Ausland

Über 3.500 fremdenfeindliche Angriffe in Deutschland

Im vergangenen Jahr hat es in Deutschland mehr als 3.500 Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Dabei wurden 560 Menschen verletzt, unter ihnen 43 Kinder, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe heute unter Berufung auf eine Antwort des deutschen Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage berichteten.

Demnach wurden 2.545 Angriffe auf Flüchtlinge außerhalb ihrer Unterkünfte gezählt. Hinzu kamen 988 Angriffe auf Flüchtlingsheime - das waren nur geringfügig weniger als im Vorjahr mit 1.031 Angriffen. Zudem wurden 217 Mal Hilfsorganisationen oder freiwillige Asyl-Helfer attackiert.

Die deutsche Regierung verurteilte die Gewalt gegen Flüchtlinge demnach „aufs Schärfste“. Ulla Jelpke von der Linksfraktion unterstrich: „Das sind nahezu zehn Taten am Tag. Muss es erst Tote geben, bevor die rechten Gewalttaten als ein zentrales Problem der inneren Sicherheit eingestuft werden und ganz oben auf der Agenda der Innenpolitik stehen?“, erklärte sie.

Linker Flügel spaltet sich von Renzi-Partei ab

Die in Italien regierende Demokratische Partei (PD) hat sich gespalten. Mitglieder des linken Flügels sagten sich gestern aus Protest gegen den linksliberalen Kurs des früheren Ministerpräsidenten und Parteichefs Matteo Renzi von der PD los und riefen die neue Bewegung der Demokraten und Progressisten (DP) ins Leben. Mit von der Partie ist bei der DP auch eine Abspaltung von der erst kürzlich gegründeten Italienischen Linken (SI).

DP will „Rechtsdrall aufgeben“

Das Gründungsmanifest gleicht streckenweise einer Abrechnung mit Renzi. Die DP werde „zu ihrem Kurs zurückfinden und den Rechtsdrall aufgeben“, heißt es darin. Die Parteineugründer warfen Renzi vor, die einstmals linken Demokraten zu sehr nach rechts geöffnet zu haben.

Zudem bescheinigten sie dem früheren Ministerpräsidenten, der auf eine Rückkehr an die Regierungsspitze hofft, übermäßigen persönlichen Ehrgeiz. Die neu gegründete DP werde „nicht am Ehrgeiz und an der arroganten Anmaßung ihres Führers ersticken“, die „unweigerlich unsere Gegner zum Sieg führen würden“, heißt es in dem Gründungsdokument.

Im Manifest wird zur Wiederbelebung des Mitte-links-Lagers aufgerufen. Vorbild ist dabei das von Romano Prodi geführte Bündnis Ulivo (Ölbaum), das 1996 und 2006 die Parlamentswahlen gewann.

Ex-Premier D’Alema als Unterstützer

DP-Führungsfiguren sind der ehemalige PD-Fraktionschef Roberto Speranza und der Präsident der Region Toskana, Enrico Rossi. „Wir haben einen Feind - die Rechte und ihre populistischen Ableger, und wir können ihn nur besiegen, indem wir die Linke wiederaufbauen“, sagte Rossi. Prominente Unterstützer sind der ehemalige PD-Parteichef Pier Luigi Bersani und der frühere Ministerpräsident Massimo D’Alema.

Renzi war vergangene Woche von seinem Posten als Chef der Demokratischen Partei zurückgetreten, hatte dabei aber erklärt, er wolle bei der Wahl im Juni erneut für den Posten des PD-Vorsitzenden kandidieren.

Zahlreiche Verletzte bei neuen Kämpfen in Ostukraine

Im Osten der Ukraine sind 16 ukrainische Soldaten bei Gefechten mit prorussischen Rebellen verletzt worden. Zu den bewaffneten Zusammenstößen in den vorangegangenen 24 Stunden sei es trotz eines neuen Waffenstillstands gekommen, sagte gestern ein ukrainischer Armeesprecher.

Prorussische Rebellen bemächtigten sich zudem einer Drohne der Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), wie diese mitteilte. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe von Donezk (Donetsk).

Den Angaben zufolge waren OSZE-Beobachter gerade dabei, die Drohne zu starten, um Informationen über Schüsse gegen eine Wasserfilteranlage nachzugehen. Bewaffnete Männer näherten sich den Beobachtern und beschlagnahmten die Drohne, wie die OSZE weiter mitteilte. Die Beobachter seien auch mit Waffen bedroht worden.

„Spiegel“: CDU-Politiker half NS-Verbrecher Brunner

Ein Abgeordneter des Deutschen Bundestags hat laut dem „Spiegel“ dem im heutigen Südburgenland geborenen NS-Verbrecher Alois Brunner bei der Flucht geholfen. Das geht aus Unterlagen hervor, die dem deutschen Nachrichtenmagazin laut Vorausbericht vorliegen.

Laut dem Simon-Wiesenthal-Zentrum war der SS-Kommandant Brunner für die Deportation von 128.500 Juden aus Österreich, Griechenland, Frankreich und der Slowakei verantwortlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg entzog er sich einer Strafe, indem er eine falsche Identität annahm. Laut syrischen Geheimdienstangaben soll Brunner 2001 im Alter von 89 Jahren in Damaskus gestorben sein.

Hilfe von mehreren Seiten

Dem „Spiegel“ zufolge half der CDU-Parlamentarier Rudolf Vogel Brunner 1954 mit Geld, damit er die BRD verlassen konnte. „Nach Angaben Brunners gab Vogel ihm 300 Mark, die Hälfte einer monatlichen Grunddiät als Abgeordneter. Brunner und Vogel kannten einander nach Angaben Brunners aus Griechenland 1943. Brunner ließ dort Juden in die Vernichtungslager deportieren, Vogel war für die Wehrmacht tätig. Die Dokumente zeigen, dass die Hilfe kein Einzelfall war, sondern Brunner in Damaskus weiter von einem geheimen Netzwerk aus Nazikontakten aus dem ‚Dritten Reich‘ profitierte“, schreibt der „Spiegel“.

Ein Vermerk des deutschen Außenministeriums von 1982 legt außerdem nahe, dass die BRD nicht besonders auf die Auslieferung Brunners drängte. Demnach sollte die Botschaft in Damaskus „nicht verstärkt“ insistieren, da dies den deutsch-syrischen Beziehungen schaden könne.

In Deutschland werden Selfies in Wahlkabine verboten

Fotos mit dem Handy in der Wahlkabine sollen in Deutschland verboten werden. „Zum Schutz des Wahlgeheimnisses soll in der Bundeswahlordnung klargestellt werden, dass in der Wahlkabine nicht fotografiert oder gefilmt werden darf“, hieß es gestern aus deutschen Regierungskreisen, wie der „Spiegel“ (Onlineausgabe) berichtete. Der entsprechende Paragraf 56 der deutschen Bundeswahlordnung soll noch vor der Bundestagswahl im Herbst geändert werden.

Als Hintergrund gilt dem Magazin zufolge ein Vorfall bei der US-Wahl: Damals hatte der Sohn von Donald Trump noch aus der Wahlkabine einen Tweet samt Foto seiner Stimme für den Vater abgesetzt.

Kim-Mord: Keine Giftspuren auf Flughafen entdeckt

Knapp zwei Wochen nach dem Anschlag auf den Halbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un haben Spezialeinheiten den Flughafen in Kuala Lumpur nach Spuren von Nervengift durchsucht. Der Flughafen sei „sicher“, teilte die malaysische Polizei gestern nach der Aktion mit. In dem Airport war Kim Jong Nam am 13. Februar mit dem Nervengift VX getötet worden.

Nach dem spektakulären Attentat hatte die Polizei zwei Frauen aus Indonesien und Vietnam sowie einen Nordkoreaner festgenommen. Eine der Verdächtigen glaubte nach eigenen Angaben, sie sei Teil eines Streichs für eine Fernsehsendung.

Mehr dazu in Verdächtige in Kim-Mord verhört

Inland

Kritik an schleppender Verwaltungsreform

Kritik an der gestern gestarteten Verwaltungsreform-Arbeitsgruppe der Regierung kommt vom IV-nahen Institut EcoAustira. Arbeitsgruppen habe es seit den 1990er Jahren viele gegeben, erinnerte EcoAustria-Chef Josef Moser am Wochenende gegenüber der APA. „Es wäre an der Zeit, dass man jetzt die Strukturreformen angeht.“

Moser befürchtet, dass auch die im überarbeiteten Regierungsprogramm angekündigten Maßnahmen wenig an der Kompetenz-Zersplitterung ändern werden. Als Beispiel nennt er die geplante Schulautonomie, wo zwar der Leiter eines Bildungsclusters mehr Verwaltungspersonal anfordern könne. Bezahlen müsse aber erst recht wieder die jeweilige Gemeinde als Schulerhalter, während für die Lehrer Bund und Länder zuständig seien.

„Es liegt alles am Tisch“

„Bemerkenswert“ ist aus Mosers Sicht, dass im Regierungsprogramm eine eigene Arbeitsgruppe zur Harmonisierung des Pensionswesens angekündigt wird (sie soll im April starten). Der „Harmonisierungsbedarf“ in einzelnen Ländern sowie bei Sozialversicherungen, ÖBB und Nationalbank sei bekannt, das Sparvolumen auch. „Wenn man das sofort in Angriff nimmt, braucht man dazu keine Bund-Länder-Arbeitsgruppe“, so der frühere Rechnungshofpräsident.

Das überarbeitete Regierungsprogramm enthalte durchaus sinnvolle Vorschläge - etwa die Entlastung der Spitäler durch eine bessere fachärztliche Versorgung, meint Moser. An der „Kompetenzzersplitterung“ werde das aber nichts ändern, weil nach wie vor kein einheitlicher Finanzierungstopf für das Gesundheitswesen vorgesehen sei. Moser drängt die Regierung zu „nachhaltigem“ Handeln: „Es liegt alles am Tisch. Es bedürfte nur eines klaren politischen Willens, in welche Richtung es gehen soll.“

Wechselberger bleibt Tiroler Ärztekammer-Präsident

Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Artur Wechselberger, hat sein „Heimspiel“ gewonnen: Seine Gruppierung „Verein unabhängiger Tiroler Ärzte“ verteidigte gestern bei der Tiroler Ärztekammer-Wahl ihre absolute Mandatsmehrheit. Sie erhielt 32 der insgesamt 49 zu vergebenden Mandate - dasselbe Ergebnis wie beim Urnengang im Jahr 2012.

Damit scheint einer Wiederwahl Wechselbergers als Präsident der Tiroler Ärztekammer, die er bereits seit 1990 führt, nichts mehr im Wege zu stehen. Ein Termin für die konstituierende Vollversammlung, bei welcher der Landespräsident von den Mandataren bestellt wird, stand vorerst nicht fest. Die konstituierende Sitzung muss innerhalb der kommenden acht Wochen stattfinden.

Wechselbergers Gruppierung konnte in beiden Kurien (Niedergelassene und Spitalsärzte) die absolute Mehrheit auf sich vereinen. Ex aequo auf dem zweiten Platz in puncto Mandaten landeten die „Interessengemeinschaft Klinikärzte“ und die „Klinik- und Spitalsärzteliste“ mit jeweils sechs Mandaten. Die „Aktionsgemeinschaft der Tiroler Ärzte“ errang diesmal fünf Mandate - um eines weniger als 2012. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp über 50 Prozent.

Sport

Bundesliga: Altach fügt Austria Heimpleite zu

Altach hat gestern in der 23. Runde den zweiten Tabellenplatz in der Bundesliga gefestigt. Die Vorarlberger feierten im Verfolgerduell bei der Austria einen klaren 3:1-Sieg und liegen damit fünf Punkte vor den Wienern.

Der Rückstand auf Red Bull Salzburg beträgt weiter drei Punkte, der Spitzenreiter kam gegen Nachzügler Mattersburg allerdings nur zu einem mageren 1:0-Erfolg. Bittere Niederlagen bezogen Rapid beim WAC und Schlusslicht Ried bei der Admira.

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Fußball: Alaba trifft bei Bayern-Torfestival

Tabellenführer Bayern München hat gestern in der 22. Runde der deutschen Bundesliga daheim einen Kantersieg gegen den HSV gefeiert. Auch ÖFB-Legionär David Alaba durfte sich beim höchsten Ligasieg der Bayern seit 14. Februar 2015 in die Torschützenliste eintragen.

Im Duell der beiden österreichischen Trainer Ralph Hasenhüttl und Peter Stöger setzte sich Hasenhüttls Leipzig gegen Köln durch. Aufsteiger Leipzig bleibt damit fünf Punkte hinter den Münchnern auf Rang zwei.

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Wirtschaft

Starke Gewinnsteigerung für Warren Buffett

Warren Buffett hat den Gewinn seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway dank der Börsenrally zum Jahresende kräftig gesteigert. Verglichen mit dem Vorjahreswert legte der Überschuss im vierten Quartal um fast 15 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar (sechs Mrd. Euro) zu, wie das Unternehmen gestern mitteilte.

Warren Buffet

APA/AP/Cliff Owen

Trump half Kritiker Buffett

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr verdiente Berkshire Hathaway 24,1 Milliarden Dollar - minimal weniger als im Vorjahr. Im Schlussquartal spielte dem Staranleger der Börsenboom im Zuge der US-Wahlen in die Karten. Mit der Ankündigung von massiven Steuersenkungen, Konjunkturpaketen und laxeren Regeln für Finanzinstitute löste der neue US-Präsident Donald Trump ein Kursfeuerwerk auf den Märkten aus. Obwohl Buffett Trump im Wahlkampf kritisiert und dessen Rivalin Hillary Clinton unterstützt hatte, kaufte auch er zuletzt kräftig Aktien hinzu.

Optimismus für die Zukunft

In seinem jährlichen Brief an die Aktionäre zeigte sich der Börsenguru nun zuversichtlich: „Unsere Annahme ist, dass die Investmentgewinne in den kommenden Jahren weiter beträchtlich sein werden.“ Dadurch dürften Berkshire Hathaway reichlich Mittel für Firmenzukäufe bereitstehen. Der 86-Jährige führt das Konglomerat, zu dem mehr als 80 Firmen von großen Versicherern über eine Frachteisenbahn bis hin zu Zeitungen und Autohäusern gehören, bereits seit 1965.

Chronik

Vorfall in Heidelberg - Polizei schließt Terrorakt aus

Bei der Fahrt eines Autos in eine Menschengruppe in der deutschen Stadt Heidelberg schließt die Polizei einen terroristischen Hintergrund aus. Das sagte ein Sprecher der Polizei Heidelberg gestern Abend der APA. „Der Grund liegt in der Psyche des Täters“, hieß es.

Die Polizei durchsuchte den Wagen, mit dem der Mann in die Fußgängergruppe gefahren war.

Bei der Fahrt eines Autos in eine Menschengruppe in Heidelberg wurde ein 32-jähriger Österreicher leicht verletzt. Er wurde ambulant versorgt. Auch eine 29-jährige Frau aus Bosnien-Herzegowina wurde leicht verletzt, teilte die Polizei mit.

Ein 73 Jahre alter Fußgänger starb an seinen Verletzungen. Zuvor war der 35 Jahre alte Deutsche mit seinem Auto im Stadtzentrum in eine Fußgängergruppe gefahren. Beamte hatten den Mann wenig später angeschossen. Er wurde verletzt ins Spital gebracht.

New Orleans: Auto fährt in Menschenmenge

Ein wahrscheinlich stark betrunkener Autofahrer ist bei einem Faschingsumzug in der US-Stadt New Orleans in die Zuschauermenge gerast. Nach Angaben des Senders CNN und der lokalen Zeitung „Times-Picayune“, die sich auf den städtischen Polizeichef Michael Harrison beriefen, wurden bis zu 28 Menschen verletzt, fünf von ihnen schwer.

Rettungskräfte an der Unglücksstelle

APA/AP/NOLA.com/The Times Picayune/Chris Granger

Niemand schwebe aber in Lebensgefahr, hieß es. CNN zufolge ist das jüngste Opfer drei Jahre alt. Der Sender sprach von 21 Verletzten, die „Times-Picayune“ von 28, von denen 21 in Krankenhäuser gebracht worden seien.

Der Fahrer des Geländewagens mit offener Ladefläche, nach Augenzeugenberichten ein junger Mann, wurde den Berichten zufolge festgenommen. Er sei wahrscheinlich „stark alkoholisiert“ gewesen und habe zwei Autos gerammt, bevor er in die Menge gefahren sei, zitierte CNN Harrison. Es gebe keinen Hinweis auf einen terroristischen Akt.

Die Parade war eine der größten der alljährlichen Mardi-Gras-Feierlichkeiten in New Orleans, die am Dienstag ihren Höhepunkt erreichen. CNN zufolge ist dieser Umzug traditionell besonders familienorientiert. Viele Zuschauer hätten ihre Kinder mitgebracht.

Medien

Trump sagt Teilnahme an Korrespondentendinner ab

US-Präsident Donald Trump hat seine Teilnahme am traditionellen Dinner der Korrespondenten im Weißen Haus abgesagt. Trump gab seine Entscheidung, die mit einer langen Tradition von US-Präsidenten bricht, gestern im Kurzbotschaftendienst Twitter bekannt.

Seine Nachricht schloss er mit den Worten: „Bitte wünscht allen alles Gute und habt einen großartigen Abend.“ Die Galaveranstaltung findet dieses Jahr am 29. April statt, im Mittelpunkt steht in der Regel eine launige Rede des jeweiligen US-Präsidenten, in der er die Medien, andere Politiker und sich selbst aufs Korn nimmt.

Trump sieht Medien als „Feinde des Volkes“

In den Tagen zuvor hatte er einige US-Medien als „Feinde des Volkes“ geschmäht. Zuletzt schloss Trump unter anderem Vertreter der „New York Times“ und des TV-Senders CNN von einem Briefing im Weißen Haus aus.

Mehr dazu in Trump-kritische Reporter nicht zugelassen

Religion

Papst: Verständnis für Nichtverheiratete zeigen

Papst Franziskus hat römisch-katholische Priester dazu aufgerufen, auch Verständnis für Nichtverheiratete zu zeigen. „In geistlicher und moralischer Hinsicht gehören diese Paare zu den Armen und Kleinen, für welche die Kirche nach dem Vorbild ihres Herrn und Meisters eine Mutter sein will, die sie nicht im Stich lässt, sondern die sich um sie kümmert“, sagte er gestern.

Die Seelsorger sollten Paaren in jeder Form von Beziehungen helfen, „katholischen Ehen, Paaren ohne Trauschein, nur bürgerlich Verheirateten, gescheiterten Ehen, glücklichen und unglücklichen Familien“, so der Papst bei einer Veranstaltung des kirchlichen Ehegerichts weiter.

Der Papst ermutigte auch dazu, katholischen Paaren auch in Fällen eines Ehenichtigkeitsverfahrens beizustehen.

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IT

Wer beim Handy sparen will, muss öfter wechseln

Wer seit Jahren den gleichen Handytarif nutzt, kann teuer draufzahlen. Denn der Mobilfunkmarkt ist ständig in Bewegung, die Preise sind allein im letzten Jahr um fast ein Viertel gesunken.

Damit Bestandskunden nicht durch die Finger schauen, raten Experten dazu, den eigenen Tarif regelmäßig mit neueren Paketen zu vergleichen und gegebenenfalls auf attraktivere Angebote umzusteigen.

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Neuer Versuch für Marke Blackberry mit Tastatur

Ein neues Handy mit klassischer Tastatur soll der Marke Blackberry helfen, wieder Fuß im hart umkämpften Smartphone-Geschäft zu fassen. Das Modell „KEYone“, das gestern Abend, ist das erste neue Gerät, seit Blackberry Entwicklung und Produktion der Telefone komplett in die Hand der chinesischen Firma TCL gelegt hat. Es läuft wie die anderen jüngsten Blackberrys mit Googles Android und nicht mehr mit dem hauseigenen Betriebssystem.

Blackberry "KeyOne"

APA/AP/AP Photo/Manu Fernandez

Dank zusätzlicher Software sei das „KEYone“ aber „das sicherste Android-Telefon auf dem Markt“, sagte TCL-Chef Nicolas Zibell kurz vor Beginn der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona. TCL war bisher unter anderem als Hersteller von Smartphones unter der Marke Alcatel bekannt.

„F“ für Facebook

Die Blackberrys sind für die Chinesen eine Chance, neue Marktsegmente zu erschließen. Blackberry steuere weiterhin unter anderem Sicherheits-Anwendungen zu den Geräten bei, sagte der zuständige Manager des kanadischen Smartphone-Pioniers, Alex Thurber. Zu den neuen Funktionen gehört, dass jede Taste zum Direktstart einer App genutzt werden kann, zum Beispiel „F“ für Facebook.

Blackberry hatte die Anfangszeit des Smartphone-Geschäfts stark mitgeprägt, war jedoch mit dem Vormarsch der Touchscreen-Telefone weit zurückgefallen. Firmenchef John Chen richtete Blackberry auf Software und Dienstleistungen für Unternehmen aus und gab die Entwicklung eigener Smartphones auf, nachdem es nicht gelungen war, den Bereich aus den roten Zahlen zu bringen.

Kultur

Vier Goldene Himbeeren für „Batman v Superman“

Der Superheldenfilm „Batman v Superman: Dawn of Justice“ und die von Kritikern verrissene rechtskonservative Dokumentation „Hillary’s America: The Secret History of the Democratic Party“ sind gleich viermal mit der „Goldenen Himbeere“ bedacht worden.

Ben Stillers „Zoolander No. 2“ brachte Nebendarstellerin Kristen Wiig eine Goldene Himbeere ein. Jesse Eisenberg steckte für seine Nebenrolle in „Batman v Superman: Dawn of Justice“ ebenfalls einen Preis ein.

Die „Razzies“ wurden 1980 von dem Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscar-Verleihung ins Leben gerufen. Rund tausend Mitglieder des Verbands, darunter Filmkritiker, stimmten ab. Die „Gewinner“ werden traditionell am Tag vor der Oscar-Verleihung bekanntgegeben.

Pollesch-Revue mit Riesenhühnern uraufgeführt

Die Uraufführung der postdramatischen Revue „Ich kann nicht mehr“ des Berliner Kultautors und -regisseurs Rene Pollesch ist in Hamburg mit viel Applaus und Gelächter gefeiert worden. Im Deutschen Schauspielhaus begeisterten gestern Abend die skurrilen 80-minütigen Wörterkaskaden über Unzulänglichkeiten der Verständigung in Leben, Kunst und Liebe das Publikum.

Bei der Bewältigung der Textmassen brillierten die vier Darsteller Kathrin Angerer, Sachiko Hara, Bettina Stucky und Daniel Zillmann sowie ein Frauenchor. Optischer Clou der mit Popmusik angereicherten Aufführung waren drei bunte, von Bühnenbildner Wilfried Minks geschaffene Riesenhühner, die immer wieder erhaben schweigend an den Personen vorbeizogen.

Weitere Auszeichnung für „Toni Erdmann“

Die deutsche Tragikomödie „Toni Erdmann“ mit Peter Simonischek hat einen Tag vor der Oscar-Verleihung einen begehrten Indie-Preis gewonnen. Regisseurin Maren Ade nahm den Independent Spirit Award für den besten internationalen Film im kalifornischen Santa Monica entgegen. Ihr Film ist auch unter den Oscar-Anwärtern in der Sparte „bester nicht-englischsprachiger Film“.

Es sei eine große Ehre, diesen Preis zu gewinnen, strahlte Ade. Sie sei stolz darauf, hier als weibliche Regisseurin zu stehen. „Das ist immer noch nicht normal genug“, sagte Ade mit Blick auf die geringe Zahl von Filmemacherinnen, die für Regiepreise nominiert werden. Mit „Toni Erdmann“ waren unter anderem die Filme „Aquarius“ (Brasilien) und „Chevalier“ (Griechenland) im Rennen.

Die Spirit Awards zeichnen Filmproduktionen aus, die nicht mehr als 20 Millionen Dollar gekostet haben. Sie werden traditionell einen Tag vor der Oscar-Gala in einem Festzelt am Strand von Santa Monica verliehen.

Science