Inland

Ärztearbeitszeit: Auswirkung auf Krebspatienten

Das neue Arbeitszeitgesetz für Spitalsärzte bekommen auch krebskranke Menschen in Österreich zu spüren. Maximal 48 Stunden Wochenarbeitszeit bedeuten, dass Ärzte nach einem Nachtdienst heimgehen müssen und in den Krebszentren tagsüber ausfallen. Bei der Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie spricht man davon, dass am Tag somit um ein Fünftel weniger Ärzte im Einsatz sind.

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Ausland

Ukrainische Separatisten bestehen auf ganz Donezk

Die ukrainischen Separatisten wollen die Herrschaft über das ganze Donezker Gebiet erringen. Das solle „möglichst auf friedlichem Wege“ geschehen, sagte der Chef der „Donezker Volksrepublik“, Alexander Sachartschenko, dem Magazin „Spiegel“. Bis zur Grenze des alten Donzeker Gebietes seien es 120 Kilometer. Er rief die ukrainische Regierung zu direkten Gesprächen auf.

Friedentruppen werden abgelehnt

Internationale Friedenstruppen im Donbass lehnte Sachartschenko ab. „Wir sind in der Lage, die Probleme hier selbst zu lösen“, sagte er. Auch Kiew wolle keine Friedenstruppen, weil ein solches Eingeständnis eines Kriegszustandes zur Verweigerung von IWF-Krediten führen würde.

Von allen Punkten der Minsker Vereinbarung für eine Konfliktlösung habe Kiew „keinen einzigen erfüllt“. Die Separatisten sicherten dagegen wie vereinbart ihre Grenzen. „In den nächsten drei Wochen wird der Aufbau von Grenzposten beendet.“ Den ukainischen Truppen warf Sachartschenko vor, schwere Waffen nicht abzuziehen und auf die Separatisten zu feuern. „Deswegen kehren die schweren Waffen der Separatisten in ihre alten Stellungen zurück.“

Israel: Palästinenser nach Anschlagsversuch getötet

Das israelische Militär hat offiziellen Angaben zufolge einen Palästinenser erschossen, der zuvor einen Anschlag auf Soldaten verüben wollte. Der Zwischenfall habe sich in der Nacht auf heute in der Nähe eines Kontrollpunktes bei Ost-Jerusalem ereignet, teilte die Polizei weiter mit.

Der junge Palästinenser habe die Soldaten mit zwei Messern attackieren wollen. Da er nicht auf Warnschüsse reagiert habe, sei das Feuer auf ihn eröffnet worden.

Besonders in der Region von Jerusalem kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern. Der politische Status von Ost-Jerusalem, das beide Seiten für sich beanspruchen, ist ein zentraler Streitpunkt des Nahostkonflikts.

Festnahme nach Landung von radioaktiver Drohne in Tokio

In Japan ist ein Mann festgenommen worden, der eine leicht radioaktive Drohne auf den Amtssitz von Japans Ministerpräsident Shinzo Abe gesteuert hat. Der 40-Jährige habe sich gestern Abend der Polizei in der Präfektur Fukui 350 Kilometer westlich der Hauptstadt Tokio gestellt, berichteten örtliche Medien heute. Er hatte demnach ein Steuergerät für eine Drohne dabei und gab an, mit der Aktion gegen Atomkraft demonstrieren zu wollen. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde er zum Verhör nach Tokio gebracht.

Fluggerät auf Residenz von Regierungschef gelandet

Mitarbeiter der „Kantei“ genannten Ministerpräsidenten-Residenz hatten das 50 Zentimeter große Fluggerät am Mittwoch auf dem Dach des fünfstöckigen Gebäudes im Zentrum von Tokio entdeckt. An einem Behälter, der an der Drohne befestigt war, stellten Ermittler niedrige radioaktive Werte fest, von denen aber offenbar keine Gesundheitsgefahr ausging.

Medienberichten zufolge hatte der Mann vor seiner Festnahme in seinem Internet-Blog geschrieben, dass eine Flasche mit radioaktivem Sand aus Fukushima an der Drohne befestigt war. Demnach war die Drohne schon am 9. April auf der Ministerpräsidenten-Residenz gelandet - zwei Wochen bevor sie entdeckt wurde.

TTIP: US-Kritik an EU wegen Gentechnikregeln

Nach der jüngsten Verhandlungsrunde über ein transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP) haben die USA gestern ihrem Unmut über mögliche nationale Verbote für gentechnisch veränderte Lebensmittel in der Europäischen Union Luft gemacht.

Der Vorschlag der EU-Kommission sei „schwer vereinbar mit den Verpflichtungen der Europäischen Union und dem Anspruch eines nahtlosen Binnenmarktes“, sagte der US-Chefunterhändler Dan Mullaney bei einer Pressekonferenz in New York. Mullaney rief die EU auf, bei den Verhandlungen „unsere jahrzehntealten Handelsregeln“ zu respektieren.

Nationale Zuständigkeit

Der am Mittwoch in Brüssel präsentierte Vorschlag der Kommission sieht vor, dass EU-Staaten den Import gentechnisch veränderter Lebensmittel im Alleingang für ihr Gebiet verbieten können. Das wäre ein Abweichen von der bisherigen Linie, wonach die Zulassungen für solche Lebensmittel EU-weit gelten.

Der EU-Chefunterhändler für die Handelsgespräche, Ignacio Garcia Bercero, verteidigte den Plan. Die Rolle der Wissenschaft im Zulassungsprozess bleibe gewahrt, sagte er in New York. Die Mitgliedsstaaten dürften mit ihren Entscheidungen über ein Verbot von Gentechniklebensmitteln „nicht diskriminieren“. Bercero fügte hinzu, dass die EU sich „vollständig“ an ihre internationalen Verpflichtungen halte und „in keiner Weise“ die Verhandlungen über TTIP untergrabe.

Fortschritte an mehreren Fronten

Die neunte Verhandlungsrunde in New York drehte sich unter anderem um die Absenkung von Zöllen, eine Annäherung von Standards im Maschinen- und Anlagenbau, um Energie- und Rohstofffragen und um das öffentliche Beschaffungswesen. Fortschritte seien insbesondere bei der Zusammenarbeit der Regulierungsbehörden in den Sektoren Automobil, Pharma und Medizinprodukte erzielt worden, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Außerdem sei es um die Vorteile gegangen, die TTIP kleinen und mittleren Unternehmen bringen soll, etwa Erleichterungen in der Zollabwicklung sowie beim Bürokratieabbau.

Warnung vor niedrigeren Standards bei Verbraucherschutz

Die Gespräche über einen Handelspakt zwischen den USA und der EU hatten im Sommer 2013 begonnen. Die Schaffung einer Freihandelszone soll der Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks einen Schub geben, indem Zölle und Handelshemmnisse abgebaut werden. Kritiker in Europa befürchten allerdings eine Erosion von Standards bei Verbraucher- und Arbeitsschutz sowie Lebensmittelsicherheit. Äußerst umstritten ist zudem der geplante Investorenschutz, der es privaten Unternehmen ermöglichen würde, Staaten vor Schiedsgerichten zu klagen.

Moskau kritisiert polnisches Einreiseverbot für „Nachtwölfe“

Russland hat das polnische Einreiseverbot für eine Gruppe von Motorradfahrern des Clubs „Nachtwölfe“ zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges scharf kritisiert. „Wir finden es schade. Wir bedauern diese Entscheidung sehr“, sagte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow nach Angaben der Agentur Interfax von gestern.

Er reagierte damit auf die Entscheidung Polens, die Biker, die Präsident Wladimir Putin nahestehen, nicht in das EU-Land einreisen zu lassen. Die polnische Regierung hatte die Reisepläne als Provokation kritisiert. Die Tour soll an diesem Samstag in Moskau beginnen und bis nach Berlin führen.

„Verärgert wegen der Absage“

Auch das russische Außenministerium zeigte sich irritiert wegen des Reiseverbots. Die Behörde sei „verärgert wegen der Absage der polnischen Stellen, die Biker bei ihren geplanten Aktionen zum 70. Jahrestag des Kriegsendes zu unterstützen“.

Die regierungstreuen „Nachtwölfe“ wollen an den Sieg der Sowjetunion über den Hitler-Faschismus erinnern. „Unter dem Vorwand einer ‚Verspätung und unzureichender Information‘ haben die polnischen Behörden die Erinnerungsaktion gesprengt. Das ist ein wahre Lüge“, heißt es in einer Mitteilung des Außenministeriums.

Erinnerung an Sieg der Roten Armee

Die „Siegesfahrt“ von Moskau nach Berlin zur Erinnerung an den Sieg der Roten Armee über das nationalsozialistische Deutschland ist umstritten. Slowakische Intellektuelle forderten ein Einreiseverbot für die „Nachtwölfe“, der polnische Außenminister Grzegorz Schetyna und Regierungschefin Ewa Kopacz nannten die Fahrt eine Provokation.

In Bratislava werden die „Nachtwölfe“ auf ihrer Tour von Moskau nach Berlin am 2. Mai erwartet, bevor sie nach Wien weiterfahren, wo sie das sowjetische Kriegerdenkmal auf dem Schwarzenbergplatz besuchen wollen.

Hinweise für mögliches Al-Kaida-Attentat auf Vatikan

Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida könnten einen Anschlag auf den Vatikan geplant haben. Das gab der italienische Chefermittler Mauro Mura gestern Nachmittag bekannt, nachdem am Vormittag in Italien 18 Terrorverdächtige aus Pakistan und Afghanistan mit Beziehungen zu Al-Kaida verhaftet worden waren. Es gebe abgehörte Unterhaltungen, die klar darauf hindeuten, dass ein Angriff geplant worden sei - vielleicht sogar auf den Vatikan, so Mura weiter. Die Extremistengruppe wird auch mit einem Anschlag im pakistanischen Peshawar mit über 100 Toten in Verbindung gebracht.

Mehr dazu in „Wir sprechen von einem Anzeichen“

Polens Autorität Bartoszewski ist tot

Nur wenige Tage nach einem Auftritt anlässlich des Gedenkens an den Warschauer Ghettoaufstand ist die wohl wichtigste Integrationsfigur Polens gestorben. Der ehemalige polnische Außenminister, Botschafter in Wien, Historiker und KZ-Überlebende Wladyslaw Bartoszewski erlitt am Freitag einen Schwächeanfall und starb wenig später. Bartoszewski hatte sich insbesondere um die deutsch-polnische Versöhnung verdient gemacht. Präsident Bronislaw Komorowski sagte, „ein großer Pole“ sei tot, und sprach von einem „ungeheuren Verlust“.

Mehr dazu in „Ungeheurer Verlust“

Chronik

Mindestens zwei Tote nach Erdbeben in Nepal

Ein heftiges Erdbeben hat heute Nepal erschüttert. Das Beben der Stärke 7,9 war in dem Himalaja-Staat und in Teilen Indiens zu spüren, teilte die US-Erdbebenwarte USGS mit.

Ersten Berichten der Agentur Reuters zufolge soll es zumindest zwei Todesopfer geben. Eine 15-Jährige sei im Norden Indiens gestorben, als das Beben eine Mauer im Haus ihrer Familie in einem Dorf nahe der Grenze zu Nepal zum Einsturz brachte. Ein anderes Mädchen sei von einer Statue erschlagen worden, die in einer Ortschaft in der Nähe der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu umgestürzt war, berichtete das staatliche Radio Nepals.

Epizentrum 81 Kilometer von Kathmandu entfernt

Das Epizentrum lag 81 Kilometer nordwestlich von Nepals Hauptstadt Kathmandu. Die Stärke war zunächst mit 7,5 angegeben worden. Berichten zufolge richteten die Erdstöße Sachschäden an Häusern in der Stadt an.

Mehrere Hausmauern eingestürzt

Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete aus Kathmandu, viele Bewohner seien nach Beginn des Bebens ins Freie gestürzt. Mehrere Mauern von Häusern seien eingestürzt. Die Erdstöße dauerten je nach Ort zwischen einer halben Minute und zwei Minuten. Auch jenseits der Grenze zu Indien waren sie zu spüren, so auch in der Hauptstadt Neu Delhi.

Indiens Ministerpräsident Narendra Modi schrieb auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter, die Regierung sammle Informationen und arbeite daran, die Betroffenen in Indien und Nepal zu unterstützen. In der gebirgigen Region gibt es immer wieder schwere Erdbeben. Im Jahr 2011 kamen bei einem Beben der Stärke 6,9 im Nordwesten Indiens und Nepal 110 Menschen ums Leben.

Zwei Tote in norddeutschem Hafen

Zwei 19-Jährige sind gestern Abend auf einem Boot im Hafen von Waren in Mecklenburg-Vorpommern ums Leben gekommen. „Vermutlich ist auf dem Boot Kohlenmonoxid ausgetreten“, sagte heute eine Sprecherin der Polizei in Neubrandenburg. Zwei weitere junge Männer - 17 und 18 Jahre alt - wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

„Wir gehen von einem tragischen Unglück aus“, erklärte die Sprecherin. Die Hintergründe seien aber noch unklar. Eine Zeugin hatte bei der Polizei angerufen und gesagt, im Hafen sei etwas Schreckliches passiert. Kohlenmonoxid ist ein geruchloses Gas, das zum Tod durch Ersticken führen kann.

Chile: Vulkan Calbuco macht weitere Evakuierungen nötig

In der Umgebung des Vulkans Calbuco in Südchile sind weitere 2.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Am Hang des ausgebrochenen Vulkans ergießen sich bedrohliche Schlamm- und Schuttströme, teilte der Katastrophendienst Onemi gestern Abend (Ortszeit) mit. Damit haben bereits über 6.500 Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen.

Aschestrahl gesunken

Die Aktivitäten des Vulkans hatten sich nach den beiden starken Ausbrüchen vom Mittwoch und Donnerstag abgeschwächt. Der Aschestrahl ist nach Angaben des Katastrophendienstes von 15 auf zwei Kilometer Höhe gesunken. Ein neuer Ausbruch könne jedoch noch nicht ausgeschlossen werden, teilte der Geologische Dienst Sernageomin mit. Die Lage sei instabil. Es könnte zu Lava-Ausstößen kommen. Die Aschewolke hatte gestern auch Santiago de Chile, Buenos Aires in Argentinien und Montevideo in Uruguay erreicht.

In der Umgebung des Vulkans bedeckte eine bis zu 50 Zentimeter dicke Ascheschicht Straßen und Häuser. In Argentinien fiel der Ascheregen in drei patagonischen Provinzen, in denen Flughäfen geschlossen wurden. Mehrere internationale Flüge in die Hauptstädte von Chile, Argentinien und Uruguay wurden auf andere Ziele verlegt.

Freiheitsstatue in New York evakuiert

Die Freiheitsstatue in New York ist nach dem Fund eines verdächtigen Pakets vorübergehend evakuiert worden. Nach einer Durchsuchung gab die Polizei jedoch Entwarnung. „Alles sicher“, teilte die NYPD per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Hunderte Besucher waren zuvor mit Booten von der Insel Liberty Island im Hafen der Millionenmetropole zurück zum Festland gebracht worden.

Nach Medienberichten hatte ein Spürhund der Polizei das verdächtige Paket bei einem Routine-Rundgang am Freitagvormittag (Ortszeit) in einem Schließfach erschnüffelt. Zudem soll es eine telefonische Bombendrohung gegeben haben. Die Insel sei für den Rest des Tages geschlossen worden, hieß es auf der Webseite der US-Parkverwaltung. Die Freiheitsstatue ist eines der bekanntesten Wahrzeichens New Yorks und wird jährlich von rund vier Millionen Menschen besucht.

Wirtschaft

Tür-Probleme: Ford ruft fast 400.000 Autos zurück

Der US-Autobauer Ford hat in Nordamerika wegen Problemen mit der Türverriegelung rund 390.000 Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen. Betroffen seien die Modelle Fiesta (Baujahr 2012-2014), Fusion (2013-2014) und Lincoln MKZ, teilte das Unternehmen gestern (Ortszeit) mit. Ein defektes Bauteil der Verriegelung könnte demnach möglicherweise dazu führen, dass sich die Tür während der Fahrt öffnet.

Medien: Sony vervierfacht Gewinnprognose für 2015

Sony hat einem Medienbericht zufolge für das laufende Geschäftsjahr seine Gewinnprognose vervierfacht. Auf operativer Basis rechne der japanische Elektronikkonzern nun mit 300 Milliarden Yen (2,3 Mrd. Euro), meldete heute die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ . Dies wäre das höchste Ergebnis seit 2008.

Gute Verkaufszahlen bei PlayStation

Sony sei vor allem wegen des sprudelnden Absatzes seiner Bildschirmsensoren, die in Smartphones verwendet werden, und guter Verkaufszahlen seiner PlayStation zuversichtlich. Der Konzern war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Erst am Mittwoch hatte Sony seine Gewinnprognose für das im März beendete Geschäftsjahr angehoben. Der operative Gewinn sei bis Ende März 2015 voraussichtlich auf rund 530 Millionen Euro gestiegen, hieß es. Damit scheint der Konzern langsam die Früchte seines Umbaus zu ernten. Sony hat seine Produktpalette zuletzt deutlich verkleinert und seine Fernsehersparte abgespalten, um Kosten zu sparen. Vor allem das schwache Smartphone-Geschäft hatte die Firma immer tiefer in die roten Zahlen gedrückt.

Barclays: US-Prozess wegen Schattenhandels

Die britische Bank Barclays steht in den USA vor einem Prozess wegen Verdachts auf Betrug beim Schattenhandel. Die zuständige Richterin vom Bezirksgericht in Manhattan, Shira Scheindlin, nahm gestern eine entsprechende Klage von Investoren an. Sie werfen dem Geldinstitut vor, Anleger mit unlauterer Werbung zu ihrer anonymen Handelsplattform Barclays LX in die Irre geführt zu haben.

In sogenannten „Dark Pools“ gibt es nicht so viel Transparenz und Gebühren wie an regulierten Börsen. Sie werden vor allem von institutionellen Investoren genutzt, die große Aktienpakete unbemerkt kaufen oder verkaufen wollen. Die Aufsichtsbehörden nehmen den Handel in den Dark Pools seit einiger Zeit verstärkt unter die Lupe. Von zahlreichen Großbanken haben sie Informationen zu ihren Handelsplattformen angefordert - unter anderem von Goldman Sachs, UBS und der Deutschen Bank.

Ritter Sport leidet unter Rubelverfall

Der deutsche Schokoladenhersteller Ritter Sport fürchtet wegen der Krise in Russland und hoher Haselnusspreise 2015 Einbußen. „Russland ist unser größter Auslandsmarkt. Der Rubelverfall ist für uns natürlich problematisch“, sagte Ritter-Sport-Chef Andreas Ronken der Deutschen Presse-Agentur. Russland trägt etwa zehn Prozent zum Umsatz bei und damit so viel wie kein anderer Auslandsmarkt.

Deutschland hat mit 60 Prozent den höchsten Anteil an den Erlösen, die Ronken zufolge nach 430 Millionen Euro im Vorjahr zwar auch 2015 weiter steigen dürften. „Vorsichtiger schauen wir aber auf das Ergebnis unterm Strich“, sagte er. Grund seien auch gestiegene Rohstoffpreise. „Haselnüsse sind noch mal teurer geworden. Sie sind für uns nach Kakao der zweitwichtigste Rohstoff. Das hat einen negativen Effekt.“ Konkrete Zahlen nannte Ronken aber nicht.

Deutsche Bank trennt sich von Postbank

Die Deutsche Bank trennt sich von der Postbank. Das teilte das Institut gestern Abend nach einer Aufsichtsratssitzung mit. „Der Aufsichtsrat hat heute einstimmig beschlossen, den vom Vorstand unterbreiteten Vorschlag zu unterstützen“, hieß es in einer kurzen Mitteilung.

In der engeren Wahl für die neue Strategie war bis zuletzt auch noch eine Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts. Die Führung von Deutschlands größtem Geldhaus entschied sich nun aber für die „kleine“ Lösung: Die Postbank soll „entkonsolidiert“ werden. Das heißt, der Anteil an dem Bonner Institut fällt auf jeden Fall unter 50 Prozent.

Einschnitte bei Investmentbanking

Einschnitte soll es auch im Investmentbanking geben. Wie viele Stellen im Konzern wegfallen, blieb zunächst offen. Details der neuen Strategie will die Deutsche Bank am Montag präsentieren.

Die Postbank gehört seit 2010 mehrheitlich zum Konzern, der damit in der Finanzkrise sein Geschäftsmodell besser ausbalancierte. Größe ist inzwischen aber teuer geworden, weil die Regulierer die Zügel angezogen haben. Daher schwenkt die Deutsche Bank nun auf einen Schrumpfkurs ein.

Heta-Bilanz verzögert sich bis Ende Mai

Die staatliche Bad Bank Heta - die bis Ende Oktober 2014 als Hypo Alpe Adria International bekannt war - braucht für die Bilanzerstellung 2014 länger. Gestern Abend teilte die Heta mit, dass der Jahresfinanzbericht 2014 nicht wie vorgesehen bis 30. April veröffentlicht werden kann. Zuvor hatte der Vorstand den Aufsichtsrat darüber informiert.

Die Finanzmarktaufsicht wurde über die Verschiebung in Kenntnis gesetzt. Demnach würden die Erstellung und Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses nicht fristgerecht fertig. Der Heta-Vorstand geht davon aus, dass der Bericht Ende Mai veröffentlicht werden kann.

Neubewertungen dauern länger

Als Hauptgrund für die Verzögerungen wurde am Abend angegeben, dass die Neubewertung der Vermögenswerte (AQR/Asset Quality Review) der Heta-Gruppe mehr Zeit in Anspruch nehmen wird als ursprünglich geplant. Fest steht seit längerem, dass milliardenschwere Abschreibungen zu verbuchen sind. Wegen dieser drohenden massiven Verluste hat die FMA als Abwicklungsbehörde am 1. März ein Schuldenmoratorium - also einen vorläufigen Zahlungsstopp - über die Heta verhängt.

Dem Bescheid der Abwicklungsbehörde vom 1. März über das Moratorium lagen nach Heta-Angaben vom Freitagabend lediglich erste, vorläufige Ergebnisse der Bewertungen zugrunde. Finale Daten lägen noch nicht vor.

Staatliche ÖVAG nun „Bad Bank“ Immigon

Die Republik bekommt eine neue „Bad Bank“ namens Immigon. Das geht aus der gestern veröffentlichten letzten Bilanz der teilstaatlichen Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) hervor. Die Geschichte der ÖVAG endet mit 1,29 Mrd. Euro Verlust, für die zu einem Gutteil der Steuerzahler aufkommen muss. Hinter den Kulissen läuft derzeit ein dementsprechend harter Kampf zwischen der Republik auf der einen und den 41 einzelnen Volksbanken auf der anderen Seite: Diese wollen ihre eigene Beteiligung am Debakel der Dachgesellschaft durch Flucht aus dem Volksbankenverbund in letzter Sekunde so gering wie möglich halten.

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Sport

Fußball: Torhüter schießt Leipzig zum Sieg

RasenBallsport Leipzig hat dank seinem Torhüter Fabio Coltori seine kleine Chance auf den Relegationsplatz in der zweiten deutschen Liga gewahrt. Der Goalie erzielte in der Nachspielzeit den Siegestreffer im Duell mit dem direkten Konkurrenten Darmstadt und hielt die Deutschland-Filiale von Red Bull damit im Rennen. Kaiserslautern gelang ein weiterer Schritt in Richtung Bundesliga. Und beim Sieg von Nürnberg gegen Sandhausen durfte sich ÖFB-Stürmer Guido Burgstaller über ein Erfolgserlebnis freuen.

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Erste Liga: Horn verpatzt Pacult FAC-Debüt

Das Debüt von Peter Pacult als Trainer des FAC ist danebengegangen. Der ehemalige Rapid-Meistertrainer musste sich gestern in der 30. Runde der Ersten Liga mit den Floridsdorfern in Horn geschlagen geben und rutschte wieder tiefer in den Abstiegssumpf. Die rote Laterne blieb Pacult nur dank Mattersburg erspart.

Die Burgenländer holten in Hartberg zweimal einen Rückstand auf und setzten einen weiteren Schritt Richtung Aufstieg in die Bundesliga. Der LASK feierte indes in St. Pölten nach zuletzt sieben sieglosen Partien in Folge einen vollen Erfolg.

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Science

Kultur

Crossing Europe: Russland-Fokus zeigt Licht und Schatten

Zwei hervorragende russische Filme erzählen beim Linzer Crossing Europe Festival auf sehr unterschiedliche Weise vom hohen Norden ihres Landes. Die Form einer historischen Satire benutzte Aleksei Fedorchenko in „Angels of Revolution“, als dezente Hommage an Landschaft und Bewohner gestaltete Andrei Kontschalowski „The Postman’s White Nights“.

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Losniza: Der distanzierte Blick des Beobachters

Und: Mit dem Tribute für den ukrainischen Regisseur Sergej Losniza (Loznitsa) ehrt Crossing Europe einen Künstler, der sich vor allem mit seinen präzise und distanziert beobachteten Dokumentarfilmen über die Sowjetunion, Russland und die Ukraine einen Namen gemacht hat. Sein bekanntestes Werk dürfte „Maidan“ sein.

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Turandot"-Ausstellung im Mailänder Scala-Museum

Im Museum der Mailänder Scala wird am Donnerstag anlässlich der am 1. Mai geplanten „Turandot“-Aufführung unter der Leitung von Musikdirektor Riccardo Chailly eine Ausstellung zu Ehren der Puccini-Oper eingeweiht. Kostüme, Dokumente und Bühnenfotos sind bis 30. Juni zu sehen.

Auch Original-Notenseiten sind zu sehen

Original-Notenseiten mit Puccinis Entwürfen für das Finale der unvollendeten Oper, Bühnenkleider, die von legendären Sängerinnen von Puccini-Opern wie Gina Cigna und Birgit Nilsson getragen wurden, und Zeichnungen für die Kostüme zählen zu den Exponaten, von denen viele bisher noch nie ausgestellt wurden. „Turandot“ hatte am 25. April 1926 an der Scala Premiere gefeiert. Dirigent war damals Arturo Toscanini. Seitdem wird die Puccini-Oper regelmäßig im Mailänder Theater aufgeführt.

Die „Turandot“-Ausstellung ist Teil des Scala-Programms am Rande der am 1. Mai beginnenden Weltexpo in Mailand. Am Freitag wird „Turandot“ mit einem Finale des italienischen Komponisten Luciano Berio inszeniert. Die Regie der Oper übernimmt Nikolaus Lehnhoff, in den Hauptrollen sind Nina Stemme, Aleksandrs Antonenko und Maria Agreste zu sehen.

Song Contest

Lisa Angell zur Ehrenrettung Frankreichs

Frankreich zählt zu den erfolgreichsten Ländern in der Song-Contest-Geschichte. Seit 1956 mit dabei, konnte die „Grande Nation“ den Wettbewerb bereits fünfmal gewinnen. Der letzte Sieg im Jahr 1977 liegt allerdings schon weit zurück, und 2014 belegte Frankreich erstmals den letzten Platz. Zur Ehrenrettung soll dieses Jahr Lisa Angell mit dem Titel „N’oubliez pas“ punkten.

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Leute

Kim Kardashians Stiefvater outet sich als transsexuell

Der Stiefvater von TV-Sternchen Kim Kardashian (34), Bruce Jenner (65), hat sich als transsexuell geoutet. „Ich bin eine Frau“, sagte Jenner in einem gestern Abend (Ortszeit) ausgestrahlten TV-Interview. „Mein Gehirn ist viel mehr weiblich als männlich. Es ist schwer für Menschen, das zu verstehen, aber so ist meine Seele.“

Er wisse davon schon seit er ein kleiner Bub war, habe sich aber erst jetzt entschieden, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. „Ich kann mich nicht mehr hinter einem Vorhang verstecken.“ Er habe einige Schönheitsoperationen hinter sich und Hormone genommen, sei aber nicht vollständig umoperiert.

Jenner hatte 1976 als Zehnkämpfer Olympia-Gold gewonnen und danach in einigen Filmen mitgespielt. Er war dreimal verheiratet, zuletzt mehr als 20 Jahre mit Kris Jenner. Im vergangenen Jahr ließ sich das Paar scheiden. Die beiden sind Eltern von Kendall und Kylie und haben aus früheren Ehen jeweils vier weitere Kinder. Der Familien-Clan ist unter anderem durch die Reality-Serie „Keeping Up With the Kardashians“ bekannt.