Ausland

Nach Protesten: Regierung im Jemen entlassen

Der jemenitische Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi hat heute die Regierung entlassen. Hintergrund sind die fortwährenden Proteste schiitischer Huthi-Rebellen. Zudem habe Hadi eine von der Regierung angeordnete Kürzung von Benzinsubventionen teilweise wieder aufgehoben, wie die jemenitische Nachrichtenseite Mareb Press berichtete.

Der Präsident hat damit die beiden Hauptforderungen von Huthi-Rebellen erfüllt, die seit zwei Wochen in Sanaa demonstrieren. Rund 30.000 Anhänger des schiitischen Volksstammes haben Protestlager an den großen Zufahrtsstraßen in die Hauptstadt errichtet.

Am Sonntag hatte Huthi-Anführer Abdelmalik al-Huthi seine Anhänger zu zivilem Ungehorsam aufgerufen. Präsident Hadi will nach Angaben von Mareb Press binnen einer Woche eine neue Regierung bilden.

Aktion scharf gegen Steuerbetrug: Madrid zieht erste Bilanz

Der parallel zum Sparprogramm gestartete Kampf gegen den Steuerbetrug in Spanien hat dem Staat Milliarden eingebracht. Haushaltsminister Cristobal Montoro sagte heute vor dem Parlament, seit Anfang 2012 seien 28 Milliarden Euro zusammengekommen. Der Kampf gegen den Steuerbetrug sei der einzige Weg, dieser „Plage“ Herr zu werden.

Spanien hatte vor zweieinhalb Jahren die Zahl der Betriebsprüfungen erhöht, Barzahlungen von Firmen auf 2.500 Euro begrenzt und die Strafen für Steuerbetrug erhöht. Im ersten Jahr flossen so 11,5 Mrd. Euro in die Staatskassen, im zweiten Jahr 10,9 Mrd. Euro und im ersten Halbjahr dieses Jahres 5,5 Mrd. Euro, wie Montoro aufzählte.

Der Verband der Steuerprüfer in Spanien schätzt, dass die Schattenwirtschaft sich infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise gewaltig ausgedehnt hat. 2008 wurden demnach rund 15 Mrd. Euro schwarz verdient, 2012 schon 253 Mrd. Euro. Das wäre fast ein Viertel des spanischen Bruttoinlandsprodukts.

UNO befürchtet Lebensmittelkrise wegen Ebola

Durch die Ebola-Epidemie droht in Westafrika nun auch eine Lebensmittelkrise: Die Vereinten Nationen schlugen heute Alarm und äußerten ihre „große Besorgnis über die Nahrungsmittelversorgung“ in den am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone.

Infolge von Grenzschließungen und Beschränkungen beim Personenverkehr sei es bereits zu Panikkäufen, stark steigenden Lebensmittelpreisen und Knappheit bei bestimmten Nahrungsmitteln vor allem in den Städten gekommen.

Mangel an Erntehelfern droht

Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) weiter mitteilte, wird auch mit Schwierigkeiten bei den anstehenden Ernten in Westafrika gerechnet. Durch die Quarantäne, die über bestimmte Gebiete verhängt worden sei, und die Beschränkungen beim Personenverkehr drohe ein Mangel an Erntehelfern. Die zwei großen Ernten der Region - Reis und Mais - stünden vor der Tür.

Die drei besonders betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone sind Nettoimporteure bei Getreide. Vor allem Liberia sei von einer Versorgung von außen abhängig, hob die FAO hervor. In der Hauptstadt Monrovia seien die Preise für manche Lebensmittel bereits explodiert, etwa für das Grundnahrungsmittel Maniok, dessen Preis in den ersten August-Wochen um bis zu 150 Prozent gestiegen sei.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen hat einen Notfallplan für die Region gestartet, der etwa 65.000 Tonnen Nahrungsmittel für 1,3 Millionen Menschen vorsieht.

IS-Extremisten brüsten sich mit deutschem Kriegsgerät

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) präsentiert in einem im Internet veröffentlichten Video nach eigenen Angaben in Syrien eroberte deutsche und russische Waffen.

In dem Video zeigen IS-Extremisten unter anderem alte russische Kampfjets, Artillerie und mehrere Raketen, von denen einige auf Deutsch mit „Lenkflugkörper DM 72 - 136 mm Panzerabwehr“ beschriftet sind.

Es sind die ersten bekanntgewordenen Aufnahmen aus dem vergangene Woche von der Terrormiliz eroberten Militärflughafen al-Tabka. Laut einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ (Dienstag-Ausgabe) handelt es sich bei den deutschen Raketen um den Typ HOT des ehemaligen deutsch-französischen Herstellers Euromissile. Die HOT-Raketen seien 1981 an die Regierung Syriens geliefert worden, das damit seine Kampfhubschrauber vom Typ Gazelle ausgestattet habe, schrieb das Blatt.

Drohung an Putin

In dem Video drohen Dschihadisten dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. „An Wladimir Putin“, sagt ein IS-Kämpfer, „das sind russische Flugzeuge, die Du an Baschar verkauft hast.“ Nun würden die Flugzeuge zurückfliegen und „Tschetschenien und den Kaukasus befreien“. Moskau hatte zuletzt im Juni Kampfjets an das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad geliefert.

Amnesty: „Ethnische Säuberung“ durch IS

Schwere Vorwürfe erhebt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International gegenüber IS: Die Terrormiliz betreibe im Irak eine „systematische ethnische Säuberung“. Ziel öffentlicher Folterungen und Kreuzigungen sei es, „alle Spuren von Nicht-Arabern und nicht sunnitischen Milizen zu beseitigen“, heißt es in einem aktuellen Bericht.

Mehr dazu in „Spuren von Nicht-Arabern beseitigen“

Syrien: Bedingungen für Freilassung von UNO-Soldaten

Nach der Entführung von mehr als 40 auf den Golanhöhen stationierten Blauhelmsoldaten haben islamistische Rebellen erstmals Bedingungen für die Freilassung der Männer aus Fidschi genannt.

Die Entführer von der dschihadistischen Al-Nusra-Front forderten eine Streichung ihrer Gruppierung von der Terrorliste der Vereinten Nationen, wie Fidschis Armeechef Mosese Tikoitoga heute in der Hauptstadt Suva sagte. Die UNO-Listung bedeutet für die syrische Rebellengruppe eine Reihe von Sanktionen und Einschränkungen.

Kompensation für verletzte Kämpfer

Ferner fordern die Entführer dem Armeechef zufolge humanitäre Hilfen für eine von ihnen gehaltene Kleinstadt nahe Damaskus sowie Kompensationen für drei ihrer bei Gefechten verletzten Kämpfer. Das seien die offiziellen, an die UNO übermittelten Forderungen der Al-Nusra-Front, sagte Tikoitoga.

Laut unbestätigten Medienberichten aus Fidschi verlangen die Islamisten zudem die Freilassung des früheren Al-Kaida-Führers Abu Mussab al-Suri, auch bekannt als Mustafa Setmariam Nasar. Dieser war im Jahr 2005 in Pakistan festgenommen worden und wird derzeit von den syrischen Behörden festgehalten.

45 Soldaten entführt

Den Armeeangaben zufolge wurden am Mittwoch insgesamt 45 Soldaten aus Fidschi entführt. Zuvor war die Zahl der Entführten mit 44 oder 43 etwas niedriger angegeben worden. Sie gehören der UNO-Beobachtertruppe UNDOF an, die seit dem Jahr 1974 auf den zwischen Israel und Syrien geteilten Golanhöhen die Einhaltung des Waffenstillstands zwischen den beiden Staaten überwacht.

Die syrischen Rebellen hatten am Mittwoch den Grenzübergang Kuneitra zerobert und dabei auch die UNDOF-Soldaten aus Fidschi in ihre Gewalt gebracht. Philippinische Soldaten hingegen weigerten sich aufzugeben. Sie hielten ihre Stellungen und konnten am Wochenende in Sicherheit gebracht werden.

Inland

Nationalrat: Misstrauensantrag abgelehnt

Der Nationalrat hat heute Abend erwartungsgemäß den Misstrauensantrag der Freiheitlichen gegen die gesamte Bundesregierung abgelehnt. Trotz aller Kritik verzichteten selbst die anderen Oppositionsfraktionen darauf, das gerade erst umgebildeten Kabinett sofort mit einen Vertrauensentzug zu bestrafen.

Im Laufe der gesamt achtstündigen Debatte hatten sich sämtliche neuen Regierungsmitglieder sowie jene, die ihre Ämter gewechselt haben, zu Wort gemeldet. Der neue Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) bekannte sich dabei zum Breitbandausbau und gab als Ziel aus, Österreich als Innovationsland zu positionieren.

Der neue Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) will sich um eine „gute, zukunftsfähige Balance“ von Freiheit, sozialer Verantwortung und Ökologie bemühen, abseits von „Ideologien und Partikularinteressen“.

Asyl: Bundesländer versprechen 425 neue Plätze

Die Bundesländer wollen im September 425 neue Plätze für Flüchtlinge schaffen. Darauf haben sie sich heute beim Asylkoordinationsrat in Wien verständigt, wie der Vorsitzende der Landeshauptleute-Konferenz, Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), in einer Aussendung mitteilte.

„Die Bundesländer unterstreichen damit, wie ernst sie ihre Verantwortung gegenüber hilfe- und schutzsuchenden Menschen nehmen“, so Kaiser. Er sieht nun Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) gefordert, das bereits angekündigte neue Flüchtlingskonzept unter Einbindung der Länder und der Flüchtlingsorganisationen zu erarbeiten. Die Ressortchefin müsse eine „tragfähige Lösung“ erreichen, die die Länder und Gemeinden „nicht überfordert“, so der Landeshauptmann.

Kaiser und Mikl-Leitner hatten Anfang August vereinbart, dass bis zur Konferenz der Flüchtlingsreferenten der Länder am 23./24. September in Kärnten ein Detailkonzept erarbeitet wird.

Hass-Posting auf Kurz-Seite: Verdächtige ausgeforscht

Nach möglicherweise verhetzenden Postings auf der Facebook-Seite von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sind insgesamt acht Personen ausgeforscht worden. Gegen sie werden nun weitere Erhebungen geführt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien heute.

Antisemitische Postings

Kurz hatte Anfang Juli einen Nahost-Friedensappell auf Facebook veröffentlicht, worauf es zahlreiche Kommentare gab, darunter auch antisemitische. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet und ermittelte gegen unbekannt wegen Verdachts der Verhetzung.

Vier der nun ausgeforschten Personen sollen von der Bundeshauptstadt aus tätig gewesen sein, vier weitere in den Bundesländern, ihre Fälle wurde an die zuständigen Behörden weitergeleitet, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien. Insgesamt werde nun gegen acht Personen ermittelt.

Vorhabensbericht in Hymnen-Causa

Ebenfalls von der Staatsanwaltschaft geprüft wurden bedenkliche Kommentare auf der Facebook-Seite von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Die Ressortchefin postete Ende Juni auf Facebook ein Foto, auf dem sie den aktuellen Hymnentext in die Kamera hält - als „Lernhilfe“ für den Schlagersänger Andreas Gabalier, der die alte, töchterlose Version gesungen hatte.

Heinisch-Hosek erhielt dafür teils feindselige Postings. In dieser Causa erging in der Zwischenzeit ein Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft an die Oberstaatsanwaltschaft. Über dessen Inhalt - also welches weitere Vorgehen die Staatsanwälte vorschlagen - gab es keine Auskunft.

Wirtschaft

US-Spitzenpolitiker Cantor geht an Wall Street

Der US-Spitzenpolitiker Eric Cantor wechselt in die Finanzbranche. Die Investmentbank Moelis & Co. hat den ehemaligen Mehrheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus als Vizechef und Mitglied des Verwaltungsrats verpflichtet, wie das Unternehmen heute mitteilte.

Schlappe gegen „Tea-Party“

Cantor hatte auf politischer Ebene zuletzt eine heftige Schlappe erlitten. Nach einer Niederlage gegen einen Vertreter der radikalen „Tea-Party“ bei einer parteiinternen Vorwahl kann er nach fast 14 Jahren im Abgeordnetenhaus nicht bei der kommenden Kongresswahl antreten.

Bei Moelis setzt man nun auf Cantors in 25 Jahren Politikerkarriere aufgebauten Lobbyeinfluss. Laut einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht SEC lässt sich die Investmentbank das einiges kosten: Cantor erhält ein jährliches Grundgehalt in Höhe von 400.000 Dollar und eine Antrittsgage von insgesamt etwa 1,4 Millionen Dollar.

Regierung schließt weitere Hilfen für ÖVAG nicht aus

Österreich hat noch keine Entscheidung über weitere Staatshilfen für die Krisenbank Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) getroffen. Zunächst müsse die Regierung mit dem neuen Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) die Probleme bei dem Volksbanken-Spitzeninstitut analysieren und dann verschiedene Lösungen prüfen, sagte Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) heute.

„Jetzt Spekulationen zu führen, die Eigentümer müssen nachschießen, macht in meiner Blickweise keinen Sinn“, sagte Mitterlehner. Das führe nur zu Verunsicherung.

Schelling seit 2012 ÖVAG-Aufsichtsratschef

Die ÖVAG hat den laufenden „Stresstest“ der europäischen Aufsichtsbehörden Insidern zufolge nicht bestanden und benötigt nun frisches Kapital. Einer der Insider hatte der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, der Test habe eine Kapitallücke von 600 bis 800 Millionen Euro zutage gefördert.

Der vergangene Woche überraschend zurückgetretene Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) hatte weitere Staatshilfen für die ÖVAG stets ausgeschlossen. Sein Nachfolger Schelling war von 2012 bis zum Eintritt in die Regierung Aufsichtsratschef bei der ÖVAG und kennt das Institut daher gut.

Die Bank hatte sich mit einer massiven Expansion in Osteuropa verhoben und musste bereits mehrmals vom Staat gerettet werden. Insgesamt hat sie - Garantien eingerechnet - bisher 1,35 Milliarden Euro an staatlichen Hilfen bekommen. Die Bank gehört zu 51,6 Prozent den regionalen Volksbanken, 43,3 Prozent hält der Staat.

Sport

Ski alpin: Slalom-Königin Schild hört auf

Die erfolgreichste Slalom-Läuferin aller Zeiten stellt die Ski ins Eck: Marlies Schild hat heute in Wien das Ende ihrer aktiven Karriere verkündet. „Es ist eine Zeit, wo sich Ziele und Träume verändern und die Prioritäten. Deshalb ist es für mich an der Zeit, neue Wege zu gehen“, sagte die 33-jährige Salzburgerin, die in ihrer Karriere 35-mal bei einem Slalom auf der obersten Stufe des Siegespodests stand.

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Fußball: Alaba hungrig nach Teamerfolgen

Für David Alaba und seine Teamkollegen ist klar: Sie wollen zur EM 2016 in Frankreich. „Wir haben viel vor. Wir haben uns Ziele gesetzt. Das erste davon ist Schweden“, sagte der 22-jährige Wiener vor dem Qualiauftakt gegen die Skandinavier am Montag.

Hungrig nach Erfolgen im ÖFB-Team ist auch Zlatko Junuzovic, der bei Werder Bremen zuletzt mit starken Leistungen aufzeigte. Nicht nur deshalb ist er zuversichtlich: „Wir haben einige Routiniers, eine gute Mischung. Es ist wichtig, dass jeder auf dem Feld Verantwortung übernehmen kann.“

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Fußball: Mane heuert bei Southampton an

Das Gastspiel von Sadio Mane bei Österreichs Meister Red Bull Salzburg ist zu Ende. Nach den Turbulenzen in der letzten Woche rund um das Rückspiel im Play-off der Champions League gegen Malmö FF gelang dem 22-jährigen Senegalesen doch noch der Sprung ins Ausland. Mane wird in Zukunft in der englischen Premier League bei FC Southampton spielen. Für vier Jahre sicherten sich die „Saints“ die Dienste des Senegalesen und überwiesen laut englischen Medien dafür eine österreichische Rekordsumme.

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Chronik

Ärger über Touristenbusse

Der Streit über die Touristenbusse in Wien-Leopoldstadt geht weiter: Die Busbetreiber haben angeboten, die Route im Karmeliterviertel etwas zu ändern. Die Bürgerinitiative ist damit nicht zufrieden und verlangt weiter ein Busfahrverbot.

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Reisebuschaos in Salzburger Innenstadt

Ein tägliches Reisebuschaos orten Salzburger Fremdenführer in der Paris-Lodron-Straße in der Stadt Salzburg. Obwohl dort eigentlich nur das Ein- und Aussteigen von Stadtbesuchern erlaubt ist, würden Busse dort auch parken - vor allem in den Abendstunden.

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Kasachstan: Behälter mit Cäsium-137 verschwunden

In Kasachstan ist nach Angaben der Behörden ein Behälter mit der radioaktiven Substanz Cäsium-137 verschwunden. Wie die Polizei in der westlichen Region Mangistau heute mitteilte, wird der rund 50 bis 60 Kilogramm schwere Container schon seit dem vergangenen Mittwoch vermisst.

Demnach fiel er offenbar von einem Fahrzeug, das ihn transportierte. Woher das Material stammt, blieb zunächst unklar.

Die Behörden warnten Unbefugte davor, den Behälter zu öffnen. Demnach war auch das Militär an der Suche nach der Substanz beteiligt. Cäsium-137 wird für medizinische, aber auch für militärische Zwecke genutzt. Allerdings kann schon allein der direkte Kontakt mit dem strahlenden Material zu schweren Krankheiten bis hin zum Tod führen.

Türkische F-16 abgestürzt - Piloten gerettet

Ein türkisches Kampfflugzeug vom Typ F-16 ist einem Medienbericht zufolge beim Landeanflug auf die Luftwaffenbasis im südosttürkischen Diyarbakir abgestürzt. Die beiden Piloten hätten sich mit Schleudersitzen retten können, meldete die Nachrichtenagentur Dogan heute.

Sie seien auf einem Trainingsflug mit dem Kampfjet aus amerikanischer Produktion gewesen. Das Flugzeug sei nach einem technischen Defekt auf die Landepiste gestürzt. Auch zivile Flüge nach Diyarbakir seien nach dem Unfall vorübergehend ausgesetzt worden.

Joggerin verletzt: Kuh mitten in München erschossen

Mitten in München ist eine Kuh auf der Flucht vor dem Schlachter von der Polizei erschossen worden. Das Tier war heute aus einem Schlachthof in der Innenstadt ausgebrochen und hatte sich auf den Weg zum Oktoberfestgelände gemacht. Die Kuh umrundete die Theresienwiese und attackierte dabei eine Joggerin, die schwer verletzt wurde.

„Sie spießte die Joggerin mit den Hörnern von hinten auf“, sagte ein Sprecher der Polizei und bestätigte damit Medienberichte. Als die Kuh einen weiteren Fußgänger attackieren wollte, stellte sich ihr die Polizei mit einem Streifenwagen in den Weg. Das rund 550 Kilogramm schwere Tier rammte daraufhin das Polizeiauto. „Weil die Kuh sich nicht beruhigen ließ, haben die Kollegen sie angriffsunfähig geschossen“, sagte der Polizeisprecher.

Danach sei das Rind auf der Theresienwiese, wo bereits die Zelte für das nahende Oktoberfest aufgebaut sind, zu Füßen der Bavaria erlegt worden. Die verletzte Joggerin kam mit einer offenen Wunde am Rücken, Prellungen und Schürfwunden ins Krankenhaus. Nach ersten Ermittlungen hatte die Kuh ein nicht geschlossenes Gatter auf dem Schlachthof für ihre Flucht genutzt.

Medien

ITAR-TASS firmiert wieder unter Namen aus Sowjetzeit

22 Jahre nach ihrer Umbenennung hat die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS wieder ihren Namen aus Sowjetzeiten angenommen: TASS. Das Unternehmen führe das alte Markenzeichen wieder ein, weil es weltbekannt sei und Erkennungswert besitze, teilte Generaldirektor Sergej Michajlow in Moskau am Rande von Feiern zum 110. Gründungstag der Agentur mit.

Im Unterschied zu früher stehe TASS aber nicht als Abkürzung für „Telegrafenagentur der Sowjetunion“, betonte Michajlow. Es handle sich um ein Markenzeichen ohne Entzifferung. 1992 hatte sich TASS den Beinamen ITAR gegeben, eine Abkürzung für „Informations-Telegrafenagentur für Russland“.

Deutscher Journalist Adolf Theobald gestorben

Der deutsche Journalist Adolf Theobald, Gründer der legendären Jugendzeitschrift „twen“ und des Wirtschaftsmagazins „Capital“, ist tot. Theobald, der auch Chefredakteur von „Geo“ und Geschäftsführer des Spiegel-Verlags war, starb am Montag mit 84 Jahren in Berlin, wie seine Ehefrau heute laut dpa bestätigte.

Theobald galt als einer der profiliertesten Blattmacher Deutschlands. Nach einem Volontariat beim „Rheinischen Merkur“ gründete er 1956 das Studentenmagazin „Perspektiven“ in Köln. 1959 schuf er mit dem Grafiker Willy Fleckhaus die Jugendzeitschrift „twen“, mit der er den Zeitgeist der 60er- und 70er-Jahre einfing. Das Blatt wurde Vorbild für spätere Jugendtitel wie „Tempo“ oder „Neon“.

Theobald war fast zehn Jahre Chefredakteur bei „Capital“ und gehörte später auch den Vorständen von Gruner + Jahr und Ringier an.

Religion

Erste Rabbinerordination in Breslau seit 1939

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg sind in der polnischen Stadt Breslau (Wroclaw) vier reformjüdische Rabbiner und drei Kantoren in ihr Amt eingeführt worden. Sie hatten das Abraham-Geiger-Kolleg der deutschen Universität Potsdam absolviert. Mit der ersten Ordinationsfeier im Ausland knüpft das Kolleg an die Wurzeln des Reformjudentums in Breslau an: Hier wurde 1854 das Jüdisch-Theologische Institut gegründet, an dem auch Abraham Geiger studierte, der Namensgeber des Instituts, dessen Absolventen in aller Welt arbeiten.

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Kultur

Plagiatsvorwurf gegen Oscar-prämierten „The Artist“

Der Oscar-prämierte Stummfilm „The Artist“ soll teilweise ein Plagiat sein. Gegen den Regisseur Michel Hazanavicius und den Produzenten Thomas Langmann hat Drehbuchautor Christophe Valdenaire vor einem Pariser Gericht Klage eingereicht. Der Erfolgsfilm habe große Ähnlichkeit mit einem seiner Drehbücher, sagte der 1972 geborene Valdenaire nach Angaben des Infoportals Hexagones.fr.

Den Angaben zufolge habe er rund 20 plagiatverdächtige Szenen entdeckt, die Ähnlichkeiten zu Passagen aus seinem zwischen 1998 und 2009 geschriebenen Drehbuch für einen Stummfilm in Schwarz-Weiß aufweisen sollen. Hazanavicius reagierte auf die Vorwürfe gelassen: Er habe ein glasklares Gewissen.

„The Artist“ war mit mehr als 30 Filmpreisen weltweit erfolgreich. 2012 gewann er fünf Oscars, unter anderem den als bester Film.

Science

Leute

„Closer“ wegen Fotos von Hollande-Geliebter Gayet verurteilt

Im Streit über die Enthüllung ihrer Liebesaffäre mit Frankreichs Staatschef Francois Hollande hat die Schauspielerin Julie Gayet vor Gericht erneut einen Sieg errungen.

Wegen der Veröffentlichung eines Fotos der heute 42-Jährigen wurden heute zwei Verantwortliche des Klatschmagazins „Closer“ zu einer Geldstrafe von jeweils 3.000 Euro auf Bewährung verurteilt. Der Paparazzo Laurent Viers wurde für schuldig befunden, das Foto geschossen zu haben. Gegen ihn verhängte das Gericht von Nanterre bei Paris eine Geldstrafe von 1.000 Euro auf Bewährung.

Das Autoinnere ist Privatsphäre

„Closer“ hatte am 17. Jänner ein Foto von Gayet abgedruckt, das die Schauspielerin in einem Auto zeigt. Bildunterschrift: „In diesem weißen Citroen fährt Julie Gayet zu ihren Treffen mit dem Präsidenten.“ In der französischen Rechtsprechung wird das Innere eines Autos als privater und nicht als öffentlicher Raum eingestuft, weswegen „Closer“ nun verurteilt wurde.

Das Magazin hatte die Liebesaffäre zwischen Hollande und Gayet schon eine Woche vorher publik gemacht und damit weltweit für Aufsehen gesorgt - und sich den Zorn des französischen Staatschefs und der Schauspielerin zugezogen. Ende März wurde „Closer“ wegen Verletzung von Gayets Privatsphäre in einem Zivilprozess zur Zahlung von 15.000 Euro Schadenersatz verurteilt.

Kurz darauf Trennung von Trierweiler

Hollande hatte auf rechtliche Schritte gegen das Magazin verzichtet. Frankreichs Staatschef hat den „Closer“-Bericht nie dementiert, sich aber auch nicht öffentlich zu Gayet geäußert. Rund zwei Wochen nach der „Closer“-Enthüllung trennte er sich von seiner langjährigen Partnerin Valerie Trierweiler. Zum Stand seiner Beziehung zu Gayet wurde nichts offiziell bekannt.

Lifestyle

Queen genervt von Kamerahandys

Die Queen (88) ist einem Diplomaten zufolge „not amused“ darüber, dass sie bei ihren öffentlichen Auftritten meist in zahllose Handykameras winken muss. Ihr fehle der Blickkontakt, soll die britische Königin dem US-Botschafter in Großbritannien, Matthew Barzun, gesagt haben.

Das erzählt der Diplomat in der Oktober-Ausgabe des britischen „Tatler“-Magazins. Elizabeth II. machte im Juli Schlagzeilen, als sie auf einem Selfie zweier australischer Hockey-Spielerinnen auftauchte. Im Hintergrund lächelt die Queen amüsiert in die Kamera. Auch Musiker haben sich schon öfters darüber beschwert, dass sie bei Auftritten ständig auf Smartphones statt in Gesichter schauen.