Ausland

NATO beendet mit Zeremonie Kampfeinsatz in Afghanistan

Mit einer feierlichen Zeremonie hat die NATO nach 13 Jahren ihren Kampfeinsatz in Afghanistan beendet. Im Hauptquartier in Kabul wurde die Flagge der internationalen Schutztruppe ISAF eingeholt und die für den neuen Ausbildungseinsatz „Resolute Support“ gehisst.

„Der heutige Tag markiert das Ende einer Ära - und den Beginn einer neuen“, sagte ISAF-Kommandeur John Campbell in einer Rede vor Soldaten. Formell erfolgt der Wechsel auf die kleinere Nachfolgemission zur Ausbildung und Beratung afghanischer Sicherheitskräfte zum Jahreswechsel. An „Resolute Support“ sollen sich etwa 12.500 Soldaten aus 40 Staaten beteiligen.

Taliban wollen NATO-Truppen weiter bekämpfen

Auch nach dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes wollen die radikalislamischen Taliban die ausländischen Truppen weiter angreifen. „Ich versichere unserem Volk, dass seine Mudschaheddin weiter gegen die Eindringlinge kämpfen werden, auch wenn nur noch einer von ihnen in unserem Land ist“, erklärte Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid.

Die internationale Schutztruppe ISAF habe ihr Ziel verfehlt, Afghanistan „zu einer weiteren US-Kolonie zu machen und von hier aus Zentralasien zu bedrohen“, erklärte der Taliban-Sprecher. „Sie kehren nach 13 Jahren ohne Ergebnis zurück.“

NATO-Angriffe folgten zweifelhafter Liste

Ein neuer Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ bietet unterdessen einen Einblick in die Willkür, mit der der Kampf der NATO gegen die Taliban offenbar geführt wurde. Angaben einer NGO zufolge sei der Kampf gegen den Terror und der Kampf gegen Drogen „faktisch verschmolzen“ worden.

Auch ist die Rede von einer „Todesliste“, auf der Hunderte mutmaßliche Taliban erfasst waren. Die folgenden Tötungen basierten auf „willkürlich anmutenden Grundlagen“.

Mehr dazu in „Willkürlich anmutende Grundlagen“

Rege Beteiligung an kroatischer Präsidentenwahl

Die Präsidentenwahl beim jüngsten EU-Mitglied Kroatien hat heute mit reger Beteiligung begonnen. Trotz des widrigen Winterwetters hätten bis zum frühen Mittag 13,2 Prozent der 3,8 Millionen Wähler ihre Stimme abgegeben, teilte die staatliche Wahlkommission in Zagreb mit. Damit lag die Beteiligung um 2,5 Prozentpunkte höher als vor fünf Jahren.

Es sind die sechsten Präsidentschaftswahlen nach der Unabhängigkeit Kroatiens. Amtsinhaber und Favorit Ivo Josipovic sieht sich bei der Wahl drei Herausforderern gegenüber: Kolinda Grabar Kitarovic von der Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ), Ivan Sincic sowie Milan Kujundzic. Dem Wahlgang ging eine 18-tägige, laut Analysten inhaltsleere Kampagne voraus.

Wird keiner der Kandidaten im ersten Durchgang mit einer Mehrheit von 50 Prozent plus einer Stimme gewählt, stellen sich die zwei stimmenstärksten Kandidaten am 11. Jänner 2015 einer Stichwahl. Laut Umfragen werden es Josipovic und Grabar Kitarovic in die zweite Runde schaffen.

Hamas verbietet Kindern aus Gaza Reise nach Israel

Die radikale Palästinenserorganisation Hamas hat 37 Waisenkindern aus dem Gazastreifen eine geplante Erholungsreise nach Israel verboten. Das Innenministerium in dem von der Hamas kontrollierten Küstengebiet gab heute zur Begründung an, dass die Kinder israelische Siedlungen und „besetzte Städte“ besuchen sollten. Die Kinder müssten „vor der Normalisierungspolitik der Besatzungsmacht geschützt werden“, hieß es.

Reise gemeinsam mit israelischen Arabern organisiert

Die 37 Kinder waren während des Gazakrieges im Sommer zu Waisen geworden. Ihre geplante einwöchige Erholungsreise war von der linksgerichteten israelischen Kibbuz-Bewegung gemeinsam mit Vertretern der arabischen Minderheit in Israel organisiert worden.

Den zwölf bis 15 Jahre alten Kindern „sollte ermöglicht werden, sich zu erholen und gleichaltrige israelische Kinder kennenzulernen“, sagte Joel Marschak von der Kibbuz-Bewegung der Nachrichtenagentur AFP. Der israelische Inlandsgeheimdienst habe „für die Einreise der Kinder und der fünf erwachsenen Betreuer grünes Licht gegeben“, sagte Marschak.

Palästinenische Ministerdelgation reist nach Gaza

Unterdessen gab die palästinensische Einheitsregierung bekannt, dass ein Teil des Kabinetts in der kommenden Woche in den Gazastreifen reisen werde. Wie Arbeitsminister Mamun Abu Schahla ankündigte, werden mehrere Minister von Ramallah im Westjordanland nach Gaza reisen. Sie sollten von dort aus ganz normal „ihre Arbeit verrichten“. Es ist dies erst das zweite Mal seit der Bildung einer palästinensischen Einheitsregierung vor sieben Monaten.

Im Frühjahr hatten sich die säkulare Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und die radikalislamische Hamas, die den Gaza-Streifen konrtolliert, auf die Anerkennung einer aus parteilosen Fachleuten gebildeten Regierung geeinigt. Seit ihrem Amtsantritt Anfang Juni hatte das Kabinett nur einmal in Gaza getagt. Ein zweiter Besuch von Ministerpräsident Rami Hamdallah wurde nach einer Serie von Anschlägen auf Fatah-Gebäude Anfang November abgesagt.

Poroschenko informierte Merkel über Gefangenenaustausch

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Freilassung von 150 Soldaten durch die prorussischen Separatisten in der Ostukraine informiert. Er setze sich für weitere Freilassungen ein, sagte Poroschenko in einem Telefonat gestern Abend, wie das Präsidialamt in Kiew mitteilte.

Die ukrainische Führung und die Aufständischen hatten sich am Mittwoch auf einen Gefangenenaustausch geeinigt. Zunächst kamen insgesamt mehr als 370 Menschen frei. Für eine friedliche Lösung des blutigen Konflikts müssten die Grenzen kontrolliert und Kämpfer zurückgezogen werden, forderten Poroschenko und Merkel.

Nächster Appell an Moskau

Merkel rief Moskau zu mehr Anstrengungen zur Überwindung der Ukraine-Krise auf. Eine Stabilisierung könne nur gelingen, wenn die im September vereinbarte Waffenstillstandslinie von den ukrainischen Truppen und den prorussischen Separatisten „endlich umgesetzt“ werde, sagte sie nach Angaben einer Regierungssprecherin in dem Telefonat mit Poroschenko. Merkel habe an die russische Regierung appelliert, „zu diesem Zweck ihren Einfluss auf die Separatisten geltend zu machen“.

Ein neuer Anlauf zu einer umfassenden Friedensvereinbarung zwischen Kiew und den Separatisten in den ostukrainischen Regionen Lugansk und Donezk war in der vergangenen Woche gescheitert. Beide Seiten einigten sich am Mittwoch zwar auf einen umfassenden Gefangenenaustausch, die für Freitag geplante Fortsetzung der Gespräche wurde aber abgesagt. Gestritten wird insbesondere um die Einrichtung einer Pufferzone sowie um die Wiederaufnahme der Zahlung von Sozialleistungen an die Menschen in den Rebellenhochburgen, die Kiew vor einigen Wochen eingestellt hatte.

Der Gefangenenaustausch ist zudem kein Indiz für eine Entspannung der Lage, im Gegenteil: Laut der ukrainischen Regierung verstärken die Separatisten ihre Angriffe wieder.

Mehr dazu in „Bin glücklich, dass ich nach Hause kann“

Kurden drängen IS in Kobane weiter zurück

Nach der Niederlage in der Sindschar-Region im Nordirak verliert die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auch in der syrischen Grenzstadt Kobane weiter an Boden. Wie die oppositionsnahen syrischen Menschenrechtsbeobachter heute mitteilten, drängten kurdische Kämpfer die Dschihadisten aus Stadtteilen im Südosten ab.

Idris Nassan, ein Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in Kobane, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die kurdischen Milizen bereits in den vergangenen Tagen deutliche Fortschritte in der Ortschaft an der Grenze zur Türkei erzielt hätten.

USA sehen IS in finanziellen Schwierigkeiten

Die USA sehen die Extremisten als Folge der wochenlangen Luftangriffe der Anti-IS-Koalition in finanziellen Schwierigkeiten. „Unsere Militäroffensive hat dazu geführt, dass die Einnahmen der Gruppe aus dem Ölgeschäft deutlich zurückgegangen sind“, sagte der Sonderbeauftragte von US-Präsident Barack Obama zur Koordinierung der internationalen Koalition gegen den IS, John Allen, im „Spiegel“-Interview. „Derzeit fällt es (dem IS) erkennbar schwerer, die Gehälter zu zahlen.“

Dschihadisten und Kurden liefern sich seit September heftige Kämpfe um die Stadt, die an einer wichtigen Versorgungsroute liegt. Die US-geführte Anti-Terror-Koalition fliegt dort auch Luftschläge gegen die islamischen Extremisten. Im Irak hat der IS jüngst seine bisher schwerste Niederlage erlitten. Kurdische Einheiten durchbrachen einen Belagerungsring der Terrormiliz um das Sindschar-Gebirge.

Südkoreas AKW-Betreiber meldet weitere Hackerangriffe

Südkoreas AKW-Betreiber steht nach eigenen Angaben weiter im Visier von Computerhackern. Die Cyberattacken hielten an, beeinträchtigten aber nicht die Sicherheit der Reaktoren, erklärte Korea Hydro & Nuclear Power heute. Die Angriffe hätten sich nicht gegen kritische Bereiche der Betreiber-Zentrale gerichtet. Die Bemühungen zum Schutz vor Cyberangriffen seien weiter verstärkt worden.

Bereits vor wenigen Tagen hatte der AKW-Betreiber erklärt, Ziel eines Hackerangriffs geworden zu sein. Dabei seien keine kritischen Daten gestohlen worden. Unklar war, wer hinter der Attacke steckte. Zuletzt hatte die Regierung in Seoul Nordkorea hinter mehreren ähnlichen Angriffen vermutet. Zudem haben die USA Nordkorea eines Datendiebstahls bei Sony beschuldigt, was die Führung in Pjöngjang zurückweist.

„Geheimdienstchef“ der Al-Schabab-Miliz stellt sich

Im Kampf gegen die Al-Schabab-Miliz hat die Regierung in Somalia einen Erfolg verkündet: Einer der wichtigsten Anführer der islamistische Rebellenbewegung, Zakariya Ismail Ahmed Hersi, habe sich in der Grenzregion zu Kenia und Äthiopien den Behörden gestellt, teilte ein Militärsprecher gestern in der Hauptstadt Mogadischu mit. Als Grund für den Schritt wurden blutig ausgetragene Machtkämpfe innerhalb der Al-Schabab-Miliz vermutet.

Kopfgeld von USA ausgesetzt

Auf Zakariya Ahmed war von den USA ein Kopfgeld von drei Millionen Dollar (2,5 Millionen Euro) ausgesetzt. Er galt als „Geheimdienstchef“ der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Gruppe, die für die Errichtung eines islamischen Staates kämpft. Zakariya Ahmed habe sich in der Region Gedo im Grenzgebiet zu Kenia und Äthiopien gestellt, teilte die Regierung mit. Er habe vormals eng mit dem Al-Schabab-Kommandeur Ahmed Abdi Godane zusammengearbeitet, der im September bei einem US-Luftangriff getötet wurde.

Wie aus Geheimdienstkreisen zu erfahren war, gab es in der Al-Schabab-Miliz zuletzt eine Reihe interner Spaltungen und blutige Machtkämpfe, bei denen mehrere Kommandeure getötet wurden. Godane beseitigte demnach mehrere Rivalen, bevor er selber getötet wurde. Auch sein Nachfolger Ahmed Umar Abu Ubaidah soll mit harter Hand gegen Rivalen oder Abweichler vorgehen. Es war nicht klar, ob Zakariya Ahmed in letzter Zeit noch eine führende Rolle in der Rebellenbewegung hatte.

Inland

Griss schließt Präsidentschaftskandidatur nicht völlig aus

Die Chefin der Untersuchungskommission zur Hypo Alpe-Adria, Irmgard Griss, schließt eine Kandidatur bei der Bundespräsidentenwahl 2016 nicht völlig aus. Sie würde „darüber nachdenken“, wenn sich SPÖ und ÖVP auf sie als unabhängige Kandidatin einigen würden, sagte Griss im Interview mit der „Kronen Zeitung“ (Sonntag-Ausgabe).

Aus ihrer Sicht ist es „außerhalb jeder Wahrscheinlichkeit“, dass sie die erste Bundespräsidentin Österreichs wird. Eine Einigung der beiden Regierungsparteien auf eine unabhängige Kandidatin käme, meinte die frühere OGH-Präsidentin, dem „achten Weltwunder“ gleich.

Noch nie gemeinsamer SPÖ-ÖVP-Kandidat

Tatsächlich hat es in der Zweiten Republik noch keinen gemeinsamen Vorschlag der beiden Regierungsparteien für die Bundespräsidentenwahl gegeben. Die ÖVP hat allerdings zweimal und die SPÖ einmal darauf verzichtet, einen Bewerber zu nominieren, als es um die Wiederwahl des ursprünglich von der anderen Partei ins Rennen geschickten Bundespräsidenten ging.

So trat gegen den aktuellen Amtsinhaber Heinz Fischer 2010 kein ÖVP-Kandidat an und 1998 gegen Thomas Klestil kein SPÖ-Kandidat - wobei sowohl Fischer als auch Klestil ihre zweite Wahl als „unabhängig“ bestritten. Tatsächlich parteiunabhängig war Rudolf Kirchschläger. Nominiert wurde er jedoch von der SPÖ - und bei seiner Wiederwahl 1980 stellte die ÖVP ebenfalls keinen Bewerber auf.

Fischer warnt vor zu viel Druck auf Moskau

Bundespräsident Heinz Fischer warnt vor einer Verschärfung der Sanktionspolitik gegen Russland in der Ukraine-Krise. Es wäre „unklug und schädlich“ zu glauben, man könne Moskau auf diese Art so schwächen und unter Druck setzen, „um so alle eigenen politischen Zielsetzungen durchzusetzen“, sagte Fischer in einem APA-Jahresbilanz-Interview. Auch die EU habe in der Krise Fehler gemacht.

„Wurzeln des Dschihadismus“ bekämpfen

Fischer sprach sich im Interview für eine Anerkennung des Staates Palästina durch Österreich „zu einem geeigneten Zeitpunkt“ aus. Im Kampf gegen den Dschihadismus setzt der Bundespräsident darauf, „die Wurzeln zu bekämpfen“, indem jungen Menschen „Zukunftsperspektiven“ eröffnet werden. Österreich gehöre nicht zu den „Hauptzielscheiben“ des Dschihadismus, so Fischer, der sich trotz des „heftigen Betriebsunfalls“ um das Interview von Ex-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner hinter das umstrittene König-Abdullah-Zentrum stellt.

Zuversichtlich zeigte sich Fischer, was eine Einigung im Atomstreit mit dem Iran betrifft. Angesichts der großen Annäherung bei den jüngsten Verhandlungen wäre es „von beiden Seiten unverantwortlich, das gemeinsame Ziel einer ausschließlich friedlichen Nutzung der Kernenergie im Iran im letzten Augenblick doch noch scheitern zu lassen“.

„Krise hätte Österreich ohne EU schlimmer durchgebeutelt“

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hätte Österreich weit mehr „durchgebeutelt“, wäre das Land nicht Mitglied der Europäischen Union gewesen, so Fischer. Einen Zerfall der EU befürchtet Fischer trotz Differenzen - etwa mit Großbritannien - nicht.

Die „enge solidarische europäische Zusammenarbeit“ in der EU sei etwas „Neues und Positives in der Geschichte“, argumentierte das Staatsoberhaupt: „Alles, was an Kinderkrankheiten oder auch an Unzukömmlichkeiten existiert, ist ein Anlass für das Bemühen, es besser zu machen. Aber es ist kein Anlass zu sagen, wir schrauben das Rad der Geschichte um 50 oder 60 Jahre zurück.“

Pröll übernimmt Vorsitz in Landeshauptleutekonferenz

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) übernimmt mit dem Jahreswechsel von Kärntens Peter Kaiser (SPÖ) den Vorsitz in der Landeshauptleutekonferenz. Die offizielle Übergabe findet am 9. Jänner im Palais NÖ in Wien statt, war aus dem Landhaus in St. Pölten zu erfahren. Wann und wo die Landeshauptleute ihr halbjährliches Zusammentreffen abhalten werden, sei „in Festlegung“.

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Sport

Rückblick: Erinnerung an prägende Momente

Obwohl schon zwei Jahrzehnte her, kommt es manchmal so vor, als wäre es erst gestern passiert. Vor 20 Jahren kam es beim Grand Prix von San Marino in Imola zum Desaster. Am 30. April verunglückte der Österreicher Roland Ratzenberger im Qualifying tödlich, tags darauf am 1. Mai kam Formel-1-Legende Ayrton Senna im Rennen ums Leben.

Auch die Tragödie im Hillsborough-Stadion, bei der 96 Menschen ums Leben kamen, jährte sich zum 25. Mal. Bereits 40 Jahre ist es her, dass Muhammad Ali Boxgeschichte schrieb und im damaligen Zaire einen seiner größten Siege errang.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Grüne Energien erstmals wichtigste deutsche Stromquelle

Grüne Energien waren laut einem Medienbericht im zu Ende gehenden Jahr erstmals die wichtigste Elektrizitätsquelle in Deutschland.

25,8 Prozent des Stroms produzierten Wasserkraft, Windräder, Photovoltaik- und Biogasanlagen, berichtet das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf eine Statistik des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft.

Demnach kamen die erneuerbaren Energien in den vergangenen zwölf Monaten auf eine Produktion von 157,4 Milliarden Kilowattstunden.

Braunkohle gewinnt wieder an Bedeutung

Dem Bericht zufolge sank der Anteil der Atomkraft und Steinkohle an der Stromproduktion weiter. Dafür gewann die Braunkohle an Bedeutung und rangierte mit 25,6 Prozent Produktionsanteil an der deutschen Elektrizität nur knapp hinter den erneuerbaren Energien.

Dem Bericht zufolge sind ein Grund dafür die niedrigen Preise für CO2-Zertifikate. Dadurch könnten Braunkohlekraftwerke, die wegen der hohen Verschmutzung besonders viele CO2-Zertifikate benötigen, ihren Strom relativ billig produzieren. Bei den vergleichsweise teuren Gaskraftwerken nahm der Anteil an der Produktion ab, sie produzierten noch 9,6 Prozent des deutschen Stroms.

Arbeiterstreik: Erneuter Baustopp am Panamakanal

Der Ausbau des Panamakanal ist erneut ins Stocken geraten. Rund 1.000 Arbeiter auf der Baustelle an der Zufahrt vom Pazifik traten gestern in einen Streik. Sie fordern die Wiedereinstellung eines Kollegen, der nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit einem spanischen Vorarbeiter entlassen worden war. Das Arbeitsministerium rief die Gewerkschaft und die Baufirmen auf, den Streit beizulegen.

Der Panamakanal wird derzeit für größere Schiffe der „Postpanamax“-Klasse ausgebaut. Wegen eines Streits um höhere Kosten und Streiks hatten sich die Bauarbeiten Anfang des Jahres bereits mehrfach verzögert. Der Ausbau soll 2016 abgeschlossen werden.

Chronik

Tote nach Tankerkollision vor Ravenna

Eine Tankerkollision vor dem Hafen der norditalienischen Adria-Stadt Ravenna hat heute mindestens zwei Menschenleben gefordert. Vier Personen werden nach dem Untergang eines der Schiffe noch vermisst.

Die Leichen zweier Besatzungsmitglieder wurden von Rettungsteams geborgen. Die beiden Männer starben an Unterkühlung, berichteten die Rettungsteams. Weitere fünf Personen konnten sich an Bord eines kleinen Bootes retten.

Wetter erschwert Suche

Die elf Männer befanden sich an Bord eines türkischen Tankers, der bei der Kollision mit einem Handelsschiff unter der Flagge von Belize gesunken ist. Das zweite Schiff blieb ohne größere Schäden.

Eine großangelegte Suchaktion war am Nachmittag zur Rettung der Vermissten im Gange. Sie wurde jedoch von starkem Nebel erschwert. Zunächst war von sieben geretteten Personen und vier Vermissten die Rede gewesen.

Unfall vor Hafeneinfahrt

Die Kollision zwischen den beiden Schiffen ereignete sich heute gegen 9.30 Uhr eine Seemeile vor der Einfahrt des Hafens. „Ein Tanker, der gerade aus dem Hafen ausgefahren war, ist gegen ein weiteres Frachtschiff gestoßen, das einfahren wollte“, berichtete der Bürgermeister von Ravenna, Fabrizio Matteucci.

Das gesunkene Schiff „Gokbel“ war von Ravenna in Richtung der süditalienischen Hafenstadt Brindisi aufgebrochen. Das zweite Schiff war von Tripolis nach Ravenna unterwegs. Zu dem Unglück dürfte es wegen der schlechten Wetterlage und des dichten Nebels gekommen sein, berichteten italienische Medien. Ein Schiff sei ohne Fracht gefahren, das andere habe Düngemittel geladen. Zu möglichen Umweltschäden gab es keine Angaben.

Dutzende Tote nach Unwettern in Asien

Bei Unwettern in mehreren asiatischen Ländern sind bisher mindestens 45 Menschen ums Leben gekommen. Seit Tagen anhaltender Starkregen hat in den betroffenen Gebieten zu schweren Überschwemmungen geführt.

Eine Million Menschen in Sri Lanka auf der Flucht

Allein in Sri Lanka starben nach offiziellen Angaben bis Sonntag 24 Menschen durch Hochwasser und Erdrutsche. In dem Land sind inzwischen eine Million Menschen auf der Flucht vor den Fluten. Mehr als 100.000 von ihnen kamen nach Angaben des Katastrophenschutzzentrums in staatlichen Evakuierungszentren unter.

Im zentralen Distrikt Badulla etwa 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Colombo gingen mehrere Erdrutsche ab und begruben Häuser unter sich. Besserung sei nicht in Sicht, hieß es. Die Behörden meldeten weiter steigende Pegelstände und warnten vor erneuten Erdrutschen.

Situation im Osten Malaysias verschärft sich

In Malaysia verschlechterte sich die Lage in den stark betroffenen ländlichen Küstenregionen im Osten des Landes. In den westlich gelegenen Gebieten habe sich die Situation dagegen normalisiert, die Anrainer seien in ihre Häuser zurückgekehrt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Bernama.

Insgesamt waren mehr als 160.000 Malaysier vor den Überschwemmungen geflohen. Mindestens acht Menschen kamen ums Leben. Örtliche Zeitungen veröffentlichten Bilder von Dörfern, die in schlammbraunem Wasser versanken - nur die Dächer waren noch sichtbar.

„Katastrophenzonen“ in Thailand

Auch im Süden Thailands kämpften die Menschen mit ungewöhnlich starkem Regen. Mindestens 13 Menschen starben in den Fluten. Die thailändische Regierung habe die betroffenen Regionen zu Katastrophenzonen erklärt, berichtete das „Wall Street Journal“.

Erneut Panne in ukrainischem Atomkraftwerk

Im größten Atomkraftwerk der Ukraine ist zum zweiten Mal innerhalb eines Monats ein Reaktor nach einer Panne abgeschaltet worden. Wie das Kraftwerk Saporoschje im Südosten des Landes auf seiner Website mitteilte, wurde der sechste Reaktorblock heute Früh „vom internen Schutzmechanismus des Generators“ vom Netz genommen. Eine erhöhte Strahlung sei nicht gemessen worden, die anderen fünf Reaktoren funktionierten normal.

Bereits Anfang Dezember hatte eine Panne in Saporoschje für große Aufregung gesorgt. Nach Angaben der ukrainischen Behörden war es in einem der Reaktoren zu einem Kurzschluss im Stromverteilungssystem gekommen.

Das AKW Saporoschje gehört zu den größten in Europa, es liegt etwa 200 Kilometer westlich der umkämpften Rebellenhochburgen in der Ostukraine. Umweltschützer äußerten sich schon mehrfach besorgt über die Nähe des Konflikts zu dem Atomkraftwerk. Die Ukraine war 1986 Schauplatz des größten Atomunfalls in der Geschichte. Nach einer Explosion im AKW Tschernobyl wurden weite Teile Europas und der damaligen Sowjetunion verstrahlt.

Mann versteckte sich vor deutscher Polizei in Kühlschrank

Die deutsche Polizei hat in Sachsen-Anhalt einen mit Haftbefehl gesuchten Mann in einem Kühlschrank aufgespürt. Das eingeschaltete Gerät sei offenbar als Versteck vorbereitet gewesen, teilte die Polizei heute mit.

Der mit mehreren Hosen bekleidete 28 Jahre alte Mann hatte sich demnach in den Kühlschrank gezwängt, als Polizisten am ersten Weihnachtsfeiertag nach einem Tipp die Wohnung überprüften. Schließlich entdeckten sie den 28-Jährigen in seinem Versteck. Weswegen der Mann gesucht wurde, war zunächst nicht näher bekannt.

IT

Sony bringt PlayStation-Netzwerk wieder online

Sony hat sein PlayStation-Netzwerk für Konsolenspieler nach einem mehrtägigen Ausfall wegen eines Onlineangriffs wieder zum Laufen gebracht. In der Mitteilung gestern räumte der Konzern erstmals ein, dass er Ziel einer Attacke geworden sei, bei der seine Server mit einer künstlich erzeugten Datenflut überschwemmt wurden. Es könne noch vereinzelt zu Störungen im Betrieb kommen. Auch Microsoft bekam sein Games-Netzwerk Xbox Live zum Wochenende wieder in Gang.

FBI ermittelt

Die Netzwerke waren zu Weihnachten ausgefallen. Es war ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, denn die Konsolen sind ein populäres Weihnachtsgeschenk. Die Verantwortung für die Attacke übernahm eine Hackergruppe mit dem Namen Lizard Squad.

Nach dem Hackerangriff ermittelt indes die US-Bundespolizei FBI. Das FBI kenne die Berichte und gehe diesen nach, erklärte eine Sprecherin. Einzelheiten nannte sie nicht.

Kultur

Britischer Schauspieler David Ryall gestorben

Der britische Film- und Theaterschauspieler David Ryall ist tot. Er starb bereits am ersten Weihnachtsfeiertag im Alter von 79 Jahren, wie die BBC heute berichtete.

Ryall wurde international vor allem durch seine Rolle als Elphias Doge in „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1“ (2010) bekannt. Er spielte außerdem in „In 80 Tagen um die Welt“ (2004) und in „Der Elefantenmensch“ von David Lynch (1980).

„Ein funkelnder, brillanter, wunderbarer Schauspieler, den ich einen Freund nennen durfte“, würdigte ihn sein Kollege Mark Gattis auf Twitter.

Wenige Tage vor 80. Geburtstag gestorben

Ryalls Tochter Charlie bedankte sich auf Twitter für die Anteilnahme und bat darum, die gesamte, rund fünf Jahrzehnte umspannende Karriere ihres Vaters zu würdigen.

Zuletzt amüsierte der Schauspieler die Briten als leicht dementer Großvater in der Familien-Sitcom „Outnumbered“. Am 5. Jänner wäre er 80 Jahre alt geworden. Die Todesursache wurde zunächst nicht bekannt.

Lifestyle

Der Wintertourismus und seine Legenden

Die angelaufene Wintersaison steht im Schweizer Nobelskiort St. Moritz ganz im Zeichen eines runden Jubiläums: Vor 150 Jahren - so eine derzeit viel zitierte Legende - war es ein Schweizer Hotelier, der im Rahmen einer Wette erstmals Urlauber ins verschneite Engadin locken konnte und somit zum entscheidenden Geburtshelfer des alpinen Wintertourismus werden sollte. Abgesehen davon, dass im nahe gelegenen Davos auch vor 150 Jahren die ersten Wintergäste eintrafen, setzen Österreichs Wintersporthotspots ebenfalls seit jeher auf die werbewirksame Historie. Nach dem Motto „Wer hat’s erfunden?“ wird gar ein Match Österreich vs. Schweiz geortet - eine zentrale Pionierleistung wird aber auch dem weit entfernten Norwegen zugerechnet.

Mehr dazu in „Wer war wo der wirklich Allererste“

Leute

Abschiedsfeier für Udo Jürgens wohl Mitte Jänner

Die angedachte öffentliche Abschiedsfeier von Udo Jürgens könnte Mitte Jänner stattfinden. Das sagte dessen Manager Freddy Burger der Schweizer Zeitung „SonntagsBlick“.

Unklar ist laut dem Jürgens-Sprecher Thomas Weber indes, ob die Feier in Österreich, Jürgens’ Wahlheimat Schweiz oder in Deutschland stattfindet.

Frage über Ehrengrab noch offen

Familienmitglieder und enge Freunde hatten bereits am vergangenen Dienstag in Jürgens’ Wahlheimat in der Schweiz Abschied genommen, wo der Leichnam eingeäschert wurde. Vor dem öffentlichen Abschied soll die Urne im kleinsten Kreis beigesetzt werden.

Auch in der Frage, ob und wo ein Ehrengrab für den am 21. Dezember überraschend verstorbenen Sänger errichtet wird, gab es noch keine Entscheidung. Jürgens’ Geburtsstadt Klagenfurt und auch Wien seien dafür vorstellbar, sagte Weber. Udo Jürgens war in der Schweiz bei einem Spaziergang zusammengebrochen. Er starb mit 80 Jahren im Krankenhaus von Münsterlingen an Herzversagen.