Ausland

Einigung bei EU-Entsenderichtlinie

Entsandte Arbeitnehmer aus einem anderen EU-Land sollen künftig grundsätzlich genau so bezahlt werden wie einheimische Kollegen. Das ist Teil einer Reform der Entsenderichtlinie, auf die sich die EU-Sozialminister gestern Abend in Luxemburg geeinigt haben. Den Durchbruch gab EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen auf Twitter bekannt.

Nicht länger als zwölf Monate

Ziel ist, Beschäftigte besser vor Lohn- und Sozialdumping zu schützen. Deshalb sollen Entsendungen künftig in der Regel nicht länger als zwölf Monate dauern, in Ausnahmen 18 Monate, wie aus Verhandlungskreisen bekanntwurde. Das Transportgewerbe bleibt zunächst von den neuen Regeln ausgenommen.

Die Befristung und die Ausnahmen für Lasterfahrer waren bis zuletzt umstritten gewesen. Die Sozialminister verhandelten noch einmal den ganzen Tag. Über die im vergangenen Jahr von der EU-Kommission vorgeschlagene Reform war mehr als eineinhalb Jahre diskutiert worden.

Gewerkschafter beklagen Ausbeutung

Die Entsenderichtlinie von 1996 regelt den Einsatz von Beschäftigten über Grenzen hinweg in anderen EU-Ländern. Schon jetzt sind Mindeststandards für diese Beschäftigten vorgeschrieben, etwa die Bezahlung des geltenden Mindestlohns.

Gewerkschafter beklagen jedoch Schlupflöcher und Missbrauch. Ausländische Arbeitnehmer würden ausgebeutet und örtliche Sozialstandards damit ausgehöhlt. Nach Angaben der EU-Kommission verdienen entsandte Arbeitnehmer derzeit oft nur halb so viel wie einheimische Beschäftigte. Die Reform soll das ändern. Von den Regeln sind europaweit Millionen Arbeitnehmer betroffen.

USA erwägen wegen Rohingya Sanktionen gegen Myanmar

Die US-Regierung verschärft ihren Kurs gegenüber Myanmar, um die muslimische Minderheit der Rohingya besser zu schützen. Das Außenministerium in Washington erklärte gestern, man erwäge eine Reihe weiterer Maßnahmen, um der menschenunwürdigen Behandlung der Rohingya Einhalt zu gebieten. Dazu zählten auch gezielte Sanktionen gegen Einzelpersonen oder Gruppen.

„Wir sind zutiefst besorgt über die Ereignisse im Teilstaat Rakhine und die gewaltsamen und traumatisierenden Misshandlungen, die Rohingya und andere Gemeinschaften erleiden mussten“, erklärte das Ministerium. Es sei von allergrößter Bedeutung, dass alle Einzelpersonen oder Gruppen, die für Gräueltaten verantwortlich seien, zur Rechenschaft gezogen würden. Dazu zählten auch Bürgerwehren.

Fast eine Mio. Rohingya geflohen

Vor der Gewalt sind mittlerweile fast eine Million Rohingya in das benachbarte Bangladesch geflohen. Ein Vertreter Bangladeschs sprach gestern bei einer UNI-Geberkonferenz in Genf vom „größten Exodus aus einem einzelnen Land seit dem Genozid 1994 in Ruanda“. Entgegen anderslautender Darstellungen gehe die Gewalt in Rakhine weiter, betonte er. Täglich kämen Tausende Menschen über die Grenze. Die UNO erhielten in Genf Hilfszusagen über 340 Millionen Dollar (290 Mio. Euro), darunter 30 Millionen von der EU.

Vorwurf der „ethnischen Säuberung“

Seit dem Aufstand von Rohingya-Extremisten in Myanmar im August geht das Militär drakonisch gegen die muslimische Minderheit vor. Die Vereinten Nationen und mehrere Staaten werfen der Armee des überwiegend buddhistischen Landes im Konflikt mit den Extremisten „ethnische Säuberungen“ vor. Die Regierung des früheren Burma weist dies zurück. Sie stuft die Rohingya als Staatenlose ein, auch wenn sie seit Generationen in dem Land leben.

Hongkonger Demokratie-Aktivisten überraschend frei

Die beiden Hongkonger Aktivisten Joshua Wong und Nathan Law sind vorzeitig auf Kaution aus der Haft entlassen worden. Das berichtete ihre oppositionelle Partei Demosisto heute nach einer gerichtlichen Anhörung. Wegen ihrer führenden Rolle bei den wochenlangen prodemokratischen Protesten 2014 saßen beide seit zwei Monaten in Haft.

Der Richter verfügte die Freilassung mit Blick auf die laufenden Verfahren über ihre Berufung, die beide gegen ihre Haftstrafen eingelegt hatten. Der 21-jährige Wong war wegen Verstößen gegen das Versammlungsrecht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden, der 24-jährige Parteivorsitzende Law zu acht Monaten.

„Großartige Nachrichten“

Die Urteile hatten Proteste in der heutigen chinesischen Sonderverwaltungsregion und auch international Empörung ausgelöst. Zur Anhörung vor dem Richter hatten sich Hunderte Unterstützer vor dem obersten Berufungsgericht Gericht versammelt. Die Anhänger begrüßten die Freilassung als „großartige Nachrichten“.

Wegen illegaler Versammlung waren beide Studentenführer erst von einem unteren Gericht zu Sozialarbeit verurteilt worden und hatten diese Auflagen auch schon erfüllt. Nach einer Intervention des Justizministers befand ein höheres Gericht im August aber die Strafen als nicht ausreichend und steckte beide ins Gefängnis.

USA proben Raketenabwehr gegen Nordkorea

Die USA und ihre regionalen Verbündeten Südkorea und Japan haben heute ein zweitägiges Manöver zur Raketenabwehr begonnen. Die Übung in den Gewässern vor den Küsten Südkoreas und Japans diene der Vorbereitung auf eine atomare oder anderweitige Bedrohung durch Nordkorea statt, erklärte die Armee in Seoul heute.

Die Manöver waren im vergangenen Jahr vereinbart worden und finden seitdem im Rhythmus von einigen Monaten statt. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, auch bei seinem bevorstehenden China-Besuch auf eine härtere Gangart der Pekinger Führung gegenüber Nordkorea zu dringen.

Trump besucht vom 3. bis 14. November zahlreiche asiatische Länder. Neben China sind dies etwa Japan, Südkorea und die Philippinen.

UNESCO: Keine Schule für 264 Mio. Kinder und Jugendliche

Die Welt ist laut einem UNESCO-Bericht noch sehr weit vom Ziel einer Schulbildung für alle entfernt. Im Jahr 2015 seien 264 Millionen Kinder und Jugendliche nicht zur Schule gegangen, heißt es im jährlichen Weltbildungsbericht der UNO-Organisation heute. Darunter seien 61 Millionen Kinder im Volksschulalter gewesen. Der Anteil derjenigen, die nicht zur Schule gehen, habe nach einem Rückgang Anfang der 2000er-Jahre zuletzt stagniert, schreiben die Autoren.

"Die Weltgemeinschaft droht krachend an der Umsetzung des UNO-Ziels „Bildung für alle" (...) zu scheitern“, kritisierte die Oxfam-Bildungsexpertin Sandra Dworack. Die im Jahr 2015 beschlossenen UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung sehen unter anderem vor, dass 2030 alle Kinder eine kostenlose Volks- und Sekundarschule abschließen.

Schlechte Abschlussrate

In dem UNESCO-Bericht heißt es auch, dass die Schulsbschlussraten weiterhin niedrig seien. Laut Schätzungen auf Basis von Haushaltsbefragungen schlossen zwischen 2010 und 2015 nur 83 Prozent der Kinder die Volksschule ab. Im unteren Sekundarschulbereich (12-14 Jahre) liege der Anteil bei 69 Prozent, in der oberen Schulbildung (15-17 Jahre) bei nur 45 Prozent.

Der Bericht ruft Regierungen unter anderem dazu auf, das Recht auf Bildung einklagbar zu machen - dies sei in 45 Prozent der Länder weltweit derzeit nicht der Fall. Zudem fehlten jährlich 39 Milliarden US-Dollar (33 Milliarden Euro) für eine hochwertige und chancengerechte Bildung weltweit.

Parteikongress: Xi nun auf einer Stufe mit Mao

Chinas Kommunisten haben Staats- und Parteichef Xi Jinping als Vordenker der Partei auf eine historische Stufe mit Staatsgründer Mao Zedong erhoben. Die knapp 2.300 Delegierten des 19. Parteikongresses stimmten auf ihrer Abschlusssitzung heute in Peking einstimmig dafür, „Xi Jinpings Gedankengut für das neue Zeitalter des Sozialismus chinesischer Prägung“ als zusätzliche Leitlinie in der Parteiverfassung zu verankern.

Nach Mao Zedong und dem wirtschaftlichen Reformarchitekten Deng Xiaoping ist Xi Jinping erst der dritte Parteiführer, der namentlich in den Statuten erwähnt wird. Deng Xiaoping wurde allerdings nur mit seinen „Theorien“ aufgenommen, während Xi Jinping wie Mao Tsetung mit seinem „Gedankengut“ genannt wird, was in der kommunistischen Ideologie höher gewertet wird.

„Leuchtturm“ für Parteimitglieder

Die Leitideen von Xi Jinping sollten als „Leuchtturm“ für die Arbeit der 89 Millionen Parteimitglieder dienen, beschlossen die Delegierten. Der Parteichef rief zum Abschluss zu einer „neuen Reise beim Aufbau des Sozialismus chinesischer Prägung“ auf.

Mit der Einstufung als Vordenker der Partei nach nur fünf Jahren im Amt baut Xi Jinpings seine ohnehin schon beträchtliche Machtposition weiter aus. Der Parteitag billigte auch einen weitgehenden Personalwechsel im Zentralkomitee, mit dem der 64-Jährige weitere Gefolgsleute in das Parteigremium bringt.

Auf ihrer ersten Plenarsitzung nach dem Parteitag morgen werden ihn die rund 200 stimmberechtigten Mitglieder für weitere fünf Jahre im Amt des Generalsekretärs bestätigen. Auch werden sie das neue Politbüro und dessen Ständigen Ausschuss als engster Führungszirkel um Xi Jinping billigen.

Babis rechnet nicht mit Folgen wegen Gerichtsverfahrens

Der Chef der Protestbewegung ANO und Sieger der tschechischen Parlamentswahl, Andrej Babis, rechnet nicht mit einer Verurteilung wegen Betrugs und daraus resultierenden Folgen für seine weitere politische Karriere. Der Milliardär steht im Verdacht eines EU-Subventionsbetruges. Die Vorwürfe seien organisiert worden, um die Wahl zu beeinflussen, rechtfertigte sich Babis gestern in der ZIB2.

Affäre um Wellness-Resort

Es handle sich um eine „zehn Jahre alte Geschichte“, mit der er beschädigt werden sollte, sagte der 63-jährige Unternehmer. Er hatte die Parlamentswahl am Freitag und Samstag mit fast 30 Prozent der Stimmen gewonnen.

Interview mit Andrej Babis

Der Gewinner der Wahlen in Tschechien, Andrej Babis, spricht über seine Pläne für das Land.

Bei dem Verfahren geht es um sein Wellness-Resort „Storchennest“ bei Prag. Es besteht der Verdacht, dass das Projekt zu Unrecht mit Mitteln für klein- und mittelständische Unternehmen mit 1,92 Mio. Euro aus der EU-Kasse gefördert wurde. Deswegen hatte Babis die Parlamentsimmunität im September verloren. In der ZIB2 sagte Babis: „Es gibt keine Beweise.“

Zuversicht bei Partnersuche

Der ANO-Politiker zeigte sich zuversichtlich, dass er Koalitionspartner finden werde, auch wenn das in der tschechischen Presse zum Teil in Frage gestellt wird. „Die Journalisten hassen mich, denn ich habe nicht nur ein politisches System zerstört, sondern auch die Zusammenarbeit von Journalisten mit diesen korrupten Parteien.“ Er habe erste Gespräche für etwaige Kooperationen begonnen. „Ich glaube, am Ende finden wir jemanden. Wir sind am Anfang von Verhandlungen und haben noch viel Zeit.“

Erneut schloss Babis aus, dass ANO eine Koalition mit den Kommunisten (KSCM) oder der rechtspopulistischen Partei „Freiheit und direkte Demokratie“ (SPD) von Tomio Okamura eingehen könnte. Er wolle aber die nächste Regierung führen: „Ich war der Kandidat für das Amt des Premierministers, die Wähler erwarten, dass ich diese Position einnehmen werde.“ Weiters bekräftigte Babis seine harte Haltung in der Migrationsfrage, selbst wenn Tschechien bisher praktisch nicht betroffen ist, da es fast keine Flüchtlinge aufgenommen hat.

Fast 15 Millionen Mädchen in Kinderehe

Fast 15 Millionen Mädchen weltweit sind bei ihrer Hochzeit jünger als 18 Jahre gewesen. Die Konsequenzen einer Kinderehe könnten verheerend sein, warnte die Chefin der Hilfsorganisation Save the Children, Helle Thorning-Schmidt, gestern zum Auftakt einer internationalen Konferenz im Senegal.

In Südasien sowie West- und Zentralafrika werden laut den Organisatoren der Konferenz die meisten Kinderehen geschlossen. Eine derart frühe Hochzeit verkürze das Leben der Mädchen, die wegen der Heirat die Schule verlassen und nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen würden, sagte die ehemalige dänische Ministerpräsidentin.

In West- und Zentralafrika heirateten den Angaben zufolge 40 Prozent der heute 20- bis 24-jährigen Frauen, bevor sie 18 Jahre alt waren. Ein Drittel von ihnen war sogar jünger als 15 Jahre. Im Niger werden demnach etwa drei Viertel aller minderjährigen Mädchen verheiratet, in der Zentralafrikanischen Republik fast 70 Prozent.

Die mit Kinderehen verbundenen frühen Schwangerschaften steigern die Zahl der Totgeburten und führen bei den jungen Müttern häufig zu schweren Krankheiten. Besonders in stark religiösen oder traditionellen Gemeinschaften werden Kinderehen geschlossen.

Inland

BUWOG-Prozess: Grasser ab Dezember vor Gericht

Der Strafprozess in der BUWOG-Affäre gegen den ehemaligen FPÖ/ÖVP-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, die Lobbyisten Peter Hochegger und Walter Meischberger sowie den Makler Ernst Karl Plech und weitere Angeklagte wird am 12. Dezember starten. Das teilte das Wiener Straflandesgericht gestern mit. Es geht unter anderem um den Verdacht der Untreue und der Bestechung. Das Verfahren soll bis März dauern.

Mehr dazu in 25 Verhandlungstage, 166 Zeugen

Sport

Bundesliga: Admira fühlt sich reif für Top Drei

Sechs Runden ungeschlagen und den Meister an den Rande einer Niederlage gebracht: Die Admira hat nach Platz sechs in der vergangenen Saison offenbar Lust auf mehr. Aktuell liegen die Südstädter auf Rang fünf, doch Trainer Ernst Baumeister ortet Top-Drei-Potenzial.

Wird die gegen Salzburg mangelhafte Chancenverwertung von Sonntag besser, ist ein Spitzenplatz möglich. Ins Duell mit Rapid am Samstag geht man jedenfalls mit breiter Brust.

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Formel 1: Vettel verschiebt Titeltraum auf 2018

Nur noch drei Rennen und 66 Punkte Vorsprung: Die Entscheidung im Kampf um den WM-Titel ist am Sonntag beim Grand Prix der USA de facto für Mercedes-Pilot Lewis Hamilton gefallen. Angesichts der unausweichlichen Niederlage hakte Sebastian Vettel den Titel ab und verschob seinen Traum mit Ferrari auf 2018.

„Wir sind noch nicht gut genug“, räumte der Deutsche nach Platz zwei in Austin hinter Hamilton ein. Für die nächste Saison gab sich der 30-Jährige aber optimistisch, denn auf dem Tisch liegen viele gute Ideen.

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Tennis: Zverev in Wien nur mit Mühe weiter

Der Auftakt für Alexander Zverev bei den Erste Bank Open 500 in Wien ist geglückt. Der als Nummer eins gesetzte Deutsche bekundete heute zwar einige Mühe, ehe er den Serben Viktor Troicki nach drei harten Sätzen in die Schranken gewiesen hatte, doch zeigte er in einigen Phasen sein enormes Potenzial.

Auf dem Weg zu seinem sechsten Turniersieg in diesem Jahr wartet auf Zverev mit dem Franzosen Gilles Simon im Achtelfinale ein schlagbarer Gegner.

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Wirtschaft

Monte dei Paschi kehrt nun an Börse zurück

Die Aktien der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena werden ab morgen wieder gehandelt. Die zuständige Aufsicht habe die Rückkehr an die Mailänder Börse genehmigt, teilte das Finanzinstitut heute mit. Die Papiere des überschuldeten Geldhauses waren das letzte Mal im Dezember 2016 auf dem Parkett verfügbar.

Damals misslang es der Bank, bei ihren Investoren frisches Kapital einzusammeln und sie benötigte Hilfe. Der italienische Staat bewahrte das traditionsreiche Institut mit einem acht Mrd. Euro schweren Rettungspaket vor dem Kollaps.

Der Staat will langfristig an seiner Beteiligung festhalten, in der Hoffnung letztendlich mit Gewinn aussteigen zu können. Der italienische Versicherer Generali ist mit einem Anteil von 4,3 Prozent der zweitgrößte Monte-Paschi-Aktionär. Monte dei Paschi di Siena gilt als älteste noch aktive Geschäftsbank der Welt.

Erneut keine Einigung zu Metaller- und Beamten-KV

Bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die knapp 130.000 Beschäftigten der Metalltechnischen Industrie hat es gestern auch in der dritten Verhandlungsrunde keine Einigung gegeben. Am kommenden Montag soll weiterverhandelt werden. Davor gibt es noch am Mittwoch Betriebsrätekonferenzen in ganz Österreich, zu denen 1.200 Arbeitnehmervertreter erwartet werden.

Gewerkschaft verärgert

Die Gewerkschaften gaben sich nach der relativ kurzen Verhandlungsrunde verärgert. Die Arbeitgeberseite hätte lediglich eine Nulllohnrunde ohne Inflationsabgleich angeboten, und auch bei den anderen Forderungen zu Verbesserungen bei der Vergütung von Dienstreisen, Nachtzulagen und Lehrlingen sei nichts weitergegangen. „Das ist eine totale Provokation“, so Pro-Ge-Verhandlungsführer Rainer Wimmer.

Weniger emotional sieht die Vertagung Christian Knill, Fachverbandsobmann der Metalltechnischen Industrie: „Die Gespräche sind aus Sicht des Fachverbandes grundsätzlich konstruktiv verlaufen, allerdings haben die Gewerkschaften die Gespräche für diese Runde unterbrochen. (...) Wir gehen davon aus, dass wir in der nächsten Runde zu einer Einigung kommen werden.“ Bis dahin sei etwa noch abzuwarten, ob der Bundesrat die Angleichung von Arbeitern und Angestellten beschließen wird.

Auch bei Beamten ergebnislos

Auch die zweite Runde der Beamten-Gehaltsverhandlungen hat noch kein konkretes Ergebnis gebracht. Man habe die Inflationsrate von 1,87 Prozent außer Streit gestellt, betonten GÖD-Vorsitzender Norbert Schnedl und Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) nach dem rund zweistündigen Gespräch. Die dritte Runde ist für den 7. November anberaumt.

Bericht: Tesla stellt Weichen für Fabrik in China

Der E-Autobauer Tesla hat einem Zeitungsbericht zufolge die Weichen für ein Werk in China gestellt. Der Konzern habe sich mit der Stadtverwaltung von Schanghai auf entsprechende Pläne geeinigt, schrieb das „Wall Street Journal“ in seiner Montag-Ausgabe unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Die erste Tesla-Fabrik außerhalb der USA soll demzufolge in einer Freihandelszone Schanghais entstehen und die Firma von Techmilliardär Elon Musk so strategisch günstig für den riesigen chinesischen Markt positionieren.

Ein Tesla-Sprecher wiederholte lediglich, dass die China-Pläne bis Jahresende „klar definiert“ würden. Das Unternehmen hatte im Juni schon bekanntgegeben, mit den Behörden in Schanghai zu verhandeln.

Chronik

Hamburger Schiff von Piraten überfallen

Piraten haben vor der Küste Nigerias sechs Besatzungsmitglieder eines Hamburger Containerschiffs entführt. Samstagnacht sei das Schiff „Demeter“ kurz vor dem nigerianischen Hafen Onne von mehreren Piraten angegriffen worden, teilte die Hamburger Reederei Peter Döhle Schiffahrts-KG mit.

Auf dem Schiff haben sich nach Angaben der Medienagentur MTI Networks zur Zeit des Angriffs keine Deutschen befunden. Den Angaben zufolge verschleppten die Angreifer sechs Besatzungsmitglieder, als sie das Schiff verließen. Die verbliebenen zwölf Seefahrer blieben unverletzt.

Das Schiff konnte in sichere Gewässer gesteuert werden. Zur Herkunft der Entführten gab es aus Sicherheitsgründen keine weiteren Informationen. Die sechs verschleppten Besatzungsmitglieder wurden auch am Montag noch vermisst.

Slowakischer Ex-Minister soll Mord bestellt haben

Die slowakische Polizei hat gestern den ehemaligen Wirtschaftsminister Pavol Rusko verhaftet. Dem Unternehmer und Ex-Politiker werde ein Mordversuchskomplott vorgeworfen, bestätigte ein Polizeisprecher am Abend der Nachrichtenagentur TASR.

Rusko soll vor zwanzig Jahren bei einer Mafia-Gruppe die Ermordung seiner damaligen Geschäftspartnerin Sylvia Volz bestellt haben. Sie war als Miteigentümerin eines von ihm gegründeten TV-Senders mit ihm in einen Interessenkonflikt geraten. Warum der Mord nicht verwirklicht wurde und weitere Details wollte die Polizei wegen laufender Ermittlungen nicht nennen.

„Slowakischer Berlusconi“

Rusko galt rund zehn Jahre lang als einer der mächtigsten Männer der Slowakei, seit er 1996 den bis heute erfolgreichsten privaten Fernsehsender TV Markiza gründete und aus dem Ertrag auch mehrere Printmedien kaufte oder gründete. Politische Gegner nannten ihn den „slowakischen Berlusconi“, weil er ähnlich dem italienischen Medienmogul Silvio Berlusconi seine Medienmacht für politischen Einfluss nutzte.

Auch wurden ihm wiederholt Kontakte zu Mafia-Gruppen vorgeworfen. Als er 2003 Wirtschaftsminister wurde, musste er sich aber schrittweise von seinen Eigentumsanteilen am marktbeherrschenden Sender trennen und verlor damit auch seinen politischen Einfluss.

Kultur

Umstrittener Film „Matilda“: Uraufführung in St. Petersburg

Der umstrittene russische Historienfilm „Matilda“ mit dem deutschen Schauspieler Lars Eidinger in der Hauptrolle ist gestern in St. Petersburg offiziell uraufgeführt worden. Obwohl Monarchisten und orthodoxe Splittergruppen seit einem Jahr gegen den Film mobilgemacht hatten, verlief die Premiere im Mariinski-Theater ohne größere Störungen. Lediglich ein paar Dutzend Menschen demonstrierten vor dem Theater.

Eidinger hatte aus Angst vor Angriffen eine Reise nach St. Petersburg abgesagt. Der Film von Regisseur Alexej Utschitel erzählt von der Affäre des künftigen Zaren Nikolaus II. mit der Ballerina Matilda Kschessinskaja. Weil die russische Kirche den 1918 ermordeten letzten Zaren heiliggesprochen hat, störten sich konservative orthodoxe Christen an der Handlung.

Sie drohten Kinobetreibern mit Brandstiftung und zündeten in Moskau zwei Autos an. Die zwei größten russischen Kinoketten erklärten zeitweilig, den Film nicht ins Programm zu nehmen. Am kommenden Donnerstag soll der Film in den russischen Kinos anlaufen.

Serie „Star Trek: Discovery“ geht in zweite Staffel

Nach dem Erfolg der neu aufgelegten Kultserie „Star Trek“ geht das Abenteuer um das Raumschiff „Discovery“ in den USA in eine zweite Staffel. Die Neuauflage der 1966 erstmals ausgestrahlten Serie folgt der Sternenflotte auf ihren Missionen, um im All neue Welten und Lebensformen zu entdecken.

Teil von „Star Trek: Discovery“ sind ein neues Raumschiff und eine Reihe neuer Charaktere, Ideologie und der hoffnungsvolle Blick auf die Zukunft sind aber geblieben. Die erste Staffel ist in zwei Kapitel zu je sechs Folgen aufgeteilt. In den USA ist das zweite Kapitel ab Jänner 2018 zu sehen.

Wie schon die erste Staffel wird auch die angekündigte zweite Staffel der „Star Trek“-Neuauflage beim Streamingdienst Netflix zu sehen sein. Ab wann sie verfügbar ist, stand gestern noch nicht fest.

Panorama

Wiener bereiste alle Länder der Welt

Der Wiener Geri Winkler ist nicht „nur“ um die Welt gereist, sondern hat jetzt nach eigenen Angaben jedes einzelne der 193 von der UNO anerkannten Ländern besucht - und noch einige weitere dazu, die wie Katalonien gerne eigenständig wären. Noch beeindruckender: Der 61-Jährige hat auch die höchsten Berge jedes Kontinents bestiegen, als Diabetiker.

DR Kongo als letztes Land

17 Stunden hab es gedauert, um von der Demokratischen Republik Kongo nach Angola zu gelangen, trotz gültiger Papiere. Das endlose Warten, endlose Befragungen und der Check der Gesundheitszeugnisse zahlten sich aus, so Winker. Schließlich öffnete sich der Grenzbalken und Winkler durfte in das letzte Land einreisen, das auf seiner Liste noch fehlte.

„Es fühlt sich sonderbar an, etwas erreicht zu haben, das nur mir allein gehört“, so der Wiener. Doch nicht die Anzahl der Länder sei ihm letztlich wichtig, sondern das, was man dort erlebt. Und neue Abenteuer warten wohl noch viele auf den 61-Jährigen und seine ebenso reisefreudige Frau Sylvia.

Science

Lifestyle

Leute

Katy Perry feierte überraschend bei Hochzeit mit

Popstar Katy Perry hat ein Hochzeitpaar in St. Louis mit einem spontanen Besuch überrascht. Während der Hochzeitsfeier im Hotel „Four Seasons“ tauchte die 32-jährige Sängerin am Samstagabend mit ihrem Team plötzlich vor den beiden Brautleuten Hayley Rosenblum und Blonie Dudney auf, wie eine Freundin des Paars, Amy Prada, der Nachrichtenagentur AFP heute bestätigte.

„Alle waren ganz aufgeregt und freudig überrascht“, berichtete Prada. Die Musikerin sei etwa eine Viertelstunde geblieben, habe mit dem Brautpaar getanzt und Selfies mit den Gästen geschossen.

Während Konzerts erwähnt

Nach Angaben von Hochzeitsfotograf Ray Prop war es bereits sehr spät, und er wollte gerade die Feier verlassen, als plötzliche eine ungewöhnliche Truppe an Braut und Bräutigam herantrat und eine Frau mit kurzem Blondschopf und Baseballkappe fragte, ob sie auch als ungeladene Gäste mitfeiern dürften.

Laut Berichten in den sozialen Netzwerken hielt sich Katy Perry gerade zu ihrer „Witness“-Tournee in der Stadt im US-Staat Missouri auf. Ihren Hochzeitsbesuch erwähnte sie demnach am nächsten Tag während ihres Konzerts.