Ausland

Selbstmordanschlag auf Polizeischule in Somalia

In Somalias Hauptstadt Mogadischu hat sich heute ein Selbstmordattentäter in der größten Polizeischule des Landes in die Luft gesprengt und mindestens 13 Beamte getötet. Viele Menschen wurden laut Polizei verletzt.

Augenzeugen zufolge hatten sich die Polizisten zu einer morgendlichen Parade auf einem Platz der Schule versammelt, als sich der Attentäter in die Luft sprengte. Der Angreifer war nach Polizeiangaben als Polizist verkleidet.

Al-Schabab bekannte sich zu Anschlag

Die islamistische Terrormiliz al-Schabab bekannte sich in einer Radiobotschaft zu dem Anschlag. Die mit Al-Kaida verbundene Terrorgruppe greift immer wieder Ziele in Mogadischu an, häufig auch staatliche Einrichtungen.

Die Dschihadisten wollen in dem Land am Horn von Afrika einen „Gottesstaat“ mit strikter Auslegung des islamischen Rechts errichten.

6.700 Rohingya laut NGO in einem Monat getötet

Mindestens 6.700 Rohingya sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) allein im ersten Monat des gewaltsamen Vorgehens der Armee in Myanmar getötet worden.

„Mindestens 6.700 Rohingya sind nach den zurückhaltendsten Schätzungen getötet worden, darunter mindestens 730 Kinder unter fünf Jahren“, teilte MSF heute mit. Die Organisation beruft sich auf Zahlen, die auf eigenen Untersuchungen basieren.

Hunderttausende geflohen

Die Rohingya werden in Myanmar seit Jahren systematisch verfolgt. Der Konflikt war Ende August eskaliert, nachdem zunächst Rohingya-Rebellen im Bundesstaat Rakhine Soldaten und Polizisten angegriffen und Dutzende Sicherheitskräfte getötet hatten.

Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Seit Ende August flüchteten rund 620.000 Angehörige der muslimischen Minderheit ins Nachbarland Bangladesch.

Israel fliegt nach Raketenbeschuss erneut Angriffe auf Hamas

Nach neuen Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat Israels Luftwaffe drei Militäreinrichtungen der dort herrschenden radikalislamischen Hamas bombardiert. In der Nacht auf heute seien Ziele beschossen worden, die zum Training und als Waffenlager dienten, teilte das israelische Militär mit.

Israel habe insgesamt zehn Luftangriffe gegen Hamas-Ziele geflogen, hieß es aus Gaza. Die jüngste Runde der Gewalt ist die schwerste Eskalation zwischen Israel und der Hamas seit dem Gaza-Krieg im Jahre 2014.

Am Abend hatten militante Palästinenser im Gazastreifen erneut Raketen auf Israel abgefeuert. Das Raketenabwehrsystem „Eisenkuppel“ (Iron Dome) habe zwei Geschoße abgefangen, teilte die israelische Armee mit. Eine dritte vom Gazastreifen aus abgefeuerte Rakete sei auf offener Fläche gelandet. Niemand wurde verletzt.

Verschärfte Situation nach US-Entscheidung

Die Raketenangriffe haben seit der Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, zugenommen. Der Führer der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas, Ismail Hanija, hatte im Jerusalem-Streit zu einem neuen Aufstand (Intifada) aufgerufen.

Israels Armee teilte mit, man halte die Hamas „verantwortlich für diese Situation und die Armut, die Zerstörung und die Verzweiflung der Einwohner des Gazastreifens“. Man werde Angriffe auf israelische Zivilisten nicht dulden.

Bericht über tote Zivilisten bei US-Luftangriff in Syrien

Bei Luftangriffen auf ein von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kontrolliertes Dorf im Osten Syriens sind gestern nach Angaben von Aktivisten 23 Zivilisten getötet worden.

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien mitteilte, gehörten alle Opfer derselben Familie an. Sie hätten sich in einem Haus versteckt, nachdem sie vor Kämpfen in einem Nachbardorf geflohen seien.

Die Luftangriffe seien von der US-geführten Koalition geflogen worden, die eine Offensive der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) unterstütze.

Kinder unter Toten

Bombardiert worden sei ein Dorf am Ostufer des Euphrat in der Provinz Deir al-Sor im Osten Syriens. Unter den Opfern seien acht Kinder und sechs Frauen, so die Beobachtungsstelle. Sie stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben nur schwer zu überprüfen. Von der US-geführten Koalition lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Die Provinz Deir al-Sor wird überwiegend von der syrischen Regierung kontrolliert. Neben den von Russland unterstützten Regierungstruppen, die den IS weitgehend aus der Provinz vertrieben, kämpfen die SDF gegen die Dschihadisten.

Landminen töteten im Vorjahr über 2.000 Menschen

Durch Landminen sind im vergangenen Jahr mindestens 2.089 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 6.500 Männer, Frauen und Kinder seien durch die heimtückischen Sprengkörper verletzt worden, teilte die Internationale Kampagne gegen Landminen in ihrem diesjährigen Bericht heute mit.

Die meisten Opfer gab es 2016 in Afghanistan, Libyen, der Ukraine und im Jemen. Noch nie seien so viele Kinder unter den Verletzten und Getöteten gewesen. 42 Prozent aller zivilen Opfer waren nach Angaben der Organisation minderjährig.

Myanmar soll Grenze zu Bangladesch vermint haben

Durch die Konflikte in Syrien und Myanmar seien in den vergangenen Jahren neue Krisenherde entstanden, wo Landminen eine traurige Rolle spielten. Seit 2012 setzten zum Beispiel syrische Regierungstruppen auf Antipersonenminen. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) habe solche oft tödlichen Fallen genutzt.

Myanmar soll nach Berichten Minen vermehrt entlang der Grenze gelegt haben, um die nach Bangladesch geflohenen Angehörigen der muslimischen Minderheit der Rohingya von einer Rückkehr abzuhalten.

Gute Nachricht aus Kolumbien

Erstmals seit Beginn der Überwachung durch die Organisation im Jahr 1999 gab es aber nach dem Ende des Konflikts in Kolumbien im Vorjahr dort keinen dokumentierten Einsatz von Landminen mehr.

Vor 20 Jahren wurde die Ottawa-Konvention unterzeichnet, die sich dem Kampf gegen Landminen widmet. Der internationale Vertrag verbietet den Einsatz, die Produktion, Lagerung und Weitergabe von Landminen. 162 Staaten haben ihn bisher unterzeichnet.

Etappensieg Trumps bei Steuerreform

US-Präsident Donald Trump ist mit seinen Plänen für den größten Umbau des amerikanischen Steuersystems seit mehr als 30 Jahren einen weiteren Schritt vorangekommen. Die beiden von Trumps Republikanern dominierten Kongresskammern einigten sich gestern auf einen endgültigen Gesetzesentwurf für das Vorhaben.

Es sieht unter anderem eine Senkung der Unternehmenssteuer von 35 auf 21 Prozent und geringere Steuern für Wohlhabende vor. Endgültig soll in der kommenden Woche im Senat und Repräsentantenhaus über die Reform abgestimmt werden.

Erfolg noch nicht sicher

Eine Verabschiedung wäre für Trump einer seiner größten Erfolge seit Amtsantritt. Ob das Vorhaben kommende Woche aber die notwendige Mehrheit bekommt, ist noch nicht ausgemacht. Die Republikaner stellen 52 der 100 Abgeordneten im Senat. Ihr Parteimitglied John McCain ist derzeit allerdings in einer Klinik, und mindestens drei andere Republikaner schienen zuletzt noch unentschieden.

Nach der verlorenen Nachwahl in Alabama stehen die Republikaner unter Zeitdruck: Vermutlich im Jänner schrumpft ihre Mehrheit im Senat auf einen Sitz. Trump will die Reform noch vor Jahresende unterzeichnen. Damit könnte sie im Februar 2018 in Kraft treten.

Entlastung hoher Einkommen

Der US-Präsident sagte, er werde auch einen Steuersatz für die Unternehmen von 21 Prozent akzeptieren, obwohl sich das Präsidialamt für 20 Prozent eingesetzt hatte. Der Spitzensatz der Einkommenssteuer soll von 39,6 auf 37 Prozent sinken. Trump wirbt mit dem Versprechen, viele Bürger und Unternehmen erheblich zu entlasten.

Kritiker halten dem entgegen, dass vor allem Reiche und Konzerne von den neuen Gesetzen profitieren werden. Viele Amerikaner sehen die Pläne Umfragen zufolge skeptisch. Die Reform würde den US-Schuldenberg von aktuell 20 Billionen Dollar binnen zehn Jahren Berechnungen zufolge um weitere 1,4 Billionen steigen lassen - das wären im Schnitt mehr als zehn Milliarden Dollar pro Monat.

Inland

Finanzen als große Unbekannte bei Koalitionsgesprächen

Schon am Wochenende soll die ÖVP-FPÖ-Regierung stehen. In vielen Sachthemen gibt es Einigungen, offen ist laut Berichten vor allem das Thema direkte Demokratie. Doch in einer höchst relevanten Frage ist es in den vergangenen Wochen sehr ruhig geworden: Aus der Verhandlungsgruppe Steuern und Finanzen wurde - abgesehen vom geplanten Kinder- bzw. Familienbonus von 1.500 Euro pro Jahr - praktisch nichts bekannt. Dabei waren im Wahlkampf eine Steuerreform und die Senkung der Steuer- und Abgabenquote dominante Themen.

Mehr dazu in Über Geld wird kaum gesprochen

ÖVP und FPÖ wollen laut Berichten einheitliche Herbstferien

ÖVP und FPÖ haben sich offenbar auf die Einführung einheitlicher Herbstferien verständigt. Diese sollen laut Berichten mehrerer Tageszeitungen jeweils zwischen 26. Oktober und 2. November stattfinden.

Noch nicht fixiert sei, ob die schulautonomen Tage in den neuen Ferien aufgehen oder die Sommerferien dafür verkürzt werden sollen, hieß es gestern Abend.

Sport

Fußball: Schalke Zweiter nach turbulentem Sieg

Schalke hat gestern in der deutschen Bundesliga mit einem turbulenten Heimsieg über Augsburg wieder den zweiten Rang übernommen. Die „Königsblauen“ lagen auch dank eines Treffers von Guido Burgstaller schon 2:0 voran, die Gäste steckten aber nicht auf und glichen durch ein Elfmetertor von Michael Gregoritsch kurz vor Schluss aus. Vier Minuten später sorgte aber ein weiterer Strafstoß für die Entscheidung.

Souveräner Spitzenreiter bleibt der FC Bayern, der sich zu einem Heimsieg über Schlusslicht Köln mühte.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

BAWAG kauft Bausparkasse Deutscher Ring

Die BAWAG hat einen weiteren Zukauf in Deutschland bekannt gegeben. Die Bank wird die deutsche Bausparkasse Deutscher Ring kaufen. Das teilte die BAWAG, die seit Ende Oktober an der Wiener Börse notiert, heute mit. Erst 2016 hat die Bank in Österreich die früher den Volksbanken gehörende start-Bausparkasse gekauft.

Die Deutscher Ring Bausparkasse AG in Hamburg (Bilanzsumme 2016: 551 Mio. Euro, 100 Mitarbeiter) gehört mehrheitlich den Basler Versicherungen. Eine Minderheit hält Signal Iduna. Mit den beiden Verkäufern einigte man sich auf den Bausparkassen-Deal. Außerdem wurde eine Absichtserklärung mit den Basler Versicherungen Deutschland für eine „langfristige strategische Kooperation“ unterzeichnet.

Wachstum in Deutschland angestrebt

Mit dem Zukauf der regionalen Bausparkasse will die BAWAG das Privatkundengeschäft in Deutschland weiter ausbauen, teilte das Wiener Institut heute mit. Vor kurzem hat die Bank im deutschen Bundesland Baden-Württemberg die Südwestbank (Stuttgart) gekauft. Dieser Deal wurde in der ersten Dezemberwoche unter Dach und Fach gebracht.

Für BAWAG-Chef Anas Abuzaakouk ist „der heutige Tag ein wichtiger Schritt für die weitere Umsetzung unserer strategischen Wachstumspläne.“ Der deutsche Bausparkassensektor habe sich in letzter Zeit einigen Herausforderungen stellen müssen. „Wir glauben an eine Neuausrichtung“.

Großstreik in Griechenland gegen Sparpolitik

Im Zuge des Protests gegen die harte Sparpolitik haben heute in Griechenland umfangreiche Streiks begonnen. Das Motto der Proteste lautet: „Armut, Steuern, Arbeitslosigkeit - ihr (die Regierung) habt jede Grenze überschritten“. Auswirkungen gibt es hauptsächlich im Verkehr und in den staatlichen Institutionen.

Im Rundfunk und Fernsehen gab es keine Nachrichten, nachdem die Journalisten um Mitternacht für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt hatten. Die Fähren und die Bahnen wurden bestreikt. Die Fahrer der U-Bahnen, Busse und Trams von Athen legten zur morgendlichen Stoßzeit die Arbeit nieder.

Einige Inlandsflüge wurden verschoben, weil die Techniker der zivilen Luftfahrt die Arbeit für vier Stunden niederlegen wollten. Bei Auslandsflügen soll es dagegen keine Einschränkungen geben, wie die Fluggesellschaften mitteilten.

Schulen und Behörden geschlossen

Staatliche Schulen und die meisten Behörden blieben geschlossen. Ärzte staatlicher Krankenhäuser behandeln nur Notfälle. Um die Mittagszeit sind Demonstrationen in Athen und anderen Städten geplant. Zu den Streiks hatten die beiden größten Gewerkschaften des staatlichen und privaten Sektors, ADEDY und GSEE, aufgerufen.

Die griechischen Arbeitnehmer haben in den vergangenen sieben Jahren mehr als ein Viertel ihres Einkommens verloren. Die Arbeitslosigkeit geht nur langsam zurück. Sie beträgt zurzeit gut 20 Prozent und ist damit die höchste in Europa. Mehr als 18.000 Ärzte sind ausgewandert.

Einkommen weltweit zunehmend ungleich verteilt

Die Schere zwischen Reichen und Menschen mit wenig Einkommen ist einer Studie zufolge in den vergangenen Jahren weltweit fast überall auseinandergegangen.

Seit 1980 hat das reichste eine Prozent der Weltbevölkerung seine Einkünfte mehr als verdoppelt, wie aus einer Untersuchung von Forschern um den bekannten französischen Ökonomen Thomas Piketty hervorgeht. Die Mittelklasse habe dagegen kaum profitiert, auch wenn das Wachstum statistisch allen Menschen zugutegekommen sei.

Gefälle in Europa am flachsten

Regional gibt es allerdings Unterschiede. Am geringsten ist das Gefälle laut der Studie in Europa. Dort verfügten 2016 die oberen zehn Prozent über 37 Prozent des nationalen Einkommens, in Nordamerika waren es 47 Prozent, im Nahen Osten den Angaben zufolge sogar 61 Prozent.

„Seit 1980 ist die Einkommensungleichheit in Nordamerika, China, Indien und Russland rasant gestiegen. In Europa verlief der Anstieg moderat“, heißt es in der Studie. Ausgewertet wurden unter anderem Einkommensteuerdaten.

Kritik an Privatisierungen

Hauptursache der ökonomische Ungleichgewichte ist den Autoren zufolge die ungleiche Verteilung von Kapital in privater und in öffentlicher Hand. Seit 1980 seien in fast allen Ländern riesige Mengen öffentlichen Vermögens privatisiert worden. „Dadurch verringert sich der Spielraum der Regierungen, der Ungleichheit entgegenzuwirken“, argumentieren die Wissenschaftler.

Das internationale Forscherteam um Piketty, Autor des kapitalismuskritischen Bestsellers „Das Kapital im 21. Jahrhundert“, empfiehlt zur Bekämpfung der Ungleichheit unter anderem die Einführung eines globalen Finanzregisters, um Geldwäsche und Steuerflucht zu erschweren.

Kindern aus ärmeren Familien müsse der Zugang zu Bildung erleichtert werden. Weitere Instrumente seien progressive Steuersätze, die mit dem Einkommen steigen, sowie eine Verbesserung der betrieblichen Mitbestimmung und angemessene Mindestlöhne.

Nach Fed hebt auch Chinas Notenbank Leitzins

Nach der US-Notenbank hat auch die Zentralbank in China die Zinsen angehoben. Die kurz- und mittelfristigen Sätze wurden heute allerdings nur um jeweils fünf Basispunkte angehoben. Analysten hatten nicht mit dem Schritt gerechnet, verwiesen allerdings auf die nur sehr geringe Anhebung. Zuletzt hatte die chinesische Zentralbank den Zins im März angehoben.

Die US-Notenbank hatte am Vortag gegen Ende der Ägide ihrer Chefin Janet Yellen die Zinsen ein drittes Mal in diesem Jahr angehoben und will die Zügel unter ihrem Nachfolger Jerome Powell weiter straffen.

Die Fed setzte den Schlüsselsatz um einen Viertelpunkt hinauf - auf die neue Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent. 2018 sollen drei weitere Anhebungen folgen. Die mächtigste Notenbank der Welt reagiert damit auf die florierende Wirtschaft in den USA.

Chronik

Kolumbiens größtes Drogenkartell erklärt Waffenruhe

Das mächtigste Verbrechersyndikat in Kolumbien hat eine einseitige Waffenruhe erklärt. Ab sofort werde die Gruppe alle militärischen Operationen im gesamten Land einstellen, teilte der Golf-Clan gestern mit. Wie lange die Waffenruhe dauern sollte, ist unklar. Die Bande rief andere kriminelle Banden und Rebellenorganisationen auf, ebenfalls die Waffen schweigen zu lassen.

Der Golf-Clan ist aus rechtsgerichteten Paramilitärs hervorgegangen. Die Bande ist in Drogenschmuggel, illegalen Bergbau und Schutzgelderpressung verwickelt. Zudem wird sie für zahlreiche Morde und Vertreibungen verantwortlich gemacht. Der Anführer Dairo Usuga alias „Otoniel“ ist der meistgesuchte Mann des Landes. Auf ihn ist ein Kopfgeld von fünf Millionen US-Dollar ausgesetzt.

Zuletzt hatte der Golf-Clan eine Kapitulation angeboten. Politische Verhandlungen über einen Friedensvertrag wie zuletzt mit der linken Guerillaorganisation FARC schloss die Regierung allerdings aus. Die Streitkräfte und die Polizei gehen hart gegen das Verbrechersyndikat vor und haben bereits eine Reihe führender Mitglieder gefasst oder getötet.

Vergewaltigungsvorwürfe gegen US-Plattenboss Simmons

Weitere Frauen werfen dem bekannten US-Plattenboss Russell Simmons (60) sexuelle Übergriffe vor. In Interviews, die gestern von der „New York Times“ veröffentlicht wurden, sagen drei Frauen, sie seien von dem Mitbegründer des Hip-Hop-Labels Def Jam vergewaltigt worden.

Die namentlich genannten Frauen, darunter eine Ex-Mitarbeiterin von Simmons und eine Musikjournalistin, schilderten Vorfälle. Sie sollen zwischen 1988 und 2014 passiert sein. In einer Stellungnahme wies Simmons die Vorwürfe zurück. Diese Anschuldigungen hätten ihn „zutiefst erschüttert“, teilte der Hip-Hop-Produzent der Zeitung mit. Alle seine Beziehungen seien einvernehmlich gewesen.

Erste Vorwürfe im November

Im November hatte die Drehbuchautorin Jenny Lumet (50, „Rachels Hochzeit“) angebliche Übergriffe des Musikproduzenten beschrieben. Als 24-Jährige sei sie von ihm in New York sexuell belästigt worden. Zuvor war er von einem Model wegen Übergriffen im Jahr 1991 beschuldigt worden. Die Frau schilderte in der „Los Angeles Times“ angebliche Vorfälle, als sie 17 gewesen sei.

Simmons reagierte damals auf die Veröffentlichung mit einem Statement auf Twitter, in dem er Anschuldigungen von nicht einvernehmlichem Sex energisch zurückwies.

Rückzug aus Unternehmen

Ende November gab er die Leitung seiner Firmen ab. Er werde sich aus seinen Unternehmen zurückziehen, so Simmons in einer Mitteilung. Darin entschuldigt er sich für „gedankenloses und unsensibles“ Verhalten in einigen seiner Beziehungen. Er sei aber nie gewalttätig geworden, führte er weiter aus.

Das bekräftigte er nun erneut: Er werde unermüdlich gegen jedweden „Rufmord“ ankämpfen, der ihn als gewalttätigen Mann darstelle, sagte er der „New York Times“. Def Jam gehört mit Künstlern wie Kanye West und Q-Tip zu den wichtigsten Hip-Hop-Labeln Amerikas.

Hayek: Weinstein war auch mein Monster

Simmons ist einer von mehreren Prominenten, die sich in den vergangenen Wochen mit Vorwürfen konfrontiert sahen. Als Auslöser gilt die Affäre um den Filmproduzenten Harvey Weinstein.

In der „NYT“ beschrieb sich nun auch die mexikanische Schauspielern Salma Hayek (51) in einem Text als Opfer sexueller Übergriffe des Hollywood-Moguls Weinstein (65). „Harvey Weinstein war auch mein Monster“, schreibt Hayek in dem gestern veröffentlichten Text.

Er habe sie zu Dutzenden sexuellen Handlungen zwingen wollen und auf ihre Ablehnung mit Wut und Androhung von Gewalt reagiert. Einmal habe er sogar gedroht, sie umzubringen.

Jahrelang geschwiegen

Sie habe darüber jahrelang geschwiegen, schreibt Hayek. Erst jetzt, nachdem zahlreiche andere Frauen - darunter berühmte Hollywood-Schauspielerinnen wie Ashley Judd - Weinstein öffentlich sexuelle Übergriffe bis hin zu Vergewaltigung vorwerfen, habe sie den Mut, auch ihre Erlebnisse öffentlich zu machen.

Weinstein ist inzwischen von seiner Firma entlassen worden. Er hat Fehlverhalten zugegeben, weist Vergewaltigungsvorwürfe jedoch zurück. Auch im Fall von Hayek widersprach er den Anschuldigungen. „Alle sexuellen Vorwürfe von Salma sind nicht korrekt und wurden von anderen, die Zeugen der Ereignisse waren, anders wahrgenommen", teilte ein Sprecher Weinsteins dem "People“-Magazin mit.

Britischer Chirurg hinterließ Initialen auf Organen

Ein britischer Chirurg hat gestanden, bei zwei Lebertransplantationen seine Initialen auf den eingesetzten Organen hinterlassen zu haben. Der 53-Jährige bekannte sich gestern vor einem Gericht in Birmingham der Körperverletzung schuldig. Die Staatsanwaltschaft warf dem Arzt vor, gezielt unter Narkose stehende Patienten verletzt zu haben. Das sei nicht nur unethisch, sondern auch kriminell.

Der Angeklagte Simon Bramhall hatte bei den Eingriffen im Queen-Elizabeth-Krankenhaus in Birmingham seine Initialen mit einem Argon-Laser in die Lebern eingraviert. Dieses Instrument wird bei Operationen vor allem verwendet, um Blutungen zu verhindern. Laut britischen Medienberichten fiel die Gravur „SB“ bei einem der beiden Opfer bei einer Nachfolgeoperation auf.

Staatsanwalt Tony Badenoch sagte, ein solches Vergehen habe es „im Strafrecht noch nie gegeben“. Das Vorgehen des Arztes habe einiges an Fähigkeiten und Konzentration erfordert. Der Angeklagte habe nicht nur einmal gehandelt, sondern seine Tat wiederholt. Dem Staatsanwalt zufolge handelte Bramhall im Beisein von Kollegen. Das Urteil soll am 12. Jänner fallen, der Arzt befindet sich gegen Kaution auf freiem Fuß.

Medien

Disney vor Übernahme großer Teile des Fox-Konzerns

Walt Disney steht einem Insider zufolge vor dem Kauf von Großteilen des Konzerns Twenty First Century Fox des Medienunternehmers Rupert Murdoch für 75 Milliarden Dollar (63,9 Mrd. Euro). Disney werde das Film- und TV-Geschäft von Fox sowie dessen internationale Aktivitäten übernehmen, sagte eine mit der Sache vertraute Person gestern.

Fox werde sich künftig auf die Bereiche Nachrichten und Sport konzentrieren. Das Vorhaben solle heute angekündigt werden. Über die Pläne war bereits länger spekuliert worden. Auch Comcast hatte Interesse an Fox-Bereichen. Der US-Kabelnetzbetreiber hatte am Montag aber gesagt, von einem Angebot Abstand zu nehmen.

Zugriff auf Streaming-Dienst

Mit einer Übernahme der Fox-Bereiche sichert sich Disney auch Zugriff auf Filme des Hollywood-Studios. Zudem kauft Disney den Fox-Anteil an dem Videostreaming-Dienst Hulu und erhält damit eine Kontrollmehrheit an dem Netflix-Rivalen.

Netflix und auch Amazon geben im Moment viel Geld aus, um Abonnenten mehr Serien und Filme anbieten zu können. Bereits im Herbst war bekanntgeworden, dass Disney einen eigenen Streaming-Dienst anbieten will.

Bei den Anlegerinnen hielt sich die Freude über die kolportierte Übernahme offenbar in Grenzen. Gestern bei Börsenschluss notierte die Fox-Aktie knapp vier Prozent im Minus bei 32,75 Dollar. Der Kurs der Disney-Aktie dagegen stieg leicht um 0,17 Prozent auf 107,61 Dollar.

Kultur

Dokumentarfilmer Spurlock „Teil des Problems“

Der amerikanische Dokumentarfilmer Morgan Spurlock (47), der 2004 durch sein Projekt „Super Size Me“ berühmt wurde, hat sexuelle Übergriffe zugegeben. „Ich bin Teil des Problems“, schrieb der US-Amerikaner heute in einem Statement, in dem er mehrere Erlebnisse aus seinem Leben schildert.

So sei er bereits im College der Vergewaltigung bezichtigt worden, wobei er den Sex als einvernehmlich erlebt habe. Vor Jahren habe er eine Arbeitskollegin für ihr Stillschweigen bezahlt, nachdem er sie oft mit sexuell anzüglichen Worten betitelt habe.

„Mut finden, Fehler zuzugeben“

Mehreren Männern im Showgeschäft werden derzeit sexuelle Belästigungen, Übergriffe und Vergewaltigungen vorgeworfen. Spurlock hofft, durch seine offenen Worte auch Teil der Lösung zu sein. „Wir sollten alle den Mut finden, unsere Fehler zuzugeben.“

Der 47-Jährige ist zum dritten Mal verheiratet und hat einen elfjährigen Sohn. In seiner oscarnominierten Doku „Super Size Me“ hatte sich der Filmemacher 30 Tage lang nur von Fast Food ernährt.

Turrini mit Kärntner Kulturpreis ausgezeichnet

Im Klagenfurter Stadttheater ist gestern Abend der Kulturpreis des Landes Kärnten für Literatur an Peter Turrini vergeben worden. Überschattet wurde die Feier von einem Zwist: Das Kulturgremium hatte Josef Winkler auszeichnen wollen, Kulturreferent Christian Benger (ÖVP) bevorzugte aber Turrini. Dieser hielt bei der Veranstaltung eine mahnende Rede über die Gesellschaft und ihre Wahrnehmung.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Die Sachbücher für den Gabentisch

Warum sehen so viele Roboter wie Frauen aus? Wie knutschen Oktopusse? Was versteht man heutzutage unter Anstand? Wie kann man wahre Fakten von „Fake News“ unterscheiden? Und wo liegen die „Anfänge von allem“? Vorschläge für Antworten auf diese und andere Fragen finden sich in den Sachbüchern der Saison - die sich alle ideal als Weihnachtsgeschenke eignen, und sei es für sich selbst. ORF.at weitet seine Buchempfehlungen für den Gabentisch heuer zur Serie aus: Tipps für Romane und Kinder- und Jugendbücher folgen.

Mehr dazu in Wissen über alles

Science

Drei Raumfahrer zurück von ISS

Nach rund fünf Monaten im All haben sich drei Raumfahrer auf den Weg zurück zur Erde gemacht. Der Russe Sergej Rjasanski, der US-Amerikaner Randy Bresnik und der Italiener Paolo Nespoli legte heute Früh planmäßig mit einer Sojus-Kapsel von der Internationalen Raumstation (ISS) ab, wie die Flugleitzentrale bei Moskau mitteilte.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA zeigte im Internet Bilder, wie sich das Raumschiff langsam von der ISS entfernte. Die Landung war gut drei Stunden später in der Steppe etwa 150 Kilometer südöstlich der Stadt Scheskasgan im zentralasiatischen Kasachstan geplant.

Schnell ins Warme

Dort erwartete sie eisiges Winterwetter. Wegen Temperaturen von rund minus 20 Grad Celsius kündigte das Bergungsteam an, die übliche Fotosession und das Gespräch mit Journalisten direkt nach der Landung auf ein Minimum zu reduzieren und die Raumfahrer möglichst schnell ins Warme zu bringen.

Gewöhnlich werden Rückkehrer nach der Bergung aus der Kapsel erst eine Weile an der frischen Luft versorgt. Nach mehreren Monaten in der Schwerelosigkeit brauchen sie zunächst Hilfe, da sich der Körper wieder an die Erdanziehung gewöhnen muss.

Derzeit halten noch ein Russe und zwei Amerikaner die Stellung auf der Raumstation. Doch schon in wenigen Tagen wird Verstärkung erwartet. Am Sonntag starten der Russe Anton Schkaplerow, der Amerikaner Scott Tingle und der Japaner Norishige Kanai zur ISS.

Panorama