Ausland

USA wollen syrische Rebellen vor Assads Truppen schützen

US-Präsident Barack Obama hat Insidern zufolge angeordnet, die vom amerikanischen Militär ausgebildeten Kämpfer in Syrien notfalls auch vor etwaigen Angriffen von Regierungstruppen zu schützen, wie das „Wall Street Journal“ gestern berichtete. Damit könnte es zu einer direkten Konfrontation zwischen US-Einheiten und der Armee von Präsident Baschar al-Assad kommen.

Die US-Luftwaffe werde die Einsätze der Aufständischen aus dem amerikanischen Rekrutierungsprogramm gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen, verlautete aus US-Kreisen. Allerdings werde man diese Einheiten nun auch gegen jeden Angreifer verteidigen. US-Vertreter lehnten eine offizielle Stellungnahme ab.

Die USA gehen mit Luftangriffen direkt gegen den IS vor, der große Teile Syriens unter seine Kontrolle gebracht hat. Zudem bildet das US-Militär seit Mai Einheimische im Kampf gegen die Islamisten aus. Sie sollen ausdrücklich nicht gegen die Regierungstruppen eingesetzt werden.

Amnesty prangert Polizeimorde in Rio vor Olympia an

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International macht die Militärpolizei in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro für Hunderte Morde im Vorfeld der Olympischen Spiele 2016 verantwortlich.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren seien 8.466 Fälle von Tötungen durch die Polizei im Bundesstaat Rio de Janeiro registriert worden, davon 5.132 in der Sieben-Millionen-Einwohner-Stadt, heißt es in einem heute veröffentlichten Bericht. Besonders bei der Befriedung von Armenvierteln, den Favelas, komme es immer wieder zu Tötungen.

Opfer meist zwischen 15 und 29 Jahre alt

Nach einem Sinken der Zahlen sei für 2013 und 2014 wieder ein Anstieg zu verzeichnen. 2014 sei der Anteil an den Morden durch Tötungen der Polizei bei 15,6 Prozent gelegen. In der Favela Acari im Norden seien neun von zehn Tötungen auf das Konto der Militärpolizei gegangen. Besonders häufig seien die Opfer Schwarze zwischen 15 und 29 Jahren.

Schleppende Untersuchungen

Für die Untersuchung führten Amnesty-Mitarbeiter viele Interviews mit Opferfamilien über die Polizeieinsätze. Die Stadt ist bestrebt, den Touristen sichere Spiele zu bieten - am 5. August 2016 werden sie im Maracana-Stadion eröffnet. Zuletzt fiel die Mordrate im Juni mit 272 Toten im Bundesstaat auf den niedrigsten Stand seit 24 Jahren.

Von 220 in den letzten Jahren begonnenen Untersuchungen seien 183 immer noch offen, kritisierte die Menschenrechtsorganisation. „Rio de Janeiro ist eine Stadt mit zwei Gesichtern. Auf der einen Seite Glanz und Glamour, um die Welt zu beeindrucken, und auf der anderen eine Stadt, in der durch repressive Polizeieinsätze ein signifikanter Teil der Generation von jungen, schwarzen und armen Männer dezimiert wird“, sagte der Amnesty-Chef für Brasilien, Atila Roque.

US-Wahl: Clinton sieht mögliche Bewerbung Bidens gelassen

Das Wahlkampfteam der führeren US-Außenministerin Hillary Clinton sieht eine mögliche Präsidentschaftsbewerbung von US-Vizepräsident Joe Biden nach eigenen Angaben gelassen. „Wir werden ihn seine Entscheidung treffen lassen“, sagte Clintons Kampagnensprecherin Jennifer Palmieri gestern dem Sender CNN.

Die Ernennung zur Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten sei ohnehin keine leichte Aufgabe. „Wir haben keine Illusionen. Wir haben nie gedacht, dass das einfach wird“, versicherte Palmieri.

Die Kampagnensprecherin verwies zugleich auf Clintons Favoritenrolle. Die frühere First Lady habe die meisten Wahlkampfspenden eingesammelt und schlage in den meisten Umfragen jeden republikanischen Bewerber. „Mehr kann man nicht wirklich verlangen“, sagte Palmieri auf CNN.

Laut einem Bericht der „New York Times“ erwägt Biden, ebenfalls ins parteiinterne Rennen um die Präsidentschaftskandidatur zu ziehen. Die Berater des 72-Jährigen hätten damit begonnen, Kontakte zu führenden Persönlichkeiten und Spendern bei den Demokraten aufzunehmen. Bidens im Mai verstorbener Sohn habe kurz vor seinem Tod seinen Vater ermutigt, sich ein drittes Mal um die Präsidentschaftskandidatur zu bewerben.

Kanadische Regierung ruft Neuwahlen aus

Die kanadische Regierung hat gestern für den 19. Oktober Neuwahlen ausgerufen, die zu einem Umbruch in der Wirtschaftspolitik des Landes führen könnten.

Umfragen zufolge ist eine Mehrheit für den konservativen Ministerpräsidenten Stephen Harper nicht mehr sicher: Dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos zufolge stehen die Chancen etwa 50 Prozent, dass seine Partei wieder an die Macht kommt - deutlich schlechter als noch 2014.

Kanadas Wirtschaft leidet unter dem niedrigen Ölpreis. Die in Umfragen führende sozialdemokratische NDP fordert eine Wende in der Wirtschaftspolitik, die unter Harper von Steuersenkungen, höheren Verteidigungsausgaben und weniger Vorschriften für die Energiewirtschaft geprägt ist. Nach ihrer Darstellung hat kein Ministerpräsident seit 1960 ein so niedriges Wirtschaftswachstum zu verantworten gehabt wie Harper. Harper wiederum wirft der Opposition vor, die Staatsausgaben und -verschuldung erhöhen zu wollen.

Die Regierung hat die Wahl für kanadische Verhältnisse ungewöhnlich lange vor der eigentliche Abstimmung ausgerufen. Einen elfwöchigen Wahlkampf gab es in Kanada seit 1870 nicht mehr, üblich war zuletzt die gesetzliche Mindestfrist von fünf Wochen. Angesicht der prall gefüllten Kassen der Konservativen sieht die Opposition in dem Schritt einen Versuch, sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen, was Harper zurückwies.

Einigung auf UNO-Plan für nachhaltige Entwicklung

Diplomaten und Experten aus aller Welt haben nach einwöchigen Beratungen die UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 festgelegt. Die Delegierten aus 193 Ländern beschlossen in New York einen rund 30-seitigen Aktionsplan mit dem Titel „Unsere Welt verändern - Programm für nachhaltige Entwicklung bis 2030“, das unter anderem die Beendigung extremer Armut vorsieht.

„Das ist wirklich ein historischer Augenblick“, sagte der kenianische UNO-Botschafter Macharia Kamau, dessen Land gemeinsam mit Irland die Gespräche geleitet hatte. Das ehrgeizige Programm sollen die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen im Rahmen ihrer Generaldebatte Ende September in New York beschließen. Das Programm enthält 17 grundlegende Entwicklungsziele, die in 169 Unterpunkten ausgeführt werden.

„Beendigung von Armut in allen Formen“

Das erste Ziel ist die Beendigung der Armut „in allen Formen und überall in der Welt“. Sie betrifft derzeit eine Milliarde Menschen weltweit, die mit weniger als 1,25 Dollar (1,14 Euro) pro Tag auskommen müssen. Die meisten von ihnen leben in Afrika und in Asien. Außerdem soll der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung verbessert und die Gleichberechtigung der Geschlechter vorangetrieben werden.

Das Programm ruft zudem zu „nachhaltigen Produktionsweisen und Konsum“ auf und wirbt für „friedliche und für alle offene Gesellschaften“. Als Ziel Nummer 13 wird der Kampf der Staatsregierungen gegen den Klimawandel und dessen Folgen genannt. In diesem Zusammenhang wurde die Bedeutung der Verhandlungen über ein verbindliches internationales Klimaschutzabkommen hervorgehoben, die im Dezember bei der UNO-Klimakonferenz in Paris zu einem erfolgreichen Abschluss geführt werden sollen.

Bessere Welt kostet 2,5 Billionen Dollar

Die 17 Ziele sollen ab 1. Jänner gelten. Ihre Umsetzung ist freiwillig, und jeder Staat entscheidet selbst über die Maßnahmen zur Erreichung der Ziele. Allerdings soll die Umsetzung anhand fester Indikatoren regelmäßig überprüft werden.

Entscheidend ist die Finanzierung. Bei einer internationalen Konferenz in Addis Abeba hatten die Teilnehmer Mitte Juli festgestellt, dass für die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung in den kommenden 15 Jahren 2,5 Billionen Dollar (2,3 Billionen Euro) nötig seien. Die Privatwirtschaft soll einen Großteil dieser Gelder bereitstellen.

Israel: „Null Toleranz“ bei religiöser Gewalt

Nach den Anschlägen auf eine palästinensische Familie und auf eine Homosexuellenparade sieht sich die israelische Regierung zunehmend zum Handeln gezwungen. Der in den vergangenen Tagen unter Druck geratene israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versprach eine „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber Hassverbrechen.

In einem ersten konkreten Schritt soll laut Verteidigungsministerium zukünftig die „Verwaltungshaft“ auch gegen Israelis verhängt werden können. Bisher war diese international kritisierte Maßnahme nur gegen Palästinenser angewandt worden.

Mehr dazu in „Weckruf“ für Israel gefordert

Gabcikovo gegen Unterkunft für Asylwerber aus Traiskirchen

Die Bewohner des slowakischen Dorfes Gabcikovo haben gestern mehrheitlich gegen die geplante Asylunterkunft in ihrer Gemeinde gestimmt. Rund 97 Prozent sprachen sich gegen die Unterbringung von Flüchtlingen aus Traiskirchen auf dem Gelände der Slowakischen Technischen Universität aus. Die Beteiligung an dem lokalen Referendum lag bei rund 58 Prozent, wie die Nachrichtenagentur TASR berichtete.

„Ich danke allen, dass sie zur Abstimmung gekommen sind. Obwohl das Ergebnis für die slowakische Staatsverwaltung nicht bindend ist, ist es für uns wichtig, die Meinung unserer Bürger präsentieren zu können,“ sagte der Bürgermeister von Gabcikovo, Ivan Fenes, in einer ersten Reaktion auf die Ergebnisse.

Nach Fenes’ Worten muss sich die Gemeindeleitung nun umgehend an das Innenministerium, die Migrationsbehörde sowie an die Technische Universität als Besitzer des für das Asylzentrum vorgesehenen Gebäudes wenden und dazu auffordern, die Meinung der breiten Masse der Bewohner zu akzeptieren.

Asylverfahren in Österreich

Die Asylwerber aus Österreich sollen laut einer von Wien und Bratislava am 21. Juli vereinbarten Asylkooperation nach Gabcikovo gebracht werden: 250 ab August, weitere 250 ab September. Faktisch sollen die Flüchtlinge dort nur wohnen, das gesamte Asylverfahren wird auf österreichischer Seite fortgesetzt.

Die Bewohner der Gemeinde lehnten die Pläne der Regierung des Sozialdemokraten Robert Fico jedoch von Anfang an ab und starteten umgehend eine Petition dagegen, die schließlich zu dem Referendum führte.

Innenministerium: Ergebnis nicht bindend

Das slowakische Innenministerium hatte vor dem Referendum erklärt, die „Panik“ in Gabcikovo könne man nicht verstehen. Eine Einrichtung für Asylwerber habe es in der Gemeinde über Jahre hinweg ohne jegliche Probleme gegeben, zudem würden die Flüchtlinge nach Abschluss des Asylverfahrens nach Österreich zurückkehren und nicht in der Slowakei bleiben.

Die Abhaltung einer örtlichen Volksabstimmung könne man nicht verhindern, die Ergebnisse seien für das Innenressort allerdings auch nicht bindend, so Sprecherin Michaela Paulenova gegenüber der APA.

Inland

Lopatka schließt fliegenden Regierungswechsel aus

ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka hat sich nach dem weiteren Wechsel der Team-Stronach-Mandatare Kathrin Nachbaur und Rouven Ertlschweiger heute im Ö1-Morgenjournal gegen den Vorwurf des Abwerbens gewehrt.

Darum gehe es nicht: „Die Kollegen, die zur ÖVP kommen wollen, sehen in der Partei, in der sie sind, keine Zukunft“, so Lopatka. Einen fliegenden Wechsel zu Schwarz-Blau lehnt er dezidiert ab. Für die Zukunft schließt Lopatka nach Wahlen keine Koalition aus.

Die Empörung in anderen Parteien wollte Lopatka nicht verstehen und verwies auf Parteiwechsel etwa bei der SPÖ und den Grünen. Diese sollten nicht mit zweierlei Maß messen, forderte er.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

TS-Überläufer Franz würde Schwarz-Blau begrüßen

Schwarz-Blau begrüßen würde hingegen Marcus Franz, erst Anfang Juni vom TS zur ÖVP übergelaufen. Gegenüber der Tageszeitung „Heute“ sagte er: „Ich persönlich finde, Schwarz-Blau hätte Charme.“ Er geht aber davon aus, dass SPÖ und ÖVP bis zur Wahl 2018 an der Regierung bleiben. Darauf angesprochen meinte Lopatka gegenüber Ö1: „Franz sagt aber: nicht in dieser Legislaturperiode.“

Ertlschweiger zeigte sich zufrieden und erklärte in der Zeitung „Österreich“, ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner habe ihn „angerufen und sich persönlich bei mir bedankt“.

Kritik von JVP und SPÖ

Nicht glücklich mit dem „Klubimport“ von TS-Abgeordneten ist die Junge Volkspartei (JVP) Vorarlberg. Dieser sei „peinlich und einer bürgerlichen Partei nicht würdig. #beschämend“, schrieb die Jugendorganisation auf Twitter.

SPÖ-Klubchef Andreas Schieder kritisierte die Vorgänge bei der ÖVP im ORF-Radio jedenfalls scharf: „Ich halte das für die schlechteste Form von Politik.“ Das würde lediglich die „negativen Vorurteile“ mancher gegenüber der Politik bestätigen.

TS-Abtrünnige: Kritik an ÖVP reißt nicht ab

Der jüngste Wechsel der bisherigen Team-Stronach-Abgeordneten Kathrin Nachbaur und Rouven Ertlschweiger in den ÖVP-Klub sorgt weiter für harsche Kritik. Einige Oppositionspolitiker äußerten die Befürchtung, die ÖVP könne sich eine Absprungbasis für einen fliegenden Koalitionswechsel schaffen, der momentan allerdings noch nicht möglich ist. Grünen-Chefin Eva Glawischnig nimmt dennoch bereits Bundespräsident Heinz Fischer in die Pflicht: Sollte es durch weitere „Einkäufe“ vonseiten der ÖVP so weit kommen, dürfe er ÖVP und FPÖ nicht mit einer Regierungsbildung beauftragen.

Mehr dazu in Grüne appellieren an Heinz Fischer

Kärntner Hypo-Haftungen sorgen für Gesprächsstoff

Kärntens Landeshaftungen für die frühere Hypo Alpe-Adria, nun Heta, sind ein großes Problemthema für Land und Bund. Nachdem der „Kurier“ gestern berichtet hatte, dass die Bundesregierung 2004 keine Einwände gegen ein entsprechendes Landesgesetz hatte, die sie äußern hätte können, hob Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hervor, „dass das damalige Finanzministerium keine Bedenken äußerte“.

Kaiser sagte gegenüber der APA weiters, „wir werden uns am Montag gemeinsam mit der Finanzreferentin alles in Ruhe anschauen“. Landesrat Christian Ragger (FPÖ) hatte zuvor in einer Aussendung eine verfassungsrechtliche Überprüfung der Hypo-Landeshaftungen gefordert - es bestünden „massive Zweifel an der Rechtsgültigkeit“ der Landeshaftungen.

Landesgesetze mussten Bund vorgelegt werden

Bis Mitte 2012 waren alle Landesgesetzesbeschlüsse vor der Gesetzeskundmachung dem Bundeskanzleramt vorzulegen. Das war auch 2004 beim Landesholdinggesetz der Fall, mit dem der Landtag weiterhin die Landeshaftungen - aufgrund von EU-Vorgaben zeitlich beschränkt bis 2007 - für die Skandalbank ermöglicht hatte.

Mit der Vorlage der Beschlüsse sollten „Gefährdungen von Bundesinteressen“ vermieden werden - die Kritiker orten, da das Gesetz keine Obergrenze in der Haftungssumme vorsah und die Haftungen „allen Rechtsnachfolgern“ gewährt wurden, erinnerte der „Kurier“.

Kärntner Haftungen noch mehr als 10 Mrd. Euro

Das südlichste Bundesland haftet für die nunmehrige Heta und die ehemalige Hypo Österreich insgesamt noch mit mehr als zehn Mrd. Euro. Während des derzeit laufenden Heta-Moratoriums wird um eine Lösung mit den Gläubigern gerungen.

Dem Zeitungsbericht zufolge hätte ein Einwand der damaligen schwarz-blauen Bundesregierung zum Gesetz einen neuerlichen Landtagsbeschluss erzwungen - erst dann hätte das Gesetz im Falle eines Einwandes gültig werden könne.

Sport

Bundesliga: Austria schließt zu Rapid auf

Nach zwei Runden führen die Wiener Traditionsclubs Austria und Rapid die Tabelle der Bundesliga an. Einen Tag nach dem 2:1-Erfolg der Grün-Weißen bei Titelverteidiger Red Bull Salzburg schlossen die Violetten mit einem 3:1-Heimsieg gegen Altach zu ihrem Erzrivalen auf. Tore von Vance Sikov, Olarenwaju Kayode und Alexander Gorgon bescherten Austria-Coach Thorsten Fink ein siegreiches Heimdebüt. Die Vorarlberger sind nun Schlusslicht - unmittelbar hinter Salzburg.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Arsenal holt Community Shield gegen Chelsea

Arsenal hat sich den ersten Saisontitel gesichert. Im Kampf um den Community Shield, den englischen Supercup, setzte sich die Wenger-Elf gestern gegen Meister Chelsea knapp durch und untermauerte ihre Titelambitionen für die am nächsten Wochenende beginnende Premier League.

Bereits am Samstag hatte sich Bayern München im deutschen Supercup bei DFB-Pokal-Sieger VfL Wolfsburg im Elfmeterschießen geschlagen geben müssen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Kaum Hoffnung auf Überlebende nach Erdrutsch in Indien

Nach einem durch schwere Monsunregenfälle verursachten Erdrutsch im Nordosten Indiens haben die Behörden kaum noch Hoffnungen, Überlebende zu finden. Rettungskräfte suchten gestern in dem abgelegenen Dorf Manipur verzweifelt nach 20 verschütteten Bewohnern. Gestern hatten von einem Hügel abrutschende Erdmassen das Dorf an der Grenze zu Myanmar weitgehend unter sich begraben.

Das indische Fernsehen zeigte dramatische Bilder aus Manipur. Zu sehen waren einstürzende Häuser, von den Fluten weggerissene Brücken und Familien, die in Notunterkünften versorgt wurden. In mehreren indischen Bundesstaaten kamen nach neuen Behördenschätzungen mindestens 100 Menschen bei Überschwemmungen ums Leben.

Betroffen waren unter anderem Westbengalen, Rajasthan, Orissa und Gujarat. Tausende Menschen mussten wegen der seit Juni anhaltenden Niederschläge in Sicherheit gebracht werden.

Gesamte Region betroffen

Die in diesem Jahr ungewöhnlich heftigen Monsunregenfälle haben auch in anderen Ländern der Region große Schäden angerichtet. In Myanmar starben mindestens 27 Menschen, die Vereinten Nationen gehen jedoch davon aus, dass die Opferzahl noch deutlich steigen wird.

Mehr als 150.000 Menschen wurden in dem Land in den vergangenen Tagen von den Überflutungen in Mitleidenschaft gezogen. Die Rettungsarbeiten wurden auch durch anhaltende Regenfälle behindert.

Mehr als 100 Menschen kamen auch in Pakistan in den vergangenen zwei Wochen bei Überschwemmungen ums Leben. In Nepal starben mehr als 30 Menschen bei Erdrutschen. In Vietnam starben mindestens 17 Menschen.

Waldbrände in Kalifornien: Nationalgarde im Einsatz

In Kalifornien kämpfen nun auch Soldaten der Nationalgarde gegen die weiter um sich greifenden Waldbrände. Die Soldaten sollen mit mehreren großen Löschflugzeugen in den Kampf gegen die Flammen eingreifen, teilte die Feuerwehr mit. Zwei Flugzeuge seien bereits eingetroffen, hieß es.

Vor allem ein sich rasch ausbreitender Brandherd rund 160 Kilometer nördlich von San Francisco bereite Sorgen. Die Flammen hätten sich bereits auf eine Fläche rund 190 Quadratkilometer Wald- und Buschland ausgebreitet. Etwa 12.000 Menschen hätten ihre Häuser verlassen müssen, 5.000 Gebäude seien bedroht, teilten die Behörden auf Twitter mit.

Feuerwehrleute vergleichen die Feuer bereits mit den katastrophalen Bränden 2008. Insgesamt toben derzeit 21 Wald- und Buschbrände, viele davon seien durch Blitzschlag entfacht worden.

Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, rief den Notstand aus, um so schnellere Hilfen zu ermöglichen. Bereits am Donnerstag war ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Ein Grund der raschen Ausbreitung der Flammen ist die Dürre, die den Staat Kalifornien seit Jahren heimsucht.

Dreifachjackpot bei Lotto „6 aus 45“

Erneut hat kein Spielteilnehmer bei der Ziehung gestern die sechs Richtigen bei Lotto „6 aus 45“ getippt. Im Jackpot bleiben fast 3,2 Mio. Euro.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

2 5 22 25 33 39/Zusatzzahl: 28

Zwei Spielteilnehmer hatten den richtigen Joker auf der Quittung, sie erhalten je rund 305.000 Euro.

Der richtige Joker lautet:

6 1 0 0 7 3

Alle Angaben ohne Gewähr

Wirtschaft

Athener Börse öffnet: Händler erwarten Ausverkauf

An der griechischen Börse wird es heute am ersten Handelstag nach fünf Wochen Zwangsschließung wohl einen Ausverkauf geben. Händler sagen für den Leitindex in Athen einen Einbruch von zwanzig Prozent oder mehr voraus. „Die Wahrscheinlichkeit, dass auch nur eine einzige Aktie steigen wird, ist gleich null“, sagte Takis Zamanis vom Wertpapierhändler Beta Securities gestern.

Vor allem die Papiere von Banken dürften unter Druck geraten. „Realistisch ist ein Preisabschlag von 15 bis 20 Prozent zur Markteröffnung“, sagte der Vermögensverwalter eines griechischen Fonds, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Die Inhaber griechischer Aktien hätten über Wochen nicht auf schlechte Nachrichten reagieren können, und daher gebe es nun entsprechend Nachholbedarf, sagten Händler. So habe sich die Lage der Wirtschaft inzwischen verschlechtert. Zudem seien die Aussichten für das Land trotz der Vorgespräche über ein drittes Hilfspaket von 86 Mrd. Euro keineswegs klar.

Chef von Statistikbehörde trat zurück

Inmitten der Vorgespräche über neuen Hilfen für Griechenland trat indes der Chef der Statistikbehörde des Landes zurück. Er lege sein Amt aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung nieder, sagte der seit 2010 amtierende Chef der Behörde Elstat, Andreas Georgiou. Er werde auch nicht im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei.

Sein Schritt könnte die Verhandlungen über die Bedingungen für ein drittes Hilfsprogramm im Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro komplizierter machen. Schließlich fließen in die Verhandlungen auch Prognosen darüber ein, wie sich das Land in der kommenden Zeit entwickeln wird.

Eisenbahner legen Arbeit nieder

Aus Protest gegen Privatisierungspläne wollen die griechischen Eisenbahner heute für mehrere Stunden die Arbeit niederlegen. Zahlreiche Fahrten vor allem zwischen Athen und Nordgriechenland werden ausfallen. Die griechische Eisenbahn steht ganz oben auf der Liste der Staatsunternehmen, die privatisiert werden sollen.

Ölpreise weiter auf Talfahrt

Die Ölpreise haben ihre Talfahrt heutefortgesetzt. In der Früh kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im September 51,83 Dollar (rund 47 Euro). Das waren 38 Cent weniger als Ende der Vorwoche. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 31 Cent auf 46,81 Dollar.

In den vergangenen Wochen hatte Rohöl wie auch viele andere Rohstoffe starke Verluste hinnehmen müssen. Neben dem starken Dollar ist ein wesentlicher Grund die sich abschwächende Wirtschaft Chinas.

China: Industrie-Index auf Zweijahrestief

Die Stimmung in den Chef-Etagen der herstellenden Unternehmen Chinas ist auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Der Einkaufsmanagerindex sackte im Juli von 49,4 auf 47,8 Punkte ab, wie das chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“ berichtete. Unterhalb der kritischen Marke von 50 ist von einem Schrumpfen der Wirtschaft auszugehen, darüber von Expansion.

Der Index liegt damit auf dem Stand von Juli 2013 und den fünften Monat in Folge unterhalb des Grenzwerts von 50. Wegen der Auftragsrückgänge, darunter auch neue Exportorder, werde die Produktion so schnell wie seit November 2011 nicht mehr zurückgefahren. Die geringere Nachfrage führe zu Stellenkürzungen und weniger Einkäufen. Es herrsche Deflationsdruck.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wuchs im ersten Halbjahr nach offiziellen Angaben planmäßig um sieben Prozent im Vorjahresvergleich, doch vermuten Experten, dass das Wachstum in Wirklichkeit geringer ist.

IT

Fix: Deutsche Autokonzerne kaufen Nokias Kartendienst

Audi, BMW und Daimler kaufen vom finnischen Nokia-Konzern den Kartendienst Here. Wie die drei deutschen Autohersteller heute mitteilten, übernehmen sie den Kartendienst jeweils zu gleichen Teilen, keiner strebe eine Mehrheit an. Nokia bezifferte den Kaufpreis auf 2,8 Milliarden Euro.

Bei Abschluss des Geschäfts, der im ersten Quartal 2016 erwartet wird, erhalte Nokia gut 2,5 Milliarden Euro und werde einen Buchgewinn von rund einer Milliarde Euro erzielen. Zusätzlich übernehmen die deutschen Autokonzerne Verbindlichkeiten von rund 300 Millionen Euro.

Audi, BMW und Daimler hatten sich zusammengetan, um zu verhindern, dass die Schlüsseltechnologie für Navigation, Assistenzsysteme und autonomes Fahren in die Hand von Google oder einem anderen Internetkonzern gerät. Sie fürchteten eine zu große Abhängigkeit, denn Nokia Here wird in Europa in vier von fünf Autos genutzt.

Autohersteller und IT-Konzerne kommen einander zunehmend in die Quere, denn die Autoindustrie baut zusehends Kommunikationstechnik ein, um Kunden zu gewinnen oder ihnen Zusatzdienste anzubieten. Google hat ein selbstfahrendes kleines Auto gebaut.

Science

Großglockner-Straße wird 80

Die Großglockner-Hochalpenstraße windet sich in Schlangenlinien über den Gebirgsstock der Hohen Tauern. Vor 80 Jahren wurde sie in einem austrofaschistischen Propagandaakt feierlich eröffnet. Die fünfjährige Bauzeit Anfang der 1930er Jahre markiert auch die Radikalisierung der österreichischen Innenpolitik. Die 34 Kehren der rund 50 Kilometer langen Panoramastraße erzählen eine bewegende Geschichte - sowohl auf politischer als auch auf bautechnischer Ebene. Seit Anfang Juli steht das Prestigeprojekt des österreichischen Straßenbaus unter Denkmalschutz.

Mehr dazu in Die bewegte Geschichte einer Straße

Kultur

Historische Inschrift des Whitney Museums wiederentdeckt

Bei Renovierungsarbeiten haben Bauarbeiter die historische Inschrift über dem Eingang des ursprünglichen Whitney Museums in New York wiederentdeckt. Die Fassade des Gebäudes im südlichen Teil Manhattans sehe nun zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren wieder so aus wie zur Zeit, als dort das Museum war, berichtete die „New York Times“ („NYT“) gestern.

In dem Haus ist seit Längerem eine Kunstschule untergebracht, die über der Inschrift ein Schild angebracht hatte. Die alte Inschrift darunter war in Vergessenheit geraten. 1931 hatte die reiche Kunstsammlerin Getrude Vanderbilt Whitney (1875-1942) ihr Museum in dem Gebäude in Greenwich Village gegründet.

Nach mehreren Umzügen eröffnete das auf nordamerikanische Kunst spezialisierte Museum vor wenigen Monaten in einen Bau von Architekt Renzo Piano im Südwesten Manhattans.

„Mission: Impossible 5“ führt US-Kinocharts an

Der fünfte Teil der „Mission: Impossible“-Filmreihe mit Hollywood-Star Tom Cruise hat die Spitze der nordamerikanischen Kinocharts erobert.

„Mission: Impossible - Rogue Nation“, für das der 53-Jährige rund zehn Tage in Wien gedreht hatte, spielte an den Kinokassen in den USA und Kanada an seinem Eröffnungswochenende 56 Millionen Dollar ein, wie der „Hollywood Reporter“ gestern berichtete.

Damit belegte der Streifen, der kürzlich in Wien Weltpremiere gefeiert hatte, Rang eins. Ab 6. August ist „Rogue Nation“ auch in Österreich zu sehen. Auf Platz zwei landete mit knapp 15 Millionen die Komödie „Vacation“ mit Christina Applegate und Chris Hemsworth vor dem Superheldenfilm „Ant-Man“ mit Paul Rudd.

Leute

Kritik an Jessica Albas Kosmetikfirma

Das US-Unternehmen The Honest Company, das von Schauspielerin Jessica Alba (34) mitgegründet wurde, verteidigt seine Produkte gegen Beschwerden. Kunden hatten online behauptet, die Sonnencreme der Firma für Ökoprodukte wirke nicht, und veröffentlichten Fotos von sich mit Sonnenbränden.

Man sehe sich „in der Pflicht, sichere und effektive Produkte anzubieten. Wir nehmen jedes Kundenfeedback sehr ernst“, sagte das Unternehmen gestern dem Magazin „People“.

Das kritisierte Produkt habe alle unabhängigen Tests bestanden. „Die Beschwerden auf unserer Homepage über unsere Sonnencreme betreffen weniger als 0,5 Prozent aller Produkte, die wir darüber vertrieben haben.“

Alba („Sin City“) hatte die Ökofirma, die vor allem Babyprodukte herstellt, 2011 mitgegründet. Die zweifache Mutter macht auf ihrer Facebook-Seite und bei Talkshow-Auftritten regelmäßig Werbung für das Unternehmen.

Ex-AC/DC-Drummer muss vorerst nicht in Haft

Der frühere AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd hat vor Gericht einen Verstoß gegen die Auflagen seines Hausarrests bestritten. Bei einer kurzen Anhörung vor dem Bezirksgericht im neuseeländischen Tauranga plädierte der 61-Jährige heute auf nicht schuldig.

Staatsanwältin Anna Pollett sagte hingegen, es gebe „starke Beweise“, dass Rudd Alkohol getrunken und damit gegen seine Auflagen verstoßen habe.

Der Musiker durfte gegen Kaution nach Hause zurückkehren, das Verfahren soll am 24. November fortgesetzt werden. Rudd war Anfang Juli wegen Morddrohungen und Drogenbesitzes zu acht Monaten Hausarrest verurteilt worden. Weil er sich schuldig bekannt hatte, blieb ihm eine Haftstrafe erspart.

„Rockstar-Lebensstil“ bringt Gefängnis

Richter Thomas Ingram hatte den Musiker bei der Verurteilung gewarnt, dass dieser bei einer Fortsetzung seines „Rockstar-Lebensstils“ im Gefängnis landen werde. Rudd werde während des Hausarrestes streng überwacht und komme sofort in Haft, wenn er Drogen nehme. „Ich garantiere eiskalt, dass Sie dort landen werden“, warnte der Richter.

Der aus Australien stammende Rudd gilt als ebenso begabter wie schwieriger Musiker. Unter anderem wegen Drogeneskapaden überwarf er sich Anfang der 1980er Jahre mit AC/DC-Gründer Malcolm Young. Im Jahr 1983 stieg Rudd aus der Band aus, elf Jahre später kehrte er zu AC/DC zurück. Wegen des Gerichtsverfahrens wurde er bei der aktuellen Tournee der Band aber durch Chris Slade, AC/DC-Drummer in den 1990er Jahren, ersetzt.