Ausland

Erdogan kritisiert US-Waffenabwurf über Kobane

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die USA scharf für den Abwurf von Waffen über der umkämpften Kurdenstadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab) im Norden Syriens kritisiert. Das sei ein Fehler gewesen, da ein Teil der Waffen der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in die Hände gefallen sei, sagte Erdogan heute in Ankara.

Die USA hatten eingeräumt, dass mindestens eines von 28 Paketen der Waffenlieferung bei den IS-Kämpfern gelandet sei. Aber auch andere Waffen dürften ihren Weg in die Hände von IS-Kämpfern gefunden haben. In einem IS-Propagandavideo sind deutsche Handgranaten älteren Fabrikats zu sehen.

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Ukraine: Arzt bestätigt Bericht über Einsatz von Streubomben

Ein Arzt in der Ostukraine hat heute den Einsatz von Streubomben bestätigt. Der Chirurg am Kalinin-Krankenhaus von Donezk, Alexander Kusnezow, zeigte Bilder von einer Operation, bei der dem Patienten offenbar ein Projektil aus einer Streubombe entfernt worden war.

Laut seinen Angaben handelte es sich bei dem Mann um einen prorussischen Kämpfer aus dem 200 Kilometer entfernten Slawjansk, der zu Beginn der Kämpfe verletzt worden war. Das Projektil sei in seine Lunge eingedrungen, er habe aber überlebt.

Auf einer der OP-Aufnahmen ist auf einer Mullbinde ein rund vier Zentimeter langes Projektil zu sehen. Am Vorabend hatte bereits ein anderer Arzt an dem Krankenhaus berichtet, zu Beginn der Kämpfe der prorussischen Rebellen mit ukrainischen Soldaten bei Dutzenden Eingriffen derartige Projektile entfernt zu haben. Im Körper eines Verletzten hätten sie „20 oder 30“ dieser pfeilartigen Projektile entdeckt, sagte der Mann, der nicht genannt werden wollte.

Kiew will Vorwürfe untersuchen lassen

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hatte der ukrainischen Armee vorgeworfen, bei den Kämpfen gegen die Separatisten im Osten des Landes wiederholt Streubomben eingesetzt zu haben. Vertreter der Armee wiesen den Bericht zurück, die ukrainische Präsidentschaft sagte aber zu, die Vorwürfe untersuchen zu lassen.

Der Sprecher der deutschen Regierung, Steffen Seibert, sprach von schwerwiegenden Vorwürfen. Die Regierung könne zum „Wahrheitsgehalt derzeit kein Urteil abgeben“, habe aber großes Interesse an einer Aufklärung. Der Einsatz von Streubomben sei menschenverachtend, so Seibert weiter. Sollten sie tatsächlich eingesetzt worden sei, würde Berlin das „scharf verurteilen“.

Schweden bremst Unterwasseroperation ein

Die schwedische Armee hat die weltweit für Aufsehen sorgende Suche nach „fremder Unterwassertätigkeit“ in den Gewässern bei Stockholm erstmals seit Beginn der Operationen vor knapp einer Woche heruntergestuft. Die Aufklärungsoperation gehe in eine „teilweise neue Phase“, sagte ein Armeesprecher heute bei einer Pressekonferenz in Stockholm.

Einige Kriegsschiffe würden zurückbeordert, die Besatzungen blieben aber in „hoher Bereitschaft“. Noch gestern hatte es vonseiten des schwedischen Militär geheißen, dass das vermutete ausländische U-Boot notfalls mit „Gewalt“ dazu gebracht werden solle, sich zu zeigen.

Vermutungen in Schweden selbst, dass das Militär auf der Jagd nach einem Phantom sei und sich von unbegründeter Hysterie über einen möglichen Eindringling aus Russland anstecken habe lassen, wies Oberbefehlshaber Sverker Göranson zurück. Er sei „unglaublich stolz“ auf den bisherigen Einsatz, sagte er - und versprach, dass so lange wie nötig nach dem rätselhaften Unterwassermysterium gesucht werden solle.

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Tote bei Unruhen in Sierra Leone wegen Ebola

In Sierra Leone sind erneut durch einen Streit mit Ebola-Helfern Unruhen ausgebrochen. In der Stadt Koidu im Osten griffen Jugendliche Polizisten mit Knüppeln, Buschmessern und Flinten an, berichtete Polizeichef David Koroma heute im Radio.

Zunächst war nur von Verletzten die Rede. Es sollen aber mindestens zwei Menschen dabei gestorben sein. Zum Tod der beiden Menschen gab es vorerst keine Einzelheiten, außer dass sie nach Angaben der Polizei nicht durch Schüsse umkamen.

Einige Randalierer wurden Koroma zufolge festgenommen. Die Polizei verhängte eine Ausgangssperre. Ausgelöst wurden die Unruhen dadurch, dass Helfer bei einer 90-jährigen Frau mit Ebola-Verdacht eine Blutprobe entnehmen wollten. Jugendliche Verwandte der Frau verwehrten das und griffen Sicherheitskräfte an, als diese die Blutprobe erzwingen wollten. Ähnliche Vorfälle gab es zuvor in der Hauptstadt Freetown und anderen Teilen des Landes.

Weitere Helfer aus Kuba

In Liberia trafen unterdessen weitere 52 Mediziner und Pflegekräfte aus Kuba für den Einsatz gegen die Seuche ein. Sie sollen in einer Ebola-Station des Verteidigungsministeriums in der Ortschaft Congo arbeiten.

Im benachbarten Sierra Leone sind bereits seit Anfang Oktober mehr als 160 Kubaner im Einsatz. Insgesamt hat Kuba im Rahmen seiner selbst von den USA als beispielhaft gelobten Hilfe für die von Ebola betroffenen Staaten Westafrikas die Entsendung von fast 500 Helfern zugesagt.

Neuer Ebola-Verdacht in USA

In den USA wurde ein Mann aus Liberia nach seiner Ankunft auf dem Flughafen von Newark bei New York wegen Ebola-Verdachts in ein Krankenhaus eingewiesen. Der Mann habe Fieber gehabt, berichtete der Sender NBC unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Der Passagier sei von seiner Heimat Liberia über Brüssel nach Newark geflogen.

Die Symptome könnten auf eine Ebola-Infektion hinweisen, sagte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde CDC dem Sender. In den USA ist bisher ein Mann an Ebola gestorben. Er stammte ebenfalls aus Liberia, das am schlimmsten von der derzeitigen Epidemie in Westafrika betroffen ist. Zwei Krankenschwestern haben sich während seiner Behandlung mit dem Virus infiziert.

PKK-Chef Öcalan hält an Friedensprozess mit Türkei fest

Trotz Rückschlägen im Friedensprozess mit der Türkei hält der Chef der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), Abdullah Öcalan, am Dialog mit der Regierung in Ankara fest.

Öcalan forderte von der Regierung aber eine größere Entschlossenheit dazu, mutige politische Schritte zu gehen, wie aus einer von der prokurdischen Partei HDP veröffentlichten Erklärung hervorgeht. Eine HDP-Delegation hatte den inhaftierten PKK-Chef gestern auf der Gefängnisinsel Imrali besucht.

Öcalan mahnte, es sei „eine historische Verantwortung“, schnell Resultate zu erzielen. Der PKK-Chef hatte zuvor vor einem Ende des Friedensprozesses gewarnt, sollte die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) an den Kurden im nordsyrischen Kobane (arabisch: Ain al-Arab) ein Massaker verüben.

Kurdische Gruppen warfen der Türkei vor, dem drohenden Fall Kobanes tatenlos zuzusehen. Nach Angaben von Menschenrechtlern kamen in der Türkei bei Zusammenstößen während Demonstrationen zur Unterstützung Kobanes in der vorvergangenen Woche mehr als 40 Menschen ums Leben. Vergangene Woche hatte die Armee erstmals seit mehr als eineinhalb Jahren Luftangriffe auf PKK-Stellungen in der Türkei geflogen. Die PKK hatte im März vergangenen Jahres eine Waffenruhe ausgerufen.

Al-Kaida baut Kontrolle im Jemen aus

Die Terrororganisation Al-Kaida baut ihre Kontrolle im Süden des Jemen aus. Anhänger der sunnitischen Extremisten hätten heute mehrere Kontrollpunkte in der südlich der Hauptstadt Sanaa gelegenen Provinz Ibb errichtet, sagte ein Verwaltungsbeamter der dpa.

Die Bevölkerung würde in ständiger Angst vor neuen Zusammenstößen zwischen den Al-Kaida-Anhängern und schiitischen Huthi-Rebellen leben, hieß es weiter.

Armee bleibt machtlos

Die Huthi-Rebellen hatten vor mehr als einer Woche von dem von ihnen kontrollierten Sanaa aus einen Vorstoß gen Süden begonnen und mehrere Städte unter ihre Gewalt gebracht. Lokale sunnitische Stämme und Al-Kaida-Anhänger hatten sich den Aufständischen entgegengestellt. Die eigentliche jemenitische Armee bleibt in dem Konflikt machtlos.

In der Folge hatten Al-Kaida-Kämpfer begonnen, eigene Eroberungen zu machen. Laut einem Bericht der jemenitischen Nachrichtenseite al-Masdar Online hatten die Extremisten die Stadt Mudaichira im Zentrum der Provinz Ibb eingenommen.

Inland

Probleme bei Einführung von Personenstandsregister

Die technischen Probleme bei der Umstellung auf ein zentrales Personenstandsregister haben den Nationalrat heute aktiv werden lassen. Zwar wird an sich am Starttermin November festgehalten, jedoch wurde Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Möglichkeit gegeben, per Verordnung die vorübergehende Führung von Personenstandsbüchern erwirken zu können.

Dass dieser Notfallmechanismus geschaffen wurde, erschien einigen Abgeordneten absolut notwendig. So berichtete etwa die SPÖ-Abgeordnete Angela Lueger von „vielen Kinderkrankheiten im System“. Auch der freiheitliche Mandatar Gernot Darmann sieht zum jetzigen Zeitpunkt die Datenqualität nicht gesichert. Mikl-Leitner zeigte sich zuversichtlich, den Starttermin einhalten zu können.

Das zentrale Personenstandsregister wird Daten von über 1.500 Behörden zusammenführen und soll wie das Zentrale Staatsbürgerschaftsregister die Datenverwaltung wesentlich vereinfachen. Künftig wird man etwa unabhängig vom Wohnsitz überall die Ausstellung eines Staatsbürgerschaftsnachweises beantragen können.

AI fordert „wirksame Maßnahmen“ gegen Abdullah-Zentrum

Der Generalsekretär von Amnesty International (AI) Österreich, Heinz Patzelt, hat nach den umstrittenen Aussagen der Vizegeneralsekretärin des Abdullah-Zentrums, Claudia Bandion-Ortner, heute gegenüber der APA „wirksame Maßnahmen“ gegen das Institut gefordert.

Ein Zentrum, das zulasse, dass sich seine Spitzenvertreterin in Österreich „dermaßen verharmlosend zu schwersten Menschenrechtsverletzungen im Bereich der Todesstrafe und Frauendiskriminierung“ äußere, verliere damit jegliche Legitimation, zu einer besseren und menschenrechtskonformeren Welt beizutragen, so Patzelt.

„Jedenfalls ist von der österreichischen Bundesregierung jegliche rechtliche Privilegierung dieses Vereins zu beenden“, forderte der Amnesty-Vertreter weiter. „Wenn es noch eine Steigerung der menschenrechtlichen Barbarei Todesstrafe gibt, dann ist es die öffentliche Zurschaustellung und Demütigung der Opfer vor der versammelten Bevölkerung. Genau das wird in Saudi-Arabien insbesondere nach dem Freitagsgebet bis zum Exzess getrieben“, so Patzelt weiter. Nach Angaben von Amnesty International wurden in Saudi-Arabien 2013 mindestens 79 Todesurteile vollstreckt. 2014 wurden bisher 60 Menschen hingerichtet.

Felderer für Nachbesserungen beim Budget

Der Vorsitzende des zur Überwachung der EU-Budgetregeln in Österreich eingerichteten Fiskalrates, Bernhard Felderer, plädiert für Nachbesserungen beim Budget 2015. „Wir sollten uns bemühen“, sagte Felderer heute gegenüber der APA. Er geht zwar nicht davon aus, dass Österreich wegen des verfehlten strukturellen Nulldefizits mit Sanktionen rechnen muss - mit einer Verwarnung aber schon.

Österreich hat für 2015 ein strukturelles Defizit von 1,0 Prozent der Wirtschaftsleistung nach Brüssel gemeldet. Um sämtliche Vorgaben des EU-Fiskalpaktes einzuhalten, wäre aber ein deutlich geringeres Minus von nur 0,45 Prozent nötig. Die Differenz entspricht etwa 1,8 Mrd. Euro - um diesen Betrag müsste also streng genommen „nachgebessert“ werden.

„Überhaupt kein Fortschritt absehbar“

Allerdings hat die Regierung bereits angekündigt, das strukturelle Nulldefizit erst 2016 erreichen zu wollen. Mit einer Verwarnung aus Brüssel rechnet Felderer aber schon in den nächsten Tagen. Das deshalb, weil das strukturelle Defizit 2014 und 2015 unverändert bei einem Prozent der Wirtschaftsleistung liegen soll.

Es sei „überhaupt kein Fortschritt“ absehbar. „Wir nehmen uns Dinge heraus, die sich die großen Staaten wie Frankreich und Italien leisten können, aber die kleineren sich nicht leisten sollten“, so Felderer. Er verweist außerdem darauf, dass auch die Staatsausgaben 2014 stärker wachsen als laut den EU-Regeln erlaubt.

EU-Kommission berät mit Euro-Ländern über Budgets 2015

Die EU-Kommission bestätigte indes offiziell, dass sie mit einigen Euro-Ländern über deren Budgetentwürfe für 2015 berät. Der zuständige Kommissionssprecher Simon O’Connor sagte in Brüssel: „Technische Konsultationen laufen mit einigen Mitgliedsstaaten.“ Der Sprecher wollte aber nicht bekanntgeben, um welche Staaten es sich handelt.

Nach entsprechende Informationen der „Financial Times“ will die EU-Kommission Österreich, Frankreich, Italien, Slowenien und Malta zu „Präzisierungen“ ihrer Pläne für 2015 auffordern. O’Connor sagte, derzeit analysiere die EU-Kommission die Budgetpläne aller Euro-Länder mit Ausnahme Griechenlands und Zyperns. Die Tatsache, dass mit einem Land „Konsultationen“ laufen, bedeute noch nicht, dass die EU-Kommission ein negatives Urteil über den Budgetentwurf abgebe.

U-Ausschuss: Parteien unterzeichneten Anträge

Abgeordnete der Regierungsparteien sowie von FPÖ, Grünen und NEOS haben heute die Anträge zur Reform der Untersuchungsausschüsse unterzeichnet. Inszeniert wurde der politische Akt im Lokal VI des Parlaments, jenem Raum, wo bereits mehrere U-Ausschüsse abgewickelt wurden. Insgesamt handelt es sich um drei Initiativanträge, die noch das parlamentarische Prozedere passieren müssen.

Ursprünglich hätten nur die Klubobleute der fünf Parteien die Anträge vor den Kameras signieren sollen, schließlich war die Schar der Unterzeichner aber auf insgesamt zehn Personen gewachsen. Denn auch auf Chefverhandler und weitere Akteure wollte man nicht außer Acht lassen. So gesellte sich zu Andreas Schieder (SPÖ) sein Abgeordnetenkollege Otto Pendl, Reinhold Lopatka (ÖVP) wurde von August Wöginger begleitet.

Für die FPÖ unterzeichnete neben Klubchef Heinz-Christian Strache noch Gernot Darmann, die Grünen waren durch Eva Glawischnig und Dieter Brosz vertreten, NEOS-Obmann Matthias Strolz war mit Beate Meinl-Reisinger erschienen.

SPÖ-Frauen: Entwurf für Umsetzung der Frauenquote

Die Ideen zur Neugestaltung des Parteistatuts, um künftig die selbst auferlegte Frauenquote von 40 Prozent zu erfüllen, werden konkreter. Das Nachrichtenmagazin „profil“ berichtete heute online vom Entwurf der Arbeitsgruppe, der ein stärkeres Durchgriffsrecht der Bundespartei bei der Listenerstellung vorsieht. Ein Entgegenkommen der Frauen gibt es offenbar bei der Mandatsnachbesetzung.

Die SPÖ richtete aufgrund der heftigen internen Diskussion über die Nachbesetzung von Barbara Prammers Nationalratsmandat durch einen Mann eine Arbeitsgruppe zum Thema Frauenquote ein. Inzwischen erarbeitete diese Arbeitsgruppe einen Entwurf, der nun in den Gremien sowie im November im Bundesparteivorstand diskutiert wird, bestätigten die SPÖ-Frauen und die Bundespartei gegenüber der APA. Inhaltlich gab es von diesen keine weiteren Details.

Kandidatenliste kann „ungültig“ werden

Laut dem „profil“-Bericht soll künftig aber eine Kandidatenliste automatisch „ungültig“ sein, wenn die Landesorganisation bei der Listenerstellung gegen die 40-Prozent-Quote verstößt. Passiert das auch im zweiten Anlauf, hat die Bundespartei ein Durchgriffsrecht auf die Landesliste.

Die Landesparteien sollen verpflichtet werden, ihre Listen unmittelbar nach Beschlussfassung im Landesparteivorstand dem Bundesparteivorstand zu übermitteln. Die Frauen müssen sich auch auf aussichtsreichen Plätzen finden, um die Quote auch bei den Mandatsträgern zu erreichen.

Entgegenkommen bei Nachbesetzung

Ein Entgegenkommen der SPÖ-Frauen gibt es laut dem Bericht bei der Nachbesetzung von Mandaten - dem Auslöser der Debatte. Bisher war im Statut die Nachfolge im Fall eines vorzeitigen Ausscheidens so geregelt: Es sei sicherzustellen, „dass die Einhaltung der Quote erhalten bleibt bzw. erzielt wird“.

Das soll nun nur „unter Berücksichtigung gesetzlicher Bestimmungen“ erfolgen. Die Parteispitze hatte ja die Nachbesetzung von Prammers Mandat durch Walter Schopf und damit die Aushebelung der Quote mit der Wahlordnung erklärt.

TV-Hinweis

Sport

Tennis: Halep führt Williams bei WTA-Finale vor

Im bisher „größten Spiel meiner Karriere“ hat Simona Halep der Weltranglistenersten Serena Williams heute eine herbe Niederlage zugefügt. Die 23-jährige Rumänin ließ der US-Amerikanerin beim WTA-Finale im zweiten Gruppenspiel keine Chance und fertigte die Favoritin in nur 65 Minuten ab. Williams, der im gesamten Spiel nur zwei Game-Gewinne gelangen, muss nun um den Halbfinal-Einzug zittern. Halep ist mit dem zweiten Sieg indes klar auf Aufstiegskurs.

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Champions League: Liverpool will Ronaldo stoppen

Der Schlager in der Champions League steigt heute an der Anfield Road. Der englische Vizemeister Liverpool empfängt Titelverteidiger Real Madrid. „Reds“-Trainer Brendan Rodgers schwärmte vor dem Spiel von den „Königlichen“ im Allgemeinen und von deren Superstar Cristiano Ronaldo im Besonderen, hofft aber dennoch, den zuletzt in Topform agierenden Portugiesen zu stoppen. „Das Gute ist, dass wir zu Hause spielen. Wir werden bereit sein.“ Die bisherigen Europacup-Duelle sprechen jedenfalls für die Engländer.

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Champions League: Rekordabend in der „Königsklasse“

Der 21. Oktober 2014 ist als ein Rekordtag in die Geschichtsbücher der Champions League eingegangen. Noch nie zuvor waren in acht Spielen derart viele Tore erzielt worden. Gleich 40-mal mussten die Torhüter von Rom bis London den Ball aus ihrem Gehäuse holen. Vor allem Bayern München, der FC Chelsea und Schachtjor Donezk fuhren mit ihren Gegnern an diesem Abend Schlitten. Bei Schachtjor sorgte der Brasilianer Luiz Adriano gleich für mehrere Highlights.

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Wirtschaft

Telekom Austria übernimmt Konkurrenten in Mazedonien

Die Telekom Austria (TA) kauft in Mazedonien zu. Dort übernehme der Konzern die mazedonische Tochter der Telekom Slovenije, teilte die TA heute mit. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden. Im Zuge des Deals will die TA ihre mazedonische Tochter mit jener der Telekom Slovenije fusionieren.

Geplant ist, dass die TA künftig 55 Prozent an dem neuen Unternehmen sowie die alleinige Kontrolle halten soll. Die restlichen 45 Prozent kann der slowenische Rivale innerhalb von drei Jahren an die TA verkaufen. Angaben zum Preis machte der Konzern nicht.

Die TA steht mehrheitlich in Besitz des mexikanischen Telekomkonzerns America Movil, der wiederum dem Milliardär Carlos Slim gehört. America Movil will das Europageschäft über Zukäufe ausbauen - auch mit Hilfe der TA.

Bankenstresstest: Offenbar ein österreichischer Durchfaller

Am Sonntag werden die Ergebnisse der europäischen Bankenstresstests und Bilanzchecks gelüftet. Davor häufen sich Analysten- und Medienspekulationen über Wackelkandidaten. In Österreich ist es aber offenbar bei der ÖVAG geblieben, die den Test nicht bestanden hat.

Erste Group hat offenbar bestanden

Dass es aus Österreich gar zwei Institute wären, die bangen müssen, wurde heute auf APA-Anfrage von mehreren Seiten dementiert. Am Vortag hatte die spanische Nachrichtenagentur EFE ohne Namensnennung zwei Banken aus Österreich kolportiert.

Zugleich wurde in dieser EFE-Meldung über ein mögliches Kapitalloch bei der Erste Group im harten Stressszenario spekuliert. „Wir halten diese Meldung für falsch“, sagte Erste-Sprecher Michael Mauritz. „Aus den Gesprächen mit den Aufsichtsbehörden gibt es keine Indikationen, dass wir den Test nicht bestehen.“

Aus Österreich werden von den europäischen Aufsehern BAWAG, Erste Group, RZB, die Raiffeisenlandesbanken Niederösterreich und Oberösterreich, die ÖVAG und indirekt über UniCredit die Bank Austria geprüft. Ab November ebenfalls unter direkter Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen die Sberbank Europe (ehemals Volksbank International) und die VTB Bank mit Sitz in Wien. Sie müssen die Stresstests erst nächstes Jahr absolvieren.

Rom sieht 570 Mio. Euro für Brennerbasistunnel vor

Die italienische Regierung will im Rahmen des Haushaltsgesetzes für das kommende Jahr 570 Mio. Euro für den Brennerbasistunnel (BBT) lockermachen. Dieser zähle zu den prioritären Infrastrukturprojekten Italiens, kündigte Verkehrsminister Maurizio Lupi im Interview mit der Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ heute an.

„Wir wollen unsere Ressourcen auf eine beschränkte Gruppe strategischer Infrastrukturen konzentrieren. Besondere Aufmerksamkeit wird Bahnprojekten gewidmet“, sagte Lupi.

Neben dem Brennerbasistunnel hält die italienische Regierung die Bahn-Hochgeschwindigkeitsstrecken zwischen Brescia und Verona und zwischen Verona und Padua für prioritär, für die drei Milliarden Euro ausgegeben werden sollen. Außerdem will die Regierung in die Modernisierung der Bahnlinie zwischen Mailand und Genua investieren, so Lupi.

Elternprotest: Toys"R"US zieht „Breaking Bad“-Figuren zurück

Nach dem Protest einer Mutter aus Florida hat Toys"R"Us in den USA Spielzeugfiguren mit den „Breaking Bad“-Charakteren aus dem Programm genommen. „Sagen wir einfach, sie nehmen eine unbefristete Auszeit“, twitterte das Unternehmen gestern (Ortszeit).

Zuvor hatte die Frau eine Petition im Internet gestartet und dafür mehr als 9.000 Unterstützer gewonnen. Ihr waren die Figuren aus der düsteren Krimiserie mit Revolver und Säckchen voller Drogen oder Bargeld in der Hand zu schädlich für Kinder. So etwas dürfe nicht „neben Barbies und Disney-Figuren verkauft werden“.

Die Petition hat allerdings auch eine Gegenbewegung entfacht. „Es gibt Spielsachen für alle Altersgruppen“, heißt es in einer Petition, die die Figuren im Regal lassen will. Allerdings hatte sie bis gestern nur 3.300 Unterschriften.

Hauptdarsteller Bryan Cranston reagierte auf die Petition der Mutter aus Florida mit Spott per Twitter: „Ich bin so wütend, dass ich meine ‚Mutter aus Florida‘-Spielzeugfigur aus Protest verbrannt habe.“

Gesundheit

WHO: 1,5 Mio. starben 2013 an Tuberkulose

Im Kampf gegen die Tuberkulose sind nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „große Fortschritte“ erzielt worden - trotzdem sind 2013 noch weltweit 1,5 Millionen Menschen an der Infektionskrankheit gestorben.

„Angesichts der Tatsache, dass die meisten Tuberkulose-Todesfälle hätten verhindert werden können, ist die Opferzahl noch inakzeptabel hoch“, heißt es in dem heute veröffentlichten Tuberkulose-Jahresbericht der WHO. Die Bemühungen im Kampf gegen die Krankheit müssten daher „beschleunigt“ werden.

Tuberkulose bleibt nach Aids die Infektionskrankheit mit den weltweit meisten Todesopfern. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der registrierten Tuberkulose-Toten 2013 sogar von 1,2 Millionen auf 1,5 Millionen, die der Neuinfektionen von 8,6 Millionen auf neun Millionen.

Das liegt aber daran, dass erstmals detaillierte Zahlen aus Nigeria vorlagen, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas. Von den Neuinfektionen entfielen ein Viertel auf Afrika, ein weiteres knappes Viertel auf Indien und elf Prozent auf China.

Chronik

Amtsärzte nach Tod von Schubhäftling erneut verurteilt

Wegen des Todes eines tschetschenischen Asylwerbers sind heute zwei Wiener Amtsärzte am Bezirksgericht Josefstadt nicht rechtskräftig wegen fahrlässiger Tötung zu Geldstrafen von 7.200 bzw. 6.000 Euro verurteilt worden. Im ersten Rechtsgang waren die Geldstrafen noch höher. Das Urteil war jedoch wegen Divergenzen in den beiden medizinischen Gutachten aufgehoben worden.

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Reizgas versprüht: WEGA nimmt Bankräuber fest

Heute Vormittag ist in Wien eine Bank überfallen worden. Der Täter gab in der Filiale einen Warnschuss ab und versprühte Pfefferspray, wodurch fünf Personen verletzt wurden. Beamte der Spezialeinheit WEGA konnten kurze Zeit später einen Tatverdächtigen festnehmen.

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Fahndung nach Bankräuberin in Niederösterreich

In Niederösterreich fahndet die Polizei dagegen noch nach einer Bankräuberin. Die unbekannte Täterin überfiel in Karlstetten eine Bank und konnte mit der Beute entkommen. Bisher fehlt von der Frau jede Spur.

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IT

Google-Millionen für Start-up mit Videobrillen

Google und andere Investoren haben mehr als eine halbe Mrd. Dollar in ein Start-up gesteckt, dass an Projekten zur Darstellung virtueller Gegenstände arbeitet. Google, der Chiphersteller Qualcomm und mehrere bekannte Risikokapitalgeber investierten 542 Mio. Dollar (424,70 Mio. Euro) in die Firma Magic Leap, wie das Unternehmen aus Florida mitteilte.

Magic Leap will unter anderem eine 3-D-Brille entwickeln, die digitale Objekte so darstellt, als seien sie echt. Allerdings ist das Gerät noch nicht auf dem Markt. In einem Werbevideo für diese Technologie zeigt Magic Leap, wie ein kleiner virtueller Elefant aus den mit einer herkömmlichen Kamera gefilmten Händen eines Kindes in die Höhe fliegt.

Im Gegensatz zu bisherigen 3-D-Brillen soll den Trägern nicht schlecht werden, sagte Magic-Leap-Gründer Rony Abovitz dem „Wall Street Journal“ („WSJ“). Die Firma entwerfe auch die dazugehörige Software. Erst vor kurzem kaufte Facebook den Hersteller von VR-Brillen Oculus Rift für zwei Mrd. Dollar. Google selbst hat die Datenbrille Google Glass entwickelt, die digitale Informationen vor das Auge der Träger wirft.

Apple bestätigt Hackerangriffe auf iCloud

Nach Berichten über chinesische Hackerattacken auf seinen Onlinespeicherdienst iCloud hat der US-Technologiekonzern Apple Cyberangriffe eingeräumt. Es gebe derzeit „zeitweise“ Angriffe, um an Nutzerdaten zu kommen, teilte Apple in einem Sicherheitshinweis mit.

Die iCloud-Server seien jedoch nicht geknackt worden, auch das Einloggen in den Speicherdienst sei von den Angriffen nicht beeinträchtigt. Auf China als möglichen Urheber nahm Apple keinen Bezug. Das Unternehmen appellierte an seine Nutzer, auf die Sicherheitsaufforderungen der Software zu hören und unsichere Websites bei einer Warnung nicht zu öffnen.

Zuvor hatte das Blog GreatFire.org, das die Internetzensur in China beobachtet, von Angriffen auf den iCloud-Dienst berichtet. Die „chinesischen Behörden“ wollten so an die Nutzerdaten, Passwörter und sämtliche in dem Onlinespeicher abgelegten Daten wie Fotos und Videos kommen.

Als mögliche Gründe für die Angriffe verwies die Website auf den Verkaufsstart des iPhone 6 in China und die Proteste für mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong.

Religion

Polen: Geistlicher wegen Missbrauchsverdachts angeklagt

Wegen Kindesmissbrauchs hat die Staatsanwaltschaft Warschau Anklage gegen einen polnischen Missionar erhoben. Die Übergriffe auf sechs Minderjährige sollen sich zwischen 2009 und 2013 in der Dominikanischen Republik ereignet haben. Zudem werde dem katholischen Ordensmann P. Wojciech Gil vorgeworfen, in den Jahren 2000 und 2001 zwei Kinder in Polen missbraucht zu haben. Gil gehört den Michaeliten (Kongregation vom Heiligen Erzengel Michael) an.

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„Causa Limburg“: Bischofssitz wird für Besucher geöffnet

Nach dem Wirbel um den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst soll dessen wegen der Umbaukosten umstrittener Bischofsitz vorübergehend für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Papst Franziskus hatte dem Bischof, der wegen der explodierten Baukosten kritisiert wurde, im vergangenen Oktober eine Auszeit verordnet. Im März dieses Jahres nahm der Papst den Rücktritt Tebartz’ an. „Das Gebäude soll entmythologisiert und belebt werden“, sagte Diözesansprecher Stephan Schnelle.

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Kultur

Erste große Schiele-Soloausstellung in London

Radikal-erotische Aktgemälde und -zeichnungen des österreichischen Expressionisten Egon Schiele (1890-1918) sind ab morgen in London zu sehen. In der ersten großen Soloschau für Schiele in Großbritannien präsentiert die Courtauld Gallery 38 Zeichnungen und Gouachen des einst höchst umstrittenen Künstlers.

Die Ausstellung „Egon Schiele: The Radical Nude“ läuft bis zum 18. Jänner 2015. In den öffentlichen Galerien Großbritanniens gibt es lediglich zwei Werke von Schiele. Eine Neubewertung des Künstlers sei überfällig, heißt es in der Galerie.

„Im Lichte Monets“: Ikonen des Impressionismus im Belvedere

„Im Lichte Monets“ ist der Titel einer Ausstellung, in der das Belvedere in Wien wieder einmal Ikonen des Impressionismus zeigt - 18 Jahre nach der legendären Monet-Ausstellung des Jahres 1996. Dank hochkarätigen Leihgaben sind rund 30 Hauptwerke Monets vertreten, gegenübergestellt werden einander die Kunstwerke österreichischer Zeitgenossen und Nachfolger Monets.

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