Liveticker

Hypo-Eigentümer ohne Interesse an Alternativen

Tamandl meldet sich Wort. Der ÖVP-Fraktionsvorsitzenden erscheinen Schilchers Antworten als „etwas flapsig“. Pilgermair kann ihren Vorwurf nicht nachvollziehen. Auch Kogler stellt in Frage, „ob man immer um den Zeugen tanzen müsse“.

Er könne keine Angaben über die Herkunft der Informationen der Kärntner Vertreter machen, so Schilcher auf Obernosterers nächste Frage: „Das kann ich Ihnen nicht sagen.“

Ausland

Ex-Premier Ayrault neuer französischer Außenminister

Frankreichs früherer Premierminister Jean-Marc Ayrault wird neuer Außenminister der Landes. Der 66-Jährige folgt auf Laurent Fabius, wie der Elysee-Palast heute mitteilte. Ayrault war von 2012 bis 2014 Regierungschef und musste nach Wahlniederlagen der Sozialisten dem aktuellen Amtsinhaber Manuel Valls weichen.

Jean-Marc Ayrault

APA/AFP/Kenzo Tribouillard

Fabius soll nach dem Willen von Präsident Francois Hollande Präsident des französischen Verfassungsrates werden. Valls bleibt Premierminister, Michel Sapin Finanzminister und Emmanuel Macron Wirtschaftsminister.

Royal bleibt Umweltministerin

Segolene Royal bleibt Umweltministerin mit einem neu zugeschnittenen Ressort. Die frühere Lebensgefährtin Hollandes galt lange Zeit als Favoritin für das Außenministerium. Zudem holte Hollande mit Emmanuelle Cosse eine Grüne als Wohnungsbauministerin in die Regierung.

Neue Kulturministerin wird Audrey Azoulay. Die bisherige Beraterin löst die glücklos agierende Fleur Pellerin ab. Der zur Linken zählende Jean-Michel Baylet übernimmt das Ministerium für ländliche Entwicklung. Der Grünen-Politiker Jean-Vincent Place wird als Staatssekretär für Staatsreformen zuständig sein.

NATO-Marineverband wird sofort in Ägäis geschickt

Nach der Grundsatzentscheidung für einen Einsatz in der Flüchtlingskrise schickt die NATO sofort einen Marineverband in die Ägäis.

Die Schiffe unter deutscher Führung würden „jetzt“ in Bewegung gesetzt und sofort beginnen, Informationen über Schleppernetzwerke zu sammeln, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg heute in Brüssel. Aufgabe sei allein die Seeraumüberwachung. „Es geht nicht darum, Flüchtlingsboote zu stoppen und zurückzudrängen.“

Die NATO-Verteidigungsminister hatten zuvor grünes Licht für den Einsatz gegeben, der von Deutschland, Griechenland und der Türkei beantragt worden war. Konkret geht es um drei Schiffe. Stoltenberg sagte, „mehrere Alliierte“ hätten bereits zugesagt, weitere Schiffe bereitzustellen. Nach Angaben von Militärvertretern wären fünf bis sieben Schiffe ideal, um den Seeraum zu überwachen.

Seerettung nicht vorrangiges Ziel

Mit Griechenland und der Türkei sei vereinbart, dass griechische Boote nicht in türkischen Hoheitsgewässern tätig werden und türkische nicht in griechischen, so Stoltenberg weiter. Dem NATO-Generalsekretär zufolge besteht die Aufgabe in Aufklärung und Überwachung des Seegebiets vor der türkischen Küste.

Die Informationen würden dann an die nationalen Küstenwachen und die EU-Grenzschutzbehörde Frontex weitergegeben. Ein direktes Eingreifen ist nicht vorgesehen.

Auch eine Seenotrettung ist anders als bei einer ähnlichen EU-Mission vor Libyen nicht das Ziel. In Notfällen seien jedoch auch die NATO-Schiffe verpflichtet, Flüchtlinge zu retten, sagte die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Es sei mit Ankara „fest verabredet“, dass diese Flüchtlinge dann „zurück in die Türkei gebracht werden“.

Türkei beendet Einsatz gegen PKK in Cizre

Die türkische Regierung hat eine zweimonatige Militäraktion gegen die Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der südostanatolischen Stadt Cizre für beendet erklärt.

Der Einsatz sei „sehr erfolgreich“ gewesen, sagte Innenminister Efkan Ala heute nach einem Bericht der offiziellen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Ausgangssperre in Cizre bleibe allerdings bis auf Weiteres in Kraft.

In Cizre hatten Soldaten und Polizisten seit Dezember PKK-Anhängern verbissene Häuserkämpfe geliefert. Dabei wurden auch schwere Waffen eingesetzt und ganze Straßenzüge zerstört.

HDP wirft Regierung Massaker vor

Die Kurdenpartei HDP wirft der Regierung vor, in Cizre ein Massaker an rund 60 Menschen verübt zu haben, die in einem Keller Schutz vor den Kämpfen suchten. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück. In anderen Städten des kurdischen Südostens wird weiter gekämpft.

Die Gefechte waren entflammt, nachdem die PKK in einigen Städten einseitig Autonomiegebiete ausgerufen und diese mit Straßengräben und Barrikaden gegen die Sicherheitskräfte verteidigt hatte. Laut HDP wurden allein in Cizre seit Mitte Dezember 80 Zivilisten getötet, die Gesamtbilanz für das Kurdengebiet liegt demnach bei 211 zivilen Opfern. Nach Angaben der Regierung wurden mehrere hundert PKK-Kämpfer bei den Gefechten getötet.

Polen erhöht Kindergeld deutlich

Mit einer deutlichen Kindergelderhöhung für arme Familien will Polens national-konservative Regierung wieder Lust aufs Kinderkriegen machen. Das Parlament stimmte heute einem Gesetz zu, das die Überweisung von monatlich 500 Zlotys (115 Euro) ab dem zweiten Kind vorsieht, wenn die Familienmitglieder im Schnitt pro Kopf über maximal 180 Euro pro Monat verfügen. Derzeit liegt das Kindergeld bei rund 20 Euro monatlich.

Die von Jaroslaw Kaczynski geführte Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hatte das Programm „500+“ bereits im Wahlkampf versprochen. Die Geburtenrate liegt in Polen bei 1,3 Kindern pro Frau im gebärfähigen Alter und ist damit eine der niedrigsten weltweit.

Rasche Alterung der Gesellschaft

Die Folge ist eine rasche Alterung der Gesellschaft. Die Vorgängerregierung hatte das Pensionsantrittsalter auf 67 Jahre angehoben, um darauf zu reagieren. Die PiS-Regierung will das Alter wieder absenken - auf 65 Jahre für Männer und 60 Jahre für Frauen.

Alleine die Kindergelderhöhung, von der etwa drei Millionen Familien profitieren könnten, wird die Staatskasse nach Schätzungen 5,2 Mrd. Euro pro Jahr kosten. Um das und die Pensionsreform zu bezahlen, wurden schon neue Steuern für den Finanzsektor eingeführt und weitere Steuern angekündigt.

Deutschland leiht Irak über 500 Mio. für Wiederaufbau

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem Irak weitere Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes zugesagt.

Bei einem Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi heute in Berlin kündigte Merkel an, dass Deutschland einen ungebundenen 500-Millionen-Euro-Kredit zur Verfügung stellen wird.

Das Geld soll vor allem in Infrastrukturprojekte fließen. Ziel sei es, den Menschen im Irak Hoffnung zu geben, „damit sie ihr Land nicht verlassen müssen“.

Merkel gegen Abspaltung der Kurden

Eine Abspaltung der Kurdenregion im Irak lehnt Merkel strikt ab. Deutschland empfinde die kurdischen Gebiete als Teil des Staates und unterstütze diese als solche, sagte Merkel bei dem Treffen. Sie betonte, die territoriale Integrität des Irak müsse erhalten bleiben: „Das haben wir bei aller Unterstützung für die Peschmerga und die Kurden immer wieder deutlich gemacht.“

Rouhani: Iran soll „erneuert“ werden

Der iranische Präsident Hassan Rouhani sieht sein Land nach dem historischen Atomabkommen auf dem Weg zurück in die internationale Gemeinschaft, räumt allerdings auch Modernisierungsbedarf ein.

„Wir können als religiöses Land den Fundamentalismus behalten, müssen ihn aber reformieren und erneuern“, sagte Rouhani heute in einer Rede auf dem Teheraner Freiheitsplatz am 37. Jahrestag der Islamischen Revolution von 1979.

Der Welt habe man mit dem Atomabkommen bewiesen, dass der Iran keine Bedrohung, sondern ein zuverlässiger Partner sei. „Jetzt brauchen wir aber auch ein ähnliches Abkommen für eine nationale Versöhnung“, sagte Rouhani mit Blick auf die Gräben zwischen konservativen Hardlinern und Reformern im Iran. Auch interne Differenzen zwischen den Fraktionen könnten wie im Rahmen der Atomverhandlungen mit den Weltmächten ausgeräumt werden.

Land „gehört nicht nur“ Hardlinern

„Das Land gehört allen Iranern, nicht nur einer bestimmten Fraktion“, sagte Rouhani und bezog sich damit auf die Hardliner im Land. Daher sei die Teilnahme an der Parlamentswahl am 26. Februar besonders wichtig. Wer abstimme, könne damit seiner Hoffnung auf Rationalität Ausdruck verleihen und Extremismus eine Abfuhr erteilen.

„Das Land gehört allen Iranern, nicht nur einer bestimmten Fraktion“, sagte Rouhani und bezog sich damit auf die Hardliner im Land. Daher sei die Teilnahme an der Parlamentswahl am 26. Februar besonders wichtig. Wer abstimme, könne damit seiner Hoffnung auf Rationalität Ausdruck verleihen und Extremismus eine Abfuhr erteilen.

Auschwitz-Prozess: Ehemaliger SS-Mann schweigt

In einem der letzten großen NS-Prozesse steht heute im deutschen Detmold ein früherer SS-Wachmann aus dem Konzentrationslager Auschwitz vor Gericht.

Der 94-jährige Reinhold Hanning muss sich wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen verantworten. Am ersten Verhandlungstag machte er keine Angaben zu den Vorwürfen. Neben Dutzenden Journalisten aus dem In- und Ausland verfolgten auch frühere KZ-Insassen den Prozessauftakt.

Hanning war in den Jahren 1943 und 1944 als Angehöriger des SS-Totenkopf-Sturmbanns Auschwitz im Stammlager eingesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beihilfe bei der „Ungarn-Aktion“ vor - der gut dokumentierten Deportation und Ermordung von Juden aus Ungarn 1944. Er habe die Tötungsmethoden im KZ gekannt und mit seinem Einsatz als Wachmann zum Funktionieren der Maschinerie beigetragen.

Beteiligung an Tötungshandlungen bestritten

Hanning schwieg zum Prozessauftakt und ließ von seinen Anwälten nur Angaben zu seiner Person verlesen. Er hatte bereits vor dem Prozess eingeräumt, in Auschwitz eingesetzt gewesen zu sein. Eine Beteiligung an Tötungshandlungen hat er aber bestritten. Die Verteidigung zweifelt den Wert dieser Aussage allerdings an. Staatsanwaltschaft und Polizei hätten ihn 2014 zu Hause überrascht und dann vernommen.

Ein Zeuge schilderte vor Gericht das unmenschliche Leid in Auschwitz. Wachleute hätten durch den Zaun geschossen. Gerade angekommene Gefangene hätten auf dem Weg zu den Gaskammern um Wasser gebettelt, ohne zu wissen, was passiere.

„Eine halbe Stunde später waren sie tot“, sagte der Auschwitz-Überlebende Leon Schwarzbaum im Zeugenstand. Der 94-Jährige forderte Hanning in direkter Ansprache auf zu sagen, was damals passiert sei. Hanning reagierte darauf nicht.

Inland

Sport

Bob und Skeleton: ÖBSV-Asse hoffen auf WM-Medaille

Janine Flock und Christine Hengster gehen als die großen österreichischen Hoffnungsträger auf eine Medaille in die morgen beginnenden Bob- und Skeletonweltmeisterschaften in Innsbruck-Igls. Weil die Bahn der Olympischen Spiele von 1976 kurz und flach ist, gilt ein guter Start als einzig probates Mittel zum Erfolg. Die deutschen Zweier- und Viererbob-Teams rechnen sich nicht zuletzt deshalb gute Chancen darauf aus, einen WM-Hattrick zu schaffen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Tennis: Schiedsrichter unter Manipulationsverdacht

Zwei Schiedsrichter sind bereits im Vorjahr ohne offizielle Mitteilung gesperrt worden, vier weitere sind vor Kurzem suspendiert worden. Was der Internationale Tennisverband (ITF) gerne still und heimlich über die Bühne gebracht hätte, ist nun öffentlich geworden: Die Schiedsrichter sollen mit Wettbetrügern zusammengearbeitet und ihnen mit manipulierten Livescores zu satten Gewinnen verholfen haben.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Eishockey: ÖEHV-Team testet vor WM den Ernstfall

Rund zweieinhalb Monate vor der B-WM in Katowice (Kattowitz) in Polen testet die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft von heute bis Samstag in Innsbruck den Ernstfall. Mit Slowenien, der Slowakei und Frankreich warten gleich drei starke Mannschaften auf die Auswahl von Teamchef Daniel Ratushny, der seinen WM-Stamm bereits gefunden hat. „Diese Mannschaft ist im Großen und Ganzen die, die auch nach Polen zur WM fährt“, so Ratushny.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Lagarde für zweite Amtszeit als IWF-Chefin nominiert

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Chefin Christine Lagarde für eine zweite Amtszeit nominiert. Das teilte der IWF heute in Washington mit. Lagarde, die erste Frau an der Spitze der globalen Finanzorganisation, übernahm den Posten im Jahr 2011.

Ihre Bestätigung im Amt solle so schnell wie möglich erfolgen, erklärte der Fonds. Sie ist die einzige Kandidatin. Lagarde hat die Unterstützung der wichtigsten IWF-Mitglieder. Die Französin hatte im Jänner angekündigt, dass sie für eine zweite Amtszeit antrete.

Prozess in Frankreich?

Getrübt werden könnte Lagardes neuer Anlauf auf den IWF-Spitzenposten indes durch einen möglichen Prozess in ihrer Heimat wegen einer acht Jahre zurückliegenden Finanzaffäre in ihrer Zeit als Ministerin.

Dabei geht es um eine umstrittene Millionen-Entschädigungszahlung an den Geschäftsmann Bernard Tapie. Die Ermittler werfen ihr Nachlässigkeit im Umgang mit öffentlichen Geldern vor.

D: Erster Prozess zu Heta-Zahlungsstopp begonnen

Die Gläubiger der einstigen Krisenbank Hypo Alpe-Adria kämpfen nun auch in Deutschland vor Gericht um entgangene Gelder. Am Frankfurter Landgericht begann heute der erste Prozess, eine Entscheidung will die Kammer am 11. März verkünden.

Die FMS Wertmanagement, die „Bad Bank“ des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE/München), pocht auf Rückzahlung von Anleihen in Höhe von 200 Mio. Euro plus Zinsen. Bisher sind in dem Komplex neun Klagen anhängig, die Forderungen summieren sich auf 2,2 Milliarden Euro.

„Moratorium ist kein Verbotsgesetz“

Die Regierung in Wien hatte zum 1. März 2015 beschlossen, die Hypo-„Bad Bank“ Heta selbst abzuwickeln und sämtliche Schuldenzahlungen zu stoppen. Damit griffen Bürgschaften des finanziell angeschlagenen Bundeslandes Kärnten für Heta-Verbindlichkeiten nicht mehr.

Die Rückzahlung an die FMS am 6. März 2015 blieb aus, am 11. März 2015 reichte die FMS Klage ein. Insgesamt bangen deutsche Banken und Versicherungen nach früheren Angaben um gut sieben Mrd. Euro.

Die Heta-Anwälte argumentieren, die Heta sei an die österreichischen Gesetze gebunden. Daher seien ihr vom 1. März 2015 bis 31. Mai 2016 Zahlungen verboten. Es wäre „Untreue“, würde die Heta die Gelder dennoch überweisen, sagte Anwalt Stefan Rützel in der mündlichen Verhandlung: „Wir sind eine Aktiengesellschaft, wir müssen uns an Recht und Gesetz halten. Wir haben ja Geld ... Das Problem ist: Wir dürfen nicht zahlen.“

Umstritten ist, ob das Zahlungsmoratorium auch Zahlungen außerhalb Österreichs verbietet. „Das Moratorium ist eine Stundungsanordnung, kein Verbotsgesetz“, stellte das Gericht klar.

Republik sichert Exporte in Iran wieder ab

Österreich hat heute die Wiederaufnahme der staatlichen Exportfinanzierungsgarantien für Geschäfte österreichischer Unternehmen im Iran bekanntgegeben. Wegen der Sanktionen war die Neuvergabe solcher Absicherungen auch für kurzfristige Geschäfte seit Oktober 2012 eingestellt gewesen.

Unternehmen in den Startlöchern

Der Iran ist in der OECD-Länderkategorie als höchstes Risiko klassifiziert, also auf Stufe sieben der siebenteiligen internationalen Länderrisikoskala.

Viele internationale Unternehmen stehen bereits in den Startlöchern, die Geschäfte mit dem Iran nach dem Abbau der Sanktionen wiederaufzunehmen bzw. neu einzusteigen. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass für Ausfuhren und Investitionen wieder Versicherungen übernommen werden.

Vorraussetzungen geklärt

In Wien hätten heute das Finanzministerium und die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) „die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Absicherung von Exportgeschäften und Auslandsinvestitionen in den Iran geklärt“, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung hieß.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Atomverhandlungen und der Aufhebung der Wirtschafts- und Finanzsanktionen am 16. Jänner stünden österreichischen Unternehmen die Instrumente der Exporthaftung damit wieder zur Verfügung.

Chronik

Elftes Todesopfer nach Zugsunglück von Bad Aibling

Nach dem schweren Zugunglück von Bad Aibling in Bayern ist die Zahl der Toten gestern auf elf gestiegen. Ein 47 Jahre alter Mann aus dem Landkreis München sei in einer Klinik seinen Verletzungen erlegen, wie die Polizei mitteilte. Nach Polizeiangaben galten heute noch 20 Menschen als schwer verletzt. Der Gesundheitszustand einiger dieser Verletzten sei nach wie vor ernst.

Innenminister dankt österreichischen Helfern

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bedankte sich unterdessen bei den österreichischen Rettungskräften, die nach dem Zugsunglück nach Bad Aibling geeilt waren. „Die Hilfe aus unserem Nachbarland Österreich kam rasch. Sie war tatkräftig und unkonventionell“, so Herrmann. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Hilfskräften sei reibungslos gelaufen.

Todesopfer identifiziert

Der Polizei gelang heute auch die Klärung des letzten noch nicht identifizierten Todesfalls. Bei dem Verstorbenen habe es sich um einen 38-jährigen Mann aus dem Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg gehandelt. Die neun Toten, deren Identität bereits zuvor feststand, waren Männer im Alter zwischen 24 und 59 Jahren aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein.

Die Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle gingen heute weiter. Dabei müsse vorsichtig vorgegangen werden, weil die ineinander verkeilten Züge unter hoher Spannung stünden und Einsatzkräfte durch umherfliegende Teile gefährdet werden könnten, erklärte die Polizei. Die Bergung der Zugsteile wird nach Angaben der Deutschen Bahn noch mindestens bis morgen andauern.

Zwölf Kinder in Peru nach Fledermausbissen gestorben

In Peru sind mindestens zwölf Kinder nach Bissen von Fledermäusen an Tollwut gestorben. Die Opfer im Alter von acht bis 15 Jahren starben im Zeitraum von September bis Februar in der abgelegenen Amazonasregion Loreto, wie die Behörden heute bekanntgaben. In ihrem Volksstamm wurden die Todesfälle zunächst auf Hexerei zurückgeführt, deswegen holte man nicht rechtzeitig Hilfe.

„Anhand der Symptome und medizinischen Berichte wurde festgestellt, dass die zwölf Kinder vom Volksstamm der Achuar an einem Tollwutausbruch gestorben sind“, sagte der Gesundheitsbeamte Hermann Silva. „Die Opfer wurden im Dschungel von blutsaugenden Fledermäusen gebissen.“ Die Region liegt 1.100 Kilometer von der Hauptstadt Lima entfernt und grenzt an Ecuador.

Gesundheitsnotstand ausgerufen

Das jüngste Opfer starb gestern. Ein Neunjähriger und eine 22-Jährige erholen sich derzeit von der gefährlichen Krankheit. Gesundheitsminister Anibal Velasquez teilte mit, für das Gebiet sei der Gesundheitsnotstand ausgerufen worden, damit schnell Hilfe dorthin gelange. Impfteams seien schon unterwegs.

Lehrer in Saudi-Arabien erschoss sechs Menschen

Ein Lehrer in Saudi-Arabien hat nach Angaben des staatlichen Fernsehens sechs Menschen in einer Schulbehörde erschossen. Zudem habe es bei den Schüssen mit einer Maschinenpistole in dem Verwaltungsgebäude in der südlichen Provinz Dschizan weitere Verletzte gegeben, berichtete der TV-Sender heute.

Der arabische Nachrichtenkanal al-Arabija berichtete unter Verweis auf den Sprecher des Innenministeriums, dass der Schütze festgenommen worden sei und es zwei Verwundete gebe. Die Behörden gehen demnach nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. Das Motiv des Täters blieb zunächst unklar.

Gewalt mit Schusswaffen ist in Saudi-Arabien selten. In den vergangenen Monaten hatte es in dem Königreich dagegen immer wieder Anschläge von Dschihadisten auf Moscheen der schiitischen Minderheit gegeben.

52 Tote bei Gefängnisrevolte in Mexiko

Bei einer Gefängnisrevolte in Mexiko sind mindestens 52 Menschen getötet worden. Zwölf weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Staates Nuevo Leon, Jaime Rodriguez, heute mit.

Die Regierung von Nuevo Leon teilte im Kurznachrichtendienst Twitter mit, man habe die Situation inzwischen unter Kontrolle. Die Gefängnisleitung habe dementiert, dass mehreren Gefangenen die Flucht gelungen sei.

Der Aufstand war vor Tagesanbruch im Topo-Chico-Gefängnis der nordmexikanischen Stadt Monterrey ausgebrochen. (iptv.ORF.at)

Wie der Sender Milenio TV berichtete, könnte es bis zu 50 Tote und 70 Verletzte gegeben haben. Offizielle Informationen waren weiterhin ausständig. Berichten zufolge warfen Angehörige vor dem Gefängnis Steine und Bretter, um sich Zutritt zu verschaffen. Die Meuterei soll gegen Mitternacht begonnen haben.

Über dem Topo-Chico-Gefängnis war eine große Rauchwolke zu sehen. Bereitschaftspolizei und Krankenwagen näherten sich der Haftanstalt. Die mexikanischen Gefängnisse sind häufig überfüllt. Die Haftbedingungen sind oft schlecht. Papst Franziskus trifft morgen zu einem einwöchigen Besuch in Mexiko ein.

IT

Time kauft MySpace-Nachfolger

MySpace gehört wieder einem Medienriesen: Der Time-Verlag schluckte beim Kauf einer Werbefirma auch die Nachfolgeversion des einstigen Pioniers bei Onlinenetzwerken. Unter dem Namen MySpace ist inzwischen eine vor allem auf Musik fokussierte Website aktiv. Sie gehörte zuletzt dem auf Werbetechnologien spezialisierten Unternehmen Viant, das für einen nicht genannten Betrag an Time geht, wie heute mitgeteilt wurde.

MySpace war einst das dominierende Onlinenetzwerk. Im Jahr 2005 hatte Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp. MySpace für rund 580 Mio. Dollar (515,2 Mio. Euro) gekauft. Doch in den folgenden Jahren wurde der Dienst von Facebook überholt und stieg in die Bedeutungslosigkeit ab. News Corp. wurde die Website 2011 wieder los, laut Medienberichten für nur noch 35 Mio. Dollar.

Gesundheit

Religion

Kultur

Bruce Springsteen veröffentlicht Autobiografie

Rockstar Bruce Springsteen veröffentlicht seine Autobiografie. Das Buch „Born to Run“, das nach dem Erfolgsalbum von 1975 benannt ist, kommt am 27. September weltweit in den Buchhandel, wie der US-Verlag Simon & Schuster heute mitteilte. Springsteen arbeitete demnach sieben Jahre lang an dem Buch.

In „Born to Run“ beschreibt Springsteen nach Angaben des Verlags seine Jugend in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat New Jersey. „Poesie, Gefahr und Dunkelheit“ hätten schon damals seine Fantasie angeregt. Springsteen erinnert außerdem an seine Anfänge als Musiker und den Aufstieg seiner legendären E Street Band.

„Entwaffnende Offenheit“

Mit „entwaffnender Offenheit“ erzähle der heute 66-Jährige außerdem zum ersten Mal von seinen „persönlichen Problemen“, die ihn zu seinen besten Werken inspiriert hätten, so der Verlag. „Über sich selbst zu schreiben, ist witzig“, schreibt Springsteen selbst in dem Buch. „Aber bei solch einem Projekt gibt der Autor auch ein Versprechen - dem Leser seine Gedanken zu offenbaren. Das habe ich auf diesen Seiten versucht.“

Bruce Springsteen

APA/AP/Invision/Greg Allen

Wie die „New York Times“ berichtete, erhielt Springsteen von seinem Verlag einen Vorschuss von mehr als zehn Mio. Dollar (rund 8,8 Mio. Euro). Simon & Schuster wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Der US-Verlag bringt das Buch in den USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Indien auf den Markt. Auf dem deutschsprachigen Buchmarkt wird es den Angaben zufolge bei Heyne erscheinen.

Springsteen, der mit Songs wie „Born in the USA“ und „Dancing in the Dark“ bekannt wurde, hatte 1973 sein Debütalbum „Greetings from Asbury Park, N. J.“ veröffentlicht. Zwei Jahre später gelang dem Musiker mit „Born to Run“ der Durchbruch.

„Die Wilden Kerle“: Alles ist gut, solange du weiß bist

Wer in den Nullerjahren ein Kind war - oder Kinder hatte -, der kennt „Die Wilden Kerle“. Eine Handvoll Burschen und ein Mädchen erlebten Abenteuer auf dem Fußballplatz - zuerst von Buch zu Buch, später von Film zu Film und dann in einer Animationsserie. Im Kino war recht bald Schluss - schlicht, weil die jungen Schauspieler zu alt für ihre Rolle wurden. Nun geht es dennoch weiter, mit einer neuen Generation an wilden Kerlen. Der Film wird seine Fans finden, obwohl er die Chance vertan hat, Identifikationsfiguren für alle Kinder zu schaffen.

Mehr dazu in „Alles beim Alten“

Paul McCartney macht „Erröten“ und „Flirten“ hörbar

Ex-Beatle Paul McCartney, Schöpfer unvergesslicher Songs, hat musikalisch neue Wege beschritten. Für den Onlinechatdienst Skype komponierte der 73-jährige Weltstar Miniaturmusikstücke, die Emojis - also Smiley-Gesichter - begleiten. Die Klanggebilde sind für Botschaften am kommenden Valentinstag gedacht.

„Zuerst dachte ich, hmm, komische Sache, soll ich da mitmachen? Und dann dachte ich, weißt du was, warum nicht? Irgendwie lustig, irgendwie nett und neu“, sagte der Brite in einem Video auf seiner Website.

Das Video zeigt McCartney in seinem Studio, wie er nur sekundenlange Musikstücke für 20 Emojis komponiert - von rauen Gitarrenriffen bis zu ätherischen Xylophonklängen.

Besonders schwierig sei es gewesen, „Erröten“ und „Flirten“ zu vertonen. „Es war wie Kreuzworträtseln“ und zugleich sei es Musizieren gewesen, „also war es eine großartige Übung im Studio für mich“, sagte McCartney, der selbst ein bekennender Emojis-Nutzer bei Mailkorrespondenzen ist.

Song Contest

Lifestyle

New York Fashion Week startete mit Zukunftsdebatte

Mit Diskussionen über das künftige Format der New York Fashion Week (NYFW) ist die größte Modenschau der USA in die neue Saison gestartet. Nachdem die Marken Burberry und Tom Ford angekündigt hatten, ihre neuen Kollektionen künftig direkt zum Verkauf anzubieten und die üblichen sechs Monate Wartezeit zu umgehen, richten sich mehr Unternehmen unmittelbar an die Kunden.

YSL geht eigene Wege

Gestern hatte das französische Luxuslabel Yves Saint Laurent (YSL) bereits für Gesprächsstoff gesorgt, als es mit seiner Schau aus dem üblichen Jahreskalender der Modenschauen ausbrach. Dass die Marke im Palladium in Los Angeles gezeigt wurde und nicht wie seit Jahrzehnten üblich in Paris, gilt im Modezirkus als Sensation.

Stardesigner Hedi Slimane gilt als einer der herausragenden Designer der Branche. Er lebt seit 2008 in Los Angeles, sein YSL-Atelier ist hier seit 2012. Unter den Gästen waren Lady Gaga, Justin Bieber, Demi Moore, Lenny Kravitz, Sam Smith, Jane Fonda und Sylvester Stallone.

Europäische Luxushäuser kommen nicht

Europäische Luxushäuser wie Chanel, Versace und Armani bleiben der NYFW traditionell fern und zeigen ihre neuen Kollektionen stattdessen in London, Mailand und Paris. Zu bekannteren Namen zählen in New York Tommy Hilfiger, Ralph Lauren und Michael Kors. Nach Angaben des Branchenverbands CFDA zählen die beiden New-York-Schauen im Februar und September zusammen mehr als 230.000 Besucher. Die NYFW läuft bis kommenden Donnerstag.

Leute

George Clooney will Angela Merkel treffen

Hollywood-Star George Clooney (54) will sich nach eigenen Angaben morgen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen. Er wolle mit ihr auch über Flüchtlinge sprechen, sagte der Schauspieler heute bei der Berlinale.

Er wolle schauen, „was wir tun können“. Bei dem Festival ist Clooney als einer der Stars des Eröffnungsfilms „Hail, Caesar!“ zu Gast.

„Wir können immer nur reparieren“

Derzeit gehe vieles in der Welt falsch, sagte Clooney. „Ich will auch schon seit Längerem einen Film über den Sudan machen.“ Er habe aber noch nicht den richtigen Weg gefunden. „Ich will nicht etwas Schlechtes machen.“

Clooney sieht in der Flüchtlingskrise allerdings nicht unbedingt ein Thema für Hollywood. „Wir können immer nur reagieren“, sagte er. Daher dauere es immer ein paar Jahre, bis aktuelle Themen es auf die Kinoleinwände schafften.

„Das (die Flüchtlingskrise, Anm.) ist eine Geschichte, die jetzt am besten in den Nachrichtenmedien erzählt wird.“ Allerdings werde sie gerade in den USA nicht ausreichend erzählt. Clooney engagiert sich seit Jahren für gute Zwecke und wurde schon mehrfach für sein soziales und humanitäres Engagement ausgezeichnet.