Letzte Meldung

Ungarn stoppt Flüchtlingstransporte per Bus

Ungarn organisiert keine weiteren Bustransporte von Flüchtlingen an die österreichische Grenze. Das sagte Regierungssprecher Zoltan Kovacs heute am Grenzübergang Hegyeshalom, wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI meldete.

Die gestern im Einvernehmen mit Österreich und Deutschland gestartete Transportaktion per Bus sei einmalig gewesen. Ziel sei gewesen, eine Notsituation zu vermeiden. Ab sofort aber stünden keine Busse mehr zur Verfügung.

In der Nacht auf heute haben nach offiziellen ungarischen Angaben 90 Busse insgesamt 4.500 Flüchtlinge nach Hegyeshalom gebracht.

Inland

Flüchtlinge: Mikl-Leitner pocht auf Lösung auf EU-Ebene

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) pochte angesichts der jüngsten Entwicklungen in der Flüchtlingsfrage erneut auf eine Lösung auf EU-Ebene. Ein erster Schritt müsse nun sein, dass die Situation in den Flüchtlingslagern in der Krisenregion massiv verbessert werden, sonst werde sich an der Lage nichts ändern, so die Ministerin heute in einer Aussendung.

Wer meine, dass das Problem mit einem Ausstieg aus der EU oder einem Stacheldrahtzaun rund um Österreich gelöst werden könne, der irre, so Mikl-Leitner weiter. Stattdessen brauche es nun „mehr Europa“. Bis jetzt hätten etwa zehn Flüchtlinge in Österreich um Asyl angesucht, die anderen Menschen wollen weiter, vorwiegend nach Deutschland.

Kurz: Dublin-Regeln gelten weiter

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sagte unterdessen beim EU-Außenministertreffen in Luxemburg, das Dublin-System gelte nach wie vor. Die EU brauche einen „effizienten, fairen und dauerhaften Mechanismus innerhalb der EU zur Lastenteilung in Hinblick auf Asylbewerber und Flüchtlinge in Europa“, so Kurz. Er warnte unter Berufung auf Angaben der mazedonischen Regierung vor zurückkehrenden Syrien-Kämpfern unter den Flüchtlingen.

71 Tote auf A4: Polizei deckt ähnlichen Fall auf

Die Polizei hat im Zuge der Ermittlungen zum Fund von 71 Leichen in einem Lkw in Parndorf (Bgld.) einen ähnlich gelagerten Fall aufgedeckt. Jene Schlepper, die wegen des Todes der Flüchtlinge in Haft sitzen, sollen 81 Personen in einem baugleichen Fahrzeug über die ungarische Grenze nach Österreich gebracht haben.

Den Flüchtlingen sei es gelungen, die Seitentüren des Kühllasters aufzubrechen, was ihnen das Leben gerettet habe. Das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ meldete unterdessen, dass die Schlepperbande noch weitere Fahrzeuge angekauft habe.

Mehr dazu in Flüchtlinge brachen Seitentüren auf

Asyl: 83 Bürgermeister „vernetzten“ sich in Alpbach

83 Bürgermeister sind gestern der Einladung des Europäischen Forums Alpbach zu einem „Vernetzungstreffen“ wegen der Flüchtlingsunterbringung in das Tiroler Bergdorf gefolgt. Unter dem Titel „Wege aus der Asylquartierkrise“ tauschten sie sich dabei auch mit Flüchtlingskoordinator Christian Konrad aus. Dieser wollte sich vorerst noch nicht öffentlich näher zu seiner Arbeit äußern.

Er werde zum geeigneten Zeitpunkt öffentlich Stellung nehmen, meinte der Ex-Raiffeisen-Generalanwalt vor Journalisten. Bei seinem Eintreffen hatte Konrad gemeint, er sei nach Alpbach gekommen, um die Bürgermeister zu überzeugen, dass es notwendig sei, in schwierigen Situationen „menschlich solidarisch“ zu sein.

Arbeitskreis „Lernen von Traiskirchen“

Im Turnsaal der Hauptschule Alpbach war Konrad in angeregten Gesprächen mit den Ortschefs zu sehen. Die Teilnehmer bildeten zunächst verschiedene Gruppen bzw. Arbeitskreise, in denen Experten, etwa von Diakonie und Caritas, Auskunft gaben. Die einzelnen Gruppen befassten sich etwa mit der „Einbindung der Zivilgesellschaft“, den „Privatunterkünften für Flüchtlinge“, der „Lage in den Herkunftsländern“ oder mit „Psychosozialen Fragen“.

Über einem Arbeitskreis prangte ein Zettel mit der Aufschrift „Lernen von Traiskirchen“, in dem der Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) das Wort führte. Im zweiten Teil des Konferenznachmittags berichteten 15 Bürgermeister über ihre Erfahrungen mit Flüchtlingen in ihren Gemeinden.

TV-Hinweis

Ausland

Lage in Ukraine trotz Verstößen gegen Waffenruhe stabil

Trotz einzelner Verstöße gegen die Waffenruhe ist die Lage im ostukrainischen Kriegsgebiet Donbass nach Darstellung der Konfliktparteien weitgehend stabil. An der Front werde nicht mehr geschossen, sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko Medien zufolge heute in Kiew. Eine am Dienstag verkündete Waffenruhe zeige Wirkung.

In der Ukraine begann heute offiziell der Wahlkampf - allerdings unter Ausschluss des Kriegsgebiets. Am 25. Oktober sollen in dem Land neue kommunale Parlamente und Bürgermeister gewählt werden. Die prorussischen Separatisten wollen gegen den Widerstand der ukrainischen Regierung am 18. Oktober und am 1. November eigene Kommunalwahlen abhalten.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Staatschef Poroschenko hatte in den konfliktnahen Regionen und insbesondere in der Stadt Mariupol für den Wahlkampf verschärfte Sicherheitsvorkehrungen angeordnet. In der Region gab es Berichte über vereinzelte Schüsse.

Laut Separatistenführer Alexander Sachartschenko könnte kommende Woche eine Vereinbarung über den Abzug von Waffen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk mit einem Kaliber von unter 100 Millimetern unterzeichnet werden. Danach könne über weitere Schritte zur Umsetzung der Minsker Friedensvereinbarungen verhandelt werden, sagte er.

IS ließ 15 in Syrien entführte Christen frei

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben von Aktivisten mehrere Christen freigelassen, die wochenlang in dem Dorf Al-Karjatain in der syrischen Provinz Homs festgehalten worden waren.

15 Geiseln seien gestern freigelassen worden, nachdem sie die Dschisja, eine Steuer für Nichtmuslime, gezahlt hätten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Freilassung und erklärte unter Berufung auf Angaben von Ärzten, die Freigelassen seien „wohlauf“.

Verhandlungen über Freilassung von Priester

Die Dschihadisten hatten Al-Karjatain Anfang August erobert und mindestens 230 Einwohner, unter ihnen Dutzende Christen, verschleppt. Der Priester Jacques Mourad, der aus dem Kloster Mar Elian in Al-Karjatain entführt worden war, wurde offenbar nicht freigelassen.

Wie die Vatikan-Nachrichtenagentur Fides berichtete, wird noch über die Freilassung von Mourad und anderen christlichen Geiseln verhandelt. Es gehe ihnen gesundheitlich aber gut.

Mourad wollte Einwohner aus dem nahe gelegenen Palmyra aufnehmen, die nach der Eroberung ihrer Heimatstadt durch den IS auf der Flucht waren. Das Kloster aus dem fünften Jahrhundert wurde im August von den IS-Kämpfern zerstört.

Nach Attentat in Syrien steigt Opferzahl auf 26

Nach einem Autobombenanschlag im Süden Syriens, bei dem auch ein geistlicher Würdenträger der Drusen getötet wurde, ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben von Aktivisten auf 26 gestiegen.

50 weitere Menschen seien gestern in der Stadt Sweida verletzt worden, teilte die in England ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

In der Stadt südlich von Damaskus waren den Angaben zufolge kurz nacheinander zwei Autobomben detoniert. Die zweite Bombe explodierte in der Nähe eines Krankenhauses, in das Verletzte des ersten Attentats gebracht wurden.

Hoher drusischer Geistlicher unter Toten

Unter den Todesopfern war nach Angaben der Beobachtungsstelle auch der drusische Geistliche Scheich Wahid al-Balus, der in Syrien für seine Kritik an Staatschef Baschar al-Assad, aber auch an den Islamisten bekannt ist.

Die ethno-religiöse Gemeinschaft der Drusen spaltete sich Anfang des elften Jahrhunderts vom schiitischen Islam ab. Heute leben in Syrien etwa 700.000 Drusen.

Die Beobachtungsstelle steht den bewaffneten Rebellen gegen Assad nahe. Sie stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind ihre Informationen meist nur schwer zu überprüfen.

Erneut Missbrauchsvorwürfe gegen französischen Soldaten

Die französische Justiz ermittelt gegen einen weiteren Soldaten, der bei einem Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik eine junge Frau vergewaltigt haben soll.

Wie die Nachrichtenagentur AFP gestern Abend aus Justizkreisen erfuhr, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung unter Ausnutzung einer Amtsstellung eingeleitet.

Der Soldat wurde von der Jugendlichen beschuldigt, sie im Sommer 2014 vergewaltigt zu haben. Sie war schwanger geworden und hatte im April ein Kind zur Welt gebracht.

Bereits gegen 14 Soldaten Ermittlungen

Das französische Verteidigungsministerium wurde nach eigenen Angaben am Donnerstag von UN-Menschenrechtskommissar Seid Ra’ad al-Hussein über den Vergewaltigungsvorwurf informiert. Daraufhin sei umgehend die Pariser Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden, erklärte das Ministerium.

In Frankreich wird bereits gegen 14 Soldaten wegen Kindesmissbrauchs in Zentralafrika ermittelt. Auch die 12.000 Mann starke UNO-Truppe MINUSCA steht wegen Vergewaltigungs- und Missbrauchsvorwürfen am Pranger. Nach offiziellen Angaben gibt es bei den Blauhelmen bisher 13 Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch, wobei mindestens eines der Opfer erst elf Jahre alt sein soll.

Französischer Militäreinsatz Ende 2013

Zentralafrika war nach einem Putsch gegen Staatschef Francois Bozize im März 2013 in eine Spirale der Gewalt gestürzt. Bei Kämpfen zwischen christlichen und muslimischen Milizen wurden Tausende Menschen getötet und Hunderttausende in die Flucht getrieben.

Frankreich startete im Dezember 2013 einen Militäreinsatz in Zentralafrika, um die Gewalt zu beenden und die Zivilbevölkerung zu schützen. Seit September 2014 ist in dem Land eine UNO-Mission im Einsatz.

Homo-Paar in Kentucky getraut - Amtsleiterin bleibt in Haft

Das Standesamt im US-Bundesstaat Kentucky, dessen Chefin wegen ihres Widerstands gegen die Homo-Ehe in Beugehaft sitzt, hat erstmals einem homosexuellen Paar einen Trauschein ausgestellt.

Wie der örtliche Fernsehsender WKYT berichtete, ließen sich James Yates und William Smith gestern in Rowan County trauen - nachdem sie das zuvor mehrfach vergeblich versucht hatten.

Amtsleiterin wegen Weigerung verhaftet

Standesamtsleiterin Kim Davis hatte gleichgeschlechtlichen Paaren zuvor den Trauschein verweigert und sich damit einer Entscheidung des Supreme Court widersetzt, der die Homo-Ehe überall in den USA erlaubt hatte.

Am Donnerstag wurde Davis aus dem Gerichtssaal abgeführt, nachdem die evangelikale Christin dem Richter gegenüber angegeben hatte, eine Trauung gleichgeschlechtlicher Paare verstoße gegen ihren Glauben.

Bundesrichter David Bunning schickte sie deshalb in Beugehaft. Die 49-Jährige soll erst freikommen, wenn sie sich an die Anordnung hält, auch Trauscheine für schwule und lesbische Paare auszustellen.

Wie die Mutter, so der Sohn

In seinem Urteil hatte Bunning zudem Davis’ Stellvertreter angewiesen, ab sofort gleichgeschlechtliche Paare zu trauen. Wie der Sender WKYT berichtete, willigten fünf ihrer sechs Stellvertreter ein - nur Davis’ Sohn widersetzte sich der Anordnung des Richters.

Davis’ Ehemann Joe erklärte, seine Frau sei bereit, „so lange wie nötig“ im Gefängnis zu bleiben. Ihr Anwalt ergänzte, Davis’ habe auch nicht die Absicht zurückzutreten. Zugleich werde sie aber niemals „gegen ihren Glauben verstoßen und ihren Gott verraten“. Sie sei bereit, für beide Entscheidungen die Konsequenzen zu tragen.

Historisches Urteil

In einem historischen Urteil hatte der Supreme Court Ende Juni die Homo-Ehe überall in den Vereinigten Staaten erlaubt. Die Obersten Richter erklärten Verbote von gleichgeschlechtlichen Eheschließungen in einer Reihe von Bundesstaaten für verfassungswidrig.

Der Widerstand gegen die Homo-Ehe ist in konservativ geprägten Gegenden im Mittleren Westen und im Süden der USA aber weiter groß. Kentuckys Gouverneur hatte im Juli alle Standesbeamten in seinem Bundesstaat angewiesen, sich dem Urteil zu fügen. Davis setzte sich über die Anordnung hinweg und berief sich dabei auf ihren christlichen Glauben.

Clinton bedauert Nutzung privater E-Mail-Adresse

Die demokratische US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat die alleinige Nutzung eines privaten E-Mail-Kontos während ihrer Zeit als Außenministerin bedauert. „Das war nicht die beste Entscheidung“, sagte sie gestern in einem Interview mit dem Fernsehsender MSNBC.

Clinton weigerte sich allerdings, sich für ihr Vorgehen zu entschuldigen. Mit der Nutzung einer privaten E-Mail-Adresse habe sie nicht gegen die Gesetze verstoßen.

30.000 E-Mails ausgehändigt

Clinton gilt als Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten, ihr Wahlkampf wird durch die Affäre aber überschattet. Die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton hatte im März zugegeben, als Außenministerin nur eine private E-Mail-Adresse verwendet zu haben.

Rund 30.000 E-Mails aus dieser Zeit händigte sie an das Außenministerium aus. Die Schriftstücke sollen bis Januar komplett gesichtet und soweit zulässig veröffentlicht werden.

30.000 weitere gelöscht

Gut 30.000 weitere E-Mails, die angeblich privater Natur waren, ließ Clinton löschen. Die oppositionellen Republikaner werfen ihr vor, die private Adresse benutzt zu haben, um ihre Korrespondenz unter Verschluss zu halten. Clinton erklärte dagegen, sie habe das aus Bequemlichkeit getan, um ein einziges Smartphone benutzen zu können.

„Am Ende des Tages tut es mir leid, dass das die Leute verwirrt und eine Menge Fragen aufgeworfen hat“, sagte Clinton zu MSNBC. „Aber es gibt Antworten auf all diese Fragen, und ich werde diese Antworten weiter geben.“

Das US-Justizministerium untersucht, ob durch Clintons E-Mail-Nutzung möglicherweise geheime Informationen preisgegeben worden seien. Hunderte E-Mails wurde mittlerweile rückwirkend als vertraulich eingestuft.

Portugals Ex-Premier aus U-Haft entlassen

Portugals früherer Ministerpräsident Jose Socrates ist mehr als neun Monate nach seiner Festnahme aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der 57-jährige Sozialist durfte gestern aufgrund der Entscheidung eines Gerichts in Lissabon nach Hause zurückkehren. Das Gericht stellte den unter Korruptionsverdacht stehenden Politiker allerdings unter Hausarrest.

Geldwäsche, Korruption und Steuerhinterziehung?

Socrates war Ende November 2014 als der erste ehemalige Regierungschef in der Geschichte Portugals festgenommen worden. Ihm wurden Geldwäsche, Korruption und Steuerhinterziehung zur Last gelegt. Der frühere Ministerpräsident wies die Vorwürfe stets zurück.

Er hatte schon vor mehreren Monaten anstelle der Untersuchungshaft unter Hausarrest gestellt werden sollen. Socrates lehnte das jedoch ab, weil er eine elektronische Fußfessel hätte tragen müssen. Diese Auflage machte das Gericht nun nicht mehr.

Von 2005 bis 2011 Regierungschef

Socrates hatte Portugal von 2005 bis 2011 regiert. Er hatte die Sozialisten 2005 zur absoluten Mehrheit und zum besten Wahlergebnis der Geschichte geführt. Nach einem knappen Wahlsieg im Jahr 2009 trat er im März 2011 vor dem Hintergrund der schlimmsten Wirtschaftskrise in der Geschichte Portugals zurück.

Wirtschaft

Porsche-Chef fordert mehr Engagement für Flüchtlinge

Porsche-Chef Matthias Müller hat von den Topmanagern der Wirtschaft klare Worte gegen Fremdenfeindlichkeit und mehr Engagement für Flüchtlinge gefordert. "Es ist an der Zeit, dass Wirtschaftslenker zu bestimmten Dingen ihre Meinung sagen.

Wir müssen uns Extremismus entgegenstellen und Haltung zeigen", sagte Müller der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe). Die Industrie dürfe sich nicht aus Angst um den Aktienkurs oder vor persönlichen Angriffen zurückhalten. „Das darf die Wirtschaft nicht, wir sind schließlich Teil der Gesellschaft.“

Kritik an Unterscheidung von Flüchtlingen

Müller wandte sich gegen die Unterscheidung zwischen politisch Verfolgten und Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen. „Ich wünsche jedem Menschen auf der Welt, dass er einmal am Tag warm essen und ruhig schlafen kann. Kein Mensch gibt doch freiwillig und leichten Herzens seine Heimat auf.“

Der Porsche-Chef wünscht sich mehr Gespräche zwischen Politik und Wirtschaft, um der Flüchtlingskrise Herr zu werden. Auf die Frage, wie die Industrie praktisch helfen könne, antwortete er: „Mit neuen Arbeitsplätzen!“

Piloten verärgert über Lufthansa-Pläne

Mitten im heftigen Tarifstreit zwischen der Lufthansa und der Pilotengewerkschaft hat die deutsche Fluglinie angekündigt, ihre Pilotenausbildung komplett umzukrempeln. Absolventen sollen künftig für die neue Billigtochter der Lufthansa, Eurowings mit Sitz in Wien, ohne Kollektivvertrag fliegen.

Die Pilotengewerkschaft befürchtet eine schärfere interne Konkurrenz und warnt vor Risiken. Weil die Lufthansa nicht von ihrer Billigstrategie abweichen will, drohten die Piloten zum wiederholten Mal mit Streik. Man wolle das Geschäft nicht den englischen Konkurrenten überlassen, konterte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr.

Mehr dazu in Eurowings „notwendig“ für Lufthansa

Sport

Tennis: Nadal bei US Open bereits gescheitert

Rafael Nadal ist heute Nacht trotz eines Marathons gegen den Italiener Fabio Fognini bei den US Open in Flushing Meadows in der dritten Runde gescheitert. 3:46 Stunden und fünf Sätze kämpfte der ehemalige Weltranglistenerste um den Sieg und musste sich schließlich doch geschlagen geben, obwohl er die ersten beiden Sätze gewonnen hatte. Damit bleibt der Spanier auch erstmals seit 2005 ohne Grand-Slam-Titel. Dennoch nahm Nadal nach außen hin die Niederlage nicht allzu schwer.

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EM-Qualifikation: Deutschland holt Polen von der Spitze

Deutschland hat die Hackordnung in Gruppe D wiederhergestellt. Der Weltmeister feierte in der EM-Qualifikation gestern in Frankfurt im Schlager gegen Polen einen klaren 3:1-Sieg und holte die Gäste damit in der Tabelle von der Spitze.

Den Deutschen gelang damit auch die erfolgreiche Revanche für die 0:2-Niederlage im Hinspiel. Polen liegt aber weiter auf EM-Kurs, denn Konkurrent Schottland leistete sich beim Gastspiel in Georgien einen Umfaller.

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Chronik

Argentinier hielt Frau und Sohn jahrelang in Zelle gefangen

Ein Argentinier hat seine Frau und seinen Sohn jahrelang in einer Zelle gefangen gehalten. Der 66-Jährige habe die beiden sechs Jahre lang hinter Gitterstäben in seinem Haus in Mar del Plata rund 400 Kilometer südlich von Buenos Aires eingesperrt, teilte die Polizei gestern mit. Der 30-jährige Sohn soll an Autismus leiden, die 66-jährige Mutter hat ebenfalls psychische Probleme.

Medienberichten zufolge hatte die Polizei das Verlies bei einer Hausdurchsuchung entdeckt, nachdem sie von einem anderen Sohn der Familie einen Tipp bekommen hatte. Mutter und Sohn geht es nach der jahrelangen Gefangenschaft schlecht, sie werden in einem Krankenhaus behandelt. Offenbar bekamen sie nur Hundefutter zu essen.

Die Polizei entdeckte in der Zelle auch Ketten, Seile und Schlösser, mit denen Mutter und Sohn offenbar gefesselt worden waren. Der Mann wurde festgenommen, die Polizei leitete Ermittlungen wegen Sklaverei gegen ihn ein.

Bewohner kehren in Ort nahe Fukushima zurück

Mehr als vier Jahre nach der Massenumsiedlung von Bewohnern im Umkreis der havarierten japanischen Atomanlage Fukushima hat Japans Regierung heute erstmals eine Evakuierungsanordnung für einen der Orte aufgehoben. Die Ortschaft Naraha ist somit die erste, in die alle Bewohner dauerhaft zurückkehren dürfen.

Die Rückkehr nach Naraha wird als Pilotprojekt für andere Gegenden in der Nähe von Fukushima angesehen. Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe will bis März 2017 eine Reihe von Evakuierungsanordnungen aufheben.

Allerdings werden nur etwa zehn Prozent der ehemals 7.368 Einwohner von Naraha zurückerwartet, nicht zuletzt aus Angst vor weiterer radioaktiver Belastung. Viele junge Menschen haben zudem an anderen, weit entfernten Orten neue Jobs gefunden.

Im Atomkraftwerk von Fukushima war infolge des schweren Erdbebens und Tsunamis am 11. März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin es in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze kam. Drei der sechs Reaktoren wurden bei der Katastrophe zerstört, das Gebiet im Umfeld wurde radioaktiv verseucht. Durch das Erdbeben und den Tsunami kamen rund 18.000 Menschen ums Leben.

Schüsse vor Kathedrale von Sao Paulo: Zwei Tote

Vor der Kathedrale der brasilianischen Metropole Sao Paulo hat es gestern eine Schießerei mit zwei Toten gegeben. Ein Obdachloser griff ein, als ein bewaffneter Mann eine Frau auf den Stufen der Kathedrale festhielt, und wurde beim Versuch, sie zu befreien, von dem Angreifer erschossen, wie auf einem von der Zeitung „Folha de Sao Paulo“ veröffentlichten Video zu sehen war.

Die Frau konnte fliehen, der Angreifer selbst wurde von der Polizei erschossen. Das Geschehen wurde von Dutzenden Passanten beobachtet und gefilmt. Die Polizei teilte mit, sie habe den Obdachlosen am Eingreifen hindern wollen. Dem Sender Globo G1 zufolge handelte es sich bei dem Angreifer ebenfalls um einen Obdachlosen, der wegen Diebstahls und Drogenhandels 22 Jahre im Gefängnis saß.

Elfjähriger erschießt 16-jährigen Einbrecher in USA

Ein elfjähriger Bub hat einen 16 Jahre alten Einbrecher in den USA erschossen. Der Jugendliche hatte nach Angaben der Polizei versucht, in das Haus, in dem sich der Bub befand, einzubrechen, wie die Zeitung „St. Louis Post-Dispatch“ gestern berichtete. Der Schütze war allein mit seiner vier Jahre alten Schwester zu Hause.

Nur wenige Stunden vorher hatten Einbrecher mindestens zweimal versucht, sich Zugang zu dem Haus zu verschaffen. Bei dem versuchten Einbruch am Donnerstag soll noch ein mutmaßlicher Mittäter anwesend gewesen sein, der gestern vorläufig festgenommen wurde.

Entgegen Aussagen der Polizei berichteten Nachbarn, der Elfjährige sei der Angreifer gewesen und habe das Opfer außerhalb des Hauses erschossen. Die Mutter der beiden hatte die Waffe nach vergangenen Einbruchsversuchen zum Selbstschutz gekauft.

Religion

Wie islamische Vereine Flüchtlingen helfen

Konfessionelle Vereine und Religionsgemeinschaften stehen in Sachen Flüchtlingsbetreuung in vorderster Linie. Auch mehrere muslimische Verbände und Gruppen engagieren sich für Flüchtlinge in Österreich. Von einer „sehr, sehr großen Bereitschaft, sich zu engagieren“, spricht die Pressesprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), Carla Amina Baghajati, im Gespräch mit religion.ORF.at.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Clemens Setz und sein neuer Roman zum digitalen Alltag

Auf nicht weniger als 1.000 Seiten entwickelt der Leipziger Buchpreisträger Clemens J. Setz seinen neuen Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“. Eine skurrile Hauptfigur mit abgründigen Ticks steht dabei im Zentrum der von Psychoterror und Demütigungen bestimmten Handlung. Im Ö1-Gespräch erzählt der 33-jährige Schriftsteller über die Nähe zu seinen Figuren und warum unser digitaler Alltag viel mehr Niederschlag in der Literatur finden sollte.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

IT

Website von Europol mehrere Stunden offline

Die Website der EU-Polizeibehörde Europol in Den Haag ist gestern etwa sieben Stunden lang nicht erreichbar gewesen. Eine Sprecherin der Behörde sagte am Abend, man wisse nicht, ob es sich um einen technischen Defekt oder um einen Hackerangriff handle.

Das private Unternehmen, das die Website betreue, untersuche die Angelegenheit. Dabei werde es von Europol-Spezialisten unterstützt. Die Website war den Angaben der Sprecherin zufolge etwa zwischen 12.00 und 19.15 Uhr nicht erreichbar.

Europol ist eine Koordinationsstelle für die Polizeibehörden in den 28 EU-Staaten sowie anderen Ländern, die sich angeschlossen haben. Im Hauptquartier in Den Haag arbeiten 900 Angestellte sowie fast 200 Verbindungsbeamte aus den Mitgliedsstaaten. Europol unterstützt die nationalen Behörden vor allem bei der Bekämpfung von Drogenhandel, Menschenhandel, Terrorismus, Geldwäsche und Schlepperbanden.

Leute

Schwedens Kronprinzessin Victoria ist schwanger

Die schwedische Kronprinzessin Victoria ist schwanger. Das Kind wird für März erwartet, wie die Pressesprecherin des schwedischen Königshauses, Margareta Thorgren, gestern bestätigte. „Es geht ihr gut und sie ist sehr glücklich.“

Die 38-Jährige leide nicht unter Übelkeit oder anderen Beschwerden. Deshalb sei auch nicht geplant, irgendwelche Termine abzusagen. Victoria und Prinz Daniel haben bereits ein Kind: die dreijährige Estelle.

Kleinster Mann der Welt gestorben

Der kleinste Mann der Welt ist tot. Der Nepalese Chandra Bahadur Dangi, der 54,6 Zentimeter klein war, sei im Alter von 75 Jahren gestorben, teilte das „Guinness-Buch der Rekorde“ gestern mit.

Chandra Bahadur Dangi

Reuters/Navesh Chitrakar

Er starb am Donnerstagabend in einem Krankenhaus in Amerikanisch-Samoa an einer Krankheit, wie eine Sprecherin der Klinik in Pago Pago mitteilte. Angaben zur Krankheit machte sie nicht. Dangi lebte in einem 400 Kilometer von Nepals Hauptstadt Kathmandu entfernten abgelegenen Dorf. Seit seiner Registrierung als kleinster Mann der Welt reiste er viel.

Im November vergangenen Jahres hatte das „Guinness-Buch“ ein Treffen Dangis mit dem größten Mann der Welt, dem Türken Sultan Kösen, in London organisiert. Kösen misst 2,51 Meter.