Ausland

Bankgeheimnis: Brüssel kritisiert Österreich

Die Europäische Kommission hat sich auch heute frustriert über die anhaltende Blockade von Österreich und Luxemburg im Bereich der EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie gezeigt. Eine Sprecherin von Steuerkommissar Algirdas Semeta sagte in Brüssel, die Blockadehaltung der beiden Staaten sei „absolut ungerechtfertigt“.

„Nicht einmal Sondierung“

Jetzt „gibt es nicht einmal die Möglichkeit der Sondierung“ mit Drittstaaten in diesem Bereich. Eine verstärkte Zusammenarbeit nur einer Gruppe von EU-Ländern - in dem Fall von 25 Staaten - sei im Steuerbereich rechtlich nicht möglich.

Außerdem würden damit zwei Schienen geschaffen, wenn man Österreich und Luxemburg außer Acht ließe. „Wenn wir keinen harmonisierten Ansatz haben, unterminieren die beiden mit laxeren Regeln“ den Kampf gegen Steuerflucht, so die Sprecherin.

Beim EU-Finanzministerrat am Vortag sei es lediglich um ein Verhandlungsmandat gegangen. „Es ging noch nicht um eine Vereinbarung, sondern wir haben lediglich darum gebeten, mit der Schweiz und anderen vier Drittstaaten über mögliche Maßnahmen sprechen zu können.“

Verweis auf Gipfelappell

Jetzt liege es weiter an der dänischen EU-Ratspräsidentschaft. Die Kommissarssprecherin erinnerte auch daran, dass beim EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im März „sämtliche 27 einstimmig und klar aufgerufen haben, es muss ein Verhandlungsmandat so rasch wie möglich verabschiedet werden“.

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) hatte beim gestrigen Rat in Brüssel neuerlich eine Einigung im Bereich der EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie verhindert. Gemeinsam mit Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden wurde die Blockade fortgesetzt, die EU-Kommission erhält damit weiterhin kein Mandat für Verhandlungen in diesem Bereich.

Polizei räumt „Occupy“-Camp vor EZB-Zentrale

Die Polizei im deutschen Frankfurt hat das Zeltlager der bankenkritischen „Occupy“-Bewegung vor der Europäischen Zentralbank (EZB) geräumt. Nachdem die Aktivisten mehreren Aufforderungen, das Camp freiwillig zu verlassen, nicht gefolgt waren, fing die Polizei heute an, die nach ihrer Schätzung rund 250 Bankenkritiker aus dem Camp zu führen.

Video dazu in iptv.ORF.at

Vereinzelt mussten die Aktivisten von den Beamten auch herausgetragen werden, wenige Personen wurden vorläufig festgenommen. Die „Occupy“-Anhänger, die seit acht Monaten mit dem Zeltlager in der Grünanlage vor dem EZB-Hochhaus mitten im Frankfurter Bankenviertel gegen die Rolle der Finanzbranche in der Wirtschaftskrise protestieren, machten ihrem Ärger mit Trommeln und Pfeifen Luft.

Geschäfte verbarrikadieren sich

Sie skandierten „Haut ab, haut ab“ und „Schämt euch, schämt euch“ in Richtung der Polizei. Teilweise wurden Polizisten mit weißer und rosa Farbe bespritzt, so dass die Beamten weiße Schutzanzüge anzogen. „Die Personen, die hier mit Farbe spritzen, haben nichts mit denen zu tun, die hier schon lange friedlich demonstrieren“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Stadt Frankfurt hat aus Angst vor Ausschreitungen während der angekündigten Proteste der kapitalismuskritischen „Blockupy“-Bewegung in den kommenden Tagen den Aufenthalt in dem „Occupy“-Camp verboten. Teilweise war von bis zu 40.000 Demonstranten die Rede, die erwartet würden. Geschäfte verbarrikadierten sich daher, zwei U- und S-Bahn-Stationen im Bankenviertel sind geschlossen, die Commerzbank schloss ihre Zentrale.

Utöya-Überlebende: Mussten uns zwischen Toten totstellen

Neue schwer fassbare Leidensgeschichten hat der Prozess gegen den rechtsradikalen Massenmörder Anders Behring Breivik in Oslo ans Licht gebracht. Heute berichtete die 17-jährige Ingvild Leren Stensrud, wie sie das Massaker auf der Insel Utöya am 22. Juli vergangenen Jahres überlebte, indem sie sich schwer verletzt zwischen sieben von Breivik erschossenen Jugendlichen totstellte.

„Wusste, dass ich nicht flüchten konnte“

„Ich wusste, dass ich nicht flüchten konnte, dachte an nichts anderes mehr und konzentrierte mich darauf, völlig stillzuliegen“, sagte die Norwegerin im Beisein des Täters nach Mitschriften heimischer Medien aus dem Gerichtssaal. Stensrud hatte sich mit anderen Teilnehmern des sozialdemokratischen Sommerlagers in einem Aufenthaltsraum zu verstecken versucht.

Breivik tötete hier sieben Jugendliche und verletzte drei weitere schwer. „Wir konnten uns nicht wegbewegen, blieben da und waren so still wie nur möglich“, sagte die junge Norwegerin als Zeugin. Der 33-Jährige tötete bei dem Massaker auf Utöya insgesamt 69 Menschen. Durch eine von ihm vorher in Oslo platzierte Autobombe starben acht Menschen. Das Urteil gegen den rechtsradikalen Islamhasser soll im Juli verkündet werden.

Taylor wirft Sondertribunal das „Kaufen“ von Zeugen vor

Der frühere liberianische Staatschef Charles Taylor hat dem internationalen Sondertribunal für die Verfolgung der Kriegsverbrechen in Sierra Leone die Manipulation von Zeugen vorgeworfen. Zeugen seien von der Anklage „gekauft, gezwungen und in zahlreichen Fällen mit Drohungen“ zur Aussage gezwungen worden, sagte der 64-Jährige heute in Leidschendam bei Den Haag.

Er wurde von dem Gericht Ende April wegen Kriegsverbrechen schuldig gesprochen. Das Strafmaß soll am 30. Mai verkündet werden, die Anklagevertretung hat 80 Jahre Haft beantragt.

Taylor sieht US-Intrige

Taylor selbst wies alle Vorwürfe zurück. In seiner letzten Stellungnahme vor der Festlegung des Strafmaßes stellte sich der 64-jährige frühere Präsident Liberias als Opfer einer von den USA angeführten politischen Intrige des Westens dar. Er habe keine der ihm zur Last gelegten Kriegsverbrechen begangen, sondern vielmehr versucht, während des Bürgerkriegs in seinem Nachbarland Sierra Leone Frieden zu stiften.

Taylor warf der internationalen Justiz vor, Konflikte in Afrika aus einer rein westlichen Perspektive zu beurteilen und zudem mit zweierlei Maß zu messen.

Rebellen unterstützt

Taylor wurde von dem internationalen Tribunal für schuldig befunden, als Präsident Liberias (1997 bis 2003) während des Bürgerkriegs im benachbarten Sierra Leone die Rebellen der Revolutionären Vereinten Front unterstützt zu haben, um sich zu bereichern. Taylor habe „eine wesentliche Rolle“ bei den von den Rebellen begangenen Verbrechen gespielt.

Während des elfjährigen Bürgerkriegs in Sierra Leone wurden in den Jahren 1991 bis 2002 etwa 120.000 Menschen getötet.

Prozess gegen serbischen Ex-General Mladic eröffnet

Vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ist heute der Prozess gegen den früheren serbischen General Ratko Mladic eröffnet worden.

Die Staatsanwälte legten dem 70-Jährigen zum Auftakt des Verfahrens Völkermord im bosnischen Bürgerkrieg in den 90er Jahren zur Last. Mladic selbst hatte bei den Anhörungen vor Prozessbeginn jede Schuld von sich gewiesen und behauptet, er habe für die gerechte nationale Sache seines Volkes gekämpft.

Video dazu in iptv.ORF.at

Anklage: Verantwortung für Srebrenica

Um das Verfahren zu beschleunigen, hatte sich die Anklage auf besonders schwere Kriegsverbrechen konzentriert, darunter die jahrelange Belagerung von Sarajevo mit mehr als 11.500 Toten und die Ermordung von bis zu 8.000 Jugendlichen und Männern im ostbosnischen Srebrenica. Unter „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ fallen danach „Verfolgungen auf politischer rassischer und religiöser Basis, Ausrottungen, Morde und Verschleppungen“.

Der vor fast genau einem Jahr nach über zehn Jahren Flucht in Serbien verhaftete Mladic galt als eine der drei zentralen Figuren auf serbischer Seite in den Kriegen in Bosnien und im benachbarten Kroatien.

Inland

Justizministerin Karl skizziert Familienpaket

Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) will, dass in Zukunft Besuchsrechte bei Kindern in Patchworkfamilien besser durchgesetzt werden können als bisher. Weitere Schwerpunkte: noch mehr Möglichkeiten für Doppelnamen und die Beseitigung der Diskriminierung von unehelichen Vätern im Obsorgeverfahren.

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Pensionskassenreform im Nationalrat beschlossen

Mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP hat der Nationalrat heute die Reform der wegen Verlusten für die Firmenpensionisten in Misskredit geratenen Pensionskassen beschlossen. Seitens der Regierungsfraktionen wurde das Paket gelobt, aber auch noch offene Fragen eingeräumt. Die Opposition zeigte sich unzufrieden und lehnte die Novelle geschlossen ab.

Sicherere Variante ab 55

Mit der Neuregelung wird den Anspruchsberechtigten ab 55 die Möglichkeit eingeräumt, in eine besonders sichere Veranlagungsgemeinschaft zu wechseln. Eine gewisse Pensionshöhe wird dafür garantiert. Auch Personen, die bereits Leistungen beziehen, haben hier ein Übertrittsrecht.

Das Lebensphasenmodell wiederum sieht Wahlmöglichkeiten zwischen risikoreicheren und -ärmeren Veranlagungsstrategien vor. Die Kunden der Pensionskassen haben künftig auch mehr Informationsrechte, etwa die Vorlage des Pensionskassenvertrages bei Anfrage des Arbeitnehmers bzw. Pensionisten.

Fekter: Nicht die letzte Reform

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) zeigte sich „insgesamt überzeugt, dass diese Novelle dringend geboten war und Verbesserungen bringt, aber noch nicht die letzte Reform für diese zweite Säule sein wird“. Banken- und Schuldenkrise hätten das Umfeld auf dem Finanzmarkt erschüttert und die Ertragslage in Pensionskassen schwer beeinträchtigt. Überzogene Versprechungen habe es aber schon zuvor gegeben.

ÖVP-Abgeordnete Gertrude Aubauer versprach den Jungen, dass sie niemals mehr so hohe Verluste bei Betriebspensionen hinnehmen müssten. Erwin Kaipel (SPÖ) ortete auch eine Mitverantwortung der FPÖ für die Verluste.

Für die FPÖ gab dagegen Erwin Neubauer SPÖ und ÖVP die volle Verantwortung für die Verluste der Pensionsbezieher. Ein „Multiorganversagen“ diagnostizierte der Grüne Karl Öllinger, der von einem bloßen „Bankenhilfspaket zum Quadrat“ sprach. Von billigen Marketinggags angesichts irreversibler Verluste für die Pensionisten sprach auch Peter Westenthaler (BZÖ).

Sport

Eishockey: NHL staunt über „Stadt der Engel“

Die Los Angeles Kings sind in der National Hockey League (NHL) das Gesprächsthema Nummer eins. Im Grunddurchgang als Letzter der Western Conference gerade noch ins Play-off gerutscht, sind die Kings auf dem Weg zu ihrem ersten Stanley Cup derzeit von niemandem zu stoppen. Kluge Personalentscheidungen und ein abgebrühter Trainer ließen den Außenseiter zum Favoriten mutieren. Experten ziehen Vergleiche mit dem legendären Team der Edmonton Oilers rund um Wayne Gretzky.

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Formel 1: WM bleibt völlig offen

Spätestens seit dem Überraschungssieg von Pastor Maldonado in Barcelona ist eines klar: So offen wie heuer war die Formel-1-WM schon lange nicht mehr. Fünf verschiedene Sieger in den ersten fünf Rennen hatte es zuletzt 1983 gegeben. Und die nächste Sensation könnte schon in eineinhalb Wochen folgen, wenn der stets spektakuläre Grand Prix von Monaco auf dem Programm steht.

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Wirtschaft

Berater haftet für Schaden aus riskantem Vorsorgeprodukt

Das Oberlandesgericht Graz hat ein Ersturteil bestätigt, wonach Berater für Schäden aus einem riskanten Vorsorgeprodukt namens „Pro Futura Vorsorgeplan“ haften. Der Vermittler habe nicht ausreichend über Gefahrenen aufgeklärt, und die Gewinnberechnungen seien „besonders unrealistisch“ gewesen, heißt es in dem nicht rechtskräftigen Urteil.

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Airbus fand Lösung für Risse an Tragflächen des A380

Der europäische Flugzeughersteller Airbus hat eine Lösung gefunden, um künftig Risse an den Tragflächen seines Großraumflugzeuges A380 zu verhindern. Die Änderungen könnten aber erst Ende 2013 umgesetzt werden, sagte der Finanzdirektor der Airbus-Mutter EADS, Hans-Peter Ring, heute in Paris.

Sie müssten von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) geprüft werden. Bis dahin sollten die Maschinen mit einem „Reparaturset“ ausgeliefert werden.

Bis Jahresende 30 weitere A380

Für die Reparatur der bereits ausgelieferten 71 A380 stellte EADS im ersten Quartal 158 Millionen Euro zurück. Bis zum Jahresende will Airbus wie geplant weitere 30 Maschinen liefern. Am größten Passagierflugzeug der Welt waren zu Jahresanfang Haarrisse an den Tragflächen entdeckt worden. Zahlreiche Fluggesellschaften, darunter auch Lufthansa, haben das Langstreckenflugzeug im Einsatz.

Ölindustrie wirft Mitterlehner „Populismus pur“ vor und klagt

Die Mineralölindustrie ist empört über den geplanten Preiskorridor für Spritpreise zu reiseintensiven Zeiten. Sie wirft dem zuständigen Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) „Populismus pur“ und „Doppelmoral“ vor und stellt klar: "Die Ölindustrie wird bei Inkrafttreten der Verordnung alle „Rechtsmittel voll ausschöpfen.“

Gefragt sei nun eine „Rückkehr zu seriöser Wirtschaftspolitik“. Noch im Februar hatte Mitterlehner gemeint, man könne Spritpreise nicht amtlich regeln, so wie man auch die Krise im Ölland Iran nicht amtlich regeln könne.

„Seit Jahren unter EU-Durchschnitt“

Die Mineralölindustrie erinnerte Mitterlehner daran, dass die heimischen Spritpreise „seit Jahren deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegen“, wie der Minister in der Vergangenheit selbst immer wieder betonte. Und sie kritisiert, dass der Preiskorridor den Wettbewerb behindere.

VCÖ gegen „Staat als Profiteur“-Argument

Während die Industrie gerne auf den Staat als Profiteur steigender Spritpreise - Stichwort: Mineralölsteuer (MÖSt)- verweist, macht der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) eine andere Rechnung auf. Das Argument, dass von den hohen Preisen in erster Linie der Staatshaushalt profitiere, stimme nicht.

„Während die Spritpreise weiter steigen, sinkt der Anteil der Mineralölsteuer am Spritpreis auf ein Rekordtief“, macht der VCÖ aufmerksam. Der MÖSt-Anteil bei Eurosuper sank demnach von fast der Hälfte im Jahr 2002 auf ein Drittel heute. Bei Diesel beträgt der MÖSt-Anteil sogar nur noch etwas mehr als ein Viertel.

Hauptprofiteure der hohen Spritpreise seien vielmehr „die Ölförderländer, die Ölkonzerne und Spekulanten. Weil die Mineralölsteuer als Fixbetrag unabhängig vom Nettopreis ist, haben das Staatsbudget und damit die Allgemeinheit nichts von steigenden Preisen“, betont VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Inflation im April auf 2,3 Prozent gesunken

Die Teuerung hat in Österreich auch im April etwas an Dynamik verloren. Die Inflationsrate sank im April gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres leicht auf 2,3 Prozent. Im März war sie bei 2,4, im Februar bei 2,6 Prozent gelegen. Der Wert war der niedrigste seit Dezember 2010 (2,3 Prozent), teilte die Statistik Austria heute mit.

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Red Bull muss auf China-Geschäft weiter warten

Der milliardenschwere Salzburger Getränkehersteller Red Bull muss weiter auf eine Zulassung auf seinem Hoffnungsmarkt China warten. Anvisiert war der Markteinstieg schon für das zweite oder dritte Quartal 2011. Doch Peking lässt den „Bullen“ offenbar warten.

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Gewinneinbruch bei Feuerwehrausrüster Rosenbauer

Einen Gewinneinbruch verzeichnete der oberösterreichische Feuerwehrausrüster Rosenbauer im ersten Quartal 2012. Das operative Ergebnis (EBIT) sank gegenüber dem Vorjahr um 46 Prozent von 6,9 auf 3,7 Mio. Euro.

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TV-Hinweis

Nationalratssitzung in ORF III und im Livestream

Die Nationalratssitzung ist derzeit in ORF III und im Livestream in tvthek.ORF.at zu sehen.

Chronik

Teenagermord: Angeklagter bekennt sich schuldig

Seit heute muss sich jener 17-Jährige in Ried im Innkreis vor Gericht verantworten, der im November 2011 seinen 16-jährigen Schulfreund in Braunau mit einem Messer getötet haben soll. Er bekannte sich nach der Verlesung der Anklage schuldig.

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Zehn Jahre Haft für Überfall auf Postamt in Wien

Nach dem Überfall auf ein Postamt in Wien-Ottakring im Dezember 2009 ist ein 27-Jähriger heute zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte 127.000 Euro erbeutet, das Geld aber auf der Flucht fallen gelassen. Das Geldpaket tauchte nie mehr auf.

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Verdächtiger im Mordfall in Gablitz verhaftet

Ein 61-jähriger Mann steht im Verdacht, jenen serbischen Staatsbürger getötet zu haben, dessen Leichnam Ende April in einem Waldstück bei Gablitz (Bezirk Wien-Umgebung) gefunden wurde. Dem Opfer wurden die Beine abgeschnitten.

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Salzburg: Wintereinbruch auch in tieferen Regionen

In weiten Teilen des Salzburger Berglandes hat es in der Nacht auf heute bis in Tallagen geschneit. Auf der Glocknerstraße müssen die Fahrzeuge Schneeketten anlegen - so wie auf anderen hoch gelegenen Bergstraßen.

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Geisterfahrer fuhr betrunken 45 Kilometer

Ein alkoholisierter Autolenker ist in der Nacht auf heute in der Obersteiermark zum Geisterfahrer geworden. Er war auf der S36 und auf der S6 45 Kilometer in der falschen Richtung unterwegs.

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Gestohlene Fahrzeuge aus Donau geborgen

Bis zum späten Abend sind gestern Taucher der Feuerwehr Linz in der Donau im Einsatz gewesen. Bei Vermessungsarbeiten wurden unter Wasser nicht identifizierbare Gegenstände entdeckt. Sie stellten sich schließlich als gestohlene Fahrzeuge heraus.

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Spur nach Brandanschlag in Kaserne Hörsching

Im Fall des Brandanschlages in der Kaserne Hörsching in Oberösterreich gibt es offenbar eine Wende. Laut einem Bericht der „Kronen Zeitung“ soll ein Überwachungsvideo einen Einzeltäter zeigen. Davor hatte es Gerüchte über eine Offiziersverschwörung gegeben.

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Gasleck an Nordsee-Plattform geschlossen

Nach mehr als 50 Tagen hat der Energiekonzern Total das Leck an seiner Gasplattform „Elgin“ in der Nordsee unter Kontrolle. Die undichte Stelle habe erfolgreich abgedichtet werden können, teilte das französische Unternehmen heute mit. Es trete kein Gas mehr aus.

Am 25. März hatte Total insgesamt 238 Arbeiter von der Plattform etwa 250 Kilometer östlich der schottischen Hafenstadt Aberdeen gelegen in Sicherheit bringen lassen. Nach dem Gasaustritt herrschte Explosionsgefahr.

200.000 Kubikmeter strömten nach Angaben des Betreibers zunächst täglich aus dem Leck 25 Meter über dem Meeresspiegel ins Freie, später habe sich die Menge auf etwa ein Drittel verringert.

18 Meter langer Wal-Kadaver vor Marokko angespült

Vor der Küste Marokkos ist ein etwa 18 Meter langer Wal-Kadaver angeschwemmt worden - bereits der zweite derartige Vorfall innerhalb von nur einer Woche. Der Kadaver sei in der Nacht in der Nähe von Safi im Westen des Landes entdeckt worden, sagte heute ein Behördensprecher.

„Es handelt sich um einen 18 Meter langen Wal, der zwischen 15 und 18 Tonnen wog.“ Die Tierleiche habe vor der Küste auf Felsen festgehangen. Sie wurde dem Sprecher zufolge geborgen und von Helfern beerdigt.

Bereits am Sonntag war an der marokkanischen Küste ein Wal-Kadaver angespült worden. Wegen fehlenden Geldes und Geräts konnten ihn die Behörden und Anwohner von Agadir im Südwesten des Landes aber nicht bergen.

Religion

Vatikan und Benetton legen Streit über Papst-Foto bei

Der Streit zwischen dem Vatikan und dem Bekleidungshersteller Benetton wegen eines Kussfotos von Papst Benedikt XVI. ist beigelegt. Der italienische Konzern habe öffentlich bedauert, mit seiner Werbekampagne die Gefühle von Gläubigen verletzt zu haben, heißt es in einer Erklärung von Vatikansprecher Federico Lombardi, die Radio Vatikan gestern veröffentlichte.

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Gesundheit

Falsche Schweineohren neuester Lebensmittelskandal in China

Ein neuer Lebensmittelskandal erschüttert China - diesmal geht es um falsche Schweineohren. Die Polizei gehe im Osten des Landes Vorwürfen nach, dass Händler statt echter und als Leckerbissen geltender Schweineohren Produkte aus Gelatine verkauften, berichtete heute die amtliche Tageszeitung „China Daily“.

Übler Geruch beim Kochen

Der Gelatine-Trick flog auf, nachdem sich mehrere Verbraucher beschwert hatten, dass auf einem Markt in Ganzhou in der Provinz Jiangxi gekaufte Ohren bei der Zubereitung einen üblen Geruch verströmten. Bei Laboruntersuchungen stellte sich dann heraus, dass die Ohren aus Gelatine und Natriumoleat, einem Seifenzusatz, verfertigt wurden.

China wird immer wieder von Lebensmittelskandalen heimgesucht. Erst vor einer Woche war aufgeflogen, dass Händler Kohl mit gefährlichem Formaldehyd bespritzt hatten, um die Ware frisch zu halten.

Zahlreiche Skandale

2008 war in der Volksrepublik Milchpulver auf den Markt gekommen, in das die gesundheitsschädliche Chemikalie Melamin gemischt worden war, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen. Sechs Kinder starben, fast 300.000 Kinder mussten wegen schwerer Nierenleiden behandelt werden.

Auch nach dem Skandal gab es immer wieder Fälle von verseuchten Lebensmitteln. So wurden mit Schwermetallen belastete Reiskörner entdeckt, mit krebserregenden Nitraten verseuchte Bohnensprossen, chemisch gefärbtes Gebäck, Schweinefleisch mit Anabolika-Rückständen und mit einer so hohen Bakterienkonzentration, dass das Fleisch im Dunkeln leuchtete.

IT

Vor Börsengang: Facebook unter Druck

Mit dem Börsengang des Sozialen Netzwerks Facebook, der Ende dieser Woche erwartet wird, rückt auch das Geschäftsmodell dahinter stärker in den Mittelpunkt. Die Aktionäre werden in Zukunft genau darauf schauen, womit Facebook Geld verdient - und womit nicht. Klar ist, dass Facebook schnell eine Strategie für Smartphones braucht, und das muss nicht unbedingt nur Werbung sein. In Neuseeland können Nutzer gegen Geld eigene Meldungen in ihrer „Timeline“ hervorheben.

Mehr dazu in Zuckerberg im Visier der Aktionäre

Nachfrage nach Handys gesunken

Die sinkende Nachfrage nach einfachen Mobiltelefonen hat den weltweiten Handymarkt im ersten Quartal 2012 schrumpfen lassen. Nach aktuellen Zahlen des US-Marktforschers Gartner ging der Absatz im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 419,1 Millionen Geräte zurück - der insgesamt zweite Rückgang.

Bei den weiterhin populären Smartphones gab es einen Zuwachs von fast 45 Prozent auf 114,4 Millionen Computer-Telefone. Das Google-Betriebssystem Android zementierte seine Spitzenposition im Smartphones-Geschäft mit einem Marktanteil von 56,1 Prozent. Ursache für den Rückgang des Marktes sei vor allem eine niedrigere Nachfrage in der Region Asien/Pazifik gewesen, hieß es.

Samsung vor Nokia und Apple

Wie schon andere Marktforscher sieht Gartner Nokia nach 14 Jahren vom Thron des weltgrößten Handyherstellers gestoßen. Neue Nummer eins sei Samsung mit 86,6 Millionen verkauften Geräten und 20,7 Prozent Marktanteil. Nokia kam demnach auf 83,2 Millionen Handys und 19,8 Prozent Marktanteil. Die Marktforscher von Strategy Analytics errechneten für Samsung einen Absatz von 93,5 Millionen Mobiltelefonen. Samsung selbst gibt keine Verkaufszahlen bekannt.

Als weltweit drittgrößter Hersteller hat sich Apple mit seinem iPhone etabliert, auch wenn mit 33,1 Millionen verkauften Geräten und 7,9 Prozent Marktanteil der Abstand zur Führung groß ist. Am Smartphonemarkt hat das iPhone laut Gartner einen Anteil von 22,3 Prozent. Damit lassen Android und Apples iOS anderen Systemen immer weniger Platz. Die BlackBerrys von Reserachin Motion (RIM) liegen demnach nur noch bei 6,9 Prozent, die Microsoft-Betriebssysteme inklusive Windows Phone stecken bei 1,9 Prozent fest. Symbian liegt mit 8,6 Prozent auf Platz drei.

Chinesen holen auf

Deutlich wird auch, dass die Konkurrenz aus China zunehmend aufholt. So rückte der Hersteller ZTE weltweit auf den vierten Platz vor, mit einem Marktanteil von 4,2 Prozent. Auf Rang sechs steht Huawei - vor dem BlackBerry-Anbieter RIM, Motorola, Sony und HTC.

Sicherheitsmängel bei Cloud-Speicherdiensten

Die Sicherheit von Cloud-Speicherdiensten ist oft mangelhaft. Das ist das Ergebnis einer Studie des deutschen Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT), das verschiedene Anbieter getestet hat. Keiner der überprüften Anbieter konnte die Sicherheitsanforderungen vollständig erfüllen, teilweise fehlte eine ordentliche Verschlüsselung.

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Kultur

Festwochen: Peter Handke erklärt die Liebe

Vom Sturm zum Sommerlüfterl: Peter Handke hat nach seinem vielgerühmten Text „Immer noch Sturm“, der voriges Jahr uraufgeführt wurde, wieder ein neues Stück vorgelegt. „Die schönen Tage von Aranjuez“ heißt der „Sommerdialog“, der gestern bei den Festwochen in der recht eigenwilligen Inszenierung von Luc Bondy im Akademietheater Premiere feierte und das Publikum eher ratlos zurückließ.

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Osterfestspiele: Burgstaller als Zeugin bei Prozess

Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) hat heute wieder einen Auftritt vor Gericht gehabt - dieses Mal als Zeugin im Schadenersatzprozess der Osterfestspiele. Ihre Aussagen sollten beleuchten, warum Ex-Osterfestspiel-Manager Dewitte hohe Provisionen kassiert haben soll.

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Science

Historiker und Publizist Arno Lustiger gestorben

Der Historiker und Publizist Arno Lustiger ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Das bestätigte der Zentralrat der Juden heute in Frankfurt in Deutschland. Lustiger hatte den Holocaust überlebt und galt als wichtige akademische Instanz für die Geschichte der Juden in dieser Zeit.

Mehrere KZs und Todesmärsche überlebt

Lustiger war am 7. Mai 1924 im oberschlesischen Bedzin in Polen geboren worden. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen ging er in den Widerstand und wurde verhaftet. Er überlebte sechs Konzentrationslager und zwei Todesmärsche. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb er in Frankfurt und war maßgeblich am Aufbau der dortigen jüdischen Gemeinde beteiligt.

Nicht zuletzt das eigene Schicksal bewegte den einstigen Textilhändler später dazu, sich wissenschaftlich mit der Geschichte des Holocaust und der Juden zu befassen. Er wollte unter anderem die These widerlegen, dass die Juden in der Nazi-Zeit willenlose Opfer waren. Bekannt wurde Lustiger mit Werken wie „Zum Kampf auf Leben und Tod“ und „Rotbuch - Stalin und die Juden“.

Pferde erkennen Gesicht und Stimme ihres Besitzers

Viele domestizierte Tiere erkennen ihre Besitzer entweder an der Stimme oder am Gesicht. Britische Wissenschaftler konnten nun erstmals nachweisen, dass Pferde die beiden Sinneswahrnehmungen - genau wie der Mensch - miteinander verknüpfen können.

Bisher galt die Annahme, dass nur Menschen die Stimme eines anderen mit dessen Bild im Gehirn verknüpfen können, um sich an ihn zu erinnern. Offenbar sind aber auch Pferde dazu in der Lage, wie Leanne Proops und Karen McComb von der University of Sussex in Brighton heute online im Fachjournal „Proceedings of the Royal Society B“ berichteten.

Höhere kognitive Leistung

Die Forscherinnen hatten bereits nachgewiesen, dass Pferde bekannte menschliche Gesichter von unbekannten unterscheiden können, wie der Onlinedienst Wissenschaft.de schreibt. Nun haben sie in einer weiteren Studie geprüft, ob die Tiere Stimme und Gesicht miteinander verknüpfen können - eine höhere kognitive Leistung.

Dazu spielten sie den Pferden die Stimmen ihres Besitzers und einer unbekannten Person vor. Sie zeichneten auf, wie schnell, wie oft und wie lange die Tiere zu jener Person schauten, deren Stimme sie hörten. Die Pferde richteten ihre Aufmerksamkeit häufiger auf die Person, die sie sprechen hörten, egal ob es der Besitzer war oder nicht.

Stuten blicken länger auf Person

In einem zweiten Experiment präsentierten Proops und McComb den Tieren je zwei bekannte Menschen. Es gelang den Tieren, die jeweilige Person mit der passenden Stimme zu verbinden. Außerdem versuchten einige Pferde, auf die Person zuzulaufen.

Das Ergebnis sei ein klares Zeichen dafür, dass Pferde visuelle und akustische Sinneseindrücke miteinander verknüpfen können, schlossen die Wissenschaftlerinnen. Stuten blickten dabei länger auf die Person, die sie hörten. In freier Wildbahn halten Stuten das Sozialgefüge der Herde stärker zusammen als Hengste.