Ausland

Kanada verhängt Sanktionen gegen Venezuela

Kanada hat im Konflikt zwischen Regierung und Opposition in Venezuela Sanktionen gegen das lateinamerikanische Land verhängt. Mit der Maßnahme sende Ottawa eine „klare Botschaft an Schlüsselfiguren des Maduro-Regimes, dass ihr antidemokratisches Verhalten Konsequenzen hat“, sagte Außenministerin Chrystia Freeland gestern. Von den Strafmaßnahmen betroffen sind 40 Behördenvertreter und Einzelpersonen in Venzuela. Zuvor hatten bereits die USA Sanktionen verhängt.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der linksnationalistischen Regierung unter Präsident Nicolas Maduro und der Mitte-rechts-Opposition. Fast 130 Menschen wurden bei den Unruhen seit Anfang April getötet, nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden mehr als 5.000 Menschen festgenommen.

„Obamacare“-Abschaffung droht endgültig zu scheitern

Der erneute Versuch von Donald Trumps US-Republikanern, die unter Vorgänger Barack Obama eingeführte Gesundheitsversorgung („Obamacare“) zu ersetzen, droht zu scheitern. Mit John McCain (Arizona) hat gestern nach Rand Paul (Kentucky) der zweite republikanische US-Senator seine Ablehnung des Gesetzesentwurfes kundgetan, den die Senatoren Bill Cassidy und Lindsey Graham eingebracht hatten.

McCain hatte sich bereits bei einem vorigen Entwurf quergestellt. Eine Abstimmung über den neuerlichen Vorschlag war für nächste Woche geplant. Es sollte nach mehreren missglückten Anläufen der letzte Versuch sein, Trumps Wahlversprechen zu erfüllen, „Obamacare“ durch ein neues Gesundheitsgesetz zu ersetzen. Die Republikaner dürfen sich im Senat jedoch maximal zwei Gegenstimmen aus dem eigenen Lager erlauben.

Mit Susan Collins aus Maine und Lisa Murkowski aus Alaska ist die Zustimmung zweier weiterer republikanischer Senatorinnen höchst ungewiss. Nach dem 30. September ist aufgrund sich ändernder Mehrheitsregelungen eine republikanische Majorität ohnehin vom Tisch.

Frankreichs Linke macht gegen Arbeitsmarktreform mobil

Mit einer Großdemonstration in Paris will der französische Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon heute gegen die heute besiegelte Arbeitsmarktreform von Staatschef Emmanuel Macron protestieren. Die Organisatoren hoffen auf Zehntausende Teilnehmer. Melenchon kritisiert die per Verordnung umgesetzte Reform als Abbau von Arbeitnehmerrechten und als „Sozialstaatsstreich“.

Macron besiegelt die Arbeitsmarktreform

APA/AFP/Philippe Wojazer

Die Arbeitsmarktreform ist Macrons erste große wirtschaftspolitische Reform. Im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit will der Präsident Unternehmen mehr Spielraum und Sicherheit geben. Unter anderem werden Kündigungen erleichtert, Abfindungen gedeckelt und Betriebsvereinbarungen gestärkt.

21 Flüchtlinge im Schwarzen Meer ertrunken

Bei einem Flüchtlingsunglück im Schwarzen Meer sind mindestens 21 Menschen ertrunken. Nach dem nächtlichen Untergang des Fischerboots bei stürmischer See wurden gestern weitere neun Menschen vermisst, wie die türkische Küstenwache mitteilte.

Ein Behördenvertreter sagte, es seien wohl bis zu 70 mehrheitlich irakische Flüchtlinge an Bord gewesen, 40 von ihnen wurden gerettet. Unter den Geretteten war eine schwangere Frau, die ihr Kind bei dem Unglück verlor.

Das Unglück ereignete sich vor der Küste der Provinz Kocaeli östlich von Istanbul. Wo das Fischerboot abgelegt hatte und welches Ziel es ansteuerte, war zunächst unklar, vermutlich wollte es nach Rumänien.

Die Türkei hat rund 3,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und anderen Ländern aufgenommen. In den Jahren 2015 und 2016 reisten Hunderttausende Flüchtlinge von der Türkei über die Ägäis nach Griechenland, doch ist diese Route seit dem EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei von März 2016 praktisch vollständig blockiert.

Istanbuls AKP-Bürgermeister überraschend zurückgetreten

Nach mehr als 13 Jahren im Amt ist der Bürgermeister der türkischen Millionenmetropole Istanbul überraschend zurückgetreten. Der AKP-Politiker Kadir Topbas kündigte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu gestern an, sein Amt als Bürgermeister der größten Stadt des Landes mit sofortiger Wirkung niederzulegen.

Seine Verbindungen zur regierenden AKP von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan werde er aber beibehalten. Topbas machte keine Angaben zu den Gründen seines Rücktritts.

Örtliche Medien hatten berichtet, dass es zu Differenzen zwischen dem Bürgermeister und dem ebenfalls von der AKP dominierten Stadtrat über Stadtentwicklungspläne gekommen war. Topbas stand seit März 2004 an der Spitze der Verwaltung Istanbuls und gehört zu den prominenten Vertretern der AKP. Beim Verfassungsreferendum im April hatte in der Stadt Istanbul eine Mehrheit gegen das von Erdogan angestrebte Präsidialsystem gestimmt, für das auch Topbas geworben hatte.

Trump schlägt nach Kim-Affront zurück

US-Präsident Donald Trump lässt sich die persönliche Beschimpfung durch den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un nicht gefallen. Kim sei offenbar ein Verrückter, dem es egal sei, sein Volk zu töten oder verhungern zu lassen, so die implizite Drohung Trumps gestern auf Twitter. Kim werde herausgefordert wie noch nie, so Trump. Zuvor hatte „Raketenmann“ (Zitat Trump) Kim Trump einen geisteskranken, dementen US-Greis genannt. Das Verbalduell hat allerdings einen ernsthaften Hintergrund - bis hin zu neuen Raketentests.

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Übergriffe an Unis: US-Regierung weicht Vorschriften auf

Die US-Regierung hat Vorschriften zur Untersuchung von sexueller Gewalt an Hochschulen aufgehoben. Bildungsministerin Betsy DeVos erließ stattdessen gestern Übergangsregeln, mit denen sie nach eigenen Worten fairere Verfahren sicherstellen will. „Die Schulen müssen solchen entsetzlichen Verbrechen und Verhaltensweisen weiterhin entschieden entgegentreten. Es wird nichts mehr unter den Teppich gekehrt“, sagte sie, „aber der Prozess muss auch fair und objektiv sein, damit jeder Vertrauen in das Ergebnis hat.“

Die Regierung von Präsident Donald Trump wendet sich damit einmal mehr gegen eine Bestimmung aus der Zeit des Demokraten Barack Obama. Nach den alten Regeln mussten Hochschulen bei Vorwürfen von sexueller Gewalt bereits ein Verfahren einleiten, wenn sie zu der Einschätzung kamen, dass diese eher wahr seien als unwahr. Nach den Übergangsvorschriften können die Hochschulen ein höheres Beweismaß anwenden. Sie können sich aber auch weiterhin an das alte Verfahren halten.

DeVos hatte in den vergangenen Wochen immer wieder argumentiert, dass die Obama-Regierung nicht die richtige Balance gefunden habe, um sowohl die Rechte der Opfer als auch die der Beschuldigten zu schützen. Es wird aber damit gerechnet, dass viele Hochschulen die Regeln nicht sofort ändern, sondern auf die endgültigen Vorschriften aus dem Bildungsministerium warten.

Inland

Kurz skizziert Vorhaben während Österreichs EU-Vorsitz

Mehr Subsidiarität und eine lückenlose Sicherung der EU-Außengrenzen bilden die europapolitischen Schwerpunkte des ÖVP-Wahlprogramms. Außenminister und ÖVP-Chef Sebastian Kurz will diese beiden Punkte neben dem Abschluss der „Brexit“-Verhandlungen und den Verhandlungen über den EU-Finanzrahmen auch zu zentralen Themen des österreichischen EU-Vorsitzes im zweiten Halbjahr 2018 machen.

EU-Kompetenzen nicht ausdehnen

Kurz schweben dabei ein „Kurswechsel in der EU“ und ein „Subsidiaritätspakt“ vor, sagte er gestern. Ziel: Öffentliche Aufgaben sollen möglichst bürgernah auf der Ebene der Nationalstaaten geregelt werden. Erst wenn ein bestimmtes Problem zu groß ist oder dort nicht gelöst werden kann, wird die Regelungskompetenz - eine Ebene drüber - von der EU übernommen. „Dort, wo kein Mehrwert durch europäische Regelungen entsteht, sollen EU-Kompetenzen nicht ausgedehnt werden“, sagte der Außenminister. Es brauche eine „Fokussierung auf zentrale große Fragen“.

Reden will der ÖVP-Spitzenkandidat auch über die Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU. „Niederlassungsfreiheit soll bedeuten, dass jeder überall in Europa arbeiten darf. Niederlassungsfreiheit kann aber nicht bedeuten, dass man sich das beste Sozialsystem aussuchen kann. Unser Ziel ist daher, dass es einen Anspruch auf Mindestsicherung für Zuwanderer erst nach fünf Jahren geben kann.“ Die Familienbeihilfe für im Ausland lebende Kinder soll wiederum an das Niveau des jeweiligen Landes angepasst werden.

„Brexit“ ohne „Mehrbelastung für Nettozahler“

In Sachen „Brexit“ plädierte der Außenminister dafür, eine „erträgliche Situation“ für alle Beteiligten zu schaffen. Europa brauche die Zusammenarbeit mit Großbritannien. „Die Verhandlungen werden hart und schwierig.“ Kurz erwartet einen Abschluss der Austrittsgespräche während Österreichs EU-Vorsitz. Durch den „Brexit“ werde die EU 12,8 Prozent weniger Bürger haben und 14 Milliarden Euro weniger an Beiträgen einnehmen. „Unser Ziel muss sein, dass es keine Mehrbelastung für die Nettozahler gibt.“

Kurz sprach sich für einen sparsameren Umgang mit EU-Geldern aus und nannte die Redimensionierung des öffentlichen europäischen Dienstes und die Zusammenlegung der beiden EU-Parlamentssitze in Brüssel und Straßburg als Beispiel.

Offizieller Wahlkampfauftakt

Mit dem Wahlkampfauftakt in der Wiener Stadthalle geht die ÖVP am Wochenende in die Intensivphase des Wahlkampfs. Um die 10.000 Unterstützer und Anhänger werden zu der Parteiveranstaltung, die nach dem Vorbild von US-Parteikonventen orchestriert werden soll, erwartet. Sonntag und Montag steigt Kurz dann in die TV-Konfrontationen ein, am Mittwoch präsentiert er dann den dritten und letzten Teil des ÖVP-Wahlprogramms mit dem Titel „Ordnung und Sicherheit“.

Wirtschaft

Unterlegener Bieter erwägt Klage gegen Air-Berlin-Verkauf

Die unterlegenen Bieter für Air Berlin kritisieren die Vorentscheidung zugunsten der Lufthansa und werfen der Bundesregierung Parteilichkeit vor. Die Vorentscheidung für die AUA-Mutter Lufthansa könnte juristische Folgen haben. Wenn das ausgemachte Sache gewesen sei, „wird es eine gewaschene Kartellklage geben“, sagte gestern ein Sprecher des vorerst unterlegenen Bieters Utz Claassen.

Er verwies auf Stellungnahmen aus der deutschen Bundesregierung zugunsten der Lufthansa unmittelbar nach dem Insolvenzantrag der Air Berlin. Die Gläubiger hatten gestern entschieden, für große Teile der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft exklusiv mit dem Marktführer zu verhandeln.

„Stück für Stück hässlich gemacht“

Claassen kritisierte auch die geplante Aufspaltung des Unternehmens, die zulasten der Beschäftigten, des Wettbewerbs und des Markenauftritts gehe. „Die Braut wurde nicht geschmückt, offensichtlich wurde sie sogar Stück für Stück hässlich gemacht.“ Air Berlin werde entstellt und verstümmelt, hieß es mit Blick auf gestrichene Langstreckenverbindungen.

Lauda sieht abgekartetes Spiel

Der österreichische Unternehmer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda, der für die von ihm einst gegründete Air-Berlin-Tochter Niki geboten hatte, sprach von einem abgekartetem Spiel. Es sei unglaublich, dass die deutsche Politik 150 Mio. Euro öffentliche Gelder zur Verfügung stelle, „damit nachher ein hundertprozentiges Monopol geschaffen wird“, sagte er in der Mittags-ZIB. „Wettbewerb heißt günstigere Tickets“, so Lauda weiter. Zudem könnten Reiseveranstalter dann mit verschiedenen Airlines fliegen - ein Monopol verhindere das.

Börse: Air Berlin soll großteils an Lufthansa verkauft werden

Air Berlin will nach eigenen Angaben mit der Lufthansa und easyJet über den Verkauf von Teilen des Konzerns bis zum 12. Oktober verhandeln. Insidern zufolge erhält Lufthansa den größten Teil.

London entzieht Uber Lizenz

Uber droht der Verlust eines wichtigen Geschäfts. London will die Lizenz des US-Fahrdienstvermittlers nicht verlängern, teilte die Verkehrsbehörde gestern mit. Als Grund nannte sie Sicherheitsbedenken. Uber zeige zu wenig Verantwortung und sei „nicht fähig und geeignet“, eine Verlängerung der Lizenz zu erhalten. Aktuell geht die Lizenz noch bis Ende September. Uber will die Entscheidung anfechten. Über 40.000 Fahrer sind für den Vermittler alleine in London unterwegs.

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Sport

Bundesliga: Rapid sehnt sich nach Höhenluft

Nach zuletzt zwei Unentschieden will Rapid heute zum Auftakt der neunten Runde der Bundesliga im Heimspiel gegen den WAC wieder einen Sieg einfahren. Als Tabellenachter liegen die Wiener nur drei Punkte hinter dem dritten Platz.

Einen baldigen Aufstieg in höhere Regionen hält Trainer Goran Djuricin durchaus für möglich. „Unsere Formkurve geht nach oben, leider passt es noch nicht ganz mit den Ergebnissen zusammen“, so Djuricin. Schuld daran war vor allem die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Die Wende soll der WAC bringen.

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Erste Liga: Ried nützt nächsten Wr.-Neustadt-Patzer

Die Spitze in der Ersten Liga ist gestern in der zwölften Runde noch näher zusammengerückt. Tabellenführer Wiener Neustadt gab mit einem 1:1-Heimremis gegen Austria Lustenau zum dritten Mal in Folge Punkte ab und liegt nur noch einem Zähler vor der SV Ried, die beim FAC in Wien mit 4:1 gewann. Der Bundesliga-Absteiger aus Oberösterreich schob sich an Hartberg vorbei, das bei Wacker Innsbruck nicht über ein 0:0 hinauskam.

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Tennis: Thiem gewinnt Krimi bei Laver Cup in Prag

Dominic Thiem hat seine Feuertaufe beim neu geschaffenen Laver Cup in Prag bestanden. Der Weltranglistensiebente aus Niederösterreich rang gestern den US-„Aufschlagriesen“ John Isner in mehr als zwei Stunden in einem wahren Tenniskrimi im Match-Tiebreak nieder und sorgte damit für eine 2:0-Führung Europas im Vergleichskampf mit einer Weltauswahl. Nach dem ersten Tag liegen die Europäer mit 3:1 voran.

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Motorsport: Auer verspricht DTM-Spektakel in Spielberg

Zum siebenten Mal in Folge macht am Wochenende (heute, 14.20 Uhr, und morgen, 14.50 Uhr, jeweils live in ORF Sport +) die deutsche Tourenwagen-Rennserie DTM auf dem Red Bull Ring Station. Im spannenden Kampf um die Gesamtwertung könnte in der Obersteiermark eine Vorentscheidung fallen. Mittendrin ist Lokalmatador Lucas Auer.

Der dreifache Saisonsieger baut in Spielberg ganz auf seinen Heimvorteil. Nicht nur, weil die umstrittenen Zusatzgewichte Geschichte sind, verspricht Auer ein Spektakel: „Es wird rundgehen.“

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Chronik

Puerto Rico: Nach Hurrikan droht Dammbruch

Nach den verheerenden Überschwemmungen durch Hurrikan „Maria“ droht auf der Karibikinsel Puerto Rico der Bruch eines großes Staudamms. „Sturmflutwarnung wegen eines drohenden Dammbruchs“, warnte der Wetterdienst.

Dabei handelt es sich um den Lago Guajataca im Nordwesten des Landes, der Staudamm wird als Wasserkraftwerk zur Stromgewinnung genutzt. Die Bewohner angrenzender Städte und Gemeinden wurde aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Nach Angaben der Zeitung „El Nuevo Dia“ sind 70.000 Menschen bedroht.

Bisher wurden mindestens sechs Menschen in dem US-Außengebiet, das östlich der Dominikanischen Republik liegt, durch den Hurrikan getötet. Es wird mit weiteren Opfern gerechnet. „Die Zerstörungen sind enorm, es gibt hunderttausende Personen, zu denen wir noch nicht gelangen konnten“, sagte die Bürgermeisterin der Hauptstadt San Juan, Carmen Yulin Cruz, dem US-Sender CNN. Fast alle 3,4 Millionen Einwohner der Insel seien weiter ohne Strom.

Mexiko-Beben: 70 Verschüttete lebend geborgen

Mehr als drei Tage nach dem schweren Erdbeben in Mexiko schwindet die Chance, noch Überlebende in den Trümmern eingestürzter Gebäude zu finden. „Wir setzen mit aller Energie und Intensität die Arbeiten bis zum letzten Moment fort, um noch jemanden zu finden“, sagte der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Miguel Angel Mancera. Seit dem Beben am Dienstag seien rund 70 Menschen lebend geborgen worden.

Nach Angaben des Leiters des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, stieg die Zahl der Todesopfer auf 293, davon starben allein in der Millionenmetropole Mexiko-Stadt 155 Menschen. 30 bis 40 Personen werden in der Stadt noch vermisst.

Das Erdbeben der Stärke 7,1 hatte neben Mexiko-Stadt besonders die Bundesstaaten Morelos und Puebla getroffen, tausende Gebäude wurden beschädigt. Es ist nun ein Wettlauf gegen die Zeit - da Menschen eigentlich nicht viel länger als 72 Stunden in den Trümmern überleben können.

Militär rückt in Favela in Rio de Janeiro ein

In der größten Favela von Rio de Janeiro ist ein Kampf zwischen Drogenbanden und Sicherheitskräften ausgebrochen. Die Behörden ordneten gestern an, dass 950 Soldaten in das Armenviertel Rocinha mit geschätzt über 70.000 Einwohnern einrücken sollen, nachdem der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Luiz Fernando Pezao, rasche Unterstützung angefordert hatte.

Brasilianisches Militär in Rocinha

APA/AP/Leo Correa

Hubschrauber kreisten über der Favela. In den Schulen der Umgebung wurde der Unterricht vorzeitig beendet. Seit den Olympischen Spielen vor rund einem Jahr hat sich die Lage dramatisch verschlechtert. Bereits Ende Juli waren 8.500 Soldaten entsandt worden, um in der 6,5-Millionen-Metropole die Machtzunahme von Drogenbanden zu bekämpfen. Von Jänner bis Juni wurden im Bundesstaat Rio de Janeiro bereits 2.723 Menschen getötet - 10,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitrum.

Die Polizei wird der Lage kaum noch Herr. Es wurden 2017 schon über 100 Polizisten getötet. Wegen der Lage sind auch die Tourismuszahlen eingebrochen, die Auslastung der Hotels in Rio lag laut der Tourismusbehörde zuletzt bei unter 50 Prozent.

Paar in London soll französisches Au-pair verbrannt haben

Nach dem Fund der völlig verbrannten Leiche eines französischen Au-pairs im Süden Londons hat die Polizei dessen Gasteltern festgenommen. Der 40-jährige Mann und die 34-jährige Frau stünden im Verdacht, das Opfer ermordet und die Leiche auf ihrem Grundstück verbrannt zu haben, teilten die Ermittler gestern mit. Medien zufolge handelt es sich bei der Toten um das 21-jährige Au-pair der Familie.

Nachbarn hatten am Mittwoch die Polizei alarmiert, weil aus dem Garten des Paars dichter Rauch aufstieg. Nach Angaben der Ermittler war die Leiche bereits so stark verkohlt, dass erst eine Obduktion ihre Identität klären kann.

Britische Medien berichteten, das Opfer sei die 21-jährige Sophie Lionnet aus dem nordostfranzösischen Troyes, das sich um die zwei Kinder des Paars kümmerte. Er habe die junge Frau seit August nicht mehr gesehen, sagte ein Imbissbesitzer aus dem Bezirk Wandsworth dem „Daily Telegraph“. „Sie lebte seit mindestens 20 Monaten hier und kam gewöhnlich zweimal am Tag, um den Kindern Zuckerln zu kaufen.“

Brandstiftung in Asylheim: Freispruch aufgehoben

Ein 23-Jähriger ist gestern Abend im Grazer Straflandesgericht von den Geschworenen vom Verdacht des Mordversuchs sowie der Brandstiftung freigesprochen worden. Der Richtersenat unter Vorsitz von Elisabeth Juschitz war jedoch der Meinung, dass die Laienrichter falsch geurteilt hätten und hob das Urteil auf. Der Fall geht nun an das Oberlandesgericht und dürfte neu verhandelt werden.

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IT

Zentrum für automatisiertes Fahren in der Steiermark

Am europaweiten autofreien Tag ist gestern in Graz die ALP.Lab GmbH offiziell präsentiert worden. Damit ist die Steiermark laut Experten das vielfältigste Testgebiet für selbstfahrende Autos in Europa.

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Elektroauto aus Salzburg

Ein Wirtschaftsberater in Zell am See (Pinzgau) hat ein neues Elektroauto entwickeln lassen. Der „enjoy“ ist bald marktreif und soll als Lifestyle-Fahrzeug für Städte in Kleinserien auf den Markt kommen – bis zu 100 Stück pro Jahr.

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Kultur

Deutscher Schauspielerpreis an „Vorstadtweib“ Gerti Drassl

Gerti Drassl, Darstellerin in der ORF-Serie „Vorstadtweiber“, ist gestern in Berlin als „Schauspielerin in einer komödiantischen Rolle“ mit dem Deutschen Schauspielerpreis geehrt worden, vermeldete der ORF. Die Auszeichnung wird seit 2012 jährlich vergeben, und zwar von Schauspielern.

Neben Drassl wurde Karl Markovics für seinen Auftritt im „Polizeiruf“ „Und vergib uns unsere Schuld“ des Bayrischen Rundfunks ausgezeichnet.

Eine zweite ORF-TV-Produktion wird heute gewürdigt: Die ORF/ZDF-Thriller-Reihe „Spuren des Bösen“ erhält beim Krimifestival „Tatort Eifel“ den Filmpreis Roland 2017, hieß es.

Gesundheit

Leute

Protest gegen „Brexit“: Colin Firth wird Italiener

Der britische Schauspieler und Oscar-Preisträger Colin Firth („The King’s Speech“) hat gestern die italienische Staatsbürgerschaft erhalten. Diese hatte er aus Protest gegen die „Brexit“-Pläne seiner Heimat beantragt.

Colin Firth

APA/AFP/Daniel Leal-Olivas

Das Innenministerium in Rom bestätigte, dass der mit der italienischen Filmproduzentin Livia Giuggioli verheiratete Firth die italienische Staatsbürgerschaft erhalten habe. Firth habe öfters öffentlich seine Liebe zu Italien bekundet, hieß es.

Der 56-jährige Schauspieler, der fließend Italienisch spricht, besitzt ein Haus in Umbrien. Er wolle die doppelte Staatsangehörigkeit genau wie seine Frau und seine Söhne Luca (16) und Matteo haben, berichtete er kürzlich. In den vergangenen Monaten hatte Firth in mehreren Interviews immer wieder den „Brexit“ scharf kritisiert.

Miss Türkei verliert Titel wegen Twitter-Meldung

Die Siegerin der Miss-Türkei-Wahl ist ihre Krone wegen einer als anstößig gewerteten Twitter-Botschaft wieder los. Itir Esen verlor ihren Titel nur einen Tag nach dem Gewinn am Donnerstag. An ihre Stelle trat die Zweitplatzierte Asli Sümen, die nun auch zum Miss-World-Wettbewerb nach China reist.

Miss türkei Itir Esen

APA/AP

Der 18-jährigen Esen wurde ein Tweet zum gescheiterten Putsch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan im Juli 2016 zum Verhängnis. In der rund um den ersten Jahrestag des Aufstandes gesendeten Botschaft hieß es: „Ich habe heute Morgen meine Periode, um den Märtyrertag 15. Juli zu feiern. Ich feiere den Tag, indem ich im Namen des Blutes unserer Märtyrer blute.“

Bei dem gescheiterten Putsch wurden 249 Menschen - Putschisten nicht mitgerechnet - getötet. Damals hatte eine Gruppe Soldaten versucht, die Macht an sich zu reißen.

Die Miss-Türkei-Organisation erklärte, sie könne eine solche Mitteilung „nicht hinnehmen“. Ziel der Organisation sei es, das Ansehen der Türkei in der Welt zu fördern. Der Tweet sei den Veranstaltern erst nach dem Entscheid bekanntgeworden. Das Urteil sei nach stundenlangen Beratungen über dessen Inhalt gefallen.