Inland

Doskozil verteidigt Ergebnisse von Wiener Flüchtlingsgipfel

Nach Meinung von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat der Wiener Flüchtlingsgipfel entgegen vielfach geäußerter Skepsis durchaus Ergebnisse gebracht. Es seien in zwei Punkten Erfolge erzielt worden: Die Balkanroute sei geschlossen und man habe sich auf den Außengrenzschutz konzentriert, auf ziviler, militärischer und polizeilicher Ebene, sagte Doskozil gestern Abend in der ORF-Diskussionssendung „Im Zentrum“.

Zur Lösung der Flüchtlingsproblematik sei die Einbeziehung der Visegrad-Staaten wichtig, besonders was die Verteilungsfrage betreffe, meinte der Minister. Den Außengrenzschutz habe man in die Hände von Frontex gelegt. In Bezug auf „Hotspots“ und Rückführungen habe man aber zuviel erwartet. Frontex sei überfordert. Es bedürfe klarer Strukturen für den Außengrenzschutz.

Türkei-Deal „mittelfristig“ richtig

Bezüglich des umstrittenen Deals mit der Türkei sagte Doskozil, mittelfristig sei dies der richtige Weg. Längerfristig dürfe man sich aber nicht von der Türkei abhängig machen. Ein Modell wie jenes mit der Türkei müsse auch für Afrika schlüssig sein. Ein Denkmuster sei, Verfahrenszentren außerhalb Europas zu errichten. Ein zentrales Thema sei, wie Rückführungen in die Herkunftsländer von abgewiesenen Asylwerbern durchgeführt werden können.

Lösung „keine nationale Frage“

Laura Garavini, Parlamentsabgeordnete der italienischen Regierungspartei Partito Democratico, forderte europäische Solidarität in der Flüchtlingsfrage. Europa habe vor drei Jahren weggeschaut und Italien und Griechenland allein gelassen. Die Lösung des Problems sei keine nationale Frage. Die Grenzen im Mittelmeer seien nicht einfach zu sichern, betonte Garavini. Es sei zwar eine europäische Küstenwache beschlossen worden, aber noch nicht vorhanden. Zudem funktioniere die Verteilung der Flüchtlinge nicht.

Richard Sulik, EU-Abgeordneter und Oppositionschef im slowakischen Parlament, meinte, würde man die Flüchtlinge in Europa verteilen wäre dies eine Aufforderung an die Schlepper. Asylanträge müssten außerhalb der EU bearbeitet werden. Man hätte etwa mit der Türkei einen diesbezüglichen Deal machen können, oder könnte das auch mit Libyen machen.

Gerald Knaus, Vorsitzender der europäischen Stabilitätsinitiative und Architekt des EU-Flüchtlingsabkommens mit der Türkei, lehnte diese Idee vehement ab.

Ausland

Hilfskonvois erreichen syrische Städte

Im syrischen Bürgerkrieg haben vier eingeschlossene Städte nach Angaben des Roten Kreuzes erstmals seit fast sechs Monaten Hilfslieferungen erhalten. Dabei handle es sich um Madaja und Sabdani in der Nähe der Hauptstadt Damaskus sowie um Fua und Kefraja in der nordwestlichen Provinz Idlib, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) mit.

Insgesamt 70 Lastwagen hätten Hilfsgüter geliefert. Madaja mit einer Bevölkerung von rund 40.000 Menschen ist seit einem halben Jahr von Verbündeten der syrischen Armee eingekesselt. In Sabdani leben noch 1.000 Menschen. Kefraja und Fua mit rund 20.000 Einwohnern werden seit April 2015 von Aufständischen belagert.

Die Vereinten Nationen hatten am Donnerstag nach einem 48-stündigen Stopp ihre Hilfslieferungen für die Bevölkerung in Syrien wieder aufgenommen. Zuvor waren sie nach dem Angriff auf einen Hilfskonvoi des Roten Halbmondes bei der umkämpften Großstadt Aleppo am Montag ausgesetzt worden.

Regionalwahlen in Spanien: Verluste für Sozialisten

Die konservative Volkspartei (PP) des amtierenden spanischen Ministerpräsidenten Manuel Rajoy geht gestärkt aus den Regionalwahlen in Galicien und dem Baskenland hervor. Im nordspanischen Galicien konnte die Partei ihre absolute Mehrheit verteidigen, im Baskenland hielt sich ihre Niederlage im Bereich der Erwartungen, wie aus gestern Abend veröffentlichten Teilergebnissen hervorging. Deutliche Niederlagen fuhr dagegen Spaniens größte Oppositionspartei, die Sozialistische Partei (PSOE), ein.

Absolute für PP in Galicien

In ihrer Hochburg Galicien kommt Rajoys PP nach Auszählung von über 70 Prozent der Stimmen auf 41 der 75 Sitze im Regionalparlament. Im Baskenland erhält sie nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen zwar nur neun der 75 Sitze und landet damit auf dem fünften Platz, doch war mit dem Ergebnis allgemein gerechnet worden.

Siegerin im Baskenland ist die regierende gemäßigt nationalistische Partei PNV mit 28 Mandaten, gefolgt von den linken Unabhängigkeitsbefürwortern der EH Bildu mit 18 Mandaten. An die dritte Stelle und damit noch vor die PSOE rückt die linkspopulistische Podemos, die im Baskenland unter dem Namen Elkarrekin Podemos antrat und sich dort ebenfalls für das Selbstbestimmungsrecht der Region einsetzt. In Galicien liegen PSOE und das örtliche Podemos-Bündnis En Marea gleichauf hinter der PP.

Auswirkungen auf Regierungsbildung?

Die Wahlen könnten Bewegung in das seit Monaten anhaltende Patt bei der Regierungsbildung für Spanien bringen. Seit den Wahlen im Dezember vergangenen Jahres kam in Madrid keine Regierungsmehrheit zustande, auch Neuwahlen im Juni änderten daran nichts. Bleibt es beim Patt in Madrid, wird Ende Oktober das Parlament aufgelöst und die Spanier müssten voraussichtlich im Dezember ein drittes Mal wählen.

Zwar hatte Rajoys PP die Wahlen gewonnen, doch gelingt es dem amtierenden Regierungschef nicht, eine Minderheitsregierung auf die Beine zu stellen. Dies liegt unter anderem an der Blockadehaltung von PSOE-Chef Pedro Sanchez. Durch das schlechte Abschneiden seiner Partei nun in Galicien und im Baskenland dürfte der Druck auf Sanchez aus seinem eigenen Lager wachsen, seine Blockadehaltung gegen eine weitere Amtszeit Rajoys aufzugeben.

Bosnische Serben erteilen Verfassungsgericht Abfuhr

Mit einem Rekordergebnis von 99,8 Prozent haben sich die Serben in Bosnien-Herzegowina gegen das Verfassungsgericht gestellt. Das berichteten die Behörden gestern Abend in Banja Luka nach ersten Auszählungen eines verfassungswidrigen Referendums.

Damit soll der nur in der serbischen Landeshälfte begangene Nationalfeiertag am 9. Januar beibehalten werden. Das Verfassungsgericht hatte dieses Datum ebenso verboten wie die Abstimmung selbst.

Die USA und die EU hatten vergeblich versucht, das Referendum zu unterbinden und nicht näher bezeichnete Sanktionen angedroht. Washington und  Brüssel sehen darin einen weiteren Schritt zur immer wieder angedrohten Abspaltung des serbischen Landesteils von diesem Balkanstaat.

Bombenanschlag in Budapest richtete sich gegen Polizei

Bei einem Bombenanschlag im Zentrum von Budapest sind in der Nacht auf gestern zwei Streifenbeamte schwer verletzt worden. „Die vorliegenden Indizien lassen zweifelsfrei darauf schließen, dass die Polizisten das Ziel des Anschlags waren“, erklärte der ungarische Landespolizeikommandant Karoly Papp gestern Abend bei einer Pressekonferenz in Budapest.

„Die gesamte ungarische Polizei war das Ziel, man wollte meine Polizisten hinrichten“, fügte er hinzu. Die hohe Summe von 10 Mio. Forint (32.700 Euro) wurde für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen, ausgesetzt. Den Informationen zufolge befanden sich die beiden Beamten auf einer regulären Patrouille und wurden nicht im Besonderen an den Ort der späteren Explosion gerufen.

Detonation in Ausgehviertel

Die Explosion erschütterte am Vortag um 22.36 Uhr den Theresien-Ring und den Oktogon-Platz, ein beliebtes Viertel mit zahllosen Bars und Restaurants in der Budapester Innenstadt. Nach Medienberichten detonierte der Sprengsatz am Boden vor einem Wohnhaus. Eine Polizistin wurde lebensgefährlich, ein Polizist schwer verletzt. Polizeikommandant Papp beschrieb den Zustand der beiden als stabil.

Spurensicherung am Tatort

APA/AFP/Ferenc Isza

Auf die Frage eines Journalisten, ob es sich um einen Terroranschlag handelte, wollte Papp nicht antworten. „Die ermittelnde Staatsanwaltschaft spricht von sieben möglichen Versionen“, sagte er. „Mehr kann ich derzeit dazu nicht sagen.“

Überwachungsvideo zeigt offenbar Täter

Der Fernsehsender M1 berichtete, eine Überwachungskamera habe Bilder von einem Menschen aufgezeichnet, der an der Stelle der späteren Explosion eine Tasche ablegte. Ein Sprengstoffexperte sagte M1, wahrscheinlich sei die Detonation durch eine selbst gebaute Bombe ausgelöst worden. Augenzeugen verbreiteten im Internet Fotos, auf denen Nägel auf der Straße zu sehen waren.

Der Sicherheitsausschuss des ungarischen Parlaments wurde für heute einberufen. Die Explosion ereignete sich nur wenige Tage vor dem vom rechtspopulistischen Ministerpräsidenten Viktor Orban angesetzten Referendum am 2. Oktober, bei dem die Ungarn über die EU-Quotenregelung zur Verteilung von Flüchtlingen auf die EU-Mitgliedstaaten abstimmen sollen.

Attentatspläne: Zwei Mädchen in Nizza festgenommen

In Nizza sind zwei Jugendliche unter dem Verdacht festgenommen worden, ein Attentat geplant zu haben. Wie gestern aus Justizkreisen verlautet wurde, standen die 17 und 19 Jahre alten Mädchen über das Internet mit dem bekannten Dschihadisten Rachid Kassim in Kontakt, der im Auftrag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) versucht, Sympathisanten in Europa zu Anschlägen anzustacheln. Beide Mädchen wurden in Gewahrsam genommen.

19-Jährige war bereits unter Beobachtung

Den Angaben zufolge gestanden sie, unter dem Einfluss Kassims einen Anschlag geplant zu haben, bevor sie die Pläne wieder aufgaben. Waffen wurden in ihren Wohnungen nicht gefunden. Während die 17-Jährige den Ermittlern bis zu ihrer Festnahme am 17. September unbekannt war, stand die 19-Jährige bereits seit Ermittlungen zu einem islamistischen Netzwerk in Nizza im November 2014 unter Überwachung der Justiz.

Wie aus Justizkreisen verlautet, wurde sie verdächtigt, zu einer Gruppe um den Dschihadisten Omar Diaby gehört zu haben. Laut Angaben soll sie geplant haben, sich in die Konfliktgebiete in Syrien und dem Irak zu begeben. In den vergangenen Wochen waren in Frankreich mehrere andere Jugendliche und Erwachsene unter dem Verdacht festgenommen worden, unter dem Einfluss von Kassim Anschläge geplant zu haben.

Schweizer geben Geheimdienst mehr Befugnisse

Die Schweizer haben mit klarer Mehrheit für erheblich größere Überwachungsbefugnisse ihres Geheimdienstes gestimmt. Zugleich lehnten sie gestern höhere Pensionen und eine grünere Wirtschaft ab.

65,5 Prozent der Referendumsteilnehmer votierten laut dem offiziellen Endergebnis für ein neues Geheimdienstgesetz, das es in Einzelfällen erlaubt, Telefonate abzuhören, Wohnungen zu verwanzen und Computer anzuzapfen. Abgestimmt wurde dabei über ein bereits 2015 vom Parlament gebilligtes Gesetz über neue Regeln für den Nachrichtendienst des Bundes (NDB) bei der Bekämpfung terroristischer Gefahren.

Verteidigungsminister Guy Parmelin von der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) begrüßte die breite Zustimmung. Das neue Gesetz ermögliche es, auf Ängste der Bevölkerung zu reagieren.

Ab September 2017 in Kraft

Es werde am 1. September 2017 in Kraft treten. Bis dahin müsse unter anderem die Zusammenarbeit zwischen dem NDB, dem Ministerium für Verteidigung und Bevölkerungsschutz sowie den Kantonen und Polizeidirektoren geregelt werden. Für das elektronische Eindringen in die Privatsphäre von Bürgern müssen jeweils Bewilligungen von Regierungsstellen sowie des höchsten Schweizer Verwaltungsgerichts eingeholt werden.

Gegner des Gesetzes hatten gewarnt, es werde der Weg in einen „Schnüffelstaat“ geebnet. Die Befürworter machten geltend, dass der Geheimdienst angesichts der Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und anderer Gewalttäter „nicht blind und taub“ sei dürfe. Er müsse vielmehr über alle erforderlichen Mittel verfügen, um bereits Planungen für Anschläge zu erkennen und unterbinden zu können.

Wirtschaft

Air Berlin will deutlich schrumpfen

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin will offenbar kräftig schrumpfen. Am Ende sollten wahrscheinlich nur noch halb so viele Flugzeuge betrieben werden wie derzeit, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Auch die Zahl der Arbeitsplätze in der Verwaltung solle halbiert werden.

Deshalb wolle sich das Unternehmen in den kommenden Monaten voraussichtlich von etwa tausend seiner insgesamt 8.600 Mitarbeiter trennen.

Air-Berlin-Hauptaktionär Etihad Airways verhandelt den Angaben zufolge derzeit mit dem Touristikkonzern Tui darüber, Teile von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft mit Tuifly zusammenzulegen und in einer eigenen Ferienfluggesellschaft fortzuführen. Außerdem sei vor einigen Wochen bereits durchgesickert, dass Etihad mit der Lufthansa über ein breit angelegtes Geschäft verhandle: Air Berlin wolle rund 40 Jets an Eurowings vermieten, den Billigableger der Lufthansa.

Enden die Verhandlungen mit Tui und Lufthansa erfolgreich, würde Airberlin laut „SZ“ künftig nur noch etwa 70 Maschinen betreiben, also etwa halb so viele wie derzeit. Das beträfe auch die Besatzungen, also Piloten und Bordpersonal.

Etihad ist mit 29,2 Prozent an Airberlin beteiligt. Die deutsche Fluglinie hat den Angaben zufolge seit dem Börsengang im Jahr 2006 nur ein einziges Mal Gewinn gemacht. In den vergangenen drei Jahren hat das Unternehmen Verluste von insgesamt knapp 1,2 Milliarden Euro angehäuft.

Algerien plant wegen Ölpreisverfall Bankenprivatisierung

Wegen des Ölpreisverfalls ist Algerien auf der Suche nach neuen Finanzquellen. Das nordafrikanische Land plane die Privatisierung seiner dominanten Staatsbanken, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter gestern, der namentlich nicht genannt werden wollte. Das Vorhaben solle die Tür für ausländische Investoren öffnen, die Mehrheitsbeteiligungen an den Banken erwerben könnten.

Die algerische Bankenlandschaft teilt sich auf in sechs staatliche Banken, die etwa 85 Prozent der algerischen Vermögenswerten halten, und ein paar private Banken und Spezialbanken. Bisher durften nur heimische Firmen die Mehrheit bei Partnerschaften mit ausländischen Investoren besitzen. Unter den ausländischen Banken in Algerien sind französische Institute wie die Societe Generale und die BNP Paribas am stärksten vertreten.

Mit einer Privatisierung und Börsennotierung der inländischen Banken würde Algerien zugleich seine Finanzmärkte stärken. Das Land steht seit dem Ölpreisverfall unter massivem Druck. Die Regierung hat bereits die Staatsausgaben gekürzt. Einnahmen aus dem Energiesektor machen 60 Prozent des algerischen Budgets aus.

Sport

Fußball: Köln und Leipzig bleiben ungeschlagen

Das rot-weiß-rote Trainerduell in der deutschen Bundesliga hat gestern keinen Sieger gesehen. Der 1. FC Köln mit Trainer Peter Stöger und RB Leipzig mit Coach Ralph Hasenhüttl trennten sich 1:1 und bleiben damit auch nach fünf Runden als einzige Teams neben Bayern München ungeschlagen. In einer kurzweiligen Begegnung ging Leipzig rasch in Führung, Köln steckte aber nicht auf. Immer schlimmer wird die Tabellensituation dafür für Schalke 04.

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Motorrad: Marquez macht nächsten Schritt zum Titel

Marc Marquez hat seine Führung in der MotoGP-Wertung ausgebaut. Der spanische Honda-Pilot gewann den Grand Prix von Aragonien vor dem Yamaha-Duo Jorge Lorenzo und Valentino Rossi. Der Italiener liegt nun schon 52 Punkte hinter dem WM-Leader, vier Rennen stehen noch auf dem Programm. In der Moto3-Klasse ist die Entscheidung bereits gefallen - so früh wie bisher noch nie.

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Marathon: Bekele kratzt in Berlin am Weltrekord

Der Äthiopier Kenenisa Bekele hat bei der 43. Auflage des Berlin-Marathons nur knapp einen neuen Weltrekord verpasst. Der dreifache Olympiasieger über 10.000 m bzw. 5.000 m blieb nach 42,195 km durch die deutsche Hauptstadt nur sechs Sekunden über der zwei Jahre alten Bestmarke des Kenianers Dennis Kimetto. Bei den Damen ging der Sieg mit Aberu Kebede ebenfalls an Äthiopien.

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Chronik

Vier Verletzte bei Schießerei in Malmö - Täter flüchtig

Bei einer Schießerei in Malmö, der drittgrößten Stadt Schwedens sind gestern Abend vier Menschen verletzt worden. Wie die Zeitung „Expressen“ unter Berufung auf Augenzeugen berichtete fielen die Schüsse nach einer Verfolgungsjagd zwischen einem Auto und mehreren Motorrädern.

Die Polizei bestätigte, dass vier Personen im Krankenhaus versorgt würden. Über den Grad ihrer Verletzungen ist derzeit nichts bekannt. Die Täter seien - vermutlich auf Motorrädern - geflohen, so die Polizei, die mit einem Großaufgebot im Einsatz ist.

Als ein möglicher Hintergrund der Tat galten Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Banden. Berichte über eine Explosion in einem anderen Stadtteil Malmös, die via Twitter kolportiert wurden, konnte der Polizist nicht bestätigen.

Falsche Diagnose: Mann verbringt 43 Jahre im Rollstuhl

Ein Portugiese hat 43 Jahre seines Lebens im Rollstuhl verbracht, weil die Ärzte seine Krankheit nicht richtig erkannt hatten. Nachdem Mediziner den Fehler realisierten, habe Rufino Borrego binnen kurzer Zeit wieder zu laufen gelernt, berichtete die Zeitung „Jornal de Noticias“ gestern. Demnach war bei Borrego mit 13 Jahren in einem Lissabonner Krankenhaus unheilbare Muskeldystrophie diagnostiziert worden.

Richtiges Medikament brachte Heilung

Über vier Jahrzehnte benutzte der heute 61-Jährige einen Rollstuhl - bis schließlich ein Neurologe 2010 erkannte, dass er in Wahrheit an einer anderen Muskelerkrankung, Myasthenia, leidet. Diese seltene Krankheit kann einfach durch die Einnahme von Asthmamitteln behandelt werden.

Borrego kann nun wieder ein Leben ohne Rollstuhl führen. Er betont, dass er keinen Groll gegen die Ärzte hege, die damals für die Fehldiagnose verantwortlich waren. Schließlich sei Myasthenia damals bei Ärzten kaum bekannt gewesen. „Ich will einfach nur mein Leben nutzen“, sagte Borrego.

Mann auf Münchner Oktoberfest schwerst verletzt

Ein junger Mann ist bei einer Auseinandersetzung auf dem Münchner Oktoberfest am Freitag offenbar mit einem Glasgefäß schwerst verletzt worden. Das gab die Polizei nach ersten Ermittlungen bekannt. „Es bestand Lebensgefahr“, sagte ein Polizeisprecher. „Auch die Mordkommission ist in die Ermittlungen eingeschaltet.“

Der Geschädigte werde möglicherweise auf einem Auge erblinden. Die näheren Umstände und die Hintergründe müssten jedoch zunächst geprüft werden. Vermutlich habe es sich bei der Tatwaffe um einen Maßkrug oder ein anderes Trinkgefäß gehandelt, sagte der Sprecher.

Tanker brennt vor Mexikos Küste

Vor der Ostküste Mexikos ist ein Öltanker in Brand geraten. Die Lage nach dem Unfall auf der mit Benzin und Diesel beladenen „Burgos“ im Golf von Mexiko sei aber unter Kontrolle, teilte der Betreiberkonzern Pemex mit.

Brennender Öltanker

APA/AFP/Mexikanische Marine

Die 31 Crewmitglieder seien in Sicherheit gebracht worden. Es bestehe auch keine Gefahr für die Bewohner des nahe gelegenen Ortes Boca del Rio im Bundesstaat Veracruz, schrieb Pemex.

Firma versichert: Kein auslaufendes Öl

Die Ursachen des Feuers waren zunächst unklar. Der Ölkonzern versicherte, das Schiff sei sicher und es werde kein Öl auslaufen. Auf der Meeresoberfläche seien nur kleine Mengen Benzin zu sehen, die gleich verbrannten, schrieb Pemex via Kurznachrichtendienst Twitter weiter.

Fernsehbilder zeigten, wie eine dunkle Rauchsäule von der leicht in Schieflage geratenen „Burgos“ aufstieg. Medienberichten zufolge hatte es am Freitag eine Explosion auf dem Schiff gegeben. Der Tanker hat laut diesen eine Kapazität von 80.000 Barrel Öl. Im Golf von Mexiko kommt es immer wieder zu Unfällen auf Bohrinseln und Ölschiffen. Im vergangenen Jahr waren mehrere Menschen bei Explosionen auf Ölplattformen ums Leben gekommen.

Zwei Tote bei Motorradunfall in Tirol

Zwei Todesopfer hat gestern Abend ein Motorradunfall auf der Reschenstraße (B180) in Pfunds im Tiroler Bezirk Landeck gefordert. Laut ersten Informationen der Polizei geriet das Zweirad aus bisher ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal in ein entgegenkommendes Auto. Für den Motorradlenker und eine am Sozius mitfahrende Frau kam jede Hilfe zu spät.

Zu dem Unfall war es kurz vor 19.00 Uhr gekommen. Im Einsatz standen Polizei, Rettung und zwei Notarzthubschrauber. Die Reschenstraße wurde für die Dauer der Aufräumarbeiten gesperrt. Pkw und Busse wurden laut Polizei über die Engadiner Straße (B184) umgeleitet.

Mountainbiker während Pause tödlich abgestürzt

Während einer Pause hat ein 60-jähriger Mountainbiker in Eben am Achensee (Tirol) gestern den Halt verloren und ist von einer Brücke zehn Meter in die Tiefe gestürzt. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

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Mountainbiker lehnte tot an Zaun

In Saalbach-Hinterglemm (Salzburg) ist am Freitag ein Mountainbiker tot aufgefunden worden. Passanten fanden ihn auf dem Fahrrad sitzend und gegen einen Zaun gelehnt.

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Kultur

Leute

Ex-Ärzte-Bassist Hagen Liebing gestorben

Der Musikjournalist und frühere Bassist der Band Die Ärzte, Hagen Liebing, ist tot. Das teilten seine Arbeitgeber „Tip“ und „Der Tagesspiegel“ in Berlin mit. Liebing wurde 55 Jahre alt und starb gestern nach kurzer schwerer Krankheit.

Der Musiker war ab 1986 Bassist der Band Die Ärzte, die sich 1988 auflöste. Bei der Neugründung der Band 1993 war Liebing, von den anderen Bandmitgliedern „The Incredible Hagen“ genannt, nicht mehr dabei. Der gebürtige Berliner arbeitete von 1991 an als Musikjournalist beim „Tagesspiegel“, später wechselte er zum Stadtmagazin „Tip“.

Religion

Papst unterstützt Proteste gegen Homoehe in Mexiko

Papst Franziskus hat den Protesten gegen eine geplante Einführung der Homosexuellenehe in Mexiko seine Unterstützung zugesagt. „Ich schließe mich den mexikanischen Bischöfen an, die den Einsatz der Kirche und der bürgerlichen Gesellschaft für die Familie und das Leben unterstützen“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt gestern beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz.

„Das erfordert in diesen Zeiten besondere pastorale und kulturelle Aufmerksamkeit überall in der Welt“, ergänzte er. Zehntausende Menschen hatten am Samstag zum zweiten Mal in Mexiko-Stadt gegen die Homosexuellenehe protestiert.

Im vergangenen Jahr hatte der Oberste Gerichtshof des mehrheitlich katholischen Mexiko das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen für verfassungswidrig erklärt. Bisher sind Homosexuellenehen nur im Hauptstadtbezirk und in drei von 31 Teilstaaten erlaubt. Die Regierung von Präsident Enrique Pena Nieto will die Homosexuellenehe nun über eine entsprechende Verfassungsänderung im ganzen Land zulassen.