Ausland

Parlamentswahl: Hardliner polarisiert Indien

Die Mammutwahl in Indien ist in ihre entscheidende Phase getreten. Gestern waren 166 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen. Gewählt wurde in 121 von 543 Wahlkreisen. An keinem anderen Tag der insgesamt fünf Wochen andauernden Abstimmung konnten so viele Wahlberechtigte ihre Stimme abgeben. Mittlerweile zeichnet sich immer deutlicher ein Sieg der oppositionellen hindunationalistischen Partei BJP ab. Die Ghandi-Familie der regierenden Kongresspartei (INC) schießt sich daher immer mehr auf BJP-Chef Narendra Modi ein. Und der vermutlich neue starke Mann Indiens sorgt auch im Ausland für Besorgnis.

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Türkische Regierung gibt Geheimdiensten mehr Macht

Das türkische Parlament hat eine umstrittene Geheimdienstreform gebilligt, die die Befugnisse des nationalen Nachrichtendienstes (MIT) erheblich ausweitet. Medienberichten zufolge wurde der Gesetzestext gestern nach einer tumultartigen Debatte mit der absoluten Mehrheit der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan angenommen. So hat der MIT nun weitgehend freie Hand für Spionageaktivitäten im In- und Ausland.

Dazu gehören das Abhören von Privattelefonaten und das Sammeln von geheimdienstlichen Erkenntnissen mit Bezug auf „Terrorismus und internationale Verbrechen“. Bisher war für jeden Fall eine gerichtliche Genehmigung erforderlich. Außerdem werden Gefängnisstrafen für Journalisten eingeführt, die vertrauliche Geheimdienstinformationen veröffentlichen.

Kritik an Erdogan wächst

Erdogan, der wegen eines bis in die Regierung hineinreichenden Korruptionsskandals unter Druck geraten ist, steht derzeit im In- und Ausland wegen verschiedener Maßnahmen in der Kritik. Unlängst trat ein Gesetz zur Verschärfung der Internetkontrolle in Kraft. Es folgte auf ein neues Justizgesetz, das den Einfluss der Regierung auf die Ernennung von Richtern und Staatsanwälten erweitert.

Atomstreit mit Iran entspannt sich: USA lockern Sanktionen

Die USA haben - wie vereinbart - ihre Sanktionen gegen den Iran weiter gelockert. Die Islamische Republik könne damit auf 450 Mio. Dollar (325 Mio. Euro) zugreifen, die bisher gesperrt waren, teilte das US-Außenministerium gestern in Washington mit.

Teheran habe weitere Teile der Abmachung erfüllt, sein umstrittenes Atomprogramm zurückzufahren. „Bis jetzt haben alle Seiten ihre Verpflichtungen des gemeinsamen Aktionsplans eingehalten“, so das US-State Department.

IAEA bestätigt „Abrüstung“

Zuvor hatte es unter Berufung auf die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) geheißen, der Iran halte sich bei der Verringerung seiner Bestände an potenziell waffenfähigem Uran weiterhin an die Vereinbarungen. Rund 75 Prozent der ursprünglich 200 Kilogramm hochangereicherten Urans seien inzwischen verdünnt oder in Uranoxid umgewandelt.

Der Iran muss laut Genfer Zwischenabkommen binnen sechs Monaten seine besonders heiklen Bestände abgebaut haben. Er hat für die restlichen 50 Kilogramm noch Zeit bis zum 20. Juli. Die Vertragstreue Teherans spielt eine wesentliche Rolle für die laufenden Verhandlungen des Iran mit den UNO-Vetomächten sowie Deutschland (5+1-Gruppe). Die Gesprächspartner wollen bis zum Sommer eine umfassende Lösung des Streits über das iranische Atomprogramm finden.

USA werfen „Hassprediger“ Abu Hamza Terrorismus vor

Im Prozess gegen den islamischen „Hassprediger“ Abu Hamza hat die US-Staatsanwaltschaft dem 56-Jährigen die Verbreitung von Terrorismus zur Last gelegt. Der Angeklagte sei ein „globaler Exporteur von Gewalt“ gewesen und habe seine Religion als „Deckmantel“ benutzt, sagte Staatsanwalt Edward Kim in seinem Eröffnungsplädoyer gestern in New York.

Dem gebürtigen Ägypter mit britischem Pass wird vorgeworfen, 1998 an einer tödlichen Geiselnahme westlicher Touristen im Jemen beteiligt gewesen zu sein. Die Verteidigung wies die Anschuldigungen zurück. Anwalt Joshua Dratel betonte, sein Mandant gehöre weder dem Terrornetzwerk Al-Kaida noch den radikalislamischen Taliban an.

Jahrelanges Tauziehen um Auslieferung

Der Prozess vor einem US-Bundesgericht in Manhattan hatte am Montag mit der Auswahl der Geschworenen begonnen und soll rund vier Wochen dauern. Abu Hamza hatte sich für nicht schuldig erklärt. Der radikale Islamprediger, der während des Afghanistan-Krieges gegen die Sowjetunion in den 1980er Jahren beide Hände und ein Auge verlor, war vor 18 Monaten nach jahrelangem juristischem Tauziehen von Großbritannien an die USA ausgeliefert worden.

Bei einem Schuldspruch droht dem Angeklagten lebenslange Haft. In Großbritannien saß Hamza bereits wegen des Aufrufs zum Rassenhass und zu Mordanschlägen eine siebenjährige Haftstrafe ab. Als Imam der Moschee von Finsbury Park im Norden Londons hatte er radikalislamische und antiamerikanische Brandreden gehalten.

Algerische Präsidentenwahl von Gewalt überschattet

Überschattet von Zusammenstößen hat gestern in Algerien die Präsidentschaftswahl stattgefunden. In zwei Dörfern östlich der Hauptstadt Algier lieferten sich Polizei und Jugendliche, die die Abstimmung stören wollten, Auseinandersetzungen. In der Region, die als Hochburg der Opposition gilt, wurden mehrere Wahlurnen angezündet. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Als großer Favorit unter den sechs Kandidaten galt trotz seiner Abwesenheit im Wahlkampf der gesundheitlich stark angeschlagene Amtsinhaber Abdelaziz Bouteflika. Der 77-Jährige ist nach einem Schlaganfall im vergangenen Jahr kaum noch in der Lage, öffentlich aufzutreten, und musste seine eigene Stimme im Rollstuhl abgeben. Seine Anhänger verehren Bouteflika dennoch als Garanten für Stabilität und Unabhängigkeit. Er führt das Land bereits seit 1999.

Per Verfassungsänderung zum Langzeitmachthaber

Nach Zwischenergebnissen des Innenministeriums gaben bis zum frühen Nachmittag rund 23 Prozent der rund 23 Mio. Wahlberechtigten ihre Stimme ab. 2009 hatte die offizielle Wahlbeteiligung am Ende bei 75 Prozent gelegen. Die Wahllokale in den meisten Regionen schlossen um 20.00 Uhr (MESZ).

Von den fünf Gegenkandidaten des amtierenden Staatschefs wurden bei der Wahl allenfalls dem 69-jährigen früheren Ministerpräsidenten Ali Benflis Außenseiterchancen eingeräumt. Die einzige Frau im Rennen, die Vorsitzende der Arbeiterpartei, Louisa Hanoune, war bereits bei den vorangegangenen Wahlen 2004 und 2009 nicht über ein einstelliges Ergebnis hinausgekommen.

Bouteflika selbst ist Mitglied der früheren Einheitspartei Nationale Befreiungsfront (FLN). Er hatte 2008 über eine Verfassungsänderung den Weg zu einer möglicherweise lebenslangen Amtszeit des Präsidenten freigemacht. Ursprünglich war diese auf maximal zehn Jahre begrenzt gewesen.

Inland

Gusenbauer als Berater für Kurz im Gespräch

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) wird künftig ein prominentes Beratergremium, dem auch Ex-SPÖ-Kanzler Alfred Gusenbauer angehören soll, zur Seite stehen. Es gebe bereits „losen Kontakt“ zu den Experten aus den verschiedenen Bereichen, dieser soll nun „institutionalisiert“ werden, bestätigte Kurz-Sprecher Gerald Fleischmann gegenüber der APA einen Bericht des „Kurier“ (Donnerstag-Ausgabe).

Neben Gusenbauer gehören dem „Kurier“ zufolge auch noch der frühere Generalsekretär des Außenamtes, Albert Rohan, die Leiterin des Jüdischen Museums der Stadt Wien, Danielle Spera, die Unternehmensberaterin Antonella Mei-Pochtler, Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler, Ex-EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner, Ex-Kommissar Franz Fischler (beide ÖVP) sowie der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, dem Beratungsgremium an.

Hausinterner "Thinktank zur Unterstützung

Fleischmann betonte, dass es nicht nur diese acht Berater gebe, sondern auch noch „viele andere“, die „ehrenamtlich“ je nach Thema hinzugezogen werden können. Ein Schwerpunkt werde der Westbalkan sein.

Der Einsatz des Beratergremiums ist einer von drei Schritten, das Außenministerium zu modernisieren. Ein hausinterner „Thinktank“ unter der Leitung von Spitzendiplomaten Alexander Schallenberg und die Öffnung des Hauses für Debatten und Veranstaltungen sollen künftig die Arbeit von Kurz unterstützen.

Ausbau der Kinderbetreuung: Einigung mit Ländern

Versprochen waren die 350 Millionen Euro für den Ausbau der Kinderbetreuung schon länger, nun hat sich Familienministerin Sophie Karmasin mit den Ländern auf die Modalitäten der Ausschüttung geeinigt. Das berichteten mehrere Medien gestern Abend. Einer der Eckpunkte: Wie von Karmasin bereits im Vorfeld angedeutet, wird der Kofinanzierungsanteil der Länder von 50 auf 35 Prozent gesenkt.

Laut Informationen auf der ÖVP-Website bringt die Einigung, die in einer 15a-Vereinbarung münden soll, flexiblere Öffnungszeiten, einen besseren Betreuungsschlüssel und eine kindgerechte Ausstattung der Kindergärten. Bei den unter Dreijährigen soll das Barcelona-Ziel, also eine Betreuungsquote von 33 Prozent, geschafft werden. Die 350 Mio. Euro sind für die Dauer der Legislaturperiode vorgesehen.

Konkret soll der Betreuungsschlüssel künftig bei Krippen 1:4, bei Kindergärten 1:10 betragen. Erstmals können Bundesmittel nicht nur Kindergartenpädagogen, sondern auch Hilfskräfte finanziert werden. Neu ist zudem, dass gemeindeübergreifende Angebote mit Bundesmitteln gefördert werden, und bei Tageseltern gibt es erstmals Lohnkostenzuschüsse von maximal 10.000 Euro pro Jahr. Mittels Investitionskostenzuschuss fließt nun auch Geld etwa für zusätzliche Bewegungsräume oder die kindgerechte Gestaltung des Außengeländes.

Sport

Fußball: Trainer Schmidt lässt Salzburg im Dunkeln

Der 6:0-Sieg im ÖFB-Cup-Viertelfinale beim WAC hat die Trainerfrage bei Red Bull Salzburg nur für kurze Zeit in den Hintergrund gedrängt. Roger Schmidt könnte den Meister trotz der großen Erfolge nach der Saison verlassen - Angebote aus der deutschen Bundesliga sorgen beim 47-Jährigen für Stirnrunzeln.

„Eine schwierige Entscheidung, daher muss ich mir das reiflich überlegen“, sagte der Deutsche, der seinen Vertrag in Salzburg zwar im Dezember bis 2016 verlängerte, aber eine Ausstiegsklausel haben soll. Das angestrebte Cupfinale könnte somit Schmidts Abschiedsspiel sein.

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Billard: Langsamer Abschied der Snooker-Ikone Steve Davis

Er war sechsmal Weltmeister und gilt als einer der besten Snooker-Spieler aller Zeiten, bei der morgen in Sheffield beginnenden WM ist Steve Davis aber nur Zuschauer. Der 56-jährige Engländer verpasste die Qualifikation und verlor dadurch erstmals nach 36 Jahren auch seinen Platz unter den besten 64 Spielern, die bei den großen Turnieren startberechtigt sind. Damit verliert Davis auch seinen Profistatus und gilt nun formal als Amateur. Seine Karriere will er noch nicht beenden, in welcher Form sie weitergeht, ist allerdings offen.

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Wirtschaft

Hypo Alpe-Adria: Italien-Tochter als „Unsicherheitsfaktor“

Vor der Zerschlagung der Hypo Alpe-Adria in Abbaugesellschaft und verkaufsfertige Südosteuropasparte wartet im Süden noch ein Problem auf seine Lösung: Die von einem Leasingskandal geschüttelte Italien-Tochter muss abgewickelt werden - oder verkauft.

Hypo-Chef Alexander Picker nannte die Italien-Operation gestern noch einen „Unsicherheitsfaktor“ und „eines der großen Probleme“. Die Bank dort darf, wie von der EU vorgegeben, kein Neugeschäft mehr machen, hat aber noch Kundeneinlagen und aushaftende Kredite. Die operative Bank in Udine darf als „reguliertes“ Kreditinstitut nicht in eine unregulierte Abwicklungsgesellschaft, wie sie bis September unter dem Dach der ÖIAG für den gesamten Abbau der Hypo Alpe-Adria in Österreich installiert werden soll.

Um Lösungen wird gerungen. Laut Picker könnte die Italien-Bank dereguliert, also ihrer Banklizenz entledigt werden, dann wisse man nicht, was mit den Einlagen zu tun sei. Sie könnte vielleicht doch noch verkauft werden - entweder ganz oder in Einzelteilen. Ein Verkauf wäre für Picker „das Schönste und Eleganteste“. Zumindest ein Teil könnte in die neue Abbaugesellschaft wandern. Klappt es bis September nicht, für die Italientochter eine Lösung hinzukriegen, „dann hängt eine italienische Bank direkt an der Republik Österreich“, meinte Picker heute: „Aber wir arbeiten an einer Lösung, ich sehe das optimistisch, dass wir das in trockene Tücher bekommen.“

Aktie des Twitter-Pendants Weibo nach IPO rasant gestiegen

Die Aktie des chinesischen Twitter-Pendants Weibo ist bei ihrem Börsendebüt in den USA rasant in die Höhe geschossen. Zeitweise verteuerte sich das Papier gestern um mehr als 40 Prozent.

Allerdings hatte der Kurznachrichtendienst zuvor einen Dämpfer erlitten, als er den Ausgabepreis am untersten Ende der von 17 bis 19 Dollar reichenden Preisspanne ansetzte und statt der angestrebten 20 Aktien nur 16,8 Millionen bei Investoren unterbrachte. Darin spiegelten sich Sorgen wider, dass sich das Kundenwachstum abschwächen und die Medienzensur in der Volksrepublik die Geschäfte beeinträchtigen könnten.

Das dem Internetportal Sina gehörende Unternehmen zählte im März rund 144 Millionen aktive Nutzer. Im vergangenen Jahr verdreifachte die 2009 gegründete Firma ihren Umsatz nahezu auf 188 Mio. Dollar (knapp 136 Mio. Euro).

Frühe Spargelernte im Burgenland

Die Spargelernte im Seewinkel (Burgenland) hat um drei Wochen früher als sonst begonnen. Die Qualität ist ausgezeichnet. Geliefert wird das Gemüse an die Gastronomie rund um den Neusiedler See, in die Thermenregion und ins Südburgenland.

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Chronik

Drohender Vulkanausbruch in Peru

Die peruanischen Behörden bringen tausende Menschen vor einem drohenden Vulkanausbruch in Sicherheit. Etwa 4.000 Bewohner müssen das Gebiet um den seit Tagen aktiven Vulkan Ubinas im Süden des Landes verlassen, wie die Regierung in Lima gestern mitteilte. Ein Gebiet im Umkreis von 20 Kilometer um den Vulkan sei bereits mit Asche bedeckt.

Asche und Rauch drohten die Gesundheit der Dorfbewohner zu gefährden, sagte Agrarminister Juan Benites der staatlichen Nachrichtenagentur Andina. Außer den Bewohnern werden laut Benites auch rund 30.000 Tiere in Sicherheit gebracht. Am Dienstag hatte die Regierung wegen der verstärkten Aktivität des Ubinas einen dreimonatigen Ausnahmezustand für die Region erklärt.

Südkorea: Wut bei Angehörigen nach Fährunglück

Nach dem schweren Fährunglück vor der südkoreanischen Küste schwindet für die fast 290 nach wie vor vermissten Passagiere Stunde um Stunde die Chance auf Rettung - so wie Verzweiflung und Wut ihrer Angehörigen wachsen. Nach der Katastrophe vom Mittwoch suchten Marine und Küstenwache auch im Dunkeln mit Tauchern und Scheinwerfern, aber schlechtes Wetter und starker Seegang behinderten die Arbeiten stark. Angehörige sollen auf eigene Faust an der Unglücksstelle zu suchen begonnen haben, der Kapitän muss sich schwere Vorwürfe gefallen lassen. Angehörige attackierten bei einer Trauerfeier Regierungsvertreter und Premierminister Chung Hong Won.

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Rumänien will Ceausescu-Palast verkaufen

Ein Vierteljahrhundert nach der Wende wird der Bukarester Wohnpalast des kommunistischen Diktators Nicolae Ceausescu (1918 - 1989) zum Verkauf angeboten. Der Staat wolle sich dessen Unterhalt nicht mehr leisten, berichtete die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax gestern.

Während der blutigen Wende in Rumänien im Dezember 1989 hatten Aufständische diesen Palast gestürmt und darin unter anderem goldene Wasserhähne entdeckt. Ceausescu und seine Frau Elena waren am 25. Dezember 1989 nach einem Scheinprozess erschossen worden.

Das unter dem Namen „Frühlingspalast“ (Palatul Primaverii) bekannte Gebäude wurde 1965 auf Weisung Ceausescus gebaut und verfügt über ein Schwimmbecken, eine Sauna und ein Solarium. Die Innenausstattung samt Wandmosaiken hat die Frau des Diktators persönlich bestimmt. Seit der Wende wird das Haus zur Unterbringung von Staatsgästen benutzt.

Italiens Regierung versteigert Ministerlimousinen auf eBay

Im Rahmen der Sparmaßnahmen der italienischen Regierung sind 52 schwere Ministerlimousinen beim Onlineauktionshaus eBay versteigert worden.

Insgesamt flossen 371.400 Euro in die Staatskassen, wie die Regierung in Rom mitteilte. Mehr als eine Million Internutzer schauten sich die Wagen an, darunter die Marken Alfa Romeo, Lancia und Audi.

Auch Maseratis unter dem eBay-Hammer

Auf der Seite wurde allerdings nicht preisgegeben, wer das jeweilige Fahrzeug genutzt hatte. Noch lukrativer dürfte es Ende April werden: Dann will Rom ebenfalls auf eBay neun Maserati des Verteidigungsministeriums versteigern. Insgesamt sollen bis Mitte Mai 151 Staatskarossen auf diese Weise den Besitzer wechseln.

Der neue Regierungschef Matteo Renzi hatte Anfang März einen umfangreichen Sparplan verkündet. Er will unter anderem auf längere Sicht die Verwaltung deutlich reformieren.

Handyrechnung von 25.000 Euro: AK verliert

Die Arbeiterkammer (AK) ist in ihrem Kampf gegen eine 25.000 Euro teure Handyrechnung nun endgültig abgeblitzt. Nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen Sachwuchers Ende Juni eingestellt hatte, bestätigt das nun auch das Landesgericht.

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Tote bei Frontalkollision in Oberösterreich

Ein Mädchen und ein Bub haben gestern ihre 64 Jahre alte Großmutter bei einem Autounfall in Eberstalzell (Oberösterreich) verloren. Ein 31-jähriger Lenker war frontal mit dem Wagen der Frau kollidiert, in dem auch die Kinder saßen und verletzt wurden.

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Kultur

Starmusiker „Cheo“ Feliciano bei Autounfall gestorben

Der puertoricanische Salsa- und Bolero-Star Jose Luis „Cheo“ Feliciano ist tot. Der Musiker starb am Mittwoch bei einem Autounfall in der Hauptstadt San Juan, wie lokale Medien gestern berichteten. Laut einem Polizeibericht prallte der 78-Jährige mit seinem Auto gegen einen Strommast und erlitt dabei tödliche Kopfverletzungen.

„Cheo“ Feliciano war ein beliebter Komponist und Sänger in Puerto Rico. Mit seinem Spitznamen wollte er sich von seinem gleichnamigen blinden Landsmann Jose Feliciano („Feliz Navidad“) abheben, mit dem er nicht verwandt war.

Im Alter von 17 Jahren zog er nach Spanish Harlem in New York, wo er seine Laufbahn als Schlagzeuger begann. Seine Salsa- und Bolero-Songs machten ihn später in ganz Lateinamerika berühmt. Laut der Zeitung „El Nuevo Día“ wollte Feliciano für einen Auftritt nach Mexiko reisen.

Science

Erster erdgroßer Planet in bewohnbarer Zone

US-Astronomen haben nach eigenen Angaben erstmals einen erdgroßen Planeten in der bewohnbaren Zone rund um einen anderen Stern entdeckt. Wasser könnte auf der fernen Welt flüssig sein - und das ist die Grundvoraussetzung für Leben.

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Stress ist offenbar ansteckend

Nicht nur Gähnen, auch Stress kann ansteckend sein. Wer selbst entspannt sei, für den könne es stressig werden, wenn er einen anderen Menschen in einer angespannten Situation sehe, berichteten Forscher aus Leipzig und Dresden gestern.

Allein die Beobachtung reiche oftmals, damit der eigene Körper das Stresshormon Kortisol ausschütte, ergänzte das Team um Tania Singer vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (Leipzig) und Clemens Kirschbaum von der Technischen Universität Dresden. Die Wissenschaftler nennen das empathischen Stress.

Bei einem Stresstest mussten Probanden etwa schwierige Kopfrechenaufgaben lösen und Bewerbungsgespräche meistern. Bei insgesamt 26 Prozent der Beobachter stieg daraufhin der Kortisolwert an. Waren die Zuschauer in einer partnerschaftlichen Beziehung mit den Probanden verbunden, so reagierten 40 Prozent auf diese Weise. Bei fremden Menschen sprang der Stress immerhin noch auf zehn Prozent der Beobachter über.

IT

Facebook zeigt in den USA Freunde in der Nähe

Das Soziale Netzwerk Facebook gibt seinen Nutzern in den USA die Möglichkeit zu sehen, welche Freunde in ihrer Nähe sind. Dafür müssen sie die gestern vorgestellte Funktion in der Facebook-App einschalten.

Danach sieht man zunächst die Namen und die Entfernung zu den Facebook-Freunden und kann ihnen für einen bestimmten Zeitraum den exakten eigenen Aufenthaltsort anzeigen lassen. Facebook sucht damit einen eigenen Weg unter solchen ortsbezogenen Diensten. Beim Anbieter Foursquare etwa ist es notwendig, sich an jedem Ort „einzuchecken“. Bei Apples „Freunde“-App hingegen sind automatisch immer die aktuellen Aufenthaltsorte auf einer Karte zu sehen.

Stromschlaggefahr bei Nokia-Tablet Lumia 2520

Nokia hat einem Reuters-Bericht zufolge den Verkauf des Tablets Lumia 2520 in mehreren Ländern Europas gestoppt und Kunden vor der Verwendung des zugehörigen Ladegeräts gewarnt. Bei dem Gerät könne sich die Abdeckung lösen, und dann bestehe die Gefahr eines Stromschlags, erklärte der Konzern den Angaben zufolge gestern.

Betroffen seien etwa 30.000 Ladegeräte des Typs AC-300, darunter 600 Reisestecker. Betroffen seien Kunden in Österreich, Deutschland, Dänemark, Finnland, Russland, der Schweiz, Großbritannien und den USA.

Das Lumia 2520 gehörte zu den letzten Geräten, die Nokia vor dem Verkauf seiner Handysparte an Microsoft entwickelte.

Religion

Papst Franziskus zelebrierte traditionelle Fußwaschung

Papst Franziskus hat gestern bei der traditionellen Abendmahlmesse am Stadtrand von Rom zwölf Behinderten eines Therapiezentrums die Füße gewaschen. Unter den 16 bis 86 Jahre alten Menschen, an denen der Papst die Demutsgeste kniend und ohne Kopfbedeckung vollzog, war auch ein libyscher Muslim. In der bewegenden Zeremonie küsste der Papst die Füße der Behinderten.

„Wir müssen einander dienen“, sagte er in einer frei gehaltenen kurzen Predigt. Diener in Liebe zu sein sei ein Erbe Jesu, jeder solle in seinem Herzen an die anderen denken und überlegen, wie er ihnen dienen könne.

Leute

Chelsea Clinton erwartet erstes Kind

Chelsea Clinton, die Tochter von Ex-Präsident Bill Clinton und der früheren Außenministerin Hillary Clinton, erwartet ihr erstes Kind. Die 34-Jährige machte den Nachwuchs gestern bei einer Veranstaltung der Clinton-Stiftung in New York öffentlich, an der sie mit ihrer Mutter teilnahm. Chelsea Clinton ist seit 2010 mit dem Banker Marc Mezvinsky verheiratet.

„Marc und ich sind sehr aufgeregt, dass später in diesem Jahr unser erstes Kind kommt“, sagte Clinton. Ob das Paar einen Sohn oder eine Tochter erwartet, verriet sie dem Publikum bei der Veranstaltung für Frauenrechte nicht.

Stolze Großeltern in spe

Hillary Clinton, die als mögliche Kandidatin der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2016 gilt, verfolgte die Äußerungen ihrer Tochter mit stolzem Blick. In Interviews hatte sie mehrfach gesagt, dass sie es kaum erwarten könne, Großmutter zu werden. Bill Clinton erklärte auf dem Onlinedienst Twitter, er freue sich darauf, Großvater zu werden. „Ich freue mich so für Chelsea und Marc.“