Ausland

Obama lädt zum Terrorismus-Gipfel in New York ein

US-Präsident Barack Obama lädt zu einem Terrorismus-Gipfel Ende September nach New York ein. An dem Treffen sollen die Staats- und Regierungschef der fünf UNO-Vetomächte teilnehmen, sagte Marie Hart, Sprecherin im US-Außenamt, gestern in Washington.

Hart verwies dabei auf den Vormarsch der Terrormilizen in Syrien und im Irak. Zu den Vetomächten im UNO-Sicherheitsrat gehören neben den USA auch Russland, Großbritannien, Frankreich und China. Das Treffen solle am Rande der UNO-Vollversammlung stattfinden.

Ferguson: Fall Brown beschäftigt Geschworenenjury

Der Fall des getöteten Afroamerikaners Michael Brown beschäftigt nun eine Geschworenenjury im US-Bundesstaat Missouri. Das Gremium in Clayton bei St. Louis nahm gestern die Beratungen darüber auf, ob gegen Browns weißen Todesschützen Darren Wilson ein Verfahren eröffnet wird.

Der Ort wurde nach den Schüssen am 9. August von tagelangen Unruhen erschüttert. Es gab zuletzt Hoffnung auf Entspannung. Erstmals blieb es vorerst vergleichsweise ruhig. Doch es werden weitere Proteste erwartet.

Einen Zeitrahmen für eine Entscheidung über eine Verfahrenseröffnung gebe es nicht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zugleich beriet Justizminister Eric Holder bei einem Besuch in Ferguson mit der Bundespolizei FBI.

Demonstration gegen Staatsanwalt

Vor dem Gerichtsgebäude in Clayton forderten mehrere Dutzend Demonstranten, dass der 28 Jahre alte Polizist angeklagt wird. Dieser ist seit dem tödlichen Zwischenfall beurlaubt.

Angeheizt wird die Diskussion durch den weißen Staatsanwalt Robert McCulloch, dem einige in der überwiegend schwarzen Bevölkerung misstrauen. Demonstranten forderten auf Spruchbändern: „Tritt ab, McCulloch“. Sein Vater war selbst Polizist und wurde von einem Schwarzen getötet, als McCulloch zwölf Jahre alt war.

Hamas-Arm warnt ausländische Airlines vor Tel Aviv

Der bewaffnete Arm der islamistischen Hamas hat ausländische Fluggesellschaften vor der Nutzung des israelischen Flughafens in Tel Aviv gewarnt. Die internationalen Airlines sollten ab heute nicht mehr in Tel Aviv landen, sagte der Sprecher der Essedin-al-Kassam-Brigaden, Abu Obeida, in einer Fernsehansprache.

Weitere Erläuterungen über mögliche Gefahren machte er nicht, jedoch hatte die Hamas bereits Raketen auf den Flughafen abgeschossen. Ende Juli hatten alle US- sowie die meisten europäischen Fluggesellschaften ihre Flüge von und nach Tel Aviv aus Sicherheitsgründen für mehrere Tage ausgesetzt, nachdem eine Rakete in der Nähe eingeschlagen war.

Militärchef Daif noch am Leben

Obeida bestätigte zudem Angaben von Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri, wonach der Hamas-Militärchef Mohammed Deif einen israelischen Angriff überlebt habe. Nach dem Versuch, Deif zu töten, seien die Verhandlungen über einen Waffenstillstand zwischen Israelis und Palästinensern beendet, fügte Obeida hinzu.

„Wir rufen die palästinensische Delegation auf, Kairo sofort zu verlassen und nicht mehr dorthin zurückzukehren.“ Israel hatte wegen der jüngsten Raketenangriffe der Hamas bereits am Dienstagnachmittag seine Delegation von den Gesprächen in Kairo abgezogen.

Beim israelischen Versuch, Hamas-Militärchef Deif bei einem Luftangriff in Gaza zu töten, waren dessen Frau und der siebenmonatige Sohn getötet worden. Hunderte Islamisten schworen bei deren Bestattung Rache.

Netanjahu: Militäreinsatz geht weiter

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekräftigte unterdessen, dass die „Führer von Terrororganisationen“ für Israel „legitime Ziele“ darstellten. Zugleich erklärte er, der israelische Militäreinsatz im Gazastreifen gehe weiter, solange die Sicherheit der israelischen Bürger nicht gewährleistet sei.

Unruhen nach Ebola-Ausgangssperre in Liberia

Um die Ebola-Epidemie unter Kontrolle zu bekommen, hat die Regierung in Liberia Quarantänezonen ausgeweitet und eine nächtliche Ausgangssperre über die Hauptstadt verhängt. In einem Elendsviertel von Monrovia brachen daraufhin Unruhen aus.

Bewaffnete Sicherheitskräfte riegelten Teile des Stadtbezirks West Point ab, in dem rund 75.000 Menschen unter äußerst ärmlichen Bedingungen leben, berichteten örtliche Medien gestern.

Zahl der Opfer auf 1.350 gestiegen

Die Zahl der mutmaßlichen Ebola-Toten in Westafrika ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf 1.350 gestiegen. Bei 805 Todesfällen sei das Ebola-Virus nachgewiesen worden, bei den anderen Opfern handle es sich um noch nicht bestätigte Verdachtsfälle, teilte die WHO in Genf mit.

Zwischen 17. und 18. August seien von den Ländern Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone 221 weitere neue Fälle von Verdacht auf Ebola sowie 106 weitere Todesfälle gemeldet worden.

Medikamentenbestand nahezu erschöpft

Die WHO hatte Anfang August experimentelle Medikamente zur Behandlung von Ebola freigegeben. Bis zu 30.000 Menschen hätten bereits mit diesen Arzneien versorgt werden müssen, sagte ein britischer Epidemiologe. Die Bestände würden dafür aber bei weitem nicht ausreichen.

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Pakistan: Demonstranten stimmen Dialog mit Regierung zu

Die Regierungsgegner in Pakistan haben gestern einer Aufforderung der Streitkräfte zum Dialog mit der Staatsführung zugestimmt. Etwa 20.000 Demonstranten belagerten dennoch weiter das Parlamentsgebäude in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Sie fordern den Rücktritt von Ministerpräsident Nawaz Sharif, dem sie Wahlbetrug vorwerfen.

Etwa 40.000 Soldaten und Polizisten sollten die Demonstranten daran hindern, in das Gebäude einzudringen. Eine frühere Aufforderung der Streitkräfte zu Verhandlungen hatten die Regierungsgegner noch abgelehnt.

Angeführt werden die Regierungsgegner von dem ehemaligen Kricket-Star und Oppositionspolitiker Imran Khan und dem Kleriker Tahirul Qadri. Zu Beginn der Belagerung des Parlamentgebäudes am Dienstagabend hatte sich Sharif dort mit Abgeordneten getroffen. Khan forderte den Rücktritt Sharifs und Neuwahlen wegen angeblichen Wahlbetrugs. Qadri verlangt zudem eine vollständige Reform des Wahlrechts.

Augenzeugen: Dutzende Tote bei Kämpfen im Sudan

Bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Volksgruppen sind in der sudanesischen Krisenregion Darfur Augenzeugenberichten zufolge Dutzende Menschen getötet worden. Ein Angehöriger des Rezeigat-Stammes sagte gestern, mindestens 30 Mitglieder der Volksgruppe seien bei den Auseinandersetzungen mit dem Stamm Maaliya ums Leben gekommen.

Einem Maaliya-Mitglied zufolge gab es unter den Angehörigen seines Stammes mindestens 40 Tote. Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben gab es nicht. Bei den Auseinandersetzungen zwischen den beiden arabischen Stämmen wurden nach Angaben des Rezeigat-Stammes schwere Waffen eingesetzt. Grund für die Kämpfe waren demnach Gebietsansprüche im Bezirk Umm Rakuba.

Im August vergangenen Jahres waren nach UNO-Angaben bei Kämpfen zwischen beiden Gruppen 190 Menschen getötet. Hunderte weitere Menschen starben im vergangenen Jahr bei Auseinandersetzungen zwischen anderen Stämmen und ethnischen Gruppen in Darfur.

Inland

Verfahren gegen Martin Graf in Stiftungscausa eingestellt

Der frühere Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ) wird von der Justiz nicht mehr verfolgt. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien gestern der APA bestätigte, wurden nach den Ermittlungen in der Causa Seibersdorf nun auch jene im Zusammenhang mit der Privatstiftung Meschar eingestellt.

Nicht nur gegen Graf, sondern auch gegen die beiden weiteren Stiftungsvorstände, den Wiener FPÖ-Mandatar Alfred Wansch und den Rechtsanwalt Michael Witt, wurden die Ermittlungen eingestellt. Gegen alle drei war wegen des Vorwurfs der Untreue und des Betrugs ermittelt worden.

Vorsatz nicht festgestellt

Gertrude Meschar hatte Graf und den beiden anderen Stiftungsvorständen vorgeworfen, sie überredet zu haben, ihr Vermögen in eine Stiftung zu geben, ihr Geld dabei aber schlecht veranlagt zu haben. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte nun einen Bericht der „Kronen Zeitung“, dass die Ermittlungen wegen Untreue und Betrug eingestellt wurden. Der für die Untreue nötige Vorsatz habe nicht festgestellt werden können, und auch eine für Betrug nötige Täuschung habe man nicht nachweisen können.

Graf, Wansch und Witt waren 2012 als Stiftungsvorstände zurückgetreten. Der frühere Dritte Nationalratspräsident hatte 2013 auch seinen vollständigen Rückzug aus der Bundespolitik bekanntgegeben.

FPÖ zufrieden

In der Causa Seibersdorf ist das Verfahren gegen Graf als früheren Prokuristen der Austrian Research Centers (ARC) schon vor zwei Wochen eingestellt worden. Graf, der zuerst Geschäftsführer einer ARC-Tochter und 2006 für einige Monate Prokurist war, hatte aus seiner ARC-Zeit eine Abfertigung von 220.000 Euro und eine Prämie von 50.000 Euro bekommen. Der Vorwurf lautete unter anderem auf Untreue und Förderungsmissbrauch, was Graf stets strikt zurückgewiesen hatte.

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl nahm die Einstellung der Verfahren gegen Graf „mit einer besonderen Genugtuung“ zur Kenntnis. Die „Hetzkampagne“ sei nun komplett in sich zusammengebrochen, meinte Kickl in einer Aussendung.

Sport

Schwimm-EM: Zaiser zieht locker in Finale ein

Die Kärntner Schwimmerin Lisa Zaiser ist gestern Abend in Berlin in ihr erstes Langbahn-EM-Finale eingezogen. Die 19-Jährige schlug im Semifinale über 200 m Lagen in 2:13,14 Minuten an und markierte damit die fünftbeste Zeit des sechzehnköpfigen Feldes. Der erste Endlauf mit österreichischer Beteiligung bei diesen Titelkämpfen in einer Einzel-Disziplin ist für morgen um 18.18 Uhr (live in ORF Sport + und im Livestream) angesetzt.

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Europa League: Ex-Club Rapid für Heikkinen Favorit

Im Kampf um den Aufstieg in die Gruppenphase der Europa League trifft Rapid heute auf HJK Helsinki und damit auch auf einen alten Bekannten. Markus Heikkinen, der von 2007 bis 2013 bei den Wienern unter Vertrag stand, kehrte im vergangenen Jahr in seine finnische Heimat zurück. „Rapid war ein sehr wichtiger Teil meines Lebens“, freute sich der 35-Jährige auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Club. Aus sportlicher Sicht steht Heikkinen mit seinem neuen Verein aber vor einer schwierigen Mission: „Ich glaube nicht, dass wir auf derselben Augenhöhe sind. Wir sind sicher Außenseiter.“

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Formel 1: Königsklasse wird zum „Kindergarten“

Die Formel 1 wird immer mehr zum „Kindergarten“. Mit der Verpflichtung des erst 16-jährigen Max Verstappen setzte Toro Rosso für die kommende Saison neue Maßstäbe. Der Trend zur Jugend hat die Königsklasse aber schon länger erfasst.

Fahrer über 30 sind mittlerweile fast an einer Hand abzuzählen, vorbei sind die Zeiten, als auch 40-Jährige noch um Siege mitfuhren. Verstappens kometenhafter Aufstieg ist auch der Wiederbelebung der Formel 3 zu verdanken.

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Gesundheit

Wirtschaft

Venezuela rationiert Lebensmittel

Wegen ständiger Versorgungsengpässe hat die linksgerichtete Regierung in Venezuela Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs rationiert. Künftig dürften bestimmte Produkte nur noch einmal pro Woche gekauft werden, teilte das Ministerium für Ernährung gestern mit.

Um Hamsterkäufe zu unterbinden, müssten die Venezolaner in privaten und staatlichen Geschäften ihre Ausweise vorlegen und Fingerabdrücke hinterlassen. In dem ölreichen Land - es ist der fünftgrößte Exporteur des Rohstoffs - fehlt es immer wieder an Dingen des täglichen Bedarfs.

Die Regierung von Präsident Nicolas Maduro macht dafür Schmuggler verantwortlich, die subventionierte Güter aus Venezuela zu deutlich höheren Preisen im Nachbarland Kolumbien verkaufen. Für die Opposition sind die Versorgungsengpässe hingegen Ergebnis einer verfehlten Wirtschaftspolitik.

Air Berlin stellt Sparmaßnahmen vor

Nach einem weiteren Betriebsverlust hat Air Berlin erste Details des geplanten Konzernumbaus vorgestellt. Deutschlands zweitgrößte Fluglinie und Mutter der österreichischen Airline Niki will sich künftig auf die größten Reisemärkte in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Mallorca konzentrieren, wie Air Berlin gestern mitteilte.

Zudem sei eine engere Kooperation mit dem Großaktionär Etihad und der italienischen Fluggesellschaft Alitalia geplant. Mit der Einführung des neuen Streckennetzes sollen die Flotte um etwa zehn Flugzeuge reduziert und unrentable Bereiche aufgelöst werden. Zudem habe Air Berlin beschlossen, fünf ihrer kleineren Crew-Standorte zu schließen.

Betriebsverlust verringert

Im zweiten Quartal verringerte Air Berlin den Betriebsverlust (EBIT) auf 6,9 Millionen Euro nach 8,1 Millionen Euro Minus im Vorjahreszeitraum, wie Air Berlin weiter mitteilte. Der Umsatz kletterte leicht auf 1,146 Milliarden Euro. Das Loch beim Eigenkapital weitete sich indes aus - es lag per 30. Juni bei minus 270,5 Millionen Euro nach minus 186,1 Millionen Euro zum 31. Dezember 2013.

Dennoch verfüge Air Berlin dank der jüngsten Geldspritze von Etihad derzeit über 600 Millionen Euro liquide Mittel sowie über 300 Millionen Euro aus nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien", sagte Air-Berlin-Finanzchef Ulf Hüttmeyer.

Chronik

Guatemala: Generalstabschef starb bei Helikopterabsturz

Bei einem Hubschrauberabsturz im Westen von Guatemala ist der Generalstabschef des mittelamerikanischen Landes ums Leben gekommen. Der Helikopter von Rudy Ortiz sei gestern im Department Huehuetenango nahe der Grenze zu Mexiko abgestürzt, teilte das Verteidigungsministerium mit. Bei dem Unglück kamen vier weitere Offiziere ums Leben.

Die Absturzursache war zunächst unklar. Einen Anschlag schloss Verteidigungsminister Manuel Lopez aus. Kurz vor dem Absturz hatte der Pilot wegen schlechter Wetterverhältnisse eine Landung abgebrochen.

Präsident Otto Perez kondolierte den Familien der Opfer. „Sein Einsatz und seine Hingabe während seiner militärischen Karriere haben die Streitkräfte gestärkt“, schrieb der frühere General über Ortiz im Kurznachrichtendienst Twitter.

Kärntner nach Schüssen auf Schweizer Polizisten verurteilt

Das Bezirksgericht Zürich hat gestern einen gebürtigen Kärntner zu zwölf Jahren Haft und einer ambulanten Therapie verurteilt. Der 49-Jährige war im Februar 2013 ohne Ticket in einem Bus erwischt worden und hatte sich anschließend eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert und in Zürich-Seebach auf Beamte geschossen.

Der Mann, der aus dem Raum Villach stammt, wurde wegen mehrfacher versuchter vorsätzlicher Tötung, mehrfacher Gefährdung des Lebens, Freiheitsberaubung und weiterer Delikte schuldig gesprochen. Er habe gezielt auf die Polizisten geschossen, die ihn kontrollieren wollten. Er habe seine Waffe aus nichtigem Anlass eingesetzt, so das Gericht.

Vor dem Bezirksgericht machte der Beschuldigte geltend, er sei damals unter Einfluss von Alkohol und Drogen gestanden. Die Waffe habe er bei sich gehabt, weil er sie einem anderen Mann habe verkaufen wollen. Er habe niemals jemanden töten wollen, sondern in Angst und Panik gehandelt. Verletzt wurde dabei niemand.

Jackpot bei Lotto „6 aus 45“

Kein Spielteilnehmer hatte bei der gestrigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ die richtigen sechs Gewinnzahlen auf seinem Schein, im Jackpot für die nächste Ziehung am Sonntag bleiben über 773.000 Euro. Folgende Zahlen wurden gezogen:

6 8 25 39 44 45, Zusatzzahl 33

Beim Joker gibt es einen Doppeljackpot, im Topf sind knapp 359.000 Euro. Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

3 5 3 5 8 5

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IT

Infineon kauft US-Rivalen International Rectifier

Nach Jahren der Zurückhaltung trumpft der bayerische Chipkonzern Infineon mit einer Milliardenübernahme auf. Das Unternehmen will den US-Rivalen International Rectifier für drei Milliarden Dollar übernehmen, wie Infineon gestern mitteilte.

„Die Kombination sich hervorragend ergänzender Produkte, technologischer und innovativer Exzellenz sowie der Vertriebsstärke wird großes Potenzial erschließen“, pries Vorstandschef Reinhard Ploss die Transaktion. Je Aktie sollen die Rectifier-Anteilseigner 40 Dollar erhalten. Der Aufschlag zum Schlusskurs von gestern fällt mit rund 50 Prozent selbst für die Hightech-Branche kräftig aus.

Die Übernahme solle sich bereits im ersten Jahr für die Neubiberger auszahlen. Für den Kaufpreis nimmt Infineon neue Schulden über 1,5 Milliarden Euro auf, der Rest stammt aus Barmitteln des größten deutschen Halbleiterkonzerns. Die Aufsichtsgremien beider Firmen hätten der Übernahme bereits zugestimmt, hieß es in der Mitteilung.

Die Vorstandsvorsitzende von Infineon Österreich begrüßte den Deal: „Mit dieser Transaktion stärkt Infineon seine weltweit führende Position im Markt für Leistungshalbleiter. In diesem Segment leisten wir am Standort Villach wichtige Beiträge in der Forschung und Entwicklung, in der Fertigung sowie in der globalen Geschäftsverantwortung für mehrere Produktbereiche.“

Science

Studie: Tuberkulose schon vor Kolumbus in Amerika

Seelöwen und Robben könnten die Tuberkulose schon Hunderte Jahre vor der Ankunft von Christoph Kolumbus in der Neuen Welt nach Amerika gebracht haben. Ein internationales Forscherteam untersuchte das Erbgut von Bakterien, die in drei 1.000 Jahre alten menschlichen Skeletten in Peru gefunden worden waren, so eine in der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichten Studie.

Der Bakterientypus war eng verwandt mit Tuberkulose-Erregern, die heute Robben und Seelöwen befallen. Der Studie zufolge infizierten sich die Tiere vermutlich an der afrikanischen Küste mit dem Erreger - die Tuberkulose soll ursprünglich aus Afrika stammen - und überquerten dann den Atlantik.

95 Prozent starben an eingeschleppten Krankheiten

Auf der anderen Seite des Ozeans wurden sie dann von Küstenbewohnern getötet und verzehrt, dabei steckten sich die Menschen an und verbreiteten das Bakterium weiter. Es handle sich um einen „plausiblen, wenn auch unerwarteten Zugang in die Neue Welt“, stellen die Forscher fest.

Bisher waren Forscher davon ausgegangen, dass Europäer die bakterielle Infektionskrankheit nach Amerika brachten. In Süd-, Mittel- und Nordamerika lebten vor Ankunft der Europäer rund 20 Millionen Menschen. Da sie keine Immunabwehr gegen den Tuberkulose-Erreger und andere Infektionskrankheiten wie die Grippe hatten, waren sie diesen schutzlos ausgeliefert - bis zu 95 Prozent der Bevölkerung soll an den eingeschleppten Krankheiten gestorben sein.

Kultur

Eliasson-Schau als Trekkingerlebnis im Museum

Wer durch eine isländische Geröll- und Flusslandschaft marschieren will, muss in den nächsten Wochen nicht unbedingt ganz in den hohen Norden fahren. Der isländisch-dänische Konzeptkünstler Olafur Eliasson hat die Natur ins Museum geholt und lässt seit Mittwoch die Besucher des berühmten Louisiana-Kunstmuseums nördlich von Kopenhagen durch eine Steinlandschaft mit sprudelnden Bächen wandern. Sein Projekt „Riverbed“ ist vielleicht eine der spektakulärsten Umsetzungen an der Nahtstelle zwischen Kunstwerk und Staunen, die Eliasson verwirklicht hat.

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