Ausland

Mindestens zwölf Tote bei Terroranschlag in Somalia

Bei einem Autobombenanschlag der islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab in Somalia sind mindesten zwölf Menschen getötet worden. Mindestens 14 Menschen wurden verletzt, wie Polizei und Augenzeugen berichteten. Sanitäter sprachen von mindestens 16 Toten. 48 Menschen seien verletzt worden, teilten die Rettungskräfte mit.

Ziel des Angriffs heute waren demnach eine Polizeistation und eine Kontrollstelle. Unter den Toten sind mindestens fünf Polizisten, wie es heißt. Verletzt wurden den Angaben zufolge meist Zivilisten.

Mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug

Der Attentäter brachte ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in dem Polizeikomplex zur Explosion. Al-Shabaab reklamierte die Tat in ihrem Radiosender Andalus für sich. Die sunnitische Terrormiliz versucht seit Jahren, einen sogenannten Gottesstaat am Horn von Afrika zu errichten.

Die gewaltige Detonation war in weiten Teilen der Stadt zu spüren. Über Mogadischu stieg eine schwarze Rauchwolke auf. Rettungswagen rasten zum Tatort, wo nach der Explosion Schüsse zu hören waren. Die Polizei teilte mit, sie habe Warnschüsse abgegeben, um Menschen vom Schauplatz fernzuhalten. Die Situation sei unter Kontrolle. „Das Areal ist umstellt von somalischen Sicherheitskräften und Soldaten der Afrikanischen Union“, sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte.

IS laut Aktivisten aus Palmyra vertrieben

Die islamistische Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat sich laut Aktivisten nach Luftangriffen der russischen Armee aus der antiken syrischen Stadt Palmyra zurückgezogen. Die IS-Kämpfer seien wenige Stunden nach ihrem Einmarsch durch die massiven nächtlichen Bombardements vertrieben worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute mit.

Die Dschihadisten waren gestern nach mehrtägigen Gefechten wieder in die Stadt eingerückt, aus der sie vor acht Monaten vertrieben worden waren. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Ruinen in Palmyra

APA/AFP/Maher al Mounes

Der IS hatte Palmyra bereits in der Vergangenheit fast ein Jahr lang unter Kontrolle. Damals zerstörten die Extremisten zahlreiche einzigartige, rund 2000 Jahre alte Ruinen, die zum UNESCO-Welterbe gehören. So sprengten sie die Tempel Baal und Bal-Schamin sowie den Triumphbogen. Im März dieses Jahres konnten Regierungstruppen Palmyra mit russischer Luftunterstützung wieder zurückerobern.

Nordkorea übt Zerstörung von Südkoreas Präsidentensitz

Nordkorea hat mit neuen militärischen Drohgebärden auf die Entmachtung von Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye reagiert. Bei einem umfangreichen Armeemanöver übten nordkoreanische Spezialeinheiten die Zerstörung „festgelegter Ziele“ in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA heute berichtete. Unter den Zielen war demnach der südkoreanische Präsidentensitz, das sogenannte Blaue Haus. Wann das Manöver stattgefunden hat, wurde nicht mitgeteilt.

Die Zeitung der in Nordkorea herrschenden Kommunistischen Partei, „Rodong Sinmun“, veröffentlichte neben einem zweiseitigen Bericht über das Manöver auch mehrere Bilder, auf denen ein dem Blauen Haus ähnelndes Gebäude zu sehen ist, das von nordkoreanischen Truppen gestürmt und in Brand gesetzt wird.

Mit Provokationen gerechnet

Machthaber Kim Jong Un beobachtete den simulierten Angriff den Berichten zufolge höchst zufrieden mit einem Fernglas. Kim sagte KCNA, die Soldaten hätten ihre Sache „gut gemacht“. Die „feindlichen Truppen“ hätten sich nirgendwo mehr verstecken und auch keinen Gegenangriff starten können. Beobachter hatten nach Parks Entmachtung mit neuen Provokationen aus Pjöngjang gerechnet. Das südkoreanische Parlament hatte am Freitag für ein Amtsenthebungsverfahren gegen die wegen einer Korruptionsaffäre unter Druck stehende Präsidenten gestimmt. Sie verlor damit umgehend ihre Amtsvollmachten.

Park behält zwar ihren Titel als Präsidentin und bleibt auch im Blauen Haus, bis das Verfassungsgericht über die Amtsenthebung entschieden hat. Ihre Befugnisse hat vorübergehend aber Regierungschef Hwang Kyo Ahn übernommen, der nun unter anderem Befehlshaber der Streitkräfte ist. Hwang berief wegen des nordkoreanischen Militärmanövers eine Krisensitzung des Kabinetts ein.

Medien: Exxon-Chef dürfte US-Außenminister werden

Der Chef des Ölkonzerns Exxon Mobil, Rex Tillerson, ist US-Medienberichten zufolge der Favorit des designierten US-Präsidenten Donald Trump für das Amt des Außenministers. Trump habe sich bereits für Tillerson entschieden, berichtete der US-Sender NBC gestern unter Berufung auf zwei Vertreter von Trumps Übergangsteam.

Der Chef des Ölkonzerns Exxon Mobil, Rex Tillerson

APA/AP/Jon Gambrell

Tillersons Stellvertreter soll laut dem Bericht der ehemalige UNO-Botschafter John Bolton werden. Laut NBC schränkten die beiden Vertreter allerdings gleich wieder ein, dass vor der offiziellen Nominierung nichts endgültig sei. Trump dürfte in der kommenden Woche bekannt geben, wer sein Außenminister wird.

Tillerson wäre Signal an Moskau

Auch nach Informationen des „Wall Street Journal“ ist Tillerson Trumps Favorit. Der 64-Jährige, der seit 2004 an der Spitze des texanischen Ölgiganten steht, soll am Wochenende erneut mit dem Immobilienmilliardär zu vertraulichen Gesprächen zusammenkommen.

Tillerson gilt als erfahrener Verhandler. Sein Unternehmen ist in mehr als 50 Staaten tätig und unterhält besonders enge Geschäftsbeziehungen mit Russland. Im Jahr 2012 zeichnete der russischen Staatschef Wladimir Putin Tillerson mit dem Freundschaftsorden aus. Seine Wahl zum Außenminister würde Trumps erklärten Willen unterstreichen, die Beziehungen zwischen den USA und Russland zu verbessern.

CIA von russischen Hacks überzeugt

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA ist unterdessen davon überzeugt, dass Russland Wahlhilfe für den designierten US-Präsidenten Donald Trump geleistet hat. Insider mit guten Kontakten zu Moskau sollen laut „Washington Post“ gehackte E-Mails der Demokraten an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben und so Trumps demokratischer Konkurrentin Hillary Clinton geschadet haben. Das sei „allgemeiner Konsens“ in Geheimdienstkreisen.

Mehr dazu in Trump-Team weist CIA-Vorwürfe zurück

Wahl soll Mazedonien aus Politkrise führen

Nach einer mehr als zweijährigen politischen Krise sind die Bürger Mazedoniens heute aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Als Hauptkonkurrenten stehen sich der nationalkonservative Ex-Regierungschef Nikola Gruevski von der VMRO-DPMNE und der sozialdemokratische Oppositionsführer Zoran Zaev gegenüber. Umfragen gaben zuletzt keine klare Antwort zu möglichen Wahlsiegern.

Die USA und die EU hatten monatelang zwischen den bis zu persönlichen Angriffen verfeindeten Parteien vermittelt, um die Abstimmung zu ermöglichen. Ursprünglich hätte der Urnengang bereits im April stattfinden sollen. Im Wahlkampf hatte der Auftritt von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) bei einer Wahlveranstaltung des umstrittenen, korruptionsverdächtigen VMRO-DPMNE-Chefs Gruevski für Kritik gesorgt.

Stimmberechtigt sind knapp 1,8 Millionen Bürger. Der Urnengang wird von gut 3.300 Beobachtern der nicht-staatlichen Organisation MOST und gut 320 internationalen Beobachtern der OSZE und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates überwacht.

Rumänien wählt neues Parlament

Die Rumänen wählen heute ein neues Parlament. Favoriten sind einer Umfragen zufolge die aus Postkommunisten hervorgegangenen Sozialdemokraten (PSD), gefolgt von der Mitte-Rechts-Partei PNL. Die PNL (Nationalliberale Partei) schätzt diese Wahl als richtungweisend im Kampf gegen Korruption ein und befürchtet, dass eine PSD-Regierung die Arbeit der Justiz behindern würde.

Alle Lager haben bisher den seit einem Jahr amtierenden parteilosen Ministerpräsidenten Dacian Ciolos unterstützt.

Nun hofft der frühere EU-Kommissar Ciolos, mit Hilfe der PNL weiter regieren zu können. Rund 18 Millionen Wahlberechtigte werden bis 20.00 Uhr MEZ an den Urnen erwartet. Erste Ergebnisse will das Zentrale Wahlbüro in der Nacht bekanntgeben. Ergebnisse von Wählerbefragungen sollen wenige Minuten nach Schluss der Wahllokale veröffentlicht werden.

Inland

Kern: Deutsche Pkw-Maut ist „Belastungstest“

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) sieht die geplante Pkw-Maut auf deutschen Autobahnen als Bedrohung für das gute Verhältnis zwischen den beiden Nachbarländern. „Wir sind in Österreich sehr unglücklich darüber“, sagte Kern der „Bild am Sonntag“. „Das ist ein Belastungstest für die guten deutsch-österreichischen Beziehungen.“ Eine Maut für Ausländer schwäche außerdem die Solidarität in Europa.

Dobrindt: Von nationalem Interesse getrieben

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte zuvor die Kritik aus Wien an der Maut abermals zurückgewiesen. „Die Österreicher sind ausschließlich von ihrem nationalen Interesse getrieben“, sagte Dobrindt. „Nach dem Motto: Wer nach Österreich kommt, soll zahlen, Österreicher aber sollen in Deutschland kostenlos fahren.“

Kern nennt das eine „geschickte Finte vom deutschen Verkehrsminister“. Es gebe zwar eine Pkw-Maut auf österreichischen Autobahnen. Allerdings: „Bei uns zahlt die Maut jeder, unabhängig von seiner Geburtsurkunde.“ Österreich und die Niederlande erwägen deshalb eine Klage gegen die deutsche Pkw-Maut beim Europäischen Gerichtshof.

ÖVP will sich stärker von FPÖ abgrenzen

Die ÖVP will sich künftig stärker von der FPÖ abgrenzen, erklärte ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner im Interview mit der „Kronen Zeitung“ (Sonntag-Ausgabe). „Meiner Meinung nach ist die FPÖ derzeit unser größter Konkurrent. Nicht die Sozialdemokraten, da gibt es kaum einen Wähleraustausch“, sagte Mitterlehner.

„Wir müssen darstellen, dass wir die besseren Konzepte haben und uns im Gegensatz zur FPÖ auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit bewegen. Ich sehe in dieser Auseinandersetzung, die wir bisher viel zu wenig geführt haben, große Chancen“, so der ÖVP-Chef. Bei der nächsten Nationalratswahl werde es die Aufgabe sein, „alles dafür zu tun, dass Strache nicht Bundeskanzler wird“.

„Gott wollte Hofer nicht helfen“

Neben FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache kritisierte Mitterlehner auch FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer. „Gott wollte Hofer allem Anschein nach wahrlich nicht helfen. Ich weiß nicht, ober er jetzt gut beraten ist, daraus noch mehr Siegeswillen für ein weiteres Antreten abzuleiten“, so Mitterlehner.

Die FPÖ hatte Mitterlehners Aussage, er werde bei der Bundespräsidentenwahl für Alexander Van der Bellen stimmen, als mitentscheidend für die Wahl gesehen. „Ich glaube, was die Schuld am Wahlergebnis betrifft, hat ihm jemand einen Bären aufgebunden“, meinte Mitterlehner dazu im Interview in Anspielung auf Hofers Sager nach der Wahl, wonach ein „schlafender Bär“ in ihm geweckt wurde.

Hammerschmid: Schulautonomie-Einigung Anfang 2017

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) rechnet innerhalb des ersten Quartals mit einer Einigung in Sachen Schulautonomie und Bildungsdirektionen. „Sie kennen die Partner und die Vielzahl der Partner. Die Diskussion ist gut, aber wir müssen uns dem stellen“, sagte Hammerschmid gestern in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“ zur Frage, warum das ursprünglich für Dezember angekündigte Ergebnis ausstehe.

Die Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie haben die Ministerin hörbar unzufrieden gemacht. „Ich bin grantig, wenn ich diese Ergebnisse sehe“, so Hammerschmid. Man müsse nun weiter an den Rahmenbedingungen und der Qualität der Pädagogik arbeiten. Die geplante Schulautonomie soll Lehrern künftig etwa innovative Unterrichtsformen ermöglichen.

Die Geschlechterkluft in den naturwissenschaftlichen Fächern will die Bildungsministerin durch gendersensiblen Unterricht und entsprechende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bei den Lehrern schließen. Reine Mädchenklassen in den naturwissenschaftlichen Fächern lehnt Hammerschmid hingegen ab.

„Floskeln“ und „Blauer Brief“

Kritik kam von der Opposition: FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz sieht in Hammerschmids Aussagen vor allem „Floskeln“ und „Sprechblasen“. Die PISA-Ergebnisse als inakzeptabel zu bezeichnen, werde nicht reichen. Der grüne Bildungssprecher Harald Walser kritisierte Hammerschmids Ankündigungsrhetorik und forderte einen nationalen Bildungsgipfel sowie Taten.

NEOS-Chef Matthias Strozl forderte nicht nur ein Update im Regierungsprogramm, sondern auch in der Bildungspolitik. Die PISA-Ergebnisse seien ein blauer Brief an die Regierung, er forderte eine Einbindung der Opposition in die Bildungsreform. Team-Stronach-Klubobmann und Bildungssprecher Robert Lugar meinte, dass sich die Bildungsministerin „endlich gegen die Landeshäuptlinge und die Lehrergewerkschaften“ durchsetzen müsse.

Die Industriellenvereinigung (IV) sah Österreich angesichts der PISA-Ergebnisse in der „Durchschnittsfalle“ gefangen. Die eingeleiteten Reformen im Bildungssystem müssten rasch und konsequent umgesetzt werden, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

Sport

Bundesliga: Altach siegt in letzter Sekunde

Louis Ngwat-Mahop hat Altach gestern abend in der Bundesliga zum Auftakt der 19. Runde einen glücklichen Last-Minute-Sieg beschert. Der Kameruner erlöste die Hausherren in der Nachspielzeit mit dem Siegestreffer zum 2:1 und lässt die Vorarlberger damit weiter von der Winterkrone träumen. Dabei lagen die Wolfsberger Gäste nach einem kapitalen Fehler der Altacher lange voran. Die Hausherren reagierten mit wütenden Angriffen und wurden schlussendlich doch noch dafür belohnt.

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Fußball: Schlusslicht stoppt Leipziger Erfolgslauf

Der Erfolgslauf von Aufsteiger Leipzig in der deutschen Bundesliga ist gestern zu Ende gegangen. Ausgerechnet bei Schlusslicht Ingolstadt mussten sich die Sachsen erstmals geschlagen geben.

Während der Ex-Club von Coach Ralph Hasenhüttl die rote Laterne an Darmstadt abgab, steht damit nach drei Runden wieder Meister Bayern nach einem Kantersieg über Wolfsburg auf Platz eins. Weiter nach oben geht es auch mit dem abstiegsgefährdeten HSV, der den zweiten Sieg in Serie einfuhr.

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Skispringen: Kraft bei nächster Prevc-Show Dritter

Domen Prevc bleibt vorerst das Maß der Dinge im Skisprung-Zirkus. Der 17-jährige Slowene feierte beim Weltcupbewerb in Lillehammer gestern Abend in souveräner Manier seinen dritten Sieg im vierten Bewerb und baute damit seine Führung im Gesamt-Weltcup weiter aus. Auch Stefan Kraft durfte sich freuen: Der Salzburger behielt im norwegischen Nebel den Überblick und segelte auf Platz drei.

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Wirtschaft

Neuer Fernseher ohne DVB-T2: Keine Gewährleistung

Im Oktober hat der ORF in Ostösterreich sein Übertragungssignal auf den neuen digitalen Standard DVB-T2 umgestellt. Fernseher, die diese Norm nicht unterstützen, bleiben finster. Das kann auch auf Geräte zutreffen, die erst kürzlich gekauft wurden. Normalerweise müssten diese im Zuge der Gewährleistung getauscht werden. Wer online gekauft hat, kann hier aber Probleme bekommen.

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Längster Nonstop-Flug der Welt geplant

Die australische Fluglinie Qantas plant, einen neuen Rekord im Langzeitflug aufzustellen. Ganze 17,5 Stunden müssen dann die Passagiere auf der 14.500 Kilometer langen Strecke vom australischen Perth nach London im Flieger ohne Zwischenstopp ausharren. Technisch möglich machen soll das die neue Boeing 787 Dreamliner. Doch die Konkurrenz ist Qantas dicht auf den Fersen: Auch ein 18-Stunden-Flug ohne Unterbrechung ist in Vorbereitung.

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Chronik

Regulärer Bahnverkehr durch Gotthard-Basistunnel startet

Knapp ein halbes Jahr nach der feierlichen Eröffnung des Gotthard-Basistunnels beginnt heute der reguläre Zugverkehr durch das Bauwerk.

Mit 57 Kilometern Länge handelt es sich um den längsten Eisenbahntunnel der Welt; die Fahrzeit dauert bei einer Geschwindigkeit von rund 200 Stundenkilometern etwa 20 Minuten. Auch Güterzüge nutzen den Tunnel.

Mit bis zu 2300 Metern unter dem Gebirge ist der Gotthard-Basistunnel auch der am tiefsten gegrabene Tunnel weltweit. Das Rekordbauwerk kostete beinahe elf Milliarden Euro und ist Teil des Bahn-Korridors zwischen dem Nordseehafen Rotterdam und Genua am Mittelmeer.

Kultur

Simonischek zu bestem Filmschauspieler Europas gekürt

Der Österreicher Peter Simonischek ist als bester europäischer Schauspieler ausgezeichnet worden. Simonischek nahm den Preis der Europäischen Filmakademie gestern Abend im polnischen Wroclaw (Breslau) für seine Rolle in Maren Ades Tragikomödie „Toni Erdmann“ entgegen.

Schauspieler Peter Simonischek

APA/AP/Maciej Kulczynski

Ade selbst wurde für Drehbuch und Regie ausgezeichnet. Auch in der Kategorie „Bester Film“ gewann „Toni Erdmann“, womit der in insgesamt fünf Kategorien nominierte Film seiner Favoritenrolle gerecht wurde.

„Seefeuer“ als bester Dokumentarfilm

Der Italiener Gianfranco Rosi wurde für sein Werk „Seefeuer“ mit dem Preis für den besten europäischen Dokumentarfilm ausgezeichnet. Rosis erschütternder Film über das Flüchtlingssterben im Mittelmeer hat in diesem Februar bereits den Goldenen Bären der Internationalen Filmfestspiele Berlin gewonnen.

Der Film „Mein Leben als Zucchini“ des Schweizers Claude Barras wurde zum besten europäischen Animationsfilm gekürt. Ein Preisträger stand bereits im Vorfeld fest: Ex-James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan wurde für seinen Beitrag zum Weltkino geehrt.

Nachbildung von Steinzeithöhle von Lascaux eröffnet

Der französische Präsident Francois Hollande hat gestern eine neue Nachbildung der für ihre steinzeitlichen Malereien berühmten Höhle von Lascaux eingeweiht. Die Replik in der südwestfranzösischen Gemeinde Montignac im Departement Dordogne wurde nahe der echten Grotte errichtet. Zu sehen sind alle Höhlenmalereien in Originalgröße.

Französischer Präsident Francois Hollande

APA/AFP/Mehdi Fedouach

Die als „Sixtinische Kapelle der Vorgeschichte“ bekannte Höhle von Lascaux wurde 1940 durch Zufall entdeckt. 1963 wurde sie für das Publikum geschlossen, weil der Besucherandrang den Felsmalereien schadete. 1983 wurde eine erste Replik eingeweiht, die aber nicht die komplette Höhle nachstellt. Der neue Nachbau der als UNESCO-Weltkulturerbe geschützten Höhle öffnet am Donnerstag für Besucher.

Nordirischer Schriftsteller John Montague gestorben

Der nordirische Schriftsteller John Montague ist tot. Er starb gestern im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus in Nizza. Das berichtete die irische Zeitung „Irish Times“ unter Berufung auf Angehörige.

Montague hatte den ersten Lehrstuhl für Poesie in der Republik Irland inne und erhielt mehrere Preise für sein Lebenswerk. Irlands Präsident Michael D. Higgins bezeichnete Montague in einer Würdigung als „einen unserer hervorragendsten Dichter“. In seinem Werk seien „alle Themen des vergangenen Jahrhunderts präsent - Trennung, Exil, Konflikt“, schrieb Higgins.

Montague wurde 1929 in New York geboren, und wuchs in der nordirischen Grafschaft Tyrone auf. Zu seinen bekanntesten Werken gehört das Gedichtepos „The Rough Field“ aus dem Jahr 1972, in dem es um die wechselvolle Geschichte Nordirlands geht.

Science

Erstes Landstraßennetz der Welt in Guatemala entdeckt

Mittels moderner Laser-Technologie haben Forscher in der „Wiege der Maya-Kultur“ im Norden von Guatemala das erste Landstraßennetz der Welt entdeckt. Die insgesamt 17 Straßen mit einer Gesamtlänge von über 240 Kilometern hätten die Stadt El Mirador mit umliegenden Ortschaften verbunden, sagte Projektleiter Richard Hansen am Freitag.

El Mirador in der Region Peten an der Grenze zu Mexiko war vor ihrem Untergang um das Jahr 150 nach Christus vermutlich die größte Stadt der westlichen Hemisphäre.

Digitale Wiederauferstehung

Bei dem sogenannten Lidar-Verfahren wird die Erdoberfläche mit Laserstrahlen gescannt und eine dreidimensionale Karte der Region erstellt. Die Forscher entdeckten dabei Pyramiden, Terrassen, Kanäle, Deiche, Mauern und Straßen. Die Pyramide La Danta ist mit 72 Metern die höchste in Mittelamerika. In der Blütezeit sollen rund um El Mirador über eine Million Menschen gelebt haben. „Das war der erste Staat in Amerika“, sagte Hansen.

Bei der Vermessung stießen die Forscher auf Hinweise auf ein komplexes Stall- und Weidensystem. Offenbar hätten die Maya in El Mirador im großen Stil Vieh gezüchtet und Fleisch produziert, sagte Hansen. Im kommenden Jahr wollen die Wissenschaftler ihre Forschung fortsetzen.

Leute

William Shatner für „Star Trek“-Rolle zu haben

William Shatner wäre sofort wieder dabei: Der frühere Captain-Kirk-Darsteller, der vor 50 Jahren mit dem Raumschiff „Enterprise“ zum ersten Mal in unendliche Weiten startete, hätte nichts gegen eine neue Rolle an Bord in einem der nächsten Kinofilme. „Ich würde es lieben, noch mal in Star Trek mitzuspielen“, sagte Shatner der „Welt am Sonntag“.

William Shatner

AP/Denis Poroy

„Aber dann müsste man mir etwas Bedeutsames zu tun geben“, erklärte der 85-jährige kanadische Schauspieler. „Ich habe keine Lust auf einen Gastauftritt, der nur marktschreierisch ausgeschlachtet wird.“ In den drei neueren Star-Trek-Filmen, die seit 2009 mit jüngeren Schauspielern großen Erfolg in den Kinos hatten, war Shatner nicht mehr zu sehen.

Kein Kontakt zu Nimoy in den letzten Jahren

Sein früherer Freund und Kollege, der 2015 gestorbene Spock-Darsteller Leonard Nimoy, hatte in diesen Filmen dagegen Gastauftritte. Die beiden Schauspieler, an Bord der „Enterprise“ nahezu unzertrennlich, hatten in den vergangenen Jahren keinen Kontakt mehr. „Ist das nicht seltsam, dass unsere Freundschaft diesen Weg nahm? Dass ich bis heute keine Ahnung habe, was ihn so aufgebracht, so gestört hatte, dass er nicht mehr mit mir sprach“, sagte Shatner.

„Ich habe keine Ahnung, was es wirklich war, das ihn derart verstört hat. Das bricht mir bis heute das Herz. Denn wenn ich genau gewusst hätte, was ich getan habe, hätte ich mich entschuldigt und versucht, es wiedergutzumachen.“

Kirk Douglas feierte Geburtstag mit Familie und Wodka

Der „Spartacus“-Schauspieler Kirk Douglas hat seinen 100. Geburtstag gestern mit Familie und prominenten Freunden bei einer Teeparty in Beverly Hills gefeiert.

Geburtstagsfeier von Kirk Douglas

APA/AP/Invision/Chris Pizzello

Auch der Herz-Arzt von Kirk Douglas feierte
laut der US-Zeitschrift „People“ mit. Ausnahmsweise habe er dem Schauspieler an seinem runden Geburtstag erlaubt, etwas Alkohol zu trinken. Er habe das Glas Wodka in der Tat sehr genossen, sagte Douglas’ Sprecher der Zeitschrift.

Sohn Michael Douglas (72, „Wall Street“) richtete die Feier im Beverly Hills Hotel mit mehr als 130 Gästen aus, wie „People“ berichtete. An der Seite des Jubilars war unter anderem Ehefrau Anne (97). Mit der in Hannover geborenen Produzentin ist Kirk Douglas seit 1954 verheiratet.

Zu den Gratulanten zählten bekannte Filmschaffende, darunter Regisseur Steven Spielberg (69), Produzent Arthur Cohn (89) und Jeff Kanew (71), der Kirk Douglas und Burt Lancaster für die Filmkomödie "Archie und Harry - Sie können’s nicht lassen (1986) vor die Kamera geholt hatte.