Inland

Steuerreform soll diese Woche in Begutachtung gehen

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hat den Plan, das Steuerreformpaket noch in dieser Woche in Begutachtung zu schicken, bestätigt.

„Noch steht der Zeitplan, wir sind mitten in den Verhandlungen“, sagte er heute vor Journalisten. Verhandelt wird noch mit der Opposition über Verfassungsmaterien. Der Rest sei so weit fertig, dass es diese Woche die Freigabe für die Begutachtung gibt.

Weil für einige Punkte Zweidrittelmehrheiten nötig sind, ist der Minister mit den Fraktionen im Parlament in Verhandlungen. Schelling verhandelte im Parlament heute mit den Grünen. In den nächsten Tagen sind Gespräche mit den anderen Fraktionen angesetzt. Die Gespräche drehen sich um den automatischen Informationsaustausch, um das Kontenregister sowie um die „gesplittete“ Kapitalertragssteuer (KESt).

Faymann will EU-Quote für Flüchtlingsunterbringung

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat den Nationalrat heute in einer Sondersitzung über die Ergebnisse eines EU-Gipfels Ende April zum Flüchtlingsdrama im Mittelmeer informiert. In seiner Erklärung pochte er auf eine EU-weite Quote für die Unterbringung von Asylwerbern.

Das Mittelmeer sei ein „riesiges Grab“ für viele Menschen geworden, die versuchen, Europa auf dem Seeweg zu erreichen, so Faymann. Sie seien auf der Flucht vor Krieg oder untragbaren Zuständen in ihren Ländern. Beim Treffen der europäischen Regierungschefs habe man daher als kurzfristige Maßnahme die Installierung der Seenothilfe beschlossen. Das sei „noch kein Programm für eine bessere Welt“, räumte Faymann ein, aber es rette Leben.

Mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit

Die „reine Kontrolle der Grenzen“ reiche auch nicht aus, um Menschen in Not zu helfen, räumte Faymann weiters ein. Als weitere Maßnahme drängt er daher auf eine EU-weite Quote zur Verteilung der Flüchtlinge, zumal der derzeitige Dublin-Beschluss nur „politisch logisch“ sei. Um die Quote anhand bestimmter Faktoren werde man nicht umhin kommen, zeigte er sich überzeugt. Asyl sei „kein Gnadenakt, sondern ein Menschenrecht“, so Faymann.

In Österreich sollen außerdem die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (EZA) schrittweise erhöht werden, so Faymann weiter. Es soll demnächst ein Stufenplan vorliegen. Durch Umschichtungen soll diese Verpflichtung erfüllt werden. Nachhaltige Lösungen für die Flüchtlingsproblematik sollen dann bei einem Treffen der EU mit afrikanischen Regierungsverantwortlichen in Malta besprochen werden.

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) begrüße den Vorschlag, so sein Sprecher. Er unterstütze den Plan seiner Partei, der am Montag dem Regierungspartner SPÖ vorgelegt wurde, hieß es. Dieser sieht die Aufstockung der EZA-Mittel jedes Ministeriums auf 0,7 Prozent vor. Insgesamt könne damit eine zusätzliche Summe von 350 Millionen Euro lukriert werden.

ÖVP für Quote, NEOS für EU-Asylbehörde

In der Diskussion sprach sich die ÖVP erneut für eine europäische Quote aus, die FPÖ pocht diesbezüglich auf eine „zumutbare Höchstgrenze“. Die Grünen forderten unter anderem ein „faires Asylrecht“ in Europa. Team-Stronach-Klubobfrau Waltraud Dietrich sprach sich ebenfalls für ein europäisches Quotensystem aus, NEOS-Chef Matthias Strolz forderte eine Neuauflage der Rettungsmission „Mare Nostrum“ sowie eine europäische Asylbehörde.

Hypo-U-Ausschuss: Dicke Luft wegen Zeugenliste

Im Hypo-Untersuchungsausschuss herrscht wieder einmal dicke Luft zwischen Regierungsparteien und Opposition. Grund ist diesmal die Liste mit den nächsten Zeugen. Nach der Nationalratssondersitzung soll heute Abend weitergeredet werden.

FPÖ, Grüne und Team Stronach hatten Donnerstagabend eine Zeugenliste vorgelegt, die U-Ausschuss-Sitzung wurde unterbrochen, damit die Regierungsparteien diese prüfen können. Heute Nachmittag monierten SPÖ und ÖVP am Rande des rund einstündigen Treffens dann, dass die Opposition nur Minuten vorher wieder eine veränderte Liste vorgelegt hat.

Grasser auf Zeugenliste?

Die Stimmen der Regierungsfraktionen braucht es freilich nicht, das Verlangen der Opposition (außer NEOS) gilt mit dem Ende der Sitzung - die jetzt nur unterbrochen wurde - als offiziell. SPÖ und ÖVP wollen aber über die Sache diskutieren, denn eine solche Vorgangsweise sei keine Art, findet man.

Die Oppositionsparteien verstehen wiederum die Aufregung nicht, handle es sich doch nur um eine um bekannte Namen leicht abgeänderte Liste. Darauf zu finden ist übrigens dem Vernehmen nach etwa Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser.

„Profil“ zieht Vorwürfe gegen Muslimische Jugend zurück

Auf einen unbedingten Vergleich haben sich das Nachrichtenmagazin „profil“ und die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) in einem Rechtsstreit geeinigt, den ein Ende Jänner erschienener Artikel ausgelöst hatte.

Das Magazin hatte sich darin kritisch mit der Jugendorganisation auseinandergesetzt und einige Vorwürfe erhoben, die nun als inhaltlich unrichtig zurückgezogen werden.

Nähe zu Muslimbrüdern unterstellt

Unter anderem hatte „profil“ behauptet, die MJÖ werde von „ausländischen Sponsoren“ unterstützt und sei Mitglied des europäischen Netzwerks muslimischer Jugend- und Studentenorganisationen (Femyso). Der Jugendorganisation wurde außerdem eine ideologische oder organisatorische Verbindung zur Muslimbruderschaft unterstellt.

50 Minuten, bevor die auf eine Gegendarstellung gerichtete Klage im Wiener Straflandesgericht behandelt hätte werden sollen, einigten sich nun die Rechtsvertreter der beiden Parteien auf eine außergerichtliche Streitbeilegung.

Richtigstellung in nächster Ausgabe

In der „profil“-Ausgabe am kommenden Montag wird eine Richtstellung erscheinen, mit der das Magazin einräumt, dass die inkriminierten Vorwürfe - so die wörtliche Formulierung - „nicht stimmen“. Darüber hinaus hat sich „profil“ zur Übernahme des Kostenersatzes und der Gerichtsgebühren sowie zur Zahlung einer Geldbuße von 1.000 Euro bereiterklärt.

TV-Hinweis

Ausland

Tote und Vermisste nach Taliban-Angriff in Afghanistan

Bei einem Taliban-Angriff in der nordostafghanischen Provinz Badakhshan sind mindestens 18 Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte getötet und 15 weitere verletzt worden.

Insgesamt 21 Soldaten und Polizisten würden seit dem Angriff auf eine Basis der Sicherheitskräfte in der Nacht im Unruhedistrikt Wurduj vermisst, hieß es heute aus der Provinzregierung. Die Aufständischen hätten 18 gepanzerte sowie ungepanzerte Fahrzeuge und 40 Waffen erbeutet. Angaben über Opfer unter den Taliban, die sich zu dem Angriff bekannten, lagen zunächst nicht vor.

Gespräche ohne Ergebnis

Ein Selbstmordattentäter riss heute in der Hauptstadt Kabul mindestens einen Menschen mit in den Tod, wie das Innenministerium mitteilte. 15 Menschen seien verletzt worden. Der Attentäter habe sich neben einem Bus mit Mitarbeitern der Generalstaatsanwaltschaft in die Luft gesprengt. Die Taliban sprachen von einem Angriff gegen „skrupellose Mitarbeiter des Büros des Generalstaatsanwalts“.

Bei einem Luftangriff in der ostafghanischen Provinz Nangarhar wurden nach Angaben der Polizei unterdessen mindestens zwölf Aufständische getötet. Sie seien in einem Auto und auf zwei Motorrädern unterwegs gewesen, als die Fahrzeuge am Sonntagabend aus der Luft beschossen worden seien, hieß es seitens der Polizei. Informelle Gespräche zwischen den Taliban und Vertretern Afghanistans am Wochenende in Katar blieben ohne Erfolg.

Lieberman lehnt Eintritt in Netanjahus Regierung ab

Der ultrarechte israelische Politiker Avigdor Lieberman hat heute einen Eintritt in die neue Regierung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu abgelehnt. Der Vorsitzende der Partei Israel Beitenu legte auch das Amt des amtierenden Außenministers nieder, das er noch bis zur Regierungsbildung ausfüllen sollte.

Lieberman begründete seinen Schritt unter anderem damit, dass Netanjahu nach seinen Informationen eine große Koalition mit dem Mitte-links-Bündnis anstrebe. Der Vorsitzende des Zionistischen Lagers, Jizchak Herzog, lehnt das allerdings bisher strikt ab.

Hauchdünne Mehrheit

Liebermans überraschender Schritt bedeutet, dass Netanjahu zunächst voraussichtlich nur eine schmale rechts-religiöse Koalition mit einer hauchdünnen Mehrheit von 61 von insgesamt 120 Sitzen im Parlament bilden kann. Lieberman galt in der Vergangenheit als Verbündeter Netanjahus, hat ihn allerdings wegen seines angeblich zu zögerlichen Vorgehens im jüngsten Gaza-Krieg scharf kritisiert.

Bisher hat Netanjahus Likud mit zwei Parteien Vereinbarungen unterzeichnet - der Mitte-rechts-Partei Kulanu, die mit zehn von 120 Mandaten im Parlament voraussichtlich der größte Koalitionspartner wird, sowie dem strengreligiösen Vereinigten Tora-Judentum (sechs Sitze).

Netanjahus rechtsorientierter Likud war bei der Wahl am 17. März mit 30 Sitzen stärkste Kraft in der Knesset geworden. Eine Frist zur Regierungsbildung läuft am Mittwoch um Mitternacht ab.

Polizei geht gegen Anwälte in Istanbuler Gericht vor

Im zentralen Istanbuler Gerichtsgebäude ist es heute zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Anwälten gekommen. Sicherheitskräfte hinderten die Gruppe von Anwälten gewaltsam daran, im Gerichtsgebäude eine Presseerklärung zu den 1.-Mai-Demonstrationen zu verlesen.

Die Anwälte wollten damit gegen Hunderte Festnahmen am vergangenen Freitag protestieren, wie die Tageszeitung „Hürriyet“ berichtete. Polizisten hätten die Juristen mit Schlagstöcken aus dem Gerichtsgebäude gedrängt.

Schwere Zusammenstöße am 1. Mai

Bei den 1.-Mai-Demonstrationen ist es in der Türkei zu schweren Zusammenstößen gekommen. Nach neuesten Angaben der Polizei wurden 408 Menschen festgenommen. Davon seien 173 wieder auf freiem Fuß. Gegen zehn Demonstranten sei Haftbefehl erlassen worden. Sicherheitskräfte hätten unter anderem Masken und Molotowcocktails beschlagnahmt.

Im April war ein neues Gesetzespaket in Kraft getreten, das unter anderem das Demonstrationsrecht verschärft. Seitdem kann Vermummung bei Kundgebungen mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Wer Molotowcocktails, Steinschleudern oder Feuerwerkskörper bei sich hat, muss mit bis zu vier Jahren Haft rechnen.

Minsk deutet Zugeständnisse bei Menschenrechten an

Weißrussland ist offenbar zu Zugeständnissen im Bereich der Menschenrechte bereit. Außenminister Wladimir Makej antwortete heute diplomatisch auf die Journalistenfrage, ob Minsk willens sei, die Forderungen der EU nach Freilassung politischer Gefangener und einem Ende der Todesstrafe zu erfüllen: „Wir sind bereit, konkrete Schritte zu setzen.“

„Erwarten Gegenschritte der EU“

Weißrussland „erwartet aber auch Gegenschritte von der EU“, wie Makej bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) in Minsk sagte. Es sei nämlich „absurd, über eine Annäherung“ Weißrusslands an die EU „zu sprechen“, wenn gleichzeitig „über 200 Menschen unter Sanktionen stehen“, meinte der weißrussische Minister weiter und kritisierte, dass selbst für Syrien die EU-Sanktionsliste kürzer sei.

Wegen der Unterdrückung der Opposition hat die EU Präsident Alexander Lukaschenko und weitere 200 Personen mit einem Einreiseverbot bzw. Kontosperren belegt.

„Aufrichtige“ Gespräche

Makej gab zu, dass Weißrussland kein „idealer Staat“ sei. Es müsse noch „viel lernen“, so Makej, der sich für einen „offenen Dialog“ aussprach. Gespräche zwischen Kurz und ihm sowie Lukaschenko, die heute in Minsk stattfanden, bezeichnete Makej als „sehr ehrlich und aufrichtig“. „Ich hoffe, dass Herr Bundesminister unser Land mit einem vollständigeren Bild von Belarus wieder verlässt.“

Kurz: „Sehr offen“

Auch Kurz sprach von „sehr intensiven und sehr offenen Gesprächen“. Der Ukraine-Konflikt habe das „Blockdenken auf unseren Kontinent gebracht“, kritisierte er. Er wünsche sich, dass Weißrussland trotz der Partnerschaft mit Russland näher an Europa heranrücke. Statt einer „Entweder-oder-Politik“ in Sachen Russland plädierte er für eine „Sowohl-als-auch-Politik“.

Lukaschenko sieht „Erwärmung“

Lukaschenko hatte zuvor eine Verbesserung der Beziehungen seines Landes zum Westen geortet und wörtlich von einer „Erwärmung“ gesprochen. Er möchte, dass Österreich und der Westen allgemein „eine neue Sicht auf Weißrussland bekommen“, sagte er bei seinem Treffen mit Kurz. Den Besuch von Kurz nannte Lukaschenko einen „wichtigen Meilenstein“.

Flüchtlinge im Mittelmeer: Mehr Schiffe für Frontex

Nach der Rettung von Tausenden Bootsflüchtlingen im Mittelmeer will die EU-Grenzschutzagentur Frontex ihren Einsatz ausweiten.

„Wir arbeiten daran, die Zahl der Boote und Flugzeuge zu erhöhen“, sagte eine Frontex-Sprecherin heute in Warschau. Mehrere EU-Länder hätten bereits zugesagt, die angefragten zusätzlichen Einsatzkräfte zu schicken.

Nach der bisher größten Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer, bei der Ende April vor der libyschen Küste möglicherweise mehr als 800 Menschen gestorben waren, hatten die EU-Staats- und -Regierungschefs auf einem Sondergipfel beschlossen, die Mittel für den Überwachungseinsatz „Triton“ unter Leitung von Frontex zu verdreifachen. „Triton“ hat seitdem statt drei rund neun Millionen Euro pro Monat zur Verfügung.

Tausende Flüchtlinge landen in Italien

Insgesamt wurden nach Angaben der italienischen Küstenwache am Wochenende mehr als 5.800 Flüchtlinge gerettet. Zehn Flüchtlinge konnten nur tot geborgen werden. Die ersten Geretteten wurden in der Nacht auf der italienischen Insel Lampedusa an Land gebracht, heute wurden fast 1.300 weitere Flüchtlinge nach Sizilien gebracht. Weitere 1.500 Flüchtlinge sollen heute in Italien an Land gebracht werden.

Der Bürgermeister der libyschen Hauptstadt Tripolis, Mahdi al-Harati, kritisierte unterdessen Überlegungen der EU, Boote von Menschenschmugglern vor der Küste seines Landes zu zerstören. „Jeder Plan Europas, Küstengegenden zu bombardieren, wäre kriminell“, sagte er in einem Interview der Zeitung „Times of Malta“. Die Migrationsfrage im Mittelmeer bedürfe einer zivilen und keiner militärischen Lösung.

Frankreich und Katar fixieren Rafale-Rüstungsdeal

Der Verkauf von 24 französischen Rafale-Kampfjets an den Golfstaat Katar ist endgültig fix. Der 6,3 Milliarden Euro schwere Rüstungsdeal wurde heute in Doha im Beisein des französischen Präsidenten Francois Hollande unterzeichnet.

Der Chef des französischen Flugzeugkonzerns Dassault, Eric Trappier, sowie General Ahmed al-Malki als Vertreter der Streitkräfte Katars setzten ihre Unterschrift unter den Vertrag. Die Vereinbarung sieht nach Angaben von Dassault auch eine Kaufoption für zwölf weitere Kampfjets vor.

Verstärkte Nachfrage in den vergangenen Monaten

Frankreich hatte über Jahre keinen einzigen Vertrag zum Export der Rafale-Kampfflugzeuge vermelden können. Allein in den vergangenen drei Monaten kamen nun aber mehrere Vereinbarungen zustande: Ägypten bestellte im Februar 24 Rafale, danach folgte Indien Anfang April mit einer Bestellung von 36 Kampfflugzeugen. Frankreich hofft auf Verträge auch mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Malaysia.

Die 2004 von der französischen Luftwaffe in Betrieb genommenen Flugzeuge sind unter anderem für Aufgaben der Luftverteidigung, für strategische Bombardements und für Luftaufklärung ausgerüstet.

Sport

Eishockey-WM: ÖEHV-Team mit Luft nach oben

Österreichs Nationalteam darf mit einiger Zufriedenheit auf die ersten beiden Spiele bei der Eishockey-WM 2015 in Tschechien zurückblicken. Vor allem die zwei Punkte gegen die Schweiz könnten im Kampf um den Klassenerhalt Goldes wert sein.

Aber Teamchef Daniel Ratushny sieht noch viel Luft nach oben. „Wir müssen uns weiter steigern“, sagte der Kanadier. Vor allem das 1:6 gegen Schweden soll für seine Spieler eine Warnung sein. Denn in dem Match bekamen die Österreicher vor Augen geführt, was passiert, wenn man aufs Eislaufen vergisst.

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Fußball: Barca für CL-Duell mit Bayern warmgeschossen

Am Mittwochabend steigt der Champions-League-Schlager zwischen dem FC Barcelona und Bayern München, die sportlichen Vorzeichen für das Halbfinal-Hinspiel sind völlig unterschiedlich.

Während Barca seit Wochen in Hochform agiert und in der spanischen Meisterschaft Kantersiege en suite feiert, kämpft der deutsche Meister mit Verletzungsproblemen. Nach dem bitteren Aus im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Dortmund setzte es am Wochenende auch in der Bundesliga eine Niederlage in Leverkusen. Allerdings schonten sich die Bayern bereits für das Match im Camp Nou.

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Wirtschaft

Deutscher Bahnstreik: Kaum Auswirkung auf Österreich

Der Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn (DB) wird nach Angaben der ÖBB wenig bis keine Auswirkungen auf den Bahnverkehr innerhalb Österreichs haben. Innerhalb von Österreich sollte es „wenig bis keine spürbaren Einschränkungen“ geben, bei Reisen nach Deutschland seien unbedingt die aktuellen Infos einzuholen, teilen die Bundesbahnen heute in einer Aussendung mit.

Tickets werden erstattet

Die Bundesbahnen stünden mit der DB-Netzzentrale in dauerndem Kontakt, um etwaige Auswirkungen auf das ÖBB-Netz zu minimieren, hieß es. Die Informationen werden auf OEBB.at veröffentlicht. An relevanten Bahnhöfen wie Salzburg oder Wien werden zusätzliche ÖBB-Mitarbeiter die Kunden informieren.

Vom Streik betroffene Kunden bekommen ihr Ticket kostenfrei voll erstattet, das gelte auch für „Sparschiene“-Tickets. Tickets mit „Zugbindung“ für Deutschland werden bei Bedarf und Möglichkeit umgeschrieben auf einen anderen Tag. Bei Fahrten nach Deutschland, die wegen des Streiks nicht angetreten werden können, wird das Ticket ohne Gebühren erstattet.

Viele Züge fahren planmäßig

Nicht betroffen sind Ost-West-Züge über den DB-Korridor, weil sie von ÖBB-Lokführern geführt werden. Auch die ICE-Verkehre über Passau nach Flughafen Wien sollen in Österreich und in Deutschland großteils planmäßig laufen. Die railjets zwischen Wien und München über Salzburg werden planmäßig gefahren, ebenso die EC-Verkehre von Italien über Innsbruck nach München.

Der Nachtzug Rom - Innsbruck - München und umgekehrt wurde seitens der DB garantiert und fahre planmäßig, versichern die ÖBB. Komplett ausfallen werden die Nachtzüge Wien - Hamburg und Wien - Düsseldorf. Die ÖBB haben eine Ersatzbeförderung von bzw. bis Passau eingerichtet. Teilweise vom Streik betroffen sind die EC-Verkehre Tauern/Ennstal über Salzburg, von Linz nach Frankfurt, die EC-Verkehre Zürich/München über Bregenz und Lindau, die IC-Züge von Innsbruck nach Münster und der Zug von Wien nach Berlin.

Neuer Chef will McDonald’s moderner machen

McDonald’s soll mit einem umfassenden Sanierungsplan zu alter Stärke zurückfinden. Der neue Konzernchef Steve Easterbrook präsentierte heute das mit Spannung erwartete Konzept, das die Kunden zurücklocken und die Umsätze ankurbeln soll. Ziel ist demnach, die weltgrößte Restaurantkette in ein „modernes, fortschrittliches Burger-Unternehmen“ umzuformen.

Easterbrook will Kosten senken, die Lebensmittelqualität verbessern, Restaurants an Franchisefirmen verkaufen und Managementebenen streichen. Insgesamt soll der Konzern sich in vier neue operative Bereiche aufgliedern. „Ich werde nicht davor zurückschrecken, die dringend nötige Neuaufstellung anzugehen“, erklärte Easterbrook, der seit Anfang März im Amt ist.

Das Unternehmen hat eines seiner bisher schwächsten Geschäftsjahre hinter sich. Der harte Wettbewerb in den USA setzt dem Schnellrestaurantspezialisten zu. Außerdem erholt sich das Unternehmen nur langsam von Lebensmittelskandalen in China und Japan.

Chronik

Dörfer abgeschnitten: Nepal fehlen Hubschrauber

Auch neun Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal warten weiter Zehntausende Hungernde und Verletzte in abgelegenen Dörfern auf Hilfe aus der Luft. Der Regierung mangelt es jedoch an Hubschraubern. Laut Innenministerium brauche man mindestens doppelt wenn nicht dreimal so viele Helikopter, wie derzeit zur Verfügung stehen. „Wir haben nicht genügend Helikopter, um beides gleichzeitig zu bewerkstelligen: Rettung und Versorgung“, so ein Sprecher des Innenministeriums.

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386 Kilogramm Kokain in Bananenkisten entdeckt

Rekord-Kokainfund in Berlin: Insgesamt 386 Kilogramm Kokain hat die Polizei heute in Bananenkisten in Berliner Aldi-Supermärkten entdeckt. Das sei die größte Menge Kokain, die jemals auf einen Schlag in Berlin gefunden worden sei, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich am Nachmittag bei der Präsentation des Fundes im Landeskriminalamt.

Die Bananenkisten tragen demnach die Herkunftsaufschrift Kolumbien. Die Drogenpäckchen wurden in insgesamt 14 Aldi-Filialen in Berlin und Brandenburg entdeckt. Wie bereits im Jänner 2014 informierten Aldi-Mitarbeiter die Polizei über den Fund in den Kisten. Damals waren es 140 Kilogramm Kokain. Ein Kilogramm Kokain hat einen Marktwert von ungefähr 50.000 Euro.

Science

Sonderschulen: Expertendiskussion über Für und Wider

Rund 14.000 Kinder und Jugendliche haben im Schuljahr 2013/14 in Österreich eine Sonderschule besucht. Dieses Modell ist umstritten wie nie zuvor: Während die Gegner die Abschaffung und Inklusion aller Kinder in Regelschulen fordern, sprechen die Befürworter von einer sinnvollen Wahlmöglichkeit. Beide verweisen auf das Wohl des Kindes - wie es sich definiert, bleibt aber umstritten.

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Kultur

„Kultur.montag“: Hubert Schmalix zeigt sein LA

„Ich bin ein Dekorateur“, sagt Hubert Schmalix und bricht damit ein Tabu, wonach zeitgenössische Kunst alles sein dürfe, nur nicht gefällig oder gar schön. Morgen eröffnet das Kunstforum Wien eine große Schau, die dem österreichischen Künstler gewidmet ist, der einst als „junger Wilder“ firmierte.

„Kultur.montag“ besuchte Schmalix in Los Angeles, wo er nicht nur ein Atelier hat, sondern auch asiatische Kunst sammelt und es schätzt, dass man in der Millionenmetropole mittlerweile sogar Brot und Kaffee genießen könne.

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Song Contest

„Bobbie Singer gibt es nicht mehr“

Mit knapp 18 Jahren ist Tina Schosser alias Bobbie Singer 1999 in Israel beim Song Contest angetreten. Mit dem Titel „Reflection“ schaffte sie es auf den zehnten Platz. Damit zählt sie zu den erfolgreichsten österreichischen Kandidaten der letzten 20 Jahre. Trotzdem wurde es schnell still um sie - auf ihren eigenen Wunsch hin. Warum es Bobbie Singer nicht mehr gibt und wieso ihre Stimme heute trotzdem eine der bekanntesten des Landes ist, erzählt die Musikerin im Gespräch mit songcontest.ORF.at.

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Medien

Robert-Hochner-Preis für Ö1-Journalisten Bernt Koschuh

Ö1-Journalist Bernt Koschuh wird mit dem Robert-Hochner-Preis 2015 ausgezeichnet. Der ORF-Redakteur erhielt zuletzt bereits den Concordia-Preis in der Kategorie Menschenrechte.

Die Jury des Hochner-Preises nennt Koschuh einen „Chronisten von Missständen und Impulsgeber für notwendige Reformen“. Im Mittelpunkt der journalistischen Arbeit Koschuhs stünden stets die Sorgen und Nöte der Unterprivilegierten, die bei ihm zu Wort kommen. Koschuh zähle zu jenen Journalisten, die akribisch nach Informationen suchen, welche die Verantwortlichen ungern herausrücken.

Koschuh lieferte im vergangenen Jahr etwa Reportagen über junge Musliminnen und Muslime in einem auf Deradikalisierung spezialisierten Wiener Jugendzentrum, berichtete über einen Asylwerber, dessen Verfahren 18 Jahre dauerte, und brachte Reportagen von Reisen in den Libanon und in die Ukraine mit.

Daneben war der ORF-Journalist laut Hochner-Preis-Jury federführend bei der Aufdeckung des Kärntner Hexachlorbenzol-Skandals, Missständen im Strafvollzug sowie bei Ungereimtheiten bei der Auftragsvergabe für das Schubhaftzentrum Vordernberg und beim Aufnahmestopp im „Lager Traiskirchen“. Der Hochner-Preis wird heuer zum elften Mal vergeben und gemeinsam mit dem Kurt-Vorhofer-Preis am 20. Mai von Bundespräsident Heinz Fischer in der Hofburg überreicht.

Lifestyle

Erster Espresso auf Raumstation ISS ausgeschenkt

Die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti hat auf der Internationalen Raumstation (ISS) den ersten Espresso aus einer speziellen Maschine ausgeschenkt.

Der kosmische Kaffee könne in puncto Stärke und Aroma mit jeder Bar in Italien mithalten, sagte Cristoforetti heute der russischen Agentur TASS zufolge.

Auch die drei russischen und die beiden amerikanischen Raumfahrer auf der ISS wüssten den galaktischen Geschmack zu schätzen. Die Espressomaschine war Mitte April zur ISS rund 400 Kilometer über der Erde gebracht worden. Sie ist dort auch Teil eines Experiments über das Verhalten von Flüssigkeit in Schwerelosigkeit.