Ausland

AfD: Gauland rechtfertigt sich für Boateng-Äußerungen

Nach der Kritik an seinen Äußerungen über den deutschen Fußballnationalspieler Jerome Boateng hat AfD-Vize Alexander Gauland sich in einem Schreiben an die Mitglieder seiner Partei verteidigt. Seine Äußerungen gegenüber zwei Redakteuren der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAS“) seien „ein als vertraulich klassifiziertes Hintergrundgespräch“ gewesen, legte Gauland in einem Schreiben an die Mitglieder der Alternative für Deutschland (AfD) dar, das der Nachrichtenagentur AFP gestern Abend vorlag.

„Nicht als Nachbarn“

Leider hätten sich die Redakteure „nicht an die Abmachungen gehalten“ und ihm vor der Veröffentlichung auch keine Zitate zur Autorisierung vorgelegt, kritisierte Gauland. Die „FAS“ hatte ihn am Wochenende mit den Worten zitiert, die Leute fänden den farbigen Innenverteidiger Boateng „als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“

Im Mittelpunkt des Gesprächs waren nach Angaben des AfD-Vize Auseinandersetzungen im Bundesvorstand seiner Partei „sowie der ungebremste Zustrom raum- und kulturfremder Menschen nach Deutschland“ gestanden. Er könne nicht mehr sagen, wer zuerst den Namen Boateng genannt habe - „ich bilde mir ein, es war einer der beiden ‚FAZ‘-Redakteure, da mir der Name wie auch der Fußballsport weitgehend fremd sind“.

„Überschrift nicht gedeckt“

„Dabei mag das Zitat gefallen sein“, fügte Gauland hinzu. Er habe dem aber „keine Bedeutung beigemessen, da das Gespräch nicht zur Veröffentlichung bestimmt war“.

Gauland kritisierte in seinem Schreiben überdies, dass ein dritter Redakteur der Zeitung den Titel „Gauland beleidigt Boateng“ gewählt habe. Diese Überschrift sei „durch keinen Satz im Text gedeckt“. Er habe „an keiner Stelle ein Werturteil über Jerome Boateng abgegeben, den ich bis dato gar nicht kannte“, schrieb Gauland.

„Erst durch diese Überschrift haben die ansonsten richtigen Aussagen den Dreh ins Fremdenfeindliche, Rassistische bekommen“, monierte der AfD-Politiker. Ihm sei es „nur um eine Beschreibung von Gefühlen“ gegangen, „die wir alle überall in unserer Nachbarschaft wahrnehmen und die sich nicht dadurch vermindern, dass wir sie heuchlerisch nicht zur Kenntnis nehmen“. Streng genommen habe er nicht Boateng beleidigt, „sondern diejenigen, die vielleicht nicht in seiner Nachbarschaft leben wollen, wenn er nicht ein berühmter Fußballstar wäre“.

Schwere Kritik von Merkel

Ein AfD-Sprecher hatte bereits mitgeteilt, die Bundespartei prüfe, mit der Forderung nach Unterlassung gegen die Überschrift in der „FAS“ vorzugehen.

Gauland gilt als Vertreter des rechten Flügels der AfD. Seine Zitate in der „FAS“ hatten ihm auch scharfe Kritik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eingebracht.

Mehr dazu in „Team reagierte wunderbar“

Weißes Haus wegen verdächtigen Pakets abgeriegelt

Das Gelände des Weißen Hauses ist gestern teilweise abgeriegelt worden, nachdem anscheinend eine Frau ein Paket über den Zaun auf den Nordrasen geworfen hatte. Dem Sender CNN und anderen Medien zufolge waren Feuerwehrleute und ein Spezialistenteam in Schutzkleidung im Einsatz. Die Frau sei festgenommen und in Handschellen abgeführt worden. Die Sperre wurde aufgehoben.

Der Vorfall ereignete sich kurz nach der Rückkehr von Präsident Barack Obama von einer Gedenkfeier auf dem Nationalfriedhof in Arlington. Die USA begingen den alljährlichen Memorial Day, der den gefallenen Soldaten der Nation gewidmet ist.

Lieberman in Israel als Verteidigungsminister vereidigt

Der ultrarechte Politiker Avigdor Lieberman ist gestern im Parlament als Israels neuer Verteidigungsminister vereidigt worden. 55 von 120 Abgeordneten stimmten für die Ernennung und 43 dagegen. Der Rest enthielt sich oder war abwesend. Zuvor hatte bereits das Kabinett Liebermans Ernennung einstimmig gebilligt und damit eine handfeste Koalitionskrise beigelegt.

Als Preis für seine Zustimmung konnte der Vorsitzende der Siedlerpartei, Naftali Bennett, die Einsetzung eines Militärattaches durchsetzen, der die Minister im sogenannten Sicherheitskabinett auf dem Laufenden hält. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte Liebermans Partei Jisrael Beitenu (Unser Haus Israel) vergangene Woche in die Regierung geholt, um seine hauchdünne Mehrheit im Parlament auszubauen.

Weitere Minister vereidigt

Damit hat Israel eine so rechte Regierung wie nie zuvor. Die Koalition verfügt mit Jisrael Beitenu nun über 66 statt bisher 61 der 120 Mandate im Parlament. Im Parlament wurden auch Liebermans Parteigenossen Sofa Landver als Einwanderungsministerin und Zachi Hanegbi von der Regierungspartei Likud als Minister ohne Geschäftsbereich vereidigt.

Aus Protest gegen den Rechtsruck der israelischen Regierungskoalition war am Freitag Umweltschutzminister Avi Gabay von der Partei Kulanu (Wir alle) zurückgetreten. Zuvor hatte bereits Verteidigungsminister Mosche Jaalon sein Amt abgegeben. Er warnte vor einer gefährlichen Radikalisierung des Likud und des Staates Israel.

Mit Tötung von Hamas-Chef gedroht

Lieberman hat in der Vergangenheit mit Äußerungen Empörung ausgelöst, die anti-arabische Ressentiments schürten. Er kämpft für eine Todesstrafe für verurteilte Terroristen. Zuletzt drohte er, nach seiner Ernennung zum Verteidigungsminister werde er binnen 48 Stunden die Tötung des Hamas-Führers Ismail Hanidscheh im Gazastreifen anordnen, sollte dieser nicht die Rückführung der Leichen israelischer Soldaten veranlassen.

Zivilisten bei Explosion in Südosttürkei getötet

Vier Zivilisten sind Sicherheitskreisen zufolge gestern bei einer Explosion im Südosten der Türkei getötet worden. 19 Menschen hätten zudem Verletzungen erlitten, darunter fünf Angehörige der Sicherheitskräfte.

Die Explosion ereignete sich demnach in dem Ort Silopi. In der Region leben überwiegend Kurden.

Die Gewalt dort hat in den vergangenen Monaten massiv zugenommen. Die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hatte eine zweieinhalbjährige Feuerpause im vergangenen Jahr aufgekündigt. Zu dem Anschlag bekannte sich bis am Abend niemand.

Ägypten: Journalisten-Gewerkschafter weiter in Gewahrsam

Im Machtkampf zwischen Journalisten-Gewerkschaft und Behörden in Ägypten bleiben drei ranghohe Vertreter der Vereinigung vorerst in Gewahrsam. Präsident Jaja Kallasch, sein Vize Chalid al-Balschi und Generalsekretär Gamal Abdul-Rahim hätten die Zahlung der Kaution von umgerechnet etwa 1.000 Euro abgelehnt, weil kein unabhängiger Richter in dem Fall ernannt worden sein, sagte Abdul-Rahim der Deutschen Presse-Agentur aus der Zelle einer Polizeiwache in Kairo.

Sie seien nach ihrer Einbestellung am Sonntag 14 Stunden von Staatsanwälten befragt worden. Dabei sei ihnen vorgeworfen worden, Flüchtigen Unterschlupf gewährt und Unwahrheiten verbreitet zu haben.

Die Journalistenvereinigung liegt seit einer Razzia am 1. Mai im Streit mit den Behörden. Damals waren in ihrem Hauptquartier zwei regimekritische Journalisten festgenommen worden, weil diese zu Protesten aufgerufen und ebenfalls Unwahrheiten verbreitet haben sollen. Die Polizei dagegen bestreitet, das Gebäude der Gewerkschaft gestürmt zu haben.

Die Festnahmen sind offensichtlich mit dem öffentlichen Widerstand gegen den Plan der autoritären Regierung verbunden, zwei Inseln im Roten Meer an Saudi-Arabien zu übergeben.

Inland

Vassilakou rechnet mit mehr Flüchtlingen

Die Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) rechnet mit mehr Flüchtlingen, die nach Österreich kommen. Der Türkei-Deal funktioniere „kaum“, und die Zäune auf dem Balkan hielten die Flüchtlinge nicht auf, sagte Vassilakou der Tageszeitung „Die Presse“ (Dienstag-Ausgabe). „Man sollte sich darauf vorbereiten, jene zu betreuen, die in den nächsten Monaten an unseren Grenzen stehen werden.“

„Weder nimmt die Türkei die Leute wieder auf, wie ursprünglich vereinbart, noch schaffen es die Zäune auf dem Balkan, jemanden aufzuhalten. Sie schaffen nur menschenunwürdige Zustände“, beklagte Vassilakou.

„Zugang zu Arbeitsmarkt erleichtern“

Während „nahezu täglich“ Menschen im Mittelmeer ertränken, blieben die meisten in Griechenland gestrandeten Flüchtlinge dort, statt von der Türkei zurückgenommen zu werden. „Mit dem Ergebnis, dass man dort völlig unzumutbare Zustände und steigende Aggression, von beiden Seiten, hat“, sagte die gebürtige Griechin. Es könne nicht sein, dass man eine Politik nach dem Prinzip „Den Letzten beißen die Hunde“ betreibe.

Im Interview mit dem „Standard“ (Dienstag-Ausgabe) wirft Vassilakou dem ÖVP-geführten Innenministerium Säumigkeit bei Zahlungen für die Flüchtlingshilfe vor. „Es geht nicht, den Notstand herbeizurufen und eigene Aufgaben nicht zu erfüllen.“ Mit mehr Mitteln könnte man die Betreuung verstärken. Es müsse aber auch der Zugang zum Arbeitsmarkt für Flüchtlinge erleichtert werden.

Hofburg-Wahl: Sechs unter 16-Jährige wählten in NÖ

Acht Tage nach der Bundespräsidentenstichwahl ist eine weitere Panne bekanntgeworden. In Miesenbach in Niederösterreich dürften einige Jugendliche gewählt haben, die das gesetzliche Wahlalter von 16 Jahren noch nicht erreicht hatten. Das berichteten gestern das Ö1-Abendjournal sowie die „Kleine Zeitung“ vorab aus ihrer Dienstag-Ausgabe.

Der Wahlleiter im Innenministerium, Robert Stein, bestätigte den Fall auf APA-Anfrage. Demnach sei in der Gemeinde Miesenbach die Wählerevidenz mit dem Wählerverzeichnis verwechselt worden. Dadurch seien 14 noch nicht 16-jährige Jugendliche als wahlberechtigt geführt worden, von denen sechs an der Wahl teilgenommen hätten, so Stein. Seinen Angaben zufolge waren fünf „knapp 16“ und einer „knapp 15“, also 15- bzw. 14-jährig.

Strafanzeige angekündigt

Stein kündigte gegenüber der APA eine Strafanzeige an. Fraglich sei, ob sich auch die jugendlichen Wähler strafbar gemacht haben, denn strafmündig seien sei ja bereits, sagte Stein.

Auf den Ausgang der Wahl hatten diese sechs Stimmen von zu jungen Wählern freilich keinen Einfluss. Laut dem vorläufigen Endergebnis inklusive Briefwahlstimmen beträgt der Abstand zwischen Wahlsieger Alexander Van der Bellen (Grüne) und Wahlverlierer Norbert Hofer (FPÖ) 31.026 Stimmen. In Miesenbach gab es 380 gültige Stimmen, davon 258 für Hofer und 122 für Van der Bellen - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Innenministerium glaubt nicht an Wiederholung

Das Innenministerium geht trotz einiger Probleme bei der Briefwahlauszählung derzeit dennoch nicht davon aus, dass es zu einer Wiederholung der Bundespräsidentenstichwahl kommt. Seines Wissens stehe das nicht im Raum, sagte Ressortchef Wolfgang Sobotka (ÖVP) gestern bei einer Pressekonferenz. Letztlich müssten aber die Gerichte entscheiden, ob das Ergebnis beeinflusst worden sei.

Bisher hat das Innenministerium in fünf Fällen Anzeige erstattet, weil die Wahlkarten zu früh ausgezählt worden sein dürften. Es handelt sich dabei um vier Kärntner und einen steirischen Wahlbezirk. Laut Stein geht es um 16.000 bis 17.000 Stimmen.

Ungültige Stimmzettel zerrissen

Der Abstand zwischen Van der Bellen und Hofer betrug aber rund 31.000 Stimmen. So verwies Stein dann auch darauf, dass für eine erfolgreiche Wahlanfechtung nicht nur die Rechtswidrigkeit, sondern auch der entscheidende Einfluss auf das Ergebnis von Bedeutung sei. Derzeit sehe es nicht so aus, als wäre der gegeben.

Das wird wohl auch nicht dadurch geändert, dass sich das Ministerium eine weitere Anzeige vorbehält, nämlich in der oberösterreichischen Gemeinde Helfenberg, wo drei quasi überzählige ungültige Stimmzettel einfach zerrissen wurden - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Anders ist das in den Kärntner Gemeinden und im Bezirk Südoststeiermark. Sobotka zeigte sich über das Vorgehen der örtlichen Behörden sehr verärgert. Gesetzeswidrig zu handeln und das auch noch zu dokumentieren zeige eine gehörige Portion Unverfrorenheit.

IV-Präsident: Sozialpartnerschaft „hat sich überlebt“

Der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Georg Kapsch, springt auf die Sozialpartner-Kritik von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) auf. „In der Form, wie sie derzeit gelebt wird, hat sie sich überlebt. Sie hat zur Verkrustung der Strukturen im Land massiv beigetragen“, sagte der Interessenvertreter im „Kurier“ (Dienstag-Ausgabe).

„In so manchem dringend reformbedürftigen Bereich wie Pensionen, Arbeitsrecht, Gesundheit und Sozialversicherung gab und gibt es bis heute auch keine übereinstimmende Position“, so Kapsch. Es gebe Situationen, in denen man sich „über Partikularinteressen einzelner Interessensvertretungen hinwegsetzen können muss“, sagte Kapsch in Richtung Regierung.

Mitterlehner hatte die Sozialpartner am Wochenende zur „Umorientierung“ aufgerufen. Die IV gehört im Gegensatz zu Arbeiterkammer, ÖGB, Wirtschaftskammer und Landwirtschaftskammer nicht zu den vier Sozialpartnern.

Kern trifft Merkel bei Eröffnung des Gotthard-Tunnels

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) reist morgen zur Eröffnung des Gotthard-Eisenbahntunnels in die Schweiz und wird dort zum ersten Mal auch seine deutsche Amtskollegin Angela Merkel treffen. Das verlautete gestern aus Diplomatenkreisen in Berlin. Ein offizieller Besuch in Berlin kommt jedoch frühestens in der zweiten Juli-Hälfte zustande, hieß es.

Die Regierungszentralen in Wien und Berlin suchen noch nach einem passenden Termin für den Antrittsbesuch des dienstjüngsten EU-Regierungschefs bei der dienstältesten EU-Regierungschefin. Merkel ist in der ersten Juni-Hälfte durch Auslandsreisen und feste Inlandstermine nicht verfügbar. Mitte Mai hatte sie Bundespräsident Heinz Fischer empfangen, der ihr bei seinem Abschiedsbesuch in Berlin unter anderem vom Kanzlerwechsel berichtete.

Merkel übte offene Kritik an Österreichs Asylplänen

Kerns Vorgänger Werner Faymann (SPÖ) galt in der Flüchtlingskrise als engster Verbündeter der deutschen Kanzlerin, stieß diese aber im Jänner durch einen Kurswechsel vor den Kopf. Merkel übte daraufhin offene Kritik an der österreichischen Entscheidung, in Abstimmung mit den Staaten des Westbalkans die Flüchtlinge an der mazedonisch-griechischen Grenze zu stoppen.

Kern distanzierte sich von einer Abschottungspolitik nach ungarischem Vorbild, bekannte sich aber zu den umstrittenen Verschärfungen der Asylgesetze. Mit Spannung wird erwartet, welchen Ton Merkel ihm gegenüber anschlagen wird.

Sport

Fußball-EM: Frankreich gewinnt Test gegen Kamerun

Frankreich hat gestern Abend in Nantes dank einem Last-Minute-Tor von Freistoßspezialist Dimitri Payet einen Sieg gegen Kamerun gefeiert. Der Mittelfeldspieler verwertete in der 90. Minute einen Freistoß.

Während Gastgeber Frankreich im vorletzten Testspiel vor der Heim-EM damit einen Ausrutscher verhinderte, kam Schweden ohne seinen Superstar Zlatan Ibrahimovic in Malmö nicht über ein Remis gegen Slowenien hinaus. Der 34-Jährige kam wegen Wadenproblemen nicht zum Einsatz.

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Fußball: Malta-Abwehrriegel fordert ÖFB-Team

Das ÖFB-Team geht heute (20.30 Uhr, live ORF eins und im Livestream) in Klagenfurt als klarer Favorit ins Testspiel gegen Malta. Die Malteser hatten am Freitag den ersten Test ihres Trainingslagers in Österreich gegen Tschechien mit 0:6 verloren. Gegen die Elf von Teamchef Marcel Koller soll der Abwehrriegel aber besser halten.

„Ich hoffe, dass wir uns steigern können“, sagte Maltas Teamchef Pietro Ghedin, der Österreich bei der EM in Frankreich einiges zutraut: „Sie haben eine starke Qualifikation gespielt und werden sich gut schlagen.“

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Formel 1: Ricciardo nach Boxenpanne sauer

Ungewohnt wütend hat sich Daniel Ricciardo nach dem Grand Prix von Monaco am Sonntag gezeigt. Der sonst stets gut gelaunte Red-Bull-Pilot ärgerte sich über einen total verpatzten Boxenstopp seines Teams, der ihn letztlich um den Sieg brachte.

„Alle sind herumgelaufen wie kopflose Hühner“, tobte der Australier, der aus der Polepostion gestartet war. „Zwei Wochenenden in Folge hat man mich beschissen. Das stinkt“, spielte Ricciardo auch auf die Benachteiligung beim Rennen in Barcelona eine Woche zuvor an. Red Bull erklärte das Chaos mit fehlerhafter Kommunikation.

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Wirtschaft

Chronik

Weiteres gestohlenes Gemälde in der Ukraine aufgetaucht

Mehr als zehn Jahre nach einem großen Kunstraub in einem niederländischen Museum hat ein ukrainischer Käufer eines der gestohlenen Gemälde den Niederlanden zurückgegeben.

„Ein ukrainischer Bürger“ habe das Kunstwerk der niederländischen Botschaft in Kiew übergeben, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung der niederländischen Kleinstadt Hoorn, aus deren Westfries-Museum vor gut elf Jahren 24 Gemälde gestohlen worden waren.

Wie die Sprecherin Marieke van Leeuwen sagte, legte der Mann auch ein Echtheitszertifikat für das Gemälde „Nieuwstraat in Hoorn“ des Malers Izaak Ouwater vor, das aus dem Jahr 1784 stammt. Der Wert des Bildes wurde mit rund 30.000 Euro angegeben.

Erste Gemälde Mitte April wieder gefunden

Am 9. Jänner 2005 waren insgesamt 24 Gemälde und 70 Stück Tafelsilber aus dem Westfries-Museum entwendet worden. Damals wurde der Wert der Bilder mit insgesamt zehn Millionen Euro angegeben.

Mitte April hatte die ukrainische Regierung mitgeteilt, vier der gestohlenen Gemälde seien wieder aufgetaucht. Sie hätten sich in den Händen „krimineller Gruppen“ befunden, sagte Außenminister Pavlo Klimkin, ohne Details zu nennen. Im Dezember hatte das Museum erklärt, die Kunstwerke befänden sich in den Händen einer ultranationalistischen Miliz, die in der Ostukraine gegen prorussische Rebellen kämpfe.

Die Stadtverwaltung von Hoorn hofft nun, dass die fünf aufgetauchten Werke bald aus der Ukraine in die niederländische Stadt zurückkehren. „Wir hoffen, sie am Ende des Sommers auszustellen, aber zuerst müssen wir feststellen, welche Restauration sie benötigen“, sagte Van Leeuwen.

Urteil gegen „Costa“-Kapitän Schettino möglich

Im Berufungsprozess gegen „Costa Concordia“-Kapitän Francesco Schettino könnte heute das Urteil fallen. Das Gericht im italienischen Florenz muss entscheiden, ob der Kapitän die Schuld am Tod von 32 Menschen trägt. Sie starben vor mehr als vier Jahren, als das voll besetzte Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ vor der Mittelmeer-Insel Giglio einen Felsen rammte und kenterte.

Die Verteidigung plädiert auf Freispruch, die Staatsanwälte haben 27 Jahre und drei Monate Haft für Schettino gefordert.

Wird Erstinstanzurteil aufgehoben?

Der 55-Jährige war in erster Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden, unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Das Gericht in Grosseto hatte entschieden, Schettino trage Verantwortung für das Unglück, bei dem 32 Menschen ums Leben gekommen waren. Schettino hatte das Schiff in einem Rettungsboot verlassen, obwohl noch Menschen an Bord waren. Er begründete das damit, dass er in das Boot gefallen sei.

IT

Insider-Verdacht bei Millionencoup in Bangladesch

In den spektakulären Millioneraub in Bangladesch sind womöglich Mitarbeiter der betroffenen Zentralbank verwickelt. Das ließ gestern der Chef einer von der Regierung ernannten Untersuchungskommission durchblicken. Zunächst sei die Kommission davon ausgegangen, dass niemand in der Notenbank involviert gewesen sei.

„Doch nun hat es eine kleine Veränderung gegeben“, fügte er hinzu, ohne Details zu nennen. Er bestätigte damit erste Informationen des internationalen Zahlungsverkehrssystems SWIFT. Die Angreifer nutzten SWIFT für ihren Angriff auf die Zentralbank Bangladeschs, bei dem sie 81 Millionen Dollar erbeuteten.

Tippfehler verhindert größeren Schaden

Die Angreifer verschafften sich Zugang zum SWIFT-Kommunikationsnetz und gaben betrügerische Geldüberweisungen in Auftrag. Dass der Schaden nicht größer ausfiel, lag nur an einem Tippfehler in einem Überweisungsformular, der eine Bank hellhörig werden ließ. SWIFT will nun einen Plan vorlegen, wie das System sicherer gemacht werden kann.

Gesundheit

Schuppenflechte: Kampagne will Betroffene zum Arzt bringen

Rund 250.000 Österreicher leiden an Schuppenflechte, einer immunvermittelten Hautkrankheit. Neben physischen Schmerzen beeinträchtigen die mit der Erkrankung einhergehenden psychischen Belastungen die Lebensqualität der Patienten massiv. Mit einer österreichweiten Aufklärungskampagne will das Pharmaunternehmen Novartis Betroffene zum Arztbesuch motivieren.

Psoriasis, auch bekannt als Schuppenflechte, ist eine der häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen. Ursache ist eine Fehlsteuerung im Immunsystem, die zu einer beschleunigten Hauterneuerung führt. Die Folgen sind sichtbare Rötungen, Hautverdickung und die Bildung von typisch silbrig-weißen Schuppen.

Besonders in Sommermonaten belastend

Psoriasis ist nicht nur eine Erkrankung der Haut, sondern wird auch als systemische Erkrankung gesehen: Bis zu 40 Prozent der Betroffenen entwickeln neben den genannten Symptomen zusätzlich eine Arthritis (Entzündung der Gelenke), die wiederum zu Gelenkschmerzen führt.

Besonders belastend ist die Krankheit in den Sommermonaten, da die Symptome für das Umfeld sichtbar werden. Dabei kann mit passenden Therapien den Betroffenen meist geholfen werden. Deshalb startet Novartis am 1. Juni mit Unterstützung des Selbsthilfevereins für Psoriatiker, PSO Austria, die Aufklärungskampagne unter dem Motto „Zeigen Sie wieder Haut!“.

„Ziel ist es, möglichst viele Betroffene zum Besuch beim Hautarzt zu motivieren. Psoriasis ist zwar nicht heilbar, jedoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Symptome der Krankheit zu verbessern oder sogar komplett zurückzudrängen“, hieß es in einer Aussendung des Unternehmens.

Science

Hitler hatte laut Dokumenten in Braunau jüngeren Bruder

Adolf Hitler hatte in seiner Geburtsstadt Braunau am Inn in Oberösterreich einen jüngeren Bruder. Das fand der Braunauer Historiker Florian Kotanko bei der Sichtung von Unterlagen im Archiv der Stadtpfarre heraus, wie die „Oberösterreichischen Nachrichten“ (Dienstag-Ausgabe) berichten. Demnach hätten etliche Hitler-Biografen immer wieder von der ersten, aber falschen Quelle abgeschrieben.

Bisher hieß es, Adolf Hitler sei am 20. April 1889 in Braunau als viertes von sechs Kindern geboren worden. Demnach lautete die Geschwisterfolge Gustav, Ida, Otto, Adolf, Edmund, Paula.

Bruder litt an „Wasserkopf“

Laut Kotanko wurde Gustav am 17. Mai 1885 und Ida am 23. September 1886 geboren. Sie lebten nur bis zum 9. Dezember 1887 beziehungsweise 22. Jänner 1888. Danach folgte Adolf nicht als viertes, sondern als drittes Kind. Otto kam erst am 17. Juni 1892 zur Welt. Er starb kurz danach am 23. Juni 1892, als Adolf mehr als drei Jahre alt war. Als „Krankheit oder Todesart“ wird im Archiv der Pfarre Braunau „Hydrozephalus“ angegeben.

Für Kotanko stellen sich nun mehrere Fragen: „Wie wurde der dreijährige Adolf mit Geburt und Tod eines Bruders konfrontiert? Hat er den sogenannten Wasserkopf des Bruders bewusst miterlebt? Und hat sich diese Beobachtung auf seine spätere Einstellung zu Menschen mit Behinderung ausgewirkt?“ Kurz nach dem Begräbnis von Otto übersiedelte die Familie Hitler nach Passau. Nicht in Braunau geboren wurden die Geschwister Edmund Hitler (24. März 1894 - 2. Februar 1900) und Paula Hitler (21. Jänner 1896 - 1. Juni 1960).

Nur aus Erzählungen gekannt

Die bisher bekannte Geschwisterfolge beruht auf den Angaben von Paula. Sie wurde kurz nach Kriegsende 1945 in Bayern von US-Militärs befragt. Dabei berichtete sie über die Braunauer Tage ihrer Familie, die sie als später Geborene nur aus Erzählungen kennen konnte.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Medien

Vorhofer- und Hochner-Preis an Toth und Schnabl

Barbara Toth und Susanne Schnabl-Wunderlich sind gestern mit zwei der renommiertesten heimischen Journalismuspreise ausgezeichnet worden. „Falter“-Redakteurin Toth erhielt den Kurt-Vorhofer-Preis für Printjournalismus, ORF-„Report“-Moderatorin Schnabl-Wunderlich den Robert-Hochner-Preis für Fernsehen bzw. Radio.

Franz C. Bauer, Präsident der Journalistengewerkschaft, appellierte bei der Preisverleihung in der Präsidentschaftskanzlei der Wiener Hofburg an Journalisten und Medien, Gräben nicht weiter aufzureißen und nicht dafür zu sorgen, dass vielleicht tatsächlich eine Spaltung in diesem Land stattfindet. Journalismus lebe von der Zuspitzung, und eine differenzierte Berichterstattung erreiche sicher nicht die Breite wie Boulevardmedien. „Wenn es um das politische Klima geht, ist das aber höchst gefährlich“, so Bauer.

„Guter Journalismus“ für Fischer „so wichtig“

Bundespräsident Heinz Fischer betonte in seiner Begrüßung, dass er den Vorhofer-Preis seit 21 Jahren aus „großer innerer Überzeugung“ begleitet habe, zunächst als Nationalratspräsident, danach als Bundespräsident. Medien könnten zwar nicht politische Linien zeichnen, sie könnten aber politische Tendenzen enorm stärken. „Daher ist guter Journalismus so wichtig“, meinte Fischer.

Jeweils mit 7.500 Euro dotiert

Kurt-Vorhofer- sowie Robert-Hochner-Preis werden von der Journalistengewerkschaft in Kooperation mit der „Kleinen Zeitung“ und dem Energiekonzern Verbund für Printmedien bzw. elektronische Medien vergeben. Beide Auszeichnungen heben herausragende publizistische Leistungen im Bereich der politischen Berichterstattung hervor und sind jeweils mit 7.500 Euro dotiert. Der Vorhofer-Preis wird im Andenken an den langjährigen Leiter der Wien-Redaktion der „Kleinen Zeitung“ vergeben, der Hochner-Preis ist nach dem 2001 verstorbenen legendären ORF-Anchorman benannt.

Toth erhielt die Auszeichnung laut Jury-Begründung für das Setzen „journalistischer Glanzpunkte“ bei wichtigen politischen Themen wie etwa der Migration. „Hintergründige Analyse, gepaart mit sprachlicher Brillanz, die soziale Verantwortung immer im Blickfeld, zeichnen die Arbeiten aus. In einer oft hysterisch aufgeheizten Debatte war sie eine wohltuende Stimme journalistischer Vernunft“, so die Jury über Toth.

Wesentlicher Beitrag für Glaubwürdigkeit

Schnabl habe wiederum mit ihrem Fachwissen, ihrer Konsequenz, Unaufgeregtheit, Umsicht und Souveränität einen wesentlichen Beitrag für Glaubwürdigkeit und Stellenwert des Qualitätsjournalismus in Österreich geleistet. Aufwendige Vorbereitung auf Interviews und sorgfältiger Umgang mit der Sprache zählten laut Jury zu den journalistischen Tugenden der „Report“-Moderatorin.

Kultur

Neff-Preise an Ronen, Reinsperger, Klein und Habjan

Yael Ronen, Stefanie Reinsperger, Sebastian Klein, das Kinderensemble aus „Der Junge wird beschnitten“ und Nikolaus Habjan sind die Träger der Dorothea-Neff-Preise des Wiener Volkstheaters für die Saison 2015/16. Die heuer nach einem neuen Auswahlmodus vergebenen Preise wurden gestern Abend im Anschluss an eine „Iwanow“-Vorstellung überreicht.

Erstmals wurden die Auszeichnungen vom Freundeskreis Volkstheater vergeben. In der Jury waren diesmal eine einzige Journalistin, dafür mit einer Bezirke-Abonnentin, einer Kulturpass-Inhaberin, zwei Volkstheater-Abonnenten, einer Darstellerin einer Junges-Volkstheater-Produktion und einem Vertreter der preis-stiftenden BAWAG P.S.K. Angehörige von „dem Volkstheater nahestehenden Publikumsgruppen“.

Die israelische Regisseurin Yael Ronen wurde für „Lost and Found“ und „Hakoah Wien“ mit dem Preis für die „Beste Regieleistung“ ausgezeichnet. Für die beste schauspielerische Leistung wurde laut Aussendung des Volkstheaters Stefanie Reinsperger für „Iwanow“ und „Selbstbezichtigung“ gewürdigt. Für die beste schauspielerische Nachwuchsleistung wurde Sebastian Klein (u. a. „Hakoah Wien“, „Lost and Found“, „Der Marienthaler Dachs“, „Romeo und Julia“) geehrt.

Habjan zum Publikumsliebling gewählt

Die „Beste Bühnenleistung eines/r nicht-professionellen Schauspielerin/s“ stammt von dem neunköpfigen Kinderensemble in „Der Junge wird beschnitten“ Zum Publikumsliebling wurde Nikolaus Habjan gewählt. „Der Puppenspieler und Regisseur spielte sich mit ‚Fasching‘, ‚Das Missverständnis‘ und ‚Das Wechselbälgchen‘ in die Herzen des Publikums“, hieß es.

Der „Mitten im Leben Preis“ der BAWAG P.S.K. für herausragendes humanitäres Engagement ging an das Projekt „Familien-Lotse“ der Elterninitiative.at, das krebskranke Kinder und deren Familien psychologisch begleitet.

Yello geben erstmals Livekonzerte

Das Schweizer Electropop-Duo Yello läutet 38 Jahre nach seiner Gründung eine neue Ära ein. Ende Oktober wagen Boris Blank und Dieter Meyer erstmals jenen Schritt, den sie in der Vergangenheit stets kategorisch ausgeschlossen hatten: die Livedarbietung ihrer Musik. Das ist ihrer Website zu entnehmen.

Neues Album Ende September

Im Kraftwerk Berlin sollen nicht nur Hits wie „Bostich“, „Oh Yeah“ oder „The Race“, sondern auch das neue, Ende September erscheinende Album „Toy“ (Universal) audiovisuell in Szene gesetzt werden. Meyer verspricht: „Raus aus dem Cyberspace, hinein in die Liveexperience, opernhaft inszeniert in der Ästhetik der Yello-Videos.“ Unterstützt werden die beiden von den Instrumentalisten der neuesten Produktion und von den Gastsängerinnen Fifi Rong und Malia.

Letztere beehrt übrigens das Wiener Porgy & Bess am 20. November. Die beiden Konzerttermine „Yello Live in Berlin“ (26./28.10.) waren binnen 24 Stunden ausverkauft. Blank und Meyer bedankten sich heute, Montag, artig via Facebook und legten gleich zwei Zusatztermine (29./30.10.) am selben Ort nach.