Ausland

Zschäpe spricht zum ersten Mal im NSU-Prozess

Die mutmaßliche deutsche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat zum ersten Mal im Münchner NSU-Prozess persönlich das Wort ergriffen. Sie verlas heute eine kurze Erklärung, wonach sie sich früher „durchaus mit Teilen des nationalistischen Gedankenguts“ identifiziert habe, heute jedoch nicht mehr. „Heute beurteile ich Menschen nicht nach Herkunft und politischer Einstellung, sondern nach Benehmen“, sagte Zschäpe.

Beim Verlesen der kurzen Erklärung am 313. Verhandlungstag des Mammutprozesses vor dem Oberlandesgericht München sprach sie sehr schnell mit leiser Stimme und wirkte nervös. Zschäpe bekräftigte in ihrer kurzen Erklärung ihre Entschuldigung an die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und ihre Hinterbliebenen und verwies dabei auf eine ihrer früheren, von einem Anwalt verlesenen Erklärungen.

Morde aus Fremdenhass

Zschäpe steht seit dem 6. Mai 2013 vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft an zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen vor, die dem NSU vorgeworfen werden. Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios. Ihre beiden Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt sollen die Taten überwiegend aus Fremdenhass verübt haben. Zschäpe hatte mit ihnen 13 Jahre unerkannt im Untergrund gelebt.

Im Dezember 2015 hatte Zschäpe von ihrem neuen Anwalt Mathias Grasel eine Erklärung verlesen lassen und sich außerdem bereiterklärt, auf schriftliche Fragen des Gerichts zu antworten. Zuvor hatte sie eisern geschwiegen und war damit der Strategie ihrer drei Altverteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm gefolgt. In ihrer schriftlichen Aussage hatte sie angegeben, von den Morden nichts gewusst zu haben, und sich bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt.

Gedenken an Massaker von Babi Jar vor 75 Jahren

75 Jahre nach dem Massaker deutscher Besatzer an mehr als 33.000 Juden in der Schlucht von Babi Jar nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew findet heute eine international besetzte Gedenkzeremonie statt.

An dem Staatsakt nehmen der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck, Ungarns Präsident Janos Ader sowie EU-Ratspräsident Donald Tusk und eine Delegation des Jüdischen Weltkongresses aus New York teil. Österreich ist durch den Zweiten Nationalratspräsidenten Karlheinz Kopf (ÖVP) vertreten.

Am 29. und 30. September 1941, wenige Wochen nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion, hatten SS-Kommandos zusammen mit ukrainischen Kollaborateuren in der Schlucht bei Kiew mehr als 33.000 Kinder, Frauen und Männer ermordet. Babi Jar steht für das schlimmste Massaker an Juden vor dem systematischen Massenmord in den NS-Vernichtungslagern.

Israel nimmt Abschied von Schimon Peres

Nach dem Tod von Schimon Peres nimmt Israel Abschied von seinem Altpräsidenten. Der in eine israelische Flagge gehüllte Sarg des Friedensnobelpreisträgers kam heute Früh an der Knesset in Jerusalem an. Bis zum Abend können Bürger vor dem Parlament an dem Sarg vorbeigehen.

Netanjahu und Rivlin erweisen Peres die letzte Ehre.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Staatspräsident Reuven Rivlin legten Kränze nieder. Peres war im Alter von 93 Jahren gestorben, zwei Wochen nach einem schweren Schlaganfall. Bei seiner Beerdigung morgen werden führende Persönlichkeiten aus aller Welt erwartet.

Aus den USA kommt Präsident Barack Obama. Österreich wird durch Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ), Altbundespräsident Heinz Fischer und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) vertreten sein. Deutschland soll von Bundespräsident Joachim Gauck vertreten werden.

Hamas mit „Tag des Zorns“

Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat ebenfalls für morgen zu einem „Tag des Zorns“ im Westjordanland und in Jerusalem aufgerufen. Damit soll an den ersten Jahrestag der „Al-Kuds-Intifada“ erinnert werden - der jüngsten Welle palästinensischer Anschläge.

„Wir rufen unser empörtes Volk zu Konfrontationen mit den feigen Soldaten der (israelischen) Besatzungsmacht auf“, hieß es in einem Flugblatt der Hamas. Damit wolle man zeigen, „dass die Palästinenser den Widerstand und den Aufstand wählen“. Hamas bezog den Aufruf nicht auf das Begräbnis von Peres. Die radikal-islamische Organisation hatte allerdings Freude über den Tod des Friedensnobelpreisträgers geäußert und ihn als Kriegsverbrecher beschrieben.

USA wägen härteren Kurs in Syrien ab

Die USA wägen Regierungskreisen zufolge Möglichkeiten für eine härtere Reaktion auf die von Russland unterstützte Offensive der syrischen Armee in Aleppo ab. Dazu zählten auch militärische Optionen wie eine bessere Ausrüstung der Rebellen durch US-Verbündete in der Region, sagten Insider gestern der Nachrichtenagentur Reuters.

Furcht vor russischen Opfern

Allerdings seien die Möglichkeiten begrenzt, weil Präsident Barack Obama wiederholt einen Militärschlag gegen die syrische Armee und einen größeren Einsatz von US-Truppen abgelehnt hat.

Ein US-Angriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt sei unwahrscheinlich, weil es dabei zu russischen Opfern kommen könnte, was die Lage weiter verschärfen würde. Es sei daher unklar, ob Obama überhaupt mehr Alternativen habe, als den Ton zu verschärfen. Russland selbst habe Interesse daran, die Gewalt in dem Land zu stoppen. Andernfalls könnten Extremisten das Machtvakuum ausnutzen und sogar russische Städte angreifen.

Russland empört

Der russische Außenstaatssekretär Sergej Riabkow erklärte in einer ersten Reaktion in Moskau, die jüngsten Äußerungen kämen einer Unterstützung des Terrorismus gleich. „Diese kaum verhohlene Aufforderung, Terrorismus als Waffe gegen Russland einzusetzen, zeigt, wie weit sich die US-Regierung im Nahen Osten und besonders in Syrien herabgelassen hat“, kritisierte Riabkow. Es gebe keine Alternative zum ursprünglichen Plan der USA und Russlands, eine Feuerpause durchzusetzen.

Washington droht Moskau

Die USA hatten Russland mit dem Abbruch der diplomatischen Zusammenarbeit in Syrien gedroht. Außenminister John Kerry zeigte sich seinem Sprecher zufolge in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow „tief besorgt“ über die Lage in der umkämpften Großstadt Aleppo.

Kerry warf Russland und der verbündeten syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad vor, mit Angriffen auf Krankenhäuser, die Wasserversorgung und zivile Einrichtungen die Lage dramatisch verschärft zu haben.

Nordkoreanischer Soldat flieht zu Fuß nach Südkorea

Ein nordkoreanischer Soldat ist heute zu Fuß über die Grenze nach Südkorea geflohen. Der Mann überquerte die streng bewachte Demarkationslinie zwischen den verfeindeten Staaten, wie der südkoreanische Generalstab in Seoul mitteilte. Es habe keinen Schusswechsel gegeben. Der Soldat befinde sich in Gewahrsam und werde befragt.

Zehntausende Soldaten und Minen

Jedes Jahr fliehen Hunderte Menschen aus dem mit harter Hand regierten, bitterarmen Nordkorea in den reicheren Süden. Die meisten Nordkoreaner nutzen dazu die weniger streng bewachte Grenze zu China. Einige reisen dann über andere Staaten weiter nach Südkorea.

Es ist dagegen äußerst selten, dass nordkoreanische Soldaten über die von Zehntausenden Soldaten beider Seiten bewachte und mit Minen gesicherte Grenze in den Süden gelangen.

Zuletzt war eine derartige Flucht bekanntgeworden, als sich im Juni 2015 ein junger nordkoreanischer Soldat südkoreanischen Grenzsoldaten stellte. 2012 war ein nordkoreanischer Soldat unkontrolliert an Elektrozäunen und Videoüberwachungsanlagen vorbei in den Süden gekommen. Drei zuständige südkoreanische Soldaten wurden daraufhin entlassen.

Inland

Drogenkriminalität: Justiz setzt auf „Therapie statt Strafe“

673 nach dem Suchtmittelgesetz (SMG) verurteilten Straftätern ist im vergangenen Jahr die über sie verhängte Haftstrafe nach dem Motto „Therapie statt Strafe“ aufgeschoben worden - aus Sicht des Justizministeriums eine sinnvolle Maßnahme. Es habe einen positiven Effekt auf die Wiederverurteilungsrate, wenn sich Straftäter einer Therapie unterziehen, so Ressortmediensprecherin Britta Tichy-Martin.

„Ein Ziel unserer Gesellschaft muss es sein, dass Täter künftig keine weiteren Straftaten begehen. Wenn jemand suchtfrei ist, ist die Prognose für ein deliktfreies Leben in der Zukunft sicher besser“, sagte Tichy-Martin.

Andreas Zembaty vom Verein Neustart, der Bewährungs- und Resozialisierungshilfe für Straffällige anbietet, ist allerdings der Meinung, dass die Maßnahme noch optimiert gehört. Jeder Straftäter, der sich einer Therapie unterzieht, sollte Unterstützung durch einen Bewährungshelfer bekommen. Geht es nach dem Experten, braucht es außerdem eine bessere Kommunikation zwischen Therapeuten und Gericht.

Gültig bei Freiheitsstrafen unter drei Jahren

Ein Passus im Gesetz sieht vor, dass Straftätern, die nach dem SMG verurteilt werden, ihre Strafe aufzuschieben ist, wenn sie sich bereiterklären, sich einer Therapie zu unterziehen, um von ihrer Drogensucht loszukommen. Voraussetzung: Die verhängte Freiheitsstrafe darf drei Jahre nicht übersteigen. Ein Teil der Therapie von bis zu sechs Monaten muss unter stationären Bedingungen stattfinden.

Absolviert ein Verurteilter die Therapie erfolgreich, wird seine ursprünglich unbedingt verhängte Freiheitsstrafe unter Setzung einer Probezeit nachträglich in eine bedingte Freiheitsstrafe umgewandelt. Begeht der Täter in dieser Zeit keine Straftaten, wird die Strafe endgültig nachgesehen, und der Verurteilte muss nicht ins Gefängnis. Ein Aufschub ist auch noch nach Übernahme in den Strafvollzug möglich. Das war im Vorjahr bei 257 Straftätern der Fall.

Bei Therapieabbruch: Haftstrafe

Unterzieht sich der Verurteilte nicht der Therapie, zu der er sich bereiterklärt hat, oder bricht er diese ab, ist der Aufschub zu widerrufen und die Freiheitsstrafe zu vollziehen. Das ist ebenso der Fall, wenn der Betreffende erneut wegen eines Drogendeliktes oder wegen Beschaffungskriminalität verurteilt wird. Dazu braucht es jedoch ein rechtskräftiges Urteil.

Unternehmen für bessere Integration von Flüchtlingen

Österreichs Unternehmen wünschen sich einer Umfrage zufolge eine bessere Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen bzw. Migranten. Auch befürworten sieben von zehn Firmen eine gesteuerte Zuwanderung zum Ausgleich des Fachkräftemangels, so das Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY (früher Ernst & Young) auf Basis einer Befragung von 900 Mittelstandsunternehmen heute in einer Aussendung.

Laut der Studie befürworten 68 Prozent der Mittelständler ein Verbesserungspotenzial bei Integrationsmaßnahmen, 42 Prozent sogar in „erheblichem Ausmaß“. Keine einzige Firma beurteilte die Integration, so wie sie läuft, als „sehr gut“, nur jedes hundertste als „eher gut“.

Auch Politik und Gesellschaft gefordert

83 Prozent sind dafür, asylberechtigte Flüchtlinge so rasch wie möglich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Jeder Sechste ist hier „eher“ dagegen.

„Für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration braucht es dringend gemeinsame Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“, fordert EY-Partner Helmut Maukner. 82 Prozent der Firmen würden Flüchtlinge mit Arbeitsberechtigung beschäftigen. Hochgerechnet seien das mehr als 32.500 mittelständische Unternehmen.

Hofburg-Wahl: Böhmdorfer kritisiert VfGH-Reaktion

FPÖ-Anwalt Dieter Böhmdorfer hat die Nichtdistanzierung des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) von Äußerungen seines Richters Johannes Schnizer kritisiert. „Es ist unfassbar und unglaublich, dass der VfGH hier nicht mehr Tätigkeit entwickelt, um seinen eigenen Ruf zu retten“, sagte er im Ö1-Morgenjournal heute. Schnizer habe der FPÖ „kriminelle Vorbereitungen“ ihrer Wahlanfechtung vorgeworfen.

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Wirtschaft

Air Berlin peilt schwarze Zahlen für 2018 an

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin, Mutterkonzern der österreichischen Niki, will mit der Halbierung der Flotte und umfangreichen Stellenstreichungen in zwei Jahren operativ in die schwarzen Zahlen kommen. „Schwarze Zahlen peilen wir für 2018 an“, sagte Air-Berlin-Chef Stefan Pichler heute in einer Telefonkonferenz.

Damit verschiebt der Lufthansa-Rivale das Erreichen der Profitabilität erneut: Eigentlich war für dieses Jahr eine schwarze Null geplant. Air Berlin hat in den vergangenen acht Jahren nur einmal einen Nettogewinn eingeflogen.

Der Nettoverlust wuchs trotz rapide gefallener Öl- und damit Kerosinpreise 2015 auf den Rekord von 447 Mio. Euro. Das Unternehmen hängt am Tropf von Großaktionär Etihad, der schon mehr als eine Milliarde Euro in Air Berlin gesteckt hat.

1.200 Jobs werden abgebaut

Am Vorabend hatte Air Berlin angekündigt, bis zu 1.200 Vollzeitmitarbeiter zu kündigen. Zudem sollen bis zu 40 Flugzeuge samt Besatzung ab dem kommenden Sommerflugplan an den Lufthansa-Konzern vermietet werden - davon 35 Maschinen an die Konzerngesellschaft Eurowings und fünf an die Austrian Airlines.

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Commerzbank will Tausende Stellen streichen

Die deutsche Commerzbank plant angesichts der schweren Branchenkrise, unter dem Strich rund 7.300 Vollzeitstellen zu streichen. Das teilte Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus heute in Frankfurt mit. 9.600 Stellen sollen entfallen, gleichzeitig aber rund 2.300 neue entstehen. Es sollen damit rund 38.000 von derzeit rund 45.000 Vollzeitjobs bleiben. Der endgültige Beschluss soll noch vor dem Wochenende fallen.

Mit den Einschnitten reagiert die Commerzbank auf die Folgen des anhaltenden Zinstiefs und deutlich verschärften Auflagen der Aufseher. Im ersten Halbjahr brach der Überschuss des teilverstaatlichten DAX-Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 40 Prozent auf 372 Mio. Euro ein.

Fokus auf Privat- und Firmenkunden

Ihr Geschäft fokussiert die Commerzbank in den zwei Segmenten Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden. Die Segmente Mittelstandsbank und Corporates & Markets werden gebündelt und das Handelsgeschäft im Investmentbanking reduziert.

Der Umbau soll 1,1 Milliarden Euro kosten. Deshalb will die Bank ihren Aktionären vorerst keine Dividende zahlen. Neben den Einsparungen plant der seit Mai amtierende Vorstandschef Martin Zielke aber auch Investitionen in die Digitalisierung und Wachstumsmöglichkeiten.

Mit den nun beschlossenen Einsparungen will der langjährige Privatkundenchef Zielke den Konzern wieder auf Gewinnkurs bringen. Schon unter seinem Amtsvorgänger Blessing hatte die Commerzbank seit 2013 etwa 5.000 Stellen abgebaut.

Telefone britischer Bankern sollen überwacht werden

Im Kampf gegen den Insiderhandel hat die britische Finanzaufsicht (FCA) schärfere Regeln für Bankangestellte vorgeschlagen. Künftig sollten Telefongespräche und E-Mails in bestimmten Fällen überwacht werden, wie die FCA heute mitteilte. Das soll für Bankangestellte gelten, die Firmenkunden etwa bei Kapitalerhöhungen oder Fusionen beraten.

Würden Telefongespräche und E-Mails aufgezeichnet, wären Einzelpersonen für Marktmissbrauch weniger anfällig, erläuterte die FCA. Nach dem Willen der Aufseher sollen die Regeln auch auf Finanzberater ausgedehnt werden, die Privatkunden betreuen. Hintergrund der Vorschläge ist die Umsetzung der EU-Wertpapierrichtlinie MIFID II. Mit den neuen Regeln sollen Lehren aus der Finanzkrise gezogen werden.

Sport

Europa League: Rapid erwartet viel Druck in Bilbao

Rapid muss heute (21.05 Uhr) in der Europa League zum schwierigen Auswärtsmatch bei Athletic Bilbao antreten. Trainer Mike Büskens erwartet von Beginn an stürmische Gastgeber, seine Mannschaft müsse daher „kompakt, griffig und auf dem Weg nach vorne mutig sein“.

Stefan Schwab hofft, dass es die Basken zu offensiv anlegen, „sodass wir die eine oder andere Konterchance bekommen und die auch nützen“. Der Mittelfeldspieler wird Rapid im San Mames wohl als Kapitän aufs Feld führen.

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Champions League: Barca zieht Kopf aus der Schlinge

Der FC Barcelona hat am zweiten Spieltag der Champions League mit Mühe seine weiße Weste bewahrt. Die Katalanen zogen gestern Abend bei Borussia Mönchengladbach nach Rückstand zur Pause den Kopf noch aus der Schlinge und setzten sich mit 2:1 durch. Bis zur 65. Minute durfte Gladbach von der Sensation träumen. Im Parallelspiel der Gruppe C musste Manchester City im britischen Duell mit Celtic in Glasgow gleich dreimal einen Rückstand aufholen, um wenigstens einen Punkt einzufahren.

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Chronik

Schwere Waldbrände in Kalifornien

Schwere Waldbrände haben im US-Bundesstaat Kalifornien Hunderte Menschen in die Flucht getrieben. Mehr als ein Hektar Land fiel den Feuern südlich der Metropole San Francisco zum Opfer, teilte die Feuerwehr gestern mit. Die Behörden forderten die von den Flammen bedrohten Anrainer auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Waldbrände in Kalifornien

APA/AP/Noah Berger

Rund 300 Gebäude waren von den Flammen bedroht. Ein Haus und sechs Außengebäude wurden nach Angaben von Feuerwehrleuten bereits zerstört. Ein AFP-Korrespondent berichtete zudem von mehreren niedergebrannten Mobilhäusern. Auch mehrere Cannabisplantagen waren bedroht. Mehr als tausend Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Die Brände waren am Montag in den Bergen von Santa Cruz ausgebrochen. Trockenheit und große Hitze fachten die sich schnell ausbreitenden Flammen weiter an.

Mehr als 30 Vermisste nach Erdrutschen in China

Nach mehreren Erdrutschen im Osten Chinas sind mehr als 30 Menschen vermisst gemeldet worden. Bisher hätten 13 Menschen aus den Trümmern in den Dörfern Sucun und Baofeng gerettet werden können, mindestens 33 würden aber noch gesucht, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Der Taifun „Megi“ war am Vortag mit heftigen Regenfällen und Windböen über die Provinz Zhejiang gezogen. Rund 20 Häuser wurden zerstört und 17 weitere überschwemmt, hieß es unter Berufung auf die örtlichen Behörden. In Medien veröffentlichte Videoaufnahmen zeigten reißende Wasser- und Steinmassen, die von einem Berg hinunter auf Häuser in einem Tal stürzen, während entsetzte Dorfbewohner schreien.

Schwierige Rettungsarbeiten

Die Behörden ließen fast 1.500 Einwohner in Sicherheit bringen, 1.200 Einsatzkräfte wurden mit Pumpen und Baggern in das Unglücksgebiet entsandt. Die Rettungsarbeiten wurden jedoch von den Fluten behindert, weitere Erdrutsche wurden befürchtet.

Vergangene Woche hatte der Taifun eine Schneise der Zerstörung durch Taiwan gezogen. Vier Menschen kamen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt.

Zoo Leipzig: Löwen aus Gehege entlaufen

Im Zoo Leipzig sind heute Früh zwei Löwen aus ihrem Gehege ausgebrochen. Die Tiere befänden sich derzeit auf dem Zoogelände, sagte eine Sprecherin. Ein Notfallplan sei in Gang gesetzt worden. Eine Gefahr für Besucher habe nicht bestanden, weil der Tierpark zum Zeitpunkt des Vorfalls gegen 9.00 Uhr noch nicht geöffnet hatte. Der Zoo sei bis auf Weiteres geschlossen.

Löwen im Zoo Leipzig

APA/dpa/Jan Woitas

„Aktuell ist die Situation unter Kontrolle“, sagte die Sprecherin. Es sei bekannt, wo sich die beiden jungen Löwen aufhielten. Die Polizei sei zur Unterstützung an Ort und Stelle und übernehme Absperrmaßnahmen. Wie die Löwen aus ihrem Gehege entkommen konnten, ist noch unklar.

Die beiden männlichen Löwen Majo und Motshegetsi leben erst seit August im Zoo Leipzig. Die Tiere sind etwa anderthalb Jahre alt. Erst vor ein paar Tagen waren sie in ihr Freigehege umgezogen und somit für die Besucher zu sehen.

Kultur

Roman über skurrilen Glücksforscher beglückt Kritiker

Mit ihrem Debütroman „Der Winter tut den Fischen gut“ war die österreichische Schriftstellerin Anna Weidenholzer 2013 für den Leipziger Buchpreis nominiert. Mit ihrem neuen Buch „Weshalb die Herren Seesterne tragen“ landete Weidenholzer prompt auf der Longlist für den diesjährigen Deutschen Buchpreis. Auch wenn es das Buch nicht auf die Shortlist geschafft hat: Das deutschsprachige Feuilleton zeigt sich über diese Geschichte über einen skurrilen Glücksforscher begeistert.

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Alpha-Buchpreis: Markovic, Haider und Winkler im Finale

„Superheldinnen“ von Barbi Markovic, „Kongregation“ von Lydia Haider und „Blauschmuck“ von Katharina Winkler: Das sind die drei Finalistinnen für den Alpha Literaturpreis der Casinos Austria. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird am 27. Oktober vergeben.

Die Alpha-Gewinnerin 2016 zu küren obliegt nun der Fachjury, bestehend aus Schriftsteller Paulus Hochgatterer als Vorsitzendem, „profil“-Kulturredakteurin Karin Cerny, Musiker und Autor Ernst Molden sowie Christian Jahl, Leiter der Hauptbücherei Wien.

„Superheldinnen“: Markovic’ bittere Satire

„Superheldinnen“ ist Markovic’ zweiter Roman. Der Titel ist dabei ebenso sarkastisch wie der Erzählstil der seit 2009 in Wien lebenden Literatin. Denn ihre Superheldinnen sind drei Frauen, die sich den Anforderungen des Großstadtlebens zwischen Künstlertum und Prekariat stellen müssen.

Markovic hat eine bittere Satire geschaffen, die aber voll von verspieltem Witz und beißendem Spott ist, wie die Jury schreibt - ein nach Kritikeransicht „im besten Sinn eigenartiges Buch“.

Weit mehr als ein Provinzthriller

Die Oberösterreicherin Haider hat mit „Kongregation“ ein wuchtiges Romandebüt vorgelegt. Die Geschichte um eine Gruppe junger Leute, die sich gegen die Bräuche und Konventionen in ihrem Dorf auflehnen, ist trotz der Fülle an gewaltsamen Todesfällen weit mehr als ein österreichischer Provinzthriller.

Auch die in Berlin lebende Wienerin Winkler ist mit ihrem Erstlingsroman „Blauschmuck“ Anwärterin für den Alpha 2016. Der freundlich klingende Romantitel erweist sich als Täuschung. Denn mit Blauschmuck sind nichts anderes als die blauen Flecken gemeint, die die junge Kurdin Filiz schon in ihrem patriarchalisch geprägten Elternhaus und erst recht in ihrer Ehe mit Yunus bezieht.

US-Künstler malt riesiges Straßenkunstwerk am Eiffelturm

Direkt unter dem Pariser Eiffelturm hat der US-Künstler Cleon Peterson ein 700 Quadratmeter großes Straßenkunstwerk geschaffen. Zu sehen sind riesige Schwarz-Weiß-Silhouetten tanzender Männer und Frauen.

„Ich will damit die Einigkeit der Menschen zeigen. Und wo wirkt diese Aussage besser als unter dem Eiffelturm, wo jeden Tag Tausende Menschen aus aller Welt zusammenkommen?“, sagte der Künstler der dpa gestern.

Kunstwerk unter dem Eifelturm

APA/AFP/Thomas Samson

Das Kunstwerk ist laut Mitteilung der Eiffelturm-Gesellschaft für die „Nuit Blanche“ am Samstag konzipiert, bei der Pariser Kunstattraktionen nachts zu sehen sind. Gemeinsam mit neun anderen Künstlern arbeitete der 42-jährige Peterson vier Tage an dem Werk. Noch umgrenzt ein Zaun die Malerei auf dem Boden - vom Samstag an soll sie aber auch aus der Nähe bis 17. Oktober zu sehen sein. Den besten Ausblick gibt es von der ersten Etage des Eiffelturms.

IT

Spotify will Berliner Rivalen Soundcloud kaufen

Der Musikstreaming-Marktführer Spotify will laut einem Zeitungsbericht den Konkurrenten Soundcloud kaufen, eines der bekanntesten Berliner Start-ups. Die beiden Firmen seien in fortgeschrittenen Übernahmegesprächen, auch wenn ein Deal noch scheitern könne, schrieb die „Financial Times“ in der Nacht auf heute unter Berufung auf informierte Personen.

Spekulationen über Kaufpreis

Ein Kaufpreis sei unklar. In den vergangenen Finanzierungsrunden hielt sich die Bewertung von Soundcloud laut Medienberichten bei 700 Mio. Dollar (624 Mio. Euro). Der Finanzdienst Bloomberg berichtete zudem im Sommer, Soundcloud erwäge, sich für eine Milliarde Dollar zum Verkauf zu stellen. Im Juni holte sich Soundcloud bei der jüngsten Finanzspritze 100 Mio. Dollar von Investoren, unter anderem von Twitter.

Soundcloud gilt als ein Juwel der Berliner Start-up-Szene, immer wieder wurde über einen Börsengang spekuliert. Die Firma war zunächst eine Plattform für hochgeladene Musik, handelte inzwischen aber auch Deals mit großen Musikkonzernen aus und startete Ende März das Aboangebot „SoundCloud Go“. Wie erfolgreich das ist, blieb bisher unklar. Soundcloud hat nach früheren Angaben insgesamt über 175 Millionen Nutzer.

Science

Inka-Altar in Fluss in Peru gefunden

Im Süden von Peru haben Arbeiter in einem Fluss einen verschollen geglaubten jahrhundertealten Inka-Altar entdeckt. Das mächtige Steinobjekt stammt vermutlich aus der Zeit zwischen 1200 und 1500 nach Christus, wie das Kulturministerium heute mitteilte. Das Teilstück des Altars kam bei Räum- und Reinigungsarbeiten im Vilcanota in der Region Cusco zum Vorschein.

Inka-Altar

APA/AFP/Culture Ministry

Das Fundstück stellt rund 35 Prozent des Altars dar, wiegt etwa 20 Tonnen und ist 2,50 Meter lang und einen Meter hoch. Nun müsse auch der Rest der religiösen Verehrungsstätte gefunden werden, sagte Oscar Montufar, Koordinator des Archäologieparks Ollantaytambo. Nach seinen Angaben wurde der Altar von den Inkas für Zeremonien im Wasser genutzt.

Die Kulturbehörde von Cusco erwägt nun, den Inka-Altar auf dem Hauptplatz in Ollantaytambo aufzustellen, einer der größten Touristenattraktionen nach der Inka-Stadt in Machu Picchu.

Astronomen wollen bis zum Urknall blicken

Der 14. September 2015 ist in die Geschichte der Wissenschaft eingegangen: Damals gelang Physikern der LIGO-Kollaboration der erste direkte Nachweis von Gravitationswellen. Was an diesem Tag hinter den Kulissen passierte, wissen die beiden österreichischen LIGO-Forscher Patricia Schmidt und Sascha Husa.

In einem ORF.at-Interview erklären die beiden, warum die Gravitationswellen die Astronomie revolutionieren werden: Mit ihrer Hilfe könnte man unbegrenzt in die Vergangenheit des Universums blicken - im Prinzip sogar bis zum Urknall.

Mehr dazu in science.ORF.at

Religion

Leute

Promischreck küsst Kim Kardashian in Paris auf den Po

US-Promi Kim Kardashian (35) ist erneut Opfer des ukrainischen Promischrecks Witali Sedjuk geworden. Die US-Bürgerin war gestern in Paris vor einem Restaurant gerade aus dem Auto gestiegen, als der frühere TV-Moderator plötzlich näher kam und sie auf den Po küsste.

Sicherheitsleute schritten sofort ein, wie Videos und Fotos in mehreren Medien zeigen. Kardashian lobte danach ihren Bodyguard auf Twitter. Das Promiportal TMZ.com berichtete, die Ehefrau von Rapper Kanye West (39) wolle mit ihren Anwälten gegen Sedjuk vorgehen. 

Umarmungsversuche und Grapschen

Der Ukrainer hatte den Fernsehstar bereits vor zwei Jahren auf offener Straße in Paris belästigt. Er attackierte auch schon Stars wie Brad Pitt, Will Smith und Leonardo DiCaprio mit Umarmungsversuchen und Ähnlichem und wurde dafür 2014 von einem Gericht in Los Angeles zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt. Das hält ihn aber offenbar nicht ab: Vergangene Woche auf der Mailänder Fashion Week war auch Model Gigi Hadid (21) Ziel seiner Attacken.