Ausland

UNO warnt vor Massaker in nordirakischer Stadt Amerli

In der nordirakischen Kleinstadt Amerli droht nach Einschätzung der UNO ein Massaker der sunnitischen Miliz Islamischer Staat (IS) an der überwiegend schiitischen Bevölkerung. Der UNO-Sondergesandte für den Irak, Nickolai Mladenow, sagte heute in Bagdad, die Dschihadisten belagerten die Stadt seit fast zwei Monaten und die Lieferwege für Wasser und Lebensmittel seien abgeschnitten.

„Die Lage der Menschen in Amerli ist verzweifelt und erfordert ein sofortiges Eingreifen, um ein mögliches Massaker an den Einwohnern zu verhindern“, sagte er laut Pressemitteilung. Die 20.000 Einwohner-Stadt liegt rund 170 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad und rund 100 Kilometer südlich von Kirkuk.

„Unsagbar leidend“

Mladenow appellierte an die irakische Regierung, die Belagerung durch die Extremisten aufzubrechen und die Versorgung der „unsagbar leidenden“ Menschen zu ermöglichen. „Die irakischen Verbündeten und die internationale Gemeinschaft sollten mit den Behörden zusammenarbeiten, um eine humanitäre Tragödie zu verhüten“, sagte er.

Zuvor hatten bereits der designierte irakische Premier Haidar al-Abadi sowie die höchste religiöse Instanz der Schiiten im Irak, Ali al-Sistani, zur Hilfe für die Einwohner Amerlis aufgerufen. Die „Belagerung der Stadt muss durchbrochen und die Bewohner gerettet werden“, erklärte er.

Viele Tote bei Anschlägen

Zahlreiche Anschläge erschütterten den Irak auch am Samstag. Bei der Explosion dreier Autobomben im kurdischen Kirkuk im Nordirak sind nach Angaben von Polizei und Sanitätern mindestens 20 Menschen getötet und weitere 65 verletzt worden. Ziel waren demnach Einheiten kurdischer Peschmerga-Soldaten, die in der Region seit Wochen im Kampf gegen die sunnitische Miliz Islamischer Staat (IS) stehen.

Wie Polizei und Rettungskräfte weiter mitteilten, kamen in der Hauptstadt Bagdad mindestens acht Personen ums Leben, als ein Selbstmordattentäter mit einem Fahrzeug in ein Geheimdienstgebäude raste. In der Nähe der Stadt Tikrit benutze ebenfalls ein Selbstmordattentäter einen Militärgeländewagen, der mit Sprengstoff beladen war. Ziel war eine Gruppe von Soldaten und schiitischen Milizionären. Bei dem Anschlag kamen neun Menschen ums Leben.

Flughafen von Tripolis offenbar von Islamisten erobert

Islamistische Milizen haben laut eigenen Angaben heute den internationalen Flughafen der Hauptstadt Tripolis erobert. Der den Islamisten nahestehende TV-Sender An-Nabaa verbreitete eine entsprechende Erklärung der Milizen des Kommandos Fadschr Libya (Morgendämmerung für Libyen).

Demnach haben die Kämpfer den strategisch bedeutsamen Flughafen 30 Kilometer südlich der Hauptstadt vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Vorausgegangen seien zehntägige Kämpfe mit rivalisierenden Milizen aus der Stadt al-Sintan.

Libyen kommt seit dem Sturz des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi und der ausländischen Militärintervention im Jahr 2011 nicht zur Ruhe. Die Kampfhandlungen der Milizen, die aus den verschiedenen Rebellengruppen während des Bürgerkriegs hervorgegangen sind, prägen weiterhin die Lage in dem ölreichen nordafrikanischen Land. Der Flughafen befand sich seit dem Sturz Gaddafis in der Hand der Miliz von al-Sintan.

Atomtreffen zwischen Iran und EU im September

Im Rahmen der Atomverhandlungen treffen sich die Chefdiplomaten des Irans und der Europäischen Union Anfang September in Brüssel.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sagte heute, dass er in dem bilateralen Treffen mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton den weiteren Verlauf der Atomverhandlungen besprechen werde. Ein genaues Datum stehe noch nicht fest, sagte Sarif laut ISNA Nachrichtenagentur.

Die nächsten Verhandlungen mit den fünf UNO-Vetomächten sowie Deutschland über das iranische Atomprogramm sollen auf Außenministerebene am Rande der UNO-Vollversammlung Ende September in New York stattfinden. Da auch Irans Präsident Hassan Rouhani zur Vollversammlung angekündigt ist, könnte auch er an dem Treffen teilnehmen.

Der Westen hegt die Befürchtung, dass der Iran nach Atomwaffen strebt. Teheran bestreitet dies und besteht auf seinem Recht auf Kernforschung und friedliche Nutzung der Atomenergie.

Sierra Leone bestraft Verstecken von Ebola-Erkrankten

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Ebola-Seuche verschärft Sierra Leone das Strafrecht. Das Parlament des westafrikanischen Landes entschied, dass es ab sofort eine Straftat ist, Erkrankten Unterschlupf zu gewähren. Wie Justizminister Frank Kargbo Reuters sagte, soll dies mit einer zweijährigen Haftstrafe geahndet werden. Er sprach von einem notwendigen neuen Gesetz.

Nach Liberia hat mittlerweile auch die Elfenbeinküste die Grenzübergänge zu Liberia und Guinea abgeriegelt. Die „außergewöhnliche“ Entscheidung diene dem Schutz der einheimischen Bevölkerung und der in der Elfenbeinküste lebenden Ausländer, erklärte Regierungschef Daniel Kaban Duncan.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation infizierten sich seit dem Ausbruch der Epidemie in Westafrika 2.615 Menschen mit dem Virus. 1.427 Patienten starben bislang an Ebola. Liberia ist am härtesten von der Seuche betroffen, die sich auch in Guinea, Sierra Leone sowie in Nigeria ausgebreitet hat. Das Ausmaß der Seuche wird der WHO zufolge unterschätzt, weil viele Familien ihre erkrankten Angehörigen verstecken.

Syrien: Verluste für IS bei Kämpfen um Flughafen

Bei heftigen Gefechten um den wichtigen Militärflughafen Al-Tabka im Osten Syriens hat die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) offenbar große Verluste erlitten.

In den vergangenen drei Tagen seien mehr als 300 Extremisten durch Luftangriffe getötet oder verletzt worden, sagte der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte Rami Abdel Rahman heute der Nachrichtenagentur dpa. Laut den Menschenrechtlern gab es auch aufseiten der Regierungstruppen Verluste, die jedoch nicht näher beziffert wurden.

Strategisch wichtiges Gebäude

Die Armee habe ihre Luftangriffe auf die Dschihadisten verstärkt und seit Dienstag drei Großangriffe auf den Flughafen abwehren können. Der Flughafen Al-Tabka direkt am südöstlichen Ufer des Assad-Stausees ist die letzte Bastion des Regimes von Präsident Baschar al-Assad in der ostsyrischen Provinz Al-Rakka. Die Terrorgruppe versucht seit Tagen, das strategisch wichtige Gelände einzunehmen.

Die IS-Extremisten dehnten indes ihre Gewaltherrschaft im Osten Syriens aus. Die Terrorgruppe ließ an verschiedenen Orten mindestens 18 Menschen zur Strafe öffentlich töten. Mehrere Opfer seien an zentralen Plätzen gekreuzigt worden, berichtete die Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Extremisten hätten ihnen unter anderem vorgeworfen, das syrische Regime unterstützt zu haben.

Albanien offenbar auch im Visier des BND

Der Bundesnachrichtendienst (BND) überwacht nach „Spiegel“-Informationen neben der Türkei noch einen zweiten NATO-Partner: Albanien. Der Balkanstaat sei im „Auftragsprofil“ der Bundesregierung ebenfalls als sogenanntes Kernland aufgeführt.

Das bedeute, dass der deutsche Geheimdienst das Land operativ aufkläre, berichtete das Nachrichtenmagazin. Demnach wurde Albanien noch vor seinem Beitritt zur NATO im Jahr 2009 auf die Zielliste genommen.

Der BND interessiere sich dort vor allem für organisierte Kriminalität. Wie die Türkei tauche Albanien in einer 2009 aktualisierten Version des Auftragsprofils, das der BND-Mitarbeiter und mutmaßliche CIA-Spion Markus R. an seine Auftraggeber weitergegeben habe, auf.

Merkel stärkt Ukraine den Rücken

Bei ihrem Besuch in Kiew hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel der ukrainischen Regierung im Konflikt mit den prorussischen Separatisten demonstrativ den Rücken gestärkt. Merkel sagte Kiew Finanzhilfen zu. Weitere Sanktionen gegen Russland wollte sie nicht ausschließen.

Mit ihrer Reise wolle sie deutlich machen, dass „die territoriale Integrität und das Wohlergehen der Ukraine wesentliche Ziele der deutschen Politik“ seien, sagte die deutsche Kanzlerin nach einem Treffen mit Präsident Petro Poroschenko. Dieser soll in drei Tagen mit Russlands Präsident Wladimir Putin zusammentreffen.

„Annexion der Krim ist unrecht“

Merkel forderte Russland auf, sich einem beidseitigen Waffenstillstand und einer effektiven Kontrolle der russisch-ukrainischen Grenze nicht zu verschließen. Notfalls werde Europa den Druck auf Moskau erhöhen, auch mit weiteren Sanktionen. Präsident Poroschenko sagte, er sehe „die Zeit für den Frieden in der Ostukraine gekommen“.

Merkel machte klar, dass Deutschland die russische Annexion der Halbinsel Krim nicht anerkennt. „Die Annexion der Krim ist unrecht“, sagte sie. Als konkrete Unterstützung sagte Merkel der ukrainischen Regierung deutsche Kreditbürgschaften von 500 Millionen Euro zu.

Hilfskonvoi wieder in Russland

Unterdessen sind sämtliche Lastwagen des umstrittenen russischen Hilfskonvois nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aus der Ukraine zurückgekehrt. Der Konvoi sei wieder in Russland, sagte der Leiter der OSZE-Beobachtermission am russischen Grenzposten Donezk, Paul Picard.

Russland hatte gestern den seit Tagen an der Grenze wartenden Hilfskonvoi für die Ostukraine ohne das Einverständnis Kiews und des Roten Kreuzes nach Lugansk geschickt. Nach Angaben von OSZE-Beobachtern fuhren 227 Laster in sechs Gruppen über die Grenze. Am Abend wurden die Lastwagen laut Berichten des russischen Staatsfernsehens in der umkämpften Rebellenhochburg Lugansk entladen.

Die EU verurteilte die Ermordung eines litauischen Diplomaten in der Ostukraine zudem als „Terrortat“. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen und vor Gericht gebracht werden, so ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Er erneuerte die Forderung der EU nach einer politischen Lösung des Konflikts.

Ferguson: 235.000 Dollar Spenden für Polizeischützen

Eine Internetspendenaktion für den Todesschützen von Ferguson hat innerhalb von nur fünf Tagen rund 235.000 Dollar (knapp 180.000 Euro) eingebracht. Demnach gaben fast 6.000 Einzelpersonen und auch Gruppen Geld zur Unterstützung des Polizisten Darren Wilson, der vor zwei Wochen in der Kleinstadt im US-Staat Missouri den unbewaffneten schwarzen Teenager Michael Brown erschossen hatte.

Die Sammelaktion wird inzwischen von einer Wohltätigkeitsorganisation fortgesetzt. Eine Grand Jury (Anklagekammer) prüft zurzeit, ob Wilson vor Gericht gestellt werden soll. Diese Prozedur könne bis zu zwei Monate dauern, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf einen Rechtsexperten.

Wie es weiter hieß, hat der Polizist nach dem Vorfall mehrere Todesdrohungen erhalten und hält sich an einem unbekannten Ort auf. Er ist vorläufig vom Dienst befreit und bezieht weiter sein Gehalt. Im Falle einer Anklage kämen aber vermutlich hohe Kosten auf ihn zu.

Der Vorfall löste eine Serie gewalttätiger Proteste aus. Es gibt weiterhin Demonstrationen, die aber seit Tagen friedlich verlaufen. Michael Brown soll am Montag beigesetzt werden. Die Trauerfeier mit dem Bürgerrechtler Al Sharpton als Hauptredner ist öffentlich. Die Familie des Toten und die Organisatoren erwarten eine große Menschenmenge.

Inland

Justiz-Topposten: SPÖ zweifelt an sachlicher Auswahl

Die SPÖ vermisst bei der anstehenden Neubesetzung von Topposten in der Strafjustiz eine „sachliche und objektive“ Entscheidung von ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter. Dem Vernehmen nach sollen „völlig unerfahrene Richter“ zu Spitzenanklägern der Republik gemacht werden. Schon die Ausschreibung für die Posten - andere als alle anderen davor - hatte in Justizkreisen für Erstaunen gesorgt.

Noch hat Brandstetter Gelegenheit, die Vorwürfe zu entkräften: Gerade für die politisch heikle Leitung der Oberstaatsanwaltschaft gibt es eine Kandidatin, die auch laut Experten eindeutig am besten geeignet wäre - und ihre Unbequemlichkeit bereits unter Beweis gestellt hat.

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Dschihadisten: Mikl-Leitner will zusätzliche Spezialisten

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) will beim Verfassungsschutz 20 zusätzliche Spezialisten für Ermittlungen gegen mutmaßliche Dschihadisten einstellen.

Bis Ende nächster Woche soll geprüft werden, wo sie zum Einsatz kommen, die Auswahl soll ab September beginnen, so Mikl-Leitner heute in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Aus „sicherheitstaktischen Gründen“ wollte sie die Gesamtzahl der Verfassungsschützer nicht nennen.

Warnung vor Hetzerei und Aufwiegelei

Die Ermittlungen zu den „Schleuserrouten“ europäischer Dschihadisten nach Syrien und in den Irak will Mikl-Leitner gemeinsam mit Europol und Interpol vorantreiben. Nichts hält die Ministerin von Stimmen, man solle radikale Moslems doch ziehen lassen - das wäre aus ihrer Sicht „zynisch“. Auch die Forderung der FPÖ, sämtliche in Österreich lebende Tschetschenen überprüfen zu lassen, lehnt sie ab.

Außerdem warnte die Ministerin angesichts jüngster Übergriffe auf Muslime - so wurden am Donnerstag in Wien zwei ältere Frauen mit Kopftuch von einem Unbekannten attackiert - alle „Populisten“ vor Hetzerei und Aufwiegelei: „Diese Brandstifter machen sich mitschuldig, wenn es zu Übergriffen auf Unschuldige kommt.“

Mitterlehner skeptisch zu AMS-Pensionsideen

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sieht den Vorschlag von AMS-Vorstand Johannes Kopf zur Neuverteilung der Pensionsbeiträge skeptisch. Kopf hatte vorgeschlagen, dass ältere Arbeitnehmer einen größeren Teil ihrer Sozialversicherung selbst bezahlen müssen, damit die Lohnnebenkosten für sie sinken und sie so für die Wirtschaft attraktivere Arbeitnehmer werden.

Mitterlehner meinte dazu heute im Ö1-Mittagsjournal, der Vorschlag klinge zwar „in der Theorie gut“, in der Praxis müsse man sich ihn aber „anschauen, weil ich doch einige Probleme sehe“. Benachteiligt würden mit dem von Kopf vorgeschlagenen System etwa Tourismus- und Dienstleistungsfirmen mit vielen jungen Arbeitnehmern, für die die Arbeitgeber umgekehrt höhere Beiträge zu zahlen hätten.

Auch ältere Arbeitnehmer würden - außer im Fall sehr langer Übergangsfristen - benachteiligt, glaubt Mitterlehner. Diese würden dann durch die höheren Pensionsbeiträge im Alter belastet, ohne in der Jugend von niedrigeren Pensionsbeiträgen profitiert zu haben.

Sport

Fußball: Leverkusen schlägt Dortmund mit Rekordtor

Ex-Red-Bull-Salzburg-Trainer Roger Schmidt ist mit einem Sieg in seine erste Bundesliga-Saison in Deutschland gestartet. Seine Leverkusener gewannen heute das Spitzenspiel bei Vizemeister Dortmund mit 2:0.

Karim Bellarabi erzielte nach nur neun Sekunden den schnellsten Treffer in der Geschichte der deutschen Liga und verbesserte die alte Bestmarke, die von drei Spielern gehalten wurde, um zwei Sekunden. In der Nachspielzeit stellte Stefan Kießling den 2:0-Endstand her.

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Fußball: FC Barcelona brennt auf Revanche

Erstmals seit sechs Jahren ist der FC Barcelona vorige Saison ohne Titel geblieben. Die heimischen und internationalen Titel sicherte sich die spanische Konkurrenz. Unter dem neuen Trainer Luis Enrique ist Wiedergutmachung angesagt: Der 44-Jährige tüftelt vor dem Saisonstart der Primera Division noch am richtigen System, und die Katalanen haben vorsichtshalber schon auf Vorrat eingekauft. Denn auch die Konkurrenz schläft nicht, Real Madrid soll sogar „noch besser als in der vergangenen Saison“ sein.

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Formel 1: Mercedes-Solo im Spa-Qualifying

Das verregnete Qualifying für den Grand Prix von Belgien ist heute zum Solo für Mercedes geworden. Die Bestzeit und damit den ersten Startplatz für morgen (14.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) holte sich der deutsche WM-Spitzenreiter Nico Rosberg, der seinen Stallkollegen Lewis Hamilton in einem packendem Schlagabtausch auf Distanz hielt.

Fast zwei Sekunden hinter dem Briten landete Weltmeister Sebastian Vettel in seinem Red Bull auf Platz drei vor Fernando Alonso im Ferrari. Für Rosberg war es die siebente Poleposition in der laufenden Saison.

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Weltreiterspiele: Voltigierer rechnen sich einiges aus

Österreich ist bei den siebenten Weltreiterspielen in der Normandie rund um Caen mit einem Rekordaufgebot von 34 Sportlern vertreten. Medaillenchancen sieht der heimische Pferdesportverband OEPS bei den Voltigierern, den Western- und den Parareitern.

Vor allem die Voltigierer Jasmin Lindner/Lukas Wacha haben im Pas de deux zuletzt die Szene dominiert und gelten als rot-weiß-rote Goldhoffnung. In den olympischen Disziplinen Springreiten, Dressur und Vielseitigkeit sind Spitzenplätze hingegen außer Reichweite.

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Wirtschaft

Russland will Molkereiprodukte von Serbien

Russland setzt nach den Agrarsanktionen gegen den Westen auf Molkereiprodukte aus Serbien. Die für Lebensmittelsicherheit zuständige Behörde kündigte heute an, mit zwei serbischen Anbietern zu kooperieren, die bisher nicht zugelassen waren.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts hat Moskau auf Sanktionen des Westens mit einem Importverbot für Agrarerzeugnisse aus der EU und den USA reagiert. Das Verbot bezieht sich auf Fisch, Fleisch, Milchprodukte, Früchte und Gemüse. Russland hat andere Länder wie Brasilien aufgefordert, nun ihre Exporte nach Russland auszuweiten.

Serbien ist EU-Beitrittskandidat

Serbien steckt dabei allerdings in einer Zwickmühle. Denn das osteuropäische Land ist ein EU-Beitrittskandidat. Ministerpräsident Aleksandar Vucic hatte zuletzt gesagt, er werde einer Bitte aus Brüssel entsprechen, die Ausfuhren nach Russland nicht zusätzlich zu subventionieren. Serbien werde sich aber nicht den Sanktionen gegen Russland anschließen.

Die EU-Kommission hatte zuletzt Molkereianbietern weitere Hilfen zugesagt, sollten sie unter dem Konflikt mit Russland leiden. Bisher wurden den Landwirten von der EU 125 Millionen Euro versprochen.

Italien will mit Rechentrick EU-Budgetvorgaben halten

Italien will bestimmte Investitionen aus der Berechnung seines Haushaltsdefizits heraushalten und fordert dazu Entgegenkommen von den anderen EU-Staaten. Mitte September sollten unter den EU-Verkehrsministern in Mailand entsprechende „Möglichkeiten zur Förderung des Wirtschaftswachstums“ diskutiert werden, sagte Verkehrsminister Maurizio Lupi gegenüber dem „Corriere della Sera“ (Samstag-Ausgabe).

Laut Lupi wird eine Einigung angestrebt, um bestimmte Aufwendungen für strategisch wichtige Infrastrukturprojekte aus der Schuldenberechnung herauszuhalten. In der Vergangenheit hatten die EU-Partner ähnlichen Forderungen aus Rom nach mehr Flexibilität beim Defizitabbau eine Absage erteilt.

Italien ist eines der am höchsten verschuldeten Länder in der EU und war zuletzt in die Rezession zurückgerutscht. Das macht es für dem neuen Ministerpräsidenten Matteo Renzi schwer, dieses Jahr wie versprochen unter der EU-Grenze für die Neuverschuldung von drei Prozent im Verhältnis zur Wirtschaftskraft zu bleiben.

Chronik

Vulkanausbruch in Island: Luftraum teilweise gesperrt

Heute Nachmittag hat sich am nordöstlichen Rand des isländischen Bardarbunga-Vulkansystems im Bereich des Dyngjujökull ein Ausbruch ereignet.

Obwohl die Eruption zunächst gering schien, sperrten die isländischen Behörden den Luftraum über der Region und setzten die Warnstufe für den internationalen Flugverkehr auf „Rot“. Es wurden auch weitere Evakuierungen aus der umgebenden Region in die Wege geleitet.

Video dazu in iptv.ORF.at

Kontinentalplatten deutlich verschoben

Laut einer Aussendung der isländischen Wetter- und Erdbebenwarte Vedurstofa haben sich die europäische und die nordamerikanische Kontinentalplatte in dem Gebiet innerhalb weniger Tage um 20 Zentimeter verschoben.

Normalerweise verschieben sich die Landmassen an der quer durch Island verlaufenden Kontinentalspalte um höchstens zwei Zentimeter pro Jahr und führen so zu einem Wachsen der Nordatlantikinsel. Experten beurteilen die plötzliche Erhöhung Kontinentalbewegung laut isländischen Internetberichten als „dramatisch“.

Verstärkte Bebentätigkeit

Die Bebentätigkeit nahm heute Vormittag insgesamt erneut zu. Die Seismologen beobachteten eine rasche Verlagerung der Erdbebenschwärme rund um den Bardarbunga in Richtung Nordost. Das könnte bedeuten, dass die unterirdischen Magmaströme in nordöstlicher Richtung abfließen. Das würde einen Ausbruch im Bereich des Hauptkraters weniger wahrscheinlich machen als bisher angenommen.

Dafür könnte eine Eruption am Rand des Gletschermassivs in der Gegend des Dyngjujökull stattfinden, wo die Eisdecke nur ein Viertel der Stärke im Vergleich zum Hauptkrater beträgt. Dort ist das Eis teilweise nur 200 Meter dick, während sie über dem Hauptkrater rund 800 Meter beträgt. Ein Geologenteam wollte sich per Flugzeug einen Überblick über die aktuelle Situation in dem Gebiet verschaffen.

Menschenkette gegen Braunkohleabbau

Mit einer kilometerlangen Menschenkette haben Umweltschützer heute gegen den Braunkohletagebau in Deutschland und Polen sowie für eine konsequente Energiewende demonstriert.

Nach Angaben der Veranstalter verbanden mehr als 7.000 Menschen durch die rund acht Kilometer lange Kette zwei von der Abbaggerung bedrohte Dörfer: das brandenburgische Kerkwitz und das polnische Grabice.

Zu der Protestaktion hatten der deutsche Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) sowie weitere Organisationen aufgerufen, darunter die Umweltverbände BUND und Greenpeace sowie polnische Verbände. Unterstützt wurde der Protest von den Grünen und der Piratenpartei.

Die brandenburgische Landesregierung hatte im Juni grundsätzlich grünes Licht für neue Braunkohletagebaue gegeben. Die Entscheidung erfolgte mit Zustimmung der an der Regierung beteiligten Linkspartei, obwohl diese auf Bundesebene für einen Kohleausstieg eintritt. Greenpeace-Aktivisten hatten aus Protest dagegen die Parteizentrale der Linken zeitweise besetzt.

Video dazu in iptv.ORF.at

Überflutungen nach Unwettern in Ostösterreich

Starke Gewitter haben im Osten Österreichs heute örtlich für Überflutungen gesorgt. In Niederösterreich war vor allem das Weinviertel betroffen, hier absolvierten die Feuerwehren 65 Einsätze. Massive Regenfälle gingen etwa im Raum Stockerau, Schwechat, Gänserndorf und Mistelbach nieder.

Es mussten Keller ausgepumpt werden, Erde wurde von den Äckern auf die Straßen geschwemmt. Unter anderem stand eine Unterführung der S3 einen dreiviertel Meter unter Wasser und war damit unpassierbar. Die B7 war zwischen Erdberg und Wilfersdorf überflutet.

Auch im Bezirk Neusiedl am See (Burgenland) gab es aufgrund starker Regenfälle mehrere Feuerwehreinsätze. In Gattendorf, Podersdorf und Zurndorf rückten die Einsatzkräfte aus, um Keller auszupumpen, hieß es von der Landessicherheitszentrale zur APA.

Science

Gesucht: Der Weg zur funktionierenden Stadt

Städte sind weltweit - im positiven wie negativen Sinn - Brennpunkte der Entwicklung. In ihnen können sich Kreativität und Wertschöpfung ebenso konzentrieren wie Armut und Kriminalität. Welche Faktoren eine positive Entwicklung einer Stadt bedingen, dieser Frage geht der US-amerikanische Komplexitätsforscher Luis Bettencourt vom Santa Fe Institute nach.

Bei den Technologiegesprächen in Alpbach erklärte Bettencourt science.ORF.at, warum sich Komplexitätsforschung dafür seiner Meinung nach besser eignet als die klassischen Sozialwissenschaften und wie er und sein Team an Daten aus Slumvierteln auf der ganzen Welt kommen.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Science-Fiction-Märchen „Golem“ bei Salzburger Festspielen

Die letzte Schauspielpremiere der aktuellen Festspiel-Saison fällt aus dem Rahmen. Trotz Bezuges zum programmatischen Weltkriegsgedenkjahr zeigt die Uraufführung von „Golem“ ein buntes Science-Fiction-Märchen über Techniksucht und Fortschrittszwang. Mensch gegen die Maschine, so lautet die Umsetzung der „Golem“-Fabel in dieser Retro-Revue voller Animationen, wird das Rennen der Zukunft sein. Ein Golem, der seine Herkunft als Lehmfigur so weit hinter sich lässt, begeisterte das Publikum.

Mehr dazu in festspielhighlights.ORF.at

Lifestyle

New Yorker gehen laut Studie ziemlich früh schlafen

New Yorker sind zwar stolz darauf, in der „Stadt, die niemals schläft“, zu leben - doch einer neuen Studie zufolge gehen die New Yorker sogar ziemlich früh schlafen.

Unter den großen Metropolen der USA schläft New York sogar als Erstes, und auch weltweit geht kaum jemand früher ins Bett. Das geht aus der Auswertung von Zehntausenden Daten, die die Träger von Fitnessarmbändern übertragen haben, hervor.

Wenig Schlaf in Tokio

Die kleinen Geräte am Handgelenk speichern die Schritte und auch, wann der Träger zur jeweiligen Ortszeit ins Bett geht. Demnach gehen die Träger dieser Geräte im australischen Brisbane am frühesten ins Bett, im Schnitt um 22.57 Uhr. Moskauer sind die letzten, sie beenden den Tag erst um 0.46 Uhr.

Dafür sind die Brisbaner auch wieder als Erste aus dem Bett (6.29 Uhr) und die Moskauer als letzte (8.08 Uhr). Tokioter schlafen mit 5:44 Stunden am wenigsten, Melbourner mit 6:58 Stunden am meisten. Die Stockholmer gehen mit 8.876 Schritten am Tag am meisten, die Menschen in Sao Paulo mit 6.254 am wenigsten.

Die Daten haben eine gewisse Repräsentativität, weil sie von Zehntausenden Nutzern kommen. Andererseits werden die Fitnessarmbänder oft vor allem von jüngeren, sportlichen Menschen getragen.