Ausland

Boko Haram tötet fast 100 Dorfbewohner

Zahlreiche Kämpfer der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram haben im Norden des Landes erneut ein Blutbad angerichtet: Örtlichen Medien zufolge sollen zahlreiche Extremisten das Dorf Njaba im Bundesstaat Borno gestürmt und fast alle Männer des Ortes getötet haben.

Die Zeitung „Vanguard“ berichtete heute unter Berufung auf einen Sicherheitsbeamten, mindestens 74 Männer und 20 Kinder seien ermordet worden.

100 Kilometer südlich von Maiduguri

Offenbar hatten sich die Opfer geweigert, sich der Terrorgruppe anzuschließen. Eine offizielle Bestätigung der Behörden für die Angaben gab es aber zunächst nicht. Die Tat soll sich Anwohnern zufolge bereits am Montag in dem abgelegenen Gebiet ereignet haben, wurde aber erst jetzt bekannt. Njaba liegt rund 100 Kilometer südlich der Metropole Maiduguri.

Boko Haram verübt seit 2009 immer wieder schwere Angriffe in der Region mit mittlerweile über 13.000 Toten. Sie will einen Gottesstaat einrichten und versucht, immer größere Gebiete zu kontrollieren. Allerdings war es dem Militär gemeinsam mit einer multinationalen Truppe zuletzt gelungen, größere Gebiete von den Islamisten zurückzuerobern.

Bericht: Al-Nusra-Militärchef bei Luftangriff getötet

In Syrien ist nach Angaben von Islamisten ein hochrangiges Mitglied von Al-Kaida bei einer Explosion getötet worden. Der Militärkommandant der Nusra-Front, Abu Humam al-Shami, sei bei einem Luftangriff der US-geführten Allianz in der Provinz Idlib ums Leben gekommen, sagten zwei Aufständische der Nachrichtenagentur Reuters gestern.

Dagegen verlautete aus US-Kreisen, innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien keine Angriffe in der Region erfolgt. Nach der Detonation habe die Nusra-Front ihre Anhänger angewiesen, nicht mit der Presse zu sprechen, sagten die Islamisten weiter. Zuvor war aus den Kreisen verlautet, Shami sei verletzt worden. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben war nicht möglich.

Die Nusra-Front kämpft als Ableger von Al-Kaida in Syrien im Bürgerkrieg gegen die Regierung und gemäßigte Aufständische. In der vergangenen Woche löste sich die Hassm, eine der letzten nicht islamistischen Rebellengruppen im Kampf gegen Präsident Baschar al-Assad, nach wochenlangen Kämpfen mit der Front auf. Zu den Rivalen von Al-Kaida in Syrien gehört die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Gegen sie führen die USA seit Monaten Luftangriffe in Syrien und im Irak. Auch die Nusra-Front ist Ziel der Angriffe gewesen.

Historische irakische Stadt Nimrud vom IS planiert

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben der irakischen Regierung mit der Zerstörung der einzigartigen historischen Stadt Nimrud im Nordirak begonnen. Kämpfer des IS hätten die südlich von Mossul gelegene, altorientalische Stadt gestern überrannt, berichtete das irakische Altertumsministerium auf seiner Facebook-Seite. „Mit schweren Militärfahrzeugen“ hätten sie danach begonnen, Nimruds antike Stätten zu zerstören.

Nimrud ist eine bedeutende assyrische Kultstätte, deren Ursprünge mehr als 3.000 Jahre zurück liegen. Zeitweilig fungierte Nimrud als Hauptstadt des assyrischen Reiches. Der Name der Stadt leitet sich vom biblischen König Nimrod ab. Die Stätte beherbergt Festungsruinen, Tempelanlagen, Obelisken und reich verzierte Reliefs.

Erst Ende Februar hatten die IS-Dschihadisten ein Video veröffentlicht, das die Zerstörung assyrischer Kulturgüter in Ninive zeigt, darunter eine mehr als 2.600 Jahre alte Figur. Die sunnitischen Extremisten zerstörten die Figur mit einem Presslufthammer.

Chinas Umweltpolitik: Wenn die Zensur länger wegschaut

Bereits bevor sich der Volkskongress in Peking gestern das erste Mal zusammengesetzt hat, wurden die 3.000 Abgeordneten und alle übrigen Chinesen hinsichtlich der Themensetzung sensibilisiert.

Eingestimmt wurde etwa auf den Kampf gegen Umweltverschmutzung. Mit strengeren Gesetzen wolle das Riesenreich der Entwicklung entgegnen, hieß es. Zusätzlich sorgte ein Dokumentarfilm über die negativen Auswirkungen von Smog für gigantisches Aufsehen - veröffentlicht wurde der Film von einer Ex-Reporterin beim Staatsfernsehen.

Ob aus anfänglicher Überforderung oder mit kalkulierter Absicht: Die Zensur schaute ein paar Tage lang weg.

Mehr dazu in „Ein neues Gesetz ist nicht genug“

Flüchtlingstragödie vor Sizilien: 40 Vermisste

Bei einem neuerlichen Flüchtlingsdrama vor der italienischen Mittelmeer-Insel Sizilien sind offenbar deutlich mehr Menschen ertrunken als zunächst angekommen. Mindestens 40 Flüchtlinge würden noch vermisst, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) gestern mit.

Die italienische Küstenwache hatte nach dem Kentern des Flüchtlingsboots aus Libyen am Dienstag zehn Leichen geborgen und 127 Flüchtlinge gerettet. Nach Gesprächen mit den Überlebenden müsse aber davon ausgegangen werden, dass mindestens 40 weitere Bootsinsassen über Bord gegangen seien, sagte IOM-Sprecher Flavio di Giacomo.

Nach Angaben des italienischen Innenministeriums erreichten seit Jahresanfang mehr als 8.900 Flüchtlinge die italienische Küste. Das seien 60 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum gewesen. Vor allem die chaotische Lage im nordafrikanischen Libyen führt dazu, dass immer mehr Flüchtlinge nach Europa zu gelangen versuchen.

Indonesien hält an Hinrichtung von Australiern fest

Ungeachtet aller Appelle hält Indonesien an der geplanten Hinrichtung der beiden zum Tode verurteilten Australier fest. Die Regierung in Jakarta lehnte einen von der australischen Regierung vorgeschlagenen Gefangenenaustausch gestern ab. Das Angebot habe für Indonesien „keine Bedeutung“, sagte Generalstaatsanwalt Muhammad Prasetyo.

Die beiden Australier Andrew Chan und Myuran Sukumaran waren 2006 in Indonesien wegen Heroinschmuggels zum Tod verurteilt worden. Am Mittwoch wurden sie aus dem Gefängnis in Bali abgeholt und auf die Insel Nusakambangan gebracht, wo sie hingerichtet werden sollen. Ein Datum für die Exekution wurde zwar noch nicht genannt, die Verlegung der beiden Männer deutet aber darauf hin, dass die Hinrichtung durch ein Erschießungskommando unmittelbar bevorsteht.

„Sehr angespanntes Telefongespräch“

Die Regierung in Australien hatte in den vergangenen Wochen mehrfach versucht, die Hinrichtung noch zu verhindern. Außenministerin Julie Bishop sagte, sie habe mit ihrer indonesischen Kollegin Retno Marsudi ein „sehr angespanntes“ Telefongespräch geführt. Dabei habe sie angemerkt, dass es „australische Gefangene in Jakarta und indonesische Gefangene in Australien“ gebe. Sie habe einen Austausch vorgeschlagen, und Marsudi habe zugesagt, ihre Bitte an den indonesischen Präsidenten Joko Widodo weiterzuleiten.

Der indonesische Generalstaatsanwalt Prasetyo wies den Vorschlag jedoch umgehend zurück. Häftlinge, die „unser Land vergiftet haben“, dürften nicht ausgetauscht werden, sagte er. Auch Sicherheitsminister Tedjo Edhy Purdijatno sagte, die Hinrichtungen würden wie geplant vollstreckt.

Inland

OGH: Funkzellenabfrage zur Strafverfolgung zulässig

Eine Funkzellenabfrage zur Strafverfolgung bleibt in Österreich prinzipiell weiterhin zulässig. Das entschied der Oberste Gerichtshof (OGH) gestern. Im Einzellfall sei jedoch immer eine Verhältnismäßigkeitsprüfung durchzuführen.

Zur Klärung der Rechtsfrage hatte die Generalprokuratur im Weg einer Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes den OGH mit der Frage der Zulässigkeit befasst. Durch eine Funkzellenabfrage kann ermittelt werden, welche Mobiltelefone in einem bestimmten Zeitraum im Bereich einer Funkzelle benützt wurden, also etwa mit welchem Handy telefoniert wurde.

In der Vergangenheit wurden durch den Rechtsschutzbeauftragten wiederholt gerichtlich bewilligte Telefonüberwachungen der Staatsanwaltschaften bekämpft. Er ist der Meinung, dass diese Ermittlungsmaßnahme, die grundsätzlich auch in das Kommunikationsgeheimnis Unbeteiligter eingreifen kann, gesetzlich nicht gedeckt ist. Mehrfach stimmte das jeweilige zur Entscheidung berufene Oberlandesgericht dieser Auffassung zu.

Verhältnismäßigkeit ist zu prüfen

Die Generalprokuratur ist der Ansicht, dass diese Ermittlungsmaßnahmen nach wie vor vom Gesetz gedeckt sind. Sie müssten jedoch dem Verhältnismäßigkeitsgebot, etwa durch die Begrenzung auf eine kurze Zeitspanne, entsprechen. So soll gewährleistet werden, dass allfällige Eingriffe in das Kommunikationsgeheimnis Unbeteiligter nur dann stattfinden, wenn das für die Ermittlungen unvermeidlich ist und die Zahl der Betroffenen vertretbar ist. Eine Abfrage nach einem Taschendiebstahl beim Stephansdom wäre beispielsweise nicht verhältnismäßig.

Der OGH-Senat schloss sich inhaltlich der Argumentation der Generalprokuratur an. Wenn Daten vorhanden sind, also etwa die Standortkennung vom jeweiligen Betreiber gespeichert wurde, können diese ausgewertet werden. Die Verhältnismäßigkeitsprüfung sei jedoch in jedem Einzellfall durchzuführen.

Sport

Biathlon: Guter WM-Auftakt für Österreich

Für Österreich hat die Biathlon-WM in Kontiolahti mit einer ansprechenden Leistung begonnen. Lisa Theresa Hauser, Katharina Innerhofer, Sven Grossegger und Simon Eder belegten in der Mixed-Staffel den fünften Platz und erzielten damit das bisher beste WM-Ergebnis in diesem Bewerb. Gold ging an Tschechien vor Frankreich und Norwegen, auf die Bronzemedaille fehlte dem ÖSV-Quartett etwas mehr als eine halbe Minute.

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Fußball: Rapid vor Derby in Poleposition

Vor dem Aufeinandertreffen mit dem schwächelnden Erzrivalen Austria am Sonntag (16.30 Uhr, live in ORF eins) hat sich Rapid klar in die Derby-Poleposition gebracht. Die Hütteldorfer avancierten mit dem Last-Minute-Sieg über Altach zum Sieger der Runde.

Die erneut schwache Chancenauswertung bereitet dem grün-weißen Headcoach Zoran Barisic dennoch weiter Kopfzerbrechen. Dass die „gegnerischen Goalies danach meistens im Team der Runde sind“, soll schon gegen die Violetten unbedingt vermieden werden.

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Ski alpin: Reichelt gibt weiter den Ton an

Nach seinem „Sweep“ in Garmisch mit zwei Trainingsbestzeiten und dem Sieg im Rennen hat Hannes Reichelt auch im ersten Training für die Herren-Abfahrt in Kvitjfell seine aktuelle Hochform unter Beweis gestellt.

Der Super-G-Weltmeister erzielte die klar schnellste Zeit und brachte sich für Samstag (12.00 Uhr, live in ORF eins) schon einmal in Position für seinen dritten Abfahrtssieg in dieser Saison. Lokalmatador Kjetil Jansrud belegte Rang sieben. Von den restlichen zehn ÖSV-Läufern konnte sich hingegen keiner im Spitzenfeld klassieren.

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Wirtschaft

Uniqa erhöht nach Gewinnanstieg Dividende

Der heimische Versicherungskonzern Uniqa hat im vergangenen Jahr angesichts geringerer Verwaltungskosten und höherer Erträge aus dem Kernversicherungsgeschäft deutlich mehr verdient.

Dividende von 42 Cent

Der Vorsteuergewinn stieg um knapp 23 Prozent auf 378 Millionen Euro, wie das Unternehmen heute mitteilte. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 42 Cent nach 35 Cent für das Jahr davor erhalten. Für 2015 erwartet Uniqa unverändert einen Vorsteuergewinn zwischen 425 und 450 Millionen Euro.

Eigentlich hatte sich Firmenchef Andreas Brandstetter für diese Jahr eine Größenordnung von bis zu 550 Millionen Euro zum Ziel gesetzt, musste diesen Plan aber angesichts der durchwachsenen Wirtschaftsentwicklung in Teilen Osteuropas verschieben.

Ab Montag: EZB öffnet Geldschleusen

Die Europäische Zentralbank (EZB) will ab Montag Staatsanleihen im großen Stil aufkaufen, um das Risiko einer Deflation abzuwenden.

Die EZB werde am 9. März mit dem Ankauf von Staatsanleihen und privaten Anleihen auf dem Sekundärmarkt beginnen, sagte EZB-Präsident Mario Draghi nach der EZB-Ratssitzung, die gestern in Nikosia in Zypern abgehalten wurde. Die EZB erhöhte zudem ihre Wachstumsprognose für das laufende und das nächste Jahr.

Mehr dazu in „Erholung gewinnt an Stärke“

US-„Stresstest“: Alle 31 Banken bestehen erste Runde

Alle 31 Banken haben die erste Runde des US-„Stresstests“ bestanden. Die Geldhäuser hätten genügend Kapitalpuffer, um eine große Krise zu überstehen, teilte die US-Notenbank Fed gestern nach Börsenschluss mit. Auch die US-Tochter der Deutschen Bank, die erstmals an der Prüfung teilnahm, bekam das Gütesiegel. Doch bei der zweiten Stufe des Tests werde Deutschlands größte Bank wohl durchfallen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Finanzkreisen.

Im ersten Teil konnten alle Finanzinstitute die geforderte Kernkapitalquote von fünf Prozent vorweisen. Der Stresstest ist eine Lehre aus der Finanzkrise, in der Großbanken wie die Citigroup und die Bank of America schwankten und vom Staat gerettet werden mussten.

In dem Gesundheitscheck prüft die Fed nun regelmäßig die Kredit- und Anleihenportfolios der Institute auf ihre Krisenfestigkeit. In einem zweiten Schritt müssen die Geldinstitute zudem ihre Pläne zur Auszahlung von Dividenden und Aktienrückkäufen von der Fed absegnen lassen. Diese Ergebnisse werden am 11. März veröffentlicht.

Chronik

Baum stürzte auf Tragseil: Gondelbahn in Südtirol evakuiert

Zu einer spektakulären Rettungsaktion ist es gestern Nachmittag in Wolkenstein im Südtiroler Grödnertal gekommen. Rund 200 Personen mussten aus einer Gondelbahn gerettet werden.

Das Tragseil der Bahn war zuvor von einem umstürzenden Baum getroffen worden. Daraufhin sprang es aus der Halterung, teilte die Feuerwehr Wolkenstein der APA mit und bestätigte damit Südtiroler Medienberichte.

Passagiere einzeln abgeseilt

Der Baum war aufgrund des starken Windes entwurzelt worden. Verletzt wurde laut Feuerwehr niemand. Der Rettungseinsatz konnte am frühen Abend abgeschlossen werden, sagte der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Wolkenstein, Urban Mussner.

Die Bergretter wurden laut Angaben des Rettungsdienstes Aiut Alpin Dolomites mit einem Hubschrauber zu den Gondeln geflogen. Anschließend wurden die Wintersportler gesichert, einzeln abgeseilt und von Feuerwehrleuten in Empfang genommen.

Video dazu in iptv.ORF.at

Mehrere Tote nach Unwettern in Italien

Schwere Unwetter mit heftigem Regen und starken Winde forderten unterdessen in der Toskana mindestens zwei Menschenleben. Ein Autofahrer wurde in der Toskana von einem herabstürzenden Felsblock erschlagen, eine Frau in der Region Marken von einem umstürzenden Baum getroffen, wie die Nachrichtenagentur ANSA heute berichtete. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Ein weiteres Todesopfer ist Medienberichten zufolge in der Lombardei zu beklagen.

Besonders betroffen waren Mittel- und Süditalien, wo es seit gestern stark regnete und die Winde teilweise Geschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern erreichten. In der Toskana blieben zahlreiche Schulen geschlossen, in Florenz wurden die Menschen dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben. In Neapel stürzte eine Mauer ein und begrub acht Autos, verletzt wurde niemand. In der Toskana mussten 150 Menschen nach dem Einsturz eines Gebäudes in Sicherheit gebracht werden.

Der Wind riss in zahlreichen Regionen Bäume um, viele Dächer wurden beschädigt. Auch der Verkehr wurde beeinträchtigt, so mussten laut ANSA in Florenz zahlreiche Flüge verschoben werden. Auch die Fährverbindungen zur Insel Elba wurden vorübergehend eingestellt. Zahlreiche Straßen waren wegen umgestürzter Bäume gesperrt, auf Bahnstrecken und Autobahnen kam es vielerorts zu Behinderungen.

Video dazu in iptv.ORF.at

D: Spitalsmitarbeiter von Hubschrauber tödlich verletzt

Ein Mitarbeiter des Klinikums Stuttgart in Deutschland ist von einem gerade gelandeten Rettungshubschrauber tödlich verletzt worden. Der Helikopter war gestern auf dem Dach des Krankenhauses gelandet, um einen Patienten in ein anderes Krankenhaus zu transportieren, wie die DRF Luftrettung, das Klinikum und die Polizei mitteilten.

Der 53-Jährige war nach ersten Ermittlungen der Polizei zu nahe an die sich noch drehenden Rotorblätter geraten. Den Hergang des tödlichen Unfalls sollen Beamte der Kriminalpolizei und die deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig klären.

Tödliche Unfälle durch Hubschrauberrotoren selten

Die Krankenhausleitung und der Vorstand der DRF zeigten sich von dem tragischen Unfall in Mitteilungen „zutiefst betroffen“ und sprachen den Angehörigen des tödlich verletzten 53-Jährigen ihr Mitgefühl aus.

Tödliche Unfälle durch Hubschrauberrotoren kommen nach BFU-Angaben in Deutschland eher selten vor. An den Landeplätzen gebe es in der Regel umfassende Sicherheitsvorkehrungen wie auf dem Boden markierte Bereiche. Sie sollen einen sicheren Weg ausweisen, um sich dem Helikopter zu nähern. Die Festlegungen dafür variierten jedoch bei vielen Landeplätzen.

Flugzeug in New York von Landebahn gerutscht

In dichtem Schneefall ist ein Flugzeug in New York von der Landebahn abgekommen. Verletzt wurde niemand, als die MD-88 gestern durch einen Zaun des LaGuardia-Flughafens rutschte. An Bord des aus Atlanta kommenden Delta-Fluges waren 125 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder.

Die Piloten hatten mit schlechter Sicht und einer rutschigen Piste zu kämpfen, nachdem es stundenlang geschneit hatte. Nach dem Zwischenfall verließen die Passagiere den Flieger über die Notrutschen. Der New Yorker Feuerwehr zufolge lief Treibstoff aus der Maschine aus. Unklar war zunächst aber, wie viel.

Video dazu in iptv.ORF.at

Flughafen nach Unglück geschlossen

Der Flughafen schloss nach dem Unglück. LaGuardia ist der kleinste der drei New Yorker Flughäfen, aber vor allem für den Inlandsverkehr ein Drehkreuz mit enormer Bedeutung. Er sollte nach acht Stunden wieder geöffnet werden.

Winterwetter hat die Verkehrssituation an der Ostküste der USA ohnehin schwer beeinträchtigt. Auf dem Washingtoner Reagan-Flughafen wurden 60 Prozent aller Flüge abgesagt.

Es war schon der zweite Zwischenfall in LaGuardia in dieser Woche. Wenige Tage zuvor hatte laut Fox News eine MD-80, wie auch die MD-88 eine Weiterentwicklung der DC-9, einen Start wegen starken Schnees abbrechen müssen.

Science

OECD-Bildungsstudie: Eltern müssen umdenken

Erstmals hat die OECD eine eigene Studie ganz dem Unterschied in der Bildung zwischen Mädchen und Buben gewidmet. Dabei zeigt sich, dass stereotype Vorstellungen von Lehrern und Eltern das Können von Schülerinnen und Schülern deutlich prägen. So ging in Österreich die Schere zwischen Buben und Mädchen bei Mathematik weiter auseinander - entgegen dem OECD-weiten Trend. Das korreliert etwa mit den stereotypen Berufsvorstellungen, die Eltern häufig für ihr Kind haben. „Wir dürfen nicht aufhören, unsere Kinder dazu zu motivieren, ihr ganzes Potenzial auszuschöpfen“, so OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher.

Mehr dazu in „Nicht aufhören zu motivieren“

Kultur

Wolf-Haas-Film: Hader muss leiden

In der jüngsten Wolf-Haas-Verfilmung rund um Simon Brenner (Josef Hader) bleibt selbigem nichts erspart. Nach jahrelanger Obdachlosigkeit zieht er in eine vererbte Bruchbude, und ähnlich wie das Haus bricht auch seine Vergangenheit über ihn herein. Liebevoll und grausam zugleich inszeniert Regisseur Wolfgang Murnberger den von Migräne geplagten Brenner auf seinem Oldtimer-Moperl inmitten einer Welt des Verfalls. Die Krimihandlung wird dabei zur Nebensache.

Mehr dazu in Ein Mann, sein Moped und seine Migräne

IT

USA versteigern erneut beschlagnahmte Bitcoins

Die US-Regierung versteigert erneut beschlagnahmte Bitcoins im Millionenwert. Gestern gab die zuständige Behörde US Marshals Service den Startschuss für die dritte staatliche Auktion der Digitalwährung. Das Bitcoin-Vermögen war bei der Schließung des illegalen Onlinehandelsplatzes Silk Road beschlagnahmt worden.

Wie schon bei der letzten Versteigerung kommen 50.000 Bitcoins unter den Hammer. Zum aktuellen Handelspreis von etwa 270 Dollar wären sie ungefähr 13,5 Millionen Dollar (12,3 Mio. Euro) wert. Die Gewinner sollen morgen benachrichtigt werden.

Insgesamt hatten die US-Ermittler 144.000 Einheiten der digitalen Währung sichergestellt, als sie das als „eBay für Drogen“ bekanntgewordene Internetportal im Herbst 2013 dichtmachten. Erst vor wenigen Wochen war der mutmaßliche Betreiber von Silk Road, Ross Ulbricht, nach einem wochenlangen Prozess in New York wegen Verschwörung unter anderem zum Drogen- und Waffenhandel sowie Geldwäsche im Internet verurteilt worden. Dem 30-Jährigen droht lebenslange Haft. Sein Strafmaß soll am 15. Mai verkündet werden.

Medien

ORF soll ab 2017 wieder Infodirektor bekommen

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hat gestern im Stiftungsrat im Zuge der Präsentation einer neuen Organisationsstruktur für die ORF-Information das Aus von Fernseh- und Chefredakteur ab 2017 angekündigt. Unter einem „Head of Information“ werde es künftig neben den multimedialen Ressorts im gemeinsamen Newsroom Chefredakteure für die Channels des ORF geben.

Zudem sicherte sich der ORF die TV-Rechte für die Fußballeuropameisterschaft 2016 in Frankreich, hieß es bei der Sitzung. Das ORF-Management legte dabei auch das vorläufige Jahresergebnis 2014 vor. Der ORF bilanzierte über Plan und erzielte trotz des Wegfalls von 30 Mio. Euro Gebührenrefundierung im Konzern einen Gewinn von fünf Millionen Euro.

Freie und Leiharbeitskräfte werden angestellt

Grünes Licht gab es zugleich für den adaptieren Finanz- und Stellenplan 2015. Damit können ab Juni 250 Mitarbeiter, die bisher als Leiharbeitskräfte, freie Mitarbeiter und langjährige Aushilfen für den Sender tätig waren, in den neuen ORF-Kollektivvertrag übernommen werden. „Unter dem Strich erfolgt das kostenneutral“, so ORF-Finanzdirektor Richard Grasl. Der ORF-Betriebsrat zeigte sich erfreut. Weitere 18 Anstellungen sind für das Projekt Frühstücksfernsehen vorgesehen.

Lifestyle

Protest gegen Rodelverbot auf Hügel vor US-Kongress

„Schlitten fahren ist kein Verbrechen“: Unter diesem Motto haben sich einige Bewohner Washingtons gegen ein mehr als 130 Jahre altes Schlittenfahrverbot vor dem US-Kongress gewehrt. An einem der vielleicht letzten verschneiten Tage des Winters versammelten sie sich gestern auf dem Hügel vor dem Kapitol, um entgegen der Vorschrift zu rodeln.

Seit 1876 ist es verboten, das Gelände im Herzen der amerikanischen Hauptstadt als Spielwiese zu nutzen. #SledFreeOrDie („Frei rodeln oder sterben“) lautete eines der Stichwörter auf Twitter.

Zuvor hatten Familien bereits die Abgeordnete für Washington, Eleanor Holmes Norton, angerufen, weil sie den Rodelspaß vor dem Kapitol nicht noch einmal verpassen wollten. In einem Brief bat sie den Vorstand der zuständigen Polizei deshalb, das Verbot für vier Tage bis einschließlich Sonntag aufzuheben. „Haben Sie ein Herz“, schrieb sie, „das Herz eines Kindes.“ Die Polizei weigerte sich bisher allerdings, den als „Vorgarten Amerikas“ bekannten Hügel freizugeben.