Ausland

Acht Tote bei Autobombenanschlag in Türkei

Bei einem Autobombenanschlag im Südosten der Türkei sind heute nach amtlichen Angaben mindestens acht Menschen getötet worden. Mediziner berichteten zudem von 64 Verletzten. Die Attacke galt einer Polizeidienststelle in der Stadt Cizre. Der Ort liegt in der überwiegend von Kurden bewohnten Provinz Sirnak, die an Syrien und den Irak angrenzt.

Zerstörte Polizeidienststelle in Cizre

APA/AFP/DOGAN NEWS AGENCY

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu machte aber die verbotene Kurdische Arbeiterpartei (PKK) dafür verantwortlich. In Syrien hatte die Türkei am Mittwoch eine Großoffensive gegen den Islamischen Staat (IS) gestartet. Dabei beschossen türkische Soldaten auch kurdische Kämpfer.

Meterhohe Rauchsäule über zerstörtem Gebäude

Auf Bildern des Nachrichtensenders NTV war ein dreistöckiges Gebäude in Schutt und Asche zu sehen, über dem eine hohe Rauchsäule aufstieg. Laut CNN Türk eilten Dutzende Krankenwagen und zwei Hubschrauber zu der Explosionsstelle. Ob es sich bei den Toten um Polizeibeamte oder Zivilisten handelt, ist noch unklar.

Die türkische Regierung hat die PKK in den vergangenen Wochen bereits für eine Reihe von Anschlägen im unruhigen Südosten des Landes verantwortlich gemacht. Zu mindestens einer Attacke auf eine Polizeidienststelle hatte sich die PKK bekannt. Die Miliz kämpft seit drei Jahrzehnten um mehr Autonomie für die Kurden. In dem Konflikt sind 40.000 Menschen ums Leben gekommen

Türkei greift Kurdenstellungen in Nordsyrien an

Die türkische Artillerie hat laut Berichten von Staatsmedien gestern Stellungen der Kurden im Norden von Syrien bombardiert. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, begannen die Streitkräfte ihre Angriffe auf kurdische YPG-Kämpfer, nachdem sich diese nicht wie vereinbart zurückzogen hätten. Das aber hätten die USA Ankara zugesagt, hieß es.

Anadolu zitierte Vertreter aus Sicherheitskreisen mit den Worten, die Angriffe würden so lange andauern, bis die kurdischen Milizen ihren Vormarsch stoppten.

Mehr dazu in Türkei greift kurdische Stellungen an

Orban will Grenzzaun zu Serbien ausbauen

Der ungarische Premierminister Viktor Orban will den bereits bestehenden Zaun an der serbischen Grenze stark ausbauen. Es werde sich um „ein massives technisches Schutzsystem handeln“, kündigte Orban heute im staatlichen Rundfunk an. Dieses werde gegebenenfalls „auch mehrere hunderttausend Menschen auf einmal aufhalten können“, die Pläne dazu seien bereits in Arbeit.

Bereits im vergangenen Herbst hatte Orban Stacheldrahtzäune an der serbischen und kroatischen Grenze errichten sowie per Gesetzesnovelle harte Strafen für illegalen Grenzübertritt einführen lassen. Der verstärkte Zaun könnte realisiert werden, sollte der EU-Türkei-Deal scheitern, sagte der ungarische Premier.

Visegrad-Staatschefs treffen Merkel

Orban wird heute gemeinsam mit den anderen Regierungschefs der Visegrad-Staaten (Polen, Slowakei, Tschechien) die deutsche Kanzlerin Angela Merkel in Prag treffen. „Die Bürokraten in Brüssel wollen die Flüchtlinge reinlassen und auf die (EU-)Mitgliedsstaaten verteilen“, sagte der ungarische Premier dazu.

Die Visegrad-Staaten sind seit jeher die größten Kritiker der Flüchtlingsverteilung. „Die Frage ist, auf welche Seite sich Angela Merkel stellt“, so Orban.

13 Tote bei Angriffen von Extremisten in Pakistan

Bei mehreren Angriffen von Extremisten auf Sicherheitskräfte und andere Gruppen sind in Pakistan nach Behördenangaben seit gestern Abend insgesamt 13 Menschen getötet worden.

Sieben Polizisten seien bei einem Angriff mutmaßlicher Separatisten in der Provinz Baluchistan ums Leben gekommen, sagte ein Polizeivertreter. Sie hätten das Fahrzeug der Polizisten zuerst mit einer Rakete, dann mit Gewehren beschossen.

Der Angriff geschah in der Hafenstadt Gwadar, Zentrum eines milliardenschweren Handelsabkommens mit China. Pakistan hatte für die Sicherung des mit großen Hoffnungen verbundenen Wirtschaftskorridors Zehntausende Sicherheitskräfte dorthin verlegt.

Gezielte Tötungen

Später fand die Polizei in den Stammesgebieten unter Bundesverwaltung (Fata) drei Tote. Es handle sich offenbar um eine gezielte Tötung durch Extremisten, sagte ein Beamter, Iqbal Khan.

Einen ähnlichen Hintergrund vermuten Behörden hinter der Ermordung dreier Männer in der terrorgeschüttelten Nachbarprovinz Khyber Pakhtunkhwa (KP). Sie seien im Nowshera-Bezirk mit Kopfschüssen getötet worden. Sowohl in KP als auch in Fata haben pakistanische Taliban in der Vergangenheit ihre Feinde auf ähnliche Weise ermordet.

Vizeminister bei Protesten in Bolivien getötet

Der stellvertretende Innenminister Boliviens ist bei Protesten von Bergarbeitern getötet worden. Vizeminister Rodolfo Illanes sei gestern (Ortszeit) in Panduro 165 Kilometer südöstlich von La Paz totgeschlagen worden, sagte Innenminister Carlos Romero auf einer Pressekonferenz in La Paz.

„Er wurde totgeschlagen, Vizeminister Illanes wurde feige und brutal ermordet“, sagte Romero. Der 55-jährige Funktionär habe sich gestern Früh zu einer Landstraßenblockade der Bergarbeiter begeben, um einen Dialog einzuleiten. Dabei sei er von den Demonstranten als Geisel festgehalten worden. Bei dem mehrtägigen Protest von Bergarbeiter-Genossenschaften wurden auch drei Kumpel getötet.

Medien: Russland startet Großmanöver im Kaukasus

Russland hat einem Medienbericht zufolge im Süden des Landes mit einem Militärmanöver begonnen. An den Übungen in den Kaukasus-Republiken Tschetschenien und Dagestan seien rund 8.000 Soldaten beteiligt, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax heute unter Berufung auf das Moskauer Verteidigungsministerium. Mehr als 2.000 Fahrzeuge seien im Einsatz.

Im Nordkaukasus gab es in den vergangenen Monaten mehrere Attentate, zu denen sich die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte. Die überwiegend von Muslimen bewohnte Region ist politisch instabil. In den 1990er Jahren führte das russische Militär in Tschetschenien zwei Kriege gegen Aufständische. In den Konflikt wurde auch das benachbarte Dagestan hineingezogen.

Wilders-Partei fordert Verbot von Koran

Die Partei des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders zieht mit der Forderung nach Schließung aller Moscheen und nach einem Verbot des Korans in die Parlamentswahl 2017. Der Chef der Partei PVV veröffentlichte gestern Abend über den Kurznachrichtendienst Twitter ein einseitiges Wahlprogramm, in dessen Zentrum eine „Entislamisierung“ der Niederlande steht.

„Schließung aller Moscheen“

Aktuellen Umfragen zufolge könnte die PVV bei der Wahl stärkste Kraft werden. In dem Programm findet sich die Forderung „Schließung aller Moscheen und islamischen Schulen, Verbot der Koran“. Nähere Ausführungen macht der Text dazu nicht.

Wilders will zudem Migranten aus muslimischen Ländern die Einreise verwehren, die Aufnahmezentren für Asylwerber in den Niederlanden schließen und das öffentliche Tragen des Kopftuchs verbieten.

Weit entfernt von regierungsfähiger Mehrheit

Die staatlichen Zahlungen für Entwicklungshilfe und Kunstförderung sollten zugunsten einer „beträchtlichen“ Erhöhung des Verteidigungs- und Polizeibudgets wegfallen, heißt es in dem Programm.

Wilders’ PVV liegt in Umfragen seit Monaten vorne. Allerdings ist sie von einer regierungsfähigen Mehrheit weit entfernt. Eine Erhebung von Anfang August sah die PVV bei 27 Sitzen in dem 150 Sitze zählenden niederländischen Parlament.

Inland

Richter und Ankläger gegen Sobotkas Strafrechtsideen

Richter und Staatsanwälte halten nichts von dem Vorstoß von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP), kleinere Delikte wie Ladendiebstähle aus dem Strafrecht herauszunehmen und stattdessen mit Verwaltungsstrafen zu ahnden. Das sei „Sommerloch-Populismus“ und „völlig entbehrlich“, meinte Richter-Präsident Werner Zinkl im „Standard“ (Freitag-Ausgabe).

Sobotka hatte dafür plädiert, kleinere Delikte mit Verwaltungsstrafen von 200 Euro zu ahnden - samt sofortigem Zugriff auf das Eigentum des Beschuldigten, was einen größeren Lerneffekt brächte. Im Strafverfahren gibt es aber höhere Rechtsschutzstandards, hält Zinkl dem entgegen.

Auch Gerhard Jarosch, Präsident der Staatsanwältevereinigung, verwies auf das im Strafverfahren bestehende Recht auf einen Anwalt oder Dolmetscher - und die Trennung von Kläger und Richter. Er habe „massive Bedenken“ gegen Sobotkas Idee. Oft stelle sich auch erst im Rahmen einer strafrechtlichen Verhandlung heraus, ob jemand weitere Delikte begangen hat, merkte Zinkl noch an.

Hofburg-Wahl: Was sich beim Abstimmen ändert

Der Wahlkampf für die dritte Hofburg-Abstimmung kommt langsam auf Touren, und das Innenministerium versucht im Vorfeld, die Wahlbehörden möglichst genau zu instruieren, um Beschwerden von vornherein auszuschließen.

Der Leitfaden für Wahlbeihelfer ist neu und deutlich umfangreicher. Aber auch für die Wählerinnen und Wähler wird sich manches ändern.

Mehr dazu in Journalisten müssen draußen bleiben

Doskozil kritisiert Merkels Flüchtlingspolitik

Österreich kritisiert die Flüchtlingspolitik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf. „Die ‚Wir schaffen das‘-Politik ist unverantwortlich“, sagte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) der „Kronen Zeitung“ (Freitag-Ausgabe).

Die anhaltende Willkommenskultur Merkels sei eine Ermunterung für Flüchtlinge, nach Europa aufzubrechen - und ein fatales Signal. „Ein Jahr 2015 darf sich nicht wiederholen.“

„Kein Wartezimmer für Deutschland“

Europa könne die Situation nicht meistern: "Wenn mitten in Mailand Zelte für Flüchtlinge aufgestellt werden müssen, kann doch keiner wirklich behaupten, dass wir diesen Zustrom in vernünftiger Weise bewältigen." Außerdem wiederholte der Minister, dass Österreich nicht das „Wartezimmer für Deutschland“ sei.

Seit Jahresbeginn hat Österreich nach Angaben des Verteidigungsministeriums 100.000 Migranten registriert. Die größte Gruppe stamme dabei nicht aus Kriegsgebieten wie Syrien, sondern aus Nigeria und Eritrea.

Doskozil forderte daher die Einberufung eines „Rückführungsgipfels auf europäischer Ebene“, um Wege zu finden, Migranten in ihre Herkunftsländer zurückzuführen. „Es ist keine Politik, wenn Europa hier in Agonie verharrt und den Kopf in den Sand steckt“, sagte Doskozil.

Sport

Europa League: Rapid steigt trotz Niederlage auf

Trotz einer 0:2-Heimpleite gegen AS Trencin im Allianz Stadion, der ersten Niederlage in der neuen Arena, ist Rapid gestern in die Gruppenphase der Europa League eingezogen. Der 4:0-Sieg in der Slowakei reichte den Wienern nämlich zum Aufstieg.

Die Hütteldorfer agierten wesentlich schwächer als im Play-off-Hinspiel vor einer Woche und bekamen die Partie erst nach einer Gelb-Roten Karte für Denis Janco in den Griff.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Schwimmer Lochte wegen Falschaussage angeklagt

US-Schwimmer Ryan Lochte ist in Brasilien wegen Falschanzeige angeklagt worden. Der 32-Jährige hatte bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro behauptet, er und drei seiner Teamkollegen seien überfallen worden. Aufnahmen einer Überwachungskamera belegten jedoch, dass der Raubüberfall erfunden war.

Nach den erforderlichen Polizeiermittlungen sei der Fall der Staatsanwaltschaft übergeben und Anklage erhoben worden, erklärte gestern (Ortszeit) ein Polizeisprecher dem Nachrichtenportal G1.

Als nächster Schritt soll ein Rechtshilfeersuchen an die US-Justiz gehen. Für Falschanzeige stehen in Brasilien Haftstrafen von einem bis sechs Monaten oder Bußgeld.

Randaliert statt ausgeraubt

Nach Darstellung der brasilianischen Polizei urinierten die vier US-Schwimmer hinter einer Tankstelle. Lochte soll dabei ein Werbeschild von der Wand gerissen haben. Private Sicherheitsleute stellten danach die Sportler, die nach eigenen Angaben den Brasilianern etwas Geld gaben.

Lochte verlor nach dem Zwischenfall mehrere Sponsoren. Laut Medienberichten in den USA dürfte der finanzielle Verlust für den mehrfachen Olympiamedaillengewinner bei deutlich über einer Million Dollar liegen.

Wirtschaft

VW-Vergleichsangebot kommt bei US-Kunden gut an

Der mit US-Klägern ausgehandelte Milliardenvergleich des deutschen Autoherstellers Volkswagen (VW) in der Abgasaffäre trifft bei den geschädigten Kunden auf breite Zustimmung. Über 200.000 Dieselbesitzer hätten sich bereits registriert, um das Angebot anzunehmen, teilten Klägeranwälte gestern (Ortszeit) mit.

„Tausende weitere registrieren sich täglich“, sagte Elizabeth Cabraser von der Kanzlei Lieff Cabraser Heimann & Bernstein, die das Komitee der Klägeranwälte leitet.

Der hohe Zuspruch in so kurzer Zeit sei ein starkes Zeichen, dass die außergerichtliche Einigung gelinge, sagte Steve Berman von der Kanzlei Hagens Berman. Seiner Einschätzung nach dürfte mit der bisherigen Zustimmung bereits eine kritische Masse erreicht sein, um den Vergleich zu schließen.

Endgültige Entscheidung im Oktober

VW hatte sich mit Hunderten Klägern im US-Rechtsstreit um rund 480.000 Dieselwagen, die mit einer Software zur Manipulation von Abgaswerten ausgestattet wurden, auf einen Vergleich von bis zu 14,7 Milliarden Dollar (rund 13 Mrd. Euro) geeinigt.

Ende Juli hatte das zuständige US-Gericht seine vorläufige Zustimmung dazu gegeben. Entscheidend ist nun, dass die Kunden die Lösung auch akzeptieren. Der zuständige Richter Charles Breyer will am 18. Oktober verkünden, ob er dem Vergleich endgültig zustimmt.

Führende US-Notenbanker für baldige Zinserhöhung

Kurz vor der mit Spannung erwarteten Rede der Fed-Chefin Janet Yellen in Jackson Hole haben sich mehrere US-Notenbanker für eine baldige Zinserhöhung ausgesprochen. Die US-Notenbank plane, die Wirtschaft „heißlaufen zu lassen“, sagte der Präsident des Fed-Ablegers von San Francisco, John Williams, gestern vor Beginn der jährlichen Fed-Konferenz im US-Bundesstaat Wyoming.

Ähnlich äußerte sich seine Kollegin von Kansas City, Esther George. „Mein Ziel ist nicht, das Wirtschaftswachstum zu verlangsamen“, sagte sie. Zuvor hatte der Chef der Fed von Dallas, Robert Kaplan, gesagt, die Fed sollte in „nicht allzu ferner Zukunft“ zu einem weiteren Zinsschritt in der Lage sein.

Schlüsselrede von Yellen

In Jackson Hole wird Fed-Chefin Yellen heute eine Schlüsselrede halten, von der sich Akteure auf den Finanzmärkten Hinweise zur weiteren Entwicklung der Leitzinsen erhoffen. Die Tagung diente der Fed-Führungsspitze häufig als Forum, um den Märkten Signale über den geldpolitischen Kurs zu geben. Die Fed hält seit der Zinswende im Dezember 2015 die Leitzinsen in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Heta im ersten Halbjahr dank FMA-Schuldenschnitts positiv

FMA-Schuldenschnitt sei Dank: Die Abbaugesellschaft der früheren Hypo Alpe-Adria, die Heta Asset Resolution, bilanziert zum Halbjahr positiv. Der bisherige Verlauf des Abbaues liege über den Erwartungen. Jedoch würden die verbleibenden Assets „durchaus schwerer zu verwerten sein“, so Heta-Chef Sebastian Schoenaich-Carolath gestern Abend in einer Unternehmensaussendung.

Wirksamer Schuldenschnitt

Dank der Umsetzung des Schuldenschnitts durch die Finanzmarktmarktaufsicht (FMA) - 54 Prozent für vorrangige Gläubiger, nachrangige Gläubiger zur Gänze - erzielte die Heta im ersten Halbjahr 2016 in ihrem Einzelabschluss einen Periodenüberschuss nach Steuern von 7,5 Mrd. Euro - im Konzernabschluss sind es 6,94 Mrd. Euro.

Alleine aus dem riesigen Effekt des Schuldenschnitts stammen 7,15 Mrd. Euro. Das außerordentliche Ergebnis resultiert daraus, dass die Verbindlichkeiten der früheren Hypo - durch den Schuldenschnitt auf 46 bzw. null Prozent - um 9,45 Mrd. Euro verringert wurden.

Große Anzahl von Rechtsstreitigkeiten

Das rein operative Ergebnis zum Halbjahr liegt bei 330 Mio. Euro. Personal-, Zins- und Sachaufwendungen seien gesunken. Im Schuldenschnitt der FMA war ja auch der Zinsaufwand für berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten in der laufende Verzinsung auf null Prozent gestrichen worden.

Die Heta weist in ihrer Aussendung darauf hin, dass sie sich immer noch mit einer großen Anzahl von Rechtsstreitigkeiten konfrontiert sieht. Diese könnten die zukünftige Entwicklung der Heta wesentlich beeinflussen und „beinhalten erhebliche Risiken“.

Chronik

Mehr als 50 Waldbrände in Griechenland ausgebrochen

Bei einem Wald- und Buschbrand sind auf der griechischen Insel Chios in der Nacht auf heute sechs Menschen verletzt worden. Das berichtete der Athener Nachrichtensender Skai. Die Feuerwehr setzte starke Einheiten ein, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Ihren Angaben zufolge brachen in den vergangenen 24 Stunden landesweit 54 Brände aus.

Wegen der stürmischen Winde können Löschhubschrauber und -flugzeuge nur begrenzt eingesetzt werden, sagte ein Feuerwehroffizier im Radio. Der Zivilschutz warnte vor sehr starker Waldbrandgefahr.

Ein Toter und vier Verletzte bei Explosion in Belgien

Bei einer starken Explosion in einem Sportzentrum in der belgischen Gemeinde Chimay sind in der Nacht auf heute ein Mensch getötet und vier verletzt worden. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Rettungsdienst. Zwei Menschen hätten schwere Verletzungen erlitten.

Beschädigtes Sportzentrum

APA/AP/Virginia Mayo

Zur Ursache der Detonation konnten zunächst keine Angaben gemacht werden. Sie habe sich kurz nach Mitternacht ereignet. Es seien zu diesem Zeitpunkt fünf Menschen in dem Zentrum gewesen. Das Gebäude sei teilweise zerstört. Der Ort des Geschehenes wurde von Polizei abgesperrt.

Chimay liegt in der belgischen Provinz Hennegau in der Nähe der Grenze zu Frankreich.

Keine Hinweise auf Opfer nach Felssturz in Normandie

Nach einem Steilküstenabbruch in der Normandie haben französische Rettungskräfte entgegen ersten Befürchtungen keine Hinweise auf verschüttete Menschen gefunden. Die Suchaktion sei gestern Abend eingestellt worden, berichteten die Regionalzeitung „Paris Normandie“ und der Sender France 3.

Steilküste in Normandie

APA/AFP/Charly Triballeau

Es gebe kein Indiz für Menschen unter den Kreidefelstrümmern, sagte ein Feuerwehrverantwortlicher der Zeitung. Die Steilküste am Ort Saint-Martin-aux-Buneaux nordwestlich von Rouen war auf etwa 100 Meter Breite abgebrochen, ein riesiger Geröllberg türmt sich nun am Strand auf.

Gesundheit

Science

Kultur

Wohl letzter Brief von Ludwig II. präsentiert

Der wohl letzte Brief des sagenumwobenen Bayern-Königs Ludwig II. nährt Zweifel an der Theorie vom verrückten „Kini“. Der ehemalige deutsche CSU-Politiker Peter Gauweiler präsentierte das Schreiben anlässlich des 171. Geburtstages von Ludwig II., wie die „Welt“ (Freitag-Ausgabe) berichtete.

Gerüchte über Todesumstände

Der Brief vom 10. Juni 1886, der der Öffentlichkeit bisher unbekannt war, ist an Ludwigs Vetter Prinz Ludwig Ferdinand gerichtet - der „vermutlich letzte eigenhändige Brief des Monarchen“, wie die Zeitung schreibt. Besondere Bedeutung erhält der Brief laut Gauweiler, weil er belege, dass der König geistig klar genug war, die ihm drohende Gefahr zu erkennen.

Er habe wohl geahnt, dass er abgesetzt werden sollte. Am 9. Juni 1886 wurde Ludwig II. entmündigt, am 13. Juni ertrank er im Starnberger See. Um die Umstände seines Todes - ob es Suizid war oder nicht - ranken sich viele Gerüchte.

Ludwig sah „schändliche Verschwörung“

In dem nun aufgetauchten Brief schreibt Ludwig unter anderem an seinen Vetter, er sehe eine „schändliche Verschwörung! Wer kann nur hinter einem solchen Verbrechen stecken, Prz. Luitpold vermuthlich.“ Und weiter: „Wie kann aber eine solche Infamitität nur möglich sein!!“ Ludwig erwähnt darin auch die Gerüchte um seinen Gesundheitszustand („angebliche Krankheit“), „an der nicht Sylbe wahr ist“.

Jazz-Tonmeister Rudy Van Gelder ist tot

Der US-Toningenieur Rudy Van Gelder, der mit Jazz-Größen wie Miles Davis, Thelonious Monk und John Coltrane Platten aufnahm, ist tot. Er starb gestern in seinem Haus in Englewood Cliffs (US-Staat New Jersey), wie seine Assistentin der „New York Times“ bestätigte. Van Gelder wurde 91 Jahre alt. Er prägte die Art, wie Musik aufgenommen wird, weit über den Jazz hinaus bis heute.

Van Gelder, eigentlich gelernter Optiker, erfand in Sachen Studiotechnik in vielerlei Hinsicht das Rad neu: In Englewood Cliffs baute er etwa 1959 ein eigenes Tonstudio, das im Wesentlichen eine hölzerne Pyramide war. Spötter und Skeptiker wurden bald durch den unnachahmlichen Klang der Aufnahmen überzeugt, darunter Meilensteine des Jazz wie John Coltranes „A Love Supreme“.

Eigensinnige Ideen, die Standard wurden

Van Gelders Rang lässt sich allein damit belegen, dass Toningenieure großer Poplabels oftmals bei ihm Betriebsspionage versuchten. Er selbst machte indes aus dem verwendeten - äußerst spartanischen - Equipment nie ein Geheimnis. Man müssse nur den richtigen Raum haben und Mikrofone richtig platzieren, lautete sein Credo.

In der Tat wachte er, als sein charakteristischer luftig-kühler Sound zusehends von anderen kopiert wurde, darüber, dass keine Fotos von den tatsächlichen Aufnahmesessions sein Studio verließen.

Außerdem verstand Van Gelder, dass abseits aller technischen Spezifikationen auch einfach die Stimmung der Musiker der beste Garant für eine geglückte Aufnahme sei. Er baute sein Studio bewusst in das ländliche Englewood Cliffs, um für möglichst stressfreie Atmosphäre unter den Musikern zu sorgen, und leistete sich als Erster in der Branche auch eigene Erholungsbereiche für sein Studio.

Würdigungen auch abseits der Jazz-Welt

Das berühmte Jazz-Label „Blue Note Records“, mit dem der Tonmeister in den 1950er und 1960er Jahren eng zusammenarbeitete, bedauerte den Tod einer „Blue Note Legende“. „Danke, Rudy“, schrieb das Label auf Twitter.

Der Grammy-Musikverband würdigte den Techniker als „brillanten Handwerker“, der den Klang der wichtigsten Jazz-Aufnahmen aller Zeiten mit prägte. In Sozialen Netzwerken meldeten sich auch Musiker wie Red-Hot-Chilli-Peppers-Bassist Flea, der Van Gelder damit würdigte, er habe seine „Lebensqualität nachhaltig erhöht“.

Homer Simpsons neue Stimme erstmals in Berlin zu hören

Neue Staffel, neue Stimme: Bei den „Simpsons“ tut sich einiges. Für Homer gibt es eine neue Stimme, die gestern Abend zum ersten Mal zu hören war, als in Berlin vor Fans in einem Kino zwei Folgen der neuen Staffel gezeigt wurden.

Wer der neue Synchronsprecher ist, wurde noch nicht verraten. Und auch für die anwesenden Fans war das Rätsel offenbar nicht zu lösen. Die Stimme klinge aber ganz ähnlich wie die alte, lautete eine mehrfach zu hörende Einschätzung. Mehrere Fans äußerten sich angenehm überrascht. Der bisherige Synchronsprecher, der Homer in deutscher Sprache seit der ersten Folge seine Stimme lieh, war Norbert Gastell. Er starb im vergangenen November im Alter von 86 Jahren.

Panorama

US-Behörden wollen Schwimmen mit Delfinen verbieten

Die US-Behörden wollen das bei Touristen beliebte Schwimmen mit Delfinen in Hawaii verbieten. Die Meeressäuger stünden inzwischen unter „intensivem Druck“ von Tierfreunden, die mit ihnen im Meer vor der pazifischen Inselkette schwimmen wollten, teilte die US-Meeresschutzbehörde NOAA gestern (Ortszeit) mit. Menschen sollten sich künftig 45 Meter von den Delfinen entfernt halten, um deren Ruhezeiten am Tag nicht mehr zu stören.

Die Bootsausflüge zu den zutraulichen und verspielten Tieren sind in Hawaii sehr beliebt. Ein Verbot wäre ein Schlag für die Ausflugsveranstalter. Die Behörde verwies darauf, dass die Tiere nachts auf die Jagd gingen und tagsüber ruhten - was durch die vielen Besucher aber erschwert werde.

Die Behörde will nun Reaktionen der Bürger auf den Plan entgegennehmen und mit Betroffenen sprechen. Die endgültige Entscheidung über das Verbot soll in einem Jahr fallen.

Leute

Millionenstreit zwischen Heard und Depp neu entflammt

Amber Heard (30) und Johnny Depp (53) sind trotz einer Einigung in ihrem Scheidungsstreit über eine Millionenabfindung erneut aneinandergeraten. Nun geht es um den Auszahlungsmodus, wie US-Medien gestern berichteten.

Heard hatte vorige Woche verkündet, dass sie die von Depp zu zahlende Abfindung von sieben Millionen Dollar (rund 6,2 Mio. Euro) in voller Höhe für wohltätige Zwecke spenden werde. Die Summe soll aufgeteilt werden zwischen dem Kinderkrankenhaus in Los Angeles und der American Civil Liberties Union, einer Organisation, die sich für die Bürgerrechte einsetzt.

Depp zahlte direkt an Einrichtungen

Depps Team teilte nun laut „Variety“ mit, dass er die ersten Raten der Millionensumme schon gezahlt habe. Am Ende würde jede Organisation 3,5 Millionen Dollar (ca. 3,1 Mio. Euro) erhalten. „People“ (Onlineausgabe) zufolge haben beide Einrichtungen den Eingang von Geldern bestätigt.

Die Abfindung nahm damit aber nicht den Weg über Heards Konto. Die Vertreter der Schauspielerin reagierten prompt. Heard würde es zwar begrüßen, dass Depp nun Interesse für ihre Lieblingsstiftungen zeige, aber durch die direkte Zahlung würde er sich Steuervorteile verschaffen.

Das sei nicht ausgehandelt worden, hieß es in der Mitteilung. Heard fordert nun, dass Depp die doppelte Summe, also 14 Millionen Dollar (mehr als zwölf Mio. Euro), zahlen soll, wenn er diesen Weg gehen wollte.