Ausland

Tote bei Al-Schabab-Anschlag auf Hotel in Mogadischu

Bei einem Anschlag auf ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind heute mindestens zehn Menschen getötet worden. Vor dem Maka-al-Mukarama-Hotel wurde nach Polizeiangaben zunächst eine Autobombe gezündet, dann stürmten Bewaffnete in das Gebäude. Zu dem Attentat bekannte sich die islamistische Al-Schabab-Miliz.

Erst nach mehreren Stunden gelang es Sondereinsatzkräften, das Gelände zu stürmen und weitgehend unter ihre Kontrolle zu bringen. Sechs der vermutlich neun Angreifer seien getötet worden, sagte Polizeimajor Ismail Olow.

Zugang freigesprengt

Die Angreifer sprengten sich offenbar den Zugang zu dem beliebten Hotel mitten in der somalischen Hauptstadt frei. Vor der Zugangspforte waren zwei Autowracks zu sehen.

„Es gibt mindestens zehn Tote, darunter der somalische Botschafter in der Schweiz“, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte der Nachrichtenagentur AFP. Spezialkräfte seien in das Hotel eingedrungen und hätten das Gebäude gesichert. Die Polizei ging davon aus, dass bei dem Anschlag auch mehrere Regierungsvertreter verletzt wurden.

Mehrstündiger Kampf

Ein anderer Vertreter der Sicherheitskräfte sprach von fünf Angreifern in dem Hotel. Einer von ihnen sei mit einem „sehr schweren Maschinengewehr“ bewaffnet gewesen. Bei den Todesopfern handelte es sich demnach um Wachleute des Hotels und Zivilisten. Die Angreifer seien nach rund dreistündigen Kämpfen getötet worden.

Viele Gäste waren zeitweise gefangen, darunter auch der somalischer Botschafter in Deutschland, Mohammed Mohamud Tifow. Der Diplomat sagte der dpa, mehrere Gäste seien aus den Fenstern des Hotels gesprungen, um sich vor den Angreifern in Sicherheit zu bringen.

Al-Schabab bekennt sich zu Anschlag

Zu dem Anschlag bekannte sich die islamistische Al-Schabab-Miliz, die in Mogadischu immer wieder Anschläge verübt und Regierungsgebäude angreift. „Unsere Kämpfer sind in dem Hotel“, sagte ein Al-Schabab-Sprecher. Auch er sprach von mehreren Toten und Verletzten.

In Somalia gibt es seit Anfang der 90er Jahre keine funktionierende Zentralregierung mehr. Die Miliz Al-Schabab („Die Jugend“) ist mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet und kontrolliert Teile des Landes. Außerdem leidet die Bevölkerung unter der Gewalt verfeindeter Stammesmilizen und krimineller Banden.

Atomdeal: Obama und Merkel drängen Iran

US-Präsident Barack Obama hat mit Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel über den Stand der Atomverhandlungen mit dem Iran beraten. Bei dem Telefonat bekräftigten heute beide Politiker nach Angaben des Weißen Hauses ihren Willen, einen „langfristigen, umfassenden Deal“ mit Teheran zu schließen.

Das Abkommen müsse „nachprüfbar“ ein „ausschließlich friedliches“ iranisches Atomprogramm sicherstellen. Obama und Merkel riefen die Führung in Teheran auf, die „notwendigen Entscheidungen“ zu treffen, um die verbleibenden Probleme zu lösen.

Frist bis Dienstag

Bis Dienstag will die sogenannte 5+1-Gruppe aus den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland eine politische Grundsatzvereinbarung mit Teheran erzielen. Danach wird bis Ende Juni ein vollständiges Abkommen samt der technischen Einzelheiten angestrebt. Ziel ist es, dem Iran die zivile Nutzung der Atomtechnologie zu erlauben, ihm aber die Möglichkeit zu nehmen, Atomwaffen zu entwickeln. Im Gegenzug sollen die Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden.

Seit Donnerstag läuft die womöglich entscheidende Verhandlungsrunde in Lausanne. Aus Verhandlungskreisen Irans und der USA verlautete am Freitagabend in der schweizerischen Stadt, dass die Gespräche „hart“ seien und es noch immer „Differenzen“ gebe.

Griechische Reformliste offenbar fertig

Die griechische Regierung hat ihre mit Spannung erwartete Reformliste fertiggestellt. Wie der Sprecher der Parlamentsfraktion der regierenden Koalition der Radikalen Linken (SYRIZA), Nikos Filis, der dpa sagte, wollten drei enge Mitarbeiter von Finanzminister Gianis Varoufakis noch heute nach Brüssel reisen, um die Liste den Experten der Geldgeber zu präsentieren.

Athen steht vor einem Liquiditätsproblem. Die Kassen könnten schon Mitte April leer sein. Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras ließ zuletzt an die Presse durchsickern, sollten ausstehende Hilfen nicht bald an Athen ausgezahlt werden, werde Griechenland seine Verpflichtungen nicht erfüllen können.

„Ja, die Liste ist fertig“, sagte Filis. Auf ihr stünden 18 Maßnahmen, die Athen etwa 3,5 Milliarden Euro brächten. Andere Regierungsquellen sprachen von drei Mrd. Euro. Kürzungen von Gehältern und Pensionen stünden nicht auf der Reformliste, erfuhr die dpa aus Tsipras nahestehenden Kreisen. Griechenland will dieses Jahr demnach einen sogenannten primären Überschuss (ohne Zinszahlungen) in Höhe von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und ein Wachstum von 1,4 Prozent erreichen.

Kanada: Abschaffung von Waffenregister abgesegnet

In Kanada haben die konservative Regierung und die Waffenlobby vor Gericht einen entscheidenden Sieg errungen. Der Oberste Gerichtshof in Ottawa erklärte die Abschaffung des nationalen Waffenregisters für Flinten und Gewehre heute in letzter Instanz für gültig. Einen Antrag der Provinz Quebec auf die Herausgabe der Daten aus dem geschlossenen Register wies das Gericht ab.

Das Waffenregister war nach einem Amoklauf mit 14 Toten an einer Hochschule in Montreal 1989 eingeführt worden. 2012 schaffte die konservative Regierung von Premierminister Stephen Harper die Registrierungspflicht für Langwaffen dann wieder ab.

Die Provinz Quebec wollte daraufhin ein eigenes Register aufbauen und dafür die Daten aus dem nationalen Register verwenden. Die Regierung in Ottawa lehnte das ab und argumentierte, ein solches Register sei zu teuer und verhindere zudem keine Schusswaffenkriminalität.

Jemen: Saudi-Arabien weitet Luftangriffe aus

Begleitet von Vorwürfen gegen den Iran hat die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition ihre Angriffe auf Ziele der schiitischen Huthi-Miliz im Jemen ausgeweitet. Medien und Augenzeugen zufolge wurden heute mehrere Ziele in der Hauptstadt Sanaa attackiert. Auch in der Provinz Amra und im Norden des Landes gab es laut Einwohnern Angriffe. Mindestens 39 Zivilisten wurden seit dem Beginn der Luftangriffe getötet.

Augenzeugen berichteten von Angriffen auf die von der Huthi-Miliz gehaltene Militärbasis al-Samaa und den Stützpunkt al-Istiklal in Sanaa. Heute Morgen sei zudem der im vergangenen Monat von der Huthi-Miliz eingenommene Präsidentenpalast Ziel von Luftangriffen gewesen. Der von der Miliz kontrollierte Sender Al-Massira berichtete, Kampfflugzeuge hätten Huthi-Stellungen in der Hauptstadt angegriffen.

Kampfflugzeuge bombardierten laut Zeugen auch eine Armeebrigade unter Führung der Huthi-Miliz in der Provinz Amran nördlich von Sanaa. In der nördlichen Rebellenhochburg Saada wurde laut Einwohnern ein Waffendepot beschossen. Örtlichen Angaben zufolge war gestern Abend zudem der von den Rebellen kontrollierte Militärstützpunkt al-Tarik in der drittgrößten Stadt Taes im Südwesten des Landes angegriffen worden.

Grünes Licht für Pkw-Maut im deutschen Bundestag

Der deutsche Bundestag hat die umstrittene Pkw-Maut in Deutschland gebilligt. Mit den Stimmen der Koalition passierte das Vorhaben von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) heute das Parlament. Der Bundesrat befasst sich Anfang Mai mit dem Vorhaben, kann das Gesetz aber nicht stoppen.

Die Abgabe soll für alle Nutzer von Autobahnen und Bundesstraßen erhoben werden. Für ausländische Fahrzeughalter wird sie aber auf Bundesstraßen ausgesetzt, um den kleinen Grenzverkehr nicht zu belasten. Deutsche müssen automatisch eine Jahresvignette kaufen. Ausländer können Jahresvignetten sowie Zehntages- und Zweimonatsvignetten kaufen.

Gestaffelte Preise

Die Preise der Kurzzeitvignetten werden gestaffelt. Das hatte die SPD mit Hinweis auf Bedenken der EU-Kommission noch durchgesetzt. Der Preis der Vignetten wird nach Größe und Schadstoffausstoß des Autos bemessen.

In Deutschland registrierte Halter sollen entsprechend den Mautkosten bei der Kfz-Steuer entlastet werden, sodass unter dem Strich nur Ausländer zahlen. Im Schnitt wird sie bei rund 74 Euro liegen. Sie soll ab 2016 kassiert werden und jährlich 500 Mio. Euro für den Straßenbau bringen.

EU soll Diskriminierung prüfen

Als größte Hürde gilt nach wie vor, dass die Maut von der EU auf Diskriminierung von Ausländern geprüft werden soll. Letztlich wird das Gesetz wohl vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) beurteilt.

Proteste aus Österreich

Vehementer Protest kommt aus Österreich: Der Autofahrerclub ARBÖ ortet eine Ungleichbehandlung, der ÖAMTC fordert rechtliche Schritte gegen die deutschen Nachbarn, die Grünen sprechen von einem „bayrischen Stammtischgesetz“, die ÖVP sieht EU-Bürger diskriminiert und der VCÖ die Grundidee der EU torpediert.

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Israel gibt Steuern für Palästinenser frei

Nach knapp drei Monaten Sperre gibt Israel die seit Jahresbeginn einbehaltenen Steuereinnahmen für die Palästinenser frei. Das erklärte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu heute.

Israel hatte als Reaktion auf den palästinensischen Antrag für einen Beitritt zum Internationalen Strafgerichtshof Anfang Jänner die Überweisung von Steuern an die Palästinenser gestoppt.

Bei dem einbehaltenen Geld handelt es sich um Einnahmen aus der Mehrwertsteuer und Zöllen auf Waren, die über Israel in die Palästinensergebiete gelangt sind. Sie bilden etwa die Hälfte des palästinensischen Budgets und wurden von Israel schon mehrfach als Druckmittel eingesetzt.

Inland

SPÖ-Coup lässt Wiener Koalition wackeln

Der Personalcoup der Wiener SPÖ und die damit endgültig verhinderte Wahlrechtsreform bringt die Koalition gehörig ins Wackeln. Ein vorzeitiges Ende von Rot-Grün wollte Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) heute nicht dezidiert ausschließen.

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„Form des Wiener Kabaretts“

Die Wende im Wahlrechtsstreit bezeichnet der Politologe Peter Filzmaier als eine „tragikomische Form des Wiener Kabaretts“, die „moralisch von fragwürdiger Glaubwürdigkeit“ sei. Die Koalition müsste eigentlich beendet sein, sagte er gegenüber „Wien heute“.

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Strache verteidigt Wilders’ Vortrag in der Hofburg

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders ist heute auf Einladung von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in Wien. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz forderte Wilders die freie Ausreise für Dschihadisten.

Strache sprach von „Teufelskriegern“ und verteidigte den umstrittenen Rechtspolitiker. Am Abend wird Wilders in der Hofburg gemeinsam mit Strache einen Vortrag zu „Europas Bedrohung durch die Islamisierung“ halten.

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Wiener Spitalsärzte: Neues Gehaltsschema beschlossen

Der Wiener Landtag hat heute das umstrittene neue Gehaltsschema für die Ärzte im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) beschlossen - gegen den Willen der Ärzte. Eine Einigung gab es nur bei den Arbeitsbedingungen und -zeiten.

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Tiroler Bezirksspitäler: Ärzte unzufrieden

In Tirol geht die Gehaltsdiskussion über das neue Ärztearbeitszeitgesetz weiter. Alles andere als zufrieden mit dem Angebot einer künftig höheren Bezahlung auf Basis dieser neuen Regelung zeigen sich die Ärztevertreter der Tiroler Bezirksspitäler.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Drei junge „dschihadwillige“ Grazerinnen in U-Haft

Drei Mädchen - 15, 16 und 19 Jahre alt - aus Graz sitzen in U-Haft in der Justizanstalt Jakomini: Sie hatten offenbar die Ausreise nach Syrien geplant, um dort zu heiraten und den Dschihad zu unterstützen.

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U-Haft auch für Mann in NÖ

Über einen der mutmaßlichen Dschihadisten, die in Krems (Niederösterreich) festgenommen wurden, wurde ebenfalls die Untersuchungshaft verhängt. Währenddessen wertet die Polizei Mobiltelefone und Datenträger aus, die sichergestellt wurden.

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Sport

Formel 1: Renault-Ausstieg kann Ära Red Bull beenden

In der „Ehe“ zwischen Motorenlieferant Renault und dem Formel-1-Rennstall Red Bull Racing kriselt es wegen ausbleibender sportlicher Erfolge gewaltig. Renault überprüft nach der anhaltenden Kritik derzeit alle Optionen, dazu gehört auch der Ausstieg aus der Königsklasse. Das könnte auch das Ende der Ära Red Bull bedeuten.

„Sollten wir in eine Situation kommen, in der wir ohne Motorenlieferant sind, könnte man draußen aus dem Sport sein“, sagte Teamchef Christian Horner heute. Eine weitere Option wäre, dass Renault ein Team kauft und sein Engagement in der Formel 1 damit ausbaut.

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EM-Qualifikation: Spanien gegen Ukraine gefordert

Titelverteidiger Spanien steht zur Halbzeit der EM-Qualifikation unter Druck. Im Heimduell mit der in Gruppe C punktgleichen Ukraine in Sevilla darf sich der Europameister heute Abend keinen weiteren Ausrutscher leisten.

England dagegen will mit Hilfe des neuen Hoffnungsträgers Harry Kane für eine Vorentscheidung sorgen. Vor dem ersten Pflichtspiel gegen Litauen in London haben die „Three Lions“ in Gruppe E bereits sechs Punkte Vorsprung auf die Schweiz, die zeitgleich gegen Estland antritt.

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EM-Qualifikation: ÖFB-Verfolger zum Siegen verdammt

Im Kampf um das Ticket für die Fußball-EM 2016 steht Russland in der Österreich-Gruppe G schwer unter Druck. Die Nationalmannschaft des kommenden WM-Gastgebers tritt heute gegen Verfolger Montenegro an.

Nach vier Qualifikationsspielen liegen Russland und der Balkan-Staat mit je fünf Punkten gleichauf und kämpfen mit Schweden (sechs Punkte) um Tabellenplatz zwei. Die Schweden treten auswärts bei Schlusslicht Moldawien an.

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Wirtschaft

Bene wird an Grossnigg/Bartenstein verkauft

Für den traditionsreichen, aber schwer angeschlagenen Büromöbelhersteller Bene ist heute die Rettung gekommen. Der Großteil der Firma geht an den Investor Erhard Grossnigg (grosso holding) sowie die Bartenstein Holding, die beide über frisches Kapital einsteigen. Sie werden am Ende rund 90 Prozent halten.

Zum Verlustabbau wird das Kapital von Bene herabgesetzt, die neuen Eigentümer werden danach frisches Geld einschießen. Begleitet wird der Deal von einem „substanziellen Schuldennachlass“ durch die Banken, hieß es in einer Bene-Mitteilung.

„Der Investoreneinstieg sichert dem Unternehmen frisches Kapital sowie den Fortbestand der Marke Bene und die Aufrechterhaltung der Produktion in Waidhofen an der Ybbs“, schrieb das Unternehmen nach der Einigung. Der Deal soll bis Juni durchgezogen sein.

S&P bestätigt „AA+“ für Österreich

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat heute Abend das aktuelle Rating Österreichs von „AA+“ und einen stabilen Ausblick bestätigt. Bei den Schulden erwartet S&P eine Stabilisierung.

Bei der Steuerreform vertraut die Ratingagentur darauf, dass sie zu keinen wesentlichen Einnahmenausfällen führen wird. Allerdings hat S&P den Ausblick auf die Budgetkonsolidierung für die nächsten Jahre zurückgenommen.

Österreich ist eines der ersten Länder gewesen, die heuer schon die europäische Bankenabwicklungsrichtlinie (BRRD) übernommen haben. S&P räumte ein, dass deren konkrete Umsetzung zwar von offenen rechtlichen und technischen Fragen begleitet ist, Österreich werde dennoch damit seine öffentlichen Haftungen bzw. Verbindlichkeiten in Finanzinstituten begrenzen können.

Daimler plant Einstieg ins Pick-up-Segment

Der deutsche Autokonzern Daimler bereitet den Bau eines ersten Pick-up-Trucks aus dem Konzern vor. „Wir sehen eine Möglichkeit, als erster Premiumhersteller in diesen Markt einzusteigen“, sagte der Chef von Daimlers Transportersparte, Volker Mornhinweg, dem „Wall Street Journal“ (Freitag-Ausgabe).

Nachdem zunächst SUV-Modelle mit der Zeit anspruchsvoller und luxuriöser geworden seien, sei dieser Trend nun auch bei den Pick-ups erkennbar. Details wie einen Starttermin oder Investitionssummen nannte Mornhinweg nicht. Daimler bereite aber die Produktion des Fahrzeugs „in großer Zahl“ in verschiedenen Regionen innerhalb der nächsten fünf Jahre vor. Von Reuters wird zudem über eine mögliche Kooperation mit Nissan berichtet.

Allerdings wäre ein Mercedes-Pick-up eine Nummer kleiner als die amerikanischen Platzhirsche wie der F-150 von Ford oder der Silverado von General Motors. Dieses Segment sei zu spezifisch auf die USA zugeschnitten, sagte der Manager. Außerdem sei der Bereich von den drei großen US-Herstellern Ford, GM und Chrysler besetzt. „Es hat keinen Sinn, da einzusteigen.“

EU hält an umstrittenen Patenten auf Brokkoli fest

Die umstrittene Patentierung bestimmter Pflanzenzüchtungen bleibt bestehen. Wie die Große Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts (EPA) in München in einer heute bekanntgewordenen Entscheidung klarstellte, können solche konventionell gezüchteten Pflanzen patentiert werden, auch wenn das für ihre Züchtungsmethode nicht möglich ist.

Konkret ging es in dem Streit um Tomaten- und Brokkolisorten, die nun getroffene Entscheidung ist aber von grundsätzlicher Bedeutung. Gegner der Agrarindustrie reagierten entsetzt.

Nach Ansicht der Großen Beschwerdekammer des EPA ist es nach dem europäischen Patentübereinkommen möglich, durch konventionelle Züchtung erzeugte Pflanzenteile wie Früchte und Samen zu patentieren. Dass die konventionelle Züchtung selbst nicht patentierbar sei, stehe dem nicht entgegen. Die Entscheidung ist endgültig.

Die Kammer wies darauf hin, dass es bei der Frage der Pflanzenpatente zahlreiche ethische, soziale und ökonomische Aspekte gebe, sich das Gremium aber ausschließlich um die Rechtsauslegung zu kümmern habe.

Zeitung: Deutscher Manager Seele wird OMV-Chef

Rainer Seele, Chef des deutschen Energieunternehmens Wintershall, soll Gerhard Roiss als Vorstandsvorsitzender der OMV ablösen - das berichtet der „Kurier“ heute und ist sich diesmal ganz sicher.

Seit vielen Wochen wird darüber spekuliert, wer neuer OMV-Chef werden könnte. Der halbe Wintershall-Vorstand wurde in den Medien unter die Favoriten für die Roiss-Nachfolge gereiht: Bis heute galt Seeles Vorstandskollege Mario Mehren als Topkandidat, aber auch Martin Bachmann, ebenfalls Wintershall-Vorstand galt als aussichtsreich. Und auch der gebürtige Salzburger Bernhard Schmidt, derzeit Chef des Londoner Unternehmens Petroleum Equitiy, kam ursprünglich von Wintershall.

Seele habe gestern Abend bereits mit Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) gesprochen, weiß der „Kurier“ aus zuverlässiger Quelle. Seine offizielle Kür zum neuen OMV-Chef soll heute im Aufsichtsrat der OMV erfolgen.

Schelling verspricht „Überraschung“

Schelling wollte unterdessen noch keinen Namen nennen - kündigte mit Blick auf den neuen OMV-Chef aber eine überraschende Personalie an. Es werde „eine Person sein, die Sie nicht erwartet haben“, sagte Schelling heute vor Journalisten in Wien.

Der OMV-Chef müsse über „ausreichend Führungserfahrung in vergleichbaren Unternehmen“ verfügen und „Erfahrung im Markt“ haben, so Schelling auf Fragen nach den nötigen Qualifikationen. Schelling hat sich mit dem ÖBIB-Syndikatspartner in der OMV - der Abu-Dhabi-Staatsholding IPIC - in der Frage des Chefsessels wie bereits gestern berichtet schon abgestimmt.

Chronik

Stromausfall in den Niederlanden: Ursache gefunden

Die Ursache für den Stromausfall, der heute rund eine Million Haushalte in der Hauptstadtregion und der angrenzenden Provinz Nordholland betroffen hatte, ist eine Störung einer Hochspannungsschaltanlage im Amsterdamer Vorort Diemen gewesen.

Der Netzbetreiber Tennet teilte zwei Stunden nach Beginn des Ausfalls mit, die Störung sei behoben. Es dauerte aber bis zu fünf Stunden, bis alle Kunden in dem betroffenen Gebiet wieder mit Strom versorgt werden konnten.

Allein im Großraum Amsterdam kam es im öffentliche Nah- und Fernverkehr zu erheblichen Störungen. Auch der Flugbetrieb auf Europas viertgrößtem Flughafen Amsterdam-Schiphol wurde zeitweise eingestellt. Straßenbahnen und Züge blieben stehen, Menschen waren in Aufzügen gefangen. Nach Angaben der Stadtverwaltung gab es aber weder Sicherheitsprobleme noch Meldungen über Verletzte infolge des Blackouts.

Video dazu in iptv.ORF.at

Zwei Tote bei Lawine in Turiner Alpen

Ein Italiener und ein Franzose sind bei einem Lawinenabgang im piemontesischen Susatal in den Alpen nördlich von Turin ums Leben gekommen. Ein dritter Skifahrer, den italienische Medien anfangs als tödlich verunglückt gemeldet hatten, hat gerettet werden können. Die Leichen wurden von den Rettungsmannschaften geborgen, der verletzte Skifahrer wurde ins Spital der Ortschaft Susa eingeliefert.

Bei den Opfern handelt es sich um einen 53-jährigen piemontesischen Bergführer, der zu den erfahrensten Bergsteigern der Region zählt, und um einen französischen Skifahrer. Die beiden hatten mit einer Gruppe an Bord eines Helikopterflugs für Skitouristen die Spitze des Bergs Terra Nera in der Ortschaft Cesana Torinese nördlich von Turin erreicht.

Nach heftigen Schneefällen in den vergangenen Tagen waren die Skifahrer außerhalb der Pisten auf einer Höhe von 3.000 Metern unterwegs, als sie von der Lawine erfasst wurden, berichteten italienische Medien.

Die Lücken in der EU-Herkunftspflicht für Fleisch

Rund 65 Kilo Fleisch pro Jahr isst jeder Österreicher im Schnitt - zwei Drittel davon vom Schwein. Wo Schnitzel, Koteletts und Fleischlaibchen herkommen, liegt für die Konsumenten vielfach im Dunkeln.

Das wird sich auch nach dem 1. April nur bedingt ändern. Dann muss zwar in der EU nicht mehr nur bei Rind-, sondern auch bei Schweine-, Geflügel-, Schaf- und Ziegenfleisch die Herkunft angegeben werden. Wirklich umfassend ist die Kennzeichnungspflicht aber nicht. Denn einmal mehr gilt: Der Teufel liegt im Detail.

Mehr dazu in Gastronomie bleibt außen vor

Gesundheit

Britische Ebola-Patientin geheilt

Eine Britin, die sich bei einem Hilfseinsatz in Sierra Leone mit Ebola infiziert hat, ist wieder gesund. Die 25 Jahre alte Reservistin dankte heute Ärzten und Pflegern des Londoner Krankenhauses, in dem bereits zwei Briten vor ihr von Ebola geheilt worden waren.

Anna Cross war erst im vergangenen Monat in Sierra Leone angekommen und vor gut zwei Wochen zurück nach Großbritannien geflogen worden. Nach Anhaben des Royal Free Hospital war sie weltweit die erste Patientin, die mit dem experimentellen Medikament MIL 77 behandelt worden ist. Ob es dieses Medikament war, dass gegen die Viruserkrankung geholfen hat, ist aber nicht sicher.

Obama stellt Plan gegen Antibiotika-Resistenz vor

US-Präsident Barack Obama hat einen Plan zur Bekämpfung von multiresistenten Keimen vorgestellt. Erreger, die gegen Antibiotika weitgehend unempfindlich sind, seien „eines der drängendsten Gesundheitsprobleme, denen sich die Welt heute gegenübersieht“, sagte Obama heute dem Onlinegesundheitsportal WebMD. Der Präsident gab das Ziel aus, den Einsatz von Antibiotika deutlich zu verringern.

„Die Überverschreibung ist ein ernstes Problem“, sagte Obama, „wir müssen den Ärzten die Informationen und Anleitungen geben, in schwierigen Situationen die richtige Entscheidung zu treffen.“ Bei im Krankenhaus liegenden Patienten soll der ungeeignete Einsatz von Antibiotika nach den Plänen Obamas um 20 Prozent, bei ambulant behandelten Patienten sogar um 50 Prozent sinken.

Bessere Tests

Dazu sollen unter anderem bessere Tests entwickelt werden, um festzustellen, ob eine Infektion durch Bakterien oder Viren ausgelöst wurde. Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC sterben jedes Jahr 23.000 Menschen in den Vereinigten Staaten an multiresistenten Keimen.

Kritiker werfen Obama vor, dass er in seinem Plan die Massentierhaltung ausklammert. Gesundheitsexperten warnen, dass der dortige Einsatz von Antibiotika, mit denen auch das Wachstum von Tieren gefördert wird, zum Anstieg resistenter Keime beiträgt. Die US-Umweltschutzgruppe Natural Resources Defense Council bemängelte, dass sich die Regierung schützend vor „schlechte Praktiken der Industrie“ stelle.

Religion

Islamisierung: Auf den Spuren eines Kampfbegriffs

Moscheen, Minarette, Frauen mit Kopftuch auf den Straßen: Besonders rechte Politiker bezeichnen dieses Szenario als Islamisierung - ein Begriff, der stark mit den frühen islamischen Expansionskriegen in Verbindung steht.

Mittlerweile werden Muslime und ihre Glaubenssymbole im öffentlichen Raum präsenter, die Zahl der Gläubigen stieg konstant - eine Entwicklung, die nicht von allen gern gesehen und oft als Islamisierung bezeichnet wird.

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Kultur

Song Contest

Ein Land weint in sein Bier

Mit genau einem Sieg und sehr vielen letzten Plätze hat sich Belgien beim Song Contest nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Symptomatisch war gleich das zweite Wettbewerbsjahr. Mit Bobbejaan Schoepen wurde 1957 ein Superstar ins Rennen geschickt: ein Schlagerkönig und als Country-Legende der belgische Johnny Cash mit eigenem Themenpark. Er wurde Achter von zehn - und legte danach trotzdem eine abenteuerliche Karriere hin. Beim Song Contest weinen die Belgier dennoch fast regelmäßig in ihr Bier.

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Science

Great Barrier Reef erholt sich wieder

Gute Nachrichten für das weltgrößte Korallenriff: Durch die Ausweitung besonders strenger Schutzzonen im Great Barrier Reef sind die Fischbestände in den Gebieten wieder größer geworden.

Auch habe sich das Korallenriff nach dem schweren Zyklon „Hamish“ 2009 schneller wieder erholt, als ohne die Refugien zu erwarten gewesen wäre, stellen Meeresbiologen gut zehn Jahre nach Errichtung der Schutzzonen fest. Schwere Stürme wie der Zyklon sind einer der Hauptgründe für das Korallensterben und dürften laut Experten in der Region in Zukunft noch zunehmen.

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