Letzte Meldung

Medien: Flüchtlingsboot vor Lampedusa gekentert

Ein Flüchtlingsboot mit etwa 650 Migranten an Bord soll Medienberichten zufolge südlich der italienischen Insel Lampedusa gekentert sein. Rettungskräfte waren heute unterwegs in das Gebiet im Mittelmeer, wie die „Times of Malta“ meldete. Der Notruf sei in der Nacht ausgelöst worden, als ein Handelsschiff das in Seenot geratene Boot entdeckte. Ob bei dem Unglück Menschen ums Leben gekommen sind, war zunächst unklar.

Auch die italienische Küstenwache brachte am Wochenende weiter Migranten in Sicherheit. Immer wieder kamen Boote mit Flüchtlingen an den italienischen Küsten an. Allein in der vergangenen Woche sollen es etwa 11.000 Menschen gewesen sein. Seit Anfang des Jahres sind laut UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) mehr als 900 Menschen bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer gestorben.

Ausland

Hungersnot in Niger droht

Wegen Ernteausfällen ist im westafrikanischen Niger nach Regierungsangaben die Ernährung von mehr als zweieinhalb Millionen Menschen nicht sichergestellt. Für gut 400.000 Menschen sei die Gefahr einer Lebensmittelknappheit besonders hoch, sagte Landwirtschaftsminister Maidagi Allambeye gestern vor Abgeordneten.

Flüchtlinge verschärfen Situation

Als Gründe für die Ernteausfälle nannte Allambeye unter anderem Dürreperioden und Überschwemmungen. Zusätzlich angespannt sei die Lage, weil etwa 200.000 Menschen aus den Nachbarländern Nigeria und Mali auf der Flucht vor radikalen Islamisten im Niger Schutz suchten.

Die Regierung habe ein Projekt zur Bewässerung von 130.000 Hektar Land gestartet und hoffe auf zusätzliche 500.000 Tonnen an Nahrungsmitteln, so Allambeye.

Der Niger ist ein trockenes und armes Land mit einer schnell steigenden Bevölkerungszahl, in dem es immer wieder Lebensmittelkrisen gibt.

Jemen weist iranischen Friedensplan zurück

Der Jemen hat den Friedensplan für das Land abgelehnt, den der Iran bei den Vereinten Nationen (UNO) vorgelegt hatte. „Wir weisen die iranische Initiative zurück“, sagte Regierungssprecher Rajeh Badi gestern der Nachrichtenagentur Reuters. Es handele sich bei dem Vorstoß nur um ein „politisches Manöver“.

Der Iran hatte einen Plan vorgelegt, der eine sofortige Feuerpause, ein Ende aller militärischen Angriffe, humanitäre Hilfe und die Rückkehr zu einem Dialog zum Aufbau einer Regierung der nationalen Einheit im Jemen fordert. Westliche Regierungen und arabische Diplomaten hatten sich aber zurückhaltend geäußert und erklärt, der Iran sei kein neutraler Friedensmakler.

Vorwurf der Einmischung

Der Jemen und Saudi-Arabien werfen dem Iran die Einmischung in jemenitische Angelegenheiten vor, um die Region zu dominieren. Der Iran wies das ebenso zurück wie den Vorwurf, den Huthi-Rebellen direkte militärische Hilfe zu gewähren.

Die schiitischen Huthi-Milizen übernahmen die Kontrolle über weite Teile des Jemen. Präsident Abd Rabbu Mansur Hadi setzte sich ins benachbarte Saudi-Arabien ab. Das Königreich und andere sunnitische Staaten versuchen nun, mit Luftangriffen die Huthis zurückzudrängen.

Dramatische Lage für Zivilbevölkerung

Für die Zivilbevölkerung wird die Lage der UNO zufolge immer schlimmer. Etwa 7,5 Millionen Menschen benötigten Hilfe, 150.000 Menschen seien auf der Flucht. Im Zeitraum vom 19. März bis zum 13. April wurden fast 800 Tote registriert. Die tatsächliche Zahl dürfte aber viel höher liegen.

Zypern-Türken wählen neuen Präsidenten

Die Zypern-Türken wählen heute ein neues Oberhaupt. Etwa 176.000 Einwohner der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahllokale öffneten um 7.00 Uhr (MESZ) für zehn Stunden. Dem Amtsinhaber Dervis Eroglu stehen sechs Herausforderer gegenüber. Der Wahlkampf wurde von der Frage nach dem zukünftigen Status der Türkischen Republik Nordzypern und der Beziehung zu den griechischen Zyprern dominiert.

Zypern ist seit einem griechisch-zyprischen Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention seit 1974 geteilt. Die 1982 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern wird nur von Ankara anerkannt. Etwa tausend UNO-Blauhelme überwachen die Waffenstillstandslinie, die durch Europas letzte geteilte Hauptstadt Nikosia verläuft. Im Norden der Insel sind Zehntausende türkische Soldaten stationiert.

Plan zur Wiedervereinigung gescheitert

Die Republik Zypern trat 2004 der EU bei. Völkerrechtlich ist die ganze Mittelmeerinsel Mitglied der Europäischen Union. Einen UNO-Plan zur Wiedervereinigung hatten die griechischen Zyprer im April 2004 mehrheitlich abgelehnt, während die meisten türkischen Zyprer dafür gestimmt hatten.

Der UNO-Sonderbeauftragte für Zypern kündigte Anfang April an, dass die Verhandlungen über eine Wiedervereinigung der Insel nach sechsmonatiger Unterbrechung „in einigen Wochen“ wieder aufgenommen werden sollen.

Angriff auf Zentrale von türkischer Kurdenpartei in Ankara

Unbekannte haben einen Anschlag auf die Zentrale der türkischen Kurdenpartei HDP in Ankara verübt. In der Nacht auf gestern gaben die Angreifer aus einem Auto heraus mit Gewehren mehrere Schüsse auf das Gebäude ab, wie ein Sprecher der Partei berichtete.

Wachleute vor dem Gebäude schossen zurück, worauf die Angreifer die Flucht ergriffen. Verletzt wurde dabei niemand. Laut dem staatlichen Fernsehsender TRT wurden zwei Verdächtige festgenommen.

Davutoglu: „Angriff auf unsere Demokratie“

Der HDP-Abgeordnete Sirri Süreyya Önder sprach von einer Provokation im Vorfeld der Parlamentswahl im Juni. Die Regierung verurteilte den Anschlag. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sprach von einem Angriff „auf unsere Demokratie und Stabilität“ und versicherte, es werde alles getan, um die Täter zu fassen. Sein Stellvertreter Yalcin Akdogan sprach von einem Versuch, Spannungen zu schüren.

Bei der Parlamentswahl am 7. Juni hofft die Kurdenpartei, erstmals die Zehnprozenthürde für den Einzug ins Parlament zu überspringen. Damit könnte sie verhindern, dass die regierende AKP die für Verfassungsänderungen zur Einführung eines Präsidialsystems notwendige Zweidrittelmehrheit erhält.

Palästinenser bauten Schiff aus Plastikflaschen

Auf der Suche nach einem Zeitvertreib haben sich fünf junge Palästinenser im von Israel zu Land und zu Wasser abgeriegelten Gazastreifen mit gebrauchten Plastikflaschen etwas mehr Freiheit verschafft: Aus fast tausend grünen Flaschen bauten sich die Männer über mehrere Monate hinweg ein vier Meter langes und zwei Meter breites Boot, das mit seiner palästinensischen Flagge an der Küste nun für Aufmerksamkeit sorgt.

Zusammengehalten werden die Flaschen von einem Rahmen, den die Tüftler aus Altmetall bauten. Ihre Ausgaben lagen bei rund 500 Dollar (gut 460 Euro).

„Aus der Bedrückung ausbrechen“

„Wir wollten aus der Bedrückung, die aus dem Festsitzen im Gazastreifen resultiert, ausbrechen“, sagte Bahaa Obeid, ein 25-jähriger Elektriker, der das Boot zusammen mit seinem gleichaltrigen Cousin Mohammed Obeid, einem ausgebildeten Anwalt, und drei weiteren Freunden baute. Die Arbeiten hätten allerdings einige Monate gedauert, „weil wir nur sechs Stunden am Tag Strom hatten“.

„Nun können wir zum Fischen oder für eine Bootstour in See stechen“, fügte Mohammed Obeid hinzu. Ihr Schiff sei im Gazastreifen „etwas Neues, vielleicht auch Bizarres“. Auf das Mittelmeer dürfen die Palästinenser nur in einer Zone von sechs Seemeilen vor der Küste hinausfahren, bevor sie von der israelischen Marine abgefangen werden.

30.000 demonstrierten in Warschau für mehr Lohn

Zehntausende Menschen haben gestern in Warschau für Arbeit und mehr Lohn demonstriert. Die Polizei gab die Zahl der Teilnehmer mit 30.000 an. Sie folgten einem Aufruf der Gewerkschaften und trafen aus allen Teilen Polens in der Hauptstadt ein.

Vier Marschkolonnen in den Nationalfarben Rot und Weiß passierten auf verschiedenen Routen die Ministerien für Finanzen, Bildung und Arbeit. Sammelpunkt am Ende des Sternmarsches war der Sitz der Regierungschefin Ewa Kopacz, die aber zu der Zeit in Italien weilte.

Auf Transparenten und Plakaten forderten die Demonstranten „gutes Geld für gute Arbeit“, ein Ende der Schulschließungen, höhere Mindestlöhne sowie Reformen bei Pensionen und Steuern. Unter den Demonstranten waren unter anderem Lehrkräfte, Bergarbeiter und Feuerwehrleute.

Inland

Hypo-U-Ausschuss: Bures kritisiert holprigen Start

Die Vorsitzende des Hypo-U-Ausschusses und Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) hat gestern den holprigen Start des Ausschusses im Ö1-„Journal zu Gast“ vehement kritisiert. Durch die Anlaufschwierigkeiten seien die zwei Zielsetzungen unterlaufen worden - nämlich die Aufklärung des Finanzskandals und das Zurückgewinnen in das Vertrauen der Politik. Bisher sei diese Entwicklung entgegengesetzt.

Bures sprach sich gegen die bisherige Geheimniskrämerei bei Namenslisten und dem Schwärzen bei Akten und Unterlagen aus. Generell gelte es größtmögliche Transparenz walten zu lassen.

Mehr dazu in Bures für „größtmögliche Transparenz“

Sport

Wirtschaft

Draghi: Gerüstet gegen Übergreifen der Griechenland-Krise

Die Euro-Zone ist EZB-Chef Mario Draghi zufolge inzwischen besser vorbereitet auf ein mögliches Übergreifen der Krise in Griechenland auf andere Länder des Währungsraums. „Wir sind heute besser gerüstet als 2012, 2011 oder 2010“, sagte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) gestern am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington.

„Haben gelernt, Mauern zu errichten“

Ähnlich äußerte sich dort der französische Finanzminister Michel Sapin. „Wir sind ganz sicher nicht mehr in der gleichen Situation wie vor vier oder fünf Jahren.“ Sollte etwas Dramatisches passieren, werde es für Griechenland und seine Bürger ernst werden, nicht für die anderen Länder der Euro-Zone. „Wir haben gelernt, Mauern zu errichten, um uns selbst zu schützen (...)“ Europa habe sich selbst vor Turbulenzen geschützt. „Gefährlich wird es für Griechenland.“

Das vom Kapitalmarkt weitgehend abgeschnittene Land braucht dringend Geld. Die neue griechische Regierung streitet aber seit Monaten mit den Euro-Partnern und dem IWF über Bedingungen für weitere Hilfskredite. Griechenland wird seit 2010 mit insgesamt 240 Milliarden Euro vor der Staatspleite bewahrt.

Mahnung zu Haushaltsdisziplin

Draghi forderte die Länder der Euro-Zone auf, in ihren Bemühungen um Schuldenabbau nicht nachzulassen. „Die Flexibilität innerhalb des Stabilitäts- und Wachstumspakts sollte weise genutzt werden und nicht zu erhöhten Risiken führen, was die Tragfähigkeit der Schulden betrifft.“ In einer Erklärung für die 31. Tagung des Internationalen Währungs- und Finanzausschusses (IMFC) in Washington, die am Freitag veröffentlicht wurde, befand Draghi weiters, Länder sollten nicht für wirtschaftliche Schocks in der Zukunft anfällig werden.

Nach Einschätzung des EZB-Präsidenten stehen viele Euro-Länder noch vor erheblichen Aufgaben, um hohe Schuldenquoten zu verringern und tragfähige Haushalte sicherzustellen. Es sei wichtig, dass die Euro-Länder jetzt ausreichend Fortschritte hin zu ihren mittelfristigen Haushaltszielen machten.

Kreml dementiert: Keine Finanzhilfe für Athen

Griechenland kann nach Kreml-Angaben nicht mit Finanzhilfen aus Russland rechnen. Es habe keine entsprechenden Absprachen zwischen Präsident Wladimir Putin und dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras beim Treffen Anfang April gegeben, sagte Kremlsprecher Dimitri Peskow gestern dem Radiosender Business FM. Moskau habe keine konkrete Finanzhilfe angeboten, und Athen habe keine beantragt.

Bei ihrem Treffen hätten Putin und Tsipras aber durchaus über eine Zusammenarbeit im Energiebereich gesprochen. Putin hat dem krisengeschüttelten EU-Staat Hunderte Millionen Euro an Transitgebühren in Aussicht gestellt, wenn er sich an der Gaspipeline „Turkish Stream“ beteiligt. Auch aus China will Athen Geld lukrieren.

Mehr dazu in Schnelles Geld für Staatskasse

Winterkorn sagt Auftritt bei Automesse in Schanghai ab

Kein schneller Auftritt nach dem Machtkampf: Volkswagen-Chef Martin Winterkorn wird bei einer großen VW-Veranstaltung vor dem Beginn der Automesse in Schanghai fehlen. „Herr Winterkorn hat sich wegen eines grippalen Infekts dazu entschieden, nicht nach Asien zu reisen“, sagte Konzernsprecher Andreas Lampersbach heute. China-Chef Jochem Heizmann werde ihn vertreten. Der hatte zuvor bereits angedeutet, dass Winterkorns fest eingeplanter Auftritt auf der Kippe stehe.

Erst gestern hatte der Kern des Aufsichtsrats eine sieben Tage lang schwelende Führungskrise beendet, nachdem VW-Patriarch Ferdinand Piëch den Manager öffentlich kritisiert und damit dessen Zukunft im Konzern infrage gestellt hatte. Das Gremium will den Vertrag mit Winterkorn nun sogar über 2016 hinaus verlängern.

„Mehrheit ist gegen Piëch“

Nach dem verlorenen Machtkampf gegen Winterkorn sieht sich Piëch in dem Gremium offenbar einer breiten Front von Gegnern gegenüber. „Die Mehrheit ist gegen Piëch“, zitierte die „Bild am Sonntag“ aus Berlin einen Aufsichtsrat. Demnach wollen neben den zehn Arbeitnehmervertretern auch die jeweils zwei Aufsichtsräte des Landes Niedersachsen und der Porsche-Familie Piëch abwählen. Das wären 14 der 20 Aufsichtsräte.

„Neue Normalität“ auf chinesischem Automarkt

Die Aussichten der europäischen Hersteller auf dem größten Automarkt der Welt in China sind in diesem Jahr „nicht so rosig“. Der Wettbewerb werde härter, auch steige der Preisdruck, sagte Cui Dongshu, Chefökonom der chinesischen Vereinigung der Personenwagenindustrie, heute vor Eröffnung der Automesse in Shanghai.

Nach seiner Einschätzung wird der Oberklassemarkt, wo besonders die deutschen Hersteller vertreten sind, in diesem Jahr mit nur noch sieben oder acht Prozent langsamer wachsen als der Gesamtmarkt. Bisher hatten Experten mehr als zehn Prozent vorhergesagt. „Der Druck ist enorm“, sagte Cui Dongshu. „Der Luxusmarkt war bisher immer schneller als der gesamte Markt gewachsen, aber in diesem Jahr ist das Wachstum langsamer.“

Chinesische Hersteller profitieren

In der „neuen Normalität“ in China schlage das langsamere Wirtschaftswachstum jetzt auch auf den Automarkt durch. Von der neuen Situation profitierten besonders chinesische Hersteller mit günstigeren Modellen. „Sie erleben einen zweiten Frühling.“ Ihr Marktanteil habe sich spürbar verbessert.

Das Wachstum verlagere sich von den wohlhabenden Städten im Osten nach Zentral- und Westchina, wo die Kunden „praktische Autos“ suchten - mit Platz, bequemen Sitzen und Straßentauglichkeit. Chinesische Hersteller böten heute viele Geländewagen an, deren Absatz im ersten Quartal allein um fast 50 Prozent zugenommen habe. Deutsche Marken wie Volkswagen hätten kein ausreichendes Angebot dafür. „Deswegen ist ihr Geschäft auch so eingebrochen.“

Chronik

Mann zwischen Traktor und Stapler eingeklemmt - tot

Zu einem tödlichen Arbeitsunfall ist es gestern Nachmittag im Gemeindegebiet Göllersdorf, Bezirk Hollabrunn (NÖ), gekommen. Ein 55-jähriger Mann wurde zwischen Traktor und Stapler eingeklemmt. Er erlitt tödliche Verletzungen, teilte die Polizei Niederösterreich mit.

Der Mann war auf seinem landwirtschaftlichen Anwesen mit der Beladung eines auf seinem Traktor montierten Düngerstreuers beschäftigt. Dazu hob er mit einem Stapler den Düngersack an und befüllte das Streugerät. Aus bisher unbekannter Ursache kam der Traktor ins Rollen und der Mann wurde dadurch eingeklemmt.

Tote nach Festnahme von Drogenboss in Mexiko

Nach der Festnahme eines Drogenbosses im Norden Mexikos sind bei anschließenden Kämpfen zwischen Polizei und Bandenmitgliedern drei Menschen getötet worden. Zwei Polizisten seien bei den Feuergefechten in der nordmexikanischen Grenzstadt Reynosa zudem verletzt worden, bestätigte gestern der nationale Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido.

Bei dem Anführers des Golfkartells handelt es sich laut Rubido um Jose Tiburcio Hernandez Fuentes, alias „El Gafe“. Nach seiner Festnahme hätten rund 60 Bandenmitglieder in Reynosa einen Befreiungsversuch unternommen.

Örtlichen Medienberichten zufolge zündeten die Angreifer Fahrzeuge an und blockierten Straßen. Bei den Getöten handele es sich um „bewaffnete Zivilisten“.

Kartelle kontrollieren Drogenschmuggel

Hernandez war nach Angaben der Behörden Anführer eines bewaffneten Arms des Golfkartells in Reynosa. Er wird unter anderem des mehrfachen Mordes bei Machtkämpfen innerhalb des Drogensyndikats beschuldigt.

In Mexiko tobt seit vielen Jahren ein blutiger Drogenkrieg. Mächtige Kartelle kontrollieren den Schmuggel südamerikanischen Kokains in die USA, die nordmexikanischen Grenzstädte sind strategische Punkte auf den Schmuggelrouten.

2,25 Tonnen Kokain in Karibik beschlagnahmt

Der französische Zoll hat auf einem Segelschiff vor der Antilleninsel Martinique 2,25 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Es handelt sich nach Angaben des französischen Finanzministeriums von gestern um einen rekordverdächtigen Fund.

Die Fracht sei bereits am Mittwoch 200 Kilometer vor der Insel in der Karibik auf einem Schiff unter falscher Flagge entdeckt worden. Drei Menschen an Bord wurden demnach festgenommen. Die französische Nachrichtenagentur AFP zitierte einen lokalen Behördenchef, laut dem die beschlagnahmte Ware etwa 70 Millionen Euro Schwarzmarktwert haben könnte.

Bei der Aktion wurde der französische Zoll von britischen und spanischen Kollegen unterstützt. Im Jahr 2014 beschlagnahmte der französische Zoll insgesamt 6,6 Tonnen Kokain.

Gesundheit

Nigeria: 18 Tote durch mysteriöse Krankheit

In Nigeria sind nach Behördenangaben mindestens 18 Menschen an einer mysteriösen Krankheit gestorben. Weitere fünf Menschen seien erkrankt, sagte gestern der Chef der Gesundheitsbehörde des Bundesstaates Ondo, Dayo Adeyanju.

Nach Behördenangaben brach die Krankheit Anfang der Woche in der Stadt Ode-Irele im Südosten des Landes aus. Die Betroffenen litten unter Kopfschmerzen, verschwommener Sicht und Bewusstlosigkeit und starben binnen eines Tages nach Ausbruch der Krankheit. In Labortests seien Ebola oder andere bekannte Viren ausgeschlossen worden, sagte ein Sprecher der Regierung von Ondo.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach eigenen Angaben bisher Informationen über 14 Fälle mit mindestens zwölf Toten. Blut- und Urinproben seien zur Untersuchung an die Universitätsklinik in Lagos gesandt worden.

Science

Heli vs. Trampolin: US-Firmen wollen Raketen einfangen

Die Weltraumforschung erlebt nach mageren Jahren wieder einen Boom. Doch auch hier muss gespart werden. So sollen Raketenteile, die bisher beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglüht sind oder beim Aufprall auf der Erde zerstört wurden, rechtzeitig aufgefangen werden, um sie wiederverwenden zu können.

Zwei große Technologiekonzerne liefern einander derzeit ein Wettrennen um die beste Technologie. Doch das aufwendige „Recycling“ rechnet sich nur, wenn der Bedarf an Altteilen auch groß genug ist.

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Religion

Turiner Grabtuch erstmals seit fünf Jahren ausgestellt

Zum ersten Mal seit fünf Jahren ist ab heute das Turiner Grabtuch wieder für die Öffentlichkeit zu sehen. Bis zum 24. Juni wird das gut vier mal ein Meter große Leinentuch - eine der bedeutendsten Reliquien der Christenheit - in der Kathedrale der norditalienischen Stadt Turin zu bestaunen sein.

Das Tuch zeigt das Körperbildnis eines Menschen. Viele Christen halten es für das Tuch, in das Jesus nach seiner Kreuzigung gewickelt wurde. Wissenschafter wiesen jedoch nach, dass das Tuch erst im Mittelalter hergestellt wurde.

Wer in den kommenden 67 Tagen einen Blick darauf werfen möchte, muss dafür einen Termin reservieren. Bis heute hatten dies schon eine Million Menschen getan.

Kultur

Leute

„Waldmopszentrum“ zu Ehren Loriots eröffnet

Sie schnüffeln, liegen, sitzen: Bronzene gehörnte Waldmöpse bilden das „Waldmopszentrum“ im deutschen Brandenburg/Havel. Die Geburtsstadt Loriots setzt damit ihrem Ehrenbürger Vicco von Bülow (1923-2011) ein Denkmal, das sich an seinen Sketch über den „Wilden Waldmops“ anlehnt.

Gestern eröffnete der Vorsitzende des Kulturvereins Brandenburg, Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier, die Kunstinstallation anlässlich der Bundesgartenschau in der Havelregion.

„Ein Leben ohne Mops ist sinnlos“

Die Anlage besteht aus einem Rudel gehörnter Bronzewaldmöpse, einem Sockel mit den Fußabdrücken Loriots und Informationstafeln. Acht Bronzefiguren waren ursprünglich geplant, sechs weitere wurden gestiftet. Sie sollen nach und nach gefertigt und aufgestellt werden.

„Ich bin schon dabei, die nächsten Objekte zu modellieren“, so die Berliner Künstlerin Clara Walter. Sie hatte sich in einem Wettbewerb durchgesetzt und die Plastiken in Handarbeit geschaffen.

Von Loriot stammt der Satz: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ In seinem Sketch hatte er einst über den „Wilden Waldmops“ referiert, der ein kleines Geweih trage und vereinzelt in unbewohnten Waldungen Nordschwedens lebe. Auch Stuttgart, wo der Humorist zur Schule ging, hat ein Denkmal: Dort thront auf einer Loriot-Gedächtnissäule ein Bronzemops.