Ausland

Türkei: 1.300 Festnahmen in den vergangenen Tagen

Die türkische Regierung greift hart gegen angebliche Anhänger der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), der Terrormiliz Islamischer Staat sowie regierungskritische linke Gruppierungen durch. In den vergangenen Tagen seien mehr als 1.300 Verdächtige festgenommen worden, teilte die Regierung heute mit. Die Zahl wurde nicht aufgeschlüsselt.

Nach Angaben von Kurdenvertretern handelt es sich zu einem großen Teil um Mitglieder kurdischer und linker Gruppen. Wie viele Verdächtige sich noch in Haft befinden, wurde nicht mitgeteilt.

Verstärkte Luftangriffe

Unterdessen intensivierte die türkische Luftwaffe ihre Angriffe auf Ziele der PKK. Nach Angaben eines Regierungsvertreters griffen F-16-Kampfflugzeuge in der Nacht auf heute sechs Ziele im benachbarten Nordirak an. Es seien die heftigsten Angriffe seit Beginn der Militäraktion gegen die Kurden am Freitag gewesen, sagte der Regierungsvertreter.

Erst gestern hatte die Luftwaffe PKK-Kämpfer im Südosten des Landes an der Grenze zum Irak bombardiert. Vorangegangen war ein Anschlag auf paramilitärische Polizisten.

Heute stehen die Militäraktionen gegen den IS und gegen die Kurden auch auf der Tagesordnung des türkischen Parlaments.

Chef der HDP-Partei ruft zu Ende der Angriffe auf

Der Vorsitzende der prokurdischen HDP-Partei rief die türkische Regierung und Kurden zur Einstellung der beiderseitigen Angriffe auf. Die Übergriffe sollten sofort beendet werden, sagte Selahattin Demirtas heute vor Journalisten. Beide Seiten sollten Vernunft walten lassen.

Angriff auf Ölleitung in Kurdengebiet

Eine Explosion beschädigte nach Angaben der türkischen Regierung eine Ölleitung im Südwesten des Landes. In der Region war es in den vergangenen Tagen zu Zusammenstößen der Armee mit Kämpfern der PKK gekommen. Bei der Explosion habe es sich um einen Angriff gehandelt, sagte Energieminister Taner Yildiz heute der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge.

Die Pipeline transportiert Öl von Kirkuk im nordirakischen Kurdengebiet zum türkischen Hafen Ceyhan. Auch eine aus dem Iran kommende Leitung war kürzlich Ziel eines Angriffs geworden.

Ankara erlaubt USA Nutzung von Stützpunkt

Die Türkei erlaubt den USA nun auch offiziell, den strategisch günstig gelegenen Luftwaffenstützpunkt Incirlik für Luftangriffe auf den IS in Syrien zu nutzen. Das teilte das türkische Außenministerium nach der Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens heute mit.

Der Deal betrifft aber ausschließlich den Kampf gegen den IS und schließt Unterstützung der türkischen Luftwaffe im Kampf gegen die PKK im Norden Syriens aus, wie Ministeriumssprecherin Tanju Bilgic sagte.

Tsipras schließt vorgezogene Parlamentswahl nicht aus

Wegen des Richtungsstreits in seiner SYRIZA-Partei schließt der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras vorgezogene Neuwahlen nicht aus. Der linke Flügel der Partei hatte im Parlament in Athen zweimal gegen Reform- und Sparmaßnahmen gestimmt. Das könne so nicht weitergehen, sagte Tsipras heute in einem Interview des Radiosenders seiner Partei, Sto Kokkino.

Es sei surreal, wenn einige Abgeordnete des linken Flügels einerseits im Parlament nicht für die Regierungspolitik stimmten und andererseits erklärten, sie würden die Regierung unterstützen, sagte Tsipras. Sollte das nicht aufhören, sehe er keine andere Möglichkeit als Neuwahlen.

EU-Kommission zufrieden mit Zusammenarbeit

Die EU-Kommission wertete unterdessen den Start der Gespräche mit Griechenland über ein drittes Hilfsprogramm positiv. „Wir sind mit der reibungslosen und konstruktiven Zusammenarbeit mit der griechischen Regierung zufrieden“, sagte eine Kommissionssprecherin in Brüssel. „Das sollte es uns erlauben, so rasch wie möglich voranzukommen.“

Ein EU-Vertreter sagte, Ziel sei es, die Verhandlungen mit den Gläubigerinstitutionen über die Bedingungen für weitere Hilfe möglichst bis zum 10. oder 11. August abzuschließen. „Sonst wird die Zeit zu knapp.“

Dem hoch verschuldeten Griechenland droht ohne weitere finanzielle Unterstützung der Staatsbankrott und womöglich das Euro-Aus. Mitte Juli hatte sich die linksgeführte Regierung in Athen nach schwierigen Verhandlungen mit den anderen Euro-Ländern auf Verhandlungen über das drittes Hilfsprogramm geeinigt.

Sie müssen nun in den kommenden beiden Wochen über die Bühne gebracht werden, weil Athen am 20. August 3,2 Milliarden Euro für eine Rückzahlung an die Europäische Zentralbank (EZB) braucht. Vor diesem Termin müssen unter anderem noch die Parlamente mehrerer Euro-Staaten dem Verhandlungsergebnis zustimmen.

Iran und Frankreich wollen Beziehungen verbessern

Der Iran und Frankreich wollen nach der Atomeinigung vom 14. Juli die bilateralen Beziehungen wieder verbessern.

„Dieser Besuch soll die Missverständnisse zwischen den beiden Ländern ausräumen und den Beginn für eine politische Ära ermöglichen“, sagte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem französischen Kollegen Laurent Fabius in Teheran.

Besonders im Fokus stehe die Zusammenarbeit beider Länder im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat, sagte Sarif.

Rouhani nach Paris eingeladen

Fabius sagte, dass er eine Einladung von Präsident Francois Hollande für dessen iranischen Amtskollegen Hassan Rouhani für einen Staatsbesuch in Paris im November habe. Außerdem werde eine französische Wirtschaftsdelegation im September in Teheran mit iranischen Unternehmen Wirtschaftsprojekte prüfen.

Hollande hatte die Reise von Fabius als einen „Test“ der künftigen Beziehungen zum Iran bezeichnet. Laut Hollande sind mögliche wirtschaftliche Beziehungen kein Rabatt für die politischen Interessen Frankreichs. Bei den Atomverhandlungen der fünf UNO-Vetomächte und Deutschlands mit dem Iran hatte Frankreich eine besonders harte Position eingenommen.

Tschechische Partei will Psychotest für ihre Kandidaten

Die tschechische Protestbewegung ANO von Finanzminister Andrej Babis will ihre Kandidaten bei Wahlen künftig im Voraus einem Psychotest unterziehen.

Damit soll eine bessere Parteidisziplin erzielt werden und möglichen neuen Parteirebellen vorbeugend aus dem Weg gegangen werden, schrieb die Tageszeitung „Hospodarske noviny“ (Mittwoch-Ausgabe).

„Dass man nicht mehr weiß, wie man heißt“

Kürzlich hatte es in mehreren Regionen Aufstände gegen die ANO-Führung gegeben. „Ich stelle mir vor, dass die ersten zehn Kandidaten auf der Liste in jedem Kreis einen Psychotest absolvieren“, sagte der erste Vizechef von ANO, Jaroslav Faltynek. Als früherer Spitzenmanager von Babis’ Holding Agrofert habe er sich selbst einer Psychodiagnostik unterzogen. „Dabei wird man so gründlich gecheckt, dass man nach dem vierstündigen Test nicht einmal mehr weiß, wie man heißt“, so Faltynek.

Israelischer Spion kommt nach 30 Jahren US-Haft frei

Nach 30 Jahren Haft in den USA kommt der israelische Spion Jonathan Pollard Ende des Jahres frei. Pollards Anwälte teilten gestern mit, dass die Haftstrafe ihres Mandanten am 21. November zur Bewährung ausgesetzt werde.

Der in den USA inhaftierte israelische Spion Jonathan Pollard auf einem Archivbild aus dem Jahr 1998

APA/AP/Karl DeBlaker

Zugleich widersprachen sie Spekulationen, dass die Freilassung ein politisches Zugeständnis der USA sein könnte, um Israel wegen des Atomabkommens mit dem Iran zu besänftigen.

Iran-Abkommen soll kein Thema sein

Die Entscheidung der Bewährungskommission sei „unabhängig von anderen US-Regierungsstellen“ gefallen und nicht an die „jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten“ geknüpft, erklärten die Anwälte.

Auch US-Außenminister John Kerry beteuerte vor Journalisten, dass kein außenpolitischer Zusammenhang bestehe. „Ehrlich“, sagte Kerry. Darüber habe er nicht einmal Gespräche mit Israel geführt.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu begrüßte die geplante Freilassung. „Nach jahrzehntelangen Bemühungen wird Jonathan Pollard endlich freigelassen“, sagte er. Israel warte „mit Ungeduld“ auf den Tag. Seine Justizministerin Ajelet Schaked schrieb auf ihrer Facebook-Seite: „Dreißig Jahre Leiden werden in diesem November enden.“

Das „zerstörerische Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran“ habe dabei keine Rolle gespielt, betonte Schaked. Es sei eine rein rechtliche Entscheidung gewesen.

Israel bezweifelt, dass das Mitte des Monats geschlossene Abkommen Teheran am Bau einer Atombombe hindern wird. Der Iran hatte sich zu weitgehenden Beschränkungen und internationalen Kontrollen bei seinem Nuklearprogramm verpflichtet, im Gegenzug sollen die internationalen Sanktionen schrittweise aufgehoben werden.

Nationalheld in Israel

Die Beziehungen zwischen den USA und Israel werden durch die Pollard-Affäre bis heute belastet. Der in den USA geborene Spion hatte bei der US-Kriegsmarine als zivil angestellter Geheimdienstanalyst Zugang zu hochbrisanten Unterlagen. Von Mai 1984 bis zu seiner Verhaftung im November 1985 übergab er dem israelischen Geheimdienst Mossad viele tausend Dokumente mit US-Spionagematerial aus dem arabischen Raum.

Im März 1987 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. In Israel, dessen Staatsbürgerschaft Pollard 1996 erhielt, genießt er den Status eines Nationalhelden.

Inland

Asyl: Ruf aus den Ländern nach absoluter Obergrenze

Aus den Bundesländern kommt der Wunsch, die Zahl der Flüchtlinge, die nach Österreich dürfen, insgesamt zu begrenzen. Außerdem wird einem zeitlich befristeten Asylstatus das Wort geredet. Nicht nur Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) forderte das heute, auch seine Kärntner Parteifreunde äußerten sich in diesem Sinn, und Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) ist auch für „Obergrenzen“.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Traiskirchen vor Aufnahmestopp

Die Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen in Niederösterreich steht vor einem Aufnahmestopp. Ab kommender Woche dürften in die vollkommen überfüllte Einrichtung in der niederösterreichischen Gemeinde keine neuen Asylwerber mehr aufgenommen werden. Angesichts der unhaltbaren Zustände mit Hunderten Obdachlosen auf dem Gelände wird das Innenressort aller Voraussicht nach neue Notquartiere schaffen.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Hypo-Gesetz gekippt: Gläubiger jubeln und hoffen auf mehr

Während die Nachricht in Österreich nicht gerade für Freude sorgt, frohlocken deutsche Banken über das jüngste Urteil des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) zur Hypo von gestern. Das Kippen des Sondergesetzes zum Hypo-Schuldenschnitt 2014 stärkt deren Position im Kampf um die Rückzahlung investierter Gelder.

Die Gläubiger, für die es um Milliardenbeträge geht, hoffen, dass das gestern bekanntgegebene VfGH-Urteil auch richtungsweisend für das vom heimischen Finanzministerium im Mai verhängte Moratorium ist. Eine Klagewelle dürfte jedenfalls folgen.

Mehr dazu in „Klares Stoppsignal“

Wirtschaft

Pro-Kopf-Einkommen in Euro-Staaten steigt deutlich

Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in den 19 Euro-Staaten ist zu Jahresbeginn so stark gestiegen wie seit 2009 nicht mehr. Von Anfang Jänner bis Ende März verzeichneten EU-Statistiker im Vergleich zum Vorquartal ein Plus von 0,9 Prozent.

Zuletzt hatte es einen solchen Anstieg des verfügbaren Bruttoeinkommens vor sechs Jahren gegeben. Zwischen Ende 2009 und Ende 2012 ging es sogar fast durchgängig zurück.

Mehr Einkommen - mehr Konsum

Die Wirtschaft dürfte freuen, dass mit dem Einkommen der privaten Haushalte auch die Konsumausgaben stiegen. Sie erhöhten sich im ersten Quartal dieses Jahres durchschnittlich um 0,8 Prozent nach einer Zunahme von 0,2 Prozent im Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Einen ähnlich starken Anstieg des Pro-Kopf-Konsums hatte es mit 0,7 Prozent zuletzt im ersten Quartal 2004 gegeben.

Griechische Börse bleibt heute geschlossen

Die Börse in Athen wird laut einem Mitarbeiter der griechischen Marktaufsicht heute noch nicht öffnen. Die Behörden warteten auf einen Ministerialerlass, sagte ein hochrangiger Aufsichtsvertreter. Die Börse ist seit Ende Juni geschlossen.

Griechische Banken hatten nach einer dreiwöchigen Zwangspause bereits am 20. Juli wieder ihre Schalter geöffnet. Kapitalverkehrskontrollen sind allerdings weiterhin in Kraft. Der Chef der Börsenaufsicht hatte gestern von einer Wiedereröffnung des Handels heute oder morgen gesprochen.

Peugeot fährt in die schwarzen Zahlen

Peugeot hat in der ersten Jahreshälfte erstmals seit vier Jahren wieder einen Gewinn eingefahren. Damit ist der französische Konzern bei der Sanierung seinen selbst gesteckten Zielen voraus.

Wie Peugeot heute mitteilte, sorgten der schwache Euro und gesunkene Rohstoffkosten für Rückenwind. Allerdings werde das Geschäftsumfeld rauer. In China rechnet man nur noch mit einem Wachstum von drei Prozent.

Das Unternehmen erzielte in den ersten sechs Monaten einen Nettogewinn von 571 Mio. Euro, nachdem zuvor noch ein Minus von 114 Mio. Euro in den Büchern gestanden war. Der Umsatz legte in dem Zeitraum um 6,9 Prozent auf 28,9 Mrd. Euro zu. Die Aktien gewannen zu Handelsbeginn fast fünf Prozent.

Peugeot ist traditionell stark abhängig vom europäischen Markt und hat zuletzt von der wieder anziehenden Nachfrage in Europa profitiert. Die Krise des europäischen Automarktes überlebte Peugeot dank einer Kapitalerhöhung, die den französischen Staat und den chinesischen Hersteller Dongfeng zu Großaktionären machte.

Sport

Beachvolleyball-EM: Klarer Auftaktsieg für Doppler/Horst

Die Medaillenhoffnungen Clemens Doppler/Alexander Horst sind heute mit einem klaren Zweisatzsieg gegen die Weißrussen Alexander Kawalenka/Alexander Dsiadku in die Heim-EM der Beachvolleyballer in Klagenfurt gestartet. Während die Weltranglistenfünften erfolgreich den Grundstein für den Aufstieg in die K.-o.-Phase legten, schafften Stefanie Schwaiger/Barbara Hansel mit ihrem zweiten Sieg den vorzeitigen Aufstieg.

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Champions League: Malmö Salzburgs „Anmeldeformular“

Für Meister Salzburg beginnt heute (19.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) der nächste Anlauf auf das Erreichen der Champions-League-Gruppenphase. Erste Hürde ist der schwedische Club Malmö, gegen den im letzten Jahr im Play-off Endstation war.

Peter Zeidler will von Rachegelüsten nichts wissen. Das Duell in der dritten Qualirunde sieht der Neo-Coach viel eher als „Anmeldeformular für Europa“, erst danach wird die Gruppenphase zum Thema. Für den ersten Schritt sieht Zeidler sein Team aber bereit und fordert Robustheit gegen die harte Gangart der Schweden sowie keine Konzentrationsfehler.

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Chronik

Minderjährige missbraucht: 21 Monate Haft

Im Landesgericht Eisenstadt ist heute ein 35-jähriger Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten - sieben davon unbedingt - verurteilt worden. Der Mann hatte im Mai ein siebenjähriges Mädchen sexuell missbraucht.

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In Salzburg wurde ein 22-Jähriger Rumäne wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen zu 15 Monaten Haft, davon zwei Monate unbedingt, verurteilt. Er hatte mit einer 13-Jährigen mehrfach Geschlechtsverkehr gehabt.

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Deutsche Ausbrecher müssen Schadenersatz zahlen

Für einen folgenschweren Überfall auf einen Gefängniswärter während ihrer Flucht müssen zwei Schwerverbrecher und ihr Fluchthelfer in Deutschland Schadenersatz zahlen.

Ein entsprechendes Urteil fällte heute das Aachener Landgericht. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hatte rund 30.000 Euro gefordert, weil der überwältigte Vollzugsbeamte vorzeitig pensioniert werden musste.

Mehrere Geiseln genommen

Das Opfer hatte laut Gerichtsangaben eine posttraumatische Belastungsstörung erlitten. Das Land hatte für die medizinische Behandlung und die Lohnfortzahlung Schadenersatz gefordert. Die beiden Verurteilten waren 2009 mit Hilfe eines anderen Vollzugsbeamten aus der JVA Aachen geflohen und hatten dabei das ahnungslose Opfer in einer Schleuse überwältigt.

Sie hatten auf ihrer Flucht durch Nordrhein-Westfalen mehrere Geiseln genommen und die Öffentlichkeit tagelang in Atem gehalten. Sie wurden wegen erpresserischen Menschenraubes und Geiselnahme zu hohen Haftstrafen mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Australien: Mädchen von acht Männern missbraucht

In der westaustralischen Hafenstadt Perth ist ein heute 13-jähriges Mädchen offenbar über Jahre von insgesamt acht Männern serienmäßig missbraucht worden. Nach Angaben der Polizei wurden die Verdächtigen im Alter zwischen 35 und 47 Jahren heute unter anderem der Vergewaltigung und sexuellen Versklavung beschuldigt.

Vater soll Missbrauch organisiert haben

Zu den Tätern gehört auch der Vater des Mädchens, er soll den Missbrauch über zwei Jahre hinweg organisiert haben. Festgenommen wurden die Männer nach einem Hinweis aus der Bevölkerung.

Die Verdächtigen müssen sich laut Polizei in insgesamt 503 Punkten wegen Vergewaltigung, Gefügigmachens durch Drogen, sexueller Versklavung und Erstellung und Verbreitung von Aufnahmen des Missbrauchs verantworten. Das Mädchen sei „aus der grauenhaften Lage gerettet“ worden, sagte der Ermittler Glenn Feeney.

Sie sei nun „in Sicherheit“ und erhalte „die Betreuung, die sie braucht“. Dabei gehe es um psychologische Unterstützung, die sicherlich „eine lange Zeit“ erforderlich sein werde.

Der Name des Vaters der 13-Jährigen könne nicht genannt werden, um die Identität des Opfers nicht preiszugeben, sagte Feeney. Er ließ auch offen, ob die anderen Festgenommenen für den Missbrauch Geld zahlten. Nach seinen Angaben dauerten die Ermittlungen an, möglicherweise werde es weitere Festnahmen geben. Zur Mutter des Mädchens machte er keine Angaben.

Massenhaft Videomaterial sichergestellt

Bei den Ermittlungen fand die Polizei allein bei einem der Festgenommenen 200.000 Videos und vier Millionen Bilder, darunter 150 Bilder und Videos von dem missbrauchten Mädchen. Diese seien unbeschreiblich „widerlich“, sagte Feeney.

Schweizer Piloten stehlen für Kühe Wasser in Frankreich

Ein bizarrer Wasserdiebstahl durch Schweizer Militärpiloten in Frankreich hat zu diplomatischen Verstimmungen zwischen den Nachbarländern geführt.

Zwecks Versorgung durstiger Schweizer Kühe holten die Militärflieger mit Spezialbehältern und zwei Super-Puma-Helikoptern mehr als 50.000 Liter Wasser aus dem nahen Lac des Rousses im französischen Jura, berichtete die „Neue Zürcher Zeitung“ („NZZ“) heute.

Genfer See zu weit weg?

Der Bergsee liegt an der Grenze. Ein Flug zum Genfer See oder zu anderen Wasserquellen auf Schweizer Hoheitsgebiet sei den Piloten einfach zu aufwendig erschienen. Verärgert hätten am vergangenen Donnerstag Badegäste die „Invasion“ der Schweizer Luftwaffe miterlebt.

Die französische Lokalzeitung „Le Progres“ titelte „Für ihre Kühe schickt die Schweiz Helikopter“. Und das, obwohl die französischen Behörden wegen anhaltender Trockenheit den Wasserverbrauch eingeschränkt hätten. Das sei alles kein Wunder, empörten sich Leser. Schweizer würden ja auch Schwammerln aus französischen Wäldern mitgehen lassen.

Zwischen Bern und Paris sollen die diplomatischen Drähte geglüht haben - bis die Schweizer Armee am Dienstag mit einer ordentlichen Entschuldigung kapitulierte.

Europas Tunnel sicher - ADAC stellt Tests ein

Europas Tunnel sind so sicher wie noch nie. Beim jüngsten Tunneltest des deutschen Autoclubs ADAC bewerteten die Fachleute 14 von 20 Röhren mit „Sehr gut“, alle übrigen schnitten mit „Gut“ ab. Das Ergebnis sei „absolut erfreulich“, sagte der ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker, heute in München.

„Sicherheit von Tunneln bedeutet Sicherheit von Menschenleben.“ Die neueste Untersuchung sei so gut ausgefallen, dass der Autoclub bis auf Weiteres keine neuen Tests mehr vornehmen werde. „Der ADAC hat seine Aufgabe als Verbraucherschützer ernst genommen.“

1999 hatten verheerende Brände im Mont-Blanc- und im Tauerntunnel mit insgesamt 51 Toten für Schlagzeilen gesorgt. Der ADAC legte wenig später seinen ersten Tunneltest vor. Insbesondere seit Inkrafttreten einer EU-Richtlinie zu Mindestanforderungen an die Sicherheit von Tunneln fünf Jahre später hätten sich die Ergebnisse stetig verbessert.

Der ADAC untersuchte in seinen Tests insgesamt 400 Tunnel in 21 europäischen Ländern. 2009 gab es erstmals kein negatives Ergebnis.

Science

Kultur

Salzburger Festspiele: Ein toller Tag für „Figaro“

Mit „Le nozze di Figaro“ hat Festspiel-Chef Sven-Eric Bechtolf gestern Abend seinen Mozart-Da-Ponte-Zyklus zu Ende gebracht. In den vergangenen Jahren stießen „Cosi fan tutte“ und „Don Giovanni“ bei der Kritik auf wenig Gegenliebe. Heuer setzte der Intendant auf britischen Style und auf Nummer sicher - und konnte damit das versöhnliche Ende von Figaros „tollem Tag“ auch für sich verbuchen.

Mehr dazu in news.ORF.at/festspielhighlights

Religion

Lifestyle

Jane Birkin fordert Umbenennung der „Birkin Bag“

Die Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin möchte nicht länger, dass eine aus Krokodilleder gefertigte Handtasche der französischen Luxusmodemarke Hermes nach ihr benannt wird.

Birkin Bag aus Krokodilleder

Reuters/Mario Anzuoni

„Ich habe Hermes aufgefordert, die ‚Birkin Croco‘ umzubenennen, bis bessere Praktiken, die internationalen Normen entsprechen, bei der Herstellung dieser Tasche umgesetzt werden können“, so die Britin in einer Erklärung.

„Grausame Praktiken“

Sie sei „alarmiert wegen der grausamen Praktiken“ bei der Tötung von Krokodilen für die Lederherstellung, fügte die frühere Frau des französischen Chansonniers Serge Gainsbourg in der von ihrem Agenten an die Nachrichtenagentur AFP übermittelten Erklärung hinzu.

Die 68-jährige Birkin erinnerte daran, dass sie eine Petition des US-Schauspielers Joaquin Phoenix mit dem Titel „Gnade für Tiere“ unterzeichnet habe, die sich gegen jede Misshandlung von Tieren richte. Das Modehaus Hermes wollte sich auf Anfrage von AFP zunächst nicht zu der Angelegenheit äußern.

Das Handtaschenmodell war 1984 für Birkin entworfen worden. Die Schauspielerin hatte sich zuvor bei einer zufälligen Begegnung mit dem damaligen Hermes-Chef Jean-Louis Dumas beschwert, dass sie als junge Mutter keine Handtasche finden könne, die zugleich praktisch und chic ist.

Die „Birkin Bag“, die es in vielen verschiedenen Farben und mehreren Ledersorten gibt, hat zwei Tragegriffe und bietet viel Platz. Die in Frankreich komplett handgefertigte Tasche zählt zu den teuersten Handtaschenmodellen der Welt und ist schwer zu bekommen. Prominente wie Victoria Beckham tragen die Handtasche, die zu den Markenzeichen von Hermes gehört.

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