Ausland

Fünf Zivilisten bei Raketenagriff auf Sinai getötet

Bei dem Einschlag einer Rakete in ein Haus auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel sind fünf Zivilisten getötet worden. Weitere fünf Menschen seien bei dem heutigen Angriff nahe der Stadt Scheich Suweid verletzt worden, sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte.

Das Geschoß sollte offenbar einen Kontrollpunkt der Armee in dem militärischen Sperrgebiet treffen, verfehlte diesen aber.

Regelmäßig Anschläge auf Sicherheitskräfte

Es sei zunächst unklar gewesen, wer die Rakete abgefeuert habe. Auf dem Sinai verüben Extremisten - unter anderem von einem Ableger der Terrormiliz IS - regelmäßig Anschläge auf Sicherheitskräfte.

Bei einem IS-Angriff Anfang Juli waren insgesamt mehr als 100 Menschen gestorben. Die Armee startete daraufhin eine Gegenoffensive und berichtet regelmäßig von vielen getöteten Extremisten. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Zahlen nicht.

EU „sehr besorgt“ über Gewalt in Türkei

Angesichts der Eskalation der Gewalt in der Türkei hat die EU „sehr besorgt“ reagiert und von Ankara gefordert, den demokratischen Prozess in dem Land nicht zu gefährden.

Angriffe gegen die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) müssten „verhältnismäßig“ sein und dürften „auf keinen Fall den demokratischen politischen Dialog“ gefährden, sagte EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn heute.

Negative Auswirkung auf Friedensprozess

Bei einem Gespräch mit dem türkischen Europaminister Volkan Bozkir sagte Hahn, die EU erkenne das Recht der Türkei an, „auf jede Form von Terrorismus zu reagieren“. Der EU-Kommissar brachte laut einer Erklärung seines Büros aber „die große Sorge der EU“ angesichts der jüngsten Entwicklungen zum Ausdruck, die „eine negative Auswirkung auf den Friedensprozess zwischen den Kurden und der Türkei“ hätten.

Auch die USA mahnten eine Deeskalation an. In Washington sagte Außenamtssprecher Mark Toner, die PKK solle auf Gewalt verzichten und wieder Gespräche mit der türkischen Regierung aufnehmen. Zugleich forderte er wie die EU von Ankara, in dem Konflikt „verhältnismäßig“ zu reagieren.

Erneut drei Tote bei PKK-Angriff

Unterdessen wurden bei einem Sprengstoffangriff kurdischer Rebellen im Südosten der Türkei drei Soldaten getötet. Vertreter der Sicherheitskräfte machten die PKK für den Angriff auf einen Militärkonvoi in der Region Arakoy der Provinz Sirnak verantwortlich. Im Nordosten der Türkei wurde zudem ein Anschlag auf eine Pipeline verübt, auch in diesem Fall machen türkische Behörden die PKK verantwortlich.

Laut einer Agenturzählung wurden seit der Eskalation des Konflikts mit der PKK vor zwei Wochen 20 türkische Sicherheitskräfte getötet.

Front National lädt Gründer Le Pen vor Disziplinargremium

Frankreichs rechtsextreme Front National (FN) zitiert im erbitterten Streit um die Parteiausrichtung ihren Gründer Jean-Marie Le Pen vor ein Disziplinargremium.

Der 87-jährige Europaabgeordnete wurde für den 20. August vor das Exekutivbüro der Front National geladen, wie Parteichefin Marine Le Pen ihrem Vater in einem auf heute datierten Brief schrieb.

Das Exekutivbüro werde dabei zu einer disziplinarischen Sitzung zusammenkommen. Vorgeworfen wird dem Parteigründer unter anderem seine Anfang April wiederholte Äußerung, die NS-Gaskammern seien nur ein „Detail“ der Geschichte des Zweiten Weltkriegs.

Le Pen über Tochter erbost

Jean-Marie Le Pen, der den Brief selbst bekanntmachte, sprach von einem „niederträchtigen Vorgehen“, das einer „Präsidentschaftskandidatin unwürdig“ sei. Seine Tochter wolle ihn aus der Partei ausschließen, die er selbst gegründet habe und deren Ehrenvorsitzender er sei.

Marine Le Pen hatte im Frühjahr mit ihrem Vater gebrochen, nachdem dieser erneut die NS-Gräuel relativiert und das mit den NS-Besatzern kollaborierende Vichy-Regime verteidigt hatte. Sie will ihm insbesondere den FN-Ehrenvorsitz entziehen und ließ seine Parteimitgliedschaft auf Eis legen.

Eine schriftliche Mitgliederbefragung, um dem 87-Jährigen über eine Änderung der Parteistatuten den Ehrenvorsitz zu entziehen, wurde aber von der Justiz für ungültig erklärt - ebenso wie die Suspendierung der Parteimitgliedschaft ihres Vaters.

Marine Le Pen will Partei aus Schmuddelecke holen

Marine Le Pen hatte Anfang 2011 die Führung der Front National von ihrem Vater übernommen. Mit einer Abkehr von den offen antisemitischen und rassistischen Parolen des Parteigründers will sie der rechtsextremen Partei ein respektableres Ansehen verschaffen und so neue Wähler gewinnen.

Die Strategie scheint sich auszuzahlen: Bei den Europawahlen im Mai 2014 wurde die FN erstmals stärkste Kraft in Frankreich. Bei den Präsidentschaftswahlen 2017 könnte Marine Le Pen Umfragen zufolge in die Stichwahl einziehen.

Renzi bringt Verwaltungsreform durch Italiens Senat

Der italienische Premier Matteo Renzi kann bei seinen Bemühungen zur Umsetzung seines umfangreichen Programms wirtschaftlicher und politischer Reformen einen Etappensieg feiern. Der Senat in Rom verabschiedete heute eine Reform der öffentlichen Verwaltung.

Die Reform enthält zahlreiche Maßnahmen zur bürokratischen Vereinfachung und Stärkung der Effizienz in der öffentlichen Verwaltung. Für die Reform, die bereits von der Abgeordnetenkammer abgesegnet worden war, stimmten 145 Senatoren, 97 dagegen. „Ein weiteres Stück unseres Reformprogramms ist unter Dach und Fach“, so Renzi.

Liberalere Regelungen bei Beamten

Für Staatsbeamte soll es leistungsorientierte Boni geben, dafür werden weniger altersbedingte Karrieresprünge garantiert. Auch die interne Mobilität der Beamten soll gefördert werden. Beamte in Führungspositionen können in Italien künftig entlassen werden, wenn sie im Zuge von Ämterfusionen ihre Stelle verlieren. In der öffentlichen Verwaltung soll außerdem Fernarbeit gefördert werden.

Die Italiener werden einen einfacheren Zugang zu den Archiven der öffentlichen Verwaltung, auch per Internet, erhalten. Administrative Prozeduren für große Infrastrukturprojekte sollen vereinfacht werden. Die Zahl der rund 8.000 Gesellschaften mit öffentlicher Beteiligung soll, durch eine tiefgreifende Rationalisierung, stark reduziert werden. Geplant ist außerdem die Eingliederung der Forstwache in die Polizei.

Ex-Polizist spricht ein Jahr nach Ferguson über Browns Tod

Der Ex-Polizist Darren Wilson hat ein Jahr nach den tödlichen Schüssen auf den schwarzen Teenager Michael Brown in Ferguson einen rassistischen Hintergrund abgestritten. „Jeder macht das so schnell zu einem Rassenthema. Das ist keine Frage der Rasse“, sagte Wilson dem US-Magazin „New Yorker“, das heute ein langes Porträt des 29-Jährigen veröffentlichte.

In seinen ersten öffentlichen Äußerungen zeigte Wilson wenig Mitgefühl: „Denke ich darüber nach, was er für eine Person war? Nicht wirklich, denn das spielt jetzt keine Rolle mehr.“

Proteste nach tödlichen Schüssen

Wilson hatte den 18-jährigen Brown am 9. August 2014 nach einem Handgemenge mit mehreren Kugeln getötet. Der Polizist wurde nicht angeklagt, obwohl der Teenager unbewaffnet war.

Der Tod Browns und der spätere Verzicht auf einen Strafprozess hatten in Ferguson und zahlreichen anderen Städten der USA zu teils gewalttätigen Protesten geführt. An dem Fall entzündete sich eine landesweite Debatte über Rassismus und Polizeigewalt.

Die mehrheitlich schwarze Bevölkerung von Ferguson fühlt sich von der überwiegend weißen Polizeitruppe systematisch diskriminiert. Ein Anfang März veröffentlichter Bericht des US-Justizministeriums bestätigte routinemäßige Schikane von Afroamerikanern in dem Vorort von St. Louis im Bundesstaat Missouri.

Wegen Vergangenheit „nicht beschäftigungsfähig“

Der aus dem Polizeidienst ausgeschiedene Wilson lebt mit seiner Frau unauffällig in St. Louis. Dem „New Yorker“ sagte er, er habe bisher keinen neuen Job gefunden und sei wegen seiner Vergangenheit wohl auch „nicht beschäftigungsfähig“. Dank Spenden von Unterstützern in Höhe von rund 500.000 Dollar (455.000 Euro) habe er sich ein Haus gekauft.

Der Reporter des „New Yorker“ stellte bei Wilson bisweilen eine „rassistisch codierte Wortwahl“ fest. So sagte dieser über seine Erfahrungen als Polizist mit Afroamerikanern: „Sie sind so in einer anderen Kultur eingeschlossen als - was ich zu sagen versuche, ist, die richtige Kultur, die bessere, die man wählen kann.“

Neuwahlen in Griechenland immer wahrscheinlicher

In Athen werden vorgezogene Wahlen immer wahrscheinlicher: Der Anführer des linken Flügels der Regierungspartei SYRIZA, Panagiotis Lafazanis, rief heute alle Abgeordneten seiner Partei zur Ablehnung eines neuen Reform- und Sparprogramms auf, falls ein solches in den kommenden Tagen von Ministerpräsident Alexis Tsipras vorgelegt werden sollte.

Regierungssprecherin Olga Gerovasili bezeichnete daraufhin im griechischen Fernsehen Neuwahlen als „wahrscheinlich“. Ein Datum hierfür nannte sie nicht. Wegen des Richtungsstreits in seiner SYRIZA hatte Tsipras bereits vergangene Woche Neuwahlen nicht ausgeschlossen.

Verhalten des linken Flügels „surreal“

Bei den bisherigen beiden Abstimmungen hatte fast jeder vierte SYRIZA-Abgeordnete gegen die Reform- und Sparmaßnahmen votiert, nur mit Hilfe der Opposition kam jeweils eine Mehrheit zustande. Das könne so nicht weitergehen, sagte Tsipras vergangene Woche in einem Interview. Es sei „surreal“, wenn Abgeordnete nicht für die Regierungspolitik stimmten, aber trotzdem erklärten, diese Politik zu unterstützen, fügte Tsipras hinzu.

Verhandlungen zu Hilfspaket vor baldigem Abschluss

Bei den Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und den Gläubigern werden unterdessen heute die geplanten Privatisierungen von Staatsunternehmen im Mittelpunkt stehen, wie Kreise des Finanzministeriums mitteilten.

Griechenlands Finanzminister Euklid Tsakalotos geht davon aus, dass die Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket in wenigen Tagen abgeschlossen werden. „Alles wird diese Woche ausverhandelt sein“, sagte er vor Journalisten nach einem Treffen mit Vertretern des Internationalen Währungsfonds, der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Rettungsschirms ESM.

Morgen soll damit begonnen werden, die Details des Abkommens Athens mit den Gläubigern niederzuschreiben. Das Abkommen soll voraussichtlich am 18. August vom griechischen Parlament gebilligt werden.

Ein Jahr nach IS-Überfall noch 3.000 Jesiden vermisst

Ein Jahr nach dem Überfall der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf die religiöse Minderheit der Jesiden im Nordirak werden nach kurdischen Angaben noch immer fast 3.000 Menschen vermisst.

Wie das Nachrichtenportal Rudaw heute unter Berufung auf Behörden der irakischen Autonomieregion Kurdistan berichtete, sollen mindestens 2.500 verschleppte Jesiden noch am Leben, aber in der Gewalt der Dschihadisten in Syrien oder im Irak sein. 1.850 Jesiden seien freigekommen - häufig gegen Lösegeld. Die Behörden befürchten demnach, dass rund 1.000 jesidische Männer schon tot sind.

Zehntausende vertrieben

Im August 2014 hatte der IS-Vormarsch im Irak auch Zehntausende kurdische Jesiden in die Flucht getrieben. Viele retteten sich zunächst ins Sindschar-Gebirge (kurdisch: Schingal) nahe der syrischen Grenze, wo sie aber von Hunger und Durst geplagt bei über 40 Grad Celsius auf Hilfe warteten. In der Region lebten damals die meisten der weltweit etwa 800.000 Jesiden - rund 500.000.

IS-Extremisten sehen Angehörige dieser Gemeinschaft als „Teufelsanbeter“ an: Viele Männer, die nicht fliehen konnten, wurden geköpft, Frauen vergewaltigt und zwangsverheiratet. Im Internet tauchten Bilder auf, die zeigten, wie Jesidinnen auf Sklavenmärkten verkauft wurden.

Inland

Sport

Olympia 2016: ÖOC-Aufgebot nimmt Formen an

Ein Jahr vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro haben bereits 21 österreichische Athleten ihr Ticket fix in der Tasche. Bis zum Nennschluss in knapp elf Monaten sollen noch weitere 60 Sportler dazukommen. „Wir rechnen mit 80 Aktiven und 65 Betreuern“, sagte ÖOC-Präsident Karl Stoss, der auf ein besseres Ergebnis als vor vier Jahren hofft. 2012 in London umfasste das ÖOC-Team 70 Sportler, zum zweiten Mal überhaupt blieb Österreich dabei allerdings ohne Medaille.

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Champions League: Rapid mit breiter Brust gegen Ajax

Rapid hat vor dem heutigen Rückspiel der dritten Qualirunde zur Champions League bei Ajax Amsterdam kräftig Selbstvertrauen aufgebaut. Mit dem 2:1-Sieg bei Red Bull Salzburg prolongierte der Vizemeister am Wochenende seinen perfekten Saisonstart und rechnet sich nun trotz eines 2:2 im Hinspiel Chancen auf den Play-off-Einzug aus.

„Wir fahren als großer Außenseiter nach Amsterdam, wollen das sogenannte Wunder aber unbedingt schaffen“, sagte Rapid-Trainer Zoran Barisic.

Mehr dazu in sport.ORF.at

ZIB2

Flüchtlingshochkommissar Christoph Pinter live im Studio

Flüchtlinge werden immer mehr zur Bewährungsprobe für Europa. Könnte das Projekt Europa wegen der Flüchtlingsfrage scheitern? Besonders die Staaten des ehemaligen Osteuropas und Mitteleuropas nehmen fast keine Flüchtlinge auf, und auch die anderen Staaten wollen sich immer mehr abschotten. Dazu live im Studio Christoph Pinter vom Flüchtlingshochkommissariat in Wien.

Faktencheck

Faktencheck zum Sommergespräch mit Frank Stronach.

Kampfansage in Wien

Heinz-Christian Strache macht in Inseraten Versprechen im Wiener Wahlkampf. Zum Beispiel eine Jobgarantie für die Mitarbeiter der Stadt Wien und für die Betriebe, in denen die Stadt Wien das Sagen hat.

Neue Regierung

In der Ukraine unternimmt Ex-Premier Asarow einen Comeback-Versuch. Er sagt unserem Korrespondenten, wie er sich die Zukunft für die Ukraine vorstellt und wie seine Exilregierung aussehen soll.

Gletscher statt Mars

Warum die Mars-Mission in Tirol Station macht und der Kaunertal-Gletscher das beste Trainingsgelände für die Weltraumforscher ist.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Industrieproduktion in Brasilien eingebrochen

Ein Jahr vor Beginn der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro ächzt Brasilien unter einer Wirtschaftskrise. Die Industrieproduktion des fünftgrößten Landes der Welt brach in den ersten sechs Monaten des Jahres um 6,3 Prozent ein, wie das nationale Statistikinstitut heute mitteilte.

Es ist der stärkste Rückgang seit 2009, besonders Autobau (minus 20,7 Prozent) und Elektroniksektor (minus 27,8) schwächelten. Ratingagenturen senkten zuletzt ihre Aussichten für Brasilien - die Inflation liegt bei rund neun Prozent. Daher erhöhte die Zentralbank den Leitzins jüngst auf 14,25 Prozent - um Anleger für den Kauf von Staatsanleihen anzulocken und so den Real zu stärken, der derzeit stark an Wert gegenüber dem US-Dollar verliert.

Meinl Bank drohen Millionenrisiken aus Steuerprüfung

Die Meinl Bank ist mit Millionenrisiken aus einer Steuerprüfung (Außenprüfung) und aus Anlegerklagen konfrontiert. Das geht aus der heute im Amtsblatt der „Wiener Zeitung“ veröffentlichten Jahresbilanz für das Geschäftsjahr 2014 hervor.

Demnach könne das Steuerrisiko aus einer Außenprüfung (Betriebsprüfung) für die Jahre 2003 bis 2009 „in einem für die Bank nachteiligen Szenario“ mit bis zu 125,2 Millionen Euro schlagend werden, heißt es im Anhang der Bilanz.

Demnach liegen im Steuerverfahren bereits Bescheide vor, die Höhe der Belastung hänge nun vom Ausgang der Rechtsmittelverfahren ab. „Die strittigen Sachverhalte könnten (...) zu erheblichen Steuernachzahlungen der Meinl Bank führen.“

Große Zahl an Klagen droht

Im Bereich der Anlegeransprüche könnte noch eine große Zahl von Klagen auf die Meinl Bank zukommen. Laut den Ausführungen im Anhang zur Bilanz bestehen neben bereits eingebrachten Zivilklagen mögliche Ansprüche von über 6.000 Anlegern, die sich dem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren als Privatbeteiligte angeschlossen haben und bisher von der Geltendmachung ihrer behaupteten Ansprüche auf dem Zivilrechtsweg abgesehen haben.

Denn der Anschluss als Privatbeteiligter könne unter gewissen Umständen die Verjährung unterbrechen, die ansonsten in all diesen Fällen bereits eingetreten wäre.

In den Erläuterungen zum Bestätigungsvermerk schreiben die Wirtschaftsprüfer zum Steuerrisiko, dass zwei Gesellschaften aus der Eigentümersphäre die Erfüllung von Steuerschulden bis zur Summe von 44,8 Mio. Euro laut Vereinbarungen übernehmen würden. Für Risiken aus Anlegerklagen wurden Vorsorgen in Höhe von 20,6 Mio. Euro gebildet. Der Bestätigungsvermerk für die Bilanz wurde ohne Einschränkungen erteilt.

Verfahren gegen Republik Österreich

Unterdessen wurde bekannt, dass die Meinl Bank bzw. deren Eigentümerin ein Schiedsverfahren gegen die Republik Österreich bei einer Schiedsstelle bei der Weltbank in Washington einleitete.

Die Far-East-Gesellschaft beruft sich dabei auf internationalen Investorenschutz und fordert von Österreich „mindestens“ 200 Mio. Euro. Ihre Anwälte begründen die Klage mit einer „achtjährigen Hexenjagd der Regierung“ gegen die Bank.

Bei der Schiedsstelle International Centre for Settlement of Investment Disputes (ICSID) bei der Weltbank in Washington DC wurde laut Homepage die Klage der B.V. Belegging-Maatschappij Far East am 30. Juli registriert. Die Far East wird von der US-amerikanischen Anwaltskanzlei Baker & Hostetler vertreten.

Es ist laut Anwaltsangaben die erste Investorenklage gegen die Republik Österreich. Sie stütze sich auf das bilaterale Investitionsschutzabkommen Österreichs mit Malta.

Lufthansa besorgt sich halbe Milliarde auf Kapitalmarkt

Die AUA-Mutter Lufthansa hat sich mit einer Anleihe frisches Kapital besorgt. Die heute ausgegebene Schuldverschreibung über 500 Millionen Euro hat eine Laufzeit von 60 Jahren und wird mit 5,125 Prozent verzinst, wie der DAX-Konzern in Frankfurt mitteilte.

Wegen der langen Laufzeit wird die Hälfte der Summe dem Eigenkapital zugerechnet, das zuletzt wegen der stark gestiegenen rechnerischen Pensionslasten geschmolzen war.

Die Anleihe sei vierfach überzeichnet worden und vor allem bei Investoren aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz platziert. Die Lufthansa kann sie erst nach 5,5 Jahren vorzeitig zurückzahlen.

Gewerkschaft droht Niki-Management

Bei der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki verschärft sich der Streit über den erst im Vorjahr abgeschlossenen Kollektivvertrag (KV). Sollte das Unternehmen nicht einlenken, drohen Betriebsrat und Gewerkschaft mit „weiteren Schritten“, wie es in einer Aussendung heute hieß.

Laut den Belegschaftsvertretern wird der KV gezielt umgangen und betroffenen Mitarbeitern mit Kündigung gedroht.

„Sollte das Unternehmen an der derzeitigen Vorgehensweise festhalten, behält sich der Betriebsrat zusammen mit der geeinten Belegschaft vor, weitere Schritte einzuleiten“, hieß es in der Aussendung der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp). Wie die weiteren Schritte genau aussehen, ließ man vorerst offen.

„Mit vereinten Kräften“ dagegen

Die Richtung ist allerdings klar: „Wir haben den Kollektivvertrag ganz sicher nicht ausverhandelt, damit dann einzelne Teile umgangen werden“, so Gewerkschafter Peter Stattmann. „Das ist ein inakzeptables No-go, gegen das wir uns mit vereinten Kräften zu wehren werden wissen.“

Erst am Vortag hatte der Niki-Betriebsrat zwei Betriebsversammlungen abgehalten. „Wir haben die Kolleginnen und Kollegen detailliert informiert und gemeinsam unser weiteres Vorgehen beschlossen“, so Betriebsratschefin Verena Schallgruber.

„Unser Appell an die Geschäftsführung ist klar: Der Kollektivvertrag ist wie ursprünglich vereinbart nach Punkt und Beistrich, einzuhalten. Wir als Betriebsrat fordern außerdem die Abkehr einer Unternehmenspolitik, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Kündigungen droht“, so Schallgruber. Laut früheren Angaben des Betriebsrates geht es bei dem Konflikt um die Arbeitszeitregeln des Bordpersonals.

Hoher Posten bei Alibaba für Ex-Goldman-Sachs-Manager

Ein ehemaliger Manager der US-Investmentbank Goldman Sachs, der Kanadier Michael Evans, bekommt beim chinesischen Internetkonzern Alibaba einen neuen, wichtigen Posten. Evans werde den neu geschaffenen Job des „Präsidenten“ wahrnehmen, teilte Alibaba am Dienstag mit. Als solcher sei Evans zuständig für die internationale Entwicklung von Alibaba.

Der chinesische Onlinehändler war vor knapp einem Jahr an die Börse gegangen, und zwar in den USA. Seitdem sitzt Evans im Verwaltungsrat von Alibaba.

Der im Westen weitgehend unbekannte Onlinehändler wird oft als die chinesische Version von Amazon und eBay beschrieben, weil er Funktionen beider Anbieter vereint. Der Konzern betreibt unter anderem die beliebteste chinesische Plattform für Onlinehandel, Taobao.

„Rascher und effizienter Zugang“ zu chinesischem Markt

Der Kurs der Alibaba-Aktie an der Wall Street ist in letzter Zeit aber gesunken; die Investoren zweifeln an der Zukunftsstrategie. In China sieht sich Alibaba wachsender Konkurrenz gegenüber.

Der 58-jährige Evans soll nun „enge Partnerschaften mit Marken und wichtigen Händlern in Europa, Asien und Amerika knüpfen“, wie Alibaba mitteilte. Sie sollen so einen „raschen und effizienten Zugang zum wichtigen chinesischen Markt bekommen“. Evans hatte rund 20 Jahre für Goldman Sachs in Asien gearbeitet.

Chronik

Hamburg: Dutzende Verletzte bei Explosion in Wohngebiet

Bei einer Explosion und einem Brand in einem früheren Bunker mitten in einem Wohngebiet im Stadtteil Rothenburgsort im deutschen Hamburg sind heute mindestens 45 Menschen verletzt worden.

In dem Gebäude gerieten 100 Tonnen ätherische Öle in Brand - sie explodierten, während die Feuerwehr löschte. Mindestens 19 Menschen mussten ins Krankenhaus. Unter den Verletzten waren auch 15 Feuerwehrleute. Vier von ihnen mussten im Krankenhaus bleiben.

Die Löscharbeiten sollten bis zum späten Nachmittag dauern. (iptv.ORF.at)

„Wir hatten Glück im Unglück, dass alle Verletzungen nur leicht bis mittelschwer sind“, sagte Feuerwehrsprecher Thorsten Grams. Die Brandursache und die Höhe des Sachschadens blieben zunächst unklar.

Feuerwehrleute von Druckwelle erfasst

Die Feuerwehr war um 4.23 Uhr alarmiert worden. In dem Bunker ist außer dem Lager noch eine Tischlerei. 60 Anrainer wurden aus den Wohnungen geholt. Sie klagten über Husten und Atemreizungen. Gegen 7.00 Uhr folgte eine heftige Detonation mit großer Stichflamme.

Explosion in einem Bunker in Hamburg

APA/dpa/Daniel Bockwoldt

„Es gab eine schlagartige Durchzündung mit einer erheblichen Druckwelle, die so stark war, dass Fahrräder durch die Luft gewirbelt wurden“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Brandort. Feuerwehrleute in dem etwa 25 Meter hohen Bunker seien von der Druckwelle erfasst und mehrere Meter durch die Luft geschleudert worden.

Schweizer Zoll stellte 262 Kilo Elfenbein sicher

Der Schweizer Flughafenzoll hat in Zürich eine riesige Lieferung Elefantenstoßzähne sichergestellt. Die 262 Kilogramm Elfenbein wurden bereits Anfang Juli gefunden, wie die Behörden nun mitteilten.

Sie seien für China bestimmt gewesen, wo Elfenbein teilweise als Statussymbol gilt. Entdeckt wurde die Lieferung beim Röntgen von mehreren Koffern, die nach Peking unterwegs waren.

Kuriere gegen Kaution freigelassen

Bei den Kurieren habe es sich um drei Männer im Alter zwischen 21 und 37 Jahren gehandelt. Sie seien gegen eine Zahlung von 100.000 Franken (rund 94.000 Euro) auf freien Fuß gesetzt worden. Ihnen droht eine Strafe bis zu 40.000 Franken (38.000 Euro) wegen Handels mit illegalen Tierprodukten.

Für die teilweise zersägten Stoßzähne mussten laut Behörden 40 bis 50 afrikanische Elefanten sterben. Auf dem Schwarzmarkt haben ihre Zähne einen Wert von rund 400.000 (380.000 Euro) Franken.

Tote und Verletzte bei Zirkuszelteinsturz in USA

Heftige Stürme haben im US-Staat New Hampshire ein Zirkuszelt während einer Vorführung zum Einsturz gebracht. Ein Vater und seine zweijährige Tochter starben, 32 Menschen wurden in Krankenhäusern behandelt, wie der staatliche Brandschützer William Degnan heute in der Stadt Lancaster mitteilte.

Es werde nun untersucht, ob das Zelt den Sicherheitsstandards entsprach und ob die Show rechtzeitig vorher hätte abgebrochen werden können. Nach Degnans Angaben hatte der nationale Wetterdienst 17 Minuten vor dem Vorfall eine Sturmwarnung ausgegeben, von der die Veranstalter aber möglicherweise nichts wussten.

Den Angaben zufolge riss eine Sturmböe mit einer Geschwindigkeit von fast 100 km/h gestern am späten Nachmittag (Ortszeit) das Zelt aus seiner Verankerung. Dann stürzte es auf die etwa 100 Zuschauer.

Sechs Kinderleichen in russischer Wohnung entdeckt

Die zerstückelten Leichen von sechs Kindern im Alter von bis zu sechs Jahren haben Polizisten in einer Wohnung in Russland gefunden. Nach dem 52-jährigen Vater werde mit Hochdruck gefahndet, teilte die Ermittlungsbehörde heute mit. Die Kinder seien vermutlich mit einer Axt zerteilt worden, berichtete die Agentur Interfax unter Berufung auf Ermittlerkreise. Möglicherweise sei auch die schwangere Mutter getötet worden.

Kindergärtnerinnen in der Stadt Nischni Nowgorod, rund 400 Kilometer östlich von Moskau, hatten die Polizei informiert, weil sie die Kinder seit dem 25. Juli nicht mehr gesehen hatten. Die Beamten kontrollierten die Wohnung der Familie und fanden ein Bild des Grauens vor. Nachbarn gaben an, sie hätten den Familienvater noch kurz zuvor gesehen.

Die Polizei im benachbarten Gebiet Wladimir teilte später mit, dass eine weitere Leiche mit dem Fall in Verbindung gebracht werde. Mit großer Wahrscheinlichkeit handle es sich um die Mutter des hauptverdächtigen Familienvaters, sagte eine Polizeisprecherin.

Kultur

ImPulsTanz: Die zweite sexuelle Befreiung im Odeon

Sex war noch nie so frei und zugleich so vielen Disziplinierungspraktiken unterworfen wie in der Gegenwart - bedarf es also einer neuen Befreiung der Sexualität? Auf diese Grundfrage ließe sich die Performance der österreichischen Choreografin Christine Gaigg gemeinsam mit drei Tänzerinnen gestern Abend beim Festival ImPulsTanz in Wien zusammenfassen. Deutlich wurde: Der autobiografische Anspruch auf die „eigene“ Sexualität entkommt nicht einer politischen Debatte über den Körper.

Mehr dazu in news.ORF.at/festspielhighlights15

Religion

Israel: Rabbiner helfen bei Kirchenrestaurierung

Eine Gruppe von Rabbinern wird zur Wiederherstellung der durch einen Brandanschlag beschädigten Brotvermehrungskirche in Tabgha am See Genezareth in Israel beitragen. Die Rabbiner haben eine Kampagne zur Restaurierung der Kirche der Benediktiner in Tabgha gestartet, um „die Freundschaft zwischen Juden und Christen nach dieser unglücklichen Episode“ zu betonen. Durch ein gelegtes Feuer am 18. Juni war der Südflügel des erst 2012 fertiggestellten Benediktinerklosters weitgehend zerstört worden.

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