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Ausland

Kerry warnt: Scheitern in Iran-Verhandlungen noch möglich

US-Außenminister John Kerry hat heute vor überzogenen Erwartungen in den Atomverhandlungen mit dem Iran gewarnt. „Ich möchte ganz klar sagen: Wir sind bei mehreren der schwierigsten Themen noch nicht da, wo wir sein müssen“, sagte er vor Reportern in Wien. Er stimme seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Sarif zu, dass sich beide Seiten noch nie so nahe waren, aber: „Diese Verhandlungen können in beide Richtungen gehen.“

Vor harten Entscheidungen

Es habe in den vergangenen Tagen „wirkliche Fortschritte“ gegeben, aber harte Entscheidungen stünden nun an. Die 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland) streben immer noch an, bis zum 7. Juli eine Übereinkunft zu erzielen. Ziel ist es, zu verhindern, dass der Iran eine Atombombe bauen kann. Im Gegenzug sollen Sanktionen gegen die Islamische Republik fallen.

Lawrow kommt nach Wien

Der russische Außenminister Sergej Lawrow kommt heute nach Wien. Auch die Außenminister Deutschlands und Frankreichs, Frank-Walter Steinmeier und Laurent Fabius, und die EU-Sonderbeauftragte Federica Mogherini werden erwartet. Morgen wollen sich der britische Außenminister Philip Hammond und sein chinesischer Amtskollege Wang Yi anschließen.

Iran: Westen muss sich bewegen

Kurz vor Kerry hatte der iranische Vizeaußenminister und technische Chefverhandler, Majid Takhte-Ravanchi, versucht, seinerseits den Druck auf den Westen zu erhöhen. Er verlangte mehr Bewegung vom Westen, um zu einem Deal zu gelangen. „Wir haben genug Flexibilität gezeigt und denken, dass es jetzt an der Gegenseite liegt, diese Flexibilität zu zeigen“, erklärte er in einem Interview mit der APA.

Offenbar Dutzende Tote bei Luftangriff im Jemen

Bei einem Luftangriff auf einen Markt im Norden des Jemen sind nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Saba mindestens 30 Menschen getötet worden. Eine Serie von Bombardements habe heute den Markt in der Küstenprovinz Hajjah getroffen, berichtete die von den Huthi-Rebellen kontrollierte Agentur.

Der Bericht macht die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition für den Angriff verantwortlich. Von saudischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme.

Land kurz vor Kollaps

Im bitterarmen Jemen kämpfen seit mehreren Monaten schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten gegen Anhänger von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Eine vom Nachbarland Saudi-Arabien angeführte sunnitische Koalition bombardiert die Rebellen seit Ende März regelmäßig aus der Luft.

Nach den gescheiterten Friedensgesprächen in Genf vor einigen Wochen kam der UNO-Gesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed nun in Sanaa an, um mit den Konfliktparteien über eine erneute humanitäre Feuerpause zu verhandeln. Das Bürgerkriegsland steht kurz vor dem Kollaps. Vor allem Nahrungsmittel, Medikamente und Treibstoff fehlen.

Südsudan: Armee will Tötungsvorwürfe aufklären

Die Armee im Südsudan hat nach Vorwürfen der Vergewaltigung und Tötung von Zivilistinnen gegen Soldaten eine umfassende Aufklärung versprochen. Ein Militärsprecher sagte heute, jeder, der an diesen „furchtbaren Verbrechen“ beteiligt gewesen sei, werde „vor unserem Justizsystem und vor Gott“ zur Rechenschaft gezogen.

„Wir haben den Bericht gelesen, und diese ungeheuerlichen Taten können nur von Einzelnen begangen worden sein“, sagte der Armeesprecher mit Blick auf einen UNO-Bericht. Das Militär werde alle Taten, die vom „normalen Verhalten zu Kriegszeiten“ abwichen, entschieden ahnden, fügte der Sprecher hinzu. Wenn die Vorwürfe stimmten, hätten die Täter „Schande“ über das Militär gebracht. Das werde nicht toleriert.

UNO: Frauen lebendig verbrannt

Die Vereinten Nationen hatten der südsudanesischen Armee zuvor vorgeworfen, Frauen und Mädchen vergewaltigt und anschließend bei lebendigem Leib verbrannt zu haben. Während der jüngsten Kämpfe im nördlichen Teilstaat Unity seien „weitreichende Menschenrechtsverstöße“ registriert worden, erklärte die UNO-Mission für den Südsudan (UNMISS) bei der Vorstellung des Berichts am Dienstag. Die UNO stützte sich dabei auf die Aussagen von 115 Gewaltopfern und Augenzeugen.

Die Armee hatte im April eine Offensive gegen Rebellen im ölreichen Unity gestartet. Im Südsudan war im Dezember 2013 der Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem langjährigen Rivalen und früheren Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Seitdem versinkt der junge Staat in Gewalt.

Moldawien: Pufferland im Korruptionssumpf

Korruption ist im südosteuropäischen Moldawien allgegenwärtig. Doch nun hat sie einen neuen Höhepunkt erreicht und bringt das Pufferland zwischen Ost und West politisch schwer ins Trudeln: Durch eine verschwundene Milliarde entstand zuletzt ein riesiges Loch im Staatshaushalt. Das Geld soll über dubiose Transaktionen moldawischer Banken „offshore“ versickert sein. Dazu kommen Politskandale, die das Land beschäftigen und den Unmut der Bürger wachsen lassen. Dabei befindet sich Moldawien ohnehin in einer höchst verzwickten Lage: Innenpolitisch ist es - ähnlich wie die benachbarte Ukraine - zerrissen zwischen proeuropäischen und prorussischen Kräften.

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Inland

Pühringer gegen fixe Asylquoten für Gemeinden

Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) spricht sich gegen eine starre Aufteilung von Flüchtlingen auf die Gemeinden aus. „Wogegen wir sind, sind fixe Quoten“, sagte Pühringer, seit Juli Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, heute in der ORF-„Pressestunde“. Dass die FPÖ vor der Landtagswahl vom Thema profitiere, ärgert ihn, wie er schon gestern im Ö1-„Journal zu Gast“ festgestellt hatte.

Nicht aus Prinzip ohne FPÖ

Trotz aller Kritik an der FPÖ will Pühringer eine Koalition mit den Freiheitlichen nach der Landtagswahl nicht völlig ausschließen. Zuerst müsse der Wähler entscheiden, dann hätten die politischen Parteien daraus das Bestmögliche zu machen. Nur so viel: „Ob jemand koalitionsfähig ist oder nicht, entscheidet er selbst.“

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Pühringer in der „Pressestunde“

Noch im Juli, so verspricht Pühringer, werde Oberösterreich alle seine Asylwerber in festen Quartieren unterbringen.

Zelte in Eisenstadt bezogen

In Eisenstadt trafen Sonntagnachmittag die ersten 80 Asylwerber, die Zelte auf dem Gelände der Landespolizeidirektion beziehen werden, ein.

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Hitze macht Flüchtlingen zu schaffen

Die 280 Flüchtlinge im Zeltquartier neben der Salzburger Polizeidirektion kämpfen mit der brütenden Hitze. Bis zu 42 Grad hatte es am Wochenende in den Plastikzelten, die Rettung wurde mehrmals alarmiert.

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Neue Pflegeausbildung könnte in Begutachtung gehen

Die Verhandlungen zur Neuordnung der Ausbildung im Pflegesektor könnten nun doch rascher zu einem Ergebnis führen als zuletzt vermutet. Das Gesundheitsministerium hofft, noch vor dem Sommer im Begutachtung gehen zu können.

Fix ist, dass die Ausbildung künftig über drei Schienen laufen soll: Statt der bisherigen Pflegehilfe ist die Schaffung einer Ausbildung zur Pflegeassistenz vorgesehen. Wie schon bisher jene für die Pflegehelfer, soll die Ausbildung dieses neuen Berufsfelds an den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen und den Schulen für medizinische Assistenzberufe erfolgen. Die Dauer dieser Ausbildung soll ein Jahr betragen.

Keine fachfremden Hilfstätigkeiten mehr

Als wichtige Neuerung gilt die Festlegung, dass Pflegeassistenten künftig von administrativen, hauswirtschaftlichen und logistischen Tätigkeiten ausgenommen sein sollen. Hilfstätigkeiten wie etwa Geschirrwegräumen sollen künftig ausschließlich von nicht medizinischem Personal durchgeführt werden.

Neben der Pflegeassistenz ist auch die Schaffung einer „Pflegefachassistenz“ vorgesehen, die mehr Kompetenzen haben wird als die Assistenzkraft. Dauern wird diese Ausbildung zwei Jahre

Die gehobenen Pflegefachkräfte (derzeit „diplomierte Pflegekräfte“) sollen künftig ausschließlich im akademischen Bereich an Fachhochschulen ausgebildet werden. Zwar ist auch jetzt schon eine Ausbildung an Fachhochschulen möglich, sie erfolgt aber noch parallel dazu an den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen. Inwieweit auch eine Kompetenzerweiterung für die Pflegekräfte vorgesehen ist, ist derzeit noch unklar.

SPÖ-ÖVP-Debatte über „Irrweg“ beim Heer

Die ÖVP macht Druck auf Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ). Der müsse seinen „Irrweg beenden, und zwar rasch“, forderte ÖVP-Wehrsprecher Bernd Schönegger im APA-Gespräch. Das eigentlich akkordierte Sparpaket will Schönegger wieder aufschnüren, er verlangt ein „Zurück an den Verhandlungstisch“.

Es brauche einen „sofortigen Stopp dieser blindwütigen Strukturreduktion“ und stattdessen eine Sicherheitsdebatte, so Schönegger. Der Minister lasse Strukturen herunterfahren, die man im Notfall nicht schnell genug wiederaufbauen könne, ist Schönegger überzeugt: „Landesverteidigung ist wie eine Versicherung für das Land, und wenn man die Prämie nicht einzahlt, hat man ein Riesenproblem.“ Die Verschrottung von Kampfpanzern und Artilleriegeschützen müsse gestoppt werden, forderte der ÖVP-Abgeordnete.

„Bis zu einem gewissen Grad“ mitbeschlossen

Auf den Einwand, dass die ÖVP Klugs Sparpaket ihren Segen gegeben habe, räumte Schönegger ein: „Das ist leider bis zu einem gewissen Grad richtig, aber zu einem gewissen Grad auch falsch.“ So habe man der Schließung der Kasernen Tamsweg und Horn nicht zugestimmt - hier sind sich SPÖ und ÖVP seit Monaten nicht einig über die Interpretation eines entsprechenden Ministerratsbeschlusses.

Der sicherheitspolitische Rahmen habe sich außerdem geändert, verwies Schönegger auf die „Panzerschlacht“ auf europäischem Boden in der Ukraine, Salafisten in Bosnien und den Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nahen Osten.

„ÖVP hat Paket mitbeschlossen“

Massive Kritik an den Aussagen des ÖVP-Wehrsprechers übte SPÖ-Sicherheitssprecher Otto Pendl: „Das Reformpaket für das Bundesheer wurde über lange Zeit, über Monate, gemeinsam mit der ÖVP verhandelt. Am Ende dieser Verhandlungen hat die ÖVP das Paket mitbeschlossen - jetzt soll sie auch dazu stehen“, so Pendl in einer Aussendung. Schönegger habe den Beschluss vor einem halben Jahr als vernünftige Lösung bezeichnet.

Sport

Ö-Rundfahrt: Norweger schlägt auf erster Etappe zu

Sondre Holst Enger hat sich heute im Massensprint den Sieg auf der ersten Etappe der Österreich-Rundfahrt gesichert. Der 21-jährige Norweger feierte nach 206 Kilometern von Mörbisch nach Scheibbs vor dem Italiener Paolo Simion seinen ersten Karrieresieg.

Ein Verwirrspiel herrschte indes im Gesamtklassement. Erst nach einer Stunde stand fest, dass der Etappendritte Rüdiger Ciolek neuer Spitzenreiter ist. Bei der Siegerehrung wurde noch sein Landsmann Rüdiger Selig als Träger des Gelben Trikots gefeiert.

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Copa America: Wieder Finalfrust für Superstar Messi

Auf Clubebene hat Lionel Messi mit dem FC Barcelona bereits alles schon mehrfach gewonnen. Mit Argentinien hat es gestern (Ortszeit) aber auch im dritten Anlauf nicht geklappt. Nach der 1:4-Pleite im Elferschießen im Finale der Copa America gegen Chile steht der Superstar wieder einmal mit leeren Händen da.

„Nächstes Finale, nächster Frust“, schrieb „La Nacion“. Während Chile seine Titelsehnsucht gestillt hat, will bei der „Albiceleste“ noch niemand glauben, dass Messis Karriere unvollendet zu Ende geht.

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Fußball: Finale der Frauen-WM im Zeichen der Revanche

In der Nacht auf morgen (1.00 Uhr, live in ORF Sport +) kommt es bei der siebenten Fußball-WM der Frauen zum großen Showdown. In Vancouver stehen einander so wie vor vier Jahren Titelverteidiger Japan und die USA gegenüber.

Vor allem bei den Amerikanerinnen ist die Finalniederlage von 2011 noch nicht vergessen. „Beim letzten Mal waren wir ganz nah dran“, so US-Superstar Abby Wambach. Aber auch die Japanerinnen haben Revanche im Sinn: für das verlorene Olympiafinale von London 2012.

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U19-EM: ÖFB-Youngsters mit breiter Brust

Mit breiter Brust sind Österreichs U19-Teamspieler am Freitag zur EM nach Griechenland aufgebrochen. „Es ist eine sehr kompakte, coole Truppe, bei der die Stärken eindeutig im Teamspirit liegen“, lobte Teamchef Hermann Stadler seine Auswahl, der er bei der Endrunde viel zutraut.

„Je bodenständiger wir auftreten, desto eher können wir positiv überraschen.“ Die größte Herausforderung wartet auf die ÖFB-Youngsters dabei gleich morgen beim Auftakt (20.00 MESZ, live in ORF Sport +), wenn man auf Titelfavorit Frankreich trifft.

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Chronik

Wanderin stürzt 200 Meter in Tod

In Tirol haben sich heute zwei tödliche Alpinunfälle ereignet. In Osttirol ist eine Frau im Bereich des Lienzer Höhenweges rund 200 Meter abgestürzt. Bei Pettneu am Arlberg stürzte ein deutscher Urlauber mehrere hundert Meter ab.

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Bei Wanderung mit Tochter tödlich verunglückt

Im Bezirk Weiz in der Steiermark ist ein 43 Jahre alter Grazer bei einer Wanderung, die er mit seiner 13-jährigen Tochter unternahm, tödlich verunglückt. Der Mann stürzte über steiles Gelände und konnte erst Stunden später gefunden werden.

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13-Jähriger bei Verfolgungsjagd angeschossen

Mindestens vier Schüsse hat ein Unbekannter am Vormittag in Wien-Brigittenau auf einen Serben abgefeuert. Der Mann wurde am Gesäß getroffen, der Täter konnte flüchten. Ein unbeteiligter 13-Jähriger erlitt einen Bauchschuss.

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Drei Verletzte bei Messerstecherei

Drei Menschen sind gestern in Wien-Favoriten durch Messerstiche verletzt worden. Der Täter ist flüchtig. Motiv könnte ein Familienstreit um das Sorgerecht für ein einjähriges Kind gewesen sein.

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Verwirrter tötete in Deutschland zwei Frauen

Ein möglicherweise psychisch kranker Mann hat in Zwickau im deutschen Bundesland Sachsen zwei Pensionistinnen niedergestochen und tödlich verletzt.

Der 46 Jahre alte Tatverdächtige griff gestern Nachmittag zunächst eine 67-Jährige an, die im selben Mehrfamilienhaus lebte, wie die Polizeidirektion Zwickau heute mitteilte. Er habe die Frau unvermittelt an ihrer Wohnungstür niedergestochen.

Dritte Tat noch knapp verhindert

Anschließend überwältigte er auf offener Straße eine 81-Jährige und stach ebenfalls auf diese ein. Nachdem er das zweite Opfer getötet hatte, würgte er eine dritte Frau. Zwei Passanten konnten bei diesem dritten Angriff Schlimmeres verhindern. Die beiden Männer rangen den 46-Jährigen zu Boden und hielten ihn fest, bis die Polizei kam.

Wirtschaft

Immobilienwert in Italien um 14 Prozent eingebrochen

Unter dem Druck der Rezession ist in Italien in den letzten fünf Jahren der Wert von Immobilien um etwa 1.200 Mrd. Euro eingebrochen, was einem Rückgang von 14,2 Prozent entspricht. Zugleich stieg die Steuerbelastung von Immobilien um 31,2 Prozent.

Laut einer Studie des Wirtschaftsverbands CGIA hatten die Italiener 2010 noch 39,5 Mrd. Euro Steuern für ihre Immobilien bezahlt. 2014 waren es 51,8 Milliarden gewesen.

Italienisches „Paradoxon“

„Italien erlebt ein Paradoxon: Wir sind wegen der Krise ärmer, müssen jedoch deutlich höhere Steuern für unsere Immobilien zahlen“, klagte CGIA-Sekretär Giuseppe Bortolussi. Es sei kein Wunder, dass die italienische Baubranche in die schwierigste Krise der letzten 70 Jahren gestürzt sei. Der Wertverlust betreffe nicht nur Wohnungen, sondern auch Büros, Geschäfte und Lager. Über 70 Prozent der Italiener besitzen eine Eigentumswohnung.

500.000 Jobs in der Baubranche weg

Wegen der Krise seien die Immobilientransaktionen im Zeitraum von 2010 bis 2014 um 27,3 Prozent gesunken. Das habe sich besonders negativ auf den gesamten Bausektor ausgewirkt. Bortolussi drängte die Regierung von Premierminister Matteo Renzi zu einer sofortigen Reduzierung der Immobiliensteuer, um die Baubrache wieder in Bewegung zu bringen.

Zwischen 2010 und Ende 2014 sind in Italiens Bauwirtschaft eine halbe Million Jobs verloren gegangen, das sind 25 Prozent aller Beschäftigte in diesem Sektor, geht aus Angaben des italienischen Statistikamts Istat hervor.

Dauerstreik endet: Tarifeinigung bei Deutscher Post

Nach vierwöchigem Dauerstreik gibt es einen Tarifabschluss bei der Deutschen Post. Dies teilten das Unternehmen und die Gewerkschaft Verdi heute Abend in Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz) mit. Der Post-Streik soll in der Nacht von morgen auf Dienstag um 24.00 Uhr enden.

Die rund 140.000 Beschäftigten erhalten der Einigung zufolge zum 1. Oktober 2015 eine Einmalzahlung von 400 Euro sowie zum 1. Oktober 2016 zwei Prozent und zum 1. Oktober 2017 noch einmal 1,7 Prozent mehr Geld.

„Wir konnten ein Gesamtpaket vereinbaren, das unseren Mitarbeitern Sicherheit und Perspektive bietet sowie gleichzeitig künftiges Wachstum ermöglicht“, sagte Post-Personalchefin Melanie Kreis. Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis nannte den Abschluss ein „umfassendes Sicherungspaket für die Beschäftigten“.

Paketgesellschaften bleiben

Die von der Post zum Jahresbeginn gegründeten Paketgesellschaften mit schlechterer Bezahlung werden nicht aufgelöst oder in den Post-Haustarifvertrag aufgenommen. Die Post verpflichtet sich aber, ihre aktuell im Unternehmen arbeitenden Paketzusteller beim Mutterkonzern zu behalten. Laut Verdi sind das rund 7.650 Menschen. Nur neu eingestellte Beschäftigte können damit in die ausgegründeten Gesellschaften kommen.

Der Kündigungsschutz bei der Post wird zudem um vier Jahre bis Ende 2019 verlängert. Eine Vergabe von Brief- oder kombinierter Brief- und Paketzustellung an Fremdfirmen ist bis Ende 2018 ausgeschlossen.

Kultur

Hamburger Speicherstadt nun UNESCO-Welterbe

Die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhausviertel sind in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen worden. Das entschied das UNESCO-Welterbekomitee heute in Bonn. Das Komitee betonte, dass die Stätte auf einzigartige Weise die Folgen des rasanten internationalen Handelswachstums im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert symbolisiere.

Speicherstadt in Hamburg

Reuters/Fabian Bimmer

Zum Kontorhausviertel gehört auch das Chilehaus, das als beispielgebend für den Backsteinexpressionismus der 1920er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gilt. Zusammen mit der Speicherstadt bildet das Ensemble nun die 40. Welterbestätte in Deutschland. Die Speicherstadt wurde auf Eichenpfählen in drei Bauabschnitten auf einer Inselgruppe in der Elbe errichtet und besteht aus 15 großen Lagerhäusern mit rotem Backstein in neogotischer Architektur.

Elf weitere Stätten aufgenommen

Die UNO-Kulturorganisation UNESCO hatte bei ihrer jährlichen Konferenz in Bonn bereits am Samstag elf weitere Stätten auf die Welterbeliste aufgenommen. Dazu gehören die Weinbauparzellen im französischen Burgund und die Weinberge der Champagne, der Botanische Garten in Singapur, die Festungsmauern der Kurdenmetropole Diyarbakir in der Türkei und Stätten im Iran, in Dänemark, China, Südkorea sowie in der Mongolei.

Science

Russischer Raumfrachter mit Nachschub erreicht ISS

Nach zwei schweren Pannen hat ein russischer Transporter erstmals seit April wieder wichtigen Nachschub zur Internationalen Raumstation (ISS) gebracht.

Der unbemannte „Progress“-Frachter mit rund zweieinhalb Tonnen Lebensmitteln und Ausrüstung dockte heute Früh an der ISS an, wie die Flugleitzentrale bei Moskau mitteilte.

Russischer Raumfrachter "Progress" beim Start

Reuters

Zuletzt hatten zwei Transporter wegen technischer Defekte ihr Ziel etwa 400 Kilometer über der Erde nicht erreicht. So war vor einer Woche der US-Frachter „Dragon“ nach dem Start zerbrochen. Auf der ISS arbeiten derzeit zwei Russen und ein US-Amerikaner.

Religion

Papst beginnt große Südamerika-Reise

Papst Franziskus ist heute zu seiner großen Südamerika-Reise aufgebrochen. Auf der ersten Station seines achttägigen Besuchs reist der Argentinier nach Ecuador. Danach geht es nach Bolivien und Paraguay. Es ist nach dem Besuch des Weltjugendtages in Rio de Janeiro die zweite Reise des Oberhauptes der katholischen Kirche in diese Region, aber die erste in spanischsprachige Länder seit seinem Amtsantritt.

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Leute

Prinzessin Charlotte getauft

Prinzessin Charlotte, die neun Wochen alte Tochter von Prinz William und seiner Frau Kate, ist heute getauft worden. Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, taufte die Kleine in der Kirche St. Mary Magdalene im ostenglischen Sandringham nach anglikanischem Ritus und mit Wasser aus dem Jordan. Sie trägt den Namen Charlotte Elizabeth Diana. William und Kate hatten fünf Taufpaten ausgewählt, allesamt enge Freunde und Verwandte. 

Zum Taufgottesdienst war nur der engste Familienkreis zugelassen: Neben den Eltern William und Kate sowie den Paten und ihren Partnern kamen nach Angaben des Kensington-Palasts zum Gottesdienst noch Queen Elizabeth II. und ihr Mann Prinz Philip sowie die Großeltern des Kindes, Prinz Charles und seine Frau Camilla. Auch Kates Eltern Carole und Michael Middleton waren anwesend, ebenso wie Kates Geschwister Pippa und James.

US-Musiker Billy Joel heiratet zum vierten Mal

US-Musiker Billy Joel hat mit 66 Jahren zum vierten Mal geheiratet. Wie die Sprecherin des Sängers der US-Zeitschrift „People“ mitteilte, überraschten Joel und seine 33-jährige langjährige Freundin Alexis Roderick gestern mit der Eheschließung ihre Gäste auf einer Party zum Unabhängigkeitstag.

US-Musiker Billy Joel und Alexis Roderick

picturedesk.com/EPA/Ron Sachs

Die Feier im Kreis von Familie und Freunden habe auf Joels New Yorker Landsitz auf Long Island stattgefunden, hieß es. Das Paar ist seit 2009 zusammen. In diesem Sommer erwarten sie ihr erstes gemeinsames Kind.

Joel hat eine Tochter, Alexa Ray (29), aus seiner 1994 geschiedenen Ehe mit Supermodel Christie Brinkley. Seine erste Ehe mit Elizabeth Weber dauerte von 1973 bis 1982. 2009 war die fünfjährige Ehe des Grammy-Preisträgers mit Katie Lee geplatzt. 

Lifestyle

Pensionistinnen schupfen die Wiener Vollpension

Kuchenbackende Pensionistinnen in der Schauküche, die vor allem froh sind, den Lebensabend nicht zurückgezogen in Einsamkeit verbringen zu müssen: Sie schupfen die Vollpension - ein neues, schickes und ganz besonderes Lokal in Wien-Wieden. Hinter der Idee mit den „Omas vom Dienst“ steht eine Gruppe junger Leute, die nicht nur gute Kuchen verkaufen, sondern auch älteren Menschen eine Chance am Arbeitsmarkt geben will.

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