Ausland

Ukrainisches Höchstgericht urteilt zu Rebellen-Autonomie

Das ukrainische Verfassungsgericht urteilt morgen über eine höchst umstrittene Verfassungsreform, in deren Kern es um die Gewährung eines autonomen Status für die prorussischen Separatisten im Osten des Landes geht.

Mitte des Monats hatte das Parlament das Gericht mit großer Mehrheit zu der Prüfung beauftragt. Eine Selbstbestimmung für die Rebellengebiete gehört zu den Kernelementen des Minsker Friedensabkommens.

Die EU und die USA hoffen, dass eine Teilautonomie die Aufständischen zufriedenstellen und zugleich Russland die Argumente für eine weitere Unterstützung der Separatisten nehmen könnte. Erst wenn das Verfassungsgericht grünes Licht in der Frage gibt, könnte das Parlament über eine tatsächliche Verfassungsänderung abstimmen.

Deutscher Bericht über rechte Gewalt geschönt?

Die Zahl der Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland ist laut einer gemeinsamen Recherche mehrerer Medien höher als bisher vom Bund angegeben. Eine Abfrage von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ („SZ“) bei den Bundesländern ergab, dass etwa 30 Straftaten gegen Asylunterkünfte in der Übersicht des Bundes für 2014 nicht auftauchen. Damit läge die Zahl der Delikte für 2014 um bis zu 15 Prozent höher.

Das deutsche Innenministerium hatte in der vergangenen Woche die Zahl der Straftaten gegen Asylunterkünfte im vergangenen Jahr mit 198 angegeben. Die Übergriffe auf Asylunterkünfte sollen eigentlich bundesweit nach einheitlichen Kriterien erfasst werden. Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) richtete zur Sammlung und Auswertung der Informationen eigens eine Clearing-Stelle ein. Auf dieser Grundlage veröffentlichte die deutsche Regierung zuletzt quartalsweise auf Anfragen der Linksfraktion eine Übersicht zu den Übergriffen.

Ministerium spricht von „Verzögerungen“

NDR, WDR und „SZ“ liegt zudem nach eigenen Angaben eine aktualisierte Liste des BKA mit allen als „politisch motivierte Kriminalität - rechts“ eingestuften Straftaten gegen Asylunterkünfte vor. Ein Vergleich der Listen des Bundes mit den Antworten aus den Justiz- und Innenministerien der Länder ergebe Unterschiede zwischen den Angaben aus elf Bundesländern und den Daten des BKA.

Das Bundesinnenministerium erklärte dazu, dass sich Abweichungen daraus ergeben haben könnten, „dass Sachverhalte zeitverzögert übermittelt/erfasst oder Einzelsachverhalte nicht dem Unterthema ‚gegen Asylunterkünfte‘ zugeordnet wurden“, hieß es in dem Bericht.

Erste UNO-Resolution gegen Wilderei

Auf Initiative Deutschlands hin haben die Vereinten Nationen erstmals mit einer Resolution zum Kampf gegen Wilderei aufgerufen. Das Töten von Wildtieren und der illegale Handel mit ihnen müsse als „ernstes Verbrechen“ behandelt werden, lautet die Forderung in dem heute von der UNO-Vollversammlung in New York verabschiedeten Papier.

Die Gesetzeslage dazu müsse international angeglichen werden, um besser gegen Wilderei kämpfen zu können, wird in der Resolution gefordert. Die von Deutschland und dem westafrikanischen Gabun gemeinsam verfasste Resolution ist nach UNO-Angaben die erste, die sich nur mit diesem Thema befasst. Sie ist allerdings nicht bindend.

Tote Tiere finanzieren Terroristen

Der Kampf gegen Wilderei und Wildtierschmuggel insbesondere in Afrika sei nicht nur eine Aufgabe des Artenschutzes, sondern auch der Außen- und Sicherheitspolitik, sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Mit den Erlösen werde häufig Terrorismus finanziert. Die Umweltschutzorganisation WWF lobte die Resolution als Meilenstein.

Die Wilderei - Opfer sind vor allem Elefanten und Nashörner - in Afrika hat Umwelt- und Tierschutzorganisationen zufolge zuletzt stark zugenommen. Dabei sterben jedes Jahr beispielsweise rund 30.000 Elefanten weltweit - Tendenz steigend. Seit 1989 gibt es eigentlich ein weltweites Handelsverbot. Trotzdem werden beim illegalen Handel der europäischen Polizeibehörde Europol zufolge jedes Jahr bis zu 26 Milliarden Euro umgesetzt.

Regierungstreue eroberten Huthi-Stellungen bei Aden

Im Jemen haben regierungstreue Truppen Stellungen der Huthi-Rebellen in der Nähe der Hafenstadt Aden eingenommen. Örtliche Behörden erklärten heute, die Kämpfer hätten mit Unterstützung durch Luftangriffe der von Saudi-Arabien geführten Allianz Muthalath al-Ilm unter ihre Kontrolle gebracht.

Die Stadt liegt östlich von Aden, von dort hätten die schiitischen Huthi-Rebellen die Hafenstadt mit Raketen beschossen. Auch mehrere Ortschaften nördlich von Aden seien von den Milizen, die sich „Südliche Widerstandskräfte“ nennen, zurückerobert worden. Aden selbst hatten Milizen, die den ins Exil geflohenen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi unterstützen, Mitte Juli von den Huthis zurückerobert.

Regierungstreue rekrutieren Milizen

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) warf mit den Huthis verbündeten Einheiten vor, sie hätten wahllos Wohnviertel in Aden bombardiert. Allein bei einem Angriff am 19. Juli auf einen Stadtteil seien zahlreiche Zivilisten getötet worden, darunter Kinder, teilte die Organisation mit. Dabei könne es sich um Kriegsverbrechen handeln.

In die jemenitischen Regierungstruppen werden indes Milizen aufgenommen, die an ihrer Seite gegen die Huthis kämpfen. Der Oberste Verteidigungsrat der jemenitischen Exilregierung beschloss das am Dienstag in Saudi-Arabien, wie die regierungstreue Nachrichtenagentur Saba berichtete. Bei dem Treffen unter Vorsitz des Exilpräsidenten Hadi sei der „mutige Beitrag zur Verteidigung der Heimat“ durch die Milizen des sogenannten Volkswiderstandes gewürdigt worden, einem Zusammenschluss von für Autonomie kämpfenden Gruppen aus dem Süden.

Eskalation seit Saudi-Intervention

Der Konflikt ist eskaliert, seit die arabische Allianz unter Riads Führung mit Luftangriffen gegen die Huthi-Rebellen vorgeht. Die Militärkoalition will damit dem vertriebenen Präsidenten Hadi wieder an die Macht verhelfen. Die Huthis halten noch immer die Hauptstadt Sanaa und kontrollieren weite Teile des Landes. In dem Konflikt wurden nach UNO-Schätzungen bisher fast 4.000 Menschen getötet. 1,2 Millionen Menschen wurden innerhalb ihres Heimatlandes vertrieben. Mehr als 20 der 25 Millionen Einwohner sind auf Hilfe angewiesen, sechs Millionen Jemeniten droht unmittelbar der Hungertod.

Empörung über Russlands Veto gegen MH17-Tribunal

Russland ist nach dem Veto gegen ein UNO-Tribunal zum Abschuss des Passagierfluges MH17 international scharf kritisiert worden. Zutiefst empört und enttäuscht reagierten die Regierungschefs der am meisten von der Tragödie betroffenen Länder heute. Zugleich bekräftigten sie, dass die Täter nicht ungestraft bleiben sollten. Moskau verteidigte seine Ablehnung.

Russland hatte am Vorabend im UNO-Sicherheitsrat in New York eine Resolution über ein UNO-Tribunal mit seinem Veto blockiert. Die Boeing der Malaysia Airlines war vor einem Jahr über der Ostukraine abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. Die Ukraine und Russland machen einander für die Katastrophe verantwortlich.

Länder suchen andere Möglichkeiten

Durch das Veto hätten die internationalen Bemühungen um einen unabhängigen Prozess einen „Rückschlag“ erlitten, erklärte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte in Den Haag. Da die meisten Opfer Niederländer waren, leitet das Land alle Ermittlungen zu Ursache und Tätern.

Rutte bekräftigte seine Entschlossenheit, die Verantwortlichen vor ein Gericht zu bringen. „Daran ändert das Veto nichts“, sagte er. Die am meisten von der Katastrophe betroffen Länder - Niederlande, Ukraine, Malaysia, Australien und Belgien - prüfen nun andere Möglichkeiten der Strafverfolgung.

Australiens Regierungschef Tony Abbott nannte das Veto „unerhört“. Russland habe das Recht der Opferfamilien missachtet zu erfahren, wer für den Absturz verantwortlich ist, hieß es in einer schriftlichen Erklärung Abbotts. Damit werde die Sorge unterstrichen, dass Moskau die Täter schütze.

Moskau gegen „Schauprozess“

Auch Litauen kritisierte Russlands Schritt. Dieser zeige erneut, dass es am Willen zu einer vollständigen Untersuchung und strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen fehle, sagte Regierungschef Algirdas Butkevicius.

Dagegen verteidigte Russland seine Entscheidung. Die Initiative sei voreilig und politisch motiviert, sagte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow. Moskau trete dafür ein, dass diese Ermittlung nicht zu einem politischen Schauprozess werde. Das Außenministerium bekräftigte zugleich, dass Russland zu einer objektiven Aufklärung beitragen wolle.

Inland

Bildungsreform: Neue Arbeitsgruppe tagte erstmals

Die Arbeitsgruppe der Regierung zur Bildungsreform hat heute in Wien erstmals in neuer Zusammensetzung getagt. Bei dem Treffen habe es sich um eine „konstruktive Arbeitssitzung“ gehandelt, der im Herbst eine weitere folgen soll, hieß es aus dem Bildungsministerium gegenüber der APA. Der angestrebte Termin für die Präsentation der Endergebnisse bleibe der 17. November.

Anfang Juli musste die Gruppe umbesetzt werden, nachdem Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und sein burgenländischer Amtskollege Hans Niessl (SPÖ) aufgrund unterschiedlicher Ansichten in der Frage der künftigen Zuständigkeit für die Verwaltung der Lehrer ausgestiegen waren. An ihre Stelle rückten der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

„Austausch von Positionen“

Bei der Sitzung ging es laut Platter um einen Austausch der Positionen und die Klärung der weiteren Vorgangsweise. Es sei aber noch zu früh, inhaltliche Aussagen zu treffen, weil jetzt die notwendigen Ausarbeitungen und Abklärungen der durchaus komplexen Themen stattfänden, so der Tiroler Landeshauptmann. Es sei wesentlich, dass die Diskussion möglichst breit geführt wird, kein Bereich von vornherein von der Debatte ausgenommen und letztlich ein Gesamtpaket geschnürt werde.

Die Arbeitsgruppe besteht zur Hälfte aus SPÖ- und ÖVP-Vertretern und zu gleichen Teilen aus Regierungsmitgliedern und Landeshauptleuten. Auf SPÖ-Seite sind Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Kanzleramtsminister Josef Ostermayer, der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser und Häupl vertreten. Auf ÖVP-Seite gehören der Gruppe Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer, Innenministerin und ÖAAB-Chefin Johanna Mikl-Leitner, der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Platter an.

Parteienfinanzierung: Strache weist Vorwürfe zurück

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat heute Vorwürfe illegaler Parteienfinanzierung zurückgewiesen. Er und die FPÖ hätten „niemals einen Koffer oder illegale Gelder in irgendwelcher Form“ erhalten.

Strache sieht in der Causa vielmehr einen „schäbigen Versuch, die auf Siegeskurs befindliche“ FPÖ vor den Wien- und Oberösterreich-Wahlen „medial zu besudeln“.

Angesichts des - ihm nicht bekannten - Zwischenberichts der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft an das Justizministerium ist Strache überzeugt, dass „die Kampagne gegen die FPÖ, meine Person und (Generalsekretär Herbert, Anm.) Kickl in sich zusammenbricht“.

Strache glaubt Kickl und Weixelbaum

Denn er glaube auch Kickl sowie FPÖ-Bundesgeschäftsführer Johann Weixelbaum, die ihm beide glaubhaft versichert hätten, keine illegalen Gelder erhalten zu haben - bzw. im Falle Kickls, dass dieser nur vorübergehend im Jahr 2005 stiller Teilhaber bei der Agentur ideen.schmiede gewesen sei und auch „niemals eine Firma in der Slowakei angemeldet“ habe.

All die Berichte würden nur auf den Angaben eines - ihm nicht namentlich bekannten - „fragwürdigen Zeugen“ beruhen, gegen den mehrere Verfahren u. a. auch wegen Betruges liefen, sagte Strache. Außerdem würden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nur ehemalige BZÖ-Politiker und die Zeit vor 2009 - also vor dem „Zusammenwachsen“ mit der FPÖ - betreffen.

Karmasin zu Jobsuche: Kein Spielraum bei Betreuungspflicht

ÖVP-Familienministerin Sophie Karmasin hält nichts davon, die Zumutbarkeitsbestimmungen für Arbeitslose, die kleine Kinder betreuen müssen, zu verschärfen. Noch sei die Betreuungssituation vor allem für die Kleinen „nicht zufriedenstellend“, sagte sie heute zur APA.

Personen, die Kinder bis zehn Jahre betreuen, müssen dem Arbeitsmarkt für maximal 16 Stunden pro Woche zur Verfügung stehen. AMS-Chef Johannes Kopf regt an, diese Grenze auf 20 Stunden anzuheben - gepaart allerdings mit einem Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung. Er erhofft sich davon, dass diese Personen in die wesentlich häufiger angebotenen Halbtagsjobs vermittelt werden können. Zuletzt hatte ÖVP-Finanzminister Hans Jörg Schelling eine Diskussion über schärfere Zumutbarkeitsbestimmungen im Allgemeinen in den Raum gestellt.

Zu wenige Betreuungsplätze

Für Karmasin ist ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz „durchaus ein Weg“ - aber nur „langfristig“, wie sie betonte. Denn zuerst müsse einmal ein ausreichendes Betreuungsangebot geschaffen werden, und vor allem bei den Kindern bis drei Jahre sei das sogenannte Barcelona-Ziel - 33 Prozent der Altersgruppe in einem Kindergarten bzw. einer Krippe - noch immer nicht erreicht. Karmasin ist in diesem Zusammenhang auch gespannt, welche Entwicklung die nächste, im September fällige Kindertagesheimstatistik zeigen wird und inwieweit sich darin die bisherigen Mittel für den Ausbau der Plätze niederschlagen werden.

Hass-Postings bei Alpenverein: Staatsanwalt ermittelt

Nach ausländerfeindlichen Hass-Postings auf der Facebook-Seite des Alpenvereins hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen unbekannt eingeleitet. Es geht um den Verdacht der Verhetzung und der Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen.

Mehr dazu in tirol.ORF.at.

Kündigung nach Hass-Posting

Nach einem Lehrling in Oberösterreich haben fremdenfeindliche Postings auf Facebook nun auch Folgen für die Führungskraft eines steirischen Supermarktes.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at und ooe.ORF.at

Wirtschaft

Meinl Bank will an Chefs festhalten

Die Meinl Bank will die von der Finanzmarktaufsicht (FMA) per Bescheid angeordnete Abberufung ihrer Chefs Peter Weinzierl und Günter Weiß vor dem Bundesverwaltungsgericht bekämpfen und um aufschiebende Wirkung ansuchen. Das berichtet der „Kurier“ (Freitag-Ausgabe). Gestern war bekanntgeworden, dass die Behörde die Vorstände abberuft und das mit scharfer Kritik an deren Arbeit begründet.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

IWF bei weiteren Griechenland-Hilfen zögerlich

Der IWF macht weitere Hilfen für Griechenland von einer Vereinbarung zwischen der Regierung in Athen und den europäischen Partnern über die Schuldentragfähigkeit abhängig. „Der IWF kann nur ein umfassendes Programm unterstützen“, sagte ein Vertreter des Internationalen Währungsfonds heute in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Demnach erwartet der Fonds, dass noch einige Zeit vergehen wird, bis beide Seiten eine Vereinbarung erzielen. Die „Financial Times“ berichtete, der IWF wolle neuen Hilfen nur zustimmen, wenn die Regierung in Athen umfassende Reformen akzeptiert und die Euro-Partner einer Schuldenerleichterung zustimmen. Die Entscheidung könnte noch Monate auf sich warten lassen und eventuell erst im kommenden Jahr gefällt werden.

Die griechische Regierung und die anderen Euro-Staaten sind sich im Grundsatz über ein weiteres Hilfspaket mit einem Volumen von bis zu 86 Mrd. Euro einig. Die Details müssen in den kommenden Wochen geklärt werden. Die Regierung in Athen will die Verhandlungen bis zum 20. August abschließen, wenn sie Schulden zurückzahlen muss. Aus Kreisen des griechischen Finanzministeriums verlautete, Vertreter der internationalen Gläubiger träfen sich morgen Früh mit Ressortchef Efklidis Tsakalotos und Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis.

Autonation Frankreich auf dem Weg zum Comeback

In den vergangenen Jahren hat die ehemals stolze Autonation Frankreich eine Krise durchlaufen. War man früher noch mit Extravaganz und Charme erfolgreich, fuhr die Konkurrenz den Topmarken Peugeot und Renault zuletzt fast uneinholbar davon. Doch die Zeiten ändern sich, und auf einmal profitieren gerade die Franzosen von der Erholung auf Europas Automarkt: Erstmals seit vier Jahren fuhr Peugeot wieder in die schwarzen Zahlen, und Renault verzeichnete einen Gewinnsprung - weit größer als erwartet.

Mehr dazu in Stark von europäischem Markt abhängig

EU will Hilfe für Bauern nach Russland-Embargo verlängern

Vom russischen Lebensmitteleinfuhrstopp betroffene Branchen sollen weiterhin Hilfe von der Europäischen Union bekommen. Laufende Stützungsmaßnahmen sollten bis ins kommende Jahr hinein verlängert werden, teilte die Brüsseler EU-Kommission heute mit.

Der Westen wirft Moskau Unterstützung der Separatisten im ukrainischen Bürgerkrieg mit Soldaten und Waffen vor. Die EU verhängte im vergangenen Jahr Wirtschaftssanktionen, Russland stoppte den Import vieler westlicher Lebensmittel. Beide Seiten verlängerten ihre jeweiligen Maßnahmen vor Kurzem. Um den heimischen Markt angesichts wegbrechender Exporte zu stützen, greift die EU Landwirten seit vergangenem Jahr unter die Arme.

Obst- und Milchbauern am meisten betroffen

Um die Milchpreise zu stabilisieren, kaufen Behörden Butter und Magermilchpulver auf, zudem gibt es Hilfen für die vorübergehende Lagerung dieser Produkte. Diese Maßnahmen würden normalerweise Ende September auslaufen und sollen bis Ende Februar verlängert werden. Für besonders betroffene Obst- und Gemüsesorten sollen Regelungen, die Ende Juni ausliefen, um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Dabei wird die Ware zum Beispiel gratis an wohltätige Organisationen abgegeben, an Tiere verfüttert oder kompostiert oder auch gar nicht geerntet. Das soll helfen, durch eine Verknappung des Angebots die Preise zu stabilisieren. Die EU-Kommission arbeitet derzeit noch an juristischen Details, die Annahme der Vorschläge ist nach Darstellung der Behörde aber nur eine Formsache.

Sport

Champions League: Kraftakt gibt Rapid neuen Mut

Rapid hat sich in der dritten Qualifikationsrunde der Champions League im Hinspiel daheim gegen Ajax Amsterdam dank Moral und Glück nach einem 0:2-Rückstand zur Pause noch selbst aus dem Sumpf gezogen. Die Hütteldorfer sind nach dem 2:2 weiter im Rennen um den Aufstieg ins Play-off. Der Kraftakt gibt Rapid für das Rückspiel am Dienstag neuen Mut. „Die Chance lebt, im Fußball ist alles möglich“, sagte Verteidiger Mario Sonnleitner.

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Champions League: Salzburg mit 2:0 rundum zufrieden

Meister Salzburg hat gestern mit dem 2:0-Heimsieg gegen Malmö FF die Weichen auf den Einzug ins Play-off der Champions League gestellt. Das Ergebnis und die dabei gezeigte Leistung hinterließen bei den „Bullen“ rundum zufriedene Gesichter. Zwar lief spielerisch noch nicht alles nach Plan, vom Engagement her präsentierten sich die neu formierten Salzburger aber als Einheit. „Wir haben Herz gezeigt“, brachte Valon Berisha die Vorstellung, für die es auch von Coach Peter Zeidler Lob gab, auf den Punkt.

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Science

Kometenlandung: Chemische Vielfalt und ungeplante Hopser

Felsen statt Staubwüste und organische Moleküle, die nie zuvor in Kometen gefunden worden sind: Die historische Landung des Minilabors „Philae“ auf dem Kometen „Tschuri“ beschert der Wissenschaft überraschende Erkenntnisse. Achteinhalb Monate nach dem Aufsetzen der Sonde auf dem Zielkometen der europäischen „Rosetta“-Mission liegen erste Auswertungsergebnisse der damals von „Philae“ gesendeten Daten vor.

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Chronik

Messerattacke: Sechs Verletzte bei Gay Pride Jerusalem

Ein ultraorthodoxer Jude hat bei einer Schwulen- und Lesbenparade in Jerusalem sechs Menschen niedergestochen. Zwei der Opfer seien dabei schwer verletzt worden, sagte Polizeisprecher Asi Aharoni heute. Dem Angreifer sei es gelungen, trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen zu dem Umzug vorzudringen.

Der Angreifer wurde von der Polizei überwältigt und festgenommen. (iptv.ORF.at)

Der 40-Jährige war laut Polizeiangaben bereits nach einem ähnlichen Angriff auf die Schwulenparade vor zehn Jahren festgenommen worden. Nach der Attacke im Jahr 2005 war er zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Nach Verbüßung von zehn Jahren dieser Strafe war er vor rund drei Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden. Israels Präsident Reuven Rivlin sprach von einem „schrecklichen Hassverbrechen“ und warnte vor Intoleranz.

„Die Freiheit des Individuums ist einer der grundlegendsten Werte in Israel“, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. „Wir müssen sicherstellen, dass in Israel jeder Mann und jede Frau sicher leben kann - wie auch immer sie sich entscheiden“, fügte er hinzu. Auch der sephardische Oberrabbiner Izchak Josef verurteilte die Tat und verlangte, der Messerstecher müsse wie ein Mörder bestraft werden.

Zu dem Umzug in Jerusalem waren rund 5.000 Menschen erwartet worden. An der - deutlich populäreren - Schwulen- und Lesbenparade im Juni in Tel Aviv hatten rund 180.000 Menschen teilgenommen.

Hoffnung auf erste Spur zu MH370 steigt

Mit dem Fund eines angeschwemmten Wrackteils auf der französischen Insel La Reunion vor Madagaskar wächst die Hoffnung, tatsächlich eine erste Spur zum seit 16 Monaten verschollenen Malaysia-Airlines-Flug MH370 zu haben. Es soll sich um die Flügelklappe einer Boeing 777 handeln - und keine andere derartige Maschine wird vermisst.

Eine aufgedruckte Nummer könnte bald Klarheit bringen. Meeresforscher halten es für plausibel, dass Strömungen das Wrackteil Tausende Kilometer durch den Ozean befördert haben. Andere Hoffnungen dämpfen sie aber: Schlüsse zur Absturzstelle lassen sich auch bei einer Bestätigung kaum ziehen.

Mehr dazu in Strömungen untermauern Theorie

D: Verliebter Schöffe lässt Prozess platzen

Mit einer offenherzigen E-Mail an eine Anwältin hat ein Laienrichter einen Rotlicht-Prozess in Hamburg platzen lassen. Unter der Betreffzeile „Hamburg meine Perle“ bedauerte er am 21. Juli in dem Schreiben an die Frau, er habe sich nach einem Verhandlungstag von ihr gar nicht mehr verabschieden können. Außerdem enthielt die Mail eine Formulierung, wonach er gerne „die böse Staatsanwältin“ gehauen hätte.

Die Anwältin, die einen der insgesamt vier Angeklagten vertritt, verlas die Mail daraufhin im Gerichtssaal. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Ablösung des Schöffen wegen Befangenheit. Das Amtsgericht Hamburg folgte jetzt dem Antrag. Damit müsse der seit dem 4. Juni laufende Prozess komplett neu beginnen, teilte das Gericht heute mit.

Auf Laienrichter kommt Kostenlawine zu

Der Schöffe verlas heute eine persönliche Erklärung. Darin bestritt er, sich verliebt zu haben. Er sei eben ein kommunikativer Mensch. Zugleich entschuldigte er sich bei der Staatsanwältin. Der Schöffe muss dem Gerichtsbeschluss zufolge die Kosten des Verfahrens tragen, also etwa Honorare der Verteidiger und Auslagen der Zeugen.

Medien schätzen die Kosten auf eine sechsstellige Summe. In dem Prozess sind vier Männer wegen Körperverletzung angeklagt. Sie sollen auf St. Pauli einen Türsteher angegriffen haben. Einer von ihnen soll auch drei Frauen verletzt haben.

29 Tote nach Erdrutschen in Nepal

Schwere Regenfälle haben im Westen Nepals mehrere Erdrutsche ausgelöst. Bisher wurden 29 Menschen tot aus den Schlammmassen geborgen, teilte die Polizei heute mit. 15 Menschen starben den Angaben zufolge im Dorf Lumley im Distrikt Kaski, 29 weitere Menschen werden dort noch vermisst.

Bergungsarbeitungen nach Erdrutsch in Lumley, Nepal

Reuters/Navesh Chitrakar

Außerdem seien bei einem weiteren Erdrutsch im Dorf Chapakot 13 Menschen verletzt worden. Im Dorf Bhadaure kamen fünf Menschen ums Leben, in den Bezirken Baglung und Myagdi insgesamt acht.

Auf Fernsehbildern waren Helfer zu sehen, die in den Schlammmassen nach Verschütteten gruben. Armeehelikopter kamen ebenfalls zum Einsatz.

Lifestyle

Dior feiert neue Ära mit eigener Doku

Seit dem Erfolg von „Der Teufel trägt Prada“ boomt das erweiterte Feld des Modefilms. Von TV-Formaten ganz zu schweigen, in denen einstige Größen der Mode mitunter auch den Pausenclown mit Lederhosenfalte im Gesicht geben.

Dass sich jetzt das Haus Dior eine eigene Doku - „Dior und ich“ - zu seiner Neuausrichtung nach dem Rauswurf des Anarcho-Bohemiens John Galliano spendiert, könnte man als ausgefuchste Marketingaktion interpretieren.

Die Message, dass der Flame Raf Simons Dior den richtigen Spin für das 21. Jahrhundert gibt, geht aber an der Knopfleiste vorbei. Simons glänzt mit atemberaubenden Defilees, Dior mit neuen Testimonials wie Rihanna - aber warum einen Film über einen Menschen drehen, der beim Gedanken ans Rampenlicht an Ohnmacht denkt?

Mehr dazu in Minimalismus trifft damenhafte Tradition

Medien

Ex-„Top Gear“-Team unterschreibt Vertrag bei Amazon

Nach seinem Rauswurf bei der BBC hat der britische Starmoderator Jeremy Clarkson mit seinen Kollegen aus der Sendung „Top Gear“ beim Onlinevideodienst Amazon Prime unterschrieben.

Das teilte Amazon heute mit. Er sei „sehr begeistert“ bekanntzugeben, dass Richard Hammond, James May und er den Vertrag unterschrieben hätten, schrieb der 55-jährige Clarkson heute auf Twitter.

Die BBC hatte den Moderator der Kultautosendung „Top Gear“ im Frühjahr gefeuert, weil Clarkson handgreiflichen Ärger mit einem Produzenten hatte. Hammond und May hatten sich daraufhin ebenfalls entschieden zu gehen.

Die neue Autoshow können Amazon-Prime-Kunden überall auf der Welt anschauen. Zum Titel machte Amazon zunächst keine Angaben. Der frühere „Top Gear“-Produzent Andy Wilman ist ebenfalls mit an Bord. Es soll zunächst drei Staffeln geben, die erste läuft 2016 an.

Die „Top Gear“-Show der BBC übernimmt Moderator Chris Evans. Es ist einer der international erfolgreichsten Kassenschlager der BBC.

IT

Neue „Angry Birds“ sollen Spielefirma Rovio retten

Der Kampf der bunten Vögel gegen grüne Schweine geht in eine neue Runde: „Angry Birds 2“, die Fortsetzung des beliebten Handyspiels, ist heute veröffentlicht worden. Anbieter Rovio erhofft sich von der Neuauflage einen wirtschaftlichen Schub. Das Unternehmen aus Finnland musste zuletzt schlechte Geschäftszahlen verkraften und strich Arbeitsplätze.

„Angry Birds“, bei dem der Nutzer „wütende“ Vögel auf Schweine schleudern muss, war nach der Veröffentlichung im Jahr 2009 ein weltweiter Erfolg. Inzwischen gibt es verschiedene Ableger, darunter eine Star-Wars-Version. Laut Rovio handelt es sich um die am häufigsten heruntergeladene Spiele-App für Mobilgeräte.

Gewinne zuletzt eingebrochen

Doch nach einigen Jahren flaute die Begeisterung ab. 2014 sackte Rovios Gewinn vor Zinsen und Steuern auf zehn Mio. Euro ab, nachdem er 2013 noch 36,5 Mio. Euro betragen hatte. Im vergangenen Dezember strich das Unternehmen rund 130 Arbeitsplätze und damit fast ein Sechstel der Belegschaft. Für „Angry Birds 2“ überarbeitete Rovio nach eigenen Angaben die grafische Darstellung erheblich.

Die Gestaltungsmöglichkeiten hätten sich schließlich seit 2009 „dramatisch“ weiterentwickelt, erklärte Firmenmitgründer Niklas Hed. Neben den Spielen vertreibt Rovio auch „Angry Birds“-Fanartikel und betreibt in Finnland, China, Spanien und weiteren Ländern die passenden Vergnügungsparks. „Angry Birds“-Kinderbücher gibt es in zahlreichen Sprachen. Im Mai kommenden Jahres soll außerdem ein „Angry Birds“-Film in 3-D in die Kinos kommen.

Kultur

Ai Weiwei erstmals seit Festnahme auf Auslandsreise

Der chinesische Künstler Ai Weiwei ist auf seiner ersten Reise nach Rückgabe seines Passes heute in München gelandet. Auf dem Flughafen erwartete ihn sein sechsjähriger Sohn, den er seit einem Jahr nicht mehr gesehen hatte. Es fühle sich „sehr gut“ an, wieder reisen zu dürfen, sagte der 57-Jährige. Er war von dem Medienaufgebot, das ihn in Deutschland begrüßte, sichtlich überrascht.

Der chinesische Künstler Ai Weiwei mit Familie am Flughafen München

APA/EPA/Peter Kneffel

Er werde sich in München, wo er vor einigen Jahren operiert wurde, untersuchen lassen und wolle in einigen Tagen nach Berlin weiterreisen, sagte der Künstler. Er wollte sich sonst nicht weiter zu den Umständen der Passrückgabe äußern. "Das dauert zu lange. Mein Sohn wartet." Vielleicht werde er auch noch nach London reisen - „wenn sie mir ein Visum geben“.

„Alles verlief reibungslos“

Ais Abflug aus Peking war begleitet von Wirbel über die Entscheidung der britischen Regierung, dem regimekritischen Künstler ausgerechnet wegen seiner politisch motivierten Inhaftierung 2011 eine kriminelle Vergangenheit zu unterstellen und ihm ein langfristiges Visum zu verweigern. Erst vor einer Woche hatte Ai seinen Pass wiederbekommen. Seit seiner Festnahme 2011 hatten ihm die chinesischen Behörden das Reisedokument vorenthalten.

Ais sechsjähriger Sohn lebt in Berlin. Vor einem Jahr hatte er ihn - auch aus Angst vor der Unberechenbarkeit des chinesischen Regimes - dorthin geschickt. 2011 war der regimekritische Künstler bei der Ausreise auf dem Flughafen festgenommen worden, womit seine 81-tägige Inhaftierung begann. Diesmal „verlief alles reibungslos“, sagte ein chinesischer Freund zu den Formalitäten beim Abflug in Peking.

Broadway-Debüt für Lupita Nyong’o

Die Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong’o (32) feiert Broadway-Debüt. Die kenianische Schauspielerin werde eine Rolle in dem Kriegsdrama „Eclipsed" übernehmen, teilte das Public Theater heute in New York mit.

Das Stück spielt in Liberia und handelt von einer Gruppe Frauen, die von gegen die Regierung kämpfenden Rebellen festgehalten werden.

Die Premiere ist für Ende September geplant. Nyong’o hatte im vorigen Jahr für ihre Nebenrolle in dem Sklavendrama "12 Years a Slave“ einen Oscar gewonnen.