Ausland

Paris: Schon „vor Monaten“ Waffen für syrische Rebellen

Frankreich hat den syrischen Rebellen im Kampf gegen Machthaber Baschar al-Assad schon „vor Monaten“ Waffen geliefert. Die syrischen Rebellen seien damals von Assads Truppen und der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) „in die Zange genommen“ worden, sagte Staatschef Francois Hollande heute bei einem Besuch auf der französischen Insel La Reunion im Indischen Ozean zur Begründung.

„Wir konnten die einzigen Syrer, die die Demokratie vorbereiteten (...), nicht ohne Waffen lassen“, sagte Hollande. Details zu den Waffenlieferungen nannte Frankreichs Staatschef nicht, sie entsprächen aber „den Regeln der Europäischen Union“.

Bereits tags davor hatte Hollande in einem Interview mit der Tageszeitung „Le Monde“ erstmals Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen bestätigt, allerdings nur indirekt. Auf die Frage, warum Frankreich den Kurden im Irak Waffen liefere, nicht aber den syrischen Rebellen, sagte Hollande: „Wer sagt Ihnen denn, dass wir den Rebellen, also der demokratischen Opposition, keine Waffen gegeben haben?“ Details nannte er jedoch nicht.

EU-Länder gespalten

Die Frage von Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen im Kampf gegen Assad hatte die EU-Staaten lange Zeit gespalten. Besonders Großbritannien und Frankreich waren dafür, Deutschland strikt dagegen. Im Mai 2013 wurde ein auslaufendes EU-Waffenembargo gegen Syrien nach schwierigen Verhandlungen nicht verlängert. Damit war der Weg frei für Waffenlieferungen europäischer Staaten an die syrischen Rebellen.

Schon 180.000 Tote im Bürgerkrieg

Seit den Giftgasangriffen vor einem Jahr kamen im syrischen Bürgerkrieg mehr als 70.000 Menschen ums Leben. Das gab die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London bekannt.

Die Giftgasattacken auf mehrere Orte nahe der Hauptstadt Damaskus hatten am 21. August 2013 laut einem UNO-Ermittlungsbericht rund 1.400 Menschen getötet, darunter viele Kinder. Der Schreckensherrschaft der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Osten des Landes fielen weitere Tausende Menschen zum Opfer.

Die Beobachtungsstelle gibt an, dass insgesamt mehr als 180.000 Menschen seit Ausbruch des Bürgerkrieges im März 2011 starben, rund ein Drittel davon Zivilisten. Rund 68.000 starben im Kampf für das Regime von Assad, 30.000 starben aufseiten der Rebellen und 26.000 weitere aufseiten islamistischer Milizen.

Indonesien: Klage gegen Präsidentenwahl verworfen

Das oberste Gericht Indonesiens hat Betrugsvorwürfe des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Prabowo Subianto bei der Wahl am 9. Juli zurückgewiesen. Es lehnte den Antrag auf Annullierung des Wahlgangs heute ab, wie der Vorsitzende Richter am Abend mitteilte.

Die Wahlkommission hatte den Bürgermeister von Jakarta, Jokowi Widodo, zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt. Prabowo erkannte das nicht an und sprach von massivem Wahlbetrug.

Jemen: Schiitsche Rebellen marschieren in Hauptstadt ein

Mehrere zehntausend Anhänger der schiitischen Huthi-Rebellen marschieren auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa zu. Nach Angaben der jemenitischen Nachrichtenseite Al-Mashhad al-Yemeni waren heute schon rund 30.000 Menschen in der Stadt, mindestens 10.000 davon bewaffnet.

Nördlich der Hauptstadt errichtete die Huthi-Volksgruppe ein Sammellager. Die Rebellen fordern die Unabhängigkeit ihrer Stammesgebiete im Norden, seit Jahren kommt es immer wieder zu Kämpfen mit der Armee.

Provinzhauptstadt unter Kontrolle

Erst Anfang August hatten Huthi-Rebellen die Provinzhauptstadt Amran, rund 50 Kilometer nördlich von Sanaa, unter ihre Kontrolle gebracht. Nun drohen die Rebellen, die Regierung zu stürzen, sollten ihre Forderungen nicht bis morgen erfüllt werden.

Jemens Übergangspräsident Abdrabuh Mansur Hadi rief nach Angaben der Nachrichtenagentur Saba die westlichen Industrienationen und den Golf-Kooperationsrat dazu auf, ihn gegen „die Bedrohung der Huthi-Gruppe“ zu unterstützen.

Flugbetrieb von Libyen nach Ägypten und Tunesien eingestellt

Flugzeuge aus Libyen dürfen vorerst nicht mehr in den Nachbarländern Ägypten und Tunesien landen. Wie das tunesische Verkehrsministerium sowie ägyptische Flughafenbehörden heute erklärten, fiel die Entscheidung aus Sicherheitsgründen. Wie lange und in welcher Form das Verbot durchgesetzt wird, ist unklar. Eine Bestätigung aus Libyen gab es vorerst nicht.

In dem nordafrikanischen Land liefern einander rivalisierende Milizen seit Wochen blutige Kämpfe. Die Regierung hat über die bewaffneten Gruppen längst keine Kontrolle mehr.

Vor einigen Tagen hatte Marokko bereits die Alarmbereitschaft erhöht und Boden-Luft-Raketen aufgestellt - für den Fall, dass Terroristen aus Libyen Flugzeuge als Waffen benutzen könnten, ähnlich wie das Netzwerk Al-Kaida am 11. September 2001 in den USA.

Grund waren Gerüchte über das Verschwinden von Zivilflugzeugen auf dem Flughafen von Tripolis - unter anderem der tunesischen Fluglinie Syphax. Das Unternehmen dementierte auf dpa-Anfrage jedoch, Flugzeuge in dem Krisenland verloren zu haben.

Ebola: Welthungerhilfe warnt vor humanitärer Krise

Ebola-Gebieten in Westafrika droht nach Einschätzung der Welthungerhilfe eine humanitäre Krise. Die Lage entwickle sich von einer Gesundheits- zu einer Hungerkrise, sagte Asja Hanano, Koordinatorin der Welthungerhilfe in Liberia bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Handel liegt nieder, Preise schnellen nach oben

Der Handel sei wegen geschlossener Grenzen zum Erliegen gekommen, große Märkte blieben deshalb geschlossen. In Sierra Leone seien viele Menschen durch die Quarantänemaßnahmen an der Arbeit auf den Feldern gehindert. Sie dürften ihre Häuser nicht verlassen. Außerdem seien dort viele Todesfälle zu beklagen, berichtete Hanano. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis seien dort bereits um bis zu 40 Prozent gestiegen. Die Organisation weitet ihre Hilfe für Liberia und Sierra Leone deshalb aus.

Armee setzt Quarantäne mit scharfer Munition durch

In Liberia setzen Sicherheitskräfte mit scharfer Munition und Tränengas die Einhaltung der Quarantäne in Monrovia durch. „Sie haben nicht auf friedliche Bürger geschossen“, sagte ein Militärsprecher gestern (Ortszeit) in der Hauptstadt. Dort war es zuvor zu Zusammenstößen im unter Quarantäne gestellten Bezirk West Point gekommen. Augenzeugen zufolge wurden vier Menschen verletzt. Es ist unklar, ob die Opfer angeschossen wurden.

Ein Reuters-Fotograf sah einen Buben mit einer schweren Beinverletzung. West Point wurde Einwohnern zufolge gestern Früh ohne Vorwarnung abgeriegelt. Am Wochenende hatte dort eine aufgebrachte Menschenmenge 17 Patienten aus einer provisorischen Ebola-Quarantänestation herausgeholt.

Zahl der Opfer auf 1.350 gestiegen

Liberia ist von der Ebola-Epidemie in Westafrika am stärksten betroffen. Um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern, haben die Behörden Quarantänezonen auch im Grenzgebiet zwischen Guinea, Liberia und Sierra Leone eingerichtet. In Nigeria sind ebenfalls Fälle aufgetreten. Die Zahl der Todesopfer insgesamt liegt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von gestern bei 1.350.

Medikamentenbestand nahezu erschöpft

Die WHO hatte Anfang August experimentelle Medikamente zur Behandlung von Ebola freigegeben. Bis zu 30.000 Menschen hätten bereits mit diesen Arzneien versorgt werden müssen, sagte ein britischer Epidemiologe. Die Bestände würden dafür aber bei weitem nicht ausreichen.

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Afghanistan wies „New York Times“-Reporter aus

Afghanistan hat zum ersten Mal seit dem Ende der Taliban-Herrschaft vor 13 Jahren wieder einen Journalisten des Landes verwiesen. Trotz Intervention der US-Regierung wurde der „New York Times“-Reporter Matthew Rosenberg heute von Polizisten durch die Einwanderungskontrolle eskortiert, nachdem ihm die Justiz Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten vorgeworfen hatte.

Artikel gegen „Stabilität Afghanistans“

Die US-Botschaft in Kabul verurteilte die Ausweisung als „bedauerlichen Rückschritt für die Pressefreiheit“. Die afghanische Generalstaatsanwaltschaft hatte Anstoß genommen an einem gegen „die nationalen Interessen sowie die Sicherheit und Stabilität Afghanistans“ gerichteten Artikel Rosenbergs vom Dienstag.

Darin war gemutmaßt worden, Minister und Regierungsmitarbeiter könnten übergangsweise die Macht ergreifen, um dem Gerangel über das Ergebnis der jüngsten Präsidentschaftswahl ein Ende zu setzen. Rosenberg wurde daraufhin aufgefordert, das Land binnen 24 Stunden zu verlassen.

„Effekthascherei“

Der Journalist sprach von politisch motivierter „Effekthascherei“ und machte eine Stellungnahme des Generalstaatsanwalts publik, der zufolge er bereits mehrfach „Propaganda“ veröffentlicht und Verbindungen zu Geheimdiensten unterhalten haben soll. Die Generalstaatsanwaltschaft kritisierte ihrerseits, seit der Präsidentschaftswahl habe die „New York Times“ wiederholt Artikel über eine mögliche Übergangsregierung veröffentlicht und sich dabei auf „unbekannte Regierungsverantwortliche“ berufen.

Nach der Mitte Juni abgehaltenen Stichwahl um das Präsidentenamt hatte der ehemalige Außenminister Abdullah Abdullah seinem Rivalen, dem früheren Weltbank-Mitarbeiter Ashraf Ghani, Wahlbetrug vorgeworfen. Unter Vermittlung des US-Außenministers John Kerry einigten sich beide Politiker später auf eine vollständige Neuauszählung aller Stimmen und die Bildung einer Einheitsregierung - unabhängig davon, wer Präsident wird.

Offizielle Beschwerde von US-Botschaft

Rosenbergs Ausweisung bewog die US-Botschaft zu einer offiziellen Beschwerde beim scheidenden Staatschef Hamid Karzai, der aber ebenfalls seit Jahren mit der US-Regierung im Streit liegt. „Verzerrte Berichterstattung der ‚New York Times‘ ohne ordentliche Quellen kann nur als Lüge aufgefasst werden“, sagte Karzais Sprecher. Die Zeitung habe sich in einem einzigen Artikel mindestens 17-mal auf anonyme Quellen berufen und damit „ihre Glaubwürdigkeit ernsthaft aufs Spiel gesetzt“.

Gaza-Luftangriffe: Drei hohe Offiziere der Hamas getötet

Nach dem Scheitern der Friedensgespräche in Kairo setzt Israel bei seiner Gaza-Offensive offenbar verstärkt auf gezielte Angriffe gegen ranghohe Hamas-Mitglieder. Wie Israel und auch die Hamas heute bestätigten, wurden bei den jüngsten Luftangriffen drei ranghohe Militärkommandanten der radikalislamischen Palästinenserorganisation getötet.

Der Militärchef der Hamas, Mohammed Deif, überlebte am Vortag offenbar nur knapp einen gezielten Angriff auf sein Haus im Gazastreifen. Ein baldiges Ende der militärischen Konfrontation ist nicht in Sicht - ganz im Gegenteil: Die israelische Armee berief 2.000 bereits freigestellte Reservisten wieder ein - weitere sollen folgen.

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Ukrainischer Wirtschaftsminister zurückgetreten

Inmitten des Ukraine-Konflikts ist erneut ein Mitglied der ukrainischen Regierung zurückgetreten. „Anstatt das System von gestern zu bekämpfen, habe ich mich dafür entschieden, mit Leuten zu arbeiten, die das System von morgen schaffen wollen“, sagte Wirtschaftsminister Pawlo Scheremeta heute auf Facebook.

Zweiter Rücktritt in dieser Woche

Scheremeta lag zuletzt mit Regierungschef Arseni Jazenjuk im Streit. Am Montag war bereits die Antikorruptionsbeauftragte der ukrainischen Regierung, die Journalistin Tetjana Schornowil, im Streit zurückgetreten.

Scheremeta sagte vor Journalisten, die Regierung habe eine „rote Linie“ überschritten, als sie gegen seinen Widerstand einen Handelsbeauftragten nominierte, obwohl dieser dem Wirtschaftsministerium untersteht. Das Parlament muss dem Rücktritt des Ministers noch zustimmen. Gestern hatte Jazenjuk anlässlich einer Kabinettssitzung Scheremata harsch kritisiert: „Ich bin nicht zufrieden mit der Geschwindigkeit und dem Umfang der Reformen“, sagte der Regierungschef.

Wirtschaft steckt in Rezession

Die Ukraine steckt seit mehr als zwei Jahren beinahe ununterbrochen in einer Rezession. Im laufenden Jahr wird die Wirtschaft des Landes nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) um etwa 6,5 Prozent schrumpfen. Nur die Milliardenkredite des IWF und anderer Geber konnten das Land bisher vor einem Kollaps bewahren.

Der 43-jährige Scheremeta ist ein renommierter, in den USA ausgebildeter Ökonom. Er hatte sich im Winter an den Maidan-Protesten beteiligt und war Ende Februar zum Wirtschaftsminister der Übergangsregierung ernannt worden.

Kiew meldet Eroberung zweier russischer Panzer

Unterdessen eroberte die ukrainische Armee bei Kämpfen um die Rebellenhochburg Lugansk nach eigenen Angaben zwei Panzer der russischen Armee. Ukrainische Soldaten hätten zwei Panzer der Luftlandedivision aus dem russischen Pskow in ihre Gewalt gebracht, sagte der ukrainische Armeesprecher Andrej Lyssenko. In einem der Fahrzeuge hätten sich Militärdokumente und ein Führerschein befunden.

Kiew wirft der russischen Regierung vor, die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine mit Kämpfern und militärischem Gerät zu unterstützen. Russland weist den Vorwurf zurück.

Ein Separatistenführer hatte in der vergangenen Woche in einem Internetvideo berichtet, Russland habe seine Truppen mit Dutzenden Panzern und 1.200 in Russland ausgebildeten Kämpfern unterstützt. Moskau hatte die Angaben dementiert.

Inland

U-Haft für mutmaßliche Dschihadisten beantragt

Die Staatsanwaltschaft Wien hat heute einen Antrag auf Verhängung einer Untersuchungshaft über die gestern festgenommenen mutmaßlichen Dschihadisten gestellt.

Die Gruppe wird der „Teilnahme an einer terroristischen Vereinigung“ verdächtigt. Es bestehe „dringender Tatverdacht“ sowie Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr. Über die Anträge entscheidet nun das Landesgericht für Strafsachen Wien durch eine Haft- und Rechtsschutzrichterin.

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FPÖ für „sofortige“ Abschiebung

Die FPÖ forderte die „sofortige“ Abschiebung der Asylwerber aus Tschetschenien. Es sei unfassbar, dass diese Leute „überhaupt Asylstatus erlangt“ hätten, kritisierte FPÖ-Chef Karl-Heinz Strache die „haarsträubende Asylpolitik“ von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Wer das Asylrecht „so schamlos“ ausnutze, müsse „sofort“ abgeschoben werden. Ähnlich der Obmann der Kärntner Freiheitlichen, Christian Ragger, in einer Aussendung: Österreich sei beim Umgang mit radikalen Muslimen „viel zu lahm“.

Etwas zurückhaltender die Grünen: Sollte sich der Vorwurf der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung bestätigen, will Menschenrechtssprecherin Alev Korun „mit der notwendigen Härte des Rechtsstaats“ vorgehen. Zudem sprach sie sich für bessere Präventionsarbeit aus. Diese sei in Österreich bisher „sehr unterbelichtet“.

Dönmez: „Klares Zeichen“ setzen

Koruns oberösterreichischer Parteikollege Efgani Dönmez appellierte, die Ursachen der Zunahme an islamistischen Aktivitäten in Österreich zu untersuchen. Im Falle der festgenommenen mutmaßlichen Dschihadisten müsse Mikl-Leitner nun ein „klares Zeichen“ setzen, den Asylstatus aberkennen sowie die Möglichkeit einer Zurückführung klären, betonte der grüne Bundesrat in einer Aussendung.

Dönmez kritisierte weiters die Errichtung des von Saudi-Arabien finanzierten König-Abdullah-Dialogzentrums in Wien als „größten Fehler“ der Bundesregierung. Dieses werde von „Terroristen“ gesponsert, so der Politiker.

Sport

Fußball: Rapid sieht Chance auf Europa League

Rapid steht eine Woche der Wahrheit bevor: Der Rekordmeister bestreitet heute das Play-off-Hinspiel in der Europa-League-Qualifikation auswärts gegen HJK Helsinki (18.00 Uhr, live in ORF eins) und muss dabei auf dem ungewohnten Kunstrasen antreten. Vor dem Rückspiel am 28. August wartet auf die Hütteldorfer zudem am Sonntag das Wiener Derby gegen die Austria. Doch Coach Zoran Barisic sieht das harte Programm der Rapidler als willkommene Gelegenheit, sich für den mäßigen Saisonauftakt zu rehabilitieren.

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Fußball: Trainer erwarten Bayern-Selbstläufer

Das Meistervotum ist eindeutig: Nach Meinung der Trainer der 18 deutschen Oberhausclubs wird ab morgen in der neuen Bundesliga-Saison lediglich Platz zwei hinter Bayern München ausgespielt. Gleich 14 Coaches gehen von einer erfolgreichen Titelverteidigung des Rekordmeisters aus, nur ein einziges Mal wird Erzrivale Borussia Dortmund als kommender Meister gesehen. Und während sich die beiden Hauptakteure, Bayern-Coach Josep Guardiola und BVB-Trainer Jürgen Klopp, bei der Umfrage mit einem klaren Tipp vornehm zurückhielten, mischte sich Peter Stöger gleich gar nicht ein.

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Wirtschaft

Konsumlaune in Euro-Zone verschlechterte sich weiter

Die Stimmung der Verbraucher in der Euro-Zone hat sich im August weiter eingetrübt. Das Barometer für die Konsumlaune in den 18 Ländern sank auf minus 10,0 Zähler von minus 8,4 Punkten im Juli, wie die EU-Kommission heute mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit Februar. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem geringeren Rückgang auf minus 9,0 Zähler gerechnet.

Die Erholung im Währungsraum war im zweiten Quartal zum Stillstand gekommen - vor allem, weil es bei den drei Schwergewichten der Euro-Zone nicht gut lief. Während die Wirtschaft in Frankreich stagnierte, schrumpfte sie in Deutschland, und Italien rutschte sogar in die Rezession zurück.

RBI mit 212 Mio. Euro Gewinn aus Russland

Russland ist im ersten halben Jahr 2014 bei der börsennotierten Raiffeisen Bank International (RBI) der stärkste Ergebnislieferant geblieben.

Die Russland-Tochter wies einen Halbjahresgewinn von 212 Mio. Euro aus und im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 103 Mio. Euro. In Ungarn gab es höhere Verluste. Hier bescherten neue Kreditgesetze hohe Einmalkosten.

Der Konzerngewinn der RBI insgesamt belief sich per Ende Juni auf 344 Mio. Euro. Das ist ein Zuwachs um 24,4 Prozent zum Vorjahr. Voriges Jahr war der Gewinn in den ersten sechs Monaten um 60 Prozent eingebrochen. Die Analystenerwartungen wurden damit übertroffen.

Aus Russland kamen für die RBI damit weiter dreistellige Millionengewinne für Raiffeisen, sie waren im Halbjahresvergleich aber um 17,7 Prozent geringer, zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal 2014 belief sich der Rückgang auf 5,2 Prozent.

Hypothekendeals: Bank of America muss Rekordstrafe zahlen

Es ist die höchste Summe, die jemals von einer Bank in den USA als Bußgeld gezahlt wurde. Die Bank of America (BofA), zweitgrößtes Kreditinstitut des Landes, überweist wegen dubioser Geschäfte mit Immobilienkrediten knapp 17 Milliarden Dollar (12,5 Mrd. Euro), wie sie heute mitteilte. Die Bank und ihre in der Finanzkrise übernommenen Töchter Countrywide und Merrill Lynch entgehen damit Gerichtsverfahren.

Sieben Mrd. für Kunden als Entschädigung

Die BofA zahlt 9,65 Milliarden Dollar in bar an den Staat und weitere 7,0 Milliarden Dollar, um Kunden zu entschädigen, die wegen der Hypothekengeschäfte Verluste erlitten. Das sei „im besten Interesse unserer Aktionäre“ und erlaube der Bank, sich auf die Zukunft zu konzentrieren, teilte Bankchef Brian Moynihan mit.

Die US-Behörden werfen der Bank of America - wie auch einer Reihe anderer Banken - vor, vor der Finanzkrise schlecht abgesicherte Kredite einkommensschwacher Hausbesitzer zu Finanzprodukten gebündelt, mit einer guten Bonität versehen und die Käufer so hinters Licht geführt zu haben.

Ab 2007 hatten in den USA immer mehr einkommensschwache Hausbesitzer ihre Darlehen wegen steigender Zinsen nicht mehr zahlen können, während die faulen Kredite zu Wertpapieren gebündelt und von Bank zu Bank als Geldanlage weitergereicht wurden.

Großinvestor Icahn steigt bei US-Autovermieter Hertz ein

Großinvestor Carl Icahn ist beim US-Autovermieter Hertz eingestiegen und könnte damit Einfluss auf dessen Geschäft nehmen.

Der Milliardär, der unter anderem auch an eBay, Apple und der Diskonterkette Family Dollar beteiligt ist, sicherte sich 8,5 Prozent an Hertz Global Holdings, wie er gestern (Ortszeit) bekanntgab. Für 38,8 Millionen Aktien zahlte er demnach 470,5 Millionen Dollar. Icahn sagte, er strebe möglicherweise einen Aufsichtsratsposten an.

Der für sein aggressives Finanzgebaren bekannte Milliardär kauft immer wieder Anteile von Firmen und setzt das Management anschließend unter Druck. So versuchte Icahn beispielsweise, das Management des Onlinehändlers eBay dazu zu bewegen, den lukrativen Bezahldienst PayPal zu verkaufen, um das Geld dann an die Aktionäre auszuschütten. Auch bei Apple drängte er zuletzt auf Sonderauszahlungen für die Anteilseigner.

Anhaltende Trockenheit in Spanien gefährdet Olivenernte

Aufgrund extremer Trockenheit in Spanien und eines Bakterienbefalls in Italien müssen Verbraucher mit höheren Preisen für Olivenöl rechnen.

Wegen der deshalb voraussichtlich deutlich geringer ausfallenden Ernte sei der Handelspreis für ein Kilogramm Natives Olivenöl Extra innerhalb weniger Wochen bereits von 2,40 Euro auf 2,70 Euro gestiegen, ein Plus von gut zwölf Prozent, teilte der spanische Verband der Olivenölproduzenten, Infaoliva, mitteilte. In den vergangenen zehn Jahren sei er bei durchschnittlich 2,45 Euro pro Kilo gelegen.

Der Süden Spaniens leidet bereits seit mehreren Monaten unter extremer Trockenheit. Betroffen sind besonders die Gegenden um Jaen und Cordoba, wo Olivenbäume stehen, soweit das Auge reicht. Spanien ist vor Italien der weltgrößte Produzent von Olivenöl, fast die Hälfte des spanischen Olivenöls wird in Andalusien gewonnen.

Massive Ernteeinbußen erwartet

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Madrid wurden im vergangenen Jahr in Spanien 1,77 Millionen Tonnen Oliven geerntet. Infaoliva rechnete mit einem Rückgang auf höchstens eine Million Tonnen.

In Italien treibt derweil das Bakterium Xylella Fastidiosa die Olivenbauern um. Es trocknet befallene Pflanzen aus. Nach Angaben von Landwirten lässt sich die schnelle Ausbreitung nur verhindern, indem betroffene Bäume angezündet werden. Die Qualität des Olivenöls soll zwar nicht unter dem Befall leiden. Allerdings stiegen die Preise nach Angaben eines Landwirts aus Apulien in jüngster Zeit bereits um 30 bis 40 Prozent.

Chronik

Vulkan Bardarbunga: Bereits 4.000 Erdbeben in der Region

Seit Freitag hat es in der Umgebung des Vatnajökull-Gletschers in Island, unter dem sich der Vulkan Bardarbunga befindet, 4.000 Erdbeben gegeben. Die Nacht auf heute war bereits die sechste in Folge, in der es zahlreiche Erdstöße gab. Mehrere überschritten zudem den kritischen Wert von drei auf der Richterskala.

Letzte Touristen verließen Risikozone

Geologen warnten seither vor einem möglichen Ausbruch des Vulkans. Die Behörden brachten gestern auch die letzten der ursprünglich mehr als 200 Touristen aus der Risikozone um den Vulkan. Die zweithöchste Warnstufe Orange für den internationalen Flugverkehr über Island ist weiter aufrecht.

Während die isländischen Vulkane mit ihren aufsehenerregenden Ausbrüchen in den vergangenen Jahren mittelfristig ein Segen für den Tourismus und die Flugbranche waren, wirkt sich das aktuelle Bangen vor einem möglichen Ausbruch des Gletschervulkans Bardarbunga eher negativ aus. Die Aktie von Icelandair verlor seit Wochenbeginn rund sechs Prozent ihres Wertes.

Überschwemmungen in Lignano - Touristen reisen ab

Schwere Gewitter haben in der Nacht auf heute die bei österreichischen Touristen beliebte italienische Ortschaft Lignano an der oberen Adria heimgesucht.

Mehrere Campingplätze wurden überschwemmt. Touristen verließen den Badeort in Massen. Zivilschutz und Feuerwehrmannschaften mussten wiederholt ausrücken, nachdem Straßen und Keller überschwemmt worden waren.

Auch Jesolo betroffen

Zuvor war es auch in Jesolo zu heftigen Niederschlägen gekommen. Viele Touristen verkürzten wegen der niedrigen Temperaturen und des Regens ihren Urlaub und reisten ab.

Hoteliers in Lignano boten daher die Rückerstattung von 50 Prozent des Hotelpreises, sollte es an den Urlaubstagen im September an einem Tag länger als zwei Stunden regen. Das Angebot gilt für Urlauber, die mindestens drei Nächte in Lignano übernachten. Die Kampagne ist bisher jedoch auf wenig Erfolg gestoßen.

Frankreich: Zirkusdromedar beißt Baby in den Kopf

Ein Zirkusdromedar hat in Ostfrankreich ein Baby in den Kopf gebissen und es schwer verletzt.

Der vier Monate alte Bub war in einer Babytrage vor dem Bauch der Mutter festgeschnallt, die das Dromedar in seinem Gehege anschauen wollte, wie die Polizei heute mitteilte. Plötzlich biss das Tier den Säugling in den Kopf - das Baby wurde ins Spital gebracht, schwebt aber nicht in Lebensgefahr.

Die Mutter hatte eine Tierschau besucht, die der Zirkus vor seiner Abendvorstellung in dem Alpendorf Megeve veranstaltete. In der Zeitung „Dauphine Libere“ versicherte sie, sie habe das Dromedar weder gestreichelt noch ihm etwas zu Fressen gegeben. Durch den plötzlichen Biss des Tieres erlitt ihr Baby demnach „mehrfache Knochenbrüche“. Das Kind werde aber wohl keine Folgeschäden davontragen. Die Eltern erstatteten Anzeige.

IT

Wiener Sammelklage an Facebook übermittelt

Das Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen hat die Prüfung der vom Verein „Europe v Facebook“ eingebrachten Datenschutzsammelklage gegen die irische Tochter des US-Unternehmens Facebook abgeschlossen.

Sie wurde an das europäische Hauptquartier von Facebook in Irland übermittelt. Das Unternehmen hat nun vier Wochen Zeit, um auf die Klage zu antworten, so der Verein in einer Presseaussendung.

Demnach sei der Schriftsatz vermutlich auf dem Postweg zu Facebook und der erste Schritt im Prozess abgeschlossen. Allerdings könnte Facebook Irland die Frist eventuell um vier weitere Wochen verlängert bekommen. Würde das Unternehmen nicht auf die Klage reagieren, wäre ein Versäumnisurteil gegen Facebook zu fällen, so „Europe v Facebook“.

25.000 Beteiligte

Mehr als 25.000 Facebook-User haben ihre Ansprüche im Rahmen der Sammelklage abgetreten. Laut der Initiative um den Hauptkläger und Organisator Max Schrems handelt es sich dabei um die größte Datenschutzsammelklage in Europa.

Weitere 35.000 Nutzer haben sich darüber hinaus registriert, um ebenfalls an der Klage teilzunehmen, sollte diese auf mehr Teilnehmer ausgeweitet werden. Der Wiener Jurist Schrems fordert als Hauptkläger pro Person 500 Euro wegen Verstößen gegen das europäische Datenschutzrecht.

„3“ erhöht Preise für 18 Prozent der Kunden

Der Handynetzbetreiber „3“ erhöht für 18 Prozent der Kunden die Preise - im Schnitt um zwei bis drei Euro pro Monat. Als Grund werden höhere Kosten angegeben, unter anderem für die Frequenzersteigerung im Herbst des Vorjahres, für den Netzausbau - und weil von Gerichten die gesonderte Verrechnung von Papierrechnungen und Zahlscheingebühren untersagt wurde.

Vorbeugend für mögliche Festplattenabgabe

Und auch eine „möglicherweise geplante Festplattenabgabe auf Smartphone“ wurde heute in einer Aussendung als Grund für die Preiserhöhung genannt. Wirksam wird die Änderung ab 20. Oktober, Kunden haben aufgrund der einseitigen Vertragsänderungen ein Sonderkündigungsrecht.

Servicepauschale für alle

Auf Nachfrage teilte „3“ mit, dass künftig auch jene Kunden eine „Servicepauschale“ zahlen müssen, die bisher davon verschont waren. Außerdem behält sich „3“ das Recht vor, die Grundgebühr jährlich an den Verbraucherpreisindex anzupassen - falls das nicht ohnehin schon jetzt der Fall ist.

Erst vor wenigen Wochen hatte „3“ mit einer Vertragsänderung für viel Ärger in Sozialen Netzwerken gesorgt. Der SixBack-Tarif wurde eingestellt, obwohl er in einer Presseaussendung damit beworben worden war, „ein Leben lang“ zu gelten.

RTR: Handys können bei Kündigung mitgenommen werden

Mobilfunkkunden, die aufgrund einer Vertragsänderung das Sonderkündigungsrecht nützen, können ihr durch Vertragsabschluss günstig erworbenes Handy ohne Mehrkosten behalten. „Auch bei einer vereinbarten Mindestvertragsdauer erwachsen dem Teilnehmer in diesem Fall keine Kosten, und Endgeräte können kostenlos mitgenommen werden“, so die Regulierungsbehörde RTR auf APA-Anfrage.

Dass die Netzbetreiber einseitig die Vertragsbedingungen ändern können, ist durch das Telekommunikationsgesetz gedeckt. „Gleichzeitig ist der Teilnehmer auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderungen hinzuweisen sowie darauf, dass er berechtigt ist, den Vertrag bis zu diesem Zeitpunkt kostenlos zu kündigen“, hieß es von der Behörde.

Science

Medien

Medienrepressionen: Der Kollateralschaden von Ferguson

Nach mehr als einer Woche Chaos hat sich die Lage in Ferguson durch den Besuch von Justizminister Eric Holder gestern etwas stabilisiert. Es gab sechs Festnahmen, aber die zweite Nacht in Folge keine Schüsse und kein Tränengas, die Übertragungswagen der TV-Stationen dürften die gepanzerten Militärfahrzeuge zahlenmäßig übertroffen haben.

Das brutale Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten wie Medienberichterstatter aber hat einen Kollateralschaden angerichtet.

Breite mediale Beachtung in autoritären Staaten

In den staatlichen TV-Nachrichtenkanälen Russlands, Chinas, Katars und anderer autoritärer Staaten war der von Krawallen erschütterte Vorort von St. Louis tagelang stets unter den Spitzenmeldungen gewesen. Die Krawalle waren nach der Erschießung eines schwarzen Jugendlichen durch einen weißen Polizisten vor elf Tagen ausgebrochen.

Die Repression gegen die Medien in Ferguson aber ging noch gestern unvermittelt weiter. Kurz vor dem Eintreffen Holders wurde mit einem Journalisten der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu der 14. Berichterstatter festgenommen.

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Religion

Experten: IS hat nichts mit islamischer Religion zu tun

Ob Islamischer Staat (IS), „Dschihadisten“ oder „Gotteskrieger“, die einen „Gottesstaat“ ausrufen: In Medienberichten wimmelt es derzeit nur so von religiös aufgeladenen Begriffen - mit fatalen Folgen, glauben Experten aus Religions- und Politikwissenschaft. So sagte etwa der Wiener Politologe Thomas Schmidinger heute im Ö1-Morgenjournal, die IS-Milizen hätten „mit dem Islam als Religion nur ganz wenig zu tun“.

Ähnlich die Einschätzung der Wiener Ethnologin Ingrid Thurner: Die Rede von „Gottesstaaten“ lenke davon ab, dass es letztlich immer Menschen seien, die agieren und reagieren, selbst dann, wenn sie sich beim Morden und Plündern auf die Religion beziehen.

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Kultur

Dominic Heinzl gewinnt Prozess um Prügelei neuerlich

Heute musste im Wiener Straflandesgericht das Verfahren wiederholt werden, das der Society-Reporter Dominic Heinzl wegen der „Prügelaffäre“ mit Rapper Sido gegen das Magazin „News“ im ersten Rechtsgang gewonnen hatte. Das Ergebnis blieb dasselbe: Das Gericht glaubte Heinzl. Ein Auftritt von Sido und die Einschätzung eines Psychiaters über Heinzls Sturz „ins Bodenlose“ hatten es dennoch in sich.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

„YDP“: Überraschung und herbe Schelte bei Preisverleihung

Der ultimativ letzte Sieger der Reihe „Young Directors Project“ („YDP“) der Salzburger Festspiele heißt überraschend Nicolas Charaux. Der 27-jährige französische Regisseur gewann den Wettbewerb um das innovative Theaterformat mit einem formal klassischen Sprechtheater: Er inszenierte Walter Kappachers „Der Abschied“, einen Monolog über die letzten Tage des Dichters Georg Trakl. Beim Festakt gab es einige herbe Töne zur Abschaffung dieses Formats ab 2015.

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