Inland

FPÖ-Gelder sollen über „Zukunftskonto“ geflossen sein

In der Causa rund um angebliche illegale Parteienfinanzierung für die FPÖ sind neue Details bekannt geworden: So sollen Gelder für die Partei auf einem „Zukunftskonto“ geparkt worden sein. Angemeldet sei dieses auf einen engen Mitarbeiter des früheren freiheitlichen Politikers Uwe Scheuch gewesen, geht aus einem Einvernahmeprotokoll mit Scheuch als Befragtem hervor, das der APA vorliegt.

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft führt Scheuch in ihren Ermittlungen als Beschuldigten, wie aus einem Zwischenbericht, der ebenfalls der APA vorliegt, hervorgeht. Er wird der Untreue und der Vorteilsnahme verdächtigt. Auch sein Mitarbeiter wird als Beschuldigter im Verfahren geführt, ihm wird Untreue zur Last gelegt. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

Geld aus der „Ideenschmiede“

Scheuch selbst wolle die Vorwürfe auf APA-Anfrage nicht kommentieren, erklärte Scheuchs Rechtsanwalt, der Kärntner FPÖ-Klubobmann Christian Leyroutz. Scheuch wurde laut Einvernahmeprotokoll am 19. Mai 2015 mit Aussagen seines früheren Mitarbeiters konfrontiert. Dieser hatte demnach gegenüber der Staatsanwaltschaft die Existenz des „Zukunftskontos“ bestätigt, das bei der Raiffeisen Landesbank Kärnten geführt wurde.

Laut Ermittlungsergebnissen, die Scheuch dem Protokoll zufolge vorgehalten wurden, flossen etwa Gelder der ebenfalls im Fokus der Justiz stehenden Agentur „Ideenschmiede“, deren heimlicher Miteigentümer FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl gewesen sein soll.

Mitarbeiter belastet Scheuch

Scheuchs enger Mitarbeiter hatte laut Vorhalt der Ermittler bei seiner Einvernahme auch bestätigt, dass er das Konto im Auftrag seines Chefs eingerichtet hatte. Scheuch selbst bestritt dies laut Protokoll, diese Behauptung sei nicht richtig. Dennoch taucht Scheuchs Name laut den Vorhalten der Ermittler im Transkript bei zahlreichen Überweisungen von diesem Konto als Auftraggeber auf.

Zumeist soll laut Staatsanwaltschaft Geld bar vom „Zukunftskonto“ behoben worden sein. Etwa 4.700 Euro im Dezember 2009 für die Errichtung eines Bezirksbüros in Spittal an der Drau. Scheuch wurde auch die Aussage seines ehemaligen Mitarbeiters vorgehalten, wonach er in solchen Fällen immer nach Rücksprache mit seinem Chef gehandelt haben soll. Weitere Leistungshintergründe, auf die sich die Ermittler bei der Befragung Scheuchs stützten: „Geburtstagsfeier anlässlich meines ‚40er‘“, „Sitzung in einem Gasthof“ und „Blumen für eine Mitarbeiterin“.

Arbeitslose: Schelling will Zumutbarkeitsgrenzen diskutieren

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) rückt in der Diskussion über die Arbeitslosenunterstützung nun die Zumutbarkeitsgrenzen in den Vordergrund. Er habe nie gefordert, das Arbeitslosengeld zu kürzen, sagte er gestern in der ZIB2. Vielmehr gelte es, alle Instrumente der Arbeitsmarktpolitik zu überprüfen - und auch die Frage: „Welche Beschäftigung ist zumutbar?“

Schelling hatte am Wochenende mit der Aussage für Aufregung gesorgt, dass es unter anderem deshalb so viele Arbeitslose gebe, weil der Unterschied zwischen deren Einkünften und einem Erwerbseinkommen zu gering sei. Heute sagte er, es gehe ihm weder darum, das Arbeitslosengeld zu kürzen noch die Mindestsicherung. Er bezweifle aber, dass die „Anreize“ für Erwerbslose, wieder einen Job anzunehmen, groß genug seien.

Schelling will mehr Flexibilität

Als Beispiel nannte er österreichische Tourismusgebiete, in denen viele Deutsche arbeiteten - vielen Österreichern dagegen würden solche Jobs wegen der geografischen Entfernung zum Heimatort nicht zugemutet. Hier möchte der Finanzminister über Änderungen diskutieren und auch flexiblere Modelle andenken.

Er brachte etwa auch einen Kombinationstarif mit bestimmten Zuschüssen ins Spiel. Denn nicht alle Maßnahmen im Arbeitsmarktbereich seien zielführend, hielt er an seiner grundsätzlichen Kritik fest. Schließlich würden die Arbeitslosenzahlen derzeit trotz Rekordbeschäftigung steigen, argumentierte Schelling.

Zeitung: Ermittlungen wegen Geert Wilders’ Rede in Wien

Die Staatsanwaltschaft Wien hat gegen den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders Ermittlungen wegen des Verdachts der Verhetzung eingeleitet. Grund sei die islamfeindliche Rede, die Wilders am 27. März 2015 auf Einladung von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in der Hofburg gehalten hatte, berichtete der „Kurier“ (Dienstag-Ausgabe).

In seinem Vortrag bezeichnete Wilders den Angaben zufolge Europa als „im Krieg mit dem Islam“, verglich den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ und forderte dessen Verbot, hieß es weiter.

Tarafa Baghajati, Obmann der „Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen“, habe daraufhin Anzeige wegen des Verdachts der Verhetzung, der Herabwürdigung religiöser Lehren sowie wegen des Verstoßes gegen das Verbotsgesetz erstattet.

Traiskirchen mit Rekordbelegung

Seit Wochen wird über die mangelhaften Unterbringungsmöglichkeiten von Asylwerbern in Traiskirchen berichtet - nun erreicht das Problem eine neue Dimension: 4.300 Menschen leben derzeit auf dem Areal und damit mehr als je zuvor. Aus dem Innenministerium hieß es gestern, dass alle versorgt würden. Betten sind von der Versorgung aber offenbar nicht automatisch umfasst: Diese fehlen nämlich für rund 2.000 Menschen.

Mehr dazu in Länder schaffen zu wenige Quartiere

Ausland

NATO-Botschafter treffen sich auf Wunsch der Türkei

Die Türkei fliegt seit einigen Tagen Luftangriffe gegen Stellungen der jihadistischen Organisation „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien und der in dem Land verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak. Für heute ist eine von Ankara beantragte Sondersitzung der NATO-Botschafter angesetzt.

Nach einem Anschlag im Osten der Türkei erlag ein Mitglied der Gendarmerie seinen Verletzungen. Der Provinzgouverneur machte „Terroristen“ dafür verantwortlich, zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon zeigte sich indes besorgt über die türkischen Luftangriffe auf die PKK.

Ankara verlangte Beratungen

Auf Antrag der Türkei kommen nun in Brüssel die Botschafter der 28 NATO-Staaten zusammen. Ankara hat Beratungen nach Artikel vier des NATO-Vertrags verlangt. Dieser Artikel sieht Konsultationen vor, wenn ein NATO-Mitglied meint, dass die Unversehrtheit des eigenen Territoriums, die politische Unabhängigkeit oder die eigene Sicherheit bedroht ist. Ob es nach dem Treffen eine gemeinsame Erklärung oder eine Mitteilung von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg geben würde, stand im Vorfeld nicht fest.

Anlass für das Treffen ist nach NATO-Angaben der Ernst der Lage in der Türkei nach den Terrorangriffen der vergangenen Tage. Dabei war es zu Dutzenden Toten gekommen. Es gab auch Gefechte mit IS-Kämpfern an der syrisch-türkischen Grenze.

Hollande begrüßt Engagement

Frankreichs Präsident Francois Hollande begrüßte unterdessen die „Verstärkung des Engagements der Türkei“ gegen den IS. Bei einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan habe Hollande ihm für den „kraftvollen Einsatz“ gegen die Extremisten in Syrien gedankt, erklärte die französische Präsidentschaft heute.

Demnach forderten Hollande und Erdogan die syrischen Oppositionskräfte auf, zum Nutzen eines „freien und geeinten Syriens“ ihren Dialog zu vertiefen. Die Präsidenten sprachen zudem über den Kampf gegen „alle Formen des Terrorismus“.

Fremdes U-Boot vor schwedischer Küste gefunden

Vor der schwedischen Ostküste ist ein fremdes U-Boot auf dem Meeresgrund gefunden worden. Es sei ca. 20 Meter lang und trage kyrillische Zeichen auf dem Rumpf, wie die Finder von der Wracksucherorganisation Ocean X Team gestern auf ihrer Website berichteten.

Äußere Schäden an dem U-Boot seien nicht zu sehen gewesen, alle Luken waren geschlossen. „Deshalb fürchten wir, dass die Mannschaft sich nicht retten konnte, als ihr Fahrzeug auf Grund lief“, sagte der Taucher Stefan Hogeborn.

Die schwedischen Streitkräfte haben nach der Analyse des Filmmaterials der privaten Wracksucher bestätigt, dass es sich um ein ausländisches U-Boot handelt, wie die Zeitung „Expressen“ berichtete.

Vergangenen Sommer war in den Schären vor Stockholm ein fremdes U-Boot gesichtet worden. Nach tagelanger Jagd mussten die Streitkräfte aber aufgeben. Es wurde nie geklärt, welcher Nation das U-Boot angehörte.

Obama beendet Ostafrika-Reise mit Rede

Zum Ende seines viertägigen Ostafrika-Aufenthalts will US-Präsident Barack Obama im Hauptquartier der Afrikanischen Union (AU) in Äthiopien eine mit Spannung erwartete Rede halten. Die Ansprache heute in der Hauptstadt Addis Abeba gilt als einer der Höhepunkte des Besuchs: Mögliche Themen sind der Anti-Terror-Kampf in der Region und der Konflikt im Nachbarland Südsudan.

Auch die positive wirtschaftliche Entwicklung in vielen Staaten Afrikas könnte Obama ansprechen. Beobachter erwarten, dass der US-Präsident eine Botschaft an den ganzen afrikanischen Kontinent sendet.

Indirekte Drohung gegen Südsudan

Gestern drohte Obama den Konfliktparteien im Südsudan indirekt mit Sanktionen, sollten sie nicht bald eine friedliche Lösung für die Krise finden. Sowohl die Regierung als auch die Rebellen um den Ex-Vizepräsidenten Riek Machar hätten sich bisher „dickköpfig“ verhalten, sagte Obama nach einem Treffen mit dem äthiopischen Ministerpräsidenten Hailemariam Desalegn.

UNO: Wahlen in Burundi weder frei noch glaubwürdig

Rund eine Woche nach der Präsidentenwahl in dem ostafrikanischen Krisenland Burundi melden die Vereinten Nationen (UNO) Zweifel an der ordnungsgemäßen Durchführung der Abstimmung an. „Obwohl der Wahltag einigermaßen friedlich und angemessen durchgeführt wurde, war das Gesamtklima nicht geeignet für einen alle einbeziehenden, freien und glaubhaften Wahlprozess“, teilte die UNO-Wahlbeobachtungskommission gestern mit.

Der umstrittene burundische Staatschef Pierre Nkurunziza hatte die Wahl mit riesigem Vorsprung für sich entschieden. Damit kann der 51-Jährige, der bereits seit 2005 an der Macht ist, weitere fünf Jahre im Amt bleiben - obwohl die Verfassung nur zwei Amtszeiten vorsieht.

Aus Protest gegen Nkurunziza hatte die Opposition die Abstimmung boykottiert. Seit Ende April war es immer wieder zu blutigen Protesten wütender Regierungsgegner gekommen, die verhindern wollten, dass sich Nkurunziza um eine dritte Amtszeit bewirbt.

Iran will Differenzen mit arabischen Staaten ausräumen

Der Iran will seine politischen Probleme mit den arabischen Staaten in der Region ausräumen. „Im Jemen und in Syrien haben wir zwar Differenzen mit einigen unserer Nachbarn, aber die könnten wir in einem gemeinsamen Dialog lösen“, sagte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif gestern während eines Besuchs in Bagdad.

Der Iran nehme weiterhin die Sicherheit der anderen Staaten in der Region genauso in Betracht wie seine eigene, erklärte Sarif laut der Nachrichtenagentur Mehr. Auf der ersten Etappe seiner Golftour besuchte der Außenminister in den vergangenen drei Tagen Kuwait, Katar und Irak.

Sein Ziel ist es, mit den Golfstaaten die jüngste Atomeinigung mit den UNO-Vetomächten und Deutschland zu besprechen und eventuelle Sorgen auszuräumen. Allerdings wolle der Iran an seinem Kurs in Syrien und im Jemen sowie an der Unterstützung für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und die jemenitischen Huthi-Rebellen auch weiterhin festhalten.

Jemen: Saudis attackieren versehentlich Verbündete

Nur Stunden nach Beginn einer Feuerpause haben Kampfflugzeuge der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen offenbar versehentlich Stellungen der mit ihr verbündeten regierungstreuen Truppen attackiert. Zwölf Menschen seien getötet und mindestens 30 weitere verletzt worden, hieß es gestern aus jemenitischen Militärkreisen.

Die Angriffe ereigneten sich in der südlichen Provinz Lahdsch, wo die regierungstreuen Truppen verstärkt gegen die schiitischen Huthi-Rebellen vorgehen. Augenzeugen und regierungstreue Milizen bestätigten die Luftangriffe.

Kurz zuvor war eine humanitäre Feuerpause in Kraft getreten, die von der Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens ausgerufen worden war. Die Koalition hatte sich aber das Recht vorbehalten, auf militärische Aktivitäten sowie Bewegungen der Rebellen und deren Verbündeten zu reagieren. Die Huthis hatten sich nicht zum Einhalten der Feuerpause bereiterklärt. Zwar blieben Luftangriffe der Koalition im restlichen Land aus, Kämpfe gab es aber in der Stadt Taes und rund um die südliche Hafenstadt Aden.

Wirtschaft

Chinas Börsen wieder tief im Minus

Nach dem größten Kursrutsch seit acht Jahren setzt sich die Talfahrt an Chinas Börsen fort. Der Composite Index in Shanghai eröffnete heute mit einem Minus von vier Prozent. Der Component Index in Shenzhen verlor zu Handelsbeginn ebenfalls rund vier Prozent. Nach Ansicht von Analysten wird der Handel heute weiter nervös verlaufen.

Aus Angst, die Hilfen der Regierung zur Stabilisierung der Märkte könnten bereits wieder verpufft sein, hatte sich am Vortrag eine Panik unter Anlegern breitgemacht. Die Börse in Shanghai fuhr mit einem Minus von 8,5 Prozent den größten Tagesverlust seit Februar 2007 ein.

Wachstumsziel in Gefahr

Experten glauben zwar, dass eine ausgewachsene Finanzkrise in China weiterhin unwahrscheinlich ist. Ein anhaltendes Börsenbeben könnte sich aber auf das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde auswirken. „Wenn es der Regierung nicht gelingt, das Vertrauen in die Märkte wieder herzustellen, wird China sein Wachstumsziel von sieben Prozent bis Ende des Jahres kaum erreichen“, heißt es in einer Analyse der australischen ANZ Bank.

Radikale Eingriffe

Zuletzt hatten Chinas Aktienmärkte eine extreme Berg- und Talfahrt hingelegt: Getrieben von Privatanlegern, die im großen Stil Aktien auf Kredit kauften, war der Leitindex in Shanghai binnen eines Jahres um über 150 Prozent gestiegen. Mitte Juni begann dann ein rasanter Kurseinbruch. Innerhalb von nur 18 Handelstagen verlor der Index 32 Prozent an Wert. Mit radikalen Eingriffen gelang es der Regierung, zunächst die Kurse zu stabilisieren.

Man werde die Börse mit Zukäufen stabilisieren, teilte der Marktregulierer des Landes gestern Abend mit. Gerüchte, wonach man sich dort zurückziehe, seien falsch. Zudem werde China verstärkt gegen Marktteilnehmer vorgehen, die „bösartig Leerverkäufe auf Aktien“ vornehmen und damit auf fallende Kurse setzen würden. Schon jetzt liegen Börsengänge in China auf Eis - bei etwa 40 Prozent der börsennotierten Firmen ist der Handel mit deren Aktien ausgesetzt.

VW verkauft mehr Autos als Toyota

Volkswagen war in den ersten sechs Monaten gemessen an den Verkaufszahlen trotz der eigenen Absatzschwäche weltweit der größte Autohersteller. Europas Nummer eins überholte im ersten Halbjahr beim Absatz den japanischen Konkurrenten Toyota. Die Japaner verkauften bis Ende Juni 5,022 Millionen Fahrzeuge der Marken Toyota, Daihatsu und Hino, wie der Konzern heute in Tokio mitteilte.

Dies war ein Rückgang von 1,5 Prozent. Bei Volkswagen mit seinen zwölf Marken waren die Verkäufe im ersten Halbjahr um 0,5 Prozent auf 5,04 Millionen Fahrzeuge zurückgegangen, wie VW vor einigen Tagen mitgeteilt hatte. Beim US-Konzern General Motors, der Nummer drei weltweit, stagnierte der Absatz bei 4,8 Millionen Autos.

Großer Umbau bei Deutscher Bahn geplant

Ein groß angelegter Konzernumbau soll bei der Deutschen Bahn (DB) die Wende bringen. Neben Millioneneinsparungen wegen des zuletzt schwachen Geschäfts verlangen Verbraucherverbände aber auch einen besseren Service sowie übersichtlichere Tarife, damit Kunden etwa von der starken Fernbuskonkurrenz zur Bahn zurückkehren.

Der Aufsichtsrat des bundeseigenen Konzerns hatte gestern auf einer Sondersitzung in Berlin beschlossen, die Zahl der Vorstandsmitglieder von acht auf sechs zu verringen. Allein in ihrer Zentrale will die Bahn außerdem bis zum Jahr 2020 rund 700 Mio. Euro einsparen. Heute legt das Unternehmen seine Halbjahreszahlen vor.

Im Deutsche-Bahn-Vorstand soll es in Kürze mehrere Veränderungen geben. Neu in der Führungsriege ist ab dem 1. August etwa der frühere deutsche Kanzleramtschef Ronald Pofalla. Infrastruktur-Vorstand Volker Kefer wird zusätzlich Stellvertreter von Bahnchef Rüdiger Grube.

Schelling hält sich bei Casinos Optionen offen

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hält der Republik Österreich Optionen für die Casinos Austria offen. Den geplanten Einstieg des Glücksspielkonzerns Novomatic werde man prüfen. Dass man aber Novomativ Staatsanteile - derzeit hält die ÖBIB rund 33 Prozent - verkaufen werde, „glaube ich nicht“, sagte er gestern in der ZIB2.

Wenn man sich zu solch einem Schritt entschließen würde, werde man wohl „an einen anderen Partner verkaufen“, so Schelling. Auf die Sperrminorität wolle sich der Staat „fixieren“, sagte er, wenn er auch „grundsätzlich die Frage“ sehe, ob eine Staatsbeteiligung am Glücksspielkonzern nötig ist.

Man wolle „dabei sein“, aber das „ist nicht zwingend so“, auch hier gelte es, die Optionen zu prüfen. Was das Novomativ-Angebot betreffe, werde man dieses nun ebenfalls prüfen, sagte Schelling mit Hinweis auf das bestehende Vorkaufsrecht.

Sport

Beachvolleyball: Doppler/Horst für Heim-EM gerüstet

Nach Platz drei beim Grand-Slam-Turnier in Yokohama geht Österreichs Beachvolleyballduo Clemens Doppler und Alexander Horst mit viel Selbstvertrauen in die Heim-EM. Ab heute wird in Klagenfurt um Edelmetall gekämpft. „Wir sind unter den zehn bis zwölf Teams, die um die Medaillen spielen“, sagte Doppler. Offen ist jedoch, wie viel Kraft der Japan-Trip unmittelbar vor der EM gekostet hat. Allen Strapazen zum Trotz setzen Doppler/Horst auf den guten Lauf, den sie schon seit mehreren Wochen haben.

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Fußball: Salzburg offenbart noch Schwächen

Der Saisonstart in die Bundesliga ist am Samstag für Titelverteidiger Red Bull Salzburg mit der 1:2-Niederlage bei Aufsteiger SV Mattersburg gehörig in die Hose gegangen. Der Doublegewinner der vergangenen beiden Jahre offenbarte mit seiner neu formierten Mannschaft dabei ungewohnte Schwächen.

Unkonzentriertheit in der Defensive und fehlende Abstimmung in der Offensive brachten die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler um eine erfolgreiche Generalprobe für das Champions-League-Qualiduell mit Malmö. Die Zeit, die Mängel zu beheben, drängt.

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Bundesliga: Erfolgreicher Start der neuen Austria

Mit dem 2:0-Sieg beim Wolfsberger AC hat die umgekrempelte Wiener Austria am Sonntag einen erfolgreichen Start in die neue Bundesliga-Saison hingelegt. Die Handschrift von Neo-Trainer Thorsten Fink war dabei schon deutlich zu erkennen. „Für den ersten Spieltag war das sehr gut“, sagte der Coach über die Leistung seiner Mannschaft, warnte gleichzeitig aber auch vor zu viel Euphorie.

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Chronik

Suche nach Massengräbern in Medellin

Auf der Suche nach Dutzenden von in Massengräbern verscharrten Leichen haben in der kolumbianischen Metropole Medellin die Ausgrabungsarbeiten begonnen. Mit einer ökumenischen Feier gedachten Angehörige, Suchmannschaften und Behördenvertreter gestern der Opfer.

Bei Auseinandersetzungen zwischen den linken Guerillagruppen FARC und ELN sowie rechten Paramilitärs waren in der Siedlung Comuna 13 zwischen 1999 und 2004 zahlreiche Menschen ums Leben gekommen.

Bis zu 300 Tote vermutet

Die Staatsanwaltschaft dokumentierte die Fälle von 95 Verschwundenen. Opferverbände gehen von rund 300 Toten aus. Damit wäre die Comuna 13 eines der größten städtischen Massengräber der Welt. Bei den Ausgrabungsarbeiten müssen 24.000 Kubikmeter Schutt abgeräumt werden, wie die Zeitung „El Tiempo“ berichtete.

Im kolumbianischen Bürgerkrieg kamen bisher über 200.000 Menschen ums Leben. Seit Ende 2012 verhandeln die größte Rebellenorganisation FARC und die Regierung über die Beilegung des seit Jahrzehnten andauernden Konflikts.

Starkes Erdbeben erschüttert Indonesien

Ein starkes Erdbeben hat die Provinz Papua im Osten Indonesiens erschüttert. Das Beben der Stärke 7,0 ereignete sich heute Früh um 06.41 Uhr Ortszeit, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Demnach lag das Zentrum rund 250 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Jayapura in einer Tiefe von 52 Kilometer. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben, da sich das Beben an Land ereignete. Die Katastrophenschutzbehörde erklärte, es gebe zunächst keine Berichte über Opfer oder Schäden.

Menschen gerieten in Panik

Ein Sprecher sagte, das Beben sei vier Sekunden lang deutlich zu spüren gewesen. Bewohner seien in Panik ins Freie gerannt. Die Provinz Papua umfasst den Großteil der Westhälfte der Insel Neuguinea, deren Ostteil der unabhängige Staat Papua-Neuguinea bildet. Die teils sehr gebirgige Provinz ist überwiegend von Regenwald bedeckt und nur dünn besiedelt. Die Website Earthquake-Report warnte, wegen der steilen Berghänge seien gefährliche Erdrutsche nicht ausgeschlossen.

Indonesien liegt am Pazifischen Feuerring, an dem mehrere Erdplatten aufeinanderstoßen, und an dem es regelmäßig Erdbeben und Vulkanausbrüche gibt.

Brände in Frankreich: 10.000 Campinggäste evakuiert

Rund 10.000 Campinggäste sind in Südfrankreich vor Waldbränden in Sicherheit gebracht worden. Die Feuerwehr ließ gestern drei Campingplätze im Gebiet der Mittelmeerstadt Frejus räumen, wie die Behörden mitteilten. Verletzte gab es keine. Auf einem Campingplatz zerstörte das Feuer aber 30 Hütten, auf einem anderen zehn Hütten.

In dem zwischen Marseille und Cannes gelegenen Departement Var wüteten den Behörden zufolge drei Feuer, die von starkem Wind weiter angefacht wurden. Mehr als 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz, die aus der Luft von Löschflugzeugen unterstützt wurden.

Dagegen entspannte sich die Lage an der Atlantikküste nahe Bordeaux, wo ein Brand in den vergangenen Tagen mehr als 560 Hektar Wald zerstört hatte. Rund 600 Bewohner der Gegend, die ihre Häuser hatten verlassen müssen, konnten schrittweise zurückkehren. 300 Feuerwehrleute und zwei Löschflugzeuge waren aber weiterhin im Einsatz.

Gesundheit

Südkorea verkündet Ende von MERS-Epidemie

Zwei Monate nach dem ersten Auftreten des MERS-Virus in Südkorea hat die Regierung das Ende der tödlichen Epidemie verkündet. Die Mediziner und die Regierung seien zu dem Schluss gekommen, dass die Leute sich keine Sorgen mehr machen müssten, sagte Ministerpräsident Hwang Kyo Ahn heute vor Regierungsmitgliedern. Seit Ausbruch des Virus am 20. Mai erlagen in Südkorea 36 Menschen der Krankheit.

„Ich rufe die Öffentlichkeit auf, alle Bedenken wegen MERS abzuschütteln und ihre normalen täglichen Tätigkeiten aufzunehmen, einschließlich der Wirtschafts-, Kultur-, Freizeit- und Schulaktivitäten“, sagte Hwang bei einem Treffen mit Regierungsmitgliedern laut der Nachrichtenagentur Yonhap. Zum Höhepunkt der Epidemie waren Tausende Schulen geschlossen worden, da Eltern ihre Kinder aus Angst vor Ansteckung nicht zum Unterricht lassen wollten.

Schwere Verluste für Wirtschaft

Die südkoreanische Wirtschaft erlitt durch die Epidemie schwere Verluste. Einkaufszentren, Restaurants und Kinos verzeichneten deutliche Umsatzrückgänge, da die Menschen größere Menschenansammlungen mieden. Auch die Tourismusbranche wurde hart getroffen. So ging die Zahl der ausländischen Besucher im Juni um mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück, in den ersten zwei Juliwochen brach sie sogar um 60 Prozent ein.

Die Regierung legte ein milliardenschweres Konjunkturprogramm auf, um die unter der Epidemie leidende Wirtschaft anzukurbeln. Die Zentralbank korrigierte kürzlich zum dritten Mal dieses Jahr die Wachstumsprognose nach unten. Der Zentralbankgouverneur Lee Ju Yeol warnte, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie noch den ganzen August andauern würden, obwohl seit dem 4. Juli keine Neuinfektion mehr registriert wurde.

Fieber, Husten und Kurzatmigkeit

Insgesamt starben seit dem 20. Mai 36 Menschen am MERS-Virus in Südkorea, 186 weitere erkrankten daran. Es war der bisher schwerste MERS-Ausbruch außerhalb Saudi-Arabiens, wo das Virus bisher vor allem auftrat. Das MERS-Virus ist ein seit dem Jahr 2012 bekannter Stamm aus der Gruppe der Coronaviren. Es gilt als gefährlicherer, aber weniger ansteckender Verwandter der Atemwegserkrankung SARS, der 2003 in Asien Hunderte Menschen erlagen.

Die Erkrankung geht häufig mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit einher. Bei schweren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, auch Nierenversagen ist möglich. Bisher gibt es weder einen Impfstoff, noch eine Behandlung gegen die Krankheit.

Science

IT

Google hält Nutzer nicht mehr zu Konto bei Google+ an

Der US-Technologiekonzern Google schraubt die Bedeutung seines sozialen Netzwerks Google+ deutlich herunter. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, werden sich Nutzer von YouTube bald nicht mehr bei Google+ anmelden müssen, um auf dem Onlineportal Videos hochladen und kommentieren zu können.

Auch andere Google-Dienste sollen von dem Sozialen Netzwerk entkoppelt werden, das einst als Facebook-Konkurrent gestartet wurde, aber hinter den Erwartungen zurückblieb.

„Leute haben uns gesagt, dass der Zugang zu allen Google-Sachen mit einem Nutzerkonto das Leben deutlich einfacher macht“, schrieb Google-Manager Bradley Horowitz auf dem Firmenblog. „Aber wir haben auch gehört, dass es nicht sinnvoll ist, dass das Profil bei Google+ die Identität für alle anderen Google-Produkte sein muss.“ Der Konzern hatte sein Soziales Netzwerk im Sommer 2011 gestartet.

Kultur

Ai Weiwei darf offenbar nach Deutschland reisen

Jahrelang haben die chinesischen Behörden den regierungskritischen Künstler Ai Weiwei am Verlassen seiner Heimat gehindert - jetzt hat er offenbar ein Visum zur Einreise nach Deutschland erhalten. Das bestätigte der Künstler gestern laut AFP in Peking, ohne Details zu nennen. Vergangene Woche hatte Ai der „New York Times“ gesagt, er werde nach Erhalt eines Visums nach Deutschland reisen.

Der weltweit bekannteste chinesische Künstler war 2011 für 81 Tage im Zuge einer landesweiten Aktion gegen Dissidenten festgenommen worden. Seinen Pass behielten die Behörden danach ein. Werke von Ai wurden seither zwar dennoch weltweit gezeigt, der Künstler selbst konnte bei den Ausstellungen jedoch nicht anwesend sein. Auch in Berlin wurde die Ausstellung „Evidence“ im vergangenen Jahr von Ais Mitarbeitern aufgebaut, der Künstler durfte nicht einmal zur Eröffnung anreisen.

Die chinesischen Behörden überdachten offenbar ihre rigide Haltung im Umgang mit Ai: Erst vor wenigen Tagen hat er in Peking seinen Pass zurückbekommen, der ihm vier Jahre zuvor entzogen worden war. Ob Ai mit seinem Pass und Visum nun frei reisen kann, ist allerdings unklar. Viele chinesische Dissidenten wurden schon bei dem Versuch, das Land zu verlassen, auf dem Flughafen festgenommen. Anderen wurde nach der Ausreise die Rückkehr verweigert.