Ausland

Dutzende Tote bei Anschlägen in Bagdad

Bei zwei Bombenanschlägen in mehrheitlich schiitischen Vierteln der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens 28 Menschen getötet worden. Im nördlichen Viertel Sadr City riss gestern eine Explosion in der Nähe eines Kindergartens mindestens zehn Menschen in den Tod und verletzte 29 weitere, wie Sicherheits- und Rettungskräfte mitteilten.

Der zweite Anschlag ereignete sich nahe einer Tankstelle im zentralen Viertel Karrada. Dabei gab es der Polizei zufolge 18 Tote und 37 Verletzte. Die Anschläge trugen die Handschrift sunnitischer Extremisten wie der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS). Kommandanten im Nordirak berichteten unterdessen, IS belagere erneut das Sinjar-Gebirge belagern, um die dort versteckten Jesiden anzugreifen.

Jesiden weiter in Lebensgefahr

Der jesidische Kommandant Dawud Jundi sagte, am Montag seien 300 IS-Kämpfer mit gepanzerten Fahrzeugen in die Dörfer am Fuß der Berge eingedrungen. Nun würden sie zu Fuß in die Berge aufsteigen, um die Jesiden aufzuspüren. Jundi klagte, es gebe noch rund 2.000 Familien, deren Situation „sehr schlecht“ sei. Zur Verteidigung stünden den Kämpfern nur leichte Waffen zur Verfügung.

Im Sommer hatte der Vorstoß der Jihadisten Zehntausende Jesiden zur Flucht in die Sinjar-Berge gezwungen. Mit internationaler Unterstützung gelang es schließlich kurdischen Kämpfern, die meisten Jesiden aus den Bergen in Sicherheit zu bringen. Die Dschihadisten betrachten die Jesiden als „Teufelsanbeter“ und drohen den Angehörigen der kleinen Religionsgemeinschaft mit dem Tod, wenn sie nicht zum Islam konvertieren. Am Dienstag hatte die UNO der IS-Miliz „versuchten Völkermord“ an den Jesiden vorgeworfen.

Erneut Sicherheitszwischenfall vor Weißem Haus

Einen Monat nach der schweren Sicherheitspanne in Washington ist erneut ein Mann über den Zaun um das Weiße Haus geklettert. Der Eindringling sei aber vom Wachpersonal schnell gefasst worden, berichtete der TV-Sender CNN gestern Abend. Er sei in Handschellen abgeführt worden, berichtete ein Journalist, der nach eigenen Angaben selbst Augenzeuge des Vorfalls war.

Erst Mitte September war es einem ehemaligen IRA-Veteranen gelungen, ebenfalls den Zaun zu überwinden und bis tief ins Weiße Haus einzudringen. Der Mann war mit einem Messer bewaffnet gewesen. Sicherheitsbeamte hatten den Fall zunächst vertuschen wollen und behauptet, der Eindringling sei lediglich bis zum Eingang des Gebäudes gelangt - was sich später als falsch erwies.

Die Direktorin der Präsidenten-Leibgarde, Julia Pierson, entschuldigte sich daraufhin öffentlich und trat zurück. In der Vergangenheit sind allerdings mehrfach Personen über den Zaun der Regierungszentrale geklettert, aber jeweils schnell gestoppt worden.

Demonstranten stecken Rathaus in Mexiko in Brand

Fast einen Monat nach dem Verschwinden von Dutzenden Studenten in Mexiko haben Demonstranten das Rathaus der Stadt Iguala angezündet. Tausende waren gestern (Ortszeit) zunächst aus Solidarität mit den Vermissten friedlich auf die Straße gegangen. Später griff eine Gruppe Vermummter die Stadtverwaltung an.

„Dieses Gebäude taugt nichts mehr. Der ganze Apparat steht im Dienste der Narcos (Drogenhändler)“, rief ein Demonstrant. Zuvor hatte die Generalstaatsanwaltschaft den flüchtigen Bürgermeister der Stadt und dessen Frau als Drahtzieher hinter dem Verschwinden der Studenten identifiziert.

Die jungen Leute waren am 26. September nach Auseinandersetzungen mit der Polizei in Iguala verschleppt worden. Die örtlichen Sicherheitskräfte sind von der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ unterwandert.

Palästinensischer Angreifer in Jerusalem gestorben

Der palästinensische Angreifer, der nach einem Anschlag in Jerusalem auf der Flucht von der Polizei angeschossen wurde, ist gestorben. Der 21-Jährige sei heute am frühen Morgen seinen Verletzungen erlegen, teilte das behandelnde Krankenhaus in Jerusalem mit. Er war gestern Abend mit einem Auto in eine Gruppe von Passanten gerast und später zu Fuß geflohen.

Insgesamt verletzte der Angreifer nach neuen Angaben der israelischen Behörden sieben Menschen, darunter ein Baby. Das drei Monate alte Mädchen starb später im Krankenhaus. Es wurde noch am Abend in Jerusalem beigesetzt. Nach Angaben seiner Familie war der 21-jährige Angreifer erst kürzlich aus dem Gefängnis freigekommen, wo er eine rund 18-monatige Haftstrafe absaß.

Demnach ist der junge Mann ein Neffe eines mittlerweile getöteten Bombenbauers der radikalen Palästinenserbewegung Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert. Israels Regierung hatte den Angreifer zuvor als „palästinensischen Terroristen“ bezeichnet.

Demo gegen Säureattacken auf Frauen im Iran

Hunderte Iraner haben in der Stadt Isfahan gegen mehrere Säureangriffe auf Frauen protestiert. Sie gingen gestern mit Plakaten und Transparenten vor dem Justizgebäude der zentraliranischen Großstadt auf die Straße, wie die amtliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. „Isfahan ist unsere Stadt, Sicherheit ist unser Recht“, rief demnach die Menge.

In der Stadt waren in der vergangenen Woche vier Frauen von Motorradfahrern mit Säure überschüttet und verletzt worden. Berichten zufolge wurden sie angegriffen, weil sie „schlecht verschleiert“ waren. Im Iran sind Frauen seit der Revolution 1979 verpflichtet, lange, lockere Kleidung und ein Kopftuch zu tragen, das Haar und Nacken bedeckt. Besonders in den großen Städten tragen viele Frauen jedoch nur noch ein lose um den Kopf geschlungenes Tuch und einen engen Mantel.

Rouhani gegen „übermäßigen Eifer“

Die Moralpolizei führt immer wieder Kampagnen gegen „schlechte Verschleierung“, ohne aber eine grundsätzliche Änderung zu bewirken. Konservative Abgeordnete schrieben kürzlich an Präsident Hassan Rouhani, um ihn zur schärferen Durchsetzung der Kleidervorschriften zu drängen. Rouhani, ein relativ gemäßigter Politiker, warnte die Bürger gestern aber vor übermäßigem Eifer und sprach sich dagegen aus, sich „zu sehr auf eine Frage wie die schlechte Verschleierung zu fokussieren“.

Unterdessen besuchte Gesundheitsminister Hassan Haschemi eine der angegriffenen Frauen, die durch die Attacke halb blind geworden ist. „Ich war eine Studentin, ich bin gebildet. Ich war am Steuer meines Wagens und dann nahm der Angreifer mir mein Leben“, sagte die Frau. Sie bat den Minister, der selbst gelernter Augenarzt ist, sich für eine Augenoperation einzusetzen.

Nach Zugeständnis: Grünes Licht für Juncker-Kommission

Die neue EU-Kommission unter der Führung von Jean-Claude Juncker hat es geschafft: Das Europaparlament in Straßburg erteilte dem Gremium gestern mehrheitlich die Zustimmung. Konservative, Sozialdemokraten und Liberale stimmten überwiegend für die neue Kommission. Damit kann Junckers Team die Arbeit wie geplant am 1. November aufnehmen. Zuvor hatte Juncker noch einige Zuständigkeiten neu verteilt - dem umstrittenen Ungarn Tibor Navracsics wurde ein Bereich weggenommen.

Mehr dazu in Start am 1. November fix

Inland

Nationalrat beschließt neue Gesetze für Mediziner

Die Ärzte stehen heute im Zentrum einer Sitzung des Nationalrats. Die Medizinerausbildung wird reformiert und die Arbeitszeit der Ärzte verkürzt. Ferner auf dem Programm finden sich eine erste Aussprache über die U-Ausschuss-Reform sowie der Beschluss einer Preisbindung auch für E-Books. Am Beginn der Sitzung stellt sich Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) einer Fragestunde.

Neue Dienstzeiten für Spitalsärzte

Neu geregelt wird die Dienstzeit für Spitalsärzte. Bis Mitte 2021 soll mit dem neuen Gesetz die wöchentliche Durchschnittsarbeitszeit von derzeit bis zu 60 auf maximal 48 Stunden beschränkt werden. Bereits ab 2015 dürfen Ärzte im Krankenhaus nur noch dann über 48 Stunden Dienst machen, wenn sie schriftlich ihr Einverständnis erklären.

Was die Ärzteausbildung angeht, sind neun Monate Basisausbildung zum Erwerb klinischer Grundkompetenzen vorgesehen. Für angehende Allgemeinmediziner gibt es dann 27 Monate Spitalspraxis plus mindestens sechs Monate Lehrpraxis in einer Ordination. Für Fachärzte sind mindestens 27 Monate Sonderfach-Grundausbildung plus 27 Monate Schwerpunktausbildung vorgesehen.

800.000 Unterschriften für ÖGB-Steuerreform

Der ÖGB hat eigenen Angaben zufolge für seine Kampagne zur Lohnsteuersenkung die Marke von 800.000 Unterschriften übertroffen. Damit habe die Gewerkschaft mit dem Aktionstag ihr selbst gestecktes Ziel erreicht, hieß es gestern Nachmittag.

Ende Oktober wird das endgültige Ergebnis der Unterschriftenaktion feststehen. „Es sind noch Unterschriften vom Aktionstag mit der Post auf dem Weg, außerdem werden viele, die wir am erfolgreichen Aktionstag angesprochen haben, noch online unterschreiben“, erklärt ÖGB-Kampagnenleiter Willi Mernyi in einer Aussendung.

Voraussichtlich Mitte November wollen die Spitzen des ÖGB und der AK die mehr als 800.000 Unterschriften offiziell der Bundesregierung übergeben. ÖGB-Präsident Erich Foglar bekräftigte, dass er im Sinne der Arbeitnehmer „jetzt ernsthafte Gespräche mit Ergebnissen“ erwarte.

„Dringliche“ von NEOS an Oberhauser

NEOS glaubt, dass auch unter der neuen Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) in Sachen Gesundheitsreform zu wenig weitergeht, und hat daher an sie gestern im Nationalrat gleich 68 „dringliche“ Fragen gestellt. Selbst will NEOS etwa flexiblere Arbeitszeitmodelle im Gesundheitsbereich und die Zusammenführung der Finanzverantwortung für Gesundheit und Pflege.

In der Beantwortung der „Dringlichen“ hatte Oberhauser keine wesentlichen Neuigkeiten zu bieten. Weder gab es neue Terminpläne noch neue Projekte, dafür die ein oder andere Belehrung, etwa dass die von den Pinken eingeforderten Informationen über die Spitalsleistungen schon jetzt unter Spitalskompass.at abgerufen werden können.

Oberhauser weist Kritik zurück

Bezüglich der NEOS-Kritik, dass die Kosten im Gesundheitssektor immer mehr in den privaten Bereich wandern, was NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker in der Ausbreitung der Wahlärzte belegt sieht, informierte Oberhauser, dass es beim Besuch dieser Nichtkassenmediziner immerhin eine 80-prozentige Rückerstattung der Sozialversicherung gebe. Nicht ausschließen konnte die Gesundheitsministerin, dass die Streichung des Strukturfonds für die Kassen negative Auswirkungen auf deren Gebarung haben könnte.

Loacker hatte in der Begründung der „Dringlichen“ beklagt, dass im österreichischen Gesundheitswesen alles nur sehr schleppend vorangehe. So dauere es schon lange, bis Länder, Kammern und Kassen überhaupt bereit seien, über Reformen zu sprechen.

Kritik an „Dringlicher“ von allen Seiten

Wenig anfangen konnten die Abgeordneten mit der „dringlichen Anfrage“. Die SPÖ warf NEOS vor, Leistungen einschränken zu wollen. Die ÖVP merkte an, dass Österreich ohnehin eines der besten Gesundheitssysteme der Welt habe. Von einer „Kraut-und-Rüben-Anfrage“ sprach die FPÖ. Und auch die Grünen warnten davor, am Patienten zu sparen. Das Team Stronach lobte hingegen die Tatsache, dass nun mit Oberhauser eine Ärztin Ressortchefin sei.

Sport

Europa League: Zagreb verspricht Salzburg heißen Tanz

Auf Red Bull Salzburg wartet in der Europa League heute (21.05 Uhr live in ORF eins) der nächste schwere Brocken. Mit Dinamo Zagreb gastiert der kroatische Serienmeister in Wals-Siezenheim. Und die Gäste versprechen den Salzburgern einen heißen Tanz.

„Wir fahren nach Salzburg, um dort zu gewinnen“, sagte Trainer Zoran Mamic. Für Ex-Salzburg-Coach und Zagreb-Insider Otto Baric stehen die Chancen „50:50“. Der 81-Jährige ortet bei den Kroaten die höhere Klasse, bei Salzburg dafür mehr Konstanz.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Ski alpin: Fenninger und Hirscher als Gejagte

Am Wochenende wird traditionell mit zwei Riesentorläufen in Sölden die 49. Weltcup-Saison gestartet. Insgesamt stehen 72 Rennen auf dem Programm, ehe beim Finale in Meribel die großen Kristallkugeln überreicht werden. Zu den großen Gejagten im Gesamtweltcup zählt das ÖSV-Duo Marcel Hirscher und Anna Fenninger.

„Sicher liegt die Latte hoch“, geht die 25-jährige Salzburgerin von einer schwierigen Saison aus. Trotz des Karriereendes von Maria Höfl-Riesch gibt es einige Damen, die Fenninger auf der Rechnung haben muss. Für Hirscher werden wohl Ted Ligety und Alexis Pinturault die härtesten Gegner.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Hausdurchsuchungen bei Ex-Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt

Die Justiz hat bei Ex-Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt Hausdurchsuchungen durchgeführt. Auslöser war der Verdacht auf Bestechungszahlungen des Glücksspielkonzerns an Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Zuge der Reform des Glücksspielgesetzes im Jahr 2000. Ein Sprecher der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bestätigte einen entsprechenden Bericht des Wirtschaftsmagazins „Format“.

Betroffen von den Razzien waren laut Magazin die Kanzlei und die Wohnung von Ex-Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt in Wien und dessen frühere Büroräume in der Novomatic-Zentrale in Gumpoldskirchen in Niederösterreich. Der Sprecher der WKSta, Thomas Haslwanter, bestätigte der APA, es gehe um den Verdacht der „Bestechungszahlungen an Karl-Heinz Grasser“, aber auch um den Verdacht der Geschenkannahme durch Beamte sowie den Verdacht der Untreue.

Grasser - und auch der frühere FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger - haben bisher jedes strafrechtlich relevante Verhalten im Zusammenhang mit einer geplanten Glücksspielnovelle 2005/2006 zurückgewiesen, es gilt die Unschuldsvermutung.

Wohlfahrt hielt gegenüber „Format“ schriftlich fest, „der von der Staatsanwaltschaft erhobene Verdacht im Zusammenhang mit dem seit Jahren öffentlich bekannten Sachverhalt aus den Jahren 2005/2006 entbehrt jeder Grundlage. Weder ich noch sonst ein Organ oder Mitarbeiter der Novomatic-Gruppe haben unmittelbar oder mittelbar an Untreue- oder Bestechungshandlungen mitgewirkt oder dazu beigetragen. Allfällige Zahlungsflüsse zwischen Ing. Meischberger und Mag. Grasser waren und sind uns völlig unbekannt, ebenso wie allenfalls darauf beruhende Vereinbarungen.“

Ein Novomatic-Sprecher sagte zur APA, seine Firma kooperiere mit den Behörden zur Aufklärung der Angelegenheit seit Jahren. Die Novomatic AG habe in der Sache immer korrekt gehandelt. „Weder die Novomatic AG, ihr Eigentümer, noch ihre Organe oder Mitarbeiter stehen in diesem Zusammenhang unter Verdacht oder werden beschuldigt.“ Wohlfahrt hat das Unternehmen im Juli nach zehn Jahren Tätigkeit überraschend verlassen.

USA drängen Deutschland zu mehr Investitionen

Im Ringen um eine Erholung der europäischen Wirtschaft drängen die USA auf verstärkte Investitionen Deutschlands. US-Finanzminister Jack Lew habe Bundeswirtschaftminister Sigmar Gabriel gestern bei dessen Besuch in Washington nahegelegt, dass Deutschland und auch andere europäische Länder ihre Binnennachfrage stärken sollten, erklärte ein Sprecher des Finanzministeriums in Washington. Das gehöre zu einer guten Mischung aus Finanz-, Geld- und Strukturpolitik.

Die USA haben Deutschland bereits wiederholt aufgefordert, durch eine größere Binnennachfrage die europäische Wirtschaft anzukurbeln. Investoren sorgen sich, dass die Konjunkturschwäche in Europa auch die US-Wirtschaft deutlich belasten könnte. Deutschland steht auch innerhalb Europas unter Druck, seine Investitionsausgaben zu erhöhen.

China: Industriewachstum stärker als erwartet

Die chinesische Industrie ist im Oktober etwas stärker als erwartet gewachsen. Der Einkaufsmanagerindex von HSBC und Markit stieg im Vergleich zum September um 0,2 Punkte auf 50,4 und damit auf den höchsten Wert seit drei Monaten. Experten hatten im Schnitt mit einem Wert von 50,3 gerechnet. Ab einem Wert von 50 signalisiert das Barometer Wachstum.

Zwar verzeichneten die Firmen im Oktober mehr Nachfrage aus dem In-und Ausland. Zugleich verlangsamte sich das Wachstum bei neuen Aufträgen. Die Erzeugerpreise gingen zurück. HSBC-Volkswirt Hongbin Qu sagte, der Wirtschaft fehle die Nachfrage. Er erwarte, dass die Notenbank ihre Geldpolitik lockere und die Regierung mehr Geld ausgebe, um die Konjunktur anzukurbeln.

Venezuela: Keine Auslands-Darlehen mehr

Wegen steigender Zinsen will sich Venezuela nach Worten von Präsident Nicolas Maduro kein Geld im Ausland mehr leihen. Man werde die Bedingungen der globalen, kapitalistischen Banken nicht akzeptieren und keine Darlehen mehr aufnehmen, sagte das linksgerichtete Staatsoberhaupt in einer Fernsehansprache. Das Land habe zum Glück andere Geldquellen.

Venezuela nimmt 96 Prozent seiner Devisen mit dem Verkauf von Öl ein und ist vom jüngsten Preisverfall an den Weltmärkten besonders betroffen. Die Regierung hat eine Krisensitzung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) gefordert, um den Rückgang zu stoppen. Maduro sagte nun, er hoffe, dass sich Öl wieder verteuere.

Venezolanische Staatsanleihen haben sich in diesem Jahr um 12,8 Prozent verbilligt. Grund sind Zweifel von Investoren, ob die Regierung in Caracas ihre Schulden bezahlen kann. Die Bonds der Schwellenländer insgesamt haben sich dagegen um 9,3 Prozent verteuert.

Gesundheit

USA: Jeder Reisende aus Ebola-Ländern 21 Tage beobachtet

Die US-Gesundheitsbehörde CDC will künftig jeden Flugreisenden aus den hauptsächlich von Ebola betroffenen Ländern nach seiner Ankunft in den USA 21 Tage lang beobachten. Nach einer ersten Untersuchung am Flughafen würde der Zustand von Reisenden aus Sierra Leone, Guinea und Liberia an ihrem endgültigen Zielort täglich untersucht, teilte das CDC gestern in Atlanta mit.

Bei den 21 Tagen handelt es sich um die maximale Inkubationszeit von Ebola, also dem Zeitraum zwischen Anstecken und Auftreten von Symptomen. Die neue Maßnahme soll am 27. Oktober in Kraft treten.

Auf fünf Flughäfen eingegrenzt

Betroffen sind insgesamt fünf Flughäfen, an denen in den USA Reisende aus Liberia, Sierra Leone und Guinea ankommen: New York (John F. Kennedy), Newark, Atlanta, Chicago und Washington. Das US-Heimatschutzministerium hatte das Einreisen aus von Ebola betroffenen Ländern tags davor auf diese fünf Flughäfen begrenzt.

Zuvor waren rund sechs Prozent der Reisenden aus diesen Ländern auch auf anderen Flughäfen in den USA angekommen. 70 Prozent der Reisenden verteilen sich nach der Ankunft nach Angaben der CDC auf sechs Bundesstaaten: New York, Pennsylvania, Maryland, Virginia, New Jersey und Georgia.

Obama „vorsichtig optimistisch“

US-Präsident Barack Obama sieht die Ebola-Gefahr in den Vereinigten Staaten zunehmend schwinden. Nach einem Treffen mit seinem neuen Ebola-Krisenmanager Ron Klain und anderen Regierungsmitgliedern im Weißen Haus sagte Obama, es gebe Anlass zu „vorsichtigem Optimismus“.

Dutzende potenzielle Kontakte des verstorbenen Ebola-Patienten Thomas Eric Duncan in Texas seien für virenfrei erklärt worden. Das sei auch ein Zeichen dafür, wie schwer es sei, sich mit dem gefährlichen Erreger anzustecken. Ebola wird durch Körperflüssigkeiten übertragen.

Chronik

Vermisste Studenten in Mexiko: Bürgermeister verdächtigt

Fast einen Monat nach dem Verschwinden Dutzender Studenten im Südwesten Mexikos hat die Generalstaatsanwaltschaft den Bürgermeister der Stadt Iguala und dessen Frau für die Tat verantwortlich gemacht. Jose Luis Abarca habe die örtliche Polizei und Mitglieder der kriminellen Organisation Guerreros Unidos angewiesen, die jungen Leute abzufangen, sagte Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam gestern.

Offenbar wollte er verhindern, dass die Studenten eine Rede seiner Frau als Vorsitzende des lokalen Familien- und Kinderschutzbundes störten. Maria de los Angeles Pineda stammt aus einer Drogenhändlerfamilie und ist nach Einschätzung der Ermittler die örtliche Chefin der Guerreros Unidos. Das Ehepaar ist untergetaucht.

Rathaus bei Protesten angezündet

Bei erneuten Protesten gegen den Umgang der mexikanischen Behörden mit dem Fall ist das Rathaus der Stadt Iguala in Brand gesteckt worden. Tausende Lehrer und Studenten gingen in der Hauptstadt des Bundesstaat Guerrero auf die Straße, um Klarheit über das Schicksal der vermissten Studenten zu fordern. Dabei setzten einige Demonstranten das Rathaus in Brand, in dem sich jedoch keine Mitarbeiter befanden, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Mexikos Justiz machte unterdessen offiziell den flüchtigen Bürgermeister von Iguala für die Verschleppung der Studenten verantwortlich. Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam sagte, es seien Haftbefehle ausgestellt worden gegen Bürgermeister Jose Luis Abarca, seine Frau und den Sicherheitschef von Iguala wegen ihrer Rolle bei den Ereignissen in der Stadt Ende September. Der Bürgermeister war zuvor bereits seines Amtes enthoben worden und befindet sich mit seiner Frau auf der Flucht.

Fund von sechs Babyleichen in Kanada: Frau festgenommen

Nach dem Fund von sechs Babyleichen in einem Lagerraum in der zentralkanadischen Stadt Winnipeg hat die Polizei eine Frau festgenommen. Der 40-Jährigen werde vorgeworfen, die Leichen versteckt zu haben, teilte die Polizei gestern mit.

Ob es sich bei der Frau auch um die Mutter handelt und ob sie die Babys umgebracht hat, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Die Leichen, die in dem anmietbaren Lagerraum gefunden wurden, seien unterschiedlich stark verwest.

Zunächst hatte es von der Polizei geheißen, dass vier Babyleichen entdeckt worden seien. Eine genauere Untersuchung ergab den Angaben zufolge aber, dass es sich um sechs handelte. Das Alter der Kinder war zunächst unklar. Mitarbeiter der Lagerraumvermietung hatten den Raum geöffnet, weil die Miete nicht bezahlt worden war. Sie entdeckten die Leichen und alarmierten die Polizei. Eine Autopsie wurde angeordnet.

15-Jährige in US-Schule vergewaltigt: 30 Jahre Haft drohen

Ein 18-Jähriger hat eine 15-jährige Schülerin auf einem Schulgang in den USA vergewaltigt und muss nun mit bis zu 30 Jahren Haft rechnen. Ein Gericht in Salisbury im US-Staat Maryland gab der Staatsanwaltschaft in allen Punkten der Anklage recht, berichtete die Zeitung „USA Today“.

Sie umfasst Freiheitsberaubung, Körperverletzung, vorsätzliche Gefährdung einer Minderjährigen und Vergewaltigung. Der 18-Jährige hatte das Mädchen während der Schulzeit im vergangenen Mai auf dem Gang seiner Schule geküsst und dann zum Sex gezwungen. Die Schülerin gab an, dass sie ihn zwar freiwillig geküsst habe, aber keinen Sex mit dem 18-Jährigen wollte.

Das habe sie der Lokalzeitung „Daily Times“ zufolge mit mehrmaligem „Nein“-Sagen verdeutlicht. Es gibt demnach keine weiteren Zeugen für den Vorfall. Der junge Mann verweigerte die Aussage und wartet nun auf die Verkündung des Strafmaßes.

Wettersturz: Westen rüstet sich für Schnee

Nach dem Sturm kommt der erste richtige Schnee - zumindest im Westen. Auf den Bergen können in der Nacht und heute größere Mengen niedergehen, doch erstmals wird es in diesem Herbst auch teils bis in die Täler herunter schneien. Bis in die Obersteiermark ist dort, wo es nicht schneit, mit Dauerregen zu rechnen, dazu kommt weiter böiger Wind. Die Straßenmeistereien der ASFINAG und die ÖBB sind in erhöhter Einsatzbereitschaft.

Mehr dazu in „Vorkehrungen früher hochgefahren“

Ein Sechser bei Lotto „6 aus 45“

In der gestrigen Spielrunde von Lotto „6 aus 45“ hatte ein Spielteilnehmer die „sechs Richtigen“ getippt. Die Gewinnsumme beträgt exakt eine Mio. Euro.

Bei der aktuellen Ziehung wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

10 15 30 32 37 40, Zusatzzahl 2

Zwei Spielteilnehmer hatten den richtigen Joker auf der Quittung, sie erhalten je 105.356,70 Euro.

Der aktuelle Joker lautet:

5 4 1 6 2 7

Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur

Pink-Floyd-Drummer: Neues Album ist wohl das letzte

Die englische Rockband Pink Floyd wird nach den Worten von Schlagzeuger Nick Mason wohl kein Album mehr aufnehmen. Er sei zwar ein „ewiger Optimist“, sagte der 70-Jährige gestern in London vor der Verleihung der „Q“-Awards. „The Endless River“, das im November erscheint, sei aber vermutlich das letzte Album. „Ich glaube nicht, dass danach noch irgendwas kommt.“

Selbst wenn sich in den Archiven noch unveröffentlichte Songs fänden, seien diese eher nicht gut genug, um veröffentlicht zu werden. Die Musiker von Pink Floyd gewannen für „The Dark Side of the Moon“ (1973) den „Q“-Award des gleichnamigen Musikmagazins für den besten Albumklassiker.

Leute

Renee Zellweger: „Neues Gesicht“ löst Mediendebatte aus

Es braucht schon mehr als einen Blick, um Renee Zellweger auf den jüngsten Bildern von einem Auftritt Anfang der Woche zu erkennen. Schuld daran ist aber weder die Qualität der Bilder noch eine verfrühte Halloween-Maskerade. Vielmehr scheint mindestens ein plastischer Chirurg seine Hände im Spiel gehabt zu haben, mutmaßen Fans und Medien, überschlagen sich in Analysen des „neuen Gesichts“ und überschütten die Bridget-Jones-Darstellerin mit Spott.

Nur wenige Kommentatoren stellen sich auf die Seite der Schauspielerin. Zellweger selbst findet das Gerede „albern“ - dementiert die OP-Gerüchte aber nicht dezidiert.

Mehr dazu in „Lasst Renee Zellweger in Ruhe“

IT

Rekordpreis bei Auktion für „Apple-1“-Computer

Für einen der ersten Apple-Computer ist bei einer Auktion in New York ein Rekordpreis von 905.000 Dollar (748.000 Euro) bezahlt worden. Die umgerechnet rund 716.000 Euro kamen vom Henry Ford Museum, wie das Auktionshaus Bonhams gestern spätabends mitteilte.

Der bisherige Rekord von 516.461 Euro für einen „Apple-1“ war im Mai 2013 beim Kölner Auktionshaus Breker erzielt worden. Die ersten Apple-Computer von 1976 bestanden nur aus der Hauptplatine, die Mitgründer Steve Wozniak persönlich zusammenbaute.

Um Bildschirm, Tastatur oder Gehäuse mussten sich die Nutzer selber kümmern. Der Computer wurde damals für 666,66 Dollar verkauft. Von rund 200 gebauten Geräten existieren heute laut Experten noch etwa 50. Der nun verkaufte Computer gehört zu den ganz wenigen, die noch funktionieren.