Ausland

UNO-Sicherheitsrat stimmt über MH17-Tribunal ab

Der UNO-Sicherheitsrat will heute trotz Drohungen aus Moskau über ein internationales Tribunal zur Klärung des Absturzes von MH17 abstimmen. Die Boeing der Malaysia Airlines war vor einem Jahr über der Ostukraine abgeschossen worden.

Die Regierungen in Kiew und in Moskau beschuldigen sich gegenseitig, für den Tod der 298 Menschen an Bord - überwiegend Niederländer - verantwortlich zu sein. Russland lehnt die Einrichtung eines Tribunals ab, solange die niederländischen Ermittlungen zu der Tragödie nicht abgeschlossen sind, und hat ein Veto angekündigt.

Vor allem die Niederlande und Malaysia, aber auch andere Staaten wie Australien fordern seit langem ein internationales Tribunal, um zu klären, wer für den Abschuss verantwortlich ist. Die von Russland unterstützten Separatisten hatten die Absturzstelle lange abgeschirmt und unabhängigen Gutachtern den Zugang verweigert.

Tote bei Gewalt in Palästinenserlager im Libanon

Bei Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Gruppen in einem palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon sind zwei Menschen getötet worden. Bei den Kämpfen im Lager Ain al-Hilweh nahe der südlibanesischen Hafenstadt Sidon seien gestern Abend zudem sechs Menschen verletzt worden, sagte ein palästinensischer Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AFP.

Einer der Verletzten schwebe in Lebensgefahr. Bei den Getöteten handelte es sich den Angaben zufolge um ein Mitglied der im Westjordanland regierenden Fatah-Bewegung sowie um einen Saftverkäufer. Bewaffnete Männer hätten begonnen, auf zwei Mitglieder der Islamistengruppe Jund al-Sham zu schießen, sagte der Offizielle. Daraufhin habe es einen Schusswechsel zwischen Jund al-Sham und der Fatah gegeben. Auf die sechs Verletzten sei gezielt geschossen worden.

„Dutzende Bewaffnete auf den Straßen“

„Die Lage ist sehr angespannt und Dutzende bewaffnete Männer sind auf den Straßen“, sagte der Offizielle. Am späten Abend hätten sich die Auseinandersetzungen abgeschwächt. Es seien nur noch gelegentlich Schüsse zu hören. Wegen der jüngsten Gewalt flohen demnach Dutzende palästinensische Familien aus dem Lager. Einige von ihnen waren zuvor dorthin vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen.

Der Gewaltausbruch war durch die Erschießung eines Fatah-Vertreters und Chef eines Sicherheitsgremiums von Ain al-Hilweh ausgelöst worden. Ain al-Hilweh ist das größte der offiziell zwölf palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon. Die meisten Bewohner leben in prekären Verhältnissen. Es gibt die stillschweigende Vereinbarung, dass die libanesische Armee nicht in palästinensische Flüchtlingslager vordringt. Für die Sicherheit in den Camps müssen palästinensische Gruppen selbst sorgen.

In Ain al-Hilweh bekämpfen sich immer wieder unterschiedliche Gruppen. Außerdem hat sich das Flüchtlingslager zur Brutstätte für Extremistengruppen entwickelt.

Briten wollen mehr Geld für Grenzsicherung ausgeben

Angesichts des massenhaften Versuchs von Flüchtlingen, aus Frankreich durch den Ärmelkanaltunnel nach Großbritannien zu gelangen, will die Regierung in London zusätzliche Millionen für Sicherheitsmaßnahmen ausgeben.

Reaktion auf Flüchtlingsansturm

Die britische Innenministerin Theresa May kündigte nach einem Treffen mit ihrem französischen Kollegen Bernard Cazeneuve in London an, sieben Millionen Pfund (zehn Millionen Euro) zusätzlich für die Grenzsicherung bereitzustellen. Zuvor hatte die britische Regierung bereits 15 Millionen Pfund für die Maßnahmen am Eurotunnel zugesagt.

Allein in der Nacht auf gestern hatten insgesamt knapp 2.000 Flüchtlinge versucht, zu dem Tunnel unter dem Ärmelkanal vorzudringen. Ein Eurotunnel-Sprecher teilte mit, dass sein Unternehmen sein gesamtes Sicherheitspersonal habe einsetzen müssen und auch die Polizei im Einsatz gewesen sei. Demnach führten die Vorfälle zu Verspätungen im Zugverkehr im Eurotunnel.

Tödliche Unfälle

Nach Angaben der Behörden von Anfang Juli sind in der Region um die nordfranzösische Stadt Calais, wo der Eurotunnel beginnt, rund 3.000 Flüchtlinge gestrandet. Die meisten von ihnen stammen aus Äthiopien, Eritrea, dem Sudan und Afghanistan. Sie versuchen, auf Fähren oder durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen, wo sie auf ein besseres Leben hoffen.

Bei den Versuchen einer heimlichen Einreise nach Großbritannien kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Allein seit Anfang Juni kamen auf der französischen Seite des Tunnels acht Flüchtlinge ums Leben.

Enge Zusammenarbeit

„Die französische und die britische Regierung arbeiten in dieser Angelegenheit, die uns beide betrifft, sehr eng zusammen“, sagte May nach ihrem Treffen mit Cazeneuve. Geheimdienst und Sicherheitsbehörden würden kooperieren, um Menschenschmuggler-Banden zu bekämpfen, die „aus menschlichem Elend Profit schlagen“. Großbritannien und Frankreich würden bei der Abschiebung von Migranten, insbesondere nach Westafrika, zusammenarbeiten, „um sicherzustellen, dass die Menschen sehen, dass die Reise hierher nicht dazu führt, dass sie nach Europa kommen und sich hier niederlassen können“, sagte May.

IS-Anhänger plante Terroranschlag auf Strand in Florida

US-Ermittler haben offensichtlich einen Terroranschlag am Strand von Florida durch einen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vereitelt. Die Bundespolizei FBI war im April auf den 23-Jährigen aufmerksam geworden, weil er extremistische Äußerungen im Sozialen Netzwerk verbreitete und dort auch für den IS warb.

Nach Angaben des Justizministeriums von gestern wollte der Mann eine in einem Rucksack versteckte Nagelbombe an einem öffentlichen Strand in Key West vergraben und sie per Handy aus der Ferne zünden. Er soll auch zwei Sturmgewehre gekauft und versucht haben, an Handgranaten zu kommen.

Ein weiterer IS-Anhänger wurde im Bundesstaat Georgia zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er hatte seit mehr als einem Jahr geplant, sich der Terrormiliz anzuschließen. Er war vergangenen Oktober am Flughafen von Atlanta mit einem Flugticket mit Ziel Türkei festgenommen worden.

Russische NGOs müssen als „Agenten“ kapitulieren

Das in Tschetschenien tätige russische Anti-Folter-Komitee stellt seine Arbeit ein. Die Organisation werde „ab kommender Woche“ nicht mehr existieren, sagte ihr Präsident Igor Kaljapin gestern in Moskau.

Der Grund dafür sei „ein ganz einfacher“ - nämlich, dass die Gruppe nach einem entsprechenden Gesetz fortan auf der Liste „ausländischer Agenten“ stehe. Die Behörden stuften außerdem erstmals eine ausländische Organisation als in Russland „unerwünscht“ ein.

Registrierung als „ausländische Agenten“

In Russland werden politisch tätige Organisationen, die ganz oder teilweise aus dem Ausland finanziert werden, seit 2012 per Gesetz gezwungen, sich als „ausländische Agenten“ registrieren zu lassen. Das erschwert ihre Arbeit erheblich. Das Anti-Folter-Komitee, das sich um Opfer von Folter kümmert, wurde bisher fast zur Hälfte mit ausländischen Geldern gestützt.

Kaljapin bezeichnete die Einstufung als „inakzeptabel“, da dies „schlicht falsch“ sei. Er kündigte an, seine Organisation werde unter dem neuen Namen Komitee zur Vermeidung von Folter ihre Arbeit fortsetzen. Um nicht wieder als „ausländische Agenten“ eingestuft zu werden, würden die Mitarbeiter der neuen Gruppe dann nur noch russische Gelder annehmen.

„Bedrohung“ für die Sicherheit

Nach dem russischen Gesetz können auch ausländische Organisationen in Russland für „unerwünscht“ erklärt werden. Die Behörden stuften am Dienstag erstmals eine ausländische Gruppe dementsprechend ein, nämlich die Nationale Stiftung für Demokratie (NED) aus den USA. Sie wird vom US-Kongress unterstützt.

Die Staatsanwaltschaft nahm die Einstufung vor, weil sich die NED angeblich örtlicher Organisationen bediene, um Wahlen zu untergraben und politische Kundgebungen zu organisieren. Die Gruppe sei eine „Bedrohung“ für die verfassungsmäßige Ordnung und die Sicherheit Russlands, erklärten die Ermittler.

Irak protestiert gegen türkische Luftangriffe auf PKK-Lager

Der Irak hat die türkischen Luftangriffe auf Stellungen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Norden des Landes als gefährliche Eskalation und Verletzung der Souveränität bezeichnet.

Der Ministerrat habe die Türkei aufgefordert, die guten Beziehungen zu respektieren, schrieb Regierungschef Haider al-Abadi gestern im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Der Irak fühle sich seinerseits verpflichtet, Angriffe auf die Türkei von irakischem Boden aus zu unterbinden.

Erdogan erklärt Friedensprozess für beendet

Türkische Kampfflugzeuge hatten in den vergangenen Tagen Angriffe auf ein Hauptquartier der verbotenen PKK im Nordirak geflogen. Darüber hinaus erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Friedensprozess mit den Kurden für beendet. „Es ist nicht möglich, einen Lösungsprozess fortzuführen mit denjenigen, die die Einheit und Integrität der Türkei untergraben“, sagte er in Ankara.

Und damit nicht genug: Vor dem Hintergrund einer Neuwahldiskussion in der Türkei forderte er die Aufhebung der parlamentarischen Immunität für Politiker mit „Verbindungen zum Terrorismus“ und meinte - wohl in Richtung der zuletzt bei der Wahl erfolgreichen prokurdischen Parlamentspartei HDP -, er würde ungern ganze „Parteien schließen“ müssen.

Mehr dazu in PKK-Friedensangebot abgelehnt?

Inland

Ministerien verstärken Kampf gegen Schlepperei

Das Innen- und das Justizministerium verstärken ihren Kampf gegen die Schlepperei. Ein „Fünfpunkteplan“ sieht etwa verstärkte Grenzkontrollen zu Ungarn, eine Aufstockung der Ermittlungsteams, Strafverschärfungen gegen Schlepper sowie eine Spezialisierung von Staatsanwälten vor, wie das Ö1-Frühjournal berichtet.

Mehr Kontrollen an den Grenzen

Seitens des Innenministeriums werden derzeit mit den Amtskollegen im Nachbarland Gespräche betreffend einer lückenlosen Kontrolle sämtlicher internationaler Züge, die aus Ungarn kommen, geführt.

Die Kontrollen sollen gemeinsam mit der ungarischen Polizei in den Zügen ab Budapest sowie direkt an den infrage kommenden ungarischen Bahnhöfen stattfinden. Eine Weiterfahrt der illegalen Personen nach Österreich soll damit verhindert werden, hieß es aus dem Innenministerium.

Auch in den Grenzbezirken an der österreichisch-ungarischen Grenze soll künftig verstärkt kontrolliert werden, um Schlepper aus dem Verkehr zu ziehen. Die Ermittlungsteams im Bereich Menschenhandel und Schlepperei im Bundeskriminalamt will das Ressort zudem aufstocken.

Gesetze sollen verschärft werden

Das Justizministerium plant wiederum gesetzliche Verschärfungen der Strafbestimmungen gegen Schlepper sowie die Einrichtung spezialisierter Staatsanwälte im Bereich des Schlepperwesens. Die Polizei solle künftig noch mehr in die Arbeit der Anklagebehörde eingebunden werden.

„Wir haben bereits wirksame Maßnahmen, aber es braucht weitere Verschärfungen“, kommentierte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Pläne der beiden Ressorts. Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) sprach ebenfalls davon, „den Kampf gegen das Schlepperunwesen auch weiter zu optimieren“.

Wilders kritisiert Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hat die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Wien gegen ihn wegen mutmaßlicher Volksverhetzung und der Herabwürdigung religiöser Lehren kritisiert.

Diese seien ein Angriff gegen die Meinungsfreiheit. „Gegen mich wird nun ein legaler Dschihad geführt“, zitierte die „Presse“ (Mittwoch-Ausgabe) Wilders Aussagen in der Zeitung „De Telegraaf“.

„Im Krieg mit dem Islam“

Es sei „besonders bitter, dass ausgerechnet in dem westlichen Land, wo vor einigen hundert Jahren der Westen gegen den Islam verteidigt wurde“, gegen ihn ermittelt werde, so Wilders in Anspielung auf die Verteidigung Wiens gegen das osmanische Heer 1683 (Zweite Wiener Türkenbelagerung). Außerdem kündigte der Chef der Freiheitspartei (PVV) an, weiter die „Wahrheit“ über den Islam und Migration aussprechen zu wollen.

Wilders hatte in einem Vortrag am 25. März 2015 in Wien Europa als „im Krieg mit dem Islam“ bezeichnet, den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ verglichen und dessen Verbot gefordert. Eingeladen wurde der Rechtspopulist von der FPÖ. Die „Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen“ erstattete daraufhin Anzeige, wie der „Kurier“ berichtete.

Wirtschaft

Athener Börse vor Wiedereröffnung

Die Börse in Athen wird voraussichtlich heute oder morgen wieder öffnen. Die griechische Börsenaufsicht werde in der Früh über den genauen Zeitpunkt entscheiden, sagte der Chef der griechischen Kapitalmarktkommission, Konstantinos Botopoulos. Für einheimische Investoren soll es allerdings noch einige Handelsbeschränkungen geben.

Die Europäische Zentralbank (EZB) akzeptierte zuvor die Vorschläge zur Wiedereröffnung des Handels. Die Börse ist seit Ende Juni geschlossen. Griechische Banken hatten nach einer dreiwöchigen Zwangspause bereits am 20. Juli wieder ihre Schalter geöffnet. Kapitalverkehrskontrollen sind aber weiterhin in Kraft.

Verhandler wieder in Athen

Erstmals seit Herbst vergangenen Jahres nehmen die Chefunterhändler von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) wieder Gespräche in Athen auf. Mit von der Partie in den Verhandlungen für das dritte Hilfsprogramm sind außerdem Experten des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM).

EU, IWF und EZB waren als „Troika“ bereits an den Hilfsprogrammen der Jahre 2010 und 2012 beteiligt. Nach Einschätzung der Gläubiger benötigt das hoch verschuldete Griechenland in den kommenden drei Jahren zwischen 82 und 86 Mrd. Euro.

Moody’s warnt österreichische Banken vor Gegenwind

Die Lage für die Banken in Österreich dürfte sich der Ratingagentur Moody’s zufolge in den kommenden ein bis eineinhalb Jahren verschlechtern. Grund seien die verschärften operativen Geschäftsbedingungen in Bulgarien, Kroatien, Russland und der Ukraine, die den Töchtern österreichischer Banken zusetzen würden, erklärte die Agentur gestern.

Diese Herausforderungen würden die positiven Entwicklungen wie den leichten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts in Österreich und bessere Wirtschaftsdaten in Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien und der Slowakei überlagern. Den Ausblick für das österreichische Bankensystem beließ Moody’s bei „negativ“.

Disneyland Paris wegen Preisunterschieden im Visier der EU

Die EU-Kommission geht Vorwürfen nach, dass der Vergnügungspark Disneyland Paris Besucher aus Deutschland und anderen Ländern wegen ihrer Herkunft benachteiligt. „Wir prüfen gerade einige Beschwerden, davon viele gegen Disneyland Paris“, teilte eine Kommissionssprecherin gestern in Brüssel der Nachrichtenagentur AFP in einer Erklärung mit. Demnach steht der Vorwurf im Raum, dass Disneyland Paris auf Grundlage der Nationalität oder des Wohnorts unterschiedliche Preise verlange und damit gegen EU-Recht verstoße.

Die britische Zeitung „Financial Times“ berichtete, Disneyland Paris verlange von deutschen und britischen Besuchern deutlich überhöhte Preise. So zahlten Franzosen für ein Premium-Paket von Europas größtem Freizeitpark 1.346 Euro, Briten aber 1.870 Euro und Deutsche sogar 2.447 Euro. Aus EU-Kreisen verlautete, die französische Regierung müsse sicherstellen, dass das EU-Recht befolgt werde. Brüssel werde sich daher in der Angelegenheit bald an Frankreich richten.

Seit der Luxemburger Jean-Claude Juncker im November EU-Kommissionspräsident wurde, führt die Kommission eine Offensive gegen nationale Handelsbarrieren, die zu Lasten der Verbraucher gehen. Die US-Firmen Amazon, Google und Apple zählten zu den ersten Unternehmen, die dies in Form von EU-Verfahren zu spüren bekamen.

Aktionäre feiern Twitter trotz roter Zahlen

Der Kurzmitteilungsdienst Twitter wird trotz roter Zahlen an der Börse gefeiert. Grund ist ein überraschend starkes Umsatzplus im zweiten Quartal.

Twitter meldete gestern nach US-Börsenschluss verglichen mit dem Vorjahreswert einen Anstieg der Erlöse um 61 Prozent auf 502 Mio. Dollar (455 Mio. Euro). Die Markterwartungen wurden damit deutlich übertroffen. Die Aktie legte nachbörslich zunächst um mehr als zehn Prozent zu.

Immer noch defizitär

Dabei verliert das Unternehmen weiterhin Geld - allerdings sank das Minus unter dem Strich zum Vorjahr immerhin von 145 auf 137 Mio. Dollar. Interimschef und Twitter-Mitgründer Jack Dorsey - der den Spitzenjob vom im Juni nach Dauerkritik von Aktionären zurückgetretenen Dick Costolo übernahm - sieht offenbar noch viel Luft nach oben. „Wir sind mit unserem Wachstum nicht zufrieden“, kommentierte er den Finanzbericht.

Auch wenn Börsianer mit schlechteren Ergebnissen gerechnet hatten und die Zahlen sehr positiv aufnahmen, war es die bisher schwächste Umsatzentwicklung in einem Quartal seit dem Börsengang im November 2013.

New Yorker Airport La Guardia wird neu gebaut

Der 1939 eröffnete und mittlerweile reichlich veraltete New Yorker Flughafen LaGuardia genießt seit Jahrzehnten alles andere als einen guten Ruf. Zusammen mit US-Vizepräsident Joe Biden, der LaGuardia einmal als „Dritte-Welt-Flughafen“ bezeichnete, präsentierte der Gouverneur des US-Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, nun die Pläne für eine Runderneuerung. Eine Renovierung allein reicht nicht aus - der Flughafen, der „derzeit der Stadt nicht würdig“ sei, soll komplett abgerissen und neu gebaut werden.

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Sport

Fußball: Bayern setzt Alaba Vidal vor die Nase

Der Wechsel von Arturo Vidal zu Bayern München ist perfekt. Wie der Club von ÖFB-Teamspieler David Alaba mitteilte, unterschrieb der chilenische Mittelfeldstar beim deutschen Meister einen Vierjahresvertrag bis 2019 mit der Option auf ein weiteres Jahr. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung“, wurde der Neuzugang von Juventus Turin auf der Bayern-Website zitiert. Für Alaba scheint damit zumindest vorerst der Traum von einem Einsatz als Bayern-„Sechser“ oder „Achter“ ausgeträumt.

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Champions League: Malmö sieht „Bullen“ unter Druck

Vor einem Jahr hat Malmö FF im Play-off den Traum von Red Bull Salzburg vom erstmaligen Einzug in die Gruppenphase der Champions League beendet. Heuer wartet der „Sargnagel“ schon in der dritten Qualifikationsrunde auf die „Bullen“.

Die Schweden sind vor dem heutigen Hinspiel (19.00 Uhr, live in ORF eins) nicht nur aufgrund des Vorjahres motiviert. „Sie haben Druck, vielleicht sogar mehr als vergangenes Jahr“, sagte Malmö-Coach Aage Hareide. Der Norweger hat aber so wie Salzburg viele neue Gesichter im Kader.

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Beachvolleyball-EM: Gelungener Auftakt für ÖVV-Damen

Österreichs Beachvolleyball-Damen haben gestern für einen gelungenen Auftakt bei der Heim-EM in Klagenfurt gesorgt. Von den vier ÖVV-Duos durften sich drei über einen Sieg freuen.

Vor allem die größten Hoffnungsträgerinnen Stefanie Schwaiger/Barbara Hansel freuten sich über einen glatten Erfolg. „Ich hatte am Anfang schon weiche Knie, aber wir sind super gestartet und haben gut gespielt“, war Hansel über den guten Start erleichtert.

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Chronik

13-Jähriger aus München wollte in Dschihad ziehen

Ein 13-jähriger Bub aus München hat sich nach Medieninformationen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien anschließen wollen. Der Bub sei am vergangenen Freitag im türkisch-syrischen Grenzgebiet aufgegriffen worden, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe) unter Berufung auf Sicherheitskreise. Der Jugendliche solle nun wieder zurück nach Deutschland gebracht werden.

Der Bursch habe die Reise gemeinsam mit einer Verwandten angetreten, die in Syrien einen IS-Kämpfer heiraten wollte, hieß es weiter. Mit einem falschen Pass habe der Teenager problemlos mehrere Grenzübergänge passiert. Aufgeflogen sei er schließlich unter anderem über einen Internet-Blog.

Entrüstung nach Löwen-Tötung in Simbabwe

Die Tötung eines bekannten 13 Jahre alten Löwen namens Cecil in Simbabwe durch einen amerikanischen Jäger hat im Internet einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Anfang Juli habe der im US-Staat Minnesota lebende Zahnarzt James Palmer ein totes Tier an ein Auto gebunden, teilte der Vorsitzende der Umweltorganisation Zimbabwe Conservation Task Force (ZCTF), Johnny Rodrigues, mit.

Gemeinsam mit einem anderen Jäger habe er die Raubkatze damit aus dem Hwange National Park gelockt. Palmer habe dann mit Pfeil und Bogen auf Cecil geschossen, das Tier aber nicht erlegt. Erst 40 Stunden nach der nächtlichen Jagd hätten die Jäger den Löwen entdeckt und erschossen. Anschließend hätten sie ihn gehäutet und geköpft.

Wegen der mutmaßlich illegalen Jagd müssen sich heute zwei Männer vor Gericht verantworten, teilte die zuständige Behörde mit. Auch nach Palmer, der umgerechnet rund 45.000 Euro für die Löwenjagd bezahlt haben soll, wird Medienberichten zufolge gesucht. Er bekannte sich zu der Tat und gab an, von der Illegalität nicht gewusst zu haben. Die Website seiner Zahnarztpraxis wurde offline genommen, auf Twitter und im Bewertungsportal Yelp wurde er als Mörder beschimpft.

Kolumbien hilft Mexiko bei Fahndung nach „El Chapo“

Die kolumbianische Polizei unterstützt Mexiko bei der Jagd auf den geflohenen Drogenboss Joaquin „El Chapo“ Guzman. Ehemalige Generäle und aktive Offiziere berieten die mexikanischen Kollegen bei der Fahndung nach dem Chef des Drogenkartells von Sinaloa, berichtete die kolumbianische Zeitung „El Tiempo“ gestern.

Die kolumbianischen Sicherheitsexperten hätten in den 1980er und 1990er Jahren im Kampf gegen das Medellin- und Cali-Kartell wichtige Erfahrungen gesammelt, die sie nun mit der mexikanischen Polizei teilten. Die Generäle seien nach einer Woche bereits wieder nach Kolumbien zurückgekehrt, die aktiven Beamten würden ihre Beratung in Mexiko fortsetzen, hieß es in dem Bericht.

„El Chapo“ war am 11. Juli durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel aus dem Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano geflohen. Tausende Soldaten und Polizisten suchen seitdem im ganzen Land nach dem Drogenboss.

IT

Microsoft startet Auslieferung von Windows 10

Microsoft liefert ab heute sein neues Betriebssystem Windows 10 an die Kunden aus. Das Softwarepaket wird in insgesamt 190 Ländern und in 111 Sprachen zur Verfügung gestellt. Microsoft erhofft sich einen Schub bei den Kunden nach dem Flop der Vorgängerversion Windows 8.

Das Unternehmen verspricht ein schnelleres System und eine vereinfachte Bedienung. Die Nutzer einer lizenzierten Version von Windows 7 und Windows 8.1 erhalten das Upgrade auf die neue Software innerhalb des ersten Jahres kostenlos.

Mit Windows 10 kehrt das beliebte Startmenü von Windows 7 in einer erweiterten Version wieder zurück. Bestimmte Bedienelemente von Windows 8.1 wie die sogenannte Charm-Leiste, die von Anwendern kritisiert wurde, werden abgeschafft. Neu ist außerdem ein runderneuerter Webbrowser, ein Startmenü in Kacheloptik sowie die Sprachsteuerung Cortana.

Sicherheitsupdate von Chrysler gefährlicher als Hack

Der erfolgreiche Hackangriff auf einen fahrenden Pkw hat eine breite Öffentlichkeit rund um die Welt aufschrecken lassen. Bei Sicherheitsexperten, die ein solches Szenario bereits seit Jahren prognostizieren, sorgte erst die Reaktion des Herstellers für Gänsehaut.

Bevor sich Fiat Chrysler nämlich zum Rückruf von 1,4 Millionen betroffenen Pkws entschloss, wurde den Eigentümern der Download und die Selbstinstallation eines Sicherheitsupdates angeboten.

Wie aus der wenig später wieder zurückgezogenen Webanleitung des Herstellers hervorgeht - eine Kopie liegt ORF.at vor -, wurden die Kunden aufgefordert, eine ganze Reihe von .exe- und .zip-Dateien auf ihre privaten PCs herunterzuladen und dabei alle Warnungen des Betriebssystems zu ignorieren. Dann sollten die Dateien auf einem USB-Stick installiert werden und so das „Sicherheitsupdate“ in den Bordcomputer des Wagens eingespielt werden.

Ein solches Prozedere im Jahr 2015 anzubieten, sei „hochgradig dilettantisch“ und potenziell weit gefährlicher als die Sicherheitslücke selbst, sagte Joe Pichlmayr von der österreichischen Securityfirma Ikarus gegenüber ORF.at.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Science

Eisverlust in Arktis bringt Sibirien mehr Schnee

Der Verlust von Meereis in der Arktis führt zu größeren Schneefällen im südlichen Sibirien. Denn das eisfreie Wasser erwärmt sich und nimmt vermehrt Feuchtigkeit auf, was in der Atmosphäre die Bildung von Stürmen begünstigt. In Sibirien gehen diese im Herbst und Winter als Schnee nieder.

Forscher fanden einen Zusammenhang zwischen der Eisbedeckung in der Barents- und der Karasee und den Schneehöhen in Russland, heißt es im Fachjournal „Environmental Research Letters“ von den Wissenschaftlern um Martin Wegmann und Stefan Brönnimann vom Oeschger Zentrum für Klimaforschung der Schweizer Universität Bern. Sie untersuchten Daten von 820 Messstationen in Russland seit den 1970er Jahren.

Eis beeinflusst Klima direkt

In Jahren mit wenig Meereis kam es laut den Daten zu größeren Schneefällen und Schneestürmen in Südsibirien. Die Wissenschaftler konnten auch nachweisen, dass zumindest ein Teil der Feuchtigkeit hierzu aus offenen arktischen Gewässern stammte. Auf einen schneereichen Herbst folgte den Resultaten zufolge im Winter eine kalte Hochdrucklage in Eurasien.

„Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig das arktische Klima für die südlicheren Breiten ist“, schreiben die Autoren. Seit Beginn der Satellitenmessungen 1980 hat die Ausdehnung des Meereises im Sommer in der Arktis um zehn Prozent abgenommen.

Kultur

Erfinder des modernen Schlagzeugstocks tot

Der Erfinder moderner Schlagzeugstöcke, Vic Firth, ist tot. Wie die nach ihm benannte Firma in den USA mitteilte, starb er im Alter von 85 Jahren. Seine „grenzenlose Leidenschaft für die Musik beeinflusste alle seine Entscheidungen“, hieß es in einer Erklärung.

Everett "Vic" Firth, 2002

APA/AP/The Boston Globe/Lane Turner

Firth stammte aus dem US-Bundesstaat Massachusetts und spielte als Perkussionist beim Boston Symphony Orchestra. Weil er mit den damals verwendeten Trommelstöcken und Schlägeln nicht zufrieden war, baute er kurzerhand seine eigenen.

„Es war nicht nur die Qualität der Schlagzeugstöcke, es war die fehlende Auswahl“, erinnerte er sich später. Für die Klangqualität sei die Form der Stöcke aber enorm wichtig. Schon kleinste Veränderungen im Herstellungsprozess könnten das Ergebnis stark beeinflussen.

1963 gründete Firth seine eigene Firma. Die von ihm produzierten Stöcke und Schlägel werden mittlerweile von Musikern auf der ganzen Welt genutzt. 2010 fusionierte das Unternehmen mit dem Beckenhersteller Zildjian.

Leute

Friedensnobelpreisträger Tutu erneut im Krankenhaus

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu ist erneut in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Die Ärzte verordneten dem 83-jährigen früheren Erzbischof einige Tage Bettruhe, nachdem er erneut über Beschwerden geklagt hatte, wie seine Stiftung gestern mitteilte.

Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu

Reuters/B Mathur

Krebsdiagnose 1997

Der Krankenhausaufenthalt habe jedoch nichts mit der Behandlung seines Prostatakrebsleidens zu tun, hieß es der örtlichen Nachrichtenagentur News24 zufolge.

Tutu war Anfang Juli zur Behandlung einer nicht näher erläuterten Infektion in ein Krankenhaus in Kapstadt eingewiesen worden. Nach etwa einer Woche wurde er wieder entlassen. Bei Tutu wurde 1997 Prostatakrebs diagnostiziert. Im vergangenen Dezember verschob er wegen einer medizinischen Behandlung eine Reise nach Rom.

Der anglikanische Geistliche bekam für seinen Kampf gegen das rassistische Apartheidsregime 1984 den Friedensnobelpreis. Nach dem Übergang zur Demokratie wurde Tutu von Präsident Nelson Mandela zum Vorsitzenden der Wahrheits- und Versöhnungskommission bestimmt. Diese arbeitete die Verbrechen des Apartheidsregimes auf.

Wahl-Russe Depardieu hat Einreiseverbot für Ukraine

Gerard Depardieu, Wahl-Russe und französischer Filmstar, darf für die kommenden fünf Jahre nicht mehr in die Ukraine reisen. Das sei im Interesse der nationalen Sicherheit, begründete der Geheimdienst der Ex-Sowjet-Republik gestern knapp. Der 66-jährige Depardieu gilt als Freund von Kreml-Chef Wladimir Putin und hatte 2013 nach Kritik an Frankreichs Steuersystem einen russischen Pass erhalten.

Nach „antiukrainischen Äußerungen“ hatten die Behörden in Kiew den Schauspieler („Green Card“, „Asterix & Obelix“) auf eine schwarze Liste gesetzt. Das Kulturministerium hat später mitgeteilt, dass Depardieus Filme voraussichtlich nicht verboten würden.