Ausland

Italien: Kritk an Migrantenabschiebungen aus Österreich

Die italienische Polizeigewerkschaft COISP klagt über einen „Migrationsnotstand“ für die Polizei auf dem Brenner wegen massiver Abschiebungen aus Österreich. In den vergangenen drei Monaten seien über 2.100 Flüchtlinge von den österreichischen Behörden nach Italien abgeschoben worden.

Die Polizeigewerkschaft klagte, dass sich die Ausländer auf dem Brenner weigern würden, ihre Fingerabdrücke abzugeben. Das italienische Gesetz sieht das jedoch vor. Deshalb müssten die Migranten angezeigt werden, was auch aus sprachlichen Gründen zu erheblichen Schwierigkeiten führe.

Kritik der Lega Nord an Renzi

Die Polizisten seien gezwungen, Dolmetscher zu finden, was ihre Arbeit schwer belaste. „Die Zahlen sind beeindruckend. Diese Situation kann nicht allein Kollegen belasten, die im Umgang mit einem Flüchtlingsstrom ohnegleichen alleingelassen werden“, protestierte die Polizeigewerkschaft.

Der Präsident der Region Veneto, Luca Zaia (Lega Nord), klagte, dass die Lage „unerträglich“ geworden sei. Er attackierte den Beschluss der Regierung von Matteo Renzi, die Flüchtlinge, die seit Monaten in großer Zahl in Süditalien ankommen, im ganzen Land zu verteilen.

„Europa hat uns alleingelassen“

Das belaste Städte und Gemeinden, die nicht in der Lage seien, mit dem Flüchtlingsnotstand umzugehen. „Europa hat uns alleingelassen, während Deutschland und Österreich die Flüchtlinge abschieben“, klagte Zaia.

Der Spitzenpolitiker der Lega Nord betonte, dass eine riesige Zahl von Migranten die Region Veneto erreiche, die 200.000 Arbeitslose zähle. 25 Prozent der Ausländer seien hier arbeitslos. „In einer derartigen Lage kann man den Flüchtlingen keine Integration anbieten“, so Zaia.

Keine US-Zusage für Waffenlieferungen an Ukraine

Die USA bleiben trotz eindringlicher Bitten des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko hart und werden vorerst keine Waffen liefern. Nach einem Treffen mit Poroschenko im Weißen Haus machte Präsident Barack Obama keine Zusagen für solche Lieferungen, sondern verwies lediglich auf Unterstützung zur „Sicherheit der Ukraine“.

„Wertvolles Material“

Washington hatte Kiew bereits Hilfe in Höhe von 60 Millionen Dollar (46,4 Mio. Euro) zugesagt, unter anderem für Lebensmittel, Schutzwesten und Nachtsichtgeräte. Dieses Geld soll nun um weitere 46 Millionen Dollar (36,6 Mio. Euro) aufgestockt werden, wie das Weiße Haus gestern mitteilte.

Dabei handle es sich um „wertvolles Material“ für das Militär wie Fahrzeuge, Schutzkleidung und Radargeräte, aber nicht um Waffen. „Wir unterstützen nicht nur mit Worten“, betonte Obama bei dem Treffen im Oval Office. Die USA seien zudem bereit, der Ukraine bei Verhandlungen mit Moskau zu helfen.

Humanitäre Hilfe

Sieben Millionen Dollar seien außerdem für humanitäre Hilfe in der Ukraine gedacht. Nach Ansicht des Weißen Hauses sei der beste Weg, den Konflikt zwischen der ukrainischen Regierung und den prorussischen Separatisten durch Diplomatie zu lösen.

Mit der neuen Ankündigung sei die Gesamthilfe der USA für die Ukraine in diesem Jahr auf 291 Millionen Dollar gestiegen. Vor dem Treffen hatte Poroschenko bei einer Rede im Kongress eindringlich um Waffenlieferungen gebeten und vor einem „neuen Kalten Krieg“ gewarnt.

Treffen der Kontaktgruppe

Zwei Wochen nach Beginn einer brüchigen Waffenruhe in der Ostukraine setzt die internationale Kontaktgruppe in der weißrussischen Hauptstadt Minsk heute ihre Gespräche über eine Lösung des Konflikts fort. Er rechne mit schwierigen Verhandlungen, sagte der frühere ukrainische Präsident Leonid Kutschma am Vortag in Kiew.

UNO: Ebola-Epidemie „Gefahr für Weltfrieden“

Der UNO-Sicherheitsrat hat die Ebola-Epidemie in Westafrika als „Gefahr für Frieden und Sicherheit der Welt“ eingestuft. Mit einer einstimmig beschlossenen Resolution mahnte das mächtigste UNO-Gremium bei einer Sondersitzung gestern (Ortszeit) mehr Hilfe für die betroffenen Länder in Westafrika und das Aufheben von Reisebeschränkungen an.

Zudem wollen die Vereinten Nationen noch in diesem Monat eine Sondermission zur Bekämpfung der Epidemie mit bisher mehr als 2.500 Toten nach Westafrika schicken. Der Rat hatte sich in seiner Geschichte zuvor nur zweimal mit Gesundheitsnotfällen beschäftigt, in beiden Fällen war es dabei um Aids gegangen.

UNO gründet Sondereinheit

„Die beispiellose Situation verlangt nach nie da gewesen Schritten, um Leben zu retten und Frieden und Sicherheit zu bewahren“, sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. „Deswegen habe ich entschieden, eine UNO-Sondermission für Gesundheitsnotfälle einzurichten.“

Die UNMEER genannte Mission solle sich darum kümmern, den Ausbruch der Epidemie zu stoppen, Patienten zu behandeln, notwendige Versorgung nach Westafrika zu bringen, Frieden und Sicherheit zu bewahren und mögliche weitere Ebola-Ausbrüche zu verhindern.

Guinea: Helfer wurden getötet

Nach einem Überfall wütender Dorfbewohner auf Mitarbeiter einer Ebola-Aufklärungskampagne in Guinea wurden unterdessen sieben verschleppte Helfer tot aufgefunden. Ihre Leichen seien aus dem Abwassertank einer Volksschule in der Ortschaft Wome geborgen worden, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Die Helfer seien „kaltblütig ermordet“ worden. Nach Polizeiangaben hatten Bewohner des Dorfes nahe der Stadt N’zerekore am Dienstag bei Protesten gegen die Aufklärungskampagne mehrere örtliche Gesundheitsvertreter und Journalisten verschleppt.

Die Demonstranten verdächtigten die Mitglieder des Aufklärungsteams demnach, die Dorfbewohner töten zu wollen. Ihrer Meinung nach sei „Ebola eine Erfindung der Weißen, um die Schwarzen zu töten“, sagte ein Polizeibeamter.

Ausschreitungen nehmen zu

Der Gouverneur von N’zerekore sagte im Radio, Ebola sei „eine sehr gefährliche Krankheit, aber diejenigen, die glauben, Ebola existiere nicht, sind noch gefährlicher als die Krankheit selbst“.

Australische Polizei zerschlägt IS-Terrorzelle

Terroralarm in Australien: In den Großstädten Sydney und Brisbane hat die Polizei Großrazzien durchgeführt - mit über 800 Beamten im Einsatz die bisher größten. 15 Verdächtige mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) seien festgenommen worden, teilte Premierminister Tony Abbott mit.

Ein 22-Jähriger stehe wegen eines geplanten Terrorakts unter Anklage. Er habe eine Tat geplant gehabt, die „die Gesellschaft schockieren“ hätte sollen, hieß es in Medienberichten: Der Mann habe den Auftrag gehabt, zufällig ausgewählte Menschen zu enthaupten.

Mehr dazu in Terrorbefehl von IS aus Syrien

Neues Video mit mutmaßlicher Geisel

In einem neuen Video zeigte die IS-Miliz einen mutmaßlichen Briten als Geisel. Anders als in den Enthauptungsvideos der vergangenen Wochen zeigt der gestern im Internet hochgeladene Clip die mutmaßliche Geisel bei einer die IS-Miliz verherrlichenden Ansprache. Die SITE Intelligence Group, die Websites von Extremisten beobachtet, stufte das Video als authentisch ein.

Im Video verspricht der Gefangene in einer augenscheinlich aufgezwungenen Rede, von nun an in mehreren Videofolgen die „Wahrheit“ über IS erzählen zu wollen. Er sei ein britischer Reporter, der im November 2012 entführt worden und seitdem Gefangener der IS-Miliz sei. Seine Regierung habe ihn im Stich gelassen, berichtet der Gefangene, daher habe er „nichts mehr zu verlieren“.

Zahlreiche Tote bei US-Luftangriff im Irak

Bei US-Luftangriffen auf Ausbildungslager der IS im Nordirak wurden währenddessen mindestens 25 Dschihadisten getötet und zahlreiche weitere verletzt.

Einwohner der betreffenden Ortschaft berichteten gestern, dass US-Kampfflugzeuge die Extremisten in Hamman al-Alil rund 25 Kilometer südlich der Anfang Juni von IS eingenommenen Stadt Mossul angegriffen hätten. Die Lager seien völlig zerstört worden.

Auf Konten des Kurznachrichtendiensts Twitter aus dem Umfeld der Terrormiliz hieß es, die US-Luftwaffe habe insgesamt zehn Angriffe geflogen. Die Extremisten beherrschen im Norden und Westen des Irak riesige Gebiete. Die US-Luftwaffe greift seit dem vergangenen Monat regelmäßig IS-Stellungen vor allem im Norden des Landes an. Damit unterstützt sie eine Gegenoffensive, die kurdische Einheiten begonnen haben.

Inland

Asyl: Mikl-Leitner will Automatismus in der Grundversorgung

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat gestern im Menschenrechtsausschuss des Nationalrats Einblicke in ihr Konzept zur Neustrukturierung der Asylwerbergrundversorgung gewährt. Die Erstabklärung soll demnach künftig in den Bundesländern erfolgen. Die Erstaufnahmestellen Traiskirchen und Thalham will sie entlasten, meldete die Parlamentskorrespondenz.

„Bankrotterklärung der Gemeinden und Länder“

Die Ministerin will das Konzept am 23./24. September bei der Konferenz der Flüchtlingsreferenten in Kärnten vorstellen. Im Ausschuss plädierte sie einmal mehr für eine faire Verteilung der Verantwortung zwischen den Bundesländern und der diesbezüglichen Einhaltung von Asylquoten. „Ich kann nur von einer Bankrotterklärung der Gemeinden und Länder sprechen“, sagte sie.

Die Bemühungen der Länder würden angesichts der steigenden Asylanträge, in den vergangenen Wochen täglich bis zu 170, bei weitem nicht ausreichen. Es sei deswegen alternativlos, für Asylunterkünfte und Quartiere auch gegen den Willen von Gemeinden zu sorgen, entgegnete die Ministerin der Kritik aus der FPÖ bezüglich des Asylquartiers am Semmering. Um dem „Floriani-Prinzip“ entgegenzuwirken, brauche es deshalb einen neuen Automatismus der Grundversorgung.

Was die Asylpolitik innerhalb der Europäischen Union betrifft, sprach sich Mikl-Leitner für eine Quotenregelung und eine gemeinsame Anstrengung aus, nach Möglichkeiten zu suchen, weitere Flüchtlingsopfer zu vermeiden. Österreich habe dafür im EU-Innenministerrat das Projekt „Save Lives“ eingebracht. Außerdem ließ die Ministerin auch weiterhin die Möglichkeit von temporären Grenzkontrollen offen.

Ärztearbeitszeiten: Pühringer wehrt sich

Nach Attacken auf den oberösterreichischen Gesundheitsreferenten Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) wegen der Ärztearbeitszeiten geht dieser jetzt in die Offensive: Gestern sprach er sich gegen „derartige Unseriositäten“ aus. Wegen des Medizinermangels sei die „Umsetzung extrem schwierig“. Pühringer sprach damit die EU-Vorgabe an, die bis spätestens 2021 realisiert werden soll.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Wieder 40 Flüchtlinge in Tirol aufgegriffen

Nur wenige Tage nach dem Aufgriff von rund 120 Flüchtlingen in Tirol sind gestern erneut 40 Menschen in zwei Reisezügen illegal über den Brenner eingereist und von der Polizei angehalten worden. Im September wurden bisher über 500 Flüchtlinge in Tirol angehalten.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Salzburg sucht neue Flüchtlingsquartieren

Im Land Salzburg hat jetzt eine hektische Suche nach neuen Flüchtlingsquartieren eingesetzt. Salzburg erfüllt ja nach wie vor die vereinbarte Quote nicht - mehr als 100 Flüchtlinge müssten noch im Land untergebracht werden. Ein Teil von ihnen steht schon vor der Tür.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Sport

Fußball-EM 2020: 13 Turnierstädte gesucht

Die EM 2020 wird erstmals in 16 auf ganz Europa verteilten Städten stattfinden. Welche das sein werden, entscheidet die UEFA heute. Insgesamt 19 Länder haben sich für die Austragung diverser „Spielpakete“ beworben, Österreich ist nicht darunter. Klar ist bereits jetzt, dass die Finalphase entweder in London oder München stattfinden wird. Denn nur England und Deutschland haben sich für diese beworben.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Radsport: Voigt bricht Stundenweltrekord

Jens Voigt hat gestern dem Radsport mit einer neuen Bestmarke „Adieu“ gesagt. Der 43-jährige Deutsche verbesserte den neun Jahre alten Stundenweltrekord klar und blieb erstmals in der Geschichte über einem Schnitt von 50 km/h. „Ich war schneller, als ich erwartet hatte“, sagte Voigt, der nach dem Auftritt sein Rad im wortwörtlichen Sinn an den Nagel hängte. Ob der Rekord lange Bestand haben wird, ist aber fraglich. Mehrere Spezialisten haben bereits angekündigt, ebenfalls einen Versuch wagen zu wollen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Formel 1: Singapur bringt Piloten ans Limit

Auf die Formel-1-Piloten wartet am Sonntag eines der, wenn nicht sogar das härteste Rennen der Saison. Beim nächtlichen Grand Prix von Singapur auf dem Marina Bay Street Circuit lauert ein kniffliger Stadtkurs bei tropischen Temperaturen. Für Geist und Körper werden die 61 Runden zur ultimativen Herausforderung. „Den letzten Teil des Rennens genießt du nicht mehr, der tut nur noch weh“, so Nico Rosberg, der weiß, dass er in Singapur ans Limit gehen muss. Spielraum für Fehler gibt es ebenfalls nicht, denn der kleinste Konzentrationsverlust könnte im WM-Duell mit Lewis Hamilton wichtige Punkte kosten.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Alibaba stellt Weichen für Rekordbörsengang

Alibaba hat laut Medienberichten die Weichen für den größten Börsengang aller Zeiten gestellt: Der chinesische Onlineriese wird seine Aktien demnach heute zum Einstandspreis von 68 Dollar an der New Yorker Börse anbieten. Das berichteten gestern (Ortszeit) zunächst das „Wall Street Journal“ und dann der Nachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise.

Alibaba peilt damit einen Emissionserlös von 21,8 Milliarden Dollar an. Wenn die bei der Platzierung beteiligten Investmentbanken ihre Zeichnungsrechte ausüben, könnte das Volumen 25 Milliarden Dollar (19,3 Mrd. Euro) erreichen. Da zunächst nur ein Teil des Unternehmens an der Börse gelistet wird, bewertet sich Alibaba auf dieser Grundlage insgesamt mit bis zu 168 Milliarden Dollar.

Oracle-Chef Ellison tritt als CEO zurück

Der CEO des US-Softwarekonzerns Oracle, Larry Ellison, gibt sein Amt ab. Der Gründer des SAP-Wettbewerbers wird künftig dem Verwaltungsrat vorstehen, wie das Unternehmen gestern (Ortszeit) mitteilte.

Die bisherigen Stellvertreter Mark Hurd und Safra Catz sollen Ellison ersetzen. Oracle veröffentlichte zudem den Finanzbericht für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 (bis Ende August).

Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um drei Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar (6,7 Mrd. Euro) und blieb damit unter den Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn trat mit 2,2 Milliarden Dollar auf der Stelle. Das Unternehmen kündigte Aktienrückkäufe über 13 Milliarden Dollar an.

Modekette New Yorker muss Schadenersatz an Levi’s zahlen

Im Streit über Jeansplagiate muss die deutsche Modekette New Yorker Schadenersatz an den US-Jeanshersteller Levi’s zahlen.

Außerdem wurde der deutschen Modekette verboten, Jeansmodelle weiter zu verkaufen, die Levi’s-Hosen zu ähnlich sehen, entschied das Oberlandesgericht Hamburg gestern. Die genaue Schadensersatzhöhe ist noch offen, Levi’s verlangt 50 Euro pro verkaufter Hose.

Bei dem Rechtsstreit geht es unter anderem um die Verzierung der Hosentaschen auf der Rückseite. Levi’s wirft dem deutschen Unternehmen vor, das „V“ auf den Hintertaschen kopiert zu haben. Die strittigen Jeans der New-Yorker-Eigenmarken sind in der Regel deutlich billiger als die des US-Herstellers.

Keine Revision zugelassen

Von Levi’s war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. New Yorker kündigte an, nach Vorlage des Urteils über eine Nichtzulassungsbeschwerde beim deutschen Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden zu wollen. Weiter äußerte sich das Unternehmen nicht.

Eine Revision gegen das Urteil wurde nicht zugelassen, sagte eine Gerichtssprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Nach ihren Angaben hat New Yorker nun nur noch die Möglichkeit, beim BGH eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision einzureichen. Sollte diese erfolglos sein, wäre der Rechtsweg erschöpft.

Chronik

Philippinen: Zehntausende flüchten vor Tropensturm

Schwere Überschwemmungen nach einem heftigen Tropensturm haben auf den Philippinen heute Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Ein zweijähriges Mädchen ertrank in der Hauptstadt Manila, als seine Eltern ihre Habseligkeit vor einer Überschwemmung retten wollten, berichtete der Zivilschutz.

Allein im Großraum Manila mussten sich fast 30.000 Menschen in Sicherheit bringen, weil Flüsse anschwollen und über die Ufer traten. In einigen Straßen stand das Wasser eineinhalb Meter hoch, berichtete das Wetterbüro.

In Manila und 15 Provinzen blieben Verwaltungen und Schulen geschlossen. In der Hauptstadt wurden 40 Flüge gestrichen. Tropensturm „Fung-Wong“ zog über die gesamten nördlichen Philippinen.

Mann in Florida erschießt Tochter und sechs Enkelkinder

Ein Mann im US-Staat Florida hat seine Tochter und sechs seiner Enkelkinder erschossen und sich dann selbst getötet. Die Enkelkinder seien zwischen knapp drei Monate und elf Jahre alt gewesen, teilte die Polizei in Gilchrist County mit. Der Schütze war polizeibekannt und soll im Jahr 2001 seinen Sohn laut Medienberichten versehentlich bei einem Jagdunfall erschossen haben.

Mann rief selbst bei Polizei an

Der 51 Jahre alte Großvater Don Spirit habe selbst den Notruf abgesetzt und am Telefon noch damit gedroht, anderen und sich selbst Schaden zuzufügen. Als die Polizei eintraf, tötete der Mann sich selbst, sagte Robert Schultz von der Polizei in Gilchrist County gestern Abend (Ortszeit). Im Haus entdeckten die Beamten die tödlich verletzten Kinder und ihre Mutter. Für die sieben Opfer kam jede Hilfe zu spät. 

Spirits Haus, wo sich das Verbrechen ereignete, liegt im kleinen Ort Bell nahe der Stadt Gainesville im Norden Floridas. Einige der Kinder hätten bei ihm gelebt. Eine Tochter der 28 Jahre alten Mutter hätte kommende Woche ihren sechsten Geburtstag gefeiert. Die weiteren Töchter waren knapp drei Monate sowie vier und neun Jahre und die Söhne acht und elf Jahre alt.

Täter war polizeibekannt

Spirit sei der Polizei bekannt gewesen, sagte Schultz. In der Vergangenheit hätten die Beamte mehrfach wegen „einer Reihe von Anlässen" zu seinem Haus ausrücken müssen. Im Jahr 2001 hatte Spirit laut einem Bericht des "Orlando Sentinel“ seinen acht Jahre alten Sohn bei einem Jagdausflug versehentlich erschossen. Kurz vor Beginn seines Prozess bekannte er sich schuldig und wurde wegen illegalen Waffenbesitzes zu drei Jahren Haft verurteilt. 

1995 soll er einem Kind seine Nahrung und Unterkunft verenthalten haben. 1992 soll er wegen Körperverletzung und einige Jahre später für den Besitz von Marihuana verurteilt worden sein.

Sex im Schlaf: Freispruch für Schweden

Weil er offenbar im Tiefschlaf mit einer Frau Sex hatte und sich dessen nicht bewusst gewesen sei, ist ein Schwede vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden.

Laut der Urteilsbegründung, die der Nachrichtenagentur AFP gestern vorlag, sahen die Richter bei dem 26-Jährigen keine bewusste Absicht zum Sex als erwiesen an. Das Berufungsgericht im nordschwedischen Sundsvall kassierte deshalb die zweijährige Haftstrafe, die in der vorherigen Instanz gegen den Mann verhängt worden war.

Verdacht auf Sexsomnie

Die Versicherung, dass der Beschuldigte „sich im Schlafzustand befand und nicht wahrnahm, was geschieht, erscheint nicht abwegig“, urteilte das Berufungsgericht am 8. September. Ein Schlafforscher konnte die Richter offenbar davon überzeugen, dass der junge Mann möglicherweise an Sexsomnie leidet. Auch eine Zeugenaussage seiner früheren Lebensgefährtin stützte diese These.

Bei Sexsomnie, einer Form des Schlafwandelns, kommt es nach Dafürhalten einiger Psychiater zu unbewussten sexuellen Handlungen, an die sich der Betroffene nach dem Aufwachen nicht mehr erinnern kann. Allerdings gilt die Diagnose bei anderen Psychiatern, Medizinern und Juristen als umstritten.

50-Jähriger stirbt in Salzburger Waldbad Anif

Im Waldbad Anif (Salzburg) ist gestern ein 50-jähriger Mann aus Koppl (Flachgau) gestorben. Der Mann lag laut Wasserrettung etwa 20 Meter vom Ufer entfernt in fünf Meter Tiefe tot im Wasser. Ein anderer Badegast hatte den Toten entdeckt.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Pensionistin tot in der Pielach gefunden

Ein trauriges Ende nahm eine großangelegte Suchaktion in Spielberg in Niederösterreich. Eine 75-jährige Frau, die seit Mittwoch vermisst worden war, wurde tot in der Pielach gefunden. Zahlreiche Einsatzkräfte hatten nach der Pensionistin gesucht.

Mehr dazu in noe.ORF.at

IT

Apple startet Verkauf der neuen iPhones

Apple beginnt heute mit dem Verkauf seiner neuen iPhone-Modelle, unter anderem in den USA und Deutschland. In Österreich beginnt die Auslieferung am 26. September.

Wie bei früheren Produktstarts ist mit Schlangen vor den Apple-Geschäften zu rechnen. Einige besonders hartgesottene Fans stehen schon seit Tagen an, um ein Gerät gleich am ersten Tag zu bekommen. Apple schließt sich mit dem iPhone 6 und dem iPhone 6 Plus erstmals dem Trend zu großen Smartphone-Bildschirmen an.

Zu Beginn der Vorbestellungen vergangene Woche wurden laut Apple über vier Millionen Geräte geordert. Bei Onlinebestellungen gibt es mehrwöchige Wartezeiten.

Kultur

Ray-Bradbury-Nachlass wird versteigert

Fotos, Gemälde, Auszeichnungen und andere persönliche Gegenstände aus dem Nachlass des 2012 gestorbenen Science-Fiction-Autors Ray Bradbury werden in den USA versteigert.

Vor allem von Science-Fiction inspirierte Kunst sei unter den zu versteigernden Stücken, teilte das Auktionshaus Nate D. Sanders gestern (Ortszeit) in Los Angeles mit.

Teilweise liegen die Mindestgebote nur bei wenigen hundert Dollar, teilweise auch im fünfstelligen Bereich. Im Internet kann noch bis Donnerstag mitgesteigert werden. Der vielfach ausgezeichnete Bradbury, der auch einen Stern auf Hollywoods Walk of Fame hat, war vor allem mit seinem Roman „Fahrenheit 451“ bekanntgeworden.

Ostermayer will Buchpreisbindung für E-Books

Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) will die Buchpreisbindung auf den Onlinehandel und auf E-Books ausweiten. Der Sprecher des Ministers bestätigte einen entsprechenden Vorstoß im „Kurier“ (Freitag-Ausgabe) gegenüber der APA.

Demnach wollen SPÖ und ÖVP kommende Woche im Parlament einen Initiativantrag auf eine Novelle des Buchpreisbindungsgesetzes einbringen. Laut Ostermayer sei es „im Sinne der Vielfalt“ wichtig, „Bücher zu schützen und ein Marktumfeld zu schaffen, das eine hohe Anzahl an Verlagen und Veröffentlichungen ermöglicht“.

Änderung zum Weihnachtsgeschäft

Bis zum Weihnachtsgeschäft soll das Gesetz dahingehend abgeändert werden, „dass E-Books ausdrücklich in den sachlichen Anwendungsbereich des Gesetzes aufgenommen und die Ausnahme des grenzüberschreitenden elektronischen Handels gestrichen werden“, so die Novelle im Wortlaut.

Ostermayer kündigte zudem im „Kurier“ eine Anhebung der Verlagsförderung um zehn Prozent auf 2,2 Mio. Euro im Jahr und eine Ausweitung von Projektstipendien für Literaten von 40 auf 50 an.

Anpassung an digitales Zeitalter

Es gehe darum, das Gesetz an das digitale Zeitalter anzupassen, so SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel gegenüber der APA. E-Books würden mittlerweile billig verkauft und stellten einen dementsprechend großen Markt dar.

„Wir wollen das Gesetz zukunftsfit machen und an die kultur- und gesellschaftspolitischen Ziele anpassen, damit auch der Buchhandel und die Verleger sich gegen Amazon und andere große Importeure, die derzeit den Buchpreis unterschreiten können, besser durchsetzen können“, so Hakel.

Frankreich und Deutschland hätten hier bereits die Vorreiterrolle übernommen und die Buchpreisbindung auf den Onlinehandel ausgeweitet. Am Ende des Tages sei es das Ziel, „dass der Künstler bzw. die Künstlerin davon leben können, was sie produzieren“.

Museum Gugging: Die fantastische Welt von Adolf Wölfli

35 Jahre seines Lebens hat der Schweizer Adolf Wölfli in einer psychiatrischen Anstalt verbracht - und dort ein unfassbar umfangreiches künstlerisches Werk aus Bildern, Texten und Notenblättern geschaffen. Zum 150er widmet ihm das Museum Gugging eine Retrospektive und zeigt darin einen Einblick in den gezeichneten Weltentwurf des Künstlers, der sich als „Skt. Adolf II.“ in seinem Anstaltszimmer ein fantastisches Universum erträumt hat.

Mehr dazu in „Skt. Adolf II.“ und sein Universum

Religion

Science

Gesundheit

Italiens Armee produziert Cannabis für Schwerkranke

Die italienische Armee übernimmt im Auftrag des Gesundheitsministeriums den Anbau von Cannabis für medizinische Produkte.

„Es handelt sich um eine Maßnahme ausschließlich zum Wohl der Kranken“, sagte Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin gestern in Rom bei der Unterzeichnung einer entsprechenden Übereinkunft mit Verteidigungsministerin Roberta Pinotti. Demnach sollen mit dem heimischen Marihuana Medikamente entwickelt werden, die bisher teuer und aufwendig importiert werden müssen und so die Sozialkassen belasten.

Die Pflanzenzucht übernimmt ein pharmazeutischer Betrieb der Armee in Florenz, wo lange Zeit Medikamente für den Armeebedarf hergestellt wurden und inzwischen auch für den freien Markt produziert wird. „Die Kapazitäten der Armeewelt sind oft unbekannt oder werden unterschätzt“, so Pinotti.

Die ersten italienischen Cannabis-Medikamente sollen im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Der Jahresbedarf in Italien wird von den Ministerien auf 80 bis 100 Kilogramm Cannabis geschätzt.

Leute