Ausland

Secret-Service-Chefin: Pannen „inakzeptabel“

Die Chefin des für den Schutz des US-Präsidenten zuständigen Secret Service, Julia Pierson, hat die Verantwortung für die jüngsten Sicherheitspannen im Weißen Haus übernommen. Das Eindringen eines mit einem Messer bewaffneten Mannes in den Präsidentensitz sei „inakzeptabel“, sagte Pierson heute bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus in Washington. „Ich übernehme die volle Verantwortung, und es wird nie wieder passieren.“ Ihre Behörde habe eine Untersuchung eingeleitet.

Ein wohnsitzloser Irakkriegsveteran war am 19. September über den Sicherheitszaun des Weißen Hauses geklettert und gelangte mit einem Klappmesser bewaffnet in das Gebäude. Einem Bericht der „Washington Post“ zufolge war der Vorfall noch gravierender als bisher bekannt: Der Mann sei nicht direkt am Eingang gestoppt worden, sondern bis in die für offizielle Veranstaltungen genutzten Säle vorgedrungen.

Nicht erster Vorfall

Im Zuge dieses Vorfalls kamen zudem neue Einzelheiten zu einer Sicherheitspanne aus dem Jahr 2011 ans Licht. Der „Washington Post“ zufolge benötigte der Secret Service seinerzeit mehrere Tage, um festzustellen, dass ein Mann sieben Schüsse auf das Weiße Haus abgegeben hatte.

Pierson räumte bei der Anhörung nun ein, dass der Secret Service in den vergangenen Jahren seinen „Teil an Herausforderungen“ gehabt habe. In den kommenden Monaten wolle sie ihre Bemühungen verstärken, um den Dienst „auf ein Leistungsniveau zu bringen, das der entscheidenden Mission gerecht wird, die wir ausfüllen“.

Wendejahr 1989: Genscher würdigte DDR-Flüchtlinge

Mit einem großen Wiedersehen in Prag haben der frühere deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher und ehemalige DDR-Flüchtlinge heute den 25. Jahrestag der Ausreiseerlaubnis gefeiert. Der 87-Jährige würdigte den Mut der mehr als 4.500 Ostdeutschen, die damals mit der Besetzung der bundesdeutschen Botschaft ihre Ausreise erzwungen hatten.

„Diese Flüchtlinge, die damals hier in Prag waren, haben ihr eigenes Schicksal in die Hand genommen, aber in Wahrheit haben sie Geschichte geschrieben“, sagte Genscher.

Am 30. September 1989 hatte der FDP-Politiker vom Balkon der bundesdeutschen Botschaft den DDR-Bürgern im Garten verkündet, dass ihre Ausreise möglich geworden war. Die Flüchtlinge kamen dann mit Sonderzügen, die nochmals über DDR-Territorium führten, in die Bundesrepublik. Zum 25. Jahrestag kehrten etwa 150 von ihnen in die Vertretung, das Palais Lobkowicz, zurück.

EU lässt Russland-Sanktionen in Kraft

Die EU-Mitgliedsstaaten haben entschieden, im Konflikt um die Ukraine die Strafmaßnahmen gegen Russland weiter in Kraft zu lassen.

Trotz „ermutigender Entwicklungen“ müssten wichtige Teile des Friedensplans noch immer umgesetzt werden, sagte die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton nach einem Treffen der EU-Botschafter heute in Brüssel.

Wenn sich die Lage in der Ukraine verbessere, könnten die bestehenden Strafmaßnahmen gegen Russland ganz oder teilweise ausgesetzt werden. Angesichts der leichten Entspannung der Lage in der Ostukraine in den vergangenen Wochen hatten die EU-Staaten angekündigt, die Sanktionen gegen Russland Ende September neu zu bewerten. Die Fortschritte reichen der EU aber nicht aus.

27 Kandidaten für tunesisches Präsidentschaftsamt

An der ersten freien Präsidentschaftswahl in Tunesien werden 27 Kandidaten teilnehmen. Sie seien aus insgesamt 70 Bewerbern von der Wahlkommission zugelassen worden, teilte die tunesische Nachrichtenagentur TAP heute mit.

Die Wahl am 23. November ist die erste freie Wahl eines Staatsoberhaupts seit dem Sturz des Langzeitherrschers Zine el Abidine Ben Ali im Jahre 2011. Gemeinsam mit der Parlamentswahl im Oktober soll sie den Übergang Tunesiens zur Demokratie vollenden.

Zur Wahl stellt sich unter anderen Interimspräsident Moncef Marzouki. Der säkulare Politiker war 2011 von der Verfassungsgebenden Versammlung gewählt worden. Zu seinen Herausforderern zählen der Präsident der Verfassungsgebenden Versammlung, Mustafa Ben Jaafar und Ex-Regierungschef Beji Caid Essebsi.

Afghanistan unterzeichnet Sicherheitsabkommen mit USA

Nach monatelanger Verzögerung hat die afghanische Regierung den Weg für einen internationalen Militäreinsatz über den Jahreswechsel hinaus frei gemacht. Der Sicherheitsberater des neuen Präsidenten Ashraf Ghani, Hanif Atmar, unterzeichnete heute in der Hauptstadt Kabul das dafür notwendige Sicherheitsabkommen mit den USA.

Das schon Ende 2013 ausgehandelte Abkommen über das Statut der US-Truppen schafft die Bedingungen für eine Ausbildungsmission, wenn der von der NATO angeführte Kampfeinsatz in Afghanistan zum Jahresende ausläuft.

Ghanis Vorgänger Hamid Karzai hatte sich geweigert, das Abkommen vor Ende seiner Amtszeit zu unterzeichnen. Die Übereinkunft soll als Vorlage für ähnliche Vereinbarungen mit anderen Ländern dienen. Kern ist eine Klausel, die US-Soldaten vor Strafverfolgung in Afghanistan schützt. Insgesamt sollen zunächst etwa 12.500 Soldaten in Afghanistan bleiben, bis zu 9.800 davon aus den USA.

Rasmussen: „Neues Kapitel“

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen begrüßte die Unterzeichnung des Sicherheitsabkommens zwischen Afghanistan und den USA. „Der Abschluss dieser Abkommen eröffnet ein neues Kapitel für die Zusammenarbeit zwischen der NATO, unseren Partnern und den nationalen Sicherheitskräften Afghanistans“, so Rasmussen, der morgen den NATO-Chefposten an den Norweger Jens Stoltenberg übergibt.

US-Präsident Barack Obama sprach von einem „historischen Tag in der Partnerschaft zwischen den USA und Afghanistan“. Das Abkommen werde dem US-Präsidenten zufolge die „gemeinsamen Interessen“ beider Länder voranbringen und zur „langfristigen Sicherheit“ in Afghanistan beitragen.

Inland

Asyl: Faymann pocht auf 100 Prozent Quotenerfüllung

Die Länder tun sich zwar schwer, bei den Asylquartieren die 2012 vereinbarte Übergangsquote von 88 Prozent zu erfüllen, doch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat vor dem heutigen Asylgipfel auf 100 Prozent gepocht: Das sei „logisch“, sagte er nach dem Ministerrat. Die 88 Prozent hätten nur für einige Monate gegolten.

„Eins und eins ist zwei“, das richte er auch allen aus, die sich auf die 88-Prozent-Vereinbarung beriefen, sagte der Kanzler im Pressefoyer nach der Regierungssitzung. Und etliche Länder erfüllten die 100 Prozent „deutlich“ nicht.

„Zwischen 569 zu wenig bis 145 zu wenig“ Asylwerber seien in einer Reihe von Bundesländern untergebracht. „Wenn wir nicht in allen Bundesländern ausreichend Plätze finden, dann kommen wir in die Diskussion, die wir nicht wollen - von irgendwelchen Notmaßnahmen mit Zelten, die unwürdig sind und wieder ganz neue Probleme kreieren“, warnte er.

Mitterlehner wünscht sich „Schubumkehr“

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) wünscht sich in der Frage eine „Schubumkehr“ im Verhältnis von Bund, Ländern und Gemeinden: „Nicht, dass man interveniert Richtung Wien, sondern dass man appelliert und bei Gemeinden und den Ländern ansetzt.“

Die entsprechende 15a-Vereinbarung werde nicht erfüllt, das sei eine Tatsache, so Mitterlehner weiter. Aber die „Verantwortlichkeit auf der jeweiligen Landesebene“ sei der „Schlüssel zur Lösung des Problems“. Mitterlehner ist aber optimistisch, dass man in fünf, sechs Wochen die „Systematik besser im Griff haben“ werde.

Kasernen-„Option“ weiter nicht vom Tisch

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat bei der Suche nach Flüchtlingsquartieren weiterhin Kasernen im Blick. Zwar ruft sie derzeit nicht mehr ganz so laut nach einem Assistenzeinsatz des Bundesheeres in dieser Frage, verwies heute vor dem Ministerrat aber auf das vorliegende Angebot aus Klosterneuburg (Niederösterreich) für eine Nutzung der dortigen Magdeburg-Kaserne.

Der Bürgermeister von Klosterneuburg habe das angeboten, und Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) prüfe das derzeit, sagte die Ministerin. „Mindestens 100“ Asylwerber könnten dort Platz finden.

Generell sieht sie weiter eine „große Herausforderung“ in der Quartierfrage. Sie sei dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) „dankbar“, dass er in Wien 600 Plätze geschaffen habe, doch handle es sich nur um auf vier Monate beschränkte „Notkapazitäten“.

Streit um Frauenhaus in Traiskirchen

Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) forderte unterdessen die Auflösung des niederösterreichischen Erstaufnahmezentrums. Mehr als 1.000 Menschen hätten keinen fixen Essensplatz, das Frauenhaus sei aufgelöst worden. Das Innenministerium weist die Vorwürfe zurück.

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Islam: Zivilgesellschaftlicher Aufruf zu Besonnenheit

„Die UnterzeichnerInnen dieses Briefes rufen zu Besonnenheit und Sachlichkeit in einer Atmosphäre der Panikmache auf“, heißt es in einem von Universitätsprofessoren und Politikern signierten Aufruf zum Thema Umgang mit dem Islam in Politik und Medien.

Zu den Unterstützern des Aufrufs zählen unter anderen der emeritierte Professor für katholische Religionspädagogik an der Universität Wien, Martin Jäggle, der Geschäftsführer des Flüchtlingsdienstes der Diakonie, Christoph Riedl, und die Theologin und Assistenzprofessorin an der Uni Wien, Regina Polak.

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Sport

Champions League: Bayern auf kurioser Dienstreise

Der FC Bayern München befindet sich am zweiten Spieltag der Gruppenphase der Champions League auf einer kuriosen Dienstreise. David Alaba und Co. kämpfen heute bei ZSKA Moskau um den 100. Sieg in der Königsklasse - und das unter ungewohnten Umständen. Denn ZSKA wurde wegen anhaltender rassistischer Kundgebungen seiner Fans zu einem „Geisterspiel“ verdonnert. Eine neue Situation für die Bayern, die in Moskau außerdem gleich mit einem Feueralarm im Teamhotel empfangen wurden.

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Wirtschaft

Zeitung: Etihad muss um Flugrechte in Deutschland zittern

Der arabischen Fluggesellschaft Etihad droht einem Medienbericht zufolge der Verlust wichtiger Flugrechte in Deutschland. Wie das „Handelsblatt“ (Dienstag-Ausgabe) berichtet, gehe es um rund 30 Verbindungen, die das deutsche Unternehmen Air Berlin bisher mit seinem Partner Etihad gemeinsam nutzt.

Das zuständige Luftfahrtbundesamt wolle das den Angaben zufolge für den kommenden Winterflugplan nicht mehr erlauben mit der Folge, dass Etihad die Air-Berlin-Flüge von und nach Deutschland nicht mehr als eigene anbieten und verkaufen könne.

Etihad und Air Berlin vertraten die Ansicht, die gemeinsamen „Codesharing“-Flüge seien durch das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten gedeckt. „Dies ist aus den Genehmigungen für Codeshares ersichtlich, die seit Jänner 2012 bereits sechsmal vom Luftfahrtbundesamt erteilt wurden“, sagte ein Air-Berlin-Sprecher. Air Berlin erwarte, dass die fraglichen Strecken „für die kommende Wintersaison und darüber hinaus genehmigt werden“.

Euro erstmals seit zwei Jahren unter 1,26 Dollar

Der Euro ist heute erstmals seit zwei Jahren unter die Marke von 1,26 Dollar gefallen. Die im September sehr niedrige Inflationsrate schickte den Kurs auf Talfahrt.

Die Jahresinflationsrate in der Euro-Zone war im September von 0,4 Prozent im Vormonat auf 0,3 Prozent gefallen - den niedrigsten Stand seit Oktober 2009. Der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), ihre Geldpolitik weiter zu lockern, dürfte jetzt noch zunehmen. Das wiederum würde den Euro weiter belasten.

STRABAG übernimmt deutsche DIW

Der größte österreichische Baukonzern STRABAG hat die Industriewartungstochter DIW des deutschen Anlagenbauers Voith GmbH aufgekauft. Das Closing hat heute stattgefunden, wie die STRABAG per Aussendung mitteilte. Der Kaufpreis bewegte sich den Angaben zufolge im zweistelligen Millionenbereich. Im Sommer hatten informierte Kreise die Summe auf 70 bis 80 Mio. Euro geschätzt.

Die DIW Instandhaltung Ltd. & Co. KG mit Sitz in Stuttgart erzielt mit rund 6.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 175 Mio. Euro. Drei Viertel davon entfallen auf Deutschland, ein Viertel auf die neun Standorte in Österreich.

Der übernommene Betrieb ist den Angaben zufolge auf die technische Industriereinigung sowie auf das Facility Management für Industrieunternehmen spezialisiert. Der Umsatz des STRABAG-Bereichs Property and Facility Services (STRABAG PFS) soll durch die Übernahme auf rund eine Milliarde Euro wachsen.

AIG-Rettung: US-Regierung vor Gericht

Die US-Regierung muss sich wegen der Rettung des Versicherungskonzerns American International Group (AIG) vor Gericht verantworten. Der gestern (Ortszeit) in Washington begonnene sechswöchige Prozess soll klären, ob die Teilverstaatlichung des Konzerns im Jahr 2008 rechtmäßig war oder ob die Aktionäre mit einer Milliardensumme entschädigt werden müssen.

Hinter der Klage steht der frühere AIG-Chef Maurice „Hank“ Greenberg, der sich enteignet fühlt. Greenbergs Anwalt David Boies argumentierte zum Prozessauftakt, dass es „keine Rechtfertigung“ für die weitgehende staatliche Übernahme gegeben habe. AIG sei der einzige während der Finanzkrise gerettete Konzern, bei dem die Aktionäre den Großteil ihres Kapitals eingebüßt hätten. Das damalige Vorgehen der Regierung habe an „Erpressung“ gegrenzt, die für die Rettungsgelder verlangten Zinsen seien viel zu hoch gewesen, so Boies weiter.

Die Regierung hielt dagegen, dass die Pleite des Versicherers katastrophale Folgen gehabt hätte. „Das Ziel war nicht, AIG zu retten. Das Ziel war, die Welt vor AIG zu retten“, sagte ihr Vertreter vor Gericht, Kenneth Dintzer. Die Regierung sei gezwungen gewesen einzuschreiten. Der Konzern sei damals faktisch zahlungsunfähig gewesen und habe selbst um Staatshilfen gebeten. Dafür habe die Regierung dann Unternehmensanteile als „Sicherheit“ gehalten. AIG habe „einstimmig“ den Rettungsplan der Regierung gebilligt, betonte Dintzer.

Chronik

Zwei Tote bei Bergunfall auf Großglockner

Bei einem 400-Meter-Absturz vom Großglockner sind heute zwei Alpinisten ums Leben gekommen. Ein 49-jähriger Mann aus Kärnten war auf der Stelle tot. Der zweite, 56-jährige Alpinist erlag am Nachmittag im Bezirkskrankenhaus Lienz seinen schweren Verletzungen.

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Vermisster Wanderer tot gefunden

Bereits am 21. September ist bei Kaprun (Salzburg) ein Wanderer aus Hamburg im felsigen Gelände tödlich abgestürzt. Der 59-Jährige war seither im Gebiet des Kitzsteinhorns vermisst. Heute wurde die Leiche entdeckt.

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„Costa Concordia“: Moldawierin belastet Schettino

Die Moldawierin Domnica Tschemortan, die sich zum Zeitpunkt der Havarie der „Costa Concordia“ auf der Kommandobrücke des Kreuzfahrtschiffes aufgehalten hatte, belastet Kapitän Francesco Schettino. Dem italienischen Klatschmagazin „Oggi“ sagte die 26-Jährige, dass der Kapitän alles organisiert habe, um in der Unglücksnacht mit einem Hubschrauber vom Schiff zu flüchten.

Tschemortan berichtete, dass sie mit Schettino und dem Kellner Ciro Onorato auf Deck elf gegangen sei. „Schettino versicherte, dass er dort hinaufgestiegen war, weil er die Lage des Schiffes kontrollieren wollte. In Wahrheit wartete er auf einen Hubschrauber, der uns alle drei hätte wegbringen sollen“, erklärte Tschermontan. Wer den Hubschrauber für Schettino organisierte haben soll, sagte sie nicht. Etwas sei jedoch schiefgelaufen, der Kapitän musste auf den Hubschrauber verzichten.

Die Moldawierin hatte Schettino in den vergangenen Tagen aufgefordert, die Wahrheit über das Unglück vor der Insel Giglio im Jänner 2012 zu sagen. Die 26-Jährige, die damals eine Beziehung mit Schettino hatte, gilt als wichtige Zeugin in dem Prozess wegen fahrlässiger Tötung gegen den Kapitän. Tschemortan war nach eigenen Angaben Schettinos Gast an Bord, als die „Costa Concordia“ einen Felsen rammte. Die Havarie hatte 32 Menschenleben gefordert.

Gesundheit

UNO-Sondermission gegen Ebola nimmt Arbeit auf

Die vor einer Woche geschaffene UNO-Sondermission zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika (UNMEER) hat ihr Hauptquartier in Ghanas Metropole Accra eröffnet.

Regionale Büros zur Koordinierung von Hilfsoperationen sollten in den nächsten Tagen in den drei am härtesten von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone die Arbeit aufnehmen, teilte ein UNO-Sprecher gestern (Ortszeit) mit. Der Leiter der von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon berufenen Sondermission, Anthony Banbury, war am selben Tag in Accra eingetroffen.

Mehr als 3.000 Todesopfer

UNMEER ist die erste Sondermission der Vereinten Nationen zur Bekämpfung eines internationalen Gesundheitsnotstands. Ihre Aufgabe sei es, den Einsatz aller relevanten UNO-Organisationen zu koordinieren, so UNO-Sprecher Stephane Dujarric in New York. Vor allem solle eine effektive Behandlung von Ebola-Patienten gewährleistet und die Ausbreitung des Virus verhindert werden.

Nicht staatliche Hilfsorganisationen, deren Helfer seit Monaten in den Ländern im Einsatz sind, hatten die Reaktion der UNO als zu langsam kritisiert. Mittlerweile haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 6.500 Menschen mit dem Ebola-Virus infiziert, mehr als 3.000 sind gestorben.

IT

EBay spaltet Bezahldienst PayPal ab

Der Onlinehändler eBay spaltet seinen rasant wachsenden Bezahldienst PayPal ab. PayPal werde als eigenständiges Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2015 an die Börse gebracht, teilte eBay heute mit.

Die Konzernführung sei zu dem Schluss gekommen, dass eBay und PayPal jeweils alleine besser aufgestellt seien, sagte Vorstandschef John Donahoe. Noch im Frühjahr hatte eBay Forderungen des einflussreichen Investors Carl Icahn nach einer PayPal-Abspaltung zurückgewiesen.

Internet im Auto: Kampf um die Hoheit im Cockpit

Die zunehmende Vernetzung im Auto birgt für die Industrie viele neue Möglichkeiten, aber auch Risiken. Neue Anwendungen, etwa für Stauinfos, Parkplatzsuche und die Autowartung, öffnen gänzlich neue Geschäftsfelder.

Der Markt für Bauteile und Dienste werde in den nächsten Jahren boomen, so eine Studie der Managementberatung McKinsey, und sich auf 170 Mrd. Euro versechsfachen. Wenn die Autohersteller nicht aufpassen, könnten sie allerdings die Hoheit im Cockpit verlieren, warnt McKinsey. Wie einst auf dem Smartphone-Markt setzen Firmen wie Apple und Google bereits dazu an, die Führung zu übernehmen.

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Science

Religion

Bischofssynode: Schönborn dämpft Erwartungen

Kardinal Christoph Schönborn hat vor der am Sonntag startenden Bischofssynode im Vatikan die Erwartungen gedämpft. „Bitte erwarten Sie nicht, dass der Papst die Lehre der Kirche über die Ehe verändert“, sagte er gestern bei einer Pressekonferenz. „Das Anliegen ist primär das Hinschauen“, sagte Schönborn. Er erwarte zwar keine „normativen Äußerungen“, erhoffe sich aber einen veränderten Umgang mit dem Thema Ehe und Partnerschaft.

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Weichenstellung im Vatikan

Vielen gilt die Synode als eine Art Weichenstellung im Pontifikat von Papst Franziskus. Thematisch geht es bei der Synode durchaus um „heiße Eisen“. Darunter sind Fragen wie der kirchliche Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, Patchwork-Familien, homosexuellen Partnerschaften, die Sexualmoral und die Gefahren für die Stabilität von Familien.

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Kultur

Degas-Werk im Wert von sechs Mio. auf Zypern gestohlen

Zielsichere Diebe haben auf Zypern ein kleines Werk des französischen Malers Edgar Degas im Wert von sechs Millionen Euro gestohlen. Wie die Polizei heute mitteilte, entwendeten sie aus dem Haus eines 70-jährigen Privatsammlers zudem sieben Golduhren und drei goldene Operngläser im Wert von 157.000 Euro.

Den Angaben zufolge sei bereits ein Mann aus Zypern festgenommen worden. Zudem werde nach einem südafrikanischen und einem russischen Verdächtigen gefahndet.

Die Polizei geht davon aus, dass die Verdächtigen das Opfer kannten. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei dem Degas-Werk „Danseuse ajustant son chausson“, das eine Balletttänzerin beim Richten ihres Schuhs zeigt, um das wertvollste Gemälde, das je auf Zypern gestohlen wurde. Das nur 61 mal 47 Zentimeter große Bild war in der Wohnung nicht gesichert.

Zehn Jahre Kreativzentrum departure: Ausstellung im MAK

Die Kreativwirtschaft boomt und weist Wachstumsraten auf, von denen die europäische Gesamtwirtschaft nur träumen kann. In Wien gibt es seit nunmehr zehn Jahren das Kreativzentrum departure, das die Kreativwirtschaft der Bundeshauptstadt gezielt fördert. Im Museum für angewandte Kunst in Wien ist nun die departure- Jubiläumsausstellung „Tomorrow is ...“ zu sehen.

In einer multimedialen Präsentation werden 45 Projekte aus dem Bereich der Kreativwirtschaft vorgestellt. Projekte, die auf den Wandel unserer Gesellschaft reagieren, zum Beispiel auf die Frage, wie wir unseren Lebensstil im Zeitalter der Ressourcenknappheit nachhaltig verändern können.

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ORF III feiert Geburtstag: Erwin Wurm lädt zum Casting

Kunst auf Sendung: Anlässlich des dritten Sendergeburtstags kuratiert der international renommierte Gegenwartskünstler Erwin Wurm eine Woche lang den Kultur- und Informationssender ORF III. Ein einzigartiges Experiment wird im Zuge dessen am Freitag, 24. Oktober, über die Bühne gehen, wenn der Sender die Entstehung einer menschlichen Skulptur live aus Wurms Atelier in Limberg überträgt. Für diese Performance sucht der Künstler nun einen Freiwilligen.

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Publikum wählt Österreichs Song-Contest-Starter

Ein Team von Musikprofis, darunter Musikerin Anna F. und Manager und Musiker Alex Deutsch, wird sich auf die Suche nach geeigneten Künstlerinnen und Künstlern für den nationalen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2015 machen. Vorgestellt werden die Musikerinnen und Musiker ab Februar in vier Hauptabendshows inklusive einer Finalshow, in der das österreichische Publikum aufgerufen wird, den heimischen Vertreter beim Song Contest in Wien zu wählen.

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Leute

Udo Jürgens feiert 80. Geburtstag

Kaum ein Sänger hat in den vergangenen Jahrzehnten so den Nerv der Massen getroffen - mit Hits wie „Griechischer Wein“ und „Ich war noch niemals in New York“ begeistert Udo Jürgens seit mehreren Jahrzehnten ein riesiges Publikum quer durch alle Altersschichten. Heute wird der große Entertainer 80 Jahre alt - und fühlt sich nach eigenem Bekunden wie mit knapp über 50.

Seine Karriere gleicht einer Rekordstatistik: Jürgens komponierte mehr als 1.000 Songs, von denen etliche zu Superhits wurden. Er spielte mehr als 50 Alben ein und verkaufte mehr als 100 Mio. Tonträger. Seine Liveauftritte mit Hits wie „Es wird Nacht, Senorita“, „Aber bitte mit Sahne“ und „Immer wieder geht die Sonne auf“ sind für viele auch heute noch einfach Kult, genau wie seine mittlerweile legendären Zugaben im Bademantel.

Schlagerstar mit „unstillbarem Harmoniebedürfnis“

Schon als Bub spielte der 1934 in Klagenfurt geborene Sohn der großbürgerlichen deutsch-österreichischen Familie Bockelmann Mundharmonika und Akkordeon, bald auch Klavier. Krieg und Nachkriegszeit seien für ihn bedrückende Jahre gewesen, berichtete Jürgens 2004 in seinem Bestseller „Der Mann mit dem Fagott“. Damals entstand wohl schon jenes „unstillbare Harmoniebedürfnis“, zu dem sich Jürgens stets bekannte.

Den internationalen Durchbruch ersang sich der spätere „Schlager-Professor“ 1966 bei seiner dritten Teilnahme am Eurovision Song Contest (damals noch: Grand Prix Eurovision) mit einem Lied, das auf der Liste seiner Evergreens weit oben steht: „Merci, Cherie“.

Lange danach sang Jürgens zur Begeisterung vieler Pensionisten: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran.“ Doch selbst mit 80 ist für ihn an Ruhestand gar nicht zu denken. Kurz vor dem Geburtstag hat er ein neues Album veröffentlicht - mit dem leicht koketten Titel „Mitten im Leben“.