Inland

Französischer Präsident Macron besucht Salzburg

Der französische Präsident Emmanuel Macron besucht mit seiner Frau Brigitte heute Salzburg. Macron wird am Nachmittag mit Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) zusammentreffen, später sind Gespräche mit den Ministerpräsidenten von Tschechien und der Slowakei, Bohuslav Sobotka und Robert Fico, geplant.

Gespräche über Entsenderichtlinie

Der sozialliberale Staats- und die drei sozialdemokratischen Regierungschefs sprechen in Salzburg über Lohn- und Sozialdumping sowie eine Reform der EU-Entsenderichtlinie. Debatten rund um diese Richtlinie, die es Unternehmen erlaubt, Arbeitnehmer zeitlich begrenzt in ein anderes EU-Mitgliedsland zu schicken, nahmen einen wichtigen Platz im französischen Präsidentschaftswahlkampf ein.

Macron und Kern wollen erreichen, dass gleiche Arbeit am gleichen Ort auch gleich entlohnt wird, egal ob sie von einheimischen oder entsendeten Arbeitskräften verrichtet wird. Gegenwind für die Pläne kommt aus Osteuropa, wo man eine Diskriminierung auf dem europäischen Binnenmarkt befürchtet. Die Zahl der Entsendungen steigt seit Jahren. Etwa zwei Millionen sind es jährlich nach EU-Angaben. Besonders das Baugewerbe ist betroffen.

Barenboim-Konzert am Abend

Am Abend steht ein Festspielkonzert mit Daniel Barenboim auf dem Programm. In Salzburg ist man für den Besuch Macrons gerüstet. In Frankreich gilt seit Längerem der Ausnahmezustand. Nach dem jüngsten Anschlag in Barcelona gilt auch bei den Festspielen die höchste Sicherheitsstufe.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Vor Wahl: Regierung fixiert Pensionserhöhung

So schnell kann es gehen, wenn sich die Koalitionsparteien einig sind und eine Nationalratswahl vor der Tür steht: Ohne große Debatte haben SPÖ und ÖVP gestern im Ministerrat eine deutliche Erhöhung der niedrigen und mittleren Pensionen beschlossen. Beide Seiten zeigten sich zufrieden, die Pensionistenvertreter ebenso. Auf Oppositionsseite attackierte NEOS ÖVP-Chef Sebastian Kurz als „Windfahne“.

Mehr dazu in „Schöner Erfolg“

Nachschärfungen beim Islamgesetz geplant

Die Bundesregierung plant eine Nachschärfung des Islamgesetzes und eine Reform des Aufsichtsmodells. Anlass dafür sind die jüngsten Vorfälle um illegale Islamschulen in Wien und Linz sowie die bisherigen Ermittlungen in Sachen Auslandsfinanzierung von islamischen Vereinen. Kurzfristig beschloss der Ministerrat gestern die Aufstockung des Kultusamtes im Bundeskanzleramt um zehn Planposten.

Die bisherigen Ermittlungen - zuletzt wurden rund 150 religiöse Einrichtungen geprüft - hätten etliche Verdachtsfälle zutage gefördert. Die Prüfungen und Ermittlungen, an denen auch der Verfassungsschutz beteiligt ist, werden deshalb ausgeweitet, so SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar.

Kurz für Religionsbehörde

Handlungsbedarf ortet auch Integrationsminister und ÖVP-Chef Sebastian Kurz. „Ich fordere den Ausbau des Kultusamts im Kanzleramt zu einer echten Religionsbehörde bereits seit 2015. Damals hat die SPÖ das als Religionspolizei abgelehnt“, erklärte Kurz gegenüber der APA. „Ein Gesetz ist nur so gut wie sein Vollzug, und ich bin daher froh, wenn der Ausbau des Kultusamts nun passiert.“ Der Zwischenbericht sei dementsprechend noch dünn.

Kern mit Kritik an Türkei

Auf die Lücken im bestehenden Islamgesetz wies auch Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern hin. „Wir haben ein Gesetz gemacht, das stark darauf ausgerichtet war, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, aber schwierig exekutierbar.“ Deshalb müsse man nun dringend über eine Novellierung nachdenken. Heftige Kritik übte Kern an der Türkei. „Es gibt Kräfte im Ausland, die bewusst auf die Beeinflussung der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich setzt.“ Dieser Einfluss sei völlig inakzeptabel. „Da müssen wir rigoros reagieren.“

Glaubensgemeinschaft schaltet sich ein

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) fühlt sich bei der Diskussion außen vor gelassen. „Wenn man ins Gespräch kommt, kann man vieles gemeinsam lösen“, so Präsident Ibrahim Olgun. Er erwartet sich jedenfalls, bald von der Regierung kontaktiert zu werden. „Politiker sollen nicht über die Islamische Glaubensgemeinschaft reden, sondern die Islamische Glaubensgemeinschaft muss bei solchen Themen miteinbezogen werden.“

Häupl für Schließung

Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) plädierte für die Schließung der wohl illegal betriebenen und inzwischen vom Stadtschulrat angezeigten Islamschule in Liesing. „Wenn eine Schule keine Genehmigung hat, ist sie zu schließen“, forderte er - mehr dazu in wien.ORF.at. Auch in Oberösterreich geriet eine Islamschule in den Fokus. Das Bildungsministerium erteilte dazu nun dem oberösterreichischen Landesschulrat eine Weisung, bis morgen zu überprüfen, ob im Fall der Imam Hatip Schule in Linz der Verdacht einer nicht angemeldeten Führung einer Privatschule vorliegt - mehr dazu in ooe.ORF.at.

Ausland

Kurz wirft Erdogan „diktatorische Züge“ vor

Außenminister Sebastian Kurz wirft dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan „diktatorische Züge“ vor. „Er entwickelt das Land in eine falsche und gefährliche Richtung. Sein Umgang mit Kritikern, Andersdenkenden und Minderheiten ist absolut inakzeptabel. Präsident Erdogan zeigt definitiv diktatorische Züge“, sagte Kurz der Zeitung „Die Welt“.

Mit Blick auf den von der Türkei angestrebten EU-Beitritt betonte Kurz: „Auch wenn Ankara bis zum Jahr 2023 einen EU-Beitritt anstrebt, wird das nicht stattfinden.“ Den Europäern sei bewusst, dass sich im Jahr 2023 die Gründung der türkischen Republik zum 100. Mal jähre. „Aber man muss trotzdem klar festhalten: Das Land bewegt sich immer weiter von Europa weg, die wirtschaftlichen Auswirkungen wären für beide Seiten unkalkulierbar und außerdem würde ein Beitritt die Aufnahmefähigkeit der EU überfordern“, fügte Kurz hinzu.

Angola bekommt neuen Präsidenten

Im südwestafrikanischen Ölstaat Angola werden heute neun Millionen Wähler ein neues Parlament und damit auch den Nachfolger von Präsident Eduardo dos Santos bestimmen. Der 74-Jährige tritt nach knapp 38 Jahren an der Macht nicht mehr an.

Dos Santos galt als Afrikas dienstältester Staatschef nach Präsident Teodoro Obiang vom Inselstaat Äquatorial-Guinea, der sein Land seit Anfang August 1979 diktatorisch regiert - und damit etwas mehr als einen Monat länger als Dos Santos. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hielt dem scheidenden angolanischen Staatschef eine schlechte humanitäre Bilanz vor.

Kaum Chancen für Opposition

Da ein Sieg von Dos Santos’ regierender MPLA-Partei als sicher gilt, dürfte der bisherige Verteidigungsminister Joao Lourenco (63) neuer Präsident werden. Kaum Chancen werden der Oppositionspartei Unita eingeräumt. Sie beklagte eine fehlende Transparenz im Wahlprozess. MPLA und Unita hatten sich in einem 2002 beendeten, blutigen Bürgerkrieg jahrzehntelang bekämpft. Angola gilt als Afrikas zweitgrößter Ölproduzent.

US-Präsident Trump verliert weitere Berater

Nach der Empörung wegen der Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über Rechtsextremisten kehren ihm weitere Berater den Rücken. Wie das Präsidialamt mitteilte, legten mehrere Mitglieder des Nationalen Infrastrukturbeirates (NIAC) ihre Posten nieder. Sie seien von der Vorgängerregierung ernannt worden.

Wie viele Mitglieder das Gremium verließen und warum, war zunächst unklar. Der Beirat habe am Dienstag mit der Mehrzahl der Mitglieder getagt, hieß es in der Mitteilung. Nach den Äußerungen Trumps hatten zahlreiche Manager aus der Wirtschaft ihre Beratertätigkeit für den Präsidenten eingestellt. Er selbst setzte zwei Gremien ab, um offenbar einer Selbstauflösung zuvorzukommen.

Hintergrund ist der Neonazi-Aufmarsch in Charlottesville in Virginia, bei dem eine Gegendemonstrantin getötet wurde. Trump sagte danach, es habe auf beiden Seiten „sehr gute Leute“ gegeben. Zudem wurde ihm vorgeworfen, rechte Gewalt nicht deutlich genug verurteilt zu haben.

Insider: USA streichen Ägypten Finanzhilfen

Die USA wollen Ägypten wegen ausbleibender Fortschritte im Bereich der Menschenrechte zugesagte Hilfen in Millionenhöhe verwehren. Die Regierung in Washington habe entschieden, rund 95 Millionen Dollar gar nicht auszuzahlen und eine weitere Tranche in Höhe von 195 Millionen Dollar zunächst zurückzustellen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters gestern von zwei mit der Angelegenheit vertrauten Personen.

Die Entscheidung spiegle einerseits den Wunsch wider, die Sicherheitspartnerschaft mit dem größten und militärisch einflussreichsten arabischen Land fortzusetzen, und zugleich die wachsende Unzufriedenheit über mangelnde Fortschritte bei der Gewährung von Menschen- und Bürgerrechten sowie der Entwicklung der Demokratie, hieß es zur Begründung.

Sprecher des Präsidialamts und des Außenministeriums waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Gemeinsame Militärübung der USA und Katars

Fallschirmspringer aus den USA und Katar haben gestern ein gemeinsames Manöver absolviert. Mehr als 40 Fallschirmspringer hätten an der Übung „Freundschaftssprung“ teilgenommen, teilte das US-Militär mit. Es handle sich um eine Routineübung, die die „solide Beziehung zwischen beiden Ländern“ widerspiegle, hieß es in der Erklärung. In der Region herrschen derzeit starke Spannungen.

Saudi-Arabien sowie seine Verbündeten Bahrain, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten Anfang Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Blockade verhängt. Sie werfen dem gasreichen Golfemirat vor, Terrororganisationen zu unterstützen und zu enge Beziehungen zu Riads Rivalen Iran zu unterhalten. Katar weist die Vorwürfe zurück.

Saudi-Arabien ist auch ein Verbündeter der USA. Seit der Katar-Krise hielten die USA bereits ein Marinemanöver mit dem Golfemirat ab. Die USA unterhalten dort einen großen Militärstützpunkt.

Sechs muslimische Geistliche in Uganda verurteilt

Ein Gericht im ostafrikanischen Uganda hat sechs muslimische Geistliche, die der fundamentalistischen Tabliq-Bewegung angehören, zu langjährigen Haftstrafe verurteilt. Vier der Geistlichen müssen wegen der Ermordung von zwei Muslimführern lebenslang ins Gefängnis.

Die beiden anderen wurden gestern in der Hauptstadt Kampala wegen Terrorvorwürfen zu jeweils 35 Jahren Haft verurteilt.

Der Anwalt der seit 2015 inhaftierten Männer will gegen die Urteile Berufung einlegen. Die genauen Hintergründe der Morde blieben unklar. Es wird jedoch vermutet, dass es dabei um einen Machtkampf innerhalb der Tabliq-Sekte ging. Sie ist eine Splittergruppe der Tablighi-Jamaat-Bewegung (Gemeinschaft der Verkündigung und Mission), die eine weltweite Islamisierung der Gesellschaft anstrebt.

Sport

Fußball: Koller holt Optionen für die Abwehr

Österreich wird die für die Qualifikation zur Fußball-WM 2018 in Russland so wichtigen Spiele in Wales und gegen Georgien Anfang September möglicherweise mit zwei Debütanten in der Außenverteidigung bestreiten. Teamchef Marcel Koller berief mit dem vor einem Transfer zu Ajax Amsterdam stehenden Rapid-Youngster Maximilian Wöber und Russland-Legionär Moritz Bauer zwei Abwehrspieler erstmals in den Kader und bezeichnete einen Einsatz des Duos in der Viererkette zumindest als „möglich“.

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Formel 1: Ferrari belohnt Edelhelfer Räikkönen

Wenige Tage vor dem Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps ist bei Ferrari die erste Personalentscheidung gefallen. Der Vertrag des Finnen Kimi Räikkönen wurde um ein Jahr bis zum Ende der Saison 2018 verlängert. Es dürfte auch der Lohn für seine wertvollen Dienste für Stallkollegen Sebastian Vettel sein, dessen Zukunft bei Ferrari offiziell noch nicht geklärt ist. Denn auch Vettels Vertrag läuft nach dieser Saison aus.

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Tennis: Melzers Rückkehr lässt auf sich warten

Jürgen Melzer muss seine Comebackpläne weiter nach hinten verschieben. Bei der Ellbogenverletzung des ehemaligen Weltranglistenachten gab es zuletzt keine wesentliche Besserung. Seit seinem Aus in der ersten Qualifikationsrunde von Wimbledon hat Melzer „noch nicht wieder einen Schläger in der Hand gehabt“, sagte der 36-Jährige. „Man muss der Verletzung einfach Zeit geben, zu heilen“, meinte Melzer, der erstmals seit 2002 die US Open verpasst. In New York stehen unterdessen zwei Österreicher im Hauptbewerb, drei weitere spielen Qualifikation.

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Wirtschaft

„SZ“: Schnelle Aufspaltung von Air Berlin

Der Gläubigerausschuss der insolventen Air Berlin soll nach einem Medienbericht bereits bei seiner konstituierenden Sitzung heute die Aufspaltung der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft genehmigen. Seit Tagen werde eine Absichtserklärung zum Verkauf der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki an die Lufthansa vorbereitet.

Das berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ im Voraus aus ihrer Mittwoch-Ausgabe ohne Angabe von Quellen. Eine Zustimmung des vom Insolvenzgericht bestellten Ausschusses gelte als wahrscheinlich, schreibt das Blatt.

Finanzsituation „äußerst heikel“

Grund sei, dass die Finanzlage des Unternehmens trotz des von der deutschen Regierung gewährten Überbrückungskredits in Höhe von 150 Millionen Euro äußerst heikel sei, so die Zeitung weiter. Ein Lufthansa-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Der Gläubigerausschuss tritt heute Vormittag erstmals zusammen. Ihm gehören neben einem Vertreter von Air Berlin, der deutschen Bundesagentur für Arbeit, die drei Monate lang das Insolvenzgeld für die 7.200 Mitarbeiter in Deutschland zahlt, und der Commerzbank auch ein Geschäftsführer der Lufthansa-Tochter Eurowings an. Eurowings hat 38 Maschinen mit Besatzungen von Air Berlin gemietet und vorfinanziert und wäre deshalb von einer Einstellung des Flugbetriebs stark betroffen.

BVwG setzte Ausschreibung für 21 ÖBB-Züge aus

Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) hat nach einem Einspruch von Siemens die Ausschreibung für 21 ÖBB-Züge ausgesetzt. Siemens habe geltend gemacht, dass bestimmte Details der Ausschreibung den Konkurrenten Bombardier und dessen Produktion in China bevorzugen. Die Frist für die Entscheidung von Ende voriger Woche sei damit hinfällig, schreibt „Der Standard“ unter Berufung auf einen Bahn-Sprecher. Allerdings habe der BVwG noch nicht in der Sache entschieden. In welcher Form die Ausschreibung fortgesetzt oder neu gestartet werde, sei daher noch offen.

Ausgeschrieben waren acht Reisezüge für den Tag und 13 für den Nachtverkehr. Siemens hat angeblich geltend gemacht, dass die Kriterien für die Festigkeit der Wagenkasten so sehr gesenkt wurden, dass chinesische Bombardier-Werke zum Zuge kommen könnten. Auch bei anderen Komponenten seien die Kriterien stark verwässert worden.

„Unter diesen Umständen hätten die Deutschen sogar gedroht, gar nicht zu bieten“, schreibt „Der Standard“. Der Auftrag ist mit einigen hundert Millionen Euro einer der größten, die derzeit im Bahnbereich ausgeschrieben sind. Und damit geht es auch um Tausende Jobs in Österreich. Siemens beschäftigt in Wien und Graz 2.200 Menschen in der Verkehrssparte. Bombardier wollte laut Insidern einen Großteil des Auftrags in China fertigen lassen.

Chronik

Rheintalbahn Anfang Oktober wieder freigegeben

Die für den Personen- und Güterverkehr wichtige Nord-Süd-Hauptstrecke Rheintalbahn in Deutschland soll voraussichtlich erst am 7. Oktober wieder freigegeben werden. Das teilten die Deutsche Bahn und die Arbeitsgemeinschaft Tunnel Rastatt gestern in Karlsruhe mit. Damit müssen weiterhin bis zu 200 Güterzüge täglich sowie viele Fernverkehrszüge umgeleitet werden.

Am 12. August hatte sich ein Betonsegment in der Tunnelröhre verschoben, die nur knapp fünf Meter unter den Gleisen der Rheintalbahn durchführt. Wasser und Erdreich drangen ein. Die Gleise darüber senkten sich ab. Die Bahn stoppte den Zugsverkehr. Wie es zu dem Schaden kommen konnte, ist weiter unklar.

Erdbeben auf Ischia: Gerettete Kinder sind wohlauf

Die drei nach dem Erdbeben am Montag auf der italienischen Ferieninsel Ischia aus Trümmern geretteten Kinder sind wohlauf. Lediglich der älteste Bub, der elfjährige Ciro, habe einen gebrochenen Fuß. „Es ist ein Wunder, sie sind alle drei gesund“, berichteten gestern die Ärzte des Krankenhauses von Ischia, in dem die drei Kinder behandelt wurden.

Feuerwehrleute retten ein Kind aus den Trümmern

APA/AP/ANSA/Italian Firefighters Press Office

Sie können wahrscheinlich schon bald aus der Klinik entlassen werden, sagten die Ärzte. 16 Stunden lang musste Ciro unter den Trümmern verbringen, bis er befreit wurde. An der Rettungsaktion beteiligt war eine Feuerwehrfrau, die schon im Jänner an der Bergung von Kindern unter den Trümmern des Hotels Rigopiano in der Region Abruzzen teilgenommen hatte. „Wenn man die Kinder lebend rettet, ist die Freude immens“, so die Feuerwehrfrau.

Das Erdbeben richtete schwere Schäden auf der bei Touristen beliebten Insel an.

Zwei Tote und 42 Verletzte ist die Bilanz des Erdbebens auf Ischia. Zwei Verletzte seien in kritischem Zustand. 2.600 Menschen wurden obdachlos, teilte der Zivilschutz mit.

Karte von Ischia und Umgebung

Grafik: APA/ORF.at

Große Waldbrände in Kanada

Feuerwehrleute in Kanada kämpfen mit großen Waldbränden. In der Provinz British Columbia seien 19 Feuer zu einem Großbrand über eine Fläche von schätzungsweise 467.000 Hektar herangewachsen, berichtete der TV-Sender CBC gestern unter Berufung auf Feuerwehrsprecher Kevin Skrepnek.

Über 130 Kilometer lang

Der Brand in der Hochebene Chilcotin reiche demnach von einem Ende zum anderen über 130 Kilometer. Die bergige Chilcotin-Region ist nach dem Stamm der Chilcotin benannt, die zur indigenen Gruppe der First Nations zählen. Die Gegend liegt etwa sechs Autostunden nordöstlich von Vancouver.

Mehr als 400 Feuerwehrleute und 25 Helikopter waren Medienberichten zufolge im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Größere Gemeinden waren von den Bränden nicht betroffen.

Die heftigen Brände in der Provinz Alberta, bei der im Mai 2016 rund 2.400 Gebäude zerstört wurden, hatten sich zeitweise über fast 590.000 Hektar ausgebreitet.

Science

Gesundheit

Kultur

„Auschwitz on the Beach“: Wirbel um documenta-Stück

Nach heftigem Gegenwind ist die umstrittene Performance „Auschwitz on the Beach“ auf der documenta im deutschen Kassel in ihrer bisherigen Form abgesagt worden. Wie eine Sprecherin der Kunstausstellung gestern sagte, wird es stattdessen eine Lesung mit dem italienischen Künstler und Philosophen Franco Berardi geben. Sie soll unter dem Titel „Shame on us“ stehen.

Mit „Auschwitz on the Beach“ wollte sich Berardi kritisch mit der europäischen Migrationspolitik auseinandersetzen. Im offiziellen Begleittext der documenta hieß es: „Auf ihren eigenen Territorien errichten die Europäer Konzentrationslager und bezahlen ihre Gauleiter in der Türkei, Libyen und Ägypten dafür, die Drecksarbeit entlang der Küsten des Mittelmeeres zu erledigen, wo Salzwasser mittlerweile das Zyklon B ersetzt hat.“

Nun will Berardi ein von ihm geschriebenes Gedicht vortragen, gefolgt von einer „partizipativen Diskussion über die neuen Gesichter des Faschismus und der aktuellen Politiken der Migration in Europa“, wie die documenta ankündigte. Die darüber hinaus geplanten zwei weiteren Abende wurden abgesagt.

40 Jahre nach Aufnahme erscheint Neil Youngs „Hitchhiker“

Vor rund 40 Jahren, von 1975 bis 1977, hat Neil Young in Malibu jeweils zu Vollmond mit seinem Produzenten David Briggs wiederholt Songs aufgenommen. In einer einzigen Nacht entstand sogar ein ganzes Album, das unter dem Titel „Hitchhiker“ erscheinen sollte. Young wandte sich jedoch anderen Projekten zu. Die „verlorene“ Platte kommt erst jetzt (am 8. September) in den Handel.

Erscheinen wird „Hitchhiker“ im Rahmen der Archives-Serie des Kanadiers, der demnächst seine Archive überhaupt öffnen will - für Abonnenten zum Streamen.

„Heimkehren“: Geschichten vom Überlebenskampf

Die in Ghana geborene und in den USA aufgewachsene Yaa Gyasi hat mit nur 26 Jahren einen bewegenden Roman rund um das Schicksal zweier Schwestern veröffentlicht und wurde für mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Nun liegt ihr Erstlingswerk „Heimkehren“ auch auf Deutsch vor.

Ghana im 18 Jahrhundert. Effia, verheiratet mit einem Engländer, der durch Sklavenhandel zu Macht gelangte, lebt ein Leben voller Reichtum. Ihre Schwester Esi hingegen haust zunächst in einem Frauenverlies, bevor sie selbst als Sklavin nach Amerika verkauft wird. Beide Schwestern wissen nichts von der Existenz der jeweils anderen, sie wachsen getrennt voneinander auf, und ihre Leben beeinflussen die ihrer Nachkommen über die nächsten Generationen maßgeblich.

Ein Generationenroman

Im ersten Kapitel von „Heimkehren“ erzählt Gyasi die Geschichte der jungen Effia, die mit dem Sklavenhändler James verheiratet wird und trotz aller Umstände ein sicheres, angenehmes Leben in der Festung von Cape Coast führt. Das zweite Kapitel erzählt die ihrer Halbschwester Esi, die voller Angst auf ihr Schicksal wartet und keinerlei Hoffnung mehr für sich sieht.

Im Folgenden widmet Gyasi jedes Kapitel einer neuen Figur und jeweils einem Nachkommen Effias und Esis, über sieben Generationen hinweg. „Heimkehren“ wird zu einer Reise durch die Geschichte der Sklaverei, ihrem Ende, der Unabhängigkeit Ghanas, von Rassismus, der Benachteiligung von Schwarzen, auch nach dem offiziellen Ende der Sklaverei, und erzählt von einem Kampf ums Überleben.

Außergewöhnliches Debüt

Gyasi schafft es bereits in den ersten Kapiteln, eine emotionale Ebene aufzubauen, indem sie einen ungeschönten Einblick in die Hochblüte des Sklavenhandels in Ghana gibt. Trotz der tief berührenden Geschichte(n) behält Gyasi einen klaren, schnörkellosen Schreibstil bei und findet eine Erzählweise zwischen Gefühl und Gewalt, bei der man passagenweise wegschauen möchte und gleichzeitig hinschauen muss.

Eine Zeitreise vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, die die Auswirkungen der Sklaverei auf die heutige Zeit erschreckend verdeutlicht. „Heimkehren“ ist ein außergewöhnlicher Debütroman einer jungen Frau, auf die die Literaturszene ein Auge haben sollte.

Leute

Neuer Strafprozess gegen Bill Cosby erst im März 2018

Der eigentlich für November geplante Strafprozess gegen US-Entertainer Bill Cosby (80) wegen sexueller Nötigung soll nun erst im März kommenden Jahres beginnen. Das teilte die Staatsanwaltschaft nach einer Anhörung in Norristown in Pennsylvania gestern mit.

Cosbys neue Anwälte sollen dadurch genug Zeit bekommen, sich in die Vorwürfe von Klägerin Andrea Constand einzuarbeiten.

Ehemaliger Michael-Jackson-Anwalt angeheuert

Constand wirft Cosby vor, sie 2004 missbraucht zu haben. Nach seiner Darstellung war der Sex einvernehmlich. Der erste Strafprozess gegen Cosby war im Juni gescheitert, weil die Geschworenen sich nicht auf ein Urteil einigen konnten.

Für den Folgeprozess hat Cosby prominente Anwälte verpflichtet, darunter auch Staranwalt Tom Mesereau, der Popstar Michael Jackson 2005 erfolgreich gegen Vorwürfe von Kindesmissbrauch verteidigt hatte.

Mark Wahlberg ist bestbezahlter Schauspieler

Mark Wahlberg war in den vergangenen zwölf Monaten der bestbezahlte Schauspieler der Welt. 68 Mio. US-Dollar (57,82 Mio. Euro) konnte der einstige Rapper laut aktueller Liste des Magazins „Forbes“ in diesem Zeitraum lukrieren - für die Filme „Transformers: The Last Knight“ und „Daddy’s Home 2“. Damit verweist der 46-Jährige den Ex-Wrestler Dwayne „The Rock“ Johnson (65 Mio. US-Dollar) auf Platz zwei.

Mark Wahlberg

APA/AFP/Niklas Halle'n

Johnson konnte sein Gehalt mit dem „Baywatch“-Remake und dem im Herbst anlaufenden Sequel zu „Jumanji“ einheimsen. Auf Platz drei folgt Vin Diesel („Fast & Furious“) mit 54,5 Mio. US-Dollar. Die Top Fünf komplettieren Komödienexperte Adam Sandler (50,5 Mio. US-Dollar) und Kung-Fu-Star Jackie Chan (49 Mio. US-Dollar). Alle Zahlen beziehen sich auf die jeweiligen Bruttoeinkünfte der Stars zwischen 1. Juni 2016 und 1. Juni 2017.

Deutliches Lohngefälle

Damit bleibt die ungleiche Verteilung der Hollywood-Einkommen zwischen Männern und Frauen ungebrochen: Die Top Ten der männlichen Schauspieler verdienten akkumuliert 488,5 Mio. US-Dollar im Untersuchungszeitraum - bei den Frauen waren es „lediglich“ 172,5 Mio. US-Dollar. Die bereits in der Vorwoche veröffentlichte Liste der Hollywood-Schauspielerinnen führt Emma Stone mit rund 26 Mio. US-Dollar an - gefolgt von Jennifer Aniston (25,5 Mio. US-Dollar) und Jennifer Lawrence (24 Mio. Dollar). Die drei waren die einzigen Frauen, welche die 20-Mio.-US-Dollar-Marke übersprangen - während das immerhin 16 Schauspielern gelang.

Panorama

Flaschenpost schafft es von Rhodos bis zum Gazastreifen

Während eines romantischen Strandurlaubs auf der griechischen Insel Rhodos hat ein britisches Paar eine Flaschenpost ins Mittelmeer geworfen - zwei Monate später kam sie im Gazastreifen an. Der Fischer Dschihad al-Soltan entdeckte sie vor einer Woche beim Fischen, wie er gestern berichtete.

In ihrer Botschaft schrieben Bethany Wright und ihr Freund Zac Marriner, dass sie derzeit im Urlaub auf Rhodos seien und gerne wüssten, wie weit ihre Flasche gekommen sei - „und sei es bis zum nächsten Strand“.

Tatsächlich legte die Flaschenpost rund 800 Kilometer zurück. Soltans Familie teilte das dem Paar in einer E-Mail an die Adresse mit, die es hinterlassen hatte. „Sie hätten sich nicht träumen lassen, dass ihre Flasche eine so lange Strecke zurücklegen werde“, sagte der Fischer.