Ausland

Spaniens Sozialisten wollen Rajoy stürzen

Vor dem Hintergrund eines Korruptionsskandals der spanischen Konservativen planen die Sozialisten einen Misstrauensantrag gegen Ministerpräsident Mariano Rajoy. Das teilte die Partei heute mit.

Es ist unklar, ob die Initiative im Parlament gelingt. Um Rajoy zu stürzen, sind die Sozialisten auf Stimmen der populistischen Podemos und der liberalen Ciudadanos angewiesen. Ciudadanos forderte heute Neuwahlen. Falls diese nicht ausgerufen würden, sei man zu dem Misstrauensantrag gegen Rajoy bereit, erklärte die liberale Partei.

Schwarze Kassen für Wahlkämpfe

Der frühere Schatzmeister der Konservativen, Luis Barcenas, war gestern zu 33 Jahren Haft verurteilt worden. Ihm wurden Geldwäsche, persönliche Bereicherung und Steuerstraftaten zur Last gelegt. Die Taten stehen mit schwarzen Kassen in Zusammenhang, die die Partei in den 1990er und frühen 2000er Jahren für Wahlkämpfe nutzte. Die Affäre belastet Rajoys Regierung schon länger.

MH17-Abschuss: Niederlande beschuldigen Moskau

Die Niederlande und Australien haben Russland für den Abschuss von Flug MH17 über der Ukraine verantwortlich gemacht. Beide Länder „machen Russland für seine Beteiligung an dem Abschuss verantwortlich“, erklärte die niederländische Regierung heute.

Am Vortag hatte das Ermittlerteam zum MH17-Abschuss einen neuen Bericht vorgelegt und die eingesetzte Rakete erstmals einer russischen Militärbrigade zugeordnet. Die Erklärung der niederländischen Regierung könnte nun auch gerichtliche Schritte zur Folge haben.

Flug MH17 war am 17. Juli 2014 auf dem Weg vom Amsterdamer Flughafen Schiphol nach Kuala Lumpur über der Ostukraine abgestürzt. Unter den 298 Insassen waren 196 Niederländer und 39 Australier.

„Teil der russischen Streitkräfte“

Die von den Niederlanden geleitete internationale Untersuchungskommission kam nun zu dem Schluss, dass die Rakete vom Typ Buk-Telar, mit der die Passagiermaschine von Malaysia Airlines vor fast vier Jahren abgeschossen wurde, von der 53. Flugabwehrbrigade im russischen Kursk „stammte“, wie der Ermittler Wilbert Paulissen gestern in Utrecht bekanntgab. „Die 53. Brigade ist Teil der russischen Streitkräfte“, fügte der Niederländer hinzu.

Die ukrainische Regierung und der Westen vermuten schon lange, dass prorussische Rebellen das Flugzeug mit einer aus Russland stammenden Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben. Moskau sieht die Verantwortung dafür hingegen bei der ukrainischen Armee. Diese hatte ebenfalls Raketen russischer Bauart in ihren Beständen.

Moskau weist Vorwürfe zurück

Russland weist den Vorwurf zurück. Auf die Frage, ob die Regierung eine Verwicklung in den Vorfall bestreite, antwortete der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow: „Absolut“. Russland sei nicht gleichberechtigt an den Ermittlungen zum Absturz beteiligt gewesen und könne den Ergebnissen daher nicht trauen. Die Frage nach Entschädigungen für die Familien der Opfer verwies Peskow an das Außenministerium.

Zwei Festnahmen in Belgien nach Paris-Anschlägen 2015

In Zusammenhang mit den schweren Terroranschlägen in Paris im November 2015 sind in Belgien zwei Tatverdächtige festgenommen worden. Beide stünden in Verdacht, „an den Aktivitäten einer Terrorgruppe“ teilgenommen zu haben, teilte die belgische Staatsanwaltschaft heute mit.

Einer der beiden Verdächtigen, Ayoub B., sitze seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Er wurde nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga schon einmal in dem Fall festgenommen, dann aber wieder freigelassen. Der zweite Verdächtige, Soufiane A. A., sei unter Auflagen freigelassen worden, hieß es. Am 13. November 2015 hatten mehrere Terrorkommandos zusammen 130 Menschen in Paris ermordet.

EU streicht zwei Karibik-Staaten von Steueroasenliste

Die EU hat zwei Karibik-Staaten von ihrer Schwarzen Liste mit Steueroasen genommen. Bei ihrem Treffen heute strichen die EU-Finanzminister nach nur zwei Monaten die Bahamas sowie Saint Kitts und Nevis.

Beide hätten auf hoher politischer Ebene zugesagt, problematische Praktiken zu beseitigen, hieß es. Die Länder waren erst im März auf die Liste gesetzt worden, nachdem sie zunächst mit Rücksicht auf Sturmschäden in der Karibik verschont worden waren.

Noch sieben Länder

Nach der Entscheidung befinden sich noch sieben Länder und Gebiete auf der Schwarzen Liste: die Amerikanischen Jungferninseln, Amerikanisch-Samoa, Guam, Namibia, Palau, Samoa sowie Trinidad und Tobago. Die EU hatte die Schwarze Liste nach Enthüllungen über weit verbreitete Praktiken von Steuerflucht und -hinterziehung Anfang Dezember verabschiedet. Auf ihr fanden sich zunächst 17 Länder und Gebiete.

Um von der Liste genommen zu werden, müssen die betroffenen Regierungen Zusicherungen bei der Einhaltung von Steuerregeln machen. Sie stehen dann bis Jahresende noch unter verschärfter Beobachtung. Halten sie sich nicht an ihre Zusagen, sollen sie wieder auf die Schwarze Liste gesetzt werden.

Großbritannien erwägt eigene GPS-Satelliten

Großbritannien erwägt, nach dem Ausstieg aus der Europäischen Union („Brexit“) ein eigenes Navigationssystem aufzubauen. Falls das Land nach dem „Brexit“ vom neuen EU-Positionsbestimmungssystem Galileo ausgeschlossen werde, müsse man Alternativen parat haben, sagte Finanzminister Philip Hammond heute in Brüssel.

Das könnte mit Partnern außerhalb der EU oder den USA geschehen. „Aus Gründen der nationalen Sicherheit benötigen wir Zugang zu einem System und wir werden sicherstellen, den auch zu bekommen“, sagte Hammond.

London will Investitionen zurückfordern

Mit Galileo will die EU dem US-System GPS Konkurrenz machen. Umstritten ist dabei zwischen London und Brüssel vor allem der Zugang zum militärischen Teil des Projekts. Aus Sicht der EU kann er nur Mitgliedsstaaten eingeräumt werden. Das komplette Netzwerk soll 2020 im Einsatz sein, die Kosten belaufen sich auf zehn Milliarden Euro.

Bisher entfielen etwa 15 Prozent der Arbeiten an Galileo auf Großbritannien. London will die Investitionen bei einem Ausschluss zurückfordern. Großbritannien scheidet im März 2019 aus der EU aus.

Turkmenistan: Zeitungen als Klopapierersatz verboten

Der Personenkult um Turkmenistans autoritären Präsidenten Gurbanguly Berdimuchamedow treibt einmal mehr seltsame Blüten: Die Bevölkerung wird gewarnt, Zeitungen nicht als Klopapierersatz zu verwenden, weil dabei Bilder des Präsidenten beschmutzt werden könnten. Das berichtete die BBC unter Berufung auf das russische Onlineportal Fergana.ru, das als verlässliche Quelle für das isolierte Land gilt.

In Zeitungen omnipräsent

Laut den Berichten überwachen Staatsbedienstete Müllhalden und -Sammelstellen, um Beweise für Verstöße gegen das Verbot zu suchen. Wird jemand der Tat überführt, gibt es eine Verwarnung.

Laut mehreren Onlineportalen ist die Verwendung von Zeitungen in Toiletten in dem völlig verarmten Land weit verbreitet, weil sich die Bevölkerung kein Klopapier leisten kann oder will. Die Beschmutzung eines Präsidentenbildes sei dann praktisch unausweichlich, weil Berdimuchamedow in den staatlich kontrollierten Zeitungen omnipräsent ist.

Bizarrer Personenkult

Der ausgebildete Zahnarzt Berdimuchamedow ist der Nachfolger des 2006 verstorbenen Diktators Saparmurat Nijasow. Vor seiner Zeit als Präsident arbeitete er unter anderem als Gesundheitsminister und Vizeregierungschef. Als Staatschef fördert er einen ausschweifenden Personenkult. Er ließ sich zum „Helden des Landes“ und „Bewahrer des Paradieses auf Erden“ küren.

Noch bizarrer war die Selbstinszenierung des früheren Diktators Nijasow („Turkmenbaschi“ - „Vater aller Turkmenen“). Standbilder von ihm zierten das ganze Land, und die Lektüre von Nijasows „Geistigem Leitfaden“ war sogar Bestandteil der Führerscheinprüfung.

Unter Berdimuchamedow keimte zunächst die Hoffnung auf eine Öffnung des Landes. Nach zarten Reformen regierte der neue Präsident aber bald ähnlich autoritär wie sein Vorgänger. Zuletzt berief er seinen Sohn Serdar als stellvertretenden Außenminister ins Kabinett. Es wird vermutet, dass er ihn als Nachfolger in Stellung bringen will.

Inland

Regierung will in Klausur Mindestsicherung ändern

Die Regierung wird bei ihrer Klausur die Reform der Mindestsicherung nun laut APA definitiv auf den Weg bringen: Der Schwerpunkt der Veranstaltung in Mauerbach liegt am Sonntag noch bei der EU-Ratspräsidentschaft und bei der Klimastrategie, welche die Regierung nun endgültig beschließen will. Der Montag ist vor allem der Mindestsicherung gewidmet.

Details offen

Wie die Reform aussehen wird, ist offen. Angepeilt ist eine bundeseinheitliche Regelung, bei der die Länder nur noch Spielräume bei der Abgeltung der Wohnkosten haben sollen. Gesetzt wird wohl auch auf mehr Sachleistungen.

Schwierig macht die Reformpläne, dass der Verfassungsgerichtshof (VfGH) die niederösterreichische Mindestsicherung gekippt hat. Eine von der Dauer des Aufenthalts in Österreich abhängige Wartefrist für die Leistung in voller Höhe und eine starre Deckelung der Bezugshöhe bei Haushalten mit mehreren Personen waren von den Höchstrichtern als unsachlich qualifiziert worden. Gerade diese Punkte wollte die Regierung aber bei ihrer Mindestsicherungsreform integrieren.

Kunasek lässt Binnen-I beim Heer streichen

Das Bundesheer schafft das - ohnehin nicht verbindliche - Binnen-I ab. „Feministische Sprachvorgaben zerstören die gewachsene Struktur unserer Muttersprache bis hin zur Unlesbarkeit und Unverständlichkeit“, so Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) in der „Krone“ (Freitag-Ausgabe). So erklärte er das „Aus für sämtliche Formulierungen beim Bundesheer, die den Sprachfluss unnötig beeinträchtigen“.

Der 2001 - also unter der damaligen schwarz-blauen Regierung - verordnete „geschlechtergerechte Sprachgebrauch“ habe sich als nicht praxistauglich erwiesen. Sprachliche Gleichberechtigung der Geschlechter werde aber nicht prinzipiell abgelehnt. Wo sich eine Alltagstauglichkeit ergebe, würden Formulierungen wie „die Studierenden“ verwendet.

Allerdings: Eine verbindliche Regelung, die das Binnen-I vorsieht, gibt es beim Bundesheer offenbar nicht. Das sagte die ehemalige Frauenbeauftragte beim Bundesheer, Irmtraut Karlsson, dem „Standard“ (Onlineausgabe). Laut ihren Recherchen gab es „nie eine solche Order beim Bundesheer“. Das Binnen-I sei nach Gutdünken verwendet worden.

Kinderbetreuung: Kritik von SPÖ-Landesräten

Beim Thema Ausbau der Kinderbetreuung üben die zuständigen SPÖ-Landesräte aus Wien, der Steiermark und dem Burgenland Kritik am Bund. Die Verhandlungsrunde gestern zur Erneuerung der auslaufenden 15a-Vereinbarungen sei „leider subtanzlos verlaufen“, hieß es heute.

Es geht dabei um den Ausbau des institutionellen Kinderbildungs- und Betreuungsangebots, des beitragsfreien Pflichtkindergartens und der sprachlichen Frühförderung im Kindergarten. Gerade angesichts des dringenden Bedarfs an neuen Kindergartenplätzen in ganz Österreich sei es sehr ärgerlich, wenn hier nichts weitergehe, so Wiens Bildungslandesrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ). „Wir dürfen hier keine weitere Zeit mehr verschwenden, denn die Länder brauchen Planungssicherheit beim Ausbau der Kindergartenplätze.“

„Klares Bekenntnis“ gefordert

Der Bund sei offenbar nicht rechtzeitig damit fertig geworden, eine neue 15a-Vereinbarung vorzubereiten, und habe lediglich über einige Eckpunkte informiert. Jedenfalls sei dabei deutlich geworden, dass der Bund nicht an einer dauerhaften Finanzierung neuer Kindergartenplätze interessiert sei, so die SPÖ-Landesräte. Auch solle es künftig eine höhere Kofinanzierung durch die Länder geben.

„In wenigen Wochen endet das Kindergartenjahr. Daher brauchen Eltern und ihre Kinder Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Die Schaffung neuer Kinderbetreuungsplätze ist für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unabdingbar“, so die zuständige burgenländische Landesrätin Verena Dunst (SPÖ). Gemeinsam forderten sie „rasch ein klares Bekenntnis des Bundes zur Finanzierung von neuen Kindergartenplätzen und auch eine Absichtserklärung zur Absicherung der Sprachförderkräfte“.

Wirtschaft

Bericht: Daimler droht Massenrückruf

Daimler könnte vom deutschen Kraftfahrtbundesamt (KBA) nach einem Bericht des „Spiegel“ zum Rückruf von mehr als 600.000 Dieselfahrzeugen verdonnert werden. Das KBA gehe dem Verdacht nach, dass bei diesen Modellen unzulässige Abschalteinrichtungen die Wirkung der Abgasreinigung manipulierten, berichtete das Magazin heute.

Prüfungen laufen

Prüfungen an den betreffenden Autos, unter anderem der Mercedes-Baureihen C und G, fänden bereits statt. Die Modelle hätten einen vergleichbaren Motor wie der gerade zurückgerufene Transporter Vito. Daimler erklärte, dem Unternehmen liege keine amtliche Anhörung des KBA - die Vorstufe zu einem Rückrufbescheid - zu den genannten Fahrzeugen vor. „Zu Spekulationen des Spiegels äußern wir uns nicht“, ergänzte ein Sprecher.

Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums bestätigte gegenüber Reuters nur, dass Verkehrsminister Andreas Scheuer das KBA angewiesen habe, weiteren Verdachtsfällen bei Mercedes unverzüglich nachzugehen.

Britische Wirtschaft wächst kaum noch

Die britische Konjunktur ist zu Jahresbeginn eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Jänner bis März nur noch um 0,1 Prozent zu, wie das Statistikamt ONS heute auf Basis einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit wurde eine vorläufige Zahl bestätigt.

Die Firmen fuhren ihre Investitionen zurück. Zudem legten die Verbraucherausgaben mit 0,2 Prozent so schwach zu wie seit Ende 2014 nicht mehr. Ende 2017 war die Wirtschaft auf der Insel noch um 0,4 Prozent gewachsen.

Winterstürme mit dämpfendem Effekt

Zum niedrigen Wachstum zu Jahresbeginn trugen auch Winterstürme mit Eis und Schnee bei, die insbesondere dem Einzelhandel und dem Bau zu schaffen machten. Laut ONS konnten diese dämpfenden Effekte für die Wirtschaft durch eine gesteigerte Leistung der Energieversorger sowie höhere Umsätze im Onlinehandel allerdings teilweise wettgemacht werden.

Angesichts des Konjunktureinbruchs zu Jahresbeginn scheute die Notenbank BoE zuletzt vor einer Zinserhöhung zurück und beließ den Schlüsselsatz bei 0,5 Prozent. Da sich der von der Zentralbank kritisch beäugte Preisauftrieb in jüngster Zeit etwas abgeschwächt hat, sind auch Spekulationen auf eine Anhebung des geldpolitischen Schlüsselsatzes im August gedämpft worden.

ATX-Firmen schütten 2,8 Mrd. Euro Dividende aus

Die gute Konjunkturlage sorgt bei den österreichischen Firmen für satte Gewinne, was auch die Aktionäre freut. Die 20 im Wiener Leitindex ATX gelisteten Unternehmen werden heuer eine Rekordsumme von 2,8 Mrd. Euro ausschütten, um fast 28 Prozent mehr als 2017, geht aus dem Dividendenbericht der Arbeiterkammer (AK) hervor.

Selbst jene Unternehmen, die unter dem Strich einen Verlust auswiesen, zahlen eine Ausschüttung. „SBO und Immofinanz sind jene beiden Konzerne, die trotz Verlust Dividende zahlen und somit Substanz verlieren“, so Markus Oberrauter, Betriebswirt in der AK Wien und Autor des Dividendenberichts.

Erste Group an der Spitze

Der Öl- und Gaskonzern OMV zahle mit einer Ausschüttungsquote von 113 Prozent mehr als den erwirtschafteten Gewinn aus. Beim Versicherungskonzern Uniqa gehe mit einer Quote von 97 Prozent fast das ganze Ergebnis an die Aktionäre. Auch bei der Post fließe fast der gesamte Gewinn in die Dividende. „Eine angemessene Dividendenpolitik sieht eindeutig anders aus“, kritisiert Oberrauter.

Die höchste Dividende von allen ATX-Unternehmen zahlt mit 512 Mio. Euro die Erste Group. Dahinter folgen OMV (rund 490 Mio. Euro) und laut Analystenschätzungen die voestalpine (238 Mio. Euro). Die durchschnittliche ATX-Ausschüttungsquote liegt mit 46,1 Prozent in etwa auf dem Vorjahrerniveau. Das kumulierte, den Aktionären zurechenbare Ergebnis stieg im Wirtschaftsjahr 2017/18 um mehr als ein Viertel auf 6,1 Mrd. Euro.

Sport

Leichtathletik: Diskus-Ass Weißhaidinger träumt vom „70er“

Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger hat seinen österreichischen Rekord heuer in drei Etappen von 67,24 auf 68,98 Meter geschraubt. Mit der aktuellen Bestmarke gab der Olympiasechste zuletzt in Rehlingen sogar dem deutschen Olympiasieger Christoph Harting das Nachsehen.

Das soll aber noch nicht das Ende der Weitenjagd sein, als Traumziel hat der 26-Jährige die „Schallmauer“ von 70 Metern ins Visier genommen. Aber auch eine Medaille bei der Leichtathletik-EM in Berlin würde Weißhaidinger freuen.

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Ski nordisch: Stecher sorgt für „frischen Wind“

Mario Stecher, der neue Sportliche Leiter für Skispringen und Nordische Kombination im ÖSV, geht mit viel Elan in die kommende Saison, deren Höhepunkt die nordische WM in Seefeld sein wird. Gemeinsam mit dem ebenfalls neu ernannten Skisprung-Cheftrainer Andreas Felder hat er sich vorgenommen, „frischen Wind zu den Athleten zu bringen“. Man solle „das Feuer und das Leuchten in den Augen“ wieder sehen.

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Fußball-WM: Offizielle Hymne mit Will Smith veröffentlicht

Die offizielle WM-Hymne der FIFA zur Endrunde der Fußballweltmeisterschaft trägt den Titel „Live It Up“ und ist heute auf mehreren Streamingplattformen veröffentlicht worden. Der Song ist eine Zusammenarbeit von Nicky Jam („El Perdon“), der Sängerin Era Istrefi („Bon Bon“) - und des Hollywood-Stars Will Smith.

Gemeinsam werden die drei Künstler das Lied beim WM-Finale in Moskau am 15. Juli aufführen, wie das Label Sony Music bekanntgab. Produziert wurde „Live It Up“ von Star-DJ Diplo.

Der aus Boston stammende Reggaeton-Sänger mit dem bürgerlichen Namen Nick Rivera Caminero sagte: „Nicht viele Künstler haben das Privileg, an so etwas teilhaben zu können."
Smith ließ sich zitieren mit den Worten: "Dieses globale Ereignis bringt Menschen aus der ganzen Welt zusammen, um zu jubeln, zu lachen und die Magie zu erleben.“ Istrefi sprach von einer „unglaublichen und aufregenden Erfahrung“.

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Chronik

Viele Tote bei Schiffsunglück in DR Kongo

Bei einem Schiffsunglück in der Demokratischen Republik (DR) Kongo sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. 50 Todesopfer seien seit Mittwoch aus dem Wasser geborgen worden, sagte der Vizegouverneur der nordwestlichen Provinz Tshuapa, Richard Mboyo Iluka, heute.

Das Unglück ereignete sich laut Iluka in der Nacht auf gestern auf dem Fluss Momboyo. Die Zahl der Vermissten und die Unfallursache sind unklar, allerdings sei das Boot unbeleuchtet unterwegs gewesen. Derartige Schiffe dürften aber grundsätzlich nachts nicht fahren, sagte der Vizegouverneur.

Immer wieder schwere Schiffsunglücke

Das private Schiff war zwischen Monkoto und Mbandaka mit Dutzenden Passagieren und einer großen Güterladung unterwegs. Die Provinzhauptstadt Mbandaka ist rund 750 Kilometer entfernt.

Auf den Seen und Flüssen der Demokratischen Republik Kongo gibt es immer wieder Bootsunglücke. Eine Hauptursache ist, dass die Schiffe überladen werden. Ende 2014 kamen mindestens 30 Menschen ums Leben, als auf dem Kongo-Fluss im Nordosten des Landes ein völlig überfülltes Boot auf einen Felsen lief. Wenige Tage zuvor wurden bei einem Unglück im Südosten des Landes mindestens 129 Menschen getötet.

IT

YouTuber John „TotalBiscuit“ Bain gestorben

Der Spielekritiker und bekannte britische YouTuber John „TotalBiscuit“ Bain ist tot. Er starb gestern im Alter von 33 Jahren, wie seine Frau Genna im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb. Bain erkrankte 2014 an Krebs, in den letzten Monaten verschlechterte sich sein Zustand.

Bekanntheit durch „WTF is...“-Videos

Unter dem Namen „TotalBiscuit“ veröffentlichte Bain in den vergangenen Jahren über 3.000 Videos. Bekannt wurde er vor allem mit der Reihe „WTF is...“, in der er neue Videospiele vorstellte. Vor allem bis dahin unbekannte Titel profitierten von der Präsentation - zuletzt hatte Bains Kanal über zwei Millionen Abonennten.

Bain galt als Kritiker vieler teuer produzierter Spiele, oft prangerte er auch die Geschäftspraktiken größerer Verleger an. In der „Gamergate“-Kontroverse, bei der unter anderem gegen zahlreiche Frauen innerhalb der Videospielbranche gehetzt wurde, bezog Bain eine neutrale Position und sah vor allem Einzelpersonen für die Aufregung verantwortlich, wofür er scharf kritisiert wurde.

Kanal soll von Bains Frau weitergeführt werden

Im Jahr 2014 gab Bain über Soziale Netzwerke bekannt, dass bei ihm Darmkrebs diagnostiziert wurde. In seinen Onlineauftritten informierte er regelmäßig über seine Erkrankung, Videos produzierte er weiterhin. Anfang Mai gab er bekannt, dass er keine Kritiken mehr veröffentlichen werde.

„Es war ein Privileg“, so Bain. „Danke, dass ihr mich in euer Leben gelassen habt und mir so etwas Wichtiges erlaubt habt wie zu entscheiden, wie ihr euer hart verdientes Geld ausgebt.“ Bains YouTube-Kanal soll künftig von seiner Frau weitergeführt werden.

Amazons Alexa verschickte aufgenommenes Privatgespräch

Eine Serie von Hörfehlern von Amazons digitaler Assistentin Alexa hat dazu geführt, dass eine Unterhaltung eines nichts ahnenden Paares in den USA aufgenommen und an einen ihrer Kontakte verschickt wurde.

Die Software im Echo-Lautsprecher habe zunächst in dem Gespräch fälschlicherweise ihren Namen Alexa herausgehört, erklärte Amazon unter anderem dem Finanzdienst Bloomberg. Das startet die Aufnahme, damit das Assistenzprogramm Sprachbefehle ausführen kann.

Befehle aus Gespräch herausgefiltert

Später glaubte Alexa, den Auftrag „verschicke Nachricht“ („Send Message“) gehört zu haben, und fragte zurück: „An wen?“ Das Paar schien diese Frage jedoch nicht gehört zu haben und unterhielt sich im Hintergrund weiter. Alexa filterte unterdessen aus dem Gespräch etwas heraus, was einem der Namen auf der Kontaktliste ähnelte.

Schließlich fragte Alexa ebenfalls ungehört noch einmal nach, ob eine Nachricht an den Kontakt verschickt werden solle - und schnappte aus der weiteren Unterhaltung des Paares das Wort „right“ („richtig“) auf. Das Paar aus dem Bundesstaat Oregon wurde auf den Vorfall erst durch einen Anruf des Empfängers der Nachricht aufmerksam, wie Bloomberg berichtete.

„Ungewöhnliche Abfolge“

„So ungewöhnlich diese Abfolge der Ereignisse auch war, wir prüfen Optionen, wie solche Fälle noch weniger wahrscheinlich gemacht werden können“, sagte Amazon dazu. Datenschützer kritisieren vernetzte Lautsprecher mit digitalen Assistenten oft als Risiko für die Privatsphäre. Der Fall zeigt beispielhaft, wie sie durch Fehler verletzt werden kann.

Alexa spricht jetzt auch Gebete

In England können gläubige Anglikaner unterdessen künftig Alexa dazu auffordern, Gebete zu sprechen. Außerdem beantwortet sie einschlägige Fragen. Die Kirche von England baut damit ihre Onlinedienste weiter aus.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

„Trainspotting“-Regisseur Boyle soll Bond-Film drehen

Der britische Oscar-Preisträger Danny Boyle („Slumdog Millionaire“, „Trainspotting“) soll Regie beim nächsten Bond-Film führen. Das gab die Produktionsfirma Eon Productions heute bekannt. Das Drehbuch für den 25. Film mit Geheimagent 007 komme von John Hodge, mit dem Boyle bereits für „Trainspotting“ zusammengearbeitet hat.

Die Rolle des smarten Agenten soll erneut Daniel Craig spielen. Es wird sein fünfter und wohl letzter Auftritt als Bond. Die Dreharbeiten sollen Anfang Dezember dieses Jahres beginnen, hieß es in der Mitteilung. In Großbritannien soll der Film im Oktober 2019 in die Kinos kommen.

Science

Religion

Panorama

Wyoming erlaubt wieder Grizzlyjagd

Erstmals in 44 Jahren will der US-Bundesstaat Wyoming im Herbst wieder die Jagd auf Grizzlybären erlauben. Die Ankündigung der Wildnisbehörde, bis zu 22 Bären zum Abschuss freizugeben, kam nur ein Jahr, nachdem die Grizzlys in und um den riesigen Yellowstone-Nationalpark von der Liste der gefährdeten Arten genommen worden waren.

Der Park liegt weitestgehend in Wyoming. Amerikanische Ureinwohner und Tierschützer protestierten gegen die Pläne. Grizzlys sind in Nordamerika ikonische Tiere. In den 1970er Jahren waren sie fast ausgerottet. Durch ein US-weites Abschussverbot hatten sich die Bestände auf wieder rund 2.000 Bären erholt. Viele weitere Grizzlys leben in Kanada und Alaska, wo die Jagd erlaubt ist.