Ausland

Trauerfeier für ermordeten Nemzow in Moskau

In Moskau nehmen Freunde und Weggefährten heute Abschied von dem ermordeten Kreml-Kritiker Boris Nemzow. In den Räumen der Menschenrechtler vom Sacharow-Zentrum ist zunächst eine Trauerfeier geplant. Am Nachmittag soll Nemzow dann auf dem Moskauer Prominentenfriedhof Trojekurowo beigesetzt werden. Zu der Beerdigung wird auch der litauische Außenminister Linas Linkevicius erwartet.

Der Mord hatte international für Entsetzen gesorgt. Der 55-jährige Nemzow war Freitagabend mit vier Schüssen in den Rücken in Kreml-Nähe getötet worden. Putin sagte zu, alles für die Aufklärung des „zynischen Mordes“ zu tun. Zu einem Trauermarsch für den früheren Vizeregierungschef im Zentrum von Moskau waren am Sonntag Zehntausende Menschen gekommen.

Mehreren Politikern Einreise verweigert

Moskau verweigerte dem polnischen Senatspräsidenten und ehemaligen Solidarnosc-Mitglied, Bogdan Borusewicz, die Einreise als Reaktion auf die von der Europäischen Union verfügten Strafmaßnahmen gegen die Sprecherin des russischen Oberhauses, Valentina Matwijenko. Auch die lettische Abgeordnete des Europaparlaments für die konservative Europäische Volkspartei (EVP), Sandra Kalniete, wurde am Moskauer Scheremetjewo-Flughafen abgewiesen. Sie selbst führte das auf ihre scharfe Kritik an Russlands Ukraine-Politik und ihre Rolle als „Feindin Russlands“ zurück, auf die sie „stolz“ sei.

Nemzows Lebensgefährtin darf nicht ausreisen

Auch drei Tage nach dem Mord an Nemzow wird dessen ukrainische Lebensgefährtin dort gegen ihren Willen weiter festgehalten. Die 23-jährige Ganna Durizka, die Augenzeugin des Verbrechens wurde, sagte gestern, sie habe der Polizei bereits alles gesagt, was sie wisse.

Durizka sagte dem russischen Oppositionssender Doschd, sie sei nicht verdächtig und habe deshalb „das Recht, Russland zu verlassen“. Das Model war dabei, als Nemzow am späten Freitagabend in unmittelbarer Nähe des Kreml durch Schüsse in den Rücken getötet wurde. Die junge Frau befand sich nach eigenen Angaben derzeit in der Wohnung eines Freundes in Moskau, die sie nicht verlassen dürfe.

Der 55-jährige Nemzow war ein entschiedener Kritiker der russischen Ukraine-Politik. Er soll an einem Bericht über die Beteiligung Russlands am Krieg in der Ostukraine gearbeitet haben. Nach Angaben seines Freundes Ilja Jaschin von der Oppositionsbewegung Solidarnost verfügte er über „Beweise“ für die Präsenz russischer Soldaten in der Ukraine.

Ukraine: Merkel lädt zu weiteren Verhandlungen nach Berlin

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel hat bei einem Telefonat mit den Präsidenten Russlands, der Ukraine und Frankreichs zu neuen Verhandlungen auf Expertenebene nach Berlin eingeladen. Die Umsetzung des in Minsk vereinbarten Waffenstillstands solle am Freitag auf hoher Beamtenebene erörtert werden, teilte der Sprecher der deutschen Regierung, Steffen Seibert, mit. Bei dem ausführlichen Telefongespräch hätten die Politiker gestern von Fortschritten bei der Suche nach einer Friedenslösung für die seit Monaten umkämpfte Ostukraine gesprochen.

Die Gesprächspartner seien sich einig gewesen, dass die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eine noch stärkere Rolle bei der Beobachtung des Waffenstillstands und des Waffenabzugs spielen solle. Sie hätten die Bitte an die OSZE gerichtet, einen täglichen Bericht über die jeweils aktuellen Entwicklungen zu veröffentlichen.

Die Politiker hätten zudem die Dringlichkeit des Gefangenenaustausches und die Leistung humanitärer Hilfe hervorgehoben. So bald wie möglich sollten die in Minsk vereinbarten Arbeitsgruppen eingerichtet werden, um die weiteren noch anstehenden Aufgaben anzugehen, wie zum Beispiel die Vorbereitung der Lokalwahlen in den Regionen um Lugansk und Donezk.

Zwei Tote bei Anschlag nahe Gerichtsgebäude in Kairo

Bei einem Bombenanschlag in der Nähe des Obersten Gerichtshofes in Kairo sind gestern zwei Menschen getötet und neun weitere verletzt worden. Zwei Männer seien an ihren schweren Verletzungen gestorben, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossam Abdel Ghaffar. Unter den Verletzten seien sieben Polizisten.

Ein 22-jähriger Mann sei seinen Wirbelsäulenverletzungen erlegen, ein 24-Jähriger habe tödliche Kopfverletzungen und innere Blutungen erlitten, sagte der Ministeriumssprecher. Zuvor hatte es zunächst Verwirrung über die Opferzahlen gegeben. Die Polizei und die Nachrichtenagentur MENA berichteten zunächst von einem Toten, zogen dann aber ihre Angaben zurück.

Erst am Vortag waren bei einem Bombenanschlag nahe einem Polizeikommissariat in der ägyptischen Touristenhochburg Assuan zwei Menschen getötet worden. Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013 durch die Armee, der den jetzigen Staatschef Abdel Fattah al-Sisi an die Macht brachte, werden in Ägypten immer wieder Anschläge verübt. Diese gelten vor allem Sicherheitskräften.

Verwirrung um angeblich drittes Griechenland-Paket

Verwirrung herrscht um angebliche Gespräche über weitere Hilfen für Griechenland im Umfang von bis zu 50 Milliarden Euro. Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos sagte gestern in Pamplona, in der Euro-Zone werde derzeit über ein solches drittes Hilfsprogramm gesprochen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wies das aber prompt zurück. „Es gibt keine Gespräche darüber“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters in Berlin. Eine Sprecherin von Euro-Gruppe-Chef Jeroen Dijsselbloem äußerte sich entsprechend. Das zweite Programm endet im Juni. Was danach kommt, ist offen.

Viele Experten gehen davon aus, dass das Land weitere Hilfen benötigen wird. Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat aber wiederholt gesagt, ein drittes Paket werde es nicht geben, weil die Bürger diese Programme mit ihren verheerenden Auflagen abgewählt hätten.

Dijsselbloem bot Griechenland zuletzt neue Hilfen schon für März zur Überbrückung kurzfristiger Engpässe an. Bedingung sei aber die Umsetzung vereinbarter Reformen. Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis lehnt aber neue Darlehen zu den bisherigen Konditionen ab. Die Euro-Zone hat das zweite Programm gerade erst bis Ende Juni verlängert. Nur wenn Griechenland bis dahin einen mit den Gläubigern abgestimmten Reformplan umsetzt, hat es Anspruch auf weiteres Geld. Insgesamt geht es um 7,2 Mrd. Euro.

Netanjahu kritisiert Haltung der USA im Iran-Atomstreit

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat zum Auftakt seines US-Besuchs die Haltung der Regierung in Washington im Atomstreit mit dem Iran kritisiert. Das Abkommen, über das verhandelt werde, könne dazu führen, dass der Iran an Atomwaffen gelange. Das dürfe nicht passieren, denn dann könne das Überleben Israels gefährdet werden.

Vorgeschmack auf Rede vor Kongress

„Als Ministerpräsident Israels bin ich moralisch verpflichtet, meine Stimme im Angesicht dieser Gefahren zu erheben, solange sie noch abgewendet werden können“, sagte Netanjahu auf der Jahresversammlung der einflussreichen proisraelischen US-Lobbygruppe AIPAC. Er gab damit einen Vorgeschmack auf seine für heute geplante Rede vor beiden Kammern des US-Kongresses, die das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen ihm und US-Präsident Barack Obama zusätzlich strapaziert.

Es wird damit gerechnet, dass Netanjahu die Abgeordneten und Senatoren aufrufen wird, ein Abkommen mit dem Iran zu blockieren. In Genf wird derzeit mit Hochdruck versucht, eine Lösung des seit Jahren anhaltenden Atomstreits zu erzielen. Bis Ende März soll eine Rahmenvereinbarung erzielt werden.

Besuch sorgte für Aufregung

Die oppositionellen Republikaner, die im Kongress die Mehrheit haben, hatten Netanjahu eingeladen, ohne zuvor das Präsidialamt zu informieren. Der Protokollbruch hatte die Obama-Regierung erzürnt. Der Präsident erklärte, Netanjahu während dessen US-Besuchs nicht zu treffen. Er verwies darauf, dass in zwei Wochen in Israel Wahlen stattfänden, eine Begegnung mit Netanjahu könne als Einmischung gewertet werden.

Netanjahu betonte gleichwohl vor den AIPAC-Mitgliedern, die Beziehungen zwischen Israel und den USA seien „stärker als je zuvor“ und würden sich weiter verbessern. Die weitverbreitete Darstellung, dass das Verhältnis der beiden traditionell verbündeten Staaten bröckele, sei „schlichtweg falsch“.

Norwegen mietet Gefängniszellen in den Niederlanden

Norwegen und die Niederlande haben ein Abkommen über die Vermietung von Gefängniszellen geschlossen, mit dem Oslo die Lage in seinen überfüllten Gefängnissen entspannen will.

Genehmigung durch die Parlamente steht noch aus

Der niederländische Staatssekretär Fred Teeven und der norwegische Justizminister Anders Anundsen unterzeichneten das Abkommen am Montag im nordniederländischen Veenhuizen. Es muss nun noch von den Parlamenten beider Länder gebilligt werden. Bei einer Zustimmung könnten die ersten 242 norwegischen Häftlinge ab September ins Gefängnis Norgerhaven bei Assen gebracht werden. Insgesamt 25 Millionen Euro soll die Zellenmiete kosten.

Deal löst in beiden Ländern Kritik aus

Gegen das Abkommen gehen jedoch mindestens 17 niederländische Langzeithäftlinge vor, die Medienberichten zufolge ihre „Luxuszellen“ nicht für die Häftlinge aus Norwegen räumen wollen. „Sie wollen nicht von einem Ort zu einem anderen gebracht werden“, sagte ihre Anwältin Hettie Cremers der Nachrichtenagentur AFP. Cremers erwartet ein Gerichtsurteil bereits für Freitag. Den Medienberichten zufolge genießen die Gefangenen in Norgerhaven zahlreiche Privilegien: So dürfen sie selbst Gemüse anbauen, die Anstrichfarbe einer Zellenwand aussuchen, können täglich aus zahlreichen Sportangeboten und 55 TV-Programmen wählen.

Auch in Norwegen regt sich Widerstand gegen die geplante Verlegung: Zwar wiesen die norwegischen Behörden darauf hin, dass die Entfernung für Angehörige aus Oslo zu Haftanstalten im Norden Norwegens weiter sei als in die Niederlande. Dagegen argumentierte Hanne Hamsund, Chefin einer norwegischen Organisation von Angehörigen Gefangener, jedoch, dass das Abkommen grundlegende Rechte wie das Recht auf Nähe zur Familie verletze. Denn „nicht jeder lebt in Oslo“, sagte Hamsund. Gefangene mit Kindern sollen allerdings nicht in die Niederlande verlegt werden.

Inland

Causa Alijew: Nächste Runde im Kampf der Anwälte

Der Fall des erhängt in einem Wiener Gefängnis aufgefundenen kasachischen Ex-Botschafters Rachat Alijew beschäftigt Behörden und Anwälte weiter. Alijews Verteidiger versuchten am Montag bei einer Pressekonferenz ihren Verdacht zu untermauern, dass die offizielle Version eines Suizids nicht stimme. Sie zählten Ungereimtheiten und Ermittlungspannen auf, die teilweise bisher unbekannt waren. Gegen zwei Beamte des Bundeskriminalamtes (BK) erhoben sie Strafanzeige - wegen eines angeblichen Mailwechsels mit der Anwaltskanzlei Lansky, die die Hinterbliebenen im Fall jener Morde vertritt, die Alijew begangen haben soll. Lansky sprach von einem „Ablenkungsmanöver“.

Mehr dazu in Alijew-Anwälte zählen Pannen auf

Arbeitslosigkeit: Kein Ende des Anstiegs in Sicht

Die Arbeitslosigkeit ist im Februar im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von 5,8 Prozent erneut gestiegen. Das teilte das Sozialministerium gestern mit. Auch die Zahl der Beschäftigten stieg. Ein Ende des Anwachsens der Arbeitslosigkeit ist jedoch nicht in Sicht. Denn „insgesamt drängen mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt, als dieser aufnehmen kann“, so das ernüchternde Fazit des Sozialministeriums. Auch die Wirtschaft will nicht anspringen, wie ein zweites Quartal mit Nullwachstum in Folge zeigt. Arbeitsmarktpolitik alleine könne die Situation nicht drehen, so das Ministerium.

„Mehr, als Arbeitsmarkt aufnehmen kann“

Sport

Fußball: Juve holt Remis bei Verfolger Roma

Titelverteidiger Juventus Turin hat seinen Vorsprung in der italienischen Meisterschaft gestern Abend gehalten. Der Rekordmeister erreichte im Spitzenspiel bei der AS Roma ein 1:1 und liegt weiterhin neun Punkte vor seinem ersten Verfolger. Eine wohl endgültige Entscheidung im Titelkampf verhinderte Romas Seydou Keita, dem in der 78. Minute in Unterzahl per Kopf der Ausgleich gelang.

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Ski alpin: Fenninger setzt Siegesserie fort

Nach der Sensation in der Kombination hat Anna Fenninger beim Weltcup in Bansko den nächsten Sieg nachgelegt. Die Salzburgerin gewann gestern den Super-G und ließ sich dabei auch von einem Missgeschick nach der zweiten Zwischenzeit nicht bremsen. Am Ende setzte sich Fenninger vor Tina Maze durch und prolongierte damit auch ihre Aufholjagd im Gesamtweltcup, in dem sie nur noch 44 Punkte Rückstand auf die Slowenin hat. In der Disziplinenwertung übernahm die Doppelweltmeisterin sogar die Führung.

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Ski alpin: Hirscher hat alle Trümpfe in der Hand

In Garmisch-Partenkirchen ist Marcel Hirscher im Riesentorlauf mit 3,28 Sekunden Vorsprung auf Felix Neureuther in neue Dimensionen vorgestoßen. Der vierte Triumph im Gesamtweltcup in Serie, von dem der Salzburger nun nicht mehr weit entfernt ist, wäre auch eine historische Bestmarke.

Überhaupt werden Rekorde für den seit Montag 26-jährigen Hirscher „immer wichtiger“. Sollte der ÖSV-Star so weiterfahren, kann ihm die große Kristallkugel niemand entreißen - auch wenn Hirscher am Wochenende in Kvitfjell den Super-G auslässt.

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Wirtschaft

Einigung im Gasstreit Russland vs. Ukraine

Russland und die Ukraine haben sich in ihrem Gasstreit unter Vermittlung der Europäischen Union auf eine Verlängerung der Lieferungen bis Ende des Monats verständigt. Der Vizekommissionspräsident für die Energieunion, Maros Sefcovic, äußerte sich gestern in Brüssel „zufrieden“ über die Einigung.

Eine „vollständige Umsetzung“ der Winterlieferungen für die Ukraine und damit auch die Versorgungssicherheit der EU sei erreicht worden. Zudem sei die Fortsetzung der Verhandlungen über künftige russische Gaslieferungen vereinbart worden.

Der lange schwelende Konflikt um russische Gaslieferungen in die Ukraine war Ende Februar wieder aufgeflammt. Russland hatte damit begonnen, die großteils von prorussischen Separatisten gehaltenen Gebiete in der Ostukraine mit Erdgas zu beliefern. Die Rebellen hatten zuvor mitgeteilt, ihre Gebiete würden nicht mehr vom ukrainischen Gaskonzern Naftogas beliefert.

Streit über Bezahlung

Außer um die Versorgung selbst geht es im Streit zwischen beiden Ländern um die Bezahlung. Nach Auffassung des russischen Versorgers Gasprom muss Kiew auch für die jüngsten russischen Lieferungen in die Ostukraine zahlen. Die ukrainische Führung weigert sich und macht geltend, dass sie weder die Mengen kontrollieren noch über die Verwendung entscheiden könne. Die Region wird großteils von den prorussischen Separatisten kontrolliert. Daneben geht es noch um die Bezahlung für russische Lieferungen an die Ukraine generell.

NASDAQ erstmals seit 15 Jahren über 5.000 Punkten

An der Wall Street ist der Index der Technologiebörse NASDAQ gestern erstmals seit 15 Jahren wieder über die Marke von 5.000 Punkten gestiegen. Zudem verzeichneten der Dow-Jones-Index und der breiter gefasste S&P 500 neue Rekordhöhen, obwohl aktuelle Konjunkturdaten schlechter als erwartet ausfielen.

Der NASDAQ-Index schloss mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 5.008 Punkten, so hoch wie zuletzt im März 2000. Damals hatte er auch sein Allzeithoch von 5.132 Stellen markiert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte kletterte um 0,9 Prozent auf 18.288 Zähler, der S&P-500 um 0,6 Prozent auf 2.117 Stellen. Alle drei „Barometer“ schlossen zudem nahezu auf ihrem Tageshoch.

Chronik

H&M in Wien wegen Brandalarms evakuiert

Brandalarm ist gestern Nachmittag in einer H&M-Filiale auf der Wiener Mariahilfer Straße ausgelöst worden. Es kam zu einem kleinen Brand im Dachbereich. Der Rauch wurde dann von der Lüftung angesaugt, und die Brandmeldeanlage ging los, das Geschäft musste evakuiert werden.

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In Dornbirn (Vorarlberg) hat ein brennender Handtuchspender gestern Nachmittag für einen Großeinsatz der Feuerwehr in einer Musikmittelschule gesorgt. Das Gebäude musste evakuiert werden.

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Eurotunnel: Zugsverkehr vorübergehend eingestellt

Nach einem tödlichen Unfall ist der Zugsverkehr durch den Eurotunnel gestern vorübergehend eingestellt worden. Ein Mensch sei auf der Schnellstrecke auf britischem Boden außerhalb des Tunnels von einem Zug erfasst und getötet worden, teilte die Betreibergesellschaft Eurostar mit.

Es seien bereits 17 Zugsverbindungen gestrichen worden, weitere könnten folgen. Durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal führt die Schnellstrecke zwischen Paris und London beziehungsweise Brüssel und London.

Durch den Eurotunnel fahren im Schnitt täglich 400 Züge. Bereits im Jänner war der Verkehr zweimal vorübergehend unterbrochen worden - dabei waren ein Oberleitungsschaden beziehungsweise ein Brand in einem auf den Zügen mitfahrenden Lastwagen die Ursache.

Gesundheit

Depressionen bei Kindern: Großes Tabu

Depressionen sind eine mittlerweile vieldiskutierte Krankheit in der westlichen Gesellschaft. Weniger oder gar nicht gesprochen wird darüber, dass sie auch schon kleine Kinder treffen kann. Sie sieht bei einem Zweijährigen nur ganz anders aus als im Erwachsenenalter.

Die Depression kann sich mit scheinbar harmlosen körperlichen Symptomen tarnen. Das macht eine Diagnose sehr schwierig, wie Kinderpsychiater gegenüber ORF.at erklären. Schwierig ist aber auch, eine geeignete Versorgung für junge Patienten zu erhalten. Denn in Österreich gibt es nicht nur zu wenig Ärzte, sondern auch viel zu wenig kinder- und jugendpsychiatrische Betten.

Mehr dazu in „Jedes Alter ist depressionsfähig“

Science

Russische Jäger fanden uraltes Wollnashorn

Russische Jäger haben im Permafrostboden Sibiriens die Überreste eines kleinen, Tausende Jahre alten Wollnashorns entdeckt. Das Eis konservierte das Jungtier so gut, dass ein Auge, ein Ohr und hellbraune Wolle an dem Kadaver erhalten blieben.

Albert Protopopow von der Akademie der Wissenschaften der Teilrepublik Jakutien sprach von einem „einzigartigen Fund“. Untersuchungen, möglicherweise auch mit Hilfe aus dem Ausland, sollten das Alter und die Lebensumstände des Tieres ermitteln, sagte er gestern.

Zeitgenosse des Mammuts

Jäger hatten die Kadaverteile bereits im vergangenen September im Nordosten der Region etwa 4.500 Kilometer östlich von Moskau entdeckt und die Forscher verständigt. Nach ersten Schätzungen lebte das Jungtier in der Schlussphase des Pleistozäns, eines Zeitalters der Erdgeschichte, das etwa vor 12.000 Jahren endete. Die Wissenschaftler nannten das Wollnashorn „Sascha“ - zu Ehren eines der Finder.

Das Wollnashorn (Coelodonta antiquitatis) war ein Zeitgenosse des Mammuts und lebte einst zwischen Europa und Ostasien. Als Ursache für das Aussterben der Art gelten massive Klimaveränderungen, durch die sich auch die Nahrung der Pflanzenfresser wandelte. Experten fanden bereits mehrfach Reste von Wollnashörnern, die jedoch nicht immer gut erhalten waren oder in der Regel von älteren Tieren stammten.

Kultur

Song Contest

Leute

Bill Gates erneut Erster auf „Forbes“-Liste der Superreichen

Bill Gates steht auf der „Forbes“-Liste der reichsten Menschen der Welt erneut ganz oben. Das US-Wirtschaftsmagazin bezifferte das Vermögen des Microsoft-Gründers gestern auf 79,2 Milliarden Dollar (rund 70,7 Mrd. Euro) - ein Anstieg um rund drei Milliarden im Vergleich zum Vorjahr. Auf dem zweiten Platz folgte der mexikanische Telekommunikationsunternehmer und Mehrheitsaktionär der Telekom Austria (TA), Carlos Slim, der 77,1 Mrd. Dollar sein Eigen nennen kann.

So viele Milliardäre wie noch nie

Der US-Großinvestor Warren Buffet steigerte sein Vermögen um 14,5 Milliarden auf 72,7 Mrd. Dollar und verdrängte den Gründer der spanischen Modekette Zara, Amancio Ortega, von Rang drei. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Milliardäre den Angaben zufolge weltweit von 1.645 auf 1.826. Noch nie lebten so viele Superreiche auf der Erde. Gemeinsam verfügten sie über ein Vermögen von 7,05 Bio. Dollar, wie „Forbes“ errechnete.

Mateschitz auf Platz 116

Auf der aktuellen „Forbes“-Liste finden sich auch sieben Österreicher. Auf Platz 116 und damit als reichster Österreicher laut „Forbes“ wird Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz gelistet. Auf Rang 208 folgt Novomatic-Gründer Johann Graf und auf Rang 393 Billa-Gründer Karl Wlaschek. Heidi Horten belegt Platz 690, Helmut Sohmen 894, Wolfgang Leitner Platz 1.190 und auf 1.226 folgt Reinhold Geiger.