Inland

Hypo-U-Ausschuss: ÖVP schneller als Opposition

Nach der Einigung auf das Minderheitsrecht bei der Einsetzung von U-Ausschüssen wird fix damit gerechnet, dass die Opposition den schon lange begehrten Hypo-U-Ausschuss ins Leben rufen wird. Doch die ÖVP kam ihr nun in gewisser Weise voraus: Sie nominierte bereits einen Tag nach der Grundsatzeinigung - und vor der Einsetzung des U-Ausschusses - ihre Mitglieder dafür.

In einer Aussendung teilte Klubchef Reinhold Lopatka heute mit, dass Gaby Tamandl die Fraktion im U-Ausschuss führen wird. Ihr sollen weiters die Abgeordneten Brigitte Jank, Gabriel Obernosterer, Georg Strasser und Hannes Rauch angehören.

Faymann mit Einigung zufrieden

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hatte sich zuvor zufrieden über die Einigung auf die Reform geäußert. Das sei ein „guter Tag für die Entwicklung der demokratischen Kontrolle“, so Faymann nach dem Ministerrat. Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) zeigte sich angesichts des nun absehbaren U-Ausschusses zur Hypo Alpe-Adria gelassen.

Dass ein U-Ausschuss die rechtlichen Auseinandersetzungen mit der früheren Hypo-Mutter Bayerische Landesbank beeinträchtigen könnte, glaubt Schelling nicht, wie er am Rande der Regierungssitzung sagte.

VfGH fordert mehr Ressourcen

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) signalisierte unterdessen, gern die vorgesehene Rolle des Streitschlichters in internen Fragen der neuen U-Ausschüsse übernehmen zu wollen, und begrüßte die Umsetzung des Minderheitsrechts.

Wolle man „besonders schnelle Entscheidungen“, würden aber neue Ressourcen nötig sein, sagte VfGH-Sprecher Christian Neuwirth unter Hinweis darauf, dass mit Jänner 2015 noch eine neue Kompetenz, die Gesetzesbeschwerde, dazukommt.

Mehr dazu in Initiativantrag am Mittwoch im Nationalrat

Strache bricht Lanze für Neutralität

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat seine alljährliche Rede vor dem Nationalfeiertag der Neutralität gewidmet. In der „Erklärung zur Österreichischen Neutralität“ genannten Rede im Wiener Palais Auersperg warnte der Parteiobmann heute davor, dass sowohl die Souveränität als auch die Neutralität „massiv gefährdet“ seien.

„Gute Dienste“

Vor laut Parteiangaben rund 250 geladenen Gästen - alle mit rot-weiß-roter Schleife am Revers ausgestattet - hielt Strache ein Plädoyer für die „politische und militärische Neutralität“. Diese habe „gute Dienste“ geleistet, und daher sei auf diese Werte zu achten - gerade „in Zeiten, die für Verunsicherung sorgen“.

Die Neutralität würde heute oft von unverantwortlichen Entscheidungsträgern ausgehebelt, meinte der FPÖ-Chef, dessen Partei jahrzehntelang einen Antineutralitätskurs gefahren war.

Kritik an Regierung in Ukraine-Krise

Er kritisierte vor allem die Position der Bundesregierung hinsichtlich des Ukraine-Konflikts: „Österreich hätte sich als neutrales Land als Vermittler einbringen müssen - und zwar schon vor der Eskalation der Auseinandersetzungen.“

Stattdessen habe die Regierung beschlossen, sich den Wirtschaftssanktionen der EU gegen Russland anzuschließen. Das mache das Land als Vermittler unglaubwürdig, die Bundesregierung betreibe einen „Ausverkauf der Neutralität“.

Der Wiener FPÖ-Klubchef Johann Gudenus hatte Mitte September in Moskau die EU-Politik gegenüber Russland kritisiert, gegen eine angebliche „Homosexuellenlobby“ gewettert und damit für große Aufregung gesorgt.

„Heer wird totgespart“

Gleichzeitig warnte Strache davor, dass das Land seine Neutralität gar nicht mehr verteidigen werde können, denn Österreich sei dabei, seine Souveränität zu verlieren. Begründet sieht er diese Befürchtungen in den geplanten Einsparungen beim Militär: „Das Bundesheer wird kaputt- und totgespart.“ Einmal mehr legte er seine Vermutung dar, dass hinter dem Regierungskurs eine Strategie stecke, die als Ziel den NATO-Beitritt habe.

Als weitere Gefahren für das Land skizzierte Strache - einmal mehr - die „Massenzuwanderung“ und radikalislamische Strömungen. Zum Thema Asyl meinte er, es gebe - gemessen an der Einwohnerzahl - „kein Land auf diesem Planeten, das so viele Menschen aufgenommen hat wie Österreich“. Der Zuzug sei aber keine Lösung.

Schärfere Bestimmungen gegen Lohn- und Sozialdumping

Die Novelle des 2011 in Kraft getretenen Gesetzes gegen Lohn- und Sozialdumping wurde heute im Ministerrat beschlossen. Die Lohnkontrollen werden ausgeweitet, die Strafen bei fehlenden Lohnunterlagen hinaufgesetzt und die Verjährung neu geregelt. Es gibt auch Vereinfachungen bei den Arbeitszeitaufzeichnungen.

Die Gesetzesnovelle soll im November im Parlament beschlossen werden und am 1. Jänner 2015 in Kraft treten. „Mit dem Gesetz haben wir ein wirksames Instrument in der Hand, um unlauteren Wettbewerb zu unterbinden und faire Bedingungen für alle in Österreich aktiven Betriebe zu schaffen“, so Sozialminister Rudolf Hundsdorfer (SPÖ) nach dem Ministerrat.

Für FPÖ-Sozialsprecher Herbert Kickl löst die Novelle das „Grundproblem“ des „ungehinderten Zugangs von ausländischen Arbeitskräften“ freilich nicht. Er fordert „sektorale Beschränkungen“ etwa im Baugewerbe.

Mahrer bremst bei Schulversuch in Vorarlberg

Zum falschen Zeitpunkt kommt für ÖVP-Staatssekretär und Bildungskoordinator Harald Mahrer der Vorschlag eines Schulversuchs für eine Gesamtschule der Zehn- bis 14-Jährigen aus Vorarlberg. Zunächst müssten konkrete Bildungsziele definiert werden, sagte Mahrer heute den „Vorarlberger Nachrichten“.

Den Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) forderte er auf, seine Ideen in die Arbeitsgruppe Bildung einzubringen. „Reden wir gemeinsam über Ziele, Fahrplan und notwendige Ressourcen“, sagte Mahrer. Schulversuche gebe es in Österreich mit rund 3.500 bereits zu viele, ebenso seien die Vorstellungen zur Zukunft der Schule sehr unterschiedlich.

Mahrer: Klare Ziele statt Verunsicherung

Die Politik habe in dieser Sache in den vergangenen Jahren vor allem verunsichert, meinte Mahrer. Deshalb sei es an der Zeit, klare Ziele zu definieren. Diese reichten von der Persönlichkeitsbildung über die Förderung individueller Talente bis zur Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt, präzisierte Mahrer, der für die Regierung in der Arbeitsgruppe zur Bildung sitzt. Wie man diesen Bildungszielen gerecht werden könne und wie der Fahrplan aussehen könnte, seien Fragen, die erst danach diskutiert werden müssten.

Bildungslandesrätin Bernadette Mennel (ÖVP) will hingegen am Vorarlberger Weg festhalten. Ein Schulversuch für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen ist im schwarz-grünen Regierungsabkommen explizit angedacht. Mit einem Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse für Mai 2015 erwartet werden, will man in Vorarlberg eine Basis für weitere Überlegungen haben. „Da kann man jetzt nicht vorgreifen“, sagte Mennel im Zeitungsinterview.

Ausland

Türkei: Neue Festnahmen in Polizei wegen Abhöraffäre

In der Türkei sind erneut mehrere Polizisten unter dem Vorwurf regierungsfeindlicher Aktivitäten festgenommen worden. Ihnen werde vorgeworfen, in illegale Abhöraktionen gegen den damaligen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan verwickelt gewesen zu sein, berichtete heute die Zeitung „Hürriyet“.

Unter den 18 Verdächtigen sind demnach auch der frühere Leiter des Polizeigeheimdienstes, Ömer Altiparmak, und der ehemalige Vizechef der Polizei in Ankara, Lokman Kircili.

Machtkampf im Hintergrund

Seit Juli wurden in Zusammenhang mit der Affäre bereits mehrere Dutzend Polizisten festgenommen. Einige ranghohe Beamte wurden unter anderem wegen Spionage und Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Den Festgenommenen wird zur Last gelegt, als Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen parallele Strukturen im Staatsapparat gebildet und einen Sturz der Regierung angestrebt zu haben.

Die Festnahmen stehen in Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen gegen Erdogan und seine Regierung, die im Dezember publik wurden. Sie sollen durch das Abhören Hunderter Telefongespräche aufgedeckt worden sein. Die Informationen wurden anschließend über Soziale Netzwerke veröffentlicht.

Der Ende August ins Präsidentenamt gewechselte Erdogan, der die Vorwürfe vehement bestreitet, entließ in diesem Zusammenhang bereits Tausende Polizisten und Staatsanwälte.

EU-Parlament: Ausschüsse stimmen für Bulc und Sefcovic

Die beiden zuständigen Fachausschüsse des Europaparlaments haben heute in Straßburg den noch nicht befürworteten Kommissarskandidaten Violeta Bulc und Maros Sefcovic ihre Zustimmung erteilt.

Die erst kurzfristig für die gescheiterte Alenka Bratusek nachnominierte Bulc soll Verkehrskommissarin werden. Sefcovic ist als Vizepräsident für die Energieunion vorgesehen.

Eine formelle Abstimmung sei in beiden Fällen nicht notwendig gewesen, bestätigte eine Sprecherin des EU-Parlaments der APA. Beide waren gestern Abend dem Parlament drei Stunden lang Rede und Antwort gestanden. Die Hearings sollen heute Abend vom Treffen der Präsidenten des Europaparlaments offiziell für beendet erklärt werden. Die Abstimmung über die neue Kommission von Jean-Claude Juncker ist für morgen vorgesehen.

Italien: Populist Grillo fordert Abschiebung von Migranten

Der Gründer von Italiens populistischer Oppositionsbewegung Fünf Sterne, Beppe Grillo, ist wegen ausländerfeindlicher Aussagen ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. In seinem Blog forderte der Starkomiker aus Genua die Abschiebung der Migranten, die in Süditalien eintreffen.

„Immer mehr Rassismus und Epidemien“

„Migration ist kein Tabu, sondern ein Problem, das gelöst werden muss. Flüchtlinge sollen aufgenommen werden. Migranten, die kein Asylrecht haben, sollen dagegen in ihre Heimat zurückgeschickt werden“, forderte Grillo. „Wenn wir nicht sofort Maßnahmen ergreifen, werden wir in Italien immer mehr Rassismus und Epidemien haben. Möchten wir das?“, fragte der 66-Jährige.

Über 100.000 Migranten seien in den letzten Monaten in Italien eingetroffen. Wegen des islamistischen Terrorismus und der Konflikte in Nahost werde sich die Lage noch verschlechtern. Italien drohe wegen der Masseneinwanderung eine Ebola-Seuche.

„Wer nach langen Seefahrten in Italien eintrifft, ist ein Unbekannter. Er muss sofort identifiziert und medizinischer Kontrolle zum Schutz seiner eigenen Gesundheit und jener der Italiener unterzogen werden, die mit ihm in Kontakt kommen“, so Grillo.

PD übt scharfe Kritik

Die regierende Demokratische Partei (PD) von Premier Matteo Renzi beschuldigte Grillo, unbegründeten Alarm zu schlagen. „Grillo verbindet Flüchtlinge mit Krankheiten. Das ist verantwortungslos“, kritisierte der PD-Abgeordnete Edoardo Patriarca.

Inzwischen nimmt die Flüchtlingswelle in Richtung Süditalien kein Ende. Über 400 Flüchtlinge wurden seit gestern erneut von Schiffen der italienischen Marine vor Sizilien gerettet. Neun mutmaßliche Schlepper wurden festgenommen. Sie werden beschuldigt, einen moldawischen Tanker entführt zu haben, auf dem sie als Crewmitglieder angeheuert hatten. Mit dem Tanker sollen sie 323 Flüchtlinge nach Italien gebracht haben. Die Festgenommenen stammen aus Syrien, wie italienische Medien berichten.

Mysteriöses U-Boot: Schwedens Armee legte falsche Fährte

Die Suche nach dem mysteriösen Unterwasserobjekt vor der Küste Stockholms bekommt immer mehr Facetten. Zunächst war von einer Geheimdienstoperation zur Aufklärung die Rede, nun zeigt sich, dass offenbar sogar die Suche selbst geheim ist. Denn wie sich herausstellte, hat das schwedische Militär bewusst falsche Informationen über die Position gegeben, an der das angeblich russische U-Boot gesichtet worden sein soll. Die Streitkräfte räumten gestern Abend ein, dass das Foto, das sie tags zuvor veröffentlicht hatten, an einem anderen Ort aufgenommen wurde.

Mehr dazu in Reporter deckten Falschinformation auf

Wirtschaft

Coca-Cola schnürt Gürtel um Milliarden enger

Bei Coca-Cola laufen die Geschäfte schleppend - nun soll mit Einsparungen gegengesteuert werden. Im dritten Quartal fiel der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr von 2,4 auf 2,1 Milliarden Dollar (1,6 Mrd. Euro), wie der US-Konzern heute mitteilte. Der Umsatz des Konzerns lag kaum verändert bei etwa zwölf Milliarden Dollar.

Coca-Cola will mit einem großen Sparprogramm das Ruder herumreißen - bis 2019 sollen die Kosten pro Jahr um drei Milliarden Dollar sinken. Der Getränkemulti kämpft vor allem mit sinkender Beliebtheit von zuckerlastigen Softdrinks. Analysten hatten mit einem etwas höheren Umsatz gerechnet. Die Aktie fiel vorbörslich um mehr als drei Prozent.

OeNB: Exporte stagnieren, Konjunktur lahmt

Da die vom Export erhofften Konjunkturimpulse bisher ausbleiben, kommt das Wirtschaftswachstum auch in der zweiten Jahreshälfte nicht in Schwung - die Wirtschaftsleistung dürfte im Gesamtjahr 2014 nur um 0,8 Prozent wachsen. Das geht aus dem Konjunkturindikator der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), der auf Lkw-Fahrleistungsdaten der ASFINAG basiert, hervor.

Ende August hatte die OeNB ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr bereits um 0,7 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent kräftig gesenkt.

Die Güterexporte dürften gemäß OeNB-Exportindikator im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr stagniert haben und im Vergleich zum zweiten Quartal 2014 sogar zurückgegangen sein. Der OeNB-Konjunkturindikator vom Oktober signalisiert daher ein Wachstum der österreichischen Wirtschaft im dritten und vierten Quartal 2014 um nur 0,1 Prozent bzw. 0,2 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorquartal.

Russland-Ukraine-Krise dämpft Güterexporte

Als Ursachen nennt die Nationalbank die anhaltende Konjunkturschwäche im Euro-Raum und den Russland-Ukraine-Konflikt. Im bisherigen Jahresverlauf hätten die nominellen Güterexporte Österreichs kumuliert nur um 1,2 Prozent zugenommen. Die Güterexporte nach Russland seien in den ersten sieben Monaten des Jahres um über 250 Mio. Euro oder zwölf Prozent geschrumpft - das entspricht 0,4 Prozent des gesamten österreichischen Güterexportvolumens. Auch Vorlaufindikatoren wie Exportaufträge und Luftfrachtvolumina würden derzeit kein Anspringen der Exportkonjunktur bis zum Jahresende 2014 erwarten lassen, heißt es in der Erläuterung.

Zudem würden viele Unternehmen ihre Investitionsvorhaben aufschieben - lediglich von den Wohnbauinvestitionen, die von steigenden Immobilienpreisen und zusätzlichem Wohnbedarf stimuliert würden, gingen Wachstumsimpulse aus. Vom privaten Konsum werden trotz einer aufgrund rückläufiger Inflationsraten leicht steigenden realen Kaufkraft und einer derzeit stabilen Beschäftigungssituation keine Impulse erwartet.

EZB erwägt offenbar Kauf von Unternehmensanleihen

Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt Insidern zufolge im Kampf gegen die Konjunkturflaute eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Wie die Nachrichtenagentur Reuters heute von mehreren mit den Plänen vertrauten Personen erfuhr, bereiten die Notenbanker hinter den Kulissen den Aufkauf von Unternehmensanleihen vor.

„Der Druck in diese Richtung ist hoch“, sagte ein mit den Debatten in der EZB-Spitze vertrauter Insider. Möglicherweise werde sich der EZB-Rat in seiner Sitzung Anfang Dezember offiziell damit beschäftigen. Eine Entscheidung zu diesem Zeitpunkt sei denkbar, aber nicht sicher. Mit dem Kauf der Unternehmensanleihen könnte dann wohl frühestens im ersten Quartal kommenden Jahres begonnen werden.

Überraschend hohes Tempo

Das Tempo der Notenbanker ist überraschend hoch. Sie haben zur Ankurbelung der Konjunktur und der unerwünscht niedrigen Teuerung erst in den vergangenen Monaten ein ganzes Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dazu zählen unter anderem Geldspritzen für Banken und der massenhafte Aufkauf von Kreditverbriefungen und Pfandbriefen. Mit dem Kauf letztgenannter Papiere hatten sie erst gestern begonnen.

„Nach Ansicht vieler im EZB-Rat hat sich aber das Konjunkturbild zuletzt ins Negative verschoben“, sagte einer der Insider zu Reuters. Es wachse bei der Notenbank die Befürchtung, dass die bisher beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichen könnten. Der Aufkauf von Unternehmensanleihen wäre ein nächster Schritt, um mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Ein EZB-Sprecher sagte, der EZB-Rat habe keine Entscheidung getroffen.

Sport

Fußball: Das Geschäft mit der Leidenschaft

Wenn es um den Lieblingsclub geht, greifen Fußballfans gerne tief in die Tasche. Mindestens 80 Euro sind eingefleischte Anhänger bereit, für ein Originaltrikot mit dem Namen ihres persönlichen Starspielers hinzublättern.

Die Clubs haben das Potenzial dieses mit Abstand verkaufsstärksten Merchandising-Produkts längst erkannt. Regelmäßig werden zu Saisonbeginn neue Garnituren präsentiert. Exklusive Auswärtsdressen und Sondereditionen lassen die Kassen zusätzlich kräftig klingeln - nicht nur die der Vereine.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Wacker Innsbruck wirft Coach Streiter raus

Zweitligist Wacker Innsbruck hat auf die aktuelle Negativserie reagiert und sich von Coach Michael Streiter getrennt. Der Bundesliga-Absteiger kassierte zuletzt vier Niederlagen hintereinander, das 0:2 gestern gegen Schlusslicht Hartberg dürfte den endgültigen Ausschlag für die Trennung gegeben haben. Wacker ist nach Hartberg, Horn, St. Pölten und Austria Lustenau bereits der fünfte Club, der sich in dieser Saison einen neuen Trainer suchen muss.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Tennis: Thiem erwartet schwieriges Jahr 2015

Wie in der Vorwoche in der Wiener Stadthalle hat Dominic Thiem auch in Basel gleich in der ersten Runde verloren. Österreichs aktuell bester Tennisspieler musste sich dem aufstrebenden Belgier David Goffin geschlagen geben. Obwohl er heuer noch ein Turnier in Paris bestreitet, blickt der 21-Jährige bereits auf das kommende Jahr. „Es ist ja kein Geheimnis, dass 2015 noch schwieriger wird als 2014“, schrieb Thiem auf seiner Facebook-Seite. Er müsse in allen Bereichen besser werden, wenn er den nächsten Schritt vorwärts machen will.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Gericht teilt Kellner auf Mallorca Millionenerbe zu

Ein Kellner auf der spanischen Ferieninsel Mallorca hat ein Millionenerbe zugesprochen bekommen. Der 54-Jährige wurde laut Medienberichten von heute von einem Gericht als unehelicher Sohn eines andalusischen Großgrundbesitzers anerkannt.

Der 2001 gestorbene Millionär hatte den Nachkommen nie akzeptiert und in seinem Testament nicht berücksichtigt.

„Will nur das Geld haben“

Die Mutter des Kellners hatte bei der Familie des Großgrundbesitzers in Utrera bei Sevilla als Haushaltshilfe gearbeitet und war schwanger geworden. Das Gericht in Utrera sah es nach einem fünfjährigen Rechtsstreit als erwiesen an, dass der Millionär der Vater des Kindes war.

Es traf die Entscheidung ohne einen DNA-Test. Die Familie des Grundbesitzers hatte dessen Überreste einäschern lassen, als das Gericht eine Exhumierung anordnete.

Der Kellner, Vater von fünf Kindern, sagte der Zeitung „Ultima Hora“ nach dem Urteil: „Ich will nur das Geld haben, den Familiennamen möchte ich nicht. Mein Vater hatte mir nie etwas gegeben, nicht einmal ein Stück Brot.“

Gesundheit

Zynisches Rennen um Ebola-Impfstoff

Rund um die Welt haben Pharmakonzerne der Forschung nach Wirkstoffen gegen Ebola höchste Priorität eingeräumt. So sehr die betroffenen Länder auf einen Durchbruch hoffen, so sehr strotzt der Wettlauf um ein wirksames Medikament und vor allem einen Impfstoff aufseiten der Hersteller vor Zynismus:

Erst mit dem Näherrücken der Epidemie an die westliche Welt haben sich Pharmakonzerne für das Virus zu interessieren begonnen. Die Dringlichkeit setzt dabei sämtliche Regeln der Branche außer Kraft - das reicht vom Verabreichen ungetesteter Substanzen über leere Versprechungen und das Wecken falscher Hoffnungen durch die Hersteller bis zu Blut als Schwarzmarktware.

Mehr dazu in Bittere Vorwürfe von WHO-Chefin

Religion

Piusbruderschaft Österreich: Synode hilft uns

Der Distriktobere der Piusbruderschaft in Österreich, Stefan Frey, hat im Exklusivinterview mit religion.ORF.at erklärt, dass das Ergebnis der Bischofssynode im Vatikan der Bruderschaft in ihren Verhandlungen über eine Wiedereingliederung in die katholische Kirche helfen könnte.

„Die Piusbruderschaft hat sich immer gegen eine zersetzende Aufweichung der kirchlichen Lehre gewehrt“, sagte Frey. „Wenn nun zahlreiche hochrangige Prälaten ebenfalls dem Kurs einer exzessiven Liberalisierung die Stirn bieten, finden wir uns natürlich in guter Gesellschaft. Das wird unserer Argumentation in den Gesprächen mit dem Vatikan gewiss mehr Kraft verleihen.“

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Saxofonist Raphael Ravenscroft gestorben

Der britische Musiker Raphael Ravenscroft hat im Song „Baker Street“ eines der berühmtesten Saxofonsoli aller Zeiten gespielt. Im Alter von 60 Jahren ist der Saxofonist am Sonntag gestorben, wie seine Familie heute mitteilte.

Mit seinem Solo in dem Song „Baker Street“ (1978) des Schotten Gerry Rafferty hatte Ravenscroft die Musikwelt auf sich aufmerksam gemacht. Er arbeitete mit Pink Floyd, ABBA und Marvin Gaye, später spielte er für Daft Punk und Duffy. Ravenscroft lebte in Exeter in der englischen Grafschaft Devon.

Laut Medienberichten etwa des „Daily Telegraph“ bekam der Saxofonist nur 27 Pfund für die „Baker Street“-Session, während Rafferty 80.000 Pfund an Lizenzgebühren pro Jahr für den Song kassiert habe. 2011 sagte Ravenscroft in einem Radiointerview, ihn nerve es, das Lied zu hören.

Viennale: „Dschungelcamp“ der Pariser Vorstadt

Von jungen Menschen in einer desolaten Pariser Vorstadt rund um ein markantes Hochhauspaar erzählt der französische Regisseur Virgil Vernier in seinem Langfilmdebüt „Mercuriales“ - mit Betonung auf Stimmungslagen, großartiger Kamera und einem stimmigen Elektronikscore. Die Hochhaustürme, ein einstiges Prestigeobjekt, bieten die Kulisse für ein „Dschungelcamp“ benachteiligter Jugendlicher.

Mehr dazu in news.ORF.at/viennale

Science

Seltene römische Inschrift in Jerusalem gefunden

Ein 2.000 Jahre alter Gedenkstein mit lateinischer Inschrift ist heute von israelischen Archäologen der Öffentlichkeit präsentiert worden. Die dem römischen Kaiser Hadrian gewidmete Inschrift gibt den Historikern wichtige Hinweise auf die Gründe für den Jüdischen Aufstand in den Jahren 132 bis 136.

Der eine Tonne wiegende rechteckige Stein mit Kantenlängen von einem und anderthalb Metern war kürzlich in der Nähe des Damaskustors gefunden worden, einem der acht Zugänge in die Jerusalemer Altstadt.

Teil eines größeren Bauwerks

Die israelische Altertumsbehörde sprach von „einer der wertvollsten lateinischen Inschriften“, die jemals in Jerusalem gefunden worden seien. Die sechs in den weißen Hartkalkstein gravierten Zeilen sind eine Würdigung der römischen Armee für den Besuch von Kaiser Hadrian im Jahr 130.

Der Stein gehörte ursprünglich wahrscheinlich zu einem Eingangsportal oder einer Säule. Später wurde er für die Umfassung einer tiefen Zisterne verwendet, wo er gefunden wurde.

Stützt These über Bar-Kochba-Aufstand

Wichtig für die Forscher ist, dass der kaiserliche Besuch und damit der Bau des Monuments vor der Bar-Kochba-Revolte gegen das Römische Reich stattfand, die schließlich in einer Niederlage und der Zerstörung der letzten Reste eines jüdischen Gemeinwesens in der Provinz Judäa führte. Bis heute sind sich die Geschichtsforscher nämlich nicht einig, was zu dem folgenschweren Aufstand führte.

Eine oft verfochtene These ist, dass Kaiser Hadrian mit seiner Entscheidung, das im Jahr 70 samt dem Jüdischen Tempel weitgehend zerstörte Jerusalem unter dem Namen Aelia Capitolina - in Anlehnung an seinen Vornamen Aelius - inklusive großer römischer Kultbauten neu zu errichten, die Revolte auslöste.

Diese These könnte durch den Fund gestützt werden. Dieser belege, „dass in der Stadt zwei Jahre vor dem Aufstand eine römische Bautätigkeit mit offiziellen Gebäuden bestand“, erläuterte die Ausgrabungsleiterin Rina Avner. Damit entscheide sich zwar nicht die Geschichtsschreibung, „aber die Inschrift ist ein weiteres wichtiges Stück in dem Puzzle, das wir schon seit langer Zeit zusammensetzen wollen“.

Lifestyle

Leute