Ausland

Mord an russischer Politikerin: 17 Jahre Haft für Drahtzieher

Knapp 17 Jahre nach dem Mord an der liberalen russischen Abgeordneten Galina Starowojtowa hat ein Gericht in St. Petersburg einen Drahtzieher der Tat zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Laut der Entscheidung von heute muss Michail Gluschtschenko, früherer ultranationalistischer Duma-Kollege Starowojtowas, 17 Jahre in einem Straflager absitzen.

Gluschtschenko und ein nicht identifizierter Mittäter hätten den Mord an Starowojtowa geplant, „um ihre politische Tätigkeit zu beenden“, hieß es in einer Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft zu der Gerichtsentscheidung.

Erst 2009 festgenommen

Die populäre Abgeordnete war im November 1998 im Kugelhagel im Stiegenhaus ihres Wohngebäudes in St. Petersburg gestorben. Das Attentat auf die wegen ihrer politischen Standfestigkeit hoch geachtete Politikerin überschattete die Wahlen zum Stadtrat der westrussischen Metropole im Dezember 1998.

Im Jahr 2005 wurden die beiden Auftragsmörder zu langen Haftstrafen verurteilt, nach den Auftraggebern wurde aber noch gesucht. Gluschtschenko war bereits im Jahr 2004 vorgeworfen worden, einer der Hintermänner gewesen zu sein. Erst im Juni 2009 wurde er festgenommen.

Al-Kaida-Ableger lässt im Jemen Männer auspeitschen

Die radikale Islamistenorganisation Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) hat im Jemen zehn Männer öffentlich auspeitschen lassen.

Der Vorfall ereignete sich nach offiziellen Angaben von heute in der Küstenstadt Al-Schihr in der Provinz Hadramaut. Die Vorwürfe gegen die zehn Männer lauteten auf Gotteslästerung sowie Konsum von Drogen und Alkohol.

Vor Dutzenden Zusehern

Bei der öffentlichen Auspeitschung gab es Dutzende Augenzeugen. Den Männern wurden zwischen 80 und 100 Peitschenhiebe zugefügt. Der Al-Kaida-Zweig AQAP kontrolliert große Teile des Hadramaut. Im April nahm er auch die Provinzhauptstadt Mukalla ein.

Das öffentliche Auspeitschen von schuldig Gesprochenen erfolgt im Namen des islamischen Schariarechts. Zugleich wollen die Islamisten damit ihren Herrschaftsanspruch demonstrieren.

Klitschko führt ukrainische Präsidentenpartei in Wahlen

Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko ist knapp acht Wochen vor den Kommunalwahlen in der Ukraine zum Chef der Präsidentenpartei Solidarnist (Solidarität) bestimmt worden.

„Wir schaffen eine vereinte politische Kraft, die sich ihrer Verantwortung für effektive Reformen und reale Veränderungen bewusst ist“, sagte der 44-jährige Ex-Boxer heute auf dem Vereinigungsparteitag seiner Partei Udar (Schlag) mit Solidarnist von Präsident Petro Poroschenko. Es gab keinen Gegenkandidaten. Poroschenko rief auf dem Kongress andere Parteien dazu auf, sich dem neuen Bündnis anzuschließen. „Vereinigung ist das, was die Ukraine braucht“, betonte der 49-Jährige.

D: Gericht erklärt Demoverbot in Heidenau für rechtswidrig

Das Verwaltungsgericht Dresden hat das vom zuständigen Landratsamt für das Wochenende erlassene Versammlungsverbot im deutschen Heidenau für rechtswidrig erklärt. Die Richter gaben damit heute einem Eilantrag eines Klägers statt, der an einer der geplanten Kundgebungen teilnehmen wollte.

Das Landratsamt hatte für das Wochenende alle öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel in Heidenau untersagt. Die Behörde begründete das mit einem polizeilichen Notstand. Betroffen ist unter anderem ein Willkommensfest eines Anti-Nazi-Bündnisses für Flüchtlinge. Das Gericht begründete seine Entscheidung insbesondere damit, dass der polizeiliche Notstand, mit dem das Verbot begründet worden sei, von den Behörden nicht hinreichend belegt worden sei.

Heftige Kritik am Versammlungsverbot

In Heidenau gab es vergangenes Wochenende Ausschreitungen von Rechtsradikalen. Der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel hatte das Versammlungsverbot scharf kritisiert. „Ich verstehe die Entscheidung überhaupt nicht“, sagte Gabriel heute in Marburg. Er verstehe, dass Neonazis angesichts der jüngsten Ausschreitungen vor der Flüchtlingsunterkunft in dem sächsischen Ort keine Versammlung erlaubt werde. Er könne jedoch nicht verstehen, wieso auch Demokraten betroffen seien, die für einen vernünftigen Umgang mit Flüchtlingen plädierten.

Mit Unverständnis und Kritik hatte auch die Polizeigewerkschaft das Versammlungsverbot aufgenommen. „Es ist ein Kniefall vor dem Mob in Heidenau“, kritisierte der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, in Berlin. „Diese Botschaft ist verheerend.“

Feuer in Flüchtlingsunterkunft ausgebrochen

Im deutschen Aue im Erzgebirge hat heute unterdessen ein Flüchtlingsheim gebrannt. Wie ein Sprecher der Polizei im sächsischen Chemnitz mitteilte, mussten 70 Bewohner in Sicherheit gebracht werden. Verletzt wurde niemand. Die Ursache des Feuers war zunächst unklar.

Bereits in der Nacht auf heute hatten nach Angaben der Beamten Unbekannte einen Müllcontainer auf dem Gelände der Unterkunft für Asylwerber angezündet. Die Feuerwehr löschte den Brand. Den Angaben der Polizei zufolge blieb das Gebäude trotz des zweiten Feuers bewohnbar.

Brandanschlag in der Nacht

In Deutschland häufen sich derzeit Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte. Im niedersächsischen Salzhemmendorf warfen Unbekannte ebenfalls in der Nacht auf heute einen Brandsatz in ein Wohngebäude für Asylwerber, in dem eine Mutter mit drei Kindern wohnt. Die Familie hielt sich zur Tatzeit in einem Nebenraum auf und sei „körperlich unverletzt“ geblieben, erklärte die Polizei in Hameln. Sie habe aber psychologisch betreut werden müssen.

Interimsregierung in Griechenland ernannt

Die griechische Interimsregierungschefin Vasiliki Thanou hat heute ihren Übergangsministerrat zusammengerufen. Die wichtigsten Posten des geschäftsführenden Kabinetts besetzen Experten, die das Vertrauen der Mehrheit der Parteien haben.

Diese Übergangsregierung soll das Land bis zur Bildung einer neuen Regierung, die sich nach den vorgezogenen Wahlen ergeben wird, führen. Die Wahlen sollen am 20. September stattfinden, berichtete das Staatsfernsehen (ERT1).

Griechenlands Interimsregierungschefin Vasiliki Thanou

Reuters/Alkis Konstantinidis

Das Finanzministerium wird der langjährige Unterhändler in den Verhandlungen mit den Gläubigern, Giorgos Chouliarakis, führen. Er war bisher als Fachmann bei den Kreditverhandlungen dabei und soll das Vertrauen der Geldgeberexperten haben. Außenminister wird der altgediente Diplomat Petros Molyviatis (87).

Weg für Neuwahl frei

Gestern hatte Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos die Präsidentin des höchsten Gerichtshofes (Areopag), Vasiliki Thanou, mit der Bildung der Interimsregierung beauftragt. Zuvor seien alle Bemühungen gescheitert, in den Reihen des bestehenden Parlaments eine neue Regierungsmehrheit zu finden, teilte das Büro des Präsidenten mit. Damit wurde der Weg zur Neuwahl frei, die der bisherige Ministerpräsident Alexis Tsipras mit seinem Rücktritt vor einer Woche erreichen wollte.

Rekordmilitärmanöver der USA und Südkorea

Wenige Tage nach der Entspannung in einem schweren Konflikt zwischen Nord- und Südkorea haben Truppenverbände der USA und Südkoreas das größte jemals abgehaltene gemeinsame Militärmanöver gestartet. Die Übung nahe der Grenzstadt Pocheon fand heute im Beisein von 2.000 Gästen statt, darunter die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye.

Das Manöver sehe mehrere Phasen vor, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit. Dabei werde eine nordkoreanische „Provokation“ simuliert, der eine Eskalation der militärischen Auseinandersetzung mit einem Gegenangriff bis auf nordkoreanisches Gebiet folge.

Militärübung in Südkorea

APA/EPA/Kim Hee-Chul

Bisher größtes gemeinsames Manöver

„Was Munition und eingesetztes Personal anbelangt, ist das das größte Militärmanöver unter realen Bedingungen, das südkoreanische Truppen jemals allein oder zusammen mit US-Truppen ausgeführt haben“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. Beteiligt waren 3.000 Soldaten aus den USA und Südkorea, rund hundert Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, 45 Hubschrauber und mehr als 40 Kampfjets.

Großübung nahe der Grenzstadt Pocheon vor 2.000 Zusehern (iptv.orf.at)

Der Konflikt zwischen den beiden koreanischen Staaten hatte sich zuletzt dramatisch zugespitzt, nachdem bei der Explosion einer Landmine in der Grenzregion zwei Mitglieder einer südkoreanischen Patrouille schwer verletzt worden waren. Seoul machte Pjöngjang für den Vorfall verantwortlich und verlangte eine Entschuldigung. Nordkorea wiederum setzte dem Süden eine Frist, um die Beschallung mit Propaganda einzustellen, die Seoul nach mehr als zehnjähriger Pause wieder aufgenommen hatte.

In Marathonverhandlungen wendeten beide Seiten schließlich eine militärische Konfrontation ab, was am Dienstag besiegelt wurde. Die Propagandabeschallung, die ursprünglich auch in das gemeinsame Manöver der USA und Südkoreas integriert werden sollte, wurde daraufhin abgeschaltet. Auch Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un begrüßte die Einigung. Die US-Streitkräfte haben seit dem Ende des Korea-Kriegs 1953 dauerhaft fast 30.000 Soldaten in Südkorea stationiert.

Ungarn will biometrische Daten aller Bürger speichern

Das ungarische Innenministerium will die biometrischen Daten von zehn Millionen Staatsbürgern in einer eigenen Datenbank speichern. Die Gesichtsprofile würden aufgrund der biometrischen Fotografien gesammelt, die die Bürger bei der Beantragung eines Reisepasses, Personalausweises oder einer Fahrerlaubnis einreichen, berichtete das Internetportal Napi.hu heute.

Die Website berief sich auf einen Gesetzesvorschlag des Innenministeriums, der am Vortag vorgelegt wurde. Die Datenbank solle der Verbrechensbekämpfung dienen und die Arbeit der Geheimdienste und der mit dem Schutz der Regierungspolitiker betrauten Sicherheitsorgane erleichtern, hieß es in dem Bericht. In der Datenbank, die bis Jänner 2016 stehen soll, würden nur die biometrischen Profile gespeichert werden. Über Codes sollen aber die zur Nutzung ermächtigten Stellen die Profile mit den Daten anderer Behörden - wie denen des Melderegisters - verknüpfen können.

Einwände vonseiten des Datenschutzbeauftragten dürften in Ungarn nicht zu erwarten sein. Die Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban hatte nach dem Machtwechsel 2010 das unabhängige Amt in eine regierungsabhängige Behörde umgewandelt. Ihr Leiter gilt als regierungsnah.

Inland

Sport

Leichtathletik-WM: Schmerzhaftes Aus für Schrott

Für Beate Schrott ist die Leichtathletik-WM in Peking unglücklich zu Ende gegangen. Die 27-Jährige schied heute im Hürdensprint-Halbfinale aus, nachdem sie ihren Lauf verletzt abbrechen musste. Nach einem Griff aufs Bein befürchtete Schrott in Tränen aufgelöst: „Das ist was Ärgeres.“

Schrott hatte nach fast einwöchiger Zwangspause wegen einer schmerzhaften Muskelverhärtung am Beinbeuger erst am Mittwoch wieder mit dem Hürdentraining begonnen. In ihrem Vorlauf war sie schmerzfrei geblieben.

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Europa League: Salzburg zahlt bitteres Lehrgeld

Der FC Salzburg ist gestern nach einer Niederlage im Elfmeterschießen gegen Dinamo Minsk bereits im Play-off der Europa League gescheitert. Die riesige Enttäuschung über das bittere Aus stand Fans, Spielern und Betreuern ins Gesicht geschrieben. Obwohl in beiden Partien spielerisch klar besser, konnte Salzburg das Ausscheiden nicht verhindern. Während Trainer Peter Zeidler die Schuld daran auch beim niederländischen Schiedsrichter sah, wussten die Spieler, dass sie ihre Aufstiegschancen bereits im Hinspiel vergeben hatten. Beide Partien zeigten auch: Die Mannschaft hat Talent, muss aber noch reifen.

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Europa League: Altacher ziehen positives Resümee

Den Aufstieg in die Gruppenphase der Europa League hat SCR Altach durch das torlose Remis gestern bei Belenenses Lissabon verpasst, dennoch gab es bei aller Enttäuschung auch positive Aspekte. „Ich denke, dass wir in diesem Spiel als bessere Mannschaft leider nicht aufgestiegen sind“, sagte Trainer Damir Canadi. „Wir haben uns leider nicht selbst belohnt.“ Die starken Vorstellungen in der Europa League sollen nun in die Meisterschaft mitgenommen werden.

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Fußball: Fakten und Zahlen zur Königsklasse

Die Königsklasse im europäischen Clubfußball geht heuer in die 24. Runde. Seit der Saison 1992/93 wird der beste Verein Europas in der Champions League ermittelt. Aus dem Experiment der Europäischen Fußballunion (UEFA) wurde in den vergangenen 23 Jahren eine Erfolgsgeschichte. Vom Premierensieg von Olympique Marseille - auf ORF Sport + heute (17.15 Uhr) zum Nachsehen - bis hin zum Duell um den Rekordtorschützen zwischen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo spannt sich der Bogen der Fakten und Zahlen.

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Wirtschaft

Wirtschaftsleistung in Brasilien bricht ein

Die tiefe Rezession in Brasilien ist nun auch offiziell bestätigt: Im zweiten Quartal brach die Wirtschaftsleistung der siebentgrößten Volkswirtschaft der Welt im Vergleich zum Vorquartal um 1,9 Prozent ein - nach einem Minus von 0,7 Prozent im ersten Vierteljahr. Das teilte die Statistikbehörde heute mit.

Es war das schwächste zweite Quartal seit 1996 und der tiefste Einbruch seit 2009. Geht das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in zwei Quartalen nacheinander zurück, wird nach gängiger Definition von einer Rezession gesprochen. Auch zum Jahresende 2014 war die Entwicklung schon schwach: Im Schlussquartal hatte sich die Wirtschaftsleistung nicht verändert.

Das rohstoffreiche Land leidet unter dem niedrigen Ölpreis, einer Inflation von fast zehn Prozent, schwachem Konsum, steigender Arbeitslosigkeit, und die Unternehmen halten sich bei ihren Investitionen zurück. Hinzu kommt ein Korruptionsskandal, in den das größte Unternehmen Petrobras (Umsatz: rund 123 Mrd. Euro) involviert ist. Brasilien ist mit einem BIP von 2,1 Billionen Euro (2014) siebentgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Nestle wegen Beihilfe zur Sklaverei angezeigt

Nestle ist in den USA mit einer Klage konfrontiert. Dem Konzern wird vorgeworfen, der auf thailändischen Fischereischiffen grassierenden Sklaverei bewusst Vorschub zu leisten. Die dabei erwirtschafteten Produkte finden sich laut der Klageschrift vor allem im Katzenfuttersortiment des Lebensmittelmultis. Eine Anwaltskanzlei reichte eine entsprechende Sammelklage ein.

Die Klage wurde bei einem Bundesgericht in Kalifornien deponiert. Nestle importiere über den thailändischen Lieferanten Thai Union Frozen Products mehr als 12.000 Tonnen Tiernahrung auf der Basis von Meeresfrüchten für die großen in den USA verkauften Marken. Ein Teil dieser Meeresfrüchte werde unter Sklavereibedingungen gewonnen.

Nestle dementiert Vorwürfe

Männer und Buben aus ärmeren Ländern wie Myanmar und Kambodscha würden an Fischerkapitäne verkauft, heißt es in der Klage. Auf den Booten müssten sie für wenig oder gar kein Geld 20 Stunden am Tag unter gefährlichen Bedingungen arbeiten. Zudem würden sie misshandelt. Die Kanzlei ruft weitere Konsumenten auf, sich der Klage anzuschließen.

Nestle reagierte prompt: „Zwangsarbeit hat keinen Platz in unserer Lieferkette“, schrieb der Konzern in einer Stellungnahme. Die Konzernrichtlinien für Fisch und Meeresfrüchte würden alle Lieferanten verpflichten, die Menschenrechte zu beachten und sich an die Arbeitsgesetze zu halten. Nestle arbeite mit globalen und lokalen Anspruchsgruppen zusammen, um dieses ernste und komplexe Problem anzugehen.

Österreichs BIP wuchs im zweiten Quartal mehr als vorher

Die österreichische Wirtschaftsleistung ist im ersten Halbjahr leicht gestiegen, und dabei hat sich das Wachstum im zweiten Quartal etwas beschleunigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag von April bis Juni um 0,3 Prozent über dem Vorquartal, bestätigte das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) heute seine erste Schätzung von Ende Juli. Im ersten Quartal hatte das Plus nur 0,2 Prozent betragen.

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Chronik

Raketenreste stürzen auf Dorf in China

Nach dem Start eines Satelliten ins Weltall sind in China Reste der Trägerrakete auf ein Dorf gestürzt. Dabei sei das Haus eines Einwohners massiv beschädigt worden, berichteten die Polizei und mehrere örtliche Medien. Der Zwischenfall habe sich kurz nach dem Start ereignet, die Raketenteile seien mit einem lauten Knall auf die Erde gekracht.

Großes Loch im Dach

Der Vorfall ereignete sich in der nordchinesischen Provinz Shaanxi. Im Internet waren Fotos von einem Mann zu sehen, der neben einem Trümmerteil steht. Dieses ist genau so groß wie er selbst, offenbar handelt es sich um eine Raketendüse. Im Hintergrund sind eine zerstörte Mauer und Trümmerhaufen zu sehen. Ein anderes Foto zeigte ein großes Loch in einem Dach.

Der Einschlag in dem Dorf ereignete sich laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua neun Minuten nach dem Start einer Trägerrakete von der Nachbarprovinz Shanxi. Diese brachte einen Satelliten ins All, der unter anderem zur Landvermessung und Katastrophenvorbeugung genutzt werden soll.

Kultur

Iran will Barenboim-Auftritt nicht zulassen

Der Iran will einen geplanten Auftritt des israelisch-argentinischen Stardirigenten Daniel Barenboim in Teheran nicht zulassen. „Der Iran erkennt das zionistische Regime (Israel) nicht an und wird auch nicht mit Künstlern dieses Regimes zusammenarbeiten“, sagte ein Sprecher des iranischen Kultusministeriums heute.

Barenboim plante mit der Berliner Staatskapelle ein Konzert in Teheran. Der iranische Ministeriumssprecher Hussein Nuschabadi sagte, sobald das Ministerium erfahren habe, dass der Dirigent des geplanten Konzerts ein israelischer Staatsbürger sei, sei das Konzert vom Minister selbst abgesagt worden.

Zuvor hatte Israel Protest gegen die Konzertpläne angekündigt. Barenboim kritisierte immer wieder die israelische Siedlungspolitik und die Haltung der verschiedenen Regierungen gegenüber den Palästinensern.

Salzburger Festspiele: Mehr Einnahmen, höhere Auslastung

Die Salzburger Festspiele haben heute eine positive wirtschaftliche Bilanz 2015 gezogen: Zwar kamen etwas weniger Besucher zu deutlich weniger Veranstaltungen - doch sowohl die Einnahmen als auch die Auslastung stiegen.

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99 Prozent Auslastung in Innsbruck

Die 39. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik zogen ebenfalls eine positive Bilanz über die abgelaufene Spielzeit. Demnach waren die Veranstaltungen zu 99 Prozent ausgelastet, auch das Interesse der Medien war enorm.

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Medien

Science

IT

Facebook erstmals mit einer Mrd. Nutzer an einem Tag

Das Onlinenetzwerk Facebook hat nach eigenen Angaben erstmals die Marke von einer Milliarde Nutzer innerhalb eines einzigen Tages geknackt. „Wir haben gerade einen wichtigen Meilenstein passiert“, teilte Firmenchef Mark Zuckerberg gestern auf seiner Facebook-Seite mit.

Am Montag habe jeder siebte Mensch auf der Erde das Soziale Netzwerk genutzt. Damit sei Facebook „zum ersten Mal“ binnen eines Tages von einer Milliarde Menschen aufgerufen worden, „und das ist erst der Anfang“, fügte Zuckerberg hinzu.

Facebook hatte vergangenen Monat mitgeteilt, dass die Zahl der monatlich aktiven Nutzer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 1,49 Milliarden gewachsen sei. 968 Millionen von ihnen nutzten Facebook demnach täglich. Die Zahl derjenigen, die Facebook via Mobiltelefon aufrufen, stieg den Angaben zufolge auf 1,31 Milliarden.

Religion

Lifestyle

Islands Hauptstadt benennt Straße nach Darth Vader

Die isländische Hauptstadt Reykjavik benennt eine Straße nach dem berühmten „Star Wars“-Bösewicht Darth Vader. Die Entscheidung der Stadt verbreitete Bürgermeister Dagur B. Eggertsson über Twitter. Die Umbenennung der Straße in einem Industriegebiet ist der Initiative „Better Reykjavik“ zu verdanken, einem Onlineforum, bei dem Bürger Ideen für ihre Stadt einreichen können.

Die beliebtesten Vorschläge werden im Stadtrat diskutiert. Reykjaviks damaliger Bürgermeister und Clown Jon Gnarr hatte sich 2010 für das Forum starkgemacht. Der „Star Wars“-Fan kommentierte die Straßenumbenennung auf Facebook: „Wurde langsam Zeit!“

Leute

Celine Dion bittet um Lieder für neue Alben

Die kanadische Sängerin Celine Dion sucht nach Liedern für ihre beiden nächsten Alben - und hat quasi eine öffentliche Ausschreibung gestartet. „Wir bekommen gerade die ersten Lieder, jeder kann mitmachen“, sagte die 47-Jährige heute dem französischen Sender RTL. „Jeder Autor oder Komponist kann mir seine Kunst zuschicken.“

Die Sängerin, die unter anderem mit dem Titanic-Song „My Heart Will Go On“ einen Megahit landete, will im kommenden Jahr ein neues Album mit französischen Liedern veröffentlichen, 2017 dann eines mit englischen Stücken.

„Es können Lieder sein, die mir erlauben, neue Ziele zu erreichen, mich weiterzuentwickeln, oder einen schönen Augenblick zu erleben, begeistert zu sein, denn ich will wirklich weiter vorankommen“, sagte die Sängerin. Die Kanadierin startet gerade eine neue Konzertreihe in Las Vegas. Vor einem Jahr hatte sie eine Pause eingelegt, um mehr Zeit an der Seite ihres krebskranken Ehemannes zu verbringen.