Inland

Stenzel tritt für FPÖ bei Wien-Wahl an

Die derzeitige Bezirksvorsteherin für den ersten Bezirk, Ursula Stenzel, tritt bei der Wien-Wahl für die FPÖ an. Das gab Stenzel heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bekannt.

Stenzel galt bisher als ÖVP-Urgestein und war bereits in verschiedenen Funktionen für die Partei tätig. So saß sie etwa als Abgeordnete im EU-Parlament. Stenzel wird nicht FPÖ-Mitglied, sondern tritt als unabhängige Kandidatin auf der FPÖ-Liste an.

Mehr dazu in Urgestein kommt ÖVP abhanden

Parlamentsausschüsse für Team Stronach vergrößert

Der Nationalrat hat die parlamentarischen Ausschüsse vergrößert, damit das Team Stronach (TS) trotz seines Schrumpfens auf sechs Mitglieder weiter in ihnen vertreten sein kann. Damit sitzen in den Ausschüssen künftig 28 statt bisher 24 bzw. (in den kleineren Ausschüssen) 18 Mandatare.

Grund für die Aufstockung ist, dass gemäß dem im Nationalrat angewendeten D’Hondt’schen System das TS keinen Abgeordneten mehr stellen hätte können, auch nicht im U-Ausschuss. Durch die Aufstockung fällt dem kleinsten Klub jetzt doch wieder ein Platz zu.

Hypo-Ausschuss geht nach Sommerpause in zweite Runde

Die neue Regelung betrifft auch den parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Causa Hypo, der morgen nach der Sommerpause in die zweite Runde startet. Bisher wurden über 40 Personen befragt, von Prüfern über Landespolitiker bis hinauf zum ehemaligen Topmanagement der Bank, mit dem prominentesten Zeugen Wolfgang Kulterer.

Die Fragen drehten sich um undurchsichtige Geschäfte, die astronomischen Kärntner Landeshaftungen und immer wieder auch um den Einfluss der Politik. Nun geht es mit prominenten Zeugen, darunter Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Alfred Gusenbauer sowie Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, weiter - ein Rück- und Ausblick, die bisher besten Sager inklusive.

Mehr dazu in Bisher 43 Zeugen und 200 Stunden Sitzung

Opposition bekräftigt Ablehnung von Griechenland-Hilfe

Die Opposition hat in der Sondersitzung des Nationalrats heute Nachmittag einmal mehr ihre Ablehnung der im Sommer beschlossenen EU-Hilfen für Griechenland kundgetan. Griechenland sei dadurch weder entschuldet noch reformiert, sondern werde nur vorübergehend über Wasser gehalten, kritisierte der FPÖ-Abgeordnete Elmar Podgorschek: „Diese Schuldenorgie in Griechenland und Europa wird weitergehen.“

Grünen-Mandatar Werner Kogler bekräftigte ebenfalls das Nein seiner Fraktion. Zwar sei etwa der Anlauf, die Reicheren stärker in die Pflicht zu nehmen, positiv. Negativ aber sei unter anderem die Erhöhung der Mehrwertsteuer und damit einer Massensteuer. NEOS-Abgeordneter Rainer Hable meinte, „dieses Paket hilft Europa nicht“, weil Lösungen wieder hinausgeschoben würden. Auch Griechenland helfe das Paket nicht.

Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar ist der Meinung, Griechenland müsse eigentlich aus dem Euro aussteigen. SPÖ-Mandatar Jan Krainer verteidigte die Hilfen dagegen. Unter anderem seien die Mittel wichtig für die Rekapitalisierung der Banken, damit etwa Pensionisten zu ihrem Geld kommen könnten. Was ihm bei den Paketen allerdings fehle, sei Geld für Investitionen, damit es zu einem Wirtschaftswachstum kommen könne.

Flüchtlingskoordinator Konrad erstmals bei „Taskforce“

Der von der Regierung bestellte Flüchtlingskoordinator, Ex-Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad, hat heute erstmals an der „Taskforce“ der Regierung zur Flüchtlingsproblematik teilgenommen.

Gemeinsam mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) wurde die Asylthematik im Parlament erörtert, wie es aus dem Kanzleramt hieß. Ebenfalls bei der Sitzung der Gruppe anwesend waren Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, Integrations- und Außenminister Sebastian Kurz (beide ÖVP) sowie Verteidigungsminister Gerald Klug und Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (beide SPÖ).

Die von der Regierung vor zwei Wochen ins Leben gerufene Gruppe soll einmal wöchentlich das Thema Asyl auf Chefebene betreuen.

Ausland

Deutschlands Altkanzler Schmidt in Spital eingeliefert

Deutschlands Altkanzler Helmut Schmidt liegt nach einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ (Onlineausgabe) auf der Intensivstation eines Hamburger Krankenhauses. Grund sei ein Gefäßverschluss im rechten Bein, schrieb die Zeitung heute Abend unter Berufung auf den Freundeskreis des 96-Jährigen. Aus Kreisen wurde der Bericht bestätigt.

„Helmut hat Biss und Kraft, die Lage ist jedoch ernst“, zitierte das Blatt einen Freund. „Zwar besteht keine akute Lebensgefahr, doch sieht es gar nicht gut aus“, hieß es aus dem Freundeskreis. Morgen soll geklärt werden, ob Schmidt operiert wird.

Die Asklepios-Klinik im Stadtteil St. Georg, wo der Altkanzler liegt, verfügt über ein Zentrum für Herz- und Gefäßchirurgie. Erst Anfang August war der SPD-Politiker für wenige Tage in dem Krankenhaus gewesen. Damals hatte nach Medienberichten Flüssigkeitsmangel dem 96-Jährigen gesundheitliche Probleme bereitet.

UNO warnt vor „unbewohnbarem“ Gaza-Streifen

Der von Israel mit Krieg und Blockade überzogene Gaza-Streifen droht nach Einschätzung einer UNO-Organisation bis 2020 „unbewohnbar“ zu werden. In ihrem heute in Genf veröffentlichten Jahresbericht schreibt die Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD), die drei israelischen Militäroffensiven seit dem Jahreswechsel 2008/2009 hätten in dem Palästinensergebiet wirtschaftliche Verluste in fast dreifacher Höhe des Wirtschaftsvolumen im Gaza-Streifen verursacht.

Die 2006 von Israel verhängte Blockade habe die „bereits geschwächte Infrastruktur des Gaza-Streifens verwüstet, keine Zeit für vernünftigen Wiederaufbau oder wirtschaftliche Erholung gelassen“ und zur weiteren Verarmung der palästinensischen Bevölkerung im Gaza-Streifen beigetragen. Die derzeitige Lage dort hinsichtlich der wirtschaftlichen Sicherheit und der Lebensbedingungen ist laut UNCTAD die schlechteste seit 1967, als Israel das Gebiet im Sechstagekrieg von Ägypten eroberte.

Arbeitslosigkeit auf Höchststand

Ohne Beendigung der israelischen Blockade werde auch die Unterstützung internationaler Geber die Situation im Gaza-Streifen nicht umkehren können, heißt es in dem Bericht. Selbst vor dem israelischen Militärangriff 2014, der eine weitere Zerstörung der Infrastruktur des Gaza-Streifens zur Folge hatte, wurde der dortige Strombedarf demnach nicht einmal zu zwei Fünftel gedeckt.

Die Arbeitslosenrate stieg im vergangenen Jahr auf die bisherige Höchstmarke von 44 Prozent, bei jungen Frauen lag sie sogar bei mehr als 80 Prozent. 72 Prozent aller Haushalte in Gaza haben mit Nahrungsmittelunsicherheit zu kämpfen. Die Zahl der vollständig auf UN-Nahrungsmittelhilfen angewiesenen palästinensischen Flüchtlinge stieg dem Bericht zufolge von 72.000 im Jahr 2000 explosionsartig auf 868.000 im Mai.

Müllkrise in Beirut: Demonstranten besetzen Ministerium

Aus Protest gegen die Müllkrise in Beirut sind Dutzende Demonstranten in das libanesische Umweltministerium eingedrungen und haben dort etwa sechs Stunden lang demonstriert. Nach Angaben von Augenzeugen wurde das Gebäude heute Abend von einem Sondereinsatzkommando der Polizei gestürmt.

Dutzende Aktivisten der „Ihr stinkt“-Kampagne waren gegen Mittag in das Ministerium eingedrungen. Bei einem Sitzstreik forderten sie den Rücktritt des Ressortchefs Mohammed Maschnuk. In den Straßen der libanesischen Hauptstadt türmen sich seit Juli stinkende Müllberge, weil eine überquellende Deponie geschlossen wurde.

Die Regierung kann die Krise nicht lösen - ebenso wie die zahlreichen Versorgungsengpässe etwa beim Strom. Die Wut der Proteste richtet sich gegen die gesamte politische Führung. Die Lähmung der libanesischen Politik ist auch eine Folge des Bürgerkriegs im Nachbarstaat Syrien mit unmittelbaren Folgen für den Libanon.

20 Tote bei Luftangriffen im Jemen

Kampfflugzeuge der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition haben bei Angriffen im Jemen nach Armeeangaben 20 bewaffnete Männer getötet. 17 der Opfer der vergangenen 24 Stunden seien schiitische Huthi-Rebellen, hieß es heute aus jemenitischen Militärkreisen. Versehentlich seien außerdem drei regierungstreue Milizionäre getötet worden.

Die Angriffe ereigneten sich laut den Angaben im Gebiet von Bayhan im Norden der südlichen Provinz Schabwa. Im Jemen kämpfen die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi mit Unterstützung der Militärkoalition seit Monaten gegen Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten des ehemaligen Staatschefs Ali Abdullah Saleh.

Der seit Jahren schwelende Konflikt zwischen den Huthis und der Zentralregierung war im Jänner eskaliert, als die Aufständischen aus dem Norden des Landes die Hauptstadt Sanaa erobert hatten. Als sie Ende März auf die südliche Hafenstadt Aden vorrückten, floh Hadi nach Saudi-Arabien und bat das Königreich um Hilfe.

Dritter Polizist nach Zusammenstößen in Kiew gestorben

Nach den gewaltsamen Zusammenstößen vor dem ukrainischen Parlament in Kiew hat sich die Zahl der Toten weiter erhöht. Ein dritter Polizist erlag heute seinen Verletzungen, wie Innenminister Arsen Awakow über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Gestern hatten sich Demonstranten und Sicherheitskräfte vor dem Parlament gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert.

Die Demonstranten protestierten gegen eine Verfassungsreform, die den nach mehr Unabhängigkeit von Kiew strebenden Gebieten im Osten der Ukraine mehr Autonomierechte zugesteht. Nach Angaben der Polizei wurden 141 Verletzte in den Krankenhäusern von Kiew behandelt - darunter seien 131 Polizisten, einige von ihnen schwer verletzt.

Gewalt als „Stoß in den Rücken“

Der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko sagte nach einem Besuch im Krankenhaus, die Täter seien bereits ausfindig gemacht, das gelte auch für die Drahtzieher der Zusammenstöße. Diese hätten Baseballschläger verteilt und dabei geholfen, Waffen herbeizuschaffen. Die Gewalt nannte Poroschenko einen „Stoß in den Rücken“ und kündigte „schwere Strafen“ für die Verantwortlichen an.

Das Parlament hatte in erster Lesung mit breiter Mehrheit für die von rechtsextremen Ultranationalisten kritisierte Reform gestimmt, die den von prorussischen Rebellen kontrollierten Gebieten Donezk und Luhansk mehr Eigenständigkeit gewährt. Die Reform ist Teil der im Februar in Minsk getroffenen Friedensvereinbarungen, mit denen der blutige Konflikt zwischen Kiew und den Aufständischen im Osten des Landes überwunden werden soll.

London ändert EU-Frage für Referendum

Die britische Regierung wird den Wortlaut des Referendums über den Verbleib des Landes in der Europäischen Union nach dem Vorwurf einer tendenziösen Fragestellung ändern. Man werde den Empfehlungen der Wahlkommission folgen, kündigte heute eine Regierungssprecherin in London an.

Die geplante Frage - „Soll Großbritannien ein Mitglied der Europäischen Union bleiben?" inkl. der Antwortmöglichkeiten ja und nein - sei möglicherweise einseitig, hatte die britische Wahlkommission zuvor befunden. Stattdessen soll die Frage ergänzt werden um die Worte "... oder die Europäische Union verlassen?“. Die Antwortmöglichkeiten wären dann bleiben und verlassen.

Wähler sollen „Wichtigkeit verstehen“

„Die Referendumsfrage muss so klar wie möglich gestellt werden“, zitierte die BBC heute die Vorsitzende der Kommission, Jenny Watson. Die Wähler müssten die Wichtigkeit der Entscheidung verstehen, um die sie gebeten würden. Die Wahlkommission kann den Wortlaut nur empfehlen, entscheiden muss aber das Parlament. Die Regierung um Premierminister David Cameron will das Volk spätestens im Herbst 2017 abstimmen lassen.

Zuvor soll das britische Verhältnis zur EU im Zuge von Verhandlungen neu definiert werden. Cameron wird dazu Ende der Woche mit den Regierungschefs von Spanien und Portugal zusammentreffen. Großbritannien will möglichst Änderungen am europäischen Vertragswerk erreichen - unter anderem, um die Arbeitnehmerfreizügigkeit einzuschränken. Führende EU-Politiker hatten das ausgeschlossen.

Wirtschaft

Wettbewerbsfähigkeit: AK fordert Staatsreform

Die Arbeiterkammer (AK) fordert angesichts der Diskussion über die abnehmende Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich eine Reform der föderalen Staatsstruktur. „Unser Land hat seit dem EU-Beitritt die notwendigen Staatsreformen nie gemacht“, sagte der Direktor der AK Wien, Werner Muhm, heute bei einer Diskussion beim Forum Alpbach.

Die Bundesländer sollten sich um die Verwaltung der Region kümmern, der Bund solle die Gesetze machen. Auf keinen Fall wolle er die Bundesländer abschaffen, betonte Muhm.

Handlungsbedarf in der Bildung

Den größten Handlungsbedarf sieht der AK-Direktor in Österreich beim Bildungsthema. „Wenn 25 Prozent der Pflichtschulabsolventen nicht ausreichend lesen, schreiben und rechnen können, dann haben wir ein Problem.“

Auch die „vermachteten“ Märkte in Österreich - etwa der Einzelhandel - würden die Wettbewerbsfähigkeit belasten. Hierzulande halten die drei größten Supermarktketten Rewe, Spar und Hofer einen Marktanteil von 85 Prozent.

WKO-Präsident Leitl kritisiert „beschauliche Bierruhe“

Vor zwei Jahren hatte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, Präsident der Österreichischen Wirtschaftskammer (WKO), mit seinem „Abgesandelt“-Sager beim Forum Alpbach Kritik an der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs geäußert und auf entsprechende Rankings verwiesen.

Am heutigen Eröffnungstag der diesjährigen Wirtschaftsgespräche fand er wieder kritische Worte angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und des geringen Wirtschaftswachstums: „Diese beschauliche Bierruhe geht mir auf die Nerven“, sagte der oberste Kämmerer.

AK sieht „methodologische Probleme“

Der AK-Chefökonom Markus Marterbauer ortet hingegen „methodologische Probleme“ in den Wettbewerbsrankings, etwa vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und IMD, in denen Österreich in den vergangenen Jahren zurückgefallen war.

Ernst nehmen müsse man die negative Einschätzung der befragten Manager aber. „Wenn die Stimmung bei den Managern schlecht ist, dann wird weniger investiert“, so Marterbauer.

Schweizer AKW Mühlberg geht nach Prüfung wieder ans Netz

Das Schweizer AKW Mühleberg darf nach seiner Jahresrevision seinen Betrieb wieder hochfahren. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) hat heute die Freigabe zum Wiederanfahren erteilt.

Vor allem im benachbarten Vorarlberg ist das Kernkraftwerk umstritten, Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) hatte wiederholt eine vorzeitige Abschaltung gefordert.

Die Arbeiten seien vorschriftsgemäß und korrekt ausgeführt worden, teilte ENSI auf seiner Website mit. Die Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb der Anlage seien gegeben.

Alle Schweizer AKWs im August abgeschaltet

ENSI hatte im Jänner Bedingungen gestellt, damit das Atomkraftwerk in Mühleberg (Kanton Bern) wie geplant bis 2019 betrieben werden kann. Besonderen Wert legte die Behörde auf eine vom benachbarten Fluss Aare unabhängige Kühlwasserversorgung und eine zerstörungsfreie Prüfung des Kernmantels.

Damit sind nun zwei der fünf Schweizer AKWs wieder am Netz. Mitte August waren kurzzeitig alle Atomkraftwerke in der Schweiz abgeschaltet. Bei den beiden Reaktoren in Beznau werden längere Revisions- und Reparaturarbeiten vorgenommen. Das AKW Leibstadt ist voraussichtlich bis Mitte September wegen der ordentlichen Jahreshauptrevision nicht am Netz.

Deutschland erleichtert Flüchtlingen Kontoeröffnung

Flüchtlingen in Deutschland wird in Zukunft die Eröffnung eines Kontos erleichtert. Das geht aus einem Schreiben der Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin an die Kreditwirtschaft hervor, wie eine Sprecherin der Behörde heute in Bonn sagte. Sie bestätigte damit einen Bericht des „Handelsblatts“.

Es handelt sich den Angaben zufolge um eine Art „Übergangslösung“, bis im ersten Quartal nächsten Jahres eine ohnehin vorgesehene europäische Regelung umgesetzt wird. Viele Flüchtlinge benötigten aber schon jetzt ein Konto, um etwa staatliche Hilfsgelder zu bekommen und den Zahlungsverkehr mit ihrem Heimatland abwickeln zu können.

Einige der von den Ausländerbehörden ausgestellten Dokumente entsprächen aber nicht den „Formvorschriften“ für die Kontoeröffnung, obwohl sie „materiell ausreichend“ seien, sagte die Sprecherin. Mit dem BaFin-Schreiben würden diese Vorschriften nun „angepasst“. Die für 2016 geplante Umsetzung der Zahlungskontenrichtlinie der EU soll dann generell den Zugang zu einem Bankkonto erleichtern.

Studie prophezeit weltweiten Devisenabbau

Zentralbanken rund um die Welt werden einer Studie der Deutschen Bank zufolge im Kampf gegen Kapitalabflüsse bis Ende nächsten Jahres Fremdwährungsreserven im Umfang von 1,5 Billionen Dollar (1,3 Billionen Euro) verkaufen. „Die Gefahr ist, dass das tatsächlich noch schneller abläuft“, sagte Währungsstratege George Saravelos, der die Untersuchung mitverfasst hat, heute.

Schwellenländer wie vor allem China hätten zuletzt ihre Reserven reduziert, nachdem sie in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer mehr davon aufgebaut hatten, so Saravelos. China besitzt aktuell weltweit die höchsten Fremdwährungsreserven. Das Volumen liegt bei rund 3,65 Billionen Dollar.

Es wird geschätzt, dass der größte Teil der chinesischen Reserven aus in Dollar denominierten Wertpapieren wie US-Staatsanleihen besteht. Derzeit versuchen viele Analysten abzuschätzen, wie stark die Konjunkturabkühlung und die Währungsabwertung in China, die sinkenden Rohstoffpreise sowie die Aussicht auf höhere US-Zinsen die weltweiten Reserven abschmelzen lassen.

Hälfte der Mädchen auf drei Lehrstellenwünsche konzentriert

Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat den Lehrstellenmarkt näher untersucht: Die Hälfte der lehrstellensuchenden Mädchen interessiert sich für einen von nur drei Wunschberufen, nämlich Einzelhandelskauffrau, Friseurin und Bürokauffrau. Bei den Burschen streben hingegen nur knapp 30 Prozent einen von drei Wunschberufen an: Einzelhandelskaufmann, Kfz-Techniker und Elektrotechniker sind hier begehrt.

Auf der Angebotsseite dominiert hingegen die Gastronomie: Fast jede zweite offene Lehrstelle im Jahr 2014 entfiel auf fünf Gastroberufe wie etwa Restaurantfachkraft, Koch und Gastronomiefachkraft. Allerdings interessierten sich nur acht Prozent der Lehrstellensuchenden für diese Ausbildungsschienen.

AMS rät zu Frühstart bei Suche

Das AMS rät Lehrstellensuchenden, früh mit der Suche zu beginnen und gleich mehrere Berufe in Betracht zu ziehen. Damit würden die Chancen auf eine Lehrstelle erhöht. Wer sich erst nach Schulschluss um eine Lehrstelle umsehe, müsse mit erhöhtem Konkurrenzdruck rechnen. Die meisten Lehrstellen werden übrigens im Jänner angeboten, die meisten Lehrstellensuchenden im September erwartet.

Die Konzentration der Mädchen auf wenige Lehrberufe dürfte zu ihrem geringeren Erfolg beitragen, so das AMS: 42 Prozent aller Lehrstellensuchenden im Jahr 2014 waren Frauen, doch der Frauenanteil an den knapp 116.000 Lehrlingen in Österreich lag Ende 2014 nur bei einem guten Drittel.

Regional gibt es große Unterschiede: In Wien bewerben sich im Schnitt fast sieben Personen um eine Lehrstelle, in Salzburg hingegen kommen auf einen Bewerber bzw. eine Bewerberin im Schnitt zwei offene Lehrstellen. 40 Prozent aller 15-Jährigen eines Jahrgangs beginnen eine Lehrausbildung, diese Zahl ist seit Jahrzehnten relativ stabil. In den nächsten zehn Jahren wird ein Rückgang auf 37 Prozent prognostiziert.

Sport

Mountainbike: Federspiel radelt zu WM-Gold

Der Tiroler Daniel Federspiel hat sich bei den Mountainbike-Weltmeisterschaften in Vallnord (Andorra) heute Nachmittag zum Weltmeister im Eliminator-Bewerb gekürt.

Der 28-Jährige, dessen Konzentration heuer ganz der WM galt, sorgte damit für einen historischen Erfolg für Österreich, das noch nie ein Eliminator-Gold eroberte. Dabei hatte es in der Qualifikation gar nicht gut für Federspiel ausgesehen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

EM-Qualifikation: Hintereggers Knie spielt nicht mit

ÖFB-Teamchef Marcel Koller muss in den EM-Qualifikationsspielen gegen Moldawien (Samstag, 20.45 Uhr live in ORF eins) und Schweden auf eine wichtige Stütze in der Verteidigung verzichten: Martin Hintereggers linkes Knie spielt nicht mit, der 22-Jährige von Meister Salzburg muss daher für die vorentscheidenden Partien im Kampf um das Ticket für die EM in Frankreich passen. Hintereggers Pech ist Michael Madls Glück. Der Sturm-Spieler steht vor seinem Teamdebüt.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Real nach verpatztem Transfer Lachnummer

Es hätte der Toptransfer von Real Madrid in diesem Sommer werden sollen: Die „Königlichen“ wollten David de Gea von Manchester United als Nachfolger für Iker Casillas verpflichten, die Clubs hatten sich bereits auf den Wechsel geeinigt.

Doch dann trafen die Vertragsunterlagen 29 Minuten zu spät bei der Liga ein - und Real bekam statt eines Teamtormanns Spott und Hohn. Als Transferkaiser entpuppt sich dafür United, das bis zu 80 Millionen Euro für einen Franzosen ausgeben will, von dem nicht einmal Wayne Rooyne wusste, wer er ist.

Mehr dazu in sport.ORF.at

CL-Geschichte: Vor dem Himmel kam für Bayern die Hölle

Durch Himmel und Hölle, nur in umgekehrter Reihenfolge, ist Bayern München zwischen Mai 1999 und 2001 gegangen. In Barcelona musste das Team um Oliver Kahn, Lothar Matthäus und Stefan Effenberg gegen ManUnited die bitterste Niederlage der Clubgeschichte hinnehmen. Drei Minuten Nachspielzeit hatten den „Reds“ gereicht, um ein legendäres Champions-League-Endspiel zu drehen. Zwei Jahre später verarbeiteten die Bayern das Trauma mit dem Triumph im Elferschießen über Valencia. Zur Rückkehr der Champions League in den ORF sind die Spiele nochmals zu sehen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Tagelang vermisst: US-Uni findet radioaktives Material

Ein an einer US-Universität verschollenes Paket mit radioaktivem Material ist nach mehr als zehn Tagen wieder aufgetaucht. Die Texas A&M University erklärte heute, dass das Paket in einem Lager für Gefahrengüter an der Hochschule gefunden worden sei. Zuvor hatte der lokale Fernsehsender KBTX über das vermisste radioaktive Material berichtet.

„Ungeöffnet“ und „unbeschädigt“

Das Paket sei „ungeöffnet, unbeschädigt und im ursprünglichen Versandzustand“ entdeckt worden, hieß es von Texas A&M. Die Allgemeinheit sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen.

Laut KBTX war das von einer Spezialfirma im Bundesstaat Minnesota per Einschreiben verschickte Paket am 21. August bei der Hochschule eingegangen, anschließend aber unauffindbar gewesen. Das radioaktive Material diene wissenschaftlichen Zwecken.

Kultur

IT

Google gibt sich neues Logo

Der US-Internetriese Google hat heute sein neues Logo präsentiert. Das aktualisierte Markenzeichen zeigt weiterhin den Unternehmensnamen in bunten Buchstaben, soll durch eine schnörkellose Schriftart aber frischer und moderner daherkommen.

Google erklärte, das neue Logo passe besser zu Smartphones, auf denen immer mehr Menschen die Internetsuchmaschine ansteuern würden. Das mobile Internet löst zunehmend den Zugang zum Netz über Desktopcomputer ab. „Wir führen ein neues Logo und eine neue Identität der Firmenfamilie ein, die diese Realität widerspiegeln“, erklärte das Unternehmen auf seinem Firmenblog.

Konzernumbau bringt neuen Dachkonzern

Der vor 17 Jahren gegründete Internetgigant hatte vergangenen Monat überraschend einen weitreichenden Konzernumbau angekündigt. Die verschiedenen Dienste des Google-Universums sollen künftig unter einem Dachkonzern mit dem Namen Alphabet firmieren.

Google ist die dominierende Suchmaschine im Netz, entwickelte das auf vielen Smartphones verwendete Betriebssystem Android und bietet einen E-Mail-Dienst an. Außerdem startete das Unternehmen einen Onlinebezahldienst und experimentiert mit zukunftsweisenden Produkten wie fahrerlosen Autos.

Religion

Papst: Priester dürfen „Sünde der Abtreibung“ vergeben

Papst Franziskus erlaubt allen Priestern anlässlich des bevorstehenden Heiligen Jahres, Frauen ohne den sonst üblichen Amtsweg die Abtreibung zu vergeben, statt sie von den Sakramenten, auch der Buße, auszuschließen.

„Ich bin sehr vielen Frauen begegnet, die in ihrem Herzen die Narben dieser leidvollen und schmerzhaften Entscheidung trugen“, erklärte der Papst heute in einem Schreiben. „Die Vergebung Gottes für jeden Menschen, der bereut, kann diesem nicht versagt werden.“

Mehr dazu in religion.ORF.at

Lifestyle

Science