Ausland

Ukraine: Separatist weist Bericht über Buk-Besitz zurück

Unklarheit herrscht nach der überraschenden Aussage eines Kommandeurs der Separatisten in der Ostukraine, wonach die prorussischen Kräfte im Besitz des Flugabwehrsystems Buk gewesen seien. Entgegen seinen vorherigen Behauptungen sagte Alexander Chodakowski im Interview des Staatsfernsehsenders Russia Today am Donnerstag: „Ich habe keine Kenntnis davon, dass die Aufständischen eine solche Waffe besitzen.“

Er bestätigte, dass er mit einem Journalisten eines westlichen Mediums verschiedene Möglichkeiten für den Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 durchgesprochen habe. Bei dem auf Video aufgezeichneten Gespräch habe es allerdings einen „roten Faden“ gegeben mit der Aussage, dass er den Buk-Einsatz nicht bezeugen könne, betonte Chodakowski. Andere Separatistenführer teilten erneut mit, dass die prorussischen Kräfte kein solches Waffensystem genutzt hätten.

Anlage nicht funktionstüchtig?

Die Separatisten hatten sich bereits im Juni damit gebrüstet, ein ukrainisches Buk-System erbeutet zu haben. Allerdings erklärten sie nach dem Abschuss der Boeing 777-200 am vergangenen Donnerstag, dass die Anlage nicht funktionstüchtig gewesen sei. Das hatten auch Ermittler in Kiew bestätigt.

Der Separatistenführer Chodakowski war in russischen Medien gestern mit Aussagen zitiert worden, wonach er selbst gehört habe, dass die Aufständischen eine Buk hätten. Demnach sei auch eine Provokation von ukrainischer Seite möglich gewesen - etwa die gezielte Lenkung der Maschine mit fast 300 Menschen an Bord in das Kriegsgebiet. Die Separatisten könnten die Boeing dann aus Versehen abgeschossen haben, weil sie die Maschine für ein ukrainisches Militärflugzeug gehalten hätten, wurde Chodakowski zitiert.

Russland dementiert Abschuss zweier Kampfflugzeuge

Moskau dementierte unterdessen, dass die zwei gestern abgeschossenen ukrainischen Kampfflugzeuge von russischem Territorium aus abgeschossen worden waren. Das Verteidigungsministerium erklärte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax, es handle sich um „Fantasien der Kiewer Behörden“. Der ukrainische Sicherheitsrat hatte davor mitgeteilt, die beiden Kampfflugzeuge über der Ostukraine seien durch Raketen abgeschossen worden, die in Russland abgefeuert worden seien. Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine hatten sich zu den Abschüssen bekannt.

Dutzende Tote bei Angriff auf Gefangenentransport im Irak

Bei einem schweren Angriff auf einen Gefangenentransport im Irak sind heute mindestens 60 Menschen getötet worden. Wie die Polizei mitteilte, überfielen Selbstmordattentäter und Bewaffnete einen Bus, in dem Häftlinge eines Gefängnisses nördlich von Bagdad saßen. Demnach kam es zu heftigen Gefechten mit Sicherheitskräften.

Wie das Nachrichtenportal Sumaria News berichtete, kamen bei dem Granatenangriff in der Stadt Tadschi nördlich von Bagdad 51 Häftlinge und neun Polizisten ums Leben. Über die Hintergründe des Angriffs war zunächst nichts bekannt.

Parlament soll Präsidenten wählen

Im Laufe des Tages sollte in dem krisengebeutelten Land das Parlament zur Wahl eines neuen Präsidenten zusammenkommen. Favorit ist der Parlamentsabgeordnete der Patriotischen Union Kurdistan (PUK), Fuad Massum. Der Irak steckt seit der Parlamentswahl Ende Mai in einem Machtvakuum, das die Terrormiliz Islamischer Staat für ihren Vormarsch auf Bagdad nutze.

Nach irakischem Recht muss der Parlamentspräsident Sunnit, der Präsident Kurde und der Ministerpräsident Schiit sein. Vor allem die Wahl des Regierungschefs dürfte sich aber noch in die Länge ziehen, da der umstrittene Premier Nuri al-Maliki auf eine weitere Amtszeit besteht. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind im Irak seit Jahresbeginn rund 5.600 Zivilisten getötet worden.

Im Sudan zum Tode verurteilte Christin nach Italien ausgereist

Die im Sudan zum Tode verurteilte und mittlerweile auf internationalen Druck wieder freigelassene Christin ist in Rom eingetroffen. Die 26-jährige Mariam Jahia Ibrahim Ishag und ihr Angehörige landeten heute Vormittag auf dem römischen Flughafen Ciampino in Begleitung von Italiens Vizeaußenminister Lapo Pistelli, der sich seit längerer Zeit mit dem Fall beschäftigt.

Ishags Reise nach Rom wurde von dem italienischen Außenministerium zusammen mit den Behörden in Sudan organisiert, berichteten italienische Medien heute. Ishag war im Juni aus dem Gefängnis freigekommen, nachdem ein Berufungsgericht das Todesurteil gegen sie aufgehoben hatte. Sie war Mitte Mai zum Tode verurteilt worden, weil sie nach sudanesischem Recht durch die Heirat mit einem Christen vom islamischen Glauben abgefallen war.

Tochter im Gefängnis zur Welt gebracht

Die junge Frau wurde außerdem wegen der Hochzeit mit dem Christen, einem aus dem Südsudan stammendem US-Bürger, wegen Ehebruchs zu einhundert Peitschenhieben verurteilt. Zwölf Tage später brachte sie im Gefängnis in Ketten eine Tochter zur Welt. Politiker und Menschenrechtsorganisationen hatten sich für ihre Freilassung eingesetzt.

Laut der sudanesischen Auslegung des islamischen Rechts der Scharia darf eine Muslimin keinen Christen heiraten. Tut sie es dennoch, wird das als außereheliche Beziehung gewertet. Ishag wurde von ihrer äthiopischen Mutter im christlich-orthodoxen Glauben erzogen, nachdem ihr muslimischer Vater die Familie verlassen hatte, als sie fünf Jahre alt war. Im Sudan gelten Kinder eines muslimischen Vaters jedoch automatisch als Muslime, der Übertritt zu einem anderen Glauben ist verboten. Nach Angaben des römisch-katholischen Erzbistums von Khartum trat Ishag kurz vor ihrer Heirat zum Katholizismus über.

UNO: Lage im Südsudan mittlerweile „Megakrise“

Die Lage im Südsudan hat sich nach Angaben der Vereinten Nationen zu einer „Megakrise“ entwickelt. Das Land stehe vor einer „wirklichen Katastrophe“, sagte der Einsatzleiter des UNO-Büros für Nothilfekoordination, John Ging, gestern in New York. Gewalt und Vertreibung legten die Landwirtschaft lahm, dem Land drohe eine Hungersnot.

Schnellere Entwicklung als in Syrien

Die Situation im Südsudan verschlechtere sich schneller als in Krisenstaaten wie Syrien oder der Zentralafrikanischen Republik, sagte Ging.

Trotz eines im Mai unterzeichneten Friedensabkommens zwischen Präsident Salva Kiir und seinem Widersacher Riek Machar kommt der Südsudan nicht zur Ruhe, immer mehr Menschen fliehen ins benachbarte Äthiopien. Die blutigen Übergriffe seit mehr als sechs Monaten haben auch ethnische Hintergründe: Kiir ist ein Dinka, Machar ein Nuer. Im Dezember war ein Machtkampf zwischen den beiden Politikern eskaliert.

Einstellung der Kämpfe in Zentralafrika vereinbart

Die Konfliktparteien in der Zentralafrikanischen Republik haben sich gestern auf die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen geeinigt. Die Waffenruhe soll laut der in der kongolesischen Hauptstadt Brazzaville unterzeichneten Einigung sofort auf dem gesamten Gebiet des Landes in Kraft treten.

Laut Journalisten der Nachrichtenagentur AFP, die Einblick in das Abkommen erhielten, sieht der Text des Weiteren die Einstellung der Gewalt gegen Zivilisten, den Schutz der Menschenrechte und die Vermeidung aller Taten vor, welche die nationale Einheit gefährden können.

Keine Entwaffnungseinigung oder politischer Fahrplan

Die Einigung war jedoch nur ein Minimalkonsens. Weder gelang es den Delegierten bei den Verhandlungen in Brazzaville, sich auf die Bedingungen für die Entwaffnung und Auflösung der Milizen zu einigen, noch auf den Zeitplan für eine politische Normalisierung.

Die ersten Unterzeichner der Einigung waren der Kommandant der muslimischen Seleka-Miliz, Mohammed Mussa Dhaffan, und der landesweite Koordinator der christlichen Anti-Balaka-Miliz, Patrice-Edouard Ngaissona. Insgesamt wurde das Abkommen im kongolesischen Außenministerium von rund 40 Delegierten signiert.

Tausende nach Umsturz getötet

Die Rebellenmiliz Seleka hatte im März 2013 den damaligen Staatschef Francois Bozize gestürzt. Der Putsch zog das Land im Herzen Afrikas in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen. In dem Bürgerkrieg wurden bereits Tausende Menschen getötet, fast eine Million Menschen sind auf der Flucht.

Auch eine französische Militärintervention und eine Friedenstruppe der Afrikanischen Union konnten die Gewalt nicht in den Griff bekommen. Ob das Abkommen nun die Gewalt beenden kann, ist offen, da die Seleka intern gespalten ist und auch die Anti-Balaka-Milize keine zentrale Führung hat.

Israels Präsident Peres scheidet mit Knesset-Rede aus Amt

Israels Präsident Schimon Peres verabschiedet sich heute mit einer Grundsatzrede vor dem Parlament nach sieben Jahren aus dem höchsten Staatsamt. Der 90-Jährige werde vor der Knesset die Herausforderungen ansprechen, denen sich Israel gegenübersehe, so die Präsidialamtspressestelle. Dabei werde er auch auf die aktuelle Lage hinsichtlich der Kämpfe im Gazastreifen eingehen.

Neuer und damit zehnter israelischer Staatschef wird der 74-jährige Politiker Reuven Rivlin, der im Juni von der Knesset gewählt worden war. Während Friedensnobelpreisträger Peres aus dem linksliberalen Parteienspektrum Israels stammt, gehört Rivlin zum rechten Flügel der konservativen Likud-Partei.

Riesiges Polizeiaufgebot begleitet Nahost-Demo in Paris

Begleitet von einem Großaufgebot an Sicherheitskräften haben in Paris erneut mehrere tausend Menschen gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen demonstriert. Nach antisemitischen Übergriffen auf jüdische Einrichtungen am Wochenende waren bei dem Protestzug gestern Abend mehr als tausend Polizisten im Einsatz. Größere Zwischenfälle wurden zunächst nicht gemeldet.

Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstrationsteilnehmer auf 14.500, Veranstalter sprachen von etwa 25.000. Zu der Demonstration hatte ein Bündnis mit dem Namen „Nationales Kollektiv für einen gerechten und dauerhaften Frieden zwischen Palästinensern und Israelis“ aufgerufen. Ihm gehören unter anderem linke Gewerkschaften und Parteien ein.

Ausschreitungen am Wochenende

Innenminister Bernard Cazeneuve hatte vor der Veranstaltung angekündigt, auch verbale Ausfälle nicht zu tolerieren. Wer Sätze wie „Tod den Juden“ rufe, werde festgenommen, warnte er.

Bei nicht genehmigten Demonstrationen gegen Israel war es am Wochenende im Großraum Paris zu schweren Ausschreitungen gekommen. Dabei hatten Randalierer auch eine Synagoge und jüdische Geschäfte attackiert. Wegen Angriffen auf Sicherheitskräfte wurden vier Männer bereits im Schnellverfahren zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt.

Inland

Erst 400 Syrien-Flüchtlinge anerkannt

Angesichts der humanitären Katastrophe in Syrien mit Millionen Flüchtlingen ist Österreich stark dafür kritisiert worden, dass nur so wenige aufgenommen worden sind. Daraufhin hat es weitere acht Monate gedauert, bis das Kontingent um weitere 1.000 besonders schutzbedürftige syrische Flüchtlinge erhöht wurde. Allerdings sind von diesen insgesamt 1.500 bis jetzt erst etwas mehr als 400 auch wirklich in Österreich angekommen.

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Fischer sorgt sich um Große Koalition

Bundespräsident Heinz Fischer zeigt sich in einem Interview mit den Bundesländerzeitungen besorgt darüber, dass bei der nächsten Wahl das Ende der Großen Koalition droht. Fischer geht in dem Bericht von heute jedoch davon aus, dass sich SPÖ und ÖVP „zusammenreißen und ihr Glück nicht in Neuwahlen suchen“ werden.

Nächste Wahl könnte „beachtlichen Einschnitt“ bringen

Der Bundespräsident registriert die Differenzen in der Koalition, aber auch „Bemühungen“ einzelner, das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen. „Die Regierung wird ihre Produktivität noch erhöhen und an ihrem Außenauftritt arbeiten müssen“, appelliert Fischer an die beiden Parteien. Die nächste Wahl könnte das Ende der Großen Koalition bringen - ein „beachtlicher Einschnitt“, da damit eine „Erfolgsstory“ enden würde, verwies Fischer auf die Entwicklung Österreichs in der Nachkriegszeit.

„Aus Gründen der Vernunft und der politischen Logik glaube ich, dass sich SPÖ und ÖVP zusammenreißen und nicht ihr Glück in Neuwahlen suchen werden“, erklärte der Bundespräsident jedoch.

Pühringer: „Regierung streitet zu viel“

Sorgen um den Zustand der Bundesregierung machen sich auch andere. Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) zeigt im Nachrichtenmagazin „News“ Verständnis für den Unmut der Bevölkerung, denn: „Die Regierung streitet zu viel.“ Er appelliert hier an die SPÖ, sich an das Regierungsprogramm zu halten: „Dann werden sie mit der ÖVP keine Probleme haben.“

Und an seinen Parteichef Michael Spindelegger richtet der Landesparteiobmann die Aufforderung, den Zustand des Streits „rasch zu beenden“. Bei allen Differenzen glaubt er dennoch an eine Lösung im Steuerstreit. Mit einer Neuwahl rechnet Pühringer nicht: „Wer kann das wollen? Ich mach doch nicht Wahlen, um der Opposition einen Dienst zu erweisen.“

Deutsch als Stolperstein für Lehreranwärter

In den letzten Tagen und Wochen sind die Aufnahmeverfahren an den Pädagogischen Hochschulen zu Ende gegangen. Und auch heuer zeigt sich: Längst nicht alle, die Lehrer oder Lehrerin werden wollen, schaffen das auch. Größter Stolperstein für die Bewerberinnen und Bewerber in mehreren Bundesländern war wieder Deutsch - Tendenz oftmals sinkend.

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Landfriedensbruch: Politdebatte nach Urteil gegen Josef S.

Nach dem umstrittenen Schuldspruch für den Deutschen Josef S. wegen Landfriedensbruchs bei einer Demonstration gegen den Akademikerball hat sich eine politische Debatte über die Sinnhaftigkeit des entsprechenden Strafrechtsparagrafen entzündet.

Die heimische Innenpolitik ist sich in ihrem Unbehagen über das Urteil großteils einig. Selbst die FPÖ spricht sich - trotz Lobes für das Vorgehen gegen „vermummte Feiglinge“ - für eine Gesetzesreform aus. Mit Kritik am Strafverfahren selbst hält sich die Politik allerdings zurück, sehr zum Unterschied von ausländischen Pressestimmen.

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Sport

Fußball: ÖFB-Stürmer Janko vor Wechsel nach Australien

Nach seinem Abschied vom türkischen Erstligisten Trabzonspor ist Österreichs Teamstürmer Marc Jank auf Vereinssuche. Und möglicherweise ist der 31-Jährige auf der anderen Seite des Erdballs fündig geworden. Janko betätigte Gespräche über ein Engagement beim Sydney FC. „In den nächsten zwei Wochen will ich mich entscheiden“, sagte Janko.

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Fußball: Coach Löw hält DFB-Team die Treue

Joachim Löw verspürt auch nach dem WM-Triumph Tatendrang als Coach der deutschen Nationalmannschaft. Der 54-Jährige wird seinen bis 2016 laufenden Vertrag auf jeden Fall erfüllen. „Wir haben in Brasilien einen gigantischen Erfolg gefeiert, es gibt aber noch weitere Ziele, die wir erreichen wollen“, stellte Löw gestern klar.

Eines davon ist sicher der EM-Titel, mit dem Löw als einziger Bundestrainer neben Helmut Schön zwei große Turniererfolge vorweisen könnte. Im Personalbereich gilt es für Löw allerdings Entscheidungen zu treffen.

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Tour de France: Konkurrenz zerbricht an Nibali

Vincenzo Nibali strebt dem ersten italienischen Gesamtsieg bei der Tour de France seit 1998 unaufhaltsam entgegen. Auf der gestrigen Königsetappe war der 29-Jährige für die Konkurrenz unantastbar, distanzierte auf dem letzten Anstieg seine schärfsten Verfolger und baute als Dritter seine Führung im Gesamtklassement aus.

Noch steht zwar der Col du Tourmalet und ein Einzelzeitfahren auf dem Programm, in dieser Form ist Nibali aber kaum noch einzuholen.

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Wirtschaft

Einigung bei Eisenbahner-KV

Bei den Eisenbahner-Kollektivvertragsverhandlungen ist es in der Nacht zu einem Abschluss gekommen. Mit einer Bruttolohnerhöhung von 2,4 Prozent auf alle KV- und Ist-Löhne sowie sozialversicherungspflichtige Nebenbezüge, verbunden mit einem Mindestbetrag von 55 Euro, habe man eine Lösung erzielt, erklärte der Chefverhandler der Arbeitgeber, Thomas Scheiber, in einer Aussendung.

Diese Lösung sei „sozial gestaffelt“ - kleinere Einkommen werden laut Scheiber stärker angehoben - und für den Arbeitgeber „finanziell stemmbar“, hieß es weiter.

Keine Nettolohnerhöhung

Die Forderung der Gewerkschaft nach einer Nettolohnerhöhung sei von der Arbeitgeberseite in den Verhandlungen abgewendet worden. Die Vereinbarung tritt nach Angaben von Scheiber rückwirkend mit 1. Juli in Kraft und sei auf ein Jahr abgeschlossen worden.

Scheiber, auch Obmann des Fachverbands Schienenverkehr, erklärte weiter, dass er über die Einigung mit der Gewerkschaft in dieser Form zufrieden sei. Gleichzeitig erwarte er aber, dass es zu keinerlei Ausfällen oder Verspätungen im Zugsverkehr durch Betriebsversammlungen mehr komme, das sei mit dem Sozialpartner vereinbart worden.

„Besonders erfreulich ist auch, dass in allen verhandelten Eisenbahnkollektivverträgen die ÖGB-Forderung nach 1.500 Euro Mindestlohn jetzt erfüllt ist“, erklärte vida-Spitzengewerkschafter und ÖBB-Konzernbetriebsrat Roman Hebenstreit am Donnerstag in einer Aussendung.

Boeing liefert Ersatzteile an Iran Air

Erstmals seit Verhängung eines US-Embargos infolge der Iranischen Revolution 1979 liefert der US-Flugzeughersteller Boeing wieder Ersatzteile an die iranische Fluggesellschaft Iran Air. Der Konzern teilte am Mittwoch mit, er habe sich mit der Fluglinie darauf geeinigt, ihr für die Flugsicherheit relevante Güter zu liefern.

Neben Ersatzteilen gehörten dazu auch Handbücher, Flugkarten und Daten etwa zu Inspektionen. Boeing ist demnach auch im Gespräch mit der Tochtergesellschaft Iran Air Tours über ein ähnliches Geschäft. Laut dem Konzern zog er im zweiten Quartal keinen Profit aus diesen Aktivitäten.

Die US-Regierung hatte Boeing im April erlaubt, dem Iran vorübergehend für die Sicherheit notwendige Ersatzteile zu liefern. Komplette Flugzeuge dürfen aber weiter nicht verkauft werden. Die Genehmigung zur Lieferung der Ersatzteile ist Teil der Maßnahmen im Zuge des im November geschlossenen Interimsabkommens zum iranischen Atomprogramm. Die Vereinbarung zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten und Deutschland sieht vor, dass Teheran im Gegenzug für die Lockerung gewisser Sanktionen sein Atomprogramm einschränkt und verschärfte internationale Kontrollen zulässt.

EVN-Projekt: Biokunststoffe aus Algen

Der börsennotierte Energieversorger EVN weitet seine Versuche zum kommerziellen Einsatz von CO2 und Mikroalgen zur Erzeugung von Biokunststoff aus. Dafür wird die Pilotanlage, mit der CO2 aus den Abgasen des Steinkohlekraftwerks Dürnrohr (Niederösterreich) herausgewaschen wird, erweitert.

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GM holt erneut fast 718.000 Fahrzeuge in Werkstätten

Der US-Autohersteller General Motors (GM) muss erneut fast 718.000 Fahrzeuge wegen verschiedener technischer Mängel in die Werkstätten holen. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, besteht bei mehr als 414.000 Autos der Modelle Chevrolet Camaro und Buick Regal die Gefahr, dass sich die Befestigung von Fahrer- und Beifahrersitzen lockert.

Mit dem Problem wird demnach ein Unfall mit drei Verletzten in Verbindung gebracht. Weitere Rückrufe betreffen Fahrzeuge mit defekter Servolenkung.

Skandal um defekte Zündschlösser

Der größte US-Autobauer wird seit Monaten von einer Rückrufwelle erschüttert. Weltweit musste GM seit Jahresbeginn rund 30 Millionen Fahrzeuge zurückrufen - ein Rekord in der Branche. Besonders betroffen ist der nordamerikanische Markt. Wegen der Rückrufaktionen kalkuliert GM alleine für das erste Halbjahr 2014 mit Kosten von etwa 2,5 Mrd. Dollar (1,85 Mrd. Euro).

Im Mittelpunkt der Qualitätsmängel bei dem Autobauer steht der Skandal um den verspäteten Rückruf von 2,6 Millionen Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern, die während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können.

Mit dem Konstruktionsfehler bringt GM mehr als 50 Unfälle mit 13 Toten in Verbindung. Verbraucherschützer vermuten deutlich höhere Opferzahlen. GM wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Dem Unternehmen drohen Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe.

AT&S steigerte Gewinn im ersten Quartal

Der börsennotierte steirische Leiterplattenhersteller AT&S hat den Gewinn im ersten Quartal 2014/15 bei einem leicht rückläufigen Umsatz kräftig gesteigert. Das Konzernergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 15 Prozent auf 7,6 Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie (EPS) ging allerdings wegen der Ausgabe neuer Aktien von 0,28 auf 0,19 Euro zurück, teilte AT&S gestern Abend mit.

Im gewichteten Durchschnitt erhöhte sich die Anzahl der Aktien im ersten Quartal gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um rund 67 Prozent von 23.322.000 auf 38.850.000 - entsprechend verwässert wurde der Gewinn je Anteilsschein.

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg der Quartalsgewinn (Ebitda) den Angaben zufolge um 3,6 Prozent auf 29,1 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) legte um 27,6 Prozent auf 13,3 Mio. Euro zu. Daraus errechnet sich eine Ebit-Marge von 9,4 Prozent - nach 7,3 Prozent im Vergleichszeitraum. Die Umsatzerlöse verringerten sich um 0,8 Prozent auf 141,3 Mio. Euro.

TA: Außerordentliche Hauptversammlung am 14. August

Die Telekom Austria (TA), die nunmehr zum mexikanischen Konzern America Movil des Milliardärs Carlos Slim gehört, beruft für 14. August eine außerordentliche Hauptversammlung ein. Auf der Agenda stehen laut Einladung von gestern Abend die Neubesetzung des Aufsichtsrates, eine Kapitalerhöhung bis eine Mrd. Euro sowie millionenschwere Vergleichszahlungen der Ex-Vorstände Rudolf Fischer und Stefano Colombo.

Fischer soll sich laut Beschlussvorschlag zur ao. HV verpflichten, zusätzlich zu den bereits geleisteten 500.000 Euro Schadenersatz weitere zwei Mio. Euro zu zahlen - 1,25 Mio. Euro davon „sogleich“ und 750.000 Euro „binnen vier Wochen ab Vergleichsabschluss“. Colombo soll zusätzlich zu den bereits gezahlten 196.000 Euro einen weiteren Betrag in Höhe von 3,13 Mio. Euro entrichten müssen.

Der Vorstand der TA soll Mitte August ermächtigt werden, das Grundkapital der Gesellschaft innerhalb von fünf Jahren um einen Nennbetrag von höchstens 438,091.500 Euro, auch in mehreren Tranchen, zu erhöhen, und zwar durch die Ausgabe von bis zu 221.500.000 auf Inhaber lautende Stückaktien gegen Bareinlagen. Der Nettoemissionserlös für die Gesellschaft darf dabei eine Mrd. Euro nicht übersteigen.

Wer in den Aufsichtsrat soll

Die Kapitalerhöhung soll die Kapitalstruktur und die Finanzausstattung der TA stärken und damit das bestehende Investment Grade Rating absichern. Zudem soll das Unternehmen mit dem Geld weiterhin in Infrastruktur, Forschung und Entwicklung sowie Produkt- und Serviceinnovationen investieren.

Als Neuzugänge in den zehnköpfigen Aufsichtsrat schlägt die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) als Aktionärin Carlos Jose Garcia Moreno Elizondo, Alejandro Cantu Jimenez, Stefan Pinter, Carlos M. Jarque, Reinhard Kraxner und Günter Leonhartsberger vor. Wiedergewählt werden sollen Rudolf Kemler, Oscar Von Hauske Solis, Ronny Pecik und Elisabetta Castiglioni. Künftig soll es nur noch einen Stellvertreter des AR-Vorsitzenden geben statt wie bisher zwei.

Chronik

Urteil im „Puber“-Prozess erwartet

Gestern hat sich Sprayer „Puber“ vor Gericht in Wien teilweise schuldig bekannt. Heute könnte bereits ein Urteil fallen. Der Schweizer soll sich über 200-mal mit dem Schriftzug „Puber“ an allen möglichen Orten „verewigt“ haben.

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13-jähriger Jetski-Fahrer nach Unfall gestorben

Der 13-Jährige, der vor eineinhalb Wochen bei einem Jetski-Bewerb in einem Schotterteich in Wörth bei Pöchlarn (Niederösterreich) in Niederösterreich verunglückt ist, ist tot. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten bestätigte einen Bericht der „Niederösterreichischen Nachrichten“.

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Illegale Zigarettenproduktion: Haft und Millionenstrafen

Das Landesgericht Wels in Oberösterreich hat nach dem Auffliegen einer großangelegten illegalen Zigarettenproduktion gestern fünf Angeklagte nach dem Finanzstrafgesetz schuldig gesprochen, einer wurde im Zweifel freigesprochen.

Das Gericht verhängte Haftstrafen zwischen zwölf Monaten und viereinhalb Jahren. Hinzu kommen Geldstrafen zwischen 20 und 85 Millionen Euro - nicht rechtskräftig.

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Solosechser bei Lotto „6 aus 45“

Einen Solosechser in der Höhe von fast 4,9 Millionen Euro hat die gestrige Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gebracht

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

3 4 12 24 34 43 Zusatzzahl 18

Drei Spielteilnehmer hatten den richtigen Joker auf der Quittung, sie erhalten je rund 80.000 Euro.

Die aktuelle Joker lautet:

2 1 1 2 3 7

Alle Angabe ohne Gewähr

Zug fährt in Bus: Mindestens 20 indische Schulkinder tot

Mindestens 20 Kinder sind beim Aufprall ihres Schulbusses auf einen Zug im Süden Indiens ums Leben gekommen. Zehn weitere Kinder seien bei dem Unfall heute verletzt worden, berichtete die indische Agentur IANS. Eine Schranke gebe es an dem Bahnübergang nicht, und so sei der Bus gerade auf die Gleise in Veldurti im Bundesstaat Telangana gefahren, als der Passagierzug ankam.

Nach Angaben des Nachrichtensenders NDTV fordern Anrainer an der Stelle seit langem Schranken. Dem Bericht zufolge sterben in Indien jedes Jahr etwa 15.000 Menschen, während sie zu Fuß oder in Fahrzeugen Bahngleise überqueren und von Zügen erfasst werden.

17-jähriger Pilot und Vater bei Rekordversuch verstorben

Ein Jugendlicher, der als bisher jüngster Pilot einmal um die Welt fliegen wollte, ist mit seinem Vater über dem Pazifik tödlich verunglückt. Der 17-jährige Haris Suleman sei bei dem Rekordversuch mit seiner einmotorigen Maschine in Amerikanisch-Samoa ins Meer gestürzt, teilte die Organisation The Citizens Foundation gestern mit.

Laut der Organisation, die sich für die Ausbildung sozial benachteiligter Jugendlicher einsetzt, wurde die Leiche des Jugendlichen gefunden, doch wurde die seines Vaters noch vermisst.

Suleman hatte zur Zeit des Absturzes mit seinem Vater bereits die Strecke von ihrem Heimatort Indianapolis über Grönland, Ägypten, Pakistan und Sri Lanka bis nach Amerikanisch-Samoa zurückgelegt. Laut der Citizens Foundation, für die Suleman mit seinem Rekordversuch Spenden einwerben wollte, hätte er nur noch die Strecke über Fidschi, Hawaii und San Francisco zurückzulegen gehabt. Die US-Luftsicherheitsbehörde bestätigte einen Absturz, wollte aber keinen Namen nennen.

Dutzende Tote nach Notlandung wegen Taifuns in Taiwan

Mindestens 47 Menschen dürften gestern bei der Notlandung eines taiwanesischen Nahverkehrsflugzeugs ums Leben gekommen sein, als der Pilot bei widrigsten Wetterverhältnissen eine Landung auf dem Flughafen der Insel Penghu versuchte.

Der Taifun „Matmo“ hat das Land derzeit fest im Griff. Die Opferzahl könnte noch weiter steigen. Laut örtlichen Angaben von der Nacht auf heute (Ortszeit) waren noch mehrere Menschen im Flugzeugwrack eingeschlossen, die die Helfer bei tiefer Dunkelheit in schwierigem Gelände zu retten versuchten.

Mehr dazu in Hätte Flugzeug gar nicht starten dürfen?

US-Todeskandidat stirbt erst zwei Stunden nach Giftinjektion

Ein US-Todeskandidat ist gestern im US-Bundesstaat Arizona erst zwei Stunden nach einer Giftinjektion gestorben. Der wegen des Mordes an seiner Ex-Freundin und deren Vater im Jahr 1989 verurteilte Joseph Wood wurde um 15.49 Uhr (Ortszeit, 0.49 Uhr MESZ) für tot erklärt - praktisch zwei Stunden nachdem er die tödliche Giftinjektion erhalten hatte, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

In den USA tobt seit Monaten eine heftige Debatte über die verwendeten Giftmischungen, seit im April ein Todeskandidat in Oklahoma einen qualvollen Tod starb.

Wood wollte Informationen über Spritzeninhalt

Wood hatte vor dem Obersten Gericht geklagt, um nähere Informationen zur verwendeten Giftmischung zu erhalten. Das Gericht gab gestern jedoch grünes Licht für die Hinrichtung, ohne die Entscheidung näher zu begründen. Die USA haben Probleme bei der Versorgung mit den für die Giftinjektionen verwendeten Mitteln, seit die europäischen Zulieferfirmen sich weigern, dafür das Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern. Mehrere der 32 US-Bundesstaaten, die noch die Todesstrafe vollstrecken, benutzen seitdem neue Mittel, die aber teils nicht offiziell zugelassen und erprobt sind.

IT

Facebook-Umsatz steigt dank Werbegeschäfts um 61 Prozent

Facebook hat im zweiten Quartal dank der Onlinewerbung für mobile Geräte seinen Umsatz um 61 Prozent gesteigert. Damit übertraf das weltweit größte Onlinenetzwerk die Erwartungen der Experten. Die Aktien legten gestern im nachbörslichen Handel knapp drei Prozent zu.

Facebook teilte mit, das Geschäft mit Onlinewerbung für mobile Geräte mache knapp zwei Drittel seines gesamten Werbeumsatzes aus. Insgesamt beliefen sich die Erlöse von April bis Ende Juni auf 2,91 (Vorjahr: 1,81) Milliarden Dollar (2,16 Mrd. Euro). Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Umsatz von 2,81 Milliarden Dollar gerechnet.

Facebook verbuchte im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 791 Millionen Dollar, im Vorjahreszeitraum waren es 333 Millionen Dollar.

Lifestyle

Brücke aus 157.000 Plastikflaschen eröffnet

In der westrumänischen Stadt Timisoara ist gestern eine Brücke eröffnet worden, die aus 157.000 Plastikflaschen besteht. Die 23 Meter lange Brücke überquert den Kanal Bega im Stadtzentrum. Die Organisatoren, die damit das Umweltbewusstsein schärfen wollen, halten die Brücke für die größte Plastikflaschenbrücke der Welt, was noch vom Guinness-Buch der Rekorde geprüft werden muss.

Mehr als 500 Freiwillige waren an dem Projekt beteiligt. Die Flaschen wurden mit Drähten fest gezurrt. „Wir wollen das Bewusstsein dafür verstärken, dass rund um die Welt riesige Mengen Müll in die Flüsse und Meere geschüttet werden“, sagte Radu Rusu von der Umweltgruppe Ecostuff. „Plastikflaschen sollten nicht im Wasser landen, das ist unsere Botschaft.“

Science

Auch Hunde kennen Eifersucht

Hundehalter dürfte das kaum überraschen, Forscher sehen aber wichtige neue Hinweise darauf, dass auch Hunde Eifersucht kennen. Vierbeiner reagieren einer Studie zufolge ungehalten, wenn einem Konkurrenten Aufmerksamkeit geschenkt wird.

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Kultur

Religion

Kirchen zogen 1914 mit in den „gerechten Krieg“

„Die Kirchen in Österreich und Deutschland haben im Ersten Weltkrieg mitgespielt, auch wenn sie nicht deren Antreiber waren“, sagt Martin Lätzel, ein katholischer Theologe. Theologen hätten damals durch das Reden von einem „gerechten Krieg“ Grundlagen für die Aggressionen beider Länder geschaffen, die sich im Recht - in der „Mission“ - der Selbstverteidigung gegen eine Übermacht wähnten.

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Friedensgebete zum Weltkriegsgedenken

Österreichweit finden in dieser Woche Gedenk- und Friedensgebete statt. Anlass ist der 100. Jahrestag der Kriegserklärung von Österreich-Ungarn an Serbien am 28. Juli 1914, mit der der Erste Weltkrieg begann.

Die katholischen Bischöfe Österreichs hatten die Pfarren, kirchlichen Gemeinschaften und Gruppierungen eingeladen, rund um den 27. Juli bei den Denkmälern der Toten zu gedenken und Zeichen der Versöhnung zu setzen, „um für den Frieden zu beten und darum, selbst Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu sein“. In allen Diözesen gibt es deshalb Gedenkveranstaltungen, wobei viele der Feiern ökumenisch und interreligiös ausgerichtet sind.

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