Inland

Pilz gegen Doppelstaatsbürgerschaft

Der Konflikt zwischen Österreich und der Türkei fördert eine Bruchlinie innerhalb der Grünen unter Beteiligung eines einschlägig bekannten Akteurs zutage: Während die Partei Doppelstaatsbürgerschaften legalisieren will, sprach sich Sicherheitssprecher Peter Pilz heute vehement dagegen aus. Kritik übte er an der ÖVP, und zwar wegen ihrer Kontakte zur türkischen Regierungspartei AKP.

Das Ja zu Doppelstaatsbürgerschaften für jene, die Bindungen zu mehreren Staaten haben, sei „grüne Linie, seit es die Grünen gibt“, bestätigte die grüne Migrationssprecherin Alev Korun der APA. Pilz stellte sich offen dagegen.

„Ich bin gegen Doppelstaatsbürgerschaften außerhalb der Europäischen Union“, sagte er in seiner Pressekonferenz. „Ich will nicht, dass sich Vertreter eines autoritären Regimes in der Türkei aus taktisch-strategischen Gründen als Österreicher verkleiden können.“

Vorwürfe gegen ÖVP

Unter anderem diesen Punkt nahm Pilz zum Anlass für Kritik an der ÖVP. Deren Innenminister Wolfgang Sobotka zeige in Wirklichkeit keinerlei Interesse daran, gegen unrechtmäßige Doppelstaatsbürgerschaften vorzugehen, meinte er und ortete „eine Art türkisches Hütchenspiel“. Auch den Vorwurf, dass nichts gegen die Tätigkeit regierungsnaher türkischer Organisationen in Österreich unternommen werde, wiederholte er.

Pilz verwies auch auf - aus seiner Sicht - systematische Verbindungen der ÖVP zur AKP, die auch nach dem Rauswurf der türkischen Regierungspartei von ihrem Beobachterstatus in der Europäischen Volkspartei weiterbestünden. Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) warf Pilz vor, türkischen Vertretern im Jahr 2014 offen Tipps gegeben zu haben, wie trotz des neuen Islamgesetzes weiter finanzielle Zuwendungen aus dem Ausland mittels Spenden möglich seien.

In der ÖVP wertete man die Vorwürfe als alte, aufgewärmte Geschichten. Nachdem Präsident Recep Tayyip Erdogan die Gezi-Park-Proteste gewaltsam hatte niederschlagen lassen und sich immer mehr in Richtung autoritärer Staatsführer entwickelte, hätten Europas Volksparteien die Annäherung an die AKP wieder ausgesetzt. Auch die ÖVP habe damals die Verbindung zur AKP und ihren österreichischen Ablegern gekappt.

NEOS für europäische Republik mit eigener Armee

NEOS hat heute in Wien Weichenstellungen für eine weitere Integration der Europäischen Union gefordert. Das langfristige Ziel sei klar, so NEOS-Vorsitzender Matthias Strolz: „Wir wollen in einer europäischen Republik leben.“

Kurzfristig sei die Sicherheitslage zentral, so Strolz. Dazu brauche es einen schrittweisen Aufbau einer militärischen Kapazität der EU mit Beistandspflicht.

„Wir müssen im Sinne einer wehrhaften Demokratie unsere Werte auch verteidigen können“, so Strolz. Das sei keine Frage von mehr Geld oder mehr Soldaten, denn die 27 EU-Staaten ohne Großbritannien würden jährlich 150 Milliarden Euro für Verteidigung ausgeben - doppelt so viel wie etwa Russland -, und in der EU-27 stünden 1,35 Millionen Soldaten unter Waffen. Eine Europaarmee müsse in erster Linie „eine Nichtangriffsarmee“ sein, die demokratisch verpflichtet sei, so Strolz.

Neutralität als Solidarität

Probleme mit der österreichischen Neutralität sieht der NEOS-Parteichef nicht. Österreich habe schon vor Jahren entschieden, die Neutralität umzudeuten im Sinne einer europäischen Solidarität, so Strolz.

Kritik äußerte er an Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) und dessen Ansage, die Neutralität sei ein Teil der österreichischen Seele. „Hier verhält sich ein junger Politiker ganz alt“, so Strolz. Der ehemalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) sei hier schon vor 20 Jahren weiter gewesen, als er gesagt habe, die Neutralität alten Zuschnitts sei eine Schablone, so Strolz.

Die künftige Beziehung zur NATO werde die Geschichte zeigen, glaubt er. „Wir haben zurzeit keine proeuropäischen Freunde um uns“, weder US-Präsident Donald Trump noch Russlands Staatschef Wladimir Putin würden es gut mit Europa meinen, „die haben ihre eigenen Interessen.“ Man stehe mittlerweile eben nicht mehr in einem „Ring von Freunden, sondern in einem ‚ring of fire‘“, so Strolz.

Karmasin sieht bei FLAF-Reform ganze Regierung gefordert

Die Regierung eröffnet beim Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) ein neues Streitthema. Nachdem gestern eine Studie der Eco Austria bekanntgeworden war, in der Einsparungen empfohlen werden, sagte Ressortchefin Sophie Karmasin (ÖVP) heute, die FLAF-Reform sei eine „Aufgabe für die gesamte Regierung“. Zahlungen, die in andere Ressorts gehören, sollten dort übernommen werden.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut Eco Austria war vom Ministerium beauftragt worden, Reformvorschläge für den FLAF zu erarbeiten. Im Gegenzug zur Senkung der Dienstgeberbeiträge sollte der FLAF jährlich bis zu 70 Mio. Euro sparen.

SPÖ befürchtet Einsparungen bei Alleinerziehenden

Die SPÖ reagierte darauf umgehend empört und warnte vor Einsparungen bei Frauen und Familien. Die in dem Papier angedachten Sparvorhaben würden darauf abzielen, einkommensschwachen Familien und Alleinerziehenden die Beihilfe zum Kinderbetreuungsgeld „wegzunehmen“, sagte Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) etwa. Die Grünen forderten unter anderem Transparenz bei der Reform.

Karmasin verweist auf Regierungsübereinkommen

Familienministerin Karmasin bekräftigte nun, dass das Expertenpapier auf Basis des Regierungsübereinkommens erstellt wurde und kein politischer Forderungskatalog sei. Ziel müsse es sein, den FLAF von Zahlungen zu befreien, die in andere Ressorts gehörten, wie etwa das Wochengeld.

Karmasin „hofft“ nun, „dass Zahlungen für Leistungen aus diesem Ressort, die nicht in den FLAF gehören, nun endlich vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen übernommen werden“, sagte sie in Richtung der neuen Ressortchefin Rendi-Wagner.

Karmasin sagte weiters, die Sicherung der Familienleistungen bleibe ihre „oberste Aufgabe“: „Ich bin klar gegen Leistungskürzungen für Familien.“ Die Gesamtaufwendungen für Familien seien von 2000 bis 2014 um 43,3 Prozent gestiegen und lägen damit 10,5 Prozent über der Steigerung der Inflationsrate von 32,8 Prozent.

Neues Versammlungsrecht wohl mit kurzer Begutachtung

Das neue Versammlungsrecht dürfte doch zumindest einer kurzen Begutachtung unterzogen werden. Die SPÖ sprach sich heute für eine Ausschussbegutachtung aus, die ÖVP unterstützt das. Ein Beschluss in einer der April-Sitzungen des Nationalrats wird ungeachtet dessen angepeilt.

Die Änderungen im Versammlungsrecht sollen nicht nur Wahlkampfauftritte ausländischer Politiker erschweren, sondern bringen auch eine 48-Stunden-Frist für die Anmeldung von Demonstrationen und einen Mindestabstand zwischen gegeneinander gerichteten Kundgebungen.

Zweiwöchige Frist

Die Regierung hat sich erst diese Woche auf das entsprechende Vorhaben verständigt, will es aber möglichst rasch durchziehen. Daher wird die Vorlage diese Woche als Initiativantrag in den Nationalrat eingebracht.

In der Folge soll eine zweiwöchige Kurzbegutachtung initiiert werden. Allfällige sich daraus ergebende Änderungen können dann bis zum angestrebten Beschluss am 26. oder 27. April eingearbeitet werden.

Ausland

Italien: Fünf-Sterne-Bewegung fordert Euro-Referendum

Zwei Tage vor den Feierlichkeiten für das 60-Jahr-Jubiläum der Römischen Verträge am Samstag in Rom drängt die europakritische Fünf-Sterne-Bewegung zu einer Volksentscheidung über Italiens Verbleib im Euro-Raum. „Die europäische Währungspolitik muss demokratisch werden“, forderte der Spitzenpolitiker der Bewegung, Luigi Di Maio, heute in Rom.

„Wir wollen, dass es Regeln für den Euro-Austritt gibt. In Italien muss ein Referendum über die gemeinsame Währung stattfinden. Die Italiener sollen sich darüber aussprechen können, ob sie im Euroraum bleiben wollen oder nicht“, so Di Maio. Seiner Ansicht nach sollte ein Euro-Referendum in allen Ländern des Euroraums stattfinden. Das würde die gemeinsame Währung stärken und ihr eine demokratische Legitimierung verleihen, die ihr heute fehle, meinte er.

Höhenflug in Umfragen

Fünf Sterne-Politiker kritisierte die Äußerungen von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem über angeblich verschwenderische Südeuropäer. „Die Eurogruppe ist in der Krise. Das ist unter anderem Dijsselbloem zuzuschreiben. Er ist Präsident eines Establishments, das uns zuerst verarmt hat und uns jetzt gedemütigt. Es ist unannehmbar, dass Deutschland nicht auf Dijsselbloems schändlichen Worte reagiert hat“, so Di Maio.

In Italien verspürt die populistische Fünf-Sterne-Bewegung um den Starkomiker Beppe Grillo Rückenwind und rechnet mit einem Sieg bei Parlamentswahlen, die spätestens in einem Jahr stattfinden. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos wollen 32,3 Prozent der Befragten für die Fünf-Sterne-Bewegung stimmen. Das ist der höchste jemals gemessene Zustimmungswert für die Partei.

UNO: 400.000 Menschen in Mossul eingeschlossen

In der Altstadt der umkämpften nordirakischen Stadt Mosul sind nach Angaben der Vereinten Nationen rund 400.000 Menschen eingeschlossen. Das gab die UNO heute in Genf bekannt.

Die irakischen Truppen versuchen mit militärischer Unterstützung aus dem Ausland seit Wochen, nach dem Ostteil auch den Westteil Mossuls mit der Altstadt aus der Hand der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu befreien.

Flüchtlinge aus brennendem Lkw in Bulgarien gerettet

In Bulgarien sind 28 Flüchtlinge aus einem brennenden Lastwagen nahe der türkischen Grenze in Sicherheit gebracht worden.

Die Menschen wurden in einem Versteck im Fahrzeug mit bulgarischem Kennzeichen entdeckt, wie die Nachrichtenagentur Focus heute aufgrund von Polizeiinformationen aus der Schwarzmeer-Stadt Burgas berichtete. Es sei niemand verletzt worden.

Die Flüchtlinge seien an den Grenzkontrollen vorbei aus der Türkei nach Bulgarien gelangt. Die Ursache des Feuers, das gestern während der Fahrt auf einem Waldweg ausgebrochen sei, wurde nicht genannt. Der Lastwagen habe groben Sand transportiert. Der Fahrer flüchtete.

Registrierung in Bulgarien vermeiden

Die 259 Kilometer lange bulgarische EU-Außengrenze zur Türkei ist außer an zwei Abschnitten von jeweils zwölf Kilometern durch einen Zaun mit Stacheldraht geschützt.

Flüchtlingen gelingt es dennoch immer wieder, sie unbemerkt zu passieren. Sie wollen nicht in dem ärmsten EU-Land registriert werden, sondern nach Westeuropa weiterreisen.

Anfang März 2017 hielten sich nach amtlichen Angaben etwa 4.500 Flüchtlinge in Bulgarien auf. Die Flüchtlingslager waren zu lediglich 60 Prozent besetzt.

Deutsch-Türken werben für Nein zu Verfassungsreform

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) und der Verein Mehr Demokratie haben mit Unterstützung von Prominenten aus Politik und Gesellschaft einen Aufruf für ein Nein zur Einführung des Präsidialsystems in der Türkei gestartet. „Ein Nein im Referendum kann den massiven Demokratieabbau stoppen“, heißt es in dem heute verbreiteten Text.

Das Dokument wurde innerhalb weniger Stunden bereits von mehr als 2.500 Menschen vorwiegend mit türkischem Migrationshintergrund unterzeichnet. In der Türkei wird am 16. April in einem Referendum über die von der Regierung geplante Verfassungsreform abgestimmt, mit der die Befugnisse von Präsident Recep Tayyip Erdogan stark ausgeweitet werden sollen.

Stimmabgabe ab kommender Woche

Bereits ab kommender Woche können auch im Ausland lebende türkische Staatsbürger ihre Stimme abgeben. Darunter sind etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland, die vorwiegend in den türkischen diplomatischen Vertretungen zur Wahl gehen können.

In Österreich sind 108.500 Austro-Türken stimmberechtigt, sie können zwischen 27. März und 9. April in der türkischen Botschaft in Wien, Bregenz und Salzburg wählen.

Deutsche Politiker unter Unterstützern

Unter den Erstunterzeichnern des Aufrufs sind neben dem Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde, Gökay Sofuoglu, und dem Vorsitzenden von Mehr Demokratie, Ralf-Uwe Beck, auch Grünen-Parteichef Cem Özdemir, die Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen (Linke) und Özcan Mutlu (Grüne).

Weitere Erstunterzeichner sind die deutsch-türkische Autorin Seyran Ates sowie der Vizevorsitzende der Alevitischen Gemeinde zu Berlin, Numan Emre.

„Wir wollen nicht schweigend zusehen, wenn in der Türkei die Demokratie abgeschafft wird“, begründen sie ihre Initiative. Die Unterzeichner werfen Erdogan vor, er plane eine „Entmachtung des Parlaments, Einschränkung der Justiz, Machtkonzentration in den Händen eines Machthabers“.

Russischer Ex-Abgeordneter in Kiew erschossen

Ein in die Ukraine geflüchteter ehemaliger russischer Abgeordneter ist heute laut Medienberichten in Kiew erschossen worden. Nachrichtenagenturen zitierten die ukrainische Polizei, wonach der von Russland wegen „Betrugs“ gesuchte Ex-Abgeordnete Denis Woronenkow bei einer Schießerei vor einem Hotel in der Innenstadt getötet worden sei. Zwei weitere Menschen seien mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.

Der mutmaßliche Täter sei bei der Schießerei im Zentrum der Stadt verletzt worden, teilte die Polizei mit. Er sei in ein Krankenhaus gebracht und dort festgenommen worden. Der ukrainische Generalstaatsanwalt Juri Luzenko machte Russland für den Anschlag verantwortlich.

„Das war die übliche demonstrative Strafe des Kreml für einen Zeugen“, schrieb er auf Facebook. Der russische Politiker Franz Klinzewitsch von der Regierungspartei Geeintes Russland nannte den Mord eine Provokation des ukrainischen Geheimdienstes SBU.

Erstes „überfraktionelles Ehepaar“

Woronenkow war eine schillernde Figur. Er gehörte in der russischen Duma der Kommunistischen Partei an, die zwar in Opposition ist, aber als regimetreu gilt. Im Parlament lernte er Maria Maksakowa kennen, eine Abgeordnete von Geeintes Russland von Präsident Wladimir Putin - und nebenbei bekannte Opernsängerin. Bei beiden heirateten und wurden als erstes „überfraktionelles Ehepaar“ der russischen Politik gefeiert. Schon 2014 gab es Korruptionsermittlungen gegen Woronenkow, als die beiden bei der Duma-Wahl 2016 nicht mehr gewählt wurden, setzten sie sich in die Ukraine ab.

Gesinnungswechsel nach Flucht

Woronenkow erhielt umgehend die ukrainische Staatsbürgerschaft und fiel dann durch einen plötzlichen Gesinnungswechsel auf: Er sagte gegen den ehemaligen - von Russland unterstützten - Präsidenten Wiktor Janukowitsch aus und kritisierte den Kreml scharf: Er verglich Russland mit Nazi-Deutschland und verurteilte die Annexion der Krim, die er im Parlament noch mitgetragen hatte. Daraufhin wurde er von den russischen Behörden zur Fahndung ausgeschrieben.

Die Korruptionsvorwürfe gegen den Politiker wurden auch von der russischen Opposition geteilt. Kreml-Kritiker Alexej Nawalny etwa meinte, Woronenkow sei ein typisches Beispiel dafür, wie korrupte Politiker Ideologie als Tarnung benutzten.

Duterte beschimpft EU-Politiker

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat nach europäischer Kritik an der geplanten Wiedereinführung der Todesstrafe in seinem Heimatland EU-Politikern mit dem Erhängen gedroht.

Bei einem Auftritt in Manila sagte er heute an die Adresse der EU: „Ihr Verrückten, ihr Hurensöhne! Hört auf damit, Euch bei uns einzumischen! Ich wäre glücklich, Euch aufhängen zu können. Wenn es nach mir ginge, würde ich Euch alle aufhängen.“

Reaktion auf Entschließung des EU-Parlaments

Duterte, der seit Juni vergangenen Jahres in dem südostasiatischen Inselstaat an der Macht ist, hatte schon mehrfach mit wüsten Beschimpfungen und Drohungen gegen ausländische Politiker Schlagzeilen gemacht.

In seiner neuesten Schimpftirade nannte er keine europäischen Politiker mit Namen. Auslöser war offenbar eine Entschließung des Europaparlaments, das die Philippinen vor der Wiedereinführung der Todesstrafe gewarnt hatte.

Verweis auf Verbreitung der Todesstrafe

Duterte verwies darauf, dass die meisten Mitgliedsländer des südostasiatischen Staatenbundes ASEAN die Todesstrafe im Gesetz haben. Von zehn Ländern haben sie nur Kambodscha und die Philippinen abgeschafft. Nach Dutertes Machtübernahme gibt es nun aber Bestrebungen, sie wieder einzuführen.

Der Präsident steht auch wegen einer brutalen Anti-Drogen-Kampagne in der Kritik, bei der mehr als 7.000 Menschen getötet wurden.

Zehn ägyptische Soldaten bei Anti-Terror-Einsatz getötet

Bei einem Anti-Terror-Einsatz auf der Sinai-Halbinsel sind zehn ägyptische Armeeangehörige ums Leben gekommen. Zwei gepanzerte Fahrzeuge seien während einer Razzia von Bomben getroffen worden, teilte der Sprecher der ägyptischen Armee, Tamer al-Refai, auf der Facebook-Seite des Militärs mit.

Die Aktion habe einem Versteck von Terroristen im Zentrum des Sinai gegolten. 15 Verdächtige seien getötet und sieben weitere verhaftet worden.

Verstärktes Vorgehen gegen Dschihadisten

In den vergangenen Jahren hat Ägypten die Anti-Terror-Maßnahmen auf der Sinai-Halbinsel ausgeweitet. Immer wieder werden Sicherheitskräfte Ziel von terroristischen Anschlägen.

Eine der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahestehende Gruppe hat sich nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Hosni Mubarak auf dem Sinai festgesetzt. Die Gruppe übernahm in der Vergangenheit für zahlreiche Anschläge die Verantwortung.

Heftige Gefechte in Syrien vor Friedensverhandlungen

Wenige Stunden vor dem Beginn neuer Friedensgespräche haben einander Armee und Rebellen in Syrien erneut heftige Kämpfe geliefert.

Die Gefechte konzentrierten sich heute auf die Hauptstadt Damaskus und auf Hama. Die Aufständischen hatten jüngst ihre größte Offensive seit Monaten eingeleitet. Allerdings dürfte das Beobachtern zufolge keine Wende im Konflikt bringen.

Bisher kaum Verhandlungsforschritte

Die Einheiten von Machthaber Baschar al-Assad sind mit Unterstützung Russlands seit rund eineinhalb Jahren wieder auf dem Vormarsch. Als einen ihrer wichtigsten Siege verzeichneten sie die Rückeroberung der Rebellenenklave Aleppo im Dezember.

Heute sollen in Genf die Friedensgespräche unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UNO) wieder aufgenommen werden. In den vergangenen Verhandlungsrunden hatte es nur wenige Fortschritte gegeben.

Wirtschaft

Sizilianische Fischer streiken gegen Delfine

Delfine sind nicht die besten Freunde der Fischer. Beide wetteifern um Kalmare, die Fischer fangen und von denen sich Delfine ernähren.

Im Raum der Äolischen Inseln nördlich von Sizilien ist der Umsatz der Fischer um 70 Prozent zurückgegangen - angeblich weil sich die Delfine übermäßig vermehrt haben. Die Fischer streiken dort in der nächsten Woche für zwei Tage.

„Kampf ums Überleben“

„Die Situation ist nicht mehr tolerierbar. Jede Nacht spielt sich im Meer ein Kampf ums Überleben zwischen uns und den Delfinen ab“, sagte Giuseppe Spinella, Präsident eines Konsortiums, das 119 Fischer des Archipels vereint.

Bis vor einigen Jahren konnte jedes Fischerboot bis zu 25 Kilo Kalmare pro Nacht fangen, jetzt sind es nicht mehr als drei Kilo. Fischer bemängelten, sie seien kaum noch in der Lage, die Kosten für Treibstoff zu decken. Die Delfine würden auch immer wieder die Netze zerstören. Die Fischer verlangen von der Regierung finanzielle Unterstützung. „Entweder wir oder die Delfine“, sagte Spinella.

Biologin: Problem sind sinkende Fischbestände

„Die Fischer haben den Eindruck, dass sich die Delfine vermehrt haben, doch das stimmt nicht“, widersprach Meeresbiologin Monica Blasi. „Das Problem ist die sinkende Zahl von Fischen im Meer. Die Delfine nähern sich den Fischerbooten in der Hoffnung, dort mehr Nahrung zu finden.“

Zur Lösung des Problems schlug die Biologin den Einsatz von akustischen Geräten vor, die Delfine von Fischerbooten fernhalten sollen. „Wir werden diese Geräte ab Mai drei Monate lang testen“, kündigte Blasi an.

Londoner Taxis bekommen Hybridmotoren

Die berühmten schwarzen Londoner Taxis werden in Zukunft teilweise mit Strom fahren. Der Hersteller der „Black Cabs“, das Unternehmen London Taxi Company (LTC), eröffnete gestern eine neue Fabrik, in der Taxis mit Hybridmotoren hergestellt werden.

Das Unternehmen investierte für die neue Produktionsstätte an seinem Standort im zentralenglischen Coventry 300 Mio. Pfund (346 Mio. Euro). Laut einer Firmenmitteilung ist es die erste Fabrik allein für Hybridfahrzeuge in Großbritannien. In der neuen Fabrik können jährlich mehr als 20.000 Fahrzeuge vom Band rollen.

Erste Investition durch chinesischen Eigentümer

LTC baut seit 69 Jahren die berühmten „Black Cabs“. Die ersten Hybridtaxis sollen Ende dieses Jahres in London zum Einsatz kommen. „Der heutige Tag bedeutet die Wiedergeburt der London Taxi Company“, sagte LTC-Chef Chris Gubbey.

Durch die neue Fabrik schuf LTC 1.000 neue Arbeitsplätze, darunter 200 Jobs für Ingenieure. Die Fabrik in Coventry ist die erste Investition des chinesischen Konzerns Geely in der britischen Automobilindustrie. Geely hatte LTC 2013 übernommen, dem Konzern gehört auch Volvo. Die Taxis sollen mit einer Technologie betrieben werden, die bereits in Volvo-Motoren verwendet wird.

Neue Regeln ab 2018

Die Hybridtechnologie ermöglicht es Autos, zwischen dem Antrieb durch einen Benzinmotor und einen Elektromotor zu wechseln. Der aufladbare Elektromotor kann über eine gewisse Distanz emissionsfrei fahren. Bei längere Strecken kommt der Benzinmotor zum Einsatz.

In Großbritannien müssen neu verkaufte Taxis ab dem Jahr 2018 emissionsärmere Antriebe haben. Dieselmotoren werden dann gar nicht mehr zugelassen sein. Die britische Regierung unterstützte das Projekt von LTC mit 16,1 Mio. Pfund.

Österreich verliert Zinsvorteile

Die Zinssätze für neu vergebene Kredite bzw. Einlagen haben neue historische Tiefststände erreicht. Mehr und mehr Konsumentinnen und Konsumenten nutzen das und nehmen einen Kredit auf. Dabei verlor Österreich im vergangenen Jahr aber seine Zinsvorteile gegenüber dem Euro-Raum. Sparerinnen und Sparer halten die niedrigen Zinsen aber nicht davon ab, ihr Geld auf die Bank zu tragen. Die Einlagen erhöhten sich 2016 deutlich.

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Sport

WM-Quali: Argentinien steht mit Rücken zur Wand

In Südamerika stehen in der Nacht auf morgen und am Dienstag in der Qualifikation für die Fußball-WM 2018 in Russland entscheidende Spiele auf dem Programm. Vor allem der zweifache Weltmeister Argentinien steht nach bisher verkorkster Quali im Duell mit Angstgegner Chile mit dem Rücken zur Wand.

Im Falle einer weiteren Niederlage könnte das Ticket für Russland in weite Ferne rücken. „Ich würde nicht sagen, dass es ein Finale ist, wohl aber ein entscheidendes Spiel“, sagte Trainer Edgardo Bauza, der sich auch der Bedeutung der Partie bewusst ist.

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Chronik

Südkorea birgt Wrack der „Sewol“

Fast drei Jahre nach dem tragischen Untergang der südkoreanischen Fähre „Sewol“ mit 304 Todesopfern hat die Bergung des Wracks begonnen.

Die Bergungskräfte hoben das etwa 6.800 Tonnen schwere Schiff heute Früh (Ortszeit) an, wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen Vertreter des Ozean- und Fischereiministeriums meldete. Bis zum Nachmittag ragte die rechte Seite der Fähre bis zu 8,5 Meter über das Wasser.

Über 300 Menschen ums Leben gekommen

Die überladene „Sewol“ war am 16. April 2014 vor der Insel Jindo gekentert. Von den 476 Menschen an Bord kamen 304 ums Leben, darunter 250 Schüler. Grund war vor allem menschliches Versagen. Neun Tote konnten bisher nicht geborgen werden.

Untersuchung in Trockendock

Die Bergung des Schiffs dürfte mehrere Tage dauern. Wenn das Wrack an der Wasseroberfläche ist, soll eine Art Tauchboot unter das Schiff gleiten, um es dann bis zum Hafen von Mokpo zu bringen. Dort soll die Fähre im Trockendock durchsucht werden. Es gibt Vermutungen, dass sich die neun noch nicht gefundenen Leichen in dem Schiffswrack befinden könnten.

Das Wrack der "Sewol"

APA/AFP

Das Wrack liegt mehr als 40 Meter unter Wasser. Die ursprünglich für vergangenes Jahr geplante Bergung war wegen schlechten Wetters mehrmals verschoben worden. Die Behörden hatten unter anderem befürchtet, dass das 145 Meter lange Wrack auseinanderbrechen könnte.

Australier nach 47 Jahren wegen Kindsmordes verhaftet

Ein Fall eines verschwundenen Kindes könnte in Australien nach 47 Jahren vor der Aufklärung stehen.

Ein Mann wurde in Melbourne wegen Entführung und Ermordung eines Mädchens verhaftet, das 1970 als Dreijährige von einem Strand in Wollongong nahe Sydney verschwunden war. Das sagte ein Polizeisprecher heute vor Reportern.

Bereits kurz nach Tat vernommen

Der 63-jährige Verdächtige war den Angaben zufolge bereits in den Monaten nach der Entführung vernommen, aber nie offiziell beschuldigt worden.

Die kleine Cheryl war aus dem Umkleidebereich des Strandes verschwunden, wo sie den Morgen mit ihrer Familie verbracht hatte. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Die Polizei gehe davon aus, dass sie innerhalb von einer Stunde nach ihrer Entführung gestorben sei, sagte der Sprecher. Die Details des Verbrechens seien „äußerst entsetzlich“.

Kultur

Leipziger Buchmesse erwartet 260.000 Besucher

Die Leipziger Buchmesse hat heute ihre Tore für die Besucher geöffnet. In diesem Jahr gibt es veränderte Sicherheitsvorschriften. Besucher müssen sich unter anderem auf Taschenkontrollen einstellen, wie die Messe mitteilte. Außerdem haben die Veranstalter auch ihr Konzept zur Lenkung der Publikumsströme angepasst.

Rund 2.500 Aussteller aus 43 Ländern präsentieren ihre Neuerscheinungen.

Höhepunkt am ersten Messetag ist die Verleihung des mit 60.000 Euro dotierten Preises der Leipziger Buchmesse am Nachmittag. Bis zum Sonntag erwartet die Messe wieder wie im Vorjahr rund 260.000 Besucher auf dem Gelände und dem Lesefestival „Leipzig liest“. Knapp 2.500 Aussteller aus 43 Ländern präsentieren auf der Frühlingsschau die Neuheiten aus der Buch- und Verlagsbranche.

Brie Larson spielt erste US-Präsidentschaftskandidatin

Oscar-Preisträgerin Brie Larson (27), derzeit in „Kong: Skull Island“ im Kino zu sehen, soll die Hauptrolle in dem Politdrama „Victoria Woodhull“ übernehmen.

Wie die US-Branchenblätter „Variety“ und „Hollywood Reporter“ gestern berichteten, wird das Amazon-Studio den Film über die erste US-Präsidentschaftskandidatin zusammen mit Larson produzieren.

Ihrer Zeit voraus

1872 trat die Frauenrechtlerin Victoria Woodhull (1838 bis 1927) als erste Präsidentschaftskandidatin Amerikas für die Equal Rights Party an, knapp 50 Jahre bevor 1920 das Frauenwahlrecht in den USA überhaupt eingeführt wurde.

Sie war auch die erste Brokerin an der Wall Street, Frauenrechtlerin und unorthodoxe Sozialistin, die das Recht auf Abtreibung und die Abschaffung der Ehegesetze forderte.

Oscar-Preisträgerin vor Regiedebüt

Über einen Drehbeginn und einen möglichen Regisseur wurde zunächst nichts bekannt. Larson hat zahlreiche Projekte geplant, darunter die Comicverfilmung „Captain Marvel“ und ihr Regiedebüt mit der Komödie „Unicorn Store“.

Für ihre Rolle als gekidnappte Mutter in „Raum“, die mit ihrem Sohn gefangen gehalten wird, hatte Larson 2016 einen Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen.

„Life“: Unerwünschtes Leben vom Mars

Raumstationen mit tapferen Astronauten und außerirdisches Leben, das die Menschheit bedroht, gehören zu den Lieblingssujets Hollywoods. „Life“ ist in diesem Sinne ein Film aus dem Baukasten. Das Ganze kommt in Starbesetzung daher, mit Jake Gyllenhaal, Ryan Reynolds und Rebecca Ferguson in den Hauptrollen. Während andere Sci-Fi-Schocker mit Alienkontakt meist in der fernen Zukunft spielen, ist dieser in der Gegenwart angesiedelt: Der Schleim vom Mars könnte jetzt gefährlich werden.

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Science

Wetterprognosen deutlich besser geworden

Die Wetterprognosen haben sich in den letzten Jahrzehnten um ein Vielfaches verbessert. Den Meteorologen gelingt es im Durchschnitt alle zehn Jahre, das Wetter um einen Tag länger vorherzusagen, sagt der Meteorologe Georg Mayr von der Universität Innsbruck. Für ein Gebirgsland wie Tirol ist das Wetter aber nach wie vor schwieriger vorherzusagen. Wetterprognosen sind auch wirtschaftlich relevant.

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Gesundheit

Religion

Religionsrechtler: Islam in Europa wird „kirchlicher“

Eine Art „Verkirchlichung“ des Islam in Europa, die bisher nicht zum Wesen dieser Religionsgemeinschaft gehört, erwartet der Wiener Religionsrechtler Richard Potz. Zu den zentralen Merkmalen aller europäischen Religionsrechtssysteme gehöre es, dass sie es ermöglichen und erwarten, dass sich Religionsgemeinschaften organisieren und so in staatliches Religionsrecht integrieren, so Potz im Rahmen eines Vortrags im Steyler Missionshaus St. Gabriel bei Mödling.

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Panorama