Ausland

Algerien beschließt Verfassungsreform

Das algerische Parlament hat heute einer seit den arabischen Aufständen 2011 versprochenen Verfassungsreform mit großer Mehrheit zugestimmt. Mit den Änderungen wird die Stellung des Staatschefs geschwächt - er darf künftig nur noch maximal zwei fünf Jahre lange Amtszeiten regieren. Präsident Abdelaziz Bouteflika herrscht bereits seit knapp 17 Jahren über das nordafrikanische Land.

Der Ministerpräsident soll künftig von den Abgeordneten gewählt werden. Zudem erkennt der Staat die Sprache der Minderheit der Berber offiziell an.

„Radikale politische Reformen“

Bouteflika hatte die Reformen seit den arabischen Aufständen angekündigt. Nach einem Schlaganfall 2013 und seiner Wiederwahl 2014 trat er öffentlich kaum mehr in Erscheinung. Die Opposition fordert schon seit vielen Monaten Neuwahlen nach Paragraf 88 der Verfassung. Danach kann der Präsident des Amtes enthoben werden, wenn er aus Gesundheitsgründen nicht mehr regierungsfähig ist.

Während Ministerpräsident Abdelmalek Sellal heute von „radikalen politischen Reformen“ sprach, kritisierte die Opposition die Verfassungsänderungen als Scheinreformen.

Auch Emirate bereit zur Entsendung von Truppen nach Syrien

Nach Saudi-Arabien und Bahrain haben sich auch die Vereinigten Arabischen Emirate zur Entsendung von Bodentruppen nach Syrien im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) bereit erklärt. „Wir sind frustriert darüber, wie schleppend gegen Daesh vorgegangen wird“, sagte Außenminister Anwar Gargash heute in Abu Dhabi, indem er den IS bei seiner arabischen Abkürzung nannte.

USA sollen Einsatz anführen

Bedingung sei, dass die USA den Einsatz anführten. Zuvor hatten sich auch Saudi-Arabien und Bahrain im Rahmen des rund 60 Staaten umfassenden Bündnisses gegen den IS für die Entsendung von Bodentruppen offen gezeigt. Syrien reagierte darauf mit der Drohung, man werde alle Angreifer in Särgen zurückschicken.

Explosion in Airbus: Attentäter sprengte sich aus Flugzeug

Die Bilder des trotz eines klaffenden Lochs im Rumpf sicher gelandeten Airbus der Daallo Airlines sind um die Welt gegangen, nun werden immer mehr Details zum Terrorakt in Somalia bekannt. Bereits zuletzt bestätigten die Behörden, dass an Bord eine Bombe explodiert war.

Jetzt wurde erklärt, dass sich der Attentäter selbst aus dem Flugzeug sprengte und folglich durch das Loch nach draußen gesogen wurde. Gefundene Leichenteile nahe der Hauptstadt Mogadischu konnten dem Attentäter zugeordnet werden.

Mehr* dazu in Hintergrund des Täters weiter unklar

Rouhani macht sich für Frauen im Iran stark

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat mehr Gleichberechtigung für Frauen in der Islamischen Republik gefordert. „Wie soll man im Land von Entwicklung und Fortschritt reden, dabei aber den fünfzigprozentigen Anteil der Frauen in der Bevölkerung ignorieren?“, sagte er heute bei einer Frauenkonferenz in Teheran.

Besonders in der politischen Szene hätten die Frauen nicht den Status, den sie verdient hätten. „Daran müssen wir noch arbeiten“, sagte der Kleriker.

Auch die Klischees von Frauen in der islamischen Welt sollten ausgeräumt werden. „Auf welcher (islamischen) Basis wird überhaupt behauptet, dass Frauen zu Hause bleiben und nur Männer arbeiten sollten?“, sagte Rouhani.

Auch Frauen sollen arbeiten dürfen

Genauso wie Frauen sollten auch die Männer für die Erziehung der Kinder verantwortlich sein, und genauso wie Männer sollten auch Frauen arbeiten können. In seiner politischen Karriere habe er nie einen Unterschied zwischen Frauen und Männern gesehen. „Wir vertreten zwar keine feministischen Ansichten, aber auch keine aus der Steinzeit“, sagte der Präsident.

Im Iran haben Frauen nicht die gleichen Rechte wie Männer. Obwohl in den vergangenen Jahren einige Reformen - auch von der Rouhani-Regierung - durchgesetzt wurden, werden Frauen weiterhin in diversen Bereichen diskriminiert.

In Kairo gestorbener italienischer Student schwer gefoltert

Die Spannungen zwischen Italien und Ägypten wegen des gewaltsamen Todes des italienischen Wirtschaftsstudenten Giulio Regeni spitzen sich zu. Die in Rom durchgeführte Obduktion der Leiche des 29-Jährigen aus Fiumicello bei Udine ergab, dass Regeni vor seinem Tod schwer gefoltert worden war. Er starb an einer Fraktur der Halswirbel infolge eines schweren Schlags.

Der Mann sei verprügelt und mit Messerstichen gefoltert worden, ergab die Obduktion laut italienischen Medien von heute. Regeni habe einen langsamen, qualvollen Tod erlitten. Damit wurde die Behauptung der ägyptischen Staatsanwaltschaft dementiert, Regeni könnte Opfer eines Autounfalls gewesen sein. Die Täter hatten die Leiche nahe der Ringautobahn am Rand der Wüste in einen Graben geworfen.

Kontakte zu Menschenrechtsaktivisten

Italienische Medien vermuten, dass Regeni, der an der britischen Universität Cambridge über die Rolle der Gewerkschaften in Ägypten nach 2011 promoviert hatte, wegen seiner Kontakte zu Menschenrechtsaktivisten und Oppositionsbewegungen in Kairo ins Visier ägyptischer Sicherheitskräfte geraten sein könnte. Am Tag seines Verschwindens am 25. Jänner war die Stadt voller Polizei und Agenten der Staatssicherheit, die Proteste verhindern sollten. Italienische Medien vermuten, dass der Italiener an diesem Tag von der Staatssicherheit verhaftet, gefoltert und getötet worden sei.

Regeni war seit September als Gastwissenschaftler an der Amerikanischen Universität Kairo (AUC) für seine Doktorarbeit in Kairo, um seine Arabischkenntnisse zu vertiefen. Der 28-Jährige hatte unter einem Pseudonym Berichte über die Lage in Ägypten für die linke italienische Tageszeitung „Il Manifesto“ veröffentlicht.

Klagen über mangelnde Kooperationsbereitschaft

Die italienischen Behörden klagen über mangelnde Kooperationsbereitschaft von ägyptischer Seite zur Klärung des Falls. Italienische Ermittler in Kairo hätten kaum Unterstützung von lokalen Kollegen erhalten. „Wir sind noch weit von der Wahrheit entfernt. Wir erwarten uns von den ägyptischen Behörden Transparenz und Entschlossenheit bei den Ermittlungen“, klagte der italienische Außenminister Paolo Gentiloni.

Eine Demonstration von Menschenrechtsaktivisten fand gestern vor der italienischen Botschaft in Kairo statt. „Wahrheit über Giulios Mord“, war auf Transparenten zu lesen. Eine ähnliche Kundgebung fand vor der ägyptischen Botschaft in Rom statt. Angehörige und Freunde des Wirtschaftsstudenten beteiligen sich heute Abend in seinem Heimatort Fiumicello an einem Fackelzug.

Griechische Landwirte blockierten Autobahn

Aus Protest gegen Pensionskürzungen und Steuererhöhungen haben griechische Landwirte am Wochenende wichtige Verkehrsadern und Grenzübergänge des Landes blockiert. An Grenzübergängen bildeten sich kilometerlange Staus. Die aufgestaute Wut der Betroffenen bringt die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras, die weitere Kürzungen durch das Parlament bringen will, unter Druck.

Die Autobahn Athen-Thessaloniki wurde gestern zu Mittag nahe der mittelgriechischen Stadt Larissa für zunächst 24 Stunden abgeriegelt. Doch heute wurde die Aktion verlängert. Die Bauern wollten die Blockade die ganze Woche fortsetzen, sagte ein Sprecher der Landwirte im griechische Fernsehen. Auch an mehr als 60 anderen Straßen gab es Blockaden.

Pensionsbeiträge sollen verdreifacht werden

Gespannt ist die Situation an den zwei wichtigsten Grenzübergängen Griechenlands nach Bulgarien und in die Türkei bei Promachon-Kulata und Kipoi-Ipsala. Dort stauten sich die Lastwagen auf einer Länge von 25 beziehungsweise zehn Kilometern, berichteten Reporter. Auch andere Übergänge nach Bulgarien wie bei Exochi-Ilinden und Ormenio-Svilengrad sowie der Grenzübergang zur Türkei bei Kastanies-Edirne werden mehre Stunden täglich blockiert.

Die Landwirte wehren sich gegen harte Einschnitte im Zuge der Pensionsreform. So sollen sich unter anderem ihre Pensionsbeiträge schrittweise von sieben Prozent auf 20 Prozent fast verdreifachen.

Auch Anwälte streiken

Viele Freischaffende protestieren ebenfalls. Die Rechtsanwälte streiken seit fast zwei Wochen. Ihr Verband hat ausgerechnet, dass sie mit den neuen Maßnahmen fast 70 Prozent ihres Einkommens für Pensionsbeiträge und Steuern werden zahlen müssen. Die Anwälte würden ab morgen für weitere fünf Tage nicht an den Gerichtsverhandlungen teilnehmen, teilte ihr Verband gestern mit.

Die Regierung Tsipras muss in den nächsten Wochen das neue Gesetzesbündel vom Parlament billigen lassen. Sie hat aber nur eine knappe Mehrheit von drei Abgeordneten im Parlament. Die Umsetzung der Reformen ist eine Bedingung der EU für weitere Kredithilfen. Beobachter meinen, Griechenland stünden starke politische Turbulenzen bevor. Bisher hat das seit Jahren laufende Kürzungsprogramm weder die Wirtschaft belebt noch das Schuldenproblem gelöst.

Inland

Staatsschutz: Kogler verteidigt Regierungspläne

Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, hat das von der Regierung geplante Staatsschutzgesetz verteidigt. Man habe im Entwurf Instrumentarien geschaffen, um möglichen Missbrauch vorzubeugen, sagte er heute in der ORF-„Pressestunde“. Bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise und der Bekämpfung der Kriminalität stellte Kogler der Exekutive ein gutes Zeugnis aus.

Pressestunde mit Konrad Kogler

Generaldirektor Konrad Kogler kündigt mehr Polizisten für den Grenzeinsatz an.

„Ich glaube, wir haben genau mit diesem Gesetz eines gezeigt: Dass es uns nicht darum geht, sehr schnell eine Regelung zu schaffen“, meinte Kogler zur Neuaufstellung des Staatsschutzes. Man habe mit den Sicherheitssprechern aller Parlamentsfraktionen einen breiten Dialog geführt und sich Dienste im Ausland angesehen. Der Prozess sei nun abgeschlossen, die unbedingt notwendigen Befugnisse für die Polizei „sehr maßhaltend“, meint Kogler. Das Prozedere zur Bestellung des „völlig unabhängigen“ und weisungsfreien Rechtsschutzbeauftragten sei zudem ein aufwendiges Verfahren.

Aus Österreich in den Dschihad gezogen

Trotz aller Anstrengungen geht Kogler von einem Gefahrenpotenzial durch radikalisierte Menschen aus. So gebe es eine Vielzahl an Personen, die aus Österreich in den Dschihad gezogen sind oder Menschen rekrutiert haben. „Wir müssen hier auch einen wirklich weiten Blick haben“, sieht der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit seine Exekutive in der Pflicht und warnt: „Die größte Gefahr geht von jenen Personen aus, die nicht integriert werden.“ Gegen rund 260 Personen habe man mittlerweile entsprechende Anzeigen erstattet, ein „nicht unerheblicher Anteil“ stamme aus Tschetschenien.

Die Exekutive habe die Flüchtlingskrise laut Kogler noch im Griff. „Die Polizistinnen und Polizisten leisten hier eine ganz tolle Arbeit“, lobte er die Beamten. Allerdings gebe es durchaus das „Phänomen“, „dass Polizisten sagen, dass das körperlich so beanspruchend ist, dass das wirklich sehr schwer zu schaffen ist“. Darum habe man das Personal aufgestockt. Ob das zukünftig zu schaffen sei, stellte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit infrage: „Wir müssen uns ganz klar überlegen: Wo sind die Kapazitätsgrenzen?“ Auch bei der von der Regierung festgelegten Obergrenze müsse man sich überlegen, was das für den polizeilichen Bereich bedeutet.

Hofburg-Wahl: Wahlkampf für Khol „kurz und knackig“

Der Wahlkampf von ÖVP-Bundespräsidentschaftskandidat Andreas Khol soll „kurz und knackig“ werden, das kündigte seine Pressesprecherin Susanne Walpitscheker im Gespräch mit der APA an. Khol befindet sich seit seiner Nominierung durch die Partei bereits auf Tour durch die Bundesländer. Der offizielle Auftakt zum Wahlkampf erfolgt am 7. April in Tirol.

Die Kosten für Khols Wahlkampf sollen sich auf maximal 3,5 Mio. Euro belaufen, das schlug er auch als Obergrenze für das Abkommen mit den anderen Kandidaten vor. Im Aufbau befindet sich derzeit ein Personenkomitee, denn schon unmittelbar nach der Bekanntgabe meldeten sich zahlreiche Unterstützer, erklärte Walpitscheker. Ebenso in Planung befinden sich noch die eingesetzten Werbemittel, wobei sich Khol bereits gegen Großflächenplakate aussprach.

Offizieller Auftakt Anfang April

Der frühere Seniorenbund-Obmann tourt bereits durch das ganze Land, besucht Funktionäre sowie Veranstaltungen und sollte bis 15. Februar bereits alle ÖVP-Landesparteichefs besucht haben. Der offizielle Auftakt erfolgt dann aber Anfang April in seinem Heimatbundesland Tirol, in Innsbruck. Kommende Woche nimmt Khol gleich an zwei Aschermittwoch-Events teil, zum einen ist er zu Gast bei Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl in Perchtholdsdorf, zum anderen bei der JVP, ebenfalls in Niederösterreich.

Die Unterstützer aus der Partei sorgen für den Wahlkampf in ihrer Community und so ist mit Außenminister und JVP-Obmann Sebastian Kurz unter anderem ein Familienfest geplant. Social-Media-Aktivitäten und weitere Videos des Kandidaten werde es ebenfalls geben. Wahlteamleiter Florian Krenkel richtet derzeit ein Kommunikationszentrum mit verschiedenen Expertenteams ein. Das Wahlkampfbüro befindet sich im Gebäude der Bundespartei in der Lichtenfelsgasse und wird Mitte Februar offiziell eröffnet.

Noch kein fixer Slogan

Noch nicht fixiert wurde der Slogan für Khols Wahlkampf. Den Sager „I mog des Land, i mog die Leit“ habe Khol spontan bei der Kandidatenpräsentation kreiert und dazu sehr positives Feedback erhalten, hieß es.

Wirtschaft

EU-Länder sehen Stahlbranche bedroht

Die Krise der Stahlindustrie lässt in Europa die Alarmglocken schrillen. In einer gemeinsamen Initiative warnen Deutschland, Großbritannien, Frankreich und weitere EU-Länder vor einem Zusammenbruch der Branche und dringen auf raschen Schutz vor der Billigkonkurrenz aus China und Russland. Unterzeichnet haben auch Ministerkollegen aus Italien, Polen, Belgien und Luxemburg.

„Die Europäische Union kann nicht untätig bleiben“, mahnen die Minister der sieben Staaten in einem Brandbrief an die EU-Kommission. Zunehmende Arbeitsplatzverluste und Schließungen von Stahlstandorten zeigten, dass die Existenz des gesamten Industriezweigs in Europa gefährdet sei. Das Schreiben, in das Reuters am Wochenende Einsicht hatte, wurde von Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron angestoßen.

Anti-Dumping-Verfahren gegen chinesische Stahlimporte

Sie appellierten an die Kommission, alle Mittel auszuschöpfen, um gegen unlautere Handelspraktiken ausländischer Stahlproduzenten vorzugehen. Die heimischen Hersteller werfen vor allem China und Russland Dumpingpreise vor. EU-Handelskommissarin Cecilia Malström hatte am Freitag noch für diesen Monat drei neue Anti-Dumping-Verfahren gegen chinesische Stahlimporte angekündigt. Insidern zufolge sollen auf die Einfuhr bestimmter Stahlsorten aus der Volksrepublik und aus Russland Zölle erhoben werden.

Das geht den Ministern allerdings nicht weit genug. Sie verlangen auch Verfahren wegen weiterer Stahlsorten, die aus der Volksrepublik kommen. „Wir dürfen nicht warten, bis der Schaden durch unfaire Praktiken für unsere Branche irreversibel wird“, heißt es in ihrem Schreiben, das am Freitag abgeschickt wurde. China warnte hingegen vor der Einführung von Strafzöllen. Um die europäischen Vorwürfe zu klären, müsse zunächst die Welthandelsorganisation (WTO) eingeschaltet werden, forderte das Handelsministerium in Peking.

Stahlpreise massiv gefallen

In der weltweiten Stahlproduktion steht die EU an zweiter Stelle, die Nummer eins ist China. Die chinesischen Hersteller drängen verstärkt auf die Weltmärkte, da die heimische Nachfrage schwächelt. Die Stahlpreise sind massiv gefallen - auch wegen internationaler Überkapazitäten. Die europäischen Stahlkocher sehen sich zudem durch hohe Energiepreise und Umweltsteuern belastet. Sie haben nach Verbandsangaben seit 2008 rund 85.000 Stellen abgebaut, das sind mehr als 20 Prozent der Beschäftigten insgesamt.

Die deutsche Stahlindustrie mit Branchengrößen wie ThyssenKrupp und Salzgitter erwartet für dieses Jahr einen Rückgang der Rohstahlproduktion von drei Prozent auf 41,5 Millionen Tonnen. 2007 belief sich das Volumen noch auf 48,3 Millionen Tonnen. Wie tief die Branchenkrise ist, zeigt auch die Entwicklung beim Weltmarktführer ArcelorMittal, der das vergangene Jahr mit einem Rekordverlust abschloss und nun Finanzspritzen in Milliardenhöhe braucht. ThyssenKrupp legt am Freitag Geschäftszahlen vor, der österreichische Stahlkocher Voestalpine bereits am Mittwoch.

Entschädigung für US-Kunden von VW könnte sich verzögern

Die weitere Entschädigung von US-Kunden des Volkswagen-Konzerns wegen des Abgasskandals könnte sich verzögern. Solange Volkswagen (VW) und die US-Behörden ihre Differenzen nicht überwänden, seien ihm „die Hände gebunden“, sagte der vom Konzern beauftragte Anwalt Kenneth Feinberg der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Der ursprüngliche Zeitrahmen könnte sich daher verzögern.“ Zugleich versprach Feinberg „eine großzügige Lösung“.

Wegen der Manipulation an Dieselautos hatte VW in den USA betroffenen Kunden bereits eine Prepaid-Kreditkarte, einen Gutschein zur Einlösung bei einem VW-Händler und Pannenhilfe für drei Jahre angeboten. Feinberg soll sich mit Schadenersatzforderungen auseinandersetzen und außergerichtliche Einigungen anstreben. So sollen langwierige und teure Prozesse vermieden werden.

„Alle Optionen“ zur Diskussion

Wie genau die „großzügige Lösung“ aussehen soll, steht laut Feinberg noch nicht fest. Es stünden derzeit „alle Optionen“ zur Diskussion, etwa Geldzahlungen, Rückkäufe von Autos, Reparaturen und die Bereitstellung von Ersatzautos. Bei seiner Berufung im Dezember hatte Feinberg von der Entwicklung eines Entschädigungsprogramms binnen 60 bis 90 Tagen gesprochen.

Volkswagen musste zugeben, dass weltweit bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen mehrerer Marken eine Manipulationssoftware eingesetzt wurde, die den Stickoxidausstoß im Testbetrieb zu niedrig auswies. Besonders in den USA drohen dem Konzern hohe Strafzahlungen und Schadenersatzforderungen.

Deutscher Kostümhändler will nach Österreich expandieren

Deutschlands größter Karnevalshändler Deiters will in den kommenden Monaten stark expandieren. „Zum einen gibt es in Deutschland noch viele weiße Flecken, zum anderen kann ich mir auch im Ausland Deiters-Filialen vorstellen, etwa in den Niederlanden oder auch in Österreich, Italien und der Schweiz“, sagte Firmeninhaber Herbert Geiss der „Welt am Sonntag“.

Zehn neue Filialen für 2016

Im Moment betreibt das Unternehmen mit Sitz in Frechen bei Köln 20 Filialen, die meisten im Rheinland. Heuer sollen noch einmal zehn hinzukommen.

Dabei gehe es nicht nur um Standorte in Karnevalshochburgen. „Wir haben letztes Jahr fast eine Million Kostüme verkauft. Das funktioniert nicht allein mit Karneval.“ Die Menschen kauften Verkleidungen zum Beispiel auch für Mottopartys, Junggesellenabschiede, Kindergeburtstage und Maturafeiern.

Sport

Ski alpin: Super-G an Janka, Kriechmayr Dritter

Der Super-G der Herren in Jeongseon hat heute mit dem Sieg von Carlo Janka geendet. Der Schweizer setzte sich bei seinem ersten Erfolg in dieser Disziplin klar vor Christof Innerhofer (ITA) und Vincent Kriechmayr durch. Für den Oberösterreicher war es das zweite Podest seiner Karriere.

Auch Marcel Hirscher, der die Reise zu den Speed-Rennen nach Südkorea ebenfalls mitgemacht hatte, schlug sich als drittbester Österreicher sehr gut.

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Bundesliga: Salzburgs neuer Coach erwartet guten Start

Meister Red Bull Salzburg beginnt die Rückrunde der tipico-Bundesliga heute (16.30 Uhr, live in ORF eins) mit dem Auswärtsspiel bei der Admira. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei Oscar Garcia, für ihn ist es das erste Bundesliga-Match als Trainer der Salzburger. Es ist sehr viel Vorfreude da", sagte der Spanier. „Wir wollen den Fans mit einer guten Leistung viel Freude bereiten.“

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Chronik

Tirol: Ermittlungen nach tödlicher Lawine

Gestern sind bei einem Lawinenabgang im Tiroler Wattental fünf tschechische Freerider ums Lebens gekommen. Zwölf weitere Personen wurden verschüttet, zwei davon verletzt. Noch laufen die Ermittlungen zum Unglückshergang.

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Weiter Warnung vor Lawinen

Stürmischer Wind, beginnender Niederschlag und die hohen Temperaturen gestern haben die Situation für Tourengeher in Tirol heute nicht verbessert. Die Hauptgefahr geht laut Experten vom Triebschnee aus.

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Verletzte nach Skiunfällen in Tirol

Gestern sind bei Skiunfällen auf Tirols Pisten mehrere Personen zum Teil schwer verletzt worden. Im Zillertal blieben zwei Wintersportler nach einer Kollision bewusstlos auf der Piste liegen. Ein Bursche prallte gegen eine Liftstütze.

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Massenschlägerei vor Linzer Disco

Eine Massenschlägerei mit bis zu 60 Beteiligten hat es laut Polizei in der Nacht auf heute vor einer Diskothek in Linz gegeben. 18 Streifenwagen sollen angerückt sein, um die Lage wieder in den Griff zu bekommen.

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Mehrere Randalierer in Villach festgenommen

Die Polizei in Villach in Kärnten nahm in der Nacht auf heute mehrere Personen fest, die ausfällig waren. Mehrmals wurden auch Polizisten attackiert. Die Unruhestifter waren zum Teil alkoholisiert.

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Föhnsturm verwehte Innsbrucker Air & Style

Der Big-Air-Bewerb der weltbesten Snowboarder in der Innsbrucker Olympiaworld musste gestern schon vor dem Halbfinale wegen eines Föhnsturms abgesagt werden. „Zu gefährlich“, begründeten die Veranstalter ihre Entscheidung.

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Umgeknickte Bäume in Vorarlberg

Der Föhnsturm haben auch in Vorarlberg zu mehr als einem Dutzend Feuerwehreinsätzen geführt. Unter anderem verlegten in Mäder, Latschau, Bizau und Schnepfau umgestürzte Bäume Straßen.

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Filmdreh: Explodierender Bus sorgt für Panik in London

Ein Filmdreh hat heute laut britischen Medienberichten kurz für Panik in London gesorgt. Grund dafür war ein auf einer Brücke spektakulär zur Explosion gebrachter Bus. Augenzeugen glaubten zunächst an einen Terroranschlag, wie etwa der „Independent“ mit Verweis auf Meldungen in Sozialen Netzwerken berichtet.

Explodierender Bus

APA/AP/PA/Steve Parsons

Verwiesen wurde von der Zeitung zudem auf eine „beunruhigende Ähnlichkeit“ mit dem tödlichen Anschlag auf einen Bus im Jahr 2005. Vom „Telegraph“ erinnerte auch daran, dass sich der Schauplatz der Dreharbeiten in unmittelbarer Nähe zum Hauptquartier des britischen Geheimdienstes MI5 befindet.

Kritiker werfen der Filmcrew nun vor, im Vorfeld nicht ausreichend über den geplanten Dreh informiert zu haben. „Hey Filmtypen, wenn ihr das nächste Mal einen Bus auf der Lambeth-Brücke sprengt, sagt uns vielleicht vorher Bescheid, damit unsere Kinder im Park nicht ausflippen“, zitierte die Zeitung in diesem Zusammenhang aus einem Tweet der britischen Autorin Sophie Kinsella.

Auf der für den Dreh abgesperrten Brücke wurde den Medienberichten zufolge eine Szene für den Film „The Foreigner“ gespielt. Als beteiligte Schauspieler nennt der „Guardian“ unter anderen Chackie Chan und Pierce Brosnan.

Taiwan-Erdbeben: 26 Tote und über 120 Vermisste

Einen Tag nach dem schweren Erdbeben im Süden Taiwans haben die Rettungskräfte heute weiter nach über 120 Vermissten in den Trümmern gesucht. Die Zahl der Toten in der Metropole Tainan stieg auf 26, wie das Katastrophenzentrum berichtete. Rund 500 Menschen wurden verletzt, rund 100 waren noch in Krankenhäusern.

Die Suche nach den Verschütteten dauerte die Nacht über an. Mehr als 130 Menschen wurden allein in den Trümmern eines 16-stöckigen Wohnhauses vermisst, das komplett umgestürzt war. Die Behörden haben den Verdacht, dass Pfusch am Bau die Ursache gewesen sein könnte, warum das Haus dem Beben der Stärke 6,4 nicht standhalten konnte.

Weitere Tote nach Mitternacht geborgen

Vor dem Haus versammelten sich verzweifelte Angehörige. Heute in der Früh holten die Bergungskräfte drei Bewohner aus den Trümmern, darunter einen kleinen Buben und seinen Vater, wie die taiwanesische Nachrichtenagentur CNA berichtete. Kurz nach Mitternacht waren aber auch drei weitere Tote geborgen worden.

Zerstörte Gebäude in Tainan

Reuters/Tyrone Siu

Die meisten Verschütteten in dem Weiguan-Jinlong-Wohnkomplex wurden in den zerstörten unteren Stockwerken vermutet, zu denen sich die Rettungskräfte nur schwer Zugang verschaffen konnten. Die Helfer mussten zum Teil schweres Gerät einsetzen und Wände mit Trägern stützen, da befürchtet wurde, dass die Hausreste weiter in sich zusammenbrechen und so Verschüttete und Rettungskräfte in Gefahr geraten. Tainans Bürgermeister Lai Ching Te sagte, die Suche komme nur langsam voran, weil die Retter die Trümmerstücke vorsichtig und teilweise von Hand beseitigen müssten, um niemanden zu gefährden.

Mehr als zehn Gebäude eingestürzt

In der Zwei-Millionen-Metropole sind insgesamt mehr als zehn Gebäude eingestürzt. Unter den Vermissten in der Stadt sind nach offiziellen Angaben auch mindestens 35 Kinder. Bei den Rettungsarbeiten konnten bisher 356 Menschen lebend geborgen werden. Wegen Einsturzgefahr wurden 424 Menschen bei Evakuierungen in Sicherheit gebracht.

Das Erdbeben passierte nur einen Tag vor dem traditionellen chinesischen Neujahrsfest, das heute Abend gefeiert wird. Es ist das größte Familienfest der Chinesen. Nach der vorübergehenden Unterbrechung der Hochgeschwindigkeitsbahn im Süden Taiwans verkehrten die Züge ab heute früh wieder normal.

Immer wieder Erdbeben in Taiwan

Taiwan wird immer wieder von Erdbeben erschüttert, weil die Insel in der Nähe einer Bruchstelle zweier tektonischer Platten liegt. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 waren im September 1999 rund 2.400 Menschen ums Leben gekommen. Im Juni 2013 starben vier Menschen bei einem Beben der Stärke 6,3.

Tiger in Russland ausgebrochen

Einen ausgebrochenen Tiger haben russische Sicherheitskräfte nahe der Stadt Woronesch betäubt und wieder eingefangen. Das Tier war beim Transport aus einem Lastwagen entkommen, wie der regionale Zivilschutz am Sonntag mitteilte: „Um Gefahr von der Bevölkerung abzuwenden, wurde der Aufenthaltsort des Tigers abgeriegelt.“

Schuss mit Betäubungsmittel

Ein Tierarzt aus dem Zoo von Woronesch, gut 500 Kilometer südlich von Moskau, setzte den Schuss mit einem Betäubungsmittel. Dann wurde das Tier in einem Käfig im Zoo untergebracht. Frei lebende Tiger gibt es in Russland nur im Fernen Osten an der Grenze zu China.

Religion

Nahost-Kirchenvertreter rufen zum Kampf gegen Terror auf

Vertreter mehrerer orientalischer Kirchen haben im Anschluss an das Jahrestreffen der „Christen des Ostens“ im libanesischen Baabda, westlich von Beirut, zum Kampf gegen Terrorismus aufgerufen.

Die Vertreter forderten eine „Verurteilung von Gewalt, den Kampf gegen Terror und das Errichten einer Kultur des Friedens und des Respekts von Menschenrechten“, wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA am Wochenende berichtete.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Papst urgiert diplomatische Schritte im Syrien-Konflikt

Zu einem Ende der Gewalt in Syrien hat Papst Franziskus beim Angelus-Gebet heute eindringlich aufgerufen. Er appellierte an die internationale Gemeinschaft, alle möglichen Bemühungen zu unternehmen, um die verschiedenen Konfliktparteien an einen Verhandlungstisch zu bringen.

Nur eine politische Lösung des Konflikts werde Syrien eine Zukunft der Versöhnung und des Friedens garantieren, sagte der Heilige Vater. Er verfolge mit tiefer Anteilnahme die dramatische Lage der syrischen Bevölkerung, die alles verlassen müsse, um vor dem Horror des Krieges zu fliehen, so der Papst.

Appell gegen moderne Formen des Sklaventums

Franziskus rief die internationale Gemeinschaft auf „mit freigiebiger Solidarität“ den Flüchtlingen Hilfe zu sichern.

Der Papst richtete auch einen Appell gegen moderne Formen des Sklaventums. Anlässlich des Gebetstags gegen den Menschenhandel am morgigen Montag rief Franziskus zu verstärktem Einsatz, um „dieses Verbrechen und diese unerträgliche Schande“ auszumerzen. Man müsse Opfern von Menschenhandel helfen, „ihre Freiheit und Würde“ zurückzugewinnen.

Medien

Twitter-Chef: Echtzeit-Timeline wird nicht abgeschafft

Twitter-Chef Jack Dorsey hat nach Nutzerprotesten versprochen, den Kurznachrichtendienst nur behutsam umzubauen. „Wir lieben den Livestream. Das sind wir“, schrieb Dorsey bei Twitter in der Nacht auf heute. Der Nachrichtenstrom solle „verfeinert“ werden, damit er sich noch aktueller anfühle.

Die US-Website Buzzfeed hatte zuvor berichtet, Twitter könne bereits in den nächsten Tagen eine neue Sortierung einführen, bei der die einzelnen Tweets nach Relevanz-Algorithmen angeordnet werden statt wie bisher einfach nacheinander.

Populäre Tweets weiter nach oben

Es blieb offen, ob die Änderung für alle gelten solle oder nur für Nutzer, die sich bewusst dafür entscheiden. Dorsey schrieb dazu: „Wir haben nie geplant, die Timelines nächste Woche neu zu ordnen.“

Das Technologieblog The Verge berichtete am Wochenende, der Algorithmus solle populäre Tweets weiter nach oben im Nachrichtenstrom schieben. Nutzer sollten aber auch auf die Funktion verzichten können.

Kultur

Film des Jahres: Amerikanische Regisseure ehrten Inarritu

Das Rachedrama „The Revenant - Der Rückkehrer“ hat drei Wochen vor den Oscars einen wichtigen Preis gewonnen. Regisseur Alejandro Gonzalez Inarritu erhielt für den Westernthriller mit Leonardo DiCaprio gestern Abend von der US-Regisseursgewerkschaft Directors Guild of America (DGA) die Auszeichnung für den besten Film. Bereits im Vorjahr hatte Inarritu mit „Birdman“ den Preis gewonnen - und später auch den Oscar.

Als bester Dokumentarfilm setzte sich überraschend „Cartel Land“ von Matthew Heineman gegen die Musikdoku „Amy“ durch. Den Preis für die Regie eines Debütfilms erhielt Alex Garland für „Ex Machina“.

„Wie eine Umarmung meiner Kollegen“

Die Preise der DGA gelten als wichtiger Gradmesser für die Oscars, die am 28. Februar verliehen werden. Die DGA-Awards wurden in ihrer 68. Auflage in einer mehr als vier Stunden langen Zeremonie in elf Kategorien vergeben. Der Preis fühle sich an „wie eine Umarmung meiner Kollegen“, sagte Inarritu bei der Gala in einem Hotel in Los Angeles.

Alejandro Gonzalez Inarritu

APA/AP/Invision/Chris Pizzello

Neben Inarritu und seinem Team waren vier weitere Regisseure nominiert: Adam McKay für „The Big Short“, Tom McCarthy für „Spotlight“, George Miller für „Mad Max - Fury Road“ und Ridley Scott für „Der Marsianer“. Bis auf Scott sind alle diese Regisseure auch für einen Oscar nominiert. Ihre Arbeiten können sich zudem Hoffnungen auf die Auszeichnungen in der Königskategorie „Bester Film“ machen.

Drei aussichtsreiche Oscar-Kandidaten

Dieses Jahr ist das Rennen in den wichtigsten Oscar-Kategorien besonders offen: Die Finanzkomödie „The Big Short“ gewann den Preis der Produzentengewerkschaft PGA. Bei den Auszeichnungen der Schauspielervereinigung SGA siegte dann aber das Ensemble des Journalismusdramas „Spotlight“. Mit dem Sieg von „The Revenant“ gibt es nun endgültig drei aussichtsreiche Kandidaten bei den Oscars. In den vergangenen 30 Jahren erhielt der von der DGA ausgezeichnete Regisseur in 25 Fällen auch den Oscar.

In den Fernsehkategorien gewannen unter anderem eine Folge von „Game of Thrones“ als beste Dramaserie und eine Episode der Präsidentschaftskomödie „Veep“ als beste Comedy.

Super Bowl: Glamour, Skandal und Skurriles zur Halbzeit

Die Halbzeitshow der Super Bowl ist genauso legendär wie die Veranstaltung selbst. Was einst als Pausenfüller mit den Auftritten kleiner Marschkapellen begann, ist seit vielen Jahren schon ein Spektakel im Spektakel. Beim diesjährigen Finale der National Football League (NFL) im Levi’s Stadium in Santa Clara treten Coldplay und Beyonce auf.

Neben viel Glamour und einigen Aufregern - Stichwort: „Nipplegate“ - ist die Geschichte der Halbzeiteinlagen vor allem reich an skurrilen Momenten. Zu sehen bekamen die Fans unter anderem eine Riesentorte zum Geburtstag der Nation - und einen zaubernden Elvis-Imitator in 3-D.

Mehr dazu in Mit Starpower durch die Pause

„Alles steht Kopf“ ist bester Animationsfilm des Jahres

Der Pixar-Film „Alles steht Kopf“ („Inside Out“) ist bei der Verleihung der Annie Awards für Animationsfilme als bester Film des Jahres geehrt worden. Er setzte sich gestern Abend (Ortszeit) in Los Angeles gegen „Anomalisa“, „Shaun das Schaf“, „Arlo & Spot“ und „Die Peanuts“ durch. „Alles steht Kopf“ gewann zudem in neun weiteren Kategorien.

Für die beste Animation einer Figur wurde das Team von „The Revenant - Der Rückkehrer“ ausgezeichnet. Darin greift ein Bär Leonardo DiCaprio an. Den Preis für den besten Animationsfilm eines Indie-Studios ging an „Boy and the World“ aus Brasilien. Für die besten Effekte in einem Realfilm wurde „The Avengers: Age of Ultron“ ausgezeichnet.

Die Annie Awards werden in 36 Kategorien vom in Los Angeles sitzenden Teil der internationalen Animationsfilmgemeinschaft vergeben. Sie wurden zum 43. Mal ausgerichtet.

Leute

„König der Önologen“: Giacomo Tachis ist tot

Italien trauert um seinen wohl bekanntesten Önologen, Giacomo Tachis. Der in Medienberichten als „König der Önologen“ bezeichnete Tachis, starb im Alter von 82 Jahren in San Casciano Val di Pesa (Toskana) an den Folgen einer langen Krankheit, wie die Nachrichtenagentur ANSA gestern berichtete.

Tachis machte sich einen Namen als große innovative Kraft hinter der „Wiedergeburt“ des italienischen Weines. Seine Karriere begann Tachis in den 60er Jahren beim florentischen Weinhaus Marchesi Antinori, wo er mit dem Tignarello und dem Solaia die ersten Beispiele der später auch als „Supertuscan“ („Supertoskaner“) gefeierten Weine kreierte. Dazu zählt auch der Sassicaia, den Tachis für Marchese Mario Incisa della Rocchetta „erfand“.

Klassische Qualitätsvorgaben ignoriert

Da sich Tachis nicht den strengen und als zu enges Korsett empfundenen DOC- bzw. DOCG-Vorgaben unterwerfen wollte, verzichtete er bewusst etwa auf die Produktion von Exportschlagern wie dem Chianti Classico.

Vielmehr wagte sich Tachis auch im historischen Chianti-Gebiet an neue Mischungen und für italienische Weine lange untypische Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, weswegen seine Weine lange auch nur als einfache Tafelweine vermarktet werden konnten. Angesichts des weltweiten Erfolgs wurde 1992 mit IGT (Indicazione Geografica Tipica, Anm.) schließlich eine neue Qualitätskategorie geschaffen bzw. die klassischen Qualitätskriterien zunehmend angepasst.

Tachis, der sich selbst als „bescheidener Weinmischer“ bezeichnete, war bis zu seinem Rückzug ins Privatleben im Jahr 2010 auch in etlichen anderen italienischen Weinregionen tätig. Der „Corriere della Sera“ nennt hier etwa den Turriga (Sardinien) und den San Leonardo (Trentino) als Beispiele, für die von Tachis geschaffenen und mittlerweile „in der ganzen Welt bekannten Weine“.