Ausland

Italiens Außenminister Gentiloni soll Regierung bilden

Am Ende mehrtägiger politischer Konsultationen, um nach dem Rücktritt von Premier Matteo Renzi einen Ausweg aus der politischen Krise in Rom zu finden, hat Italiens Staatschef Sergio Mattarella den scheidenden Außenminister Paolo Gentiloni mit der Regierungsbildung beauftragt.

Italienischer Außenminister Paolo Gentiloni

APA/AFP/Adem Altan

Gentiloni ist ein Spitzenpolitiker der Demokratischen Partei (PD), der stärksten Einzelkraft im italienischen Parlament. Der 62-jährige Gentiloni nahm Mattarellas Auftrag bedingt an, teilte der Generalsekretär im Quirinal, Ugo Zappetti, mit.

Gentiloni muss nun vor allem eine Mehrheit für die nötige Wahlrechtsreform auf die Beine stellen, die durch das Nein der Bevölkerung zu Renzis Verfassungsreform auf halbem Weg stecken geblieben ist. Gentiloni erklärte in einer ersten Reaktion, er wolle den „Weg der scheidenden Regierung“ fortsetzen.

Geringe Wahlbeteiligung in Mazedonien

Bei der Parlamentswahl in Mazedonien zeichnet sich eine geringe Wahlbeteiligung ab. Bis 10.00 Uhr hätten nicht einmal zehn Prozent der gut 1,7 Millionen Wähler ihre Stimme abgegeben, berichtete die staatliche Wahlkommission in Skopje. Zuvor hatten die Parteien von einer Schicksalswahl gesprochen, um Wähler zu mobilisieren.

Der seit zehn Jahren regierende Nationalkonservative Nikola Gruevski tritt gegen den sozialdemokratischen Oppositionsführer Zoran Zaev an.

Der Wahl vorausgegangen war eine zweijährige Schlammschlacht um mutmaßliche Beweise für die großangelegte Korruption und Kriminalität des Gruevski-Lagers, die teilweise von der eigens eingesetzten Sonderstaatsanwalt bestätigt worden waren.

Mindestens 20 Tote bei Explosion bei Kathedrale von Kairo

Bei einer Explosion nahe der Kathedrale von Kairo sind heute dem Gesundheitsministerium zufolge mindestens 20 Menschen getötet worden. Weitere 35 Menschen wurden verletzt. Sicherheitskreise berichteten der Deutschen Presse-Agentur, dass eine Bombe in einem Seitengebäude der Kathedrale explodierte.

Der Sprengsatz wurde laut den Angaben vermutlich während der Sonntagsmesse in das Gebäude geworfen. Der Tatort wurde großräumig abgesperrt. Die Kathedrale der koptischen Christen steht im Zentrum der Hauptstadt. Das Gotteshaus ist gleichzeitig Sitz des koptischen Papstes.

Polizeiabsperrung in Kairo

APA/AP/Nariman El Mofty

Schätzungen zufolge sind etwa zehn Prozent der Ägypter christliche Kopten. Das Zusammenleben mit der muslimischen Mehrheit im Land ist größtenteils friedlich, es gibt aber vereinzelt Spannungen. Erst am Freitag waren sechs Polizisten bei einem Anschlag in Ägyptens Hauptstadt getötet worden, nachdem es in den Monaten zuvor zu keinen größeren Attentaten gekommen war.

Nordkorea übt Zerstörung von Südkoreas Präsidentensitz

Nordkorea hat mit neuen militärischen Drohgebärden auf die Entmachtung von Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye reagiert. Bei einem umfangreichen Armeemanöver übten nordkoreanische Spezialeinheiten die Zerstörung „festgelegter Ziele“ in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA heute berichtete. Unter den Zielen war der südkoreanische Präsidentensitz, das Blaue Haus. Wann das Manöver stattgefunden hat, wurde nicht mitgeteilt.

Die Zeitung der in Nordkorea herrschenden Kommunistischen Partei, „Rodong Sinmun“, veröffentlichte neben einem zweiseitigen Bericht über das Manöver auch mehrere Bilder, auf denen ein dem Blauen Haus ähnelndes Gebäude zu sehen ist, das von nordkoreanischen Truppen gestürmt und in Brand gesetzt wird.

Mit Provokationen gerechnet

Machthaber Kim Jong Un beobachtete den simulierten Angriff den Berichten zufolge höchst zufrieden mit einem Fernglas. Kim sagte KCNA, die Soldaten hätten ihre Sache „gut gemacht“. Die „feindlichen Truppen“ hätten sich nirgendwo mehr verstecken und auch keinen Gegenangriff starten können. Beobachter hatten nach Parks Entmachtung mit neuen Provokationen aus Pjöngjang gerechnet. Das südkoreanische Parlament hatte am Freitag für ein Amtsenthebungsverfahren gegen die wegen einer Korruptionsaffäre unter Druck stehende Präsidenten gestimmt. Sie verlor damit umgehend ihre Amtsvollmachten.

Park behält zwar ihren Titel als Präsidentin und bleibt auch im Blauen Haus, bis das Verfassungsgericht über die Amtsenthebung entschieden hat. Ihre Befugnisse hat vorübergehend aber Regierungschef Hwang Kyo Ahn übernommen, der nun unter anderem Befehlshaber der Streitkräfte ist. Hwang berief wegen des nordkoreanischen Militärmanövers eine Krisensitzung des Kabinetts ein.

IS laut Aktivisten wieder aus Palmyra vertrieben

Die islamistische Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat sich laut Aktivisten nach Luftangriffen der russischen Armee aus der antiken syrischen Stadt Palmyra zurückgezogen. Die IS-Kämpfer seien wenige Stunden nach ihrem Einmarsch durch die massiven nächtlichen Bombardements vertrieben worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien heute mit.

Die Dschihadisten waren gestern nach mehrtägigen Gefechten wieder in die Stadt eingerückt, aus der sie vor acht Monaten vertrieben worden waren. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Ruinen in Palmyra

APA/AFP/Maher al Mounes

Der IS hatte Palmyra bereits in der Vergangenheit fast ein Jahr lang unter Kontrolle. Damals zerstörten die Extremisten zahlreiche einzigartige, rund 2.000 Jahre alte Ruinen, die zum UNESCO-Welterbe gehören. So sprengten sie die Tempel Baal und Baal-Schamin sowie den Triumphbogen. Im März dieses Jahres konnten Regierungstruppen Palmyra mit russischer Luftunterstützung wieder zurückerobern.

Mindestens 30 Tote bei Terroranschlag in Somalia

Bei einem Autobombenanschlag der islamistischen Terrormiliz Al-Schabaab in Somalia sind mindesten 30 Menschen getötet und weitere 48 verletzt worden. Polizei und Augenzeugen berichteten, Ziel des Angriffs heute seien eine Polizeistation und eine Kontrollstelle in der Nähe des Hafens gewesen. Unter den Toten seien zahlreiche Hafenarbeiter und mindestens fünf Polizisten. Viele Opfer wurden unter eingestürzten Gebäudeteilen begraben.

Der Attentäter hatte sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug nahe dem Hafen in Mogadischu zur Detonation gebracht. (iptv.ORF.at)

Mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug

Der Attentäter brachte ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in dem Polizeikomplex zur Explosion. Al-Schabaab reklamierte die Tat in ihrem Radiosender Andalus für sich. Die sunnitische Terrormiliz versucht seit Jahren, einen Gottesstaat am Horn von Afrika zu errichten.

Die gewaltige Detonation war in weiten Teilen der Stadt zu spüren. Über Mogadischu stieg eine schwarze Rauchwolke auf. Rettungswagen rasten zum Tatort, wo nach der Explosion Schüsse zu hören waren. Die Polizei teilte mit, sie habe Warnschüsse abgegeben, um Menschen vom Schauplatz fernzuhalten. Die Situation sei unter Kontrolle. „Das Areal ist umstellt von somalischen Sicherheitskräften und Soldaten der Afrikanischen Union“, sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte.

Inland

Glawischnig für linkspopulistischen Kurs nicht zu haben

Die Grünen wollen nach dem Erfolg des von ihnen unterstützten Präsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen wieder profilierter auftreten. Dies kündigte Grünen-Chefin Eva Glawischnig heute in der ORF-„Pressestunde“ an. Für einen linkspopulistischen Kurs, wie von manchen parteiintern gefordert, ist Glawischnig aber nicht zu haben.

„Von Populismus haben wir in diesem Land wirklich genug“, erteilte die grüne Bundessprecherin solchen Forderungen eine Absage. Die Grünen müssten sich vielmehr, wie von Van der Bellen vorgelebt, weiter öffnen sowie verbreitern und etwa Frauen im ländlichen Raum oder auch Jugendliche noch stärker ansprechen und unterstützen. „Ich halte diesen Weg für erfolgreich und den möchte ich weitergehen.“

Ziel einer „progressiven Mehrheit“

Inhaltlich will Glawischnig die Themen Europa, Ökologie und Energiewende, Bildung, Soziales und Chancengleichheit forcieren. Zudem plädierte sie für einen „wertschätzenden Stil“ in der Politik. Vor allem Vertreter der FPÖ würden hingegen „Hass im Netz“ fördern. „Es gibt große Sehnsucht nach einer lösungs- und sachorientierten Politik. Ich möchte gerne eine progressive Mehrheit in Österreich jenseits einer blauen Beteiligung“, sagte die Grünen-Chefin.

Um dieses Ziel zu erreichen, will Glawischnig stärker die inhaltliche Auseinandersetzung suchen. Im elfmonatigen Bundespräsidentschaftswahlkampf habe es etwa zwei Fälle gegeben, wo sie sich bewusst zurückgehalten hat und wo eine „schärfere Auseinandersetzung“ angesagt gewesen wäre, so Glawischnig in der „Pressestunde“.

Kritik an Kern und Kurz

Zum einen sei dies die Annäherung der SPÖ an die FPÖ mit dem Ö1-Gespräch zwischen Kanzler und SPÖ-Obmann Christian Kern sowie FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gewesen. Jetzt sei die Zeit da, diese Auseinandersetzung zu suchen, wenn die SPÖ die Freiheitlichen mit ihrer Europafeindlichkeit und korrupten Vergangenheit in Kärnten politisch salonfähig mache.

Zum anderen nannte Glawischnig Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP), der sich zwar vielfach zu Asylthemen, aber kaum zur Integration äußere. Kurz habe Österreichs Außenpolitik „seinem Projekt und persönlichen Ziel“ untergeordnet, „Kanzler unter Schwarz-Blau zu werden“, kritisierte Glawischnig. „Wenn man sich gegen Merkel und für Orban entscheidet, steht man auf der falschen Seite, und diese Auseinandersetzung werden wir jetzt führen.“

Ziel der Grünen sei es jedenfalls, dass Österreich eine starke proeuropäische Rolle spielt, und nicht auf der Seite jener steht, die für die Zerschlagung der Europäischen Union sind.

Hammerschmid: Schulautonomie-Einigung Anfang 2017

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) rechnet innerhalb des ersten Quartals mit einer Einigung in Sachen Schulautonomie und Bildungsdirektionen. „Sie kennen die Partner und die Vielzahl der Partner. Die Diskussion ist gut, aber wir müssen uns dem stellen“, sagte Hammerschmid gestern in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“ zur Frage, warum das ursprünglich für Dezember angekündigte Ergebnis ausstehe.

Die Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie haben die Ministerin hörbar unzufrieden gemacht. „Ich bin grantig, wenn ich diese Ergebnisse sehe“, so Hammerschmid. Man müsse nun weiter an den Rahmenbedingungen und der Qualität der Pädagogik arbeiten. Die geplante Schulautonomie soll Lehrern künftig etwa innovative Unterrichtsformen ermöglichen.

Die Geschlechterkluft in den naturwissenschaftlichen Fächern will die Bildungsministerin durch gendersensiblen Unterricht und entsprechende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bei den Lehrern schließen. Reine Mädchenklassen in den naturwissenschaftlichen Fächern lehnt Hammerschmid hingegen ab.

„Floskeln“ und „Blauer Brief“

Kritik kam von der Opposition: FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz sieht in Hammerschmids Aussagen vor allem „Floskeln“ und „Sprechblasen“. Die PISA-Ergebnisse als inakzeptabel zu bezeichnen, werde nicht reichen. Der grüne Bildungssprecher Harald Walser kritisierte Hammerschmids Ankündigungsrhetorik und forderte einen nationalen Bildungsgipfel sowie Taten.

NEOS-Chef Matthias Strozl forderte nicht nur ein Update im Regierungsprogramm, sondern auch in der Bildungspolitik. Die PISA-Ergebnisse seien ein blauer Brief an die Regierung, er forderte eine Einbindung der Opposition in die Bildungsreform. Team-Stronach-Klubobmann und Bildungssprecher Robert Lugar meinte, dass sich die Bildungsministerin „endlich gegen die Landeshäuptlinge und die Lehrergewerkschaften“ durchsetzen müsse.

Die Industriellenvereinigung (IV) sah Österreich angesichts der PISA-Ergebnisse in der „Durchschnittsfalle“ gefangen. Die eingeleiteten Reformen im Bildungssystem müssten rasch und konsequent umgesetzt werden, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

Sport

Fußball: Ivanschitz mit Seattle MLS-Meister

Andreas Ivanschitz hat in der Nacht die zweite Meisterschaft seiner Karriere gefeiert. Nach dem Titelgewinn mit Rapid 2005 krönte sich der ehemalige ÖFB-Kapitän nun mit den Seattle Sounders als erster Österreicher zum Meister der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS). Seattle setzte sich im Finale gegen den Toronto FC in einem Penalty-Krimi durch und holte sich erstmals die MLS-Krone. Auch Ivanschitz trug im Shoot-out seinen Teil zum größten Erfolg der Clubgeschichte bei.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Venezuela lässt Spielsachen konfiszieren

Zwei Wochen vor Weihnachten hat die venezolanische Regierung bei einem Händler in der Hauptstadt Caracas rund 3,8 Millionen Spielsachen beschlagnahmt. Die Aufsichtsbehörde Sundde für gerechte Preise wirft dem Unternehmen vor, die Spielzeuge gehortet und nun zu überhöhten Preisen angeboten zu haben.

„Wir verurteilen die Verletzung der sozioökonomischen Rechte unserer Buben und Mädchen“, zitierte die Behörde den Sundde-Chef William Contreras am Samstag (Ortszeit) auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Firma agiere unpatriotisch. Bei der Aktion, die bereits am Freitag begonnen hatte, wurden auch zwei Manager festgenommen.

„Das war Plünderung“

Die Regierung wolle das Spielzeug jetzt an lokale Versorgungskomitees weitergeben, hieß es. Diese sollten die konfiszierten Sachen zu „gerechten“ Preisen verkaufen. Der Präsident der venezolanischen Handelskammer, Francisco Fernandez, kritisierte die Aktion als „unverantwortlich“. Die Regierung gefährde das Privateigentum und behindere das Schaffen von Jobs. „Das war Plünderung des Inventars“, sagte er dem Sender CNN.

Venezuela befindet sich in einer anhaltenden Versorgungskrise. Der niedrige Ölpreis, fehlende Devisen und Misswirtschaft machen dem Land zu schaffen. Die Inflation hat in den vergangenen Wochen noch einmal drastisch angezogen. Der Zorn über die triste wirtschaftliche Lage wendet sich immer deutlicher gegen die Regierung, die mit teils populistischen Aktionen ihre Handlungsfähigkeit demonstrieren will.

Längster Nonstop-Flug der Welt geplant

Die australische Fluglinie Qantas plant, einen neuen Rekord im Langzeitflug aufzustellen. Ganze 17,5 Stunden müssen dann die Passagiere auf der 14.500 Kilometer langen Strecke vom australischen Perth nach London im Flieger ohne Zwischenstopp ausharren. Technisch möglich machen soll das die neue Boeing 787 Dreamliner. Doch die Konkurrenz ist Qantas dicht auf den Fersen: Auch ein 18-Stunden-Flug ohne Unterbrechung ist in Vorbereitung.

Mehr dazu in Wer bleibt länger in der Luft?

Chronik

Bericht: Über 200 Tote bei Kircheneinsturz in Nigeria

Beim Einsturz einer voll besetzten Großkirche im Süden Nigerias sind viele Gottesdienstbesucher getötet worden. Die genaue Zahl der Toten in der Stadt Uyo war heute Mittag noch unklar. Der Kirchenneubau war Berichten zufolge für mehrere tausend Menschen ausgelegt. Mehr als 200 Leichen seien in sein Krankenhaus gebracht worden, zitierte die Zeitung „Punch“ den Chef der örtlichen Universitätsklinik.

„Wir haben mehr als 200 Tote in den Leichenhallen und keinen Platz mehr. Doch noch immer werden mehr Leichen hergebracht“, wurde Etete Peters in dem Bericht zitiert. Das Gebäude der Reigners Bible Church stürzte gestern Mittag aus noch unbekannter Ursache während eines Gottesdienstes ein. Die Kirche war Augenzeugen zufolge Schauplatz eines Festgottesdienstes zur Bischofsordination von Akan Weeks und deshalb voll besetzt.

„Schwarzer Samstag“

Rund 30 Minuten nach Beginn des Gottesdienstes sei zunächst das Dach eingestürzt, dann sei das Gebäude zusammengefallen. „Es gab ein Geräusch, das sich anhörte wie Regen. Ich dachte anfangs, es sei von den riesigen Lautsprechern gekommen. Während sich die Leute fragten, was passierte, fiel das ganze Gebäude zusammen“, sagte Ime Umanna, die an dem Gottesdienst teilnahm.

Trümmer einer Kirche

Reuters/NTA

„Das schwere Metall, das für das Kirchendach benutzt wurde, fiel mit Wucht auf die Menschen und zerquetschte viele“, sagte die Studentin. Sie selbst hatte Glück: „Ich war nahe am Seiteneingang und konnte schnell raus.“ Der Journalist Okon Ukpong, der ebenfalls bei dem Einsturz anwesend war, berichtete von Dutzenden Menschen, die unter den Trümmern eingeklemmt gewesen seien. Viele seien gestorben, bevor die Helfer den Unglücksort erreicht hätten. „Es war in der Tat ein schwarzer Samstag für uns hier.“

Auch Regierungsvertreter unter Opfern

Auch Stunden nach dem Unglück bargen Suchmannschaften noch Opfer aus den Trümmern des Gotteshauses. Unter den Toten waren auch Regierungsvertreter, die als Ehrengäste anwesend waren. Zwei Kräne seien zum Einsatz gekommen, um Dachtrümmer anzuheben und zu den Opfern vordringen zu können, berichteten lokale Medien.

Der Gouverneur der Provinz Akwa Ibom, Udom Emmanuel, der bei dem Unglück mit dem Schrecken davonkam, ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an. Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari sprach den Menschen in der Provinz Akwa Ibom auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter sein Beileid aus: „Jede Tragödie, die einen Teil Nigerias trifft, trifft uns alle.“

Kultur

Patti Smith vertrat Bob Dylan bei Nobelpreiszeremonie

Ein Abwesender war die Hauptfigur bei der diesjährigen Nobelpreiszeremonie. Literaturnobelpreisträger Bob Dylan glänzte wie angekündigt durch Abwesenheit und wurde gerade damit zum Zentrum der Feier. Als Platzhalterin fungierte Sängerin Patti Smith. Die war dafür so nervös, als hätte sie selbst den Preis bekommen, und verhaute just den Dylan-Klassiker „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“. Das Nobelpreiskomitee machte demonstrativ gute Miene zu Dylans Spiel - und pries den Preisträger in einer blumigen Lobeshymne als poetischen Übermenschen. Von Dylan selbst gab es zumindest eine überraschend persönliche Dankesbotschaft.

Mehr dazu in Loblied auf den Retter der „Erhabenheit“

Religion

Leute

Kirk Douglas feierte Geburtstag mit Familie und Wodka

Der „Spartacus“-Schauspieler Kirk Douglas hat seinen 100. Geburtstag gestern mit Familie und prominenten Freunden bei einer Teeparty in Beverly Hills gefeiert.

Geburtstagsfeier von Kirk Douglas

APA/AP/Invision/Chris Pizzello

Auch der Herz-Arzt von Kirk Douglas feierte
laut der US-Zeitschrift „People“ mit. Ausnahmsweise habe er dem Schauspieler an seinem runden Geburtstag erlaubt, etwas Alkohol zu trinken. Dieser habe das Glas Wodka in der Tat sehr genossen, sagte Douglas’ Sprecher der Zeitschrift.

Sohn Michael Douglas (72, „Wall Street“) richtete die Feier im Beverly Hills Hotel mit mehr als 130 Gästen aus, wie „People“ berichtete. An der Seite des Jubilars war unter anderem Ehefrau Anne (97). Mit der in Hannover geborenen Produzentin ist Kirk Douglas seit 1954 verheiratet.

Zu den Gratulanten zählten bekannte Filmschaffende, darunter Regisseur Steven Spielberg (69), Produzent Arthur Cohn (89) und Jeff Kanew (71), der Kirk Douglas und Burt Lancaster für die Filmkomödie "Archie und Harry - Sie können’s nicht lassen (1986) vor die Kamera geholt hatte.

William Shatner für „Star Trek“-Rolle zu haben

William Shatner wäre sofort wieder dabei: Der frühere Captain-Kirk-Darsteller, der vor 50 Jahren mit dem Raumschiff „Enterprise“ zum ersten Mal in unendliche Weiten startete, hätte nichts gegen eine neue Rolle an Bord in einem der nächsten Kinofilme. „Ich würde es lieben, noch mal in ‚Star Trek‘ mitzuspielen“, sagte Shatner der „Welt am Sonntag“.

William Shatner

AP/Denis Poroy

„Aber dann müsste man mir etwas Bedeutsames zu tun geben“, erklärte der 85-jährige kanadische Schauspieler. „Ich habe keine Lust auf einen Gastauftritt, der nur marktschreierisch ausgeschlachtet wird.“ In den drei neueren Star-Trek-Filmen, die seit 2009 mit jüngeren Schauspielern großen Erfolg in den Kinos hatten, war Shatner nicht mehr zu sehen.

Kein Kontakt zu Nimoy in den letzten Jahren

Sein früherer Freund und Kollege, der 2015 gestorbene Spock-Darsteller Leonard Nimoy, hatte in diesen Filmen dagegen Gastauftritte. Die beiden Schauspieler, an Bord der „Enterprise“ nahezu unzertrennlich, hatten in den vergangenen Jahren keinen Kontakt mehr. „Ist das nicht seltsam, dass unsere Freundschaft diesen Weg nahm? Dass ich bis heute keine Ahnung habe, was ihn so aufgebracht, so gestört hatte, dass er nicht mehr mit mir sprach“, sagte Shatner.

„Ich habe keine Ahnung, was es wirklich war, das ihn derart verstört hat. Das bricht mir bis heute das Herz. Denn wenn ich genau gewusst hätte, was ich getan habe, hätte ich mich entschuldigt und versucht, es wiedergutzumachen.“

Panorama

Sentimentale letzte Fahrt mit der Gailtalbahn

Gestern Abend hat die Gailtalbahn in Kärnten nach 101 Jahren ihre letzte Fahrt angetreten. Der Betrieb zwischen Hermagor und Kötschach-Mauthen ist nun eingestellt, die Strecke wird künftig mit Bussen bedient. An einigen Stationen wurde der letzte Zug mit Musik, Folgetonhorn und von Feuerwehr und Anrainern verabschiedet. Viele kamen zum wehmütigen Abschied - und die meisten räumten ein, die Bahn selbst nicht genutzt zu haben.

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