Ausland

Bewaffnete stürmen AKP-Büro in Istanbul - Festnahmen

Zwei bewaffnete Männer haben heute ein Büro der türkischen Regierungspartei AKP in Istanbul gestürmt. Laut Medienberichten schlugen die Angreifer ein Fenster im obersten Stockwerk des siebenstöckigen Gebäudes im asiatischen Teil Istanbuls ein und hängten eine mit einem Schwert bedruckte türkische Fahne heraus.

Die Polizei habe die beiden Angreifer in dem Parteibüro im Stadtteil Kartal festgenommen, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Niemand sei zu Schaden gekommen. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar.

60 Festnahme in Zusammenhang mit Geiselnahme

In Zusammenhang mit der gestern tödlich zu Ende gegangenen Geiselnahme in Istanbul nahm die Polizei heute mehr als 60 Menschen fest. Wie die offizielle Nachrichtenagentur Anadolu meldete, wurden im südtürkischen Antalya 19 mutmaßliche Linksextremisten in Gewahrsam genommen.

In den westtürkischen Städten Izmir und Eskisehir kamen jeweils fünf weitere Menschen in Haft. Bei einer weiteren Polizeiaktion in Istanbul nahmen die Behörden 36 Studenten fest, die an einer Gedenkfeier für einen der Geiselnehmer teilgenommen hatten.

Zwei Mitglieder der verbotenen linksradikalen Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) hatten einen Staatsanwalt in dem Gerichtsgebäude in ihre Gewalt gebracht. Laut Anadolu konnten sie mit ihren Waffen ins Büro des Juristen vordringen, weil sie sich mit Roben und gefälschten Ausweisen als Anwälte ausgaben. Anwälte, Staatsanwälte und Richter dürfen anders als normale Besucher das Gerichtsgebäude betreten, ohne einen Metalldetektor zu durchlaufen.

Palästinenser formell IStGH beigetreten

Die Palästinensergebiete sind heute formell als 123. Vollmitglied dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) beigetreten.

An der nicht öffentlichen Aufnahmezeremonie im Gerichtsgebäude in Den Haag nahm der palästinensische Außenminister Riad al-Malki teil. Symbolisch wurde ihm eine Abschrift des Römischen Statuts überreicht, des Gründungsdokuments des IStGH.

Wollen Verfahren gegen Israel in Gang bringen

Ab sofort können die Palästinenser nun dem Gerichtshof in Den Haag Fälle vorlegen, in denen auf ihrem Territorium Verstöße gegen das Völkerstrafrecht begangen wurden. Ihre Absicht ist es, Verfahren gegen Verantwortliche in Israel in Gang zu setzen.

Dabei geht es gegenwärtig vor allem um den Gaza-Krieg im vergangenen Sommer, aber auch um die Folgen der seit 1967 andauernden Besiedlung des besetzten Westjordanlands durch Israel. Ermittlungen könnten sich nun aber auch gegen extremistische Palästinenser richten, die israelische Zivilisten mit Raketen beschießen.

Das Beitrittsgesuch der Palästinenserführung war schon Anfang Jänner angenommen worden; bis zum formellen Vollzug musste aber noch eine satzungsgemäße Frist eingehalten werden.

Haftrückkehr: Seselj provoziert mit Flaggenverbrennung

In der Kontroverse um seine vom UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) angeordnete Haftrückkehr gießt der serbische Ultranationalist Vojislav Seselj weiter Öl ins Feuer. Heute verbrannte er vor einem Belgrader Gericht medienwirksam eine kroatische Flagge.

Keine Information über Gesundheitszustand

Zuvor schloss Seselj aus, dem Tribunal Informationen über seinen Gesundheitszustand bereitzustellen. Laut früheren Berichten soll er an Darmkrebs leiden und war deshalb vorübergehend aus der Haft entlassen worden.

Der Chef der Serbischen Radikalen Partei (SRS) wiederholte im Gespräch mit der regierungsnahen Zeitung „Politik“ zudem, er werde keinesfalls freiwillig zurückkehren. Auch die Belgrader Regierung darf laut seinen Angaben keine Einsicht in den Arztbefund nehmen.

Wegen Kriegsverbrechen angeklagt

Seselj, der sich wegen Kriegsverbrechen in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und der nordserbischen Provinz Vojvodina vor dem Haager Tribunal verantworten muss, war im November aus humanitären Gründen vorübergehend freigelassen worden.

Bereits kurz nach seiner Rückkehr nach Serbien sorgte er mit provokanten Aussagen, oft gegen Kroatien gerichtet, für Verstimmungen. Erst in der Vorwoche hatten Anhänger der serbischen Ultranationalisten Flaggen der NATO, der EU und des Kosovo verbrannt - der Fall soll vor Gericht verhandelt werden.

Athen startet Suche nach Schuldigen für Sparpolitik

Ein U-Ausschuss des griechischen Parlaments soll aufklären, wer für die nach der Finanzkrise 2009 verhängten Sparprogramme verantwortlich ist. Dieses Gremium habe man dem Volk versprochen, sagte ein Sprecher der linken Regierungspartei SYRIZA gestern Abend im Fernsehen.

Abstimmung zur Einberufung kommende Woche

Wie es aus Kreisen der Regierungspartei hieß, soll eine Abstimmung zur Einberufung des Parlamentsausschusses kommende Woche stattfinden. Die Untersuchungen werden die Amtszeit des sozialistischen Regierungschefs Giorgos Papandreou (2009 bis 2011), des parteilosen Übergangsregierungschefs Lucas Papademos (2011/2012) und die Amtszeit der Koalitionsregierung der Konservativen und der Sozialisten (Juni 2012 bis Jänner 2015) unter dem Ex-Premier Antonis Samaras betreffen.

Die Opposition fordert, dass der Ausschuss auch die Aktionen der Regierungen untersucht, die das Land vor 2009 zur Finanzkrise geführt hatten. Die konservative Oppositionspartei Nea Dimokratia bezeichnete den Vorstoß unter dem linken Regierungschef Alexis Tsipras als ein Ablenkungsmanöver. Die Regierung „gibt dem Volk Spiele, weil sie den Menschen kein Brot geben kann“, hieß es in einer Erklärung.

Athen: Baldige Einigung mit Geldgebern

Optimismus in Athen: Die griechische Regierung rechnet in den Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern über die erhofften Finanzhilfen mit einer zügigen Einigung. „Ich halte es für sicher, dass wir kommende Woche abschließen werden“, sagte Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis heute im griechischen Fernsehen.

Geldgeber: Ministerien seit Wochen nicht kooperationsbereit

Am Vorabend hatte Regierungschef Alexis Tsipras bei einer Sondersitzung seine für Finanzen zuständigen Minister aufgefordert, die Kooperation mit den Kontrolleuren der Geldgeber zu intensivieren.

Wie die griechische Presse übereinstimmend berichtete, bemängeln die Experten der Geldgeber, dass viele Ministerien seit Wochen keine Kooperationsbereitschaft zeigen und keine belastbaren Fakten vorlegen. Heute befasst sich die Arbeitsgruppe der Euro-Gruppe mit dem Problem Griechenland.

Hartes Warten auf nächste Tranche

Athen braucht dringend die nächste Tranche der Finanzhilfe der internationalen Geldgeber von 7,2 Milliarden Euro. Die Links-rechts-Regierung braucht aber dazu das grüne Licht der Kontrolleure der Geldgeber aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB). Athen hat dazu eine Reformliste vorgelegt. Diese hat aber die Kontrolleure nicht befriedigt.

Jemen: 37 Tote bei Beschuss von Molkerei

Beim Beschuss einer Molkerei sind im Westen des Jemen laut offiziellen Angaben mindestens 37 Menschen getötet worden. Etwa 80 weitere Menschen seien bei dem Angriff in der Nacht auf heute verletzt worden, teilte der Gouverneur der betroffenen Provinz Hudaida, Hassan al-Hai, mit.

Unklar war, ob der Beschuss durch die Huthi-Miliz oder die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition erfolgte, die seit knapp einer Woche Luftangriffe gegen die schiitischen Rebellen fliegt.

Vereinte Nationen haben Jemen verlassen

Wegen der Kämpfe im Jemen haben die Vereinten Nationen ihr gesamtes ausländisches Personal aus dem Bürgerkriegsland abgezogen. Die etwa 100 internationalen Mitarbeiter hätten das Land verlassen, sagte ein UNO-Sprecher gestern in New York. Auch UNO-Sonderbotschafter Jamal Benomar sei abgeflogen.

Die Operation habe bereits am Wochenende begonnen, gestern seien die letzten 13 Mitarbeiter ausgereist. „Sie gehen zurück, sobald die Situation es zulässt“, sagte der Sprecher. Derzeit würden lokale UNO-Helfer versuchen, die Arbeit zu bewältigen.

Militärallianz: Bodenoffensive derzeit nicht notwendig

Nach Einschätzung der im Jemen gegen die Huthi-Rebellen vorgehenden Militärkoalition ist derzeit keine Bodenoffensive notwendig. Ein saudi-arabischer Sprecher der von Riad angeführten Allianz sagte gestern vor Journalisten, für eine „Landintervention“ gebe es derzeit keinen Anlass. Die Lage könne sich gleichwohl „jederzeit“ ändern, fügte Brigadegeneral Ahmed Assiri hinzu.

Vor knapp einer Woche hatten Saudi-Arabien und mehrere arabische Verbündete in dem Konflikt im benachbarten Jemen militärisch eingegriffen. Dort kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen gegen die Führung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, der sich mittlerweile in Saudi-Arabien aufhält. Zuletzt war die Miliz immer weiter auf die südliche Stadt Aden vorgerückt.

Assiris Angaben zufolge fliegt die Allianz unter anderem Luftangriffe im Norden von Aden, um die Huthi-Rebellen am Vorrücken zu hindern. Ähnliche Einsätze im Norden des Landes sollen verhindern, dass sich die Aufständischen der saudi-arabischen Grenze nähern. Marineschiffe blockieren demnach außerdem die Seewege.

Historischer Machtwechsel in Nigeria

1983 hatte er sich an die Spitze Nigerias geputscht, nun hat er es auf demokratischem Wege zum zweiten Mal geschafft: Der 72-jährige Muslim und Ex-Militärdiktator Muhammadi Buhari hat die Präsidentschaftswahl im bevölkerungsreichsten Land Afrikas gewonnen und löst den 57-jährigen Christen und Amtsinhaber Goodluck Jonathan ab - seit heute Früh ist es amtlich.

Buhari versprach im Wahlkampf, die grassierende Korruption zu bekämpfen und den islamischen Terrorismus der Boko Haram auszumerzen. Er erzielte den ersten Sieg der Opposition, seit Nigeria 1999 zur Demokratie zurückgekehrt ist.

Mehr dazu in Präsident Jonathan räumte Niederlage ein

Inland

Wilders-Rede: Staatsanwaltschaft eingeschaltet

Der niederländische Rechtspolitiker Geert Wilders hat bei seinem Wien-Besuch am Wochenende den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ verglichen. Ein muslimischer Verein brachte nun bei der Staatsanwaltschaft Wien eine Sachverhaltsdarstellung ein.

Es sei rechtlich zu prüfen, ob gewisse Inhalte der Rede nicht strafrechtswidrig seien, sagte Tarafa Baghajati, Obmann der Initiative muslimischer Österreicherinnen und Österreicher (IMÖ), im Gespräch mit religion.ORF.at.

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Sektsteuer brachte 2014 sechs statt 35 Mio. Euro ein

Die im Vorjahr wiedereingeführte Sektsteuer sorgt weiter für Zündstoff. Aus einer parlamentarischen Anfragenbeantwortung durch das Finanzministerium geht hervor, dass der Fiskus im Vorjahr statt der ursprünglich vorgesehenen 35 nur sechs Mio. Euro eingenommen hat. Eine Abschaffung der Steuer sei nicht vorgesehen, heißt es auf Fragen des FPÖ-Abgeordneten Josef A. Riemer.

Erst kürzlich hatte das Bundesfinanzgericht mitgeteilt, die Sektsteuer für verfassungswidrig zu halten und dem Verfassungsgerichtshof (VfGH) empfohlen, die Steuer aufzuheben.

Führten Hersteller Steuer nicht ab?

Als Grund für die geringen Einnahmen führt das Finanzministerium in der Anfragenbeantwortung vom 19. März an, dass bei der Einführung der Besteuerung mehr Schaumweine auf Lager waren als angenommen und diese vor dem Inkrafttreten des positiven Steuersatzes steuerfrei ausgelagert wurden. Zudem hätten Sekterzeuger ihre Schaumweinsteuer „gesetzwidrig nicht abgeführt, sodass das Zollamt Bescheide erlassen muss, die dann den Weg zum Verfassungsgerichtshof (VfGH) öffnen“.

Schlumberger-Sprecher Benedikt Zacherl weist diesen Vorwurf gegenüber der APA zurück. „Tatsächlich hat lediglich das Haus Schlumberger diesen Rechtsweg beschritten und dafür ein Monat die Schaumweinsteuerzahlung ausgesetzt. Dabei geht es um 85.000, die allenfalls zu den sechs Mio. Steuereinnahmen noch hinzugerechnet werden müssten.“

590.000 Euro Personalkosten

Nach Angaben des Ministeriums wurde die Wiedereinführung der Steuer im Jahr 2014 mit einem Aufwand von neun Personen abgewickelt. Die Personalkosten hierfür betrugen den Angaben zufolge rund 590.000 Euro. Der Personaleinsatz werde sich aber in den folgenden Jahren verringern, da die Zollämter zu Beginn des Jahres 2014 die betroffenen Firmen intensiver betreuten.

Hypo-U-Ausschuss: Ein Blick hinter die Kulissen

Im Parlament befinden sich die Vorbereitungen für den nach Ostern beginnenden Hypo-Untersuchungsausschuss auf der Zielgeraden. Im Lokal VI, in dem die Sitzungen stattfinden werden, wird noch das eine oder andere Kabel verlegt.

Hochbetrieb herrscht rund um das „Kompetenzzentrum/Registratur“, in dem kilometerhohe Aktenberge zu Einsichtnahme aufbereitet werden müssen - und das unter Beachtung aller möglichen Regeln in puncto Geheimhaltung. Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ), die Vorsitzende im Hypo-U-Ausschuss, gewährte den Medien einen Blick hinter die Kulissen.

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Sport

Tennis: Thiem fordert Superstar Murray

Auf Österreichs Nummer eins Dominic Thiem wartet im Viertelfinale des Millionenturniers in Miami ein großes Kaliber: Der 21-jährige ÖTV-Jungstar, der erst gestern den als Nummer 28 gesetzten Franzosen Adrian Mannarino besiegt hat, trifft heute (21.00 Uhr, live in ORF Sport +) auf Andy Murray. Gegen die Nummer vier des ATP-Rankings hat Thiem bisher erst einmal gespielt, die knappe Niederlage vor einem Jahr gibt aber Anlass zur Hoffnung.

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Fußball: Ex-Kolonie Kap Verde blamiert Portugal

Portugals Nationalelf ist gestern in eine peinliche Heimpleite gelaufen. Die Auswahl von Fernando Santos musste sich ohne Cristiano Ronaldo sowie einige weitere Stammkräfte in Estoril Kap Verde mit 0:2 geschlagen geben.

Erstmals bei einem Aufeinandertreffen der beiden Länder ging damit die frühere portugiesischen Kolonie als Sieger vom Platz. „Es fehlte an Tempo und Aggressivität. Und das, obwohl wir gewusst haben, dass ein Duell mit einem portugiesischsprachigen Land traditionell schwierig ist“, ärgerte sich Santos.

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Wirtschaft

Ukraine stellt Gasimport aus Russland vorläufig ein

Die Ukraine hat wie angekündigt die Abnahme von Erdgas aus Russland heute vorläufig eingestellt und will vor neuen Importen zunächst über einen günstigeren Preis verhandeln. „Wenn der Preis von 250 Dollar bestätigt wird, werden wir kaufen“, sagte Energieminister Wladimir Demtschischin örtlichen Medien zufolge in Kiew.

Im ersten Quartal zahlte die finanziell angeschlagene Ex-Sowjetrepublik 329 Dollar (305,8 Euro) für 1.000 Kubikmeter Gas. Der russische Gasprom-Konzern bestätigte, dass die Ukraine die Abnahme heute verringerte.

Demtschischin begrüßte die Ankündigung Russlands, den während des Winters gewährten Preisnachlass von 100 Dollar pro 1.000 Kubikmeter im zweiten Quartal zu verlängern. „Die Hauptaufgabe ist zu begreifen, wie die Preisbildung bis zum Ende der Heizsaison 2016 aussehen wird“, sagte er. Dafür seien Vertragsabschlüsse notwendig.

Für Mitte April sind Gasgespräche unter EU-Vermittlung in Berlin geplant. Angestrebt ist eine Vereinbarung bis Ende 2016.

D: Edeka darf Kaiser’s Tengelmann nicht übernehmen

Das deutsche Bundeskartellamt hat Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka die Übernahme von rund 450 Filialen des Konkurrenten Kaiser’s Tengelmann untersagt.

Der Zusammenschluss würde nach Auffassung der Wettbewerbsbehörde zu einer erheblichen Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen vor allem im Großraum Berlin, in München und Oberbayern sowie in Nordrhein-Westfalen führen, so Kartellamtspräsident Andreas Mundt heute in Bonn.

Gleichzeitig würden den Unternehmen neue Preiserhöhungsspielräume eröffnet. Außerdem würden die Auswahlmöglichkeiten der Verbraucher an Ort und Stelle stark eingeschränkt.

„Große Verwunderung und Enttäuschung“

Nach dem Veto des Kartellamtes wollen die beiden Unternehmen rasch über ihr weiteres Vorgehen entscheiden. Edeka erklärte, das Unternehmen habe das Verbot der Wettbewerbsbehörde „mit großer Verwunderung und Enttäuschung“ zur Kenntnis genommen. Tengelmann sprach von „Unverständnis und Enttäuschung“.

Streik in Fabrik für adidas- und Nike-Schuhe in Vietnam

In einer Fabrik für Schuhe von adidas und Nike in Vietnam sind mehrere tausend Arbeiter im Streik. Der Gewerkschaftsbund appellierte heute an die Beschäftigten, zur Arbeit zurückzukehren.

Es geht nicht um Arbeitsbedingungen, sondern um eine neue staatliche Sozialversicherung. Diese würde die sonst üblichen Abfindungen für in Pension gehende Arbeiter schmälern.

90.000 Arbeiter in Fabrik

Betroffen ist die taiwanesischen Fabrik Pou Yuen bei Ho-Chi-Minh-Stadt. Dort arbeiten rund 90.000 Menschen.

Tausende Mitarbeiter haben Ende vergangener Woche die Arbeit dort niedergelegt und umliegende Straßen zeitweise besetzt. An Ort und Stelle waren Hunderte Polizisten, berichteten Lokalmedien. „Wir verstehen Ihr Anliegen und haben das Arbeitsministerium und den Regierungschef gebeten, sich darum zu kümmern“, sagte der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes, Dang Ngoc Tung, der Zeitung „Labor“.

Adidas bestätigte den Streik. Man sei in engem Kontakt mit dem Zulieferer, sagte eine Unternehmenssprecherin. „Wir hoffen, dass die Parteien an einen Tisch kommen und schnell eine Lösung finden.“ Aussagen über die Auswirkungen des Streiks ließen sich zu diesem frühen Zeitpunkt nicht treffen. Die Fabrik ist einer von mehr 1.000 adidas-Zulieferern, allerdings einer der etwas größeren.

Chronik

Lufthansa- und Germanwings-Chef am Airbus-Absturzort

Eine Woche nach dem Absturz des Germanwings-Airbus machen sich die Chefs von Lufthansa und Germanwings erneut an Ort und Stelle ein Bild der Lage in den französischen Alpen. Carsten Spohr (Lufthansa) und Thomas Winkelmann (Germanwings) landeten heute Früh in Südfrankreich, wie die Germanwings-Mutter Lufthansa in Frankfurt bestätigte.

Spohr sagte den Hinterbliebenen der Opfer zu, dass beide Unternehmen so lange wie nötig Hilfe leisten werden. „Wir helfen nicht nur diese Woche. Wir möchten so lange helfen, wie Hilfe benötigt wird“, kündigte er in Le Vernet nahe der Absturzstelle an.

Zu den am Vorabend bekanntgewordenen neuen Details über die Erkrankung des Kopiloten äußerte sich Spohr nicht. Der Konzernchef dankte allen Einsatzkräften, Helfern und den Menschen im Absturzgebiet erneut für ihre Unterstützung. Er zeigte sich „tief beeindruckt von der Professionalität, der Energie, dem Mitgefühl und der Sympathie“.

Eine Woche nach dem Germanwings-Absturz besuchten die Chefs von Lufthansa und Germanwings erneut den Unglücksort. (iptv.ORF.at)

Gendarmerie dementierte Berichte über Video

Die französische Gendarmerie dementierte unterdessen Berichte, wonach ein Video über die letzten Augenblicke an Bord der Germanwings-Airbus vor dem Absturz aufgetaucht sei. Die Gendarmerie bezeichnete entsprechende Angaben des Magazins „Paris Match“ und der „Bild“-Zeitung als „vollkommen falsch“.

Auf der Website von „Paris Match“ hieß es, auf dem nur wenige Sekunden dauernden Video seien keine Menschen zu erkennen, aber „O mein Gott“-Rufe in mehreren Sprachen zu hören. „Paris Match“ und „Bild“ zufolge stammt das Video von einem am Absturzort gefundenen Handy.

Der Vertreter der Gendarmerie, Jean-Marc Menichini, bestritt die Angaben in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN. Die Ermittler hätten die am Absturzort gefundenen Handys noch nicht ausgewertet. Die Geräte würden im Zuge weiterer Untersuchungen an ein spezialisiertes Institut in Rosny-sous-Bois bei Paris geschickt.

Lufthansa wusste von Depression

Der Kopilot der abgestürzten Germanwings-Maschine hat die Lufthansa bereits während seiner Ausbildung von einer vorausgegangenen Depression informiert. Das teilte das Unternehmen gestern in einer Erklärung mit.

Der Kopilot habe der Verkehrsfliegerschule im Jahr 2009 in Zusammenhang mit der Wiederaufnahme seiner für mehrere Monate unterbrochenen Pilotenausbildung medizinische Unterlagen übersandt, in denen von einer „abgeklungenen schweren depressiven Episode“ die Rede gewesen sei. „Im Anschluss wurde dem Kopiloten die erforderliche ärztliche Flugtauglichkeit bestätigt“, hieß es in der Lufthansa-Mitteilung.

Mehr dazu in Ärztliche Flugtauglichkeit bestätigt

Geruch an Bord: Aer-Lingus-Airbus nach Wien kehrte um

Ein Airbus A320 der irischen Fluglinie Aer Lingus ist heute auf dem Weg von Dublin nach Wien wegen technischer Probleme auf den Startflughafen zurückgekehrt.

Der Flug mit der Nummer EI660, der für 11.15 Uhr in Wien-Schwechat erwartet wurde, wendete laut einem Bericht der „Irish Times“ über Wales. Auslöser soll ein verdächtiger Geruch an Bord gewesen sein.

Die Fluglinie gab an, dass das Problem kurz nach dem Start um 9.30 Uhr (MESZ) auftrat, worauf der „Kapitän die Entscheidung fällte, nach Dublin umzudrehen“. Einer Aer-Lingus-Sprecherin zufolge wird der Airbus einer Inspektion unterzogen, die Passagiere werden den Flug in einer Ersatzmaschine antreten, hieß es laut „Irish Times“ (Onlineausgabe).

Ungewöhnliche Gerüche im Cockpit oder an Bord sind immer wieder Gründe für derartige Maßnahmen. Mögliche Ursachen können etwa Ölrückstände sein, die in die Klimaanlage gelangt sind, und auch die Dämpfe der Enteisungsflüssigkeit.

„Nuss-Wutanfall“: Berufungsprozess gegen Korean-Air-Erbin

Wegen ihres Wutanfalls an Bord eines südkoreanischen Flugzeugs wurde sie zu einem Jahr Gefängnis verurteilt: Jetzt hat die Tochter des Chefs der Gesellschaft Korean Air, Cho Hyun Ha, eine Berufungsinstanz um Milde gebeten.

Zum Auftakt des Prozesses in Seoul entschuldigte sich die 40-jährige Cho heute für ihr Verhalten in der Nussaffäre. Sie bitte das Gericht um Nachsicht, wurde sie von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert.

Eklat wegen Macadamianüssen

Ein Gericht hatte Cho im Februar wegen Verstoßes gegen das Flugsicherheitsgesetz sowie Einschüchterung des Bordpersonals für schuldig befunden. Cho war in einer Passagiermaschine von Korean Air in Rage geraten, als ihr eine Flugbegleiterin Macadamianüsse in einem Säckchen und nicht in einer Schale reichte.

Nach einem heftigen Streit wurde das Flugzeug mit Ziel Seoul am 5. Dezember vergangenen Jahres von der Startbahn auf dem Flughafen John F. Kennedy in New York wieder zum Gate gezogen.

Ihr Anwalt sagte, seine Mandatin räume die Anwendung von Gewalt ein. Doch treffe der Vorwurf nicht zu, sie sei für die Änderung der Flugroute verantwortlich gewesen und habe die Flugsicherheit gefährdet. Chos Verteidiger wie auch die Staatsanwaltschaft hatten Berufung eingelegt.

Science

IT

Netflix-Knopf kommt auch auf Fernbedienungen in Europa

Der Videodienst Netflix wird auch in Europa für Käufer vieler Smart-TV-Geräte und Blu-ray-Player mit Internetanschluss schneller zu finden sein.

Die Hersteller Panasonic, Philips, Sony, Toshiba und Vestel würden Fernbedienungen ihrer Geräte mit einem Netflix-Knopf versehen, wie der Streaminganbieter heute ankündigte.

In den USA gibt es solche Kooperationen bereits seit einiger Zeit. Netflix könnte damit einen Vorteil gegenüber Konkurrenzdiensten bekommen, weil das Service für die Nutzer nur noch einen Knopfdruck entfernt ist - statt ihn im Menü suchen zu müssen.

Google kündigt Computer in USB-Stick-Größe an

Mit einem Ministick will der US-Internetriese Google jeden modernen Bildschirm in einen Computer verwandeln. Der Chromebit - ein Gemeinschaftsprojekt mit dem taiwanesischen PC-Hersteller Asus - solle im Sommer für weniger als hundert Dollar (93 Euro) auf den Markt kommen, kündigte Google gestern in einem Blogeintrag an.

Der Chromebit sei „kleiner als ein Schokoriegel“, aber ein „vollwertiger Computer“. Der Ministick könne einfach in einen HDMI-Anschluss gesteckt werden und so „jeden Bildschirm“ zu einem Computer machen.

Chromebit sei „perfekt“ für das Büro, aber auch „wirklich nützlich“ für Schulen und Unternehmen, erklärte Google weiter. Einem Sprecher zufolge lässt sich über Bluetooth auch eine Tastatur beispielsweise an einen Fernseher anschließen, der durch den neuen Computerstick in einen PC verwandelt werde.

Google Maps lässt Nutzer Pac-Man spielen

Google hält für seine Nutzer gerne eine Besonderheit parat: Heute konnten Nutzer des Kartendienstes Google Maps auf jedem beliebig gewählten Straßenausschnitt „Pac-Man“ spielen. Dazu genügte es, links unten auf das Spiele-Symbol zu drücken. Es handle sich um einen April-Scherz, sagte eine Sprecherin des Unternehmens in den USA.

„Pac-Man“ muss entlang der Straßen Punkte fressen und dabei bunten Geistern ausweichen. Auch die vier Kraftpillen sind vorhanden, mit denen der Spieler für einige Sekunden umgekehrt die Gespenster verfolgen kann, und die Bonusfrüchte. Die Spielgeschwindigkeit erhöht sich auf Google Maps binnen Sekunden. Allerdings muss der gewählte Kartenausschnitt genügend Straßen aufweisen.

Religion

Hugh Jackman als Paulus in Bibeldrama

Hugh Jackman (46) folgt Hollywood-Kollegen nach und schlüpft demnächst in eine biblische Rolle: Er spielt den Apostel Paulus, wie die Website Deadline.com berichtete. Nachdem zuletzt Russell Crowe als Noah und Christian Bale als Moses („Exodus“) auf der Leinwand zu sehen waren, übernimmt Jackman in dem Bibeldrama „Apostle Paul“ die Rolle des Paulus von Tarsus. Mit Produktionen wie „Killing Jesus“ und „The Dovekeepers“ liegen Bibelthemen auch im TV im Trend.

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Kultur

Musikerin Joni Mitchell auf der Intensivstation

Die kanadische Sängerin Joni Mitchell (71, „Big Yellow Taxi“) wird in einem Krankenhaus in Los Angeles auf der Intensivstation behandelt.

Wie aus einer Mitteilung auf der Website der Künstlerin hervorgeht, wurde sie gestern Nachmittag (Ortszeit) zu Hause bewusstlos gefunden. „Sie kam im Krankenwagen wieder zu Bewusstsein“, hieß es weiter. „Auf der Intensivstation werden verschiedene Tests mit ihr gemacht.“ Sie sei wach und guter Dinge.

Schwere Hautkrankheit

Die 71-Jährige hatte unter anderem mit dem „Billboard“-Musikmagazin im Dezember über schwere gesundheitliche Probleme gesprochen. Sie leide seit längerem an einer besonderen Form von Hautkrankheit, die sie auch daran hindere zu singen, aufzutreten oder Musik aufzunehmen.

Die Rede war von einem vermutlich psychosomatischen Leiden, an anderer Stelle hatte sie früher auch von einer Krankheit des Nervensystems gesprochen. „Ich habe ein erfülltes Leben gehabt“, betonte Mitchell in dem „Billboard“-Interview. „Ich vermisse nicht wirklich etwas.“

Mitchell war spätestens in den 70er Jahren eine der einflussreichsten Singer-Songwriterinnen, unter anderem schrieb sie mit dem Song „Woodstock“ für Crosby, Stills, Nash & Young die Hymne auf das legendäre Festival der Hippie-Bewegung. 2007 war sie im Studio gewesen, Herbie Hancock hatte sie dazu überredet.

Mit Stars wie Tina Turner, Norah Jones und Leonard Cohen hatte Hancock ein Album zu ihren Ehren produziert: „River: The Joni Letters“. Mitchell selbst brachte ein Album mit dem Titel „Shine“ heraus. Im Laufe ihrer Karriere hat sie mehrere Grammys gewonnen und wurde in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Neuer Streamingdienst: Superstars haben Cent-Zählen satt

Jahrelang hat die Musikindustrie versucht, in der digitalen Welt von Musiktauschbörsen irgendwie einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Irgendwann klappte es doch: Vor allem mit Hilfe von Streamingdiensten wie Spotify drehten die Gesamtumsätze wieder ins Plus.

Kleinvieh macht zwar auch Mist, vielen Musikmillionären aber zu wenig: Jay-Z stellte gestern gemeinsam mit anderen Stars wie Kanye West, Madonna und Rihanna seine Streamingplattform Tidal vor. Diese ist zwar teurer als etwa Spotify - die Künstler betonen aber den guten Zweck: Im Mittelpunkt stehen die Künstler - und ihre Bankkonten.

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Leute

Enkel von Milliardär Getty tot in seinem Haus gefunden

Andrew Getty, Enkel des Milliardärs J. Paul Getty und Sohn des Komponisten Gordon Getty, ist tot. Der 47-Jährige wurde gestern (Ortszeit) tot in seinem Haus in Los Angeles aufgefunden, wie die „Los Angeles Times“ meldete. Die Eltern bestätigten den Tod, baten „in dieser extrem schwierigen Zeit“ aber um Privatsphäre.

Umstände des Todes unklar

Die Umstände des Todes sind unklar. Der Zeitung zufolge trafen die Polizisten in Gettys Haus eine Frau an, die zur Vernehmung mitgenommen wurde. Der Fall wurde von der Mordkommission übernommen, was aber nicht automatisch auf ein Verbrechen deuten muss.

Andrew Getty, Enkel des Milliardärs J. Paul Getty und Sohn des Komponisten Gordon Getty, wurde tot aufgefunden. (iptv.ORF.at)

Erst vor zwei Wochen hatte Getty dem Blatt zufolge aber eine einstweilige Verfügung gegen eine Frau erlassen. Ob das dieselbe Frau war, die in seinem Haus angetroffen wurde, war nicht bekannt.

Gettys Großvater J. Paul Getty war mit Öl zum Multimilliardär geworden. Zeitweise wurde er als reichster Mann der Welt genannt. Er galt als schwierig und geizig und starb 1976 mit 83 Jahren. Sein Sohn Gordon (81) übernahm weite Teile des Geschäfts, wurde aber auch als Komponist klassischer Musik bekannt. Er hat mit seiner Frau Ann, mit der er seit 1964 verheiratet ist, sieben Kinder. Andrew war der Zweitälteste.

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