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Ausland

Großdemo für Mugabes Rücktritt in Simbabwe

Vier Tage nach dem Militärputsch in Simbabwe haben Zehntausende Menschen in den Straßen der Hauptstadt Harare den Rücktritt von Präsident Robert Mugabe gefordert. Der Massenprotest begann heute Früh in ausgelassener Stimmung, viele Menschen sangen und skandierten Anti-Mugabe-Slogans. Zu der Demonstration hatten Teile der bisherigen Regierungspartei, die Opposition und zahlreiche zivilgesellschaftlichen Gruppen aufgerufen. Die Führung der Putschisten hatten den Protest ausdrücklich genehmigt.

Demonstranten in Harare

APA/AP/Ben Curtis

Langzeitpräsident Mugabe (93) wurde nach dem Putsch vom Mittwoch unter Hausarrest gestellt. Die Militärführung verhandelt seither mit ihm, um ihn zur Amtsaufgabe zu drängen. In einer spektakulären Kehrtwende forderte gestern auch die Regierungspartei ZANU-PF den Rücktritt Mugabes, der seit 1980 an der Macht ist.

Übergangsregierung möglich

Es gab zunächst keine offiziellen Schätzungen zur Zahl der Demonstranten. Fotos und Videos zeigten jedoch große Menschenmengen. Drei Reporter der dpa schätzen die Zahl der Demonstranten auf mehrere zehntausend Menschen.

Die Putschisten wollen nach Mugabes Abtritt dem Vernehmen nach einer Übergangsregierung Platz machen, wahrscheinlich unter Führung des vor Kurzem von Mugabe geschassten früheren Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa. Er hat auch den Rückhalt der Regierungspartei und der einflussreichen Gruppe der Kriegsveteranen, die zu dem Protestmarsch aufgerufen hatten.

Ägypten öffnet Grenze zum Gazastreifen für drei Tage

Ägypten hat heute nach monatelanger Blockade seine Grenze zum palästinensischen Gazastreifen wieder eröffnet. Drei Tage lang soll die Grenze in Rafah solchen Bewohnern offenstehen, die aus anerkannten humanitären Gründen nach Ägypten wollen. Rund 20.000 Einwohner des isolierten Palästinensergebiets hatten sich beim ägyptischen Innenministerium um eine Erlaubnis zum Grenzübertritt beworben.

Versöhnungsabkommen tritt in Kraft

Die Öffnung der Grenze ist eine Geste Ägyptens vor dem für den 1. Dezember geplanten Inkrafttreten des Versöhnungsabkommen zwischen den rivalisierenden Palästinensergruppen. Die in Kairo unterzeichnete Vereinbarung sieht vor, dass die im Westjordanland ansässige Palästinenserbehörde bis spätestens zum 1. Dezember die Kontrolle im Gazastreifen übernimmt, die in den vergangenen Jahren in den Händen der radikalislamischen Hamas gelegen hatte.

Ägypten hatte die Grenze zum Gazastreifen zuletzt im August kurzzeitig geöffnet. In den Jahren zuvor war sie zumeist geschlossen, weil Ägypten die Hamas isolieren wollte. Da auch Israel seine Grenze zum Gazastreifen geschlossen hält, saßen dessen Bewohner ohne Möglichkeit zur Ausreise fest.

Libanons Premier Hariri traf Macron in Paris

Zwei Wochen nach seiner Rücktrittserklärung hat der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri den französischen Präsidenten Emmanuel Macron besucht. Macron empfing den Regierungschef heute wenige Stunden nach dessen Ankunft aus Saudi-Arabien im Pariser Elyseepalast. Später war auch ein Essen mit Hariris Familie geplant.

Emmanuel Macron und Saad Hariri

APA/AP/Christophe Ena

Paris hatte sich mit zahlreichen diplomatischen Kontakten in die Krise eingeschaltet und Hariri schließlich nach Frankreich eingeladen. Hariri hatte am 4. November seinen Rücktritt mit der Angst vor einem Attentat begründet. Seitdem hielten sich aber Mutmaßungen, dass er in Wirklichkeit von Saudi-Arabien zum Rücktritt gezwungen worden sei und dass der Machtkampf zwischen dem Königreich und dem Iran um die Vormachtstellung in der Region eine Rolle spielt. Libanons Präsident Michel Aoun erklärte, er akzeptiere den Rücktritt nicht, solange Hariri nicht in den Libanon zurückgekehrt sei und ihm die Gründe für seinen Schritt erläutert habe.

Am Mittwoch in Beirut erwartet

Aoun erwartet Hariri nun zum Unabhängigkeitstag am Mittwoch im Libanon zurück. „Präsident Aoun hat heute Morgen einen Telefonanruf von Herrn Hariri erhalten, in dem er ihn informierte, dass er in den Libanon zurückkehren wird, um an den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitsfest teilzunehmen“, die am 22. November stattfinden, teilte die Präsidentschaft mit.

Zuvor hatte Hariris Aufenthalt in Saudi-Arabien noch für diplomatische Verstimmungen gesorgt. Aus Protest gegen eine Erklärung des deutschen Außenministers Sigmar Gabriel rief Riad seinen Botschafter aus Berlin zurück. Auch ein Protestbrief soll laut SPA dem deutschen Botschafter in Riad überreicht werden.

Gabriel: „Politisches Abenteurertum“

Gabriel hatte am Donnerstag den libanesischen Außenminister Gebran Bassil in Berlin getroffen. Danach sprach er von einer „brandgefährlichen Entwicklung im Libanon“ und warnte vor „blutigen Auseinandersetzungen“ in dem Land sowie mit Nachbarländern. Er prangerte - ohne Saudi-Arabien direkt zu nennen - „politisches Abenteurertum“ in der Region an.

Die Nachrichtenagentur zitierte einen Sprecher des saudi-arabischen Außenministeriums, der von „gefährlichen Erklärungen“ Gabriels sprach, die auf „falschen Informationen beruhen und der Stabilität der Region nicht dienlich sind“. Riad gehe davon aus, dass das nicht die Position der „befreundeten“ Regierung sei.

Das deutsche Auswärtige Amt verteidigte aber sein Vorgehen. „Wir haben angesichts der aktuellen Lage große Sorge über die Stabilität in der Region und rufen alle Seiten zum Abbau der Spannungen auf. Dies offen anzusprechen, ist unter engen internationalen Partnern möglich und selbstverständlich“, hieß es. „Wir richten unsere Botschaft an alle Akteure der Region.“

Einigung über EU-Budget 2018

EU-Staaten und das EU-Parlament haben sich auf das Budget für das nächste Jahr geeinigt. Wie der EU-Rat nach 16-stündigen Verhandlungen in der Nacht auf heute mitteilte, wurden für 2018 Ausgaben von 144,7 Milliarden Euro vereinbart. Das sind rund zehn Milliarden Euro mehr als im laufenden Jahr.

Die Summe der Gesamtzahlungsverpflichtungen, die auch über das Jahr 2018 hinausreichen können, wurde auf 160,1 Milliarden Euro festgelegt. Das Europaparlament hatte zum Auftakt der Verhandlungen noch gut zwei Milliarden Euro mehr gefordert. Die Mitgliedsstaaten wollten die Summe ursprünglich auf 158,9 Milliarden Euro begrenzen.

Türkei-Hilfen gekürzt

Die Hilfen zur Vorbereitung auf eine EU-Mitgliedschaft der Türkei wurden angesichts der Spannungen gekürzt. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus EU-Kreisen erfuhr, wurden die Vorbeitrittshilfen in den Haushaltsverhandlungen für 2018 im Vergleich zum ersten Budgetentwurf der EU-Kommission um 105 Millionen Euro verringert.

Weitere 70 Millionen Euro wurden vorerst gesperrt. Diese Gelder würden nur freigegeben, wenn die EU Fortschritte im Bereich der Rechtsstaatlichkeit feststelle. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten bei ihrem Gipfel im Oktober eine Kürzung verlangt. Sie reagierten damit auf das rigorose Vorgehen Ankaras gegen Regierungskritiker und eine insgesamt verschlechterte Menschenrechtslage.

Macron-Vertrauter zu Parteichef gewählt

Die Partei des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat den bisherigen Regierungssprecher Christophe Castaner zu ihrem neuen Chef gekürt. Ein Parteitag von La Republique en Marche wählte den 51-Jährigen heute in Lyon einstimmig bei zwei Enthaltungen, wie die Gruppierung mitteilte. Castaner, der als Vertrauter Macrons gilt, war der einzige Kandidat. Er hat jetzt die Aufgabe, die junge Partei nach ihrem Durchmarsch an die Macht zu festigen und weiterzuentwickeln.

In den Reihen von La Republique en Marche war vor dem Parteitag Kritik an mangelnder interner Demokratie laut geworden. Bemängelt wurde etwa, dass über die Parteispitze nicht in einer Urwahl aller Mitglieder abgestimmt wird.

Macron hatte die Gruppierung im vergangenen Jahr bewusst als Gegenentwurf zu den Strukturen der traditionellen Parteien positioniert. Sie steht nun vor dem schwierigen Spagat, die Zwänge einer Regierungspartei mit ihrem Selbstverständnis als offene Bewegung zu vereinen.

Gefangene und Exilpolitiker auf katalanischen Wahllisten

Die katalanischen Parteien haben gestern ihre Kandidatenlisten für die Regionalwahl in Katalonien am 21. Dezember fertiggestellt. Bei den Unabhängigkeitsbefürwortern stehen viele inhaftierte Regionalvertreter sowie Exilpolitiker auf den vorderen Listenplätzen, darunter zwölf der 14 Regierungsmitglieder, die von der spanischen Zentralregierung Ende Oktober abgesetzt wurden.

Umfragen sagen knappen Ausgang voraus

Aufseiten der Unabhängigkeitsbefürworter gibt es zwei große Listen. Dazu zählt die Liste Gemeinsam für Katalonien, die der abgesetzte Regionalpräsidenten Carles Puigdemont anführt. Die zweite wichtige Liste von Unabhängigkeitsbefürwortern führt der einstige Vizepräsident der katalanischen Regionalregierung, Oriol Jungqueras, an. Seiner Bewegung Republikanische Linke Kataloniens (ERC) wird in den Umfragen ein Sieg vorhergesagt, allerdings keine absolute Mehrheit.

Den Unabhängigkeitsbefürwortern, die eine Mehrheit im bisherigen katalanischen Parlament hatten, stehen bei der Wahl die Unterstützer der Einheit Spaniens gegenüber, darunter die Madrider Regierungspartei PP und die Sozialisten von der PSOE. Die Umfragen sagen einen sehr knappen Ausgang der Wahl voraus. Der Wahlkampf beginnt offiziell am 5. Dezember.

Inland

„Profil“: Widerstand gegen CETA-Pläne von Kurz

Das EU-Kanada-Handelsabkommen CETA sorgt für Uneinigkeit innerhalb der ÖVP. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. ÖVP-Chef Sebastian Kurz und die sechs schwarzen Landeshauptleute seien verschiedener Meinung, wenn es um die umstrittenen Investorenschiedsgerichte geht.

Am 31. Oktober schickten alle Bundesländer gemeinsam – auch die ÖVP-regierten – eine „einheitliche Stellungnahme“ an Bundeskanzleramt, Wirtschaftsministerium, Außenministerium und Parlament. In dem Schreiben, das „profil“ vorliegt, heißt es: „Internationale Investitionsgerichte bei Freihandels- und Investitionsabkommen zwischen Staaten mit hochentwickelten Rechtssystemen werden abgelehnt.“ Also auch im Falle Kanadas.

Die Investitionsschiedsgerichte treten erst in Kraft, wenn CETA im österreichischen Nationalrat ratifiziert wird. Eben dieser Ratifizierung, die in den kommenden beiden Jahren erfolgen soll, will Kurz zustimmen.

Kern: FPÖ könnte „Österreich aus der EU sprengen“

Noch-Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) glaubt, dass die FPÖ im Falle einer Regierungsbeteiligung in der Europapolitik „viele Lektionen“ werde lernen müssen, sonst könnte sie Österreich aus der EU „sprengen“. Einzelne Länder könnten sich in der EU nie zu 100 Prozent durchsetzen, sagte Kern nach dem EU-Sozialgipfel im schwedischen Göteborg.

„Jeder, der glaubt, dass wir bei 28 Ländern 100 Prozent unserer Meinung durchsetzen werden, der hat nicht verstanden, was die Mechanismen sind“, sagte er wörtlich. „Da wird die FPÖ jetzt auch viele Lektion lernen oder sie werden Österreich aus der EU sprengen. Sie werden ihre Politik radikal verändern oder den Rückzug aus der EU antreten müssen.“

Jamaika-Verhandlungen europapolitisch „Enttäuschung“

Kern bedauert, dass Österreich in Zukunft vermutlich nicht mehr Partner des „vor Ideen“ und „faszinierenden Visionen“ sprühenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron sein werde. Weil ÖVP und FPÖ „ja ein Konzept eines Nachtwächter-Europa vertritt: Sicherheit, Grenzen dicht, offene Märkte, freier Binnenmarkt“.

Macron versuche, Europa weiterzuentwickeln. „Ich würde mir wünschen, dass er mehr Bündnispartner findet.“ Insbesondere Deutschland: „Ohne das jetzt zu einer Fundamentalkritik an Deutschland zu machen, aber wenn ich mir ansehe, wie Europa da bei den Jamaika-Verhandlungen diskutiert wird, ist das einfach eine Enttäuschung.“ Der SPÖ-Chef sieht in Berlin einen Rückzug aus der Idee, Europa wieder zu einem gemeinsamen Projekt zu machen, und stattdessen einen Versuch, „da zu bremsen“.

Umfrage sieht starken Verlust bei Liste Pilz

Einen Monat nach der Wahl sind die Österreicher mit ihrer Entscheidung zufrieden. Nur sechs Prozent geben in einer Umfrage von Unique research für das „profil“ an, sich falsch entschieden zu haben. Darunter dürften etliche Wähler der Liste Pilz sein. Denn diese stürzt in der Sonntagsfrage nach dem Rückzug von Listengründer Peter Pilz nach Vorwürfen sexueller Belästigung auf zwei Prozent ab.

Dafür würden die Grünen auf sechs Prozent zulegen, womit sie den Nationalratseinzug geschafft hätten. Ansonsten ergibt sich ein ähnliches Bild wie am 15. Oktober. Die ÖVP käme auf 32 Prozent und bliebe vor der SPÖ, für die 28 Prozent ausgewiesen werden. Die FPÖ würde leicht auf 24 Prozent einbüßen. NEOS kommt in der Umfrage auf sechs Prozent.

Steuerentlastung: Männer profitieren mehr als Frauen

Die Schritte, die einen Beitrag zur Chancengleichheit von Mann und Frau leisten sollen, gehen aus Sicht des Rechnungshofs (RH) vielfach am Ziel vorbei. Wie aus einem gestern veröffentlichten RH-Bericht hervorgeht, profitierten Männer etwa von der Steuerreform 2015/16 deutlich mehr als Frauen.

Als „weder nachvollziehbar noch korrekt“ kritisierte der RH die „gewählten Messlatten“, die der Verringerung der Einkommensschere dienen sollten. „Nicht geeignet“ sind einem weiteren RH-Bericht zufolge Gleichstellungsmaßnahmen in gleich mehreren Ministerien.

Mehr dazu in RH-Berichte offenbaren reichlich Baustellen

Wirtschaft

So viel Pistenschnee wie schon lange nicht

Tirols Skigebiete - auch abseits der Gletscher - freuen sich heuer über optimale Bedingungen zum Saisonstart. In Obergurgl-Hochgurgl läuft der Betrieb bereits, in Kitzbühel sind ebenfalls zahlreiche Pisten und Lifte in Betrieb. Ischgl folgt am Donnerstag.

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Auch in Niederösterreich freuen sich die Touristiker. In der vergangenen Wintersaison gab es mit 2,74 Millionen Nächtigungen einen neuen Rekord. Heuer erwartet man wieder ein gutes Ergebnis.

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Volkswagen steckt 22,8 Mrd. Euro in Kernmarke

Volkswagen (VW) stärkt im Rahmen seiner Investitionsoffensive die Standorte der Kernmarke. Nachdem der Konzern bereits Investitionen von mehr als 70 Milliarden Euro etwa in den Ausbau der E-Mobilität bekanntgegeben hatte, nannte das Unternehmen nun Details für die Marke VW. Für den Ausbau der modularen Fertigung, die Modelloffensive sowie Stärkung der Elektromobilität investiere VW zwischen 2018 und 2022 weltweit 22,8 Milliarden Euro, teilte der Autohersteller heute in Wolfsburg mit. 14 Milliarden Euro davon seien für deutsche Werke geplant.

Angaben zufolge investiert VW eine Milliarde Euro in den Standort Zwickau, der wie angekündigt zum reinen E-Mobilitäts-Werk ausgebaut werden soll. In den Stammsitz Wolfsburg, wo die Produktion des Golf gebündelt wird, fließen 2,9 Milliarden Euro. In das Werk in Emden werden 1,1 Milliarden Euro investiert, um dort von Ende 2018 an die Passat-Serie zu produzieren.

London stellt sich Tour von Coca-Cola entgegen

Dem US-amerikanischen Getränkehersteller Coca-Cola bläst in diesem Jahr scharfer Wind wegen seiner vorweihnachtlichen Trucktour in Großbritannien entgegen. Behörden und Initiativen forderten Coca-Cola auf, bei der Werbetour mit geschmückten Lastwagen keine zuckerhaltigen Getränke an Kinder und Jugendliche zu verteilen.

Die englische Gesundheitsbehörde Public Health England rief lokale Behörden auf, darüber nachzudenken, ob solche Werbekampagnen vereinbar seien mit dem Ziel, „besorgniserregende Häufungen von Fettleibigkeit und Karies bei Kindern“ zu verringern.

Jamie Oliver für Wasser statt Cola

Besonders kritikwürdig befand die Behörde, dass der Coca-Cola-Truck angeblich in „einigen der ärmsten Gebieten“ halten soll. „Der Zusammenhang zwischen krankhaftem Übergewicht bei Kindern und sozialer Benachteiligung ist gut belegt“, hieß es in einer Mitteilung von Public Health England zum Diabetes-Tag Mitte November.

Eine von Starkoch Jamie Oliver und der Organisation Sustain ins Leben gerufene Initiative mit dem Namen „Sugar Smart“ forderte Coca-Cola auf, bei der Tour, die an 42 Stationen halt macht, Wasser statt zuckerhaltiger Getränke auszuschenken. Ein entsprechender Protestbrief wurde der Initiative zufolge von Behördenvertretern und Gemeinderatsmitgliedern aus 28 Kommunen unterzeichnet.

Coca-Cola wehrt sich

Coca-Cola in Großbritannien verteidigte die Werbeveranstaltung. In einer Mitteilung des Unternehmens hieß es, die Trucktour treffe auf „positive Rückmeldung“ von vielen Menschen. Die Route werde unter anderem anhand von Zuschriften aus der Bevölkerung festgelegt.

Sport

Tennis: Thiem beendet Saison mit „Knacks“

Mental schwer angeschlagen hat Dominic Thiem nach seinem Aus in London eine erste Saisonbilanz gezogen. „Ich fühle mich wirklich sehr bescheiden auf dem Platz“, sagte der schwer enttäuschte Österreicher nach der abschließenden Niederlage bei den ATP World Tour Finals gegen David Goffin. Zahlreiche Niederlagen in den letzten Wochen, darunter auch viele knappe, hätten einen „Knacks“ hinterlassen, so Thiem. „Das ist sehr, sehr frustrierend.“

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Fußball: Brisante Derbys in den Spitzenligen

Der heutige Tag steht in den Fußballligen von Spanien, Italien und England ganz im Zeichen der Hauptstadtderbys. In Madrid sind sowohl Atletico als auch Real unter Druck, wollen sie Tabellenführer FC Barcelona nicht noch weiter enteilen lassen. In Rom zeigten sich sowohl AS Roma als auch Lazio zuletzt in Topform, und in London ist das Duell zwischen Arsenal und Tottenham wie immer brisant.

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Chronik

Mit Auto gegen Zaun: 18-Jähriger tot

Ein 18 Jahre alter Obersteirer ist in der Nacht auf heute bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Er saß auf dem Beifahrersitz, als der Pkw ins Schleudern geriet und gegen einen Zaun krachte. Der Lenker war betrunken.

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Ein weiterer schwerer Unfall ereignete sich in Niederösterreich, auf der St. Pöltner Mariazellerstraße. Eine 30-jährige Fußgängerin wurde von einem Auto erfasst und dabei tödlich verletzt.

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Im burgenländischen Oberpullendorf kam gestern beim Frontalzusammenstoß zweier Autos eine 57-jährige Frau ums Leben. Vier weitere Personen wurden bei dem Unfall verletzt.

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US-Richter empört mit Posting über sexuelles Gebaren

Als Reaktion auf den Skandal um Missbrauch und sexuelle Belästigung durch Prominente hat ein US-Richter und Gouverneurskandidat sein sexuelles Gebaren demonstrativ öffentlich gemacht. „In den letzten fünfzig Jahren hatte ich sexuelle Beziehungen zu etwa 50 sehr attraktiven Frauen“, schrieb der Richter am Obersten Gericht von Ohio, Bill O’Neill, im Onlinenetzwerk Facebook. Er wolle im Namen aller „heterosexuellen Männer“ sprechen und als Gouverneurskandidat seinen Gegner die Zeit ersparen, in seinem Leben nachzuforschen.

Kritik an „Geringschätzung“

O’Neill verteidigte explizit auch den demokratischen Senator Al Franken. Sportmoderatorin und Ex-Model Tweeden hatte ein Bild von 2006 veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie Franken sie im Schlaf in einem Militärflugzeug an den Brüsten begrapscht. Sie warf dem Politiker und früheren Komiker der Sendung „Saturday Night Live“ außerdem vor, sie ohne ihr Einverständnis geküsst zu haben. Franken hatte sich bei ihr entschuldigt, sieht sich aber dennoch einer Untersuchung des US-Senats ausgesetzt.

Nach der Erklärung von O’Neill hagelte es Kritik. Die Präsidentin des Obersten Gerichts von Ohio, Maureen O’Connor, äußerte sich entsetzt. Diese „schockierende Geringschätzung gegenüber Frauen“ untergrabe das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Justiz, schrieb sie nach Angaben der Website cleveland.com.

Zahl der Flutopfer in Griechenland steigt

Die Zahl der Opfer der starken Regenfälle mit Überschwemmungen, die Griechenland seit Mittwoch heimsuchen, ist heute auf 19 gestiegen. Die Küstenwache entdeckte zwei Leichen im Golf von Elefsina im Westen Athens. Die beiden Männer seien offenbar von den Wassermassen erfasst und ins Meer gespült worden. Die Feuerwehr fand eine andere Leiche im Schlamm in einer Garage nahe der Ortschaft Mandra, die großenteils zerstört ist.

Offiziell werden noch drei Menschen vermisst. Die Feuerwehr befürchtet aber, dass noch mehr Menschen ums Leben gekommen sein könnten. In der betroffenen Region rund 30 Kilometer westlich von Athen leben Tausende nicht registrierte Migranten, die dort als Hilfsarbeiter und in der Landwirtschaft beschäftigt sind.

Das Nationale Griechische Wetteramt ging davon aus, dass das Tief, das die schweren Regenfälle verursachte, bald abgeschwächt nach Osten abziehen wird.

Science

Religion

Kultur

Buchhandel-Ehrenpreis für Elif Shafak

Die türkische Autorin Elif Shafak (46) ist gestern Abend im Rahmen der Europäischen Literaturtage in Spitz mit dem „Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln“ ausgezeichnet worden. Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels (HVB), überreichte die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung.

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Das versteckte Talent des Victor Hugo

Den Namen Victor Hugo assoziiert man in erster Linie mit literarischen Werken wie „Der Glöckner von Notre Dame“ und „Les Miserables“. Er zeichnete und malte allerdings auch zeit seines Lebens. Das Leopold Museum widmet ihm nun unter dem Titel „Der schwarze Romantiker“ eine liebevoll kuratierte Schau. Zu entdecken gilt es einen Maler, der sein Talent unter den Scheffel stellte - er sei ein blutiger Amateur, sagte er stets sinngemäß. Doch die Wiederentdeckung lohnt sich.

Mehr dazu in Bilder des „schwarzen Romantikers“

„Don Pasquale“: Klamauk in der Kammeroper

„Don Pasquale“ hat gestern am Theater an der Wien in der Kammeroper Premiere gefeiert. Unter der Leitung von Tscho Theissing war die gekürzte und neu arrangierte Fassung musikalisch bemerkenswert, wobei das kleine Orchester die Regie in den Schatten stellte.

Don Pasquale

Herwig Prammer

„Don Pasquale“ ist eine der bekanntesten und beliebtesten Opere buffe von Gaetano Donizetti. Im Mittelpunkt steht ein alternder Lustgreis, der für seinen Geiz büßen soll. Dottore Malatesta und Pasquales Neffe Ernesto arrangieren eine Scheinehe zwischen Pasquale und Norina. Letztendlich zwingen sie ihn jedoch dazu, der Hochzeit von Norina und deren Geliebten Ernesto zuzustimmen.

Schultheater in Grellkostümen

Es würde sich anbieten, zeitgemäße Elemente des Stückes zu unterstreichen. Regisseur Marcos Darbyshire stellt jedoch Slapstick und Commedia-dell’Arte-Elemente in den Vordergrund. Da darf Pasquale in der Nase bohren, holt sich Norina choreografierte Küsse ab und es wird schon einmal mit vollem Mund gesungen.

In grellen Kostümen (Ausstattung: Annemarie Bulla) bewegen sich die Figuren bunt geschminkt und mit ausgestellter Gestik in eindrucksvollen Lichtportalen mit über 700 Spotlights: Showtime für Norina. Der Abend besticht weder mit kluger Personenführung, noch mit feiner Klinge - ihm wohnt eher der Charme eines Schultheaterstückes inne. Aber ohnehin ist der wahre Star des Abends Theissing mit seinen Wiener Theatermusikern.

Die Stars spielen im Graben

Insgeheim wünscht man sich das siebenköpfige Ensemble auf die Bühne. Sie spielen Donizetti in den Arrangements von Theissing voller Esprit und dynamisch differenziert auf Streich- und Schlaginstrumenten, dem Saxofon, Akkordeon, der Mundharmonika und der Trompete. Der Dirigent und Arrangeur greift selbst zur Triangel und ziert sich nicht, nach der Pause auch seine Backen als Instrument zu nutzen.

Donizetti selbst komponierte sein Werk so, dass es mit musikalischen Konventionen brach sowie Zuhörer mit ungewohnten Akzenten und Instrumentierung erstaunte - im Sinn hatte er dabei immer die Komik.

Theissings „Don Pasquale“ ist einer „nach Donizetti“ und führt den Gedanken des Urhebers weiter. Mit seinem Arrangement changiert Theissing gekonnt zwischen Schrammelklängen, Filmmusik und jazzigen Melodien bis hin zu Mundharmonikaklängen, die an Westernfilme erinnern. Dabei verliert das Werk jedoch nie an Tiefgang oder musikalischem Witz.

Durchwachsene Sängerleistung

In die Rolle der Norina schlüpfte die italienische Sopranistin Carolina Lippo. Mutet die Stimme passagenweise auch metallisch an, überzeugt sie dennoch mit feinem und strahlkräftigem Sopran, allen Spitzentönen und nötigen Koloraturen. Ebenfalls überzeugend der zweite Italiener im Ensemble: Matteo Lippo als Malatesta singt mit schönem Timbre und großer Spielfreude.

Florian Köfler in der Hauptrolle des Don Pasquale hingegen lieferte keine Glanzleistung ab. Mit zu kleinem Bass für diese große Rolle wirkte er steif, unsicher und stemmte so manchen Ton. Julian Henao als Ernesto lässt es nicht nur an Schauspieltalent, sondern auch an Stimme mangeln. Vor allem die „Serenata“ im dritten Akt wurde belanglos. Zu oft versagt ihm die Stimme, wird trotz klein besetzten Orchesters beinahe unhörbar. Die Regie half ihm nicht, stellenweise ließ Darbyshire ihn mit dem Rücken zum Publikum singen.

Viele schienen begeistert ob der Running Gags an diesem Abend. Das Leading-Team, Sänger und Musiker wurden gleichermaßen mit Jubel bedacht.

Panorama

Navy-Pilot zeichnete mit Jet Penisbild in den Himmel

Es sei ein „unverantwortlicher und unreifer Akt“ gewesen, so die US-Navy. Die Marine hat sich gestern umgehend entschuldigt, nachdem Fotos eines gigantischen Penisbildnisses am Himmel über die Sozialen Netzwerke verbreitet worden waren. Die Crew eines Kampfflugzeuges hatte das Bild mit den Abgasen des Jets in den Himmel über Okanogan County in Washington gezeichnet.

Den Besatzungsmitgliedern wurde vorerst Startverbot erteilt. Die Bilder wurden Hunderte Male geteilt, auch das örtliche Fernsehen berichtete darüber. Die Navy reagierte umgehend. „Angeberische und unreife Handlungen sexueller Natur haben heutzutage in der Marine keinen Platz“, so Vizeadmiral Mike Shoemaker in einem Statement. „Wir werden den Vorfall untersuchen, um alle Fakten zu erhalten und danach zu handeln.“