Ausland

USA entsenden weitere 350 Soldaten in den Irak

US-Präsident Barack Obama hat die Entsendung von 350 zusätzlichen US-Soldaten in den Irak angeordnet. Die Militäreinheiten sollen in der irakischen Hauptstadt Bagdad für den Schutz von diplomatischen Einrichtungen und diplomatischem Personal zuständig sein, wie das Weiße Haus in Washington mitteilte.

Seit mehreren Wochen fliegt die US-Luftwaffe Einsätze gegen Stellungen der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) im Norden Iraks.

Ukraine: Flughafen von Donezk vor Eroberung

Die Rebellen in der Ostukraine stehen nach eigener Darstellung kurz vor der Eroberung des Flughafens Donezk. „Der Flughafen ist zu 95 Prozent unter unserer Kontrolle“, sagte ein Befehlshaber der Aufständischen, Alexander Timofejew, gestern.

Nur einige verbliebene ukrainische Soldaten müssten noch vertrieben werden. „Die ukrainische Armee zieht sich zurück. Es ist mehr eine Flucht“, sagte Timofejew. Die ukrainischen Streitkräfte hatten den Flughafen erst vor zwei Monaten nach einer eigenen Offensive unter ihre Kontrolle gebracht. Am Montag gaben Regierungstruppen den Flughafen in der anderen von Rebellen kontrollierten Großstadt Lugansk auf.

Nigeria: Soldaten und Zivilisten fliehen vor Boko Haram

Die radikalislamische Sekte Boko Haram hat Augenzeugen zufolge im Nordosten Nigerias die strategisch bedeutsame Stadt Bama erobert und die Armee in die Flucht geschlagen. Tausende Zivilisten und sämtliche Soldaten seien vor den Extremisten geflohen und hätten die Stadt verlassen, berichteten Bewohner gestern.

Zwar bestritt die Armee eine Niederlage in Bama und sprach vielmehr vom „Sieg“ über die Aufständischen, denen „schwere Verluste“ beigefügt worden seien. Augenzeugen versicherten jedoch übereinstimmend das Gegenteil.

Einer von ihnen berichtete sogar, ein Kampfflugzeug habe versehentlich die eigenen Truppen in deren belagertem Militärstützpunkt bombardiert und die Streitkräfte damit entscheidend geschwächt. Experten befürchten nun, dass die Extremisten auch auf die 70 Kilometer entfernte Stadt Maiduguri vorrücken und den gesamten Bundesstaat Borno sowie dessen Nachbarregionen unter ihre Kontrolle bringen.

EU: Juncker bekommt niederländischen „Superkommissar“

Der niederländische Außenminister Frans Timmermans ist als Kandidat für die EU-Kommission nominiert worden und soll Medienberichten zufolge zum zweitmächtigsten Mann in Brüssel aufsteigen.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte verkündete die Personalie gestern und gab als Ziel „ein wichtiges Portfolio“ für den 53-jährigen Sozialdemokraten an.

Im Tandem mit Juncker

Medienberichten zufolge soll Timmermans eine Art „Superkommissar“ und Stellvertreter des designierten Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker werden. Nicht nur in Timmermans’ Heimat gingen Journalisten davon aus, dass der Außenminister ein Wirtschaftsressort zugeteilt bekommt.

Die „Stuttgarter Zeitung“ berichtete, der frühere Staatssekretär für europäische Angelegenheiten solle als Vizepräsident der Kommission mit deren institutioneller Reform betraut werden. Juncker wolle mit Timmermans „ein Tandem bilden“ und den Niederländer noch vor der künftigen EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini zur Nummer zwei in Brüssel machen.

Saudi-Arabien: 88 Terrorverdächtige festgenommen

Nach monatelangen Ermittlungen hat die Polizei in Saudi-Arabien 88 Terrorverdächtige festgenommen. Wie der Sender al-Arabija gestern unter Berufung auf das Innenministerium in Riad berichtete, werden den mutmaßlichen Extremisten konkrete Anschlagspläne im In- und Ausland zur Last gelegt.

Die Islamisten hatten demnach auch Kontakt zu ausländischen Terrorgruppen. 59 Beschuldigte seien bereits wegen ähnlicher Vergehen in Haft gewesen. Bei Razzien seien insgesamt sechs verschiedene Terrorzellen in vier Regionen aufgeflogen. Dem Bericht zufolge sind 84 der 88 Verdächtigen Staatsbürger des sunnitisch-konservativen und autoritär regierten Königreichs.

Nach Protesten: Regierung im Jemen entlassen

Der jemenitische Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi hat gestern die Regierung entlassen. Hintergrund sind die fortwährenden Proteste schiitischer Huthi-Rebellen. Zudem habe Hadi eine von der Regierung angeordnete Kürzung von Benzinsubventionen teilweise wieder aufgehoben, wie die jemenitische Nachrichtenseite Mareb Press berichtete.

Der Präsident hat damit die beiden Hauptforderungen von Huthi-Rebellen erfüllt, die seit zwei Wochen in Sanaa demonstrieren. Rund 30.000 Anhänger des schiitischen Volksstammes haben Protestlager an den großen Zufahrtsstraßen in die Hauptstadt errichtet.

Am Sonntag hatte Huthi-Anführer Abdelmalik al-Huthi seine Anhänger zu zivilem Ungehorsam aufgerufen. Präsident Hadi will nach Angaben von Mareb Press binnen einer Woche eine neue Regierung bilden.

Inland

Nationalrat: Misstrauensantrag abgelehnt

Der Nationalrat hat gestern Abend erwartungsgemäß den Misstrauensantrag der Freiheitlichen gegen die gesamte Bundesregierung abgelehnt. Trotz aller Kritik verzichteten selbst die anderen Oppositionsfraktionen darauf, das gerade erst umgebildeten Kabinett sofort mit einen Vertrauensentzug zu bestrafen.

Im Laufe der gesamt achtstündigen Debatte hatten sich sämtliche neuen Regierungsmitglieder sowie jene, die ihre Ämter gewechselt haben, zu Wort gemeldet. Der neue Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) bekannte sich dabei zum Breitbandausbau und gab als Ziel aus, Österreich als Innovationsland zu positionieren.

Der neue Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) will sich um eine „gute, zukunftsfähige Balance“ von Freiheit, sozialer Verantwortung und Ökologie bemühen, abseits von „Ideologien und Partikularinteressen“.

Asyl: Bundesländer versprechen 425 neue Plätze

Die Bundesländer wollen im September 425 neue Plätze für Flüchtlinge schaffen. Darauf haben sie sich gestern beim Asylkoordinationsrat in Wien verständigt, wie der Vorsitzende der Landeshauptleute-Konferenz, Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), in einer Aussendung mitteilte.

„Die Bundesländer unterstreichen damit, wie ernst sie ihre Verantwortung gegenüber hilfe- und schutzsuchenden Menschen nehmen“, so Kaiser. Er sieht nun Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) gefordert, das bereits angekündigte neue Flüchtlingskonzept unter Einbindung der Länder und der Flüchtlingsorganisationen zu erarbeiten. Die Ressortchefin müsse eine „tragfähige Lösung“ erreichen, die die Länder und Gemeinden „nicht überfordert“, so der Landeshauptmann.

Kaiser und Mikl-Leitner hatten Anfang August vereinbart, dass bis zur Konferenz der Flüchtlingsreferenten der Länder am 23./24. September in Kärnten ein Detailkonzept erarbeitet wird.

Wirtschaft

Tesla-Aktie auf Rekordhoch

Der Elektroautobauer Tesla ist im Höhenflug - zumindest an der Börse. Die Kaufempfehlung des bekannten Branchenexperten James Albertine vom Investmenthaus Stifel Nicolaus ließ den Aktienkurs gestern im New Yorker Handel um mehr als fünf Prozent bis auf ein Rekordhoch von fast 285 Dollar klettern.

Tesla ist damit an der Börse etwas mehr als 35 Milliarden Dollar (rund 27 Mrd. Euro) wert. Seit Jahresbeginn hat die Tesla-Aktie ein Plus von 85 Prozent verbucht, obwohl das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk Verluste macht.

Albertine setzte ein neues Preisziel von 400 Dollar und befeuerte die Börsenrallye damit weiter. Tesla habe sich eine attraktive Nische gesucht, sagte Albertine dem TV-Sender CNBC. „Und die Konkurrenz ist meilenweit entfernt.“

„Deepwater Horizon“: Halliburton zahlt 1,1 Mrd. Dollar

Der US-Konzern Halliburton erhält mehr als vier Jahre nach der Explosion der Ölplattform „Deepwater Horizon“ die Rechnung für die Katastrophe im Golf von Mexiko. Das Unternehmen wird eine Entschädigung von 1,1 Milliarden Dollar (838 Mio Euro) zahlen, wie es gestern mitteilte. Halliburton, das an den Bohrarbeiten auf der Plattform beteiligt war, entgeht durch die Zahlung einer Sammelklage.

Das Geld soll an Fischer und andere Opfer der Katastrophe fließen. Im April 2010 war die im Auftrag des britischen Ölriesen BP betriebene Plattform im Golf von Mexiko vor der US-Küste explodiert. Es kamen elf Arbeiter ums Leben. Über Monate strömten große Mengen Öl aus und verseuchten die US-Golfküste. BP hatte sich mit Privatklägern schon 2012 auf eine Entschädigung über 7,8 Milliarden Dollar geeinigt.

US-Spitzenpolitiker Cantor geht an Wall Street

Der US-Spitzenpolitiker Eric Cantor wechselt in die Finanzbranche. Die Investmentbank Moelis & Co. hat den ehemaligen Mehrheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus als Vizechef und Mitglied des Verwaltungsrats verpflichtet, wie das Unternehmen gestern mitteilte.

Schlappe gegen „Tea-Party“

Cantor hatte auf politischer Ebene zuletzt eine heftige Schlappe erlitten. Nach einer Niederlage gegen einen Vertreter der radikalen „Tea-Party“ bei einer parteiinternen Vorwahl kann er nach fast 14 Jahren im Abgeordnetenhaus nicht bei der kommenden Kongresswahl antreten.

Bei Moelis setzt man nun auf Cantors in 25 Jahren Politikerkarriere aufgebauten Lobbyeinfluss. Laut einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht SEC lässt sich die Investmentbank das einiges kosten: Cantor erhält ein jährliches Grundgehalt in Höhe von 400.000 Dollar und eine Antrittsgage von insgesamt etwa 1,4 Millionen Dollar.

Sport

Fußball: Alaba hungrig nach Teamerfolgen

Für David Alaba und seine Teamkollegen ist klar: Sie wollen zur EM 2016 in Frankreich. „Wir haben viel vor. Wir haben uns Ziele gesetzt. Das erste davon ist Schweden“, sagte der 22-jährige Wiener vor dem Qualiauftakt gegen die Skandinavier am Montag.

Hungrig nach Erfolgen im ÖFB-Team ist auch Zlatko Junuzovic, der bei Werder Bremen zuletzt mit starken Leistungen aufzeigte. Nicht nur deshalb ist er zuversichtlich: „Wir haben einige Routiniers, eine gute Mischung. Es ist wichtig, dass jeder auf dem Feld Verantwortung übernehmen kann.“

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US Open: 17-jährige Bencic unsanft gestoppt

Nach ihren überraschenden Erfolgen gegen Angelique Kerber und Jelena Jankovic hat die erst 17-jährige Belinda Bencic den Einzug ins Semifinale der US Open verpasst. Die Chinesin Peng Shuai stoppte den Erfolgslauf der Schweizerin sogar unsanft - nur drei Games gewann der Schweizerin, die als jüngste Spielerin seit ihrer Landsfrau Martina Hingis 1997 ins Viertelfinale des letzten Grand Slam-Turniers des Jahres eingezogen war. Für US-Titelverteidigerin Serena Williams dagegen dürfte der Weg zum nächsten Sieg frei sein.

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Chronik

Spanien: Eltern von krebskrankem Buben kommen frei

Die in Spanien festgenommenen Eltern eines fünf Jahre alten krebskranken Kindes kommen frei. Richter Fernando Abreu habe am Nationalen Gerichtshof in Madrid gestern die „sofortige Freilassung“ des Ehepaars aus der Auslieferungshaft angeordnet, berichteten Medien unter Berufung auf Justizkreise.

Wenige Stunden zuvor hatte die Staatsanwaltschaft in Großbritannien einen internationalen Haftbefehl gegen die Eltern aufgehoben. Sie sollten den Angaben zufolge noch in der Nacht freikommen.

Das Ehepaar hatte seinen Sohn vergangene Woche ohne Einverständnis der Ärzte aus einem englischen Krankenhaus nach Spanien gebracht, weil es mit der Therapie seines Hirntumors unzufrieden war. In Spanien waren die Eltern am Samstag festgenommen worden.

Kasachstan: Behälter mit Cäsium-137 verschwunden

In Kasachstan ist nach Angaben der Behörden ein Behälter mit der radioaktiven Substanz Cäsium-137 verschwunden. Wie die Polizei in der westlichen Region Mangistau gestern mitteilte, wird der rund 50 bis 60 Kilogramm schwere Container schon seit dem vergangenen Mittwoch vermisst.

Demnach fiel er offenbar von einem Fahrzeug, das ihn transportierte. Woher das Material stammt, blieb zunächst unklar.

Die Behörden warnten Unbefugte davor, den Behälter zu öffnen. Demnach war auch das Militär an der Suche nach der Substanz beteiligt. Cäsium-137 wird für medizinische, aber auch für militärische Zwecke genutzt. Allerdings kann schon allein der direkte Kontakt mit dem strahlenden Material zu schweren Krankheiten bis hin zum Tod führen.

Türkische F-16 abgestürzt - Piloten gerettet

Ein türkisches Kampfflugzeug vom Typ F-16 ist einem Medienbericht zufolge beim Landeanflug auf die Luftwaffenbasis im südosttürkischen Diyarbakir abgestürzt. Die beiden Piloten hätten sich mit Schleudersitzen retten können, meldete die Nachrichtenagentur Dogan gestern.

Sie seien auf einem Trainingsflug mit dem Kampfjet aus amerikanischer Produktion gewesen. Das Flugzeug sei nach einem technischen Defekt auf die Landepiste gestürzt. Auch zivile Flüge nach Diyarbakir seien nach dem Unfall vorübergehend ausgesetzt worden.

Kultur

Haselsteiner übernimmt Sammlung Essl

Die Kunstsammlung von bauMax-Gründer Karlheinz Essl scheint gerettet: Die Privatstiftung des Industriellen Hans Peter Haselsteiner übernimmt die Sammlung. Eine Sprecherin bestätigte entsprechende Medienberichte. Essl hatte die Tausenden Kunstwerke zur Rettung seiner maroden Baumarktkette ursprünglich der Republik zum Kauf angeboten, diese lehnte aber ab. 100 Millionen Euro sollen nun an die Gläubigerbanken gehen, einige wertvolle Werke werden schon im Oktober versteigert.

Mehr dazu in Kauf über Privatstiftung

Lutz Seiler: Die Schatzinsel des Literaten

„Die wahre Freiheit, Ed, keimt in der Unfreiheit.“ So lautet das zentrale Zitat aus dem ersten, lange erwarteten Roman von Bachmann-Preisträger Lutz Seiler. Er lässt die Welt der Gescheiterten, der Dissidenten, der Punks, Philosophen und Poeten zu DDR-Zeiten auferstehen. Auf der Insel Hiddensee treffen der Saisonarbeiter Kruso und der Literaturstudent Ed aufeinander. Man schreibt das Jahr 1989. Während die große Geschichte da draußen explodiert, löst sich die Welt der Inselbewohner auf. Seiler ist ein sprachlich ungemein dichter Roman gelungen, der das Zeug zum Klassiker hat - trotz einiger Ungereimtheiten.

Mehr dazu in Ein Buch über „die wahre Freiheit“

Plagiatsvorwurf gegen Oscar-prämierten „The Artist“

Der Oscar-prämierte Stummfilm „The Artist“ soll teilweise ein Plagiat sein. Gegen den Regisseur Michel Hazanavicius und den Produzenten Thomas Langmann hat Drehbuchautor Christophe Valdenaire vor einem Pariser Gericht Klage eingereicht. Der Erfolgsfilm habe große Ähnlichkeit mit einem seiner Drehbücher, sagte der 1972 geborene Valdenaire nach Angaben des Infoportals Hexagones.fr.

Den Angaben zufolge habe er rund 20 plagiatverdächtige Szenen entdeckt, die Ähnlichkeiten zu Passagen aus seinem zwischen 1998 und 2009 geschriebenen Drehbuch für einen Stummfilm in Schwarz-Weiß aufweisen sollen. Hazanavicius reagierte auf die Vorwürfe gelassen: Er habe ein glasklares Gewissen.

„The Artist“ war mit mehr als 30 Filmpreisen weltweit erfolgreich. 2012 gewann er fünf Oscars, unter anderem den als bester Film.

Medien

ITAR-TASS firmiert wieder unter Namen aus Sowjetzeit

22 Jahre nach ihrer Umbenennung hat die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS wieder ihren Namen aus Sowjetzeiten angenommen: TASS. Das Unternehmen führe das alte Markenzeichen wieder ein, weil es weltbekannt sei und Erkennungswert besitze, teilte Generaldirektor Sergej Michajlow in Moskau am Rande von Feiern zum 110. Gründungstag der Agentur mit.

Im Unterschied zu früher stehe TASS aber nicht als Abkürzung für „Telegrafenagentur der Sowjetunion“, betonte Michajlow. Es handle sich um ein Markenzeichen ohne Entzifferung. 1992 hatte sich TASS den Beinamen ITAR gegeben, eine Abkürzung für „Informations-Telegrafenagentur für Russland“.

Deutscher Journalist Adolf Theobald gestorben

Der deutsche Journalist Adolf Theobald, Gründer der legendären Jugendzeitschrift „twen“ und des Wirtschaftsmagazins „Capital“, ist tot. Theobald, der auch Chefredakteur von „Geo“ und Geschäftsführer des Spiegel-Verlags war, starb am Montag mit 84 Jahren in Berlin, wie seine Ehefrau gestern laut dpa bestätigte.

Theobald galt als einer der profiliertesten Blattmacher Deutschlands. Nach einem Volontariat beim „Rheinischen Merkur“ gründete er 1956 das Studentenmagazin „Perspektiven“ in Köln. 1959 schuf er mit dem Grafiker Willy Fleckhaus die Jugendzeitschrift „twen“, mit der er den Zeitgeist der 60er- und 70er-Jahre einfing. Das Blatt wurde Vorbild für spätere Jugendtitel wie „Tempo“ oder „Neon“.

Theobald war fast zehn Jahre Chefredakteur bei „Capital“ und gehörte später auch den Vorständen von Gruner + Jahr und Ringier an.

Religion

Erste Rabbinerordination in Breslau seit 1939

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg sind in der polnischen Stadt Breslau (Wroclaw) vier reformjüdische Rabbiner und drei Kantoren in ihr Amt eingeführt worden. Sie hatten das Abraham-Geiger-Kolleg der deutschen Universität Potsdam absolviert. Mit der ersten Ordinationsfeier im Ausland knüpft das Kolleg an die Wurzeln des Reformjudentums in Breslau an: Hier wurde 1854 das Jüdisch-Theologische Institut gegründet, an dem auch Abraham Geiger studierte, der Namensgeber des Instituts, dessen Absolventen in aller Welt arbeiten.

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Science

Leute

Hollandes Ex-Lebensgefährtin rechnet mit Buch ab

Dieses Buch dürfte einschlagen wie eine Bombe: Frankreichs Ex-Premiere-Dame Valerie Trierweiler veröffentlicht ein Buch über ihre Zeit mit Staatschef Francois Hollande. Das 320 Seiten lange Werk sei ein „Schrei nach Liebe und zugleich ein langsamer Abstieg in die Hölle, ein Eintauchen in die Intimität eines Paares“, schrieb das Magazin „Paris Match“.

Das Magazin, für das die Journalistin Trierweiler arbeitet, wird im Voraus Auszüge des Buches mit dem Titel „Merci pour ce moment“ (deutsch: „Danke für diese Zeit“) veröffentlichen. „Alles, was ich schreibe, ist wahr“, heißt es laut „Paris Match“ im Einband des Buches.

Die 49-jährige Trierweiler schrieb das Buch „Paris Match“ zufolge unter „größter Geheimhaltung“. Allerdings hatte sie schon Ende Jänner angedeutet, ein Buch über ihre Zeit im Elysee-Palast schreiben zu wollen - wenige Tage nachdem sich Hollande nach Bekanntwerden seiner Liebesaffäre mit der Schauspielerin Julie Gayet von ihr getrennt hatte.

FBI ermittelt nach Nacktfotodiebstahl

Nachdem Dutzende Nacktfotos von Prominenten wie Jennifer Lawrence, Rihanna und Kirsten Dunst im Internet aufgetaucht sind, ist die Diskussion über die Sicherheit von Daten in Cloud-Diensten neu entbrannt. Vor allem das Fehlen einer wirksamen Verschlüsselung wird kritisiert. Im aktuellen Fall wird ein inzwischen behobenes Sicherheitsleck in Apples iCloud als Einfallstor hinter dem Onlineangriff vermutet. Der US-Konzern prüft derzeit die Sicherheit seiner Systeme. Auch das FBI fahndet inzwischen nach den Tätern.

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