Inland

Krankenstand: Elektronische Kontrollen schon im Einsatz

Die elektronisch basierte Prüfung von Krankenständen, wie sie die Regierung nun gesetzlich plant, gibt es schon in einigen Krankenkassen. Wie ein Rundruf der APA zeigt, setzen beispielsweise die Salzburger und die steirische Gebietskrankenkasse auf entsprechende Tools. In anderen Länderkassen steht man dem Einsatz zumindest positiv gegenüber.

Alarm bei drei Wochen Krankschreibung

Im Bundesland Salzburg führe die Gebietskrankenkasse die Kontrollen der Krankenstände jetzt schon zum Großteil EDV-gestützt durch, sagte Sprecherin Karin Hofer. Schreibe etwa ein Arzt eine Patientin oder einen Patienten wegen eines grippalen Infekts für drei Wochen krank, schlage das System automatisch Alarm. Diese Fälle würden dann überprüft: „Pro Tag gehen bei uns 100 bis 150 schriftliche Aufforderungen zur Kontrolle beim Chefarzt hinaus.“ Darüber hinaus gebe es in bestimmten Fällen auch Kontrollen zu Hause. Zudem werde Hinweisen, die bei der Krankenkasse eingingen, in begründeten Fällen nachgegangen.

Ähnlich äußert sich die steirische GKK: „Das System erkennt Häufigkeiten bei Krankenständen.“ Dadurch könnten auch Prüfungen veranlasst werden. „Kontrollen bei Verdachtsfällen gibt es daher jetzt auch schon.“ Eine „große Neuerung“ werde die Ankündigung der Regierung also eher nicht sein, hieß es.

NÖGKK: „Befremdlich“

Bei der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse wird ein Analysetool derzeit nur für Kontrollen im Dienstgeberbereich eingesetzt. Die NÖGKK stehe dazu, dass Missbrauch auf allen Ebenen bekämpft werden soll - daher sei Kontrolle für die NÖGKK immer schon wichtig gewesen, hieß es in einer Stellungnahme.

„Wir finden es allerdings befremdlich, dass die Kontrollmechanismen und die Sanktionen für die Arbeitgeber abgebaut werden sollen - nach dem Motto ‚Beraten statt Sanktionen‘, während bei den Arbeitnehmern der gegenteilige Weg eingeschlagen wird“, wurde mitgeteilt. Es sollten gleiche Maßstäbe für alle gelten, hieß es - mehr dazu in noe.ORF.at.

„Ablenkungsmanöver vom Zwölfstundentag“

Für „ein bisschen übertrieben“ hält der Direktor der Kärntner Gebietskrankenkasse, Johann Lintner, die aktuelle Diskussion über die Kontrolle von Krankenständen: „Das ist vielleicht ein bisschen ein Ablenkungsmanöver vom Zwölfstundentag.“ Die Krankenkassen überprüften bereits jetzt schon Krankenstände, „und zwar ohne politischen Auftrag“.

Demo gegen ÖVP-Sommerfest geplant

Das Sommerfest von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) soll von Protesten gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung begleitet werden. Eine entsprechende Demonstration wurde für morgen Abend angekündigt. Anders als beim Sommerempfang der Industriellenvereinigung (IV) gestern Abend dürften die Regierungsgegner allerdings nicht allzu nahe an den Festort herankommen.

Wie die Wiener Polizei mitteilte, wird die Demonstrationsroute nicht direkt am Palais Schönburg vorbeiführen, in dem der ÖVP-Chef gut tausend Gäste erwartet. Das sei behördlich untersagt worden. Auch können jederzeit Sperrgitter aufgestellt werden, sollten Demonstranten versuchen, zur Veranstaltung vorzudringen, zu der auch politische Gäste aus dem Ausland geladen sind.

Wiener Hauptbahnhof als Startpunkt

Aufgestellt wurde die Gegenkundgebung von mehreren Organisationen, die sich anlässlich des Weltflüchtlingstages gegen die Asylpolitik der Regierung wenden. Startpunkt ist nicht zufällig der Hauptbahnhof, sei dieser doch „zum Symbol der Willkommenskultur im Jahr 2015“ geworden, wie Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger als Sprecher der Organisatoren in einer Aussendung ausführte.

Reden geplant sind etwa von Vertretern der Diakonie und der „Omas gegen Rechts“ sowie von Kommunalpolitikern von Grünen und SPÖ, darunter die stellvertretende Vorsteherin des ersten Wiener Gemeindebezirks, Mireille Ngosso (SPÖ), die wegen ihrer afrikanischen Herkunft Opfer von Social-Media-Pöbeleien wurde.

400 Demonstrierende gegen IV

Ein anderes Thema hatten die Proteste gegen den Sommerempfang der IV gestern Abend. Sie wandten sich gegen den Einfluss der IV auf die Regierungspolitik etwa bei der Erhöhung der Höchstarbeitszeit.

Bis 22.00 Uhr wurde die Veranstaltung im Kursalon Hübner lauthals gestört. Bis zu 400 Demonstrierende nahmen laut Polizei teil, einige versuchten auch, in das Festgelände einzudringen. Eine Polizistin wurde von einem Böller am Bein verletzt. Der Täter konnte unerkannt entkommen.

Starker Rückgang bei Asylanträgen 2018

Die Zahl der Asylanträge in der EU ist unter den 28 Staaten im ersten Quartal des Jahres gegenüber dem letzten Quartal 2017 am stärksten in Österreich zurückgegangen. Österreich verzeichnete nach Daten von Eurostat von heute ein Absinken um knapp 30 Prozent - von 4.855 Anträgen Oktober bis Dezember 2017 auf 3.415 Anträge von Jänner bis März 2018.

In der EU insgesamt gab es in diesem Zeitraum eine Reduktion um 15 Prozent - von 154.000 Asylanträgen auf nunmehr 131.365. Die höchste Zahl an Asylanträgen gab es in den ersten drei Monaten 2018 mit 34.365 in Deutschland. Dann folgen Frankreich (25.300), Italien (17.800) und Griechenland (13.000).

Hinter Österreich gab es den stärksten Rückgang der Asylanträge vom vierten Quartal 2017 auf das erste Quartal 2018 in Deutschland (minus 25 Prozent), Schweden (minus 24 Prozent) und Italien (minus 22 Prozent).

Grüne befürchten Schaden durch EU-Vorsitz

Die österreichischen Europaabgeordneten der Grünen befürchten durch den bevorstehenden österreichischen EU-Ratsvorsitz „viel Schaden“ für Europa. „Wir haben große Sorge, dass diese Regierung Europa Schaden zufügt“, sagten die EU-Abgeordneten Monika Vana und Michel Reimon gestern in Brüssel.

Für Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sei der ungarische Premier Viktor Orban „das Rollenmodell“ und nicht etwa der französische Präsident Emmanuel Macron, sagte Reimon. „Diese Regierung hat ganz klar keine proeuropäische Vision“, kritisierte Vana, die auch Vizepräsidentin der Grünen im Europaparlament ist.

„Keine Vorbereitungen für Kampf gegen Steuerflucht“

Reimon bemängelte, vonseiten der österreichischen Bundesregierung gebe es keine Vorbereitungen, um den Kampf gegen Steuerflucht in der EU während des EU-Vorsitzes voranzutreiben. Als Beispiele nannte Reimon die Arbeiten an einer EU-weiten Steuerbemessungsungrundlage, die öffentliche länderweise EU-Berichterstattungspflicht für Großkonzerne und ein Abkommen der EU mit Liechtenstein zur Besteuerung von Stiftungen. Sollte es hier keine Fortschritte geben, wären die diversen Sonderausschüsse des EU-Parlaments zu Steueroasen „für nichts gewesen“.

„Extrem Rechte“ in Schlüsselpositionen

Durch FPÖ-Minister würden erstmals „extrem Rechte“ in Schlüsselpositionen bei den EU-Trilogverhandlungen über Gesetzesverhandlungen zwischen den EU-Institutionen kommen, verwies Reimon auf die Zusammenarbeit der Freiheitlichen mit anderen Rechtsaußenparteien in der ENF-Fraktion des Europaparlaments. Außerdem kritisierte Reimon die von Kurz angekündigte „Achse“ mit Ländern wie Deutschland und Italien in der Migrationspolitik als „Ausdrucksweise der Vergangenheit“.

Vana betonte, das österreichische Regierungsprogramm sei „antieuropäisch“ und „antisozial“ und konzentriere sich auf eine Renationalisierung, anstatt Europa voranzubringen.

Ausland

Kritik an Frankreichs Umgang mit Flüchtlingen

Die Zurückweisung von Flüchtlingen durch Frankreich an der italienischen Grenze stößt auf scharfe Kritik: Die französische Menschenrechtskommission CNCDH warf der Regierung in Paris eine „Verletzung der Rechte“ der Menschen vor, wie aus einem heute von der Zeitung „La Croix“ veröffentlichten Bericht hervorgeht.

Die unabhängigen Regierungsberaterinnen und -berater äußern sich darin „zutiefst schockiert“ über die Zustände an der Grenze. Frankreich „missachtet das Gebot der Humanität und macht sich sogar zum Komplizen der tödlichen Wege“, die Flüchtlinge nehmen müssten, heißt es in dem Text weiter. Die systematische Abweisung von Menschen sei „außerhalb des Rechts“. Der Kommission zufolge schickte Frankreich im vergangenen Jahr rund 50.000 Menschen an der Grenze zu Italien zurück.

Daten geändert

Die Kommission forderte Frankreich auf, die provisorische Internierung von Flüchtlingen an der Grenze und die Zurückweisung von Minderjährigen unverzüglich zu beenden. Es habe Fälle gegeben, in denen Grenzbeamte Geburtsdaten auf den Formularen geändert hätten, heißt es in dem Bericht. Zudem sei bereits im Voraus angekreuzt gewesen, dass die Jugendlichen oder Kinder „sofort nach Italien zurückkehren“ wollten.

Paris kritisiert Washington

Frankreich kritisiert aber auch selbst, und zwar die USA und deren Umgang mit Migranten. Regierungssprecher Benjamin Griveaux nannte die Bilder von der Grenze zu Mexiko im TV-Sender France 2 „schockierend“. „Ich will nicht, dass in Europa so etwas geschieht wie in den USA“, betonte er. Europa und die USA hätten „nicht dasselbe Zivilisationsmodell“ und teilten „bestimmte Werte“ nicht, sagte Griveaux.

US-Justizminister Jeff Sessions und Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen hatten das Vorgehen verteidigt. Im Zuge der „Null-Toleranz“-Politik von US-Präsident Donald Trump werden alle Menschen festgenommen, die illegal die Grenze von Mexiko aus überqueren.

Da Kinder nicht mit ihren Eltern inhaftiert werden dürfen, werden die Familien getrennt. Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums waren zwischen 5. Mai und 9. Juni 2.342 Kinder betroffen.

EuGH: Keine Abschiebung vor Gerichtsentscheid

Menschen, deren Antrag auf einen Flüchtlingsstatus abgelehnt wird, dürfen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in einem EU-Land bleiben, bis ein Gericht über ihren Einspruch entschieden hat. EU-Staaten müssten einen „wirksamen Rechtsbehelf“ mit aufschiebender Wirkung gewähren, entschied der EuGH heute in Luxemburg.

Konkret ging es um einen Mann aus Togo, der 2011 in Belgien internationalen Schutz beantragt hatte. Die zuständige Behörde lehnte den Antrag 2014 ab und wies den Mann an, das Staatsgebiet zu verlassen. Der EuGH sollte prüfen, ob die Ausweisungsentscheidung vor Ausschöpfung des Rechtswegs legal ist.

„Grundsatz der Waffengleichheit“

Die Luxemburger EU-Richter bejahten das zwar und erklärten, es sei nach EU-Recht möglich, den Aufenthalt der Betroffenen nach Ablehnung ihres Antrags für illegal zu erklären. Trotzdem müssen die Behörden dem Urteil zufolge abwarten, bis ein Gericht entschieden hat.

Denn die Betroffenen behielten das Recht, gegen den ablehnenden Bescheid der Behörden „zumindest vor einem Gericht einen wirksamen Rechtsbehelf mit kraft Gesetzes aufschiebender Wirkung“ einzulegen. Dabei gelte der „Grundsatz der Waffengleichheit“: Bis zur Entscheidung über die Klage seien „alle Wirkungen der Rückkehrentscheidung auszusetzen“, befanden die Richter.

Demnach müssen die EU-Staaten nicht nur auf die Abschiebung verzichten. Auch die Frist für eine freiwillige Ausreise darf noch nicht beginnen, und die Betroffenen dürfen auch nicht in Abschiebehaft genommen werden.

Le Pen muss 300.000 Euro an EU-Parlament zurückzahlen

Die französische Rechtsextreme Marine Le Pen muss rund 300.000 Euro an das EU-Parlament zurückzahlen, wie heute bekanntgeworden ist. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) wies in einem Urteil Le Pens Klage gegen einen Rückforderungsbeschluss des EU-Parlaments zurück. Es geht um den Vorwurf der Scheinbeschäftigung von Assistenten Le Pens.

Konkret wird Le Pen verurteilt, einen Betrag von 298.497,87 Euro an das Europaparlament zurückzuerstatten. Le Pen war von 2009 bis 2017 EU-Abgeordnete. Bei der Rückzahlung handelt es sich um Beträge, für die in dieser Zeit von Le Pen eingestellte Mitarbeiterin.

Das Europaparlament hatte Le Pen vorgeworfen, keinen Nachweis dafür erbracht zu haben, dass die von der örtlichen Assistentin ausgeübte Tätigkeit effektiv, unmittelbar und ausschließlich an ihr Mandat geknüpft war.

„Forbes“: Interessenkonflikt bei US-Handelsminister

US-Handelsminister Wilbur Ross hat einem Medienbericht zufolge immer noch Verbindungen zu verschiedenen Firmen, darunter chinesischen. Vor Amtsantritt habe Ross sich zwar von Firmenanteilen getrennt - allerdings habe er sie nicht verkauft, sondern in einer Stiftung seiner Familie geparkt, berichtete das US-Magazin „Forbes“ gestern. Somit bestünden Interessenkonflikte.

Der Aktientransfer sei nicht illegal, schrieb „Forbes“ - allerdings habe Ross gelogen, als er im November 2017 gegenüber der unabhängigen Ethikbehörde angegeben habe, seine Investitionen beendet zu haben. Das Magazin berief sich auf Angaben von Ross gegenüber der US-Ethikbehörde.

Reederei und Autozulieferer

Zu den Aktien, die an Familienmitglieder gingen, gehören laut „Forbes“ Anteile an einer Reederei und an einem Autozulieferer, die beide direkt vom Handelsstreit zwischen den USA und China betroffen seien. An beiden habe auch der chinesische Staat Anteile.

Das Handelsministerium in Washington teilte der Nachrichtenagentur AFP gestern mit, es habe zusammen mit der Ethikbehörde sichergestellt, dass Ross’ Geschäfte den legalen Anforderungen entsprächen. „Der Minister folgt weiterhin den Vorgaben der Ethikkommission des Ministeriums, um die Übereinstimmung mit Gesetzen und Regeln des Staates sicherzustellen.“

Fünf Tote bei Schiffbruch vor Libyen

Die libysche Küstenwache hat Eigenangaben zufolge 115 Flüchtlinge an Bord eines sinkenden Schlauchbootes gerettet. Geborgen wurden fünf Leichen, teilte die libysche Marine nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA heute mit.

Das Schlauchboot war acht Seemeilen nördlich von Mellitah westlich der Hauptstadt Tripolis in Schwierigkeiten geraten. An Bord befanden sich Menschen aus afrikanischen Ländern und Pakistan. Die Überlebenden wurden nach Tripolis gebracht, wo sie „humanitäre und ärztliche Hilfe“ erhielten, hieß es.

Sport

Senegal hat große WM-Ambitionen

Mit Polen und Senegal steigen heute (17.00 Uhr, live in ORF eins, im ORF.at-Liveticker und im Livestream) in Gruppe H die letzten beiden Teams in die WM ein. Bei den Senegalesen erhofft man sich besonders vom ehemaligen Salzburg-Spieler Sadio Mane viel.

Er soll sein Team, das bei der bisher einzigen WM-Teilnahme 2002 ins Viertelfinale vorstieß, auch in Russland weit bringen. Bei Polen wiederum vertraut man vor allem auf die Extraklasse von Robert Lewandowski.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Kolumbien setzt bei Fußball-WM erneut auf Rodriguez

Vor vier Jahren, als für Kolumbien im WM-Viertelfinale gegen Gastgeber Brasilien Endstation war, ist der Stern von James Rodriguez aufgegangen. Der 26-Jährige, der damals mit sechs Treffern bester WM-Torschütze war, soll es nun auch in Russland richten.

Vor dem Auftakt heute gegen Japan (14.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) hofft der Angreifer auf eine „spektakuläre und einzigartige WM“. Unterstützung wird er diesmal auch von einem anderen Großen des kolumbianischen Fußballs bekommen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Benko will kika/Leiner-Deal heute fixieren

Der Tiroler Immobilieninvestor Rene Benko und seine Signa-Gruppe wollen den Deal mit den Möbelketten kika und Leiner heute fixieren - zumindest einen Teil davon. Bis Mitternacht läuft die Due-Diligence-Prüfung für das Möbelhandelsgeschäft. Für den Kauf der Immobilien nimmt sich Benko noch bis Ende Juli Zeit, da der Wert der kika- und Leiner-Standorte erst genau geschätzt werden muss.

Benko interessiert sich sowohl für das operative Handelsgeschäft mit seinen rund 5.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch für die 70 Immobilienstandorte in Österreich und Osteuropa. Verkäufer ist die südafrikanische Steinhoff International, der kika/Leiner seit 2013 gehört.

Medial wurde ein Kaufpreis von 450 bis 500 Mio. Euro kolportiert. Für das operative Geschäft soll Benko einen symbolischen Euro bezahlen. Kika und Leiner brauchen 70 Mio. Euro, um den derzeitigen Sanierungsplan umzusetzen, sagte Chef Gunnar George kürzlich zur APA. Laut „Presse“ (Dienstag-Ausgabe) soll eine Geldspritze über 100 Mio. Euro sofort fließen.

„NYT“: Keine US-Zölle auf in China produzierte iPhones

Apple kann einem Medienbericht zufolge auf eine Ausnahmeregelung im Handelsstreit zwischen den USA und China hoffen. US-Präsident Donald Trump habe Konzernchef Tim Cook zugesagt, dass er keine Zölle auf in der Volksrepublik hergestellten iPhones erheben werde, schrieb die „New York Times“ („NYT“) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Apple wie auch das US-Präsidialamt waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Trump plant weitere Strafzölle

Trump plant weitere Strafzölle in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar. „Weiteres Handeln ist nötig, um China dazu zu ermutigen, seine unfairen Praktiken zu ändern, seinen Markt für US-Güter zu öffnen und eine ausgeglichenere Handelsbeziehung mit den USA zu akzeptieren“, sagte Trump in einer vom Weißen Haus verbreiteten Stellungnahme.

China kündigt Gegenmaßnahmen an

China drohte den USA nach der Ankündigung neuer milliardenschwerer Strafzölle mit Vergeltung. „Die Vereinigten Staaten initiieren einen Handelskrieg und verletzten die Gesetze des Marktes“, sagte ein Sprecher des Pekinger Handelsministeriums. Verhielten sich die USA weiterhin „irrational“, würden „entschlossene Gegenmaßnahmen folgen“. Chinas Antwort bestehe darin, die Interessen des Landes und seiner Bürger zu wahren und zu schützen.

Die USA hatten erst in der vergangenen Woche Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 50 Milliarden Dollar verhängt, woraufhin China ebenfalls Gegenmaßnahmen im gleichen Umfang ankündigte.

Chronik

Motorradlenker stirbt bei Unfall mit Lkw

Ein 27-jähriger Motorradfahrer aus Döbriach ist heute auf der Millstätter Bundesstraße (B98) in Kärnten bei der Abzweigung nach Arriach bei einem Überholmanöver unter einen Klein-Lkw gerutscht. Er kam dabei ums Leben.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Ein 55-jähriger alkoholisierter Pkw-Lenker verursachte heute im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark einen Verkehrsunfall. Dabei wurden vier Personen verletzt, darunter ein fünfjähriges Kind.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

US-Rapper XXXTentacion ermordet

Der US-Rapper XXXTentacion ist gestern in Florida auf offener Straße erschossen worden. Nach Angaben der Polizei habe der Rapper, dessen richtiger Name Jahseh Onfroy lautet, in Deerfield Beach im Broward County das Geschäft eines Motorradhändlers verlassen, als er von zwei Unbekannten niedergeschossen wurde.

Ermittler am Tatort

AP/John McCall

„Mindestens einer der Verdächtigen hat auf ihn geschossen“, hieß es in einer Mitteilung aus dem Büro des Sheriffs. Der 20-jährige XXXTentacion sei umgehend ins Krankenhaus gebracht worden, wo die Ärzte nur seinen Tod feststellen konnten. Die Polizei geht bei der Tat von einem möglichen Raub aus und hat eine Belohnung von 3.000 Dollar ausgesetzt.

„Danke, dass du existiert hast“

Der Rapper war erstmals 2014 in der Soundcloud-Szene bekannt geworden, aus der Künstler wie Lil Peep und Playboi Carti hervorgegangen waren. Seinem Erstlingsalbum „17" folgte wenig später "?“, mit dem er an die Spitze der Billboard-Charts gelangte. Im vergangenen Jahr nahm er ein Duett mit der Schwester von Miley Cyrus, Noah, auf.

Prominente und Fans drückten im Internet ihre Trauer aus: "Ich habe dir nie gesagt, wie sehr du mich inspiriert hast, als du hier warst", schrieb Rap-Ikone Kanye West auf Twitter: "Danke, dass du existiert hast." Auch viele Fans reagierten bestürzt.

Mehrfach Probleme mit Polizei

Privat hatte XXXTentacion laut US-Medien mehrfach Ärger mit der Polizei. 2016 wurde er kurzzeitig festgenommen, weil er seine damalige Freundin geschlagen haben soll. Danach soll er sie bedroht haben, damit sie nicht gegen ihn aussagt. Im März ordnete ein Richter an, den Hausarrest gegen den Rapper aufzuheben, damit dieser auf Tour gehen kann.

Vogel in Triebwerk von saudischem WM-Flugzeug

Probleme hat es gestern beim Flug der saudischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Russland gegeben. Die russische Airline Rossiya hat mitgeteilt, dass die Ursache für die Fehlfunktion beim Landeanflug der Maschine mit dem saudischen Team an Bord gestern in Rostow am Don wahrscheinlich ein Vogel im Triebwerk gewesen sei.

Kein Feuer

Berichte, dass das Problem ein in einem der Triebwerke ausgebrochenes Feuer gewesen sei, seien nicht korrekt, teilte ein Sprecher mit. Nichts habe die Sicherheit der Passagiere gefährdet.

Der Verband Saudi-Arabiens hatte am Montagabend im Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt, dass „alle Spieler in Sicherheit sind“ und sich bereits in der gemeinsamen Teamunterkunft befinden. Nach dem 0:5 im Auftaktspiel gegen Gastgeber Russland trifft Saudi-Arabien am Mittwoch in Rostow am Don auf Uruguay.

Verspottete Ronaldo-Büste auf Madeira ersetzt

Eine umstrittene Büste von Weltfußballer Cristiano Ronaldo ist jetzt am Flughafen der portugiesischen Insel Madeira ersetzt worden. Die alte Büste, die Hohn und Spott ausgelöst hatte, sei auf Bitte des Managements des Superstars entfernt worden, wurde ein Sprecher der Flughafenverwaltungsbehörde ANA gestern Abend von Medien zitiert. Die neue Büste sei vom Ronaldo-Museum gespendet worden, das von Ronaldos Bruder Hugo Aveiro verwaltet werde, hieß es.

Kaum Ähnlichkeit

Die Büste war im März 2017 anlässlich der feierlichen Umbenennung des Airports von Funchal auf Madeira nach dem auf der Atlantik-Insel geborenen Ronaldo enthüllt worden. Das Bronzewerk des Künstlers Emanuel Santos hatte sofort viel Kritik ausgelöst, weil es kaum Ähnlichkeit mit dem Fußballer hatte. Die Gesichtszüge wirkten verzogen, ein Auge hing zu tief, der Mund lächelte schief und Ronaldo trug eine seltsame Tolle. Im Netz wurde die Büste unter anderem mit der Hauptfigur des Films "Chucky - Die Mörderpuppe" verglichen.

Die Regionalregierung hatte die Umbenennung des Flughafens trotz heftiger Kritik aus Lissabon entschieden, nachdem Portugal 2016 mit Ronaldo Europameister geworden war. Der 33 Jahre alte Profi nimmt zur Zeit an der Fußball-WM in Russland teil.

IT

KI-Computer punktet bei Debatte mit Menschen

IBM hat in San Francisco einen neuen Computer vorgestellt, der mit Menschen debattiert - und dabei gut abschneidet. Es war die erste öffentliche Präsentation jenes Künstliche-Intelligenz-Projekts, an dem IBM seit mehr als fünf Jahren arbeitet.

Der Computer, von IBM mit dem Namen „Project Debater“ und einer weiblichen Stimme versehen, trat dabei gegen zwei Menschen an. Das Gerät musste sich in dem Streitgespräch für eine staatliche Finanzierung der Weltraumforschung einsetzen.

Der Computer hatte zu dem Thema zuvor keine Informationen. Er vertrat den Standpunkt konsequent und überzeugend und hatte laut der Nachrichtenagentur AP lediglich ein paar seltsame Sprünge in seinen Argumenten.

„Die Erforschung des Weltalls mit öffentlichen Geldern zu unterstützen ist wie das Investment in wirklich gute Reifen“, argumentierte das Computersystem.

„Sehr vernünftige Investition“

Diese Forschung würde den menschlichen Geist erweitern, junge Leute inspirieren und wäre eine „sehr vernünftige Investition“. Das sei wichtiger als gute Straßen, Schulen oder ein gutes Gesundheitssystem. Gegen den Computer argumentierte Noa Obadia. Sie gewann 2016 einen israelweiten Debattenwettbewerb und wurde kurz darauf Mitglied des IBM-Forschungsteams.

Für sein Statement zu Beginn der Debatte bezog sich der äußerlich als schwarzer Kasten mit Lautsprechern daherkommende Computer auf das via Web zugängliche riesige Material aus Zeitungen, Magazinen und anderen Quellen. Dann verarbeitete die KI die Gegenargumente der zwei anderen Debattierenden und verarbeitete diese rund vier Minuten lang, bevor sie wieder antwortete. Die Maschine wurde von IBM in Israel entwickelt.

Laut IBM verarbeitet das Gerät nicht nur riesige Datenmengen, sondern verwendet auch deutlich komplexere KI-Elemente. Neu daran ist laut IBM, dass auch menschliche Rhetorik und Analysefähigkeit darin aufgenommen werden, um auch mit Fragen, auf die es keine eindeutigen Antworten gibt, umzugehen.

Kultur

„Black Panther“ räumt bei MTV Awards ab

Der schwarze Superheldenhit „Black Panther“ hat den Hauptpreis bei den MTV Movie & TV Awards gewonnen und drei weitere Auszeichnungen abgeräumt. Schauspieler Chadwick Boseman, der in dem Film die Rolle des gleichnamigen Superhelden spielt, gewann gestern die Trophäen als bester Held sowie für die beste schauspielerische Leistung in einem Film.

Sein Kollege Michael B. Jorden, der in „Black Panther“ die Figur Killmonger spielt, gewann den Preis als bester Bösewicht. Der Marvel-Hit war mit sieben Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen.

Vier Preise für „Stranger Things“

Die Show im kalifornischen Santa Monica, bei der Fans die Gewinner per Abstimmung wählen, stand ganz im Zeichen von Vielfalt: Als erste schwarze Frau führte Komikerin Tiffany Haddish durch die Verleihung, die dieses Jahr zum 27. Mal stattfand.

Die Serie „Stranger Things“ war mit vier Preisen - darunter als beste Serie und für die beste schauspielerische Leistung in einer Serie von Hauptdarstellerin Millie Bobby Brown - ebenfalls stark vertreten.

Religion

Science

1968 - Reizwort mit vielen Bedeutungen

Ein Reizwort feiert seinen runden Geburtstag: Das Jubiläum von 1968 jährt sich heuer zum 50. Mal. Und wieder einmal steht die Frage an, wie das damals eigentlich so war. Den Versuch einer Klärung tritt eine Reihe an Buchneuerscheinungen an. Vom Essay über den Innenblick aus dem Leben mit einer Terroristinnen-Mutter bis hin zur Quellenstudie gibt es genug Stoff für Diskussionen. Da wäre etwa: der Antisemitismus der antiautoritären Revolte, die Ignoranz gegenüber dem weiblichen 1968 und die These, dass auch die heutige Politik von einem 68er-Spin dominiert sei.

Mehr dazu in „Mit Adorno war’s wie in der Oper“

West-Nil-Virus bei Gelsen in Tschechien

Bei Gelsen im Südosten Tschechiens ist das gefährliche West-Nil-Virus nachgewiesen worden. Wissenschaftler identifizierten das Tropenvirus bei Stechmücken der Art Culex modestus, wie die Zeitung „MF Dnes“ heute berichtete.

Die Insekten bevölkern die Fischteiche in Südmähren. Die Verwaltungsregion an der Grenze zu Österreich ist ein beliebtes Ziel ausländischer Fahrrad- und Wandertouristinnen und -touristen.

„Das Risiko einer Ansteckung existiert, und jeder sollte an den Insektenschutz denken“, sagte Oldrich Sebesta vom Gesundheitsamt in Brno. Er vermutet, dass Wandervögel den Krankheitserreger aus Afrika eingeschleppt haben. Bei einer Blutmahlzeit dürften dann Gelsen das Virus aufgenommen haben.

Zu nachgewiesenen Infektionen bei Menschen war es in Tschechien zuletzt im Jahr 1997 nach einer längeren Hochwasserperiode gekommen. Die Symptome ähneln mit Fieber, Abgeschlagenheit, Erbrechen, Kopf- und Muskelschmerzen einem grippalen Infekt. Sehr selten kommt es zu schweren Verläufen bis hin zu Lähmungen und Tod.

Panorama

„Nenn mich Präsident“: Macron weist Burschen zurecht

Wenig Verständnis hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für einen jugendlichen Fan am Rande eines offiziellen Auftritts in Paris gezeigt. Als Macron Studentinnen und Studenten die Hände schüttelte, sprach ihn einer mit dem Spitznamen „Manu“ an.

„Wie gehts, Manu?“, fragte der Jugendliche den vorbeigehenden Macron. Dieser blieb stehen und belehrte ihn: „Nein, nein. Das kannst du nicht sagen.“ Der Student entschuldigte sich umgehend.

Doch dann fuhr Macron fort: „Du bist hier bei einer offiziellen Feier und du solltest dich benehmen. Du kannst einen Narren spielen, aber heute ist es die Marseillaise und das Partisanenlied. Da nennst du mich: ‚Herr Präsident‘ oder ‚Monsieur‘, okay? So macht man das.“

Und Macron, der besonders viele junge Wählerinnen und Wähler für sich gewinnen konnte, setzte nach: „Und mach es in der richtigen Reihenfolge: Wenn du eine Revolution beginnen willst, dann studier zuerst, um ein Diplom zu bekommen und dich selbst ernähren zu können. Okay? Und dann kannst du andere belehren.“

Ältester Orang-Utan der Welt stirbt mit 62

Im Alter von 62 Jahren ist der älteste Orang-Utan der Welt verendet. Das Affenweibchen Puan - indonesisch für Dame - starb gestern im Zoo der australischen Stadt Perth, wie die Zooverwaltung heute mitteilte. Puan hatte elf Kinder und 54 Nachkommen in zweiter und dritter Generation.

Puan hinterlasse „ein unglaubliches Erbe“, sagte die Chefin der Primatenabteilung im Zoo Perth, Holly Thompson. Dank eines Zuchtprogramms seien Puans Gene in knapp zehn Prozent der weltweiten Zoo-Orang-Utan-Population vertreten. Ihre Nachkommen leben in Tierparks in Europa, den USA, Asien sowie in freier Wildbahn auf Sumatra. Ihr Ur-Urenkel Nyaru wurde kürzlich ausgewildert.

Geschenk Malaysias

Geboren wurde Puan im Jahr 1956. Vom Guinness-Buch der Rekorde wurde sie als ältester Orang-Utan der Welt geführt. In freier Wildbahn werden weibliche Orang-Utans selten älter als 50 Jahre. In den Zoo von Perth gelangte sie 1968 als Geschenk Malaysias.

Thompson beschrieb Puan als zurückhaltende und unabhängige Persönlichkeit: „Bei Puan wusste man immer, woran man war. Wenn ihr irgendwas nicht passte, stampfte sie mit dem Fuß auf.“