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Ausland

Den Haag: Erneut Krawalle bei Demo gegen Polizeigewalt

Nach dem Tod eines Mannes in niederländischem Polizeigewahrsam ist Den Haag erneut von heftigen Ausschreitungen erschüttert worden. Rund 300 Demonstranten griffen in der Nacht auf heute Polizisten mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern an. 16 Personen wurden festgenommen, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Im Stadtteil Schilderswijk, in dem überwiegend Zuwanderer wohnen, kam es bereits die dritte Nacht in Folge zu Krawallen. Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Pferdestaffeln gegen die Menge vor.

Mann nach Festnahme gestorben

Anlass der Proteste ist der Tod eines Mannes von der niederländischen Karibik-Insel Aruba. Er war am Wochenende bei einem Festival in Den Haag gewaltsam festgenommen worden und kurz danach gestorben. Der Mann soll auf dem Festival gerufen haben, dass er eine Waffe bei sich habe. Er war laut Polizeiangaben jedoch unbewaffnet. Fünf Beamte wurden vorläufig vom Dienst suspendiert.

Seither wurden bei nächtlichen Protesten gegen das Vorgehen der Polizei zahlreiche Personen festgenommen. Die vorwiegend jungen Demonstranten richten sich vor allem gegen vermeintliche Diskriminierung und Rassismus der Polizei.

Kinderarbeit unter syrischen Flüchtlingen nimmt zu

Immer mehr Kinder unter den syrischen Flüchtlingen sind gezwungen zu arbeiten, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen. So müssten im Libanon oft schon Sechsjährige schuften, heißt es im ersten umfassenden Bericht über Kinderarbeit unter syrischen Flüchtlingen in der Region, den die Kinderhilfsorganisationen UNICEF und Save the Children heute veröffentlichten.

In Jordanien, wohin 440.000 Syrer vor dem seit fünf Jahren dauernden Bürgerkrieg geflohen sind, seien in der Hälfte der befragten Haushalte die Kinder wichtige oder gar die einzigen Geldverdiener. „Auf Grundlage all dieser Befragungen ist klar, dass Kinderarbeit stark zugenommen hat, seit der Konflikt in Syrien begonnen hat“, sagte die Sprecherin des UNO-Kinderhilfswerkes UNICEF, Juliette Touma.

Ausgebeutet und verkauft

Dem Bericht zufolge werden Kinder als Soldaten rekrutiert, sexuell ausgebeutet und verschachert. Im Libanon arbeiten sie auf Feldern, in Jordanien in Geschäften und Restaurants. In der Türkei backen sie Brot und fertigen Schuhe.

Kinder arbeiten in Steinbrüchen und auf Baustellen und sind erheblichen Risiken ausgesetzt. Drei von vier arbeitenden Kindern, die im jordanischen Flüchtlingslager Saatari befragt wurden, klagten über gesundheitliche Probleme, heißt es in dem Bericht.

Schläge für liegen gelassene Erdäpfel

Meist müssen die Kinder laut den Erhebungen sechs oder gar sieben Tage pro Woche arbeiten. Sie erhielten vier bis sieben Dollar pro Tag. Viele Kinder seien jünger als zwölf Jahre, wenn sie mit der Arbeit beginnen.

Einige seien gerade einmal sechs Jahre alt. Ein geregelter Schulbesuch sei kaum möglich. Ein 13-Jähriger, der in Jordanien Erdäpfel erntete, berichtete, wenn seine Tasche voll sei, wiege sie mehr als zehn Kilogramm. Wenn er Erdäpfel liegen lasse, werde er mit einem Plastikschlauch geschlagen.

Einige Arbeitgeber stellen dem Bericht zufolge lieber Kinder an, weil sie billiger sind als Erwachsene. Zudem erhalten Erwachsene meist keine Arbeitserlaubnis in ihrem Zufluchtsland. Die Lage werde sich vermutlich noch verschlechtern, heißt es in dem Bericht von UNICEF und Save the Children. Denn die Hilfsorganisationen müssten ihre Programme kürzen, weil ihnen die Mittel fehlten.

NSA-Spionage: Neue Enthüllungen verärgern Berlin

Nach neuen Enthüllungen über Spähaktionen des US-Geheimdiensts NSA macht sich bei deutschen Politikern Misstrauen breit. Der Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses im Bundestag, Patrick Sensburg (CDU), nimmt an, dass neben der National Security Agency (NSA) auch Dienste anderer Länder die Bundesregierung ausspähen.

Er gehe davon aus, dass die NSA-Ausspähungen „direkte Spionage war, bis 2012 zumindest“, sagte Sensburg heute im „Morgenmagazin“ der ARD. Das heißt, dass seiner Ansicht nach der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) nicht beteiligt war. „Wir müssen prüfen, ob dies immer noch stattfindet, und wir müssen davon ausgehen, dass andere Länder Vergleichbares bei uns machen“, sagte Sensburg.

„Misstrauischer geworden“

Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) sagte ebenfalls in der ARD, er wolle die neuen Informationen überprüfen. „Wir sind misstrauischer geworden. Über Jahrzehnte waren auch westliche Geheimdienste nicht Gegenstand der Spionageabwehr.“

Im Lichte der Veröffentlichungen des US-Geheimdienstenthüllers Edward Snowden und von WikiLeaks habe sich das geändert. „Mit Beginn dieser Legislaturperiode werden auch westliche Nachrichtendienste daraufhin überprüft, ob sie hier Spionage betreiben“, sagte de Maiziere.

Nicht nur Merkel abgehört

Die NSA hat nach Informationen der Enthüllungsplattform WikiLeaks nicht nur - wie schon länger bekannt - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgespäht, sondern weite Teile der Regierung.

Aus den Unterlagen gehe hervor, das sich die NSA vor allem für die deutsche Währungs- und Handelspolitik interessiert habe, berichteten „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe), NDR und WDR. Zu den Spionagezielen hätten nicht nur das Wirtschafts-, sondern auch das Finanz- und das Landwirtschaftsministerium gehört.

Atomdeal: Gespräche in Wien und Teheran

In den Atomverhandlungen mit dem Iran gehen die Gespräche auf Ebene der Außenminister weiter. Mehrere Chefdiplomaten der fünf UNO-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschlands (5+1-Gruppe) werden heute am Verhandlungsort in Wien erwartet.

An den Gesprächen teilnehmen werden der französische Außenminister Laurent Fabius und sein chinesischer Kollege Wang Yi sowie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Nach APA-Informationen könnten auch iranische Verhandler bei dem Treffen mit von der Partie sein.

Gleichzeitig trifft sich der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, in Teheran mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani und iranischen Regierungsmitgliedern. Die IAEA soll im Fall eines Abkommens die Vertragstreue des Iran überwachen und damit grünes Licht für die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen geben.

Bis zum 7. Juli soll ein Abkommen stehen. Es soll die Zukunft des iranischen Atomprogramms regeln. Die internationale Gemeinschaft will Gewissheit, dass der Iran keine Atombombe baut.

UNO ruft für den Jemen humanitären Notstand aus

Die Vereinten Nationen (UNO) haben für das Konfliktland Jemen den humanitären Notstand ausgerufen. UNO-Sprecher Farhan Haq erklärte gestern nach einem Treffen des UNO-Nothilfekoordinators Stephen O’Brien mit Hilfsorganisationen, alle Beteiligten seien sich einig gewesen, Stufe drei hinsichtlich der humanitären Lage für den Jemen auszurufen. Das ist die höchstmögliche Krisenstufe.

21 Mio. Menschen brauchen Hilfe

Damit steht der Jemen in einer Reihe mit nur drei weiteren Ländern der Erde - Irak, Südsudan und Syrien. Die Einstufung in Kategorie drei gelte nun zunächst für sechs Monate, erklärte Faq. Nach Angaben der UNO sind derzeit mehr als 21 Millionen Menschen im Jemen akut auf humanitäre Hilfe angewiesen - das sind 80 Prozent der Bevölkerung. Vor einigen Tagen hatte O’Brien vor einer Hungersnot im Jemen gewarnt.

Schauplatz schwerer Kämpfe

In dem Land wüten derzeit schwere Kämpfe zwischen Rebellen der Huthi-Miliz und ihren Verbündeten auf der einen und Regierungstruppen auf der anderen Seite. Staatschef Abd Rabbo Mansur Hadi hält sich im Exil auf. Eine Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens unterstützt die mit Hadi verbündeten Truppen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zuletzt mehrfach vergeblich eine humanitäre Waffenruhe im Jemen gefordert.

US-Militär befürchtet schleichenden Machtverlust

Die US-Streitkräfte sind besorgt über ihren schleichenden Machtverlust. „Unser relativer militärischer Vorteil hat zu erodieren begonnen“, schrieb Generalstabchef Martin Dempsey in einem Strategiepapier, das gestern Abend in Washington veröffentlicht wurde. „Das heutige Sicherheitsumfeld ist das unberechenbarste, das ich in 40 Dienstjahren erlebt habe.“

Forderung nach mehr finanziellen Mitteln

Zugleich forderte Dempsey, dass dem Militär ausreichende finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen müssten, um seiner „globalen Verantwortung gerecht zu werden“. Die USA hätten es nun mit vielen gleichzeitigen Herausforderungen sowohl von anderen Staaten als auch von „überregionalen Netzwerken unterstaatlicher Gruppen“ zu tun, darunter die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Alle würden die technische Entwicklung etwa durch Soziale Medien und Internetangriffe zu ihrem Vorteil nutzen.

Kritik an Chinas Gebaren

Der Bericht listete Russland, den Iran und Nordkorea als anhaltende Bedrohungen auf. Chinas aggressives Gebaren im südchinesischem Meer wurde ebenfalls kritisiert. Die USA hätten sich im letzten Jahrzehnt zwar eher auf den Kampf gegen Terrornetzwerke konzentriert, so Dempsey. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass das Land in einen zwischenstaatlichen Krieg hineingezogen würde, nehme zu.

Inland

„Nazi-Keller-Affäre“: Prozess gegen Burgenländer startet

Die „Nazi-Keller-Affäre“ um eine Dokumentarfilmszene, die ein „gemütliches Beisammensein“ in einem mit NS-Devotionalien gespickten Keller im Burgenland zeigt, findet heute vor dem Landesgericht Eisenstadt ein Nachspiel: Jener 58-Jährige aus dem Bezirk Mattersburg, in dessen Keller der Dreh stattfand, muss sich wegen Wiederbetätigung nach Paragraf 3g des Verbotsgesetzes verantworten.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

261.159 unterschrieben EU-Austritt-Volksbegehren

261.159 Österreicher wollen eine Volksabstimmung über den Abschied aus der EU. Sie haben das von Inge Rauscher initiierte EU-Austritt-Volksbegehren unterzeichnet. Mit einer Unterstützung durch 4,12 Prozent der Stimmberechtigten rangiert es auf Rang 23 der nunmehr 38 Volksbegehren - und muss, weil die 100.000er-Hürde genommen ist, vom Nationalrat behandelt werden.

Den stärksten Zuspruch fand das Volksbegehren in Niederösterreich (5,18 Prozent), in Kärnten waren es fast fünf Prozent (4,85).

Zweiter Anlauf der EU-Gegner

In Zeiten der Wirtschafts- und Griechenland-Krise erreichten die von der mittlerweile pensionierten Übersetzerin Rauscher (Initiative Heimat und Umwelt) angeführten EU-Gegner heuer deutlich mehr Zuspruch als im Jahr 2000: Damals wurde ihr Volksbegehren für eine neue EU-Abstimmung von 3,35 Prozent bzw. 193.901 Stimmberechtigten unterschrieben.

Die zentrale Forderung heuer war: „Der Nationalrat möge den Austritt der Republik Österreich aus der Europäischen Union mit Bundesverfassungsgesetz, welches einer Volksabstimmung zu unterziehen ist, beschließen.“ Die Initiatoren Inge Rauscher, Helmut Schramm und Franz-Joseph Plank freuten sich in einer Aussendung über ein „großartiges Ergebnis“.

U-Ausschuss: Auf Petzner-Show folgte Schweigen

Wie Tag und Nacht haben sich gestern die Befragungen der beiden U-Ausschuss-Zeugen Stefan Petzner und Gerald Mikscha gestaltet: Während der Ex-Pressesprecher des damaligen Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (FPÖ/BZÖ), Petzner, medienwirksam und mit großer Begeisterung Auskunft zu Haiders Büroalltag und Treffen in dunklen Lokalen gab, war Haiders Ex-Büroleiter Mikscha äußerst verschlossen und verärgerte mit seiner lückenhaften Erinnerung den ganzen Ausschuss. Die Befragung eines dritten Zeugen, Harald Dobernig, wurde hingegen abgebrochen, noch bevor sie begann.

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Wirtschaft

Preisabsprachen in US-Luftfahrtbranche?

Das US-Justizministerium hat eine Untersuchung wegen möglicher illegaler Preisabsprachen in der Luftfahrtbranche eingeleitet. Das bestätigte eine Sprecherin der Behörde gestern (Ortszeit). Es wurde zunächst nicht bekannt, welche Fluggesellschaften von den Ermittlungen betroffen sind.

Ein Sprecher von United Continental sagte, dass die Airline ein Schreiben vom Ministerium erhalten habe und kooperieren wolle. Weitere Details nannte er nicht.

An den US-Börsen fielen daraufhin die Aktien der Fluggesellschaften United Continental, JetBlue, Delta Air Lines und Southwest Airlines. Das Justizministerium hatte vor einiger Zeit eine Reihe von Fusionen in der Branche genehmigt. US Airways war 2013 mit American Airlines zusammengegangen. United hatte Continental 2012 übernommen.

Moody’s stuft Griechenlands Bonität weiter herab

Die Ratingagentur Moody’s in London hat die Bonität Griechenlands von „Caa2“ auf „Caa3“ herabgestuft, das heißt „in Zahlungsverzug“ und ist die letzte Stufe vor einem Zahlungsausfall. Wie die Agentur zudem mitteilte, sei eine weitere Herabstufung angesichts des Schuldendramas kurzfristig möglich.

Erst zu Wochenanfang hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) die angekündigte Volksabstimmung mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands um eine Stufe auf „CCC-“ quittiert. Damit sieht S&P nun eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsfall Griechenlands. Auch das ist die letzte Stufe vor einem Zahlungsausfall.

US-Behörden lehnen Deal von GE und Electrolux ab

Die Wettbewerbshüter in den USA stellen sich beim geplanten Verkauf der Haushaltssparte von General Electric (GE) an den schwedischen Hersteller Electrolux quer.

Der 3,3 Milliarden Dollar (2,95 Mrd. Euro) schwere Deal sei zum Nachteil der Verbraucher, heißt es in der Klage des für Kartellfragen zuständigen US-Justizministeriums.

Der eingeschränkte Wettbewerb würde zu höheren Preisen für Produkte wie Herdplatten und Backöfen führen. Über die Klage muss nun ein Bundesgericht befinden.

GE hatte vergangenen September angekündigt, sich von seiner Haushaltsgerätesparte zu trennen. Der Schritt war als Teil der Neuausrichtung des US-Konzerns geplant, der sich stärker auf industrielle Sparten mit größerem Wachstumspotenzial konzentrieren will. Electrolux ist bereits jetzt der zweitwichtigste Anbieter von Haushaltsgeräten auf dem US-Markt nach dem einheimischen Hersteller Whirlpool.

Sport

US-Auslieferungsantrag für sieben FIFA-Funktionäre

Die USA haben die Schweiz gestern Abend fristgerecht um die Auslieferung der sieben in Zürich festgenommenen FIFA-Funktionäre ersucht. Das teilte das Schweizer Bundesamt für Justiz (BJ) heute mit.

Die sieben FIFA-Funktionäre waren am 27. Mai aufgrund von US-Verhaftungsersuchen in Zürich festgenommen und in Auslieferungshaft genommen worden. Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft den Verdächtigen vor, dass sie Bestechungsgelder in Höhe von über 100 Millionen Dollar angenommen haben sollen.

Zahlungen über US-Banken abgewickelt

Als Gegenleistung sollen die mutmaßlichen Täter - Vertreter von Sportmedien und von Sportvermarktungsunternehmen - bei der Austragung von Fußballturnieren in den USA und Lateinamerika die Medien-, Vermarktungs- und Sponsoringrechte erhalten haben. Diese Straftaten sollen in den USA abgesprochen und vorbereitet worden sein. Zudem sollen Zahlungen über US-Banken abgewickelt worden sein.

Im Auftrag des BJ wird die Kantonspolizei Zürich die sieben FIFA-Funktionäre zu den Auslieferungsersuchen anhören. Anschließend wird das BJ den betroffenen Personen bzw. ihren Anwälten eine Frist von 14 Tagen einräumen, um zu den Ersuchen Stellung zu nehmen. Danach werde das Bundesamt über die Auslieferung entscheiden

Umfrage: Formel-1-Fans für mehr Wettbewerb

Die Motorsportfans wünschen sich, dass die Formel 1 wieder so richtig in die Gänge kommt und den Zuschauern echten Leistungssport bietet. 215.000 Fans aus 190 Ländern nahmen an einer Umfrage, die von Alexander Wurz initiiert wurde, zu möglichen Verbesserungen in der Formel 1 teil.

Vor allem der Wunsch nach mehr Wettbewerb wurde deutlich. Die Motorsport-Königsklasse sei zu sehr technologieorientiert, zu teuer und biete zu wenig Abwechslung.

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Fußball: Magaths Gründe für Absage an Austria

Lange Zeit war der Deutsche Felix Magath als Austria-Trainer im Gespräch gewesen, am Ende ergatterte Thorsten Fink den Job bei den „Veilchen“. Und eigentlich sei er sich mit Austrias Sportdirektor Franz Wohlfahrt einig gewesen.

Warum sich der 61-Jährige letztlich doch gegen ein Engagement in Wien entschied, erklärte er nun in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung „Kölner Express“: weil die Austria ein Problem habe, „das viele Traditionsvereine haben“. Auch aus einem möglichen Trainerposten bei 1860 München wurde nichts.

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Chronik

Delfin brach Frau auf Boot Knöchel

Ein Bootsausflug, um Delfine zu beobachten, hat für eine Kalifornierin ein schmerzhaftes Ende genommen. Sie hätten nahe der Küste in Dana Point Harbor eine Gruppe Delfine gesehen, die nah an ihrem Boot vorbeischwammen, berichtete ihr Ehemann Dirk Frickman gestern Reportern. Plötzlich sei eines der Tiere in ihr Boot gesprungen und auf den Beinen seiner Frau gelandet.

„Es war fast so, als sei es vom Himmel gefallen“, sagte die verletzte Chrissie Frickman nach Angaben des Senders KTLA. Bei dem „traumatischen“ Vorfall im Juni habe sie sich beide Fußknöchel gebrochen.

Der Delfin habe auf dem Deck wild um sich geschlagen, das Ehepaar und seine zwei Kinder suchten auf der anderen Seite des Motorbootes Schutz und alarmierten die Behörden. Ein Polizeiboot kam der Familie zu Hilfe.

„Angst um Delfin und Kinder“

Auf Twitter veröffentlichte die Behörde gestern Fotos von der Rettungsaktion. Das Tier konnte im Hafen aus seiner misslichen Lage befreit und wieder im Meer ausgesetzt werden. Der Delfin habe sich lediglich leichte Schnittwunden geholt, sagte Dirk Frickman. Er sei „sehr schnell“ davongeschwommen. „Ich hatte Angst um den Delfin und Angst um meine Kinder“, fügte seine Frau hinzu.

Das Tier sei sicher ebenso traumatisiert wie ihre Familie gewesen, zeigte Frickman allerdings Verständnis. Delfine würden häufig in der Nähe von Booten schwimmen, sagte Jeff Hallock von der Polizei in Orange County der „Los Angeles Times“. Die Begegnungen seien normalerweise völlig harmlos. „So etwas haben wir noch nie zuvor gesehen“, sagte Hallock.

Sydney: Tausende Zahnarztpatienten müssen zu Aids-Test

Wegen mangelhafter Hygienemaßnahmen in mehreren Zahnarztpraxen sind in Sydney sicherheitshalber Tausende Patienten zu einem Aids-Test aufgefordert worden.

Zwölf Zahnärzten aus vier Praxen in Sydney würden Verstöße gegen Hygienevorschriften vorgeworfen, sagte der Leiter der Gesundheitsbehörde des Bundesstaates New South Wales, Jeremy McAnulty, heute.

Medizinisches Gerät nicht nach Vorschrift gereinigt

Weil medizinisches Gerät nicht vorschriftsgemäß gereinigt und sterilisiert worden sei, seien die dort behandelten Patienten aufgerufen, sich auf HIV und Hepatitis A, B und C testen zu lassen. Betroffen seien bis zu 11.000 Menschen.

Bisher gebe es keinen Hinweis auf Infektionen mit dem Immunschwächevirus HI oder mit Hepatitis, hob McAnulty hervor. „Wir sind hoffnungsvoll, dass es keine Ansteckungen gibt und das angenommene Risiko gering ist, aber es ist für die Leute am besten, wenn sie ihren Zustand kennen, denn es gibt Behandlungen für Infektionen.“

Zahnärzte suspendiert

Ins Rollen gekommen war der Fall im November, als nach einer Beschwerde über eine Behandlung eine Untersuchung bedeutende Verstöße gegen die Hygienevorschriften ans Licht brachten, wie Shane Fryer von der Zahnärztekammer von New South Wales sagte. Seinen Angaben zufolge wurden in dem Fall bisher sechs Zahnärzte suspendiert. Bei sechs weiteren wurde die Approbation mit Auflagen verknüpft.

Science

Wie Neuronen Neues lernen

Was im Gehirn genau geschieht, wenn der Mensch etwas lernt, ist noch immer nicht restlos geklärt. Forscher haben die Frage nun auf der Ebene einzelner Nervenzellen untersucht: Neue Lerninhalte werden ihnen zufolge in einzelnen, unterscheidbaren Neuronen im Gehirn abgelegt und gespeichert. „Und das oft blitzschnell – nachdem wir nur ein einziges Mal mit einer neuen Situation konfrontiert worden sind“, sagt der Neurowissenschaftler Matias Ison gegenüber ORF.at.

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IT

Facebook will Werbeerlöse mit Videoproduzenten teilen

Facebook nimmt das Geschäft der Videoplattform YouTube ins Visier. Das weltgrößte Soziale Netzwerk teilt zunächst testweise die Werbeerlöse bei einigen Videos mit den Autoren.

Anfangs gelte das nur für ein Experiment mit vorgeschlagenen Videos, die Nutzern auf Basis der bisher angesehenen Clips vorgeschlagen werden, kündigte Facebook in der Nacht auf heute an.

Da die Produzenten der Videos 55 Prozent vom Umsatz bekommen sollen, könnte das mehr neue Inhalte auf die Facebook-Plattform locken. Facebook wird inzwischen vor allem auf mobilen Geräten genutzt. Für den Test arbeitet das Netzwerk mit mehreren Medienunternehmen zusammen.

Facebook hat rund 1,4 Milliarden aktive Mitglieder, die Google-Tochter YouTube ist die weltweit führende Videoplattform mit ebenfalls mehr als einer Milliarde Nutzern. Das Teilen der Werbeeinnahmen erlaubt es Autoren von Videos, ein Geschäft mit Hilfe der Plattformen aufzubauen.

Kultur

Erster Lesetag bei Bachmann-Wettbewerb

Den Auftakt bei den 39. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt bestreitet heute Katerina Poladjan. Nach ihr gehen heute weitere vier Autoren an den Start, darunter die Österreicherin Valerie Fritsch.

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Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb präsentieren insgesamt 14 deutschsprachige Schriftsteller Auszüge aus ihrem Schaffen. Gerade die jüngste Teilnehmerin, die 23-jährige Berlinerin Ronja von Rönne, hat jüngst mit einem provokanten Text über den Feminismus beinahe für einen Skandal im deutschen Feuilleton gesorgt. Mittlerweile distanziert sie sich davon.

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Bacon-Selbstporträts für 42 Mio. Euro versteigert

Kürzlich neu entdeckte Selbstporträts des britischen Künstlers Francis Bacon (1909-1992) sind beim Auktionshaus Sotheby’s in London für zusammen 30 Mio. Pfund (42,3 Mio. Euro) versteigert worden.

Die Werke „Selbstporträt" und "Drei Studien für ein Selbstporträt" stammen aus den Jahren 1975 und 1980, wie Sotheby’s heute mitteilte.

"Vier Eier auf einem Teller“ von Lucian Freud (1922-2011), einst ein Geschenk an die im vergangenen Jahr im Alter von 94 Jahren gestorbene Herzogin von Devonshire, brachte 989.000 Pfund (1,39 Mio. Euro) und damit fast das Zehnfache des Schätzwertes ein.

Die verwitwete Herzogin Deborah Mitford war eines der "Mitford Girls", fünf Schwestern, die als frühe Skandalnudeln im britischen Adel galten.

Prince steigt bei Streaming-Diensten aus

US-Sänger Prince (57) hat seine Songs bei Musikdiensten wie Spotify löschen lassen. „Der Verleger von Prince hat alle Streaming-Dienste gebeten, sein Verzeichnis zu entfernen“, heißt es auf der Spotify-Seite des Popstars („Purple Rain“).

Das US-amerikanische Musikmagazin „Billboard“ berichtete, die Musik von Prince sei nur noch bei Tidal zu finden, dem Streaming-Dienst des Rappers Jay Z.

Die Gründe für den Schritt waren zunächst nicht klar. Prince hatte sich allerdings zuletzt kritisch über Musikdienste geäußert. Am Donnerstag letzter Woche zitierte er etwa auf Twitter aus einem Onlinemagazin: „Streaming hat den Plattenfirmen im Grunde erlaubt, sich selbst zweimal zu bezahlen und gleichzeitig das, was sie Künstlern schulden, zu reduzieren.“

Gesundheit