Ausland

Viele Tote bei Selbstmordanschlag in Bagdad

Im Süden der irakischen Hauptstadt Bagdad hat sich ein Selbstmordattentäter mit seinem Lkw in die Luft gesprengt. Dabei seien mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen, verlautete gestern aus Polizeikreisen. Mehr als 60 Personen seien bei dem Anschlag verletzt worden.

Der Attentäter habe seinen Wagen an einer Grenzkontrolle explodieren lassen. Dadurch seien andere Fahrzeuge in Brand geraten. Es war zunächst nicht klar, wer hinter dem Anschlag steckt. Ähnliche Bombenanschläge in der Vergangenheit hatte die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert.

Le Pen will „Le Monde“ nach Enthüllungen klagen

Nach neuen Enthüllungen in der Affäre um die Bezahlung von EU-Parlamentsmitarbeitern will die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen die angesehene Tageszeitung „Le Monde“ klagen. Die Chefin der rechtsextremen Front National (FN) sprach gestern im Sender M6 von „Verleumdung“ und einer Verletzung des Ermittlungsgeheimnisses.

Die Zeitung berichtete, FN-Schatzmeister Wallerand de Saint Just habe im Juni 2014 nach den Europawahlen an Le Pen geschrieben, dass die Partei dank des Europaparlaments „bedeutende Einsparungen“ machen könnte. Diese E-Mail und andere Dokumente seien bei einer Durchsuchung der FN-Parteizentrale gefunden worden und schwächten die Position der Partei in der Affäre.

„Rein fiktiver Arbeitsvertrag“

Die französische Justiz prüft schon länger, ob aus Parlamentsmitteln bezahlte Assistenten von FN-Europaabgeordneten in Wahrheit für die Partei tätig waren. Ins Rollen gebracht hatte den Fall die EU-Antibetrugsbehörde Olaf. Sie hatte „schwere Unregelmäßigkeiten“ festgestellt.

Die Europaabgeordnete Le Pen habe einem Mitarbeiter einen „rein fiktiven Arbeitsvertrag“ ausgestellt, hatte es geheißen. Eine Mitarbeiterin habe nicht wie vorgeschrieben in der Volksvertretung, sondern in der Gegend von Paris für die FN gearbeitet. Das EU-Parlament hatte deshalb 339.000 Euro von Le Pen zurückgefordert - sie wehrt sich juristisch dagegen.

Briten wollen bei Europol-Ausstieg Daten mitnehmen

Der „Brexit“ könnte nach Einschätzung der britischen Innenministerin Amber Rudd den künftigen Datenaustausch der europäischen Sicherheitsbehörden behindern. Mit dem Austritt aus der EU werde Großbritannien wohl auch die europäische Polizeibehörde Europol verlassen, sagte Rudd gestern. „Unsere Daten nehmen wir dann mit.“

Die Ministerin appellierte an die verbleibenden EU-Staaten, sich mit Großbritannien auf eine enge Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen zu verständigen. Die Vereinbarung müsse sicherstellen, dass Daten künftig weiter in beide Richtungen fließen könnten.

Großbritannien ist einer der drei größten Nutzer der Europol-Daten. Die übrigen europäischen Länder profitieren im Gegenzug von den Informationen, die Großbritannien über die „Five Eyes“-Allianz erhält. Großbritannien hat sich mit den USA, Kanada, Australien und Neuseeland zu einem Bund zusammengeschlossen, in dem Geheimdiensterkenntnisse ausgetauscht werden.

Geschenke von Spionen: Affäre in US-Außenministerium

Eine Mitarbeiterin des US-Außenministeriums soll von chinesischen Geheimdienstmitarbeitern Geschenke im Wert von mehreren tausend Dollar angenommen und darüber gelogen haben. Gegen die 60-jährige Candace Claiborne wurde gestern Anklage erhoben, wie das Justizministerium in Washington mitteilte.

Geschenke über fünf Jahre

Claiborne, die eine Freigabe für streng geheime Informationen des Außenministeriums hat, habe Kontakt zu zwei chinesischen Geheimdienstagenten unterhalten. Einem Mitwisser habe sie anvertraut, dass es sich bei ihnen um Spione handle, heißt es in der Mitteilung des Justizministeriums.

Sie soll von den beiden über fünf Jahre lang zahlreiche Geschenke bekommen haben - darunter Geld, Reisen, ein iPhone, einen Laptop, eine vollständig eingerichtete Wohnung, Unterricht an einer chinesischen Modeschule und ein monatliches Stipendium.

Agent wollte interne Analysen

Nach einer Zahlung von 2.480 US-Dollar habe einer der Agenten die Frau damit beauftragt, ihm interne Analysen der US-Regierung über Wirtschaftsberatungen zwischen beiden Ländern zu beschaffen. Offen blieb, ob sie tatsächlich Informationen weitergab.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 60-Jährigen vor, interne Ermittler des Außenministeriums sowie das FBI vorsätzlich über die Kontakte getäuscht und die Ermittlung behindert zu haben. „Claiborne hat ihre Position und ihren Zugang zu sensiblen diplomatischen Informationen benutzt, um sich persönlich zu bereichern“, erklärte die amtierende stellvertretende Chefanklägerin Mary McCord. Claiborne plädierte vor Gericht auf nicht schuldig.

Melania Trump hält Plädoyer für Menschenrechte

Seltener Auftritt der First Lady: Melania Trump hat bei einer Veranstaltung in Washington ein Plädoyer für die Menschenrechte und die weltweite Gleichstellung der Frauen gehalten. „Wir müssen weiter für die Gleichberechtigung der Geschlechter und den Respekt für Menschen jeder Herkunft und jeder ethnischen Gruppe arbeiten“, sagte die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump gestern.

Drei Preisträgerinnen aus Ländern mit Trump-Bann

Bei der Zeremonie wurden 13 Frauen aus aller Welt für ihren Einsatz gegen Diskriminierung und für die Frauenrechte geehrt. Melania Trump pries die Preisträgerinnen für ihren Mut und sagte, Frauen wie sie würden „einen globalen Kampf gegen Unmenschlichkeit entfachen“.

Drei der Preisträgerinnen des Internationalen Preises für Frauen mit Mut stammen aus Ländern, gegen deren Staatsbürger Trumps Ehemann ein pauschales Einreiseverbot verhängen will: dem Irak, dem Jemen und Syrien.

Nur selten in Erscheinung getreten

Dem US-Präsidenten wird von Kritikern vorgeworfen, mit seiner harten Linie in der Einreise- und Einwanderungspolitik gegen Menschen- und Bürgerrechte zu verstoßen. Neben wiederholten sexistischen Ausfällen warfen ihm mehrere Frauen zudem vor, in früheren Jahren gegen sie sexuell übergriffig geworden zu sein.

Die First Lady trat seit Trumps Amtsantritt im Jänner nur wenig in Erscheinung. Sie wohnt mit dem elfjährigen Sohn Barron auch weiterhin im Trump Tower in New York. Das aus Slowenien stammende Ex-Model ist die dritte Ehefrau des Immobilienmoguls.

Teilniederlage der Ukraine im Schuldenstreit mit Russland

Die Ukraine hat nach Auffassung eines Londoner Gerichts kein Recht, die Rückzahlung eines Kredites von drei Milliarden US-Dollar (2,8 Mrd. Euro) an Russland zu verweigern. Zugleich räumte der High Court der Ukraine aber die Möglichkeit ein, gegen dieses Urteil von gestern Rechtsmittel einzulegen.

Kiew wurde auch nicht zur sofortigen Zahlung verpflichtet. Russland hatte die Finanzhilfen Ende 2013 in Form von Euro-Bonds nach englischem Recht ausgezahlt, deshalb wurde eine Moskauer Klage in London verhandelt. Die Ukraine hatte in dem Prozess vor allem politisch argumentiert. Russland habe der Ukraine den Kredit aufgezwungen, es sei praktisch Moskauer Bestechungsgeld für den damaligen prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch gewesen.

Ukraine: Durch Krim-Annexion Rückzahlung verwirkt

Nach dem Sturz von Janukowitsch im Februar 2014 habe Russland die Ukraine durch die Annexion der Krim und die Unterstützung für Separatisten im Osten des Landes massiv geschädigt. Damit sei das Recht auf Rückzahlung verwirkt.

Richter William Blair erkannte die Kiewer Darstellung der Ereignisse durchaus an. Das sei aber keine juristisch tragfähige Grundlage, um die Tilgung staatlicher Schulden zu verweigern. In Kiew sagte Finanzminister Alexander Daniljuk, das Londoner Gericht habe die ukrainische Rechtsposition nicht anerkannt. Die Ukraine habe aber bis Ende April Zeit, neue Argumente vorzulegen.

Inland

Nationalrat: Eurofighter-U-Ausschuss nun eingesetzt

Der neue Eurofighter-Untersuchungsausschuss ist in aller Form eingesetzt. Ein Beschluss war dazu gestern im Nationalrat nicht mehr nötig, nur noch die Debatte über den gestrigen Geschäftsordnungsbeschluss. In dieser versicherten alle Fraktionen, gemeinsam sachlich Aufklärungsarbeit leisten zu wollen.

Bekenntnis von allen Fraktionen

Auch wenn die Gewichte unterschiedlich gelegt wurden, bekannten sich alle Fraktionen zur Zusammenarbeit in der Untersuchung der - wie es im Antrag heißt - Vollziehung des Bundes betreffend das Kampfflugzeugsystem „Eurofighter Typhoon“ von Anfang 2000 bis Ende 2016.

Der jetzt eingesetzte U-Ausschuss ist nicht nur der nach 2006/7 zweite zum umstrittenen Abfangjägerankauf, sondern nach dem Hypo-Ausschuss auch der zweite nach dem Minderheitsrecht. Auf den Weg gebracht haben ihn Grüne und FPÖ mit einem Minderheitsantrag. Nächster Schritt ist die formale Konstituierung des Ausschusses samt Absegnung des Arbeitsplanes.

Deregulierungspaket abgesegnet

Im Nationalrat wurde zudem ein Deregulierungspaket entschlossen. Es soll unter anderem Unternehmensgründungen erleichtern und die Gesetzesflut eindämmen. Die Opposition verweigerte die Zustimmung und spottete über die teils vagen Formulierungen. SPÖ und ÖVP wiederum konzentrierten sich darauf, die Erleichterungen bei Firmengründungen aber auch für Privatpersonen in den Vordergrund zu schieben.

Flugticketabgabe wird halbiert

Zudem wird die von Fluglinien und Flughäfen seit Langem bekämpfte Flugticketabgabe ab kommendem Jahr halbiert. Darauf verständigte sich der Nationalrat Abend gegen die Stimmen der Grünen. Deren Verkehrssprecher Georg Willi zeigte sich in der vorangehenden Debatte entrüstet. Hier werde trotz des Klimawandels dem Jammern des Flughafens Wien nachgegeben.

Willi verwies darauf, dass 80 Prozent aller Transfers Kurzreisen seien, und da ersparten sich die Fluggäste gerade einmal drei Euro. Tatsächlich sind für Kurzstreckenflüge derzeit nur sieben Euro zu zahlen, für Mittelstreckenflüge 15 Euro und für Langstreckenflüge 35 Euro.

Spekulationsverbot für Bund fix

Der Nationalrat verpasste dem Bund zudem ein Spekulationsverbot. Dabei handelt es sich um die Verankerung des Grundsatzes der risikoaversen Finanzgebarung. Gleichzeitig beschlossen wurde, den Finanzrahmen - also die Budgetvorschau für die Ressorts - von Frühling auf Herbst zu verschieben. Zustimmung dazu kam nicht nur von der Koalition, sondern auch von den Freiheitlichen. Für Widerstand sorgte diese Entscheidung bei den Grünen.

Wenig Bewegung bei Mietrechtsreform

Wenig Bewegung war beim Koalitionsstreitthema Mietrechtsreform zu sehen. Die Grünen versuchten mit einer Aktuellen Stunde, Druck für „leistbares Wohnen für alle“ zu machen. Die SPÖ zeigte sich reformbereit, die ÖVP zurückhaltend - und Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) sang „das Lied des Ministers: Wenn das Parlament net will, nutzt es gar nix“.

SPÖ wirft Kurz Wunsch nach Neuwahl vor

Die Stimmung in der Koalition ist weiter unterkühlt. Für Kanzleramtsminister Thomas Drozda (SPÖ) war die Ministerratssitzung am Dienstag „ein echter Tiefpunkt“. Er und auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler werfen Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) vor, eine Neuwahl herbeiführen zu wollen, wie sie in Zeitungsinterviews erklärten.

„Die Idee von Außenminister Kurz ist es, Neuwahlen im Herbst herbeizuführen. Und die SPÖ so lange provozieren zu lassen, dass von unserer Seite das berühmte ‚Es reicht‘ ausgesprochen wird“, wird Drozda in den „Salzburger Nachrichten“ (Donnerstag-Ausgabe) zitiert. „Die früheren Wadelbeißereien haben sich zu Messerstechereien ausgewachsen, das ist mir zutiefst zuwider.“ Drozda forderte den Regierungspartner auf, sich auf einen klaren Kurs festzulegen.

Niedermühlbichler: Sobotka Problem, Kurz im Hintergrund

Für den roten Parteimanager Niedermühlbichler ist Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) einmal mehr „Teil des Problems“. Er schade der Regierung und lege es darauf an, eine Neuwahl vom Zaun zu brechen. „Ich gehe davon aus, dass Außenminister Sebastian Kurz im Hintergrund steht, der Neuwahlen möchte“, so Niedermühlbichler in der „Tiroler Tageszeitung“ (Donnerstag-Ausgabe).

Für Niedermühlbichler war die „Aktion“ rund um das Relocation-Programm der EU ein „Ablenkungsmanöver von den unglaublichen Aussagen des Herrn Kurz“. Kurz hatte NGOs vorgeworfen im Mittelmeer „Partner der Schlepper“ zu sein. Niedermühlbichler über Kurz: „Er und Teile der ÖVP haben immer mehr Züge von Rechtspopulisten, die nach der Masche agieren - man sagt Unglaubliches und begibt sich dann in die Opferrolle.“

ÖVP: Wollen keine Neuwahl

ÖVP-Generalsekretär Werner Amon betonte am Abend am Rande des EVP-Kongresses in Malta, dass seine Partei keine Neuwahl wolle. „Ich möchte ausdrücklich klarstellen, dass wir keine Neuwahlen wollen noch solche anstreben“, sagte Amon. „Es wäre absurd, ein wirklich gutes neues Regierungsprogramm nicht zur Umsetzung zu bringen“, so der ÖVP-General.

Zudem habe der Nationalrat gerade den auf ein Jahr angelegten Eurofighter-U-Ausschuss eingesetzt. „Auch das spricht gegen eine Vorverlegung der Nationalratswahl auf den heurigen Herbst“, meinte Amon. „Richtig ist, dass es höchste Zeit für eine Abrüstung der Worte auf beiden Seiten der Regierungsparteien ist“, merkte der ÖVP-Politiker selbstkritisch an.

Relocation: Mitterlehner zu Sonderregelung skeptisch

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner geht weiter davon aus, dass Österreich seinen Verpflichtungen im Rahmen des Flüchtlingsumverteilungsprogramms der EU nachkommen muss. Inhaltlich unterstützt Mitterlehner den Brief von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) an die EU-Kommission. „Ich bin aber skeptisch, dass wir eine Sonderregelung bekommen“, sagte Mitterlehner gestern beim EVP-Kongress in Malta.

„Verträge sind Verträge“

Der ÖVP-Chef will beim Treffen der Europäischen Volksparteien mit EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker in der Causa reden. Die grundsätzliche rechtliche Einschätzung hat sich laut Mitterlehner aber nicht geändert: „Verträge sind Verträge.“

Kern hat in einem Brief, der nicht mit dem Koalitionspartner abgesprochen war, die EU-Kommission ersucht, Österreich aus dem Programm auszunehmen, weil das Land ohnehin schon einen großen Beitrag bei der Versorgung von Flüchtlingen geleistet habe. „Inhaltlich unterstützen wir das, aber das ist kein rechtliches Vorgehen, sondern die politische Beschreibung eines Problems“, so Mitterlehner.

Sobotka begrüßt Kerns Vorschlag

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) bezeichnete Kerns Bemühungen für eine Ausnahme als „begrüßenswert“. „Es ist ein erster Schritt“, so Sobotka: „Nur frage ich mich, warum er (der Kanzler, Anm.) uns dreimal im Europäischen Rat aufgefordert hat, den Umsiedlungsprozess zu beschleunigen.“

Er habe wenig Vertrauen, wenn man zuerst das ganz Gegenteilige sage und sich dann das Blatt mehrmals wende, wie sich auch „die Türkei-Position“ Kerns mehrmals gewendet habe. Aber natürlich begrüße er es, wenn der Kanzler „endlich einmal auf die richtige Seite gefallen ist“, so Sobotka.

Auch Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) fordert eine Entlastung Österreichs. Nicht nur Flüchtlinge aus Italien und Griechenland sollten EU-weit verteilt werden, sondern auch Flüchtlinge, die sich hierzulande aufhalten. „Österreich muss entlastet werden. Wir stemmen eine sehr hohe Belastung“, so Niessl im „Kurier“ (Donnerstag-Ausgabe).

ÖVP will Mittelmeer-Route schließen

In Valetta betonte die ÖVP einmal mehr, illegale Migration nach Europa verhindern und auch den Weg übers Mittelmeer schließen zu wollen. Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sprach sich erneut für einen „Systemwechsel“ aus. „Wer gerettet wird, darf nicht nach Mitteleuropa weitergewunken werden. Sonst steigen die Todeszahlen im Mittelmeer weiter an“, sagte Kurz.

Neben der Ausweitung des Frontex-Einsatzes soll auch die Zusammenarbeit mit der NATO verbessert werden. Weiters will man ein gemeinsames europäisches Asylsystem mit Asyl- und Migrationszentren in Nordafrika schaffen. Auch Mitterlehner sprach sich für die Schließung der Mittelmeer-Route aus.

Salzburg werden Kulturgüter geschenkt

Der Nationalrat hat gestern als letzten Beschluss seiner Sitzung Salzburg eine Reihe prominenter Kulturgüter geschenkt. Dabei geht es um Tourismuswahrzeichen wie die Festung Hohensalzburg, die Neue Residenz und den Residenzbrunnen. Diese werden anlässlich des Jubiläums „200 Jahre Salzburg bei Österreich“ vom Bund an die Stadt übergeben. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

Ebenfalls noch in den Abendstunden beschlossen wurde - gegen Grüne und Team Stronach - eine Förderung des geplanten Umbaus im Wiener Konferenzzentrum, vulgo Austria Center Vienna. Geplant sind ein Umbau des Eingangs und die Schaffung von zusätzlichen Ausstellungsflächen auf dem Vorplatz.

Außerdem sollen die Hallen von allen Ebenen aus zugänglich werden. Die Planungs- und Baukosten dieses Projekts betragen 32 Mio. Euro und werden zu 65 Prozent vom Bund und zu 35 Prozent von der Stadt Wien getragen. Die Koalition erwartet sich von den Investitionen eine Umwegrentabilität, die über die Investitionskosten hinausgeht.

Sport

ÖFB: Steiniger Weg nach Dublin

„Rocky Road to Dublin“ ist ein irisches Volkslied aus dem 19. Jahrhundert. Auch im 21. Jahrhundert steht Österreichs Fußballnationalteam ein steiniger Weg nach Dublin bevor, wo am 11. Juni das vielleicht vorentscheidende Spiel der WM-Qualifikation gegen Irland stattfindet. Nach dem 1:1 im durchwachsenen Testspiel am Dienstag in Innsbruck gegen den Weltranglisten-99. Finnland wurde aber klar, dass auf Teamchef Marcel Koller und seine Spieler noch Arbeit und vor allem das Finden der richtigen Taktik warten, wenn sie auf dem Weg nach Russland nicht in Dublin stolpern wollen.

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Fußball: Robben will bei „Oranje“-Trainersuche mitreden

Die Zeiten für das niederländische Nationalteam waren schon rosiger: Nach der 0:2-Schlappe in Bulgarien liegt „Oranje“ drei Punkte hinter einem WM-Qualiplatz. Die zweite Niederlage in Gruppe A kostete Teamchef Danny Blind den Job - ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

Nun lässt Bayern-Star Arjen Robben aufhorchen. Der Kapitän der „Elftal“ fordert, bei der Trainerauswahl ein Wörtchen mitreden zu dürfen. Schließlich sei das als Spielführer sein gutes Recht.

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Eishockey: Das Ende einer magischen NHL-Serie

In der National Hockey League (NHL) ist eine Ära zu Ende gegangen. Erstmals seit der Saison 1989/90 oder nach 25 Play-off-Teilnahmen in Folge sind die Detroit Red Wings in der K.-o.-Phase nicht mit von der Partie. „Es war ein großartiger Lauf, aber jetzt ist es vorbei“, sagte Kapitän Henrik Zetterberg, der erstmals in seiner NHL-Karriere vorzeitig in den Urlaub muss. Dass der magische Lauf der Red Wings so bald wiederholt werden kann, ist selbst für die Konkurrenz schwer vorstellbar.

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Wirtschaft

Bankangestellte erhalten ab 1. April mehr Lohn

Die rund 75.000 Beschäftigten des heimischen Bankensektors erhalten ab 1. April im Schnitt 1,28 Prozent mehr Gehalt. Darauf haben sich Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertreter des Finanzbereichs in der Nacht auf heute in der vierten Verhandlungsrunde geeinigt, wie der Chefverhandler der Arbeitnehmer, Wolfgang Pischinger, mitteilte.

Nach mehr als zwölfstündigen Verhandlungen einigte man sich demnach auf eine Erhöhung der Gehälter um 0,8 Prozent plus 13,50 Euro. Durchgerechnet ergibt das eine Steigerung von 1,28 Prozent. Durchschnittlich auf alle fünf Kollektivverträge des Finanzbereich ergebe sich damit eine Lohnerhöhungen zwischen 1,3 und 1,38 Prozent, so Pischinger.

Keine Einschleifregelung

Einschleifregelung für Gehaltsbestandteile, die außerhalb des Schemas angesiedelt sind, wie in den vergangenen Jahren gibt es nicht mehr. Besonders darüber zeigte sich der Chefverhandler der Bankangestellten in der Nacht zufrieden. „Das ist ein Ergebnis, das wir inhaltlich voll mittragen können“, sagte Pischinger. Zwar habe man sich vom Prozentsatz her mehr erhofft, aber zumindest habe man das Ziel erreicht, die Einschleifregelung wegzubekommen, sagte er.

Vor der vierten KV-Runde hatten die Arbeitnehmervertreter mit öffentlichen Protestkundgebungen Druck aufgebaut.

Banco Santander widerspricht Oxfam-Bericht

Die in Österreich tätigte Tochter der spanischen Banco Santander widerspricht aktuell einem Bericht der britischen Organisation Oxfam, wonach die Österreich-Tochter der Bank, die Santander Consumer Bank, für Gewinne aus dem Jahr 2015 in der Höhe von 43,1 Millionen Euro keine Steuern bezahlt habe.

Dem Finanzamt habe man im September 2016 10,8 Millionen Euro an Körperschaftssteuer überwiesen und nicht wie von Oxfam im Bericht auf Seite 33 vermerkt „0 Euro“. Insgesamt habe man im Jahr 2015 in Österreich einen Gesamtumsatz von 1,25 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Mehr Umsätze, weniger Gewinn

In der aktuellen Bilanz, die die Bank gestern in Wien vorstellte, weist man für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatz von 1,42 Mrd. Euro aus, allerdings mit 32,7 Prozent weniger Gewinn. Das Kreditvolumen der Bank wurde um 9,1 Prozent auf 1,94 Mrd. Euro erhöht, die Spareinlagen wuchsen um 8,5 Prozent auf 1,11 Mrd. Euro. Die Zahl der Kundenverträge stieg um 10,4 Prozent 430.112.

„Die Nachfrage nach Konsumkrediten ist aufgrund des niedrigen Zinsniveaus weiterhin hoch und im Gegensatz zu vielen Geschäften anderer Banken profitabel“, erinnerte Olaf Peter Poenisch, Vorsitzender der Geschäftsführung, an die Rahmenbedingungen im Umfeld der Bank.

Marktführer bei Teilzahlungsfinanzierungen

Die Santander Consumer Bank ist nach eigenen Angaben in Österreich Marktführer bei Teilzahlungsfinanzierungen über den Handel sowie der größte markenunabhängige Kfz- und Motorradfinanzierer des Landes. Seit 2013 ist Santander zudem mit Tages- und Festgeldprodukten im Einlagengeschäft tätig. Die Bank beschäftigt 400 Mitarbeiter und betreibt 30 Filialen sowie ein Kundenservicecenter in Eisenstadt. Die Eigenkapitalquote beträgt 17,4 Prozent.

Die Santander Consumer Bank ist Teil der Banco Santander, die 1857 in der nordspanischen Hafenstadt Santander gegründet wurde. Die Santander-Gruppe ist den Angaben nach gemessen an der Marktkapitalisierung die größte Bank der Euro-Zone. Mit 125 Mio. Kunden in mehr als 40 Ländern zähle sie zu den global führenden Finanzinstituten.

Firmensitz ist in Boadilla del Monte, das vor den Toren Madrids liegt. Geführt wird die Bank bereits in vierter Generation von der Familie Botin. Weltweit ist die Bank in 40 Ländern präsent und betreut mehr als 125 Millionen Kunden. 2016 machte die Bankengruppe einen Gewinn von 6,2 Mrd. Euro.

Türkei blockiert Booking.com

Ein Istanbuler Gericht hat die Einstellung aller Aktivitäten des Hotelbuchungsportals Booking.com in der Türkei angeordnet. Das Gericht habe die Entscheidung mit „unfairem Wettbewerb“ begründet, teilte die Vereinigung türkischer Reisebüros (TÜRSAB) gestern in einer Erklärung mit.

Damit sei das Buchungsportal nicht mehr berechtigt, Hotels und Unterkünfte in der Türkei über seine Website zu vermitteln, so TÜRSAB. Das Gericht habe Booking.com außerdem aufgrund einer früheren TÜRSAB-Beschwerde zu einer Geldstrafe von rund 2,5 Millionen Türkischer Lira (rund 636.000 Euro) für seine „dem fairen Wettbewerb widersprechenden“ Aktivitäten in der Türkei verurteilt.

TÜRSAB-Generalsekretär Cetin Gürcün unterstrich gegenüber der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“, dass es mit allen bereits getätigten Buchungen über Booking.com in der Türkei „keine Probleme“ gebe. TÜRSAB hatte 2015 Klage gegen das 1996 in den Niederlanden gegründete Portal Booking.com eingereicht.

Chronik

Frau rammt Polizeiwagen nahe US-Kapitol

In der Nähe des Kapitols in der US-Hauptstadt Washington hat eine Frau gestern einen Polizeiwagen gerammt und beinahe mehrere Beamte überfahren. Zuvor war noch von einem männlichen Täter die Rede gewesen. Die Befürchtungen, dass es sich um einen ähnlichen Terrorangriff wie eine Woche zuvor in London handeln könnte, wurden aber rasch von der Polizei zerstreut.

Abgesperrte Straße in Washington mit Polizeiautos

AP/Manuel Balce Ceneta

Nach Angaben der Polizei war die Frau in eine Verkehrskontrolle in nur wenigen Straßenblocks Entfernung vom Kapitol geraten. Sie wendete daraufhin, um zu fliehen. Dabei wäre sie beinahe mit mehreren Beamten kollidiert und krachte dann in den Polizeiwagen. Nach einer kurzer Verfolgung, bei der die Polizei auch mehrere Schüsse abfeuerte, wurde die Frau dann festgenommen.

Der Vorfall scheine krimineller Natur zu sein und „keine Verbindung zum Terrorismus zu haben“, sagte eine Polizeisprecherin. Das Kapitol, wo der US-Kongress seinen Sitz hat, blieb für Besucher geöffnet.

Science

Kultur

Alvis Hermanis: Parsifal muss ins Wagner-Spital

Richard Wagner trifft auf Otto Wagner - zumindest bei Regisseur Alvis Hermanis, der heute seine Lesart von „Parisfal“ an der Wiener Staatsoper herausbringt. Hermanis, der gefeierte Theaterstar und Jung-Opernregisseur, schickt seine Gralsritter - auf gut Wienerisch - auf den Steinhof. Als Provokation will er das nicht verstanden wissen. Eher als Lesart, die Richard Wagner selbst so angelegt habe, sagt er im Interview mit ORF.at. Und meint: „Am besten schaut man diese Oper mit geschlossenen Augen.“

Mehr dazu in Hermanis und der Heilige Gral

Nach Felsaktion: Künstler brütet nun Eier aus

Wenige Wochen nachdem er tagelang in einem Felsen ausgeharrt hatte, hat der französische Extremkünstler Abraham Poincheval wieder eine bizarre Performance gestartet: Der 44-Jährige begann gestern im Pariser Museum Palais de Tokyo damit, als „menschliche Henne“ ein Dutzend Hühnereier auszubrüten.

Abraham Poincheval

APA/AFP/Stephane de Sakutin

Der in eine dicke Decke gehüllte Poincheval setzte sich in ein Plexiglasgehäuse auf einen Stuhl mit einer Grube, in der die Eier liegen. Er will es dort vor den Augen der Museumsbesucher rund drei bis vier Wochen aushalten - bis die Küken geschlüpft sind. Er darf das Plexiglasgehäuse, in dem Essen und Trinken bereitstehen, jeden Tag nur eine halbe Stunde verlassen.

Küken sollen auf Bauernhof leben

Die Küken sollen später auf dem Bauernhof von Poinchevals Vater in der nordfranzösischen Normandie leben. „Sie werden nicht auf dem Tisch enden“, sagte der Vater lachend.

Bei seiner letzten spektakulären Performance hatte sich Poincheval im Februar eine Woche lang in einen tonnenschweren Felsen einsperren lassen. In dem ebenfalls im Palais de Tokyo ausgestellten Felsbrocken war eine kleine Höhle eingearbeitet, die in leicht vergrößerter Form Poinchevals Sitzhaltung nachzeichnete. Das Publikum konnte Poincheval nur dank einer Infrarotkamera beobachten.

Leute

George Michael drei Monate nach Tod beigesetzt

Mehr als drei Monate nach seinem Tod ist George Michael in aller Stille beigesetzt worden. Der britische Popstar sei bei einer „kleinen privaten Zeremonie“ im Kreise seiner Familie und Freunde bestattet worden, teilten die Angehörigen gestern mit. Zugleich dankten sie den Fans aus aller Welt für deren zahlreiche „Nachrichten der Liebe und der Unterstützung“.

Anfang März hatte die Polizei nach einer Obduktion des zu Weihnachten verstorbenen Sängers erklärt, Michael sei eines natürlichen Todes gestorben. Der 53-jährige Sänger sei einem Herzleiden erlegen. Der Untersuchung zufolge litt Michael an einer dilatativen Kardiomyopathie, also an einer krankhaften Erweiterung des Herzmuskels.

Erkrankung des Herzmuskels und Fettleber

Außerdem seien bei der Autopsie seiner Leiche eine entzündliche Erkrankung des Herzmuskels und eine Fettleber festgestellt worden. Eine dilatative Kardiomyopathie beeinträchtigt die Fähigkeit des Herzens, Blut durch den Körper zu pumpen. Das Leiden kann auch durch Drogenmissbrauch verursacht werden.

Michael war 1963 als Georgios Kyriacos Panayiotou als Sohn eines griechischen Zyprioten und einer Britin zur Welt gekommen. 1981 gründete er mit seinem Schulfreund Andrew Ridgeley die Band Wham!, die internationale Erfolge mit „Last Christmas“, „Wake Me Up Before You Go-Go“ und „Careless Whisper“ feierte. 1987 startete er eine Solokarriere und landete Hits wie „Faith“. Im Laufe seiner Karriere verkaufte der Sänger mehr als 100 Millionen Platten.

Panorama

Chinesische Uni: Wer studieren will, muss schwimmen

„Schwimm oder sink!“ Dieses Motto gilt mit Beginn des neuen Studienjahres an der renommierten Tsinghua-Universität in Peking. Wie Unipräsident Qiu Yong diese Woche bekanntgab, müssen neue Studierende von September an bis zum ersten Studienabschnitt den Nachweis erbringen, dass sie schwimmen können, sonst gibt es - ungeachtet des gewählten Studiums und der darin erbrachten Leistungen - kein Diplom.

Mehr dazu in 50 Meter Mindestdistanz

Briefe von Jackie Kennedy an Verehrer unter dem Hammer

Private Briefe der früheren First Lady Jackie Kennedy sind gestern in London versteigert worden. Sie kamen als Teil einer größeren Sammlung für umgerechnet rund 116.000 Euro unter den Hammer, wie das Auktionshaus Bonhams mitteilte.

Kernstück der Auktion war die Korrespondenz zwischen der Ehefrau des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy und ihrem Verehrer, dem früheren britischen Botschafter in den USA, David Ormsby Gore.

„So viel miteinander geteilt und verloren“

Die frühere Präsidentengattin reagiert in den Briefen auf den Heiratsantrag des Diplomaten und erklärt, warum sie ihn nicht annehmen könne. „Wir haben so viel miteinander geteilt und verloren - auch wenn es nicht das ist, das du dir jetzt wünschst, hoffe ich, dass das Band der Liebe und des Schmerzes niemals reißen wird“, schrieb Kennedy 1968, nachdem ihr Ormsby Gore eine heimliche Hochzeit vorgeschlagen hatte.

Kennedy heiratete schließlich im gleichen Jahr den griechischen Reeder Aristoteles Onassis. Dieser werde sie davor schützen, einsam zu sein, schrieb sie in einem Brief an ihren britischen Verehrer.

Ormsby Gore war von 1961 bis 1965 Botschafter in den USA. Seine Frau starb 1967 bei einem Autounfall. Der Diplomat kam 1985 ebenfalls bei einem Unfall ums Leben. Die private Korrespondenz des Botschafters und andere Dokumente - darunter Briefe von John Kennedy und mehreren britischen Regierungschefs - waren im Haus der Familie Ormsby Gore gefunden worden.