Ausland

Obama und Xi kündigen Vorgehen gegen Nordkorea an

US-Präsident Barack Obama und der chinesische Präsident Xi Jinping haben über eine gemeinsame Antwort auf den jüngsten nordkoreanischen Atomtest beraten. Nach Angaben des Weißen Hauses kamen Obama und Xi bei einem Telefonat gestern überein, auf die „Provokationen“ Pjöngjangs mit einer „wirkungsvollen“ UNO-Resolution zu reagieren.

Beide Präsidenten hätten die Bedeutung einer „starken und geeinten internationalen Antwort“ hervorgehoben. Nordkorea hatte am 6. Jänner die Zündung einer Wasserstoffbombe verkündet und damit weltweit Empörung hervorgerufen.

Pjöngjang plant Raketenstart

Der vierte Atomwaffentest Nordkoreas seit dem Jahr 2006 war vom UNO-Sicherheitsrat scharf verurteilt worden. Atomexperten und die US-Regierung bezweifelten allerdings, dass es sich tatsächlich um eine Wasserstoffbombe gehandelt habe. Die Explosion sei dafür nicht stark genug gewesen.

Die international isolierte Führung in Pjöngjang plant nach eigenen Angaben auch im Zeitraum vom 8. bis zum 25. Februar den Start einer Langstreckenrakete. Nordkorea erklärte, dass ein Satellit für eine wissenschaftliche Mission ins All gebracht werden solle. Die Staatengemeinschaft betrachtet den geplanten Raketenstart aber als Test einer ballistischen Rakete, was Nordkorea laut einer UNO-Resolution verboten ist.

Iran: Hunderte Reformer dürfen doch zur Wahl antreten

Bis zu 25 Prozent der ursprünglich vom Wächterrat abgelehnten Kandidaten dürfen nun doch an der Parlamentswahl am 26. Februar im Iran teilnehmen. Ratssprecher Nedschatolla Ebrahimi sagte der Nachrichtenagentur Fars gestern, dass die Kandidatur von 20 bis 25 Prozent der disqualifizierten Personen wieder bestätigt sei. Genaue Zahlen nannte er nicht.

Laut Beobachtern handelt es sich bei den wieder zugelassenen Kandidaten hauptsächlich um Reformer, die Präsident Hassan Rouhani unterstützen. Es dürften mehrere hundert sein.

Im Vorfeld der Wahl waren viele von ihnen vom Wächterrat, einem erzkonservativen Kontrollgremium, disqualifiziert worden. Das führte zu Protesten. Rouhani hatte den Wächterrat am Dienstag gewarnt, bei den Menschen sollte nicht der Eindruck erweckt werden, dass der Wahlausgang im Voraus organisiert und orchestriert sei. Die Ratsmitglieder sollten daher zumindest einige ihrer Entscheidungen revidieren.

Nach der Umsetzung des Atomabkommens und der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen vor einem Monat haben die Reformer gute Chancen auf einen Wahlsieg. Die Hardliner, die in den letzten drei Legislaturperioden das Parlament dominierten, sehen dadurch ihre politische Existenz gefährdet.

Machtvakuum in Haiti befürchtet

Dem Krisenstaat Haiti droht ein Machtvakuum. Präsident Michel Martelly will in zwei Tagen wie geplant sein Amt niederlegen, obwohl die Wahl eines Nachfolgers gescheitert ist und über die Neuaustragung der Stichwahl gestritten wird. Bei Protesten in der Hauptstadt Port-au-Prince wurde gestern ein Mann von marodierenden Ex-Soldaten zu Tode gesteinigt.

Martelly sagte laut dem Regionalsender Telesur, er wolle sich nicht an die Macht klammern. Der 54-Jährige scheidet am Sonntag regulär nach fünf Jahren aus dem Amt. Wegen schwerer Proteste und Betrugsanschuldigungen war die Wahl eines neuen Staatschefs in dem karibischen Krisenstaat mehrfach gescheitert.

Die Stichwahl um das Präsidentenamt war zuletzt vor rund zwei Wochen erneut abgesagt worden. Die Opposition wirft den Behörden Manipulation zugunsten des Regierungskandidaten beim ersten Wahldurchgang von Ende Oktober vor und fordert Neuwahlen.

Noch ist unklar, wie es nach dem 7. Februar weitergehen soll. Einem Bericht des Senders Radio Metropole zufolge denkt die Martelly-Regierung unter anderem über die Machtübergabe an den Parlamentspräsidenten nach. Die Opposition fordert die Ernennung einer Übergangsregierung.

PEGIDA-Aktionstag in zahlreichen europäischen Städten

Die deutsche PEGIDA-Bewegung und weitere fremdenfeindliche Zusammenschlüsse in anderen europäischen Staaten planen heute einen gemeinsamen Aktionstag. Demonstrationen sind in Dresden und anderen Städten geplant, darunter Prag, Warschau, Amsterdam und Birmingham. Der österreichische PEGIDA-Ableger demonstriert in Graz.

In Dresden werden bis zu 15.000 PEGIDA-Anhänger und 10.000 Gegendemonstranten erwartet. Die Polizei befürchtet Zusammenstöße zwischen PEGIDA-Anhängern und -Gegnern und ist mit rund 1.000 Polizisten im Einsatz. In Graz will die Polizei die PEGIDA-Anhänger von den Gegendemonstranten trennen, die 95-jährige Widerstandskämpferin Maria Cäsar wird als Ehrengast der „Mahnwache gegen PEGIDA“ erwartet.

Serbischer Minister nach sexistischer Aussage abgesetzt

Das serbische Parlament hat gestern die von Premier Aleksandar Vucic in der Vorwoche vorgeschlagene Amtsenthebung des Verteidigungsministers Bratislav Gasic einstimmig beschlossen. Gasic, einer der engsten Mitarbeiter des Regierungschefs, verlor sein Ressort wegen einer sexistischen Bemerkung gegenüber einer Journalistin im Dezember.

Gegenüber einer Reporterin des Fernsehsenders B-92, die einer schwenkenden Kamera auswich, erklärte der Minister, er mag Journalistinnen, die gerne in die Knie gingen. Vucic hatte daraufhin Gasics Amtsenthebung angekündigt, sie allerdings erst zwei Monate später nach wiederholten Protesten der Journalistenverbände dem Parlament auch vorgeschlagen. Das Verteidigungsministerium wird vorläufig von Finanzminister Dusan Vujovic geleitet. Im Frühjahr soll eine vorgezogene Parlamentswahl stattfinden.

China gibt Verhaftung von Buchhändlern in Hongkong zu

Die chinesische Polizei hat erstmals zugegeben, drei seit dem vergangenen Jahr vermisste Mitarbeiter eines chinakritischen Verlags aus Hongkong festzuhalten. Zwei waren schon zuvor in chinesischem Gewahrsam wieder aufgetaucht. Die Affäre sorgte auch international für Aufsehen, da befürchtet wurde, chinesische Agenten hätten die fünf Buchhändler verschleppt. Der Stein des Anstoßes war offenbar ein geplantes Buch über das Liebesleben des chinesischen Staats- und Parteichefs Xi Jinping. Auch einer der Koautoren des Werkes meldete sich nun zu Wort.

Mehr dazu in Politisch heikle Bücher

Inland

Faymann: Frontex soll Flüchtlinge in Türkei schicken

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) will alle an der griechischen EU-Außengrenze von der Grenzschutzagentur Frontex aufgegriffenen Flüchtlinge direkt in die Türkei zurückschicken. Einen entsprechenden Vorschlag habe er am Rande der Londoner Syrien-Konferenz dem türkischen Premier Ahmet Davutoglu unterbreitet, sagte Faymann der „Kronen Zeitung“ und „Österreich“ (Samstag-Ausgaben).

„Es müssen alle gerettet werden, aber dann müssen die Menschen zurück in die Türkei geschickt werden. Dann wäre Frontex nicht mehr nur ein Rettungsprogramm, sondern tatsächlich auch ein Grenzschutzprogramm“, sagte Faymann laut „Österreich“. Er räumte ein, dass Ankara bei dieser „Maximalvariante“ mitspielen müsste.

„Einzige Maßnahme“

Faymanns Sprecherin konkretisierte auf APA-Anfrage, dass dieser Vorschlag die Umsetzung des drei Milliarden Euro schweren Flüchtlingsdeals zwischen Ankara und der EU erleichtern solle. Eine Bedingung des Deals ist nämlich, dass die Türkei die Flüchtlinge von der Weiterreise abhält. Das sei aber „schwer nachweisbar“. In der „Kronen Zeitung“ bezeichnete Faymann seinen Vorschlag auch als „einzige Maßnahme, die radikal wirkt und das Schlepper-Modell zur Gänze durchbricht“.

Als „Plan B“ will der Kanzler parallel am Schutz der österreichischen Grenze arbeiten. „Das ist eine Notlösung, aber wir dürfen uns nicht Plan A ausliefern“, sagte er der „Kronen Zeitung“. Laut „Österreich“ will Faymann auch an den möglichen Ausweichrouten ein Grenzsystem wie in Spielfeld bauen lassen.

Mögliche Einigung bei Fingerabdrücken

In der Debatte über die Speicherung der Fingerabdrücke von Flüchtlingen auf der Ein- und Durchreise scheint sich eine Einigung abzuzeichnen. SPÖ und ÖVP sind sich grundsätzlich einig, dass sie gespeichert werden sollen. Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) meint, dass das bereits jetzt „ausnahmslos und lückenlos“ möglich ist, die ÖVP besteht aber auf einer gesetzlichen Klarstellung. Nun soll laut Innenministerium möglichst schnell ein Konsens für eine entsprechende Gesetzesformulierung gefunden werden. Die Weisung, dass sofort alle Abdrücke gespeichert werden, gibt es laut Innenministerium nicht.

Mehr dazu in Gesetzesänderung im Frühjahr

Heta: Angebot an Gläubiger „nicht verhandelbar“

Pattsituation in Kärnten: Nachdem einige Gläubiger einmal mehr klargemacht haben, dass sie sich nicht mit 75 Prozent ihres Investments abspeisen lassen, hat gestern die Kärntner Finanzreferentin Gaby Schaunig (SPÖ) via Aussendung festgehalten: „Das Heta-Angebot ist einmalig und nicht verhandelbar.“

Kärnten, das laut der Ratingagentur Moody’s, dem Bund und der Nationalbank bei einem Scheitern der Gespräche mit den Gläubigern von der Pleite bedroht ist, gibt sich jedenfalls weiterhin kämpferisch. „Aus diesen Gründen müssen sich die Gläubiger klar sein, dass sie hier das einzige, nicht verhandelbare Angebot und das bestmögliche Ergebnis vor sich liegen haben“, betonte die Finanzreferentin.

Wirtschaft

New Jersey verklagt VW im Abgasskandal

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte nimmt die Klagewelle gegen den Volkswagen-Konzern in den USA weiter Fahrt auf. Auch der Bundesstaat New Jersey hat ein Verfahren gegen den deutschen Autokonzern eröffnet, wie der zuständige Generalbundesanwalt John J. Hoffmann gestern mitteilte.

VW wird vorgeworfen, durch den Einbau von illegaler Manipulationssoftware Verbraucher getäuscht und das Gesetz zur Luftreinhaltung verletzt zu haben. „Im letzten Jahrzehnt hat sich Volkswagen in einem der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Automobilindustrie engagiert“, heißt es in der Anklage.

Klagen auch in anderen Bundesstaaten

Der Konzern, auch die Töchter Audi und Porsche sind explizit genannt, habe von den Manipulationen profitiert, weil er Absatz, Marktanteil und Gewinne dadurch habe steigern können. VW hatte am 18. September auf Druck der US-Umweltbehörde EPA eingeräumt, seit 2009 in großem Stil bei Abgastests betrogen zu haben.

New Jersey folgt etlichen anderen ähnlich gelagerten Klagen von US-Landkreisen und -Bundesstaaten. Anfang Jänner hatte auch das Justizministerium im Auftrag der EPA ein Zivilverfahren gegen den Wolfsburger Konzern eröffnet. VW drohen Strafen in zweistelliger Milliardenhöhe. Zudem muss sich der Konzern mit den Vorwürfen zahlreicher privater Klägern zumeist wegen Vertragsbruchs und Betrugs auseinandersetzen. Mehr als 500 solcher Klagen sind bei einem Bezirksrichter in San Francisco gebündelt.

Millionenzahlung: HSBC und US-Behörden legen Streit bei

Die britische Bank HSBC hat im Streit mit den US-Behörden über die Vergabe von Krediten an Hausbesitzer einen Vergleich erzielt und zahlt 470 Millionen Dollar (419,42 Mio. Euro). Das Justizministerium teilte gestern mit, 370 Millionen Dollar kämen Verbrauchern zugute. Der Rest gehe zum größten Teil über die Behörden an Menschen, die ihr Haus durch Zwangsvollstreckungen verloren hätten.

Die HSBC begrüßte den Vergleich: Er nutze den Hausbesitzern und der Immobilienwirtschaft gleichermaßen. Gegen den Finanzkonzern hatten unter anderem die Regierung in Washington und fast alle Bundesstaaten wegen seiner Praxis bei der Kreditvergabe und Zwangsvollstreckungen verklagt.

Im Zuge der Immobilienkrise in den USA zwischen 2007 und 2009 hatten viele Bürger ihre Häuser verloren, weil sie ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten und die Banken daraufhin die Zwangsvollstreckung erwirkten. Ermittlungen gegen die HSBC ergaben, dass die Bank dabei nicht sorgfältig genug war.

Arbeitslosenquote in USA fiel unter fünf Prozent

Die Arbeitslosenquote in den USA ist im Jänner erstmals seit acht Jahren unter fünf Prozent gefallen. Präsident Barack Obama pries die Erholung auf dem Jobmarkt gestern als das Ergebnis seiner Wirtschaftspolitik. Die Menschen in den Vereinigten Staaten „können stolz sein auf den Fortschritt, den wir gemacht haben“, sagte er.

Das Arbeitsministerium in Washington hatte zuvor mitgeteilt, dass die Arbeitslosenquote im vergangenen Monat auf 4,9 Prozent gefallen sei, den niedrigsten Stand seit Februar 2008. Die Zahl der zusätzlich geschaffenen Stellen blieb zum Jahresbeginn mit 151.000 allerdings hinter den Erwartungen zurück.

Analysten hatten mit 188.000 zusätzlichen Stellen gerechnet. Im Dezember hatte die US-Wirtschaft aktualisierten Angaben zufolge noch 262.000 Jobs geschaffen. Die Jobzahlen in den USA werden in einer Erhebung bei Arbeitgebern ermittelt, die Arbeitslosenstatistik in einer separaten Umfrage in Privathaushalten.

„Wir haben uns von der schlimmsten wirtschaftlichen Krise seit den 30er Jahren erholt“, sagte Obama vor Journalisten im Weißen Haus. „Und wir haben es schneller, stärker, besser und nachhaltiger geschafft als fast jede andere Industrienation.“ In den vergangenen sechs Jahren seien in den USA 14 Millionen neue Jobs entstanden.

Fitch bestätigt Rating von Österreich

Die US-Ratingagentur Fitch hat die Einstufung der Kreditwürdigkeit Österreichs gestern mit „AA+“ bestätigt. Der Ausblick wurde als „stabil“ eingestuft.

Zudem rechnet Fitch mit einem stärkeren Wachstum der irischen Wirtschaft und sieht die Kreditwürdigkeit des Landes deshalb jetzt positiver. Die entsprechende Bewertung sei von „A-“ um eine Stufe auf „A“ heraufgesetzt worden, teilte das Institut mit.

Sport

Super Bowl: Die „Monster“ aus der zweiten Reihe

„Defense wins Championships“ - Verteidigung gewinnt Meistertitel, lautet ein alter Spruch in der National Football League (NFL). Auf Super Bowl 50 zwischen den Denver Broncos und Carolina Panthers trifft das besonders zu.

Denn für viele Experten könnten die Linebacker Von Miller auf der einen und Luke Kuechly auf der anderen Seite spielentscheidend werden. Beide räumen in der zweiten Reihe hinter der Defense Line auf, beide sind wahre „Monster“ auf dem Feld und beiden fehlt nur noch der Meistertitel in ihren Vitrinen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Erdbeben in Taiwan - Viele Verschüttete?

Taiwan ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Bei dem Erdstoß der Stärke 6,4 stürzten in der Stadt Tainan im Süden der Insel mehrere mehrstöckige Wohnhäuser ein. Wie der Fernsehsender Formosa TV berichtete, brach unter anderem ein 16-stöckiges Hochhaus zusammen. In den Trümmern wurden demnach rund 150 Menschen vermutet.

Nach offiziellen Angaben wurden knapp 70 Menschen aus den Trümmern des Hauses gerettet, zur Zahl der Verschütteten konnten die Behörden aber zunächst keine Angaben machen. Aus den Trümmern eines siebenstöckigen Hauses wurden demnach weitere 30 Menschen geborgen. Insgesamt seien in Tainan vier Gebäude eingestürzt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Tote seien zunächst nicht geborgen worden, die Rettungsaktion sei aber noch im Gange.

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS 39 Kilometer nordöstlich der Hafenstadt Kaohsiung. Das Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik teilte mit, es bestehe keine Gefahr einer Riesenwelle.

Taiwan wird immer wieder von Erdbeben erschüttert, weil die Insel in der Nähe einer Bruchstelle zweier tektonischer Platten liegt. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 waren im September 1999 rund 2400 Menschen ums Leben gekommen. Im Juni 2013 starben vier Menschen bei einem Beben der Stärke 6,3.

Tödliche Schüsse vor Boxkampf in Dublin

Nach der Wiegeprozedur für einen Boxkampf in einem Dubliner Hotel haben gestern Unbekannte das Feuer eröffnet. Ein Mann wurde laut Angaben der Polizei getötet, zwei weitere wurden verletzt. Die Opfer seien zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Regency Airport Hotel in Dublin

APA/AFP/Caroline Quinn

Die genauen Umstände der Tat waren zunächst unklar. Die Angreifer konnten fliehen. „Wir wissen nicht, wie sie entkommen konnten“, sagte ein Polizeisprecher in Dublin. Man wolle zunächst keine Einzelheiten bekanntgeben.

Wie der Sender RTE berichtete, trugen die Angreifer Polizeiuniformen und schossen mit Kalaschnikow-Maschinengewehren. Es handle sich vermutlich um eine Abrechnung im Drogenmilieu und um einen Racheakt für einen Mord im vergangenen Jahr in Spanien.

19 Tote bei Hotelbrand in irakischer Stadt Erbil

Bei einem Brand in einem Viersternehotel der irakischen Kurdenstadt Erbil sind nach Behördenangaben gestern mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. 14 Todesopfer stammten von den Philippinen, Dutzende Menschen wurden verletzt.

Erste Ermittlungen ergaben als Brandursache einen elektrischen Defekt in einer Sauna, wie der Gouverneur der Provinz Erbil, Nawsad Hadi, mitteilte.

Erbil ist die Hauptstadt der autonomen Kurdenregion im Nordirak. Von der tödlichen Gewalt in anderen Teilen des Landes blieb die Region weitgehend verschont.

Gesundheit

Womöglich drei Tote durch Zika-Virus in Kolumbien

In Kolumbien hat es nach Angaben der Regierung drei Todesfälle gegeben, die durch das Zika-Virus ausgelöst worden sein könnten. Gesundheitsminister Alejandro Gaviria sagte gestern in Bogota, es gebe eine „Kausalbeziehung“ zwischen den Todesfällen im Department Antioquia und auf den Karibik-Inseln San Andres und Providencia und dem Zika-Virus.

Denn, so der Minister, die drei Personen seien an der Lähmungskrankheit Guillain-Barre gestorben. Die Zahl möglicher Zika-Infektionen liege inzwischen bei 80.000 bis 100.000.

Im Zusammenhang mit dem Zika-Virus wurden auch in Rio de Janeiro mehrere schwere Fälle der Lähmungskrankheit Guillain-Barre bekannt. Wie die Zeitung „O Globo“ berichtete, habe das auf die Behandlung von Nervenkrankheiten spezialisierte Hospital Universitario Antonio Pedro seit Jänner 16 Fälle behandelt. Zwei Patienten, die sich mit Zika infiziert hätten, befänden sich in sehr ernstem Zustand. Normalerweise habe man fünf Fälle pro Jahr.

IT

Twitter sperrt 125.000 Accounts aus dem IS-Umfeld

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat seit Mitte 2015 rund 125.000 Zugänge geschlossen, über die terroristische Aktionen vor allem der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angedroht oder unterstützt wurden. Das Unternehmen teilte gestern mit, es verurteile diesen Missbrauch von Twitter und das Brechen seiner Regeln.

„Wie die meisten Menschen auf der Welt sind wir über diese Gräueltaten erschüttert“, erklärte Twitter. „Diese Art von Verhalten wird von unserem Dienst nicht unterstützt, genauso wenig wie jede gewalttätige Bedrohung.“

Alle Twitter-Zugänge und -Mitteilungen würden sehr genau untersucht, ein entsprechendes internes Team sei dafür verstärkt worden. Neben den bereits geschlossenen Zugängen würde eine ganze Reihe von Accounts beobachtet, die ähnliche Merkmale aufwiesen. Twitter arbeite in seinem Kampf gegen Terrorismus eng mit den Strafverfolgungsbehörden und der Justiz zusammen.

Kultur

Ai Weiwei hüllte Prager Tierkreis-Skulptur in Rettungsdecken

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat in Prag Tierkreis-Skulpturen in goldfarbene Rettungsdecken gehüllt, um an das Schicksal von aus dem Meer geretteten Migranten zu erinnern. „Ich weiß, dass es in Tschechien Widerstand gegen die Aufnahme von Flüchtlingen gibt“, sagte er gestern der Agentur CTK zufolge. Er rief dazu auf, mehr Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen.

Chinesischer Künstler Ai Weiwei vor in Gold gehüllten Tierkreis-Skulpturen in Prag

AP/CTK/Michal Krumphanzl

Die Plastik „Circle of Animals/Zodiac Heads“ mit Figuren aus dem chinesischen Tierkreis wie Löwe, Schlange und Hase steht seit dieser Woche vor dem Ausstellungsgebäude für moderne Kunst der Prager Nationalgalerie. Anfang Jänner hatte der 58-Jährige gesagt, er wolle auf der griechischen Insel Lesbos ein Mahnmal für ertrunkene Flüchtlinge errichten.

Fransen und Schleierkraut auf dem Opernball

„Der Opernball ist wieder cool geworden.“ Zu dieser Bilanz kam Ballorganisatorin Desiree Treichl-Stürgkh in der Nacht auf gestern. Für die Frage aller Fragen an sie, wie es ihr denn mit dem letzten offiziellen Opernball gehe, hatte sie sogar eine Träne übrig. Und sonst ging es ihr gut. Denn der Opernball lieferte keine Skandale, und auch die eingeflogenen Promis hatten sich, bis auf den Kurzauftritt von Delon junior, so weit ganz gut im Griff, dass über den 60-Jahre-Opernball-Ball-der-Bälle das Schleierkraut des Friedens zu breiten wäre. Die buschige Dekoration des Abends war der Renner in den Sozialen Medien. Genauso omnipräsent wie der Blumenschmuck war die Ballchefin: Mit Gold und Gigafransen am Kleid durfte sie zu Recht für sich beanspruchen: „Wir haben den Ball entstaubt.“

Mehr dazu in Fransenkleid und Schleierkraut

Lifestyle

Rio startet Karneval

Überschattet von der Sorge um das sich rasant ausbreitende Zika-Virus ist in Rio de Janeiro der Karneval offiziell eröffnet worden. Bürgermeister Eduardo Paes übergab gestern den Stadtschlüssel symbolisch an König Momo (Wilson Dias), seine Karnevalskönigin Clara Paixao und die Prinzessin Uillana Adaes.

Rios Bürgermeister Eduardo Paes, Karnevalskönig Momo (Wilson Dias), Königin Clara Paixao und Prinzessin Uillana Adaes

Reuters/Sergio Moraes

In der ganzen Stadt sind bis nächste Woche über 600 Umzüge geplant - wegen der tiefen Wirtschaftskrise wurden aber über 20 Umzüge aus finanziellen Gründen abgesagt. Das Sambodromo, wo vor über 80.000 Zuschauern die Parade der Sambaschulen stattfindet, wurde im Vorfeld mit Chemikalien desinfiziert, um die Feiernden vor dem Zika-Virus zu schützen, das durch die Moskitoart Aedes aegypti übertragen wird.

Eine Million Touristen erwartet

Die Ausrichterstadt der Olympischen Spiele im August rechnet trotz Zika mit rund einer Million Touristen, die Hotels seien zu 85 Prozent ausgebucht. Es werden Umsätzen von schätzungsweise drei Milliarden Real (680 Mio. Euro) erwartet.

Und auch wenn einiges etwas kleiner ausfallen wird, weniger Tänzer auf die Straße geschickt werden und beim Stoff der Kostüme zum Teil auf billigeres Material gesetzt werden musste - bei einem wird nicht gespart: 25.500 Chemieklos will die Stadt aufstellen, damit das Wildpinkeln eingedämmt wird.

Nach dem Karneval sollen allein im Bundesstaat Rio de Janeiro am 13. Februar 71.000 Soldaten im Einsatz sein, um den Bürgern beim Kampf gegen die Moskitos zu helfen und um über Schutzmaßnahmen aufzuklären.