Ausland

Burma verbittet sich UNO-Kritik in Flüchtlingskrise

Burma hat sich beim Flüchtlingsgipfel der südostasiatischen Staaten in Thailand gegen die Vorwürfe der Vereinten Nationen (UNO) zur Wehr gesetzt. „Was die Frage der illegalen Einwanderung von Bootsflüchtlingen betrifft, darf man mein Land nicht herausgreifen“, sagte Burmas Delegationsleiter Htin Lynn heute in Bangkok. Er reagierte damit auf die Forderung des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, eine der Grundursachen der Flüchtlingskrise anzugehen und der muslimischen Minderheit der Rohingya die Staatsbürgerschaft zu verleihen.

UNHCR-Vizedirektor Volker Turk hatte Burma zuvor aufgerufen, „die volle Verantwortung für all seine Einwohner zu übernehmen“. Die Staatenlosigkeit der Rohingya müsse beendet werden. Die Rohingya sind als Muslime im mehrheitlich buddhistischen Burma systematischer Diskriminierung ausgesetzt. Die Regierung bezeichnet sie als illegale Migranten aus dem benachbarten Bangladesch und lehnte bisher jede Verantwortung für die Volksgruppe ab.

In den vergangenen Wochen waren mehr als 3.500 Rohingya sowie Bangladescher über das Meer nach Indonesien, Malaysia und Thailand geflohen, viele weitere befinden sich teils seit Wochen in völlig überfüllten Booten auf See. Malaysia und Indonesien erklärten sich unter internationalem Druck zur vorübergehenden Aufnahme von Flüchtlingen bereit, nachdem sie deren Boote zunächst abgewiesen hatten. Auch Burma signalisierte Bereitschaft zu humanitärer Hilfe.

Wieder Zusammenstöße bei Studentendemos in Chile

In Chiles Hauptstadt haben erneut Zehntausende Studenten gegen die Bildungsreform von Staatschefin Michelle Bachelet demonstriert. Nach Angaben der Organisatoren nahmen gestern rund 100.000 Menschen an dem Protestmarsch in Santiago de Chile teil. Sie marschierten vor das Bildungsministerium und den Sitz des staatlichen Fernsehens.

Einige vermummte Demonstranten griffen Polizeibeamte mit Stöcken und Steinen an. Auch in der Hafenstadt Valparaiso gab es bei einer Studentendemonstration Zusammenstöße.

Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die Studenten ein. (iptv.ORF.at)

Den Studenten geht die Bildungsreform der linksgerichteten Präsidentin Bachelet nicht weit genug. Die Staatschefin steht zudem wegen mehrerer Korruptionsskandale in ihrem Umfeld in der Kritik. Die Stimmung wurde zudem dadurch aufgeheizt, dass bei einer Demonstration vergangene Woche in Valparaiso ein Student durch einen Wasserwerfer der Polizei lebensgefährlich verletzt worden war.

Tödliche Attentate auf Hotels in Bagdad

Bei zwei Selbstmordanschlägen mit Autobomben sind in der irakischen Hauptstadt Bagdad gestern mindestens zehn Menschen getötet worden. Die Attentäter sprengten sich laut Polizeiangaben in der Nähe zweier Hotels, die zu den besten der Stadt zählen, in die Luft. Die Explosionen waren im gesamten Zentrum von Bagdad zu hören.

Nach offiziellen Angaben wurden mindestens 30 Menschen verletzt. (iptv)

Bagdad wird nach wie vor von Anschlägen erschüttert, auch wenn ihre Zahl zuletzt deutlich gesunken ist. Oft steckt die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hinter den Attentaten. Im Februar hatten die Behörden eine seit Jahren für Bagdad geltende nächtliche Ausgangssperre aufgehoben.

Wieder mehr als 700 Flüchtlinge aus Mittelmeer gerettet

Europäische Marineschiffe haben gestern wieder mehr als 700 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Wie ein Sprecher der italienischen Küstenwache mitteilte, wurden bei sechs Einsätzen deutscher, britischer und irischer Schiffe insgesamt 741 Menschen an Bord genommen. Sie befanden sich demnach in fünf Schlauchbooten und einem weiteren Boot und kamen aus Libyen.

Seit dem Jahresbeginn erreichten bereits etwa 40.000 Flüchtlinge aus Nordafrika über das Mittelmeer die Europäische Union, die meisten von ihnen Italien und Griechenland.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration kamen bis Mitte Mai fast 1.800 Menschen auf der gefährlichen Überfahrt ums Leben. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex weitete ihr Einsatzgebiet vor der Küste Italiens inzwischen deutlich aus.

Cameron: EU soll „flexibel und einfallsreich“ sein

Im Zuge seiner diplomatischen Offensive für eine Reform der Europäischen Union hat der britische Premierminister David Cameron die Mitgliedstaaten aufgerufen, „flexibel und einfallsreich“ zu sein. „Der Status quo ist nicht gut genug“, sagte Cameron gestern bei einem Besuch in Paris. Die EU brauche Veränderungen, „die nicht nur Großbritannien, sondern auch dem übrigen Europa nützen können“.

Cameron äußerte sich nach einem ersten Gespräch mit Frankreichs Staatschef Francois Hollande, dem noch ein Arbeitsessen folgen sollte. Hollande sagte, es sei „das Interesse Europas und Großbritanniens, zusammen zu sein“. Er sicherte aber „Respekt“ für das anstehende Referendum der Briten über die EU-Mitgliedschaft des Landes zu. Cameron sagte, er wolle die EU wettbewerbsfähiger machen.

Cameron will bereits im kommenden Jahr ein Referendum über Großbritanniens Verbleib in der EU abhalten. Vor der Einlösung dieses Wahlkampfversprechens will er mit der EU für Großbritannien günstige Änderungen aushandeln. Bei Hollande und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stieß er damit bereits auf Ablehnung. Heute wird der Premierminister in Berlin und Warschau erwartet.

Poroschenko droht mit Kriegsrecht und 50.000 Soldaten

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat angesichts der kampfbereiten prorussischen Separatisten im Konfliktgebiet Donbass die Verhängung des Kriegsrechts angedroht. Sollte es einen Angriff auf das Militär geben, werde er den Kriegszustand ausrufen, sagte der Staatschef gestern in einem Fernsehinterview. In der Ostukraine seien 50.000 Soldaten stationiert, betonte er.

Im Fall des Kriegsrechts droht dem fast bankrotten Land unter anderem ein Ende der Kredite vom Internationalen Währungsfonds (IWF). „Die Ukraine wird nicht ihre Bereitschaft zum Krieg zeigen, sondern zum Sieg und zur Verteidigung, zum Frieden“, sagte der 49-Jährige zum ersten Jahrestag seiner Wahl.

Nach ukrainischen Angaben stehen dem Militär etwa 40.000 von Russland unterstützte Separatisten gegenüber. Trotz des in der weißrussischen Hauptstadt Minsk Mitte Februar vereinbarten Waffenstillstands werden im Donbass beinahe täglich Menschen bei Scharmützeln getötet.

Gesuchter mutmaßlicher NS-Kriegsverbrecher tot

Einer der meistgesuchten mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher, der Kanadier Vladimir Katriuk, ist einem Zeitungsbericht zufolge im Alter von 93 Jahren gestorben. Der aus der Ukraine stammende Katriuk sei „nach langen Jahren der unverdienten Belästigung, etwa durch die Medien, gestorben“, zitierte die kanadische Zeitung „The Globe and Mail“ Katriuks Anwalt.

Katriuk stand auf der Liste der meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher des Simon-Wiesenthal-Zentrums. 1999 hatte ein kanadisches Bundesgericht geurteilt, dass Katriuk bei der Beantragung der kanadischen Staatsbürgerschaft verschwiegen hatte, dass er im Zweiten Weltkrieg mit den Nazis zusammengearbeitet hatte. Das Gericht sah aber keine Beweise dafür, dass Katriuk damals Verbrechen beging.

Katriuk hatte angegeben, er sei gezwungen worden, einem ukrainischen Bataillon der Waffen-SS beizutreten, das zwischen 1942 und 1944 Verbrechen gegen Juden und andere Zivilisten in Weißrussland und in der Ukraine beging. Er selbst habe aber lediglich die Aufgabe gehabt, Dorfbewohner und Vieh gegen Angriffe von Widerstandskämpfern zu beschützen, sagte Katriuk damals aus. Nach der Verlegung seines Bataillons nach Frankreich 1944 sei er desertiert.

Inland

SPÖ-Kritikerin Ablinger Chefin von Frauenring

Die ehemalige SPÖ-Abgeordnete Sonja Ablinger ist neue Vorsitzende des Österreichische Frauenrings, der Dachorganisation österreichischer Frauenvereine. Sie wurde bei einer außerordentlichen Generalversammlung einhellig in dieses Amt gewählt. Diese Wahl ist nicht zuletzt deswegen interessant, weil Ablinger zuletzt in der SPÖ heftige Diskussionen über Frauen in der Partei ausgelöst hatte.

Grund dafür war die Tatsache, dass die oberösterreichische SPÖ das durch den Tod von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer frei gewordene Mandat dem auf der Kandidatenliste direkt hinter ihr gereihten Gewerkschafter Walter Schopf gab und nicht der auf der Liste drittplatzierten Ablinger. Dass trotz des Verpassens der selbst auferlegten Frauenquote Ablinger nicht nachgerückt war, führte zu großem Ärger bei den SPÖ-Frauen und letztlich sogar zu einer Änderung des Parteistatuts.

Kämpferische Ansagen zum Antritt

Das Amt der Vorsitzenden das Frauenrings übernimmt die Lehrerin aus Oberösterreich, die sich in der vorigen Legislaturperiode als Nationalratsabgeordnete immer wieder gegen die Parteilinie der SPÖ gestellt hatte, von Christa Pölzlbauer, die seit 2007 die Funktion ausübte.

„Frauenpolitische Themen werden zunehmend - offensiv oder heimlich, still und leise - von der Tagesordnung gestrichen, weil es angesichts der Krise ja angeblich wichtigere Themen gebe. Doch gerade die immer größer werdende soziale Ungleichheit trifft Frauen in besonderem Maße. Dagegen werden wir ankämpfen“, zeigte sich Ablinger in ihrem neuen Amt streitbar.

Pfarrer stellt Flüchtlinge unter seinen Schutz

Der Pfarrer des Vorarlberger Dorfes Alberschwende hat jene fünf syrischen Flüchtlinge unter seinen persönlichen Schutz gestellt, denen die Abschiebung droht. Ihr Schicksal beschäftigt die Gemeinde seit Monaten.

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Bundesländer bieten Unterkünfte an

Die Bundesländer boten beim gestrigen Asylgipfel die Schaffung weiterer Plätze für Flüchtlinge an. Zu den aktuell 300 zur Verfügung gestellten Unterkünften würden in der kommenden Woche weitere rund 250 dazukommen, teilte das Innenministerium in einer Aussendung mit. Im Laufe des Juni sollen voraussichtlich weitere 750 neue Unterkünfte geschaffen werden.

Auch nach dem Angebot der Länder ist ein Abbau der Zeltlager für Asylwerber nicht in Sicht. Täglich kämen mehr Flüchtlinge nach Österreich, als das mit den neuen Quartieren kompensiert werden könne, hieß es heute aus dem Innenministerium. Mit den vom Bund geschaffenen Notunterkünften könne man so „bestenfalls“ den Belagsstand gleich halten.

Durchschnittlich 250 Flüchtlinge kommen laut Innenministerium täglich nach Österreich. Dem stehen insgesamt 250 zusätzliche Plätze in den Bundesländern im Laufe der kommenden Woche gegenüber. „Bei allem Bemühen“ der Länder sei es daher nicht möglich, die Zeltlager aufzugeben, hieß es aus dem Innenministerium.

Unterkunft in Kaserne und Messehalle

Die in der Magdeburg-Kaserne untergebrachten Flüchtlinge können auch unter dem Stift Klosterneuburg als neuer Eigentümer dort verbleiben. Darauf habe man sich heute geeinigt, sagte ein Sprecher des Innenministeriums zur APA. Man sei darüber „durchaus erleichtert“. Derzeit sind dort 220 Asylwerber in Bundesbetreuung einquartiert.

Die Kaserne in Klosterneuburg war im Dezember 2014 noch vom Bundesheer zur Verfügung gestellt worden, und zwar befristet bis Ende Mai 2015. In einem Gespräch heute habe der Abt nun zugesagt, dass das Innenministerium sie noch eineinhalb Jahre in der bestehenden Form nutzen dürfe.

Vorarlberg wird ab 1. Juni insgesamt 90 Flüchtlinge in einer Messehalle in Dornbirn unterbringen, wo sie vom Roten Kreuz betreut werden. Es handelt sich um eine Übergangslösung, bis Ende Juni sollen sie in feste Quartiere umziehen.

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Sport

Bundesliga: Fink wird neuer Austria-Trainer

Thorsten Fink ist der neue Coach der Austria. Nach einer katastrophalen Bundesliga-Saison, die nur noch mit einem Sieg im Cupfinale gegen Meister Salzburg gerettet werden kann, fanden die Violetten im Deutschen ihre Zukunftshoffnung auf der Trainerbank. Der 47-Jährige unterschrieb einen Zweijahresvertrag mit der Option für den Verein auf eine weitere Saison. „Seine Verpflichtung ist aufgrund seiner Persönlichkeit und Erfahrung eine großartige Geschichte für unseren Club“, so Sportdirektor Franz Wohlfahrt.

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Fußball: HSV muss um Klassenerhalt zittern

Der Karlsruher SC hat gestern im Relegationshinspiel der deutschen Bundesliga den HSV nach 52 Jahren an den Rand des ersten Abstiegs gebracht. Die Hamburger kamen in der heimischen Imtech Arena nicht über ein 1:1 gegen den Zweitliga-Dritten hinaus.

Nach dem frühen Rückstand durch einen ehemaligen Hamburger Jugendspieler und zwei Lattenschüsse der Karlsruher gelang dem HSV erst spät der Ausgleich. Im Rückspiel am Montag steht die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia damit mit dem Rücken zur Wand.

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Tennis: Melzer nach hartem Kampf in Paris out

2:45 Stunden hat Jürgen Melzer gestern um den Einzug in die dritte Runde der French Open gekämpft. In vier Sätzen musste sich der 34-jährige Österreicher aber schließlich dem Russen Andrej Kusnezow geschlagen geben.

Melzer, der einige gute Gelegenheiten ausließ, das Duell in seine Richtung zu lenken, verpasste damit auch das Match gegen den Sandplatzkönig schlechthin. In der nächsten Runde hätte in Paris nämlich Rafael Nadal auf ihn gewartet.

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Wirtschaft

Parfümeriekette Douglas will zurück an die Börse

Der Parfümeriekonzern Douglas rüstet sich für eine Rückkehr an die Börse. Man bereite eine Notierung in diesem Jahr vor, teilte das Unternehmen heute mit. Angeboten würden Anteile aus dem Besitz des gegenwärtigen Eigners - einer Holding - sowie neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung in Höhe von voraussichtlich rund 70 Millionen Euro. Douglas ist in der Hand des Finanzinvestors Advent und der Familie Kreke.

„Auch in Zukunft wird die Familie Kreke als Gesellschafter bei Douglas engagiert bleiben“, sagte Douglas-Chef Henning Kreke. Erst 2013 war die Parfümeriekette von der Börse genommen worden. „Nachdem wir Douglas in den vergangenen beiden Jahren erfolgreich umgebaut haben, sind wir der Meinung, dass Douglas heute bestens aufgestellt ist, um vom weiteren Wachstum im selektiven Beautymarkt zu profitieren.“

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte vor kurzem bereits berichtet, dass die ursprünglich für den Herbst angepeilte Rückkehr auf das Parkett vorgezogen werden solle. Denn so lange zu warten, sei den Eigentümern zu riskant. Advent stellt sich einen Börsenwert von drei Milliarden Euro für Douglas vor. Ausgelotet worden war zuletzt auch ein Verkauf der Firma an einen weiteren Finanzinvestor oder einen Branchenkonkurrenten.

Defekte Airbags: Millionen Autos zurückgerufen

Defekte Airbags des japanischen Zulieferers Takata haben Fiat Chrysler bisher den Rückruf von mehr als fünf Millionen Fahrzeugen eingebrockt. Diese Zahl teilte der amerikanisch-italienische Autohersteller gestern mit. Der größte Teil davon betrifft Modelle der Jahre 2004 bis 2011.

Unter dem Druck der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hatte Takata in der vergangenen Woche den Rückruf wegen des Airbagdefekts auf fast 34 Millionen Autos in den USA verdoppelt. Die Probleme halten die Branche seit Jahren in Atem. Rund ein Dutzend Hersteller sind davon betroffen, darunter auch Toyota, Nissan, Honda und Ford. Takata stellt weltweit jeden fünften Airbag her.

Ford bezifferte die Zahl der bis zu diesem Tag in die Werkstätten zu beordernden Fahrzeuge in einer Mitteilung auf gut 1,5 Millionen Fahrzeuge. BMW ruft nach Angaben der US-Behörden mehr als 420.000 Autos zurück.

Bericht: US-Großbank JPMorgan streicht 5.000 Stellen

Die US-Großbank JPMorgan streicht einem Pressebericht zufolge weitere Arbeitsplätze. Das Institut wolle bis zum kommenden Jahr mehr als 5.000 Stellen einsparen, berichtete das „Wall Street Journal“ (Onlineausgabe) gestern. Das entspreche zwei Prozent der gesamten Belegschaft.

Mit den Kürzungen habe die Bank bereits in diesem Jahr begonnen. 2014 hatte JMorgan bereits 11.000 Stellen in der Privatkunden- und Hypothekensparte gestrichen. Der Zeitung zufolge sollen diesmal Arbeitsplätze in allen vier großen Sparten der Bank wegfallen.

Um ihre Profitabilität nach der verschärften Regulierung im Zuge der Finanzkrise zu halten, hatten US-Großbanken in großem Stil Stellen abgebaut. Einige Geschäftsbereiche wie der Eigenhandel, bei dem die Institute auf eigene Rechnung spekulieren, wurden massiv beschnitten. Deshalb fielen Hunderttausende Jobs weg.

Gasprom will Milliarden von ukrainischem Energiekonzern

Der russische Staatskonzern Gaspom fordert vom ukrainischen Energieversorger Naftogas 8,2 Milliarden US-Dollar (7,5 Mrd. Euro) für nicht abgenommene Gasbestellungen. Die Ukraine habe sich zum jährlichen Kauf von 41,6 Milliarden Kubikmeter russischem Gas verpflichtet, die bestellte Menge aber abgelehnt. Deshalb sei für 2014 die Vertragsstrafe fällig, sagte Gasprom-Chef Alexej Miller gestern der Agentur Interfax zufolge auf einem Kongress in Belgrad.

Gegenseitige Klagen

Moskau und Kiew streiten seit Langem über diese Take-or-Pay-Klausel in den Gasverträgen. Über den Streit soll die internationale Schiedsstelle in Stockholm entscheiden. Beide Seiten brachten dort Klagen ein. Die Ukraine erhöhte ihre Forderungen an Russland zuletzt auf mehr als 16 Milliarden US-Dollar - wegen entgangener Gebühren für den Transit von Gas in die EU.

Zuletzt hatte Russland der klammen Ukraine unter EU-Vermittlung mehrfach Rabatte für Gaslieferungen eingeräumt. Gasprom zufolge sind Schulden von knapp 30 Milliarden Dollar aufgelaufen. Darin enthalten sei das Geld für Gaslieferungen in das Konfliktgebiet Ostukraine. Ein Prozess vor der Schiedsstelle - Arbitration Institute - könnte sich Experten zufolge Jahre hinziehen.

Airbus: Ernstes Qualitätsproblem bei A400M-Endmontage

Nach dem Absturz des Militärtransporters A400M sieht Airbus-Strategiechef Marwan Lahoud „ein ernsthaftes Qualitätsproblem in der Endmontage“. Airbus habe erstmals seit dem Unfall in Sevilla die Ergebnisse der Blackbox-Auswertung des Fliegers einsehen können, sagte Lahoud dem „Handelsblatt“ (Freitag-Ausgabe). „Sie bestätigen unsere interne Analyse.“

Die Software für die Steuerung der Motoren sei bei der Endmontage falsch aufgespielt worden. Das sei kein Ruhmesblatt für das Unternehmen, sagte Lahoud. Es gebe aber keine strukturellen Defekte. Konstruktive Änderungen an den Turboprop-Motoren, die von einem europäischen Konsortium hergestellt werden, hätten für Airbus längere Verzögerungen mit sich gebracht.

Kunden schon gewarnt

Airbus hatte Kunden des Militärtransporters A400M, darunter die deutsche Bundeswehr, bereits vor möglichen Problemen bei der Triebwerkssteuerung gewarnt. In einer sogenannten dringlichen technischen Empfehlung des Herstellers wurden die Nutzer des Flugzeuges über nötige Tests informiert.

Anfang Mai war bei Sevilla eine A400M unmittelbar nach dem Start abgestürzt. Dabei waren vier Besatzungsmitglieder getötet und zwei schwer verletzt worden.

Chronik

VCÖ fordert Rauchverbot im Auto mit Kind

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fordert ein Rauchverbot im Auto, wenn ein Kind mitfährt. Laut Studien ist die Schadstoffbelastung beim Rauchen im Auto bis zu 30-mal so hoch wie in einem Lokal, in dem geraucht wird. Der VCÖ weist darauf hin, dass unter anderem in Griechenland, Zypern, Australien und Kanada bereits ein Rauchverbot im Auto gilt, wenn ein Kind mitfährt, und fordert diese Regelung auch für Österreich.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Vulkan in Japan spuckt gewaltige Rauchwolke

Nach einem Vulkanausbruch auf einer Insel im Süden Japans sind zahlreiche Menschen in Sicherheit gebracht worden. Der Shindake auf der Insel Kuchinoerabu spuckte heute eine gewaltige schwarze Rauchwolke aus, die eine Höhe von 9.000 Metern erreichte, wie Japans Wetterbehörde mitteilte. Der Ausbruch wurde von einem fünfminütigen vulkanischen Beben begleitet.

Ein Regierungssprecher sagte, die meisten der 137 Einwohner der Insel hätten sich in Evakuierungszentren versammelt, um auf Schiffen der Küstenwache fortgebracht zu werden. Der Shindake stand seit seinem letzten Ausbruch vergangenes Jahr unter Beobachtung.

Das Fernsehen zeigte hohe Rauchwolken über dem Vulkan, das Meer färbte sich durch Asche grau ein. (iptv.ORF.at)

Der Gemeindevorsteher Nobuaki Hayashi berichtete dem Sender NHK, wie die Eruption gegen 10.00 Uhr das Morgenlicht verdunkelt habe. „Schwarzer Rauch stieg hoch, ich konnte nicht sehen, wie hoch. Doch es wurde dunkel draußen“, sagte Hayashi. Andere sprachen von einem „großen Knall“, als der Vulkan ausbrach.

Religion

IT

Netzsperren statt Netzneutralität im EU-Ministerrat

Während der EU-Ministerrat die Beschlüsse des EU-Parlaments zu Netzneutralität und Datenschutzreform systematisch demontiert, vervielfachen sich die Leaks. Obwohl die Ratssitzungen unter Geheimhaltung verlaufen, lässt sich die Demontage der Parlamentsbeschlüsse bei beiden Gesetzesvorhaben mittlerweile im Wochenrhythmus mitverfolgen.

Am Dienstag publizierte die britische Bürgerrechtsorganisation Statewatch gleich sieben Ratsdokumente zur Datenschutzverordnung, parallel dazu wurde der allerneueste Verhandlungsstand im Rat zur Netzneutralität bekannt.

Dieser Begriff ist nunmehr völlig aus dem Text des Rats verschwunden, stattdessen finden sich im neuesten Leak Optionen für den Einsatz staatlicher Filtermechanismen wie in Großbritannien. Statt der vom Parlament geforderten Gleichbehandlung allen Datenverkehrs eröffnet der Ratsentwurf den Telekoms alle Möglichkeiten, den freien Fluss der Informationen zu kontingentieren und gegen Aufschläge paketweise zu verkaufen.

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Science

Temperaturanstieg für Klimaforscher „beispiellos“

Der „Hockey Stick“ ist die bekannteste und wohl auch die umstrittenste Kurve der Klimaforschung: Sie verdeutlicht, wie sehr der Mensch in das Klima der Erde eingreift. Michael Mann ist der Schöpfer dieser Grafik: Er erzählt in einem ORF.at-Interview, wie es zu seiner Entdeckung kam.

Der Weg dorthin verlief nicht geradlinig, betont der US-Wissenschaftler. Sein Doktorvater sei Klimaskeptiker gewesen. Und auch er habe einige Zeit gebraucht, um an den menschengemachten Klimawandel zu glauben.

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Kultur

„John Gabriel Borkman“: Heiße Schlacht im Schneegestöber

Vor zwei Jahren hat Simone Stone mit seiner „Wildente“ den Wiener Festwochen eines der großen Highlights beschert. Jetzt ist der australische Regisseur zurück und zeigt erneut die Bearbeitung eines Ibsen-Klassikers. In großartiger Besetzung mit Martin Wuttke, Birgit Minichmayr und Caroline Peters feierte das Stück gestern Abend Premiere - und wurde dabei zu einer überraschend vergnüglichen Angelegenheit im dauerbeschneiten Bühnenbild.

Mehr dazu in festwochen.ORF.at

Größter Picasso der USA umgezogen

Nach mehr als 50 Jahren im berühmten Seagram-Hochhaus an der New Yorker Park Avenue ist das wohl größte Picasso-Werk in den USA umgezogen. Der etwa sechs mal sechs Meter große bemalte Theatervorhang „Le Tricorne" ist ab heute in der New York Historical Society direkt am Central Park zu sehen. ",Le Tricorne‘ ist seit mehr als einem halben Jahrhundert eine New Yorker Ikone“, sagte Museumsdirektorin Louise Mirrer. „Wir sind stolz, das Werk in unserer Sammlung willkommen zu heißen.“

Pablo Picasso hatte den Vorhang 1919 für eine Aufführung des Pariser Ensembles Ballets Russes im Auftrag von dessen Gründer Sergei Djagilew bemalt. Einige Jahre später schnitt Djagilew das zentrale Stück des Vorhangs - eine Stierkampfszene - heraus und verkaufte es. Seit 1959 hing das Vorhangstück wie ein Wandteppich im beliebten Restaurant Four Seasons im von Stararchitekt Ludwig Mies van der Rohe entworfenen Seagram-Gebäude.

Der Besitzer des Hochhauses, Immobilienmogul Aby Rosen, hatte jedoch im vergangenen Jahr angekündigt, den Vorhang loswerden zu wollen - und damit für einen Skandal in der New Yorker Kunstszene gesorgt. Die Denkmalkommission der Millionenmetropole, der der Picasso gehörte, schenkte das Werk daraufhin der Historical Society.

Überreste eines zweiten Titusbogens in Rom entdeckt

Archäologen haben bei Ausgrabungen in Rom die Überreste eines zweiten Titusbogens entdeckt. Zu dem außergewöhnlichen Fund im Circus Maximus gehörten unter anderem Fragmente von Marmorsockeln und einem Travertinsteinboden, vermeldete das Kulturdezernat der Stadt gestern.

Der im 1. Jahrhundert nach Christus regierende Kaiser Titus ist für die Eroberung Jerusalems bekannt. Auf dem Forum Romanum befindet sich bereits ein Triumphbogen zu seinen Ehren.

Vorerst wieder zugeschüttet

Die Überreste sollen zu ihrem eigenen Schutz aber zunächst wieder zugeschüttet werden, bis Rom das Geld für eine vollständige Ausgrabung und die Zusammenführung der Fragmente aufgebracht hat. Das Kulturdezernat geht davon aus, dass das Monument ursprünglich aus drei Gewölben mit vier frei stehenden Säulen und vier Pilastern bestanden hat. Siegreiche Generäle und Kaiser marschierten unter Triumphbögen her, um Militärerfolge zu feiern.

Nach Angaben der Stadt Rom hat der Bogen mindestens bis zum 8. Jahrhundert überlebt. Im 12. Jahrhundert war sein mittleres Gewölbe bereits in ein mittelalterliches Aquädukt integriert worden.

Lifestyle

Leute

Nach sieben Jahren: Lindsay Lohan ohne Bewährung

Schauspielerin Lindsay Lohan (28) ist erstmals nach mehr als sieben Jahren ihre Bewährungsstrafe los. Das berichteten in der Nacht mehrere US-Medien nach einem Gerichtstermin in Los Angeles. „Ich bin sehr glücklich“, sagte ihre Anwältin Shawn Holley bereits vor der Verhandlung zu Reportern, wie ein Video auf TMZ.com zeigte.

„Sie hat sehr hart gearbeitet, oft elf oder zwölf Stunden am Tag“, sagte Holley. Lohan hatte zuletzt in New York die restlichen Stunden ihres Sozialdienstes abgeleistet, die ihr ein Richter nach einem Autounfall aufbrummte - insgesamt 125 Stunden.

Die 28-Jährige hat immer wieder Ärger mit der Justiz und musste mehrere Gefängnis- und Bewährungsstrafen absitzen. „Sie ist ihr ganzes Erwachsenenleben unter Bewährung gestanden. Darum ist es fantastisch, dass sie jetzt nach vorne blicken kann“, sagte Holley.

Conchita Wurst zur Gay Pride in Tel Aviv erwartet

Conchita Wurst ist in diesem Jahr Ehrengast bei der Gay-Pride-Parade in Tel Aviv. Die bärtige Dragqueen, die 2014 den Song Contest gewann, trete am 12. Juni bei den Feierlichkeiten auf, teilte die Stadtverwaltung der israelischen Metropole mit.

Conchita Wurst wurde bereits im vergangenen Jahr beim Pride der Homosexuellen in Tel Aviv erwartet, sagte dann jedoch recht kurzfristig ab. Bei der diesjährigen Parade werde mit einer Rekordzahl von 180.000 Teilnehmern gerechnet, teilte die Stadt mit. Im vergangenen Jahr seien es 130.000 gewesen.

Die Veranstaltung unter dem Motto „Tel Aviv liebt alle Geschlechter“ soll sich heuer auf die Unterstützung der Rechte von Transgender-Personen konzentrieren. Bei Transgender-Personen geht es um die Identität und die Abweichung von klassischen Geschlechterrollen. Sie fühlen sich durch die Rolle nicht ausreichend beschrieben, die ihnen wegen äußerer Geschlechtsmerkmale bei der Erziehung zugewiesen wurde.

Michael Jacksons Ranch für 100 Mio. Dollar zum Verkauf

Die einstige Neverland-Ranch des verstorbenen Popstars Michael Jackson soll laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ für 100 Millionen Dollar (rund 91 Mio. Euro) verkauft werden. Das fast elf Quadratkilometer große Anwesen in Los Olivos im US-Staat Kalifornien trage mittlerweile den Namen „Sycamore Valley Ranch“ und verfüge über 22 Gebäude, zwei Seen und eine eigene Zugsanbindung.

Der Vergnügungspark und der Zoo sind mittlerweile aber verschwunden, sagten Makler dem Blatt zufolge. Der „King of Pop“ hatte die Ranch 1988 gekauft und sie in einen gewaltigen Spielplatz verwandelt. Er verlor aber das Interesse, nachdem das Anwesen wegen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs gegen ihn von der Polizei durchsucht worden war und lebte bis zu seinem Tod 2009 vorwiegend in Los Angeles.