Ausland

Türkische Luftwaffe verstärkt Angriffe auf PKK

Die türkische Luftwaffe hat ihre Angriffe auf Ziele der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) intensiviert.

Nach Angaben eines Regierungsvertreters griffen F-16-Kampfflugzeuge in der Nacht auf heute sechs Ziele im benachbarten Nordirak an. Es seien die heftigsten Angriffe seit Beginn der Militäraktion gegen die Kurden am Freitag gewesen, sagte der Regierungsvertreter.

Erst gestern hatte die Luftwaffe PKK-Kämpfer im Südosten des Landes an der Grenze zum Irak bombardiert. Vorangegangen war ein Anschlag auf paramilitärische Polizisten.

Heute stehen die Militäraktionen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und gegen die Kurden auch auf der Tagesordnung des türkischen Parlaments.

Chef der HDP-Partei ruft zu Ende der Angriffe auf

Der Vorsitzende der prokurdischen HDP-Partei rief die türkische Regierung und Kurden zur Einstellung der beiderseitigen Angriffe auf. Die Übergriffe sollten sofort beendet werden, sagte Selahattin Demirtas heute vor Journalisten. Beide Seiten sollten Vernunft walten lassen.

Iran und Frankreich wollen Beziehungen verbessern

Der Iran und Frankreich wollen nach der Atomeinigung vom 14. Juli die bilateralen Beziehungen wieder verbessern.

„Dieser Besuch soll die Missverständnisse zwischen den beiden Ländern ausräumen und den Beginn für eine politische Ära ermöglichen“, sagte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem französischen Kollegen Laurent Fabius in Teheran.

Besonders im Fokus stehe die Zusammenarbeit beider Länder im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat, sagte Sarif.

Rouhani nach Paris eingeladen

Fabius sagte, dass er eine Einladung von Präsident Francois Hollande für dessen iranischen Amtskollegen Hassan Rouhani für einen Staatsbesuch in Paris im November habe. Außerdem werde eine französische Wirtschaftsdelegation im September in Teheran mit iranischen Unternehmen Wirtschaftsprojekte prüfen.

Hollande hatte die Reise von Fabius als einen „Test“ der künftigen Beziehungen zum Iran bezeichnet. Laut Hollande sind mögliche wirtschaftliche Beziehungen kein Rabatt für die politischen Interessen Frankreichs. Bei den Atomverhandlungen der fünf UNO-Vetomächte und Deutschlands mit dem Iran hatte Frankreich eine besonders harte Position eingenommen.

Erneut Flüchtling am Eurotunnel tödlich verunglückt

Beim Ansturm von Flüchtlingen auf den Tunnel unter dem Ärmelkanal ist auf der französischen Seite erneut ein Mensch ums Leben kommen.

Ein Flüchtling aus dem Sudan im Alter zwischen 25 und 30 Jahren sei tödlich verunglückt, als er auf einen Zug zu gelangen versuchte, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP in der Nacht auf heute von der Polizei. Es war der neunte derartige Todesfall am Eurotunnel seit Anfang Juni.

Hunderte versuchen durch Tunnel zu gelangen

Die Behörden registrierten allein in der Nacht auf heute 1.500 Versuche von Flüchtlingen, von der französischen Seite aus in den Eurotunnel zu gelangen. Das muss nicht mit der Zahl der beteiligten Flüchtlinge übereinstimmen, weil etliche Flüchtlinge mehrmals am Tag versuchen, in den Eurotunnel - und damit letztlich nach Großbritannien - zu gelangen. Nach Schätzungen der Polizei hielten sich im Umfeld der Zufahrt zum Eurotunnel zuletzt zwischen 500 und tausend Flüchtlinge auf.

Millionen Pfund für mehr Sicherheit

Die britische Innenministerin Theresa May kündigte gestern nach einem Treffen mit ihrem französischen Kollegen Bernard Cazeneuve in London an, sieben Millionen Pfund (zehn Millionen Euro) zusätzlich für die Grenzsicherung bereitzustellen. Der britische Premierminister David Cameron bezeichnete die Lage am Eurotunnel bei einem Besuch in Singapur am Mittwoch als „sehr beunruhigend“.

Die Betreibergesellschaft Eurotunnel verstärkte zuletzt die Sicherheitsmaßnahmen in dem Gebiet um den Tunneleingang auf französischer Seite. Wegen der Mehrausgaben - und wegen Zugausfällen und Verspätungen infolge des Flüchtlingsansturms - hat das Unternehmen vergangene Woche von Frankreich und Großbritannien 9,7 Millionen Euro an Entschädigungen verlangt.

Schiff mit 14 Leichen auf Sizilien eingetroffen

In den Hafen der sizilianischen Stadt Messina traf heute unterdessen ein irisches Militärschiff mit den Leichen von 14 Migranten ein, die an Bord eines Flüchtlingsschiffes in libyschen Gewässern geborgen wurden. An Bord des irischen Schiffes befanden sich außerdem 453 Menschen, die gerettet werden konnten, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete.

Die Leichen waren am Montag entdeckt worden. Noch unklar sind die Hintergründe der neuen Flüchtlingstragödie. Die Rettungsaktion wurde von der italienischen Küstenwache koordiniert. Die Schiffe der EU-Mission Triton zur Migrantenrettung im Mittelmeer sind wegen der massiven Flüchtlingswelle stark ausgelastet.

UNO-Sicherheitsrat stimmt über MH17-Tribunal ab

Der UNO-Sicherheitsrat will heute trotz Drohungen aus Moskau über ein internationales Tribunal zur Klärung des Absturzes von Flug MH17 abstimmen. Die Boeing der Malaysia Airlines war vor einem Jahr über der Ostukraine abgeschossen worden.

Die Regierungen in Kiew und in Moskau beschuldigen einander, für den Tod der 298 Menschen an Bord - überwiegend Niederländer - verantwortlich zu sein. Russland lehnt die Einrichtung eines Tribunals ab, solange die niederländischen Ermittlungen zu der Tragödie nicht abgeschlossen sind, und hat ein Veto angekündigt.

Vor allem die Niederlande und Malaysia und auch andere Staaten wie Australien fordern seit Langem ein internationales Tribunal, um zu klären, wer für den Abschuss verantwortlich ist. Die von Russland unterstützten Separatisten hatten die Absturzstelle lange abgeschirmt und unabhängigen Gutachtern den Zugang verweigert.

Tote bei Gewalt in Palästinenserlager im Libanon

Bei Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Gruppen in einem palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon sind zwei Menschen getötet worden. Bei den Kämpfen im Lager Ain al-Hilwa nahe der südlibanesischen Hafenstadt Sidon seien gestern Abend zudem sechs Menschen verletzt worden, sagte ein palästinensischer Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AFP.

Einer der Verletzten schwebe in Lebensgefahr. Bei den Getöteten handelte es sich den Angaben zufolge um ein Mitglied der im Westjordanland regierenden Fatah-Bewegung sowie um einen Saftverkäufer. Bewaffnete Männer hätten begonnen, auf zwei Mitglieder der Islamistengruppe Dschund al-Scham zu schießen, sagte der Offizielle. Daraufhin habe es einen Schusswechsel zwischen Dschund al-Scham und der Fatah gegeben. Auf die sechs Verletzten sei gezielt geschossen worden.

„Dutzende Bewaffnete auf den Straßen“

„Die Lage ist sehr angespannt, und Dutzende bewaffnete Männer sind auf den Straßen“, sagte der Offizielle. Am späten Abend hätten sich die Auseinandersetzungen abgeschwächt. Es seien nur noch gelegentlich Schüsse zu hören. Wegen der jüngsten Gewalt flohen Dutzende palästinensische Familien aus dem Lager. Einige von ihnen waren vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen.

Der Gewaltausbruch war durch die Erschießung eines Fatah-Vertreters und Chefs eines Sicherheitsgremiums von Ain al-Hilwa ausgelöst worden. Ain al-Hilwa ist das größte der offiziell zwölf palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon. Die meisten Bewohner leben in prekären Verhältnissen. Es gibt die stillschweigende Vereinbarung, dass die libanesische Armee nicht in palästinensische Flüchtlingslager vordringt. Für die Sicherheit in den Camps müssen palästinensische Gruppen selbst sorgen.

In Ain al-Hilwa bekämpfen einander immer wieder unterschiedliche Gruppen. Außerdem hat sich das Flüchtlingslager zur Brutstätte für Extremistengruppen entwickelt.

IS-Anhänger plante Terroranschlag auf Strand in Florida

US-Ermittler haben offensichtlich einen Terroranschlag an einem Strand in Florida durch einen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vereitelt. Die Bundespolizei FBI war im April auf den 23-Jährigen aufmerksam geworden, weil er extremistische Äußerungen im Sozialen Netzwerk verbreitete und dort auch für den IS warb.

Nach Angaben des Justizministeriums von gestern wollte der Mann eine in einem Rucksack versteckte Nagelbombe an einem öffentlichen Strand in Key West vergraben und sie per Handy aus der Ferne zünden. Er soll auch zwei Sturmgewehre gekauft und versucht haben, an Handgranaten zu kommen.

Ein weiterer IS-Anhänger wurde im Bundesstaat Georgia zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er hatte seit mehr als einem Jahr geplant, sich der Terrormiliz anzuschließen. Er war vergangenen Oktober auf dem Flughafen von Atlanta mit einem Flugticket mit Ziel Türkei festgenommen worden.

Israelischer Spion kommt nach 30 Jahren US-Haft frei

Nach 30 Jahren Haft in den USA kommt der israelische Spion Jonathan Pollard Ende des Jahres frei. Pollards Anwälte teilten gestern mit, dass die Haftstrafe ihres Mandanten am 21. November zur Bewährung ausgesetzt werde.

Der in den USA inhaftierte israelische Spion Jonathan Pollard auf einem Archivbild aus dem Jahr 1998

APA/AP/Karl DeBlaker

Zugleich widersprachen sie Spekulationen, dass die Freilassung ein politisches Zugeständnis der USA sein könnte, um Israel wegen des Atomabkommens mit dem Iran zu besänftigen.

Iran-Abkommen soll kein Thema sein

Die Entscheidung der Bewährungskommission sei „unabhängig von anderen US-Regierungsstellen“ gefallen und nicht an die „jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten“ geknüpft, erklärten die Anwälte.

Auch US-Außenminister John Kerry beteuerte vor Journalisten, dass kein außenpolitischer Zusammenhang bestehe. „Ehrlich“, sagte Kerry. Darüber habe er nicht einmal Gespräche mit Israel geführt.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu begrüßte die geplante Freilassung. „Nach jahrzehntelangen Bemühungen wird Jonathan Pollard endlich freigelassen“, sagte er. Israel warte „mit Ungeduld“ auf den Tag. Seine Justizministerin Ajelet Schaked schrieb auf ihrer Facebook-Seite: „Dreißig Jahre Leiden werden in diesem November enden.“

Das „zerstörerische Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran“ habe dabei keine Rolle gespielt, betonte Schaked. Es sei eine rein rechtliche Entscheidung gewesen.

Israel bezweifelt, dass das Mitte des Monats geschlossene Abkommen Teheran am Bau einer Atombombe hindern wird. Der Iran hatte sich zu weitgehenden Beschränkungen und internationalen Kontrollen bei seinem Nuklearprogramm verpflichtet, im Gegenzug sollen die internationalen Sanktionen schrittweise aufgehoben werden.

Nationalheld in Israel

Die Beziehungen zwischen den USA und Israel werden durch die Pollard-Affäre bis heute belastet. Der in den USA geborene Spion hatte bei der US-Kriegsmarine als zivil angestellter Geheimdienstanalyst Zugang zu hochbrisanten Unterlagen. Von Mai 1984 bis zu seiner Verhaftung im November 1985 übergab er dem israelischen Geheimdienst Mossad viele tausend Dokumente mit US-Spionagematerial aus dem arabischen Raum.

Im März 1987 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. In Israel, dessen Staatsbürgerschaft Pollard 1996 erhielt, genießt er den Status eines Nationalhelden.

Tunesien erhält militärische Ausrüstung aus Deutschland

Nach den Terroranschlägen auf Touristen in Tunesien stellt die deutsche Bundeswehr dem nordafrikanischen Land militärische Ausrüstung für 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Das wurde heute am Rande des Besuchs der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Tunis bekannt.

Die tunesischen Streitkräfte erhalten ein schwimmendes Dock für die Reparatur von Booten, eine Barkasse für Patrouillen und fünf Unimog-Kleinlastwagen. Hinzu kommen 3.000 Helme und 700 Doppelfernrohre.

Die deutsche Regierung prüft zudem, wie sie Tunesien bei der Sicherung der 600 Kilometer langen Grenze zu Libyen unterstützen kann. Dabei handelt es sich aber in erster Linie um eine polizeiliche Aufgabe. Inwieweit die Bundeswehr dabei helfen kann, ist unklar.

Ende Juni hatte ein Attentäter im Badeort Sousse 38 Urlauber erschossen. Bereits im März waren bei einem Angriff auf das Nationalmuseum Bardo in Tunis mehr als 20 Touristen getötet worden.

Inland

Streit über Salzburger „Freiheitliche“: Rückschlag für Schnell

Der ehemalige Salzburger FPÖ-Klubobmann Karl Schnell hat in der Auseinandersetzung mit seiner Ex-Partei einen juristischen Rückschlag erlitten. Im Streit um den Namen „Freiheitliche“ verlor Schnell die zweite Runde vor dem Oberlandesgericht Linz.

Schnell zeigte sich von der Nachricht überrascht. Der Name seiner neuen Partei sei juristisch wasserdicht, er werde weiter um den Begriff „Freiheitliche“ kämpfen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Wirtschaft

Griechische Börse bleibt heute geschlossen

Die Börse in Athen wird laut einem Mitarbeiter der griechischen Marktaufsicht heute noch nicht öffnen. Die Behörden warteten auf einen Ministerialerlass, sagte ein hochrangiger Aufsichtsvertreter. Die Börse ist seit Ende Juni geschlossen.

Griechische Banken hatten nach einer dreiwöchigen Zwangspause bereits am 20. Juli wieder ihre Schalter geöffnet. Kapitalverkehrskontrollen sind allerdings weiterhin in Kraft. Der Chef der Börsenaufsicht hatte gestern von einer Wiedereröffnung des Handels heute oder morgen gesprochen.

Gläubiger setzen Kontrollen fort

Vertreter der internationalen Kreditgeber setzten unterdessen heute ihre Kontrollen den zweiten Tag in Folge in Athen fort. Das berichtete das griechische Fernsehen. Gestern hatten sie den Rechnungshof besucht.

Die EU-Kommission hofft auf eine Einigung mit Athen über ein neues Hilfspaket in der zweiten August-Hälfte. An den Verhandlungen nehmen neben der EU-Kommission auch Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB), des Internationalen Währungsfonds (IWF) und des Euro-Rettungsfonds ESM teil. Es geht um ein Hilfsprogramm im Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre. Griechenland muss bis 20. August 3,2 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen.

Peugeot fährt in die schwarzen Zahlen

Peugeot hat in der ersten Jahreshälfte erstmals seit vier Jahren wieder einen Gewinn eingefahren. Damit ist der französische Konzern bei der Sanierung seinen selbst gesteckten Zielen voraus.

Wie Peugeot heute mitteilte, sorgten der schwache Euro und gesunkene Rohstoffkosten für Rückenwind. Allerdings werde das Geschäftsumfeld rauer. In China rechnet man nur noch mit einem Wachstum von drei Prozent.

Das Unternehmen erzielte in den ersten sechs Monaten einen Nettogewinn von 571 Mio. Euro, nachdem zuvor noch ein Minus von 114 Mio. Euro in den Büchern gestanden war. Der Umsatz legte in dem Zeitraum um 6,9 Prozent auf 28,9 Mrd. Euro zu. Die Aktien gewannen zu Handelsbeginn fast fünf Prozent.

Peugeot ist traditionell stark abhängig vom europäischen Markt und hat zuletzt von der wieder anziehenden Nachfrage in Europa profitiert. Die Krise des europäischen Automarktes überlebte Peugeot dank einer Kapitalerhöhung, die den französischen Staat und den chinesischen Hersteller Dongfeng zu Großaktionären machte.

OMV und US-Partner stoppen Ölbohrpläne in Adria

Die OMV nimmt Abstand von ihren Ölbohrplänen in der Adria. Der österreichische Öl- und Gaskonzern und sein US-Partner Marathon Oil geben ihre Bohrlizenzen zurück, sagte ein OMV-Sprecher heute. Angesichts des niedrigen Ölpreises sei die gesamte Industrie gezwungen, ihre Investitionsentscheidungen zu hinterfragen.

Marathon und OMV hatten Anfang des Jahres sieben von insgesamt zehn Bohrlizenzen erhalten, die die kroatische Regierung vergeben hatte. Das Projekt war jedoch umstritten: Kritiker befürchteten Umweltschäden, unter denen die wichtige Tourismusbranche des Landes leiden könnte.

Disneyland wegen Preisunterschieden im Visier von Brüssel

Die EU-Kommission geht Vorwürfen nach, dass der Vergnügungspark Disneyland Paris Besucher aus Deutschland und anderen Ländern wegen ihrer Herkunft benachteiligt. „Wir prüfen gerade einige Beschwerden, davon viele gegen Disneyland Paris“, teilte eine Kommissionssprecherin in Brüssel der Nachrichtenagentur AFP in einer Erklärung mit.

Es stehe der Vorwurf im Raum, dass Disneyland Paris auf Grundlage der Nationalität oder des Wohnorts unterschiedliche Preise verlange und damit gegen EU-Recht verstoße.

Deutlich höhere Preise für Briten und Deutsche?

Die britische Zeitung „Financial Times“ berichtete, Disneyland Paris verlange von deutschen und britischen Besuchern deutlich überhöhte Preise. So zahlten Franzosen für ein Premiumpaket von Europas größtem Freizeitpark 1.346 Euro, Briten aber 1.870 Euro und Deutsche sogar 2.447 Euro.

Aus EU-Kreisen verlautete, die französische Regierung müsse sicherstellen, dass das EU-Recht befolgt werde. Brüssel werde sich daher in der Angelegenheit bald an Frankreich richten.

Seit der Luxemburger Jean-Claude Juncker im November EU-Kommissionspräsident wurde, führt die Kommission eine Offensive gegen nationale Handelsbarrieren, die zulasten der Verbraucher gehen. Die US-Firmen Amazon, Google und Apple zählten zu den ersten Unternehmen, die dies in Form von EU-Verfahren zu spüren bekamen.

Moody’s warnt Österreichs Banken vor Gegenwind

Die Lage für die Banken in Österreich dürfte sich der US-Ratingagentur Moody’s zufolge in den kommenden ein bis eineinhalb Jahren verschlechtern. Grund seien die verschärften operativen Geschäftsbedingungen in Bulgarien, Kroatien, Russland und der Ukraine, die den Töchtern österreichischer Banken zusetzen würden, erklärte die Agentur gestern.

Diese Herausforderungen würden die positiven Entwicklungen wie den leichten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts in Österreich und bessere Wirtschaftsdaten in Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien und der Slowakei überlagern. Den Ausblick für das österreichische Bankensystem beließ Moody’s bei „negativ“.

Sport

Champions League: Ajax bereit für Duell mit Rapid

Rapid bekommt es heute in der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League mit einem prominenten Gegner zu tun. Mit Ajax Amsterdam gastiert nämlich jener Club im Ernst-Happel-Stadion, der sich ebendort vor 20 Jahren zum CL-Sieger gekürt hatte.

Ihre besten Zeiten haben die Niederländer aber hinter sich, im letzten Duell mit einem ÖFB-Club ging man 2014 gegen Salzburg in der Europa Leauge unter. Trotzdem sieht Ajax-Coach Frank de Boer sein Team gerüstet: „Die Vorbereitung war gut, wir sind bereit für Rapid.“

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Bayern setzt Alaba Vidal vor die Nase

Der Wechsel von Arturo Vidal zu Bayern München ist fix. Wie der Club von ÖFB-Teamspieler David Alaba mitteilte, unterschrieb der chilenische Mittelfeldstar beim deutschen Meister einen Vierjahresvertrag bis 2019 mit der Option auf ein weiteres Jahr. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung“, wurde der Neuzugang von Juventus Turin auf der Bayern-Website zitiert. Für Alaba scheint damit zumindest vorerst der Traum von einem Einsatz als Bayern-„Sechser“ oder -„Achter“ ausgeträumt.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

13-Jähriger aus München wollte in Dschihad ziehen

Ein 13-Jähriger aus München hat sich laut Medieninformationen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien anschließen wollen.

Der Bub sei am Freitag im türkisch-syrischen Grenzgebiet aufgegriffen worden, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe) unter Berufung auf Sicherheitskreise. Der Bursch solle nun wieder zurück nach Deutschland gebracht werden.

Der Bub habe die Reise gemeinsam mit einer Verwandten angetreten, die in Syrien einen IS-Kämpfer heiraten wollte, hieß es weiter. Mit einem falschen Pass habe der Teenager problemlos mehrere Grenzübergänge passiert. Aufgeflogen sei er schließlich unter anderem über ein Blog.

Achtjähriger in USA erhält zwei Spenderhände

Erstmals sind einem Kind zwei Spenderhände transplantiert worden: Die Kinderklinik von Philadelphia in den USA gab gestern (Ortszeit) bekannt, dass die zehnstündige Operation bei dem achtjährigen Zion Harvey aus Baltimore erfolgreich verlaufen sei.

Zion Harvey wurden beide Hände transplantiert

AP/Matt Rourke

Zion mussten nach einer komplizierten Infektion vor einigen Jahren beide Hände und beide Füße amputiert werden. Damals wurde bei ihm bereits eine Nierentransplantation vorgenommen. An der Operation in Philadelphia waren 40 Chirurgen, Anästhesisten, Orthopäden, Radiologen und sonstiges medizinisches Fachpersonal beteiligt.

Herkunft der Hände nicht bekannt

Die erfolgreiche Nierentransplantation sei eine Voraussetzung dafür gewesen, dass Zion nun für die medizinische Weltpremiere ausgewählt werden konnte, sagte Benjamin Chang, Kodirektor des Transplantationsprogramms für Hände an der Kinderklinik.

Wegen der Nierentransplantation habe Zion schon vor der jetzt vorgenommenen Verpflanzung der Hände Medikamente erhalten, die das Abstoßen von Spenderorganen durch den Empfänger verhindern. Über die Herkunft der Spenderhände gab die Klinik nichts bekannt. Sie bedankte sich aber ohne Namensnennung für die Selbstlosigkeit der Organspende.

Zions großer Wunsch: Er würde gerne Ball spielen können. (iptv.ORF.at)

Erstmals 2000 zwei Hände transplantiert

Die weltweit erste Verpflanzung zweier Hände - und Unterarme - erfolgte im Jänner 2000 bei einem Maler in der französischen Stadt Lyon. An der Operation in Philadelphia beteiligten sich Experten der Universität von Pennsylvania. Dort wurde 2011 erstmals eine beidseitige Tansplantation der Hände bei einem Erwachsenen vorgenommen.

Der kleine Zion beeindruckte die Ärzte schon vor der Handtransplantation durch seine Lebhaftigkeit. Er hatte gelernt, ohne Hände zu essen, zu schreiben und am Computer zu spielen. Außerdem geht er mit Prothesen. Für die Zeit nach der Operation äußerte er den Wunsch, mit den neuen Händen einen Ball werfen zu können.

Jüngster verurteilter Mörder in USA aus Haft entlassen

Curtis Jones, der mit zwölf Jahren zum jüngsten verurteilten Mörder in den USA wurde, ist nach 16 Jahren aus dem Gefängnis entlassen worden.

Das teilte gestern die Sprecherin eines Gefängnisses in Florida mit, dessen genauer Standort nicht mitgeteilt wurde. Jones war 1999 ebenso wie seine damals 13-jährige Schwester wegen Mordes an der Freundin ihres Vaters zu 18 Jahren Haft verurteilt worden.

Schwester soll auch frei kommen

Die Geschwister waren nach Erwachsenen-Strafrecht verurteilt worden, obwohl die Sozialdienste den Verdacht geäußert hatten, dass sie sexuell missbraucht worden seien. Jones’ Schwester soll in den kommenden Wochen freikommen.

Die Ermittler warfen Jones und seiner Schwester vor, die Lebensgefährtin ihres Vaters aus Eifersucht getötet zu haben. Neuere Dokumente bestätigen allerdings, dass die Geschwister von einem anderen erwachsenen Familienmitglied missbraucht wurden.

Weil ihr Vater und dessen Freundin nichts dagegen unternahmen, hatten Jones und seine Schwester die beiden ebenso umbringen wollen wie ihren Peiniger. Nachdem sie die Frau getötet hatten, bekamen sie es aber mit der Angst zu tun und versteckten sich. Am nächsten Tag wurden sie festgenommen. Jones ist nun 29 Jahre alt und will örtlichen Medien zufolge Pastor werden.

Australien: Mädchen von acht Männern missbraucht

In der westaustralischen Hafenstadt Perth ist ein heute 13-jähriges Mädchen offenbar über Jahre von insgesamt acht Männern serienmäßig missbraucht worden. Nach Angaben der Polizei wurden die Verdächtigen im Alter zwischen 35 und 47 Jahren heute unter anderem der Vergewaltigung und sexuellen Versklavung beschuldigt.

Vater soll Missbrauch organisiert haben

Zu den Tätern gehört auch der Vater des Mädchens, er soll den Missbrauch über zwei Jahre hinweg organisiert haben. Festgenommen wurden die Männer nach einem Hinweis aus der Bevölkerung.

Die Verdächtigen müssen sich laut Polizei in insgesamt 503 Punkten wegen Vergewaltigung, Gefügigmachens durch Drogen, sexueller Versklavung und Erstellung und Verbreitung von Aufnahmen des Missbrauchs verantworten. Das Mädchen sei „aus der grauenhaften Lage gerettet“ worden, sagte der Ermittler Glenn Feeney.

Sie sei nun „in Sicherheit“ und erhalte „die Betreuung, die sie braucht“. Dabei gehe es um psychologische Unterstützung, die sicherlich „eine lange Zeit“ erforderlich sein werde.

Der Name des Vaters der 13-Jährigen könne nicht genannt werden, um die Identität des Opfers nicht preiszugeben, sagte Feeney. Er ließ auch offen, ob die anderen Festgenommenen für den Missbrauch Geld zahlten. Nach seinen Angaben dauerten die Ermittlungen an, möglicherweise werde es weitere Festnahmen geben. Zur Mutter des Mädchens machte er keine Angaben.

Massenhaft Videomaterial sichergestellt

Bei den Ermittlungen fand die Polizei allein bei einem der Festgenommenen 200.000 Videos und vier Millionen Bilder, darunter 150 Bilder und Videos von dem missbrauchten Mädchen. Diese seien unbeschreiblich „widerlich“, sagte Feeney.

Entrüstung nach Löwentötung in Simbabwe

Die Tötung eines bekannten 13 Jahre alten Löwen namens Cecil in Simbabwe durch einen amerikanischen Jäger hat im Internet einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Anfang Juli habe der im US-Staat Minnesota lebende Zahnarzt James Palmer ein totes Tier an ein Auto gebunden, teilte der Vorsitzende der Umweltorganisation Zimbabwe Conservation Task Force (ZCTF), Johnny Rodrigues, mit.

Archivbild von Löwe Cecil

APA/AP/Paula French

Gemeinsam mit einem anderen Jäger habe er die Raubkatze damit aus dem Hwange-Nationalpark gelockt. Palmer habe dann mit Pfeil und Bogen auf Cecil geschossen, das Tier aber nicht erlegt. Erst 40 Stunden nach der nächtlichen Jagd hätten die Jäger den Löwen entdeckt und erschossen. Anschließend hätten sie ihn gehäutet und geköpft.

Wegen der mutmaßlich illegalen Jagd müssen sich heute zwei Männer vor einem Gericht in Simbabwe verantworten, teilte die zuständige Behörde mit. Auch nach Palmer, der umgerechnet rund 45.000 Euro für die Löwenjagd bezahlt haben soll, wird Medienberichten zufolge gesucht. Er bekannte sich zu der Tat und gab an, von der Illegalität nicht gewusst zu haben. Die Website seiner Zahnarztpraxis wurde offline genommen, auf Twitter und im Bewertungsportal Yelp wurde er als Mörder beschimpft.

Science

CERN: Vision einer Weltmaschine

Der große Teilchenbeschleuniger des Europäischen Kernforschungszentrums (CERN) läuft auf Hochtouren. Nach der Entdeckung des Higgs-Teilchens wollen Wissenschaftler nun herausfinden, ob es jenseits der „normalen“ Physik noch etwas gibt.

Wie ist der Stand der Experimente? Der gegenwärtige CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer und seine designierte Nachfolgerin Fabiola Gianotti sprechen in einem ORF-Interview über die Vision einer Weltmaschine und die neue Physik, die man zu entdecken hofft. Fazit: Wenn es sie gibt, dann wird sie sich bereits am prominenten Higgs-Teilchen zeigen - zumindest indirekt.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Horrorklassiker „Nosferatu“ soll neu verfilmt werden

Hollywood will den Stummfilmklassiker „Nosferatu“ neu verfilmen. Wie die Branchenblätter „Variety“ und Deadline.com gestern berichteten, hat die Produktionsfirma Studio 8 den US-Autor und Regisseur Robert Eggers („The Witch“) mit dem Remake des Vampirfilms beauftragt.

Vorlage ist die legendäre Stummfilmfassung „Nosferatu, eine Symphonie des Grauens“ (1922) von Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931), der die Geschichte des Vampirs Graf Orlok erzählt. Werner Herzog drehte 1979 „Nosferatu: Phantom der Nacht“ mit Klaus Kinski in der Rolle des Blutsaugers.

Für Schlagzeilen sorgte kürzlich eine Grabschändung in Stahnsdorf (Brandenburg), wo „Nosferatu“-Regisseur Murnau 1931 bestattet worden war. Unbekannte hatten aus einem Mausoleum auf dem Südwestkirchhof den einbalsamierten Kopf der Leiche gestohlen.

Lifestyle

Jane Birkin fordert Umbenennung der „Birkin Bag“

Die Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin möchte nicht länger, dass eine aus Krokodilleder gefertigte Handtasche der französischen Luxusmodemarke Hermes nach ihr benannt wird.

Birkin Bag aus Krokodilleder

Reuters/Mario Anzuoni

„Ich habe Hermes aufgefordert, die ‚Birkin Croco‘ umzubenennen, bis bessere Praktiken, die internationalen Normen entsprechen, bei der Herstellung dieser Tasche umgesetzt werden können“, so die Britin in einer Erklärung.

„Grausame Praktiken“

Sie sei „alarmiert wegen der grausamen Praktiken“ bei der Tötung von Krokodilen für die Lederherstellung, fügte die frühere Frau des französischen Chansonniers Serge Gainsbourg in der von ihrem Agenten an die Nachrichtenagentur AFP übermittelten Erklärung hinzu.

Die 68-jährige Birkin erinnerte daran, dass sie eine Petition des US-Schauspielers Joaquin Phoenix mit dem Titel „Gnade für Tiere“ unterzeichnet habe, die sich gegen jede Misshandlung von Tieren richte. Das Modehaus Hermes wollte sich auf Anfrage von AFP zunächst nicht zu der Angelegenheit äußern.

Das Handtaschenmodell war 1984 für Birkin entworfen worden. Die Schauspielerin hatte sich zuvor bei einer zufälligen Begegnung mit dem damaligen Hermes-Chef Jean-Louis Dumas beschwert, dass sie als junge Mutter keine Handtasche finden könne, die zugleich praktisch und chic ist.

Die „Birkin Bag“, die es in vielen verschiedenen Farben und mehreren Ledersorten gibt, hat zwei Tragegriffe und bietet viel Platz. Die in Frankreich komplett handgefertigte Tasche zählt zu den teuersten Handtaschenmodellen der Welt und ist schwer zu bekommen. Prominente wie Victoria Beckham tragen die Handtasche, die zu den Markenzeichen von Hermes gehört.

Wende in Prozess um „Happy Birthday“-Lied

Seit zwei Jahren kämpft die Filmemacherin Jennifer Nelson vor Gericht um das weltweit gern gesungene Lied „Happy Birthday“ und gegen den US-Musikverlagsriesen Warner/Chappell, der die millionenschweren Rechte daran verbissen verteidigt.

Unmittelbar vor dem Richterspruch glaubt Nelson nun in einem alten Liederbuch „den sprichwörtlichen rauchenden Colt“ für den Vorwurf gefunden zu haben, dass das um 1920 geschriebene Lied seit jeher allen gehören sollte. Warner/Chappell schweigt vorerst. Ihren Beweis fand Nelson aber ausgerechnet in Akten des Verlags, auf deren Vorlage bei Gericht die Firma „vergessen“ haben will.

Mehr dazu in Klagskrieg wird zum Musikkrimi