Ausland

Mehr als 45.000 Menschen flohen vor Unruhen aus Gambia

In den vergangenen Tagen sind nach Angaben der UNO mehr als 45.000 Menschen aus dem westafrikanischen Gambia geflohen. Sie seien nun im Nachbarland Senegal, teilte das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Genf heute mit.

Rot-Kreuz-Mitarbeiter mit gambischen Flüchtlingen

APA/AFP/Seyllou

Weitere 800 Menschen seien nach Guinea-Bissau geflohen. In Gambia tobt ein Machtkampf zwischen dem abgewählten Präsidenten Yahya Jammeh und seinem Nachfolger Adama Barrow.

Ultimatum verstrichen

Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) hat Jammeh ein Ultimatum bis Mittag gesetzt, das jedoch verstrich. „Die nächsten Tage werden entscheidend sein“, sagte das UNHCR in Genf. „Sollte die Krise nicht bald friedlich beigelegt werden, dürften weitere Menschen das Land verlassen.“ Die senegalesischen Behörden hielten Hilfe für 100.000 Flüchtlinge bereit.

Der mit harter Hand regierende Jammeh hatte seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl Anfang Dezember zunächst eingestanden. Eine Woche später verlangte er aber plötzlich eine Wiederholung und reichte beim Obersten Gerichtshof eine Klage gegen das Ergebnis ein. Seitdem weigert er sich, seinen Posten zu räumen. Barrow wurde gestern in der gambischen Botschaft in Dakar eingeschworen.

USA beginnen Seemanöver mit Südkorea und Japan

Die US-Streitkräfte haben ein gemeinsames Seemanöver mit Südkorea und Japan zur Abwehr nordkoreanischer Raketen begonnen. Das dreitägige Manöver, bei dem die Ortung und Verfolgung von Raketen geübt werden soll, finde „in der Umgebung der koreanischen Halbinsel“ statt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul heute mit.

Es ist die dritte derartige Seeübung der US-Marine mit den Seestreitkräften der beiden ostasiatischen Verbündeten. Im Juni und November des vergangenen Jahres gab es ähnliche gemeinsame Manöver der drei Länder, um Nordkorea abzuschrecken.  

Angespanntes Verhältnis

Die Spannungen in der Region hatten sich im vergangenen Jahr nach zwei Atomtests und mehr als 20 Raketentests Nordkoreas deutlich erhöht. Südkoreanische Medien hatten gestern unter Berufung auf Militärkreise berichtet, Nordkorea bereite möglicherweise den Start zweier Interkontinentalraketen (ICBM) vor. Es wäre der erste Test nordkoreanischer ICBMs. 

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte in einer Neujahrsansprache gesagt, sein Land sei in der Endphase der Vorbereitungen für den Teststart einer ICBM. Das kommunistische Regime in Pjöngjang ist wegen seines Atom- und Raketenprogramms international isoliert.

Rätselhafter Absturz: Brasilianischer „Korruptionsjäger“ tot

Der für Korruptionsermittlungen gegen brasilianische Politiker zuständige Bundesrichter Teori Zavascki ist unter bisher ungeklärten Umständen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Heute wurde die Leiche des 68-Jährigen aus dem Atlantik bei der Stadt Paraty im Teilstaat Rio de Janeiro geborgen.

Bergung des abgestürzten Flugzeugs vor der Küste Brasilien

Reuters/Bruno Kelly

Insgesamt starben fünf Menschen. Das Kleinflugzeug stürzte aus Sao Paulo kommend rund zwei Kilometer von der Landepiste entfernt ab.

Sohn „hofft“ auf Unfall

Zavasckis Sohn sprach von zahlreichen Bedrohungen in letzter Zeit. „Ich hoffe, dass es ein Unfall war, es wäre eine Katastrophe für das Land, wenn ein Richter des Obersten Gerichtshofs ermordet würde“, sagte Francisco Prehn Zavascki dem Radiosender Estadao.

In Sozialen Netzwerken in Brasilien waren Verschwörungstheorien im Umlauf, weil Zavascki die Ermittlungen am Obersten Gerichtshof im größten Korruptionsskandal des Landes steuerte, der „Lava-Jato“-Affäre.

Teori Zavascki

AP/Eraldo Peres

Er galt als jemand, der auf große Namen in dem milliardenschweren Skandal keine Rücksicht nimmt. In Kürze sollten Verfahren gegen Hunderte Politiker in die entscheidende Phase treten. Auch Mitglieder der Regierung des neuen konservativen Präsidenten Michel Temer - bis hin zu Temer selbst - stehen unter Verdacht, in die Affäre um Schmiergeldzahlungen bei öffentlichen Auftragsvergaben verwickelt zu sein.

Mexiko: „El Chapo“ droht in USA nicht die Todesstrafe

Der an die USA ausgelieferte Drogenboss Joaquin „El Chapo“ Guzman kann nach Auffassung der mexikanischen Behörden nicht zum Tode verurteilt werden. „In allen Auslieferungsgesuchen hat die US-Regierung garantiert, dass er nicht hingerichtet wird“, sagte der für internationale Angelegenheiten zuständige Staatsanwalt Alberto Elias Beltran heute im Fernsehsender Foro TV.

Joaquin Guzman alias El Chapo zwischen zwei US-Polizisten

AP/U.S. law enforcement

Auch im bilateralen Auslieferungsvertrag zwischen Mexiko und den USA ist die Todesstrafe explizit ausgeschlossen.

Gegen den früheren Chef des Sinaloa-Kartells liegen sechs Anklagen in verschiedenen US-Bundesstaaten vor. Unter anderem werden ihm in Texas Mord, Drogenhandel, organisierte Kriminalität und Geldwäsche zur Last gelegt. Da in Texas bei Mord die Todesstrafe verhängt werden kann, mussten die US-Behörden Mexiko garantieren, dass Guzman nach seiner Auslieferung und einem Schuldspruch nicht hingerichtet wird. Angesichts der schweren Vorwürfe droht ihm allerdings eine sehr lange Haftstrafe.

Ukraine stoppt Mauerbau an Grenze zu Russland

Die Ukraine hat den Bau einer Mauer an der Grenze zu Russland überraschend eingestellt. „Es gibt keine Finanzierung für das Projekt, daher wird es im Charkiwer Gebiet nicht fortgesetzt“, sagte heute die Gouverneurin der Region Charkiw, Julia Swetlitschnaja, ukrainischen Medien zufolge. Es würden lediglich die bereits bestehenden Bauten, darunter 31 Stützpunkte der Grenztruppen, weiter genutzt.

Das 2014 vom damaligen Regierungschef Arseni Jazenjuk vorgestellte Projekt „Europäischer Wall“ sollte die knapp 2.000 Kilometer lange Landgrenze zum verfeindeten Nachbarn Russland mit Wachtürmen, Signalsystemen und Gräben befestigen. Damit wollte die Ukraine verhindern, dass Kämpfer und Waffen für die moskautreuen Separatisten in das Kriegsgebiet Donbass gelangen.

Ende 2016 waren dem Grenzschutz zufolge bereits 265 Kilometer Panzergräben, 41 Kilometer Sandstreifen und 75 Kilometer Zaun fertiggestellt. Über etwas mehr als 400 Kilometer Grenze in den Gebieten Donezk und Luhansk verlor Kiew im Sommer 2014 die Kontrolle an die von Moskau unterstützten Aufständischen.

IS setzt Zerstörung von Palmyra fort

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Zerstörungen in der antiken syrischen Oasenstadt Palmyra fortgesetzt. Im Visier diesmal: das Amphitheater. Ziel der Angriffe war etwa die Fassade. Bereits zuvor hatte die Terrormiliz den Baal-Tempel, den Triumphbogen und die Säulenstraße der Stadt schwer beschädigt. Der IS tötete unterdessen erneut mehrere Gefangene in der antiken Stadt.

Mehr dazu in Fassade und Tetrapylon beschädigt

Fünf türkische Soldaten bei Bombenanschlag getötet

Bei einem Bombenanschlag in Nordsyrien wurden unterdessen mindestens fünf türkische Soldaten getötet. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die türkische Militärführung meldete, seien neun weitere Soldaten bei dem von der Terrormiliz verübten Autobombenanschlag nahe der vom IS gehaltenen Stadt al-Bab verwundet worden.

Mehr als 40 türkische Soldaten wurden seit Beginn der Bodenoffensive, mit der die Türkei Rebellen in Syrien seit August unterstützt, getötet. Den Verbündeten ist es im Zuge der Operation „Schutzschild Euphrat“ gelungen, den IS von der türkisch-syrischen Grenze zu verdrängen. Seit vergangenem Monat laufen schwere Gefechte mit dem IS um al-Bab. Die Türkei bekämpft in Nordsyrien zugleich die YPG, die eng mit der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) verbunden ist.

Inland

TS-Beschwerde: Wahlkampfkostengrenze für Länder gekippt

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat die Wahlkampfkostengrenze für Landtags- und Gemeinderatswahlen aufgehoben. Das Limit von sieben Millionen Euro gilt damit nur noch für Bundeswahlen sowie für Kärnten und Salzburg, die eigene Regeln beschlossen haben, wie der Politikwissenschaftler Hubert Sickinger heute sagte. Sollten die anderen Länder ein Kostenlimit wollen, müssten sie das nun selbst regeln.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Entscheidung wurde bereits Anfang Jänner veröffentlicht und ist Ergebnis einer vom Team Stronach (TS) angestrengten Verfassungsbeschwerde. Die Partei hatte bei der Nationalratswahl 2013 die Wahlkampfkostengrenze gesprengt und war gegen die 567.000-Euro-Strafe bis zum VfGH gezogen. Der bestätigte zwar die Zulässigkeit der Wahlkampfkostengrenze an sich und die Strafe für das TS, kippte im selben Urteil aber die Kostengrenze in Ländern und Gemeinden.

Öffentlich bekanntgeworden war zwar die Bestätigung der Strafe gegen das TS, die gleichzeitige Aufhebung der Kostengrenze für Länder und Gemeinden aber nicht. Sickinger, der darüber heute auch für NZZ.at schrieb, entdeckte die entsprechenden Passagen nun in den Ausführungen des VfGH. Laut diesen kann der Bund die Wahlkampfkostengrenze nur für Bundeswahlen (Nationalrat, EU-Wahl, Bundespräsidentenwahlen) verhängen, nicht aber für Landeswahlen.

Keine Bundessache

Zur Begründung führen die Höchstrichter aus, dass das Kostenlimit keine Angelegenheit des Parteienrechts ist (dafür wäre der Bund zuständig), sondern eine Wahlrechtsangelegenheit in der Zuständigkeit des jeweiligen Bundeslandes. Ein Sprecher des Verfassungsgerichts bestätigte der APA den Sachverhalt.

Sickinger geht nun davon aus, dass die oberösterreichische ÖVP, die die Wahlkampfkostengrenze bei der Landtagswahl 2015 überschritten hatte, ohne Strafe davonkommen dürfte. Denn der Parteientransparenzsenat im Kanzleramt werde sich wohl an den Spruch der Höchstrichter halten. „Das ist hinfällig“, glaubt Sickinger.

TV-Hinweis

Wirtschaft

Paramount holt sich chinesische Finanzspritze

Das Hollywood-Studio Paramount hat sich ein Rieseninvestment aus China gesichert. Das US-Filmunternehmen unterzeichnete heute eine drei Jahre gehende Vereinbarung mit der Shanghai Film Group (SFG) und der in Peking ansässigen Firma Huahua Media, wonach Paramount-Filme gemeinsam finanziert und produziert werden sollen.

Berichten zufolge erhält Paramount von seinen chinesischen Partnern eine Milliarde Dollar (rund 940 Mio. Euro) in bar.

Die Zusammenarbeit sei angesichts der Marktpräsenz der chinesischen Unternehmen „sehr natürlich und sehr kraftvoll“, sagte Paramount-Chef Brad Grey. SFG gehört eine Kette Hunderter Kinos in der Volksrepublik. Huahua Media ist im Filmmarketing aktiv und hat bereits mit Paramount einige Streifen in China beworben.

China investiert rund 28 Mrd. Euro in riesige Chipfabrik

In China entsteht für 30 Milliarden Dollar (rund 28 Mrd. Euro) eine riesige Chipfabrik. Sie soll in Nanjing in der östlichen Provinz Jiangsu gebaut werden, wie die staatliche Tsinghua Unigroup mitteilte.

Die Regierung in Peking will die Abhängigkeit des Landes von Importen verringern. Halbleiter kommen bisher vor allem aus den USA - im Jahr 2015 erreichte ihr Wert rund 6,9 Milliarden Dollar.

Für Smartphones

Die Chips sollen vor allem in Smartphones verbaut werden, wie Tsinghua mitteilte. Das Unternehmen hatte 2015 vergeblich versucht, den US-Halbleiterhersteller Micron Technology zu kaufen. Danach entschied sich das Unternehmen für den Bau eigener Fabriken und stellte viel Personal aus dem Ausland ein.

So arbeiten ehemalige Manager von Micron Technology, von United Microelectronics und Nanya Technology aus Taiwan bereits für Tsinghua. Im zentralchinesischen Wuhan soll eine Speicherchipfabrik für 24 Milliarden Dollar entstehen.

Peking setzt zunehmend auf die Entwicklung von Technologie „Made in China“ statt auf Aufkäufe ausländischer Firmen. Der Widerstand dagegen ist in vielen Ländern gewachsen. So scheiterte die Übernahme des deutschen Chipanlagenbauers Aixtron durch den chinesischen Fonds Grand Chip Investment, vor allem, weil sich die USA aus Gründen der nationalen Sicherheit dagegen gestellt hatten. Aixtron hat eine US-Filiale in Kalifornien.

Sport

Australian Open: Federer räumt Berdych aus dem Weg

Die nach dem Zweitrunden-Aus von Novak Djokovic verbliebenen Anwärter auf den Titel bei den Australian Open haben sich auf dem Weg ins Achtelfinale keine Blöße gegeben.

Nach dem fünfmaligen Melbourne-Finalisten Andy Murray, der dem US-Amerikaner Sam Querrey keine Chance ließ, erreichte heute auch Roger Federer im Eiltempo die Runde der besten 16. Der Schweizer Altstar, der zum Auftakt Jürgen Melzer aus dem Weg geräumt hatte, fertigte den Tschechen Tomas Berdych ebenfalls in drei Sätzen ab.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Bayern sind heiß auf Frühjahrsauftakt

Titelverteidiger Bayern München fiebert dem Frühjahrsauftakt in der deutschen Bundesliga entgegen. „Wir wollen einfach unser erstes Spiel gewinnen und ein Zeichen setzen, dass wir weitermachen wollen“, sagte Arjen Robben vor dem Auswärtsspiel heute in Freiburg. Konkurrenz droht den Bayern in dieser Saison nur von Überflieger Leipzig, der drei Punkte hinter dem Tabellenführer liegt, der Dritte Hertha BSC hat bereits neun Zähler Rückstand.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Lkw-Kontrollen gegen Abgasbetrug werden verstärkt

Laut deutschen Medienberichten, wonach bei fast einem Fünftel der osteuropäischen Lkws die Vorrichtungen zur Senkung des Stickoxidausstoßes aus Kostengründen deaktiviert sind, hat das Verkehrsministerium in Wien nun angekündigt, die Abgaskontrollen bei Lkws auf österreichischen Straßen zu verschärfen.

Außerdem weitet die Bundesanstalt für Verkehr (BAV) - eine Dienststelle des Verkehrsministeriums - ihre Abgastests gemeinsam mit der TU Wien von Pkws auf Lkws aus.

Der Schwerpunkt der Überprüfungen liege auf Abschalteinrichtungen, Abgasverhalten und Spritverbrauch, teilte das Verkehrsministerium heute mit. Die ersten Ergebnisse sollen noch im ersten Halbjahr 2017 verfügbar sein.

Kontrolle von Speditionen, nicht Herstellern

Anders als bei den Pkw-Kontrollen richten sich die nun angekündigten Lkw-Überprüfungen nicht gegen die Kfz-Hersteller, sondern gegen Speditionsunternehmen, die den Abgasausstoß ihrer Lkws manipulieren.

Durch verdeckte Recherchen des ZDF und Polizeikontrollen in Polen war nämlich bekanntgeworden, dass viele Speditionen Geräte („AdBlue-Killer“) einsetzen, die bei den Dieselmotoren ihrer Lkws die Einspritzung des Harnstoffs AdBlue lahmlegen, der den Stickoxidausstoß reduziert. Damit wollen sie sich die Kosten für die Anschaffung von AdBlue sparen. Diese Umrüstungen werden heimlich durchgeführt, damit die vermeintlich „sauberen“ Lkws ihre Steuer- und Mautvorteile nicht verlieren.

Schnee: 2.000 steckten auf spanischer Autobahn fest

Rund 2.000 Menschen haben im Osten Spaniens die Nacht auf heute bei eisigen Temperaturen auf einer eingeschneiten Autobahn verbracht. Wie die Notdienste der Regionen Kastilien-La Mancha und Valencia mitteilten, steckten auf der A3, die Madrid und Valencia verbindet, Hunderte Fahrzeuge im schneebedingten Stau fest.

Der Einsturz eines Hochspannungsmastes bei Bunol unweit von Valencia habe die Lage zusätzlich verkompliziert, schrieb die Regionalzeitung „Levante“.

Probleme halten an

„Wir schätzen, dass rund tausend Autofahrer heute noch auf der A3 in ihren Fahrzeugen festsitzen“, sagte der Leiter des Notdienstes von Valencia, Jose Maria Angel, heute Vormittag im spanischen Fernsehen. Man arbeite unermüdlich, um die Autobahn freizuräumen, versicherte er.

Angehörige des Roten Kreuzes und der militärischen Nothilfeeinheit UME waren schon gestern Abend ausgerückt, um unter den Betroffenen Decken, warme Getränke und Essen zu verteilen.

„13 Stunden lang gefangen. Dank an die (paramilitärische Polizei) Guardia Civil, die mich da rausgeholt hat“, berichtete auf Twitter die Autofahrerin Almudena. Die heftigen Schneestürme sorgten in den Regionen nicht nur auf der A3, sondern auch auf vielen anderen Straßen für Chaos und lange Staus.

In der Stadt Albacete rund 250 Kilometer südöstlich von Madrid seien zudem am Abend fünf Hochgeschwindigkeitszüge mit insgesamt 1.500 Fahrgästen stundenlang stehen geblieben, teilten die Behörden mit. 

Kultur

Empörung über Polanski-Ehrung vor Cesar-Verleihung

Eine Ehrung von Starregisseur Roman Polanski bei der nächsten Verleihung der französischen Cesar-Filmpreise hat in Frankreich eine Kontroverse ausgelöst. Die Ministerin für Frauenrechte, Laurence Rossignol, nannte die Ehrung wegen alter Vergewaltigungsvorwürfe gegen Polanski „überraschend und schockierend“.

Die Cesar-Verantwortlichen zeigten sich „gleichgültig“ gegenüber den Vorwürfen gegen den 83-Jährigen, sagte Rossignol im Sender France Culture. Die Cesar-Akademie hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass der polnisch-französische Regisseur Präsident der nächsten Cesar-Verleihung am 24. Februar wird - dieser Titel ist eine Ehrung für bekannte Schauspieler und Regisseure.

Polanski, der mit Filmen wie „Chinatown“ und „Der Pianist“ Weltruhm erlangte, wird unter anderem bei der Zeremonie die Eröffnungsrede halten.

Vor 40 Jahren Mädchen vergewaltigt?

Wegen der Vorwürfe gegen Polanski, 1977 in den USA eine 13-Jährige vergewaltigt zu haben, sorgte das rasch für Aufregung. Die Frauenrechtsgruppe Osez le feminisme (Wagt den Feminismus) sprach von einer „Verhöhnung“ von Vergewaltigungsopfern und rief zu einer Demonstration während der Cesar-Verleihung auf. Bis heute Mittag hatten mehr als 40.000 Menschen eine Onlinepetition gegen Polanski unterschrieben.

Für den Regisseur gab es aber auch Unterstützung. Die frühere französische Kulturministerin Aurelie Filippetti sagte, die Vorwürfe gegen Polanski lägen bereits 40 Jahre zurück. „Man kann diese Geschichte nicht immer wieder hervorholen.“

Kiss-Sänger Stanley 65: Der Mann mit der Maske

Das Gesicht kalkweiß, die Lippen knallrot und um das rechte Auge ein schwarzer Stern - so zeigt sich Paul Stanley auf der Bühne. Das „Starchild“-Make-up machte den Kiss-Sänger und -Gitarristen, der heute seinen 65. Geburtstag feiert, berühmt.

Gemeinsam mit seinen ebenfalls geschminkten Kollegen von Kiss brachte er rund 20 Alben heraus, verkaufte davon mehr als 100 Millionen und feierte rund um die Welt Erfolge. Von der Kiss-Ursprungsbesetzung, die 1973 an den Start ging, ist neben Stanley allerdings nur noch Sänger und Bassist Gene Simmons dabei.

Stanley mag Simmons nicht

Harmonisch geht es dabei nicht zu: „Ich mag ihn eigentlich überhaupt nicht“, sagte Stanley vor einiger Zeit dem US-Fernsehsender CBS über Simmons. „Es gibt Tage, an denen er mich nervt. Er ist der Typ, den alle immer als das Gehirn hinter Kiss sehen, dabei ist er doch eigentlich das Sprachrohr. Ich sage den Menschen immer, dass er zwei Minuten von mir entfernt lebt, aber ich sein Ego von meinem Haus aus sehen kann.“

Kiss-Sänger Paul Stanley

APA/AFP/Bertrand Guay

Gemeinsam mit Simmons, Frehley und Criss gründet Stanley Kiss, die Band brachte ein Album nach dem anderen heraus und fand vor allem durch ihre wilden Bühnenshows mit Make-up, Kostümen, Feuereffekten und zertrümmerten Gitarren Beachtung. „I Was Made for Loving’ You“ wurde zu einem ihrer größten Hits.

Seit einiger Zeit sinken jedoch die Platten- und Konzertticketverkäufe der Band, auch wenn sie immer noch eine eingeschworene Fanbasis hat.

Medien

Gesundheit

Science

Dänemark siedelt nach 5.000 Jahren wieder Elche an

Nach rund 5.000 Jahren gibt es in Dänemark wieder Elche - wenn auch nur eine Handvoll. Fünf der größten Hirsche der Welt leben bereits seit Ende 2015 in relativ freier Natur in Jütland. Heute wurden weitere fünf Jungtiere in dem Hochmoorgebiet Lille Vildmose ausgewildert.

Zunächst sind die vier Kühe und ein Bulle auf einer Fläche von acht Hektar untergebracht - das entspricht etwa elf Fußballfeldern. Ab dem Frühsommer leisten die Elche ihren fünf Artgenossen Gesellschaft. Dann können sich die Tiere auf rund 21 Quadratkilometern frei bewegen.

Nützliche Tiere

Indem sie etwa Bäume abgrasen, helfen die Jungtiere, die natürliche Moorlandschaft im Naturpark zu erhalten, sagte der Betriebsleiter des Naturparks, Jacob Skriver. „Sie fressen feine Blätter und Zweige von Bäumen und Büschen.“

IT

Galaxy-Note-7-Explosionen: Akkus hatten falsche Größe

Schuld am Debakel mit dem Smartphone Galaxy Note 7 von Samsung sind einem Bericht zufolge nicht exakt passende Akkus. Die Batterien der Samsung-Tochter SDI hätten nicht ganz genau der nötigen Größe für das Note 7 entsprochen, berichtete das „Wall Street Journal“ heute.

Samsung will die Ergebnisse seiner Untersuchung zu den Explosionen des Note 7 erst am Montag vorstellen.

Neue Akkus werden heiß

Der Konzern musste Mitte Oktober die Produktion seines neuen Smartphones komplett einstellen, nachdem er Probleme mit explosionsgefährdeten Akkus nicht in den Griff bekommen hatte. Laut „Wall Street Journal“ ging Samsung zunächst davon aus, dass nur die Akkus von Samsung SDI fehlerhaft waren, und rief entsprechend Geräte mit diesen Batterien zurück. Doch auch die neuen Akkus, die das Unternehmen Amperex Technology in Hongkong lieferte, machten Probleme - Smartphones wurden heiß und qualmten.

Bei Amperex sei die Produktion wegen des plötzlichen Bedarfs zu schnell hochgefahren worden, berichtete die US-Zeitung. Daher seien die Akkus fehlerhaft gewesen. Was genau das Problem war, erläuterte das „Wall Street Journal“ nicht.

Das Note-7-Debakel hat dem Image von Samsung, dem größten Smartphone-Hersteller der Welt, geschadet. Der Gewinn im dritten Quartal brach ein. Der Konzern kann das aber mit seinen anderen Sparten ausgleichen - Samsung stellt auch Speicherchips und Bildschirme für Smartphones verschiedener Hersteller her.

Panorama