Ausland

D: Auschwitz-Prozess gegen Gröning beginnt

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt heute in Deutschland ein historischer Prozess. Wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen muss sich der frühere SS-Mann Oskar Gröning in Lüneburg (Bundesland Niedersachsen) vor Gericht verantworten.

Es ist eine der voraussichtlich letzten großen Gerichtsverhandlungen, in der sich die deutsche Justiz mit den Gräueltaten im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz beschäftigt. Den mittlerweile 93-Jährigen erwartet eine Haftstrafe von mindestens drei Jahren, sollte er verurteilt und für haftfähig erklärt werden.

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Korruption: Südkoreas Premier bietet Rücktritt an

Angesichts von Korruptionsvorwürfen hat Südkoreas Ministerpräsident Lee Wan Koo nach nur zwei Monaten im Amt seinen Rücktritt angeboten. Lee habe Präsidentin Park Geun Hye, die derzeit auf einem offiziellen Besuch in Südamerika ist, von seinen Rücktrittsabsicht informiert, teilte eine Sprecherin des Präsidentenamts in Seoul heute mit.

Schmiergelder von Unternehmer angenommen

Der frühere Fraktionsvorsitzende der konservativen Regierungspartei Saenuri steht im Verdacht, vor zwei Jahren Schmiergelder von einem Unternehmer angenommen zu haben. Lee (64) bestreitet das. Die Staatschefin, die im Präsidialsystem des Landes alle wichtigen Entscheidungen trifft, muss dem Rücktritt noch zustimmen.

Park gerät angesichts des neuen Korruptionsskandals zunehmend unter Druck. Neben Lee stehen weitere hochrangige Regierungsvertreter und Politiker im Verdacht der Bestechlichkeit, darunter der Stabschef im Präsidialamt, Lee Byung Kee. Park habe eine gründliche Untersuchung gefordert, sagte eine Sprecherin.

Unternehmer listete bestochene Politiker

Der Skandal kam durch den Unternehmer Sung Woan Jong ins Rollen, der kurz vor seinem Tod vor einigen Tagen eine Liste mit den Namen der acht Politiker hinterlassen hatte, die von ihm angeblich Geld angenommen haben. Sung behauptete zudem in einem Zeitungsinterview, dass Ermittlungen gegen ihn durch Ministerpräsident Lee in Gang gesetzt worden seien.

Lee selber soll 30 Millionen Won (etwa 25.800 Euro) an illegalen Wahlkampfspenden von dem früheren Geschäftsmann erhalten haben. Sungs Leiche wurde am 9. April in Seoul gefunden. Die Ermittler gehen von einem Suizid aus.

Energiepläne: Gasprom-Chef trifft Tsipras in Athen

Fast zwei Wochen nach dem Besuch des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras in Russland setzen Athen und Moskau heute ihre Gespräche über eine engere Zusammenarbeit im Energiebereich fort.

Der Chef des russischen Staatsmonopolisten Gasprom, Alexej Miller, wird sich mit Energieminister Panagiotis Lafazanis und anschließend auch mit Tsipras treffen.

Gaspipeline und Gaspreise im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der Unterredungen werde nach Informationen aus mit der Sache vertrauten Kreisen die geplante Erweiterung einer Gaspipeline auf griechischen Boden sowie andere Energiethemen stehen. Athen hofft zudem auf niedrigere Preise für russische Erdgaslieferungen.

Die Leitung wäre die Verlängerung der geplanten Pipeline „Turkish Stream“, durch die Russland ab 2017 Gas in die Türkei pumpen will. Lafazanis hatte die baldige Unterzeichnung einer Absichtserklärung über eine Leitung durch Griechenland angekündigt.

Milliardenvorschuss für Athen?

Medien in Athen hatten berichtet, dass in diesem Fall aus Russland drei bis fünf Milliarden Euro an das finanziell angeschlagene Land überwiesen werden - als Vorschuss für künftige Transitgebühren. Dafür gab es aber keine Bestätigung. Unklar ist auch, wer den Bau der Pipeline in Griechenland finanzieren soll.

Bombenanschlag vor spanischer Botschaft in Libyen

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach eigenen Angaben vor der spanischen Botschaft in Libyen eine Bombe gezündet. Bei dem Anschlag gestern in Tripolis sei aber niemand verletzt worden, erfuhr eine Nachrichtenagentur aus Sicherheitskreisen. Der Sprengsatz sei vor einer der äußeren Mauern der Botschaft platziert worden.

In mehreren Twitter-Konten, die dem libyschen Arm des IS zugeschrieben werden, tauchten Bekennerschreiben auf. Die Dschihadistengruppe hat die instabilen Verhältnisse in Libyen genutzt, um in dem nordafrikanischen Land Fuß zu fassen. Mehrere libysche Islamistengruppen schlossen sich dem IS an.

Zuvor Anschlag auf marokkanische Botschaft

In der Nacht auf Montag vergangener Woche war auch auf die marokkanische Botschaft in Tripolis ein Bombenanschlag verübt worden, ohne jemanden zu verletzen. Bei einem Rebellenangriff vor der südkoreanischen Botschaft in Tripolis wurden einen Tag zuvor zwei libysche Wachleute getötet. Zu beiden Taten bekannte sich der IS.

Ägyptens Ex-Präsidenten Mursi droht Todesstrafe

Im Prozess gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi könnte heute ein Todesurteil fallen. Dem ersten frei gewählten Staatschef Ägyptens wird zur Last gelegt, im Dezember 2012 als Präsident die Tötung von Demonstranten veranlasst zu haben.

Gegen den im Juli 2013 vom Militär gestürzten Mursi sind noch weitere Verfahren anhängig, die mit einer Verurteilung zum Tode enden könnten.

So werden dem Islamisten Spionage für feindliche Mächte und der Ausbruch aus dem Gefängnis während der Revolte gegen seinen Vorgänger Hosni Mubarak im Jahr 2011 vorgeworfen. Die Urteile für letztere Verfahren werden Mitte Mai erwartet.

USA schicken Flugzeugträger Richtung Jemen

Die USA haben zwei weitere Kriegsschiffe in Richtung Jemen entsandt. Der Flugzeugträger „USS Theodore Roosevelt“ und sein Begleitkreuzer, die „USS Normandy“, würden vom Golf ins Arabische Meer verlegt, teilte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums gestern mit.

Die Marine erklärte, Ziel sei, „sicherzustellen, dass wichtige Schifffahrtsrouten in der Region offen und sicher bleiben“. In Regierungskreisen hieß es, die Anwesenheit der Kriegsschiffe eröffne der US-Politik zusätzliche Optionen für den Fall, dass sich die Lage im Jemen verschlechtere.

In den Gewässern vor dem Jemen kreuzen bereits sieben andere US-Kriegsschiffe. Im Jemen herrscht derzeit Bürgerkrieg. Schiitische Milizen haben den von den USA unterstützten Präsidenten vertrieben. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz versucht mit Luftangriffen, die Milizen zurückzudrängen. Zuletzt kamen bei einem saudischen Angriff auf ein Militärlager in Saana zahlreiche Zivilisten ums Leben.

Ein von Saudi-Arabien geführtes Bündnis bombardiert seit fast vier Wochen Stellungen und Waffenlager der schiitischen Huthi-Rebellen aus dem Norden. (iptv.ORF.at)

Inland

Asyl: Fremdenrechtsnovelle heute im Ministerrat

Im Schatten der Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer mit Hunderten Toten beschließt die Regierung heute im Ministerrat eine Verschärfung des Fremdenrechts. Nach der Begutachtung wurden zahlreiche kleinere Änderungen vorgenommen.

Die Grundlinie, dass die Verfahren für chancenarme Asylwerber beschleunigt werden, wurde aber beibehalten. Zudem werden die Erstaufnahmezentren entlastet.

Registrierung in Bundesamtsaußenstellen

Vorgesehen ist laut dem Entwurf, dass neben den Erstaufnahmestellen wie jener in Traiskirchen künftig auch Außenstellen des Bundesamts für Fremdenwesens und Asyl Erstabklärungen durchführen werden. Nur unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollen künftig grundsätzlich in den Erstaufnahmezentren registriert werden.

Nach der Erstabklärung sollen die Flüchtlinge in den Bundesländern in Verteilerzentren kommen, von wo aus sie innerhalb kurzer Zeit in kleinere Unterkünfte gebracht werden sollen. Die Anwesenheitsverpflichtung in den Erstaufnahmezentren fällt.

Beschleunigung der Verfahren

Beschleunigt werden Verfahren für Asylwerber aus „sicheren Herkunftsstaaten“ wie dem Kosovo. Zwar steht für sie im Gesetz eine Frist von maximal fünf Monaten, es sei jedoch eine Entscheidung binnen zehn Tagen anzustreben.

Eine Änderung gegenüber dem Begutachtungsentwurf gibt es, was ein beschleunigtes Verfahren zur Aberkennung des Asylstatus angeht. Hier wird nun ergänzend festgehalten, dass die Dreimonatsfrist nur dann gilt, wenn der jeweilige Sachverhalt und Erkenntnisstand eine derart rasche Entscheidung ermöglicht.

Änderungen auch bei Grundversorgung

Was die Grundversorgung angeht, sollen in erster Instanz gescheiterte Asylwerber aus dieser fallen, wenn das Bundesverwaltungsgericht keine aufschiebende Wirkung ausspricht. Allerdings kann gemäß jüngster Änderung der Bund Fremde, die an der freiwilligen Ausreise mitwirken, für die Dauer ihrer Mitwirkung bis zum Zeitpunkt der freiwilligen Ausreise weiterversorgen.

Bezüglich der neuen Schubhaftbestimmungen wurde noch ergänzt, dass auch bei Dublin-Fällen, also Causen, wo ein anderer Staat zuständig ist, „besondere Gesichtspunkte", die auf eine Verfahrensvereitelung durch den Flüchtling hinweisen, für die Schubhaft vorliegen müssen.

Schließlich wurde noch geändert, dass Konventionsreisepässe auf eine wesentlich längere Dauer (von bis zu fünf Jahren) ausgestellt werden können.

Parlamentsklubs verurteilen Völkermord an Armeniern

Alle sechs Nationalratsfraktionen haben sich zu einer gemeinsamen Erklärung zusammengefunden, die den vor 100 Jahren verbrochenen Massenmord an Armeniern im Osmanischen Reich offiziell als Genozid verurteilt. Verwiesen wird dabei auch auf die historische Verantwortung Österreichs, war die k. u. k. Monarchie doch im Ersten Weltkrieg mit dem Osmanischen Reich verbündet.

Papst: „Erster Genozid des 20. Jahrhunderts“

Der Mord an 1,5 Millionen Armenien war zuletzt wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, da Papst Franziskus und das Europaparlament den Völkermord verurteilt hatten. Der Papst sprach vom ersten Genozid des 20. Jahrhunderts. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan reagierte empört und sprach in einer ersten Reaktion von „Unsinn“.

Inzwischen ist die Türkei im Streit über die Massaker jedoch einen ersten Schritt auf Armenien zugegangen. In einer gestern veröffentlichten Erklärung des türkischen Regierungschefs Ahmet Davutoglu, heißt es: „Wir teilen den Schmerz der Kinder und Enkelkinder der Armenier, die ihr Leben bei Deportationen 1915 verloren.“

Der Forderung der Armenier, ihre Verfolgung im Osmanischen Reich als Völkermord anzuerkennen, verschloss sich die türkische Regierung aber erneut.

Türkei zu ehrlicher Aufarbeitung aufgefordert

In dem österreichischen Papier wird die Türkei aufgefordert, „sich der ehrlichen Aufarbeitung dunkler und schmerzhafter Kapitel ihrer Vergangenheit zu stellen und die im Osmanischen Reich begangenen Verbrechen an den Armeniern als Genozid anzuerkennen“.

In der Erklärung, die morgen öffentlich präsentiert werden soll, wird auch Zehntausender Angehöriger anderer christlicher Bevölkerungsgruppen im Osmanischen Reich, etwa der Aramäer, Assyrer, Chaldäer und der Pontos-Griechen, gedacht, die ebenfalls vor 100 Jahren gewaltsam zu Tode kamen.

Regierung beschließt Finanzrahmen ihrer Ressorts

Die Regierung beschließt heute den neuen Finanzrahmen. Damit werden die Ausgabenobergrenzen für die Ressorts festgelegt. Als fix gelten die Einsparung von 1,1 Milliarden Euro - als Teil der Gegenfinanzierung der Steuerreform. Auch die Hypo-Kosten und der Einnahmenausfall aus der nicht realisierten Finanztransaktionssteuer müssen eingeplant werden. Ziel bleibt das strukturelle Nulldefizit 2016.

Bereits im Vorfeld des Beschlusses haben durchgesickerte Sparideen, etwa Einschnitte bei den Beamten und insbesondere bei der Lehrerschaft, gehörig Staub aufgewirbelt. Dabei wird mit dem Finanzrahmen (der nun für die Jahre 2016 bis 2019 festgelegt wird) noch gar nicht beschlossen, wo inhaltlich gespart wird - sondern nur, wie viel.

Wie diese Vorgaben erreicht werden sollen, wird erst bis zur Erstellung des Budgets im Herbst fixiert. Die 1,1 Mrd. Euro sollen jedenfalls zwischen Bund und Ländern aufgeteilt werden (700 Mio. Bund, 400 Mio. Länder). Beim Bund dürften allein 500 Mio. auf die Verwaltung entfallen. Weitere 200 Millionen sollen laut bisherigen Informationen bei den Förderungen eingespart werden.

Sprecher verteidigt Dienstwagennutzung von Klug

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) hat vergangene Woche Dienstwagen samt Chauffeur in die Schweiz kommen lassen, um einen Privatbesuch in Frankreich zu absolvieren. Ein Sprecher des Ministers bestätigte gestern Abend laut APA entsprechende Berichte der „Kleinen Zeitung“ und der „Tiroler Tageszeitung“. Das sei rechtlich gedeckt, der Minister bezahle eine Pauschale für die private Nutzung, wurde betont.

Nach einem per Flugzeug angetretenen Arbeitsbesuch bei seinem Schweizer Amtskollegen Ueli Maurer ließ Klug das Auto nach Zürich kommen. Dies deshalb, um die Reaktionsfähigkeit für den Fall zu behalten, dass der Minister zu einer Verhandlungsrunde über den Finanzrahmen nach Wien gerufen worden wäre. Das sei nicht geschehen, daher habe man ein Flugticket von Zürich nach Wien storniert. Klug sei im Auto zurückgefahren.

Der Sprecher wies darauf hin, dass Klug monatlich rund 590 Euro für die Privatnutzung des Dienst-BMWs bezahlt. Die Pauschale umfasse die Nutzung des Dienstfahrzeugs samt Fahrer, und zwar im In- und Ausland.

Sport

Champions League: Ibrahimovic als letzte PSG-Hoffnung

Der FC Barcelona steht nach dem 3:1-Sieg im Viertelfinal-Hinspiel bei Paris Saint-Germain (PSG) mit einem Bein im Semifinale der Champions League. Die Franzosen klammern sich aber noch an ihre geringe Chance.

Hoffnung auf ein Wunder gibt PSG die Rückkehr von Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic. Zudem agierte die Abwehr von Barca zuletzt nicht immer in Topform. Dafür war der Traumsturm der Katalanen in jüngster Zeit nur schwer zu stoppen.

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Bundesliga: Austria für Ogris „nicht bissig genug“

Die Heimpremiere auf der Bank der Wiener Austria ist für Interimscoach Andreas Ogris enttäuschend verlaufen. Die Violetten mussten sich gestern gegen den WAC mit einem 1:1 begnügen, vor allem die Offensivleistung der Hausherren ließ sehr zu wünschen übrig. „Wir waren nicht bissig genug, um den Torerfolg zu erzwingen“, sagte Ogris, der sogar von „Angsthasenfußball“ sprach.

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Wirtschaft

Marke verkauft: „Käpt’n Iglo“ zieht auf Jungferninseln

„Käpt’n Iglo“ bekommt eine neue Heimat: Der Tiefkühlkosthersteller Iglo wird verkauft. Der britische Investmentfonds Permira verkauft das Unternehmen an die Firma Nomad - und deren Sitz ist auf den britischen Jungferninseln. Der Kaufpreis beträgt 2,6 Milliarden Euro.

Iglo hat ohnehin eine bewegte Geschichte. Permira kaufte die Marke 2006 von Unilever. Als hochtrabende Börsenpläne scheiterten, wollte das Unternehmen Iglo schon einmal loswerden. Ein großer Deal platzte, weil das Angebot zu niedrig war.

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GE will offenbar 74-Milliarden-Sparte verkaufen

Der US-Mischkonzern General Electric (GE) verhandelt einem Pressebericht zufolge mit der Großbank Wells Fargo über den Verkauf seines Kreditgeschäfts mit mittleren US-Unternehmen. Für die Sparte mit einem Volumen von 74 Milliarden US-Dollar (69 Mrd. Euro) gebe es aber noch mehr Bieter, wie das „Wall Street Journal“ gestern unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtete. Unklar sei zudem, ob das Geschäftsfeld ganz oder in Teilen veräußert werden soll.

Vor rund einer Woche hatte der Siemens-Rivale angekündigt, sein über 200 Mrd. Dollar (185 Mrd. Euro) schweres Finanzgeschäft weiter einschrumpfen zu wollen - und zwar massiv. Die Tochter GE Capital soll in den nächsten 24 Monaten nahezu komplett verkauft werden.

Ein riesiger Immobiliendeal über 26,5 Mrd. Dollar (25 Mrd. Euro), bei dem Wells Fargo ebenfalls zu den Käufern zählt, wurde bereits festgezurrt. Nach schlechten Erfahrungen in der Finanzkrise will sich GE auf sein Industriegeschäft konzentrieren.

Chronik

Vorarlberg: Abgängiger Bub unversehrt aufgefunden

Ein abgängiger neunjähriger Bub in Vorarlberg ist im Zuge der Suchaktion in den Abendstunden in Götzis unversehrt aufgefunden worden. Das teilte die Polizei in Vorarlberg in der Nacht auf heute in einer Presseaussendung mit.

Das Kind hatte in der Früh das Haus der Mutter in Götzis (Bezirk Feldkirch) verlassen, seitdem fehlte von ihm jede Spur. Nach dem Kind wurde in ganz Vorarlberg gefahndet.

Arlbergtunnel gesperrt: Polizei gerüstet

Seit Mitternacht ist der Arlbergtunnel gesperrt. 400 Mitarbeiter arbeiten ab sofort in drei Schichten rund um die Uhr an der Sanierung des Tunnels. Für diese erste Totalsperre hat sich auch die Polizei gerüstet. Es wird verstärkt kontrolliert.

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Die Sperre wird sieben Monate dauern. Der Schwerverkehr benötigt für die Passstraße zwischen Vorarlberg und Tirol eine Sondergenehmigung. Frächter weichen auch auf andere Routen aus. Das Transportgewerbe rechnet in jedem Fall mit höheren Kosten.

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OÖ: Einweisung nach Messerattacke auf Postler

Eine 43-jährige Frau ist gestern vom Landesgericht Linz in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Sie hat im November des Vorjahres im Bezirk Urfahr-Umgebung einen Briefträger mit einem Messer attackiert und schwer verletzt.

Das Gericht folgte der Meinung der psychiatrischen Gutachterin, wonach die Betroffene zu diesem Zeitpunkt nicht zurechnungsfähig war. Andernfalls hätte sie laut dem Spruch einen Mordversuch verübt, wie die Geschworenen fünf zu drei entschieden.

WC-Problem der Wiener Linien weiter ungelöst

Seit rund einem Jahr sind die Wiener Linien für die WC-Anlagen in den U-Bahn-Stationen zuständig. Die neue „Klo-Strategie“ lässt seither aber auf sich warten. „Versperrte und verdreckte“ Toiletten sind an sich für alle Fahrgäste ärgerlich und unangenehm - das Behindertenberatungszentrum BIZEPS macht aber darauf aufmerksam, dass die Situation gerade bei barrierefreien Anlagen noch weitere Probleme in sich birgt.

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US-Mutter tötete sechs Säuglinge: Lebenslange Haft

Eine Frau im US-Bundesstaat Utah muss für die Ermordung ihrer sechs Babys lebenslang ins Gefängnis. Das Gericht verhängte für die Taten die Höchststrafe, wie die Zeitung „Salt Lake Tribune“ gestern berichtete. Die Frau hatte gestanden, die Kinder unmittelbar nach der Geburt getötet zu haben.

Die Verbrechen sollen sich im Zeitraum von 1996 bis 2007 ereignet haben. Die Ermittler hatten die Leichen vor rund einem Jahr gefunden, darunter auch ein weiteres Baby, das bereits tot zur Welt gekommen war.

Die Frau gab an, drogenabhängig gewesen zu sein. Sie habe den Kindern damals „helfen“ wollen, nicht das schreckliche Leben führen zu müssen, das sie ihnen nur hätte bieten können. „Ich habe meinen kleinen Babys die Chance auf ein Leben geraubt.“ Der Vater der Opfer lebte seit langem nicht mehr mit der Frau zusammen. Er hatte die Polizei alarmiert, als er auf die Überreste eines der Babys gestoßen war. Das Paar hat drei Töchter im Alter zwischen 13 und 20 Jahren.

Medien

Pulitzer-Preis für Artikel über ungeklärte Todesfälle

Eine Reportage über ungeklärte Todesfälle von Frauen in South Carolina hat den diesjährigen Pulitzer-Preis bekommen. Die Zeitung „The Post and Courier“ bekam gestern in New York den Preis für „Dienst an der Öffentlichkeit“ für ihren Artikel „Bis dass der Tod uns scheidet“ zugesprochen. Er hinterfragt die Tode von mehr als 300 Frauen innerhalb von zehn Jahren, die nicht oder nur halbherzig untersucht worden seien.

Die Preise für investigativen Journalismus gingen an das „Wall Street Journal“ für einen Beitrag über Patientendaten bei Krankenversicherungen und an die „New York Times“ („NYT“), die die Macht von Lobbyisten im Kongress in Washington beschrieben hat. Die „NYT“-Redaktion wurde zudem kollektiv für ihre Berichterstattung über die tödliche Ebola-Epidemie in Westafrika geehrt. Zudem wurde der freie Fotograf Daniel Berehulak für seine Fotos zur Ebola-Epidemie ausgezeichnet.

Den Pulitzer-Preis für Nachrichtenfotos erhielten die Fotografen der Zeitung „St. Louis Post-Dispatch“ für ihre Abdeckung der Unruhen in Ferguson. Die „Los Angeles Times“ erhielt ihrerseits zwei Preise für Features und Kommentare.

Auszeichnung für US-Autor Anthony Doerr

Der diesjährige Pulitzer-Preis für Literatur bekommt Anthony Doerr für seinen Weltkriegsroman „Alles Licht, das wir nicht sehen“ über die Begegnung eines französischen Mädchens und eines deutschen Buben während der Nazi-Zeit. Der Amerikaner Doerr werde für seinen „einfallsreichen und komplexen Roman, der von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs inspiriert ist“ gewürdigt, hieß es vom Preiskomitee in New York.

Der Preis für die beste Lyrik ging an Gregory Pardlo, der Preis für das beste Sachbuch an Elizabeth Kolbert über das Massensterben von Arten. Den Pulitzer-Preis für das beste Geschichtsbuch erhält Elizabeth A. Fenn für ein Werk über die Mandan-Indianer. Der Pulitzer-Preis wurde heuer zum 99. Mal vergeben. Derzeit gibt es ihn in 21 Sparten, 14 davon sind für journalistische Arbeiten.

Science

Weltrekord: Japanischer Magnetzug mit 600 km/h

Die japanische Magnetschwebebahn hat einen neuen Weltrekord aufgestellt: Auf einer Teststrecke erreichte der Maglev eine Geschwindigkeit von 603 Kilometern pro Stunde, wie die Bahngesellschaft Central Japan Railway heute bekanntgab. Der Magnetzug brach damit seinen eigenen, kurz zuvor aufgestellten Rekord von 590 Kilometern pro Stunde.

Verbindung zwischen Tokio und Nagoya

Die Magnetschwebebahn, die Konkurrenz zum deutschen Transrapid, soll 2027 Tokio mit der Industriestadt Nagoya verbinden. Es wird erwartet, dass der Zug im Normalbetrieb mit einer Höchstgeschwindigkeit von 500 Stundenkilometer fahren wird.

Damit verkürzt sich die Reisezeit zwischen Tokio und Nagoya auf nur 40 Minuten. Der Shinkansen benötigt derzeit gut das Doppelte der Zeit. Bis zum Jahr 2045 soll die Strecke bis zur Millionenstadt Osaka ausgebaut werden.

Solarflugzeug setzt Erdumrundung über China fort

Mit rund dreiwöchiger Verspätung ist der Schweizer Sonnenflieger „Solar Impulse 2“ zu seiner ersten Etappe über ausschließlich chinesischem Boden aufgebrochen.

„Endlich wieder in der Luft“, kommentierte Abenteurer Bertrand Piccard aus dem Cockpit heute kurz nach dem Start in der südwestchinesischen Millionenstadt Chongqing. Die 1.200 Kilometer lange Strecke führt nach Nanjing in der Nähe der Küstenmetropole Schanghai

Erdumrundung endet im Hochsommer

Der 57-Jährige Pilot Piccard und sein Kollege Andre Borschberg (62) wollen mit der ersten Erdumrundung eines Solarfliegers für den Einsatz und die Möglichkeiten von Sonnenenergie werben. „Dieses Flugzeug ist einfach Wahnsinn. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich wieder am Steuer sitzen darf“, sagte Piccard.

Der Start in China hatte mehrfach wegen ungünstiger Winde und eines zu engen Landefensters in Nanjing verschoben werden müssen. Von Nanjing in Ostchina aus soll der Pazifik überquert und Hawaii angeflogen werden. Das gilt als der schwierigste Teil der Erdumrundung.

72 Meter Spannweite, vier Elektromotoren

Um über den Pazifik zu kommen, wird das Flugzeug fünf Tage und Nächte in der Luft bleiben müssen. Ähnlich schwierig dürfte später auch der Flug über den Atlantik von New York aus werden.

Angetrieben wird das Karbonfaser-Flugzeug von vier Elektromotoren. Mit 72 Metern hat es eine größere Spannweite als ein Jumbojet, wiegt aber gerade so viel wie ein Mittelklassewagen. Ende Juli oder Anfang August soll die 35.000 Kilometer lange Reise am Persischen Golf enden.

Gesundheit

Ebola: WHO stellt sich desaströses Zeugnis aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesteht gravierende Versäumnisse bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika ein. In ungewöhnlich deutlichen Worten sagte WHO-Chefin Margaret Chan gestern, dass die anfängliche Reaktion der UNO-Sonderorganisation zu langsam und unzureichend erfolgt war. Man habe „Lektionen der Demut“ gelernt und wolle die Organisation grundlegend reformieren, um beim nächsten großen Ausbruch besser vorbereitet zu sein. Denn kommen werde er bestimmt, so Chan.

Mehr dazu in WHO gibt sich demütig

Kultur

Leute

AC/DC-Schlagzeuger gibt Morddrohung zu

Der Schlagzeuger der Hardrockband AC/DC, Phil Rudd, hat vor einem Gericht im neuseeländischen Tauranga heute zugegeben, Morddrohungen ausgesprochen und Drogen besessen zu haben.

Er gestand, im September 2014 die Morddrohung in einem Telefongespräch ausgestoßen zu haben. Zunächst hatte der 60-Jährige alle Vorwürfe zurückgewiesen. Sein Anwalt führte an, es handle sich hier im Kern um einen aus dem Ruder gelaufenen Anruf.

Bis zu sieben Jahre Haft drohen

Der Musiker wurde gegen Kaution freigelassen und muss am 26. Juni für die Urteilsverkündung wieder vor Gericht erscheinen. Bei einer Verurteilung drohen ihm sieben Jahre Haft. AC/DC ist zurzeit ohne Rudd auf Tournee. Statt ihm sitzt Chris Slade am Schlagzeug.

Whitney Houstons Tochter: Irreversible Gehirnschäden

Whitney Houstons Tochter, Bobbi Kristina Brown, hat nach Angaben ihrer Großmutter Cissy Houston einen schweren Gehirnschaden erlitten. In einer von den Promiportalen „TMZ.com“ und „People.com“ veröffentlichten Mitteilung gibt Houston an, ihre Enkelin gerade im Krankenhaus besucht zu haben. Sie befinde sich nicht mehr in einem künstlichen Koma. Die 22-jährige zeige aber keine Reaktionen und nach Auskunft der Ärzte habe sie „irreversible“ Gehirnschäden erlitten. Sie könnten nur noch auf ein Wunder hoffen, heisst es in der Mitteilung.  

Brown war am 31. Januar von ihrem Freund Nick Gordon reglos in einer Badewanne in ihrem Haus im US-Staat Atlanta gefunden worden. Die Umstände des Vorfalls sind noch ungeklärt. Sie wurde an lebenserhaltende Apparate angeschlossen.

Bobbi Kristina ist das einzige Kind von Popstar Whitney Houston und R&B-Sänger Bobby Brown. Whitney Houston war im Februar 2012 im Alter von 48 Jahren tot in einem Hotelzimmer in Los Angeles aufgefunden worden. Die Sängerin hatte Kokain genommen und war in einer Badewanne ertrunken. Ihr Tod wurde als Unfall eingestuft.