Ausland

Über 30 Tote bei Taliban-Angriffen in Afghanistan

Bei Angriffen der Taliban sind in Afghanistan mindestens 32 Menschen getötet worden. In der südafghanischen Provinz Helmand seien 19 Polizisten und sieben Soldaten getötet worden, als Dutzende Aufständische Kontrollstellen der Sicherheitskräfte im Distrikt Nausad angriffen, hieß es heute von der Polizei in Helmand.

Bei einem Angriff auf ein Gerichtsgebäude in der ostafghanischen Provinzhauptstadt Maidan Shahr wurden zwei Polizisten getötet und drei Zivilisten verletzt. Auch die drei Angreifer seien ums Legen gekommen, sagte der Polizeichef der Provinz Wardak, Khalil Andarabi. Einer der Angreifer habe sich in die Luft gesprengt, die anderen beiden seien von der Polizei erschossen worden.

Bei einem Gefecht in der südafghanischen Provinzhauptstadt Kandahar wurden nach Angaben der Provinzregierung ein Zivilist getötet und drei Polizisten verletzt.

Al-Schabab tötete in Kenia Polizisten

Bei einem Angriff somalischer Islamisten der Al-Schabab-Miliz auf einen Konvoi kenianischer Sicherheitskräfte sind in der Nacht auf heute mindestens 20 Polizisten ums Leben gekommen. Die Attacke ereignete sich Augenzeugen zufolge erneut in der Provinz Garissa im Grenzgebiet, wo die Gruppe Anfang April eine Universität angegriffen und mehr als 150 Menschen getötet hatte.

Al-Schabab bekannte sich zu der Tat. „Unsere Kämpfer haben eine erfolgreiche Operation ausgeführt und mehr als 20 kenianische Polizeibeamte getötet“, sagte der Sprecher der Miliz, Scheich Abdiasis Abu Musab, dem Radiosender Andalus.

Es seien dabei auch fünf Fahrzeuge der Sicherheitskräfte zerstört worden. „Die Zahl der Toten könnte bedeutend höher sein, wir müssen das Ergebnis der Operation noch überprüfen.“

Mehrere Polizisten vermisst

Die Polizisten seien in einen Hinterhalt geraten, sagte ein Polizist, der die Attacke überlebte. Der Konvoi sei zunächst über eine Mine gefahren, die daraufhin explodiert sei. Anschließend wurde offenbar auf die Insassen der Autos geschossen. Es würden noch mehrere Polizisten vermisst, sagte ein Sicherheitsbeamter.

In der vergangenen Woche hatten Extremisten versucht, in den nahe gelegenen Ort Yumbis einzudringen, wurden jedoch von Sicherheitskräften vertrieben.

Al-Schabab fordert den Abzug kenianischer Truppen aus Somalia und greift immer wieder Ziele in dem Nachbarland an. Wegen der Gewalt ist die wichtige Tourismusindustrie in dem ostafrikanischen Safariland bereits weitgehend zusammengebrochen.

EU-Reform: Cameron und Juncker um Lösung bemüht

Zum Auftakt seiner diplomatischen Offensive für eine EU-Reform hat der britische Premierminister David Cameron gestern Abend EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf seinem Landsitz Chequers empfangen. Beide hätten in dem Bemühen, Lösungen zu finden, gesprochen, teilte anschließend ein britischer Regierungssprecher mit.

„Die Gespräche haben sich auf eine Reform der EU und eine Neuverhandlung der Beziehungen des Vereinigten Königreichs zu ihr konzentriert.“ Cameron habe unterstrichen, „dass die Briten nicht glücklich mit dem Status quo sind und glauben, dass sich die EU ändern muss, um ihre Sorgen besser zu berücksichtigen“.

Cameron und Juncker seien sich einig gewesen, dass weitere Gespräche auch mit anderen Staats- und Regierungschefs nötig seien. In der Vergangenheit hatten Juncker und Cameron ein schwieriges Verhältnis zueinander. Der britische Premier hatte vergangenes Jahr versucht, den Luxemburger als Kommissionschef zu verhindern. Juncker sagte dennoch zu, bei der Suche nach einer fairen Vereinbarung mit den Briten zu helfen.

Referendum über Verbleib Großbritanniens in EU

Cameron will bereits kommendes Jahr ein Referendum über Großbritanniens Verbleib in der EU abhalten. Vor der Einlösung dieses Wahlkampfversprechens will er mit der EU für Großbritannien günstige Änderungen aushandeln. Dabei geht es unter anderem um den Umgang mit Einwanderern und um die Rückübertragung von Kompetenzen von Brüssel nach London.

Am Donnerstag und Freitag will Cameron eine Reihe von europäischen Hauptstädten besuchen, um weiter für eine EU-Reform zu werben, darunter Berlin, Paris und Warschau. Bis zum nächsten EU-Gipfel Ende Juni will er mit den Regierungen aller 27 EU-Staaten über sein Vorhaben sprechen.

Irlands Votum beflügelt Debatte zu Homoehe

Dass sogar das tief katholisch geprägte Irland am Wochenende per Volksabstimmung klar Ja zur Homosexuellenehe gesagt hat, befeuert die Debatte über das Ende familienrechtlicher Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare in ganz Europa.

In Deutschland, das derzeit eine ähnliche Regelung wie Österreich hat, wird etwa schon über ein freies Bundestagsvotum zur Einführung der Homosexuellenehe nachgedacht - und sogar im Vatikan gibt es Bewegung zu dem Thema. In Österreich ließ die SPÖ wissen, dass derartige Gesetzesinitiativen nicht an ihr scheitern, sondern an „so manchen Politikern“, die noch nicht „im 21. Jahrhundert angekommen“ seien.

Mehr dazu in Grüne, NEOS und SPÖ für Gleichstellung

Mogherini zu Spanien-Wahlen: „EU muss sich erneuern“

Nach den spanischen Regional- und Kommunalwahlen am Sonntag ist die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini der Ansicht, dass sich Europa erneuern müsse. „Die Wahlergebnisse in Spanien, Polen sowie die Nachrichten aus Großbritannien und Griechenland bezeugen, dass wir unsere Art erneuern müssen, Europäer zu sein“, sagte Mogherini gestern in Rom.

„Unsere erste Verantwortung ist, der Geschichte und den Werten unserer Union treu zu bleiben, die auf Verschiedenheit basiert. Unsere Union fußt auf gemeinsamen Interessen, sie verteidigt jedoch auch die Vielfalt unseres Kontinentes“, betonte Mogherini. Sie warnte vor einem Konflikt zwischen Europakritikern und Befürwortern der Union.

Rajoys Partei verliert stark

Die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy erlitt bei den Regional- und Kommunalwahlen in Spanien drastische Stimmeinbußen. Die neue Linkspartei Podemos („Wir können“) errang überraschende Erfolge in den Millionenstädten Madrid und Barcelona.

Frauen erobern Madrid und Barcelona

Die Kandidatinnen von zwei lokalen Podemos-Bündnissen, Manuela Carmena und Ada Colau, könnten zu den neuen Bürgermeisterinnen der spanischen Hauptstadt und der katalanischen Metropole gewählt werden. Nach den am Montag veröffentlichten Ergebnissen benötigen sie dazu allerdings die Unterstützung anderer Parteien.

Die Wahlen galten als ein wichtiger Test für die landesweite Parlamentswahl im Herbst. Podemos war erst vor gut einem Jahr gegründet worden. Die Partei ist gegen die Sparpolitik der Rajoy-Regierung und versteht sich als eine Schwesterpartei des Linksbündnisses SYRIZA des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras. Rajoys PP behauptete sich zwar als stärkste Kraft in Spanien, blieb landesweit mit 27,0 Prozent der Stimmen aber um 10,5 Prozentpunkten hinter ihrem Ergebnis von 2011 zurück.

Australien will umstrittene „Tamponsteuer“ überdenken

Nach Protesten gegen eine „Tamponsteuer“ in Australien will Finanzminister Joe Hockey die Abgabe überdenken. Hygieneartikel für Frauen wie Tampons und Binden „sollten wohl“ als notwendige Produkte gelten und deshalb von der fraglichen zusätzlichen Mehrwertsteuer ausgenommen sein, räumte Hockey gestern Abend ein.

Eine entsprechende Änderung müsse aber von den regionalen Regierungen unterstützt werden, weil diese von den Steuereinnahmen profitierten. Der Minister kündigte an, das Thema im Juli bei einem Finanzministertreffen auf die Tagesordnung zu setzen.

Australiens Premierminister Tony Abbott verwies heute auf die Zuständigkeit der Bundesstaaten bei der Steuer. Die oppositionelle Labor-Partei erklärte, Schritte hin zu einer Abschaffung der Besteuerung von Tampons und Binden zu unterstützen.

„Sexistische und unfaire Steuer“

Die Studentin Subeta Vimalarajah hatte mit einer Onlinepetition unter dem Motto „Stoppt die Besteuerung meiner Periode!“ rund 93.500 Unterschriften gesammelt. Vimalarajah argumentierte, dass „Menschen, die die Periode bekommen, Binden und Tampons nicht zum Spaß kaufen - warum also müssen wir alle zwei, drei oder vier Wochen zusätzliche zehn Prozent bezahlen?“ Es handle sich „nicht nur um eine sexistische, sondern um eine zutiefst unfaire Steuer“.

Die Waren- und Dienstleistungssteuer war im Jahr 2000 eingeführt worden. Während Produkte wie Kondome und Sonnenschutzcreme sowie die meisten Nahrungsmittel von der Steuer ausgenommen sind, werden Tampons und andere Hygieneartikel für Frauen besteuert.

Auch in anderen Ländern gibt es ähnliche Aktionen. In Großbritannien wurden bei einer Petition gegen eine Tamponsteuer von fünf Prozent bereits mehr als 230.000 Unterschriften erzielt, eine Abschaffung ist aber aufgrund von EU-Richtlinien unwahrscheinlich. Ähnliche Petitionen gibt es auch in Frankreich, Italien, Malaysia und Kanada.

Inland

Dschihadismus: 14-Jähriger vor Gericht

In St. Pölten steht heute ein mutmaßlicher Dschihadist vor Gericht. Der erst 14-jährige Schüler soll geplant haben, in den „Dschihad“ zu ziehen. Laut Staatsanwaltschaft wollte er außerdem einen Sprengstoffanschlag auf den Westbahnhof verüben.

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Auch in Wien müssen sich heute wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ein 16-jähriges Mädchen und ein 19-jähriger Bursch vor Gericht verantworten. Sie sollen mit den IS-Terroristen in Kontakt gestanden sein.

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Steuerinitiative im ÖGB kritisiert Kontenöffnung

Die Steuerinitiative im Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) übt Kritik an dem im Rahmen der Steuerreform geplanten Ende des Bankgeheimnisses. Die Bankkonteneinsicht werde „im Wesentlichen keine großen Steuerbetrüger treffen“, die Politik gehe damit „Scheinwege“, hieß es heute in einer Aussendung.

„Sicherlich werden es einige Pfuscher und kleine Steuerhinterzieher dann schwerer haben, ihre Zusatzeinkünfte vor dem Zugriff des Fiskus zu schützen“, so Gerhard Kohlmaier von der Steuerinitiative. Dabei handle es sich jedoch um Menschen, für die es immer schwieriger werde, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Große Steuerbetrügereien werde man damit nicht verhindern.

ÖGB: „Privatmeinung“

Im ÖGB wurde gegenüber der APA betont, dass das nicht ÖGB-Linie sei. „Das ist eine Privatinitiative von Leuten, die im ÖGB arbeiten, es handelt sich um eine Privatmeinung“, sagte Sprecherin Alexa Jirez.

Sport

Bundesliga: Salzburgs Berg-und-Tal-Fahrt zum Titel

Der als Favorit in die Saison gestartete österreichische Meister Salzburg hat am Sonntag mit einem klaren Heimsieg gegen den WAC die Titelverteidigung fixiert. Der Weg zum insgesamt sechsten Bundesliga-Triumph in der Red-Bull-Ära war allerdings steiniger als erwartet. Der Saisonstart lief noch fulminant, dem Aus im Champions-League-Play-off folgte aber auch ein Einbruch in der Liga. Zudem musste Salzburg den Abgang mehrerer Leistungsträger verkraften. Dadurch wurde die Mission Titelverteidigung zur Berg- und-Tal-Fahrt.

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Tennis: Auftaktsiege für Melzer und Thiem in Paris

Zwei von drei Österreichern haben gestern die erste Hürde bei den French Open genommen. Nach Dominic Thiem, der sich gegen den Briten Aljaz Bedene durchsetzte, zog etwas überraschend auch Jürgen Melzer mit einem glatten Dreisatzsieg über den als Nummer 30 gesetzten Franzosen Adrian Mannarino in die Runde der letzten 64 ein. Für Andreas Haider-Maurer kam gegen den Argentinier Diego Schwartzman hingegen das Aus.

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Fußball: Roma nach Sieg im Derby Vizemeister

Roma hat sich mit einem Sieg im Derby gegen Stadtrivale Lazio eine Runde vor Schluss den Vizemeistertitel der italienischen Serie A gesichert. Die Römer haben damit hinter Meister Juventus Turin den zweiten Champions-League-Fixplatz in der Tasche.

Für Lazio war die Niederlage doppelt bitter: Der derzeit Drittplatzierte könnte in der letzten Runde am Sonntag im direkten Duell gegen Napoli noch auf Rang vier abrutschen und die CL-Quali verpassen.

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Wirtschaft

„Handelsblatt“: EU prüft Mindeststeuer für Firmen

Die EU-Kommission prüft einem Zeitungsbericht zufolge die Einführung einer Mindestbesteuerung für Unternehmen. Die Kommission erwäge, europaweit eine gemeinsame Untergrenze für die Körperschaftsteuer vorzuschreiben, berichtete das deutsche „Handelsblatt“ heute.

Morgen wolle Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit seinen 27 Kommissaren über die künftige Unternehmensbesteuerung in Europa debattieren. Dabei werde auch das Thema Mindeststeuer eine Rolle spielen, hieß es in der Zeitung unter Berufung auf EU-Kreise. Die Körperschaftssteuer ist von Kapitalgesellschaften wie Aktiengesellschaften und GmbHs zu entrichten.

Umdenken durch „Luxleaks“-Affäre

„Deutschland und Frankreich verlangen einen Mindestschwellenwert. Darauf reagieren wir“, zitierte die Zeitung Kommissionskreise in Brüssel. Bisher stand in der Debatte über die Firmenbesteuerung innerhalb der EU die Harmonisierung der Bemessungsgrundlage im Vordergrund. Eingriffe in die Steuersätze lehnen die meisten Mitgliedsländer ab.

„Unter dem Eindruck der Luxleaks-Affäre hat nun aber offenbar ein Umdenken eingesetzt“, hieß es in dem Zeitungsbericht. Vergangenes Jahr war bekanntgeworden, dass Luxemburg ausländische Unternehmen mit der Zusicherung von Steuervergünstigungen ins Land gelockt hatte. Das löste eine Diskussion über unfaire Besteuerungspraktiken aus.

Amazon versteuert nun in mehreren Ländern

Der US-Internethändler Amazon versteuert seine in vier europäischen Ländern erzielten Gewinne inzwischen auch dort. Seit dem 1. Mai würden die Umsätze nicht mehr wie bisher in Luxemburg, sondern in Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien verbucht, teilte Amazon heute mit. Frankreich solle bald als fünftes Land folgen.

Das Großherzogtum Luxemburg gilt als Steueroase. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob Amazons Steuerdeal in Luxemburg legal ist. Im Visier sind auch die US-Kaffeehauskette Starbucks und der italienische Autohersteller Fiat.

ESM warnt vor Staatspleite Griechenlands

Angesichts der akuten Finanzkrise Griechenlands hat der Chef des Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, vor einer möglichen Staatspleite gewarnt.

„Die Zeit wird knapp“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Dienstag-Ausgabe). Daher werde pausenlos an einer Einigung gearbeitet, denn ohne Einigung mit den Geldgebern könne sich Athen kein neues Geld leihen. „Dann droht eine Staatspleite.“

„Das hätte Auswirkungen auf andere Gläubiger wie uns“, sagte Regling weiter. „Andererseits vergibt der Rettungsschirm nur Kredite, wenn Reformen umgesetzt werden. Das gilt auch jetzt, nur so kann die griechische Wirtschaft gesunden.“

Regling sagte, dass der Rettungsschirm durchaus in der Lage sei, Griechenland weitere Milliardenhilfen auszuzahlen. Allerdings müsse sich Athen mit den Gläubigern auf eine verbindliche Reformliste einigen.

Kickstarter will nie an die Börse gehen

Die Finanzierungsplattform Kickstarter will im Gegensatz zu den meisten anderen Internetfirmen ohne einen Börsengang auskommen. „Wir versprechen weiterhin, das Unternehmen nie zu verkaufen und nie an die Börse zu gehen“, sagte Mitgründer und Chef Yancey Strickler der dpa.

Bei Kickstarter können Internetnutzer verschiedene Projekte von Musik und Filmen bis hin zu Gadgets wie Computeruhren unterstützen. Seit der Gründung 2009 kamen so rund 1,5 Milliarden Dollar für mehr als 85.000 Projekte zusammen. Erst vor zwei Wochen startete die New Yorker Firma eine Version in deutscher Sprache und ermöglichte das Bezahlen in Euro.

„Es geht um Unabhängigkeit und Kontrolle“

Kickstarter wolle nicht Teil eines riesigen Konzerns sein oder unter dem Profitdruck der Aktionäre stehen, so Strickler. „Es geht um Unabhängigkeit und Kontrolle. Wenn Geld für ein Unternehmen in den Mittelpunkt rückt, ist die Gefahr zu groß, dass man aus den Augen verliert, warum man das alles gestartet hat.“

Druck von aktuellen Investoren gebe es nicht. „Wir wollen sie mit Gewinnbeteiligungen an unserem Erfolg teilhaben lassen.“ Unter den Investoren von Kickstarter ist auch der bekannte Risikokapitalgeber Fred Wilson, dessen Geschäft es üblicherweise ist, Beteiligungen in Start-ups in hohe Profite bei Börsengang oder Verkauf umzumünzen.

Taxifahrer in Mexiko-Stadt demonstrieren gegen Uber

In der Millionenmetropole Mexiko-Stadt haben Tausende Taxifahrer aus Protest gegen den umstrittenen US-Fahrdienst Uber den Verkehr lahmgelegt. Die Fahrer blockierten gestern die Hauptverkehrsstraßen der mexikanischen Hauptstadt, viele mit ihren Wagen.

Auf den Scheiben vieler Taxis standen die Worte „Uber raus“ zu lesen, die Demonstranten hielten Transparente mit der Aufschrift „Kriminelle mit Nummernschild“ in die Höhe. Nach Angaben der Taxifahrer beschert der Konkurrent Uber ihnen Auftragseinbußen zwischen zehn und 50 Prozent, weil Uber von bestimmten Steuern ausgenommen sei und daher billigere Fahrpreise anbieten könne.

„Das ist völlig unrechtmäßig“, sagte der Chef einer Taxifirma, Marcelino Cadena, über den US-Konkurrenten. „Uber ist ein ausländisches Unternehmen, das nach Mexiko kommt, um hier auf illegale Weise reich zu werden.“

Uber reagiert mit Gratisfahrten

Uber reagierte auf die Proteste in der 20-Millionen-Einwohner-Metropole mit Gratisfahrten. Das solle den Einwohnern von Mexiko-Stadt helfen „an einem Tag, an dem es so kompliziert ist, sich fortzubewegen“.

Uber kämpft in mehreren europäischen Ländern vor Gericht um seinen umstrittenen Dienst UberPop. Kernstreitpunkt bei dem Dienst UberPop ist, dass dieser von Fahrern in Privatwagen angeboten wird, die anders als normale Taxifahrer in der Regel über keine amtlichen Lizenzen zur Fahrgastbeförderung verfügen. Uber bietet daneben auch Fahrdienste mit professionellen Chauffeuren an.

Luxusmode: Der große Wettlauf im Netz

Was für Bücher, Elektronik und Textilien längst Usus ist, hat nun auch Luxusmodeartikel erreicht: Laut einer Studie werden Designerprodukte längst nicht mehr nur in zu Flagship-Stores aufgemotzten Boutiquen, sondern auch online verkauft. Laut Branchenexperten soll der Onlinehandel mit Luxusmode bis 2018 jährlich um durchschnittlich 20 Prozent wachsen.

Dementsprechend aggressiv verläuft der Expansionswettlauf der Anbieter. Ihr Ziel: mit Sonderangeboten Druck auf die stationären Luxushändler machen. Auch die Anbieter von Onlinebezahlsystemen bringen sich dafür in Stellung und erweitern ihr Angebot.

Mehr dazu in „Beratung wird immer unwichtiger“

Chronik

China: 38 Tote bei Brand in Seniorenheim

Bei einem Brand in einem Seniorenheim in Zentralchina sind 38 Menschen ums Leben gekommen. Sechs weitere seien verletzt worden, berichtete heute die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Das Feuer sei gestern Abend in einem Apartmenthaus des privat betriebenen Pflegeheims in der Stadt Pingdingshan in der Provinz Henan ausgebrochen. Die Bergungsarbeiten dauerten laut Xinhua an, die Brandursache sei unklar.

Auf der Website der Behörde für Arbeitssicherheit in Henan hieß es, zwei der Verletzten schwebten in Lebensgefahr. Auf im Internet verbreiteten Bildern war eine dichte Rauchsäule über einer Tankstelle in der Nähe des Seniorenheims zu sehen.

Song Contest

Große Verlierer reagieren trotzig

Trotzreaktionen und Wundenlecken bei den Verlierern des Song Contest, vor allem bei den Großnationen, die nicht durch ein Semifinale mussten: Nach den null Punkten für Ann Sophie werden in Deutschland Rufe nach einer Änderung des Reglements laut.

Der Sängerin selbst wird keine Schuld gegeben. In Frankreich wird nach dem vorvorletzten Platz der Verbleib im Bewerb diskutiert. Und auch in Spanien und Großbritannien herrscht Katzenjammer.

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Science

Zentralmatura 2016 mit anderer Reihenfolge

Die Zentralmatura im kommenden Schuljahr geht von 9. bis 19. Mai 2016 über die Bühne - und zwar mit einer etwas veränderten Fächerreihenfolge gegenüber heuer. Mathematik (heuer am Anfang der zweiten Prüfungswoche) steht dann bereits am zweiten Prüfungstag auf dem Programm. 2016 sind neben den AHS auch alle BHS von der standardisierten schriftlichen Reifeprüfung umfasst.

Maturaauftakt bildet wie schon heuer das Fach Deutsch am 9. Mai. Gleich am zweiten Tag (10. Mai) folgt Mathematik, anschließend kommen Englisch (11. Mai), Französisch (12. Mai) und Italienisch (13. Mai).

Nach den Pfingstferien werden die schriftlichen Klausuren dann mit Spanisch sowie den Volksgruppensprachen Slowenisch, Ungarisch und Kroatisch (jeweils 18. Mai) sowie Latein bzw. Griechisch (jeweils 19. Mai) abgeschlossen. Die Kompensationsprüfungen für Schüler mit Fünfern sind für den 6. und 7. Juni angesetzt.

Noten werden morgen veröffentlicht

Die ersten Resultate der heurigen Zentralmatura werden morgen veröffentlicht. Sie enthalten eine Aufstellung über positive bzw. negative Noten nach Geschlecht und Bundesland für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch. Darin noch nicht aufgelistet sind die konkreten Noten sowie die Ergebnisse der erst am 1. und 2. Juni stattfindenden Kompensationsprüfungen, mit denen Fünfer ausgebessert werden können. Die endgültigen Ergebnisse der schriftlichen Reifeprüfung werden daher erst nach diesen Prüfungen feststehen und bekannt gegeben.

Genaue Vergleichswerte zu den Vorjahren gibt es dabei nicht: Bisher wurden die schriftlichen Maturaresultate aufgrund der unterschiedlichen Reifeprüfungen nicht zentral erfasst.

Kultur

„A World Beyond“ enttäuscht an US-Kinokassen

George Clooneys neuer Film hat zwar in den Kinos der USA und Kanadas die Führung übernommen, aber die Erwartungen enttäuscht. „A World Beyond“ spielte an seinem ersten Wochenende nach Angaben von Boxoffice Mojo etwas mehr als 40 Millionen Dollar (36 Mio. Euro) ein. Da der Film aber 190 Millionen gekostet haben soll, dürften die Produzenten enttäuscht sein.

Zumal gleich dahinter mit 38,5 Millionen „Pitch Perfect 2“ kommt - die Fortsetzung einer munteren Musikkomödie, die schon in der zweiten Woche läuft und noch nicht einmal 30 Millionen Dollar kostete. An dritter Stelle kommt „Mad Max - Fury Road“ mit 32,1 Millionen Dollar.

Religion

Papst würde gerne auf eine Pizza gehen

Dem Papst fehle die Möglichkeit, durch die Straßen zu wandern und etwa eine Pizza essen zu gehen. Als Kardinal in der argentinischen Hauptstadt sei er immer gerne zu Fuß, im Bus oder in der U-Bahn unterwegs gewesen. Er selbst brauche psychisch die Nähe von Menschen.

„Sie geben mir positive Energie“, so Franziskus, der sich selbst als Stadtmenschen bezeichnet und in Buenos Aires aufwuchs. Papst Franziskus sagte laut einem Interview mit der argentinischen Zeitung „La Voz del Pueblo“: „Ich bin eher tollkühn.“

Mehr dazu in religion.ORF.at

Leute

Nach Tod von B. B. King: Ermittlungen wegen Tötungsdelikts

Nach dem Tod der Blues-Legende B. B. King gehen die US-Behörden dem Verdacht eines Tötungsdelikts nach. Daher werde Kings Leiche obduziert, teilte das Büro des Untersuchungsrichters im Bezirk Clark County im US-Bundesstaat Nevada gestern über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Es werde voraussichtlich sechs bis acht Wochen dauern, bis die Untersuchungsergebnisse vorlägen.

Wegen der Autopsie müsse Kings Beerdigung in Memphis verschoben werden, berichteten örtliche Medien. Die Ermittlungen seien eingeleitet worden, weil zwei Töchter von King den Verdacht geäußert hätten, dass ihr Vater Opfer eines Verbrechens geworden sein könnte.

Bis ins hohe Alter auf Tour

King war am 14. Mai im Alter von 89 Jahren in Las Vegas gestorben, wo er zwischen seinen ausgedehnten Tourneen wohnte. Kings Gesundheitszustand hatte sich seit Ende vergangenen Jahres verschlechtert. Anfang Mai begab sich der Diabetiker in seinem Haus in Las Vegas in Hospizpflege. Noch bis ins hohe Alter war King auf Tour gegangen.

Der Musiker wurde 1925 als Riley Ben King im südlichen US-Bundesstaat Mississippi geboren. Der Afroamerikaner wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, die erste Gitarre bekam er im Alter von zwölf Jahren von einem Plantagenbesitzer.

Mit Anfang 20 zog es ihn nach Memphis, in die Hauptstadt des Blues. Bald bekam er eine eigene Radiosendung, die ihm den Spitznamen „Blues Boy“ (B. B.) einbrachte. Seinen ersten Hit feierte King 1951 mit dem „Three O’Clock Blues“.

Martin Sheen „konnte Sohn Charlie nicht helfen“

Der US-Schauspieler Martin Sheen (74) hat sich angesichts des öffentlichen Zusammenbruchs seines Sohns Charlie (49) hilflos gefühlt. „Bei dem, was er damals durchmachte, konnten wir nicht viel tun außer für ihn beten und ihm aufhelfen“, sagte Sheen („Apocalypse Now“, „The West Wing“) dem britischen Magazin „Radio Times“.

Charlie Sheen war 2011 von den Produzenten der Erfolgsserie „Two and a Half Men“ gefeuert worden und hatte mit wirren Auftritten und öffentlichen Exzessen Aufsehen erregt.

„Nur die unter uns, die ihn gut kannten, verstanden, was los war“, sagte sein Vater. Die Situation sei für die Beteiligten „sehr schmerzhaft“ gewesen.