Der im US-Bundesstaat Florida wegen der Tötung eines schwarzen Jugendlichen angeklagte Nachbarschaftswächter George Zimmerman ist Medienberichten zufolge am Abend des Vorfalls verletzt worden. Laut eines ärztlichen Untersuchungsberichts habe Zimmerman zwei blaue Augen und einen Nasenbruch davongetragen, berichtete der US-Sender ABC gestern.
Außerdem seien Wunden am Hinterkopf und eine leichte Verletzung am Rücken festgestellt worden. Die Unterlagen stützen die Vermutung, dass Zimmerman in einen Kampf mit dem Teenager Trayvon Martin verwickelt war, bevor er diesen erschoss.
Zimmerman plädiert auf Notwehr
Zimmerman gibt an, den 17-jährigen Martin Ende Februar aus Notwehr getötet zu haben. Der Schütze war an jenem Abend auf Patrouillengang in seinem Viertel in der Stadt Sanford nahe Orlando unterwegs und hielt den Teenager für einen Einbrecher. Zimmerman hat ausgesagt, dass Martin ihn attackiert habe. Der Jugendliche, der sich auf dem Weg von einem Einkauf nach Hause befand, war allerdings unbewaffnet. Zimmerman ließ sich am Morgen nach den tödlichen Schüssen vom Hausarzt seiner Familie untersuchen, wie ABC nun berichtete.
Nach dem Tod des Teenagers berief sich Zimmerman auf das umstrittenes „Stand Your Ground“-Gesetz („Weiche nicht zurück“), das den Menschen in Florida ein besonders weitgehendes Recht auf Selbstverteidigung einräumt. Die Polizei ließ ihn zunächst laufen, erst angesichts wachsender Empörung über den Fall wurde die Justiz aktiv. Nun muss ein Geschworenengericht über Zimmermans Schuld befinden, bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Zimmerman plädiert auf nicht schuldig und befindet sich derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß.
Tod löste Rassismus-Debatte aus
Der Tod des afroamerikanischen Jugendlichen führte in den USA zu einer aufgeheizten Debatte um Rassismus, in die sich sogar Präsident Barack Obama einschaltete. Zimmerman wird zur Last gelegt, sich Martin auch wegen dessen Hautfarbe als Verdächtigen vorgenommen zu haben. Polizei und Justiz stehen in der Kritik, weil sie den Fall zunächst vernachlässigt haben sollen. Martins Eltern beklagten, dass dies anders gewesen wäre, wenn das Opfer weiß und der Schütze schwarz gewesen wäre.