Ausland

Zehntausende Libanesen protestieren gegen Regierung

Angesichts der weiter schwelenden Müllkrise im Land haben in der libanesischen Hauptstadt Beirut gestern zehntausende Menschen gegen die Regierung und korrupte Machenschaften von Politikern demonstriert. Unter dem Motto „Ihr stinkt“ versammelten sich im Stadtzentrum am Abend Männer, Frauen und Kinder. Die Organisatoren der Kundgebung erwarteten bis zu 50.000 Teilnehmer. Bei Protesten am vergangenen Wochenende hatte es gewaltsame Zusammenstöße mit der Polizei gegeben.

Seit dem Auslaufen der Verträge zur Müllentsorgung im Juli türmen sich in den libanesischen Städten die Abfälle. Kritiker werfen der Regierung vor, die neuen Aufträge zu überhöhten Preisen an Firmen mit Verbindungen in die Politik vergeben zu wollen.

Die Proteste richten sich auch gegen die Korruption und Misswirtschaft der Verwaltung und die politische Blockade, die seit einem Jahr die Wahl eines Präsidenten verhindert. Allgemeine Unzufriedenheit herrscht über die schlechte Wirtschaftslage und die Lähmung des politischen Systems.

Nordirische Gemeinschaftsregierung bröckelt

In einem Streit über den Fortbestand der paramilitärischen Gruppe Provisional IRA hat am Samstag die pro-britische Partei UUP die Gemeinschaftsregierung in Nordirland verlassen. Der einzige Minister der kleinen Partei werde in der nächsten Woche die Regionalregierung verlassen, kündigte Parteichef Mike Nesbitt nach der Entscheidung des Parteirats gestern an. 

Hintergrund ist der Mord an einem ehemaligen IRA-Mann in Belfast. In einem Polizeibericht hatten die Strafverfolgungsbehörden daraufhin festgestellt, dass noch immer Führungsstrukturen der in Großbritannien als Terrororganisation eingestuften Provisional IRA existierten.

Die links-katholische und pro-irische Sinn-Fein-Partei, neben der pro-britischen DUP einer von zwei großen Partnern in der Regierung, hatte dies lange verneint. Damit sei das Vertrauen in Sinn Fein erschüttert, argumentiert die UUP.

Die Regionalregierung in Nordirland setzt sich seit dem Karfreitagsabkommen im Jahr 1998 aus allen fünf politischen Strömungen zusammen, darunter mit Sinn Fein auch der einst politische Arm der IRA.

Sowohl Sinn Fein als auch die DUP haben angekündigt, dass sie die Gemeinschaftsregierung trotz des Austretens der UUP weiterführen wollen, die DUP fordert jedoch eine Bestrafung von Sinn Fein. Die kleineren Koalitionspartner, die sozialdemokratische SDLP und die Alliance Party bezeichneten den Schritt der UUP als "unreif". 

Ungarn stellte Sperranlage an Grenze zu Serbien fertig

Die ungarische Regierung hat die Fertigstellung einer vorläufigen Stacheldrahtbarriere an der Grenze zu Serbien gemeldet, die Flüchtlinge von der illegalen Einreise in das Land abhalten soll.

Die aus drei Rollen Stacheldraht bestehende Sperranlage entlang der 175 Kilometer langen Grenze sei vollständig errichtet, teilte das Verteidigungsministerium in Budapest gestern mit. An einem vier Meter hohen festen Zaun wird noch gebaut. In den vergangenen Tagen hatte sich allerdings gezeigt, dass die Stacheldrahtbarriere viele Flüchtlinge nicht von der Einreise abhält.

Ungarn will mit den Sperren den wachsenden Zustrom illegaler Flüchtlinge stoppen, die über Serbien ins Land kommen. Die meisten von ihnen stammen aus dem Irak, Afghanistan, Syrien, dem Kosovo und afrikanischen Staaten. Sie wollen in der Regel in reichere EU-Staaten wie Österreich oder Deutschland weiterreisen. Serbien gehört nicht zum Schengen-Raum, das EU-Mitglied Ungarn schon.

Das ungarische Parlament hatte vor kurzem die Asylgesetze verschärft, kurz darauf begannen die Behörden, Flüchtlinge in Zeltlager in die Randgebiete zu verbannen. An der Grenze zu Serbien sind derzeit rund tausend Sicherheitskräfte im Einsatz, im September soll ihre Zahl auf etwa 3.000 ansteigen. Allein in diesem Jahr fing Ungarn bereits rund 140.000 Flüchtlinge aus Serbien ab.

17-jähriger Flüchtling vor griechischer Küste getötet

Bei einer Auseinandersetzung zwischen der griechischen Hafenpolizei und mutmaßlichen Schleppern ist ein 17-jähriger Flüchtling vermutlich durch einen Schuss getötet worden. Als ein Schiff mit etwa 70 Migranten von der türkischen Westküste illegal in griechische Gewässer habe eindringen wollen, habe es einen „ernsthaften Zwischenfall“ gegeben, teilte das griechische Handelsmarineministerium am Abend in Athen in einer Erklärung mit.

Die griechische Hafenpolizei und Beamte der EU-Grenzschutzbehörde Frontex hatten demnach das Boot angehalten und seien an Bord gegangen. Während eines Handgemenges zwischen der Polizei und drei mutmaßlichen türkischen Schleppern seien Schüsse gefallen. Wahrscheinlich dadurch sei ein 17-Jähriger an Bord getötet worden, sagte ein Arzt des Gesundheitszentrums der südöstlichen Insel Symi der Ministeriumserklärung zufolge. Zur Herkunft des Todesopfers wurden keine Angaben gemacht. Es wurden Ermittlungen eingeleitet.

Die drei mutmaßlichen Schlepper wurden den Angaben zufolge allesamt festgenommen. Einer habe zugegeben, dass er einen Polizisten verletzt habe, nachdem er sich die Waffe des Beamten gegriffen habe.

Handelsmarineminister Christos Zois brachte seine Trauer über den Tod des jugendlichen Flüchtlings zum Ausdruck. Zugleich lobte er die Polizei für ihren „täglichen Kampf unter schwierigen Umständen, um Migranten zu helfen“.

Griechenland sieht zurzeit mit einem massiven Andrang von Flüchtlingen, insbesondere aus dem Nahen Osten und Asien, konfrontiert. Seit Jahresbeginn landeten schon mehr als 160.000 Flüchtlinge an der griechischen Küste. Die griechischen Behörden wurden wiederholt wegen ihres Umgangs mit der Flüchtlingskrise kritisiert.

Festnahmen nach Flüchtlingstragödie vor Libyens Küste

Nach dem Tod von bis zu 200 Flüchtlingen bei Schiffsuntergängen vor der Küste Libyens haben Sicherheitskräfte des Landes drei mutmaßliche Schlepper festgenommen. Die Männer seien zwischen 21 und 29 Jahre alt, erklärte das libysche Innenministerium gestern. Ihre Festnahme in der Stadt Suwara im Nordwesten des Landes sei nach der Befragung von Überlebenden erfolgt.

Vor der Küste von Suwara waren in dieser Woche zwei Boote mit rund 500 Flüchtlingen an Bord gekentert. Nach Angaben der libyschen Küstenwache kamen dabei rund 200 Menschen um. Der libysche Rote Halbmond sprach von 117 Toten. 198 Menschen seien gerettet worden.

Seltenes Vorgehen der Behörden

Nach Angaben der auf Malta ansässigen Organisation Migrant Report wird den Festgenommenen vorgeworfen, mehr als 430 Flüchtlinge auf ein später gekentertes Holzboot gepfercht zu haben. Auf Bildern des Innenministeriums hielten die Beschuldigten Fotos mit ertrunkenen Kindern in der Hand. Es ist einer der wenigen Fälle, in denen die libyschen Behörden gegen Schlepper vorgehen.

Migrant Report zitierte jedoch nicht näher genannten Informanten aus Suwara mit der Aussage, bei den Festgenommenen handle es sich lediglich um Sündenböcke. „Das sind die Leute, die die Schmutzarbeit machen“, erklärten die Informanten demnach. „Sie sind Teil eines Schmugglernetzwerks, aber dabei nur die Fußsoldaten.“

Bereits mehr als 2.500 Tote seit Jahresbeginn

Dem UNHCR zufolge sind in diesem Jahr bereits mehr als 300.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Immer wieder kommt es auf See zu schweren Bootsunglücken. Dieses Jahr kamen laut UNHCR bereits etwa 2.500 Menschen ums Leben oder werden vermisst.

Die Küstenstadt Suwara gehört zu einer der wichtigsten Anlaufstellen für Flüchtlinge. Tausende versuchen, von hier aus nach Europa zu kommen. Die libyschen Behörden sind mit der großen Anzahl an Flüchtlingen überfordert, weil es an Ausrüstung und Geld fehlt.

Seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 versinkt das ölreiche Land im Chaos. Derzeit konkurrieren zwei Regierungen und zwei Parlamente miteinander. Zudem bekämpfen einander zahlreiche Milizen, die nicht zuletzt vom Schmuggel leben, und zum Teil große Gebiete beherrschen.

Türkei beteiligt sich an US-Luftschlägen gegen IS

Die Türkei beteiligt sich jetzt mit Luftangriffen am Kampf des internationalen Bündnisses gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Luftwaffe habe erste Einsätze als Teil der Koalition geflogen, teilte das Außenministerium in Ankara gestern mit. Der IS hat im Irak und in Syrien große Gebiete erobert und dort ein Kalifat ausgerufen.

Nach einem dem IS zugeschriebenen schweren Anschlag im südtürkischen Suruc am 20. Juli hatte die türkische Luftwaffe erstmals Angriffe auf die Terrormiliz in Syrien geflogen.

Nach zähen Verhandlungen hatte die Türkei den USA kürzlich auch die Nutzung des Luftwaffenstützpunkts Incirlik erlaubt. Damit verkürzen sich die Flugzeiten der US-Kampfjets, die IS-Ziele in Syrien angreifen, deutlich.

Inland

Nickelsdorf bereitet sich auf Flüchtlinge vor

An der Grenze bei Nickelsdorf bereiten sich die Einsatzkräfte und das Rote Kreuz auf die Ankunft von mehreren Tausend Flüchtlingen vor. Die Flüchtlinge reisten vor mehreren Tagen von Serbien nach Ungarn ein und man rechnet, dass der Großteil von ihnen demnächst in Österreich eintreffen wird.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Bis zu 7.000 Menschen werden an der Grenze zu Ungarn erwartet. Wann genau sie das Burgenland erreichen, ist ungewiss.

Tiroler Ex-Landtagspräsident Mader tritt aus ÖVP aus

Der wegen seines Gratiswohnrechts auf Lebenszeit in die Kritik geratene frühere Tiroler ÖVP-Landtagspräsident Helmut Mader ist aus der Partei ausgetreten. In einem „offenen Brief an alle Tirolerinnen und Tiroler“ stellte der langjährige hochrangige Parteifunktionär auch alle erhaltenen Ehrungen zur Verfügung. Dieser Schritt sei von persönlicher Enttäuschung darüber begleitet, wie die ÖVP in dieser Angelegenheit agiert habe.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Sport

Bundesliga: Austria stoppt Admiras Erfolgslauf

Die Austria hat gestern Admira Wacker Mödling die erste Niederlage in dieser Saison zugefügt. Die Wiener setzten sich in der siebenten Bundesliga-Runde mit 1:0 durch und verdrängten damit das Überraschungsteam vom zweiten Tabellenrang.

Die Austria tat sich lange Zeit schwer und wurde erst nach einer Stunde durch einen Elfmeter von Alexander Gorgon erlöst. Die Admira war diesmal nicht so effizient wie in den letzten Spielen und vergab in der Nachspielzeit die große Ausgleichschance.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Hosiner feiert Traumdebüt bei Köln

Philipp Hosiner hat gestern ein Traumdebüt beim 1. FC Köln gefeiert. Der 26-jährige ÖFB-Stürmer kam gegen den HSV beim Stand von 0:1 auf den Platz, traf zehn Minuten nach seiner Einwechslung zum Ausgleich und hatte auch seine Beine beim entscheidenden Elfmeterpfiff mit im Spiel. Während die Kölner mit Coach Peter Stöger damit den besten Erstliga-Start seit 19 Jahren fixierten, lief der VfB Stuttgart mit Martin Harnik gegen Frankfurt in die nächste Pleite.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Leichtathletik-WM: Eaton stellt Weltrekord auf

Der vorletzte WM-Tag in Peking hat den ersten Weltrekord gebracht - und das bei den Königen der Leichtathletik. Der US-Amerikaner Asthon Eaton verbesserte gestern in einem dramatischen Zehnkampf-Finale seine eigene Bestmarke aus dem Jahr 2012 um sechs Zähler und holte sich Gold mit insgesamt 9.045 Punkten.

Der 27-jährige Titelverteidiger lag nach fantastischen Leistungen vor den abschließenden 1.500 m auf Kurs in Richtung Weltrekord. Die knapp vier Stadionrunden wurden dann zur Qual, am Ende blieb Eaton aber einen Hauch unter der notwendigen Zeit für den neuen Weltrekord.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Tennis: Melzer schafft Quali bei US Open

Unterschiedlich hat sich die dritte und letzte Qualirunde der US Open für die beiden Österreicher gestaltet. Während sich Tamira Paszek nach zuvor zwei starken Auftritten der Britin Johanna Konta in drei Sätzen geschlagen geben musste, setzte sich Jürgen Melzer gegen den Belgier Kimmer Coppejans durch und ist als dritter ÖTV-Spieler beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres dabei.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Fed hält sich Tür für Zinserhöhung weiter offen

Die US-Notenbank Fed hält sich die Tür für eine Zinserhöhung im September weiter offen. Vizepräsident Stanley Fischer sagte gestern in Jackson Hole (Wyoming) laut einem von der Fed übermittelten Redemanuskript, es sei nicht unwahrscheinlich, dass sich die Auslöser der derzeit niedrigen Inflation langsam auflösten.

Wichtige Geldpolitiker aus der ganzen Welt sind seit Donnerstag zu ihrem jährlichen, informellen Treffen in Jackson Hole zusammen. Das Treffen endete am Wochenende.

Fischer sagte, es gebe gute Gründe für eine wieder - über zwei Prozent - steigende Inflation. So begännen sich zum Beispiel einige Effekte für einen starken Dollar und den Absturz des Ölpreises allmählich aufzulösen. Beides seien Schlüsselfaktoren für eine niedrige Inflation.

Spannung vor Sitzung im September

Politik und Märkte warten mit großer Spannung, ob die Fed bei ihrer nächsten Sitzung am 16. und 17. September eine Zinswende einleiten wird. Sie galt seit Monaten als praktisch ausgemacht, aber zuletzt äußerten sich führende Vertreter der Notenbank, Investoren und Analysten wieder zurückhaltender.

In Jackson Hole sprachen die Notenbanker auch über die Folgen des Einbruchs des chinesischen Aktienmarktes und die jüngsten, schweren Turbulenzen an den Finanzmärkten. Fischer sagte, die Fed beobachte die Geschehnisse in China andauernd.

Lagarde: Kein Schuldenschnitt für Griechenland nötig

In der Griechenland-Krise sind Schuldenerleichterungen nach Ansicht von IWF-Chefin Christine Lagarde ausreichend, um das Euro-Land wieder auf die Beine zu bringen. „Wir sprechen nicht über den Erlass von Schulden“, sagte Lagarde in einem Interview der Schweizer Zeitung „Le Temps“ von gestern.

Verhandelt werde vielmehr über eine Verlängerung von Kreditlaufzeiten, eine Senkung von Darlehenszinsen sowie die Stundung von Zahlungen. Eine solche Umstrukturierung der Verbindlichkeiten sollte reichen, damit die Griechen ihre derzeit nicht tragbaren Schulden in den Griff bekommen.

IWF-Beteiligung noch offen

Lagarde äußerte sich nicht zu der Frage, ob sich der Internationale Währungsfonds (IWF) auch am dritten Hilfspaket in Höhe von 86 Milliarden Euro beteiligt. Diese Entscheidung hatte Lagarde in früheren Äußerungen für Oktober angekündigt.

Der Fonds hatte sich in der Griechenland-Debatte für Schuldenerleichterungen eingesetzt. Griechenlands Geldgeber aus der Euro-Zone wie vor allem die deutsche Bundesregierung hatten jedoch einen Schuldenschnitt ausgeschlossen.

Keine Debatte über Schuldenschnitt

Lagarde erklärte in dem Interview, eine Debatte über einen Schuldenschnitt sei nie eröffnet worden. „Ich denke nicht, dass es nötig ist, sie zu anzufangen, wenn die Sache gut läuft.“

Unlängst hatte auch der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, erklärt, ein Schuldenschnitt scheide als Option aus. Regling sagte zudem, er rechne mit einer IWF-Beteiligung am neuen Rettungspaket.

Rekordsommer für Italiens Badeorte

Nach mehreren Krisenjahren und dem schlechten Wetter im vergangenen Jahr können sich die italienischen Badeorte über einen Rekordsommer freuen. Die Bäder an der 8.000 Kilometer langen Küste Italiens meldeten zwischen Juni und August ein Besucherplus von 20 Prozent, wie der Verband der Betreiber italienischer Badeanstalten CNA gestern berichtete.

Die Misere des vergangenen Jahres, als das schlechte Wetter für riesige Verluste gesorgt hatte, ist vergessen. Die bei österreichischen Urlaubern beliebten Strände in Friaul-Julisch Venetien und im Veneto meldeten ein Plus von 15 Prozent. Einen Besucheransturm gab es auch in der Toskana, auf Sizilien und in Kalabrien.

Auch für September Plus erwartet

Eine Reihe positiver Faktoren, darunter die Hitzewelle der letzten Wochen, brachte mehr Touristen an die italienischen Strände. Nach den Anschlägen in Tunesien entschieden sich viele Ausländer für Italien als Destination für ihren Strandurlaub. Die ungewisse Wirtschaftslage in Italien selbst treibt außerdem die meisten Italiener an die nahe gelegenen heimischen Strände.

Die Touristikbranche rechnet mit einem weiteren Boom im September. Vor allem Sardinien, Sizilien und Apulien seien für einen Urlaub im September beliebt. In diesem Monat wird mit einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet.

Chronik

Mindestens vier Tote bei Brand in russischem Gefängnis

Bei einem Brand in einem russischen Untersuchungsgefängnis sind mindestens vier Häftlinge ums Leben gekommen. Acht Menschen seien verletzt worden, zwei von ihnen befänden sich in einem kritischen Zustand, sagte ein Sprecher der Strafvollzugsbehörden der Agentur Interfax zufolge gestern Abend.

Der Vorfall ereignete sich in der Stadt Uljanowsk rund 700 Kilometer östlich von Moskau. Örtliche Medien berichteten von einem Aufruhr von Häftlingen und Brandstiftung als möglicher Ursache. Demnach sollen mehrere Gefangene während des Brandes geflohen sein. Die Behörden dementierten dies und leiteten Ermittlungen ein.

Angreifer erschießt Vizesheriff in Texas

Während des Betankens seines Streifenwagens ist im US-Bundesstaat Texas ein Vizesheriff hinterrücks erschossen worden. Wie die Polizei gestern unter Berufung auf Bilder einer Überwachungskamera mitteilte, schoss ein schwarzer Angreifer in weißem T-Shirt und dunklen Shorts dem 47-jährigen Darren Goforth am späten Freitag an einer Tankstelle zunächst in den Rücken. Danach stellte er sich demnach über sein am Boden liegendes Opfer und versetzte Goforth noch mehrere weitere Schüsse.

Sheriff Ron Hickman sprach von einem der schlimmsten Morde, mit denen er je zu tun gehabt habe. Nach dem Täter wurde mit den Überwachungsbildern gefahndet. Örtliche Medien berichteten zunächst von einer Festnahme. Hickman sagte am Nachmittag jedoch, niemand befinde sich in Polizeigewahrsam.

Das Motiv des Täters war unklar. Wegen zahlreicher Fälle von Gewaltanwendung durch weiße Polizisten gegen Schwarze gibt es in den USA seit Monaten eine landesweite Debatte über Rassismus und Polizeigewalt.

Gedenkfeiern für „Katrina“-Opfer in New Orleans

Zehn Jahre nach dem verheerenden Hurrikan „Katrina“ ist in New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana gestern der Opfer gedacht worden. Um 08.29 Uhr (Ortszeit, 15.29 Uhr MESZ), dem Zeitpunkt des ersten Deichbruchs am 29. August 2005, wurden im Stadtteil Lower Ninth Ward in Anwesenheit von etwa 400 Angehörigen und offiziellen Repräsentanten Blumenkränze niedergelegt. Das vornehmlich von Schwarzen bewohnte Viertel ist einer der ärmsten Teile von New Orleans und wurde von „Katrina“ besonders stark getroffen.

„Auch wenn der Sturm ‚Katrina‘ uns in die Knie gezwungen hat, haben wir nicht zugelassen, dass uns dieses Unwetter zerstört“, sagte der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, bei der Gedenkfeier. Für den ganzen Tag waren in vielen Teilen von New Orleans weitere Zeremonien und Konzerte geplant.

Bereits am frühen Morgen hatten zu dem Zeitpunkt, als „Katrina“ vor zehn Jahren auf die US-Küste getroffen war, in zahlreichen Orten die Glocken geläutet.

1.800 Tote bei verheerender Flut

Nach dem Deichbruch war New Orleans vor zehn Jahren weitgehend überschwemmt worden. In den Fluten kamen etwa 1.800 Menschen ums Leben, hunderttausende mussten ihre Wohnungen verlassen. Nach den Statistiken der US-Behörden war „Katrina“ mit einem Schaden von 150 Milliarden Dollar (133 Milliarden Euro) die kostspieligste Naturkatastrophe in der US-Geschichte. Die Hilfe der Behörden lief äußerst langsam an. Manche Menschen warteten einen Tag lang auf Hausdächern auf ihre Rettung.

Bereits am Donnerstag hatte US-Präsident Barack Obama New Orlenas besucht. Er würdigte dabei den Wiederaufbau der Stadt, prangerte zugleich aber die fortbestehende Benachteiligung vieler schwarzer Bewohner an. Der US-Präsident distanzierte sich überdies vom Katastrophenmanagement seines Amtsvorgängers George W. Bush. Dieser hatte vor zehn Jahren das Katastrophengebiet vom Flugzeug aus besichtigt, aber nicht betreten.

Kleinflugzeug im Piemont abgestürzt: Elf Verletzte

Ein kleines touristisches Flugzeug ist gestern kurz nach dem Start vom Flughafen von Casale Monferrato im norditalienischen Piemont abgestürzt. Dabei wurden elf Personen verletzt, drei davon sind in kritischem Zustand, berichteten italienische Medien.

Die Ursache des Absturzes war vorerst noch unklar. Ermittlungen wurden in die Wege geleitet. Das Kleinflugzeug wurde oft von Fallschirmspringern verwendet. An Bord befanden sich mehrere Fallschirmspringer aus dem Raum um Turin. Die Verletzten wurden mit Frakturen ins Krankenhaus eingeliefert.

Swasiland: 38 Mädchen bei Unfall auf Weg zu König getötet

Bei einem Verkehrsunfall auf dem Weg zu einer traditionellen Zeremonie, bei der sich der König von Swasiland eine neue Ehefrau aussuchen kann, sind 38 Mädchen ums Leben gekommen und 20 weitere schwer verletzt worden.

Wie Demokratieaktivisten gestern mitteilten, befanden sie sich auf der Ladefläche eines offenen Lastwagens, der am späten Freitag auf ein stehendes Fahrzeug auffuhr. Demnach ereignete sich der Unfall zwischen Mbabane und Manzini, den beiden größten Städten des kleinen Königreichs zwischen Südafrika und Mosamik.

Der traditionelle Schilfrohrtanz zieht in Swasiland jedes Jahr zehntausende junge Frauen an, die sich König Mswati III. barbusig präsentieren. Der polygame Monarch, der seit dem Tod seines Vaters im Jahr 1982 über Swasiland herrscht, kann sich dabei eine weitere Ehefrau aussuchen.

Seine 14. Frau erwählte er im Jahr 2014. Demokratieaktivisten kritisieren das Ritual, das morgen stattfinden soll. Nach dem Unfall sprach Mswati III. den Familien der Todesopfer am Rande einer Handelsmesse in Manzini sein Beileid aus und sagte Unterstützung zu.

Religion

Zehntausende Hindus nahmen Bad in Godavari

Zehntausende gläubige Hindus haben gestern beim Kumbh-Mela-Fest ein heiliges Bad genommen. Geheiligte Männer - Sadhus genannt - tanzten und sangen, bevor sie in der Nähe der Stadt Nashik im westlichen indischen Bundesstaat Maharashtra ins Wasser tauchten.

Auch zahlreiche Pilger sprangen am ersten von drei Hauptbadetagen in den heiligen Fluss Godavari. Für das Ritual hatten die Gläubigen jeweils nur wenige Sekunden Zeit, bevor sie von Sicherheitskräften angehalten wurden, Platz für die nächsten zu machen.

Drei Hauptbadetage alle drei Jahre

Das zwei Monate dauernde Kumbh-Mela-Fest findet alle drei Jahre statt und rotiert zwischen vier heiligen Stätten. Dieses Jahr ist Nashik an der Reihe. Die Eröffnungszeremonie fand am 14. Juli statt. An den drei Hauptbadetagen werden Millionen von Hindus erwartet. Nach gestern sind die beiden anderen wichtigsten Badetage der 13. und der 18. September.

Ein kurzes Bad an bestimmten Stellen des Ganges oder anderen heiligen Gewässern und bei einer bestimmten Konstellation der Gestirne erlaubt nach der hinduistischen Glaubenslehre die Reinigung von allen Sünden und die Erlösung vom ewigen Kreislauf der Wiedergeburt.

Tödliche Massenpanik vor zwölf Jahren

Bei religiösen Festen in Indien kommt es immer wieder zu Massenpaniken. Auch in Nashik hatte es vor zwölf Jahren eine tödliche Massenpanik gegeben, als dort zum bisher letzten Mal die Kumbh Mela stattfand. Damals starben dort 39 Menschen.

Um ähnliche Unglücke dieses Mal zu verhindern, änderten die Organisatoren die Zugangswege zum Flussufer, um steile Stellen und Gedränge zu vermeiden. In der Nähe des Flusses wurde zudem eine mobile Intensivstation für mögliche Notfälle errichtet.

Science

Forscher simulieren auf Hawaii Marsmission

Zur Vorbereitung einer Mission zu und auf fremden Planeten hat auf Hawaii ein einjähriges Experiment begonnen: Sechs junge Wissenschaftler wollen zwölf Monate in einem geschlossenen System aushalten, ohne direkten Kontakt zur Außenwelt. „Ein letzter Blick zur Erde“, twitterte eine Teilnehmerin gestern - und fotografierte die Fußmatte der Station.

Ein Jahr lang wollen die Wissenschaftler nur elektronischen Kontakt zur Außenwelt halten. (iptv.ORF.at)

Die Anlage ist hermetisch abgeriegelt, verlassen können die Forscher sie nur kurzzeitig und in Raumanzügen. Sie ist nicht allzu weit entfernt vom Berg Mauna Kea, der mit seinen Weltraumteleskopen für Astronomen zu den begehrtesten Orten der Welt gehört. Der Kontakt zur Außenwelt beschränkt sich auf Elektronik - und selbst da gibt es Grenzen.

Gruppendynamik auf dem Prüfstand

Das Projekt „Hawaii Space Exploration Analog and Simulation“ (HI-SEAS) wird von der Weltraumagentur NASA und der Universität von Hawaii betrieben. Mit dem Projekt, dem vierten und mit Abstand längsten dieser Art auf Hawaii, soll erforscht werden, ob Leben in der Isolation möglich ist.

Wichtig sind dabei nicht nur die biologischen und ökologischen Faktoren, sondern auch die sozialen: Ist Streit vorprogrammiert, übernimmt ein Einzelner die Führung, bilden sich Gruppen? Für einen langen Marsflug oder das Leben auf einer abgeschlossenen Station könnten diese Fragen ähnlich existenziell sein wie Luftversorgung und Nahrung.

Kultur

Scorsese sagte Kurzfilm für das Filmfest Venedig ab

US-Regisseur Martin Scorsese (72) wird seinen neuen Kurzfilm doch nicht wie zunächst angekündigt beim Filmfest Venedig zeigen. Die Produktionsfirma habe sie informiert, dass der Beitrag wegen unerwarteter technischer Probleme nicht rechtzeitig nach Venedig gebracht werden könne, teilte das Festival gestern mit. Weitere Details wurden nicht bekannt.

„The Audition“ ist ein 16-minütiger Kurzfilm des Oscarpreisträgers Scorsese („Wie ein wilder Stier“, „The Departed“), der höchst prominent besetzt ist: Neben Scorsese selbst spielen Leonardo DiCaprio, Brad Pitt und Robert De Niro mit. Das 72. Filmfest Venedig startet am Mittwoch mit dem Bergsteigerdrama „Everest“ und Jake Gyllenhaal in einer der Hauptrollen.