Ausland

Zu wenige Frauen: Juncker-Kommission mit Startproblemen

Ein eklatanter Frauenmangel gefährdet die nötige Mehrheit der nächsten EU-Kommission des designierten EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker im EU-Parlament. Bis zum heutigen Tag kann Juncker vier Kommissarskandidatinnen aufweisen. Die meisten EU-Regierungen haben bisher Männer für den Kommissarsposten in Brüssel nominiert.

Anteil noch geringer als unter Barroso

Mit vier Frauen von insgesamt 28 Kommissionsmitgliedern wäre der Frauenanteil deutlich niedriger als in der amtierenden Barroso-Kommission, der neun Kommissarinnen angehören. In einem Interview mit der Tageszeitung „Kurier“ richtete Juncker zuletzt eine unmissverständliche Drohung an jene Länder, die seiner Aufforderung zur Entsendung von Frauen bisher trotzten.

Frauen sollen einflussreichere Ressorts bekommen

„Falls ich am Ende doch deutlich weniger Frauen als Männer in der neuen Kommission haben sollte, muss ich dies eben bei der Ressortzuteilung kompensieren. Weibliche Kommissare werden dann ganz sicher sehr gute Chancen auf ein wichtiges Portfolio oder den begehrten Posten eines meiner Stellvertreter haben“, sagte Juncker.

Mit Ablehnung der EU-Kommission im Europaparlament drohte diese Woche Liberalen-Chef Guy Verhofstadt. „Als Liberale können wir nicht eine Kommission mit zu wenigen Frauen unterstützen, die auch nicht die proeuropäischen Kräfte innerhalb der Parlamentsmehrheit von Konservativen, Sozialisten und Liberalen widerspiegelt“, warnte Verhofstadt.

Bulgarien, Italien, Tschechien und Schweden

Frauen haben bisher nur Bulgarien, Italien, Tschechien und Schweden fix nominiert. Die konservative bulgarische EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, Kristalina Georgiewa, tritt gegen die italienische Außenministerin Federica Mogherini im Rennen um die Nachfolge von Catherine Ashton als EU-Außenbeauftragte an. Als „Hoher Repräsentant“ für die EU-Außenpolitik wäre der nächste Amtsinhaber auch erster Vizepräsident und Stellvertreter von Juncker in der EU-Kommission.

Die Regierung in Prag schickt Vera Jourova, die bisherige Ministerin für regionale Entwicklung, nach Brüssel. Jourova strebt laut Medienberichten die Nachfolge von EU-Regionalkommissar Johannes Hahn in der EU-Kommission an. Fix gesetzt für die nächste EU-Kommission ist auch die bisherige EU-Innenkommissarin, die Schwedin Cecilia Malmström.

Nicht alle Einreichungen öffentlich

Zypern, Dänemark und die Niederlande nannten Juncker jeweils eine Liste von möglichen Kandidaten, machten diese aber nicht öffentlich. Nach Medienberichten hat Zypern zwei Männer und keine Frau nominiert, nämlich den konservativen Europaabgeordneten Christos Stylianides und den Vorsitzenden der Europäischen Partei, Demetris Syllouris.

In Dänemark gilt Spekulationen in der Presse zufolge zumindest die Unterrichtsministerin Christine Antorini als ein möglicher Vorschlag.

Slowenien hat Juncker drei Kommissarskandidaten öffentlich zur Auswahl vorgeschlagen, darunter zwei Frauen. Die Regierung nominierte im Juli die bisherige Ministerpräsidentin Alenka Bratusek, Außenminister Karl Erjavec und die sozialdemokratische Europaabgeordnete Tanja Fajon als Kandidaten.

Belgien hat als einziges Land noch keinen Nominierungsvorschlag abgegeben. Lediglich in Medienberichten werden der flämische Christdemokratin Marianne Thyssen Chancen eingeräumt.

Syrische Rebellen nehmen Grenzübergang zu Golanhöhen ein

Syrische Regimegegner haben im Süden des Landes den Grenzübergang Kuneitra zu den von Israel kontrollierten Golanhöhen eingenommen. Zu den Milizen gehörten auch radikale islamistische Gruppen wie die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Al-Nusra-Front, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute.

Die Milizen hätten nach heftigen Kämpfen mit Dutzenden Toten und Verletzten die syrische Armee vom Grenzübergang vertrieben. Die Gefechte gingen in der Nähe von Kuneitra weiter.

Israeli bei Granatenbeschuss verletzt

Mindestens drei aus Syrien abgefeuerte Mörsergranaten schlugen heute auf den Golanhöhen ein. Das berichtete der israelische Armeefunk. Laut anderen Medienberichten wurde eine Person bei dem Einschlag verletzt. Eine Militärsprecherin bestätigte, dass Geschoße aus Syrien auf den Golanhöhen eingeschlagen seien.

Sie stammten demnach aus Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen. Man gehe nicht von einem gezielten Angriff auf Israel aus. Am Sonntag waren bereits fünf Raketen aus Syrien auf den Golanhöhen niedergegangen. Israel hatte die Golanhöhen 1967 von Syrien erobert.

Israelische Armee greift syrische Militärposten an

Als Antwort griff die israelische Armee zwei Militärposten der syrischen Armee an. Das sei als Antwort auf „fehlgeleitetes Feuer aus den innersyrischen Kämpfen“ geschehen, hieß es in einer Mitteilung des Militärs.

Vereinbarte Waffenruhe in Nahost hält bisher

Eine unbefristete Waffenruhe im Gaza-Krieg hat bisher Bestand. Seit Beginn der Feuerpause gestern Abend flog die israelische Armee keine Luftangriffe mehr auf Ziele im Gazastreifen. Auch auf Israel seien keine Raketen mehr abgefeuert worden, sagte eine Armeesprecherin in Tel Aviv.

Vor Beginn der Feuerpause genau 50 Tage nach dem Ausbruch des jüngsten Gaza-Krieges hatten die Konfliktparteien ihren gegenseitigen Beschuss noch einmal intensiviert.

Mehr dazu in Gespräche in Kairo werden fortgesetzt

UNO: Damaskus hat C-Waffen eingesetzt

Eine UNO-Untersuchungskommission zu Syrien hat das Regime von Präsident Baschar al-Assad in einem heute veröffentlichten Bericht beschuldigt, erneut Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Das soll im Laufe des April insgesamt achtmal im Osten des Landes geschehen sein, bei dem eingesetzten Kampfstoff handle es sich „wahrscheinlich um Chlor“.

„Es gibt berechtigte Vermutungen anzunehmen, dass chemische Waffen - wahrscheinlich Chlor - eingesetzt wurden“, hieß es in dem Bericht. Das Kampfgas soll mittels Fassbomben abgeworfen worden sein.

Ermittler: IS begeht Kriegsverbrechen

Ähnlich wie im Irak verübt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auch in Syrien laut UNO-Angaben Verbrechen gegen die Menschlichkeit. So würden IS-Milizen regelmäßig Hinrichtungen veranstalten und selbst Kinder zum Zuschauen zwingen, heißt es in dem heute von der Syrien-Untersuchungskommission der UNO veröffentlichten Bericht.

Auch Regierungstruppen sowie andere bewaffnete Gruppen begingen weiterhin Verbrechen an der Zivilbevölkerung. „Jeden Tag sterben Hunderte Zivilisten, während die Kämpfe ohne Rücksicht auf das Gesetz oder das Gewissen weitergehen“, sagte der Kommissionsvorsitzende Paulo Pinheiro.

IS verlangt Lösegeld für US-Geisel

IS verlangt für eine als Geisel genommene Amerikanerin laut US-Medienberichten 6,6 Millionen Dollar (rund fünf Mio. Euro) Lösegeld. Die 26-Jährige soll bei einem humanitären Einsatz in Syrien unterwegs gewesen sein, als sie Anfang August 2013 gefangen genommen wurde, berichteten die TV-Sender NBC und ABC.

Die Extremisten forderten die USA demnach auch zur Freilassung der pakistanischen Neurowissenschaftlerin Aafia Siddiqui auf, die 2010 wegen des Angriffs auf US-Soldaten in Afghanistan zu 86 Jahren Haft verurteilt worden war. Die Sender berufen sich auf einen Vertreter der Familie, die den Namen der Geisel zu deren Schutz nicht veröffentlichen will.

Die Frau soll eine von mindestens vier Amerikanern sein, die derzeit noch in Syrien und im Irak festgehalten werden.

IS-Miliz umfasst laut US-Außenamt bis zu 15.000 Kämpfer

Die Islamistenmiliz Islamischer Staat (IS) umfasst nach Informationen Deutschlands in ihrem harten Kern bis zu 15.000 Personen. In einer heute bekanntgewordenen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage beruft sich die deutsche Bundesregierung auf Schätzungen des US-Außenministeriums.

Schwere Waffen und Boden-Boden-Raketen

Demnach liege die derzeitige IS-Truppenstärke im Irak bei bis zu 7.000 und in Syrien bei 3.000 bis 8.000 Kämpfern. Die Fluktuation sei durch Neurekrutierungen, Tötungen und Gefangennahmen hoch. In der parlamentarischen Antwort führte die Regierung aus, dass IS zunehmend über schwere, darüber hinaus aber auch über eine Vielzahl anderer Waffen verfüge, wie Raketen- und Granatwerfer oder Boden-Boden-Raketen. Solche Waffen seien offenbar über Schwarzmarktgeschäfte sowie bei Kämpfen mit syrischen und irakischen Truppen erbeutet worden.

Nach Erkenntnissen der deutschen Regierung finanziert sich die IS-Miliz durch Einnahmen aus Ölfeldern, Entführungen, Enteignungen, Mautzahlungen, durch allgemeine Kriminalität sowie Spenden aus dem In- und Ausland. Keine Erkenntnisse gebe es für eine Zusammenarbeit saudischer und katarischer Regierungsstellen mit der Miliz, heißt es in der Antwort weiter. Gerade die saudi-arabische Regierung werte den islamistischen Terror seit längerem als schwerwiegende Bedrohung für die eigene Sicherheit.

AKP-Parteitag begonnen: Davutoglu wird Erdogan-Nachfolger

Die türkische Regierungspartei AKP hat in Ankara ihren Sonderparteitag zur Wahl von Außenminister Ahmet Davutoglu zu ihrem neuen Vorsitzenden eröffnet.

Davutoglu ist der einzige Kandidat, der heute zur Wahl steht. Er folgt dem designierten Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdogan nach, der den Parteivorsitz vor seinem Amtsantritt als Präsident niederlegen muss.

Nach Erdogans Vereidigung morgen soll Davutoglu von ihm auch das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen. An dem Sonderparteitag der islamisch-konservativen AKP in der Ankara-Arena sollen laut Parteiangaben bis zu 40.000 Menschen teilnehmen.

Inland

RH kritisiert Fördervergaben im Familienbereich

Der Rechnungshof (RH) kritisiert in einem heute veröffentlichten Bericht die Vergabe von Förderungen durch die Familie & Beruf Management GmbH. Diese sei ohne klare Festlegung von Förderungskriterien erfolgt. Außerdem seien Subventionen ausgezahlt worden, obwohl die Abrechnungen nicht ordnungsgemäß gewesen seien oder die Bestätigung über die widmungsgemäße Verwendung fehlte.

Administrativer Aufwand deutlich über Plan

Aufgabe der Familie & Beruf Management GmbH waren etwa Förderungen an das Institut für Familienforschung und den Gemeindebund. Insgesamt erhielt sie zwischen 2006 und 2012 knapp 20 Mio. Euro vom Bund. Neben der Fördervergabe monierte der RH, dass der administrative Aufwand der GmbH um rund 51 Prozent höher war als bei der Errichtung vorgesehen. Weiters habe man die ursprünglich vorgesehene Lukrierung von Drittmitteln nicht realisieren können.

Der Gesellschaft empfahl der RH unter anderem, die widmungsgemäße Verwendung ausbezahlter Fördermittel zu prüfen und gegebenenfalls Rückforderungen geltend zu machen. Förderungsentscheidungen sollten „nachvollziehbar und transparent“ dokumentiert werden. Dem Familienministerium schlug der RH vor zu analysieren, ob nicht die Aufgabenwahrnehmung durch das Ministerium selbst zweckmäßiger wäre.

Oberhauser: Gesundheitswesen soll solidarisch bleiben

Die designierte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) hat heute nach einem Informationsgespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer ihre Vorhaben für ihr künftiges Ressort bekräftigt: „Das Ziel, das über allem steht, ist, dass es ein solidarisches System bleiben muss.“

Die ausgebildete Medizinerin „möchte schauen, dass aus den gesunden Kindern auch gesunde Erwachsene werden“. Auch die Situation des Personals sei ihr ein Anliegen: Wer im Gesundheitswesen arbeitet, solle auch „etwas davon haben“. Wichtig sei aber auch, dass Patientinnen und Patienten die nötige Zeit und Zuwendung bekommen.

Stöger freut sich auf neue Aufgabe

Der designierte Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) freut sich auf seine neue Aufgabe. „Es ist an mich herangetreten worden, und ich habe mich sehr gefreut, dass man mir die Aufgabe zutraut“, sagte er nach seinem Informationsgespräch bei Fischer. Über konkrete Projekte im neuen Ressort wolle er erst nach der offiziellen Amtsübernahme sprechen.

Grundsätzlich will Stöger Mobilität als Chancengleichheit und Freiheit herausheben. Er habe das Gesundheitsministerium fünfeinhalb Jahre geführt. Es habe ihn gereizt, nicht nur die Infrastruktur im Gesundheitsbereich, sondern jetzt auch im technischen Bereich zu steuern.

Vorschusslorbeeren für Oberhauser

„Für mich war es sehr wichtig, dass ich auch mitgestalten konnte, wer meine Nachfolge antritt“, sagte Stöger. Er habe in Oberhauser großes Vertrauen: „Es ist für mich die ideale Nachfolgerin.“ Stöger geht auch davon aus, dass die Regierung bis 2018 halten wird. Die ÖVP habe offenbar ihre Probleme schnell gelöst. „Ich gehe davon aus, dass mit Reinhold Mitterlehner die Koalition ihre Sacharbeit gut weiterbringen wird.“

Sport

Fußball: Manchester United wird zur Lachnummer

Manchester United hat mit einem 0:4 im Ligacup gegen den Drittligisten Milton Keynes Dons seinen katastrophalen Saisonstart prolongiert. Die „Red Devils“, die sich erst gestern um eine Rekordsumme mit dem Argentinier Angel di Maria verstärkt haben, werden immer mehr zur Lachnummer. Nur einer bleibt gelassen: Trainer Louis van Gaal. Der Niederländer forderte einmal mehr Zeit für den Aufbau seines Teams. Die Pleite in Milton Keynes sei zwar enttäuschend, aber kein Schock.

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ÖFB: Kollers Gründe für seine Kaderwahl

Der ÖFB-Kader für das EM-Qualifikationsspiel gegen Schweden am 8. September hat einige Überraschungen parat. Während Andreas Ivanschitz und Andreas Weimann diesmal nur auf der Abrufliste stehen, erhielt Rubin Oktie nach zwei Jahren wieder eine Einberufung. Für Teamchef Marcel Koller entschied die aktuelle Form zugunsten des Stürmers und gegen Ivanschitz und Weimann. Es gehe nur „um Nuancen“, so der Schweizer, der aber keinen Trend in eine neue Richtung sieht. Kollers Sorgenkind ist laut eigener Aussage aber nicht der Angriff, sondern das Abwehrzentrum.

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Wirtschaft

Ryanair wirbt mit Business-Tickets um Geschäftsreisende

Die irische Billigairline Ryanair will künftig Geschäftsreisende mit den Privilegien eines Business-Tickets locken. Dazu sollen flexiblere Buchungsbedingungen, schnellere Abfertigung und „Premiumplätze“ gehören, teilte die Fluggesellschaft heute mit.

Europas größter Billigflieger will im laufenden Geschäftsjahr die Zahl der Fluggäste um fünf Prozent auf 86 Millionen steigern. Dazu hat Ryanair unter anderem die Homepage vereinfacht und die Preise für aufgegebenes Gepäck gesenkt.

Ermittlungsverfahren gegen IWF-Chefin Lagarde

Gegen die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, ist wegen ihrer Verwicklung in eine Finanzaffäre in Frankreich ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Der Vorwurf in Zusammenhang mit der Tapie-Affäre laute auf „Nachlässigkeit“, sagte Lagarde heute gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Sie kündigte an, gegen das Ermittlungsverfahren der französischen Justiz Berufung einzulegen.

Rücktritt ausgeschlossen

Einen Rücktritt von der IWF-Spitze schloss die frühere französische Finanzministerin aus und fügte hinzu: „Ich kehre diesen Nachmittag zum Arbeiten nach Washington zurück.“

In der Affäre geht es um eine umstrittene staatliche Schadenersatzzahlung an den französischen Unternehmer Bernard Tapie. Ein Schiedsspruch hatte Tapie 2008 nach dem Verkauf des Sportartikelherstellers adidas staatlichen Schadenersatz in Höhe von rund 400 Millionen Euro zugesprochen. Lagardes Finanzministerium hatte zuvor ein privates Schiedsgericht angerufen, um einen langjährigen Justizstreit mit Tapie zu beenden.

Diese Entscheidung wird von den Ermittlern ebenso unter die Lupe genommen wie Lagardes Beschluss, den Schiedsspruch nicht anzufechten. Es besteht der Verdacht, dass Tapie eine Vorzugsbehandlung erhielt, weil er im Präsidentschaftswahlkampf 2007 den späteren konservativen Staatschef Nicolas Sarkozy unterstützte.

Modekette Zara wegen Babyshirts im „KZ-Design“ in der Kritik

Die spanische Modekette Zara hat laut Medienberichten ein Babyshirt im Angebot geführt, dessen unglücklich gewähltes Design - schwarz-weiße Streifen und ein gelber Stern - an die Kleidung von KZ-Häftlingen denken ließ. Nach öffentlichem Protest wurde es aus dem Sortiment genommen.

Unternehmen entschuldigte sich, nahm Artikel aus Sortiment

In der Kritik stand das Babyshirt „Sheriff“ in den Größen 62 bis 104, das online und in Filialen in den Handel kam. „Bis vor kurzem wurde den Einkäufern im Zara-Onlineshop noch empfohlen, das ‚Sheriff‘-Shirt mit einer Hose im Katzen-Print und einer Steppjacke mit Kapuze zu kombinieren. Jetzt hat das Unternehmen auf den Protest reagiert, sich via Twitter entschuldigt und das ‚Sheriff‘-Shirt aus dem Sortiment genommen“, berichtete unter anderem die „Süddeutsche Zeitung“ (Onlineausgabe) heute.

Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass das Unternehmen durch unsensible Modestatements auffiel. Zuvor sei Zara mit einem Shirt in die Kritik geraten, auf dem „White is the new Black“ zu lesen war - „Weiß ist das neue Schwarz“, was viele Menschen in Onlineforen als rassistisches Statement aufgenommen hatten. Dieses Kleidungsstück sei ebenfalls zurückgezogen worden.

Auch andere Firmen „patzten“. Der Sportartikelhersteller adidas beispielsweise musste vor zwei Jahren die Produktion eines Turnschuhs einstellen, weil die als Designelement aufgedruckten Fußfesseln von vielen als Provokation gegen Afroamerikaner und Ignoranz gegenüber der Geschichte der Sklaverei gesehen wurden.

OGH: Automatische Umstellung auf E-Rechnung unzulässig

Im Vorjahr haben viele T-Mobile-Kunden eine „letzte“ Papierrechnung mit der Information bekommen, dass ab sofort auf elektronische Rechnungen umgestellt werde. Nur wer ausdrücklich widersprach, konnte die Papierrechnung behalten.

Für den Verein für Konsumenteninformation (VKI) wurden die Kunden dadurch in ihrem Wahlrecht eingeschränkt. Nun bestätigte auch der Oberste Gerichtshof (OGH) die Rechtsansicht des VKI: Die Vorgehensweise von T-Mobile ist rechtswidrig.

Mehr dazu in help.ORF.at

Chronik

Fahrschülerin stürzte beim Einparken mit Pkw in Bachbett

Eine 16-jährige Fahrschülerin ist gestern beim Einparken mit dem Pkw in Helfenberg (Oberösterreich) in ein Bachbett gestürzt. Die Lenkerin wurde verletzt. Ihre mitfahrende Mutter kam mit dem Schrecken davon.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Betrunkener rammte Brückengeländer

Ein betrunkener Autofahrer prallte gestern Abend bei Eggelsberg (Oberösterreich) so heftig gegen ein Brückengeländer, dass dieses aus der Verankerung gerissen wurde. Die drei Insassen des Wagens wurden zum Teil schwer verletzt.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Frontalunfall bei Übungsfahrt

Auf der Pinzgauer Bundesstraße (B311) in Salzburg verursachte eine 17-Jährige gestern Nachmittag bei einer Übungsfahrt einen schweren Unfall. Sie geriet auf die Gegenfahrbahn und rammte ein entgegenkommendes Auto. Drei Personen wurden verletzt.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Inderin tötet Leoparden mit einer Sichel

Eine halbe Stunde lang hat eine 56-jährige Inderin mit einem Leoparden gekämpft und die Raubkatze schließlich mit ihrer Sichel getötet. Das Tier habe sich auf sie geworfen, als sie bei der Feldarbeit gewesen sei, berichtete Kamla Devi dem Fernsehsender CNN-IBN heute vom Krankenhausbett aus.

„Wir haben eine lange Zeit gekämpft.“ Sie sei zu Tode erschrocken, aber zugleich zum Widerstand fest entschlossen gewesen, fügte die mutige Frau hinzu, deren beide Arme bandagiert waren.

„Ich habe all meinen Mut zusammengenommen, um mich zu wehren. Ich habe mir geschworen, dass dies nicht mein letzter Tag sein würde“, berichtete Devi weiter, die seit dem Vorfall am Sonntag im nördlichen Bundesstaat Uttarakhand im Krankenhaus liegt. Schließlich habe sie dem Leoparden den entscheidenden tödlichen Stich versetzen können.

Leopardenangriffe sind in ländlichen Gebieten Indiens relativ häufig. Da ihr Lebensraum zunehmend kleiner wird, kommen die Raubkatzen zusehends in bewohnte Gegenden. Nach einer Statistik von 2011 leben etwa 1.150 Leoparden in Indien.

Neunjährige in USA tötet Schießlehrer mit Uzi

Ein neunjähriges Mädchen hat an einem Schießstand im US-Bundesstaat Arizona bei einem Waffentraining ihren Ausbildner erschossen. Schuld an dem tödlichen Unfall soll der heftige Rückstoß der Maschinenpistole, einer Uzi, gewesen sein.

Das Mindestalter für das Training an dem Schießstand beträgt laut Betreiberwebsite acht Jahre. Das Mädchen soll sich in Begleitung seiner Eltern befunden haben und wegen des heftigen Rückstoßes im Automatikmodus versehentlich auf den 39-jährigen Trainer Charles Vacca geschossen haben. Wie CNN berichtet, starb Vacca Montagabend in einem Krankenhaus wegen schwerer Kopfverletzungen.

Video dazu in iptv.ORF.at

China: 30.000 Tonnen belastete Hühnerfüße sichergestellt

Die Polizei in der ostchinesischen Provinz Zhejiang hat 30.000 Tonnen mit Wasserstoffperoxid belastete Hühnerfüße sichergestellt. Die Beamten zogen die Lebensmittel in den vergangenen zwölf Monaten aus dem Verkehr, wie die Lokalzeitung „Yangcheng Wanbao“ heute unter Berufung auf Polizeiangaben berichtete.

38 Personen seien im Zuge der Ermittlungen in der Gemeinde Yongjia festgenommen worden, teilte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua mit. Hendlfüße gelten in China und Teilen Asiens als Delikatesse. Wasserstoffperoxid wird als Desinfektionsmittel eingesetzt und kann in größeren Mengen Magenprobleme verursachen.

Gesundheit

Ebola: WHO zog Helfer aus Labor in Sierra Leone ab

Nach der Ebola-Infektion eines ihrer Mitarbeiter in Sierra Leone hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Helfer aus einem Labor in dem westafrikanischen Land abgezogen. Bevor sie zurückkehren, solle geklärt werden, wie es zu der Infektion kommen konnte, teilte der WHO-Koordinator für Sierra Leone, Daniel Kertesz, in Freetown mit.

Infizierter zur Behandlung in Hamburg

Bei dem Infizierten handelt es sich offenbar um jenen Patienten, der heute in Hamburg zur Behandlung eingetroffen ist. Der aus dem Senegal stammende WHO-Mitarbeiter habe sich beim Einsatz in einem Labor in Sierra Leone infiziert, sagte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic.

Video dazu in iptv.ORF.at

Seit diesem Vorfall hätten die anderen Helfer „eine traumatische Zeit“ durchgemacht, sagte Kertesz. „Nach wochenlangem heroischen Einsatz für Patienten mit Ebola sind sie erschöpft. Wenn dann noch eine solche Stresssituation hinzukommt, erhöht sich das Risiko von Unfällen.“

Medien

Gruner + Jahr streicht Hunderte Stellen

Das zu Bertelsmann gehörende deutsche Medienhaus Gruner + Jahr (G+J) mit Zeitschriften wie „stern“, „Brigitte“ und „Geo“ streicht in den kommenden drei Jahren rund 400 Arbeitsplätze in Deutschland.

Angesichts rückläufiger Marktentwicklungen im Printgeschäft sollen in diesem Zeitraum 75 Mio. Euro eingespart werden, teilte der Verlag heute in Hamburg mit.

„Die Einsparungen sollen durch eine signifikante Reduzierung der Sach- und Personalkosten erreicht werden und betreffen alle Bereiche von Gruner + Jahr Deutschland.“ Dort sind rund 2.400 Mitarbeiter beschäftigt.

Kultur

Bob Dylan veröffentlich komplette „Basement Tapes“

Die „Basement Tapes“ sind der „heilige Gral“ für Fans von Bob Dylan: Der Künstler hatte diese 1967 zusammen mit The Band im Keller eines Hauses in Saugerties (New York) eingespielt. Ein Teil davon erschien später als Doppelalbum. Am 31. Oktober bringt Dylan erstmals offiziell die kompletten Aufnahmen in den Handel, gab Sony heute bekannt.

Für „The Basement Tapes Complete: The Bootleg Series Vol. 11“, ein aufwendiges Boxset mit sechs CDs, wurden „ausschließlich sorgfältig restaurierte Originalbänder überspielt, darunter einige, die erst kürzlich entdeckt wurden“, hieß es in einer Pressemitteilung. Es soll auch eine Art „Best-of“ als preiswertere Doppel-CD geben.

Dylan war 1966, am Höhepunkt seiner Popularität, mit dem Motorrad schwer gestürzt. Der Unfall bedeutete einen Einschnitt in die Karriere des Künstlers. Während seiner Rekonvaleszenz verschwand Dylan zum ersten Mal seit Jahren aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Er zog sich mit The Band - Robbie Robertson, Rick Danko, Richard Manuel, Garth Hudson und (später) Levon Helm - in ein kleines Haus zurück, das die Gruppe wegen des Anstrichs „Big Pink“ getauft hatte.

100 Songs mit breitem Bogen

Insgesamt nahm das Kollektiv im Laufe der kommenden Monate dort mehr als 100 Songs auf, darunter Traditionals, spontane Covers von Fremdkompositionen und vor allem Dutzende gerade erst entstandener Dylan-Songs, darunter zukünftige Klassiker wie „I Shall Be Released“, „The Mighty Quinn“, „This Wheel’s On Fire“ und „You Ain’t Going Nowhere“. Erste Gerüchte über die Sessions und vereinzelte Azetate der Aufnahmen förderten eine Neugier, die groß genug wurde, um im Musikgeschäft ein neues Phänomen auf den Plan zu rufen: Bootlegs.

Im Jahr 1969 tauchte in den Plattengeschäften denn auch ein (illegales) Album mit dem mysteriösen Titel „Great White Wonder“ auf, das Lieder der Basement-Sessions enthielt. Die eigentlichen Aufnahmen jedoch blieben offiziell nicht erhältlich. Erst 1975 veröffentlichte Columbia eine Auswahl von 16 Songs auf dem Doppelalbum „The Basement Tapes“, darunter acht neue Stücke von The Band ohne Dylan.

Auf „The Basement Tapes Complete“ sind nun erstmals sämtliche verwertbaren Aufnahmen des vorhandenen Materials enthalten, darunter auch erst kürzlich entdeckte frühe Tonbänder, die Dylan im „Red Room“ seines Hauses im Bundesstaat New York bespielt hatte.

Die Aufnahmen wurden im Unterschied zur Veröffentlichung von 1975 weitestmöglich in den klanglichen Zustand versetzt, in dem sie Dylan und The Band im Sommer 1967 selbst gehört haben. Das Tracklisting auf „The Basement Tapes Complete“ ist chronologisch angelegt und basiert auf dem damals von Hudson verwendeten Nummerierungssystem der Bänder.

Kate Bush feiert Live-Comeback in London

Die frühere Pop-Königin Kate Bush hat im Alter von 56 Jahren in London ein Bühnencomeback gefeiert. Bush trat gestern Abend im Hammersmith Apollo Theatre auf die Bühne - 35 Jahre nachdem sie 1979 ihre Livekarriere auf derselben Bühne vorläufig beendet hatte. Bush wird unter dem Titel „Before the Dawn“ bis Mitte Oktober 22 Konzerte in London geben.

Beim Auftaktkonzert applaudierten die Fans minutenlang stehend. Allerdings gab es auch Ärger: Das Management verbot das Fotografieren und Filmen mit Smartphones. Die Exklusivfotorechte waren an die britische Agentur Rex gegangen.

Bush begründete das Verbot mit einem engeren Kontakt zum Publikum: „Ich möchte mit euch als Publikum in Kontakt treten, nicht mit iPhones, iPads oder Kameras“, hatte sie vor dem Konzert verlautbart.

Bush war Ende der 1970er Jahre mit dem Hit „Wuthering Heights“ in die Charts gestürmt. Anfang der 1990er Jahre war es ruhiger geworden um die dunkelhaarige Britin, bevor sie 2005 mit dem Album „Aerial“ ein Comeback startete.

Billy Idol veröffentlicht nach fast zehn Jahren neues Album

Beinahe zehn Jahre nach seinem letzten Studioalbum veröffentlicht Billy Idol am 17. Oktober eine neue Platte. „Kings And Queens Of The Underground“ umfasst elf Songs und erscheint auf Idols eigenem Label BFI Records quasi gleichzeitig mit der Autobiografie „Dancing With Myself“. Die erste Singleauskopplung „Can’t Break Me Down“ ist bereits auf Idols Website zu hören.

Begleitet wird das zu weiten Teilen von Trevor Horn produzierte Album von einer Europatournee, die die exzentrische Pop-Punk-Legende der 80er auch für vier Auftritte nach Deutschland führt. Ein Konzert in Österreich scheint bis dato nicht auf. Erst Anfang Juli gastierte der 58-jährige Brite in der Wiener Arena.

Scorsese plant „Shutter Island“ als Fernsehserie

Filmregisseur Martin Scorsese („Wolf of Wall Street“) plant einen Ableger seines Kinoerfolgs „Shutter Island“ fürs Fernsehen. Das berichtete der „Hollywood Reporter“. Der Bezahlsender HBO („Game of Thrones“) und Paramount Televisions sind in Verhandlungen zur Mystery-Serie „Asheville“.

Asheville ist der Name der abgelegenen Nervenheilanstalt, wo im Kinofilm Hollywood-Star Leonardo DiCaprio das Verschwinden einer Patientin aufdecken will. Die Serie soll die Vorgeschichte erzählen und zeigen, wie die Anstalt entstanden ist. Laut US-Medienangaben wird Scorsese die Pilotfolge drehen. Der Oscar-Preisträger hatte mit „Boardwalk Empire“ bereits erste Fernseherfahrungen gesammelt. Das Drehbuch stammt von Dennis Lehane, der auch den Roman verfasste.

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