Ausland

50 AU-Soldaten bei Angriff in Somalia getötet

Bei einem Angriff der radikalislamischen Al-Schabab-Miliz auf einen Stützpunkt der Militärmission der Afrikanischen Union (AU) in Somalia sind offenbar 50 Soldaten getötet worden.

50 weitere würden nach dem gestrigen Angriff auf das Militärlager im Bezirk Janale vermisst, hieß es in einer Mitteilung westlicher Militärvertreter an Diplomaten, die heute der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

Die islamistischen Rebellen hatten zwei Brücken zu dem von ugandischen Soldaten bemannten Lager gesprengt und sodann ein mit Sprengstoff beladenes Auto in den Eingang gerammt, berichteten Augenzeugen. Demnach übernahmen die rund 200 Rebellen die Kontrolle über das Lager rund 80 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Mogadischu und plünderten die Waffenbestände.

Die Al-Schabab-Miliz bekannte sich zu dem Angriff und bezeichnete ihn als Vergeltung für die Tötung von sieben Teilnehmern eines Hochzeitsfests durch ugandische AU-Soldaten in Merka im Juli.

Nepal: Hilfsmilliarden noch nicht abgerufen

Die Regierung in Nepal hat vier Monate nach der Erdbebenkatastrophe noch nichts von den Milliardenhilfen abgerufen. Der Staat habe noch keine konkreten Pläne für die Verwendung der zugesagten 4,1 Milliarden Dollar und habe auch noch nichts für den Wiederaufbau ausgegeben, sagte der Chef der neu eingerichteten Wiederaufbaubehörde, Govind Raj Pokharel, heute.

Der Grund seien Verzögerungen in der Verwaltung. Zudem habe die Regierung den Fehler gemacht, sich auf eine Verfassungsänderung zu konzentrieren statt auf den Wiederaufbau. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass fast drei Millionen Überlebende Unterkünfte, Nahrung und medizinische Versorgung brauchen. Viele von ihnen leben in nur schwer zugänglichen Himalaya-Regionen.

Bei den beiden Erdbeben im April und Mai kamen fast 9.000 Menschen ums Leben. Auch vier Monate nach der bisher schwersten Katastrophe in der Geschichte des Landes liegt auch in der Hauptstadt Kathmandu noch der Schutt eingestürzter Häuser. Die Regierung in Nepal steht sowohl für die unzureichende Vorsorge als auch für Versäumnisse bei den Hilfsmaßnahmen in der Kritik.

Die nächste große Herausforderung sei, die in Zelten untergebrachten Menschen für den Winter zu rüsten, sagte der UNO-Koordinator für Nepal, Jamie McGoldrick.

Kriegsschiffe und U-Boote gegen Schlepper?

Die EU will ihren Kampf gegen Schlepper im Mittelmeer ausweiten und plant angeblich ab Oktober den Einsatz von sieben Kriegsschiffen und auch von U-Booten, Drohnen und Flugzeugen. Diese sollten in der nächsten Phase der Anti-Schleuser-Strategie zunächst außerhalb der libyschen Küstengewässer eingesetzt werden, berichtete die deutsche Tageszeitung „Welt“ unter Berufung auf EU-Diplomaten.

Schon Mitte September sollen die EU-Länder laut dem Bericht bei einer Truppenstellerkonferenz melden, in welcher Stärke sie sich an der Operation beteiligen. Nach dem Tod von 700 Flüchtlingen im Mittelmeer hatten sich die EU-Staats- und -Regierungschefs im Mai auf einen Dreistufenplan zur Bekämpfung krimineller Schlepper verständigt. In einer ersten Phase wurden Informationen gesammelt und die Seenotrettung ausgeweitet.

In Brüssel empfahl der zuständige Befehlshaber, der italienische Konteradmiral Enrico Credendino, nun den Start von Phase zwei, wie Diplomaten der Nachrichtenagentur AFP bestätigten. Dabei sollen Schiffe von Schleppern, die außerhalb der libyschen Küstengewässer fahren, gestoppt, beschlagnahmt und womöglich zerstört werden. Die Schmuggler selbst sollen festgenommen werden.

EU-Verteidigungsminister diskutieren Anti-Schlepper-Mission

Die EU-Verteidigungsminister diskutieren heute und morgen über die Ausweitung der EU-Militärmission gegen Schlepper im Mittelmeer (EUNAVFOR Med). Bisher sammeln die Soldaten zwar Informationen auf hoher See, dürfen aber noch nicht gegen Schlepper vorgehen. Österreich wird bei der Sitzung durch Ressortchef Gerald Klug (SPÖ) vertreten.

An dem Treffen soll auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg teilnehmen. Es beginnt mit einem informellen Abendessen der Minister. Tags darauf steht dann zunächst die Weiterentwicklung der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU auf der Tagesordnung.

Anschließend beraten die EU-Verteidigungsminister über alle laufenden EU-Militäreinsätze - darunter auch die Mission gegen Piraten vor dem Horn von Afrika (Atalanta) und Beratungs- und Trainingseinsätze in der Demokratischen Republik Kongo, in Mali, Somalia sowie in der Zentralafrikanischen Republik.

Mindestens elf Flüchtlinge in Ägäis ertrunken

In der Ägäis sind mindestens elf Flüchtlinge bei der Überfahrt von der Türkei auf die griechische Insel Kos ertrunken. Wie die türkische Zeitung „Hürriyet“ (Onlineausgabe) heute meldete, wurden nach dem Untergang von zwei Flüchtlingsbooten in der Nähe des Badeortes Bodrum noch drei Menschen vermisst.

Die türkische Küstenwache suche noch nach ihnen. Türkische Medien veröffentlichten Fotos von der Leiche eines kleinen Kindes, die an einem Strand in der Türkei aufgefunden wurde.

2.500 Flüchtlinge in Piräus angekommen

Unterdessen kamen rund 2.500 Flüchtlinge heute Früh an Bord der griechischen Fähre „Eleftherios Venizelos“ in der Hafenstadt Piräus an. Bereits am Vorabend hatte die Fähre „Tera Jet“ mehr als 1.700 Migranten nach Piräus gebracht, wie die Küstenwache mitteilte. Die Schiffe hatten die Flüchtlinge von der völlig überfüllten Insel Lesbos abgeholt.

Die Flüchtlinge ziehen in der Regel von Piräus ins nahe Athen und von dort weiter zur griechisch-mazedonischen Grenze, um in Mazedonien in einen der Züge zu kommen, die nach Serbien fahren. Von dort aus wollen sie über Ungarn weiter in Zielländer wie Österreich und Deutschland.

USA wollen Freilassung von 20 inhaftierten Frauen weltweit

Die Vereinigten Staaten haben von mehreren Länder, darunter China, Myanmar, Äthiopien und der Iran, die Freilassung von insgesamt 20 Frauen gefordert, die als politische Gefangene gelten.

Anlässlich der Kampagne „Free The 20“ zeigte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, im US-Außenministerium in Washington Aufnahmen der nach ihren Worten „ungerechterweise inhaftierten“ und von ihren Regierungen „ihrer Rechte beraubten“ Frauen.

Poster der 20 inhaftierten Frauen

APA/EPA/Michael Reynolds

Plakat mit den Bildern der 20 Frauen

Im September jährt sich die Unterzeichnung der Erklärung von Peking, die 1995 auf der vierten Weltfrauenkonferenz verabschiedet worden war. Die Erklärung wurde im Beisein von Hillary Clinton unterzeichnet, die damals First Lady der USA war. Power erinnerte daran, dass Clinton damals gesagt habe: „Menschenrechte sind Frauenrechte, und Frauenrechte sind Menschenrechte“.

Polizeigewalt gegen Demonstranten in Istanbul

Die türkische Polizei ist offenbar mit Tränengas, Wasserwerfern und Gummigeschoßen gegen regierungskritische Demonstranten in Istanbul vorgegangen. Mehr als ein Dutzend Menschen wurden festgenommen, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP gestern Abend berichtete.

Rund 500 Teilnehmer hatten sich zu dem anfangs friedlichen Protest gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan und die Kurdenpolitik Ankaras in der Istiklal-Straße im europäischen Teil der Metropole versammelt. Als die Demonstranten eine Kette bilden wollten und Parolen gegen Erdogan riefen, schritt die Polizei ein.

Mehrere Festnahmen

Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete von 14 Festnahmen. Unter den Festgenommenen war auch ein türkischer AFP-Fotograf. Nach einer Behandlung im Krankenhaus wegen einer Verletzung am Arm wurde der Fotoreporter später wieder auf freien Fuß gesetzt. Berichten zufolge wurde auch ein Kameramann von Anadolu bei den Auseinandersetzungen verletzt.

Die türkische Polizei geht mit Tränengas, Wasserwerfern und Gummigeschoßen gegen regierungskritische Demonstranten vor. (iptv.ORF.at)

Das Verhältnis zwischen der kurdischen Bevölkerung und den türkischen Sicherheitskräften ist stark angespannt, seitdem die Regierung und die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ihre seit zwei Jahren geltende Waffenruhe aufkündigten. Der Konflikt konzentriert sich vor allem auf den Südosten des Landes, doch gibt es auch in Istanbul regelmäßig Zwischenfälle.

Inland

Schönborn kündigt 1.000 Flüchtlingsplätze in Erzdiözese an

Zuletzt ist Kritik am fehlenden Engagement der katholischen Kirche in der Frage der Flüchtlingsversorgung laut geworden. Nun kündigte Kardinal Christoph Schönborn an, in den nächsten Wochen „sicher gut 1.000 Flüchtlinge“ unterzubringen.

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Traiskirchen weiterhin überbelegt

Das Innenministerium sucht weiterhin Quartiere für Flüchtlinge, denn noch immer ist das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen in Niederösterreich mit 3.800 Asylwerbern überbelegt. 1.600 müssen die Nächte nach wie vor in Zelten verbringen.

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Evangelische Kirchen: „Öffnet Herzen“

Die Pfarrerinnen und Pfarrer der evangelischen Kirchen haben in einer Denkschrift mit dem Namen „Öffnet Herzen und Türen“ dazu aufgerufen, „Menschen aufzunehmen, die auf der Flucht sind“. Die Flüchtlinge „sollen Unterkünfte und Hilfe erhalten, die ihre Würde achten und den Menschenrechten entsprechen“, so die Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelisch-lutherischen und der Evangelisch-reformierten Kirche heute in einer Aussendung. Angesprochen sind dabei vor allem die evangelischen Pfarrgemeinden.

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Tausende wollen Flüchtlingen helfen

Nicht nur auf dem Wiener Westbahnhof ist die Hilfsbereitschaft vieler Wiener gegenüber Flüchtlingen derzeit sehr groß. Auf der Hilfsplattform der Stadt, Fluechtlinge.wien, sind im August Tausende Angebote eingegangen.

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Viele Sympathien für ÖBB

Für die ÖBB ist der Zugsverkehr von Budapest über Wien nach Deutschland derzeit nur schwer zu planen. Verspätungen sind programmiert, auch in den nächsten Tagen. Doch der Umgang mit den Flüchtlingen brachte den ÖBB viele Sympathien.

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WIFO-Chef: 70.000 Einwanderer „durchaus möglich“

Eine sofortige Änderung der Asylstrategie der heimischen Regierung hat gestern der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), Karl Aiginger, gefordert. Es sei „durchaus möglich“, 70.000 Einwanderer in die österreichische Wirtschaft und Gesellschaft zu integrieren, so Aiginger am Rande des Forums Alpbach.

Eine schnelle Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt forderte auch Integrations- und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) und kündigte ein „Anerkennungsgesetz“ an. Die FPÖ schoss sich angesichts der aktuellen Arbeitslosenzahlen hingegen einmal mehr auf Zuwanderer und Asylwerber ein.

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Wirtschaft

Winterkorn soll bis Ende 2018 VW-Chef bleiben

Nach dem Machtkampf an der Konzernspitze im Frühjahr will Volkswagen den Vertrag von VW-Chef Martin Winterkorn verlängern.

Das Präsidium des Aufsichtsrates habe einstimmig beschlossen, dem Aufsichtsrat vorzuschlagen, in seiner Sitzung am 25. September mit Winterkorn einen neuen Vertrag als Vorstandsvorsitzender mit einer Laufzeit bis Ende 2018 zu schließen, teilte das Unternehmen heute in Wolfsburg mit.

„Wir werden mit Professor Martin Winterkorn an der Spitze den Erfolgsweg der vergangenen Jahre weitergehen“, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Berthold Huber.

Piech verlor internen Machtkampf

Der langjährige Aufsichtsratschef und VW-Patriarch Ferdinand Piech hatte Winterkorn Mitte April öffentlich das Vertrauen entzogen und erklärt, er sei auf „Distanz“ zum VW-Chef.

Das Aufsichtsratspräsidium sprach sich eine Woche später in einer Krisensitzung in Salzburg aber für den Verbleib Winterkorns an der Konzernspitze und für eine Vertragsverlängerung aus. Piech legte daraufhin seine Ämter nieder.

Lufthansa-Piloten drohen wieder mit Streik

Die Piloten der AUA-Mutter Lufthansa drohen zum Ende der Ferienzeit erneut mit Streik. Der Lufthansa-Vorstand habe ein Angebot der Pilotengewerkschaft zu einem „Bündnis für Wachstum und Beschäftigung“ abgelehnt, teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) heute mit.

„Ab sofort muss bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings jederzeit mit Arbeitskampfmaßnahmen gerechnet werden“, sagte VC-Sprecher Markus Wahl. Die Lufthansa lehnte zunächst eine Stellungnahme ab.

5.400 Piloten betroffen

In dem Tarifkonflikt geht es um die betriebsinterne Frühpension für 5.400 Piloten und die Konzernstrategie. Die Pilotengewerkschaft hatte der Lufthansa nach eigenen Angaben ein Angebot unterbreitet, das eine nachhaltige Kostenentlastung von über 500 Millionen Euro enthielt.

Zugleich machte die Gewerkschaft gegen Pläne der Konzernspitze mobil, wonach Piloten der Lufthansa-Billigtochter Eurowings künftig geringer bezahlt werden sollen als Flugzeugführer der Kernmarke.

„Ausflaggen ist das genaue Gegenteil eines Bündnisses für Wachstum und Beschäftigung“, sagte Wahl. „Wenn ein solches Paket von über einer halben Milliarde Euro abgelehnt wird, zeigt sich, dass es Lufthansa nicht um marktgerechte Bedingungen, sondern um Tarifflucht und Auslagerung von Arbeitsplätzen geht.“

Die Piloten legten die Lufthansa seit Frühjahr 2014 bereits zwölfmal lahm.

Netflix wagt riskante Neuausrichtung

Netflix steht vor einer fundamentalen Neuausrichtung. Das Management des Videostreamingdienstes will künftig mehr Geld in die Eigenproduktion von Kinofilmen stecken, die zeitgleich online und in den Lichtbildtheatern Premiere feiern sollen. Im Gegenzug werden die Mittel für die Ausstrahlung von Filmhits anderer Studios zurückgefahren.

Erste Konsequenz: In den USA werden Netflix-Kunden ab September auf Blockbuster wie „Die Tribute von Panem - Catching Fire“ verzichten müssen. Die Repositionierung ist nicht ohne Risiko - schließlich scharrt mit Apple ein Konkurrent mit einer ganz ähnlichen Taktik in den Startlöchern.

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Sport

Tennis: Thiem krönt perfekten ÖTV-Tag bei US Open

Die erste Runde der US Open in New York hat aus österreichischer Sicht ein perfektes Ergebnis gebracht. Nach Andreas Haider-Maurer und Jürgen Melzer schaffte es gestern mit Dominic Thiem auch der dritte ÖTV-Spieler im Bewerb in Flushing Meadows in die zweite Runde.

Österreichs Nummer eins blieb bei sengender Hitze gegen den Spanier Daniel Gimeno-Traver cool und löste souverän das Ticket für die nächste Runde. Schon davor hatte sich Qualifikant Melzer keine Blöße gegeben.

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Mountainbike: Federspiel radelt zu WM-Gold

Der Tiroler Daniel Federspiel hat sich bei den Mountainbike-Weltmeisterschaften in Vallnord (Andorra) gestern Nachmittag zum Weltmeister im Eliminator-Bewerb gekürt.

Der 28-Jährige, dessen Konzentration heuer ganz der WM galt, sorgte damit für einen historischen Erfolg für Österreich, das noch nie ein Eliminator-Gold eroberte. Dabei hatte es in der Qualifikation gar nicht gut für Federspiel ausgesehen.

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Chronik

Leichtes Erdbeben in Südtirol

Nördlich der Südtiroler Stadt Meran hat sich in der Nacht auf heute gegen 0.40 Uhr ein leichtes Erdbeben der Stärke 3,0 ereignet. Das teilte der Österreichische Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in einer Aussendung mit. Das Beben sei vereinzelt verspürt worden, Schäden an Gebäuden sind nicht bekannt.

Acht Tote bei Brand in Pariser Wohnhaus

Bei einem verheerenden Großbrand in einem Pariser Wohnhaus sind acht Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen zwei Kinder. Die Flammen zerstörten in der Nacht auf Mittwoch ein fünfstöckiges Haus im Norden von Paris, es ist die schlimmste Brandkatastrophe in der französischen Hauptstadt seit zehn Jahren. Ersten Ermittlungen zufolge könnte es sich um Brandstiftung handeln.

Die Feuerwehr rückte mit rund 100 Mann an, um das Feuer im Haus in der Myrha-Straße im 18. Pariser Bezirk zu löschen. Der Brand begann laut Ermittlern im Erdgeschoß des unweit der Basilika Sacre-Coeur gelegenen Hauses und griff dann auf das Treppenhaus über. Die Flammen wüteten nach Worten eines Feuerwehrmanns im ganzen Haus „vom Erdgeschoß bis zum Dach“.

Bei einem Brand in einem Wohnhaus im Norden von Paris sind mehrere Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. (iptv.ORF.at)

Sechs Menschen starben an Rauchgasvergiftung, wie die Feuerwehr mitteilte. Zwei weitere starben, als sie sich in ihrer Verzweiflung aus den Fenstern stürzten. Vier Personen wurden verletzt.

Zwei Feuer in einer Nacht

Die genaue Brandursache war zunächst unklar, die Pariser Staatsanwaltschaft beauftragte aber wegen des Verdachts der Brandstiftung die Kriminalpolizei mit den Ermittlungen. Tatsächlich war die Feuerwehr in der Nacht gleich zweimal zu dem Haus gerufen worden: Um 2.23 Uhr rückte die Feuerwehr an, um ein „begrenztes“ Feuer aus brennendem Papier zu löschen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Dann wurde die Feuerwehr erneut um 4.30 Uhr gerufen.

Gesundheit

Ärzte: Versorgung von Schmerzpatienten mangelhaft

In Österreich gibt es schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen. Bei ihrer Versorgung bringt es das Land im europäischen Vergleich aber nur auf Mittelmaß. Das beklagten heimische Experten heute anlässlich des beginnenden viertägigen Kongresses der Europäischen Schmerzföderation (EFIC) in Wien.

In Österreich gibt es etwa 40 spezialisierte Schmerzambulanzen, aus Kostengründen um neun weniger als noch vor zwei Jahren, sagte Wolfgang Jaksch vom Wiener Wilhelminenspital, der Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG). Diese Einrichtungen sind zum Teil aber nur vier bis acht Stunden pro Woche in Betrieb, eine flächendeckende Versorgung existiert nicht.

So gibt es im Burgenland nur eine einzige Schmerzambulanz, in Vorarlberg überhaupt keine. In großen derartigen Einrichtungen wie etwa im Wilhelminenspital und im AKH in Wien müssen Patienten oft monatelang auf einen Termin warten.

Kein umfassendes Konzept

„Für die Versorgung von Schmerzpatienten gibt es keinen Auftrag von ‚oben‘“, erklärte Jaksch. Vorhandene Strukturen wie spezialisierte Ambulanzen und Akutschmerzdienste in Krankenhäusern basierten bisher in erster Linie auf dem persönlichen Engagement Einzelner.

Ein Konzept zur abgestuften Versorgung von Schmerzpatienten, das die ÖSG vor sieben Jahren mit dem Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) entwickelt habe, sei in der politischen Schublade verschwunden, beklagte Jaksch.

Von Kasse zu Kasse verschieden

Die ÖSG setzt ihre Hoffnungen nun auf eine Initiative der Grünen, auf die sich kürzlich alle Parteien verständigt haben. So soll die Gesundheit Österreich GmBH im Auftrag des Gesundheitsministeriums Bundesqualitätsstandards für die Versorgung von Schmerzpatienten ausarbeiten.

Derzeit macht es nach Darstellung der Fachmediziner nämlich durchaus einen Unterschied, in welchem Bundesland der Patient unter Schmerzen leidet und welche Versicherung für ihn zuständig ist.

Kultur

Romandebüt: Miranda July gräbt in Feuchtgebieten

Die US-amerikanische Allround-Künstlerin Miranda July hat ihr Romandebüt vorgelegt. In „Der erste fiese Typ“ gräbt sie tief in der verschrobenen Seelenwelt ihrer Protagonistin, einer Mittvierzigerin mit Frosch im Hals. Ein Babywunsch, jede Menge Sexfantasien und komplizierte Beziehungen sind die Themen, rund um die July recht tabulos eine skurrile Geschichte erzählt, in der Plazenta gegessen und mit Schneckenschleim masturbiert wird.

Mehr dazu in Liebe, Sex und ein Frosch im Hals

Filmfestival von Venedig startet mit viel Prominenz

Mit viel Prominenz werden heute die 72. Filmfestspiele Venedig eröffnet. Zum Auftakt läuft am Abend das Bergsteigerdrama „Everest“ des Isländers Baltasar Kormakur („101 Reykjavik“).

Um den Hauptpreis, den Goldenen Löwen, konkurrieren 21 Filme im Wettbewerb. Dazu gehören etwa „Rabin, the Last Day“ über die Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Jizchak Rabin sowie „The Danish Girl“, in dem der Brite Eddie Redmayne eine Transsexuelle spielt.

Hinzu kommen zwei deutsche Koproduktionen: „Remember“ von Atom Egoyan über die Rache an einem Nazi (besetzt mit Christopher Plummer und Bruno Ganz) sowie Alexander Sokurows „Francofonia“ über den Pariser Louvre zur NS-Zeit. Österreichische Beiträge sind dieses Jahr nicht im Wettbewerb vertreten, dafür wird Andreas Horvaths Schauspielerporträt „Helmut Berger, actor“ in einer Dokumentarfilmschiene gezeigt.

Die Preise des 72. Festivals werden am 12. September von einer internationalen Jury verliehen. Das Filmfest Venedig ist das älteste der Welt und gehört zu den wichtigsten der Branche.

Science

Drei Raumfahrer zur ISS gestartet

Drei Raumfahrer sind vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur aus zu einer Mission auf der Internationalen Raumstation (ISS) gestartet.

Raketenstart

APA/AP/Dmitry Lovetsky

Der Däne Andreas Mogensen, der Kasache Aidyn Aimbetow und der russische Kosmonaut Sergej Wolkow hoben heute Früh mit einer Sojus-Rakete in der kasachischen Steppe in Richtung Weltall ab, wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitteilte.

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Leute

Robert De Niro wäre gern 30 Jahre jünger

Robert De Niro (72) wäre gerne 30 Jahre jünger. „Klar, das wäre schon schön. Aber das heißt nicht, dass ich mit meinem Alter nicht zurechtkomme. Ich fühle mich auch jenseits der 70 wohl“, sagte De Niro der dpa in New York.

„Altern ist Teil des Lebens, man muss es hinnehmen. Man kann es leugnen und sich selbst belügen. Oder man akzeptiert es einfach und lebt die Vorteile aus“, sagte der Oscar-Gewinner. „Denn jedes Alter hat seine Vorzüge, auch mit 70, glauben Sie mir!“

De Niro spielt im Film „Man lernt nie aus“ einen Pensionisten, der aus Langeweile mit 70 noch einmal Praktikant und zur unentbehrlichen Hilfe seiner 40 Jahre jüngeren Chefin (Anne Hathaway, 32) wird. „Ein bisschen von ihm steckt in mir. Auch ich kann mir ein Leben ohne Arbeit nicht vorstellen“, sagte der 72-Jährige. „Aber in meinem Alter wird man nachdenklich. Ich habe schließlich höchstens noch 30 Jahre Karriere vor mir.“