Inland

Vorwürfe gegen Dritten NR-Präsidenten Graf wegen Stiftung

Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ) ist mit Vorwürfen im Zusammenhang mit einer Tätigkeit in einem Stiftungsvorstand konfrontiert. Eine heute 90 Jahre alte Frau wirft dem Politiker und Juristen vor, ihr zur Errichtung einer Privatstiftung geraten zu haben und sie dabei getäuscht zu haben, berichtete der ORF-„Report“ heute Abend. Graf weist die Vorwürfe strikt zurück, diese entbehrten jeder Grundlage.

Laut ORF-Bericht hat die Frau auf Grafs Rat ihr gesamtes Vermögen (rund eine Mio. Euro) in die Stiftung eingebracht, Graf wurde in den Vorstand berufen. Die betroffene Frau soll erst in den Jahren nach der Gründung der Stiftung erfahren haben, dass sie über ihr Vermögen nicht mehr bestimmen kann.

Parteipolitische Dreckschleuder

Die Stiftung soll dann aus dem Vermögen der Frau sowie über einen Kredit einen Hausanteil gekauft haben, in welchem das Gasthaus der Familie Graf eingemietet ist. Die Frau will Graf nun vom Gericht vom Vorstand abberufen lassen, berichtete der „Report“.

Graf erklärte gegenüber dem ORF-Magazin dazu, in dieser Causa gebe es ein anhängiges Gerichtsverfahren - „dem möchte ich nicht vorgreifen“. Darüber hinaus sprach er davon, dass etwas „kampagnisiert“ werde, „das eine parteipolitische Dreckschleuder bedeutet“. Er habe als Stiftungsvorstand gemäß der Gesetzeslage zu agieren - „und das tue ich.“ Die Vorwürfe würden jeglicher Grundlage entbehren.

Scharfe Kritik von ÖVP und BZÖ

Scharfe Kritik an Graf übte die ÖVP: „Es ist höchste Zeit, dass FPÖ-Chef (Heinz-Christian, Anm.) Strache Verantwortung für all die Malversionen in seinen Reihen übernimmt“, forderte ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch in einer Aussendung. Tue Strache dies nicht, wäre das „ein Beleg dafür, dass Strache derartiges Fehlverhalten in seinen Reihen gut heißt“, so Rauch. Für das BZÖ verlangte Rechnungshofsprecher Gerald Grosz umfassende Aufklärung. „Diese Vorwürfe dürfen nicht unaufgeklärt im Raum stehen. Dafür ist das Amt des Dritten Nationalratspräsidenten zu bedeutend. Ich fordere Präsident Graf auf, hier umfassend Stellung zu beziehen“, so Grosz.

Faymann unterstützt Hollande bei Euro-Bonds

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) schlägt sich laut „Kleiner Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe) in der Debatte über Euro-Bonds auf die Seite des französischen Präsidenten Francois Hollande. „Ja, ich unterstütze Hollande vollinhaltlich, der diese Frage beim EU-Treffen ansprechen will“, so der Kanzler gegenüber der Zeitung.

Faymann betont allerdings, dass es sich dabei „um ein langfristiges Projekt handelt, das nicht in den nächsten zwei, drei Jahren realisierbar“ sei. Außerdem sei eine „verlässliche Haushaltsdisziplin eine absolute Voraussetzung für die Einführung.“

Am Rande des NATO-Gipfels in Chicago habe er darüber mit dem französischen Präsidenten gesprochen, auch Italien, Dänemark und Luxemburg unterstützten die Initiative, so Faymann laut Vorausmeldung gegenüber der „Kleinen Zeitung“. Als kurzfristige Maßnahmen könnte man sich beim Gipfel, so der Kanzler, auf Projektbonds (Anleihen für große Infrastrukturprojekte in den Bereichen Verkehr, Energie, Telekommunikation) sowie auf eine Kapitalerhöhung der EU-Investitionsbank verständigen.

RH: 66 Mio. für unnötiges Personal im Verteidigungsressort

Das Verteidigungsministerium hat zu viel Personal, und das kostet. Ein aktueller Rechnungshof-Bericht zur Reorganisation des Verteidigungsressorts ergab, dass im Jahr 2010 2.059 Arbeitskräfte oder 8,6 Prozent des Personalgesamtstands nicht mehr benötigt wurden. Die Kosten für diese „Beschäftigten“ lagen bei nicht weniger als 66,1 Millionen.

Teils bei vollen Bezügen zu Hause

Für etliche dieser nicht mehr benötigten Mitarbeiter gibt es offenbar im Verteidigungsministerium überhaupt keine Verwendung mehr. 281 Betroffene befanden sich in der Intensivbetreuung und hatten dennoch nichts zu tun. 45 Bedienstete aus dieser Gruppe befanden sich ohne Beschäftigung und bei vollen Bezügen zu Hause, davon 19 seit mehr als sechs Monaten.

Zwei von ihnen waren seit über zwei Jahren nicht mehr zum Dienst einberufen worden. Nur in zwei Fällen wurden die vorgesehenen Schulungen durchgeführt. Das Verteidigungsressort hat diese Praxis nach eigenen Angaben mittlerweile abgestellt.

Zu viele Offiziere ausgebildet

Überzähliges Personal wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren ist offenbar nicht überall gewollt. Umgekehrt ist auch die Flexibilität der Bediensteten eingeschränkt. Eine Befragung des Rechnungshofs im Vorjahr ergab, dass 48 Prozent nicht bereit waren, den Arbeitsort innerhalb des Verteidigungsressorts zu wechseln.

Schließlich kritisieren die Rechnungshof-Prüfer, dass das Verteidigungsressort über Bedarf ausbildet. So stieg die Anzahl der Offiziere zwischen 2006 und 2011 trotz eines verringerten Streitkräfteumfangs um sieben Prozent. Das Ministerium antwortet hier, dass das Aufnahmekontingent für die Offiziers- und Generalstabsoffiziersausbildung bereits im Vorjahr gesenkt wurde.

Landtage kämpfen gegen Entmachtung

Österreichs Landtage wollen mehr Macht. Und sie wollen sich künftig stärker gegen den Zentralismus wehren, der durch Nationalrat und Bundesregierung in Wien drohe, heißt es. Einer der Kritiker ist der Salzburger Landtagspräsident Simon Illmer (ÖVP).

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Ausland

Entscheidende Atomgespräche mit Iran beginnen

Im Dauerstreit um das iranische Atomprogramm stehen morgen entscheidende Gespräche an. Bei Verhandlungen in der irakischen Hauptstadt Bagdad wollen Vertreter der fünf UNO-Vetomächte (Russland, Frankreich, USA, Großbritannien, China) und Deutschlands den Iran zum Einlenken bei seinem umstrittenen Nuklearprogramm bewegen.

Während Teheran auf eine Lockerung der internationalen Sanktionen hofft, fordert der Westen größere Transparenz und Zugang für UNO-Inspektoren zu iranischen Atomanlagen. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Yukiya Amano will in Teheran diesbezüglich bereits positive Signale erhalten haben.

Angeblicher US-Kompromissvorschlag

Die bisherigen Verhandlungsrunden zwischen dem Iran und der internationalen Gemeinschaft waren vor allem deshalb gescheitert, weil sich Teheran weigert, die Anreicherung von Uran - wie vom UNO-Sicherheitsrat gefordert - einzustellen. Die Urananreicherung ist Voraussetzung für den Betrieb von Atomkraftwerken aber auch zur Herstellung von Atomwaffen.

Nach Medienberichten haben die USA als Kompromiss vorgeschlagen, der Iran solle sein Uran künftig nur noch auf fünf Prozent statt wie bisher auf 20 Prozent anreichern. Zudem sollen künftig uneingeschränkte Kontrollen der IAEA erlaubt werden. Israel besteht auf einem Stopp der iranischen Urananreicherung und schließt einen Militärschlag nicht aus.

EU-Regierungsspitzen beraten über Wachstumsinitiativen

Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten kommen morgen zusammen, um über Wachstumsinitiativen im Kampf gegen die Schulden- und Wirtschaftskrise zu beraten.

Bei einem Abendessen in Brüssel soll insbesondere über die Forderungen von Frankreichs neuem Präsidenten Francois Hollande gesprochen werden, der die Sparpolitik in Europa um einen Wachstumsplan ergänzen will.

Auch die Zukunft Griechenlands und die Krise in Spanien wird nach Angaben von Diplomaten besprochen. Harte Auseinandersetzungen sind bei der Gipfeldebatte um gemeinsame Staatsanleihen („Eurobonds“) vorprogrammiert. Frankreich und Italien setzen sich dafür ein und die EU-Kommission fordert bereits einen Fahrplan für deren Einführung, Deutschland ist strikt dagegen.

Linker Tsipras will Griechenland in Euro-Zone halten

Der Chef der griechischen Linksradikalen, Alexis Tsipras, hat sich für den Verbleib Athens in der Euro-Zone und eine gemeinsame europäische Lösung der Schuldenkrise ausgesprochen.

Es sei ein auswegloser Weg, die Krise geografisch einzuschränken und zu versuchen, ein Volk zu vernichten, warnte Tsipras heute bei einem Besuch in Berlin. „Wir bitten um die Solidarität der Völker in Deutschland und Frankreich.“ Erpressung sei der falsche Weg, sagte er nach einem Treffen mit der Spitze der deutschen Linkspartei.

Favoritenrolle bei Neuwahl am 17. Juni

Tsipras betonte, auch seine Partei sei für den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone. „Wir wollen nicht die Zerstörung Europas.“ Sie sei eine „tief Europa-freundliche“ Kraft. Die Wahl am 17. Juni bedeute nicht den Austritt des Landes, sondern eine neue Chance, um die Gemeinschaftswährung zu retten. Athen sei aber nicht Mieter im Euro-Raum, sondern gleichberechtigter Partner.

Bei einem Besuch in Paris hatte Tsipras zuvor heftige Kritik an Deutschland geübt. Das Bündnis Syriza unter Führung des 37-Jährigen war zweitstärkste Kraft bei den Wahlen am 6. Mai - hinter der konservativen Nea Dimokratia. Nach der fehlgeschlagenen Regierungsbildung müssen die Griechen am 17. Juni erneut wählen. Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Konservativen und Linksradikalen hin.

Tausende Spanier demonstrieren gegen Bildungskürzungen

Bei einem landesweiten Streiktag in Spanien haben heute Tausende Lehrer, Studenten, Schüler und Eltern gegen die rigorosen Kürzungen im Bildungswesen demonstriert. In Barcelona gingen nach Angaben der Polizei 3.000 Menschen auf die Straße, laut Veranstalter waren es 18.000.

Die Streikenden trugen Schilder mit Aufschriften wie „Kürzen ist stehlen“ oder „Öffentliche Bildung mit Qualität!“. Zahlreiche Teilnehmer waren mit ihrer Familie gekommen und trugen gelbe T-Shirts mit der Aufschrift „SOS öffentliche Bildung“.

Zusätzliche Einsparungen geplant

Zu dem Streik hatten die Veranstalter insgesamt 7,5 Millionen Schüler und Studenten sowie 1,5 Millionen Lehrer aufgerufen. „Hier geht es nicht nur um Lehrer und Schüler. Das berührt uns alle“, sagte eine Pensionistin. Sie verdiene sich als Hausmeisterin etwas dazu, um ihre Tochter zur Universität schicken zu können. „Werden unsere Kinder noch studieren können?“

Die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy hatte Ende April angekündigt, die Bildungsausgaben um weitere drei Milliarden Euro kürzen zu wollen. Die Kürzungen sind Teil eines rigorosen Sparprogramms, mit dem das von der Finanzkrise erschütterte Land in diesem Jahr insgesamt rund 27,3 Milliarden Euro einsparen will.

Lifestyle

Baku: Das Halbfinale des Song Contests läuft

Nun wird es ernst für die Trackshittaz, Österreichs Vertreter beim 57. Eurovision Song Contest, der derzeit in Aserbaidschans Hauptstadt Baku ausgetragen wird. Im ersten Halbfinale kämpfen die beiden oberösterreichischen Mundart-Rapper mit dem Song „Woki mit deim Popo“ gegen 17 Konkurrenten um eines von zehn Tickets, die den Einzug ins Finale am 26. Mai ermöglichen. Lukas Plöchl und Manuel Hoffelner sind dabei mit Startplatz 16 die vorletzten Teilnehmer.

Die Ausscheidung zum Song Contest ist derzeit in ORF eins und im Livestream in tvthek.ORF.at zu sehen.

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Wirtschaft

Milliardenspritze für griechische Banken

Griechenlands Euro-Partner greifen den angeschlagenen hellenischen Banken laut einem Agenturbericht mit 18 Milliarden Euro unter die Arme. Wie die Nachrichtenagentur Market News International (MNI) heute mit Bezug auf griechische Regierungskreise berichtet, wurde der Plan zur Rekapitalisierung der Banken vom Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank sowie von der EU-Kommission und dem Stabilisierungsfonds EFSF gebilligt.

Nach mehr als einem Monat Verspätung sollen die Gelder nun innerhalb der nächsten 48 Stunden fließen.

Damit dürften einige griechische Banken, die aufgrund mangelnder Sicherheiten vom Euro-System abgeschnitten sind, wieder Kredite von der EZB erhalten. Diese Institute werden derzeit von der griechischen Notenbank über die sogenannte ELA (Emergency Liquidity Assistance) mit Geld versorgt.

Toyota wieder Weltmarktführer

Toyota hat seine Stellung als Weltmarktführer der Autoindustrie zurückerobert. Der japanische Autohersteller verkaufte im ersten Quartal von Jänner bis März rund um den Globus insgesamt 2,49 Millionen Fahrzeuge, wie eine Konzernsprecherin in Tokio der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Damit verwies Toyota nach dem Einbruch seines Geschäfts in Folge der Tsunami-Katastrophe und des Reaktorunglücks von Fukushima im Frühjahr 2011 den US-Erzrivalen General Motors (GM) und Volkswagen wieder auf die Plätze. GM verkaufte 2,28 Millionen Fahrzeuge, VW rund 2,16 Millionen.

Toyota übertraf mit den Verkaufszahlen zum Jahresauftakt seinen bisherigen Rekord von 2,41 Millionen Fahrzeugen im ersten Quartal 2008. Danach konnte der japanische Konzern trotz internationaler Wirtschafts- und Finanzkrise sowie einer Pannenserie mit Millionen von Rückrufen zwar seine Spitzenposition halten. 2011 wurde Toyota jedoch nach den Problemen im Heimatland von GM und VW vom Thron geschubst. GM übernahm den Posten des Weltmarktführers.

Neues Briefträger-Arbeitszeitmodell ab 2013

Anfang 2013 tritt für die knapp 9.000 Postzusteller in Österreich ein neues Jahresarbeitszeitmodell in Kraft, das die tatsächlich geleistete Arbeit besser berücksichtigen soll. Bisher mussten gewisse Tätigkeiten falls nötig auch außerhalb der Dienstzeit durchgeführt werden, andererseits wurde durch Automatisierungen für die Briefträger manches einfacher.

Der Wegfall der bisherigen „Info.Post“-Prämie für Werbematerialsendungen, die im Schnitt 145 Euro im Monat ausmacht und damit bei vielen ein Zehntel der gesamten Gage, wird in eine Dienstzulage umgewandelt, erläuterte die Belegschaftsvertretung heute der APA. Die Einigung mit dem Postmanagement erfolgte nach monatelangem Tauziehen gestern Abend.

Sport

Fußball: Bayern im Spiel, das keiner will

68 Stunden nach der bitteren Finalniederlage in der Champions League gegen Chelsea müssen die Bayern heute Abend wieder in die Münchner Allianz Arena: für ein Spiel, das keiner will - ein Wiedergutmachungsspiel gegen die Niederlande für Arjen Robbens Verletzung, die er bei der WM 2010 erlitt und unter deren Folgen schließlich die Bayern zu leiden hatten. Der Termin stößt kurz vor der EM auf wenig Gegenliebe und der Einsatz Robbens könnte ein kurzer sein.

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Tennis: Melzer bangt um French-Open-Start

Für Jürgen Melzer könnten die French Open in Paris schon vorbei sein, ehe sie beginnen. Österreichs Nummer eins laboriert seit der Erstrundenniederlage in Rom in der vergangenen Woche an einer schmerzhaften Entzündung in der Hüfte. An Training war zuletzt nicht zu denken. Cortison soll die Entzündung rechtzeitig zum Abklingen bringen. Schon in der vergangenen Saison war Melzer in Paris nicht ganz fit angetreten und rasch ausgeschieden.

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ZIB2

Moser zu Erkenntnissen des Korruptions-U-Ausschusses

Der Korruptions-U-Ausschuss hat heute wieder die umstrittenen Immobiliengeschäfte der Republik untersucht. Dabei bekam man Einblicke in das „Biotop“ des Lobbyisten Walter Meischberger, dessen Freund Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Immobilienmakler Ernst Karl Plech. Die ZIB2 sieht sich die Praktiken in der Immobilienbranche und die Grauzonen an. Und zur Arbeit des Ausschusses ist die Vorsitzende, Gabriela Moser (Die Grünen), im Studio.

Die Geschäfte des Martin Graf

Eine Frau erhebt schwere Vorwürfe gegen FPÖ-Nationalratspräsidenten Martin Graf. Auf seinen Rat habe sie ihr Vermögen in eine Stiftung eingebracht, jetzt fühlt sie sich getäuscht, berichtet der ORF-„Report“.

Der Auftritt von zwei Feindbildern in Berlin

Der Chef der radikallinken griechischen SYRIZA-Partei, Alexis Tsipras, will im Falle eines Wahlsieges keinen Austritt Athens aus der Euro-Zone. Nein, er sei doch kein Erpresser, sagt Tsipras bei seinem Besuch in Berlin, wo heute auch das Buch „Europa braucht den Euro nicht“ des umstrittenen deutschen Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin vorgestellt wurde.

Kapitalflucht bringt griechische Banken ins Wanken

Griechische Anleger heben täglich 700 Millionen Euro von ihren Konten ab und bringen das Geld ins Ausland. Die Europäische Zentralbank (EZB) muss das Bankensystem in Griechenland vor dem Kollaps bewahren.

SMS-Erinnerung von der Kirchensteuer

Säumige Katholiken werden in der Steiermark an die ausständige Kirchensteuer erinnert - per SMS, und das wirft ein Problem auf: Massen-SMS, in diesem Fall an fast 17.000 Menschen, sind nicht erlaubt.

Subjektive Wahrnehmung gegen Statistik

Dieses „Match“ bei der Beurteilung des Wetters geht in die nächste Runde. Laut einer Langzeitstudie der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ist zwar der Klimawandel unbestritten, überraschenderweise hätten aber die Wetterextreme nicht zugenommen.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Chronik

Jugendlicher nach Schuss in bayrischer Schule festgenommen

Nachdem er in einer bayrischen Schule einen Schuss aus einer Waffe abgegeben haben soll, ist im bayrischen Memmingen heute Abend ein 14-Jähriger festgenommen worden.

Wie die Polizei mitteilte, nahmen die Beamten den Jugendlichen auf einem Sportplatz im Memminger Stadtteil Steinheim fest. Er wurde im Anschluss psychologisch bereut, hieß es. Zuvor hatte der Jugendliche mehrmals um sich geschossen und sich selbst eine Waffe an den Kopf gehalten.

Der 14-jährige Schüler - in ersten Meldungen war sein Alter mit 15 Jahren angegeben worden - soll zuvor zu Mittag am Eingang der Schule mit scharfen Waffen hantiert und einen Schuss abgegeben haben. Etwa 280 Schüler und Lehrer verbarrikadierten sich danach in den Klassenräumen. Laut ersten Aussagen von Mitschülern hatte es zwischen dem Jugendlichen und Mitschülern vor dem Schuss einen Streit gegeben.

Frau droht mit implantierter Bombe: US-Passagierjet umgeleitet

In den USA musste heute ein Passagierflugzeug außerplanmäßig landen, nachdem eine Frau mit einer Bombe gedroht hatte. „Der aus Paris kommende US-Airways-Flug 787 auf dem Weg nach Charlotte in North Carolina landete auf dem Flughafen Bangor in Maine“, bestätigte eine Sprecherin der Fluggesellschaft, Liz Landau

Die Boeing 767 mit 179 Passagieren und neun Besatzungsmitgliedern an Bord sei bis zur Landung von zwei Kampfjets der Armee eskortiert worden. „Aus Vorsicht wurde die Maschine nach Bangor umgeleitet, wo Sicherheitskräften sie erwarteten“, hieß es in einer Erklärung der Flugsicherheitsbehörde TSA.

Ärzte fanden keine Spuren

Nach Berichten von Augenzeugen habe eine mitreisende Frau einer Stewardess auf einem Zettel gedroht, dass sie in ihrem Körper eine implantierte Bombe trage. Ärzte, die sich unter den Passagieren befanden, hätten die Frau daraufhin untersucht und keinerlei Spuren gefunden, die auf einen operativen Eingriff deuteten.

Der Pilot meldete nach Berichten des Fernsehsenders CNN per Funk ein „Sicherheitsproblem“. Daraufhin hätten die Behörden sofort reagiert. Die aus Kamerun stammende Frau mit französischem Pass sei sofoert nach der Landung festgenommen worden. Sie sei ohne Begleitung oder Gepäck gereist. Angemeldet hatte sie einen zehntägigen Aufenthalt in den USA.

60 eingeschlossene Bergleute in Simbabwe befreit

In Simbabwe sind heute rund 60 Bergleute gerettet worden, die nach einem Unglück in der Grube Mimosa gestern Abend unter Tag eingeschlossen waren.

Die Bergleute seien alle aus dem Platinbergwerk befreit worden und wohlauf, erklärte der Betreiber der Mine. Ursache des Zwischenfalls war früheren Angaben zufolge der Brand eines Förderbandes. Mimosa ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Impala Platinum und Aquarius Platinum Ltd.

Mann überlebt Sprung in die Niagarafälle schwer verletzt

Ein Mann hat einen Sprung in die Niagarafälle schwer verletzt überlebt. Wie die kanadische Polizei heute mitteilte, wurde er gestern an einem steinigen Ufer des Niagara-Flusses gefunden. Er war dort offenbar zusammengebrochen, nachdem es ihm gelungen war, bis dorthin zu schwimmen. Der Mann wurde per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht.

Augenzeugen hatten beobachtet, wie der Mann auf eine Schutzmauer der Niagarafälle geklettert und dann in die Wasserfälle gesprungen war. Die Niagarafälle liegen an der Grenze zwischen den USA und Kanada und sind bei Touristen äußerst beliebt. Mit einer Abflussmenge von mehr als zwei Millionen Litern pro Sekunde sind sie die stärksten und gefährlichsten Wasserfälle Nordamerikas.

50 Mio. Euro Hilfe für Erdbebenopfer in Norditalien

Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben mit sechs Toten in Norditalien hat die Regierung staatliche Hilfen in Höhe von 50 Millionen Euro zugesagt und einen 60-tägigen Ausnahmezustand über die Region verhängt. Bei einem Besuch im Erdbebengebiet traf Ministerpräsident Mario Monti heute mit Betroffenen zusammen, von denen etwa 5.000 sich aus Angst vor Nachbeben die zweite Nacht in Folge nicht in ihre Häuser trauten.

Besitzer von zerstörten Häusern würden vorübergehend von Vermögenssteuern befreit, hieß es in einer in Rom veröffentlichten Regierungserklärung. Die Hilfen in Höhe von 50 Millionen Euro sollen in den Wiederaufbau von Häusern und Fabriken fließen. Die Arbeitgeberorganisation Confindustria schätzte den Schaden für die Unternehmen in der Region auf mehrere hundert Millionen Euro.

Prügelei um Autokennzeichen in Graz

In Graz hat heute ein Streit um ein Autokennzeichen bei der Polizei geendet. Ein Mann hatte die Kennzeichen von einem Pkw abmontiert. Als dessen Besitzer ihn zur Rede stellte, flogen die Fäuste.

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Rettberg muss ins Gefängnis: Fußfessel abgelehnt

Der ehemalige Libro-Generaldirektor Andre Rettberg muss eine achtmonatige Freiheitsstrafe absitzen, die aus einer Verurteilung aus dem Jahr 2006 resultiert. Nach der Vollzugsdirektion hat nun auch der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) den Antrag des 54-Jährigen auf den elektronisch überwachten Hausarrest abgelehnt. Die entsprechende Entscheidung, die bereits vor knapp vier Wochen ergangen ist, hat der VwGH heute auf seiner Homepage veröffentlicht.

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Parkstrafen-Skandal: Verhör von 200 Personen

Der Parkstrafen-Skandal in Klagenfurt weitet sich immer mehr aus: So werden ab Mittwoch 200 Personen, darunter 100 Polizisten, von Beamten des Bundesamtes zur Korruptionsbekämpfung verhört. Ihnen wird Anstiftung zum Amtsmissbrauch vorgeworfen.

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72-Jährige stahl Schmuck von 70-Jährigem

Eine 72-jährige Pensionistin ist in Wien-Penzing als Diebin ausgeforscht worden. Sie hatte eine Tasche mit Schmuck gestohlen, die ein 70-Jähriger in einem Postamt vergessen hatte.

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Kultur

Opernstreit eskaliert: Kein Bericht mehr über die „Met“

Im Streit zwischen der Metropolitan Opera und den „Opera News“ hat das angesehene Fachblatt Konsequenzen gezogen. „Opera News“ werde von der Juni-Ausgabe an nicht mehr über Inszenierungen des New Yorker Opernhauses berichten, bestätigte Tristan Kraft, einer der Redakteure des Blattes heute.

„Opera News“ schreibt seit 76 Jahren über die „Met“ und andere Opernhäuser weltweit und ist das führende US-Magazin für Liebhaber der klassischen Musik. Herausgeber ist eine Organisation von Opern-Fans, Metropolitan Opera Guild genannt, die die „Met“ auch finanziell fördert.

Der Streit zwischen dem Opernhaus und dem Blatt war durch negative Kritiken an neuen Inszenierungen der „Met“ sowie an Generaldirektor Peter Gelb entbrannt. In zwei ihrer letzten Ausgaben hatte das Magazin die Produktion von Wagners „Götterdämmerung“ und Gelbs Führungsstil kritisiert.

Die „New York Times“ verwies darauf, dass sich Gelb kürzlich auch bei dem klassischen Musiksender WQXR über Kritik beschwert hatte. Der Sender zog den beanstandeten Bericht daraufhin zurück. Gelb hat sich mit dem Trend, traditionelle Opernproduktionen gegen aufwendige moderne Inszenierungen zu ersetzen, in New York sowohl Freunde als auch Feinde erworben.

Das Fremde im Jüdischen Museum

Ab dem 24. Mai zeigt das Jüdische Museum in Wien Fotografien und Installationen aus der Sammlung Eduard Pomeranz. Die Ausstellung „Fremde überall“ will den Einfluss jüdischer Kunstsammler auf die Wiener Kunstszene beleuchten.

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Südafrika: Umstrittenes Zuma-Porträt beschmiert

In einem Gericht in Südafrika steht derzeit ein Prozess auf dem Programm, bei dem Präsident Jacob Zuma ein umstrittenes Ganzkörperporträt von sich verbieten lassen will. Nach Angaben der deutschen Ausgabe des „Wall Street Journals“ wurde nicht nur der Prozess-Auftakt von Demonstrationen begleitet. Zwei aufgebrachte Zuma-Anhänger wollten das Urteil nicht abwarten und stürmten die Galerie, in der das Bild des Künstlers Brett Murray aufbewahrt wurde und beschmierten dieses mit roter und schwarzer Farbe.

Nach Ansicht von Zuma und dessen African National Congress (ANC) sei das auf „Speerspitze der Nation“ getaufte Bild, das seit Tagen für heftige Debatten in Südafrika sorgt, „grob, geschmacklos und respektlos“.

Video dazu in iptv.ORF.at

Gesundheit

Durchfall: 1.300 Tote jährlich durch Spitalskeim

Das Bakterium heißt Clostridium difficile und verursacht gewöhnlichen Durchfall. Besonders für alte Menschen sei diese vielfach in Krankenhäusern übertragene Infektion aber oft tödlich, heißt es bei einem Kongress von Fachärzten in Salzburg. Diese Gefahr sei kaum bekannt.

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IT

Google schließt Motorola-Übernahme ab

Die Übernahme des Mobilfunkpioniers Motorola durch Google ist nach acht Monaten abgeschlossen.

Der bisherige Chef von Motorola Mobility, Sanjay Jha, trat zurück, wie Google heute mitteilte. Auf ihn folgt Dennis Woodside, vorher verantwortlich für Googles US-Geschäft. Der Weg für den 12,5 Milliarden Dollar (9,6 Mrd. Euro) schweren Zukauf war frei geworden, nachdem gestern auch die chinesischen Wettbewerbshüter grünes Licht gegeben hatten.

Geräte und Patente

Google bekräftigte abermals, dass das mobile Betriebssystem Android weiterhin offen bleiben werde. Das ist eine zentrale Forderung der Wettbewerbsbehörden aus den USA, Europa und China. Der Internetkonzern will mit der Übernahme nach eigenen Angaben das Patentarsenal hinter Android stärken, das laufend Ziel von Patentklagen ist.

Woodside sagte anlässlich der Übernahme aber auch, dass Motorola weiter Geräte bauen wird. Google-Chef Larry Page erklärte in einem Blogpost, er erwarte, dass das Motorola-Team mit der nächsten Handygeneration das Leben der kommenden Jahre verbessern werde. Neben Woodside wurde auch der ehemalige Chef der Entwicklungsabteilung des US-Militärs DARPA für das neue Motorola angeworben.

Microsoft startet Soziales Netnetzwerk So.cl

Der US-Softwaregigant Microsoft hat gestern ein neues Soziales Netzwerk dem breiten Internetpublikum geöffnet. Das Netzwerk So.cl - dessen Name wie der englische Begriff „social“ ausgesprochen wird - solle Menschen beim Finden und Austauschen interessanter Websites helfen, teilte Microsoft mit.

Es vereine damit die Vorteile von Sozialen Netzwerken und sozialer Suche, die auf der Auswertung von Suchergebnissen von Personen mit ähnlichen Interessen beruht. Hauptzielgruppe des Angebots sind demnach Studenten.

Bisher stand das Netzwerk nur Informatik- und Designstudenten verschiedener US-Hochschulen offen. Nun könnten es alle Interessierten nutzen, teilte Microsoft mit. Es handle sich jedoch noch um „ein experimentelles Forschungsprojekt“. Eine Registrierung bei So.cl ist über die Anmeldedaten möglich, die Nutzer für ihre Konten beim Microsoft-Dienst Windows Live oder für das Soziale Netzwerk Facebook nutzen. Daneben können Interessierte auch per E-Mail über die Adresse socl@microsoft.com Kontakt aufnehmen.

Science

1.000 Jahre alte Totenkammer in Peru entdeckt

Eine rund 1.000 Jahre alte Totenkammer mit über 80 Leichen ist in Peru entdeckt worden. Ein belgisches Archäologenteam habe die gut erhaltenen Mumien und Skelette in dem großen Heiligtum Pachacamac ausgegraben, das rund 30 Kilometer südlich von Lima liegt, teilte heute die Universite Libre de Bruxelles mit.

Die 20 Quadratmeter große Kammer wurde in der 2004 entdeckten Totenstadt des Heiligtums freigelegt. Neben den Leichen verschiedenen Alters wurden auch zahlreiche Objekte aufgefunden, unter ihnen Keramikgefäße, bemalte Holzmasken und Schmuckstücke aus Kupfer-Gold-Legierungen.

In der Totenkammer selbst lagen 70 Körper, während um den ovalen Bau ein Dutzend Kleinkinder aufgebahrt waren. Die Forscher um Peter Eeckhout wollen in den Labors der Brüsseler Universität feststellen, welche Beziehungen zwischen den Begrabenen bestanden und woran sie gestorben sind. Pachacamac war ein zeremonielles Zentrum, das von verschiedenen Kulturen besucht wurde. Der archäologische Platz umfasst insgesamt knapp 500 Hektar.

Warum Traumata manche Gehirne „verletzen“

Nach einem schrecklichen Erlebnis entwickeln manche Menschen eine posttraumatische Belastungsstörung, andere aber nicht. Japanische Forscher haben nun im Gehirn Bereiche lokalisiert, deren Größe das Krankheitsrisiko bestimmen könnte.

Mehr dazu in science.ORF.at

Studie ortet große Gefahr neuer AKW-Katastrophen

Das weltweite Risiko für einen katastrophalen Reaktorunfall ist deutschen Forscher zufolge weit größer als bisher angenommen. Mit dem momentanen Bestand an Atomkraftwerken könne es etwa einmal in zehn bis 20 Jahren einen GAU geben, also den größten anzunehmenden Unfall, wie der Atmosphärenchemiker Jos Lelieveld ausrechnete. Das sei deutlich häufiger als in der Vergangenheit geschätzt, teilte das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz heute mit.

Laut der Analyse tragen im weltweiten Vergleich die Einwohner im dicht besiedelten Südwestdeutschland durch die zahlreichen Kernkraftwerke an den Grenzen zu Frankreich und Belgien das höchste Risiko einer radioaktiven Verstrahlung.

Westeuropa werde wahrscheinlich einmal in etwa 50 Jahren mit mehr als 40 Kilobecquerel radioaktivem Cäsium-137 pro Quadratmeter belastet. Nach einer Definition der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gilt ein Gebiet ab diesem Wert als radioaktiv kontaminiert.

Leute

Brad Pitt dementiert Gerüchte über baldige Hochzeit

US-Hollywood-Star Brad Pitt hat Gerüchte über eine baldige Hochzeit mit Angelina Jolie dementiert. „Wir haben noch kein Datum, wirklich nicht“, sagte der 48-Jährige heute vor Journalisten am Rande des Filmfestivals von Cannes. Informationen, wonach die Hochzeit im August geplant sein soll, seien „nur Gerüchte“.

Jolie bereite sich derzeit auf einen neuen Film vor und sei deshalb nicht mit ihm in die südfranzösische Stadt gekommen. Das Glamour-Paar, das seit April offiziell verlobt ist, hat zusammen sechs Kinder, darunter drei Adoptivkinder.

Pitt präsentierte in Cannes den Film „Killing Them Softly“. In dem Streifen des australischen Regisseurs Andrew Dominik spielt er einen Berufskiller, der in der Mafia aufräumt. Das weltweit größte Filmfest geht am Sonntagabend mit der Verleihung der Goldenen Palme zu Ende, für die dieses Jahr 22 Filme im Rennen sind.