Inland

Strache spekuliert mit Platz eins bei Wien-Wahl

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat heute sein Traumszenario für die Wien-Wahl 2015 geschildert: „Wer weiß, vielleicht gelingt der erste Platz“, sagte er in der ORF-„Pressestunde“. Dabei unterstrich er außerdem, dass er auch künftig nicht im Wiener Landesparlament sitzen wolle: „Ich bin ja Bürgermeisterkandidat und nicht Gemeinderatskandidat.“

Dass Strache zumindest auf das Überspringen der 30-Prozent-Hürde beim Urnengang am 11. Oktober hofft, hat er schon länger betont. Platz eins für die Freiheitlichen dagegen würde den Rücktritt von Wiens SPÖ-Chef und Bürgermeister Michael Häupl „noch am selben Abend“ und ein „realpolitisches Umdenken in der Sozialdemokratie“ bedeuten.

Dass es für das Ende der von den Blauen beklagten „Ausgrenzung“ vor allem von der SPÖ „andere Personen“ brauche, hat Strache ebenfalls bereits öfter erklärt. Jedenfalls habe er schon einige Pläne dafür, „wenn ich Bürgermeister werde“.

„Islam gehört nicht zu Österreich“

Abgefragt wurden in der „Pressestunde“ auch diverse Reizthemen, so etwa die Haltung der FPÖ zum Islam. Der Islam gehört nach Straches Auffassung weder historisch noch kulturell zu Österreich. Der Islam existiere als Religionsgemeinschaft, sei aber kein Teil Europas, so Strache. Er bestritt aber, ein Islamgegner zu sein.

Der Islam sei kein Feindbild, sondern der radikale Islamismus sei es, der sich auf den Islam gründe. Strache plädierte dafür, Österreichern, die sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anschließen, die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Sie sollten auch nicht nach Österreich zurückkehren dürfen, denn sie seien „tickende Zeitbomben“.

„Mehr Zeit in der Klasse wünschenswert“

In der Debatte über die Lehrerarbeitszeit könne sich der FPÖ-Chef eine höhere Stundenverpflichtung durchaus vorstellen, allerdings nicht als isolierte Maßnahme. Mehr Zeit in der Klasse zu verbringen, wäre „wünschenswert“, sagte er: „Aber wir brauchen eine Reform, die kein Flickwerk ist.“

Tausende demonstrierten gegen TTIP

Im Rahmen eines europaweiten Aktionstages gegen das geplante EU-Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) sind gestern auch in Österreich Tausende Menschen auf die Straße gegangen. In Wien versammelten sich laut Polizei rund 6.000 Demonstranten vor dem MuseumsQuartier und zogen dann vor das Parlament.

Die Veranstalter zählten in Wien 15.000 Teilnehmer und österreichweit 22.000. Anfang kommender Woche gehen die EU und die USA in New York in die neunte Verhandlungsrunde zu dem umstrittenen Abkommen. Gegen TTIP und andere Handelsverträge wurde gestern in 45 Ländern weltweit demonstriert.

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Hypo-U-Ausschuss: Bures kritisiert holprigen Start

Die Vorsitzende des Hypo-U-Ausschusses und Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) hat gestern den holprigen Start des Ausschusses im Ö1-„Journal zu Gast“ vehement kritisiert.

Durch die Anlaufschwierigkeiten seien die zwei Zielsetzungen unterlaufen worden - nämlich die Aufklärung des Finanzskandals und das Zurückgewinnen in das Vertrauen der Politik. Bisher sei diese Entwicklung entgegengesetzt.

Bures sprach sich gegen die bisherige Geheimniskrämerei bei Namenslisten und dem Schwärzen bei Akten und Unterlagen aus. Generell gelte es größtmögliche Transparenz walten zu lassen.

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Ausland

21 Tote bei Gefechten im Jemen

Im Südwesten des Jemen haben Huthi-Rebellen und Anhänger von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi auch in der Nacht auf heute einander schwere Gefechte geliefert. In Taes, der drittgrößten Stadt des Landes, wurden zehn Rebellen und vier haditreue Kämpfer getötet, wie Ärzte und örtliche Behördenvertreter berichteten.

Die Regierungstruppen erhielten dabei nach Angaben von Einwohnern Unterstützung durch die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die Stellungen der Huthis aus der Luft angriff. Weiter östlich wurden in der Nacht in Atak nach Angaben von Stammesvertretern sieben Rebellen von sunnitischen Milizen getötet. Auch die südliche Hafenstadt Aden ist weiterhin umkämpft. Die Huthis zogen derweil weitere Kämpfer in der nördlich von Taes gelegenen Stadt Ibb sowie in Hodeida am Roten Meer zusammen.

Seit Wochen heftige Kämpfe

Schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Soldaten liefern sich im Jemen seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Hadi, der im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die Hafenstadt Aden geflohen war. Als die Rebellen Mitte März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat um militärische Hilfe. Seit dem 26. März fliegt die von Riad angeführte Allianz Luftangriffe im Jemen.

Jemen weist iranischen Friedensplan zurück

Der Jemen lehnte unterdessen den Friedensplan für das Land ab, den der Iran bei den Vereinten Nationen (UNO) vorgelegt hatte. „Wir weisen die iranische Initiative zurück“, sagte Regierungssprecher Rajeh Badi gestern der Nachrichtenagentur Reuters. Es handele sich bei dem Vorstoß nur um ein „politisches Manöver“.

Der Iran hatte einen Plan vorgelegt, der eine sofortige Feuerpause, ein Ende aller militärischen Angriffe, humanitäre Hilfe und die Rückkehr zu einem Dialog zum Aufbau einer Regierung der nationalen Einheit im Jemen fordert. Westliche Regierungen und arabische Diplomaten hatten sich aber zurückhaltend geäußert und erklärt, der Iran sei kein neutraler Friedensmakler.

Hungersnot in Niger droht

Wegen Ernteausfällen ist im westafrikanischen Niger nach Regierungsangaben die Ernährung von mehr als zweieinhalb Millionen Menschen nicht sichergestellt. Für gut 400.000 Menschen sei die Gefahr einer Lebensmittelknappheit besonders hoch, sagte Landwirtschaftsminister Maidagi Allambeye gestern vor Abgeordneten.

Flüchtlinge verschärfen Situation

Als Gründe für die Ernteausfälle nannte Allambeye unter anderem Dürreperioden und Überschwemmungen. Zusätzlich angespannt sei die Lage, weil etwa 200.000 Menschen aus den Nachbarländern Nigeria und Mali auf der Flucht vor radikalen Islamisten im Niger Schutz suchten.

Die Regierung habe ein Projekt zur Bewässerung von 130.000 Hektar Land gestartet und hoffe auf zusätzliche 500.000 Tonnen an Nahrungsmitteln, so Allambeye.

Der Niger ist ein trockenes und armes Land mit einer schnell steigenden Bevölkerungszahl, in dem es immer wieder Lebensmittelkrisen gibt.

Zypern-Türken wählen neuen Präsidenten

Die Zypern-Türken wählen heute ein neues Oberhaupt. Etwa 176.000 Einwohner der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahllokale öffneten um 7.00 Uhr (MESZ) für zehn Stunden. Dem Amtsinhaber Dervis Eroglu stehen sechs Herausforderer gegenüber. Der Wahlkampf wurde von der Frage nach dem zukünftigen Status der Türkischen Republik Nordzypern und der Beziehung zu den griechischen Zyprern dominiert.

Zypern ist seit einem griechisch-zyprischen Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention seit 1974 geteilt. Die 1982 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern wird nur von Ankara anerkannt. Etwa tausend UNO-Blauhelme überwachen die Waffenstillstandslinie, die durch Europas letzte geteilte Hauptstadt Nikosia verläuft. Im Norden der Insel sind Zehntausende türkische Soldaten stationiert.

Plan zur Wiedervereinigung gescheitert

Die Republik Zypern trat 2004 der EU bei. Völkerrechtlich ist die ganze Mittelmeerinsel Mitglied der Europäischen Union. Einen UNO-Plan zur Wiedervereinigung hatten die griechischen Zyprer im April 2004 mehrheitlich abgelehnt, während die meisten türkischen Zyprer dafür gestimmt hatten.

Der UNO-Sonderbeauftragte für Zypern kündigte Anfang April an, dass die Verhandlungen über eine Wiedervereinigung der Insel nach sechsmonatiger Unterbrechung „in einigen Wochen“ wieder aufgenommen werden sollen.

Angriff auf Zentrale von türkischer Kurdenpartei in Ankara

Unbekannte haben einen Anschlag auf die Zentrale der türkischen Kurdenpartei HDP in Ankara verübt. In der Nacht auf gestern gaben die Angreifer aus einem Auto heraus mit Gewehren mehrere Schüsse auf das Gebäude ab, wie ein Sprecher der Partei berichtete.

Wachleute vor dem Gebäude schossen zurück, worauf die Angreifer die Flucht ergriffen. Verletzt wurde dabei niemand. Laut dem staatlichen Fernsehsender TRT wurden zwei Verdächtige festgenommen.

Davutoglu: „Angriff auf unsere Demokratie“

Der HDP-Abgeordnete Sirri Süreyya Önder sprach von einer Provokation im Vorfeld der Parlamentswahl im Juni. Die Regierung verurteilte den Anschlag. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sprach von einem Angriff „auf unsere Demokratie und Stabilität“ und versicherte, es werde alles getan, um die Täter zu fassen. Sein Stellvertreter Yalcin Akdogan sprach von einem Versuch, Spannungen zu schüren.

Bei der Parlamentswahl am 7. Juni hofft die Kurdenpartei, erstmals die Zehnprozenthürde für den Einzug ins Parlament zu überspringen. Damit könnte sie verhindern, dass die regierende AKP die für Verfassungsänderungen zur Einführung eines Präsidialsystems notwendige Zweidrittelmehrheit erhält.

Palästinenser bauten Schiff aus Plastikflaschen

Auf der Suche nach einem Zeitvertreib haben sich fünf junge Palästinenser im von Israel zu Land und zu Wasser abgeriegelten Gazastreifen mit gebrauchten Plastikflaschen etwas mehr Freiheit verschafft: Aus fast tausend grünen Flaschen bauten sich die Männer über mehrere Monate hinweg ein vier Meter langes und zwei Meter breites Boot, das mit seiner palästinensischen Flagge an der Küste nun für Aufmerksamkeit sorgt.

Zusammengehalten werden die Flaschen von einem Rahmen, den die Tüftler aus Altmetall bauten. Ihre Ausgaben lagen bei rund 500 Dollar (gut 460 Euro).

„Aus der Bedrückung ausbrechen“

„Wir wollten aus der Bedrückung, die aus dem Festsitzen im Gazastreifen resultiert, ausbrechen“, sagte Bahaa Obeid, ein 25-jähriger Elektriker, der das Boot zusammen mit seinem gleichaltrigen Cousin Mohammed Obeid, einem ausgebildeten Anwalt, und drei weiteren Freunden baute. Die Arbeiten hätten allerdings einige Monate gedauert, „weil wir nur sechs Stunden am Tag Strom hatten“.

„Nun können wir zum Fischen oder für eine Bootstour in See stechen“, fügte Mohammed Obeid hinzu. Ihr Schiff sei im Gazastreifen „etwas Neues, vielleicht auch Bizarres“. Auf das Mittelmeer dürfen die Palästinenser nur in einer Zone von sechs Seemeilen vor der Küste hinausfahren, bevor sie von der israelischen Marine abgefangen werden.

Sport

Bundesliga: Salzburg hat „alle Karten in der Hand“

Mit dem 6:0 gegen Wr. Neustadt hat Red Bull Salzburg gestern die Verfolger auf Distanz gehalten und damit einen weiteren Schritt zur erfolgreichen Titelverteidigung in der heimischen Bundesliga gemacht.

„Es liegt jetzt rein an uns, wir haben alle Karten in der Hand“, sagte Trainer Adi Hütter und machte klar, dass er dem Saisonfinale zuversichtlich entgegenblicke. Konzentration sei allerdings weiterhin gefragt: „Wir müssen hellwach bleiben.“

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Wirtschaft

Draghi: Gerüstet gegen Übergreifen der Griechenland-Krise

Die Euro-Zone ist laut Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), inzwischen besser vorbereitet auf ein mögliches Übergreifen der Krise in Griechenland auf andere Länder des Währungsraums. „Wir sind heute besser gerüstet als 2012, 2011 oder 2010“, sagte Draghi gestern am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington.

„Haben gelernt, Mauern zu errichten“

Ähnlich äußerte sich dort der französische Finanzminister Michel Sapin: „Wir sind ganz sicher nicht mehr in der gleichen Situation wie vor vier oder fünf Jahren.“ Sollte etwas Dramatisches passieren, werde es für Griechenland und seine Bürger ernst werden, nicht für die anderen Länder der Euro-Zone. „Wir haben gelernt, Mauern zu errichten, um uns selbst zu schützen“, Europa habe sich selbst vor Turbulenzen geschützt. „Gefährlich wird es für Griechenland.“

Das vom Kapitalmarkt weitgehend abgeschnittene Land braucht dringend Geld. Die neue griechische Regierung streitet aber seit Monaten mit den Euro-Partnern und dem IWF über Bedingungen für weitere Hilfskredite. Griechenland wird seit 2010 mit insgesamt 240 Milliarden Euro vor der Staatspleite bewahrt.

Mahnung zu Haushaltsdisziplin

Draghi forderte die Länder der Euro-Zone auf, in ihren Bemühungen um Schuldenabbau nicht nachzulassen. „Die Flexibilität innerhalb des Stabilitäts- und Wachstumspakts sollte weise genutzt werden und nicht zu erhöhten Risiken führen, was die Tragfähigkeit der Schulden betrifft.“ In einer Erklärung für die 31. Tagung des Internationalen Währungs- und Finanzausschusses (IMFC) in Washington, die am Freitag veröffentlicht wurde, befand Draghi weiters, Länder sollten nicht für wirtschaftliche Schocks in der Zukunft anfällig werden.

Nach Einschätzung des EZB-Präsidenten stehen viele Euro-Länder noch vor erheblichen Aufgaben, um hohe Schuldenquoten zu verringern und tragfähige Haushalte sicherzustellen. Es sei wichtig, dass die Euro-Länder jetzt ausreichend Fortschritte hin zu ihren mittelfristigen Haushaltszielen machen.

Kreml dementiert: Keine Finanzhilfe für Athen

Griechenland kann nach Kreml-Angaben nicht mit Finanzhilfen aus Russland rechnen. Es habe keine entsprechenden Absprachen zwischen Präsident Wladimir Putin und dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras beim Treffen Anfang April gegeben, sagte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow gestern dem Radiosender Business FM. Moskau habe keine konkrete Finanzhilfe angeboten - und Athen habe keine beantragt.

Bei ihrem Treffen hätten Putin und Tsipras aber durchaus über eine Zusammenarbeit im Energiebereich gesprochen. Putin stellte dem krisengeschüttelten EU-Staat Hunderte Millionen Euro an Transitgebühren in Aussicht, wenn sich dieser an der Gaspipeline „Turkish Stream“ beteiligt. Auch aus China will Athen Geld lukrieren.

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Winterkorn sagt Auftritt bei Automesse in Schanghai ab

Kein schneller Auftritt nach dem Machtkampf: Volkswagen-Chef Martin Winterkorn wird bei einer großen VW-Veranstaltung vor dem Beginn der Automesse in Schanghai fehlen. „Herr Winterkorn hat sich wegen eines grippalen Infekts dazu entschieden, nicht nach Asien zu reisen“, sagte Konzernsprecher Andreas Lampersbach heute. China-Chef Jochem Heizmann werde ihn vertreten. Der hatte zuvor bereits angedeutet, dass Winterkorns fest eingeplanter Auftritt auf der Kippe stehe.

Erst gestern hatte der Kern des Aufsichtsrats eine sieben Tage lang schwelende Führungskrise beendet, nachdem VW-Patriarch Ferdinand Piëch den Manager öffentlich kritisiert und damit dessen Zukunft im Konzern infrage gestellt hatte. Das Gremium will den Vertrag mit Winterkorn nun sogar über 2016 hinaus verlängern.

„Mehrheit ist gegen Piëch“

Nach dem verlorenen Machtkampf gegen Winterkorn sieht sich Piëch in dem Gremium offenbar einer breiten Front von Gegnern gegenüber. „Die Mehrheit ist gegen Piëch“, zitierte die „Bild am Sonntag“ aus Berlin einen Aufsichtsrat. Demnach wollen neben den zehn Arbeitnehmervertretern auch die jeweils zwei Aufsichtsräte des Landes Niedersachsen und der Porsche-Familie Piëch abwählen. Das wären 14 der 20 Aufsichtsräte.

„Neue Normalität“ auf chinesischem Automarkt

Die Aussichten der europäischen Hersteller auf dem größten Automarkt der Welt in China sind in diesem Jahr „nicht so rosig“. Der Wettbewerb werde härter, auch steige der Preisdruck, sagte Cui Dongshu, Chefökonom der chinesischen Vereinigung der Personenwagenindustrie, heute vor Eröffnung der Automesse in Schanghai.

Nach seiner Einschätzung wird der Oberklassemarkt, wo besonders die deutschen Hersteller vertreten sind, in diesem Jahr mit nur noch sieben oder acht Prozent langsamer wachsen als der Gesamtmarkt. Bisher hatten Experten mehr als zehn Prozent vorhergesagt. „Der Druck ist enorm“, sagte Cui Dongshu, „der Luxusmarkt war bisher immer schneller als der gesamte Markt gewachsen, aber in diesem Jahr ist das Wachstum langsamer.“

Chinesische Hersteller profitieren

In der „neuen Normalität“ in China gehe das langsamere Wirtschaftswachstum jetzt auch auf den Automarkt über. Von der neuen Situation profitierten besonders chinesische Hersteller mit günstigeren Modellen. „Sie erleben einen zweiten Frühling.“ Ihr Marktanteil habe sich spürbar verbessert.

Das Wachstum verlagere sich von den wohlhabenden Städten im Osten nach Zentral- und Westchina, wo die Kunden „praktische Autos“ suchten - mit Platz, bequemen Sitzen und Straßentauglichkeit. Chinesische Hersteller böten heute viele Geländewagen an, deren Absatz im ersten Quartal allein um fast 50 Prozent zugenommen habe. Deutsche Marken wie Volkswagen hätten kein ausreichendes Angebot dafür. „Deswegen ist ihr Geschäft auch so eingebrochen.“

Chronik

Autobahnsperre nach schwerem Unfall in Tirol

Ein Pkw und ein Wohnmobil sind heute Früh in einen schweren Verkehrsunfall auf der Inntalautobahn (A12) bei Kufstein in Tirol verwickelt gewesen. Eine Person wurde schwer verletzt. Die Fahrbahn Richtung Deutschland war rund eine Stunde lang gesperrt.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Unfalllenker floh nach Fahrzeugüberschlag

Nach einem Verkehrsunfall auf der Achenseestraße bei Wiesing (Tirol) suchte heute Früh der Unfalllenker das Weite. Er konnte von der Polizei Stunden später telefonisch erreicht werden. Der Mann blieb unverletzt, am Wagen entstand Totalschaden.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Tote nach Festnahme von Drogenboss in Mexiko

Nach der Festnahme eines Drogenbosses im Norden Mexikos sind bei anschließenden Kämpfen zwischen Polizei und Bandenmitgliedern drei Menschen getötet worden. Zwei Polizisten seien bei den Feuergefechten in der nordmexikanischen Grenzstadt Reynosa zudem verletzt worden, bestätigte gestern der nationale Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido.

Bei dem Anführer des Golfkartells handelt es sich laut Rubido um Jose Tiburcio Hernandez Fuentes alias „El Gafe“. Nach seiner Festnahme hätten rund 60 Bandenmitglieder in Reynosa einen Befreiungsversuch unternommen.

Örtlichen Medienberichten zufolge zündeten die Angreifer Fahrzeuge an und blockierten Straßen. Bei den Getöteten handele es sich um „bewaffnete Zivilisten“.

Kartelle kontrollieren Drogenschmuggel

Hernandez war nach Angaben der Behörden Anführer eines bewaffneten Arms des Golfkartells in Reynosa. Er wird unter anderem des mehrfachen Mordes bei Machtkämpfen innerhalb des Drogensyndikats beschuldigt.

In Mexiko tobt seit vielen Jahren ein blutiger Drogenkrieg. Mächtige Kartelle kontrollieren den Schmuggel südamerikanischen Kokains in die USA, die nordmexikanischen Grenzstädte sind strategische Punkte auf den Schmuggelrouten.

Gesundheit

Nigeria: 18 Tote durch mysteriöse Krankheit

In Nigeria sind nach Behördenangaben mindestens 18 Menschen an einer mysteriösen Krankheit gestorben. Weitere fünf Menschen seien erkrankt, sagte gestern der Chef der Gesundheitsbehörde des Bundesstaates Ondo, Dayo Adeyanju.

Nach Behördenangaben brach die Krankheit Anfang der Woche in der Stadt Ode-Irele im Südosten des Landes aus. Die Betroffenen litten unter Kopfschmerzen, verschwommener Sicht und Bewusstlosigkeit und starben binnen eines Tages nach Ausbruch der Krankheit. In Labortests seien Ebola und andere bekannte Viren ausgeschlossen worden, sagte ein Sprecher der Regierung von Ondo.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach eigenen Angaben bisher Informationen über 14 Fälle mit mindestens zwölf Toten. Blut- und Urinproben seien zur Untersuchung an die Universitätsklinik in Lagos gesandt worden.

Science

Heli vs. Trampolin: US-Firmen wollen Raketen einfangen

Die Weltraumforschung erlebt nach mageren Jahren wieder einen Boom. Doch auch hier muss gespart werden. So sollen Raketenteile, die bisher beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglüht sind oder beim Aufprall auf der Erde zerstört wurden, rechtzeitig aufgefangen werden, um sie wiederverwenden zu können.

Zwei große Technologiekonzerne liefern einander derzeit ein Wettrennen um die beste Technologie. Doch das aufwendige „Recycling“ rechnet sich nur, wenn der Bedarf an Altteilen auch groß genug ist.

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Song Contest

24 Länder bei „Generalprobe“: Monstershow in Amsterdam

Der Konzertreigen gilt als inoffizielle Generalprobe für den Song Contest: Nicht weniger als 24 Teilnehmer haben sich gestern bei „Eurovision in Concert“ in Amsterdam zunächst hunderten Journalisten und dann dem niederländischen Publikum gestellt - auch The Makemakes, die sich wacker schlugen. Begeisterung kam vor allem bei den Favoriten für den Bewerb auf. Doch auch einige Außenseiter konnten überraschen.

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Religion

Turiner Grabtuch erstmals seit fünf Jahren ausgestellt

Zum ersten Mal seit fünf Jahren ist ab heute das Turiner Grabtuch wieder für die Öffentlichkeit zu sehen. Bis zum 24. Juni wird das gut vier Meter lange und einen Meter breite Leinentuch - eine der bedeutendsten Reliquien der Christenheit - in der Kathedrale der norditalienischen Stadt Turin zu bestaunen sein.

Das Tuch zeigt das Körperbildnis eines Menschen. Viele Christen halten es für das Tuch, in das Jesus nach seiner Kreuzigung gewickelt wurde. Wissenschaftler wiesen jedoch nach, dass das Tuch erst im Mittelalter hergestellt wurde.

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Kultur

Leute

„Waldmopszentrum“ zu Ehren Loriots eröffnet

Sie schnüffeln, liegen, sitzen: Bronzene gehörnte Waldmöpse bilden das „Waldmopszentrum“ im deutschen Brandenburg an der Havel. Die Geburtsstadt Loriots setzt damit ihrem Ehrenbürger Vicco von Bülow (1923 bis 2011) ein Denkmal, das sich an seinen Sketch über den „Wilden Waldmops“ anlehnt.

Gestern eröffnete der Vorsitzende des Kulturvereins Brandenburg, Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier, die Kunstinstallation anlässlich der Bundesgartenschau in der Havelregion.

„Leben ohne Mops ist sinnlos“

Die Anlage besteht aus einem Rudel gehörnter Bronzewaldmöpse, einem Sockel mit den Fußabdrücken Loriots und Informationstafeln. Acht Bronzefiguren waren ursprünglich geplant, sechs weitere wurden gestiftet. Sie sollen nach und nach gefertigt und aufgestellt werden.

„Ich bin schon dabei, die nächsten Objekte zu modellieren“, sagte die Berliner Künstlerin Clara Walter. Sie hatte sich in einem Wettbewerb durchgesetzt und die Plastiken in Handarbeit geschaffen.

Von Loriot stammt der Satz: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ In seinem Sketch hatte er einst über den „wilden Waldmops“ referiert, der ein kleines Geweih trage und vereinzelt in unbewohnten Waldungen Nordschwedens lebe. Auch Stuttgart, wo der Humorist zur Schule ging, hat ein Denkmal: Dort thront auf einer Loriot-Gedächtnissäule ein Bronzemops.