Ausland

Südafrikas Präsident muss halbe Mio. Euro zurückzahlen

Südafrikas Präsident Jacob Zuma muss Steuergelder in Höhe von umgerechnet knapp 500.000 Euro zurückzahlen, die er zur Renovierung seiner Privatresidenz verwendet hatte. Zuma müsse die Summe binnen 45 Tagen begleichen, entschied das Verfassungsgericht heute.

Im vergangenen Monat hatte das Schatzamt die Kosten für Renovierungsarbeiten, die nicht der Sicherheit des Präsidenten dienten, auf gut 500.000 Euro geschätzt. Die Regierung hatte erklärt, die aufwendigen Arbeiten - unter anderem der Bau eines Schwimmbads, einer Privatklinik, eines Amphitheaters und eines Hühnerstalls - seien zur Sicherheit des Staatsoberhaupts erforderlich gewesen - und damit Zuma zu Hause ausländische Staatsgäste empfangen könne.

Gewaltserie: Warschau will „Erklärungen“ von Berlin

Die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydlo hat von der deutschen Bundesregierung eine „Erklärung“ zu den jüngsten Gewalttaten in Deutschland gefordert. „Seit mehreren Wochen hören wir täglich von Terrorangriffen. Diese jüngsten Ereignisse haben auch polnische Bürger getroffen“, sagte Szydlo heute.

Sie bezog sich dabei offenbar auf den Mord an einer Polin durch einen syrischen Flüchtling in Reutlingen. Laut den Ermittlern handelte es sich aber um eine Beziehungstat.

„Der polnische Staat hat die Verpflichtung, eine Erklärung zu verlangen für die Ereignisse, eine ehrliche Information, weil sich das alles auf der anderen Seite unserer Grenze abspielt“, sagte Szydlo vor Journalisten.

Kritik an Flüchtlingspolitik

Die nationalkonservative Regierung in Warschau steht der deutschen Flüchtlingspolitik seit Langem kritisch gegenüber. Die Aufnahme von Flüchtlingen im Zuge einer europaweiten Quotenregelung lehnt sie entschieden ab.

Auch der polnische Außenminister Witold Waszczykowski hatte die deutsche Regierung für die jüngsten Gewalttaten mitverantwortlich gemacht. „Die Sicherheitsdienste und die deutschen Politiker sind verantwortlich für die Sicherheit in Deutschland“, sagte Waszczykowski auf einer Reise im jordanischen Amman. „Wir erwarten, dass sie uns das Warum dieser Taten erklären.“

Er stellte dabei auch einen Zusammenhang zwischen der deutschen Flüchtlingspolitik und den islamistischen Anschlägen in Ansbach und Würzburg her, die von einem syrischen und einem afghanischen Flüchtling verübt worden waren. „Man versichert uns, dass es keine Probleme verursachen würde, Europa zu öffnen und eine derartige Welle von Migranten zu akzeptieren.“ Nun zeige sich, dass das nicht der Fall sei, sagte Waszczykowski.

Fix: Estland übernimmt EU-Vorsitz für Großbritannien

Estland übernimmt im zweiten Halbjahr 2017 anstelle von Großbritannien die EU-Ratspräsidentschaft. Einen entsprechenden Beschluss nahmen die EU-Länder heute in Brüssel endgültig an. Schon in der Vorwoche hatten sich Vertreter der Staaten im Grundsatz darauf verständigt.

Wegen der bevorstehenden Verhandlungen über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union verzichtet das Land auf den geplanten EU-Vorsitz.

Eigentlich wäre Estland erst Anfang 2018 mit der alle sechs Monate wechselnden EU-Ratspräsidentschaft an der Reihe gewesen. Nun ist geplant, dass mit Estland angefangen alle bis 2020 eingeteilten Staaten den sechsmonatigen Vorsitz bereits ein halbes Jahr früher übernehmen.

Im Jänner 2020 springt außerplanmäßig Kroatien ein. Die EU hat nun alle Ratspräsidentschaften bis zum Jahr 2030 festgelegt.

Slowenien findet Flüchtlinge auf Schiff aus der Türkei

In Slowenien sind zwölf Flüchtlinge auf einem Frachtschiff aus der Türkei entdeckt worden. Die neun Syrer und drei Iraker hätten sich mit Hilfe der türkischen Besatzung auf dem Frachter versteckt, teilte die Polizei heute mit. Die Besatzungsmitglieder wurden demnach festgenommen.

Die Flüchtlinge, die am Montag im Hafen von Koper entdeckt wurden, hätten Asyl beantragt und seien in ein Asylbewerberheim gebracht worden.

Es ist das erste Mal, dass in Slowenien auf einem Frachter versteckte Flüchtlinge gefunden wurden. Slowenien war einer der Brennpunkte der Flüchtlingsbewegung im vergangenen Herbst, als Hunderttausende Flüchtlinge das Land auf dem Weg nach Mittel- und Nordeuropa durchquerten. Seit die Balkan-Route im März geschlossen wurde, suchen die Flüchtlinge alternative Routen in die Europäische Union.

Erste Klagen von Opferfamilien nach Nizza-Anschlag

Nach dem Anschlag von Nizza mit 84 Toten haben mehrere Opferfamilien Klagen gegen den französischen Staat und die Stadt Nizza wegen angeblich unzureichender Sicherheitsvorkehrungen eingereicht.

Bisher seien vier Klagen eingegangen, weitere seien in Vorbereitung, teilte der Staatsanwalt Jean-Michel Pretre aus Nizza heute mit. Seit dem Anschlag läuft in Frankreich eine Debatte über die Sicherheitsmaßnahmen.

Innenminister Bernard Cazeneuve wird vorgeworfen, falsche Angaben zu den Sicherheitsmaßnahmen in Nizza gemacht zu haben. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie gut der Strandboulevard Promenade des Anglais gesichert war, auf dem der Angreifer am Abend des französischen Nationalfeiertags mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge fuhr.

An einem ersten Kontrollpunkt waren offenbar nur leicht bewaffnete städtische Polizisten, nicht aber Angehörige der nationalen Polizei postiert.

UNO: Wiederaufnahme der Syrien-Gespräche im August

Der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura will die Friedensgespräche für Syrien Ende August wieder aufnehmen. Das sagte De Mistura heute nach einem Treffen mit dem US-Beauftragten Michael Ratney und dem russischen Vizeaußenminister Gennadi Gatilow in Genf.

De Mistura sagte, es gebe „bestimmte Fortschritte“, die das Einleiten einer dritten Verhandlungsrunde Ende August ermöglichten. Seit Anfang des Jahres gab es in Genf bereits zwei Verhandlungsrunden, die eine Friedensregelung für Syrien ermöglichen sollten. Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011 wurden mehr als 280.000 Menschen getötet, Millionen weitere ergriffen die Flucht.

Washington und Moskau melden „Fortschritte“

Washington und Moskau hatten sich Mitte Juli darauf geeinigt, in Syrien gemeinsam gegen die Dschihadistenorganisationen Islamischer Staat und die Al-Nusra-Front vorzugehen. US-Außenminister John Kerry sagte nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Laos, Washington und Moskau machten „Fortschritte“ bei der Zusammenarbeit in der Syrien-Frage.

Hilfskonvoi nach Homs unterwegs

Unterdessen erreichte ein Hilfskonvoi des Internationalen Roten Kreuzes (ICRC) und der Vereinten Nationen die belagerte Stadt Talbiseh bei der westsyrischen Großstadt Homs. Der Konvoi bestand nach Angaben des ICRC aus 48 Lastwagen mit Lebensmitteln, Medikamenten, Decken und Küchenausrüstung. Es sei der zweitgrößte Hilfskonvoi, den es in dem Bürgerkrieg in Syrien bisher gegeben habe, teilte das Rote Kreuz mit. Talbiseh liegt 13 Kilometer nördlich von Homs und wird seit 2012 belagert.

Die Güter seien für rund 40.000 Menschen bestimmt, hieß es in der Mitteilung weiter. In dem Konvoi fuhren auch Ingenieure mit, die die zerstörte Wasserversorgung in der Stadt wieder aufbauen wollen.

Europarat-Vertreter besorgt über türkisches Dekret

Der Menschenrechtsbeauftragte des Europarats, Nils Muiznieks, hat große Bedenken an dem ersten Dekret der türkischen Regierung unter dem Ausnahmezustand geäußert. Der lettische Politiker listete heute eine Reihe von Punkten auf, deren Vereinbarkeit mit der Menschenrechtskonvention er ernsthaft in Frage stellte.

Muiznieks störte sich etwa daran, dass Verdächtige nun bis zu 30 statt nur vier Tage ohne richterlichen Beschluss in Polizeigewahrsam gehalten werden können. Das sei außergewöhnlich lang und gelte für eine sehr große Personengruppe. Die Maßnahme sei außerdem besonders beunruhigend mit Blick auf Foltervorwürfe, die im Raum stünden.

Parlamentarische Untersuchungskommission

Nach dem Putschversuch in der Türkei soll eine parlamentarische Untersuchungskommission die Vorgänge vom 15. Juli untersuchen. Das Parlament in Ankara stimmte einstimmig für die Einsetzung eines solchen Ausschusses, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Nach dem Umsturzversuch wurde der landesweite Ausnahmezustand verhängt. Zudem wurden nach offiziellen Angaben mehr als 13.000 Menschen festgenommen und Zehntausende Staatsbedienstete suspendiert. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Festnahme von 42 Journalisten an.

EU-Kommission weist Erdogan-Kritik zurück

Die EU-Kommission wies indes Vorwürfe des türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan zurück, die Europäische Union halte ihre Zusagen aus dem Flüchtlingsabkommens nicht ein. „Die EU hält an der Erfüllung der Vereinbarungen in der EU-Türkei-Erklärung fest“, sagte Kommissionschefsprecher Margaritis Schinas in Brüssel.

Das gelte auch für die finanzielle Unterstützung zur Versorgung von Flüchtlingen in der Türkei. „Wir erwarten das Gleiche von der türkischen Seite.“ Bis Ende des Monats würden mehr als zwei der drei Milliarden Euro an Hilfe bereitstehen. Davon seien 740 Millionen Euro bereits zugewiesen worden.

Auch EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn übte an Erdogans Aussagen scharfe Kritik: „Das ist schlicht und einfach falsch. Wir haben schon über 100 Millionen Euro gezahlt“, betonte Hahn im Ö1-Mittagsjournal.

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Erdogan: Volk will Todesstrafe

Neben seiner Kritik an der EU hatte Erdogan in einem ARD-Interview auch die Wiedereinführung der Todesstrafe wieder thematisiert. Erdogan begründete den möglichen Schritt mit dem Volkswillen. „Wenn wir uns in einem demokratischen Rechtsstaat befinden, hat das Volk das Sagen. Und das Volk, was sagt es heute? Sie wollen, dass die Todesstrafe wieder eingeführt wird“, sagte er gegenüber der ARD.

Inland

Stöger: Deckelung bei Mindestsicherung verfassungswidrig

Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) beharrt darauf, dass eine pauschale Deckelung der Mindestsicherung bei 1.500 Euro verfassungswidrig wäre. Sein Sprecher verwies auf APA-Anfrage auf ein entsprechendes Gutachten des Verfassungsdienstes im Kanzleramt. Die Ausweitung des Pflegeurlaubs will man bei weiteren Gesprächen zu Pflege und Arbeitsrecht im Blick behalten.

Der Sprecher des Sozialministers kritisiert, dass die ÖVP zwar beim Verbot der Bankomatgebühr vor einer angeblichen Verfassungswidrigkeit warne, bei der Mindestsicherung aber eine klar verfassungswidrige Regelung fordere.

Rückendeckung von Mazal-Gutachten

Außerdem verweist er darauf, dass auch der Arbeitsrechtler Wolfgang Mazal, der ein Gutachten für die niederösterreichische Landesregierung verfasst hat, zuletzt meinte, eine simple Deckelung wäre verfassungswidrig. Möglich wäre eine Deckelung des Barbezuges im Abtausch für Sachleistungen.

Das bereits im November erstellte Gutachten des Verfassungsdienstes kommt (auf Basis eines VfGH-Urteils zur Kärntner Sozialhilfe 2012) zum Schluss, dass eine Deckelung bei 1.500 Euro verfassungswidrig wäre. Das deshalb, weil „ab einem typischen Vierpersonenhaushalt alle weiteren Mitglieder dieser Haushaltsgemeinschaft nur eine sehr geringe bzw. überhaupt keine Hilfe zum Lebensunterhalt mehr bekämen“.

Mitterlehner sieht keinen Zeitdruck

ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner hat es unterdessen offenbar nicht eilig, die unterschiedlichen Positionen seiner Partei in Sachen Mindestsicherung vor allem in den Ländern auf einen Nenner zu bringen.

Gegenüber der APA meinte Mitterlehner heute, dass die ÖVP dabei „nicht unter enormem Zeitdruck“ stehe, weil bis Jahresende Zeit sei, für die dann auslaufende 15a-Vereinbarung eine neue Regelung zu finden.

Der ÖVP-Obmann sagte, dass es unterschiedliche Meinungen gebe. Er hoffe aber, „dass wir das in den nächsten Monaten abschließen und dann mit dem Sozialminister ein Ergebnis erzielen können“. Vor rund einem Monat hatte Mitterlehner angekündigt, dass er sich um die Koordinierung der unterschiedlichen Positionen der ÖVP in den Bundesländern kümmern will.

Sport

Fußball: Higuain-Megatransfer „unter Dach und Fach“

Der spektakuläre Wechsel des argentinischen Topstürmers Gonzalo Higuain von Napoli zum italienischen Rekordmeister Juventus Turin ist fix. „Alles ist unter Dach und Fach“, bestätigte heute Geschäftsführer Beppe Marotta ebenso wie die italienische Liga. Die offizielle Ablösesumme beläuft sich auf 90 Millionen Euro, womit Higuain zum bisher teuersten Transfer innerhalb der italienischen Serie A und zum drittteuersten überhaupt wurde.

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Olympia 2016: ÖOC-Team freut sich über Zuwachs

Österreichs Olympiateam hat überraschend Zuwachs bekommen. Wie das Österreichische Olympische Comite (ÖOC) heute mitteilte, wurden die Kanutinnen Yvonne Schuring (Kajak-Einer) sowie Viktoria Schwarz und Ana Roxana Lehaci (Zweier) für die Spiele in Rio de Janeiro nachnominiert. Die Quotenplätze waren durch die Sperre von zwei russischen Kanutinnen frei geworden. Österreichs Kontingent wuchs dadurch von 68 auf 71 Teilnehmer.

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Olympia 2016: Schwestern drängen ins Rampenlicht

Insgesamt 34 Frauen werden bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die österreichische Fahne hochhalten. Die zwei jüngsten messen sich im Synchronschwimmen mit der Weltspitze. Und von dieser sind die beiden 18-jährigen Schwestern Anna-Maria und Eirini-Marina Alexandri gar nicht mehr so weit entfernt. Gemeinsam mit ihrem Drilling Vasiliki-Pagona sind die gebürtigen Griechinnen Österreichs Aushängeschilder im grazilen Tanz im Wasser. Ihr Ziel für Rio ist hoch gesteckt: „Wir wollen auf alle Fälle ins Finale.“

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Beachvolleyball: Klagenfurt als Rio-Härtetest

Zum vielleicht letzten Mal geht in dieser Woche das Beachvolleyball-Turnier in Klagenfurt über die Bühne. Auch wenn heuer einige Stars fehlen, ist das Spektakel am Wörthersee für viele der finale Olympiahärtetest. Vor allem die Rio-Starter Clemens Doppler/Alexander Horst und Alexander Huber/Robin Seidl wollen beim Heimturnier noch einmal Gas geben. Auch wenn ein möglicher Triumph den Reisestress vor dem Abflug nach Rio eklatant verschärfen würde.

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Wirtschaft

EU entscheidet über Strafen für Spanien und Portugal

Die EU-Kommission entscheidet morgen über mögliche Strafen gegen Spanien und Portugal wegen jahrelanger übermäßiger Haushaltsdefizite. Brüssel kann Geldbußen von bis zu 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung verhängen - das wären bei Spanien maximal 2,2 Milliarden Euro, bei Portugal bis zu 360 Millionen Euro. In der Kommission war die Strafhöhe bis zuletzt umstritten.

Der französische EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici plädiert dafür, nur eine symbolische Strafe zu verhängen und diese möglichst auf „null“ zu setzen. Das Strafmaß muss dann durch den Rat der Mitgliedsstaaten bestätigt werden.

Voraussichtlich erst nach der Sommerpause wird die Kommission die Entscheidung fällen, in welchem Maß sie Mittel aus EU-Strukturfonds wegen der anhaltenden Haushaltsdefizite für beide Länder auf Eis legt. Das geschieht in Abstimmung mit dem Europaparlament.

Krisenbank Monte Paschi: EU soll an Notfallplan feilen

Die europäischen Behörden treffen einem Insider zufolge Notfallvorkehrungen für den Fall einer möglichen Abwicklung der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi. Derzeit würden entsprechende Pläne erstellt, sagte ein mit den Vorbereitungen vertrauter EU-Vertreter heute der Nachrichtenagentur Reuters.

Man wolle gewappnet sein, sollte sich bei der am Freitag vorgesehenen Veröffentlichung des europäischen Bankenstresstests herausstellen, dass das Institut nicht ausreichend finanziell gegen eine Wirtschaftsflaute aufgestellt sei und sich keine öffentliche oder private Unterstützung für die Bank finden. Allerdings handle es sich hierbei um ein rein theoretisches Szenario.

Ein hochrangiger italienischer Regierungsvertreter sagte, die Frage einer möglichen Abwicklung des Instituts stelle sich nicht. Ein weiterer Insider sagte zuvor, Monte dei Paschi bereite eine fünf Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung vor. Die Bank sitzt auf milliardenschweren Krediten, die sie voraussichtlich nicht oder nur zum Teil zurückbekommt.

UniCredit erwägt laut Bericht Kapitalerhöhung

Die italienische Großbank und Bank-Austria-Mutter UniCredit erwägt Kreisen zufolge eine Kapitalerhöhung von bis zu fünf Milliarden Euro. Außerdem denke der neue Chef, der französische Manager Jean-Pierre Mustier, über den kompletten Ausstieg aus der Beteiligung Bank Pekao nach, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg heute unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Erst vor vierzehn Tagen hatte UniCredit mit dem Verkauf von 26,2 Millionen Anteilscheinen des polnischen Finanzinstituts 749 Millionen Euro eingenommen und seinen Anteil damit auf 40,1 Prozent reduziert.

Zu den Überlegungen gehöre auch der Verkauf eines großen Teils der faulen Kredite, hieß es in den Kreisen weiter. Es gebe aber noch keine endgültige Entscheidung, und die Pläne könnten sich noch ändern. UniCredit wollte die Angelegenheit nicht kommentieren.

Air-France-Flugbegleiter beginnen einwöchigen Streik

Bei der französischen Fluggesellschaft Air France beginnt morgen ein einwöchiger Streik der Flugbegleiter. Wegen des Ausstands werden voraussichtlich 30 Prozent der Inlands- und der Mittelstreckenverbindungen sowie weniger als zehn Prozent der Langstreckenflüge ausfallen, erwartet das Unternehmen.

Durch den Streik werden auch Flugverbindungen von und nach Österreich abgesagt. Ab morgen finden nur ein Flug von Wien nach Paris und einer aus Paris nach Wien statt - zwei weitere Hin- und Rückflüge fallen aus. In dem Tarifkonflikt geht es um die Zukunft eines Manteltarifvertrags, der unter anderem Bezahlung und Beförderungen regelt.

Bericht: Allianz an Kauf von OMV-Gasnetz interessiert

Die Allianz ist Finanzkreisen zufolge zusammen mit dem italienischen Gasnetzbetreiber Snam im Rennen um die zum Verkauf stehende Gasnetztochter des Ölkonzerns OMV.

Das Konsortium dürfte für den 49-Prozent-Anteil an Gas Connect Austria ebenso bieten wie der Infrastrukturinvestor Macquarie aus Australien und dem tschechischen Energiekonzern EPH, sagten mehrere mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die verbindlichen Offerten seien Ende der Woche fällig, sagten die Insider. Sie dürften zwischen 500 und 600 Millionen Euro liegen. Die OMV will mit dem Teilverkauf Geld für Investitionen in die Kasse bringen. Ein OMV-Sprecher sagte nur, die Verträge sollten bis Ende des Jahres unterschrieben werden.

Chronik

Attacke von Reutlingen laut Polizei wohl nicht geplant

Die Attacke mit einem Dönermesser im deutschen Reutlingen, bei der eine 45 Jahre alte Frau getötet wurde, ist nach Erkenntnissen der Ermittler nicht geplant gewesen. „Es spricht vieles für eine spontane Tat“, sagte ein Polizeisprecher. Der 21-Jährige habe die Waffe nicht bei sich gehabt, sondern im Streit zu dem 60 Zentimeter langen Messer gegriffen. Täter und Opfer arbeiteten in einem Imbiss.

Auf seiner Flucht verletzte er fünf Menschen. Dann wurde er von einem Auto angefahren, verletzt und festgenommen. Nun sitzt er in Haft. Das Todesopfer wurde bereits obduziert. Die Untersuchung ergab nach Angaben der Staatsanwaltschaft Tübingen Hiebverletzungen an Kopf und Hals, die zum Tod der Frau führten.

Anzeige nach Gerüchten auf Twitter

Täter und Opfer führten laut Polizei eine Beziehung und arbeiteten gemeinsam in dem Imbiss. Beamte durchsuchten das Zimmer des 21-Jährigen in einer Asylunterkunft und fanden keine Anhaltspunkte auf eine geplante Tat. Das Motiv für die Attacke liegt weiter im Dunkeln. Die Beamten gehen Hinweisen nach, nach denen der Mann psychische Probleme hatte. Weitere Zeugen sollen befragt werden.

Nach dem Angriff haben sich Gerüchte über Betroffene und Einzelheiten der Tat schnell auf Sozialen Medien verbreitet, wie der Polizeisprecher sagte. Ein Twitter-Nutzer veröffentlichte demnach den Namen eines Mannes, der bei der Flucht verletzt wurde, mit der Behauptung, es sei der Täter. Gegen den Autor der Nachricht sei Anzeige erstattet worden.

Deutsche Familie bei Unfall vor Gotthard-Tunnel getötet

Bei einem Auffahrunfall am Gotthard-Tunnel in der Schweiz ist gestern eine Familie aus Deutschland getötet worden. Auf der Autobahn im Kanton Tessin wurde das Fahrzeug zwischen zwei Lastwagen eingequetscht, berichtete die Polizei. Die 43 Jahre alten Eltern starben gemeinsam mit ihren acht und zwölf Jahre alten Kindern.

Der 50 Jahre alte Lastwagenfahrer, der auf das Auto aufgefahren war, wurde schwer verletzt mit einem Helikopter in ein Krankenhaus geflogen. Die Autobahn vor dem Gotthard-Südportal wurde gesperrt. Der Verkehr wurde über Landstraßen umgeleitet, es bildeten sich kilometerlange Staus.

IT

Apple mit deutlichem Geschäftsrückgang

Schlechtere iPhone-Verkäufe haben Apple im vergangenen Quartal einen deutlichen Geschäftsrückgang beschert. Der Umsatz fiel im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 42,36 Milliarden Dollar (38,6 Mrd. Euro). Der Gewinn schrumpfte um 27 Prozent auf knapp 7,8 Milliarden Dollar. Zugleich fielen die Quartalszahlen besser aus, als die Anleger erwartet hatten: Die Aktie legte nachbörslich um rund fünf Prozent zu.

Der iPhone-Absatz ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um 15 Prozent auf 40,4 Millionen Geräte zurück. Unter anderem mit dem günstigeren iPhone SE im Angebot fiel der Umsatz sogar um 23 Prozent auf gut 24 Milliarden Dollar. Damit sank auch der Anteil der iPhone-Umsätze am gesamten Geschäft auf gut 56 Prozent von zuletzt rund zwei Dritteln.

Die Verkäufe der iPad-Tablets fielen zwar weiter - um neun Prozent auf 9,95 Millionen Geräte. Mit den teureren Modellen des iPad Pro stieg der Umsatz aber um sieben Prozent auf fast 4,9 Milliarden Dollar. Das war das erste Wachstum in dem Geschäft seit längerer Zeit.

Kultur

Beyonce Favoritin bei MTV Video Music Awards

US-Superstar Beyonce (34) geht mit elf Nominierungen als große Favoritin ins Rennen um die MTV Video Music Awards. Sie hat unter anderem Gewinnchancen in den Sparten Video des Jahres („Formation“), Bestes Pop-Video und Bestes Video einer weiblichen Künstlerin.

Die britische Sängerin Adele (28) folgt mit acht Nominierungen. Die Anwartschaften für die Trophäen wurden am Dienstag bekanntgegeben. Die Gala soll am 28. August in New York stattfinden.

In der Hauptkategorie Video des Jahres treten neben Beyonce („Formation“) und Adele („Hello“) auch Justin Bieber („Sorry“), Kanye West („Famous“) und Drake („Hotline Bling“) an. In weiteren Sparten sind unter anderem Ariana Grande, Rihanna, Calvin Harris, Coldplay, Sia und postum David Bowie nominiert. Fans können online für ihre Favoriten stimmen.

Religion

Science

Studie: Wo die Menschen in den Himmel wachsen

Eine weltweite Auswertung von Daten des vergangenen Jahrhunderts zeigt, wo wahre Größe zu finden ist: in Lettland und den Niederlanden, denn hier wohnen die größten Frauen und Männer. Während die Bewohner mancher Länder im Lauf der Jahre kaum Zuwächse verbuchen konnten, schossen andere regelrecht in den Himmel. Auch die Österreicher wuchsen im Vergleich weiter. Die Studie beschäftigt sich mit den Gründen des Wachstums - und den Schlüssen, die daraus zu ziehen sind.

Mehr dazu in Die Größten und die Kleinsten der Erde

Panorama

Cirque du Soleil sagt 40 Aufführungen in der Türkei ab

Der weltberühmte kanadische Cirque du Soleil hat 40 Aufführungen in der Türkei abgesagt, da er nach dem gescheiterten Staatsstreich die Sicherheit seiner Mitarbeiter nicht länger gewährleistet sieht. „Wir waren nicht in der Lage, die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu garantieren“, sagte die Sprecherin Marie-Helene Lagace gestern dem Rundfunksender Radio-Canada.

Der Zirkus, der zu den größten Unterhaltungskonzernen der Welt zählt, wollte vom 16. August bis zum 17. September in der Stadt Antalya sein Programm zeigen. Mehr als 70 Mitarbeiter sollten dabei mitwirken.