Ausland

Festnahmen von Gülen-Anhängern in Türkei

Rund zwei Wochen vor der Parlamentswahl hat die türkische Polizei mindestens 20 Menschen wegen Terrorverdachts festgenommen. Die Razzia sei heute in mindestens zehn Provinzen erfolgt, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. Unter den Verdächtigen seien Geschäftsleute und hochrangige Polizisten.

Nach Angaben des Gouverneursamts von Konya wird insgesamt nach 66 Personen gefahndet. Ihnen werde vorgeworfen, Mitglied der „Gülenist-Terrororganisation“ zu sein.

Erdogan und in den USA lebender Gülen verfeindet

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wirft dem in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen vor, Polizei und Justiz unterwandert zu haben und die Regierung stürzen zu wollen. Dieser streitet das ab. Erdogan und Gülen waren früher Verbündete, inzwischen sind sie verfeindet.

Mehrere Tote bei Anschlag auf Moschee in Saudi-Arabien

Ein Selbstmordattentäter hat sich Augenzeugen zufolge vor einer schiitische Moschee im Osten Saudi-Arabiens in die Luft gesprengt und mehrere Menschen getötet und verletzt.

Die Bombe sei während der Freitagsgebete in der Imam-Ali-Moschee in Al-Kadeeh explodiert, sagte ein Anrainer. Er bezifferte die Zahl der Opfer mit mindestens 30. In der Moschee hätten sich mehr als 150 Menschen aufgehalten.

Das mehrheitlich sunnitische Saudi-Arabien fliegt derzeit Luftangriffe gegen die schiitischen Huthi-Rebellen im Nachbarland Jemen.

Amnesty wirft Konfliktparteien in Ostukraine Folter vor

Amnesty International wirft beiden Konfliktparteien in der Ostukraine Folter von Gefangenen vor. Für die fast täglich begangenen Kriegsverbrechen von prorussischen Separatisten und prowestlichen Kämpfern lägen „überwältigende Beweise“ vor, teilte die Menschenrechtsorganisation heute in London mit.

Ehemaligen Gefangenen seien deren Aussagen zufolge die Knochen gebrochen worden, man habe sie mit Elektroschocks gequält, über Tage nicht schlafen lassen, zum Schein hingerichtet und ihnen dringend notwendige medizinische Hilfe verweigert.

33 Gefangene befragt

Amnesty hatte nach eigenen Angaben 33 frühere Gefangene beider Seiten befragt. Ihre Aussagen seien „übereinstimmend und grauenvoll“, hieß es in der Mitteilung. Zudem hätten Röntgenbilder, Fotos, fehlende Zähne und Narben sowie Krankenhausakten die Darstellungen bestätigt.

Die Befragten seien teils von Separatisten, teils von ukrainischen Vollzugsbehörden und vom ukrainischen Geheimdienst SBU gefangen gehalten und gefoltert worden.

Zudem habe Amnesty von mindestens drei Fällen erfahren, in denen Separatisten Gefangene ohne Prozess hingerichtet hätten. Die Organisation beruft sich dabei auf Berichte von Augenzeugen, Krankenhausakten, Medienberichte und Soziale Netzwerke.

Festgenommene Russen bezeichnen sich als Soldaten

Zwei in der Ostukraine festgenommene Russen hielten sich nach eigener Darstellung auf Befehl des russischen Militärs in dem Nachbarland aufgehalten. In einem Interview der russischen, Kreml-kritischen Zeitung „Nowaja Gaseta“ widersprachen sie der Darstellung ihres Verteidigungsministeriums.

Der Ministeriumssprecher hatte erklärt, die beiden seien aus der Armee ausgeschieden und privat in der Ukraine gewesen. Dagegen zitierte die Zeitung einen der Männer, Alexander Alexandrow, mit den Worten: „Es gab einen Befehl, und als Mann des Militärs habe ich ihn ausgeführt.“ Sie seien in einer Aufklärungsmission unterwegs gewesen.

Anklage als Terroristen

Nach Darstellung des ukrainischen Militärs wurden die beiden Männer bei einem Feuergefecht im Osten des Landes verletzt und festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, Regierungssoldaten getötet zu haben. Sie sollen als Terroristen angeklagt werden. Ob die beiden das Interview unter Zwang führten, war nicht klar.

Der Zeitung zufolge war zeitweise ein ukrainischer Offizieller bei dem Gespräch in einem Kiewer Krankenhaus anwesend. Die meiste Zeit seien sie jedoch allein gewesen. Russland hatte stets Vorwürfe zurückgewiesen, an dem Rebellenaufstand im Osten der Ukraine militärisch beteiligt zu sein.

Festnahmen bei Bildungsprotesten in Chile

Bei neuen Protesten gegen die Bildungspolitik in Chile sind in Valparaiso rund 20 Menschen verletzt worden. Etwa 30 Demonstranten wurden festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Zu den Ausschreitungen kam es, als Präsidentin Michelle Bachelet vor dem Parlament in der Hafenstadt ihre jährliche Rede zur Lage der Nation hielt.

Zu der Kundgebung, an der mehrere tausend Menschen teilnahmen, hatten Studentenverbände und Gewerkschaften aufgerufen. (iptv.ORF.at)

Zu der Kundgebung, an der mehrere tausend Menschen teilnahmen, hatten Studentenverbände und Gewerkschaften aufgerufen. Sie forderten mehr Mitsprache bei Bildung und Arbeitsrecht und protestierten gegen Korruption in dem Land.

Studenten fordern Totalabschaffung

Die Sozialistin Bachelet versprach in ihrer Rede, rund 60 Prozent der Hochschüler aus ärmeren Familien könnten von 2016 an gratis studieren. Die Demonstranten wiesen das als unzureichend zurück. Sie verlangen eine vollständige Abschaffung der seit der Pinochet-Diktatur (1973-1990) bestehenden hohen Studiengebühren.

Fall Freddie Gray: Sechs US-Polizisten angeklagt

Nach dem Tod des Afroamerikaners Freddie Gray während eines Polizeitransports müssen sich nun sechs US-Polizisten vor Gericht verantworten. Das gab die zuständige Staatsanwältin der Ostküstenstadt Baltimore, Marilyn Mosby, bekannt.

Gegen die fünf Männer und eine Frau - drei weiße und drei schwarze Beamte - soll am 2. Juli vor Gericht formell Anklage erhoben werden. Der 25-jährige Gray war im April eine Woche nach seiner Festnahme an einer Wirbelsäulenverletzung gestorben. Sein Tod führte in Baltimore zu schweren Unruhen.

Mehr dazu in Bis zu 30 Jahre Haft

Berlusconi will neue Bewegung ohne sich an Spitze gründen

Der italienische Ex-Premier Silvio Berlusconi, seit Monaten mit einer politischen Talfahrt konfrontiert, hat einen Teilrückzug aus der Politik angedeutet.

„Zwei oder drei“ Kandiaten für Nachfolge

Bei einer Wahlveranstaltung in Hinblick auf die Regionalwahlen kommende Woche sagte Berlusconi, dass er eine neue „Bewegung“ anstelle seiner krisengeschüttelten Forza Italia gründen und sie einem neuen Chef anvertrauen wolle.

Wer Berlusconis politisches Erbe übernehmen soll, ist noch unklar. „Es gibt zwei oder drei Personen, die meinen Platz übernehmen könnten“, sagte der 78-Jährige.

Berlusoni: Kein Komplettrückzug

Er versicherte allerdings, dass er keinen kompletten Rückzug aus der Politik plane. „Ich fühle noch die Pflicht, meine Erfahrung als Staatsmann und als Unternehmer in den Dienst des Landes zu stellen“, so Berlusconi.

Ehemaliger Vertrauensmann verließ Partei

Eine tiefe Krise belastet Berlusconis Forza Italia, die bei den Regionalwahlen am 31. Mai, zu denen 17 Millionen Menschen aufgerufen sind, mit einem Wahldebakel rechnet. Der EU-Abgeordnete und Ex-Regionenminister Raffaele Fitto, lange Zeit ein Vertrauensmann Berlusconis, hatte vergangene Woche im Streit die Berlusconi-Partei verlassen.

Durchgehend schlechte Wahlergebnisse

Die Forza Italia hatte nach den zahlreichen Justizproblemen Berlusconis schon im vergangenen Jahr bei der EU-Parlamentswahl ein Rekordtief von 16 Prozent der Stimmen hinnehmen müssen. Bei Kommunalwahlen im Trentino, in Südtirol und im Aostatal am 11. Mai sank die Gruppierung unter die Schwelle von fünf Prozent in fast allen am Wahlgang beteiligten Gemeinden.

In Bozen brachte es die Forza Italia auf 3,7 Prozent, in Trient auf 4,3 Prozent. In der Stadt Aosta hatte sich die Partei nicht einmal am Wahlkampf beteiligt. Auch in anderen am Urnengang beteiligten Gemeinden fiel das Wahlergebnis nicht besser aus.

Partei vor Auflösung

In dieser schwierigen Situation führt Berlusconi den Wahlkampf für die Regionalwahlen. Dieser Urnengang gilt als ein entscheidender Test für den Ex-Premier. Sollte seine Partei unter die Achtprozentschwelle fallen, werde die Forza Italia wohl aufgelöst, so politische Beobachter in Rom.

„Historisch“: Irland stimmt über Homoehe ab

Die Iren sind heute dazu aufgerufen, über die Legalisierung der Homosexuellenehe abzustimmen. Das Ja-Lager, angeführt von der Regierung, liegt in Umfragen voran. Doch Befürworter warnten zuletzt, es könnte knapper werden als gedacht.

Regierungschef Enda Kenny appellierte an die Iren, mit einem „Ja zu Inklusion und Liebe“ Geschichte zu machen. Irland wäre das erste Land, in dem die Homosexuellenehe per Volksentscheid eingeführt wird - ausgerechnet jenes Land, das als besonders konservativ und unter dem Einfluss der katholischen Kirche stehend gilt, würde damit in diesem Punkt auch Österreich überholen.

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Inland

Ringen um Asylplätze: Innenministerium stellt neue Zelte auf

Zwar haben die Länder gestern beim Krisengipfel rund 350 neue Plätze für Asylwerber angeboten. Diese will das Innenministerium aber erst prüfen - und bis zum Wochenende weitere Zelte aufstellen. Das machten die steigenden Asylantragszahlen nötig, so ein Sprecher von Ressortchefin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Sowohl in Oberösterreich als auch in Salzburg sollen - trotz des weiter regnerischen und kalten Wetters - je zwölf weitere Zelte hinzukommen.

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Tirol soll Verteilerzentrum bekommen

Nach Salzburg dürfte jetzt auch für Tirol der Standort für ein Verteilerzentrum für Kriegsflüchtlinge feststehen. Dem Vernehmen nach soll es im Westen von Innsbruck errichtet werden.

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Finanzausgleich: ÖVP will mehr Geld für Gemeinden

Teile der ÖVP machen jetzt für die Gemeinden mobil. Konkret hat sich im ÖVP-Parlamentsklub eine ARGE für „Gerechtigkeit im Finanzausgleich“ zum Ziel gesetzt, mehr Geld für die kleineren Kommunen herauszuschlagen.

Denn der derzeitige Verteilungsschlüssel, der größere Gemeinden und Städte bevorzugt, sei „extrem ungerecht und nicht mehr zeitgemäß“.

Groiß und Prinz führen ARGE an

Eine gerechte Verteilung der Finanzmittel zwischen städtischen und ländlichen Regionen sei Voraussetzung für funktionierende Lebensgrundlagen in ländlichen Regionen und nehme auch Druck von den städtischen Siedlungsgebieten, schreibt die von den Nationalratsabgeordneten Werner Groiß und Nikolaus Prinz angeführte ARGE, der unter anderen auch Klubchef Reinhold Lopatka angehört, nicht aber Wiener Abgeordnete wie Budgetsprecherin Gabriele Tamandl.

Derzeitige Aufteilung nicht zeitgemäß?

Argumentiert wird damit, dass der derzeitige Aufteilungsschlüssel auf die Nachkriegszeit zurückgeht, wo in den Städten die größeren Schäden zu bewältigen gewesen seien. Diese seien jedoch längst beseitigt, der Finanzausgleich dagegen in seiner Grundstruktur unverändert geblieben. Freilich wurde der abgestufte Bevölkerungsschlüssel in den letzten Jahrzehnten immer wieder zugunsten der kleineren Gemeinden abgeflacht.

Der ARGE ist das nicht genug. Beklagt wird, dass Kommunen mit mehr als 50.000 Einwohnern ihre Ertragsanteile mit dem Faktor 2,33 aufgewertet bekommen. Für Gemeinden unter 10.000 Einwohner werden die Beträge dagegen nur mit 1,61 multipliziert. Das widerspreche der Gleichbehandlung aller Bürger.

Sport

Tennis: „Totale Genugtuung“ für Haider-Maurer

Andreas Haider-Maurer ist in dieser Saison so richtig auf der ATP-Tour angekommen. Der 28-Jährige hat das Image des ewigen Challenger-Spielers eindrucksvoll abgelegt und spielt das beste Frühjahr seines Lebens. In der Vorwoche war der Niederösterreicher sogar erstmals Österreichs Nummer eins.

Die Top 50 hat der Weltranglisten-48. bereits am 20. April geknackt. „Das ist eine totale Genugtuung. Man wird jetzt auch anders wahrgenommen“, sagte Haider-Maurer im Interview mit ORF.at vor den am Sonntag beginnenden French Open in Paris.

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Bundesliga: Austria auch unter Ogris im freien Fall

Die Heimpleite gegen Abstiegskandidat Admira hat gut ins Bild einer völlig verkorksten Saison gepasst. Die Wiener Austria befindet sich auch unter Interimstrainer Andreas Ogris im freien Fall und steuert sogar auf einen historischen Tiefpunkt zu.

Mit nur einem Sieg in acht Spielen und derzeit 39 Punkten verbuchte die Austria bisher nicht einmal die Hälfte der Punkte in der Meistersaison 2012/13 unter Peter Stöger. Die bisher schlechteste Ausbeute seit Einführung der Bundesliga vor 41 Jahren waren 40 Zähler und Platz sieben. Diese Marke könnte bei noch zwei Runden durchaus unterboten werden.

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Song Contest

Die besten Bilder des zweiten Semifinales

Das Finale ist komplett. Gestern Abend haben sich im zweiten Semifinale erneut sieben Kandidaten verabschieden müssen - zehn Teilnehmerländer haben den Sprung in die große Show morgen geschafft. Doch alle lieferten eine beeindruckende Show ab, wie die Bilder von den Auftritten zeigen.

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Vor den Auftritten war den Künstlern die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Zwischen Vorfreude und Nervosität - die Gefühlen ließen sich Backstage kaum verbergen.

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Während die Konkurrenz auftrat, machten es sich die Künstler im Green Room gemütlich. Hier warteten sie auch auf das Ergebnis des Votings und posierten für die Kameras.

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Nach der Bekanntgabe war das Spektrum der Reaktionen breit: Großer Jubel bei den Aufsteigern, Trauer, Wut und Tränen bei den anderen.

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Wirtschaft

Deutsche und Franzosen entwickeln neuen Kampfpanzer

Deutschland und Frankreich bereiten gemeinsam die Entwicklung eines neuen Kampfpanzers vor. Zwischen beiden Ländern seien bereits Anforderungen an einen Nachfolger für den 36 Jahre alten Leopard 2 für die Zeit ab 2030 abgestimmt worden, heißt es in einem Schreiben des deutschen Verteidigungsministeriums.

240 Leopard 2 noch im Einsatz

Der Leopard 2 wird von dem deutschen Unternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) gebaut, das noch in diesem Jahr mit dem französischen Rüstungskonzern Nexter Systems fusionieren soll. Der neue Konzern kann nun auf den Auftrag für einen Leopard 3 hoffen.

Der erste Leopard 2 war 1979 an die deutsche Bundeswehr übergeben worden, insgesamt wurden 2.125 beschafft, von denen heute noch etwa 240 im Dienst sind. Ihre Nutzungsdauer endet aber 2030 nach etwa 50 Jahren.

Grüne kritisieren Vorpreschen

Die deutschen Grünen halten das neue Panzerentwicklungsprojekt für verfrüht. „Frau (Verteidigungsministerin Ursula, CDU, Anm.) von der Leyen prescht mal wieder nach vorne und setzt vorschnell auf immer mehr und neue Panzer. Das ist die Logik des Kalten Krieges und nicht der internationalen Verantwortung“, sagte Verteidigungsexpertin Agnieszka Brugger.

Zuerst müsse das neue Weißbuch zu den Zielen der deutschen Sicherheitspolitik abgewartet werden, das im nächsten Jahr fertiggestellt werden soll. Auch der grüne Rüstungsexperte Tobias Lindner meinte: „Ursula von der Leyen macht hier den zweiten Schritt vor dem ersten.“

Chronik

Unfallforscher stellten Germanwings-Flug nach

Die französische Flugunfallbehörde BEA hat zusammen mit der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) einzelne Abläufe während des Flugs der abgestürzten Germanwings-Maschine nachgestellt.

Beim Flug eines baugleichen Airbus A320 sei unter anderem geprüft worden, ob die auf dem Voicerecorder zu hörenden Töne mit denen im Testflug übereinstimmen, berichtete die „Bild“-Zeitung.

Sinkflug nicht simuliert

Die Maschine war nach Angaben eines BFU-Sprechers in Hamburg gestartet und auch dort wieder gelandet. Es seien dabei aber keine Flugbewegungen wie der Sinkflug nachgestellt worden, sagte der Sprecher.

Der Airbus der Lufthansa-Tochter war am 24. März in den französischen Alpen zerschellt. Wie die französische Untersuchungsbehörde anhand der Flugschreiberdaten feststellte, hatte der 27 Jahre alte Kopilot bewusst den tödlichen Sinkflug eingeleitet, während der Pilot nicht im Cockpit war. Bei dem Unglück starben alle 150 Menschen an Bord.

Science

Weltraumexperte Harald Posch ist tot

Der österreichische Weltraumexperte Harald Posch ist gestern 60-jährig nach kurzer, schwerer Krankheit in Wiener Neustadt verstorben. Das teilte die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) heute mit.

Posch war in der FFG für die Weltraumagenden verantwortlich und leitete seit Mitte vergangenen Jahres das höchste Entscheidungsgremium der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Er war der erste Österreicher in dieser Funktion.

Für Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) verliert Österreich mit Posch „nicht nur einen führenden Experten im Bereich der Weltraumforschung, sondern auch jemanden, der andere mit seiner Begeisterung für die Forschung mitreißen konnte“.

Die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner hoben Poschs große Verdienste um die Weltraumforschung und -technologie in Österreich und in ganz Europa hervor: „Er war maßgeblich daran beteiligt, dass sich Österreich in den letzten Jahren zu einem aktiven Partner bei einer Vielzahl von Weltraumprojekten und -missionen entwickelt hat.“

Bisher stabile Antarktis-Gletscher schmelzen

Der bisher stabile Eisschild im Südwesten der antarktischen Halbinsel verliert an Masse. Das ergaben Auswertungen von Satellitendaten durch Wissenschaftler der britischen Universität Bristol unter Mitwirkung des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI). Das Inlandeis schrumpfte laut den Angaben auf einer Küstenlänge von 750 Kilometern seit 2009 deutlich.

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Religion

Islamismus: Alice Schwarzer gegen „falsche Toleranz“

Gegenüber der konsequent betriebenen „islamistischen Unterwanderung auch des Westens“ dürfe es keine „falsche Toleranz“ geben, die letztlich im Widerspruch zu den hart erkämpften Menschenrechten und Freiheiten Europas stehe. Das sagte die deutsche Feministin Alice Schwarzer gestern beim „Pfingstdialog“ im Rahmen der Reihe „Geist & Gegenwart“ im kirchlichen Bildungszentrum Schloss Seggau (Steiermark). Gewaltbereite muslimische Extremisten und „selbst ernannte Gotteskrieger“ bezeichnete Schwarzer als „Faschisten“ der Gegenwart.

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Kultur

Eingang von Schweizer Museum zugemauert

Der Eingang des Museums für Gegenwartskunst am St.-Alban-Rheinweg in Basel ist gestern von Unbekannten zugemauert worden. Das Museum wird keine Strafanzeige einreichen, weil es den Vorgang als „Kunstaktion“ betrachtet.

Die Mitarbeiter hätten das Gebäude nicht betreten können, weil der Eingang mit Holzbeschlägen und Ziegelsteinen versperrt war, sagte Mediensprecher Michael Mathis heute gegenüber dem Regionaljournal Basel von Radio SRF. Die Mauer habe schnell beseitigt werden können.

Lifestyle

Aids-Gala in Cannes sammelte 30 Mio. Euro in drei Stunden

30 Millionen Euro in nur drei Stunden: Das ist die Rekordsumme, die eine US-Hilfsorganisation gestern Abend für den Kampf gegen Aids bei ihrer jährlichen Gala zum Filmfestival von Cannes einsammelte.

Etwa 900 Personen, darunter die Filmstars Leonardo DiCaprio und Antonio Banderas, nahmen an der mondänen Veranstaltung im Hotel Eden Roc am Kap von Antibes teil.

Bocelli-Essen für eine Mio., DiCaprio-Abend für 250.000

Im Verlauf der Gala wurden zwei Abendessen mit dem italienischen Sänger Andrea Bocelli für je eine Million Euro zugunsten der Forschung und Hilfe für Aids-Kranke versteigert. Ein Abend mit DiCaprio in Saint Tropez brachte 250.000 Euro ein.

Das Glanzstück der Versteigerung war jedoch ein Werk des US-Künstlers Jeff Koons, das für zwölf Millionen Euro versteigert wurde. Ein Werk des kolumbianischen Bildhauers Fernando Botero brachte zusätzlich zwei Millionen Euro ein. Der Einladung der US-Organisation amfAR waren unter anderen Marion Cotillard, Michael Fassbender, Harvey Keitel, Eva Longoria, Tom Ford und Adrien Brody gefolgt.

Erneut Fantasiestaat an kroatischer Grenze ausgerufen

Kroatische Grenzen sind offenbar ein Nährboden für Fantasiestaaten. Nicht einmal einen Monat nach der Gründung des selbst ernannten Staats „Liberland“ an der kroatisch-serbischen Grenze keimte an der Grenze zwischen Kroatien und Slowenien ein weiterer Mikrostaat auf. Eine Gruppe von polnischen Touristen proklamierte dort das 100 Quadratmeter große „Königreich Enklave“.

Das „Königreich“, das die Größe eines kleineren Hauses hat, bezeichnet sich auf seiner Website als „Europas kleinster Staat“. Ende April wurde es laut seinen Gründern auf „Niemandsland“ zwischen den Orten Brezovica pri Metliki (Slowenien) und Brezovica Zumberacka (Kroatien) etwa 50 Kilometer westlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb ins Leben gerufen.

134 Staatsbürgeschaften verteilt"

Der Pole Kamil Wrona, der sich selbst zu „König Enklav I.“ erklärte, führte bereits eine virtuelle Parlamentswahl durch und bestellte einige Minister. Die Mikronation hat fünf Amtssprachen (Englisch, Polnisch, Slowenisch, Kroatisch und Chinesisch) und nützt die Internetwährung „Dogcoin“ als offizielles Zahlungsmittel. Laut seiner Website hat das „Königreich“, dessen Motto „Weltbürger“ lautet, bisher 134 Staatsbürgerschaften erteilt.

Der unmittelbare Nachbar des selbst ernannten Königreichs findet die Sache jedoch gar nicht lustig. Marko Stipanovic, der eigentliche Besitzer des 100 Quadratmeter großen Grundstückes, habe langsam genug von den Besuchern, wie er der slowenischen Tageszeitung „Delo“ (Freitag-Ausgabe) sagte. Auch hört er es nicht gerne, wenn ihn andere Dorfbewohnern als „Adeligen“ ansprechen.

Slowenien: Kein Niemandsland

Das slowenische Außenministerium teilte bereits mit, dass das Land, auf dem das „Königreich“ proklamiert wurde, kein Niemandsland sei, sondern slowenisches Gebiet. Ljubljana erinnerte daran, dass derzeit ein internationales Schiedsgericht über den Grenzverlauf zwischen Slowenien und Kroatien entscheide.

Zudem sei dem Außenamt „die zunehmende Tendenz der Entstehung von selbst ernannten Mikronationen“ bewusst, habe aber keinen Einfluss auf solche „virtuelle und schlagzeilenträchtige Ideen“, hieß es. Aus Kroatien gab es bisher keine offizielle Stellungnahme dazu.

Leute

Bruce Willis hält nichts von Babygebrabbel

Hollywood-Actionheld Bruce Willis (60) genießt seine Vaterrolle heute noch intensiver als früher. „Was sicher auch daran liegt, dass ich mehr Zeit mit den Kindern verbringen kann, weil ich nicht mehr so viel drehe“, sagte der fünffache Vater dem Magazin „Gala“. Allerdings sei er heute auch „ein viel behütenderer und manchmal sogar ängstlicherer Vater als vor 25 Jahren“.

Von Erwachsenen, die in Babysprache verfallen, hält Willis nichts. „Das haben wir schon immer sehr albern gefunden“, so der Schauspieler über sich und seine Ehefrau Emma Heming (36) mit der er zwei Töchter, Mabel (3) und Evelyn (1), großzieht.

Aus seiner ersten Ehe mit Demi Moore hat Willis bereits drei erwachsene Töchter. Rumer Willis gewann erst vor wenigen Tagen die Tanzshow „Dancing with the Stars“. Für seine Kinder will der Actionstar am liebsten hundert Jahre alt werden, „damit ich so lange wie möglich für meine Kinder da sein kann“.