Euro-Partner erhöhen Reformdruck auf Griechenland
In den Verhandlungen über das zweite Hilfspaket für das hoch verschuldete Griechenland haben die Partnerländer der Euro-Zone den Reformdruck am Wochenende noch einmal erhöht. Umstritten waren vor allem die Forderungen nach Änderungen auf dem Arbeitsmarkt und einer Senkung des Mindestlohns. „Es steht auf Messers Schneide“, sagte Finanzminister Evangelos Venizelos nach einer Telefonkonferenz mit seinen Kollegen aus der Euro-Zone gestern Nachmittag. Bis heute Nacht müsse eine Einigung stehen.
Ein ranghoher Vertreter der Euro-Zone machte deutlich, dass die Geduld mit Griechenland langsam zu Ende gehe: „Es gab eine klare Botschaft an die Griechen, die in der Telefonkonferenz von allen verstanden worden ist: Genug ist genug.“ Euro-Gruppe-Chef Jean-Claude Juncker pochte ebenfalls auf einen stärkeren Reformwillen und schloss eine Staatspleite Griechenlands nicht mehr aus.
Gespräche auf zwei Ebenen
Über Griechenlands Zukunft laufen derzeit Gespräche auf zwei Ebenen: Zum einen verhandelt die Regierung in Athen mit ihren öffentlichen Geldgebern über die Bedingungen für ein zweites Hilfspaket im Umfang von voraussichtlich 130 Mrd. Euro.
Zum anderen feilt sie mit ihren privaten Gläubigern an den letzten Details eines in Grundzügen bereits vereinbarten Anleihetauschs, mit dem die Schuldenlast um 100 Mrd. Euro verringert werden soll. Erschwert werden die Gespräche durch die offenbar sehr ernüchternde Bilanz der Griechen bei der Umsetzung der bisher zugesagten Reformen.