Ausland

USA werfen China Provokation im japanischen Luftraum vor

Die USA haben China eine Provokation im Luftraum über Japan vorgeworfen. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums näherte sich dort kürzlich ein chinesisches Kampfflugzeug einer US-Aufklärungsmaschine bis auf eine Entfernung von etwa neun Metern.

Ein Vertreter des US-Präsidialamts nannte den Vorgang gestern vor Journalisten eine „ausgesprochen besorgniserregende Provokation“. „Wir haben unser Missfallen über eine solche Aktion direkt der chinesischen Regierung mitgeteilt“, sagte er.

Der Vorfall ereignete sich demnach schon am Dienstag östlich der chinesischen Insel Hainan. Das US-Aufklärungsflugzeug sei auf einer Routinemission gewesen. Der chinesische Kampfjet sei jeweils einmal unter der US-Maschine, direkt vor ihr und dann neben den Flügelspitzen geflogen. Bei einem Schwenkmanöver habe der Pilot zudem demonstrativ seine Bordwaffen zur Schau gestellt.

Mexiko: Neue Polizeitruppe gegen Verbrechersyndikate

Die mexikanische Regierung schickt eine neue Polizeitruppe in den Kampf gegen die mächtigen Verbrechersyndikate des Landes. Die Gendarmerie soll die wirtschaftlichen Aktivitäten in den besonders von der organisierten Kriminalität betroffenen Regionen schützen.

Bei einer Zeremonie heute in Mexiko-Stadt legten die 5.000 Beamten ihren Amtseid ab. Sie gehören zur Bundespolizei, sind militärisch ausgebildet und unterstehen dem Innenministerium.

Bereits während des Wahlkampfs 2012 hatte der heutige Präsident Enrique Pena Nieto die Gendarmerie angekündigt. Ursprünglich war eine Truppe von 40.000 Polizisten geplant, die die im Inneren eingesetzten Einheiten von Marine und Heer ablösen sollte. Zuletzt wurde die Mannstärke immer weiter reduziert und ihr Aufgabengebiet neu definiert.

Vierjähriger getötet: Netanjahu kündigt Vergeltung an

Nach dem Tod eines vierjährigen israelischen Kindes durch einen Granatenangriff aus dem Gazastreifen hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu harte Vergeltungsschläge angekündigt.

Die radikalislamische Hamas werde einen „hohen Preis für diesen Angriff zahlen“, zitierte Netanjahus Sprecher Ofir Gendelman den israelischen Regierungschef gestern im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Armee und der Geheimdienst Schin Beth würden ihre Angriffe auf die Hamas im Gazastreifen intensivieren, bis das Ziel des Militäreinsatzes „Schutzlinie“ erreicht sei, hieß es weiter.

Tote auf beiden Seiten

Der Vierjährige war am Nachmittag bei einem Granatenangriff in Südisrael getötet worden. Das aus dem Gazastreifen abgefeuerte Geschoß schlug nach Angaben der Armee in der Nähe eines Kindergartens in Sdot Negev ein. Die Zahl der zivilen israelischen Todesopfer im jüngsten Gaza-Konflikt stieg damit auf vier.

Auch im Gazastreifen gab es am Freitag erneut Tote bei israelischen Luftangriffen. Mindestens fünf Palästinenser wurden bei Angriffen in Deir al-Balah und Nusseirat getötet, wie die örtlichen Rettungskräfte mitteilten. Beide Orte liegen im Zentrum des Küstenstreifens.

Seit dem 8. Juli wurden mindestens 2.092 Palästinenser und 68 Israelis getötet. Die UNO schätzt den Anteil der zivilen Opfer unter den Palästinensern auf 70 Prozent. Die israelische Armee erklärt hingegen, bei 40 bis 50 Prozent der Getöteten handele es sich um bewaffnete Kämpfer.

170 Bootsflüchtlinge vor Libyens Küste verschollen

Vor der Küste Libyens sind 170 Flüchtlinge aus Afrika vermisst gemeldet worden, die offenbar mit dem Boot nach Europa übersetzen wollten.

Ihr Holzboot sei nahe der Ortschaft Guarakusi, die 60 Kilometer östlich von Tripolis liegt, gekentert, teilte die libysche Küstenwache gestern mit. Im südlichen Mittelmeer ertrinken immer wieder Flüchtlinge, die mit wenig seetüchtigen Booten die gefährliche Überfahrt nach Europa wagen.

Knapp 600 syrische und palästinensische Bootsflüchtlinge haben zuvor die italienische Küste erreicht. Die Marine brachte die Menschen, darunter Hunderte Frauen und Kleinkinder, im sizilianischen Augusta an Land. Eine weitere Gruppe Migranten kam in Marzamemi auf der Insel an. Ihre Boote waren über das Hilfsprogramm „Mare Nostrum“ vor Sizilien gesichtet worden, berichtete die Marine.

Rund 70 Tote bei Anschlag auf Moschee im Irak

Im Irak sind bei einem Angriff auf eine sunnitische Moschee nach Angaben der Sicherheitsbehörden etwa 70 Menschen getötet worden. Bewaffnete hätten gestern in dem Gebetshaus das Feuer eröffnet. Augenzeugen berichteten von noch mehr Todesopfern. Der Anschlag ereignete sich in der Provinz Dijala im Osten des Landes, wo vom Iran ausgebildete Schiitenmilizen mächtig sind.

Angriff offenbar durch schiitische Miliz

Laut dem arabischen Nachrichtensender al-Arabija handelte es sich bei den Tätern um Kämpfer einer schiitischen Miliz. Sie hätten sich für einen Sprengstoffanschlag rächen wollen. Das irakische Nachrichtenportal al-Mada berichtete unter Berufung auf die Polizei, bei der Explosion in derselben Region seien vier Kämpfer einer schiitischen Miliz getötet worden. Laut al-Arabija gab es nach dem Angriff außerhalb der Moschee Zusammenstöße.

Kämpfer der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben weite Teile des Nordirak unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein „Kalifat“ ausgerufen. Im Irak schwelt seit langem der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten.

Inland

Dschihadisten in Ö: Behörden „nehmen Lage sehr ernst“

„Wir nehmen die Lage in Österreich seit Jahren sehr ernst“. Das sagte der Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, heute in der ZIB2 bezüglich einer möglichen von Dschihadisten ausgehenden Gefahr. Man wisse, dass es sich um „eine sehr kleine Gruppe“ innerhalb der Muslime handle.

Bei den für eine Radikalisierung empfänglichen Muslimen handle es sich vorwiegend um junge Männer ohne Perspektiven. Die meisten von ihnen seien sozial benachteiligt und Schulabbrecher, so Kogler. Man wolle eine „Hysterie“ vermeiden, sagte er. Der Großteil der Muslime hierzulande führe ein „geordnetes“ Leben und habe damit nichts zu tun.

Behörden wollen mehr Befugnisse

Bisherigen Erkenntnissen zufolge wisse man, dass es ein Netzwerk von Radikalisierten in Österreich gebe. Es bestehe aus „mehreren Zellen“, die „nicht hierarchisch“, aber „miteinander verwoben“ seien, sagte Kogler. Der Polizei fehlten aber „die Befugnisse, um auf die Kommunikation zuzugreifen“, bedauerte Kogler und sprach sich für eine entsprechende Erweiterung der Befugnisse aus.

Beim Umgang mit Rückkehrern aus den Kampfgebieten arbeite man auf mehreren Ebenen: Zum einen gebe es eine Befragung durch die Behörden. Diese machten dann eine „Gefährdungseinschätzung“ der Person, zudem setze man eine „Aufhellung des Umfelds“ um, so Kogler. Die Behörden arbeiteten hier auch eng mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) zusammen.

Sparen beim Heer: Klug im Clinch mit Spindelegger

Der von Misstrauen und gegenseitigen Vorwürfen gebeutelten Koalition steht neuer Unfrieden ins Haus. Im Ö1-Morgenjournal warnte Finanzminister Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) davor, „das Heer nicht auszuhungern“, und nahm Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) in die Pflicht, Reformpläne zu präsentieren.

Dessen Replik ließ nicht lange auf sich warten: Der Vizekanzler habe beim Bundesheer „einiges an Kopfschütteln“ ausgelöst, so Klug. Die Schuld für die Misere des Heeres sieht der Verteidigungsminister auch nicht bei sich, sondern beim Finanzminister. Laut Klug kann die Armee mit den momentanen Mitteln nicht länger finanziert werden.

Mehr dazu in „Am Boden des Fasses angekommen“

Vorarlberg: Hohe Zustimmung für SPÖ-Chef

Beim Landesparteitag der Vorarlberger SPÖ wurde gestern Michael Ritsch als Parteichef bestätigt. Die Delegierten wählten ihn mit 99,1 Prozent der Stimmen als SPÖ-Landesvorsitzenden wieder.

Damit handelt es sich beim vierten Antritt um sein bestes Ergebnis. Beim ersten erhielt Ritsch 97 Prozent, beim letzten Mal hatten sich bloß 92 Prozent für Ritsch entschieden. Der Parteitag ist gleichzeitig auch der Auftakt zur heißen Wahlkampfphase in Vorarlberg.

Ritsch versuchte die Basis beim Parteitag zu motivieren. Er appellierte innig an die Delegierten, die letzten vier Wochen bis zum Urnengang zu laufen, damit sich die einstelligen Prognosen für die SPÖ nicht bewahrheiten mögen.

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FPÖ zielt auf 30 Prozent

Die FPÖ versuchte ihrerseits mit dem „Schreckgespenst“ einer schwarz-grünen Koalition bei ihren Anhängern für Stimmung zu sorgen. Sie startete in Hohenems, dem Heimatort von Parteichef Dieter Egger, in die intensive Phase des Landtagswahlkampfs.

Die FPÖ starte mit 25 Prozent auf einem „sehr hohen Niveau“, so Egger weiter, die Partei habe aber alle Voraussetzungen „ordentlich in Richtung 30 Prozent zu erhöhen“. Die FPÖ brauche ein kleines Plus, als Signal der Wähler für Regierungsverantwortung.

AMS-Chef für altersabhängiges Beitragssystem bei Pensionen

AMS-Chef Johannes Kopf schlägt eine Verschiebung der Beitragslast für die Pensionsversicherung vor, um die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer zu fördern. Konkret will Kopf erreichen, dass die Pensionsbeiträge junger Arbeitnehmer zur Gänze vom Arbeitgeber bezahlt werden, jene der Älteren (fast) zur Gänze vom Arbeitnehmer.

Kopf sieht seinen, in einem Gastkommentar für den „Standard“ (Wochenendausgabe) vorgebrachten Vorschlag als Beitrag gegen Altersarbeitslosigkeit und begründet ihn mit der steilen Lebenseinkommenskurve, also den stark steigenden Gehältern der älteren Arbeitnehmer. Deshalb schlägt Kopf vor, die Pensionsbeiträge - derzeit zwischen Arbeitnehmer (10,25 Prozent des Einkommens) und Arbeitgeber (12,55 Prozent des Einkommens) aufgeteilt - künftig nach Alter zu staffeln.

Lebensverdienstkurve würde flacher

Seinem Vorschlag entsprechend müssten die Arbeitgeber für ihre jüngeren Mitarbeiter die gesamten Pensionsbeiträge (also volle 22,8 Prozent) bezahlen. Jüngere hätten damit netto mehr Gehalt, ihre Beschäftigung wäre für die Firmen aber teurer. Mit steigendem Lebensalter (und entsprechend steigendem Bruttoeinkommen) würde sich die Beitragslast dann zulasten der Arbeitnehmer verschieben, die ab einem bestimmten Punkt fast den gesamten Beitragssatz - nämlich 20,5 Prozent - selbst bezahlen müssten.

Ältere Arbeitnehmer hätten also netto weniger Gehalt als im jetzigen System, ihre Beschäftigung wäre für die Unternehmen aber günstiger. Für die Pensionsversicherung wäre die Umschichtung aufkommensneutral. Die Lebensverdienstkurve würde damit de facto flacher.

Sport

Fußball: Leipzig-Legionär Hoheneder schwer verletzt

Niklas Hoheneder vom deutschen Zweitligisten RB Leipzig hat beim 1:0-Heimsieg gegen Erzgebirge Aue für bange Momente gesorgt. Der Österreicher prallte unglücklich mit dem Kopf auf den Rasen und blieb regungslos liegen. Der 26-Jährige wurde vom Feld getragen und ins Krankenhaus gebracht, dort wurde eine schwere Stauchung der Halswirbelsäule diagnostiziert. Die Verletzung Hoheneders überschattete den Erfolg der Leipziger, die vorerst die Tabellenführung übernahmen.

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Fußball: LASK stürzt Liefering von Erste-Liga-Spitze

Der LASK hat dem FC Liefering in der siebenten Runde der Ersten Liga die erste Saisonpleite zugefügt und die Salzburger damit von der Tabellenspitze gestürzt. Neuer Leader ist allerdings Mattersburg, das sich gegen den FAC durchsetzte und vor den punktegleichen Salzburgern und Linzern liegt. Wacker Innsbruck siegte in St. Pölten und verdrängte die Niederösterreicher damit von Rang vier. Horn gewann in Lustenau, Kapfenberg beim Schlusslicht Hartberg.

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Ski alpin: Hirscher für kommende Saison guter Dinge

Gesamtweltcup-Sieger Marcel Hirscher steigt nach fast fünf Monaten Schneepause wieder auf die Ski. Der Salzburger, der gestern zum Training nach Feuerland aufbrach, verzichtete heuer auf Speed-Einheiten und bereitet sich in Übersee auf die neue Saison vor, in der im Februar mit der WM in Vail/Beaver Creek der große Höhepunkt auf dem Programm steht. Hirscher peilt aber nicht nur eine Medaille in den USA an, sondern will vor allem seinen vierten Weltcup-Gesamtsieg holen. „Prinzipiell bin ich gesund, und es geht mir gut. Von dem her spricht also nichts dagegen“, gab sich der 25-Jährige zuversichtlich.

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Wirtschaft

Vergleich in Hypothekenstreit kostet Goldman 3,15 Mrd. Dollar

Im Streit über fragwürdige Hypothekenpapiere hat Goldman Sachs eine milliardenschwere Einigung mit der zuständigen US-Aufsichtsbehörde bekanntgegeben. Der Vergleich habe ein Volumen von 3,15 Milliarden Dollar, teilte die Großbank gestern mit.

Sie kündigte an, hypothekenbesicherte Wertpapiere zurückzuerwerben, die sie in den Jahren 2005 bis 2007 an die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verkauft hatte. Die Behörde FHFA hatte Goldman vorgeworfen, die zugrundeliegenden Hypotheken hätten zum Teil eine deutlich schlechtere Kreditqualität gehabt als ausgewiesen.

Bereits im Februar hatte sich Morgan Stanley mit der Federal Housing Finance Agency (FHFA) auf einen Vergleich verständigt. Klagen der Behörde standen noch gegen Goldman Sachs sowie HSBC, Nomura und die Royal Bank of Scotland aus.

Neue Pilotenstreiks bei Lufthansa angekündigt

Bei der Lufthansa drohen neue Streiks der Piloten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit teilte gestern Abend in Frankfurt mit, dass die Verhandlungen zur Übergangsversorgung mit der Lufthansa gescheitert seien.

Die Gewerkschaft habe daraufhin weitere Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen, „mit denen ab sofort gerechnet werden muss“. Die genauen Termine würden der Öffentlichkeit jeweils vorab bekanntgegeben, hieß es weiter.

Die Vereinigung Cockpit fordert für die 5.400 Piloten mehr Geld und vor allem die Beibehaltung der betriebsinternen Frührente. Die Lufthansa hingegen will die Frührente neu regeln, da die derzeitige Finanzierung allein durch den Konzern langfristig ruinös sei.

WTO verurteilt Importschranken in Argentinien

Weiteres Ungemach für Argentinien: Die Importbeschränkungen der zweitgrößten Volkswirtschaft Südamerikas verstoßen gegen die Regeln des internationalen Handels. Das befand gestern ein Schiedsgericht der Welthandelsorganisation WTO in Genf.

Die Europäische Union, die USA und Japan hatten 2012 Klage eingereicht, nachdem die Regierung von Staatschefin Cristina Fernandez de Kirchner die automatischen Einfuhrlizenzen durch bürokratisch gebremste Importerklärungen ersetzte. Die argentinische Regierung wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Argentinien kann Berufung gegen den WTO-Schiedsspruch einlegen, bevor die Kläger bei der WTO die Freigabe von Gegenmaßnahmen beantragen dürfen. Das Land streitet bereits wegen seiner Staatsanleihen mit einem US-Hedgefonds, zudem fiel das Land zuletzt in eine Rezession.

Fed-Chefin Yellen will Zinsen nicht überhastet anheben

Die Chefin der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Janet Yellen, hat vor einer überhasteten Zinswende gewarnt. Eine solche könne zu einem Hemmschuh auf dem Weg zu einer vollständigen Erholung des Arbeitsmarkts werden, sagte sie gestern auf dem internationalen Zentralbankertreffen in Jackson Hole in den USA. Noch immer sei nicht klar, wie weit etwa der Arbeitsmarkt davon entfernt sei, seine Ressourcen voll auszuschöpfen.

Es gebe „kein einfaches Rezept“ für eine angemessene Geldpolitik, betonte Yellen. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt in den USA bei 6,2 Prozent. Mit einer Zinserhöhung rechnen Finanzexperten erst für Mitte nächsten Jahres. Die Fed hält den Schlüsselzins bereits seit Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. Allerdings wollen die USA ihre Stützungskäufe für Anleihen im Oktober beenden.

Chronik

13-jähriger Portugiese soll sieben Waldbrände gelegt haben

Ein 13-jähriger Bub steht in Portugal im Verdacht, sieben verheerende Waldbrände gelegt zu haben. Bei den Feuern im Sommer 2013 im Zentrum des Landes waren riesige Wald- und Grünflächen vernichtet worden. Ein Feuerwehrmann wurde von den Flammen eingeschlossen und getötet. Mehrere Siedlungen gerieten in Gefahr.

Die Kriminalpolizei hatte wegen insgesamt zwölf großer Brände in der Gegend von Covilha ermittelt. Bei sieben Feuern gebe es eindeutige Hinweise, dass der 13-Jährige der Brandstifter gewesen sei, teilten die Ermittler gestern mit.

Eifriger Helfer bei Brandlöschung

Der Bub habe sich aus verschiedenen Motiven an den Eigentümern der Ländereien rächen wollen. „Außerdem habe er damals durch den Tod seines Vaters jeden Halt im Leben verloren“, sagte der Kommissar Jose Monteiro der Zeitung „Publico“ (Onlineausgabe).

Die Polizei kam dem mutmaßlichen Brandstifter auf die Spur, weil dieser im Kampf gegen die Flammen besonders eifrig geholfen hatte. In einem Fall habe er mitten in der Nacht wegen eines Feuers Alarm geschlagen und den Löschmannschaften den günstigsten Weg zum Brandgebiet gezeigt, sagte der Beamte.

Justiz prüft Organtransplantationen in Deutschland

Deutschland hat möglicherweise einen neuen Organspendeskandal: Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Totschlags gegen das Deutsche Herzzentrum, eine der weltweit führenden Kliniken zur Behandlung von Herzkranken.

Es gehe um den Verdacht, dass die Wartelisten für Herztransplantationen manipuliert wurden, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Martin Steltner. Ermittelt werde, ob Patienten auf der Liste bevorzugt wurden, während andere nach hinten rutschten und damit in Lebensgefahr gerieten.

Geprüft werde auch, ob Patienten wegen möglicher Manipulationen starben. Das Herzzentrum, eines der größten in Europa, hatte sich selbst an die Ermittler gewandt. „Wir haben bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet“, sagte Sprecherin Barbara Nickolaus.

10.700 Patienten warten auf Spenderorgan

Nach dem Organspendeskandal von 2012 - damals waren Wartelisten manipuliert worden - wurde eine Prüf- und Überwachungskommission eingesetzt. Jeder Patient, der auf eine Organspende wartet, wird in einer bundesweiten Liste geführt. Das soll sicherstellen, dass gespendete Organe nur nach medizinischer Notwendigkeit vergeben werden.

In Deutschland warten etwa 10.700 schwer kranke Menschen auf ein Spenderorgan. Alle acht Stunden stirbt nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation einer von ihnen, weil kein Organ rechtzeitig zur Verfügung steht.

Gesundheit

WHO will mehr Hilfe für Ebola-Opfer

Als Reaktion auf die Ausbreitung der Ebola-Epidemie wollen die Vereinten Nationen (UNO) die Hilfe in den betroffenen Gebieten deutlich ausweiten.

Zusätzliche internationale Experten und Helfer sollen nach Liberia geschickt werden, um die dortigen Gesundheitseinrichtungen zu unterstützen, sagte UNO-Ebola-Koordinator David Nabarro in der liberianischen Hauptstadt Monrovia. Zudem sollen zusätzliche Krankenbetten geliefert werden. In einigen Teilen Liberias, darunter in Monrovia, sei die Gesundheitsversorgung praktisch zum Erliegen gekommen.

Opferzahl erneut gestiegen

Die Zahl der Ebola-Todesfälle in Westafrika ist in den vergangenen Tagen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erneut deutlich gestiegen. Am 19. und 20. August seien aus den vier betroffenen Ländern Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone 77 neue Todesfälle gemeldet worden, teilte die WHO in Genf mit.

Nach offiziellen Angaben sind damit bisher 1.427 Menschen durch die Epidemie ums Leben gekommen. WHO-Experten gehen allerdings seit längerem davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer bei Ebola-Opfern gibt. Wie viele Menschen in der Region bis jetzt an dem Virus gestorben sind, ist offenbar kaum abzuschätzen. Die WHO geht davon aus, dass die Bekämpfung der Ebola-Epidemie noch mehrere Monate lang dauern kann.

Religion

Schweizer Polizist postum für Judenrettung geehrt

Weil er Tausenden Juden die Flucht vor den Nazis ermöglichte, ist ein Schweizer Polizist postum rehabilitiert worden. „Paul Grüninger sollte uns allen ein Vorbild sein“, sagte der St. Gallener Justiz- und Polizeidirektor. In den Jahren 1937 bis 1939 ermöglichte er bis zu 3.000 Juden die Flucht in die Schweiz. Indem er das Datum ihrer Einreise fälschte, umging er die verschärften Einwanderungsvorschriften.

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Kultur

Salzburger Festspiele: Aschenputtel flieht aus der Prolo-Hölle

Wenn Aschenputtel unter Prolo-Schwestern leidet und ihr Prinz in der Palace-Bar residiert, darf man auch in der Oper herzlich lachen. Steht dann auch noch Cecilia Bartoli auf der Bühne, darf man von der Schönheit der Musik ergriffen sein. Gioachino Rossinis „La Cenerentola“ erfüllt im Finale der Salzburger Festspiele gleich beide Bedingungen - mit einer brillanten Besetzung, inszeniert mit feinem und bösem Humor.

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Medien

„Spiegel“-Gesellschafter unterstützen Neuausrichtung

Der Chefredakteur des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, Wolfgang Büchner, kann die Verzahnung von Print und Digital weiter fortsetzen.

Das mit der Geschäftsführung aufgesetzte Projekt, das unter dem Namen „Spiegel 3.0“ bekanntgeworden ist, finde die Unterstützung aller Gesellschafter, teilten diese gestern Abend in Hamburg mit. Am Spiegel-Verlag sind die Gesellschafter der Mitarbeiter KG (50,5 Prozent), Gruner + Jahr (25,5 Prozent) sowie die Augstein-Erben beteiligt.

Sie begrüßten es laut Mitteilung, dass Chefredaktion und die Geschäftsführung das Projekt in „enger Zusammenarbeit“ mit den Redaktionen des Magazins und des Nachrichtenportals verwirklichen wollen, „sowohl was die Umsetzung als auch was den Zeitablauf angeht“. Weitere Details wurden nicht genannt.

Zuvor hatten Ressortleiter gegen Büchner aufbegehrt und sich bei Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe gegen eine weitere Zusammenarbeit mit ihm ausgesprochen. Büchner wollte seinerseits die Besetzung der Ressortposten in den nächsten zwei Jahren ausschreiben lassen. Sie sollen jeweils für Online und Print verantwortlich sein.

Lifestyle

Was mit Urlaubsfotos passiert

Fast jeder kommt mit vielen Fotos aus dem Urlaub zurück. Bis dahin sind bereits einige davon ins Netz gestellt, Strand und Hotelpool schon allen Zuhausegebliebenen unter die Nase gerieben worden. Doch den ganzen Bildern, die man nicht einmal selbst für interessant genug gehalten hat, droht die ewige Verborgenheit - schlimmstenfalls abgelegt auf einer Festplatte.

Und auch auf Facebook hochgeladene Motive verlieren sich nach Monaten bzw. Jahren in der Timeline. Innerhalb der vergangenen Jahre haben sich die Anforderungen generell verändert - die Hersteller von Digitalkameras registrierten die Trends relativ spät.

Mehr dazu in „Liebe Grüße von hier“