Ausland

G7-Treffen: Kritik an Russland

Die sieben führenden westlichen Industrieländer haben Russland für dessen „Eingriffe in demokratische Systeme“ kritisiert. Das russische Verhalten sei „verantwortungslos“ und schädlich für die künftige Zusammenarbeit, heißt es in der Abschlusserklärung der G7-Außenminister nach ihrem zweitägigen Treffen in Toronto. Moskau müsse seinen Verpflichtungen nachkommen, auch als Mitglied im UN-Sicherheitsrat. In regionalen wie globalen Krisen und Konflikten wolle die G7-Gruppe aber weiterhin den Dialog mit Russland suchen.

„Es gibt Konsequenzen für diejenigen, die unsere Demokratien untergraben wollen“, sagte die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland zum Abschluss des Treffens. Konkreter wurde sie auf Nachfrage nicht. Auch ließ Freeland offen, unter welchen Voraussetzungen eine Rückkehr Russlands in die G7-Gruppe möglich sei. Russland war 2002 als Vollmitglied in die Gruppe aufgenommen worden, die danach G8 hieß, wurde dann aber wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 wieder ausgeschlossen.

„Russland muss ein konstruktiver Partner sein oder zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte der geschäftsführende US-Außenminister John Sullivan mit Blick auf den Konflikt in Syrien. Freeland erwähnte mit Blick auf das „inakzeptable Verhalten“ Russlands auch den in England vergifteten Ex-Spion Sergej Skripal sowie das russische Vorgehen in der Ostukraine, Georgien, Moldawien und anderen Ländern.

Französischer Präsident Macron auf Staatsbesuch in den USA

Der französische Präsident Emmanuel Macron beginnt heute offiziell seinen Staatsbesuch in den USA. Er ist der erste Gast in der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump, für den es diese Ehre gibt. Trump und seine Frau Melania begrüßten Macron und dessen Ehefrau Brigitte auf den Stufen zum Weißen Haus.

In einer kleinen Zeremonie pflanzten die beiden Präsidenten anschließend einen von Macron als Geschenk mitgebrachten Setzling einer Eiche in den Parkanlagen des Präsidentensitzes ein. Der junge Baum weist symbolisch auf die historischen Bande beider Länder hin. Er stammt aus einem nordfranzösischen Wald, in dem im Ersten Weltkrieg mehr als 2.000 US-Soldaten im Kampf gegen die Deutschen getötet worden waren.

Abendessen „privat“

Im Anschluss folgt ein als „privat“ deklariertes Abendessen der beiden Staatschefs und ihrer Frauen in Mount Vernon, dem vor den Toren der Hauptstadt gelegenen Landsitz des ersten US-Präsidenten George Washington.

Unter anderem soll der Syrien-Konflikt Thema der Gespräche im Weißen Haus sein. Außerdem soll es um den Atomdeal mit dem Iran und Handelsfragen gehen. Morgen spricht der französische Präsident vor dem US-Kongress, es wird auch ein Staatsbankett für Macron geben. Am Abend (Ortszeit) fliegt der französische Präsident zurück nach Paris.

Internationale Syrien-Konferenz von EU und UNO in Brüssel

In Brüssel beginnt heute eine zweitägige Konferenz zum Syrien-Konflikt. Bei dem von der EU und der UNO geleiteten Treffen sollen zum einen weitere Hilfsgelder zur Versorgung von Millionen Flüchtlingen in Syrien selbst und umliegenden Ländern eingeworben werden.

Im vergangenen Jahr hatten die Konferenzteilnehmer rund sechs Milliarden Dollar (4,9 Milliarden Euro) für 2017 zugesagt. Zum anderen wird über mögliche Lösungen für den Syrien-Konflikt beraten.

Im Zentrum stehen Gespräche von EU-Kommission und UNO mit rund 200 Nichtregierungsorganisationen und Ländern, die Syrien-Flüchtlinge aufgenommen haben. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und der UNO-Syrien-Gesandte Staffan de Mistura treten zu Mittag vor die Presse. Morgen findet die eigentliche Geberkonferenz auf Ministerebene statt. An ihr nehmen Vertreter von mehr als 85 Ländern und Organisationen teil.

Huthi-Anführer bei Angriff im Jemen getötet

Der politische Anführer der Huthi-Rebellen im Jemen ist bei einem Luftangriff getötet worden. Die Rebellen gaben gestern den Tod des Chefs ihres Obersten Politischen Rats, Saleh al-Sammad, bekannt. Er sei vergangene Woche bei einem Luftangriff der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition „zum Märtyrer geworden“, hieß es in einer Erklärung der Huthi-Rebellen.

Die schiitischen Huthi-Rebellen beherrschen weite Teile im Norden und Westen des Jemen. Die saudi-arabisch dominierte Militärkoalition kämpft seit 2015 im Jemen gegen sie. Seit Beginn des Konflikts wurden fast 10.000 Menschen getötet.

Türkei beantragt Wahllokale in Deutschland

Die Türkei hat bei Deutschland die Einrichtung von Wahllokalen für die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am 24. Juni beantragt. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu gestern meldete, wurde eine offizielle Anfrage bei der deutschen Regierung gestellt, bei den vorgezogenen Neuwahlen in türkischen Konsulaten und anderen Einrichtungen Wahllokale einzurichten.

Aus dem Auswärtigen Amt wurde bestätigt, dass eine „Verbalnote“ zu den Neuwahlen eingegangen sei. In Deutschland sind rund 1,4 Millionen Türken wahlberechtigt.

Bei dem umstrittenen Referendum über die Stärkung der Befugnisse von Präsident Recep Tayyip Erdogan im April 2017 hatten die Türken auch in zahlreichen Wahllokalen außerhalb der Konsulate abstimmen können. Ob das auch bei den anstehenden Neuwahlen genehmigt wird, muss die deutsche Regierung noch entscheiden.

Erdogan hatte am vergangenen Mittwoch überraschend für den 24. Juni Parlaments- und Präsidentschaftswahlen angesetzt. Eigentlich wären die Urnengänge erst im November 2019 fällig gewesen. Laut Anadolu können türkische Wähler im Ausland zwischen dem 4. und 17. Juni abstimmen.

Paris-Attentäter Abdeslam in Belgien verurteilt

Der mutmaßliche Attentäter von Paris, Salah Abdeslam, ist gestern von einem Gericht in Belgien zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Es ging dabei um eine Schießerei mit Polizisten kurz vor seiner Verhaftung in Brüssel, drei Beamte wurden dabei verletzt, ein Komplize Abdeslams erschossen. Der Franzose Abdeslam gilt als Mittäter der blutigen Anschläge in Paris und Brüssel von 2015 und 2016 mit Dutzenden Toten. Nach einem Eingangsstatement hatte Abdeslam während des gesamten Prozesses in Brüssel geschwiegen.

Mehr dazu in Haft wegen versuchten Polizistenmordes

Ex-US-Präsident Bush sr. im Spital

Kurz nach der Beerdigung seiner Frau ist der frühere US-Präsident George H.W. Bush ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der 93-Jährige werde wegen einer „Infektion“ behandelt, „die sich auf das Blut ausgeweitet hat“, erklärte sein Sprecher. Die Behandlung schlage an, Bush scheine auf dem Weg der Besserung zu sein.

Der Ex-Präsident kam demnach bereits am Sonntag in die Klinik in Houston im Bundesstaat Texas. Erst einen Tag zuvor war seine Frau Barbara beerdigt worden. Sie war am Dienstag im Alter von 92 Jahren gestorben.

George H.W. Bush war von 1989 bis 1993 der 41. Präsident der Vereinigten Staaten. Er ist der Vater des späteren US-Präsidenten George W. Bush und des Ex-Gouverneurs von Florida und Ex-Präsidentschaftskandidaten Jeb Bush. Der 93-Jährige leidet an Parkinson und sitzt im Rollstuhl.

Inland

Frauen- und „Don’t Smoke“-Volksbegehren im Oktober

Das Innenministerium hat die Eintragungswoche für das Frauenvolksbegehren sowie für das Volksbegehren für ein Rauchverbot in der Gastronomie mit 1. bis 8. Oktober festgelegt. Allenfalls könnte die Woche für weitere Begehren genutzt werden.

Alleine mit heutigem Tag sind sechs weitere Volksbegehren registriert, für die Unterstützungserklärungen gesammelt werden können. Mit dem Oktober-Termin halte man sich die Möglichkeit offen, den Eintragungszeitraum für ein weiteres Volksbegehren - oder allenfalls auch für mehrere - zu nützen, so Ressortchef Herbert Kickl (FPÖ) in einer Aussendung. Das sei kostensparend.

Eintragungsberechtigt sind alle österreichischen Staatsbürger, die zum Stichtag 27. August in die Wählerevidenz einer österreichischen Gemeinde eingetragen sind und am letzten Tag des Eintragungszeitraumes das 16. Lebensjahr vollendet haben.

Beide Initiativen waren bisher durchaus erfolgreich. „Don’t Smoke“ brachte für die Einleitung 591.146 Unterstützungserklärungen zustande, das Frauenvolksbegehren 247.436.
Die Unterstützungserklärungen werden auf die Unterschriften im Eintragungszeitraum jeweils angerechnet. Damit ist bereits jetzt klar, dass die Volksbegehren vom Parlament behandelt werden müssen. Dafür sind nur 100.000 Unterschriften notwendig.

Großes Zeitfenster für Koalition nach Salzburg-Wahl

Das Kabinett Kurz ist im Jänner mit großen Ansagen angetreten - von den großen Brocken wie Staatsreform, Mindestsicherung, Umbau der Sozialversicherung wurde bisher nichts umgesetzt. Der Grund dafür war nicht zuletzt der Reigen an Landtagswahlen. Doch nun haben ÖVP und FPÖ wahltechnisch ein längeres Zeitfenster. Es soll bereits Überlegungen geben, um umstrittene Maßnahmen mit möglichst geringen Turbulenzen über die Bühne zu bekommen.

Mehr dazu in Zwölfstundentag und CETA als Nächstes

Sozialpartner pochen auf eigene Relevanz

Die Präsidenten von ÖGB, Arbeiterkammer, WKÖ und Landwirtschaftskammer haben gestern bei einer Veranstaltung in der Wirtschaftskammer die Bedeutung der Sozialpartnerschaft unterstrichen. Das einhellige Urteil - wohl auch angesichts diverser Demontagetendenzen der ÖVP-FPÖ-Regierung - lautete, es brauche das Instrument auch in Zukunft.

Eine eindringliche Warnung vor Tendenzen, die Sozialpartnerschaft infrage zu stellen, kam von Ex-Bundespräsident Heinz Fischer, der den gut 400 Zuhörern zuvor einen weiten Blick zurück zu den Ursprüngen der Sozialpartnerschaft geboten hatte. „Meist muss der Schaden erst eintreten, bevor man aus dem Irrglauben aufwacht, immer recht zu haben, und dem Glauben, die Sozialpartnerschaft nicht zu brauchen“, sagte er.

Fischer verweist auf Leistungen

Konkret sprach Fischer das Regierungsprogramm der FPÖ-ÖVP-Koalition an. Er vermisse darin ein zentrales Unterstreichen der Rolle der Sozialpartnerschaft, „was mir leidtut - denn die Sozialpartnerschaft hat in Zweiten Republik sehr viel geleistet“.

WIFO-Chef Christoph Badelt untermauerte diesen Befund mit einer Studie, wonach Staaten mit hoher „sozialpartnerschaftlicher Intensität“ in vielen wirtschaftlichen Bereichen eine „überdurchschnittliche Performance“ bieten würden. Diesen Befund nahmen die - allesamt vor ihrer Ablöse stehenden - Noch-Präsidenten der entsprechenden Organisationen erfreut auf.

Foglar, Kaske und Leitl unterstreichen Bedeutung

Bei der Debatte über die Relevanz der Sozialpartnerschaft gehe es um die Frage, wie man die Herausforderungen bewältigen wolle - er wünsche sich, dass das „im sozialen Frieden, im Dialog, am grünen Tisch“ geschehe, so ÖGB-Präsident Erich Foglar. Er brachte das Thema auch auf die Diskussion rund um die Reform der Sozialversicherungsträger. Es brauche eine „funktionierende Selbstverwaltung“ bei den Krankenkassen, der AUVA, beim AMS und auch bei der Pensionsversicherung.

„Gäbe es die Sozialpartnerschaft nicht, so müsste man sie erfinden - auch wenn das manche Kommentatoren ein wenig anders sehen“, sagte AK-Präsident Rudolf Kaske. „Das Alternativkonzept wäre ‚jeder gegen jeden‘, das ist das Gesellschaftsmodell, was ich mir nicht vorstelle.“

Auch Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl sagte, dass der Sozialpartnerschaft viel zu verdanken sei: „Sozialpartnerschaft ist gelebte Fairness, sie ist Teil unserer Identität und der österreichischen Seele.“ Doch auch Sozialpartnerschaft müsse sich stetig weiterentwickeln, um das Vertrauen der Menschen zu bekommen.

Staatsziel Wirtschaft: Opposition verweigert Zustimmung

Die ÖVP-FPÖ-Regierung will den Wirtschaftsstandort – neben dem Umweltschutz - als Staatsziel in die Verfassung schreiben. Doch die für eine Verfassungsänderung notwendige Zweidrittelmehrheit gilt derzeit als unwahrscheinlich.

NEOS zeigt sich abwartend, SPÖ und Liste Pilz (LP) teilten auf ORF.at-Anfrage mit, dass sie dem Vorhaben nicht zustimmen werden, nicht zuletzt, weil sich das Finanzministerium kritisch zum Gesetzesentwurf geäußert hatte.

Das ÖVP-geführte Ressort hatte in einer Stellungnahme vor Investorenschutzklagen ausländischer Unternehmen gewarnt. Nachdem Medien über das kritische Papier berichtet hatten, wurde es entfernt und durch eine wohlwollende Stellungnahme ersetzt. Laut Finanzressort gab die Kritik nur die Meinung einer Fachabteilung wieder, nicht die „Gesamtbetrachtung“.

SPÖ folgt Experteneinschätzungen

Die SPÖ, die sich bisher bedeckt gehalten hatte, werde dem Regierungsvorhaben keine Zustimmung erteilen, hieß es aus dem SPÖ-Klub. Eine Staatszielbestimmung Wirtschaft sei „im besten Fall überflüssig“, und „im schlimmsten Fall“ unterminiere sie den Umwelt- und Arbeitnehmerschutz, sagte die Sprecherin des geschäftsführenden SPÖ-Klubobmanns Andreas Schieder. „Selbst das Finanzministerium hat vor Konzernklagen gewarnt. Die SPÖ wird daher den Experteneinschätzungen folgen.“

Auch die LP lehnt den Wirtschaftsstandort als Staatsziel ab. „Die Umwelt soll bei künftigen Entscheidungen der Regierung nicht nur einen niedrigeren Faktor einnehmen, sondern laut diesem Staatsziel auch einnehmen müssen“, so Umweltsprecherin Martha Bißmann. Zudem lasse die Formulierung „wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort“ viel Raum für Interpretationen. „Auch sinkende Löhne können ein Land wettbewerbsfähiger machen“, so Bißmann.

NEOS wartet auf Paket

Ablehnend, aber unter gewissen Umständen gesprächsbereit zeigte sich NEOS. Grundsätzlich sehe man Staatszielbestimmungen „eher kritisch“, hieß es aus dem Klub. Denn diese würden nur eine „weitere Aufblähung der Verfassung“ zur Folge haben. Daher werde man bei dem Regierungsvorhaben nicht ohne Weiteres mitgehen.

Allerdings ist NEOS zu Gesprächen bereit, wenn ein Wirtschaftsgesamtpaket angeboten wird. Gemeint ist ein Bündel an Maßnahmen für Unternehmen, etwa Bürokratieabbau, eine Schuldenbremse, die NEOS gerne in der Verfassung sehen würde, und die Änderung der Gewerbeordnung.

Wirtschaftsstandort bei Umweltschützern in Kritik

Die Pläne für ein Staatsziel Wirtschaft sind freilich nicht neu. Bereits die SPÖ-ÖVP-Vorgängerregierung wollte ein solches in der Verfassung festschreiben. Auslöser war das Urteil zur dritten Piste auf dem Flughafen Wien-Schwechat - das Bundesverwaltungsgericht hatte deren Bau aus Umweltgründen zumindest vorläufig untersagt.

Während Industrie und Wirtschaft die Pläne der Regierung goutieren, fürchten NGOs, dass dadurch der Umweltschutz aufgeweicht wird. Deshalb forderte zuletzt der WWF die Opposition auf, die notwendige Zweidrittelmehrheit zu verweigern. SPÖ und NEOS dürften sich nicht zum Steigbügelhalter für das Durchboxen kritischer Großprojekte machen, so Hanna Simons, stellvertretende Geschäftsführerin des WWF.

K: Diversionsangebot für Kaiser in Untreue-Verfahren

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hat dem Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) in einem Untreueverfahren eine diversionelle Erledigung angeboten. Das sagte Behördensprecherin Elisabeth Täubl gestern. Es geht um ein Inserat in einer Feuerwehrzeitung aus dem Jahr 2009 auf Landeskosten, abgebildet war Kaiser. Dieser wird die Diversion laut seinem Anwalt annehmen.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Wirtschaft

BUWOG-Prozess: Meischberger wird befragt

Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/parteilos) und andere wird diese Woche der Zweitangeklagte, Walter Meischberger, befragt. Der frühere FPÖ-Spitzenpolitiker und Trauzeuge Grassers wird zunächst von Richterin Marion Hohenecker zu den Vorwürfen der Bestechung bzw. Beitragstäterschaft an der Geschenkannahme durch Grasser einvernommen. Meischberger sieht sich nicht schuldig.

Diese Woche sind drei Verhandlungstage, von heute bis Donnerstag, angesetzt. Heute, dem 30. Verhandlungstag im Prozess, wird vermutlich nur die Richterin Meischberger ausführlich befragen. Aber auch die anderen Berufsrichter, die Schöffen (Laienrichter), die Privatbeteiligten, die Staatsanwälte und die Verteidiger der übrigen Angeklagten haben ein Fragerecht.

Beobachter rechnen daher damit, dass Meischberger alle drei Tage am „heißen Stuhl“ sitzen wird. Der Hauptangeklagte, Ex-Finanzminister Grasser, ist bisher noch nicht einvernommen worden und muss weiter auf seine Befragung warten.

Lukrative Hummel: Das Geschäft mit der Bestäubung

Eine Zufallsbeobachtung im Gewächshaus – so die Legende – hat einen belgischen Veterinär auf die besonderen Fähigkeiten von Hummeln bei der Bestäubung von Blüten aufmerksam gemacht. Daraus entstand ein lukratives Geschäft, und weltweit vertriebene Zuchthummeln sind in der modernen Landwirtschaft vielfach nicht mehr wegzudenken. Die großen Anbieter setzen auf die nicht von der Hand zu weisenden Vorteile des als Bestäuber offenbar unschlagbaren Insekts. Es gibt aber auch ernsthafte Bedenken - zudem steht für Gegenwind aus Südamerika keine schnelle Lösung parat.

Mehr dazu in „Exklusiver Bestäuber“ rückt in Auslage

Sport

Champions League: Alaba hofft auf Einsatz gegen Real

Morgen steht in der Champions League der Halbfinal-Schlager zwischen Bayern München und Real Madrid (20.45 Uhr, live in ORF eins) auf dem Programm. Bei den Gastgebern war Davis Alaba zuletzt noch etwas am Oberschenkel angeschlagen, der ÖFB-Star hofft aber auf seinen Einsatz. „Im Moment schaut es ganz gut aus“, sagte der Wiener, der schon den Erfolg im Viertelfinale gegen Sevilla verpasst hatte.

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Skispringen: Ex-Tournee-Sieger Diethart hört auf

Im Alter von 26 Jahren hat Thomas Diethart gestern das Ende seiner sportlichen Karriere als Skispringer verkündet. „Das war’s! Danke an alle, die mich unterstützt haben. Ich werde dieses Gefühl des Fliegens vermissen“, schrieb der Niederösterreicher, der vor vier Jahren völlig überraschend die Vierschanzentournee gewonnen und damit seinen größten Erfolg gefeiert hatte. Von mehreren schweren Stürzen war Diethart in der Folge aus der Bahn geworfen worden.

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Chronik

Mutmaßlicher Todesschütze von Nashville gefasst

Die Polizei im US-Bundesstaat Tennessee hat den mutmaßlichen Schützen gefasst, der ein Blutbad in einem Restaurant angerichtet hatte. Der 29-jährige Tatverdächtige sei „vor wenigen Momenten“ in einem bewaldeten Gebiet festgenommen worden, teilte die Polizei von Nashville gestern mit.

Bei ihm handelt es sich um einen Mann namens Travis Reinking, der aus einer mehr als 700 Kilometer von Nashville entfernten Ortschaft im Bundesstaat Illinois stammen soll. Die Fahnder waren durch ein Autokennzeichen auf seine Spur gelangt.

Täter war nackt

Der Täter hatte in der Nacht auf heute das Schnellrestaurant in Antioch, einem Vorort von Nashville, gestürmt und mit einem Sturmgewehr das Feuer eröffnet. Er tötete vier Menschen und verletzte zwei weitere. Nach Polizeiangaben trug der Schütze nur einem Mantel über dem nackten Körper, den er dann im Restaurant ablegte.

Der Angriff wurde den Angaben zufolge von einem Restaurantbesucher gestoppt, der dem Schützen seine Waffe entriss. „Er war nackt und trat zu Fuß die Flucht an“, teilte die Polizei über den Täter mit.

Italien gibt schwerkrankem Buben die Staatsbürgerschaft

Der schwerkranke britische Bub Alfie Evans bekommt die italienische Staatsbürgerschaft. Die italienische Regierung hoffe, dass der fast zwei Jahre alte Bub so „umgehend“ nach Italien gebracht werden könne, teilte das Außenministerium in Rom gestern mit. Die Entscheidung hätten Innenminister Marco Minniti und Außenminister Angelino Alfano getroffen.

Die Eltern wollen ihr krankes Kind in die päpstliche Kinderklinik Bambino Gesu nach Rom bringen. Alfie leidet an einer neurologischen Krankheit, die noch nicht klar diagnostiziert ist. Britische Richter hatten zuvor entschieden, dass lebenserhaltende Maßnahmen für den Buben eingestellt werden sollen. Sie sehen diese als sinnlos an, weil das Gehirn des Kindes durch die Krankheit fast vollständig zerstört sein soll.

Baby fuhr in Deutschland allein im Zug

Ein fünf Monate altes Baby ist am Wochenende in Deutschland ohne seine Mutter im Zug eine Stunde lang nach Kassel gefahren. Die 19-jährige Mutter hatte am Samstag in Stadtallendorf ihre im Kinderwagen liegende Tochter in den Zug gestellt und war noch einmal auf den Bahnsteig hinaus gegangen, wie die Bundespolizei gestern mitteilte.

Während sie sich draußen aufhielt, schlossen sich die Türen, und der Zug fuhr ab. Zwei Reisende und ein Zugsbegleiter nahmen sich des Säuglings an und verständigten die Polizei, die das Baby auf dem Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe in Empfang nahm. Mit dem nachfolgenden Zug traf auch die Mutter in Kassel ein.

Kultur

Oscar-Show 2019 wieder im Februar

Wenige Wochen nach der Oscar-Gala hat die Filmakademie in Los Angeles die Eckdaten für die nächste Preisverleihung bekanntgegeben. Laut einer Mitteilung von gestern soll die 91. Trophäen-Gala am 24. Februar 2019 über die Bühne gehen. Die Nominierungen für die Academy Awards werden im kommenden Jahr am 22. Januar verkündet.

In diesem Jahr wurden die Oscars erst Anfang März - nach Abschluss der Olympischen Winterspiele in Südkorea - ausgehändigt, um sich nicht gegenseitig bei der Fernsehübertragung Konkurrenz zu machen.

Das Kinomärchen „Shape of Water - Das Flüstern des Wassers“ des mexikanischen Regisseurs und Produzenten Guillermo del Toro war mit vier Preisen, darunter für den besten Film und die beste Regie, der große Gewinner der Oscars 2018. Moderator Jimmy Kimmel führte durch die 90. Gala-Show.

Hollywood-Produzent D’Antoni gestorben

Hollywood-Produzent Philip D’Antoni, der 1972 für den Thriller „French Connection - Brennpunkt Brooklyn“ einen Oscar gewann, ist tot. Wie Familienangehörige dem Filmblatt „Hollywood Reporter“ mitteilten, starb der Produzent bereits am 15. April in seinem Haus im US-Bundesstaat New York. Er wurde 89 Jahre alt.

„French Connection" holte bei der Oscar-Verleihung vor 46 Jahren fünf Trophäen, darunter als bester Film, für Hauptdarsteller Gene Hackman und Regisseur William Friedkin. Der heute 82-jährige Regisseur trauerte um D’Antoni: Mit ihm sei ein Freund und ein "großartiger“ Produzent gestorben, schrieb Friedkin auf Twitter.

In dem packenden Drogen-Thriller macht sich Hackman in der Rolle eines brutalen Rauschgiftfahnders auf eine spektakuläre Verfolgungsjagd; nicht die erste, für die D’Antoni mitverantwortlich war. So produzierte er 1968 den Film „Bullitt“, in dem Steve McQueen am Steuer eines Ford Mustang durch die Straßen von San Francisco raste. Die knapp zehnminütige Verfolgungsjagd ging in die Filmgeschichte ein.

Medien

Inhaftierter ägyptischer Reporter erhält UNESCO-Pressepreis

Der seit mehr als vier Jahren inhaftierte ägyptische Fotoreporter Mahmud Abu Seid, bekannt unter seinem Künstlernamen Shawkan, erhält den Preis für Pressefreiheit der UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO). Damit werde Shawkans „Mut, sein Widerstand und sein Engagement für die Meinungsfreiheit“ ausgezeichnet, erklärte die UNESCO gestern.

Mahmoud Abu Zeid

APA/AFP/Khaled Desouki

Shawkan war im August 2013 festgenommen worden, als er fotografierte, wie Sicherheitskräfte in Kairo eine Demonstration von Anhängern des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi blutig auflösten.

Dabei töteten sie Hunderte Menschen, darunter drei Journalisten. Die Demonstration von Unterstützern der Muslimbrüder richtete sich gegen Mursis Sturz durch die Armee. Mursi hatte 2012 sein Amt als erster demokratisch gewählter Staatschef Ägyptens angetreten, war aber schon bald mit Massenprotesten konfrontiert.

Anklage: Polizistenmord und Vandalismus

Shawkan und mehr als 700 Mitangeklagte müssen sich wegen Polizistenmordes und Vandalismus vor Gericht verantworten. Das ägyptische Außenministerium hatte am Sonntag sein „tiefes Bedauern“ darüber zum Ausdruck gebracht, dass eine „terroristischer und krimineller Akte angeklagte Person“ den Preis erhalte.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen listet in ihrem Ranking zur Pressefreiheit Ägypten auf Platz 161 von insgesamt 180. Mindestens 31 Journalisten sind der Nichtregierungsorganisation zufolge derzeit in dem nordafrikanischen Land inhaftiert.

Shawkan soll den Preis offiziell am 2. Mai, den internationalen Tag der Pressefreiheit erhalten. Der Guillermo Cano World Press Freedom-Preis der UNESCO wird seit 1997 verliehen. Die Auszeichnung ist nach dem kolumbianischen Journalisten Guillermo Cano benannt, der 1986 in Bogota vor dem Gebäude seiner Zeitung „El Espectador“ ermordet wurde.

Science

Ärzte in USA transplantierten Penis mitsamt Hodensack

Ärzte in den USA haben erstmals einen menschlichen Penis komplett mit Hodensack transplantiert. Die 14-stündige Operation sei an einem US-Soldaten ausgeführt worden, der in Afghanistan verletzt worden war, teilte die Johns Hopkins Universität gestern in Baltimore mit.

Die Transplantation solle auch den „Sexualfunktionen des jungen Mannes fast zum Normalzustand zurückverhelfen“, erklärte der Direktor für plastische Chirurgie, W. P. Andrew Lee. Der Soldat bat um Anonymität, gab aber eine kurze schriftliche Erklärung ab. „Eine solche Verletzung ist irrsinnig, es ist nicht leicht, sie zu akzeptieren“, erklärte er. „Als ich aufgewacht bin, habe ich mich endlich wieder normal gefühlt.“

Neun Chirurgen, zwei Urologen

Der Penis und der Hodensack - ohne Testikel - stammten von einem verstorbenen Spender. Den Eingriff führte ein Team aus neun Chirurgen und zwei Urologen bereits am 26. März aus. Der Patient soll kommende Woche entlassen werden. Es handelte sich nicht um die erste Penistransplantation weltweit, aber um die erste Verpflanzung eines Penis mitsamt Hodensack.

Die erste erfolgreiche Penisverpflanzung war 2015 in Südafrika gemeldet worden. Ein weiterer erfolgreicher Fall ist 2016 in den USA dokumentiert.

Panorama

Zwölfjähriger Australier flog auf eigene Faust nach Bali

Ein zwölfjähriger Bub aus Sydney (Australien) ist auf eigene Faust nach Bali geflogen, berichtete der britische „Guardian“ gestern. Er hatte die Kreditkarte seiner Mutter entwendet und damit Flüge und Hotel gebucht. Unter einem Vorwand erhielt er von seiner Großmutter seinen Reisepass.

Alleine im Hotel eingecheckt

Am Tag der Abreise fuhr er statt in die Schule mit dem Tretroller zum Bahnhof, nahm den Zug zum Flughafen und flog über Perth auf die indonesische Insel. Dort checkte er im All Seasons Hotel ein. Dabei gab er an, dass seine Schwester noch nachkommen werde.

Vorausgegangen war der Reise ein Streit. Die Mutter holte ihn auf Bali ab, nachdem herausgekommen war, was passiert war. Ihr Sohn höre das Wort „Nein“ nicht gerne, wird sie zitiert.

Leute

Madonna verliert Gerichtsstreit um intime Habseligkeiten

Pop-Ikone Madonna hat vor Gericht eine Schlappe einstecken müssen. Ein Richter in New York wies in einem gestern vorgelegten Urteil Madonnas Klage gegen eine Versteigerung von sehr persönlichen Gegenständen aus ihrem Besitz ab. Es geht dabei um Dinge wie Liebesbriefe, Musikkassetten, Unterwäsche, eine Haarbürste - und das Schreiben, in dem Rap-Legende Tupac Shakur 1995 begründete, warum er mit ihr Schluss machte.

Eine frühere Freundin Madonnas, die Kunsthändlerin Darlene Lutz, hatte die Besitztümer bereits im vergangenen Jahr versteigern lassen wollen. Madonna erwirkte dagegen eine einstweilige Verfügung, die sie mit dem Schutz ihrer Privatsphäre begründete. Die beiden Frauen haben sich bereits vor Jahren zerstritten.

Die Anwälte von Lutz hatten Madonnas Argumentation zu entkräften versucht: Zu den fraglichen Gegenständen zähle ein Satz Unterwäsche, den sie selbst einem Liebhaber mit der Post geschickt habe. Die Sängerin könne sich bei einem solchen Verhalten schlecht auf den Schutz ihrer Privatsphäre berufen, argumentierten sie.

„Gegen falsche Person geklagt“

Der Richter wies Madonnas Einspruch nun zurück, machte dafür aber rein juristische Gründe geltend: Mit der Klage gegen Lutz habe Madonna gegen die falsche Person geklagt, urteilte der Richter. Sie hätte vielmehr gegen ihre eigenen Ex-Assistenten vorgehen müssen, die Lutz die Besitztümer ausgehändigt hätten.

Zu den 22 Gegenständen, die bei der Auktion versteigert werden sollen, zählt ein Brief, der Licht auf die lange Zeit unbekannte Affäre zwischen Tupac und Madonna wirft. Madonna selbst hatte erst kürzlich öffentlich darüber gesprochen. Tupac schreibt darin ein Jahr vor seinem Tod, dass es seinem Image schaden würde, wenn er öffentlich eine Beziehung mit einer weißen Frau hätte. Zudem beklagte er sich über einige Interview-Äußerungen Madonnas. Mit dem Brief beendete er die Affäre.

Der Anwalt von Lutz, Judd Grossman, wertete den Richterspruch nun als „totalen Sieg“ für seine Mandantin. „Frau Lutz kann mit ihren Besitztümern jetzt machen, was sie will - ohne ständige Einmischung von Madonna.“ Das Auktionshaus Gotta Have Rock and Roll erklärte, es wolle die Versteigerung nun im Juli abhalten.

Dritte Tochter für US-Schauspieler Dwayne Johnson

Schauspieler Dwayne Johnson (45, „Fast & Furious“, „San Andreas“), Spitzname „The Rock“, und seine Freundin Lauren Hashian sind erneut Eltern geworden. Sie seien stolz darauf, ein weiteres „starkes Mädchen“ in die Welt gebracht zu haben, schrieb der Hollywood-Star gestern auf Instagram. Dazu postete er ein Foto der kleinen Tiana Gia Johnson, die er „Haut auf Haut“ an seinem nackten Oberkörper in den Armen hält.

„Wie ein Rockstar“ habe seine Freundin das Baby zur Welt gebracht. Nun habe er noch mehr Liebe, Respekt und Bewunderung für sie und alle Mütter, schreibt Johnson. Johnson und seine langjährigen Partnerin sind bereits Eltern der zweijährigen Jasmine Lia. Aus der Beziehung mit seiner Ex-Frau Dany Garcia hat er zudem die 16-jährige Simone Alexandra.

Nach Filmen wie „Baywatch“ und „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ kommt Johnson Mitte Mai mit der Videospielverfilmung „Rampage - Big Meets Bigger“ in die deutschen Kinos.