Ausland

USA: Russland schickt Panzer in Ostukraine

Russland hat nach Angaben der US-Regierung weitere Panzerkolonnen, gepanzerte Fahrzeuge und Raketenwerfer in die Ukraine geschickt. Russische Truppen seien 50 Kilometer hinter der Grenze auf ukrainischem Boden entdeckt worden, Details des Einsatzes seien nicht bekannt, teilte das Außenministerium gestern in Washington mit.

Sprecherin Jen Psaki zeigte sich besorgt und sagte, dass der Einfall auf eine russische Gegenoffensive in den seit Wochen umkämpften Städten Donezk und Lugansk hindeute. Psaki sprach zudem - ohne Nennung näherer Details - von offenbar in der Ukraine getöteten russischen Soldaten, die zur Beerdigung zurück in ihr Heimatland gebracht worden sein sollen.

Dass Russland sich zunehmend auf den Süden der gemeinsamen Landesgrenze mit der Ukraine zu konzentrieren scheint, schürt Befürchtungen über eine möglichen Invasion der Hafenstadt Mariupol. Das ukrainische Militär hatte bereits die Vermutung geäußert, dass dort eine „zweite Front“ geschaffen werden solle. Prorussische Separatisten wie auch Moskau hatten diese Vorwürfe zurückgewiesen.

Merkel fordert Aufklärung

Ein ukrainischer Militärsprecher erklärte, insgesamt seien mehr als 100 russische Fahrzeuge im Osten der Ukraine unterwegs. Allerdings konnte der nationale Sicherheitsrat in Kiew diese Angaben am Abend nicht bestätigen. Kiew hat in der Vergangenheit schon häufiger von eingedrungenen Militärkonvois aus Russland gesprochen, dafür aber keine stichhaltigen Beweise vorgelegt.

In einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verlangte Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel Aufklärung über Berichte zur Präsenz russischer Soldaten auf ukrainischem Territorium. Russland sei aufgerufen, hierzu seinen Teil beizutragen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Merkel habe die große Verantwortung Russlands für eine Deeskalation und für eine Überwachung der eigenen Grenze unterstrichen.

Nach Angaben des Kreml fand das Telefonat auf Initiative der deutschen Regierung statt. Putin habe Merkel dabei über einen geplanten zweiten Hilfskonvoi Moskaus für das Krisengebiet informiert. Ein erster Konvoi hatte in den vergangenen Wochen einen heftigen Streit zwischen Moskau und Kiew ausgelöst.

Mittelmeer-Flüchtlinge: Neue EU-Mission geplant

Zur Unterstützung Italiens beim Umgang mit Flüchtlingen, die über das Mittelmeer kommen, will die EU eine neue Grenzschutzmission auf den Weg bringen. Das teilten EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström und der italienische Innenminister Angelino Alfano gestern nach einem Treffen in Brüssel mit.

Die Operation unter dem Namen Frontex Plus unter dem Dach der EU-Grenzschutzagentur Frontex soll laut Alfano die italienische Kontroll- und Rettungsmission Mare Nostrum ablösen. Allerdings sind sowohl die Finanzierung als auch der Umfang der Mission noch unklar. Damit Frontex-Missionen zustande kommen, müssen die EU-Staaten Material und Personal stellen.

Venezuela geht hart gegen Schmuggler vor

Angesichts der Versorgungskrise in Venezuela haben die Sicherheitskräfte ihren Kampf gegen die Schmugglerbanden an der Grenze zu Kolumbien verstärkt. In den vergangenen Wochen seien 148 Verdächtige festgenommen worden, teilte Informationsministerin Delcy Rodriguez gestern mit. Die Polizei habe über 600 Tonnen Lebensmittel und rund 400.000 Liter Treibstoff beschlagnahmt.

In Venezuela fehlt es häufig an Dingen des täglichen Bedarfs. Schmuggler verkaufen die stark subventionierten Güter im Nachbarland Kolumbien. Die linksgerichtete Regierung von Präsident Nicolas Maduro spricht von einem Wirtschaftskrieg gegen das südamerikanische Land.

Künftig sollen die Verkäufe in Supermärkten begrenzt werden. Die Opposition macht hingegen eine verfehlte Wirtschaftspolitik für die Engpässe verantwortlich und bezeichnet die geplanten Kontrollen als verfassungswidrig.

Jemen: Zehntausende fordern Regierungsrücktritt

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa haben gestern erneut Zehntausende Menschen gegen die Regierung demonstriert und deren Rücktritt gefordert. „Wir werden nicht zurückweichen, wir werden den Druck erhöhen“, riefen die Protestierenden. Vielfach wurden Flaggen der Partei des im Jahr 2011 gestürzten Staatschefs Ali Abdullah Saleh geschwenkt, der dieser immer noch vorsitzt.

In Sanaa und rund um die Stadt hatten in den vergangenen Tagen Tausende bewaffnete Anhänger der Huthi-Rebellen unter ihrem Anführer Abdulmalik al-Huthi Stellung bezogen. Von den Aufständischen gehen auch die Proteste gegen die Regierung und Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi aus. Sie fordern die Rücknahme einer Benzinpreiserhöhung und werfen der Regierung Korruption vor.

Nach Einschätzung von Experten wollen die Huthi mit ihren Protesten ihren Einfluss im Norden ausbauen und sich mehr Macht in einer künftigen Regierung sichern. Seit dem Jahr 2004 gab es bereits wiederholt Aufstände der Huthis, die sich durch die von der sunnitischen Mehrheit dominierte Zentralregierung benachteiligt fühlen. Gespräche zwischen Regierung und Rebellen zur Beilegung der Krise scheiterten am Sonntag.

Israel erwog offenbar Gaza-Wiederbesetzung

Die Wiederbesetzung von Gaza wurde von der israelischen Regierung „ernsthaft erwogen“, falls die Raketenangriffe der Hamas angedauert hätten. Die Möglichkeit bestehe nach wie vor, sagte der auch für internationale Beziehungen zuständige israelische Geheimdienstminister Yuval Steinitz laut einer Vorabmeldung gegenüber dem BBC-Interview-Format „Hardtalk“.

Steinitz betonte, er könne nicht ins Detail gehen: „Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass das ernsthaft in Erwägung gezogen wurde, und ich kann Ihnen sagen: Wenn die Hamas ihre Raketenangriffe auf Israel für weitere Wochen und Monate fortgesetzt hätte, glaube ich, dass das die einzige Alternative gewesen wäre.“

Eine unbefristete Waffenruhe im Gaza-Krieg hat bisher unterdessen Bestand. Seit Beginn der Feuerpause gestern Abend flog die israelische Armee keine Luftangriffe mehr auf Ziele im Gazastreifen. Auch auf Israel seien keine Raketen mehr abgefeuert worden, sagte eine Armeesprecherin in Tel Aviv.

Hamas nimmt erneut angebliche Kollaborateure fest

Die radikalislamische Hamas hat unterdessen laut Medienberichten im Gazastreifen 15 Personen wegen des Verdachts auf Kollaboration mit Israel festgenommen. Die Onlinezeitung Times of Israel berichtete gestern, die Verhafteten hätten sich durch Textnachrichten als Informanten Israels verraten.

Den Festgenommenen werde der Prozess gemacht. Ihnen droht die Todesstrafe. In der Vorwoche hatte die Hamas 25 Menschen wegen angeblicher Spionage getötet.

Mehr dazu in Gespräche in Kairo werden fortgesetzt

Afghanistan: Abdullah will Wahlergebnis nicht anerkennen

In Afghanistan eskaliert die Krise um die Wahl des Staatsoberhaupts. Präsidentschaftskandidat Abdullah Abdullah drohte gestern damit, das Ergebnis der Neuauszählung der bei der Stichwahl abgegebenen Stimmen abzulehnen.

„Wir haben den Überprüfungsprozess verlassen und werden nicht zurückkehren“, sagte Abdullahs Sprecher Sajed Fasl Satscharaki in Kabul. „Ergebnisse des Prozesses werden für uns nicht akzeptabel sein.“

Abdullah hatte sein Team heute von der Überprüfung der Stimmen abgezogen. Abdullah hatte die erste Wahlrunde am 5. April gewonnen, die absolute Mehrheit aber verfehlt. In der Stichwahl am 14. Juni lag dann sein Kontrahent Aschraf Ghani nach dem vorläufigen Ergebnis überraschend weit vorne.

Westen rüstet irakische Kurden gegen IS auf

Immer mehr westliche Länder beliefern die irakischen Kurden mit Waffen für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums schicken neben den USA nun auch Kanada, Kroatien und Albanien Kriegsgerät. Die deutsche Regierung entscheidet am Sonntag über Waffenlieferungen.

Die Kurden gelten derzeit als der moderateste und verlässlichste Akteur im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der harte Kern von IS wird auf bis zu 15.000 Kämpfer geschätzt. Allein im Irak sollen bis zu 7.000 IS-Milizionäre im Einsatz sein. In Syrien sollen es zwischen 3.000 und 8.000 sein.

Waffen auch aus Italien, Frankreich und Großbritannien

Italien, Frankreich und Großbritannien haben ebenfalls Rüstungslieferungen angekündigt. Als eines der ersten Länder hatte der Iran mit Waffenlieferungen begonnen, wie der Präsident der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak, Massud Barsani, in Erbil mitteilte. Dänemark will ein Herkules-Flugzeug in den Irak schicken. Dieses könnte mit leichten Waffen beladen werden, die aber nicht aus Dänemark kommen.

Die USA unterstützen die kurdischen Kämpfer seit Anfang August mit Luftangriffen gegen IS im Nordirak. Die Terrormiliz IS will ein länderübergreifendes Kalifat im Irak und Syrien errichten und hat dabei bereits zahlreiche Gräueltaten gegen Zivilisten verübt.

Tschechien liefert Munition

Auch Tschechien beschloss unterdessen die Lieferung von Munition an die Kurden im Nordirak. Die Mitte-links-Regierung entschied gestern, mehrere Millionen Patronen für Kalaschnikow-Maschinenpistolen sowie Handgranaten und Panzerabwehrwaffen bereitzustellen. Die Munition im Wert von rund 1,48 Millionen Euro werde von der US-Armee in den Irak transportiert, sagte Verteidigungsminister Martin Stropnicky laut der Agentur CTK.

Inland

RH kritisiert Fördervergaben im Familienbereich

Der Rechnungshof (RH) kritisiert in einem gestern veröffentlichten Bericht die Vergabe von Förderungen durch die Familie & Beruf Management GmbH. Diese sei ohne klare Festlegung von Förderungskriterien erfolgt. Außerdem seien Subventionen ausgezahlt worden, obwohl die Abrechnungen nicht ordnungsgemäß gewesen seien oder die Bestätigung über die widmungsgemäße Verwendung fehlte.

Administrativer Aufwand deutlich über Plan

Aufgabe der Familie & Beruf Management GmbH waren etwa Förderungen an das Institut für Familienforschung und den Gemeindebund. Insgesamt erhielt sie zwischen 2006 und 2012 knapp 20 Mio. Euro vom Bund. Neben der Fördervergabe monierte der RH, dass der administrative Aufwand der GmbH um rund 51 Prozent höher war als bei der Errichtung vorgesehen. Weiters habe man die ursprünglich vorgesehene Lukrierung von Drittmitteln nicht realisieren können.

Der Gesellschaft empfahl der RH unter anderem, die widmungsgemäße Verwendung ausbezahlter Fördermittel zu prüfen und gegebenenfalls Rückforderungen geltend zu machen. Förderungsentscheidungen sollten „nachvollziehbar und transparent“ dokumentiert werden. Dem Familienministerium schlug der RH vor zu analysieren, ob nicht die Aufgabenwahrnehmung durch das Ministerium selbst zweckmäßiger wäre.

Oberhauser: Gesundheitswesen soll solidarisch bleiben

Die designierte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) hat gestern nach einem Informationsgespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer ihre Vorhaben für ihr künftiges Ressort bekräftigt: „Das Ziel, das über allem steht, ist, dass es ein solidarisches System bleiben muss.“

Die ausgebildete Medizinerin „möchte schauen, dass aus den gesunden Kindern auch gesunde Erwachsene werden“. Auch die Situation des Personals sei ihr ein Anliegen: Wer im Gesundheitswesen arbeitet, solle auch „etwas davon haben“. Wichtig sei aber auch, dass Patientinnen und Patienten die nötige Zeit und Zuwendung bekommen.

Stöger freut sich auf neue Aufgabe

Der designierte Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) freut sich auf seine neue Aufgabe. „Es ist an mich herangetreten worden, und ich habe mich sehr gefreut, dass man mir die Aufgabe zutraut“, sagte er nach seinem Informationsgespräch bei Fischer. Über konkrete Projekte im neuen Ressort wolle er erst nach der offiziellen Amtsübernahme sprechen.

Grundsätzlich will Stöger Mobilität als Chancengleichheit und Freiheit herausheben. Er habe das Gesundheitsministerium fünfeinhalb Jahre geführt. Es habe ihn gereizt, nicht nur die Infrastruktur im Gesundheitsbereich, sondern jetzt auch im technischen Bereich zu steuern.

Vorschusslorbeeren für Oberhauser

„Für mich war es sehr wichtig, dass ich auch mitgestalten konnte, wer meine Nachfolge antritt“, sagte Stöger. Er habe in Oberhauser großes Vertrauen: „Es ist für mich die ideale Nachfolgerin.“ Stöger geht auch davon aus, dass die Regierung bis 2018 halten wird. Die ÖVP habe offenbar ihre Probleme schnell gelöst. „Ich gehe davon aus, dass mit Reinhold Mitterlehner die Koalition ihre Sacharbeit gut weiterbringen wird.“

Sport

Tennis: Thiem feiert bei US Open klaren Auftaktsieg

Dominik Thiem hat sein Debüt bei den US Open erfolgreich über die Bühne gebracht. Österreichs Nummer eins setzte sich gestern (Ortszeit) in seinem Auftaktmatch in New York gegen den Slowaken Lukas Lacko souverän in drei Sätzen durch. Der 20-Jährige, der auf der ATP-Tour zuletzt zweimal in der ersten Runde verloren hatte, war von Beginn an der Chef auf dem Platz, gab insgesamt nur acht Games ab und zog damit als einziger ÖTV-Vertreter in die zweite Einzelrunde ein.

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Champions League: Leverkusen spaziert in Gruppenphase

Was seinem Ex-Club Red Bull Salzburg verwehrt geblieben ist, ist Trainer Roger Schmidt mit seinem neuen Arbeitgeber Bayer Leverkusen ohne große Probleme gelungen. Der deutsche Bundesligist gewann gestern Abend das Play-off-Rückspiel gegen den FC Kopenhagen mit 4:0 und zog nach einem 3:2 im Hinspiel locker in die Gruppenphase ein. Härter zu kämpfen hatte Premier-League-Club Arsenal, dem gegen Besiktas Istanbul mit ÖFB-Teamspieler Veli Kavlak ein einziges Tor zum Aufstieg reichte. Nichts mit der Königsklasse wurde es indes für den SSC Napoli, dem Athletic Bilbao keine Chance ließ. Für eine Überraschung sorgte Ludogorets Rasgrad, bei denen ein Feldspieler zum Elfmeterhelden avancierte.

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Judo: Filzmoser bleibt ohne WM-Medaille

Sabrina Filzmoser hat bei den Judo-Weltmeisterschaften im russischen Tscheljabinsk ihr drittes WM-Edelmetall verpasst. Die Bronzemedaillen-Gewinnerin von 2005 und 2010 unterlag gestern nach zwei Siegen in der Klasse bis 57 kg im Kampf um den Gruppensieg der Olympiadritten Automne Pavia (FRA) durch Ippon und verlor anschließend den ersten Kampf in der Hoffnungsrunde gegen Sanne Verhagen (NED).

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Wirtschaft

Autokonzern Kia baut Werk in Mexiko

Der koreanische Autohersteller Kia baut eine Fabrik in Mexiko. Ab 2016 könnten in dem Werk nahe Monterrey im Nordosten des Landes bis zu 300.000 Fahrzeuge pro Jahr gefertigt werden, sagte Kia-Vorstandsvorsitzender Hyoung-Keun Lee gestern. Das Unternehmen investiere über eine Milliarde US-Dollar (759 Mio. Euro).

Gemeinsam mit dem Mutterkonzern Hyundai ist Kia der fünftgrößte Autobauer weltweit. Derzeit zieht es immer mehr Fahrzeughersteller nach Mexiko.

Die Unternehmen schätzen vor allem die Nähe zum wichtigen US-Markt, ein gut ausgebautes Zulieferernetz und die relativ niedrigen Lohnkosten. Zuletzt hatten auch Daimler und BMW den Bau von Fabriken in Mexiko angekündigt.

Russland plant SWIFT-Alternative

Russland bereitet den Aufbau eines eigenen Systems für den elektronischen Zahlungsverkehr vor. Hintergrund ist offenbar die Sorge, neue Sanktionen könnten das Land vom führenden Finanzdaten-Transfersystem SWIFT abschneiden. Die Regierung habe bereits ein entsprechendes Gesetz vorbereitet, erklärte gestern Vizefinanzminister Alexej Moiseew laut russischen Nachrichtenagenturen.

Es solle jedoch erst in Kraft treten, wenn klar sei, dass die Notenbank über die dafür nötige Technologie verfüge. Russland hat bereits ein eigenes nationales Zahlungssystem für Kreditkarten in die Wege geleitet, nachdem MasterCard und Visa wegen der Sanktionen Geschäfte mit einigen russischen Banken eingestellt hatten.

SWIFT ist das größte Netzwerk für den weltweiten Austausch von Finanzdaten und hat seinen Hauptsitz in Belgien. Die Abkürzung steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. Der 1973 gegründete Verband sorgt dafür, dass Mitgliedsbanken rund um den Globus Geschäfte über ein einheitliches Telekommunikationsnetz, das SWIFT-Netz, machen können. Dazu zählen etwa Überweisungen an ein ausländisches Institut. An das Netz sind mehr als 10.000 Finanzinstitute angeschlossen.

Chronik

US-Kampfjet in Virginia abgestürzt

Ein Kampfjet des US-Militärs ist gestern über dem Shenandoahtal im Bundesstaat Virginia abgestürzt. Der Verbleib des Piloten sei unklar, teilte die Luftwaffe mit.

Bevor der Kontakt abgerissen und die Maschine des Typs F-15C abgestürzt sei, habe der Pilot noch einen Notruf abgesetzt. „Wir hoffen, dass es dem Piloten gut geht“, teilte Kommandeur James Keefe mit. Das Flugzeug war auf dem Weg zu Wartungsarbeiten am System und hatte den Angaben zufolge keine Waffen an Bord.

Rätselhaftes Schiffsunglück vor Grönland: Tote gefunden

Nach einem rätselhaften Schiffsunglück vor Grönland sind an der Westküste der Insel vier Leichen aufgetaucht. Die Toten seien nahe der Disko-Bucht am Ufer entdeckt worden, teilte die Polizei gestern mit. Tags zuvor hatte ein Radiosender den Notruf eines nicht näher identifizierten Schiffes empfangen. Das Schiff sinke, lautete die Botschaft.

„Das Wetter war ziemlich schlecht“, sagte ein Polizeisprecher. Zum Zeitpunkt des Notrufes habe es geregnet und gestürmt. Die Suche nach dem Havaristen, an der sich ein Hubschrauber und mehrere Boote beteiligten, blieb bisher erfolglos. Um was für ein Schiff es sich handelte und ob noch weitere Menschen an Bord waren, ist nicht bekannt. Die Polizei versucht nun, die Toten zu identifizieren.

Ein Sechser bei Lotto „6 aus 45“

Nach der heutigen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ kann sich ein Mitspieler über die sechs Richtigen und damit 3.190.329,10 Euro freuen.

Es wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

6 7 8 15 37 44 Zusatzzahl 39

Beim Joker heißt es unterdessen Jackpot - im Topf für die nächste Runde liegen 211.385,90 Euro.

Die aktuelle Jokerzahl lautet:

6 0 0 3 6 8

Alle Angaben ohne Gewähr

IT

FBI verdächtigt Russland wegen Hacker-Großangriffs

Der US-Inlandsgeheimdienst FBI untersucht laut einem Medienbericht, ob Russland sich mit einer staatlich gesteuerten Cyberattacke für die jüngsten Handelssanktionen aus dem Westen gerächt haben könnte.

Bei einem Großangriff auf das US-Finanzsystem seien Mitte August Daten der Bank JPMorgan und mindestens eines anderen Geldinstituts gestohlen worden, berichtete der Finanzdienst Bloomberg gestern unter Berufung auf zwei mit den Ermittlungen vertraute Personen.

Den Quellen zufolge könnten auch große europäische Banken Opfer der Hackerattacke geworden sein. Die Angriffe sollen äußerst versiert ausgeführt worden sein. Die US-Sicherheitsdienste hätten Spuren gefunden, die auf die Verwicklung einer Regierung hindeuteten, seien sich aber noch nicht sicher.

Science

Gesundheit

Indien fordert weniger Zucker in Pepsi-Getränken

Die indische Regierung hat den US-Konzern PepsiCo aufgefordert, den Zuckergehalt in seinen Limonaden zu reduzieren. Das habe der für Lebensmittel zuständige Minister Harsimrat Kaur Badal bei einem Treffen an PepsiCo-Chefin Indra Nooyi herangetragen, teilte sein Ministerium gestern mit. Der Getränkehersteller äußerte sich zunächst nicht zu der Forderung.

Konsum in Indien nimmt zu

PepsiCo verkauft in Indien die Erfrischungsgetränke 7Up, Mirinda, Mountain Dew und Pepsi und betreibt dort mehrere Fabriken und Abfüllanlagen. In einigen Ländern ersetzt der Getränkehersteller Zucker teilweise mit dem Süßstoff Stevia; dieser ist jedoch in Indien nicht zugelassen.

In Indien werden die Themen Fettleibigkeit und Diabetes immer wichtiger. Vor allem in der Mittelschicht nimmt der Konsum von Fast Food und Softdrinks zu. Da die Inder aber derzeit noch weniger Limonaden trinken als die Menschen in anderen asiatischen Ländern, ist der Markt dort besonders interessant für PepsiCo. Der Konzern will deshalb bis 2020 insgesamt 5,5 Milliarden Dollar (4,2 Mrd. Euro) in das Geschäft in Indien investieren.

Kultur

Filmfestspiele von Venedig offiziell eröffnet

Die 71. Internationalen Filmfestspiele von Venedig sind gestern Abend offiziell eröffnet worden. Zum Auftakt wurde die Komödie „Birdman“ des Mexikaners Alejandro Gonzalez Inarritu gezeigt. An der Eröffnungszeremonie beteiligte sich auch Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano. Moderatorin des Abends war die italienische Schauspielerin Luisa Ranieri.

Im Wettbewerb des ältesten Filmfestivals der Welt konkurrieren bis 6. September 20 Beiträge um den Hauptpreis, den Goldenen Löwen. „Ich möchte neue Filme, neue Themen, neue Gesichter entdecken. Ich hoffe, dass wir sehr starke und originelle Sichtweisen finden können“, sagte Filmkomponist und Jurypräsident Alexandre Desplat vor der offiziellen Eröffnung der Festspiele.

Neben Desplat gehören acht weitere Filmschaffende zur Jury, darunter die österreichische Regisseurin Jessica Hausner, der deutsche Filmemacher Philip Gröning und der britische Schauspieler Tim Roth. Sie werden am 6. September die Preise im Wettbewerb verleihen. Österreichische Produktionen sind heuer nicht im Wettbewerb vertreten, dafür ist Ulrich Seidls neuer Dokumentarfilm „Im Keller“ außer Konkurrenz am Freitag zu sehen.

Mehr dazu in Klamauk zur Eröffnung

Leute

Neil Young reicht nach 36 Jahren Ehe Scheidung ein

Die kanadische Musiklegende Neil Young (68) will sich dem „Rolling Stone“ zufolge nach 36 Jahren Ehe scheiden lassen. Young habe in seiner Heimatstadt San Mateo in Kalifornien die Scheidung von Pegi Young (62) beantragt, meldete das Musikmagazin gestern.

Pegi und Neil Young galten als Traumpaar der Musikszene. Die US-Amerikanerin soll die Inspiration zu einigen von Youngs schönsten Liebesliedern gewesen sein. In „Unknown Legend“ beschrieb er 1992, wie er sie als Kellnerin kennengelernt hatte: „Ich bestellte nur, um sie durch den Gang schweben zu sehen.“

Pegi Young, die auch eine Solokarriere machte, ist Mitbegründerin der Bridge School, einer Schule für behinderte Kinder. Zusammen mit ihrem Mann hatte sie die jährlichen Benefizkonzerte für die Schule organisiert, die zu einem Höhepunkt in der Musikszene Kaliforniens wurden. Beide haben zusammen zwei Kinder. Pegi hat auch Youngs Sohn aus erster Ehe adoptiert.