Ausland

Rajoy fordert Stopp des Katalonien-Referendums

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat heute Abend eindringlich einen Stopp des geplanten Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien gefordert und der separatistischen Regionalregierung mit schweren Konsequenzen gedroht. „Noch ist Zeit, ein größeres Unglück zu verhindern“, sagte Rajoy in einer Fernsehansprache. Madrid werde eine „starke Antwort“ auf jeden Akt des Ungehorsams geben.

Rajoy bezeichnete das von der katalanischen Regierung für 1. Oktober angesetzte Unabhängigkeitsreferendum als „Chimäre“ und „antidemokratisch“. Der konservative Regierungschef äußerte sich, nachdem die Behörden ihre Gangart gegenüber Barcelona massiv verschärft hatten. Heute wurden mehrere hochrangige Regierungsmitarbeiter in Barcelona festgenommen, außerdem wurden rund neun Millionen Stimmzettel beschlagnahmt.

Mehr dazu in „Raus mit der spanischen Polizei!“

Macron nennt Gewalt in Myanmar „Völkermord“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar als „Völkermord“ bezeichnet. Frankreich arbeite mit anderen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats an einer Verurteilung „dieses Genozids, der sich abspielt, dieser ethnischen Säuberung“, sagte Macron heute dem französischen Fernsehsender TMC.

Der seit Jahren andauernde Konflikt in Myanmar war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angegriffen und Dutzende Sicherheitskräfte getötet hatten. Das Militär reagierte mit Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden umgebracht, ihre Häuser niedergebrannt. Auch die UNO spricht von „ethnischen Säuberungen“. Mehr als 420.000 Rohingya flüchteten ins benachbarte Bangladesch.

Le Pen entzog Stellvertreter wichtige Kompetenzen

Im Führungsstreit bei Frankreichs rechtspopulistischem Front National (FN) greift Parteichefin Marine Le Pen gegen ihren Stellvertreter Florian Philippot durch. Le Pen entzog dem Vizevorsitzenden heute seine bisherige Zuständigkeit für Strategie und Kommunikation, wie sie in einer schriftlichen Erklärung mitteilte.

Philippot bleibe stellvertretender Parteichef, habe nun aber keinen besonderen Aufgabenbereich in der Parteiführung mehr. Mit der Teilentmachtung Philippots reagierte Le Pen auf dessen Weigerung, den Vorsitz über eine von ihm gegründete politische Vereinigung aufzugeben. Das hatte sie öffentlich gefordert.

„Les Patriotes“ als Gegenbewegung?

Da Philippot der Forderung nicht nachgekommen sei, müsse sie nun reagieren. Le Pen sprach in der Erklärung von einem „Interessenkonflikt“, in dem sich Philippot wegen seines parallelen Engagements für die Vereinigung „Les Patriotes“ befinde.

Philippot hatte diese Vereinigung vor der Parlamentswahl im Juni gegründet. Sie sieht sich selbst als Gesprächsplattform innerhalb der Partei. Kritiker werfen Philippot aber vor, „Les Patriotes“ als Machthebel in den parteiinternen Streitigkeiten beim FN einsetzen zu wollen. Der Parteivize hatte erklärt, dass er sein Engagement bei der Vereinigung trotz Le Pens Aufforderung nicht einstellen werde.

OSZE: Separatisten in Ostukraine ließen 19 Gefangene frei

Im Ukraine-Konflikt haben die prorussischen Separatisten in Donezk nach OSZE-Angaben 19 Gefangene freigelassen. Er hoffe, dass auch die Aufständischen in Luhansk einen solchen Schritt unternähmen, sagte der Vermittler der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Donbass-Konflikt, Martin Sajdik, der Agentur TASS zufolge heute in Minsk.

Die Übergabe fand nach Angaben der Separatisten bereits am 14. September statt. In der Ostukraine kämpfen seit 2014 Regierungstruppen gegen von Moskau gestützte Aufständische. Der Österreicher Sajdik sagte bei einem Treffen der Kontaktgruppe mit Vertretern der OSZE, Russlands und der Ukraine, er hoffe auf den Erfolg einer möglichen UNO-Blauhelmmission. Diese müsse helfen, den Minsker Friedensplan umzusetzen.

Der im weißrussischen Minsk vereinbarte Plan sieht unter anderem eine dauerhafte Waffenruhe und Autonomie für das ostukrainische Steinkohle- und Industriegebiet im Donbass vor. Die Umsetzung kommt aber seit Monaten nicht voran. Zumindest die Kämpfe haben seit Anfang September nach Darstellung der Konfliktparteien abgenommen. Die ukrainische Armee berichtete von drei Toten und knapp 20 Verletzten in ihren Reihen.

Saudi-Arabien: Erstmals Frauen im Sportstadion erlaubt

Das streng konservative Königreich Saudi-Arabien gewährt Frauen dieses Wochenende erstmals Zutritt zu einem Sportstadion. Im König-Fahd-Stadion in der Hauptstadt Riad dürfen Frauen in Begleitung ihrer Familie die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag verfolgen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA heute. Dafür werde in der Sportarena, die rund 40.000 Menschen fasst, ein separater Bereich für Familien eingerichtet.

Bisher wurden Frauen in Saudi-Arabien auch am Nationalfeiertag nicht ins Stadion gelassen. Das konservative muslimische Königreich verfolgt eine strenge Politik der Geschlechtertrennung. Es ist das einzige Land, in dem Frauen nicht Auto fahren dürfen.

Zuletzt gab es aber einige behutsame Lockerungen. Im Juli etwa erlaubte das Bildungsministerium die Teilnahme von Mädchen am Sportunterricht staatlicher Schulen.

Polen beginnt Militärübung mit 17.000 Soldaten

In Polen hat heute in der Nähe von Warschau die Militärübung „Dragon“ mit 17.000 Soldaten begonnen. Land-, Luft- und Seestreitkräfte sowie Polens neue Territorialverteidigung üben bis zum 29. September an verschiedenen Orten des Landes die Abwehr eines gegnerischen Angriffes.

Einheiten aus elf weiteren Staaten beteiligen sich an dem Manöver, unter anderem aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Italien und der Ukraine.

Konkretes Szenario

Das Szenario der Übung gehe davon aus, dass ein Nachbarland versuche, ein Gebiet Polens unter Kontrolle zu bringen, „auch durch hybride Aktivitäten“, sagte Michal Dworczyk, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, der polnischen Nachrichtenagentur PAP.

Es basiere auch darauf, was „wir unter anderem in der Ukraine während der Annexion der Krim oder des Angriffs der Russischen Föderation auf den Donbass“ gesehen haben, erklärte Dworczyk. Er stellte aber auch klar, dass „Dragon“ nicht als Antwort auf das bereits beendete russisch-weißrussische Manöver „Sapad“ zu verstehen sei. Die Übung findet alle zwei Jahre in Polen statt.

Deutsche Grüne erhielt Brief mit weißem Pulver

An die Privatadresse der Grünen-Spitzenkandidatin zur deutschen Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, ist ein Brief mit einem weißen Pulver geschickt worden. Über den Vorfall selbst informierte heute die lokale Polizei, während Göring-Eckardts Bundestagsbüro bestätigte, dass der Brief an die Politikerin gerichtet war.

Laut Polizei nahm ein anderer Bewohner des Hauses den Brief aus dem Postkasten und informierte die Beamten. Im Einsatz waren daraufhin Polizei und Feuerwehr. Das weiße Pulver wurde von Experten luftdicht verpackt. Es soll nun vom Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz analysiert werden. Verletzt wurde laut Polizei niemand. Die Kriminalpolizei leitete Ermittlungen ein.

Inland

Gegenseitige Anwürfe um Kurz-„Strategiepapier“

Die SPÖ ortet im laufenden Wahlkampf aufgrund neuer Details zum angeblichen „Strategiepapier“, das zur Vorbereitung von Sebastian Kurz’ Machtübernahme in der ÖVP gedient haben soll, einmal mehr „Dirty Campaigning“ des Noch-Koalitionspartners.

Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler forderte heute daher Aufklärung über das Papier, über das der „Falter“ gestern berichtet hatte. NEOS stellte eine parlamentarische Anfrage.

„Kurz und seine VP inszenierten sich stets als Opfer. Tatsächlich haben sie schon 2016 Konzepte erstellt, die sich heute 1:1 umgesetzt auf anonymen Dirty-Campaigning-Seiten wiederfinden, mit denen die ÖVP aber nichts zu tun haben will“, kritisierte Niedermühlbichler. Es brauche daher volle Transparenz und eine Aufklärung über die Rolle des ehemaligen Kurz-Kabinettsmitarbeiters und jetzigen ÖVP-Generalsekretärs Stefan Steiner.

Amon spricht von „Gerücht“

Der ehemalige ÖVP-Generalsekretär Werner Amon sprach am Rande der Nationalratssitzung gegenüber dem „Standard“ von „Fake News“. Er gehe davon aus, dass ein Teil von Kurz’ Programm von Mitarbeitern der Bundespartei erstellt worden sei, alles andere hält er für ein „Gerücht“. Die Echtheit der Dokumente will Amon nicht bestätigen.

„Falter“-Chefredakteur Florian Klenk meinte gegenüber dem „Standard“ zu Amons Vorwürfen: „Herr Amon wird – so wie kürzlich die ÖVP Niederösterreich – zu beweisen haben, dass wir Dokumente fälschen. Ich freue mich auf den Nachweis.“

NEOS stellt parlamentarische Anfrage

NEOS kündigte unterdessen eine parlamentarische Anfrage an den Außenminister an. Laut „Kurier“ will die Partei etwa wissen, „welche Kosten dem Außenministerium für die Ausarbeitung der Pläne zur Parteiübernahme und die Wahlkampfvorbereitungen angefallen“ seien.

Die Fraktion hatte mit Kurz in der Vergangenheit über eine Wahlplattform gesprochen, Parteichef Matthias Strolz und Irmgard Griss hätten die Idee dann aber selbstständig weiterverfolgt, so Generalsekretär Nikola Donig. In diesen Gesprächen sei es „nie über Ministerposten“ gegangen, es sei über Sachpolitik diskutiert worden. Über die Gespräche seien von NEOS „keine Papiere“ angelegt worden.

Auch Grüne und Blaue fordern Aufklärung

Kritik an Kurz setzte es auch von den Grünen. Bundesgeschäftsführer Robert Luschnik erklärte in einer Aussendung: „Wenn die im ‚Falter‘ erhobenen Vorwürfe stimmen, dann hatte der Außenminister offenbar keine Skrupel, Beamte des Außenministeriums für seine parteipolitische Karriere einzusetzen.“ Das wäre ein Missbrauch öffentlicher Ressourcen.

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl sagte, er erwarte in der Causa „eine eidesstattliche Erklärung nicht nur von Sebastian Kurz, sondern auch von den Personen, die in den veröffentlichten Dokumenten genannt werden“.

Erstes TV-Duell: Hofer und Lunacek suchen Abgrenzung

Grünen-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek und Norbert Hofer (FPÖ) haben gestern den Reigen der insgesamt zehn ORF-TV-Konfrontationen vor der Nationalratswahl eröffnet. Von Beginn weg bemühten sich die beiden augenscheinlich, sich vom jeweils anderen abzugrenzen.

Lunacek warf Hofer und der FPÖ vor, weiter auf einen EU-Austritt hinzuarbeiten. Der FPÖ-Listenzweite forderte Lunacek wiederum mehrfach auf, „nett“ zu sein, und sah in der grünen Politik ein Ende der österreichischen Souveränität dräuen. Bisweilen führten die Wortduelle im Fahrwasser ganz abseits der Fragen von Moderator Tarek Leitner. Und erst ganz zum Schluss kam ein Hauch von Versöhnlichkeit auf.

Mehr dazu in Gemeinsamkeiten Mangelware

Ministerrat im Zeichen des Wahlkampfs

Der Ministerrat unmittelbar vor der wohl vorletzten Nationalratssitzung vor der Wahl wurde heute für den Wahlkampf genutzt. Die ÖVP brachte das an sich schon gescheiterte Sicherheitspaket in die Regierungssitzung ein, die SPÖ thematisierte im Vorfeld die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten. Man warf einander „Ankündigungspolitik“ und einen „Basar“ vor.

Sicherheitspaket einmal mehr Streitpunkt

Die ÖVP will noch einmal den Druck auf die SPÖ erhöhen, doch dem Sicherheitspaket, das unter anderem mehr Video- und Onlineüberwachung vorsieht, zuzustimmen. Weiterhin zu warten sei „unverantwortlich“, gerade nach dem jüngsten Terror in London seien die Maßnahmen „mehr denn je notwendig“, so Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP). Man werde sehen, wer wirklich für Sicherheit stehe, sagte er Richtung SPÖ.

Von SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder kam abermals eine Absage für das Sicherheitspaket. Stattdessen sieht er die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten als „dringendes Unterfangen“ und er „verstehe nicht ganz, dass man sich da jetzt ziert“, richtete er der ÖVP aus.

Notfalls werde man sich eben andere Mehrheiten suchen. Je fleißiger der Ministerrat und „je konstruktiver die ÖVP“, desto weniger Initiativanträge werde es im Parlament geben, meinte Schieder - als Drohung wollte er das freilich nicht verstanden wissen.

Sobotka ortet „Wahlkampfzuckerln“

Sobotka räumte für die ÖVP ein, dass die Streichung der unterschiedlichen Regeln für Arbeiter und Angestellte im Wahlprogramm steht, es handle sich aber um eine komplexe Materie, die etwa einer Begutachtung bedürfe. Die SPÖ mache das Gleiche wie schon vor der Wahl 2008, „sie eröffnet einen Basar“. Sobotka sprach von „Wahlkampfzuckerln“.

Pflege: Caritas fordert gesicherte Finanzierung

Caritas und Volksanwaltschaft haben heute in einer Pressekonferenz vor der Nationalratswahl Forderungen zur Pflege erhoben. Darunter befinden sich gesicherte Finanzierung, Kontrollen und einheitliche Standards, zusätzliches Personal sowie die Umsetzung der Demenzstrategie.

Mehr dazu in religion.ORF.at

NEOS warnt vor „Pflegekollaps“ in Wien

NEOS befürcht, dass Wien durch die Abschaffung des Pflegeregresses ein „Pflegekollaps“ bevorsteht. Der Stadt würden dadurch künftig jährlich 35 Mio. Euro an Einnahmen fehlen. Die SPÖ sieht die Versorgung jedoch gesichert.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Wirtschaft

US-Notenbank startet Abbau ihrer Bilanz

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) beginnt mit dem Abbau ihrer in den Jahren nach der Finanzkrise auf 4,5 Billionen Dollar (3,76 Billionen Euro) angeschwollenen Bilanz. Die Währungshüter gaben heute in Washington bekannt, dass das bereits von langer Hand vorbereitete Manöver ab Oktober anlaufen soll.

Monatliches Schrumpfen

Die Fed macht damit einen Schritt hin zur Normalität, da sie lange die Konjunktur mit einer Geldflut gestützt hat. Diese wird nun erstmals etwas eingedämmt.

Auslaufende Wertpapiere aus dem Bestand der Notenbank werden dann zu einem Teil nicht mehr ersetzt. Die bisher konstant gehaltene Bilanzsumme kann so nun monatlich um zweistellige Milliardensummen schrumpfen. Der Abbau erfolgt schrittweise, wobei sich das Tempo mit der Zeit erhöht.

Vorkrisenniveau unwahrscheinlich

Wie stark das Portfolio letztlich eingedampft wird, ist noch offen: Dass das Vorkrisenniveau von unter einer Billion Dollar wieder erreicht wird, gilt jedoch als unwahrscheinlich.

Ihren Leitzins hat die Fed erwartungsgemäß unverändert gelassen. Der Leitzins bewege sich weiterhin in einem Zielkorridor von 1,00 bis 1,25 Prozent, teilte die Fed mit. Sie hatte den Zins zuletzt im Juni leicht erhöht. Die nächste Erhöhung erwarten die Märkte für den Dezember dieses Jahres.

Metaller-KV: Forderung dürfte bei zwei Prozent liegen

Die Lohnverhandlungen für die Metallerbranche sind heute in die erste Runde gegangen. Prozentsätze für die angestrebten kollektivvertraglichen Erhöhungen wurden vorerst noch nicht genannt. Gewerkschafter Rainer Wimmer dürfte heuer über zwei Prozent verlangen, schreibt die „Kronen Zeitung“. Im Vorjahr lag der Abschluss im Schnitt bei knapp 1,7 Prozent.

Ein deutlich höherer Abschluss sei auch vertretbar, zitiert die Zeitung Wirtschaftsforscher Helmut Hofer vom Institut für Höhere Studien (IHS). „Die Inflation war 1,8 Prozent, dazu könnte die Produktivitätsentwicklung der Metallindustrie weitere 0,5 Prozent bis 0,75 Prozent ausmachen.“ Für die nötige Weiterbildung der Beschäftigten in Richtung Digitalisierung regt Hofer zudem einen „Ausbildungsfonds“ an.

ZIB2

Gespräch mit Van der Bellen nach dem UNO-Besuch

Der Bundespräsident über die Rede von US-Präsident Trump, Nordkorea und die Gefahr eines Krieges, den Iran sowie den Wahlkampf in Österreich.

Die Suche nach Verschütteten in Trümmerhaufen

Am Jahrestag des verheerenden Erdbebens von 1985 bebte die Erde in Mexiko wieder.

Ein „Strategiepapier“ sorgt für Aufregung

Wer hat was und auf wessen Kosten vor der ÖVP-Machtübernahme von Sebastian Kurz geschrieben – oder doch nicht?

Das Arbeiten mit und gegen „Fake News“

Wie der Sender CNN mit falschen Nachrichten und der Ära Trump umgeht.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Sport

Fußball: Bilic erhöht Druck auf Arnautovic

Gleich bei seinem ersten Heimauftritt im Londoner Olympiastadion hat Marko Arnautovic gestern im Ligacup gegen die Bolton Wanderers geglänzt. Der Wiener legte beim 3:0-Heimieg die ersten beiden Treffer mustergültig auf und ebnete den „Hammers“ damit den Weg zum Sieg.

Trotzdem war Trainer Slaven Bilic offenbar nicht ganz glücklich und fordert, dass sein Neuzugang die „Komfortzone“ verlässt. „Manchmal gibt er sich mit dem Geleisteten zu schnell zufrieden“, betonte der Kroate.

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Fußball: Köln taumelt in nächste Niederlage

Für Coach Peter Stöger und den 1. FC Köln wird die Situation in der deutschen Bundesliga immer kritischer. Heute setzte es gegen Eintracht Frankfurt eine 0:1-Heimniederlage und damit in der fünften Runde bereits die fünfte Niederlage.

Die Kölner haderten dabei wie schon bei der 0:5-Pleite gegen Dortmund erneut mit dem Videoschiedsrichter. Der entscheidende Elfmeter war äußerst strittig.

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Motorrad: „Dottore“ Rossi vor Blitzcomeback

Vor drei Wochen haben Beobachter schon über ein mögliches Saison-, wenn nicht gar Karriereende von Valentino Rossi spekuliert, nachdem sich dieser bei einem Sturz einen komplizierten Beinbruch zugezogen hatte. Nun plant der „Dottore“ beim Grand Prix von Aragonien am Wochenende sein Blitzcomeback. Nachdem erste Tests positiv verliefen, fehlt dem Italiener nur noch das Okay der Rennärzte.

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Chronik

Hurrikan „Maria“: Ganz Puerto Rico ohne Strom

Hurrikan „Maria“ hat ersten Informationen zufolge auf der US-Karibik-Insel Puerto Rico schwere Schäden angerichtet. Einem Sprecher des Gouverneurs Ricardo Rossello zufolge fiel heute im ganzen Territorium der Strom aus. Die Regierung habe noch keinen Überblick über das Ausmaß der Zerstörung, sagte er.

Dunkle Straße in Puerto Rico

APA/AFP/Ricardo Arduengo

Örtlichen Medien zufolge wurden unter anderem mehrere Krankenhäuser durch den Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde beschädigt. „Wenn wir wieder nach draußen gehen können, werden wir unsere Insel verwüstet vorfinden“, sagte der Leiter des Katastrophenschutzes, Abner Gomez, der Zeitung „Nuevo Dia“. Der Sturm habe „auf seinem Weg alles zerstört“.

Sieben Tote auf Dominica

Auf der Karibik-Insel Dominica kamen durch „Maria“ nach Angaben eines Regierungsberaters mindestens sieben Menschen ums Leben. Diese Zahl sei bestätigt, sie könne aber noch weiter steigen, berichtete ein Berater von Premierminister Roosevelt Skerrit unter Berufung auf ein Telefonat mit ihm.

Auch die Karibik-Insel Dominica wurde schwer getroffen.

„Riesiger Verlust an Häusern und öffentlichen Gebäuden. Das Hauptkrankenhaus wurde getroffen. Patientenversorgung wurde beeinträchtigt. Viele Gebäude, die als Schutzunterkünfte gedient haben, haben ihre Dächer verloren“, hieß es in der Nachricht, die eine Hilfsorganisation auf Facebook verbreitete.

Jackpot bei Lotto „6 aus 45“

Bei der Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat heute niemand die sechs Richtigen getippt. Im Topf bleiben rund 680.000 Euro.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

2 7 11 18 20 24 /Zusatzzahl 42

Beim Joker fand sich auf zwei Quittungen die richtige Zahlenkombination. Sie bringen rund 91.300 Euro.

Die Gewinnzahl lautet:

8 4 6 2 1 4

Alle Angaben ohne Gewähr

IT

Kaufvorschläge zum Bombenbau: Amazon in der Kritik

Amazon will seine Website überarbeiten, um mögliche Kaufempfehlungen für Bestandteile zum Bombenbau zu verhindern. „Angesichts jüngster Ereignisse prüfen wir unsere Website, um sicherzustellen, dass alle Produkte in angemessener Weise dargestellt werden“, teilte der weltgrößte Onlinehändler heute mit.

Der britische Sender Channel 4 News hatte zuvor berichtet, dass mit Hilfe der Amazon-Vorschläge „Wird oft zusammen gekauft“ und „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch“ Chemikalien zusammengestellt werden können, die sich zum Bau von Sprengsätzen eignen. Auch andere Bestandteile wie Zündsysteme, Fernauslöser und Kugellager wurden dem Bericht zufolge den Amazon-Kunden vorgeschlagen. Einzeln sind die Bestandteile Amazon zufolge legal in Großbritannien zu kaufen.

Science

Kultur

„Hereinspaziert!“: Rassismus im Komödien-Deckmantel

Seit einigen Jahren kommen aus Frankreich Kinofilme, in denen kulturelle und ethnische Unterschiede billige Zielscheibe für Schmähs sind. Diese Filme feiern auch in Österreich sensationelle Erfolge, von „Ziemlich beste Freunde“ bis „Monsieur Claude und seine Töchter“. Oft geht das gut, manchmal jedoch bis hart an die Grenze des guten Geschmacks. Und gelegentlich weit darüber hinaus, wie etwa in „Hereinspaziert!“ von Erfolgsregisseur Philippe de Chauveron. Der Film kommt diese Woche ins Kino und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, offen rassistisch zu sein.

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Serienhighlights: Monster, Klingonen und ein Hackerangriff

Der Seriensommer ist heuer im Zeichen der vorletzten Staffel des Fantasyepos „Game of Thrones“ gestanden - der Herbst dagegen hat gleich mehrere potenzielle Highlights zu bieten.

Die jungen Helden aus „Stranger Things“ gehen zum zweiten Mal auf Monsterjagd, „Trekkies“ dürfen sich über das „Raumschiff Enterprise“-Spin-off „Star Trek: Discovery“ freuen, und die deutsche Krimiserie „Babylon Berlin“ entführt das Fernsehpublikum in eine raue Welt aus Sex und Gewalt.

Der ORF geht ebenfalls mit einem Serienhighlight in den Herbst: Matthias Schweighöfer muss sich in der Free-TV-Premiere von „You Are Wanted“ skrupellosen Hackern stellen.

Mehr dazu in Dem Winter folgt der Serienherbst

Panorama

Papagei gab bei Amazon Onlinebestellung auf

Ein findiger Graupapagei hat beim Onlinehändler Amazon eingekauft. Indem er die Stimme der in London lebenden Südafrikanerin Corienne Pretorius nachahmte, schaffte es der Vogel namens Buddy, Amazons digitale Assistentin Alexa zu aktivieren und eine Bestellung abzuschließen, wie die Boulevardzeitung „The Sun“ (Mittwoch-Ausgabe) berichtete.

Geschenkkartons in Gold

Die Order flog auf, als ein Paket mit goldfarbenen Geschenkkartons im Wert von zehn Pfund (11,50 Euro) geliefert wurde. Nachdem Pretorius ausgeschlossen hatte, dass die seltsame Bestellung auf ihren Mann oder ihren achtjährigen Sohn zurückging, fiel der Verdacht auf Buddy.

Die Familie habe die Alexa-Sprachfernbedienung seit vier Monaten, benutze sie aber nur für Musik oder um To-do-Listen zu erstellen, sagte Pretorius. „Ich habe damit nie etwas online bestellt.“ Doch dann sei ihr klar geworden, dass Buddy mit Alexa kommuniziere.

Rückgabe gestattet

Auf einem Beweisvideo, das die „Sun“ veröffentlichte, ist der fünf Jahre alte Papagei zu sehen, wie er „Alexa“ krächzt. Daraufhin leuchtet das Gerät neben ihm blau auf. „Oh, hmmm, bleib online, Alexa“, fügt der Vogel hinzu.

Wie ein Amazon-Sprecher der „Sun“ sagte, kann die Familie aus dem Südosten der britischen Hauptstadt die unfreiwillige Bestellung nun zurückgeben und sich das Geld erstatten lassen.

Leute

Spitzenkoch Bras hat von Michelin-Sternen genug

Der französische Spitzenkoch Sebastien Bras will seine drei Michelin-Sterne zurückgeben. Die höchste Auszeichnung des renommierten Restaurantführers bedeute zu viel „Druck“, sagte der 46-Jährige heute. Er habe Michelin deswegen gebeten, in der nächsten Ausgabe nicht mehr aufgeführt zu werden.

Sebastien Bras

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„Man wird zwei- bis dreimal pro Jahr kontrolliert“, sagte der Chefkoch des in Laguiole in der Auvergne gelegenen Gourmetrestaurants „Le Suquet“. „Man weiß nie, wann. Jeder Teller kann kontrolliert werden. Das heißt, dass jeden Tag einer der 500 Teller bewertet werden kann, die die Küche verlassen.“

Suche nach „neuem Sinn“

Er wolle seinem Leben und seiner Arbeit nun einen „neuen Sinn“ geben, sagte Bras. Er wolle weiter Spitzenküche bieten, dabei aber „freier“ sein. „Vielleicht werde ich an Bekanntheit verlieren, aber ich akzeptiere das.“

Der Koch, dessen Vater Michel Bras 1999 den dritten Stern für „Le Suquet“ erobert hatte, erinnerte auch an den Suizid des Dreisternekochs Bernard Loiseau im Jahr 2003. Das Drama war damals auf den enorm hohen Druck bei Bewertungen von Spitzenrestaurants zurückgeführt worden.