Ausland

USA und Kuba wollen wieder Botschaften eröffnen

Nach mehr als einem halben Jahrhundert ohne diplomatische Beziehungen haben die USA und Kuba eine Einigung über die Wiedereröffnung von Botschaften erreicht.

Die Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen und der Austausch von Botschaftern werde heute offiziell verkündet, verlautete gestern aus Regierungskreisen in Washington. US-Präsident Barack Obama werde dazu vor die Presse treten.

Jemen: 1.200 Häftlinge aus Gefängnis geflohen

Im Jemen sind bei heftigen Kämpfen in der Stadt Tais 1.200 Häftlinge aus dem Zentralgefängnis befreit worden - unter ihnen Unterstützer des Terrornetzwerks Al-Kaida. Das berichteten gestern lokale Medien und Sicherheitskreise.

Die Konfliktparteien im Jemen gaben sich gegenseitig die Schuld: Wie die von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtete, stürmten Al-Kaida-Kämpfer und mit ihr verbündete Milizen am Samstag die Haftanstalt. Aus anderen Sicherheitskreisen verlautete hingegen, Huthis und deren Verbündete hätten die Gefangenen befreit.

Meldungen aus dem Jemen sind wegen fehlender staatlicher Strukturen oder unabhängiger Medien nur schwer zu überprüfen. In dem Land im Süden der Arabischen Halbinsel kämpfen die Huthi-Rebellen gegen Anhänger des nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Ein saudisch geführtes Militärbündnis bombardiert seit Ende März die Huthis und ihre Verbündeten. Das Machtvakuum nutzt auch dem im Jemen sehr aktiven Terrornetzwerk Al-Kaida.

Dürre: Nordkorea stellt Hilfsgesuch an den Iran

Nordkorea hat sich mit der Bitte um humanitäre Hilfe zur Bekämpfung einer anhaltenden Dürrekatastrophe an den Iran gewandt. Der nordkoreanische Botschafter in Teheran, Kang Sam hyon, habe ein entsprechendes Gesuch an den Leiter des iranischen Roten Halbmonds, Amir Hossein Ziaie, gerichtet, meldete die Nachrichtenagentur Irna gestern. Kang unterstrich dabei die „starken freundschaftlichen Beziehungen“ zwischen beiden Staaten.

Nordkorea und der Iran sind seit dem Sturz des vom Westen unterstützten Schahs 1979 enge Verbündete. Beide Staaten unterliegen wegen ihrer Atomprogramme Strafmaßnahmen des Westens. Die Belieferung mit Nahrungsmitteln, insbesondere aus Südkorea und den USA, wurde stark heruntergefahren.

Angst vor großer Hungersnot

Pjöngjang hatte Mitte Juni mitgeteilt, dass die „schlimmste Dürre seit 100 Jahren“ sich vor allem auf den Reis- und Getreideanbau katastrophal auswirke. Mehr als 30 Prozent der Reisfelder seien ausgedörrt, in den Provinzen Süd und Nord Hwanghae gebe es so gut wie keinen Niederschlag. Nach Angaben des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums könnte die Getreideproduktion im Norden im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 20 Prozent sinken, wenn es bis Juli weiter so wenig regnen sollte.

Damit verstärken sich Ängste vor einer großen Hungersnot in Nordkorea. Bei einer Hungersnot Mitte und Ende der 90er Jahre starben Schätzungen von Nichtregierungsorganisationen zufolge Hunderttausende Nordkoreaner.

Luxemburg übernimmt EU-Ratspräsidentschaft

Luxemburg übernimmt ab heute für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft. Es ist das zwölfte Mal, dass das Gründungsmitglied der Europäischen Union diese Aufgabe innehat. Die luxemburgische Regierung will sich in dieser Zeit laut Programm vor allem für Wachstum und Jobs, Klimaschutz, die Flüchtlingspolitik, den Binnenmarkt und die außenpolitische Rolle der EU einsetzen.

Zudem dürfte die Griechenland-Krise die nächsten Monate das beherrschende Thema bleiben. Der Ratsvorsitz hat die Aufgabe, die Ministertreffen zu leiten und in der Gesetzgebung Kompromissvorschläge zwischen den Ländern und dem EU-Parlament und der EU-Kommission zu erarbeiten.

Alle sechs Monate wechselt die Ratspräsidentschaft zwischen den EU-Mitgliedsländern nach einer festgelegten Reihenfolge. Luxemburg übernimmt den Staffelstab von Lettland und wird ihn am 1. Jänner nächsten Jahres an die Niederlande weitergeben.

Drei Tote bei neuerlicher Explosion in Kairo

Nach dem tödlichen Anschlag auf Ägyptens Generalstaatsanwalt hat eine weitere Explosion nahe Kairo drei Menschen getötet. Die Opfer befanden sich gestern in einem mit Sprengstoff beladenen Auto, das in die Luft flog, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte. Eine weitere Person, die sich in der Nähe des Fahrzeugs befand, sei schwer verletzt worden.

Zerstörtes Auto in Kairo

APA/EPA/Mohamed Hesham

Nach Darstellung des Sprechers war das Auto auf dem Weg zu einer Polizeistation in einer Satellitenstadt Kairos. Die Bombe sei den unbestätigten Angaben zufolge explodiert, bevor das Ziel erreicht war.

Am Montag war eine Bombe nahe dem Autokonvoi von Generalstaatsanwalt Hischam Barakat explodiert und hatte den 65-Jährigen getötet.

IS erobert Teil von Grenzstadt zurück - interveniert Türkei?

Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben einen Teil der wichtigen Grenzstadt Tell Abjad in Nordsyrien von kurdischen Einheiten zurückerobert. Die Dschihadisten kontrollierten Bereiche im Osten des Ortes, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Coventry gestern mit. Die Nachrichtenagentur Hawar, die den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) nahesteht, berichtete von anhaltenden Kämpfen. Kurdische Einheiten hätten die sunnitischen IS-Extremisten eingekreist.

YPG fügte IS schwere Niederlage zu

Die Volksschutzeinheiten hatten Tell Abjad vor zwei Wochen befreit und dem IS damit eine schwere Niederlage zugefügt. Vergangene Woche nahmen sie zudem den Ort Ain Issa ein und rückten bis auf rund 50 Kilometer an die IS-Hochburg al-Rakka heran. Die Extremisten verloren ihre wichtigsten Nachschubwege in die Türkei.

Mit der Eroberung dehnten die Kurden ihre Kontrolle auf ein zusammenhängendes Gebiet aus, das sich Hunderte Kilometer entlang der Grenze zur Türkei ausdehnt. Die türkische Regierung befürchtet, dass die Kurden in Syrien einen eigenen Staat ausrufen und damit auch die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden im eigenen Land anheizen könnten. Die YPG ist eng mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden.

Warnung vor Intervention

Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdarolu warnte vor einer Intervention der Armee im Bürgerkriegsland. „Bloß nicht“, sagte der Chef der größten Oppositionspartei CHP der Tageszeitung „Hürriyet“ (Dienstag-Ausgabe). Die Regierung solle die Türkei nicht in ein Abenteuer stürzen. Kilicdaroglu reagierte damit auf Medienberichte über einen möglichen Einmarsch türkischer Truppen und der damit verbundenen Absicht, eine Pufferzone in Syrien einzurichten.

Der Sprecher des Präsidenten, Ibrahim Kalin, sagte, die Türkei plane keinen Alleingang in Syrien. Es sei jedoch Aufgabe eines Landes, seine Grenzen zu schützen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Präsident Recep Tayyip Erdogan machte vergangene Woche klar, dass die Türkei die Gründung eines solchen Staates nicht dulden werde.

Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad gelang es, in der umkämpften Stadt Hasaka im Nordosten Syriens IS-Kämpfer zurückzudrängen. Auch die Kurden, die den Norden der Stadt kontrollieren, eroberten einen Stadtteil von den Extremisten.

Inland

Petzner als Zeuge im Hypo-U-Ausschuss

Im heutigen Hypo-U-Ausschuss folgt als Auskunftsperson Haider-Intimus auf Haider-Intimus. Nach dem Pressesprecher des früheren Landeshauptmannes von Kärnten, Stefan Petzner, kommen zwei von dessen früheren Büroleitern. So wird Harald Dobernig erwartet, der auch Kärntner Finanzreferent und Hypo-Aufsichtskommissär war, sowie auch der Kurzzeit-FPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerald Mikscha.

Petzner selbst kündigte gegenüber der APA an, Unterlagen aus der Zeit der BayernLB in der Hypo für die Abgeordneten mitzubringen, die bisher fehlten, da man aus Bayern an keine Akten gelange. Streng genommen wird in der aktuellen Phase des U-Ausschusses aber diese Bayern-Zeit noch gar nicht untersucht, sondern die „Kärntner Zeit“ davor. Auch hier wollte Petzner „Neues und Interessantes“ beisteuern, sollten die passenden Fragen kommen.

Haider könne nicht mehr befragt werden, deshalb befrage man dessen frühere rechte Hände, meinte etwa der SPÖ-Fraktionsführer im U-Ausschuss, Kai Jan Krainer, über den wohl zeitintensiven U-Ausschuss-Tag. Sein Grünen-Pendant Werner Kogler sagte, generell werde der Ausschusstag noch mehr Einblick ins „System Haider“ bringen. ÖVP-U-Ausschuss-Chefin Gabriele Tamandl sagte, es gehe darum, jene Leute zu befragen, die am allernächsten dran waren, als der Milliardenskandal angerichtet wurde.

Rauchverbot in der Gastronomie ab 1. Mai 2018 fix

Nun ist es auch in Österreich so weit: Das totale Rauchverbot in der Gastronomie wurde gestern im Gesundheitsausschuss mit Mehrheit von SPÖ, ÖVP und Grünen beschlossen. Es tritt am 1. Mai 2018 in Kraft. Hotels und Beherbergungsbetriebe können zwar Raucherräume einrichten, diese müssen jedoch streng abgetrennt sein.

Steuerliche Prämie von 30 Prozent

Als Anreiz für einen vorzeitigen und freiwilligen Umstieg von Unternehmen schon vor dem 1. Juli 2016 wird es eine steuerliche Prämie in der Höhe von 30 Prozent für getätigte Umbauinvestitionen geben. Neben den klassischen Tabakerzeugnissen sind von der Regelung auch Wasserpfeifen und verwandte Produkte wie etwa die E-Zigaretten erfasst, berichtete die Parlamentskorrespondenz. Bei Verstößen gegen das Gesetz drohen den Wirten Strafen bis zu 2.000 Euro, den Rauchern bis zu 100 Euro.

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) sprach von einem sehr wichtigen Schritt vor allem im Sinne der Arbeitnehmer und hofft, dass viele Lokale von den Steuervorteilen Gebrauch machen und schon früher umsteigen. Österreich sei nun nicht mehr der „Aschenbecher Europas“.

In der Hotellerie gilt ein gänzliches Rauchverbot in den der Nächtigung von Gästen dienenden Zimmern, heißt es im Regierungsentwurf. Allerdings wurde den Beherbergungsbetrieben mit der Begründung, dass die Verweildauer der Gäste auch mehrere Tage oder Wochen betragen könne, die Möglichkeit eingeräumt, streng abgetrennte Raucherräume einzurichten. Diese Ausnahmeregelung gibt es für Gastronomiebetriebe nicht.

Steuerreform inklusive Konteneinsicht beschlossen

Im Finanzausschuss des Nationalrates ist gestern die Steuerreform beschlossen worden. Die Grünen stimmten bei der Lockerung des Bankgeheimnisses mit und bescherten der Koalition damit die für diesen Punkt notwendige Zweidrittelmehrheit. Bei der Erhöhung der KESt gab es noch keine Zustimmung der Grünen, eine solche ist aber bei der Endabstimmung um Plenum noch möglich.

Das Gesetzespaket zur Steuerreform wurde mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP beschlossen. Die Reform bringt eine Entlastung der Lohn- und Einkommenssteuerpflichtigen in Höhe von 5,2 Mrd. Euro pro Jahr. Für Niedrigverdiener wird die Negativsteuer erhöht, Pensionisten kommen erstmals in den Genuss dieser Möglichkeit. Die Kosten sollen über Steuererhöhungen, Sparmaßnahmen, Betrugsbekämpfung und eine „Selbstfinanzierung“ hereingebracht werden.

Grüne stimmten bei Konteneinsicht mit

Bis vor knapp zwei Wochen am seidenen Faden hing die De-facto-Abschaffung des Bankgeheimnisses (als eine der Maßnahmen gegen Steuerbetrug): Denn für einen Parlamentsbeschluss ist hier eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, die Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP brauchen daher die Zustimmung der Grünen.

Die Einigung mit der Oppositionspartei in diesem Punkt war am Donnerstag vor zwei Wochen zustande gekommen: So kommt es nun doch zu der von den Grünen geforderten Genehmigung der Kontenöffnung durch einen Richter am Bundesfinanzgericht. Im Begutachtungsentwurf war hingegen zuvor lediglich ein Vieraugenprinzip und die Einbeziehung eines Rechtsschutzbeauftragten vorgesehen. Eine weitere Neuerung war, dass auch bei Fällen bis zu 100.000 Euro dieser neue Instanzenzug angewendet wird, also auch in kleineren Causen eine richterliche Genehmigung nötig ist.

Noch keine Zweidrittelmehrheit für KESt-Erhöhung

Noch keine Zustimmung der Grünen gab es am Dienstag im Finanzausschuss zu der von der Regierung geplanten Erhöhung der Kapitalertragssteuer auf Dividenden von 25 auf 27,5 Prozent. Auch hier benötigt die Regierung die Zustimmung einer Oppositionspartei, da es sich um eine Verfassungsbestimmung handelt.

Grundsätzlich ist auch in diesem Punkt eine Zustimmung der Grünen möglich, wie Abgeordneter Bruno Rossmann am Dienstag gegenüber der APA sagte. Die Grünen fordern aber im Rahmen des Paketes auch eine gesetzliche Regelung, um jene Steuerhinterzieher zu erreichen, die im Jahr 2012 heimlich ihr Vermögen aus der Schweiz bzw. Liechtenstein nach Österreich transferiert hatten, um ihr Geld vor Inkrafttreten der entsprechenden Steuerabkommen vor der Finanz in Sicherheit zu bringen.

Wirtschaft

Fed-Vize ortet deutliche Fortschritte bei US-Wirtschaft

Die US-Wirtschaft macht nach Einschätzung des Notenbankers Stanley Fischer Fortschritte und schafft damit die Voraussetzung für eine baldige Zinswende. Im gerade abgelaufenen zweiten Quartal sei die Wirtschaft womöglich wieder mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 2,5 Prozent gewachsen und auf dem Arbeitsmarkt rücke Vollbeschäftigung näher, sagte der Vize-Chef der amerikanischen Zentralbank Fed gestern an der Universität von Oxford.

Dies werde die derzeit aus Fed-Sicht zu niedrige Inflation schrittweise Richtung der Zielmarke von zwei Prozent hieven, die als ideal für die Konjunkturentwicklung gilt.

Seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise im Herbst 2008 liegen die Leitzinsen in den USA bei nahe null Prozent. Die erste Erhöhung erwarten Experten im September, spätestens aber zum Jahresende. Fischer wollte sich nicht genau zum Zeitplan äußern. Er betonte allerdings, die Zentralbank dürfe nicht zu lange zögern, weil die Effekte erst mit Zeitverzögerung in der Wirtschaft ankämen. „Wir sollten also nicht warten, bis wir unsere Ziele erreicht haben.“

Kiew will Gaskäufe in Russland aussetzen

Die Ukraine hat gestern die Aussetzung sämtlicher Erdgaskäufe in Russland mit sofortiger Wirkung angekündigt. Damit reagierte Kiew auf das Scheitern der Preisverhandlungen am selben Tag in Wien, von denen sich die ukrainische Regierung eine Fortsetzung der Gaslieferungen für die kommenden drei bis sechs Monate erhofft hatte. Das ukrainische Unternehmen Naftogas erklärte unterdessen, dass es das russische Erdgas weiterhin durch die Ukraine an europäische Kunden leiten werde.

Russland hatte nach dem Amtsantritt der prowestlichen Regierung in Kiew Anfang 2014 den Gaspreis für die Ukraine erhöht. Im Juni unterbrach Gasprom dann die Lieferungen in das Nachbarland und rief den internationalen Schiedshof in Stockholm an, da sich die Ukraine weigerte, Schulden aus Gasgeschäften zu bezahlen.

Die Lieferungen wurden erst nach der Unterzeichnung eines vorläufigen Abkommens zwischen beiden Ländern Ende des Jahres wiederaufgenommen. Das Abkommen hatte eine Laufzeit bis zum 30. Juni. Mit einem Urteil aus Stockholm in dieser Angelegenheit wird nicht vor Ende 2016 gerechnet.

Airbus bekam aus China Großauftrag über 16 Mrd. Euro

Airbus hat einen Großauftrag im Wert von 18 Milliarden Dollar (16,17 Mrd. Euro) aus China erhalten. Während eines Besuchs des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang in Frankreich wurde gestern ein Vertrag für bis zu 75 Passagierflugzeuge vom Typ A330 unterzeichnet.

Wie Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls mitteilte, unterzeichnete der Airbus-Chef Fabrice Bergier mit der China Aviation Supplies Holding Company den Vertrag für 45 Flugzeuge sowie eine Vereinbarung für den möglichen Verkauf von 30 weiteren.

Bisher größter Auftrag für A330

Laut Airbus-Vertretern ist es der bisher größte Auftrag für das Langstreckenflugzeug. Der A330 soll mit zusätzlichen Sitzen für China ausgerüstet werden, wo er auf kürzeren Strecken als in Europa fliegen soll. Der Luftverkehr in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ist in den vergangenen 15 Jahren in die Höhe geschossen. Nach Angaben von Airbus legte er im In- und Ausland um 500 Prozent zu. Der Airbus-Vertrag war einer von über 50 Wirtschaftsverträgen, die während Lis dreitägigen Besuchs in Frankreich unterzeichnet werden sollten.

Sport

Wimbledon: Paszek kassiert bittere Abfuhr

Nach der erfolgreichen Qualifikation hat Tamira Paszek in der ersten Hauptrunde von Wimbledon gestern eine bittere Abfuhr kassiert. Die 24-jährige Vorarlbergerin, die beim Rasenklassiker in London bereits zweimal das Viertelfinale erreicht hatte, machte gegen die Australierin Casey Dellacqua nur vier Games und verlor nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit. Paszek muss damit weiter auf ihren ersten Sieg im Hauptbewerb eines WTA- oder Grand-Slam-Turniers seit mehr als 13 Monaten warten.

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Leichtathletik: Schrott bekommt doch noch EM-Bronze

Beate Schrott hat gestern exakt drei Jahre nach ihrem vierten Platz beim 100-m-Hürden-Lauf der Leichtathletik-EM in Helsinki überraschend die Bronzemedaille zuerkannt bekommen. Wie die IAAF mitteilte, wurden die Ergebnisse der vermeintlichen Siegerin Nevin Yanit aus der Türkei wegen Dopings nachträglich annulliert.

„Es ist eine Riesenüberraschung“, freute sich Schrott. Denn als der Dopingfall 2013 bekanntwurde, hatte es geheißen, dass es keine rückwirkenden Sperren oder Disqualifikationen geben würde.

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Bundesliga: Damari wieder zurück in Österreich

Das „Bullen“-Spielerkarussell dreht sich weiter mit schwindelerregender Geschwindigkeit. Gestern wurde nicht nur der nächste Transfer eines hoffnungsvollen Nachwuchsspielers aus der Schweiz bekannt, auch ein bereits bekannter Spieler kehrt von der Red-Bull-Filiale in Leipzig nach Österreich zurück. Omer Damari, der bei der Wiener Austria als torgefährlicher Stürmer überzeugte, freut sich nach nur einem halben Jahr in Deutschland auf die Rückkehr in die Bundesliga.

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Chronik

Australien: Gefängnisrevolte wegen Rauchverbots

Die Polizei hat in Australien eine Gefängnisrevolte mit Tränengas und Wasserwerfern beendet. Die Häftlinge seien in der Nacht überwältigt worden, teilte die Gefängnisbehörde heute mit.

Die Insassen hatten gestern wegen des um Mitternacht in Kraft getretenen Rauchverbots randaliert. Die meisten seien wieder in ihre Zellen gebracht worden.

Türen eingetreten, Möbel angezündet

Vier Häftlinge mussten wegen Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Rund 300 Insassen des Untersuchungsgefängnisses Ravenhall bei Melbourne waren an den Unruhen beteiligt. Sie bedrohten Personal mit selbst gemachten Schlagstöcken, traten Türen ein und zündeten im Hof Inventar an. Das Personal war nach Ausbruch der Unruhen aus Sicherheitsgründen abgezogen worden. Niemand habe aber aus dem Gefängnis fliehen können, versicherte die Polizei.

Das Rauchverbot gilt seit Mitternacht in allen Gefängnissen des Bundesstaates Victoria. Im Nachbarstaat New South Wales soll es am 10. August in Kraft treten. Gefangenenhelfer kritisierten das Verbot. Damit verweigerten die Behörden den Gefangenen Grundrechte, meinte Brett Collins von der Organisation Justice Action im Rundfunk. Schließlich lebten die Gefangenen vorübergehend im Gefängnis.

141 Tote in Indonesien: Flugzeug stürzt auf Wohngebiet

Bei dem Flugzeugunglück in Indonesien sind nach neuen Angaben 141 Menschen ums Leben gekommen. Eine Militärmaschine war gestern in ein Neubaugebiet der westindonesischen Millionenstadt Medan gestürzt.

Die 50 Jahre alte Maschine vom Typ Hercules C-130 war nur zwei Minuten nach dem Start mitten in der Stadt auf der Insel Sumatra abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Die Bergungskräfte mussten schweres Gerät einsetzen, um zu den verschütteten Opfern vorzudringen.

Ursache noch unklar

Die Luftwaffe korrigierte ihre Angaben zu den Insassen der Maschine nach oben. An Bord seien 122 Menschen gewesen, darunter zwölf Besatzungsmitglieder. Zunächst war die Zahl mit 113 angegeben worden. Die genaue Ursache ist noch unklar. Ein Anrainer berichtete im Fernsehen von einer vorangehenden Explosion.

Nach Angaben des Flugsicherheitsnetzwerks, das Flugunglücke in aller Welt registriert, war es bereits das sechste tödliche Flugunglück der indonesischen Luftwaffe binnen eines Jahrzehnts.

Kanada: Invasion der Riesengoldfische

Kanadas Wildhüter sehen sich derzeit mit einem ungewöhnlichen Problem konfrontiert: Immer öfter werden Goldfische von ihren Besitzern über die Kanalisation „entsorgt“ und landen so in Flüssen und Teichen. Doch dort entwickeln sich die hübschen, goldenen Fischlein zu riesigen Exemplaren. Die lokalen Behörden in Alberta schlagen nun Alarm und appellieren an die Bevölkerung, die Tiere nicht mehr in die Freiheit zu entlassen.

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Sexuelle Belästigung: US-Gericht verhängt Millionenstrafe

Wegen sexueller Belästigung, Beleidigung und Nachstellung hat ein New Yorker Gericht einer jungen Frau 18 Millionen Dollar (16,17 Mio. Euro) zugesprochen. Der frühere Chef der 25-jährigen Schwedin müsse zwei Millionen als Entschädigung zahlen, die übrigen 16 Millionen seien ein Strafgeld, berichteten die „New York Daily News“ gestern.

„Ich bin so glücklich und erleichtert“, sagte die junge Frau der Zeitung. „Ich habe eine Menge durchgemacht und musste ein ganzes Jahr lang seine Belästigungen ertragen.“ Ihr Chef, ein in China geborener 43 Jahre alter Investmentbanker, hatte die Schwedin als Assistentin eingestellt und ihr bald auch teure Geschenke gemacht und die Wohnung in Manhattan bezahlt. Dafür forderte er eine Rundumbetreuung und „fühlbare Liebe“.

Als sie ihm nach einer Weile deutlich machte, dass sie ein rein berufliches Verhältnis wolle, habe er sie beleidigt und sogar ihren kleinen schwedischen Heimatort besucht und sie als Hure beschimpft. Der Mann behauptet dagegen, er habe sie zur Expertin aufbauen wollen, sie habe aber kein Gespür für Finanzen gehabt.

IT

Apple verliert Berufung im Streit über E-Book-Preise

Apple hat das Berufungsverfahren um den Vorwurf wettbewerbswidriger Preisabsprachen bei E-Books verloren. Das Urteil einer New Yorker Richterin wurde in der zweiten Instanz mit der Mehrheit von zwei der drei Stimmen bestätigt, wie das Gericht gestern mitteilte.

Der Fall begann mit einer Klage des US-Justizministeriums gegen Apple und fünf Verlage. Als Apple im Frühjahr 2010 zur Markteinführung seines iPad-Tablets auch einen E-Book-Store starten wollte, war Amazon die dominierende Kraft in dem Geschäft. Der Onlinehändler verkaufte die elektronischen Büchern zum Teil mit deutlichen Rabatten.

Vergleich abgelehnt

Apple bot den Verlagen hingegen ein „Agenturmodell“, das im Kern der deutschen Buchpreisbindung ähnelt: Sie selbst bestimmten den Preis der E-Books. Mit Rückenwind des Apple-Deals setzte die Buchbranche das System auch bei Amazon durch.

Das US-Justizministerium warf Apple und den Verlagen daraufhin im April 2012 vor, mit illegalen Absprachen höhere Preise durchgesetzt zu haben. Die Buchkonzerne legten den Konflikt mit Vergleichen bei. Apple ließ dagegen auf einen Prozess in New York ankommen - und verlor. Der Konzern musste unter anderem einen vom Gericht eingesetzten Aufseher zulassen.

Gesundheit

UNO: Jeder dritte Mensch ohne Zugang zu Toilette

Jeder dritte Mensch auf der Erde hat keinen Zugang zu vernünftigen Toiletten. Das fördere die Verbreitung von Krankheiten und steigere die Kindersterblichkeit, bemängelt ein gestern veröffentlichter Bericht des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Dem Bericht zufolge verfügen 2,4 Milliarden Menschen nicht über ausreichende sanitäre Anlagen. Fast eine Milliarde Menschen, genau 946 Millionen, verrichteten die Notdurft im Freien. Gerade in ländlichen Regionen habe sich die Situation zu wenig verbessert, heißt es weiter.

Ursprünglich hatten die Vereinten Nationen in ihren im Jahr 2000 festgelegten Millenniumszielen angestrebt, die Zahl der Menschen mit Zugang zu sanitären Anlagen bis 2015 deutlich zu steigern. Seit 1990 hat sich die Situation dem Bericht zufolge zwar für etwa 2,1 Milliarden Menschen verbessert, anvisiert waren allerdings etwa 2,8 Milliarden Menschen. Heute verfügten 68 Prozent der Weltbevölkerung über vernünftige Toiletten, stellt der Bericht fest.

Science

Kultur

Papst-Bild aus Kondomen erregt Gemüter

Ein aus 17.000 Kondomen gefertigtes Porträt vom emeritierten Papst Benedikt XVI. sorgt in den USA für hitzige Diskussionen. Das Werk der Künstlerin Niki Johnson, das vor Kurzem dem Milwaukee Art Museum im US-Bundesstaat Wisconsin geschenkt wurde, sei eine Beleidigung des früheren Papstes aus Deutschland, kritisierte das Erzbistum Milwaukee.

Es als Geschenk anzunehmen sei „herzlos“ von dem Museum gewesen. Die Ausstellungshalle weise die Kritik zurück, sagte eine Sprecherin der dpa gestern. Die Künstlerin habe mit dem Werk auf kondomfeindliche Kommentare von Benedikt reagiert und zur Diskussion anregen wollen.

„Raum für Gespräche“

„Unsere Hoffnung ist, dass das Werk nicht nur eine Kontroverse mit sich bringt, sondern auch Raum für Gespräche“, sagte Museumsdirektor Dan Keegan. Rund ein Dutzend Mitglieder des Museumvereins hätten sich besorgt über das Werk geäußert - aber in den vergangenen Tagen habe man auch eine Rekordzahl neuer Mitglieder bekommen.

Das „Eggs Benedict“ betitelte Werk - in Anspielung auf ein Gericht mit pochierten Eiern und Sauce hollandaise - kann nach Museumsangaben wegen Renovierungsarbeiten erst ab November ausgestellt werden.

„Blockbuster“: Promi-Cast für soziales Filmprojekt

Der erste Spielfilm des in Wien lebenden Vlado Priborsky nennt sich - nicht frei von Ironie - „Blockbuster. Das Leben ist ein Film“.

Trotz Absagen von Förderstellen und ohne Verleihfirma konnte der gebürtige Tscheche eine Reihe prominenter heimischer Schauspieler gewinnen - unter anderen Franz Buchrieser, Ursula Strauss, Thomas Stipsits und Hilde Dalik -, die auf ihre Gage verzichteten. Der Reinerlös kommt dem St. Anna Kinderspital in Wien zugute. Als Drehbuchvorlage dienten Priborskys Leben sowie sein Wunsch, einmal als Spielfilmregisseur zu reüssieren.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Leute

Jennifer Garner und Ben Affleck lassen sich scheiden

Jennifer Garner und Ben Affleck gehen nach zehnjähriger Ehe auseinander. „Wir haben die schwierige Entscheidung getroffen, uns scheiden zu lassen“, zitierten das Magazin „People“ und andere US-Medien gestern aus einer Mitteilung des Paares.

Sie wollten sich weiterhin „mit Liebe und Freundschaft füreinander“ gemeinsam der Erziehung ihrer drei Kinder widmen. Das Paar hatte erst gestern seinen zehnten Hochzeitstag. Die Schauspieler lernten sich bei Dreharbeiten zu dem Superheldenfilm „Daredevil“ (2003) kennen.