Ausland

Deutscher Umweltminister Röttgen kündigt Rücktritt an

Der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen gibt nach Angaben aus Kreisen der Regierungsparteien CDU/CSU nach der Wahlschlappe in Nordrhein-Westfalen auch sein Ministeramt ab. Das werde Kanzlerin Angela Merkel am Nachmittag bekanntgeben, sagten mehrere Unionsvertreter heute der Nachrichtenagentur Reuters.

Kritik auch innerhalb der Union

Röttgen hatte nach der Wahlschlappe bereits seinen Posten als CDU-Landesvorsitzender abgegeben. Auch aus der Union war er kritisiert worden, weil er sich nicht bereiterklärt hatte, im Falle einer Niederlage auch Oppositionsführer zu werden.

Zuletzt hatte ihn deswegen der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer scharf angegriffen. Der 46-jährige Röttgen hatte als Spitzenkandidat das bisher schlechteste Wahlergebnis der CDU in Nordrhein-Westfalen zu verantworten.

Streit in eigener Partei

Röttgen hatte sich zudem im Zuge der Atomwende immer wieder Scharmützel auch mit der eigenen Fraktion, vor allem mit dem Wirtschaftsflügel geliefert. Zuletzt war es ihm auch im Bundesrat nicht gelungen, seine Pläne zur Kürzung der Solarförderung durchzusetzen. Mehrere ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten hatten sich gegen sein Vorhaben gewandt.

Timoschenko nimmt Behandlung wieder auf

Nach eintägiger Unterbrechung hat die in Haft erkrankte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko (51) die Behandlung durch den Berliner Arzt Lutz Harms wieder aufgenommen. Der Neurologe habe die Oppositionsführerin davon überzeugen können, die Therapie fortzusetzen, teilte heute das Gesundheitsministerium des Landes mit.

Protest gegen Veröffentlichung von Daten

Aus Protest gegen die Veröffentlichung ihres Pflegeplans hatte Timoschenko die Behandlung im Krankenhaus in der Stadt Charkiw am Vortag abgebrochen. Die Politikerin klagt seit Monaten über einen schweren Bandscheibenvorfall.

Harms kehrt nach rund einer Woche zurück, teilte die Berliner Klinik Charite mit. Statt des Neurologen werde eine Rehaexpertin von Montag an die Behandlung fortsetzen. Der Wechsel sei geplant gewesen.

EU-Parlament schickt Mediziner

Das EU-Parlament wird Mediziner in die Ukraine schicken, um den Gesundheitszustand Timoschenkos zu bewerten und bei ihrer Behandlung zu helfen.

Das haben der Präsident des EU-Parlaments, der Sozialdemokrat Martin Schulz, und der ukrainische Ministerpräsident Nikolai Asarow heute vereinbart, wie aus einer Aussendung des Parlaments hervorging. Zudem wurde vereinbart, dass das Europaparlament eine „international angesehene“ Person entsendet, um den zweiten Prozess gegen Timoschenko in der Ukraine zu überwachen.

„Echter Fortschritt“

Schulz meinte: „Unsere Vereinbarung ist ein echter Fortschritt beim Aufbau gegenseitigen Vertrauens zwischen der Europäischen Union und der Ukraine.“ Die Ukraine hat bereits Juristen aus den EU-Staaten als Beobachter zum Prozess gegen die in Haft erkrankte Timoschenko eingeladen.

Bankgeheimnis: Brüssel kritisiert Österreich

Die Europäische Kommission hat sich auch heute frustriert über die anhaltende Blockade von Österreich und Luxemburg im Bereich der EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie gezeigt. Eine Sprecherin von Steuerkommissar Algirdas Semeta sagte in Brüssel, die Blockadehaltung der beiden Staaten sei „absolut ungerechtfertigt“.

„Nicht einmal Sondierung“

Jetzt „gibt es nicht einmal die Möglichkeit der Sondierung“ mit Drittstaaten in diesem Bereich. Eine verstärkte Zusammenarbeit nur einer Gruppe von EU-Ländern - in dem Fall von 25 Staaten - sei im Steuerbereich rechtlich nicht möglich.

Außerdem würden damit zwei Schienen geschaffen, wenn man Österreich und Luxemburg außer Acht ließe. „Wenn wir keinen harmonisierten Ansatz haben, unterminieren die beiden mit laxeren Regeln“ den Kampf gegen Steuerflucht, so die Sprecherin.

Beim EU-Finanzministerrat am Vortag sei es lediglich um ein Verhandlungsmandat gegangen. „Es ging noch nicht um eine Vereinbarung, sondern wir haben lediglich darum gebeten, mit der Schweiz und anderen vier Drittstaaten über mögliche Maßnahmen sprechen zu können.“

Verweis auf Gipfelappell

Jetzt liege es weiter an der dänischen EU-Ratspräsidentschaft. Die Kommissarssprecherin erinnerte auch daran, dass beim EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im März „sämtliche 27 einstimmig und klar aufgerufen haben, es muss ein Verhandlungsmandat so rasch wie möglich verabschiedet werden“.

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) hatte beim gestrigen Rat in Brüssel neuerlich eine Einigung im Bereich der EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie verhindert. Gemeinsam mit Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden wurde die Blockade fortgesetzt, die EU-Kommission erhält damit weiterhin kein Mandat für Verhandlungen in diesem Bereich.

Rajoy: Spanien in sehr schwieriger Lage

Für Spanien ist es laut Ministerpräsident Mariano Rajoy zurzeit „sehr schwierig“, sich auf dem Markt zu einem angemessen Preis zu finanzieren.

Vor Journalisten sagte der konservative Regierungschef heute im Abgeordnetenhaus, die Lage des Landes sei „sehr kompliziert“. Die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen waren auf einen neuen Rekordstand gestiegen.

Rajoy betonte, mit den von seiner Regierung umgesetzten Reformen und Sparvorhaben zur Reduzierung des Haushaltsdefizits sei Spanien auf dem richtigen Weg. Es gebe keine Alternative zu dieser Politik, denn „das Risiko ist groß, dass wir keine Kredite oder nur zu astronomischen Preisen bekommen“.

Brüssel: Kein Kommentar

Die EU-Kommission müsse eine klare Botschaft zur Verteidigung des Euro vermitteln, forderte Rajoy. Brüssel solle auch bekräftigen, dass die Schulden aller europäischen Länder, die derzeit zur Diskussion stünden, tragbar seien. Die EU-Kommission vermied jedoch auf Nachfrage jeden Kommentar und verwies lediglich auf die Abschlussstellungnahmen der Euro-Gruppe zu Wochenbeginn.

Auch Monti warnt

Neben Spaniens Premier warnte auch sein italienischer Amtskollege Mario Monti vor der dramatischen Lage. Italien befinde sich immer „noch in völliger Notstandslage“. Im Gegensatz zu November, als Italien selbst ein Herd der Krise war, habe sich jedoch einiges geändert. „Wir haben große Schritt nach vorn gemacht“, sagte der Premier in einer Ansprache bei einem „Forum der öffentlichen Verwaltung“ in Rom.

Pentagon schränkt Einsatz von F-22-Kampfjets ein

Wegen Sicherheitsbedenken hat das US-Verteidigungsministerium die Luftwaffe angewiesen, den Einsatz ihrer modernsten Kampfjets einzuschränken.

Verteidigungsminister Leon Panetta verfügte nun nach Angaben des Pentagon, die Kampfjets vom Typ F-22 Raptor vorerst nicht mehr auf Langstreckenflügen, sondern nur noch im Umkreis von Flughäfen einzusetzen, um im Notfall jederzeit eine Landung zu ermöglichen.

Blackouts während des Flugs

Nach Pentagon-Angaben berichteten seit 2008 mindestens ein Dutzend F-22-Piloten über Benommenheit und Blackouts durch Sauerstoffmangel während des Fluges. Ingenieure suchen noch nach der Ursache des Problems. Das Tarnkappenflugzeug F-22 ist das modernste und teuerste Kampfflugzeug der Air Force mit einem Stückpreis von 143 Millionen Dollar (111,3 Mio. Euro).

Bereits im vergangenen Jahr mussten die F-22-Jets nach einer Reihe von Vorfällen für vier Monate auf dem Boden bleiben, nachdem Piloten über Ohnmachtsanfälle durch Sauerstoffmangel berichtet hatten. Erst im September waren die Maschinen wieder für den Flug freigegeben worden.

Polizei räumt „Occupy“-Camp vor EZB-Zentrale

Die Polizei im deutschen Frankfurt hat das Zeltlager der bankenkritischen „Occupy“-Bewegung vor der Europäischen Zentralbank (EZB) geräumt. Nachdem die Aktivisten mehreren Aufforderungen, das Camp freiwillig zu verlassen, nicht gefolgt waren, fing die Polizei heute an, die nach ihrer Schätzung rund 250 Bankenkritiker aus dem Camp zu führen.

Video dazu in iptv.ORF.at

Vereinzelt mussten die Aktivisten von den Beamten auch herausgetragen werden, wenige Personen wurden vorläufig festgenommen. Die „Occupy“-Anhänger, die seit acht Monaten mit dem Zeltlager in der Grünanlage vor dem EZB-Hochhaus mitten im Frankfurter Bankenviertel gegen die Rolle der Finanzbranche in der Wirtschaftskrise protestieren, machten ihrem Ärger mit Trommeln und Pfeifen Luft.

Geschäfte verbarrikadieren sich

Sie skandierten „Haut ab, haut ab“ und „Schämt euch, schämt euch“ in Richtung der Polizei. Teilweise wurden Polizisten mit weißer und rosa Farbe bespritzt, so dass die Beamten weiße Schutzanzüge anzogen. „Die Personen, die hier mit Farbe spritzen, haben nichts mit denen zu tun, die hier schon lange friedlich demonstrieren“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Stadt Frankfurt hat aus Angst vor Ausschreitungen während der angekündigten Proteste der kapitalismuskritischen „Blockupy“-Bewegung in den kommenden Tagen den Aufenthalt in dem „Occupy“-Camp verboten. Teilweise war von bis zu 40.000 Demonstranten die Rede, die erwartet würden. Geschäfte verbarrikadierten sich daher, zwei U- und S-Bahn-Stationen im Bankenviertel sind geschlossen, die Commerzbank schloss ihre Zentrale.

Inland

Faymann gegen überhastete Demokratiereform

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat sich in der Beantwortung eines „Dringlichen Antrags“ des BZÖ für eine ruhige Demokratiereform ausgesprochen. Man solle die Modelle gemeinsam mit den Ländern und Gemeinden erarbeiten, ohne in Polemik abzugleiten, meinte der SPÖ-Chef.

Faymann betonte gleichzeitig, was schon alles gelungen sei, etwa der Beschluss der Landesverwaltungsgerichte oder die Regierungseinigung auf ein Bundesamt für Asyl und Fremdenwesen.

Auch für mehr Ressourcen für Nationalrat

Vom BZÖ-Antrag direkt begrüßt wurde von Faymann nur, dass der Nationalrat größere Ressourcen bekommen solle. Was die von der Regierung angepeilte Reduktion der Abgeordneten angeht, betonte der Kanzler, dass diese Frage letztlich in der Hand des Parlaments liege. Einen Ausbau der direkten Demokratie deutete Faymann zumindest an. Man sehe, dass es in der Bevölkerung das verstärkte Interesse gebe mitzugestalten.

Scheibner für Fusion der höchsten Ämter

BZÖ-Mandatar Herbert Scheibner hatte in der Begründung des „Dringlichen Antrags“ noch einmal die zentralen Anliegen des Bündnisses vorgebracht. So warb er dafür, dass das Amt des Bundespräsidenten mit jenem des Nationalratspräsidenten vereinigt werden sollte. Für ein paar Kommentare und die Staatsräson wäre Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) genauso gut geeignet wie der amtierende Bundespräsident Heinz Fischer.

Die Sozialversicherungen würde das BZÖ auf drei Stück reduzieren, je eine zuständig für Pensionen, Gesundheit und Unfälle. Ausbauen will Scheibner direktdemokratische Elemente über eine Aufwertung der Volksbegehren. Mehr Elan verlangte er bei der Reduktion der Bezirksgerichte.

Justizministerin Karl skizziert Familienpaket

Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) will, dass in Zukunft Besuchsrechte bei Kindern in Patchworkfamilien besser durchgesetzt werden können als bisher. Weitere Schwerpunkte: noch mehr Möglichkeiten für Doppelnamen und die Beseitigung der Diskriminierung von unehelichen Vätern im Obsorgeverfahren.

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Pensionskassenreform im Nationalrat beschlossen

Mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP hat der Nationalrat heute die Reform der wegen Verlusten für die Firmenpensionisten in Misskredit geratenen Pensionskassen beschlossen. Seitens der Regierungsfraktionen wurde das Paket gelobt, aber auch noch offene Fragen eingeräumt. Die Opposition zeigte sich unzufrieden und lehnte die Novelle geschlossen ab.

Sicherere Variante ab 55

Mit der Neuregelung wird den Anspruchsberechtigten ab 55 die Möglichkeit eingeräumt, in eine besonders sichere Veranlagungsgemeinschaft zu wechseln. Eine gewisse Pensionshöhe wird dafür garantiert. Auch Personen, die bereits Leistungen beziehen, haben hier ein Übertrittsrecht.

Das Lebensphasenmodell wiederum sieht Wahlmöglichkeiten zwischen risikoreicheren und -ärmeren Veranlagungsstrategien vor. Die Kunden der Pensionskassen haben künftig auch mehr Informationsrechte, etwa die Vorlage des Pensionskassenvertrages bei Anfrage des Arbeitnehmers bzw. Pensionisten.

Fekter: Nicht die letzte Reform

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) zeigte sich „insgesamt überzeugt, dass diese Novelle dringend geboten war und Verbesserungen bringt, aber noch nicht die letzte Reform für diese zweite Säule sein wird“. Banken- und Schuldenkrise hätten das Umfeld auf dem Finanzmarkt erschüttert und die Ertragslage in Pensionskassen schwer beeinträchtigt. Überzogene Versprechungen habe es aber schon zuvor gegeben.

ÖVP-Abgeordnete Gertrude Aubauer versprach den Jungen, dass sie niemals mehr so hohe Verluste bei Betriebspensionen hinnehmen müssten. Erwin Kaipel (SPÖ) ortete auch eine Mitverantwortung der FPÖ für die Verluste.

Für die FPÖ gab dagegen Erwin Neubauer SPÖ und ÖVP die volle Verantwortung für die Verluste der Pensionsbezieher. Ein „Multiorganversagen“ diagnostizierte der Grüne Karl Öllinger, der von einem bloßen „Bankenhilfspaket zum Quadrat“ sprach. Von billigen Marketinggags angesichts irreversibler Verluste für die Pensionisten sprach auch Peter Westenthaler (BZÖ).

Sport

Champions League: München rüstet für „Finale dahoam“

Die Vorbereitungen für das Endspiel der Champions League laufen im Austragungsort München auf Hochtouren. Der Andrang auf Public Viewing, Hotels und Lokale ist enorm. Die ganze Stadt rüstet sich für das „Finale dahoam“ zwischen Bayern München und dem FC Chelsea.

Ab heute wird der Ausnahmezustand noch verschärft. Die bayrische Metropole soll dann bis zum Anpfiff in die Vereinsfarben Rot und Weiß gehüllt werden. „Wir wollen damit unsere Mannschaft unterstützen und Emotionen aufbauen“, sagte Bayern-Marketingexperte Andreas Jung.

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Eishockey: NHL staunt über „Stadt der Engel“

Die Los Angeles Kings sind in der National Hockey League (NHL) das Gesprächsthema Nummer eins. Im Grunddurchgang als Letzter der Western Conference gerade noch ins Play-off gerutscht, sind die Kings auf dem Weg zu ihrem ersten Stanley Cup derzeit von niemandem zu stoppen. Kluge Personalentscheidungen und ein abgebrühter Trainer ließen den Außenseiter zum Favoriten mutieren. Experten ziehen Vergleiche mit dem legendären Team der Edmonton Oilers rund um Wayne Gretzky.

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Wirtschaft

Berater haftet für Schaden aus riskantem Vorsorgeprodukt

Das Oberlandesgericht Graz hat ein Ersturteil bestätigt, wonach Berater für Schäden aus einem riskanten Vorsorgeprodukt namens „Pro Futura Vorsorgeplan“ haften. Der Vermittler habe nicht ausreichend über Gefahrenen aufgeklärt, und die Gewinnberechnungen seien „besonders unrealistisch“ gewesen, heißt es in dem nicht rechtskräftigen Urteil.

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Airbus fand Lösung für Risse an Tragflächen des A380

Der europäische Flugzeughersteller Airbus hat eine Lösung gefunden, um künftig Risse an den Tragflächen seines Großraumflugzeuges A380 zu verhindern. Die Änderungen könnten aber erst Ende 2013 umgesetzt werden, sagte der Finanzdirektor der Airbus-Mutter EADS, Hans-Peter Ring, heute in Paris.

Sie müssten von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) geprüft werden. Bis dahin sollten die Maschinen mit einem „Reparaturset“ ausgeliefert werden.

Bis Jahresende 30 weitere A380

Für die Reparatur der bereits ausgelieferten 71 A380 stellte EADS im ersten Quartal 158 Millionen Euro zurück. Bis zum Jahresende will Airbus wie geplant weitere 30 Maschinen liefern. Am größten Passagierflugzeug der Welt waren zu Jahresanfang Haarrisse an den Tragflächen entdeckt worden. Zahlreiche Fluggesellschaften, darunter auch Lufthansa, haben das Langstreckenflugzeug im Einsatz.

Ölindustrie wirft Mitterlehner „Populismus pur“ vor und klagt

Die Mineralölindustrie ist empört über den geplanten Preiskorridor für Spritpreise zu reiseintensiven Zeiten. Sie wirft dem zuständigen Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) „Populismus pur“ und „Doppelmoral“ vor und stellt klar: "Die Ölindustrie wird bei Inkrafttreten der Verordnung alle „Rechtsmittel voll ausschöpfen.“

Gefragt sei nun eine „Rückkehr zu seriöser Wirtschaftspolitik“. Noch im Februar hatte Mitterlehner gemeint, man könne Spritpreise nicht amtlich regeln, so wie man auch die Krise im Ölland Iran nicht amtlich regeln könne.

„Seit Jahren unter EU-Durchschnitt“

Die Mineralölindustrie erinnerte Mitterlehner daran, dass die heimischen Spritpreise „seit Jahren deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegen“, wie der Minister in der Vergangenheit selbst immer wieder betonte. Und sie kritisiert, dass der Preiskorridor den Wettbewerb behindere.

VCÖ gegen „Staat als Profiteur“-Argument

Während die Industrie gerne auf den Staat als Profiteur steigender Spritpreise - Stichwort: Mineralölsteuer (MÖSt)- verweist, macht der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) eine andere Rechnung auf. Das Argument, dass von den hohen Preisen in erster Linie der Staatshaushalt profitiere, stimme nicht.

„Während die Spritpreise weiter steigen, sinkt der Anteil der Mineralölsteuer am Spritpreis auf ein Rekordtief“, macht der VCÖ aufmerksam. Der MÖSt-Anteil bei Eurosuper sank demnach von fast der Hälfte im Jahr 2002 auf ein Drittel heute. Bei Diesel beträgt der MÖSt-Anteil sogar nur noch etwas mehr als ein Viertel.

Hauptprofiteure der hohen Spritpreise seien vielmehr „die Ölförderländer, die Ölkonzerne und Spekulanten. Weil die Mineralölsteuer als Fixbetrag unabhängig vom Nettopreis ist, haben das Staatsbudget und damit die Allgemeinheit nichts von steigenden Preisen“, betont VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Inflation im April auf 2,3 Prozent gesunken

Die Teuerung hat in Österreich auch im April etwas an Dynamik verloren. Die Inflationsrate sank im April gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres leicht auf 2,3 Prozent. Im März war sie bei 2,4, im Februar bei 2,6 Prozent gelegen. Der Wert war der niedrigste seit Dezember 2010 (2,3 Prozent), teilte die Statistik Austria heute mit.

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Red Bull muss auf China-Geschäft weiter warten

Der milliardenschwere Salzburger Getränkehersteller Red Bull muss weiter auf eine Zulassung auf seinem Hoffnungsmarkt China warten. Anvisiert war der Markteinstieg schon für das zweite oder dritte Quartal 2011. Doch Peking lässt den „Bullen“ offenbar warten.

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Gesundheit

Schafkäse zurückgerufen

Wegen einer möglichen Verunreinigung mit Keimen wird der griechische Schafkäse „Manouri“ zurückgerufen. Betroffen sein kann das Produkt mit der Bezeichnung Molkeneiweißkäse, Doppelrahmstufe in der 200-Gramm-Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 21.9.2012, wie das hessische Verbraucherschutzministerium heute in Wiesbaden mitteilte. Verpackt wurde der Käse für „SHM Hellas - Pilion S. A.“.

Auch in Österreich verkauft

Bei Kontrollen des Vertreibers aus Altenstadt (Hessen) sei der Verdacht aufgekommen, dass der Käse mit „Listeria monocytogenes“ verunreinigt sein könnte. Verkauft wurde die Ware laut Ministerium deutschlandweit sowie in der Schweiz und Österreich. Laut AGES habe man diesbezüglich aber noch keine Warnung bekommen.

Das Bakterium könne grippeähnliche Symptome oder Durchfall verursachen, bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem wie Schwangeren, Säuglingen oder Älteren seien auch schwere Verläufe möglich. Verbraucher sollten die betroffene Charge nicht essen und im Geschäft zurückgeben.

Gesundheitsbezogene Lebensmittelwerbung wird verlässlicher

Die EU-Kommission hat in Brüssel eine Liste mit vorerst 222 gesundheitsbezogenen Angaben abgesegnet, mit denen auch über den Dezember dieses Jahres hinaus weiter geworben werden darf. So soll irreführender Werbung mit Angaben wie „Gut fürs Immunsystem“ ein Riegel vorgeschoben werden. 44.000 beantragte Werbeaussagen waren von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Parma überprüft worden.

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Chronik

Zehn Jahre Haft für Überfall auf Postamt in Wien

Nach dem Überfall auf ein Postamt in Wien-Ottakring im Dezember 2009 ist ein 27-Jähriger heute zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte 127.000 Euro erbeutet, das Geld aber auf der Flucht fallen gelassen. Das Geldpaket tauchte nie mehr auf.

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Teenagermord: Angeklagter bekennt sich schuldig

Seit heute muss sich jener 17-Jährige in Ried im Innkreis vor Gericht verantworten, der im November 2011 seinen 16-jährigen Schulfreund in Braunau mit einem Messer getötet haben soll. Er bekannte sich nach der Verlesung der Anklage schuldig.

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Verdächtiger im Mordfall in Gablitz verhaftet

Ein 61-jähriger Mann steht im Verdacht, jenen serbischen Staatsbürger getötet zu haben, dessen Leichnam Ende April in einem Waldstück bei Gablitz (Bezirk Wien-Umgebung) gefunden wurde. Dem Opfer wurden die Beine abgeschnitten.

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Salzburg: Wintereinbruch auch in tieferen Regionen

In weiten Teilen des Salzburger Berglandes hat es in der Nacht auf heute bis in Tallagen geschneit. Auf der Glocknerstraße müssen die Fahrzeuge Schneeketten anlegen - so wie auf anderen hoch gelegenen Bergstraßen.

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Gestohlene Fahrzeuge aus Donau geborgen

Bis zum späten Abend sind gestern Taucher der Feuerwehr Linz in der Donau im Einsatz gewesen. Bei Vermessungsarbeiten wurden unter Wasser nicht identifizierbare Gegenstände entdeckt. Sie stellten sich schließlich als gestohlene Fahrzeuge heraus.

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Spur nach Brandanschlag in Kaserne Hörsching

Im Fall des Brandanschlages in der Kaserne Hörsching in Oberösterreich gibt es offenbar eine Wende. Laut einem Bericht der „Kronen Zeitung“ soll ein Überwachungsvideo einen Einzeltäter zeigen. Davor hatte es Gerüchte über eine Offiziersverschwörung gegeben.

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Gasleck an Nordsee-Plattform geschlossen

Nach mehr als 50 Tagen hat der Energiekonzern Total das Leck an seiner Gasplattform „Elgin“ in der Nordsee unter Kontrolle. Die undichte Stelle habe erfolgreich abgedichtet werden können, teilte das französische Unternehmen heute mit. Es trete kein Gas mehr aus.

Am 25. März hatte Total insgesamt 238 Arbeiter von der Plattform etwa 250 Kilometer östlich der schottischen Hafenstadt Aberdeen gelegen in Sicherheit bringen lassen. Nach dem Gasaustritt herrschte Explosionsgefahr.

200.000 Kubikmeter strömten nach Angaben des Betreibers zunächst täglich aus dem Leck 25 Meter über dem Meeresspiegel ins Freie, später habe sich die Menge auf etwa ein Drittel verringert.

IT

Vor Börsengang: Facebook unter Druck

Mit dem Börsengang des Sozialen Netzwerks Facebook, der Ende dieser Woche erwartet wird, rückt auch das Geschäftsmodell dahinter stärker in den Mittelpunkt. Die Aktionäre werden in Zukunft genau darauf schauen, womit Facebook Geld verdient - und womit nicht. Klar ist, dass Facebook schnell eine Strategie für Smartphones braucht, und das muss nicht unbedingt nur Werbung sein. In Neuseeland können Nutzer gegen Geld eigene Meldungen in ihrer „Timeline“ hervorheben.

Mehr dazu in Zuckerberg im Visier der Aktionäre

Sicherheitsmängel bei Cloud-Speicherdiensten

Die Sicherheit von Cloud-Speicherdiensten ist oft mangelhaft. Das ist das Ergebnis einer Studie des deutschen Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT), das verschiedene Anbieter getestet hat. Keiner der überprüften Anbieter konnte die Sicherheitsanforderungen vollständig erfüllen, teilweise fehlte eine ordentliche Verschlüsselung.

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TV-Hinweis

Nationalratssitzung in ORF III und im Livestream

Die Nationalratssitzung ist derzeit in ORF III und im Livestream in tvthek.ORF.at zu sehen.

Religion

Vatikan und Benetton legen Streit über Papst-Foto bei

Der Streit zwischen dem Vatikan und dem Bekleidungshersteller Benetton wegen eines Kussfotos von Papst Benedikt XVI. ist beigelegt. Der italienische Konzern habe öffentlich bedauert, mit seiner Werbekampagne die Gefühle von Gläubigen verletzt zu haben, heißt es in einer Erklärung von Vatikansprecher Federico Lombardi, die Radio Vatikan gestern veröffentlichte.

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Kultur

Festwochen: Peter Handke erklärt die Liebe

Vom Sturm zum Sommerlüfterl: Peter Handke hat nach seinem vielgerühmten Text „Immer noch Sturm“, der voriges Jahr uraufgeführt wurde, wieder ein neues Stück vorgelegt. „Die schönen Tage von Aranjuez“ heißt der „Sommerdialog“, der gestern bei den Festwochen in der recht eigenwilligen Inszenierung von Luc Bondy im Akademietheater Premiere feierte und das Publikum eher ratlos zurückließ.

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Osterfestspiele: Burgstaller als Zeugin bei Prozess

Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) hat heute wieder einen Auftritt vor Gericht gehabt - dieses Mal als Zeugin im Schadenersatzprozess der Osterfestspiele. Ihre Aussagen sollten beleuchten, warum Ex-Osterfestspiel-Manager Dewitte hohe Provisionen kassiert haben soll.

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Science

Historiker und Publizist Arno Lustiger gestorben

Der Historiker und Publizist Arno Lustiger ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Das bestätigte der Zentralrat der Juden heute in Frankfurt in Deutschland. Lustiger hatte den Holocaust überlebt und galt als wichtige akademische Instanz für die Geschichte der Juden in dieser Zeit.

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Pferde erkennen Gesicht und Stimme ihres Besitzers

Viele domestizierte Tiere erkennen ihre Besitzer entweder an der Stimme oder am Gesicht. Britische Wissenschaftler konnten nun erstmals nachweisen, dass Pferde die beiden Sinneswahrnehmungen - genau wie der Mensch - miteinander verknüpfen können.

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