Ausland

Abstimmung über EU-Kommission: Juncker reagiert auf Kritik

Der umstrittene ungarischen EU-Kandidat Tibor Navracsics wird in der neuen EU-Kommission nur für die Bereiche Bildung, Kultur, Jugend und Sport zuständig sein.

Die Agenden der Bürgerrechte wandern hingegen zum griechischen Kommissar Dimitris Avramopoulos, der für Migration vorgesehen ist. Das kündigte der neue Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Europaparlament in Straßburg an.

Navracsics war vom zuständigen EU-Kulturausschuss zwar für geeignet als EU-Kommissar befunden worden, doch verlangten die EU-Parlamentarier Änderungen an seinem Ressort Bildung, Jugend, Kultur und Bürgerrechtsfragen. Die Bürgerrechtsfragen muss Navracsics nun abgeben, erhält dafür aber den Sport hinzu.

Er ist wegen seiner Mitgliedschaft in der nationalkonservativen FIDESZ-Partei des ungarischen Regierungschefs Viktor Orban und seiner Mitarbeit an zahlreichen umstrittenen Gesetzen in die Kritik geraten.

Überdies werde Junckers erster Vizepräsident Frans Timmermans wie zuvor schon ventiliert anstelle des designierten und teils kritisierten Energiekommissars Miguel Arias Canete den Bereich „Nachhaltige Entwicklung“ verantworten. „Ich habe beschlossen, Frans Timmermans mit dem besonders wichtigen Aspekt unserer gemeinsamen Arbeit zu betrauen“, sagte Juncker.

Erstmals Abstimmung über Kommission

Einige Abgeordnete aus Spanien und Großbritannien hatten zuvor Widerstand wegen Navracsics angekündigt. Nun wird mit einer Zustimmung des EU-Parlaments zur neuen EU-Kommission gerechnet. Erstmals in seiner Geschichte stimmt das EU-Parlament heute über eine EU-Kommission ab, deren Chef Juncker als Spitzenkandidat bei der Europawahl angetreten ist.

Sollte dieses positive Votum erfolgen, werden Juncker und sein Team wie geplant am 1. November die Arbeit aufnehmen, kündigte Juncker an. Damit wird die noch amtierende Kommission unter Jose Manuel Durao Barroso abgelöst, der seit 2004 im Amt war.

Barrosos letzter Auftritt im EU-Parlament

Das EU-Parlament debattierte gestern über die Bilanz der EU-Kommission unter Barroso in den vergangenen fünf Jahren. Zum Auftakt verteidigte Barroso seine Amtszeit - die EU habe die Lehren aus der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise gezogen.

„Es waren außergewöhnliche und herausfordernde Zeiten“, in denen er und seine Kommissare hinter den Kulissen gekämpft hätten wie Löwen. Von allen Fraktionen - außer der EVP, der Barroso selbst angehört - hagelte es dennoch Kritik. Dass Barrosos Engagement „nicht immer gereicht hat“, war noch das mildeste Urteil.

Mehr dazu in Engagement, „das nicht immer reichte“

EU lädt Israel zu „Dialog“ über Zweistaatenlösung

Die Europäische Union erhöht den Druck auf Israel, die Zweistaatenlösung voranzutreiben. Die israelische Zeitung „Haaretz“ veröffentlichte heute ein entsprechendes internes EU-Dokument. In scharfen Worten lädt die EU darin Israel zu Gesprächen über den Erhalt der Zweistaatenlösung ein.

In dem Papier kritisiert die EU Israels Siedlungspolitik im Westjordanland und in Ostjerusalem. Erst Ende September hatte Israel die endgültige Genehmigung für eine Erweiterung der Siedlung Givat Hamatos in Ostjerusalem erteilt. Solche Schritte könnten das Ergebnis von Friedensverhandlungen untergraben und die Spannungen verschärfen, heißt es in dem Dokument.

Israel besorgt

„Die EU findet, dass diese und andere Fragen zu den besetzen palästinensischen Gebieten gründlich zwischen der EU und IL (Israel) diskutiert werden müssten.“ Da die EU in den Aufbau des palästinensischen Staates investiere, sei das eine „legitime Erwartung“. Man schlage deswegen zu diesen Punkten einen „regelmäßigen und strukturierten Dialog“ mit Israel vor.

Im israelischen Außenministerium sei man über die Ankündigung besorgt, schrieb „Haaretz“. Es werde befürchtet, die Gespräche könnten EU-Sanktionen gegen Israel nach sich ziehen.

Israel: Hamas hat „Terrorzentrale“ in Istanbul

Der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon warf indes der Türkei vor, die radikalislamische Hamas zu unterstützen. „Hamas hat zwei Terrorzentralen: Gaza und Istanbul“, zitierte die Zeitung „Jerusalem Post“ heute Jaalon bei einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Chuck Hagel in Washington.

Jaalon bezog sich auf den Hamas-Führer Salech al-Aruri, der im türkischen Exil lebt. Aruri dirigiere von der Türkei aus Terror gegen Israel, sagte Jaalon. Er warf Istanbul vor, einerseits NATO-Mitglied zu sein, andererseits ein „zynisches Spiel zu spielen“.

Brasilianische Präsidentin Rousseff bangt um Wiederwahl

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff bangt um ihre Wiederwahl. Denn der liberal-konservative Aecio Neves hat Umfragen zufolge bei der Stichwahl am Sonntag gute Chancen, Rousseff und ihrer linken Arbeiterpartei (PT) eine Niederlage zuzufügen.

Rund 143 Millionen Brasilianer sind dazu aufgerufen, zwischen einer sozialen oder einer wirtschaftlichen Vision für ihr Land zu entscheiden.

Der Machtkampf zwischen liberal-konservativen und linken Parteien bestätigt eine jahrelange Kontinuität der brasilianischen Politik: Es ist die sechste Präsidentenstichwahl, bei der einander Kandidaten der beiden großen politischen Lager gegenüberstehen.

Neves überraschend in Stichwahl

Es bleibt aber spannend: Knapp eine Woche vor dem Urnengang konnte die 66-jährige Rousseff laut der jüngsten Umfrage des Datafolha-Instituts ihren Herausforderer von der rechtsgerichteten Sozialdemokratischen Partei (PSDB) um vier Prozent überholen. Zuvor hatte der 54-jährige Neves stets die Nase vorn.

Die seit 2011 amtierende Rousseff erlangte im ersten Wahlgang am 5. Oktober 41,6 Prozent der Stimmen. Ex-Gouverneur Neves überraschte mit 33,6 Prozent und dem Einzug in die Stichwahl. Umfragen hatten eigentlich der früheren Umweltministerin und Kandidatin der Sozialisten (PSB), Marina Silva, ein direktes Duell mit Rousseff prophezeit. Silva sagte gemeinsam mit einem breiten Oppositionsbündnis Neves ihre Unterstützung zu.

Nordkorea lässt Amerikaner frei

Nordkorea hat einen von drei gefangen gehaltenen US-Bürgern freigelassen. Jeffrey Fowle sei erlaubt worden, Nordkorea zu verlassen, sagte gestern ein Sprecher des Weißen Hauses in Washington.

Der im April nach Nordkorea gereiste 56-Jährige befinde sich „auf dem Weg nach Hause“. Washington forderte Pjöngjang auf, auch die inhaftierten US-Bürger Matthew Miller und Kenneth Bae freizulassen.

Laut US-Angaben war Washington eine zeitliche Frist eingeräumt worden, Fowle aus dem Land zu bringen. Das Verteidigungsministerium schickte demnach ein Flugzeug in das Land, das in Pjöngjang landen und den US-Bürger abholen durfte, obwohl beide Länder keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Die Entscheidung Nordkoreas, Fowle freizulassen, werde „ausdrücklich begrüßt“, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses.

Inland

U-Ausschuss: Parteien warten noch mit Hypo-Teams

Die Parteien lassen sich mit der Zusammenstellung ihrer Teams für den zu erwartenden Hypo-Untersuchungsausschuss noch etwas Zeit - zumal heute erst überhaupt der Antrag auf die Neuregelung der U-Ausschüsse in den Nationalrat eingebracht wird. Es gibt aber bereits einige Fixstarter wie etwa Werner Kogler bei den Grünen.

Die ÖVP ist bereits gestern vorgeprescht und hat ihr Team für den U-Ausschuss zur Hypo Alpe Adria Bank mit der Abgeordneten Gabriele Tamandl an der Spitze vorgestellt. Die SPÖ will ihre Vertreter erst zu gegebener Zeit fixieren und dann darüber informieren, hieß es.

Opposition wartet noch

Zeit lassen sich auch noch die Oppositionsparteien. Bei den NEOS werde Finanzsprecher Rainer Hable federführend tätig sein. Wer sich weiters um den Ausschuss kümmern wird, sei nicht zuletzt auch eine Ressourcenfrage, hieß es.

Die Freiheitlichen wollen erst dann eine Entscheidung über das Hypo-Untersuchungsteam treffen, wenn der U-Ausschuss zu dieser Causa beschlossen ist. Ebenfalls noch offen ist die Besetzung beim Team Stronach. Klubchefin Kathrin Nachbaur selbst könnte sich etwa in den Hypo-U-Ausschuss setzen - ebenso wie ein anderer Stronach-Abgeordneter. Noch sei für diese Entscheidung viel Zeit.

Vorarlberg findet ÖVP-Kritik an Schulversuch „unnötig“

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) hat heute die Kritik von Staatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) am geplanten Schulversuch zur Gesamtschule in Vorarlberg zurückgewiesen.

Mahrer hatte gemeint, dieser komme zum falschen Zeitpunkt, und es gebe ohnehin zu viele Schulversuche. „Diese Bemerkung ist unnötig. Er hat sich hier zurückzuhalten“, sagte Wallner in den „Vorarlberger Nachrichten“.

Der Schulversuch sei mit ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner besprochen. „Ich habe gesagt, lasst uns in Ruhe. Wir machen jetzt das Forschungsprojekt fertig“, so Wallner. Auf dessen Basis sollen dann ein Schulversuch definiert und pädagogische sowie rechtliche Voraussetzungen und die Bedürfnisse von Schülern, Lehrern und Eltern beleuchtet werden. Nicht nur vom Koalitionspartner Grüne wird der Schulversuch begrüßt, auch Vorarlberger SPÖ, FPÖ und NEOS unterstützen ihn.

„Lassen uns Denken nicht verbieten“

Der Bund müsse offen für Innovationen sein, forderte Wallner. „Wir lassen uns das Denken nicht verbieten.“ Der Schulversuch sei notwendig, da man derzeit im Bildungsbereich nur so etwas bewegen könne. Der Bund habe leider nicht die Kraft, von den vielen Versuchen auch etwas in das Regelsystem zu übernehmen.

Das zuletzt von der Regierung präsentierte Sechspunkteprogramm im Bildungsbereich sei zwar „nett, aber sehr dünn und nicht besonders ambitioniert. Damit könnten wir in Vorarlberg nicht aufkreuzen.“

TV-Hinweis

Sport

Champions League: Liverpool will Ronaldo stoppen

Der Schlager in der Champions League steigt heute an der Anfield Road. Der englische Vizemeister Liverpool empfängt Titelverteidiger Real Madrid. „Reds“-Trainer Brendan Rodgers schwärmte vor dem Spiel von den „Königlichen“ im Allgemeinen und von deren Superstar Cristiano Ronaldo im Besonderen, hofft aber dennoch, den zuletzt in Topform agierenden Portugiesen zu stoppen. „Das Gute ist, dass wir zu Hause spielen. Wir werden bereit sein.“ Die bisherigen Europacup-Duelle sprechen jedenfalls für die Engländer.

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Erste Liga: LASK baut Tabellenführung aus

Der LASK hat gestern in der 15. Runde der Ersten Liga seine Tabellenführung ausgebaut. Der Aufsteiger setzte sich im Heimspiel gegen Horn souverän mit 2:0 durch und führt nun vier Punkte vor Liefering, das sich gegen zehn Kapfenberger knapp durchsetzte.

Beide Teams profitierten von einem dramatischen Spiel in Lustenau, in dem Mattersburg wichtige Zähler liegen ließ. Die Burgenländer drehten mit zwei späten Toren einen Rückstand und kassierten dann in der letzten Minute den Ausgleich. Auch St. Pölten rettete mit einem Last-Minute-Tor ein Remis gegen den FAC.

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Ski alpin: Zettel will „neu durchstarten“

Eine Hüftoperation hat Kathrin Zettel endlich die herbeigesehnte Erleichterung gebracht. Erstmals seit langer Zeit kann die 28-jährige Niederösterreicherin eine Saison schmerzfrei und ohne Angst vor zu großen Belastungen in Angriff nehmen. Die Gedanken ans Aufhören sind längst verflogen. „Mein großer Wunsch ist, in dieser Saison neu durchzustarten“, strahlt die „echt motivierte“ Zettel vor dem Riesentorlauf-Auftakt am Samstag in Sölden viel Zuversicht aus. Ziele gibt es in der WM-Saison jedenfalls genug.

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Wirtschaft

Bericht: Elf Banken bestehen EZB-Stresstest nicht

Mindestens elf Banken aus sechs Euro-Ländern haben einem Medienbericht zufolge den seit Monaten laufenden Stresstest der Aufseher nicht bestanden.

Wie die spanische Nachrichtenagentur EFE heute ohne Angabe von Quellen berichtete, dürften vier griechische, drei italienische, zwei österreichische, eine zypriotische und eine portugiesische Bank den Test nicht erfolgreich absolviert haben.

Insgesamt wurden 130 Institute auf Herz und Nieren geprüft. Die Ergebnisse sollen am Sonntag bekanntgegeben werden. Die EZB, die den Test des Bankensektors zusammen mit der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) durchführt, war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Österreich bei Bankenhilfe im EU-Spitzenfeld

Österreich zählt zu den EU-Ländern mit besonders hohen Bankenhilfen. Alleine 2013 belegte das Land mit einer Budgetbelastung von 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) den vierten Platz. Höhere Kosten hatten nur Griechenland, Slowenien und Lettland. Spanien, wo ebenfalls 0,5 Prozent des BIP in die Geldinstitute gepumpt wurden, teilt sich mit Österreich den vierten Platz.

Insgesamt lag die Belastung der EU-Haushalte durch die Bankenhilfen im Vorjahr bei 0,22 Prozent des BIP oder 29,6 Mrd. Euro, geht laut „Standard“ (Mittwoch-Ausgabe) aus einer Eurostat-Sonderauswertung zu den Bankenhilfen hervor.

Mehrere Staaten wie Frankreich, Italien und Schweden profitieren von den Rettungsaktionen, weil Einnahmen aus Haftungsentgelten und Dividenden die Kosten übersteigen. Auch in Österreich flossen 686 Mio. Euro von den Geldinstituten an die Republik zurück, die Ausgaben lagen 2013 mit 2,145 Mrd. Euro aber deutlich darüber, so dass sich ein Nettodefizit aus diesem Titel von 1,46 Mrd. ergab. Darin sind die heuer anfallenden Kosten für die Kärntner Hypo, für die im Budget noch einmal vier Mrd. Euro veranschlagt sind, noch gar nicht enthalten.

Schlecker-Abwicklung dauert noch bis Ende 2015

Die Abwicklung der pleitegegangenen deutschen Drogeriemarktkette Schlecker dauert wahrscheinlich länger als zunächst erwartet. „Das Verfahren wird sicher noch bis nächstes Jahr dauern“, erklärte die Insolvenzverwaltung heute. Demnach ist Schlecker wohl erst Ende 2015 weitgehend abgewickelt.

Ursprünglich war das bereits ein Jahr vorher erwartet worden. Den Angaben zufolge haben unter anderem viele frühere Beschäftigte noch Zeugnisse und Arbeitsbescheinigungen erbeten. Hinzu kommen langwierige Abrechnungen von Mietverhältnissen.

30 Mitarbeiter von Schlecker seien noch mit der Abwicklung betraut und dabei auch in der einstigen Zentrale in Ehingen bei Ulm tätig. Für das Gebäude wird noch ein Käufer gesucht. Die Stadt hat bereits Interesse gezeigt.

Lufthansa löst IT-Sparte auf

Die deutsche Fluglinie Lufthansa will ihre IT-Infrastruktur verkaufen und an den US-Konzern IBM auslagern. Die Fluggesellschaft erhofft sich dadurch jährliche Kosteneinsparungen von rund 70 Millionen Euro, wie die Lufthansa heute mitteilte.

Die 1.400 Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Infrastruktur sollen „gemäß aktuellem Verhandlungsstand“ übernommen werden. Auch die Standorte Kelsterbach und Budapest sollen demnach erhalten werden.

Durch den Umbau rechnet die Lufthansa mit einer einmaligen Belastung von rund 240 Millionen Euro vor Steuern. Der Verkauf der IT-Sparte soll Ende des ersten Quartals 2015 abgeschlossen werden. Noch stehe aber die Zustimmung des Aufsichtsrats aus, teilte die Lufthansa mit.

Milliardengewinn für Yahoo im dritten Quartal

Das US-Internetportal Yahoo hat im dritten Quartal einen überraschend hohen Gewinn erzielt: Unter dem Strich standen 6,8 Milliarden Dollar (5,3 Mrd. Euro), wie Konzernchefin Marissa Mayer gestern mitteilte. Im Vorjahresquartal war der Nettogewinn bei 297 Millionen Dollar gelegen.

Yahoo profitierte im zurückliegenden Quartal vor allem vom Börsengang des chinesischen Onlinehändlers Alibaba. Durch den Verkauf von Alibaba-Aktien nahm das US-Unternehmen 6,3 Milliarden Dollar ein.

Den Umsatz konnte Yahoo zwischen Juli und September um ein Prozent auf 1,15 Milliarden Dollar steigern. „Wir hatten ein gutes, solides drittes Quartal“, sagte Mayer vor Analysten. Das Umsatzplus sei durch ein starkes Wachstum in den Bereichen mobiles Internet, Soziale Netzwerke und Video entstanden, in die Yahoo investiert habe. So hätten mobile Geräte mehr als 200 Millionen Dollar zum Umsatz beigesteuert.

Gesundheit

Ebola-Training für Tausende Pflegekräfte in New York

Tausende Mitarbeiter des New Yorker Gesundheitswesens haben ein Training für den Ebola-Ernstfall absolviert. Ärzte, Krankenschwestern sowie Reinigungskräfte und Hilfspersonal sollten lernen, Ebola-Symptome zu erkennen und wie man die Verbreitung des gefährlichen Virus verhindere, berichteten New Yorker Medien.

„Was diese Krankheit vernichtet, sind Wissen, Training und gute Vorbereitung“, sagte Gouverneur Andrew Cuomo nach der Schulung. Nachdem sich im US-Staat Texas zwei Krankenschwestern bei der Behandlung eines Ebola-Kranken infiziert hatten, stieg die Besorgnis, dass US-Kliniken nicht gut genug auf Ebola vorbereitet seien.

USA verschärfen Einreisebestimmungen

Aus Furcht vor einer Ausbreitung der Ebola-Epidemie verschärfen die USA die Einreisebestimmungen für Flugpassagiere aus den besonders stark betroffenen Ländern in Westafrika. Reisende aus Liberia, Sierra Leone und Guinea dürften künftig nur über fünf große Flughäfen - unter anderem in New York und Washington - in die USA einreisen, erklärte das Heimatschutzministerium gestern. Dort werde bei ihnen Fieber gemessen, das auf eine Ebola-Infektion hindeuten könnte.

In der Praxis dürfte die neue Regelung geringe Auswirkungen auf den Flugverkehr haben: Rund 94 Prozent aller Reisenden aus dem Ebola-Gebiet landen dem Ministerium zufolge ohnehin auf den ausgewiesenen Airports.

Kontrollen starten in London-Gatwick

Seit gestern müssen sich auch Ankömmlinge aus Westafrika auf dem Londoner Flughafen Gatwick Kontrollen unterziehen. Passagiere von Flügen aus Sierra Leone, Guinea und Liberia werden zu ihren Reisedaten und ihrer Gesundheit befragt. Außerdem wird ihre Temperatur gemessen.

Auf Europas größtem Flughafen London-Heathrow hatten die Ebola-Screenings bereits in der vergangenen Woche begonnen. Auch in Manchester und Birmingham will die britische Regierung die Kontrollen einführen. Ihr Sinn ist umstritten, auch weil der Zeitraum zwischen einer Ebola-Infektion und dem Auftreten von Symptomen sehr lang ist.

WHO: Senegal und Nigeria sind ebolafrei

Seit dem Ausbruch der Epidemie wurden laut WHO mehr als 9.000 Kranke in Guinea, Liberia und Sierra Leone gemeldet, von denen rund die Hälfte an der Krankheit starben. Die Seuche wurde in die USA, nach Spanien, Nigeria und in den Senegal eingeschleppt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte Senegal und Nigeria inzwischen aber wieder für ebolafrei.

Chronik

Katastrophen-AKW Fukushima wird rückgebaut

Dreieinhalb Jahre nach den Kernschmelzen im japanischen AKW Fukushima I wollen sich die Rettungstrupps langsam an den langwierigen Rückbau eines der zerstörten Reaktoren machen. Mit einem ferngesteuerten Spezialkran begann der Betreiberkonzern TEPCO damit, die provisorische Abdeckung des Reaktors 1 zunächst zu durchlöchern.

Durch die Öffnungen würden 4.000 Liter an Bindemittel gegossen, damit keine radioaktiven Partikel aufgewirbelt werden, hieß es. Ab März 2015 soll die Dachkonstruktion abgebaut werden. Die Bergung der geschmolzenen Brennstäbe könne jedoch frühestens 2020 beginnen. In dem Jahr finden in Tokio die Olympischen Spiele statt.

Medien

Watergate: Legendärer US-Chefredakteur Bradlee tot

Der zur Zeit der legendären Watergate-Enthüllungen verantwortliche Chefredakteur der US-Zeitung „Washington Post“, Ben Bradlee, ist tot. Bradlee starb in seinem Haus in Washington gestern mit 93 Jahren eines natürlichen Todes, wie die Zeitung berichtete. US-Präsident Barack Obama würdigte die Leistungen Bradlees für den Journalismus.

„Mut einer ganzen Armee“

Die Watergate-Reporter Carl Bernstein und Bob Woodward erklärten, Bradlee habe den „Mut einer ganzen Armee“ gehabt. Bradlees Frau Sally Quinn, ebenfalls eine frühere Reporterin der „Washington Post“, hatte im vergangenen Monat erklärt, dass ihr Mann an Demenz leide.

Bradlee leitete die Geschicke der renommierten Zeitung als Chefredakteur zwischen 1968 und 1991 und verantwortete daher auch die Berichte rund um den Watergate-Skandal, die den damaligen US-Präsidenten Richard Nixon 1974 zum Rücktritt zwangen. Bradlee habe in seiner Zeit die „Washington Post“ zu einer der weltweit führenden Zeitungen gemacht, würdigte das Blatt den Verstorbenen.

Für Bradlee „mehr als ein Beruf“

Obama sagte, der Journalismus sei für Bradlee „mehr als nur ein Beruf gewesen“. Vielmehr habe er ihn als ein „öffentliches Gut“ begriffen, das wichtig für die Demokratie des Landes sei. Bradlee habe Reporter dazu gebracht, „Geschichten zu erzählen, die erzählt werden mussten“, so Obama. „Diese haben uns geholfen, die Welt und einander ein bisschen besser zu verstehen.“

Für die Watergate-Berichterstattung war die „Washington Post“ einst mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Der Skandal wurde außerdem in einem Roman aufgegriffen und verfilmt. Begonnen hatte die Affäre, als fünf Männer in die Wahlkampfzentrale der Demokraten einbrachen, um sie zu verwanzen. Ihre Spur führte bis zum Präsidenten selbst. Die beiden Reporter Bernstein und Woodward deckten mit Hilfe einer „Deep Throat“ genannten Informationsquelle die Vertuschungsmanöver Nixons auf.

„Bester Chefredakteur seiner Zeit“

Bernstein und Woodward veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung zum Tod ihres früheren Chefs: Bradlee sei ein „wahrer Freund“ und ein Anführer in der Branche gewesen. „Sein einziges unnachgiebiges Prinzip war die Suche nach der Wahrheit“, erklärten sie. Der damalige Verleger Donald Graham würdigte Bradlee als „besten US-Chefredakteur seiner Zeit“.

Bradlee wurde 1921 in Boston geboren und studierte an der renommierten Harvard-Universität. Für die „Washington Post“ und „Newsweek“ arbeitete er unter anderem als Reporter und wurde in dieser Zeit ein Freund des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy. Im Jahr 1968 übernahm er als Chefredakteur die Geschicke der „Washington Post“. Den Posten gab er 1991 ab, er blieb aber Vizepräsident der Zeitung.

Langjähriger ORF-Betriebsrat Fiedler gestorben

Der langjährige Zentralbetriebsratsobmann des ORF, Heinz Fiedler, ist gestern 72-jährig verstorben. Fiedler, der auch jahrzehntelanges Mitglied im Aufsichtsgremium des öffentlich-rechtlichen Senders war, erlag einer langen, schweren Krankheit, wie der ORF in einer Aussendung mitteilte. Ende Jänner 2011 hatte sich Fiedler aus dem ORF zurückgezogen und seine Pension angetreten.

Fiedler begann seine ORF-Laufbahn 1964 als kaufmännischer Mitarbeiter. Der Bürgerliche und gelernte Betriebswirt war ab 1966 als ORF-Betriebsrat und Christgewerkschafter aktiv. Ab 1976 gehörte Fiedler dem ORF-Kuratorium an und war auch in dessen Nachfolgegremium, dem ORF-Stiftungsrat, bis Ende 2010 vertreten. 1972 war Fiedler Teil der Rundfunkreformkommission von Bundeskanzler Bruno Kreisky, in den 70er und 80er Jahren war er zudem Mitglied der ÖVP-Medienkommission.

„Heinz Fiedler hat sein gesamtes Berufsleben dem ORF und seiner Belegschaft gewidmet - mit unbeirrbarem Engagement und höchstem persönlichem Einsatz insbesondere als Betriebs- und Aufsichtsrat“, zollte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz dem Verstorbenen „ehrlichen Respekt“.

Kultur

Amazon einigt sich auch mit Bonnier in E-Book-Streit

Der Onlinehändler Amazon und die Bonnier-Gruppe mit Verlagen wie Ullstein und Carlsen haben ihren monatelangen Streit über das Geschäft mit digitalen Büchern in Deutschland beigelegt.

Die Vereinbarung regle langfristig den Verkauf von Büchern und E-Books seiner deutschen Verlage, teilte Bonnier gestern am späten Abend mit. Amazon bestätigte die Einigung. Details zu den Konditionen gab es nicht.

Streit über Rabatte

Laut früheren Informationen aus der Branche drehte sich der Streit vor allem um die Rabatte, die Amazon als Verkäufer der Bücher bekommt. Demnach wollte der Onlinehändler den Abschlag von 50 Prozent auf den Einzelhandelspreis, den er bei gedruckten Büchern erhält, auch auf E-Books übertragen.

In der Verlagsbranche traf das dem Vernehmen nach auf Widerstand - mit der Begründung, dass die Gewinnspanne bei digitalen Büchern bereits deutlich geringer sei. Ein Kompromissvorschlag von Amazon soll bei 40 Prozent gelegen sein.

Anfang des Monats hatte Amazon kurz vor der Frankfurter Buchmesse im E-Book-Streit bereits eine Einigung mit dem Verlag Bastei Lübbe erzielt. In den USA gab der Onlinehändler diese Woche einen langfristigen Deal mit dem großen Verlag Simon & Schuster bekannt.

Science

Leute

Monica Lewinsky: Ich war erstes Internetopfer

Monica Lewinsky (41) hat durch ihre Affäre mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton weltweit Schlagzeilen gemacht - jetzt sieht sie sich als erstes Opfer des Internets. „Ich war Patientin null“, sagte die einstige Praktikantin im Weißen Haus am Montag bei einer Veranstaltung der Zeitschrift „Forbes“.

Weltweit und aufs Schwerste sei sie vor 16 Jahren in den Medien gedemütigt worden. Dramatisch waren allein schon die ersten Worte ihres Auftritts: „Mein Name ist Monica Lewinsky - obwohl mir oft geraten wurde, den Namen zu ändern.“ Jetzt wolle sie anderen Opfern des Internets helfen.

Zu ihrer Affäre im Oval Office sagte Lewinsky: Sie sei damals 22 und etwas romantisch veranlagt gewesen. „Ich verliebte mich in meinen Chef, auf die Art und Weise, wie es 22-Jährige tun. So etwas passiert. Aber mein Chef war der Chef der Vereinigten Staaten. Das passiert wahrscheinlich seltener.“

„Mein Boss hat mich ausgenutzt“

Bereits im Mai hatte sie sich erstmals wieder zu Wort gemeldet - und Clinton schwer beschuldigt. „Klar, mein Boss hat mich ausgenutzt“, schrieb sie in der Zeitschrift „Vanity Fair“. Andererseits habe es sich um eine „einvernehmliche Beziehung“ gehandelt, räumte sie ein. Der eigentliche Missbrauch habe erst später begonnen, „als ich zum Sündenbock gemacht wurde, um seine Stellung der Macht zu schützen“.

Das Bekanntwerden der Affäre hatte 1998 Clinton beinahe das Amt gekostet. Erst durch einen öffentlichen Kniefall konnte er eine Amtsenthebung abwenden, bestritt aber zunächst, eine „sexuelle Beziehung“ mit der jungen Frau gehabt zu haben. Jahre später räumte er ein, er hätte früher mit der Wahrheit herausrücken sollen.