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Ausland

82 Tote vor Libyen geborgen, über 100 Vermisste

Nach dem Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der libyschen Küste sind bis heute Vormittag 82 Leichen geborgen worden. Über 100 Menschen werden noch immer vermisst, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen Mitarbeiter der Hilfsorganisation Roter Halbmond, Ibrahim al-Attoushi. Etwa 198 Personen sollen gerettet worden sein.

Der britische Sender BBC zeigte heute Früh Fernsehbilder von zahlreichen Leichensäcken. Mindestens 100 Leichen seien in das Krankenhaus von Zuwara westlich von Tripolis gebracht worden, sagte ein Anrainer dem Sender. Zuwara nahe der tunesischen Grenze ist eine Hochburg von Schleppern, die Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Italien bringen. Libyen ist zum wichtigsten Ausgangspunkt für Fluchten über das Mittelmeer geworden.

Interimsregierung in Griechenland ernannt

Die griechische Interimsregierungschefin Vasiliki Thanou hat heute ihren Übergangsministerrat zusammengerufen. Die wichtigsten Posten des geschäftsführenden Kabinetts besetzen Experten, die das Vertrauen der Mehrheit der Parteien haben.

Diese Übergangsregierung soll das Land bis zur Bildung einer neuen Regierung, die sich nach den vorgezogenen Wahlen ergeben wird, führen. Die Wahlen sollen am 20. September stattfinden, berichtete das Staatsfernsehen (ERT1).

Das Finanzministerium wird der langjährige Unterhändler in den Verhandlungen mit den Gläubigern, Giorgos Chouliarakis, führen. Er war bisher als Fachmann bei den Kreditverhandlungen dabei und soll das Vertrauen der Geldgeberexperten haben. Außenminister wird der altgediente Diplomat Petros Molyviatis (87).

Weg für Neuwahl frei

Gestern hatte Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos die Präsidentin des höchsten Gerichtshofes (Areopag), Vasiliki Thanou, mit der Bildung der Interimsregierung beauftragt. Zuvor seien alle Bemühungen gescheitert, in den Reihen des bestehenden Parlaments eine neue Regierungsmehrheit zu finden, teilte das Büro des Präsidenten mit. Damit wurde der Weg zur Neuwahl frei, die der bisherige Ministerpräsident Alexis Tsipras mit seinem Rücktritt vor einer Woche erreichen wollte.

Ungarn will biometrische Daten aller Bürger speichern

Das ungarische Innenministerium will die biometrischen Daten von zehn Millionen Staatsbürgern in einer eigenen Datenbank speichern. Die Gesichtsprofile würden aufgrund der biometrischen Fotografien gesammelt, die die Bürger bei der Beantragung eines Reisepasses, Personalausweises oder einer Fahrerlaubnis einreichen, berichtete das Internetportal Napi.hu heute.

Die Website berief sich auf einen Gesetzesvorschlag des Innenministeriums, der am Vortag vorgelegt wurde. Die Datenbank solle der Verbrechensbekämpfung dienen und die Arbeit der Geheimdienste und der mit dem Schutz der Regierungspolitiker betrauten Sicherheitsorgane erleichtern, hieß es in dem Bericht. In der Datenbank, die bis Jänner 2016 stehen soll, würden nur die biometrischen Profile gespeichert werden. Über Codes sollen aber die zur Nutzung ermächtigten Stellen die Profile mit den Daten anderer Behörden - wie denen des Melderegisters - verknüpfen können.

Einwände vonseiten des Datenschutzbeauftragten dürften in Ungarn nicht zu erwarten sein. Die Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban hatte nach dem Machtwechsel 2010 das unabhängige Amt in eine regierungsabhängige Behörde umgewandelt. Ihr Leiter gilt als regierungsnah.

D: Wieder Brandanschlag auf Asylwerberquartier

Unbekannte haben einen Brandanschlag auf eine Wohnung von Asylwerbern im deutschen Ort Salzhemmendorf bei Hameln verübt. Ein Molotowcocktail sei in der Nacht auf heute durch ein Fenster in die Wohnung geworfen worden, sagte ein Polizeisprecher heute Früh. In einem Nebenraum habe sich eine Mutter mit ihren drei Kindern aufgehalten. Sie seien aber unverletzt geblieben.

Nähere Angaben zu den Bewohnern des zweistöckigen Hauses konnte die Polizei heute Früh nicht machen. Die Behörde geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Sie sucht nun nach einem flüchtigen Fahrzeug, das am Tatort gesehen wurde.

Nordkorea: Kim würdigt Vereinbarung mit Süden

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un hat sich positiv über die jüngst getroffene Vereinbarung mit dem verfeindeten Süden geäußert. Sie sei ein Meilenstein, der den Weg für eine Entschärfung der militärischen Spannungen ebne, zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur KCNA heute.

Möglich geworden sei das jedoch nur durch die Stärke der Streitkräfte und die Abschreckungswirkung der atomaren Landesverteidigung.

Am Dienstag hatten sich beide Seiten auf Schritte zur Entschärfung ihrer jüngsten Krise verständigt, in deren Zuge es sogar zum gegenseitigen Artilleriebeschuss kam. Sie vereinbarten unter anderem Gespräche über eine ganze Reihe von Fragen zur Verbesserung der Beziehungen. Dazu gehören auch Treffen von Familien, die seit Jahrzehnten durch die Grenze getrennt sind. Seit dem Ende des Korea-Krieges 1950 bis 1953 sind beide Staaten formell noch im Kriegszustand.

Mexikos Staatschef tauscht sieben Minister aus

Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto hat zur Hälfte seiner sechsjährigen Amtszeit (2012-18) sieben Minister ausgetauscht. Auch werde ein neuer nationaler Sicherheitsbeauftragter ernannt, gab Pena Nieto gestern in Mexiko-Stadt bekannt.

So soll etwa die bisherige Tourismusministerin Claudia Ruiz Massieu neue Chefdiplomatin werden. Jose Antonio Meade wechselt vom Außenamt in das Ministerium für Soziale Entwicklung.

Renato Sales soll zudem den bisherigen Sicherheitsbeauftragten Monte Alejandro Rubido ersetzen. Die Behörde ist für den wichtigen Drogenkampf in dem nordamerikanischen Land zuständig. Sie stand zuletzt wegen der Flucht des mächtigen Drogenbosses Joaquin „El Chapo“ Guzman in der Kritik. Guzman war Mitte Juli durch einen heimlich gegrabenen Tunnel aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Mexiko spektakulär ausgebrochen.

Zehntausende protestierten in Chile gegen Bildungsreform

Zehntausende Studenten haben in Santiago de Chile erneut gegen die von der Regierung eingeleitete Bildungsreform protestiert. Der Chilenische Studentenbund (Confech) schätzte 80.000 Teilnehmer. Es kam zu vereinzelten Zwischenfällen mit der Polizei, die Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten einsetzte, die sie mit Steinen bewarfen.

Etwa 80.000 protestierten gegen die Bildungsreform in Chile.

(iptv.ORF.at

Die Regierung bekräftigte unterdessen ihren Willen, ab 2016 die Gebühren in Universitäten aufzuheben, wie das Nachrichtenportal Emol berichtete. Die entsprechende Gesetzesvorlage soll im Dezember ins Parlament eingebracht werden. Bis dahin sollen Vertreter aller beteiligten Bereiche über das Projekt debattieren.

Lettland und Estland erwägen Zaun zu Russland

Lettland will angesichts einer steigenden Zahl illegaler Grenzübergänge die EU-Außengrenze zu Russland besser sichern. Dabei werde auch die Möglichkeit diskutiert, einen Zaun entlang bestimmter Abschnitte der Ostgrenze des baltischen Landes zu errichten, sagte Innenminister Rihards Kozlovskis gestern im lettischen Radio.

Um die Reaktionsgeschwindigkeit des lettischen Grenzschutzes zu erhöhen, sollte zunächst aber ein zwölf Meter breiter Grenzstreifen mit modernen Sicherheitssystemen geschaffen werden, so Kozlovskis. In Lettland waren zuletzt vermehrt vietnamesische Flüchtlinge aufgegriffen worden.

Zuvor waren auch im benachbarten Estland Pläne über den Bau eines 2,5 Meter hohen und mit Stacheldraht bewehrten Zauns bekanntgeworden, der Grenzverletzungen verhindern soll. Laut der Zeitung „Postimees“ will die Polizei- und Grenzschutzbehörde in den kommenden Jahren etwa ein Drittel der Landgrenze zu Russland so sichern.

Inland

Wie sinnvoll ist ein Bundesheer-Grenzeinsatz?

Die FPÖ trommelt das Thema seit Monaten: Das Bundesheer müsse wieder an die Grenze geschickt werden, um diese vor den Flüchtlingen abzuschotten. Aber auch immer mehr Regierungspolitiker und Minister wollen einen solchen Bundesheer-Grenzeinsatz nicht mehr ausschließen, auch der Verteidigungsminister nicht. Von 1990 bis 2011 stand das Heer an der Grenze, aber ist das heute wirklich noch sinnvoll?

Mehr dazu in oe1.ORF.at

SPÖ gegen Blitzverfahren bei Asyl

Die Vorschläge von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) zu einer schärferen österreichischen Asylpolitik sind gestern auf Ablehnung beim Koalitionspartner gestoßen. SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder ließ hinsichtlich „Blitzverfahren“ im Ö1-Mittagsjournal ausrichten, der Minister solle erst seine „Hausaufgaben“ machen und auf EU-Ebene Druck machen. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) stand Kurz bei.

Kurz hatte angedacht, „Blitzverfahren“ einzuführen, bei denen festgestellt würde, ob der Asylwerber nicht durch ein sicheres Land auf dem Weg nach Österreich gekommen sei. Wie diese konkret aussehen könnten, konnte aber auch nicht die zuständige Innenministerin Mikl-Leitner sagen. Man müsse sich das erst einmal genau anschauen. Sollte die EU allerdings nicht rasch eine bessere Lösung bei der Verteilung der Flüchtlinge auf die Mitgliedsstaaten finden, würden Änderungen im österreichischen Asylrecht wohl nicht ausbleiben.

Kurz im ZIB2-Gespräch

Außenminister Kurz fordert im ZIB2-Gespräch einen gesamteuropäischen Ansatz für die Flüchtlingskrise.

Kurz hatte zudem laut über die Kürzung von Sozialleistungen für Flüchtlinge nachgedacht. Auch damit kann Schieder wenig anfangen, da ein solcher Anreiz wohl nicht der Punkt für eine Flucht aus Krisenländern wie Syrien sei. Schärfere Kritik am Außenminister kam von den Grünen. Deren Menschenrechtssprecherin, Alev Korun, hielt nichts von den „Verschärfungsfantasien“.

Asylkoordination fordert Ende von Dublin III

Die Asylkoordination Österreich forderte unterdessen die Einstellung des Dublin-III-Verfahrens. Österreich solle dem deutschen Vorbild folgen und keine syrischen Flüchtlinge mehr in die Ersteinreiseländer zurückzuführen, hieß es in einer Aussendung. Das hatte zuvor bereits die grüne EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek gefordert.

Eine Konzentration der personellen Ressourcen des Bundesamtes für Fremdenwesen und Aysl (BFA) auf die Abwicklung des Dublin-Verfahrens führe zu einer Verlängerung der Unterbringungskrise in Österreich, kritisierte die Asylkoordination. „Eine sofortige Aussetzung der Dublin-Regelungen würde die österreichischen Asylbehörden massiv entlasten“, so die Obfrau der Asylkoordination, Anny Knapp.

Mikl-Leitner: Aussetzen von Dublin keine Option

Für Mikl-Leitner (ÖVP) kommt das nicht infrage. Vielmehr gehe es darum, das Dublin-System zu verbessern, so Mikl-Leitner in einem der APA übermittelten Statement. Zwar sei Dublin - die Regelung, nach der jener Staat für das Asylverfahren zuständig ist, in dem der Schutzsuchende erstmals europäischen Boden betreten hat - derzeit ein „ungenügendes, aber immerhin noch letztes Mittel, um Österreich ein Mindestmaß an Entlastung zu sichern“. Dublin ersatzlos zu streichen komme aber „sicher nicht infrage“, erklärte die Innenministerin.

Deutschland stoppte Dublin-Verfahren für Syrer

Länder wie Griechenland und Italien sind ob der Vielzahl der ankommenden Asylwerber völlig überfordert und lassen die meisten ungehindert in andere EU-Staaten weiterreisen. Nach Griechenland dürfen Migranten aufgrund fehlender menschenrechtlicher Standards nicht mehr zurückgeschoben werden. Deutschland stoppte die Rückschiebung laut Dublin für syrische Staatsbürger. Hintergrund sind hier humanitäre Überlegungen, aber auch der Wunsch, die Verfahren zu beschleunigen.

Weiterhin festhalten wollte Mikl-Leitner an der Option einer Klage gegen die EU - als „letztes Mittel“: „Wenn führende österreichische Europarechtsexperten meinen, es gibt eine Chance, dann wäre mein Zugang, alle Mittel auszuschöpfen, die zu einer Entlastung Österreichs führen könnten. Und nicht von vornherein schon das Handtuch zu werfen.“ Österreich hatte der Kommission vergangene Woche gedroht, gegen Dublin III zu klagen. Die Regierung hält das im Lissabon-Vertrag festgelegte Prinzip der fairen Lastenverteilung angesichts steigender Flüchtlingszahlen nicht mehr für gegeben.

Sport

Champions League: Attraktive Lose für ÖFB-Legionäre

Die Auslosung zur Gruppenphase der Champions League hat gestern zwar keine ausgewiesene Hammergruppe, aber doch interessante Konstellationen gebracht. Die ÖFB-Legionäre David Alaba, Aleksandar Dragovic und Martin Stranzl bekamen attraktive, aber machbare Gegner zugelost.

Alaba misst sich mit Bayern mit Arsenal, Dragovic und Kiew bekommen es mit Chelsea zu tun, und Stranzl und Mönchengladbach müssen zum unterlegenen Finalisten Juventus Turin. Die beiden Österreich-Bezwinger Schachtjor Donezk und Malmö FF stehen sich in Gruppe A gegenüber - gemeinsam mit Real Madrid und Paris St. Germain.

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Leichtathletik-WM: Bolt stürmt zum Sprint-Double

Usain Bolt hat sich zum vierten Mal in Serie zum Weltmeister über 200 m aufgeschwungen. Der Jamaikaner setzte sich gestern in Peking ganz locker vor seinem US-Rivalen Justin Gatlin durch, der wie schon im 100-m-Sprint mit der Silbermedaille vorliebnehmen musste. Für Bolt, der über 200 m seit 2007 ungeschlagen ist, war es das insgesamt zehnte WM-Gold seiner einzigartigen Karriere und das bereits fünfte Sprint-Double bei Leichtathletik-Großveranstaltungen. Eine Schrecksekunde erlebte der 29-Jährige nur auf der Ehrenrunde, als er von einem Kameramann über den Haufen gefahren wurde.

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Wirtschaft

Milliarden-Rüstungsauftrag für Boeing

Der US-Flugzeughersteller Boeing hat einen Auftrag zum Bau von Seefernaufklärungsflugzeugen des Typs P-8A in Höhe von 1,49 Milliarden Dollar erhalten. Wie das US-Verteidigungsministerium gestern mitteilte, sollen dafür 13 Maschinen gebaut sowie Titan und andere Materialien für 20 weitere Flugzeuge gekauft werden.

Neun Maschinen seien für die US-Marine, vier für die australische Luftwaffe vorgesehen. Von den 20 weiteren Maschinen sollen 16 an die USA und vier nach Australien gehen.

Chronik

Explosion in Taiwan durch Bühnenbeleuchtung ausgelöst

Zwei Monate nach der tödlichen Farbpulverexplosion in einem Freizeitpark in Taiwan vermuten die Ermittler die heiße Bühnenbeleuchtung als Ursache der Brandkatastrophe. Wie die Zeitung „Liberty Times“ heute unter Berufung auf einen Bericht der Feuerwehr berichtete, wurde die Explosion vermutlich durch die mehr als 400 Grad heißen Scheinwerfer ausgelöst. Als das Farbpulver aus Maisstärke mit ihnen in Kontakt kam, ging es in Flammen auf.

Bei dem Unglück während einer Party in einem Freizeitpark am Stadtrand der Hauptstadt Taipeh waren im Juni elf Menschen ums Leben gekommen, Hunderte weitere wurden verletzt. Von ihnen schweben 42 nach Behördenangaben noch immer in Lebensgefahr. Während der fröhlichen Feier hatte sich das über der Menge versprühte Farbpulver plötzlich in einen Feuerball verwandelt und Hunderte der rund tausend Gäste erfasst.

Der Bericht der Feuerwehr wurde der zuständigen Staatsanwaltschaft vorgelegt. Weil die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien, könne sie aber noch keine Einzelheiten bekanntgeben, sagte eine Sprecherin. Die Behörden hatten bereits unmittelbar nach dem Unglück vermutet, dass die Explosion durch die Bühnenbeleuchtung oder durch eine Zigarette ausgelöst wurde.

Bombe in Köln entschärft - Altstadt wieder freigegeben

Die 500-Kilo-Bombe am Kölner Rheinufer gegenüber der Altstadt ist entschärft worden. Wie die Stadt mitteilte, konnte der Zünder des Blindgängers gegen 0.25 Uhr ohne Probleme unschädlich gemacht werden. Alle Betroffenen können nun wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Entschärfte Bombe in Köln

APA/EPA/Hennig Kaiser

Mehrere tausend Menschen mussten die Gebäude in der näheren Umgebung verlassen. Auch ein großes Hotel wurde geräumt, ebenso die von vielen Gaststätten genutzte erste Häuserzeile der gegenüberliegenden Altstadt. Die Straßensperrungen sollten zügig wieder aufgehoben werden.

Sieben Tote durch Wirbelsturm auf Karibikinsel Dominica

Auf der Karibikinsel Dominica sind laut Medienberichten mindestens sieben Menschen durch den Tropensturm „Erika“ ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer könnte weiter steigen, berichtete die Zeitung „The Dominican“ (Onlineausgabe) gestern Abend. Der Wirbelsturm verursachte heftige Regenfälle in dem Inselstaat in der östlichen Karibik.

Schäden an einem Haus

APA/AP/Carlisle Jno Baptiste

Laut dem Nationalen Hurrikanzentrum (NHC) in Miami zog „Erika“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 Kilometern pro Stunde Richtung Westen in der Region. Erwartet wird, dass sich der Sturm über Nacht Puerto Rico nähert. Auch die Dominikanische Republik könnte betroffen sein. Mehrere Karibikstaaten riefen eine Tropensturmwarnung aus.

23 Tote bei Zusammenstößen mit Viehdieben in Madagaskar

Bei Zusammenstößen zwischen Soldaten und Viehdieben sind im Südwesten Madagaskars 23 Menschen getötet worden. Bei den Opfern handle es sich um acht Soldaten und 15 Angehörige einer bewaffneten Bande von Viehdieben, sogenannter Dahalos, teilte die Armee gestern mit. Zwölf weitere Soldaten seien verletzt worden.

Die Diebe hatten den Angaben zufolge am Mittwochmorgen nahe der Ortschaft Ankazoabo rund 90 Buckelrinder gestohlen. Ein Züchter habe daraufhin die Armee alarmiert, die die Verfolgung der Diebe aufgenommen und sie angegriffen habe.

Die auch als Zebus bekannten Buckelrinder sind in Madagaskar weit verbreitet. Die Dorftradition des Zebudiebstahls, ursprünglich eine Mutprobe für junge Männer, entwickelte sich in dem afrikanischen Inselstaat zum Geschäft. Immer wieder gibt es Tote bei gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Kultur

IT

Facebook erstmals mit einer Mrd. Nutzer an einem Tag

Das Onlinenetzwerk Facebook hat nach eigenen Angaben erstmals die Marke von einer Milliarde Nutzer innerhalb eines einzigen Tages geknackt. „Wir haben gerade einen wichtigen Meilenstein passiert“, teilte Firmenchef Mark Zuckerberg gestern auf seiner Facebook-Seite mit.

Am Montag habe jeder siebte Mensch auf der Erde das Soziale Netzwerk genutzt. Damit sei Facebook „zum ersten Mal“ binnen eines Tages von einer Milliarde Menschen aufgerufen worden, „und das ist erst der Anfang“, fügte Zuckerberg hinzu.

Facebook hatte vergangenen Monat mitgeteilt, dass die Zahl der monatlich aktiven Nutzer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 1,49 Milliarden gewachsen sei. 968 Millionen von ihnen nutzten Facebook demnach täglich. Die Zahl derjenigen, die Facebook via Mobiltelefon aufrufen, stieg den Angaben zufolge auf 1,31 Milliarden.

Apple stellt neues iPhone am 9. September vor

Der US-Konzern Apple hat gestern die Einladungen für eine Präsentation am 9. September verschickt, bei der das neueste Modell des iPhone und vielleicht auch Neuigkeiten zum Apple TV vorgestellt werden dürften. Wie üblich gab das Unternehmen keine Einzelheiten außer zum Ort und zur Uhrzeit des Ereignisses bekannt, das in San Francisco (um 19.00 Uhr MESZ) stattfinden soll.

Es gab lediglich einen Hinweis, dass der virtuelle Assistent Siri dabei eine Rolle spielen könnte. Die Marke mit dem Apfel als Logo stellt jedes Jahr um diese Zeit ihre neuen Handymodelle vor. Die von den Medien bereits „iPhone 6S“ und „6S Plus“ getauften neuen Modelle könnten unter anderem eine Kamera haben, die in ultrahoher Auflösung filmen kann.

Spekulationen gibt es auch über Neuheiten bei der Fernsehbox Apple TV, durch die auf dem Fernseher im Internet verbreitete Streamingvideos abrufbar sind. Die Box könnte insbesondere den virtuellen Assistenten Siri integrieren, um auf Anweisungen per Stimme zu reagieren.

Science

Hirnchirurgen identifizierten Krebsgewebe mit Licht

Chirurgen haben erstmals in Europa einen Patienten mit einer Lasertechnik behandelt, die während einer Gehirntumor-Operation krebskrankes von gesundem Gewebe unterscheidet. Anhand der Reflexion der Strahlen konnten die Londoner Ärzte in Sekundenschnelle erkennen, wo das Gehirn von Krebs befallen ist. Dadurch wissen sie, wo sie schneiden sollen.

Bisher müssen dafür während der Operation Gewebeproben im Labor untersucht werden. Das fällt nun weg. „Das gibt uns einen offensichtlichen Vorteil bei der Geschwindigkeit“, sagte Neurochirurg Babar Vaqas, der den Versuch am Charing Cross Hospital leitete, der BBC. Die Methode wurde dem Sender zufolge sonst nur im kanadischen Montreal getestet.

Rauch gibt Aufschluss über Veränderung des Gewebes

Der Patient, ein 22 Jahre alter Physiker, der selbst mit der Lasertechnik forscht, erholt sich dem Bericht zufolge gut. Während der Operation an seinem Gehirn wandten die Ärzte eine weitere Methode an, die noch relativ neu ist: ein „iKnife“ genanntes Skalpell, das beim Schneiden Rauch erzeugt. Eine Maschine analysiert diesen sofort und liefert Informationen über Veränderungen des Gewebes.

„Kranke und gesunde Gewebe haben unterschiedliche Signaturen“, erklärte Martina Schnölzer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. „Das können Lipide sein oder Proteine, die in krankem Gewebe häufiger oder seltener vorkommen.“ Der Laser und das „iKnife“ stützten sich auf diese Unterschiede. Faszinierend sei, dass die Analyse in Echtzeit geschehe, während herkömmliche Methoden Zeit brauchten: „Das ist ein Riesenvorteil.“ Gut sei außerdem, dass man beide Methoden parallel anwenden und die Ergebnisse miteinander vergleichen könne.

Leute

US-Schauspielerin Lucy Liu erstmals Mutter geworden

Die US-Schauspielerin Lucy Liu („3 Engel für Charlie", "Kill Bill“) ist erstmals Mutter geworden. Auf Instagram stellte sie den Nachwuchs gestern als den „neuen kleinen Mann in meinem Leben, mein Sohn Rockwell Lloyd Liu“ vor.

Dazu postete sie ein Foto, auf dem sie ihr Baby in den Armen hält. Lius Sprecher teilte der US-Zeitschrift „People“ mit, dass der Sohn der 46-jährigen Schauspielerin von einer Leihmutter ausgetragen wurde. Die chinesisch-stämmige Amerikanerin ist nicht verheiratet.

Lifestyle

Islands Hauptstadt benennt Straße nach Darth Vader

Die isländische Hauptstadt Reykjavik benennt eine Straße nach dem berühmten „Star Wars“-Bösewicht Darth Vader. Die Entscheidung der Stadt verbreitete Bürgermeister Dagur B. Eggertsson über Twitter. Die Umbenennung der Straße in einem Industriegebiet ist der Initiative „Better Reykjavik“ zu verdanken, einem Onlineforum, bei dem Bürger Ideen für ihre Stadt einreichen können.

Die beliebtesten Vorschläge werden im Stadtrat diskutiert. Reykjaviks damaliger Bürgermeister und Clown Jon Gnarr hatte sich 2010 für das Forum starkgemacht. Der „Star Wars“-Fan kommentierte die Straßenumbenennung auf Facebook: „Wurde langsam Zeit!“