Inland

20 Anzeigen nach Attacke auf israelische Fußballer

Nach Krawallen propalästinensischer Demonstranten bei dem Fußballspiel OSC Lille gegen Maccabi Haifa in Bischofshofen (Salzburg) am Mittwoch werden jetzt 20 türkischstämmige Salzburger angezeigt. Der Vorfall hatte österreichweit für Empörung gesorgt.

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Spiel in Tirol abgesagt

Haifa-Testspiel in Tirol jetzt abgesagt

Nach den Vorfällen in Salzburg geht man jetzt auf Nummer sicher. Ein ursprünglich für morgen im Tiroler Kirchbichl angesetztes Match zwischen Maccabi Haifa und dem SC Paderborn wurde abgesagt.

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Freihandelsabkommen TTIP: Rupprechter äußert Zweifel

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hält die Chancen für das umstrittene Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) für „wirklich nicht mehr sehr gut“. Das Ziel der Einigung bis 2015 werde „sicher nicht eingehalten“, er gehe davon aus, dass vor der US-Präsidentschaftswahl 2016 keine Verhandlungen stattfinden, so Rupprechter gestern in der ZIB2.

Rupprechter betonte, dass die höheren Standards Europas in der Lebensmittelproduktion - Gentechnikverbot, Verzicht auf Hormone in der Rinder- und Schweineproduktion - akzeptiert werden müssten, sonst werde das Abkommen scheitern. Außerdem müssten die Verhandlungen transparent geführt werden: „Sonst wird es auf jeden Fall scheitern.“ Der Landwirtschaftsminister geht davon aus, dass die neue EU-Kommission transparenter vorgeht, auch das EU-Parlament werde „ganz klar eine Rolle spielen müssen“.

Ein wenig selbstkritisch äußerte sich der ÖVP-Minister über die Arbeit der österreichischen Regierung: „Mit der aktuellen Performance können wir nicht ganz zufrieden sein, sie ist verbesserungswürdig, da braucht man sich nichts vormachen.“

Akademikerball: Josef S. geht in Berufung

Der wegen seiner Teilnahme an der Demonstration gegen den Akademikerball verurteilte Josef S. geht in Berufung. Das sagte sein Anwalt Clemens Lahner gegenüber der Zeitschrift „Datum“: „Wir werden Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung anmelden.“

Der Staatsanwaltschaft sei es seiner Meinung nach nicht gelungen, „zweifelsfrei nachzuweisen, dass ein konkreter Mensch eine konkrete Straftat begangen“ habe, so Lahner. Und er zeigt sich gespannt, wie das Urteil in der schriftlichen Ausfertigungen aussehen wird.

Mehr dazu in Urteil „keine große Überraschung“

Strache geht Satireseite auf den Leim

Dem Social-Media-Team von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist ein peinlicher Lapsus passiert. „Wer gießt hier Öl ins Feuer?“, heißt es in einem Post auf Straches Facebook-Site, zitiert wird dann ein Artikel, wonach die USA der EU mit Sanktionen drohe, falls diese ihrerseits Sanktionen gegenüber Russland nicht verschärfe. Der Artikel stammt allerdings vom deutschen Satireportal Der Postillon.

Der Satiretext erschien bereits am Dienstag, das Posting auf der Strache-Facebook-Site erfolgte gestern Nachmittag - und sorgt seitdem für reichlich Spott im Web. Auch Der Postillon selbst hat auf Facebook den Fauxpas schon kommentiert: „Ja, wer gießt denn hier Öl ins Feuer?“, heißt es in einem entsprechenden Posting. Gegen 18.30 Uhr war Straches Meldung dann nicht mehr abrufbar. Das Posting dürfte gelöscht worden sein.

Hypo-Gesetz durch Bundesrat

Am 8. Juli hat der Nationalrat das Hypo-Sondergesetz beschlossen, mit dem Gläubiger von Nachranganleihen mit Kärntner Landeshaftung rasiert werden. Gestern war der Bundesrat dran. Gegen das Gesetz erhob die Länderkammer mit SPÖ/ÖVP-Mehrheit keinen Einspruch, es soll nun im Sommer wirksam werden. Davor lieferte sich die Opposition einen Schlagabtausch mit den Regierungsparteien.

Für die Regierung verteidigte Finanzstaatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) das Gesetz. Es halte Schaden von Kärnten und Österreich fern. Eine Hypo-Insolvenz dagegen hätte bedeutet, „das Schicksal Kärntens einem Masseverwalter zu überantworten“.

Eingriff „verhältnismäßig“

Es geht um einen hundertprozentigen Schuldenschnitt auf landesbehaftete Nachranganleihen, die betroffenen Papiere werden damit wertlos. Den Eingriff in Gläubigerrechte nannte Steßl „verhältnismäßig“.

Er liege im öffentlichen Interesse und werde es erlauben, 1,7 Mrd. Euro an Schulden der Bank zugunsten des Steuerzahlers zu löschen. Mit Bayern werde ein Vergleich ausgehandelt, und die Gläubiger würden rechtlich nicht schlechter gestellt als in einem Konkursfall.

Kritik der Opposition

In den Augen der Opposition verunsichert der gesetzliche Eingriff in mit Landeshaftungen garantiertes Eigentum die Finanzmärkte und schadet Republik und Wirtschaftsstandort. Der Oppositionsforderung nach geordneter Insolvenz hielten Steßl und Bundesräte von SPÖ und ÖVP entgegen, dass eine Hypo-Insolvenz auch das Land Kärnten mitgerissen und Österreich nicht abschätzbare Risiken gebracht hätte.

Die FPÖ kritisierte, dass Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) beim Bundesratsbeschluss nicht dabei war. Die Grünen sehen eine Flut von Klagen kommen, sofern das Sondergesetz vor dem Verfassungsgerichtshof überhaupt halten werde. Das Team Stronach ortet in dem Sondergesetz eine Bevorzugung einzelner Gläubiger, womit es rechtlich nicht haltbar sei.

Ausland

Jordanien schießt angeblich Drohne nahe Syrien-Grenze ab

Jordaniens Armee hat nach Angaben aus Militärkreisen eine Drohne nahe der Grenze zu Syrien abgeschossen. Zu dem Zwischenfall sei es heute Früh drei Kilometer von syrischem Territorium entfernt gekommen.

Das unbemannte Fluggerät sei in der Nähe des Flüchtlingscamps Saatari in den jordanischen Luftraum eingedrungen und dort etwa eine Stunde gekreist. Nach Angaben von Augenzeugen wurde das Absturzgebiet anschließend weiträumig abgesperrt. Wer die Drohne gesteuert hat, war zunächst unklar. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Jordanien hat eine 370 Kilometer lange Grenze zu Syrien.

15 Zivilisten im Zentrum Afghanistans erschossen

Bewaffnete Angreifer haben im Zentrum von Afghanistan zwei Fahrzeuge gestoppt und 15 Insassen erschossen. Wie die Regierung in der Provinz Ghor heute erklärte, zwangen die Täter die beiden Fahrzeuge zum Anhalten, zwangen die Zivilisten, sich in einer Reihe aufzustellen, und schossen nacheinander elf Männern, drei Frauen und einem Kind in den Kopf und in die Brust.

Einem Mann gelang nach Angaben der Behörden die Flucht. Der Polizeichef der Provinz bestätigte den Vorfall von gestern Abend und machte die radikalislamischen Taliban für den Überfall verantwortlich.

Zwei Finninnen getötet

Ebenfalls gestern waren zwei Finninnen im westlichen Herat erschossen worden. Die Frauen saßen in einem Taxi, als sie von einem Motorrad aus angegriffen wurden. Sie arbeiteten als Psychiaterinnen für eine internationale Hilfsorganisation. Die Sicherheitslage in Afghanistan hatte sich zuletzt wieder deutlich verschlechtert.

Medien: Neue MH17-Wrackteile und Leichen gefunden

Mehr als eine Woche nach dem Absturz des Malaysia-Airlines-Flugzeugs in der Ostukraine haben Ermittler nach australischen Medienberichten ein neues großes Wrackteil sowie weitere Leichen gefunden. Sie beriefen sich auf Sprecher der OSZE, die unter anderem australische Ermittler in das Absturzgebiet begleitet hatten.

Der Fundort sei unweit der anderen Wrackteile. Die Ermittler - darunter zwei australische Diplomaten und ein Forensiker - seien zunächst nicht dafür ausgerüstet gewesen, die Leichen zu bergen, berichteten der Fernsehsender ABC und die Zeitung „Sydney Morning Herald“ heute. Bei dem Wrackteil handelt es sich demnach um ein Teil des Rumpfes, in dem Sitze und Fenster noch intakt waren.

Wrackteile durchlöchert

Malaysische Ermittler am Absturzort gehen nach Angaben der OSZE von einem Raketentreffer als Ursache für die Katastrophe aus. Dafür sprächen stark durchlöcherte Wrackteile.

„Es geht um drei Teile der Außenhaut. Auch die Malaysier gehen davon aus, dass es Metallsplitter, Schrapnelle einer Rakete waren“, sagte Michael Bociurkiw von der OSZE-Beobachtermission gestern dem ZDF.

Der Sender zeigte Aufnahmen eines an der Absturzstelle gefundenen Wrackteils der Maschine der Malaysia Airlines. Das stark durchlöcherte Trümmerstück sei auch eine Woche nach der Katastrophe noch immer nicht sichergestellt worden.

Die USA und die ukrainische Regierung haben prorussische Aufständische in der Ostukraine beschuldigt, die Boeing 777 mit insgesamt 298 Menschen an Bord abgeschossen zu haben. Die Rebellen bestreiten das. Eindeutige Beweise für die Täterschaft wurden bisher nicht vorgelegt.

Polen kritisiert Urteil zu geheimen CIA-Gefängnissen

Die polnische Regierung hat das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zu geheimen CIA-Gefängnissen im Land kritisiert. Regierungssprecherin Malgorzata Kidawa-Blonska sagte heute im Sender TVN 24, Polen „bedauere“ das Urteil.

„Das Gericht hätte mit dem Urteil bis zum Abschluss der Ermittlungen der polnischen Staatsanwaltschaft warten können.“ Die Straßburger Richter hatten Polen mitverantwortlich für die illegale Inhaftierung eines Palästinensers und eines Terrorverdächtigen aus Saudi-Arabien im Jahr 2003 gemacht. Jeder der Männer soll daher von Polen mit mindestens 100.000 Euro entschädigt werden.

Die Regierung hat nach Angaben der Sprecherin noch nicht entschieden, ob sie Berufung einlege. „Aber wir müssen die Sache aufklären.“ Auch wenn es in mehreren Ländern geheime CIA-Gefängnisse gegeben haben soll, sei Polen das einzige Land, das in dieser Sache Ermittlungen führe. Die geheim geführten Ermittlungen dauerten so lange, „weil sich die Zusammenarbeit mit den Amerikanern schwierig gestaltet.“

Moscheebaustelle in Schweden zerstört

Eine Moscheebaustelle im schwedischen Norrköping ist in der Nacht auf heute offenbar Ziel eines Brandanschlags geworden. Die Baucontainer, die von den örtlichen Muslimen als provisorische Versammlungsräumlichkeiten benützt wurden, brannten nach Angaben der Feuerwehr völlig nieder. Verletzt wurde niemand.

Die Behörden gehen aufgrund des Umstandes, dass das Feuer an mehreren Stellen gleichzeitig ausbrach, von Brandstiftung aus. Der Rohbau der eigentlichen Moschee, die im Jahr 2016 fertiggestellt werden soll, blieb indes unbeschädigt. Die Baugenehmigung an die islamische Glaubensgemeinschaft in Norrköping erging im Mai dieses Jahres.

Zweifel an UNO-Bericht über IS-Fatwa im Irak

Journalisten und Experten haben Zweifel an einem UNO-Bericht geäußert, wonach sunnitische Extremisten im Irak in den von ihnen kontrollierten Gebieten die Genitalverstümmelung aller Frauen befohlen haben sollen. Die UNO scheine auf eine „offensichtlich gefälschte Erklärung“ der Organisation Islamischer Staat (IS, früher ISIS) hereingefallen zu sein, sagte gestern der Islamismusexperte Charles Lister.

Die UNO überprüft derzeit nach eigenen Angaben die Vorgänge im Irak. Die stellvertretende UN-Gesandte im Irak, Jacqueline Badcock, hatte in einer in Genf ausgestrahlten Videokonferenz mitgeteilt, die IS-Führung habe in einem „religiösen Rechtsgutachten“ (Fatwa) angeordnet, die Genitalien aller Frauen im Alter zwischen elf und 46 Jahren zu beschneiden.

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Lister, der für die Denkfabrik Brookings Doha Center arbeitet, vermutet als Quelle der Vereinten Nationen (UNO) eine vermeintliche Erklärung der IS-Führung, welche zuvor im Internet kursierte. „Es wäre schon ein sehr großer Zufall, wenn die UNO-Quelle eine andere wäre, die aber zur selben Zeit aufgetaucht ist wie die falsche Erklärung im Internet“, sagte Lister. Demnach passen Genitalverstümmelungen auch nicht zum Religionsverständnis der salafistischen IS-Gruppierung.

Zeitung: Vier Journalisten im Iran festgenommen

Vier Journalisten sind nach einem Bericht der Zeitung „Washington Post“ offenbar im Iran festgenommen worden, darunter drei Amerikaner. Die Zeitung habe „glaubhafte Berichte“ erhalten, dass ihr Korrespondent Jason Rezaian und dessen Ehefrau Yeganeh Salehi am Dienstag festgenommen wurden, hieß es nach Angaben des Auslandschefs der Zeitung gestern (Ortszeit).

Zwei weitere Amerikaner, die als freie Fotografen arbeiten, seien ebenfalls in iranischem Gewahrsam. Das US-Außenministerium habe von dem Vorfall Kenntnis, wurde Sprecherin Marie Harf zitiert. Ein Sprecher der iranischen UNO-Mission in New York sagte in einer ersten Reaktion, iranische Diplomaten gingen Berichten über die Festnahmen nach.

Sport

Europa League: St. Pölten schafft Sensationscoup

Das Europacup-Abenteuer des SKN St. Pölten geht weiter. Die Niederösterreicher feierten in der zweiten Qualifikationsrunde der Europa League gestern zu Hause einen verdienten 2:0-Sieg über Botew Plowdiw und drehten damit das Duell nach dem 1:2 im Hinspiel zu ihren Gunsten um. St. Pölten brach mit einem Blitzstart den Widerstand der Bulgaren, die bei der Abwehr des Erstligisten abgemeldet waren. Zum Matchwinner für St. Pölten, das als erster österreichischer Erstligist eine Qualirunde überstand, wurde einmal mehr Torjäger Daniel Segovia.

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Europa League: Grödig trotz Niederlage weiter

Grödig hat gestern trotz einer Niederlage den Einzug in die dritte Qualifikationsrunde der Europa League geschafft und trifft nun auf den moldawischen Club Zimbru Chisinau. Die Salzburger mussten sich im Rückspiel Cukaricki zwar mit 1:2 geschlagen geben, der klare 4:0-Vorsprung aus der Partie in Belgrad reichte aber für den Aufstieg.

Die Grödiger gingen vor einer mageren Kulisse in der Red-Bull-Arena in Führung. Nach der Pause drehte Cukaricki in einer Schwächephase der Gastgeber mit einem Doppelschlag die Partie.

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Tour de France: Nibali nach Gala vor erstem Triumph

Vincenzo Nibali hat gestern mit seinem vierten Etappensieg in beeindruckender Manier die letzten Zweifel an seinem ersten Triumph bei der Tour de France ausgeräumt. Der Italiener demoralisierte die Konkurrenz endgültig und feierte nach einer Fahrt über den Col du Tourmalet zur letzten Bergankunft nach Hautacam einen Solosieg.

Vor allem die Leichtigkeit, mit der Nibali seine Klettershow abzog, erinnerte an die größten Dominatoren der Tour-Geschichte. Auch der Vorsprung des 29-Jährigen im Klassement nimmt entsprechende Ausmaße an.

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Wirtschaft

Mitfahrdienst Uber droht Verbot in deutschen Großstädten

Dem umstrittenen Fahrdienstanbieter Uber droht einem Zeitungsbericht zufolge in mehreren deutschen Städten ein Verbot. Das bestätigten Behördenvertreter aus Berlin, Frankfurt und München der „Süddeutschen Zeitung“ von heute. Berlin und Frankfurt prüfen demnach derzeit, ob und wie sie dem App-Anbieter seine Dienstleistung untersagen können.

Fahrer brauchen Personenbeförderungsschein

Nach übereinstimmender Auffassung der zuständigen Ämter in den drei Städten sei das Angebot des kalifornischen Unternehmens nicht mit geltenden Gesetzen vereinbar, berichtete die Zeitung. Demnach müssten Fahrer, die bei Uber ihre Dienste anbieten, einen Personenbeförderungsschein vorweisen. Außerdem benötige das Unternehmen möglicherweise Taxikonzessionen. In München wolle man noch abwarten, aber zielgenau die Fahrer kontrollieren.

Die Verkehrsbehörde der Hansestadt Hamburg hatte Uber Anfang der Woche verboten und dem Unternehmen eine sogenannte Untersagungsverfügung zugestellt. Uber kündigte gestern an, beim Verwaltungsgericht Widerspruch dagegen einzulegen. Die Behörden in Hamburg hätten ihre Befugnisse überschritten. „Uber wird seinen Service auch weiterhin in allen Städten anbieten“, kündigte das Unternehmen in der „Süddeutschen Zeitung“ an.

Gegenwind aus Taxibranche

Uber ist mittlerweile in 42 Ländern tätig und stößt vielerorts auf Widerstand, insbesondere in der Taxibranche. Es erlaubt unter anderem Privatleuten, via Smartphone-App Fahrten anzubieten, die in der Regel deutlich günstiger sind als die jeweils ortsüblichen Taxitarife.

Weitere Espirito-Santo-Holding beantragt Gläubigerschutz

Das portugiesische Geschäftsimperium Espirito Santo gerät immer tiefer in Turbulenzen. Nach den Holdings Espirito Santo International (ESI) und Rioforte beantragte gestern auch die Espirito Santo Financial Group (ESFG), unter Gläubigerschutz gestellt zu werden. Die Finanzholding sei nicht mehr in der Lage, ihren Verbindlichkeiten nachzukommen, hieß es in einer Erklärung an die portugiesische Börsenaufsicht.

Die ESFG hält 20,1 Prozent an der Banco Espirito Santo (BES), der größten Privatbank Portugals. An dieser ist auch die französische Credit Agricole beteiligt.

Ermittlungen gegen Ex-Bankenchef

Derweil leitete die portugiesische Justiz Ermittlungen gegen den früheren BES-Chef und Firmenpatriarchen Ricardo Salgado wegen des Verdachts auf Betrug, Vertrauensmissbrauch, Fälschung und Geldwäsche ein. Er war gestern festgenommen und verhört worden. Nach einer siebenstündigen Befragung sei er am Abend nach Zahlung einer Kaution von drei Millionen Euro wieder auf freien Fuß gesetzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sein Anwalt erklärte, Salgado werde weiter mit den Behörden zusammenarbeiten.

Das Verfahren gegen Salgado steht nach Justizangaben in Zusammenhang mit Ermittlungen gegen ein riesiges Geldwäschenetz in Portugal, gegen das die Staatsanwaltschaft seit 2011 vorgeht. In dieser Sache hatte Salgado bereits im Dezember 2012 freiwillig bei den Behörden ausgesagt. Die Staatsanwaltschaft stufte ihn damals nicht als Verdächtigen ein.

Salgado war am 20. Juni auf Druck der portugiesischen Zentralbank als BES-Chef zurückgetreten, nachdem Unregelmäßigkeiten bei der Dachholding ESI bekanntgeworden waren. Sie soll Verluste in Höhe von 1,3 Milliarden Euro verschleiert haben.

Anhaltende Verluste verärgern Amazon-Anleger

Anhaltende Verluste verärgern die Aktionäre des weltgrößten Online-Händlers Amazon. Im zweiten Quartal verlor das US-Unternehmen wegen hoher Investitionen in Service und Produkte unterm Strich 126 Millionen Dollar (94 Mio. Euro). Das Minus hatte im Vorjahreszeitraum sieben Mio. Dollar (5,1 Mio. Euro) betragen. Für das laufende Quartal rechnet das Management sogar mit einem operativen Verlust von bis zu 810 Mio. Dollar (601 Mio. Euro). Die Aktie rutschte nach Bekanntwerden der Zahlen nachbörslich um acht Prozent ab.

„Wir arbeiten hart daran, das Einkaufserlebnis bei Amazon stetig zu verbessern“, erklärte Firmengründer und -chef Jeff Bezos gestern am Sitz in Seattle. Sein teurer Expansionskurs lässt Amazon aber immer wieder in die Verlustzone rutschen.

Bezos’ Ziel ist es, rasch Marktanteile zu gewinnen, neuerdings etwa durch eine Lieferung am Sonntag in den USA. Amazon wuchs bis zuletzt tatsächlich rasant: Der Quartalsumsatz stieg um 23 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar (14,3 Mrd. Euro).

Litauen: Massenschlachtungen wegen Schweinepest

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest hat Litauen Massenschlachtungen angeordnet. Die für Schweine tödliche, für den Menschen aber harmlose Krankheit sei auf einem Schweinehof im Nordosten des Landes nachgewiesen worden, teilte eine Sprecherin der dänischen Betreiberfirma Idavang gestern mit.

Die dort lebenden 19.000 Tiere würden nun geschlachtet. Der Betrieb liegt nach Angaben der Veterinärbehörde an der Grenze zu Lettland und Weißrussland.

Quarantäne ausgeweitet

Zuvor waren im Osten Polens fünf infizierte Schweine gemeldet worden. Die Tiere wurden ebenfalls getötet und 37 Höfe im Grenzgebiet zu Weißrussland unter Quarantäne gestellt. Lettland hatte am Dienstag beschlossen, ein Quarantänegebiet in den an Weißrussland, Estland, Litauen und Russland grenzenden Gebieten auszuweiten. Dort wurden bereits 185 Schweine gekeult.

Russland verhängte im Jänner Einfuhrverbot

Russland hatte nach ersten Fällen der Afrikanischen Schweinepest in Litauen im Jänner Einfuhren von lebenden Schweinen, frischem Schweinefleisch und bestimmten Erzeugnissen aus Europa nach Russland gestoppt. Normalerweise machen die Lieferungen nach Russland fast ein Viertel aller europäischen Schweinefleischexporte aus. 2013 entsprach das 1,4 Milliarden Euro.

Dagegen hatte Brüssel im April Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) eingelegt. Diese beschloss am Dienstag die Bildung eines unabhängigen Expertenausschusses, der den Streit klären soll.

Chronik

Urteile im Testamentsprozess erwartet

Im Prozess gegen fünf Angeklagte wegen mutmaßlicher Fälschung von Testamenten am Bezirksgericht Dornbirn (Vorarlberg) werden heute die Urteile erwartet. Eine suspendierte Richterin beteuerte erneut ihre Unschuld.

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Großbrand in Schule in Altmünster

In Altmünster (Oberösterreich) ist gestern Abend das Flachdach der Neuen Mittelschule aus noch ungeklärten Gründen in Brand geraten. Mehr als zwei Dutzend Atemschutztrupps mussten zuerst händisch das Blechdach entfernen, bevor sie den Brand löschen konnten.

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Gehöft in der Steiermark niedergebrannt

Im steirischen Bezirk Weiz ging das landwirtschaftliche Anwesen einer vierköpfigen Familie in Flammen auf. Das Wohnhaus, ein Stall und ein Wirtschaftsgebäude brannten. Die Feuerwehr stand im Großeinsatz.

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Indisches Mädchen an Baum erhängt: Verdächtiger gelyncht

Ein acht Jahre altes Mädchen ist gestern in Indien erhängt an einem Baum gefunden worden. Die Bewohner des Dorfes hätten daraufhin einen Verdächtigen zu Tode geprügelt und zwei weitere Männer verletzt, sagte der örtliche Polizeichef S. K. Jain. In die Region Medinipur im Bundesstaat Westbengalen sei Bereitschaftspolizei geschickt worden.

Zahlreiche Vergewaltigungs- und Mordfälle, auch an Kindern, stehen derzeit im Fokus der Öffentlichkeit in Indien. Die Stimmung ist vielerorts sehr aufgeheizt, immer wieder kommt es zu Protesten.

Am Abend verschwunden

Das Kind verschwand laut Polizei am Abend und sei erst in der Früh an dem Baum wiedergefunden worden. Eine Autopsie solle klären, ob das Mädchen vor seinem Tod sexuell missbraucht wurde. Erst Ende Mai wurden zwei minderjährige Cousinen von einer Gruppe Männer vergewaltigt und an den Ästen eines Mangobaums erhängt.

Außerdem beschuldigte ein Model laut der indischen Agentur IANS einen Polizisten, sie in Mumbai mehrmals vergewaltigt zu haben. Die Zeitung „Asian Age“ berichtete außerdem, in Dharhara in Bihar sei eine Frau in einem Baum erhängt gefunden worden.

Ein Toter, zwei Verletzte bei Schießerei in US-Psychiatrie

Bei einer Schießerei in einem Krankenhaus im US-Staat Philadelphia hat ein Psychiatriepatient eine Fürsorgerin getötet und einen Arzt verletzt. Der angeschossene Psychiater zog darauf nach ersten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft selbst eine Waffe, schoss zurück und verletzte den Angreifer schwer.

Ein Polizist sagte nach dem Vorfall gestern (Ortszeit) in Darby, der Arzt habe mit seiner schnellen Reaktion „zweifelsfrei Leben gerettet“, wie die Lokalzeitung „Philadelphia Daily News“ berichtete. Einzelheiten seien noch unklar, hieß es. Der Schwerverletzte sei operiert worden. Unklar sei auch, ob Ärzte in der Klinik Waffen tragen dürfen.

Science

Fast alle Dinos hatten Federn

Viel mehr Dinosaurier als bisher angenommen sind befiedert gewesen. Möglicherweise waren Federn sogar in allen wichtigen Dinosauriergruppen verbreitet. Das legt der Fund einer unbekannten Dinosaurierart in Sibirien nahe, die nur entfernt mit den Vorfahren der Vögel verwandt ist.

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Kultur

Bundestheater: Rhomberg sieht keine Alternative zur Holding

Der interimistische Bundestheater-Geschäftsführer Günter Rhomberg sieht trotz der vernichtenden Kritik des Rechnungshofes (RH) keine Alternative zur Holding. „Wenn eine zentrale Einheit fehlt und die Leistungen zum Ministerium zurückkehren, wird alles nur noch unklarer“, sagte Rhomberg in der „Presse“ (Donnerstag-Ausgabe). Daher warne er vor vorschnellen Schlüssen bei der Organisation der Staatstheater.

Mehr Geld für Staatsoper gefordert

Dass es vorerst kein frisches Geld für die Bundestheater gebe, ist dem langjährigen Präsidenten der Bregenzer Festspiele bewusst. Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) habe ihm aber signalisiert, dass für 2016 „Hoffnung“ bestehe. Während er beim Burgtheater noch Sparpotenzial sieht, fordert Rhomberg, der sein neues Amt offiziell am 1. September antritt, vor allem mehr Geld für die Staatsoper. Auf Dauer sei es unmöglich, bei jährlich fixen Personalkostensteigerungen die Subventionen gleich zu halten.

In der Frage eines möglichen Nachfolgers für den geschassten Burgtheater-Chef Matthias Hartmann und dessen interimistische Nachfolgerin Karin Bergmann rudert Rhomberg unterdessen zurück. Er habe Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger nicht ins Spiel gebracht, sondern der Findungskommission lediglich dazu geraten, mit ihm - ebenso wie mit vielen anderen - zu reden. In „News“ hatte sich der Stiftungsvorstand der Josefstadt noch überzeugt gegeben, dass Föttingers Abgang für das Theater „nicht einfach, aber lösbar“ wäre.

Bregenzer Festspiele mit Uraufführung eröffnet

Vertonungen sind immer ein Wagnis, vor allem wenn es sich um eines der meistgespielten deutschsprachigen Theaterstücke wie Ödön von Horvaths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ handelt.

Heinz Karl Gruber hat die eigentlich unmögliche Realisierung des Stücks als Oper versucht: Mit deren Uraufführung sind die diesjährigen Bregenzer Festspiele am Mittwochabend gestartet.

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