Inland

NR-Wahl: NEOS erarbeitet „Chancen-Pläne“

Allianzen mit verschiedenen Persönlichkeiten sollen den Wahlkampf von NEOS begleiten. Erste Unterstützerin ist die SPÖ-nahe Unternehmerin Viktoria Kickinger, die bei der Erarbeitung von „Chancen-Plänen“ hilft.

An einem Listenplatz für die Nationalratswahl ist die einstige pink-grüne Kandidatin für den Rechnungshof aber nicht interessiert, sagte sie heute bei einer Pressekonferenz.

Vorschläge für ausgabenseitige Sanierung

Was Kickinger laut NEOS-Obmann Matthias Strolz für die Partnerschaft qualifiziert: Sie war unter anderem bei ÖIAG, ÖBB, Post und ORF in Führungsfunktionen tätig. Dementsprechend solle sie sich um das Thema „athletischer Staat“ kümmern. Sie selbst will Vorschläge zur ausgabenseitigen Sanierung und einer Föderalismusreform bringen, sagte sie bei ihrer Vorstellung. Auch der Rückzug des Staates aus Unternehmen müsse überlegt werden.

Neben Kickinger soll auch der ehemalige Direktor des oberösterreichischen Landesrechnungshofs, Helmut Brückner, im Boot sein, kündigte Strolz an. Der „Chancen-Plan“, der noch von weiteren externen Experten erarbeitet werden soll, werde im September präsentiert.

Weitere Persönlichkeiten sollen nach und nach vorgestellt werden. Mit diesem inhaltlichen Programm will die Oppositionspartei nach der Wahl in mögliche Regierungsgespräche gehen oder sich mit anderen Fraktionen austauschen.

Ex-Ö3-Moderator Eppinger wirbt für Kurz

Aus Funk und Fernsehen ist Peter L. Eppinger bereits bekannt. Nun hat der Ö3-Moderator beim ORF gekündigt und wird Gesicht und Stimme der „Bewegung“ des designierten ÖVP-Chefs Sebastian Kurz. Eppinger wird ein Fest nach dem ÖVP-Parteitag moderieren, in Sozialen Netzwerken für Kurz kommunizieren und als Bindeglied zu jenen 60.000 Menschen dienen, die sich im Internet als „Unterstützer“ des ÖVP-Chefs gemeldet haben.

„Bin da sehr gerne dabei“

Er tue das, weil ihm die Politik von Kurz gefalle und dieser die Dinge grundsätzlich ändern wolle, sagte Eppinger heute bei der Vorstellung durch Kurz. „Ich bin da sehr gerne dabei.“ Ihn habe etwa beeindruckt, dass Kurz in der ÖVP alte Strukturen aufgebrochen habe.

Auch weltanschaulich stehe man einander nahe. „Ich unterstütze Sebastian Kurz und ich unterstütze das Programm von Sebastian. Natürlich ist das das der ÖVP“, so Eppinger. Ein Antreten auf Kurz’ Nationalratswahlliste schloss Eppinger aus.

Radiostimme für Kurz

„Ich habe bei Ö3 nach 22 Jahren gekündigt und bin gerade erst Papa geworden. Das war kein leichter Schritt, aber es ist ein wichtiges Anliegen.“ Deshalb sei es jetzt Zeit für einen „weiteren Schritt“.

Er habe sich immer politisch engagieren wollen, es sei aber niemand da gewesen, der für die entsprechende Politik gestanden sei. Kurz zeigte sich bei der Präsentation von Eppinger, die im Wiener Volksgarten unter großem Medienandrang stattfand, erfreut über den neuen Mitstreiter. Man kenne einander schon länger, und er sei auch allen bekannt, meinte Kurz über Eppinger.

Brauner: Wiens Milliardenverschuldung „moderat“

Bei der Debatte über den Rechnungsabschluss der Stadt Wien hat SPÖ-Finanzstadträtin Renate Brauner die Neuverschuldung von rund 600 Mio. Euro in einem Jahr heute als „maßvoll“ bezeichnet. Sechs Mrd. Euro Schulden seien im Vergleich zu anderen Bundesländern und deutschen Städten „moderat“. Auch der internationale Vergleich zeige, dass „die Verschuldung Wiens absolut verkraftbar“ sei, so Brauner.

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Quote soll Frauenanteil in Aufsichtsräten erhöhen

Die Zahl der weiblichen Aufsichtsräte in heimischen Unternehmen soll ab kommendem Jahr deutlich steigen. Der Nationalrat beschließt dazu am Mittwoch eine gesetzliche Frauenquote. Konkret soll ab 2018 in börsennotierten Unternehmen sowie Betrieben mit über 1.000 Beschäftigten ein 30-prozentiger Frauenanteil in den Gremien erreicht werden. 200 Unternehmen dürften von der Maßnahme betroffen sein.

Maßnahme gegen „gläserne Decke“

„Es ist eine Tatsache, dass Frauen in der Privatwirtschaft in Österreich noch ein großes Karrierehindernis haben, und dieses Karrierehindernis heißt Geschlecht“, sagte Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) heute bei einem Hintergrundgespräch mit der deutschen Staatssekretärin Elke Ferner und ÖGB-Frauenchefin Renate Anderl. Die Frauenquote für Aufsichtsräte soll helfen, die „gläserne Decke“ zu durchbrechen, so Rendi-Wagner.

Derzeit gibt es in österreichischen Aufsichtsräten nur 18 Prozent Frauen - für Rendi-Wagner ein klares Ungleichgewicht und eine „strukturelle Diskriminierung“ von Frauen. Dass die Frauenquote wirkt, zeigen laut der Ministerin staatsnahe Firmen, wo es entsprechende Vorgaben schon seit Längerem gibt und der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien in den letzten Jahren auf 40 Prozent gestiegen ist.

Wirtschaft „nicht zusammengebrochen“

Auch die deutsche Regelung sieht eine Mindestquote von 30 Prozent Frauen vor. In Deutschland wirke die feste Quote, berichtete Staatssekretärin Ferner. 2015 lag der Frauenanteil in Aufsichtsräten in Deutschland bei rund 21 Prozent, inzwischen sind es 28 Prozent. Die Wirtschaft sei deshalb „nicht zusammengebrochen“, meinte die SPD-Politikerin.

Ausland

Minderheitsregierung in Großbritannien steht

In Großbritannien haben sich die Konservativen von Premierministerin Theresa May mit der nordirischen Regionalpartei DUP auf ein Regierungsabkommen geeinigt. Die DUP wird allerdings nicht in die Regierung gehen, sondern die konservative Regierung lediglich im Parlament unterstützen.

Großbritanniens Premierministerin Theresa May und DUP-Chefin Arlene Foster

APA/AFP/Daniel Leal-Olivas

Die Torys hatten bei der von May ausgerufenen Unterhauswahl am 8. Juni ihre absolute Mehrheit verloren und sind daher auf die Unterstützung der kleinen DUP angewiesen. Doch die Verhandlungen zogen sich schon seit mehr als zwei Wochen hin. May hatte bereits in der Vorwoche die Umrisse ihres Regierungsprogramms vorgelegt.

Eine Milliarde mehr für Nordirland

Details über die Vereinbarung wurden offiziell zunächst nicht bekanntgegeben. Nach Informationen der „Sun“ soll Nordirland zusätzlich eine Milliarde Pfund (1,14 Mrd. Euro) erhalten. Eine Bedingung dafür sei eine neue Vereinbarung zur Machtteilung in Nordirland.

Philippinen: Dschihadisten sollen Geiseln geköpft haben

In der umkämpften südphilippinischen Stadt Marawi sollen islamistische Extremisten Christen geköpft haben. Die mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verbündeten Aufständischen hätten seit Ausbruch des Konflikts vor mehr als einem Monat 30 Zivilisten umgebracht, teilte das philippinische Militär heute unter Berufung auf befreite Einwohner mit. Diese hatten von mindestens vier Enthauptungen berichtet.

Es gebe zahlreiche Berichte, dass die Extremisten alle Christen töteten, die in ihre Gefangenschaft gerieten, sagte Militärsprecher Restituto Padilla einem Radiosender. Auch kursierten Berichte, wonach Extremisten, die sich ergeben wollten, von den eigenen Kameraden getötet wurden, sagte er.

Noch mindestens 200 Zivilisten eingeschlossen

Die Armee nahm wieder ihre Luftangriffe und die Bodenoffensive auf, um die Extremisten aus der Stadt rund 800 Kilometer südlich von Manila zu vertreiben.

Mindestens 200 Zivilisten sollen noch in dem umkämpften Gebiet eingeschlossen oder bereits in der Gewalt der Extremisten sein. Tags zuvor hatte die philippinische Armee eine achtstündige Feuerpause ausgerufen, damit die muslimischen Einwohner Marawis das Ende des Fastenmonats Ramadan feiern konnten.

Die islamischen Extremisten, die zu Hunderten Mitte Mai in Marawi eingefallen waren, halten sich den Armeeangaben zufolge noch in vier Stadtbezirken verschanzt. Das Militär hat die Stadt belagert.

Auslöser des Konflikts war der Versuch der Armee gewesen, am 23. Mai den mutmaßlichen Anführer des IS auf den Philippinen, Isnilon Hapilon, festzunehmen. Präsident Rodrigo Duterte verhängte für 60 Tage das Kriegsrecht über die Region.

Mehr als 400 Menschen starben bisher in dem Kämpfen. Fast 300 davon sollen Extremisten sein, darunter auch mindestens acht ausländische Dschihadisten unter anderem aus Saudi-Arabien und der russischen Teilrepublik Tschetschenien. Mehr als 300.000 Einwohner Marawis und benachbarter Orte flohen.

Irakische Armee nahm weiteres Viertel in Mossul ein

Die irakische Armee hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der umkämpften Stadt Mossul nach eigenen Angaben weiter zurückgedrängt. Spezialkräfte hätten das Viertel al-Faruk in der Altstadt von Mossul eingenommen, sagte ein irakischer Militärsprecher heute. Auf den Gebäuden sei die irakische Flagge gehisst worden.

Das Viertel liegt in der Nähe der symbolträchtigen Al-Nuri-Moschee, die der IS in der vergangenen Woche gesprengt hatte. IS-Chef Abu Bakr Al-Baghdadi hatte sich in dem Gebäude vor rund drei Jahren bei einer Freitagspredigt das erste Mal öffentlich gezeigt.

Verbleibende Viertel mit „brutalem“ Widerstand

Die Offensive irakischer Regierungskräfte auf die IS-Hochburg hatte im vergangenen Oktober begonnen. Die Extremisten halten mittlerweile nur noch wenige Viertel im Westen der Stadt.

Dort leisteten die verbliebenen IS-Kämpfer aber mit „typischer Brutalität“ Widerstand, weil sie nichts mehr zu verlieren hätten, sagte der Vizekommandant der US-geführten Anti-IS-Koalition, Generalmajor Rupert Jones, in einer Telefonschaltung mit Journalisten. Die endgültige Befreiung Mossuls rücke dennoch immer näher.

Tags zuvor hatten die Extremisten einen Gegenangriff in dem bereits befreiten Viertel al-Tanak in Westmossul gestartet. Dieser sei jedoch zurückgeschlagen worden, teilte die irakische Armee mit.

Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo freigelassen

Der chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo ist aus der Haft entlassen worden. Bei Liu sei im Mai eine unheilbare Leberkrebserkrankung festgestellt worden, kurz darauf sei er aus medizinischen Gründen freigekommen, sagte sein Anwalt Mo Shaoping heute der Nachrichtenagentur AFP. Liu werde nun in einem Krankenhaus in Shenyang behandelt.

Ihm sei „Bewährung aus medizinischen Gründen“ gewährt worden, sagte der Anwalt. Damit wurde Liu praktisch zur Behandlung aus dem Gefängnis entlassen, was auf die Schwere seiner Krankheit hinweist. Der Bürgerrechtler, der sich für Demokratie und Menschenrechte in China eingesetzt hatte, war 2009 wegen „Untergrabung der Staatsgewalt“ zu elf Jahren Haft verurteilt worden.

Für all jene, die in China für mehr Menschenrechte kämpfen, ist die Nachricht vom schwer angeschlagenem Gesundheitszustand eines der Proponenten des Kampfes für mehr Bürgerrechte ein schwerer Schlag.

Mitverfasser der „Charta 08“

Liu war Ehrenvorsitzender des chinesischen Pen-Clubs unabhängiger Schriftsteller und Mitverfasser der 2008 von 300 Intellektuellen unterzeichneten „Charta 08“, in der demokratische Reformen gefordert werden. Der Literaturwissenschaftler saß schon nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 in Peking mehrmals in Haft.

Er erhielt 2010 den Friedensnobelpreis. Bei der Übergabezeremonie in Oslo blieb sein Sessel leer. Seine Frau Liu Xia lebt seit damals praktisch unter Hausarrest in ihrer Wohnung in Peking.

Chinas Medien und Internet schweigen

In den Medien der Volksrepublik China wurde über die frühzeitige Freilassung von Liu bisher nicht berichtet. Wenn man den Namen in China im Netz sucht, bekommt man die Nachricht, dass aufgrund geltender Gesetze der Suche nicht stattgegeben wird. Nur in Hongkong und Taiwan machen Krankheit und Freilassung des berühmten Dissidenten Schlagzeilen.

Serbiens Regierungschefin plant „unpopuläre“ Reformen

Serbiens designierte Ministerpräsidentin Ana Brnabic hat die Fortsetzung von „unpopulären“, von ihrem Amtsvorgänger Aleksandar Vucic eingeleiteten Reformen versprochen, um die Finanzstabilität des Landes zu sichern. Gegenüber dem TV-Sender Pink stellte Brnabic fest, dass ihre Regierung eine bereits wesentlich bessere und stabilere Finanz- und Wirtschaftslage erwarte.

Serbiens designierte Ministerpräsidentin Ana Brnabic

AP/Darko Vojinovic

Ihr Amtsvorgänger Vucic hatte sich Ende 2014 zu Sparmaßnahmen entschlossen, die unter anderem deutliche Abstriche bei Einkommen im öffentlichen Dienst und Pensionen vorsahen. Die Sparmaßnahmen wurden im Rahmen eines dreijährigen Kreditabkommens mit dem Internationalen Währungsfonds getroffen, das noch bis Jahresende läuft.

Brnabic zufolge dürften die Einkommen und Pensionen erhöht werden, solange das nicht den geplanten Abbau der öffentlichen Ausgaben gefährde.

Regierungsprogramm am Mittwoch

Vucic hatte nach seinem Wahlsieg im April vor Kurzem das Präsidentenamt angetreten. Brnabic soll voraussichtlich am Mittwoch dem Parlament ihr Regierungsprogramm vorstellen. Ihre Regierung muss bis Monatsende vom Parlament bestätigt werden. Das Regierungsbündnis verfügt über eine klare Parlamentsmehrheit.

Brnabic, 41 und parteilos, ist die erste Frau, die in Serbien das Ministerpräsidentenamt übernehmen soll.

Sport

Tour de France: Rekordstarter Eisel erneut dabei

Österreichs Rekordstarter Bernhard Eisel ist von seinem Team Dimension-Data erneut für die am Samstag beginnende Tour de France nominiert worden. Bei bisher elf Teilnahmen erreichte der 36-jährige Steirer stets das Ziel. Auch diesmal soll Eisel seinem britischen Teamkollegen und Freund Mark Cavendish zu Sprint-Etappensiegen verhelfen. Ihm selbst war ein solcher bei der Tour de France bisher nicht vergönnt gewesen. Die 104. Auflage führt von Düsseldorf über 3.540 Kilometer und 21 Etappen nach Paris.

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Formel 1: Hamilton nennt Vettel „respektlos“

Das Chaosrennen gestern in Baku hat WM-Leader Sebastian Vettel harte Kritik, besonders von Lewis Hamilton, eingebracht. Der seitliche Schubser mit dem Auto, nachdem der Ferrari-Pilot auf den Briten aufgefahren war, sei entbehrlich gewesen.

„Das war absolut respektlos und falsch von Sebastian“, sagte Hamilton. „Jetzt ist der Kampf eröffnet“, drohte er Vettel an, der mit Aktionen wie dieser eine Rennsperre riskiert.

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Confederations Cup: Löw ist voll des Lobes

Joachim Löw hat beim Confederations Cup mit dem 3:1-Erfolg gestern gegen Kamerun deutsche Fußballgeschichte geschrieben. Der 57-Jährige feierte als erster DFB-Teamchef seinen 100. Sieg. Überdies steht Löw bei seinem sechsten Turnier zum sechsten Mal im Halbfinale, obwohl das vor der WM-Generalprobe aufgrund des stark umgebauten Kaders nicht unbedingt zu erwarten war.

„Ich bin sehr stolz und voll des Lobes“, sagte Löw über die Leistung seines Perspektivteams, das nun am Donnerstag gegen Mexiko um den Finaleinzug spielt.

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Wirtschaft

Handelsdeal EU - Japan: Investorenschutz noch strittig

Beim geplanten umfassenden Handelsabkommen zwischen der EU und Japan, das ein Drittel der globalen Wirtschaftsleistung umfassen würde, gibt es noch entscheidende offene Fragen. Die zuständige EU-Kommissarin Cecilia Malmström räumte heute ein, dass es in einem der umstrittensten Kapitel, dem Investorenschutz, noch keine Einigung zwischen den Verhandlerteams gibt.

„Mit diesem Kapitel sind wir noch nicht fertig“, sagte Malmström offen. Es sei bereits viel darüber verhandelt worden, „wir arbeiten daran“. Sie unterstrich erneut die Linie der EU. Diese will, dass das von ihr selbst entworfene Schiedsgerichtsverfahren zur Regelung von Rechtsstreitigkeiten rund um den Investorenschutz im Freihandelsabkommen festgeschrieben wird. Japan dagegen will das bestehende Verfahren anwenden.

Heftig umstritten

Gerade die Schiedsgerichte sind Kritikern internationaler Handelsabkommen ein besonderer Dorn im Auge. Sie argumentieren, damit würden Staaten ihre Souveränität aufgeben. Konzerne dagegen fordern, nur so könnten ihre Investitionen vor möglicher nationaler Willkürgesetzgebung geschützt und Rechtssicherheit gewährleistet werden.

Angestrebt ist eine Grundsatzeinigung laut jüngsten Medienberichten möglichst noch vor dem G-20-Gipfel Anfang Juli - auch als Signal in Richtung US-Präsident Donald Trump und für Freihandel. Damit bleiben den Verhandlerteams nur noch wenige Tage, wenn dieses Ziel erreicht werden soll. Eine Grundsatzeinigung ist nur haltbar, wenn es auch eine Verständigung auf ein Investorenschutzverfahren gibt.

Weist Greenpeace-Kritik zurück

Malmström wies zudem die Kritik von Greenpeace zurück, dass die EU in dem geplanten Abkommen in Sachen Transparenz und Umweltschutz hinter den eigenen Standards zurückbleibe. Die Vorwürfe entbehrten jeglicher Grundlage und seien ein „Sturm im Wasserglas“, sagte Malmström. Anders als dargestellt werde das Recht auf Regulierung und das in der EU geltende Vorsorgeprinzip mit dem Abkommen sehr wohl gewahrt.

Sie bedauere zudem zutiefst, dass Greenpeace die Verhandlungsdokumente herausgeben habe. Die Mitgliedsstaaten hätten ihr wiederum nicht gestattet, das Mandat im Sinne einer größeren Transparenz zu veröffentlichen.

Exporte zogen im ersten Quartal kräftig an

Österreichs Exportwirtschaft erlebt einen steilen Aufschwung: Die Warenlieferungen in andere Länder haben im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 10,3 Prozent auf 35,5 Mrd. Euro so stark zugelegt wie schon lange nicht.

„Das ist das beste Ergebnis für ein erstes Quartal seit fünf Jahren“, so der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, heute im Vorfeld der Eröffnung des Exporttages in der Kammer.

„Wir haben interessanterweise auch einen Zuwachs in Europa - das Klima bessert sich sehr stark“, so Leitl. Das belegt auch der starke Anstieg der Lieferungen an den größten heimischen Exportmarkt Deutschland mit einem Plus von 8,7 Prozent auf 10,9 Mrd. Euro. In der gesamte Euro-Zone erzielte Österreich einen überdurchschnittlichen Exportzuwachs von 13,2 Prozent, in die gesamte EU betrug das Plus 11,5 Prozent.

Grafik zeigt Österreichs Importe und Exporte im 1. Quartal 2017

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Statistik Austria

Die Top Five

Die fünf wichtigsten Abnehmerländer für heimische Produkte sind hinter Deutschland die USA, Italien, Frankreich und die Schweiz. In Richtung Schweiz gab es allerdings einen Lieferrückgang von acht Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Die Importe von dort kletterten derweil um fast 13 Prozent auf rund zwei Mrd. Euro.

Plus vor allem dank Deutschland und Frankreich

Von den insgesamt über drei Mrd. Euro schweren Exportzuwächsen im ersten Quartal „entfiel eine Milliarde auf Deutschland und eine Milliarde auf Frankreich“, illustrierte er die Wichtigkeit des Nachbarlandes. „Deutschland ist ungemein stark - die Lokomotive der europäischen Wirtschaft.“

Den Aufschwung dort hält er für nachhaltig - er sei „sehr breit aufgestellt, und wir sind in der glücklichen Lage, dass das unser Hauptmarkt ist“. Über 30 Prozent der heimischen Ausfuhren gehen nach Deutschland. Der österreichische Exportmarkt ist jedenfalls europalastig. Nur 20 Prozent der Lieferungen haben ein Land außerhalb Europas zum Ziel.

Der immense Zuwachs in Richtung Frankreich von gut 68 Prozent in den ersten drei Monaten sei hauptsächlich Sondereffekten geschuldet, relativierte der Leiter der Außenwirtschaft in der WKÖ, Walter Koren. Lieferungen an die dortige Pharmaindustrie - Hormone, Pharmazeutika und Chemikalien - seien statt im November/Dezember erst im heurigen Jahr erfolgt.

Berlin: EU-Recht nicht Basis für Italiens Bankenrettung

Das deutsche Finanzministerium sieht keine Konsequenzen aus der Rettung zweiter italienischer Geldhäuser für den Bankenrettungsfonds in Europa. Sie wolle keinen Schluss aus diesen Einzelfällen auf den Abwicklungsfonds auf EU-Ebene ziehen, sagte Ministeriumssprecherin Friederike von Tiesenhausen heute in Berlin.

Es sei hier nicht das europäische Recht angewendet worden, sondern nationales Insolvenzrecht, sagte die Sprecherin. „Insofern verbieten sich da Schlussfolgerungen von diesem Fall auf das Resolutionsregime in Europa.“ Hauptziel der neuen Bankenregulierung sei es, den Steuerzahler zu schützen.

Staatliche Mittel „so weit wie möglich“ vermeiden

Die Einzelentscheidung der EU-Kommission wollte Tiesenhausen nicht kommentieren. Grundsätzlich sei es aus deutscher Sicht besser, eine unprofitable Bank vom Markt ausscheiden zu lassen, anstatt sie mittels vorsorglicher Rekapitalisierung künstlich am Leben zu halten. „Auch bei Insolvenzverfahren sollte der Einsatz staatlicher Mittel so weit wie möglich vermieden werden.“

Die Europäische Kommission trage die Verantwortung dafür, dass staatliche Beihilfen auf ein Minimum beschränkt würden, auch um eine faktische Umgehung von Abwicklungsregeln durch nationale Insolvenzregeln zu verhindern. Die Entschädigung privater Kleinanleger könne ausnahmsweise mit dem europäischen Regelwerk vereinbar sein.

17 Milliarden für zwei Banken

Italien hatte am Wochenende insgesamt bis zu 17 Mrd. Euro für die Institute Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza bereitgestellt, die zuletzt von der EZB-Bankenaufsicht als wahrscheinlich nicht mehr überlebensfähig eingestuft wurden. Als Lehre aus der Finanzkrise sollte eigentlich ein seit Anfang 2016 greifender einheitlicher Abwicklungsmechanismus (SRM) verhindern, dass Geldhäuser in der EU erneut mit Steuermilliarden gerettet werden.

Nestle-Aktie nach Investoreneinstieg auf Allzeithoch

Der Einstieg von US-Milliardär Dan Loeb bei Nestle sorgt bei Anlegern für Fantasie: Die Aktie des Nahrungsmittelkonzerns schoss heute auf ein neues Allzeithoch. An der Börse legten die defensiven Nestle-Titel in den ersten Handelsminuten in einem freundlichen Umfeld auf 85,95 Franken (79,21 Euro) zu.

Loeb und sein Hedgefonds Third Point hatten gestern bekanntgegeben, Nestle-Aktien im Wert von 3,3 Mrd. Franken erworben zu haben. Den Angaben zufolge hält Third Point 40 Millionen Aktien sowie einige Derivate. Das entspräche einem Stimmenanteil von rund 1,3 Prozent.

Achtgrößter Aktionär

Der Fonds ist damit achtgrößter Aktionär von Nestle. Größter Einzelaktionär ist der Vermögensverwalter Blackrock mit einem Stimmenanteil von 3,7 Prozent. Händlern zufolge könnte der Einstieg von Third Point weitere Investoren auf die Aktien von Nestle aufmerksam werden lassen.

Third Point wird in der Finanzwelt zu den „aktivistischen“ Investoren gezählt. Diese wollen ganz gezielt Einfluss auf Firmenentscheidungen nehmen und treten mitunter aggressiv auf. Loeb ist berüchtigt dafür, sich mit dem Management seiner Beteiligungen anzulegen.

Soll L’Oreal-Beteiligung verkaufen

In einem offenen Brief kritisierte Loeb denn auch die unterdurchschnittliche Kursentwicklung der letzten Jahre und forderte vom Nestle-Management einen aktionärsfreundlicheren Kurs. Konkret verlangt Third Point unter anderem eine Verbesserung der Gewinnmarge und den Verkauf der 23-prozentigen Beteiligung an dem französischen Kosmetikkonzern L’Oreal. Von Nestle war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Chronik

Polizisten verhinderten Vergewaltigung auf Donauinselfest

Polizisten haben am Samstagabend auf dem Wiener Donauinselfest offenbar eine Vergewaltigung verhindert. Sie zerrten den 18-jährigen Täter, der bereits auf der 21-Jährigen saß und ihr T-Shirt gewaltsam entfernt hatte, vom Opfer und nahmen ihn fest.

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Verdacht auf Vergewaltigung in Internat

In einem Internat einer oberösterreichischen Berufsschule soll ein 16-Jähriger von einem 21-jährigen Zimmerkollegen vergewaltigt worden sein. Ein Spital erstattete Anzeige, nachdem das Opfer dort medizinisch versorgt worden war.

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Mädchen bei Sturz aus Lift in Vergnügungspark aufgefangen

Ein Unfall in einem Vergnügungspark im US-Bundesstaat New York hat gestern glimpflich geendet: Ein 14-jähriges Mädchen war aus fast acht Meter Höhe aus einer Art Gondelbahn gestürzt. Sie wurde von zwei anderen Besuchern aufgefangen, die ihr zugerufen hatten: „Wir fangen dich auf.“

Das Mädchen wurde mit leichten Verletzungen in ein Spital eingeliefert. Der Unfall ereignete sich vor den Augen Hunderter Besucher. Das Mädchen war aus bisher unbekannten Gründen unter dem Sicherheitsbügel durchgerutscht und hielt sich mehr als eine Minute lang mit den Händen am Sicherheitsbügel fest.

Die Gondelbahn fuhr noch etwa eine Minute weiter, bevor Mitarbeiter die Bahn stoppten.

Der 47-jährige Matthew Howard war auf dem Weg zum Ausgang, als er die Hilfeschrie des Mädchens hörte. Gemeinsam mit seiner 21-jährigen Tochter eilte er hin und forderte das Mädchen auf loszulassen: „Wir fangen dich auf“, rief er laut Bericht des „Guardian“ dem Mädchen zu. Der jüngere Bruder der 14-Jährigen saß daneben, konnte aber nicht helfen. Das Mädchen schrie und sagte, sie könne sich nicht länger festhalten.

Ausflugsschiff gesunken: Mindestens zehn Tote in Kolumbien

Bei einem Schiffsunglück in einem Feriengebiet im Nordwesten Kolumbiens sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, 30 Menschen wurden verletzt. Zehn weitere Bootsinsassen würden noch vermisst, zitierte ein spanisches Nachrichtenportal die Leiterin der örtlichen Katastrophenschutzbehörde.

Das Schiff war am Nachmittag mit rund 150 Menschen an Bord auf dem Stausee El Penol-Guatape gesunken. Viele von ihnen konnten rasch aus dem Wasser geborgen werden. Auf einem Video, das in Sozialen Netzwerken kursierte, war zu sehen, wie das Schiff sank und sich Dutzende andere Boote näherten, um die Insassen zu retten.

Die Gegend ist bei Kolumbianern vor allem für Wochenendausflüge sehr beliebt.

Warum das Ausflugsschiff „Almirante“ kenterte, war zunächst unklar. An der Rettung seiner Insassen beteiligten sich nach Angaben der Behörden auch ein Hubschrauber der kolumbianischen Luftwaffe und mehrere örtliche Rettungsteams.

Kultur

Leichnam von Salvador Dali wird exhumiert

Der legendäre spanische Surrealismus-Künstler Salvador Dali wird knapp drei Jahrzehnte nach seinem Tod aus seiner letzten Ruhestätte geholt. Zur Klärung einer Vaterschaftsklage ordnete ein Richter in Madrid die Exhumierung des Leichnams an, wie das zuständige Gericht heute mitteilte.

Die Klage sei von einer Frau aus dem katalanischen Gerona gestellt worden, hieß es. Die Identität der Klägerin wurde vom Gericht in Madrid zwar nicht mitgeteilt. In Spanien weiß man aber, dass es sich um eine 1956 geborene, namentlich bekannte Frau handelt, deren Mutter als Hausangestellte Dalis eine Liebesbeziehung zum Maler, Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller unterhalten haben soll.

Der Maler mit dem stilvoll gezwirbelten Schnurrbart starb am 23. Januar 1989 im Alter von 84 Jahren an Herzversagen in seinem Geburtsort, dem katalanischen Figueres. Er wurde auf eigenen Wunsch in Figueres in seinem „Theater-Museum Dali" beigesetzt.

Erster „Harry Potter“ vor 20 Jahren erschienen

Heute vor genau zwanzig Jahren - am 26. Juni 1997 ist der erste „Harry Potter“-Band, „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ („Harry Potter und der Stein der Weisen“) - erschienen. Niemand nahm damals davon Notiz. Zunächst ging der britische Verlag Bloomsbury mit nur 500 Exemplaren an den Start, weitere 300 wurden an Büchereien verschickt.

Welterfolg neben schlafendem Baby geschrieben

Nach einem Bericht der britischen BBC hatte J. K. Rowling das Buch in verschiedenen Kaffeehäusern in Edinburgh geschrieben, während ihr Baby im Wagen neben ihr schlief. Die Idee zu den Geschichten um den kleinen, brillentragenden Zauberer war ihr irgendwann auf einer Bahnreise gekommen.

Erstausgabe von "Harry Potter and the Philosopher's Stone"

AP/Matt Dunham

1995 beendete sie das Manuskript, das zunächst von verschiedenen Verlagen abgelehnt wurde, bevor Bloomsbury doch noch zugriff - und einen der größten Deals in der Geschichte des Buchhandels landete.

450 Millionen verkaufte Exemplare weltweit

Der erste Band und die sechs weiteren, die folgten verkauften sich weltweit mehr als 450 Millionen Mal. Der Verkaufsstart von Band drei, „Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“ („Harry Potter und der Gefangene von Askaban“), wurde 1999, am Höhepunkt der Potter-Mania, extra auf den Nachmittag verlegt, um britische Schulkinder vom Schwänzen abzuhalten.

Viele Nachahmer versuchten sich ebenfalls an Zaubergeschichten, doch „Artemis Fowl“ und „Die Spiderwick-Geheimnisse“ konnten den Erfolg des Originals nie erreichen.

„KulturMontag“: Die Roboter kommen

„Roboter übernehmen Jobs – ist auch Ihrer dabei?“ So oder ähnlich alarmistisch lauten immer wieder Schlagzeilen in den Medien.
Tatsächlich wird es aufgrund von Automatisation zu Umbrüchen in der Arbeitswelt kommen.

Längst übernehmen Maschinen
nicht bloß niedere Hilfsdienste – mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Systeme ersetzen mittlerweile etwa Börseanalysten und Logistikchefs. Anlässlich der Vienna Biennale unter dem Titel „Roboter. Arbeit. Unsere Zukunft“ setzt „kulturMontag“ einen Themenschwerpunkt.

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Science

Religion

Gesundheit

Panorama

Die Urlaubsziele heimischer Politiker

Auch heimische Spitzenpolitikerinnen und - politiker gönnen sich trotz des Wahlkampfs für den Urnengang am 15. Oktober im Sommer eine Auszeit. Während Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache nach Ibiza fliegen, geht Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) in Südtirol wandern. Einige Minister bleiben lieber in heimischen Gefilden. Generell gilt: Die Urlaubsziele sind so bunt wie die politische Landschaft - und der eine oder andere Aktivurlaub der anderen Art ist auch dabei.

Mehr dazu in Van der Bellen zieht’s ins Kaunertal