Ausland

„SN“: Eine der Wiener Schülerinnen in Syrien angeblich tot

Eine der beiden Schülerinnen, die sich im April nach eigenen Angaben auf den Weg nach Syrien machten, um dort im Bürgerkrieg zu kämpfen, ist angeblich ums Leben gekommen. Das berichteten die „Salzburger Nachrichten“ („SN“, Montag-Ausgabe). Bestätigung gibt es dafür keine.

Alexander Marakovits, Sprecher des Innenministeriums, sagte laut „SN“: „Wir verfügen ebenfalls über diese Information und haben sie geprüft, können aber nicht mit letzter Gewissheit sagen, ob sie stimmt. Aber die Eltern wurden informiert, dass ihre Tochter tot sein könnte.“ Auch Konrad Kogler, der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, bestätigte in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ gestern Abend entsprechende Gerüchte, die man aber derzeit nicht verifizieren könne.

Die Beweggründe der zwei bosnischstämmigen Mädchen im Alter von 15 und 16 Jahren sind nach wie vor unklar. Vor ihrer Abreise sollen sie Kontakt zu tschetschenischen Jugendlichen gehabt und eine Moschee im zweiten Wiener Gemeindebezirk besucht haben. Aus Syrien selbst meldeten sich die Teenager nach ihrer Ausreise über die Türkei häufig über Soziale Netzwerke.

Queen: Schotten sollten vor Stimmabgabe gut nachdenken

Wenige Tage vor der Abstimmung über eine Unabhängigkeit Schottlands hat Queen Elizabeth II ihr eisernes Schweigen zu dem Referendum gebrochen. Sie sagte gestern beim Verlassen eines Gottesdiensts nahe ihrer schottischen Sommerresidenz Balmoral der Zeitung „The Times“ zufolge zu Umstehenden, sie hoffe, dass die Menschen „sehr gut über die Zukunft nachdenken“.

Bisher hat die britische Königin jegliche öffentliche Äußerung zu dem Referendum vermieden. Ein Mitarbeiter des Buckingham Palace, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte, die Äußerung sei völlig unparteiisch und betone lediglich, das die Abstimmung einzig Sache der Schotten sei.

Es gilt als sicher, dass die Queen auf einen Verbleib Schottlands im Vereinigten Königreich hofft. Sie dürfte jedoch auch im Falle einer Abspaltung Staatsoberhaupt von Schottland bleiben. Die Queen fühlt sich Schottland persönlich stark verbunden: Ihre Mutter war Schottin, und sie verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit dort. Zudem reist sie im Sommer noch immer am liebsten nach Schottland.

Europa und Nahost: Verdecktes Lobbying in Washington

Mit politischen Analysen und Politikberatung nehmen US-Thinktanks seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle in der Politik Washingtons ein. Ein „New York Times“-Bericht bringt die Zuverlässigkeit der Denkfabriken gehörig ins Wanken.

Diesen Recherchen zufolge sollen ausländische Regierungen insbesondere aus Europa, Asien und dem Nahen Osten Millionen investieren, um abseits der etablierten Lobbyisten in Washington - wenn auch indirekt - mehr Einfluss auf die US-Regierung zu bekommen.

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Ukraine erhält Waffen aus NATO-Staaten

Die Ukraine erhält nach eigenen Angaben in ihrem Kampf gegen prorussische Rebellen Waffen aus NATO-Staaten. Die Waffen seien bereits auf dem Weg und würden dazu benötigt, „Putin zu stoppen“, erklärte Verteidigungsminister Valery Heletey gestern.

Welche Länder die Lieferanten seien, dürfe er jedoch nicht verraten. Er habe diese Unterstützung in bilateralen Gesprächen auf dem NATO-Gipfel in Wales Anfang des Monats unter Ausschluss der Medien ausgehandelt.

Die NATO selbst wird nach eigener Darstellung keine „tödlichen Waffen“ an das Nichtmitglied Ukraine liefern. Das Verteidigungsbündnis schloss jedoch nicht aus, dass Mitgliedsstaaten dies tun. Anfang des Monats hatte die Regierung in Kiew bereits erklärt, Waffenlieferungen mit verschiedenen NATO-Ländern vereinbart zu haben. Vier der fünf genannten Länder hatten das jedoch umgehend dementiert, darunter die USA.

Start für Manöver in Ukraine

Unter Führung der USA beginnen mehrere NATO-Staaten in der Ukraine heute ein umstrittenes elftägiges Manöver. Russland kritisiert die Präsenz der rund 1.300 Militärs aus 15 Staaten als Provokation angesichts des blutigen Konflikts in der Ostukraine. Das Kampfgebiet liegt rund 1.200 Kilometer vom Truppenübungsgelände in der Westukraine entfernt.

Die Übung Rapid Trident (Schneller Dreizack) in Jaworow in der Nähe der Großstadt Lwiw (Lemberg) ist bis zum 26. September angesetzt. Das Manöver werde jährlich organisiert, teilten die in Europa stationierten US-Streitkräfte mit. Geübt würden unter anderem die Entschärfung von improvisierten Sprengsätzen sowie die Organisation von Patrouillen.

D: AfD zieht in weitere Landesparlamente ein

Bei den Landtagswahlen in den deutschen Bundesländern Thüringen und Brandenburg hat die europakritische Alternative für Deutschland (AfD) laut Hochrechnungen den Einzug in die Landesparlamente geschafft. Sie erreichte jeweils ein zweistelliges Ergebnis. Die FDP verabschiedete sich hingegen aus beiden ostdeutschen Landtagen.

In Thüringen baute die CDU laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mit 33,5 Prozent ihre Position als stärkste Kraft aus, die SPD verlor deutlich und hält nun bei 12,4 Prozent. Zweitstärkste Kraft bleibt die Linkspartei mit 28,2 Prozent, die AfD kommt auf 10,6 Prozent, die Grünen auf 5,7 Prozent. Rein rechnerisch ist nach Mandatsverteilung neben Rot-Schwarz auch eine Koalition zwischen SPD, Linkspartei und Grünen möglich.

Wahlbeteiligung gesunken

In Brandenburg behauptete sich die SPD laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mit rund 31,9 Prozent als stärkste Kraft. Sie kann sich aussuchen, ob sie weiter mit der Linkspartei (18,6 Prozent) koalieren oder ein Bündnis mit der CDU (23 Prozent) eingehen will. Die AfD erreichte in Brandenburg 12,2 Prozent, die Grünen 6,2 Prozent.

Nach Sachsen ist auch in Brandenburg und Thüringen die Wahlbeteiligung gesunken. Laut den vorläufigen Ergebnissen gaben nur 52,7 Prozent der Thüringer ihre Stimme ab. Vor fünf Jahren waren es 56,2 Prozent. In Brandenburg nutzten 47,9 Prozent der Bürger ihr Wahlrecht. 2009 hatte die Beteiligung noch 67 Prozent betragen - damals wurde allerdings am selben Tag der Bundestag gewählt.

Anschläge der Shabaab-Miliz in Uganda vereitelt

In Uganda sind nach Behördenangaben Anschlagspläne der radikal-islamischen Al-Shabaab-Miliz vereitelt worden. 19 Verdächtige wurden festgenommen, wie die Polizei gestern mitteilte. Die Extremisten planten demnach Attentate in mehreren Städten.

Die Extremisten wollten nach Polizeiangaben am Wochenende Attentate in der Hauptstadt Kampala und weiteren Städten verüben. Zu den genauen Anschlagszielen machten die Sicherheitsbehörden keine Angaben. Die am Samstag festgenommenen Verdächtigen würden nun verhört, sagte Polizeisprecher Fred Enanga. Die Absichten der mutmaßlichen Islamisten seien „sehr, sehr deutlich“ gewesen. Bei der Razzia sei auch Sprengstoff gefunden worden sei.

Anführer getötet

Die US-Botschaft in Kampala rief US-Bürger auf, sich weiterhin mit besonderer Vorsicht in dem ostafrikanischen Land zu bewegen. Die unmittelbare Anschlagsgefahr sei zwar gebannt, es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass sich weitere Mitglieder der militanten Gruppe noch auf freiem Fuß befänden.

Die USA hatten am vergangenen Montag vor Racheakten der somalischen Shabaab gewarnt, nachdem der Anführer der Gruppe, Ahmed Abdi Godane, bei einem US-Luftangriff getötet worden war. Ugandas Regierung befürwortete den Einsatz und unterstützte die US-Truppen mit Informationen über den Aufenthaltsort Godanes.

Inland

Sport

Fußball: Milan gewinnt Spektakel in Parma

Ohne Neuzugang Fernando Torres, der sein Debüt wegen einer Knöchelverletzung verpasste, dafür aber mit fünf Toren hat der AC Milan gestern Abend einen spektakulären Sieg beim FC Parma gefeiert. Insgesamt neun Treffer und zwei Ausschlüsse machten das Duell zu einem wahren Spektakel für die Fans. Am Ende setzten sich „Rossoneri“ knapp durch und damit gleichzeitig an die Tabellenspitze.

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Fußball: Erster United-Sieg unter Van Gaal

Im fünften Pflichtspiel unter Manager Louis van Gaal hat Manchester United gestern den ersten Sieg gefeiert. Vier Stars der „Red Devils“, Angel di Maria, Ander Herrera, Wayne Rooney und Juan Mata, schossen die Gastgeber zum klaren Erfolg über die Queens Park Rangers. Mit Radamel Falcao gab der jüngste und prominenteste Neuzugang unter Van Gaal in der Schlussphase einer einseitigen Partie sein Debüt für den Rekordmeister, der im ausverkauften Old Trafford den langersehnten Befreiungsschlag landete.

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Davis-Cup: Österreich bezwingt Lettland

Österreich hat den Klassenerhalt in der Europa-Afrika-Zone I geschafft und im nächsten Jahr damit die Chance auf den Aufstieg in die Davis-Cup-Weltgruppe. Für die Entscheidung im Duell gegen Lettland sorgte gestern Jürgen Melzer, der Mikelis Libietis souverän in drei Sätzen abfertigte und Österreich damit uneinholbar mit 3:1 in Führung brachte. Den 4:1-Endstand besorgte Martin Fischer mit einem Zweisatzsieg gegen Janis Podzus. Auf ihren Topstar Ernests Gulbis - Nummer 13 der Welt - mussten die Gastgeber in den Einzel-Spielen verzichten.

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Eishockey: EBEL-Siege für Salzburg, Caps und Linz

Nach dem zweiten Spieltag der Erste Bank Eishockey Liga halten drei Clubs beim Maximum von vier Punkten. Meister Salzburg, die Vienna Capitals und die Black Wings Linz waren auch gestern erfolgreich. Die „Bullen“ feierten einen Auswärtssieg in Znojmo, die Caps ließen daheim gegen Fehervar nichts anbrennen, und die Oberösterreicher setzten sich in Graz nach Verlängerung durch.

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Wirtschaft

Heineken-Familie schlug Übernahmeangebot aus

Der internationale Brauereikonzern SABMiller mit den Marken Pilsner Urquell und Grolsch hat eine Übernahme des niederländischen Rivalen Heineken angeboten. Heineken bestätigte heute einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Nach Rücksprache mit dem größten Heineken-Aktionär habe Heineken aber entschieden, die Offerte abzulehnen. Vielmehr solle Heineken als eigenständiges Unternehmen erhalten bleiben.

SABMiller habe mit der Übernahme vorsorglich verhindern wollen, möglicherweise selbst von Weltmarktführer Anheuser-Busch geschluckt zu werden, so Bloomberg. SABMiller ist mit einem Börsenwert von umgerechnet knapp 70 Milliarden Euro die Nummer zwei der Branche und Heineken mit einer Marktkapitalisierung von 34 Milliarden Euro die Nummer drei.

BIZ warnt vor trügerischer Ruhe an Finanzmärkten

An den weltweiten Finanzmärkten kommt es nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) derzeit zu ungewöhnlich geringen Schwankungen.

In seinem gestern veröffentlichten Quartalsbericht weist das in Basel ansässige Institut zudem darauf hin, dass Anleger auf der Suche nach einträglichen Renditen im Niedrigstzinsumfeld die Preise an den Märkten immer mehr in die Höhe trieben.

Kritik an Zinssenkungen

Das sei eine Folge der extrem lockeren Geldpolitik von Notenbanken weltweit. Damit deutete die BIZ eine Gefahr an, auf die sie in jüngster Zeit bereits hingewiesen hatte: Dass eine aus ihrer Sicht trügerische Ruhe an den Märkten derzeit verdecken könnte, dass einige Investoren inzwischen längst immense Risiken aufgebaut hätten.

Die Schwankungen an den internationalen Finanzmärkten hätten im August zwar vorübergehend zugelegt, weil Anleger sich über politische Krisen Sorgen gemacht und am Wirtschaftswachstum gezweifelt hätten. Diese Bedenken seien aber schon bald in den Hintergrund getreten, als die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Zinsen senkte und milliardenschwere Konjunkturmaßnahmen ankündigte.

Bank warnte bereits vor Finanzkrise 2007

Zuvor hatte das Institut davor gewarnt, dass das gegenwärtige Wachstum auf den Immobilien- und Kreditmärkten einiger Länder nicht von Dauer sein könne. Mit dem Verweis auf die extrem geringen Schwankungen signalisiert die BIZ, dass die Märkte zu starr geworden sind, um künftige Verwerfungen zu verkraften.

Die Bank gilt als „Zentralbank der Zentralbanken“ und hat als Drehkreuz für den Austausch von Notenbankern einen Überblick über das Marktgeschehen. Sie gehörte zu den wenigen Institutionen, die vor der Finanzkrise 2007 gewarnt hatten.

El-Corte-Ingles: Chef des Kaufhausriesen gestorben

Isidoro Alvarez, langjähriger Chef von Europas größter Kaufhauskette El Corte Ingles, ist tot. Der Präsident des spanischen Konzerns sei gestern im Alter von 79 Jahren in Majadahonda westlich von Madrid gestorben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur efe unter Berufung auf den Konzern. Alvarez lag seit Mittwoch wegen Atemproblemen im Krankenhaus.

Seit 25 Jahren war Alvarez Präsident von El Corte Ingles („Der Englische Schnitt“). Er hatte den Chefposten 1989 nach dem Tod seines Onkels, des Firmengründers Ramon Areces, übernommen. Das Unternehmen - das inzwischen auch im Bereich der Kredit- und Versicherungsvermittlung tätig ist - existiert bereits seit 1940. Niederlassungen hat es bisher nur in Spanien und Portugal.

Nachdem die Gewinne des Unternehmens sechs Jahre lang zurückgegangen waren, hatte El Corte Ingles im letzten Geschäftsjahr mit seinen knapp 100.000 Mitarbeitern erstmals wieder eine Steigerung des Nettoertrags um 6,2 Prozent auf 174,3 Millionen Euro verkündet.

Portugiesische Novo Banco bekommt neuen Chef

Die vor sechs Wochen aus der Milliardenrettung der Großbank BES hervorgegangene Novo Banco (Neue Bank) kommt nicht zur Ruhe. Der bisherige Präsident der Novo Banco, Vior Bento, trat am Samstag zurück. Medien berichteten von Meinungsverschiedenheiten mit der Notenbank.

Als Nachfolger sei Eduardo Stock da Cunha auserkoren worden, berichteten die staatliche Nachrichtenagentur Lusa und andere Medien gestern unter Berufung auf die Notenbank. Der erfahrene Banker (51) habe die Einladung schon akzeptiert.  

Rücktritt von Vizepräsident und Finanzvorstand

Zusammen mit dem angesehenen Ökonomenento (60) hatten am Samstag auch Vizepräsident Jose Honorio und Finanzvorstand Joao Moreira Rato ihre Posten geräumt. Ihre Entscheidung sei auf „neue Umstände“ zurückzuführen, teilten sie in einem Kommunique mit.

Sie hatten sich laut Medien in ihrer Tätigkeit - der Vorbereitung des Geldinstituts auf einen Verkauf - von der Notenbank stark eingeschränkt gefühlt. Die Zentralbank habe unter anderem darauf gedrängt, dass die Novo Banco gegen Bentos Willen möglichst schnell verkauft wird.

Führungswechsel bereitet Sorgen

Portugiesische Medien äußerten sich besorgt über den holprigen Wechsel. Der sozialistische Oppositionsführer Antonio Jose Seguro kritisierte: „Man kann in einem so unstabilen Land nicht leben.“ Die Notenbank versicherte unterdessen, die neue Führung werde das „Entwicklungs- und Wertschaffungsprogramm der Bank garantieren.“

Chronik

Vorarlberg: Zug nach falscher Bombendrohung evakuiert

Ein zerstreuter Zugpassagier hat gestern Abend mit einer Bombendrohung die Evakuierung eines Regionalzugs in Bregenz ausgelöst. Der 33-Jährige hatte seinen Rucksack im Zug liegen lassen und wandte sich an das Call Center der ÖBB. Weil ihm dieses nicht nach seinen Vorstellungen half, gab er an, dass sich in dem Rucksack eine Bombe befinde, teilte die Landespolizeidirektion Vorarlberg mit.

Aufgrund des Anrufs verständigte die Notfallleitstelle der ÖBB am Abend die Polizei, dass sich nach den Angaben des Mannes in dem Zug eine Bombe befinde. Der Zug stand zu diesem Zeitpunkt im Bahnhof Bregenz. Die Polizei forderte daraufhin alle Fahrgäste auf, den Zug zu verlassen. Der Zug wurde aus dem direkten Bahnhofsbereich gefahren und der Bahnsteig abgesichert.

Die Polizei konnte den Anrufer nach kurzer Zeit ermitteln. In Befragungen wurden die Hintergründe der Tat feststellt. Der 33-jährige Dornbirner wird nun bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Drei Tote bei Absturz von Kleinflugzeug in Slowenien

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs in Slowenien sind gestern drei Menschen getötet und ein vierter schwer verletzt worden. Das Unglück ereignete sich nach Polizeiangaben am Divaca-Sportflugplatz rund 80 Kilometer südlich der Hauptstadt Ljubljana. Das Flugzeug vom Typ Robin DR400 sei kurz nach dem Start abgestürzt.

An Bord der Maschine des örtlichen Luftsportclubs waren neben dem Piloten drei Passagiere, wie der slowenische öffentlich-rechtliche Rundfunk auf seiner Website berichtete. Die Polizei leitete Ermittlungen ein.

Science

Kultur

Telharmonium: Vor 100 Jahren starb das Musikstreaming

Musikabos? Streaming? Ein Start-up, das das kann und um das sich Investoren prügeln? Thaddeus Cahill erfand und erlebte all das - und erlitt damit vor genau 100 Jahren monumental Schiffbruch. Der US-Erfinder baute das heute vergessene Telharmonium, ein 200 Tonnen schweres Monstrum von einem Instrument, das ein ganzes Haus belegte.

Der Plan hinter dem Abenteuer war einzig und allein die Zweckentfremdung der damals frisch verlegten Telefonleitungen, um Musik „wie Gas und Wasser aus einer Leitung“ konsumierbar zu machen. Die Idee funktionierte, und alles hätte für Cahill gut enden können - hätte er nicht ein kleines bizarres Experiment, das zugleich in Brasilien stattfand, falsch eingeschätzt.

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Seltener Brief Picassos erstmals ausgestellt

Ein bisher unveröffentlichter Brief von Pablo Picasso mit Zeichnungen von ihm wird erstmals ausgestellt. Das Kunstmuseum in der Bretagne-Stadt Quimper zeigt den Brief des Spaniers an seinen Freund, den Dichter Max Jacob. Das Schriftstück stammt aus einer Privatsammlung.

Der mit „Mein lieber Max“ überschriebene Brief von 1903 endet mit den Worten „Dein Bruder Picasso“. Er bezeuge die enge Freundschaft der beiden Künstler, so Museumsdirektors Ambroise Guillaume: Jacob war demnach zu dieser Zeit Picassos „bester Freund“. Er schrieb die Zeilen in Barcelona und wünschte sich eine Rückkehr nach Paris.

„Wenn ich hier arbeiten kann, werde ich hier bleiben, aber wenn ich sehe, dass ich hier nichts tun kann, werde ich mich zurück nach Paris verziehen“, heißt es in dem Brief in gebrochenem Französisch. Die Zeichnungen zeigen unter anderem eine Frau, die offenbar einen sitzenden Mann tröstet, und ein ins Gespräch vertieftes Paar. Die Zeichnungen seien typisch für die Blaue Periode Picassos, die sein Werk in dieser Zeit kennzeichnete.

Jüdisches Museum in Brüssel nach Anschlag wiedereröffnet

Das Jüdische Museum in Brüssel ist knapp vier Monate nach dem blutigen Anschlag mit vier Todesopfern feierlich wiedereröffnet worden.

Rund 300 Gäste wohnten heute der Zeremonie bei, darunter der belgische Ministerpräsident Elio Di Rupo. „All jene, die Dummheit predigen, Brutalität, Schandtaten und entsetzlichen Schrecken, sollen wissen, dass wir aufrechter denn je vor ihnen stehen“, sagte Museumsdirektor Philippe Blondin am Tag der Jüdischen Kultur in Europa. Di Rupo versprach die „rigorose Verfolgung“ aller antisemitischen und rassistischen Verbrechen in Belgien.

Eintritt nur noch nach Kontrolle

Anders als Synagogen und ähnliche jüdische Einrichtungen in Belgien verfügte das Museum im Zentrum der Hauptstadt bisher über keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Künftig steht es unter Polizeischutz und darf nur noch betreten werden, nachdem ein Metalldetektor, Leibesvisitationen und Taschenkontrollen passiert wurden. Nach dem endgültigen Abschluss der Ermittlungen soll es auch eine Schleuse am Eingang des Gebäudes geben, die von einem Mitarbeiter hinter einer schusssicheren Scheibe bedient wird.

Am 24. Mai hatte ein bewaffneter Mann im Eingangsbereich des Museums das Feuer eröffnet. Drei Menschen starben am Tatort, ein viertes Opfer erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der mutmaßliche Täter, ein algerischstämmiger Franzose, sitzt in Belgien in Haft.

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