Inland

Bankgeheimnis und Strafrecht im Nationalrat

Im Nationalrat steht in der letzten Plenarwoche vor der Sommerpause neben der Steuerreform noch eine Vielzahl von weiteren Gesetzesbeschlüssen an. Heute stehen Bankgeheimnisabschaffung, Crowdfunding, Erbrecht, Strafrechtsreform, Weisungsrecht gegenüber den Staatsanwälten sowie der Urheberrechtsnovelle auf dem Programm.

Die große Reform des Strafgesetzbuches hat zum Ziel, eine bessere Balance zwischen Vermögensdelikten und Delikten gegen Leib und Leben zu finden. Dafür werden Straftaten gegen den höchstpersönlichen Lebensbereich deutlich stärker bestraft - und bei Vermögensdelikten die (Wert)Grenzen angehoben, ab denen die volle Härte des Gesetzes gilt.

Neu strafbar werden u. a. Cybermobbing und die Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung. Insgesamt werden rund 200 Strafrechtstatbestände an die gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst.

Minister: Mindestsicherung weitgehend missbrauchssicher

Die ÖVP brauche sich keine Sorgen zu machen, dass bei der Mindestsicherung systematischer Missbrauch betrieben werde oder Tausende in der „sozialen Hängematte“ lägen, hat gestern der Sozialminister versichert. „Es gibt kaum eine öffentliche Transferleistung oder Förderung, die so genau kontrolliert wird wie die bedarfsorientierte Mindestsicherung.“ Das richtete Rudolf Hundstorfer (SPÖ) dem Koalitionspartner aus.

Verbesserung gegenüber der „früheren Sozialhilfe“

„Im Vergleich zur früheren Sozialhilfe ist die Mindestsicherung wesentlich missbrauchssicherer“, unterstrich Hundstorfer in Reaktion auf die heutigen ÖVP-Aussagen. „Wer Leistungen vom AMS (Arbeitslosenunterstützung oder Notstandshilfe) und von einem Bundesland (Mindestsicherung) erhält, wird von beiden Behörden kontrolliert. Österreichweit fallen 75 Prozent - in Wien sogar 90 Prozent - unter diese doppelte Kontrolle. Dabei werden monatlich die Daten zwischen AMS und Sozialamt abgeglichen“, erläuterte der Minister.

Hundstorfer merkte an, dass man die Mindestsicherung nur erhält, wenn man vorher seine Vermögensverhältnisse offenlegt. Bereits bei den Anträgen werde streng geprüft. Mehr als ein Drittel der Erstanträge werden abgelehnt. Erhält man eine Mindestsicherung, dann nur befristet - je nach Bundesland zwischen sechs und zwölf Monate. Dann werde wieder geprüft. „Man kann sich die BMS nicht einfach erschummeln“, sagte der Minister.

Wer nicht arbeitet, bekommt weniger

Wer arbeitsfähig ist, müsse auch bereit sein, Arbeit anzunehmen. „Wer das nicht will, dem wird die Mindestsicherung gekürzt - und zwar bis zu 100 Prozent seines Bezugs.“ In Wien habe es voriges Jahr 7.400 Sanktionen gegeben, weil die Bezieher entweder Termine nicht wahrgenommen oder Arbeit nicht angenommen haben. Die durchschnittliche Bezugsdauer der Mindestsicherung betrage acht Monate. Die durchschnittliche Bezugshöhe liege bei 300 Euro. „Es wird sehr genau darauf geschaut, dass nur jene eine Mindestsicherung erhalten, die es auch unbedingt brauchen - und nicht länger als unbedingt notwendig“, so Hundstorfer.

Abschließend unterstrich er, dass für die Mindestsicherung 600 Millionen Euro pro Jahr ausgegeben werden. Das sind 0,4 Prozent des Budgets. „Ein Staat wie Österreich muss es sich leisten können, den Ärmsten im Land ein Überleben in Würde zu gewähren, und gleichzeitig die Chance bieten, dass die Betroffenen wieder zurück zu einem selbstbestimmten Leben durch eine Erwerbsarbeit finden.“

Österreich verklagt EU wegen Staatshilfen für AKW

Österreich hat gestern beim Europäischen Gericht seine Klage gegen die Genehmigung staatlicher Beihilfen für den Bau des britischen Atomkraftwerks Hinkley Point C eingebracht.

Subventionen sollen moderne Technologien unterstützen, die im „allgemeinen Interesse aller EU-Staaten" liegen, so Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in einer Aussendung."Das trifft bei dem Atomkraft in keiner Weise zu.“

Kernkraft nicht förderungswürdig

Die EU-Kommission hatte im Oktober grünes Licht für Staatshilfen beim Bau von Hinkley Point C gegeben, was auf österreichische Kritik gestoßen war. Aus heimischer Sicht sind alternative Energieformen förderungswürdig, nicht aber die Kernkraft.

Außerdem wurde der Kritikpunkt der Wettbewerbsverzerrung geäußert. Auch andere Länder und Akteure, darunter Luxemburg, wollen gegen das grüne Licht der EU-Kommission für Subventionen vorgehen.

Ausland

Kolumbien: Präsident tauscht Armeeführung aus

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos hat nach Vorwürfen einer Menschenrechtsorganisation zu Morden an Zivilisten durch Soldaten fast die gesamte Armeeführung entlassen.

Santos gab gestern bei einer Pressekonferenz bekannt, dass er den Oberbefehlshaber des Heeres, General Jaime Alfonso Lasprilla, den Kommandeur der Marine, Admiral Hernando Wills, und den Kommandeur der Luftwaffe, General Guillermo Leon, entlassen habe. Der Staatschef dankte ihnen für ihre Dienste und sprach von „einer normalen und notwendigen Prozedur“.

Hinrichtungen ohne Gerichtsprozess

Die Organisation Human Rights Watch (HRW) hatte in einem Bericht Ende Juni geschrieben, „zahlreiche Generäle und Oberste“ seien über die „flächendeckende und systematische“ Ermordung von Zivilisten in den Jahren 2002 bis 2008 informiert gewesen.

Santos wies den Bericht zurück, der insbesondere Lasprilla und General Juan Pablo Rodriguez beschuldigte. Die beiden Männer hatten Truppeneinheiten kommandiert, die mindestens 76 außergerichtliche Hinrichtungen begangen hätten, schrieb HRW und berief sich dabei auf Angaben der kolumbianischen Justiz.

Soldaten hatten im Kampf gegen linke Guerillas unbeteiligte Zivilisten ermordet und als im Kampf getötete Guerillakämpfer ausgegeben, um so an Auszeichnungen und Beförderungen zu gelangen. Santos entließ bereits als Verteidigungsminister in den Jahren 2006 bis 2009 drei Generäle und 24 andere Soldaten, die in den Skandal verwickelt waren. Laut HRW ermittelt die kolumbianische Justiz in 3.000 Fällen wegen des Verdachts außergerichtlicher Hinrichtungen.

Als neuen Oberbefehlshaber des Heeres ernannte Santos den General Alberto Mejia Ferrero. Die Marine wird künftig von Admiral Leonardo Santamaria, die Luftwaffe von General Carlos Bueno geführt. Der Generaldirektor der Polizei, General Rodolfo Palomino, und der Generalstabschef der Armee, Admiral Henry Blain, wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Obama will Kampf gegen IS verstärken

US-Präsident Barack Obama hat eine Intensivierung des Kampfes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angekündigt. Der Schwerpunkt liege auf Luftschlägen gegen die IS-Hochburgen in Syrien und die dort ansässige Führungsriege der Dschihadisten, sagte Obama gestern nach Beratungen mit ranghohen Militär- und Geheimdienstvertretern im Pentagon.

Am Wochenende hatte die US-geführte Koalition bei den bisher umfangreichsten Luftangriffen in Syrien die IS-Hochburg al-Rakka ins Visier genommen. Die IS-Miliz hat Teile des Irak und Syriens besetzt und begeht in den von ihr gehaltenen Gebieten Gräueltaten. Vor einem Jahr riefen die Dschihadisten ein grenzüberschreitendes „Kalifat“ aus.

Seit einem Jahr Luftschläge

Die USA fliegen seit Sommer 2014 gemeinsam mit Verbündeten Luftangriffe auf IS-Stellungen. Für den Kampf auf dem Boden setzt Washington auf die irakischen Streitkräfte, kurdische Verbände sowie die moderate Opposition gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad. Der seit mehr als vier Jahren andauernde Bürgerkrieg in Syrien hatte den Aufstieg der IS-Miliz maßgeblich begünstigt.

Tote nach Angriff auf Dorf im Nordosten Kenias

Bei einem frühmorgendlichen Angriff auf ein Dorf im Nordosten Kenias sind heute mindestens 14 Menschen getötet worden. Die bewaffneten Angreifer hätten bei dem Überfall in der Nähe eines großen Viehmarkts außerhalb der Stadt Mandera an der Grenze zu Somalia und Äthiopien auch elf Menschen verletzt, teilten Vertreter der Polizei und des kenianischen Roten Kreuzes mit. Der Angriff habe sich in den frühen Morgenstunden ereignet.

Der örtliche Regierungsvertreter Alex Ole Nkoyo sagte, die Angreifer hätten die Opfer im Schlaf überrascht. Sie hätten Sprengsätze in die Häuser geworfen und auf die Menschen geschossen. Die Opfer hätten vorwiegend in einem nahe gelegenen Steinbruch gearbeitet, sagte Nkoyo, der die somalische Al-Schabab-Miliz für den Angriff verantwortlich machte. Das Rote Kreuz kündigte an, ein Flugzeug zu schicken, um die Schwerverletzten in Krankenhäuser der Hauptstadt Nairobi zu bringen.

Im Norden Kenias hatte es in den vergangenen Jahren vermehrt Angriffe der dschihadistischen Miliz gegeben. Die somalische Islamistengruppe will damit Vergeltung für die Beteiligung der kenianischen Armee an der Militärmission der Afrikanischen Union in Somalia üben. Anfang April griffen vier Kämpfer der Miliz die Universität der Stadt Garissa an und töteten dabei 148 Menschen, die meisten davon Studenten. Die Miliz kämpft in Somalia seit Jahren gegen die Regierung, wurde aber zuletzt deutlich zurückgedrängt.

Atomdeal: USA schließen Fristverlängerung nicht aus

Das Weiße Haus in Washington hat gestern eine Verlängerung der Atomgespräche mit dem Iran über heute hinaus - die selbst gesetzte Frist - nicht ausgeschlossen. Das sei absolut möglich, meinte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest, auf die Frage, ob der Zeitplan für die Verhandlungen ausgedehnt werden könnte.

Diplomaten hatten zuvor am Rande der Atomgespräche in Wien zwischen den 5+1 (UNO-Vetomächte plus Deutschland) und dem Iran erklärt, es gebe noch erhebliche Differenzen. „Es ist noch nichts klar“, sagte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Es bestünden immer noch einige Meinungsverschiedenheiten, an deren Beseitigung hart gearbeitet werde. Die iranische Nachrichtenagentur IRNA zitierte eine iranische Quelle, nannte sie aber nicht namentlich. Die Rede war von „ernsthaften Differenzen“.

Diplomaten schließen Scheitern nicht aus

Nach den Worten eines deutschen Diplomaten sind noch einige wichtige Fragen offen: „Wir sollten nicht unterschätzen, das wichtige Fragen weiter nicht gelöst sind. Es wird kein Abkommen um jeden Preis geben. Wenn es bei entscheidenden Punkten keine Bewegung gibt, ist ein Scheitern nicht ausgeschlossen“, betonte der Diplomat gestern. Auch ein französischer Diplomat äußerte sich in diese Richtung.

Zu dem Streitpunkten gehört unter anderem die Frage, wann die Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden sollen. Zudem fordert der Iran ein Ende des Waffenembargos und Zugang zu westlicher Raketentechnologie, was der Westen ablehnt.

Wachkoma-Fall: EGMR wies Einspruch zurück

Im Fall des im Wachkoma liegenden querschnittgelähmten Franzosen Vincent Lambert hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) einen Einspruch gegen die Erlaubnis zum Abstellen der Geräte abgewiesen. Das gab das Gericht gestern Abend in Straßburg bekannt.

Eltern legten Einspruch ein

Der Einspruch war Ende Juni von den Eltern von Lambert eingereicht worden, die ihren Sohn mit allen Mitteln am Leben halten wollen. Dagegen hatte der Gerichtshof Anfang Juni einem Ende der künstlichen Ernährung zugestimmt und damit der passiven Sterbehilfe den Weg geebnet.

Lambert hatte bei einem Motorradunfall im September 2008 schwere Kopfverletzungen erlitten. Seither ist er querschnittgelähmt, liegt im Wachkoma und wird nur mit Ernährung durch eine Magensonde am Leben erhalten.

Schwerer Streit in Familie

Seine Familie ist über sein Schicksal tief zerstritten. Lamberts Frau, fünf Geschwister und ein Neffe hatten vor Gericht für den 38-Jährigen das Recht zu sterben gefordert. Die Straßburger Richter verwiesen bei ihrem Urteil zudem auf die Einschätzung der Ärzte im Universitätskrankenhaus von Reims, wo der Schwerstbehinderte seit mehreren Jahren liegt.

Bei dem Mann seien kaum noch Anzeichen von Bewusstsein auszumachen, er befinde sich in einem „vegetativen Zustand“. Ihren Einspruch gegen den Urteilsspruch hatten die Eltern damit begründet, dass sich „neue Elemente“ in dem Fall ergeben hätten. Dazu erklärte das Gericht nun, diese seien nicht derart, dass sie „eine entscheidende Auswirkung auf das Urteil haben könnten“. Deshalb sei der Einspruch abgelehnt worden.

Briten erinnern an Opfer von Anschlägen vor zehn Jahren

In Großbritannien wird heute der Opfer der Londoner Bombenanschläge vor zehn Jahren und des tödlichen Angriffs in Tunesien Ende Juni gedacht. Vor dem Denkmal für die Anschlagsopfer im Londoner Hyde Park wird ein Kranz niedergelegt, es folgt ein Gottesdienst in der St. Paul’s Cathedral, außerdem soll um 12.30 Uhr (MESZ) landesweit eine Schweigeminute beachtet werden.

Bei den Bombenanschlägen am 7. Juli 2005 kamen außer den vier Selbstmordattentätern 52 weitere Menschen ums Leben, mehr als 700 wurden verletzt. Die Attentäter, junge britische Islamisten, brachten ihre Sprengsätze in drei U-Bahnen und einem Bus in der Londoner Innenstadt zur Explosion. In Tunesien starben am 26. Juni 30 britische Touristen, als ein islamistischer Student in der Anlage eines Strandhotels das Feuer eröffnete.

Boston-Bomber will Todesurteil kippen

Der zum Tode verurteilte Boston-Bomber Dschochar Zarnajew will das Urteil gegen ihn vor Gericht anfechten. Seine Verteidiger reichten gestern entsprechende Unterlagen ein, wie der „Boston Globe“ berichtete.

Formell soll die Berufung bis Mitte August eingereicht werden. Durch das Berufungsverfahren könnte sich der Prozess in Boston noch über Monate oder gar Jahre hinziehen.

Zarnajew hatte im April 2013 gemeinsam mit seinem Bruder Tamerlan im Zieleinlauf des Boston-Marathons zwei Sprengsätze gezündet, durch die drei Menschen getötet und 260 verletzt wurden. Eine Geschworenenjury verurteilte ihn Mitte Mai zum Tod. Bei der formellen Verlesung des Urteils vor zwei Wochen hatte Zarnajew die Tat gestanden.

Sport

Wimbledon: Djokovic muss Überstunden einlegen

Novak Djokovic muss beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon Überstunden einlegen, um das Aus im Achtelfinale zu verhindern. Das Spiel des Weltranglistenersten aus Serbien gegen den Südafrikaner Kevin Anderson musste wegen Dunkelheit abgebrochen werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte Djokovic gerade ein 0:2 nach Sätzen egalisiert. Heute fällt die Entscheidung. Souverän agierte hingegen Roger Federer. Und auch die anderen Favoriten gaben sich trotz kleiner Schwierigkeiten keine Blöße.

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Tour de France: Massensturz dreht Klassement um

Der Spanier Joaquim Rodriguez hat die von einem Massensturz überschattete dritte Etappe der Tour de France auf die „Mauer von Huy“ in Belgien gewonnen. 55 Kilometer vor dem Ziel waren bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h im Hauptfeld viele Fahrer gestürzt - unter anderen hatte sich Fabian Cancellara im Gelben Trikot im Straßengraben überschlagen. Der Brite Chris Froome erreichte dann zeitgleich mit dem Etappensieger das Ziel und übernahm die Gesamtführung. Cancellara konnte im Gegensatz zu einigen anderen zumindest weiterfahren, musste aber nach einer Untersuchung im Spital ebenfalls aufgeben.

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Österreich-Rundfahrt: Krizek radelt ins Bergtrikot

Matthias Krizek ist auf der zweiten Etappe der Österreich-Rundfahrt zwar nicht zum Tagessieg geradelt, der ehemalige Staatsmeister hat aber dennoch aufgezeigt. Krizek fuhr auf der 196,1 Kilometer langen Etappe von Litschau nach Grieskirchen lange Zeit in einer Fluchtgruppe an der Spitze und übernahm die Führung in der Bergwertung. Mit dem Etappensieg hatten die Österreicher erneut nichts zu tun. Den holte sich der Australier David Tanner.

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Formel 1: Hamilton auf neuer Leistungsstufe

Lewis Hamilton hat am Sonntag in beeindruckender Manier seinen fünften Saisonsieg gefeiert. Der dritte Triumph in Silverstone kann auch als Sinnbild dafür gesehen werden, dass Hamilton auf einer neuen Stufe seines Leistungsvermögens angelangt ist. Der 30-Jährige ist auf der Strecke nicht mehr nur von purer Emotion und dem Willen zur Attacke getrieben, sondern längst auch fähig zur kühlen Taktik. „Es war ein perfektes Zusammenspiel zwischen ihm und dem Team“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff über die punktgenauen Entscheidungen für die Boxenstopps.

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Wirtschaft

Bericht: ProSiebenSat.1 und Springer reden über Fusion

Die deutschen Medienkonzerne Axel Springer („Bild“, „Die Welt“) und ProSiebenSat.1 prüfen nach unbestätigten Berichten den Zusammenschluss der beiden Unternehmen.

Wie das „Wall Street Journal“ und die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten, befänden sich die Gespräche in einem frühen Stadium. Ein Sprecher von ProSiebenSat.1 wollte sich zu den Berichten nicht äußern. Bei Springer war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde damit der zweitgrößte Medienkonzern in Deutschland nach Bertelsmann mit einem Umsatz von insgesamt rund sechs Milliarden Euro entstehen. Springer hatte bereits 2006 eine Übernahme von ProSiebenSat.1 geplant, das war aber vom deutschen Bundeskartellamt untersagt worden.

Neuer Pilotenstreik bei Lufthansa droht

Bei der deutschen Fluglinie Lufthansa sind ab sofort wieder Streiks der Piloten möglich. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erklärte die Vorgespräche mit dem Unternehmen über eine Gesamtschlichtung zu allen offenen Tariffragen gestern für gescheitert.

Die VC warf der Lufthansa vor, die Arbeitsplatzthemen außer Acht gelassen zu haben. Damit verkenne sie die elementaren Interessen des Cockpitpersonals. Das Angebot einer Gesamtschlichtung habe sich als „kurzfristiges taktisches Manöver“ entpuppt, mit dem die VC, aber auch Kunden und Aktionäre getäuscht worden seien.

Bisher schon zwölfmal gestreikt

Mit dem Ende der Sondierungen sei auch die Aussetzung von Streiks bis Ende Juli hinfällig, so der VC-Sprecher. Einen Termin für einen neuen Arbeitskampf gibt es aber noch nicht. Er soll in den Gremien beraten werden.

Bisher haben die deutschen Piloten in dem Konflikt unter anderem um ihre Betriebs- und Übergangspensionen zwölfmal gestreikt und der Lufthansa einen hohen Millionenschaden zugefügt.

Günstige Zinsen: Republik nimmt 1,3 Mrd. Euro auf

Die Republik Österreich wird heute auf den internationalen Kapitalmärkten 1,3 Mrd. Euro frisches Geld aufnehmen. Sie sollte dabei von dem durch das griechische Nein gesunkenen Renditeniveau bei den als sichere Häfen geltenden Staatsanleihen profitieren.

Am Freitag war die Rendite für zehnjährige österreichische Staatsanleihen von 1,26 auf 1,20 Prozent gesunken.

Anleihen werden günstig aufgestockt

Zwei Bundesanleihen werden heute aufgestockt, darunter auch die erst Mitte Juni emittierte neue zehnjährige Benchmark-Anleihe. Sie wurde mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einem Volumen von vier Mrd. Euro emittiert. Diese neue 1,20-Prozent-Bundesanleihe 2015-2025/1 wird im Oktober 2025 fällig.

Sie wurde in einem syndizierten Verfahren im Wege eines Bankenkonsortium ausgegeben. Die dabei erzielte Rendite betrug 1,257 Prozent, der Emissionskurs betrug 99,448 Prozent. Aktuell ist der Kurs auf dem Sekundärmarkt auf fast 100 gestiegen, die Rendite auf rund 1,20 Prozent gesunken.

Die zweite Bundesanleihe, die heute aufgestockt werden soll, ist die 0,25-Prozent-Bundesanleihe 2014-2019/2. Sie rentiert derzeit auf dem Sekundärmarkt bei 0,15 Prozent. Sie wurde zuletzt Anfang Juni aufgestockt und erzielte dabei eine durchschnittliche Rendite von 0,192 Prozent.

Chronik

Bill Cosby machte Frauen mit Drogen gefügig

Der Komödiant Bill Cosby hat 2005 bei einem Gerichtsverfahren angegeben, jungen Frauen Drogen verabreicht zu haben, um sie gefügig zu machen. Die entsprechenden Gerichtsunterlagen wurden gestern veröffentlicht.

In dem Verfahren fragte die Anwältin Cosby, ob er das Beruhigungsmittel Methaqualon, umgangsprachlich Quaaludes genannt, mit dem Ziel gekauft habe, es bei jungen Frauen einzusetzen, mit denen er Sex haben wollte. Unter Eid antwortete der Entertainer am 29. September 2005: „Ja.“ Er habe das Mittel bei einer Frau und „anderen Leuten“ eingesetzt, allerdings mit deren Wissen.

Den Prozess hatte Andrea Constand, Angestellte der Temple University in Philadelphia, 2005 gegen den Schauspieler angestrengt. Der Fall wurde damals außergerichtlich beigelegt. Auf Ansuchen der Nachrichtenagentur AP wurden die Gerichtsakten jetzt öffentlich gemacht. Die Anwälte von Cosby hatten eine Veröffentlichung zu verhindern versucht mit dem Argument, die Papiere würden ihren Klienten in große Verlegenheit bringen.

Sechs Buben retteten Schwimmer im Mondsee

Sechs Burschen sind auf dem Mondsee in Oberösterreich zu Lebensrettern geworden. Ein Schwimmer hatte etwa 25 Meter vom Seeufer entfernt Probleme bekommen, die Jugendlichen reagierten geistesgegenwärtig und brachten den Mann ans Ufer.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Rettungsaktion mit Tretboot

Am Gosausee (Oberösterreich) stürzte ein Spaziergänger über eine Mauer sechs Meter tief auf Felsen am Ufer des Sees. Ein Passant verhinderte, dass der Mann ins Wasser rutschte, ein anderer holte zur Bergung ein Tretboot.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Religion

Papst preist in Ecuador Bedeutung der Familie

Papst Franziskus hat auf seiner Lateinamerika-Reise die Bedeutung der Familie gewürdigt. Bei einer Messe vor rund 600.000 Gläubigen in Ecuador rief das Oberhaupt der katholischen Kirche gestern dazu auf, Familien größere Wertschätzung zukommen zu lassen. Die Gesellschaft müsse ihrer „sozialen Schuld“ gegenüber Familien gerecht werden und diese mehr unterstützen.

Weniger Zulauf als erwartet

Die Messe fand bei großer Hitze in Ecuadors größter Stadt Guayaquil statt. Die Feuerwehr besprühte die Menschenmassen immer wieder mit Wasser. Viele Gläubige versuchten, sich mit Sonnenschirmen vor der Hitze zu schützen. Mit 600.000 Menschen hatte die Messe des Papstes allerdings weniger Zulauf als von den Organisatoren erwartet. Diese hatten auf rund eine Million Menschen gehofft.

Nach dem Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1985 ist es für Ecuador der zweite Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts. Inzwischen ist der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung von 94 auf 80 Prozent geschrumpft. Zulauf unter den 16 Millionen Einwohnern fanden in den vergangenen Jahren vor allem evangelikale Christengemeinden.

Während seiner Lateinamerika-Reise besucht der Pontifex bis zum 12. Juli außerdem auch Bolivien und Paraguay. Es ist die längste Reise von Franziskus seit seiner Wahl im März 2013. Großen Raum sollen Begegnungen mit den Ureinwohnern einnehmen. Ecuador, Bolivien und Paraguay gehören zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas.

Kultur

Schweighöfer will Boris Beckers Leben verfilmen

30 Jahre nach seinem ersten Wimbledon-Sieg soll das Leben der deutschen Tennislegende Boris Becker verfilmt werden. Matthias Schweighöfer habe sich mit seiner Produktionsfirma Pantaleon die Rechte gesichert, berichtete die „Bild“-Zeitung. „Wo man hinkommt, kennen und bewundern die Leute Boris Becker“, sagte Schweighöfer dem Blatt. „Wir wollen erzählen, wie alles begann.“

Das Drehbuch zu der internationalen Koproduktion werde momentan entwickelt. Der Drehbeginn sei für 2016 geplant. „Alles im Leben hat seinen richtigen Moment, jetzt, zum 30. Jahrestag meines ersten Wimbledon-Sieges, ist es der richtige Zeitpunkt, einen Film darüber zu machen“, sagte der dreimalige Wimbledon-Gewinner Becker. Wer ihn in dem Film spielt, ist dem Bericht zufolge noch offen.

Schatz aus 17. Jahrhundert wird versteigert

Ein goldener Kelch, ein mit Smaragden besetztes Kreuz, Goldbarren und weitere Kostbarkeiten eines vor der Küste Floridas geborgenen Schatzes werden bald in New York versteigert. Das Auktionshaus Guernsey’s teilte gestern mit, dass die vor drei Jahrzehnten im Wrack der „Nuestra Senora de Atocha“ entdeckten Wertgegenstände am 5. August in der US-Metropole versteigert würden.

Vor 30 Jahren gefunden

Das spanische Schiff war 1622 gesunken. Die „Nuestra Senora de Atocha“ war mit Schätzen aus der Neuen Welt beladen und mit 265 Menschen an Bord auf der Rückreise nach Spanien in einen Hurrikan geraten. Nur fünf Menschen überlebten das Unglück. Mit der „Nuestra Senora de Atocha“ sanken mindestens acht weitere spanische Schiffe in dem Unwetter. Der US-Schatzsucher Mel Fisher hatte das Wrack im Juli 1985 aufgespürt. Die entdeckten Gold- und Silbermünzen, Juwelen und Antiquitäten hatten einen Wert von 450 Millionen Dollar.

Fast 40 Kostbarkeiten werden nun bei Guernsey’s versteigert. Ihr Schätzwert liegt den Angaben zufolge bei insgesamt 1,5 bis zwei Millionen Dollar (1,4 bis 1,8 Mio. Euro). Ein beträchtlicher Teil des Schatzes wird in einem nach Mel Fisher benannten Museum auf der Inselkette Key West in Florida sowie in einem Privatmuseum in der Stadt Sebastian in dem Bundesstaat ausgestellt.

Hollywood-Starproduzent Jerry Weintraub tot

Der legendäre Hollywood-Produzent Jerry Weintraub, der Kinohits wie „Karate Kid“ und „Ocean’s Eleven“ auf die Leinwand brachte, ist tot. Nach Angaben seiner Sprecher starb der Produzent gestern im kalifornischen Santa Barbara, wie die „Los Angeles Times“ berichtete. Er wurde 77 Jahre alt.

„Heute ist unser Freund gestorben“, schrieb Schauspieler George Clooney in einer Mitteilung, die vom „Hollywood Reporter“ veröffentlicht wurde. Weintraub arbeitete zuletzt an einer neuen „Tarzan“-Verfilmung, die 2016 in die Kinos kommen soll. In seiner langen Karriere produzierte er Dutzende Filme, von „Diner“ (1982) bis „Liberace“ (2013).

Vor seinen Erfolgen im Filmgeschäft war er als Musikproduzent tätig und arbeitete mit Künstlern wie Frank Sinatra, Bob Dylan, Elvis Presley und John Denver.

Leute

Michael Buble wird zum zweiten Mal Vater

Der kanadische Jazzsänger Michael Buble freut sich auf Nachwuchs. Der Musiker verkündete die Botschaft mit einem kurzen, selbst gedrehten Video, das er gestern auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte.

Darin fragt er seinen Sohn Noah, wer „da drin“ sei. Daraufhin zeigt der Kleine auf den Bauch seiner Mutter und sagt: „Baby“. Im Hintergrund läuft Britney Spears’ Song „Oops! ... I did it again“ („Hoppala, ich habe es wieder getan“).

Buble und seine Frau, die argentinische Schauspielerin Luisana Lopilato, wurden vor zwei Jahren zum ersten Mal Eltern. Das seit vier Jahren verheiratete Paar hatte die Babynachricht damals ebenfalls per Videobotschaft verkündet.

Justin Bieber regt mit nacktem Hintern auf

Popstar Justin Bieber (21) mit nacktem Po - das sorgt im Internet für Furore. Der kanadische Teenie-Schwarm veröffentlichte das Bild, auf dem eine Rückansicht mit bloßem Hintern zu sehen ist, in der Nacht auf heute auf der Fotopattform Instagram - und erntete dafür innerhalb weniger Stunden knapp 900.000 Likes und fast 300.000 Kommentare.

Der Nackte steht offenbar auf einem Boot und zeigt über ein blaues Meer hinaus auf eine gebirgige Landmasse. "Dreh dich um", schrieb etwa eine Userin. Ein anderer kommentierte: „Zieh dir die verdammte Hose an.“

Ashton Kutcher und Mila Kunis haben heimlich geheiratet

Die beiden US-Schauspieler Ashton Kutcher und Mila Kunis haben Medienberichten zufolge heimlich geheiratet. Die Hochzeit sei auf der Parrish Ranch im kalifornischen Oak Glen gefeiert worden, berichtete das Promimagazin „People“ gestern.

Auch „Entertainment Weekly“ und andere Medien berichteten über das Ereignis. Die Sprecher der beiden Schauspieler reagierten zunächst nicht auf Anfragen dazu.

Alte Bekannte

Der 37-jährige Kutcher und die 31-jährige Kunis kennen einander schon lange: Sie spielten in der Serie „That ’70s Show“, die von 1998 bis 2006 in den USA lief, ein Liebespaar. 2012 wurden sie im wirklichen Leben ein Paar, im Februar 2014 verlobten sie sich. Anfang Oktober vergangenen Jahres kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt.

Für Kutcher, Star der Fernsehserie „Two and a Half Men“, ist es seine zweite Ehe. Von 2005 bis 2011 war er mit Hollywood-Star Demi Moore verheiratet. Kunis, die unter anderem in dem Kinohit „Black Swan“ zu sehen war, hatte lange eine Beziehung zu dem als Kinderstar bekannt gewordenen Schauspieler Macaulay Culkin.

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