Inland

Nationalrat hebt Immunität von Strache auf

In der Nationalratssitzung gestern ist zum Abschluss die parlamentarische Immunität von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und seines Fraktionskollegen Elmar Podgorschek aufgehoben worden. Die von der Staatsanwaltschaft bzw. der Polizei beantragte „Auslieferung“ wurde mehrheitlich beschlossen, weil kein direkter Zusammenhang mit der Arbeit der Abgeordneten gesehen wurde. Die FPÖ stimmte bei Strache dagegen, die FPÖ und das BZÖ bei Podgorschek.

Im Fall Straches geht es um den von ihm bestrittenen Vorwurf des nunmehrige BZÖ-Politikers Ewald Stadler, versucht zu haben, für den Wahlkampf 2006 Gelder der FPÖ-Akademie abzuzweigen. Gegen Podgorschek wird wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Wehrgesetz ermittelt. Er war entgegen der Weisung des Verteidigungsministers in Bundesheeruniform beim WKR-Ball aufgetreten.

Dalai Lama beginnt Österreich-Besuch in Kärnten

Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, trifft heute zu seinem bisher längsten Österreich-Besuch in Klagenfurt ein. Innerhalb von elf Tagen hält der Dalai Lama Vorträge und Symposien in drei Städten - Klagenfurt, Salzburg und Wien - ab. Er reist aus dem slowenischen Maribor mit dem Hubschrauber an und bleibt bis zum Sonntag in Kärnten.

Am 21. Mai reist der 14. Dalai Lama (Tenzin Gyatso) weiter nach Salzburg und anschließend nach Wien, wo es am 25. und 26. Mai offizielle Termine gibt. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) will gemeinsam mit Kardinal Christoph Schönborn den Dalai Lama treffen, auch Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) plant eine Begegnung. Laut Innenministerium wird der Religionsführer während seines Österreich-Besuches - zumindest bezüglich der Sicherheit - wie ein offizieller Staatsgast behandelt.

Tirol: Ausschluss von Oppitz-Plörer aus ÖVP-Führungsgremien

Die Tiroler ÖVP hat gestern Abend die Innsbrucker Bürgermeisterin und Chefin der Liste „Für Innsbruck“ Christine Oppitz-Plörer vom Landesparteivorstand ausgeschlossen. Oppitz-Plörer koaliere gegen die Tiroler Volkspartei.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Liechtenstein will Schwarzgeld-Abkommen bald fixieren

Nach der Schweiz will nun auch Liechtenstein so schnell wie möglich ein Schwarzgeld-Steuerabkommen mit Österreich abschließen. „Wir wollen auf jeden Fall eine parallele Inkraftsetzung mit der Schweiz (1. Jänner 2013). Das bedingt, dass wir uns in den nächsten drei, vier Monaten einigen“, sagte Liechtensteins Regierungschef Klaus Tschütscher im Gespräch mit den Vorarlberger Nachrichten (Donnerstag-Ausgabe).

Der österreichische Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) hatte Mitte April ein Abkommen mit Liechtenstein wegen der Einbeziehung von Stiftungen als komplex bezeichnet. Tschütscher sieht darin hingegen keine Erschwernis. Es bestehe ein „beiderseitiges Interesse daran, dass es kein Regulierungsgefälle zwischen Vermögensanlagen mit und ohne Strukturen gibt“.

Ob Österreich mit der anvisierten Abgeltungssteuer rund 50 Mio. Euro lukrieren könnte, wollte Tschütscher nicht kommentieren: „Ich kann nicht beurteilen, auf welcher Basis solche Schätzungen gemacht werden“, sagte er der Zeitung.

U-Ausschuss: Ex-Minister Strasser erneut für 5. Juni geladen

Der Korruptions-U-Ausschuss hat gestern Abend nach der Nationalratssitzung eine umfangreiche Zeugenliste für die Ausschusstermine zum Thema Behördenfunk Ende Mai, Anfang Juni beschlossen. Prominenteste Auskunftsperson wird dabei der erneut geladene Ex-Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) sein. Kommen soll in den Ausschuss laut Angaben des BZÖ und der Grünen auch der Leiter der Finanzprokuratur, Wolfgang Peschorn.

Nächstes Thema: Behördenfunk

Der Ausschuss hat die Ladungen für 30. Mai, 1., 5. und 6. Juni einstimmig beschlossen. Den Abgeordneten zur Verfügung stehen sollen dabei zum Untersuchungsthema Behördenfunk unter anderem damalige Projektleiter wie Peter Skorsch und Beamte des Innenministeriums, Rechnungshofprüfer und Vertreter der Firma Austroconsult. Der frühere Europaabgeordnete Strasser - sein erster Auftritt im Ausschuss fand Mitte März zum Thema Telekom Austria statt - wurde für 5. Juni geladen, erklärte BZÖ-Abgeordneter Stefan Petzner gegenüber der APA.

Beim Untersuchungsgegenstand Blaulichtfunk geht es um die umstrittene Neuvergabe des Auftrags durch den damaligen Innenminister Strasser 2004 an das „Tetron“-Konsortium von Motorola, Alcatel und der Telekom Austria. Es soll dabei zu ungeklärten Zahlungen an Alfons Mensdorff-Pouilly in Millionenhöhe gekommen sein.

Weitere Ladungen sollen folgen

Petzner hielt fest, dass es sich lediglich um die ersten Ladungen zu diesem Untersuchungsthema handle, weitere Beschlüsse sollen dann Anfang Juni erfolgen. Petzner pocht etwa auf die Ladung von Christoph Ulmer, dem damaligen Kabinettschef von Strasser und damit einer „Schlüsselperson“, so der BZÖ-Mandatar. Petzner betonte auch, dass es ebenso wie einen weiteren „Telekom-Tag“ auch noch einen „BUWOG-Tag“ im Ausschuss geben werde. Zu Letztgenanntem soll dann Karlheinz Muhr geladen werden.

Ausland

Merkel entlässt Röttgen als Umweltminister

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat Umweltminister Norbert Röttgen nach dem Wahldesaster der CDU in Nordrhein-Westfalen entlassen. Das teilte sie gestern in Berlin auf einer überraschend anberaumten Pressekonferenz mit.

Sie habe Bundespräsident Joachim Gauck gebeten, Röttgen von seiner Aufgabe zu entbinden. Nachfolger wird der bisherige Unions-Geschäftsführer Peter Altmaier (CDU).

Nach schwerer Wahlniederlage

Röttgen hatte als Spitzenkandidat das mit 26,3 Prozent schlechteste Wahlergebnis der CDU in NRW verantworten müssen. Der 46-Jährige war in der Union massiv kritisiert worden. Röttgen hatte offengelassen, ob er auch nach einer Niederlage in Düsseldorf bleibt. Bereits am Sonntagabend war Röttgen als CDU-Landeschef in NRW zurückgetreten.

Noch am Montag hatten Merkel und Röttgen einen sofortigen Rückzug vom Ministeramt ausgeschlossen. Altmaier gilt als enger Vertrauter der Kanzlerin. Er muss nun als künftiger Umweltminister die von der schwarz-gelben Koalition eingeleitete und bisher nur schleppend umgesetzte Energiewende vorantreiben.

„Letzte Patrone“

Die Opposition wertete Röttgens Entlassung als eine „Verzweiflungstat“ von Merkel und als Beleg für den maroden Zustand der Koalition. SPD-Chef Sigmar Gabriel schrieb: „Merkel lässt Röttgen nicht mal zurücktreten, sondern wirft ihn kurz vorher noch raus. Gnadenlos.“ SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erklärte: „Mit Altmaier schickt Angela Merkel ihr letztes Aufgebot - er ist ihre letzte Patrone im Lauf“.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sprach von einem „neuen Höhepunkt der Dauerkrise von Schwarz-Gelb“. Für den Koalitionspartner FDP wertete Parteichef Philipp Rösler Merkels Entscheidung dagegen als „Fortsetzung der stabilen Zusammenarbeit in der Regierungskoalition“.

Der designierte Umweltminister Altmaier selbst, dem der Industrieverband BDI umgehend volle Unterstützung zusagte, erklärte: „Ich übernehme dieses neue Amt in dem Bewusstsein der großen Verantwortung, die gerade jetzt mit dieser Tätigkeit verbunden ist“.

Dutzende Tote im Kongo bei mutmaßlichen Hutu-Angriffen

Bei mutmaßlichen Angriffen ruandischer Rebellen sind im Osten der Demokratischen Republik Kongo nach UNO-Angaben seit Anfang Mai mindestens 50 Zivilisten getötet worden. Die ruandische Hutu-Miliz FDLR werfe der Zivilbevölkerung vor, mit einer bewaffneten Gruppierung zusammenzuarbeiten, teilte das UNO-Büro zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) gestern mit.

Seit Monatsbeginn seien mehrere Orte überfallen und zahlreiche Häuser in Brand gesteckt worden. Bei einem Angriff auf ein Dorf in der Provinz Süd-Kivu wurden demnach in der Nacht zum Montag rund 20 Menschen getötet.

Die FDLR wird von der Demokratischen Republik Kongo beschuldigt, seit Jahren in der Grenzregion zu plündern, zu morden und zu vergewaltigen. Die Rebellen werden beschuldigt, 1994 am Völkermord in Ruanda teilgenommen zu haben, durch den nach UN-Angaben 800.000 Menschen getötet wurden.

Merkel spricht sich mit Europäern vor G-8-Gipfel ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs neuer Präsident Francois Hollande, Italiens Ministerpräsident Mario Monti und Großbritanniens Premier David Cameron haben für heute eine Videokonferenz anberaumt.

Dabei soll es offenbar um die Vorbereitung auf den G-8-Gipfel an diesem Wochenende im amerikanischen Camp David sowie um europäische Wirtschaftsthemen gehen, wie aus italienischen Regierungskreisen verlautete. An der Runde werde auch EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy teilnehmen, sagte ein Sprecher Camerons.

Medien: Todesschütze von Trayvon Martin erlitt Verletzungen

Der im US-Bundesstaat Florida wegen der Tötung eines schwarzen Jugendlichen angeklagte Nachbarschaftswächter George Zimmerman ist Medienberichten zufolge am Abend des Vorfalls verletzt worden. Laut eines ärztlichen Untersuchungsberichts habe Zimmerman zwei blaue Augen und einen Nasenbruch davongetragen, berichtete der US-Sender ABC gestern.

Außerdem seien Wunden am Hinterkopf und eine leichte Verletzung am Rücken festgestellt worden. Die Unterlagen stützen die Vermutung, dass Zimmerman in einen Kampf mit dem Teenager Trayvon Martin verwickelt war, bevor er diesen erschoss.

Zimmerman plädiert auf Notwehr

Zimmerman gibt an, den 17-jährigen Martin Ende Februar aus Notwehr getötet zu haben. Der Schütze war an jenem Abend auf Patrouillengang in seinem Viertel in der Stadt Sanford nahe Orlando unterwegs und hielt den Teenager für einen Einbrecher. Zimmerman hat ausgesagt, dass Martin ihn attackiert habe. Der Jugendliche, der sich auf dem Weg von einem Einkauf nach Hause befand, war allerdings unbewaffnet. Zimmerman ließ sich am Morgen nach den tödlichen Schüssen vom Hausarzt seiner Familie untersuchen, wie ABC nun berichtete.

Nach dem Tod des Teenagers berief sich Zimmerman auf das umstrittenes „Stand Your Ground“-Gesetz („Weiche nicht zurück“), das den Menschen in Florida ein besonders weitgehendes Recht auf Selbstverteidigung einräumt. Die Polizei ließ ihn zunächst laufen, erst angesichts wachsender Empörung über den Fall wurde die Justiz aktiv. Nun muss ein Geschworenengericht über Zimmermans Schuld befinden, bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Zimmerman plädiert auf nicht schuldig und befindet sich derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß.

Tod löste Rassismus-Debatte aus

Der Tod des afroamerikanischen Jugendlichen führte in den USA zu einer aufgeheizten Debatte um Rassismus, in die sich sogar Präsident Barack Obama einschaltete. Zimmerman wird zur Last gelegt, sich Martin auch wegen dessen Hautfarbe als Verdächtigen vorgenommen zu haben. Polizei und Justiz stehen in der Kritik, weil sie den Fall zunächst vernachlässigt haben sollen. Martins Eltern beklagten, dass dies anders gewesen wäre, wenn das Opfer weiß und der Schütze schwarz gewesen wäre.

Kommission untersucht Diktatur-Verbrechen in Brasilien

In Brasilien ist eine Wahrheitskommission eingesetzt worden, die Menschenrechtsverbrechen während der Militärdiktatur (1964-1985) in dem größten südamerikanischen Land untersuchen soll.

Präsidentin Dilma Rousseff führte gestern die sieben Mitglieder der Kommission offiziell in ihr Amt ein. Sie sollen in den kommenden zwei Jahren Verbrechen und Vergehen an Oppositionellen durchleuchten und dabei insgesamt Vorfälle in der Zeit von 1946 bis 1988 prüfen.

Rousseff, die während der Diktatur selbst im Widerstand war und gefangen und gefoltert wurde, gedachte bei einer Zeremonie der Opfer der Gewaltherrschaft, versicherte aber, die Wahrheitskommission sei nicht durch Revanchismus oder Hass motiviert. „Brasilien verdient die Wahrheit, die nachkommenden Generationen verdienen die Wahrheit, vor allem aber die, die Freunde und Verwandte verloren haben und die weiter leiden, als ob sie (die Opfer) Tag für Tag aufs Neue stürben“, betonte Rousseff.

Sport

Bundesliga: Referee kritisiert Schiedsrichterbosse

Die Diskussion über die Schiedsrichter in der heimischen Bundesliga hat einen Tag vor der letzten Runde neue Nahrung erhalten. Doch die Kritik kommt nicht von außen, sondern von innen. Referee Harald Ruiss übte in einem offenen Brief harte Kritik am heimischen Schiedsrichterwesen und kündigte gleichzeitig seinen Rückzug an. Besonders mit einem Führungsduo geht der Wiener hart ins Gericht. Von „gravierenden Missständen“ bis zu „offenkundigen Fehlentwicklungen“ reicht die Kritik.

mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Hertha-Einspruch gegen Abstieg

Hertha BSC will den Abstieg aus der deutschen Bundesliga nicht hinnehmen und legt Protest gegen das Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf ein. Tausende Fans stürmten Dienstagabend den Rasen. Kurz vor Spielschluss wurde die Partie beim Stand von 2:2 für rund 20 Minuten unterbrochen, es kam zu Tumulten. „Ein regulärer Spielbetrieb war für uns nicht mehr möglich“, begründete Manager Michael Preetz diesen Schritt, „mit einem sportlichen Geschehen hatte dies nichts mehr zu tun.“

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Aktionäre verklagen JPMorgan wegen Fehlspekulation

Nach dem Verlust von mindestens zwei Milliarden Dollar durch Fehlspekulationen gehen Aktionäre juristisch gegen die US-Großbank JPMorgan Chase vor. Die US-Investmentfirma Saratoga Capital Management reichte gestern eine Sammelklage gegen JPMorgan Chase, Bankchef Jamie Dimon und Finanzvorstand Douglas Braunstein ein, der sich andere Geschädigte anschließen könnten.

Das Finanzinstitut habe vor Bekanntwerden der schweren Verluste gegenüber Investoren irreführende und unvollständige Erklärungen abgegeben, heißt es in der Klagebegründung.

1,5 Mrd. Euro verspekuliert

Die US-Bank hatte vergangenen Donnerstag eingeräumt, durch Fehlspekulationen mit Kreditausfallversicherungen einen heftigen Verlust von umgerechnet 1,5 Milliarden Euro erlitten zu haben. Daraufhin fiel der Wert von JPMorgan-Aktien bis zum Börsenschluss am Dienstag um fast elf Prozent. Die Verluste der Aktionäre seien „eine direkte Folge des betrügerischen Plans“ von JPMorgan, schrieb Saratoga Capital Management in der Klage.

Der Chef der US-Bundespolizei FBI, Robert Mueller, bestätigte bei einer Anhörung im Kongress in Washington „vorläufige“ Ermittlungen gegen JPMorgan Chase wegen der Spekulationsverluste. Einzelheiten nannte er nicht. Dem „Wall Street Journal“ zufolge leitete auch die US-Börsenaufsicht SEC bereits eine Untersuchung ein.

Fed hält sich Tür für weitere Konjunkturhilfen offen

Die US-Notenbank Fed hält sich die Tür für weitere Konjunkturhilfen offen. Mehrere Mitglieder des für die Geldpolitik entscheidenden Offenmarktausschusses hätten angedeutet, dass zusätzliche Anreize nötig sein könnten, wenn etwa die wirtschaftliche Erholung an Fahrt verliere, ging aus dem heute veröffentlichten Sitzungsprotokoll des Treffens vom 22. Bis 25. April hervor.

Die Wirtschaft wächst demnach moderat, am Ausblick habe sich im Vergleich zum März-Treffen praktisch nichts geändert. Es wurde aber auch auf Belastungen der globalen Finanzmärkte durch die Schuldenkrise in Europa verwiesen.

Etwa die Hälfte der Teilnehmer des April-Treffens habe die Auffassung vertreten, dass die außergewöhnlich niedrigen Zinsen mindestens bis weit ins Jahr 2014 angemessen seien. Ein Mitglied sei der Meinung gewesen, dass die Fed ihr im kommenden Monat auslaufendes „Operation Twist“-Programm zum Kauf von Anleihen verlängern solle. Der Chef der St. Louis-Fed, James Bullard, sagte jedoch, er gehe davon aus, dass das Programm wie geplant beendet werde.

„Blockupy“-Protest: Zeltlager in Frankfurt geräumt

In der deutschen Finanzmetropole Frankfurt am Main soll tagelang gegen die Macht der Banken protestiert werden. Bis Freitag sind zwar alle Veranstaltungen des „Blockupy“-Bündnisses verboten. Dennoch ruft die Bewegung zu Protesten auf. Die Polizei räumt ein Zeltlager.

Proteste friedlich aufgelöst

Zum Auftakt der „Blockupy“-Aktionstage gegen Banken und Kapitalismus in Frankfurt hat die Polizei ein Protest-Camp vor der Europäischen Zentralbank geräumt. Ein Großaufgebot von Beamten führte oder trug gestern etwa 340 Aktivisten der Occupy-Bewegung aus dem Zeltlager, das Aktivisten vor über einem halben Jahr vor dem EZB-Gebäude errichtet hatten. Die Aktion verlief weitgehend friedlich. Vereinzelt kam es zu Rangeleien. Die Polizei nahm etwa ein Dutzend Menschen fest, weil sie Polizisten mit Farbe bespritzt hatten.

Auch eine Musikdemonstration in der Frankfurter Innenstadt wurde zunächst friedlich von der Polizei aufgelöst. Nach Aufforderung der Beamten verließ ein Großteil der rund 500 Teilnehmer den Platz in der Innenstadt noch vor Veranstaltungsbeginn freiwillig. Wie die Polizei mitteilte, kam es bis zum Abend auch im Rest der Stadt nicht zu gewaltsamen Ausschreitungen.

„Nabucco“: Statt 3.900 nun 1.300 Kilometer

Das „Nabucco“-Konsortium hat gestern beim Shah-Deniz-II-Gasfeld in Aserbaidschan ein Angebot zur Errichtung einer „Nabucco West“-Pipeline eingereicht, teilte die Betreibergesellschaft in einer Aussendung mit.

Statt 3.900 Kilometer ist die „Nabucco West“-Version nur noch 1.300 Kilometer lang. Die Pipeline sei ein „überarbeitetes Konzept des bisherigen ‚Nabucco‘-Projekts“, hieß es. In der EU werde die „Nabucco-West“ „exakt denselben Streckenverlauf wie das ursprüngliche ‚Nabucco‘-Konzept haben“. OMV-Chef Gerhard Roiss bezifferte Ende April die Kosten für eine „Nabucco West“-Variante für die derzeit sechs Partner auf jeweils weniger als eine Milliarde Euro.

Die Pipeline soll kaspisches Gas von der bulgarisch-türkischen Grenze nach Baumgarten (NÖ) transportieren. „Wir sind überzeugt, dass wir dem Shah-Deniz-II-Konsortium ein wettbewerbsfähiges und umfassendes Angebot vorgelegt haben“, erklärte Reinhard Mitschek, Geschäftsführer der Nabucco Gas Pipeline International.

Streit mit Argentinien: Repsol kontert mit Klage

Der spanische Erdölkonzern Repsol hat Argentinien wegen der Teilverstaatlichung seiner argentinischen Tochterfirma YPF verklagt. Die Klage wurde bereits vor einem Gericht in New York von Repsol und einem weiteren früheren Anteilseigner, der US-Firma Texas Yale Capital, eingereicht, sagte ein Repsol-Sprecher laut AFP gestern.

Gefordert wird vom argentinischen Staat eine Entschädigung. Angaben zur Höhe der Forderungen machte der Sprecher nicht.

Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner hatte am 4. Mai ein Gesetz unterzeichnet, das die Enteignung von 51 Prozent der Anteile von YPF verfügt. Bis dahin war Repsol der größte Anteilseigner bei YPF. Kirchner begründete die Maßnahme unter anderem mit den scharfen Preissteigerungen bei den Ölimporten und den zu geringen Investitionen von YPF.

Berlin: Flughafeneröffnung wohl erst 2013

Der neue Berliner Großflughafen „Willy Brandt“ wird voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr eröffnet. „Es läuft auf März 2013 hinaus“, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters gestern aus Regierungskreisen.

Eigentlich war die Eröffnung für den 3. Juni 2012 geplant. Vor rund einer Woche war der Termin aber überraschend abgesagt worden. Als Grund nannte die Geschäftsführung des Flughafens Berlin-Brandenburg Probleme mit dem Brandschutz.

Berlin und Brandenburg beraten derzeit zusammen mit dem Bund über einen neuen Starttermin für den Airport.

Chronik

Mittelamerika laut UNO gefährlichste Region der Welt

Der Drogenhandel macht Mittelamerika den Vereinten Nationen zufolge zur gefährlichsten Region der Erde. Nirgendwo auf der Welt würden so viele Morde stattfinden wie zwischen Mexiko und Kolumbien, sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon gestern in New York. Gewalt und Kriminalität seien in der Region dramatisch angestiegen.

Jeder 50. erwachsene Mann werde ermordet, bevor er nur 32 werde, sagte Ban. Drei Länder aus dem Gebiet hätten die höchste Mordrate der Welt. In Guatemala kämen auf 100.000 Einwohner 39 Morde im Jahr, in El Salvador sogar 72. Honduras liege mit 86 Morden pro 100.000 Einwohner an der Spitze.

Zum Vergleich: Der deutsche Wert liegt etwa bei einem Hundertstel. „Gefangen zwischen den drogenproduzierenden Ländern im Süden und den Abnehmern im Norden hat sich in diesen Ländern die Kriminalität vervielfacht“, sagte Ban.

Krim: Verirrten Delfin mit Taxi zum Meer gebracht

Dramatische Rettungsaktion für einen Delfin: Mit einer rasanten Taxifahrt hat ein Mann auf der ukrainischen Halbinsel Krim einem verirrten Delfin zurück ins Meer verholfen. Er fand das entkräftete Tier in einem schmalen Kanal des Schwarzen Meeres, hob es aus dem Wasser schnell in ein herbeigerufenes Taxi und ließ das Tier dann am Hafen frei.

„Der Delfin hätte sich nicht befreien können und wäre verendet“, sagte der Einwohner der Hafenstadt Kertsch nach Angaben von Medien in der Ex-Sowjetrepublik.

In Indonesien abgestürztes Flugzeug war Ersatzmaschine

Der vor einer Woche in Indonesien mit mehr als 40 Passagieren abgestürzte russische „Superjet 100“ war nach Angaben des Herstellers Suchoi ein Ersatzflugzeug. Eine zunächst für Schauflüge in Zentralasien genutzte Passagiermaschine habe auf dem Weg von Kasachstan nach Pakistan wegen Triebwerksproblemen nach Russland zurückkehren müssen.

Das teilte Suchoi gestern nach Angaben der Agentur RIA Nowosti in Moskau mit. Stattdessen sei ein identisches Reserveflugzeug nach Indonesien geschickt worden, um dort Interessenten vorgeführt zu werden.

Voice-Recorder gefunden

Eine Woche nach dem Absturz wurde nun der Voice-Recorder der Maschine gefunden. Die Aufzeichnungen der Cockpitgespräche überstanden den ungebremsten Aufprall des Flugzeugs an einer Felswand offenbar unbeschadet. Ein Speziallabor in Indonesiens Hauptstadt Jakarta arbeitet am Auslesen der Daten.

Experten interessieren sich bei der Auswertung dabei weniger für die letzten Augenblicke an Bord als vielmehr dafür, was die Piloten dazu bewogen haben könnte, auf die fatal geringe Flughöhe zu sinken. Nach dem Fund des Voice-Recorders besteht auch Hoffnung, den Flugdatenschreiber zu finden.

Mehr dazu in Gerät in Speziallabor gebracht

Zwei Festnahmen nach Mord an Südtiroler Feinkosthändler

Nach dem Mord an einem in Baden-Württemberg lebenden Südtiroler Feinkosthändler hat die Polizei gestern Abend die Ehefrau des Opfers und deren Freund wegen dringenden Tatverdachts festgenommen. Das berichtete „Südtirol online“.

Details seien von der Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt worden. Die beiden Verdächtigen sollen tags darauf einem Haftrichter vorgeführt werden.

Mysteriöser „Sandro“

Nach Angaben der Frau des ermordeten Peter H. soll der Südtiroler am 20. April in seinem Wohnort in Deutschland in das Auto eines italienisch sprechenden Mannes mit dem Namen „Sandro“ gestiegen sein. Die Familie habe eigentlich zusammen nach Südtirol fahren wollen. Seiner Frau habe er dann aber gesagt, dass „er noch etwas zu tun habe und sie inzwischen alleine losfahren soll“.

Sie soll noch gesehen haben, wie der Südtiroler in dem Auto des etwa 45 Jahre alten, 1,80 Meter großen Mannes weggefahren sei. Später kam dann noch der Verdacht hinzu, „Sandro“ könnte bei einem gemeinsamen Kaffee der Frau „etwas“ in das Getränk geschüttet haben, weil sie kurze Zeit eingeschlafen sei. Vermutlich aufgrund dieser beiden unterschiedlichen Versionen dürfte die Frau ins Visier der Ermittler geraten sein.

Kein Sechser bei Lotto „6 aus 45“

Bei der gestrigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat es keinen Sechser gegeben. Es sind 777.063,70 Euro im Topf.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

1 9 10 22 25 32 / Zusatzzahl 36

Ein Spielteilnehmer hatte den richtigen Joker auf der Quittung, er erhält 174.267,50 Euro.

Der richtige Joker lautet:

1 2 3 6 3 6

Alle Angaben ohne Gewähr

Salzburg: Mann geht auf Pizzalieferanten los

Ein 41-jähriger Frühpensionist hat gestern in der Stadt Salzburg einen Pizzalieferanten mit einem Faustschlag im Gesicht verletzt. Anlass war ein Streit über eine Vorrangverletzung im Straßenverkehr.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Kultur

Internationales Filmfestival von Cannes eröffnet

Im südfranzösischen Cannes ist gestern Abend das internationale Filmfestival eröffnet worden. Zum 65. Mal finden die Filmfestspiele an der Croisette statt - und viel Prominenz aus der Filmwelt hat sich angesagt, um zu gratulieren. Nicole Kidman, Brad Pitt, Bruce Willis und viele andere werden ihre Filme präsentieren und vom roten Teppich aus in die Kamera lächeln. Im Wettbewerb sind auch zwei Österreicher: Michael Haneke und Ulrich Seidl. Doch bei aller Feierlaune sehen sich die Organisatoren zu Festivalbeginn mit Sexismusvorwürfen konfrontiert.

Mehr dazu in Ehrwürdiger Glanz zum Geburtstag

Religion

Deutscher Katholikentag: Schüller sorgt für Aufregung

Helmut Schüller hat gute Chancen, zum Mittelpunkt einer der großen Veranstaltungen der römisch-katholischen Kirche in Deutschland zu werden. Bereits im Vorfeld des Katholikentages in Mannheim, der gestern begann, zog der „ungehorsame“ Pfarrer aus Österreich das Medieninteresse auf sich. Der Sprecher der Pfarrer-Initiative wird im offiziellen Teil der Veranstaltung nicht sprechen, er nimmt aber am Alternativprogramm teil.

Mehr dazu in Neuer Eklat um Pfarrer-Initiative?

Der 98. Katholikentag in Mannheim wurde am Abend mit Aufrufen zu einem kirchlichen und gesellschaftlichen Wandel eröffnet. Es gelte, Antworten auf die Herausforderungen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu finden, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. „Wir Christen sind Menschen, die an die Kraft der Veränderung zum Guten glauben“, sagte der Erzbischof der gastgebenden Diözese Freiburg bei der Eröffnungsfeier.

Der Katholikentag wird vom Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) veranstaltet. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Einen neuen Aufbruch wagen“.

Science

Kommt bald Aids-Test für zu Hause?

Bereits in naher Zukunft könnte ein Aids-Test für zu Hause auf den Markt kommen: In den USA hat nun ein Expertengremium der zuständigen Behörde empfohlen, den Test für Konsumenten freizugeben. Der Test, bei dem ein Abstrich der Mundschleimhaut genommen wird, liefert binnen 20 Minuten ein Ergebnis. Bei einer Versuchsreihe mit Tausenden Probanden lieferte der Test in über 90 Prozent der Fälle ein korrektes Ergebnis.

Mehr dazu in Ergebnis binnen 20 Minuten

Leute

„Terminator 3“-Star Nick Stahl als vermisst gemeldet

Der amerikanische Schauspieler Nick Stahl („Terminator 3“) ist nach US-Medienberichten gestern von seiner Frau als vermisst gemeldet worden. Eine Sprecherin der Polizei bestätigte dem US-Magazin „People“, dass der 32-Jährige vermisst werde. Seine Frau Rose habe sich am Montag an die Polizei gewandt.

Tmz.com zufolge hat sie Stahl nach eigenen Angaben seit dem 9. Mai nicht mehr gesehen. Das Paar soll sich im Jänner getrennt haben. Sie sind Eltern einer zweijährigen Tochter.

An der Seite von Arnold Schwarzenegger und Claire Danes hatte Stahl 2003 in „Terminator 3: Rebellion der Maschinen“ den jungen John Connor gespielt. Er war auch in Filmen wie „Sin City“ und „In the Bedroom“ zu sehen.