Ausland

Starker Anstieg rechtsextremer Gewalt in Deutschland

Rechtsextreme Straftaten haben in Deutschland stark zugenommen. Nach vorläufigen Zahlen registrierten die Sicherheitsbehörden im vergangenen Jahr 13.846 einschlägige Delikte - das entspricht einer Steigerung um mehr als 30 Prozent im Vergleich zu 2014. Das ergibt sich aus Zahlen, die die Linke-Politikerin Petra Pau regelmäßig beim deutschen Innenministerium abfragt.

Da nun auch die Angaben für Dezember vorliegen, veröffentlichte Pau am Mittwochabend die Jahresübersicht für 2015. Es handelt sich jedoch lediglich um vorläufige Zahlen, da die Polizei erfahrungsgemäß viele Fälle nachmeldet. 2014 hatten die Sicherheitsbehörden in ihrer vorläufigen Statistik 10 541 rechtsextreme Straftaten festgestellt.

Fast Verdopplung bei Gewalttaten

Auch die Gewaltbereitschaft steigt: So wurden vergangenes Jahr 921 rechtsextreme Gewalttaten (2014: 496) mit 691 Verletzten (2014: 431) registriert. Die meisten dieser Gewalttaten, insgesamt 612, waren fremdenfeindlich motiviert. Damit hat sich diese Zahl im Vergleich zu 2014 (316) fast verdoppelt. Die Zahl der Menschen, die bei diesen Übergriffen verletzt wurden, erhöhte sich auf 459 (2014: 272).

Pau bezeichnete die Entwicklung als alarmierend. Die tatsächlichen Zahlen dürften überdies weitaus höher liegen: „Erfahrungsgemäß verdoppeln sich die Zahlen nach der Nachmeldung der Polizeibehörden von Bund und Ländern noch einmal“, sagte die Linke-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. „Das heißt, wir haben täglich drei bis vier rechtsextrem motivierte Gewalttaten.“ Dies zeige, dass der Rechtsextremismus „längst wieder eine Gefahr für Leib und Leben von Menschen ist, die nicht in das menschenfeindliche Muster der Nazis passen“.

„Nazis instrumentalisieren Lücken“

Dabei gehe die Gefahr keineswegs nur von organisierten Neonazis aus, sondern auch von freien Gruppen, die zunehmend gegen Flüchtlinge und deren Unterstützer mobilisierten. Die Probleme bei der Aufnahme von Flüchtlingen wirkten dabei wie ein Katalysator: „Staatliche Institutionen und Zivilgesellschaft zeigen sich überfordert, und dort, wo Lücken gelassen werden, stoßen Nazis hinein und instrumentalisieren das.“

NATO-Einsatz gegen Schleuserbanden in Ägäis rückt näher

Deutschland und die Türkei haben bei ihren Bemühungen um eine Nato-Beteiligung am Kampf gegen Schleuserbanden in der Ägäis einen wichtigen Etappenerfolg erzielt. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen konnte Griechenland davon überzeugt werden, sich an dem Antrag auf eine Unterstützung des Bündnisses zu beteiligen.

Er sei am gestern Abend beim Nato-Verteidigungsministertreffen an die anderen Alliierten weitergegeben worden, hieß es in Brüssel. Noch heute solle über den Antrag beraten werden.

Türkei ist wichtigster Zufluchtsort

Die Pläne gehen auf das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu am Montag in Ankara zurück. Die Türkei ist wichtigster Zufluchtsort und auch wichtigstes Transitland für Flüchtlinge aus Syrien. Beim Versuch, von dort nach Griechenland zu kommen, ertranken seit Beginn des Jahres mehr als 340 Menschen. Viele von ihnen wurden von Schleusern auf gefährliche Boote gelockt.

Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen sollen Nato-Schiffe bei dem angedachten Anti-Schleuser-Einsatz das Seegebiet zwischen der Türkei und Griechenland überwachen und ihre Aufklärungsergebnisse an die türkischen und griechischen Behörden weitergeben. Diese sollen so in die Lage versetzt werden, kriminelle Schleuserbanden effektiver zu bekämpfen.

Zwei Republikaner geben US-Präsidentschaftskandidatur auf

Bei den Republikanern werfen im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur zwei weitere Politiker das Handtuch.

Einen Tag nach der Vorwahl im Bundesstaat New Hampshire gaben der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, und die frühere Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina ihren Rückzug bekannt. Das Kandidatenfeld um den bisher den Wahlkampf dominierenden Immobilienmilliardär Donald Trump ist auf sieben von vormals 17 geschrumpft.

Fiorina holte vier Prozent der Wählerstimmen und landete damit auf dem siebenten Platz. Die Ex-Chefin von Hewlett-Packard war die einzige Frau im Bewerberfeld der Republikaner. Christie war trotz einer starken TV-Debatte am Wochenende und zahlreicher Auftritte in dem Bundesstaat abgeschlagen auf dem sechsten Platz gelandet.

Syrien-Konferenz soll Friedensprozess wieder ankurbeln

Im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz kommen heute in der bayrischen Landeshauptstadt Vertreter der Syrien-Kontaktgruppe zu neuen Gesprächen über eine Beendigung des Bürgerkriegs zusammen.

Unter anderen werden US-Außenminister John Kerry, seine Kollegen aus Russland und Deutschland, Sergej Lawrow und Frank-Walter Steinmeier, sowie der Syrien-Sonderbeauftragte der UNO, Staffan de Mistura, erwartet.

Die Friedensgespräche in Genf wurden zuletzt ohne Ergebnis vertagt. Die Fronten zwischen der syrischen Staatsführung, die insbesondere von Russland und dem Iran unterstützt wird, und ihren Gegnern sind verhärtet.

Russland machte indes nach Angaben eines westlichen Diplomaten den Vorschlag für einen Waffenstillstand in Syrien. Dieser soll am 1. März beginnen, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den nicht näher genannten Diplomaten. Bisher sei aber kein Übereinkommen erzielt worden. Wie der Beamte weiter erklärte, hätten die USA Zweifel an einigen Elementen des russischen Vorschlages geäußert.

50.000 Menschen bei Kämpfen um Aleppo vertrieben

Der Kontaktgruppe gehören 17 Staaten sowie die UNO, die Arabische Liga und die EU an. Die jüngsten Kämpfe in der syrischen Region Aleppo haben nach Schätzungen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) rund 50.000 Menschen in die Flucht getrieben.

Außerdem seien Versorgungsrouten unterbrochen, teilte das IKRK gestern Abend in Genf mit. Das Rote Kreuz versuche, medizinische Hilfe, Wasser und Essen zu den Menschen zu bringen. Die Kämpfe würden den Menschen stark zusetzen, zudem seien die Temperaturen extrem niedrig. „Die Vertriebenen versuchen, ohne Schutz, Wasser und Nahrung unter sehr gefährlichen Bedingungen zu überleben“, hieß es vom IKRK.

Russland intensivierte Angriffe

In den vergangenen Tagen sei es gelungen, Essen für rund 10.000 Familien in der umkämpften Region zu verteilen. In der Großstadt Aleppo selbst seien die Menschen auf die 100 vom IKRK eingerichteten Wasserstellen angewiesen.

Russland hatte mit Luftangriffen auf Rebellen in der Region Aleppo die Kämpfe wieder intensiviert. Im fünfjährigen Bürgerkrieg in Syrien sind bisher etwa 250.000 Menschen ums Leben gekommen. Bei der Offensive der syrischen Armee in der Provinz Aleppo wurden nach Angaben von Aktivisten bereits mehr als 500 Menschen getötet.

Ex-Auschwitz-Wachmann in Deutschland vor Gericht

Mehr als 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg muss sich von heute an ein ehemaliger SS-Wachmann des NS-Konzentrationslagers Auschwitz vor dem Landgericht Detmold verantworten.

Er ist wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen angeklagt. Der heute 94-Jährige soll 1943 und 1944 als Angehöriger des SS-Totenkopfsturmbanns Auschwitz im dortigen Stammlager eingesetzt worden sein.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beihilfe bei der „Ungarn-Aktion“, bei Massenerschießungen und der „Selektion“ von KZ-Insassen vor. Mit seinem Einsatz als Wachmann habe er zum Funktionieren der Maschinerie beigetragen, heißt es in der Anklageschrift.

Zwölf Verhandlungstage bis Ende Mai

Der Angeklagte hatte bereits im Vorfeld eingeräumt, im Stammlager eingesetzt gewesen zu sein, eine Beteiligung an Tötungshandlungen aber bestritten.

Dutzende Journalisten aus dem In- und Ausland sowie frühere KZ-Insassen wollen den Prozess verfolgen. Am ersten Prozesstag soll die Anklageschrift verlesen und ein erster Zeuge angehört werden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass keiner der Zeugen den Angeklagten selbst kannte. Für den Prozess sind zunächst zwölf Verhandlungstage bis Ende Mai vorgesehen.

Über 60 Tote bei Anschlägen auf Flüchtlingslager in Nigeria

Im Norden Nigerias sind bei zwei Selbstmordanschlägen auf ein Flüchtlingslager offiziellen Angaben zufolge mehr als 60 Menschen getötet worden. Ein Vertreter des Militärs teilte gestern mit, die Bombenattentate in der Nähe von Maiduguri, der Hauptstadt des Bundesstaates Borno, seien bereits am Dienstag verübt worden.

Weil die Telefonverbindung unterbrochen gewesen sei, habe man erst einen Tag später von dem Vorfall erfahren. In dem rund 85 Kilometer von Maiduguri entfernten Lager haben den Angaben zufolge zahlreiche Menschen Zuflucht vor der Gewalt der radikalislamischen Terrorgruppe Boko Haram gefunden. Ob diese hinter den beiden Bombenanschlägen steckt, war nicht klar.

Anschläge auch in Kamerun

Im Norden Kameruns wurden bei zwei Selbstmordanschlägen von Boko Haram laut Militärangaben elf Menschen getötet.

Bei den Attentaten in Nguetchewe nahe der nigerianischen Grenze wurden auch rund 20 Menschen verletzt, wie ein Militärangehöriger sagte. Die zwei Attentäterinnen hätten sich bei einer Totenwache als Angehörige ausgegeben und unter die Trauernden gemischt, bevor sie ihre Sprengsätze zündeten.

Inland

FPÖ-Aschermittwoch im Zeichen der Flüchtlingspolitik

Der 25. Politische Aschermittwoch der FPÖ in Ried in Oberösterreich ist im Zeichen der Bundespräsidentschaftswahl und der Fremdenpolitik gestanden.

In seiner Rede widmete FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache viel Zeit den Flüchtlingen. „Der Halbmond ist wunderschön, wenn er am Himmel steht oder wenn er als Vanillekipferl daherkommt. Ab als Symbol für Österreich brauche ich ihn wirklich nicht“, so Strache. Sein Vorbild sei vielmehr der „ungarische Schützer der Staatsgrenzen, Viktor Orban“.

Rundumschlag gegen Regierung

Auch einen verbalen Rundumschlag gegen die Regierung („rücktrittsreif“) gab es. SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann schickte er wegen dessen verfehlter „Willkommenskultur“ umgehend „in die politische Pension“. Neo-Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) sei nicht mehr als ein „Tausendsassa des Versagens“.

Gegen die ÖVP teilte Strache ebenfalls aus: Außenminister Sebastian Kurz ist für ihn eine „minderjährige Plaudertasche“. Der Arbeitseifer von Innenministerin Johanna-Mikl Leitner, ständig Obergrenzen zu aktualisieren, von jährlich auf täglich zu stündlich, reduziere sich auf „Placebo-Forderungen“. Und zu Finanzminister Hans-Jörg Schelling hätte man früher noch sagen können: „Besser Schilling als Schelling.“

Strache rechnet mit Neuwahl im Herbst

Anwesend war bei der Rede vor 2.000 Anhängern auch Norbert Hofer, FPÖ-Kandidat für die Bundespräsidentschaftswahl. Hofer versprach, „ein Schutzherr für die Österreicher und Österreicherinnen werden zu wollen, die es ohnehin im Land schon schwer genug haben“. Strache verteidigte zudem die Weigerung Hofers, ein Fairnessabkommen für den Wahlkampf zu unterzeichnen, es sei in Wahrheit ein „Mundtot-Abkommen“.

Was die Präsidentschaftswahl angeht, so rechnet Strache wie schon zuvor Hofer damit, dass bei einer Abfuhr für die beiden Kandidaten von ÖVP und SPÖ, Andreas Kohl und Rudolf Hundsdorfer, beide Parteien „die Nerven verlieren“ und im Herbst eine Neuwahl anstehe. Die „unabhängige“ Kandidatur von Alexander van der Bellen, der zehn Jahre den Grünen vorstand, bezeichnete er hingegen als „Verhöhnung“.

Erstmals als Landeshauptmann-Stellvertreter von Oberösterreich sprach noch vor Strache Manfred Haimbuchner. Er bekannte sich zur Reduzierung der Mindestsicherung für anerkannte Asylwerber sowie zur Deutschpflicht in Schulpausen. „Der politische Rechtsruck in Europa ist die Lösung“, so Haimbuchner.

„Graue Eminenz“ und Chefcontroller im Hypo-Ausschuss

Sehr unterschiedlich sind gestern die beiden Befragungen im Hypo-U-Ausschuss ausgefallen. Erster, prominenter Zeuge war GraWe-Chef und Ex-Hypo-Aufsichtsrat Othmar Ederer, in dem mancher Abgeordnete die „graue Eminenz“ der Hypo sah. Ederer wies eine solch bedeutende Rolle seiner Person zurück - er antwortete sachlich und ausführlich, ließ sich aber nicht aus der Reserve locken.

Zugeknöpft hingegen gab sich der zweite Zeuge, Ex-Rechnungswesen-Chef Stephan Holzer. Seine vielen Erinnerungslücken brachten die Abgeordneten mitunter auf die Palme.

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PISA-Auswertung: „Sitzenbleiben“ Gift für Bildungschancen

In einer Detailauswertung zu ihrer PISA-Bildungsstudie hat sich die OECD mit den allerschwächsten Schülerinnen und Schülern beschäftigt und kommt zum Schluss: „Sitzenbleiben“ bringt aus statistischer Sicht für das Aufholen bei Bildungsdefiziten gar nichts, im Gegenteil: Das Wiederholen einer Klasse macht laut OECD alles nur noch schlimmer.

Auch sonst hat es die Auswertung in sich: Elf Prozent weisen so gravierende Schwächen auf, dass sie sich als Erwachsene in der Gesellschaft nicht werden zurechtfinden können. Auch das Profil einer fiktiven Schülerin mit den schlechtestmöglichen Bildungschancen wurde erstellt.

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Sport

ÖFB-Cup: Salzburg setzt sich bei Sturm durch

Salzburg hat auf dem Weg zum dritten Cuptitel in Folge auch die Hürde Sturm Graz genommen. Die „Bullen“ setzten sich heute bei den Steirern knapp mit 1:0 durch und komplettierten damit das Semifinale.

Der Erfolg in Graz fiel nicht unglücklich aus. Beim Goldtor profitierte das Team von Neo-Coach Oscar Garcia von einem Tormannfehler. Sturm hatte Pech bei einem Lattenschuss sowie bei einer Chance in der Schlussminute und konnte damit den 16. Sieg in Serie von Salzburg in einem Cupspiel nicht verhindern.

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Skispringen: Kraft auf Rang zwei in Trondheim

Nach seinem Sieg in Zakopane Ende Jänner hat Stefan Kraft heute zum zweiten Mal in dieser Saison den Sprung auf das Podest geschafft. Der 22-jährige Salzburger belegte in Trondheim Rang zwei. „Es waren zwei super Sprünge von mir“, jubelte Kraft.

Der Sieg ging einmal mehr an Peter Prevc. Der Slowene behielt bei schwierigen Bedingungen die Nerven und gewann überlegen. Für den Sprung des Tages sorgte aber Noriaki Kasai. Der 43-Jährige kam mit Schanzenrekord im zweiten Durchgang noch auf das Podest.

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Wirtschaft

Heta-Zahlungsstopp: Prozess um 200 Mio. Euro in Frankfurt

In den vielen Fronten um die frühere Hypo Alpe-Adria kommt es heute in Frankfurt/Main zu einem Prozess. Am dortigen Landgericht findet die erste Verhandlung einer Klage gegen die nunmehrige Heta wegen des von der FMA verhängten Zahlungsstopps statt. Die „Bad Bank“ der deutschen Hypo Real Estate, die FMS Wertmanagement, will 200 Mio. Euro von der Heta. Aus deren Sicht ist die Klage abzuweisen.

Unabhängig vom laufenden Rückkaufangebot für landesbehaftete Heta-Anleihen gibt es wegen des behördlich verhängten Heta-Zahlungsmoratoriums insgesamt neun Klagen deutscher Institute am Landgericht Frankfurt. Die neun Kläger fordern einen Nominalbetrag von 2,2 Mrd. Euro. Weitere Verhandlungstermine sind noch offen.

EU-Richtlinie zu Sanierung und Abwicklung

Basis für die heimische Rechtsmeinung und das Vorgehen ist das Bundesgesetz über die Sanierung und Abwicklung von Banken (BaSAG). Hier argumentiert die Republik damit, eine EU-Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen (BRRD) umzusetzen - das sei für die Heta anwendbar. Zudem sei das Landgericht Frankfurt unzuständig, wird in Richtung der gewünschen Klageabweisung argumentiert.

Der Zahlungsstopp gilt seit 1. März 2015 und bis 31. Mai 2016.

Euro-Finanzminister beraten über Griechenland und Portugal

Die Euro-Finanzminister sprechen heute in Brüssel über die Situation im hoch verschuldeten Griechenland und in Portugal.

Die Athener Links-rechts-Regierung und die internationalen Geldgeber ringen derzeit unter anderem um eine Pensionsreform mit erheblichen Einschnitten für die Bevölkerung. Im Gespräch sind Kürzungen von im Durchschnitt 15 Prozent für alle neuen Pensionen sowie Erhöhungen der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge.

In dem Krisenland gibt es seit Wochen erhebliche Proteste dagegen. Auch Privatisierungspläne in Griechenland stehen auf der Agenda der Finanzminister. Entscheidungen werden nicht erwartet.

Portugals Budget erst im Jänner vorgelegt

Zudem werden die Minister über den Haushalt Portugals sprechen. Wegen der Wahl und der folgenden Regierungsbildung hatte das Land den Haushaltsentwurf für das laufende Jahr erst im Jänner vorgelegt - drei Monate später als in der jährlichen EU-Budgetüberwachung üblich. Trotz Bedenken hatte die EU-Kommission zuletzt den Entwurf aus Lissabon akzeptiert.

Tesla macht elften Quartalsverlust in Folge

Der US-Elektroautopionier Tesla kommt trotz höherer Absatzzahlen nicht aus den roten Zahlen heraus.

Im Weihnachtsquartal verdreifachte sich der Verlust durch höhere Kosten nahezu auf 320,4 Millionen Dollar, wie das von Elon Musk geführte Unternehmen gestern nach Börsenschluss mitteilte. Im Vorjahreszeitraum war lediglich ein Fehlbetrag von 107,6 Millionen Dollar angefallen.

Deutlich mehr Elektroautos verkauft

Der Umsatz stieg hingegen um fast 27 Prozent auf 1,21 Milliarden Dollar. Tesla brachte in den letzten drei Monaten des Jahres deutlich mehr Elektroautos unter die Menschen. Der Autohersteller veräußerte 17.478 Fahrzeuge, darunter auch 206 Wagen der Luxusserie Model X.

Tesla kündigte an, im laufenden Jahr 80.000 bis 90.000 Stück des neuen Modells S oder Modells X ausliefern zu wollen. Allein im ersten Quartal sollen die Auslieferungen um 60 Prozent auf etwa 16.000 Fahrzeuge anziehen. Bei Anlegern kam das gut an: Im nachbörslichen Handel legte die Aktie des Unternehmens, das auch Batteriespeicher herstellt, um elf Prozent zu.

US-Notenbank-Chefin Yellen warnt vor Ölpreisen und China

Die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, will an ihrer Politik der moderaten Zinserhöhungen grundsätzlich festhalten, sieht aber Risiken durch eine schwächer gewordene US-Konjunktur und das Stottern des Wachstums in China.

„Wirtschaftliche Entwicklungen im Ausland bedeuten im Besonderen ein Risiko für das Wachstum in den USA“, sagte Yellen gestern in ihrem halbjährlichen Rechenschaftsbericht vor dem Finanzausschuss des Abgeordnetenhauses in Washington.

Sie ließ offen, ob die Risiken groß genug seien, um eine Verschiebung des Planes moderater Erhöhungen der Leitzinsen in naher Zukunft zu rechtfertigen. „Das Gremium geht davon aus, dass mit graduellen Justierungen bei der Geldpolitik die wirtschaftliche Aktivität langsam größer werden wird und dass die Signale vom Arbeitsmarkt stärker werden“, sagte Yellen.

Dämpfer für weltweite Wirtschaft

Auf den Finanzmärkten wurde mit zwei bis vier weiteren, kleineren Zinsschritten im Verlauf des Jahres 2016 gerechnet. Die nächste Gelegenheit dazu wäre bei der Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed am 16. März. Im vergangenen Dezember hatte die Fed erstmals nach sieben Jahren auf fast Nullniveau ihre Leitzinsen leicht um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Danach erlitt die weltweite Wirtschaft jedoch einen Dämpfer.

Besonders die niedrigen Öl- und Rohstoffpreise könnten zum Problem werden, sagte Yellen. „Niedrige Rohstoffpreise können finanziellen Druck in Exportländern erhöhen, besonders in den anfälligen Schwellenländern, und in rohstoffnahen Industrien in aller Welt“, sagte Yellen.

„Sollten sich einige dieser Risiken bewahrheiten, könnte sich die Wirtschaftstätigkeit im Ausland abschwächen genauso wie die Nachfrage nach Exporten aus den USA, und die Situation auf den Finanzmärkten würde sich weiter verschärfen“, betonte die Fed-Chefin.

Die Abwertung des chinesischen Renminbi habe jüngst zu Unsicherheiten geführt, wenngleich die US-Notenbank nicht von einem starken Abwärtstrend in China ausgehe. Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt in den USA und schnelleres Wachstums bei den Einkommen lösten auch positive Signale aus und erhöhten den privaten Konsum.

Chronik

Frisur missglückt: US-Bürgerin wollte Friseur erschießen

Weil sie mit ihrer neuen Frisur sehr unzufrieden war, hat eine US-Bürgerin versucht, ihren Friseur zu erschießen. Die Kundin habe nach dem Haarschnitt gestern empört den Salon im kalifornischen San Diego verlassen und sei mit einer Waffe zurückgekehrt, so die Polizei.

Drei Mal habe sie mit der geladenen Pistole auf den Friseur gezielt und abgedrückt, die Waffe habe aber jedes Mal blockiert.

Der Friseur und ein anderer Anwesender im Salon hätten die 29-jährige Frau schließlich überwältigt und festgehalten, bis die Polizei eingetroffen sei. Ihr droht nun ein Verfahren wegen versuchten Mordes.

Zugsunglück in Bayern: Polizei gegen „Spekulation“

Die Polizei in Bayern wies einen Tag nach dem verheerenden Zugsunglück in Bad Aibling mit zehn Toten Berichte über die mögliche Unfallursache zurück: Zahlreiche deutsche Medien berichteten, dass ein Fahrdienstleiter das automatische Bremssystem abgeschaltet habe, damit einer der beiden Züge, die frontal zusammenstießen, eine Verspätung aufholen kann. Ein Polizeisprecher nannte das aber reine „Spekulation“.

Mehr dazu in Begegnungspunkt nicht erreicht

Tausende Londoner Taxifahrer protestierten gegen Uber

Aus Protest gegen Konkurrenz durch den US-Fahrdienstvermittler Uber haben mehrere tausend Londoner Taxifahrer gestern ein Verkehrschaos ausgelöst.

Taxi-Protest in London gegen Uber

APA/AP/Frank Augstein

Über 8.000 Fahrer der traditionellen schwarzen Cabs blockierten hupend die Straßen im Regierungsviertel Whitehall, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Zeitweise ging gar nichts mehr.

„Regierung unternimmt nichts“

„Wir sagen nicht: Weg mit Uber“, sagte ein „Cabbie“. „Sie sollen nur dieselben Regeln befolgen wie wir.“ Ein anderer Fahrer kritisierte: „Die Regierung unternimmt nichts.“

Der umstrittene Uber-Fahrdienst, den Kunden per App bestellen können, ist in der Regel billiger als die traditionellen und geräumigen schwarzen Taxis.

Gesundheit

Religion

Aschermittwoch: Papst fordert Leben ohne Heuchelei

Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, die Fastenzeit zur Versöhnung mit Gott und den Mitmenschen zu nutzen. In der 40-tägigen Fastenzeit sollten die Menschen „das Herz und das Leben reinigen“, um die christliche Identität wiederzugewinnen, sagte er laut der katholischen Nachrichtenagentur Kathpress bei der Aschermittwoch-Messe im Petersdom.

Es gehe dabei um „die dienende Liebe und nicht um den Egoismus, der uns dient“. „Lasst euch mit Gott versöhnen!“, zitierte Franziskus den Apostel Paulus. Jesus rufe dazu auf, Gebet, Nächstenliebe und Buße „kohärent und authentisch zu leben und so die Heuchelei zu besiegen“, so Franziskus.

Aschenkreuz während der Messe

Falschheit, Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit gegenüber anderen müssten eine Absage erteilt werden, ebenso wie dem „Besessensein von materiellen Dingen“, die einen am Ende arm zurückließen, sagte der Papst. Wie üblich teilte er während der Messe das Aschenkreuz aus.

Aus Anlass des Heiligen Jahrs der Barmherzigkeit feierte Franziskus den Gottesdienst nicht wie sonst auf dem Aventin-Hügel, sondern im Vatikan. Zum Ende der Messe entsandte er mehr als 1.000 ausgewählte Priester aus aller Welt als „Missionare der Barmherzigkeit“, darunter auch mehrere Österreicher.

Science

Kultur

Nach Paris-Anschlägen: Bataclan will 2016 wieder öffnen

Der bei den Pariser Terrorattacken angegriffene Musikclub Bataclan will bis Ende des Jahres wieder öffnen. „Wir haben die Renovierung des Bataclan entschieden“, teilte das Team der Konzerthalle gestern in Paris mit. Es sollte alles getan werden, um bis Ende 2016 wieder Konzerte möglich zu machen.

Eagles of Death Metal in Paris

Das Bataclan war am 13. November von einem der drei Terrorkommandos überfallen worden. Die meisten der 130 Opfer bei den Attacken in Saint-Denis und Paris starben in dem Club, wo gerade die US-Band Eagles of Death Metal spielte.

Die Band tritt am Dienstag erstmals seit den Anschlägen wieder mit einem eigenen Konzert in Paris auf, am 22. Februar ist sie im Wiener Gasometer zu Gast.

Buch und Theaterstück: Harry Potter in der Midlife-Crisis

Im Zuge des für Sommer geplanten Londoner „Harry Potter“-Theaterstücks wird J. K. Rowlings Zauberer auch in die Buchhandlungen zurückkehren - zumindest in Großbritannien und Nordamerika. Einen Tag nach der Uraufführung des Stücks „Harry Potter and the Cursed Child“ am 30. Juli kommt der Text in den Buchhandel, wie der US-Verlag Scholastic mitteilte.

Der Text in der „Proben-Spezialedition“ könnte noch leicht von der Version abweichen, die auf der Londoner Bühne gezeigt wird. Die zweite Edition wird dann den endgültigen Text beinhalten, hieß es seitens des Verlags, der für die Nordamerika-Ausgabe verantwortlich zeichnet.

Harry Potter als Vater

Das Stück wird einen erwachsenen, überlasteten Harry als Angestellten des Zauberministeriums zeigen, der drei Kinder im schulfähigen Alter hat und den die Vergangenheit immer wieder heimsucht.

Insgesamt wird die zweiteilige Inszenierung über 30 Charaktere beinhalten, einer davon ist Harrys jüngster Sohn Albus, der ebenfalls mit der Last des familiären Erbes zu kämpfen hat.

Die Voraufführungen sind für den 7. Juni im Palace Theater im Londoner West End angesetzt, bevor am 30. Juli die Premiere beider Teile folgt. Die Autorin der „Harry Potter“-Buchserie ist einer von drei Autoren des Theaterstückes.

IT

Zahl der Twitter-Nutzer wächst nicht mehr

Twitter hat im vergangenen Quartal aktive Nutzer verloren. Auf dem Markt war mit einem wenigstens kleinen Wachstum gerechnet worden, die bereits schwer gebeutelte Aktie verlor gestern im nachbörslichen Handel zeitweise mehr als 13 Prozent. Später flachte das Minus auf gut vier Prozent ab.

Twitter meldete für das vierte Quartal 305 Millionen aktive Nutzer, wenn man die Abonnenten eines SMS-Dienstes herausrechnet. Das war ein Rückgang von zwei Millionen binnen drei Monaten. Analysten hatten dagegen einen Zuwachs von zwei Millionen erwartet. Zusammen mit dem SMS-Dienst stagnierte die Nutzerzahl bei 320 Millionen, während an der Börse mit einem Anstieg auf 323 Millionen gerechnet worden war.

Verlust von 90,2 Millionen Dollar

Das einst rasante Wachstum der Nutzerzahlen bei Twitter hatte sich bereits im vergangenen Jahr drastisch verlangsamt, und alle Versuche, es wieder in Schwung zu bringen, blieben bisher erfolglos. Das bremst auch das Geschäft, denn Twitter setzt auf Werbung wie von Firmen bezahlte Twitter-Nachrichten.

Im vergangenen Quartal gab es einen Verlust von 90,2 Millionen Dollar nach einem Minus von 125,3 Millionen ein Jahr zuvor. Im gesamten Jahr verlor Twitter wieder mehr als eine halbe Milliarde Dollar. Der Quartalsumsatz wuchs um 48 Prozent auf 710 Millionen Dollar, wie Twitter gestern nach US-Börsenschluss mitteilte.

Sicherheitsexperten warnen vor Lernspielzeug

IT-Sicherheitsexperten warnen vor Lernspielzeug des Anbieters VTech aus Hongkong, der vor Kurzem Ziel eines Hackerangriffs war. Grund für die Warnung sind laut einem Bericht der BBC die nach dem Angriff geänderten Geschäftsbedingungen, wonach Eltern bei künftigen derartigen Angriffen die Verantwortung übernehmen sollen.

VTech sagte gegenüber der BBC, kein Anbieter könne zu 100 Prozent garantieren, niemals gehackt zu werden. Derartige Einschränkungen seien durchaus üblich, so eine Sprecherin. Von dem Angriff im vergangenen Jahr waren die Profile von fast 6,4 Millionen Kindern betroffen.

Kritik an den neuen Geschäftsbedingungen äußerte erstmals ein australischer Sicherheitsforscher, der der Aussage von VTech widersprach, wonach der Angriff ausgeklügelt war. Weitere Sicherheitsexperten bezeichneten die neuen Geschäftsbedingungen als „arrogante und abschätzige“ Antwort des Anbieters. Ein Anwalt bezeichnete das Vorgehen VTechs als ungewöhnlich und „eigenartig“.