Einkaufen wird schwieriger

Konsumenten müssen in der EU wohl Preise genauer vergleichen.
Am 11. April fallen EU-weit die Verpackungsvorschriften, die bisher Einheitsgrößen für viele Artikel des täglichen Gebrauchs vorgeschrieben haben.

Produzenten dürfen künftig zum Beispiel Zahnpasta, Schokolade, Butter, Milch, Mineralwasser und Zucker in beliebig großer und kleiner Verpackung anbieten. Ausgenommen sind Wein, Schaumwein und Spirituosen.

VKI: Kunden müssen genauer schauen
Für die Kunden bedeute die Neuregelung, dass sie ab Samstag noch genauer als bisher auf die Grundpreisauszeichnung schauen müssten, sagte Franz Floss vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). Mit einer schlagartigen Umstellung der Verpackungsgrößen rechnet er aber nicht.

AK erwartet "einschleichende" Umstellung
In dasselbe Horn stieß Karl Kollmann von der Arbeiterkammer (AK). Er erwartet, dass die Umstellung "eher einschleichend ist", da die Konsumenten gewisse Packungsgrößen gewohnt seien. Bei Süßwaren und Snacks könnte seiner Meinung nach eine Umstellung schneller erfolgen als in anderen Bereichen.

Es sei aber auch möglich, dass es zu einer Differenzierung zwischen den Ketten komme.

Preis gleich, Inhalt geringer
Kollmann geht davon aus, dass es bei einer Verteuerung der Rohstoffe oder Vormaterialien nicht zu einem neuen Preis, sondern zu einer Veränderung des Inhaltes komme. Hätten beispielsweise 100 Gramm eines bestimmten Produkts 1,99 Euro gekostet, würde das Produkt für denselben Preis nur noch 80 Gramm Inhalt haben.

Mogelpackungen befürchtet der AK-Experte nicht, denn dem Vortäuschen eines größeren Inhalts schiebt das Gesetz einen Riegel vor. Es werde so sein, dass die Verpackungen bei weniger Inhalt kleiner werden.

Zu kleine 100-Gramm-Auszeichung?
Die Grundpreisauszeichnung werde durch die Neuregelung an Bedeutung gewinnen, sagte Floss. Er kritisierte dabei, dass die bisherigen Preisangaben für 100 Gramm oder einen Liter sehr klein gedruckt und daher für Ältere nicht deutlich zu lesen seien.

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