Ausland

EU lässt Russland-Sanktionen in Kraft

Die EU-Mitgliedsstaaten haben entschieden, im Konflikt um die Ukraine die Strafmaßnahmen gegen Russland weiter in Kraft zu lassen.

Trotz „ermutigender Entwicklungen“ müssten wichtige Teile des Friedensplans noch immer umgesetzt werden, sagte die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton nach einem Treffen der EU-Botschafter heute in Brüssel.

Wenn sich die Lage in der Ukraine verbessere, könnten die bestehenden Strafmaßnahmen gegen Russland ganz oder teilweise ausgesetzt werden. Angesichts der leichten Entspannung der Lage in der Ostukraine in den vergangenen Wochen hatten die EU-Staaten angekündigt, die Sanktionen gegen Russland Ende September neu zu bewerten. Die Fortschritte reichen der EU aber nicht aus.

Afghanistan unterzeichnet Sicherheitsabkommen mit USA

Nach monatelanger Verzögerung hat die afghanische Regierung den Weg für einen internationalen Militäreinsatz über den Jahreswechsel hinaus frei gemacht. Der Sicherheitsberater des neuen Präsidenten Ashraf Ghani, Hanif Atmar, unterzeichnete heute in der Hauptstadt Kabul das dafür notwendige Sicherheitsabkommen mit den USA.

Das schon Ende 2013 ausgehandelte Abkommen über das Statut der US-Truppen schafft die Bedingungen für eine Ausbildungsmission, wenn der von der NATO angeführte Kampfeinsatz in Afghanistan zum Jahresende ausläuft.

Ghanis Vorgänger Hamid Karzai hatte sich geweigert, das Abkommen vor Ende seiner Amtszeit zu unterzeichnen. Die Übereinkunft soll als Vorlage für ähnliche Vereinbarungen mit anderen Ländern dienen. Kern ist eine Klausel, die US-Soldaten vor Strafverfolgung in Afghanistan schützt. Insgesamt sollen zunächst etwa 12.500 Soldaten in Afghanistan bleiben, bis zu 9.800 davon aus den USA.

Rasmussen: „Neues Kapitel“

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen begrüßte die Unterzeichnung des Sicherheitsabkommens zwischen Afghanistan und den USA. „Der Abschluss dieser Abkommen eröffnet ein neues Kapitel für die Zusammenarbeit zwischen der NATO, unseren Partnern und den nationalen Sicherheitskräften Afghanistans“, so Rasmussen, der morgen den NATO-Chefposten an den Norweger Jens Stoltenberg übergibt.

Grünes Licht für EU-Handelskommissarin Malmström

Die Schwedin Cecilia Malmström hat vom Europaparlament grünes Licht für ihre Ernennung zur neuen EU-Handelskommissarin bekommen.

Die Vertreter im Handelsausschuss sprachen sich heute in Brüssel mehrheitlich für die Ernennung der bisherigen Innenkommissarin aus, wie mehrere EU-Abgeordnete mitteilten. Sie sei „froh und stolz“ über die Bestätigung, twitterte Malmström. Nach ihrer Anhörung gestern vor dem Ausschuss war Kritik an der Schwedin aufgekommen.

Abgeordnete kritisierten einerseits, sie habe sich unklar dazu geäußert, ob das geplante Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) umstrittene Sonderklagerechte für Konzerne gegen Staaten enthalten werde. Spekuliert wurde, Malmström könne in diesem Punkt eine weichere Haltung als EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker haben.

Für Aufsehen hatten zudem Medienberichte gesorgt, laut denen Malmström als Innenkommissarin versuchte, bei der Datenschutzreform ehrgeizige Regeln von Justizkommissarin Viviane Reding abzuschwächen.

Hahn von Parlamentariern befragt

Die Anhörungen der designierten Kommissare durch das Europaparlament werden noch bis in die kommende Woche hinein fortgesetzt. Heute haben die Europaabgeordneten unter anderen auch den bisherigen EU-Regionalkommissar und früheren ÖVP-Wissenschaftsminister Johannes Hahn zu seiner künftigen Rolle als Chef der Portfolios Erweiterung und Nachbarschaftspolitik befragt.

Mit Spannung wird zudem die Anhörung des als Innenkommissar nominierten Griechen Dimitris Avramopoulos erwartet. Der konservative Politiker dürfte zahlreiche Fragen zur Flüchtlingstragödie im Mittelmeer gestellt bekommen.

Am Abend wird sich dann der designierte EU-Verkehrskommissar Maros Sefcovic aus der Slowakei den Parlamentariern stellen. Das Europarlament muss die neue Kommission von Juncker noch billigen. Sie soll am 1. November ihre Arbeit aufnehmen.

Russland nennt NATO-Ausweitung auf Balkan „Provokation“

Negative Signale sendet Moskau im Hinblick auf eine eventuelle Ausweitung der NATO auf die Westbalkan-Staaten Montenegro, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina. Einen solchen Schritt hält Russlands Außenminister Sergej Lawrow für falsch. Das wäre ein Fehler, „eine Provokation“, sagte er der bosnischen Tageszeitung „Dnevni avaz“ (Dienstag-Ausgabe).

„Das wäre auf bestimmte Weise eine verantwortungslose Politik“ und würde das System der „gleichen und geteilten Sicherheit in Europa“ unterwandern. Ganz gleich, ob ein Land Mitglied dieses oder jenen Blocks sei, präzisierte der russische Außenminister.

Nur Serbien will neutral bleiben

Montenegro hofft derzeit darauf, im kommenden Jahr in das Militärbündnis aufgenommen zu werden. Mazedoniens Hürde ist schon seit Jahren der weiterhin ungelöste Namensstreit mit Griechenland. In Bosnien stößt ein möglicher NATO-Beitritt derzeit unter den Serben auf großen Widerstand.

In Serbien ist aufgrund der NATO-Luftangriffe im Jahr 1999 eine klare Bevölkerungsmehrheit dem Beitritt zu dem Militärbündnis abgeneigt. Durch eine Parlamentsresolution hatte sich Belgrad 2007 zu militärischer Neutralität verpflichtet.

EU-Austritt würde Cameron „nicht das Herz brechen“

Großbritanniens Premier David Cameron würde nach eigenen Angaben im Falle eines Austritts Großbritanniens aus der EU „nicht das Herz brechen." Er empfinde tausendmal stärkere Gefühle für "unser Vereinigtes Königreich“ als für die EU, sagte Cameron heute im BBC-Radio.

„Das Vereinigte Königreich war eine Sache, die mir das Herz gebrochen hätte“, sagte er mit Blick auf eine mögliche Abspaltung Schottlands beim Referendum am 18. September. Die EU sei lediglich eine Sache von „wichtigem Pragmatismus“.

„Lassen Sie uns ehrlich sein - es funktioniert nicht so richtig für uns“, betonte Cameron mit Blick auf Großbritanniens Verhältnis zur EU. Die beste Lösung wäre eine reformierte Europäische Union. „Ich bin einer der wenigen politischen Führer in Europa, der dieses Thema angeht, statt es unter den Teppich zu kehren.“

Proteste gegen Verbot von Referendum in Katalonien

Das einstweilige Verbot eines Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien durch das spanische Verfassungsgericht hat in der Region scharfe Proteste ausgelöst.

Separatistische Gruppierungen riefen heute zu Kundgebungen in der nordostspanischen Region auf. Katalanische Politiker hielten den Madrider Richtern vor, überstürzt entschieden zu haben.

Das Gericht untersagte nur sechs Stunden nach der Einreichung einer Verfassungsklage der spanischen Zentralregierung gestern die für den 9. November angesetzte Volksabstimmung. Der katalanische Regierungschef Artur Mas sagte, die Richter hätten die Entscheidung in „Überschallgeschwindigkeit“ getroffen.

Die Aussetzung gilt zunächst für maximal fünf Monate, erst nach Ablauf der Frist wird über eine Verlängerung oder Aufhebung der Suspendierung entschieden.

Mehr dazu in Abstimmung automatisch suspendiert

Inland

Asyl: Faymann pocht auf 100 Prozent Quotenerfüllung

Die Länder tun sich zwar schwer, bei den Asylquartieren die 2012 vereinbarte Übergangsquote von 88 Prozent zu erfüllen, doch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat vor dem heutigen Asylgipfel auf 100 Prozent gepocht: Das sei „logisch“, sagte er nach dem Ministerrat. Die 88 Prozent hätten nur für einige Monate gegolten.

„Eins und eins ist zwei“, das richte er auch allen aus, die sich auf die 88-Prozent-Vereinbarung beriefen, sagte der Kanzler im Pressefoyer nach der Regierungssitzung. Und etliche Länder erfüllten die 100 Prozent „deutlich“ nicht.

„Zwischen 569 zu wenig bis 145 zu wenig“ Asylwerber seien in einer Reihe von Bundesländern untergebracht. „Wenn wir nicht in allen Bundesländern ausreichend Plätze finden, dann kommen wir in die Diskussion, die wir nicht wollen - von irgendwelchen Notmaßnahmen mit Zelten, die unwürdig sind und wieder ganz neue Probleme kreieren“, warnte er.

Mitterlehner wünscht sich „Schubumkehr“

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) wünscht sich in der Frage eine „Schubumkehr“ im Verhältnis von Bund, Ländern und Gemeinden: „Nicht, dass man interveniert Richtung Wien, sondern dass man appelliert und bei Gemeinden und den Ländern ansetzt.“

Die entsprechende 15a-Vereinbarung werde nicht erfüllt, das sei eine Tatsache, so Mitterlehner weiter. Aber die „Verantwortlichkeit auf der jeweiligen Landesebene“ sei der „Schlüssel zur Lösung des Problems“. Mitterlehner ist aber optimistisch, dass man in fünf, sechs Wochen die „Systematik besser im Griff haben“ werde.

Kasernen-„Option“ weiter nicht vom Tisch

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat bei der Suche nach Flüchtlingsquartieren weiterhin Kasernen im Blick. Zwar ruft sie derzeit nicht mehr ganz so laut nach einem Assistenzeinsatz des Bundesheeres in dieser Frage, verwies heute vor dem Ministerrat aber auf das vorliegende Angebot aus Klosterneuburg (Niederösterreich) für eine Nutzung der dortigen Magdeburg-Kaserne.

Der Bürgermeister von Klosterneuburg habe das angeboten, und Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) prüfe das derzeit, sagte die Ministerin. „Mindestens 100“ Asylwerber könnten dort Platz finden.

Generell sieht sie weiter eine „große Herausforderung“ in der Quartierfrage. Sie sei dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) „dankbar“, dass er in Wien 600 Plätze geschaffen habe, doch handle es sich nur um auf vier Monate beschränkte „Notkapazitäten“.

Streit um Frauenhaus in Traiskirchen

Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) forderte unterdessen die Auflösung des niederösterreichischen Erstaufnahmezentrums. Mehr als 1.000 Menschen hätten keinen fixen Essensplatz, das Frauenhaus sei aufgelöst worden. Das Innenministerium weist die Vorwürfe zurück.

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Islam: Zivilgesellschaftlicher Aufruf zu Besonnenheit

„Die UnterzeichnerInnen dieses Briefes rufen zu Besonnenheit und Sachlichkeit in einer Atmosphäre der Panikmache auf“, heißt es in einem von Universitätsprofessoren und Politikern signierten Aufruf zum Thema Umgang mit dem Islam in Politik und Medien.

Zu den Unterstützern des Aufrufs zählen unter anderen der emeritierte Professor für katholische Religionspädagogik an der Universität Wien, Martin Jäggle, der Geschäftsführer des Flüchtlingsdienstes der Diakonie, Christoph Riedl, und die Theologin und Assistenzprofessorin an der Uni Wien, Regina Polak.

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Sport

EM-Qualifikation: ÖFB-Aufgebot ohne Überraschungen

ÖFB-Teamchef Marcel Koller hat bei der Nominierung seines Kaders für die EM-Qualifikationsspiele gegen Moldawien und Montenegro auf große Überraschungen verzichtet. Der Schweizer vertraut dem Aufgebot vom Auftaktremis vor drei Wochen gegen Schweden.

Erneut nicht nominiert wurden demnach Levante-Legionär Andreas Ivanschitz und Andreas Weimann (Aston Villa). Ingolstadt-Stürmer Lukas Hinterseer ist erneut statt Veli Kavlak dabei, der gegen Schweden wegen seiner Probleme mit den Adduktoren fehlte und diesmal nur auf Abruf nominiert wurde.

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Wirtschaft

Euro erstmals seit zwei Jahren unter 1,26 Dollar

Der Euro ist heute erstmals seit zwei Jahren unter die Marke von 1,26 Dollar gefallen. Die im September sehr niedrige Inflationsrate schickte den Kurs auf Talfahrt.

Die Jahresinflationsrate in der Euro-Zone war im September von 0,4 Prozent im Vormonat auf 0,3 Prozent gefallen - den niedrigsten Stand seit Oktober 2009. Der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), ihre Geldpolitik weiter zu lockern, dürfte jetzt noch zunehmen. Das wiederum würde den Euro weiter belasten.

Deutsche Wiedervereinigung: Förderbank zieht positive Bilanz

Der teure Aufbau Ost zahlt sich nach Einschätzung der Förderbank KfW aus. „Wir können heute über das zweite deutsche Wirtschaftswunder reden“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner heute in Frankfurt bei der Vorlage der Studie „Deutschland 25 Jahre nach dem Mauerfall“.

Ostdeutschland gehöre gemessen an der Wirtschaftsleitung inzwischen zum Mittelfeld Europas - obwohl die Angleichung an Westniveau noch nicht völlig erreicht sei. Zeuner betonte: „Die regionalen Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland sind im internationalen Vergleich unerheblich.“

Berlins „Speckgürtel“ als Ausnahme

Entscheidende Voraussetzung für den erfolgreichen Umbau der bankrotten Planwirtschaft der DDR in eine wettbewerbsfähige soziale Marktwirtschaft seien hohe Investitionen gewesen: Seit 1991 investierten Unternehmen, Kommunen und private Bauherren der KfW zufolge insgesamt rund 1,6 Billionen Euro in Ostdeutschland.

Trotz aller Erfolge sehen die KfW-Ökonomen noch Baustellen: Die Arbeitsproduktivität - also die Wirtschaftsleistung pro Erwerbstätigen - liege im Osten erst bei 76 Prozent des Westwertes. Die vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit und die demografische Entwicklung belasten die positive Bilanz zudem: Seit 1990 habe Ostdeutschland 13,5 Prozent seiner Bevölkerung verloren. Dieser Trend wird nach KfW-Prognose anhalten - Ausnahme: Der wachsende „Speckgürtel“ rund um Berlin.

AIG-Rettung: US-Regierung vor Gericht

Die US-Regierung muss sich wegen der Rettung des Versicherungskonzerns American International Group (AIG) vor Gericht verantworten. Der gestern (Ortszeit) in Washington begonnene sechswöchige Prozess soll klären, ob die Teilverstaatlichung des Konzerns im Jahr 2008 rechtmäßig war oder ob die Aktionäre mit einer Milliardensumme entschädigt werden müssen.

Hinter der Klage steht der frühere AIG-Chef Maurice „Hank“ Greenberg, der sich enteignet fühlt. Greenbergs Anwalt David Boies argumentierte zum Prozessauftakt, dass es „keine Rechtfertigung“ für die weitgehende staatliche Übernahme gegeben habe. AIG sei der einzige während der Finanzkrise gerettete Konzern, bei dem die Aktionäre den Großteil ihres Kapitals eingebüßt hätten. Das damalige Vorgehen der Regierung habe an „Erpressung“ gegrenzt, die für die Rettungsgelder verlangten Zinsen seien viel zu hoch gewesen, so Boies weiter.

Die Regierung hielt dagegen, dass die Pleite des Versicherers katastrophale Folgen gehabt hätte. „Das Ziel war nicht, AIG zu retten. Das Ziel war, die Welt vor AIG zu retten“, sagte ihr Vertreter vor Gericht, Kenneth Dintzer. Die Regierung sei gezwungen gewesen einzuschreiten. Der Konzern sei damals faktisch zahlungsunfähig gewesen und habe selbst um Staatshilfen gebeten. Dafür habe die Regierung dann Unternehmensanteile als „Sicherheit“ gehalten. AIG habe „einstimmig“ den Rettungsplan der Regierung gebilligt, betonte Dintzer.

VKI: Mehr Schutz vor Inkassounternehmen

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat eine Verbandsklage gegen die infoscore austria GmbH wegen strittiger Klauseln in deren Ratenansuchen geführt. Der Oberste Gerichtshof (OGH) bestätigte nun, dass ein solches Ratenansuchen als entgeltlicher Zahlungsaufschub dem Verbraucherkreditgesetz unterliegt. Damit gilt für Konsumenten unter anderem ein Rücktrittsrecht von 14 Tagen. Weiters sind die Unternehmen verpflichtet, den Effektivzinssatz richtig auszuweisen.

Mehr dazu in help.ORF.at

Chronik

Suche nach Opfern am Vulkan Ontake abgebrochen

Die Furcht vor einem neuen Ausbruch des Vulkans Ontake in Japan hat die Suche nach weiteren Leichen an den Hängen des Berges vorerst beendet. Wegen der seit heute Früh zunehmenden Erschütterungen des Vulkans würden keine Rettungskräfte und auch keine Suchhubschrauber losgeschickt, sagte ein Sprecher der Präfektur Nagano.

Neben der akuten Explosionsgefahr ist die hohe Konzentration giftiger Schwefelgase in der Luft ein zusätzliches Hindernis für die Bergungsarbeiten.

Unerwartet ausgebrochen

Der Ontake war am Samstag unerwartet ausgebrochen. Hunderte Wanderer, die von seinem Gipfel aus die spektakuläre Aussicht zum Herbstanfang genießen wollten, wurden von einem plötzlichen Asche- und Steinregen überrascht.

Mindestens 36 Bergwanderer überlebten den plötzlichen Ausbruch nicht. Die meisten ihrer Leichen konnten jedoch noch nicht geborgen werden. Auch die endgültige Zahl der Todesopfer ist noch nicht eindeutig geklärt.

Der Ontake gehört zu Japans knapp 110 aktiven Vulkanen, sein letzter großer Ausbruch liegt 35 Jahre zurück.

Video dazu in iptv.ORF.at

Gesundheit

UNO-Sondermission gegen Ebola nimmt Arbeit auf

Die vor einer Woche geschaffene UNO-Sondermission zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika (UNMEER) hat ihr Hauptquartier in Ghanas Metropole Accra eröffnet.

Regionale Büros zur Koordinierung von Hilfsoperationen sollten in den nächsten Tagen in den drei am härtesten von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone die Arbeit aufnehmen, teilte ein UNO-Sprecher gestern (Ortszeit) mit. Der Leiter der von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon berufenen Sondermission, Anthony Banbury, war am selben Tag in Accra eingetroffen.

Mehr als 3.000 Todesopfer

UNMEER ist die erste Sondermission der Vereinten Nationen zur Bekämpfung eines internationalen Gesundheitsnotstands. Ihre Aufgabe sei es, den Einsatz aller relevanten UNO-Organisationen zu koordinieren, so UNO-Sprecher Stephane Dujarric in New York. Vor allem solle eine effektive Behandlung von Ebola-Patienten gewährleistet und die Ausbreitung des Virus verhindert werden.

Nicht staatliche Hilfsorganisationen, deren Helfer seit Monaten in den Ländern im Einsatz sind, hatten die Reaktion der UNO als zu langsam kritisiert. Mittlerweile haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 6.500 Menschen mit dem Ebola-Virus infiziert, mehr als 3.000 sind gestorben.

IT

EBay spaltet Bezahldienst PayPal ab

Der Onlinehändler eBay spaltet seinen rasant wachsenden Bezahldienst PayPal ab. PayPal werde als eigenständiges Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2015 an die Börse gebracht, teilte eBay heute mit.

Die Konzernführung sei zu dem Schluss gekommen, dass eBay und PayPal jeweils alleine besser aufgestellt seien, sagte Vorstandschef John Donahoe. Noch im Frühjahr hatte eBay Forderungen des einflussreichen Investors Carl Icahn nach einer PayPal-Abspaltung zurückgewiesen.

Internet im Auto: Kampf um die Hoheit im Cockpit

Die zunehmende Vernetzung im Auto birgt für die Industrie viele neue Möglichkeiten, aber auch Risiken. Neue Anwendungen, etwa für Stauinfos, Parkplatzsuche und die Autowartung, öffnen gänzlich neue Geschäftsfelder.

Der Markt für Bauteile und Dienste werde in den nächsten Jahren boomen, so eine Studie der Managementberatung McKinsey, und sich auf 170 Mrd. Euro versechsfachen. Wenn die Autohersteller nicht aufpassen, könnten sie allerdings die Hoheit im Cockpit verlieren, warnt McKinsey. Wie einst auf dem Smartphone-Markt setzen Firmen wie Apple und Google bereits dazu an, die Führung zu übernehmen.

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Science

Religion

Bischofssynode: Schönborn dämpft Erwartungen

Kardinal Christoph Schönborn hat vor der am Sonntag startenden Bischofssynode im Vatikan die Erwartungen gedämpft. „Bitte erwarten Sie nicht, dass der Papst die Lehre der Kirche über die Ehe verändert“, sagte er gestern bei einer Pressekonferenz. „Das Anliegen ist primär das Hinschauen“, sagte Schönborn. Er erwarte zwar keine „normativen Äußerungen“, erhoffe sich aber einen veränderten Umgang mit dem Thema Ehe und Partnerschaft.

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Weichenstellung im Vatikan

Vielen gilt die Synode als eine Art Weichenstellung im Pontifikat von Papst Franziskus. Thematisch geht es bei der Synode durchaus um „heiße Eisen“. Darunter sind Fragen wie der kirchliche Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, Patchwork-Familien, homosexuellen Partnerschaften, die Sexualmoral und die Gefahren für die Stabilität von Familien.

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Kultur

Zehn Jahre Kreativzentrum departure: Ausstellung im MAK

Die Kreativwirtschaft boomt und weist Wachstumsraten auf, von denen die europäische Gesamtwirtschaft nur träumen kann. In Wien gibt es seit nunmehr zehn Jahren das Kreativzentrum departure, das die Kreativwirtschaft der Bundeshauptstadt gezielt fördert. Im Museum für angewandte Kunst in Wien ist nun die departure- Jubiläumsausstellung „Tomorrow is ...“ zu sehen.

In einer multimedialen Präsentation werden 45 Projekte aus dem Bereich der Kreativwirtschaft vorgestellt. Projekte, die auf den Wandel unserer Gesellschaft reagieren, zum Beispiel auf die Frage, wie wir unseren Lebensstil im Zeitalter der Ressourcenknappheit nachhaltig verändern können.

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ORF III feiert Geburtstag: Erwin Wurm lädt zum Casting

Kunst auf Sendung: Anlässlich des dritten Sendergeburtstags kuratiert der international renommierte Gegenwartskünstler Erwin Wurm eine Woche lang den Kultur- und Informationssender ORF III. Ein einzigartiges Experiment wird im Zuge dessen am Freitag, 24. Oktober, über die Bühne gehen, wenn der Sender die Entstehung einer menschlichen Skulptur live aus Wurms Atelier in Limberg überträgt. Für diese Performance sucht der Künstler nun einen Freiwilligen.

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Publikum wählt Österreichs Song-Contest-Starter

Ein Team von Musikprofis, darunter Musikerin Anna F. und Manager und Musiker Alex Deutsch, wird sich auf die Suche nach geeigneten Künstlerinnen und Künstlern für den nationalen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2015 machen. Vorgestellt werden die Musikerinnen und Musiker ab Februar in vier Hauptabendshows inklusive einer Finalshow, in der das österreichische Publikum aufgerufen wird, den heimischen Vertreter beim Song Contest in Wien zu wählen.

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Leute

Udo Jürgens feiert 80. Geburtstag

Kaum ein Sänger hat in den vergangenen Jahrzehnten so den Nerv der Massen getroffen - mit Hits wie „Griechischer Wein“ und „Ich war noch niemals in New York“ begeistert Udo Jürgens seit mehreren Jahrzehnten ein riesiges Publikum quer durch alle Altersschichten. Heute wird der große Entertainer 80 Jahre alt - und fühlt sich nach eigenem Bekunden wie mit knapp über 50.

Seine Karriere gleicht einer Rekordstatistik: Jürgens komponierte mehr als 1.000 Songs, von denen etliche zu Superhits wurden. Er spielte mehr als 50 Alben ein und verkaufte mehr als 100 Mio. Tonträger. Seine Liveauftritte mit Hits wie „Es wird Nacht, Senorita“, „Aber bitte mit Sahne“ und „Immer wieder geht die Sonne auf“ sind für viele auch heute noch einfach Kult, genau wie seine mittlerweile legendären Zugaben im Bademantel.

Schlagerstar mit „unstillbarem Harmoniebedürfnis“

Schon als Bub spielte der 1934 in Klagenfurt geborene Sohn der großbürgerlichen deutsch-österreichischen Familie Bockelmann Mundharmonika und Akkordeon, bald auch Klavier. Krieg und Nachkriegszeit seien für ihn bedrückende Jahre gewesen, berichtete Jürgens 2004 in seinem Bestseller „Der Mann mit dem Fagott“. Damals entstand wohl schon jenes „unstillbare Harmoniebedürfnis“, zu dem sich Jürgens stets bekannte.

Den internationalen Durchbruch ersang sich der spätere „Schlager-Professor“ 1966 bei seiner dritten Teilnahme am Eurovision Song Contest (damals noch: Grand Prix Eurovision) mit einem Lied, das auf der Liste seiner Evergreens weit oben steht: „Merci, Cherie“.

Lange danach sang Jürgens zur Begeisterung vieler Pensionisten: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran.“ Doch selbst mit 80 ist für ihn an Ruhestand gar nicht zu denken. Kurz vor dem Geburtstag hat er ein neues Album veröffentlicht - mit dem leicht koketten Titel „Mitten im Leben“.