Ausland

EU-Reform: Cameron und Juncker um Lösung bemüht

Zum Auftakt seiner diplomatischen Offensive für eine EU-Reform hat der britische Premierminister David Cameron gestern Abend EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf seinem Landsitz Chequers empfangen. Beide hätten in dem Bemühen, Lösungen zu finden, gesprochen, teilte anschließend ein britischer Regierungssprecher mit.

„Die Gespräche haben sich auf eine Reform der EU und eine Neuverhandlung der Beziehungen des Vereinigten Königreichs zu ihr konzentriert.“ Cameron habe unterstrichen, „dass die Briten nicht glücklich mit dem Status quo sind und glauben, dass sich die EU ändern muss, um ihre Sorgen besser zu berücksichtigen“.

Cameron und Juncker seien sich einig gewesen, dass weitere Gespräche auch mit anderen Staats- und Regierungschefs nötig seien. In der Vergangenheit hatten Juncker und Cameron ein schwieriges Verhältnis zueinander. Der britische Premier hatte vergangenes Jahr versucht, den Luxemburger als Kommissionschef zu verhindern. Juncker sagte dennoch zu, bei der Suche nach einer fairen Vereinbarung mit den Briten zu helfen.

Referendum über Verbleib Großbritanniens in EU

Cameron will bereits kommendes Jahr ein Referendum über Großbritanniens Verbleib in der EU abhalten. Vor der Einlösung dieses Wahlkampfversprechens will er mit der EU für Großbritannien günstige Änderungen aushandeln. Dabei geht es unter anderem um den Umgang mit Einwanderern und um die Rückübertragung von Kompetenzen von Brüssel nach London.

Am Donnerstag und Freitag will Cameron eine Reihe von europäischen Hauptstädten besuchen, um weiter für eine EU-Reform zu werben, darunter Berlin, Paris und Warschau. Bis zum nächsten EU-Gipfel Ende Juni will er mit den Regierungen aller 27 EU-Staaten über sein Vorhaben sprechen.

Irlands Votum beflügelt Debatte zu Homoehe

Dass sogar das tief katholisch geprägte Irland am Wochenende per Volksabstimmung klar Ja zur Homosexuellenehe gesagt hat, befeuert die Debatte über das Ende familienrechtlicher Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare in ganz Europa.

In Deutschland, das derzeit eine ähnliche Regelung wie Österreich hat, wird etwa schon über ein freies Bundestagsvotum zur Einführung der Homosexuellenehe nachgedacht - und sogar im Vatikan gibt es Bewegung zu dem Thema. In Österreich ließ die SPÖ wissen, dass derartige Gesetzesinitiativen nicht an ihr scheitern, sondern an „so manchen Politikern“, die noch nicht „im 21. Jahrhundert angekommen“ seien.

Mehr dazu in Grüne, NEOS und SPÖ für Gleichstellung

Mogherini zu Spanien-Wahlen: „EU muss sich erneuern“

Nach den spanischen Regional- und Kommunalwahlen am Sonntag ist die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini der Ansicht, dass sich Europa erneuern müsse. „Die Wahlergebnisse in Spanien, Polen sowie die Nachrichten aus Großbritannien und Griechenland bezeugen, dass wir unsere Art erneuern müssen, Europäer zu sein“, sagte Mogherini gestern in Rom.

„Unsere erste Verantwortung ist, der Geschichte und den Werten unserer Union treu zu bleiben, die auf Verschiedenheit basiert. Unsere Union fußt auf gemeinsamen Interessen, sie verteidigt jedoch auch die Vielfalt unseres Kontinentes“, betonte Mogherini. Sie warnte vor einem Konflikt zwischen Europakritikern und Befürwortern der Union.

Rajoys Partei verliert stark

Die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy erlitt bei den Regional- und Kommunalwahlen in Spanien drastische Stimmeinbußen. Die neue Linkspartei Podemos („Wir können“) errang überraschende Erfolge in den Millionenstädten Madrid und Barcelona.

Frauen erobern Madrid und Barcelona

Die Kandidatinnen von zwei lokalen Podemos-Bündnissen, Manuela Carmena und Ada Colau, könnten zu den neuen Bürgermeisterinnen der spanischen Hauptstadt und der katalanischen Metropole gewählt werden. Nach den am Montag veröffentlichten Ergebnissen benötigen sie dazu allerdings die Unterstützung anderer Parteien.

Die Wahlen galten als ein wichtiger Test für die landesweite Parlamentswahl im Herbst. Podemos war erst vor gut einem Jahr gegründet worden. Die Partei ist gegen die Sparpolitik der Rajoy-Regierung und versteht sich als eine Schwesterpartei des Linksbündnisses SYRIZA des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras. Rajoys PP behauptete sich zwar als stärkste Kraft in Spanien, blieb landesweit mit 27,0 Prozent der Stimmen aber um 10,5 Prozentpunkten hinter ihrem Ergebnis von 2011 zurück.

139 Massengräber von Flüchtlingen im Dschungel Malaysias

Skrupellose Menschenhändler haben im Grenzgebiet zwischen Malaysia und Thailand womöglich Hunderte Flüchtlinge ermordet oder sterben lassen. Die malaysische Polizei habe dort 139 Gräber und 28 von Schleppern betriebene Dschungelcamps entdeckt, sagte gestern der nationale Polizeichef Khalid Abu Bakar. Es sei noch unklar, wie viele Leichen dort vergraben seien. Bei den Opfern handelt es sich wahrscheinlich um Flüchtlinge aus Burma und Bangladesch. Viele wurden wie Geiseln im Dschungel festgehalten, um ihren Familien Geld abzupressen.

Mehr dazu in Als Geiseln gehalten

US-Kampfjet eskortiert Air-France-Maschine

Nach einer Bombendrohung ist ein französisches Passagierflugzeug von US-Kampfflugzeugen zum Zielort New York eskortiert worden. Die Bombendrohung sei in einem anonymen Anruf ausgesprochen worden, teilte die US-Polizei gestern mit.

Daraufhin sei eine aus Paris kommende Air-France-Maschine am Ende des Fluges von F-15-Kampfjets der US-Armee eskortiert worden. Die Passagiermaschine sei problemlos auf dem New Yorker Flughafen gelandet. Bei einer anschließenden Durchsuchung wurde nach Angaben des Fernsehsenders CNN nichts Verdächtiges gefunden.

Nach Landung in „Spezialzone“ gebracht

Nach Angaben der Polizei von Maryland ging der anonyme Anruf in der Früh bei einem Posten in dem US-Bundesstaat ein. „Die Person, die angerufen hat, hat eine Bombendrohung gegen die zivile Luftfahrt ausgestoßen.“

Nach Angaben von Air France in Paris begleiteten die US-Kampfjets etwa eine Stunde lang die Maschine bis hin zur Landung. Auf dem New Yorker Flughafen sei das Flugzeug in eine „Spezialzone“ geleitet worden.

Australien will umstrittene „Tamponsteuer“ überdenken

Nach Protesten gegen eine „Tamponsteuer“ in Australien will Finanzminister Joe Hockey die Abgabe überdenken. Hygieneartikel für Frauen wie Tampons und Binden „sollten wohl“ als notwendige Produkte gelten und deshalb von der fraglichen zusätzlichen Mehrwertsteuer ausgenommen sein, räumte Hockey gestern Abend ein.

Eine entsprechende Änderung müsse aber von den regionalen Regierungen unterstützt werden, weil diese von den Steuereinnahmen profitierten. Der Minister kündigte an, das Thema im Juli bei einem Finanzministertreffen auf die Tagesordnung zu setzen.

Australiens Premierminister Tony Abbott verwies heute auf die Zuständigkeit der Bundesstaaten bei der Steuer. Die oppositionelle Labor-Partei erklärte, Schritte hin zu einer Abschaffung der Besteuerung von Tampons und Binden zu unterstützen.

„Sexistische und unfaire Steuer“

Die Studentin Subeta Vimalarajah hatte mit einer Onlinepetition unter dem Motto „Stoppt die Besteuerung meiner Periode!“ rund 93.500 Unterschriften gesammelt. Vimalarajah argumentierte, dass „Menschen, die die Periode bekommen, Binden und Tampons nicht zum Spaß kaufen - warum also müssen wir alle zwei, drei oder vier Wochen zusätzliche zehn Prozent bezahlen?“ Es handle sich „nicht nur um eine sexistische, sondern um eine zutiefst unfaire Steuer“.

Die Waren- und Dienstleistungssteuer war im Jahr 2000 eingeführt worden. Während Produkte wie Kondome und Sonnenschutzcreme sowie die meisten Nahrungsmittel von der Steuer ausgenommen sind, werden Tampons und andere Hygieneartikel für Frauen besteuert.

Auch in anderen Ländern gibt es ähnliche Aktionen. In Großbritannien wurden bei einer Petition gegen eine Tamponsteuer von fünf Prozent bereits mehr als 230.000 Unterschriften erzielt, eine Abschaffung ist aber aufgrund von EU-Richtlinien unwahrscheinlich. Ähnliche Petitionen gibt es auch in Frankreich, Italien, Malaysia und Kanada.

Inland

Dschihadismus: 14-Jähriger vor Gericht

In St. Pölten steht heute ein mutmaßlicher Dschihadist vor Gericht. Der erst 14-jährige Schüler soll geplant haben, in den „Dschihad“ zu ziehen. Laut Staatsanwaltschaft wollte er außerdem einen Sprengstoffanschlag auf den Westbahnhof verüben.

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Auch in Wien müssen sich heute wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ein 16-jähriges Mädchen und ein 19-jähriger Bursch vor Gericht verantworten. Sie sollen mit den IS-Terroristen in Kontakt gestanden sein.

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Abu-Dhabi-Fotos: Österreicher kommt mit Geldstrafe davon

Ein österreichischer Architekt, der verbotenerweise die iranische Botschaft im Emirat Abu Dhabi und weitere Gebäude fotografiert hatte, ist gestern vor Gericht gestanden. Laut Außenministeriumssprecher Martin Weiss kam er mit einer geringen Geldstrafe von etwa 50 Euro davon.

Der Mann war wegen der Fotos mehrere Tage in Haft gewesen und seit Wochen in dem Land festgehalten worden. Ihm hatte auch eine Haftstrafe wegen Terrorismus gedroht. Das Gericht folgte nun jedoch der Argumentation des Angeklagten, dass kein Vorsatz vorlag, da er die Beschilderung übersehen habe.

Der Österreicher darf das Land in etwa zehn Tagen verlassen, sobald die schriftliche Ausfertigung des Urteils vorliegt. Zudem besteht kein Einreiseverbot, weshalb er das Land auch in Zukunft wieder besuchen darf. Der Architekt wurde von der österreichischen Botschaft betreut und ist laut Weiss froh, dass die Angelegenheit damit erledigt ist.

Sport

Fußball: Roma nach Sieg im Derby Vizemeister

Roma hat sich mit einem Sieg im Derby gegen Stadtrivale Lazio eine Runde vor Schluss den Vizemeistertitel der italienischen Serie A gesichert. Die Römer haben damit hinter Meister Juventus Turin den zweiten Champions-League-Fixplatz in der Tasche.

Für Lazio war die Niederlage doppelt bitter: Der derzeit Drittplatzierte könnte in der letzten Runde am Sonntag im direkten Duell gegen Napoli noch auf Rang vier abrutschen und die CL-Quali verpassen.

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Bundesliga: Erleichterung bei Rapid über Rang zwei

Ein 0:0 daheim gegen Abstiegskandidat Wiener Neustadt hat Rapid in der 35. Bundesliga-Runde zur Absicherung des Vizemeistertitels gereicht. Die Erleichterung bei den Hütteldorfern über das Erreichen des zweiten Platzes, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt, war dementsprechend groß.

„Wir haben das Potenzial, auch große Gegner zu ärgern oder zu besiegen“, meinte Rapid-Kapitän Steffen Hofmann zur bevorstehenden Aufgabe im Europacup.

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EM-Qualifikation: Alaba fehlt gegen Russland

ÖFB-Teamchef Marcel Koller wird David Alaba für das EM-Qualifikationsspiel am 14. Juni in Moskau nicht nominieren. Das Risiko einer neuerlichen Verletzung des 22-jährigen Bayern-Stars, der sich am 31. März gegen Bosnien-Herzegowina einen Innenbandriss im linken Knie zugezogen hatte, wäre zu hoch.

„Der momentane Gesundheitszustand sowie auch unsere Verantwortung gegenüber David haben letztendlich zur Überzeugung geführt, dass das die beste Lösung für ihn ist“, wurde Koller gestern in einer ÖFB-Aussendung zitiert.

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Wirtschaft

Kickstarter will nie an die Börse gehen

Die Finanzierungsplattform Kickstarter will im Gegensatz zu den meisten anderen Internetfirmen ohne einen Börsengang auskommen. „Wir versprechen weiterhin, das Unternehmen nie zu verkaufen und nie an die Börse zu gehen“, sagte Mitgründer und Chef Yancey Strickler der dpa.

Bei Kickstarter können Internetnutzer verschiedene Projekte von Musik und Filmen bis hin zu Gadgets wie Computeruhren unterstützen. Seit der Gründung 2009 kamen so rund 1,5 Milliarden Dollar für mehr als 85.000 Projekte zusammen. Erst vor zwei Wochen startete die New Yorker Firma eine Version in deutscher Sprache und ermöglichte das Bezahlen in Euro.

„Es geht um Unabhängigkeit und Kontrolle“

Kickstarter wolle nicht Teil eines riesigen Konzerns sein oder unter dem Profitdruck der Aktionäre stehen, so Strickler. „Es geht um Unabhängigkeit und Kontrolle. Wenn Geld für ein Unternehmen in den Mittelpunkt rückt, ist die Gefahr zu groß, dass man aus den Augen verliert, warum man das alles gestartet hat.“

Druck von aktuellen Investoren gebe es nicht. „Wir wollen sie mit Gewinnbeteiligungen an unserem Erfolg teilhaben lassen.“ Unter den Investoren von Kickstarter ist auch der bekannte Risikokapitalgeber Fred Wilson, dessen Geschäft es üblicherweise ist, Beteiligungen in Start-ups in hohe Profite bei Börsengang oder Verkauf umzumünzen.

Taxifahrer in Mexiko-Stadt demonstrieren gegen Uber

In der Millionenmetropole Mexiko-Stadt haben Tausende Taxifahrer aus Protest gegen den umstrittenen US-Fahrdienst Uber den Verkehr lahmgelegt. Die Fahrer blockierten gestern die Hauptverkehrsstraßen der mexikanischen Hauptstadt, viele mit ihren Wagen.

Auf den Scheiben vieler Taxis standen die Worte „Uber raus“ zu lesen, die Demonstranten hielten Transparente mit der Aufschrift „Kriminelle mit Nummernschild“ in die Höhe. Nach Angaben der Taxifahrer beschert der Konkurrent Uber ihnen Auftragseinbußen zwischen zehn und 50 Prozent, weil Uber von bestimmten Steuern ausgenommen sei und daher billigere Fahrpreise anbieten könne.

„Das ist völlig unrechtmäßig“, sagte der Chef einer Taxifirma, Marcelino Cadena, über den US-Konkurrenten. „Uber ist ein ausländisches Unternehmen, das nach Mexiko kommt, um hier auf illegale Weise reich zu werden.“

Uber reagiert mit Gratisfahrten

Uber reagierte auf die Proteste in der 20-Millionen-Einwohner-Metropole mit Gratisfahrten. Das solle den Einwohnern von Mexiko-Stadt helfen „an einem Tag, an dem es so kompliziert ist, sich fortzubewegen“.

Uber kämpft in mehreren europäischen Ländern vor Gericht um seinen umstrittenen Dienst UberPop. Kernstreitpunkt bei dem Dienst UberPop ist, dass dieser von Fahrern in Privatwagen angeboten wird, die anders als normale Taxifahrer in der Regel über keine amtlichen Lizenzen zur Fahrgastbeförderung verfügen. Uber bietet daneben auch Fahrdienste mit professionellen Chauffeuren an.

Italien: Was Österreicher an der Adria ausgeben

750 Millionen Euro werden Österreicher und Deutsche an den norditalienischen Adria-Stränden in diesem Jahr ausgeben. Gerechnet wird mit 60 Millionen Übernachtungen in den Ferienorten in Friaul und Veneto, geht aus einer Studie des italienischen Verbands Think Tank Nord Est hervor. Das ist ein Drittel aller Übernachtungen ausländischer Touristen in der Gegend.

Klar die größte Gruppe

Österreichische und deutsche Besucher sind die stärkste ausländische Touristengruppe an den Adria-Stränden in Veneto und Friaul. Sie machen durchschnittlich 60 Prozent aller Urlauber aus, in einigen Ortschaften wächst dieser Prozentsatz auf 75 Prozent.

Zu den beliebtesten Badeortschaften deutschsprachiger Touristen zählen San Michele al Tagliamento, Caorle, Eraclea, Jesolo, Cavallino Treporti, Chioggia, Rosolina, Bibione, Lignano Sabbiadoro und Grado, ergab die Studie.

„Österreicher und Deutsche sind die wichtigsten Kunden für die Badeortschaften an der nördlichen Adria. Sie schätzen unser touristisches Angebot besonders. Wir wollen jedoch versuchen, Touristen auch aus Ost- und Nordeuropa zu gewinnen“, sagte der Präsident des Verbands, Antonio Ferrarelli.

Chronik

13 Tote bei Tornado in Mexiko

Bei einem Tornado im Norden Mexikos sind mindestens 13 Menschen getötet und 229 weitere verletzt worden. Der Wirbelsturm beschädigte gestern in Ciudad Acuna im nördlichen Bundesstaat Coahuila zudem rund 750 Gebäude und zahlreiche Fahrzeuge, wie die Behörden mitteilten. Das Innenministerium rief den Notstand aus.

„Autos liegen auf den Häusern, tote Menschen auf den Straßen“, sagte eine Anrainerin der mexikanischen Zeitung „La Jornada“. „Es ist das völlige Chaos.“ Fotos, die über Twitter und lokale Medien verbreitet wurden, zeigten das Ausmaß der Katastrophe. Rund 80 Gebäude wurden laut Behördenangaben komplett zerstört.

„Für diejenigen, deren Häuser schwer beschädigt wurden, haben wir Notunterkünfte eingerichtet“, teilte Präsident Enrique Pena Nieto mit. Er kündigte an, im Laufe des Nachmittags mit Vertretern seines Kabinetts in das Katastrophengebiet an der Grenze zum US-Bundesstaat Texas zu reisen, um sich selbst ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen.

Schwere Unwetter auch im Süden der USA

Auch der Süden der USA wurde von schweren Unwettern heimgesucht. Dabei starben in den Bundesstaaten Texas und Oklahoma nach Angaben der Behörden mindestens drei Menschen. Weitere zwölf Einwohner galten gestern in Texas noch als vermisst. Hunderte Häuser wurden zerstört.

China: 38 Tote bei Brand in Seniorenheim

Bei einem Brand in einem Seniorenheim in Zentralchina sind 38 Menschen ums Leben gekommen. Sechs weitere seien verletzt worden, berichtete heute die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Das Feuer sei gestern Abend in einem Apartmenthaus des privat betriebenen Pflegeheims in der Stadt Pingdingshan in der Provinz Henan ausgebrochen. Die Bergungsarbeiten dauerten laut Xinhua an, die Brandursache sei unklar.

Auf der Website der Behörde für Arbeitssicherheit in Henan hieß es, zwei der Verletzten schwebten in Lebensgefahr. Auf im Internet verbreiteten Bildern war eine dichte Rauchsäule über einer Tankstelle in der Nähe des Seniorenheims zu sehen.

D: Wasserhähne aus neuem Innenministerium gestohlen

Im neu errichteten deutschen Innenministerium in Berlin haben laut einem Bericht der „Berliner Zeitung“ (Dienstag-Ausgabe) unbekannte Diebe im großen Stil Wasserhähne und andere Sanitärausstattung gestohlen. Bei der Polizei seien 34 Strafanzeigen eingegangen, schreibt das Blatt.

Die Polizeipressestelle in Berlin konnte das gestern Abend zunächst nicht bestätigen und sich auch ansonsten nicht zu dem Sachverhalt äußern. Erst im März war in der neuen Zentrale des Bundesnachrichtendienstes in der Hauptstadt der Diebstahl von Wasserhähnen entdeckt worden. Dort zogen die Taten einen schweren Wasserschaden nach sich.

Im Neubau des Innenministeriums hatte dagegen das Entwenden von Wasserhähnen, Klobrillen und auch Toilettenpapierhaltern laut Zeitung keine ernsteren Folgen. Zum genauen Zeitpunkt des Diebstahls gibt es keine Angaben. Die Mitarbeiter des Ministeriums waren Ende April in das neue Gebäude in Alt-Moabit gezogen. Die Höhe des Sachschadens sei noch unklar. Inzwischen seien alle Sanitäranlagen wieder komplett ausgestattet und benutzbar.

Song Contest

Das Megaevent in Zahlen

Der Song Contest ist die größte TV-Unterhaltungsshow der Welt. Das lässt sich auch in Zahlen ausdrücken - und die sind schon ziemlich beeindruckend. Schließlich haben in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten Tausende Menschen zusammengearbeitet, um das Spektakel auf die Beine zu stellen, das Samstagabend mit dem Sieg von Mans Zelmerlöw aus Schweden seinen krönenden Abschluss fand.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Science

Kultur

„A World Beyond“ enttäuscht an US-Kinokassen

George Clooneys neuer Film hat zwar in den Kinos der USA und Kanadas die Führung übernommen, aber die Erwartungen enttäuscht. „A World Beyond“ spielte an seinem ersten Wochenende nach Angaben von Boxoffice Mojo etwas mehr als 40 Millionen Dollar (36 Mio. Euro) ein. Da der Film aber 190 Millionen gekostet haben soll, dürften die Produzenten enttäuscht sein.

Zumal gleich dahinter mit 38,5 Millionen „Pitch Perfect 2“ kommt - die Fortsetzung einer munteren Musikkomödie, die schon in der zweiten Woche läuft und noch nicht einmal 30 Millionen Dollar kostete. An dritter Stelle kommt „Mad Max - Fury Road“ mit 32,1 Millionen Dollar.

Nach Tod von B. B. King: Ermittlungen wegen Tötungsdelikts

Nach dem Tod der Blues-Legende B. B. King gehen die US-Behörden dem Verdacht eines Tötungsdelikts nach. Daher werde Kings Leiche obduziert, teilte das Büro des Untersuchungsrichters im Bezirk Clark County im US-Bundesstaat Nevada gestern über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Es werde voraussichtlich sechs bis acht Wochen dauern, bis die Untersuchungsergebnisse vorlägen.

Wegen der Autopsie müsse Kings Beerdigung in Memphis verschoben werden, berichteten örtliche Medien. Die Ermittlungen seien eingeleitet worden, weil zwei Töchter von King den Verdacht geäußert hätten, dass ihr Vater Opfer eines Verbrechens geworden sein könnte.

Bis ins hohe Alter auf Tour

King war am 14. Mai im Alter von 89 Jahren in Las Vegas gestorben, wo er zwischen seinen ausgedehnten Tourneen wohnte. Kings Gesundheitszustand hatte sich seit Ende vergangenen Jahres verschlechtert. Anfang Mai begab sich der Diabetiker in seinem Haus in Las Vegas in Hospizpflege. Noch bis ins hohe Alter war King auf Tour gegangen.

Der Musiker wurde 1925 als Riley Ben King im südlichen US-Bundesstaat Mississippi geboren. Der Afroamerikaner wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, die erste Gitarre bekam er im Alter von zwölf Jahren von einem Plantagenbesitzer.

Mit Anfang 20 zog es ihn nach Memphis, in die Hauptstadt des Blues. Bald bekam er eine eigene Radiosendung, die ihm den Spitznamen „Blues Boy“ (B. B.) einbrachte. Seinen ersten Hit feierte King 1951 mit dem „Three O’Clock Blues“.

Leute

Moskau ehrt Wladimir Wyssozki mit Straßennamen

Die russische Liedermacher-Legende Wladimir Wyssozki (1938-1980) wird in Moskau postum mit einem Straßennamen geehrt. Eine Kommission der russischen Hauptstadt habe entschieden, eine Straße in der Nähe des einflussreichen Taganka-Theaters nach dem Künstler zu benennen, sagte ein Behördensprecher gestern der Agentur TASS zufolge.

Auf der Bühne hatte Wyssozki unter anderem als Hamlet begeistert. Als Gitarrist und Sänger schrieb er mehr als 600 Lieder und griff in seinen Versen trotz des Drucks des Sowjetregimes brisante Themen auf.

Begräbnis als Demonstration

Wissozki war unter der Herrschaft Leonid Breschnjews ein Idol jener, die sich der staatlich verordneten Ideologie und Kultur nicht widerstandslos zu fügen bereit waren. In seinen mit rauer Stimme zu Gitarrenbegleitung dargebotenen Liedern besang er die Probleme des Individuums in einer kollektivistisch orientierten Gesellschaft.

Er starb 1980 im Alter von nur 42 Jahren an einem Herzanfall, mitverursacht durch seine schwere Alkoholkrankheit. Obwohl sein Tod von den sowjetischen Medien zunächst verschwiegen wurde, verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer, und sein Begräbnis geriet mit Zehntausenden Trauergästen zur größten nicht staatlich angeordneten Demonstration, die Moskau bis dahin gesehen hatte.