Ausland

Palästinenser drohen mit Auflösung der Autonomiebehörde

Angesichts der Blockade der Friedensgespräche mit Israel haben die Palästinenser mit der Auflösung der Autonomiebehörde gedroht.

Die palästinensischen Verhandlungsführer hätten dem US-Vermittler Martin Indyk am Freitag gesagt, sie könnten die von Präsident Mahmoud Abbas geleitete Selbstverwaltungseinrichtung auflösen, um die Verantwortung für das Westjordanland wieder an Israel zu übertragen, sagte ein hoher Palästinenser-Vertreter heute der Nachrichtenagentur AFP. Es ist das erste Mal seit der Wiederaufnahme der Gespräche im vergangenen Juli, dass die Palästinenser mit diesem Schritt drohen.

Finanzielle Probleme seit Gründung

„Zuerst gibt es die Option, die Schlüssel der Behörde den Vereinten Nationen zu übergeben, damit sie sich des palästinensischen Volkes und des besetzten Staates Palästina annehmen - oder aber Israel übernimmt wieder die volle Verantwortung für sein Besatzungsgebiet“, sagte der Vertreter, der anonym bleiben wollte.

Die beim Oslo-Abkommen von 1993 ins Leben gerufene Autonomiebehörde kämpft seit ihrer Gründung mit finanziellen Problemen und ist auf ausländische Unterstützung angewiesen. Die Palästinenser haben bereits wiederholt mit ihrer Auflösung gedroht.

Israel müsste einspringen

Der einflussreiche israelische Kommentator Nahum Barnea warnte, sollte die Drohung wahr gemacht werden, würde dies für Israel erhebliche Probleme und Kosten bedeuten. Denn dann würde auch die Polizei aufgelöst, so dass Israel einspringen müsste. Zudem müsste Israel sich um das Bildungswesen, das Gesundheitssystem und die Wasserversorgung kümmern.

Am Wochenende soll der Zentralrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) über die Zukunft der Gespräche mit Israel beraten, die trotz der Bemühungen Washingtons seit Monaten feststecken.

Kurz zu Besuch Israel und Palästina eingetroffen

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) ist heute zu einem Antrittsbesuch in Israel und den palästinensischen Autonomiegebiete eingetroffen. Kurz will dort mit Spitzenpolitikern und religiösen Autoritäten zusammentreffen.

Kurz will mit seinem Besuch in Israel die „historische Verantwortung“ Österreichs gegenüber dem jüdischen Staat unterstreichen, aber auch Religions- und Wertefragen ansprechen. Der Außenminister will sich zudem ein Bild der Lage im Nahen Osten und vom Stand der Friedensbemühungen machen.

Auch Iran als Thema

Ein weiteres Thema wird der Iran sein, in den der Außenminister Ende April reisen wird. Israel fühlt sich ungeachtet der laufenden Verhandlungen über das iranische Atomprogramm von Teheran bedroht und verdächtigt die Islamische Republik, nach Atomwaffen zu streben.

Wie bei jeder Auslandsreise will Kurz auch bei seinem Besuch im Nahen Osten einen besonderen Schwerpunkt auf Religions- und Werte-Fragen setzen. Vor dem Hintergrund wachsender religiöser Konflikte in der Welt will der Außenminister auf die religiöse Dialogkultur in Österreich hinweisen. Kurz wird mit Ober-Rabbiner David Baruch Lau und Großmufti Muhammad Hussein zusammentreffen.

Ausführliches Besuchsprogramm

Zum Auftakt seines Besuchs wollte Kurz auch die Jerusalemer Altstadt mit der Klagemauer besichtigen und an einem Empfang im Österreichischen Hospiz teilnehmen, zu dem auch österreichische Gedenkdiener erwartet werden.

Morgen sind ein Besuch und eine Kranzniederlegung in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem geplant. Anschließend wird Kurz mit dem israelischen Außenminister Avigdor Lieberman und der Nahost-Chefverhandlerin Tzipi Livni zusammentreffen. Am späteren Nachmittag wird Kurz vom israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres in dessen Amtssitz empfangen.

Ukraine-Krise: US-Vizepräsident Biden in Kiew

US-Vizepräsident Joe Biden wird heute in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eintreffen. Wie das Weiße Haus gestern mitteilte, werde Biden am Dienstag Gespräche mit Übergangspräsident Alexander Turtschinow und Ministerpräsident Arseni Jazenjuk führen. Außerdem sei ein Treffen mit Parlamentsabgeordneten geplant.

Biden werde die internationalen Anstrengungen zur Stabilisierung und Stärkung der ukrainischen Wirtschaft diskutieren, hieß es. Auch die Frage, wie die Energieversorgung der Ukraine kurz- und langfristig verbessert werden kann, soll erörtert werden.

Scharmützel gefährden brüchigen Friedensplan

Bei der Visite soll es zudem um die jüngsten Entwicklungen in der Ostukraine, wo es pro-russische Abspaltungsbewegungen gibt, gehen. Scharmützel in der ostukrainischen Stadt Slawjansk hatten zuletzt die ohnehin brüchige Genfer Vereinbarung zur Entschärfung der Ukraine-Krise gefährdet: Gestern fielen bei einem Stützpunkt prorussischer Separatisten tödliche Schüsse.

Die Behörden in Kiew meldeten einen Toten, die Separatisten sprechen von fünf. Moskau bezeichnete den Vorfall als „Provokation“. Und der selbst ernannte Bürgermeister der 115.000-Einwohner-Stadt goss weiter Öl ins Feuer. Er verhängte eine Ausgangssperre und bat den russischen Präsidenten Wladimir Putin um „Friedenstruppen“.

Mehr dazu in Weitere Eskalation zu befürchten

Iran: Fortsetzung der Atomverhandlungen im Mai

Die Verhandlungen im Konflikt um das iranische Atomprogramm kommen einem Medienbericht zufolge vorwärts. Die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland (5+1) sowie die Regierung in Teheran wollten im Mai die Arbeit an einem Entwurf für eine langfristige Vereinbarung aufnehmen, meldete die iranische Nachrichtenagentur IRNA heute.

Dazu seien Gespräche auf Expertenebene vom 5. bis 9. Mai in New York geplant, zitierte die Agentur den iranischen Unterhändler Abbas Araqhchi.

Einigung bis Juli angepeilt

Der Iran hatte sich im November mit den USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschland auf eine Lockerung der Sanktionen geeinigt und im Gegenzug eine Einschränkung seines Atomprogramms zugesagt. Ziel dieses Zwischenabkommen ist eine umfassende Einigung bis zum 20. Juli. Sie soll sicherstellen, dass der Iran keine Atomwaffen baut.

Die Internationale Atomenergie-Agentur (IAEA) erklärte zuletzt in ihrem Monatsbericht, die Islamische Republik setze die vereinbarten Maßnahmen bisher wie geplant um. Der Iran steht seit Jahren im Verdacht, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies.

Nigeria: Weiter Suche nach entführten Schülerinnen

Die Suche nach den in Nordnigeria verschleppten Schülerinnen geht unvermindert weiter. Das Militär habe mittlerweile auch Truppen an die Grenzen zu den Nachbarländern Kamerun, Tschad und Niger entsandt, berichtete die Zeitung „Punch“ gestern. Ein Militärsprecher sagte, es werde befürchtet, dass die Täter die Mädchen aus Nigeria herausschmuggeln wollen.

Die radikalislamische Sekte Boko Haram („Westliche Erziehung ist Sünde“) soll für die Entführungen verantwortlich sein. Es wird vermutet, dass die Täter mit ihren Opfern tief in den berüchtigten Sambisa Forest geflohen sind. Der Wald, in dem die Islamisten Camps unterhalten, reicht bis an die kamerunische Grenze.

129 Mädchen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren waren in der Nacht auf Dienstag in einer Schule in dem Dorf Chibok im Bundesstaat Borno gekidnappt worden. Bis zum Freitag war 44 von ihnen die Flucht gelungen. Nach 85 Mädchen wird noch gesucht.

Weiterer Überall auf Schule

Indes wurde bekannt, dass bewaffnete Männer in der Nacht auf Sonntag eine weitere Schule in Yana im Bundesstaat Bauchi angegriffen haben. Dabei sei ein fünfjähriges Mädchen getötet worden, sagte Polizeisprecher Haruna Mohammed der Nachrichtenagentur NAN. Die Täter hätten unter anderem mehrere Häuser auf dem Schulgelände sowie den Schulbus in Brand gesetzt. Jedoch seien alle Schulkinder in Sicherheit, fügte Mohammed hinzu.

Nur zwei Kandidaten bei Präsidentschaftswahl in Ägypten

Bei der Präsidentschaftwahl in Ägypten werden lediglich zwei Kandidaten gegeneinander antreten: Neben dem früheren Armeechef Abdel Fattah al-Sisi und dem Linkspolitiker Hamdeen Sabbahi hätten sich bis zum Ende der Frist gestern keine weiteren Kandidaten angemeldet, sagte ein Vertreter der Wahlkommission, Abdel al-Asis Salman, bei einer Pressekonferenz in Kairo.

„Zwei Kandidaten haben sich angemeldet“, sagte er. Die Wahl findet am 26. und 27. Mai statt, der Wahlkampf soll am 3. Mai offiziell beginnen. Al-Sisi hatte am 14. April offiziell seine Kandidatur verkündet, Sabbahi reichte am Samstag seine Kandidatur ein.

Al-Sisi ist seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch die Armee im vergangenen Sommer der heimliche Machthaber Ägyptens. Als wichtiger Test für ihn galt ein Referendum über die überarbeitete Verfassung im Jänner. Für die Anhänger Mursis ist al-Sisi jedoch eine Hassfigur, sie werfen ihm einen Militärputsch gegen Mursi vor.

Inland

U-Ausschuss-Reform: Kritik an begrenztem Fragerecht

Die Opposition kritisiert, dass die ÖVP bei U-Ausschüssen künftig das Fragerecht der Abgeordneten beschränken wolle. Die Grünen halten diesen Vorschlag für „Quatsch“, die FPÖ für „nicht zielführend“. „Absolut indiskutabel“, meint auch das Team Stronach, die NEOS sind ebenfalls skeptisch.

Die ÖVP hat diese Woche ein Papier mit ihren Vorschlägen für eine Reform der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse vorgelegt. "Die Gestaltung der Redezeiten im Untersuchungsausschuss soll nach dem Vorbild der Plenarsitzungen erfolgen („Wiener Stunde")“, heißt es darin unter anderem. Die sogenannte „Wiener Stunde“ besteht derzeit aus 61 Minuten und wird nach folgendem Schlüssel verteilt: je 13,5 Minuten SPÖ und ÖVP, 12,5 Minuten FPÖ, 10,5 Minuten Grüne sowie je 5,5 Minuten Team Stronach und NEOS. Die Regierungsfraktionen haben also vor allem gegenüber kleinen Oppositionsparteien deutlich mehr Redezeit zur Verfügung.

Pilz: ÖVP will nur nur „Zeit schinden“

Bis jetzt habe man in U-Ausschüssen am Beginn ausgemacht, wie lange die Abgeordneten in wie vielen Runden fragen dürfen, nach diesen Runden konnte man noch beliebig oft nachfragen, erinnerte der U-Ausschuss-erprobte Grüne Mandatar Peter Pilz. Das gehe auch gar nicht anders, meinte er im Gespräch mit der APA, denn „unsere Aufgabe heißt Wahrheitsfindung“. Und in den anderen Ausschüssen gebe es auch keine Beschränkung. Pilz glaubt aber ohnehin nicht, dass „dieser Quatsch“ kommen wird - die ÖVP habe bei U-Ausschüssen als Minderheitenrecht am meisten zu befürchten und wolle mit solchen Vorschlägen nur „Zeit schinden“.

Absolut indiskutabel

Auch Gernot Darmann von der FPÖ ist alles andere als begeistert vom ÖVP-Vorschlag zu den Redezeiten im Ausschuss. Das sei eine „Einschränkung des Fragerechts“ und würde „in einer Einschränkung der Aufklärungsarbeit münden“. Auch im Sinne der Auskunftspersonen hält er die Idee für „nicht zielführend“ - denn wenn man nicht fertig fragen könne, bleibe nichts anderes übrig, als die Zeugen noch einmal zu laden.

„Das geht überhaupt nicht, das ist absolut indiskutabel“, ist auch Robert Lugar vom Team Stronach gegen eine Aufteilung der Redezeiten wie im Plenum, denn damit könnten gerade Regierungsabgeordnete besonders viel fragen. Nicht ganz so negativ sieht die Sache Nikolaus Scherak von den NEOS. Prinzipiell könne man über alles diskutieren, doch gerade bei Redezeiten wäre es „äußerst unrealistisch“, eine sinnvolle Regelung zu schaffen. SPÖ-Verhandler Otto Pendl wollte sich vor dem offiziellen Verhandlungsbeginn noch nicht öffentlich über „Details“ aus den Vorschlägen der anderen äußern.

Grüne vermissen Steinhauser konkrete Taten Brandstetters

Seit knapp vier Monaten ist Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) im Amt. Für den Grünen Justizsprecher Albert Steinhauser ist an dem neuen Minister ein „gewisser Reformwille erkennbar“. Aber bisher sei er inhaltlich meist vage geblieben - und den großen Problemen der hohen Gerichtsgebühren, der hohen Mieten und der zunehmenden Überwachung habe er so gut wie keine Aufmerksamkeit geschenkt.

Brandstetters Wirken haben sich bisher vor allem auf die Gründung von Arbeitsgruppen beschränkt, vermisste Steinhauser „konkrete Taten“. Er lobte gegenüber der APA aber, dass der Minister mit dem Weisungsrecht ein längst überfälliges Reformvorhaben aufgegriffen habe - bisher aber ohne Einbeziehung der Opposition. Und „erfrischend“ sei, dass Brandstetter „durchaus Mut zur eigenen Meinung“ habe, etwa in Sachen Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare.

Zugang zu Recht als Kostenfalle

Bei drei großen Problemfeldern der Justiz vermisst Steinhauser eine klare Positionierung und Taten. Er forderte den Minister auf, „bei Gerichtsgebühren, Verfahrenshilfe und Kostenersatz (bei Freisprüchen) mehr Gerechtigkeit herzustellen, damit der Zugang zum Recht kein Privileg der Vermögenden und gut Gebildeten wird“. Mit einer Finanzierung der Gerichte durch Gebühren zu 108 Prozent sei Österreich laut EU-Justizbarometer „bei der Abzocke einsame Spitze“ - die EU-Länder kommen im Schnitt auf 21 Prozent. Das sei „natürlich eine Hürde für Rechtsschutzssuchende“, ebenso wie die „bestenfalls mittelmäßige“ Verfahrenshilfe.

Handlungsbedarf bei Wohnkosten

Äußerst wichtig wären, meint Steinhauser, endlich wirksame Maßnahmen für „leistbares Wohnen“. Da habe Brandstetter bisher „zu wenig politischen Handlungswillen gezeigt“ und die Regierung habe nur Arbeitsgruppen eingesetzt. Der Justizminister müsste „einen Schlussstrich unter ergebnislose Arbeitskreise ziehen und das Thema zur Chefsache machen“.

„Enttäuschend verhalten“ hat sich der Minister aus seiner Sicht zur Vorratsdatenspeicherung geäußert, nachdem der EuGH die EU-Richtlinie aufgehoben hat. „Ein Justizminister soll und muss ein politisches Korrektiv für Bürgerrechte in Zeiten zunehmender Überwachung sein“, meint Steinhauser - und fordert von Brandstetter „ein klares Bekenntnis, dass in Österreich die Vorratsdatenspeicherung zurückgenommen wird“.

Tiroler leiden unter Transitanstieg

Seit einigen Monaten nimmt der Transitverkehr durch Tirol wieder deutlich zu. Da in Italien die Wirtschaft nach den Krisenjahren etwas anzieht, geht die Zahl der Transit-Lkws nach oben. Transitgegner verlangen von der Politik jetzt Taten.

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Sport

Bundesliga: Remis in Grödig hilft nur Rapid

Auch im vierten Duell mit dem SV Grödig hat Rapid gestern keinen Sieg einfahren können. Das dritte Saisonremis der Grün-Weißen gegen den Aufsteiger (neben einer Heimniederlage) brachte sie einem Europa-League-Qualifikationsplatz dennoch einen großen Schritt näher. Terrence Boyd (Rapid) und Tadej Trdina (Grödig) waren jeweils im Doppelpack als Torschützen erfolgreich. Drei Runden vor Schluss sind die Salzburger mit sechs bzw. fünf Punkten Rückstand auf Rapid und die Austria aber wohl aus dem Rennen um die Top Drei.

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Fußball: Harnik lässt Stuttgart aufatmen

Der im Saisonfinish immer stärker werdende Martin Harnik ist heute im Heimspiel des abstiegsbedrohten VfB Stuttgart gegen Schalke 04 zum Helden avanciert. Der österreichische Stürmer traf beim existenziellen 3:1-Erfolg der Schwaben im Doppelpack und war mit seinen Saisontoren neun und zehn hauptverantwortlich für drei erlösende Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Auf den vom Hamburger SV belegten Relegationsplatz hat Stuttgart drei Runden vor Schluss nun vier Punkte Vorsprung. Vom Tabellen-17. Nürnberg, der fix absteigen müsste, trennen Harnik und Co. schon fünf Zähler.

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Fußball: Sterling ebnet „Reds“ Weg zum Titel

Nur noch drei Spiele und fünf Punkte Vorsprung: Liverpool kommt dem ersten Meistertitel seit 1990, dem ersten Titelgewinn in der seit 1992 bestehenden Premier League, immer näher. Der Tabellenführer gewann gestern in der 35. von 38 Runden bei Norwich mit 3:2. Jungstar Raheem Sterling war an allen Liverpool-Toren beteiligt. Die „Reds“ liegen damit fünf Zähler vor Chelsea sowie neun vor Manchester City, das zwei Spiele weniger ausgetragen hat. Die letzte kleine Titelhoffnung für beide Verfolger liegt damit im großen Schlager Liverpool gegen Chelsea am Sonntag.

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Wirtschaft

Afrikas Handybezahlsystem kommt nach Europa

M-Pesa, ein Handybezahlsystem, das von Afrika aus erfolgreich seinen Expansionskurs bis nach Indien und Fidschi gestartet hat, setzt auch zum Sprung nach Europa an. Ende März kündigte Vodafone den Start in Rumänien an. Der britische Telekomriese hatte die „digitale Währung“ gemeinsam mit der kenianischen Safaricom 2007 auf den Markt gebracht, die Erfolgsgeschichte seither ist beeindruckend. Der Grund dafür ist, dass das System quasi ein Bankkonto ersetzt, über das nicht nur viele Afrikaner nicht verfügen, sondern immer noch auch mehr Europäer, als man glauben möchte.

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Chronik

Junge Oststeirerin schoss mit Schrotflinte auf Bruder

Dramatische Szenen haben sich bestern Nachmittag in der Oststeiermark abgespielt. Eine junge Frau aus dem Raum Gleisdorf schoss mit einer Schrotflinte auf ihren Bruder. Die 18-Jährige soll psychisch krank sein. Die Projektile verfehlten ihr Ziel knapp, der 20-Jährige blieb unverletzt.

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Erdbeben der Stärke 3,4 im Semmering-Gebiet

In der Nacht auf den Ostermontag hat in der Steiermark die Erde gebebt. Gegen 3.15 Uhr waren die Stöße zwischen Krieglach und dem niederösterreichischen Gloggnitz deutlich zu spüren. Über Schäden ist noch nichts bekannt. Es ist das dritte Beben innerhalb weniger Tage.

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Acht Tote bei Flugzeugabsturz in Finnland

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs mit Amateur-Fallschirmspringern in Finnland sind gestern acht Menschen getötet worden. Drei weitere Insassen, darunter der Pilot, hätten sich durch einen Sprung mit dem Fallschirm aus dem abstürzenden Flugzeug gerettet, teilte die Polizei mit. Demnach ereignete sich der Unfall in Jämijärvi im Westen des Landes.

Alle Fallschirmspringer waren nach Angaben der Polizei aus der Gegend. Die drei Überlebenden waren verletzt und wurden im Krankenhaus behandelt. Augenzeugen berichteten, offenbar habe es ein Problem mit dem Motor gegeben. Das Flugzeug sei schnell abgestürzt.

Nach Behördenangaben stürzte die Maschine aus großer Höhe in einen Wald nahe des Flugplatzes von Jämijärvi, von dem aus viele Segelflieger und Fallschirmspringer starten. Das Flugzeug ging in Flammen auf. Die Unglücksursache war laut offiziellen Stellungnahmen zunächst unklar.

Jackpot bei Lotto „6 aus 45“

Bei der gestrigen Lotto-Ziehung „6 aus 45“ hat es keinen Mitspieler mit den sechs Richtigen gegeben. Das bedeutet Jackpot, im Topf liegen knapp 876.000 Euro.

Bei der aktuellen Ziehung wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

8 14 18 24 41 44 / Zusatzzahl 43

Über einen Hauptgewinn beim Joker können sich zwei Spieler freuen. Sie bekommen jeweils rund 102.000 Euro.

Der aktuelle Joker lautet:

9 5 3 8 2 7

Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Fährunglück vor Südkorea: Immer mehr Leichen geborgen

Rettungstaucher haben zum ersten Mal seit dem Untergang des südkoreanischen Fährschiffs „Sewol“ vor vier Tagen mehr als 20 Leichen aus dem Innern des Wracks geborgen. Sie schlugen eine Scheibe ein und befestigten einige Taue, um sich im Inneren des Schiffes besser orientieren zu können. Damit soll auch die Bergung der weiteren knapp 250 Vermissten rascher stattfinden können. Hoffnung auf Überlebende gibt es praktisch keine mehr.

mehr dazu in Keine Hoffnung auf Überlebende

Malaysia-Airlines-Flugzeug notgelandet

Eine Passagiermaschine von Malaysia Airlines hat wegen eines geplatzten Reifens eine Notlandung vollzogen. Die Boeing 737 mit 166 Menschen an Bord kehrte kurz nach dem Start in Richtung Indien nach Kuala Lumpur zurück, wie die Fluggesellschaft gestern mitteilte. Dort sei das Flugzeug sicher gelandet.

Nach Angaben von Malaysia Airlines war bei dem Start von Flug MH192 in der malaysischen Hauptstadt in Richtung der indischen Stadt Bangalore ein Reifen geplatzt. Auf der Startbahn seien anschließend Reifenstücke gefunden worden, woraufhin beschlossen worden sei, umzukehren.

Fast vier Stunden nach dem Start sei das Flugzeug wieder sicher auf dem Flughafen von Kuala Lumpur gelandet. „Alle 159 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder sind aus dem Flugzeug ausgestiegen“, hieß es.

Malaysias Verkehrsminister Hishamuddin Hussein hatte zuvor im Kurzbotschaftendienst Twitter geschrieben: „Sie sind sicher gelandet - Gott sei Dank“. Die Fluggesellschaft hatte bei der Sicherheit stets einen guten Ruf - bis ihr Flug MH370 am 8. März auf dem Weg nach China verschwand. Noch immer fehlt von dem Flugzeug, das 239 Menschen an Bord hatte, jede Spur.

Stromausfall nach Explosion in Kraftwerk in Gibraltar

Eine Explosion und ein Brand in einem Kraftwerk in Gibralter haben gestern für Stromausfälle in weiten Teilen der britischen Exklave gesorgt. Über Wohnhäusern stieg dichter dunkler Rauch auf. Die Polizei riet den Bewohnern, die Fenster geschlossen zu halten. Eine Evakuierung sei aber nicht notwendig.

Allerdings wurden benachbarte Büros eines Online-Wettanbieters geräumt, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Polizei in der im Süden Spaniens gelegenen britischen Exklave schloss Sabotage als Ursache aus. Sie vermutete, dass ein Generator aufgrund eines mechanischen Problems in Brand geriet und anschließend explodierte.

Kultur

Trauerfeier für Garcia Marquez in Mexiko-Stadt

Mexiko gedenkt heute mit einer zentralen Trauerfeier des verstorbenen Literaturnobelpreisträgers Gabriel Garcia Marquez. Zu der Zeremonie im „Palacio de Bellas Artes“ (Palast der Schönen Künste) im historischen Zentrum von Mexiko-Stadt werden unter anderen Mexikos Staatschef Enrique Pena Nieto und Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos erwartet.

Der Autor des Romans „Hundert Jahre Einsamkeit“ war am Donnerstag im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in der mexikanischen Hauptstadt gestorben, wo er seit Jahrzehnten gelebt hatte. Am Dienstag ist in Kolumbien in der Kathedrale von Bogota eine Trauerfeier geplant.

Lifestyle

Jubiläum für Kurpark Oberlaa

Vor 40 Jahren ist die Wiener Internationale Gartenschau (WIG 74) in Oberlaa eröffnet worden. Auf dem Ausstellungsgelände entstand der Kurpark Oberlaa, Teile der WIG 74 wie der japanische Garten blieben in Wien-Favoriten stehen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Osterbräuche aus aller Welt

Ostern ist das höchste Fest der Christen. Rund um die Feiertage haben sich weltweit viele unterschiedliche Bräuche entwickelt. Weit verbreitet ist beispielsweise das Suchen bunter Eier. In Australien verstecken allerdings nicht Hasen die Eier, sondern kleine Beuteltiere. In Irland werden Heringe beerdigt, in Ungarn Frauen mit Wasser begossen.

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Leute

Liam Neeson bekam Besuch von Tierschützern

Sein Einsatz für die Kutschen im New Yorker Central Park hat Hollywoodstar Liam Neeson Besuch von radikalen Tierschützern eingebracht. Einige Dutzend Demonstranten protestierten am Samstag vor dem Haus in Manhattan, in dem der 61-Jährige wohnt, und forderten ein „Ende der Unterstützung für Grausamkeiten“. Die Aktivisten der Organisation Peta sehen die Kutschen als Tierquälerei an.

Neeson hatte in einer Gastkolumne für die „New York Times“ geschrieben: „Die Kutschen gehören in den Park“. Sie seien ein Wahrzeichen der Stadt, eine Attraktion für New Yorker und Touristen und der Arbeitsplatz vieler Menschen, gerade von Einwanderern. „Nach meiner Erfahrung sind Pferde, ganz wie Menschen, am glücklichsten, wenn sie arbeiten.“ Sie würden regelmäßig untersucht und seien nur sechs Stunden im Park. Neeson reagierte auf den Plan des neuen New Yorker Bürgermeisters Bill de Blasio, der die Kutschen verbieten will.

US-Boxprofi und Justizopfer Rubin Carter gestorben

Zwei Wochen vor seinem 77. Geburtstag ist der durch einen Justizskandal bekannt gewordene Ex-Profiboxer Rubin Carter gestorben. Der unter seinem Kampfnamen „Hurricane“ bekannte US-Amerikaner erlag nach Angaben von CNN gestern einer langjährigen Prostata-Krebserkrankung.

Grundlage für Bob Dylans Hit „Hurricane“

Carter hatte fast 20 Jahre unschuldig hinter Gittern verbracht. Sein Fall war die Grundlage für Bob Dylans Hit „Hurricane“ und den Film mit Denzel Washington in der Hauptrolle.

Carters Wagen war 1966 gestoppt worden, nachdem in einer Bar in New Jersey bei einem Überfall drei Menschen getötet worden waren. Carter fuhr zwar wie die Täter ein weißes Auto, in dem auch noch zwei Waffen gefunden wurden. Der Wagen war aber ein anderes Modell, Carter wurde von den Augenzeugen nicht erkannt und Fingerabdrücke gab es nicht. Dennoch wurden er und ein Mitangeklagter zu mehrfach lebenslänglich verurteilt.

Der Fall sollte immer wieder vor Gericht gebracht werden. Neben Dylan setzten sich auch Boxweltmeister Muhammad Ali und andere Prominente für Carter ein. Es dauerte jedoch bis 1985, bis ein Bundesgericht entschied, dass die Verurteilung „eher auf rassistischen Gründen denn Beweisen“ beruht habe. Nach seiner Freilassung setzte sich „Hurricane“ Carter für die Aufklärung von Justizirrtümern ein.