Ausland

EU-Gipfel gibt Startschuss für Junckers Wachstumspaket

Der EU-Gipfel hat den milliardenschweren Wachstumsplan von Kommissionschef Jean-Claude Juncker auf den Weg gebracht. Entsprechende Meldungen bestätigte am Abend Ratspräsident Donald Tusk. Der Europäische Fonds für strategische Investitionen solle „dringend“ eingerichtet werden, sagte Tusk in Brüssel.

Reformen und verbesserte Staatsfinanzen angestrebt

Die Staats- und Regierungschefs hätten sich auch zu „verstärkten Strukturreformen“ und „fortlaufenden Bemühungen für gesunde Staatsfinanzen“ bekannt. Diese drei Elemente bildeten „unsere Strategie, um unsere wirtschaftliche Erholung zu beschleunigen“, sagte Tusk.

Der Fonds soll im Kampf gegen die Wirtschaftsflaute und Massenarbeitslosigkeit in den kommenden Jahren Investitionen von mindestens 315 Milliarden Euro ermöglichen. Ausgestattet wird er zunächst mit 21 Milliarden Euro von der EU und der Europäischen Investitionsbank (EIB). Private Investoren sollen dann durch ihre Beteiligung dafür sorgen, dass die Summe um das 15-Fache höher liegt.

Im Jänner soll die EU-Kommission konkrete Vorschläge zur Ausgestaltung des Fonds vorlegen, der dann Mitte 2015 startbereit sein soll. Österreich etwa fordert, ebenso wie Luxemburg, keine Atomprojekte zu unterstützen.

Faymann gegen EU-Investitionen in Atomenergie

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) macht eine österreichische Beteiligung an dem Fonds für das 315 Mrd. Euro schwere EU-Investitionspaket von der Ausgestaltung der Projekte abhängig. „Ob wir zusätzlich in dieses Modell etwas investieren, hängt davon ab, was damit geschieht. Wir Österreicher zum Beispiel wollen nicht, dass damit Kernkraftwerke finanziert werden“, sagte er in Brüssel.

Zugleich warnte der Bundeskanzler vor zu großen Erwartungen im Zusammenhang mit dem EU-Investitionsplan. „Man kann natürlich die Arbeitslosigkeit nicht mit einem Paket beseitigen.“ Wesentlich mehr Maßnahmen wären dafür notwendig. Die Förderung von Investitionen, Ausbildung, Forschung und Entwicklung seien wichtig.

Mitterlehner pocht auf Forschungsschwerpunkt

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sprach sich für eine möglichst rasche Umsetzung des geplanten EU-Investitionspaketes aus. „Das Programm muss unter Einbindung der Mitgliedsstaaten möglichst rasch und unbürokratisch zum Leben erweckt werden.“ Zudem fordert Mitterlehner gemeinsam mit sechs anderen EU-Ländern eine deutlich stärkere Forschungsförderung im Rahmen des Wachstumsplans. „Investitionen in Forschungsprojekte sollten einen Schwerpunkt bilden.“

Gipfel endet früher

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union beenden ihr letztes Gipfeltreffen in diesem Jahr einen Tag früher als geplant. Das kündigte Tusk nach den ersten Beratungen an. Nach einem Arbeitsessen sollte das Treffen noch in der Nacht enden. Ursprünglich war für Freitag noch eine zweieinhalbstündige Sitzung vorgesehen.

USA: Kurden erobern im Irak großes Gebiet von IS zurück

Kurdischen Kämpfern im Irak ist offenbar die Rückeroberung eines großen Gebiets an der Grenze zu Syrien gelungen. Sie hätten der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Kontrolle über „rund hundert Quadratkilometer Terrain“ abgenommen, wie Pentagon-Sprecher James Terry heute in Washington mitteilte. Zuvor habe die US-geführte Allianz mehr als 50 Luftangriffe gegen IS-Stellungen nahe des Sindschar-Gebirges im Nordwesten des Iraks geflogen.

Der IS eroberte im Sommer in einer Blitzoffensive Teile des Westiraks bis nahe an die Hauptstadt Bagdad sowie Gebiete im Norden und Nordosten Syriens. Auf dem grenzübergreifenden Gebiet errichteten die Extremisten ein „Kalifat“, einen islamistischen Gottesstaat, und verüben Gräueltaten an Minderheiten und Andersgläubigen. Eine von den USA geführte internationale Militärkoalition geht in beiden Ländern mit Luftangriffen gegen die IS-Kämpfer vor.

Wende laut US-General frühestens in drei Jahren

Die USA rechnen in frühestens drei Jahren mit einer Wende im Kampf gegen den IS im Irak und in Syrien. Terry rief zur Geduld auf. Drei Jahre seien das Minimum, sagte er vor Journalisten im Pentagon. Die Luftangriffe der USA gegen die Islamisten hätten erst vor vier Monaten begonnen.

Dempsey: USA haben ranghohe Führer getötet

Die USA und ihre Verbündeten haben bei Luftangriffen in den vergangenen Wochen drei ranghohe IS-Führer getötet. Das erklärte Generalstabschef Martin Dempsey in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“.

Damit sollten weitere Angriffe des IS erschwert werden. „Es stört ihre Planung und ihre Befehlstaktik“, sagte Dempsey der Zeitung. „Das sind hochwertige Ziele, ranghohe Führung.“ Weitere Details zur Identität der Getöteten machte der US-Generalstabschef nicht.

Deutschland bleibt mit bis zu 850 Soldaten in Afghanistan

Auch nach dem Ende seines 13-jährigen Kampfeinsatzes in Afghanistan bleibt Deutschland mit bis zu 850 Soldaten in dem Krisenland. Der Bundestag beschloss heute mit 79,8 Prozent der abgegebenen Stimmen die deutsche Beteiligung an der neuen Ausbildungsmission „Resolute Support“ (Entschlossene Unterstützung).

Zeitweilig bis zu 5.000 deutsche Soldaten stationiert

Zum Jahreswechsel ersetzt sie den NATO-Kampfeinsatz ISAF, an dem sich zeitweise mehr als 5.000 deutsche Soldaten beteiligt hatten. An dem neuen Einsatz werden insgesamt etwa 12.000 Soldaten aus 40 Ländern teilnehmen, der überwiegende Teil - nämlich bis zu 10.800 - aus den USA. Das Mandat der Deutschen ist auf ein Jahr begrenzt, der Einsatz soll aber mindestens zwei Jahre dauern.

„Es ist kein Kampfeinsatz mehr“, betonte die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Gefährlich bleibt es für die Deutschen trotzdem. Ihre Hauptaufgabe wird zwar die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Streitkräfte sein. Sie sollen aber auch für die Sicherung, den Schutz und die Evakuierung militärischer und ziviler Kräfte eingesetzt werden können. Der Linken-Politiker Jan van Aken nannte von der Leyens Aussage daher eine Lüge. Seine Fraktion lehnte den Einsatz ebenso ab wie die Mehrheit der Grünen-Abgeordneten.

Obama schließt Besuch Castros im Weißen Haus nicht aus

Ein Besuch des kubanischen Präsidenten Raul Castro im Weißen Haus ist aus Sicht der US-Regierung „nicht ausgeschlossen“. Präsident Barack Obamas Sprecher Josh Earnest stellte eine Einladung Castros nach Washington heute als denkbar dar. Er wisse aber nicht, „ob Herr Castro den Wunsch angedeutet hat, in die Vereinigten Staaten zu reisen und das Weiße Haus zu besuchen“.

Der republikanische Abgeordnete aus Florida, Mario Diaz-Balart, reagierte empört und fragte via Twitter: „Wer kommt als Nächstes?“ Er brachte den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und die Anführer der Terrorgruppe Boko Haram und der radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas ins Spiel.

Obamas Überraschungscoup

Mit der historischen Wende in der Kuba-Politik der USA ist Obama ein politischer Coup geglückt. Wenige Tage, bevor Obama durch einen ab Jänner mehrheitlich republikanischen Senat technisch zur „lahmen Ente“ wird, hat er seinen Demokraten möglicherweise eine wichtige Hilfestellung für den nächsten Präsidentschaftswahlkampf gegeben. Die prominenteste mögliche Kandidatin, Hillary Clinton, sprang nur wenige Stunden nach den gleichzeitig erfolgten Statements von Obama und Kubas Staatschef Raul Castro auf den Zug auf.

Mehr dazu in Kuba und der „Battleground“ Florida

EU-Gipfel will Handelsabkommen TTIP 2015 abschließen

Der EU-Gipfel in Brüssel will die Verhandlungen über das umstrittene transatlantische Investitions- und Handelsabkommen (TTIP) mit den USA noch im nächsten Jahr abschließen. „Die EU und die USA sollten alle Anstrengungen machen, um die Verhandlungen über ein gegenseitig nutzbringendes TTIP bis Ende 2015 abzuschließen“, heißt es in dem aktuellen Gipfelentwurf.

Außerdem sieht der EU-Gipfel nach der jüngsten „Lux-Leaks“-Affäre um Steuervergünstigungen für Großunternehmen in Luxemburg „einen dringenden Bedarf, die Bemühungen im Kampf gegen Steuervermeidung und aggressive Steuerplanung voranzubringen, sowohl weltweit als auch auf EU-Ebene“.

Im Sinne der Transparenz erwartet der EU-Gipfel den EU-Kommissionsvorschlag für einen automatischen EU-Informationsaustausch über „Tax Rulings“ der nationalen Steuerbehörden. Der Gipfel will im Juni 2015 erneut darauf zurückkommen und darüber diskutieren, „wie man Fortschritte in all diesen Fragen machen kann“.

Dutzende Tote nach Doppelanschlag im Jemen

Bei einem Doppelanschlag auf die schiitische Huthi-Miliz sind im Jemen Dutzende Menschen getötet oder verletzt worden. Zwei Autobomben seien heute in der Hafenstadt Hodeida explodiert, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte.

Der erste Sprengsatz sei nahe dem Hauptquartier der auch Ansarullah genannten Rebellenbewegung gezündet worden. Die zweite Bombe sei nahe einer Stellung der Huthis westlich der Universität detoniert. Genaue Opferzahlen lagen zunächst nicht vor.

Hochburgen eigentlich im Norden

Die schiitische Huthi-Miliz hat ihre Hochburgen im Norden des Landes, doch eroberte die Gruppe Ende September im Zuge einer Blitzoffensive die Hauptstadt Sanaa sowie mehrere weitere Städte, darunter Hodeida. Die Bewegung stößt bei ihrem Vormarsch im Westen und im Zentrum des Landes inzwischen aber vermehrt auf den Widerstand sunnitischer Stammesmilizen sowie der Extremistengruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP).

Der Ableger des internationalen Terrornetzwerks verübt immer wieder Anschläge auf die Schiiten. Erst am Dienstag war die Huthi-Miliz Ziel eines Anschlags in Rada in der Provinz Baida, bei dem 25 Menschen getötet wurden, darunter 15 Schüler. Die Huthi-Rebellen fordern im Namen der schiitischen Minderheit eine größere Beteiligung an der Macht, wollen die Zentralregierung aber nicht stürzen. Was die genauen Ziele der Bewegung sind, ist bis heute unklar.

Inland

Dschihadismus: Staatsanwälte fürchten um eigene Sicherheit

Nach den Festnahmen mehrerer mutmaßlicher Dschihadisten in Österreich machen sich die heimischen Staatsanwälte Sorgen um ihre Sicherheit. Laut „Kurier“ (Donnerstag-Ausgabe) fürchten die Behördenvertreter Angriffe als Racheakte. Sie forderten nun in diesem Zusammenhang Anonymität in der Öffentlichkeit.

Wie die Zeitung weiter berichtete, richtete die Vereinigung der Staatsanwälte bei einer Tagung am Montag eine diesbezügliche Bitte an ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter, die Namen der mit diesen Fällen befassten Staatsanwälte aus der Berichterstattung herauszuhalten.

Furcht vor Trittbrettfahrern

Man fürchte sich nicht vor islamistischen Organisationen, sondern mehr vor Trittbrettfahrern, zitierte der „Kurier“ den Vorsitzenden der Vereinigung, Gerhard Jarosch. Diese Einzelpersonen würden womöglich aufgestachelt, wenn bekanntwird, welcher Staatsanwalt einen Glaubensbruder angeklagt hat.

Jener Grazer Staatsanwalt, der Ende November 14 Terrorverdächtige festnehmen ließ, steht laut „Kurier“ unter strengem Polizeischutz. Er wurde nicht namentlich bekanntgemacht.

Hypo-Klage: Opposition will „Geld zurückholen“

Die Opposition hat heute ihre Verfassungsklage gegen das Hypo-Sondergesetz präsentiert. In seltener Einigkeit zeigten sich FPÖ, Grüne und NEOS davon überzeugt, dass es im Sinne des Steuerzahlers gelingen werde, Geld zurückzuholen, wie es der grüne Finanzsprecher Werner Kogler formulierte. Die Hypo-Abwicklungsgesellschaft Heta soll mit der Klage in die Insolvenz gezwungen werden.

Umfang und Angriffsrichtung der Klage seien breiter, „als es bei privaten Beschwerden sein kann“, so NEOS-Budgetsprecher Rainer Hable. Alleine aus der Frage der Gerechtigkeit sei das Gesetz anzufechten, so FPÖ-Finanzsprecher Elmar Podgorschek.

Mehr dazu in Heta soll in Insolvenz gezwungen werden

Wirtschaft

Irland zahlte neun Mrd. Euro IWF-Schulden vorzeitig zurück

Euro-Krisen-Musterschüler Irland arbeitet am Abbau seiner Schuldenlast: Das Land hat neun Milliarden Euro vorzeitig zurückgezahlt und ist damit rund 40 Prozent seiner Kredite beim Internationalen Währungsfonds (IWF) los. So entfielen im kommenden Jahr 150 Mio. Euro Zinsen, teilte Finanzminister Michael Noonan heute mit.

„Erholung ist in vollem Gange“

Über den gesamten Zeitraum des Darlehens sind es sogar 750 Millionen Euro. „Die Erholung der irischen Wirtschaft ist in vollem Gange“, sagte Noonan. Mit einer Defizitprognose von 2,7 Prozent würden die Ziele des Stabilitäts- und Wachstumspakts gut erfüllt.

Irland war im Herbst 2010 als erstes Land unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft und hatte Kreditzusagen in Höhe von 67,5 Mrd. Euro von der Europäischen Zentralbank, vom IWF und von EU-Ländern erhalten. Im Dezember 2013 verließ das Land den Rettungsschirm und konnte im Jänner erstmals wieder mit lang laufenden Staatsanleihen frisches Kapital von Investoren einsammeln. Der „Irish Times“ zufolge will die Regierung im Frühjahr 2015 noch einmal neun Milliarden Euro abzahlen.

Billiggeld der US-Notenbank beflügelt Wall Street erneut

An der Wall Street scheint die vor wenigen Tagen noch fast undenkbare Jahresendrally eingeläutet zu sein. Der Grund ist das weiterhin reichlich vorhandene Billiggeld der US-Notenbank. Für den Dow Jones Industrial ging es heute den zweiten Tag in Folge deutlich nach oben: Dieses Mal um 2,43 Prozent auf 17.778,15 Punkte. Bis zum Rekordhoch vom 5. Dezember fehlen nur noch etwas mehr als 200 Punkte.

Zwischenzeitlich war der US-Leitindex wegen Sorgen um eine schneller als gedachte Leitzinserhöhung in den USA und den jüngsten Finanzmarktturbulenzen in Russland um mehr als 900 Punkte abgesackt.

Der breit gefasste S&P 500 stieg um 2,40 Prozent auf 2.061,23 Punkte, und der technologielastige Auswahlindex NASDAQ 100 gewann 2,47 Prozent auf 4267,77 Punkte.

„Weihnachtsmann an globalen Aktienmärkten angekommen“

Zur Wochenmitte hatte die US-Notenbank Fed ihr Niedrigzinsversprechen bekräftigt. Man könne bei der Normalisierung der Geldpolitik „geduldig“ sein. „Eine Woche vor dem Heiligen Abend ist der Weihnachtsmann nun auch an den globalen Aktienmärkten angekommen“, sagte Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG. Hinzu kamen gute Konjunkturdaten aus den USA.

Managerstudie: Chefs vergessen auf beste Mitarbeiter

Ausgerechnet einer der großen Management-Consulter fährt in seiner jüngsten Analyse mit der eigenen Klientel Schlitten - österreichische und deutsche Manager vergessen bei ihren Mitarbeitern auf das Nächstliegende: die Stützen des Unternehmens zu bestätigen und zu fördern. Was ohnehin funktioniert, verlieren die Chefs offenbar aus dem Blickfeld.

Mit Zahlen aus Interviews mit Hunderten Führungskräften untermauert, argumentiert der Bericht, dass das ein Verlustgeschäft ist. Wer kann, geht so bald wie möglich und hinterlässt eine Lücke, deren tatsächliche Kosten den wenigsten Chefetagen bewusst sind, bis hin zum nächsten und übernächsten Abgang.

Mehr dazu in Aufruf zu „Schatzsuche“ in eigener Firma

Privatkonkurse gehen weiter zurück

Im heurigen Jahr schlitterten 5.420 Firmen in die Zahlungsunfähigkeit, über 3.267 wurden Insolvenzverfahren eröffnet, dem Rest blieb das aufgrund mangelnder Masse verwehrt. Damit sind die Zahlen gegenüber 2013 nahezu stabil geblieben. Über Privatpersonen und ehemalige Selbstständige wurden 8.451 Konkurse eröffnet, ein Rückgang von über sechs Prozent im Jahresvergleich.

Banken bei Kreditvergaben zurückhaltender

KSV1870-Experte Hans-Georg Kantner führt die positive Entwicklung bei den Privatpleiten unter anderem auf zurückhaltendere Kreditvergaben durch Banken zurück. Demnach habe sich die Zahl der vergebenen Kredite innerhalb von sechs Jahren um 5,5 Prozent reduziert. Der Weg zurück aus der Schuldenfalle ist besonders für gescheiterte Unternehmer hart: Sie haben im Schnitt über 300.000 Euro Schulden. Bei den „echten“ Privaten sind es immerhin noch 56.000 Euro.

Selbstüberschätzung als Hauptursache

Hauptgrund für die private Insolvenz sind in erster Linie Selbstüberschätzung und Konsumverhalten, knapp danach folgen aber schon Einkommensreduktionen, etwa durch Arbeitslosigkeit, sowie Lasten aus dem Familienbereich (Haftungen, Unterhalt, Pflege).

Bei den Firmenpleiten sollen heuer um 3,4 Mrd. Euro weniger an Außenständen anfallen als noch im Jahr zuvor. „Auch ca. 10.000 weniger von einer Insolvenz betroffene Arbeitsplätze stellen eine gewaltige Entlastung dar“, so Kantner.

Sport

Ski alpin: ÖSV-Abfahrer über Kritik verärgert

Die Kritik von Ex-Weltmeister Michael Walchhofer hat bei den ÖSV-Abfahrern für Ärger und Verwunderung gesorgt. In seiner Funktion als ÖSV-Vizepräsident reagierte Walchhofer auf die aktuelle Flaute in der Königsdisziplin. „Wenn das unser Anspruch sein soll, sind wir weit aus der Spur“, sagte der 39-Jährige unter anderem und riet den Fahrern, sich „wirklich selbst an der Nase zu nehmen“.

Die Reaktion der ÖSV-Athleten in Gröden folgte prompt. Routinier Klaus Kröll schüttelte den Kopf: „Entbehrlich.“ Auch Hannes Reichelt machte sich Luft: „Er hat meine Handynummer und kann mich jederzeit anrufen. Das wäre mir lieber, als wenn man über irgendwelche Zeitungen auf uns draufhaut.“

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Kanadier fand neue Elizabeth für seine gebuchte Weltreise

Nach der plötzlichen Trennung von seiner Freundin Elizabeth Gallagher hat der Kanadier Joran Axani eine neue Elizabeth Gallagher für eine lange geplante Weltreise gefunden. Das berichtete das kanadische Fernsehen heute.

Anfang November hatte sich der 28-Jährige via Internet auf die Suche nach Ersatz für seine Verflossene gemacht. Allerdings nicht, um eine neue Romanze zu starten, sondern um die längst gebuchte Reise noch antreten zu können. Denn die Tickets auf den Namen seiner Ex waren längst ausgestellt.

18 mögliche Kandidatinnen

Mit dem Titel „Heißt Du Elizabeth Gallagher?“ hatte Axani im Sozialen Netzwerk Reddit gesucht. Tatsächlich konnte er schließlich aus 18 Kanadierinnen mit diesem Namen auswählen. Jede von ihnen musste lange Fragebögen ausfüllen. Seine Wahl fiel schließlich auf eine 23-jährige angehende Sozialarbeiterin. Am 21. Dezember steigen die beiden dann in New York ins Flugzeug, die Reise führt über Mailand, Prag, Paris, Bangkok und Neu-Delhi.

Bisher haben sich die Reisegefährten nur über Videotelefonie kennengelernt. Die neue Elizabeth ist indes zuversichtlich. „Wir werden bestimmt viel Spaß haben“, sagte sie dem Sender CTV. Dass die beiden auf der langen Reise auch einen starken Gefallen aneinander finden, ist jedenfalls von Elizabeths Seite nicht vorgesehen. Die Studentin ist schon liiert, und ihre Beziehung sei „stabil“, sagte sie in dem Interview.

Science

Kultur

Gesundheit

Pharmariese Roche kauft Wiener Biotechfirma

Der Schweizer Pharmakonzern Roche übernimmt die Wiener Biotechnologiefirma Dutalys und legt dafür bis zu eine halbe Milliarde Dollar auf den Tisch. 133,75 Mio. Dollar (107,5 Mio. Euro) sind sofort fällig. Weitere 355 Mio. Dollar sollen fließen, wenn gewisse Fortschritte bei der Entwicklung der Antikörper erreicht sind, teilte Roche heute Abend mit.

Die Dutalys GmbH wurde 2010 gegründet und wird unter anderem von der staatlichen Förderbank Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH unterstützt. Dutalys erforscht und entwickelt mit neuartigen Technologien menschliche Antikörper, die später einmal in unterschiedlichen Therapiegebieten eingesetzt werden können.

„Die von Dutalys entwickelte Plattform ist eine bahnbrechende Technologie. Wir freuen uns darüber, diese bei Roche integrieren zu können“, erklärte Roche-Forschungschef John Reed in der Aussendung. „Wir können dadurch bispezifische Antikörper bereitstellen, die die potenzielle Grundlage für neue Medikamente sind.“

IT

Sicherheitslücke in UMTS-Netz entdeckt

Das als abhörsicherer geltende UMTS-Netz hat einem Medienbericht zufolge weltweit gravierende Sicherheitslücken, die Unbefugten das Mitlesen von Daten ermöglichen. Internetsicherheitsexperten hätten das demonstriert, berichteten der WDR und die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitag-Ausgabe).

Binnen Minuten geknackt

Den IT-Experten ist es demnach gelungen, die Verschlüsselung im UMTS-Netz binnen Minuten zu umgehen und SMS zum Beispiel aus dem Netz der Deutschen Telekom abzufangen und auszulesen. „Die gleichen Sicherheitslücken bestehen aber auch bei anderen Telekommunikationsunternehmen und ermöglichen ebenso das Ausspähen des Mailverkehrs und das Mithören von Telefonaten“, schreibt die Zeitung. Besonders brisant sei das auch, weil Experten Bankkunden immer wieder dazu raten, ihren Zahlungsverkehr über das angeblich sichere UMTS-Netz abzuwickeln.

SMS mit nur wenig Verzögerung mitzulesen

Die IT-Experten demonstrierten demnach, wie sie SMS von Abgeordneten vor dem Bundestag nur mit kurzer Verzögerung auf ihren Laptops lesen konnten. Sie nutzen dafür eine Sicherheitslücke im SS7-Protokoll. Um die Kurznachrichten zu lesen, reichte es demnach, dass sich die Experten als ausländische Vermittlungsstelle ausgaben.

Telekom: Lücke geschlossen, Grundproblem bleibt

Ein Sprecher der Deutschen Telekom räumte das Problem ein, wie die Zeitung weiter schrieb. Es handle sich um ein weltweites Branchenproblem. Die jetzt entdeckte Sicherheitslücke sei geschlossen, das Grundproblem werde aber bleiben. Eine dauerhafte Lösung könne nur die gesamte Industrie finden. Maßnahmen einzelner Netzbetreiber könnten nur ein Pflaster sein.

Leute

Elton John will an diesem Wochenende heiraten

Der Musiker Elton John (67) und sein langjähriger Lebenspartner David Furnish (52) wollen an diesem Wochenende heiraten. Die Hochzeit des Paares, das bereits seit 2005 in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, werde im engsten Kreis stattfinden, berichteten zahlreiche US-Medien unter Berufung auf einen Sprecher von John. Weitere Details wurden nicht bekannt.

Zuvor hatten sowohl John als auch sein Partner immer wieder angekündigt, demnächst heiraten zu wollen, nachdem ein neues Gesetz dies in Großbritannien Anfang des Jahres möglich gemacht hatte.

Das Paar, das seit rund 20 Jahren zusammen ist, hat zwei kleine Söhne, die von einer Leihmutter zur Welt gebracht wurden. Elton John war bereits einmal verheiratet. 1984 hatte er die Münchnerin Renate Blauel geehelicht. Die Scheidung folgte vier Jahre später.