Ausland

Deutschland bereitet sich auf Tausende Flüchtlinge vor

Nach Österreich bereitet sich nun auch Deutschland auf die Ankunft Tausender Flüchtlinge vor. Bayern hat heute die bisher wohl größte Zahl von Flüchtlingen registriert, die über Ungarn und Österreich nach Deutschland einreisten. Im Stundentakt kamen seit Mittag Züge mit jeweils mehreren hundert Flüchtlingen vor allem aus Syrien an.

Die Behörden rechneten mit 5.000 bis 7.000 Menschen, sagte Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand in München. Wie auch in den Tagen zuvor versorgten Dutzende freiwillige Helfer die teilweise erschöpften Menschen, darunter viele Kinder, mit Essen und Getränken. Polizisten übernahmen die erste Registrierung der Flüchtlinge.

Die Verteilung auf die deutschen Bundesländer erfolgt nach dem „Königsteiner Schlüssel“. Grundlage für dessen Berechnung sind Bevölkerungszahl (ein Drittel) und Steuereinnahmen (zwei Drittel). 2015 nimmt Nordrhein-Westfalen die meisten Flüchtlinge auf, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Die niedrigsten Quoten haben Bremen, das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern.

Ex-Obama-Berater soll SPD Weg zum Wahlsieg weisen

Der Leiter der Wiederwahlkampagne von US-Präsident Barack Obama 2012, Jim Messina, will die deutsche SPD groß rausbringen. Heute war der von der Partei engagierte Berater bei einem „Campaign Camp“ der Partei in Berlin dabei. Dort diskutierten gut 800 Besucher unter anderem Strategien für moderne Social-Media-Wahlkämpfe.

Messinas Botschaft: Bombardiert Freunde und Familie im Wahlkampf über Facebook, Twitter, Instagram & Co. mit Nachrichten und Bildern - und erzählt ihnen eine tolle SPD-Vision. Das sei 700-mal effektiver als jede teure Werbeaktion.

„Ich hasse Umfragen“

Von 25-Prozent-Umfragen sollten sich die SPD-Anhänger nicht entmutigen lassen: „Ich hasse Umfragen. Die meisten sind falsch.“ Auf die Rolle und das Image von SPD-Parteichef Sigmar Gabriel, der nicht anwesend war und als nächster Kanzlerkandidat der SPD gilt, ging Messina nicht ein.

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sagte, Messina habe der Partei wertvolle technische und strategische Hinweise gegeben. Die SPD wolle mit starken Kampagnen im Netz und auf der Straße die politische Deutungshoheit übernehmen.

Snowden kritisiert Zensur in Russland

Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat die Beschränkung der Meinungsfreiheit in Russland kritisiert. Vor allem die zunehmende Kontrolle des Internets in seinem Asylland sei „enervierend und enttäuschend“, sagte Snowden heute per Videoschaltung bei einer Preisverleihung in Norwegen.

Die russische Regierung versuche, „immer mehr die Gedanken der Menschen zu kontrollieren“, so Snowden. Auch ins Privatleben wolle der Staat eingreifen und unter anderem „entscheiden, welches die richtige Art ist, wie Menschen sich gegenseitig ihre Liebe erklären“. Snowden wurde in Mölde mit dem Björnson-Preis für Meinungsfreiheit ausgezeichnet.

Asyl in 21 Ländern beantragt

Snowden erinnerte zugleich daran, dass es nicht seine Entscheidung gewesen sei, nach Russland zu gehen. Er sei nur in Moskau auf der Durchreise gewesen. „Leider wurde mein Pass eingefroren, er wurde von den USA annulliert.“ Er habe in 21 Ländern Asyl beantragt, sagte Snowden, „sie sind alle still geblieben.“ Russland sei einer der letzten Staaten gewesen, bei denen er damals angefragt habe.

Snowden hatte als externer IT-Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA Dokumente über die weltweiten Überwachungsprogramme an sich gebracht und über Journalisten veröffentlichen lassen. Das brachte das riesige Ausmaß der weltweiten US-Spähaktivitäten ans Licht. In seiner Heimat droht Snowden ein Prozess wegen Spionage und Geheimnisverrats.

Sechs Tote nach Drusen-Angriff auf syrischen Militärposten

Bei einem Angriff von Mitgliedern der drusischen Minderheit auf einen Regimeposten sind im Süden Syriens sechs Sicherheitskräfte getötet worden. Die Gewalt in der Stadt Suwaida brach als Reaktion auf zwei Bombenanschläge von gestern aus.

Die Bomben hatten in dem Ort einen hohen drusischen Geistlichen und 27 weitere Menschen in den Tod gerissen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute meldete.

Scheich und Milizengründer getötet

Der getötete Scheich Wahid Balus war als Kritiker des Regimes von Präsident Baschar al-Assad bekannt. Er hatte zugleich eine drusische Miliz gegründet, die die Region gegen radikale Rebellen verteidigen soll. Die von vielen Drusen bewohnte Provinz Suwaida wird vom Regime kontrolliert, seine Gegner sind aber nähergerückt.

Nach den Anschlägen zogen Dutzende Menschen in Suwaida auf die Straße und protestierten vor Regierungsgebäuden, wie die Menschenrechtsbeobachter weiter erklärten. Sie zündeten Autos an und zerstörten eine Statue des früheren syrischen Machthabers Hafez al-Assad, Vater des heutigen Präsidenten.

Die religiöse Minderheit der Drusen macht etwa drei Prozent der Bevölkerung aus. Sie stand seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 an der Seite Assads, ist aber zuletzt etwas vom ihm abgerückt. So verweigerten Drusen den Militärdienst in der syrischen Armee.

Frankreich erwägt Luftangriffe gegen IS in Syrien

Frankreich erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, sich an Luftangriffen auf die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zu beteiligen. Präsident Francois Hollande habe darüber gestern mit seinem Verteidigungsstab beraten, berichtete die Zeitung „Le Monde“ (Samstag-Ausgabe) unter Berufung auf eine ungenannte hochrangige Quelle.

Die Regierung lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab und verwies darauf, dass Hollande sich dazu am Montag auf einer Pressekonferenz äußern werde. Laut Bericht schwenkt die französische Regierung angesichts der jüngsten Entwicklungen in der Flüchtlingsfrage in ihrer Politik um.

Frankreich hatte sich als erstes Land der von den USA angeführten Allianz angeschlossen, die den IS im Irak aus der Luft bekämpft, lehnte eine Ausdehnung des Einsatzes auf Syrien aber mit der Begründung ab, sie fürchte durch die Bekämpfung des IS eine Stärkung von Präsident Baschar al-Assad. Stattdessen versorgt Frankreich die Rebellengruppe mit Waffen.

Lage in Ukraine trotz Verstößen gegen Waffenruhe stabil

Trotz einzelner Verstöße gegen die Waffenruhe ist die Lage im ostukrainischen Kriegsgebiet Donbass nach Darstellung der Konfliktparteien weitgehend stabil. An der Front werde nicht mehr geschossen, sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko Medien zufolge heute in Kiew. Eine am Dienstag verkündete Waffenruhe zeige Wirkung.

In der Ukraine begann heute offiziell der Wahlkampf - allerdings unter Ausschluss des Kriegsgebiets. Am 25. Oktober sollen in dem Land neue kommunale Parlamente und Bürgermeister gewählt werden. Die prorussischen Separatisten wollen gegen den Widerstand der ukrainischen Regierung am 18. Oktober und am 1. November eigene Kommunalwahlen abhalten.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Staatschef Poroschenko hatte in den konfliktnahen Regionen und insbesondere in der Stadt Mariupol für den Wahlkampf verschärfte Sicherheitsvorkehrungen angeordnet. In der Region gab es Berichte über vereinzelte Schüsse.

Laut Separatistenführer Alexander Sachartschenko könnte kommende Woche eine Vereinbarung über den Abzug von Waffen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk mit einem Kaliber von unter 100 Millimetern unterzeichnet werden. Danach könne über weitere Schritte zur Umsetzung der Minsker Friedensvereinbarungen verhandelt werden, sagte er.

Inland

Flüchtlinge: Mikl-Leitner pocht auf Lösung auf EU-Ebene

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) pochte angesichts der jüngsten Entwicklungen in der Flüchtlingsfrage erneut auf eine Lösung auf EU-Ebene. Ein erster Schritt müsse nun sein, dass die Situation in den Flüchtlingslagern in der Krisenregion massiv verbessert werden, sonst werde sich an der Lage nichts ändern, so die Ministerin heute in einer Aussendung.

Wer meine, dass das Problem mit einem Ausstieg aus der EU oder einem Stacheldrahtzaun rund um Österreich gelöst werden könne, der irre, so Mikl-Leitner weiter. Stattdessen brauche es nun „mehr Europa“. Bis jetzt hätten etwa zehn Flüchtlinge in Österreich um Asyl angesucht, die anderen Menschen wollen weiter, vorwiegend nach Deutschland.

Kurz: Dublin-Regeln gelten weiter

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sagte unterdessen beim EU-Außenministertreffen in Luxemburg, das Dublin-System gelte nach wie vor. Die EU brauche einen „effizienten, fairen und dauerhaften Mechanismus innerhalb der EU zur Lastenteilung in Hinblick auf Asylbewerber und Flüchtlinge in Europa“, so Kurz. Er warnte unter Berufung auf Angaben der mazedonischen Regierung vor zurückkehrenden Syrien-Kämpfern unter den Flüchtlingen.

SPÖ steckt bei Themenrat Positionen zu Bildung ab

Beim ersten Themenrat debattierte die SPÖ in Wien heute neben der Flüchtlingsfrage vor allem das Thema Bildung. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) geht davon aus, dass das Gymnasium noch eine Weile bleiben werde.

Sie habe auch nichts dagegen, lieber sei ihr jedoch eine gemeinsame Schule, auch wenn der Fokus in der SPÖ derzeit eindeutig auf der verschränkten Ganztagsschule, die bis in die Abendstunden offen hat, liege. Darin umzusetzen wäre dann auch die von allen Seiten gewünschte tägliche Turnstunde. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) selbst kritisierte indirekt die ÖVP, die nicht wolle, dass jeder den gleichen Zugang zur Bildung habe.

Spitze gegen Niessl

Die auch innerhalb der SPÖ umstrittene Frage, wie die Schulverwaltung organisiert sein soll, also Zentralisierung oder Verländerung wurde in den Referaten mehr oder weniger beiseite gelassen. Heinisch-Hosek begrüßte das Ausscheiden des burgenländischen Landeshauptmanns Hans Niessl (SPÖ) aus der Bildungsreformgruppe der Koalition, das habe der Diskussion „ganz gut getan“.

Dass die Flüchtlingsfrage auch in den Wien-Wahlkampf hineinspielt, machte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) in seinem Redebeitrag klar. Versichert wurde sowohl von Häupl als auch von der Bildungsministerin, dass für jedes nach Österreich geflohene Kind ein Pflichtschulplatz zu Schulbeginn vorhanden sein werde. Zudem habe man sich in Wien entschlossen, als Projekt ein Jugendcollege zu starte, das den jungen Flüchtlingen Deutschlernen und eine Berufsausbildung anbiete.

Wirtschaft

G-20-Wachstumsstrategie gerät ins Stottern

Die G-20-Gruppe der führenden Industrie-und Schwellenländer kommt mit ihrer Wachstumsstrategie nicht wie erhofft voran. „Wir machen Fortschritte, aber wir sind noch nicht da angekommen, wo wir ankommen wollten“, sagte Kanadas Finanzminister Joe Oliver heute beim Treffen der G-20-Finanzminister und Notenbankchefs im türkischen Ankara.

Das schwächere Wachstum mache es schwerer, die G-20-Ziele zu erreichen. „Die Herausforderung ist größer geworden.“ Er forderte alle Länder der Gruppe auf, ihre nationalen Ansätze zu verändern, um diese Ziele zu erreichen.

Der türkische Regierungschef, Ahmet Davutoglu, forderte mehr Anstrengungen bei der Wachstumsförderung. Im letzten Entwurf für die Abschlusserklärung warnte die G-20 aber, sich dabei zu sehr auf die Geldpolitik zu verlassen. Die schaffe kein ausgewogenes Wachstum. Dazu seien echte Strukturreformen nötig, sagte der britische Finanzminister John Osborne.

Prüfung islamischer Finanzierungsmodelle

Die G-20 hatte sich im vergangenen Jahr auf eine umfassende Wachstumsstrategie geeinigt. Deren Ziel ist es, binnen fünf Jahren die Weltwirtschaft auf einen um zwei Prozent höheren Wachstumspfad zu bringen. Das soll auch dazu beitragen, die vielerorts noch übermäßig hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Der wesentlicher Impuls dafür soll von einer Forcierung von Investitionen ausgehen.

Für deren Finanzierung will die G-20 auch die Möglichkeiten islamischer Finanzierungsmodelle prüfen, wie der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte. Für solche Finanzierungsinstrumente gilt entsprechend dem Koran ein Zinsverbot sowie ein Verzicht auf spekulative und risikoreiche Geschäfte.

Medien: Piech gegen Winterkorn als VW-Aufsichtsratschef

Patriarch Ferdinand Piech hat Medienberichten zufolge einen Wechsel von Konzernchef Martin Winterkorn an die Spitze des VW-Aufsichtsrates verhindert. Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ und der „Spiegel“ übereinstimmend berichten, sollte Winterkorn zunächst Chefaufseher werden.

An seiner Stelle sollte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch Vorstandsvorsitzender werden. Den Berichten zufolge intervenierte Piech gegen diese Lösung. Daraufhin seien die Rollen getauscht worden. Nun soll Pötsch die Führung des Aufsichtsrats übernehmen, während Winterkorn weitere zwei Jahre Vorstandsvorsitzender bleibt. Die beiden Blätter nannten für ihre Berichte keine Quellen.

Kein Kommentar von VW

Ein VW-Sprecher sagte, das seien Spekulationen, zu denen sich der Konzern nicht äußere. Ein Sprecher der Holdinggesellschaft Porsche SE, über die die Familien Porsche und Piech an VW beteiligt sind, lehnte eine Stellungnahme ab.

Holding-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche hatte am Donnerstag erklärt, Pötsch besitze das uneingeschränkte Vertrauen des gesamten Gremiums. Diesem gehört auch Piech als Miteigner an. Er trat im April vom Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden des VW-Konzerns zurück, nachdem er mit dem Versuch gescheitert war, VW-Chef Winterkorn zu demontieren.

Porsche-Chef fordert mehr Engagement für Flüchtlinge

Porsche-Chef Matthias Müller hat von den Topmanagern der Wirtschaft klare Worte gegen Fremdenfeindlichkeit und mehr Engagement für Flüchtlinge gefordert. "Es ist an der Zeit, dass Wirtschaftslenker zu bestimmten Dingen ihre Meinung sagen.

Wir müssen uns Extremismus entgegenstellen und Haltung zeigen", sagte Müller der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe). Die Industrie dürfe sich nicht aus Angst um den Aktienkurs oder vor persönlichen Angriffen zurückhalten. „Das darf die Wirtschaft nicht, wir sind schließlich Teil der Gesellschaft.“

Kritik an Unterscheidung von Flüchtlingen

Müller wandte sich gegen die Unterscheidung zwischen politisch Verfolgten und Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen. „Ich wünsche jedem Menschen auf der Welt, dass er einmal am Tag warm essen und ruhig schlafen kann. Kein Mensch gibt doch freiwillig und leichten Herzens seine Heimat auf.“

Der Porsche-Chef wünscht sich mehr Gespräche zwischen Politik und Wirtschaft, um der Flüchtlingskrise Herr zu werden. Auf die Frage, wie die Industrie praktisch helfen könne, antwortete er: „Mit neuen Arbeitsplätzen!“

Sport

EM-Qualifikation: Mit kühlem Kopf gegen Moldawien

Ein Punkteverlust von Russland, ein ÖFB-Sieg heute im Happel-Stadion gegen Moldawien (20.45 Uhr, live in ORF eins), und die EM-Quali ist unter Dach und Fach. Im ÖFB-Lager wird man aber nicht müde zu betonen, dass das Ticket für Frankreich noch nicht gelöst ist. „Lasst uns erst einmal spielen. Wir müssen noch über diese Linie treten“, sagte Marcel Koller. Es gilt, weiterhin einen kühlen Kopf zu bewahren.

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EM-Qualifikation: Götze blüht im DFB-Team auf

Deutschland hat am Freitag in der EM-Qualifikation einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Endrunde 2016 geschafft. Im Spitzenspiel der Gruppe D bezwang der Weltmeister in Frankfurt den schärfsten Rivalen Polen mit 3:1. Matchwinner war Mario Götze, der im Gegensatz zu seinem Club Bayern München unter DFB-Teamchef Joachim Löw gesetzt ist. „Natürlich ist es immer schön, wenn man Vertrauen spürt“, sagte der 23-Jährige. „Es gibt schlechtere Tage.“

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Tennis: Nadal bei US Open bereits gescheitert

Rafael Nadal ist heute Nacht trotz eines Marathons gegen den Italiener Fabio Fognini bei den US Open in Flushing Meadows in der dritten Runde gescheitert. 3:46 Stunden und fünf Sätze kämpfte der ehemalige Weltranglistenerste um den Sieg und musste sich schließlich doch geschlagen geben, obwohl er die ersten beiden Sätze gewonnen hatte. Damit bleibt der Spanier auch erstmals seit 2005 ohne Grand-Slam-Titel. Dennoch nahm Nadal nach außen hin die Niederlage nicht allzu schwer.

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Chronik

Zahlreiche Staus auf Urlauberrouten in Österreich

Auf den Urlauberrouten in Salzburg, Tirol und Kärnten ist es heute zu kilometerlangen Staus gekommen. Im Baustellenbereich der Tauernautobahn (A10) zwischen dem Knoten Salzburg und Salzburg Süd ereignete sich in der Früh ein Unfall in Fahrtrichtung Süden.

Innerhalb kürzester Zeit baute sich ein kilometerlanger Stau auf, der bis auf die Westautobahn und auf die deutsche A8 zurückreichte. Ein Unfall vor Gmünd auf der Kärntner Seite der Tauernautobahn zog ebenfalls einen kilometerlangen Stau nach sich.

Auch auf der Brennerautobahn (A13) in Tirol, auf der Inntalautobahn (A12) und auf der Fernpass-Strecke machte sich der Reiseverkehr in beiden Richtungen bemerkbar. Der Verkehr kam immer wieder zum Erliegen und wurde blockweise abgefertigt. In Richtung Süden kamen die Kolonnen zwischen Matrei und Sterzing (A22) immer wieder zum Stillstand, in der Gegenrichtung ging es nur langsam voran.

In Richtung Villach wurde die A10 bereits bei der Mautstelle St. Michael gesperrt, so der ÖAMTC. Dadurch ging es abschnittsweise ab dem Knoten Pongau nur im Schneckentempo voran. Probleme gab es auch im Oswaldibergtunnel bei Villach in Richtung Salzburg und im Helbersbergtunnel bei Pfarrwerfen.

Bewohner kehren in Ort nahe Fukushima zurück

Mehr als vier Jahre nach der Massenumsiedlung von Bewohnern im Umkreis der havarierten japanischen Atomanlage Fukushima hat Japans Regierung heute erstmals eine Evakuierungsanordnung für einen der Orte aufgehoben. Die Ortschaft Naraha ist somit die erste, in die alle Bewohner dauerhaft zurückkehren dürfen.

Die Rückkehr nach Naraha wird als Pilotprojekt für andere Gegenden in der Nähe von Fukushima angesehen. Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe will bis März 2017 eine Reihe von Evakuierungsanordnungen aufheben.

Allerdings werden nur etwa zehn Prozent der ehemals 7.368 Einwohner von Naraha zurückerwartet, nicht zuletzt aus Angst vor weiterer radioaktiver Belastung. Viele junge Menschen haben zudem an anderen, weit entfernten Orten neue Jobs gefunden.

Im Atomkraftwerk von Fukushima war infolge des schweren Erdbebens und Tsunamis am 11. März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin es in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze kam. Drei der sechs Reaktoren wurden bei der Katastrophe zerstört, das Gebiet im Umfeld wurde radioaktiv verseucht. Durch das Erdbeben und den Tsunami kamen rund 18.000 Menschen ums Leben.

Greenpeace: Chemische Rückstände von Outdoor-Kleidung

Die Umweltorganisation Greenpeace hat laut einem „Spiegel“-Bericht an vielen touristischen Orten Spuren von umwelt- und gesundheitsgefährdenden per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) gefunden.

Die Greenpeace-Mitarbeiter nahmen Schnee- und Wasserproben in entlegenen Gebirgsregionen, etwa im chinesischen Shangri-La-Gebiet, im Altai-Gebirge und im Torres-del-Paine-Nationalpark in Chile. Laut dem Bericht stießen sie überall auf giftige Überbleibsel menschlichen Konsums.

Studie soll nächste Woche präsentiert werden

PFC werden unter anderem bei der Produktion vieler Outdoor-Kleidungsstücke verwendet. Perfluorierte Chemikalien reichern sich in der Nahrungskette an. Einige stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Die Outdoor-Branche sei zwar nicht die einzige, aber eine bedeutende Quelle für die Verunreinigung der Umwelt mit PFC, sagte Manfred Santen, Greenpeace-Chemiker und verantwortlich für die Studie, die die Umweltschutzorganisation nächste Woche vorstellen will. Greenpeace fordert deshalb den vollständigen Verzicht auf PFC.

Kultur

Aretha Franklin stoppte per Gericht Doku bei Filmfestival

Kurz vor der lange angekündigten Premiere einer Dokumentation über sich hat Aretha Franklin (73) den Film per Gerichtsbeschluss gestoppt. Das Telluride Film Festival in Colorado teilte heute mit, der Film „Amazing Grace“ könne wegen einer von Franklin erwirkten einstweiligen Verfügung nicht gezeigt werden.

Franklins Anwälte hatten argumentiert, dass im Film zu viel Musik von Konzerten und Plattenaufnahmen vorkomme, was die Rechte der Künstlerin verletze. „Amazing Grace“ ist eine Dokumentation von Sydney Pollack - der schon 2008 starb. Der Regisseur („Tootsie“, „Jenseits von Afrika“) hat die Dokumentation 1972 gedreht, war mit der Qualität des Materials aber so unzufrieden, dass er das Projekt verwarf. Mit verbesserter Technik nahm sich jetzt der Produzent Alan Elliott des Materials an und stellte den Film fertig.

Unklar ist allerdings, ob der Film nicht demnächst doch zu sehen ist. Laut „New York Times“ bezieht sich die Gerichtsentscheidung ausschließlich auf das kleine Festival in den Rocky Mountains. „Amazing Grace“ soll aber auch übernächste Woche auf dem Toronto Film Festival gezeigt werden. Dagegen sei Franklin noch nicht vorgegangen.

Ärzte-Song „Schrei nach Liebe“ erobert Charts

Erfolgreiche „Aktion Arschloch“: Eine private Initiative, die dazu aufruft, das 22 Jahre alte Lied „Schrei nach Liebe“ von der deutschen Band Die Ärzte zu kaufen und damit ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen, mischt die Musikverkäufe auf. Der Song von 1993 war am Donnerstag der meistgeladene Titel Deutschlands, wie GfK Entertainment gestern mitteilte.

Am Dienstag hatte das Lied es demnach noch nicht unter die 100 meistgeladenen Lieder des Tages geschafft, am Mittwoch war es bereits auf Platz 27 und am Donnerstag stürmte es mit großem Abstand an die Spitze. Von dem Lied wurden mehr Exemplare abgesetzt als bei den Positionen zwei bis sieben zusammen. Die Einnahmen wollen die Ärzte an Pro Asyl geben.

Leute

König Felipe überrascht Spanier mit neuem Look

König Felipe VI. (47) hat die Spanier mit einem neuen Look überrascht. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub präsentierte sich der Monarch ohne den Bart, den er sich in den vergangenen Monaten hatte wachsen lassen. Außerdem trug er deutlich kürzere Haare und wirkte schlanker. „Felipe sieht nun viel jünger und moderner aus“, befand die Zeitung „El Mundo“ heute.

König Felipe VI. von Spanien

APA/EPA/ZIPI

Nach Vermutungen des Blattes dürfte Königin Letizia (42) maßgeblichen Anteil daran gehabt haben, dass Felipe einige Kilos abnahm und sich Bart und Haare stutzen ließ. Die Monarchin sei in Fragen der Ernährung und des Aussehens eine Perfektionistin und achte auf die kleinsten Details, berichtete die Zeitung. „Der Bart, den Felipe in letzter Zeit getragen hatte, hat Letizia nie wirklich gefallen.“