Inland

Lautstarker Protest gegen Faymann

Dem SPÖ-Vorsitzenden Werner Faymann ist bei seiner Rede am 1. Mai lautstarker Protest entgegengeschallt. Sein kurzes Statement auf dem Wiener Rathausplatz wurde durchgehend von Pfiffen und Buhrufen begleitet. Die Faymann-Kritiker der Partei hatten sich zudem ganz vorne bei der Bühne platziert und hielten zahlreiche Schilder mit der Aufschrift „Rücktritt“ oder „Parteitag jetzt“ in die Höhe. Dazwischen wurden die Pro-Faymann-Taferln mit „Werner, der Kurs stimmt“ gesichtet.

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Ausland

Bombenanschlag vor Polizeiwache in Südtürkei

Bei einem Bombenanschlag vor der Polizeizentrale in der südtürkischen Stadt Gaziantep ist heute Früh mindestens ein Polizist getötet worden. 13 weitere Menschen wurden verletzt, darunter neun Polizisten, wie der Gouverneur der Region Gaziantep, Ali Yerlikaya, laut türkischen Medienberichten sagte.

Der Fernsehsender NTV berichtete, die Explosion sei durch eine Autobombe ausgelöst worden. Anschließend seien Schüsse zu hören gewesen. Die Nachrichtenagenturen DHA und Anadolu sprachen übereinstimmend von einem „Terrorangriff“. Auf Fernsehbildern waren Rettungsautos an der Einfahrt zu der Polizeizentrale zu sehen, Trümmer lagen auf der Straße. Gaziantep liegt unweit der syrischen Grenze.

AfD setzt Bundesparteitag in Stuttgart fort

Die AfD hat heute ihren Parteitag in Stuttgart fortgesetzt. Drei Jahre nach ihrer Gründung will sich die Partei ein Grundsatzprogramm geben und Kurs auf den Bundestag nehmen. Zentrales Thema heute ist die Haltung zum Islam. Die AfD-Spitze sieht die Religion als politische Ideologie und unvereinbar mit dem Grundgesetz. Sie will zudem ein Verbot von Minaretten und Muezzin-Rufen sowie der Vollverschleierung.

Petry stellte Machtanspruch

Gestern hatte Parteichefin Frauke Petry die Oppositionsrolle der AfD nur als Zwischenstation bezeichnet und den Machtanspruch ihrer Partei formuliert. Ins Parteiprogramm wurden bereits Bedingungen für Koalitionsverhandlungen aufgenommen, etwa eine Absage an einen EU-Beitritt der Türkei. Einer aktuellen Emnid-Umfrage zufolge kommt die AfD derzeit auf 13 Prozent und wäre damit drittstärkste Kraft hinter Union und SPD.

Die mehr als 2.000 Delegierten beschlossen zunächst die Forderung nach einem Euro-Austritt und die Absage an die Europäische Union (EU) als politisches Bündnis. Die EU soll nach dem Willen der AfD nur noch eine Europäische Wirtschaftsgemeinschaft nach dem Vorbild der früheren EWG sein.

Es wird erwartet, dass in Stuttgart nicht alle Themenbereiche behandelt werden können und ein zweiter Parteitag zur Verabschiedung eines vollständigen Grundsatzprogramms nötig ist.

Kerry fordert Rückkehr zur Waffenruhe in ganz Syrien

US-Außenminister John Kerry hat eine Rückkehr zur Waffenruhe in Syrien gefordert. Die Wiederherstellung der vor zwei Monaten ausgerufenen Waffenruhe im ganzen Land und ein Ende der Gewalt in der umkämpften Stadt Aleppo hätten „oberste Priorität“, erklärte sein Sprecher John Kirby gestern (Ortszeit) in Washington. Das habe Kerry in Telefongesprächen mit dem UNO-Sondergesandten Staffan de Mistura und dem syrischen Oppositionskoordinator Riad Hidschab klargemacht.

In den vergangenen Tagen waren in Syrien die schwersten Kampfhandlungen seit Ausrufung der Waffenruhe Ende Februar aufgeflammt. In der Nacht auf gestern trat zwar an zwei Frontlinien eine vorübergehende Feuerpause in Kraft. Nach Angaben von Aktivisten legten die Konfliktparteien in der Rebellenhochburg Ost-Ghouta und in der Küstenprovinz Latakia die Waffen nieder.

Lage in Aleppo Anlass zu „tiefer Besorgnis“

Für Aleppo, das seit vergangener Woche täglich von der syrischen Luftwaffe bombardiert wird, galt die Feuerpause aber nicht. Die Lage in der geteilten Stadt sei Anlass zu „tiefer Besorgnis“, sagte Kirby. Die Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad heizten den Konflikt weiter an, indem sie „überwiegend unschuldige Zivilisten“ angriffen. Solche Angriffe seien „direkte Verstöße“ gegen die Waffenruhe und müssten sofort aufhören.

Kerry reist nach Angaben seines Ministeriums heute nach Genf, um sich für die Rettung der Waffenruhe einzusetzen. Der US-Außenminister wird demnach mit seinen Amtskollegen aus Saudi-Arabien und Jordanien, Adel al-Dschubeir und Nasser Judeh, und dem UNO-Sondergesandten De Mistura zusammentreffen.

UNO-Gesandter rechnet mit 100.000 Menschen aus Libyen

Der UNO-Sondergesandte für Libyen, Martin Kobler, rechnet für 2016 mit einer deutlichen Zunahme der Flüchtlingszahlen aus dem nordafrikanischen Land. „Dass dieses Jahr sehr viel mehr Migranten über Libyen nach Europa kommen, lässt sich nicht mehr ändern“, sagte der deutsche Diplomat der Zeitung „Welt am Sonntag“.

„Niemand kann Problem wirksam begegnen“

„Solange es hier keine funktionierende Regierung gibt, kann niemand diesem Problem wirksam begegnen.“ Allein im ersten Quartal seien heuer 24.000 Menschen aus Libyen nach Europa aufgebrochen. Dabei ist die Überfahrt in der kälteren Jahreszeit schwieriger. „Wenn man das hochrechnet, dann kommen dieses Jahr sicher mindestens 100.000 Menschen über das Mittelmeer.“ Seit der weitgehenden Schließung der Balkan-Route versuchen wieder mehr Menschen, über Libyen nach Europa zu gelangen.

Die EU-Marinemission „Sophia“ zum Kampf gegen Schlepperkriminalität vor der libyschen Küste sieht Kobler nicht als Lösung an. „Operation Sophia ist gerade eher ein Faktor, der Migranten anzieht“, sagt er. „Die Schleuser schleppen die Boote aufs offene Meer hinaus, bisweilen sogar ohne einen Tropfen Diesel im Tank. Dann rufen sie die Notfallnummern an, weil sie wissen, dass die EU-Schiffe die Menschen retten.“

84 Flüchtlinge nach Bootsunglück im Mittelmeer vermisst

Nach einem Bootsunglück vor der Küste Libyens werden unterdessen 84 Flüchtlinge vermisst. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) gestern über den Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte, war das Schlauchboot nach den Aussagen von 26 Überlebenden am Freitag im Mittelmeer gesunken.

Protest in Grüner Zone in Bagdad fortgesetzt

Nach der Erstürmung des irakischen Parlaments durch eine aufgebrachte Menschenmenge haben sich die Demonstranten wieder aus dem Abgeordnetenhaus zurückgezogen. Hunderte Anhänger des Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr versammelten sich heute auf einem zentralen Platz in der hoch gesicherten Grünen Zone Bagdads und setzten so ihren Protest für Reformen fort.

Armee und Polizei verschärften in der Hauptstadt zugleich die Sicherheitsmaßnahmen. Der Regierungschef Haider al-Abadi, ein Schiit, besuchte das Parlament, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Von seinem Büro über Twitter verbreitete Fotos aus dem Abgeordnetenhaus zeigen Glasscherben und zerstörte Tische im Sitzungssaal.

Tausende Anhänger Sadrs waren gestern bei einer Kundgebung zunächst in die Grüne Zone eingedrungen, in der neben dem Parlament auch Ministerien und Botschaften liegen. Hunderte Demonstranten stürmten später das Parlament. Sadrs Anhänger fordern Reformen und einen schärferen Kampf gegen die im Irak weit verbreitete Korruption.

Blackout-Angst: Neue Uhrzeit in Venezuela

Im Kampf gegen den Kollaps der Stromversorgung hat das sozialistische Venezuela heute die Uhren um eine halbe Stunde vorgestellt. So soll nach Angaben von Staatspräsident Nicolas Maduro mehr natürliches Tageslicht genutzt werden können.

Gemäß einem Regierungsdekret wurden die Uhren um 2.30 Uhr (9.00 Uhr MESZ) um 30 Minuten vorgestellt. Unter Präsident Hugo Chavez waren die Uhren 2007 um eine halbe Stunde zurückgestellt worden, begründet wurde das damit, dass die Schulkinder dann nicht so früh aufstehen müssten.

Experten erwarten keinen großen Effekt

Energieexperten erwarten aber keinen großen Effekt zur Reduzierung des Strombedarfs. Als weitere Zwangsmaßnahmen müssen Einkaufszentren und Fabriken Strom sparen. In vielen Städten kommt es zu langen Abschaltungen, was bereits zu Protesten geführt hat. Hauptgrund für den Notstand ist der Wassermangel im Stausee El Guri im Süden, dessen Wasserkraftwerk bis zu 70 Prozent der Energie in Venezuela liefert.

Die Regierung macht das Klimaphänomen „El Nino“ für den Temperaturanstieg verantwortlich, der den Wasserpegel stark sinken ließ - die Opposition dagegen fehlende Investitionen in neue, moderne Kraftwerke. Statt normalerweise 10.000 Megawatt ist die Leistung in dem Kraftwerk um mehr als die Hälfte gefallen. In wenigen Tagen könnte der Wasserpegel unter den kritischen Punkt von 240 Meter fallen, dann müssten zahlreiche Turbinen ganz abgeschaltet werden.

Mindestlohn um 30 Prozent erhöht

Angesichts der grassierenden Inflation erhöhte Venezuela den Mindestlohn um 30 Prozent. Zum 1. Mai stieg er auf monatlich 15.051 Bolivar. Nach dem stärksten offiziellen Wechselkurs entspricht das gut 1.500 Dollar, gemessen am Schwarzmarktkurs sind es allerdings lediglich 13,50 Dollar.

Der linke Präsident Nicolas Maduro sagte gestern (Ortszeit), es handele sich um die zwölfte Anhebung des Mindestlohns seit seiner Wahl im April 2013 nach dem Tod seines Vorgängers Hugo Chavez. „Nur ein Präsident wie Nicolas Maduro, Sohn von Hugo Chavez, kann so etwas erreichen“, sagte Maduro in einer stundenlangen Ansprache im Staatsfernsehen.

„‚Erhöhungen‘ sind ein Witz“

Kritiker wenden ein, Maduro reagiere damit nur auf die grassierende Inflation. Die Regierung sei im Kampf gegen die Teuerung und die tiefe Rezession gescheitert. „Die ‚Erhöhungen‘ dieses Mannes sind ein Witz. Die Inflation schießt in die Höhe“, schrieb Oppositionsführer Henrique Capriles auf Twitter. Seit Maduros Amtsantritt fiel der Bolivar auf dem Schwarzmarkt um 98 Prozent, die Inflation liegt im dreistelligen Bereich.

Wirtschaft

Schonfrist bei Registrierkassenpflicht vorbei

Die teils umstrittene Registrierkassenpflicht gilt theoretisch seit Anfang Jänner 2016. Nach einer Übergangsfrist können säumige Betriebe ab Mai aber nun auch gestraft werden. „Es wird im Mai risikoorientierte Überprüfungshandlungen geben“, hieß es aus dem Finanzministerium auf APA-Anfrage. Auch bei routinemäßigen Betriebsprüfungen werde die Registrierkassenpflicht kontrolliert.

Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 15.000 Euro je Betrieb, davon mehr als 7.500 Euro Barumsatz im Jahr, müssen über eine Registrierkassa verfügen. Laut einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) von Mitte März sind für das Überschreiten der Umsatzgrenze die Erlöse der ersten vier Monate 2016 maßgeblich und nicht die Umsätze des Vorjahres. Bei Missachtung können Strafen bis zu 5.000 Euro verhängt werden.

Wirtschaftskammer will Fristverlängerung

Das Finanzministerium rechnet damit, dass nicht allzu viele Betriebe bei der Registrierkassenpflicht säumig sein werden. Die Finanzverwaltung unterstützte bisher nach eigenen Angaben die Unternehmen bei der Umsetzung der neuen Bestimmungen. „Wir haben den Eindruck, dass die Unternehmen vorbereitet sind“, so das Finanzministerium.

Die Wirtschaftskammer geht davon aus, dass ein Drittel der Betriebe noch keine Registrierkassa haben. Wer aufgrund von Lieferschwierigkeiten bis Ende Juni noch keine Kassa hat, dürfe auch nicht gestraft werden. Die Wirtschaftskammer plädiert dafür, eine Sanktionsfreiheit bis Ende des Jahres zu verlängern. Ab Anfang Jänner 2017 müssen die Registrierkassen auch über einen Manipulationsschutz verfügen.

China: Industriewachstum verlangsamt

Die chinesische Industrie hat im April überraschend ihr Wachstumstempo verlangsamt. Der offizielle Einkaufsmanagerindex sank auf 50,1 Punkte von 50,2 Zählern im März. Damit blieb der Wert nur knapp über der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert.

Die Daten schürten Zweifel an einer nachhaltigen Erholung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 50,4 Punkte gerechnet.

Fabriken bauten ihre Lagerbestände an fertigen Erzeugnissen weiter stark ab. Sie schienen auch weniger Rohstoffe zu lagern, möglicherweise aufgrund des jüngsten Preisanstiegs für Stahl und andere Materialien. Zudem baute die Industrie weitere Jobs ab, die Zahl der Stellenstreichungen beschleunigte sich im Vergleich zum Vormonat. Dem offiziellen Einkaufsmanagerzindex zufolge, der vor allem große Staatsfirmen berücksichtigt, bauen die Industrieunternehmen seit dreieinhalb Jahren Arbeitsplätze ab.

Nach den März-Daten war die Hoffnung aufgekeimt, dass die chinesische Industrie die Talsohle erreicht haben könnte. Analysten befürchten aber, dass die jüngsten Zeichen einer Erholung vor allem durch eine höhere Verschuldung von Unternehmen und Lokalregierungen getrieben sein könnte. Die Erholung des Immobilienmarkts hat die Nachfrage nach Zement, Stahl und Glas angetrieben. Durch die jüngste Erholung der Rohstoffpreise fließt einigen Unternehmen mehr Geld zu, mit dem sie ihre erheblichen Schulden bedienen können.

Die Dienstleistungsbranche blieb robust, auch wenn sich das Wachstum im April etwas abschwächte. Der offizielle Einkaufsmanagerindex sank im vergangenen Monat auf 53,5 Punkte von 53,8 im März. Die chinesische Regierung setzt auf einen Umbau der exportlastigen Wirtschaft hin zu mehr Dienstleistungen und Konsum.

Sport

Bundesliga: Grödig begräbt Rapids Titelhoffnung

Die 33. Bundesliga-Runde hat gestern das wohl endgültige Ende für Rapids Titelhoffnung gebracht. Die Wiener verloren in Grödig mit 0:2 und liegen damit weiter sechs Punkte hinter Tabellenführer Salzburg, der am Sonntag bei der Austria (16.30 Uhr, live in ORF eins) gastiert.

Ein toller Weitschuss und ein schwerer Schnitzer von Goalie Richard Strebinger brachten Rapid auf die Verliererstraße. Während damit die grün-weiße Minichance auf Mikrogröße schrumpfte, lebt jene von Schlusslicht Grödig im Kampf um den Klassenerhalt wieder.

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Fußball: Gladbach verdirbt Bayern Meisterfeier

Bayern München muss noch auf den vierten Meistertitel in Serie und den 26. der Clubgeschichte warten. Der Tabellenführer kam gestern in der 32. Runde der deutschen Bundesliga daheim nicht über ein 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach hinaus und führt vor den letzten zwei Spieltagen nur mehr fünf Punkte vor Verfolger Borussia Dortmund, der einen Kantersieg gegen Wolfsburg feierte.

Allerdings waren die Bayern drei Tage vor dem Halbfinal-Showdown in der Champions League gegen Atletico Madrid mit einer B-Auswahl angetreten.

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Tennis: Thiem greift nach sechstem ATP-Titel

Dominic Thiem hat zum dritten Mal in dieser Saison den Einzug in ein ATP-Finale geschafft. Österreichs Nummer eins setzte sich gestern im Halbfinale in München gegen Alexander Zverev in drei Sätzen durch. „Ich habe eine extrem schwere Partie erwartet und schon mit drei Sätzen gerechnet“, war Thiem nach dem Duell gegen den 19-jährigen deutschen Jungstar erleichtert.

Im Endspiel heute (13.30 Uhr, live in ORF Sport +) kämpft Thiem gegen den Deutschen Philipp Kohlschreiber um seinen insgesamt sechsten Titel auf der ATP-Tour.

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Chronik

Mutmaßlicher Yakuza-Boss in Thailand festgenommen

Ein mutmaßlicher Anführer der japanischen Mafia-Organisation Yakuza ist in der thailändischen Hauptstadt Bangkok festgenommen worden. Er soll versucht haben, ein Netzwerk in Thailand aufzubauen und Geld an seine Gruppe in Japan zu schicken, wie ein Sprecher der Polizei heute in Bangkok mitteilte.

Demnach handelt es sich um den mutmaßlichen Chef einer Yakuza-Gruppe in der japanischen Stadt Osaka. Er werde in seinem Heimatland wegen organisiertem Verbrechen und Erpressung gesucht und stehe auf der Fahndungsliste der internationalen Polizeibehörde Interpol.

Der Verdächtige entging nach Angaben des Sprechers im März vergangenen Jahres bei einem Zugriff der japanischen Polizei einer Festnahme und lebt seitdem in Thailand. Die Bangkoker Polizei nahm ihn in einer Wohnung fest.

Ecuador: Weiterer Überlebender des Erdbebens

Fast zwei Wochen nach dem schweren Erdbeben in Ecuador ist ein 72-jähriger Mann lebend aus den Trümmern gerettet worden. Rettungskräfte entdeckten Manuel Vasquez in Jaramijo in der westlichen Provinz Manabi, wie die venezolanische Botschaft in Quito mitteilte.

Der Mann hatte demnach in einem Zimmer eines teilweise eingestürzten Hauses ausgeharrt und die Retter durch Geräusche auf sich aufmerksam gemacht. Er wurde den Angaben zufolge sofort ins Krankenhaus gebracht. Größere Verletzungen hat er aber offenbar nicht erlitten. Er war den Angaben zufolge abgemagert und dehydriert und leidet zudem unter einer chronischen Nierenschwäche.

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am 16. April weite Teile des Andenstaates erschüttert und große Zerstörungen angerichtet. Dutzende Nachbeben folgten. Bisher wurden 659 Todesopfer geborgen, 13 Menschen werden noch vermisst. Mehr als 4.600 Menschen wurden verletzt.

Kultur

Kunstblut und Friedenstauben: John Woo wird 70

Technisch perfekte Verfolgungsjagden, bombastisch choreografierte Actionszenen, Explosionen an allen Ecken - John Woo hat dem modernen Actionfilm seinen Stempel aufgedrückt. Heute wird der Regisseur, der sowohl in Hongkong als auch in Hollywood reüssierte, 70 Jahre alt.

Den Zusehern in Europa und den USA wurde Woo Mitte der 1990er Jahre bekannt, als er John Travolta in „Mission: Broken Arrow“ und „Face/Off - Im Körper des Feindes“ durch ein actiongeladenes Inferno jagte. Im Jahr 2000 kam „Mission: Impossible 2“ heraus, was Woos Ruf endgültig festigte.

Weiße Tauben

Woo wurde im chinesischen Guangzhou geboren. Seine Eltern mussten nicht zuletzt aufgrund ihres christlichen Glaubens nach Hongkong flüchten. In vielen seiner Filme lässt der Regisseur und Vater von drei Kindern weiße Tauben aufsteigen, was Filmkritiker auf seinen Glauben zurückführen.

John Woo

APA/AFP/Yoshikazu Tsuno

Bereits vor seiner Hollywood-Karriere war Woo in Hongkong mit den Actionfilmen „City Wolf“ und „Hard Boiled“ bekanntgeworden. Sein künstlerisches Schaffen hat Woo, der in Los Angeles lebt, mittlerweile wieder nach Südostasien zurückverlegt.

Mit dem Historienspektakel „Red Cliff“, das wegen seiner teuren Produktion oft mit James Camerons „Titanic“ verglichen wird, drehte er 2008 den bis dahin teuersten, aber auch umsatzstärksten chinesischen Film.

Rückkehr nach Hollywood nicht ausgeschlossen

Sein jüngstes Projekt für die Hongkong-Firma Media Asia Films ist ein Remake des japanischen Thrillers „Manhunt“. Ob er auch wieder in Hollywood drehen würde? „Jederzeit, sofort“, versicherte Woo in einem Interview.

Wegen Verpflichtungen in Asien habe er allerdings viele gute Angebote ablehnen müssen. „Ich mag Hollywood“, betonte der Regisseur. Und die westliche Filmszene schätzt den asiatisch-amerikanischen Regisseur.

Bei den 67. Filmfestspielen von Venedig 2010 wurde er mit dem Goldenen Löwen für sein Gesamtwerk geehrt. Woo sei es gelungen, Inszenierungskunst und Schnitt zu revolutionieren und das Genre des Actionfilms im höchsten Grad zu stilisieren, hieß es in der Begründung.

Comic-Zeichnung von Herge um eine Mio. Euro versteigert

Erneut ist eine Comic-Zeichnung des belgischen Zeichners Herge für über eine Million Euro versteigert worden. Ein europäischer Sammler habe gestern bei einer Auktion in Paris eine Doppelseite aus dem Band „König Ottokars Zepter“ aus der „Tim und Struppi“-Reihe für 1,046 Millionen Euro erstanden, teilte das Auktionshaus Artcurial mit. Der Schätzpreis war bei 600.000 bis 800.000 Euro gelegen.

Der Artcurial-Experte Eric Leroy sprach von einem „hervorragenden Ergebnis“. Im Oktober hatte ein Sammler für eine Doppelseite aus demselben Band bei einer Auktion bei Sotheby’s in Paris sogar mehr als 1,5 Millionen Euro gezahlt.

Bei dem Comic „König Ottokars Zepter“ handelt es sich um das achte Abenteuer des Reporters und seines kleinen Hundes. Der Band wurde 1939 veröffentlicht. Tim verhindert darin den Sturz des Königs eines fiktiven osteuropäischen Landes, das von einem Nachbarland bedroht wird - was als Kritik Herges an Nazi-Deutschland verstanden wird.

Auf dem Kunstmarkt wurden „Tim und Struppi“-Comics zuletzt zu immer höheren Preisen gehandelt. 2014 zahlte ein Sammler 2,65 Millionen Euro für die von Herge gezeichneten Titelseiten der zwischen 1937 und 1958 veröffentlichten Bände.

ORF-Bestenliste im Mai

Bereits zum dritten Mal in der ORF-Bestenliste vertreten ist Dzevad Karahasan mit seinem historischen Roman „Der Trost des Nachthimmels“. Darin beschäftigt sich der bosnische Schriftsteller nicht nur mit der Blüte und dem Zerfall eines islamischen Reiches, sondern spiegelt in gespenstischer Vorwegnahme aktuellste Fragestellungen zu Gewalt und Terror.

Den zweiten Platz belegt Anna Mitgutsch mit ihrem Roman „Die Annäherung“, der von einem schwierigen Verhältnis zwischen Vater und Tochter erzählt. Und Platz drei geht an Friederike Mayröcker mit ihrem Werk „fleurs“, das nach „etudes“ und „cahier“ den Abschluss ihrer 2013 begonnenen Trilogie bildet.

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Religion

Papst: „Aufrichtige Rückkehr“ zu Gott unterstützen

Anlässlich der Generalaudienz für die Uniformierten Einheiten Italiens hat Papst Franziskus eindringlich angemahnt, Wege der Versöhnung auch innerhalb der Kirche offenzuhalten.

Die Kirche könne und müsse die „aufrichtige Rückkehr“ eines jeden unterstützen. „Niemand darf wegen von Menschen aufgestellten Hindernissen von Gott fern bleiben“, sagte der Papst gestern in Rom. Die Priester mahnte er direkt: „Stellt bitte keine Hürden auf für Menschen, die sich mit Gott versöhnen wollen.“

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Leute

Herzogin Kate auf „Vogue“-Cover

Die Herzogin von Cambridge und Frau von Prinz William, Kate Middleton, wird auf dem Cover der 100-Jahre-Jubiläumsausgabe des Modemagazins „Vogue“ sein. Damit wandelt sie in den Spuren von Williams Mutter, Prinzessin Diana, die ebenfalls das „Vogue“-Cover zierte.

Die britische Juni-Ausgabe des Magazins geht ab Donnerstag in den Verkauf. Es zeigt eine lächelnde Kate auf dem Land, mit einem grünen Hut, einer braunen Jacke und weißen Bluse.

„Vogue“-Chefredakteurin Alexandra Shulman betonte, sie sei „extrem dankbar, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, unsere Tradition herausragender royaler Porträts fortzusetzen“.

In Dianas Fußspuren

Prinzessin Diana hatte mehrmals das „Vogue“-Cover geziert. Für Kate war es laut dem Magazin die erste Modefotosession. Königin Elizabeth und andere Royals waren ebenfalls in der „Vogue“ - aber nie auf dem Titelblatt.

Weibliche Fans von Kate kleiden sich oft nach ihrem Vorbild, was sich bei den Modelabels durchaus auch in den Verkaufszahlen bemerkbar machen kann.

Cyndi Lauper: „Amerika ist frauenfeindlich“

Die 62-jährige US-Sängerin Cyndi Lauper („Girls just want to have fun“) hält ihr Land für frauenfeindlich. Der gegenwärtige Wahlkampf zeige, dass Frauen nach wie vor mit enormen Widerständen zu kämpfen hätten, sagte Lauper der „Welt am Sonntag“.

„Ich habe nie verstanden, warum der Rest der Welt die USA für ein fortschrittliches Land hält.“ Der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton werde vorgeworfen, dass sie zu wenig lächle, dass sie komisch dastehe, dass sie dies zu wenig tue und jenes zu viel.

„Es sind Frauen wie Männer, die in ihr nicht die Politikerin sehen, sondern die Person. Amerika ist frauenfeindlich.“ Lauper versucht derzeit ein Comeback mit der neuen CD „Detour“, einem Country-Album.