Noch einmal die Kurve gekratzt

Artige Verabschiedung von den Fans in Berlin.
©Bild: AP/Gero Breloer
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Am Sonntag noch Verlierer, am Montag schon wieder Helden - und bei manchen Fans "Europameister der Herzen". Auf "Europas größter Fanzone", wie die Fanmeile vor dem Brandenburger Tor in Berlin heißt, nahm die deutsche Nationalmannschaft noch einmal vor Zehntausenden Zusehern Aufstellung, um sich von den Fans zu verabschieden.

Der Event sollte die Wiederholung des Auftritts aus dem Jahr 2006 sein, als man in Deutschland vom "Sommermärchen" sprach. 2008 war man mit der Finalteilnahme eigentlich besser dran als im Jahr davor. Nur hatte man ja eigentlich vor zwei Jahren - unterstützt von der deutschen Musikgruppe Sportfreunde Stiller - in Berlin geschworen: "Wir bringen 2008 einen Titel." Jetzt feiert man trotzdem. Möglicherweise auch ein wenig, weil man die EM für Sponsoren und Medien nicht mit negativen Gefühlen ausklingen lassen wollte.

Nasser Empfang - für die Falschen
Schon bei der Ankunft auf dem Flughafen Tegel war alles für einen großen Empfang gerichtet. Zwei Feuerwehrautos sprühten einen Triumphbogen. Allerdings fuhr zunächst eine Maschine durch, in der noch gar nicht die deutsche Nationalmannschaft saß.

©Bild: APA/Gero Breloer
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Am Nachmittag traf das Team dann am Brandenburger Tor ein. Zehntausende jubelnde Fans bereiteten dem Team um Trainer Joachim "Jögi" Löw noch einmal einen großen Empfang.

Ein Dank an die Fans
Mit ihrem Auftritt bedankten sich Kapitän Michael Ballack und Co. bei den Fans, die in der Schweiz keine Möglichkeit hatten, ihre Stars hautnah im Trainingszentrum Tenero zu verfolgen, für ihre tolle Unterstützung während des Turniers in Österreich und der Schweiz.

"Die deutschen Fans waren sensationell, stehen zu uns in guten wie in schlechten Zeiten", freute sich Philipp Lahm. Und der 31-jährige Ballack betonte wieder einmal: "Ohne die Fans hätten wir es nicht so weit geschafft."

Löw verspricht Revanche
Bundestrainer Löw wies einmal mehr darauf hin, dass man stolz sein könne, ins Finale eingezogen zu sein, und richtete gleichzeitig eine Kampfansage an den frischgebackenen Europameister. "Sollten die Spanier in einem Turnier noch einmal kommen, dann werden wir sie schlagen", so der 48-Jährige, wissend: So schnell wird diese Aussage womöglich nicht überprüft.

©Bild: APA/Rainer Jensen
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Die Spieler schienen nach dem nächtlichen Gelage in Wien, das bis 7.00 Uhr Früh gedauert hatte, nicht mehr ganz so frisch. Nur "Prinz Poldi" hatte noch Kraft genug, Oliver Pocher am Ende auf der Bühne noch eine Maß Bier über den Kopf zu kippen. Podolskis Busenfreund Bastian Schweinsteiger schüttete beim Bier (selbstverständlich das eines offiziellen Sponsors) gleich mit.

Saftige Prämien
Die deutschen Fußball-Nationalspieler dürfen sich nach dem verpassten Europameisterschaftstitel wenigstens über ein finanzielles Trostpflaster freuen. Jeder bekommt 150.000 Euro, die der DFB jeweils an seine Spieler ausschüttet.

Aber auch der DFB selbst machte bei der Europameisterschaft große Kasse. Mit 19 Millionen Euro nahm der Verband so viel Geld wie nie zuvor bei einem Turnier ein und verbuchte trotz eines üppigen EM-Etats noch einen Gewinn von rund zwei Millionen.

Klinsmann: "Daran werden sie knabbern"
Jetzt fahren die deutschen Spieler zunächst mal auf Urlaub, während die deutschen Bundesligavereine ja schon mit dem Training für die Herbstsaison begannen. Der ehemalige deutsche Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der am Montag das Training beim FC Bayern aufgenommen hatte, meinte: Die DFB-Spieler "werden ein paar Wochen an der Niederlage zu knabbern haben".

"Klar, wenn man beim Endspiel dabei sein kann, dann will man es unbedingt gewinnen. Jetzt ist bei den Spielern die Enttäuschung erstmal sehr groß, weil man nicht alle Tage die Möglichkeit hat, Europameister zu werden", ließ der neue Bayern-Coach am Montag über die offizielle Website des FC Bayern ausrichten.

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