Ausland

EU-Außenminister sprechen über Flüchtlinge und Nahost

Die Außenminister der EU-Staaten kommen morgen in Luxemburg zusammen, um unter anderem über die dramatische Situation von Flüchtlingen zu beraten. Schwerpunkte der zweitägigen Gespräche soll die Situation in den Herkunfts- und Transitstaaten sein. Am Samstag sind auch Vertreter aus den westlichen Balkanstaaten nach Luxemburg eingeladen.

Über Länder wie Serbien versuchen derzeit Tausende Asylsuchende in westliche EU-Staaten zu gelangen. Gleichzeitig stellen auch Einwohner dieser Länder Asylanträge in westeuropäischen Staaten. Das ist vielen in der EU ein Dorn im Auge. Die EU-Kommission will deshalb vorschlagen, die westlichen Balkan-Länder zu sicheren Herkunftsstaaten zu erklären. Auch deswegen, weil sie als Länder, die einen EU-Beitritt anstreben, bestimmte Standards erfüllen müssen.

Weitere Themen des EU-Außenministertreffens sollen die Lage im Nahen Osten sowie der Ukraine-Konflikt und die angespannten Beziehungen zu Russland sein. Am Samstag steht zudem das Verhältnis der EU zum Iran auf dem Programm. Nach der Einigung im Atomstreit könnten bald die Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

Ertrunkener Bub soll in Kobane Grab bekommen

Der vor der türkischen Küste ertrunkene Flüchtlingsbub Aylan soll nach dem Willen seines Vaters in seiner Heimat Syrien beigesetzt werden. Der Dreijährige und sein fünf Jahre alter Bruder waren zusammen mit ihrer Mutter und weiteren Flüchtlingen ums Leben gekommen, weil ihr Boot auf dem Weg zur griechischen Insel Kos kenterte.

Das Bild von Aylans durchnässter Leiche mit dem Kopf im Sand des türkischen Touristenorts Bodrum hatte gestern weltweit Entsetzen ausgelöst. Heute bereitete der Vater die Rückführung der Leichen in ihre Heimatstadt Kobane an der Grenze zur Türkei vor. Nachdem er seine Angehörigen in der Leichenhalle in Mugla nahe Bodrum identifiziert hatte, brach er weinend zusammen.

„Lasst dies das letzte Mal sein“

Vor Journalisten sagte er, die ganze Welt solle sehen, was mit ihnen auf ihrer Flucht vor dem Krieg in Syrien passiert sei. Diese Aufmerksamkeit müsse dazu führen, dass andere vor demselben Schicksal bewahrt würden. „Lasst dies das letzte Mal sein.“ Die Familie hatte zunächst vergeblich versucht, auf legalen Wegen nach Kanada zu Verwandten auszuwandern. Der Vater erklärte, Kanada habe ihm nun die Staatsbürgerschaft angeboten. Er habe abgelehnt.

Die Zeitung „Hürriyet“ zitierte aus einer Erklärung des Vaters gegenüber der Polizei, dass er zweimal Schlepper bezahlt habe, um die Familie nach Griechenland zu bekommen. Doch die Versuche seien gescheitert. Dann hätten sie sich entschlossen, selbst mit einem Boot die Überfahrt zu wagen. Doch als Wasser eingedrungen und die Menschen in Panik geraten seien, sei das Boot gekentert.

USA: Standesbeamtin nach Ablehnung von Homoehe in Haft

Eine Standesbeamtin im US-Staat Kentucky muss ins Gefängnis, weil sie Homosexuellen keine Trauscheine ausstellen will. Laut Berichten der „New York Times“ und des Nachrichtensenders CNN ordnete ein Bundesrichter nach einer Anhörung heute die sofortige Festnahme von Kim Davis an, weil sie das Urteil des Obersten Gerichtshofs zur landesweiten Einführung der Homosexuellenehe missachte.

Davis werde erst aus der Haft entlassen, wenn sie zusage, sich an geltendes Recht bei der Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren zu halten.

In einem historischen Urteil hatte der Supreme Court Ende Juni die Homosexuellenehe überall in den Vereinigten Staaten erlaubt. Die Obersten Richter erklärten Verbote von gleichgeschlechtlichen Eheschließungen in einer Reihe von Bundesstaaten für verfassungswidrig. Der Widerstand gegen die Homosexuellenehe ist in konservativ geprägten Gegenden im Mittleren Westen und im Süden der USA aber weiter groß.

Standesbeamtin berief sich auf christlichen Glauben

Kentuckys Gouverneur hatte im Juli alle Standesbeamten in seinem Bundesstaat angewiesen, sich dem Urteil zu fügen. Davis setzte sich über die Anordnung hinweg und berief sich dabei auf ihren christlichen Glauben. Ein Bundesrichter befand allerdings, dass religiöse Überzeugungen sie nicht von ihren Amtspflichten entbinden. Zuletzt scheiterte Davis am Montag mit ihrem Einspruch vor dem Supreme Court.

Doch die Standesbeamtin blieb uneinsichtig. „Mein Glauben kann von mir nicht losgelöst werden“, sagte sie am Dienstag, als sie homosexuellen Paaren erneut die Trauung verweigerte. „Ich bin gewillt, die Konsequenzen zu tragen, so wie ihr alle Konsequenzen tragen müsst, wenn die Zeit des jüngsten Gerichts kommt.“

Bundesrichter David Bunning machte laut „New York Times“ deutlich, dass das Gericht die „vorsätzliche Missachtung“ seiner Anordnungen nicht billigen könne. „Wenn man Leuten die Möglichkeit gibt, sich auszusuchen, welchen Anordnungen sie folgen, dann schafft das mögliche Probleme.“ Vor dem Gerichtsgebäude in Ashland versammelten sich Befürworter und Gegner der Homosexuellenehe.

Italien stellt Tausende Lehrer fest an

Die italienische Regierung hat einen wesentlichen Schritt in Richtung Stabilisierung der Arbeitsverhältnisse im Schulwesen unternommen. Bis November werden Tausende Lehrer, die, um Personalkosten zu sparen, in den vergangenen Jahren in großer Zahl mit prekären Arbeitsverträgen beschäftigt wurden, fest angestellt.

29.000 Lehrer seien für das neue Schuljahr im August fest angestellt worden, weitere 9.000 Anstellungen würden von der Regierung diese Woche beschlossen, sagte Bildungsministerin Stefania Giannini heute. Bis zum 15. November werde die Regierung die Anstellung von weiteren 55.000 Lehrern ankündigen.

Neues Gehaltssystem leistungsorientiert

Die Anstellungen sind ein Schwerpunkt der Schulreform, die die Regierung Matteo Renzi vor der Sommerpause im Parlament durchgesetzt hatte. Dank der Neuanstellungen verjünge sich das Durchschnittsalter des Lehrerkörpers, berichtete die Ministerin. Jeder zweite angestellte Lehrer sei jünger als 40 Jahre, 87,3 Prozent seien Frauen. Rund 7.000 Lehrer müssen für die neuen Jobs allerdings übersiedeln, was teils zu Protesten führte.

„Die gute Schule“ heißt der Plan der Regierung, der etappenweise umgesetzt werden soll. Das Programm sieht unter anderem vor, dass Fleiß im Schulwesen mit besseren Gehältern belohnt werden soll. Rund 300.000 Lehrer haben in Italien jahrelang mit befristeten Arbeitsverträgen unterrichtet. Damit konnte sich der italienische Staat die Kosten fixer Anstellungen sparen.

Militärparade zeigt Chinas Machtanspruch

Mit 12.000 Mann, Hunderten Panzern, Raketensystemen und Kampfflugzeugen hat China heute des Endes des Zweiten Weltkriegs in Asien gedacht. Mit der größten Militärparade in seiner Geschichte bekräftigte Peking seinen Machtanspruch in der Welt.

Zugleich kündigte Präsident Xi Jinping eine Verkleinerung der knapp 2,3 Millionen Mann starken Truppe um 300.000 Soldaten an. Westliche Staatsgäste nahmen an der Parade kaum teil. Prominentester Unterstützer gegen die „Verdrehung“ des Zweiten Weltkrieges war Russlands Präsident Wladimir Putin.

Mehr dazu in Peking und Moskau üben Schulterschluss

Britische Journalisten in Türkei freigelassen

Rund eine Woche nach ihrer Festnahme in der Südosttürkei sind zwei britische Journalisten wieder auf freiem Fuß. Ihr irakischer Übersetzer Mohammed Rasul bleibe jedoch in Haft, berichtete der Sender CNN Türk heute.

Rasul und die Journalisten Jake Hanrahan und Philip Pendlebury waren wegen Verdachts auf Unterstützung einer Terrororganisation vergangene Woche in Diyarbakir festgenommen worden. Sie waren für den internationalen Nachrichtenkanal Vice News im Kurdengebiet unterwegs.

Im Südosten der Türkei kommt es immer wieder zu Zusammenstößen von Sicherheitskräften und PKK-Kämpfern. In Teilen der Region wurden aufgrund der Unruhen Ausgangssperren verhängt.

Inland

Freiwillige als Stütze für Flüchtlinge

Angesichts der katastrophalen Zustände im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen ist die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge bereits vor Wochen sichtbar geworden. Seitdem wächst die Unterstützung durch private Initiativen und NGOs stetig. Tausende engagieren sich mit Sachspenden, mit Zeit für Deutschunterricht oder einfach, indem sie Flüchtlinge zum Arzt begleiten. Immer mehr wollen Wohnraum zur Verfügung stellen. Aus der Flüchtlingshilfe ist dieses Engagement nicht mehr wegzudenken, ist auch Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer überzeugt: „Es sind überwiegend Freiwillige, die die Flüchtlinge versorgen und betreuen.“

Mehr dazu in „Es ist etwas passiert in der Stadt“

Kirche startet Website zu Asyl- und Flüchtlingshilfe

Auf einer neuen Website informiert die katholische Kirche in Österreich über die kirchlichen Hilfsangebote für Flüchtlinge und Asylwerber. Sie gibt auch einen Überblick über die Zahl der kirchlich untergebrachten Flüchtlinge. Auf Asylhilfe.katholisch.at findet man die diözesanen Flüchtlingskoordinatoren und Ansprechpersonen sowie Informationen über kirchliche Hilfsprojekte und Möglichkeiten, wie man sich selbst aktiv an der Hilfe beteiligen kann.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Container für Flüchtlingskoordinator Konrad

Der Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, Ex-Raiffeisen-Manager Christian Konrad, hat sich einen symbolträchtigen Arbeitsplatz für seinen neuen Job ausgedacht.

Er wird in einem Container arbeiten. Auf Konrads Wunsch hin wird nächste Woche auf einem Platz in der Wiener Innenstadt ein Bürocontainer aufgebaut, berichteten die „Oberösterreichischen Nachrichten“ (Donnerstag-Ausgabe).

Die Blechhütte wird das Basislager für die Koordinierung der Flüchtlingsaktion - und ein bildhaftes Symbol. Ein Sprecher bestätigte auf APA-Anfrage den Bericht. Wo genau der Container aufgestellt werden soll, verrät man aber noch nicht, „jedenfalls nicht in Traiskirchen und nicht im Marchfeld“.

Neben Konrad kümmert sich Terezija Stoisits um Flüchtlingskinder in Schulen, Kilian Kleinschmidt wird die Regierung beraten, wie das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen besser verwaltet werden kann. Von positiven Signalen spricht man beim Roten Kreuz.

Im Ö1-Mittagsjournal kritisierte der Verfassungsrechtler Heinz Mayer die Koordinatoren hingegen: Diese drei würden Aufgaben übernehmen, die eigentlich Beamte in der Verwaltung machen müssten.

Wirtschaft

IWF ruft Fed zur Verschiebung von Zinswende auf

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) erneut zu einer Verschiebung der erwarteten Zinserhöhung aufgefordert. „Unsere generelle Ansicht ist, dass sie Flexibilität haben, noch zu warten“, sagte IWF-Sprecher William Murray heute in Washington.

Angesichts der niedrigen Inflation und des schwachen Lohnwachstums in den Vereinigten Staaten sei eine Anhebung des Leitzinses nicht unmittelbar geboten. Murray verwies auch auf die Folgen einer Zinswende in den USA für die Weltwirtschaft, die sich derzeit in einem „ziemlich holprigen“ Zustand befinde.

Die Federal Reserve hatte die Zinsen Ende 2008 auf das Rekordtief von null bis 0,25 Prozent gesenkt, um die von der Finanzkrise gebeutelte Wirtschaft wieder in Fahrt zu bringen. Noch in diesem Jahr wird erstmals wieder eine Zinserhöhung der Fed erwartet, möglicherweise bei der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses Mitte September.

Russland plant dritte Gaspipeline nach China

Die Rohstoffmacht Russland will ihre strategische Energiepartnerschaft mit China mit einer dritten Gasleitung aus dem Fernen Osten in das Nachbarland ausweiten.

Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten der Energieriese Gasprom und die China National Petroleum Corporation (CNPC) heute in Peking im Beisein der Staatschefs Wladimir Putin und Xi Jinping.

Die Leitung solle mit Gas aus der Pipeline Sachalin - Chabarowsk - Wladiwostok gespeist werden, sagte Gasprom-Chef Alexej Miller der Agentur Interfax zufolge. Bauzeitraum und Kapazität müssten noch definiert werden. Bisher waren zwei Gasleitungen nach China geplant.

UniCredit soll Abbau von über 10.000 Stellen erwägen

Die italienische Großbank UniCredit prüft informierten Kreisen zufolge die Streichung von mindestens 10.000 Arbeitsplätzen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg heute unter Berufung auf zwei informierte Personen. Ziel der Maßnahme sei es, Doppelfunktionen zu beseitigen, Filialen zu verkleinern und damit die Effizienz zu steigern.

Der Agentur zufolge sind vor allem Mitarbeiter in Italien, Deutschland und Österreich (bei der Bank Austria) von den zusätzlichen Jobkürzungen betroffen. Eine Entscheidung darüber sei bis Jahresende zu erwarten. Ein UniCredit-Sprecher lehnte gegenüber Bloomberg eine Stellungnahme ab. Voriges Jahr hatte der Konzern lediglich die Streichung von 2.700 Stellen angekündigt.

In Österreich hatten Überlegungen, die Gruppe könnte Funktionen stärker in Mailand konzentrieren, für Spekulationen über Einsparungen gesorgt. Wien als Osteuropazentrale der UniCredit wackle nicht, eine Verlagerung sei „kein Thema“, hatte Bank-Austria-Chef Willibald Cernko gestern Abend am Rande des Forum Alpbach gesagt. „Wir präsentieren unsere Überlegungen im Oktober, November“, so Cernko.

Novomatic baut Einfluss bei Casinos weiter aus

Der Glücksspielkonzern Novomatic baut seinen Einfluss bei der teilstaatlichen Casinos-Austria-Gruppe weiter aus.

Nachdem die B&C-Stiftung, die BAWAG, die Erste Bank sowie die Volksbanken ihre Anteile an den zu den Casinos gehörenden Lotterien an Novomatic verkauft haben, ziehen nun die Landeshypos nach. Sie halten über die Hypo-Banken-Holding indirekt rund zwei Prozent an den Lotterien.

„Die Vorentscheidung für die Novomatic AG ist gefallen“, zitiert das aktuelle „Format“ Hypo-Verbandssprecher Claus Fischer-See. Der Aufsichtsrat der Hypo-Banken-Holding müsse das noch beschließen. Die nächste ordentliche Aufsichtsratssitzung findet am 18. September statt. Den Hypos könnte der Verkauf rund 16 Mio. Euro einbringen - ausgehend von einer Lotterien-Bewertung von 800 Mio. Euro.

VW-Finanzvorstand Pötsch soll Piech nachfolgen

VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch, ein Österreicher, soll Nachfolger des zurückgetretenen Aufsichtsratschefs Ferdinand Piech werden.

Der innere Führungszirkel aus dem Land Niedersachsen, den Arbeitnehmern und der Eigentümerfamilie Porsche will den 64-jährigen Pötsch als Kandidaten für diesen Posten vorschlagen, die Porsche SE in Stuttgart bestätigte das heute in einer Aussendung.

Piech war vor vier Monaten im Machtkampf mit Konzernchef Martin Winterkorn zurückgetreten. Am Vortag hatte das Aufsichtsratspräsidium eine vorzeitige Verlängerung von Winterkorns Vertrag als Vorstandschef bis Ende 2018 vorgeschlagen. Der VW-Aufsichtsrat soll am 25. September über Winterkorns Vertragsverlängerung beraten. Volkswagen war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

ZIB2

Chaotische Lage für Flüchtlinge in Ungarn

In Ungarn hat die Polizei heute einen Zug voll mit Flüchtlingen, der eigentlich in Richtung Österreich unterwegs war, in Bicske westlich von Budapest angehalten.
Dabei wurde versucht, alle Migranten aus dem Zug zu holen und ins örtliche Flüchtlingslager zu bringen. Das wollen die Flüchtlinge aber auf keinen Fall. Dazu eine Liveschaltung zu Ernst Gelegs nach Ungarn.

Foto von totem Flüchtlingskind gibt Elend einen Namen

Das Foto des ertrunkenen dreijährigen syrischen Buben Aylan Kurdi hat Europa erschüttert. Nach dem Tod des Flüchtlingskindes, das gestern am Strand im türkischen Bodrum gefunden wurde, hat die Polizei vier mutmaßliche Schlepper verhaftet. Fast täglich spielen sich solche Todesdramen im Mittelmeer ab, doch die Bilder des toten Buben bewegen die Welt.

Flüchtlingsthema dominiert auch den Wiener Wahlkampf

Laut Meinungsumfragen kommt die SPÖ bei der bevorstehenden Landtagswahl in Wien nur noch auf 34,5 Prozent, die FPÖ auf 31 Prozent. Vor allem das Thema Flüchtlinge überschattet derzeit den Wahlkampf und könnte Wasser auf die Mühlen der FPÖ sein. Meinungsforscher glauben aber, dass es auch der SPÖ nützen könnte. Dazu im ZIB2-Studio der Wiener Bürgermeister Michael Häupl von der SPÖ.

Uniqa-Engagement bei Spitälern beschäftigt Wettbewerbshüter

Die Übernahme eines kleinen Wiener Privatspitals durch eine Tochter der Uniqa-Versicherung beschäftigt jetzt das Kartellgericht. Es werden wettbewerbsrechtliche Bedenken angemeldet. Denn schon jetzt hält das Unternehmen bundesweit Anteile an privaten Gesundheitseinrichtungen. Die Uniqa-Versicherung ist zudem Österreichs führender Anbieter von privaten Krankenzusatzversicherungen.

ZIB2 Lou Lorenz-Dittlbacher, 22.00 Uhr, ORF2

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Textfassung: Zeit im Bild

Sport

EM-Qualifikation: Alaba sieht goldene ÖFB-Zukunft

Mit etwas Bauchweh hat Österreich vergangenen Oktober 2:1 in Moldawien gewonnen. Es war der Beginn einer fünf Partien andauernden Siegesserie, und wenn die ÖFB-Elf am Samstag erneut auf Moldawien trifft, erwartet den Gegner ein Team, das so gut wie nie ist. „Ich glaube, dass wir uns von Spiel zu Spiel weiterentwickelt haben“, sagte David Alaba auf Frage von ORF.at. Die aktuelle FIFA-Weltrangliste weist Österreich auf Rang 13 aus, der Bayern-Star traut der Nationalmannschaft sogar die Top Ten zu: „Ich habe keinen Bock auf ein Ende.“

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US Open: Haider-Maurer zieht positive Bilanz

Andreas Haider-Maurer ist nach dem zu erwartenden Abschied mit der Dreisatzniederlage gegen Novak Djokovic mit seinem Auftritt bei den diesjährigen US Open durchaus zufrieden. Neben der Erfahrung, in New York dem Weltranglistenersten vor über 23.000 Zuschauern gegenüberzustehen, nimmt der Niederösterreicher auch einen nicht zu unterschätzenden Auftaktsieg gegen Vasek Pospisil sowie mehr als 60.000 Euro Preisgeld mit zurück in die Heimat.

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Fußball: Hütter neuer Coach bei Young Boys Bern

Der ehemalige Salzburg-Coach Adi Hütter ist neuer Trainer des Schweizer Erstligisten Young Boys Bern. Wie der elffache Meister heute bekanntgab, unterzeichnete Hütter einen Vertrag bis Sommer 2017. Der Vorarlberger folgt beim aktuellen Fünften der Super League auf Uli Forte, der vor vier Wochen nach dem Aus in der Champions-League-Qualifikation und nur drei Remis zum Saisonstart entlassen wurde.

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Chronik

Verdächtiger nach A4-Drama vor bulgarischer Justiz

Nach der Flüchtlingstragödie auf der Ostautobahn (A4) mit 71 Todesopfern in einem Kühllastwagen hat einer der mutmaßlichen Lenker vor einem bulgarischen Gericht ausgesagt, nichts von Menschen an Bord seines Lasters gewusst zu haben. Der Bulgare, der heute in Hand- und Fußfesseln zu der Anhörung in der Stadt Montana gebracht wurde, blieb auf Anordnung des Gerichts in Untersuchungshaft.

Die bulgarische Justiz wirft dem Mann vor, den Lkw, in dem die Flüchtlinge erstickten, zumindest auf einem Teil der Strecke zwischen Ungarn und Österreich gesteuert zu haben. Am Montag will sich das Gericht mit einer Auslieferung des 32-Jährigen nach Österreich befassen.

Laut bulgarischer Staatsanwaltschaft muss sich der Verdächtige wegen Beteiligung an einem kriminellen Schlepperring und fahrlässiger Tötung in 71 Fällen verantworten. Im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsdrama wurden bisher fünf weitere Verdächtige in Ungarn inhaftiert.

Offiziell: Gefundenes Wrackteil von Flug MH370

Die letzten Zweifel sind beseitigt: Das auf der Insel La Reunion gefundene Wrackteil stammt von dem vermissten Malaysia-Airlines-Flug MH370. Eine auf dem Teil befindliche Nummer könne der Seriennummer der Flügelklappe der im März 2014 verschwundenen Boeing 777 zugeordnet werden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft heute mit.

Es könne „heute mit Sicherheit gesagt werden, dass die am 29. Juli 2015 auf La Reunion gefundene Flügelklappe der von Flug MH370 entspricht“, so die Behörde. Die malaysische Regierung hatte bereits Anfang August nach einer ersten Untersuchung der Flügelklappe in einem französischen Labor erklärt, diese stamme von Flug MH370. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte sich zunächst vorsichtiger geäußert.

Die Malaysia-Airlines-Maschine war am 8. März 2014 auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Insassen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Es wird vermutet, dass sie vom Kurs abwich und nach stundenlangem Flug mit leerem Tank in den südlichen Indischen Ozean stürzte. Das Ende Juli auf der im Indischen Ozean gelegenen Insel La Reunion gefundene Flügelteil ist das erste Wrackteil der Maschine, das entdeckt wurde.

Kiews Schulen bekommen hitze- und rauchfrei

Wegen mehrerer Waldbrände in der Umgebung und einer neuen Hitzewelle bleiben die Schulen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew morgen geschlossen. Bereits heute wurde der Unterricht deutlich verkürzt, das Rathaus riet zudem allen Bewohnern, auf ihr Auto und lange Spaziergänge zu verzichten und die Fenster geschlossen zu halten.

Über der Stadt lag dichter Rauch, zudem ächzt sie seit Anfang September unter Rekordtemperaturen von bis zu 36 Grad Celsius. Seit drei Tagen wüten im Nordwesten von Kiew zwei Waldbrände, ein weiterer brach im Südwesten der Hauptstadt aus.

42 Kilo Wolle: Schaf Chris notgeschoren

Das Schaf Chris, dem zuletzt aufgrund seiner gut 42 Kilogramm Wolle weltweit Aufmerksamkeit zuteilwurde, ist jetzt von einer schweren Last befreit worden. Ein professioneller Scherer war von Tierschützern zur Hilfe gerufen worden, weil Lebensgefahr bestanden habe, wie Tierärzte meinten. Für den Scherer sei es eine seiner „größten Herausforderungen“ gewesen - so etwas habe er noch nie gesehen. Nun wird ein Besitzer für das deutlich schlankere Tier gesucht.

Mehr dazu in „So etwas habe ich noch nie gesehen“

Religion

Kultur

Filmfestival Venedig: Eisiger Start mit „Everest“

Der Kinoherbst beginnt eisig: Mit dem Bergsteigerdrama „Everest“ ist das Filmfestival von Venedig gestern Abend eröffnet worden. Der Film basiert auf den wahren Ereignissen an einem der tödlichsten Tage in der Besteigungsgeschichte des höchsten Bergs der Welt und erzählt von den Schicksalen einer zusammengewürfelten Gemeinschaft.

Unter Daunenanzügen und vereisten Bärten versteckt sich eine Starbesetzung, der unter anderen Jake Gyllenhall und Josh Brolin angehören. An die Wand gespielt werden sie in „Everest“ trotzdem alle: „Der Berg hat immer das letzte Wort.“

Mehr dazu in Ein Tag, ein Berg, acht Tote

Science

Leute

Feuerwehrmann fand Paris Hiltons Verlobungsring

Ein polnischer Feuerwehrmann hat einen wertvollen Diamantring der US-Hotelerbin Paris Hilton gefunden - und im Fundbüro des Flughafens von Lodz abgegeben. Mieczyslaw Cieslaczyk habe das Schmuckstück zwischen den Polstern eines Fahrzeugs entdeckt, mit dem VIP-Passagiere an dem Airport zu ihren Maschinen gebracht werden, sagte Flughafensprecherin Ewa Bienkowska heute.

Der Feuerwehrmann habe den Ring im Fundbüro abgeliefert ohne zu wissen, wem er gehört. Das Society-Girl Hilton war zu dem Zeitpunkt bereits mit seinem Privatjet abgeflogen. Laut polnischen Medien soll es sich bei dem Schmuckstück um Hiltons Verlobungsring mit einem Wert von 100.000 Dollar (88.849,40 Euro) handeln.

Gemäß den polnischen Gesetzen steht dem Feuerwehrmann ein Finderlohn in Höhe von zehn Prozent des Ringwerts zu. Sollte Hilton sich daran halten, will Cieslaczyk nach eigenen Angaben mit seiner Frau von dem Geld eine schöne Reise „in warme Länder“ machen.