Letzte Meldung

Krisenbank ÖVAG wird aufgespalten

Das krisengeschüttelte Volksbanken-Spitzeninstitut ÖVAG wird aufgespalten in einen Abbauteil und eine für die Fortführung vorgesehene Bank innerhalb des Sektors.

Das beschloss heute der Vorstand der Bank, an der die Republik über 43 Prozent hält. Außerdem wird es künftig nur mehr neun Regionalbanken und drei Spezialinstitute geben, teilte die Bank am Abend mit.

Aufspaltung in Abbauteil und Fortführungsbank

Jene Aufgaben, die die ÖVAG aufgrund gesetzlicher Vorgaben als Zentralorganisation des Volksbanken-Haftungsverbunds erfüllt, werden an eine große regionale Volksbank (in Prüfung derzeit: Volksbank Wien-Baden) übertragen.

Ebenfalls übertragen werden Servicefunktionen, die die ÖVAG dem Volksbanken-Sektor zur Verfügung stellt und die für den ordnungsgemäßen Bankenbetrieb notwendig sind. Der Rest wird abgebaut.

Die Teilung der ÖVAG wird für das erste Halbjahr 2015 angestrebt. Danach soll die ÖVAG aus dem Haftungsverbund ausscheiden. Die endgültige Umsetzung steht unter dem Vorbehalt behördlicher und aufsichtsrechtlicher Genehmigungen.

Ausland

Hongkongs Verwaltungschef: Gespräche, aber kein Rücktritt

Der umstrittene Verwaltungschef von Hongkong, Leung Chun Ying, hat sich zu Gesprächen mit Vertretern der Demokratiebewegung in der Sonderverwaltungszone bereiterklärt. Einen Rücktritt von seinem Amt schloss Leung heute bei einer Pressekonferenz jedoch aus.

Der Regierungschef ernannte seine Verwaltungschefin Carrie Lam, die Nummer zwei in Hongkong, als Verhandlungspartnerin, um mit der Studentenvereinigung in einen Dialog zu treten. „Ich hoffe, das Treffen der Studenten mit Carrie Lam kann die Probleme lösen.“

Zuvor waren die Spannungen bei den Demonstrationen kontinuierlich gestiegen. Die Polizei der chinesischen Sonderverwaltungsregion warnte vor „ernsten Konsequenzen“, sollten Aktivisten wie angekündigt Regierungsgebäude stürmen und besetzen wollen.

Regierungssitz belagert

Die Protestbewegung für Demokratie in Hongkong lässt sich von Peking allerdings nicht einschüchtern. In der Nacht auf heute begannen die Demonstranten damit, einen Belagerungsring um den Regierungssitz aufzubauen.

Im Zeichen eines ablaufenden Ultimatums zum Rücktritt von Regierungschef Leung Chun-ying sucht die Protestbewegung die direkte Konfrontation mit dem verhassten Vertreter Chinas. „Leung muss aus seinem Versteck kommen“, forderte eine Anführerin des von Studenten, Akademikern und Schülern getragenen Widerstands gegen die Bevormundung durch China.

Mehr dazu in Protestbewegung sucht nach „Plan B“

Kanaren planen Volksabstimmung gegen Erdölsuche

Die Regionalregierung der Kanaren will die Bewohner der spanischen Inselgruppe über eine umstrittene Erdölsuche im Atlantik abstimmen lassen. Wie Regierungschef Paulino Rivero heute in Santa Cruz de Tenerife mitteilte, soll die Abstimmung am 23. November stattfinden.

Proteste gegen Probebohrungen

Die spanische Zentralregierung in Madrid hatte dem Mineralölkonzern Repsol im August die Erlaubnis erteilt, ab sofort in dem Seegebiet zwischen den Kanaren und der marokkanischen Küste Probebohrungen vorzunehmen. Die kanarische Regierung und internationale Umweltschutzorganisationen protestierten gegen die Entscheidung Madrids.

Madrid warnt vor „illegalem Referendum“

Spaniens Industrieminister Jose Manuel Soria warnte die Kanaren davor, ein illegales Referendum abzuhalten. Madrid werde darauf entsprechend reagieren. Die Zentralregierung hatte bereits eine Verfassungsklage gegen eine geplante Volksabstimmung in Katalonien erhoben. Madrid wies darauf hin, dass Referenden nur vom Zentralstaat angesetzt werden dürfen.

Repsol hatte die Genehmigung erhalten, gut 50 Kilometer vor Lanzarote und Fuerteventura drei Probebohrungen bis zu Tiefen von 3.000 bis 6.900 Metern vorzunehmen. Das Unternehmen kündigte an, noch in diesem Jahr damit zu beginnen.

Kein Visum für Dalai Lama: Gipfel in Kapstadt abgesagt

Nach dem Zwist um die verweigerte Einreisegenehmigung für den Dalai Lama ist das in Südafrika geplante Treffen von Friedensnobelpreisträgern vorerst abgesagt worden.

Sowohl die Gastgebermetropole Kapstadt als auch das geistliche Oberhaupt der Tibeter begründeten die Entscheidung heute mit der unnachgiebigen Haltung der südafrikanischen Regierung, die dem unerwünschten Gast kein Visum erteilt habe.

Der Dalai Lama hatte die verweigerte Einreisegenehmigung auf Furcht vor politischem Ärger mit China zurückgeführt, das den 79-Jährigen als Separatisten betrachtet.

Treffen soll verlegt werden

Laut dem oppositionsgeführten Rathaus von Kapstadt hatte sich eine Mehrheit der Friedensnobelpreisträger für die Verlegung ihres 14. Gipfels ins Ausland ausgesprochen, falls der Dalai Lama keine Einreisegenehmigung bekommen sollte. Es sei „bestenfalls sehr unwahrscheinlich“, dass die Behörden ihre Haltung noch änderten, erklärte das Büro der Bürgermeisterin von Kapstadt.

Stadtoberhaupt Patricia de Lille äußerte sich „höchst verärgert und zutiefst enttäuscht“ über die Haltung in Pretoria. Notgedrungen werde das dreitägige Treffen, das am 13. Oktober hätte beginnen sollen, nun an einen anderen Ort verlegt.

Dank von Dalai Lama

Der Dalai Lama selbst bedankte sich bei einer Rede an seinem Wohnsitz im nordindischen Dharamsala für die Unterstützung der anderen Nobelpreisträger. Diese hätten die „Schikane einer einfachen Person“ nicht geduldet, erfolglos bei der südafrikanischen Regierung interveniert und letztlich für die Absage des Gipfels geworben.

Bei der Veranstaltung in Dharamsala - dort wurde an die Verleihung des Friedensnobelpreises an den Dalai Lama vor 25 Jahren erinnert - beschuldigte die ebenfalls mit dem weltbekannten Preis ausgezeichnete Anti-Landminen-Aktivistin Jody Williams die Regierung von Südafrikas Staatschef Jacob Zuma, „ihre Seele und Souveränität an China verkauft“ zu haben. Insgesamt 14 Nobelpreisträger hatten laut ihren Angaben vergeblich an Zuma appelliert, das Visum zu erteilen.

Fast 100 nigerianische Soldaten vor Militärgericht

In Nigeria müssen sich 97 Soldaten wegen verschiedener Vergehen vor einem Militärgericht verantworten. Ihnen würden unter anderem Meuterei, Einbrüche und diverse Disziplinarvergehen zur Last gelegt, sagte Gerichtspräsident Musa Yusuf heute bei einer Anhörung in der Hauptstadt Abuja.

Die Soldaten bekämpfen im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias die Islamistengruppe Boko Haram. Zwölf ihrer Kameraden waren Mitte September wegen Schüssen auf den befehlshabenden Offizier ihrer Truppe zum Tode verurteilt worden. Das Urteil ist von der Militärbehörde aber noch nicht bestätigt worden.

Der Prozess gegen die nun vor Gericht stehenden Soldaten soll am 15. Oktober mit der formellen Anklage fortgesetzt werden. Richter Yusuf versprach ein „faires“ Verfahren. Zu den Beschuldigten zählen auch 16 Offiziere.

Armee schlecht ausgerüstet

Soldaten der nigerianischen Armee beklagten immer wieder einen Mangel an Waffen und Ausrüstung im Kampf gegen Boko Haram. Berichten zufolge weigern sich Soldaten deshalb, an Einsätzen gegen die Extremisten teilzunehmen. Zudem sollen sie bei Angriffen der Islamisten ihre Posten verlassen haben.

Die nigerianische Armee steht wegen des Aufstands von Boko Haram unter großem Druck. Die Gruppe kämpft seit 2009 gewaltsam für einen islamischen Gottesstaat im Nordosten Nigerias. Immer wieder verüben die Extremisten blutige Anschläge und Überfälle auf Dörfer, Kirchen, Schulen, Sicherheitskräfte, Politiker und Behördenvertreter. Tausende Menschen wurden dabei getötet.

Keine Lösung im Gasstreit zwischen Kiew und Moskau

Eine von der EU-Kommission bis Ende der Woche angestrebte Lösung im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat sich zerschlagen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger hatte zuvor gehofft, dass beide Seiten morgen in Brüssel ein "Winterpaket" unterzeichnen. Damit sollte die Gasversorgung Europas und der Ukraine bis Ende März 2015 gesichert werden.

Wie ein Kommissionssprecher nun in Berlin mitteilte, trifft Vermittler Oettinger morgen in der belgischen Hauptstadt zwar den ukrainischen Energieminister Juri Prodan. Dessen russischer Amtskollege Alexander Nowak kommt jedoch nicht. Eine neue Verhandlungsrunde könnte in der nächsten Woche stattfinden, möglicherweise in Berlin.

Oettinger will Kompromiss

Ein Kompromissvorschlag von Oettinger sieht vor, dass die Ukraine bis Jahresende in zwei Raten insgesamt 3,1 Milliarden US-Dollar (2,45 Mrd. Euro) an Altschulden bei den Russen bezahlt, umgekehrt liefert Russland bis Ende März verbindlich Gas zu einem Preis von 385 US-Dollar (etwa 303 Euro) je 1.000 Kubikmeter.

Kiew bekommt seit Juni aus Russland kein Gas mehr und deckt sich zum Ärger Moskaus über Umwege bei Nachbarländern mit russischem Gas ein. Viele südosteuropäische EU-Staaten, aber auch Finnland und das Baltikum, sind fast komplett von russischem Gas abhängig. Die Ukraine ist wichtigstes Transitland Richtung Westen.

Kämpfe um Donezk spitzen sich zu

In der Ostukraine gehen die Kämpfe trotz der Waffenruhe weiter. Bei Gefechten auf dem Flughafen von Donezk gab es erneut mehrere Tote. Die Behörden in Kiew berichteten von mindestens sieben getöteten Aufständischen und einem getöteten Soldaten. 18 Soldaten seien verletzt worden.

„Wir kontrollieren bereits 90 Prozent des Flughafens und werden den Rest in zwei, drei Tagen einnehmen“, kündigte Separatistenführer Alexander Sachartschenko an. Das Militär teilte aber mit, der Flughafen sei weiter unter Kiews Kontrolle.

Der Stadtrat von Donezk berichtete von Artilleriebeschuss. In den vergangenen Tagen hatten sich Armee und Aufständische rund um die Separatistenhochburg die blutigsten Kämpfe seit Vereinbarung der Waffenruhe am 5. September geliefert. Dutzende Menschen starben. Im benachbarten Gebiet Lugansk hielt die Waffenruhe nach Angaben der Aufständischen. Nur am Verkehrsknotenpunkt Debalzewo gab es demnach kleinere Gefechte.

Mindestens zehn Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

Zehn afrikanische Flüchtlinge sind heute beim Kentern ihres Bootes vor der libyschen Küste ertrunken. Dutzende Menschen würden vermisst, teilte die libysche Küstenwache mit.

Die Marine konnte laut den Angaben bis zu 90 Flüchtlinge retten, darunter zwei Frauen. An Bord des Bootes seien insgesamt bis zu 180 Menschen gewesen. Das Unglück ereignete sich den Angaben zufolge drei Seemeilen vor der Ortschaft Garabuli 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis.

Immer wieder geraten Flüchtlinge aus Afrika und Asien, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen, in Seenot. Ihre Boote sind meist überfüllt und nicht seetüchtig. Erst am 10. September waren nahe Malta etwa 500 Flüchtlinge ertrunken. Seit Jahresbeginn kamen laut UNO-Angaben mehr als 3.000 Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ums Leben.

Armbänder für Touristen: Spott für Thailands Vorschlag

Thailand erntet Spott und Kritik für den Vorschlag, Touristen mit Sicherheitsarmbändern auszustatten. Das Tourismusministerium hatte vorgeschlagen, Reisende mit Armbändern zu versehen, auf denen deren Name und Hotel verzeichnet sind.

Auslöser war der Mord an zwei britischen Touristen auf der Insel Koh Tao. Man solle sich doch besser auf die Identifizierung der Täter als der Touristen konzentrieren, hieß es etwa. Dabei dürfte die Polizei mittlerweile weitergekommen sein: Sie vermeldete heute zwei Geständnisse zu den Morden.

Mehr dazu in Polizei will DNA-Ergebnisse abwarten

Inland

FPÖ präsentierte Konzept für Steuerreform

Die FPÖ hat heute ihre Vorschläge für eine Steuerreform präsentiert. Das Modell sieht eine Entlastung in Höhe von acht Mrd. Euro vor. Profitieren sollen sowohl Arbeitnehmer als auch Pensionisten und Selbstständige.

Die Finanzierung soll über Reformen erfolgen, zu Beginn auch durch neue Schulden. Neue Steuern lehne man ab, so FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

Mehr Steuerstufen

Das FPÖ-Konzept, das Strache bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit Finanzsprecher Hubert Fuchs präsentierte, sieht eine deutliche Anhebung der Steuerfreigrenze von derzeit 11.000 Euro auf 18.000 Euro Jahresbrutto vor. Außerdem will die FPÖ künftig fünf Steuerstufen (statt derzeit drei).

Für Einkommensteile zwischen 18.000 und 25.000 Euro sollen künftig 25 Prozent Einkommensteuer fällig werden, zwischen 25.000 und 50.000 37,5 Prozent. Für Teile zwischen 50.000 und 80.000 Euro soll laut FPÖ-Vorschlag ein Steuersatz von 43,75 Prozent gelten, für jene Teile zwischen 80.000 und 120.000 Euro ein Satz von 50 Prozent.

Teile darüber will die FPÖ mit 55 Prozent besteuern, allerdings zeitlich befristet. Aktuell beträgt der Spitzensteuersatz 50 Prozent für Einkommensteile ab 60.000 Euro brutto.

Familiensplitting

Alternativ zum neuen Tarifstufenmodell will die FPÖ ein „Familienentlastungsmodell“ einführen, was einem Familiensplitting entsprechen würde. Das Bruttoeinkommen der gesamten Familie soll addiert und (gewichtet) durch die Anzahl der Familienmitglieder dividiert werden. Erst dieser Teil würde dann der Einkommensteuer unterliegen. Familien sollen sich freiwillig für das Modell entscheiden können.

Die Niedrigverdiener will die FPÖ durch eine Reduktion der Sozialversicherungsabgaben entlasten. Außerdem will die FPÖ nicht näher spezifizierte steuerliche Erleichterungen für Klein- und Mittelbetriebe. Die Gegenfinanzierung soll ohne neue Steuern erfolgen, so Strache. Zu Beginn kann er sich auch eine Steuerreform auf Pump vorstellen. Vermögenssteuern schloss er aber dezidiert aus.

Uniranking für Mitterlehner „von Tendenz her unerfreulich“

Das Ergebnis des jüngsten „Times Higher Education World University Ranking“ ist für Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) „von der Tendenz her unerfreulich“.

Klare Verbesserungen seien kurzfristig nicht zu erwarten, man bemühe sich aber um eine bessere Dotierung der Hochschulen, so Mitterlehner im Ö1-Mittagsjournal.

Medizinuni verbesserte Ranking der Uni Wien

Das kontinuierliche Abrutschen der Uni Wien als bester heimischer Hochschule erklärte sich Mitterlehner damit, dass immer mehr Unis in den Wettbewerb eintreten würden und dass die Medizinuni Wien nach ihrer Ausgliederung 2004 nicht mehr das Ergebnis der Uni Wien verbessere. Außerdem seien die Betreuungsrelationen zwischen Lehrenden und Studierenden zu groß.

Mehr Geld und Zeit nötig

Für eine Verbesserung sei mehr Geld nötig: „Wir haben die Dotierung in den letzten Jahren dynamisch erhöht, aber noch nicht ausreichend“, so Mitterlehner. „Aber nachdem wir jetzt unglücklicherweise seit sechs Jahren eine Wirtschaftskrise haben, ist das das Bohren dicker Bretter, was erschwert wird.“

Außerdem brauche man Zeit. „Im Endeffekt muss man sich das vorstellen wie bei einem Supertanker. Der kann auch eine Drehung erst nach sieben oder acht Kilometern erreichen - genau so kann man bei der Unifinanzierung nicht von heute auf morgen so viel Geld ins System bringen, dass man sagt, im nächsten Jahr sind wir bei dem Ranking an erster Stelle.“

Kritik von Opposition

FPÖ-Wissenschaftssprecher Andreas Karlsböck wertet die Ranking-Ergebnisse als „deutliches Alarmsignal“: „Es muss endlich Schluss sein mit der Vernachlässigung von Forschung und Lehre und dem unwürdigen Umgang mit der heimischen Wissenschaft“, hieß es in einer Aussendung.

Für die grüne Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer liegen die Gründe für das internationale Abrutschen von österreichischen Universitäten nicht in der Verantwortung der Unis, „sondern in jener des zuständigen Ministeriums - an der chronischen Unterfinanzierung der Wissenschaft und der Ignoranz der Regierung“.

Dringenden Handlungsbedarf sieht auch NEOS. „Statistiken bestätigen, dass Österreichs Universitäten viel zu wenig Geld pro Studierenden zur Verfügung haben“, erklärte Wissenschaftssprecher Niki Scherak in einer Aussendung.

Sport

Champions League: Nur noch Trio mit weißer Weste

Mit Bayern München, Borussia Dortmund und Titelverteidiger Real Madrid stehen nach zwei Spieltagen in der UEFA Champions League nur noch drei von 32 Clubs mit weißer Weste da und halten bei der Maximalausbeute von sechs Punkten. Während Real gestern Abend beim 2:1-Auswärtssieg gegen Ludogorez Rasgrad mehr Mühe hatte als erwartet, glänzte Dortmund mit einem 3:0-Erfolg bei RSC Anderlecht.

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Bundesliga: Österreichs Kicker nur selten Millionäre

Fußballer in Österreich nagen zwar nicht am Hungertuch. Das Image der durchwegs hoch bzw. sogar überbezahlten Sportler dürfte allerdings nicht der Realität entsprechen. Das ergab zumindest eine Umfrage der Gewerkschaft Vereinigung der Fußballer (VdF) unter 439 Spielern der Bundesliga bzw. der Ersten Liga.

Zu Millionären werden nur ganz wenige, ein Drittel der Oberhaus-Kicker hingegen soll jährlich inklusive Prämien sogar weniger als 30.000 Euro brutto verdienen, in der Ersten Liga ist es sogar die Mehrheit.

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Formel 1: Erinnerungen an McLaren-Stallkrieg in Suzuka 1989

Am Sonntag (8.00 Uhr MESZ) geht beim Grand Prix von Japan der Kampf zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg um den Formel-1-WM-Titel weiter. Das erbitterte Mercedes-Duell weckt Erinnerungen an den Stallkrieg zwischen Alain Prost und Ayrton Senna vor 25 Jahren.

Die beiden McLaren-Piloten kollidierten 1989 in Suzuka und sorgten damit für eine vorzeitige WM-Entscheidung. Sogar der damals erst vierjährige Hamilton bezeichnete dieses Duell als „unvergesslich“.

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Wirtschaft

Vermögen in Österreich besonders ungleich verteilt

Die privaten Vermögen in Europa haben mit insgesamt 56 Billionen Euro im vorigen Jahr ein neues Rekordniveau erreicht. Zugenommen haben aber auch die Ungleichgewichte: So besitzen reiche Haushalte einen immer größeren Teil des gesamten Vermögens. Die höchsten Vermögenskonzentrationen weist Österreich gefolgt von Deutschland auf.

40 Prozent in der Hand eines Prozents

In Österreich sind 40 Prozent der gesamten Privatvermögen im Besitz des reichsten ein Prozent der Bevölkerung, zeigt der heute erstmals publizierte „Wealth Report Europe“ der Schweizer Privatbank Julius Bär.

In Deutschland sind es demgegenüber 35 Prozent, die dem reichsten Prozent gehören. Am niedrigsten ist die Konzentration im Vereinigten Königreich, in Griechenland und den Niederlanden, wo 15 Prozent oder weniger der gesamten Privatvermögen im Besitz des „obersten“ Prozentes sind.

Vermögen entwickelte sich europaweit unterschiedlich

2013 sind die privaten Vermögen in Europa gegenüber 2012 um 1,7 Prozent gewachsen und haben damit zum ersten Mal den Höchststand von vor der Finanzkrise übertroffen. Die Entwicklung der Vermögen ist jedoch seit der Finanzkrise sehr unterschiedlich verlaufen.

Während in Deutschland, Österreich, Frankreich aber auch in der Schweiz das Gesamtvermögen um bis zu zwei Drittel gewachsen ist, ist es in Großbritannien, Italien, Spanien und Griechenland zum Teil deutlich geschrumpft.

Das hat auch zu einer verstärkten Konzentration der Vermögen innerhalb Europas geführt. Während in den Kernländern das gesamte private Kapital angewachsen ist, ist es in den Länder der Peripherie gesunken. Zwei Drittel aller europäischen Vermögen liegen heute in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien.

Schwedens Regierung will Vattenfalls Kohlepläne stoppen

Die künftige schwedische Regierung will die Braunkohlepläne des Energiekonzerns Vattenfall in der Lausitz stoppen. Darauf hätten sich Sozialdemokraten und Grüne verständigt, teilten die künftigen Koalitionspartner heute in Stockholm mit.

„Die Zukunft des Unternehmens muss in der Entwicklung erneuerbarer Energien liegen und nicht in Kohle und Gas“, hieß es in einer Mitteilung der Sozialdemokraten.

Was das konkret für die von Vattenfall geplanten Tagebauerweiterungen in Brandenburg und Sachsen heißt, blieb zunächst offen. Eine Vattenfall-Sprecherin sagte in Cottbus, dass der Konzern sich zunächst nicht äußern wolle, weil ihm die jüngsten Aussagen der schwedischen Parteien noch nicht vorliegen würden.

Deutsche Lokführer stimmen für Streik

Bei der Deutschen Bahn wird aller Voraussicht nach in Kürze wieder gestreikt. In einer Urabstimmung votierten die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit 91,0 Prozent der gültigen Stimmen für einen Arbeitskampf.

Das teilte GDL-Sprecherin Gerda Seibert in Frankfurt mit. Für die Zustimmung zu weiteren Streiks waren 75 Prozent nötig. Ein Streikdatum stehe noch nicht fest, sagte Seibert.

In dem Tarifkonflikt hatte die GDL bereits zweimal zu Warnstreiks aufgerufen und damit große Teile des deutschlandweiten Bahnverkehrs lahmgelegt.

Mehr Geld und kürzere Arbeitszeit

Mit dem Arbeitskampf will die GDL ihre Forderung nach fünf Prozent mehr Geld und einer kürzeren Arbeitszeit durchsetzen. Sie erhebt sie nicht nur für die Lokführer, sondern für das gesamte Zugspersonal.

Noch kurz vor Auszählung der Urabstimmung hatte die Bahn der GDL ein neues Angebot vorgelegt. Demnach schlägt die Arbeitgeberseite vor, die Verhandlungen auszusetzen, bis die Bundesregierung das geplante Gesetz zur Tarifeinheit auf den Weg gebracht hat. Bis dahin sollten die Lokführer zwei Prozent mehr Geld erhalten, hieß es.

Warren Buffett steigt in Autohandel ein

Multimilliardär und Investorenlegende Warren Buffett steigt ins Autogeschäft ein. Seine Investmentholding Berkshire Hathaway kauft den fünftgrößten US-Autoverkäufer Van Tuyl, wie die Unternehmen heute gemeinsam mitteilten. Die Übernahme soll im ersten Quartal 2015 abgeschlossen sein.

Die Firma soll dann in Berkshire Hathaway Automotive umbenannt, aber weiterhin von den bisherigen Chefs Larry Van Tuyl und Jeff Rachor geleitet werden. Van Tuyl wurde vor 62 Jahren gegründet, handelt in zehn US-Bundesstaaten unter anderem mit Autos der Marken Chevrolet, Mercedes, BMW, Toyota und Cadillac. Buffett zufolge macht Van Tuyl einen Jahresumsatz von etwa neun Milliarden Dollar. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

ERR sorgt für größte Firmenpleite des Jahres in Österreich

Am Handelsgericht Wien wurde heute das Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung über die Wiener ERR Rail Rent Vermietungs GmbH eröffnet.

Mit Passiva in Höhe von 209,5 Mio. Euro ist es die bisher größte Firmenpleite in diesem Jahr, teilten die Kreditschutzverbände KSV 1870, AKV und Creditreform mit. Die Aktiva belaufen sich auf 186,4 Mio. Euro, die Überschuldung beträgt 23,1 Mio. Euro.

Nur drei Dienstnehmer

Bei der ERR handelt es sich um eine Waggonbesitzgesellschaft, in deren Besitz sich rund 3.900 Güterwaggons befinden. Die Bewirtschaftung und der Vertrieb erfolgt durch die deutsche ERR European Rail Rent GmbH mit Sitz in Duisburg.

Zwischen den beiden Gesellschaften besteht laut Kreditschützern kein direktes Gesellschaftsverhältnis. Die Schuldnerin beschäftigt derzeit nur drei Dienstnehmer. Eine Fortführung des Unternehmens ist geplant.

Zinsgeschäfte als Ursache

Die Ursache für das Abgleiten in die Insolvenz sind offenbar schiefgegangene Zins-Swaps, die in den Jahren 2007 und 2008 - also knapp vor dem durch die Lehman-Pleite markierten Höhepunkt der Finanzkrise - zur Absicherung von Zinsrisiken abgeschlossen wurden.

Diese Zins-Swaps hätten laut den Angaben des insolventen Unternehmens eine finanzielle Krise verursacht, so die Kreditschützer zur APA. Hier seien bereits Verfahren gegen Banken bei Gericht anhängig. Es ging Eigenkapital von mehr als 55 Mio. Euro und Liquidität in Höhe von 28 Mio. Euro verloren.

Laut Firmenbuch belief sich der Bilanzverlust per Jahresende 2012 bereits auf 6,5 Mio. Euro. Stark zu Buche schlugen Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von knapp elf Mio. Euro.

Chronik

Fünf Tote nach Flugzeugabsturz in Ecuador

Fünf Menschen sind beim Absturz eines Flugzeugs in Ecuadors Amazonasgebiet ums Leben gekommen. Die einmotorige Maschine vom Typ Cessna 206 stürzte gestern (Ortszeit) kurz nach dem Start in Sarayacu rund 200 Kilometer südöstlich von Quito ab, wie die Nachrichtenagentur ANDES berichtete. Ein vierjähriges Mädchen und sein Vater wurden verletzt.

An Entschuldigungszeremonie teilgenommen

Die Insassen hatten an einer öffentlichen Zeremonie teilgenommen. In dieser hatte sich die Justizministerin Ledy Zuniga bei der Indio-Gemeinde von Sarayacu im Namen des Staates für die Einmischung in deren Gebiet entschuldigte.

Der Interamerikanische Gerichtshof (IACHR) hatte Ecuador zu der öffentlichen Entschuldigung und einer Entschädigung von 1,4 Millionen Dollar (1,1 Mio. Euro) verurteilt. Ecuador hatte in den 90er Jahren im Territorium der Sarayacu die Erdölförderung genehmigt, ohne die Einheimischen in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Die Ministerin war nicht an Bord der verunglückten Maschine.

Slowake saß irrtümlich 16 Monate in Gefängnis

16 Monate lang ist ein unschuldiger Slowake für eine Straftat seines Bruders im Gefängnis gesessen. Innenminister Robert Kalinak machte dafür in der Tageszeitung „Sme“ (Donnerstag-Ausgabe) vor allem die Nachlässigkeit eines Polizisten verantwortlich, der nun selbst mit einer Gefängnisstrafe rechnen müsse.

Der Polizist habe dem Gericht nämlich einen erst später erfolgten Vergleich der Fingerabdrücke vorenthalten. Der Vergleich habe nachgewiesen, dass der vom Gericht verurteilte Peter V. nicht der Mann war, den die Polizei wegen eines Einbruchsversuchs ertappt hatte. Der tatsächliche Täter hatte die persönlichen Daten seines Bruders angegeben.

Gesundheit

Bis zu 80 Personen in Kontakt mit Ebola-Infiziertem in USA

Im Ebola-Fall von Texas haben deutlich mehr Menschen als bisher angenommen Kontakt zu dem erkrankten Mann und seiner Familie gehabt. Statt 18 Personen könnten es bis zu 80 gewesen sein, berichtete der US-Sender NBC heute unter Berufung auf den Gesundheitsdienst in Dallas. Vier Familienangehörige des Patienten wurden angewiesen, als Vorsichtsmaßnahme ihre Wohnung nicht zu verlassen.

Der Erkrankte selbst befindet sich auf einer Isolierstation in Dallas in einem kritischen Zustand. Die US-Gesundheitsbehörden forderten die Krankenhäuser auf, Lehren aus dem Vorgehen in Dallas zu ziehen. Der aus Liberia eingereiste, mit Ebola infizierte Mann war zunächst mit Antibiotika nach Hause geschickt worden und hatte somit möglicherweise Kontakt zu weiteren Menschen.

Kuba entsandte 165 Helfer nach Westafrika

Die kubanische Regierung entsandte unterdessen ein erstes Kontingent von 165 Helfern für den Kampf gegen Ebola in Westafrika. 63 Ärzte und 102 Krankenpfleger reisten am Vorabend nach Sierra Leone, wie die Parteizeitung „Granma“ heute berichtete. Vergangene Woche hatte der Karibik-Staat angekündigt, später rund 300 weitere Helfer nach Liberia und Guinea senden zu wollen.

WHO sieht leichte Entspannung

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind nach wochenlanger Zunahme der Ebola-Fälle in Westafrika erstmals Zeichen einer Besserung zu erkennen. Die Zahl der gemeldeten Neuerkrankungen sei vor allem in Liberia und Guinea bereits die zweite Woche zurückgegangen.

Dramatischer dürfte sich die Situation in Sierra Leone entwickeln, wo für 765 neu Erkrankte landesweit nur 327 Betten zur Verfügung stehen. Auch die WHO warnt vor zu großem Optimismus: Es gebe trotz rückläufiger Neuinfektionen nur wenige Anzeichen dafür, dass die Epidemie bald unter Kontrolle sei.

Mehr dazu in Warnung vor hoher Dunkelziffer

Religion

Neues Islamgesetz untersagt Finanzierung aus dem Ausland

Das neue Islamgesetz untersagt eine Finanzierung aus dem Ausland. Davon betroffen sind auch Imame, die im Rahmen ihres türkischen Dienstverhältnisses in Österreich tätig sind.

Mit der Regelung solle „Einflussnahme aus dem Ausland“ bestmöglich verhindert werden, sagte Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) heute bei einer Pressekonferenz zum Islamgesetz mit Kultusminister Josef Ostermayer (SPÖ).

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

GB: Übermaltes Banksy-Bild sorgt für Aufregung

In der britischen Küstenstadt Clacton-on-Sea (Grafschaft Essex) hat der Street-Art-Künstler Banksy mit einem seiner neuesten Werke für Aufregung gesorgt - nachdem bekannt wurde, dass die Stadtverwaltung das Graffiti entfernen ließ.

Das Wandbild, das als Foto auf Banksys Website zu sehen ist, zeigte eine Gruppe Tauben, die einwandererfeindliche Transparente tragen. Die Banner waren gegen einen exotisch aussehenden Vogel gerichtet. Unter anderem stand darauf geschrieben: „Geh zurück nach Afrika“ und „Migranten nicht willkommen“.

Wie ein Sprecher der Stadt heute erklärte, sei das Wandbild übermalt worden, nachdem es Beschwerden gegeben hatte, es sei rassistisch. Man hätte nicht gewusst, dass das Bild von Banksy stamme.

In der Stadt Clacton-on-Sea, wo die Banksy-Kunst aufgetaucht war, findet kommende Woche eine Wahl statt, an der auch die rechtspopulistische UK Independence Party beteiligt ist, die mit ihrer einwandererfeindlichen Politik Stimmung macht.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Medien

Einigung über letztes Detail bei Journalisten-KV

Die Journalistengewerkschaft und der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) haben sich heute über ein letztes Detail des seit Mitte des Vorjahres geltenden Kollektivvertrags (KV) für Journalisten geeinigt.

Dabei handelt es sich um den Gesamtvertrag für freie Mitarbeiter. Beide Seiten sehen darin ein positives Ergebnis, für das nun noch die Zustimmung in den Gremien aussteht.

Honorare vereinfacht

Gewerkschaftsvorsitzender Franz C. Bauer bezeichnete die Einigung gegenüber der APA als „großen Erfolg“. „Der Tätigkeitsbereich dieser relativ großen Gruppe ist nun klarer gestellt“, sagte er.

So seien etwa die Honorare vereinfacht worden, da Zeit- und Zeilenhonorare zusammengezogen wurden. Weiters kam es zu einer Präzisierung des Tätigkeitsfeldes freier Mitarbeiter. Sie können zu Strukturdiensten und weiteren, angestelltenähnlichen Diensten nicht mehr herangezogen werden.

„Letzter Mosaikstein“

Seitens des VÖZ sieht Verhandlungsführer Wolfgang Bergmann damit „den letzten Mosaikstein im neuen Kollektivvertrag für journalistische Mitarbeiter gesetzt“.

Man sei froh, „endlich auch dieses Thema abgeschlossen zu haben“, nachdem das Hauptstück des neuen Journalisten-KV im Juli 2013 in Kraft getreten ist, wie in einer schriftlichen Stellungnahme festgehalten wurde.