Wien-Bänden ab. Einzig Niederösterreich fehlt in dem seit 1980 erschienenen Oeuvre noch. Das müssten, so sagte er damals, andere übernehmen.

Bestandsaufnahme der Architektur Österreichs

„Der Achleitner“, wie die ausführliche Dokumentation unter Architekten heißt, machte den Architekturhistoriker zur kritischen Instanz. An seinem „Opus magnum“, der umfassenden aktuellen Bestandsaufnahme der heimischen Architektur, arbeitete er seit 1965. 1980 erschien im Residenz Verlag der erste Band, in dem Bauwerke in Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg dokumentiert wurden.

Der zweite Teil (1983) umfasst Kärnten, die Steiermark und das Burgenland, während sich Band drei der Bundeshauptstadt widmen sollte. Aufgrund des Umfangs entschloss sich Achleitner aber dazu, Wien in drei eigene Abschnitte zu gliedern: 1990 kam die Beschreibung des ersten bis zwölften Bezirks heraus, 1995 folgten die Bezirke 13 bis 18. Im Herbst 2010 erschien schließlich 19 bis 23.

„Wortgesindel“ im Umgang mit der Sprache

In den vergangenen Jahren arbeitete Achleitner, ehedem Mitglied der Wiener Gruppe, wieder vermehrt als Literat. Schließlich sei er damals des Schreibens, nicht der Architektur wegen nach Wien gekommen, sagte er einmal. Im Zsolnay Verlag erschienen zuletzt „wiener linien“ (2004), „und oder oder und“ (2006), „der springende punkt“ (2009) und der Dialektgedichteband „iwahaubbd“ (2011). Zuletzt veröffentlichte er im März den Band „wortgesindel“: ein ironisches Aufzeigen des allgegenwärtigen sorglosen Umgangs mit der Sprache.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Religion

Leute

Depardieu lobt Putin bei Filmfestival in Cannes

Der französische Filmstar und Wahlrusse Gerard Depardieu hat beim Filmfestival in Cannes seine Liebe zu Russland und Staatschef Wladimir Putin bekräftigt. „Ich kenne Wladimir Putin, ich mag ihn sehr“, sagte Depardieu gestern vor Journalisten. „Ich fahre viel in die UdSSR, äh, nach Russland“, betonte der 66-Jährige, was bei den Journalisten für Erheiterung sorgte.

„Wenn die Krim amerikanisch gewesen wäre ...“

Zum Ukraine-Konflikt sagte der Schauspieler, er sei „wie jeder schockiert über die Situation“. Niemand verstehe die dortige Lage. „Ich liebe das ukrainische Volk, aber Konflikte sind nicht mein Gebiet“, sagte Depardieu. „Ich hasse Krieg, ich hasse Konflikte, weil Menschen sterben.“

In einem Seitenhieb an die USA sagte Depardieu: „Wenn die Krim amerikanisch gewesen wäre, wäre das was anderes gewesen, denken Sie mal darüber nach.“ Um einem drohenden Spitzensteuersatz von 75 Prozent in Frankreich zu entkommen, war Depardieu Ende 2012 zunächst aus Frankreich nach Belgien umgezogen. 2013 nahm er außerdem die russische Staatsbürgerschaft an, die ihm Putin persönlich angeboten hatte.