Ausland

Erdogan zelebriert Jahrestag der Eroberung Konstantinopels

Zum 563. Jahrestag der Eroberung der Christenmetropole Konstantinopel durch die islamischen Osmanen plant der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Massenkundgebung im heutigen Istanbul. Die Behörden erwarten rund eine Million Menschen bei der für heute Nachmittag angesetzten Veranstaltung. Laut Stadtverwaltung wird auch der designierte Ministerpräsident Binali Yildirim erwartet.

Auf dem Programm steht neben einer Flugschau der Luftwaffe eine Darbietung von 563 Menschen in Janitscharen-Kostümen. Die Elitetruppen stellten zur Zeit der Osmanen die Leibwache des Sultans. Zudem soll eine 3D-Rekonstruktion der Stadt Konstantinopel im Jahr 1453 präsentiert werden, die bis dahin Hauptstadt des Byzantinischen Reiches gewesen war.

Die Werbeplakate für die jährliche Veranstaltung zeigen sowohl den Eroberer Sultan Mehmet als auch den heutigen Präsidenten Erdogan.

Schulz will nicht SPD-Kanzlerkandidat werden

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat nach eigenen Angaben keine Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur der deutschen Sozialdemokraten (SPD) bei der Bundestagswahl 2017. Europa sei momentan „nicht im besten Zustand. Ich versuche hier meinen Beitrag zu leisten. Mein Platz ist in Brüssel“, sagte Schulz der Zeitung „Welt am Sonntag“.

Er unterstütze SPD-Chef Sigmar Gabriel „mit Haut und Haaren“, Gabriel sei „ein sehr, sehr starker Parteivorsitzender“, sagte Schulz in dem Interview.

Angesichts der schlechten Umfragewerte wird bei den mitregierenden Sozialdemokraten schon länger über die Frage der Kanzlerkandidatur diskutiert. Gabriel selbst schlug unlängst einen Mitgliederentscheid vor und sagte er fände es „hervorragend“, wenn es vor der Wahl im Herbst nächsten Jahres „zwei oder drei Bewerber“ gebe. Bisher hat sich indes noch niemand mit eigenen Ambitionen zu erkennen gegeben.

Bulgarien schickt 53 Flüchtlinge zurück nach Griechenland

Bulgarien schickt 53 Flüchtlinge zurück nach Griechenland. Dort seien die aus Afghanistan stammenden Personen registriert und würden deshalb auch wieder in das Land zurückgeschickt, sagte gestern ein hochrangiger Vertreter des Innenministeriums. Damit soll an alle ein Signal gesendet werden, die diesen Weg wählen.

Die Flüchtlinge seien mit einem Güterzug in das Land eingereist und verhaftet worden, so der Sprecher weiter. Weitere 34 illegale Flüchtlinge seien am Freitagabend festgesetzt worden. Seitdem die Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland dichtgemacht wurde, steigt in Bulgarien die Furcht, dass die Flüchtlinge über Bulgarien ihren Weg nach Westeuropa suchen könnten. Das Innenministerium entsandte Soldaten zur Unterstützung des Grenzschutzes.

Immer mehr Staaten entlang der Balkan-Route haben seit Jahresanfang ihre Grenzen geschlossen. Griechenland war bisher für viele Flüchtlinge der Haupteintrittspunkt nach Europa. Mit dem EU-Türkei-Abkommen haben die Ankünfte zwar abgenommen, zehntausende Flüchtlinge befinden sich aber weiter auf griechischem Boden.

Merkel und Hollande gedenken der Schlacht von Verdun

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Francois Hollande gedenken heute der Schlacht um Verdun vor 100 Jahren. Die beiden Politiker werden unter anderem einen deutschen Soldatenfriedhof, das Rathaus der ostfranzösischen Stadt Verdun und die Gedenkstätte für die Opfer der wohl bekanntesten Schlacht des Ersten Weltkriegs besuchen.

Höhepunkt der Veranstaltungen ist eine Zeremonie am Beinhaus von Douaumont, in dem die Knochen von 130.000 während der Kämpfe getöteten deutschen und französischen Soldaten ruhen. Die 300 Tage dauernde Schlacht im Jahr 1916 mit mehr als 300.000 Toten gilt als Sinnbild für die Grausamkeit des Ersten Weltkriegs.

Inland

Wien: 350 Asylwerber gemeinnützig im Einsatz

In Wien sind derzeit rund 350 Asylwerber gemeinnützig im Einsatz: Sie helfen etwa beim Unterrichten, reinigen die Donauinsel oder betreuen Wildtiere. Der Andrang bei der Vermittlungsstelle des Fonds Soziales Wien ist groß.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Salzburg dankte Flüchtlingshelfern

Mit einem offiziellen Empfang bedankte sich unterdessen das Land Salzburg bei den Helfern der Flüchtlingskrise. Die freiwilligen Helfer hatten täglich bis zu 1.500 Flüchtlinge versorgt, die über Österreich hauptsächlich Richtung Deutschland gezogen waren.

Mehr dazu in aalzburg.ORF.at

Mitterlehner verlangt von Sozialpartnern „Umorientierung“

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner verlangt von den Sozialpartnern eine „Umorientierung“. Diese müssten sich „komplett“ ändern, sagte der ÖVP-Chef gegenüber dem „Kurier“ (Sonntag-Ausgabe). „Ich empfehle ihnen eine Umorientierung auf das, was Österreich braucht - und nicht, was die jeweilige Gruppe gerade braucht.“

Die Sozialpartner müssten „die Interessen des Standortes und die internationale Ebene in den Fokus rücken, nicht nur das, was sie der eigenen Klientel gerade günstig verkaufen können“, so der Vizekanzler.

Beide Seiten müssen Kompromisse eingehen

Derzeit würden die Sozialpartner nur fordern: „Die Arbeitnehmervertreter fordern ständig Ausweitungen sozialer Rechte und Schutzbestimmungen. Die Arbeitgeber fordern ein Riesenpaket an Maßnahmen und Steuererleichterungen, ohne die Gegenfinanzierung darzustellen.“

Zur Zusammenarbeit innerhalb der Koalition sagte Mitterlehner, „beide Seiten werden Dinge akzeptieren müssen, die ihnen bisher wenig Freude gemacht haben, aber immer mit dem Ziel, dass es der Wettbewerbsfähigkeit dient“. Gefragt nach Bestrebungen innerhalb der ÖVP, Liberalisierungen und Flexibilisierungen - etwa bei den Arbeitszeiten und der Gewerbeordnung - einzuleiten, sagte Mitterlehner, er wolle hier nicht ins Detail gehen: „Denn das würde der neuen Partnerschaft widersprechen.“ Logisch sei aber, „dass wir in den Bereich der Tabus hineingehen müssen“.

Sport

Leichtathletik: Distelberger und Dadic auf Olympiakurs

Dominik Distelberger und Ivona Dadic befinden sich nach dem ersten Tag des Mehrkampfmeetings in Götzis auf gutem Weg zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. In Führung liegen im Zehnkampf der Kanadier Damian Warner mit 4.424 Punkten sowie im Siebenkampf dessen Landsfrau Brianne Theisen-Eaton (3.972 Punkte) vor der Britin Katerina Johnson-Thompson (3.932).

Mehr dazu in sport.ORF.at

Giro d’Italia: Nibali schlüpft vor Finale in Rosa Trikot

Die vorletzte Etappe beim 99. Giro d’Italia hat gestern einen erneuten und den wohl entscheidenden Wechsel an der Spitze der Gesamtführung gebracht.

Dank einer bravourösen Attacke auf dem vorletzten Anstieg vor der Bergankunft in Sant’Anna di Vinadio nahm Lokalmatador Vincenzo Nibali dem bisherigen Leader Esteban Chaves über eineinhalb Minuten ab - und geht nun mit 52 Sekunden Vorsprung auf den Kolumbianer in das Finale Richtung Turin. Für Nibali wäre es der zweite Giro-Triumph nach 2013.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Lufthansa setzt Flüge nach Venezuela aus

Die Lufthansa setzt wegen der Krise in Venezuela vorübergehend ihre Flüge in das südamerikanische Land aus. Die deutsche Fluggesellschaft teilte gestern in Caracas mit, die Flüge von Caracas nach Frankfurt würden ab dem 18. Juni suspendiert. Die Nachfrage nach Verbindungen in das südamerikanische Land sei im vergangenen Jahr und im ersten Halbjahr 2016 zurückgegangen, erklärte das Unternehmen weiter.

Internationale Fluggesellschaften haben wegen strikter Devisenkontrollen seit Jahren Probleme, Einnahmen aus dem Land in Dollar einzutauschen.

Venezuela steckt nach dem Preisverfall für Öl in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Bevölkerung leidet unter einem Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten sowie unter extremer Inflation. Auch Strom ist knapp.

Japan verschiebt Erhöhung von Mehrwertsteuer

Der japanische Premierminsiter Shinzo Abe wird nach Angaben aus seiner Regierung die Anhebung der Mehrwertsteuer um zweieinhalb Jahre verschieben. Der eigentlich für April 2017 geplante Schritt werde zum zweiten Mal verschoben und solle nun erst im Oktober 2019 kommen, erfuhr Reuters aus der japanischen Regierung.

Damit solle verhindert werden, dass die zaghafte konjunkturelle Erholung abgewürgt werde, hieß es zur Begründung. Abe habe Finanzminister Taro Aso und führende Mitglieder seiner Liberaldemokratischen Partei am Samstag über seine Entscheidung unterrichtet, die er am Mittwoch im Parlament verkünden wolle.

Abe hatte die Mehrwertsteuer im April 2014 von fünf auf acht Prozent angehoben. Die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Erde rutschte danach in eine Rezession. Die geplante zweite Erhöhung wurde deshalb um 18 Monate verschoben. Die japanische Wirtschaft ist im ersten Quartal des Jahres nur knapp der Rezession entgangen. Viele Analysten erwarten auch im zweiten Quartal kaum Wachstum.

Bayer-Chef verteidigt Übernahmepläne für Monsanto

Bayer-Chef Werner Baumann hat die umstrittenen Pläne des Konzerns zur Übernahme des US-Saatgut-Herstellers Monsanto verteidigt. „Wir passen gut zusammen“, sagte Baumann im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAZ“). Durch Kooperationen und Lizenzvereinbarungen sei man bereits verbunden.

Bayer habe ein attraktives Angebot für den US-Konzern vorgelegt, dass Monsanto voll bewerte, sagte Baumann. Daher sei er zuversichtlich. Er machte aber auch deutlich, dass bestimmte Konditionen erfüllt werden müssten. „Da bleiben wir konsequent.“

Bayer will Monsanto für 62 Milliarden Dollar übernehmen. Der US-Konzern lehnt die Offerte jedoch als zu niedrig ab. Auch beim deutschen Bauernverband, Umweltschützern und in der Politik stießen die Pläne auf Skepsis.

Marke Monsanto könnte verschwinden

Monsanto hat sich als Entwickler des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat, wegen gentechnisch veränderter Produkte und aggressiver Geschäftspraktiken einen schlechten Ruf erworben. Baumann deutete deshalb in dem Interview an, dass die Marke Monsanto verschwinden könnte. Die MArke Bayer habe „weltweit eine hervorragende Reputation und Stahlkraft“, dies gelte es zu nützen, so der neue Bayer-Chef, der seit Anfang Mai im Amt ist.

Russland plant keine Teilnahme an OPEC-Treffen im Juni

Der russische Energieminister Alexander Nowak will einem Agenturbericht zufolge nicht am OPEC-Treffen im Juni teilnehmen. Das sei nicht geplant, meldete die Nachrichtenagentur RIA gestern. Die nächste Zusammenkunft der Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist für den 2. Juni in Wien geplant.

Russland gehört dem Verbund nicht an, stand aber angesichts des Ölpreisverfalls in den vergangenen Monaten in regem Kontakt mit OPEC-Mitgliedern.

Gespräche bei jüngstem Treffen gescheitert

Beim jüngsten Treffen der Ölförderländer in Doha im April war Russland anwesend gewesen. Damals waren die Gespräche über eine Deckelung der Ölproduktion gescheitert.

Wegen des Überangebots und der mauen Weltkonjunktur sank der Ölpreis seit Mitte 2014 von 115 Dollar (102,97 Euro) auf zeitweise unter 30 Dollar pro Barrel. Erst in den vergangenen Tagen sprang der Preis wieder über die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar je Barrel (159 Liter).

Schock oder Chance? Die „Brexit“-Folgen für die Wirtschaft

Vor dem britischen Referendum zum EU-Austritt wird kaum ein Thema so heftig diskutiert wie die möglichen Auswirkungen eines EU-Austritts auf die Wirtschaft Großbritanniens. Für die einen ist der „Brexit“ Synonym für Hoffnung und Aufschwung, die anderen sehen in ihm den schlimmsten Katastrophenfall für London und Brüssel. Doch was könnte im Fall des Falles tatsächlich auf die britische Wirtschaft zukommen?

Mehr dazu in Auch Großbritannien ist keine Insel

Chronik

Behörden befreien 200 Sex-Sklavinnen in Bogota

Kolumbiens Behörden haben bei einem Großeinsatz in einem Viertel der Hauptstadt Bogota rund 200 mutmaßliche Sex-Sklavinnen befreit. Mehr als 70 von ihnen waren minderjährige Mädchen, wie der Bürgermeister der Stadt, Enrique Penalosa, laut örtlichen Medien gestern (Ortszeit) sagte.

Die Razzia mit rund 2.500 Sicherheitskräften sei vier Monate lang vorbereitet worden, schrieb Penalosa via Twitter. Polizisten hatten demnach in den frühen Morgenstunden Räume im Stadtviertel Bronx gestürmt.

Das Viertel gilt als ein Zentrum des gefährlichen Drogenmilieus in Bogota. „Wir werden keine unabhängige Republik des Verbrechens in Bogota dulden, wo Kinder ausgebeutet werden“, schrieb der Bürgermeister weiter. Die Behörden zerschlugen demnach auch drei kriminelle Banden und beschlagnahmten Waffen, Drogen und Geld.

Gorilla verletzt Kind in US-Zoo - erschossen

Dramatische Minuten im Zoo der US-Großstadt Cincinnati: Ein dreijähriger Junge ist gestern ins Gorilla-Gehege gestürzt und von einem ausgewachsenen Silberrücken schwer verletzt worden. Das Kind hatte sich zunächst durch das Schutzgeländer gezwängt, stürzte daraufhin mehrere Meter tief in die Affengrube und wurde von dem knapp 200 Kilogramm schweren Tier gepackt, wie Zoo-Direktor Thane Maynard mehreren Rundfunksendern sagte.

Rettungskräften zufolge habe das Gorillamännchen den Jungen „wild hinter sich her gezerrt und durch die Luft geworfen“, bevor ihn das Notfallteam des Zoos schließlich erschoss, berichtete unter anderem der Sender WLWT News 5.

„Das ist ein rundum schrecklicher Tag“, sagte Maynard. Die Entscheidung der alarmierten Sicherheitskräfte zum Abschuss des seltenen Tieres sei schwierig, aber richtig gewesen, „weil sie dem Jungen damit das Leben gerettet haben. Es hätte sehr schlimm ausgehen können.“ Eine Betäubung des 17 Jahre alten Gorillas namens Harambe sei nicht infrage gekommen, weil der Effekt zu langsam eingesetzt hätte und die Reaktion des Tieres unkalkulierbar gewesen wäre.

Mörder flüchtete aus psychiatrischer Klinik in der Schweiz

Ein verurteilter Mörder ist in der Nacht auf gestern aus der psychiatrischen Klinik Königsfelden in Windisch im Schweizer Kanton Aargau geflohen. Es handelt sich um einen 22-jährigen Aargauer, der 2009 eine junge Vietnamesin im Kanton Tessin getötet hatte. Die Polizei fahndet nach ihm.

Der Mann brach gewaltsam aus der geschlossenen forensischen Abteilung der Klinik aus, wo er untergebracht war, wie die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) gestern mitteilten. Die Klinik ist laut dem Konzept für stationäre forensische Psychiatrie der PDGAG, das auf der Website zu finden ist, auf einen niedrigen und mittleren Sicherheitsstandard ausgerichtet und verfügt über keine Hochsicherheitsabteilung.

Bei Tat erst 16 Jahre alt

Der gesuchte Mann hatte 2009 in Sessa im Tessin eine 17-jährige Vietnamesin mit einem Holzscheit erschlagen, damals war er selbst erst 16 Jahre alt gewesen.

Aufgrund ausgewerteter Handydaten hatte die Polizei den Schweizer im August 2009 zum Verschwinden der Jugendlichen befragt. Ihre Überreste waren dann im Juni 2010, zehn Monate nach dem Verschwinden, in Sessa aufgefunden worden. Wenig später wurde der Jugendliche an seinem Wohnort im Aargau verhaftet.

Das Jugendgericht Baden hatte den Aargauer 2013 wegen Mordes zur Höchststrafe im Jugendrecht - zu einem Freiheitsentzug von vier Jahren und zu einer geschlossenen Unterbringung - verurteilt.

IT

Nach LinkedIn auch MySpace von Datenleck betroffen

Nur wenige Tage nach einem Fall beim Onlinekarrierenetzwerk LinkedIn sollen Berichten zufolge auch Millionen entwendeter Zugangsdaten von MySpace aufgetaucht sein. Bis zu 427 Millionen Passwörter und 360 Millionen E-Mail-Adressen von Nutzern seien möglicherweise in einer gehackten Datenbank enthalten.

Das meldete die US-Website Motherboard am Freitag (Ortszeit) mit Verweis auf Angaben der Internetplattform LeakedSource. Auch andere Sites wie ITPro aus Großbritannien berichteten darüber. MySpace wollte sich den Angaben zufolge bisher nicht dazu äußern.

Womöglich derselbe Hacker wie bei LinkedIn

Laut Motherboard könnte es sich um denselben Hacker handeln, der in den Besitz von 177 Millionen Datensätzen von LinkedIn - unter anderem mit Benutzernamen und Passwörtern - gelangt sein soll.

LinkedIn hatte seine Mitglieder Mitte Mai zum schnellen Passwortwechsel aufgerufen, nachdem Informationen im Netz zum Verkauf gestellt worden waren. Das MySpace-Leck sei bisher nicht ans Licht gekommen, auch der genaue Zeitpunkt des Datendiebstahls sei unklar, hieß es auf Motherboard.

LinkedIn hatte betont, in seinem Fall habe es sich nicht um Beute aus einem aktuellen Angriff, sondern aus dem Jahr 2012 gehandelt. Das Unternehmen hatte schon damals dazu aufgerufen, Passwörter zu ändern.

Kultur

Monumenta 2016: Schlangengrube im Pariser Grand Palais

Alljährlich lädt das französische Kulturministerium einen Künstler ein, im Pariser Grand Palais (sehr) großformatige Arbeiten zu realisieren. Monumenta heißt die Ausstellungsreihe, und der Name ist Programm. Nach Anselm Kiefer, Anish Kapoor und Daniel Buren wurde heuer der in Frankreich lebende Chinese Huang Yong Ping ausgewählt, um das 13.000 Quadratmeter große Palais zu bespielen. Seine Installation mit dem Titel „Empires“ beeindruckt nun mit einem 250 Meter langen Schlangenskelett, das sich über eine Schiffsladung von Containern windet - und das natürlich nicht ohne Grund.

Mehr dazu in Groß, größer, Monumenta

Sieben Festnahmen nach Diebstahl von Bacon-Gemälden

Knapp ein Jahr nach dem Diebstahl von fünf Gemälden des britischen Künstlers Francis Bacon hat die spanische Polizei sieben Verdächtige festgenommen. Sie stehen im Verdacht, in den Diebstahl aus einer Privatwohnung in Madrid im Juli 2015 verwickelt zu sein, teilten die Ermittler gestern mit.

Von den auf einen Wert von insgesamt rund 25 Millionen Euro geschätzten Kunstwerken fehlt allerdings weiter jede Spur. Auf die Schliche kamen die Ermittler den mutmaßlichen Kriminellen über eine auf das Aufspüren gestohlener Kunstwerke spezialisierte britische Privatdetektei. Diese hatte eine E-Mail mit Fotos von zwei der gestohlenen Bilder erhalten - samt der Frage, ob eines davon als gestohlen gemeldet sei.

Fotos mit Leihkamera gemacht

Die spanischen Ermittler fanden heraus, dass die Fotos mit einer Leihkamera gemacht wurden. Über die Verleihfirma verfolgten sie die Spur bis zu dem Kunden, der die Kamera gemietet hatte. Dieser gehört zu den nun festgenommenen Verdächtigen, ebenso wie ein Madrider Kunsthändler und dessen Sohn.

Das Opfer des Diebstahls soll Berichten zufolge ein enger Freund des 1992 in Madrid verstorbenen Künstlers sein. Ebenfalls bei dem Einbruch gestohlen wurde ein Tresor mit einer Münzsammlung, Schmuck und anderen Wertgegenständen. Die Täter hatten zugeschlagen, während der Besitzer der Kunstwerke in London gewesen war.

Die Werke von Francis Bacon sind bei Sammlern sehr gefragt. Sein Gemälde „Three Studies of Lucian Freud“ wurde 2013 für umgerechnet 128 Millionen Euro versteigert und stellte damit einen Rekord auf.

Science

Aufblasbares ISS-Modul erfolgreich entfaltet

Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Zwei Tage nach dem abgebrochenen Versuch, die Internationale Raumstation (ISS) durch ein aufblasbares Modul zu erweitern, ist der US-Raumfahrtbehörde NASA das Experiment doch noch gelungen. Sieben Stunden lang pumpte Astronaut Jeff Williams das Modul „Beam“ gestern in kleinen Schüben auf, bis es ganz entfaltet war.

Die Astronauten müssen noch einige Tests vornehmen, um sicherzugehen, dass keine Luft aus dem Modul entweicht. Nach einer Reihe weiterer Vorbereitungen werden sie es dann in etwa einer Woche erstmals betreten. Am Freitag musste der Test nach zwei Stunden wegen technischer Probleme abgebrochen werden.

„Beam“ wurde vom Privatunternehmen Bigelow Aerospace im Auftrag der NASA zu einem Preis von 18 Millionen Dollar (16 Mio. Euro) entwickelt und wird nun erstmals im All getestet. Aufblasbare Module sollen nach den Plänen der NASA und von Bigelow Aerospace in künftigen Jahrzehnten als Wohnräume für Astronauten auf dem Mond oder Mars dienen. Ihr großer Vorteil besteht darin, dass sie beim Transport nur wenig Raum brauchen.

Lifestyle

Saison beendet: Nepal feiert Tag des Mount Everest

Nach zwei Katastrophenjahren ist in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu erstmals wieder der Tag des Mount Everest gefeiert worden. Die Feier nach dem erfolgreichen Abschluss der Klettersaison am mit 8.848 Metern höchsten Berg der Welt wurde heute vom Tourismusministerium veranstaltet.

Für den seit 2008 begangenen Tag des Mount Everest wurde der 29. Mai gewählt, weil an diesem Datum im Jahr 1953 der Neuseeländer Edmund Hillary und der Nepalese Tenzing Norgay als erste Menschen den Gipfel des Berges erklommen hatten.

2016 gilt als die erste normale Klettersaison seit drei Jahren, nachdem 2014 und 2015 alle Expeditionen wegen Naturkatastrophen abgesagt worden waren.