Inland

Heinisch-Hosek will sich Geld bei Ganztagsschule holen

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) will die in ihrem Ressort nötigen Einsparungen bei den Mitteln für den Ausbau der ganztägigen Schulformen aufbringen. Statt wie ursprünglich geplant 160 Mio. Euro pro Jahr bis 2018 sollen dafür heuer nur 110 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Das sieht ein den Bildungslandesräten gestern Abend unterbreiteter Vorschlag der Ministerin vor.

Insgesamt muss Heinisch-Hosek heuer 87 Mio. Euro einsparen. Diese Summe ergibt sich aus den zuletzt genannten 57 Mio. Euro sowie jenen 30 Mio. Euro, die eigentlich durch Änderungen beim Landeslehrer-Controlling gespart werden sollten. Letzterer Punkt ist nach den Gesprächen mit den Landesräten aber vom Tisch.

Noch acht Millionen fehlen

Zu den 50 Mio. Euro an Einsparungen aus den geringeren Mitteln für den Ganztagsschulausbau kommen noch 28 Mio. Euro, die in der Verwaltung sowie bei Bauvorhaben hereingebracht werden sollen. Insgesamt seien damit noch rund acht Mio. Euro offen, so Heinisch-Hosek nach dem Treffen vor Journalisten.

Die heuer eingesparten 50 Mio. Euro bei den ganztägigen Schulformen sollen bis 2018 wieder an die ursprünglich vereinbarte Summe angehängt werden. Das „Kompetenz-Wirrwarr“ (Heinisch-Hosek) bei der Schulverwaltung zwischen Bund und Ländern soll bei weiteren Treffen mit den Ländern in den kommenden Monaten diskutiert und entwirrt werden.

Länder vorerst zufrieden

Vorerst zufrieden äußerten sich die Ländervertreter nach dem Gespräch mit Gabriele Heinisch-Hosek: „Wir haben gewisse Verstimmungen ausgeräumt“, so der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). So seien etwa die Verordnungen der Ministerin endgültig vom Tisch - darunter auch jene, durch die von den Ländern 30 Mio. durch ein verschärftes Landeslehrer-Controlling erlöst werden sollten.

Regierung hinter Sparplänen

Die Regierung hatte sich zuvor hinter die Sparpläne im Bildungsbereich gestellt und diese verteidigt. Vizekanzler Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) sieht den Betrag von 57 Mio. Euro heuer - 2015 sollen nochmals 60 Mio. Euro eingespart werden - im Vergleich zum Budget von acht Milliarden „in Relation“ als gering an, wie er sagte. Auch werde sich nichts an den Sparzielen ändern.

Während sich Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) dezidiert gegen eine Verländerung der Bundeslehrer stellt und damit Heinisch-Hosek den Rücken stärkt, findet Spindelegger den Vorstoß der Länder „diskussionswürdig“.

Mehr dazu in Spindelegger: Niedriger Sparbetrag

Mitterlehner versteht Standortkritik von Managern

Die harte Kritik heimischer Manager in den vergangenen Tagen am Standort Österreich zeigt offenbar Wirkung. Im Gespräch mit der „Presse“ (Donnerstag-Ausgabe) kann Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) vor allem die Klagen von Banken verstehen, die sich gegen eine Doppelbelastung durch die österreichische und die künftige EU-Bankenabgabe wehren.

„Mit dieser Problematik muss man sich beschäftigen, wir werden wohl auf Dauer nicht beides in diesem Ausmaß haben können“, meinte Mitterlehner. In der Koalition stellt die SPÖ die Bankenabgabe zurzeit außer Frage: Bundeskanzler Werner Faymann meinte Anfang April, dass an der Steuer nicht gerüttelt werde. „Die Bankenabgabe muss bleiben.“

Mitterlehner will mit einer weiteren Senkung der Lohnnebenkosten und mit Bürokratieabbau auf die Kritik der Wirtschaftstreibenden reagieren. Er bekennt sich zum Industriestandort Europa und zeigt Verständnis für Kritik von voestalpine-Chef Wolfgang Eder und OMV-Boss Gerhard Roiss.

Ausland

Transparency: EU-Korruptionsregeln oft totes Recht

Die EU-Institutionen sind nach Einschätzung der Organisation Transparency International nicht ausreichend gegen Korruption gewappnet. Es gebe zwar zahlreiche Regeln und Vorschriften, um Korruption zu verhindern, allerdings würden sie oft nicht umgesetzt, beklagt die Organisation in einer Studie, die heute in Berlin vorgestellt wird.

Mitunter mangle es am politischen Willen oder den nötigen Ressourcen, heißt es darin. Die Gesetzgebungsprozesse und Lobbyistenstrukturen in der EU seien teilweise undurchsichtig. Auch gebe es beispielsweise keine ausreichenden Vorkehrungen zum Schutz von Medieninformanten. EU-Mitarbeiter hätten daher kaum Anreize, Fehlverhalten zu melden.

Zehn EU-Institutionen untersucht

Transparency International nahm sich für die Studie zehn EU-Institutionen vor, darunter das Europäische Parlament, die EU-Kommission und den Europäischen Rat. Das EU-Büro der Antikorruptionsorganisation untersuchte die Einrichtungen mit Blick auf Unabhängigkeit, Transparenz, Rechenschaftspflicht und Integrität.

Die Autoren loben, die europäischen Institutionen machten zwar viele Dokumente und Informationen aus ihren Entscheidungsprozessen öffentlich zugänglich, besonders das EU-Parlament. Viele wichtige Verhandlungen liefen aber hinter verschlossenen Türen. Außerdem seien die Verantwortlichen in den EU-Einrichtungen nicht verpflichtet, Kontakte zu Lobbyisten während des Gesetzgebungsprozesses offenzulegen. Auch ein verpflichtendes Register der auf EU-Ebene tätigen Lobbyisten fehle.

Einfachere Regeln gefordert

Es gebe zwar zahlreiche Vorschriften, um Interessenkonflikte von EU-Mitarbeitern zu vermeiden - etwa mit Blick auf einen späteren Wechsel in die Wirtschaft. Die Regeln seien aber komplex und für die Mitarbeiter selbst schwer durchschaubar. Vermögenserklärungen der Mitglieder des EU-Parlaments würden nicht auf ihre Richtigkeit kontrolliert. Die Einrichtungen der Europäischen Union müssten an einigen Stellen nachbessern.

China gibt japanisches Schiff gegen Entschädigung frei

Konflikt aus Kriegszeiten: Ein chinesisches Marinegericht hat ein am Wochenende beschlagnahmtes japanisches Containerschiff gegen eine Entschädigungszahlung freigegeben. Die Reederei Mitsui OSK Lines habe die geforderten 2,9 Milliarden Yen (20,5 Mio. Euro) bezahlt, teilte das Gericht in Schanghai heute mit.

Die Klage ging auf Ansprüche aus Kriegszeiten vor rund 80 Jahren zurück. Demnach schuldete die Reederei Mitsui OSK Lines einer chinesischen Familie Entschädigungsleistungen. Hintergrund ist ein 1936 geschlossener Mietvertrag für zwei chinesische Schiffe, die später in den Besitz des japanischen Militärs übergingen. 2007 entschieden die Richter zugunsten der chinesischen Kläger und forderten die Reederei 2011 auf, die Zahlungen zu leisten.

Mit dem Prozess in Schanghai schaffe China einen Präzedenzfall, meinte der Japan-Experte Zhou Weihong von der Pekinger Fremdsprachen-Universität. Bisher hatte Peking aus Rücksicht auf die Beziehungen zu Japan meist versucht, solche Klagen zu verhindern. Chinas Regierung wolle die Klage benutzen, um daran zu erinnern, welchen Schaden die Japaner im Krieg angerichtet hätten.

USA begrüßen Erdogans Äußerung über Leiden der Armenier

Die USA haben die Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan über die Leiden der Armenier im Osmanischen Reich begrüßt. Das sei ein „positiver Schritt“, der zu einer „vollen Anerkennung der Fakten“ und zur Versöhnung führen könne, sagte Jen Psaki, Sprecherin des US-Außenamtes, gestern in Washington.

Erdogan hatte in einer Botschaft die Opfer der Armenier als „gemeinsames Leid“ bezeichnet. „Es lässt sich nicht abstreiten, dass die letzten Jahre des Osmanischen Reiches, gleich welcher Religion oder ethnischer Herkunft sie angehörten, für Türken, Kurden, Araber, Armenier und Millionen weiterer osmanischer Bürger eine schwierige Zeit voller Schmerz waren“, sagte Erdogan.

Im Osmanischen Reich kamen nach unterschiedlichen Schätzungen während des Ersten Weltkriegs zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Armenier ums Leben. Die Gräueltaten an den Armeniern wurden von mehr als einem Dutzend Staaten als Völkermord gewertet. Die Türkei bestreitet den Genozid, dagegen wird in Armenien der 24. April offiziell als Völkermordgedenktag begangen.

Aussöhnung der Palästinenser sorgt für neue Turbulenzen

Die radikalislamische Hamas und die PLO von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas haben nach Jahren der Konfrontation überraschend einen Versöhnungspakt geschlossen und damit den Bemühungen um einen Frieden mit Israel einen neuen Schlag versetzt. Die Regierung in Jerusalem sagte gestern umgehend eine geplante Sitzung der Gespräche mit Abbas’ Palästinenserregierung ab.

Dessen PLO und die Hamas, die Israel zerstören will, verständigten sich darauf, eine Einheitsregierung zu bilden und Wahlen abzuhalten. Seit einem 2007 nach dem Wahlsieg der Hamas zwischen beiden Gruppen auch mit Waffengewalt ausgetragenen Konflikt wird der Gazastreifen von der Hamas, das Westjordanland von Abbas’ Autonomiebehörde regiert.

Scharfe Töne aus Israel

„Die Ära der Teilung ist vorüber“, sagte Hamas-Ministerpräsident Ismail Hanija unter lautem Beifall vor palästinensischen Journalisten in Gaza. Die Einigung sieht vor, dass die gemeinsame Regierung binnen fünf Wochen gebildet und vom Palästinenserparlament bestätigt werden soll. Sechs Monate danach sind Parlamentswahlen vorgesehen. In der Vergangenheit zerschlugen sich mehrere Anläufe für eine Versöhnung.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, Abbas habe sich für die Hamas statt für den Frieden entschieden. „Wer immer auch Hamas wählt, will keinen Frieden.“ Außenminister Avigdor Lieberman hatte bereits vor Bekanntgabe des Palästinenser-Pakts gesagt, eine Unterschrift unter ein Aussöhnungsabkommen bedeute das Ende der Friedensverhandlungen mit der Autonomieregierung. Wie die EU und die USA betrachtet Israel die Hamas als Terrororganisation.

Die USA zeigten sich „enttäuscht“ über das Abkommen. Die Versöhnung der beiden Gruppen könne die Bemühungen um ein Friedensabkommen ernsthaft gefährden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

Kurz: „Verhandlungen fortsetzen“

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hatte zuvor bei einem Besuch im Westjordanland an Israel und die Palästinenser appelliert, die Nahost-Verhandlungen fortzusetzen. Abbas habe ihm versichert, dass die Aussöhnung mit der Hamas die Friedensbemühungen mit Israel nicht beenden werde. Das teilte Kurz nach seinem Gespräch mit Abbas in Ramallah der APA mit.

Er habe darauf gedrängt, dass die Palästinenser die Friedensgespräche mit Israel fortsetzen, sagte der Außenminister. Die Aussöhnung mit der Hamas dürfe dabei kein Hindernis sein. Die Hamas müsse jedoch das Existenzrecht Israels anerkennen und auf Gewalt verzichten. Abbas habe zugesagt, die Friedensgespräche mit Israel auch nach Bildung einer palästinensischen Übergangsregierung unter Einbeziehung der Hamas fortzusetzen, erklärte Kurz.

Nigeria: Entführte Mädchen als menschliche Schutzschilde

Die Massenentführung von Hunderten Mädchen in Nigeria nimmt immer dramatischere Ausmaße an. Neben dem mutmaßlichen organisierten Missbrauch der Teenager müssen diese den islamistischen Terroristen der Boko Haram offenbar als menschliche Schutzschilde dienen: Das nigerianische Militär stellte nun jedenfalls die Luftschläge im Gebiet des weitläufigen Sambisa-Waldes ein, wo die Mädchen mit ihren Entführern vermutet werden. Angesichts der Verzweiflung der Eltern von 230 weiterhin vermissten Mädchen fällt kaum mehr ins Gewicht, dass die Behörden inzwischen nicht mehr leugnen, dass die Dimension des Verbrechens vertuscht hätte werden sollen.

Mehr dazu in Militär beschönigte Massenentführung

Sport

Tennis: Melzer folgt Thiem ins Barcelona-Achtelfinale

Mit Jürgen Melzer und Dominic Thiem sind gleich zwei Österreicher im Achtelfinale des ATP-Turniers in Barcelona vertreten. Nach dem Achtungserfolg von Thiem am Dienstag gegen den Spanier Marcel Granollers, feierte Melzer gestern seinen zweiten Sieg nach seinem Comeback. Der 32-Jährige setzte sich gegen den als Nummer sieben gesetzten Polen Jerzy Janowicz in zwei Sätzen durch.

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Champions League: Kritiker schießen sich auf Mourinho ein

Torschüsse sind beim enttäuschenden 0:0 zwischen Atletico Madrid und Chelsea die Ausnahme gewesen. Umso schärfer schossen sich nach dem Semifinal-Hinspiel der Champions League die Kritiker auf Chelsea-Trainer Jose Mourinho und seine unattraktive Defensivtaktik ein. „Das war kein Fußballspiel mehr“, hieß es heute u. a. in spanischen Medien. Aber auch in Großbritannien wurde Mourinho nicht gerade gelobt. Dem Portugiesen ist das egal.

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Wirtschaft

Patscherkofel gehört bald wieder Innsbruck

Lange ist über den Rückkauf des Patscherkofels samt dazugehörigen Liftanlagen durch die Stadt Innsbruck verhandelt worden. Nun haben sich die Stadt und die Betreiberfamilie Schröcksnadel geeinigt. Der Kaufpreis liegt bei über zehn Millionen Euro.

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Minderheitseigner sucht neuen Media-Saturn-Chef

Der Machtkampf zwischen dem Handelsriesen Metro und dem Media-Saturn-Minderheitseigner Erich Kellerhals geht in eine neue Runde. Kellerhals sucht auf seiner Website nach einem Nachfolger für Media-Saturn-Chef Horst Norberg. Dieser scheide demnächst aus und gehe in den Ruhestand.

Zum Anforderungsprofil heißt es unter anderem: „Wer Angst vor Kontrollverlust hat, ist die falsche Führungsperson für ein dezentral gesteuertes Unternehmen.“ Gesucht sei ein Mannschaftsspieler. Die Metro wollte sich am Mittwoch dazu nicht äußern, da Norberg noch einen Vertrag bis Ende 2015 habe.

Kellerhals und der Metro-Vorstand ringen seit Jahren um die Macht bei Europas größter Elektrohandelskette. Umstritten war zwischen beiden Seiten unter anderem die Expansionsstrategie der Kette und die Aufstellung des Onlinegeschäfts. Der Zwist beschäftigt auch die Gerichte. Denn Media-Saturn-Gründer Kellerhals hat trotz seiner Beteiligung von nur noch rund 22 Prozent umfassende Vetorechte.

Chronik

Fährunglück: Leiche von erstem Hilferufer gefunden

Mehr als eine Woche nach dem Fährunglück in Südkorea haben Taucher im Wrack die Leiche des Schülers gefunden, der noch vor der Besatzung einen Notruf abgesetzt hatte. Der Bursche sei von seinen Eltern identifiziert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap heute. Er hatte drei Minuten vor der Besatzung in seinem Notruf völlig verängstigt berichtet, dass die Fähre sinke.

Der Anruf des Schülers heizte den Ärger über die späte Reaktion von Kapitän und Besatzung weiter an. Die „Sewol“ war vor einer Woche auf dem Weg zur Insel Jeju mit 476 Menschen an Bord gekentert und später gesunken. 174 Insassen wurden gerettet, darunter der 69-jährige Kapitän und zwei Drittel seiner Besatzung. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg heute auf 169, 133 galten noch als vermisst.

Kosteten Verzögerungen Menschenleben?

Die Bergung der Toten in dem trüben Wasser ist äußerst mühsam. An Bord der Unglücksfähre befanden sich 352 Schüler einer Mittelschule der Stadt Ansan sowie rund ein Dutzend ihrer Lehrer, die zu einem Ausflug auf die Urlaubsinsel Jeju wollten. Nur 75 der Jugendlichen überlebten das Unglück.

Nach Angaben von Gerichtsmedizinern wollen einige Eltern der getöteten Schüler eine Obduktion verlangen, um die genaue Todesursache festzustellen. Sie glauben, dass ihre Kinder möglicherweise zunächst in Lufteinschlüssen überlebt haben und möglicherweise nicht gestorben wären, hätten die Bergungsarbeiten nicht so lange gedauert. Bis die Taucher zu den ersten Leichen vordrangen, vergingen vier Tage.

Weitere Besatzungsmitglieder verhaftet

Die Umstände des Unglücks sind noch nicht aufgeklärt. Sieben Crewmitglieder wurden verhaftet, darunter Kapitän Lee Joon Seok. Sie sollen die Evakuierung verzögert und die Passagiere im Stich gelassen haben, weil sie frühzeitig das Schiff verließen.

Vier weitere Besatzungsmitglieder wurden festgenommen, aber bisher nicht angeklagt. Sie wurden heute im Fernsehen gezeigt. Einer von ihnen, der leitende Maschinist der „Sewol“, sagte aus, er habe vor dem Unglück keine technischen Probleme festgestellt.

Kanada: Beben der Stärke 6,7 auf Vancouver Island

Ein Erdbeben der Stärke 6,7 hat gestern Abend (Ortszeit) die zu Kanada gehörende Insel Vancouver Island erschüttert. Das teilte die US-Erdbebenwarte USGS mit. Die Insel im Pazifik ist der gleichnamigen kanadischen Westküstenstadt vorgelagert.

Die Erdstöße ereigneten sich um 5.10 MESZ. Das Zentrum lag 94 Kilometer südlich von Port Hardy ganz im Norden von Vancouver Island in einer Tiefe von 11,4 Kilometern. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgelöst.

Der 2,3-Millionen-Einwohner-Großraum Vancouver liegt gegenüber der Südspitze von Vancouver Island. Die Insel hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 450 Kilometern.

Entdecktes Treibgut nicht von Flug MH370

Das an der Westküste Australiens angespülte Treibgut gehört laut offiziellen Angaben nicht zu dem seit mehr als einem Monat verschollenen Malaysia-Airlines-Flugzeug. Wie die Behörde ATSB heute mitteilte, ist es „sehr unwahrscheinlich“, dass es sich dabei um Teile der verschwundenen Maschine handelt. Das habe die Auswertung von Fotos ergeben.

Der Fund des Treibgutes rund 320 Kilometer südlich der Stadt Perth hatte gestern Hoffnungen auf eine Spur zu der seit dem 8. März verschollenen Boeing 777 geweckt. An Bord der Maschine mit der Flugnummer MH370 waren 239 Menschen. Die Suche nach dem Flugzeug ging unterdessen weiter.

Das U-Boot „Bluefin-21“ hat nach Angaben der offiziellen Koordinierungsstelle inzwischen 90 Prozent des vermuteten Absturzgebiets im Indischen Ozean abgesucht. Dabei sei bisher kein Hinweis auf das Wrack entdeckt worden. Elf Flugzeuge und elf Schiffe waren ebenfalls in der Region, um nach Teilen der Maschine zu suchen.

Chaos auf Südstrecke wegen Brandes von Gleisbauzug

Chaos im Frühverkehr hat heute auf der Südbahnstrecke in Kärnten geherrscht: Eine Gleisbaumaschine war bei St. Veit in Brand geraten. Dadurch wurden die Oberleitungen beschädigt. Die Reparatur dauert laut ÖBB bis zum Abend, im Fernverkehr gibt es große Verspätungen.

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Zwei Mädchen von Baumstamm überrollt

In Grünburg in Oberösterreich haben zwei Schwestern im Alter von acht und zwölf Jahren gestern ihren Vater bei der Waldarbeit beobachtet. Die Mädchen wurden dabei von einem Baumstamm überrollt und schwer verletzt.

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Solosechser bei Lotto „6 aus 45“

Einen Solosechser zu 1,7 Millionen Euro hat die gestrige Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gebracht.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

3 5 10 13 19 39 / Zusatzzahl: 33

Ein Spielteilnehmer hatte den richtigen Joker auf der Quittung, er erhält rund 170.000 Euro.

Der richtige Joker lautet:

9 2 7 5 9 4

Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur

„Dschungelbuch“-Remake mit Johansson und Nyong’o geplant

Die 31-jährige Oscar-Gewinnerin Lupita Nyong’o („12 Years a Slave“) und ihre Schauspielkollegin Scarlett Johansson (29) sind für ein Remake des Filmklassikers „Dschungelbuch“ im Gespräch. Das berichtet das US-Branchenblatt „Hollywood Reporter“.

Demnach soll Nyong’o die Wölfin Raksha vertonen, die den Waisenbuben Mogli im Dschungel aufnimmt. Johansson verhandle über die Stimmrolle für die Pythonschlange Kaa, hieß es. Idris Elba („Thor“) steht bereits für die Vertonung des Tigers Shir Khan fest.

Disney will die Mischung aus Zeichentrick- und Live-Action-Spielfilm unter der Regie von Jon Favreau im Herbst 2015 in die Kinos bringen. Auch das Studio Warner Bros. plant eine Neuverfilmung der Buchvorlage des britischen Autors Rudyard Kipling (1865-1936). Die bekannteste Verfilmung ist der Disney-Zeichentrickfilm „Dschungelbuch“ aus dem Jahr 1967.

Kolumbien ehrt Marquez mit Marathonlesungen

Zu Ehren des verstorbenen Literaturnobelpreisträgers Gabriel Garcia Marquez haben in ganz Kolumbien öffentliche Lesungen aus dessen Erzählung „Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt“ stattgefunden. Staatschef Juan Manuel Santos eröffnete heute den Lesemarathon in Bibliotheken sowie auf Plätzen und Parks in rund 500 Städten des Landes.

Mehr als 12.000 Exemplare des Werks des vor einer Woche in Mexiko gestorbenen Schriftstellers waren zu diesem Zweck verteilt worden, wie die Zeitung „El Tiempo“ (Onlineausgabe) berichtete. Der Parlamentsvorsitzende Juan Fernando Cristo kündigte an, er werde im Senat die Ausgabe einer Briefmarke und einer Banknote mit dem Bild des in Kolumbien geborenen „Gabo“ vorschlagen.

Der Kampf der Wiener Wagengruppen

„Dreck ist Freiheit“ heißt ein neuer Film, der den Alltag der Wiener Wagengruppe „AKW Lobau“ dokumentiert. Während diese Gruppe einen legalen Standort in Donaustadt gefunden hat, ziehen andere weiterhin mit ihren Bau- und Zirkuswägen durch Wien.

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IT

Gute iPhone-Verkäufe halten Apple auf Kurs

Das iPhone kann sich gegen den wachsenden Konkurrenzdruck behaupten und hat Apple wieder Zuwächse bei Umsatz und Gewinn beschert. Der Konzern verkaufte in den vergangenen drei Monaten 43,7 Millionen seiner Smartphones. Das war mehr als die meisten Analysten erwartet hatten.

Der Umsatz in dem Ende März abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal stieg dadurch im Jahresvergleich um 4,7 Prozent auf 45,6 Mrd. Dollar (33 Mrd. Euro). Der Quartalsgewinn lag bei 10,2 Mrd. Dollar. Das waren sieben Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Freude bei Aktionären

Zugleich kündigte Apple gestern einen Aktiensplit im Verhältnis sieben zu eins an. Die Dividende wird angehoben, und der Aktienrückkauf von rund 60 auf 90 Milliarden Dollar ausgeweitet. Das alles ließ die Herzen der Investoren höher schlagen - die Aktie schoss nachbörslich um acht Prozent hoch. Investoren beklagten sich schon lange über die mäßige Kursentwicklung beim wertvollsten Unternehmen der Welt.

iPads als Problemzone

Die iPhone-Verkäufe legten im Jahresvergleich um 17 Prozent zu. Das dürfte zwar unter dem allgemeinen Wachstum des Smartphone-Marktes liegen. Aber viele Analysten sahen Apple vor größeren Problemen: Die Zuwächse in dem Geschäft kommen immer mehr aus den Entwicklungsländern - und dort sind vor allem günstige Smartphones gefragt. Der durchschnittliche Preis eines verkauften iPhone sank zwar von 613 auf 597 Dollar, ist aber immer noch deutlich höher als der Branchendurchschnitt.

Der iPad-Absatz hingegen entwickelte sich schwächer, als Experten erwartet hatten. Er sank im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 16,3 Millionen Geräte. Dabei hatte Apple erst im Herbst die Modellpalette aktualisiert. Der Konzern verkaufte 4,1 Millionen seiner Mac-Computer. In einem insgesamt schwächelnden Markt war das ein gutes Plus von fünf Prozent.

Facebook steigert Gewinn und Umsatz

Facebook hat Gewinn und Umsatz im abgelaufenen Quartal gesteigert. Vor allem das Geschäft mit Onlinewerbung für mobile Geräte sei gut gelaufen, teilte der Konzern gestern nach US-Börsenschluss mit.

Insgesamt kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Analysten hatten lediglich mit 2,36 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn verdreifachte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf unterm Strich 642 Millionen Dollar. Pro Aktie verdiente Facebook mit 25 Cent einen Cent mehr als erwartet.

Facebook erklärte zudem, Finanzchef David Ebersman werde noch in diesem Jahr zurücktreten. Facebook-Aktien legten nachbörslich zunächst 1,6 Prozent zu.

Lifestyle

Aufregung über Elektroscooter für Kinder

Ein neuer Typ von Elektrofahrrädern, die einem Moped täuschend ähnlich sehen, sorgt derzeit für Diskussionen. Sie gelten als Fahrräder und dürfen von Kindern ab zwölf Jahren, mit Fahrradführerschein schon ab zehn, gelenkt werden. Die Eltern sind gefordert.

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Science

115-Jährige: Mutationen ohne Folgen

Im Lauf des Lebens können Veränderungen im Erbgut zu schweren Erkrankungen führen. Das gilt besonders für Zellen, die immer wieder neu gebildet werden, wie jene im Blut. Forscher haben nun das Blut einer 115-jährigen Frau und dort 400 Mutationen entdeckt. Befund der Forscher: Die Erbänderungen waren völlig harmlos.

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Besser handeln mit Kant und Hegel

Die Philosophen Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel können heute noch zur Lösung ethischer Probleme beitragen, ist der deutsche Philosoph Pirmin Stekeler-Weithofer überzeugt. Welche ethischen Lektionen die beiden heute - etwa im Hinblick auf Umweltschutz - noch liefern, erklärt Stekeler-Weithofer im ORF.at-Interview.

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Leute

Kartnig hofft auf Fußfessel

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat gestern das Urteil gegen den ehemaligen Sturm-Präsidenten Hannes Kartnig herabgesetzt - von fünf Jahren Haft auf 15 Monate, die Geldstrafe von 6,6 auf 5,5 Millionen Euro. Damit sind allerdings längst nicht alle Fragen geklärt.

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Camillas Bruder nach Sturz gestorben

Der Bruder von Prinz Charles’ Frau Camilla ist nach einem Sturz an einer schweren Kopfverletzung gestorben. Das teilte das Clarence House, die offizielle Residenz des britischen Thronfolgers und seiner Frau, gestern in London mit. Kurz zuvor war bekanntgeworden, dass der 62-jährige Mark Shand am Vorabend nach einem Sturz in ein New Yorker Krankenhaus gebracht worden war.

Er war für eine Wohltätigkeitsveranstaltung nach New York gereist. Nach der Veranstaltung rutschte er Berichten zufolge aus, als er sich im Freien eine Zigarette anzünden wollte, und schlug mit dem Kopf auf den Gehsteig auf. Camilla sei „absolut am Boden zerstört“, sagte eine Sprecherin von Clarence House.

Jodie Foster heiratet Freundin Alexandra Hedison

Oscar-Preisträgerin Jodie Foster (51) hat laut US-Medienberichten ihre Freundin, die Fotografin und Schauspielerin Alexandra Hedison (44), geheiratet. Fosters Sprecher habe die Eheschließung bestätigt, berichtete das Promiportal Eonline.com gestern. Die Feier soll am Wochenende stattgefunden haben. Das Paar ist knapp ein Jahr zusammen. Laut Eonline.com war Hedison bis 2004 etwa drei Jahre lang mit der Talkshow-Moderatorin Ellen DeGeneres zusammen.

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Heino zeigt Jan Delay wegen Nazi-Vorwurfs an

Der Sänger Heino (75) wehrt sich mit einer Strafanzeige gegen Nazi-Vorwürfe seines Kollegen Jan Delay (37). Das sagte Heinos Manager gegenüber der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung (Donnerstag-Ausgabe).

Heinos Rechtsanwalt habe Anzeige wegen des Verdachts der Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt. In einem Interview mit der heimischen „Presse“ hatte sich Delay zu den Interpretationen verschiedener Rock- und Popsongs geäußert, die der 75-Jährige 2013 veröffentlicht hatte.

„Alle sagten plötzlich: Ist doch lustig, ist doch Heino. Nee, das ist ein Nazi. Das vergessen die meisten Leute, wenn die Leute über Heino reden.“ Der 37-jährige Deutschrapper, der mit „Hammer & Michel“ auf Platz eins der deutschen Album-Charts steht, wollte gegenüber der dpa heute keine Stellungnahme abgeben.