Letzte Meldung

WIFO/IHS: Wachstumsprognose erneut gesenkt

Österreichs Wirtschaftswachstum wird kommendes Jahr nur halb so kräftig ausfallen wie noch vor drei Monaten gedacht. WIFO und IHS senkten ihre Prognose für 2015 erneut, sie rechnen nur noch mit 0,5 bzw. 0,8 (statt 1,2 bzw. 1,6) Prozent Realwachstum. Erst 2016 soll es mit 1,1 bzw. 1,6 Prozent etwas stärker aufwärtsgehen. Die Arbeitslosenrate steigt wegen der schwachen Konjunktur auf neun Prozent.

Positiv erst 2016

Die Konjunkturbelebung, wie sie im Sommer noch für 2015 erhofft wurde, kann aus jetziger Sicht erst für übernächstes Jahr erwartet werden - bei beiden Instituten „verschieben“ sich positivere Zahlen auf 2016, beim BIP und auch beim Außenhandel. Die Exporte dürften heuer mit kaum mehr als einem Prozent Plus fast stagnieren und erst 2015/16 mit zumindest 2,5 und 3,5 Prozent Anstieg wieder etwas Fahrt aufnehmen.

Lahme Investitionen

Die Investitionen bleiben schwach, doch könnten - zumindest aus Sicht des WIFO - die Bruttoanlage-, die Ausrüstungs- und die Bauinvestitionen nächstes Jahr real sogar weniger stark zulegen als heuer. Das Institut für Höhere Studien (IHS) dagegen rechnet für nächstes Jahr nicht mit einem Dämpfer, sondern erwartet dann lebhaftere Bruttoinvestments.

Arbeitslosenrate klettert auf neun Prozent

Die Beschäftigungszuwächse dürften sich kommendes Jahr etwas abschwächen, was die Zahl der unselbstständig aktiv Beschäftigten betrifft. Die Arbeitslosenrate nach heimischer Berechnung dürfte von heuer 8,4 Prozent auf fast neun Prozent steigen. Für 2016 befürchtet das WIFO sogar einen weiteren Anstieg auf 9,3 Prozent, während das IHS einen leichten Rückgang auf 8,7 Prozent für möglich hält.

Heuer an die drei Prozent Budgetdefizit

Die Budgetlage bleibt angespannt: wegen der schwachen Konjunktur und der Bankenprobleme speziell bei der Heta-Abbaueinheit, der früheren Kärntner Hypo. Das Defizit im Staatshaushalt erwarten WIFO und IHS heuer bei 3,0 bzw. 2,8 Prozent des BIP. Für 2015 glauben sie nur an eine leichte Entspannung mit 2,4 bzw. 1,8 Prozent. Für 2016 sehen sie einen Maastricht-Negativsaldo von 1,9 bzw. 1,6 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Ausland

Putin sieht russische Wirtschaft auf stabilem Kurs

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht die Wirtschaft seines Landes trotz des Verfalls des Rubels auf einem stabilen Kurs. In den ersten zehn Monaten sei die Wirtschaft des Landes um 0,6 bis 0,7 Prozent gewachsen, sagte Putin heute in seiner ersten Pressekonferenz seit dem drastischen Werteverlust der russischen Währung.

Putin sagte, der Anstieg des Rubels sei „unvermeidlich“. Die russische Notenbank und die Regierung würden geeignete Maßnahmen ergreifen. Seinen Worten nach sind die wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf ausländische Einflüsse zurückzuführen. Trotz der Turbulenzen würden die Einnahmen des Staates höher ausfallen als die Ausgaben, sagte er voraus.

Unterdessen setzte sich der Verfall des Rubels fort, der zu Tagesbeginn zwei Prozent zum Dollar verlor. Damit verpufften die Erhöhung des Leitzinssatzes in der Nacht auf Dienstag von 10,5 auf 17 Prozent sowie der Einsatz von Devisenreserven zur Stützung der eigenen Währung.

Fast 30 Tote bei Kämpfen in ZAR

In der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) sind bei Kämpfen zwischen muslimischen und christlichen Milizen mindestens 28 Menschen getötet worden.

Wie ein Polizeivertreter heute der Nachrichtenagentur AFP sagte, begannen die Zusammenstöße zwischen Kämpfern der muslimischen Seleka-Miliz und der christlichen Gruppe Anti-Balaka am Dienstag in der Region Mbres 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bangui.

Laut einer ersten Bilanz des Roten Kreuzes seien 28 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Durch die Kämpfe wurden Hunderte Dorfbewohner in die Flucht getrieben. Heute zogen sich die Anti-Balaka-Kämpfer nach Polizeiangaben zurück.

Seleka stürzte Staatschef

Das frühere Rebellenbündnis Seleka hatte im März 2013 den damaligen Staatschef Francois Bozize gestürzt. Der Putsch zog das Land im Herzen Afrikas in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen. In dem Bürgerkrieg wurden Tausende Menschen getötet.

Ende August wurde eine Übergangsregierung gebildet. Dieser gelang es jedoch bisher nicht, ein Ende Juli getroffenes Waffenstillstandsabkommen zwischen den Bürgerkriegsparteien Seleka und Anti-Balaka umzusetzen. Immer wieder kommt es zu tödlichen Gewaltakten zwischen Christen und Muslimen.

Kamerun: Mehr als hundert Boko-Haram-Kämpfer getötet

In Kamerun hat die Armee nach eigenen Angaben mehr als hundert Kämpfer der nigerianischen Islamistengruppe Boko Haram getötet. Wie das Verteidigungsministerium in Jaunde heute mitteilte, hatten die Boko-Haram-Kämpfer gestern einen Armeestützpunkt in Amchide im äußersten Norden Kameruns an der Grenze zu Nigeria angegriffen. Die Soldaten hätten "einen Gegenangriff gestartet. Dabei seien 116 Islamisten und ein Soldat getötet worden.

Die islamistische Rebellengruppe Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat. Bei Angriffen auf Sicherheitskräfte, Behörden, Schulen und Kirchen tötete die Gruppierung seit dem Jahr 2009 mehr als zehntausend Menschen. Wiederholt wurde der Konflikt auch ins benachbarte Kamerun getragen. Im Mai und Juli entführten Boko-Haram-Kämpfer in Kamerun Gruppen von Kamerunern und Chinesen. Die 27 Geiseln kamen inzwischen wieder frei.

Massengrab in Syrien entdeckt - weitere Opfer befürchtet

Nach der Entdeckung eines Massengrabs mit 230 Leichen im Osten Syriens befürchten Menschenrechtler den Tod von rund 1.000 weiteren Menschen.

Es handle sich um Mitglieder des Stammes al-Schaitaat, die seit August als vermisst gelten, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, heute der Deutschen Presse-Agentur.

1.000 Stammesangehörige gelten als vermisst

Sie könnten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zum Opfer gefallen sein. Mitte August hatte die IS-Miliz bereits rund 700 Mitglieder des Stammes getötet. 230 weitere getötete Stammesangehörige waren nach Angaben der Beobachtungsstelle gestern in einem Massengrab entdeckt worden, 1.000 gelten als verschollen.

Die Aktivisten konnten nach eigenen Angaben die Namen von Dutzenden Opfern des Massengrabes identifizieren. Die Toten seien in „großer Mehrheit“ Zivilisten gewesen, sagte Abdel Rahman. Mehrere Menschen seien geköpft worden.

Der Schaitaat-Stamm siedelt in der ölreichen und strategisch wichtigen Provinz Deir al-Sor im Osten Syriens. Seine Mitglieder zählen als erbitterte Gegner der IS-Miliz. Die Dschihadisten sehen die Stammeskämpfer als „Ungläubige“ an, weil sie sich weigern, nach den Regeln der Terrormiliz zu leben. Nach Angaben Abdel Rahmans hatten die IS-Kämpfer eine Ausgangssperre in den Stammesgebieten verhängt.

Nach Massaker: Pakistan verstärkt Offensive gegen Taliban

Pakistanische Sicherheitskräfte haben nach dem Schulmassaker von Peshawar ihre Offensive gegen die radikalislamischen Taliban verstärkt.

57 Rebellen seien getötet worden, teilte das Militär heute mit. Kampfjets der Armee hätten in der Nacht 20 Stellungen der Extremisten im Khyber-Stammesgebiet bombardiert.

Zugleich drangen Bodentruppen weiter in das Tirah-Tal an der Grenze zu Afghanistan vor. In der Region sind Extremistengruppen mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida aktiv.

148 Tote

Bei der Terrorattacke in Peshawar und stundenlangen Gefechten mit der Armee waren am Dienstag 148 Menschen ums Leben gekommen, die meisten davonKinder und Jugendliche. Premierminister Nawaz Sharif hatte daraufhin angekündigt, weiter militärisch gegen die Extremisten vorzugehen.

EU-Gipfel erörtert Russland-Krise und Wachstum

Die EU-Staats- und -Regierungschefs erörtern ab heute bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel die dramatische Wirtschaftskrise und den Währungsverfall in Russland.

Der Gipfel will den Wachstumsplan von Kommissionschef Jean-Claude Juncker unterstützen, der für neue Investitionen von 315 Milliarden Euro sorgen soll.

Weiteres Thema sind die EU-Sanktionen gegen Moskau. Die EU-Kommission ist vor allem über den Verfall des Rubels und die Wirtschaftskrise in Russland sehr besorgt. „Niemand hat Interesse daran, dass die russische Wirtschaft in eine tiefe Depression stürzt“, hieß es aus Kreisen der Behörde.

Da die in Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt verhängten Russland-Sanktionen auf ein Jahr begrenzt seien, müsse von März an über eine mögliche Verlängerung entschieden werden, sagte ein Diplomat. Neue Beschlüsse zu Strafen seien bei diesem Gipfel nicht geplant.

Palästinenser reichten UNO-Resolution ein

Die Palästinenser haben wie angekündigt beim UNO-Sicherheitsrat eine Resolution mit dem Ziel einer dauerhaften Friedenslösung mit Israel eingereicht. Die Tür für Verhandlungen über den Entwurf mit „all unseren Partnern“ bleibe aber offen, sagte der palästinensische UNO-Botschafter Rijad Mansur gestern vor Journalisten.

Er schloss dabei ausdrücklich die USA und Europa ein. Am Ende solle ein Text stehen, der „ernsthaft“ zu Frieden führe. Der Resolutionsentwurf wurde von Jordanien eingebracht, das gegenwärtig Mitglied im Sicherheitsrat ist. Mansur dankte den arabischen und europäischen Ländern für die Unterstützung des palästinensischen Anliegens.

Resolution abgeschwächt

Die Palästinenser bemühen sich seit Ende September um eine weitgehende Nahost-Resolution des Sicherheitsrats, nachdem Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bei der UNO angekündigt hatte, den Kampf um die volle Anerkennung eines unabhängigen Palästinenserstaates zu forcieren.

Das von der Arabischen Liga unterstützte Bestreben, Israel eine Zweijahresfrist zum Rückzug seiner Besatzungstruppen aus dem Westjordanland und Ostjerusalem zu setzen, stößt aber auf starken Widerstand insbesondere der Vetomacht USA.

Die französische Regierung hatte deshalb in Abstimmung mit Deutschland und Großbritannien eine eigene Resolution vorbereitet, die eine Zweijahresfrist für die Aushandlung eines umfassenden Friedensabkommens vorsieht. Die Palästinenserführung schwächte daher schließlich ihre Resolution ab.

EU-Parlament für Palästinenserstaat

Das EU-Parlament hatte sich gestern nach langer Debatte für einen - abgeschwächten - Kompromiss zur Anerkennung Palästinas ausgesprochen. Mit 498 zu 88 Stimmen votierte das Parlament dafür, „grundsätzlich die Anerkennung Palästinas“ zu unterstützen, allerdings nur in Verbindung mit Friedensverhandlungen, hieß es in der Entschließung in Straßburg.

Nur wenige Stunden zuvor hatte der Europäische Gerichtshof beschlossen, die Palästinenserorganisation Hamas von der EU-Terrorliste zu streichen. Die EU überlegt Rechtsmittel gegen das Urteil.

Mehr dazu in „Historischer Tag“

Obamas berichten über Alltagsrassismus

Auch an der Seite des mächtigsten Mannes der USA ist offenbar Platz für unangenehme Erfahrungen mit Rassismus im Alltag. In einem Interview mit dem US-Magazin „People“, das gestern veröffentlicht wurde, erzählte die First Lady Michelle Obama, wie sie einmal bei einem Termin in einer Filiale der Supermarktkette Target für eine Angestellte gehalten wurde.

„Alltag der Schwarzen in den USA“

„Die Frau fragte mich, ob ich ihr helfen könne, etwas aus dem Regal zu holen“, berichtete sie. Derlei Dinge passierten eben im Alltag der Schwarzen in den USA, sagte Michelle Obama. Ihr Mann sei in der Vergangenheit einmal bei einer Gala für den Kellner gehalten worden. „Er trug einen Smoking bei dem Dinner, und jemand fragte ihn, ob er einen Kaffee haben könne.“

Obama für Parkwächter gehalten

Auch der heutige US-Präsident selbst erinnerte sich in dem Interview an derlei Verwechslungen. „Es gibt wohl keinen arbeitenden Schwarzen in meinem Alter, der nicht schon einmal aus dem Restaurant gekommen ist und einen Autoschlüssel in die Hand gedrückt bekommen hat“, sagte er. Auch er selbst sei schon einmal für einen Parkwächter gehalten worden.

Rassismusdebatte neu entbrannt

Die Äußerungen der Obamas fallen in eine Zeit der Anspannung in den USA, nachdem mehrere Schwarze von weißen Polizisten getötet wurden. Es sei eine Sache, für einen Kellner gehalten zu werden, sagte Barack Obama. Schwieriger werde es, wenn Jugendliche fälschlicherweise für Kriminelle gehalten würden und das womöglich mit dem Leben bezahlten. Mit ihren Töchtern Sasha und Malia führen die Obamas nach eigenen Angaben Gespräche über Rassismus, seit sie klein sind.

Inland

Sport

Ski alpin: Heißer Kampf um Weihnachtskrone

In knapp einer Woche kommt bereits das Christkind, den Ski-Herren bleibt aber kaum Zeit, sich auf das schönste Fest des Jahres vorzubereiten. Gleich vier Rennen stehen in der vorweihnachtlichen Italien-Woche von morgen bis Montag auf dem Programm. Im Kampf um die Führung im Gesamtweltcup kann zunächst „Speed-König“ Kjetil Jansrud in der Abfahrt und im Super-G in Gröden vorlegen. Im RTL in Alta Badia und beim Nachtslalom in Madonna di Campiglio will Spitzenreiter Marcel Hirscher dann zurückschlagen.

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Fußball: Dortmund verpasst Befreiungsschlag

Dortmund hat gestern im vorletzten Spiel vor der Winterpause einen wichtigen Befreiungsschlag verpasst. Der in die Krise gerutschte Vizemeister musste sich in der 16. Runde der deutschen Bundesliga trotz zweimaliger Führung mit einem 2:2 gegen Wolfsburg begnügen, wobei der Ausgleich für den Tabellenzweiten erst in der Schlussphase fiel.

Zlatko Junuzovic traf für Bremen wieder per Freistoß, konnte aber die klare Pleite gegen Gladbach nicht verhindern. Siege feierten auch Leverkusen und Schalke. Ein turbulentes Remis mit acht Toren gab es zwischen Frankfurt und Hertha.

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Fußball: FIFA-Chefermittler wirft das Handtuch

Die FIFA steckt mehr und mehr im absoluten Dilemma. Gestern hat der Chefermittler im Korruptionsskandal um die WM-Vergaben 2018 und 2022, Michael Garcia, frustriert seinen Rücktritt erklärt. Tags zuvor hatte der Fußballweltverband dessen Einspruch gegen den äußerst umstrittenen Bericht von Richter Hans-Joachim Eckert zurückgewiesen. Das ohnehin schon schwer ramponierte Image der FIFA nimmt dadurch weiteren Schaden. UEFA-Boss Michel Platini ist nur einer von zahllosen Kritikern in der veritablen Glaubwürdigkeitskrise der FIFA.

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Wirtschaft

Schweizer Notenbank führt Negativzinsen ein

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) führt Negativzinsen ein. Sie wird Guthaben auf ihren Girokonten, also die Guthaben der Banken bei der SNB, mit einem Zins in Höhe von minus 0,25 Prozent belasten. Damit strebe sie an, dass ihr Leitzins in den negativen Bereich fällt, teilte die SNB heute mit.

Die Nationalbank bekräftigt den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro und will ihn weiterhin „mit aller Konsequenz durchsetzen“. Mit dem Mindestkurs solle eine unerwünschte Verschärfung der monetären Rahmenbedingungen durch eine Aufwertung des Frankens verhindert werden, heißt es in der Mitteilung.

Auch zu „weiteren Maßnahmen“ bereit

„In den letzten Tagen haben verschiedene Faktoren zu einer stärkeren Nachfrage nach sicheren Anlagen geführt. Die Einführung von Negativzinsen macht das Halten von Franken-Anlagen weniger attraktiv und unterstützt damit den Mindestkurs. Die Nationalbank ist bereit, wenn nötig unbeschränkt Devisen zu kaufen und weitere Maßnahmen zu ergreifen“, so die SNB.

US-Bundesstaat New York verbietet Fracking

Der Gouverneur des US-Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, hat ein Verbot der umstrittenen Fördermethode Fracking angekündigt. Seine Entscheidung basiere auf den möglichen Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung, sagte der demokratische Gouverneur gestern (Ortszeit). Umweltschützer begrüßten die Entscheidung, die Energiewirtschaft kritisierte sie.

Andere Staaten setzten Entscheidung aus

Auf dem Gebiet von New York befindet sich ein Teil der Marcellus-Formation, Schiefergestein, das Erdgasvorkommen enthält. Cuomo hatte zunächst ein Moratorium verhängt, nun folgt das Verbot. Auch andere US-Bundesstaaten haben die Entscheidung, ob sie Fracking zulassen wollen, zunächst ausgesetzt. Andere hingegen wie New Yorks Nachbarstaat Pennsylvania treiben diese Art der Gas- und Ölgewinnung voran.

Beim Fracking werden Gas- oder Ölvorkommen aus undurchlässigen Gesteinsschichten gewonnen, indem Wasser, Sand und chemische Zusätze mit enorm hohem Druck in das harte Gestein gepresst werden, um es aufzubrechen. Die Methode ist wegen ihrer möglichen Gefahren für die Umwelt und die Trinkwasserversorgung umstritten.

In den USA hat die Technologie zu einem regelrechten Boom in der Öl- und Gasindustrie geführt. Das große Angebot sorgt derzeit weltweit für niedrige Erdölpreise.

Bayern untermauert Hypo-Klage gegen Österreich

Die Klage der BayernLB gegen Österreich wegen 2,4 Milliarden Euro aus dem Hypo-Debakel ist für den bayrischen Finanzminister Markus Söder (CSU) die „logische Konsequenz“ aus der Säumigkeit der verstaatlichten Kärntner Pleitebank und der Republik.

Man könne es „nicht durchgehen lassen“, dass eine berechtigte Rückforderung bayrischen Steuergeldes ignoriert werde, so Söder gestern. Das heimische Finanzministerium reagierte, wenn auch nach einer längeren Schrecksekunde, ebenso kämpferisch und drohte mit einer Klage in die Gegenrichtung. Dem Finanzministerium droht indes weiteres Ungemach: Die Opposition will gemeinsam die Hypo-Gesetze kippen.

Mehr dazu in Vergleichsangebot zwischen den Zeilen

Chronik

Austauschschüler getötet: Schütze schuldig gesprochen

Im Prozess um die Todesschüsse auf den deutschen Austauschschüler Diren im US-Staat Montana ist der Täter schuldig gesprochen worden. Das Geschworenengericht verurteilte Markus K. (30) gestern in Missoula wegen vorsätzlicher Tötung. Das Strafmaß wird später festgesetzt. Dem Verurteilten drohen mindestens zehn Jahre Haft.

Nach dem Urteil brach Jubel im Gerichtssaal aus. Die Mutter des Toten weinte laut. Direns Eltern waren beide zu dem gut zweiwöchigen Prozess nach Missoula gekommen. Der Verurteilte erschoss den unbewaffneten 17-Jährigen Diren im April, nachdem dieser nachts in seine Garage eingedrungen war.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, er habe den aus Hamburg-Altona stammenden Jugendlichen bewusst in die Garage gelockt und regelrecht hingerichtet. Dagegen plädierte die Verteidigung auf Notwehr. Der Fall hatte vor allem in Deutschland Wellen geschlagen, in den USA jedoch landesweit kaum Beachtung gefunden.  

China: Dorfbewohner wollen HIV-positiven Buben vertreiben

Die Verbannung eines HIV-positiven Achtjährigen aus seinem Dorf hat in China für Empörung gesorgt. Wie chinesische Medien heute berichteten, unterzeichneten 200 Dorfbewohner eine Petition, um den Kunkun genannten Achtjährigen zu vertreiben und „die Gesundheit der Dorfbewohner zu schützen“. Unterschrieben habe selbst der Großvater, bei dem der Bub zuletzt gelebt hatte.

„Zu beängstigend für uns“

Medienberichten zufolge hatten die Dorfbewohner Kunkun schon länger gemieden, er durfte auch nicht in die Schule gehen. „Niemand spielt mit mir, ich spiele allein“, wurde der Bub von der Staatspresse zitiert.

In der Petition wurde der Achtjährige von den Dorfbewohnern als „Zeitbombe“ bezeichnet. Er tue den Dorfbewohnern leid, sagte der Vorsitzende der Kommunistischen Partei im Dorf Shufangya, Wang Yishu, der Zeitung. Seine HIV-Infektion sei aber „zu beängstigend für uns“.

Aufregung in Sozialen Netzwerken

Laut der Staatszeitung „Global Times“ wurde die HIV-Infektion des Kindes bei einer medizinischen Behandlung im Jahr 2011 entdeckt. Der Bub habe sich bei seiner Mutter angesteckt, die die Familie 2006 verlassen hatte. Nachdem seine HIV-Infektion diagnostiziert wurde, habe dann auch der Vater „den Kontakt verloren“.

In Sozialen Netzwerken wie dem chinesischen Twitter-Pendant Sina Weibo sorgte der Fall für Empörung. Das Kind werde „rücksichtslos vernachlässigt“ und ungerecht behandelt, kritisierte ein Nutzer. Ein anderer schrieb, in China sorge eine HIV-Infektion oder Aids-Erkrankung oft für Panik, weil die Menschen nicht ausreichend aufgeklärt seien.

Science

Indien testet Kapsel für bemannte Raumfahrt

Indien hat eine Kapsel für die bemannte Raumfahrt erfolgreich ins All geschossen. Eine Rakete mit dem Modul - aber noch ohne Besatzung - sei heute vom Weltraumbahnhof auf der südindischen Insel Sriharikota gestartet, teilte die Indische Raumforschungsorganisation (ISRO) mit. Die 3.735 Kilogramm schwere Kapsel wurde abgekoppelt und landete mit Hilfe von Fallschirmen in der Bucht von Bengalen.

Indien hat ein ambitioniertes Weltraumprogramm und erst im September erfolgreich eine Marssonde zum Roten Planeten gebracht. Nach Angaben des indischen Senders NDTV war die nun abgeschossene Rakete mit 630 Tonnen die schwerste, die Indien je in den Weltraum brachte. ISRO hoffe, in sieben, acht Jahren Menschen ins All zu schicken. 2017 ist eine Landung mit einem Roboterfahrzeug auf dem Mond geplant.

Indiens Premierminister Narendra Modi gratulierte dem ISRO-Team. Er sprach im Kurznachrichtendienst Twitter von „einem weiteren Triumph durch den Scharfsinn und die harte Arbeit unserer Wissenschaftler“. Die nun verwendete Rakete wurde mit Flüssiggas betrieben, das auf sehr tiefen Temperaturen gehalten werden muss. Dieser neue Antrieb, der auf dem Subkontinent selbst entwickelt wurde, war erst im Jänner erstmals erfolgreich verwendet worden.

„Nature“ wählte die Forscherinnen und Forscher 2014

Alle Jahre wieder kürt das Fachmagazin „Nature“ die zehn wichtigsten Forscherinnen und Forscher. Und auch heuer spiegeln sich in der Rangliste jene Themen, die besonders viel Aufmerksamkeit bekommen haben: So wird der Flugdirektor der Kometenmission „Rosetta“ ebenso genannt wie ein Arzt, der jener Krankheit zum Opfer fiel, die er bekämpfte: Ebola.

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IT

Cloud-Geschäft bei Oracle wächst kräftig

Der Softwarekonzern Oracle hat dank einem kräftigen Wachstum im Cloud-Geschäft im vergangenen Quartal die Erwartungen der Börse übertroffen. Der Konzernumsatz legte im Jahresvergleich um drei Prozent auf knapp 9,6 Milliarden Dollar (7,7 Mrd. Euro) zu.

Dabei wuchs das Geschäft mit verschiedenen Cloud-Diensten um 45 Prozent auf rund 516 Millionen Dollar, wie Oracle nach US-Börsenschluss gestern mitteilte. Damit macht es immer noch einen relativ überschaubaren Anteil der Oracle-Erlöse aus.

Hard- und Software geben nach

Der Gewinn schrumpfte in dem Ende November abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal zugleich um zwei Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Oracle richtet das Geschäft aggressiv auf Cloud-Dienste aus, bei denen Software, Daten und Rechenleistung direkt auf dem Netz bereitgestellt werden. Dafür gab der Spezialist für Unternehmenssoftware und Datenbanken Milliarden bei Übernahmen aus.

Unterdessen läuft das Hardwaregeschäft schon seit Jahren schwierig. Zugleich gab es im vergangenen Quartal auch beim zentralen klassischen Indikator für das künftige Geschäft in der Branche - den Verkauf neuer Softwarelizenzen einen Rückgang von rund vier Prozent auf 2,05 Milliarden Dollar.

Kultur

Papst gratulierte Benigni zu TV-Show „Zehn Gebote“

Papst Franziskus hat mit dem italienischen Regisseur und Komiker Roberto Benigni telefoniert und ihm zu seiner von RAI 1 gesendeten TV-Show zum Thema „Die Zehn Gebote“ gratuliert, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ (Donnerstag-Ausgabe). Benigni („Das Leben ist schön“) erzielte mit seiner zweiteiligen, satirischen Show über die Missstände in der italienischen Politik und Wirtschaft Traumquoten.

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Leute

Stevie Wonder zum neunten Mal Vater

US-Sänger Stevie Wonder (64) ist zum neunten Mal Vater geworden, wie sein Sprecher dem US-Promiportal „Us Weekly“ bestätigt hat. Seine Tochter trägt den Namen Nia und ist das zweite Kind für Wonder und seine Freundin Tomeeka Robyn Bracy.

Zu Gerüchten in den Medien, wonach Bracy Drillinge erwarte, hatte Wonder zuvor gesagt: „Ich habe, wie viele, 22 Kinder?“ Allerdings hatte er sofort klargestellt: „Die Wahrheit ist, dass wir eine wundervolle Tochter haben werden, die im Dezember auf die Welt kommen wird. Sie wird Nia heißen, was ‚Bestimmung‘ bedeutet.“

Lifestyle

Zwei Drittel der Österreicher freuen sich auf Silvester

Knapp zwei Drittel der Österreicher freuen sich bereits auf Silvester. Korkenknallen und auf das neue Jahr anzustoßen sind dabei die mit Abstand wichtigsten Bräuche, ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com unter 800 Personen im Alter zwischen 14 und 65 Jahren.

Alkohol für Jugendliche besonders wichtig

„Alkoholkonsum, der über ein genussvolles Maß hinausgeht, ist am 31. Dezember vor allem Thema für Jugendliche. Für 21 Prozent der Teenager gehört es zum Silvesterabend auf jeden Fall dazu, sich zu betrinken“, sagte Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com.

Ebenfalls in der Liste der liebsten Silvestertraditionen ganz oben zu finden sind das Bestaunen der Feuerwerke, Silvesterknaller und -raketen und das feucht-fröhliche Austeilen von Neujahrsgrüßen, gefolgt vom Countdownzählen bis Mitternacht und dem Verschenken von Glücksbringern.

Im Schnitt 14 Euro für Glücksbringer

Für Glücksbringer geben die Österreicher im Schnitt 14 Euro aus. Das Lieblingsglückssymbol ist das Schwein (24,1 Prozent), dicht gefolgt vom Kleeblatt auf Platz zwei, das sich vor allem beim weiblichen Geschlecht besonderer Beliebtheit erfreut. Weiter abgeschlagen in der Hitliste der Glücksringer folgen das Hufeisen, der Marienkäfer und der Rauchfangkehrer.

Für jeden Sechsten wäre der Silvesterabend nichts ohne Bleigießen. Aber auch das traditionelle Silvesteressen darf für drei von zehn Österreichern keinesfalls fehlen. Ganz oben auf der Liste der Silvesterkulinarik stehen Raclette (18,6 Prozent), gefolgt von Fondue und belegten Broten.