Ausland

EU-Grenzkontrollen kosten bis zu 18 Mrd. Euro pro Jahr

Eine flächendeckende Wiedereinführung von Grenzkontrollen im Schengen-Raum könnte nach Berechnungen der EU-Kommission pro Jahr bis zu 18 Milliarden Euro verschlingen. Schätzungen zufolge würden die langfristige und systematische Einführung von Kontrollen zwischen fünf und 18 Milliarden Euro allein an direkten Kosten verursachen, warnte die Brüsseler Behörde am Mittwoch.

„Sollte der in Gang gesetzte Prozess die wirtschaftliche Integration, inklusive das ordnungsgemäße Funktionieren der Wirtschafts- und Währungsunion gefährden, könnten die indirekten Kosten mittelfristig dramatisch höher sein als die direkten Kosten“, erklärte die EU-Kommission in einem 22-seitigen Papier an das EU-Parlament und den EU-Rat.

Auswirkungen weit über Transportsektor hinaus spürbar

Das wahrscheinlichste Szenario seien Extra-Kosten in Höhe von 7,1 Milliarden Euro. Davon resultierten 3,4 Milliarden Euro aus zusätzlichen Wartezeiten von einer Stunde für Lkw sowie 2,6 Milliarden Euro aus längeren Fahrtzeiten und Staus für Pkw-Fahrer. Auf die Mitgliedsländer kämen in diesem Szenario zudem 1,1 Milliarden Euro an Kosten wegen der Einführung der Kontrollen hinzu.

Nach den Annahmen der EU-Kommission wären die Auswirkungen weit über den Transportsektor hinaus spürbar, da auch Umfang und Kosten für den Warenhandel sowie die Leistungsfähigkeit der europäischen Logistikbranche betroffen seien. Auch der Arbeitsmarkt werde in Mitleidenschaft gezogen, da im Schengen-Raum ein Prozent der Beschäftigten in einem Nachbarland einen Job hätten und künftig Grenzkontrollen über sich ergehen lassen müssten. Auf die Tourismusbranche kämen Simulationen zufolge im Falle einer möglichen Zersplitterung der Visa-Regeln Einbußen zwischen zehn und 20 Milliarden Euro zu.

NATO plant weitere Aufrüstung im Osten

Die NATO will als Reaktion auf die Politik von Russlands Präsident Wladimir Putin zusätzliche Truppen ins östliche Bündnisgebiet schicken. Die Verteidigungsminister der Allianz beschlossen heute in Brüssel, entsprechende Pläne voranzutreiben. Sie sollen bis zum nächsten NATO-Gipfel im Sommer in Warschau abgeschlossen sein.

Die zusätzliche NATO-Präsenz soll nach Angaben von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg über eine multinationale Truppe organisiert werden, über deren Stärke und Zusammensetzung noch entschieden werden muss. Der multinationale Ansatz solle deutlich machen, dass ein Angriff gegen einen Alliierten als Angriff gegen alle Alliierten gewertet werde.

Bis zu 1.000 Soldaten pro Land

Nach Angaben aus Bündniskreisen ist im Gespräch, pro Land bis zu 1.000 Bündnissoldaten zu stationieren. Als Standorte sind neben den baltischen Staaten Lettland, Estland und Litauen auch Polen, Bulgarien und Rumänien vorgesehen.

In diesen Ländern baut die NATO bereits seit dem vergangenen Jahr regionale Hauptquartiere. Sie sind allerdings lediglich mit wenigen Dutzend Soldaten besetzt.

Anti-Terror-Reform passiert Frankreichs Parlament

Die französische Nationalversammlung hat die nach den Pariser Anschlägen vom 13. November angestrebte Verfassungsänderung mit klarer Mehrheit gebilligt. Für das umstrittene Vorhaben von Staatschef Francois Hollande stimmten heute 317 Abgeordnete, es gab 199 Nein-Stimmen.

Die Verfassungsreform muss nun in den Senat. Letztlich müssen Abgeordnete und Senatoren bei einer gemeinsamen Sitzung mit einer Dreifünftelmehrheit für die Verfassungsänderung stimmen.

Entzug der Staatsbürgerschaft

Mit der Verfassungsänderung will Hollande den nach den Anschlägen mit 130 Toten ausgerufenen Ausnahmezustand, der den Behörden in Krisenzeiten umfassende Befugnisse einräumt, in die französische Verfassung aufnehmen.

Zugleich soll in der Verfassung die Möglichkeit festgehalten werden, Franzosen nach einer Verurteilung wegen terroristischer Taten auszubürgern. Insbesondere dieser Punkt sorgt seit Wochen für heftigen Streit. Bei den regierenden Sozialisten gibt es viele Gegner des Vorhabens.

Türkei wirft Moskau und Assad „ethnische Säuberung“ vor

Angesichts des Vormarsches der syrischen Armee auf die Großstadt Aleppo hat die Türkei Russland eine Vertreibung der Bevölkerung vorgeworfen.

„Das syrische Regime und Russland betreiben absichtlich ethnische Säuberungen, sodass nur noch Regimeanhänger übrig bleiben“, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu heute bei einem Besuch in Den Haag.

Russland ist einer der wichtigsten Verbündeten des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad und hilft dessen Armee seit dem vergangenen Jahr mit Luftangriffen. Seitdem sind die Streitkräfte wieder in der Offensive.

Syrische Kurden eröffnen Büro in Moskau

Die syrischen Kurden eröffneten indessen ein ständiges Büro in Moskau. Die Vertretung im Osten der russischen Hauptstadt werde als Nichtregierungsorganisation gewertet, wie die Agentur TASS heute meldete. „De facto ist das aber wie eine Botschaft“, meinte der Kurdenvertreter Farchat Patijew. Ähnliche Büros seien in Deutschland und Frankreich geplant.

Die Kurden sind eine der Konfliktparteien im syrischen Bürgerkrieg. Politisch sind sie in der Partei der Demokratischen Union (PYD) organisiert. Sie kämpfen im Norden des Landes nach eigener Darstellung vor allem gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Kurden und Regimetruppen bekämpfen einander Beobachtern zufolge normalerweise aber nicht.

Streit über Kurden

Russland besteht darauf, dass die PYD an den Friedensverhandlungen in der Schweiz teilnimmt. Gegner der syrischen Regierung, darunter auch die Türkei, lehnen das ab. Sie sehen in der Gruppe keine Opposition zum syrischen Machthaber Assad.

Zwischen den USA und der Türkei schwelt seit Monaten ein Streit über die Rolle der Kurden im syrischen Bürgerkrieg. Denn auch die USA unterstützen die PYD und ihren bewaffneten Arm, die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), militärisch.

Aus Sicht Ankaras sind PYD und YPG „terroristische Organisationen“ und stehen auf einer Stufe mit der in der Türkei aktiven, aber verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die nach einer Kurdenautonomie strebt.

Mindestens elf Tote bei Selbstmordanschlag in Kamerun

Bei zwei Selbstmordanschlägen der islamistischen Terrormiliz Boko Haram im Norden Kameruns sind nach Militärangaben elf Menschen getötet worden.

Bei den Attentaten in Nguetchewe nahe der nigerianischen Grenze wurden auch rund 20 Menschen verletzt, wie ein Militärangehöriger heute sagte. Die zwei Attentäterinnen hätten sich bei einer Totenwache als Angehörige ausgegeben und unter die Trauernden gemischt, bevor sie ihre Sprengsätze zündeten.

Kamerun wurde zuletzt häufiger Ziel von Angriffen der sunnitischen Terrorgruppe aus dem benachbarten Nigeria. Knapp 1.200 Menschen wurden nach Angaben der Regierung seit 2013 in Kamerun bei Attentaten und Angriffen der Boko Haram getötet.

EU und NATO kämpfen gemeinsam gegen Cyberterrorismus

Die Europäische Union und die NATO arbeiten im Kampf gegen Cyberterrorismus künftig zusammen. „Unsere Krisenreaktionsteams erhalten einen strukturierten Rahmen für den Austausch von Informationen und bewährten Abwehrpraktiken“, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg heute in Brüssel. Die EU sprach von einem Meilenstein.

Die Kooperationsvereinbarung soll helfen, Staaten besser vor Attacken aus dem Netz zu schützen und darauf zu reagieren. Hintergrund ist die wachsende Sorge, Terroristen könnten mit gezielten Attacken über das Internet wichtige Infrastruktur wie Flughäfen oder Kraftwerke angreifen. Viele Staaten stecken derzeit enorme Summen in die Abwehr von Cyberattacken.

Inland

Erste Hercules-Abschiebungen „binnen Monatsfrist“

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) rechnet damit, dass „binnen Monatsfrist“ die ersten Abschiebungen mit den Hercules-Maschinen des Bundesheeres erfolgen werden. Das sagte er heute bei einer Besichtigung eines der Flieger im Hangar 67 im Fliegerhorst Vogler in Hörsching (Oberösterreich).

Das österreichische Bundesheer verfügt über drei Maschinen des Typs C-130K Hercules - sie sind alle in Hörsching stationiert. Eine vierte dient als Ersatzteillager. Hercules-Maschinen werden in erster Linie für Material-, aber auch für Personaltransporte im Zuge von Auslandseinsätzen verwendet. Maximal 92 Passagiere finden Platz. Bei zwangsweisen Abschiebungen „muss man die Maschinen adaptieren, da werden es weniger sein“, erwartet Doskozil.

Zu den Kosten hielt sich der Minister bedeckt: Derzeit stünden 800 Flugstunden auf dem Plan, man könne - abgesehen vom Treibstoff - ohne Mehrkosten auf 1.200 aufstocken. Er gehe daher davon aus, dass die Abschiebungen mit der Hercules „wesentlich billiger“ kommen werden als mit Linien- oder Chartermaschinen.

Weniger Flüchtlinge für Österreich aus EU-Verteilsystem

Die EU-Kommission will rund ein Drittel weniger Flüchtlinge als bisher geplant aus dem EU-Verteilsystem nach Österreich schicken. Die Maßnahme ist auf ein Jahr befristet und sei jener von Schweden vergleichbar, das im Dezember ebenfalls eine Aufhebung um ein Jahr zugestanden erhielt.

Bis jetzt keine einzige Umverteilung nach Österreich

Fakt ist allerdings, dass laut Daten der EU-Kommission vom 4. Februar nach Österreich bisher ohnehin keine Asylsuchenden aus dem Verteilmechanismus gebracht wurden. Das Land sollte ursprünglich 1.953 Menschen aufnehmen, nun sollen es 1.350 Flüchtlinge sein.

Das im September beschlossene System sieht vor, insgesamt 160.000 Menschen vor allem aus Italien und Griechenland in andere Mitgliedsländer zu bringen. Bisher wurden rund 500 Menschen in der EU verteilt. Viele EU-Staaten wollen sich ohnehin nicht beteiligen. Von einem Scheitern des Verteilungssystems will vorläufig niemand sprechen.

Schreiben an EU-Innenminister

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos erklärte, es werde im laufenden Jahr eine „deutliche Anzahl von Migranten“ geben. Einige EU-Staaten hätten ihre Grenzkontrollen verschärft. Avramopoulos betonte, es sei wichtig, Schutzbedürftigen zu helfen, doch sei es „nicht Sache der Migranten, zu entscheiden, in welchem Staat sie Schutz erhalten“.

Darüber hinaus müssten jene Flüchtlinge, die nicht für einen Schutz infrage kommen, rückgeführt werden. Er habe heute auch ein Schreiben an alle EU-Innenminister geschickt, damit sie sich an die Umsiedlungen halten. Die Lage sei dringlich. „Wir müssen einen höheren Gang einlegen, was die Verteilung angeht." Gleichzeitig müssten alle Anstrengungen gebündelt werden, irreguläre Migranten zurückzuführen.“

Richard Lugner tritt bei Hofburg-Wahl an

Mit 83 will es Richard Lugner politisch noch einmal wissen: Zum zweiten Mal nach 1998 tritt Österreichs bekanntester Baumeister zur Bundespräsidentschaftswahl an. 9,91 Prozent der Stimmen erreichte er 1998.

„Wir treten an“, sagte Lugner heute zur APA. Er hatte sein Antreten von einer Umfrage abhängig gemacht, deren Ergebnisse heute vorliegen. Details will Lugner morgen in einer Pressekonferenz in der Lugner City vorstellen.

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Sport

Fußball: Abruptes Ende für Trainer Stevens

Huub Stevens hat heute völlig überraschend seinen Rücktritt als Coach beim abstiegsbedrohten deutschen Bundesligisten 1899 Hoffenheim bekanntgegeben.

Der Niederländer leidet nach eigenen Angaben an Herzrhythmusstörungen und erklärte, in der brisanten Situation verdiene der Club „einen Trainer, der 120 Prozent“ bringen kann. Dazu sei er derzeit aber nicht in der Lage. Stevens geht nun von einem Ende seiner Trainerkarriere aus. „Ich denke schon“, sagte der Ex-Salzburg-Coach.

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DFB-Pokal: Bayern erwartet „Finale“ in Bochum

Im zweiten Teil des Viertelfinales im DFB-Pokal steht heute gleich zweimal das Duell zwischen Zweiter und Erster Liga auf dem Programm. Während Hertha BSC beim 1. FC Heidenheim sein erstes Halbfinale seit 1981 anstrebt, will Bayern mit einem Sieg beim VfL Bochum zum siebenten Mal nacheinander ins Halbfinale einziehen. Die Münchner sind allerdings gewarnt, zumal VfL-Coach Gertjan Verbeek bereits einen Plan im Köcher hat. Bayern-Trainer Josep Guardiola spricht deshalb bereits von einem „Finale“.

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Wirtschaft

CA Immo begibt Unternehmensanleihe über 150 Mio. Euro

Die börsennotierte CA Immobilien Anlagen AG begibt eine Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 150 Mio. Euro und einer Laufzeit von sieben Jahren. Der Kupon der fix verzinsten Anleihe betrage 2,75 Prozent, die Stückelung 1.000 Euro, teilte die CA Immo heute mit.

Die Anleihe könne während der Zeichnungsfrist von 12. Februar bis 16. Februar - vorbehaltlich des vorzeitigen Zeichnungsschlusses - von Privatanlegern in Österreich, Deutschland und Luxemburg gezeichnet werden.

„Baa2“-Rating von Moody’s

Ein Antrag auf Zulassung der Anleihe zum Handel im Geregelten Freiverkehr der Wiener Börse sowie der Börse Luxemburg sei gestellt worden. Von der internationalen Ratingagentur Moody’s werde die Anleihe mit einem Investmentgrade-Rating von „Baa2“ und einem stabilen Ausblick bewertet.

Den Emissionserlös will die CA Immo für mögliche Akquisitionen, die Optimierung bestehender Finanzierungen und sonstige allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Joint-Lead-Manager der Transaktion sind die Raiffeisen Bank International und die UniCredit Bank Austria.

Verschärftes Sparprogramm bei voestalpine

Die schwache Konjunktur und der Verfall der Rohstoffpreise hinterlassen auch bei der voestalpine ihre Spuren. Der Sparkurs wird verschärft: „In den nächsten zwölf Monaten kommen noch einmal 100 Millionen Euro drauf“, sagte Konzernchef Wolfgang Eder heute.

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Mehr Gewinn durch Sondereffekte

Sondereffekten bzw. Konsolidierungsveränderungen verdankt die voestalpine, dass der Konzern in den ersten drei Quartalen 2015/16 mehr Gewinn machte. Das Ergebnis nach Steuern stieg um 17,6 Prozent auf 509 Mio. Euro, hieß es.

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Polen: Warnung vor Zwangskonvertierung von Krediten

Nach Ungarn und Kroatien plant auch Polen, die Banken zur Konvertierung von Fremdwährungskrediten zu zwingen. Doch nun gibt es eine gute Nachricht für Raiffeisen, die durch die polnische Tochterbank Polbank von einem solchen Schritt stark belastet werden würde. Denn die polnische Zentralbank warnt vor einem solchen Schritt und den möglichen negativen Folgen.

Polens Wirtschaft drohen nach Einschätzung der heimischen Notenbank erhebliche Rückschläge bei einem gesetzlichen Zwangsumtausch von Franken-Krediten in Zloty. Seitdem der Franken nicht mehr an den Euro gebunden ist, gewann die Schweizer Währung als sicherer Hafen massiv an Wert.

Das belastet all jene, die Fremdwährungskredite in Franken haben - darunter zahlreiche Häuslbauer. Ungarn und auch Kroatien verpflichteten die Banken dazu, diese Franken-Kredite zu günstigen Konditionen in die Landeswährung zu konvertieren - auf Kosten der Banken.

Zehn Mrd. Kosten für Banken

Die Umsetzung solcher Pläne würde die Banken mit umgerechnet bis zu 9,9 Mrd. Euro belasten, teilte die Zentralbank nun in Warschau mit. Die Raiffeisen-Tochter Polbank hat rund drei Milliarden an Hypothekarkrediten in den Büchern stehen. Rund 70 Prozent des Bankensektors könnten dann in die roten Zahlen rutschen.

Die Notenbank sieht damit die Stabilität der Geldinstitute in Gefahr. Auch könnte eine massenhafte Umwandlung dieser Kredite zu einer Abwertung der Währung führen, warnte die Notenbank. Ratingagenturen könnten ihre Bonitätsnoten für Polen senken. Die Agentur S&P hat das bereits getan, Fitch hat damit gedroht.

Schelling drückte „Missfallen“ aus

Auch die Finanzmarktaufsicht KMF prüft derzeit den Plan von Staatspräsident Andrzey Duda, der die Bürger damit entlasten will. Zuvor war eine Gesetzesinitiatve der im Herbst abgewählten Vorgängerregierung im Sande verlaufen.

Wie ein Sprecher gegenüber ORF.at bestätigte, sprach Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling die für den heimischen Bankensektor heikle Angelegenheit im Rahmen des Treffens der EU-Finanzminister im vergangenen Herbst an und drückte „sein Missfallen“ aus. Da der alte Vorschlag der Vorgängerregierung mittlerweile nicht mehr im Parlament ist, sei es derzeit aber kein Thema.

144 Milliarden Zloty

In den Jahren 2007 und 2008 hatten rund 500.000 Polen Hypotheken in der Schweizer Währung aufgenommen, da dafür deutlich geringere Zinsen fällig wurden. Inzwischen ist der Franken zum Zloty aber um gut 80 Prozent nach oben geschnellt - die Schuldenlast der Hausbauer stieg dadurch massiv an. In den Büchern polnischer Banken liegen Franken-Kredite im Gegenwert von 144 Mrd. Zloty (32,3 Mrd. Euro).

Aktienkurs der Deutschen Bank legt um zehn Prozent zu

Spekulationen über einen möglichen Schuldenrückkauf durch die Deutsche Bank haben den Wertverlust des größten deutschen Kreditinstituts an der Frankfurter Börse vorerst gestoppt. Der Aktienkurs legte heute zeitweise um 13 Prozent zu und schloss mit zehn Prozent im Plus. Er machte damit die seit Wochenbeginn aufgelaufenen Verluste fast wieder gut.

Hintergrund des Kurssprungs waren Berichte der „Financial Times“ und der Nachrichtenagentur Bloomberg über ein mögliches milliardenschweres Programm zum Rückkauf von Schuldpapieren. Erwogen werde der Aufkauf von vorrangigen Anleihen, von denen Papiere im Umfang von 50 Milliarden Euro in Umlauf seien, berichtete die „Financial Times“. Eine Entscheidung dazu sei aber noch nicht gefallen, hieß es in beiden Berichten.

Deutsche Bank will wieder Vertrauen aufbauen

Mit einem Rückkauf eigener Schulden könnte die Deutsche Bank dem Markt Vertrauen zurückgeben und zugleich die eigene Bilanz stärken, da sich die Höhe der ausstehenden Forderungen reduzieren würde. Das Kreditinstitut wollte die Berichte jedoch nicht kommentieren.

Die Investoren der Deutschen Bank hatten sich in den vergangenen Tagen, vor allem am Montag, verunsichert darüber gezeigt, ob das Geldhaus in der Lage ist, Schulden und bestimmte Anleihen zu bedienen. Ihr Chef John Cryan veröffentlichte deshalb gestern einen Brief an die Mitarbeiter, in dem er versicherte, dass die Finanzen der Deutschen Bank „grundsolide“ seien.

Auch Aktienkurse anderer Banken in Abwärtsstrudel

Auch die Aktienkurse anderer Banken in Europa waren in den vergangenen Tagen in einen Abwärtsstrudel geraten. Heute ging es aber wieder bergauf. Neben der Deutschen Bank führte die Commerzbank mit einem Plus von gut acht Prozent den deutschen Leitindex DAX an. Dieser legte um 1,55 Prozent zu.

Steigende Aktienkurse der italienischen Banken verhalfen auch der Börse in Mailand zu einem kräftigen Plus von gut fünf Prozent. Auch die Börsen in Paris und London verbuchten Gewinne.

Chronik

Mainz: Bus hängt nach Unfall über Brückengeländer

Nach einem Zusammenstoß mit einem Auto ist ein Bus in Mainz heute halb über ein Brückengeländer gerutscht. Er hing mit einer Hälfte über der Böschung an der Autobahn A60. Der Autofahrer und zwei Businsassen wurden bei dem Unfall leicht verletzt, wie die Feuerwehr mitteilte.

Linienbus der Mainzer Verkehrsgesellschaft steht nach einem Unfall auf dem Geländer einer Überführung über die Autobahn A60 in Mainz

APA/dpa/Fredrik von Erichsen

Zum Zeitpunkt des Unfalls waren etwa 50 Fahrgäste in dem Bus, sie konnten ihn aber sicher verlassen. Die Feuerwehr konnte den Bus stabilisieren, die Bergungsmaßnahmen sollten bis in den späten Nachmittag dauern.

Nach ersten Ermittlungen war der Bus beim Einfahren von einer Haltestelle in den fließenden Verkehr mit einem von hinten vorbeifahrenden weißen Seat zusammengestoßen.

Mexikanische Journalistin entführt und ermordet

In Mexiko ist eine Journalistin entführt und ermordet worden. Die 32-jährige Anabel Flores Salazar wurde am Montag von Männern in Militäruniformen entführt - gestern wurde ihre Leiche nach Angaben der Staatsanwaltschaft gefunden und von ihren Angehörigen identifiziert.

Salazar arbeitete bei der Lokalzeitung „El Sol de Orizaba“ und war dort auf vermischte Themen spezialisiert. Die Mutter zweier Kinder wurde am Montag aus ihrem Wohnhaus in Veracruz entführt. Ihr Leichnam wurde tags darauf auf einer Straße im Nachbarstaat Puebla entdeckt.

Gefährlichster Bundesstaat für Journalisten

Der Bundesstaat Veracruz am Golf von Mexiko gehört zu den Regionen Mexikos, die am stärksten von der Drogenkriminalität betroffen sind. Neben Oaxaca ist Veracruz nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen außerdem der gefährlichste mexikanische Bundesstaat für Journalisten.

Mexiko leidet seit Jahren unter dem Krieg zwischen den Drogenkartellen, die um Einfluss im lukrativen Rauschgiftgeschäft ringen und dabei äußerst gewaltsam vorgehen. Im vergangenen Jahr wurden in Mexiko acht Journalisten ermordet. Seit dem Jahr 2000 wurden 90 Journalisten getötet, 17 weitere werden vermisst.

Neun Tote bei Absturz von Militärjets in Südostasien

Beim Absturz zweier Militärjets in Südostasien sind heute mindestens neun Menschen getötet worden.

Ein Flieger sei kurz nach dem Start in Myanmars Hauptstadt Naypyidaw verunglückt, sagte ein hochrangiger Militär. Fünf Besatzungsmitglieder starben, wie die Zeitung „Myanmar Times“ berichtete. Zunächst war ein Mensch lebend aus den Trümmern der Maschine geborgen worden, er erlag später im Spital seinen Verletzungen.

Vier weitere Menschen kamen in Indonesien ums Leben, als ein Militärflugzeug auf der Insel Java in der Stadt Malang in ein Wohngebiet krachte, wie die örtliche Luftwaffe mitteilte. Laut den Angaben starben der Pilot, ein Techniker und zwei Menschen auf dem Boden.

Gesundheit

Religion

Papst-Merkel-Telefonat gab es offenbar nicht

Das angebliche Telefonat zwischen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Papst Franziskus über den Zustand Europas hat es offenbar nicht gegeben. Sowohl der Berliner Regierungssprecher Steffen Seibert als auch Vatikan-Sprecher Federico Lombardi dementieren diese Meldung.

Die Zeitung „Corriere della Sera“ hatte berichtet, die deutsche Bundeskanzlerin habe den Papst angerufen, weil sie sich über Äußerungen von ihm über Europa geärgert habe.

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Science

Braucht die Wissenschaft ein neues Erdzeitalter?

Seit einigen Monaten debattieren Forscher über die Reform der geologischen Zeitrechnung: Braucht die Wissenschaft ein neue Epoche, das Anthropozän? Und falls ja: Wann sollte dieses Menschzeitalter beginnen? ORF.at hat zwei Wissenschaftler zu einem Streitgespräch gebeten.

Michael Wagreich von der Universität Wien ist Teil der internationalen Anthropozän-Arbeitsgruppe, die klären soll, ob das aktuelle geologische Zeitalter, Holozän genannt, durch das Anthropozän abgelöst werden soll.

Jürgen Reitner von der Geologischen Bundesanstalt sieht die Initiative kritisch: Die Umweltzerstörung sei zwar offensichtlich, doch mit Diskussionen über neue Namen löse man keine Probleme. Wagreich kontert: „Das Anthropozän ist da. Den Begriff wird man nicht mehr wegbringen.“

Mehr dazu in science.ORF.at

Medien

„Aula“-Anzeige: Mauthausen-Komitee kritisiert Justiz

Nach der Aufregung über die eingestellten Ermittlungen wegen NS-Wiederbetätigung gegen die Zeitschrift „Aula“ hat das Mauthausen-Komitee Österreich (MKÖ) heute wiederholte „Justizskandale“ und die Haltung vieler Richter und Staatsanwälte kritisiert. Das Justizministerium ließ das nicht gelten und verwies auf aktuelle Urteilszahlen zu NS-Wiederbetätigung und Verhetzung.

„Das NS-Verbotsgesetz ist ein Grundpfeiler unserer Rechtsordnung. Nicht wenige Richter und Staatsanwälte setzen es aber faktisch außer Kraft“, so der Vorwurf des MKÖ-Vorsitzenden Willi Mernyi in einer Aussendung. Neben dem nicht weiter verfolgten „Aula“-Artikel, in dem Überlebende Häftlinge des KZ Mauthausen als „Landplage“ und „Massenmörder“ bezeichnet worden waren, nannte er zudem zwei weitere Beispiele. „Diese Skandalliste ließe sich noch lange fortsetzen“, so Mernyi, der die Haltung von ÖVP-Ressortchef Wolfgang Brandstetter aber positiv hervorhob.

Das Ministerium ließ die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. Es könne keine Schlussfolgerung von drei Einzelfällen auf die allgemeine Einstellung der Justiz gegenüber nationalsozialistischer Wiederbetätigung und Verhetzung geben, hieß es in einer der APA übermittelten schriftlichen Stellungnahme. Hingewiesen wurde auf 89 Anklagen und 55 (teilweise noch nicht rechtskräftige) Urteile nach dem Verbotsgesetz im Jahr 2015, davon lediglich sieben Freisprüche und fünf teilweise Freisprüche.

Kultur

Nach Paris-Anschlägen: Bataclan will 2016 wieder öffnen

Der bei den Pariser Terrorattacken angegriffene Musikclub Bataclan will bis Ende des Jahres wieder öffnen. „Wir haben die Renovierung des Bataclan entschieden“, teilte das Team der Konzerthalle heute in Paris mit. Es sollte alles getan werden, um bis Ende 2016 wieder Konzerte möglich zu machen.

Eagles of Death Metal in Paris

Das Bataclan war am 13. November von einem der drei Terrorkommandos überfallen worden. Die meisten der 130 Opfer bei den Attacken in Saint-Denis und Paris starben in dem Club, wo gerade die US-Band Eagles of Death Metal spielte. Die Band tritt am Dienstag erstmals seit den Anschlägen wieder mit einem eigenen Konzert in Paris auf, am 22. Februar ist sie im Wiener Gasometer zu Gast.

Buch und Theaterstück: Harry Potter in der Midlife-Crisis

Im Zuge des für Sommer geplanten Londoner „Harry Potter“-Theaterstücks wird J. K. Rowlings Zauberer auch in die Buchhandlungen zurückkehren - zumindest in Großbritannien und Nordamerika. Einen Tag nach der Uraufführung des Stücks „Harry Potter and the Cursed Child“ am 30. Juli kommt der Text in den Buchhandel, wie der US-Verlag Scholastic mitteilte.

Der Text in der „Proben-Spezialedition“ könnte noch leicht von der Version abweichen, die auf der Londoner Bühne gezeigt wird. Die zweite Edition wird dann den endgültigen Text beinhalten, heißt es seitens des Verlags, der für die Nordamerika-Ausgabe verantwortlich zeichnet.

Harry Potter als Vater

Das Stück wird einen erwachsenen, überlasteten Harry als Angestellten des Zauberministeriums zeigen, der drei Kinder im schulfähigen Alter hat und den die Vergangenheit immer wieder heimsucht.

Insgesamt wird die zweiteilige Inszenierung über 30 Charaktere beinhalten, einer davon ist Harrys jüngster Sohn Albus, der ebenfalls mit der Last des familiären Erbes zu kämpfen hat.

Die Voraufführungen sind für den 7. Juni im Palace Theater im Londoner West End angesetzt, bevor am 30. Juli die Premiere beider Teile folgt. Die Autorin der „Harry Potter“-Buchserie ist einer von drei Autoren des Theaterstückes.

Beatles-Songs als Basis für Netflix-Zeichentrickserie

Der Videodienst Netflix will jüngere Zuschauer mit einer Zeichentrickserie auf Basis von Beatles-Songs anlocken. Dabei soll in jeder Folge von „Beat Bugs“ ein Song der Band von Musiker wie Pink, Birdy und Pearl-Jam-Sänger Eddie Vedder neu interpretiert werden, wie der Streaming-Anbieter heute ankündigte.

Netflix versucht schon seit einiger Zeit, verstärkt das Angebot für Kinder und Jugendliche auszubauen - eine Zielgruppe, die sich schneller als ältere Zuschauer vom klassischen Fernsehen abwendet. Programmchef Ted Sarandos kündigte jüngst an, die Zahl familienfreundlicher Serien aus eigener Produktion solle von 15 auf 35 steigen.

Auch der Rivale Amazon produziert Kindersendungen für seinen Streaming-Dienst, und der Pay-TV-Sender HBO holte sich in den USA den Klassiker „Sesamstraße“ exklusiv ins Programm.

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