Ausland

Visegrad-Staaten wollen angeblich Balkanroute abriegeln

Die vier Visegrad-Staaten Ungarn, Polen, Tschechien und die Slowakei wollen einem deutschen Medienbericht zufolge die Balkanroute für Flüchtlinge abriegeln.

„Solange eine gemeinsame europäische Strategie fehlt, ist es legitim, dass die Staaten auf der Balkanroute ihre Grenzen schützen“, sagte der slowakische Außenminister Miroslav Lajcak dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. „Dabei helfen wir ihnen.“

„Kontingente erhöhen Anreize für Migration“

Bei einem Treffen am Montag wollen die vier Länder dem „Spiegel“ zufolge besprechen, wie sie etwa Mazedonien bei der Schließung der Grenze zu Griechenland unterstützen können. Damit stellen sich die osteuropäischen Länder explizit gegen den Plan der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Flüchtlingskrise mithilfe der Türkei zu lösen.

Er wolle keine Konfrontation mit Merkel, sagte Lajcak. Aber es sei falsch, es der Türkei zu überlassen, die Probleme Europas zu lösen. Ablehnend äußerte sich der slowakische Außenminister auch zu Merkels Idee, der Türkei Kontingente an Flüchtlingen abzunehmen und in der EU zu verteilen. „Kontingente erhöhen nur die Anreize für Migration“, sagte Lajcak.

Auch SPD fordert Grenzschließungen

Dem Bericht zufolge fordern auch bei Merkels Koalitionspartner SPD die Ersten eine Schließung der Balkanroute: „Wir müssen die Balkanroute dichtmachen“, zitierte der „Spiegel“ den stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Axel Schäfer. „Wer in Europa offene Grenzen erhalten will, muss auch Grenzen schließen können.“

USA stationieren mehr Flugabwehr in Südkorea

Als Reaktion auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas haben die USA vorübergehend weitere Flugabwehrraketen des Typs Patriot in Südkorea stationiert.

Die zusätzliche Batterie sei Teil einer Bereitschaftsübung „als Reaktion auf die jüngsten nordkoreanischen Provokationen“, erklärten die US-Streitkräfte in Südkorea heute. Die zusätzlichen Raketen würden für eine Flugabwehrübung der US-Streitkräfte auf Luftwaffenstützpunkt Osan, rund 50 Kilometer südlich von Seoul, benötigt, hieß es. Die dort stationierte Brigade verfügt bereits über mehrere Patriot-Batterien.

Raketenstart und Kernwaffentest

Nordkorea hatte am 7. Februar eine Langstreckenrakete gestartet. Laut der Führung in Pjöngjang sollte die Rakete einen Satelliten für eine wissenschaftliche Mission ins All befördern. Die internationale Gemeinschaft wertete das Vorgehen dagegen als Test einer ballistischen Rakete und damit als Verstoß gegen Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats.

Anfang Jänner hatte Nordkorea bereits mit einem Atomwaffentest weltweit Empörung hervorgerufen. Laut Pjöngjang handelte es sich um den Test einer Wasserstoffbombe. Die USA streben eine Modernisierung der Flugabwehr in Südkorea an. Kommende Woche wollen Washington und Seoul Gespräche über die Stationierung des neu entwickelten US-Raketenabwehrsystems THAAD aufnehmen. China lehnt die Stationierung des Waffensystems auf der koreanischen Halbinsel ab. Das Pentagon versicherte, dass sich die Raketenabwehr „einzig gegen Nordkorea“ richte.

Mehrere UNO-Soldaten bei Angriff in Mali getötet

Im westafrikanischen Mali sind bei einem Angriff auf die UNO-Mission MINUSMA sechs Blauhelmsoldaten getötet worden. Rund 30 weitere wurde laut Angaben der Vereinten Nationen verletzt, als Extremisten den Stützpunkt Kidal im Nordosten des Landes angriffen. Die mit Al-Kaida verbündete malische Dschihadistengruppe Ansar Dine übernahm die Verantwortung dafür.

Nach MINUSMA-Angaben wurde der UNO-Stützpunkt mit Raketen und einer Autobombe angegriffen. Die getöteten Blauhelmsoldaten stammten aus Guinea. Kurz nach der Attacke in Kidal wurden bei einem weiteren Angriff in der Nähe von Timbuktu drei malische Soldaten getötet. Sie seien von Dschihadisten aus einem Hinterhalt angegriffen worden, sagte ein Vertreter der malischen Armee.

Iran will mit Saudi-Arabien gegen IS kooperieren

Im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ist der Iran nach Angaben seines Außenministers zur Zusammenarbeit mit seinem regionalen Kontrahenten Saudi-Arabien bereit. Es gebe „nichts in unserer Region, das eine Kooperation des Irans und Saudi-Arabiens zum Ziel einer besseren Zukunft für uns alle ausschließt“, sagte Mohammad Dschawad Sarif gestern bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Beide Länder unterstützen in den blutigen Konflikten in Syrien und im Jemen rivalisierende Parteien. Es gebe aber Möglichkeiten, gemeinsame Ziele zu formulieren, etwa beim Kampf gegen die IS-Miliz oder die radikalislamische Al-Nusra-Front, so Sarif.

„Extremisten sind für unsere Brüder in Saudi-Arabien eine ebensolche Bedrohung wie für die übrige Region“, führte er aus. In Syrien hätten Teheran und Riad auch „gemeinsame Interessen - ein stabiles Syrien ohne Terroristen, ein multiethnisches und multireligiöses Syrien“.

IS trainiert Zellen in Europa

Anfang Jänner hat das neu gegründete Anti-Terror-Zentrum (ECTC) hinter den dicken Mauern des Europol-Hauptquartiers in Den Haag seine Arbeit aufgenommen. Der Betrieb läuft auf Hochtouren. Seit den Paris-Anschlägen im November und den darauffolgenden Vorwürfen an die Behörden habe sich die internationale Kooperation signifikant verbessert, betont man in der Europol-Zentrale. Doch die Erkenntnisse der laufenden Ermittlungen sind beunruhigend: Weitere große Terroranschläge seien zu befürchten. Eine hohe Gefahr gehe von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus, die neue Terrorzellen auch in Europa bilde - und sie hier auch für Anschläge trainiere.

Mehr dazu in Das Gesamtbild aus den Puzzlesteinen

Merkel unterstützt Camerons Pläne für EU-Reform

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat Großbritanniens Premier David Cameron Unterstützung bei dessen Plänen für eine EU-Reform zugesagt. Viele Anliegen, die dieser an die Europäische Union herangetragen habe, seien nicht nur nachvollziehbar, sondern würden auch unterstützt, sagte Merkel gestern Abend beim traditionsreichen Matthiae-Mahl im Hamburger Rathaus.

Man sei einer Meinung darin, dass die EU deutlich mehr für Wettbewerbsfähigkeit, Transparenz und Bürokratieabbau tun müsse. Jeder Mitgliedsstaat müsse zudem in der Lage sein, seine Sozialsysteme gegen Missbrauch zu schützen. Es gehe bei Camerons Plänen also keineswegs um rein britische Interessen.

„Ganz im Gegenteil: Wenn es uns gelingt, diese Anliegen in eine europäische Form zu gießen, dann glaube ich, kann das Europa als Ganzes zugutekommen“, sagte die Kanzlerin. Der bisherige Verlauf der Gespräche stimme sie jedenfalls zuversichtlich, dass beim EU-Gipfel nächste Woche ein Kompromiss möglich ist. Merkel sprach sich auch dezidiert für einen Verbleib Großbritanniens in der EU aus.

Cameron sieht Chancen für Verbleib

Im Falle klarer Reformen sieht Cameron gute Chancen für einen Verbleib seines Landes in der Europäischen Union. „Wenn wir das gemeinsam erreichen können, dann werde ich eindeutig empfehlen, dass Großbritannien (...) zu diesen neuen Bedingungen bleibt“, sagte Cameron in Hamburg. Auch mit Blick auf die Sorgen seiner Landsleute halte er ein wettbewerbsfähiges und dynamisches Europa für nötig, das Nationalstaaten respektiert. Wenn das erreicht werde, „dann können wir auch das Referendum gewinnen“. Anderfalls könne er aber auch nichts ausschließen.

EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte vergangene Woche ein Reformpaket veröffentlicht, mit dem die EU Cameron helfen will, das angekündigte Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU zu gewinnen. Die EU-Staats- und Regierungschefs müssen dem Reformpaket zustimmen und diskutieren nächste Woche beim EU-Gipfel darüber.

Inland

Team Stronach lässt Bundespräsidentenwahl wohl aus

Wie sich zuletzt schon abgezeichnet hat, wird das Team Stronach (TS) wohl keinen Kandidaten in das Rennen um die Hofburg schicken.

Der austro-kanadische Parteichef Frank Stronach war knapp zwei Wochen im Land, fliegt nun am Wochenende aber wieder ab, ohne eine Entscheidung über einen Kandidaten getroffen zu haben, wurde der APA von Bundesgeschäftsführer Ronald Bauer bestätigt.

Angeblich der eine oder andere Korb

Nach APA-Informationen war Stronach zunächst auf der Suche nach einer verdienten und bekannten Persönlichkeit, holte sich letztlich aber sogar parteiintern mit seinem Wunsch nach einer weiblichen Kandidatin den einen oder anderen Korb.

SPÖ will Arbeitsmarktzugang über Lohn einschränken

Die SPÖ will den heimischen Arbeitsmarkt entlasten und fordert dafür eine Reform der Entsenderichtlinie. Ein ungarischer in Österreich tätiger Arbeiter soll künftig gleich viel Lohn erhalten wie die übrigen in Österreich Tätigen. Zurzeit kann ein ungarischer Arbeiter zu günstigeren Konditionen als ein Österreicher beschäftigt werden.

„Wir sehen, dass etwa der österreichische Arbeitsmarkt durch die Flüchtlingssituation und offene Grenzen stark belastet wird. Daher streben wir eine Entlastung an. Ein Ansatzpunkt ist eine Reform der EU-Entsenderichtlinie, wie sie auch Bundeskanzler (Werner) Faymann fordert“, sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid laut einer Aussendung.

AK-Wien-Direktor polarisiert

Bereits zuvor ließ der Direktor der Arbeiterkammer (AK) Wien, Werner Muhm, mit der Einschätzung aufhorchen, er halte die Arbeitslosigkeit in Österreich für „in hohem Maß importiert“. Er stellte die EU-Personenfreizügigkeit infrage. Dafür kassierte er Lob und Kritik.

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Grüne: Ikea sparte vier Mio. Euro durch „Steuerdeals“

Die EU-Grünen durchleuchten in einem neuen Bericht das Firmengeflecht des schwedischen Möbelhändlers Ikea, der seinen Sitz in den Niederlanden hat, und prangern darin „Steuerdeals“ an. Das niederländische Rechtssystem diene als „Schleuse“. In Österreich sparte der Konzern laut dem Bericht 2014 über Lizenzzahlungen in Höhe von 16,4 Mio. Euro auf legalem Wege 4,1 Mio. Euro Steuern.

„Ikea prellt die europäischen Steuerzahler um Milliarden. Dabei ist Ikea nur einer von vielen Großkonzernen, die sich systematisch um ihre Steuerpflicht drücken“, kritisierte der heimische grüne EU-Abgeordnete Michel Reimon in einer Aussendung.

Im Bericht heißt es, der Konzern habe sich von 2009 bis 2014 geschätzt und ganz legal etwas mehr als eine Milliarde Euro an Steuern erspart. Die Summe bezieht sich lediglich auf acht Staaten. Neben Österreich sind das Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Spanien, Schweden und Großbritannien. Von dort gebe es valide Daten, sagte eine Grünen-Sprecherin auf APA-Anfrage zur Auswahl der Länder.

Das gelinge durch die genannte niederländische „Schleuse“: Die Filialen würden Franchise- und Lizenzgebühren in die Niederlande abführen, die den versteuerbaren Gewinn drücken - laut Bericht in Österreich beispielsweise um knapp 44 Prozent.

Anwalt droht in Streit um Bank-Austria-Pensionen mit Klage

Der Anwalt einer Gruppe von Bank-Austria-Mitarbeitern, Roland Gerlach, fordert im Namen seiner Klienten die Bank Austria (BA) zu Verhandlungen über den umstrittenen Pensionsdeal auf. Sollte die Bank bis Montag kein Signal geben, dass sie ernsthafte Gespräche führen wolle, werde er rechtliche Schritte einleiten, kündigte Gerlach gestern in einem Gespräch mit der APA an.

Die von ihm vertretenen Mitarbeiter hätten bis heute noch keine Berechnungen erhalten, was für sie der vom Geldhaus geplante Wechsel ins ASVG-System finanziell bedeute. „Niemand weiß, was ihm weggenommen wird“, so Gerlach. Der Zeitdruck in der Causa komme von der BA, die bis zum 29. Februar den Deal über die Bühne haben wolle, kritisierte er.

Gerlach will Deal auf zwei Ebenen bekämpfen

Ohne Gesprächsbereitschaft der Bank will der Anwalt den Deal auf zwei Ebenen bekämpfen. Einerseits will er im Namen der betroffenen Mitarbeiter Anträge bei der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) stellen, dass das Verfahren nicht mehr verfolgt werde.

Gerlach zeigt sich zuversichtlich, den Plan der Bank durchkreuzen zu können: „Es ist keine gute Idee, ein Gesetz so auszulegen, dass es an allen Ecken und Enden kracht.“ Der betreffende Paragraf 311 im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) spreche nämlich vom „Ausscheiden aus einem pensionsversicherungsfreien Dienstverhältnis“. Die BA-Mitarbeiter würden aber nicht aus ihrem Job ausscheiden.

Auf EU-Ebene will der Anwalt ein Beihilfeverfahren einleiten. Der Deal wäre „eine substanzielle Beihilfe von Hunderten Millionen Euro an ein österreichisches Unternehmen, das müsste die Kommission erst genehmigen“.

Betroffene haben „unheimlich viel Federn gelassen“

Gerlach betonte ausdrücklich, dass er eine Gruppe von Beschäftigten der Bank vertrete, aber nicht den Betriebsrat oder die Gewerkschaft. Die betroffenen Beschäftigten hätten sich selber organisiert und ihn als Anwalt genommen. Die pragmatisierten BA-Beschäftigten hätten in den letzten 15 Jahren „unheimlich viel Federn gelassen“, auch durch den Wechsel vom Sparkassen- in den Bankenverband.

Stadt Wien dementiert Einigung

Die Stadt Wien hat keine Pläne für einen Pensionsdeal wie die Bank Austria. Das versicherte Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ). Die FPÖ mutmaßte, dass Bedienstete der Stadt ins ASVG-System übersiedelt werden könnten.

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Auch Doskozil für Bundesheersoldaten in Mazedonien

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat gestern bekräftigt, dass Österreich bereit sei, die Grenzsicherung in Mazedonien auch mit Soldaten zu unterstützen. „Auf die EU-Lösung können wir nicht warten, wir müssen sowohl national als auch auf der Balkan-Route Grenzsicherungsmaßnahmen setzen“, so das Büro des Bundesministers in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA.

„Ja, der Bundesminister hat das initiiert und wäre zur Unterstützung bereit.“ Eine sichere Grenze in Mazedonien mit lückenlosen Kontrollen entlaste die Südgrenze Österreichs und entschleunige den Zustrom. „Deshalb ist Österreich bereit zu unterstützen“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Enge Zusammenarbeit mit Kurz

Wichtig sei dabei, diese Thematik intensiv mit den Mazedoniern zu besprechen und auszuloten, ob und in welcher Form Hilfe gebraucht werde. Das werde auf mehreren Ebenen gemacht: mit Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) in Mazedonien und Doskozil in München. Man sei eng mit dem Außenminister abgestimmt.

In der Stellungnahme wird weiters betont, dass Doskozil bereits in der vergangenen Woche in Amsterdam am Rande des EU-Verteidigungsministertreffens Überlegungen in diese Richtung kommuniziert habe.

Treffen mit mazedonischem Präsidenten

Bei der Münchner Sicherheitskonferenz soll Doskozil auf den mazedonischen Staatspräsidenten und Außenminister zu einem bilateralen Gespräch zum Thema Grenzsicherung und mögliche bilaterale Unterstützung durch das Bundesheer treffen. Das Gespräch sei Anfang der Woche vereinbart worden.

Kurz betonte gestern in Mazedonien, dass Mazedonien darauf vorbereitet sein müsse, den Zustrom vollständig zu stoppen. Wien wolle das Balkanland in Form von Polizei oder Militär, aber auch mit Ausrüstung unterstützen. Er bezeichnete es als „Pflicht“ Österreichs, Mazedonien bei der Grenzsicherung zu helfen.

Sport

Ski alpin: Spannung vor Crans-Montana-Triple

Mit drei Rennen wird der Damen-Weltcup in den kommenden Tagen im Schweizer Crans Montana fortgesetzt. Für Spannung sorgt dabei vor allem Lindsey Vonn, die sich heute ihre insgesamt achte Abfahrtskristallkugel bereits sichern könnte. Das Duell um den Gesamtweltcup zwischen Vonn und der Schweizerin Lara Gut könnte nach der morgigen Kombination zum Dreikampf werden. Im Slalom sind die Blicke auf das Comeback von Mikaela Shiffrin gerichtet. Dagegen wird den ÖSV-Damen in Crans Montana nur eine Nebenrolle zuteil.

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Fußball: Baumgartlinger versenkt Schalke

Mainz 05 hat gestern die 21. Runde der deutschen Bundesliga mit einem knappen Heimsieg über Schalke 04 eröffnet. Die Mainzer setzten sich zu Hause gegen die Gäste aus Gelsenkirchen mit 2:1 durch und wahrten ihre Chance auf einen Champions-League-Platz. Mann des Abends war Julian Baumgartlinger: Der ÖFB-Teamspieler wurde mit seinem ersten Tor im deutschen Oberhaus zum Matchwinner.

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Skifliegen: Kranjec überrascht in Vikersund

Einen Überraschungssieger hat gestern Abend das erste von drei Weltcup-Skifliegen in Vikersund gebracht. Robert Kranjec erzielte in beiden Durchgängen Höchstweite und feierte seinen ersten Sieg seit drei Jahren, als er ebenfalls auf der „Monsterschanze“ in Norwegen triumphiert hatte. 2012 war der Slowene in Vikersund bereits Skiflug-Weltmeister geworden.

Kranjec setzte sich vor dem Norweger Kenneth Gangnes und dem japanischen Altmeister Noriaki Kasai durch. Stefan Kraft belegte als bester Österreicher unmittelbar vor Michael Hayböck Rang fünf.

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Wirtschaft

500-Euro-Schein könnte bald Geschichte sein

Benoit Coeure, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), rechnet mit dem Aus für den 500-Euro-Schein. „Ich persönlich sage: Wir haben heute weniger Gründe als bei Einführung des Euro, den 500-Euro-Schein beizubehalten, weil der elektronische Zahlungsverkehr heute viel wichtiger ist“, sagte Couere der deutschen Zeitung „Rheinische Post“ (Samstag-Ausgabe).

Stetige Sorge wegen Geldwäsche

„Uns wird gesagt, dass der Schein zunehmend kriminellen Geschäften dient. Deshalb glaube ich, dass der 500-Euro-Schein letztendlich abgeschafft wird, aber das muss auf bedachte Weise geschehen“, sagte der Franzose. Über die Zukunft der größten der insgesamt sieben Euro-Banknoten müsse allerdings im EZB-Rat entschieden werden. In diesem obersten Entscheidungsgremium der Europäischen Zentralbank sitzen die sechs Mitglieder des EZB-Direktoriums sowie die Chefs der 19 nationalen Notenbanken der Euro-Zone.

Abkommen zwischen EU und Andorra gegen Steuerflucht

Die Europäische Union hat mit Andorra ein Abkommen gegen Steuerflucht geschlossen. Ab 2018 wollen beide Seiten automatisch Bankkonteninformationen austauschen, wie der Rat der EU-Staaten gestern in Brüssel mitteilte.

Der europäische Kleinstaat zwischen Spanien und Frankreich will dabei Daten über Konten von EU-Bürgern in seinem Hoheitsgebiet liefern. Umgekehrt gibt die EU Daten von Staatsbürgern aus Andorra mit Konten in EU-Staaten weiter. Die EU hatte vergangenes Jahr ähnliche Abkommen mit der Schweiz, Liechtenstein und San Marino unterzeichnet. Die Verhandlungen mit Monaco sollen demnächst abgeschlossen werden.

Die EU-Finanzminister diskutierten zudem bei ihrem Treffen heute in Brüssel neue Mittel gegen Steuervermeidung internationaler Konzerne. Die EU-Kommission hatte dazu jüngst einen Gesetzesvorschlag vorgelegt. Dieser gehe in die richtige Richtung, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Dem Vorstoß zufolge sollen unter anderem Gewinne künftig dort versteuert werden, wo sie entstehen.

Polen sieht in „Nordstream II“ Sanktionsbruch

Die polnische Regierungschefin Beata Szydlo hat das Gaspipelineprojekt „Nordstream II“ von Russland nach Deutschland scharf kritisiert. „Die Unterstützung dieses politischen Projektes ist unvereinbar mit der Politik der gemeinsamen Sanktionen gegenüber Russland“, sagte Syzdlo gestern in einer Rede vor der Körber-Stiftung in Berlin.

„Ein Resultat könnte sein, dass die proeuropäischen Reformen in der Ukraine geschwächt werden“, warnte die rechtskonservative Regierungschefin. Dann drohe eine politische und wirtschaftliche Destabilisierung der Ukraine, was nicht im Interesse der EU sei.

Zudem unterlaufe das Projekt das EU-Ziel, die Energieversorgung des Kontinents zu diversifizieren und die Abhängigkeit von dem Lieferanten Russland zu verringern. Von Deutschland hieß bisher, dass es sich bei dem Plan zum Bau einer zweiten Röhre der Pipeline um ein wirtschaftliches und nicht um ein politisches Projekt handle.

Chronik

Suizid von zwei 15-Jährigen an Schule in Arizona

An einer Schule im US-Staat Arizona haben zwei Mädchen offenbar Suizid begangen. Die beiden 15-Jährigen seien gestern (Ortszeit) tot in einem überdachten Innenhof ihrer Schule nahe Phoenix gefunden worden, wie die Polizei mitteilte.

Beide sollen eine Schusswunde auf gewiesen haben, eine Waffe wurde in der Nähe gefunden - ebenso wie ein Abschiedsbrief. Nach ersten Ermittlungen „hat ein Mädchen zuerst dem anderen und dann sich selbst das Leben genommen“, erklärte die Polizei. Die beiden Schülerinnen hatten offenbar eine Beziehung. Über die Hintergründe herrschte aber Unklarheit. Die Schule wurde für den Tag geschlossen.

IT

Gesundheit

Diäten können bei Jugendlichen Essstörungen auslösen

Jedes dritte jugendliche Mädchen und jeder siebte Bursch ist gefährdet, an einer Essstörung zu erkranken - etwa an Magersucht und Bulimie. Das sind neue Daten aus einer großangelegten Studie der Wiener Med-Uni über Essstörungen und psychischer Erkrankungen von Jugendlichen. Experten warnen nun in der Fastenzeit, dass Diäten bei Jugendlichen solche Essstörungen auslösen können.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Luftverschmutzung tötet jährlich 5,5 Millionen Menschen

Mehr als 5,5 Millionen Menschen weltweit sterben wissenschaftlichen Studien zufolge jedes Jahr an den Folgen von Luftverschmutzung. Mehr als die Hälfte der Todesfälle ereignet sich in Indien und China, wie Forscher gestern bei einer Wissenschaftskonferenz in Washington mitteilten.

Ohne strengere Umweltregeln soll die Zahl der Toten durch Schadstoffe in der Luft in den kommenden Jahren weiter ansteigen. „Luftverschmutzung ist der viertgrößte Risikofaktor für einen frühen Tod“, sagte Professor Michael Brauer von der University of British Columbia im kanadischen Vancouver. Nur hoher Blutdruck, schlechte Ernährung und Rauchen sind noch gefährlicher.

Den Angaben zufolge starben alleine in China im Jahr 2013 rund 1,6 Millionen Menschen durch Luftverschmutzung. In Indien seien in dem Jahr 1,4 Millionen Todesfälle verzeichnet worden. Beide Länder durchlaufen einen rapiden Industrialisierungsprozess. China setzt bei der Energieerzeugung stark auf Kohle. In Indien ist den Forschern zufolge neben Kohle vor allem die Verbrennung von Holz, Mist und Biomasse für die schlechte Luft verantwortlich.

Science

Religion

Kultur

Lars von Trier kündigt Dreharbeiten mit Bowie-Zitat an

Der dänische Filmemacher Lars von Trier hat die Dreharbeiten zu seinem neuen Film mit einem Zitat des im Jänner gestorbenen Musikers David Bowie angekündigt. „Ladies und Gentlemen, erlauben Sie mir, Sie daran zu erinnern, dass wir dieses Jahr meinen nächsten Featurefilm drehen werden: ‚The House That Jack Built‘. This ain’t rock ’n’ roll - this is genocide“, sagte er in einem Video auf Facebook.

Das Zitat stammt von dem 1974 erschienenen Album „Diamond Dogs“ des britischen Künstlers Bowie. „The House That Jack Built“ hatte Von Trier zunächst als TV-Serie angekündigt. Zuletzt hatte der Skandalregisseur 2013 mit dem Drama „Nymphomaniac“ über eine Sexsüchtige Aufsehen erregt.

Pharma-„Bad Boy“ Shkreli bietet Mio. für Kanye-West-Album

Der umstrittene Pharmaunternehmer Martin Shkreli hat für den exklusiven Kauf des neuen Kanye-West-Albums „The Life of Pablo“ zehn Millionen Dollar (8,9 Mio. Euro) geboten.

Statt das Album an ein Millionenpublikum zu veröffentlichen, soll es der Rapper allein an Shkreli verkaufen, twitterte der 32-Jährige. „Ich vermute, Sie (und Ihre Partner) werden diese finanzielle Vereinbarung attraktiver finden als die derzeitige Vorgehensweise.“

Eigentlich hätte das Album seit gestern verfügbar sein sollen. Verärgerten Fans antwortete Shkreli auf Twitter: „Es geht nicht darum, den Menschen die Musik wegzunehmen. Es geht darum, alle daran zu erinnern, wie wichtig und zentral sie in unserem Leben ist.“

Milliardär kaufte schon Wu-Tan-Clan-Album

Shkreli, der durch die extreme Verteuerung eines wichtigen Medikaments gegen Immunschwäche heftig in die Kritik geraten ist, hatte zuvor ein Album des Wu-Tang Clan für rund zwei Millionen Dollar gekauft. Die Hiphopgruppe hatte das Album „Once Upon a Time in Shaolin“, von der nur ein einziges Exemplar existiert, im Dezember meistbietend an Shkreli verkauft.

Da Kanye West bei Universal unter Vertrag steht, müsste er das Angebot erst mit dem Label diskutieren. Zudem ist unklar, ob Shkreli die Summe wirklich aufbringen kann, da gegen ihn ein Prozess wegen Betrugsvorwürfen läuft. Dabei geht es um Anschuldigungen im Zusammenhang mit seinem früheren Job als Chef der Pharmafirma Retrophin. Er soll Geldbeträge in Millionenhöhe abgezweigt haben, um Verluste bei seinem Hedgefonds auszugleichen.

Leute

Bill Cosby will Strafprozess wegen Missbrauchs abwenden

US-Komiker Bill Cosby will mit aller Macht einen Strafprozess wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs vermeiden. Seine Anwälte legten gestern (Ortszeit) Berufung gegen die Entscheidung eines Richters im Bundesstaat Pennsylvania ein, der grünes Licht für einen Strafprozess gegeben hatte.

Es ist derzeit der einzige Strafprozess, der dem von mehr als 50 Frauen des sexuellen Missbrauchs beschuldigten Schauspieler droht. Die Mehrzahl der Fälle sind verjährt, einige wenige werden vor Zivilgerichten verhandelt.

Nur in Pennsylvania droht dem 78-Jährigen ein Strafverfahren. Richter Steven O’Neill hatte Anfang des Monats entschieden, dass die Klage wegen eines Falls aus dem Jahr 2004 weiterverfolgt wird. Bei einer Verurteilung drohen dem einstigen TV-Star bis zu zehn Jahre Haft und 25.000 Dollar Geldstrafe.

Beschuldigt in mehr als 50 Fällen

In dem Fall legt die Staatsanwaltschaft Cosby „schwere sexuelle Nötigung“ zur Last. Der Schauspieler soll die Universitätsmitarbeiterin Andrea C. unter Drogen gesetzt und missbraucht haben. Die Straftat soll sich 2004 im Haus des Schauspielers in Cheltenham bei Philadelphia geschehen sein. C. habe Cosby damals als „Mentor und Freund“ vertraut, argumentierten die Ankläger.

Insgesamt beschuldigen inzwischen mehr als 50 Frauen den einstigen Star der „Cosby Show“, sie sexuell missbraucht zu haben. Zu Cosbys mutmaßlichen Opfern gehören Models, Kellnerinnen und Mitarbeiterinnen aus dem Showgeschäft. Die Fälle reichen bis in die 1960er Jahre zurück, die meisten sind daher bereits verjährt. Cosby bestreitet alle Vorwürfe vehement.