Ausland

Nigerianer wählen neuen Präsidenten

Knapp 70 Millionen Nigerianer sind heute aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Der 57 Jahre alte christliche Amtsinhaber Goodluck Jonathan bewirbt sich um eine weitere Amtszeit als Präsident des bevölkerungsreichsten afrikanischen Landes.

Beobachter räumen seinem 72 Jahre alten muslimischen Herausforderer Muhammadu Buhari jedoch sehr gute Chancen ein, die Wahl zu gewinnen. Belastbare Ergebnisse werden nicht vor Montag erwartet. 

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Die Wähler in dem westafrikanischen Staat sind zunächst aufgerufen, sich für die Abstimmung registrieren zu lassen. Vom frühen Nachmittag bis zum späten Abend findet dann die eigentliche Stimmabgabe statt. Aus Furcht vor Terroranschlägen der islamistischen Boko Haram findet die Wahl unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. 

Eine starke Präsenz der Sicherheitskräfte soll zudem Ausschreitungen zwischen den politischen Lagern verhindern. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2011 waren bei Zusammenstößen Schätzungen zufolge rund 1000 Menschen ums Leben gekommen. 

Syrische Armee umstellt Stadt an Grenze zum Libanon

Im Kampf gegen Rebellen hat die syrische Armee laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters die Stadt Sabadani an der Grenze zum Libanon umstellt. Dabei seien die Streitkräfte von Kämpfern der radikalislamischen Hisbollah unterstützt worden, verlautete aus libanesischen Sicherheitskreisen. Der Hisbollah-Sender Al-Manar zeigte Aufnahmen von Kämpfern, die mit schweren Waffen ausgerüstet waren, sowie die Leiche mindestens eines Gegners.

Die syrische Armee und Aufständische haben sich in der Bergregion nördlich der Hauptstadt Damaskus wiederholt Gefechte geliefert. Zu den Rebellengruppen in der Gegend gehört die sunnitische Al-Nusra-Front, die ein Ableger von Al-Kaida ist. Staatschef Baschar al-Assad gehört dagegen den Alawiten an, die den Schiiten nahestehen. Auch die Hisbollah ist eine schiitische Organisation. Sie wird wie Assad vom Iran unterstützt.

Schwedische Abgeordnete trafen Snowden

Drei Abgeordnete des schwedischen Reichstags haben gestern den Ex-US-Geheimdienstmitarbeiter und NSA-Aufdecker Edward Snowden in Moskau besucht. Das teilte das Büro Right Livelihood Award Foundation („Alternativer Nobelpreis“) heute Abend mit. Er habe „eine sehr interessante Unterhaltung über Massenüberwachung, Privatsphäre und Transparenz“ gehabt, wurde Snowden in der Aussendung zitiert.

Erstes Treffen mit Parlamentariern

Und weiter: „Ich hoffe, dass ich sie bald in Schweden wiedersehen kann.“ Es war das erste Mal, dass der „Whistleblower“ Besuch von einer parlamentarischen Delegation bekam. An dem Treffen hätten „Abgeordnete der Moderaten, der Liberalen und der Grünen“ teilgenommen, hieß es seitens der Right Livelihood Award Foundation, die Snowden 2014 mit dem „Alternativen Nobelpreis“ ausgezeichnet hatte.

„Wir hoffen, dass das heutige Treffen die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Edward Snowden seinen Preis in Stockholm persönlich in Empfang nehmen kann. Wenn Schweden Herrn Snowden willkommen heißt, werden hoffentlich andere Staaten folgen, wodurch er ein gewisses Maß an Reisefreiheit erhalten würde“, sagte Ole von Uexküll, Executive Director der Stiftung.

Beim Treffen erkundigten sich die schwedischen Abgeordneten, wie Snowden den Schutz der persönlichen Integrität angesichts der steigenden Terrorgefahr sieht. Der NSA-Aufdecker erkundigte sich bei den Parlamentariern unter anderem nach den parlamentarischen Debatten in Schweden in Bezug auf Massenüberwachung und den Schutz von „Whistleblowern“.

Tote bei Al-Schabab-Anschlag auf Hotel in Mogadischu

Bei einem Anschlag auf ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind gestern mindestens zehn Menschen getötet worden. Vor dem Maka-al-Mukarama-Hotel wurde nach Polizeiangaben zunächst eine Autobombe gezündet, dann stürmten Bewaffnete in das Gebäude. Zu dem Attentat bekannte sich die islamistische Al-Schabab-Miliz.

Erst nach mehreren Stunden gelang es Sondereinsatzkräften, das Gelände zu stürmen und weitgehend unter ihre Kontrolle zu bringen. Sechs der vermutlich neun Angreifer seien getötet worden, sagte Polizeimajor Ismail Olow.

Zugang freigesprengt

Die Angreifer sprengten sich offenbar den Zugang zu dem beliebten Hotel mitten in der somalischen Hauptstadt frei. Vor der Zugangspforte waren zwei Autowracks zu sehen.

„Es gibt mindestens zehn Tote, darunter der somalische Botschafter in der Schweiz“, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte der Nachrichtenagentur AFP. Spezialkräfte seien in das Hotel eingedrungen und hätten das Gebäude gesichert. Die Polizei ging davon aus, dass bei dem Anschlag auch mehrere Regierungsvertreter verletzt wurden.

Mehrstündiger Kampf

Ein anderer Vertreter der Sicherheitskräfte sprach von fünf Angreifern in dem Hotel. Einer von ihnen sei mit einem „sehr schweren Maschinengewehr“ bewaffnet gewesen. Bei den Todesopfern handelte es sich demnach um Wachleute des Hotels und Zivilisten. Die Angreifer seien nach rund dreistündigen Kämpfen getötet worden.

Viele Gäste waren zeitweise gefangen, darunter auch der somalischer Botschafter in Deutschland, Mohammed Mohamud Tifow. Der Diplomat sagte der dpa, mehrere Gäste seien aus den Fenstern des Hotels gesprungen, um sich vor den Angreifern in Sicherheit zu bringen.

Al-Schabab bekennt sich zu Anschlag

Zu dem Anschlag bekannte sich die islamistische Al-Schabab-Miliz, die in Mogadischu immer wieder Anschläge verübt und Regierungsgebäude angreift. „Unsere Kämpfer sind in dem Hotel“, sagte ein Al-Schabab-Sprecher. Auch er sprach von mehreren Toten und Verletzten.

In Somalia gibt es seit Anfang der 90er Jahre keine funktionierende Zentralregierung mehr. Die Miliz Al-Schabab („Die Jugend“) ist mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet und kontrolliert Teile des Landes. Außerdem leidet die Bevölkerung unter der Gewalt verfeindeter Stammesmilizen und krimineller Banden.

Atomdeal: Obama und Merkel drängen Iran

US-Präsident Barack Obama hat mit Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel über den Stand der Atomverhandlungen mit dem Iran beraten. Bei einem Telefonat bekräftigten gestern beide Politiker nach Angaben des Weißen Hauses ihren Willen, einen „langfristigen, umfassenden Deal“ mit Teheran zu schließen.

Das Abkommen müsse „nachprüfbar“ ein „ausschließlich friedliches“ iranisches Atomprogramm sicherstellen. Obama und Merkel riefen die Führung in Teheran dazu auf, die „notwendigen Entscheidungen“ zu treffen, um die verbleibenden Probleme zu lösen.

Frist bis Dienstag

Bis Dienstag will die 5+1-Gruppe aus den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland eine politische Grundsatzvereinbarung mit Teheran erzielen. Danach wird bis Ende Juni ein vollständiges Abkommen samt der technischen Einzelheiten angestrebt. Ziel ist es, dem Iran die zivile Nutzung der Atomtechnologie zu erlauben, ihm aber die Möglichkeit zu nehmen, Atomwaffen zu entwickeln. Im Gegenzug sollen die Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden.

Seit gestern läuft die womöglich entscheidende Verhandlungsrunde in Lausanne. Aus Verhandlungskreisen des Iran und der USA verlautete heute Abend in der schweizerischen Stadt, dass die Gespräche „hart“ seien und es noch immer „Differenzen“ gebe.

Griechische Reformliste offenbar fertig

Die griechische Regierung hat ihre mit Spannung erwartete Reformliste fertiggestellt. Wie der Sprecher der Parlamentsfraktion der regierenden Koalition der Radikalen Linken (SYRIZA), Nikos Filis, der dpa sagte, wollten drei enge Mitarbeiter von Finanzminister Gianis Varoufakis noch heute nach Brüssel reisen, um die Liste den Experten der Geldgeber zu präsentieren.

Athen steht vor einem Liquiditätsproblem. Die Kassen könnten schon Mitte April leer sein. Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras ließ zuletzt an die Presse durchsickern, sollten ausstehende Hilfen nicht bald an Athen ausgezahlt werden, werde Griechenland seine Verpflichtungen nicht erfüllen können.

18 Maßnahmen

„Ja, die Liste ist fertig“, sagte Filis. Auf ihr stünden 18 Maßnahmen, die Athen etwa 3,5 Milliarden Euro brächten. Andere Regierungsquellen sprachen von drei Mrd. Euro. Kürzungen von Gehältern und Pensionen stünden nicht auf der Reformliste, berichtete die dpa unter Berufung auf das Umfeld von Tsipras. Griechenland will dieses Jahr demnach einen sogenannten primären Überschuss (ohne Zinszahlungen) in Höhe von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und ein Wachstum von 1,4 Prozent erreichen.

Jemen: Saudi-Arabien weitet Luftangriffe aus

Begleitet von Vorwürfen gegen den Iran hat die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition ihre Angriffe auf Ziele der schiitischen Huthi-Miliz im Jemen ausgeweitet. Medien und Augenzeugen zufolge wurden gestern mehrere Ziele in der Hauptstadt Sanaa attackiert. Auch in der Provinz Amra und im Norden des Landes gab es laut Einwohnern Angriffe. Mindestens 39 Zivilisten wurden seit dem Beginn der Luftangriffe getötet.

Augenzeugen berichteten von Angriffen auf die von der Huthi-Miliz gehaltene Militärbasis al-Samaa und den Stützpunkt al-Istiklal in Sanaa. Heute Morgen sei zudem der im vergangenen Monat von der Huthi-Miliz eingenommene Präsidentenpalast Ziel von Luftangriffen gewesen. Der von der Miliz kontrollierte Sender Al-Massira berichtete, Kampfflugzeuge hätten Huthi-Stellungen in der Hauptstadt angegriffen.

Kampfflugzeuge bombardierten laut Zeugen auch eine Armeebrigade unter Führung der Huthi-Miliz in der Provinz Amran nördlich von Sanaa. In der nördlichen Rebellenhochburg Saada wurde laut Einwohnern ein Waffendepot beschossen. Örtlichen Angaben zufolge war gestern Abend zudem der von den Rebellen kontrollierte Militärstützpunkt al-Tarik in der drittgrößten Stadt Taes im Südwesten des Landes angegriffen worden.

Inland

Fayman trifft Amtskollegen von Slowenien und Kroatien

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) trifft heute im obersteirischen Schladming zum mittlerweile vierten Mal die Regierungschefs von Kroatien und Slowenien, Zoran Milanovic und Miro Cerar, sowie EU-Energiekommissar Maros Sefcovic. Bei dem trilateralen Treffen sollen diesmal die beim EU-Gipfel beschlossenen Eckpunkte der Energie-Union im Zentrum der Gespräche stehen.

Auch Lage am Westbalkan Thema

Das Thema Energie ist nicht zuletzt wegen der Krise in der Ukraine und den Gaslieferungen aus Russland innerhalb der EU immer wichtiger. Kroatien etwa erhofft sich vom Bau eines Flüssigerdgas-Terminals auf der Insel Krk eine Aufwertung zum Energie-Hub der Region. Laut der slowenischen Nachrichtenagentur STA sollen neben der Energie auch die allgemeine Situation in der Ukraine sowie jene am Westbalkan besprochen werden.

Das trilaterale Treffen der drei Nachbarstaaten wurde nach Kroatiens EU-Beitritt im Juli 2013 in Graz mit der Idee ins Leben gerufen, in der EU gemeinsame Ideen stärker zu vertreten. Es findet zwei Mal im Jahr statt. Zuletzt trafen die Regierungschefs einander im Dezember in Opatija in Kroatien.

SPÖ-Coup lässt Wiener Koalition wackeln

Der Personalcoup der Wiener SPÖ und die damit endgültig verhinderte Wahlrechtsreform bringt die Koalition gehörig ins Wackeln. Ein vorzeitiges Ende von Rot-Grün wollte Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) gestern nicht dezidiert ausschließen.

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„Form des Wiener Kabaretts“

Die Wende im Wahlrechtsstreit bezeichnet der Politologe Peter Filzmaier als eine „tragikomische Form des Wiener Kabaretts“, die „moralisch von fragwürdiger Glaubwürdigkeit“ sei. Die Koalition müsste eigentlich beendet sein, sagte er gegenüber „Wien heute“.

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Strache verteidigt Wilders’ Vortrag in der Hofburg

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders ist gestern auf Einladung von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in Wien. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz forderte Wilders die freie Ausreise für Dschihadisten.

Strache sprach von „Teufelskriegern“ und verteidigte den umstrittenen Rechtspolitiker. Am Abend wird Wilders in der Hofburg gemeinsam mit Strache einen Vortrag zu „Europas Bedrohung durch die Islamisierung“ halten.

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Sport

Tennis: Thiem bezwingt Lopez in Miami

Dominic Thiem hat gestern die dritte Runde beim mit über fünf Millionen Dollar dotierten Major-Turnier in Miami erreicht. Der 21-jährige Niederösterreicher bezwang den als Nummer zehn gesetzten Spanier Feliciano Lopez in drei Sätzen.

Es war bereits der zweite Sieg im zweiten Duell von Thiem gegen den Weltranglistenzwölften. Bei den US Open 2014 hatte der Österreicher sogar souverän gewonnen und damit sein erstes Major-Achtelfinale erreicht.

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Eishockey: Harte Zeit für NHL-Legionär Grabner

Mit Thomas Vanek und Michael Grabner haben in dieser Saison noch zwei NHL-Legionäre realistische Chancen, als erste Österreicher den Stanley-Cup zu gewinnen. Sowohl Vaneks Minnesota Wild als auch Grabners New York Islanders liegen auf Play-off-Kurs, Grabner persönlich durchlebt derzeit aber sportlich eine harte Zeit.

Nach diversen gesundheitlichen Problemen ist der 27-jährige Kärntner bei den Islanders derzeit nicht erste Wahl, als Grund dafür sieht er sein zu frühes Comeback nach einer Verletzungspause.

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Formel 1: Renault-Ausstieg kann Ära Red Bull beenden

In der „Ehe“ zwischen Motorenlieferant Renault und dem Formel-1-Rennstall Red Bull Racing kriselt es wegen ausbleibender sportlicher Erfolge gewaltig. Renault überprüft nach der anhaltenden Kritik derzeit alle Optionen, dazu gehört auch der Ausstieg aus der Königsklasse. Das könnte auch das Ende der Ära Red Bull bedeuten.

„Sollten wir in eine Situation kommen, in der wir ohne Motorenlieferant sind, könnte man draußen aus dem Sport sein“, sagte Teamchef Christian Horner gestern. Eine weitere Option wäre, dass Renault ein Team kauft und sein Engagement in der Formel 1 damit ausbaut.

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Wirtschaft

Fitch stuft Griechenland herab

Die Ratingagentur Fitch hat die Bonitätsnote des pleitebedrohten Euro-Staates Griechenland herabgestuft. Die Kreditwürdigkeit werde nun mit „CCC“ benotet, teilte Fitch gestern mit. Bisher stand Griechenland auf B.

Finanzhilfe unklar

Fitch verwies zur Begründung darauf, dass das Land von den Kapitalmärkten weitgehend abgeschnitten ist. Außerdem sei unklar, ob die internationalen Gläubiger rechtzeitig neue Finanzhilfen freigeben würden. Das Vertrauen von Investoren, Verbrauchern und Sparern sei beschädigt. Das habe nahezu mit Sicherheit die wirtschaftliche Erholung gestoppt.

Griechenland wird seit 2010 von seinen Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über Wasser gehalten. Das Land benötigt dringend weitere Hilfen. Als Voraussetzung verlangen die Gläubiger jedoch Reformen. Eine seit langem erwartete Liste mit Vorhaben reichte die griechische Regierung nach Angaben eines Euro-Zone-Vertreters inzwischen ein.

Immofinanz-Zehetner verteidigt Grasser

Der scheidende Immofinanz-Chef Eduard Zehetner verteidigt im Interview mit der „Presse“ den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser in der Causa BUWOG.

In der Causa, bei der es um den Verkauf der Bundeswohnungen unter dem damaligen Finanzminister Grasser geht, sieht Zehetner Grasser zu Unrecht dem Vorwurf ausgesetzt, er habe den Kaufpreis an seinen Freund Walter Meischberger verraten. „Ein Banker hat mir einmal erzählt, dass jeder in Wien wusste, wie viel die CA-Immo maximal bieten kann, nämlich 960 Mio. Euro. Die hatten nicht mehr zur Verfügung“, so Zehetner gegenüber der „Presse“.

„Das war Stadtgespräch“

Auf die Frage, warum das jeder in Wien gewusst habe, sagte er: „Weil in Wien nix geheim bleibt. Wie hätte Grasser die Bieterkuverts aufmachen können? Unter Dampf? Das ist lächerlich, die Immofinanz wusste die Zahl aus dem ganzen Umfeld. Das war Stadtgespräch.“

Chronik

ISS-Einjahresmission

Zwischen Amerikanern und Russen läuft es derzeit nicht so gut und zwei müssen es jetzt ein ganzes Jahr auf engstem Raum miteinander aushalten: Aber Scott Kelly und Michail Kornijenko sind Profis - im Dienste der Forschung.

Houston (dpa) - Zur längsten Mission in der fast 17-jährigen Geschichte der Internationalen Raumstation sind am Samstag zwei Astronauten auf der ISS eingetroffen. Der Russe Michail Kornijenko und der Amerikaner Scott Kelly sollen es ein Jahr in der engen Station aushalten - doppelt so alnge wie üblich. Das Andockmanöver lief in der Nacht ohne Probleme und die beiden waren sogar etwas schneller. Um 2.33 Uhr deutscher Zeit, drei Minuten vor dem Plan, funkte die Nasa: „Kontakt! Die beiden sind angekommen.“

Die beiden Raumfahrer waren in der Nacht zum Samstag mit einer Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe zu ihrer sechsstündigen Reise gestartet. Kornijenko und Kelly sollen bei ihrer Mission wichtige medizinische und biologische Erkenntnisse für einen bemannten Flug zum Mars gewinnen. Mit einer solchen Reise, die voraussichtlich länger als ein Jahr dauern würde, rechnen Experten aber erst in vielen Jahren.

Neben Kornijenko und Kelly ist auch der russische Kosmonaut Gennadi Padalka mit an Bord der Raumstation. Er soll aber schon im September zur Erde zurückkehren. „Alle drei fühlen sich gut“, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos nach dem Start mit. Derzeit arbeiten auf der ISS etwa 400 Kilometer über der Erde eine Italienerin, ein Russe und ein US-Amerikaner.

Kelly ist für die Wissenschaftler noch besonders interessant, weil sein Zwillingsbruder Mark selbst erfahrener Astronaut ist. Der frühere Shuttle-Kommandant bleibt aber, quasi als Ein-Mann-Kontrollgruppe, auf der Erde zurück. Vom Vergleich der beiden 51-Jährigen mit den markanten Glatzen erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse über das Verhalten des Menschen in Weltraum und Schwerelosigkeit. Mark Kellys Frau ist die frühere Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, die vor vier Jahren beim Attentat eines geistig Verwirrten schwer verletzt wurde.

USA: Mutter versteckte ermordete Kinder in Gefrierschrank

Eine Mutter in Detroit (US-Staat Michigan) soll ihre Kinder im Alter von neun und 13 Jahren im Abstand mehrerer Monate getötet und die Leichen im Gefrierschrank versteckt haben. Die Frau werde sich wegen zweifachen Mordes vor Gericht verantworten müssen, berichtete gestern die Zeitung „Detroit Free Press“.

Die Toten seien am Dienstag bei Aufräumarbeiten gefunden worden, nachdem die Mutter mit ihren beiden anderen Kindern im Alter von acht und 17 Jahren aus ihrer Wohnung geklagt worden war.

Täterin laut Bericht geständig

Diese hätten den Tod ihrer Geschwister miterlebt. Die 17-Jährige habe sogar den Leichnam ihrer 13 Jahre alten Schwester im Mai 2013 auf Geheiß der Mutter in den Gefrierschrank legen müssen, heißt es in Gerichtsdokumenten. Der Körper des neun Jahre alten Buben sei bereits seit August 2012 darin gelegen.

Beide Opfer seien vor ihrem Tod von der heute 35 Jahre alten Frau schwer misshandelt worden. Das habe die Obduktion der Opfer ergeben. Die mutmaßliche Täterin habe die Taten bei ihrer Verhaftung zugegeben.

Stromausfall in den Niederlanden: Ursache gefunden

Die Ursache für den Stromausfall, der gestern rund eine Million Haushalte in der Hauptstadtregion und der angrenzenden Provinz Nordholland betroffen hatte, ist eine Störung einer Hochspannungsschaltanlage im Amsterdamer Vorort Diemen gewesen.

Der Netzbetreiber Tennet teilte zwei Stunden nach Beginn des Ausfalls mit, die Störung sei behoben. Es dauerte aber bis zu fünf Stunden, bis alle Kunden in dem betroffenen Gebiet wieder mit Strom versorgt werden konnten.

Allein im Großraum Amsterdam kam es im öffentliche Nah- und Fernverkehr zu erheblichen Störungen. Auch der Flugbetrieb auf Europas viertgrößtem Flughafen Amsterdam-Schiphol wurde zeitweise eingestellt. Straßenbahnen und Züge blieben stehen, Menschen waren in Aufzügen gefangen. Nach Angaben der Stadtverwaltung gab es aber weder Sicherheitsprobleme noch Meldungen über Verletzte infolge des Blackouts.

Video dazu in iptv.ORF.at

Die Lücken in der EU-Herkunftspflicht für Fleisch

Rund 65 Kilo Fleisch pro Jahr isst jeder Österreicher im Schnitt - zwei Drittel davon vom Schwein. Wo Schnitzel, Koteletts und Fleischlaibchen herkommen, liegt für die Konsumenten vielfach im Dunkeln.

Das wird sich auch nach dem 1. April nur bedingt ändern. Dann muss zwar in der EU nicht mehr nur bei Rind-, sondern auch bei Schweine-, Geflügel-, Schaf- und Ziegenfleisch die Herkunft angegeben werden. Wirklich umfassend ist die Kennzeichnungspflicht aber nicht. Denn einmal mehr gilt: Der Teufel liegt im Detail.

Mehr dazu in Gastronomie bleibt außen vor

Uhren werden auf Sommerzeit umgestellt

Lieber ein wenig früher sollten heute all jene schlafen gehen, die Probleme damit haben, 60 Minuten früher aus den Federn zu kommen - denn es wird ernst mit der Sommerzeit: Morgen früh, exakt um 2.00 Uhr, wird es plötzlich 3.00 Uhr sein. Wieder zurück werden die Chronometer am 25. Oktober gestellt.

1980 wurde die Sommerzeit in Österreich eingeführt. Sie hat ihren Ursprung in der Ölkrise von 1973 und sollte Energie sparen. Heute freuen sich wohl vor allem jene, die Dank der Zeitverschiebung eine zusätzliche Stunde bei Tageslicht im Freien verbringen können.

Gesundheit

Obama stellt Plan gegen Antibiotikaresistenz vor

US-Präsident Barack Obama hat einen Plan zur Bekämpfung von multiresistenten Keimen vorgestellt. Erreger, die gegen Antibiotika weitgehend unempfindlich sind, seien „eines der drängendsten Gesundheitsprobleme, denen sich die Welt heute gegenübersieht“, sagte Obama gestern dem Onlinegesundheitsportal WebMD. Der Präsident gab das Ziel aus, den Einsatz von Antibiotika deutlich zu verringern.

„Die Überverschreibung ist ein ernstes Problem“, sagte Obama, „wir müssen den Ärzten die Informationen und Anleitungen geben, in schwierigen Situationen die richtige Entscheidung zu treffen.“ Bei im Krankenhaus liegenden Patienten soll der ungeeignete Einsatz von Antibiotika nach den Plänen Obamas um 20 Prozent, bei ambulant behandelten Patienten sogar um 50 Prozent sinken.

Bessere Tests

Dazu sollen unter anderem bessere Tests entwickelt werden, um festzustellen, ob eine Infektion durch Bakterien oder Viren ausgelöst wurde. Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC sterben jedes Jahr 23.000 Menschen in den Vereinigten Staaten an multiresistenten Keimen.

Kritiker werfen Obama vor, dass er in seinem Plan die Massentierhaltung ausklammert. Gesundheitsexperten warnen, dass der dortige Einsatz von Antibiotika, mit denen auch das Wachstum von Tieren gefördert wird, zum Anstieg resistenter Keime beiträgt. Die US-Umweltschutzgruppe Natural Resources Defense Council bemängelte, dass sich die Regierung schützend vor „schlechte Praktiken der Industrie“ stelle.

Religion

Islamisierung: Auf den Spuren eines Kampfbegriffs

Moscheen, Minarette, Frauen mit Kopftuch auf den Straßen: Besonders rechte Politiker bezeichnen dieses Szenario als Islamisierung - ein Begriff, der stark mit den frühen islamischen Expansionskriegen in Verbindung steht.

Mittlerweile werden Muslime und ihre Glaubenssymbole im öffentlichen Raum präsenter, die Zahl der Gläubigen stieg konstant - eine Entwicklung, die nicht von allen gern gesehen und oft als Islamisierung bezeichnet wird.

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Science

Drei Raumfahrer auf Weg zur ISS

Eine russische Sojus-Kapsel ist gestern Abend mit drei Raumfahrern zur Internationalen Raumstation (ISS) gestartet. Der Start vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan sei planmäßig um 22.42 Uhr (Ortszeit, 20.42 Uhr MEZ) erfolgt, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit.

Testen psychische Grenzen aus

An Bord der Sojus-Kapsel sind ein US-Astronaut und zwei russische Kosmonauten. Der 51-jährige Scott Kelly und der 54-jährige Michail Kornienko sollen ein ganzes Jahr lang im All bleiben. Ziel ihrer Langzeitmission ist, die psychischen und physischen Grenzen in der Schwerelosigkeit zu testen und damit wichtige Erkenntnisse für einen zukünftigen bemannten Flug zum Mars zu liefern.

Bisheriger Rekord: 14 Monate

Der Rekord für den längsten Aufenthalt im All wird bisher von russischen Kosmonauten gehalten, die in den 90er Jahren bis zu 14 Monate an Bord der Raumstation Mir verbrachten. Kelly und Kornienko werden aber eine neue Höchstmarke für die ISS aufstellen. Die beiden Astronauten sind Weltallveteranen und flogen schon zu mehreren Missionen in den Orbit. Auf der ISS hielten sie sich bereits jeweils rund sechs Monate auf.

Der zweite Russe an Bord der Sojus-Kapsel, Gennadi Padalka, soll nach den üblichen sechs Monaten zur Erde zurückkehren. Momentan sind bereits die Italienerin Samantha Cristoforetti, der US-Astronaut Terry Virts und der russische Kosmonaut Anton Schkaplerow auf der ISS. Sie sollen im Mai zurückkehren.

Kultur

Literaturnobelpreisträger Tranströmer tot

Er war Schwedens Lieblingsdichter: Der Literaturnobelpreisträger Tomas Tranströmer ist am Donnerstag im Alter von 83 Jahren gestorben. Das teilte sein schwedischer Verlag gestern unter Berufung auf die Familie des Poeten mit. „Seine Familie hat den Wunsch geäußert, in der nächsten Zeit in Frieden gelassen zu werden“, hieß es in einer Mitteilung.

Tranströmer, der seit einem Schlaganfall 1990 auf einen Rollstuhl angewiesen war und kaum noch sprechen konnte, hatte den Nobelpreis 2011 bekommen, „weil er uns in komprimierten, erhellenden Bildern neue Wege zum Wirklichen weist“. Das Gesamtwerk des Lyrikers umfasst nur rund ein Dutzend schmale Gedichtbände. Schon 1954 hatte er mit „17 Gedichte“ sein Debüt gegeben. Seine Gedichtsammlungen sind in mehr als 60 Sprachen übersetzt worden.

„Sein Genie ist noch da“

„Die Schwedische Akademie hat die Nachricht von Tomas Tranströmers Tod mit Trauer und Bestürzung zur Kenntnis genommen“, schrieb der Chef der Nobelpreisjury, Peter Englund, in einem E-Mail an das schwedische Fernsehen. Als einer größten Poeten dieser Zeit habe Tranströmer Leser und Bewunderer auf der ganzen Welt gehabt.

„Das, was von Tomas Tranströmer sterblich war, ist vergangen. Aber das, was sein Genie geschaffen hat, ist noch da“, schrieb Englund. Schwedens früherer Außenminister Carl Bildt twitterte: „Wir fühlen Dankbarkeit für all den Reichtum, den Tomas Tranströmer uns geschenkt hat.“

Die Verleihung des Nobelpreises an den Stockholmer war 2011 vor allem in seiner Heimat auf Begeisterung gestoßen. Mit Tranströmer hatte nach 37 Jahren erstmals wieder ein Schwede den begehrtesten Literaturpreis der Welt bekommen.

Song Contest

Ein Land weint in sein Bier

Mit genau einem Sieg und sehr vielen letzten Plätze hat sich Belgien beim Song Contest nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Symptomatisch war gleich das zweite Wettbewerbsjahr.

Mit Bobbejaan Schoepen wurde 1957 ein Superstar ins Rennen geschickt: ein Schlagerkönig und als Country-Legende der belgische Johnny Cash mit eigenem Themenpark. Er wurde Achter von zehn - und legte danach trotzdem eine abenteuerliche Karriere hin. Beim Song Contest weinen die Belgier dennoch fast regelmäßig in ihr Bier.

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