Ausland

Umweltschützerin könnte Brasiliens Präsidentin ablösen

Knapp einen Monat vor der Präsidentenwahl in Brasilien zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaberin Dilma Rousseff und der populären Regenwaldschützerin Marina Silva ab. Laut einer Umfrage von gestern rückt die frühere Umweltministerin immer näher an Rousseff heran. Bei einer Stichwahl hätte sie laut Umfrage sogar die Nase vorn.

Kandidatur erst vor einer Woche bekanntgegeben

Silva hatte ihre Kandidatur erst in der vergangenen Woche nach dem Unfalltod des Präsidentschaftsbewerbers Eduardo Campos bekanntgegeben. Zuvor war sie für das Amt als Campos’ Vizepräsidentin aufgestellt. Die Brasilianer wählen am 5. Oktober ein neues Staatsoberhaupt.

Der Umfrage zufolge käme Silva in der ersten Runde auf 29 Prozent der Stimmen. Rousseff verliert an Zustimmung, liegt mit 34 Prozent aber weiter vorn, wie das Institut Ibope mitteilte. Bei einer Erhebung Anfang August kam Rousseff noch auf 38 Prozent. Auch Herausforderer Senator Aecio Neves rutscht ab und erzielt nur noch 19 Prozent. Bei der sich abzeichnenden Stichwahl am 26. Oktober hätte Silva sogar einen Vorsprung von neun Prozentpunkten auf Rousseff.

Erhoffter Aufschwung durch WM für Rousseff ausgeblieben

Rousseff hatte sich von der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land einen Schub erwartet, der angesichts der massiven Proteste und Schulden aber ausblieb. Der Umfrage zufolge sagten 36 Prozent der Befragten, sie würden niemals für Rousseff stimmen. Silva kommt dagegen nur auf eine Ablehnungsrate von zehn Prozent, was ihre Chancen in einer Stichwahl erhöhen dürfte.

Die Präsidentenwahl entscheidet auch darüber, ob Brasiliens Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt. Börsianer werfen Rousseff vor, eine unternehmensfeindliche Politik zu vertreten und nicht auf die Interessen der privaten Minderheitsaktionäre von halbstaatlichen Konzernen wie dem Ölkonzern Petrobras zu achten.

Philippinen ziehen UNO-Blauhelme von Golanhöhen ab

Die Philippinen wollen ihre Einheiten der UNO-Friedenstruppen aus Liberia und von den Golanhöhen abziehen. Die Philippinen hatten diese Entscheidung der zuständigen UNO-Abteilung bestätigt, sagte UNO-Sprecher Stephane Dujarric gestern in New York. Er nannte keine Gründe für die Entscheidung.

Regierungsbeamte in Manila hatten am Wochenende mitgeteilt, dass Besorgnis über den tödlichen Ebola-Ausbruch in Liberia entscheidend für den Abzug der 115 philippinischen Blauhelme sei. Die Soldaten sollen „so bald wie möglich“ zurückkehren.

Die 331 auf den Golanhöhen zwischen Israel und Syrien stationierten philippinischen Soldaten und Polizisten sollen am Ende ihrer Einsatzzeit im Oktober abgezogen werden. Grund sei die Sicherheitslage im Nahen Osten, hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Manila. Die UNO suche nun bei anderen Mitgliedsstaaten Ersatz, sagte Dujarric.

Ukraine: Russische Unterstützung für Friedensplan

Bei ihrem ersten Vieraugengespräch seit Anfang Juni haben Russlands Präsident Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko gestern über Wege zum Frieden in der Krisenregion Donezk beraten. Putin drängte erneut auf eine Feuerpause zwischen ukrainischem Militär und prorussischen Separatisten.

Poroschenko sagte, alle Seiten hätten bei dem Treffen in der weißrussischen Hauptstadt seinen Friedensplan unterstützt. Die prowestliche Führung in Kiew wolle so schnell wie möglich eine Waffenruhe im Kriegsgebiet vorbereiten.

Anhaltende Gewalt im Osten des Landes

Die beiden Staatschefs vereinbarten weitere Gespräche, etwa über ihren Gasstreit. Ungeachtet der Friedensbemühungen lieferten einander Regierungseinheiten und Separatisten in der Ostukraine erneut heftige Gefechte. Bei Kämpfen um die Stadt Ilowaisk und die strategisch wichtige Anhöhe Saur-Mogila seien auf beiden Seiten zahlreiche Kämpfer getötet oder verletzt worden, berichteten Medien in dem krisengeschüttelten Land heute.

Sowohl die Armee als auch die prorussischen Aufständischen sprachen von Gebietsgewinnen. Unabhängige Berichte gab es nicht.

„Noch viele offene Fragen“

„Es gibt noch sehr viele offene Fragen zwischen uns. An einer Lösung sind wir, die Ukraine und unsere europäischen Partner interessiert“, sagte Putin in der Nacht auf heute. Eine Waffenruhe in der Konfliktregion könne Russland aber nicht beschließen. Ansprechpartner für Kiew seien die Aufständischen, Moskau könne Vertrauen schaffen.

Poroschenko zufolge planen die Ukraine und Russland Beratungen von Grenzschutz und Generalstab zur Beruhigung der Lage in der Ostukraine.

Zu Beginn gaben einander Putin und Poroschenko vor Kameras öffentlich die Hand. „In Minsk entscheidet sich das Schicksal der Welt und Europas“, sagte Poroschenko. Es war ihr erstes Treffen seit fast drei Monaten. Das Vieraugengespräch dauerte etwa zwei Stunden.

Kontaktgruppe soll regelmäßig in Minsk tagen

Die Kontaktgruppe für die Ukraine-Krise soll dem weißrussischen Präsidenten und Gastgeber Alexander Lukaschenko zufolge nun regelmäßig in Minsk tagen. Das erste Treffen könnte schon heute stattfinden. Das Gremium ist ein Gesprächsforum zwischen der ukrainischen Regierung und den Aufständischen unter Vermittlung Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Die Gruppe hatte sich schon mehrfach getroffen.

Ex-US-Gouverneur kämpft nun als Demokrat um alten Job

Die Partei hat er gewechselt, seinen alten Job aber hätte der frühere Gouverneur des US-Bundesstaates Florida, Charlie Crist, gern zurück. Bei der Vorwahl der Demokraten wurde der 58-Jährige gestern als offizieller Kandidat für die Gouverneurswahl nominiert.

Er tritt damit gegen Amtsinhaber Rick Scott von den Republikanern an. Für diese Partei hatte Crist 2007 den Gouverneursposten in Florida erobert, den er bis 2011 innehatte.

Nachdem er den Republikanern im Streit mit der fundamentalistischen „Tea-Party“-Bewegung den Rücken gekehrt hatte, versuchte sich Crist zunächst als parteiloser Kandidat bei der Wahl zum US-Kongress. Nachdem er mit diesem Projekt scheiterte, schloss er sich den Demokraten an, die ihn nun für den Kampf um seinen alten Job nominierten.

AKP-Parteitag begonnen: Davutoglu wird Erdogan-Nachfolger

Die türkische Regierungspartei AKP hat in Ankara ihren Sonderparteitag zur Wahl von Außenminister Ahmet Davutoglu zu ihrem neuen Vorsitzenden eröffnet.

Davutoglu ist der einzige Kandidat, der heute zur Wahl steht. Er folgt dem designierten Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdogan nach, der den Parteivorsitz vor seinem Amtsantritt als Präsident niederlegen muss.

Nach Erdogans Vereidigung morgen soll Davutoglu von ihm auch das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen. An dem Sonderparteitag der islamisch-konservativen AKP in der Ankara-Arena sollen laut Parteiangaben bis zu 40.000 Menschen teilnehmen.

IS will Lösegeld für US-Geisel

Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verlangt für eine als Geisel genommene Amerikanerin laut US-Medienberichten 6,6 Millionen Dollar (rund fünf Mio. Euro) Lösegeld.

Die 26-Jährige soll bei einem humanitären Einsatz in Syrien unterwegs gewesen sein, als sie Anfang August 2013 gefangen genommen wurde, berichteten die TV-Sender NBC und ABC.

Die Extremisten forderten die USA demnach auch zur Freilassung der pakistanischen Neurowissenschaftlerin Aafia Siddiqui auf, die 2010 wegen des Angriffs auf US-Soldaten in Afghanistan zu 86 Jahren Haft verurteilt worden war. Die Sender berufen sich auf einen Vertreter der Familie, die den Namen der Geisel zu deren Schutz nicht veröffentlichen will.

Die Frau soll eine von mindestens vier Amerikanern sein, die derzeit noch in Syrien und im Irak festgehalten werden.

Neue Regierung in Frankreich steht

Mit einem 36-jährigen Ex-Banker und Vertrauten als Wirtschaftsminister will Frankreichs Staatschef Francois Hollande die bleierne Wirtschaftskrise überwinden. Im Zuge einer Regierungsumbildung wurde gestern überraschend Hollandes vor kurzem abgelöster Wirtschaftsberater Emmanuel Macron zum Nachfolger des bisherigen Ressortchefs Arnaud Montebourg ernannt.

Macron war bereits als führender Wirtschaftsberater Hollandes tägig. Im Juni trat er von seinem Posten zurück. Montebourg wurde nach Kritik an Hollandes Sparkurs ebenso wie zwei weitere Minister des linken Sozialisten-Flügels ausgewechselt. Medien hatten berichtet, Finanzminister Michel Sapin solle in der neuen Regierung auch das Ressort Wirtschaft übernehmen. Sapin - ein langjähriger Vertrauter Hollandes - behält aber seinen bisherigen Ressortzuschnitt.

Interne Rochaden in anderen Ressorts

Neben Montebourg schieden auch Bildungsminister Benoit Hamon und Kulturministerin Aurelie Filippetti, die Hollandes Politik ebenfalls kritisch gegenüberstehen, aus der Regierung aus. Nachfolgerin Hamons wird die bisherige Ministerin für Frauenrechte, Jugend und Sport, Najat Vallaud-Belkacem. Die bisherige Staatssekretärin für den Außenhandel, Fleur Pellerin, löst Filippetti ab.

Es gab noch weitere Wechsel bei Ministern und Staatssekretären. Die wichtigsten Posten aber blieben unverändert, etwa die Spitzen der Ressorts Außenpolitik, Verteidigung, Inneres, Justiz, Umwelt und Arbeit. Es ist bereits die zweite Regierungsumbildung in Frankreich in weniger als fünf Monaten.

Premierminister Valls will Vertrauensabstimmung

Premierminister Manuel Valls will nun im Herbst die Vertrauensfrage stellen. Er werde „im September oder Oktober“ im Parlament eine Vertrauensabstimmung über ein „Arbeitsprogramm“ ansetzen, sagte Valls nach der Vorstellung des neuen Kabinetts im Sender France 2. Er habe „keine Zweifel“, dass er dann eine Mehrheit bekommen werde.

„Die Mehrheit wird stehen, es kann nicht anders sein.“ Ansonsten wäre seine Regierung „am Ende“. „Dann könnten wir unser Werk nicht fortsetzen“, sagte Valls.

Briten wollen Tusk als EU-Ratspräsidenten

Großbritannien hat sich für den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk als neuen EU-Ratspräsidenten ausgesprochen. Premierminister David Cameron habe gestern mit Tusk telefoniert, sagte seine Sprecherin.

Tusk habe deutlich gemacht, dass in der EU einige Reformen nötig seien und er mit Großbritannien und anderen Staaten diesbezüglich zusammenarbeiten werde.

Die britische Regierung werde Kandidaten, die zusammen mit Großbritannien die EU in den nächsten Jahren reformieren wollten, unterstützen. Tusk hat offiziell nicht erklärt, die Nachfolge von Herman van Rompuy antreten zu wollen.

Camerons Worte „schmeicheln uns“

Eine Sprecherin der polnischen Regierung sagte, Tusk konzentriere sich auf seinen Posten als Ministerpräsident Polens. „Die Äußerungen von Herrn Cameron schmeicheln uns aber“, fügte sie hinzu.

Cameron hat für den Fall seiner Wiederwahl im kommenden Jahr angekündigt, bessere Bedingungen für sein Land innerhalb der Staatengemeinschaft auszuhandeln, und gleichzeitig ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU versprochen.

Die Staats- und Regierungschefs der EU konnten sich auf einem Sondergipfel im Juli nicht auf die Besetzung von EU-Spitzenjobs einigen und vertagten die Entscheidung auf ein für Samstag geplantes Treffen.

Inland

Wahlkämpfer nehmen Urheberrecht locker

Eine Häufung von allzu lockerem Umgang mit dem Urheberrecht - von der FPÖ mit Austropoptexten über die ÖVP mit Markenspielzeug bis zu „geborgten“ Texten im SPÖ-Kanzleramt - innerhalb nur weniger Tage zeigt einmal mehr, wie gern sich die Innenpolitik mit fremden Federn schmückt. Ein Blick in die Vergangenheit beweist dabei: Der mehr als großzügige Umgang mit dem geistigen Eigentum anderer hat bei Österreichs Politikern Tradition - und in Wahlkampfzeiten überhaupt Hochkonjunktur. Noch dazu, wo die heimische Judikatur zu dem Thema geradezu als Ermunterung gelten kann, die Werke anderer als Selbstbedienungsladen zu benützen.

Mehr dazu in Probieren wird man ja noch dürfen

Sport

Formel 1: Rosberg gießt kein Öl ins Feuer

In der Box von Mercedes herrscht auch Tage nach dem Grand Prix von Belgien weiter Eiszeit zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton. Während der Engländer Hamilton poltert und die Teamführung weiter Konsequenzen für den Zusammenstoß in Spa-Francorchamps berät, versucht Rosberg, nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen.

„Es macht einfach keinen Sinn, dass ich meinen Senf dazugebe“, sagte der deutsche WM-Spitzenreiter zur selbst verordneten Schweigepflicht bis zum nächsten Rennen am 7. September in Monza. Rosberg setzt auf eine interne Lösung im „Krieg der Sterne“.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Champions League: Mane will nach Farce doch spielen

Die Farce um den „verschwundenen“ Salzburg-Spieler Sadio Mane ist seit gestern Abend um eine Facette reicher. Laut „Salzburger Nachrichten“ kam es zwischen Sportdirektor Ralf Rangnick und ihm lediglich zu einem Missverständnis. „Ich möchte unbedingt morgen in Malmö spielen und bin bereit, noch heute einen Flug nach Malmö zu nehmen“, zitierte die Zeitung aus einer E-Mail des Senegalesen. Für Salzburg scheint das aber nicht infrage zu kommen. Gestern hatte Mane das letzte Training vor dem Abflug nach Schweden nach zehn Minuten verlassen und war nicht mehr aufzufinden.

Mehr dazu in sport.ORF.at

US Open: Meusburger beendet nach Auftaktpleite Karriere

Yvonne Meusburger beendet mit den US Open in New York ihre Tenniskarriere. „Das ist mein Karriereende. Ich habe hier mein letztes Match gespielt“, sagte die Vorarlbergerin gestern nach ihrer Erstrundenniederlage. Die 30-Jährige kassierte wie Patricia Mayr-Achleitner eine Zweisatzpleite.

Bei den Herren musste sich Jürgen Melzer mit seiner sechsten Auftaktniederlage in Folge verabschieden. Andreas Haider-Maurer hatte in einem Fünfsatzkrimi gegen den Weltranglisten-19. Roberto Bautista-Agut das Nachsehen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

AIG-Rettung: Gericht lässt Klage gegen US-Regierung zu

Um die Rettung des US-Versicherungsunternehmens AIG kommt es zum Prozess. Die US-Regierung scheiterte mit ihrem Versuch, eine 25 Milliarden Dollar schwere Klage des früheren Konzernchefs Maurice „Hank“ Greenberg abweisen zu lassen.

Richter Thomas Wheeler von einem Bundesgericht, das sich mit Forderungen gegen die US-Regierung befasst, kam zu dem Schluss, dass wegen der Komplexität des Falls ein Prozess angebracht ist. Das Verfahren wird Ende September beginnen und wahrscheinlich sechs Wochen dauern.

Aktionäre sollen Milliarden verloren haben

Die US-Regierung bewahrte AIG 2008 mit 182 Milliarden Dollar vor dem Zusammenbruch. Dagegen klagt Greenberg mit Hilfe seiner Holdinggesellschaft Starr International, die vor der Rettungsaktion zwölf Prozent an AIG besaß und damit größter Anteilseigner des Unternehmens war. Die Regierung übernahm 80 Prozent an AIG und vollzog eine Zusammenlegung von Aktien. Dadurch wurden Anteile verwässert. Nach Darstellung Greenbergs entgingen AIG-Aktionären damals Dutzende Milliarden Dollar.

Der Anwalt von Starr und Greenberg sagte, die Entscheidung spreche für sich. Eine Sprecherin des US-Justizministeriums wollte sich nicht dazu äußern.

China ermittelt gegen zwei Manager von FAW-Volkswagen

Chinas Kampf gegen Korruption hat Volkswagen erreicht. Die oberste Antikorruptionsbehörde leitete Ermittlungen gegen einen ehemaligen sowie gegen einen amtierenden Manager des Gemeinschaftsunternehmens von Volkswagen und FAW ein.

Den Verdächtigen werden „schwerwiegende Gesetzesbrüche“ vorgeworfen, wie die amtliche Nachrichtenagentur China News Service heute berichtete. Die zuständige Disziplinarkommission hatte die Männer am Vortag als einen ehemaligen Spitzenmanager bei FAW-Volkswagen sowie den stellvertretenden General Manager der Audi-Vertriebssparte des Joint Ventures identifiziert. Volkswagen war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Seit Wochen erhöhen Chinas Preiswächter den Druck auf die Autobranche. Bei mehreren Firmen gab es Razzien. Mittlerweile sollen Untersuchungen gegen mehr als 1.000 Autounternehmen, Händler und Zulieferer laufen.

Japanische Autozulieferer mussten wegen verbotener Preisabsprachen die Rekordsumme von 1,24 Milliarden Yuan (151 Mio. Euro) bezahlen. Es ist die höchste Geldbuße, die Chinas Wettbewerbshüter bisher verhängt haben. Gegen vier BMW-Händler in der Provinz Hubei wurde zuvor eine Strafe in Höhe von 1,6 Millionen Yuan (195.000 Euro) verhängt.

Pilotengewerkschaft und Lufthansa wollen wieder verhandeln

Lufthansa-Passagiere können zumindest für die nächsten Tage aufatmen: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kehrt im Konflikt um die „Frühverrentung“ der Flugkapitäne an den Verhandlungstisch zurück. Die Streikankündigung halten die Piloten aber grundsätzlich aufrecht.

Plan für Arbeitskampfmaßnahmen aufrecht

„Die VC erwartet für die am kommenden Donnerstag anberaumten Verhandlungen, dass das Lufthansa-Management seine Forderungen korrigiert und endlich auf einen ernsthaften und ehrlichen Lösungskurs einschwenkt“, erklärte die VC. Bis zu einer Einigung halte die VC die Planungen für Arbeitskampfmaßnahmen aufrecht.

Eine Lufthansa-Sprecherin bestätigte den Termin. „Am Donnerstag werden Gespräche aufgenommen, um über den weiteren Prozess zum Verhandlungsverlauf zu sprechen“, sagte sie. Die AUA-Konzernmutter Lufthansa freue sich über die positive Reaktion von Cockpit und darüber, dass die akute Streikgefahr nicht mehr besteht.

Parallel brodelt es auch bei der Deutschen Bahn. In dem festgefahrenen Bahn-Tarifkonflikt geht es zum einen um Entgeltsteigerungen für Beschäftigte, zum anderen um die künftige Form der Zusammenarbeit der beiden Gewerkschaften GDL und EVG.

Chronik

Betrunkener durchstieß mit Auto Brückengeländer

Ein betrunkener Autofahrer ist gestern Abend bei Eggelsberg (Oberösterreich) so heftig gegen ein Brückengeländer geprallt, dass dieses aus der Verankerung gerissen wurde. Die drei Insassen des Wagens wurden zum Teil schwer verletzt.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Frontalunfall bei Übungsfahrt

Auf der Pinzgauer Bundesstraße (B311) in Salzburg verursachte eine 17-Jährige gestern Nachmittag bei einer Übungsfahrt einen schweren Unfall. Sie geriet auf die Gegenfahrbahn und rammte ein entgegenkommendes Auto. Drei Personen wurden verletzt.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Schwere Dürre in Guatemala

Angesicht der schwersten Dürre seit Jahrzehnten in Mittelamerika hat Guatemalas Präsident Otto Perez die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten.

EU-Botschafterin Stella Zervoudaki sagte nach einem Treffen Unterstützung zu. „Zunächst müssen wir analysieren, ob es Geld, Lebensmittellieferungen oder technischer Hilfe bedarf“, sagte sie.

Wegen der wochenlangen Trockenheit hatte Perez am Montag den Notstand in 16 der 22 Departments des Landes ausgerufen. „Angesichts dieses Desasters müssen wir etwas tun. 1,2 Millionen Guatemalteken haben keine Lebensmittel für die kommenden Monate“, sagte der Staatschef.

Im Trockengürtel im Zentrum und Westen Mittelamerikas hat es seit Wochen nicht geregnet. Die Schäden durch Ernteausfälle und verendetes Vieh gehen in die Millionen.

Nigeria verschiebt wegen Ebola Schulstart um einen Monat

Nigeria hat wegen Ebola den anstehenden Schulstart um einen Monat verschoben. Der Unterricht werde statt Mitte September erst Mitte Oktober wiederaufgenommen, erklärte Bildungsminister Ibrahim Shekarau gestern. „Alle öffentlichen und privaten Schulen bleiben bis zum 13. Oktober geschlossen.“ In der gewonnenen Zeit sollten „Vorsichtsmaßnahmen“ ergriffen werden, um die Schüler vor Ebola zu schützen. Eigentlich hätte die Schule landesweit am 15. September wieder beginnen sollen.

Westafrika leidet derzeit unter einer Ebola-Epidemie, die Ausbreitung des tödlichen Virus konnte bisher nicht gestoppt werden. Der Erreger löst hämorrhagisches Fieber aus, das in vielen Fällen zum Tod führt. In Nigeria wurden 13 Fälle der Krankheit bestätigt.

Insgesamt starben seit Beginn des Jahres in Nigeria, Guinea, Liberia und Sierra Leone mehr als 1.400 Menschen an dem Virus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte die Epidemie inzwischen zum Gesundheitsnotfall und ließ den Einsatz noch nicht erprobter Medikamente und Impfstoffe in den betroffenen Ländern zu.

Escobars Auftragskiller „Popeye“ wieder frei

Nach 22 Jahren im Gefängnis ist in Kolumbien der berühmt-berüchtigte Auftragskiller „Popeye“ wieder auf freiem Fuß, der nach eigenen Angaben in mehr als 3.000 Morde verwickelt war. John Jairo Velasquez Vasquez habe das Hochsicherheitsgefängnis von Combita gestern vorzeitig verlassen, hieß es aus Justiz- und Polizeikreisen.

Er war wegen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Weil der 52-Jährige als Kronzeuge im Mordprozess gegen einen ehemaligen Justizminister auftrat, wurde ein Teil seiner Strafe nun aber ausgesetzt.

Rechte Hand von Drogenbaron

„Popeye“ war der Chef der Killerbande des meistgesuchten Drogenbarons der Welt, Pablo Escobar. In seinem Auftrag beging Velasquez 300 Morde, zu den Opfern zählte auch seine eigene Freundin. Zudem habe er die Ermordung von 3.000 weiteren Menschen organisiert, sagte er in mehreren Zeitungsinterviews. „Popeye“ galt jahrelang als rechte Hand von Escobar, der 1993 von einer kolumbianischen Spezialeinheit erschossen wurde.

US-Websicherheitsexperte der Kinderpornografie überführt

Ein früherer Chef für die Internetsicherheit im US-Gesundheitsministerium ist wegen Kinderpornografie schuldig gesprochen worden.

Eine Jury sah es nach Angaben des Justizministeriums als erwiesen an, dass der Angeklagte unter anderem über das Internet kinderpornografische Fotos austauschte. Er schlug einem anderen Nutzer den Angaben zufolge zudem vor, zusammen Kinder zu missbrauchen und zu töten.

Der 56-Jährige war eine Zeitlang für die Internetsicherheit im US-Gesundheitsministerium verantwortlich. Nach dem nun erfolgten Schuldspruch durch die Jury soll das Strafmaß am 7. November festgelegt werden.

Neunjährige in USA tötet Schießlehrer mit Uzi

Ein neunjähriges Mädchen hat an einem Schießstand im US-Bundesstaat Arizona bei einem Waffentraining ihren Ausbildner erschossen. Schuld an dem tödlichen Unfall soll der heftige Rückstoß der Maschinenpistole, einer Uzi, gewesen sein.

Das Mindestalter für das Training an dem Schießstand beträgt laut Betreiberwebsite acht Jahre. Das Mädchen soll sich in Begleitung seiner Eltern befunden haben und wegen des heftigen Rückstoßes im Automatikmodus versehentlich auf den 39-jährigen Trainer Charles Vacca geschossen haben. Wie CNN berichtet, starb Vacca Montagabend in einem Krankenhaus wegen schwerer Kopfverletzungen.

Science

IT

Neuer Bericht wärmt Gerüchte über größeres iPad auf

Apple plant nach einem Medienbericht für kommendes Jahr ein deutlich größeres Modell seiner iPad-Tablets. Das Gerät solle einen Bildschirm in Notebook-Größe mit einer Diagonale von 12,9 Zoll (knapp 32,8 cm) bekommen, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg gestern. Apples Produktionspartner bereiteten einen Start der Fertigung im ersten Quartal 2015 vor, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Erste Hinweise auf ein größeres iPad hatte es bereits vor gut einem Jahr gegeben. So hatte das „Wall Street Journal“ im Juli 2013 berichtet, Apple lasse ein Tablet mit einer Bildschirmdiagonale von knapp 13 Zoll testen. Damals war auch von Experimenten mit deutlich größeren iPhones die Rede - sie werden bei der nächsten Erneuerung von Apples Smartphone-Modellpalette im Herbst erwartet.

Die iPad-Verkäufe hatten sich in den vergangenen Quartalen abgeschwächt. Apple will sie unter anderem mit einem stärkeren Fokus auf Unternehmen wieder ankurbeln. Im Firmenumfeld gelten größere Tablets als aussichtsreiche Geräteklasse. Microsoft will mit seinem neuen Modell Surface Pro 3 mit Zwölf-Zoll-Display eine Alternative zu klassischen Notebooks bieten. Auch Samsung hat ein Modell mit einem gut zwölf Zoll großen Bildschirm im Angebot. Apple verkauft aktuell iPads mit Bildschirmgrößen von 9,7 und 7,9 Zoll.

Kultur

Salzburger Festspiele: Zweimal Mozart mit Lang Lang

Mit Mozart will der chinesische Pianist Lang Lang am Ende des Salzburger Festspielsommers noch einen Akzent setzen. Im sechsten Konzert der Wiener Philharmoniker wird der Musiker morgen zusammen mit Daniele Gatti Mozarts C-Moll-Konzert KV 491 interpretieren - ein Stück, das Lang seit Jahren im Repertoire und jetzt mit den Wiener Philharmonikern und Harnoncourt auf Platte eingespielt hat.

Schon am Beginn seiner Weltkarriere hatte Lang dieses Schlüsselwerk Mozarts mit Zubin Mehta auf vielen Konzertbühnen der Welt wiedergegeben. Inhaltlich aber habe sich seither viel verändert, so der 32-Jährige im APA-Gespräch: „Ich habe in dieser Zeit viel Kammermusik gemacht und mit bedeutenden Musikern wie Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach, Franz Welser-Möst und anderen gearbeitet. Das hat mein Verständnis für Mozart erweitert. Vor allem die Arbeit mit Harnoncourt war dabei wesentlich“, so Lang Lang.

„Ein Meilenstein für mich“

Das reine Mozart-Programm auf seiner neuen Doppel-CD sei sein Wunsch gewesen, und Sony habe gute Bedingungen bei den Aufnahmen in London und im Musikverein geboten, sagte der Musiker. „Entscheidend aber ist Harnoncourts Beitrag. Wenn er etwas erklärt, dann staunen sogar die Wiener Philharmoniker mit offenem Mund. Er integriert die österreichische Volks- und Tanzmusik in die Mozart-Interpretation. Das werde ich nie vergessen, das ist ein Geschenk, ein Meilenstein für mich. So müssen Pianisten vergangener Tage empfunden haben, wenn sie mit Karajan oder Bernstein Platten aufgenommen haben.“

Leute