Inland

Diskussion über Abtreibungen in Spitälern

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) drängt darauf, dass in allen Regionen Österreichs Schwangerschaftsabbrüche in öffentlichen Spitälern möglich sind. Säumig seien Tirol und Vorarlberg, das solle sich schnellstmöglich ändern. Vorarlbergs Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) sieht das aber anders.

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In Tirol hingegen sieht Landesrätin Christine Baur (Grüne) Handlungsbedarf. Hier führt nur noch ein niedergelassener Gynäkologe Schwangerschaftsabbrüche durch. An den öffentlichen Spitälern werden nur Abtreibungen gemacht, wenn es dafür medizinische Gründe gibt.

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ÖVP gegen Stögers Pläne

Die ÖVP stellt sich gegen die Pläne von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ), Schwangerschaftsabbrüche österreichweit in öffentlichen Spitälern zu ermöglichen. „Es kann kein Arzt dazu gezwungen werden“, sagte ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger auf Anfrage der APA. Stöger will mit seinem Vorstoß vor allem die Durchführung von Abtreibungen in den westlichen Bundesländern ermöglichen.

„Es gibt in Österreich ein Gesetz, das seit (Ex-Bundeskanzler Bruno, Anm.) Kreisky gilt“, verwies Stöger auf die Fristenregelung zum Schwangerschaftsabbruch, „ich denke nicht an eine Gesetzesänderung“. Der Vorstoß des Gesundheitsministers sei daher „ein Streit um des Kaisers Bart“. Die Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch in privaten Praxen solle aber weiterhin gegeben bleiben, lautet der Standpunkt Rasingers. Auch das Team Stronach meldete sich zu Wort. Für Gesundheitssprecher Marcus Franz kann Abtreibung immer nur die zweitbeste Lösung sein. Befürworter fand der Gesundheitsminister hingegen bei der Sozialistischen Jugend (SJ).

Mehrere brisante Demos in Wien zugleich

In der Wiener Innenstadt hat heute eine Demonstration von Gegnern der israelischen Politik im Gazastreifen begonnen, auch Befürworter treffen sich zu einer Kundgebung. Zudem hat eine Demonstration gegen das Urteil von Josef S. für die Polizei besondere Brisanz.

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OGH muss sich erneut mit Testamenten beschäftigen

Nach der Urteilsverkündung im zweiten Verfahrensgang des Testamentsfälscherprozesses ist der Anwalt des Hauptangeklagten zufrieden, die Anwälte der anderen Angeklagten nicht. Zwei Verteidiger, darunter auch Kornelia Ratz’ Verteidiger, haben erneut Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung eingelegt.

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Österreich profitierte von EU-Solidaritätsfonds

Österreich hat vom EU-Solidaritätsfonds in hohem Maß profitiert: Insgesamt 170,6 Mio. Euro wurden im Falle von Naturkatastrophen bisher ausgeschüttet, heißt es in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ durch das Finanzministerium. Dem gegenüber stehen Einzahlungen von insgesamt 84,3 Mio. Euro.

Am meisten Mittel - 134 Mio. Euro - flossen an Österreich 2002 nach der bundesweiten Flutkatastrophe, die auch Grund für die Einrichtung des Solidaritätsfonds war. Drei weitere Male wurde ausgeschüttet: 2005 wurden anlässlich der Flut in Westösterreich noch einmal 14,8 Mio. Euro ausgeschüttet, bei jener im Kärntner Lavamünd 20012 waren es 200.000 Euro. Schäden durch die österreichweite Flut im vergangenen Jahr wurden von der EU mit 21,6 Mio. Euro mitgedeckt.

Der Solidaritätsfonds der Europäischen Union (EUSF) wurde geschaffen, um im Falle von großen Naturkatastrophen solidarische Hilfe leisten zu können. Seitdem wurde laut offizieller Website der Fonds in 56 Katastrophenfällen - von Überschwemmungen über Waldbrände und Erdbeben bis hin zu Stürmen und Dürren - in Anspruch genommen. Bisher wurden 23 verschiedene europäische Länder mit über 3,6 Milliarden Euro unterstützt.

Wiener Stadtschulrat-Vize will Rücktritt einreichen

Helmuth Günther (FPÖ) will nächsten Dienstag als Vizepräsident des Stadtschulrats zurücktreten und so den Weg für seinen jungen Parteikollegen Maximilian Krauss frei machen. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hatte angedeutet, Günther in seiner Funktion zu belassen.

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Ausland

Orban lobt Russland und China

Ungarns rechtsnationaler Ministerpräsident Viktor Orban hat erneut dem Liberalismus eine Absage erteilt. Er lobte Länder wie China und Russland wegen deren wirtschaftlicher Erfolge, obwohl diese Staaten „vielleicht nicht demokratisch“ seien.

Er verurteilte die US-Politik, welche die Verbreitung der Menschenrechte zum Ziel habe. Stattdessen komme es darauf an, „erfolgreich“ zu sein, sagte Orban nach Angaben der staatlichen ungarischen Nachrichtenagentur MTI heute.

Laut Aussagen des umstrittenen Regierungschefs wird Ungarn in seiner wirtschaftlichen Entwicklung von „bezahlten politischen Aktivisten“ gehindert. Orban sprach im rumänischen Baile Tusnad (Tusnadfürdö) vor dort lebenden ethnischen Ungarn, die Rede wurde live in Ungarn übertragen.

Erster Ebola-Fall versetzt Nigeria in Alarmbereitschaft

Als Reaktion auf den Tod eines Ebola-Kranken in Nigeria hat das Land seine Sicherheitskräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Alle Flughäfen, Seehäfen und Landesgrenzen würden nach diesem ersten Auftreten der tödlichen Seuche im Land verstärkt überwacht, zitierte die britische BBC heute Nigerias Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu.

Dem Bericht zufolge war ein Liberianer vergangenen Sonntag bei seiner Ankunft am Flughafen von Lagos zusammengebrochen und ins Krankenhaus gebracht worden. Er sei am Dienstag in Quarantäne gestorben.

Die Ebola-Epidemie brach im März in Guinea aus und breitete sich schnell in die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone aus. Bis Mitte Juli starben in der westafrikanischen Region mehr als 600 Menschen an dem Virus. Behörden zufolge soll das 40-jährige Opfer in Nigeria ein Angestellter der liberianischen Regierung gewesen sein. Seine Mitreisenden auf dem Flug wurden laut Chukwu ausfindig gemacht und unter Beobachtung gestellt. Gegen die zumeist tödlich verlaufende Fieberkrankheit gibt es weder eine Schutzimpfung noch eine Therapie.

USA ziehen Botschaftspersonal in Tripolis ab

Wegen anhaltender Kämpfe zwischen rivalisierenden Milizen haben die USA ihr Botschaftspersonal aus der libyschen Hauptstadt Tripolis abgezogen. Das teilte das US-Außenministerium in Washington mit. Nach einem Bericht des Senders CNN verließen etwa 150 Angehörige der diplomatischen Vertretung die Stadt in der Nacht auf heute in einem Autokonvoi in Richtung Tunesien. Die Botschaft habe einfach nicht mehr „sicher operieren“ können, wurden US-Beamte zitiert.

Das Gebäude ist nicht weit vom internationalen Flughafen entfernt, um dessen Kontrolle die Milizen kämpfen. Dabei kamen bereits Dutzende Menschen ums Leben, der Flughafen wurde stark beschädigt. Bei den Milizen handelt es sich um ehemalige Revolutionsbrigaden, die 2011 am Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi beteiligt waren. Sie weigern sich bis heute, ihre Waffen abzugeben.

IS vertreibt syrische Armee aus Provinz Raka

In Syrien scheinen sich Berichte über eine schwere Niederlage der syrischen Armee gegen radikalislamische Kämpfer der Gruppe Islamischer Staat (IS, früher ISIS) zu bestätigen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zog sich die Armee gestern Abend komplett aus ihrer Militärbasis in der nördlichen Provinz Raka zurück.

IS tötete bei den Kämpfen 85 Soldaten. Die Zahl dürfte noch weiter steigen, denn das Schicksal von etwa 200 Militärs war zunächst unklar, wie die oppositionsnahe Beobachtungsgruppe für Menschenrechte erklärte. Bei den Kämpfen seien auch 28 militante Islamisten getötet worden. Staatliche syrische Medien bestätigten die Zahl der Toten nicht, berichteten aber über eine Offensive gegen „Terroristen“ in Raka.

Raka ist eine der Hochburgen der sunnitischen Dschihadisten, die mittlerweile weite Teile im Irak und mehrere Provinzen in Syrien kontrollieren und dort einen islamischen Gottesstaat ausgerufen haben. In Raka stand nur noch die große Basis der 17. Division, eine weitere Basis des 93. Regiments sowie der Flughafen von Tabka unter Kontrolle der syrischen Führung. Was aus der Basis der 17. Division wird, war zunächst unklar, die staatlichen Medien schwiegen zu der Niederlage. Es war die erste größere Konfrontation zwischen der syrischen Armee und der IS.

OSZE will in Ukraine Drohnen einsetzen

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) will in der Ukraine Überwachungsdrohnen einsetzen. Eine entsprechende öffentliche Ausschreibung der Organisation für unbewaffnete, „schlüsselfertige“ Drohnensysteme endete gestern.

Der Schweizer Außenminister und derzeitige OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter hatte zuvor den Einsatz von Drohnen auch an der russisch-ukrainischen Grenze ins Spiel gebracht. Der Vorschlag sei sowohl von ukrainischer als auch von russischer Seite positiv aufgenommen worden, hieß es von der OSZE.

In 4.000 Meter Höhe

Die Drohnen sollen in etwa 4.000 Meter Höhe fliegen und bewegliche Objekte aus einer Entfernung von bis zu zehn Kilometern erkennen können, berichtete die „Frankfurter Rundschau“ (Samstag-Ausgabe). Erst am Donnerstag hatte der Ständige Rat der OSZE in Wien beschlossen, 16 Beobachter zur Kontrolle zweier russischer Grenzposten zu entsenden.

Im Gegensatz zu dieser eher vertrauensbildenden Maßnahme könnte die Grenze mit Hilfe der Drohnen deutlich umfassender kontrolliert werden. Im Rahmen einer Sondermission für die Ukraine befinden sich derzeit bereits etwa 230 OSZE-Beobachter im Land. Einige davon kontrollieren auch die Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs nahe Donezk.

Sport

U19-EM: ÖFB-Team will „es jetzt wissen“

Die Niederlage gegen Portugal, die erste bei der laufenden U19-EM in Ungarn, ist für Österreichs Auswahl rasch abgehakt gewesen. Die ÖFB-Jungstars fiebern schon dem Semifinal-Kracher am Montag (18.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) gegen Erzkonkurrent Deutschland entgegen. Die Vorfreude darauf ist bei den Spielern genauso groß wie bei Trainer Andreas Heraf, der versprach: „Jetzt brennen wir für diese Geschichte, jetzt wollen wir es wissen.“ Mittelfeldspieler Martin Rasner ergänzte: „Mit unserem Kollektiv können wir jeden Gegner schlagen.“

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Bundesliga: Rapid tritt Flucht nach vorne an

Für Rapid Wien beginnen heute in der zweiten Runde der Bundesliga die Gastspiele im Ersatzquartier Ernst-Happel-Stadion. Eine Woche nach dem 1:6-Debakel in Salzburg wollen die Hütteldorfer die Flucht nach vorne antreten. Gegen Ried sollen die ersten Punkte her. Die Chance dafür ist hoch, denn gegen Rapid gab es für die Innviertler in Wien noch nie etwas zu holen. Allerdings hat Ried einen überzeugenden 3:1-Sieg aus der ersten Runde im Gepäck. Und im Happel-Stadion fühlte sich Rapid bisher auf Ligaebene noch nie so richtig wohl.

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Tennis: Kitzbühel setzt auf Zugpferd Thiem

Das ATP-Turnier in Kitzbühel feiert 2014 seine 70. internationale Auflage. Zwar fehlen weiterhin die ganz großen Namen, trotzdem ist Turnierdirektor Alexander Antonitsch überzeugt, den Fans ein starkes Starterfeld zu bieten. „Uns ist es wichtig, die besten Österreicher und Deutschen am Start zu haben“, betonte der 48-Jährige. Heimisches Zugpferd hinter dem top gesetzten Philipp Kohlschreiber ist Dominic Thiem, der zum Auftakt auf einen Qualifikanten trifft.

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Football: Duell der Erzrivalen um Jubiläumstitel

Die Austrian Football League (AFL) wird heute mit einem Jubiläum abgeschlossen. Zum 30. Mal findet die Austrian Bowl statt. Passend zum runden Geburtstag steht erneut der ewig junge Schlager zwischen den Erzrivalen Vikings und Raiders auf dem Programm. Die Wiener Wikinger kämpfen dabei um den dritten Titel in Folge und gelten erneut als Favorit. Doch die Tiroler sind laut Eigendefinition „hungrig“ darauf, dem Rekordmeister aus der Hauptstadt heuer ein Bein zu stellen.

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Wirtschaft

Entscheidung im Rechtsstreit über Yukos-Milliarden erwartet

Im Milliardenstreit um die Zerschlagung des einstigen russischen Ölkonzerns Yukos von Michail Chodorkowski könnte es am Montag zu einer Entscheidung vor dem Ständigen Schiedsgerichtshof in Den Haag kommen. Die Kläger, eine Gruppe ehemaliger Großaktionäre von Yukos, fordern vom russischen Staat 100 Milliarden US-Dollar Entschädigung. Eine Entscheidung in Den Haag gilt insbesondere wegen des Ukraine-Konflikts als hochbrisant, der zu einer Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Russland geführt hat.

Nach Darstellung der Kläger ist es gemessen an der zur Debatte stehenden Summe das größte Schiedsgerichtsverfahren in der Geschichte. Die Kläger bezichtigen den Kreml, Yukos bewusst und mit Hilfe künstlich aufgeblasener Steuerforderungen zerschlagen zu haben - aus ihrer Sicht de facto eine Enteignung.

Auch Lebedew unter Klägern

Chodorkowski selbst wurde 2003 inhaftiert, kurz vor Weihnachten 2013 von Kreml-Chef Wladimir Putin überraschend begnadigt und danach freigelassen. Zum Kreis der Kläger gehört auch Platon Lebedew, der damals gemeinsam mit Chodorkowski inhaftiert worden war und inzwischen wie die meisten anderen aus dem Klägerkreis im Exil lebt.

Chodorkowski hat seine Anteile an Yukos einem Bericht der „Financial Times“ zufolge an seinen früheren Vorstandskollegen Leonid Nevzlin übergeben, der ebenfalls zu den Klägern gehört und inzwischen die israelische Staatsangehörigkeit hat. Chodorkowski war wenige Tage nach seiner Freilassung aus russischer Lagerhaft im vergangenen Dezember nach Israel gereist, hatte den Besuch aber von einer Sprecherin als „privat“ einstufen lassen.

Bericht: Juncker will eigenen Finanzmarktkommissar

In der neuen EU-Kommission soll es einem Magazinbericht zufolge einen Kommissar geben, der eigens für die Finanzmärkte zuständig ist. Die „WirtschaftsWoche“ berichtete unter Berufung auf EU-Kreise: „Der künftige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will ein eigenes Ressort für Finanzmärkte schaffen.“ Der Plan werde von Deutschland mitgetragen, hieß es.

Bisher war der Franzose Michel Barnier als Binnenmarktkommissar auch für die Finanzmärkte zuständig. In dem Sektor stehen gewaltige Reformen an. Die angestrebte Bankenunion, mit der die Steuerzahler in der Euro-Zone künftig besser vor den Folgen von Finanzkrisen geschützt werden sollen, ist das größte wirtschaftliche Projekt in Europa seit Einführung des Euro.

Kandidatenliste soll demnächst stehen

Zu dem Vorhaben gehört die gemeinsame Aufsicht unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB), die im November ihre Arbeit aufnehmen soll. Zweiter Pfeiler ist ein Abwicklungsmechanismus für marode Geldhäuser, der nach langem politischem Tauziehen in den kommenden Jahren entstehen soll.

Der neue Kommissionspräsident Juncker soll bis zum EU-Gipfel Ende August sein Konzept für die Besetzung der neuen Kommission vorlegen. Die 28 nationalen Regierungen sollen deshalb bis Ende Juli ihre Kandidaten nominieren.

Onlinehandel: Wer zahlt für Rücksendung?

Einmal ist die Jacke zu eng geschnitten, ein andermal funktioniert der Haartrockner nicht so, wie er sollte. Im Onlinehandel kommt es aus verschiedensten Gründen immer wieder zu Rücksendungen. Ob nun einfache Rückgabe, Umtausch oder Gewährleistungsanspruch: Für die Kosten der Rücksendung muss nicht immer der Onlinehändler aufkommen.

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Espirito-Santo-Skandal: Portugals wackelnder Finanzgigant

Portugals strauchelndes Geldhaus Banco Espirito Santo hat bereits vor Wochen für heftige Turbulenzen auf den Finanzmärkten gesorgt. Von Entspannung ist bei Portugals größtem privatem Finanzimperium weiterhin keine Spur. Ganz im Gegenteil, nun beantragte bereits die dritte Holding, unter Gläubigerschutz gestellt zu werden. Dazu kommen neu eingeleitete Ermittlungen gegen den erst kürzlich zurückgetretenen Firmenpatriarchen Ricardo Salgado. Die Liste der Vorwürfe ist mit Verdacht auf Betrug, Vertrauensmissbrauch, Fälschung und Geldwäsche nicht nur lang - sondern auch schwerwiegend.

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Chronik

Zweiter Flugschreiber nach Absturz in Mali gefunden

Nach dem Flugzeugabsturz in Mali haben Experten den zweiten Flugschreiber der Unglücksmaschine gefunden. Die Blackbox sei heute Früh an der Absturzstelle entdeckt worden, sagte eine Sprecherin der UNO-Mission in Mali (MINUSMA). Das Gerät solle zur Auswertung in die 100 Kilometer entfernte Stadt Gao gebracht werden.

Das Flugzeug vom Typ McDonnell Douglas MD-83 war in der Nacht zum Donnerstag auf dem Weg von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou nach Algier über Mali abgestürzt. Erst in der Nacht zum Freitag wurde das Wrack in der Nähe der Grenze zu Burkina Faso entdeckt.

An Bord der Unglücksmaschine waren nach neuesten Angaben der französischen Regierung 118 Insassen, darunter 54 Franzosen und laut der Fluggesellschaft Air Algerie auch vier Deutsche.

US-Pflegevater vergisst Baby in Auto - Tod in der Hitze

Wieder ist in den USA ein Baby in einem Auto vergessen worden und in der Hitze gestorben. Wie der Sender CNN heute berichtete, holte ein Pflegevater in Wichita (Bundesstaat Kansas) das zehn Monate alte Mädchen von einem Babysitter ab, fuhr nach Hause und ließ die Kleine dann auf dem Rücksitz zurück.

Das Baby sei etwa zweieinhalb Stunden bei geschlossenen Fenstern im Auto eingeschlossen gewesen, zitierte CNN die örtliche Polizei. Die Temperaturen seien bei gut 30 Grad gelegen.

Wie es weiter hieß, wurde der 29-jährige Pflegevater nach dem Vorfall am Donnerstag vorübergehend festgenommen, aber noch nicht angeklagt. Er wollte das Kind adoptieren und sei „völlig erschüttert“, so die Polizei. Es ist CNN zufolge bereits mindestens das 18. Mal in diesem Jahr, dass ein Kind in den USA in einem Auto vergessen wurde und an einem Hitzschlag starb.

Person nach Bootsunfall auf Donau vermisst

In Schönbühel an der Donau (Bezirk Melk, Niederösterreich) ist es heute Mittag zu einem Bootsunfall gekommen. Ein Sportboot dürfte gegen ein Frachtschiff geprallt und gekentert sein. Vier Insassen wurden von der Feuerwehr gerettet, eine Person wird vermisst.

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Vergewaltigung bei „Fete Blanche“ in Velden

Eine 18-jährige Studentin aus Wien ist in der Nacht auf heute im Rahmen der Veranstaltung „Fete Blanche“ in Velden in Kärnten von einem Mann zunächst unsittlich berührt und dann in einer Seitengasse vergewaltigt worden. Die Polizei bittet dringend um Hinweise.

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Kilometerlanger Stau auf Tauernautobahn

Der starke Sommerreiseverkehr sorgt für Stau auf den Transitrouten Richtung Süden. Besonders belastet war die Tauernautobahn (A10) in Salzburg. Um 4.45 Uhr musste der Tauerntunnel wegen eines Auffahrunfalls gesperrt werden. Der Stau wird sich erst in den späten Nachmittagsstunden auflösen, schätzt die Autobahnpolizei.

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Kultur

Italienischer Startenor Carlo Bergonzi gestorben

Der italienische Startenor Carlo Bergonzi ist heute im Alter von 90 Jahren gestorben. Bergonzi, der zu den größten Sängern von Verdi-Opern galt, starb in einer Mailänder Klinik, teilten die Angehörigen mit. Der aus dem norditalienischen Vidalenzo di Polesine bei Parma stammende Bergonzi war zum „Verdi-Tenor des Jahrhunderts“ gekrönt worden.

Karriere machte der Bauernsohn aus dem Dorf Polisene bei Parma erst im zweiten Anlauf. Nach dem Studium von Gesang und Klavier am Konservatorium von Parma debütierte Bergonzi 1948 zunächst als Bariton in Rossinis „Barbier von Sevilla“. Drei Jahre später nahm er erneut das Studium auf und wechselte die Stimmlage - zum Tenor.

An der Seite der Callas auf der Bühne

„Mir wurde klar, dass ich es als Bariton nie zur Spitze schaffen würde. Daher wagte ich einen Kurswechsel, das hat schon Überwindung gekostet“, kommentierte der Sänger später den entscheidenden Schritt. Der Triumphzug als Tenor begann 1951 in Bari. Durch den italienischen Rundfunk wurde Bergonzi bald einem größeren Publikum bekannt. 1953 sang er in der Mailänder Scala, bald darauf in allen großen Opernhäusern Europas.

Er trat neben Maria Callas auf und eroberte als Radames in Verdis „Aida“ die New Yorker „Met“. Von 1958 bis 1964 wirkte der „Techniker des Belcanto“ bei den Festspielen von Verona mit. Außerdem spielte er zahlreiche Schallplatten ein. Sein Repertoire umfasste mehr als 60 Rollen.

Letzter Saramago-Roman erscheint im Oktober als Fragment

Der letzte Roman des portugiesischen Literaturnobelpreisträgers Jose Saramago (1922 - 2010) soll im Oktober als Fragment veröffentlicht werden. Der Schriftsteller hatte das Werk vor seinem Tod nicht mehr vollenden können. Wie die Witwe des Autors, Pilar del Rio, heute im Onlinemagazin Blimunda der Saramago-Stiftung mitteilte, soll das Fragment in Europa und Lateinamerika gleichzeitig auf Portugiesisch, Italienisch, Spanisch und Katalanisch erscheinen.

Saramago habe nur ein paar Kapitel des Romans schreiben können, aber die Handlung und die Struktur seien klar. Die fertiggestellten Kapitel sollen zusammen mit Notizen des Autors veröffentlicht werden. Der Roman trägt den Titel „Alabardas, alabardas, Espingardas, espingardas“ (Hellebarden, Hellebarden, Gewehre, Gewehre), der einem Vers des portugiesischen Schriftstellers Gil Vicente entnommen ist.

Das Fragment beinhaltet eine Abrechnung mit Krieg und Gewalt. Es handelt vom Geschäft mit Waffen und den Gewissenskonflikten des Angestellten einer Waffenfabrik.

Technisches Museum braucht dringend neues Depot

95 Prozent aller Objekte, über die das Technische Museum in Wien verfügt, lagern in einer Industriehalle im Bezirk Floridsdorf. Weil der Mietvertrag nicht verlängert wird, muss ein neues Depot her. Ein Neubau kostet bis zu 19 Millionen Euro.

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Die Leitung des Naturhistorischen Museums (NHM) in Wien ist unterdessen neu ausgeschrieben worden. Bewerbungen sind bis 1. September möglich, auch der seit Juni 2010 amtierende Direktor Christian Köberl wird sich um eine Verlängerung bemühen.

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IT

Daimler beschäftigt offenbar interne Cyberabwehr

Der Autohersteller Daimler beschäftigt einem Bericht zufolge als einer der ersten deutschen Konzerne eine interne Hackertruppe, die Sicherheitslücken im internen Firmennetz aufspüren soll. Wie die „WirtschaftsWoche“ berichtet, arbeitet die fest angestellte Spezialeinheit an einem geheimen Ort und attackiert von dort aus permanent das Netz des Autobauers.

„Die Widerstandsfähigkeit der IT-Systeme muss so hoch geschraubt sein, dass es für den Angreifer zu aufwendig wird“, sagte Daimler-Sicherheitschefin Sabine Wiedemann der Zeitung. Onlinekriminelle sind eine wesentliche Bedrohung für Unternehmen. Jüngstes Beispiel ist die EZB: Hacker nutzten eine Lücke auf einer Webseite, um sich Zugang zu einer Datenbank mit 20.000 E-Mail-Adressen sowie Telefonnummern oder Post-Anschriften zu verschaffen. Die EZB hatte am Donnerstag versichert, interne Systeme oder sensible Marktdaten seien nicht betroffen gewesen.

Science

Russischer Forschungssatellit wieder unter Kontrolle

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat den verlorenen Kontakt zu einem Forschungssatelliten mit fünf Gekkos an Bord wiederhergestellt. Der Satellit „Foton-M“ reagiere wieder auf Signale von der Erde, sagte ein Experte heute in Moskau.

Ohne Kontrolle vom Boden wäre das Weltraumlabor in vier Monaten unkontrolliert auf die Erde gestürzt. Den kleinen Echsen drohte der Hungertod nach zweieinhalb Monaten.

Dem Plan nach soll der am 19. Juli gestartete Satellit nach gut zwei Monaten kontrolliert in der russischen Region Orenburg im Ural abstürzen. An Bord sind neben den Gekkos auch Fruchtfliegen und Pflanzensamen für Experimente.

Tiroler Urbiene kämpft ums Überleben

Es gibt sie noch, die speziell auf das alpine Klima angepasste Tiroler Urbiene. Doch sie ist vom Aussterben bedroht und steht deshalb auf der roten Liste. Einige wenige Bienenzüchter in Tirol haben es sich seit einigen Jahren zum Ziel gesetzt, den Bestand der „Braunelle“ zu erhalten.

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