Ausland

Nordkoreas Außenminister wirft Trump „Hundegekläff“ vor

Der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho hat die martialische Drohung von US-Präsident Donald Trump, das kommunistische Land total zerstören zu wollen, als „Hundegekläff“ abgetan. „Falls er denkt, er kann uns mit dem Klang von Hundegekläff verängstigen, so ist das wirklich der Traum eines Hundes“, sagte Ri laut südkoreanischen Sendern nach der Ankunft gestern in New York, wo er an der UN-Generaldebatte teilnehmen wollte. Ri bezog sich demnach auf ein nordkoreanisches Sprichwort, wonach ein feierlicher Umzug auch dann fortgesetzt wird, wenn ein Hund bellt.

Mitleid für Trumps Berater

Es war die erste Reaktion Pjöngjangs auf Trumps Rede vor den Vereinten Nationen am Dienstag. Auf die Frage, was er von Trumps Bezeichnung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Uns als „Raketenmann“ halte, sagte Ri, er empfinde Mitleid für die Berater des US-Präsidenten. Ri will morgen vor den Vereinten Nationen reden.  

Trump hatte in seiner Rede sowohl den Iran als auch Nordkorea scharf attackiert. Wenn die USA gezwungen seien, sich selbst oder ihre Verbündeten zu verteidigen, dann bleibe keine Wahl, als Nordkorea „total zu zerstören“, sagte Trump. Das Atomprogramm des Landes stellte er als Gefahr für die ganze Welt dar.

Der Konflikt heizt sich seit Monaten auf. Anfang der vergangenen Woche hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Pjöngjang wegen dessen Atomtests am 3. September deutlich verschärft.

Maduro wittert Mordkomplott aus dem Weißen Haus

Venezuelas sozialistischer Präsident Nicolas Maduro hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, Attentatspläne gegen seine Person zu verfolgen. Er warf gestern in Caracas dem Präsidenten des entmachteten Parlaments, Julio Borges, vor, in eine entsprechende Konspiration des Weißen Hauses verwickelt zu sein.

„Ich mache Dich, Julio Borges, verantwortlich für jede Form der Gewalt gegen den Staat oder ein mögliches Attentat gegen mein Leben, angeordnet von Präsident Donald Trump“, sagte der Staatspräsident.

Er wisse, dass es einen entsprechenden Befehl aus dem Oval Office gebe. Borges war wiederholt in Washington, um Unterstützung für die Opposition zu werben, die Maduro eine Umwandlung des Landes mit den größten Ölreserven in eine Diktatur vorwirft.

Attacke Trumps vor UN-Vollversammlung

Vor der UN-Vollversammlung hatte Trump am Dienstag Maduro attackiert, die US-Regierung nennt ihn einen Diktator und hat Sanktionen verhängt. Anfang August hatte Maduro nach Protesten mit über 120 Toten eine von den Sozialisten dominierte Versammlung eingesetzt, die als übergeordnetes Staatsorgan nun die Entscheidungen trifft. Das Parlament, in dem die Opposition die Mehrheit hat, wurde entmachtet.

Zudem drohen Oppositionspolitikern lange Haftstrafen - die maximale Haftdauer für Vaterlandsverrat und Aufruf zu Gewalt soll auf 50 Jahre hochgesetzt werden. Maduro macht unter anderem Borges für die Toten mitverantwortlich. Ein UN-Bericht hingegen warf den staatlichen Sicherheitskräften ein unverhältnismäßiges Maß an Gewalt vor.

Kalifornien klagt gegen geplante Grenzmauer zu Mexiko

Der US-Bundesstaat Kalifornien setzt sich gerichtlich gegen die Mauerbaupläne von Präsident Donald Trump an der Grenze zu Mexiko zur Wehr. Kaliforniens Justizminister Xavier Becerra legte gestern vor einem Gericht in San Diego Klage gegen die Grenzmauer ein.

Verstoß gegen Verfassung und Umweltschutz

Mit dem Mauerbau verstoße die Regierung in Washington gegen die Verfassung sowie gegen Umweltschutzgesetze, argumentierte Becerra. „Die Trump-Regierung hat wieder einmal Gesetze ignoriert, die ihr nicht passen, um ihr Wahlversprechen wieder aufzuwärmen, an unserer südlichen Grenze eine Mauer zu bauen“, erklärte der Justizminister.

Das US-Heimatschutzministerium hatte im August den Bau von Prototypen für die Grenzmauer in den kalifornischen Landkreisen San Diego und Imperial angekündigt. Um die Baupläne voranzutreiben, will das Heimatschutzministerium Gesetze außer Kraft setzen, die dem Projekt im Wege stehen. Auf diese Weise könnten die rigorosen kalifornischen Umweltschutzvorschriften umgangen werden.

„Gesetz gilt auch für den Präsidenten“

Die US-Verfassung lasse nicht zu, dass Regierungsvertreter „einseitig und willkürlich Gesetze ihrer Wahl außer Kraft setzen“, kritisierte der kalifornische Justizminister. „Wenn jemand in Kalifornien Geschäfte machen will, muss er sich darauf einstellen, sich an die Gesetze zu halten - das gilt auch für den Präsidenten.“ Becerra warf Trump vor, er habe bis heute nicht den Schritt „vom Kandidaten zum Präsidenten eines Landes gemacht, das auf dem Rechtsstaat basiert“. Dies sei „gefährlich“.

Der Bau einer Mauer an der 3200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko war eines der zentralen Wahlversprechen Trumps. Der US-Präsident will damit die illegale Einwanderung aus dem Süden stoppen.

Sechste Festnahme nach Londoner U-Bahn-Anschlag

Knapp eine Woche nach dem Londoner U-Bahn-Anschlag hat die britische Polizei einen sechsten Verdächtigen festgenommen. Ein 17-Jähriger wurde kurz nach Mitternacht im Stadtteil Thornton Heath im Süden Londons gefasst, wie Scotland Yard heute am frühen Morgen mitteilte.

Weitere Durchsuchungen

„Wir haben jetzt sechs Männer in Haft. Fünf Wohnungen werden derzeit noch durchsucht“, sagte der Kommandant der Londoner Anti-Terror-Einheit, Dean Haydon.

Erst am Dienstag und gestern hatten die Behörden in der walisischen Hafenstadt Newport drei Männer im Alter von 25, 30 und 48 Jahren festgesetzt. Zwei Männer waren schon einen Tag nach dem Anschlag mit 30 Verletzten in London und Dover festgenommen worden.

Bei dem Anschlag am vergangenen Freitag war eine selbstgebaute Bombe in einer voll besetzten Londoner U-Bahn nahe der oberirdischen Haltestelle Parsons Green explodiert. Durch den Feuerball und im anschließenden Gedränge erlitten viele Menschen Verletzungen. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu dem Anschlag.

Prozess gegen Brasiliens Präsidenten rückt näher

Das Oberste Gericht in Brasilien hat den Weg freigemacht für einen Prozess gegen Präsident Michel Temer. Es wies gestern einen Einspruch Temers gegen das Verfahren zurück. Eine Mehrheit der Richter lehnte den Antrag des Präsidenten ab, die gegen ihn erhobenen Anklagen wegen Korruption und Justizbehinderung auf Eis zu legen.

Damit liegt es nun beim Parlament zu entscheiden, ob Temer sich vor Gericht verantworten muss. Sollten die Abgeordneten mit Zweidrittelmehrheit dafür stimmen, müsste Temer sein Amt für 180 Tage niederlegen und sich einem Prozess vor dem Obersten Gericht stellen. Im August hatte eine Mehrheit der Abgeordneten ein Korruptionsverfahren gegen Temer abgelehnt.

Bei den jüngsten Anklagen geht es um den Vorwurf, Temer habe einem inhaftierten Politiker Schweigegeld gezahlt, damit dieser nicht gegen ihn aussagt. Zudem soll Temer eine Gruppe von Kongressabgeordneten angeführt haben, die für die Vermittlung staatlicher Aufträge von Unternehmen Schmiergeld in Millionenhöhe kassiert haben sollen.

Rajoy fordert Stopp des Katalonien-Referendums

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat gestern Abend eindringlich einen Stopp des geplanten Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien gefordert und der separatistischen Regionalregierung mit schweren Konsequenzen gedroht. „Noch ist Zeit, ein größeres Unglück zu verhindern“, sagte Rajoy in einer Fernsehansprache. Madrid werde eine „starke Antwort“ auf jeden Akt des Ungehorsams geben.

Rajoy bezeichnete das von der katalanischen Regierung für 1. Oktober angesetzte Unabhängigkeitsreferendum als „Chimäre“ und „antidemokratisch“. Der konservative Regierungschef äußerte sich, nachdem die Behörden ihre Gangart gegenüber Barcelona massiv verschärft hatten. Heute wurden mehrere hochrangige Regierungsmitarbeiter in Barcelona festgenommen, außerdem wurden rund neun Millionen Stimmzettel beschlagnahmt.

Russland-Ermittler will umfangreiches Material von Trump

US-Sonderermittler Robert Mueller zieht in seinen Russland-Untersuchungen im Weißen Haus weiter die Daumenschrauben an. Wie „Washington Post“ und „New York Times“ gestern berichteten, verlangt Mueller nun umfangreiche Aufzeichnungen und E-Mails von Donald Trump selbst - alles Material, in dem sich der US-Präsident zur Entlassung von FBI-Chef James Comey äußerte und auch zu seinem damaligen Umgang mit Ermittlungen gegen den nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn.

Trump hatte Comey am 9. Mai überraschend entlassen. Er sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, er habe so Einfluss auf die Russland-Ermittlungen des FBI nehmen wollen. Die Behörde untersucht, ob es bei mutmaßlich russischen Einflussversuchen auf die Präsidentschaftswahl Absprachen mit Trumps Wahlkampfteam gab.

Anwälte sollen an Übergabe von Material arbeiten

Nach Comeys Entlassung setzte das Justizministerium Mueller als Sonderermittler ein, um die Untersuchung zu leiten. Flynn wiederum musste nach nur wenigen Tagen im Amt zurücktreten. Dem Bericht der „Washington Post“ zufolge arbeiten die Anwälte des Weißen Hauses nun an der Übergabe des Materials an Mueller.

Trump hat sich von den Ermittlungen Muellers wiederholt enerviert gezeigt, zuletzt schwenkten seine Anwälte Berichten zufolge auf eine kooperativere Linie um. Immer wieder gab es Gerüchte, Trump könne den Sonderermittler unter dem Vorwurf feuern, dieser überschreite seine Kompetenzen.

Inland

Pensionen und Fremdenrecht für Beschluss auf Schiene

Mit Ausschusszuweisungen und Fristsetzungen ist die erste Nationalratssitzung im Ausweichquartier in der Hofburg gestern zu Ende gegangen. Zuvor waren Beschlüsse zum Nationalfonds und zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) auf der Tagesordnung. Auch die Ausschüsse wurden - wegen des Endes des Teams Stronachs und der diversen Klub-Abgänge - neu konstituiert.

Mit einer Frist versehen und damit für eine Beschlussfassung noch vor der Nationalratswahl bereit gemacht wurden mehre Anträge. Konkret handelte es sich da um die erst gestern paktierte Verlängerung des Kinderbetreuungsausbaus, die Formalkorrektur des Fremdenrechtspakets, eine Änderung im Tierschutzgesetz, die eine Lockerung des Tierverkaufsverbots über das Internet bringen soll, sowie um die Pensionserhöhung.

Auch Frist für Angleichung von Arbeitern und Angestellten

Die SPÖ hat es geschafft, auch die Angleichung der Rechte von Arbeitern und Angestellten mit einer Fristsetzung zu versehen. Das passierte überraschend und gegen die Stimmen der ÖVP. FPÖ und Grüne unterstützten das Anliegen der Sozialdemokraten, damit dürfte es noch vor der Wahl zu einer Abstimmung im Plenum kommen.

Die SPÖ hat beim bisherigen Koalitionspartner ÖVP bis zuletzt für dieses Anliegen lobbyiert. Beim Ministerrat hatte sich Kanzleramtsminister Thomas Drozda (SPÖ) „besonders verwundert“ über den Widerstand der Schwarzen gezeigt, stehe die Beseitigung der Unterschiede zwischen den beiden Gruppen doch im Wahlprogramm von ÖVP-Chef Sebastian Kurz.

Mit dem Forschungs- und Technologiebericht 2017 als letztem inhaltlichen Punkt ging die Sitzung nach knapp 14 Stunden - und damit um einiges früher, als ursprünglich erwartet - zu Ende. Dies lag vor allem daran, dass nicht nur die Fraktionen, sondern auch die 14 „wilden“ Abgeordneten die ihnen zustehenden Redezeiten bei weitem nicht ausschöpften.

Gegenseitige Anwürfe um Kurz-„Strategiepapier“

Die SPÖ ortet im laufenden Wahlkampf aufgrund neuer Details zum angeblichen „Strategiepapier“, das zur Vorbereitung von Sebastian Kurz’ Machtübernahme in der ÖVP gedient haben soll, einmal mehr „Dirty Campaigning“ des Noch-Koalitionspartners.

Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler forderte gestern daher Aufklärung über das Papier, über das der „Falter“ gestern berichtet hatte. NEOS stellte eine parlamentarische Anfrage.

„Kurz und seine VP inszenierten sich stets als Opfer. Tatsächlich haben sie schon 2016 Konzepte erstellt, die sich gestern 1:1 umgesetzt auf anonymen Dirty-Campaigning-Seiten wiederfinden, mit denen die ÖVP aber nichts zu tun haben will“, kritisierte Niedermühlbichler. Es brauche daher volle Transparenz und eine Aufklärung über die Rolle des ehemaligen Kurz-Kabinettsmitarbeiters und jetzigen ÖVP-Generalsekretärs Stefan Steiner.

Amon spricht von „Gerücht“

Der ehemalige ÖVP-Generalsekretär Werner Amon sprach am Rande der Nationalratssitzung gegenüber dem „Standard“ von „Fake News“. Er gehe davon aus, dass ein Teil von Kurz’ Programm von Mitarbeitern der Bundespartei erstellt worden sei, alles andere hält er für ein „Gerücht“. Die Echtheit der Dokumente will Amon nicht bestätigen.

„Falter“-Chefredakteur Florian Klenk meinte gegenüber dem „Standard“ zu Amons Vorwürfen: „Herr Amon wird – so wie kürzlich die ÖVP Niederösterreich – zu beweisen haben, dass wir Dokumente fälschen. Ich freue mich auf den Nachweis.“

NEOS stellt parlamentarische Anfrage

NEOS kündigte unterdessen eine parlamentarische Anfrage an den Außenminister an. Laut „Kurier“ will die Partei etwa wissen, „welche Kosten dem Außenministerium für die Ausarbeitung der Pläne zur Parteiübernahme und die Wahlkampfvorbereitungen angefallen“ seien.

Die Fraktion hatte mit Kurz in der Vergangenheit über eine Wahlplattform gesprochen, Parteichef Matthias Strolz und Irmgard Griss hätten die Idee dann aber selbstständig weiterverfolgt, so Generalsekretär Nikola Donig. In diesen Gesprächen sei es „nie über Ministerposten“ gegangen, es sei über Sachpolitik diskutiert worden. Über die Gespräche seien von NEOS „keine Papiere“ angelegt worden.

Auch Grüne und Blaue fordern Aufklärung

Kritik an Kurz setzte es auch von den Grünen. Bundesgeschäftsführer Robert Luschnik erklärte in einer Aussendung: „Wenn die im ‚Falter‘ erhobenen Vorwürfe stimmen, dann hatte der Außenminister offenbar keine Skrupel, Beamte des Außenministeriums für seine parteipolitische Karriere einzusetzen.“ Das wäre ein Missbrauch öffentlicher Ressourcen.

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl sagte, er erwarte in der Causa „eine eidesstattliche Erklärung nicht nur von Sebastian Kurz, sondern auch von den Personen, die in den veröffentlichten Dokumenten genannt werden“.

Premierenbilder: Nationalrat kommt in Hofburg an

Das Parlament ist endgültig in der Hofburg angekommen. Gestern eröffnete Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) die erste Plenarsitzung im Redoutensaal. Es ist zugleich der wahrscheinlich vorletzte Sitzungstag vor der Wahl am 15. Oktober. Die Fotos vom Sitzungsbeginn zeigen damit eine Premiere, die für manche Abgeordnete bereits ein Abschied ist.

Mehr dazu in Erstmals seit 1918 nicht am Ring

Wirtschaft

CETA mit Kanada tritt weitgehend in Kraft

Zwischen der EU und Kanada tritt heute das Freihandelsabkommen CETA vorläufig in Kraft. Ab Mitternacht fallen damit die Zölle auf 98 Prozent aller Produktgruppen, die zwischen beiden Seiten gehandelt werden.

Die EU-Kommission beziffert die Einsparungen für europäische Unternehmen auf 590 Mio. Euro pro Jahr. Zudem bekommen Firmen beiderseits des Atlantiks besseren Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen. Noch nicht in Kraft tritt ein vereinbartes System zur Beilegung von Streitigkeiten. Dazu muss CETA erst durch die Parlamente in allen 28 EU-Staaten ratifiziert sein. Bisher ist dies erst in fünf Ländern der Fall.

Air Berlin: Mögliche Vorentscheidung über Verkauf

Bei der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin könnte heute eine Vorentscheidung über den Verkauf an Investoren fallen. Die drei Gläubigerausschüsse des Dachkonzerns, der deutschen Gesellschaft und der Techniksparte sollen nach Informationen aus Branchenkreisen zu entsprechenden Beratungen zusammenkommen.

Am vergangenen Freitag war die Bieterfrist abgelaufen. Eine endgültige Entscheidung über den Zuschlag dürfte der Air-Berlin-Aufsichtsrat wohl zwar erst am Montag kurz nach der deutschen Bundestagswahl treffen. Für den formalen Beschluss könnten nun aber schon die Weichen gestellt werden, hieß es. Wo und wann die Gläubiger tagen, war zunächst nicht bekannt.

Ein Gesamtverkauf der bisher zweitgrößten deutschen Airline an eine andere Fluggesellschaft gilt wegen der dann hohen Marktmacht des neuen Eigentümers als eher unwahrscheinlich. Mehrere einzelne Bieter hoffen daher auf Teile von Air Berlin. Kandidaten sind etwa die Lufthansa-Tochter Eurowings, die British-Airways- und Iberia-Mutter IAG, Easyjet sowie ein Bündnis aus Condor und Niki Lauda, dem Gründer der Air-Berlin-Tochter Niki.

Metaller-KV: Forderung dürfte bei zwei Prozent liegen

Die Lohnverhandlungen für die Metallerbranche sind gestern in die erste Runde gegangen. Prozentsätze für die angestrebten kollektivvertraglichen Erhöhungen wurden vorerst noch nicht genannt. Gewerkschafter Rainer Wimmer dürfte heuer über zwei Prozent verlangen, schreibt die „Kronen Zeitung“. Im Vorjahr lag der Abschluss im Schnitt bei knapp 1,7 Prozent.

Ein deutlich höherer Abschluss sei auch vertretbar, zitiert die Zeitung Wirtschaftsforscher Helmut Hofer vom Institut für Höhere Studien (IHS). „Die Inflation war 1,8 Prozent, dazu könnte die Produktivitätsentwicklung der Metallindustrie weitere 0,5 Prozent bis 0,75 Prozent ausmachen.“ Für die nötige Weiterbildung der Beschäftigten in Richtung Digitalisierung regt Hofer zudem einen „Ausbildungsfonds“ an.

Sport

Fußball: Bilic erhöht Druck auf Arnautovic

Gleich bei seinem ersten Heimauftritt im Londoner Olympiastadion hat Marko Arnautovic gestern im Ligacup gegen die Bolton Wanderers geglänzt. Der Wiener legte beim 3:0-Heimieg die ersten beiden Treffer mustergültig auf und ebnete den „Hammers“ damit den Weg zum Sieg.

Trotzdem war Trainer Slaven Bilic offenbar nicht ganz glücklich und fordert, dass sein Neuzugang die „Komfortzone“ verlässt. „Manchmal gibt er sich mit dem Geleisteten zu schnell zufrieden“, betonte der Kroate.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Köln taumelt in nächste Niederlage

Für Coach Peter Stöger und den 1. FC Köln wird die Situation in der deutschen Bundesliga immer kritischer. Gestern setzte es gegen Eintracht Frankfurt eine 0:1-Heimniederlage und damit in der fünften Runde bereits die fünfte Niederlage.

Die Kölner haderten dabei wie schon bei der 0:5-Pleite gegen Dortmund erneut mit dem Videoschiedsrichter. Der entscheidende Elfmeter war äußerst strittig.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Motorrad: „Dottore“ Rossi vor Blitzcomeback

Vor drei Wochen haben Beobachter schon über ein mögliches Saison-, wenn nicht gar Karriereende von Valentino Rossi spekuliert, nachdem sich dieser bei einem Sturz einen komplizierten Beinbruch zugezogen hatte. Nun plant der „Dottore“ beim Grand Prix von Aragonien am Wochenende sein Blitzcomeback. Nachdem erste Tests positiv verliefen, fehlt dem Italiener nur noch das Okay der Rennärzte.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

„Eine zerstörte Insel“: „Maria“ verwüstet Puerto Rico

Hurrikan „Maria“ hat mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern in Puerto Rico große Schäden und flächendeckende Stromausfälle verursacht. „Puerto Rico wird, wenn wir das überstanden haben, definitiv eine zerstörte Insel sein“, sagte der Direktor der Notfallbehörde, Abner Gomez, in San Juan.

Es gibt überall starke Überschwemmungen und zahlreiche zerstörte Häuser in dem US-Außengebiet, das östlich der Dominikanischen Republik liegt.

Puerto Rico

APA/AP/Carlos Giusti

Todesopfer auf Dominica und Guadalupe

Auf den Straßen flogen Hausdächer umher, Autos wurden wie Spielzeug umgeworfen und zahllose Bäume entwurzelt. Die Karibik wird nach „Irma“ bereits vom zweiten enorm starken Hurrikan binnen weniger Wochen getroffen. Laut Behördenangaben gab es aber bisher in Puerto Rico keine Toten. Zuvor waren auf den Karibikinseln Dominica und Guadalupe durch „Maria“ mindestens neun Menschen getötet worden.

Auch die Karibik-Insel Dominica wurde schwer getroffen.

Gomez rief die Menschen auf, die Häuser nicht zu verlassen, auch weil umstürzende Bäume ein Risiko darstellten. In ganz Puerto Rico sei der Strom ausgefallen - damit sind rund 3,4 Millionen Einwohner der Insel ohne Elektrizität. Die Wiederherstellung der Stromversorgung auf dem vorherigen Niveau ist eine der größten Herausforderungen. San Juans Bürgermeisterin Carmen Yulin Cruz sagte, dass dies bis zu vier Monate dauern könnte. Es wurden hunderte Notunterkünfte errichtet.

Nächtliche Ausgangssperre

Gouverneur Ricardo Rossello Nevares verhängte zudem eine nächtliche Ausgangssperre von sechs Uhr abends bis sechs Uhr morgens, die bis Samstag gelten soll. Er rief zur Ruhe auf und sprach von „schwierigen Tagen für Puerto Rico“. Er forderte US-Präsident Donald Trump auf, für die gesamte Insel den Katastrophenzustand zu erklären, um rasche Hilfsmaßnahmen zu veranlassen. „Das ist ein Sturm ohne Beispiel“, sagte der Gouverneur. „Maria“ brachte enorme Regenmengen mit sich.

Über der Insel schwächte sich „Maria“ etwas ab und wurde mit Geschwindigkeiten von 185 Stundenkilometern zunächst auf einen Hurrikan der Stufe 3 herabgestuft. Schließlich setzte das nationale Hurrikan-Zentrum der USA in Miami „Maria“ auf Stufe 2, betonte aber, dass es „katastrophale Überschwemmungen“ auf der Insel gebe.

Jackpot bei Lotto „6 aus 45“

Bei der Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat gestern niemand die sechs Richtigen getippt. Im Topf bleiben rund 680.000 Euro.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

2 7 11 18 20 24 /Zusatzzahl 42

Beim Joker fand sich auf zwei Quittungen die richtige Zahlenkombination. Sie bringen rund 91.300 Euro.

Die Gewinnzahl lautet:

8 4 6 2 1 4

Alle Angaben ohne Gewähr

IT

Apple räumt Problem mit LTE-Funktion bei Uhr ein

Apple hat kurz vor der Markteinführung seiner ersten Uhr mit LTE-Anschluss Probleme bei der Mobilfunkanbindung eingeräumt. Die Funktionsstörung könne in einigen Fällen auftreten, wenn sich die Apple Watch unaufgefordert mit WLAN-Netzen ohne Internetzugang dahinter verbinde, erklärte Apple gestern. Es werde nach einer Lösung für ein Softwareupdate gesucht.

Zuvor waren Journalisten des „Wall Street Journal“ und des Technologieportals The Verge bei Tests Verbindungsprobleme im LTE-Betrieb aufgefallen. Vor der breiten Auslieferung der Geräte morgen bleibt unklar, wie weit verbreitet die Schwierigkeiten sind. Ebenso unbekannt ist bisher, ob auch die in Europa und China verkauften Versionen der LTE-Uhr betroffen sind.

Diesmal gibt es drei verschiedene Modelle der Watch für die einzelnen Weltregionen wegen der unterschiedlichen LTE-Bänder. Die LTE-Verbindung soll die Uhr unabhängiger vom iPhone machen und zum Beispiel beim Training oder Ausflügen zum Einsatz kommen. In Deutschland kann sie zum Start nur im Netz der Deutschen Telekom genutzt werden.

Medien

„Village Voice“ zum letzten Mal in gedruckter Fassung

Die traditionsreiche New Yorker Wochenzeitung „Village Voice“ ist zum letzten Mal in gedruckter Form erschienen. Mit der letzten Ausgabe von gestern stellt das 1955 von Schriftsteller Norman Mailer mitgegründete Blatt sein Erscheinen auf Papier ein und setzt künftig allein auf seine Onlineversion.

„Village Voice“ hatte im August angekündigt, die Marke solle auf diese Weise „revitalisiert“ und „neu erdacht“ werden. Das Wochenblatt setzte vor allem auf Politik und Kultur und wurde für seinen Investigativjournalismus dreimal mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Kultur

„Hereinspaziert!“: Rassismus im Komödien-Deckmantel

Seit einigen Jahren kommen aus Frankreich Kinofilme, in denen kulturelle und ethnische Unterschiede billige Zielscheibe für Schmähs sind. Diese Filme feiern auch in Österreich sensationelle Erfolge, von „Ziemlich beste Freunde“ bis „Monsieur Claude und seine Töchter“. Oft geht das gut, manchmal jedoch bis hart an die Grenze des guten Geschmacks. Und gelegentlich weit darüber hinaus, wie etwa in „Hereinspaziert!“ von Erfolgsregisseur Philippe de Chauveron. Der Film kommt diese Woche ins Kino und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, offen rassistisch zu sein.

Mehr dazu in Lachen gegen die anderen

Science

Lifestyle

Panorama

Papagei gab bei Amazon Onlinebestellung auf

Ein findiger Graupapagei hat beim Onlinehändler Amazon eingekauft. Indem er die Stimme der in London lebenden Südafrikanerin Corienne Pretorius nachahmte, schaffte es der Vogel namens Buddy, Amazons digitale Assistentin Alexa zu aktivieren und eine Bestellung abzuschließen, wie die Boulevardzeitung „The Sun“ (Mittwoch-Ausgabe) berichtete.

Geschenkkartons in Gold

Die Order flog auf, als ein Paket mit goldfarbenen Geschenkkartons im Wert von zehn Pfund (11,50 Euro) geliefert wurde. Nachdem Pretorius ausgeschlossen hatte, dass die seltsame Bestellung auf ihren Mann oder ihren achtjährigen Sohn zurückging, fiel der Verdacht auf Buddy.

Die Familie habe die Alexa-Sprachfernbedienung seit vier Monaten, benutze sie aber nur für Musik oder um To-do-Listen zu erstellen, sagte Pretorius. „Ich habe damit nie etwas online bestellt.“ Doch dann sei ihr klar geworden, dass Buddy mit Alexa kommuniziere.

Rückgabe gestattet

Auf einem Beweisvideo, das die „Sun“ veröffentlichte, ist der fünf Jahre alte Papagei zu sehen, wie er „Alexa“ krächzt. Daraufhin leuchtet das Gerät neben ihm blau auf. „Oh, hmmm, bleib online, Alexa“, fügt der Vogel hinzu.

Wie ein Amazon-Sprecher der „Sun“ sagte, kann die Familie aus dem Südosten der britischen Hauptstadt die unfreiwillige Bestellung nun zurückgeben und sich das Geld erstatten lassen.