Ausland

Ban fordert Gaza-Waffenruhe zu Ramadan-Ende

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat eine nicht an Bedingungen geknüpfte humanitäre Waffenruhe im Gaza-Konflikt gefordert. Bei einem Besuch in Kairo erklärte er heute: „Die Feuerpause sollte während des dreitägigen Festes des Fastenbrechens Eid al-Fitr gelten.“ Auf dieser Grundlage könnte dann über eine längerfristige Waffenruhe verhandelt werden.

Die Feier zum Ende des Fastenmonats Ramadan beginnt in den meisten Ländern Sonntagabend, wegen unterschiedlicher Berechnungsgrundlagen kann das Datum regional um einen Tag variieren. Ban forderte, die humanitäre Feuerpause zum Fest solle sofort beginnen - „ohne Bedingungen, ohne Ausflüchte und ohne Verspätung“.

Zusammenstöße auch im Westjordanland

Im Westjordanland wurden bei Protesten gegen Israels Militäroffensive im Gazastreifen unterdessen heute vier Palästinenser getötet. Nach Angaben des israelischen Militärradios eröffneten jüdische Siedler in der Nähe von Nablus das Feuer auf eine Gruppe von Demonstranten, die ihren Wagen mit Steinen bewarfen.

Dabei soll eine Siedlerin einen 18-jährigen Palästinenser getötet haben, bei anschließenden Auseinandersetzungen mit der Armee wurde ein weiterer 22-jähriger Palästinenser erschossen. Eine Armeesprecherin bestätigte zunächst nur Zusammenstöße zwischen Palästinensern und Soldaten, in die auch Siedler verwickelt gewesen seien.

In einem Dorf nahe Hebron wurden zudem zwei 30 und 46 Jahre alte Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen, wie palästinensische Sanitäter berichteten. Anlässlich des letzten Freitags im Ramadan hatten die wichtigsten Palästinenserbewegungen zu einem „Tag des Zorns“ aufgerufen, um gegen die Offensive im Gazastreifen zu protestieren.

Kirgistans Ex-Präsident zu lebenslanger Haft verurteilt

Der frühere kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew ist wegen der gewaltsamen Niederschlagung von regierungsfeindlichen Protesten in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Laut dem heute in der Hauptstadt Bischkek verkündeten Urteil wurde das Vermögen Bakijews beschlagnahmt.

Kurmanbeks Bruder Schanibek, der frühere Chef des staatlichen Personenschutzes, wurde ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilt. Eine zehnjährige Haftstrafe wurde zudem gegen einen Sohn von Kurmanbek Bakijew verhängt. Ihm wurde Geldwäsche zur Last gelegt.

Weitere langjährige Haftstrafen ergingen gegen ehemalige Untergebene von Schanibek Bakijew. Die Urteile bezogen sich auf die Niederschlagung von Protesten Anfang April 2010. Damals wurden 80 Menschen getötet und 300 verletzt. Der Präsident sah sich gezwungen, das Land zu verlassen. Er hält sich mit seinen Vertrauten in Weißrussland auf.

UNO: 225.000 Vertriebene wegen Kämpfen in der Ukraine

Der gewaltsame Konflikt in der Ukraine hat nach UNO-Angaben bisher rund 225.000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Etwa 130.000 Menschen hätten bisher die Ukraine in Richtung Russland verlassen, teilte ein Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) heute in Genf mit. 95.000 seien innerhalb der Ukraine auf der Flucht.

Ende Juni lag die Zahl der Flüchtlinge noch bei rund 164.000. 110.000 waren bis dahin nach Russland gegangen, 54.000 in andere Teile der Ukraine. Viele Flüchtlinge gaben nach UNO-Angaben nun an, Angst davor zu haben, ins Kreuzfeuer von prorussischen Separatisten und ukrainischen Militärs zu geraten.

70 Tote bei Kämpfen zwischen IS und Syriens Armee

Bei heftigen Gefechten zwischen der syrischen Armee und Kämpfern der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS, früher ISIS) sind nach Angaben von Aktivisten mehr als 70 Menschen getötet worden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute mitteilte, griffen die IS-Rebellen am Vortag in den nördlichen Provinzen Raka und Aleppo sowie in Hassaka im Nordosten des Landes an. Die meisten Toten waren demnach IS-Kämpfer.

Es war die erste größere Konfrontation zwischen der syrischen Armee und den Dschihadisten, die mittlerweile weite Teile im Irak und mehrere Provinzen in Syrien kontrollieren und ihren Einfluss ausweiten wollen. Die radikalsunnitischen IS-Kämpfer hatten für die von ihnen kontrollierten Gebiete Ende Juni ein „Kalifat“ - einen islamischen Gottesstaat - ausgerufen.

Viele Opfer auf beiden Seiten

Der Beobachtungsstelle zufolge starben allein in Hassaka bei Gefechten mindestens 21 Dschihadisten, in der von der IS dominierten Provinz Raka wurden 19 Soldaten und zehn islamistische Kämpfer getötet. Dem Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, zufolge will die Gruppe IS die Provinz „von der Armee säubern“. Die Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Ärzten und Aktivisten, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite nicht nachzuprüfen.

Mit der dschihadistischen IS ist der Konflikt in Syrien deutlich komplexer geworden. Die Gruppe bekämpft sowohl die syrische Führung als auch die gegen Präsident Baschar al-Assad kämpfenden bewaffneten Aufständischen und die dschihadistische Al-Nusra-Front. Der syrische Bürgerkrieg hatte im März 2011 mit regierungskritischen Protesten begonnen.

Putin-Gegner Udalzow im Hungerstreik

Aus Protest gegen seine Verurteilung zu viereinhalb Jahren Lagerhaft ist der russische Oppositionelle Sergej Udalzow heute in den Hungerstreik getreten. Der 37-Jährige habe am ersten Hafttag das Frühstück verweigert, so ein Sprecher der Strafvollzugsbehörde zu russischen Agenturen. Dann habe er an die Lagerleitung geschrieben, dass er wegen des Gerichtsurteils in einen Hungerstreik trete.

Udalzow wurde nach Angaben der Behörde wegen seines Hungerstreiks in eine Isolationszelle verlegt und unter medizinische Überwachung gestellt. Er war tags davor wegen Protesten gegen den heutigen Staatschef Wladimir Putin verurteilt worden. Er wurde zusammen mit dem Oppositionsaktivisten Leonid Raswosschajew wegen der Organisation von „Massenunruhen“ im Vorfeld von Putins Amtseinführung für eine neue Präsidentschaft 2012 schuldig gesprochen.

Udalzow gehört zu den wichtigsten Vertretern der Protestbewegung, die im Umfeld der umstrittenen Parlamentswahl 2011 entstand. Wegen der damaligen Proteste wurden Hunderte Demonstranten festgenommen. Udalzow und Raswosschajew wiesen vor Gericht alle Vorwürfe als politisch motiviert zurück.

Inland

Steßl will Rechnungslotto für Gastronomie

Dem Staat entgehen durch nicht ausgestellte Rechnungen jährlich Steuereinnahmen in Millionenhöhe. Finanzstaatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) hat einen ungewöhnlichen Vorschlag: Sie will eine Lotterie für ausgestellte Belege einführen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Kanzler lädt nach Fußballeklat zu Religionsdialog

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat nach dem Platzsturm bei einem Fußballspiel in Bischofshofen (Salzburg) die Spitzen der in Österreich anerkannten Religionsgemeinschaften zu einem Dialogtreffen eingeladen. „Das friedliche Zusammenleben aller Religionen ist mir besonders wichtig“, betonte Faymann heute in einer Aussendung. Das Treffen findet am 25. August im Kanzleramt statt.

Der Konflikt um den Gazastreifen hatte am Mittwoch in Bischofshofen zu Ausschreitungen beim Freundschaftsspiel zwischen dem französischen Oberhausclub OSC Lille und dem israelischen Verein Maccabi Haifa geführt. Das Spiel musste beendet werden, nachdem Zuseher mit palästinensischen Flaggen auf das Feld gestürmt waren und israelische Spieler attackiert hatten.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Staatsbürgerschaft: Matura reicht nicht als Sprachnachweis

Die Staatsbürgerschaftsbehörden akzeptieren eine österreichische Matura und sogar ein abgeschlossenes Germanistikstudium nicht als Nachweis der beim Erwerb der Staatsbürgerschaft zu belegenden Deutschkenntnisse. Das Österreichische Sprachdiplom Deutsch (ÖSD) fordert daher Änderungen im Staatsbürgerschaftsrecht.

Extranachweis trotz Germanistikstudiums

Diese Personen müssten im Rahmen des Staatsbürgerschaftserwerbs nach sechs Jahren noch einmal gesondert Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 nachweisen. Seitens der Politik werde zwar immer betont, dass dieses den Deutschkenntnissen auf Maturaniveau in der ersten lebenden Fremdsprache entspreche, so Manuela Glaboniat, Geschäftsführerin und wissenschaftliche Leiterin des ÖSD, in einer Aussendung. „Es wurde jedoch verabsäumt, dies im Gesetz festzuhalten.“

Damit werde der Extranachweis auf einem Sprachniveau verlangt, das durch Matura und vor allem abgeschlossenes Studium ohnehin gesichert nachgewiesen sei. Diese Fälle hätten sich in den letzten Monaten gehäuft, hieß es auf APA-Nachfrage aus dem Verein.

Wiener Prostitutionsgesetz umstritten

Nach knapp drei Jahren der Neuregelung des Wiener Prostitutionsgesetzes zieht die zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) eine positive Bilanz. Kritik kommt allerdings vom Verein LEFÖ, der Migrantinnen und Betroffene betreut.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Neues Modell der Ärzteausbildung in Begutachtung

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) hat sich mit der Ärztekammer auf ein neues Modell zur Ärzteausbildung geeinigt. Der Entwurf ist heute in Begutachtung gegangen und soll mit 1. Jänner 2015 in Kraft treten. Schwerpunkt ist eine neunmonatige Basisausbildung, danach entscheiden sich die Jungmediziner für eine Ausbildung zum Facharzt oder Allgemeinmediziner - inklusive Lehrpraxis.

Neun Monate Basis für alle

Nach Abschluss des Medizinstudiums sollen alle angehenden Ärzte demnach eine neunmonatige Basisausbildung absolvieren. Dabei sollen sie klinische Grundkompetenzen auf den Fachgebieten Chirurgie und Innere Medizin erwerben. Sie sollen damit befähigt werden, Notfallsituationen zu erkennen, Erstmaßnahmen zu setzen und Patienten mit vorhandenen Möglichkeiten zu versorgen, bis höherwertigere Hilfe möglich ist.

Außerdem sollen sie dabei lernen, die fünfzehn häufigsten Krankheiten zu diagnostizieren und der weiteren Behandlung zuzuführen (beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionsstörungen, zerebrovaskuläre Erkrankungen, Alzheimer/Demenz, Diabetes). Nach dieser Basisausbildung müssen die Jungärzte die Entscheidung treffen, ob sie die Ausbildung zum Facharzt oder zum Allgemeinmediziner machen.

Allgemeinmediziner muss zusätzlich in Lehrpraxis

Für den Allgemeinmediziner sind nach der Basisausbildung weitere 27 Monate Ausbildung in einem Spital in verschiedenen Fachrichtungen ähnlich der bisherigen Regelung vorgesehen. Neu ist allerdings, dass danach die Tätigkeit in einer Lehrpraxis für zumindest sechs Monate erfolgt. Nach sieben Jahren steigt der Umfang auf mindestens neun Monate und nach weiteren fünf Jahren auf zumindest zwölf Monate.

Die Gesamtdauer der Ausbildung zum Allgemeinmediziner verlängert sich somit stufenweise auf 45 bzw. 48 Monate. Diese Ausbildung kann in anerkannten Lehrpraxen, Lehrgruppenpraxen oder Lehrambulatorien erfolgen und beträgt höchstens 18 Monate. Der bisherige Turnus geht darin auf.

Bezahlt wird der Jungmediziner dabei von dem Allgemeinmediziner, bei dem er die Lehrpraxis absolviert. Allerdings bekommt dieser einen Teil von der öffentlichen Hand refundiert. Die Fördersumme des Bundes dafür bleibt mit 860.000 Euro gleich, Bundesländer und Sozialversicherung legen je nach Land noch etwas drauf.

Sport

Skispringen: Schlierenzauers Motivation ist zurück

Gregor Schlierenzauer hat im vergangenen Olympiawinter seine hochgesteckten Ziele verfehlt. Sogar eine Auszeit stand im Raum. Mit dem Trainerwechsel zu Heinz Kuttin ist die Lust beim 24-Jährigen aufs Skispringen wieder zurück. „Nach der Saison war ich ausgelaugt. Jetzt bekam ich viele neue Inputs, ich bin wieder voll motiviert“, erklärte Schlierenzauer.

Beweisen muss der Tiroler laut eigenen Angaben nichts mehr, weshalb er sich mit Zielen für die neue Saison zurückhält. Die Vorbereitung gestaltet Schlierenzauer aber so intensiv wie noch nie, weshalb er auch den Sommer-Grand-Prix in Angriff nimmt.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Europa League: St. Pölten setzt neuen Meilenstein

St. Pölten hat mit dem Aufstieg in die dritte Qualifikationsrunde der Europa League alle Kritiker und Raunzer eines Besseren belehrt. Die Niederösterreicher dominierten im Rückspiel das favorisierte Botew Plowdiw aus Bulgarien und setzten mit dem 2:0-Heimsieg einen neuen Meilenstein.

Dass ein Erstligist erstmals im Europacup eine Hürde nahm, ist schon eine Sensation, die Art und Weise aber fast noch sensationeller. „Wir sind nicht mit Glück weitergekommen, sondern wir haben den Gegner an die Wand gespielt“, sagte Trainer Herbert Gager.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Europa League: Neuling Grödig hat Blut geleckt

Auf „50:50“ schätzt Clubmanager Christian Haas die Chancen des SV Grödig, bei der erstmaligen Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation auch die dritte Runde zu überstehen. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Cukaricki, die nach einem 4:0 in Belgrad klar zum Aufstieg reichte, bekommen es die Salzburger mit dem moldawischen Vertreter Zimbru Chisinau zu tun. Für Coach Michael Baur war der durchwachsene erste „Heim“-Auftritt in der Red-Bull-Arena ein „guter Lernprozess“ im internationalen Geschäft.

Mehr dazu in sport.ORF.at

U19-EM: ÖFB-Jungstars fordern Titelfavoriten

Die bereits fix für das Semifinale qualifizierten Österreicher haben heute bei der U19-EM in Ungarn die Chance, die Vorrunde mit einem Sieg gegen Portugal auf dem ersten Gruppenplatz abzuschließen. Teamchef Andreas Heraf richtet den Blick aber bereits auf das Halbfinale, gegen den iberischen Titelfavoriten sollen daher einige Stammkräfte geschont werden. „Natürlich wollen wir uns auch gegen Portugal gut präsentieren“, betonte der 46-Jährige. „Aber wir müssen uns die Kräfte ökonomisch einteilen.“

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Alitalia-Aktionäre stimmen für Kapitalerhöhung

Die Aktionäre der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia haben einer Kapitalerhöhung von bis zu 250 Millionen Euro zugestimmt. Sie hätten auf der Hauptversammlung heute auch den Geschäftsbericht genehmigt, sagte ein Anteilseigner, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Damit erfüllt Alitalia eine Bedingung der Fluggesellschaft Etihad, die bei den Italienern einsteigen will. Das Alitalia-Board hatte eine Kapitalerhöhung von 200 bis 250 Millionen Euro vorgeschlagen. Damit sollen alte Verbindlichkeiten bezahlt und Verluste aufgefangen werden, die vor dem geplanten Etihad-Einstieg entstehen könnten.

Etihad will 49 Prozent der Anteile an Alitalia übernehmen. Die finanzstarke Etihad, die dem Golf-Emirat Abu Dhabi gehört, ist bereits Großaktionär der deutschen Air Berlin und in letzter Zeit mit aggressiven Expansionsplänen aufgefallen.

Irland will Hilfskredite früher zurückzahlen

Das in der Schuldenkrise mit Hilfskrediten gerettete Irland will einen Teil seiner Darlehen früher als geplant zurückzahlen. Die Regierung könne sich sehr günstig Geld leihen und so ihre Kosten verringern, sagte Wirtschaftsminister Richard Bruton heute. „Das wäre auf jeden Fall attraktiv.“

Irland wurde in der Schuldenkrise von seinen EU-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds vor der Pleite bewahrt. Inzwischen hat das Land den Rettungsschirm wieder verlassen.

Die IWF-Darlehen sind durchschnittlich mit mehr als vier Prozent verzinst, während das Land im Juni Investoren nur 2,32 Prozent für zehnjährige Staatsanleihen bieten musste. Allerdings müssten die EU-Partner zustimmen, wenn Irland die IWF-Kredite früher zurückzahlen will.

Schweiz - Zypern: Doppelbesteuerungsabkommen fixiert

Die Schweiz und Zypern haben heute in Nikosia ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) unterzeichnet. Es handelt sich um das erste zwischen den beiden Ländern unterzeichnete Abkommen dieser Art. Das Abkommen werde zur positiven Entwicklung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen beitragen, teilte das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD, Finanzministerium) mit.

Es enthalte Bestimmungen, die weitgehend der Schweizer Abkommenspolitik auf diesem Gebiet folgten. Am 21. November 2013 war das Abkommen von den Unterhändlern paraphiert worden. Laut EFD wurde es im Anhörungsverfahren von den betroffenen Wirtschaftskreisen wohlwollend aufgenommen. Bevor der Vertrag in Kraft treten kann, muss es jedoch von beiden Staaten noch genehmigt werden.

Seit 2009 hat die Schweiz 48 Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, die den internationalen Standard in Sachen Informationsaustausch erfüllen; 38 davon sind in Kraft.

Russische Zentralbank erhöht überraschend die Zinsen

Mitten in der Ukraine-Krise hat Russlands Notenbank die Leitzinsen überraschend erhöht. Die Zentralbank in Moskau begründete die Entscheidung heute mit der Sorge vor einer anziehenden Inflation sowie geopolitischen Spannungen. Zentralbankgeld verteuert sich mit der Erhöhung um einen halben Punkt auf acht Prozent.

Bereits im März und April waren die Zinsen um insgesamt zwei Prozentpunkte angehoben worden. Die Inflationsrate war im Juni mit 7,8 Prozent weit über das Ziel der Notenbank hinausgeschossen. Sie nannte zudem die möglichen Auswirkungen der Ukraine-Krise auf den Wechselkurs als Grund für die Straffung der Zügel.

Die russische Landeswährung legte zum Dollar nach dem Entscheid leicht zu. Wegen seiner Rolle im Ukraine-Konflikt hat der Westen Russland mit Sanktionen belegt, die bereits in den vergangenen Monaten den Aktienmarkt des Schwellenlandes belasteten und zu einem Kursverfall des Rubel führten. Derzeit berät die EU über eine Verschärfung der Strafmaßnahmen. Russland wird vorgeworfen, die Separatisten im Osten der Ukraine zu unterstützen.

Chronik

Fünf Schuldsprüche im Testamentsfälscherprozess

Am Landesgericht Salzburg sind heute die Urteile in der zweiten Runde des Testamentsfälscherprozesses gefallen. Alle fünf Angeklagten wurden schuldig gesprochen. Die suspendierte Vize-Landesgerichtspräsidentin Kornelia Ratz erhielt eine höhere Strafe als vor zwei Jahren.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Pensionisten bei Werbefahrt um 13.000 Euro betrogen

Drei Vorarlberger Pensionisten sind bei einer „Ausflugsfahrt“ um insgesamt 13.000 Euro betrogen worden. Bei der Fahrt um 4,99 Euro wurden überteuerte Heilmittel verkauft. Die Betrüger gingen anschließend mit den Pensionisten direkt zur Bank zur Geldabhebung.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Pakistan: Grundbesitzer trennte Zehnjährigem Arme ab

In Pakistan hat ein Grundbesitzer einem zehn Jahre alten Buben nach einem Streit mit dessen Vater beide Arme abgetrennt. Der Mann habe die Hände des Buben gefesselt und ihm mit dem Rad einer Wasserpumpe die Arme abgetrennt, hieß es heute von der Polizei.

Zuvor hatte es zwischen dem Grundbesitzer und seinem Pächter Streit über die Reparatur eines Stromzählers gegeben. Der Mann wurde festgenommen, nachdem sich die Familie an die Medien gewandt hatte. Die Polizei hatte sich zunächst geweigert, zu ermitteln, wie ein Bezirksvertreter sagte. Der Grundbesitzer hatte demnach behauptet, der Vorfall vom Montag sei ein Unfall gewesen.

Sohn des toten „Sewol“-Reeders festgenommen

Die Polizei in Südkorea hat den Sohn des Reeders der Unglücksfähre „Sewol“ festgenommen. Yoo Dae Gyun (44) habe sich in einer kleinen Wohnung in der Stadt Yongin versteckt, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap heute. Ihm werden Korruption und Veruntreuung vorgeworfen.

Am Dienstag war die Leiche des seit Monaten verschwundenen Reeders entdeckt worden. Die staatliche Gerichtsmedizin könne die Todesursache nicht klären, da die Leiche des 73-Jährigen zu stark verwest sei, heißt es in dem Bericht.

Die Fähre „Sewol“ war am 16. April mit 476 Menschen an Bord vor der Südwestküste Südkoreas gekentert. Mindestens 292 Menschen kamen ums Leben. Noch immer gelten zwölf Insassen als vermisst. Die Reederei soll die Fähre aus Profitgier regelmäßig überladen haben.

Religion

Vatikan prüft Verkürzung von Eheannullierungen

Der Vatikan prüft laut dem Präsidenten des Päpstlichen Rats für die Interpretation von Gesetzestexten, Francesco Coccopalmerio, konkrete Schritte für eine Verkürzung von kirchlichen Ehenichtigkeitsverfahren. In einem Ehenichtigkeitsverfahren geht es um die amtliche Feststellung, ob eine gültige Ehe im katholischen Sinne besteht. Es ist derzeit der einzige Weg, eine katholische Ehe aufzulösen und noch einmal zu heiraten.

Eine Straffung könnte eine mögliche Antwort des Vatikans auf die langjährige Forderung reformorientierter Katholiken nach einer Lösung für das Problem der wiederverheirateten Geschiedenen sein.

Mehr dazu in religion.ORF.at

IT

Google erfüllt rund jede zweite Löschanfrage

Google erfüllt gut die Hälfte der Anträge von Europäern zur Löschung von Suchergebnissen aus ihrer Vergangenheit. Etwa 30 Prozent der Anfragen seien dagegen abgelehnt worden, sagte ein Google-Sprecher heute und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. In rund 15 Prozent der Fälle habe man die Internetnutzer um zusätzliche Informationen gebeten.

91.000 Anträge bisher

Google erhielt nach eigenen Angaben bis Mitte Juli insgesamt 91.000 Anträge zur Entfernung von 328.000 Links aus Suchergebnissen. Der Internetkonzern macht keine Angaben dazu, wie viele der Anträge bereits abgearbeitet wurden. Google nannte die neuen Zahlen zum Stichtag 18. Juli am Donnerstag bei einem Treffen mit europäischen Datenschützern in Brüssel.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte Mitte Mai entschieden, dass Europas Bürger Google dazu verpflichten können, Links zu unangenehmen Dingen aus ihrer Vergangenheit aus dem Netz verschwinden zu lassen. Die Informationen selbst müssen von den Urhebern nicht entfernt werden. Nur die Verweise auf die Inhalte tauchen dann nicht mehr in der Google-Suche auf. Google schaltete Ende Mai ein Onlineformular frei, über das man die Löschung der Links beantragen kann. Auch für Microsofts Suchmaschine Bing gibt es inzwischen ein Löschformular.

Kultur

„Drachenzähmen“ punktet mit neuer Animationstechnik

Teil eins hat weltweit ein Millionenpublikum ins Kino gelockt, Teil zwei bereits im englischsprachigen Raum für Furore gesorgt: Hicks ist zurück - in „Drachenzähmen leicht gemacht 2“. Gemeinsam mit Drachen kämpfen die Wikinger gegen einen Feind von außen.

Was den Inhalt betrifft, sprechen Kritiker von für Comicfilme üblicher Gut-Böse-Schwarzweißmalerei. Mit viel gutem Willen kann man aber in dem Film auch eine Reflexion über erodierende Familienverhältnisse und sich wandelnde Rollenbilder erkennen. Wirklich beeindruckend ist jedenfalls eine neue Generation von Animationstechnik.

Mehr dazu in Tüfteleien für die Familientherapie

ImPulsTanz: Meg Stuart und das Zappelphilipp-Syndrom

Die amerikanische Tänzerin und Choreografin Meg Stuart hat mit ihrer Company Damaged Goods mit „Sketches/Notebook“ ein quasi improvisiertes Performance-Stück im MuseumsQuartier zur österreichischen Erstaufführung gebracht. Mit ihren unfertigen Skizzen geht sie dabei auf volles Risiko - nichts an diesem Abend ist vorhersehbar, wie sich am gestrigen Premierenabend zeigen sollte.

Mehr dazu in news.ORF.at/festspielhighlights

Uma Thurman und Daniel Brühl in Film über Koch

Hochkarätige Zutaten für den kulinarischen Streifen „Adam Jones“: Uma Thurman (44) wird Hauptdarsteller Bradley Cooper (39) in dem Film über einen exzentrischen Chefkoch in Paris Gesellschaft leisten. Wie die Branchenblätter „Variety“ und „Hollywood Reporter“ berichteten, spielen auch Daniel Brühl, Sienna Miller, Emma Thompson, Jamie Dornan und Omar Sy mit.

Nach dem Drehstart in New Orleans in diesem Monat sollen die Dreharbeiten in London fortgesetzt werden. Cooper mimt den ehemaligen Starkoch, der nach einer beruflichen Pleite auf einen weiteren Michelin-Stern aus ist. Regie führt John Wells („Im August in Osage County“, „Company Men“) nach einem Drehbuch von Steven Knight („Tödliche Versprechen“, „No Turning Back - Locke“).

Science

Wie die Quantenphysik auf die Socken kam

Reinhold Bertlmann ist in der Fachgemeinde nicht nur wegen seiner wissenschaftlichen Beiträge bekannt, sondern auch wegen seines exzentrischen Kleidungsstils. In einem ORF-Interview erklärt der Wiener Physiker, was seine bunten Socken mit der Quantentheorie zu tun haben: ein Gespräch über Einstein, geisterhafte Fernwirkungen und die Realität von Quanten.

Mehr dazu in science.ORF.at

Lesebegabte Kinder werden klüger

Lesen macht Kinder intelligent - insgesamt, und nicht nur sprachlich, zeigt eine englische Studie. Kinder, die in jungen Jahren ihre Lesefähigkeit verbessern, seien auch später die besseren Denker.

Mehr dazu in science.ORF.at