Ausland

USA starten Luftangriffe gegen IS-Miliz in Syrien

Das US-Militär hat nach Regierungsangaben mit Luftangriffen auf Stellungen der radikalen Miliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien begonnen. An dem Einsatz seien Partner-Nationen beteiligt, teilte das Verteidigungsministerium in Washington in der Nacht mit. Die Islamisten würden mit Kampfjets, Bombern und Tomahawk-Raketen angegriffen. Weitere Details würden erst zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt.

Damit weiten die USA ihre Offensive gegen den IS erheblich aus. Im benachbarten Irak, wo die Islamisten wie in Syrien weite Teile unter ihre Kontrolle gebracht haben, fliegen die Vereinigten Staaten bereits seit einigen Wochen Luftangriffe auf IS-Ziele. Sie werden dort seit kurzem von Frankreich unterstützt.

UNO-Klimagipfel beginnt in New York

Ein hochrangiger UNO-Klimagipfel, der heute in New York stattfindet, soll den Weg zu einem geplanten Weltklimavertrag vorbereiten. Der Vertrag soll Ende 2015 bei der UNO-Klimakonferenz in Paris verabschiedet werden und 2020 in Kraft treten. Österreich ist durch Bundespräsident Heinz Fischer und Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) vertreten.

Die UNO-Sonderbeauftragte Mary Robinson hat für den Kampf gegen den Klimawandel einen „Kurswechsel“ angekündigt. Von dem Gipfel und dem folgenden Gipfel in Paris werde eine Botschaft ausgehen, die mehr sei als „das übliche Geschäft mit grünem Anstrich“, sagte sie. Auch die USA und China, die sich bisher gegen verbindliche Minderungsziele sperren, sollen mitmachen, damit das Ziel noch erreicht wird, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Weißes Haus: Eindringling hatte 800 Schuss Munition

Ein ins Weiße Haus eingedrungener 42-Jähriger hat in seinem Auto rund 800 Schuss Munition sowie zwei Beile und eine Machete gehortet. Zudem sei er bereits vor etwa einem Monat mit einem Beil in der Nähe des Weißen Hauses gestoppt worden, sagte Staatsanwalt David Mudd dem Fernsehsender CNN zufolge gestern während der ersten Anhörung des Angeklagten.

Der Texaner sei eine Gefahr für US-Präsident Barack Obama gewesen. Der mit einem Klappmesser bewaffnete ehemalige US-Soldat war am Freitagabend erst in Obamas Amts- und Wohnsitz von Sicherheitskräften gestoppt worden.

Obama sagte, der für seine Sicherheit zuständige Secret Service mache einen „großartigen Job“. „Ich bin dankbar für all die Opfer, die sie für mich und meine Familie bringen.“ Kommentatoren kritisierten jedoch, dass der 42-Jährige nach dem Klettern über einen Zaun bis ins Weiße Haus vordringen konnte, ohne vorher vom Secret Service gestoppt zu werden.

Ukraine: Minister sorgt mit Bericht über Atomschlag für Spott

Der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletej hat mit Aussagen über einen mutmaßlichen Angriff mit russischen Atomwaffen im Konfliktgebiet Lugansk Gespött auf sich gezogen. Im Gespräch mit Journalisten hatte der Generaloberst behauptet, der Flughafen der ostukrainischen Stadt könne mit nuklearen Gefechtsköpfen von einem Granatwerfer vom Typ 2S4 Tjulpan beschossen worden sein.

Nicht nur in Russland, auch im eigenen Land gab es Kritik. Anton Geraschtschenko im Kiewer Innenministerium warnte vor der Gefahr, dass sich die Ukraine vor aller Welt lächerlich mache.

„Anscheinend nicht mehr bei Sinnen“

„Nach der Anwendung taktischer Atomwaffen gegen unsere beim Lugansker Flughafen im Schützengraben liegenden Jungs wäre niemand mehr rausgekommen“, schrieb Geraschtschenko auf Facebook. „Entweder hat sich der Verteidigungsminister geirrt, oder er kennt sich weder bei konventionellen noch atomaren Waffen aus.“ Geraschtschenko klärte den Minister auf: Wäre ein Atomsprengkopf dort explodiert, hätte er alles Lebende in der Nähe vernichtet und „die Scheiben in den Häusern von Lugansk im Umkreis von fünf bis zehn Kilometern zerstört“.

„Der ukrainische Verteidigungsminister ist anscheinend nicht mehr bei Sinnen“, schimpfte der Moskauer Außenpolitiker Alexej Puschkow. Moskaus Verteidigungsministerium warf Geletej „Verfolgungswahn“ vor.

UNO-Büro sieht Gaza-Krieg als Fall für den IGH

Die mutmaßlichen Kriegsverbrechen im Gaza-Konflikt sollen nach einer Empfehlung des Büros des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte vor den Internationalen Strafgerichtshof (IGH) in Den Haag gebracht werden. Die stellvertretende Hochkommissarin Flavia Pansieri stellte gestern in Genf einen Bericht vor, wonach Israel möglicherweise Kriegsverbrechen begangen habe, indem es zivile Ziele angegriffen habe.

In dem Bericht wurde auch die Sorge geäußert, dass bewaffnete palästinensische Gruppen mit willkürlichen Angriffen auf Israel gegen internationales Recht verstoßen hätten. So habe die radikalislamische Hamas militärisches Gerät in von Zivilisten bewohnten Gebieten stationiert und mutmaßliche Kollaborateure getötet.

Pansieri verwies auf eine Untersuchung aus dem Jahr 2009, in der der damalige UNO-Chefankläger für Kriegsverbrechen Richard Goldstone empfohlen hatte, die Situation in den Palästinensergebieten in Den Haag zu verhandeln. „Diese Empfehlung ist weiter relevant, besonders angesichts der jüngsten Eskalation und des vorangegangenen Versagens, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte sie. Etwa 2.200 Menschen waren im Sommer in dem 50-tägigen Krieg nach Angaben beider Seiten ums Leben gekommen.

Inland

Asyl: 400 wütende Bürger bei Versammlung am Semmering

Rund 400 Bewohner vom obersteirischen Spital am Semmering haben gestern Abend bei einer Bürgerversammlung ihrem Ärger über das vom Innenministerium im „Hotel Haus Semmering“ eingerichteten Asylgroßquartier Luft gemacht. Sie hatten kein Verständnis für die Aufnahme von solchen „Massen“ und wollten wissen, wer das bezahle und wo die Familien seien: „Wir sehen nur junge Männer“, so eine Frau besorgt.

Bürgermeister: „Alle Anmeldungen an Mikl-Leitner weitergeleitet“

Bürgermeister Reinhard Reisinger (SPÖ) erklärte, er mache sich momentan strafbar, weil er die bisher 141 eingelangten Flüchtlinge im neuen Quartier nicht angemeldet habe: „Ich habe alle Anmeldungen an Innenministerin Mikl-Leiter (ÖVP, Anm.) weitergeleitet und ihr geschrieben, dass ich keine Kapazität habe, die alle anzumelden.“ Dafür erntete das Gemeindeoberhaupt Applaus vom Publikum, das immer wieder mit zum Teil untergriffigen Zwischenrufen seine Meinung äußerte. Für entgeistertes Gemurmel sorgte Reisingers Auskunft, dass derzeit noch Touristen im selben Quartier wohnen, weil sie schon gebucht hatten: „Die verlassen teilweise wutentbrannt das Hotel.“

Eine „zutiefst soziale Frage“

Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser (SPÖ) appellierte, dass die Aufnahme dieser Kriegsflüchtlinge eine „zutiefst soziale Frage“ sei. Er stehe nicht dafür zur Verfügung, dass diese Menschen im Freien im Regen stehen gelassen werden. Dennoch meinte er: „Was hier passiert ist, ist nicht in Ordnung.“ Er sei überzeugt, dass die Menschen auch wieder wegziehen werden. Dafür gab es aus dem Publikum nur lautes Gelächter. Ein älterer Bewohner meinte gar: „Nicht nur Steinhaus, sondern ganz Österreich braucht keine Flüchtlinge.“

Die meisten Sorgen der Bevölkerung hingen damit zusammen, dass es sich bei den angekommenen Flüchtlingen mehrheitlich um junge Männer handle: Jeder habe ein Handy, wer bezahlt das? Werden die Menschen gesundheitlich untersucht, bevor sie herkommen? Wo sind die Familien? So lauteten die Fragen der Bewohner. „Es geht nicht um die Frauen und Kinder, sondern die Männer, die rudelweise auftreten. Da hat man Angst,“ sagte eine Bewohnerin.

U-Ausschuss-Entwurf erst im Oktober im Nationalrat

Der Gesetzesentwurf für die Reform der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse wird erst im Oktober im Nationalrat eingebracht. Darauf haben sich die Fraktionen mit Ausnahme des Teams Stronach (TS) gestern Nachmittag geeinigt, erfuhr die APA von SPÖ, ÖVP und Grünen. Einzelne Punkte im Entwurf der Parlamentsdirektion sollen bis dahin legistisch präzisiert werden.

Alle Beteiligten hätten das Bekenntnis abgegeben, dass die im Juli erzielte politische Einigung umzusetzen sei, berichtete der grüne Abgeordnete Dieter Brosz. Einzelne Punkte, die man nicht ausreichend diskutiert habe oder wo es noch Missverständnisse gebe, müssten nun geklärt werden. Als Beispiel führte er die genaue Definition der Vorsitzrolle an.

Reform soll mit Jahresbeginn in Kraft treten

Im ÖVP-Klub hieß es ebenfalls, dass festgehalten wurde, was noch zu präzisieren sei. Auch auf den Fahrplan habe man sich geeinigt. Ziel sei es, die Reform mit 1. Jänner 2015 in Kraft treten zu lassen. Bis zu den regulären Plenartagen im Oktober (22./23. 10.) soll der entsprechende Initiativantrag fertig sein, wurde im SPÖ-Klub erklärt.

Noch in dieser Woche sind dazu Expertengespräche auf Klubebene geplant. Der nächste politische Termin ist für Donnerstag kommender Woche (2. Oktober) angesetzt. Der Gesetzesentwurf der Parlamentsdirektion liegt den Klubs seit Montag vor, inklusive Anmerkungen des Justizministeriums und des Verfassungsdienstes im Bundeskanzleramt. Ursprünglich war überlegt worden, ihn schon diese Woche im Nationalrat einzubringen.

TS nicht bei Verhandlungen dabei

Bei den Verhandlungen nicht mit dabei ist als einzige Fraktion das Team Stronach. Die ausverhandelte Reform sei nicht weitreichend genug, kritisierte der stellvertretende Klubobmann Robert Lugar in einer Aussendung. Die Abgeordneten - vor allem jene der Opposition - würden zu Statisten gemacht, so Lugar.

Nazi-Keller: Regisseur Seidl beteuert Authentizität

Der Filmemacher Ulrich Seidl hat die Authentizität der Szenen seines neuen Films „Im Keller“, die Männer singend zwischen Nazi-Devotionalien in einem Keller im Burgenland zeigen, beteuert.

Er wies gegenüber der APA die Darstellung der Mitwirkenden zurück, die Einrichtung sei von ihm ausgewählt worden. „Ich verstehe menschlich, dass sie versuchen, ihre Haut zu retten“, sagte der Regisseur.

Ex-Gemeinderäte: Nur Statisten

Bei zwei der Männer handelte es sich um - inzwischen zurückgetretene - Gemeinderäte der ÖVP. Sie waren in dem Film singend in einem mit Nazi-Devotionalien gespickten Keller im Burgenland zu sehen. Die Darsteller erklären, sie seien „vom Filmemacher bezahlte Statisten“ gewesen, berichtete die Wochenzeitung „BVZ“ gestern (Onlineausgabe).

Seidl: Auch Polizei wusste von dem Ort

Das ist aus Sicht des Regisseurs unrichtig. Die Mitwirkenden hätten tatsächlich eine Aufwandsentschädigung bekommen, sagte Seidl, „wie das bei Dreharbeiten allerorts normal und üblich ist, auch bei Dokumentarfilmen“.

Es handle sich aber bei dem Keller um einen von einer der handelnden Figuren eingerichteten Ort, der von ihm, seinen Freunden und anderen Dorfbewohnern „Hunderte Male“ besucht worden sei. Auch die Polizei habe von dem Raum gewusst.

Sport

Tennis: Spaniens Herren meckern über „Chefin“

Spaniens Davis-Cup-Mannschaft wird künftig erstmals von einer Frau geführt. Der nationale Tennisverband kürte seine Sportdirektorin Gala Leon zur Nachfolgerin von Kapitän Carlos Moya, der nach dem Abstieg aus der Weltgruppe zurückgetreten war.

Nachdem Moya ein Angebot zur Rückkehr ausgeschlagen hatte, fiel die Wahl auf die 40-Jährige. Sie gewann als Profi ein WTA-Turnier. Die spanischen Tennis-Herren müssen sich erst an eine Frau als „Chefin“ gewöhnen und sind bei ihren Argumentationen gegen Leon noch recht machomäßig unterwegs.

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Formel 1: Hamilton bleibt auf Überholspur

Durch den Sieg beim Grand Prix in Singapur hat Lewis Hamilton am Sonntag zum zweiten Mal in dieser Saison die WM-Führung von seinem Mercedes-Stallrivalen Nico Rosberg übernommen. Rosbergs Kampfansage nach dem frühen Aus ließ aber nicht lange auf sich warten. „Ich muss das verarbeiten - und dann volle Attacke in Suzuka“, richtete der 29-Jährige seinem Teamkollegen aus.

Und so blieb Hamilton auch nach seinem zweiten Erfolg hintereinander vorsichtig. „Auf das Momentum gebe ich nichts“, erklärte der Brite, der von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff verbal geadelt wurde: „An solchen Tagen zeigen Fahrer wie Lewis, was den Unterschied zwischen einem Star und einem Superstar ausmacht.“

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Bundesliga: Bei Meister Salzburg brennt der Hut

Der Meister aus Salzburg kennt offenbar nur die Extreme. Nach dem grandiosen Saisonstart, als man die Gegner noch nach Belieben dominierte, schlitterte man seit dem Aus in der Champions League in die bisher schlimmste Pleitenserie der Red-Bull-Ära. Das 2:3 gestern gegen die Austria war das fünfte Pflichtspiel ohne Sieg und die dritte Ligapleite in Folge.

Sportdirektor Ralf Rangnick sprach angesichts der Probleme der Salzburger Defensive sogar von „Schülerniveau“. Bei den aufgeblühten „Veilchen“ hat man indes wieder Morgenluft geschnuppert, man nimmt nun sogar die Top Drei ins Visier.

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Wirtschaft

Ukraine und Ungarn belasten RBI-Gewinnziel

Gestern Abend hat auch die börsenotierte Raiffeisen Bank International (RBI) ihr Gewinnziel für heuer kassieren müssen. Für Kreditrisiken vor allem in der Ukraine und in Ungarn müssen einige hundert Millionen mehr zur Seite gelegt werden. Deshalb wird die RBI das Jahr 2014 mit einem Verlust abschließen.

Die Gewinnwarnung kam nach einer Sitzung des Vorstands am späten Abend. Die Kreditrisikovorsorgen dürften nun zwischen 1,5 und 1,7 Mrd. Euro ausmachen. Bisher war die Bank von 1,3 bis 1,4 Mrd. Euro ausgegangen.

Auf die Ukraine-Tochter Aval droht eine Markenwertabschreibung von bis zu 60 Mio. Euro. Die neuen ungarischen Fremdwährungskreditgesetze kosten an die 240 Mio. Euro. Rund 67 Millionen wurden im zweiten Quartal verbucht, der größere Rest wird wohl in das zweite Halbjahr 2014 fallen.

Ob für 2014 eine Dividende an die Aktionäre bezahlt wird, ließ Bankchef Karl Sevelda am Abend im APA-Gespräch offen. Fest stehe, dass die Bank ihre nachrangigen Kapitalinstrumente bedienen werde. Die höheren Wertberichtigungen schlagen zwar auf das Kapital durch, trotzdem betrachtet sich die Bank nach wie vor ausreichend kapitalisiert. „Wir sehen jetzt keinen Kapitalbedarf“, sagte Finanzvorstand Martin Grüll.

EU genehmigt Beihilfe für ersten AKW-Neubau seit Fukushima

Die EU wird Großbritannien grünes Licht für den ersten Atomkraftwerksbau in Europa seit der Katastrophe von Fukushima geben. „Unsere Diskussionen mit den britischen Behörden haben zu einer Übereinkunft geführt“, teilte Kommissionssprecher Antoine Colombani gestern in einer E-Mail mit.

Auf dieser Grundlage werde Vizekommissionspräsident Joaquin Almunia seinen Kommissionskollegen empfehlen, eine positive Entscheidung in dieser Angelegenheit zu treffen. An dem Bau ist der französische Versorger EDF maßgeblich beteiligt. Das Projekt hat für Großbritannien eine hohe Priorität, weil das Land in den kommenden Jahren jedes fünfte seiner alternden AKWs ersetzen will. Für Frankreich ist die Anlage ein wichtiges Exportgeschäft.

Auch zahlreiche andere Länder warten gespannt auf das Urteil der EU-Behörde, weil es eine Richtschnur für die erlaubten Subventionen liefert. AKW-Entwickler in der EU sind mittlerweile auf staatliche Unterstützung angewiesen, denn seit dem Fukushima-Unglück im März 2011 haben schärfere Sicherheitsauflagen die Kosten für neue Kernkraftwerke in die Höhe getrieben. Daher sichert Großbritannien als erstes europäisches Land den AKW-Bau mit Staatsgarantien ab.

AKW soll ab 2023 Strom produzieren

Das Kraftwerk Hinkley Point C mit zwei Druckwasserreaktoren des französischen Herstellers Areva soll in Somerset in Südwestengland entstehen. Es ist der erste derartige Neubau in Großbritannien seit rund 20 Jahren. Er soll ab 2023 Strom produzieren und laut EDF rund sieben Prozent zur britischen Stromerzeugung beitragen. An dem Konsortium sind auch chinesische Firmen beteiligt.

GM: Mindestens 21 Todesfälle wegen defekter Zündschlösser

Im Skandal um den verspäteten Rückruf von Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern hat der US-Autohersteller General Motors (GM) mittlerweile mindestens 21 Todesfälle eingeräumt. Die neuen Angaben stammen aus einem gestern aktualisierten Zwischenbericht zu dem von GM eingerichteten Entschädigungsfonds.

Ursprünglich 13 Todesfälle bestätigt

Ursprünglich hatte GM nur 13 Todesfälle bestätigt und die Zahl in der vergangenen Woche auf 19 erhöht. Verbraucherschützer vermuten mehr als 300 Todesopfer in Verbindung mit dem technischen Defekt. Bei dem GM-Fonds gingen den aktualisierten Angaben zufolge bisher Forderungen für 143 Todes- und 532 Verletzungsfälle ein. In 37 Fällen seien die Entschädigungsansprüche bereits anerkannt worden, hieß es in dem Bericht. Die meisten anderen Fälle würden noch geprüft.

Der von General Motors beauftragte Anwalt Kenneth Feinberg hatte Ende Juni die Einzelheiten des Entschädigungsfonds vorgestellt. Demnach zahlt der Autobauer für jedes Todesopfer mindestens eine Million Dollar, für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte sollen je 300.000 Dollar fließen. Dazu kommen weitere Entschädigungszahlungen für erlittene Verletzungen.

Lebensmittelschmuggel nach Russland nimmt zu

Nach dem Importverbot für westliche Lebensmittel beklagen die russischen Behörden eine Zunahme beim Schmuggel von Obst und Gemüse aus EU-Staaten über Weißrussland.

Die Lebensmittelaufsicht in Moskau entdeckte unter anderem illegal ins Land eingeführte Pfirsiche und Nektarinen aus Spanien sowie Chinakohl aus Polen, wie die Agentur Interfax meldete.

Demnach wurden in den vergangenen Wochen Dutzende solcher Verstöße gemeldet. Russische Medien berichteten, dass seit dem Anfang August im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Einfuhrstopp etwa auch Käse und andere Milchprodukte aus der EU in Weißrussland umetikettiert und dann eingeführt werden. In russischen Supermärkten gibt es beispielsweise Parmesan und andere Markenkäsesorten aus Weißrussland zu kaufen.

Piloten lehnen Vorschlag von Air-France-Chef ab

Strikt abgelehnt haben die streikenden Piloten der Air France ein „letztes Angebot“ der Airline zur Beilegung der Krise. Die mit Abstand größte Pilotengewerkschaft sprach gestern in Paris von einer „letzten Provokation“ des Konzernchefs Alexandre de Juniac. Er habe nicht mehr Garantien angeboten als zuvor und kein Problem gelöst. Damit geht der Ausstand weiter.

Zu Beginn der zweiten Streikwoche ihrer Piloten hatte Air France die verhärteten Fronten aufbrechen wollen. Der umstrittene Ausbau der Billigtochter Transavia in Europa solle bis zum Dezember ausgesetzt werden, so das Angebot. An dem Konzept der Erweiterung halte Air France aber fest.

Streik bis Freitag verlängert

Die Piloten hatten ihren zunächst einwöchigen Streik bis Freitag verlängert. Der Arbeitsausstand bringt Air France Betriebsverluste von bis zu 20 Mio. Euro täglich, wie der Konzern mitteilte. Auch gestern konnte die Airline nur 41 Prozent der Flüge sicherstellen, heute sollen es 48 Prozent sein. „Der Streik ist ein Desaster für die Kunden, für die Beschäftigten und für die Finanzen der Gesellschaft“, so Air France.

Bis zum Jahresende würden keine Transavia-Filialen in Europa geschaffen, um einen eingehenden Dialog zu führen, hatte De Juniac gesagt. Dabei werde es auch um die notwendigen Garantien gehen.

Dieser Versuch, die Lage zu entschärfen, dürfe aber nicht den angestrebten Ausbau der Billigtochter beeinträchtigen, hatte der Konzernchef deutlich gemacht. „Wenn wir im europäischen Rennen bleiben wollen, haben wir zur raschen Transavia-Entwicklung keine Alternative“, erklärte De Juniac. Unverändert bleibe auch das Ziel von mehr als 100 Transavia-Maschinen bis zum Jahr 2017.

Russland soll AKWs in Südafrika bauen

Russland soll bis 2030 in Südafrika Atomkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 9,6 Gigawatt bauen. Ein entsprechender Kooperationsvertrag mit einem Finanzvolumen von zehn Mrd. Dollar wurde gestern unterzeichnet, wie beide Staaten bekanntgaben. Die Ankündigung kam überraschend und wurde am Rande einer internationalen Atomenergiekonferenz in Wien verbreitet. Offenkundig ist Südafrika gewillt, sein Atomenergieprogramm trotz Finanzierungsproblemen voranzutreiben.

„Dieses Abkommen öffnet Südafrika die Tür zu russischer Technologie, Finanzmitteln und Infrastruktur“, sagte Südafrikas Energieministerin Tina Joemat-Pettersson. Außerdem schaffe es eine solide Grundlage für eine weitere umfangreiche Zusammenarbeit. Der Generaldirektor von Rosatom, Sergej Kirienko, sagte, das Geschäft umfasse bis zu acht Atomkraftanlagen und schaffe Tausende Arbeitsplätze.

Südafrika hat seine Energiewirtschaft lange vernachlässigt und heute große Probleme, eine stabile Versorgung zu gewährleisten.

Chronik

Wanderer in Naturreservat nahe New York von Bären getötet

Ein 22-Jähriger ist in einem Naturreservat im US-Bundesstaat New Jersey von einem Braunbären getötet worden. Zusammen mit vier weiteren Wanderern war er gestern im etwa 65 Kilometer nordwestlich der Metropole New York gelegenen Apshawa-Park unterwegs, wie die Polizei gestern mitteilte. Als die Wanderer im Wald auf den Bären trafen, gerieten sie den Angaben zufolge in Panik und trennten sich.

Vier von ihnen konnten fliehen und alarmierten die Rettungskräfte. Zwei Stunden später wurde der leblose Körper des vermissten 22-Jährigen entdeckt. Ein Bär, der sich in der Nähe der Leiche aufhielt, wurde eingeschläfert.

Das Naturreservat Apshawa ist vor allem bei Wanderern und Vogelbeobachtern beliebt. Im Nordwesten New Jerseys leben bis zu 3.000 Braunbären. Nach Angaben der Umweltschutzbehörde handelte es sich vermutlich um die erste tödliche Attacke dieser Art in dem US-Bundesstaat.

IT

Google-Chef fordert „echten digitalen Binnenmarkt“ in der EU

Google-Chef Eric Schmidt hat von der EU mehr Freiheiten für Technologiefirmen gefordert. Sie müsse „einen echten digitalen Binnenmarkt“ schaffen, sagte er gestern in Brüssel. Wenn regulatorische Hürden wegfielen, hätten Start-up-Unternehmen direkt Zugang zu einer Milliarde Kunden - „einem Markt, der größer ist als die USA“. Europa könnte so die hohe Arbeitslosigkeit angehen.

„Europa muss Risikoträger ermutigen“, sagte Schmidt. Unternehmer seien vorrangig in Kulturen zu finden, die sie ermutigten, Risiken einzugehen. Der Google-Chef verwies dabei auf den umstrittenen Fahrdienstanbieter Uber, der Privatleuten erlaubt, via Smartphone-App Fahrten anzubieten, die in der Regel deutlich günstiger sind als die jeweils ortsüblichen Taxitarife.

Google steht seit 2010 im Visier der Europäischen Union: Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass Google Suchergebnisse manipuliere. Dabei würden Ergebnisse von spezialisierten Suchdiensten, die Google selbst betreibt, höher und prominenter angezeigt als Ergebnisse der Konkurrenz. Dem US-Konzern drohen ein Verbot der Praktiken und eine hohe Geldstrafe. Google machte mehrfach Zugeständnisse, inzwischen kamen aber weitere Beschwerden von Mitbewerbern auf.

3-D-Brille Oculus vor Bewährungsprobe

Die 3-D-Brille Oculus, von Facebook um rund zwei Milliarden Euro gekauft, soll nach jahrelanger Entwicklungsarbeit bald marktreif sein: Am Wochenende wurde ausgewählten Entwicklern erstmals ein Prototyp vorgestellt, der dem endgültigen Produkt schon ziemlich nahekommen soll. Die Creme de la Creme der IT-Branche wurde seit der Übernahme rekrutiert, um aus der sprichwörtlich im Sack gekauften Katze ein gewinnbringendes Investment zu machen. Bis dahin braucht Facebook aber noch einen langen Atem, vor allem in finanzieller Hinsicht. Dass das Abenteuer in der virtuellen Realität überhaupt zum kapitalen Bauchfleck wird, ist auch nicht ausgeschlossen.

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Science

Die NSA-Station im 22. Wiener Gemeindebezirk

Auch wenn die Nachrichtenlage seit Beginn der NSA-Enthüllungen in Bezug auf Österreich noch immer dürftig ist, lassen sich nun drei der bisherigen vier Erwähnungen Österreichs zweifelsfrei zuordnen. Der in einem Dokument erwähnte „Vienna Annex“ zur NSA-Station in der US-Botschaft befindet sich in den obersten drei Geschoßen des IZD-Towers im 22. Wiener Gemeindebezirk. Das geht aus einer aktuellen Fotoserie, die ORF.at zugespielt wurde, klar hervor.

Seit der Fertigstellung des Towers Ende 2001 residiert dort die US-Vertretung bei den Vereinten Nationen. Auf dem Dach befindet sich in einer Höhe von etwa 130 Metern derselbe Aufbau wie auf dem Dach der US-Botschaft im neunten Wiener Gemeindebezirk. In beiden Fällen hat das als „Wartungsaufbau“ getarnte Häuschen eine Grundfläche von etwa 15 Quadratmetern. Vom Boden aus ist es praktisch nicht zu erkennen, das Häuschen ist direkt auf die nahen Gebäude der UNO-City ausgerichtet.

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Kultur

Pink Floyd kündigten neues Album für November an

Pink Floyd werden ihr neues und vermutlich letztes Studioalbum am 7. November in den Handel bringen. „The Endless River“ ist das erste Studioalbum der Gruppe seit rund 20 Jahren und besteht aus bisher unveröffentlichten, überarbeiteten Liedern, die David Gilmour, Richard Wright und Nick Mason schon 1993 für das Album „The Division Bell“ aufgenommen hatten.

Damit ist auch das Schlagzeugspiel des verstorbenen Rick Wright zu hören. „Wir haben mehr als 20 Stunden Musik von uns drei durchgehört und das ausgesucht, auf dem wir für ein Album weiterarbeiten wollten“, sagte Gilmour in einem Pressestatement gestern.

Im vergangenen Jahr habe man neue Teile dazugefügt, andere neu aufgenommen und andere mit moderner Studiotechnik aufbereitet. Der Mitte der 1980er Jahre ausgestiegene Roger Waters war nicht involviert.

Wright 2008 verstorben

Keyboarder Wright starb 2008 mit 65 Jahren an Krebs. „The Endless River“ sei ein Tribut an ihn, teilte die Band auf ihrer Website mit. Sie hätten die Musik neu aufgenommen und mit moderner Studiotechnik bearbeitet. Fast alle der 18 Stücke sind instrumental. Nur „Louder than Words“ hat einen Text, den Gilmours Ehefrau Polly Samson geschrieben hat. Sie hatte im Juli bereits über Twitter verraten, dass es ein neues Album geben werde.