Ausland

Trump löst nach Rücktritten zwei Beratergremien auf

Nach zahlreichen Rücktritten in seinen Beraterzirkeln hat US-Präsident Donald Trump gleich zwei der Gremien aufgelöst. „Statt Druck auf die Geschäftsleute des Industrierates und des Strategie- und Politikforums auszuüben, beende ich beide“, schrieb Trump heute auf Twitter. „Vielen Dank an alle.“

Nach den Gewaltausbrüchen bei einer rassistischen Kundgebung in Virginia und Trumps zögerlicher Reaktion hatten sich mehrere prominente Wirtschaftsführer aus der Beratertätigkeit für Trump zurückgezogen, darunter der Vorstandschef des Pharmaherstellers Merck, Kenneth Frazier, und Intel-Chef Brian Krzanich.

Hicks wird interimistische Kommunikationschefin

Trumps Beraterin Hope Hicks übernimmt unterdessen interimistisch die Rolle der Kommunikationschefin im Weißen Haus. Das wurde heute offiziell bestätigt. Nach Angaben der „New York Times“ soll Hicks dabei helfen, eine endgültige Lösung für die Besetzung der Stelle zu finden.

Hope Hicks

APA/AFP/Mandel Ngan

Hicks (28) tritt damit zunächst die Nachfolge von Anthony Scaramucci („The Mooch“) an, der nach nur zehn Tagen seinen Job wieder losgeworden war.

Seit Langem im inneren Kreis

Hicks arbeitet bereits seit Längerem für Trump und gehört zu seinem innersten Kreis. Sie firmiert im Weißen Haus derzeit als „Direktorin für strategische Kommunikation“ und arbeitet fast vollständig hinter den Kulissen. Wie wenige andere regelt sie den Zugang von Journalisten zum Präsidenten. Im Wahlkampf 2016 war Hicks Trumps Sprecherin. Zuvor arbeitete sie im PR-Bereich von Trumps Firma und seiner Tochter Ivanka.

Das Weiße Haus erklärte, Hicks werde eng auch mit Sprecherin Sarah Sanders zusammenarbeiten. Wie lange der Übergangszeitraum sein soll, wurde nicht gesagt. Die Rolle einer Kommunikationsdirektorin ist anders als die einer Pressesprecherin. Während Sanders etwa Pressekonferenzen und Briefings gibt, soll eine Kommunikationschefin eine einheitliche Botschaft aus dem Weißen Haus orchestrieren und abstimmen.

Raketentechnik an Nordkorea geliefert? Kiew prüft Vorwurf

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko lässt Informationen über eine mögliche Weitergabe von Raketentechnik an Nordkorea überprüfen. „Ich bin überzeugt, dass das erlaubt, die wahre Quelle und die Absicht dieser haltlosen Fälschung zu lokalisieren“, teilte der 51-Jährige heute in Kiew mit.

Poroschenko gab einer Kommission unter Aufsicht des Sicherheitsrates drei Tage Zeit für Ergebnisse. Am Montag hatte ein Bericht der „New York Times“ über mögliche Lieferungen von Triebwerken aus der Ukraine an Nordkorea für Wirbel gesorgt. Experten zufolge wären Fortschritte der Nordkoreaner beim Raketenbau so erklärbar. Sowohl Regierungsvertreter als auch der betroffene Staatskonzern Juschmasch dementierten die Vorwürfe.

Trump sieht „weise Entscheidung“ von Kim Jong Un

US-Präsident Donald Trump lobte indes den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. „Er hat eine sehr weise und gut durchdachte Entscheidung getroffen“, twitterte Trump heute. Er nannte dabei Nordkoreas vorerst zurückgestellte Pläne für einen Angriff auf die US-Pazifikinsel Guam nicht beim Namen. Trump fügte hinzu: „Die Alternative wäre sowohl katastrophal als auch inakzeptabel gewesen!“

Kim hatte nach Beratungen mit seinen Generälen über die Angriffspläne gesagt, er wolle das „dumme und blöde Verhalten der Yankees“ noch etwas beobachten. Die erheblichen Spannungen zwischen Nordkorea und den USA hatten daraufhin ein wenig nachgelassen, begleitet auch von diplomatischen Bemühungen und Druck Chinas. Trump hatte Nordkorea zuletzt mit „Feuer und Wut“ gedroht und damit vor dem Hintergrund der atomaren Bewaffnung beider Länder für große Unruhe gesorgt.

Hunderte Flüchtlinge aus Afrika vor Spaniens Küste gerettet

Die spanische Küstenwache ist heute nach eigenen Angaben fast 600 Flüchtlingen in der Straße von Gibraltar zu Hilfe gekommen. Seit dem frühen Morgen seien in 15 Booten 599 Flüchtlinge entdeckt worden, unter ihnen mindestens 35 Jugendliche und ein Baby. Die Flüchtlinge wurden einer Sprecherin der Küstenwache zufolge in die andalusische Stadt Tarifa gebracht.

Heuer mehr Ankünfte im Vergleich zum Vorjahr

Die Sprecherin sagte, in diesem Sommer kämen im Vergleich zum vergangenen Jahr bedeutend mehr Flüchtlinge an Spaniens Küste an. Zwischen Jänner und Juli seien es 7.642 gewesen, im Vorjahr 2.763. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilte, kamen seit Jahresbeginn bis zum 11. August auf dem Seeweg 8.385 Menschen nach Spanien. 121 Flüchtlinge ertranken in diesem Zeitraum. Im gesamten Jahr 2016 ertranken 128 Flüchtlinge.

Die IOM schließt nicht aus, dass dieses Jahr in Spanien mehr Flüchtlinge über den Seeweg ankommen als in Griechenland. Deutlich höher sind die Zahlen aber nach wie vor in Italien: Dort kamen in diesem Jahr nach Schätzungen bereits mehr als 96.000 Flüchtlinge an. Als eine Ursache für die steigenden Flüchtlingszahlen in Spanien gilt laut IOM die gefährliche Route über die Sahara und Libyen. Viele Menschen aus westafrikanischen Ländern versuchten daher, an der Küste entlang über Marokko nach Europa zu gelangen. Dafür würden in der Regel aber kleinere Boote genutzt.

Trump wettert gegen Steuerpraxis von Amazon

US-Präsident Donald Trump hat die Steuerpraxis des Onlinehändlers Amazon kritisiert. „Amazon fügt steuerzahlenden Einzelhändlern großen Schaden zu.“ Auch Gemeinden, Städte und Bundesstaaten in den USA litten darunter, twitterte Trump heute. „Viele Jobs gehen verloren.“

Der Präsident hatte bereits mehrmals gegen Amazon und dessen Chef Jeff Bezos gewettert. Bei Amazon sind derzeit 50.000 Posten in den USA unbesetzt. Aus diesem Grund hielt der Konzern Anfang des Monats bereits eine Arbeitsplatzmesse ab, um Personal zu finden.

Prügelvorwurf: Mugabe fordert diplomatische Immunität

Simbabwes First Lady Grace Mugabe beruft sich nach einem mutmaßlichen Ausraster im Nachbarstaat Südafrika auf diplomatische Immunität. Das gab das südafrikanische Polizeiministerium heute in einer Erklärung bekannt.

Mugabe soll ohne Vorwarnung mit einem Verlängerungskabel auf ein 20-jähriges südafrikanisches Model losgegangen sein, das sie unverhofft in der Hotelsuite ihrer beiden Söhne angetroffen haben soll. Auf Polizeifotos ist eine junge Frau mit Platzwunde am Kopf zu sehen.

Mugabe gilt als mögliche Nachfolgerin ihres Mannes, des autokratischen Langzeitpräsidenten Robert Mugabe (93). Die 52-Jährige hält sich in Südafrika auf, weil dort eine Unfallverletzung am Knöchel behandelt wird. Am Wochenende will sie zudem am Gipfeltreffen der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) in Südafrikas Hauptstadt Pretoria teilnehmen.

„Trump Brasiliens“ für sexistische Beleidigung bestraft

Einer der Favoriten für das Präsidentenamt 2018 in Brasilien, der Rechtspolitiker Jair Bolsonaro, muss für eine sexistische Beleidigung einer Abgeordneten 10.000 Reais (2.670 Euro) Strafe zahlen. Der Justizgerichtshof in Brasilia bestätigte ein Urteil der Vorinstanz, wie das Portal O Globo berichtete.

Bolsonaro hatte zu der Politikerin Maria do Rosario von der linken Arbeiterpartei gesagt, sie habe es nicht verdient, vergewaltigt zu werden, „weil sie sehr hässlich ist“. Der 62-Jährige gehört zur Sozial-Christlichen Partei. Er wird von Medien auch der „Donald Trump Brasiliens“ genannt.

Temer darf nicht mehr antreten

In Brasilien wird in rund einem Jahr gewählt. Amtsinhaber Michel Temer darf wegen Unregelmäßigkeiten bei früheren Kampagnen nicht antreten. In Umfragen liegt Bolsonaro auf Platz drei, hinter dem führenden Ex-Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva und der Umweltpolitikerin Marina Silva. Allerdings droht Lula wegen Korruptionsvorwürfen das Gefängnis, in erster Instanz wurde er zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Solange ein Berufungsgericht nicht entschieden hat, ist er auf freiem Fuß und darf kandidieren.

Der Abgeordnete Bolsonaro war auch negativ bei der Debatte über die Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff aufgefallen. Er verband sein Ja zur Amtsenthebung der linken Politikerin mit einem Lob für Carlos Alberto Brilhante Ustra. Der Militär war für die Folterung der damaligen Guerillakämpferin Rousseff während der Militärdiktatur verantwortlich. Nach der Absetzung Rousseffs sagte er: „Sie haben 1964 verloren, sie haben 2016 wieder verloren.“

Falscher Berg: Deutsche AfD wirbt mit Schweizer Matterhorn

Die AfD in Nürnberg hat auf einem digitalen Wahlkampfplakat das Matterhorn kurzerhand nach Deutschland verlegt. Auf Facebook und Twitter postete die Partei ein Foto mit dem Spruch „Hol dir dein Land zurück“. Im Hintergrund war der markante, fast 4.500 Meter hohe Berg samt Hinweis „Unser Programm für Deutschland“ zu sehen. Nur: Das Matterhorn steht in der Schweiz. In Sozialen Medien sorgte das für teils belustigte und hämische Reaktionen.

Der Nürnberger AfD-Chef Martin Sichert sagte heute der dpa, seiner Partei sei es darum gegangen, mit einer „gesunden, natürlichen Landschaft“ auf Probleme bei der Ärzteversorgung auf dem Land aufmerksam zu machen. Gebietsansprüche wolle man damit nicht stellen.

Zugleich sei die Schweiz aber mit ihren Volksentscheiden auch ein Vorbild für die AfD. Auch für den Umstand, dass das Matterhorn-Bild auf der Facebook-Seite der AfD Nürnberg schon kurz darauf durch ein Foto mit grüner Wiese ersetzt wurde, hatte Sichert eine Erklärung: Die Partei wolle nicht über das Schweizer Matterhorn reden, sondern über Sachthemen.

Inland

Medien: Kurz holt sich Ex-RH-Chef Moser ins Team

Der frühere Rechnungshof-Präsident und Ex-Blaue Josef Moser kandidiert laut Medienberichten für die ÖVP. Moser steht an der dritten Stelle der schwarzen Bundesliste, wie die Tageszeitungen „Standard“ und „Kurier“ heute Abend unter Verweis auf Parteikreise berichteten. Nach ZIB2-Recherchen wird die ÖVP Moser morgen als letzten prominenten Quereinsteiger für die Nationalratswahl präsentieren.

Offiziell bestätigen wollte die ÖVP den Antritt Mosers noch nicht. Moser wurde aber bereits länger - neben dem Finanzprofessor Gottfried Haber - als Kandidat auf der ÖVP-Bundesliste gehandelt. Moser war von 1992 bis 2002 FPÖ-Klubdirektor im Nationalrat und von 2004 bis 2016 Präsident des Rechnungshofes.

Köstinger auf Listenplatz zwei

Unmittelbar hinter ÖVP-Chef Sebastian Kurz wird Generalsekretärin Elisabeth Köstinger auf der schwarzen Bundesliste kandidieren. Die Partei bestätigte heute einen entsprechenden „Österreich“-Bericht. Köstinger ist auch Listenerste in Kärnten.

Zahlreiche Quereinsteiger

Die über mehrere Wochen inszenierte Bekanntgabe der Bundesliste ist dann jedenfalls komplett. Auf Platz vier tritt die ehemalige Programmchefin des ORF-Burgenland und langjährige Moderatorin Gaby Schwarz an, die auch Spitzenkandidatin auf der Landesliste ist.

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Der ehemalige Grün-Politiker Efgani Dönmez kandidiert auf dem fünften Platz, dahinter Opernball-Organisatorin Maria Großbauer und der Mathematiker Rudolf Taschner.

Auf dem achten Platz der Bundesliste steht die Salzburger Personalunternehmerin Tanja Graf, auf Platz neun der Wiener Landespolizeivizepräsident Karl Mahrer und auf Platz zehn die ehemalige Stabhochspringerin, nach einem Unfall im Rollstuhl sitzende Kira Grünberg, die auch zur Tiroler Spitzenkandidatin ernannt wurde. In Niederösterreich führt Innenminister Wolfgang Sobotka die Landesliste an.

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Die Salzburger ÖVP will künftig statt zwei drei Mandatare in den Nationalrat entsenden. Angeführt wird die Liste von Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner gefolgt von der Bundeslisten-Achten Graf und dem designierten Obmann der Jungen ÖVP (JVP), Stefan Schnöll - der im Falle des Einzugs von Graf über die Bundesliste ebenfalls Chancen auf einen Parlamentssitz hat.

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In der Steiermark wird die Landesliste von der Gastronomin Barbara Krenn angeführt, dahinter folgt mit Werner Amon ein lang gedienter Nationalratsmandatar. Die Plätze drei und vier gehören der Wissenschaft mit TU-Professorin Juliane Bogner-Strauß und Ex-Meduni-Rektor Josef Smolle, wie Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer am Mittwoch verkündete. Auf Platz fünf findet sich Ex-Stronach-Mandatarin Kathrin Nachbaur.

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Krankenkassen erwarten für heuer 37 Millionen Defizit

Die Krankenkassen erwarten für heuer nun doch ein Minus. Nachdem man im Mai noch von einem Überschuss von vier Millionen Euro ausgegangen war, sieht die aktualisierte Prognose für das Jahr 2017 jetzt ein Defizit von 37 Millionen Euro vor. Das geht aus den heute vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger veröffentlichten Zahlen hervor.

Als Ursache werden gegenüber dem Vorjahr ausgeweitete Versicherungsleistungen ins Treffen geführt. Diese sollen heuer um 4,5 Prozent steigen, im Vorjahr waren sie nur um 3,7 Prozent gewachsen. Deutlich höher als im Vorjahr sollen vor allem die Ausgaben für die Spitäler und für die ärztliche Hilfe, aber auch wieder für die Medikamente ausfallen. Die Medikamentenkosten sind im Vorjahr nur um 2,5 Prozent gewachsen, für heuer wird hier ein Anstieg um 4,3 Prozent erwartet.

Größtes Defizit in Wien

Die neun Gebietskrankenkassen alleine erwarten für heuer ein Defizit von 54,5 Millionen Euro, wobei allein 35,6 Mio. Euro auf das Konto der Wiener Kasse gehen sollen. Negative Bilanzen prognostizieren außerdem die Oberösterreicher (minus 13,9 Mio.), die Vorarlberger (minus 3,4 Mio.), die Salzburger (minus 1,5 Mio.) und die Burgenländer (minus 0,3 Mio.). Von einem Überschuss geht nur noch die Tiroler Kasse (plus 0,2 Mio.) aus, alle übrigen sollen ausgeglichen bilanzieren.

Den größten Überschuss erwartet die Sozialversicherungsanstalt der Bauern (plus 29,7 Mio.), auch die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft rechnet noch mit einem Plus (plus neun Mio.). Von einem Defizit gehen hingegen die Versicherungsanstalten der öffentlich Bediensteten (minus 13,9 Mio.) und jene für Eisenbahn und Bergbau (minus 9,3 Mio.) aus.

Sport

Tennis: Aufstieg ist Balsam für Thiems Seele

Dominic Thiem scheint nach den ersten Enttäuschungen in den USA doch noch rechtzeitig wieder den Faden gefunden zu haben. Der Aufstieg ins Achtelfinale von Cincinnati nach einer überzeugenden Leistung gegen den Italiener Fabio Fognini war Balsam auf der Seele des Niederösterreichers.

„Es war eine echt gute Vorstellung gegen einen Gegner, der die letzten Wochen auch ganz gut gespielt hat“, sagte Thiem, der sich erleichtert zeigte und nun nach einer Fortsetzung strebt.

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Champions League: Hoffenheim scheitert an Nerven

Die TSG Hoffenheim 1899 hat ihr Debüt im Europacup verpatzt. Das Überraschungsteam der vergangenen deutschen Bundesliga-Saison musste sich gestern im Play-off-Hinspiel zur Champions League daheim Liverpool knapp geschlagen geben. Dabei scheiterten die Hoffenheimer nicht nur an der Abgebrühtheit der „Reds“, sondern auch an den eigenen Nerven. So versagte Andrej Kramaric früh kläglich vom Elfmeterpunkt. Ein kurioses Eigentor brachte wiederum die Young Boys Bern von Coach Adi Hütter um die Früchte ihrer Arbeit.

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Wirtschaft

USA signalisieren harte Linie in NAFTA-Verhandlungen

Zum Auftakt der Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA hat der Vertreter von US-Präsident Donald Trump eine harte Linie signalisiert. Trump habe kein Interesse daran, das 23 Jahre alte Abkommen nur leicht anzupassen, sagte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer heute in Washington. Benötigt würden umfassende Änderungen.

Kanada und Mexiko zurückhaltend

„Wir müssen sicherstellen, dass die riesigen Handelsüberschüsse nicht weiterbestehen“, sagte er. Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland erklärte dagegen, die Handelsbilanz sei für ihr Land kein Maßstab für den Erfolg oder Misserfolg eines Abkommens. Mexikos Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo sagte, was funktioniert habe, müsse bewahrt werden.

Lighthizer forderte konkret, bei Autos den Prozentsatz von Bauteilen zu erhöhen, der aus dem Wirtschaftsraum und auch aus den USA stammen muss. Gegenwärtig ist nach den „rules of origin“ in dieser Branche ein Anteil von 62,5 Prozent aus den USA, Mexiko oder Kanada vorgeschrieben. Durch einen höheren Satz will die US-Regierung die einheimische Industrie fördern.

Mexiko fürchtet Isolation

Kanada und Mexiko haben sich grundsätzlich zu strengeren Quoten bereiterklärt. Allerdings fordert die Regierung in Ottawa, der Prozentsatz für alle drei Staaten müsse gleich sein. Die Zulieferer in der mexikanischen Autoindustrie befürchten, dass ihr Zugang zur größten Volkswirtschaft beschnitten werden könnte. Etwa 80 Prozent der mexikanischen Ausfuhren gehen in die USA.

Die erste Runde der Verhandlungen in Washington soll bis Freitag dauern. Lighthizer äußerte die Hoffnung, die Gespräche bis Jahresende abzuschließen. Mit schwierigen Verhandlungen wird gerechnet.

September: 25 Tage Streik auf spanischen Flughäfen

An Spaniens Flughäfen drohen im kommenden Monat erhebliche Probleme: Die Mitarbeiter der Flughafenbetreiber Aena und Enaire haben vom 15. September einen landesweiten Streik angekündigt, der 25 Tage dauern soll. Das teilte die Gewerkschaft UGT heute via Twitter mit. Die Arbeitnehmervertretungen forderten vor allem die Schaffung neuer Stellen und bessere Löhne, berichteten spanische Medien.

Bereits am Montag war das Sicherheitspersonal am Flughafen von Barcelona in einen unbefristeten Ausstand getreten. Längere Wartezeiten konnten nur deshalb vermieden werden, weil die Regierung die Polizeieinheit Guardia Civil, die Zivilgarde, damit beauftragt hatte, die Kontrollen der Passagiere zu übernehmen. Die Streikenden fordern vom privaten Sicherheitsunternehmen Eulen ebenfalls eine Aufstockung des Personals und bessere Arbeitsbedingungen.

Euro-Zone: Wachstum hält mit USA Schritt

Die immer mehr in Fahrt kommende Wirtschaft der Euro-Zone hat im Frühjahr beim Wachstumstempo mit den USA Schritt gehalten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nahm im zweiten Quartal um 0,6 Prozent zu, wie die Statistikbehörde Eurostat heute mitteilte.

Wachstum kräftig

Zu Jahresbeginn war das Plus in den 19 Staaten der Währungsunion mit 0,5 Prozent noch etwas niedriger ausgefallen. Von April bis Juni war das Wachstum nun genauso kräftig wie in den USA, die sich konjunkturell bereits wesentlich früher von den Folgen der weltweiten Finanzkrise erholt haben als die Euro-Zone.

„Unterstützt von der besser laufenden Weltwirtschaft und vom Krisenmodus der EZB-Geldpolitik zieht die Wirtschaftsleistung seit einiger Zeit auch bei den Wachstumsnachzüglern im Euro-Raum an“, sagte Ökonom Alexander Krüger vom deutschen Bankhaus Lampe.

Lage in Italien entspannt sich

Dazu gehört auch Italien, dessen Wirtschaft lange vor sich hin dümpelte. Nun hat sie zumindest den Anschluss an die anderen großen Volkswirtschaften der Währungsunion geschafft. Italiens BIP legte im Frühjahr um 0,4 Prozent zu. Es wuchs damit im selben Tempo wie zu Jahresbeginn.

In den Niederlanden, wo das Lager der EU-Gegner bei der Parlamentswahl heuer ebenfalls eine Niederlage hinnehmen musste, brummt die Wirtschaft: Sie legte im Frühjahr um 1,5 Prozent zu und überflügelte damit Frankreich (0,5 Prozent), Deutschland (0,6 Prozent) und Spanien und Österreich (0,9 Prozent).

Rote Zahlen: Cyberangriff setzt Reederei Moeller-Maersk zu

Die weltgrößte Reederei Moeller-Maersk ist im zweiten Quartal auch wegen eines Hackerangriffs in die roten Zahlen gerutscht. Insgesamt verzeichnete die Unternehmensgruppe einen Verlust in Höhe von 264 Millionen Dollar (226 Mio. Euro). Grund dafür seien Abschreibungen im Öltankergeschäft, teilte der Konzern heute mit. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Nettogewinn von 118 Mio. Dollar gemeldet.

Auch ein schwerer Hackerangriff mit der Erpressersoftware Petya Ende Juni habe Moeller-Maersk 200 bis 300 Millionen Dollar gekostet, hieß es weiter. Der Angriff hatte wochenlang für Unterbrechungen in der Containerschifffahrt gesorgt. Er werde sich auf die Zahlen für das dritte Quartal auswirken, kündigte der Konzern an.

Der Umsatz stieg indes im Vorjahresvergleich um acht Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar. Dazu trugen unter anderem die um 22 Prozent gestiegenen Frachttarife der weltgrößten Containerschiffsreederei Maersk Line bei.

ZIB2

Konkurrenz stürzt sich auf Air Berlin

Nach der Insolvenz von Air Berlin bleibt große Unsicherheit. Etwa 8.000 Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs. Nur durch einen Sofortkredit der deutschen Regierung kann die zweitgrößte Airline Deutschlands überhaupt noch weiterfliegen. Mittlerweile zeigen vor allem Lufthansa und die britische Easyjet Interesse an der Fluglinie, aber auch der irische Konkurrent Ryanair will mitmischen.
Dazu live in der ZIB2, Luftfahrtexperte Karl Hofmann.

Die Quereinsteiger der ÖVP

Nach ZIB2-Recherchen wird die ÖVP morgen den langjährigen Präsidenten des Rechnungshofs, Josef Moser, als letzten prominenten Quereinsteiger für die Nationalratswahl präsentieren. Er soll auf Platz drei der ÖVP-Bundesliste kandidieren. Die ÖVP stellt diesmal so viele Quereinsteiger wie nie zuvor auf, von der Ex-Sportlerin über einen Mathematikprofessor bis zur ORF-Journalistin. Die ZIB2 geht der Frage nach, ob diese bekannten Politikamateure tatsächlich Wähler bringen.

Kritik an Trump wächst nach Äußerungen zu Gewalt in Virginia

US-Präsident Trump hat mit neuen Äußerungen zur rechtsextremen Gewalt in Charlottesville eine Welle der Empörung ausgelöst. Beide Seiten, die Rechtsradikalen wie auch die Gegendemonstranten, hätten Schuld an der Eskalation. Trumps Stellungnahme wurde über Parteigrenzen hinweg verurteilt.

ZIB2-Homestory: Gols im Burgenland

ZIB2-Sendungsplaner Matthias Schmelzer berichtet über seine Heimatgemeinde Gols im Bezirk Neusiedl am See, der im Dreiländereck mit Ungarn und der Slowakei zu einer Art Boom-Region geworden ist. Gols lebt wie kaum eine andere Gemeinde in Österreich vom Weinbau.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Chronik

Weiterer Leichenteil in Hamburg gefunden

Polizeitaucher haben heute in Hamburg einen weiteren Leichenteil geborgen. Ein Zeuge habe den Fund in der Billwerder Bucht in Rothenburgsort gemacht und die Beamten informiert, teilte die Polizei mit. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit besteht ein Zusammenhang zu den in den vergangenen Tagen aufgefundenen Leichenteilen.“

Der Körperteil wurde in das Institut für Rechtsmedizin gebracht. In Hamburg wurden damit seit Anfang August zwölf Leichenteile gefunden. Sie lagen teils mehr als 20 Kilometer voneinander entfernt. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter sein Opfer gezielt über die Gewässer der Stadt verteilt hat.

Kopf gefunden

Gestern hatte ein Fußgänger im Billekanal einen Frauenkopf gefunden. Ein DNA-Test soll bis morgen klären, ob der Kopf zu der Leiche der vermissten Frau gehört. Dass der Kopf schon länger im Wasser gelegen sei, könne das Testverfahren erschweren, hieß es.

Die Polizei will die Suche nach Leichenteilen auch in den nächsten Tagen fortsetzen. Das Opfer ist laut Polizei eine 48 Jahre alte Frau aus Äquatorialguinea. Sie arbeitete nach bisherigen Erkenntnissen im Stadtteil St. Georg als Prostituierte.

Angst vor weiterem Erdrutsch in Sierra Leone

In dem von einem verheerenden Erdrutsch und Überschwemmungen heimgesuchten afrikanischen Staat Sierra Leone wächst die Angst vor einem weiteren Erdrutsch. Die Vereinten Nationen (UNO) überprüfen derzeit das Risiko dafür. Man sei nicht sicher, wie sich der erste Erdrutsch auf den Grund ausgewirkt habe, so UNO-Mitarbeiterin Linnea Van Wagenen. Während der Einsatz internationaler Hilfsorganisationen anläuft, geht auch die Suche nach Verschütteten weiter. 600 Personen würden noch vermisst, hieß es.

Heute begann zudem eine siebentägige Trauer um die Opfer. Ihre offizielle Zahl ist weiterhin unklar. Während eine Quelle im Gesundheitsministerium von bis zu 500 Toten ausgeht, sprach Informationsminister Mohamed Banguara allein im größten Krankenhaus der Stadt - dem Connaught Hospital - von 297 Toten, darunter 109 Kinder. Die Leichenhäuser der Krankenhäuser sind bereits an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die Angst vor einem Seuchenausbruch steigt. Für die Toten ist morgen ein Massenbegräbnis geplant.

Frau vermisst: Vorwurf gegen U-Boot-Eigentümer verschärft

Knapp eine Woche nach dem mysteriösen Verschwinden der schwedischen Journalistin Kim Wall verschärfen die Behörden in Dänemark ihren Vorwurf gegen den verdächtigen U-Boot-Eigentümer.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 46-jährigen Dänen nun schwere fahrlässige Tötung vor, wie dänische Medien heute berichteten. Darauf stehe eine Höchststrafe von bis zu acht Jahren, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau. Zuvor hatte der Vorwurf fahrlässige Tötung gelautet.

Zuletzt an Bord gesehen

Die 30-jährigen Schwedin Wall war zuletzt am Donnerstag gemeinsam mit dem Verdächtigen an Bord des privaten U-Boots „UC3 Nautilus“ gesehen worden. Seitdem fehlt jede Spur von ihr. Das Schiff sank in der Nacht zu Freitag vor Kopenhagen. Die Polizei geht davon aus, dass der Verdächtige es absichtlich versenkte. Er selbst wurde gerettet und kam in Untersuchungshaft. Der Mann bestreitet die Vorwürfe.

Der Zusatz einer „schweren“ fahrlässigen Tötung wird den Medienberichten zufolge verwendet, wenn etwa ein Autofahrer unter Einfluss von Alkohol oder Drogen einen Unfall mit Toten verursacht. Schwedische und dänische Beamten haben die Gewässer einschließlich der Öresund-Meerenge zwischen Dänemark und Schweden bisher erfolglos nach der Journalistin abgesucht. Wegen der Strömung in der Meerenge könnte eine Leiche auch vor Schwedens Küste angespült werden, so die dänische Polizei.

Preisunterschiede von 500 Prozent bei Schultaschensets

Der Schulstart steht bevor - für die Eltern oft ein teures Unterfangen. Das zeigt ein aktueller Test der Arbeiterkammer Steiermark. Dabei stießen die Experten auf Schultaschensets mit höchst unterschiedlichen Preisen.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Große Preisunterschiede beim Schulartikelkauf

Die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK Oberösterreich) erhob ebenfalls Preise für Warenkörbe und einzelne Produkte für Erstklässler in Volks- und Neuer Mittelschule. Das Ergebnis zeigt, die Entscheidung für Markenartikel oder günstige Produkte macht einen Unterschied von bis zu 67 Euro aus.

Mehr dazu in help.ORF.at

Schulaktion der Caritas startet

In Österreich leben 312.000 Kinder und Jugendliche in einkommensschwachen Haushalten. Um diese zu unterstützen, sammelt die Caritas noch gut erhaltene gebrauchte Schulartikel.

Mehr dazu in religion.ORF.at

IT

„Game of Thrones“ geleakt: Festnahmen in Indien

Vier Mitarbeiter eines indischen IT-Dienstleisters haben eine Folge von „Game of Thrones“ geleakt und sind dafür heute festgenommen worden. Sie hatten Anfang August einen Link in Netz gestellt, über den man die Episode „Kriegsbeute“ drei Tage vor der Erstausstrahlung streamen konnte.

Das Unternehmen Prime Focus Technologies entschuldigte sich öffentlich für die „Pflichtverletzung durch jetzige und frühere Beschäftigte“. Mit einer Erpressungsaktion, die Internetkriminelle gegen den Sender HBO diesen Monat versucht hatten, habe diese Straftat allerdings nichts zu tun, hieß es weiter.

Laut einem Medienbericht war die IT-Firma damit betraut gewesen, „Game of Thrones“-Episoden für das legale Streaming auf einer indischen App vorzubereiten. HBO kämpft seit Jahren damit, Handlungen neuer Folgen geheim zu halten und deren illegale Verbreitung zu verhindern.

Science

Gesundheit

Religion

Kultur

Elvis Presley: Vor 40 Jahren starb der „King of Rock ’n ’Roll“

Er ist nur 42 Jahre alt geworden - doch sein musikalischer Einfluss reicht bis heute: Vor genau 40 Jahren ist Elvis Presley in seinem Anwesen Graceland in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee gestorben. Rund um den legendären Grund werden anlässlich des Todestages zahlreiche Veranstaltungen über die Bühne gehen.

„That’s All Right“ und Aufstieg

Die Mischung aus weißer Countrymusik, schwarzem Rhythm and Blues und Bass war damals völlig neu und verändert die Musikwelt für immer. „Ohne Elvis hätte es keiner von uns geschafft“, sagte der Sänger Buddy Holly einmal. Und John Lennon räumte ein: „Wenn es Elvis nicht gegeben hätte, hätte es die Beatles nicht gegeben.“

Elvis Presley während eines Auftritts 1972

APA/AP/

Presley stammte aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater war Gelegenheitsarbeiter, seine Mutter Näherin. Im Alter von zehn Jahren schenkten ihm seine Eltern eine Gitarre. Der Durchbruch gelang ihm 1954 mit der Rock-’n’-Roll-Single „That’s All Right“, die den Grundstein für die Weltkarriere des Sängers und ihm den Beinamen „The King of Rock ’n’ Roll“ brachte.

Presleys Outfits wurden legendär, ebenfalls seine Haartolle und natürlich sein Hüftschwung. Die für damalige Zeiten unerhörte sexuelle Freizügigkeit rief zahlreiche Kritiker auf den Plan. Der Popularität des Künstlers tat das aber keinen Abbruch. Im Laufe seiner Karriere verkaufte Presley mehr als eine Milliarde Tonträger, gewann zahlreiche Grammys und war auch als Schauspieler in mehr als 30 Hollywood-Filmen zu sehen.

Probleme mit Fettsucht und Medikamenten

Während seiner Zeit als US-Soldat in Deutschland lernte Priscilla er Beaulieu kennen. Das Paar heiratete 1967, neun Monate später kam Tochter Lisa Marie zur Welt. Sechs Jahre später erfolgte die Scheidung. Zu dieser Zeit hatte Presley bereits mit seiner Medikamentenabhängigkeit und Fettsucht zu kämpfen. Sein letztes Konzert spielte er im Jahr 1977. Zur geplanten Tournee kam es nicht mehr: Am 16. August des Jahres erlag Presley in seinem Anwesen einem Herzinfarkt. Zum 40. Todestag von Presley widmen ORF2, ORF III und Ö1 dem „King of Rock ’n’ Roll“ einen Programmschwerpunkt.

Mehr dazu in tv.ORF.at und oe1.ORF.at

Panorama

3.600 Tonnen schwere Villa in der Schweiz verschoben

Mit Hilfe hydraulischer Pressen ist eine 3.600 Tonnen schwere Villa unter Denkmalschutz in der Schweizer Stadt St. Gallen in Bewegung gesetzt worden. Das gut 140 Jahre alte Gebäude soll dem Neubau eines Altersheims weichen. Rund zwei Millimeter pro Sekunde bewegte sich die Villa auf 200 Stahlstützen, genau nach den Plänen der Experten. Sie sollte um insgesamt 20 Meter versetzt werden.

Villa

APA/AP/KEYSTONE/Gian Ehrenzeller

Schaulustige betrachten das Spektakel heute von einer Brücke aus. Die Villa soll an ihrem neuen Standort wieder unterkellert werden. In zwei Jahren soll ein Hospiz zur Betreuung schwer kranker Menschen dort einziehen.