Ausland

Romney will nicht zur US-Präsidentenwahl antreten

Der frühere US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney von den Republikanern will nicht noch einmal für das Weiße Haus kandidieren. Das habe der 67-Jährige heute seinen Unterstützern mitgeteilt, berichteten US-Medien übereinstimmend.

Romney unterlag bei der Wahl 2012 gegen Amtsinhaber Barack Obama. 2008 war er bei den Vorwahlen seiner Partei an Senator John McCain gescheitert. In den vergangenen Wochen war spekuliert worden, der Multimillionär könnte noch einen dritten Anlauf wagen.

Kurden schlagen großangelegte IS-Offensive in Kirkuk zurück

Mit Unterstützung der US-Luftwaffe haben kurdische Einheiten heute einen Großangriff von Kämpfern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Nordirak zurückgeschlagen. Nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Kirkuk, Nadschm al-Din Karim, griffen die Dschihadisten in der Nacht südlich und westlich der Stadt Kirkuk an.

Demnach stießen sie aus drei Richtungen auf Öl- und Erdgaseinrichtungen vor. Es habe heftige Gefechte gegeben. Der Angriff sei schließlich mit Hilfe der US-Luftwaffe zurückgeschlagen worden.

Ein Schaden an den Öl- und Gaseinrichtungen hätte für den Irak schwerwiegende Folgen. Im Haushalt 2015 ist der Export von täglich 300.000 Tonnen Erdöl aus der Provinz Kirkuk vorgesehen. Bei den Gefechten wurden den Angaben zufolge ein kurdischer General und fünf weitere Peschmerga-Kämpfer getötet.

UNO-Tribunal: Lebenslange Haft für Srebrenica-Massaker

Zwei ranghohe ehemalige serbische Offiziere sind für den Völkermord im bosnischen Srebrenica endgültig schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien bestätigte damit heute in Den Haag im Berufungsverfahren die Urteile der ersten Instanz.

Außerdem wurden drei weitere ehemalige Offiziere im damaligen bosnisch-serbischen Generalstab unter General Ratko Mladic zu Gefängnisstrafen von 13, 18 und 35 Jahren für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Mit diesem Urteil ist der bisher umfangreichste Prozess zum Völkermord in Srebrenica nach neun Jahren zu Ende gegangen.

Serbische Einheiten hatten während des Bosnien-Kriegs im Juli 1995 die damalige UNO-Schutzzone im Osten des Landes überrannt und anschließend rund 8.000 muslimische Männer und Buben ermordet. Srebrenica gilt als schlimmstes Kriegsverbrechen auf europäischem Boden seit dem Zweiten Weltkrieg.

NATO will Präsenz in sechs Staaten in Osteuropa erhöhen

Angesichts der Spannungen mit Russland will die NATO ihre Präsenz in sechs Staaten Osteuropas erhöhen. Die geplante Entsendung kleinerer Einheiten geschehe im Rahmen internationaler Abmachungen und sei rein defensiv ausgerichtet, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg heute in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Maßnahme soll beim Treffen der NATO-Verteidigungsminister kommende Woche in Brüssel beschlossen werden. Einem NATO-Diplomaten zufolge sollen die Einheiten in Polen, Rumänien, Bulgarien und den drei baltischen Staaten 40 bis 50 Soldaten umfassen und zu einer Hälfte aus NATO-Truppen und zur anderen aus Angehörigen der nationalen Streitkräfte bestehen. Sie sollen Manöver organisieren und im Notfall Verstärkung anfordern.

Die polnische Regierung hatte indes gehofft, dass die NATO einen dauerhaften, großen Stützpunkt mit Kampftruppen auf ihrem Territorium errichtet.

Präsidentenwahl in Rom: Auch dritter Wahlgang ergebnislos

Auch die dritte Abstimmung für die Wahl eines neuen Präsidenten in Italien ist heute Abend ergebnislos zu Ende gegangen. Kein Kandidat erhielt die notwendige Zweidrittelmehrheit von 673 Stimmen. Die meisten Parlamentarier der stärksten Gruppierungen gaben wie bereits bei den ersten beiden Runden leere Stimmzettel ab.

Die Wahl wird morgen fortgesetzt. Ab dem vierten Urnengang genügt eine einfache Mehrheit von 505 Stimmen. Die Demokratische Partei (PD) um Premier Matteo Renzi will für Verfassungsrichter Sergio Mattarella stimmen.

Gegen Mattarellas Kandidatur wehrt sich jedoch die oppositionelle Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi. Mattarella gilt als Widersacher Berlusconis. Die Protestbewegung Fünf Sterne bekräftigte ihre feste Absicht, weiterhin für ihren Kandidaten, den Ex-Richter Ferdinando Imposimato, zu stimmen.

Separatisten: Kiew sagt Krisentreffen ab

Das für heute geplante Krisentreffen der Ukraine-Kontaktgruppe kommt nach Informationen der prorussischen Separatisten aus dem Donbass wieder nicht zustande. Die Vertreter aus Kiew hätten eine Teilnahme an den Verhandlungen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk abgesagt, teilte der Separatistenanführer Denis Puschilin der Agentur Interfax mit.

Das weißrussische Außenministerium habe mitgeteilt, dass es keine Gespräche geben werde. Die Vertreter aus den nicht anerkannten „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk kündigten ihre Abreise aus Minsk an. Zuletzt waren wiederholt Pläne für ein Treffen der Kontaktgruppe gescheitert.

Massenflucht vor Fronteinsatz soll gestoppt werden

Wegen der Flucht vieler Ukrainer vor einer Mobilmachung hat Präsident Petro Poroschenko die Regierung angewiesen, die Ausreisebedingungen für wehrpflichtige Männer zu verschärfen. Zudem soll die Führung in Kiew die Rotation der Einheiten im Donbass besser gewährleisten. Das teilte das Präsidialamt mit.

Unter anderem dürfte die Regierung festlegen, wie lange Soldaten an der Front dienen sollen. Im Kampf gegen Separatisten hatte die Regierung in Kiew vor wenigen Tagen mit der Bewaffnung von etwa 100.000 Reservisten begonnen. Seitdem flohen zahlreiche Einberufene in benachbarte EU-Staaten und nach Russland.

Proteste in Dresden: Drei Identitäre aus Österreich angezeigt

Drei Aktivisten der rechtsextremen Identitären aus Österreich sind nach einer Protestaktion im sächsischen Landtag angezeigt worden. Sie gehörten zu einer Gruppe von 18 Männern, die am Rande eines Aufmarsches der islamfeindlichen PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) in Dresden in das Landtagsgebäude eindrangen und es besetzten, berichtete der „Standard“ (Onlineausgabe).

Nach dem Zwischenfall Anfang Jänner erstattete Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler nach Angaben deutscher Medien Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch. Eine Sprecherin der Dresdner Polizei sagte dem „Standard“, man prüfe die Vorwürfe.

Der 22-jährige Burschenschafter Alexander Markovics, Obmann der österreichischen Identitären, verteidigte die Aktion gegenüber der Zeitung. „Das war ein legitimer Protest“, sagte er. Aktivisten der Identitären Deutschland hätten ihnen von der geplanten Aktion erzählt - und da habe man sich „nicht lumpen lassen“. Er sehe der Anzeige gelassen entgegen.

Inland

Faymann in Integrationsdebatte um Kalmierung bemüht

SPÖ-Chef Werner Faymann (SPÖ) hat heute in der parteiinternen Integrationsdebatte zu kalmieren versucht. Vor dem SPÖ-Präsidium im Parlament plädierte er für eine inhaltliche Diskussion.

„Es ist richtig, darüber zu diskutieren, wie schaut es mit der Integration aus“, betonte Faymann. Einiges sei schon geschehen, verwies er auf das jüngst beschlossene Anti-Terror-Paket und Verschärfungen bei Schulpflichtverletzungen.

Auf den Schlagabtausch zwischen dem steirischen Parteichef Franz Voves und Wiens Bürgermeister Michael Häupl, speziell den PEGIDA-Vergleich des Wiener Parteigranden, wollte Faymann nicht weiter eingehen. „Eine Diskussion in der SPÖ werden Sie immer haben“, meinte er. „Die hat es schon immer gegeben und wird es auch in 20 Jahren geben.“

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Opposition mit bekannten Positionen

FPÖ und Grüne vertreten in der aktuellen Debatte über die Integration ihre bekannten Positionen: Die FPÖ würde Anträge auf die von Voves und Niessl propagierten Strafen für „Integrationsunwilligkeit“ im Parlament mittragen. Aber Generalsekretär Herbert Kickl geht davon aus, dass letztlich „rein gar nichts“ von den „vollmundigen Ankündigungen von Niessl und Voves“ übrig bleiben werde.

Die grüne Integrationssprecherin Alev Korun lehnt Strafen im Schulbereich ab. Desinteresse gebe es auch bei Eltern ohne Migrationshintergrund, und überhaupt sei es zu bezweifeln, ob eine Geldstrafe Mentalität und damit Verhalten ändern würde. Sie pochte auf eine sachliche Diskussion über die Förderung von Kindern aus solchen Familien, und zwar anhand von Zahlen und Fakten.

Zeitung: Ermittlungen gegen Grasser in „Enderledigung“

Die Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser befinden sich in den Causen BUWOG und Terminal Nord in der „Enderledigung“. Das berichtete die „Presse“ vorab mit Verweis auf einen ihr vorliegenden Schriftsatz der Korruptionsstaatsanwaltschaft. Grasser-Anwalt Manfred Ainedter sagte der Zeitung, dass mittlerweile mit einer Anklage zu rechnen sei.

Ermittelt wird dem Bericht der „Presse“ (Samstag-Ausgabe) zufolge noch in den Causen Post-Privatisierung und Novomatic/Glücksspielgesetz.

Vorhabensbericht fertig

Zu den in Enderledigung befindlichen Fällen heißt es in dem Schriftstück der Korruptionsstaatsanwaltschaft: „Es ist festzuhalten, dass hinsichtlich des Ermittlungsverfahrens AZ 12 St 8/11x (Verkauf der BWBG - Anm.: Bundeswohnbaugesellschaften, kurz BUWOG - und Terminal Tower) bereits ein auf die Enderledigung gerichteter Vorhabensbericht an die OStA Wien (Oberstaatsanwaltschaft, Anm.) erstattet wurde.“

Grasser, der alle Vorwürfe zurückweist, will dem Bericht zufolge die Zusammenlegung der drei getrennt laufenden Verfahren BUWOG/Terminal, Post und Novomatic. Er sehe sich in seinem Recht beeinträchtigt, sich „gegen alle Vorwürfe in einem Verfahren zu verteidigen“.

„Stolpersteine“-Prozess: Drei Schuldsprüche

Im „Stolpersteine“-Prozesses gegen vier Angeklagte wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung in der Stadt Salzburg sind heute Abend am Landesgericht Salzburg mehrere Haftstrafen verhängt worden.

Ein 21-jähriger Bursche erhielt fünf Jahre Haft, sein 22-jähriger Komplize vier Jahre, wovon ihm drei Jahre bedingt nachgesehen wurden. Die 20-jährige Lebensgefährtin des 22-Jährigen erhielt sechs Monate bedingt wegen Beitragstäterschaft. Die 17-jährige, ehemalige Freundin des 21-Jährigen wurde von allen angeklagten Fakten freigesprochen.

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Mikl-Leitner: Länder kommen Asylquoten „nahe“

Das Innenministerium veröffentlicht vorerst keine aktuellen Zahlen zur Asylunterbringung mehr. Bis 31. Jänner müssen die Länder die vorgegebenen Quoten zu 100 Prozent erfüllen, doch derzeit sei die Flüchtlingsverteilung im Gange, seriöse Angaben seien daher schwierig. Ministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) geht davon aus, dass alle Länder der Vorgabe „nahe“ kommen werden, wie sie der APA sagte.

Verzögerte Aufteilung

Man habe in den vergangenen Tagen noch jede Menge Quartiermeldungen seitens der Länder erhalten, die Aufteilung der Asylwerber führe aber zu Verzögerungen. Somit gebe es derzeit eine Differenz zwischen den vorhandenen Plätzen und den Personen, die tatsächlich schon in den Ländern wohnen, argumentiert man im Innenministerium. Daher möchte man erst Anfang kommender Woche wieder Bilanz ziehen.

In Wien sei das Übergangsquartier in alten WU-Räumlichkeiten am Alsergrund seit heute Früh leer, berichtete sie weiters. Das Heim in Erdberg werde Anfang nächster Woche geschlossen. Mikl-Leitner dankte Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) einmal mehr für die „Hilfsbereitschaft“.

Neue Asylregeln mit Jahresmitte

Das vom niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) angekündigte Ländertreffen zum Thema Asyl Mitte Februar begrüßt die Ministerin. Sie will den Länderchefs dort auch das von ihr geplante Asylschnellverfahren darlegen.

Die Neuerungen im Asylsystem inklusive Neuordnung der Grundversorgung und automatischer Quartierquoten sollen Mitte des Jahres in Kraft treten. Die Verhandlungen mit dem Koalitionspartner SPÖ begännen „in den nächsten Tagen“, sagte die Ministerin.

Caritas-Präsident appelliert an Länder

Caritas-Präsident Michael Landau lobte im Gespräch mit der APA Wien, Niederösterreich und die Steiermark für die Erfüllung der Quote. Er dankte aber auch allen anderen Ländern „für die Anstrengungen der vergangenen Wochen“ und appellierte an sie, die Zusagen ebenfalls einzuhalten.

Das von Mikl-Leitner geforderte Aus für die staatliche Grundversorgung der Asylwerber schon nach einer negativen Erstentscheidung lehnt Landau ab. „Zu einem fairen Asylverfahren gehört auch, dass man es nicht unter der Brücke erlebt“, so der Caritas-Direktor.

Er hofft auch in diesem Punkt auf die Länder. „Ich glaube, dass kein Landeshauptmann sich rasche Verfahren um den Preis steigender Obdachlosigkeit in seinem Bundesland erkaufen möchte“, sagte er.

Wirtschaft

Bericht: Lage bei Raiffeisen ruft EZB auf den Plan

Die derzeitige Lage der Raiffeisen Bank International (RBI) ruft laut einem Bericht der Tageszeitung „Standard“ (Samstag-Ausgabe) auch die Europäische Zentralbank (EZB) als Aufsichtsbehörde auf den Plan.

Dem Bericht zufolge fanden in Frankfurt Gespräche von Raiffeisen-Bankern mit EZB, Nationalbank und Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) statt, bei denen es um das Eigenkapital und die Dividendenpolitik der RBI und der Raiffeisen Zentralbank (RZB) gegangen sei.

Laut der Zeitung gibt es unterschiedliche Auffassungen zwischen Aufsehern und Bank, was die Dividendenpolitik der RBI betrifft. Die RBI möchte laut dem Bericht die achtprozentige Dividende fürs Partizipationskapital, das sie im Juni 2014 an den Bund und im Herbst 2014 an die privaten Investoren zurückgeführt hat, aliquot bezahlen. Beim Bund ginge es um rund 65 Mio. Euro, bei den Privaten um etwas mehr als 40 Mio. Euro.

Eine Sprecherin der RBI sagte gegenüber der Zeitung, dass die Frage dieser Dividendenzahlung „noch nicht entschieden ist“. Auch mit der EZB sei die Frage noch nicht geklärt. Die bei der EZB angesiedelte Bankenaufsicht hatte gestern Europas Geldhäuser aufgefordert, bei der Dividendenpolitik von „konservativen und vorsichtigen Annahmen“ auszugehen.

Erneut Stagnation: Heimische Wirtschaft tritt auf der Stelle

Österreichs Wirtschaft kommt nicht vom Fleck: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte im letzten Quartal 2014 - wie auch schon im Quartal davor. Das gab das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) heute bekannt.

Für das Gesamtjahr 2014 ergibt sich damit ein mageres Wachstum von 0,3 Prozent. „Die Schwächephase dauert weiter an“, so die Wirtschaftsexperten des WIFO. Vor allem die Exportwirtschaft habe im zweiten Halbjahr an Dynamik verloren, schwach war auch die Binnennachfrage.

Mehr dazu in Drittes Quartal nun doch positiv

IWF mahnt: Portugal darf bei Reformen nicht einknicken

Das frühere Euro-Krisenland Portugal darf nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) trotz aller Sanierungserfolge bei den Sparbemühungen und Reformen auf keinen Fall nachlassen. Unter anderem auf dem Arbeitsmarkt seien weitere Reformen nötig, um höhere Wachstumsraten und ein dauerhaftes Gleichgewicht in der Wirtschaft zu erreichen. Das schreibt der IWF in einem heute veröffentlichten ersten Bericht nach dem Ende des Hilfsprogramms für Portugal im Mai 2014.

Warnung vor Rückschlägen

Die Risiken für das sowohl privat als auch öffentlich weiterhin hoch verschuldete Land liegen laut IWF nicht nur im außenwirtschaftlichen Sektor, wo finanzielle Schwankungen wieder zunähmen. Betroffen sei auch der interne Bereich. Gewarnt wird vor möglichen „juristischen und politischen Rückschlägen“. Das portugiesische Verfassungsgericht hat mehrere Sparbeschlüsse der Mitte-rechts-Regierung gekippt.

Im Herbst stehen zudem Parlamentswahlen an. Der IWF hebt allerdings auch die vielen Fortschritte im ärmsten Land Westeuropas hervor. So sei nach langer Rezession im vergangenen Jahr inmitten des strengen Sparprogramms ein geschätztes Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent erreicht worden. Für 2015 würden sogar 1,2 Prozent erwartet. Die Arbeitslosenquote sei vom Rekordwert von 17,5 Prozent auf 13,1 Prozent zurückgegangen.

Milliardenhilfspaket für Bankrottabkehr

Mit einem Hilfspaket in Höhe von 78 Milliarden Euro hatten die EU und der IWF Portugal 2011 vor dem Bankrott bewahrt. Erst vor wenigen Tagen hatte Lissabon bekanntgegeben, dass man die vom IWF erhaltenen Kredite im Wert von 26 Milliarden Euro dank gestiegener Reserven schon vor dem Ablauf der vereinbarten Laufzeit tilgen werde.

Schweizer Notenbank schüttet eine Milliarde zusätzlich aus

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) schüttet zusätzlich eine Milliarde Franken (0,96 Mrd. Euro) an Bund und Kantone aus. Die SNB habe sich mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) auf diesen Betrag geeinigt, teilte die Nationalbank heute mit.

Möglich sei die Zusatzausschüttung dank dem Jahresgewinn der SNB, heißt es in der Medienmitteilung. Anfang Jänner hatte die Nationalbank einen Rekordgewinn für das Jahr 2014 vermeldet. Sie rechne mit einem Gewinn in der Größenordnung von 38 Mrd. Franken, hieß es.

Bund und Kantone durften sich damit auf eine weitere Aufbesserung ihrer Finanzen einstellen. Der Betrag der Zusatzausschüttung war indes bisher noch unklar.

Mit der zusätzlichen Milliarde werden nun insgesamt zwei Mrd. Franken an Bund und Kantone ausgeschüttet. Die Kantone seien darüber in Kenntnis gesetzt worden, teilte die SNB mit. Die entsprechende Vereinbarung zwischen SNB und EFD werde nach dem Vorliegen der definitiven Zahlen für 2014 formell genehmigt. Diese veröffentlicht die SNB am 6. März.

Kroatien erlässt 60.000 Bürgern die Schulden

In Kroatien werden den rund 60.000 ärmsten Bürgern des Landes ihre Schulden erlassen. Um den sozial schwächeren Teil der Bevölkerung von seinen Schulden zu befreien, hat die kroatische Regierung entsprechende Vereinbarungen mit den Banken, der Steuerbehörde, Telekommunikationsbetreibern und etlichen Staatsunternehmen getroffen. Dem Schuldenschnitt traten auch Städte und Gemeinden bei.

Das von der Regierung Mitte Jänner initiierte Projekt, genannt „Neuer Anfang“, gilt für Sozialhilfeempfänger und Niedrigverdiener, deren Schulden insgesamt nicht mehr als 35.000 Kuna (rund 4.550 Euro) betragen.

Für den Schuldenerlass qualifizieren sich jene Bürger, die kein Vermögen besitzen, mit dem sie ihre Schulden begleichen können, und deren Bankkonten seit mehr als einem Jahr blockiert sind.

Unternehmen, Banken und Kommunen

Dem Projekt schlossen sich bisher neben Staatsunternehmen, darunter der Stromkonzern HEP, die Post und der öffentlich-rechtliche Rundfunk HRT, auch neun Banken sowie alle drei Mobilfunkanbieter an. Die Telekommunikationsunternehmen und Banken werden ihren Kunden die Schulden bis zur Maximalhöhe von 10.000 Kuna (1.300 Euro) erlassen.

Bei der Steuerbehörde und staatlichen Unternehmen werden die Abschreibungen bis zu 25.000 Kuna (3.250 Euro) betragen. Auch die vier größten Städte Zagreb, Rijeka, Split und Osijek sowie kleinere Städte und Gemeinden wollen ihren Bürgern die Schulden für Kommunaldienstleistungen bis zu einer Höhe von 25.000 Kuna (3.250 Euro) erlassen.

320.000 Kroaten haben blockierte Konten

Nach Daten der kroatischen Regierung haben rund 320.000 kroatische Bürger blockierte Konten wegen zu hoher Schulden. Ihre Schulden belaufen sich insgesamt auf 28 Mrd. Kuna (3,64 Mrd. Euro). Die Schulden der rund 60.000 ärmsten Bürger, denen nun ein Schuldenschnitt ermöglich wird, betragen 210 Mio. Kuna (27,3 Mio. Euro).

Sport

Skispringen: Dämpfer für ÖSV-Adler in Willingen

Österreichs Skispringer haben heute beim ersten Bewerb in Willingen nicht im Kampf um den Sieg eingreifen können. Stefan Kraft schob sich mit einem guten Sprung im zweiten Durchgang vom zwölften noch auf den siebenten Rang vor und verhinderte damit, dass die erfolgsverwöhnten ÖSV-Adler geschlossen außerhalb der Top Ten landeten.

Den Sieg sicherte sich in souveräner Manier der Pole Kamil Stoch, der Slowene Peter Prevc wurde Zweiter und rückte Spitzenreiter Kraft damit im Weltcup näher.

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Tennis: Djokovic ringt Wawrinka in Melbourne nieder

Novak Djokovic greift am Sonntag nach seinem fünften Titel bei den Australian Open nach 2008, 2011, 2012 und 2013. Der serbische Weltranglistenerste rang heute im Semifinale den Schweizer Titelverteidiger Stan Wawrinka in einem dreieinhalb Stunden dauernden Kampf nieder, wobei nur der fünfte Satz eine klare Angelegenheit war. Im Finale trifft Djokovic auf den Briten Andy Murray.

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Formel 1: Neuer Ferrari für Vettel und Räikkönen

Neuzugang Sebastian Vettel und Teamkollege Kimi Räikkönen haben heute zusammen mit Millionen Ferrari-Fans den neuen Boliden der „Scuderia“ bewundert. Vorerst nur im Internet auf der Ferrari-Homepage, am Sonntag wird das hochkarätige Fahrerduo den SF15-T erstmals in Jerez über die Rennstrecke pilotieren. Neu am Design des roten Wagens sind markante schwarze Stellen an der Seite und am Heck. „Ich kann es kaum erwarten, ihn zu fahren“, sagte Vettel.

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Chronik

Dutzende Skelette in indischer Polizeischule entdeckt

Säcke mit Dutzenden menschlichen Skeletten sind in einem ungenutzten Raum einer Polizeischule in Indien gefunden worden. Die Identität der Toten werde mittels DNA-Analyse ermittelt, teilten örtliche Behörden heute mit.

Medien berichteten von 60 bis 100 Skeletten, die auf dem Campus in Unnao im Bundesstaat Uttar Pradesh entdeckt worden seien. Der Raum, in dem der Fund gemacht wurde, habe früher zur Obduktion nicht identifizierter Leichen gedient, sagte ein indischer Polizeibeamter.

Bei den Toten handelt es sich demnach um mutmaßliche Opfer des illegalen Organhandels und politische Oppositionelle. Ihre Leichen seien nach Abschluss der Ermittlungen nicht beseitigt worden.

Song Contest

Science

Nanophysikerin lernt "von der Farbe des Schmetterlings“

Die Bionik oder auch Biomimetik beschäftigt sich mit der Nachahmung der Natur. Der Klettverschluss zum Beispiel heißt so, weil er - ganz biomimetisch - Kletten nachempfunden ist. Die österreichische Nanophysikerin Ille Gebeshuber glaubt, dass die Natur auf viele Fragen und Probleme Antworten geben kann. Sie forscht deswegen seit Jahren in Malaysien. Auf regelmäßigen Expeditionen in den malaysischen Regenwald sucht sie Inspiration, wie sie im Interview mit ORF.at erklärt.

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Kultur

Leute

Schnee nicht geräumt - 50 Dollar Strafe für US-Außenminister

US-Außenminister John Kerry soll ein Bußgeld von 50 Dollar zahlen, weil während des jüngsten Wintersturms der Schnee vor seinem Privathaus in Boston nicht ordnungsgemäß geräumt war.

Kerrys Sprecher Glen Johnson sagte heute, die von Kerry und seinen Nachbarn beauftragte Firma habe den Schnee zunächst nicht beseitigt, weil der Gehweg vor dem Haus mit einem gelben Absperrband gesperrt gewesen sei. Die Arbeiter hätten angenommen, das Flatterband sei aus Sicherheitsgründen zum Schutz des Ministers gespannt gewesen. Allerdings sei es angebracht worden, um Fußgänger vor der Glätte zu warnen. Nachdem das der Firma mitgeteilt worden sei, habe diese den Schnee gestern am späten Morgen geräumt.

An der US-Ostküste waren in dieser Woche mehr als 60 Zentimeter Schnee gefallen. Kerry war zu der Zeit nicht im Lande, sondern mit US-Präsident Barack Obama in Saudi-Arabien.