Ausland

Syrische Rebellen wollen Kurden in Kobane unterstützen

Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) wollen die Kurden bei der Verteidigung der nordsyrischen Grenzstadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab) gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen.

Mehrere Einheiten der Oppositionsbrigaden aus der nördlichen Provinz Aleppo hätten sich zu diesem Schritt entschlossen, erklärte die FSA-Führung heute. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach unterdessen von 1.300 Kämpfern.

Zuvor hatte bereits die kurdische Autonomieregierung im Nordirak beschlossen, Peschmerga-Soldaten nach Kobane zu schicken. Diese sind bisher jedoch noch nicht eingetroffen.

US-Armee: IS-Offensive vorerst gestoppt

Die Einnahme Kobanes durch den IS ist nach Einschätzung der US-Armee unterdessen vorerst abgewendet. Die Offensive der Extremisten sei ins Stocken geraten, sagte ein Vertreter der US-Zentralkommandos gestern.

Die kurdischen Kämpfer seien mit Unterstützung der US-geführten Militärallianz in der Lage, die Stadt weiter zu verteidigen. Der Frontverlauf in Kobane habe sich den Angaben zufolge seit mehr als einer Woche nicht verändert.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte lieferten einander beide Seiten zuletzt weiter heftige Gefechte. Die IS-Miliz weitete demnach ihre Kontrolle über den Norden und das Zentrum der Stadt aus. Die Lage ist höchst unübersichtlich. Die Angaben der Beobachtungsstelle, die der nicht islamistischen syrischen Opposition nahesteht, sind von unabhängiger Seite nur schwer überprüfbar.

USA behalten Kommandogewalt für Kriegsfall in Korea

Die US-Streitkräfte sollen im Kriegsfall auf der koreanischen Halbinsel die Befehlsgewalt über die gemeinsamen Truppen mit Südkorea behalten. Auf die erneute Verschiebung der Kommandoübergabe verständigten sich US-Verteidigungsminister Chuck Hagel und sein südkoreanischer Amtskollege Han Min Koo heute in Washington im Rahmen regulärer Sicherheitsberatungen.

Ein neuer Termin wurde nicht festgelegt. Die Verschiebung erfolgte auf Bitten Südkoreas. Die Entscheidung sei im Licht des Sicherheitsumfelds getroffen worden, „Nordkoreas Atom- und Raketenbedrohung eingeschlossen“, hieß es in einer gemeinsamen Verlautbarung. Hagel bekräftigte die Entschlossenheit der USA, Südkorea unter Einsatz aller Mittel „einschließlich des US-Atomschutzschirms“ zu verteidigen.

Ursprünglich war die Kommandoübergabe für April 2012 geplant gewesen, dann aber auf Ende 2015 verschoben worden. Derzeit dienen 28.500 US-Soldaten in Südkorea. Das Land hatte das Kommando an die US-geführten UNO-Streitkräfte während des Korea-Kriegs (1950 bis 1953) abgetreten.

Hackenattacke in New York - islamistischer Hintergrund?

Nachdem in New York ein Mann Menschen mit einer Hacke angegriffen hat und von zwei Polizisten erschossen wurde, wird ein islamistischer Hintergrund vermutet.

US-Medien identifizierten den Angreifer als Zale Thompson. Dessen Einträge auf YouTube und Facebook wiesen auf islamistisches Gedankengut und „extremistische Neigungen“ hin, erklärte das auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen SITE. Der Angreifer habe gestern zwei Menschen verletzt, bevor er getötet wurde, teilte die New Yorker Polizei mit.

Die New Yorker Stadtverwaltung teilte mit, vier Polizisten hätten im Viertel Queens auf Bitten eines Fotografen für ein Foto posiert, als der Mann sie ohne Vorwarnung angegriffen habe.

Ein Beamter wurde laut Polizei durch Axthiebe am Arm und der andere am Kopf verletzt. Eine Passantin wurde demnach durch eine Kugel versehentlich am Rücken getroffen und ins Krankenhaus gebracht.

Video dazu in iptv.ORF.at

Ukrainischer Außenminister: Fotos von Streubomben „Fake“

Der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin hat den Einsatz von Streubomben des ukrainischen Militärs in den umkämpften russischsprachigen Gebieten im Osten des Landes abgestritten.

„Und wenn Sie diese Fotos genau ansehen, dann sehen Sie, dass es ein Fake (eine Fälschung) ist“, sagte Klimkin heute Früh im Deutschlandfunk. Er habe mit den Militärs gesprochen, und die Vorwürfe seien überprüft worden.

Die NGO Human Rights Watch (HRW) hatte nach eigenen Untersuchungen an Ort und Stelle dem ukrainischen Militär vorgeworfen, im Konflikt in der Ostukraine international geächtete Streubomben eingesetzt zu haben. Vor allem bei Angriffen auf das Stadtzentrum von Donezk Anfang Oktober gebe es besonders deutliche Hinweise für die Verantwortung der Regierungstruppen.

Klimkin sagte, man wolle mit HRW die Anschuldigungen „absolut genau prüfen“. Man müsse herausfinden, wer die Waffen benutzt habe - „Terroristen“, „Gangs“ - und „auch all diejenigen zur Verantwortung ziehen“.

Mexiko: Studenten verschwunden - Gouverneur tritt zurück

Fast einen Monat nach dem Verschwinden Dutzender Studenten im Südwesten Mexikos ist der Gouverneur des Bundesstaats Guerrero zurückgetreten. Angel Aguirre Rivero kündigte gestern (Ortszeit) an, den Kongress zu bitten, ihn von seinem Amt freizustellen. Der Politiker der Partei der Demokratischen Revolution (PRD) war wegen seines Krisenmanagements zuletzt immer stärker in die Kritik geraten.

Nach Auseinandersetzungen in der Stadt Iguala am 26. September hatten Polizisten 43 Lehramtsstudenten verschleppt. Sie übergaben sie der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“. Von den jungen Menschen fehlt bislang jede Spur. Der Bürgermeister der Stadt soll den Einsatz angeordnet haben. Die „Guerreros Unidos“ haben nach Einschätzung der Ermittler die Stadtverwaltung und die örtlichen Sicherheitskräfte infiltriert.

Inland

Ministerrat fixiert Pensionserhöhung

Der Ministerrat beschließt am Dienstag die Pensionserhöhung für das kommende Jahr. Die Anpassung wird 1,7 Prozent betragen. Dieser Wert ergibt sich aus den Inflationsraten von August 2013 bis Juli 2014.

Die Ausgleichszulage, also quasi die Mindestpension, wird ebenfalls mit 1,7 Prozent angepasst und beträgt für das Jahr 2015 somit 872,31 Euro. Der Richtsatz für Verheiratete liegt bei 1.307 Euro. Ebenfalls neu festgelegt wird die Höchstbeitragsgrundlage für Versicherte im ASVG. Sie wird im kommenden Jahr 4.650 Euro betragen.

Budgetrüge: Schelling will noch heute antworten

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) will noch heute eine Antwort auf die Budgetrüge der EU-Kommission übermitteln, wie die APA aus dem Ministerbüro erfahren hat. Die EU-Kommission hatte gestern das zu hohe Defizit 2015 kritisiert. Die weiteren Gespräche sollen auf Beamtenebene und am Rande des Finanzministerrates (ECOFIN) Anfang November erfolgen.

Rüge war absehbar

Dass Österreich eine Rüge aus Brüssel erhalten würde, war absehbar. Schließlich hatte die Regierung bereits bei den Koalitionsverhandlungen vor knapp einem Jahr klargemacht, das „strukturelle Nulldefizit“ erst 2016 und nicht schon 2015 erreichen zu wollen. Für das kommende Jahr gemeldet wurde folglich ein Minus von 1,0 Prozent der Wirtschaftsleistung - womit das Nulldefizit um gut einen halben Prozentpunkt verfehlt würde.

Nachbesserungen hatte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) gestern allerdings bereits abgelehnt, auch Schelling verwies lediglich auf bereits beschlossene Maßnahmen und den geplanten straffen Budgetvollzug.

Regierung soll Reformen forcieren

Gegen kurzfristige Nachbesserungen sprach sich auch WIFO-Budgetexpertin Margit Schratzenstaller aus. „Ich glaube, dass es wenig Sinn macht, alle paar Monate neue Sparpakete oder kurzfristige Maßnahmen zu diskutieren“, sagte sie auf APA-Anfrage. Vielmehr solle die Regierung bei großen Reformen und wachstumsfördernden Maßnahmen wie der Steuerreform mehr Druck machen.

Bundesheer: Verhandlungen in Koalition laufen noch

Bei den Verhandlungen der Koalitionsparteien zum Bundesheerreformkonzept gibt es noch kein Ergebnis. Man sei „um ein rasches Ende bemüht“, hieß es heute auf APA-Anfrage aus dem Büro von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ). Kommende Woche wird weiterverhandelt.

Ein Sprecher von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) meinte, es handle sich um konstruktive Gespräche. Man sei nach wie vor zuversichtlich, die Verhandlungen bis Anfang November abschließen zu können. Inhaltliche Kommentare gab es von beiden Seiten nicht, es wurde Stillschweigen vereinbart.

Sport

Air Race: Arch kämpft mit Heimvorteil um Titel

Nach dem Formel-1-Comeback in Österreich im Juni steigt am Wochenende ein weiteres Motorsport-Highlight auf dem Red Bull Ring in Spielberg. Mit dem achten und letzten Saisonrennen wird die Air-Race-WM entschieden. Einer von drei Flugzeugpiloten mit Titelchancen ist Lokalmatador Hannes Arch. Für den 47-jährigen Steirer, der bereits 2008 Weltmeister in der „Formel 1 der Lüfte“ war, würde mit dem Triumph in der Heimat ein Lebenstraum in Erfüllung gehen.

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Fußball: Endspiel für Bremen-Coach Dutt

Mit einem echten Schicksalsspiel wird heute die neunte Runde der deutschen Bundesliga eröffnet. Bei der Partie zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Köln steht besonders ein Mann im Mittelpunkt: Nach dem völlig verpatzten Saisonstart ohne Sieg und nur vier Punkten aus acht Spielen kann sich Bremen-Coach Robin Dutt keine weitere Niederlage mehr leisten. „Wir wollen einfach aus dieser Scheiße raus“, verspricht ÖFB-Teamspieler Zlatko Junuzovic seinem Cheftrainer vollen Einsatz.

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Wirtschaft

Großbritannien über Milliardennachzahlung an EU empört

Großbritannien muss Medienberichten zufolge über zwei Milliarden Euro an die EU nachzahlen. Die Forderung löste heute in London Empörung aus. „Es ist nicht hinnehmbar, einfach die Abgaben für frühere Jahre zu ändern und sie von einem Augenblick auf den anderen einzufordern“, zitierte die Nachrichtenagentur PA Regierungskreise.

London werde sich gegen die Rechnung aus Brüssel wehren. Sie sei höher als erwartet, weil die britische Wirtschaft schneller gewachsen sei als vorhergesagt. Premierminister David Cameron traf sich der „Times“ zufolge noch in der Nacht auf heute in Brüssel mit seinem niederländischen Amtskollegen Mark Rutte, da die Niederlande ebenfalls Geld an Brüssel nachzahlen sollen. Beide nahmen dort am EU-Gipfel teil.

Bekommt Österreich 300 Mio. zurück?

Österreich wiederum könnte aus dem EU-Budget möglicherweise fast 300 Mio. Euro rückerstattet bekommen. Die britische „Financial Times“ hatte gestern Abend Zahlen aus vorläufigen Berechnungen der EU-Kommission veröffentlicht.

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) freute sich zwar über die mögliche Rückerstattung, doch er „will den Tag nicht vor dem Abend loben“. Vor Beginn des zweiten EU-Gipfeltags in Brüssel sagte Faymann, er sei aber natürlich erfreut, „wenn zusätzliches Geld ins Haus kommt“.

Das „können wir gut brauchen“, sagte Faymann. Der Kanzler verwies jedoch darauf, dass er es schon oft erlebt habe, „gerade im Zusammenhang mit Budgetdiskussionen, dass Modellrechnungen, wenn sie verbessert wurden, auch einmal dazu geführt haben, dass das für uns schlechter geworden ist“.

Darauf angesprochen, dass der britische Premier David Cameron wegen der für sein Land aufgrund der Neuberechnungen neu zu zahlenden 2,1 Milliarden Euro keinesfalls nachgeben wolle, sagte Faymann: „Nachdem ja mehrere Länder betroffen sind, wird sich eine Debatte ergeben. Aber bei einer Debatte ist man am stärksten, wenn man harte Fakten hat. Die werden gerade ausgearbeitet. Alles, was für uns gut ist, darüber freuen wir uns.“

Andritz-Chef Leitner verlässt ÖIAG-Aufsichtsrat

Das Personalringelspiel bei der Staatsholding ÖIAG dreht sich nicht nur in Sachen Alleinvorstand Rudolf Kemler. Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Leitner hat, wie die ÖIAG gegenüber der APA bestätigte, das Gremium über eine schriftliche Mitteilung mit 21. Oktober verlassen. Offizielle Begründung gibt es keine, Grund dürfte mutmaßlich aber die Entwicklung in der Staatsholding von zuletzt sein.

Aktienrechtlich läuft zwar de jure eine vierwöchige Frist, da in dieser Zeit aber keine Aufsichtsratssitzung anberaumt ist, ist Andritz-Chef Leitner de facto nicht mehr Mitglied, hieß es heute Vormittag aus der Staatsholding. Die Sitzung zur Absetzung von Kemler dürfte sich Leitner gestern offenbar nicht mehr antun haben wollen. „Die Nachbesetzung läuft.“ Das gelte genauso für den noch vakanten Aufsichtsratssitz der schon zuvor zurückgetretenen Brigitte Ederer.

„Zeitökonomische Gründe“

Ein Andritz-Sprecher legte nach Bekanntwerden darauf Wert, dass sich Leitner „aus zeitökonomischen Gründen“ aus dem Aufsichtsrat zurückgezogen habe. Die Zurücklegung des Mandats habe nichts mit den Vorgängen in der ÖIAG bzw. in manchen ihrer Beteiligungen zu tun. Leitner war erst seit Juni Gremiumsmitglied gewesen.

Die ÖIAG war vor der Verkürzung des Alleinvorstandsmandats von Kemler medial stark ins Gerede gekommen, da der Einstieg von America Movil in die Telekom Austria, deren Staatsanteile die ÖIAG verwaltet, teils kritisch gesehen wird und es rund um die Absetzung von OMV-Chef Gerhard Roiss zu Indiskretionen gekommen war.

Kemler nur noch bis 2015 ÖIAG-Chef

Seit gestern ist fix, dass der Vertrag von ÖIAG-Chef Kemler zwei Jahre früher endet, als er hätte laufen können. Das verkündete Aufsichtsratschef Siegfried Wolf nach einer Sitzung des Gremiums. Der oder die Nachfolger sind noch unklar, die politisch angestrebte ÖIAG-Reform wird abgewartet.

Medien: Stresstest zeigt Kapitalloch bei irischer Bank

Der europäische Bankenstresstest hat bei der irischen Bank Permanent TSB einem Zeitungsbericht zufolge eine Kapitallücke von bis zu einer Milliarde Euro offenbart. Die Zeitung „Irish Times“ berichtete heute ohne Angabe einer Quelle, die Lücke der mehrheitlich dem Staat gehörenden Bank liege zwischen 800 Mio. und einer Milliarde Euro. Das Institut wollte sich dazu nicht äußern.

Ein Teil der Lücke könnte Analysten zufolge schnell gestopft werden: Der Staat ist mit 400 Mio. Euro Hybridkapital bei Permanent TSB engagiert, die in Eigenkapital umgewandelt werden könnten. Finanzminister Michael Noonan hatte in der vergangenen Woche gesagt, er glaube, die Bank könne mögliche weitere Lücken mit Hilfe des Kapitalmarkts schließen. Allied Irish Bank und Bank of Ireland, die anderen beiden Banken des Landes, die am Stresstest teilnehmen, seien auf der sicheren Seite, sagte Noonan.

Permanent TSB hatte erst vor wenigen Tagen ein Portfolio fauler Kredite verkauft, wovon sich das Institut Entlastung auf der Kapitalseite verspricht.

Chronik

Verkehrskontrolle wurde Dealern in Wien zum Verhängnis

Zwei Dealern ist gestern Abend eine Verkehrskontrolle in Wien-Hietzing zum Verhängnis geworden: Beamte der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität stellten ein Kilo Marihuana sicher.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Crystal-Meth-Dealer festgenommen

Zwei Dealer, die die synthetische Droge Crystal Meth aus Tschechien importiert und auch andere Suchtgifte verkauft hatten, wurden in Oberösterreich festgenommen. Drei weitere Verdächtige wurden angezeigt. 40 Abnehmer konnten ebenfalls ausgeforscht werden.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Britische Polizei entschädigt Mutter mit Kind von V-Mann

Die britische Polizei muss eine Frau entschädigen, die von einem verdeckten Ermittler ein Kind bekam, ohne zu wissen, dass er für eine geheime Polizeieinheit arbeitete.

Die britische Zeitung „The Guardian“ und der Rundfunksender BBC berichteten gestern, die Frau, die nur als Jacqui bekannt ist, habe in einem Rechtsstreit eine Entschädigung von 425.000 Pfund (539.000 Euro) zugesprochen bekommen.

Weitere Frauen verlangen Wiedergutmachung

Mehrere weitere Frauen verlangen ebenfalls Wiedergutmachung, nachdem sie Beziehungen mit verdeckten Ermittlern eingegangen waren ohne Kenntnis von deren wahrer Identität.

„Er stellte sich als Bob Robinson vor, ein langhaariger linker Radikaler“, berichtete Jacqui dem „Guardian“. „In Wahrheit war er ein Mitglied einer geheimen Polizeieinheit, der Spezialeinheit für Demonstrationen, und begann gerade eine fünfjährige Mission, um Umwelt- und Tierrechtsgruppen zu infiltrieren.“

Als das Kind zwei Jahre alt war, verschwand der Mann demnach aus dem Leben von Jacqui und kehrte zu seiner früheren Frau und dem Kind zurück. Der Mann, der heute als Wissenschaftler arbeitet, war einer von mehreren verdeckten Ermittlern der von 1968 bis 2008 operierenden Polizeieinheit.

Für „Schmerz und alles Leiden“ entschuldigt

Im Jahr 2012 wurde er bei einer Konferenz von Greenpeace-Mitgliedern erkannt, deren Gruppe er in den 80er Jahren infiltriert hatte. Die Polizei räumte später ein, dass der Mann für sie als verdeckter Ermittler arbeitete.

Scotland Yard erklärte, die Polizei entschuldige sich „rückhaltlos für allen Schmerz und alles Leiden, das die Beziehung“ verursacht habe. Allerdings betonte sie, nie den Einsatz sexueller Beziehungen zu Zwecken der Polizeiarbeit erlaubt zu haben. Im August war vier früheren Beamten der Sondereinheit aber versichert worden, ihnen drohe keine Strafverfolgung wegen ihrer Beziehungen als verdeckte Ermittler.

Russland führt dauerhaft Winterzeit ein

Mehr als drei Jahre nach dem Ende der Zeitumstellungen in Russland führt das größte Land der Erde am Sonntag nun dauerhaft die Normalzeit ein. Dabei galt seit dem Frühjahr 2011 in dem Riesenreich - zum Ärger vieler Bürger - ganzjährig die Sommerzeit.

In der Nacht auf Sonntag würden die Uhren nun um eine Stunde zurückgestellt. Das sei endgültig, teilten die Behörden heute mit. Bürger hatten beklagt, bei der Sommerzeit in den Wintermonaten Probleme mit dem Aufstehen zu haben.

Die Staatsduma und Präsident Wladimir Putin hatten im Sommer die zuletzt zunehmend umstrittene Initiative des früheren Präsidenten Dimitri Medwedew gekippt. Auch die Zahl der Zeitzonen erhöht sich von neun wieder auf die ursprünglichen elf.

Mehr als ein Drittel der Russen sei froh über die dauerhafte Normalzeit, ermittelte das staatliche Meinungsforschungsinstitut WZIOM in einer repräsentativen Umfrage. 35 Prozent der Befragten hätten sich jedoch für eine Rückkehr zu dem lange auch in Russland üblichen Wechsel zwischen Normal- und Sommerzeit ausgesprochen.

IT

Amazon schockiert Anleger

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon steckt mit seinen hohen Ausgaben tief in den roten Zahlen fest. Im vergangenen Quartal lief ein Verlust von 437 Millionen Dollar (345 Mio. Euro) auf.

Auch für das laufende Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft konnte Amazon keine klare Prognose geben. Die Vorhersage beim operativen Ergebnis liegt zwischen einem Minus von 570 Millionen Dollar und einem Gewinn von 430 Millionen Dollar. Die Investoren straften die Aktie im nachbörslichen Handel gestern mit einem Kurseinbruch von mehr als zehn Prozent ab.

Der Verlust im dritten Quartal fiel deutlich höher aus als auf dem Markt erwartet. Dazu trug auch eine Abschreibung von 170 Millionen Dollar auf das erst im Sommer herausgekommene erste Amazon-Handy Fire Phone bei. Das groß angekündigte Smartphone wurde bisher nicht zum Verkaufsschlager und bekam auch schlechte Kritiken in der Fachpresse.

Science

China startete Testflug für Mondmission 2017

In Vorbereitung auf Chinas ersten Hin- und Rückflug zum Mond hat das Land einen Test für seine Rückkehrkapsel gestartet. Die Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 3 sei planmäßig vom Startzentrum Xichang in der Provinz Sichuan ins All abgehoben, teilte die zuständige Behörde für Verteidigungsforschung heute mit.

Die Sonde befinde sich auf einer Mission um den Erdtrabanten. Nach etwa acht Tagen soll die Kapsel zur Erde zurückkehren. Mit dem Testflug will China eine Mondreise im Jahr 2017 vorbereiten, bei der eine Sonde Gesteinsproben von der Oberfläche nehmen und anschließend zur Erde zurückfliegen soll.

Kultur

Pariser Picasso-Museum vor Wiedereröffnung

Nach fünfjähriger Schließung sperrt das Picasso-Museum in Paris wieder auf. Dazu wird morgen auch Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande erwartet. Das Ereignis fällt auf den 133. Geburtstag von Pablo Picasso, der am 25. Oktober 1881 in Malaga geboren wurde.

Das Musee Picasso im Marais-Viertel besitzt mit rund 5.000 Gemälden, Papierarbeiten und Skulpturen sowie dem Archiv des Kubisten die größte Sammlung von Werken des spanischen Künstlers. Dank dem Ausbau konnte das Museum seine Ausstellungsfläche auf etwa 3.700 Quadratmeter vergrößern.

Statt vorher rund 200 Werken sind nun mehr als 450 zu sehen. Wegen Vorwürfen von Missmanagement und mehrmaliger Verzögerungen bei der Wiedereröffnung war das Haus in den vergangenen Monaten wiederholt in die Schlagzeilen gekommen. Die Kosten von rund 52 Millionen Euro wurden zu einem großen Teil vom Museum selbst aufgebracht, das 21 Ausstellungen mit Picasso-Hauptwerken auf der ganzen Welt organisiert hatte.

Nicht einzige Eröffnung

Paris ist in dieser Woche Mittelpunkt der Kunst. Am Montag wurde die von Frank Gehry erbaute Kulturstiftung Louis Vuitton eröffnet, gestern die Kunstmesse FIAC. Morgen steht zudem die Eröffnung des Musee de la Monnaie mit einer Ausstellung des US-amerikanischen Künstlers Paul McCarthy an.

Grünes Licht für Suhrkamp-Sanierung

Im jahrelangen Streit über den Suhrkamp Verlag hat das Landgericht Berlin endgültig grünes Licht für den Sanierungsplan des Traditionshauses gegeben. Das geht aus einem Urteil vom 20. Oktober hervor, das der dpa vorliegt.

Damit kann der Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Der Mitgesellschafter Hans Barlach verliert damit weitreichende Mitspracherechte. Er ist seit Jahren mit der Verlagschefin Ulla Unseld-Berkewicz zutiefst zerstritten. In dem Urteil wies das Gericht nun Barlachs Beschwerde gegen den Sanierungsplan zurück. Die Nachteile einer Planverzögerung überwögen die Nachteile für Barlach, befand die Kammer. Eine weitere Beschwerde wurde nicht zugelassen.

Der Verlag geht nach Angaben einer Sprecherin davon aus, dass die wesentlichen Maßnahmen des Sanierungsplans nun im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen sein werden. Entsprechende Vorbereitungen werden den Angaben zufolge derzeit bereits getroffen.

ORF III: Erwin Wurm lässt Marathonmann stillstehen

ORF III wird drei. Anlässlich des dritten Geburtstags des Senders kuratiert der international renommierte Gegenwartskünstler Erwin Wurm eine Woche lang ORF III. Höhepunkt ist die heutige Liveperformance „Stand West 2“.

In Wurms Atelier in Limberg in Niederösterreich lässt der Künstler einen 53-jährigen marathonerprobten Wiener gleich einer Skulptur vor laufender Kamera zehn Stunden in stehender Position verharren. Ab 16.05 Uhr ist die Aktion per Livestream zu verfolgen.

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Aus für „Grabenkämpfe“: Appell zur Viennale-Eröffnung

Mit einem „Aufruf zur Toleranz in Zeiten der Intoleranz“ ist gestern die 52. Viennale eröffnet worden. Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) erteilte gleichzeitig „allen Grabenkämpfen“ in der Wiener Filmszene eine deutliche Absage.

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Hausner streut Viennale Rosen

Regisseurin Jessica Hausner, die zuletzt mit „Lourdes“ internationale Erfolge gefeiert hatte, eröffnete die Viennale mit ihrem neuen Film „Amour Fou“. Krankheitshalber bei der Eröffnung nicht anwesend, feixte Festivalpräsident Eric Pleskow via Briefbotschaft Richtung Viennale-Chef Hans Hurch: „Die Viennale mit einem Film über einen todessehnsüchtigen Dichter zu beginnen, der dann in einem Doppelselbstmord endet, das ist irgendwie typisch Hurch.“

Hausner war mit der Auswahl des Eröffnungsfilms naturgemäß zufrieden - sie streute dem Festival Rosen und wünschte dem Publikum „Bon Appetit“.

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Leute

Bud Spencer hat sich nach Klinikaufenthalt erholt

Dem Schauspieler Bud Spencer (84) geht es nach einem Krankenhausaufenthalt im Frühjahr wieder besser. Er habe sich gut erholt, sagte sein Sohn Giuseppe Pedersoli der Nachrichtenagentur dpa in Rom. Der als Carlo Pedersoli geborene Italiener („Vier Fäuste für ein Halleluja“) wird in einer Woche 85 Jahre alt.

Nach Angaben seines Sohnes wird er den Geburtstag mit einer Feier in Rom begehen. Möglicherweise werde auch die wegen des Klinikaufenthalts abgesagte Buchtour in Deutschland bald nachgeholt. Neue Termine gibt es nach Angaben seines Berliner Verlags noch nicht.

Spencer war im April in einem Krankenhaus in Rom behandelt worden. Der „Bild“-Zeitung sagte er vor kurzem, er sei auf Drängen seiner Frau Maria zum Arzt gegangen. Dabei sei dann festgestellt worden, dass sich eine kleine Tablette nicht richtig aufgelöst und eine Wunde im Magen verursacht habe. Daraufhin habe er unbemerkt viel Blut verloren. „Gerettet hat mich am Ende meine liebe Frau Maria“, sagte Spencer.

Queen setzte ihren ersten Tweet ab

Die Queen hat zum allerersten Mal selbst getwittert. Ihre Botschaft in dem Sozialen Netzwerk verbreitete die britische Königin Elizabeth II. heute über das Twitter-Konto der britischen Monarchie. Nach der Besichtigung einer Ausstellung in London verschickte die 88-Jährige eine Nachricht von einem Tablet-Computer.

„Es ist mir eine Freude, heute die Ausstellung zum Informationszeitalter im Wissenschaftsmuseum zu eröffnen, und ich hoffe, dass die Menschen den Besuch genießen werden. Elizabeth R.“ Unter dem Eintrag ist vermerkt: „Der letzte Tweet wurde persönlich von der Queen von ihrem offiziellen Twitter-Account gesendet.“

Das „R.“ hinter ihrem Vornamen steht für Regina, Lateinisch für Königin. Damit unterschreibt die Queen offizielle Dokumente. Der Tweet wurde prompt Tausende Male weiterverbreitet.

Lifestyle

Erste Skigebiete starten in Saison

Erstmals in der Geschichte starten die Loser-Bergbahnen in Altaussee (Steiermark) noch im Oktober ihren Skibetrieb. Morgen geht der erste Lift in Betrieb. Auch auf der Planai und auf dem Dachstein beginnt der Skiwinter.

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Start in Kitzbühel und Sölden

Auch in Tirol kommen schneehungrige Wintersportler heuer früh auf ihre Rechnung. In Kitzbühel kann man am Wochenende im ersten Skigebiet, das keinen Gletscher hat, Ski fahren. In Seefeld ist es bereits möglich langzulaufen. Außerdem findet am Wochenende auch der Weltcup-Auftakt in Sölden statt.

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