Ausland

Drei Tote bei Protesten im Kongo - Internet abgeschaltet

Im Kongo sind bei landesweiten Protesten gegen Präsident Joseph Kabila mindestens drei Menschen getötet worden. Ein Demonstrant kam in der Hauptstadt Kinshasa ums Leben, zwei weitere starben in Mbandaka in Nordwesten des Landes, wie Leonid Kandolo heute sagte. Er ist Sprecher einer katholischen Laienvereinigung, die die Proteste organisiert hatte.

Nach seinen Angaben wurden auch mehrere Menschen verletzt. Die Polizei habe Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt. Mehrere Zivilorganisationen sprachen zudem von etlichen Festnahmen.

Die Regierung des zentralafrikanischen Staates hatte die Proteste verboten. Das mobile Internet und SMS-Dienste waren vorübergehend abgeschaltet. Kabilas zweite Amtszeit endete offiziell bereits im Dezember 2016, er weigert sich jedoch abzutreten. Die nach einer Vermittlung der katholischen Kirche für Ende 2017 geplante Wahl wurde mit immer neuen Begründungen verschoben. Nun soll Ende des Jahres gewählt werden. Die politische Instabilität befeuert die Konflikte im Osten und im Zentrum des Landes.

Merkel legt Ministerliste für Kabinett vor

Morgen stimmt in Deutschland die CDU von Kanzlerin Angela Merkel über den mit CSU und SPD ausgehandelten Koalitionsvertrag ab. Zuvor präsentiert Merkel ihrer Partei noch ihr Wunschkabinett. Laut Kreisen der CDU dürfte Merkels Auswahl bereits stehen. Die Liste der Ministerinnen und Minister enthält laut deutschen Medienberichten einige Überraschungen. Die wahrscheinlich größte: Jens Spahn soll Gesundheitsminister werden. Er gilt als einer der größten Kritiker Merkels, vor allem in der Flüchtlingspolitik. Dass sie ihn an Bord holen will, ist ein deutliches Zugeständnis.

Mehr dazu in Parteitag muss Koalitionsvertrag absegnen

Verlegung der US-Botschaft für Netanjahu „historisch“

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Pläne zur Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem schon im Mai begeistert begrüßt. Die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump sei „ein großartiger Moment für die Bürger Israels und ein historischer Moment für den Staat Israel“, sagte Netanjahu heute während der wöchentlichen Kabinettssitzung.

„Wir werden zusammen feiern, alle Bürger Israels“, sagte Netanjahu. „Das wird bedeutende und historische langfristige Auswirkungen haben.“ Er dankte Trump und beschrieb ihn als „großen Freund des Staates Israel“.

Das US-Außenministerium hatte am Freitag mitgeteilt, die Eröffnung des Botschaftsgebäudes werde mit dem 70. Jahrestag der Gründung Israels zusammenfallen. Das Datum dafür ist der 14. Mai. Israelische Medien berichteten, Netanjahu wolle Trump zur Eröffnung einladen.

Scharfe Kritik von Palästinensern

Die Palästinenser reagierten entrüstet auf die US-Ankündigung. Chefunterhändler Saeb Erekat kritisierte auch scharf das Datum - einen Tag bevor die Palästinenser am 15. Mai der Nakba (Katastrophe) gedenken. Dabei geht es um den Verlust ihrer Heimat nach der Gründung des Staates Israel 1948. Während des ersten Nahost-Kriegs nach der Staatsgründung gab es nach unterschiedlichen Schätzungen rund 700.000 palästinensische Flüchtlinge.

Trump hatte Jerusalem im Dezember als Hauptstadt Israels anerkannt und die Verlegung der Botschaft angekündigt. Das stieß weltweit auf Kritik. In den Palästinensergebieten kam es zu Unruhen. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

Tausende Putin-Gegner gedenken Nemzows

Mehrere tausend russische Kritiker von Präsident Wladimir Putin haben heute an den vor drei Jahren ermordeten Oppositionsführer Boris Nemzow erinnert. Der größte Gedenkmarsch fand in Moskau statt und stand zugleich im Zeichen der Präsidentenwahl am 18. März. Die Teilnehmer riefen nach Augenzeugenberichten „Dies ist unser Land“ und nannten Präsident Wladimir Putin einen Dieb.

Proteste in Moskau

APA/AFP/Yuri Kadobnov

Die Oppositionskandidaten Xenia Sobtschak und Grigori Jawlinski liefen ebenso im Demonstrationszug mit wie der nicht zur Wahl zugelassene Antikorruptionsaktivist Alexej Nawalny. Die Moskauer Polizei schätzte den Zug auf etwa 4.500 Menschen.

Sicherheitskräfte mit Großaufgebot

In St. Petersburg versammelten sich nach Angaben der Organisatoren etwa 2.000 Menschen, die Polizei sprach dagegen von 350 Teilnehmern. Die Behörden hatten überall starke Kräfte zusammengezogen. Das Bürgerrechtsportal OVD-Info verzeichnete aber landesweit nur einzelne Festnahmen.

Die größte Anti-Putin-Demo seit Jahren fand heute in Moskau statt (iptv.ORF.at)

Der Reformpolitiker und ehemalige Vizeregierungschef Nemzow war am 27. Februar 2015 nachts auf einer Brücke in der Nähe des Kremls in Moskau erschossen worden. Der Fall hatte international Bestürzung ausgelöst. Die Ermittler gehen von einem Auftragsmord aus. Fünf Männer aus der Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus wurden 2017 zu hohen Haftstrafen verurteilt. Nemzows Familie und Kritiker der russischen Justiz bemängeln aber, dass die Hintermänner noch unbekannt sind.

Yücel-Anwalt: „Copy-Paste“-Anklagen gegen Journalisten

Die türkische Justiz scheint bei der Verfolgung kritischer Journalisten nicht nur politisch motiviert, sondern mitunter auch schlampig zu sein: Viele Anklageschriften würden im „Copy-Paste“-Verfahren verfasst, so der Anwalt des Journalisten Deniz Yücel, Veysel Ok, im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „profil“. „Die Justizbehörden vergessen manchmal sogar, Namen aus anderen Verfahren zu löschen.“

Eine Freilassung, drei Verurteilungen

„In der Anklageschrift für Ahmet Altan, für den 52 Jahre Haft gefordert werden, fand ich den Namen von Can Dündar“, sagte Ok mit Blick auf den mittlerweile in Deutschland lebenden früheren Chefredakteur der Zeitung „Cumhuriyet“. Ok vertritt mehrere inhaftierte Journalisten.

Als Yücel in der Vorwoche nach massivem Druck Deutschlands freigelassen wurde, verurteilten türkische Gerichte drei andere Journalisten (Mehmet und Ahmet Altan sowie Nazli Ilicak) zu lebenslanger Haft wegen angeblicher Terrordelikte. Ok wies darauf hin, dass es nur Zeitungsartikel als „Beweismaterial“ gegeben habe, verfasst vor mehreren Jahren.

Kritik an EGMR

Ok hatte diese Woche bei einem Wien-Besuch dafür geworben, den Druck auf den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zu erhöhen. Dieser sei die „letzte Burg, von der aus man die Meinungs- und Pressefreiheit (in der Türkei, Anm.) verteidigen kann“. Allerdings habe sich der Gerichtshof bisher bei Klagen gegen die umstrittene Verhaftungswelle nach dem gescheiterten Putsch-Versuch im Jahr 2016 zurückgehalten.

Laut dem Wiener Universitätsprofessor Hannes Tretter, der in dieser Sache die Glaubwürdigkeit des EGMR auf dem Spiel sieht, hat das Gericht bis Ende Mai 2017 18.000 Beschwerden erhalten. Nur in einem Fall sei Ankara zu einer Stellungnahme aufgefordert, 280 Fälle seien zurückgewiesen worden.

Südkoreas Präsident empfing nordkoreanischen General

Noch vor der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele hat Südkoreas Präsident Moon Jae In heute den nordkoreanischen General Kim Yong Chol empfangen. Das vorher nicht angekündigte, einstündige Treffen fand im südkoreanischen Pyeongchang statt, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Der nordkoreanische General Kim Yong Chol

APA/AFP

Der Empfang des Generals ist in Südkorea heftig umstritten, weil er als früherer Auslandsgeheimdienstchef für Provokationen und einen tödlichen Torpedoangriff auf ein südkoreanisches Kriegsschiff 2010 verantwortlich gemacht wird. Er führt die Delegation an, die Machthaber Kim Jong Un zu der Abschlussfeier und einer zweiten Runde innerkoreanischer Gespräche entsandt hat.

Spekulationen über Treffen mit US-Diplomatin

Vonseiten der USA ist die Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka Trump, mit einer Delegation angereist. Dazu gehört auch eine für Korea zuständige Vertreterin des Nationalen Sicherheitsrates (NSC) der USA, Allison Hooker. Die Anwesenheit der Delegationen weckte Hoffnungen, es könnte zu einem ersten Treffen der beiden Seiten in dem Konflikt über das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenprogramm kommen.

Nach der Verhängung der neuen Sanktionen der USA übte das Außenministerium in Pjöngjang allerdings scharfe Kritik. Ungeachtet der Annäherungspolitik von Kim Jong Un habe Trump die Spannungen damit wieder verschärft. Jede Art von „Blockade“ werde als „kriegerische Handlung“ betrachtet, zitierte Yonhap das nordkoreanische Außenministerium.

Inland

Tirol-Wahl: Grüne verlieren Bundesratssitz

Die Lage der Grünen wird - nach dem Rauswurf aus dem Nationalrat - wieder besser: In Tirol verloren sie bei der Landtagswahl nicht allzu viel, sie bleiben laut den Hochrechnungen zweistellig. Aus Bundessicht ist das Ergebnis allerdings nicht ganz erfreulich: Mit Platz vier hinter der FPÖ haben die Tiroler Grünen ihren Bundesratssitz verloren und damit die Grünen den Klubstatus im Parlament in Wien.

Mit bisher vier Bundesratsmandataren hatten die Grünen noch den Fraktionsstatus im Wiener Parlament - und somit 92.000 Euro pro Quartal an Klubförderung und diverse Mitwirkungsrechte. Ein zweiter Bundesratssitz könnte noch bei der Salzburg-Wahl am 22. April verloren gehen.

Frist für Budgetdetailplanung der Ministerien

Die Ministerien haben von Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) den Auftrag, bis Mitte kommender Woche die Details ihrer Budgetplanung für 2018 und 2019 bekanntzugeben. Den Rahmenbetrag mit entsprechenden Sparvorgaben haben sie schon, und es sind wohl „alle gleich zufrieden wie unzufrieden mit ihrem Stück Kuchen“, sagte Löger gegenüber der APA.

Einsparungsziel erst bei Budgetrede

Einen Globalbetrag für die Einsparungen will Löger noch nicht nennen - der soll dann in der Budgetrede am 21. März folgen. Löger ist aber zuversichtlich, dass Österreich heuer auch im aktuellen Aufschwung „dank großer Sparanstrengungen ein strukturelles Defizit von 0,5 Prozent erreichen kann“.

Für 2019 sei ein strukturelles Nulldefizit „nicht ausgeschlossen“. Das Gesamtdefizit („Maastricht-Defizit“) werde „heuer noch über null“ liegen. 2019 werde es „eine weitere positive Entwicklung geben“, so der Finanzminister auf Nachfrage. Jedes Ministerium müsse dazu durch Umschichtungen seine Sparvorgaben einhalten.

Unsicherheitsfaktor Bankenabwicklung

Letztlich hänge das Budget auch noch von einigen offenen Punkten ab: Dazu gehören die Kosten für Flüchtlinge, aber auch für die Bankenabwicklung - Stichwort Abwicklungseinheit Immigon - seien noch Kostenberechnungen im Gange, da gehe es um einen „Milliardenbetrag“.

Nur Sicherheit und Bildung sind nicht von den Einsparungen erfasst. Allerdings gebe es noch Diskussionen zwischen Ressorts, soweit nach der Regierungsbildung Zuständigkeiten gewechselt haben. Als Beispiel nennt der Minister die Integration: Bei Ausgaben für Schulung und Bildung müssten sich Außen- und Bildungsministerium noch absprechen.

Bierlein: Rückbau von Rechtsschutz bei Asyl „problematisch“

Die neue Präsidentin des
Verfassungsgerichtshofs (VfGH), Brigitte Bierlein, hält den Regierungsplan, dem Verwaltungsgerichtshof (VwGH) die Zuständigkeit in Asylsachen zu entziehen, für „problematisch“. Beim „Sicherheitspaket“ pocht sie auf „Verhältnismäßigkeit“.

„Das Asylwesen ist ein besonders sensibler Bereich, da sollte man den Rechtsschutz nicht zurückbauen“, so Bierlein im Gespräch mit der APA. Sie plädiert allerdings dafür, „alles zu tun, um Asylverfahren zu verkürzen“ - und möglichst rasch Wirtschaftsflüchtlinge und „echte Asylwerber“ zu trennen. Letztere sollte man dann „sofort zu integrieren versuchen“.

Landet „Sicherheitspaket“ vor VfGH?

Zurückhaltend äußerte sich die VfGH-Präsidentin zur Frage der Kürzung der Mindestsicherung für Asylwerber - zumal der VfGH gerade den Antrag des Landesverwaltungsgerichts behandelt, die diesbezügliche Regelung Niederösterreichs aufzuheben.

Auch ob die Koalitionspläne für ein „Sicherheitspaket“ - mit Ausbau der Überwachungsmöglichkeiten für die Polizei - verfassungskonform sind, wollte die neue Präsidentin nicht kommentieren. Schließlich werde dieses Gesetz (so es beschlossen wird) „mit hoher Wahrscheinlichkeit bei uns landen“. Bierlein wurde am Freitag von Bundespräsident Alexander van der Bellen als Nachfolgerin Gerhart Holzingers angelobt.

Wirtschaft

EZB: Drittgrößte Bank Lettlands vor Zusammenbruch

Die ABLV, Lettlands drittgrößte Bank, steht nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) vor dem Zusammenbruch und wird abgewickelt. Die lettische Regierung beruft wegen der Schieflage der Großbank ABLV für morgen eine Krisensitzung ein.

Behörden und Experten müssten über die nächsten Schritte beraten, um die Aufsicht zu verbessern, teilte Ministerpräsident Maris Kucinskis gestern mit. Den Kunden ist vorerst der Weg zu ihrem Geld versperrt.

Bank nicht systemrelevant

Auf der Website der Bank hieß es heute, die Kunden hätten derzeit keinen Zugang zu ihren Geldern. Die Filialen seien geschlossen, das Kartensystem abgeschaltet. Bis zu 100.000 Euro der Einlagen für berechtigte Kunden seien jedoch garantiert.

Eine Rettung sei nicht im öffentlichen Interesse, hatten die EZB und der Einheitliche Abwicklungsausschuss zuvor mitgeteilt. Der lettischen Finanzministerin Dana Reizniece-Ozola zufolge sind andere Banken des Landes stabil. Die ABLV sei nicht systemrelevant, deshalb werde die Regierung nicht eingreifen, erklärte sie.

Vorwürfe wegen Geldwäsche

Dem Institut wird vorgeworfen, in Geldwäsche von Kunden aus dem Nachbarland Russland und der Ukraine verwickelt zu sein. Da rund 40 Prozent der lettischen Bankeinlagen aus dem Ausland kommen, waren Sorgen aufgekommen, dass Ansteckungsgefahren für andere Banken bestehen könnten.

Die Vorwürfe gegen ABLV - die diese zurückweist - wurden von der US-Regierung erhoben. Die Finanzlage des Instituts spitzte sich daraufhin erheblich zu. Binnen Tagen flossen Einlagen im Wert von 600 Mio. Euro ab. Von der Zentralbank des Landes erhielt die ABLV in dieser Woche fast 300 Mio. Euro an Hilfen. Die EZB hatte angeordnet, dass die heimischen Aufseher bis auf Weiteres sämtliche Auszahlungen der Bank unterbinden.

Paketzusteller: Onlinekunden haben meist keine Wahl

Wieder nur ein Zettel im Briefkasten und das Packerl landet im Paketshop: Aufgrund schlechter Erfahrungen mit manchen Zustelldiensten wollen viele Kunden im Onlineshop nicht nur auswählen, auf welchem Weg sie ihre Bestellung bezahlen, sondern auch, mit welchem Lieferdienst das Paket zugestellt wird. Doch bisher lassen nur die wenigsten Händler ihren Kunden die Wahl.

Mehr dazu in help.ORF.at

EZB mahnt griechische Banken zum Abbau „fauler“ Kredite

Griechische Banken müssen laut Europäischer Zentralbank (EZB) mehr Anstrengungen zur Reduzierung ihres hohen Anteils an notleidenden Krediten unternehmen.

Der Umgang mit dieser Frage sei eine „Toppriorität“, sagte die Chefin der EZB-Bankenaufsicht, Daniele Nouy, in einem Interview mit der griechischen Zeitung „Vima"am Wochenende.

Die griechischen Banken haben mit den Aufsehern der EZB eine Reduzierung "fauler“ Kredite um 40 Prozent bis Ende 2019 vereinbart. Das Erreichen dieses Ziels bis 2019 würde den Banken in dem Euro-Land bessere Möglichkeiten an die Hand geben, ihre Mittel für die traditionellen Geschäftsbereiche einzusetzen, sagte Nouy.

Hilfskredite laufen noch bis August

Zuletzt hatte die Ratingagentur Moody’s ihre Bonitätsnote für Griechenland auf „B3“ angehoben. Die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Ausfalls oder einer Restrukturierung der von privaten Gläubigern gehaltenen Verbindlichkeiten des Landes sei deutlich zurückgehalten, hieß es zur Begründung. Auch mit der neuen Bewertung bewegt sich das südeuropäische Land aber weiterhin auf „Ramschniveau“.

Griechenland ist seit 2010 auf internationale Finanzhilfe angewiesen. Das dritte Hilfspaket im Umfang von bis zu 86 Mrd. Euro läuft im August aus. Die Regierung in Athen will sich danach wieder Geld an den Kapitalmärkten leihen.

ZIB2

Sport

Bundesliga: Austria trennt sich von Trainer Fink

Die Wiener Austria hat einen Tag nach der 1:2-Niederlage bei Admira Wacker Mödling heute Trainer Thorsten Fink von seinen Aufgaben entbunden. Die Entlassung hatte sich bereits unmittelbar nach dem Spiel abgezeichnet. Vorstand Markus Kraetschmer hatte von einem „arbeitsintensiven Wochenende“ gesprochen. Der Deutsche Fink hatte die Austria 2015 übernommen. Nach guten Ergebnissen in den ersten beiden Spielzeiten erfolgte in dieser Saison ein spielerischer Einbruch der Mannschaft, die sich in Liga und Europa League zunehmend schwächer präsentierte.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Burgstaller trifft bei Schalke-Sieg

Schalke hat in der deutschen Bundesliga im Rennen um die Champions-League-Plätze heute einen wichtigen Auswärtssieg bei Leverkusen gefeiert. Die „Königsblauen“ überholten dadurch die Rheinländer in der Tabelle und schoben sich auf den dritten Platz hinter Bayern München und Dortmund.

Guido Burgstaller brachte die Gäste mit einem sehenswerten Tor früh in Führung, es war der achte Saisontreffer für den ÖFB-Teamstürmer.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Olympia: Stadlober nach Blackout „schwer enttäuscht“

Ein Fauxpas hat Teresa Stadlober heute im Langlauf-Massenstart (30 km) eine mögliche Medaille bei den Olypischen Spielen in Pyeongchang gekostet. Die Salzburgerin bog rund neun Kilometer vor dem Ziel falsch ab und belegte nach dem Umweg Rang neun.

„Es wäre heute mein Tag gewesen, aber im Endeffekt war es nicht mein Tag“, sagte Stadlober über ihr Blackout. „Ich bin sehr enttäuscht, dass das heute passiert ist.“

Mehr dazu in sport.ORF.at/pyeongchang2018

Chronik

Starkes Erdbeben in Papua-Neuguinea

Im Pazifikstaat Papua-Neuguinea ist es zu einem starken Erdbeben gekommen. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke mit 7,5 an. Das Beben habe sich heute Abend auf der Insel Neuguinea in einer Tiefe von 35 Kilometern ereignet. Über Schäden wurde zunächst nichts bekannt.

Karte von Papua-Neuguinea

Omniscale

Papua-Neuguinea - nördlich von Australien gelegen - liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einer hufeisenförmigen Zone entlang der Küsten des Pazifischen Ozeans. Sie wird häufig von Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht. Hier treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander.

Genfer Polizei will Adler gegen Drohnen einsetzen

Die Genfer Polizei will künftig Adler gegen unerwünschte Drohnen im Luftraum einsetzen. Zwei der großen Greifvögel sollen noch in diesem Jahr zum Einsatz kommen, teilte ein Polizeisprecher heute auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit. Er bestätigte damit einen Artikel in der Westschweizer Zeitung „Le Matin Dimanche“.

Weil die Adler wilde Tiere seien, sei der Erfolg des Unterfangens keineswegs garantiert. Vergleichbare Erfahrungen gibt es laut sda bereits im Ausland, vor allem in der französischen Armee. Die niederländische Polizei hingegen musste ihr Zuchtprogramm für Adler gegen Drohnen wegen des Ungehorsams der Vögel abbrechen.

Kultur

„Waldheims Walzer“: Berlinale-Preis für Beckermann

Die heurige Berlinale-Preisverleihung hat einige Überraschungen bereitgehalten: Eine davon betrifft die österreichische Regisseurin Ruth Beckermann, die für ihre doku-essayistische Aufarbeitung der Waldheim-Affäre - „Waldheims Walzer“ - den Dokumentarfilmpreis erhielt. Der Goldene Bär für den besten Film ging - von kaum jemandem gesetzt - an ein Sex-Doku-Drama der rumänischen Regisseurin Adina Pintilie.

Mehr dazu in Der „Prototyp des feigen Beamten“

Bollywood-Legende Sridevi 54-jährig verstorben

Bollywood-Star Sridevi Kapoor ist tot. Wie die indische Nachrichtenagentur PTI heute unter Berufung auf die Familie meldete, starb Sridevi gestern in Dubai an einem Herzinfarkt. Die 54-jährige Schauspielerin soll in dem Golfemirat an der Hochzeit ihres Neffen teilgenommen und den Herzinfarkt während der Feier erlitten haben.

Bollywood-Star Sridevi Kapoor

APA/AFP/Sujit Jaiswal

Sridevi, die als Shree Amma Yanger Ayappan geboren wurde, spielte ihre erste Rolle im Alter von vier Jahren. Sie wirkte in vier Jahrzehnten in zahlreichen Filmen mit, ihre größten Erfolge feierte sie mit Kassenschlagern wie „Chandni“, „Mr. India“, „Mawali" und Tohfa“. Für ihre Verdienste um die indische Filmindustrie wurde ihr im Jahr 2013 von der Regierung der Padma Shri, der vierthöchste indische Zivilorden, verliehen.

Science

Studie: Keine schlechteren Schulnoten wegen Social Media

Deutsche Forscher sehen nach einer aktuellen Analyse keinen alarmierenden Zusammenhang zwischen der Nutzung Sozialer Netzwerke und dem Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen.

„Horrorszenarien über die mutmaßlich fatalen Auswirkungen von Sozialen Netzwerken auf schulische Leistungen sind unbegründet“, lautete das Fazit von Markus Appel von der Universität Würzburg.

Informationsaustausch über Soziale Netzwerke

Der Kommunikationswissenschaftler hat mit Kollegen aus Bamberg und Würzburg die Ergebnisse von 59 Publikationen zum Zusammenhang zwischen Social-Media-Nutzung und Schulleistungen ausgewertet. Richtig genutzt könnten Soziale Netzwerke die Schulnoten sogar leicht verbessern, berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift „Educational Psychology Review“.

Der Abgleich zeigte: Nutzen Schüler Social Media, um sich über schulbezogene Themen wie Hausaufgaben auszutauschen, erreichen sie im Mittel leicht bessere Noten. Von Multitasking - also Lernen oder Hausaufgaben machen und dabei Soziale Netzwerke nutzen - ist jungen Leuten dagegen abzuraten: Es verschlechtert die Leistung leicht.

Ein spannender Aspekt der Würzburger Studie ist, dass junge Leute trotz intensiver Handyzeit offenbar nicht weniger lernen. „Es gibt keinen Beleg für die plausible Annahme, dass Social-Media-Zeit zulasten des Lernens geht“, sagte Appel.

Saatgutdepot in Arktis wird wegen Klimawandels umgebaut

Zehn Jahre nach seiner Eröffnung soll das große Saatgutdepot auf Spitzbergen besser vor dem Klimawandel geschützt werden. Es bekommt daher einen wasserdichten Zugangstunnel aus Beton.

Saatgutdepot auf Spitzbergen

APA/AFP/NTB Scanpix/Junge Heiko

Technische Geräte, die Wärme abgeben könnten, werden in ein separates Gebäude ausgelagert. Die Arbeiten sollen nach Angaben des norwegischen Landwirtschaftsministeriums im März beginnen und bis Mai 2019 dauern.

Schutz vor Krieg und Katastrophen

Zuvor feiert der Global Seed Vault morgen sein zehnjähriges Bestehen. In der großen „Samenbank“ lagern Pflanzensamen aus der ganzen Welt bei Minusgraden, damit man im Fall von Naturkatastrophen oder auch Kriegen auf sie zurückgreifen kann. Das Depot gilt als besonders sicher. Nach starken Regenfällen und Schneeschmelze wegen einer Hitzewelle war Ende 2016 aber Wasser in einem Zugangstunnel entdeckt worden.

Die im Jahr 2008 eröffnete Anlage liegt in einer stillgelegten Kohlegrube außerhalb der Stadt Longyearbyen. Bisher führt ein futuristisch anmutender Eingang ins Innere. Dort können bis zu 2,5 Milliarden Samen aufbewahrt werden. Derzeit lagern nach offiziellen Angaben etwa eine Million Proben in dem Depot, nach Schätzungen der Welternährungsorganisation (FAO) sind es Exemplare von 40 Prozent aller Samenarten auf der Welt.

Religion

Grabeskirche in Jerusalem bleibt aus Protest geschlossen

In einem ungewöhnlichen Protestschritt haben Kirchenoberhäupter heute die unbefristete Schließung der Grabeskirche in Jerusalem angekündigt. Das Gotteshaus in der Altstadt gilt als heiligste Stätte des Christentums und ist gleichzeitig ein Touristenmagnet.

Gläubiger Mensch kniet vor dem versclossenen Eingang der Grabeskirche

APA/AFP/Gali Tibbon

In einem - scharf formulierten - gemeinsamen Schreiben der griechisch-orthodoxen und der armenischen Kirche sowie der Kustodie des Heiligen Landes war die Rede von einer „systematischen Kampagne gegen die Kirchen und die christliche Gemeinde im Heiligen Land“. Das israelische Außenministerium wollte sich nicht zu den heftigen Vorwürfen äußern.

Protest gegen israelisches Gesetz

Der Protest wende sich gegen einen israelischen Gesetzesentwurf, der die staatliche Enteignung von Grundstücken der Kirche ermögliche, hieß es in dem Schreiben. Darin war auch die Rede von einem „diskriminierenden und rassistischen Gesetz“. Israels Vorgehen trete die „seit Jahrzehnten herrschenden sensiblen Beziehungen zwischen der christlichen Gemeinde und den Behörden mit Füßen“.

Eine renovierte Grabkapelle in der Grabeskirche steht an der Stelle, an der Jesus begraben worden und wieder auferstanden sein soll. Die Rechte an der Kirche sind auf sechs Konfessionen verteilt: Katholiken, orthodoxe Griechen, Armenier, Kopten, Syrer und Äthiopier. Die Kirche zählt zum UNESCO-Welterbe.

Lifestyle

Panorama

DFB zieht Konsequenz aus Pfeifkonzert gegen Helene Fischer

Als Konsequenz aus dem Pfeifkonzert gegen die Sängerin Helene Fischer im vergangenen Jahr will der Deutsche Fußball-Bund in Zukunft bei den DFB-Pokal-Endspielen in Berlin keine Halbzeitshows mehr veranstalten.

„Wir werden ausschließlich den Fußball in den Mittelpunkt des Pokalfinales stellen. Es wird kein Showprogramm wie im letzten Jahr geben. Wir verzichten auch auf eine Pokal-Lady und setzen auf einen Pokal-Botschafter, der in einem früheren Finale eine überragende Rolle gespielt hat“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel der „Bild am Sonntag“ („BamS“).

Fischer ging in Pfeifkonzert unter

Fischer war während der Halbzeitshow des vergangenen Pokal-Endspiels zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt von den Fans beider Vereine lautstark ausgepfiffen worden.

Die Anhänger sahen in ihrem Auftritt einen weiteren Akt der Kommerzialisierung und Entertainisierung des Fußballs. „Wir haben aufgenommen, was an Kritik an den Abläufen des letzten Finales geäußert worden ist. Und wir gehen davon aus, dass die Fans das würdigen“, sagte Grindel in dem „BamS“-Interview.

Australien will Karpfenplage mit Virus Herr werden

Australien will den vor mehr als 160 Jahren eingeführten, nicht heimischen Karpfen mit einer umstrittenen Strategie bekämpfen: Die Regierung plant, ein ansteckendes Herpes-Virus in Australiens größtem Flusssystem Murray-Darling-Becken im Südosten des Kontinents einzusetzen.

Dort machen die Karpfen (Cyprinus carpio) 80 bis 90 Prozent der Fischmasse aus. Ziel ist es, die Anzahl der Karpfen zu verringern und heimische Arten zu schützen. Doch Wissenschaftler warnen, dieser 15 Mio. Australische Dollar (knapp zehn Mio. Euro) teure Plan berge Risiken. Zunächst müssten mehr Daten zu Sicherheit und Effizienz vorliegen, bevor das kostspielige und unumkehrbare Experiment losgehe, fordern sie in einem Beitrag im Wissenschaftsmagazin „Science“.

Ungewisse Folgen

Bei dem Erreger handelt es sich um das karpfen-spezifische Virus CyHV-3, von dem angenommen wird, dass es nicht natürlich in Australien vorkommt und Zuchtkarpfen vernichtet. Die Wirksamkeit schätzen die Wissenschaftler aber eher als gering ein. Das zeigten bisher gewonnene Daten. So sei das Virus bei Temperaturen über 30 Grad nicht mehr ansteckend. „Infizierte Karpfen flüchten sich in wärmere Gewässer, von denen es viele in Australiens Flüssen gibt“, schrieb Jonathan Marshall von der Griffith Universität in Nathan zusammen mit Kollegen. Damit könnten sich auch infizierte Fische weiter reproduzieren. Zudem könnten sich heimische Fischarten ebenfalls infizieren.

Ursprünglich war der Karpfen in den 1860er Jahren zum Aufbau von Fischfarmen in Australien eingeführt worden. Eine Karpfenlinie, die Boolara, geriet in den 1960er Jahren dann aber aus Versehen in das Flusssystem. Seitdem vermehren sich die Fische und dominieren über heimische Arten. Karpfen können sich sehr gut auf viele Lebensräume einstellen, und das sogar bei schlechter Wasserqualität.