Ausland

Terroranschlag in Moskau verhindert

Russische Terrorfahnder haben nach eigenen Angaben einen Anschlag in Moskau vereitelt und zwei Verdächtige getötet. Ein dritter sei festgenommen worden, erklärte das nationale Anti-Terrorismus-Komitee heute Abend. „Unser starkes Eingreifen hat einen versuchten Terroranschlag in der Hauptstadt verhindert.“

Die drei Männer russischer Nationalität seien am Stadtrand von Moskau gestellt worden. Bei dem Versuch, sie festzunehmen, sei es zu einem Schusswechsel gekommen, ein Beamter sei leicht verletzt worden, hieß es weiter. Die Verdächtigen seien in der Grenzregion zwischen Pakistan und Afghanistan ausgebildet worden. Angaben über das mutmaßliche Ziel der Pläne gab es zunächst nicht.

200 Festnahmen nach Salafistenprotesten in Tunesien

Nach den tödlichen Zusammenstößen zwischen Anhängern der Salafisten-Bewegung Ansar al-Scharia und Sicherheitskräften in Tunesien sind 200 mutmaßliche Extremisten festgenommen worden. Das gab Regierungschef Ali Larayedh heute bekannt, nachdem er der Organisation am Vorabend erstmals Verbindungen zum Terrorismus vorgeworfen hatte. Bei den Ausschreitungen am Sonntag waren in Tunis mindestens ein Islamist getötet und 18 weitere Menschen verletzt worden, darunter 15 Polizisten.

Auslöser der Gewalt war das Verbot eines Kongresses der islamistischen Bewegung, der eine Nähe zum Terrornetzwerk Al-Kaida nachgesagt wird. Nachdem das Treffen in der Stadt Kairouan nicht abgehalten werden durfte, hatte Ansar al-Scharia zu einer Versammlung im Westen von Tunis aufgerufen. Hunderte Anhänger der Bewegung warfen Steine und Brandsätze auf die Sicherheitskräfte. Diese setzten Tränengas ein und feuerten Warnschüsse ab.

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Russische Justiz will Oppositionspolitiker Mandat entziehen

Dem russischen Oppositionspolitiker Ilja Ponomarjow droht der Verlust seines Mandats. Der 37-Jährige ist einer der letzten Kreml-kritischen Abgeordneten im Parlament. Die Ermittlungsbehörde in Moskau beantragte, Ponomarjows Schutz vor Strafverfolgung wegen Unterschlagung aufzuheben. Er soll vom Technologiepark Skolkowo unrechtmäßig 750.000 US-Dollar erhalten haben.

Zur Vertuschung sei das Geld als Honorar für Vorträge ausgewiesen worden, hieß es. Ponomarjow wies die Vorwürfe zurück. Seine Partei Gerechtes Russland kündigte an, sich bei der Abstimmung über die eigene Immunität zu enthalten. Es gebe viele Fragen an Ponomarjow, sagte Fraktionschef Sergej Mironow heute gegenüber der Agentur Interfax. Die Partei dürfe wegen des Falls keinen Ansehensverlust erleiden.

Außer Ponomarjow gilt in der Staatsduma lediglich noch sein Kollege Dmitri Gudkow als scharfer Kritiker von Kreml-Chef Wladimir Putin. Gudkows Vater Gennadi, der Anti-Putin-Proteste mitorganisiert hatte, war im September 2012 in einem beispiellosen Schritt unter dem Vorwand illegaler Nebentätigkeiten aus dem Parlament geworfen worden.

Iran: Rafsandschani droht Ausschluss bei Wahl

Der frühere iranische Staatschef Akbar Haschemi Rafsandschani wird möglicherweise von einer Kandidatur bei der bevorstehenden Präsidentenwahl ausgeschlossen. Es sei klar, dass die Kandidatur einer Person für ein hohes Amt zurückgewiesen werde, wenn diese nur für einige Stunden am Tag in der Lage sei, ihre Aufgaben wahrzunehmen, sagte ein Sprecher des Wächterrates heute nach einer Meldung der Nachrichtenagentur ISNA. Der Wächterrat wird voraussichtlich morgen dem Innenministerium eine Liste mit Kandidaten überreichen, die dieses dann innerhalb von zwei weiteren Tagen veröffentlichen muss.

Kurswechsel angekündigt

Der Sprecher des Wächterrates nannte Rafsandschani aber nicht beim Namen. Anhänger des 78-jährigen Klerikers wiesen Spekulationen über dessen körperlichen Zustand zurück und forderten eine Zulassung. Rafsandschani, der viele einflussreiche Posten seit der islamischen Revolution 1979 innehatte, gilt als ernster Rivale für die anderen Kandidaten, die sämtlich ultraloyal zu Religionsführer Ajatollah Ali Khamenei stehen.

Rafsandschani selbst kündigte einen politischen Kurswechsel an. „Mit einer neuen Einstellung und neuen Programmen will ich den Kurs der Innen- und Außenpolitik korrigieren“, sagte Rafsandschani nach Angaben der Nachrichtenagentur ILNA. Das werde zwar ein schwieriger, aber durchaus machbarer Weg, fügte der moderate Kleriker hinzu. Rafsandschani nannte keine weiteren Details dazu. Allerdings hatte er kürzlich erklärt, dass auch der Atomstreit mit dem Westen mit einer rationalen Politik zu lösen sei.

Wahl am 14. Juni

Die Kandidatur des ehemaligen Präsidenten hat im Iran für sehr viel Gesprächsstoff gesorgt. Wegen seiner Kritik an Präsident Mahmud Ahmadinedschad und Unterstützung für die reformorientierte Opposition war er in den vergangenen vier Jahren sowohl beim Klerus als auch im konservativen Lager in Ungnade gefallen.

Die Präsidentenwahl findet am 14. Juni statt. Rafsandschani war von 1989 bis 1997 bereits Präsident. Er dürfte einige Stimmen aus dem Reformerlager auf sich vereinigen, das seit 2009 massiv an Einfluss verloren hat. Insgesamt 400 Kandidaten haben ihre Bewerbungen eingereicht.

Doppelanschlag in Dagestan: Mindestens acht Tote

Bei zwei Terroranschlägen innerhalb weniger Minuten sind im russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus mindestens acht Menschen getötet und etwa 30 verletzt worden. Nach Angaben der Ermittlungsbehörde detonierte heute zunächst eine Autobombe vor einem Justizgebäude in Machatschkala, der Hauptstadt der islamisch geprägten Teilrepublik Dagestan.

Als Polizisten an der Anschlagstelle eintrafen, sprengten unbekannte Täter per Fernzünder ein zweites Fahrzeug in die Luft, wie die Ermittlungsbehörde der Agentur Interfax zufolge mitteilte.

Bilder vom Tatort zeigten schwere Verwüstungen. Im Nordkaukasus verüben radikale Islamisten immer wieder Attentate. Sie kämpfen für ein von Moskau unabhängiges „Emirat“. Oft sind auch kriminelle Verteilungskämpfe Hintergrund von Bluttaten.

Chinas Regierungschef auf Annäherungskurs in Indien

Auf seiner ersten Auslandsreise seit seinem Amtsantritt hat Chinas neuer Ministerpräsident Li Keqiang in Indien für eine verstärkte Kooperation der beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde geworben. Er wolle „das gegenseitige Vertrauen stärken, die Zusammenarbeit ausbauen und sich der Zukunft zuwenden“, sagte Keqiang heute bei einem Treffen mit dem indischen Regierungschef Manmohan Singh in Neu-Delhi.

Für Keqiangs Besuch galten strenge Sicherheitsvorkehrungen, große Hauptstraßen wurden aus Angst vor Störungen durch protibetische Demonstranten abgesperrt. Die Wahl seines Besuchsziels gilt als hoch symbolisch. Zuletzt war ein Grenzkonflikt um eine abgelegene Region im Himalaya-Gebirge zwischen den beiden Atommächten wieder aufgeflammt, der die bilateralen Beziehungen seit Jahrzehnten belastet.

Weiter nach Pakistan und Europa

Auf Keqiangs Programm standen auch Treffen mit der Vorsitzenden der regierenden Kongresspartei, Sonia Gandhi, und mit Spitzenvertretern der führenden Oppositionspartei Bharatiya Janata. Von Indien aus fliegt der chinesische Ministerpräsident nach Pakistan und in die Schweiz weiter, bevor er kommenden Sonntag in Berlin von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen wird.

China ist Indiens zweitwichtigster Handelspartner, das Handelsvolumen der beiden Länder betrug im vergangenen Jahr 66,5 Milliarden Dollar (51,67 Mrd. Euro). Bis 2015 will Peking die Marke von 100 Milliarden Dollar durchbrechen.

Über 50 Tote bei Kampf um syrische Rebellenhochburg

Syrische Regierungstruppen haben mit einem umfassenden Angriff auf die strategisch bedeutende Rebellenhochburg Qusayr begonnen. Bei Luft- und Artillerieangriffen sowie Kämpfen in der Stadt wurden laut der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte gestern mindestens 52 Menschen getötet.

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Armeeeinheiten nahmen nach eigenen Angaben das Stadtzentrum ein. „Die syrische Armee kontrolliert den Hauptplatz von Qusayr und die umliegenden Gebäude“, sagte ein Armeevertreter der Nachrichtenagentur AFP. Ein Regierungssoldat erklärte im Staatsfernsehen, hundert bewaffnete Männer seien in heftigen Kämpfen getötet worden.

Warnungen vor Massaker an Zivilbevölkerung

Die Beobachtungsstelle sprach von mindestens 52 Getöteten, darunter 21 Rebellen. Die Regierungstruppen wurden offenbar von der schiitischen Hisbollah-Miliz unterstützt. Die Armee und regierungstreue Kämpfer versuchen seit Wochen, die strategisch wichtige Stadt zwischen Damaskus und der Mittelmeerküste unter Kontrolle zu bringen. Qusayr war seit mehr als einem Jahr in der Hand der Rebellen, die seit März 2011 gegen Assad kämpfen.

Die wichtigste syrische Oppositionsgruppe Nationale Koalition fordert eine Ende des „Massakers“ in Qusayr und beklagte „barbarische und zerstörerische Luftangriffe“ auf die Stadt. Die Arabische Liga berief für Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung ein. Das französische Außenministerium erklärte, Paris sei „zutiefst besorgt“ über die Lage in Qusayr. Alle Beteiligten müssten sich dafür einsetzen, „ein neues Massaker an der syrischen Zivilbevölkerung zu verhindern“.

Angeblich Raketen gegen Israel scharf gemacht

Die Spannungen zwischen Syrien und Israel stehen unterdessen haarscharf vor der endgültigen Eskalation: Laut einem Bericht der britischen „Sunday Times“ hat der syrische Machthaber Baschar al-Assad den Befehl gegeben, die modernsten Boden-Boden-Raketen seines Militärs auf Tel Aviv auszurichten. Sie sollen abgefeuert werden, sobald Israel - wie zuletzt bereits dreimal - syrische Waffenlieferungen an die radikalislamische Hisbollah mit Luftschlägen abfangen will. Israelische Experten halten Tel Aviv für ernsthaft bedroht.

Mehr dazu in Flughafen Ben Gurion als mögliches Ziel

Ungewohnt freundliche Töne von Venezuela an USA

Die venezolanische Regierung hat sich zu einer Annäherung an die USA bereiterklärt. „Wir werden einer Normalisierung der Beziehungen zu den USA weiter offen gegenüberstehen“, sagte Außenminister Elias Jaua gestern im Fernsehsender Televen. „Der erste Schritt wäre, die höchste Stufe der diplomatischen Vertretungen wieder einzurichten.“

Seit 2010 haben Venezuela und die USA keine Botschafter mehr im jeweils anderen Land. Jauas ungewöhnlicher Vorstoß kam zwei Wochen nach einer heftigen verbalen Attacke des venezolanischen Staatschefs Nicolas Maduro auf US-Präsident Barack Obama. Maduro hatte Obama als „obersten aller Teufel“ bezeichnet, der „dreistes Zeug“ rede und einen Angriff der „faschistischen Rechten auf Venezuelas Demokratie“ unterstütze.

Hintergrund waren die öffentlich geäußerten Zweifel Obamas an der Rechtmäßigkeit des äußerst knappen Siegs Maduros bei der Präsidentschaftswahl. Schon Maduros Amtsvorgänger Hugo Chavez hatte mehr als ein Jahrzehnt lang die USA immer wieder scharf attackiert. Trotz der diplomatischen Spannungen haben beide Länder bedeutende Handelsbeziehungen: Venezuela verkauft den USA etwa 900.000 Barrel Öl pro Tag.

Inland

Heftiger Diskurs über Mehrsprachigkeit an Schulen

Mögliche Projekte für ein „multilingual orientiertes Bildungskonzept“ sorgen in Wien für Aufregung. „Mehrsprachigkeit als Chance“ und „Deutsch als Priorität“ sind die Pole, zwischen denen SPÖ und ÖVP sowie die FPÖ nun debattieren.

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FPÖ rückt halb von „Ausländer-Handbuch“ ab

Die FPÖ geht ein wenig auf Distanz zu Passagen aus ihrem Funktionärshandbuch, die wegen ihres ausländerfeindlich lesbaren Inhalts gestern für Aufregung gesorgt hatten. Vize-FPÖ-Obmann Norbert Hofer erklärte heute, dass diese Passagen nicht neu in das Handbuch, das derzeit in Überarbeitung ist, aufgenommen wurden - und sich dieses „mit seinen 300 Seiten nicht primär mit Fragen der Zuwanderung beschäftigt“.

Das Handbuch sei eine detailreiche Ergänzung zum absichtlich kurzen freiheitlichen Parteiprogramm, das lediglich Eckpunkte festlege, erklärte Hofer. Es werde alle paar Jahre überarbeitet, derzeit entstehe die vierte Auflage, die im Juni erscheinen soll. Und die kritisierten Passagen zur Zuwanderung seien „aus dem alten Handbuch gewesen - das ist nichts Neues“, so Hofer. Sie sollen allerdings auch in der neuen Version verbleiben.

Empörung bei Rot, Schwarz und Grün

Hofer wies auch Vorwürfe zurück, dass die FPÖ behaupte, Zuwanderer schleppten ansteckende Krankheiten ein oder seien für steigende Immobilienpreise verantwortlich. Tatsächlich finden sich solche Behauptungen quasi doppelt „ums Eck zitiert“ in dem Handbuch: Die FPÖ druckte Ausführungen eines Schweizer Autors ab, der wiederum aus einer Studie des Wirtschaftsausschusses des britischen Oberhauses zitiert haben soll.

Die übrigen Parteien zeigten sich empört. SPÖ-Integrationssprecherin Angela Lueger bezeichnete die Diktion der FPÖ als „wieder einmal unerträglich“ und vernahm rassistische Untertöne. ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch zieh die Freiheitlichen der „politischen Hetze“ und der „Retro-Politik“. Die schwarze Kritik fand wiederum die Grüne Alev Korun erfreulich, sie fand aber auch, das „bleiben leere Worte, solange Parteichef Spindelegger die FPÖ nicht als Koalitionspartner ausschließt“.

Mehr dazu in Integration laut FPÖ nicht möglich

Regierung verbilligt GmbH-Gründung

Die Bundesregierung will die Gründung einer GmbH verbilligen. Daher wird sie im morgigen Ministerrat vorschlagen, künftig das Mindeststammkapital von 35.000 Euro auf 10.000 Euro zu senken, damit fällt die Bareinzahlung von 17.500 auf 5.000 Euro. Auch muss die Ersteintragung dann nicht mehr in der Wiener Zeitung, sondern nur in der Ediktsdatei bekanntgegeben werden, was 150 Euro einsparen soll.

Im EU-Schnitt brauche eine GmbH nur etwa 8.000 Euro Stammkapital, in Deutschland sei eine Gründung schon mit einem Euro möglich. Die meisten neuen Firmen seien im Dienstleistungsbereich tätig und brauchten weniger Kapital. Außerdem habe sich gezeigt, dass das Mindeststammkapital im Krisenfall ohnehin meist nicht mehr zur Verfügung stehe, argumentiert das Justizministerium diesen Schritt.

Auch weniger Stammkapital für bestehende GmbHs

Parallel zum Stammkapital sinken auch die Kosten für die Körperschaftssteuer von bisher mindestens 1.750 Euro auf mindestens 500 Euro im Jahr, und die Notars- bzw. Rechtsanwaltskosten werden etwa halbiert. Für bestimmte Einpersonengesellschaften soll die notarielle Gründung mit einer Mustersatzung bereits um rund 45 Euro möglich sein - das bringe eine Ersparnis von 1.100 Euro.

Auch schon bestehende GmbHs dürfen ihr Stammkapital auf 10.000 Euro absenken. Abgesehen von der niedrigeren Stammkapitalanforderung sollen die rechtlichen Regelungen für GmbHs unverändert bleiben. Das BZÖ erneuerte anlässlich der Pläne seine Forderung, Jungunternehmer unter 35 Jahren sollten zum symbolischen Erlag von einem Euro Gesellschaften gründen können.

VfGH weiterhin vor allem mit Asylfällen beschäftigt

Asylangelegenheiten machen weiterhin den Löwenanteil des Arbeitsanfalls beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) aus. Von 4.643 neu anhängig gewordenen Verfahren betrafen 2.770 (also 60 Prozent) Asylfragen, geht aus dem Tätigkeitsbericht 2012 hervor. Insgesamt hat der VfGH im Vorjahr 4.574 Verfahren - davon 2.601 in Asylsachen - erledigt. Am Jahresende waren 1.462 Fälle offen.

Der VfGH hofft auf die Reform der Verwaltungsgerichte, die 2014 in Kraft tritt - befürchtet angesichts der konkreten Ausgestaltung aber, dass weiter viele Asylfälle bei ihm landen: Künftig wird zwar auch der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) wieder zuständig sein, kann aber Beschwerden mit der Begründung nicht zulassen, dass keine Rechtsfrage grundsätzlicher Bedeutung vorliegt - wogegen wiederum Beschwerde beim VfGH eingelegt werden kann.

Rund 4.000 Fälle pro Jahr

Zudem befürchtet der VfGH, dass er - mit dem gewählten System der Sukzessivbeschwerde - weiter erste Beschwerdeadresse bleibt und erst anschließend der VwGH befasst wird. Die Folge wäre, „dass sich die Zahl dieser Rechtssachen beim VfGH nicht verringern wird“, schreibt Präsident Gerhart Holzinger im Tätigkeitsbericht. Das würde bedeuten, dass der jährliche Zugang bei um die 4.500 bleibt.

Vor der Streichung des VwGH-Zugangs in Asylsachen im Jahr 2008 gab es jährlich zwischen 2.000 und 2.800 Beschwerden. Den dann stark gestiegenen Arbeitsanfall bekam der VfGH mit organisatorischen Maßnahmen - wie z. B. zusätzlichen Sessionen, Verteilung des Arbeitsanfalles - aber weitgehend in Griff. Statt früher in der Regel unter 3.000 erledigen die Verfassungsrichter jetzt regelmäßig mehr als 4.000 Fälle pro Jahr. Damit liegt die Zahl der zu Jahresende offenen Verfahren mit rund 1.400 jetzt nur wenig über dem früheren Schnitt.

Nur 201 Anträgen stattgegeben

Ein großer Teil der VfGH-Beschwerden wird abgewiesen. Von den 4.574 Erledigungen im Vorjahr waren 1.531 Ablehnungen, 117 Abweisungen und 203 Zurückweisungen. Nur 201 Anträgen wurde stattgegeben. Der - große - Rest von 2.522 sind „sonstige Erledigungen“ wie Abweisung von Anträge auf Verfahrenshilfe, Einstellungen oder Streichungen.

Trotz des gestiegenen Arbeitsanfalles kann sich Holzinger im Tätigkeitsbericht rühmen, dass die „schon bisher - im nationalen und internationalen Vergleich - bemerkenswert kurze Dauer der Verfahren“ 2012 noch ein wenig verkürzt werden konnte. Durchschnittlich 211 Tage dauerte ein Verfahren, 2011 waren es 229 und 2009 (mit den damals sehr vielen Asylsachen) 248. Der mehrjährige Durchschnitt sind rund acht Monate.

Wohnen: Opposition schießt sich auf Koalition ein

Die Frage nach finanzierbarem Wohnraum entpuppt sich mehrere Monate vor der Nationalratswahl immer mehr als zentrales Wahlkampfthema. Für die Vorstöße von Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) und SPÖ-Infrastrukturministerin Doris Bures hagelte es gestern von den Oppositionsparteien Kritik.

Die FPÖ kritisiert die Untätigkeit der Regierung bei dem Thema, beim BZÖ ortet man „orientalische Basarmethoden“. Und auch das Team Stronach will sich von den „Alibiaktionen“ von SPÖ und ÖVP nicht täuschen lassen. Nach Einigkeit klingen aber auch die Töne zwischen den beiden Regierungspartnern nicht.

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Wirtschaft

Spaniens Staatsschulden auf Rekordwert

Das Euro-Krisenland Spanien steht so tief in der Kreide wie nie zuvor. Trotz der drastischen Einsparungen der konservativen Regierung kletterten die Schulden des spanischen Staates zum 31. März auf 923,31 Mrd. Euro. Das seien 87,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), teilte die Zentralbank heute in Madrid mit. Im Vergleich zum 31. Dezember (884 Mrd.) betrug der Anstieg 4,4 Prozent.

Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy will 2013 das Haushaltsdefizit, das sich im vergangenen Jahr auf rund 7 Prozent der Wirtschaftsleistung belief, auf 4,5 Prozent herunterschrauben. Nach amtlicher Schätzung sollen die öffentlichen Schulden dann auf 91,4 Prozent des BIP klettern. Im Zuge der Sparmaßnahmen wird die spanische Wirtschaft dieses Jahr vor dem Hintergrund einer Rekordarbeitslosigkeit von über 27 Prozent nach EU-Schätzung um 1,5 Prozent schrumpfen.

Wieder Milliardenübernahme in der Pharmabranche

In der Pharmabranche gibt es wieder eine milliardenschwere Übernahme: Der US-Generikahersteller Actavis will den Konkurrenten Warner Chilcott für 8,5 Mrd. Dollar (rund 6,6 Mrd. Euro) übernehmen. Die Anteilseigner des irischen Unternehmens sollen dabei je Aktie 0,160 Actavis-Papiere bekommen, wie beide Unternehmen heute mitteilten.

Durch die Fusion würde ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von elf Mrd. Dollar entstehen. Der US-Konzern würde damit seine Position als einer der drei größten Generikahersteller der Welt festigen.

Die Pharmabranche ist derzeit stark in Bewegung. Viele große Konzerne suchen wegen auslaufender Patente und sinkender Margen nach neuen Feldern oder Partnern. Aus diesem Grund kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu milliardenschweren Übernahmen.

Danone investiert 325 Mio. Euro in China

Der weltgrößte Joghurthersteller Danone baut sein Geschäft in China mit einer Beteiligung an dem größten Milchproduzenten des Landes aus. Die Franzosen steigen mit rund vier Prozent bei Mengniu ein.

Danone wolle den Anteil bei passender Gelegenheit weiter erhöhen, teilten die Unternehmen heute in Paris und Peking mit. Zudem will der Nestle-Konkurrent in Zukunft gemeinsam mit Mengnui gefrorene Joghurtprodukte herstellen.

Die Franzosen lassen sich beide Schritte rund 325 Millionen Euro kosten. Danone kämpfte zuletzt mit einem schwachen Geschäft mit Milchprodukten in Europa und will daher das Geschäft in China und anderen Ländern mit hohen Wachstumsraten ausbauen.

Heimische Banken brauchen künftig vorbereiteten „Plan B“

Österreichische Banken müssen künftig einen Sanierungsplan in der Schublade liegen haben. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) prüft diesen und darf bei Instituten präventiv eingreifen, deren Eigenmittel unter 8,625 Prozent bzw. deren hartes Kernkapital unter 5 Prozent fällt. Auch wenn sich die wirtschaftliche Lage der Bank signifikant verschlechtert und die FMA vermutet, dass sie ihren Verpflichtungen nicht nachkommen kann, werden die Kontrollore Maßnahmen anordnen dürfen.

Das sieht das „Bankeninterventions- und -restrukturierungsgesetz“ (BIRG) gemeinsam mit einer Novelle des Bankwesengesetzes vor, die morgen den Ministerrat passieren sollen. Das BIRG schreibt Banken weiters vor, in einem Abwicklungsplan für den Notfall Maßnahmen für eine geordnete Abwicklung oder Reorganisation des Instituts festzuschreiben. Diese Pläne müssen jährlich aktualisiert werden, die FMA kann Verbesserungen verlangen.

Bis 1. Juli 2014 müssen rund 150 große Banken und Gruppen die Sanierungs- und Abwicklungspläne vorlegen, bis 1. Juli 2015 müssen alle anderen Institute folgen. Diese Gesetze sind allerdings noch kein Bankeninsolvenzrecht, das die Beteiligung der Gläubiger und Sparer an der Sanierung einer zahlungsunfähigen Bank festschreiben wird. Das Bankinsolvenzgesetz wird derzeit auf EU-Ebene verhandelt, Österreich wartet auf eine gemeinsame Entscheidung der Mitgliedsländer.

Goldschmiedgewerbe stirbt aus

In Niederösterreich gibt es 48 Gold- und Silberwerkstätten, aber nur einen einzigen Lehrling. Die meisten Unternehmen sind Ein-Mann-Betriebe und können es sich nicht leisten, Nachwuchs auszubilden.

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Sport

Fußball: Ärger über „Geschenk“ für Milan

Die italienische Serie A hat am letzten Spieltag doch noch einige Dramatik zu bieten gehabt. Obwohl Juventus schon lange als Meister feststand, war das Fernduell zwischen dem AC Milan und Fiorentina um den dritten Platz und damit einen Fixstart in der Champions League spannend bis zur letzten Minute. Durch einen packenden Schlusssprint sicherten sich die „Rossoneri“ den nötigen Erfolg bei Siena. Fiorentina schaute durch die Finger und ärgerte sich vor allem über das „Elfergeschenk“, das Milan in Siena erhielt.

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Bundesliga: Sturm kann nach Sieg durchatmen

Mit dem 3:1-Erfolg am Sonntag gegen Ried hat sich Sturm Graz in der Tabelle der tipp3-Bundesliga auf Rang vier vorgeschoben und kann mit der Teilnahme an der nächsten Europa League spekulieren. Die Grazer haben es nun selbst in der Hand, dieses Ziel zu erreichen.

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Chronik

Fünf Tote bei bewaffnetem Bankraub in Israel

Bei einem bewaffneten Banküberfall in Israel sind fünf Menschen getötet worden. Der Täter drang heute in eine Bank in der israelischen Wüstenstadt Beerscheva ein und eröffnete das Feuer, wie die Polizei mitteilte. Dabei wurden nach Angaben von Sanitätern vier Kunden getötet - drei Männer und eine Frau. Ein weiterer Mensch erlitt schwere Verletzungen.

Der Täter nahm sich anschließend selbst das Leben. Zunächst war von zwei Angreifern die Rede gewesen. Polizeichef Jochanan Danino betonte, es gebe nach ersten Erkenntnissen keine Hinweise auf einen Anschlag. Es sei jedoch auch „nicht sicher, dass es sich um einen Raubversuch handelte“. Der etwa 50 Jahre alte jüdische Einwohner von Beerscheva soll psychische Probleme gehabt haben.

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„Er hat nicht mit uns kommuniziert“

Der Täter hatte sich in der Bankfiliale mit einer Geisel verschanzt, während die Polizei den Tatort absperrte. Die verängstigte Frau konnte sich jedoch nach kurzer Zeit befreien. Sie erlitt einen Schock. Ihr Geiselnehmer erschoss sich selbst. Ein Polizeisprecher sagte danach, man habe „vergeblich versucht, mit ihm zu verhandeln. Er hat nicht mit uns kommuniziert.“

Der Täter habe während des Überfalls gezielt Menschen getötet und zwei Schüsse auf jedes Opfer abgegeben, erzählte ein Augenzeuge der Nachrichtenseite ynet. „Niemand hat versucht, sich zu wehren, sie lagen einfach auf dem Boden“, sagte er. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einer „großen Tragödie“.

Mindestens zwölf Tote in Sprengstofffabrik in China

Bei einer Explosion in einer Sprengstofffabrik in China sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Elf werden noch vermisst, wie die Nachrichtenagentur China News Service berichtete. 19 Menschen wurden verletzt. Das Unglück passierte heute in einem Werk des Unternehmens Poly Explosives in der Stadt Caofan (Provinz Shandong).

34 Arbeiter seien zum Zeitpunkt des Unglücks in der Fabrikhalle gewesen, die völlig zerstört wurde. Die Wucht der Explosion sei so heftig gewesen, dass einzelne Trümmer bis zu 200 Meter weit geflogen seien, berichtete die Agentur. Umliegende Häuser seien auch beschädigt worden. Fenster zerbarsten.

Bergungsmannschaften suchten am Nachmittag mit Spürhunden in den Trümmern nach Opfern. Auch wurde ein Kranwagen eingesetzt, um schwere Betonteile zu heben. Das Werk des in der Provinzhauptstadt Jinan beheimateten Unternehmens stellt nach Angaben der Staatsmedien Sprengmittel für zivile Zwecke her. Die jährliche Produktion wurde auf 30.000 Tonnen beziffert. Die Ursache des Unglücks war zunächst nicht bekannt.

Tourist bei Ballonabsturz in der Türkei getötet

Beim Absturz eines Heißluftballons in der Türkei ist heute ein brasilianischer Tourist ums Leben gekommen. 24 weitere Menschen seien verletzt worden, als der Ballon bei einer Fahrt über die berühmten Felsformationen von Kappadokien abstürzte, wie Behördenvertreter mitteilten.

Der örtliche Gouverneur Abdurrahman Savas sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu, der Heißluftballon sei mit dem Korb eines über ihm fahrenden Ballons zusammengestoßen. „Der niedriger fahrende Ballon wurde beschädigt und stürzte schnell ab“, sagte Savas, der sich auf Augenzeugen berief.

Als Touristenattraktion immer beliebter

Der Fernsehsender NTV berichtete, das Unglück habe sich in einer Höhe von 300 Metern ereignet. Savas zufolge handelte es sich bei dem Todesopfer um einen Brasilianer. Die meisten Verletzten hätten Knochenbrüche erlitten. Einer der Verletzten sei in einem lebensbedrohlichen Zustand. Laut NTV war der Ballon am frühen Morgen in Göreme gestartet.

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Seit einigen Jahren erfreut sich das Ballonfahren in der Türkei zunehmender Popularität, vor allem in der bei Touristen beliebten Region Kappadokien in Zentralanatolien. Die Zahl der Firmen, die Ballonfahrten anbieten, ist stark angestiegen. In Ägypten kamen beim Absturz eines Heißluftballons im Februar 19 Menschen ums Leben. Der Ballon war in Luxor in der Luft explodiert.

Nach Felssturz auf Felbertauernstraße: Bussystem für Pendler

Nach dem riesigen Felssturz auf die Felbertauernstraße bleibt die Verbindung noch mindestens drei Wochen lang gesperrt. Ab Dienstag gibt es für die Pendler aber eine Ausweichmöglichkeit - inklusive Fußmarsch.

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Erneut Tauchunfall im Attersee

Heute hat sich erneut ein Tauchunfall im Attersee ereignet. Ein 50-jähriger Niederösterreicher konnte nicht mehr richtig atmen, nachdem er auftauchte. Erst gestern war eine 40-jährige Weinviertlerin im Attersee verunglückt.

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Jagd auf Brandstifter in Oberösterreich

Schon fünfmal hat die oberösterreichische Feuerwehr am Pfingstwochenende ausrücken müssen, um offenbar gelegte Brände zu löschen. In der vergangenen Nacht brannten erneut Papiercontainer. Und noch immer fehlt jede Spur vom Täter, der in Hörsching an mehreren Stellen Feuer legte.

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Tourist musste aus Wiener Kanalsystem gerettet werden

Ein 55-jähriger deutscher Tourist hat sich am Pfingstsonntag bei einer eigenmächtigen Tour - und nicht wie ursprünglich angegeben bei einer organisierten Führung - im Wiener Kanalsystem schwer verletzt. Seine Bergung gestaltete sich schwierig. Der Mann war offenbar beim Stadtpark in den Wienfluss gestiegen. Er war von dort aus unterwegs in Richtung Naschmarkt, als er ausrutschte und sich dabei mehrere Brüche zuzog.

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Gesundheit

WHO startet jährliche Weltgesundheitsversammlung

Gefährliche Viren oder psychische Krankheiten: Delegierte aus 194 Staaten sind heute in Genf zur 66. Weltgesundheitsversammlung zusammengekommen. Bis zum 28. Mai wollen sie über die wichtigsten nächsten Aufgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beraten - darunter auch vorbeugende Maßnahmen gegen Grippepandemien. Es geht aber auch um verpasste Ziele und um Forderungen nach einer rascheren Umsetzung institutioneller Reformen.

Die Jahresversammlung stellt das höchste Entscheidungsgremium der 1948 gegründeten WHO dar. In den nächsten Tagen soll auch eine Bilanz der Umsetzung der weltweiten UNO-Millenniumsziele im Gesundheitswesen bis 2015 gezogen werden. Absehbar ist, dass trotz vieler Fortschritte wichtige Vorhaben für eine medizinische Grundversorgung der gesamten Bevölkerung auch in den ärmsten Ländern höchstens teilweise verwirklicht werden.

Zudem geht es um die weiterhin besorgniserregende Zunahme von nicht übertragbaren Krankheiten wie Bluthochdruck und psychische Leiden. In vielen Ländern hat das zu einer Kostenexplosion im Gesundheitswesen geführt. Auch Maßnahmen zur Vorbeugung von Grippepandemien und zum Schutz vor gefährlichen neuen Viren sollen erörtert werden. In ihrem Jahresbericht will WHO-Generaldirektorin Margaret Chan Bilanz ziehen und anstehende Aufgaben darlegen. Sie war 2012 für eine zweite Amtszeit bis Juli 2017 wiedergewählt worden.

Religion

Vatikan-Finanzaufsicht stellt ersten Bericht vor

Die Finanzaufsicht des Vatikans (AIF) wird am Mittwoch den ersten Jahresbericht über ihre Tätigkeit zur Finanzinformation und Aufsicht sowie zur Vorbeugung und Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorfinanzierung vorstellen. Der Jahresbericht wird von AIF-Direktor Rene Brulhart präsentiert, teilte die vatikanische Pressestelle heute mit.

Die Vatikan-Bank IOR hatte über Jahre hinweg einen zweifelhaften Ruf wegen wenig transparenter Geschäfte. Italiens Zentralbank hatte zuletzt zeitweise elektronische Zahlungen des Vatikans gestoppt und argumentiert, der Heilige Stuhl erfülle immer noch nicht die internationalen Standards gegen Geldwäsche.

Die Finanzaufsichtsbehörde AIF war Ende 2010 von Papst Benedikt XVI. geschaffen worden, um eine größere Transparenz der vatikanischen Finanzgeschäfte zu gewährleisten und Mängel im Kampf gegen Geldwäsche zu beheben. Ein Bericht des Europarats vom vergangenen Juli hatte ergeben, dass der Vatikan sieben von 16 Transparenzkriterien nur unzureichend erfüllt.

Science

Was der Duft des Waldes mit dem Klima zu tun hat

Pflanzen geben Tag für Tag Hunderte verschiedene Stoffe in die Atmosphäre ab. Dort beeinflussen diese die Luftqualität und das Klima. Um die Prozesse genauer zu verstehen, wurde ein an der Universität Innsbruck entwickeltes Gerät auf eine Reise in den US-Bundesstaaat Colorado geschickt.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Stardirigent Levine feiert Comeback im Rollstuhl

Der US-amerikanische Meisterdirigent James Levine ist zurück. Nach einer krankheitsbedingten Zwangspause von zwei Jahren stand Levine gestern Abend in New York erstmals wieder auf einer Konzertbühne. Sein Comeback - zunächst noch im Rollstuhl - wurde vom Publikum in der Carnegie Hall begeistert gefeiert.

Die „New York Times“ sprach heute von einer „triumphalen“ Rückkehr des 69-Jährigen. Die Darbietung von Auszügen aus Wagners „Lohengrin“ und Schuberts Neunter Sinfonie habe ihn „von seiner besten Seite“ gezeigt, lobte das Blatt weiter.

Konzert mit Orchester der Metropolitan Opera

Levine gilt als einer der größten Dirigenten der Gegenwart. Er hatte seinen Posten als Musikdirektor der New Yorker Metropolitan Opera (Met), der er seit vier Jahrzehnten angehört, trotz etlicher Rückenoperationen und einer Nierentransplantation beibehalten. Bei seinem Comebackauftritt habe er das Met-Orchester kraftvoll und einfühlsam wie eh und je dirigiert und keinerlei Ermüdung gezeigt, freute sich die „New York Times“.

Der gefragte Musiker gastierte auch bei den Festspielen in Salzburg und Bayreuth und war von 1999 bis 2003 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. Wegen seiner angeschlagenen Gesundheit trennte er sich vor zwei Jahren vom Boston Symphony Orchestra, einem anderen weltweit führenden Klangkörper. An der New Yorker Met ist er in der Saison 2013/14 als Dirigent von drei Opern für zahlreiche Vorstellungen eingeteilt.

Taylor Swift räumte bei Billboard-Preisen ab

Die US-amerikanische Country-Pop-Sängerin Taylor Swift (23) hat bei den Billboard Awards abgesahnt: Bei der Musikpreisverleihung in Las Vegas erhielt sie in der Nacht acht Auszeichnungen, darunter in den Hauptkategorien als „Bester Künstler“ und für ihr Hitalbum „Red“. Der belgisch-australische Sänger Gotye gewann insgesamt vier Preise, auch für den besten Rock-Song. Auf ebenso viele Trophäen brachte es die R&B-Sängerin Rihanna.

Mehr dazu in oe3.ORF.at

Leute

Zeitung: Nelson Mandela von eigenen Töchtern geklagt

Die Töchter des südafrikanischen Nationalhelden Nelson Mandela haben ihren Vater im Streit um Kunstwerke und Vermögen verklagt. Wie die Zeitung „The Star“ heute berichtete, wollen Zenani und Makaziwe Mandela mit Hilfe eines früheren Anwalts Mandelas Zugang zum Familienbesitz und das Recht, Mandelas Kunstwerke verkaufen zu können.

Die Töchter möchten demnach vor allem Zugriff auf einen Vermögensfonds haben, der mehr als eine Million Euro wert sein soll. Der 94-jährige schwerkranke Ex-Staatspräsident lebt heute zurückgezogen in seinem Heimatort Qunu (Provinz Ostkap). Mandela hat insgesamt drei Kinder, weitere drei sind schon gestorben. Zudem hat er 17 Enkelkinder.