Ausland

Toter Italiener in Kairo: Diplomatische Spannungen

Zwischen Italien und Ägypten herrscht Spannung, seit der italienische Wirtschaftsstudent Giulio Regeni am Mittwoch in der ägyptischen Hauptstadt halbnackt, mit Folterspuren am Körper und schwer entstelltem Gesicht tot gefunden wurde. Die Täter hatten die Leiche nahe der Ringautobahn am Rand der Wüste in einen Graben geworfen.

An der Leiche wurden Messerstiche und Brandwunden von Zigaretten, Schnitte im Ohr und Spuren von Schlägen gefunden. Sie würden auf einen „langsamen Tod“ hindeuteten, erklärte die Staatsanwaltschaft. Gerüchte, wonach zwei Personen wegen des Todesfalls festgenommen worden sind, wurden von den ägyptischen Behörden nicht bestätigt.

Italienische Medien vermuten, dass der aus der Nähe von Udine stammende Regeni, der an der britischen Universität Cambridge über die Rolle der Gewerkschaften in Ägypten nach 2011 promoviert hatte, wegen seiner Kontakte zu Menschenrechtsaktivisten und Oppositionsbewegungen in Kairo ins Visier ägyptischer Sicherheitskräfte geraten sein könnte. Er war seit September als Gastwissenschaftler an der Amerikanischen Universität Kairo (AUC) für seine Doktorarbeit in Kairo, um seine Arabischkenntnisse zu vertiefen.

„Wir wollen die ganze Wahrheit wissen“

Am Tag seines Verschwindens am 25. Jänner war die Stadt voller Polizei und Agenten der Staatssicherheit, die Proteste verhindern sollten. Italienische Medien vermuten, dass Regeni an diesem Tag von der Staatssicherheit verhaftet, gefoltert und getötet worden sei.

„Wir wollen die ganze Wahrheit wissen, bis ins letzte Detail“, verlangte Italiens Außenminister Paolo Gentiloni. Innenminister Angelino Alfano forderte die ägyptischen Behörden zur aktiven Zusammenarbeit zur Klärung der Hintergründe von Regenis Tod auf und verlangte exemplarische Strafen für die Täter. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al Sisi telefonierte mit Premier Matteo Renzi. Er habe dem Innenministerium in Kairo befohlen, alles zur Aufklärung des Todesfalls zu unternehmen.

US-Wahlkampf: Sanders holt Clinton laut Umfrage ein

Kurz nach dem Beginn der US-Vorwahlen hat der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton in einer landesweiten Umfrage faktisch eingeholt. Der gestern veröffentlichten Reuters/Ipsos-Ergebung zufolge kommt Clinton bei Wählern ihrer Partei auf 48 Prozent und Sanders auf 45 Prozent, was im Rahmen der Genauigkeit der Umfrage als Gleichstand zu bewerten ist.

Anfang des Jahres hatte Clinton noch deutlich geführt. Sie gewann allerdings am Montag die Urwahl der Demokraten in Iowa nur knapp vor Sanders. Es wird zudem erwartet, dass er die kommende Vorwahl in New Hampshire gewinnen wird. Bei den Republikanern führt der Umfrage zufolge weiter der Milliardär Donald Trump mit 40 Prozent, gefolgt von den Senatoren Ted Cruz (16 Prozent) und Marco Rubio (13 Prozent).

Über die Vorwahlen in den einzelnen Bundesstaaten bestimmen die beiden großen US-Parteien ihre jeweiligen Kandidaten für die Präsidentenwahl Anfang November. Der demokratische Amtsinhaber Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Obama und Xi kündigen Vorgehen gegen Nordkorea an

US-Präsident Barack Obama und der chinesische Präsident Xi Jinping haben über eine gemeinsame Antwort auf den jüngsten nordkoreanischen Atomtest beraten. Nach Angaben des Weißen Hauses kamen Obama und Xi bei einem Telefonat gestern überein, auf die „Provokationen“ Pjöngjangs mit einer „wirkungsvollen“ UNO-Resolution zu reagieren.

Beide Präsidenten hätten die Bedeutung einer „starken und geeinten internationalen Antwort“ hervorgehoben. Nordkorea hatte am 6. Jänner die Zündung einer Wasserstoffbombe verkündet und damit weltweit Empörung hervorgerufen.

Pjöngjang plant Raketenstart

Der vierte Atomwaffentest Nordkoreas seit dem Jahr 2006 war vom UNO-Sicherheitsrat scharf verurteilt worden. Atomexperten und die US-Regierung bezweifelten allerdings, dass es sich tatsächlich um eine Wasserstoffbombe gehandelt habe. Die Explosion sei dafür nicht stark genug gewesen.

Die international isolierte Führung in Pjöngjang plant nach eigenen Angaben auch im Zeitraum vom 8. bis zum 25. Februar den Start einer Langstreckenrakete. Nordkorea erklärte, dass ein Satellit für eine wissenschaftliche Mission ins All gebracht werden solle. Die Staatengemeinschaft betrachtet den geplanten Raketenstart aber als Test einer ballistischen Rakete, was Nordkorea laut einer UNO-Resolution verboten ist.

Iran: Hunderte Reformer dürfen doch zur Wahl antreten

Bis zu 25 Prozent der ursprünglich vom Wächterrat abgelehnten Kandidaten dürfen nun doch an der Parlamentswahl am 26. Februar im Iran teilnehmen. Ratssprecher Nedschatolla Ebrahimi sagte der Nachrichtenagentur Fars gestern, dass die Kandidatur von 20 bis 25 Prozent der disqualifizierten Personen wieder bestätigt sei. Genaue Zahlen nannte er nicht.

Laut Beobachtern handelt es sich bei den wieder zugelassenen Kandidaten hauptsächlich um Reformer, die Präsident Hassan Rouhani unterstützen. Es dürften mehrere hundert sein.

Im Vorfeld der Wahl waren viele von ihnen vom Wächterrat, einem erzkonservativen Kontrollgremium, disqualifiziert worden. Das führte zu Protesten. Rouhani hatte den Wächterrat am Dienstag gewarnt, bei den Menschen sollte nicht der Eindruck erweckt werden, dass der Wahlausgang im Voraus organisiert und orchestriert sei. Die Ratsmitglieder sollten daher zumindest einige ihrer Entscheidungen revidieren.

Nach der Umsetzung des Atomabkommens und der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen vor einem Monat haben die Reformer gute Chancen auf einen Wahlsieg. Die Hardliner, die in den letzten drei Legislaturperioden das Parlament dominierten, sehen dadurch ihre politische Existenz gefährdet.

PEGIDA-Aktionstag in zahlreichen europäischen Städten

Die deutsche PEGIDA-Bewegung und weitere fremdenfeindliche Zusammenschlüsse in anderen europäischen Staaten planen heute einen gemeinsamen Aktionstag. Demonstrationen sind in Dresden und anderen Städten geplant, darunter Prag, Warschau, Amsterdam und Birmingham. Der österreichische PEGIDA-Ableger demonstriert in Graz.

In Dresden werden bis zu 15.000 PEGIDA-Anhänger und 10.000 Gegendemonstranten erwartet. Die Polizei befürchtet Zusammenstöße zwischen PEGIDA-Anhängern und -Gegnern und ist mit rund 1.000 Polizisten im Einsatz. In Graz will die Polizei die PEGIDA-Anhänger von den Gegendemonstranten trennen, die 95-jährige Widerstandskämpferin Maria Cäsar wird als Ehrengast der „Mahnwache gegen PEGIDA“ erwartet.

Serbischer Minister nach sexistischer Aussage abgesetzt

Das serbische Parlament hat gestern die von Premier Aleksandar Vucic in der Vorwoche vorgeschlagene Amtsenthebung des Verteidigungsministers Bratislav Gasic einstimmig beschlossen. Gasic, einer der engsten Mitarbeiter des Regierungschefs, verlor sein Ressort wegen einer sexistischen Bemerkung gegenüber einer Journalistin im Dezember.

Gegenüber einer Reporterin des Fernsehsenders B-92, die einer schwenkenden Kamera auswich, erklärte der Minister, er mag Journalistinnen, die gerne in die Knie gingen. Vucic hatte daraufhin Gasics Amtsenthebung angekündigt, sie allerdings erst zwei Monate später nach wiederholten Protesten der Journalistenverbände dem Parlament auch vorgeschlagen. Das Verteidigungsministerium wird vorläufig von Finanzminister Dusan Vujovic geleitet. Im Frühjahr soll eine vorgezogene Parlamentswahl stattfinden.

China gibt Verhaftung von Buchhändlern in Hongkong zu

Die chinesische Polizei hat erstmals zugegeben, drei seit dem vergangenen Jahr vermisste Mitarbeiter eines chinakritischen Verlags aus Hongkong festzuhalten. Zwei waren schon zuvor in chinesischem Gewahrsam wieder aufgetaucht. Die Affäre sorgte auch international für Aufsehen, da befürchtet wurde, chinesische Agenten hätten die fünf Buchhändler verschleppt. Der Stein des Anstoßes war offenbar ein geplantes Buch über das Liebesleben des chinesischen Staats- und Parteichefs Xi Jinping. Auch einer der Koautoren des Werkes meldete sich nun zu Wort.

Mehr dazu in Politisch heikle Bücher

Inland

Starker Anstieg bei ausländerfeindlichen Straftaten

Die Zahl der ausländerfeindlichen Straftaten in Österreich hat sich im Vorjahr verdreifacht. Und das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung ortet auch einen massiven Anstieg von Angriffen auf Asylwerber und Asylwerberheime. Sie reichen von Sachbeschädigungen bis Körperverletzungen. Der vorläufige negative Höhepunkt vor drei Tagen in Graz: Ein Autofahrer hat offenbar gezielt versucht zwei Asylwerber zu rammen, einer wurde verletzt.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Faymann: Frontex soll Flüchtlinge in Türkei schicken

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) will alle an der griechischen EU-Außengrenze von der Grenzschutzagentur Frontex aufgegriffenen Flüchtlinge direkt in die Türkei zurückschicken. Einen entsprechenden Vorschlag habe er am Rande der Londoner Syrien-Konferenz dem türkischen Premier Ahmet Davutoglu unterbreitet, sagte Faymann der „Kronen Zeitung“ und „Österreich“ (Samstag-Ausgaben).

„Es müssen alle gerettet werden, aber dann müssen die Menschen zurück in die Türkei geschickt werden. Dann wäre Frontex nicht mehr nur ein Rettungsprogramm, sondern tatsächlich auch ein Grenzschutzprogramm“, sagte Faymann laut „Österreich“. Er räumte ein, dass Ankara bei dieser „Maximalvariante“ mitspielen müsste.

„Einzige Maßnahme“

Faymanns Sprecherin konkretisierte auf APA-Anfrage, dass dieser Vorschlag die Umsetzung des drei Milliarden Euro schweren Flüchtlingsdeals zwischen Ankara und der EU erleichtern solle. Eine Bedingung des Deals ist nämlich, dass die Türkei die Flüchtlinge von der Weiterreise abhält. Das sei aber „schwer nachweisbar“. In der „Kronen Zeitung“ bezeichnete Faymann seinen Vorschlag auch als „einzige Maßnahme, die radikal wirkt und das Schlepper-Modell zur Gänze durchbricht“.

Als „Plan B“ will der Kanzler parallel am Schutz der österreichischen Grenze arbeiten. „Das ist eine Notlösung, aber wir dürfen uns nicht Plan A ausliefern“, sagte er der „Kronen Zeitung“. Laut „Österreich“ will Faymann auch an den möglichen Ausweichrouten ein Grenzsystem wie in Spielfeld bauen lassen.

Mögliche Einigung bei Fingerabdrücken

In der Debatte über die Speicherung der Fingerabdrücke von Flüchtlingen auf der Ein- und Durchreise scheint sich eine Einigung abzuzeichnen. SPÖ und ÖVP sind sich grundsätzlich einig, dass sie gespeichert werden sollen. Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) meint, dass das bereits jetzt „ausnahmslos und lückenlos“ möglich ist, die ÖVP besteht aber auf einer gesetzlichen Klarstellung. Nun soll laut Innenministerium möglichst schnell ein Konsens für eine entsprechende Gesetzesformulierung gefunden werden. Die Weisung, dass sofort alle Abdrücke gespeichert werden, gibt es laut Innenministerium nicht.

Mehr dazu in Gesetzesänderung im Frühjahr

Heta: Angebot an Gläubiger „nicht verhandelbar“

Pattsituation in Kärnten: Nachdem einige Gläubiger einmal mehr klargemacht haben, dass sie sich nicht mit 75 Prozent ihres Investments abspeisen lassen, hat gestern die Kärntner Finanzreferentin Gaby Schaunig (SPÖ) via Aussendung festgehalten: „Das Heta-Angebot ist einmalig und nicht verhandelbar.“

Kärnten, das laut der Ratingagentur Moody’s, dem Bund und der Nationalbank bei einem Scheitern der Gespräche mit den Gläubigern von der Pleite bedroht ist, gibt sich jedenfalls weiterhin kämpferisch. „Aus diesen Gründen müssen sich die Gläubiger klar sein, dass sie hier das einzige, nicht verhandelbare Angebot und das bestmögliche Ergebnis vor sich liegen haben“, betonte die Finanzreferentin.

Wirtschaft

Bilfinger verkauft Wassertechnologiesparte an China

Das Bau- und Dienstleistungsunternehmen Bilfinger verkauft sein Geschäft mit Wassertechnologie für 200 Millionen Euro an die chinesische Chengdu Techcent Environment Gruppe. Dies teilte Bilfinger heute Früh in einer Pflichtmitteilung mit.

Insider hatten zuvor den Finanzinvestor Triton als möglichen Käufer für die Division Water Technologies genannt.

Die Sparte beschäftigt etwa 1.600 Mitarbeiter. Bilfinger hatte Mitte Jänner überraschend einen radikalen Umbau angekündigt. Unter anderem soll ein Verkauf der Sparte Bau- und Immobilienmanagement geprüft werden.

Air-Berlin-Piloten verzichten offenbar auf Gehaltserhöhung

Im Ringen um eine Senkung der Kosten spart Air Berlin einem Magazinbericht zufolge auch bei den Piloten. 1.250 Piloten würden im laufenden Jahr auf ihre bereits 2013 ausgehandelte Gehaltserhöhung von vier Prozent verzichten, meldete der „Spiegel“.

Eine Urabstimmung solle im Herbst darüber entscheiden, ob auch 2017 auf eine Anhebung verzichtet werde. Zudem würden die Bezüge von Firmenchef Stefan Pichler und rund 80 Führungskräften um fünf bis zehn Prozent gekürzt. Darüber hinaus müssten Überstunden künftig vorab angemeldet, vom Vorstand bewilligt und möglichst durch Freizeit abgegolten werden.

Die nach der Lufthansa zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft steckt seit längerem in der Krise - auch mehrere Sanierungsrunden und Chefwechsel brachten kaum Erfolg. In den vergangenen sieben Jahren flog Air Berlin nur einmal einen Konzernüberschuss ein. Die arabische Fluggesellschaft Etihad, die knapp 30 Prozent an dem Berliner Unternehmen hält, musste bereits mit Finanzspritzen helfen.

Schuldenstreit in USA: Argentinien bietet 6,5 Milliarden

Argentinien zeigt im Konflikt mit US-Hedgefonds um alte Staatsschulden erstmals seit Jahren ernsthafte Kompromissbereitschaft. Die neue Regierung bietet den klagenden Investoren 6,5 Milliarden Dollar (5,8 Mrd. Euro), wie der der vom zuständigen New Yorker Bezirksgericht bestellte Vermittler Daniel A. Pollack in der Nacht auf heute mitteilte.

Er habe sich in der vergangenen Woche mit hochrangigen Vertretern beider Seiten getroffen und es seien „enorme Fortschritte“ gemacht worden.

Allerdings blieb zunächst unklar, wie die Investoren die Offerte bewerten. „Wir kommentieren zum jetzigen Zeitpunkt nicht“, sagte ein Sprecher des Hedgefonds Aurelius Capital. NML Capital aus dem Imperium des US-Milliardärs Paul Singer, ebenfalls eine führende Kraft in dem Verfahren gegen Argentinien, war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Bei dem Angebot müssten die Gläubiger Abstriche in Höhe mehr als 25 Prozent an den ursprünglichen Forderungen von insgesamt über neun Milliarden Dollar machen.

Staatspleite Ende 2001

Die strittigen Anleiheschulden stammen aus der Staatspleite von Ende 2001. Die Hedgefonds und einige andere Investoren hatten die folgenden Umschuldungsangebote Argentiniens anders als 93 Prozent der Gläubiger ausgeschlagen und auf volle Rückzahlung geklagt.

Der US-Bezirksrichter Thomas Griesa urteilte 2014 gegen Argentinien und verfügte, dass das Land die Schulden begleichen muss, bevor es weiter andere Staatsanleihen bedienen kann. Der Fall wird in New York verhandelt, weil die Papier einst unter US-Recht ausgegeben wurden, um sie an den Finanzmärkten attraktiver zu machen.

New Jersey verklagt VW im Abgasskandal

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte nimmt die Klagewelle gegen den Volkswagen-Konzern in den USA weiter Fahrt auf. Auch der Bundesstaat New Jersey hat ein Verfahren gegen den deutschen Autokonzern eröffnet, wie der zuständige Generalbundesanwalt John J. Hoffmann gestern mitteilte.

VW wird vorgeworfen, durch den Einbau von illegaler Manipulationssoftware Verbraucher getäuscht und das Gesetz zur Luftreinhaltung verletzt zu haben. „Im letzten Jahrzehnt hat sich Volkswagen in einem der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Automobilindustrie engagiert“, heißt es in der Anklage.

Klagen auch in anderen Bundesstaaten

Der Konzern, auch die Töchter Audi und Porsche sind explizit genannt, habe von den Manipulationen profitiert, weil er Absatz, Marktanteil und Gewinne dadurch habe steigern können. VW hatte am 18. September auf Druck der US-Umweltbehörde EPA eingeräumt, seit 2009 in großem Stil bei Abgastests betrogen zu haben.

New Jersey folgt etlichen anderen ähnlich gelagerten Klagen von US-Landkreisen und -Bundesstaaten. Anfang Jänner hatte auch das Justizministerium im Auftrag der EPA ein Zivilverfahren gegen den Wolfsburger Konzern eröffnet. VW drohen Strafen in zweistelliger Milliardenhöhe. Zudem muss sich der Konzern mit den Vorwürfen zahlreicher privater Klägern zumeist wegen Vertragsbruchs und Betrugs auseinandersetzen. Mehr als 500 solcher Klagen sind bei einem Bezirksrichter in San Francisco gebündelt.

Millionenzahlung: HSBC und US-Behörden legen Streit bei

Die britische Bank HSBC hat im Streit mit den US-Behörden über die Vergabe von Krediten an Hausbesitzer einen Vergleich erzielt und zahlt 470 Millionen Dollar (419,42 Mio. Euro). Das Justizministerium teilte gestern mit, 370 Millionen Dollar kämen Verbrauchern zugute. Der Rest gehe zum größten Teil über die Behörden an Menschen, die ihr Haus durch Zwangsvollstreckungen verloren hätten.

Die HSBC begrüßte den Vergleich: Er nutze den Hausbesitzern und der Immobilienwirtschaft gleichermaßen. Gegen den Finanzkonzern hatten unter anderem die Regierung in Washington und fast alle Bundesstaaten wegen seiner Praxis bei der Kreditvergabe und Zwangsvollstreckungen verklagt.

Im Zuge der Immobilienkrise in den USA zwischen 2007 und 2009 hatten viele Bürger ihre Häuser verloren, weil sie ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten und die Banken daraufhin die Zwangsvollstreckung erwirkten. Ermittlungen gegen die HSBC ergaben, dass die Bank dabei nicht sorgfältig genug war.

Arbeitslosenquote in USA fiel unter fünf Prozent

Die Arbeitslosenquote in den USA ist im Jänner erstmals seit acht Jahren unter fünf Prozent gefallen. Präsident Barack Obama pries die Erholung auf dem Jobmarkt gestern als das Ergebnis seiner Wirtschaftspolitik. Die Menschen in den Vereinigten Staaten „können stolz sein auf den Fortschritt, den wir gemacht haben“, sagte er.

Das Arbeitsministerium in Washington hatte zuvor mitgeteilt, dass die Arbeitslosenquote im vergangenen Monat auf 4,9 Prozent gefallen sei, den niedrigsten Stand seit Februar 2008. Die Zahl der zusätzlich geschaffenen Stellen blieb zum Jahresbeginn mit 151.000 allerdings hinter den Erwartungen zurück.

Analysten hatten mit 188.000 zusätzlichen Stellen gerechnet. Im Dezember hatte die US-Wirtschaft aktualisierten Angaben zufolge noch 262.000 Jobs geschaffen. Die Jobzahlen in den USA werden in einer Erhebung bei Arbeitgebern ermittelt, die Arbeitslosenstatistik in einer separaten Umfrage in Privathaushalten.

„Wir haben uns von der schlimmsten wirtschaftlichen Krise seit den 30er Jahren erholt“, sagte Obama vor Journalisten im Weißen Haus. „Und wir haben es schneller, stärker, besser und nachhaltiger geschafft als fast jede andere Industrienation.“ In den vergangenen sechs Jahren seien in den USA 14 Millionen neue Jobs entstanden.

Fitch bestätigt Rating von Österreich

Die US-Ratingagentur Fitch hat die Einstufung der Kreditwürdigkeit Österreichs gestern mit „AA+“ bestätigt. Der Ausblick wurde als „stabil“ eingestuft.

Zudem rechnet Fitch mit einem stärkeren Wachstum der irischen Wirtschaft und sieht die Kreditwürdigkeit des Landes deshalb jetzt positiver. Die entsprechende Bewertung sei von „A-“ um eine Stufe auf „A“ heraufgesetzt worden, teilte das Institut mit.

Sport

Ski Alpin: Nächster Angriff auf Dominatorin Vonn

Nachdem die Herren-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen letzte Woche mit dem Überraschungssieg des Norwegers Aleksander Aamodt Kilde geendet hat, ist die Favoritenrolle für die heutige Damen-Abfahrt (11.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) klar an Lindsey Vonn vergeben. Die US-Amerikanerin gewann vier von fünf Saisonabfahrten. Nur die Schweizerin Lara Gut konnte einmal dagegenhalten, doch die fühlt sich in Garmisch sportlich nicht so wohl. Dafür wittern die von Cornelia Hütter angeführten ÖSV-Damen ihre Siegeschance.

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Bundesliga: Salzburg-Jäger aus Wien legen los

Mit zwei bzw. drei Punkten Rückstand auf Tabellenführer Salzburg starten die Wiener Verfolger Austria und Rapid in das Bundesliga-Frühjahr. Bevor der Titelverteidiger aus der Mozartstadt morgen bei der Admira antritt, müssen die Violetten in Grödig und die Grün-Weißen zu Hause gegen den WAC schon heute ihre heiklen Aufgaben erledigen. Ein guter Start in den ersten Runden ist ein Muss, um bis zum Schluss an den „Bullen“ dranbleiben zu können.

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Super Bowl: Die „Monster“ aus der zweiten Reihe

„Defense wins Championships“ - Verteidigung gewinnt Meistertitel, lautet ein alter Spruch in der National Football League (NFL). Auf Super Bowl 50 zwischen den Denver Broncos und Carolina Panthers trifft das besonders zu.

Denn für viele Experten könnten die Linebacker Von Miller auf der einen und Luke Kuechly auf der anderen Seite spielentscheidend werden. Beide räumen in der zweiten Reihe hinter der Defense Line auf, beide sind wahre „Monster“ auf dem Feld und beiden fehlt nur noch der Meistertitel in ihren Vitrinen.

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Chronik

Mehrere Patienten gestorben: 30 Jahre Haft für US-Ärztin

Eine Ärztin aus dem US-Bundesstaat Kalifornien ist wegen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Drei ihrer Patienten sind an einer Überdosis gestorben, nachdem sie ihnen große Mengen an gefährlichen, suchtauslösenden Medikamenten verschrieben hatte.

Die drei jungen Männer waren laut Staatsanwaltschaft zwischen 21 und 28 Jahren alt und benötigten die Medikamente aus medizinischer Sicht nicht. Ein Richter in Los Angeles setzte gestern das Strafmaß fest. Die Frau war bereits im vergangenen Herbst von Geschworenen wegen Mordes schuldig gesprochen worden.

Mehrere unaufgeklärte Todesfälle

Dies sei der erste Fall in den USA, dass ein Arzt nach verantwortungslosem Verschreiben von Medikamenten wegen Mordes verurteilt worden sei, hieß es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft nach dem Schuldspruch im Herbst. Dieses Urteil sei eine „wichtige Botschaft“ an Ärzte, die aus Profitsucht das Leben ihrer Patienten aufs Spiel setzen würden, sagte Staatsanwältin Jackie Lacey. Die Todesfälle ereigneten sich im Jahr 2009, die Medizinerin war nach längeren Ermittlungen der Behörden 2012 festgenommen worden.

Die 46 Jahre alte Ärztin aus Rowland Heights wird mit mehreren Todesfällen in Verbindung gebracht: In weniger als drei Jahren sind neun ihrer Patienten gestorben. In dem Zeitraum nahm sie laut Staatsanwaltschaft fünf Millionen Dollar (4,5 Mio. Euro) mit ihrer Praxis ein und gab wiederholt starke, suchtauslösende Medikamente an die Patienten ab. Sie soll zudem Krankenakten gefälscht haben. Daher vermuten die Ermittler finanzielle Motive.

Hannover: Molotow-Cocktails auf Passanten geworfen

Ein unbekannter Täter hat in Hannover zwei Brandsätze vom Dach eines Parkhauses vor den Haupteingang eines Einkaufscenters geworfen. Die vermutlich mit Benzin gefüllten Glasflaschen entzündeten sich nicht, als sie auf dem Gehweg zwischen den Passanten aufschlugen, wie die Polizei mitteilte. Verletzt wurde niemand. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar.

Zeugen hatten beobachtet, wie die Brandsätze gestern Abend vom Dach des Parkhauses geschleudert wurden. Polizisten fanden auf dem Dach drei weitere mit einer Lunte versehene und wohl ebenfalls mit Benzin gefüllte Flaschen, von denen eine bereits brannte. Die Suche nach dem Täter blieb zunächst ohne Erfolg. Die Ermittlungen wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes laufen.

Tödliche Schüsse vor Boxkampf in Dublin

Nach der Wiegeprozedur für einen Boxkampf in einem Dubliner Hotel haben gestern Unbekannte das Feuer eröffnet. Ein Mann wurde laut Angaben der Polizei getötet, zwei weitere wurden verletzt. Die Opfer seien zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Regency Airport Hotel in Dublin

APA/AFP/Caroline Quinn

Die genauen Umstände der Tat waren zunächst unklar. Die Angreifer konnten fliehen. „Wir wissen nicht, wie sie entkommen konnten“, sagte ein Polizeisprecher in Dublin. Man wolle zunächst keine Einzelheiten bekanntgeben.

Wie der Sender RTE berichtete, trugen die Angreifer Polizeiuniformen und schossen mit Kalaschnikow-Maschinengewehren. Es handle sich vermutlich um eine Abrechnung im Drogenmilieu und um einen Racheakt für einen Mord im vergangenen Jahr in Spanien.

19 Tote bei Hotelbrand in irakischer Stadt Erbil

Bei einem Brand in einem Viersternehotel der irakischen Kurdenstadt Erbil sind nach Behördenangaben gestern mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. 14 Todesopfer stammten von den Philippinen, Dutzende Menschen wurden verletzt.

Erste Ermittlungen ergaben als Brandursache einen elektrischen Defekt in einer Sauna, wie der Gouverneur der Provinz Erbil, Nawsad Hadi, mitteilte.

Erbil ist die Hauptstadt der autonomen Kurdenregion im Nordirak. Von der tödlichen Gewalt in anderen Teilen des Landes blieb die Region weitgehend verschont.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen beim Villacher Fasching

Beim heutigen Faschingsumzug in Villach (Kärnten) werden deutlich mehr Beamte und Überwachungskameras im Einsatz sein. Grund dafür sind Vorfälle wie zu Silvester in Köln, wo Frauen von Männern sexuell bedrängt wurden.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Verstärkte Kontrollen auch auf den Straßen

Angesichts der zahlreichen Faschingsfeierlichkeiten wird derzeit auch auf Österreich Straßen verstärkt kontrolliert. Die Polizei wird bis Faschingsdienstag Alkolenker verstärkt ins Visier nehmen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at, burgenland.ORF.at und vorarlberg.ORF.at (vorarlberg.orf.at

Gesundheit

Womöglich drei Tote durch Zika-Virus in Kolumbien

In Kolumbien hat es nach Angaben der Regierung drei Todesfälle gegeben, die durch das Zika-Virus ausgelöst worden sein könnten. Gesundheitsminister Alejandro Gaviria sagte gestern in Bogota, es gebe eine „Kausalbeziehung“ zwischen den Todesfällen im Department Antioquia und auf den Karibik-Inseln San Andres und Providencia und dem Zika-Virus.

Denn, so der Minister, die drei Personen seien an der Lähmungskrankheit Guillain-Barre gestorben. Die Zahl möglicher Zika-Infektionen liege inzwischen bei 80.000 bis 100.000.

Im Zusammenhang mit dem Zika-Virus wurden auch in Rio de Janeiro mehrere schwere Fälle der Lähmungskrankheit Guillain-Barre bekannt. Wie die Zeitung „O Globo“ berichtete, habe das auf die Behandlung von Nervenkrankheiten spezialisierte Hospital Universitario Antonio Pedro seit Jänner 16 Fälle behandelt. Zwei Patienten, die sich mit Zika infiziert hätten, befänden sich in sehr ernstem Zustand. Normalerweise habe man fünf Fälle pro Jahr.

IT

Twitter sperrt 125.000 Accounts aus dem IS-Umfeld

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat seit Mitte 2015 rund 125.000 Zugänge geschlossen, über die terroristische Aktionen vor allem der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angedroht oder unterstützt wurden. Das Unternehmen teilte gestern mit, es verurteile diesen Missbrauch von Twitter und das Brechen seiner Regeln.

„Wie die meisten Menschen auf der Welt sind wir über diese Gräueltaten erschüttert“, erklärte Twitter. „Diese Art von Verhalten wird von unserem Dienst nicht unterstützt, genauso wenig wie jede gewalttätige Bedrohung.“

Alle Twitter-Zugänge und -Mitteilungen würden sehr genau untersucht, ein entsprechendes internes Team sei dafür verstärkt worden. Neben den bereits geschlossenen Zugängen würde eine ganze Reihe von Accounts beobachtet, die ähnliche Merkmale aufwiesen. Twitter arbeite in seinem Kampf gegen Terrorismus eng mit den Strafverfolgungsbehörden und der Justiz zusammen.

Science

US-Astronaut Edgar Mitchell gestorben

Der sechste Mensch auf dem Mond, Edgar Mitchell, ist tot. Der frühere US-Astronaut starb am Donnerstag im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus in West Palm Beach im Bundesstaat Florida, wie die Zeitung „Palm Beach Post“ gestern unter Berufung auf seine Familie berichtete.

Edgar Mitchell

APA/AFP/Nasa

Mitchell war im Januar 1971 zusammen mit Alan Shepard und Stuart Roosa in der Apollo 14 zum Mond gereist. Er war der Pilot der Mondfähre und betrat als sechster Mensch den Mond. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa verbrachte die Besatzung 33 Stunden auf der Mondoberfläche und sammelte mehr als 45 Kilogramm Mondgestein ein - womit sie damals einen Rekord aufstellte.

Geboren wurde Mitchell am 17. September 1930 im Bundesstaat Texas, zur Nasa ging er 1966. Nach seiner Astronauten-Karriere befasste sich Mitchell unter anderem mit Ufos und Außerirdischen.

Kultur

Ai Weiwei hüllte Prager Tierkreis-Skulptur in Rettungsdecken

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat in Prag Tierkreis-Skulpturen in goldfarbene Rettungsdecken gehüllt, um an das Schicksal von aus dem Meer geretteten Migranten zu erinnern. „Ich weiß, dass es in Tschechien Widerstand gegen die Aufnahme von Flüchtlingen gibt“, sagte er gestern der Agentur CTK zufolge. Er rief dazu auf, mehr Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen.

Chinesischer Künstler Ai Weiwei vor in Gold gehüllten Tierkreis-Skulpturen in Prag

AP/CTK/Michal Krumphanzl

Die Plastik „Circle of Animals/Zodiac Heads“ mit Figuren aus dem chinesischen Tierkreis wie Löwe, Schlange und Hase steht seit dieser Woche vor dem Ausstellungsgebäude für moderne Kunst der Prager Nationalgalerie. Anfang Jänner hatte der 58-Jährige gesagt, er wolle auf der griechischen Insel Lesbos ein Mahnmal für ertrunkene Flüchtlinge errichten.

Fransen und Schleierkraut auf dem Opernball

„Der Opernball ist wieder cool geworden.“ Zu dieser Bilanz kam Ballorganisatorin Desiree Treichl-Stürgkh in der Nacht auf gestern. Für die Frage aller Fragen an sie, wie es ihr denn mit dem letzten offiziellen Opernball gehe, hatte sie sogar eine Träne übrig. Und sonst ging es ihr gut. Denn der Opernball lieferte keine Skandale, und auch die eingeflogenen Promis hatten sich, bis auf den Kurzauftritt von Delon junior, so weit ganz gut im Griff, dass über den 60-Jahre-Opernball-Ball-der-Bälle das Schleierkraut des Friedens zu breiten wäre. Die buschige Dekoration des Abends war der Renner in den Sozialen Medien. Genauso omnipräsent wie der Blumenschmuck war die Ballchefin: Mit Gold und Gigafransen am Kleid durfte sie zu Recht für sich beanspruchen: „Wir haben den Ball entstaubt.“

Mehr dazu in Fransenkleid und Schleierkraut

Lifestyle

Leute

Bhutans Königin bringt Thronfolger zur Welt

Bhutans Königspaar hat zur Freude des buddhistischen Himalaya-Staats die Geburt seines ersten Kindes verkündet. „Ihre Majestäten und die Mitglieder der königlichen Familie sind von großer Freude über die Geburt seiner Königlichen Hoheit erfüllt“, erklärte der Königspalast heute.

Der Sohn von König Jigme Khesar Namgyel Wangchuck und Königin Jetsun Pema kam demnach gesund und wohlbehalten im Lingkana Palast der Hauptstadt Thimphu zur Welt.

Das im Himalaya zwischen Indien und China gelegene buddhistische Königreich wird seit 2008 von dem aktuellen König regiert, nachdem sein Vater abgedankt hatte. Seine Hochzeit 2011 fand unter der Anteilnahme der Bevölkerung teil, die das Könighaus hoch verehrt. Der Name des neuen Thronfolgers wurde bisher nicht bekannt gegeben. Wie der Königspalast mitteilte, wurde seine Geburt mit einer religiösen Zeremonie unter Aufsicht des geistlichen Oberhaupts Je Khenpo gefeiert.