Ausland

Ungarn will Flüchtlinge an der Grenze internieren

Die rechtskonservative ungarische Regierung plant, Tausende Flüchtlinge direkt an der Grenze zu Serbien zu internieren. Asylbewerber, die Ungarn über die Balkan-Route erreichen, sollen in einer 60 Meter breiten Zone entlang der Grenze festgehalten werden, bis ihr Asylverfahren abgeschlossen ist. Dies sieht der Entwurf eines Gesetzespaketes vor, der heute im Parlament eingereicht wurde.

Das Paket beinhaltet darüber hinaus weitreichende Durchgriffsrechte gegenüber Flüchtlingen. So kann die Regierung ab einer bestimmten täglichen Flüchtlingszahl einen „Masseneinwanderungsnotstand“ verkünden, der zu besonderen Maßnahmen ermächtigt, wie etwa der Internierung in den sogenannten Transitzonen an der Grenze. Aber auch die Armee soll künftig gegen Flüchtlinge eingesetzt werden.

Das Überwinden des fast fertiggestellten Zauns an der Grenze zu Serbien soll ein Straftatbestand werden, für den bis zu drei Jahre Gefängnis drohen. Wird der Zaun dabei beschädigt, können ein bis fünf Jahre verhängt werden. Das Gesetzespaket könnte Ende nächster Woche vom Parlament verabschiedet werden und soll nach Vorstellung der Regierung Mitte September in Kraft treten.

Mehr als 150 Kindersoldaten in Zentralafrika freigelassen

Kämpfer der christlichen Anti-Balaka-Miliz haben in der Zentralafrikanischen Republik nach Angaben der UNO 163 Kindersoldaten freigelassen, darunter fünf Mädchen. Mit der Freilassung im Westen des Landes sei die Zahl der freigelassenen Kindersoldaten seit der Unterzeichnung eines Abkommens mit dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF im Mai auf 645 gestiegen, erklärte UNICEF heute.

Die Chefs von acht bewaffneten Gruppen in dem Land hatten sich im Mai verpflichtet, Tausende in ihren Reihen dienende Kindersoldaten freizulassen. Nach Schätzungen von UNICEF wurden seit Beginn der Kämpfe in Zentralafrika im Jahr 2013 bis zu 10.000 Kinder von den verschiedenen Konfliktparteien als Kämpfer, Sexsklaven, Köche und Spione missbraucht.

Zentralafrika war nach einem Putsch gegen Staatschef Francois Bozize im März 2013 in eine Spirale der Gewalt gestürzt. Bei Kämpfen zwischen christlichen und muslimischen Milizen wurden Tausende Menschen getötet und Hunderttausende in die Flucht getrieben. Im Zuge eines Transformationsprozesses sollen nun im Oktober Wahlen stattfinden.

Islamisten vor Einnahme von Militärflughafen in Syrien

Eine Allianz islamistischer Kämpfer, darunter auch Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida, sind Aktivisten zufolge heute auf einen syrischen Militärflughafen im Nordwesten des Landes vorgerückt, der die letzte Bastion der syrischen Regierung in der Provinz Idlib ist.

Die mit Al-Kaida verbundene Al-Nusra-Front sowie andere Milizen hätten die Zufahrt zum Flughafen Abu al-Duhur erobert, berichtete die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Im Zuge der Offensive hätten Al-Nusra-Kämpfer auf Motorrädern mehrere Selbstmordanschläge verübt, hieß es weiter.

Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten an Ort und Stelle, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum überprüfbar. Die islamistischen Kämpfer würden bereits die Gegend nördlich des Militärflughafens kontrollieren. Dort bombardiere die syrische Armee intensiv, hieß es weiter.

Vor „Assads Haustüre“

Syrische Militärkreise bestätigten die Offensive der Islamisten gegen den Flughafen. Die Allianz islamistischer Kämpfer hatte Ende März die Stadt Idlib und danach eine andere wichtige Gemeinde sowie eine Militärbasis in der gleichnamigen Provinz erobert. Die Provinz liegt direkt neben der Küstenprovinz Latakia, der Hochburg des Clans des syrischen Machthabers Baschar al-Assad.

In Moskau wurde unterdessen der neue US-Gesandte für Syrien, Michael Ratney, zu Gesprächen empfangen. Er sprach insbesondere mit dem russischen Vizeaußenminister Michail Bogdanow. Über Inhalte wurde zunächst nichts bekannt. In den vergangenen Wochen waren die diplomatischen Aktivitäten für eine politische Lösung des Syrien-Konflikts auch von Moskau wieder verstärkt worden.

Mord an russischer Politikerin: 17 Jahre Haft für Drahtzieher

Knapp 17 Jahre nach dem Mord an der liberalen russischen Abgeordneten Galina Starowojtowa hat ein Gericht in St. Petersburg einen Drahtzieher der Tat zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Laut der Entscheidung von heute muss Michail Gluschtschenko, früherer ultranationalistischer Duma-Kollege Starowojtowas, 17 Jahre in einem Straflager absitzen.

Gluschtschenko und ein nicht identifizierter Mittäter hätten den Mord an Starowojtowa geplant, „um ihre politische Tätigkeit zu beenden“, hieß es in einer Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft zu der Gerichtsentscheidung.

Erst 2009 festgenommen

Die populäre Abgeordnete war im November 1998 im Kugelhagel im Stiegenhaus ihres Wohngebäudes in St. Petersburg gestorben. Das Attentat auf die wegen ihrer politischen Standfestigkeit hoch geachtete Politikerin überschattete die Wahlen zum Stadtrat der westrussischen Metropole im Dezember 1998.

Im Jahr 2005 wurden die beiden Auftragsmörder zu langen Haftstrafen verurteilt, nach den Auftraggebern wurde aber noch gesucht. Gluschtschenko war bereits im Jahr 2004 vorgeworfen worden, einer der Hintermänner gewesen zu sein. Erst im Juni 2009 wurde er festgenommen.

Al-Kaida-Ableger lässt im Jemen Männer auspeitschen

Die radikale Islamistenorganisation Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) hat im Jemen zehn Männer öffentlich auspeitschen lassen.

Der Vorfall ereignete sich nach offiziellen Angaben von heute in der Küstenstadt Al-Schihr in der Provinz Hadramaut. Die Vorwürfe gegen die zehn Männer lauteten auf Gotteslästerung sowie Konsum von Drogen und Alkohol.

Vor Dutzenden Zusehern

Bei der öffentlichen Auspeitschung gab es Dutzende Augenzeugen. Den Männern wurden zwischen 80 und 100 Peitschenhiebe zugefügt. Der Al-Kaida-Zweig AQAP kontrolliert große Teile des Hadramaut. Im April nahm er auch die Provinzhauptstadt Mukalla ein.

Das öffentliche Auspeitschen von schuldig Gesprochenen erfolgt im Namen des islamischen Schariarechts. Zugleich wollen die Islamisten damit ihren Herrschaftsanspruch demonstrieren.

Klitschko führt ukrainische Präsidentenpartei in Wahlen

Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko ist knapp acht Wochen vor den Kommunalwahlen in der Ukraine zum Chef der Präsidentenpartei Solidarnist (Solidarität) bestimmt worden.

„Wir schaffen eine vereinte politische Kraft, die sich ihrer Verantwortung für effektive Reformen und reale Veränderungen bewusst ist“, sagte der 44-jährige Ex-Boxer heute auf dem Vereinigungsparteitag seiner Partei Udar (Schlag) mit Solidarnist von Präsident Petro Poroschenko. Es gab keinen Gegenkandidaten. Poroschenko rief auf dem Kongress andere Parteien dazu auf, sich dem neuen Bündnis anzuschließen. „Vereinigung ist das, was die Ukraine braucht“, betonte der 49-Jährige.

D: Gericht erklärt Demoverbot in Heidenau für rechtswidrig

Das Verwaltungsgericht Dresden hat das vom zuständigen Landratsamt für das Wochenende erlassene Versammlungsverbot im deutschen Heidenau für rechtswidrig erklärt. Die Richter gaben damit heute einem Eilantrag eines Klägers statt, der an einer der geplanten Kundgebungen teilnehmen wollte.

Das Landratsamt hatte für das Wochenende alle öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel in Heidenau untersagt. Die Behörde begründete das mit einem polizeilichen Notstand. Betroffen ist unter anderem ein Willkommensfest eines Anti-Nazi-Bündnisses für Flüchtlinge. Das Gericht begründete seine Entscheidung insbesondere damit, dass der polizeiliche Notstand, mit dem das Verbot begründet worden sei, von den Behörden nicht hinreichend belegt worden sei.

Heftige Kritik am Versammlungsverbot

In Heidenau gab es vergangenes Wochenende Ausschreitungen von Rechtsradikalen. Der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel hatte das Versammlungsverbot scharf kritisiert. „Ich verstehe die Entscheidung überhaupt nicht“, sagte Gabriel heute in Marburg. Er verstehe, dass Neonazis angesichts der jüngsten Ausschreitungen vor der Flüchtlingsunterkunft in dem sächsischen Ort keine Versammlung erlaubt werde. Er könne jedoch nicht verstehen, wieso auch Demokraten betroffen seien, die für einen vernünftigen Umgang mit Flüchtlingen plädierten.

Mit Unverständnis und Kritik hatte auch die Polizeigewerkschaft das Versammlungsverbot aufgenommen. „Es ist ein Kniefall vor dem Mob in Heidenau“, kritisierte der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, in Berlin. „Diese Botschaft ist verheerend.“

Feuer in Flüchtlingsunterkunft ausgebrochen

Im deutschen Aue im Erzgebirge hat heute unterdessen ein Flüchtlingsheim gebrannt. Wie ein Sprecher der Polizei im sächsischen Chemnitz mitteilte, mussten 70 Bewohner in Sicherheit gebracht werden. Verletzt wurde niemand. Die Ursache des Feuers war zunächst unklar.

Bereits in der Nacht auf heute hatten nach Angaben der Beamten Unbekannte einen Müllcontainer auf dem Gelände der Unterkunft für Asylwerber angezündet. Die Feuerwehr löschte den Brand. Den Angaben der Polizei zufolge blieb das Gebäude trotz des zweiten Feuers bewohnbar.

Brandanschlag in der Nacht

In Deutschland häufen sich derzeit Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte. Im niedersächsischen Salzhemmendorf warfen Unbekannte ebenfalls in der Nacht auf heute einen Brandsatz in ein Wohngebäude für Asylwerber, in dem eine Mutter mit drei Kindern wohnt. Die Familie hielt sich zur Tatzeit in einem Nebenraum auf und sei „körperlich unverletzt“ geblieben, erklärte die Polizei in Hameln. Sie habe aber psychologisch betreut werden müssen.

Inland

ZIB2

Burgenländischer Polizeidirektor zur Flüchtlingstragödie

Nach der schrecklichen Tragödie auf der A4 mit 71 toten Flüchtlingen in einem Kühl-Lkw hat die Polizei relativ rasch die mutmaßlichen Schlepper ausgeforscht. Die Ermittlungen am Wagen sind psychisch sehr belastend. Zu Gast im ZIB2-Studio ist der burgenländische Polizeidirektor Hans Peter Doskozil.

Flüchtlingskrise: Druck auf Politik wächst

Nach dem schrecklichen Fund auf der A4 fordern nun zahlreiche Politiker in Europa rasche Entscheidungen in der Flüchtlingskrise. Dazu in der ZIB2 Liveschaltungen zu Korrespondenten in Brüssel, Rom und Berlin. Außerdem ist die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Ulrike Lunacek von den Grünen, zu Gast im Studio.

Der Fluch des billigen Öls

Billiges Öl ist für viele Autofahrer ein Segen. Aber in den Schwellenländern und im arabischen Raum könnten die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen dramatisch sein.

Rätselhafter Zug in Polen gefunden

In Polen wurde offenbar ein von den Nationalsozialisten versteckter Zug gefunden - angeblich mit Unmengen an Gold beladen.

ZIB2 mit Lou-Lorenz Dittlbacher, 22.00 Uhr, ORF2.

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Sport

Leichtathletik-WM: Schmerzhaftes Aus für Schrott

Für Beate Schrott ist die Leichtathletik-WM in Peking unglücklich zu Ende gegangen. Die 27-Jährige schied heute im Hürdensprint-Halbfinale aus, nachdem sie ihren Lauf verletzt abbrechen musste. Nach einem Griff aufs Bein befürchtete Schrott in Tränen aufgelöst: „Das ist was Ärgeres.“

Schrott hatte nach fast einwöchiger Zwangspause wegen einer schmerzhaften Muskelverhärtung am Beinbeuger erst am Mittwoch wieder mit dem Hürdentraining begonnen. In ihrem Vorlauf war sie schmerzfrei geblieben.

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Europa League: Salzburg zahlt bitteres Lehrgeld

Der FC Salzburg ist gestern nach einer Niederlage im Elfmeterschießen gegen Dinamo Minsk bereits im Play-off der Europa League gescheitert. Die riesige Enttäuschung über das bittere Aus stand Fans, Spielern und Betreuern ins Gesicht geschrieben. Obwohl in beiden Partien spielerisch klar besser, konnte Salzburg das Ausscheiden nicht verhindern. Während Trainer Peter Zeidler die Schuld daran auch beim niederländischen Schiedsrichter sah, wussten die Spieler, dass sie ihre Aufstiegschancen bereits im Hinspiel vergeben hatten. Beide Partien zeigten auch: Die Mannschaft hat Talent, muss aber noch reifen.

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Europa League: Altacher ziehen positives Resümee

Den Aufstieg in die Gruppenphase der Europa League hat SCR Altach durch das torlose Remis gestern bei Belenenses Lissabon verpasst, dennoch gab es bei aller Enttäuschung auch positive Aspekte. „Ich denke, dass wir in diesem Spiel als bessere Mannschaft leider nicht aufgestiegen sind“, sagte Trainer Damir Canadi. „Wir haben uns leider nicht selbst belohnt.“ Die starken Vorstellungen in der Europa League sollen nun in die Meisterschaft mitgenommen werden.

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Fußball: Fakten und Zahlen zur Königsklasse

Die Königsklasse im europäischen Clubfußball geht heuer in die 24. Runde. Seit der Saison 1992/93 wird der beste Verein Europas in der Champions League ermittelt. Aus dem Experiment der Europäischen Fußballunion (UEFA) wurde in den vergangenen 23 Jahren eine Erfolgsgeschichte. Vom Premierensieg von Olympique Marseille - auf ORF Sport + heute (17.15 Uhr) zum Nachsehen - bis hin zum Duell um den Rekordtorschützen zwischen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo spannt sich der Bogen der Fakten und Zahlen.

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Wirtschaft

ESM-Chef will künftige Euro-Krisen ohne IWF stemmen

Der Chef des europäischen Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, will künftige Hilfsaktionen für Euro-Staaten ohne den Internationalen Währungsfonds (IWF) stemmen. „Die nächste Krise, die in den nächsten Jahrzehnten kommen wird, könnten die Europäer aus eigener Kraft bewältigen“, sagte Regling gegenüber dem „Spiegel“. Das Zusammenspiel von ESM, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) sei „eingeübt“: „Gemeinsam erfüllen sie die Aufgaben eines europäischen Währungsfonds.“

Der IWF war seit Beginn der europäischen Staatsschuldenkrise im Jahr 2010 bei den diversen Rettungsaktionen für verschuldete Mitglieder der Währungsunion mit an Bord. Ob der IWF sich auch dem gerade beschlossenen dritten Hilfsprogramm für Griechenland beteiligt, ist noch offen. Darüber will die Finanzinstitution erst nach einer ersten Bewertung zum Stand der geforderten Reformauflagen im Herbst entscheiden.

Die deutsche Bundesregierung hofft auf eine erneute Beteiligung des IWF - und auch Regling setzt darauf. Bei der Krise um Griechenland soll der IWF noch so lange an Bord bleiben, bis die gegenwärtigen Turbulenzen überstanden seien, sagte der deutsche ESM-Chef dem „Spiegel“ laut der Vorabmeldung auf die aktuelle Ausgabe des Magazins.

Wirtschaftsleistung in Brasilien bricht ein

Die tiefe Rezession in Brasilien ist nun auch offiziell bestätigt: Im zweiten Quartal brach die Wirtschaftsleistung der siebentgrößten Volkswirtschaft der Welt im Vergleich zum Vorquartal um 1,9 Prozent ein - nach einem Minus von 0,7 Prozent im ersten Vierteljahr. Das teilte die Statistikbehörde heute mit.

Es war das schwächste zweite Quartal seit 1996 und der tiefste Einbruch seit 2009. Geht das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in zwei Quartalen nacheinander zurück, wird nach gängiger Definition von einer Rezession gesprochen. Auch zum Jahresende 2014 war die Entwicklung schon schwach: Im Schlussquartal hatte sich die Wirtschaftsleistung nicht verändert.

Das rohstoffreiche Land leidet unter dem niedrigen Ölpreis, einer Inflation von fast zehn Prozent, schwachem Konsum, steigender Arbeitslosigkeit, und die Unternehmen halten sich bei ihren Investitionen zurück. Hinzu kommt ein Korruptionsskandal, in den das größte Unternehmen Petrobras (Umsatz: rund 123 Mrd. Euro) involviert ist. Brasilien ist mit einem BIP von 2,1 Billionen Euro (2014) siebentgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Nestle wegen Beihilfe zur Sklaverei angezeigt

Nestle ist in den USA mit einer Klage konfrontiert. Dem Konzern wird vorgeworfen, der auf thailändischen Fischereischiffen grassierenden Sklaverei bewusst Vorschub zu leisten. Die dabei erwirtschafteten Produkte finden sich laut der Klageschrift vor allem im Katzenfuttersortiment des Lebensmittelmultis. Eine Anwaltskanzlei reichte eine entsprechende Sammelklage ein.

Die Klage wurde bei einem Bundesgericht in Kalifornien deponiert. Nestle importiere über den thailändischen Lieferanten Thai Union Frozen Products mehr als 12.000 Tonnen Tiernahrung auf der Basis von Meeresfrüchten für die großen in den USA verkauften Marken. Ein Teil dieser Meeresfrüchte werde unter Sklavereibedingungen gewonnen.

Nestle dementiert Vorwürfe

Männer und Buben aus ärmeren Ländern wie Myanmar und Kambodscha würden an Fischerkapitäne verkauft, heißt es in der Klage. Auf den Booten müssten sie für wenig oder gar kein Geld 20 Stunden am Tag unter gefährlichen Bedingungen arbeiten. Zudem würden sie misshandelt. Die Kanzlei ruft weitere Konsumenten auf, sich der Klage anzuschließen.

Nestle reagierte prompt: „Zwangsarbeit hat keinen Platz in unserer Lieferkette“, schrieb der Konzern in einer Stellungnahme. Die Konzernrichtlinien für Fisch und Meeresfrüchte würden alle Lieferanten verpflichten, die Menschenrechte zu beachten und sich an die Arbeitsgesetze zu halten. Nestle arbeite mit globalen und lokalen Anspruchsgruppen zusammen, um dieses ernste und komplexe Problem anzugehen.

Österreichs BIP wuchs im zweiten Quartal mehr als vorher

Die österreichische Wirtschaftsleistung ist im ersten Halbjahr leicht gestiegen, und dabei hat sich das Wachstum im zweiten Quartal etwas beschleunigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag von April bis Juni um 0,3 Prozent über dem Vorquartal, bestätigte das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) heute seine erste Schätzung von Ende Juli. Im ersten Quartal hatte das Plus nur 0,2 Prozent betragen.

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Chronik

Raketenreste stürzen auf Dorf in China

Nach dem Start eines Satelliten ins Weltall sind in China Reste der Trägerrakete auf ein Dorf gestürzt. Dabei sei das Haus eines Einwohners massiv beschädigt worden, berichteten die Polizei und mehrere örtliche Medien. Der Zwischenfall habe sich kurz nach dem Start ereignet, die Raketenteile seien mit einem lauten Knall auf die Erde gekracht.

Großes Loch im Dach

Der Vorfall ereignete sich in der nordchinesischen Provinz Shaanxi. Im Internet waren Fotos von einem Mann zu sehen, der neben einem Trümmerteil steht. Dieses ist genau so groß wie er selbst, offenbar handelt es sich um eine Raketendüse. Im Hintergrund sind eine zerstörte Mauer und Trümmerhaufen zu sehen. Ein anderes Foto zeigte ein großes Loch in einem Dach.

Der Einschlag in dem Dorf ereignete sich laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua neun Minuten nach dem Start einer Trägerrakete von der Nachbarprovinz Shanxi. Diese brachte einen Satelliten ins All, der unter anderem zur Landvermessung und Katastrophenvorbeugung genutzt werden soll.

Kultur

Iran will Barenboim-Auftritt nicht zulassen

Der Iran will einen geplanten Auftritt des israelisch-argentinischen Stardirigenten Daniel Barenboim in Teheran nicht zulassen. „Der Iran erkennt das zionistische Regime (Israel) nicht an und wird auch nicht mit Künstlern dieses Regimes zusammenarbeiten“, sagte ein Sprecher des iranischen Kultusministeriums heute.

Barenboim plante mit der Berliner Staatskapelle ein Konzert in Teheran. Der iranische Ministeriumssprecher Hussein Nuschabadi sagte, sobald das Ministerium erfahren habe, dass der Dirigent des geplanten Konzerts ein israelischer Staatsbürger sei, sei das Konzert vom Minister selbst abgesagt worden.

Zuvor hatte Israel Protest gegen die Konzertpläne angekündigt. Barenboim kritisierte immer wieder die israelische Siedlungspolitik und die Haltung der verschiedenen Regierungen gegenüber den Palästinensern.

Salzburger Festspiele: Mehr Einnahmen, höhere Auslastung

Die Salzburger Festspiele haben heute eine positive wirtschaftliche Bilanz 2015 gezogen: Zwar kamen etwas weniger Besucher zu deutlich weniger Veranstaltungen - doch sowohl die Einnahmen als auch die Auslastung stiegen.

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99 Prozent Auslastung in Innsbruck

Die 39. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik zogen ebenfalls eine positive Bilanz über die abgelaufene Spielzeit. Demnach waren die Veranstaltungen zu 99 Prozent ausgelastet, auch das Interesse der Medien war enorm.

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Medien

Leute

Celine Dion bittet um Lieder für neue Alben

Die kanadische Sängerin Celine Dion sucht nach Liedern für ihre beiden nächsten Alben - und hat quasi eine öffentliche Ausschreibung gestartet. „Wir bekommen gerade die ersten Lieder, jeder kann mitmachen“, sagte die 47-Jährige heute dem französischen Sender RTL. „Jeder Autor oder Komponist kann mir seine Kunst zuschicken.“

Die Sängerin, die unter anderem mit dem Titanic-Song „My Heart Will Go On“ einen Megahit landete, will im kommenden Jahr ein neues Album mit französischen Liedern veröffentlichen, 2017 dann eines mit englischen Stücken.

„Es können Lieder sein, die mir erlauben, neue Ziele zu erreichen, mich weiterzuentwickeln, oder einen schönen Augenblick zu erleben, begeistert zu sein, denn ich will wirklich weiter vorankommen“, sagte die Sängerin. Die Kanadierin startet gerade eine neue Konzertreihe in Las Vegas. Vor einem Jahr hatte sie eine Pause eingelegt, um mehr Zeit an der Seite ihres krebskranken Ehemannes zu verbringen.

Religion

Kroatischer Bischof will Referendum über Faschistengruß

Der Vorsitzende der kroatischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Zadar, Zelimir Puljic, hat ein Referendum über den Gruß der Faschisten im Zweiten Weltkrieg vorgeschlagen. Über die Wiedereinführung des Grußes „Fürs Vaterland bereit“ innerhalb der Armee des NATO- und EU-Landes solle in einer Volksabstimmung entschieden werden, schlug das geistliche Oberhaupt heute vor.

Der Gruß war von den mit Hitler-Deutschland verbündeten kroatischen Ustascha-Faschisten genutzt worden und ist seitdem verboten. Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic hatte in dieser Woche die Initiative einer Gruppe von konservativen Politikern zur Wiedereinführung des faschistischen Grußes in der Armee abgelehnt. Bei Fußballspielen etwa wird er von Hooligans immer wieder skandiert. Internationale Sportverbände verhängten dafür zum Teil drastische Strafen.

IT

Chef von Ashley Madison nimmt nach Hack den Hut

Nach dem verheerenden Hackerangriff auf das Seitensprungportal Ashley Madison ist der unter Kritik geratene Firmenchef Noel Biderman zurückgetreten. Im Internet waren neben den Daten von Millionen Nutzern auch interne E-Mails veröffentlicht worden, die Biderman ins Zwielicht rückten.

Die E-Mails legten laut Medienberichten nahe, dass Biderman eine breit angelegte Erstellung gefälschter Frauenprofile unterstützt habe, mit denen Männer dann kostenpflichtige Nachrichten austauschten. Die Betreiberfirma Avid Life Media werde nach Bidermans Abgang zunächst vom restlichen Topmanagement weitergeführt, hieß es heute. Das Flirtportal werde weiterhin weltweit online bleiben.

Die Betreiber von Ashley Madison waren nach dem Hackerangriff unter Druck geraten. Das Unternehmen bot auch die Option an, für 19 Dollar alle Daten löschen zu lassen. Die von Hackern veröffentlichten Profile zeigten jedoch, dass auch danach noch Informationen auf den Servern blieben. Biderman hatte in den vergangenen Jahren immer wieder versichert, Ashley Madison biete Mitgliedern volle Diskretion. Nach Veröffentlichung der Informationen zogen mehrere von ihnen vor Gericht.

Science