Inland

Van der Bellen und Hofer „hatten vieles zu bereden“

Zu einer einigermaßen pikanten Begegnung ist es heute im Rahmen der Antrittsgespräche von Bundespräsident Alexander Van der Bellen gekommen. Sein Gast in der Hofburg war der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ), mit dem er sich ein Jahr lang um das höchste Amt im Staat gematcht hatte.

Bundespräsident Van der Bellen begrüßt Norbert Hofer

APA/Herbert Pfarrhofer

So hart das Wahlduell auch war, heute Vormittag begegnete man einander vor und nach dem Treffen durchaus freundlich. Dass das Gespräch letztlich immerhin rund 45 Minuten dauerte, überraschte Hofer nicht: „Wir hatten vieles zu bereden.“ Auch Van der Bellen hatte schon bei der Begrüßung seines Gasts gemeint, er und Hofer hätten im Jahr 2016 „eine besondere Beziehung entwickelt“.

Beziehungen zum Hohen Haus als Thema

Das sei nun aber sekundär. Primär sei Hofer Mitglied des Nationalratspräsidiums, und da er, Van der Bellen, beste Beziehungen zum Parlament anstrebe, sei Hofer eine wichtige Ansprechperson. Tatsächlich dürfte das Verhältnis zwischen Präsidentschaftskanzlei und Hohem Haus eines der Themen der Aussprache gewesen sein. Das eine oder andere aus dem Wahlkampf sei jedoch auch aufgearbeitet worden, so Hofer.

Auf entsprechende Fragen gestand der Freiheitliche zu, dass er „natürlich“ auch gerne in die Hofburg eingezogen wäre. Aber vielleicht ergebe sich ja noch einmal die Möglichkeit dazu.

Hofer glaubt nicht an „gespaltenes Land“

Insgesamt zeigte sich Hofer sehr versöhnlich. Für ihn zeige sich jetzt schon, dass Berichte über ein gespaltenes Land falsch gewesen seien. Er finde es wichtig, dass man dem Bundespräsidenten der Republik Österreich großen Respekt entgegenbringe. Ein einmaliger Austausch soll das heutige Treffen nicht gewesen sein: „Ich glaube, wir werden uns öfter treffen“, so der Dritte Nationalratspräsident.

Nationaler Sicherheitsrat tagt zu Causa Eurofighter

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat heute angekündigt, im Zusammenhang mit der Eurofighter-Debatte den Nationalen Sicherheitsrat einzuberufen. Im Rahmen der Sitzung wird Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) die Vertreter von ÖVP und Opposition sowohl die Strafanzeige gegen Airbus als auch den Vergleich mit dem Luftfahrtkonzern aus 2007 vorlegen.

Genauer Termin steht noch nicht fest

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hatte die Vorlage der Anzeige als Bedingung für die Einsetzung eines neuen Untersuchungsausschusses zur Eurofighter-Affäre genannt. „Im Zuge des Nationalen Sicherheitsrates werden die Mitglieder des Gremiums vollumfänglich informiert“, kündigte Kern nun in einer Aussendung an. Der genaue Termin für die Sitzung des Sicherheitsrats ist noch nicht bekannt.

Der Sicherheitsrat ist ein vertrauliches Beratungsgremium der Regierung in Angelegenheiten der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Vertreten sind neben den zuständigen Regierungsmitgliedern auch Vertreter aller im Hauptausschuss des Nationalrats vertretenen Parteien - also auch von FPÖ und Grünen, die gemeinsam einen neuen U-Ausschuss einrichten könnten.

Information der Parteien vor öffentlicher Ankündigung

Die Einberufung der Sitzung erfolgt laut Kern auf Ersuchen von Doskozil. „Ich möchte dem dringenden Wunsch nach Detailinformationen zur Strafanzeige und dem Vergleich aus 2007 sehr gerne nachkommen und werde daher diesem hochrangigen Gremium die diesbezüglichen Unterlagen vorlegen“, sagte der Verteidigungsminister.

Außerdem sagte der Minister, bereits am 16. Februar, vor der öffentlichen Ankündigung, die Wehrsprecher aller Parteien über die geplante Anzeige gegen Airbus informiert zu haben. Die ÖVP hatte zuvor Kritik an der Informationspolitik des SPÖ-Ministers geübt.

Österreich laut Sobotka bei Abschiebungen „führend“

Österreich ist nach Aussagen von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) das Land, das derzeit bei der Abschiebung von Menschen ohne Bleiberecht am konsequentesten ist.

Die Zahl für das vergangene Jahr bezifferte er auf dem Europäischen Polizeikongress in Berlin mit 10.600. Von den anderen EU-Staaten forderte er dort ähnliche Anstrengungen. Das Thema Sicherheit in Migrations- und Flüchtlingsbewegungen dominierte den Kongress.

Sobotka forderte weiters eine engere Kooperation beim Austausch sicherheitsrelevanter Daten und sprach sich auch dafür aus, Fluggastdaten („Passenger Name Record“, PNR) auch im internationalen Bahnverkehr einzuführen.

NÖ: Schleritzko wird neuer Finanzlandesrat

Die ÖVP Niederösterreich hat heute in St. Pölten ihr künftiges Regierungsteam fixiert und präsentiert. Neu ins Team kommt der bisherige Direktor des Nationalparks Thayatal, Ludwig Schleritzko. Wie der Pressedienst der ÖVP Niederösterreich auf Twitter mitteilte, übernimmt er die Agenden für Finanzen, Straßenbau und den Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS).

Mehr dazu in noe.ORF.at

Ausland

Acht Tote durch Bombe in pakistanischer Stadt Lahore

Bei der Explosion einer Bombe in der ostpakistanischen Großstadt Lahore sind heute nach offiziellen Angaben acht Menschen ums Leben gekommen. Es gab zudem mehr als ein Dutzend Verletzte, wie der Justizminister der Provinz Punjab, Rana Sanaullah, mitteilte. Die Zeitzünderbombe detonierte Polizeiangaben zufolge in oder nahe einem teuren Restaurant im Stadtteil Defence.

Mehrere Anschläge in den vergangenen Wochen

Die Provinzregierung hatte zunächst getwittert, ein Generator sei explodiert. Medien berichteten, die Bombe sei unter einem Gebäude platziert worden, das sich noch im Bau befand.

Pakistan erlebt seit knapp zwei Wochen ein Wiederaufleben des Terrors. Bei mindestens acht Anschlägen waren bisher mehr als 110 Zivilisten und Sicherheitskräfte getötet worden. Erst am Dienstag vergangener Woche kamen bei einem Anschlag auf Polizisten und Demonstranten in Lahore 13 Menschen ums Leben.

Trump kippt Obamas Weisung in Transgender-Streit

US-Präsident Donald Trump hat eine Weisung seines Amtsvorgängers Barack Obama zur freien Wahl der Toilette von Transgender-Schülern aufheben lassen. Justizminister Jeff Sessions sagte dazu gestern, die im Mai von Obama herausgegebene Anordnung sei juristisch mangelhaft.

Außerdem dürften derartige Fragen nicht vom Präsidenten, sondern müssten per Gesetz vom Kongress, den Parlamenten der US-Staaten oder den örtlichen Behörden entschieden werden. Vertreter von Angehörigen sexueller Minderheiten kritisierten den Schritt als Angriff auf die Bürgerrechte.

Debatte über Befugnisse

Obama hatte im Mai die öffentlichen Schulen angewiesen, Transgender-Schüler die Toilette, die ihrer geschlechtlichen Identität entspricht, aussuchen zu lassen. Einrichtungen, die dem nicht Folge leisteten, drohte er mit dem Entzug von Bundesgeld.

Die Weisung ist eine Interpretation eines als „Title IX“ bekannten Bundesgesetzes, das die Diskriminierung sexueller Minderheiten verbietet. Juristisch unklar ist jedoch, ob davon auch die sexuelle Identität erfasst wird. Konservative Gegner der Obama-Direktive wie Trump argumentieren, dass der Bund im Allgemeinen und der damalige Präsident im Besonderen seine Zuständigkeit überschritten habe.

Griechische Küstenwache entdeckte Flüchtlingsboot

Vor der griechischen Halbinsel Peloponnes hat die Küstenwache in der Nacht auf heute eine Segeljacht mit 28 Flüchtlingen und Migranten an Bord entdeckt. Zudem befanden sich an Bord auch zwei mutmaßliche Schlepper.

Sie wurden festgenommen, wie die Küstenwache mitteilte. Das Boot wurde zum Hafen von Neapoli auf der östlichen Landzunge der Halbinsel Peloponnes geschleppt.

Gefährlichere Route über das Mittelmeer

Beamte der Küstenwache vermuteten, dass die Menschen von der türkischen Küste gestartet und auf dem Weg nach Italien waren. Nach der Schließung der Balkan-Route versuchen Menschen auf der gefährlicheren Route über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen.

Im Osten der Ägäis hatten binnen 24 Stunden 165 Menschen aus der Türkei auf die griechischen Inseln übergesetzt, teilte der griechische Stab für die Flüchtlingskrise mit. Nach Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspakts hat der Flüchtlingszuzug im Vergleich zum Vorjahr deutlich nachgelassen.

Die EU kann auf Grundlage des Pakts alle Migranten und Flüchtlinge, die aus der Türkei auf die Inseln der Ostägäis übersetzen, zurück ins Nachbarland schicken, wenn sie kein Asyl bekommen.

Berlin: Türkische Nationalisten bedrohen Recherchezentrum

Die Journalisten des Recherchezentrums Correctiv in Berlin fühlen sich durch türkische Nationalisten bedroht. In den Redaktionsräumen von Correctiv entsteht „Özgürüz“ („Wir sind frei“), das zweisprachige Onlinemedium des regimekritischen türkischen Journalisten Can Dündar.

Morddrohungen nach Fernsehbeitrag

Angesichts der Bedrohung, der die Correctiv-Mitarbeiter ausgesetzt seien, stehe die Redaktion inzwischen unter Objektschutz, berichtet die Wochenzeitung „Die Zeit“. Nach einem Beitrag über „Özgürüz“ im türkischen Fernsehen habe es etliche Morddrohungen vor allem gegen türkische Kollegen gegeben.

„Das war massiv“, sagte Correctiv-Geschäftsführer David Schraven heute. „Morddrohungen kamen per E-Mail, auf Twitter und Facebook.“ Die Redaktion nehme das sehr ernst. „Auf Can Dündar wurde schließlich in der Türkei schon ein Attentat verübt“, sagte Schraven. Der Attentäter laufe wieder frei herum. Inzwischen sei bereits eine Handvoll Kollegen, die bei „Özgürüz“ aktiv waren oder ihre Mitarbeit zugesagt hatten, wieder ausgestiegen. „Es tut weh, wenn ein Journalist, der klug ist und engagiert, sagt, das sei ihm zu gefährlich“, sagte Schraven.

Protestlager gegen umstrittene Pipeline in USA geräumt

Nach fast einem Jahr ist das Protestlager gegen den Bau einer umstrittenen Ölpipeline im Norden der USA geräumt worden. Die meisten Demonstranten verließen das Protestcamp gegen die „Dakota Access“-Pipeline im Bundesstaat North Dakota gestern freiwillig. Rund zehn Aktivisten, die sich einem Ultimatum zur Räumung des Lagers widersetzten, wurden nach Behördenangaben festgenommen.

Monatelanger Protest gegen Pipeline-Bau

Nach monatelangen erbitterten Protesten von Indigenen und Umweltschützern hatte die Regierung von Ex-Präsident Barack Obama das Pipelineprojekt im Dezember vorläufig gestoppt. Sein Nachfolger Donald Trump ordnete jedoch kurz nach seinem Amtsantritt im Jänner per Dekret den Weiterbau an. Die Arbeiten am letzten Teilstück der Leitung wurden daraufhin umgehend wieder aufgenommen.

Nach fast einem Jahr wurde das Protestlager gegen den Bau der Pipeline geräumt.

Die Demonstranten verließen singend und trommelnd das Protestlager auf der vorgesehenen Pipelineroute. Dabei setzten sie auch einige ihrer Zelte und Hütten in Brand. Laut Behördenangaben gab es rund 20 Feuer und mindestens zwei Explosionen. Ein siebenjähriger Bub und ein 17-jähriges Mädchen wurden mit Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht.

Bau soll vor Gericht bekämpft werden

Indigene Einwohner vom Stamm der Standing Rock Sioux hatten monatelang mit Unterstützung anderer Stämme und von Umweltaktivisten gegen die Pipeline demonstriert, die von North Dakota durch mehrere Bundesstaaten bis nach Illinois verlaufen soll. Das Protestcamp wurde im vergangenen April in der Nähe eines Standing-Rock-Reservats errichtet. Die Räumung des Lagers wurde von den Behörden nun mit dem bevorstehenden jahreszeitlich bedingten Hochwasser in der Gegend begründet.

Kim-Mord: Nordkorea sieht „dunkle Motive“ bei Malaysia

Nordkorea hat nach der mutmaßlichen Ermordung des Halbbruders von Machthaber Kim Jong Un erneut die Behörden in Malaysia kritisiert und dessen Regierung „dunkle Motive“ unterstellt. Das ungerechtfertigte Verhalten Malaysias falle mit „einer gegen die Volksrepublik gerichteten verschwörerischen Gaunerei Südkoreas“ zusammen, zitierten die Staatsmedien heute eine Erklärung des Juristenkomitees.

Der erste Sohn des 2011 gestorbenen Diktators Kim Jong Il, Kim Jong Nam, wurde am Montag vergangener Woche auf dem Flughafen von Kuala Lumpur mutmaßlich Opfer eines Giftanschlags. Südkorea vermutet, dass Pjöngjang hinter seinem Tod steckt. Die malaysische Polizei hatte bisher nicht direkt Nordkorea für den Tod des 45-Jährigen verantwortlich gemacht. Jedoch sucht sie nach mehreren möglichen Tatbeteiligten, die alle nordkoreanische Pässe besitzen sollen.

Nordkorea nannte Kim Jong Nam heute nicht beim Namen. Ein nordkoreanischer Bürger mit einem diplomatischen Pass sei auf dem Flughafen in „Schockstarre“ verfallen und an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben, hieß es. Der Fall Kim Jong Nam sorgt bereits sei Tagen für diplomatische Verwicklungen zwischen Pjöngjang und Kuala Lumpur.

Mehr dazu in Einbruchsversuch in Leichenhaus

Sport

Champions League: „Mehr Herz“ hält Leicester im Rennen

Dank des wichtigen Auswärtstores beim 1:2 im Achtelfinal-Hinspiel beim FC Sevilla hat Leicester City die Chance auf das Viertelfinale der Champions League gewahrt. „Wir wissen, dass sie das bessere Team sind, aber wir haben mehr Herz und Charakter gezeigt“, sagte „Foxes“-Trainer Claudio Ranieri, der trotz der Niederlage zufrieden war.

Der englische Meister, bei dem Christian Fuchs eine eher durchwachsene Leistung zeigte, setzt seine Hoffnung nun in das Rückspiel vor eigenem Publikum in knapp drei Wochen.

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Wirtschaft

Deutscher Staatsüberschuss auf Rekordniveau

Der Überschuss im deutschen Staatshaushalt ist 2016 deutlich größer ausgefallen als angenommen. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung nahmen 23,7 Mrd. Euro mehr ein, als sie ausgaben, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte. Damit liegt die Summe 4,5 Mrd. Euro über den Schätzungen.

„Das ist absolut gesehen der höchste Überschuss, den der Staat seit der deutschen Wiedervereinigung erzielte“, sagten die Statistiker. Die Summe entspricht 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). 2015 hatte es ein Plus von 0,7 Prozent und 2014 von 0,3 Prozent gegeben, 2013 dagegen ein Defizit von 0,2 Prozent.

In ähnlichem Tempo weiter

Für das Rekordergebnis sorgten steigende Steuer- und Beitragseinnahmen wegen der guten Konjunktur mit wachsender Beschäftigung und höheren Löhnen. Gleichzeitig wurden die Haushalte durch niedrige Zinskosten entlastet.

Für dieses Jahr rechnen die meisten Experten mit einem weiteren Überschuss. Im Jänner lagen die Steuereinahmen von Bund und Ländern um vier Prozent über dem Ergebnis des Vorjahresmonats.

Autokonzern PSA steigert Gewinn um 80 Prozent

Der französische Autohersteller PSA Peugeot Citroen, der den deutschen Konkurrenten Opel übernehmen will, hat heute sehr gute Zahlen präsentiert.

PSA konnte den Gewinn im vergangenen Jahr fast verdoppeln. Er stieg um 79 Prozent auf 2,15 Mrd. Euro, wie der Konzern mitteilte. Die Aktionäre, darunter der französische Staat, sollen erstmals seit 2011 wieder eine Dividende erhalten.

Sorge um Arbeitsplätze in Deutschland

PSA Peugeot Citroen und der US-Mutterkonzern von Opel, General Motors (GM), hatten vergangene Woche bekanntgegeben, über einen Eigentümerwechsel für das defizitäre GM-Europageschäft zu verhandeln. Die Nachricht löste in Deutschland Sorge um die Arbeitsplätze bei Opel aus.

ChemChina will immer noch Syngenta schlucken

Der chinesische Staatskonzern ChemChina hat sein 43 Mrd. Dollar (knapp 41 Mrd. Euro)
schweres Übernahmeangebot für den Schweizer Agrarkonzern Syngenta erneut verlängert.

Die Frist gelte nun bis zum 28. April, teilte der chinesische Konzern heute mit. Bis die Unternehmen grünes Licht von sämtlichen Behörden für den Deal hätten, könne es zu Verschiebungen der Frist kommen, sagte ChemChina. Die beiden Firmen ringen um die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden zu der Übernahme.

Chronik

Gesundheit

Science

IT

Fitbit tief in roten Zahlen

Der Fitnessspezialist Fitbit hat in einem unerwartet schwachen Weihnachtsgeschäft einen hohen Verlust eingefahren. Die vor allem für ihre Fitnessarmbänder bekannte Firma verbuchte rote Zahlen von 125,7 Millionen Dollar (120 Mio. Euro). Das Vorjahresquartal hatte Fitbit noch mit 87,4 Millionen Dollar Gewinn abgeschlossen. Der Umsatz fiel um fast ein Fünftel auf rund 574 Millionen Dollar, wie die Firma aus San Francisco gestern mitteilte.

Fitbit hatte bereits Ende Jänner schlechte Zahlen in Aussicht gestellt und einen Jobabbau angekündigt. Rund 110 Mitarbeiter - sechs Prozent der Belegschaft - sollen ihre Arbeitsplätze verlieren. Insgesamt sollen die laufenden Kosten in diesem Jahr um rund ein Fünftel auf 850 Mio. Dollar gekappt werden. Fitbit dürfte unter anderem die Konkurrenz durch die zweite Generation der Apple Watch zu schaffen gemacht haben.

Die Fitbit-Aktie, die nach der Ankündigung Ende Jänner rund ein Fünftel ihres Werts verloren hatte, reagierte auf die neuen Details kaum noch. Zugleich wurde mit dem Quartalsbericht bekannt, dass Fitbit Ende vergangenen Jahres Teile des gescheiterten Smartwatch-Vorreiters Pebble für 23 Millionen Dollar gekauft hatte. In Medienberichten war zum Teil ein höherer Preis von 40 Millionen Dollar genannt worden.

Starkes Notebook-Geschäft beschert HP gute Zahlen

Der Computerkonzern HP Inc. profitiert von der Erholung des PC-Marktes - vor allem durch starke Umsätze bei Notebooks nach dem Abflauen des Tablet-Booms - nach jahrelanger Talfahrt. Im vergangenen Quartal verbuchte die auf Hardware spezialisierte Nachfolgefirma des Computerdinos Hewlett-Packard ein Umsatzplus von vier Prozent auf 12,7 Milliarden Dollar (zwölf Mrd. Euro).

Der Gewinn stieg in dem Ende Jänner abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal von 592 auf 611 Millionen Dollar, wie HP Inc. gestern nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz auf dem PC-Markt legte um zehn Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar zu. Dabei stieg der Notebook-Absatz um zwölf Prozent, während die Verkäufe von Desktop-Rechnern immerhin stabil blieben.

Zuletzt hatte vor allem der Austausch von Computern im Unternehmen mit dem Wechseln zum Betriebssystem Windows 10 dem Markt einen Schub gegeben. Zugleich gingen zu Weihnachten Gaming-PCs gut im Verbrauchergeschäft. Beim zweiten Standbein von HP, den Druckern, ging es weniger glatt. Der Umsatz des Bereichs sank um drei Prozent auf 4,48 Milliarden Dollar, trotz deutlich gestiegener Verkaufszahlen.

Das zweite Nachfolgeunternehmen von Hewlett-Packard, die auf das Firmenkundengeschäft spezialisierte Firma HPE, legt ihre Zahlen heute vor.

Religion

Kiffend zur Erlösung: Heilige Sadhus in Nepal

Heute pilgern geschätzt eine Million Menschen zum Tempel Pashupatinath in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu, um das Hindu-Fest Shivaratri zu feiern. Zu den größten Attraktionen gehören als heilig geltende Männer, genannt „Sadhus“. Sie beschmieren sich mit Asche und dürfen dank einer Sondergenehmigung während des Festivals innerhalb des Tempels zu meditativen Zwecken Cannabis rauchen.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Prado in Madrid bekommt neuen Direktor

Der spanische Kunsthistoriker Miguel Falomir Faus wird neuer Direktor des weltberühmten Prado-Museums. Das gab heute der Stiftungsrat des Museums in Madrid bekannt.

Der 1966 in Valencia geborene Falomir, Experte in italienischer Renaissance-Malerei, war bisher stellvertretender Museumsleiter. Vor Falomir stehen große Herausforderungen wie das 200. Museumsjubiläum 2019 und die von Stararchitekten Norman Foster geplante Museumserweiterung. Wann genau Falomir die Leitung übernehmen wird, steht noch nicht fest.

Enge Kooperation mit Wien

Prado-Direktor Miguel Zugaza kündigte bereits im November an, 2017 die Prado-Museumsleitung aufzugeben und ans Museum der Schönen Künste in Bilbao zurückzukehren. Zugaza leitete den Prado 15 Jahre lang. In dieser Zeit pflegte er engste Beziehungen zu Österreich.

Insbesondere die Kollaboration mit dem Kunsthistorischen Museum Wien (KHM) und der Albertina führte in den vergangenen Jahren zu interessanten gemeinsamen Ausstellungsprojekten. 2005 präsentierte der Prado „Dürer. Meisterwerke aus der Albertina“. 2013 lieh das KHM dem Prado zahlreiche Werke für seine Sonderausstellung „Velazquez und die Familie von Felipe IV“. Ein Jahr später eröffnete Königin Letizia in Wien die große Velazquez-Ausstellung im KHM mit vielen Leihgaben aus dem Prado.

David Bowies „Blackstar“ bei Brit Awards ausgezeichnet

Mehr als ein Jahr nach seinem Tod ist David Bowie gestern bei den Brit Awards gleich doppelt ausgezeichnet worden. Der am 10. Jänner 2016 gestorbene Künstler erhielt den Preis postum in der Kategorie bester britischer Solokünstler.

Sein letztes Werk „Blackstar“ wurde als bestes britisches Album ausgezeichnet. Den Preis als beste britische Solokünstlerin erhielt die Sängerin Emeli Sande. Zur besten britischen Gruppe wurden The 1975 gewählt, zum besten britischen Nachwuchskünstler der Blues- und Soulsänger Rag ’n’ Bone Man.

Blackstar-Covers

APA/AFP/Justin Tallis

Preise auch für Beyonce und Drake

In den internationalen Kategorien gingen die Brit Awards 2017 an Rapper Drake, Sängerin Beyonce und die Gruppe A Tribe Called Quest, die jedoch allesamt bei der Preisverleihung in London fehlten. Im Showprogramm traten in diesem Jahr unter anderem Coldplay, Bruno Mars, Katy Perry und Robbie Williams auf.

Die Brit Awards gelten neben den Grammys als wichtigste Musikpreise des Pop. Über die Auszeichnungen entscheiden mehr als 1.000 Mitglieder der Musikindustrie, darunter auch die Nominierten und Gewinner der Vorjahre.

Panorama

„Kattarshians“: Island hat seine Katzen-Soap

Eine Soap mit Katzen in den Hauptrollen soll einem Tierheim bei der Suche nach neuen Besitzern für seine Schützlinge helfen.

Der Livestream „Keeping up with the Kattarshians“ zeigt vier Katzenjunge in einem übergroßen zweistöckigen Puppenhaus mit Stockbetten, Badewanne, Sesseln und jeder Menge Spielzeug. Die Macher nennen ihre Sendung „das süßeste Slow-TV im Internet“.

Vor der Kamera bis zur Vermittlung

Mit drei Kameras werden die Tiere gefilmt, bis sie ein neues Herrchen oder Frauchen finden. Die rund um die Uhr ausgestrahlte Dokusoap ist eine Initiative der isländischen Gesellschaft zum Schutz von Katzen, die das Tierheim Kattholt in der Hauptstadt Reykjavik betreibt. Werden die Jungen adoptiert, nehmen andere herrenlose Katzen ihren Platz ein.