Inland

Grüne fordern eigenes Umwelt- und Klimaschutzministerium

Die Grünen fordern, dass Umwelt und Klimaschutz nach der Wahl ein eigenes Ministerium bekommen. Das würde die Umsetzungskraft dieser Themen stärken, sagte Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek heute bei einer Pressekonferenz. Sie pocht auch darauf, dass bis 2050 100 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen.

Die Grünen wählten für die Präsentation ihres Umweltprogramms das Palmenhaus im Wiener Burggarten. Lunacek wurde dabei von Bundesparteichefin Ingrid Felipe aus Tirol sowie von grünen Landesregierungsvertretern begleitet. „Österreich hat sich zu einem Bremserstaat entwickelt in der EU“, kritisierte die Europamandatarin Lunacek.

Österreich verspielt Führungsrolle

In der Regierung gebe es konkurrierende Interessen, oft fehle eine einheitliche, klare Position: „So verspielt Österreich die Führungsrolle, die wir Grüne für Österreich wollen.“ Sie erinnerte daran, dass Österreich per Juli 2018 die Ratspräsidentschaft übernimmt - dann brauche es jemanden an der Spitze, der dafür sorgt, dass beim Klimaschutz etwas weitergeht.

Die Bereiche Umwelt- und Klimaschutz sowie Energie sollen daher in einem eigenen Ministerium zusammengefasst werden, das mit entsprechender Umsetzungskompetenz ausgestattet ist. Derzeit seien diese Themen aufgesplittert: „Wir wollen ein Ressort“, so Lunacek.

Ob sie dieses auch gerne besetzen würden? Die Grünen arbeiteten an einer Regierungsbeteiligung, so Lunacek: „Wenn das gelingt, wäre das sicher eine Option.“ Man verfüge über gute Leute und Ideen, das habe man in der Vergangenheit gezeigt, meinte die Spitzenkandidatin.

„Dieselprivileg muss weg“

Inhaltlich schlagen die Grünen etwa vor, dass bis zum Jahr 2050 die gesamte Energieversorgung zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie umgestellt wird. Ab 2030 soll es keine Neuzulassung fossiler Fahrzeuge geben und damit alle auf das Auto verzichten können, brauche es finanzierbare öffentliche Verkehrsmittel.

„Das Dieselprivileg muss weg“, sagte Felipe. Als Koalitionsbedingungen wollte Lunacek die genannten Forderungen zwar nicht bezeichnen. Der Stopp für die Neuzulassung von Verbrennungsmotoren ab 2030 aber wäre ein zentrales Thema bei Regierungsverhandlungen: „Das gebietet die Vernunft.“

Lotte Tobisch in Personenkomitee für NEOS

Ein Personenkomitee zur Unterstützung von NEOS für die Nationalratswahl hat sich heute in Wien präsentiert - darunter findet sich auch die langjährige Opernball-Organisatorin Lotte Tobisch.

Wie der Sprecher der „Chancenkomitee“ gennannten Plattform, der Manager Karl Sevelda, in einer Pressekonferenz sagte, wollen sich die Proponenten für mehr liberale Politik frei von Klientelinteressen und Blockaden engagieren.

Von Heide Schmidt bis Klestils Sohn

Das Komitee umfasst derzeit etwas mehr als 50 Personen aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft - u. a. die beiden LIF-Gründer Heide Schmidt und Friedhelm Frischenschlager, die Unternehmer Cord Prinzhorn, Viktoria Kickinger und Stefan Klestil, Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten, Opernball-Legende Lotte Tobisch sowie mehrere internationale Politiker wie die Premierminister Miro Cerar (Slowenien) und Xavier Bettel (Luxemburg) sowie EU-Kommissarin Vera Jourova.

Sevelda geht davon aus, das die Zahl der Unterstützer noch stark wachsen wird, nachdem das Komitee erst gestern an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Tobisch für „Pfahl im Fleisch“

Tobisch begründete in der Pressekonferenz ihre Unterstützung für NEOS damit, dass es ein „Pfahl im Fleische “ sei. Sie sei früher immer für die Große Koalition gewesen, diese habe sich aber das Land aufgeteilt und funktioniere nicht mehr.

Zur FPÖ stellte Tobisch mit Verweis auf deren Abschottungspolitik und Kontakte zur französischen Front-National-Chefin Marine Le Pen fest: „Das will ich wirklich nicht.“ Auch bei den Grünen habe es ihr nicht gepasst. NEOS-Chef Matthias Strolz habe sie hingegen als „vernünftigen, gescheiten Menschen“ kennengelernt.

SPÖ plakatiert Kern mit Kindern

Bei der dritten von vier SPÖ-Plakatwellen geht es um Kinder. Thematisiert werden soll die Zukunft des Landes. Nach „Holen Sie sich, was Ihnen zusteht“ heißt es auf den Plakaten nun „Zukunft“ und „Veränderung mit Verantwortung“. Zur Präsentation heute Vormittag kamen Kanzler Christian Kern und Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler (beide SPÖ) mit fremden Kindern auf dem Arm.

Bundeskanzler Kern enthüllt ein neues Wahlplakat der SPÖ

APA/AFP/Joe Klamar

„Wenn Sie glauben, das war jetzt gestellt, dem ist nicht so. Ich habe jetzt viele neue Freunde“, so Kern vor Journalisten und Fotografen im Wiener Rathauspark. Am Ende der Plakatpräsentation setzte Kern das Mädchen im Kindergartenalter sogar auf seine Schultern.

Im Kreisky-Zimmer des Bundeskanzleramts

Auf dem einen Plakat sitzt ein leger gekleideter Kern mit einem Zunge zeigenden Kind auf dem Schreibtisch im Kreisky-Zimmer des Bundeskanzleramts. Das zweite Sujet zeigt Kern mit vier Kindern fußballspielend auf dem Heldenplatz. Affichiert werden die Plakate nächste Woche.

„Es geht um die Zukunft, es geht um unsere Kinder, und so sind auch unsere Plakate gestaltet“, sagte Niedermühlbichler. Vor dem Wort „Zukunft“ in der Mitte des Plakats findet sich ein angekreuztes Kreuzerl.

Ausland

Ungarns Premier Orban „betet“ für Wahlsieg Merkels

Trotz heftigen Streits über die Flüchtlingspolitik mit Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel hofft Ungarns rechtsnationaler Ministerpräsident Viktor Orban, dass die Kanzlerin am Sonntag die Bundestagswahl gewinnt.

„Wir sprechen ein stilles Gebet dafür, dass das Mandat der jetzigen Kanzlerin verlängert wird, denn unter den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ist das vom ungarischen Standpunkt aus unser Interesse“, sagte Orban heute in seinem regelmäßigen Interview des ungarischen Rundfunks.

„Bekommen von EU keine Geschenke“

Ohne Namen zu nennen, warf Orban EU-Politikern „Gesetzesbruch“ vor, wenn sie Ungarn mit Entzug von EU-Fördermitteln drohen, weil Budapest die Verteilung der Flüchtlinge nach Quoten nicht akzeptiert.

Diese Forderung hatte unter anderen der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ausgesprochen, Merkel aber ist dagegen. „Wer darüber redet, dass man einem Land Mittel entziehen muss, weil es zum Beispiel in der Flüchtlingsfrage nicht (mit Deutschland) einer Meinung ist, der begeht einen Gesetzesbruch“, sagte Orban.

„Wir bekommen von der EU keine Geschenke“, so der Budapester Regierungschef. „Ich sehe keinen Unterschied zwischen EU-Geld und ungarischem Geld. Es ist unser Geld. (...) Wir zahlen in den (EU-)Haushalt ein, wir haben unsere Grenzen geöffnet, die westlichen Unternehmen haben (durch die Grenzöffnung) Chancen bekommen, die sie sonst nicht bekommen hätten. Es ist das Geld der Ungarn, egal woher es kommt, aus Budapest oder aus Brüssel.“

Besuch in Polen

Orban reist heute zu einem offiziellen Besuch nach Polen, wo er von seiner polnischen Amtskollegin Beata Szydlo empfangen wird. Szydlo hatte im Vorfeld des Besuches laut polnischer Nachrichtenagentur PAP betont, dass Polen große Hoffnungen in den Warschau-Besuch Orbans setze.

Der Standpunkt Polens und Ungarns hinsichtlich aktueller EU-Angelegenheiten würde übereinstimmen, so die polnische Regierungschefin. Seit ihrem Amtsantritt als Premierministerin im Oktober 2015 sei das der erste offizielle Polen-Besuch des ungarischen Regierungschefs. Bisher ist es nur innerhalb der Visegrad-Gruppe (Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei) zu Treffen gekommen.

Grenzstreit zwischen Slowenien und Kroatien eskaliert

Im Grenzstreit der beiden EU-Mitglieder Slowenien und Kroatien in der nördlichen Adria haben sich die Fronten verhärtet. Sloweniens Regierungschef Miro Cerar sagte ein für die kommende Woche vorgesehenes Treffen zu diesem Thema mit seinem kroatischen Amtskollegen Andrej Plenkovic ab, berichteten Medien heute in Ljubljana.

Plenkovic habe bei der UNO-Vollversammlung in New York erneut den internationalen Schiedsspruch zum Streit zugunsten Sloweniens für null und nichtig erklärt, begründete er seine Absage.

Slowenien will Urteil auch mit Polizeigewalt umsetzen

Das von der EU vermittelte Schiedsgericht hatte Ende Juni Slowenien den größten Teil der seit Jahrzehnten umstrittenen Bucht von Piran auf der Halbinsel Istrien und einen Korridor für den „ungehinderten Zugang“ zu internationalen Gewässern zugesprochen.

Kroatien war allerdings bereit 2015 aus dem Vermittlungsverfahren ausgestiegen, nachdem Slowenien massiv gegen die Regeln des Schiedsgerichts verstoßen hatte. Slowenien will das Urteil bis Ende des Jahres notfalls auch mit Polizeigewalt durchsetzen.

Bangladesch fordert „Sicherheitszonen“ für Rohingya

Die Regierungschefin von Bangladesch, Sheikh Hasina, hat die Einrichtung von „Sicherheitszonen“ für die verfolgte Minderheit der Rohingya in Myanmar gefordert. Diese Gebiete sollten von den Vereinten Nationen kontrolliert werden, sagte Hasina gestern (Ortszeit) vor der UNO-Vollversammlung in New York.

„Diese Menschen müssen in Sicherheit und Würde in ihre Heimat zurückkehren können“, sagte sie über die Hunderttausenden nach Bangladesch geflüchteten Rohingya. Nach Angaben der UNO sind mehr als 420.000 Rohingya vor der Gewalt in Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflohen. Hasina sprach sogar von 800.000 Menschen und forderte ein Ende der „ethnischen Säuberungen“ in Myanmar.

Für UNO-Mission

Sie warf der Armee von Myanmar vor, Landminen entlang der Grenze gelegt zu haben, um die Flüchtlinge an der Rückkehr zu hindern. Die UNO müsse unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um eine Lösung für den Konflikt zu finden, sagte die Ministerpräsidentin weiter.

Hasina legte einen Fünfpunkteplan zum Schutz der Rohingya vor, dem zufolge es eine Mission der UNO in Myanmar geben müsse. Auch verlangte sie, dass Myanmar den bisher staatenlosen Rohingya die Staatsangehörigkeit zuerkennen müsse. In ihrer Rede bei der UNO-Generaldebatte bezeichnete Hasina die Rohingya als „hungrig, verzweifelt und hoffnungslos“.

UNO-Sicherheitsrat gegen Kurdenreferendum im Irak

Der UNO-Sicherheitsrat hat sich gegen die Abhaltung des geplanten Unabhängigkeitsreferendums in der autonomen Kurdenregion im Nordirak ausgesprochen. In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung drückte das 15-köpfige Gremium gestern (Ortszeit) in New York seine Sorge über die „potenziell destabilisierende“ Wirkung einer solchen Abstimmung aus.

Das Wort Unabhängigkeit wurde in der Erklärung nicht gebraucht. Das für Montag geplante Referendum würde in einer Zeit stattfinden, in der die Einsätze gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) - mit kurdischen Kämpfern in einer wesentlichen Rolle - noch liefen, hieß es weiter. Damit könnte die Abstimmung die Bemühungen unterlaufen, die mehr als drei Millionen Flüchtlinge freiwillig und in Sicherheit in ihre Heimat zurückkehren zu lassen, warnte der Sicherheitsrat.

Breite Front

Auch die USA, die Türkei, der Iran und der Irak selbst haben gewarnt, das Referendum gefährde die hart erkämpften Erfolge gegen den IS. Bereits am Dienstag hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in seiner Rede vor der UNO den irakischen Kurden mit Konsequenzen gedroht, sollten sie das Referendum nicht stoppen.

Der Oberste Gerichtshof des Irak ordnete die Aussetzung des Unabhängigkeitsreferendums an, das vom Parlament der Kurdenregion gegen den Willen der irakischen Zentralregierung angesetzt worden war.

Druck auf Barsani

Die kurdische Regionalregierung streitet seit langer Zeit mit Bagdad über Ölexporte, Budgetzahlungen und die Kontrolle über ethnisch geteilte Gebiete. Das Referendum ist rechtlich nicht bindend, und eine Mehrheit für die Unabhängigkeit würde nicht automatisch zur Abspaltung der nordirakischen Kurdenregion führen, die seit 1991 über weitreichende Autonomie verfügt.

Es würde aber die Verhandlungsposition von Kurdenpräsident Massud Barsani gegenüber der Zentralregierung in Bagdad sowie seine Stellung gegenüber seinen Rivalen stärken. Die USA und andere Staaten hatten Barsani gestern einen Vorschlag zur Verschiebung des Volksentscheids unterbreitet. Barsani lehnt eine Verschiebung des Referendums ab, will sich aber „rasch“ zu dem Vorschlag äußern.

„Brexit“: May spricht auch über Rechte von EU-Ausländern

Die britische Premierministerin Theresa May wird sich heute in ihrer Grundsatzrede in Florenz auch zu einer Übergangsphase nach dem „Brexit“ und zu den Rechten von EU-Ausländern äußern. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die die Regierung gestern am späten Abend in London veröffentlichte. „Großbritanniens Zukunft ist glänzend“, wird die Regierungschefin darin zitiert.

May will sich am Nachmittag in der italienischen Stadt zum Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union äußern. Die Verhandlungen zwischen Brüssel und London sind bisher sehr zäh verlaufen. Die Gespräche sollen am Montag fortgesetzt werden. Großbritannien will die Staatengemeinschaft Ende März 2019 verlassen.

„Beginn einer neuen Partnerschaft“

Ein erfolgreiches Abkommen sei im Interesse beider Seiten, so May. „Wenn dieses Kapitel unserer europäischen Geschichte geschrieben ist, (...) dann wird es nicht als Ende einer Beziehung in Erinnerung bleiben, sondern als Beginn einer neuen Partnerschaft.“ Konkrete Inhalte stehen allerdings nicht in der Mitteilung.

Medienberichten zufolge könnte May ein Angebot im Streit über die Abschlussrechnung auf den Tisch legen. Die Rede ist von 20 Milliarden Euro. Das wäre allerdings deutlich weniger, als von der EU voraussichtlich gefordert wird. Experten rechnen mit 60 bis 100 Milliarden Euro, die London der Europäischen Union schulde.

Unklar ist, mit welchen Bedingungen May ein solches Angebot verknüpfen könnte. Spekuliert wird, dass sie vielleicht eine zweijährige Übergangsphase nach dem „Brexit“ vorschlägt, in der Großbritannien weiter Zugang zum gemeinsamen Binnenmarkt hätte. 20 Milliarden Euro entsprechen ungefähr dem EU-Mitgliedsbeitrag des Landes für zwei Jahre.

Wirtschaft

EZB-Direktor warnt in Bosnien vor Fremdwährungskrediten

EZB-Direktor Benoit Coeure hat vor den Gefahren der weit verbreiteten Nutzung des Euro in westlichen Balkan-Staaten außerhalb der Währungsunion in Zusammenhang mit Fremdwährungskrediten gewarnt.

Bei starken Wechselkursschwankungen könne es passieren, dass Haushalte und Firmen in Fremdwährung aufgenommene Kredite „plötzlich“ nicht mehr bedienen könnten, warnte er heute in einer Rede in Sarajevo.

In der in der jüngsten Vergangenheit von zahlreichen Krisen und Kriegen heimgesuchten Region auf dem westlichen Balkan ist der Euro ein weit verbreitetes Zahlungsmittel: Mehr als die Hälfte der Konten und der Kredite laufen in Euro.

Starker Franken löste Probleme aus

Dass Kredite in Fremdwährungen Risiken bergen, mussten in der Vergangenheit auch Bürger in anderen osteuropäischen Staaten erfahren - etwa in Polen und Ungarn. Dort waren Franken-Kredite einst gefragt wegen günstiger Zinsen. Zum Problem wurden sie, als im Zuge der Euro-Krise die Schweizer Währung deutlich an Wert gewann.

Turkish Airlines will 40 Boeing „Dreamliner“ kaufen

Die Fluggesellschaft Turkish Airlines will beim US-Flugzeughersteller Boeing im großen Stil Langstreckenjets kaufen. Der Deal soll 40 Exemplare des jüngsten Typs Boeing 787-9 „Dreamliner“ umfassen, wie Boeing in der Nacht auf heute in New York mitteilte.

Die türkische Fluglinie begründete die Pläne mit einem Ausbau ihrer Flotte und dem höheren Bedarf an dem künftigen dritten Istanbuler Flughafen. Boeing will sich verpflichten, mit der türkischen Regierung, Turkish Airlines und anderen Unternehmen aus dem Land bei Forschung und Entwicklung verstärkt zusammenzuarbeiten.

Die 40 Maschinen in der mittellangen Ausführung des „Dreamliner“ haben laut Preisliste einen Gesamtwert von 10,8 Mrd. Dollar (9,1 Mrd. Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Rabatte im zweistelligen Prozentbereich üblich. Zudem muss der Vertrag noch endgültig fixiert werden.

China kritisiert Herabstufung durch S&P

China hat die US-Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) für die Herabsetzung der Bonitätsnote des Landes kritisiert. Die Herabstufung sei eine „falsche Entscheidung“, teilte das Finanzministerium im Peking heute mit.

China warf S&P vor, die Lage der chinesischen Wirtschaft falsch und auf Grundlage der Erfahrungen von voll entwickelten Industrieländern zu lesen. Die Qualität des Wachstums habe sich verbessert. S&P hatte gestern die Bonitätsnote der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt um eine Stufe auf „A+“ herabgesetzt.

Nach Einschätzung der Ratingagentur geht China zu zögerlich gegen die wachsende Verschuldung der Volksrepublik vor. Zwar bemühe sich das Land, die aus dem starken Kreditwachstum resultierenden Risiken zu senken, erklärten die Bonitätswächter einen Tag nach ihrer Herabstufung von Chinas Kreditwürdigkeit. Doch die Maßnahmen griffen nicht so schnell wie erwartet. Zudem sei das Kreditwachstum insgesamt noch zu stark.

Sport

Eishockey: Vienna Capitals feiern Rekordsieg

Die Capitals haben ihren Erfolgslauf in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) fortgesetzt. Die Wiener bezwangen gestern in der fünften Runde die Black Wings Linz und stellten saisonübergreifend mit dem 18. Sieg hintereinander einen neuen EBEL-Rekord auf. Immerhin über den zweiten Erfolg in Serie nach davor drei Niederlagen durfte Salzburg jubeln. Gegen den VSV reichte dazu ein starkes Mitteldrittel.

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Tennis: Thiem startet bei Laver-Cup-Premiere

In Prag geht von heute bis Sonntag erstmals der Laver Cup über die Bühne. In Anlehnung an den Ryder Cup im Golf misst sich das Team Europa mit einer Weltauswahl. Mit von der Partie ist auch Dominic Thiem, der in einer Mannschaft mit u. a. Rafael Nadal und Roger Federer steht. „Das macht es schon zu einer besonderen und coolen Sache“, erklärte Thiem, der hofft, dass alle Spieler den Bewerb ernst nehmen. Nur dann hat der Laver Cup auch eine seriöse Zukunft.

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Chronik

Radarfallen: Geldstrafe für Schweizer WhatsApp-Gruppe

In der Schweiz wurde einem Medienbericht zufolge gegen die Mitglieder einer WhatsApp-Gruppe wegen Postens von Radarwarnungen eine Geldstrafe von 850 Franken (rund 730 Euro) verhängt. Der Vorfall wirft Fragen auf, wie die Gratiszeitung „20 Minuten“ (Onlineausgabe) heute berichtete.

Ein Leserreporter wurde mit den Worten zitiert: „Was ich in einer WhatsApp-Gruppe schreibe, ist doch privat und meine Sache.“ Er hatte „20 Minuten“ über die Strafe informiert. Den Angaben zufolge stand die WhatsApp-Gruppe „Rennleitung“ seit Juli im Visier der Polizei.

Einige der zeitweise bis zu 200 Mitglieder hätten aus diesem Grund auch die Gruppe verlassen. Spekuliert wird darüber, dass die nun verhängten Strafen auf Aussagen ehemaliger Mitglieder beruhen.

Abseits davon geht es laut dem Blatt aber auch um die grundsätzliche Frage, ab wann man von Öffentlichkeit sprechen kann und eine derartige Vorgangsweise berechtigt ist. „Die Straßengesetzordnung sagt nicht, ab wann eine geschlossene Gruppe öffentlich ist“, wurde dazu der Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Gallen, Roman Dobler, zitiert: Ab 30 Personen schaue man aber „genauer hin“.

Heftige Kritik an US-Polizei nach Tod von Gehörlosem

Wegen tödlicher Schüsse auf einen gehörlosen Mann ist die Polizei in der US-Stadt Oklahoma City heftig in die Kritik geraten. Magdiel Sanchez sei in seinem eigenen Haus erschossen worden, ohne das Geringste verbrochen zu haben, sagte Allie Shin von der Bürgerrechtsorganisation ACLU gestern. Nur weil jemand nicht auf Anweisungen höre, sei das kein Grund, tödliche Gewalt gegen ihn anzuwenden.

Auch die Gemeinde der Gehörlosen in der Stadt äußerte Unverständnis. „Ich weiß nicht, wie die Situation so schnell eskalieren konnte“, sagte JR Reininger, einer der Gemeindevertreter, dem Sender KWTV. Er forderte eine bessere Ausbildung der Sicherheitskräfte.

Metallstange in Hand

Polizeibeamte waren am Dienstag zu dem Haus der Familie Sanchez gekommen, weil sie einen Mann wegen Unfallflucht suchten. Dort fanden sie dessen Sohn, den 35-jährigen gehörlosen Magdiel Sanchez, vor. Dieser hielt in seiner rechten Hand eine etwa 60 Zentimeter lange Metallstange mit einer Lederschlaufe am einen Ende, die die Polizisten nach eigenen Angaben für eine Waffe hielten.

„Er kann Sie nicht hören“

Als Sanchez nicht auf die Aufforderung reagierte, die vermeintliche Waffe fallen zu lassen, setzte ein Polizist eine Taserwaffe ein, der andere schoss dagegen scharf. Sanchez starb vor seinem Haus. Zuvor hatten Nachbarn nach eigenen Angaben versucht, das Drama zu verhindern, und geschrien: „Er kann Sie nicht hören!“

Keiner der beiden Beamten trug eine Bodycam, die den Vorfall aufgezeichnet hätte. Die Polizei befragte jedoch zahlreiche Zeugen. Polizeichef Bill Citty kündigte laut der Zeitung „The Oklahoman“ an, er wolle Vertreter von Behinderten treffen.

Hurrikan „Maria“ gewinnt in Karibik wieder an Stärke

Hurrikan „Maria“ gewinnt auf seinem Zug durch die Karibik wieder an Stärke. Das US-Hurrikanzentrum (NHC) stufte den vorübergehend etwas abgeschwächten Wirbelsturm gestern Abend als Hurrikan der Kategorie drei auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala ein.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 205 Stundenkilometern nahm er Kurs auf die Turks- und Caicos-Inseln und den Südosten der Bahamas. Das Zentrum warnte vor starken Regenfällen und Erdrutschen. Teile der Dominikanischen Republik meldeten Überschwemmungen.

Mehr als 4.000 Menschen gerettet

Mindestens 32 Menschen kamen durch „Maria“ bisher in der Karibik ums Leben. Allein auf Puerto Rico seien 15 Menschen gestorben, berichtete die Lokalzeitung „El Nuevo Dia“ gestern Abend. Viele von ihnen seien in der komplett überfluteten Region Toa Baja ertrunken. Mehr als 4.000 Menschen hätten aus dem betroffenen Gebiet gerettet werden können.

In Haiti kamen laut offiziellen Angaben mindestens drei Menschen ums Leben. Das Innenministerium des Landes teilte gestern (Ortszeit) mit, ein Mensch sei von einem Blitz erschlagen worden, zwei weitere seien ertrunken.

Lage in Puerto Rico weiter angespannt

In Puerto Rico blieb die Lage angespannt. Das US-Territorium sei „völlig zerstört“ worden, sagte US-Präsident Donald Trump. Gouverneur Ricardo Rossello sprach von einer großen Katastrophe und verhängte eine nächtliche Ausgangssperre bis morgen.

An der Stärke des Sturms dürfte sich nach Einschätzung des NHC in den kommenden Tagen kaum etwas ändern. Das Festland der USA dürfte „Maria“ aber voraussichtlich nicht heimsuchen.

Religion

IT

Facebook legt Kongress mutmaßlich russische Werbung vor

Facebook wird die Werbeanzeigen, mit denen sich mutmaßlich russische Drahtzieher in die Innenpolitik der USA eingemischt haben, dem US-Kongress offenlegen. Einer allgemeinen Veröffentlichung stünden aber gesetzliche Einschränkungen für die Offenlegung von Profilinformationen im Wege, betonte das weltgrößte Onlinenetzwerk gestern in einem Blogeintrag.

Dem Unternehmen sei die Verbindung zu Russland bei der Buchung der Anzeigen nicht bewusst gewesen, so Facebook. Sie wurden von einer Internet Research Agency platziert. Facebook schließt nicht aus, dass noch weitere Anzeigen gefunden werden könnten. Gründer und Chef Mark Zuckerberg kündigte an, bei politischer Werbung auf der Facebook-Plattform werde künftig klar zu sehen sein, wer dafür bezahlt habe.

Hunderte Profile identifiziert

Facebook hatte vor zwei Wochen mitgeteilt, dass im Zuge von Untersuchungen zum möglichen russischen Einfluss auf die US-Präsidentenwahl rund 470 Profile identifiziert worden seien, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3.000 Anzeigen geschaltet hätten. „Unsere Analyse legt nahe, dass diese Accounts und Seiten miteinander vernetzt waren und von Russland aus betrieben wurden“, erklärte damals Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos. Sie hätten Anzeigen für rund 100.000 Dollar geschaltet.

Facebook machte bisher keine Angaben dazu, wie viele Amerikaner diese Werbung gesehen haben könnten. Ausländische Einmischung in den Wahlkampf ist in den USA verboten. Das Onlinenetzwerk teilte Informationen zu den Anzeigen bereits mit dem US-Sonderermittler Robert Mueller.

Kultur

Documenta-Defizit: Hessen und Kassel bürgen mit acht Mio.

Acht Mio. Euro stellen das deutsche Bundesland Hessen und die Stadt Kassel durch Bürgschaften bereit, um die Kunstausstellung documenta zahlungsfähig zu halten. Das gaben Kassels Bürgermeister Christian Geselle und Hessens Kunstminister Boris Rhein gestern nach einer Sitzung des documenta-Aufsichtsrats in Kassel bekannt. Laut Wirtschaftsprüfern wird das Defizit der documenta 14 voraussichtlich bei 5,4 Mio. Euro liegen.

„Sicherheitspuffer“ eingeplant

Doch weil noch nicht alle Einnahmen da sind und die Gesellschafter das Risiko weiterer Bürgschaften vermeiden wollen, wurde laut Oberbürgermeister Geselle ein „Sicherheitspuffer“ eingeplant.

Dabei wird die documenta GmbH 2017 mit 29,6 Millionen Euro über drei Millionen Euro mehr einnehmen als geplant. Sie gibt aber mit knapp 35 Millionen Euro auch deutlich mehr aus. Das am Jahresende übrig bleibende Defizit werden sich Stadt und Land als Gesellschafter dann teilen.

„Schlüsse“ werden im November gezogen

Wo das Geld geblieben ist und wer die Verantwortung trage, „bedarf der Vertiefung und weiteren Aufklärung“, sagte Kunstminister Rhein. Es habe aber etwas mit Miet-, Energie-, Transport- und Personalkosten in Griechenland zu tun.

Personelle, strukturelle und finanzielle Konsequenzen für die documenta gibt es bisher nicht. „Welche Schlüsse zu ziehen sind, werden wir im November beraten“, sagte Oberbürgermeister Geselle. Dann gebe es eine weitere Aufsichtsratssitzung.

„Tag des Denkmals“ bietet verborgene Schätze

Der „Tag des Denkmals“ am Sonntag steht heuer im Zeichen von Kultureinrichtungen, die mit bedeutenden Frauen in Verbindung stehen. Darüber hinaus öffnet das Denkmalamt die Türen zu sonst verschlossenen Einrichtungen und verborgenen Schätzen.

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In Kärnten folgt man den Spuren von Hemma von Gurk, Kiki Kogelnik, Ingeborg Bachmann, Christine Lavant und der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky.

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Medien

Nachrichtensender N24 nennt sich künftig „Welt“

Der deutsche Nachrichtensender N24 bekommt einen neuen Namen: Ab 18. Jänner 2018 firmiert das Programm unter dem Namen „Welt“.

Die Umbenennung sei die Vollendung einer Idee, die am 9. Dezember 2013 mit dem Verkauf von N24 an Axel Springer begonnen habe, teilte das Medienhaus heute mit. Unter dem Namen „Welt“ entstehe ein gemeinsames journalistisches Angebot in Print, Digital und TV.

Der Name „Die Welt“ für die Zeitung bleibt bestehen. Der neue Auftritt sei die Antwort auf das sich verändernde Informationsverhalten, sagte Senderchef Torsten Rossmann. Am Senderdesign, das vor einem Jahr neu gestaltet wurde, ändere sich nichts.

Science

Leute

Pet Shop Boys in Rio de Janeiro überfallen

In Rio de Janeiro sind zwei bekannte Popmusiker Opfer von Kriminalität geworden: An der Copacabana wurden die Briten Neil Tennant und Chris Lowe, besser bekannt als Pet Shop Boys, überfallen.

Medienberichten zufolge wurden sie in der Nacht an der berühmten Strandpromenade von vier Transvestiten attackiert. „Sie haben mir meine Geldbörse und mein iPhone weggenommen“, teilte Sänger Tennant auf Facebook mit. Er bestritt aber, dass sie mit Messern angegriffen worden seien.

„Abgesehen davon genießen wir Brasilien“

Die Pet Shop Boys waren wegen des Festivals Rock in Rio in der brasilianischen Stadt. Der Vorfall ereignete sich bereits am Samstag, wurde aber erst jetzt öffentlich bekannt. Die Band war im altehrwürdigen Hotel „Copacabana Palace“ an der Promenade des berühmten Strandes untergebracht. Danach seien sie nur noch mit Leibwächtern unterwegs gewesen. „Abgesehen davon genießen wir Brasilien“, meinte Tennant.

Panorama

Japan: Kühe und Roboter gegen Wildschweine

In Japan sind Rehe, Hirsche und Wildschweine zur Plage geworden. Weil sich die Tiere so schnell vermehren und zugleich immer größere Schäden an Gemüsefeldern und Forstbeständen anrichten, greifen manche Gemeinden auf eigenwillige Methoden zurück.

In der südlichen Provinz Kumamoto zum Beispiel lassen Bauern neuerdings Kühe auf brachliegenden Flächen nahe ihren Feldern grasen, um Wildschweinen die Deckung im hohen Gras zu nehmen, wie die japanische Zeitung „Yomiuri Shimbun“ heute berichtete. Im westlichen Koichi hat eine Stadt ein mobiles Schlachthaus eingerichtet, damit die erlegten Wildschweine und Rehe nicht wie bisher meistens auf dem Müll landen.

Roboter in Wolfsgestalt

Eine besonders kuriose Idee hatte eine Firma auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido, die mit der Universität Tokio einen Roboter in Wolfsgestalt zur Abschreckung von Wildschweinen und Rehen gebastelt hat. Doch ob all das ausreicht, um die Wildplage zu bekämpfen, ist zweifelhaft. Zumal es in Japan an Jägern mangelt, was unter anderem an der rasanten Überalterung der Gesellschaft liegt.

Die einzige wirksame Lösung wären Wölfe, und zwar echte, meinte schon vor Jahren Naoki Maruyama, Ehrenprofessor an der Agraruniversität in Tokio, im Gespräch mit der dpa. Doch er stößt meist auf taube Ohren. Das letzte Mal, dass ein Wolf in Japan gesichtet wurde, war im Jahr 1905.

Italienerin feierte Singlehochzeit

Bis zum 40. Geburtstag wollte sie einen Mann finden. Da Laura Mesi das aber nicht gelungen ist, hat die Italienerin beschlossen, eine Singlehochzeit zu feiern, wie italienische Medien heute berichteten.

70 Gäste wurden zu einem Hochzeitsfest in einem eleganten Restaurant bei Mailand eingeladen, in dem die Fitnesstrainerin im weißen Kleid und mit Blumenbouquet in der Hand erschien.

Ein Freund las das Hochzeitsgelöbnis. Im Restaurant wurde eine Hochzeitstorte angeschnitten, auf der lediglich die Figur der Braut stand. Mesi trug einen Ehering.

„Bin die erste Single-Braut Italiens“

„Es war in allen Aspekten eine klassische Hochzeit, nur fehlte der Bräutigam. Ich bin die erste Single-Braut Italiens“, scherzte Mesi, die 10.000 Euro für das Fest ausgab. Bilder von der „Trauung“ verbreiteten sich in italienischen Medien.

Mit ihrer Hochzeit will Mesi eine klare Botschaft entsenden. „Man muss in erster Linie sich selbst lieben. Man braucht keinen Märchenprinzen, um glücklich zu sein. Sollte ich einen Mann finden, mit dem ich das Leben verbringen kann, wird mich das glücklich machen. Mein Glück hängt jedoch nicht von einem anderen Menschen ab.“ Jetzt fährt sie auf Hochzeitsreise - allein.