Ausland

Medwedew: Wir sind in einem neuen Kalten Krieg

Der russische Regierungschef Dimitri Medwedew hat die Beziehungen zwischen Moskau und Westeuropa als „neuen Kalten Krieg“ bezeichnet. „Wir sind in eine neue Periode des Kalten Kriegs hineingeraten“, sagte Medwedew heute bei der Münchner Sicherheitskonferenz. „Die Beziehungen zwischen Europäischer Union und Russland sind verdorben, in der Ukraine tobt ein Bürgerkrieg.“

Praktisch täglich „zur größten Bedrohung erklärt“

„Praktisch jeden Tag werden wir zur der größten Bedrohung erklärt, mal für die NATO insgesamt, mal für Europa, mal für die USA“, sagte Medwedew. Die Welt brauche „die Zusammenarbeit und nicht die Konfrontation“. Er sei zuversichtlich, dass die Welt heute „weiser, erfahrener und verantwortungsbewusster“ sei als in den 60er Jahren, als ein Atomkrieg drohte.

Russland werde weiter an der Umsetzung der Friedensinitiative für das Bürgerkriegsland Syrien arbeiten, beteuerte Medwedew. „Wir müssen einen einheitlichen syrischen Staat erhalten.“ Der Zerfall des Landes dürfe nicht zugelassen werden. Die Welt könne sich „kein weiteres Libyen“ leisten.

Medwedew forderte einen entschlossenen Kampf gegen den Terrorismus. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) müsse „ohne Zwischentöne“ bekämpft werden. Der IS folge einem „Tierinstinkt“, um zu zerstören und zu töten. „Der Terrorismus ist ein zivilisatorisches Problem. Entweder wir oder sie. Das müssen alle verstehen, ohne Detail und Halbtöne, ohne Aufteilung in Freunde, Radikale und angeblich Gemäßigte.“

Russland bombardiert weiter Rebellen

Wie am Wochenende bekanntwurde, bombardiert Russland trotz der Verständigung von München auf eine baldige Feuerpause weiter Regimegegner. Russische Jets hätten in der Nacht auf heute im Norden des Landes mindestens zwölf Angriffe geflogen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Getroffen worden seien Gebiete nahe der Stadt Azaz sowie weitere Orte unweit der Grenze zur Türkei.

NATO kritisiert atomares Säbelrasseln Russlands

Unterdessen kritisierte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Drohgebärden Russlands mit seinen Atomwaffen scharf. Russland hatte im Ukraine-Konflikt mehrfach mit seinem Atomarsenal gedroht. „Unsere Abschreckung hat ebenfalls eine atomare Komponente“, sagte Stoltenberg bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

„Russlands Rhetorik, Auftreten und die Manöver seiner Atomwaffentruppe zielen darauf, die Nachbarstaaten einzuschüchtern und das Vertrauen und die Stabilität in Europa zu untergraben“, so Stoltenberg. Die NATO dagegen reduziere die Zahl ihrer Atomwaffen und halte sie zur Abschreckung bereit und nicht, um jemanden zu nötigen oder einzuschüchtern.

Medien: Zweiter Hotspot in Griechenland fast fertig

In Griechenland steht das zweite von fünf Registrierzentren für Flüchtlinge und Migranten vor seiner Eröffnung. Bereits morgen oder spätestens am Montag könnten auf der Insel Chios die ersten Menschen registriert werden, berichtete das in der Regel sehr gut informierte Nachrichtenportal der Insel „politischios.gr“.

„Das Militär arbeitet Tag und Nacht. Es (das Registrierzentrum) ist fast fertig, und es sieht darin sehr gut aus“, sagte ein auf Chios stationierter Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur. Der Hotspot befindet sich in der Nähe des Flughafens der Insel. Er soll eine Aufnahmekapazität von knapp 1100 Menschen haben.

Nahe an türkischer Grenze

Die Insel Chios liegt nur knapp sieben Kilometer vor der türkischen Küste. Mehr als 16.000 Flüchtlinge und Migranten haben nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) seit Jahresbeginn aus der Türkei nach Chios übergesetzt.

Das Registrierzentrum von Chios wird das zweite sein, das in Griechenland in Betrieb genommen wird. Bisher war nur einer von insgesamt fünf vorgesehenen Hotspots auf der Insel Lesbos fertig. Griechenland ist im Verzug. Die Hotspots sollten eigentlich alle Ende 2015 fertig sein. Drei weitere Registrierzentren auf den Inseln Samos, Leros und Kos sind noch im Bau.

Visegrad-Staaten wollen angeblich Balkan-Route abriegeln

Die vier Visegrad-Staaten Ungarn, Polen, Tschechien und die Slowakei wollen einem deutschen Medienbericht zufolge die sogenannte Balkan-Route für Flüchtlinge abriegeln.

„Solange eine gemeinsame europäische Strategie fehlt, ist es legitim, dass die Staaten auf der Balkan-Route ihre Grenzen schützen“, sagte der slowakische Außenminister Miroslav Lajcak dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. „Dabei helfen wir ihnen.“

„Kontingente erhöhen Anreize für Migration“

Bei einem Treffen am Montag wollen die vier Länder dem „Spiegel“ zufolge besprechen, wie sie etwa Mazedonien bei der Schließung der Grenze zu Griechenland unterstützen können. Damit stellen sich die osteuropäischen Länder explizit gegen den Plan der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Flüchtlingskrise mit Hilfe der Türkei zu lösen.

Er wolle keine Konfrontation mit Merkel, sagte Lajcak. Aber es sei falsch, es der Türkei zu überlassen, die Probleme Europas zu lösen. Ablehnend äußerte sich der slowakische Außenminister auch zu Merkels Idee, der Türkei Kontingente an Flüchtlingen abzunehmen und in der EU zu verteilen. „Kontingente erhöhen nur die Anreize für Migration“, sagte Lajcak.

Auch SPD fordert Grenzschließungen

Dem Bericht zufolge fordern auch bei Merkels Koalitionspartner SPD die Ersten eine Schließung der Balkan-Route: „Wir müssen die Balkan-Route dichtmachen“, zitierte der „Spiegel“ den stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Axel Schäfer. „Wer in Europa offene Grenzen erhalten will, muss auch Grenzen schließen können.“

USA stationieren mehr Flugabwehr in Südkorea

Als Reaktion auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas haben die USA vorübergehend weitere Flugabwehrraketen des Typs Patriot in Südkorea stationiert. Die zusätzliche Batterie sei Teil einer Bereitschaftsübung „als Reaktion auf die jüngsten nordkoreanischen Provokationen“, erklärten die US-Streitkräfte in Südkorea heute.

Die weiteren Raketen würden für eine Flugabwehrübung der US-Streitkräfte auf dem Luftwaffenstützpunkt Osan, rund 50 Kilometer südlich von Seoul, benötigt, hieß es. Die dort stationierte Brigade verfügt bereits über mehrere Patriot-Batterien.

Raketenstart und Kernwaffentest

Nordkorea hatte am 7. Februar eine Langstreckenrakete gestartet. Laut der Führung in Pjöngjang sollte die Rakete einen Satelliten für eine wissenschaftliche Mission ins All befördern. Die internationale Gemeinschaft wertete das Vorgehen dagegen als Test einer ballistischen Rakete und damit als Verstoß gegen Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats.

Anfang Jänner hatte Nordkorea bereits mit einem Atomwaffentest weltweit Empörung hervorgerufen. Laut Pjöngjang handelte es sich um den Test einer Wasserstoffbombe. Die USA streben eine Modernisierung der Flugabwehr in Südkorea an. Kommende Woche wollen Washington und Seoul Gespräche über die Stationierung des neu entwickelten US-Raketenabwehrsystems THAAD aufnehmen. China lehnt die Stationierung des Waffensystems auf der koreanischen Halbinsel ab. Das Pentagon versicherte, dass sich die Raketenabwehr „einzig gegen Nordkorea“ richte.

Mehrere UNO-Soldaten bei Angriff in Mali getötet

Im westafrikanischen Mali sind bei einem Angriff auf die UNO-Mission MINUSMA sechs Blauhelmsoldaten getötet worden. Rund 30 weitere wurde laut Angaben der Vereinten Nationen (UNO) verletzt, als Extremisten den Stützpunkt Kidal im Nordosten des Landes angriffen. Die mit Al-Kaida verbündete malische Dschihadistengruppe Ansar Dine übernahm die Verantwortung dafür.

Nach MINUSMA-Angaben wurde der UNO-Stützpunkt mit Raketen und einer Autobombe angegriffen. Die getöteten Blauhelmsoldaten stammten aus Guinea. Kurz nach der Attacke in Kidal wurden bei einem weiteren Angriff in der Nähe von Timbuktu drei malische Soldaten getötet. Sie seien von Dschihadisten aus einem Hinterhalt angegriffen worden, sagte ein Vertreter der malischen Armee.

Iran will mit Saudi-Arabien gegen IS kooperieren

Im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ist der Iran nach Angaben seines Außenministers zur Zusammenarbeit mit seinem regionalen Kontrahenten Saudi-Arabien bereit. Es gebe „nichts in unserer Region, das eine Kooperation des Iran und Saudi-Arabiens zum Ziel einer besseren Zukunft für uns alle ausschließt“, sagte Mohammad Dschawad Sarif gestern bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Beide Länder unterstützen in den blutigen Konflikten in Syrien und im Jemen rivalisierende Parteien. Es gebe aber Möglichkeiten, gemeinsame Ziele zu formulieren, etwa beim Kampf gegen die IS-Miliz oder die radikalislamische Al-Nusra-Front, so Sarif.

„Extremisten sind für unsere Brüder in Saudi-Arabien eine ebensolche Bedrohung wie für die übrige Region“, führte er aus. In Syrien hätten Teheran und Riad auch „gemeinsame Interessen - ein stabiles Syrien ohne Terroristen, ein multiethnisches und multireligiöses Syrien“.

IS trainiert Zellen in Europa

Anfang Jänner hat das neu gegründete Anti-Terror-Zentrum (ECTC) hinter den dicken Mauern des Europol-Hauptquartiers in Den Haag seine Arbeit aufgenommen. Der Betrieb läuft auf Hochtouren. Seit den Paris-Anschlägen im November und den darauffolgenden Vorwürfen an die Behörden habe sich die internationale Kooperation signifikant verbessert, betont man in der Europol-Zentrale.

Doch die Erkenntnisse der laufenden Ermittlungen sind beunruhigend: Weitere große Terroranschläge seien zu befürchten. Eine hohe Gefahr gehe von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus, die neue Terrorzellen auch in Europa bilde - und sie hier auch für Anschläge trainiere.

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Inland

Team Stronach lässt Bundespräsidentenwahl wohl aus

Wie sich zuletzt schon abgezeichnet hat, wird das Team Stronach (TS) wohl keinen Kandidaten in das Rennen um die Hofburg schicken. Der austro-kanadische Parteichef Frank Stronach war knapp zwei Wochen im Land, fliegt nun am Wochenende aber wieder ab, ohne eine Entscheidung über einen Kandidaten getroffen zu haben. Das wurde der APA von Bundesgeschäftsführer Ronald Bauer bestätigt.

Angeblich der eine oder andere Korb

Nach APA-Informationen war Stronach zunächst auf der Suche nach einer verdienten und bekannten Persönlichkeit, holte sich letztlich aber sogar parteiintern mit seinem Wunsch nach einer weiblichen Kandidatin den einen oder anderen Korb.

Sport

Ski alpin: Schnee verhindert Abfahrt der Damen

Für den Weltcup-Tross der Damen heißt es warten. Wegen zu viel Neuschnees musste die Abfahrt im Schweizer Crans-Montana auf morgen (10.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) verschoben werden. Ein halber Meter Neuschnee ließ Renndirektor Atle Skaardal keine andere Wahl.

Die für Sonntag ursprünglich angesetzte alpine Kombination wurde in der Folge ersatzlos gestrichen. Der Slalom mit dem Comeback von US-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin dagegen soll am Montag wie geplant in Szene gehen.

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Fußball: Baumgartlinger versenkt Schalke

Mainz 05 hat gestern die 21. Runde der deutschen Bundesliga mit einem knappen Heimsieg über Schalke 04 eröffnet. Die Mainzer setzten sich zu Hause gegen die Gäste aus Gelsenkirchen mit 2:1 durch und wahrten ihre Chance auf einen Champions-League-Platz. Mann des Abends war Julian Baumgartlinger: Der ÖFB-Teamspieler wurde mit seinem ersten Tor im deutschen Oberhaus zum Matchwinner.

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Skifliegen: Kranjec überrascht in Vikersund

Einen Überraschungssieger hat gestern Abend das erste von drei Weltcup-Skifliegen in Vikersund gebracht. Robert Kranjec erzielte in beiden Durchgängen Höchstweite und feierte seinen ersten Sieg seit drei Jahren, als er ebenfalls auf der „Monsterschanze“ in Norwegen triumphiert hatte. 2012 war der Slowene in Vikersund bereits Skiflug-Weltmeister geworden.

Kranjec setzte sich vor dem Norweger Kenneth Gangnes und dem japanischen Altmeister Noriaki Kasai durch. Stefan Kraft belegte als bester Österreicher unmittelbar vor Michael Hayböck Rang fünf.

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Wirtschaft

500-Euro-Schein könnte bald Geschichte sein

Benoit Coeure, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), rechnet mit dem Aus für den 500-Euro-Schein. „Ich persönlich sage: Wir haben heute weniger Gründe als bei Einführung des Euro, den 500-Euro-Schein beizubehalten, weil der elektronische Zahlungsverkehr heute viel wichtiger ist“, sagte Couere der deutschen Zeitung „Rheinische Post“ (Samstag-Ausgabe).

Stetige Sorge wegen Geldwäsche

„Uns wird gesagt, dass der Schein zunehmend kriminellen Geschäften dient. Deshalb glaube ich, dass der 500-Euro-Schein letztendlich abgeschafft wird, aber das muss auf bedachte Weise geschehen“, sagte der Franzose. Über die Zukunft der größten der insgesamt sieben Euro-Banknoten müsse allerdings im EZB-Rat entschieden werden. In diesem obersten Entscheidungsgremium der Europäischen Zentralbank sitzen die sechs Mitglieder des EZB-Direktoriums sowie die Chefs der 19 nationalen Notenbanken der Euro-Zone.

Stornogebühren bei Maturareisen: VKI sucht Betroffene

Nach der Matura kommt die Party - das soll auch so sein. Was eigentlich nicht sein soll: Die beiden großen Maturareiseveranstalter X-Jam und Splashline werben auch direkt in den Schulen – obwohl das Bildungsministerium diese Praxis per Erlass eindeutig untersagt hat. Wer vorschnell unterschreibt und von der einwöchigen Partypauschalreise, die üblicherweise in die Türkei führt und jenseits von 1.000 Euro kostet, zurücktreten möchte, von dem werden hohe Stornogebühren verlangt.

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Chronik

Suizid von zwei 15-Jährigen an Schule in Arizona

An einer Schule im US-Staat Arizona haben zwei Mädchen offenbar Suizid begangen. Die beiden 15-Jährigen seien gestern (Ortszeit) tot in einem überdachten Innenhof ihrer Schule nahe Phoenix gefunden worden, wie die Polizei mitteilte.

Beide sollen eine Schusswunde auf gewiesen haben, eine Waffe wurde in der Nähe gefunden - ebenso wie ein Abschiedsbrief. Nach ersten Ermittlungen „hat ein Mädchen zuerst dem anderen und dann sich selbst das Leben genommen“, erklärte die Polizei. Die beiden Schülerinnen hatten offenbar eine Beziehung. Über die Hintergründe herrschte aber Unklarheit. Die Schule wurde für den Tag geschlossen.

Zahl der Toten steigt nach Beben in Taiwan auf 115

Eine Woche nach dem schweren Erdbeben in Südtaiwan ist die Zahl der geborgenen Toten auf 115 gestiegen. Wie das Rettungszentrum in der Stadt Tainan heute mitteilte, sind seit dem Vortag weitere 17 Menschen tot aus den Trümmern eines 16-stöckigen Wohnhauses gezogen worden, das während des Bebens einfach umgestürzt war.

Zwei Menschen wurden noch in dem Komplex vermisst. Nachdem die Bergungskräfte in den vergangenen Tagen die Trümmer des umgefallenen Gebäudes nach und nach mit Baggern abgetragen hatten, konzentrierte sich ihre Suche nach Menschen am Samstag noch auf die Untergeschosse des Hauses. 

Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob Pfusch am Bau oder spätere Veränderungen der Grund sind, warum das Gebäude dem Erdbeben der Stärke 6,4 am vergangenen Samstag nicht standhalten konnte. Insgesamt waren bei dem Beben zehn Gebäude in Tainan eingestürzt. Mehr als 500 Menschen wurden verletzt.

Gesundheit

Diäten können bei Jugendlichen Essstörungen auslösen

Jedes dritte jugendliche Mädchen und jeder siebte Bursch ist gefährdet, an einer Essstörung zu erkranken - etwa an Magersucht und Bulimie. Das sind neue Daten aus einer großangelegten Studie der Wiener Med-Uni über Essstörungen und psychischer Erkrankungen von Jugendlichen. Experten warnen nun in der Fastenzeit, dass Diäten bei Jugendlichen solche Essstörungen auslösen können.

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Science

Song Contest

Der Vorentscheid in animierten GIFs

Cyber-Geigen und Pyrotechnik, Laufbänder, Hoverboards und Schattenspiele: Die österreichischen Kandidaten für den Song Contest haben sich in Sachen Performance heuer nicht lumpen lassen. Ein Rückblick auf die schönsten Szenen von „Wer singt für Österreich“ in animierten GIFs. Hinweis: Aufgrund der hohen Anzahl von Bildern kann es zu erhöhtem Datenverbrauch kommen.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Kultur

Medien: Rap-Star Dr. Dre dreht Serie für Apple

Apple dreht laut Medienberichten eine erste eigene TV-Serie mit Rapstar Dr. Dre (50), um seine Online-Dienste attraktiver zu machen. Der Sechsteiler mit dem Namen „Vital Signs“ (Lebenszeichen) greife auch auf Episoden aus dem Leben von Dr. Dre zurück, schrieben unter anderem der „Hollywood Reporter“, die „New York Times“ und der Finanzdienst Bloomberg gestern Abend (Ortszeit).

Apple würde damit dem Beispiel von Streaming-Anbietern wie Netflix oder Amazon folgen, die massiv auf eigene Inhalte setzen, um sich voneinander abzuheben. So kündigte Amazon Video vor wenigen Tagen die erste eigene Serie aus Deutschland an, bei der Matthias Schweighöfer (34) die Hauptrolle spielen und auch Regie führen wird.

In den Berichten blieb unklar, wann die Serie laufen könnte, und es gab widersprüchliche Angaben dazu, auf welchem Wege Apple sie verbreiten wolle. Dem „Hollywood Reporter“ zufolge soll der Streaming-Dienst Apple Music als Plattform dienen, laut „New York Times“ die Fernseh-Box Apple TV.

Dr. Dre, der eigentlich Andre Young heißt, gehört zum Apple-Führungskreis, seit er den von ihm mitgegründeten Kopfhörer-Anbieter Beats 2014 für drei Milliarden Dollar an den iPhone-Konzern verkaufte.

Pharma-„Bad Boy“ Shkreli bietet Mio. für Kanye-West-Album

Der umstrittene Pharmaunternehmer Martin Shkreli hat für den exklusiven Kauf des neuen Kanye-West-Albums „The Life of Pablo“ zehn Millionen Dollar (8,9 Mio. Euro) geboten.

Statt das Album an ein Millionenpublikum zu veröffentlichen, soll es der Rapper allein an Shkreli verkaufen, twitterte der 32-Jährige. „Ich vermute, Sie (und Ihre Partner) werden diese finanzielle Vereinbarung attraktiver finden als die derzeitige Vorgehensweise.“

Eigentlich hätte das Album seit gestern verfügbar sein sollen. Verärgerten Fans antwortete Shkreli auf Twitter: „Es geht nicht darum, den Menschen die Musik wegzunehmen. Es geht darum, alle daran zu erinnern, wie wichtig und zentral sie in unserem Leben ist.“

Milliardär kaufte schon Wu-Tan-Clan-Album

Shkreli, der durch die extreme Verteuerung eines wichtigen Medikaments gegen Immunschwäche heftig in die Kritik geraten ist, hatte zuvor ein Album des Wu-Tang Clan für rund zwei Millionen Dollar gekauft. Die Hiphopgruppe hatte das Album „Once Upon a Time in Shaolin“, von der nur ein einziges Exemplar existiert, im Dezember meistbietend an Shkreli verkauft.

Da Kanye West bei Universal unter Vertrag steht, müsste er das Angebot erst mit dem Label diskutieren. Zudem ist unklar, ob Shkreli die Summe wirklich aufbringen kann, da gegen ihn ein Prozess wegen Betrugsvorwürfen läuft. Dabei geht es um Anschuldigungen im Zusammenhang mit seinem früheren Job als Chef der Pharmafirma Retrophin. Er soll Geldbeträge in Millionenhöhe abgezweigt haben, um Verluste bei seinem Hedgefonds auszugleichen.

Leute

Bill Cosby will Strafprozess wegen Missbrauchs abwenden

US-Komiker Bill Cosby will mit aller Macht einen Strafprozess wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs vermeiden. Seine Anwälte legten gestern (Ortszeit) Berufung gegen die Entscheidung eines Richters im Bundesstaat Pennsylvania ein, der grünes Licht für einen Strafprozess gegeben hatte.

Es ist derzeit der einzige Strafprozess, der dem von mehr als 50 Frauen des sexuellen Missbrauchs beschuldigten Schauspieler droht. Die Mehrzahl der Fälle sind verjährt, einige wenige werden vor Zivilgerichten verhandelt.

Nur in Pennsylvania droht dem 78-Jährigen ein Strafverfahren. Richter Steven O’Neill hatte Anfang des Monats entschieden, dass die Klage wegen eines Falls aus dem Jahr 2004 weiterverfolgt wird. Bei einer Verurteilung drohen dem einstigen TV-Star bis zu zehn Jahre Haft und 25.000 Dollar Geldstrafe.

Beschuldigt in mehr als 50 Fällen

In dem Fall legt die Staatsanwaltschaft Cosby „schwere sexuelle Nötigung“ zur Last. Der Schauspieler soll die Universitätsmitarbeiterin Andrea C. unter Drogen gesetzt und missbraucht haben. Die Straftat soll sich 2004 im Haus des Schauspielers in Cheltenham bei Philadelphia geschehen sein. C. habe Cosby damals als „Mentor und Freund“ vertraut, argumentierten die Ankläger.

Insgesamt beschuldigen inzwischen mehr als 50 Frauen den einstigen Star der „Cosby Show“, sie sexuell missbraucht zu haben. Zu Cosbys mutmaßlichen Opfern gehören Models, Kellnerinnen und Mitarbeiterinnen aus dem Showgeschäft. Die Fälle reichen bis in die 1960er Jahre zurück, die meisten sind daher bereits verjährt. Cosby bestreitet alle Vorwürfe vehement.