Ausland

Mittelmeer-Flüchtlinge: Neue EU-Mission geplant

Zur Unterstützung Italiens beim Umgang mit Flüchtlingen, die über das Mittelmeer kommen, will die EU eine neue Grenzschutzmission auf den Weg bringen. Das teilten EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström und der italienische Innenminister Angelino Alfano heute nach einem Treffen in Brüssel mit.

Die Operation unter dem Namen Frontex Plus unter dem Dach der EU-Grenzschutzagentur Frontex soll laut Alfano die italienische Kontroll- und Rettungsmission Mare Nostrum ablösen. Allerdings sind sowohl die Finanzierung als auch der Umfang der Mission noch unklar. Damit Frontex-Missionen zustande kommen, müssen die EU-Staaten Material und Personal stellen.

Israel erwog offenbar Gaza-Wiederbesetzung

Die Wiederbesetzung von Gaza wurde von der israelischen Regierung „ernsthaft erwogen“, falls die Raketenangriffe der Hamas angedauert hätten. Die Möglichkeit bestehe nach wie vor, sagte der auch für internationale Beziehungen zuständige israelische Geheimdienstminister Yuval Steinitz laut einer Vorabmeldung gegenüber dem BBC-Interview-Format „Hardtalk“.

Steinitz betonte, er könne nicht ins Detail gehen: „Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass das ernsthaft in Erwägung gezogen wurde, und ich kann Ihnen sagen: Wenn die Hamas ihre Raketenangriffe auf Israel für weitere Wochen und Monate fortgesetzt hätte, glaube ich, dass das die einzige Alternative gewesen wäre.“

Eine unbefristete Waffenruhe im Gaza-Krieg hat bisher unterdessen Bestand. Seit Beginn der Feuerpause gestern Abend flog die israelische Armee keine Luftangriffe mehr auf Ziele im Gazastreifen. Auch auf Israel seien keine Raketen mehr abgefeuert worden, sagte eine Armeesprecherin in Tel Aviv.

Hamas nimmt erneut angebliche Kollaborateure fest

Die radikalislamische Hamas hat unterdessen laut Medienberichten im Gazastreifen 15 Personen wegen des Verdachts auf Kollaboration mit Israel festgenommen. Die Onlinezeitung Times of Israel berichtete heute, die Verhafteten hätten sich durch Textnachrichten als Informanten Israels verraten.

Den Festgenommenen werde der Prozess gemacht. Ihnen droht die Todesstrafe. In der Vorwoche hatte die Hamas 25 Menschen wegen angeblicher Spionage getötet.

Mehr dazu in Gespräche in Kairo werden fortgesetzt

Afghanistan: Abdullah will Wahlergebnis nicht anerkennen

In Afghanistan eskaliert die Krise um die Wahl des Staatsoberhaupts. Präsidentschaftskandidat Abdullah Abdullah drohte heute damit, das Ergebnis der Neuauszählung der bei der Stichwahl abgegebenen Stimmen abzulehnen.

„Wir haben den Überprüfungsprozess verlassen und werden nicht zurückkehren“, sagte Abdullahs Sprecher Sajed Fasl Satscharaki in Kabul. „Ergebnisse des Prozesses werden für uns nicht akzeptabel sein.“

Abdullah hatte sein Team heute von der Überprüfung der Stimmen abgezogen. Abdullah hatte die erste Wahlrunde am 5. April gewonnen, die absolute Mehrheit aber verfehlt. In der Stichwahl am 14. Juni lag dann sein Kontrahent Aschraf Ghani nach dem vorläufigen Ergebnis überraschend weit vorne.

Iran beginnt mit Umbau des Reaktors Arak

Der Iran hat mit dem Umbau des umstrittenen Schwerwasserreaktors Arak zur Reduzierung der Plutoniumproduktion begonnen. Das sagte der iranische Vizepräsident und Atomchef Ali Akbar Salehi heute nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA. Salehi habe auch das iranische Atomteam über den Umbau in Kenntnis gesetzt.

Plutoniumproduktion verringert

Nach iranischen Angaben soll damit in Arak erheblich weniger Plutonium produziert werden als ursprünglich geplant. Statt zehn Kilogramm Plutonium jährlich werde es weniger als ein Kilogramm sein, sagte Salehi. Damit wolle Teheran einen der Streitpunkte bei den Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten sowie Deutschland ausräumen.

Der Westen befürchtet, der Iran könnte Plutonium für den Atombombenbau einsetzen, und fordert eine Schließung oder Umwandlung der Anlage in einen Leichtwasserreaktor. Der Iran bestreitet, Atombomben anzustreben.

Moskau dementiert Pläne über Gasblockade der EU

Der russischer Energieminister Alexander Nowak hat angebliche Pläne der Regierung zur Blockade von Gaslieferungen an die EU verneint. Solche Behauptungen seien ohne Grundlage, sagte er heute in Moskau.

Zuvor hatte der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk gesagt, er habe Kenntnisse von Plänen Russlands, der EU im Winter den Gashahn zuzudrehen. Rund die Hälfte der russischen Gaslieferungen an die EU fließt durch die Ukraine.

„Maximal bemüht“, Lieferpflichten zu erfüllen

Nowak erklärte, Russland sei maximal bemüht, seine vertraglichen Lieferpflichten an europäische Importeure zu erfüllen, unabhängig von politischen Fragen. Außerdem betonte er, Russland sei offen für einen konstruktiven Dialog über Energiefragen, auch mit der Ukraine.

Verhandlungen mit EU am Freitag

Russland und die Ukraine liegen zum dritten Mal in zehn Jahren im Streit über die Gaslieferungen an die Ukraine. Russland beziffert die ukrainischen Gasschulden inzwischen auf 5,3 Milliarden Dollar. Die Ukraine wirft Russland vor, aus politischen Gründen überhöhte Preise zu verlangen.

Am Freitag soll es eine neue Verhandlungsrunde unter Vermittlung von EU-Energiekommissar Günther Oettinger in Moskau geben.

Doch kein Militärkonvoi gesichtet

Der nationale Sicherheitsrat in Kiew hat zudem heute Berichte über einen angeblichen russischen Militärkonvoi nicht bestätigt. Von einer Panzerkolonne aus 100 Fahrzeugen im Grenzgebiet sei nichts bekannt, sagte Sprecher Andrej Lyssenko heute in der ukrainischen Hauptstadt.

Westen rüstet irakische Kurden gegen IS auf

Immer mehr westliche Länder beliefern die irakischen Kurden mit Waffen für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums schicken neben den USA nun auch Kanada, Kroatien und Albanien Kriegsgerät. Die deutsche Regierung entscheidet am Sonntag über Waffenlieferungen.

Die Kurden gelten derzeit als der moderateste und verlässlichste Akteur im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der harte Kern von IS wird auf bis zu 15.000 Kämpfer geschätzt. Allein im Irak sollen bis zu 7.000 IS-Milizionäre im Einsatz sein. In Syrien sollen es zwischen 3.000 und 8.000 sein.

Waffen auch aus Italien, Frankreich und Großbritannien

Italien, Frankreich und Großbritannien haben ebenfalls Rüstungslieferungen angekündigt. Als eines der ersten Länder hatte der Iran mit Waffenlieferungen begonnen, wie der Präsident der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak, Massud Barsani, in Erbil mitteilte. Dänemark will ein Herkules-Flugzeug in den Irak schicken. Dieses könnte mit leichten Waffen beladen werden, die aber nicht aus Dänemark kommen.

Die USA unterstützen die kurdischen Kämpfer seit Anfang August mit Luftangriffen gegen IS im Nordirak. Die Terrormiliz IS will ein länderübergreifendes Kalifat im Irak und Syrien errichten und hat dabei bereits zahlreiche Gräueltaten gegen Zivilisten verübt.

Davutoglu als Erdogan-Nachfolger zum AKP-Chef gewählt

Die türkische Regierungspartei AKP hat den bisherigen Außenminister Ahmet Davutoglu zum Parteichef gewählt. Davutoglu folgt auf dem Posten dem designierten Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan nach, der die islamisch-konservative AKP seit ihrer Gründung vor 13 Jahren führte.

Gilt als Gefolgsmann Erdogans

Nach der morgigen Vereidigung Erdogans als Präsident übernimmt Davutoglu von ihm auch das Amt des Ministerpräsidenten. Auf einem AKP-Sonderparteitag in Ankara stimmte heute eine große Mehrheit für den einzigen Kandidaten.

Davutoglu gilt als Gefolgsmann Erdogans. Erdogan hat deutlich gemacht, dass er auch als Staatspräsident die Geschicke der Türkei lenken will.

Hamburger Bürger stimmen gegen Elbe-Seilbahn

Die Pläne für den Bau einer Seilbahn über die Elbe in der deutschen Metropole Hamburg sind vorerst vom Tisch. Bei einem Bürgerentscheid sprachen sich 63,4 Prozent der Abstimmungsberechtigten gegen das Projekt aus.

Bürgerentscheid nicht bindend

Von den 50.081 gültigen abgegebenen Stimmen sprachen sich nach Angaben des Bezirksamts Hamburg-Mitte 31.769 Einwohner gegen das Projekt aus. Zur Teilnahme aufgerufen waren insgesamt 203.318 Abstimmungsberechtigte. Für die Pläne stimmten 18.312 Bürger (36,6 Prozent). Der Bürgerentscheid ist für den Senat rechtlich aber nicht bindend.

Seilbahn von St. Pauli bis zum Hafen

Laut den Plänen sollte eine Seilbahn auf 80 Meter hohen Stützen vom Heiligengeistfeld in St. Pauli über die Elbe zu den Musicaltheatern im Hafen führen. Das Unternehmen Stage Entertainment wollte mit dem österreichischen Seilbahnbauer Doppelmayr 35 Millionen Euro in die 1,5 Kilometer lange Strecke investieren.

Inland

RH kritisiert Fördervergaben im Familienbereich

Der Rechnungshof (RH) kritisiert in einem heute veröffentlichten Bericht die Vergabe von Förderungen durch die Familie & Beruf Management GmbH. Diese sei ohne klare Festlegung von Förderungskriterien erfolgt. Außerdem seien Subventionen ausgezahlt worden, obwohl die Abrechnungen nicht ordnungsgemäß gewesen seien oder die Bestätigung über die widmungsgemäße Verwendung fehlte.

Administrativer Aufwand deutlich über Plan

Aufgabe der Familie & Beruf Management GmbH waren etwa Förderungen an das Institut für Familienforschung und den Gemeindebund. Insgesamt erhielt sie zwischen 2006 und 2012 knapp 20 Mio. Euro vom Bund. Neben der Fördervergabe monierte der RH, dass der administrative Aufwand der GmbH um rund 51 Prozent höher war als bei der Errichtung vorgesehen. Weiters habe man die ursprünglich vorgesehene Lukrierung von Drittmitteln nicht realisieren können.

Der Gesellschaft empfahl der RH unter anderem, die widmungsgemäße Verwendung ausbezahlter Fördermittel zu prüfen und gegebenenfalls Rückforderungen geltend zu machen. Förderungsentscheidungen sollten „nachvollziehbar und transparent“ dokumentiert werden. Dem Familienministerium schlug der RH vor zu analysieren, ob nicht die Aufgabenwahrnehmung durch das Ministerium selbst zweckmäßiger wäre.

Oberhauser: Gesundheitswesen soll solidarisch bleiben

Die designierte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) hat heute nach einem Informationsgespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer ihre Vorhaben für ihr künftiges Ressort bekräftigt: „Das Ziel, das über allem steht, ist, dass es ein solidarisches System bleiben muss.“

Die ausgebildete Medizinerin „möchte schauen, dass aus den gesunden Kindern auch gesunde Erwachsene werden“. Auch die Situation des Personals sei ihr ein Anliegen: Wer im Gesundheitswesen arbeitet, solle auch „etwas davon haben“. Wichtig sei aber auch, dass Patientinnen und Patienten die nötige Zeit und Zuwendung bekommen.

Stöger freut sich auf neue Aufgabe

Der designierte Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) freut sich auf seine neue Aufgabe. „Es ist an mich herangetreten worden, und ich habe mich sehr gefreut, dass man mir die Aufgabe zutraut“, sagte er nach seinem Informationsgespräch bei Fischer. Über konkrete Projekte im neuen Ressort wolle er erst nach der offiziellen Amtsübernahme sprechen.

Grundsätzlich will Stöger Mobilität als Chancengleichheit und Freiheit herausheben. Er habe das Gesundheitsministerium fünfeinhalb Jahre geführt. Es habe ihn gereizt, nicht nur die Infrastruktur im Gesundheitsbereich, sondern jetzt auch im technischen Bereich zu steuern.

Vorschusslorbeeren für Oberhauser

„Für mich war es sehr wichtig, dass ich auch mitgestalten konnte, wer meine Nachfolge antritt“, sagte Stöger. Er habe in Oberhauser großes Vertrauen: „Es ist für mich die ideale Nachfolgerin.“ Stöger geht auch davon aus, dass die Regierung bis 2018 halten wird. Die ÖVP habe offenbar ihre Probleme schnell gelöst. „Ich gehe davon aus, dass mit Reinhold Mitterlehner die Koalition ihre Sacharbeit gut weiterbringen wird.“

Sport

Champions League: Salzburg geht gegen Malmö auf Sieg los

Das große Ziel ist nur noch 90 Minuten entfernt. 90 Minuten, in denen Salzburg heute in Malmö gegen den schwedischen Meister nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel im Kampf um den Einzug in die Gruppenphase der Champions League theoretisch ein Remis reicht. Doch das ist für Salzburg trotz aller Probleme mit verletzten und unwilligen Spielern keine Option. Trainer Adi Hütter und seine Kicker „spielen sicher nicht auf ein Unentschieden“. Die Schweden hingegen vertrauen auf ihre Heimstärke.

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Fußball: Manchester United wird zur Lachnummer

Manchester United hat mit einem 0:4 im Ligacup gegen den Drittligisten Milton Keynes Dons seinen katastrophalen Saisonstart prolongiert. Die „Red Devils“, die sich erst gestern um eine Rekordsumme mit dem Argentinier Angel di Maria verstärkt haben, werden immer mehr zur Lachnummer. Nur einer bleibt gelassen: Trainer Louis van Gaal. Der Niederländer forderte einmal mehr Zeit für den Aufbau seines Teams. Die Pleite in Milton Keynes sei zwar enttäuschend, aber kein Schock.

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Wirtschaft

Russland plant SWIFT-Alternative

Russland bereitet den Aufbau eines eigenen Systems für den elektronischen Zahlungsverkehr vor. Hintergrund ist offenbar die Sorge, neue Sanktionen könnten das Land vom führenden Finanzdaten-Transfersystem SWIFT abschneiden. Die Regierung habe bereits ein entsprechendes Gesetz vorbereitet, erklärte heute Vizefinanzminister Alexej Moiseew laut russischen Nachrichtenagenturen.

Es solle jedoch erst in Kraft treten, wenn klar sei, dass die Notenbank über die dafür nötige Technologie verfüge. Russland hat bereits ein eigenes nationales Zahlungssystem für Kreditkarten in die Wege geleitet, nachdem MasterCard und Visa wegen der Sanktionen Geschäfte mit einigen russischen Banken eingestellt hatten.

SWIFT ist das größte Netzwerk für den weltweiten Austausch von Finanzdaten und hat seinen Hauptsitz in Belgien. Die Abkürzung steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. Der 1973 gegründete Verband sorgt dafür, dass Mitgliedsbanken rund um den Globus Geschäfte über ein einheitliches Telekommunikationsnetz, das SWIFT-Netz, machen können. Dazu zählen etwa Überweisungen an ein ausländisches Institut. An das Netz sind mehr als 10.000 Finanzinstitute angeschlossen.

Steuer-Selbstanzeige ab 1. Oktober teurer

Reuige Steuersünder, die sich selbst anzeigen, kommen bald nicht mehr so leicht ganz ungeschoren davon. Ab 1. Oktober wird das Finanzstrafgesetz verschärft.

Wer erst Eigenanklage erhebt, wenn sich die Finanz zwecks Steuerprüfung angemeldet hat, muss Strafzuschläge entrichten. Sie richten sich nach der Höhe der Abgabenschuld. Eine Anzeigenwelle vor Inkrafttreten der Novelle wird erwartet.

Fünf bis 30 Prozent Strafzuschläge

Bis zu einem Betrag von 33.000 Euro wird ab Oktober ein fünfprozentiger Strafzuschlag fällig, bis zu 100.000 Euro sind es 15 Prozent und bis zu 250.000 Euro 20 Prozent. Wer noch höhere Steuerschulden hat, muss davon zusätzlich 30 Prozent Strafe zahlen.

Wer nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat, geht straffrei aus. Leichte Fahrlässigkeit liegt etwa bei Buchungsfehlern vor. Ins Gefängnis müssen erstmalige Selbstanzeiger aber weiterhin nicht: Durch die Eigenanklage ersparen sie sich ein Finanzstrafverfahren mit möglichen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren.

Welle an Selbstanzeigen im September erwartet

Im September könnte es daher noch zu einer Anzeigenwelle kommen, wird in der Branche erwartet. Steuerberater informieren derzeit ihre Kunden über die anstehenden Änderungen. Das Finanzministerium rechnet sogar mit „Vorzieheffekten“ von zusätzlichen rund 150 Mio. Euro für das heurige Budget. Ab 2015 sollen die strengeren Regeln dann dem Fiskus 30 Mio. Euro mehr im Jahr bescheren.

Eine weitere Verschärfung: Wer sich bereits einmal selbst angezeigt hat, kann wegen der gleichen Abgabe in der gleichen Zeitperiode nicht eine weitere Selbstanzeige einbringen. Bisher gibt es die Möglichkeit, mit einem Zuschlag von 25 Prozent ein Finanzstrafverfahren nach mehrmaliger Selbstanzeige zu vermeiden.

200 Mrd. Franken unversteuertes Geld in der Schweiz

Auf Schweizer Bankkonten liegt immer weniger Schwarzgeld. 2013 verwalteten die Geldhäuser des Landes rund 200 Milliarden Franken (165,5 Mrd. Euro) an nicht deklarierten Vermögen von Ausländern, so eine Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Fünf Jahre zuvor waren es noch 800 Milliarden Franken (662 Mrd. Euro) gewesen.

Steruerhinterzieher zogen Geld ab

Dank einem weitreichenden Bankgeheimnis war die Schweiz jahrzehntelang eine der weltweit bedeutendsten Steueroasen. Doch 2008 begannen die Behörden in den USA und später auch in europäischen Ländern eine Feldzug gegen Steuerhinterzieher und die Banken, die sie beherbergen.

Viele Kunden haben ihre Konten dem Fiskus inzwischen offengelegt und ihre Gelder in die Heimatländer transferiert. PwC zufolge flossen in diesen Jahren insgesamt rund 350 Milliarden Franken von Schweizer Banken ab, ein großer Teil davon dürfte unversteuert gewesen sein.

„Schlimmste Abflüsse sind vorüber“

„Die schlimmsten Abflüsse sind vorüber“, so ein PwC-Experte. Er schätzt, dass nochmals rund 70 Milliarden Franken das Land verlassen könnten. Mittelfristig rechnet PwC mit einer Trendwende. Die Schweiz werde bei der Einwerbung neuen Geldes zwar boomenden asiatischen Standorten wie Hongkong und Singapur hinterherhinken, aber in einigen Jahren trotzdem wieder Wachstumsraten von jährlich bis zu fünf Prozent erreichen.

Ryanair wirbt mit Business-Tickets um Geschäftsreisende

Die irische Billigairline Ryanair will künftig Geschäftsreisende mit den Privilegien eines Business-Tickets locken. Dazu sollen flexiblere Buchungsbedingungen, schnellere Abfertigung und „Premiumplätze“ gehören, teilte die Fluggesellschaft heute mit.

Europas größter Billigflieger will im laufenden Geschäftsjahr die Zahl der Fluggäste um fünf Prozent auf 86 Millionen steigern. Dazu hat Ryanair unter anderem die Homepage vereinfacht und die Preise für aufgegebenes Gepäck gesenkt.

Dämpfe locken Spinnen an: Suzuki ruft 19.000 Autos zurück

Spinnen zwingen Suzuki zum Rückruf von etwa 19.000 Limousinen in den USA. Wie die dortige Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA heute erklärte, besteht beim Modell Kizashi eine erhöhte Brandgefahr durch eine Verkettung von Vorgängen, die ihren Ausgangspunkt in einer Blockade eines Schlauchs zur Ableitung von Benzindämpfen durch Spinnennetze haben könne.

Die Tiere würden durch die Dämpfe angelockt, hieß es. Unfälle oder Verletzungen seien im Zusammenhang mit dem Problem nicht bekannt. Um es zu lösen, wird eine Sperre installiert, die die Spinnen heraushält. Da Suzuki seit dem vergangenen Jahr keine Autos mehr in den USA verkauft, muss das in einer Fachwerkstatt gemacht werden.

Suzuki ist nicht der erste Autobauer, der gegen Spinnenbefall kämpft. Mazda hat seit 2011 zweimal wegen ähnlicher Probleme Rückrufe gestartet.

Chronik

Britische Stadt: 1.400 Kinder sexuell missbraucht

Ein Missbrauchsskandal ungeheuren Ausmaßes erschüttert erneut Großbritannien: Laut einem Bericht der Kommunalverwaltung wurden in der Stadt Rotherham in South Yorkshire in einem Zeitraum von 16 Jahren 1.400 Kinder und Jugendliche Opfer sexueller Gewalt.

Viele Minderjährige seien mit Waffen bedroht, vergewaltigt und teilweise auch in andere Städte verschleppt worden, heißt es in dem Bericht. Die Behörden hätten sich mitschuldig gemacht: Frühere Berichte seien unter Verschluss gehalten, die Missbrauchsfälle seien stillschweigend hingenommen worden.

Mehr dazu in Wahres Ausmaß der Taten noch unklar

Rätselhaftes Schiffsunglück vor Grönland: Tote gefunden

Nach einem rätselhaften Schiffsunglück vor Grönland sind an der Westküste der Insel vier Leichen aufgetaucht. Die Toten seien nahe der Disko-Bucht am Ufer entdeckt worden, teilte die Polizei heute mit. Tags zuvor hatte ein Radiosender den Notruf eines nicht näher identifizierten Schiffes empfangen. Das Schiff sinke, lautete die Botschaft.

„Das Wetter war ziemlich schlecht“, sagte ein Polizeisprecher. Zum Zeitpunkt des Notrufes habe es geregnet und gestürmt. Die Suche nach dem Havaristen, an der sich ein Hubschrauber und mehrere Boote beteiligten, blieb bisher erfolglos. Um was für ein Schiff es sich handelte und ob noch weitere Menschen an Bord waren, ist nicht bekannt. Die Polizei versucht nun, die Toten zu identifizieren.

Gesundheit

Indien fordert weniger Zucker in Pepsi-Getränken

Die indische Regierung hat den US-Konzern PepsiCo aufgefordert, den Zuckergehalt in seinen Limonaden zu reduzieren. Das habe der für Lebensmittel zuständige Minister Harsimrat Kaur Badal bei einem Treffen an PepsiCo-Chefin Indra Nooyi herangetragen, teilte sein Ministerium heute mit. Der Getränkehersteller äußerte sich zunächst nicht zu der Forderung.

Konsum in Indien nimmt zu

PepsiCo verkauft in Indien die Erfrischungsgetränke 7Up, Mirinda, Mountain Dew und Pepsi und betreibt dort mehrere Fabriken und Abfüllanlagen. In einigen Ländern ersetzt der Getränkehersteller Zucker teilweise mit dem Süßstoff Stevia; dieser ist jedoch in Indien nicht zugelassen.

In Indien werden die Themen Fettleibigkeit und Diabetes immer wichtiger. Vor allem in der Mittelschicht nimmt der Konsum von Fast Food und Softdrinks zu. Da die Inder aber derzeit noch weniger Limonaden trinken als die Menschen in anderen asiatischen Ländern, ist der Markt dort besonders interessant für PepsiCo. Der Konzern will deshalb bis 2020 insgesamt 5,5 Milliarden Dollar (4,2 Mrd. Euro) in das Geschäft in Indien investieren.

Ebola: WHO zog Helfer aus Labor in Sierra Leone ab

Nach der Ebola-Infektion eines ihrer Mitarbeiter in Sierra Leone hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Helfer aus einem Labor in dem westafrikanischen Land abgezogen. Bevor sie zurückkehren, solle geklärt werden, wie es zu der Infektion kommen konnte, teilte der WHO-Koordinator für Sierra Leone, Daniel Kertesz, in Freetown mit.

Infizierter zur Behandlung in Hamburg

Bei dem Infizierten handelt es sich offenbar um jenen Patienten, der heute in Hamburg zur Behandlung eingetroffen ist. Der aus dem Senegal stammende WHO-Mitarbeiter habe sich beim Einsatz in einem Labor in Sierra Leone infiziert, sagte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic.

Video dazu in iptv.ORF.at

Seit diesem Vorfall hätten die anderen Helfer „eine traumatische Zeit“ durchgemacht, sagte Kertesz. „Nach wochenlangem heroischen Einsatz für Patienten mit Ebola sind sie erschöpft. Wenn dann noch eine solche Stresssituation hinzukommt, erhöht sich das Risiko von Unfällen.“

Kultur

Filmfestspiele: Venedig lädt zum Lachen ein

„Hangover“ bei den Filmfestspielen von Venedig? Nicht ganz. Aber „Hangover“-Hauptdarsteller Zach Galifianakis spielt dennoch beim Eröffnungsfilm mit - jede Menge Lacher sind garantiert. Die Komödie „Birdman“ ist auch deshalb eine Überraschung, weil Alejandro Gonzalez Inarritu sie gedreht hat - der Mexikaner ist sonst für sinistre Dramen bekannt.

Aus Österreich ist Ulrich Seidl dreifach vertreten - mit einer Doku über die Österreicher und ihre Keller, in einer Doku über ihn selbst und als Produzent eines Horrorfilms von Veronika Franz. Und sonst: Ganz besonders viel Starrummel auf dem roten Teppich.

Mehr dazu in Klamauk zur Eröffnung

Bob Dylan veröffentlicht komplette „Basement Tapes“

Die „Basement Tapes“ sind der „heilige Gral“ für Fans von Bob Dylan: Der Künstler hatte diese 1967 zusammen mit The Band im Keller eines Hauses in Saugerties (New York) eingespielt. Ein Teil davon erschien später als Doppelalbum. Am 31. Oktober bringt Dylan erstmals offiziell die kompletten Aufnahmen in den Handel, gab Sony heute bekannt.

Für „The Basement Tapes Complete: The Bootleg Series Vol. 11“, ein aufwendiges Boxset mit sechs CDs, wurden „ausschließlich sorgfältig restaurierte Originalbänder überspielt, darunter einige, die erst kürzlich entdeckt wurden“, hieß es in einer Pressemitteilung. Es soll auch eine Art „Best-of“ als preiswertere Doppel-CD geben.

Dylan war 1966, am Höhepunkt seiner Popularität, mit dem Motorrad schwer gestürzt. Der Unfall bedeutete einen Einschnitt in die Karriere des Künstlers. Während seiner Rekonvaleszenz verschwand Dylan zum ersten Mal seit Jahren aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Er zog sich mit The Band - Robbie Robertson, Rick Danko, Richard Manuel, Garth Hudson und (später) Levon Helm - in ein kleines Haus zurück, das die Gruppe wegen des Anstrichs „Big Pink“ getauft hatte.

100 Songs mit breitem Bogen

Insgesamt nahm das Kollektiv im Laufe der kommenden Monate dort mehr als 100 Songs auf, darunter Traditionals, spontane Covers von Fremdkompositionen und vor allem Dutzende gerade erst entstandener Dylan-Songs, darunter zukünftige Klassiker wie „I Shall Be Released“, „The Mighty Quinn“, „This Wheel’s On Fire“ und „You Ain’t Going Nowhere“. Erste Gerüchte über die Sessions und vereinzelte Azetate der Aufnahmen förderten eine Neugier, die groß genug wurde, um im Musikgeschäft ein neues Phänomen auf den Plan zu rufen: Bootlegs.

Im Jahr 1969 tauchte in den Plattengeschäften denn auch ein (illegales) Album mit dem mysteriösen Titel „Great White Wonder“ auf, das Lieder der Basement-Sessions enthielt. Die eigentlichen Aufnahmen jedoch blieben offiziell nicht erhältlich. Erst 1975 veröffentlichte Columbia eine Auswahl von 16 Songs auf dem Doppelalbum „The Basement Tapes“, darunter acht neue Stücke von The Band ohne Dylan.

Auf „The Basement Tapes Complete“ sind nun erstmals sämtliche verwertbaren Aufnahmen des vorhandenen Materials enthalten, darunter auch erst kürzlich entdeckte frühe Tonbänder, die Dylan im „Red Room“ seines Hauses im Bundesstaat New York bespielt hatte.

Die Aufnahmen wurden im Unterschied zur Veröffentlichung von 1975 weitestmöglich in den klanglichen Zustand versetzt, in dem sie Dylan und The Band im Sommer 1967 selbst gehört haben. Das Tracklisting auf „The Basement Tapes Complete“ ist chronologisch angelegt und basiert auf dem damals von Hudson verwendeten Nummerierungssystem der Bänder.

Kate Bush feiert Live-Comeback in London

Die frühere Pop-Königin Kate Bush hat im Alter von 56 Jahren in London ein Bühnencomeback gefeiert. Bush trat gestern Abend im Hammersmith Apollo Theatre auf die Bühne - 35 Jahre nachdem sie 1979 ihre Livekarriere auf derselben Bühne vorläufig beendet hatte. Bush wird unter dem Titel „Before the Dawn“ bis Mitte Oktober 22 Konzerte in London geben.

Beim Auftaktkonzert applaudierten die Fans minutenlang stehend. Allerdings gab es auch Ärger: Das Management verbot das Fotografieren und Filmen mit Smartphones. Die Exklusivfotorechte waren an die britische Agentur Rex gegangen.

Bush begründete das Verbot mit einem engeren Kontakt zum Publikum: „Ich möchte mit euch als Publikum in Kontakt treten, nicht mit iPhones, iPads oder Kameras“, hatte sie vor dem Konzert verlautbart.

Bush war Ende der 1970er Jahre mit dem Hit „Wuthering Heights“ in die Charts gestürmt. Anfang der 1990er Jahre war es ruhiger geworden um die dunkelhaarige Britin, bevor sie 2005 mit dem Album „Aerial“ ein Comeback startete.

Leute

Neil Young reicht nach 36 Jahren Ehe Scheidung ein

Die kanadische Musiklegende Neil Young (68) will sich dem „Rolling Stone“ zufolge nach 36 Jahren Ehe scheiden lassen. Young habe in seiner Heimatstadt San Mateo in Kalifornien die Scheidung von Pegi Young (62) beantragt, meldete das Musikmagazin heute.

Pegi und Neil Young galten als Traumpaar der Musikszene. Die US-Amerikanerin soll die Inspiration zu einigen von Youngs schönsten Liebesliedern gewesen sein. In „Unknown Legend“ beschrieb er 1992, wie er sie als Kellnerin kennengelernt hatte: „Ich bestellte nur, um sie durch den Gang schweben zu sehen.“

Pegi Young, die auch eine Solokarriere machte, ist Mitbegründerin der Bridge School, einer Schule für behinderte Kinder. Zusammen mit ihrem Mann hatte sie die jährlichen Benefizkonzerte für die Schule organisiert, die zu einem Höhepunkt in der Musikszene Kaliforniens wurden. Beide haben zusammen zwei Kinder. Pegi hat auch Youngs Sohn aus erster Ehe adoptiert.

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