Ausland

Grünes Licht für Pkw-Maut im deutschen Bundestag

Der deutsche Bundestag hat die umstrittene Pkw-Maut in Deutschland gebilligt. Mit den Stimmen der Koalition passierte das Vorhaben von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) heute das Parlament. Der Bundesrat befasst sich Anfang Mai mit dem Vorhaben, kann das Gesetz aber nicht stoppen.

Die Abgabe soll für alle Nutzer von Autobahnen und Bundesstraßen erhoben werden. Für ausländische Fahrzeughalter wird sie aber auf Bundesstraßen ausgesetzt, um den kleinen Grenzverkehr nicht zu belasten. Deutsche müssen automatisch eine Jahresvignette kaufen. Ausländer können Jahresvignetten sowie Zehntages- und Zweimonatsvignetten kaufen.

Gestaffelte Preise

Die Preise der Kurzzeitvignetten werden gestaffelt. Das hatte die SPD mit Hinweis auf Bedenken der EU-Kommission noch durchgesetzt. Der Preis der Vignetten wird nach Größe und Schadstoffausstoß des Autos bemessen.

In Deutschland registrierte Halter sollen entsprechend den Mautkosten bei der Kfz-Steuer entlastet werden, sodass unter dem Strich nur Ausländer zahlen. Im Schnitt wird sie bei rund 74 Euro liegen. Sie soll ab 2016 kassiert werden und jährlich 500 Mio. Euro für den Straßenbau bringen.

EU soll Diskriminierung prüfen

Als größte Hürde gilt nach wie vor, dass die Maut von der EU auf Diskriminierung von Ausländern geprüft werden soll. Letztlich wird das Gesetz wohl vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) beurteilt.

Protest von Autofahrerorganisationen

Nach dem Beschluss kommt lauter Protest von den österreichischen Autofahrerorganisationen: Die Maut sei eine Diskriminierung und EU-rechtswidrig.

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Nigeria meldet Zerstörung von Boko-Haram-Hauptquartier

Einen Tag vor der Präsidenten- und Parlamentswahl in Nigeria hat die nigerianische Armee nach eigenen Angaben das Hauptquartier der radikalislamischen Miliz Boko Haram zerstört. Wie das Militär heute über den Kurznachrichtendienst Twitter weiter mitteilte, wurden bei der Offensive in der Stadt Gwoza im Nordosten des Landes zahlreiche Mitglieder der Gruppe getötet.

Die radikale Sunnitengruppe hatte zuletzt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Gefolgschaft geschworen. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, wonach Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau und seine treuesten Gefolgsleute sich in Gwoza aufhielten. Angeblich sollten sich auch Geiseln dort aufhalten, darunter viele der mehr als 200 im vergangenen Jahr in Chibok entführten Schülerinnen. Es gab für diese Berichte jedoch keine Bestätigung. 

Jonathan warnt vor Gewalt vor Wahlen

Der nigerianische Staatschef Goodluck Jonathan warnte unterdessen die Bürger des westafrikanischen Landes eindringlich vor jeglicher Gewalt in Zusammenhang mit der Wahl morgen. „Kein politischer Eifer kann Gewalt oder das Vergießen des Blutes unserer Bürger rechtfertigen“, sagte Jonathan heute in einer landesweit übertragenen Ansprache.

Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2011 kamen Schätzungen zufolge rund 1.000 Menschen bei Zusammenstößen von Anhängern der politischen Lager ums Leben. „Wahlen dürfen nicht mit Krieg verwechselt werden“, sagte Jonathan. Die Sicherheitskräfte seien gut vorbereitet und würden keine Gewalt tolerieren, sagte er.

Herausforderer mit guten Chancen

Der 57 Jahre alte Christ Jonathan bewirbt sich um eine weitere Amtszeit als Präsident des bevölkerungsreichsten afrikanischen Landes. Beobachter räumen seinem muslimischen Herausforderer Muhammadu Buhari (72) jedoch sehr gute Chancen ein, die Wahl zu gewinnen.

Türkei verabschiedete umstrittenes Sicherheitsgesetz

Das türkische Parlament hat ein umstrittenes neues Sicherheitsgesetz verabschiedet, das der Polizei zusätzliche Vollmachten einräumt.

Wie die offizielle Nachrichtenagentur Anadolu meldete, wurde das Gesetzespaket zur inneren Sicherheit nach einer Nachtsitzung heute Früh beschlossen. Es muss nun noch von Präsident Recep Tayyip Erdogan abgezeichnet werden, was jedoch als Formsache gilt.

Schlägereien im Parlament

Das mit den Stimmen der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP verabschiedete Gesetzespaket erweitert die Befugnisse der Polizei bei Festnahmen, Durchsuchungen und beim Schusswaffengebrauch. Die Mitte Februar begonnenen Parlamentsberatungen waren zeitweise in wüste Schlägereien im Plenum ausgeartet.

Mitte März hatte die AKP Teile des Pakets überraschend in die Ausschüsse zurückverwiesen und die Beratungen gestoppt. Das erfolgte offenbar aus Rücksicht auf die Verhandlungen über eine Beilegung des Kurdenkonflikts. Die Kurdenpartei HDP kritisierte das neue Sicherheitsgesetz scharf. Eine Stellungnahme der HDP lag zunächst nicht vor.

Saudis setzen Offensive im Jemen fort

Die zweite Nacht in Folge haben Saudi-Arabien und verbündete arabische Staaten Luftangriffe auf Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen geflogen. Auch Ziele in der Hauptstadt Sanaa wurden laut Augenzeugen bombardiert.

Die sunnitische Militärkoalition versucht den jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi zu unterstützen. Hadi selbst verließ mittlerweile den am Rande eines Bürgerkrieges stehenden Jemen. Er soll sich in der saudischen Hauptstadt Riad befinden und am Wochenende zum Gipfel der Arabischen Liga nach Ägypten reisen.

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Cameron gewinnt erstes TV-Duell vor britischer Wahl

Eineinhalb Monate vor der Parlamentswahl in Großbritannien hat der konservative britische Premierminister David Cameron in einem ersten TV-Auftritt mit seinem Labour-Rivalen Ed Miliband laut Umfragen einen Punktesieg eingefahren. In einer Blitzumfrage nach der Fragerunde gestern Abend hatte der Tory-Chef die Nase mit 54 zu 46 Prozent vorn, wie der „Guardian“ in der Nacht berichtete.

Cameron lag in früheren Umfragen bei den Sympathiewerten mit einer zweistelligen Zahl von Prozentpunkten vorn. Mit Blick auf die Parlamentswahl am 7. Mai sehen Meinungsforscher beide Parteien gleichauf.

„Streber aus Nordlondon“

Cameron verweigerte ein direktes TV-Duell, deswegen wurden er und Miliband nacheinander von Starmoderator Jeremy Paxman befragt. Die Leute hielten ihn für einen „Streber aus Nordlondon“, hielt Paxman Miliband entgegen. „Bin ich hart genug?“ für den Job des Premiers, fragte dieser zurück. „Zur Hölle, ja!“, gab er selbst die Antwort.

Cameron wurde vor allem zu seinem Sparkurs befragt, der den Briten zahlreiche Opfer abverlangte. „Was ich in den vergangenen fünf Jahren gelernt habe, ist, dass kein Vorhaben ohne eine starke und wachsende Wirtschaft gelingt“, verteidigte er seine Politik - und konnte auf die Überwindung der Rezession verweisen.

Auch machte sich der amtierende Premier für ein Referendum zum Verbleib Großbritanniens in der EU Ende 2017 stark. Miliband erklärte, unter seiner Führung sei ein Referendum höchst unwahrscheinlich.

2010 nicht überzeugt

Beide Politiker gerieten in der Sendung von Sky News und Channel 4 sichtlich ins Schwitzen. Im Wahlkampf 2010 hatte Cameron in mehreren TV-Duellen nicht überzeugt. Eine direkte Konfrontation vor laufender Kamera wird es in den kommenden sechs Wochen daher wohl nicht geben.

Singapur: 250.000 nahmen Abschied von Staatsgründer Lee

Zehntausende Bewohner Singapurs haben heute Abschied vom Staatsgründer Lee Kuan Yew genommen. Auch bis zu zehnstündige Wartezeiten vor dem Parlamentsgebäude hielten die Einwohner des asiatischen Stadtstaats nicht davon ab, dem Politiker die letzte Ehre zu erweisen.

Die von dem Ansturm überraschten Behörden wiesen die Menschen schließlich an, sich nicht mehr in die Schlange einzureihen, sondern einen der über die Stadt verteilten 18 eigens eingerichteten Trauerorte aufzusuchen. Seit Mittwoch ist Lees Sarg im Parlament aufgebahrt. Bis heute defilierten nach Angaben der Behörden mehr als 250.000 Menschen vor dem Sarg. Das Staatsbegräbnis und die Einäscherung sind für Sonntag vorgesehen. Der 91-Jährige war nach langer Krankheit verstorben, wie die Regierung am vergangenen Sonntag bekanntgab.

Lee wurde 1959 der erste Premier Singapurs, das bis dahin britische Kolonie war. In seiner Regierungszeit wandelte sich Singapur von einer verschlafenen Hafenstadt in eine moderne Handelsmetropole und ein internationales Finanzzentrum.

Inland

Kärnten zahlt 77,5 Mio. Euro für Heta-Haftungen

Das Land Kärnten wird 77,5 Mio. Euro für die Pfandbriefhaftungen der Hypo-Abbaubank Heta bereitstellen. Morgen wird diese Summe in einer Sondersitzung der Landesregierung beschlossen werden. Die Finanzierung soll über die Bundesfinanzierungsagentur erfolgen.

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Für Schelling jetzt Bayern am Zug

Im Rechtsstreit zwischen der Bayerischen Landesbank (BayernLB) und ihrer einstigen Tochter Hypo Alpe-Adria (jetzt Heta) sieht Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) die Bayern am Zug.

„Ich bin der dritte österreichische Finanzminister, der mit demselben bayrischen Finanzminister einen Vergleich versucht“, sagte Schelling heute im Klub der Wirtschaftspublizisten. Er persönlich habe diesen Vergleichsvorschlag unterbreitet. Details nannte Schelling nicht. Die Bayern haben das Angebot als nicht akzeptabel ausgeschlagen.

U-Ausschuss startet am 8. April

Nach längeren Verhandlungen ist der Fahrplan für den Hypo-U-Auschuss fixiert: Am 8. April soll die erste Sitzung stattfinden. Dabei sollen auch gleich die ersten Zeugen befragt werden. Geladen sind drei Staatskommissäre in der Hypo Alpe-Adria. Die Fraktionen einigten sich gestern über noch strittige Punkte - darunter die Frage, wer wie viel Redezeit erhalten soll. Die Parteienvertreter zeigten sich am Abend durchwegs zufrieden.

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Studie: Familien erwartet stärkere Steuerentlastung

Familien werden durch die kommende Steuerreform stärker entlastet werden als Kinderlose. Das geht zumindest aus aktuellen Berechnungen des Instituts für Familienforschung hervor. Familienhaushalte können demnach mit einer durchschnittlichen jährlichen Steuerentlastung von 1.630 Euro rechnen, Haushalte ohne Kinder mit 1.125 Euro, das sind rund 500 Euro weniger.

Die Familienhaushalte, die insgesamt 30 Prozent der Haushalte ausmachen, erhalten 38 Prozent des Volumens der Steuerreduktion, Haushalte ohne Kinder lukrieren vergleichsweise weniger, heißt es in dem Papier, das auch vom Familienministerium finanziell unterstützt wurde.

„Ergebnis der Einkommensverteilung“

Von der Tarifentlastung profitieren Familienhaushalte laut den Berechnungen des Österreichischen Instituts für Familienforschung (ÖIF) durchschnittlich in der Höhe von 1.545 Euro jährlich, dazu kommt noch der verdoppelte Kinderfreibetrag (durchschnittlich 85 Euro), was eben 1.630 Euro ergibt. Demgegenüber lukrieren die anderen Haushalte im Schnitt 1.125 Euro durch die Tarifreform.

Ökonom Norbert Neuwirth wies im APA-Gespräch darauf hin, dass das vorwiegend Ergebnis der Einkommensverteilung sei. Denn in den Familienhaushalten ist meistens zumindest ein Elternteil aktiv erwerbstätig, während man bei den Haushalten ohne Kinder viele Pensionistenhaushalte findet. Insgesamt würden höhere Einkommen auch höher entlastet.

Familienministerin Sophie Karmasin sah sich in einer Aussendung bestätigt, dass die Regierung bei der Steuerreform einen speziellen Fokus auf Familien gelegt habe: „Diese Entlastungen für Familien sind notwendig und wichtig, damit Österreich auch künftig kinderreich ist.“

Überdurchschnittlich hohes Vertrauen in Polizei

Im Durchschnitt ist das Vertrauen in die Polizei in Österreich höher als in anderen Ländern. Das ergab zumindest der „Global Trust Report“, den das Marktforschungsunternehmen GfK alle zwei Jahre in 26 Ländern durchführt.

Laut Umfrage vertrauen dem Exekutivorgan hierzulande 77 Prozent, politischen Parteien - sie sind die Verlierer - nur 24 Prozent. Das Vertrauen in den Euro stieg an (51 Prozent).

Nur geschlagen von Australien

Lediglich die Australier vertrauen der Polizei mehr. Bei ihnen liegt der Wert sogar bei 86 Prozent. Im internationalen Vergleich rangieren die Beamten dennoch ganz hinten im Ranking - globaler Gewinner ist das Militär. Mit 79 Prozent auf der „Vertrauensskala“ ist es die führende Institution.

Schlechte Werte für Parteien, Großunternehmen

Als besonders unzuverlässig werden international politische Parteien gesehen. Nur 30 Prozent der Befragten geben an, sie seien verlässlich. Abgestraft wurden sie hierzulande vor allem in Kärnten, wo ihnen nur sieben Prozent vertrauen.

Spanien hat es noch schlechter erwischt, dort sind es nur fünf. Besser haben es die Parteien in Indien: Beinahe die Hälfte aller Befragten (48 Prozent) denkt, auf sie zählen zu können.

Schlecht abgeschnitten haben in Österreich auch Großunternehmen (30 Prozent) und die Regierung (36 Prozent). Laut GfK könnte die Hypo-Causa dafür ursächlich sein, denn auch Banken und Versicherungen wird nur wenig Vertrauen entgegengebracht.

Großes Vertrauen in Mitmenschen

Positiv ist, dass - abgesehen vom steigenden Glauben an den Euro um elf Prozentpunkte auf 51 Prozent - auch das Grundvertrauen in die Menschheit in Österreich noch vorhanden zu sein scheint. 73 Prozent der Befragten gaben nämlich an, ihren Mitmenschen zu vertrauen.

„Davon kann man anderswo, vor allem in afrikanischen Ländern, nur träumen, auch wenn der österreichische Wert nur im Mittelfeld liegt“, fügte Angelika Kofler, Leiterin der GfK Austria Sozial- und Organisationsforschung, hinzu.

Sport

Formel 1: Hamilton legt mit Tagesbestzeit vor

An der Spitze nichts Neues: Bei den heutigen ersten beiden Trainings in Sepang für den Grand Prix von Malaysia glänzten jeweils Silberpfeile auf den ersten Plätzen. Tagesschnellster war Weltmeister Lewis Hamilton, der als einziger Fahrer die 1:40-Minuten-Grenze unterbot.

Auf den Plätzen gab es doch einige Bewegung. So zeigte Kimi Räikkönen im Ferrari trotz Abstands zur Spitze als Zweiter auf, und Fernando Alonso gab sein McLaren-Debüt.

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EM-Qualifikation: ÖFB-Verfolger zum Siegen verdammt

Im Kampf um das Ticket für die Fußball-EM 2016 steht Russland in der Österreich-Gruppe G schwer unter Druck. Die Nationalmannschaft des kommenden WM-Gastgebers tritt heute gegen Verfolger Montenegro an.

Nach vier Qualifikationsspielen liegen Russland und der Balkan-Staat mit je fünf Punkten gleichauf und kämpfen mit Schweden (sechs Punkte) um Tabellenplatz zwei. Die Schweden treten auswärts bei Schlusslicht Moldawien an.

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Wirtschaft

Zeitung: Deutscher Manager Seele wird OMV-Chef

Rainer Seele, Chef des deutschen Energieunternehmens Wintershall, soll Gerhard Roiss als Vorstandsvorsitzender der OMV ablösen - das berichtet der „Kurier“ heute und ist sich diesmal ganz sicher.

Seit vielen Wochen wird darüber spekuliert, wer neuer OMV-Chef werden könnte. Der halbe Wintershall-Vorstand wurde in den Medien unter die Favoriten für die Roiss-Nachfolge gereiht: Bis heute galt Seeles Vorstandskollege Mario Mehren als Topkandidat, aber auch Martin Bachmann, ebenfalls Wintershall-Vorstand galt als aussichtsreich. Und auch der gebürtige Salzburger Bernhard Schmidt, derzeit Chef des Londoner Unternehmens Petroleum Equitiy, kam ursprünglich von Wintershall.

Seele habe gestern Abend bereits mit Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) gesprochen, weiß der „Kurier“ aus zuverlässiger Quelle. Seine offizielle Kür zum neuen OMV-Chef soll heute im Aufsichtsrat der OMV erfolgen.

Schelling verspricht „Überraschung“

Schelling wollte unterdessen noch keinen Namen nennen - kündigte mit Blick auf den neuen OMV-Chef aber eine überraschende Personalie an. Es werde „eine Person sein, die Sie nicht erwartet haben“, sagte Schelling heute vor Journalisten in Wien.

Der OMV-Chef müsse über „ausreichend Führungserfahrung in vergleichbaren Unternehmen“ verfügen und „Erfahrung im Markt“ haben, so Schelling auf Fragen nach den nötigen Qualifikationen. Schelling hat sich mit dem ÖBIB-Syndikatspartner in der OMV - der Abu-Dhabi-Staatsholding IPIC - in der Frage des Chefsessels wie bereits gestern berichtet schon abgestimmt.

Studie: Sparkurs brachte griechische Wirtschaft zum Absturz

Die staatlichen Ausgabenkürzungen haben die griechische Wirtschaft einer Studie der deutschen Hans-Böckler-Stiftung zufolge einbrechen lassen.

Ohne diese Kürzungen in den vergangenen Jahren oder mit einer langgestreckten Konsolidierung ginge es dem Land heute besser, heißt es in einer Untersuchung des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), die heute veröffentlicht wurde.

Darin analysieren die Ökonomen des IMK, wie Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen zwischen 2010 und 2014 die Wirtschaftskraft des Landes beeinflussten.

Abschwung verstärkt

In dem Zeitraum hätten die Maßnahmen das Bruttoinlandsprodukt um mehr als 25 Prozent schrumpfen lassen. So führten im Konjunkturabschwung Kürzungen und höhere Steuern zu einer weiteren Abnahme der Nachfrage und damit zu einer Verstärkung des Abschwungs.

Hätte es die Sparpolitik in diesem Ausmaß nicht gegeben, wäre Griechenland der massive Einbruch erspart geblieben, resümieren die Autoren. Die einbrechende Wirtschaftsleistung habe zugleich den Schuldenstand ansteigen lassen.

Chronik

Stromausfall in Amsterdam - alle Flüge gestrichen

Wegen eines großen Stromausfalls in der dicht bevölkerten niederländischen Provinz Nordholland sind heute Vormittag alle Flüge auf dem internationalen Flughafen von Amsterdam gestrichen worden. Der Flugverkehr werde langsam wieder aufgenommen, teilten die Betreiber kurz vor 12.00 Uhr über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Auch Mobilfunknetz gestört

Auch das Mobilfunknetz war teilweise gestört. Züge fielen aus oder stoppten auf offener Strecke. Krankenhäuser, Radio und Fernsehen schalteten auf Notstrom um. Tausende Menschen saßen in Zügen, Straßenbahnen, U-Bahnen und Aufzügen fest.

Die Ursache ist noch unklar. Der Netzbetreiber TenneT gab an, eine Überlastung des Stromnetzes habe den Ausfall in der niederländischen Hauptstadt verursacht. Der Nachrichtenagentur ANP zufolge wurde der Ausfall durch die Störung einer Hochspannungsschaltanlage im Amsterdamer Vorort Diemen ausgelöst.

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Dutzende Verletzte bei Zugsunglück in Thailand

Bei einem Zugsunglück in Thailand sind mehr als 50 Menschen verletzt worden. Nach Angaben eines Bahnvertreters von heute fuhr ein Schnellzug gestern auf dem Weg von Bangkok nach Denchai auf eine stehende Garnitur auf. Dabei wurden sechs Waggons aus den Gleisen gehoben.

Sechs der Verletzten würden noch im Krankenhaus behandelt, zwei von ihnen, der Lokführer und ein Techniker, schwebten in Lebensgefahr, sagte der Bahnvertreter. Das thailändische Streckennetz ist nur auf rund 250 Kilometern zweispurig, die Bahn ist in einem schlechten Zustand.

Video dazu in iptv.ORF.at

Einbrecher rasen mit Auto in Optikerladen

Unbekannte Täter sind heute Früh mit einem gestohlenen Pkw in ein Optikergeschäft in Klagenfurt gekracht und haben damit die Glastür zerstört. Dann räumten sie das Geschäft aus und flüchteten, als die Alarmanlage losging. Es dürfte sich laut Polizei um eine Auftragsarbeit handeln.

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Bankräuber in Wien auf der Flucht

In Wien sucht die Polizei unterdessen nach einem schwarz gekleideten Mann, der heute Vormittag im ersten Bezirk einen Banküberfall verübte. Ob er bewaffnet ist, ist unklar.

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Religion

Dichtes Programm für Papst in der Karwoche

Papst Franziskus hat in den kommenden Kar- und Ostertagen ein dichtes liturgisches Programm mit insgesamt sieben Gottesdiensten vor sich. Unter anderem steht ein Gefängnisbesuch mit Fußwaschung auf dem Plan. Weitere Höhepunkte sind die Palmweihe am Palmsonntag, die Chrisam-Messe am Gründonnerstag, der Karfreitagskreuzweg vor dem Kolosseum und schließlich die Osterliturgie.

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Kultur

Picasso-Bild in Italien beschlagnahmt

Die italienische Polizei hat heute laut Medienberichten ein Picasso-Gemälde im Wert von 15 Mio. Euro beschlagnahmt, das außer Landes geschmuggelt werden sollte.

Außerdem sei eine seltene römische Statue aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert beschlagnahmt worden, die auf einen Wert von acht Mio. Euro geschätzt werde, berichteten italienische Medien. Auch diese sollte illegal ins Ausland gebracht werden.

Aus kubistischer Periode

Das Picasso-Gemälde stammt den Angaben zufolge aus dem Jahr 1912 und damit aus der kubistischen Periode des spanischen Malers Pablo Picasso. Bei der Statue handle es sich um ein äußerst seltenes Exemplar in Bezug auf seine Form und seinen Erhaltungszustand. Zwei ähnliche Statuen seien im Museum des Vatikan und im British Museum in London ausgestellt. Die Polizei wollte sich im Laufe des Tages zu dem Fall äußern.

Lumiere-Schau zum 120. Geburtstag des Kinos

Zum 120. Geburtstag des Kinos widmet Paris seinen Erfindern, den Brüdern Lumiere, eine umfassende Ausstellung. Seit heute werden im Grand Palais erstmals die 1.422 Kurzfilme der Brüder Auguste und Louis gezeigt sowie Plakate, Fotos, Cinematografen und Kinetoskopen.

„Das Kino, so wie wir es kennen, wurde nicht von heute auf morgen erfunden. Die Brüder Lumiere haben auf viele Verfahren anderer Genies zurückgegriffen“, sagte Thierry Fremaux, Kurator der Ausstellung und künstlerischer Leiter des Filmfestivals in Cannes.

Im Jahr 1895 veranstalteten die Lumiere-Brüder mehrere Filmvorführungen, darunter die am 28. Dezember, mit der sie allgemein als Erfinder des Kinos in die Geschichte eingegangen sind. Die Ausstellung „Lumiere! Le cinema invente“ (etwa: Lumiere! Die Erfindung des Kinos) läuft bis zum 14. Juni.

Song Contest

Ein Land weint in sein Bier

Mit genau einem Sieg und sehr vielen letzten Plätze hat sich Belgien beim Song Contest nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Symptomatisch war gleich das zweite Wettbewerbsjahr. Mit Bobbejaan Schoepen wurde 1957 ein Superstar ins Rennen geschickt: ein Schlagerkönig und als Country-Legende der belgische Johnny Cash mit eigenem Themenpark. Er wurde Achter von zehn. Seitdem weinen die Belgier beim Song Contest fast regelmäßig in ihr Bier.

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Science

Great Barrier Reef erholt sich wieder

Gute Nachrichten für das weltgrößte Korallenriff: Durch die Ausweitung besonders strenger Schutzzonen im Great Barrier Reef sind die Fischbestände in den Gebieten wieder größer geworden.

Auch habe sich das Korallenriff nach dem schweren Zyklon „Hamish“ 2009 schneller wieder erholt, als ohne die Refugien zu erwarten gewesen wäre, stellen Meeresbiologen gut zehn Jahre nach Errichtung der Schutzzonen fest. Schwere Stürme wie der Zyklon sind einer der Hauptgründe für das Korallensterben und dürften laut Experten in der Region in Zukunft noch zunehmen.

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Zweites Begräbnis: Späte Ruhe für Richard III.

1485 ist König Richard III. zum ersten Mal begraben worden - nachdem seine Leiche geschändet und öffentlich zur Schau gestellt worden war. Nachdem er 530 Jahre als heimtückisches und verkrüppeltes Monster porträtiert wurde, wird der englische König nach der spektakulären Wiederentdeckung seines Skeletts unter einem Parkplatz jetzt gefeiert wie ein Superstar. Die fünftägigen Feierlichkeiten, die gestern in einem pompös inszenierten Begräbnis in der Kathedrale von Leicester gipfelten, wurden zur späten Ehrenrettung des Königs. Tausende Briten verfolgten das Ereignis im Fernsehen und live an Ort und Stelle, darunter einige neu entdeckte Nachkommen Richards III. - wie etwa Schauspieler Benedict Cumberbatch.

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Leute

Ehepaar Schröder hat sich getrennt

Knapp 18 Jahre nach ihrer Hochzeit haben sich der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf getrennt. Das erfuhr die dpa heute aus dem Umfeld von Schröder-Köpf in Hannover. Über die Trennung hatten zunächst die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ und die „Bild“-Zeitung berichtet.

Schröder (70), der von 1998 bis 2005 Bundeskanzler war, soll sich bereits eine neue Wohnung in Hannover gesucht haben. Es ist die vierte Ehe des Ex-Kanzlers. Zuletzt war das Paar häufiger getrennt aufgetreten. Schröder-Köpf (51) ist seit mehr als zwei Jahren SPD-Abgeordnete im niedersächsischen Landtag. Das Berliner Büro des Altkanzlers wollte sich auf Anfrage nicht äußern.