Ausland

Russland treibt Partnerschaft mit China voran

Russland treibt angesichts der Spannungen mit dem Westen im Ukraine-Konflikt seine neue strategische Partnerschaft mit China voran. Die einst mit der EU geplante Modernisierungspartnerschaft sei gescheitert, sagte der prominente Außenpolitiker Konstantin Kossatschjow heute in Moskau.

Russland setze nun vor allem auf die wirtschaftliche, wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit mit China. Es gehe um eine neue Etappe in der Geopolitik, so Kossatschjow.

Die breite Zusammenarbeit Moskaus mit Peking schließe die militärische Kooperation ein, sei aber gegen kein drittes Land gerichtet, sagte der Vizeaußenminister Igor Morgulow.

Militärische Zusammenarbeit aber kein Militärbündnis

Auf der Konferenz „Russland und China: Neue Partnerschaft in einer sich ändernden Welt“ betonten chinesische Vertreter die wirtschaftliche Ausrichtung der Zusammenarbeit. Einen gemeinsamen Militärblock nach dem Vorbild der NATO wollen die beiden Staaten nicht bilden.

Russland und China wollen ihren Handel heuer auf 100 Milliarden Dollar (91,78 Mrd. Euro) steigern. Der russische Präsident Wladimir Putin und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping treffen sich Anfang Juli in der russischen Stadt Ufa zum Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) sowie der Brics-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika).

Südsudan: Jedes dritte Kind mangelernährt

4,6 Millionen Menschen im Südsudan werden im Juli keinen ausreichenden Zugang zu Nahrungsmitteln haben. Davor machte die Hilfsorganisation Care unter Berufung auf aktuelle Daten des internationalen Analysetools IPC zur Bewertung von Nahrungskrisen aufmerksam. Im Bundesstaat Unity sei schon jetzt jedes dritte Kind mangelernährt, hieß es heute in einer Care-Aussendung.

Kinder unter zwei Jahren leiden nach Angaben der Organisation an Folgen wie Wachstumsstörungen. „Das Ausmaß von Mangelernährung und Nahrungsunsicherheit sind dem aktuellen Konflikt geschuldet“, so Joel Makii, Ernährungsexperte von Care im Südsudan.

Preise stark gestiegen

Preise für bestimmte Nahrungsmittel sind in einigen Landesteilen massiv gestiegen. „Die Menschen haben keine Vorräte mehr, sie können ihre Felder nicht mehr bestellen, lokale Märkte sind zusammengebrochen. Durch Kämpfe und Überschwemmungen sind viele zusätzlich von der Außenwelt abgeschnitten“, berichtete Makii.

Internationale Hilfsmaßnahmen im Südsudan sind massiv unterfinanziert. Care weitet seinen Hilfseinsatz in den Bundesstaaten Unity, Jonglei und Upper Nile aus. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen werden Nahrungsmittelpakete verteilt und Ernährungsprogramme in Gesundheitszentren erweitert.

Burma verbittet sich UNO-Kritik in Flüchtlingskrise

Burma hat sich beim Flüchtlingsgipfel der südostasiatischen Staaten in Thailand gegen die Vorwürfe der Vereinten Nationen (UNO) zur Wehr gesetzt. „Was die Frage der illegalen Einwanderung von Bootsflüchtlingen betrifft, darf man mein Land nicht herausgreifen“, sagte Burmas Delegationsleiter Htin Lynn heute in Bangkok. Er reagierte damit auf die Forderung des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, eine der Grundursachen der Flüchtlingskrise anzugehen und der muslimischen Minderheit der Rohingya die Staatsbürgerschaft zu verleihen.

UNHCR-Vizedirektor Volker Turk hatte Burma zuvor aufgerufen, „die volle Verantwortung für all seine Einwohner zu übernehmen“. Die Staatenlosigkeit der Rohingya müsse beendet werden. Die Rohingya sind als Muslime im mehrheitlich buddhistischen Burma systematischer Diskriminierung ausgesetzt. Die Regierung bezeichnet sie als illegale Migranten aus dem benachbarten Bangladesch und lehnte bisher jede Verantwortung für die Volksgruppe ab.

In den vergangenen Wochen waren mehr als 3.500 Rohingya sowie Bangladescher über das Meer nach Indonesien, Malaysia und Thailand geflohen, viele weitere befinden sich teils seit Wochen in völlig überfüllten Booten auf See. Malaysia und Indonesien erklärten sich unter internationalem Druck zur vorübergehenden Aufnahme von Flüchtlingen bereit, nachdem sie deren Boote zunächst abgewiesen hatten. Auch Burma signalisierte Bereitschaft zu humanitärer Hilfe.

Estland: US-Botschaft überwacht Passanten

Die US-Botschaft in Estland überwacht systematisch Passanten und das mit offizieller, aber bisher geheimer Genehmigung der estnischen Regierung. Ein Sprecher des Innenministeriums in Tallinn bestätigte heute indirekt einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung „Postimees“.

Die Zeitung beruft sich auf ein ihr vorliegendes Dokument, wonach die US-Behörden mit Genehmigung des Innenministeriums sämtliche Personen „in der Nähe der Botschaft und anderer wichtiger Stätten“ überwachen darf. Das Überwachungsteam bestehe aus fünf Personen, und erhalte auf Anfrage bei den estnischen Behörden auch zusätzliche Informationen über bestimmte Personen.

Unklar blieb, wie weit genau die Lizenz zur Personenüberwachung durch die US-Behörde geht, und welche „andere wichtige Stätten“ gemeint sind. Ministeriumssprecher Erkki Koort fand auf Anfrage des Blattes insgesamt nichts weiter dabei: „Ich würde sagen, die Amerikaner haben das Recht, festzustellen, wer sie beobachtet.“ Koort bat „Postimees“, über die Angelegenheit „verantwortungsvoll“ zu berichten.

Wieder Zusammenstöße bei Studentendemos in Chile

In Chiles Hauptstadt haben erneut Zehntausende Studenten gegen die Bildungsreform von Staatschefin Michelle Bachelet demonstriert. Nach Angaben der Organisatoren nahmen gestern rund 100.000 Menschen an dem Protestmarsch in Santiago de Chile teil. Sie marschierten vor das Bildungsministerium und den Sitz des staatlichen Fernsehens.

Einige vermummte Demonstranten griffen Polizeibeamte mit Stöcken und Steinen an. Auch in der Hafenstadt Valparaiso gab es bei einer Studentendemonstration Zusammenstöße.

Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die Studenten ein. (iptv.ORF.at)

Den Studenten geht die Bildungsreform der linksgerichteten Präsidentin Bachelet nicht weit genug. Die Staatschefin steht zudem wegen mehrerer Korruptionsskandale in ihrem Umfeld in der Kritik. Die Stimmung wurde zudem dadurch aufgeheizt, dass bei einer Demonstration vergangene Woche in Valparaiso ein Student durch einen Wasserwerfer der Polizei lebensgefährlich verletzt worden war.

Tödliche Attentate auf Hotels in Bagdad

Bei zwei Selbstmordanschlägen mit Autobomben sind in der irakischen Hauptstadt Bagdad gestern mindestens zehn Menschen getötet worden. Die Attentäter sprengten sich laut Polizeiangaben in der Nähe zweier Hotels, die zu den besten der Stadt zählen, in die Luft. Die Explosionen waren im gesamten Zentrum von Bagdad zu hören.

Nach offiziellen Angaben wurden mindestens 30 Menschen verletzt. (iptv)

Bagdad wird nach wie vor von Anschlägen erschüttert, auch wenn ihre Zahl zuletzt deutlich gesunken ist. Oft steckt die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hinter den Attentaten. Im Februar hatten die Behörden eine seit Jahren für Bagdad geltende nächtliche Ausgangssperre aufgehoben.

Inland

Gedenkjahr: NS-Opfer erhalten einmalige Zuwendung

Rund 640 Bezieher einer einkommensabhängigen Unterhaltspension nach dem NS-Opferfürsorgegesetz erhalten anlässlich des Gedenkjahres 2015 eine persönliche Zuwendung in Höhe von 1.000 Euro. Das kündigte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) heute in einer Aussendung an.

„Ich möchte anlässlich dieses Jahrestages auch mein ganz persönliches Mitgefühl und meine Hochachtung für das von den Opfern erlittene Schicksal aussprechen“, so Hundstorfer.

Durch das 1945 geschaffene Opferfürsorgegesetz (OFG) werden die Opfer des Widerstandskampfes und der politischen Verfolgung, die in der Zeit vom 6. März 1933 bis zum 9. Mai 1945 geschädigt wurden, versorgt. Von 1945 bis 2014 wurden im Bereich Opferfürsorge über 900 Mio. Euro aufgewendet.

SPÖ-Kritikerin Ablinger Chefin von Frauenring

Die ehemalige SPÖ-Abgeordnete Sonja Ablinger ist neue Vorsitzende des Österreichische Frauenrings, der Dachorganisation österreichischer Frauenvereine. Sie wurde bei einer außerordentlichen Generalversammlung einhellig in dieses Amt gewählt. Diese Wahl ist nicht zuletzt deswegen interessant, weil Ablinger zuletzt in der SPÖ heftige Diskussionen über Frauen in der Partei ausgelöst hatte.

Grund dafür war die Tatsache, dass die oberösterreichische SPÖ das durch den Tod von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer frei gewordene Mandat dem auf der Kandidatenliste direkt hinter ihr gereihten Gewerkschafter Walter Schopf gab und nicht der auf der Liste drittplatzierten Ablinger. Dass trotz des Verpassens der selbst auferlegten Frauenquote Ablinger nicht nachgerückt war, führte zu großem Ärger bei den SPÖ-Frauen und letztlich sogar zu einer Änderung des Parteistatuts.

Kämpferische Ansagen zum Antritt

Das Amt der Vorsitzenden das Frauenrings übernimmt die Lehrerin aus Oberösterreich, die sich in der vorigen Legislaturperiode als Nationalratsabgeordnete immer wieder gegen die Parteilinie der SPÖ gestellt hatte, von Christa Pölzlbauer, die seit 2007 die Funktion ausübte.

„Frauenpolitische Themen werden zunehmend - offensiv oder heimlich, still und leise - von der Tagesordnung gestrichen, weil es angesichts der Krise ja angeblich wichtigere Themen gebe. Doch gerade die immer größer werdende soziale Ungleichheit trifft Frauen in besonderem Maße. Dagegen werden wir ankämpfen“, zeigte sich Ablinger in ihrem neuen Amt streitbar.

Sport

U20-WM: ÖFB-Auftakt gegen Geheimfavoriten

Vier Jahre nach der Endrunde in Kolumbien startet Andreas Heraf zum zweiten Mal als Teamchef mit einem ÖFB-Nachwuchsteam in das Abenteuer U20-WM. Während damals in der Gruppenphase Endstation war, soll heuer in Neuseeland zumindest der Einzug ins Achtelfinale her.

Zum Auftakt treffen die Heraf-Schützlinge in der Gruppe B morgen auf den Geheimfavoriten Ghana. Die Afrikaner haben den neuerlichen Titelgewinn nach 2009 als Ziel ausgegeben, was laut Heraf durchaus möglich ist. „Sie haben ein unglaublich schnelles Team und spielen technisch auf höchstem Niveau.“

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Bundesliga: Fink wird neuer Austria-Trainer

Thorsten Fink ist der neue Coach der Austria. Nach einer katastrophalen Bundesliga-Saison, die nur noch mit einem Sieg im Cupfinale gegen Meister Salzburg gerettet werden kann, fanden die Violetten im Deutschen ihre Zukunftshoffnung auf der Trainerbank. Der 47-Jährige unterschrieb einen Zweijahresvertrag mit der Option für den Verein auf eine weitere Saison. „Seine Verpflichtung ist aufgrund seiner Persönlichkeit und Erfahrung eine großartige Geschichte für unseren Club“, so Sportdirektor Franz Wohlfahrt.

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Fußball: HSV muss um Klassenerhalt zittern

Der Karlsruher SC hat gestern im Relegationshinspiel der deutschen Bundesliga den HSV nach 52 Jahren an den Rand des ersten Abstiegs gebracht. Die Hamburger kamen in der heimischen Imtech Arena nicht über ein 1:1 gegen den Zweitliga-Dritten hinaus.

Nach dem frühen Rückstand durch einen ehemaligen Hamburger Jugendspieler und zwei Lattenschüsse der Karlsruher gelang dem HSV erst spät der Ausgleich. Im Rückspiel am Montag steht die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia damit mit dem Rücken zur Wand.

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Wirtschaft

Ende der Krise in Italien

Die Krise in Italien ist vorbei. Das italienische Statistikamt ISTAT hat heute ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,3 Prozent im ersten Quartal 2015 bestätigt. Es handelt sich um das erste Plus seit Mitte 2011. Seit 13 Quartalen war die italienische Wirtschaft nicht mehr gewachsen. Im vierten Quartal 2015 hatte Italien noch einen BIP-Rückgang von 0,5 Prozent gemeldet.

Die positivere Konjunktur wirkt sich vorerst noch nicht auf den Konsum aus. Die Ausgaben der Familien sanken im ersten Quartal 2015 um 0,1 Prozent auf Jahresbasis, teilte ISTAT mit.

Weiteres Wachstum erwartet

Italiens Premier Matteo Renzi zeigt sich zuversichtlich. Das Land werde bald noch stärker die positiven Auswirkungen der Reformen zu spüren bekommen, die seine Regierung zuletzt verabschiedet habe und die zur Ankurbelung des Wachstums beitragen würden.

Zwar sei die Wirtschaftsleistung 2014 um 0,4 Prozent zurückgegangen, im kommenden Jahr seien jedoch die Perspektiven eines kräftigeren Wachstums konkret, sagte der Premier. Die EU-Kommission erwartet für 2015 ein BIP-Wachstum von 0,6 Prozent für Italien.

Parfümeriekette Douglas will zurück an die Börse

Der Parfümeriekonzern Douglas rüstet sich für eine Rückkehr an die Börse. Man bereite eine Notierung in diesem Jahr vor, teilte das Unternehmen heute mit. Angeboten würden Anteile aus dem Besitz des gegenwärtigen Eigners - einer Holding - sowie neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung in Höhe von voraussichtlich rund 70 Millionen Euro. Douglas ist in der Hand des Finanzinvestors Advent und der Familie Kreke.

„Auch in Zukunft wird die Familie Kreke als Gesellschafter bei Douglas engagiert bleiben“, sagte Douglas-Chef Henning Kreke. Erst 2013 war die Parfümeriekette von der Börse genommen worden. „Nachdem wir Douglas in den vergangenen beiden Jahren erfolgreich umgebaut haben, sind wir der Meinung, dass Douglas heute bestens aufgestellt ist, um vom weiteren Wachstum im selektiven Beautymarkt zu profitieren.“

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte vor kurzem bereits berichtet, dass die ursprünglich für den Herbst angepeilte Rückkehr auf das Parkett vorgezogen werden solle. Denn so lange zu warten, sei den Eigentümern zu riskant. Advent stellt sich einen Börsenwert von drei Milliarden Euro für Douglas vor. Ausgelotet worden war zuletzt auch ein Verkauf der Firma an einen weiteren Finanzinvestor oder einen Branchenkonkurrenten.

Chronik

1.800 Toten durch Hitzewelle in Indien

Die Zahl der Toten durch die Hitzewelle in Indien ist auf 1.800 gestiegen. Die meisten Opfer starben laut offiziellen Angaben an der Ostküste des Bundesstaates Andhra Pradesh, wo die Tageshöchsttemperaturen mehr als eine Woche lang über 44 Grad lagen.

Nach Angaben der dortigen Katastrophenbehörde war es seit zwölf Jahren nicht mehr so lange so heiß. Heute sanken die Temperaturen um ein paar Grad. Die staatlichen indischen Meteorologen gehen davon aus, dass die Hitzewelle noch etwa zwei Tage anhält.

VCÖ fordert Rauchverbot im Auto mit Kind

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fordert ein Rauchverbot im Auto, wenn ein Kind mitfährt. Laut Studien ist die Schadstoffbelastung beim Rauchen im Auto bis zu 30-mal so hoch wie in einem Lokal, in dem geraucht wird. Der VCÖ weist darauf hin, dass unter anderem in Griechenland, Zypern, Australien und Kanada bereits ein Rauchverbot im Auto gilt, wenn ein Kind mitfährt, und fordert diese Regelung auch für Österreich.

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Religion

Glockengeläut eröffnet Lange Nacht der Kirchen

Mehr als 740 Kirchen in ganz Österreich öffnen heute Abend zur elften Langen Nacht der Kirchen ihre Pforten. Eingeläutet wird die ökumenische Kirchennacht von 17.50 Uhr an mit einem österreichweiten zehnminütigen Glockengeläut der teilnehmenden Gotteshäuser.

An der Veranstaltung beteiligen sich alle 16 in Österreich vertretenen christlichen Kirchen. In etlichen Gebäuden sind sonst öffentlich nicht zugängliche Orte wie Kirchtürme, Krypten und Sakristeien für die Besucher geöffnet.

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Vatikan-Medien werden modernisiert

Die Medienarbeit des Vatikans soll nach dem Willen einer Expertengruppe umfassend modernisiert und umstrukturiert werden. Dazu gehört unter anderem eine deutliche Aufwertung des Presseamts.

Außerdem geplant sind die Koordination der bisher selbstständigen Medienabteilungen, eine neue Leitungsstruktur, mehr Gewicht auf Onlinemedien und eine Vernetzung mit katholischen Medien und Pressestellen weltweit.

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Kultur

Größter Picasso der USA umgezogen

Nach mehr als 50 Jahren im berühmten Seagram-Hochhaus an der New Yorker Park Avenue ist das wohl größte Picasso-Werk in den USA umgezogen. Der etwa sechs mal sechs Meter große bemalte Theatervorhang „Le Tricorne" ist ab heute in der New York Historical Society direkt am Central Park zu sehen. ",Le Tricorne‘ ist seit mehr als einem halben Jahrhundert eine New Yorker Ikone“, sagte Museumsdirektorin Louise Mirrer. „Wir sind stolz, das Werk in unserer Sammlung willkommen zu heißen.“

Pablo Picasso hatte den Vorhang 1919 für eine Aufführung des Pariser Ensembles Ballets Russes im Auftrag von dessen Gründer Sergei Djagilew bemalt. Einige Jahre später schnitt Djagilew das zentrale Stück des Vorhangs - eine Stierkampfszene - heraus und verkaufte es. Seit 1959 hing das Vorhangstück wie ein Wandteppich im beliebten Restaurant Four Seasons im von Stararchitekt Ludwig Mies van der Rohe entworfenen Seagram-Gebäude.

Der Besitzer des Hochhauses, Immobilienmogul Aby Rosen, hatte jedoch im vergangenen Jahr angekündigt, den Vorhang loswerden zu wollen - und damit für einen Skandal in der New Yorker Kunstszene gesorgt. Die Denkmalkommission der Millionenmetropole, der der Picasso gehörte, schenkte das Werk daraufhin der Historical Society.

Überreste eines zweiten Titusbogens in Rom entdeckt

Archäologen haben bei Ausgrabungen in Rom die Überreste eines zweiten Titusbogens entdeckt. Zu dem außergewöhnlichen Fund im Circus Maximus gehörten unter anderem Fragmente von Marmorsockeln und einem Travertinsteinboden, vermeldete das Kulturdezernat der Stadt gestern.

Der im 1. Jahrhundert nach Christus regierende Kaiser Titus ist für die Eroberung Jerusalems bekannt. Auf dem Forum Romanum befindet sich bereits ein Triumphbogen zu seinen Ehren.

Vorerst wieder zugeschüttet

Die Überreste sollen zu ihrem eigenen Schutz aber zunächst wieder zugeschüttet werden, bis Rom das Geld für eine vollständige Ausgrabung und die Zusammenführung der Fragmente aufgebracht hat. Das Kulturdezernat geht davon aus, dass das Monument ursprünglich aus drei Gewölben mit vier frei stehenden Säulen und vier Pilastern bestanden hat. Siegreiche Generäle und Kaiser marschierten unter Triumphbögen her, um Militärerfolge zu feiern.

Nach Angaben der Stadt Rom hat der Bogen mindestens bis zum 8. Jahrhundert überlebt. Im 12. Jahrhundert war sein mittleres Gewölbe bereits in ein mittelalterliches Aquädukt integriert worden.

Science

Blick zurück auf „Brünner Todesmarsch“

Kaum ein historisches Thema ist in der öffentlichen Wahrnehmung mehr umstritten als die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus der ehemaligen Tschechoslowakei nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Eine Kinodoku wagt sich nun auf dieses heikle Terrain vor. Zeitzeugen erinnern sich sowohl an die Verbrechen der Nationalsozialisten als auch an den „Todesmarsch von Brünn“, den Tausende nicht überlebten.

Mehr dazu in In die Heimatlosigkeit getrieben

Temperaturanstieg für Klimaforscher „beispiellos“

Der „Hockey Stick“ ist die bekannteste und wohl auch die umstrittenste Kurve der Klimaforschung: Sie verdeutlicht, wie sehr der Mensch in das Klima der Erde eingreift. Michael Mann ist der Schöpfer dieser Grafik: Er erzählt in einem ORF.at-Interview, wie es zu seiner Entdeckung kam.

Der Weg dorthin verlief nicht geradlinig, betont der US-Wissenschaftler. Sein Doktorvater sei Klimaskeptiker gewesen. Und auch er habe einige Zeit gebraucht, um an den menschengemachten Klimawandel zu glauben.

Mehr dazu in science.ORF.at

Lifestyle

Leute

Nach sieben Jahren: Lindsay Lohan ohne Bewährung

Schauspielerin Lindsay Lohan (28) ist erstmals nach mehr als sieben Jahren ihre Bewährungsstrafe los. Das berichteten in der Nacht mehrere US-Medien nach einem Gerichtstermin in Los Angeles. „Ich bin sehr glücklich“, sagte ihre Anwältin Shawn Holley bereits vor der Verhandlung zu Reportern, wie ein Video auf TMZ.com zeigte.

„Sie hat sehr hart gearbeitet, oft elf oder zwölf Stunden am Tag“, sagte Holley. Lohan hatte zuletzt in New York die restlichen Stunden ihres Sozialdienstes abgeleistet, die ihr ein Richter nach einem Autounfall aufbrummte - insgesamt 125 Stunden.

Die 28-Jährige hat immer wieder Ärger mit der Justiz und musste mehrere Gefängnis- und Bewährungsstrafen absitzen. „Sie ist ihr ganzes Erwachsenenleben unter Bewährung gestanden. Darum ist es fantastisch, dass sie jetzt nach vorne blicken kann“, sagte Holley.

Conchita Wurst zur Gay Pride in Tel Aviv erwartet

Conchita Wurst ist in diesem Jahr Ehrengast bei der Gay-Pride-Parade in Tel Aviv. Die bärtige Dragqueen, die 2014 den Song Contest gewann, trete am 12. Juni bei den Feierlichkeiten auf, teilte die Stadtverwaltung der israelischen Metropole mit.

Conchita Wurst wurde bereits im vergangenen Jahr beim Pride der Homosexuellen in Tel Aviv erwartet, sagte dann jedoch recht kurzfristig ab. Bei der diesjährigen Parade werde mit einer Rekordzahl von 180.000 Teilnehmern gerechnet, teilte die Stadt mit. Im vergangenen Jahr seien es 130.000 gewesen.

Die Veranstaltung unter dem Motto „Tel Aviv liebt alle Geschlechter“ soll sich heuer auf die Unterstützung der Rechte von Transgender-Personen konzentrieren. Bei Transgender-Personen geht es um die Identität und die Abweichung von klassischen Geschlechterrollen. Sie fühlen sich durch die Rolle nicht ausreichend beschrieben, die ihnen wegen äußerer Geschlechtsmerkmale bei der Erziehung zugewiesen wurde.

Michael Jacksons Ranch für 100 Mio. Dollar zum Verkauf

Die einstige Neverland-Ranch des verstorbenen Popstars Michael Jackson soll laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ für 100 Millionen Dollar (rund 91 Mio. Euro) verkauft werden. Das fast elf Quadratkilometer große Anwesen in Los Olivos im US-Staat Kalifornien trage mittlerweile den Namen „Sycamore Valley Ranch“ und verfüge über 22 Gebäude, zwei Seen und eine eigene Zugsanbindung.

Der Vergnügungspark und der Zoo sind mittlerweile aber verschwunden, sagten Makler dem Blatt zufolge. Der „King of Pop“ hatte die Ranch 1988 gekauft und sie in einen gewaltigen Spielplatz verwandelt. Er verlor aber das Interesse, nachdem das Anwesen wegen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs gegen ihn von der Polizei durchsucht worden war und lebte bis zu seinem Tod 2009 vorwiegend in Los Angeles.