Inland

Flüchtlinge: Mikl-Leitner pocht auf Lösung auf EU-Ebene

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) pochte angesichts der jüngsten Entwicklungen in der Flüchtlingsfrage erneut auf eine Lösung auf EU-Ebene. Ein erster Schritt müsse nun sein, dass die Situation in den Flüchtlingslagern in der Krisenregion massiv verbessert werden, sonst werde sich an der Lage nichts ändern, so die Ministerin heute in einer Aussendung.

Wer meine, dass das Problem mit einem Ausstieg aus der EU oder einem Stacheldrahtzaun rund um Österreich gelöst werden könne, der irre, so Mikl-Leitner weiter. Stattdessen brauche es nun „mehr Europa“. Bis jetzt hätten etwa zehn Flüchtlinge in Österreich um Asyl angesucht, die anderen Menschen wollen weiter, vorwiegend nach Deutschland.

Kurz: Dublin-Regeln gelten weiter

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sagte unterdessen beim EU-Außenministertreffen in Luxemburg, das Dublin-System gelte nach wie vor. Die EU brauche einen „effizienten, fairen und dauerhaften Mechanismus innerhalb der EU zur Lastenteilung in Hinblick auf Asylbewerber und Flüchtlinge in Europa“, so Kurz. Er warnte unter Berufung auf Angaben der mazedonischen Regierung vor zurückkehrenden Syrien-Kämpfern unter den Flüchtlingen.

SPÖ steckt bei Themenrat Positionen zu Bildung ab

Beim ersten Themenrat debattierte die SPÖ in Wien heute neben der Flüchtlingsfrage vor allem das Thema Bildung. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) geht davon aus, dass das Gymnasium noch eine Weile bleiben werde.

Sie habe auch nichts dagegen, lieber sei ihr jedoch eine gemeinsame Schule, auch wenn der Fokus in der SPÖ derzeit eindeutig auf der verschränkten Ganztagsschule, die bis in die Abendstunden offen hat, liege. Darin umzusetzen wäre dann auch die von allen Seiten gewünschte tägliche Turnstunde. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) selbst kritisierte indirekt die ÖVP, die nicht wolle, dass jeder den gleichen Zugang zur Bildung habe.

Spitze gegen Niessl

Die auch innerhalb der SPÖ umstrittene Frage, wie die Schulverwaltung organisiert sein soll, also Zentralisierung oder Verländerung wurde in den Referaten mehr oder weniger beiseite gelassen. Heinisch-Hosek begrüßte das Ausscheiden des burgenländischen Landeshauptmanns Hans Niessl (SPÖ) aus der Bildungsreformgruppe der Koalition, das habe der Diskussion „ganz gut getan“.

Dass die Flüchtlingsfrage auch in den Wien-Wahlkampf hineinspielt, machte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) in seinem Redebeitrag klar. Versichert wurde sowohl von Häupl als auch von der Bildungsministerin, dass für jedes nach Österreich geflohene Kind ein Pflichtschulplatz zu Schulbeginn vorhanden sein werde. Zudem habe man sich in Wien entschlossen, als Projekt ein Jugendcollege zu starte, das den jungen Flüchtlingen Deutschlernen und eine Berufsausbildung anbiete.

71 Tote auf A4: Polizei deckt ähnlichen Fall auf

Die Polizei hat im Zuge der Ermittlungen zum Fund von 71 Leichen in einem Lkw in Parndorf (Bgld.) einen ähnlich gelagerten Fall aufgedeckt. Jene Schlepper, die wegen des Todes der Flüchtlinge in Haft sitzen, sollen 81 Personen in einem baugleichen Fahrzeug über die ungarische Grenze nach Österreich gebracht haben.

Den Flüchtlingen sei es gelungen, die Seitentüren des Kühllasters aufzubrechen, was ihnen das Leben gerettet habe. Das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ meldete unterdessen, dass die Schlepperbande noch weitere Fahrzeuge angekauft habe.

Mehr dazu in Flüchtlinge brachen Seitentüren auf

Medien

Ausland

Snowden kritisiert Zensur in Russland

Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat die Beschränkung der Meinungsfreiheit in Russland kritisiert. Vor allem die zunehmende Kontrolle des Internets in seinem Asylland sei „enervierend und enttäuschend“, sagte Snowden heute per Videoschaltung bei einer Preisverleihung in Norwegen.

Die russische Regierung versuche, „immer mehr die Gedanken der Menschen zu kontrollieren“, so Snowden. Auch ins Privatleben wolle der Staat eingreifen und unter anderem „entscheiden, welches die richtige Art ist, wie Menschen sich gegenseitig ihre Liebe erklären“. Snowden wurde in Mölde mit dem Björnson-Preis für Meinungsfreiheit ausgezeichnet.

Asyl in 21 Ländern beantragt

Snowden erinnerte zugleich daran, dass es nicht seine Entscheidung gewesen sei, nach Russland zu gehen. Er sei nur in Moskau auf der Durchreise gewesen. „Leider wurde mein Pass eingefroren, er wurde von den USA annulliert.“ Er habe in 21 Ländern Asyl beantragt, sagte Snowden, „sie sind alle still geblieben.“ Russland sei einer der letzten Staaten gewesen, bei denen er damals angefragt habe.

Snowden hatte als externer IT-Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA Dokumente über die weltweiten Überwachungsprogramme an sich gebracht und über Journalisten veröffentlichen lassen. Das brachte das riesige Ausmaß der weltweiten US-Spähaktivitäten ans Licht. In seiner Heimat droht Snowden ein Prozess wegen Spionage und Geheimnisverrats.

Sechs Tote nach Drusen-Angriff auf syrischen Militärposten

Bei einem Angriff von Mitgliedern der drusischen Minderheit auf einen Regimeposten sind im Süden Syriens sechs Sicherheitskräfte getötet worden. Die Gewalt in der Stadt Suwaida brach als Reaktion auf zwei Bombenanschläge von gestern aus.

Die Bomben hatten in dem Ort einen hohen drusischen Geistlichen und 27 weitere Menschen in den Tod gerissen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute meldete.

Scheich und Milizengründer getötet

Der getötete Scheich Wahid Balus war als Kritiker des Regimes von Präsident Baschar al-Assad bekannt. Er hatte zugleich eine drusische Miliz gegründet, die die Region gegen radikale Rebellen verteidigen soll. Die von vielen Drusen bewohnte Provinz Suwaida wird vom Regime kontrolliert, seine Gegner sind aber nähergerückt.

Nach den Anschlägen zogen Dutzende Menschen in Suwaida auf die Straße und protestierten vor Regierungsgebäuden, wie die Menschenrechtsbeobachter weiter erklärten. Sie zündeten Autos an und zerstörten eine Statue des früheren syrischen Machthabers Hafez al-Assad, Vater des heutigen Präsidenten.

Die religiöse Minderheit der Drusen macht etwa drei Prozent der Bevölkerung aus. Sie stand seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 an der Seite Assads, ist aber zuletzt etwas vom ihm abgerückt. So verweigerten Drusen den Militärdienst in der syrischen Armee.

Frankreich erwägt Luftangriffe gegen IS in Syrien

Frankreich erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, sich an Luftangriffen auf die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zu beteiligen. Präsident Francois Hollande habe darüber gestern mit seinem Verteidigungsstab beraten, berichtete die Zeitung „Le Monde“ (Samstag-Ausgabe) unter Berufung auf eine ungenannte hochrangige Quelle.

Die Regierung lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab und verwies darauf, dass Hollande sich dazu am Montag auf einer Pressekonferenz äußern werde. Laut Bericht schwenkt die französische Regierung angesichts der jüngsten Entwicklungen in der Flüchtlingsfrage in ihrer Politik um.

Frankreich hatte sich als erstes Land der von den USA angeführten Allianz angeschlossen, die den IS im Irak aus der Luft bekämpft, lehnte eine Ausdehnung des Einsatzes auf Syrien aber mit der Begründung ab, sie fürchte durch die Bekämpfung des IS eine Stärkung von Präsident Baschar al-Assad. Stattdessen versorgt Frankreich die Rebellengruppe mit Waffen.

Lage in Ukraine trotz Verstößen gegen Waffenruhe stabil

Trotz einzelner Verstöße gegen die Waffenruhe ist die Lage im ostukrainischen Kriegsgebiet Donbass nach Darstellung der Konfliktparteien weitgehend stabil. An der Front werde nicht mehr geschossen, sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko Medien zufolge heute in Kiew. Eine am Dienstag verkündete Waffenruhe zeige Wirkung.

In der Ukraine begann heute offiziell der Wahlkampf - allerdings unter Ausschluss des Kriegsgebiets. Am 25. Oktober sollen in dem Land neue kommunale Parlamente und Bürgermeister gewählt werden. Die prorussischen Separatisten wollen gegen den Widerstand der ukrainischen Regierung am 18. Oktober und am 1. November eigene Kommunalwahlen abhalten.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Staatschef Poroschenko hatte in den konfliktnahen Regionen und insbesondere in der Stadt Mariupol für den Wahlkampf verschärfte Sicherheitsvorkehrungen angeordnet. In der Region gab es Berichte über vereinzelte Schüsse.

Laut Separatistenführer Alexander Sachartschenko könnte kommende Woche eine Vereinbarung über den Abzug von Waffen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk mit einem Kaliber von unter 100 Millimetern unterzeichnet werden. Danach könne über weitere Schritte zur Umsetzung der Minsker Friedensvereinbarungen verhandelt werden, sagte er.

Homo-Paar in Kentucky getraut - Amtsleiterin bleibt in Haft

Das Standesamt im US-Bundesstaat Kentucky, dessen Chefin wegen ihres Widerstands gegen die Homo-Ehe in Beugehaft sitzt, hat erstmals einem homosexuellen Paar einen Trauschein ausgestellt.

Wie der örtliche Fernsehsender WKYT berichtete, ließen sich James Yates und William Smith gestern in Rowan County trauen - nachdem sie das zuvor mehrfach vergeblich versucht hatten.

Amtsleiterin wegen Weigerung verhaftet

Standesamtsleiterin Kim Davis hatte gleichgeschlechtlichen Paaren zuvor den Trauschein verweigert und sich damit einer Entscheidung des Supreme Court widersetzt, der die Homo-Ehe überall in den USA erlaubt hatte.

Am Donnerstag wurde Davis aus dem Gerichtssaal abgeführt, nachdem die evangelikale Christin dem Richter gegenüber angegeben hatte, eine Trauung gleichgeschlechtlicher Paare verstoße gegen ihren Glauben.

Bundesrichter David Bunning schickte sie deshalb in Beugehaft. Die 49-Jährige soll erst freikommen, wenn sie sich an die Anordnung hält, auch Trauscheine für schwule und lesbische Paare auszustellen.

Wie die Mutter, so der Sohn

In seinem Urteil hatte Bunning zudem Davis’ Stellvertreter angewiesen, ab sofort gleichgeschlechtliche Paare zu trauen. Wie der Sender WKYT berichtete, willigten fünf ihrer sechs Stellvertreter ein - nur Davis’ Sohn widersetzte sich der Anordnung des Richters.

Davis’ Ehemann Joe erklärte, seine Frau sei bereit, „so lange wie nötig“ im Gefängnis zu bleiben. Ihr Anwalt ergänzte, Davis’ habe auch nicht die Absicht zurückzutreten. Zugleich werde sie aber niemals „gegen ihren Glauben verstoßen und ihren Gott verraten“. Sie sei bereit, für beide Entscheidungen die Konsequenzen zu tragen.

Historisches Urteil

In einem historischen Urteil hatte der Supreme Court Ende Juni die Homo-Ehe überall in den Vereinigten Staaten erlaubt. Die Obersten Richter erklärten Verbote von gleichgeschlechtlichen Eheschließungen in einer Reihe von Bundesstaaten für verfassungswidrig.

Der Widerstand gegen die Homo-Ehe ist in konservativ geprägten Gegenden im Mittleren Westen und im Süden der USA aber weiter groß. Kentuckys Gouverneur hatte im Juli alle Standesbeamten in seinem Bundesstaat angewiesen, sich dem Urteil zu fügen. Davis setzte sich über die Anordnung hinweg und berief sich dabei auf ihren christlichen Glauben.

Clinton bedauert Nutzung privater E-Mail-Adresse

Die demokratische US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat die alleinige Nutzung eines privaten E-Mail-Kontos während ihrer Zeit als Außenministerin bedauert. „Das war nicht die beste Entscheidung“, sagte sie gestern in einem Interview mit dem Fernsehsender MSNBC.

Clinton weigerte sich allerdings, sich für ihr Vorgehen zu entschuldigen. Mit der Nutzung einer privaten E-Mail-Adresse habe sie nicht gegen die Gesetze verstoßen.

30.000 E-Mails ausgehändigt

Clinton gilt als Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten, ihr Wahlkampf wird durch die Affäre aber überschattet. Die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton hatte im März zugegeben, als Außenministerin nur eine private E-Mail-Adresse verwendet zu haben.

Rund 30.000 E-Mails aus dieser Zeit händigte sie an das Außenministerium aus. Die Schriftstücke sollen bis Januar komplett gesichtet und soweit zulässig veröffentlicht werden.

30.000 weitere gelöscht

Gut 30.000 weitere E-Mails, die angeblich privater Natur waren, ließ Clinton löschen. Die oppositionellen Republikaner werfen ihr vor, die private Adresse benutzt zu haben, um ihre Korrespondenz unter Verschluss zu halten. Clinton erklärte dagegen, sie habe das aus Bequemlichkeit getan, um ein einziges Smartphone benutzen zu können.

„Am Ende des Tages tut es mir leid, dass das die Leute verwirrt und eine Menge Fragen aufgeworfen hat“, sagte Clinton zu MSNBC. „Aber es gibt Antworten auf all diese Fragen, und ich werde diese Antworten weiter geben.“

Das US-Justizministerium untersucht, ob durch Clintons E-Mail-Nutzung möglicherweise geheime Informationen preisgegeben worden seien. Hunderte E-Mails wurde mittlerweile rückwirkend als vertraulich eingestuft.

Wirtschaft

Medien: Piech gegen Winterkorn als VW-Aufsichtsratschef

Patriarch Ferdinand Piech hat Medienberichten zufolge einen Wechsel von Konzernchef Martin Winterkorn an die Spitze des VW-Aufsichtsrates verhindert. Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ und der „Spiegel“ übereinstimmend berichten, sollte Winterkorn zunächst Chefaufseher werden.

An seiner Stelle sollte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch Vorstandsvorsitzender werden. Den Berichten zufolge intervenierte Piech gegen diese Lösung. Daraufhin seien die Rollen getauscht worden. Nun soll Pötsch die Führung des Aufsichtsrats übernehmen, während Winterkorn weitere zwei Jahre Vorstandsvorsitzender bleibt. Die beiden Blätter nannten für ihre Berichte keine Quellen.

Kein Kommentar von VW

Ein VW-Sprecher sagte, das seien Spekulationen, zu denen sich der Konzern nicht äußere. Ein Sprecher der Holdinggesellschaft Porsche SE, über die die Familien Porsche und Piech an VW beteiligt sind, lehnte eine Stellungnahme ab.

Holding-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche hatte am Donnerstag erklärt, Pötsch besitze das uneingeschränkte Vertrauen des gesamten Gremiums. Diesem gehört auch Piech als Miteigner an. Er trat im April vom Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden des VW-Konzerns zurück, nachdem er mit dem Versuch gescheitert war, VW-Chef Winterkorn zu demontieren.

Porsche-Chef fordert mehr Engagement für Flüchtlinge

Porsche-Chef Matthias Müller hat von den Topmanagern der Wirtschaft klare Worte gegen Fremdenfeindlichkeit und mehr Engagement für Flüchtlinge gefordert. "Es ist an der Zeit, dass Wirtschaftslenker zu bestimmten Dingen ihre Meinung sagen.

Wir müssen uns Extremismus entgegenstellen und Haltung zeigen", sagte Müller der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe). Die Industrie dürfe sich nicht aus Angst um den Aktienkurs oder vor persönlichen Angriffen zurückhalten. „Das darf die Wirtschaft nicht, wir sind schließlich Teil der Gesellschaft.“

Kritik an Unterscheidung von Flüchtlingen

Müller wandte sich gegen die Unterscheidung zwischen politisch Verfolgten und Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen. „Ich wünsche jedem Menschen auf der Welt, dass er einmal am Tag warm essen und ruhig schlafen kann. Kein Mensch gibt doch freiwillig und leichten Herzens seine Heimat auf.“

Der Porsche-Chef wünscht sich mehr Gespräche zwischen Politik und Wirtschaft, um der Flüchtlingskrise Herr zu werden. Auf die Frage, wie die Industrie praktisch helfen könne, antwortete er: „Mit neuen Arbeitsplätzen!“

Sport

EM-Qualifikation: Götze blüht im DFB-Team auf

Deutschland hat am Freitag in der EM-Qualifikation einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Endrunde 2016 geschafft. Im Spitzenspiel der Gruppe D bezwang der Weltmeister in Frankfurt den schärfsten Rivalen Polen mit 3:1. Matchwinner war Mario Götze, der im Gegensatz zu seinem Club Bayern München unter DFB-Teamchef Joachim Löw gesetzt ist. „Natürlich ist es immer schön, wenn man Vertrauen spürt“, sagte der 23-Jährige. „Es gibt schlechtere Tage.“

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EM-Qualifikation: Neocoach soll Russland retten

Während Österreich schon das Ticket nach Frankreich lösen könnte, steht die russische Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation mit dem Rücken zur Wand. Im Heimspiel gegen die zweitplatzierten Schweden hilft den Russen heute (18.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) nur ein Sieg weiter. Die Hoffnungen ruhen dabei auf Neotrainer Leonid Sluzki, der auf Fabio Capello folgte und das Ruder herumreißen soll. Jedoch dämpfte Sluzki die Erwartungen.

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Tennis: Nadal bei US Open bereits gescheitert

Rafael Nadal ist heute Nacht trotz eines Marathons gegen den Italiener Fabio Fognini bei den US Open in Flushing Meadows in der dritten Runde gescheitert. 3:46 Stunden und fünf Sätze kämpfte der ehemalige Weltranglistenerste um den Sieg und musste sich schließlich doch geschlagen geben, obwohl er die ersten beiden Sätze gewonnen hatte. Damit bleibt der Spanier auch erstmals seit 2005 ohne Grand-Slam-Titel. Dennoch nahm Nadal nach außen hin die Niederlage nicht allzu schwer.

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Chronik

Schüsse vor Kathedrale von Sao Paulo: Zwei Tote

Vor der Kathedrale der brasilianischen Metropole Sao Paulo hat es gestern eine Schießerei mit zwei Toten gegeben. Ein Obdachloser griff ein, als ein bewaffneter Mann eine Frau auf den Stufen der Kathedrale festhielt, und wurde beim Versuch, sie zu befreien, von dem Angreifer erschossen, wie auf einem von der Zeitung „Folha de Sao Paulo“ veröffentlichten Video zu sehen war.

Die Frau konnte fliehen, der Angreifer selbst wurde von der Polizei erschossen. Das Geschehen wurde von Dutzenden Passanten beobachtet und gefilmt. Die Polizei teilte mit, sie habe den Obdachlosen am Eingreifen hindern wollen. Dem Sender Globo G1 zufolge handelte es sich bei dem Angreifer ebenfalls um einen Obdachlosen, der wegen Diebstahls und Drogenhandels 22 Jahre im Gefängnis saß.

Wasserschaden in Safe: Bank zahlt nicht

Ein Wasserschaden in einem Banksafe hat unter anderem einem Gästebuch der Bayreuther Festspiele aus den 1930er Jahren schwer zugesetzt. Die Bank will die Restaurierungskosten nicht übernehmen und meint, dass die Inhaber selbst für den Feuchtigkeitsschutz ihres Safeinhalts verantwortlich seien. Unabhängig vom tatsächlichen Schaden will man nur 200 Euro zahlen - und das nur, wenn die Kunden darüber Stillschweigen bewahren.

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Bewohner kehren in Ort nahe Fukushima zurück

Mehr als vier Jahre nach der Massenumsiedlung von Bewohnern im Umkreis der havarierten japanischen Atomanlage Fukushima hat Japans Regierung heute erstmals eine Evakuierungsanordnung für einen der Orte aufgehoben. Die Ortschaft Naraha ist somit die erste, in die alle Bewohner dauerhaft zurückkehren dürfen.

Die Rückkehr nach Naraha wird als Pilotprojekt für andere Gegenden in der Nähe von Fukushima angesehen. Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe will bis März 2017 eine Reihe von Evakuierungsanordnungen aufheben.

Allerdings werden nur etwa zehn Prozent der ehemals 7.368 Einwohner von Naraha zurückerwartet, nicht zuletzt aus Angst vor weiterer radioaktiver Belastung. Viele junge Menschen haben zudem an anderen, weit entfernten Orten neue Jobs gefunden.

Im Atomkraftwerk von Fukushima war infolge des schweren Erdbebens und Tsunamis am 11. März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin es in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze kam. Drei der sechs Reaktoren wurden bei der Katastrophe zerstört, das Gebiet im Umfeld wurde radioaktiv verseucht. Durch das Erdbeben und den Tsunami kamen rund 18.000 Menschen ums Leben.

Argentinier hielt Frau und Sohn jahrelang in Zelle gefangen

Ein Argentinier hat seine Frau und seinen Sohn jahrelang in einer Zelle gefangen gehalten. Der 66-Jährige habe die beiden sechs Jahre lang hinter Gitterstäben in seinem Haus in Mar del Plata rund 400 Kilometer südlich von Buenos Aires eingesperrt, teilte die Polizei gestern mit. Der 30-jährige Sohn soll an Autismus leiden, die 66-jährige Mutter hat ebenfalls psychische Probleme.

Medienberichten zufolge hatte die Polizei das Verlies bei einer Hausdurchsuchung entdeckt, nachdem sie von einem anderen Sohn der Familie einen Tipp bekommen hatte. Mutter und Sohn geht es nach der jahrelangen Gefangenschaft schlecht, sie werden in einem Krankenhaus behandelt. Offenbar bekamen sie nur Hundefutter zu essen.

Die Polizei entdeckte in der Zelle auch Ketten, Seile und Schlösser, mit denen Mutter und Sohn offenbar gefesselt worden waren. Der Mann wurde festgenommen, die Polizei leitete Ermittlungen wegen Sklaverei gegen ihn ein.

Greenpeace: Chemische Rückstände von Outdoor-Kleidung

Die Umweltorganisation Greenpeace hat laut einem „Spiegel“-Bericht an vielen touristischen Orten Spuren von umwelt- und gesundheitsgefährdenden per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) gefunden.

Die Greenpeace-Mitarbeiter nahmen Schnee- und Wasserproben in entlegenen Gebirgsregionen, etwa im chinesischen Shangri-La-Gebiet, im Altai-Gebirge und im Torres-del-Paine-Nationalpark in Chile. Laut dem Bericht stießen sie überall auf giftige Überbleibsel menschlichen Konsums.

Studie soll nächste Woche präsentiert werden

PFC werden unter anderem bei der Produktion vieler Outdoor-Kleidungsstücke verwendet. Perfluorierte Chemikalien reichern sich in der Nahrungskette an. Einige stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Die Outdoor-Branche sei zwar nicht die einzige, aber eine bedeutende Quelle für die Verunreinigung der Umwelt mit PFC, sagte Manfred Santen, Greenpeace-Chemiker und verantwortlich für die Studie, die die Umweltschutzorganisation nächste Woche vorstellen will. Greenpeace fordert deshalb den vollständigen Verzicht auf PFC.

Kultur

Clemens Setz und sein neuer Roman zum digitalen Alltag

Auf nicht weniger als 1.000 Seiten entwickelt der Leipziger Buchpreisträger Clemens J. Setz seinen neuen Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“. Eine skurrile Hauptfigur mit abgründigen Ticks steht dabei im Zentrum der von Psychoterror und Demütigungen bestimmten Handlung. Im Ö1-Gespräch erzählt der 33-jährige Schriftsteller über die Nähe zu seinen Figuren und warum unser digitaler Alltag viel mehr Niederschlag in der Literatur finden sollte.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Leute

König Felipe überrascht Spanier mit neuem Look

König Felipe VI. (47) hat die Spanier mit einem neuen Look überrascht. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub präsentierte sich der Monarch ohne den Bart, den er sich in den vergangenen Monaten hatte wachsen lassen. Außerdem trug er deutlich kürzere Haare und wirkte schlanker. „Felipe sieht nun viel jünger und moderner aus“, befand die Zeitung „El Mundo“ heute.

König Felipe VI. von Spanien

APA/EPA/ZIPI

Nach Vermutungen des Blattes dürfte Königin Letizia (42) maßgeblichen Anteil daran gehabt haben, dass Felipe einige Kilos abnahm und sich Bart und Haare stutzen ließ. Die Monarchin sei in Fragen der Ernährung und des Aussehens eine Perfektionistin und achte auf die kleinsten Details, berichtete die Zeitung. „Der Bart, den Felipe in letzter Zeit getragen hatte, hat Letizia nie wirklich gefallen.“

Kleinster Mann der Welt gestorben

Der kleinste Mann der Welt ist tot. Der Nepalese Chandra Bahadur Dangi, der 54,6 Zentimeter klein war, sei im Alter von 75 Jahren gestorben, teilte das „Guinness-Buch der Rekorde“ gestern mit.

Chandra Bahadur Dangi

Reuters/Navesh Chitrakar

Er starb am Donnerstagabend in einem Krankenhaus in Amerikanisch-Samoa an einer Krankheit, wie eine Sprecherin der Klinik in Pago Pago mitteilte. Angaben zur Krankheit machte sie nicht. Dangi lebte in einem 400 Kilometer von Nepals Hauptstadt Kathmandu entfernten abgelegenen Dorf. Seit seiner Registrierung als kleinster Mann der Welt reiste er viel.

Im November vergangenen Jahres hatte das „Guinness-Buch“ ein Treffen Dangis mit dem größten Mann der Welt, dem Türken Sultan Kösen, in London organisiert. Kösen misst 2,51 Meter.