Ausland

Neue Luftangriffe der Militärkoalition im Jemen

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat nach Augenzeugenberichten gestern erneut zahlreiche Luftangriffe auf Stellungen der Huthi-Rebellen im Jemen geflogen. Bewohner in verschiedenen Landesteilen berichteten, dass Waffenlager und Militärstützpunkte unter der Kontrolle der Rebellen beschossen worden seien.

Schwere Kämpfe rund um Aden

Auch ein Militärflughafen in der westlichen Provinz Hodeida sei zweimal angegriffen worden. In Haja im Norden des Landes sei eine Versammlung der Huthis getroffen worden. Im Südjemen attackierte die Luftwaffe Rebellen, die sich Kämpfe mit Stammesangehörigen lieferten, wie die Armee mitteilte. Im Norden, Osten und Westen der Hafenstadt Aden tobten Kämpfe zwischen den Rebellen und regierungstreuen Soldaten.

Die sunnitisch-arabische Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens fliegt seit Ende März Luftangriffe auf Stellungen der Huthi-Miliz, um deren Vormarsch zu stoppen und dem nach Saudi-Arabien geflüchteten Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi zurück an die Macht zu verhelfen. Nach dem Ende einer humanitären Feuerpause am Dienstag hatte die Koalition ihre Angriffe wieder verstärkt.

USA über russisches NGO-Gesetz „zutiefst beunruhigt“

Die USA haben sich über das Inkrafttreten des umstrittenen Gesetzes zu „unerwünschten“ ausländischen Organisationen in Russland „zutiefst beunruhigt“ gezeigt. Washington sei besorgt, dass mit dem Gesetz die Arbeit der Zivilgesellschaft in Russland weiter eingeschränkt werde, sagte die stellvertretende Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, gestern Abend (Ortszeit) in Washington.

Gegen „unerwünschte“ NGOs

Das Gesetz sei „ein weiteres Beispiel für die Unterdrückung unabhängiger Stimmen durch die russische Regierung“. Ziel sei es, das russische Volk „vom Rest der Welt zu isolieren“. Der Kreml hatte zuvor mitgeteilt, dass Präsident Wladimir Putin das Gesetz über „unerwünschte“ ausländische Organisationen in Kraft gesetzt habe.

Dieses ermöglicht ein schärferes Vorgehen gegen ausländische Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Dem Gesetz zufolge können gegen für „unerwünscht“ erklärte Organisationen Strafmaßnahmen wie das Einfrieren von Guthaben oder ein Verbot verhängt werden. Außerdem drohen Mitarbeitern bis zu sechs Jahre Haft oder ein Verbot, nach Russland einzureisen.

Libyen nimmt 600 Flüchtlinge auf Weg in EU fest

In Libyen sind nach Angaben der Behörden rund 600 Flüchtlinge festgenommen worden, die auf dem Weg nach Europa waren. Die Menschen aus verschiedenen afrikanischen Ländern seien gestern bei einer Großrazzia im Raum Tripolis gefasst worden, sagte ein Vertreter des Grenzschutzes der Nachrichtenagentur AFP.

Die Festgenommenen hätten über das Mittelmeer in die EU gelangen wollen. Sie seien in Flüchtlingslager in Tripolis gebracht worden.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi versinkt Libyen immer tiefer im Chaos. Dieses wird von kriminellen Schleppern ausgenutzt, die am Elend der Flüchtlinge verdienen wollen.

EU plant Marinemission gegen Schlepper

Vor dem Hintergrund der jüngsten Flüchtlingstragödien im Mittelmeer hatten die EU-Außenminister kürzlich das Konzept einer Marinemission gebilligt, mit der gegen Schlepperbanden vorgegangen werden soll. Geplant ist unter anderem ein Vorgehen gegen Schlepperboote in internationalen und libyschen Hoheitsgewässern und als mögliche weitere Stufe auch gegen Einrichtungen der Schleuser an Land.

Allerdings macht die EU das militärische Vorgehen gegen die Schlepperboote von einem UNO-Mandat beziehungsweise dem Einverständnis der libyschen Behörden abhängig.

Regionalwahlen: Spaniens etablierte Parteien vor Debakel

Bei den Regionalwahlen in Spanien wird heute vermutlich kein Stein auf dem anderen bleiben. Beobachter prophezeien, dass nach dem Urnengang „40 Jahre berechenbarer Politik beiseitegewischt“ sein werden. Auf die regierenden Konservativen wartet ein Absturz, die oppositionellen Sozialisten dürften davon jedoch nicht profitieren. Aus einem Quasi-Zweiparteiensystem dürfte damit eine neue politische Landschaft mit vier Kräften werden. Spaniens Politiker müssen deshalb schnell etwas lernen, das sie noch nie gebraucht haben: Koalitionen zu schmieden. Denn wenn der Zorn der Wähler ungehört verhallt, könnte das Land bei der kommenden Parlamentswahl endgültig kippen.

Mehr dazu in Ganzes Land „vor einem ernsten Problem“

Tschechien will vier neue Atomreaktoren bauen

Die tschechische Mitte-links-Regierung rechnet mit dem Bau von vier neuen AKW-Blöcken. Das bekräftigte Ministerpräsident Bohuslav Sobotka gestern nach Angaben seines Sprechers bei einem Besuch des Kernkraftwerks Dukovany. Ein erster neuer Reaktorblock solle an dem Standort in Südmähren gebaut werden.

„Gleichzeitig würde mit den Vorbereitungen für den ersten neuen Block im AKW Temelin begonnen“, so Sobotka. Die Regierung in Prag hatte vor wenigen Tagen eine neue Energiestrategie beschlossen. Sie sieht vor, den Anteil der Kernkraft am Energiemix von rund einem Drittel auf mehr als 50 Prozent zu steigern.

Das AKW Temelin - rund 60 Kilometer von Österreich entfernt - steht nach früheren Störfällen im Visier der Umweltschützer. Das AKW Dukovany ist die ältere der beiden Anlagen.

Chef von Oppositionspartei in Burundi erschossen

In Burundi ist der Chef einer Oppositionspartei erschossen worden. Zedi Feruzi sei gestern in der Hauptstadt Bujumbura zu Fuß auf dem Weg nach Hause gewesen, berichteten Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP. Auch ein Leibwächter des Chefs der kleinen Oppositionspartei UPD sei bei dem Angriff erschossen worden.

„Wir hörten etwa 20 Schüsse und haben uns alle auf den Boden geworfen“, berichtete ein Anrainer. „Einige haben ein Auto davonrasen sehen.“ Ein Polizist sei verletzt worden.

Präsidentenwahl im Juni

Der Angriff auf den Oppositionspolitiker droht die Situation in Burundi weiter zu verschärfen. Erst wenige Stunden zuvor hatten die Gegner von Präsident Pierre Nkurunziza mit einer zweitägigen Protestpause begonnen, um einem Dialog mit der Regierung eine Chance zu geben. Die Gespräche beider Seiten unter Leitung des UNO-Sondergesandten Said Djinnit, Vertretern der Afrikanischen Union und Ländern der Region fanden streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit statt.

Die Proteste gegen Nkurunziza richten sich insbesondere gegen die Kandidatur des seit zehn Jahren amtierenden Staatspräsidenten für ein drittes Mandat. Die Regierungsgegner sehen darin einen Verstoß gegen die Verfassung, die lediglich zwei Amtszeiten für das Staatsoberhaupt vorsieht.

Die Präsidentschaftswahl soll am 26. Juni stattfinden. Die eigentlich bereits für kommende Woche geplanten Parlaments- und Kommunalwahlen waren wegen der politischen Krise in dem ostafrikanischen Land um zehn Tage auf den 5. Juni verschoben worden.

Separatistenkommandant in Ostukraine getötet

In der Ostukraine ist ein führender Rebellenkommandant von Unbekannten getötet worden. Ein Vertreter der prorussischen Seperatisten sagte gestern dem Nachrichtendienst des Lugansk-Gebietes (LIT), das Auto von Alexej Mosgowoi sei „in die Luft gesprengt und dann mit Maschinengewehren beschossen worden“.

Bei dem Angriff nahe der von den Rebellen gehaltenen Stadt Altschewsk seien neben dem Kommandanten der „Geister“-Brigarde sechs weitere Personen getötet worden. „Gegenwärtig lautet eine Theorie, dass es die Tat eines Stoßtrupps war“, sagte der Vertreter. Die Ukraine kämpft seit Monaten gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes.

Inland

Stmk. & Bgld.: Landesvater-Slogans als riskanter Poker

Am 31. Mai wählen die Steiermark und das Burgenland. So unterschiedlich die Ausgangslagen in beiden Ländern sind, so sehr gleichen sich die Wahlkampagnen der Amtsinhaber. Da wie dort wird auf den „Landesvater-Bonus“ als Allheilmittel gesetzt.

Das ist innovativer, als es scheint: Sowohl das steirische „Reformduo“ Franz Voves (SPÖ) und Hermann Schützenhöfer (ÖVP) als auch der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) scheinen sich an den Unwillen der Wähler nach früher oft brutalen Wahlkämpfen zu erinnern. Sollte der Wahlkampf, bei dem Untergriffe der Konkurrenz schlicht ignoriert wurden, am Ende funktioniert haben, dürfte das Folgen für die gesamte Innenpolitik haben.

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Im Burgenland haben bereits viele den zum ersten Mal stattfindenden zusätzlichen Wahltag gestern genutzt. 21.438 Personen, das sind 8,55 Prozent der insgesamt 250.607 Wahlberechtigten, haben ihre Stimme abgegeben, teilte die Landeswahlbehörde mit.

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Leitl will bei Steuerreform verhandeln statt drohen

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (ÖVP) wünscht sich Nachbesserungen bei der Steuerreform, will anders als seine steirischen Parteikollegen bei den Kontenöffnung aber nicht zu Vetodrohungen greifen.

„Ich habe ein altes Grundprinzip. Man droht nicht, man verhandelt“, sagte er gestern in der Ö1-Radioreihe „Im Journal zu Gast“. Er sei überzeugt, so auch zu einer guten Lösung kommen zu können. Es bleibe auch noch Zeit und Gelegenheit, das gesamte Paket unternehmerfreundlicher zu machen.

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Grüne betonen Rechtsschutz bei Kontenöffnung

Nach den ÖVP-internen Protesten stellen auch die Grünen Bedingungen für die Verhandlungen zur Betrugsbekämpfung im Zuge der Steuerreform. „Es muss ein Rechtsschutz eingeführt werden, der jenem im gerichtlichen Strafverfahren entspricht“, forderte Klubobfrau Eva Glawischnig gestern in einer Aussendung. Das Team Stronach plädierte hingegen erneut für den Erhalt des Bankgeheimnisses.

Aus grüner Sicht können die Gespräche über eine Zweidrittelmehrheit wieder aufgenommen werden, „sobald sich die ÖVP darüber klar geworden ist, ob sie die Bekämpfung von Steuerbetrug im großen Stil nach wie vor verfolgen will“. Allerdings brauche es klare gesetzliche Regelungen für den Grundrechtseingriff der Konteneinsicht durch die Finanzämter. „Wir haben von Beginn an klargestellt, dass der Vorschlag der Regierung hier noch nicht ausreichend ist“, betonte Glawischnig.

Kein Verständnis für NEOS-Kritik

Glawischnig betonte zudem, dass die Arbeitnehmerveranlagung kein Anlass für eine Konteneinsicht sein dürfe. Für die Kritik von NEOS zeigte sie kein Verständnis. Dessen Chef Matthias Strolz werde sich entscheiden müssen, „ob er es mit Betrugsbekämpfung ernst meint oder ob er der neue Schutzpatron der Steuerhinterziehung im großen Stil in Österreich werden will“.

Auch ÖVP-Justizminister mit Bedenken

Die Abschaffung des Bankgeheimnisses wäre ein schockierender Höhepunkt „auf dem Weg zur willkürlichen und lückenlosen Überwachung“, hieß es davor von NEOS. Man werde dagegen „mit allem zu Gebote stehenden Mitteln antreten.“ Bedenken äußerte aber auch ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter.

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Team-Stronach-Klubobfrau Waltraud Dietrich stellte sich per Aussendung erneut gegen die Konteneinsicht. „Das Bankgeheimnis ist die letzte Bastion gegenüber staatlicher Bespitzelung“, meinte sie. Man habe eine Petition zur Beibehaltung an Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) gerichtet.

Zentralmatura: Lehrer manipulierte Mathearbeiten

Im Militärgymnasium in Wiener Neustadt sind vier schriftliche Mathematik-Maturaarbeiten nachweislich durch einen Lehrer manipuliert worden. Das teilte das Bildungsministerium gestern mit. Der Landesschulrat Niederösterreich leitete ein Disziplinarverfahren ein, der Lehrer wurde suspendiert.

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Auch ein weiterer Fall ist aufgetaucht: In Vorarlberg soll ein Lehrer ebenfalls bei einer Mathearbeit versucht haben, die Benotung zu verändern. Dieser Fall wird derzeit vom Landesschulrat Vorarlberg geprüft.

Sport

Fußball: Ödegaard schreibt bei Real Geschichte

Martin Ödegaard hat gestern in der 38. und letzten Runde der Primera Division Geschichte geschrieben. Das norwegische Supertalent wurde beim 7:3-Heimsieg von Real Madrid über Getafe für Cristiano Ronaldo eingewechselt und ist mit 16 Jahren, fünf Monaten und sechs Tagen damit der jüngste Spieler, der jemals für die erste Mannschaft der „Königlichen“ auflief.

Im sportlich bedeutungslosen Spiel hatte Ronaldo seine Torausbeute in der Liga zuvor mit drei Treffern auf 48 hinaufgeschraubt.

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Fußball: Stuttgart bleibt nach Nervenschlacht oben

Der VfB Stuttgart hat sich gestern in der 34. und letzten Runde der deutschen Bundesliga zum Klassenerhalt gezittert. Der Club der beiden ÖFB-Legionäre Martin Harnik und Florian Klein stand beim Gastspiel in Paderborn bis zur 72. Minute als Absteiger fest, dann traf Daniel Ginczek zum 2:1-Auswärtssieg und katapultierte die Stuttgarter noch auf den 14. Tabellenrang.

Während Paderborn und Freiburg (0:2 in Hannover) absteigen müssen, rettete sich der HSV mit einem 2:0 über Schalke in die Relegation.

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Formel 1: Hamilton holt Pole vor Rosberg

Zum fünften Mal im sechsten Grand Prix der WM 2015 geht Titelverteidiger Lewis Hamilton von der Poleposition aus ins Rennen. Der britische Weltmeister verwies seinen Mercedes-Stallkollegen Nico Rosberg gestern in Monaco auf den Nebenplatz in Reihe eins.

Hinter den dominanten Silberpfeilen wird morgen (14.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) Sebastian Vettel im Ferrari starten. Für Hamilton war es die 43. Pole seiner Karriere. Rosberg hatte sich im Fürstentum in den letzten zwei Jahren den besten Startplatz gesichert und dann den Grand Prix auch gewonnen.

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Bundesliga: Magath sagt Austria laut Medien ab

Das Engagement des Deutschen Felix Magath als Trainer der Wiener Austria dürfte geplatzt sein. Magath, einst doppelter Double-Sieger mit dem FC Bayern München und Meistermacher des VfL Wolfsburg, habe dem 24-fachen österreichischen Meister abgesagt, berichtete die deutsche Website Sport1.de gestern und berief sich dabei auf Exklusivinformationen aus dem Umfeld des 61-Jährigen.

Über die Gründe für das mögliche Scheitern der Verhandlungen ist vorerst nichts bekannt. Das deutsche Fachmagazin „kicker“ hatte zuletzt sogar WAC-Coach Dietmar Kühbauer als Kandidat für den Trainerjob bei der Austria ins Spiel gebracht.

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Song Contest

Die besten Bilder des Finales

27 Songs vor beeindruckenden Kulissen: Das Finale des Song Contest brachte höchst unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler auf die Bühne. Ihre Auftritte können sich jedenfalls allesamt sehen lassen.

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Anspannung vor dem Auftritt

Kurz vor ihren Auftritten war den Künstler die Anspannung bereits ins Gesicht geschrieben, die einen fanden noch Zeit für ein nettes Lächeln für die Kameras, die anderen waren bereits hochkonzentriert für ihre Bühnenshow.

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Chronik

Tausende in Nepal aus Angst vor Flutwelle auf der Flucht

Nach einem Erdrutsch sind in Nepal Tausende Menschen vor einer möglichen Flutwelle eines aufgestauten Flusses geflohen. Der Erdrutsch, der den Fluss Kali Gandaki im Bezirk Myagdi blockierte, ereignete sich in der Nacht auf heute, wie Behördenvertreter bestätigten.

Der Pegelstand sei um bis zu 150 Meter gestiegen. Die Region im Nordwesten des Himalaya-Staats war von zwei Erdbeben in jüngster Zeit schwer betroffen.

Mehr als 8.500 Tote durch Erdbeben

Rund hundert Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, Tausende weitere aus mehreren Dörfern, die nicht unmittelbar gefährdet waren, verließen ihre Häuser vorsorglich. Die Polizei gab eine Warnung aus. Soldaten und Experten waren auf dem Weg in die Region, in der es in den vergangenen Tagen mehrere kleinere Erdrutsche gab.

Der Himalaya-Staat war am 25. April von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 erschüttert worden. Mehr als 8.500 Menschen wurden dabei getötet und die Hauptstadt Kathmandu sowie viele kleinere Orte großflächig zerstört. Vergangene Woche wurden bei einem weiteren schweren Beben in dem Himalaya-Staat erneut Dutzende Menschen getötet und Häuser zerstört.

Brand in Gästehaus in Bayern: Sechs Leichen entdeckt

Bei dem Großbrand in Schneizlreuth (Bayern) sind laut Auskunft der Polizei in den Brandruinen die Leichen von sechs Menschen gefunden worden. Davor hatte noch eine Person als vermisst gegolten.

Das Feuer war gestern gegen 3.00 Uhr in dem Gebäude ausgebrochen. Laut Polizei konnten sich von den 47 untergebrachten Gästen zumindest 41 Personen mit zum Teil schwersten Verletzungen ins Freie retten. Sieben Personen mussten in umliegende Krankenhäuser und Spezialkliniken eingeliefert werden.

Sechs Personen sind vermutlich beim Brand ums Leben gekommen. (iptv.ORF.at)

250 Einsatzkräfte an Ort und Stelle

Ein Großaufgebot der Rettungsdienste mit 250 Personen war zur Brandbekämpfung und Betreuung der Geretteten an Ort und Stelle. Die Einsatzkräfte konnten das Feuer erst am frühen Vormittag unter Kontrolle bringen. Die Löscharbeiten konnten teilweise nur von außen durchgeführt werden, da Einsturzgefahr bestand.

Über die Brandursache in dem älteren, umgebauten Bauernhaus einer Outdoor-Agentur liegen noch keine Erkenntnisse vor. Im Gebäude waren in der Nacht Mitarbeiter einer Firma in Niederbayern untergebracht, die eine Veranstaltung gebucht hatten.

Überschwemmungen in der Südoststeiermark

Die steirischen Feuerwehren sind durch die starken Regenfälle seit Freitag im Dauereinsatz. Einige Straßen sind überflutet, vereinzelt mussten Keller ausgepumpt werden.

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Auch im Burgenland hat der Dauerregen für zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. Bei der Landessicherheitszentrale wurden allein über Mittag rund 25 Einsätze verzeichnet. Hauptsächlich waren die Feuerwehrleute mit Pumparbeiten beschäftigt.

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Wirtschaft

GM wies angeblich Fusionsangebot von Fiat Chrysler ab

Der Fiat-Chrysler-Konzern ist einem Zeitungsbericht zufolge mit einem Fusionsvorschlag bei der Opel-Mutter General Motors (GM) abgeblitzt. Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne habe im März eine E-Mail an seine GM-Kollegin Mary Barra geschrieben, berichtete die „New York Times“ gestern.

Marchionne habe darin Barra ein Zusammengehen der beiden Autohersteller nahegelegt, das Milliardeneinsparungen bringen und einen neuen Branchenriesen schaffen könne. Seine Bitte um ein Treffen sei aber abgewiesen worden.

Google und Apple als ungewöhnliche Alternative

Spekulationen über eine Annäherung beider Konzerne machen schon seit längerem die Runde. Marchionne warb bereits für Fusionen in der Branche und kündigte eine aktive Rolle dabei an. Zuletzt sagte er, sollten andere Autohersteller sich nicht auf Gespräche einlassen, könnte er mit Technologiekonzernen wie Google und Apple über einen Schulterschluss beraten, die an einer Weiterentwicklung des Automobils arbeiten.

Marchionne hat sich nach eigenen Worten bereits mit den Chefs von Apple und des Elektroautobauers Tesla getroffen. GM-Chefin Barra sagte Anfang des Monats, sie habe keine Gespräche mit Marchionne geführt. Ihr Unternehmen werde weiterhin seine eigenen Investitionspläne bei der Produktentwicklung verfolgen.

Amazon versteuert neuerdings Gewinne in Deutschland

Der Internetversandhändler Amazon versteuert seine in Deutschland erwirtschafteten Gewinne seit Neuestem in Deutschland. „Seit 1. Mai verbucht Amazon seine deutschen Verkäufe nicht mehr wie bisher in Luxemburg, sondern in Deutschland“, sagte ein Unternehmenssprecher der „Süddeutschen Zeitung“. Er begründet die Umstellung nicht mit der wachsenden Kritik an der Konzernpraxis. „Wir überprüfen regelmäßig unsere Firmenstrukturen, um sicherzustellen, dass wir unsere Kunden bestmöglich bedienen können“, hieß es stattdessen.

Offiziell keine Gewinne in Deutschland

Die EU-Kommission prüft derzeit, ob Amazons bisheriges Konstrukt mit einer Versteuerung im Großherzogtum, das als Steueroase gilt, legal ist. Konzerne haben in Luxemburg zum Teil Steuerraten von weniger als einem Prozent auf die nach Luxemburg verlagerten Gewinne erhalten. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker steht dabei unter Druck, weil er dort 18 Jahre lang Regierungschef war. Als Präsident der EU-Kommission hat er nun Steuersparmodellen den Kampf angesagt.

Amazon hat nach Angaben der Zeitung in Deutschland 2014 Waren im Wert von fast zwölf Mrd. Dollar (10,9 Mrd. Euro) verkauft, 2012 waren es rund neun Mrd. Dollar. Gewinne fielen in Deutschland aber offiziell kaum an.

IT

EU-Kommission will Roaminggebühren ganz kippen

Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, macht sich für eine komplette Abschaffung der Roaminggebühren in Europa stark. „Auslandsgespräche soll es nur noch in Nicht-EU-Länder, also zum Beispiel in die USA oder Singapur, geben“, sagte Oettinger der „Bild am Sonntag“.

Eigentlich hätten sich Handynutzer schon zum Jahresende auf eine Abschaffung der Extragebühren für Telefonate, Surfen und SMS im EU-Ausland freuen können. Inzwischen gibt es aber unter den EU-Staaten einen Kompromissplan, die Gebühren auf niedrigem Niveau beizubehalten.

Oettinger forderte Nachbesserungen: „Ich traue der EU aber zu, dass wir bis Ende Juni ein sinnvolles Telekommunikationspaket hinbekommen, das die Roaminggebühren für Telefonate, SMS und Internetdaten aus dem europäischen Ausland stufenweise in absehbarer Zeit abschafft.“

Religion

Ermordeter Bischof Romero seliggesprochen

Der 1980 ermordete salvadorianische Erzbischof Oscar Romero ist gestern seliggesprochen worden. Hunderttausende Gläubige, mehrere Staats- und Regierungschefs sowie zahlreiche kirchliche Würdenträger wohnten der Zeremonie in San Salvador bei. Geleitet wurde die Messe von dem italienischen Kurienkardinal Angelo Amato.

„Romero hat mit der Kraft der Liebe Frieden geschaffen und mit seinem Leben Zeugnis für den Glauben abgelegt“, hieß es in dem apostolischen Brief von Papst Franziskus. Nach der Seligsprechung wurde ein riesiges Porträt von Erzbischof Romero enthüllt.

Bereits Stunden vor Beginn der Zeremonie waren die Menschen zu Tausenden auf den Platz Salvador del Mundo im Zentrum der Hauptstadt geströmt. Sie skandierten „Romero, Romero“ und sangen religiöse Lieder. Auf Transparenten und Fahnen war zu lesen: „Märtyrer der Liebe“ und „Heiliger von Amerika“.

Während Messe erschossen

Romero war vor 35 Jahren erschossen worden, als er gerade die Messe feierte. Er hatte sich für die Belange der Armen eingesetzt und damit die reichen Eliten und das Militär gegen sich aufgebracht. Im anschließenden Bürgerkrieg zwischen staatlichen Sicherheitskräften, rechten Todesschwadronen und linksgerichteten Guerillagruppen kamen bis 1992 rund 75.000 Menschen ums Leben.

Experten hoffen, dass die Seligsprechung von Romero das politisch noch immer tief gespaltene Land eint.

Kultur

Cannes: Preis von Un certain regard an „Hrutar“

Bei den Filmfestspielen in Cannes ist gestern der Preis der Sektion „Un certain regard“ an den Film „Hrutar“ des isländischen Regisseurs Grimur Hakonarson gegangen. Es ist der zweite Langfilm des an der Filmhochschule von Prag Ausgebildeten. 19 Filme waren in der diesjährigen Auswahl, Jurypräsidentin war heuer Isabella Rossellini.

Für die heute Abend vergebene Goldene Palme des Hauptbewerbs werden unterdessen Filme von Todd Haynes („Carol“), Nanni Moretti („Mia madre“), Laszlo Nemes („Son of Saul“), Yorgos Lanthimos („The Lobster“), Hou Hsiao-Hsien („Nie yinniang“) und Paolo Sorrentino („Youth“) als Favoriten gehandelt

Gurlitt: Restituiertes Liebermann-Gemälde wird versteigert

Bei Sotheby’s in London wird am 24. Juni ein Gemälde aus der umstrittenen Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt zur Versteigerung gelangen. Das Bild „Zwei Reiter am Strand“ (1901) von Max Liebermann war erst kürzlich als Raubkunstwerk an die rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben worden. Laut einer Aussendung erwartet Sotheby’s dafür nun mindestens 350.000 Pfund (480.000 Euro).

Leute

Kiss-Bassist Simmons trainiert für Plateauschuh-Auftritte

Gene Simmons, Mitbegründer der Rockband Kiss („I Was Made For Loving You“) steht seine Show in Plateauschuhen eigenen Worten zufolge nur dank eines ausgiebigen Trainings durch.

„Ich muss mich im Fitnessstudio plagen. Ganz klar. Zwei Monate vor einem Tourneestart muss ich damit anfangen, sonst ist meine Beinmuskulatur nicht stark genug, um in diesen Dingern gehen zu können“, sagte er der deutschen „Welt am Sonntag“. Simmons geht seit mehr als 40 Jahren in schwarz-weißer Schminkmaske und in riesigen Plateauschuhen auf die Bühne.

„Nie schwer, Finger von Drogen zu lassen“

Ein Grund für seine Energie im Alter sei, dass er nie Drogen konsumiert habe. „Es fiel mir nie schwer, die Finger von Drogen zu lassen. Es reichte mir aus, zu beobachten, wie dreckig es den anderen ging“, sagte Simmons. „Wer high ist, benimmt sich wie ein Idiot, er fällt auf die Fresse, kotzt anderen auf die Schuhe. Ich hatte nie ein Interesse daran, mich selbst auf diese Weise zu erniedrigen.“