Inland

Strache will „Freiwilligkeit“ in Arbeitszeitgesetz schreiben

Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) will den Entwurf zur Ausweitung der Höchstarbeitszeit, kurz Zwölfstundentag, „optimieren“. Man könne „gerne“ den Begriff Freiwilligkeit ins Gesetz schreiben, sagte er gestern in der ZIB2. Proteste gegen die neue Arbeitszeitregelung führte er auf „Panikmache“ und Fehlinformation zurück - auch die Tatsache, dass der Tiroler FPÖ-Arbeiterkammer-Fraktionschef aus der Partei ausgetreten ist.

Franz Ebster, Fraktionschef der freiheitlichen Arbeitnehmer, verließ laut „Tiroler Tageszeitung“ aus Protest gegen die „unsoziale Politik“ der FPÖ in der Bundesregierung die Partei. „Das ist ein Unsinn. Offensichtlich glauben manche der Propaganda“ der Gewerkschaften und der SPÖ, hielt Strache Ebsters Kritik an der „Gleichgültigkeit gegenüber den Rechten der Arbeitnehmer“ entgegen.

„Natürlich ist das ein Gewinn, eine Win-win-Situation“ für Arbeitgeber und Arbeitnehmer - und „niemand wird mehr arbeiten“, hielt Strache der Kritik entgegen und mutmaßte: „Das ärgert die Gewerkschaft“, dass die Arbeitnehmer die Freiheit zur Gestaltung ihrer Arbeitszeit bekämen - „und nicht nur die Betriebsräte darüber entscheiden“. Denn es gebe schon jetzt in manchen Branchen Kollektivverträge, die zwölf Stunden Arbeit ermöglichen, allerdings mit Zustimmung des Betriebsrats.

Kanzler Kurz bei Visegrad-Treffen

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nimmt heute auf Einladung des rechtskonservativen ungarischen Premiers Viktor Orban an einem Treffen der Regierungschefs der Visegrad-Staaten in Budapest teil. Laut Bundeskanzleramt (BKA) erfolgt die Reise in Vorbereitung des EU-Ratsvorsitzes, den Österreich ab Juli innehaben wird. Hauptthema sei der Kampf gegen illegale Migration.

„Im Fokus stehen Bemühungen zum Schutz der Außengrenzen, insbesondere eine Stärkung von Frontex und Maßnahmen gegen illegale Migration entlang der Albanien-Route“, hieß es. Laut der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung ist jüngst eine verstärkte Migrationsbewegung durch Albanien zu verzeichnen. In Expertenkreisen ist diese Darstellung zumindest umstritten.

„Verbesserung der Beziehung EU-Israel“

In Budapest stehen laut BKA zudem folgende Programmpunkte an: „Verbesserung der Beziehungen EU-Israel, die Unterstützung der Westbalkan-Staaten bei der EU-Annäherung, die Indexierung der Familienbeihilfe sowie die ablehnende Haltung Österreichs zur Nutzung von Atomenergie.“

Die vier Visegrad-Staaten Ungarn, Polen, Tschechien und die Slowakei lehnen Flüchtlingsquoten ab und nehmen auch in anderen Fragen mitunter extrem EU-kritische Positionen ein. Ungarn wird zu dem vorgeworfen, Menschenrechte zu missachten, die Medien- und Meinungsfreiheit zu beschneiden und repressiv gegen NGOs vorzugehen.

Richterin: BUWOG-Prozess wird ausgeweitet

Der BUWOG-Prozess wird ausgeweitet, das hat Richterin Marion Hohenecker gestern überraschend bekanntgegeben. Zusätzlich zu den bereits bekannten Vorwürfen kommen nun auch die Affäre um mögliches Schwarzgeld der Telekom Austria und der Verdacht auf Parteienfinanzierung. Angeklagt sind dabei die Lobbyisten Peter Hochegger und Walter Meischberger. Unterdessen befragte Hohenecker Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/parteilos). So ging sie etwa Grassers Terminkalender inklusive Treffen in Luxuslokalen durch. Doch Grasser besuchte auch die Kantine in seinem Ministerium.

Mehr dazu in Verdacht auf Parteienfinanzierung

Ausland

EU-Sondergipfel plant schärfere Asylpolitik

Beim Brüsseler Sondergipfel zur Asylpolitik am Sonntag soll laut einem Entwurf für die Abschlusserklärung ein schärferes Vorgehen gegen Asylwerber beschlossen werden, die zwischen den EU-Staaten weiterreisen. Asylwerber sollten verpflichtet werden, in dem EU-Land zu bleiben, in dem ihr Antrag bearbeitet werden müsse, heißt es in dem Entwurf, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Zugleich wird vor nationalen Alleingängen gewarnt.

„Unilaterale und nicht abgestimmte Maßnahmen wären nicht nur weniger wirksam, sondern würden auch den europäischen Zusammenschluss und die Errungenschaften von Schengen gefährden“, heißt es in dem Entwurf. Ziel des Treffens am Sonntag sei es, „an europäischen Lösungen zu arbeiten“, betont EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Dem Entwurf zufolge soll künftig stärker gegen die sogenannte Sekundarmigration innerhalb der EU vorgegangen werden: Asylwerber sollen demnach verpflichtet werden, in dem EU-Land zu bleiben, das für den Asylantrag zuständig ist, andernfalls drohen Sanktionen. Auch soll es ausschließlich in dem jeweiligen Land Zugang zum Sozialsystem geben.

EuGH verkündet Urteil zu Haftbedingungen von Breivik

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) verkündet heute (10.00 Uhr) sein Urteil zu den Haftbedingungen des rechtsradikalen norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik. Breivik argumentiert, die Bedingungen seiner Haft in einem Hochsicherheitsgefängnis seien unmenschlich und verstießen gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Norwegen weist das zurück.

Breivik hatte am 22. Juli 2011 zunächst acht Menschen bei einem Bombenanschlag in Oslo getötet. Anschließend erschoss er auf der Insel Utöya 69 weitere Menschen, die an einem Sommerlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation teilnahmen.

Breivik, der seinen Namen mittlerweile in Fjotolf Hansen änderte, wurde im August 2012 zur Höchststrafe von 21 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Haftstrafe kann um unbestimmte Zeit verlängert werden, solange Breivik weiterhin als Gefahr für die Allgemeinheit eingeschätzt wird.

Rumänen demonstrieren für Justiz und gegen Regierung

Tausende Rumänen haben gestern Abend spontan landesweit gegen die sozialliberale Regierung und für eine unabhängige Justiz demonstriert. Allein in der Hauptstadt Bukarest versammelten sich nach Schätzung der Medien etwa 10.000 Demonstranten vor dem Regierungssitz. Die Stimmung wirkte angespannt, einige Demonstranten wurden von der Polizei abgeführt.

Beobachter berichteten von einem ungewöhnlich großen Aufgebot der Sicherheitskräfte. Zu kleineren Protesten kam es in mindestens zehn weiteren Städten.

Misstrauensantrag gegen Regierung

Zuvor hatte die bürgerliche Opposition im Parlament einen Misstrauensantrag gegen die Regierung eingebracht. Er gilt als chancenlos, weil die Regierung von Ministerpräsidentin Viorica Dancila mit einer Mehrheit rechnen kann. Die Abstimmung darüber findet voraussichtlich kommende Woche statt.

Auslöser der Proteste sind laufende Versuche der Regierung, die Antikorruptionseinheit der Staatsanwalt (DNA) zu bremsen. Zwei Tage zuvor hatte das Parlament die Strafverfolgungsprozedur geändert und damit nach Meinung von Kritikern den wegen Korruptionsvorwürfen unter Strafverfolgung stehenden mächtigen Vorsitzenden der Regierungspartei PSD (Sozialdemokraten), Liviu Dragnea, begünstigt.

Dragnea darf nicht Premier werden

Dragnea darf nicht selbst Ministerpräsident werden, weil er vorbestraft ist, kontrolliert aber die Regierung. Heute wird ein Urteil des obersten Gerichtshofs im Fall Dragnea erwartet, der wegen Korruptionsvorwürfen angeklagt ist.

Die neue Strafverfolgungsprozedur setzt nach Ansicht von Experten unrealistisch kurze Fristen für die Dauer von Ermittlungen und schränkt die Benutzung von Beweismitteln ein. Zudem will die Regierung die von der EU geschätzte DNA-Chefin Laura Kövesi absetzen, gegen den Willen von Staatspräsident Klaus Johannis und mit Unterstützung des Verfassungsgerichts.

Cannabis laut Trudeau ab 17. Oktober in Kanada legal

Nach der Legalisierung durch das Parlament kann Cannabis in Kanada ab dem 17. Oktober in kleinen Mengen legal angebaut, konsumiert und verkauft werden. Dieses Datum legte der liberale Premierminister Justin Trudeau gestern kanadischen Medienberichten zufolge fest.

In der Nacht auf gestern hatte der Senat des flächenmäßig zweitgrößten Landes der Erde für ein Gesetz zur Legalisierung von Cannabis gestimmt. Eigentlich hätte das Gesetz schon acht bis zwölf Wochen nach Verabschiedung in Kraft treten können, einige Provinzen hätten aber um mehr Zeit zur Vorbereitung gebeten, sagte Trudeau.

Seehofer wirft Merkel schlechten Stil in Koalition vor

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schlechten Stil im koalitionsinternen Umgang vorgeworfen. Anlass für Seehofers Tadel in der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag-Ausgabe) waren Merkels Vereinbarungen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über die Reform der Euro-Zone: Diese seien „nicht mit uns besprochen und abgestimmt worden“, sagte Seehofer. „Es ist kein guter Stil, wenn man solch wichtige Vereinbarungen trifft und die CSU nicht beteiligt. Das geht nicht.“

Ob die CSU die Vereinbarungen der Kanzlerin mit Frankreich mittrage, werde sie erst nach einer Sondersitzung des Koalitionsausschusses am Dienstag entscheiden, sagte Seehofer. „Erst wenn wir das alles genau wissen, sehr präzise, wie viel jeder einzelne Vorschlag kostet, dann können wir das beurteilen und entscheiden.“

Skepsis bei Seehofer über Reform

Dass die CSU als Regierungspartei bei Absprachen zur EU-Reform berücksichtigt werde, „darf man doch eigentlich erwarten“, sagte Seehofer. „Jetzt werden wir die Beteiligung und Beratung nachholen. Wenn das nicht rechtzeitig geschieht, muss das nachträglich geschehen.“

Merkel und Macron hatten bei einem deutsch-französischen Gipfeltreffen am Dienstag auf Schloss Meseberg nahe der deutschen Hauptstadt Berlin ihre gemeinsamen Vorschläge für den EU-Reformgipfel Ende Juni präsentiert. Dazu gehörte auch die - schon seit längerer Zeit diskutierte - Idee Macrons, ein eigenes Budget für die Euro-Zone zu schaffen. Die CSU steht diesem Plan sehr skeptisch gegenüber.

US-Präsident Trump wird die Queen treffen

Erstmals wird US-Präsident Donald Trump im Juli Königin Elizabeth II. treffen. Das sagte der US-Botschafter in London, Woody Johnson, gestern dem Nachrichtensender Sky News. Es handelt sich nicht um einen offiziellen, pompösen Staatsbesuch, zu dem unter anderem eine Kutschfahrt mit der Queen gehören würde.

Weder Downing Street noch der Buckingham-Palast wollten sich dazu äußern. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.

Trump kommt nach London

Trump kommt am 13. Juli zu dem eintägigen Arbeitsbesuch nach Großbritannien und wird mit Premierministerin Theresa May sprechen. Es ist sein erster Aufenthalt als US-Präsident in dem Land. Wo das Treffen genau stattfinden wird, ist noch nicht bekanntgegeben worden. Trump-Gegner kündigten große Proteste an.

May hatte Trump nach dessen Amtsantritt im Jänner 2017 besucht und die Einladung zu einem Staatsbesuch im Namen der Queen ausgesprochen. Das stieß auf heftigen Widerstand in Großbritannien. Knapp 1,9 Millionen Menschen unterzeichneten eine Petition, um den Besuch herabzustufen, weil er „die Queen in Verlegenheit bringen würde“.

Wirtschaft

Burger King entschuldigt sich für Kampagne

Die Fast-Food-Kette Burger King hat sich für eine geschmacklose Anzeigenkampagne entschuldigt. Sie hatte Frauen die lebenslange Versorgung mit Hamburgern und eine Geldprämie für den Fall in Aussicht gestellt, dass sie von einem Spieler der Fußball-WM schwanger würden. Ziel sollte sein, „die besten Fußballgene zu bekommen“ und „den Erfolg für das russische Team für Generationen zu sichern“.

Die Anzeige wurde am Dienstag zurückgezogen, kursiert aber weiter in russischen Sozialen Netzwerken. In einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur AP sagte Burger King, dass das Angebot „nicht unsere Marke und unsere Werte repräsentiert und wir Schritte unternehmen, um sicherzugehen, dass so etwas nicht noch einmal passiert“.

Euro-Gruppe berät über vorerst letzte Griechenland-Hilfen

Die Euro-Finanzminister beraten heute in Luxemburg über den Abschluss der Hilfen für das hochverschuldete Griechenland. Entschieden werden soll über die letzte Rate aus dem seit 2015 laufenden dritten Rettungsprogramm sowie über mögliche weitere Schuldenerleichterungen für den Krisenstaat.

Zur Debatte stehen die Streckung oder der Rückkauf von Krediten sowie ein Finanzpolster für den Schuldendienst der nächsten Jahre.

Wirtschaftswachstum in Griechenland

Griechenland war seit 2010 auf Unterstützung der europäischen Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen. Als Gegenleistung für vergünstigte Kredite in Höhe von knapp 274 Milliarden Euro musste das Land Sparprogramme und Strukturreformen auflegen. Nach Angaben der EU-Kommission wurden allein in den vergangenen drei Jahren 450 Einzelmaßnahmen durchgesetzt.

Inzwischen verzeichnet Griechenland wieder Wirtschaftswachstum und Haushaltsüberschüsse, wenn man den Schuldendienst ausklammert. Doch ist immer noch jeder Fünfte arbeitslos und die staatliche Verschuldung liegt bei etwa 180 Prozent der Wirtschaftsleistung. Ab August will Athen wieder reguläre Kredite auf dem Finanzmarkt aufnehmen.

WKÖ wirbt für Humanenergetiker

Nach dem viel kritisierten Video der Wirtschaftskammer (WKÖ) zum Zwölfstundentag sorgt nun auch eine Werbekampagne für die Berufssparte der Humanenergetiker für Wirbel. Unter dem Slogan „Finde deine Energie“ wirbt diese seit Montag in einer österreichweiten Kampagne für sich. In zwei Sujets sind ein „Mann und eine Frau, die dank Humanenergetik ihr erschöpftes Ich hinter sich lassen“ zu sehen, wie es in einer Aussendung der Sparte heißt.

„Vorurteilen mit Fakten begegnen“

Man wolle damit „in den Dialog mit Österreich treten und Klischees und Vorurteilen zum Thema Energetik mit Fakten begegnen“. Die Sparte wolle über die Qualitätssicherung und die Methoden - angeführt werden auf der Homepage unter anderem Blütenessenzen, Edelsteine, Düfte wie auch Energiearbeit in der Aura - informieren.

Ein Zusammenhang mit dem „falschen Energetiker“ vom Krankenhaus Nord bestehe nicht, die Kampagne sei bereits länger geplant. Im vergangenen November hatte ein 95.000-Euro-Auftrag für eine „energetische Reinigung“ des Spitals für Aufregung gesorgt.

Heftige Kritik an Gute-Laune-Lied

Am Montag war die WKÖ aufgrund ihres Werbespots zum Zwölfstundentag Opfer eines Shitstorms geworden. „Willkommen in der neuen Welt der Arbeit“ heißt das auf YouTube veröffentliche Gute-Laune-Lied, in dem die von der ÖVP-FPÖ-Regierung geplante flexible Arbeitszeitgestaltung gelobt wird und die Ausweitung der Höchstarbeitszeit als etwas Gutes für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dargestellt wird.

Im Internet löste das laut WKÖ insgesamt 58.000 Euro teure Imagevideo einen Sturm der Kritik aus. Bei über 235.000 Aufrufen bis gestern Nachmittag wurde das Video 313-mal positiv und 12.741-mal negativ bewertet. Die geplanten TV-Spots zum Zwölfstundentag wurden mittlerweile gestoppt.

Sport

Tennis: Endstation für Thiem in Halle

Für Dominic Thiem ist bei der Generalprobe von Wimbledon vorzeitig Endstation gewesen. Österreichs Nummer eins musste sich gestern im Achtelfinale des Rasenturniers von Halle dem Japaner Yuichi Sugita in zwei Sätzen geschlagen geben.

Thiem verpatzte den ersten Satz komplett und kam gegen Sugita erst spät auf Touren. In der entscheidenden Phase des zweiten Satzes schlichen sich aber wieder unnötige Fehler ein.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Uruguay im Schongang im WM-Achtelfinale

Nach dem zweiten Spieltag der Gruppe A stehen die ersten Achtelfinalisten der Fußball-WM 2018 fest. Uruguay setzte sich gestern in Rostow am Don im Schongang gegen Saudi-Arabien durch und buchte damit das Ticket für die Runde der besten 16. Mit ihrem Erfolg nahmen die Südamerikaner auch Gastgeber Russland ins Achtelfinale mit. In einer schwachen Partie wurde ein Patzer des saudischen Tormannes zur Schlüsselszene.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Ronaldo beendet Marokkos WM-Traum

Die große Show von Cristiano Ronaldo hat auch im zweiten Spiel Portugals bei der Fußball-WM 2018 eine Fortsetzung erfahren. Nach drei Toren gegen Spanien (3:3) traf der Superstar gestern auch gegen Marokko. Das frühe Kopfballtor von Ronaldo rettete dem Europameister einen glücklichen 1:0-Erfolg. Denn Marokko zeigte über weite Strecken einen mitreißenden Auftritt, vergab aber viele Großchancen. Das Vorrunden-Aus der Afrikaner ist damit besiegelt, während Portugal in Gruppe B nun gute Aufstiegschancen hat.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Neuseelands Fußball-Frauen meutern gegen Heraf

Die Tage von Andreas Heraf als Teamchef der neuseeländischen Fußballerinnen dürften gezählt sein. Der 50-jährige Wiener wurde vom Verband von seinen Aufgaben bis auf Weiteres freigestellt. Grund dafür ist ein Beschwerdebrief der Spielerinnen, die ihrem Ärger über Heraf darin Ausdruck verliehen. Kritisiert wurde neben dem falschen Spielkonzept auch der Umgang des Trainers mit den Spielerinnen. Medien berichten über Mobbing und Einschüchterung.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Über 40 Hunde unter elenden Bedingungen gehalten

Mehr als 40 Hunde hat ein Mann im US-Bundesstaat New Jersey unter elenden Bedingungen in seinem Haus gehalten. Er muss nun mit mehrfacher Anklage rechnen. Der 40-Jährige habe die Hunde in „extrem unhygienischen und unmenschlichen Bedingungen“ gehalten, hieß es in einer Mitteilung der zuständigen Staatsanwaltschaft und der Tierschutzorganisation SPCA gestern.

Die Ermittler mussten das Haus in der Nähe von Newark mit Schutzanzügen betreten, um die eingesperrten Tiere vom Welpen- bis zum Seniorenalter zu befreien. Zahlreiche Hunde waren unterernährt und mussten wegen verschiedener Beschwerden sofort tierärztlich behandelt werden.

86-Jähriger übersah Stauende auf A1 in OÖ: Verletzte

Weil ein 86-jähriger Schweizer gestern Nachmittag das Ende eines Staus auf der Westautobahn (A1) bei Sattledt (Oberösterreich) übersehen hat, ist es zu einem Auffahrunfall mit vier Verletzten gekommen. Das berichtete die Polizei.

Ein 51-jähriger Slowake hielt um 13.10 Uhr mit seinem Van am Ende des Staus in Fahrtrichtung Salzburg. Hinter ihm kam ein 47-jähriger Niederösterreicher mit seinem Wagen zu stehen. Der 86-Jährige dürfte offensichtlich zu schnell dran gewesen sein und die bereits stehenden Fahrzeuge übersehen haben.

Gegen Betonbegrenzung geschleudert

Er verriss seinen Wagen auf die rechte Fahrspur und fuhr auf den Pkw des Niederösterreichers auf. Dieser wurde auf den mit mehreren Personen besetzten Van des Slowaken geschleudert. Das Auto des Schweizers prallte gegen die Betonbegrenzung der Fahrbahn und blieb nach 20 Metern stehen.

Der 86-Jährige wurde verletzt ins Spital geflogen, seine 59-jährige Beifahrerin erlitt wie der 47-Jährige und dessen Beifahrer ebenfalls Blessuren. Die Insassen des Fahrzeuges aus der Slowakei blieben unverletzt. Die Westautobahn in Fahrtrichtung Salzburg war bis 14.45 Uhr gesperrt.

Religion

Missbrauchsvorwürfe: US-Kardinal von Amt gesperrt

Der bekannte US-Kardinal Theodore McCarrick darf wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs das Priesteramt nicht mehr ausüben. Papst Franziskus habe eine entsprechende Anweisung erteilt, teilte gestern der Kardinal von New York, Timothy Dolan, mit. McCarrick beteuere weiter seine Unschuld, habe die Entscheidung aber akzeptiert.

Der 87-jährige McCarrick befindet sich offiziell im Ruhestand, reiste aber in den vergangenen Jahren viel um die Welt, wobei er sich für die Menschenrechte einsetzte. Er war früher unter anderem Erzbischof von Newark im US-Bundesstaat New Jersey und Erzbischof von Washington. Er ist der seit vielen Jahren ranghöchste US-Geistliche, der des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird.

Teenager sexuell missbraucht

Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe beziehen sich laut Dolan auf einen Vorfall, der mehr als 45 Jahre zurückliegen soll. Als Priester in der Erzdiözese von New York soll er einen Teenager sexuell missbraucht haben. Eine unabhängige Kommission habe die Vorwürfe untersucht und sei zu dem Schluss gekommen, dass diese „glaubwürdig und untermauert“ seien, erklärte Dolan.

Die „Washington Post“ veröffentlichte eine Stellungnahme McCormicks. Darin zeigte dieser sich „schockiert“ und „traurig“ angesichts der gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Er habe vor wenigen Monaten davon erfahren und vollständig mit den Ermittlern kooperiert.

Das Bekanntwerden zahlreicher Missbrauchsfälle hatte die katholische Kirche in den USA Anfang des Jahrtausends erschüttert. Der Pädophilieskandal, in dessen Zentrum die Diözese von Boston stand, führte 2002 zur Annahme der Charta für den Schutz von Kindern. Danach müssen sämtliche Missbrauchsvorwürfe von einer unabhängigen Untersuchungskommission überprüft werden.

Kultur

Klassikplattform fidelio weitet ihr Programm aus

Eine große Ausweitung des Programms verspricht die gemeinsame Klassikplattform von ORF und Unitel Klassik fidelio für die zweite Hälfte 2018. 200 Stunden neues Programm werden gerade rund um die Festivals des Sommers neu produziert, kündigte Unitel-Geschälftsführer Jan Mojto bei der Präsentation der Programmhighlights 2018 in Wien an. Schwerpunkte werden von den Salzburger Festspielen über Grafenegg bis hin zu Produktionen aus Aix und Paris bilden.

Mojto erinnert an die Fortführung der Serie des „Young Peoples Concert“ des Jahresjubilars Leonard Bernstein. Die von Bernstein ins Leben gerufene Serie habe sehr viele junge Leute, die heute im Musikgeschäft tätig seien, für die Klassik begeistert. „Kent Nagano hat so auf dem Bauernhof in Kalifornien, wo er aufgewachsen ist, die Klassik entdeckt“, so Mojto. Diese Begeisterung können gerade digitale Plattformen wie fidelio weitertragen.

„Wichtige Plattform im digitalen Bereich“

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz lobte fidelio als „schnellstwachsende Klassikplattform Mitteleuropas“ und sieht in dem Projekt ein "gutes Beispiel für die im Moment gepflogenen Allianzen zwischen Öffentlich-Rechtlichen und Privaten, „um sich im digitalen Bereich zu behaupten und nicht von den Netflixes und Googles niedergewälzt zu werden“.

Fidelio-Geschäftsführer Georg Hainzl betonte die nötigen Ausweitungen des Angebots für neue Publikumsschichten. Mehr Content zu den Hintergründen großer Produktionen vor den Bezahlschranken und eine starke Präsenz in den Sozialen Netzwerken sei dabei ein entscheidender Anker.

Science

Leute

Janet Jackson litt unter Depressionen

US-Popsängerin Janet Jackson hat unter Depressionen gelitten: Die jüngere Schwester des verstorbenen „King of Pop“ Michael Jackson enthüllte in einem Interview mit der Zeitschrift „Essence“, von dem gestern Auszüge veröffentlicht wurden, dass sie in ihren Dreißigern „schwierige Jahre“ erlebt habe. „Es war ein intensiver Kampf“, sagte die heute 52-Jährige. Doch sie habe einen Weg aus den Depressionen herausgefunden.

Gefühl der „Unterlegenheit“ in ihrer Kindheit

Als Ursache für die Krankheit nannte Jackson ein „geringes Selbstwertgefühl“, basierend auf dem in ihrer Kindheit entstandenen Gefühl der „Unterlegenheit“. Sie habe „unerreichbar hohe Anforderungen“ nicht erfüllt. „Und natürlich sind da immer die gesellschaftlichen Themen Rassismus und Sexismus“, fügte die Sängerin hinzu. Die Geburt ihres Kindes im vergangenen Jahr habe sie glücklich gemacht.

Jackson feierte in den 1980er Jahren große Erfolge, danach wurde es ruhiger um sie. 2015 veröffentlichte sie nach vielen Jahren wieder ein Album, brach dann aber ihre Tournee plötzlich ab.

Bruder litt auch unter Depressionen

Im vergangenen Jahr brachte Jackson ihr erstes Kind zur Welt. Kurz danach gab sie die Trennung vom Vater ihres Sohnes, ihres dritten Ehemannes Wissam Al Mana, bekannt. Auch ihr Bruder Michael Jackson litt unter Depressionen und Angststörungen. Er starb im Juni 2009.