Inland

Griss wäre für Kern „sehr gut“ für Rechnungshof

Für Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) wäre Irmgard Griss eine „sehr gute Kandidatin“ für das demnächst vom Nationalrat zu besetzende Amt des Rechnungshof-Präsidenten. Im Interview mit den Bundesländerzeitungen (Mittwoch-Ausgaben) sagte er, dass mit ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner vereinbart sei, „dass jeder Kandidaten nominiert“.

Wichtig sei „eine gewisse Unabhängigkeit“, sagte er. „Ich glaube, dass wir schlecht beraten wären, wenn wir versuchen, politische Kantonisten durchzusetzen.“ Griss hielte Kern für geeignet. „Für ihre Arbeit rund um die Hypo kann man ihr nur größte Wertschätzung entgegenbringen. Aber ich bin überzeugt, dass uns darüber hinaus noch vier, fünf weitere hervorragende Kandidatinnen einfallen werden.“

Gilt Absage noch?

Allerdings gibt es von Griss bereits eine Absage. ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka hatte der früheren Präsidentin des Obersten Gerichtshofs (OGH), die bei der Bundespräsidentschaftswahl den Einzug in die Stichwahl verpasst hatte, eine Nominierung angeboten. Griss lehnte ab. „Ich bewerbe mich nicht um das Amt“, sagte sie Anfang Mai.

Die Nominierungen für die RH-Präsidentschaft müssen bis 3. Juni feststehen. Jede Nationalratsfraktion kann maximal zwei Kandidaten vorschlagen. Am 8. Juni findet ein öffentliches Hearing statt, tags darauf beschließt der Hauptausschuss des Nationalrats seinen Wahlvorschlag. Vollzogen wird die Wahl dann im Juni-Plenum des Nationalrats. Der oder die Nachfolger(in) von Josef Moser kann das Amt damit am 1. Juli 2016 antreten.

Romano Prodi als Van der Bellens erster „Staatsgast“

Der frühere EU-Kommissionspräsident Romano Prodi ist der erste ausländische Staatsmann, der mit dem gewählten Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen zusammengetroffen ist. Die Begegnung habe heute bei einem Mittagessen in der Wiener Hofburg stattgefunden, an dem auch der scheidende Bundespräsident Heinz Fischer teilgenommen habe, sagte Van der Bellens Büroleiter Lothar Lockl.

Das Treffen habe sich kurzfristig ergeben, weil sich Prodi wegen einer universitären Veranstaltung in Wien aufgehalten habe. „Wir haben gemeinsam ein lockeres Gespräch zu politischen und wirtschaftlichen Europathemen geführt. Natürlich habe ich Van der Bellen meine herzlichsten Glückwünsche für den Wahlerfolg übermittelt“, sagte Prodi laut italienischen Medien.

Lockl äußerte sich zurückhaltend zu ersten internationalen Kontakten Van der Bellens. Er wolle sich aus Respekt gegenüber dem amtierenden Präsidenten bis zu seiner Angelobung am 8. Juli diesbezüglich „sehr zurückhalten“. Es sei auch noch nicht entschieden, wohin Van der Bellen seine erste Reise als Staatsoberhaupt führen werde. Van der Bellen selbst hatte im Wahlkampf gemeint: „Wenn es - wie sagt man im Fußball - narrisch gut läuft, dann ist meine erste Auslandsreise nicht Brüssel, sondern Paris“, nämlich zum Finale der Fußball-EM am 10. Juli.

Einigkeit als neues Regierungscredo

Vor genau einer Woche ist Christian Kern als neuer SPÖ-Kanzler angelobt worden. Heute bestritt er gemeinsam mit Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sein erstes Pressefoyer nach dem Ministerrat. Es stand zum einen unter dem Eindruck der Hofburg-Stichwahl von Sonntag.

Zum anderen präsentierte die Regierungsspitze fünf Themen, die in den kommenden Monaten die Regierungsarbeit bestimmen sollen. Eindrücklicher als die inhaltlichen Punkte war freilich die zur Schau gestellte Einigkeit von Kanzler und Vizekanzler.

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Verdacht auf „Unregelmäßigkeiten“ in Sportministerium

Drei Mitarbeiter der Sektion Sport im Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport sind wegen des Verdachts auf Unregelmäßigkeiten bei einer Projektvergabe vom Dienst suspendiert worden. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft hat gegen den leitenden Beamten und zwei seiner Mitarbeiter Ermittlungen eingeleitet, gab das Ministerium heute bekannt.

Im Zuge einer routinemäßigen Untersuchung hat die interne Revision des Ministeriums in einer Abteilung der Sportsektion Auffälligkeiten bei einer Projektvergabe festgestellt.

Nach Prüfung durch einen Sachverständigen „kann nicht ausgeschlossen werden, dass dabei von einem leitenden Beamten und zwei seiner Mitarbeiter die Sorgfaltspflicht verletzt wurde und es möglicherweise zu unrechtmäßigen Auszahlungen gekommen sein könnte“, gab das Ministerium in einer Pressemitteilung bekannt.

Ausland

Erdogan knüpft Visafrage an Flüchtlingsabkommen

Die Türkei macht die weitere Umsetzung des Flüchtlingsabkommens mit der EU von Fortschritten bei den Verhandlungen über Visafreiheit für ihre Staatsbürger abhängig. Das erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan heute auf dem Gipfel der Vereinten Nationen (UNO) zu humanitären Fragen. Zudem sagte er, die von der EU als Teil des Abkommens zugesagten Gelder seien bisher nicht bezahlt worden.

Das Abkommen verpflichtet die Türkei, die nach Griechenland über die Ägäis kommenden Flüchtlinge zurückzunehmen. Im Gegenzug nimmt die EU direkt syrische Flüchtlinge aus der Türkei auf und zahlt in zwei Schritten bis zu sechs Milliarden Euro für die Versorgung der Flüchtlinge. Weiter wird der Türkei Visafreiheit gewährt, wenn es alle Anforderungen der EU erfüllt. Darunter sind allerdings auch Reformen bei den umstrittenen Anti-Terror-Gesetzen des Landes.

Neben vielen anderen europäischen Politikern hatte zuletzt auch Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel nach einem Gespräch mit Erdogan deutlich gemacht, dass der angestrebte Termin für die Visafreiheit zum 1. Juni wegen ausstehender Reformen bei den Anti-Terror-Gesetzen nicht mehr haltbar ist.

UNO sorgt sich um Zivilisten in Falludscha

Die Vereinten Nationen (UNO) machen sich zunehmend Sorgen über die Lage der irakischen Zivilisten in der umkämpften Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Falludscha. Zwar sei mehr als 80 Familien seit Freitag die Flucht aus der Stadt gelungen, erklärte das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR heute. Allerdings seien Frauen und Kinder bei dem Versuch gestorben, sich vor den Gefechten in Sicherheit zu bringen.

Ein Bewohner gab gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters via Internet an, für eine Flucht sei es zu gefährlich. „An den Ausfahrtswegen lauern überall Heckenschützen.“ Das irakische Militär riet den Bewohnern, die Stadt zu verlassen. In Fallduscha leben Behördenschätzungen zufolge etwa noch 100.000 Zivilisten. Bevor der IS die Kontrolle übernahm, waren es dreimal so viele.

Die Armee hatte gestern eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt gestartet, die zum großen Teil vom IS kontrolliert wird. Experten gehen von mehrwöchigen Gefechten aus. Das Militär gab heute die Eroberung des Dorfes Garma im Osten bekannt. Bewohner von Falludscha berichteten über sporadischen Beschuss von Zielen im Stadtzentrum. Er falle jedoch weniger heftig aus als noch am Vortag.

Türkischer Premier will Staat „sofort“ umbauen

Die neue türkische Regierung will den von Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdogan geforderten Umbau des Landes zu einer Präsidialrepublik unverzüglich einleiten. Die Verfassung müsse widerspiegeln, dass der Präsident vom Volk gewählt werde, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim heute im Parlament bei der Vorstellung seines ersten Kabinetts.

In ihrer jetzigen Form entspreche die Verfassung nicht den Bedürfnissen der Türkei, so Yildirim. Er wies Vorwürfe zurück, Erdogan mische sich in die Regierungsgeschäfte ein. Der enge Vertraute des Präsidenten und ehemalige Verkehrsminister ist seit Sonntag im Amt. Erdogan soll nach Angaben aus seinem Büro morgen die erste Sitzung des neuen Kabinetts leiten.

Auch Europaminister neu

Etwa die Hälfte der Minister behielten ihre Posten, darunter Außenminister Mevlüt Cavusoglu, Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci und Finanzminister Naci Agbal. Allerdings wird der Posten des Europaministers neu besetzt. Dieses Amt erhält der ehemalige Sprecher der regierenden AKP, Ömer Celik.

Erdogan fordert seit Längerem den Umbau der Türkei in ein Präsidialsystem. Bisher fehlte ihm die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit. Das kann sich nun ändern, da das Parlament die Immunität zahlreicher Abgeordneter aufgehoben hat, was Strafverfahren gegen sie möglich macht. Kritiker werfen Erdogan vor, zu viel Macht auf sich vereinigen zu wollen.

Schieder und Lopatka in Israel

Die Klubobmänner von SPÖ und ÖVP, Andreas Schieder und Reinhold Lopatka, haben heute auf Einladung der israelischen Regierung Israel besucht. Anlass war das 60-jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen mit Österreich. Dabei betonten sie die „besondere Verantwortung Österreichs gegen das Vergessen“, wie sie in einer gemeinsamen Aussendung betonten.

Auf dem Programm standen Treffen mit dem Parlamentspräsidenten Juli-Joel Edelstein, mit dem Vorsitzenden der Israelisch-Österreichischen parlamentarischen Freundschaftsgruppe und Ex-Verteidigungsminister Amir Perez (Zionistische Union) sowie dem früheren Justizminister und Friedensunterhändler Jossi Beilin von der linken Oppositionspartei Merez.

Besuch in Jad Vaschem

Bei den Treffen war auch die Bundespräsidentenwahl ein Thema. Die Entwicklungen in Österreich beobachte man in Israel „sehr genau“, sagte Lopatka laut einer ÖVP-Aussendung. Die israelische Regierung pflegt seit Jahren keinen offiziellen Umgang mit FPÖ-Politikern.

Bei der Reise Schieders und Lopatkas war der erste Programmpunkt der Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem, wo die beiden Klubchefs einen Kranz niederlegten. Schieder betonte zu diesem Anlass die besondere Verantwortung Österreichs, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen: „Erinnern heißt, keinen Schlussstrich zu setzen, sondern sich der eigenen Geschichte bewusst zu sein und daraus für die Gegenwart und Zukunft zu lernen.“

Auch Lopatka mahnte den „entschlossenen Kampf gegen das Vergessen“ ein. Dieser müsse „auch 71 Jahre nach dem Ende des NS-Terrors entschlossen weitergeführt werden, damit Verfolgung, Terror und die Gräuel des NS-Regimes nie wieder passieren“, mahnte Lopatka.

Wahl des neuen Taliban-Chefs hat begonnen

Nach der Tötung ihres Anführers Mullah Akhtar Mansour durch eine US-Kampfdrohne wählen die radikalislamischen Taliban einen neuen Anführer. Mindestens 14 Kommandeure und Religionsführer diskutierten schon seit Sonntag über Kandidaten, hieß es heute aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Die Beratungen fänden im Südwesten des Landes in der Provinz Belutschistan statt, erfuhr die dpa.

In die engere Wahl fielen zurzeit sechs Männer: Mansours Stellvertreter für Militärisches, Jalaluddin Haqqani, der Sohn des langjährigen verstorbenen Taliban-Chefs Mullah Omar, Yaqub, sowie Mullah Omars jüngerer Bruder Abdel Manan Akhund, außerdem der Kommandeur und ehemalige Guantanamo-Bay-Insasse Abdel Kayum Saqir, der Mansour-Stellvertreter und Religionsgelehrte Haibatullah Akhundsada sowie der ehemalige Bildungs- und Informationsminister der Taliban, Amir Khan Mottaki.

Es ist das zweite Mal innerhalb eines Jahres, dass die Taliban einen neuen Anführer wählen müssen. Ende Juli 2015 hatte der am Samstag getötete Mansour offiziell vom bereits zwei Jahre zuvor verstorbenen Mullah Omar übernommen. Danach waren blutige interne Machtkämpfe ausgebrochen. Laut einer in der pakistanischen „Express Tribune“ zitierten Taliban-Quelle sollen „die Fehler vom letzten Mal“ diesmal vermieden werden.

Wirtschaft

Kranhersteller Palfinger kauft Harding-Gruppe

Der börsennotierte Kranhersteller Palfinger will die norwegische Herkules Harding Holding AS und damit die Harding Gruppe zu 100 Prozent übernehmen. Das wäre der größte Zukauf des österreichischen Unternehmens bisher. Harding ist einer der führenden Anbieter von Rettungsausrüstung und Lifecycle-Services für maritime Einrichtungen und Schiffe, teilte Palfinger heute Abend mit.

Verkäufer ist der norwegische Private-Equity-Fonds Herkules. Palfinger hofft, mit dem Deal seinen Marinebereich um neue Produkte und ein weltweites Servicenetzwerk zu erweitern. Das Signing ist „für die nächsten Wochen“ geplant. Auch müssen die zuständigen Behörden noch zustimmen. Harding hat sein Headquarter in Seimsfoss in Norwegen und ist mit seinem Servicenetzwerk in 16 Ländern vertreten. Harding erzielt rund die Hälfte des Umsatzes mit Lifecycle-Services.

Mit rund 800 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im Jahr 2015 einen Umsatz von rund 140 Mio. Euro. Palfinger würde seinen Marinebereich nahezu verdoppeln und mit dann über 300 Mio. Euro deutlich mehr als 20 Prozent des Konzernumsatzes in diesem Segment machen. „Mit Harding käme Palfinger seinem strategischen Ziel, ein integrierter Marine-Deckausrüster mit weltweiten Servicestandorten zu sein, einen großen Schritt näher“, so die Unternehmensaussendung.

EU genehmigt Biergiganten-Fusion unter Auflagen

Die EU-Wettbewerbshüter haben die bisher größte Fusion auf dem Biermarkt zwischen Branchenprimus Anheuser-Busch Inbev und dem Rivalen SABMiller unter Auflagen genehmigt.

AB InBev müsse nahezu das gesamte europäische Biergeschäft von SABMiller verkaufen, teilte die EU-Kommission heute in Brüssel mit. Damit werde sichergestellt, dass Verbraucher in Europa durch die rund 100 Milliarden Euro schwere Übernahme keine Nachteile erlitten.

Die beiden Brauereikonzerne führen etwa Marken wie Budweiser und Beck’s (AB Inbev) oder Miller und Foster’s (SABMiller).

Monsanto lehnt Milliarden-Übernahmeangebot von Bayer ab

Der US-Agrarchemiekonzern Monsanto lehnt das Übernahmeangebot von Bayer in Höhe von umgerechnet 55 Milliarden Euro ab. Die Offerte sei zu niedrig, teilte Monsanto heute Abend offiziell mit, nachdem Gerüchte über die Absage zuvor bereits die Runde gemacht hatten.

Unter Berufung auf Insider hatte es zuvor von Monsantos Seite geheißen, es bestehe zwar eine „industrielle Logik“ in einem Zusammenschluss mit den Leverkusenern, und der Deal würde auch kartellrechtliche Hürden nehmen. Man verdiene aber mehr als die 122 Dollar je Aktie, die Bayer biete.

Das Management von Monsanto habe sich einstimmig zur Ablehnung des Angebots entschieden, sei aber offen für konstruktive Gespräche, hieß es am Abend von dem wegen seines Gensaatgutes und des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat umstrittenen Saatgutkonzern.

Sport

Formel 1: Mercedes nimmt Fahrer in die Pflicht

Der Grand Prix von Monaco am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF eins) ist einer der absoluten Höhepunkte im Formel-1-Jahr. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hat seinen Fahrern für den Klassiker im Fürstentum daher schon klare Richtlinien vorgegeben: Einen Crash wie zuletzt in Barcelona dürfen sich Nico Rosberg und Lewis Hamilton kein zweites Mal erlauben. Doch die letzten Jahre haben gezeigt, dass es bei Mercedes durchaus auch in Monte Carlo zu Konflikten kommen kann.

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Fußball: „Bitterer Abend“ für Burgstaller und Co.

Guido Burgstaller hat mit dem 1. FC Nürnberg den Sprung in die deutsche Bundesliga verpasst. Das 0:1 im Rückspiel der Relegation gestern daheim gegen Eintracht Frankfurt sorgte bei den weiter zweitklassigen Franken für lange Gesichter. Burgstaller sprach von einem „richtig bitteren Abend“. Wie es bei dem Kärntner Stürmer und dem „Club“ nun weitergeht, ist derzeit noch offen.

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Chronik

Ermittler vermuten Explosion bei EgyptAir-Flug

Die geborgenen Körperteile von Insassen der abgestürzten EgyptAir-Maschine deuten laut Quellen innerhalb der Untersuchungskommission auf eine Explosion an Bord hin. Das ging aus den ersten forensischen Untersuchungen hervor, wie es heute aus Kreisen der ägyptischen Untersuchungskommission zur Absturzursache hieß. Der Kommissionsleiter betonte allerdings, dass das keine offiziellen Schlussfolgerungen der Kommission seien.

Laut den Angaben wurden bisher nur kleine Körperteile gefunden, die keine vom Aufprall auf das Wasser oder später verursachten Verletzungen aufweisen. Das deute darauf hin, dass das Flugzeug in der Luft auseinandergerissen sei, erklärten Quellen in der Untersuchungskommission.

„Zwangsläufig Explosion“ bei Absturz

Dass es offenbar eine Explosion an Bord gegeben habe, deute noch nicht auf einen Anschlag hin, wurde betont: „Weder auf Trümmern noch auf Gliedmaßen wurden bisher Sprengstoffspuren entdeckt“, sagte ein mit dem Fall befasster Experte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

„Bei einem abstürzenden Flugzeug gibt es zwangsläufig irgendwann eine Explosion“, sagte ein zweiter Experte, „entweder in der Luft, wegen einer Explosion infolge eines Schadens oder eines Verbrechens oder wenn das Flugzeug auf das Meer aufschlägt nach einem Absturz aus elf Kilometer Höhe.“ In allen Fällen werde der Rumpf in Stücke gerissen. „Das bringt die Ermittlungen nicht voran - solange es keine Sprengstoffspuren gibt.“

Schwierige Suche nach Spuren

Der Flug MS804 mit 66 Personen an Bord war Donnerstagfrüh auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem Mittelmeer abgestürzt. Die Absturzursache ist bisher unklar. Flugschreiber und Stimmenrekorder wurden bisher nicht gefunden. Das ägyptische Militär sucht unter anderem mit Unterstützung Frankreichs weiterhin vor der Küste Ägyptens nach Wrackteilen.

Die Suche sei schwierig, da das Suchgebiet mehr als 74 Quadratkilometer groß und an manchen Stellen bis zu 3.000 Meter tief sei, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Medien

„Krone“ mit unterschiedlichen Van-der-Bellen-Covers

„Halber Präsident“ und „grüner Präsident“ - mit zwei verschiedenen Titelseiten hat die „Kronen Zeitung“ heute über die Wahl von Alexander Van der Bellen zum neuen Bundespräsidenten berichtet.

Während die größte österreichische Tageszeitung, die Van der Bellen im Wahlkampf kritisch gegenüberstand, in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark und Kärnten mit der Schlagzeile „Der halbe Präsident“ und einem verfremdeten Porträtfoto, das Van der Bellen halb im Licht und halb im Dunkeln zeigte, aufmachte, zierte die „Krone“-Ausgaben in Tirol und Vorarlberg unter der Schlagzeile „Der grüne Präsident“ dasselbe Foto ohne Schatten.

Krone Cover zeigt Alexander van der Bellen

APA

In Vorarlberg und Tirol lag Van der Bellen bei der Wahl vor Hofer.

Seine regional-bipolare Seite zeigte das Massenblatt etwa schon in den 1990er Jahren in einer legendären Kampagne zum Semmering-Basistunnel. Die Ausgaben in Wien und in Niederösterreich schrieben damals scharf gegen das Bauvorhaben an, die regionale Mutation jenseits des Semmerings in der Steiermark berichtete fleißig für den Bau.

Onlinewerbung überholte 2015 in Europa erstmals TV

Onlinewerbung ist nach wie vor auf dem Vormarsch: Die Ausgaben stiegen in Europa im vergangenen Jahr um 13,1 Prozent und kletterten auf 36,2 Mrd. Euro. In den letzten zehn Jahren wuchs das Volumen um 30 Mrd. Euro, immer mehr Firmen buhlen via Internet um ihre Kunden.

Im Vorjahr wurde Fernsehwerbung erstmals auf die Plätze verwiesen, so eine aktuellen Studie von IAB Europe. Demnach legte der Onlinewerbemarkt in Österreich 2015 um 12,8 Prozent zu.

Erstmals seit Erhebungsbeginn wurde für Onlinewerbung in Europa mehr ausgegeben als für Fernsehschaltungen, die mit 33,3 Mrd. Euro auf Platz zwei liegen. Print musste leichte Verluste hinnehmen und rangiert mit 25,5 Mrd. Euro nur noch auf Platz drei. Danach folgen Außenwerbung (7,5 Mrd. Euro), Radio (5,2 Mrd. Euro) und Kinowerbung (0,7 Mrd. Euro).

IT

Twitter bald mit „echten“ 140 Zeichen pro Tweet

Twitter-Nutzer werden künftig die 140 Zeichen einer Kurznachricht komplett für ihre Texte zur Verfügung haben. Erwähnte Nutzernamen sowie angehängte Weblinks und Bilder sollen nicht mehr einberechnet werden, kündigte Twitter heute an und bestätigte damit Medienberichte von vergangener Woche. Bisher drückten allein Bilder und Links die mögliche Länge eines Tweets um gut 20 Zeichen.

Die Beschränkung auf 140 Zeichen stammt aus der ersten Twitter-Version, damals lief der Dienst noch auf SMS-Basis, und es war eine technische Beschränkung. Später wurde sie zum Twitter-Markenzeichen. Mitgründer und Chef Jack Dorsey räumte zwar ein, dass einige Nutzer gern längere Nachrichten absetzen würden, proklamierte aber schließlich: „Die 140 Zeichen bleiben.“

Erst in „einigen Monaten“

Die neue Regelung solle in einigen Monaten greifen, erklärte Twitter ohne einen konkreten Termin. „Wir wollen die Softwareentwickler frühzeitig informieren“, sagte Deutschland-Chef Thomas de Buhr. „Jetzt geht es darum, bei den 140 Zeichen zu bleiben, sie aber komplett für die Kommunikation zur Verfügung zu stellen.“

Weitere Schritte seien nicht ausgeschlossen, hieß es vonseiten der IT-Firma. Man teste „sehr viel“ und entwickle „Twitter kontinuierlich in kleinen Schritten weiter“. Twitter macht ein nur noch langsames Wachstum der Nutzerzahlen zu schaffen, die Aktie steckt deswegen im Keller fest.

Steuerrazzia bei Google in Paris

Französische Ermittler haben wegen des Verdachts auf Steuerbetrug Büros des US-Internetkonzerns Google in Paris durchsucht. Das Vorermittlungsverfahren sei bereits im vergangenen Juni infolge einer Klage der französischen Finanzverwaltung eröffnet worden, teilte die nationale Finanzstaatsanwaltschaft heute mit.

An der Durchsuchung waren laut den Angaben Finanzermittler der Polizei und 25 Informatikexperten beteiligt gewesen. Es gehe darum zu klären, ob Google Ireland Ltd. eine feste Niederlassung in Frankreich hat und ob das Unternehmen gegen Steuervorschriften verstoßen habe, indem es einen Teil seiner Aktivitäten in Frankreich nicht dort angegeben habe.

Google erklärte, man halte sich in allen Ländern, in denen man tätig sei, an die örtlichen Steuergesetze. Die Behörden in Paris hätten Googles „volle Kooperation“ und Unterstützung „dabei, ihre Fragen zu beantworten“. Die Finanzstaatsanwaltschaft erinnerte an die Unschuldsvermutung.

Kultur

„Fallen Angels“: Bob Dylan zum 75er als Frohnatur

Heute feiert Musikerlegende Bob Dylan seinen 75. Geburtstag. Bereits letzte Woche erschien sein 37. Studioalbum, „Fallen Angels“. Darauf covert Dylan einmal mehr Evergreens aus dem Great American Songbook. Damit setzt er ein Projekt fort, das er letztes Jahr mit dem Album „Shadows in the Night“ begonnen hat, als er sich auf den Weg machte, die amerikanische Musikgeschichte auf den Spuren seines Idols Frank Sinatra zu durchqueren.

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Science

Lifestyle

Neuer Trend: „Stimmbrutzeln“

Nicht nur Kim Kardashian, Miley Cyrus und andere US-Promis zeigen vor, wie es geht: Junge amerikanische Frauen setzen zunehmend auf eine Stimmtechnik namens „vocal fry“, zu Deutsch etwa: „Stimmbrutzeln“. Der Klang, der Krächzen schon ziemlich nahekommt und sich auch außerhalb der USA immer mehr als Trend unter als schick gelten wollenden Mädchen und Frauen etabliert, beschäftigt nun auch die Wissenschaft.

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Leute

Gericht: Prozess gegen Bill Cosby soll eröffnet werden

US-Entertainer Bill Cosby (78) muss sich wegen der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs vor Gericht verantworten. Es gebe genügend Beweise, entschied Richterin Elizabeth McHugh heute bei einer vorbereitenden Anhörung in einem Gericht in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania.

Cosby erschien erstmals seit Bekanntwerden der Vorwürfe öffentlich vor Gericht, äußerte sich aber bisher nicht zu den Anschuldigungen. Im Falle einer Verurteilung drohen Cosby bis zu zehn Jahren Haft.

Der Entertainer, der in den 80er Jahren mit der „Bill Cosby Show“ weltbekannt geworden war, soll einer früheren Universitätsangestellten 2004 Tabletten verabreicht und sie dann in seinem Haus sexuell belästigt haben. Die heute 43 Jahre alte Frau erschien nicht zur Anhörung.