Ausland

Essebsi gewinnt die Präsidentenwahl in Tunesien

Der langjährige Regierungspolitiker Beji Caid Essebsi hat die erste demokratische Präsidentenwahl in Tunesien gewonnen. Das teilte die Wahlkommission heute in Tunis mit.

Laut dem amtlichen Ergebnis erhielt der 88-Jährige 55,68 Prozent der Stimmen. Sein Konkurrent Moncef Marzouki erreichte 44,32 Prozent.

Proteste gegen Weggefährten Essebsis

Fast vier Jahre nach dem Sturz des autokratischen Machthabers Zine El-Abidine Ben Ali galt die Wahl als letzter Schritt der Demokratisierung des nordafrikanischen Landes, in dem der „arabische Frühling“ seinen Anfang nahm.

Essebsi ist allerdings ein ehemaliger Weggefährte Ben Alis. Daher gab es auch schon Proteste, nachdem sich der ehemalige Parlamentspräsident bereits am Vorabend zum Sieger erklärt hatte, obwohl noch keine Ergebnisse vorlagen.

Referendum: Ermittlungen gegen katalanischen Premier

Die spanische Justiz ermittelt gegen den Regierungschef von Katalonien, Artur Mas, wegen der jüngsten Volksbefragung zur Unabhängigkeit der Region. Der oberste katalanische Gerichtshof entschied heute in Barcelona, die Klagegesuche der Staatsanwaltschaft und mehrerer Organisationen zuzulassen.

Die Ermittlungen richten sich gegen Mas, dessen Stellvertreterin Joana Ortega und die katalanische Bildungsministerin Irene Rigau. Ihnen werden Unterschlagung öffentlicher Gelder, Ungehorsam, Rechtsbeugung und Amtsanmaßung zur Last gelegt.

Nach einem Veto des spanischen Verfassungsgerichts gegen ein in Katalonien geplantes Unabhängigkeitsreferendum hatte die Regierung der Region im Nordosten Spaniens eine unverbindliche Befragung anberaumt. Diese wurde ebenfalls gerichtlich verboten, fand aber trotzdem am 9. November statt.

Zwei Millionen Menschen - mehr als ein Drittel der stimmberechtigten Katalanen - nahmen teil. Gut 80 Prozent sprachen sich dabei für eine Abspaltung der Region von Spanien aus.

Terrormiliz IS verhaftet vier „Extremisten“

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat nach eigenen Angaben vier „religiöse Extremisten“ festgenommen, die angeblich ihren Anführer Abu Bakr al-Bagdadi stürzen wollten. Auf dschihadistischen Websites wurde heute ein Video veröffentlicht, in dem die Festnahme „einer Zelle religiöser Extremisten“ gemeldet wird, die „gegen das ‚Kalifat‘ zu den Waffen greifen wollte, um so die Sicherheit des Islamischen Staats durch die Vorbereitung eines Angriffs“ der internationalen Militärallianz, der Freien Syrischen Armee und der syrischen Regierungstruppen zu destabilisieren.

In dem Video sind vier Männer zu sehen, die ihr Bedauern äußern, dass die IS-Miliz „nicht alle Iraker und Syrer als Ungläubige“ betrachtet. Sie werfen zudem dem selbst ernannten Kalifen Bagdadi vor, ein „Ungläubiger“ zu sein, weil er Geld von Ungläubigen nehme. Die Männer sprechen Türkisch mit einem Akzent, der aserbaidschanisch sein könnte. Das Video ist nicht datiert, trägt aber das Zeichen der nordsyrischen Provinz Rakka, die eine der Hochburgen der Dschihadisten ist.

Das weitere Schicksal der Männer wird nicht erklärt, doch endet das Video mit einer Koransure, wonach jene, die gegen Gott und seinen Propheten kämpfen, den Tod oder die Abtrennung von Armen und Beinen verdienen. Das Video deutet auf zunehmende Konflikte innerhalb der Dschihadistenmiliz hin.

IS tötet eigene Kämpfer zur Strafe

Nach der Hinrichtung von „Deserteuren“ in Syrien wurden von IS-Vertretern auch im Irak Kämpfer aus den eigenen Reihen hingerichtet. Augenzeugen berichteten, 45 Mitglieder seien in der nordirakischen Stadt Mossul getötet worden. Die Dschihadisten seien für ihre Niederlage im Kampf um das Sindschar-Gebirge bestraft worden. Die in Syrien getöteten ausländischen Kämpfer sollen hingegen für ihren Wunsch, das von der Miliz ausgerufene „Kalifat“ zu verlassen, umgebracht worden sein.

Mehr dazu in Terrormiliz gerät unter Druck

Streitkräfte in Kamerun zerschlagen Boko-Haram-Schule

Die Armee Kameruns hat eine von der Boko Haram geführte Schule im Norden des Landes zerschlagen. Die radikalislamische Terrorgruppe habe in der Schule Nachwuchskämpfer ausgebildet, teilte ein Militärsprecher heute mit. 84 Kinder seien bei der Aktion am Samstag in dem Dorf Guirvidic befreit worden.

„Nach unseren Informationen hat Boko Haram Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren rekrutiert und sie dort radikalen Islam oder Dschihadismus gelehrt“, sagte Oberstleutnant Didier Badjeck. Mehr als 100 Boko-Haram-Mitglieder seien gefangen genommen worden.

Gestern töteten kamerunische Soldaten mehrere Boko-Haram-Kämpfer bei Am Chide an der Grenze zu Nigeria, wie die Zeitung „Le Jour“ berichtete. Einige Extremisten entkamen und setzten ein Dorf in Brand, bevor sie in das Nachbarland flüchteten. Kamerun hat mehr als 1.000 Soldaten und Sondereinsatzkräfte an die nigerianische Grenze verlegt, um die Terrorgruppe zu stoppen.

Pakistan will 500 verurteilte Extremisten hinrichten

Nach dem Taliban-Massaker an einer Schule in Pakistan will die pakistanische Regierung in den kommenden Wochen 500 verurteilte Extremisten hinrichten lassen. Das kündigten Regierungsvertreter heute an. Als Reaktion auf den Taliban-Angriff auf eine Schule im Nordwesten des Landes hatte Ministerpräsident Nawaz Sharif vergangene Woche ein seit 2008 geltendes Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe aufgehoben.

Seitdem wurden sechs Aufständische gehängt. Hunderte Verurteilte warten in Pakistan auf die Vollstreckung der Todesstrafe. Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan warnte vor weiteren Anschlägen der Taliban. „Wir erhalten Geheimdienstinformationen, dass sie mehr Angriffe wie in Peshawar planen.“

Taliban-Kämpfer hatten vergangene Woche eine vom Militär betriebene Schule in der nordwestlichen Stadt Peshawar angegriffen und 149 Menschen getötet, darunter 133 Schüler. Es war der schwerste Anschlag in der Geschichte des Landes. Die radikalislamische Rebellengruppe Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) bezeichnete das Attentat als Vergeltung für eine Armeeoffensive gegen Aufständische in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan, bei der seit dem Sommer nach Armeeangaben rund 1.700 Rebellen getötet wurden.

Südkorea: Hackerangriff auf AKW-Zentrale

In Südkorea ist die zentrale Leitstelle aller 23 Atomreaktoren von Hackern attackiert worden, wie der Betreiber KHNP heute einräumte. Weder seien sensible Daten verloren gegangen noch sei die Energieversorgung des Landes gefährdet gewesen, hieß es von KHNP. Dass Nordkorea - nach der mutmaßlichen Attacke auf die Filmfirma Sony wegen der Komödie „Das Interview“ - hinter dem Cyberangriff stecken könnte, wollte vorerst niemand aussprechen. Hinweise auf südkoreanische Atomkraftgegner als Urheber scheinen jedoch eine bewusst gelegte falsche Fährte der tatsächlichen Angreifer zu sein - die offenbar bei der IP-Adresse eines unbeteiligten Privatmannes endet.

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Inland

Asyl: Antragsplus weiter bei über 100 Prozent

Die Zahl der Asylanträge steigt weiter. Die nun öffentlichen Zahlen für den November zeigen ein Plus von 125,8 Prozent. Das heißt, alleine in diesem Monat gab es 3.507 Asylansuchende, während es im Vorjahr 1.553 Antragsteller waren.

Ob die räumlichen Kapazitäten ausreichen, um die Flüchtlinge über die Weihnachtsferien einigermaßen adäquat unterzubringen, wollte man im Innenministerium zuletzt nicht endgültig beurteilen. Dem Vernehmen nach dürfte man zumindest über die Feiertage kommen, ohne Zeltstädte errichten zu müssen.

Insgesamt ist der Anstieg der Asylzahlen heuer jedenfalls beträchtlich. Bis inklusive November wurde insgesamt ein Plus von 43,1 Prozent bei den Anträgen verzeichnet. Aktuell verschärft wird die Lage aber dadurch, dass sich dieser Anstieg im Wesentlichen in der zweiten Jahreshälfte abgespielt hat und hier beispielsweise im September ein Plus von 149,8 oder eben im November von 125,8 Prozent registriert wurde.

Zu Jahresbeginn hatte zumindest auf dem Papier noch nichts auf eine derartige Entwicklung hingedeutet. Im Februar, April und Juni waren die Asylzahlen im Vergleich zu 2013 sogar zurückgegangen.

Anstieg bei Syrern und Afghanen

Seitens der offiziellen Stellen wird der Flüchtlingsansturm stets mit dem Bürgerkrieg in Syrien argumentiert. Das ist nicht falsch, aber auch nicht die ganze Wahrheit. Denn auch bei der zweitstärksten Gruppe, Asylwerbern aus Afghanistan, ist die Zahl der Anträge stark angestiegen.

An der Spitze der Rangliste stehen freilich die Syrer mit knapp 7.000 Asylansuchen in den ersten elf Monaten des Jahres. Zum Vergleich: Im vorigen Jahr waren es inklusive November bloß 1.700. Von Bürgern Afghanistans wurden heuer gut 4.000 Anträge gestellt. Im vergangenen Jahr waren es zum selben Zeitpunkt rund 2.300.

NGOs wollen Schulterschluss

Hilfsorganisationen fordern einen Schulterschluss sämtlicher politischer Entscheidungsträger, um die Unterbringung von Flüchtlingen zu gewährleisten. Die Aufnahme und Versorgung Schutzsuchender sei eine völker- und europarechtliche Verpflichtung und eine staatliche Aufgabe, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von der Caritas, der Diakonie, dem Roten Kreuz, dem SOS Kinderdorf und der Volkshilfe.

Es brauche endlich eine vorausschauende, strategische Planung, um die Grundversorgung aller Asylwerber in den kommenden Monaten sicherzustellen, verlangen die Hilfsorganisationen - die auch einen Appell der Regierung an die Gemeinden, Unterbringungsplätze zu schaffen, explizit unterstützen.

Allerdings verlangt man auch von der Regierung Aktivitäten. So sei mit den bestehenden Tagessätzen eine adäquate und menschenwürdige Unterbringung und Betreuung für Flüchtlinge nicht möglich.

Bundesheerreform: Verhandlungen ziehen sich

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) weist den Vorwurf von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ), dass sich die Verhandlungen über die Bundesheerreform seit Wochen im Kreis drehen, zurück: „Da geht’s ja nicht um den Kauf einer Waschmaschine, sondern um die Sicherheit der Republik“, meinte sie am Rande einer Pressekonferenz.

Noch heute soll es eine weitere Verhandlungsrunde geben, um noch vor Weihnachten fertig zu werden. Ein genauer Termin für diese heutige Verhandlung konnte aber nach APA-Informationen bis zum Nachmittag nicht fixiert werden.

Islamgesetz: Ostermayer teilweise gesprächsbereit

Nach der Ablehnung auch des überarbeiteten Regierungsentwurfs für ein neues Islamgesetz durch den Schura-Rat der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat der zuständige Minister Josef Ostermayer (SPÖ) heute Gesprächsbereitschaft signalisiert - allerdings nur in der Frage des Entzugs der Rechtspersönlichkeit. Ein allgemeines Vetorecht sprach er der IGGiÖ ab.

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Sport

Chronik: Boxszene trauert um Klitschko-Trainer Sdunek

Einer der größten Boxtrainer Deutschlands ist gestorben: Fritz Sdunek wurde 67 Jahre alt, er starb heute in einem Hamburger Krankenhaus an den Folgen eines Herzinfarktes. „Ich bin total schockiert. Damit geht der Boxwelt eine große Persönlichkeit verloren“, sagte Thomas Pütz, der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB).

Sdunek hatte mehrere Boxer zu Weltmeisterehren geführt, unter ihnen die ukrainischen Brüder Wladimir und Witali Klitschko sowie die Deutschen Dariusz Michalczewski und Felix Sturm.

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Ski alpin: Görgl - Leidenschaft ohne Ablaufdatum

Nach ihrem Doppelsieg beim Super-G in Val d’Isere haben sich die ÖSV-Damen zufrieden in die Weihnachtspause verabschiedet - allen voran die knapp 34-jährige Elisabeth Görgl, die vor Anna Fenninger gewann und zugleich Michaela Dorfmeister als bisher älteste Siegerin der alpinen Weltcup-Geschichte ablöste.

„Es ist die Liebe zum Skisport, die ich von klein auf habe und die Leidenschaft für den Beruf, die mich motiviert“, sagte die Steirerin nach ihrem insgesamt siebenten Sieg in ihrer 15. vollen Weltcup-Saison - ein Ende ist vorerst nicht absehbar.

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Fußball: Herbst der Extreme für Bayern und Dortmund

Die wenigsten Gegentore, der größte Vorsprung, die beste Tordifferenz in der deutschen Bundesliga - anders als von vielen Experten erwartet, ist Titelverteidiger Bayern München mit dem momentan verletzten David Alaba in der Nach-WM-Saison eine Hinrunde der Superlative gelungen.

Historisches gab es in der Herbstsaison auch vom ursprünglich prognostizierten Bayern-Jäger Borussia Dortmund - allerdings im negativen Sinn: „Wie die Vollidioten“ stehen laut Trainer Jürgen Klopp die Dortmunder auf dem vorletzten Platz da.

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Wirtschaft

OPEC will Ölproduktion um keinen Preis kürzen

Ungeachtet des sinkenden Ölpreises werden die meisten Ölexportländer die Fördermengen offenbar weiterhin nicht drosseln. Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Naimi sagte heute in einem Interview, er habe die übrigen Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) überzeugt, dass es nicht im Interesse der Gruppe liege, die Produktion zu kürzen, ganz gleich wie weit der Preis falle.

Auch OPEC-Generalsekretär Abdullah al-Badri sei nun dieser Überzeugung. Einen Preis von 100 Dollar je Barrel werde es möglicherweise nie mehr geben.

Die OPEC hatte sich bei ihrem Treffen Ende November trotz eines weltweiten Überangebots bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage gegen eine Senkung der Fördermenge entschieden. Seitdem hat sich die Talfahrt des Ölpreises beschleunigt. Öl ist so billig wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr.

Rubel-Krise: Erste russische Bank kommt ins Trudeln

Die russische Zentralbank muss erstmals seit Ausbruch der Rubel-Krise eine Bank vor der Pleite retten. Der Trust Bank würden bis zu 30 Mrd. Rubel (rund 435 Mio. Euro) zur Verfügung gestellt, teilte die Notenbank heute in Moskau mit. Die Agentur für Einlagensicherung werde zudem die Aufsicht über das angeschlagene Institut übernehmen.

Wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland und des Ölpreisverfalls hat der Rubel in diesem Jahr rund 45 Prozent seines Wertes gegenüber dem Dollar verloren. Das setzt den Bankensektor unter Druck. Die Regierung will ihn mit bis zu einer Billion Rubel (13,8 Mio. Euro) stützen.

Zollschranke für Getreideexporte

Angesicht der Rubel-Schwäche und der Teuerung im Land setzt die russische Regierung auf eine Zollschranke für Getreideexporte. Diese solle binnen 24 Stunden errichtet werden, berichteten russische Nachrichtenagenturen. Sie beriefen sich dabei auf Vizeregierungschef Arkadi Dwokowitsch.

Für Landwirte ist der Export von Getreide aufgrund der Rubel-Schwäche attraktiver als der Verkauf in Russland. Die Zollschranke soll nun für ein größeres Getreideangebot und niedrigere Preise im Inland sorgen.

Rubel erholt sich etwas

Zu Beginn der Weihnachtswoche hat sich die Lage für den russischen Rubel unterdessen weiter entspannt. Heute Früh konnte der Kurs an die Erholung der vergangenen Handelstage anknüpfen. Für einen Dollar mussten 56,47 Rubel gezahlt werden, nachdem der Dollar-Kurs zu Beginn der vergangenen Woche noch ein Rekordhoch bei über 77 Rubel erreicht hatte.

Experten erklärten die Erholung der russischen Währung zum Wochenauftakt unter anderem mit einem leichten Anstieg der Ölpreise. Das spielt für die stark vom Rohöl abhängige russische Wirtschaft eine wichtige Rolle.

Wieder Verkauf von Apple-Produkten in Russland

Der US-Computerkonzern Apple verkauft seine Produkte wieder online in Russland. Eine Woche nach dem vorläufigen Verkaufsstopp waren iPhones und iPads auch für russische Kunden wieder zu haben. Die Preise allerdings stiegen um rund 30 Prozent. Ein iPhone 6 etwa kostet derzeit knapp 54.000 Rubel (760 Euro). Das sind 14.000 Rubel (35 Prozent) mehr als vor einer Woche und 22.000 Rubel mehr als Anfang November. Insgesamt stieg der Preis seitdem um fast 70 Prozent.

Apple hatte den Onlineverkauf in Russland vergangenen Dienstag wegen des extremen Wertverlusts des Rubel unterbrochen und angekündigt, die Preise zu „überdenken“. Anfang November hatte der US-Konzern bereits erstmals die Preise hochgesetzt. Die russische Währung ist seit Jahresbeginn auf Talfahrt.

China verspricht Russland Hilfe bei Wirtschaftskrise

China ist nach den Worten von Außenminister Wang Yi bereit, Russland im Kampf gegen die jüngsten Wirtschaftsturbulenzen zu helfen. „Wenn Bedarf der russischen Seite besteht, werden wir im Rahmen die nötige Hilfe leisten“, sagte Wang am Wochenende nach einem Bericht der amtlichen Zeitung „China Daily“. Die beiden Staaten hätten sich schon früher gegenseitig unterstützt.

Chronik

Müllauto fährt in Schottland in Fußgängergruppe

Im schottischen Glasgow ist ein Müllfahrzeug in eine Gruppe von Fußgängern gefahren. Medienberichten zufolge dürften dabei sechs Menschen getötet worden sein. Zahlreiche Rettungsfahrzeuge waren in kurzer Zeit zur Stelle.

Nach unbestätigten Informationen von Augenzeugen soll der Fahrer des Mülllasters eine Herzattacke erlitten haben. Die Polizei bestätigte einen „schweren Vorfall“, machte aber keine Angaben zur Zahl der Opfer. 

Gefängnis stoppt 220 Briefe von Breivik

Die Strafvollzugsbehörde in Norwegen hat mindestens 220 Briefe gestoppt, die der verurteilte Attentäter Anders Behring Breivik an unbekannte Adressaten verschicken wollte.

Wie die Tageszeitung „Verdens Gang“ heute berichtete, vermutet die Kriminalfürsorge, Breivik versuche mit den Briefen ein Netzwerk aufzubauen, das willig sei, für seine Sache zu arbeiten. Die Post sei an Menschen adressiert, zu denen der 35-Jährige vor seinen Terroraktionen keinen Kontakt hatte.

Beivik hatte im Sommer 2011 eine Bombe im Osloer Regierungsviertel gezündet und in einem Jugendlager der Arbeiterpartei auf der Insel Utöya wahllos Jugendliche niedergeschossen. 77 Menschen starben. Sein Motiv war Fremdenhass. Er hat seine Tat nie bereut, wie er betonte.

Gesundheit

IT

25 Jahre Navi: Als die Karten sprechen lernten

Mit der Vorstellung der ersten serienreifen Navigationssysteme für Autos ist vor 25 Jahren eine kleine Revolution eingeläutet worden. Was bei heutigen Smartphones Standard ist, war damals teuer und kompliziert: Die ersten kommerziellen Modelle mussten noch mit Kompass und Radsensoren navigieren und nutzten Kassetten für die Datenspeicherung. Mit der Öffnung der vom US-Militär gesteuerten Satellitennavigation GPS für eine genauere zivile Nutzung wurde die Technologie erschwinglicher. Mittlerweile finden sich Navigationsanwendungen in vielen Bereichen, mitunter auch ungewollt.

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Kultur

„Kultur.montag“: Haute Couture und Spitzentanz

Sie sind die wohl am besten gekleideten Balletttänzer der Welt: die Mitglieder des Corps de ballett der Wiener Staatsoper werden Jahr für Jahr von internationalen Stardesignern wie Valentino, Vivienne Westwood und Christian Lacroix für die Balletteinlagen des Neujahrskonzerts ausgestattet.

Für die nächste Ausgabe des kulturellen Großereignisses kommen die Tiroler Designerinnen von Elfenkleid und der aus Bulgarien stammende Petar Petrov zum Zug. „Kultur.montag“ präsentiert die Entwürfe und zeigt erste Ausschnitte aus den Balletteinlagen.

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Tango-Texter Horacio Ferrer gestorben

Der uruguayische Dichter und Tango-Texter Horacio Ferrer ist im Alter von 81 Jahren in seiner Wahlheimat Argentinien gestorben. Er sei in einem Krankenhaus in Buenos Aires einem Herzleiden erlegen, teilte der Kulturminister der Stadt, Hernan Lombardi, gestern (Ortszeit) mit. Ferrer war vor allem als Texter der Tangos von Astor Piazzolla (1921 bis 1992) berühmt geworden.

Zusammen mit dem argentinischen Komponisten hatte er die Tango-Oper „Maria de Buenos Aires“ geschrieben. Das 1968 uraufgeführte Werk erzählt von einem Frauenschicksal in Buenos Aires.

Ferrer schrieb auch die Texte von Piazzolla-Klassikern wie „Balada para un loco“ und „Chiquilin de Bachin“. Der Autor stammte aus Uruguay, hatte aber in der 1980er Jahren die argentinische Staatsbürgerschaft angenommen. Er schrieb zudem mehrere Tango-Bücher und war bis zu seinem Tod Präsident der von ihm gegründeten Nationalen Tango-Akademie.

Lifestyle

Spaniens Lotterie schüttet Milliardengewinne aus

Geldregen über Spanien: Zwei Tage vor Weihnachten hat die traditionelle Weihnachtslotterie dem krisengeschüttelten Land zu einer vorzeitigen Bescherung verholfen.

Bei der heutigen Ziehung im Madrider Opernhaus Teatro Real wurden Gewinne von insgesamt 2,2 Milliarden Euro ausgeschüttet. Die vor über 200 Jahren geschaffene Lotterie ist die größte und älteste der Welt.

Wie die staatliche Lotteriegesellschaft LAE mitteilte, gaben die Spanier in diesem Jahr 4,6 Prozent mehr Geld für Lose aus als 2013. Damit wurde der von der Wirtschaftskrise ausgelöste Abwärtstrend gestoppt. Davor waren die Ausgaben für Lose der Weihnachtslotterie sechs Jahre lang ständig zurückgegangen.

Gewinnerlos 160-mal verkauft

Der Hauptgewinn, genannt „El Gordo“ („Der Dicke“), fiel auf die Lose mit der Nummer 13.437. Lose mit dieser Nummer waren in verschiedenen Gegenden Spaniens verkauft worden, unter anderem in Madrid, Cadiz, Murcia und La Rioja. Der Gewinn für „El Gordo“ beträgt vier Millionen Euro für ein ganzes Los. Er wird 160-mal ausgezahlt, da von jeder Nummer 160 Lose verkauft wurden.

In der Praxis kaufen die Spanier jedoch in der Regel keine ganzen Lose zu einem Preis von jeweils 200 Euro, sondern geben sich mit Zehntellosen für je 20 Euro zufrieden. Für die gibt es dann auch nur ein Zehntel des Gewinns - also 400.000 Euro.

Leute

Jackie Chans Sohn wegen Drogenvergehen angeklagt

Der Sohn des Schauspielers Jackie Chan ist in Peking wegen Drogenvergehen angeklagt worden. Der 32-jährige Jaycee Chan habe anderen für Drogenkonsum Unterschlupf gewährt, warfen ihm die Ermittler vor, wie die Staatsanwaltschaft im Internet mitteilte. Im schlimmsten Fall könnte Chan dafür mit drei Jahren Haft bestraft werden.

Der Schauspieler und Stuntman Chan (60) aus Hongkong genießt in China großes Ansehen. 2009 wurde der Hollywood-Star zum „Botschafter“ einer Drogenbekämpfungskampagne der chinesischen Polizei erkoren, um die Öffentlichkeit über die Gefahren von Drogen aufzuklären.

Der 60-Jährige, der sich wiederholt hinter die Politik der kommunistischen Führung in Peking gestellt hat, verfolgt lukrative Werbeverträge in China und ist auf vielen Werbeplakaten zu sehen.