Ausland

Erdogans AKP könnte laut Umfragen Mehrheit einbüßen

Die türkischen Finanzmärkte haben nervös auf Meldungen reagiert, wonach die AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan bei der Wahl im Juni ihre Parlamentsmehrheit verlieren könnte. Der Erhebung des Instituts Konda zufolge, über die heute Zeitungen berichteten, käme die Partei auf 40,5 Prozent der Stimmen, nach 49,8 Prozent bei der letzten Wahl 2011.

Damit müsste sie eine Minderheitsregierung bilden oder einen Koalitionspartner finden. Bisher war erwartet worden, dass die AKP zwar leichte Einbußen erleiden dürfte, aber weiter allein regieren kann. Der türkische Leitindex gab 0,9 Prozent nach.

Erdogan strebt Zweidrittelmehrheit an

Das Institut Konda, das bei Wahlumfragen hoch angesehen ist, veröffentlichte die von der Privatwirtschaft in Auftrag gegebene Erhebung nicht. Allerdings berichteten türkische Zeitungen darüber. Banker bestätigten die Zahlen. Demnach käme die Oppositionspartei CHP auf knapp 29 (2011: 26,0) Prozent und die Nationalisten der MHP auf knapp 15 (13,0) Prozent. Die MHP erscheint vielen Experten als wahrscheinlicher Partner für die AKP, sollte sie keine absolute Mehrheit erringen. Gewählt wird am 7. Juni.

Staatspräsident Erdogan will jedoch für die Regierungspartei AKP eine Zweidrittelmehrheit holen, um die Verfassung im Alleingang ändern zu können. Das Land soll ein Präsidialsystem mit großen Machtbefugnissen für das Staatsoberhaupt erhalten. Das Gelingen dieses Projekts scheint nun allerdings fraglich, da keine der anderen Parteien, die Chancen auf einen Einzug ins Parlament haben, Erdogans Pläne unterstützt.

Teile von Hillary Clintons E-Mails veröffentlicht

Im Streit über die E-Mails von Hillary Clinton aus ihrer Zeit als US-Außenministerin hat das Außenamt in Washington heute einen ersten Teil des Schriftverkehrs veröffentlicht. Zunächst wurden 296 von insgesamt rund 55.000 Mails der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Darin geht es unter anderem um den Angriff auf das US-Konsulat im ostlibyschen Bengasi im Jahr 2012. Die Kommunikation darüber dürfte vor allem von Interesse sein. Vier US-Diplomaten kamen dabei ums Leben. Wie die Außenamtssprecherin Marie Harf mitteilte, ergäben sich aus den Mails aber keine wesentlichen neuen Erkenntnisse. Republikaner hatten Clinton wegen ihres damaligen Krisenmanagements scharf angegriffen.  

Anfang März war bekanntgeworden, dass Clinton in ihrer Zeit als Außenministerin von 2009 bis 2013 kein offizielles E-Mail-Konto genutzt hatte, sondern weiterhin ihre private E-Mail-Adresse.

IS-Erfolge: McCain fordert 10.000 US-Soldaten im Irak

Nach den militärischen Erfolgen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat der einflussreiche US-Senator John McCain die Entsendung von US-Bodentruppen in den Irak gefordert. „Ich würde sagen: 10.000 Mann“, sagte er heute dem TV-Sender CNN.

Die Strategie von Präsident Barack Obama, lediglich Kampfjets einzusetzen, sei ein Fehlschlag. Ziel der Dschihadisten sei nicht nur die Kontrolle über den Irak oder Syrien, sondern auch Anschläge in Europa und den USA. „Das Ziel sind wir“, sagte McCain, der als Hardliner der Republikaner gilt.

Obama lehnt die Entsendung von Bodentruppen strikt ab. Das Pentagon kündigte bisher lediglich an, man werde 2.000 weitere Panzerabwehrraketen an den Irak liefern. Die Eroberung der irakischen Stadt Ramadi und der antiken Ruinenstadt Palmyra in Syrien durch IS-Kämpfer bezeichnete Obama lediglich als „taktischen Rückschlag“. „Ich glaube nicht, dass wir verlieren“, sagte er dem „Atlantic Magazine“. Allerdings betonte er, der Kampf gegen die Dschihadisten werde mehrere Jahre dauern.  

IS rückt im Irak Richtung Osten vor

Nach der Eroberung der westirakischen Stadt Ramadi rückte der IS indes weiter Richtung Osten vor. Die Dschihadisten kämpften Regierungstruppen sowie sunnitische Stämme nieder und nahmen den Ort Husaiba ein, wie ein Stammesführer sagte. Dort wehe die schwarze Fahne des IS auf den Verwaltungsgebäuden.

Husaiba liegt rund 100 Kilometer westlich von Bagdad. Den Informationen zufolge bereiteten die Extremisten mit Mörserbeschuss einen weiteren Vorstoß auf die Stadt al-Chalidija östlich von Husaiba vor. Der IS hatte Ramadi am Sonntag eingenommen und der irakischen Armee damit einen empfindlichen Schlag versetzt. Laut UNO sind 40.000 Menschen vor den Extremisten auf der Flucht.

In Mossul zerstörte der IS eine schiitische Moschee und ein jesidisches Heiligtum. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass Extremisten in der Stadt die Kreuze an der Außenfassade einer syrisch-orthodoxen Kirche abgeschlagen hätten, berichtet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) unter Berufung auf Informanten.

Auch in Syrien auf dem Vormarsch

Auch in Syrien ist der IS auf dem Vormarsch. Nach der Eroberung der historischen Wüstenstadt Palmyra in Zentralsyrien nahmen die Dschihadisten gestern den letzten noch von Regierungstruppen kontrollierten Grenzübergang zum Irak ein. Zudem wächst die Sorge um Palmyra, dessen Zerstörung laut UNESCO-Chefin Irina Bokowa ein „enormer Verlust für die Menschheit“ wäre.

Niederlande wollen Burkaverbot

Die niederländische Regierung will Burkas und ähnliche Kleider im staatlichen Bereich verbieten. An Schulen, in staatlichen Gebäuden, im öffentlichen Verkehr und in Krankenhäusern solle keine gesichtsbedeckende Kleidung mehr getragen werden dürfen, entschied die Regierung heute in Den Haag. Burkas werden von manchen fundamentalistischen Musliminnen getragen.

Bei einem Verstoß soll eine Geldstrafe von 400 Euro drohen. Das Verbot diene der Sicherheit und einer guten Kommunikation mit den Bürgern, erklärte die Regierung. Nach dem Gesetzesvorschlag sollen Burkas und gesichtsverhüllende Schleier auf der Straße erlaubt bleiben.

Das Verbot schränke die Religionsfreiheit nicht ein, sagte Innenminister Roland Plasterk. „In Schulen muss man einander in die Augen sehen können.“ Wann das Gesetz in Kraft tritt, ist unsicher. Zunächst müssen beide Kammern des Parlaments zustimmen. Zahlreiche Parteien hatten bereits heftige Kritik geübt.

Brüssel will offenbar 40.000 Flüchtlinge auf EU verteilen

Die EU-Kommission will in der kommenden Woche die Verteilung von 40.000 Flüchtlingen aus Griechenland und Italien in andere EU-Staaten vorschlagen. Das sagte heute eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Die EU-Kommission berufe sich dem Entwurf zufolge auf eine Notfallsituation in beiden Ländern, in denen die meisten Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien und aus Afrika ankommen. Die Verteilung ergänze das Quotensystem, das die Kommission Mitte Mai vorgestellt hatte. Die Pläne sollen am Mittwoch vorgelegt werden.

Zahlreiche Gegner

Zahlreiche EU-Staaten, darunter Spanien, Frankreich und viele osteuropäische Länder, wehren sich gegen die Festlegung von Quoten. Deutschland und Österreich, die vergleichsweise viele Flüchtlinge aufnehmen, begrüßen dagegen den Brüsseler Vorschlag zur Verteilung von Flüchtlingen.

Laut den bisherigen Plänen der EU-Kommission sollen zudem 20.000 Menschen, die vornehmlich in Flüchtlingslagern außerhalb der Union leben, über die EU verteilt werden.

600.000 Asylanträge 2014

Nach Angaben der Vereinten Nationen versuchten in diesem Jahr bisher 60.000 Migranten, in die EU zu gelangen, die Hälfte davon über Italien. Voriges Jahr stellten in der EU 600.000 Menschen Antrag auf Asyl. Beim Versuch, über das Mittelmeer in die EU zu gelangen, ertranken in den vergangenen Monaten über 1.000 Menschen. Die EU beschloss daraufhin einen Marineeinsatz im Mittelmeer, mit dem Migranten aus Seenot gerettet und Schleuserbanden bekämpft werden sollen.

In Ukraine gefangene Russen laut Eigenangaben Soldaten

Der Fall von zwei in der umkämpften Ostukraine gefangen genommenen Russen bringt die Regierung in Moskau zunehmend in Erklärungsnot. In einem heute veröffentlichten Interview der russischen Zeitung „Nowaja Gaseta“ widersprachen beide Männer der Darstellung ihres Verteidigungsministeriums, sie seien keine Soldaten.

„Habe Befehl ausgeführt“

„Es gab einen Befehl, und als Mann des Militärs habe ich ihn ausgeführt“, wird einer der Männer, Alexander Alexandrow, zitiert. Die beiden Männer sagten der Zeitung, sie seien in einer Aufklärungsmission unterwegs gewesen.

Russland hat stets Vorwürfe zurückgewiesen, den Rebellenaufstand militärisch zu unterstützen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums hatte gesagt, die beiden seien aus der Armee ausgeschieden und hätten die Ukraine privat besucht.

Russland um Freilassung bemüht

Die russische Regierung erklärte, sie bemühe sich intensiv um die Freilassung der beiden Landsleute. Da es sich um russische Staatsbürger handle, würden alle notwendigen Schritte unternommen, um sie freizubekommen, sagte ein Sprecher des Präsidialamtes.

=Amnesty wirft Konfliktparteien in Ostukraine Folter vor==

Amnesty International warf indes beiden Konfliktparteien in der Ostukraine Folter von Gefangenen vor. Für die fast täglich begangenen Kriegsverbrechen von prorussischen Separatisten und prowestlichen Kämpfern lägen „überwältigende Beweise“ vor, teilte die Menschenrechtsorganisation heute in London mit.

Ehemaligen Gefangenen seien deren Aussagen zufolge die Knochen gebrochen worden, man habe sie mit Elektroschocks gequält, über Tage nicht schlafen lassen, zum Schein hingerichtet und ihnen dringend notwendige medizinische Hilfe verweigert.

Inland

Sport

Giro d’Italia: Massensturz kostet Contador Rosa

Ein Massensturz kurz vor der rettenden Drei-Kilometer-Marke hat Alberto Contador die Führung beim Giro d’Italia gekostet. Der 32-jährige Spanier wurde heute gegen Ende der verregneten 13. Etappe mit Ziel in Jesolo ebenso gestoppt wie der Australier Richie Porte, der wieder mehr als zwei Minuten verlor und seine Hoffnung auf den Gesamtsieg damit endgültig begraben musste. Contador war mit 40 Sekunden Rückstand auf Etappensieger Sacha Modolo noch gut bedient, das Rosa Trikot musste er dennoch ausziehen.

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Formel 1: Teams wollen zurück zur „Diktatur“

Zuschauerschwund und die prekäre Finanzlage einiger Rennställe haben in der Formel 1 die Alarmglocken läuten lassen. Eine Strategiegruppe sollte die Königsklasse deshalb zurück in die Erfolgsspur führen. Nach deren letzter Sitzung ohne Ergebnisse platzte einigen Teamchefs aber der Kragen. „Bernie und Jean sollten entscheiden, was wir zu tun haben“, forderte Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost. „Sie sollten die Teams erst gar nicht fragen, denn die werden sich nie einig sein.“ Mercedes-Sportchef Toto Wolff warnte indes vor einer Rückkehr zur Ecclestone-Diktatur.

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Tennis: „Totale Genugtuung“ für Haider-Maurer

Andreas Haider-Maurer ist in dieser Saison so richtig auf der ATP-Tour angekommen. Der 28-Jährige hat das Image des ewigen Challenger-Spielers eindrucksvoll abgelegt und spielt das beste Frühjahr seines Lebens. In der Vorwoche war der Niederösterreicher sogar erstmals Österreichs Nummer eins.

Die Top 50 hat der Weltranglisten-48. bereits am 20. April geknackt. „Das ist eine totale Genugtuung. Man wird jetzt auch anders wahrgenommen“, sagte Haider-Maurer im Interview mit ORF.at vor den am Sonntag beginnenden French Open in Paris.

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Song Contest

Königsdisziplin der Kameraführung

Wenn morgen 200 Millionen Menschen vor den TV-Geräten das Gefühl bekommen, hautnah beim großen Song-Contest-Finale dabei zu sein, dann ist es unter anderem ihr Verdienst. Die Rede ist von den Kameramännern mit ihren tragbaren Steadycams, die sich mit ihrem technischen Gerät frei bewegen. Körperliche Fitness und ein guter Assistent sind Voraussetzung für das perfekte Bild im Fernsehen.

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Wirtschaft

Heta erstattet wegen Enthusa Anzeige

Die frühere Hypo Alpe Adria International, jetzt Abbaueinheit Heta, hat wegen der zypriotischen Finanzierungsgesellschaft „Enthusa“ gestern Anzeige erstattet. „Wir bestätigen, dass wir bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt eine Sachverhaltsdarstellung in der Causa Enthusa eingebracht haben“, zitiert die „Presse“ (Samstag-Ausgabe) einen Sprecher der Heta.

„Dem Vernehmen nach“ seien Kreditkunden wegen Betrugs und schweren Betrugs angezeigt worden, schreibt die Zeitung. Außerdem sei bereits am 19. März von der Heta eine Meldung über den Verdacht der Geldwäsche „betreffend die genannte Gesellschaft selbst und natürliche Personen“, abgegeben worden, so die Staatsanwaltschaft Klagenfurt laut „Presse“.

Über die in Zypern registrierte Enthusa flossen zwischen 2006 und 2007 18,88 Mio. Euro zum Kauf von Liegenschaften nahe Belgrad, die später in Bauland umgewidmet werden sollten. Inklusive Zinsen belaufen sich die Schulden heute auf 26 Mio. Euro.

Ex-RBI-Chef Stepic involviert

Involviert waren nicht nur politisch einflussreiche Personen aus Serbien. Der damalige Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen Bank International, Herbert Stepic hielt bis 2012 indirekt 25 Prozent an Enthusa, Geschäftsführer war ein früherer Vorstand der Raiffeisen Investment AG.

„Stepic, der eigenen Angaben zufolge am 24. Juli 2012 aus dem Investment mit Verlust ausgestiegen ist, war nur Investor und allem Anschein nach nicht operativ tätig, weshalb er in der am Donnerstag eingebrachten Anzeige auch nicht als Verdächtiger geführt wird“, schreibt die „Presse“. Als Verdächtige angezeigt seien hingegen laut „Presse“-Informationen neben der Enthusa selbst auch der frühere Raiffeisen Investment AG-Mitarbeiter und vier Serben, die teils über eine Gesellschaft an der Enthusa beteiligt waren oder Geld aus den besagten Krediten auf ihr Privatkonto überwiesen bekommen haben.

Die Heta hat laut „Presse“ den Verdacht, dass nur 31 Prozent der Kreditmittel vertragsgemäß eingesetzt wurden. 47 Prozent seien nicht zum vereinbarten Zweck ausgegeben worden - so unter anderem zur Zurückzahlung eines Kredits von 805.000 Euro bei der Raiffeisenbank Belgrad. Bei 22 Prozent des Geldes sei die Verwendung nicht nachvollziehbar.

Bericht: OeNB holt Teil der Goldreserven zurück

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) „scheint drauf und dran zu sein“, einen Teil der Goldreserven nach Österreich zu transportieren, schreibt die „Kronen Zeitung“ (Onlineausgabe). OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny habe eine neue „Goldstrategie“ festgeschrieben, wonach zur Risikostreuung die Hälfte der Reserven in Österreich, 30 Prozent in London und 20 Prozent in der Schweiz liegen sollen.

Die Nationalbank besitzt 280 Tonnen Gold, wovon derzeit 80 Prozent in London, 17 Prozent im Inland und der Rest in der Schweiz liegen. Mit der Aufstockung der Inlandsbestände auf die Hälfte kommt die OeNB auch einer Kritik des Rechnungshofes nach. Dafür müssten 110 Tonnen nach Österreich transportiert werden. Die Vorbereitungen für ein entsprechend gesichertes Goldlager „dürften abgeschlossen sein“, schreibt die „Krone“.

D: Lebenspolizze mit Garantiezins als Auslaufmodell

Die klassische Lebensversicherung mit einem lebenslangen Garantiezins stirbt in Deutschland aus. In Zeiten der Minizinsen werden lebenslange Versprechen für die Assekuranz zum Riesenproblem. In Österreich verabschiedete sich schon die UNIQA vom Garantiezins - das neue Produkt läuft, wie erst heute bekanntwurde, überaus gut. Andere Anbieter in Österreich überlegen noch.

In Deutschland zieht sich als erster großer Versicherer die Generali-Versicherung nun aus dem Geschäft mit Garantiezins-Neuverträgen zurück. Andere Versicherer dürften folgen. Generali sprach von einer „neuen Normalität“ in der Lebensversicherung. Die Generali Deutschland kündigte an, künftig mehr fondsgebundene Polizzen und Produkte mit „geringer Kapitalintensität“ anzubieten.

Verbraucherschützer in Deutschland sehen die Abkehr vom Garantiezins bei den Lebensversicherern kritisch: Denn gerade die Planbarkeit galt lange Zeit als größter Vorteil und war ein Grund dafür, dass es immer noch mehr als 90 Millionen Verträge in Deutschland gibt - in Österreich sind es rund zehn Millionen.

Rückgang auf 1,50 Prozent Garantiezins

Wer noch eine Lebensversicherung aus alten Zeiten in der Schublade hat, kann sich freuen: Mitte der 1990er Jahre sicherten die Versicherer den Kunden noch eine Verzinsung von vier Prozent zu - über die gesamte Versicherungsdauer. Genau diese Verträge haben Anbieter beim Nachbarn zuletzt massiv unter Druck gebracht, weil sie diese hohen Zinsen an den Kapitalmärkten selbst kaum erwirtschaften können.

Für Neuverträge liegt der in Deutschland vom Finanzministerium festgelegte Garantiezins seit Anfang des Jahres nur noch bei 1,25 Prozent - in Österreich, wo die Situation für die Branche nie so kritisch war, bei 1,50 Prozent, könnte aber Anfang 2016 weiter sinken, wie seitens der dafür zuständigen Finanzaufsicht (FMA) zur APA erklärt wurde.

NL wollen verstaatlichte Großbank ABN an Börse bringen

Die niederländische Regierung treibt den Börsengang der Großbank ABN Amro voran. Finanzminister Jeroen Dijsselbloem teilte heute mit, dem Parlament einen solchen Schritt empfohlen zu haben. Die Transaktion könne im vierten Quartal über die Bühne gehen. Experten taxierten den Wert der Bank auf 15 Milliarden Euro. Zunächst sollten 20 bis 30 Prozent der Anteile an Investoren gehen.

Der Staat werde aber noch einige Jahre im Aktionärskreis bleiben. Die Zeitung „De Telegraaf“ berichtete, die Regierung könne bei der ersten Tranche auf einen Erlös von drei bis 4,5 Milliarden Euro hoffen. Mit dem Geld solle der Schuldenberg des Landes abgetragen werden.

Die Bank wurde in der Finanzkrise mit Steuergeldern aufgefangen und verstaatlicht. Dijsselbloem ergänzte, es gebe auf dem Kapitalmarkt eine Nachfrage nach Aktien von ABN Amro. Das Geldhaus werde einen starken Schutz gegen feindliche Übernahmen haben.

Chronik

Eiffelturm bleibt wegen Taschendieben geschlossen

Aus Protest gegen Taschendiebe haben die Angestellten des Pariser Eiffelturms die Arbeit niedergelegt - das weltberühmte Monument ist heute für Touristen geschlossen geblieben.

In einer Erklärung beklagte das Personal eine „Zunahme des Treibens von Taschendieben“. Zu dem Streik habe es sich nach mehreren „Drohungen und Übergriffen“ entschlossen. Die Mitarbeiter sehen sich von Diebesbanden bedroht.

Bekanntes Problem

Das Problem mit den Taschendiebstählen auf dem 324 Meter hohen Pariser Wahrzeichen und in seiner Umgebung ist schon lange bekannt. Im April 2013 begannen uniformierte Polizisten, im Inneren des Eiffelturms zu patrouillieren, um Diebe abzuschrecken. Die Betreibergesellschaft des Eiffelturms erklärte, mit der Polizei eine „aktive und anhaltende Kooperation“ eingegangen zu sein, um die Sicherheit von Besuchern und Personal zu gewährleisten.

Der Eiffelturm ist bei weitem nicht der einzige touristische Anziehungspunkt in der französischen Hauptstadt, der Probleme mit Taschendieben hat. Vor zwei Jahren blieb das Louvre-Museum einen Tag lang geschlossen, weil die Mitarbeiter aus Angst vor aggressiven Taschendieben gestreikt hatten.

Science

Religion

Peter Greenaway zeigt Schau über Abraham in Berlin

Regisseur Peter Greenaway und seine Frau, die niederländische Regisseurin Saskia Boddeke, haben für das Jüdische Museum Berlin eine Ausstellung zum Religionsgründer Abraham gestaltet.

Für ihre Interpretation der biblischen Erzählung vom Gottesbefehl an Abraham, seinen Sohn Isaak zu opfern, schuf das Ehepaar eigens Videoausschnitte und erhielt Leihgaben aus aller Welt, darunter das in Formaldehyd konservierte schwarze Schaf mit den goldenen Hörnern des britischen Künstlers Damien Hirst.

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Kultur

Moschee-Kunstprojekt auf Venedig-Biennale muss schließen

Nach wochenlangem Streit muss ein Moschee-Kunstprojekt in einer Kirche für die Biennale in Venedig schließen. Der Schweizer Künstler Christoph Büchel hatte für den isländischen Pavillon eine Moschee in der ehemaligen katholischen Kirche Santa Maria della Misericordia in der Lagunenstadt gebaut.

Die Stadt Venedig zog nun allerdings die Betriebserlaubnis zurück, da die Betreiber Vorgaben verletzt hätten. Sicherheitsvorgaben würden nicht eingehalten, hieß es in einer Mitteilung der Kommune und der Polizei. Heute wurde das Projekt geschlossen.

Für Gebete genutzt

Unmut gab es vor allem, weil Muslime den Ort für Gebete genutzt hatten - was laut Stadt gegen die Auflagen verstoße, das Gebäude nicht für religiöse Zwecke zu nutzen. Die Kuratoren können Einspruch gegen die Entscheidung einlegen.

Das Icelandic Art Center, das mit hinter dem Kunstprojekt steht, wollte sich zunächst nicht dazu äußern. Jedoch veröffentlichte das Zentrum einen offenen Brief auf seiner Website, in dem es die Absicht des Künstlers darlegt. Büchels Installation solle ein Licht auf institutionalisierte Ausgrenzung und Vorurteile in der Gesellschaft werfen - auch mit Blick auf das Thema Einwanderung.

„Die Augen des Engels“: Amanda Knox als Kinovehikel

Der Fall Amanda Knox hat die Boulevardmedien jahrelang beschäftigt wie kein zweiter: Der US-Studentin wurde vorgeworfen, gemeinsam mit ihrem Freund in Italien eine Mitbewohnerin getötet zu haben.

In „Die Augen des Engels“ hat sich Regisseur Michael Winterbottom des Stoffes angenommen, wenn auch über einen Umweg. Er lässt Daniel Brühl als Filmemacher am Knox-Stoff scheitern - und scheitert schließlich selbst an diesem Konstrukt. Knox wird von Jessica Fuller gespielt. Der Lichtblick des Films ist jedoch Model Cara Delevingne in ihrer ersten großen Leinwandrolle.

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Lifestyle

Erneut Fantasiestaat an kroatischer Grenze ausgerufen

Kroatische Grenzen sind offenbar ein Nährboden für Fantasiestaaten. Nicht einmal einen Monat nach der Gründung des selbst ernannten Staats „Liberland“ an der kroatisch-serbischen Grenze keimte an der Grenze zwischen Kroatien und Slowenien ein weiterer Mikrostaat auf. Eine Gruppe von polnischen Touristen proklamierte dort das 100 Quadratmeter große „Königreich Enklave“.

Das „Königreich“, das die Größe eines kleineren Hauses hat, bezeichnet sich auf seiner Website als „Europas kleinster Staat“. Ende April wurde es laut seinen Gründern auf „Niemandsland“ zwischen den Orten Brezovica pri Metliki (Slowenien) und Brezovica Zumberacka (Kroatien) etwa 50 Kilometer westlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb ins Leben gerufen.

„134 Staatsbürgeschaften verteilt“

Der Pole Kamil Wrona, der sich selbst zu „König Enklav I.“ erklärte, führte bereits eine virtuelle Parlamentswahl durch und bestellte einige Minister. Die Mikronation hat fünf Amtssprachen (Englisch, Polnisch, Slowenisch, Kroatisch und Chinesisch) und nützt die Internetwährung „Dogcoin“ als offizielles Zahlungsmittel. Laut seiner Website hat das „Königreich“, dessen Motto „Weltbürger“ lautet, bisher 134 Staatsbürgerschaften erteilt.

Der unmittelbare Nachbar des selbst ernannten Königreichs findet die Sache jedoch gar nicht lustig. Marko Stipanovic, der eigentliche Besitzer des 100 Quadratmeter großen Grundstückes, habe langsam genug von den Besuchern, wie er der slowenischen Tageszeitung „Delo“ (Freitag-Ausgabe) sagte. Auch hört er es nicht gerne, wenn ihn andere Dorfbewohnern als „Adeligen“ ansprechen.

Slowenien: Kein Niemandsland

Das slowenische Außenministerium teilte bereits mit, dass das Land, auf dem das „Königreich“ proklamiert wurde, kein Niemandsland sei, sondern slowenisches Gebiet. Ljubljana erinnerte daran, dass derzeit ein internationales Schiedsgericht über den Grenzverlauf zwischen Slowenien und Kroatien entscheide.

Zudem sei dem Außenamt „die zunehmende Tendenz der Entstehung von selbst ernannten Mikronationen“ bewusst, habe aber keinen Einfluss auf solche „virtuelle und schlagzeilenträchtige Ideen“, hieß es. Aus Kroatien gab es bisher keine offizielle Stellungnahme dazu.

Leute

Bruce Willis hält nichts von Babygebrabbel

Hollywood-Actionheld Bruce Willis (60) genießt seine Vaterrolle heute noch intensiver als früher. „Was sicher auch daran liegt, dass ich mehr Zeit mit den Kindern verbringen kann, weil ich nicht mehr so viel drehe“, sagte der fünffache Vater dem Magazin „Gala“. Allerdings sei er heute auch „ein viel behütenderer und manchmal sogar ängstlicherer Vater als vor 25 Jahren“.

Von Erwachsenen, die in Babysprache verfallen, hält Willis nichts. „Das haben wir schon immer sehr albern gefunden“, so der Schauspieler über sich und seine Ehefrau Emma Heming (36) mit der er zwei Töchter, Mabel (3) und Evelyn (1), großzieht.

Aus seiner ersten Ehe mit Demi Moore hat Willis bereits drei erwachsene Töchter. Rumer Willis gewann erst vor wenigen Tagen die Tanzshow „Dancing with the Stars“. Für seine Kinder will der Actionstar am liebsten hundert Jahre alt werden, „damit ich so lange wie möglich für meine Kinder da sein kann“.