Ausland

Le Pen bekämpft Entzug von FN-Ehrenpräsidentschaft

Der Gründer von Frankreichs rechtsextremer Front National (FN), Jean-Marie Le Pen, geht gerichtlich gegen den geplanten Entzug seiner Ehrenpräsidentschaft in der Partei vor. Für Dienstag sei eine Gerichtsanhörung in Nanterre bei Paris geplant, sagte Le Pen gestern der Nachrichtenagentur AFP.

Um dem 87-Jährigen die Ehrenpräsidentschaft zu entziehen, soll dieser Titel aus den Parteistatuten gestrichen werden. Die FN-Mitglieder haben bis zum 10. Juli Zeit, darüber per Briefwahl abzustimmen.

Clinch mit der Tochter

Le Pens Anwalt Frederic Joachim sagte, die Abstimmung erfolge „unter illegalen Bedingungen“ und laufe den Parteistatuten zuwider. Sein Mandant werde deshalb unter anderem die Wahlmethode anfechten.

Le Pen liegt mit seiner Tochter, der derzeitigen FN-Chefin Marine Le Pen im Streit. Diese hatte im April mit ihrem Vater gebrochen, nachdem dieser mit erneuten antisemitischen Provokationen für Aufregung gesorgt hatte. Er torpedierte damit den Kurs seiner Tochter, der FN mit einer Abkehr von seinen offen rassistischen und antisemitischen Parolen ein respektableres Ansehen zu verschaffen und so neue Wähler zu gewinnen.

Anfang Mai setzte die FN-Spitze als Reaktion auf die Äußerungen die Parteimitgliedschaft des 87-Jährigen aus. Das Gericht in Nanterre erklärte die Suspendierung am Donnerstag jedoch aus formalen Gründen für nicht rechtens.

Mehrere Tote bei Bombenanschlägen in Libyen

In der libyschen Stadt Derna sind bei mehreren Anschlägen gestern mindestens sechs Menschen getötet worden. Weitere zehn Menschen wurden verletzt, als mehrere Autobomben gezündet wurden. In der Hafenstadt im Osten des Landes kämpfen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), andere islamistische Kämpfer und Truppen der international anerkannten Regierung gegeneinander.

Vier Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi versinkt das nordafrikanische Land im Chaos. Radikale Gruppen wie Al-Kaida und IS fassen immer mehr Fuß. Gleichzeitig droht ein Machtkampf zwischen zwei Regierungen und zwei Parlamenten, das Land zu spalten. Die international anerkannte Regierung agiert vom Osten aus, seit sie im August die Kontrolle über die Hauptstadt Tripolis und den Westen Libyens verloren hat.

Wahrheitskommission für US-Invasion in Panama 1989

Eine Wahrheitskommission soll die US-Invasion in Panama vor über 25 Jahren aufarbeiten. Vor allem sollten die Opfer des Militäreinsatzes der Vereinigten Staaten gegen die damalige Regierung von General Manuel Noriega zum Jahreswechsel 1989/1990 identifiziert werden, sagte Panamas Außenministerin Isabel Saint Malo gestern.

Mehr als 3.000 Tote

Während der Operation „Just Cause“ („Gerechte Sache“) waren Schätzungen zufolge in dem mittelamerikanischen Land mehr als 3.000 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch zahlreiche Zivilisten. Die genaue Zahl und die Identität der Opfer ist allerdings unklar, weil viele Leichen in anonymen Massengräbern bestattet wurden.

Nachdem Noriega lange Zeit eng mit den USA zusammengearbeitet hatte, fiel er Ende der 1980er Jahre wegen seiner Verbindungen zum kolumbianischen Medellin-Kartell in Ungnade. Im Rahmen von „Just Cause“ stürzten die USA ihren einstigen Verbündeten und machten ihm dann wegen Drogenhandels den Prozess.

Deutsche Linke will EU-Referendum zu Sparpolitik

Die deutsche Linkspartei will am Wochenende über eine Initiative für eine europaweite Volksabstimmung über die EU-Sparpolitik beschließen.

Die Entscheidung solle bei einem Treffen des Parteivorstands fallen, berichtete der „Tagesspiegel“ (Samstag-Aausgabe). „Wir wollen, dass Austerität und die Alternativen zur Austerität in ganz Europa den Bevölkerungen zur Entscheidung vorgelegt werden“, sagten die Parteivorsitzenden Bernd Riexinger und Katja Kipping dem Blatt. Ein solches Referendum sei wichtig für ein „demokratisches Europa“.

Jemenitische Rebellen greifen saudi-arabische Städte an

Die Houthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben zwei Städte im Nachbarland Saudi-Arabien angegriffen. Mehrere saudi-arabische Soldaten seien bei den Attacken auf Najran und Dschizan getötet beziehungsweise verletzt worden, meldete die von den Houthi kontrollierte Nachrichtenagentur Saba.

Die Angriffe hätten unter anderem dem Flughafen von Dschizan gegolten. Auch militärische Einrichtungen seien getroffen worden.

Tote bei Luftangriffen

Seit Ende März fliegt eine von Saudi-Arabien geführte Allianz Angriffe auf Houthi-Stellungen im Nachbarland Jemen. Gestern wurden mindestens 16 Menschen im Jemen bei Luftangriffen getötet. Zudem liefern sich saudi-arabische Soldaten und Houthi immer wieder an der Grenze Kämpfe.

Die schiitische Houthi-Miliz kämpft gegen Anhänger des ins Exil geflohenen Präsidenten Abed Rabbu Mansour Hadi. Der Konflikt ist auch eine Stellvertreter-Auseinandersetzung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Das sunnitische Saudi-Arabien unterstützt die Kräfte Hadis. Die Houthi sollen Hilfe vom Iran erhalten, der sich als Schutzmacht der Schiiten begreift.

„Noch viel zu tun“ in Atomverhandlungen

Im Atomstreit zwischen der 5+1-Gruppe und dem Iran gab es gestern Nachmittag, vier Tage vor der Deadline, laut Verhandlern zwar eine Annäherung, aber noch keinen Durchbruch. „Wir haben viele Fortschritte erzielt“, meinte etwa der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif, der vom Westen „einen politischen Willen“ für einen Deal einforderte.

Sarif wies darauf hin, dass es zwar eine allgemeine Bereitschaft gebe, aber die andere Seite das auch durch Taten beweisen müsse. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, sprach ebenfalls von einer Annäherung, stellte aber gleichzeitig klar, dass man im Streit über die Kontrollen der Nuklearanlagen noch keinen Durchbruch erreicht habe. Zuvor hatten iranische Medien berichtet, dass dieser Punkt geklärt sei.

Amano erklärte, dass es bei seinem Blitzbesuch in Teheran am Donnerstag nur teilweise gelungen sei, sich in strittigen Fragen näher zu kommen. „Es gibt noch viel Arbeit zu tun.“ Er hatte unter anderem mit Präsident Hassan Rouhani gesprochen. Die IAEA ist für die Implementierung eines Deals zuständig. Der Sondergesandte des Iran, Rouhanis Kabinettschef Mohammad Nahavandian, soll verbleibende Differenzen beseitigen.

Neuer König auf Südseeinsel Tonga gekrönt

Mit großem Pomp ist heute auf der Pazifikinsel Tonga der neue König Tupou VI. gekrönt worden. Da Tongaer den Kopf ihres Königs nicht berühren dürfen, wurde er von einem eigens aus Australien eingeflogenen pensionierten Methodisten-Pfarrer gekrönt. Die feierliche Zeremonie ist der Höhepunkt der bereits seit einer Woche andauernden Feierlichkeiten zur Inthronisierung des 55-Jährigen.

König Tupou VI.

APA/AP/Magangi Tonga/Linny Folau

Zahlreiche Gäste

Rund 15.000 im Ausland lebende Tongaer reisten für den Anlass in die Heimat. Zu den Gästen zählten auch mehrere ausländische Würdenträger, darunter der japanische Kronprinz Naruhito und seine Frau, Prinzessin Masako.

Der neue König, ein ehemaliger Diplomat, folgt auf seinen Bruder Tupou V., der vor drei Jahren starb. Dieser führte während seiner sechsjährigen Amtszeit eine Reihe demokratischer Reformen ein. Mit seiner Krönung wurde der 55-Jährige automatisch auch zum 24. Tu’i Kanokupolu - ein Titel, der schon Jahrhunderte vor Einführung der Monarchie existierte.

Eine Woche dauernde Feiern

Ein zentraler Teil der Krönungszeremonie ist der Genuss von Kava, eines Getränks mit betäubender Wirkung. Zu Beginn der Feierlichkeiten vergangene Woche setzten sich rund 150 Würdenträger in einen Kreis, tranken gemeinsam mit dem neuen König aus Kokosnüssen Kava und starteten damit die einwöchigen Feiern. Tonga mit seinen rund 110.000 Einwohnern ist die einzige Monarchie unter den Inselstaaten des Südpazifiks.

Inland

Vertrauliches Protokoll zu Hypo 2009 aufgetaucht

Das Nachrichtenmagazin „profil“ berichtet von einem vertraulichen Dokument zur frühren Hypo Alpe-Adria, das ein neues Licht auf die Streitfrage der Verstaatlichung der maroden Bank Ende 2009 werfen soll.

Die, hieß es heute in einer Aussendung zur am Montag erscheinenden Ausgabe, wäre so „überhastet“ nicht nötig gewesen. Laut dem Dokument, einem Protokoll aus der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), referierte seinerzeit OeNB-Direktor Andreas Ittner während einer Direktoriumssitzung am 9. Dezember 2009, „dass gestern im BMF (Finanzministerium, Anm.) ein Treffen (ohne die Anwesenheit der OeNB) mit der BayernLB zur aktuellen Situation der HGAA (Hypo Groupa Alpe-Adria, Anm.) stattgefunden hat und dabei von der BayernLB eine kurzfristige, über den Jahreswechsel laufende Kapitalbereitstellung für die HGAA sowie eine Verschiebung der Hauptversammlung vorgeschlagen wurde“.

Widerspruch zur gängigen Version

Das, so das „profil“, widerspreche „der gängigen Darstellung, wonach die Bayern mit höchstem Druck die Republik zur Verstaatlichung gepresst hätten“. Laut dem „profil“ vorliegenden Protokoll habe Ittner die vorgeschlagene Maßnahme jedoch für „nicht zweckmäßig“ gehalten. „Dabei hätte die Republik Zeit gewonnen, Alternativszenarien zu prüfen.“ Ittner sagt laut „profil“, er habe „zum Ausdruck bringen wollen, dass nur eine dauerhafte Lösung sinnvoll“ sei. Aus dem Finanzministerium heiße es, eine Kapitalbereitstellung über den Jahreswechsel sei nie Thema gewesen.

Weiter keine Lösung im Streit um Zeltquartiere

Nach der Ankündigung neuer Zeltstädte für Flüchtlinge gehen in dem laufenden Politstreit erneut die Wogen hoch. Einig waren Vertreter von Bund und Bundesländern wieder einmal lediglich darin, dass Zelte keine Dauereinrichtung werden dürfen - doch eine nachhaltige Lösung zeichnet sich nicht ab. Sowohl in Kärnten als auch im Burgenland waren Landespolitiker empört über die vom Innenministerium angeordneten Notlager. Innenministerium Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zeigte sich über die Aufregung um die Zelte verwundert.

Mehr dazu in Gegenseitige Schuldzuweisungen

Später in Pension: Jobs für Ältere fehlen

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) hat sich gestern zufrieden mit der aktuellen Entwicklung des Pensionsantrittsalters gezeigt. Mit Stichtag 30. Juni gingen die Österreicher durchschnittlich mit 60,1 Jahren in Pension und damit 13 Monate später als noch im Vorjahr.

Getrübt wurde die Statistik jedoch von der geringen Beschäftigungsquote der 60- bis 65-Jährigen. Denn nur jeder Vierte in dieser Altersgruppe hat einen Arbeitsplatz - und die Wiedereingliederung älterer Arbeitnehmer geht schleppend voran.

Mehr dazu in Beschäftigungsquote bei 26,9 Prozent

Wirtschaft

Brasiliens Kartellamt ermittelt gegen 15 Banken

Das brasilianische Kartellamt hat Ermittlungen gegen 15 internationale Banken wegen illegaler Absprachen mit dem Ziel der Manipulation von Wechselkursen eingeleitet.

Wie die Behörde in der Nacht auf gestern (Ortszeit) bekanntgab, ist auch die Deutsche Bank unter den Instituten, außerdem die Citigroup und die HSBC. Es gebe Hinweise auf „wettbewerbswidrige Praktiken“ wie Preisabsprachen und die Festlegung von Bedingungen zum Kauf und Verkauf von Devisen.

Dem Kartellamt zufolge erstreckt sich der mutmaßliche Betrug über einen Zeitraum von 2007 bis mindestens 2013. Die Behörde leitete nach eigenen Angaben auch Ermittlungen gegen 30 Privatpersonen ein, gab dazu aber keine Details bekannt.

Bericht: Toshiba vor Gewinnberichtigung von 1,2 Mrd. Dollar

Der japanische Elektronikkonzern Toshiba wird einer Zeitung zufolge eine milliardenschwere Berichtigung auf seine Bilanzen vornehmen. Erwartet werde eine Korrektur von mehr als 1,2 Milliarden Dollar (150 Mrd. Yen), berichtete die angesehene Wirtschaftszeitung „Nikkei“ gestern.

Vor einigen Tagen hatte Toshiba bereits erklärt, Untersuchungen wegen möglicher Unregelmäßigkeiten in der Bilanz auszuweiten. Damals hatte es geheißen, die Gewinne der vergangenen Jahre könnten um mindestens 415 Millionen Dollar zu hoch angesetzt worden sein.

Dividende gestrichen

Anfang Juni hatte Toshiba wegen der Untersuchungen die Dividende gestrichen, die Prognose für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr 2014/2015 kassiert und die Veröffentlichung der Zahlen verschoben.

Es ist bereits das zweite Mal in weniger als zwei Jahren, dass Toshiba seine Bilanzierungsmethoden überprüft. Der Konzern räumte bereits ein, dass Kosten für einige Projekte zu niedrig angesetzt worden seien.

Ferrari soll an der Börse zehn Mrd. Euro wert sein

Fiat Chrysler geht davon aus, dass seine Sportwagentochter Ferrari bei dem geplanten Börsengang mit mindestens zehn Milliarden Euro bewertet wird. Konzernchef Sergio Marchionne nannte diese Summe gestern am Rande einer Firmenveranstaltung in Turin.

Der italienisch-amerikanische Autobauer hatte 2014 das Vorhaben bekanntgegeben, zehn Prozent der Ferrari-Anteile an die Börse zu bringen. Mit den Einnahmen will der weltweit siebentgrößte Autobauer, der vor einigen Jahren aus der Übernahme von Chrysler durch Fiat entstanden war, seine Expansionspläne finanzieren.

Ursprünglich war der Ferrari-Börsengang für 2015 angekündigt, inzwischen wird aber eine Verschiebung bis 2016 hinein nicht ausgeschlossen.

Sport

WM-Qualifikation: ÖFB-Team schrammt an Topf 1 vorbei

Das ÖFB-Team kann nächste Woche österreichische Sportgeschichte schreiben. Laut aktuellen Berechnungen dürfte die Koller-Elf nach dem Auswärtserfolg in Russland in der FIFA-Weltrangliste auf einem Allzeithoch landen. Aktuell rangieren die Österreicher auf Platz 20, die beste Platzierung datiert vom Mai 1999. Damals befand sich das ÖFB-Team auf Rang 17. Nur knapp vorbeischrammen dürften die Österreicher damit auch am Topf 1 für die Qualifikation für die WM 2018 in Russland.

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Tennis: Duell der Williams-Schwestern in Wimbledon

Bereits viermal sind einander die fünffachen Wimbledon-Siegerinnen Serena und Venus Williams im Finale des Rasenklassikers gegenübergestanden, heuer kommt es bereits im Achtelfinale zum Duell der beiden US-Schwestern.

Während sich Venus in der dritten Runde gegen die Serbin Aleksandra Krunic ohne Probleme durchsetzte, stand Serena gegen die Britin Heather Watson am Rande einer Niederlage. Die Weltranglistenerste holte aber einen 0:3-Rückstand im dritten Satz noch auf und wahrte damit die Chance auf ihren vierten Major-Sieg in Serie sowie auf den Grand Slam.

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Chronik

Amokfahrt in Graz: Verlegung nach Wien beantragt

Nach der Amokfahrt in Graz, bei der ein 26-Jähriger mit seinem Wagen drei Menschen getötet haben soll, hat die Leitung der Justizanstalt (JA) Graz-Jakomini nun die Verlegung des Verdächtigen in die Wiener Justizanstalt Josefstadt beantragt.

Der Sprecher der Generaldirektion für den Strafvollzug, General Josef Schmoll, bestätigte der APA gestern einen Vorabbericht der Tageszeitung „Österreich“.

26-Jähriger soll autoaggressiv sein

Zum einen geht es Schmoll zufolge um eine große Emotionalität in der Grazer JA bei Personal und Insassen, zum anderen um suizidale Tendenzen des 26-Jährigen. „Österreich“ zitierte den Sprecher der JA Jakomini, Manfred Ulrich, demzufolge der Beschuldigte „autoaggressive Handlungen“ gesetzt haben soll.

Auch gegen andere soll der 26-Jährige laut Medienberichten aggressiv geworden sein. Laut Schmoll wäre in diesem Zusammenhang eine Verlegung in die Josefstadt sinnvoll, weil hier eine entsprechende Sonderkrankenstation zur Behandlung zur Verfügung stünde.

Die Staatsanwaltschaft Graz muss nun über den Verlegungsantrag entscheiden. Dabei dürfte abzuwägen sein, ob und wie sehr die Verlegung den Fortgang der Ermittlungen beeinträchtigen könnte.

Verkehr im Ärmelkanal-Tunnel wegen Flüchtlingen gestoppt

Versuche Dutzender Flüchtlinge, von Frankreich aus nach Großbritannien zu gelangen, haben den Verkehr durch den Ärmelkanal-Tunnel in der Nacht auf heute immer wieder zum Erliegen gebracht. Seit 22.30 Uhr hätten rund 150 Migranten versucht, auf die Verladestege des Tunnels zu gelangen, sagte ein Sprecher der Präfektur im nordfranzösischen Pas-de-Calais.

Während der Verkehr gegen 00.45 Uhr wieder Fahrt aufnahm, standen am Rand des Tunnels weiter Gruppen von meist jungen Männern und Frauen aus Afrika. Calais ist seit Jahren ein Anziehungspunkt für Tausende von Migranten, die von dort aus nach Großbritannien gelangen wollen. Am 26. Juni war ein äthiopischer Flüchtling beim Versuch, am Rand des Tunnels auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, ums Leben gekommen.

Temelin meldet leicht erhöhte Strahlung an Block 2

Auf dem Betriebsgelände des umstrittenen tschechischen Atomkraftwerks Temelin sind geringfügig erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen worden. Das teilte ein Sprecher des Betreibers CEZ gestern mit.

Grenzwerte seien nicht überschritten worden, hieß es. „Die Werte wurden aber an Stellen gemessen, wo das nicht vorkommen sollte, und deshalb haben wir die staatliche Atomaufsicht und die Öffentlichkeit in Tschechien und Österreich informiert“, teilte der Sprecher des AKW mit. Aus dem Lebensministerium hieß es, dass an den Messstellen des heimischen Strahlenfrühwarnsystems keine erhöhten Werte gemessen werden konnten.

Betroffen sei das Dach des zweiten Reaktorblocks. Dieser ist nach einer undichten Stelle im Kühlsystem derzeit wegen Reparaturarbeiten außer Betrieb. Umweltschützer kritisieren den AKW-Standort Temelin seit langem als störanfällig und gefährlich. Er ist rund 60 Kilometer von der bayerischen und österreichischen Grenze entfernt.

Alligator tötete in Texas Schwimmer

Ein Alligator hat im US-Bundesstaat Texas einen Mann getötet. Der 28-Jährige habe Warnschilder ignoriert und sei in einem Wasserarm am Rande der Stadt Orange am Golf von Mexiko nachts schwimmen gegangen, berichteten US-Medien gestern (Ortszeit).

Der Mann sei gleich nach dem Sprung ins Wasser angegriffen worden, meldete der Sender KFDM-TV unter Berufung auf Augenzeugen. Eine Begleiterin des Opfers habe noch versucht, dem schreienden Mann aus dem Wasser zu helfen. Sie sei unverletzt geblieben. Die Leiche des Mannes wurde von der Polizei erst zwei Stunden nach dem Vorfall entdeckt.

Kultur

Bachmann-Wettlesen: Schwitter überzeugte am Nachmittag

Nach einem dynamischen Vormittag ist mit Monique Schwitter und Ronja von Rönne gestern der zweite Lesetag beim Bachmann-Wettlesen zu Ende gegangen: Schwitters Text wurde von den Juroren gelobt, von Rönne fiel mit ihrem Text durch.

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Neu in der Jury sind der Leiter des Grazer Literaturhauses, Klaus Kastberger, und der aus Bern stammende Stefan Gmünder, Literaturredakteur des „Standard“. Das heurige Jahr sei ein gutes Jahr, so Gmündner im Gespräch mit Ö1: „Sogar die Texte, mit denen man nicht zurechtkommt, haben für mich einen literarischen Wert.“

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Premiere für Verdis „Rigoletto“ in Klosterneuburg

Zum 22. Mal findet heuer das Sommerfestival operklosterneuburg statt - unter Opernfreunden eines der beliebtesten Festivals im Wiener Raum. Und eines der wenigen, das noch ohne tontechnische Verstärkung auskommt. Bei der heute stattfindenden Premiere im Kaiserhof des Stiftes ist mit „Rigoletto“ erstmals eine Verdi-Oper zu hören - mit Daniela Fally, die als Gilda debütiert

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IT

Ausnahmen bei Netzneutralität sorgen für Kritik

Anfang der Woche gab es nicht nur einen Kompromiss bei den Roaming-Gebühren, Unterhändler von EU-Parlament und Mitgliedsstaaten einigten sich auch beim heiß umkämpften Thema Netzneutralität grundsätzlich.

Dabei geht es um die Frage, ob Netzbetreiber ihre Daten gleichberechtigt durch die Leitungen schicken, egal woher sie kommen. Kritiker befürchten schwerwiegende Nachteile für Unternehmen, aber auch für private Internetnutzer.

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Science

Sonnenflieger schafft riskanten Flug über Pazifik

Der Schweizer Sonnenflieger „Solar Impulse 2“ ist gestern Früh (Ortszeit) nach der längsten und risikoreichsten Etappe seiner Weltumrundung sicher auf der Pazifik-Inselgruppe Hawaii gelandet. Das Solarflugzeug war nach dem Start in Japan fünf Tage und fünf Nächte nonstop unterwegs.

Solar Impulse 2

APA/AP/SI2/Jean Revillard

Der von dem Piloten Andre Borschberg gesteuerte Solarflieger legte auf seiner achten Etappe fast 8.300 Kilometer zurück. Dabei stellte der Schweizer Rekorde für den längsten Soloflug und für die weiteste Distanz eines Solarflugzeugs auf.

Die einsitzige Karbonfaser-Maschine hat eine Spannweite von 72 Metern. Mehr als 17.000 Solarzellen auf den Flügeln zapfen die Energie für die vier Elektromotoren ab. Mit der Weltumrundung sollen die Möglichkeiten der umweltfreundlichen Solarkraft aufgezeigt werden. „Solar Impulse 2“ war Anfang März im Golfemirat Abu Dhabi gestartet.

Lifestyle

Die Stadt als Fitnessstudio

Der öffentliche Raum ist in Sachen Sport längst nicht mehr nur Joggern und Radfahrern vorbehalten. Vor allem in städtischen Gebieten drängen diesen Sommer die Kraftsportler ins Freie. Parks werden zusehends mit Fitnessgeräten ausgestattet. Daneben organisiert sich eine wachsende Zahl an Sportbegeisterten und Hobbyathleten über Soziale Netzwerke, um den Körper mit Kniebeugen, Sit-ups, Liegestützen und Strecksprüngen an die Grenzen der Leistungsfähigkeit zu bringen.

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