Ausland

Amtseinführung des afghanischen Präsidenten verschoben

Wegen des anhaltenden Streits über den Ausgang der afghanischen Präsidentenwahl ist die Amtseinführung des neuen Staatschefs verschoben worden. Wie die UNO heute mitteilte, kann eine „gründliche und glaubwürdige“ Überprüfung des Wahlergebnisses nicht vor dem 10. September abgeschlossen werden.

„Die Amtseinführung des Präsidenten sollte kurz darauf möglich sein“, hieß es weiter. Der scheidende Präsident Hamid Karzai hatte die Vereidigung seines Nachfolgers ursprünglich für den 2. September angesetzt.

Unterlegener Abdullah verweigert Anerkennung

In Afghanistan wird seit Wochen über den Ausgang der Stichwahl im Präsidentschaftsrennen vom 14. Juni gestritten. Der nach ersten Resultaten unterlegene Kandidat Abdullah Abdullah hatte zuletzt mitteilen lassen, er werde auch das Ergebnis des laufenden Überprüfungsprozesses nicht anerkennen.

Abdullah war aus dem ersten Wahlgang im April als Sieger hervorgegangen. Er unterlag dann in der Stichwahl nach dem bisherigen Ergebnis dem ehemaligen Finanzminister Aschraf Ghani.

Ukraine: Poroschenko am Samstag bei EU-Sondergipfel

Der EU-Sondergipfel am Samstag wird sich auch mit der sich zuspitzenden Lage in der Ukraine beschäftigen. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko werde dazu nach Brüssel kommen, kündigte Maja Kocijancic, Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton, heute in Brüssel an. „Die Ukraine steht auf der Agenda des Gipfels“, sagte sie.

„Wir sind extrem besorgt über die jüngsten Entwicklungen“, sagte die Sprecherin. Auch die EU-Außenminister in Mailand werden sich demnach morgen und am Samstag mit der Ukraine-Krise befassen. Die EU wiederhole ihren Appell an Russland, Kampfhandlungen an der Grenze sowie den Zustrom von Waffen und Kämpfern aus Russland unverzüglich zu stoppen, betonte die Sprecherin.

Erdogan als neuer türkischer Präsident vereidigt

Der bisherige Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ist heute als Staatspräsident der Türkei vereidigt worden. Erdogan leistete seinen Amtseid im Parlament in Ankara, das zu einer Sondersitzung zusammenkam.

Der 60-Jährige ist der erste direkt vom Volk gewählte Präsident des Landes. Bei der Wahl am 10. August erreichte er knapp 52 Prozent der Stimmen. Erdogan war seit März 2003 Ministerpräsident.

Abgeordnete der größten Oppositionspartei CHP verließen vor der Vereidigung demonstrativ den Saal. Als Ministerpräsident und Vorsitzender der islamisch-konservativen Partei AKP folgt Erdogan der bisherige Außenminister Ahmet Davutoglu nach.

Pose vor Hanfstaude: Deutschem Grünen-Chef droht Ärger

Ein lockerer Videoauftritt des Parteichefs der deutschen Grünen, Cem Özdemir, auf seinem Balkon für eine Spendenaktion könnte ein juristisches Nachspiel haben - weil er ausgerechnet neben einer Hanfpflanze posiert hat. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat sich eingeschaltet. Es geht um einen möglichen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz.

„Wir prüfen den Sachverhalt“, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, heute Medienberichte. Es werde untersucht, ob ein Anfangsverdacht auf Anbau von Betäubungsmitteln bestehe. Um überhaupt Ermittlungen nach einer Prüfung aufnehmen zu können, müsste zunächst die Immunität Özdemirs als Bundestagsabgeordneter aufgehoben werden.

„Ice Bucket Challenge“ vor Hanfstaude

Özdemir hatte an der „Ice Bucket Challenge“ teilgenommen, bei der sich Normalbürger und Prominente weltweit einen Kübel kaltes Wasser über den Kopf leeren und danach weitere Personen auffordern, es ihnen gleichzutun und Geld zu spenden. Mit der Kampagne soll auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam gemacht werden.

Der Grünen-Chef sprach von einem „bewusst gesetzten“ politischen Statement: „Das ist mir offensichtlich gelungen“, sagte er am Rande eines Parteitermins in Berlin. „Glückwunsch an die, die es zuerst gemerkt haben.“ Er kündigte weitere politische Schritte an. Dem Onlineportal der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ hatte er gesagt: „Ob jemand Cannabis konsumieren möchte und die damit verbundenen Risiken eingeht, sollte in einer freien Gesellschaft der Bürger selbst entscheiden.“ Die Grünen setzen sich seit langem für eine Legalisierung von Cannabis für Erwachsene ein.

Frankreich: Neuer Minister rüttelt an 35-Stunden-Woche

Frankreichs neuer Wirtschaftsminister Emmanuel Macron rüttelt an der 35-Stunden-Woche und hat damit prompt Kritik der Gewerkschaften auf sich gezogen.

In einem heute veröffentlichten Interview mit dem Magazin „Le Point“ schlug Macron Ausnahmeregeln für Arbeitszeit und Vergütung in Firmen und ganzen Sektoren vor. Voraussetzung dafür sei aber eine Übereinkunft mit den Gewerkschaften, so der Sozialist.

Prompte Antwort der Gewerkschaft

„Das kommt nicht infrage. Die Sache ist erledigt“, sagte der Chef der Gewerkschaft CFDT, Laurent Berger. Macron habe mit dem Vorstoß „einen Fehler“ gemacht. Die 35-Stunden-Woche war im Jahr 2000 unter dem sozialistischen Ministerpräsidenten Lionel Jospin eingeführt worden. Sie gilt insbesondere im linken politischen Spektrum als soziale Errungenschaft. Weder der konservative Präsident Nicolas Sarkozy noch sein sozialistischer Nachfolger Francois Hollande haben es gewagt, daran zu rütteln.

Der 36-jährige Macron ist erst seit dieser Woche im Amt. Zuvor war er Hollandes Wirtschaftsberater. Er folgt als Minister Arnaud Montebourg, der den Reform- und Sparkurs Hollandes offen kritisiert hatte und damit einen Kabinettskrach auslöste.

Inland

Frauenquote sorgt weiter für Debatte in SPÖ

Dass mit dem Gewerkschafter Walter Schopf ein Mann und nicht Sonja Ablinger das Mandat der verstorbenen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer erhält, hat nun ein Nachspiel in der SPÖ.

Basis- und Jugendorganisationen wollen deshalb ein Schiedsgericht der Bundespartei einsetzen. Sie kritisieren, dass die im Statut verankerte Frauenquote damit nicht eingehalten werde.

Den Antrag auf Einsetzung eines Schiedsgerichts haben die kritische Sektion 8 der SPÖ in Wien-Alsergrund und die Sozialistische Jugend (SJ) heute angekündigt. Der Antrag auf Überprüfung dieser Entscheidung werde gemeinsam mit der Aktion kritischer Schüler, dem Verband sozialistischer Studenten und der Sektion Innsbruck-Wilten eingebracht.

Die Sektion 8 und die SJ verweisen darauf, dass sie zwar berechtigt seien, einen solchen Antrag einzubringen, über die Einsetzung der Schiedskommission entscheide allerdings der Bundesparteivorstand. Die Abstimmung werde zeigen, wie es um die demokratische Verfasstheit der SPÖ-Spitze steht.

Zahl der Langzeitarbeitslosen laut AK deutlich gestiegen

Mehr und mehr Menschen sind laut Arbeiterkammer (AK) langzeitarbeitslos: Über 75.000 der rund 400.000 Jobsuchenden in Österreich waren im ersten Halbjahr mehr als ein Jahr ohne Beschäftigung, um 42 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Besonders gestiegen ist laut AK die Langzeitarbeitslosigkeit bei über 45-Jährigen. In der ersten Jahreshälfte waren 37.472 Personen über dem 45. Lebensjahr länger als zwölf Monate als arbeitslos vorgemerkt, um 57 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2013.

Deutlicher Anstieg bei Notstandshilfebeziehern

Damit geht auch eine höhere Anzahl von Menschen einher, die auf Notstandshilfe angewiesen sind: Zwischen November 2013 und März 2014 gab es 132.435 Notstandshilfebezieher, im vergleichbaren Zeitraum ein Jahr davor waren es um 18,8 Prozent weniger. Die AK forderte in ihrer Arbeitsmarktanalyse zum ersten Halbjahr erneut die Umsetzung des Bonus-Malus-Systems, um für Ältere die Chancen auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen.

Sport

Champions League: Salzburg leckt seine Wunden

Das 2:1 aus dem Hinspiel war zu wenig: Salzburg hat gestern Abend auswärts gegen Schwedens Meister Malmö FF das Rückspiel im Champions-League-Play-off mit 0:3 verloren und zum siebenten Mal in der Red-Bull-Ära die Gruppenphase verpasst.

Wie schon gegen Basel scheiterte Salzburg an einem spielerisch begrenzten, aber aggressiven und taktisch optimal aufgestellten Gegner und musste sich danach fragen: Warum? Für Trainer Adi Hütter war die Sache klar: „Es war nicht unser Tag. Wir haben den Kampf nicht angenommen.“ Der Umstieg in die Europa League ist nur ein schwacher Trost für die enttäuschten Salzburger, die aus Malmö „einfach nur weg“ wollten.

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FIFA: Platini tritt nicht gegen Blatter an

UEFA-Präsident Michel Platini wird im kommenden Jahr nicht gegen Amtsinhaber Joseph Blatter um den Posten als Chef des Fußballweltverbands (FIFA) antreten. Das sagte der 59-jährige Franzose heute bei einem Treffen hinter verschlossenen Türen mit Spitzenvertretern der 54 Mitgliedsverbände des Europäischen Fußballverbands (UEFA) nach Angaben mehrerer Sitzungsteilnehmer.

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Tennis: Thiem bei US Open von sich selbst überrascht

Dominic Thiem ist die letzte österreichische Hoffnung auf einen Platz in der zweiten Runde der US Open gewesen, und der Niederösterreicher hat diese auch erfüllt. Der 20-Jährige kam am Mittwoch zu einem glatten Dreisatzsieg gegen den Slowaken Lukas Lacko und war danach selbst über die souveräne Major-Premiere überrascht, nachdem er zuletzt zwei Auftaktniederlagen kassiert hatte. „Die Schläge haben wieder mehr Biss gehabt“, sagte Thiem, der es nun mit einem guten Bekannten zu tun bekommt.

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Wirtschaft

Nächste tiefrote Bilanz: ÖVAG verdreifacht Verlust

Nach der Hypo die nächste tiefrote Bilanz einer Bank mit Staatsbeteiligung: Die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) hat im ersten Halbjahr 2014 unter dem Strich 203 Mio. Euro Verlust geschrieben - fast dreimal so viel wie im ersten Halbjahr 2013 mit 68,3 Mio. Euro.

Der Verlust nach Steuern wird auf Konzernebene bis Ende Juni mit 185,8 Mio. Euro (nach 55,7 Mio. Euro im Vorjahr) ausgewiesen bei einer nach weiterem Abbau mittlerweile auf 18,8 Mrd. Euro gesunkenen Bilanzsumme. Schwer belastet wurde die Konzernbilanz der ersten sechs Monate einmal mehr durch die Rumänien-Bank (VB Romania), die laut EU-Vorgabe bis Ende 2015 verkauft werden muss.

Faule Kredite und schlechte Aussichten

Im Vorjahr hatte die ÖVAG ihre 51-Prozent-Tochter in Rumänien im Halbjahr mit einem Kapitaleinschuss von 60 Mio. Euro aufpäppeln müssen. Nun kündigte die ÖVAG für das zweite Halbjahr 2014 für die Rumänien-Operation „Maßnahmen zur Stärkung der Eigenmittel“ an, die das Halbjahresergebnis jetzt mit 128 Mio. Euro verschlechtert hätten, weil sie schon zum 30. Juni verbucht wurden.

In der Rumänien-Bank wird zurzeit das Kreditgeschäft restrukturiert. Erst im Juli hatte die ÖVAG ein Paket fauler Kredite ihrer Tochter im Volumen von 498 Mio. Euro verkauft.

FMA sieht Eigentümer in der Verantwortung

Die ÖVAG ist eine Abbaubank. Sie muss so gut wie ihr gesamtes Eigengeschäft im In- und Ausland einstellen oder verkaufen. Seit 2012 ist sie teilverstaatlicht. Erwartungsgemäß wird der ÖVAG-Konzern auch im Gesamtjahr 2014 wieder mit erheblichen Verlusten abschließen. Im Zwischenbericht spricht der Vorstand von einem voraussichtlich „deutlich negativen“ Abschluss.

Sollte die teilverstaatlichte ÖVAG weiteren Kapitalbedarf haben, dann müssten in erster Linie die privaten Eigentümer - also im Wesentlichen die anderen Volksbanken - in die Verantwortung genommen werden, erläuterten die beiden FMA-Vorstände Helmut Ettl und Manfred Kumpfmüller bei einem Pressegespräch im Tiroler Alpbach vor Journalisten

Hypo verbuchte fast 1,7 Mrd. Halbjahresverlust

Nach der Abtrennung der Ukraine-Tochter und der mittlerweile als Austrian Anadi Bank auftretenden Österreich-Tochter steht beim verstaatlichten Kärntner Hypo-Alpe-Adria-Konzern nun der Abschied vom Balkan- und Italien-Geschäft im Fokus der laufenden Bankenabwicklung. Damit gehen milliardenschwere Sonderbelastungen einher, und genau in diesen ist laut Hypo auch der Hintergrund der neuerlich ernüchternd anmutenden letzten Zwischenbilanz der Hypo als Gesamtgruppe zu finden: Wie am Mittwoch bekanntwurde, verbuchte die Hypo im ersten Halbjahr 1,67 Milliarden Euro Verlust.

Mehr dazu in „Deutlich negativ“

Mindesteinkommen reicht in Vorarlberg kaum zum Leben

Die Mindestsicherung plus ergänzender Leistungen reicht in Vorarlberg nicht zum Auskommen. Das zeigt eine Studie der Vorarlberger Armutskonferenz und der Arbeiterkammer auf.

Ein Einpersonenhaushalt braucht demnach in Vorarlberg mindestens 1.326 Euro, um ein Leben auf Mindestniveau - ohne Auto, Urlaub, Alkohol und Zigaretten - führen zu können. Das sind um elf Prozent mehr, als die Mindestsicherung plus ergänzender Leistungen ausmacht. Bei Familien mit Kindern liege die Differenz sogar bei 18 bis 22 Prozent.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Gespräche mit Piloten gescheitert - Streik bei Germanwings

Die Verhandlungen zwischen der Lufthansa und der deutschen Pilotengewerkschaft Cockpit über eine Regelung zur Übergangsversorgung sind ohne Ergebnis geblieben, wie die Fluglinie heute in Frankfurt am Main mitteilte. Der sechsstündige Streik der Piloten bei der Tochtergesellschaft Germanwings wird somit wie angekündigt morgen stattfinden.

Streit über Frühpensionsalter

„Wir sind sehr enttäuscht, dass wir den Streik nicht abwenden können“, sagte Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens. Sie warf der Gewerkschaft vor, der Streik sei bereits beschlossene Sache gewesen. Die Lufthansa werde nun alles tun, um die Fluggäste der Germanwings trotzdem an ihr Ziel zu bringen.

Streitpunkt in der seit Monaten anhaltenden Auseinandersetzung bei der Lufthansa ist die Übergangsversorgung für Piloten, die in Frühpension gehen. Möglich war das bisher ab dem Alter von 55 Jahren. Die Lufthansa will die Altersgrenze erhöhen und die Piloten an der Finanzierung beteiligen.

Spaniens Wirtschaft zieht wieder an

Die spanische Wirtschaft nimmt offenbar wieder Fahrt auf. Wie das nationale Statistikinstitut (INE) heute in Madrid mitteilte, erzielte Spanien im zweiten Quartal ein Wachstum von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Im Jahresvergleich stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,2 Prozent, 0,7 Prozentpunkte mehr als im ersten Quartal. Spanien erreichte in den Monaten von April bis Juni die höchste Wachstumsrate seit Beginn der Wirtschaftskrise. Das BIP wuchs in vier Quartalen in Folge.

Für 2015 zwei Prozent plus prognostiziert

Nach Worten von Wirtschaftsminister Luis de Guindos dürfte Spanien in diesem Jahr ein Wachstum von 1,5 Prozent erzielen. Die Regierung war in ihrer letzten offiziellen Prognose im April von 1,2 Prozent ausgegangen. Für 2015 rechnet der Minister mit einer Wachstumsrate von etwa 2,0 Prozent, 0,2 Prozentpunkte mehr als bisher angenommen.

Das Wachstum wurde nach Angaben des INE zuletzt vor allem von einer gestiegenen Binnennachfrage getragen. Die spanischen Haushalte gaben mehr Geld aus. Auch die Investitionen nahmen zu.

Medien

Millionenpublikum für ORF-Kultursommer

Nicht weniger als 36 Opern, Theater und Konzerte von den größten Festivals für Millionen Klassikfans auf vier Kontinenten: Diese Bilanz zieht der ORF zum Kultursommer. Mit dem „Trovatore“, dem „Rosenkavalier“, „Charlotte Salomon“ und dem aktuellen „Jedermann“, den „Geschichten aus dem Wiener Wald“ in Bregenz und Robert Dornhelms „Aida“ in St. Margarethen produzierte der ORF die größten Highlights der zu Ende gehenden Sommerfestivalsaison für TV und Radio neu. Zusätzlich wurden so viele Produktionen wie nie in ORF.at im Rahmen der Festspielhighlights gecovert.

Mehr dazu in news.ORF.at/festspielhighlights

Chronik

Schubhäftling aus Vordernberg in Wien festgenommen

Ein aus dem Anhaltezentrum Vordernberg in der Steiermark geflüchteter Schubhäftling ist gestern in Wien entdeckt worden. Die Wiener Polizei, das Innenministerium und die Landespolizeidirektion Steiermark bestätigten heute die zunächst von der „Kronen Zeitung“ kolportierte Festnahme eines 32-Jährigen, der seit 25. August aus Vordernberg abgängig war.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

AUA-Flugzeug in Frankfurt von Bodenfahrzeug beschädigt

Ein Airbus A320 der Austrian Airlines (AUA) ist am Dienstagabend auf dem Flughafen von Frankfurt am Main kurz nach der Landung von einem Bodenfahrzeug gerammt worden.

Entsprechende Medienberichte bestätigte AUA-Sprecher Wilhelm Baldia heute auf APA-Anfrage. Verletzt wurde dabei niemand. Das Flugzeug steht aber seither flugunfähig mit Schäden an Bugrad und Rumpf auf dem größten deutschen Airport.

Keine Gefahr für 169 Passagiere

Der Zwischenfall ereignete sich laut Baldia „auf dem Rollweg zur Parkposition“. Die 169 Personen an Bord hätten die aus Wien kommende Maschine auf normalem Weg verlassen können. Die Schadenssumme war noch nicht bezifferbar.

AUA-Techniker flogen nach Frankfurt, um das genaue Ausmaß zu begutachten. Zur Unfallursache ermittle außerdem die deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU), erläuterte der AUA-Sprecher.

Riesige Marihuanaplantage in spanischer Stierkampfarena

Die spanische Polizei hat sieben Personen - darunter drei Briten - festgenommen, weil sie in einer privaten Stierkampfarena eine riesige Marihuanaplantage betrieben haben sollen.

Die illegale Zucht sei auf einem Grundstück an der Costa del Sol entdeckt worden, hieß es heute. Sie habe aus zwei „riesigen“ Gewächshäusern, einer professionellen Bewässerungsanlage und Trockenräumen bestanden.

Platz für 10.000 Pflanzen

Insgesamt sei Platz für bis zu 10.000 Hanfpflanzen gewesen. Bei einer Razzia hätten Drogenfahnder über 500 Pflanzen, die gerade getrocknet wurden, und mehrere Kilogramm fertiges Marihuana beschlagnahmt. Der größte Teil der Ernte sei wahrscheinlich bereits verkauft worden.

Video dazu in iptv.ORF.at

Science

NASA will neue Schwerlast-Trägerrakete ab 2018 einsetzen

Nach mehrjähriger Entwicklung will die US-Weltraumbehörde NASA ihre neue Trägerrakete namens Space Launch System (SLS) spätestens 2018 erstmals ins All schießen.

Für die Weiterentwicklung von SLS seien bis dahin sieben Mrd. Dollar (5,3 Mrd. Euro) im vierjährigen Budgetplan eingestellt worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde mit. Die formelle Geldfreigabe erfolgte nach einer gründlichen Prüfung des Großprojekts, das eines Tages auch bemannte Flüge zum Mars ermöglichen soll.

Die etwa 70 Tonnen schwere SLS-Rakete soll Raumschiffe über die Erdumlaufbahn hinaus ins All befördern und selbst die Erforschung von Asteroiden ermöglichen. Im übernächsten Jahrzehnt könnte sie laut NASA dann auch bemannte Marsmissionen auf den Weg bringen. Ihre maximale Traglast soll 143 Tonnen betragen und die Erkundung weit entfernter Bereiche des Sonnensystems möglich machen.

Erste Schwerlastrakete seit 40 Jahren

An dem Projekt wird seit drei Jahren gearbeitet. „Das Programm macht echte, erhebliche Fortschritte“, sagte William Gerstenmaier, der bei der NASA für bemannte Weltraummissionen zuständig ist. Der Jungfernflug der Rakete werde spätestens für November 2018 angepeilt.

Allein für die erste der drei geplanten SLS-Varianten werden Entwicklungskosten von insgesamt zwölf Mrd. Dollar veranschlagt. Es ist die erste derartige Schwerlast-Trägerrakete der NASA seit mehr als 40 Jahren. Die Rechnungsaufsicht der US-Regierung hatte zuletzt allerdings Zweifel daran angemeldet, ob das Budget und der Zeitplan für das Projekt einzuhalten sind.

Ebola breitet sich laut WHO rasch aus

Die Ebola-Epidemie in Westafrika breitet sich immer schneller aus. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute in Genf mitteilte, starben in Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria bis Dienstag 1.552 Menschen an der Krankheit.

Insgesamt registrierte die Organisation 3.069 bestätigte bzw. Verdachtsfälle. Mehr als 40 Prozent der Erkrankungen seien in den vergangenen drei Wochen erfasst worden. Der Ausbruch wurde im März bekannt.

Die Sterblichkeit in Westafrika liegt laut WHO im Mittel bei 52 Prozent. Sie reicht von 42 Prozent in Sierra Leone bis zu 66 Prozent in Guinea. Den Statistiken zufolge forderte die derzeitige Epidemie bisher ähnlich viele Opfer wie alle früheren Ebola-Ausbrüche zusammen.

Mehr als 20.000 Ebola-Fälle befürchtet

Die WHO befürchtet, dass die Zahl der Ebola-Erkrankungen in Westafrika noch stark steigen könnte. Im Zuge einer neuen Strategie werde davon ausgegangen, „dass die Zahl der Infektionen während dieser Epidemie auf mehr als 20.000 steigen könnte“. Als Ziel kündigte die Weltgesundheitsorganisation an, die weitere Ausbreitung der Epidemie binnen drei Monaten aufzuhalten und „jegliche Ansteckungen binnen sechs bis neun Monaten zu stoppen“.

Kultur

Berliner Gorki Theater ist Bühne des Jahres

Das Berliner Maxim Gorki Theater unter der Leitung von Shermin Langhoff und Jens Hillje ist Theater des Jahres. Die deutschsprachigen Theaterkritiker wählten die Berliner Bühne zum ersten Mal auf Platz eins der jährlichen Bestenliste. Damit zeichneten sie die neue Intendanz gleich für ihre erste Spielzeit an dem Haus aus.

Langhoff hatte sich vor zwei Jahren entschieden, nicht als stellvertretende Intendantin und Chefkuratorin zu den Wiener Festwochen zu gehen, sondern die Leitung des im ehemaligen Ostberlin gelegenen 400-Plätze-Hauses zu übernehmen.

Wien indes ist der Schauplatz „für das mit Abstand größte Ärgernis des Jahres“: Dafür sorgten „Matthias Hartmann und das Finanzdebakel am Wiener Burgtheater“, so das Fazit der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute“, die der dpa vorliegt.

Bibiana Beglau Schauspielerin des Jahres

Schauspielerin des Jahres ist Bibiana Beglau (43) vom Residenztheater München. Zum Schauspieler des Jahres wurde Peter Kurth (57) vom Schauspiel Stuttgart gewählt. Zum besten Stück des Jahres wurde Sibylle Bergs am Gorki Theater uraufgeführtes Werk „Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen“ gewählt.

Mit Dimitrij Schaad kommt auch der Nachwuchsschauspieler des Jahres vom Gorki Theater. Beste Nachwuchsschauspielerin wurde Katharina Knap als Sonja im Stuttgarter „Onkel Wanja“.

Karin Henkel für beste Inszenierung geehrt

Inszenierung des Jahres ist Karin Henkels Kleist-Interpretation „Amphitryon und sein Doppelgänger“ vom Schauspielhaus Zürich. Das beste Bühnenbild stammt von dem Serben Aleksandar Denic, der die Räume für Frank Castorfs „Reise ans Ende der Nacht“ schuf.

Zur besten Kostümbildnerin wurde wie bereits im vergangenen Jahr Victoria Behr gekürt, die die Schauspieler in Herbert Fritschs Werk „Ohne Titel Nr. 1“ an der Berliner Volksbühne einkleidete. Als bester ausländischer Autor wurde der Brite Martin Crimp für „Alles Weitere kennen Sie aus dem Kino“ (Deutsches Schauspielhaus Hamburg) geehrt.

Barockoper „Narciso“ in Innsbruck

Eine Rarität der Opernwelt bieten die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik mit Domenico Scarlattis „Narciso“, einer leicht veränderten Fassung der mythologischen Geschichte um den eitlen Narziss. 1720 von Händel nach London gebracht, erlebte „Narciso“ großen Erfolg, aber nur fünf Aufführungen. Jetzt, fast 300 Jahre später, bringt sie Fabio Biondi mit seinem Ensemble Europa Galante in Innsbruck auf die Bühne.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

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