Ausland

UNO-Tribunal: Lebenslange Haft für Srebrenica-Massaker

Zwei ranghohe ehemalige serbische Offiziere sind für den Völkermord im bosnischen Srebrenica endgültig schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien bestätigte damit heute in Den Haag im Berufungsverfahren die Urteile der ersten Instanz.

Außerdem wurden drei weitere ehemalige Offiziere im damaligen bosnisch-serbischen Generalstab unter General Ratko Mladic zu Gefängnisstrafen von 13, 18 und 35 Jahren für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Mit diesem Urteil ist der bisher umfangreichste Prozess zum Völkermord in Srebrenica nach neun Jahren zu Ende gegangen.

Serbische Einheiten hatten während des Bosnien-Kriegs im Juli 1995 die damalige UNO-Schutzzone im Osten des Landes überrannt und anschließend rund 8.000 muslimische Männer und Buben ermordet. Srebrenica gilt als schlimmstes Kriegsverbrechen auf europäischem Boden seit dem Zweiten Weltkrieg.

Separatisten: Kiew sagt Krisentreffen ab

Das für heute geplante Krisentreffen der Ukraine-Kontaktgruppe kommt nach Informationen der prorussischen Separatisten aus dem Donbass wieder nicht zustande. Die Vertreter aus Kiew hätten eine Teilnahme an den Verhandlungen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk abgesagt, teilte der Separatistenanführer Denis Puschilin der Agentur Interfax mit.

Das weißrussische Außenministerium habe mitgeteilt, dass es keine Gespräche geben werde. Die Vertreter aus den nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk kündigten ihre Abreise aus Minsk an. Zuletzt waren wiederholt Pläne für ein Treffen der Kontaktgruppe gescheitert.

Präsidentenwahl in Rom: Auch zweiter Wahlgang ergebnislos

Auch die zweite Abstimmung für die Wahl eines neuen Präsidenten in Italien ist heute ergebnislos zu Ende gegangen. Kein Kandidat erhielt die notwendige Zweidrittelmehrheit von 673 Stimmen. Die meisten Parlamentarier der stärksten Gruppierungen gaben in der zweiten Runde leere Stimmzettel ab. Die Wahl wird am Nachmittag fortgesetzt.

Erst ab dem vierten Urnengang morgen genügt eine absolute Mehrheit von 505 Stimmen. Dann hofft Premier Matteo Renzi, seinen Kandidaten, den 73-jährigen Verfassungsrichter Sergio Mattarella, durchzubringen. Gegen Mattarellas Kandidatur hatte sich der Chef der konservativen Oppositionspartei Forza Italia, Silvio Berlusconi, ausgesprochen.

An der Wahl des Staatschefs nahmen in Rom insgesamt 1.009 Wahlmänner und -frauen teil. Das sind die 630 Abgeordneten und 321 Senatoren (darunter sechs Senatoren auf Lebenszeit) sowie 58 Delegierte aus den 20 italienischen Regionen. Die Präsidentenwahl erfolgt in geheimer Abstimmung.

IS greift irakische Ölstadt Kirkuk an

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Ölstadt Kirkuk im Nordirak mit Autobomben und Selbstmordattentätern angegriffen. Nach Angaben des kurdisch-irakischen Nachrichtenportals Rudaw und aus Peschmerga-Kreisen wurden dabei heute Früh ein Brigadegeneral der kurdischen Peschmerga und fünf weitere Soldaten getötet. Mindestens 40 kurdische Kämpfer seien verletzt worden. Ein Rudaw-Korrespondent berichtete von mindestens drei getöteten IS-Milizionären.

Peschmerga: Lage unter Kontrolle

Kirkuk mit etwa einer Million überwiegend kurdischen Einwohnern ist das Zentrum der irakischen Erdölindustrie. Seit sich die irakische Armee im vergangenen Jahr angesichts der Angriffe des IS zurückgezogen hat, verteidigen kurdische Peschmerga-Einheiten die Stadt.

Die Dschihadisten hatten die Attacken den Angaben zufolge bei dichtem Nebel an drei Fronten vor allem im Süden Kirkuks gestartet. Die Kämpfe dauerten zu Mittag weiter an. Die Lage sei aber „unter Kontrolle“, hieß es vonseiten der Peschmerga.

Kobane: Kurden bitten um Hilfe für Wiederaufbau

In Syrien konnten kurdische Kämpfer diese Woche nach monatelangen Kämpfen die Vertreibung des IS aus der syrisch-türkischen Grenzstadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab) vermelden. Nun richtete der Chef der selbst ernannten Regionalregierung von Kobane, Anwar Muslim, einen dringenden Appell an die Staatengemeinschaft, den Wiederaufbau der Stadt zu unterstützen.

„Jede humanitäre Organisation ist willkommen“, sagte er vor Journalisten in der Ortschaft nahe der türkischen Grenze. Mindestens 50 Prozent der Stadt seien völlig zerstört, hieß es. Für die derzeit rund 15.000 Bewohner sei es im Moment noch unmöglich, ohne Hilfe über die Runden zu kommen. Es gebe weder Essen noch Kleidung oder Medikamente. Deswegen sei ein Versorgungskorridor nötig.

Dutzende Tote bei Doppelanschlag in Bagdad

Bei einem Doppelanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind laut Medienberichten mindestens 44 Menschen getötet worden. Wie das Nachrichtenportal Sumaria News berichtete, explodierten die Sprengsätze auf einem zentralen Markt, auf dem auch gebrauchte Militäruniformen verkauft werden.

Mindestens 70 Menschen seien verletzt worden. Unter den Opfern seien auch Sicherheitskräfte. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Im Irak und in Syrien hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) große Landstriche unter ihrer Kontrolle.

Anschlag auf schiitische Moschee in Pakistan

Ein schwerer Anschlag ereignete sich heute auch in Pakistan. Bei einem Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee im Süden des Landes wurden Dutzende Gläubige getötet. Laut der Nachrichtenagentur Reuters stieg die Zahl der Toten auf bis zu 40 an. Andere Quellen berichteten von 20 bis 30 Todesopfern in Shikarpur in der Provinz Sindh.

Mehr als 50 Menschen seien bei dem Attentat verletzt worden, teilten Polizei und Ärzte eines Krankenhauses mit. Der Sprengsatz sei während des Freitagsgebets explodiert. Ein junger Selbstmordattentäter habe die Bombe in dem schiitischen Gotteshaus gezündet, berichtete der Sender Geo TV unter Berufung auf Augenzeugen. Die Polizei machte zum Hergang zunächst keine Angaben.

Prügelstrafe für saudischen Blogger erneut ausgesetzt

Die Prügelstrafe gegen den zu 1.000 Stockhieben verurteilten saudischen Blogger Raif Badawi ist erneut ausgesetzt worden. Wie eine Sprecherin von Amnesty International heute der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte, wurden die nach dem Mittagsgebet geplanten 50 öffentlichen Schläge nicht vollzogen.

Vor drei Wochen war der Blogger erstmals in der Stadt Dschidda öffentlich mit Stockhieben bestraft worden, weil er den Islam im Internet beleidigt haben soll. Danach wurde die Strafe bereits zweimal aus „gesundheitlichen Gründen“ ausgesetzt. Badawi war im Mai 2014 zu zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe und 1.000 Stockschlägen verurteilt worden.

Afrikanische Union berät zu Boko Haram und Ebola

Die islamistische Gruppe Boko Haram und die Ebola-Epidemie in Westafrika stehen im Mittelpunkt des 24. Gipfeltreffens der Afrikanischen Union (AU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Das zweitägige Treffen der 54 Mitgliedsstaaten wurde heute im AU-Hauptsitz eröffnet.

Die „Brutalität der Boko Haram“ in Nigeria und ihre „sinnlosen Morde“ seien eine Bedrohung für die Sicherheit und Entwicklung des gesamten Kontinents, sagte AU-Chefin Nkosazana Dlamini Zuma zum Auftakt des Gipfels.

Eingreiftruppe gefordert

Die Bluttaten erforderten ein „gemeinsames und entschiedenes Vorgehen“. Am Vorabend des Gipfels hatte die AU nach einem Treffen des Friedens- und Sicherheitsrates bekanntgegeben, eine 7.500 Mann starke regionale Eingreiftruppe unterstützen zu wollen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einer „nationalen, regionalen und internationalen Bedrohung“ durch die Boko Haram, mahnte aber, dass auch die Krisen und Konflikte etwa in Somalia, der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan und Libyen bei den Gesprächen nicht vergessen werden dürften.

Mugabe neuer AU-Vorsitzender

Zu Beginn des zweitägigen Gipfels übernahm Robert Mugabe (90), Präsident Simbabwes, den AU-Vorsitz. Mugabe löst den Präsidenten Mauretaniens, Mohamed Ould Abdel Aziz, ab. Der einjährige Posten, der jährlich zwischen den 54 Mitgliedsstaaten rotiert, sieht hauptsächlich repräsentative Aufgaben vor. Der greise Langzeitherrscher Mugabe ist bereits seit 1980 in Simbabwe im Süden Afrikas an der Macht.

Inland

Faymann in Integrationsdebatte um Kalmierung bemüht

SPÖ-Chef Werner Faymann (SPÖ) hat heute in der parteiinternen Integrationsdebatte zu kalmieren versucht. Vor dem SPÖ-Präsidium im Parlament plädierte er für eine inhaltliche Diskussion.

„Es ist richtig, darüber zu diskutieren, wie schaut es mit der Integration aus“, betonte Faymann. Einiges sei schon geschehen, verwies er auf das jüngst beschlossene Anti-Terror-Paket und Verschärfungen bei Schulpflichtverletzungen.

Auf den Schlagabtausch zwischen dem steirischen Parteichef Franz Voves und Wiens Bürgermeister Michael Häupl, speziell den PEGIDA-Vergleich des Wiener Parteigranden, wollte Faymann nicht weiter eingehen. „Eine Diskussion in der SPÖ werden Sie immer haben“, meinte er. „Die hat es schon immer gegeben und wird es auch in 20 Jahren geben.“

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Opposition mit bekannten Positionen

FPÖ und Grüne vertreten in der aktuellen Debatte über die Integration ihre bekannten Positionen: Die FPÖ würde Anträge auf die von Voves und Niessl propagierten Strafen für „Integrationsunwilligkeit“ im Parlament mittragen. Aber Generalsekretär Herbert Kickl geht davon aus, dass letztlich „rein gar nichts“ von den „vollmundigen Ankündigungen von Niessl und Voves“ übrig bleiben werde.

Die grüne Integrationssprecherin Alev Korun lehnt Strafen im Schulbereich ab. Desinteresse gebe es auch bei Eltern ohne Migrationshintergrund, und überhaupt sei es zu bezweifeln, ob eine Geldstrafe Mentalität und damit Verhalten ändern würde. Sie pochte auf eine sachliche Diskussion über die Förderung von Kindern aus solchen Familien, und zwar anhand von Zahlen und Fakten.

Mikl-Leitner: Länder kommen Asylquoten „nahe“

Das Innenministerium veröffentlicht vorerst keine aktuellen Zahlen zur Asylunterbringung mehr. Bis 31. Jänner müssen die Länder die vorgegebenen Quoten zu 100 Prozent erfüllen, doch derzeit sei die Flüchtlingsverteilung im Gange, seriöse Angaben seien daher schwierig. Ministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) geht davon aus, dass alle Länder der Vorgabe „nahe“ kommen werden, wie sie der APA sagte.

Verzögerte Aufteilung

Man habe in den vergangenen Tagen noch jede Menge Quartiermeldungen seitens der Länder erhalten, die Aufteilung der Asylwerber führe aber zu Verzögerungen. Somit gebe es derzeit eine Differenz zwischen den vorhandenen Plätzen und den Personen, die tatsächlich schon in den Ländern wohnen, argumentiert man im Innenministerium. Daher möchte man erst Anfang kommender Woche wieder Bilanz ziehen.

In Wien sei das Übergangsquartier in alten WU-Räumlichkeiten am Alsergrund seit heute Früh leer, berichtete sie weiters. Das Heim in Erdberg werde Anfang nächster Woche geschlossen. Mikl-Leitner dankte Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) einmal mehr für die „Hilfsbereitschaft“.

Neue Asylregeln mit Jahresmitte

Das vom niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) angekündigte Ländertreffen zum Thema Asyl Mitte Februar begrüßt die Ministerin. Sie will den Länderchefs dort auch das von ihr geplante Asylschnellverfahren darlegen.

Die Neuerungen im Asylsystem inklusive Neuordnung der Grundversorgung und automatischer Quartierquoten sollen Mitte des Jahres in Kraft treten. Die Verhandlungen mit dem Koalitionspartner SPÖ begännen „in den nächsten Tagen“, sagte die Ministerin.

Caritas-Präsident appelliert an Länder

Caritas-Präsident Michael Landau lobte im Gespräch mit der APA Wien, Niederösterreich und die Steiermark für die Erfüllung der Quote. Er dankte aber auch allen anderen Ländern „für die Anstrengungen der vergangenen Wochen“ und appellierte an sie, die Zusagen ebenfalls einzuhalten.

Das von Mikl-Leitner geforderte Aus für die staatliche Grundversorgung der Asylwerber schon nach einer negativen Erstentscheidung lehnt Landau ab. „Zu einem fairen Asylverfahren gehört auch, dass man es nicht unter der Brücke erlebt“, so der Caritas-Direktor.

Er hofft auch in diesem Punkt auf die Länder. „Ich glaube, dass kein Landeshauptmann sich rasche Verfahren um den Preis steigender Obdachlosigkeit in seinem Bundesland erkaufen möchte“, sagte er.

Wirtschaft

Verbraucherpreise in Euro-Zone erneut gefallen

Sinkende Energiekosten lassen die Verbraucherpreise in den Euro-Ländern weiter fallen. Im Jänner lag das Preisniveau um 0,6 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat, teilte das Statistikamt Eurostat heute in Luxemburg mit. Grund dafür seien vor allem die deutlich gefallenen Rohölpreise.

Im Dezember waren die Verbraucherpreise erstmals seit fünf Jahren zurückgegangen. Das Minus bei der jährlichen Inflationsrate betrug 0,2 Prozent. Das letzte Mal hatte es 2009 einen mehrmonatigen Preisrückgang in der Euro-Zone gegeben. Damals fielen die Preise in den Monaten von Juni bis Oktober.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den gesamten Euro-Raum eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Dieses Ziel verfehlt sie seit Anfang 2013.

Kroatien erlässt 60.000 Bürgern die Schulden

In Kroatien werden den rund 60.000 ärmsten Bürgern des Landes ihre Schulden erlassen. Um den sozial schwächeren Teil der Bevölkerung von seinen Schulden zu befreien, hat die kroatische Regierung entsprechende Vereinbarungen mit den Banken, der Steuerbehörde, Telekommunikationsbetreibern und etlichen Staatsunternehmen getroffen. Dem Schuldenschnitt traten auch Städte und Gemeinden bei.

Das von der Regierung Mitte Jänner initiierte Projekt, genannt „Neuer Anfang“, gilt für Sozialhilfeempfänger und Niedrigverdiener, deren Schulden insgesamt nicht mehr als 35.000 Kuna (rund 4.550 Euro) betragen.

Für den Schuldenerlass qualifizieren sich jene Bürger, die kein Vermögen besitzen, mit dem sie ihre Schulden begleichen können, und deren Bankkonten seit mehr als einem Jahr blockiert sind.

Unternehmen, Banken und Kommunen

Dem Projekt schlossen sich bisher neben Staatsunternehmen, darunter der Stromkonzern HEP, die Post und der öffentlich-rechtliche Rundfunk HRT, auch neun Banken sowie alle drei Mobilfunkanbieter an. Die Telekommunikationsunternehmen und Banken werden ihren Kunden die Schulden bis zur Maximalhöhe von 10.000 Kuna (1.300 Euro) erlassen.

Bei der Steuerbehörde und staatlichen Unternehmen werden die Abschreibungen bis zu 25.000 Kuna (3.250 Euro) betragen. Auch die vier größten Städte Zagreb, Rijeka, Split und Osijek sowie kleinere Städte und Gemeinden wollen ihren Bürgern die Schulden für Kommunaldienstleistungen bis zu einer Höhe von 25.000 Kuna (3.250 Euro) erlassen.

320.000 Kroaten haben blockierte Konten

Nach Daten der kroatischen Regierung haben rund 320.000 kroatische Bürger blockierte Konten wegen zu hoher Schulden. Ihre Schulden belaufen sich insgesamt auf 28 Mrd. Kuna (3,64 Mrd. Euro). Die Schulden der rund 60.000 ärmsten Bürger, denen nun ein Schuldenschnitt ermöglich wird, betragen 210 Mio. Kuna (27,3 Mio. Euro).

Russische Notenbank senkt überraschend Leitzins

Die russische Notenbank hat den Leitzins überraschend gesenkt. Der Schlüsselzins für die Versorgung der Banken mit Geld wurde um zwei volle Prozentpunkte auf 15 Prozent gekappt, wie die Zentralbank heute mitteilte. Sie hatte erst Mitte Dezember die Geldpolitik gestrafft.

Niedrige Zinsen sollen Rezession bekämpfen

Die westlichen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise und der Ölpreisverfall haben eine Rekordkapitalflucht aus Russland ausgelöst und die Währung auf Talfahrt geschickt.

Mit der Zinssenkung versucht die Regierung nun, gegen die Rezession im Land anzugehen und damit beispielsweise Kredite günstiger zu machen: Sie erwartet, dass die Wirtschaft bis zur Jahresmitte um 3,2 Prozent schrumpfen wird.

Neue Vignette ab 1. Februar Pflicht

Ab Sonntag muss die neue, azurblaue Jahresmautvignette für Autobahnen und Schnellstraßen auf jeder Windschutzscheibe kleben. Die alte, limettenfarbene Vignette gilt dann nicht mehr. Wer ohne gültige Vignette auf Autobahnen oder Schnellstraßen fährt, riskiert die Zahlung einer Ersatzmaut von 120 Euro. Wer nicht sofort bezahlen kann, dem droht eine Geldstrafe im Ausmaß von 300 bis 3.000 Euro.

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Sport

Fußball: Kampl macht Dortmund Hoffnung

Für Ex-Salzburger Kevin Kampl bietet der Rückrundenstart in der deutschen Bundesliga reichlich Brisanz. Vom mit zwölf Millionen Euro Ablöse teuersten Wintertransfer wird in Dortmund viel erwartet. Zum Auftakt des Abstiegskampfes im Frühjahr trifft der 24-jährige Slowene mit dem BVB morgen ausgerechnet auf Bayer Leverkusen. Für den Werksclub hatte Kampl unter Förderer Jupp Heynckes schon in der Champions-League-Quali gespielt. Und der aktuelle Bayer-Coach Roger Schmidt war bei Red Bull Salzburg Kampls Mentor. In Dortmund gilt der Ex-„Bulle“ jedenfalls als großer Hoffnungsträger.

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Ski alpin: Reichelt für „Tag X“ gerüstet

Hannes Reichelt gilt als Spezialist für nordamerikanische Schneeverhältnisse, was drei Super-G-Siege in Beaver Creek unterstreichen. Die Vorfreude auf die WM und die legendäre Raubvogelpiste „Birds of Prey“ ist beim 34-jährigen Salzburger dementsprechend groß. Dass der vom Allrounder zum reinen Speed-Spezialisten gewordene Reichelt den jüngsten Kitzbühel-Flop verdaut hat, bekräftigte er bei seiner Ankunft in Nordamerika. Die WM-Medaillenhoffnung fühlt sich vielmehr für den „Tag X“ gerüstet.

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Chronik

Gegen Lkw geprallt: Pkw-Lenkerin tot

Auf der Turracher Straße (B95) bei Laboisen in Kärnten ist eine junge Frau heute Früh im Schneetreiben mit ihrem Pkw ins Schleudern geraten. Der Pkw prallte gegen einen Lkw, die Lenkerin starb noch an der Unfallstelle. In ganz Kärnten kam es zu weiteren Unfällen.

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Auch auf den steirischen Straßen sorgt heftiger Schneefall für Probleme: Immer wieder bleiben Lkws hängen; auf zahlreichen Verbindungen sind Ketten für Schwerfahrzeuge Pflicht, aber auch für Pkws empfohlen.

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Tigerfleisch in Moskauer Restaurants erzürnt Tierschützer

Zum Entsetzen von Tierschützern haben Restaurants in Moskau reichen Feinschmeckern Fleisch der vom Aussterben bedrohten Amurtiger und des fernöstlichen Leoparden serviert.

Das Fell der Tiere, Köpfe und 50 Kilogramm Fleisch seien bei einer Inspektion in Restaurantküchen auf dem Markt Sadowod im Südwesten der russischen Hauptstadt beschlagnahmt worden. Das berichtete die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ heute. Die Tiere sind auch durch ein Sonderprogramm von Kreml-Chef Wladimir Putin unter Schutz gestellt.

Herkunft des Fleischs soll ermittelt werden

„Das ist ein ekelhafter Fall“, sagte der Tierschützer Juri Darman von der Organisation World Wild Fund For Nature (WWF) der Agentur Interfax. Durch eine Analyse des Fleisches solle festgestellt werden, ob es sich um Tiere aus Gefangenschaft oder aus der freien Wildbahn handle. Die Jagd auf die geschützten Arten ist illegal.

Ermittler nahmen Medien zufolge in Moskau einen Wilderer fest. Nach Darstellung der Polizei sind Tigerprodukte bei Männern als Potenzmittel beliebt. Ein Kilogramm kostet auf dem Schwarzmarkt rund 100.000 Rubel (1.300 Euro), ein Kopf mehr als das Doppelte. Für ein Tigerfell zahlten Reiche bis zu 700.000 Rubel. Den Angaben zufolge war das Fleisch nicht auf der Speisekarte. Es sei auf besondere Bestellung zubereitet worden.

Gesundheit

Mutierendes Virus gefährdet Ebola-Impfstoff

Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist noch lange nicht besiegt. Forscher haben in Paris laut einem BBC-Bericht herausgefunden, dass das Virus durch Mutationen eine mehrfache Veränderung der biologischen Eigenschaften erlebt hat. „Die potenzielle Gefahr steigt, dass das Virus so noch ansteckender wird“, sagte ein Forscher.

Die Entwicklung des Impfstoffes, der sich in der Testphase befindet, könnte sich damit erschweren. Laut Angaben der UNO haben sich bis heute mehr als 21.000 Menschen mit dem Ebola-Virus infiziert, über 8.800 sind an den Folgen gestorben.

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Song Contest

IT

BMW-Türen konnten per Handy geöffnet werden

Noch bis vor wenigen Wochen hat es eine eklatante Sicherheitslücke in der Software des Autobauers BMW gegeben. Autodiebe hätten per Mobilfunk unter Umständen die Türen von Millionen BMW-Fahrzeugen öffnen können, teilte der deutsche Autoclub ADAC heute in München mit.

Techniker des Clubs seien durch einen Zufall auf das Sicherheitsproblem gestoßen. BMW teilte mit, die Lücke bis zum 31. Jänner bei allen Fahrzeugen geschlossen zu haben.

Auch Mini und Rolls-Royce betroffen

Nach BMW-Angaben betraf die Sicherheitslücke die Connected-Drive-Software, die der Autobauer zur Vernetzung vieler seiner Fahrzeuge verwendet. Laut ADAC hätten geübte Hacker Türen per Handy in Minutenschnelle öffnen können, ohne Spuren zu hinterlassen. Von der Sicherheitslücke betroffen gewesen seien neben der Kernmarke BMW auch Fahrzeuge der BMW-Töchter Mini und Rolls-Royce.

Problem per Softwareaktualisierung behoben

Um keine kriminellen Nachahmer auf den Plan zu rufen, habe der ADAC mit der Veröffentlichung des Problems gewartet, bis BMW eine Lösung dafür gefunden hatte.

Der Autokonzern erklärte, dass der „Zugriff auf fahrrelevante Funktionen“ jederzeit ausgeschlossen gewesen sei. Zur Behebung des Problems sei zudem kein Werkstattaufenthalt nötig. Die Aktualisierung der Software laufe automatisch im Hintergrund, sobald sich das Fahrzeug mit dem BMW-Server verbinde - zum Beispiel dann, wenn das Navigationssystem eingeschaltet würde.

Kultur

Festival in Wien: Popbands lassen Nordlicht strahlen

Bands aus dem hohen Norden Europas gelten als die ganz großen Einflüsterer für vieles, was sich international in Sachen Popkultur tut. Das kommt nicht von ungefähr: Von Island bis Finnland werden junge Musiker intensiv gefördert, beginnend bei der Bandgründung und auch in Sachen internationales Standing. Heute Abend kann man sich in Wien beim „JaJaJa“-Festival davon überzeugen, dass sich diese Förderungen auszahlen. Bands wie Vök aus Island lassen in Wien ein Nordlicht erstrahlen.

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Dirigent Israel Yinon bei Konzert gestorben

Bei einem Konzert in Luzern ist gestern Abend der Dirigent Israel Yinon gestorben. Der 59-Jährige brach während der Vorstellung vor den Augen der Zuhörer zusammen und verstarb trotz sofortiger ärztlicher Hilfe. Das Konzert wurde abgebrochen.

Marc Reinhardt, Kommunikationsleiter der Hochschule Luzern, die das Konzert veranstaltete, bestätigte heute gegenüber der Nachrichtenagentur sda entsprechende Medienberichte.

Das Konzert fand im Rahmen des am Sonntag eröffneten Festivals Szenenwechsel der Musikhochschule Luzern statt. Die Aufführung hätte heute im Mythen-Forum in Schwyz wiederholt werden sollen.

Vergessenen und unbekannten Werke gewidmet

Israel Yinon war ein international tätiger Dirigent. Der Israeli dirigierte verschiedene europäische Orchester wie das Berliner Sinfonie-Orchester und war für zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen verantwortlich.

Yinon machte sich unter anderem einen Namen durch die Entdeckung verschollener Werke aus dem Zweiten Weltkrieg und brachte Opern von unbekannten Komponisten zur Aufführung.

Science

Nanophysikerin lernt "von der Farbe des Schmetterlings“

Die Bionik oder auch Biomimetik beschäftigt sich mit der Nachahmung der Natur. Der Klettverschluss zum Beispiel heißt so, weil er - ganz biomimetisch - Kletten nachempfunden ist. Die österreichische Nanophysikerin Ille Gebeshuber glaubt, dass die Natur auf viele Fragen und Probleme Antworten geben kann. Sie forscht deswegen seit Jahren in Malaysien. Auf regelmäßigen Expeditionen in den malaysischen Regenwald sucht sie Inspiration, wie sie im Interview mit ORF.at erklärt.

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Religion

Medien: Schweizergarde vor dem Aus?

Seit Tagen spekulieren italienische und Schweizer Medien darüber, ob Papst Franziskus die Schweizergarde in ihrer derzeitigen Form abschaffen will - der Posten des Kommandanten ist jedenfalls vakant. Anlass der Spekulationen ist, dass der Papst noch keinen Nachfolger für den bereits im Dezember des Vorjahrs abgesetzten Kommandanten Daniel Anrig ernannt hat. Der Papst empfing Anrig heute zu einem Abschiedsbesuch.

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Nazi-Vergleich: Bischof Laun rechtfertigt sich

Nachdem Aussagen in einem Vortrag des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun heftig kritisiert worden waren, rechtfertigte sich der Bischof nun. Er habe entgegen den Vorwürfen „niemanden mit den Nazis verglichen“, so Laun.

Die Kritik in österreichischen Medien und auch seitens des Minderheitensprechers der Grünen im Parlament, Wolfgang Zinggl, hatte sich an der Zusammenfassung eines bereits im vergangenen November in der deutschen Trappistenabtei Mariawald von Laun gehaltenen Vortrags entzündet.

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Leute

Rapper „Suge“ Knight soll zwei Männer überfahren haben

Rapper und Hip-Hop-Produzent Marion „Suge“ Knight (49) steht im Verdacht, nach einem Streit zwei Männer überfahren zu haben. Ein 55-Jähriger sei dabei gestorben, sagte Polizeisprecher John Corina der „Los Angeles Times“. Der zweite - ein 51-Jähriger - wurde verletzt.

Dem Bericht zufolge geriet Knight gestern bei Dreharbeiten mit den Männern in Streit. Diese seien dann zu einem Burgerrestaurant gegangen. Der Rapper sei ihnen mit seinem Truck gefolgt und stehe im Verdacht, sie auf dem Parkplatz überfahren zu haben, sagte der Polizeisprecher. Ein Mitarbeiter von Knights Anwalt sagte der „Los Angeles Times“, man werde nun die nächsten Schritte diskutieren.

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Der Mitgründer der Plattenfirma Death Row Records saß im Jahr 1992 im Gefängnis, nachdem er gegen Bewährungsauflagen verstoßen und in Las Vegas einen Gangrivalen niedergeschlagen hatte. Im Jahr 2003 landete er wegen einer Schlägerei vor einem Nachtclub in Hollywood abermals für zehn Monate hinter Gittern. Im vergangenen Jahr wurden bei einer Party sechs Schüsse auf ihn abgefeuert.

Conchita Wurst als Stargast bei Sanremo-Festival

Song-Contest-Siegerin Conchita Wurst nimmt als Stargast an dem am 10. Februar beginnenden Schlagerfestival von Sanremo teil. Conchita Wurst werde ein Lied singen, teilte der Moderator des viertägigen Festivals, Carlo Conti, mit.

„Conchita Wurst hat die letzte Ausgabe des Song Contests gewonnen. Zwischen diesem Event und dem Festival von Sanremo sollte es einen direkten Draht geben“, betonte Conti im Interview mit der Tageszeitung „Il Giornale“. Conchita Wurst wird mit Stars wie Charlize Theron, Will Smith, Gianna Nannini und Tiziano Ferro in San Remo auftreten. Verhandlungen mit Andrea Bocelli sind noch im Gange.

In Sanremo wird auch das Comeback des Sängerpaares Al Bano und Romina Power gefeiert. Das Ex-Ehepaar, das in den 1980ern mit Hits wie „Felicita“ und „Sharazan“ bekannt wurde, wird das Festival eröffnen, bei dem es zuletzt 1991 auftrat.