Ausland

IS droht mit Ermordung von französischer Geisel in Algerien

Zu der Entführung eines Franzosen in Algerien haben sich Islamisten mit Verbindungen zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. In einem heute Abend aufgetauchten Video drohte die Gruppe Dschund al-Chilafa mit der Ermordung ihrer Geisel binnen 24 Stunden, sollte Paris nicht seine Luftangriffe gegen den IS im Irak stoppen.

Der 55-jährige Franzose war den Extremisten gestern beim Wandern in der Kabylei in die Hände gefallen und ist auf dem Video zu sehen. Der Mann stellt sich darin mit Namen vor und gibt an, am 21. September entführt worden zu sein.

Die Entführung erfolgte wenige Stunden, bevor IS damit drohte, Bürger all jener Staaten zu töten, die sich der internationalen Koalition gegen sie angeschlossen haben. In der Drohung wurden insbesondere Franzosen und US-Bürger als Ziel genannt.

Ukraine: Minister sorgt mit Bericht über Atomschlag für Spott

Der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletej hat mit Aussagen über einen mutmaßlichen Angriff mit russischen Atomwaffen im Konfliktgebiet Lugansk Gespött auf sich gezogen. Im Gespräch mit Journalisten hatte der Generaloberst behauptet, der Flughafen der ostukrainischen Stadt könne mit nuklearen Gefechtsköpfen von einem Granatwerfer vom Typ 2S4 Tjulpan beschossen worden sein.

Nicht nur in Russland, auch im eigenen Land gab es Kritik. Anton Geraschtschenko im Kiewer Innenministerium warnte vor der Gefahr, dass sich die Ukraine vor aller Welt lächerlich mache.

„Anscheinend nicht mehr bei Sinnen“

„Nach der Anwendung taktischer Atomwaffen gegen unsere beim Lugansker Flughafen im Schützengraben liegenden Jungs wäre niemand mehr rausgekommen“, schrieb Geraschtschenko auf Facebook. „Entweder hat sich der Verteidigungsminister geirrt, oder er kennt sich weder bei konventionellen noch atomaren Waffen aus.“ Geraschtschenko klärte den Minister auf: Wäre ein Atomsprengkopf dort explodiert, hätte er alles Lebende in der Nähe vernichtet und „die Scheiben in den Häusern von Lugansk im Umkreis von fünf bis zehn Kilometern zerstört“.

„Der ukrainische Verteidigungsminister ist anscheinend nicht mehr bei Sinnen“, schimpfte der Moskauer Außenpolitiker Alexej Puschkow. Moskaus Verteidigungsministerium warf Geletej „Verfolgungswahn“ vor.

Eindringling im Weißen Haus drohen zehn Jahre Haft

Nach dem Eindringen eines Bewaffneten in das Weiße Haus hat sich US-Präsident Barack Obama besorgt über die Sicherheit seiner Familie gezeigt. Obama habe nach dem Vorfall seine Bedenken ausgedrückt, sagte dessen Sprecher Josh Earnest heute.

Ob Obama verstärkte Sicherheitsmaßnahmen für den Wohn- und Amtssitz des Staatschefs forderte, ließ Earnest offen. US-Medien berichteten, Touristen müssten als Konsequenz möglicherweise bald neue Sicherheitskontrollen durchlaufen, bevor sie die Straße vor dem Weißen Haus betreten dürfen.

Berichte: Mann war bewaffnet

Ein 42-jähriger Texaner war Freitagabend über einen Zaun geklettert und nach einem Sprint über den Rasen in das Gebäude eingedrungen. Hinter der Eingangstür wurde er von Sicherheitskräften festgenommen. Nur wenige Minuten zuvor hatte der Präsident mit seiner Familie das Weiße Haus verlassen.

Der möglicherweise geistig verwirrte Veteran des Irak-Kriegs muss sich vor einem Bundesgericht verantworten. Die erste Anhörung war für heute (Ortszeit) in Washington angesetzt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Dem Mann wird vorgeworfen, unrechtmäßig ein abgesperrtes Gebäude betreten und dabei eine „gefährliche oder tödliche Waffe“ bei sich getragen zu haben. Medienberichten zufolge hatte er ein Klappmesser mit einer fast zehn Zentimeter langen Klinge dabei. Die Höchststrafe seien zehn Jahre Haft, erklärte die Anklagebehörde.

USA schlagen iranisches Hilfsangebot im Kampf gegen IS aus

Die USA haben einen Vorschlag des Iran ausgeschlagen, im Gegenzug für Zugeständnisse bei seinem Atomprogramm den Kampf gegen die Terrororganisation Islamischen Staat (IS) zu unterstützen. Die Bemühungen, den Iran zur Aufgabe seines umstrittenen Atomprogramms zu bewegen, seien davon „vollständig getrennt“, sagte der Sprecher des US-Präsidialamtes Josh Earnest heute in Washington.

Die USA würden die militärischen Aktivitäten der Koalition nicht mit dem Iran abstimmen, sagte Earnest. Auch Geheimdienstinformationen würden nicht ausgetauscht.

Zugeständnisse zur Bedingung gemacht

Iranische Regierungsvertreter hatten der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die Führung in Teheran sei bereit, die USA und ihre Verbündeten im Kampf gegen die IS-Miliz zu unterstützen. Dafür müsse es aber Zugeständnisse im Atomstreit gegeben. Der Iran sei ein sehr einflussreiches Land in der Region und könne bei der Bekämpfung des IS helfen. Der Iran ist ein wichtiger Verbündeter der Regierungen in Syrien und im Irak, wo die IS-Miliz weite Teile unter ihre Kontrolle gebracht hat.

Dschihadisten töteten 40 irakische Soldaten

Im Irak haben IS-Kämpfer unterdessen einen Militärstützpunkt im Westen der Hauptstadt Bagdad angegriffen und nach Armeeangaben 40 Soldaten getötet. An dem Angriff seien sechs Selbstmordattentäter beteiligt gewesen, sagte General Rascid Fleih der Nachrichtenagentur AFP. Vier von ihnen hätten auf dem Stützpunkt Saklawijah mit Sprengstoff präparierte Fahrzeuge in die Luft gejagt. Die anderen zwei hätten Sprengstoffgürtel gezündet. Den Angaben zufolge brachten die Extremisten mindestens 70 Soldaten, die fliehen wollten, in ihre Gewalt.

PKK ruft Kurden zum Kampf in Syrien auf

Unterdessen hält die Massenflucht syrischer Kurden vor IS an. Mehr als 130.000 Menschen, vor allem kurdische Zivilisten, flohen allein am Wochenende in die benachbarte Türkei. Die in der Türkei verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die selbst bereits in Syrien und im Irak gegen die Dschihadisten kämpft, rief nun die in der Türkei lebenden Kurden zum Kampf gegen den IS auf. „Es gibt im Widerstand keine Grenze mehr“, so die PKK. Die Kurden müssten sich zusammenschließen und gemeinsam gegen den IS kämpfen.

Mehr dazu in Gemeinsames Vorgehen gefordert

UNO-Büro sieht Gaza-Krieg als Fall für den IGH

Die mutmaßlichen Kriegsverbrechen im Gaza-Konflikt sollen nach einer Empfehlung des Büros des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte vor den Internationalen Strafgerichtshof (IGH) in Den Haag gebracht werden. Die stellvertretende Hochkommissarin Flavia Pansieri stellte heute in Genf einen Bericht vor, wonach Israel möglicherweise Kriegsverbrechen begangen habe, indem es zivile Ziele angegriffen habe.

In dem Bericht wurde auch die Sorge geäußert, dass bewaffnete palästinensische Gruppen mit willkürlichen Angriffen auf Israel gegen internationales Recht verstoßen hätten. So habe die radikalislamische Hamas militärisches Gerät in von Zivilisten bewohnten Gebieten stationiert und mutmaßliche Kollaborateure getötet.

Pansieri verwies auf eine Untersuchung aus dem Jahr 2009, in der der damalige UNO-Chefankläger für Kriegsverbrechen Richard Goldstone empfohlen hatte, die Situation in den Palästinensergebieten in Den Haag zu verhandeln. „Diese Empfehlung ist weiter relevant, besonders angesichts der jüngsten Eskalation und des vorangegangenen Versagens, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte sie. Etwa 2.200 Menschen waren im Sommer in dem 50-tägigen Krieg nach Angaben beider Seiten ums Leben gekommen.

Inland

Asyl: 400 wütende Bürger bei Versammlung am Semmering

Rund 400 Bewohner vom obersteirischen Spital am Semmering haben heute Abend bei einer Bürgerversammlung ihrem Ärger über das vom Innenministerium im „Hotel Haus Semmering“ eingerichteten Asyl-Großquartier Luft gemacht. Sie hatten kein Verständnis für die Aufnahme von solchen „Massen“ und wollten wissen, wer das bezahle und wo die Familien seien: „Wir sehen nur junge Männer“, so eine Frau besorgt.

Bürgermeister: „Alle Anmeldungen an Mikl-Leitner weitergeleitet“

Bürgermeister Reinhard Reisinger (SPÖ) erklärte, er mache sich momentan strafbar, weil er die bisher 141 eingelangten Flüchtlinge im neuen Quartier nicht angemeldet habe: „Ich habe alle Anmeldungen an Innenministerin Mikl-Leiter (ÖVP) weitergeleitet und ihr geschrieben, dass ich keine Kapazität habe, die alle anzumelden.“ Dafür erntete das Gemeindeoberhaupt Applaus vom Publikum, das immer wieder mit teils untergriffigen Zwischenrufen seine Meinung äußerte. Für entgeistertes Gemurmel sorgte Reisingers Auskunft, dass derzeit noch Touristen im selben Quartier wohnen, weil sie schon gebucht hatten: „Die verlassen teilweise wutentbrannt das Hotel.“

Eine „zutiefst soziale Frage“

Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser (SPÖ) appellierte, dass die Aufnahme dieser Kriegsflüchtlinge eine „zutiefst soziale Frage“ sei. Er stehe nicht dafür zur Verfügung, dass diese Menschen im Freien im Regen stehen gelassen werden. Dennoch meinte er: „Was hier passiert ist, ist nicht in Ordnung.“ Er sei überzeugt, dass die Menschen auch wieder wegziehen werden. Dafür gab es aus dem Publikum nur lautes Gelächter. Ein älterer Bewohner meinte gar: „Nicht nur Steinhaus, sondern ganz Österreich braucht keine Flüchtlinge.“

Die meisten Sorgen der Bevölkerung hingen damit zusammen, dass es sich bei den angekommenen Flüchtlingen mehrheitlich um junge Männer handle: Jeder habe ein Handy, wer bezahlt das? Werden die Menschen gesundheitlich untersucht, bevor sie herkommen? Wo sind die Familien? So lauteten die Fragen der Bewohner. „Es geht nicht um die Frauen und Kinder, sondern die Männer, die rudelweise auftreten. Da hat man Angst,“ sagte eine Bewohnerin.

U-Ausschuss-Entwurf erst im Oktober im Nationalrat

Der Gesetzesentwurf für die Reform der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse wird erst im Oktober im Nationalrat eingebracht. Darauf haben sich die Fraktionen mit Ausnahme des Teams Stronach (TS) heute Nachmittag geeinigt, erfuhr die APA von SPÖ, ÖVP und Grünen. Einzelne Punkte im Entwurf der Parlamentsdirektion sollen bis dahin legistisch präzisiert werden.

Alle Beteiligten hätten das Bekenntnis abgegeben, dass die im Juli erzielte politische Einigung umzusetzen sei, berichtete der grüne Abgeordnete Dieter Brosz. Einzelne Punkte, die man nicht ausreichend diskutiert habe oder wo es noch Missverständnisse gebe, müssten nun geklärt werden. Als Beispiel führte er die genaue Definition der Vorsitzrolle an.

Reform soll mit Jahresbeginn in Kraft treten

Im ÖVP-Klub hieß es ebenfalls, dass festgehalten wurde, was noch zu präzisieren sei. Auch auf den Fahrplan habe man sich geeinigt. Ziel sei es, die Reform mit 1. Jänner 2015 in Kraft treten zu lassen. Bis zu den regulären Plenartagen im Oktober (22./23. 10.) soll der entsprechende Initiativantrag fertig sein, wurde im SPÖ-Klub erklärt.

Noch in dieser Woche sind dazu Expertengespräche auf Klubebene geplant. Der nächste politische Termin ist für Donnerstag kommender Woche (2. Oktober) angesetzt. Der Gesetzesentwurf der Parlamentsdirektion liegt den Klubs seit Montag vor, inklusive Anmerkungen des Justizministeriums und des Verfassungsdienstes im Bundeskanzleramt. Ursprünglich war überlegt worden, ihn schon diese Woche im Nationalrat einzubringen.

TS nicht bei Verhandlungen dabei

Bei den Verhandlungen nicht mit dabei ist als einzige Fraktion das Team Stronach. Die ausverhandelte Reform sei nicht weitreichend genug, kritisierte der stellvertretende Klubobmann Robert Lugar in einer Aussendung. Die Abgeordneten - vor allem jene der Opposition - würden zu Statisten gemacht, so Lugar.

Zeitung: Van der Bellen überlegt Kandidatur für Hofburg

Wie die Zeitung „Österreich“ berichtet, kann sich der Ex-Obmann der Grünen, Alexander Van der Bellen, eine Kandidatur bei der Bundespräsidentenwahl 2016 vorstellen.

Das bestätigte Grünen-Chefin Eva Glawischnig gegenüber der Zeitung: „Ja, ich habe schon mit ihm gesprochen, und von ihm jetzt einmal kein Nein gehört. Ich kann mir das gut vorstellen. Er muss sich das natürlich überlegen für seine persönliche Lebensplanung. Aber wir haben noch ein paar Monate Zeit.“

Glawischnig bezeichnete eine mögliche Kandidatur Van der Bellens als „sehr spannende Option“. Bereits zuletzt hatte er gegenüber den „Oberösterreichischen Nachrichten“ („OÖN“) betont, über ein Antreten „im nächsten Jahr entscheiden“ zu wollen. Er sehe „keinen Zeitdruck“.

Nazi-Keller-Szene in Seidl-Film angeblich gestellt

Für Empörung haben Mitwirkende in einer Szene aus Ulrich Seidls neuem Film „Im Keller“ gesorgt. Die Männer, darunter zwei inzwischen zurückgetretene ÖVP-Gemeinderäte, waren singend in einem mit Nazi-Devotionalien gespickten Keller im Burgenland zu sehen. Die Darsteller erklären nun, sie seien „vom Filmemacher bezahlte Statisten“ gewesen, berichtete heute die Wochenzeitung „BVZ“ (Onlineausgabe).

„Grenzen uns entschieden von jeglichem NS-Gedankengut ab“

„Nach einem ‚Hochzeitsspielen‘ sollten einige Musikanten als Statisten mitwirken. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt wirklich nicht, was auf uns zukommt“, zitiert die Zeitung einen der Männer, der erklärte: „Vier Komparsen wurden an diesem Tag ausgewählt, unterzeichneten einen Werkvertrag, wofür sie auch bezahlt wurden. Auch alle anderen Szenen wurden von Herrn Seidl arrangiert und inszeniert, auch die Requisiten und die Einrichtungsgegenstände wurden von ihm ausgewählt.“

Sie hätten das Schriftstück, mit dem sie belegen könnten, dass sie „als Statisten“ mitgewirkt hätten, erst jetzt auftreiben können, hieß es von den Beteiligten. „Wir grenzen uns entschieden von jeglichem NS-Gedankengut ab, wir haben oder hatten mit solchen Gräueltaten nie etwas am Hut“, erklärten sie gegenüber der „BVZ“.

Seidl: „Eins zu eins und nichts erfunden“

Ulrich Seidl hatte im APA-Interview vor wenigen Tagen den Vorwurf, die Szene im Keller sei „verzerrt“ dargestellt worden, zurückgewiesen. „Da muss ich gleich widersprechen: Das kann nicht verzerrt dargestellt werden. Es wird das gezeigt, was man sieht. Es ist ja auch nicht versteckt gefilmt worden und auch nicht in einer Überrumpelung“, erklärte Seidl. Die Szene mit den früheren Gemeinderäten sei „eins zu eins und nichts erfunden“.

Sport

Tennis: Spaniens Herren meckern über „Chefin“

Spaniens Davis-Cup-Mannschaft wird künftig erstmals von einer Frau geführt. Der nationale Tennisverband kürte seine Sportdirektorin Gala Leon zur Nachfolgerin von Kapitän Carlos Moya, der nach dem Abstieg aus der Weltgruppe zurückgetreten war.

Nachdem Moya ein Angebot zur Rückkehr ausgeschlagen hatte, fiel die Wahl auf die 40-Jährige. Sie gewann als Profi ein WTA-Turnier. Die spanischen Tennis-Herren müssen sich erst an eine Frau als „Chefin“ gewöhnen und sind bei ihren Argumentationen gegen Leon noch recht machomäßig unterwegs.

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Bundesliga: Bei Meister Salzburg brennt der Hut

Der Meister aus Salzburg kennt offenbar nur die Extreme. Nach dem grandiosen Saisonstart, als man die Gegner noch nach Belieben dominierte, schlitterte man seit dem Aus in der Champions League in die bisher schlimmste Pleitenserie der Red-Bull-Ära. Das 2:3 gestern gegen die Austria war das fünfte Pflichtspiel ohne Sieg und die dritte Ligapleite in Folge.

Sportdirektor Ralf Rangnick sprach angesichts der Probleme der Salzburger Defensive sogar von „Schülerniveau“. Bei den aufgeblühten „Veilchen“ hat man indes wieder Morgenluft geschnuppert, man nimmt nun sogar die Top Drei ins Visier.

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Wirtschaft

EU genehmigt Beihilfe für ersten AKW-Neubau seit Fukushima

Die EU wird Großbritannien grünes Licht für den ersten Atomkraftwerksbau in Europa seit der Katastrophe von Fukushima geben. „Unsere Diskussionen mit den britischen Behörden haben zu einer Übereinkunft geführt“, teilte Kommissionssprecher Antoine Colombani heute in einer E-Mail mit.

Auf dieser Grundlage werde Vizekommissionspräsident Joaquin Almunia seinen Kommissionskollegen empfehlen, eine positive Entscheidung in dieser Angelegenheit zu treffen. An dem Bau ist der französische Versorger EDF maßgeblich beteiligt. Das Projekt hat für Großbritannien eine hohe Priorität, weil das Land in den kommenden Jahren jedes fünfte seiner alternden AKWs ersetzen will. Für Frankreich ist die Anlage ein wichtiges Exportgeschäft.

Auch zahlreiche andere Länder warten gespannt auf das Urteil der EU-Behörde, weil es eine Richtschnur für die erlaubten Subventionen liefert. AKW-Entwickler in der EU sind mittlerweile auf staatliche Unterstützung angewiesen, denn seit dem Fukushima-Unglück im März 2011 haben schärfere Sicherheitsauflagen die Kosten für neue Kernkraftwerke in die Höhe getrieben. Daher sichert Großbritannien als erstes europäisches Land den AKW-Bau mit Staatsgarantien ab.

AKW soll ab 2023 Strom produzieren

Das Kraftwerk Hinkley Point C mit zwei Druckwasserreaktoren des französischen Herstellers Areva soll in Somerset in Südwestengland entstehen. Es ist der erste derartige Neubau in Großbritannien seit rund 20 Jahren. Er soll ab 2023 Strom produzieren und laut EDF rund sieben Prozent zur britischen Stromerzeugung beitragen. An dem Konsortium sind auch chinesische Firmen beteiligt.

GM: Mindestens 21 Todesfälle wegen defekter Zündschlösser

Im Skandal um den verspäteten Rückruf von Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern hat der US-Autohersteller General Motors (GM) mittlerweile mindestens 21 Todesfälle eingeräumt. Die neuen Angaben stammen aus einem heute aktualisierten Zwischenbericht zu dem von GM eingerichteten Entschädigungsfonds.

Ursprünglich 13 Todesfälle bestätigt

Ursprünglich hatte GM nur 13 Todesfälle bestätigt und die Zahl in der vergangenen Woche auf 19 erhöht. Verbraucherschützer vermuten mehr als 300 Todesopfer in Verbindung mit dem technischen Defekt. Bei dem GM-Fonds gingen den aktualisierten Angaben zufolge bisher Forderungen für 143 Todes- und 532 Verletzungsfälle ein. In 37 Fällen seien die Entschädigungsansprüche bereits anerkannt worden, hieß es in dem Bericht. Die meisten anderen Fälle würden noch geprüft.

Der von General Motors beauftragte Anwalt Kenneth Feinberg hatte Ende Juni die Einzelheiten des Entschädigungsfonds vorgestellt. Demnach zahlt der Autobauer für jedes Todesopfer mindestens eine Million Dollar, für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte sollen je 300.000 Dollar fließen. Dazu kommen weitere Entschädigungszahlungen für erlittene Verletzungen.

Lebensmittelschmuggel nach Russland nimmt zu

Nach dem Importverbot für westliche Lebensmittel beklagen die russischen Behörden eine Zunahme beim Schmuggel von Obst und Gemüse aus EU-Staaten über Weißrussland.

Die Lebensmittelaufsicht in Moskau entdeckte unter anderem illegal ins Land eingeführte Pfirsiche und Nektarinen aus Spanien sowie Chinakohl aus Polen, wie die Agentur Interfax meldete.

Demnach wurden in den vergangenen Wochen Dutzende solcher Verstöße gemeldet. Russische Medien berichteten, dass seit dem Anfang August im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Einfuhrstopp etwa auch Käse und andere Milchprodukte aus der EU in Weißrussland umetikettiert und dann eingeführt werden. In russischen Supermärkten gibt es beispielsweise Parmesan und andere Markenkäsesorten aus Weißrussland zu kaufen.

Piloten lehnen Vorschlag von Air-France-Chef ab

Strikt abgelehnt haben die streikenden Piloten der Air France ein „letztes Angebot“ der Airline zur Beilegung der Krise. Die mit Abstand größte Pilotengewerkschaft sprach heute in Paris von einer „letzten Provokation“ des Konzernchefs Alexandre de Juniac. Er habe nicht mehr Garantien angeboten als zuvor und kein Problem gelöst. Damit geht der Ausstand weiter.

Zu Beginn der zweiten Streikwoche ihrer Piloten hatte Air France die verhärteten Fronten aufbrechen wollen. Der umstrittene Ausbau der Billigtochter Transavia in Europa solle bis zum Dezember ausgesetzt werden, so das Angebot. An dem Konzept der Erweiterung halte Air France aber fest.

Streik bis Freitag verlängert

Die Piloten hatten ihren zunächst einwöchigen Streik bis Freitag verlängert. Der Arbeitsausstand bringt Air France Betriebsverluste von bis zu 20 Mio. Euro täglich, wie der Konzern mitteilte. Auch heute konnte die Airline nur 41 Prozent der Flüge sicherstellen, morgen sollen es 48 Prozent sein. „Der Streik ist ein Desaster für die Kunden, für die Beschäftigten und für die Finanzen der Gesellschaft“, so Air France.

Bis zum Jahresende würden keine Transavia-Filialen in Europa geschaffen, um einen eingehenden Dialog zu führen, hatte De Juniac gesagt. Dabei werde es auch um die notwendigen Garantien gehen.

Dieser Versuch, die Lage zu entschärfen, dürfe aber nicht den angestrebten Ausbau der Billigtochter beeinträchtigen, hatte der Konzernchef deutlich gemacht. „Wenn wir im europäischen Rennen bleiben wollen, haben wir zur raschen Transavia-Entwicklung keine Alternative“, erklärte De Juniac. Unverändert bleibe auch das Ziel von mehr als 100 Transavia-Maschinen bis zum Jahr 2017.

Russland soll AKWs in Südafrika bauen

Russland soll bis 2030 in Südafrika Atomkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 9,6 Gigawatt bauen. Ein entsprechender Kooperationsvertrag mit einem Finanzvolumen von zehn Mrd. Dollar wurde heute unterzeichnet, wie beide Staaten bekanntgaben. Die Ankündigung kam überraschend und wurde am Rande einer internationalen Atomenergiekonferenz in Wien verbreitet. Offenkundig ist Südafrika gewillt, sein Atomenergieprogramm trotz Finanzierungsproblemen voranzutreiben.

„Dieses Abkommen öffnet Südafrika die Tür zu russischer Technologie, Finanzmitteln und Infrastruktur“, sagte Südafrikas Energieministerin Tina Joemat-Pettersson. Außerdem schaffe es eine solide Grundlage für eine weitere umfangreiche Zusammenarbeit. Der Generaldirektor von Rosatom, Sergej Kirienko, sagte, das Geschäft umfasse bis zu acht Atomkraftanlagen und schaffe Tausende Arbeitsplätze.

Südafrika hat seine Energiewirtschaft lange vernachlässigt und heute große Probleme, eine stabile Versorgung zu gewährleisten.

Chronik

Herbstbeginn: Um 4.29 Uhr ist der Sommer vorbei

Der Sommer 2014 ist morgen um exakt 4.29 Uhr offiziell vorbei und wird vom Herbst abgelöst. Die dritte Jahreszeit startet traditionell mit der Tag- und Nachtgleiche, auch Äquinoktium genannt. Bei diesem Schauspiel steht die Sonne senkrecht über dem Äquator. Auf den beiden Erdpolen beginnen damit Polarnacht und Polartag.

Am Südpol ist die Sonne bis zum Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel durchgehend zu sehen, während der Nordpol nun im Dunkeln liegt. Derzeit wird jeder Tag (täglich) um vier Minuten kürzer. Die damit einhergehende Zeitumstellung (Stichwort: Winterzeit) erfolgt allerdings erst am 26. Oktober. Dann werden die Zeiger um eine Stunde zurückgestellt.

Wanderer in Naturreservat nahe New York von Bären getötet

Ein 22-Jähriger ist in einem Naturreservat im US-Bundesstaat New Jersey von einem Braunbären getötet worden. Zusammen mit vier weiteren Wanderern war er gestern im etwa 65 Kilometer nordwestlich der Metropole New York gelegenen Apshawa-Park unterwegs, wie die Polizei heute mitteilte. Als die Wanderer im Wald auf den Bären trafen, gerieten sie den Angaben zufolge in Panik und trennten sich.

Vier von ihnen konnten fliehen und alarmierten die Rettungskräfte. Zwei Stunden später wurde der leblose Körper des vermissten 22-Jährigen entdeckt. Ein Bär, der sich in der Nähe der Leiche aufhielt, wurde eingeschläfert.

Das Naturreservat Apshawa ist vor allem bei Wanderern und Vogelbeobachtern beliebt. Im Nordwesten New Jerseys leben bis zu 3.000 Braunbären. Nach Angaben der Umweltschutzbehörde handelte es sich vermutlich um die erste tödliche Attacke dieser Art in dem US-Bundesstaat.

IT

Google-Chef fordert „echten digitalen Binnenmarkt“ in der EU

Google-Chef Eric Schmidt hat von der EU mehr Freiheiten für Technologiefirmen gefordert. Sie müsse „einen echten digitalen Binnenmarkt“ schaffen, sagte er heute in Brüssel. Wenn regulatorische Hürden wegfielen, hätten Start-up-Unternehmen direkt Zugang zu einer Milliarde Kunden - „einem Markt, der größer ist als die USA“. Europa könnte so die hohe Arbeitslosigkeit angehen.

„Europa muss Risikoträger ermutigen“, sagte Schmidt. Unternehmer seien vorrangig in Kulturen zu finden, die sie ermutigten, Risiken einzugehen. Der Google-Chef verwies dabei auf den umstrittenen Fahrdienstanbieter Uber, der Privatleuten erlaubt, via Smartphone-App Fahrten anzubieten, die in der Regel deutlich günstiger sind als die jeweils ortsüblichen Taxitarife.

Google steht seit 2010 im Visier der Europäischen Union: Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass Google Suchergebnisse manipuliere. Dabei würden Ergebnisse von spezialisierten Suchdiensten, die Google selbst betreibt, höher und prominenter angezeigt als Ergebnisse der Konkurrenz. Dem US-Konzern drohen ein Verbot der Praktiken und eine hohe Geldstrafe. Google machte mehrfach Zugeständnisse, inzwischen kamen aber weitere Beschwerden von Mitbewerbern auf.

Kultur

Pink Floyd kündigten neues Album für November an

Pink Floyd werden ihr neues und vermutlich letztes Studioalbum am 7. November in den Handel bringen. „The Endless River“ ist das erste Studioalbum der Gruppe seit rund 20 Jahren und besteht aus bisher unveröffentlichten, überarbeiteten Liedern, die David Gilmour, Richard Wright und Nick Mason schon 1993 für das Album „The Division Bell“ aufgenommen hatten.

Damit ist auch das Schlagzeugspiel des verstorbenen Rick Wright zu hören. „Wir haben mehr als 20 Stunden Musik von uns drei durchgehört und das ausgesucht, auf dem wir für ein Album weiterarbeiten wollten“, sagte Gilmour in einem Pressestatement heute.

Im vergangenen Jahr habe man neue Teile dazugefügt, andere neu aufgenommen und andere mit moderner Studiotechnik aufbereitet. Der Mitte der 1980er Jahre ausgestiegene Roger Waters war nicht involviert.

Wright 2008 verstorben

Keyboarder Wright starb 2008 mit 65 Jahren an Krebs. „The Endless River“ sei ein Tribut an ihn, teilte die Band auf ihrer Website mit. Sie hätten die Musik neu aufgenommen und mit moderner Studiotechnik bearbeitet. Fast alle der 18 Stücke sind instrumental. Nur „Louder than Words“ hat einen Text, den Gilmours Ehefrau Polly Samson geschrieben hat. Sie hatte im Juli bereits über Twitter verraten, dass es ein neues Album geben werde.

„König der Löwen“ erfolgreichstes Werk der Geschichte

Das finanziell erfolgreichste Werk der Geschichte ist laut einer aktuellen Berechnung kein Hollywood-Film und kein Bühnenklassiker, sondern die Musical-Version des Disney-Films „Der König der Löwen“: Das Werk hat in mehreren Versionen an Bühnen rund um die Welt 6,2 Milliarden Dollar (4,8 Mrd. Euro) eingespielt, berichtete die US-Nachrichtenagentur AP heute.

Bisher galt das Musical „Das Phantom der Oper“ als erfolgreichstes Werk der Unterhaltungsindustrie, mit der beginnenden Herbstsaison in Theatern auf dem ganzen Globus hat „König der Löwen“ dem Musicalveteranen jedoch den Rang abgelaufen.

Die Summe von 6,2 Mrd. Dollar macht das Musical etwa wertvoller als jeden beliebigen der „Harry Potter“-Filme, die Hollywood-Schnulze „Titanic“ und einen der sechs „Star Wars“-Filme. Zum Vergleich: Der bisher umsatzstärkste Film der Geschichte ist mit 2,8 Mrd. Dollar weltweit der Science-Fiction-Streifen „Avatar“.

„Kultur.montag“: Qualtingers Sohn und „der Herr Karl“

1961 hat der ORF erstmals den „Herrn Karl“ ausgestrahlt – der Monolog eines Opportunisten, Sinnbild für den österreichischen Hang zum Verdrängen. Noch während der Sendung brach ein beispielloser Sturm der Entrüstung aufgebrachter Zuseher los. Helmut Qualtinger wurde damit schlagartig weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Jetzt hat Christian Qualtinger, bildender Künstler und Sohn des begnadeten Kabarettisten, den „Herrn Karl“ als Graphic Novel zu Papier gebracht. Mit „kultur.montag“ spricht er über Mitläufertum und die Beziehung zu seinem 1986 verstorbenen Vater.

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Science

Die NSA-Station im 22. Wiener Gemeindebezirk

Auch wenn die Nachrichtenlage seit Beginn der NSA-Enthüllungen in Bezug auf Österreich noch immer dürftig ist, lassen sich nun drei der bisherigen vier Erwähnungen Österreichs zweifelsfrei zuordnen. Der in einem Dokument erwähnte „Vienna Annex“ zur NSA-Station in der US-Botschaft befindet sich in den obersten drei Geschoßen des IZD-Towers im 22. Wiener Gemeindebezirk. Das geht aus einer aktuellen Fotoserie, die ORF.at zugespielt wurde, klar hervor.

Seit der Fertigstellung des Towers Ende 2001 residiert dort die US-Vertretung bei den Vereinten Nationen. Auf dem Dach befindet sich in einer Höhe von etwa 130 Metern derselbe Aufbau wie auf dem Dach der US-Botschaft im neunten Wiener Gemeindebezirk. In beiden Fällen hat das als „Wartungsaufbau“ getarnte Häuschen eine Grundfläche von etwa 15 Quadratmetern. Vom Boden aus ist es praktisch nicht zu erkennen, das Häuschen ist direkt auf die nahen Gebäude der UNO-City ausgerichtet.

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NASA-Sonde „Maven“ in Marsumlaufbahn

Nach einer zehnmonatigen und 711 Millionen Kilometer langen Reise ist die US-Forschungssonde „Maven“ in den Orbit des Mars eingetreten. Wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte, erreichte die Sonde gestern die Umlaufbahn des Roten Planeten. Die rund elf Meter lange Sonde war im November an Bord einer Atlas-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gestartet. Von der Mission erhofft sich die NASA Erkenntnisse darüber, wie es dazu kam, dass sich auf dem Mars kein Leben entwickeln oder halten konnte.

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Leute

Viel Prominenz bei Trauerfeier für Fuchsberger

Viele Prominente aus Film, Fernsehen und Politik haben heute bei einer Trauerfeier dem deutschen Schauspieler und Showmaster Joachim Fuchsberger die letzte Ehre erwiesen.

Unter den Gästen der Gedenkstunde in Grünwald bei München waren neben Fuchsbergers Bruder, seiner Ehefrau Gundula und seinen Enkeln Jenny und Julien auch Showmaster Frank Elstner, Wiesn-Wirt Peter Pongratz und die Schauspieler Uschi Glas und Ralf Bauer.

„Du bist nicht tot, Du wechselst nur die Rollen“, sagte Moderatorin Nina Ruge zu Beginn. „Blacky“ zählte in den vergangenen Jahrzehnten zu den prägenden Figuren der TV-Unterhaltung mit TV-Shows wie „Auf los geht’s los“ und „Ja oder Nein“.

Berühmt wurde er durch Auftritte in mehreren Edgar-Wallace-Krimis in den 60er Jahren wie „Das Gasthaus an der Themse“ und „Der Hexer“. Am 11. September starb er 87-jährig in seinem Haus in Grünwald.