Hofburg-Wahl

Farage: Austrittsreferendum nach Hofer-Sieg

Der „Brexit“-Wortführer und Ex-UKIP-Chef Nigel Farage rechnet mit einem EU-Austrittsreferendum in Österreich nach einem Wahlsieg von FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer. „Hofer wird verlangen, dass Österreich ein Referendum über seine Mitgliedschaft in der Europäischen Union abhält“, sagte Farage laut der Zeitung „Washington Examiner“ dem TV-Sender Fox News gestern (Ortszeit).

Nigel Farage

APA/AFP/Ben Stensall

„Ich würde mein Geld darauf setzen, dass Hofer von der FPÖ diese Wahl gewinnt“, sagte der britische Rechtspopulist dem Fox-News-Moderator Sean Hannity. Farage erläuterte den US-Fernsehzuschauern, dass der österreichische Bundespräsident zwar „nicht sehr viele exekutive Befugnisse hat, aber trotzdem sehr wichtig ist“.

„Politische Revolution“

Österreich werde morgen nach Großbritannien und den USA das nächste westliche Land sein, dessen Bürger gegen die Regierung aufbegehren, betonte Farage. Er spielte damit auf das britische Votum für einen EU-Austritt im Juni und den Sieg des Rechtspopulisten Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl im November an.

„Ich sehe 2016 als Jahr einer politischen Revolution. Zwei Revolutionen, eine im Vereinigten Königreich, eine in den USA. Es geht um die nationalstaatliche Demokratie, das Wiedererlangen der Kontrolle über unser Leben und unsere künftige Ausrichtung.“

FPÖ weist Farage-Aussagen zurück

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl wies die Aussagen von Farage zurück. „Wir stehen für eine Weiterentwicklung der EU in eine positive Zukunft inklusive mehr Bürgernähe“, betonte Kickl in einer Aussendung.

„Der Brexit-Propagandist Nigel Farage bestätigt heute das, was Hofer und (FPÖ-Chef Heinz-Christian) Strache bereits angekündigt haben, nämlich eine Volksabstimmung über den Öxit, den Austritt der EU“, teilte unterdessen Lothar Lockl, Obmann des Vereins Gemeinsam für Van der Bellen, per Aussendung mit.

Viele ORF-Zusatzangebote am Wahlsonntag

Hochrechnungen, Ergebnisse, Interviews und Analysen - mit den ORF-Angeboten und Sonderservices von ORF.at soll der Ausgang der wiederholten Präsidentschaftsstichwahl noch übersichtlicher werden. Um die Stichwahl live mitverfolgen zu könne, um die Orientierung über den Wahlausgang zu erleichtern und neue Perspektiven zu eröffnen, bietet ORF.at einige Zusatzservices.

In all seinen Medien hat der ORF am Sonntag einen großen Wahlschwerpunkt. Die „Wahl ’16“-Liveberichterstattung in ORF2 beginnt um 16.30 Uhr und geht bis 22.50 Uhr. ORF eins blickt bereits am Nachmittag und im Verbund mit news.ORF.at/beingpresident mit einem Facebook-Livestream hinter die Kulissen des Wahltages und in die Zentralen der beiden Teams. Alle Radiosender und auch der Teletext werden Wahlspecials präsentieren - mehr dazu in tv.ORF.at.

Die Inhalte der Wahlsite sind auch in der ORF.at-Wahlapp verfügbar, die kostenlos für iOS und Android heruntergeladen werden kann.

Der Wahlsonntag in ORF.at

ORF.at baut seine Wahltagsberichterstattung auf fünf Säulen auf:

  • einem Liveticker ab 16.40 Uhr mit dem aktuellen ORF2-TV-Stream und zahlreichen Bild-, Video- und Social-Elementen
  • dem umfangreichen Ergebnisteil mit Hochrechnungen und den vorliegenden Urnenwahlergebnissen nach Einlangen bis auf Gemeindeebene, dazu zahlreichen Analysekarten
  • einem Blick hinter die Kulissen des Wahltages und -abends über news.ORF.at/beingpresident im Verbund mit ORF eins Info
  • einem ORF.at-Chatbot zur Wahl
  • und der großen Wahldebatte in debatte.ORF.at

So funktioniert der ORF.at-Wahlbot

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Ausland

Rechtsstreit über „Brexit“-Votum in heißer Phase

Die juristische Auseinandersetzung in Großbritannien über den geplanten Austritt des Landes aus der EU geht in eine entscheidende Phase. In der kommenden Woche verhandelt der Oberste Gerichtshof des Landes darüber, ob das Parlament dem „Brexit“ zustimmen muss. Das Urteil wird im Jänner erwartet.

Ein Londoner Gericht hatte Anfang November entschieden, dass Premierministerin Theresa May die Entscheidung mit einer solch historischer Tragweite nicht über die Köpfe des Parlaments hinweg treffen darf und damit die „Brexit“-Pläne ins Wanken gebracht. Die Regierung hat das Urteil angefochten. Falls May erneut verliert, könnte das Parlament den „Brexit“ möglicherweise noch verhindern, was aber als unwahrscheinlich gilt.

May will Parlament nicht einbinden

Sollte der Supreme Court May Recht geben, kann sie wie angekündigt den Antrag bei der EU für den Austritt des Landes bis Ende März 2017 stellen. Danach beginnt dann der zweijährige Austrittsprozess. May lehnt es ab, nach dem Anti-EU-Votum der Bevölkerung von Ende Juni die Parlamentarier über den Ausstieg abstimmen zu lassen.

Die Austrittsgegner argumentieren in dem brisanten Verfassungsstreit aber, dass ein EU-Austritt mit so schwerwiegenden Folgen verbunden sei, dass die Zustimmung der Parlamentarier erforderlich sei. Die Mehrheit der Abgeordneten hatte sich bei der Abstimmung für einen Verbleib ausgesprochen.

Anhörung dauert vier Tage

Für die Anhörung vor dem Supreme Court sind vier Tage angesetzt. Erstmals sind alle elf Richter beteiligt. Neben den Beschwerdeführern um die Fondsmanagerin Gina Miller sollen kommende Woche auch weitere Parteien ihre Argumente vorbringen können. Dazu gehört auch die schottische Regierung, die sich einem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU widersetzt und schon nach Wegen für einen Verbleib Schottlands in der EU sucht.

Präsidentenwahl in Ex-Sowjetrepublik Usbekistan

Die autoritär regierte Ex-Sowjetrepublik Usbekistan in Zentralasien wählt morgen einen neuen Präsidenten. Rund 21 Millionen Bürger sind aufgerufen, den Nachfolger des Anfang September gestorbenen Langzeitherrschers Islam Karimow zu bestimmen.

Als klarer Favorit gilt Regierungschef Schawkat Mirsijajew. Der 59-Jährige will den Kurs von Karimow fortsetzen, der das muslimisch geprägte Land seit der Unabhängigkeit 1991 mit harter Hand regiert hatte.

F: Molotowcocktail auf Polizisten - Bursch angeklagt

Im Zusammenhang mit einem Brandanschlag auf Polizisten ist in Frankreich ein Jugendlicher inhaftiert und angeklagt worden. Dem 17-Jährigen werde „Mittäterschaft im Zusammenhang mit versuchtem Mord an Amtspersonen“ vorgeworfen, sagte heute der Staatsanwalt von Evry, Eric Lallement.

Er werde verdächtigt, sich an der Herstellung von Molotowcocktails beteiligt zu haben, mit denen Anfang Oktober eine Gruppe von Polizisten angegriffen worden war.

Am 8. Oktober hatte eine Gruppe von etwa 15 vermummten Jugendlichen im Pariser Vorort Viry-Chatillon zwei Polizeiautos mit selbst hergestellten Brandbomben angegriffen. Dabei wurden vier Polizisten verletzt, zwei von ihnen erlitten schwere Brandverletzungen. Einer von ihnen wird nach Polizeiangaben immer noch im Krankenhaus behandelt.

Polen: Rassisten griffen ausländische Studenten an

Eine Gruppe ausländischer Studenten ist in einer polnischen Straßenbahn rassistisch beschimpft und geschlagen worden. Der TV-Sender TVN24 veröffentlichte heute Handy-Aufnahmen von Zeugen, die sich schon am Donnerstagabend in der Stadt Bydgoszcz abgespielt hatte.

Wie Polizei und Augenzeugen dem Sender berichteten, handelte es sich bei den Opfern um einen Bulgaren und fünf Türken, darunter zwei Frauen. Die Studierenden wurden von einer Gruppe offensichtlich betrunkener Einheimischer zunächst mit derben Schimpfworten und dem Satz „Das ist nicht euer Land!“ aufgefordert, die Straßenbahn zu verlassen.

Zwei Personen festgenommen

Als sie in einen anderen Straßenbahnteil flüchteten, eilten ihnen die Angreifer nach und begannen, auf sie einzuschlagen. Polizisten nahmen zwei 26-jährige und einen 32-jährigen Einheimischen fest.

In Polen war es zuletzt wiederholt zu fremdenfeindlichen Angriffen in der Öffentlichkeit gekommen. Im September hatte für internationales Aufsehen gesorgt, dass ein polnischer Professor in einer Warschauer Straßenbahn attackiert und verletzt wurde, weil er Deutsch sprach.

Fidel Castros Urne wird beigesetzt

Zum Abschluss der neuntägigen Staatstrauer in Kuba wird die Urne mit der Asche des im Alter von 90 Jahren gestorbenen früheren Staatschefs Fidel Castro morgen beigesetzt. Er wird auf dem Friedhof Santa Ifigenia in Santiago de Cuba seine letzte Ruhe finden.

In den vergangenen Tagen hatte der am Revolutionsplatz in Havanna gestartete Trauerkonvoi zahlreiche Städte des sozialistischen Karibikstaates passiert. Hunderttausende Menschen gingen dafür auf die Straße. Für die Zeit gab es ein Alkoholverbot; Konzerte und Sportveranstaltungen wurden abgesagt.

Bis 2006 an der Macht

Der Trauerzug nahm den umgekehrten Weg der „Karawane der Freiheit“. Im Januar 1959 zogen die siegreichen Rebellen unter Castros Führung in einem Triumphzug von Santiago nach Havanna. Fidel Castro war am 25. November gestorben.

Castro hatte bis zur Machtübergabe an seinen Bruder Raul 2006 das Land mit eiserner Hand rund 47 Jahre lang regiert. Raul Castro leitete einen vorsichtigen Öffnungskurs ein und erlaubte auch etwas privates Unternehmertum.

Inland

AMS-Chef Kopf fordert mehr Mobilität bei der Arbeitssuche

Die Ausbildung entscheidet über die Jobchancen. Aber auch mehr Mobilität der Österreicher würde helfen, die Arbeitslosigkeit zu senken, erklärte AMS-Chef Johannes Kopf im Ö1-Mittagsjournal. Köche und Kellner werden in den westlichen Tourismusregionen händeringend gesucht, in Wien sind viele von ihnen arbeitslos. Aber „es ist nicht einfach, Leute aus Wien, aus der Stadt, nach Tirol zu bringen“.

Zumutbar sei dies, falls es bei der Arbeitsstelle eine Unterkunft gebe und der Betroffene keine Betreuungspflichten habe, versicherte Kopf. Dennoch ist auch eine Überarbeitung der Zumutbarkeitsbestimmungen für ihn kein Tabu: „Wir werden uns das Thema sicherlich jetzt noch einmal intensiv anschauen.“

Kopf für Harmonisierung der Mindestsicherung

Der AMS-Chef betonte die Harmonisierung der Mindestsicherung in den Bundesländern als wichtige Voraussetzung für die Jobvermittlung. Denn Kopf geht davon aus, dass nächstes Jahr deutlich mehr Menschen in Österreich Asyl erhalten und sich dann arbeitslos melden werden.

Um diese Menschen in Jobs zu bringen, wäre es sehr wichtig, sie überregional vermitteln zu können, insbesondere auch als Lehrlinge. Wenn aber ein Betroffener in Wien 800 Euro bekommt, „wenn er nichts tut“, in Oberösterreich aber nur 570 Euro Lehrlingsentschädigung, „dann werden uns die Argumente fehlen, warum das jemand tun soll“.

SPÖ-Parteiprogramm könnte erneut verschoben werden

Das neue Parteiprogramm der SPÖ könnte noch später beschlossen werden als zuletzt angenommen. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler kann sich in der „Tiroler Tageszeitung“ („TT“, Samstag-Ausgabe) vorstellen, statt im Mai 2017 erst im Jahr 2018 einen Parteitag darüber abzuhalten.

„Noch zu weich formuliert“

„Ich kann hier noch nicht versprechen, ob es tatsächlich bereits bei unserem Parteitag im Mai zu einem Beschluss kommt. (SPÖ-Parteichef, Anm.) Christian Kern und auch mir ist der bisherige Entwurf noch zu weich formuliert. Vielleicht wird es zum Parteiprogramm einen eigenen Parteitag im Jahre 2018 geben“, wird Niedermühlbichler in der „TT“ zitiert.

Der innerparteiliche Programmprozess war bereits mehrmals gebremst worden, zuletzt durch den Wechsel an der Parteispitze. Gestartet wurde das Reformvorhaben noch von Kerns Vorgänger Werner Faymann. Es geht auch um die Frage, nach welchen Kriterien man künftig Koalitionspartner auswählen will.

Sport

Fußball: Last-Minute-Ausgleich für Real in Barcelona

Sergio Ramos hat Real heute mit einem Kopfballtor in der 90. Minute vor einer Niederlage im „Clasico“ bewahrt. Beim Erzrivalen und Titelverteidiger FC Barcelona waren die Madrilenen in der zweiten Hälfte bis ins Finish einem Rückstand nachgelaufen, weil Luis Suarez zuvor für die Katalanen getroffen hatte. Der Last-Minute-Ausgleich bedeutete für Tabellenführer Real, dass der Vorsprung auf Barca nun weiter sechs Punkte beträgt.

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Skispringen: ÖSV-Adler segeln auf dritten Platz

Die ÖSV-Adler haben beim Weltcup-Team-Springen in Klingenthal heute den dritten Platz belegt. Michael Hayböck, Stefan Kraft, Andreas Kofler und Manuel Fettner mussten sich dabei nur Polen und Deutschland geschlagen geben.

Die Österreicher lagen dabei bis zum letzten Springer sogar auf Rang zwei hinter den überragenden Polen. Nach einem verpatzten Flug von Fettner zog die DSV-Auswahl mit dem letzten Angriff dann aber doch noch vorbei.

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Biathlon: Nächster Topplatz für Hauser

Lisa Theresa Hauser hat auch heute beim Biathlon-Weltcup in Östersund ihre aktuelle Topform unterstrichen und mit Rang fünf ihre bisher beste Weltcup-Platzierung erzielt. Die 22-jährige Tirolerin überzeugte im Sprintbewerb über 7,5 km wieder mit einer fehlerlosen Schießleistung. Auch im Gesamtweltcup ist Hauser mit ihren konstant starken Auftritten bereits unter die Top Drei vorgerückt.

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Football Leaks: Beraterfirma stellt sich hinter Ronaldo

Die Fußballberaterfirma Gestifute hat die Steuervermeidungsvorwürfe gegen Real-Madrid-Superstar Cristiano Ronaldo und Manchester-United-Trainer Jose Mourinho zurückgewiesen. „Sowohl Cristiano Ronaldo als auch Jose Mourinho sind ihren steuerlichen Pflichten bei den spanischen bzw. britischen Steuerbehörden voll und ganz nachgekommen“, hieß es heute in einer Erklärung.

Beide hätten sich nie eines Steuervergehens schuldig gemacht. Gestifute drohte deshalb rechtliche Schritte an: „Jede Unterstellung oder Anschuldigung gegen Cristiano Ronaldo oder Jose Mourinho bezüglich der Begehung von Steuerdelikten wird den Justizbehörden gemeldet und verfolgt werden.“

Riesiger Datensatz ausgewertet

Mehrere europäische Medien des Recherchenetzwerks EIC, darunter die österreichische Wochenzeitung „Falter“, haben 18,6 Millionen Dokumente zu Geldgeschäften im europäischen Fußball ausgewertet.

Der riesige Datensatz von insgesamt 1,9 Terabyte, der von der Enthüllungsplattform Football Leaks zur Verfügung gestellt wurde, soll auch Originalverträge von Spielern und Betreuern samt geheimer Nebenabsprachen und Dokumente über mutmaßliche Steuervermeidung beinhalten. Dabei wurden auch die Namen von Portugals Europameister Ronaldo und seinem Landsmann Mourinho genannt.

Wirtschaft

Obama-Veto gegen Aixtron-Übernahme durch Chinesen

US-Präsident Barack Obama hat bei der geplanten Übernahme des deutschen Spezialmaschinenbauers Aixtron durch chinesische Investoren ein Veto eingelegt. Er untersagte den Erwerb des US-Geschäfts von Aixtron. Grund seien „Risiken für die nationale Sicherheit“ der USA, teilte die US-Regierung gestern mit. Vorausgegangen war eine Empfehlung der US-Behörde für Auslandsinvestitionen (CFIUS).

Hintergrund für das US-Veto sind Befürchtungen, dass Aixtron-Produkte auch militärisch genutzt werden könnten. Es ist erst das dritte Mal seit 1990, dass ein US-Präsident eine Firmenübernahme durch einen ausländischen Investor wegen Sicherheitsbedenken verhindert.

Offen ist allerdings, welche Folgen das Veto Obamas für die Übernahme insgesamt hat. Aixtron gab bekannt, die Verfügung Obamas beschränke sich auf das US-Geschäft von Aixtron und untersage nicht den Erwerb von Aixtron-Aktien durch den chinesischen Investor.

670-Millionen-Offert

Das chinesische Konsortium Grand Chip Investment (GCI), hinter dem staatlich kontrollierte Fonds stecken, hatte im Mai eine Übernahmeofferte über 670 Millionen Euro vorgelegt. Die chinesische Seite hatte wiederholt für die Übernahme geworben. Diese sei ein normaler Zusammenschluss von Firmen und habe rein wirtschaftliche Motive, hieß es.

Aixtron stellt mit seinen gut 700 Beschäftigten Maschinen für die Chipindustrie her und steckt seit Langem wegen einer schwachen Auftragslage in der Krise.

Griechischer Fährenstreik um 48 Stunden verlängert

In der Ägäis wird es bis Dienstagfrüh keinen Fährverkehr geben. Die Gewerkschaft der Seeleute hat am Samstag beschlossen, ihren seit gestern andauernden 48-stündigen Streik morgen und am Montag fortzusetzen. Ursprünglich sollte der Streik morgen in der Früh enden.

Wie die Gewerkschaft der Seeleute (PNO) heute mitteilte, will sie damit Widerstand gegen harte Sparmaßnahmen der Regierung von Alexis Tsipras leisten. Fähren sollen wieder ab 6.00 Uhr Ortszeit (5.00 MEZ) am Dienstag ablegen.

Inseln, die keinen Flughafen haben, bleiben damit für weitere 48 Stunden praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Die Seeleute protestierten laut PNO gegen Pensionskürzungen und die in ihrer Branche weit verbreitete Kurz- und Schwarzarbeit.

Studie: Globale Nahrungsversorgung ungewiss

Die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers sieht in einer Studie die Versorgung mit Lebensmitteln in der Zukunft als ungewiss an. 2050 könnte es sowohl ausreichend Nahrung für die prognostizierten neun Milliarden Menschen geben als auch Knappheit und Preisanstieg herrschen. Das Beratungsunternehmen sieht die wichtigen Weichenstellungen für die künftige Versorgung mit Nahrung jetzt - und promotet dabei die heftig umstrittene Gensaat.

Doch gibt es noch zahlreiche weitere Unwägbarkeiten. Sollte etwa Indien auf westliche Ernährungsgewohnheiten umsteigen, würden rund 700 Millionen Legehennen mehr benötigt.

Mehr dazu in Heißes Eisen Genveränderung

Chronik

Brand bei Party in USA: Opferzahl könnte weiter steigen

Nach dem Brand, der während einer Raveparty im kalifornischen Oakland ausgebrochen war, stellen sich die Behörden auf einen weiteren Anstieg der Opferzahlen ein. Neun Tote sind bestätigt, die Feuerwehr rechnet damit, dass bei dem Feuer in dem Lagerhaus bis zu 40 Menschen ums Leben kamen. 25 Personen werden noch vermisst - ob sie sich tatsächlich im Gebäude aufhielten, war unklar.

Laut Feuerwehr brach der Brand gestern kurz vor Mitternacht aus.

Einsatzkräfte brachten ihn in den frühen Morgenstunden unter Kontrolle. Von der Feuerwehr in der Nacht veröffentlichte Videoaufnahmen zeigten meterhohe Flammen, die aus dem Dach und den großen Fenstern schlugen, sowie große Rauchwolken über dem Lagerhaus.

Die meisten Toten seien in der oberen Etage des zweistöckigen Lagerhauses gefunden worden, das von einer Künstlergruppe genutzt worden sei, sagte Einsatzleiterin Teresa Deloach-Reed vor Journalisten. „Das Feuer muss sich sehr schnell ausgebreitet haben.“

Kein markierten Ein- und Ausgänge ??

Noch sei unklar, wo genau das Feuer ausgebrochen sei. Es habe keine klar markierten Ein- oder Ausgänge gegeben. Eine selbstgebaute Treppe aus Paletten habe in den ersten Stock geführt. Wegen der baulichen Veränderungen sei es sehr schwer gewesen, vor den Flammen zu fliehen.

Zudem sei das Gebäude mit Möbeln und anderen Gegenständen vollgestopft gewesen, wodurch die Löscharbeiten erschwert worden seien. „Es war fast wie ein Labyrinth.“ Den Angaben zufolge gab es keine Sprinkleranlage. Zeitweise hätten die Feuerwehrleute ihre Arbeit unterbrechen müssen, weil sich die Flammen zu schnell durch das Gebäude gefressen hätten.

19.000 bei Trauerfeier für verunglücktes Fußballteam

Mit Tränen, stiller Einkehr und Fangesängen hat die brasilianische Stadt Chapeco Abschied von ihrer bei einem Flugzeugabsturz verunglückten Fußballmanschaft Chapecoense genommen. Die sterblichen Überreste der 50 Fußballspieler, Trainer und Mitarbeiter des Erstligisten wurden heute auf vier offenen Lastwagen vom Flughafen zum Stadion Conda Arena gebracht, wo eine Trauerfeier abgehalten wurde.

Vom Flughafen wurden die Särge zur Arena Conda gebracht werden, wo rund 19.000 Zuschauer auf den Rängen der geplanten Trauerfeier beiwohnten.

Bei strömendem Regen verfolgten zahlreiche in die grünweiße Vereinsflagge gehüllte Fans und Angehörige den Trauerzug durch die Straßen der Stadt. Bei der Ankunft im Stadion herrschte Stille, Soldaten stellten die Särge am Rande des Spielfelds ab.

Nur sechs Menschen überlebten Absturz

Viele Menschen trugen das Mannschaftstrikot, andere T-Shirts mit Fotos der verunglückten Spieler. Auch Brasiliens Präsident Michel Temer und der Chef des Weltfußballverbandes Fifa, Gianni Infantino, nahmen an der Trauerfeier teil. Nach mehreren kurzen Reden verlas der Stadionsprecher die Namen aller Spieler und Mitarbeiter des Teams. Jeder einzelne wurde mit Applaus bedacht.

Die Mannschaft war in der Nacht zum Dienstag bei einem Flugzeugabsturz in den Bergen im Nordwesten Kolumbiens ums Leben gekommen. Die Sportler waren auf dem Weg zum Hinspiel des Finales um den Südamerika-Cup gegen den kolumbianischen Rivalen Atletico Nacional. Nur sechs Menschen überlebten das Unglück, darunter drei brasilianische Fußballspieler.

Flugzeug ging Treibstoff aus

Nach dem Flugzeugunglück in Kolumbien, bei dem insgesamt 71 Menschen ums Leben kamen, gibt es schwerwiegende Hinweise auf Treibstoffmangel als Absturzursache. Kolumbianische Medien veröffentlichten den Mitschnitt eines Funkspruchs, mit dem der Pilot der Unglücksmaschine den Kontrollturm am Flughafen alarmierte und sagte, seine Maschine habe ein „Totalversagen, totales elektronisches Versagen, kein Treibstoff“.

Der Gesellschaft Lamia wurde am Donnerstag vorläufig die Fluglizenz entzogen. Der Chef der kolumbianischen Flugaufsicht, Freddy Bonilla, sagte, die Maschine habe internationale Vorschriften zu den Treibstoffreserven missachtet.

Gesundheit

Weltlungenkrebskonferenz in Wien startet

Rund 6.000 Experten starten morgen in Wien mit der Weltlungenkrebskonferenz (WCLC) der internationalen Vereinigung zur Erforschung (IASLC) dieser nach den Zahlen global tödlichsten bösartigen Krankheit. „Der Lungenkrebs ist der wichtigste Krebs weltweit. Er ist eine vermeidbare Tragödie“, sagte dazu Robert Pirker, Lungenkarzinomspezialist der MedUni Wien.

Die dreitägige Konferenz beschäftigt sich mit allen Aspekten der Krankheit - von der Prävention über die Früherkennung bis zur Therapie von Patienten in allen Stadien der Erkrankung - beschäftigt. „Global erkranken pro Jahr rund 1,8 Millionen Menschen an einem Lungenkarzinom. 1,6 Millionen Menschen sterben daran“, sagte Pirker, federführender Organisator des Großereignisses.

Derzeit befinden sich Diagnose und Therapie von Lungenkarzinomen im Umbruch. Tabare Vazquez, selbst Onkologe, wird zum Thema Tabakkontrolle sprechen. Sein Land hat ein vom Tabakkonzern Philip Morris angestrengtes Schiedsgerichtsverfahren in der Schweiz gegen Tabakrestriktionen in dem südamerikanischen Staat gewonnen.

Kultur

Grundsteinlegung für Bauhaus-Museum in Dessau

Pünktlich zum Bauhaus-Jubiläum 2019 soll das neue Bauhaus-Museum im deutschen Dessau fertig sein - morgen wird der symbolische Grundstein gelegt. Das schlichte Gebäude, ein schwebender Balken mit gläserner Hülle, entsteht im Stadtpark. Die Werke sollen die Hauptrolle spielen auf rund 1.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Dessau verfügt mit rund 40.000 Exponaten über die zweitgrößte Bauhaussammlung der Welt. Mehr hat nur Berlin.

Entworfen wurde das Museum vom spanischen Architektenbüro Gonzalez Hinz Zabala. Die Kosten sind mit 25 Millionen Euro veranschlagt, Land und Bund teilen sie sich. 2019 wird das 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses gefeiert. Das Bauhaus gilt als weltweit einflussreichste Schule für Kunst, Architektur und Design. Es wurde 1919 in Weimar gegründet und begann 1925 mit seinem Umzug nach Dessau.

Rolling Stones: Bluescover als Minimalkonsens

Mit ihrem neuen Studioalbum „Blue & Lonesome“ haben The Rolling Stones dem Blues ein Denkmal gesetzt. Die zwölf Coverversionen von Genreklassikern hat die Band in nur drei Tagen eingespielt. Die Entstehung des Albums zeigt, wie schwierig es für die Altstars des Popbusiness mittlerweile sein kann, kreativ auf einen grünen Zweig zu kommen. Im Fall der Alphatiere Mick Jagger und Keith Richards war es die Liebe zum Blues, die ein gemeinsames Arbeiten und das erste Album nach mehr als einem Jahrzehnt Schaffenspause erst möglich gemacht hat.

Mehr dazu in Ein Album nach „lebenslanger Recherche“

Science

Vogelgrippe bei Zugvögeln in Tunesien entdeckt

Mehrere tote Zugvögel in einem Nationalpark in Tunesien sind nach Behördenangaben mit der Vogelgrippe infiziert gewesen. Behördenmitarbeitern in Bizerte seien ungewöhnliche Todesfälle unter den Zugvögeln aufgefallen, teilte das Agrarministerium in Tunis mit. Bei Untersuchungen sei Vogelgrippe festgestellt worden.

Um welche Form des Erregers es sich handelte und wie viele Tiere betroffen waren, teilte das Ministerium zunächst nicht mit. Als Konsequenz errichtete das Ministerium eine Quarantänezone in dem Nationalpark Ichkeul.

Der Nationalpark im Norden Tunesiens ist UNESCO-Weltnaturerbe und wurde zum Schutz von Vögeln eingerichtet. Der Ichkeulsee und das umliegende Feuchtgebiet sind wichtige Haltepunkte für Hunderttausende Zugvögel. Enten, Gänse, Störche und Flamingos machen hier Rast.

Religion

Mangelberuf: Katholische Kirche sucht Exorzisten

Mangelberuf Teufelsaustreiber: Den weltweit rund 400 speziell ausgebildeten katholischen Priestern im Internationalen Exorzistenverband AIE steht eine wachsende Zahl von Klienten gegenüber, wie der Pressedienst der Italienischen Bischofskonferenz meldete.

Die steigende Nachfrage hänge mit immer weiter verbreiteten okkulten und satanistischen Praktiken zusammen. Erschwerend kommt dem Bericht zufolge hinzu, dass die „Kämpfer gegen das Böse“ auf dem Globus ungleich verteilt sind.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Leute

Astrophysiker Stephen Hawking aus Spital entlassen

Der britische Astrophysiker Stephen Hawking (74) ist heute in Rom aus einem Krankenhaus entlassen worden. Er sei zwei Tage lang Untersuchungen unterzogen worden, teilte die Gemelli-Klinik mit. Sein Zustand sei nicht lebensbedrohlich gewesen, hieß es in Medienberichten.

Der Physiker leidet an der unheilbaren Muskel- und Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und kann nur über einen Sprachcomputer kommunizieren. Bereits seit Jahrzehnten ist er fast völlig bewegungsunfähig und sitzt im Rollstuhl. Er reist stets mit mehreren Helfern, darunter sind nach Angaben der britischen Zeitung „The Telegraph“ auch zwei Krankenschwestern.

Hawking war Anfang der vergangenen Woche bei der Vollversammlung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften in Rom, deren Mitglied er ist. Dabei hatte er auch Papst Franziskus getroffen.

Panorama

Weiter Aufregung über Tierfett in britischen Banknoten

Mittlerweile haben mehr als 125.000 Menschen eine Onlinepetition gegen tierisches Fett in den neuen britischen Fünf-Pfund-Scheinen unterzeichnet. Der Talg ist im Kunststoff der Noten enthalten. Die Kritiker wollen im Namen von Veganern, Vegetariern und Religionsgemeinschaften das Fett aus dem Geld verbannen.

„Eine Spur von Talg“

Nach Angaben der Bank of England befindet sich tatsächlich „eine Spur von Talg“ in den Scheinen - der Stoff werde allerdings auch bei der Produktion von Kerzen und Seife verwendet. Man wolle aber nach Lösungsmöglichkeiten suchen.

Neue britische Fünf-Pfund-Banknote

APA/AFP/Stefan Wermuth

Die Besitzerin eines vegetarischen Cafes, in dem die Kunden nicht mehr mit den neuen Scheinen bezahlen dürfen, erhielt nach britischen Medienberichten Drohungen in Sozialen Netzwerken. Man werfe ihr einen Marketinggag vor, dabei begrüßten ihre Gäste die Entscheidung, sagte die Frau. Sie betreibt das Cafe in Cambridge seit fast 30 Jahren.

Firma will Kunststoff genau untersuchen

Die Firma Innovia, die den Kunststoff für die Scheine liefert, teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit, man verwende wissentlich grundsätzlich keine tierischen Produkte. Ob sich tatsächlich eine geringe Menge Talg in dem zugekauften Rohmaterial für den Kunststoff befinde, solle eine Untersuchung zeigen.