Brutales "Rückzugsgefecht" der Terroristen?

Eine der Frauen soll in der Gegend als "die verwirrte Dame" bekannt gewesen sein.
Für zwei Sprengstoffanschläge auf Märkte in Bagdad, bei denen am Freitag 84 Menschen getötet wurden, sind offenbar zwei geistig behinderte Frauen als Bombenträgerinnen missbraucht worden. Die Bomben wurden ferngezündet.

Die Märkte waren wegen des muslimischen Wochenfeiertags gut besucht. Über 180 Menschen wurden verletzt. Es handelte sich um die schwersten Attentate in Bagdad seit dem 1. August.

"Verwirrte Dame"
Die Anschläge ereigneten sich in der Früh in etwa zwanzigminütigem Abstand auf den Kleintiermärkten von El Ghasil und El Dschadida. Beide Frauen trugen laut der Armee Westen, die mit jeweils 15 Kilo Sprengstoff, Bolzen und Metallkugeln gefüllt waren.

Ob die Frauen wussten, dass sie Bomben bei sich trugen, konnte General Kasim Atta, Sprecher der Sicherheitskräfte in Bagdad, nicht sagen. Laut seinen Angaben litten die Frauen unter dem Down-Syndrom. Eine von ihnen soll in der Gegend als "die verwirrte Dame" bekannt gewesen sein.

Bild des Grauens
Auf den beiden Märkten bot sich ein Bild des Grauens. Rettungshelfer sammelten Leichenteile und Habseligkeiten getöteter und verletzter Marktbesucher ein, um die Identifizierung zu erleichtern. Es war nicht der erste Anschlag auf den El-Ghasil-Markt in der jüngsten Zeit.

Am 23. November waren bei der Explosion von zwei in Kisten versteckten Sprengsätzen 13 Menschen getötet worden. Die US-Armee machte das Terrornetzwerk El Kaida für die Anschläge verantwortlich. Iraks Präsident Dschalal Talabani verurteilte die Attentate.

Kurz zuvor noch "Erfolgsmeldung"
Talabani sagte, die Terroristen hätten im Irak harte Rückschläge hinnehmen müssen, das Netz um sie herum ziehe sich immer enger zusammen. Aus Rache verübten sie deshalb Anschläge wie jene auf die beiden Märkte. Die Attentate seien "neue brutale Verbrechen".

Für Rice "Bankrotterklärung"
Kurz vor den Anschlägen hatten die irakischen Behörden noch mitgeteilt, dass die Zahl der Todesopfer unter Zivilisten im Januar auf den tiefsten Stand seit 23 Monaten gesunken sei. Demnach starben im Jänner 541 Iraker, 463 von ihnen Zivilisten.

US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte, das Missbrauchen Behinderter für Attentate zeige, dass es die Iraker mit einem "brutalen" und "bankrotten" Feind zu tun hätten. Die "Feinde der Iraker" seien offenbar zu allem fähig, sagte Rice vor Journalisten in Washington.

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