Inland

Neues Kindergeldkonto tritt in Kraft

Zum morgigen Monatsbeginn tritt das neue Kindergeldkonto in Kraft. Neben dem einkommensabhängigen Kindergeld gibt es dann statt der bisher vier Pauschalvarianten eine fixe Summe. ÖVP-Familienministerin Sophie Karmasin verspricht sich von der Reform mehr Fairness und Wahlfreiheit, das System sei „leichter durchschaubar“.

Für die Summe von bis zu 15.449 Euro kann eine Bezugsdauer zwischen rund zwölf und 28 Monaten für einen Elternteil bzw. zwischen rund 15,5 und 35 Monaten für beide Elternteile gewählt werden. Zu dieser Grundsumme kommen noch 1.000 Euro Partnerschaftsbonus, wenn man sich die Betreuung zumindest 60:40 aufteilt.

Kritik aus Ungarn „nicht sinnstiftend“

Neu ist auch, dass Väter im Rahmen der Familienzeit („Papamonat“) direkt nach der Geburt ihres Kindes zwischen 28 und 31 Tage lang durchgehend zu Hause bleiben können, dafür gibt es 700 Euro. Kritik, dass es keinen Rechtsanspruch und keinen besonderen Kündigungsschutz gibt, wies Karmasin erneut zurück. Sie glaube nach Gesprächen mit Unternehmen nicht, dass es Probleme geben werde.

Aus Sicht des Katholischen Familienverbandes (KFÖ) ist das neue Kindergeldkonto „ein verstecktes Familiensparpaket“, es gebe „mehr Verlierer als Gewinner“.

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Im Hinblick auf die medialen ÖVP-Ankündigungen von Kindergeldkürzungen bei im Ausland lebenden Kindern und die Vorwürfe etwa des ungarischen Premiers Viktor Orban, Österreich agiere hinterlistig, meinte Karmasin, „diese Art der Diskussionsführung über die Medien ist nicht sehr sinnstiftend“. Ungarn könne gerne das Gespräch suchen, auch sie selbst werde auf einer seit Längerem geplanten Reise nach Ungarn nächste Woche entsprechende Gespräche führen, sagte die Ministerin.

Fremdenrechtspaket im Ministerrat

Die Koalition beschließt heute im Ministerrat ihr Fremdenrechtspaket, das unter anderem eine Ausweitung der Schubhaft und höhere Strafen bei verweigerter Ausreise oder Falschangaben im Asylverfahren bringt. Ein letztes Detailgespräch tags davor brachte keine größeren Änderungen mehr, wurde sowohl aus SPÖ als auch ÖVP bestätigt.

Entschädigung für gemeinnützige Arbeit offen

Noch offengeblieben war vor dem Wochenende, wer die Höhe der Entschädigungen für Asylwerber, die gemeinnützige Jobs leisten, festlegen soll. Herausgekommen ist nun, dass eine entsprechende Verordnung vom Innenminister im Dialog mit den Ländern festgelegt wird.

Nicht in das schon im vergangenen Herbst in seinen Grundzügen festgelegte Paket integriert wurden vorerst jene Punkte, auf die sich die Koalition mittlerweile im erneuerten Regierungspaket verständigt hat. Allerdings wurde zuletzt nicht ausgeschlossen, dass im Zuge der parlamentarischen Behandlung der nunmehrigen Vorlage noch die eine oder andere Maßnahme ergänzt werden könnte.

Warnung vor vermehrter Obdachlosigkeit

Flüchtlingskoordinator Peter Hacker befürchtet, dass durch das neue Gesetzespaket Tausende Flüchtlinge mit negativem Asylbescheid obdachlos werden könnten. Denn es sieht vor, dass rechtskräftig abgelehnte Asylwerber ohne Grundversorgung auskommen müssen.

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Ausland

Großrazzia gegen Berliner Islamistenszene

Die Berliner Behörden haben den Moscheeverein Fussilet verboten, in dem auch der Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri verkehrt hat. Die Polizei durchsuchte heute in einer Großrazzia 24 Objekte in der deutschen Hauptstadt. Der Einsatz mit 460 Beamten gehe seit 6.00 Uhr und erfolge als Amtshilfe für die Innenverwaltung, sagte ein Polizeisprecher.

Die Gebetsräume waren nach Erkenntnissen der Polizei ein Treffpunkt gewaltbereiter Islamisten. Dem Verbotsantrag der Innenverwaltung gab das Verwaltungsgericht nach Angaben der Polizei bereits am 15. Februar statt. Die Moschee schloss ihre Räume bereits vor einer Woche von selbst. Bei den nun durchsuchten Orten handelt es sich laut Polizei um Wohnungen, zwei Firmensitze und sechs Hafträume in den Berliner Haftanstalten Moabit und Tegel.

Amri hatte die Moschee oft besucht. Er tötete am 19. Dezember einen polnischen Lkw-Fahrer, entführte dessen Lastwagen und fuhr auf den Weihnachtsmarkt, wo er weitere elf Menschen tötete und mehr als 50 zum Teil schwer verletzte. In der Moschee soll auch Geld für Terroranschläge in Syrien gesammelt worden sein. Beim Islamunterricht sollen Muslime für den bewaffneten Kampf der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) radikalisiert worden sein.

UNO-Sicherheitsrat verurteilt Nordkorea

Der UNO-Sicherheitsrat hat Nordkorea gestern für seine fortlaufenden Versuche verurteilt, gegen das Land verhängte internationale Sanktionen zu unterlaufen. Bei einem Treffen des Gremiums hinter verschlossenen Türen in New York wurde das Verhalten der Führung in Pjöngjang als „unverantwortlich und provokativ“ bezeichnet. Die Erklärung wurde auch von China, traditionell Nordkoreas engster Verbündeter, mitgetragen.

Der Sicherheitsrat habe die „Bedeutung der vollen Einhaltung“ der UNO-Sanktionsresolutionen betont, sagte der amtierende Ratspräsident, der ukrainische UNO-Botschafter Wolodimir Jeltschenko. UNO-Experten hatten in der vergangenen Woche in einem Bericht Sanktionsverletzungen Nordkoreas zusammengetragen. In dem Dossier heißt es, dass Pjöngjang in „zunehmend ausgeklügelter“ Weise von der UNO verfügte Handelsschranken und Bankensperren umgehe.

Beratungen wegen Atomwaffentests

Im US-Außenministerium in Washington berieten gestern zudem ranghohe Vertreter der USA, Südkoreas und Japans über Möglichkeiten, wie die wegen seines Atomwaffenprogramms gegen Nordkorea verhängten Sanktionen besser umgesetzt werden könnten. In einer Erklärung verurteilte die Runde Pjöngjangs „Missachtung“ der Strafmaßnahmen und forderte „starken internationalen Druck auf das Regime“.

Der Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Nordkorea im November abermals verschärft. Das Gremium reagierte damit auf einen weiteren Atomwaffentest des Landes. Die Strafmaßnahmen legen unter anderem für Nordkoreas Kohleexport nach China eine Obergrenze fest, mit der die Einnahmen um 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sinken.

SPD in Umfragehoch, CDU in Sorgentief

Die große Beliebtheit des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz sorgt bei der deutschen CDU/CSU-Union für Nervosität. Auch wenn Schulz’ Umfragewerte zuletzt erstmals wieder leicht sanken: Die Parteikollegen der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) rufen schon zu verstärkter Wahlkampftätigkeit auf.

Merkel solle eigene Konzepte anbieten, statt der SPD hinterherzulaufen, heißt es. Dabei gibt es längst ein großes Streitthema: die Agenda 2010. Das rot-grüne Erbe von damals wird heute von der Union verteidigt.

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Kritik nach Angriff Le Pens gegen Ermittler

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat mit einem Frontalangriff gegen die Ermittlungsbehörden scharfe Kritik ausgelöst. „Ich werde es niemals akzeptieren, dass man in unserer Republik die Beamten unter dem Vorwand beschuldigt, dass sie das Gesetz anwenden“, sagte Staatspräsident Francois Hollande gestern.

Die Unabhängigkeit der Justiz und die Unparteilichkeit des Staates seien wichtige Werte, betonte der Sozialist, ohne explizit auf die Präsidentschaftskandidatin Le Pen zu verweisen.

„Krumme Schachzüge“

Die Front-National-Chefin hatte tags davor bei einer Wahlkampfkundgebung erneut behauptet, dass ihre politischen Gegner versuchten, den Staatsapparat gegen sie einzusetzen. Hintergrund sind Ermittlungen der Justiz zur Beschäftigung von Mitarbeitern durch Europaabgeordnete der Front National. Le Pen warnte die Staatsbeamten vor einer Beteiligung an „krummen Schachzügen“, da sie nach einem Machtwechsel „die Verantwortung für diese illegalen Methoden“ übernehmen müssten. Ermittlungsrichter seien nicht dazu da, „den Willen des Volkes zu durchkreuzen“.

Die Polizeigewerkschaft Alliance wertete Le Pens Aussagen als Drohungen. Le Pen hatte vergangene Woche eine Befragung durch die Polizei in der Affäre verweigert; sie will erst nach den Wahlen mit den Ermittlern sprechen. Auch die Medien hatte Le Pen bei der Kundgebung am Sonntag scharf attackiert.

Jean-Marie Le Pen wegen Roma-Äußerungen verurteilt

Marine Le Pens Vater, der Gründer der Partei, wurde unterdessen erneut für diskriminierende Äußerungen über Roma verurteilt. Der 88-Jährige Jean-Marie Le Pen muss wegen Anstiftung zum Hass und zur Diskriminierung 5.000 Euro Strafe zahlen, wie das Berufungsgericht in Aix-en-Provence nach Angaben eines Sprechers entschied.

Das Gericht bestätigte damit ein Urteil vom vergangenen April, das Le Pen angefochten hatte. Le Pen hatte 2013 bei einer Pressekonferenz in Nizza die Anwesenheit von Roma in der Stadt am Geruch festgemacht. Drei französische Menschenrechtsorganisationen hatten daraufhin gegen ihn geklagt.

Bush veröffentlicht Buch mit Porträts verletzter US-Soldaten

George W. Bush jr., früherer US-Präsident, veröffentlicht heute einen Band mit selbst gemalten Porträts von 98 verletzten US-Soldaten. In der Ankündigung von „Portraits of Courage“ heißt es, die Einnahmen kämen ausschließlich dem Bush Presidential Center zugute. Dieses kümmert sich um die Wiedereingliederung von Veteranen in ein ziviles Leben, Bush hatte die Soldaten dort kennengelernt.

Der Ex-Präsident ist seit Längerem passionierter Hobbymaler. Das Buch trägt den Untertitel „Ehrung eines Commander in Chief für Amerikas Kämpfer“. Bush hatte die USA in mehrere Kriege geführt, etwa im Irak und in Afghanistan.

Sport

Nordische WM: Stadlober hofft auf nächsten „Tag X“

Teresa Stadlober hat bereits mit dem sechsten Platz im Skiathlon für eine Überraschung gesorgt und gezeigt, wie gut ihr die WM-Loipen von Lahti liegen. Heute will die 24-jährige Salzburgerin auch im Klassik-Bewerb über 10 km im Kampf um die Top-Ten-Plätze mitmischen.

„Am Tag X muss wieder alles perfekt passen“, so Stadlober. Vor allem, weil das Wetter den Serviceleuten viel Tüftelei bescheren wird.

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Tennis: Rio-Sieger Thiem im Reisestress

Gut zwei Stunden nach dem verwandelten Matchball im Finale von Rio de Janeiro ist ÖTV-Star Dominic Thiem bereits im Flieger zur Titelverteidigung in Acapulco gesessen. Mangels einer direkten Verbindung von Brasilien nach Mexiko kam der nun achtfache Turniersieger dort aber erst nach 20 Stunden an.

Den Reisestress nimmt der 23-Jährige dabei gerne in Kauf. „Ein Turnier zu gewinnen ist das beste Gefühl. Dafür trainiert man“, betonte Thiem. „Ich hoffe, dass mir das Selbstvertrauen bringt.“

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Ski alpin: Shiffrin „muss fokussiert bleiben“

Mit dem Sieg bei der Kombination in Crans-Montana hat Mikaela Shiffrin am Sonntag einen weiteren Schritt zur großen Kristallkugel gemacht. Der 21-jährige US-Star beteuerte danach, trotz des beachtlichen Vorsprungs im Gesamtweltcup weiter „fokussiert“ bleiben zu müssen. Statt nun daheim für die kommenden Technikrennen in den USA zu trainieren, legt sie aber einen überraschenden Zwischenstopp am anderen Ende der Welt ein.

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Wirtschaft

Erste hält Versprechen von doppelter Dividende

Die börsennotierte Erste Group zahlt ihren Aktionären nach einem deutlichen Gewinnanstieg für das Jahr 2016 eine Dividende von einem Euro je Aktie. Diese Dividendenverdopplung war vom Vorstand bereits in Aussicht gestellt worden.

Rückenwind gab es vor allem durch sinkende Kreditwertberichtigungen, aber auch einen Sonderertrag von 138,7 Mio. Euro aus dem Verkauf der Visa-Beteiligung. Andererseits schlug eine einmalige Abschlagszahlung mit 200 Mio. Euro zu Buche, mit der sich die österreichischen Banken für die nächsten Jahre vom größten Teil der Bankensteuer freikaufen konnten.

Der Nettogewinn legte 2016 um 30,6 Prozent auf 1,26 Mrd. Euro zu, wie die Großbank heute bekanntgab.

Nur Bruchteil der Neugründungen sind Start-ups

Nicht jede Firmenneugründung ist auch ein Start-up, im Gegenteil: Nur 1,5 bis drei Prozent der jährlichen Neugründungen sind Start-ups, in absoluten Zahlen rund 500 bis 1.000. Das geht aus einer aktuellen Studie der KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer hervor.

Verschiedene Definitionen

Der Start-up-Begriff wird bisher in Politik, Wirtschaft, Forschung und Medien uneinheitlich verwendet, oft synonym mit Unternehmensneugründen. Für die KMU Forschung Austria gilt ein Unternehmen erst als Start-up, wenn es eine (technologische) Innovation einführt oder ein innovatives Geschäftsmodell verwendet, jünger als zehn Jahre ist und ein starkes Umsatz- oder Beschäftigungswachstum verfolgt.

Für die Studie wurde eine vorsichtige Schätzung der Anzahl der Start-up-Unternehmen in Österreich auf Basis einer repräsentativen Unternehmensbefragung mit 3.000 Teilnehmern hochgerechnet.

Mehrheitlich männlich und über 30

Die Start-up-Gründer in Österreich sind großteils männlich, etwas über 30 Jahre alt und leben oftmals in Wien. Laut dem im vergangenen November veröffentlichten „European Startup Monitor 2016 Country Report Austria“ waren 92,9 Prozent der befragten Start-up-Gründer männlich. Die 134 Teilnehmer der Studie waren im Schnitt 30,8 Jahre alt und starteten mit einem Team von zwei, drei Personen.

Rund die Hälfte der Start-ups haben ihren Sitz in Wien, die anderen verteilten sich gleichmäßig auf die anderen Bundesländer. 89 Prozent verwenden Eigenmittel, 55 Prozent erhalten öffentliche Förderungen, 30 Prozent bekommen Unterstützung von Inkubatoren, Acceleratoren und Risikokapitalgebern, und 21 Prozent haben einen „Business Angel“ an Bord.

Laut der Ende 2016 veröffentlichten „Startup Heatmap“ liegt Wien im Ranking der Start-up-Städte in Europa auf Rang zehn. Die attraktivste Stadt ist Berlin, gefolgt von London, Amsterdam, Barcelona, Lissabon, Dublin, Stockholm, München und Kopenhagen. Befragt wurden von der European Startup Initiative (esi) rund 700 Gründer.

Die WKÖ-Jungunternehmervertretung Junge Wirtschaft fordert nun zur Verbesserung der Rahmenbedingungen eine Arbeitszeitflexibilisierung und Abschreibungsmöglichkeiten für Investoren. Hier habe Österreich im Vergleich zu anderen Staaten deutlichen Nachholbedarf, so die Junge Wirtschaft.

WTO-Chef warnt Trump vor Handelskrieg

Der Chef der Welthandelsorganisation WTO, Roberto Azevedo, hat US-Präsident Donald Trump vor einem Handelskrieg gewarnt. „Ohne Handel wird Amerika niemals ‚great again‘“, sagte Azevedo der „Bild“-Zeitung in Anspielung auf Trumps Wahlkampfslogan „Make America great again“.

„Wenn wir einen Handelskrieg erleben, wäre das katastrophal“, sagte der WTO-Präsident. Strafzölle und neue Handelsbarrieren hätten vor allem Folgen auch für die deutsche Wirtschaft. „Speziell für das Exportland Deutschland wäre das eine Katastrophe“, sagte Azevedo.

Der WTO-Chef kritisierte zudem die weltweit zunehmende Skepsis gegenüber dem Freihandel: „Das Problem ist ein irrationaler Umgang mit diesem Thema.“ Es gebe einen „Mangel an Informationen“ und „ein Bedürfnis nach einfachen und schnellen Antworten“. Die Leute würden „vielen Fehlwahrnehmungen und Missverständnissen“ aufsitzen. „Da sind zu viele Gefühle und zu wenig Fakten im Spiel.“

Besser in Bildung investieren

Statt durch Strafzölle US-Unternehmen zu schützen, solle Trump die eigene Wirtschaft durch Bildungsinvestitionen langfristig stärken, forderte Azevedo: „Sie können doch als Politiker nicht bloß andere Länder und böse Kräfte von außen dafür verantwortlich machen“, sagte der WTO-Chef an den US-Präsidenten gerichtet.

Trump hat einen protektionistischen Wirtschaftskurs angekündigt. Er drohte Strafzölle auf Waren aus dem Ausland an und erwähnte in diesem Zusammenhang ausdrücklich deutsche Autohersteller. Zudem besiegelte er den Ausstieg der USA aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen (TPP) und will das NAFTA-Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko neu aushandeln. Weltweit löste Trump die Sorge vor einer Ära internationaler Handelsschranken aus.

Markenstreit: Ungarn und Slowakei schalten EU ein

Ungarn und die Slowakei fühlen sich von großen internationalen Nahrungsmittelherstellern hintergangen und schalten deswegen jetzt die Europäische Union ein. Wie das ungarische Landwirtschaftsministerium gestern mitteilte, wird der EU-Ministerrat das Thema im März auf Antrag von Budapest und Bratislava erörtern.

Ungarn hatte vor einer Woche einen Bericht veröffentlicht, wonach zahlreiche in Ungarn verkaufte Markenprodukte schlechter seien als diejenigen mit derselben Verpackung in Österreich oder Deutschland.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam die slowakische Lebensmittelbehörde. Die Europäische Union müsse rechtliche Lösungen für das Problem finden, heißt es in der Mitteilung. Gegenwärtig sehe die EU-Gesetzgebung keine Handhabe gegen die Tricks der Nahrungsmittelmultis vor.

Weitere Untersuchungen

In dem Bericht der ungarischen Lebensmittelbehörde hatte es geheißen, die von Nahrungsmittelriesen wie Unilever oder Nestle in Österreich angebotenen Waren seien „cremiger“, geschmacklich besser oder reichhaltiger als in Ungarn. In einigen Fällen sei auch einfach der Packungsinhalt größer. Die Behörde kündigte zugleich eine weitere Untersuchung an. Sie will 100 Produkte vergleichen, die in gleicher Aufmachung in Ungarn und im Ausland verkauft werden.

Chronik

Heuer weniger tödliche Skikollisionen

Die Zahl der Todesopfer durch Kollisionsunfälle im organisierten Skiraum ist zurückgegangen: 15 Menschen starben in der laufenden Saison von 1. November bis 25. Februar bei solchen Unglücken auf den Pisten Österreichs, berichtete das Innenministerium. In der Vorsaison waren es im gleichen Zeitraum 19 Todesopfer, in der Saison 2014/2015 noch 26.

Es ist die niedrigste Zahl an Pistentoten durch Zusammenstöße in den vergangenen zwölf Saisonen. Im Winter 2008/2009 waren im Vergleichszeitraum mit 35 die meisten Menschenleben durch solche Unfälle zu beklagen gewesen. Die Fahrerfluchtquote blieb mit 22,5 Prozent im langjährigen Schnitt. 560 Fälle wurden heuer registriert.

Generell weist die Bilanz der Kollisionsunfälle im organisierten Skiraum heuer vorerst ein leichtes Minus auf (von 2.665 in der Vorsaison auf 2.576). Allerdings kommen erfahrungsgemäß nachträglich bis zu 100 Meldungen dazu, hieß es aus dem Innenministerium. Zahlen von Stürzen im Eigenverschulden lagen dem Ministerium nicht vor, „weil die nicht polizeilich ermittelt werden“.

US-Kleinflugzeug stürzt in Wohngebiet - vier Tote

Mindestens vier Menschen sind beim Absturz eines Kleinflugzeugs in einem Wohngebiet im US-Bundesstaat Kalifornien ums Leben gekommen. Das Flugzeug stürzte auf zwei Häuser, wie US-Medien gestern (Ortszeit) berichteten. Zwei Bewohner eines dritten Hauses, das Feuer gefangen hatte, mussten nach Angaben des Senders ABC verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden.

In dem zweimotorigen Leichtflugzeug vom Typ Cessna 310 war den Berichten zufolge eine fünfköpfige Familie - zwei Erwachsene und drei Jugendliche - von einer Cheerleading-Veranstaltung im Vergnügungspark Disneyland unterwegs in die Stadt San Jose. Die Maschine verunglückte kurz nach dem Start in Riverside, das rund 90 Kilometer südöstlich von Los Angeles liegt.

Nach dem Absturz des Kleinflugzeugs wurden rund 40 Häuser evakuiert.

Jugendliche bei Crash aus Flugzeug geschleudert

Bei der Kollision mit den Häusern brach das Flugzeug auseinander, und eine Jugendliche wurde laut ABC hinausgeschleudert. Sie überlebte leicht verletzt. Die Ursache für den Absturz war zunächst unbekannt.

Der Sender berichtete unter Berufung auf die Feuerwehr, drei bis fünf Menschen würden noch unter den Trümmern der Häuser gesucht. Die Nachbarschaft mit etwa 40 Häusern wurde evakuiert.

35-Jähriger schweigt nach Todesfahrt von Heidelberg weiter

Nach der tödlichen Fahrt in eine Menschengruppe in Heidelberg schweigt der mutmaßliche Täter weiter zu den Hintergründen. Der 35-Jährige wurde inzwischen in ein Gefängniskrankenhaus verlegt, wie ein Polizeisprecher heute sagte.

Der Mann war bei seiner Flucht von der Polizei angeschossen worden und musste im Krankenhaus operiert werden. Ein Richter erließ am Sonntag einen Haftbefehl. Dem Studenten wird unter anderem Mord vorgeworfen.

Der 35-Jährige aus Heidelberg soll am Samstag mit einem Auto in eine Gruppe von Menschen gefahren sein. Ein 73-Jähriger starb, zwei weitere Fußgänger wurden verletzt. Der Verdächtige floh zu Fuß mit einem Küchenmesser bewaffnet. Polizeibeamte hielten ihn auf, indem sie einmal auf den Mann schossen.

Erdbeben erschüttert Küste vor Fukushima

Ein Erdbeben hat erneut die Küste vor der japanischen Katastrophenregion Fukushima erschüttert. Das Beben mit einer Stärke von 5,5 ereignete sich nach Angaben des japanischen Wetterdienstes heute Nachmittag (Ortszeit) in einer Tiefe von 50 Kilometern unter dem Meer.

Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgesprochen. Auch in dem in der Nachbarprovinz Miyagi gelegenen Atomkraftwerk Onagawa seien keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden.

Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben betroffenen Länder der Welt. Besonders die Region im Nordosten des Landes war im März 2011 von einem verheerenden Erdbeben und einem Tsunami getroffen worden. Mehr als 18.000 Menschen kamen damals ums Leben.

Kultur

Oscars-Einschaltquote in USA niedrig wie lange nicht

So wenige Menschen wie seit fast zehn Jahren nicht mehr haben die diesjährige Oscar-Gala in den USA live im Fernsehen verfolgt. Rund 32,9 Millionen Menschen sahen sich die vom TV-Sender ABC übertragene Veranstaltung an, berichteten US-Medien gestern (Ortszeit) unter Berufung auf die Datenerhebungsfirma Nielsen.

Weniger Zuschauer habe es zuletzt 2008 gegeben, als 32 Millionen die Gala verfolgten - die niedrigste Zuschauerzahl seit Beginn der Erhebungen 1974. 2016 hatten 34,2 Millionen Menschen zugeschaut.

Panne durch doppeltes Kuvert

Dabei verpassten die Zuseher eine Szene, die schon gestern viele als künftigen Klassiker der Oscar-Geschichte bezeichneten: nämlich die Ausrufung des falschen besten Films. Dass ausgerechnet am Höhepunkt der Show zuerst „La La Land“ als bester Film gefeiert und der Irrtum dann chaotisch auf offener Bühne mit dem Preis für „Moonlight“ richtiggestellt wurde, lag offenbar an einem doppelt ausgeteilten Kuvert.

Mehr dazu in Beatty hoffte vergeblich auf gute Faye

Gesundheit

WHO: Die zwölf gefährlichsten „Killerkeime“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Liste von zwölf „Killerkeimen“ veröffentlicht, gegen die herkömmliche Medikamente keinen ausreichenden Schutz bieten können. Die Liste solle als Richtschnur für die weitere Forschung und für die Entwicklung neuer Antibiotika dienen, teilte die WHO gestern mit.

Wenn es nur den Marktgesetzmäßigkeiten überlassen bleibe, würden die neuen Antibiotika „nicht rechtzeitig“ entwickelt, sagte Vize-WHO-Direktorin Marie-Paule Kieny.

Im Jänner war in den USA eine Patientin an einer Infektion gestorben, nachdem alle 26 zugelassenen Antibiotika keine Wirkung gezeigt hatten. Ein besonders gravierendes Problem sind die nosokomialen oder auch behandlungsassoziierten Infektionen. Es handelt sich um Infektionen, die Patienten sich im Rahmen einer medizinischen Behandlung zuziehen können.

Religion

Panorama

GB: Handgemenge in Zug wegen Bageln auf Kopf

Zu einem lautstarken Handgemenge, das letztlich von der Polizei gestoppt werden musste, ist es in einem Zug in England gekommen. Auslöser des Streits war laut der Tageszeitung „Guardian“, dass zwei Frauen wiederholt Bagel auf den Kopf eines Mitreisenden legten.

Der jetzt bekanntgewordene Zwischenfall ereignete sich bereits am Sonntag in einem Zug, der vom Londoner King’s-Cross-Bahnhof nach Huntingdon unterwegs war.

In einem auf Twitter geposteten Video ist zu sehen, wie Passagierinnen wiederholt Teile und ganze Bagels auf den Kopf des vor ihnen sitzenden Mannes legen, der diese aus dem Fenster wirft. Im nachfolgenden Geschrei singen mehrere Leute „He’s got a bagel on his head“ („Er hat einen Bagel auf seinem Kopf“).

„Bagel nicht grausam behandeln“

Wegen des Handgemenges blieb der Zug in einer der Stationen länger stehen. Polizisten bestiegen den Zug und untersuchten den Zwischenfall. Auf dem Video sind zwei Polizisten zu sehen, wie sie die Zugsgäste fragen, wer etwas gesehen habe und wer wisse, wer in den Zwischenfall involviert war. „Der Zug fährt nicht weiter, bis ich es herausgefunden habe“, so einer der Polizisten.

Die britische Verkehrspolizei nahm den Zwischenfall mit Humor und twitterte: „Wir stellen hiermit klar: Kein einziger Bagel sollte grausam behandelt werden. Und niemand sollte eingeschüchtert werden.“

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