Ausland

Viele Tote nach Kentern von Flüchtlingsbooten befürchtet

Nach dem Kentern von zwei Flüchtlingsbooten vor der libyschen Küste werden nach einem Bericht des britischen Senders BBC Hunderte Tote befürchtet. Der Sender zeigte heute Früh Fernsehbilder von zahlreichen Leichensäcken.

In einem Flüchtlingsboot seien etwa 50 Menschen gewesen. Das andere habe 400 Menschen an Bord gehabt. Sie seien gestern gekentert. Die libysche Küstenwache suche nach Überlebenden. Mindestens 100 Leichen seien in das Krankenhaus von Zuwara westlich von Tripolis gebracht worden, soll ein Anwohner gegenüber dem Sender gesagt haben.

D: Wieder Brandanschlag auf Asylwerberquartier

Unbekannte haben einen Brandanschlag auf eine Wohnung von Asylwerbern im deutschen Ort Salzhemmendorf bei Hameln verübt. Ein Molotowcocktail sei in der Nacht auf heute durch ein Fenster in die Wohnung geworfen worden, sagte ein Polizeisprecher heute Früh. In einem Nebenraum habe sich eine Mutter mit ihren drei Kindern aufgehalten. Sie seien aber unverletzt geblieben.

Nähere Angaben zu den Bewohnern des zweistöckigen Hauses konnte die Polizei heute Früh nicht machen. Die Behörde geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Sie sucht nun nach einem flüchtigen Fahrzeug, das am Tatort gesehen wurde.

Nordkorea: Kim würdigt Vereinbarung mit Süden

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un hat sich positiv über die jüngst getroffene Vereinbarung mit dem verfeindeten Süden geäußert. Sie sei ein Meilenstein, der den Weg für eine Entschärfung der militärischen Spannungen ebne, zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur KCNA heute.

Möglich geworden sei das jedoch nur durch die Stärke der Streitkräfte und die Abschreckungswirkung der atomaren Landesverteidigung.

Am Dienstag hatten sich beide Seiten auf Schritte zur Entschärfung ihrer jüngsten Krise verständigt, in deren Zuge es sogar zum gegenseitigen Artilleriebeschuss kam. Sie vereinbarten unter anderem Gespräche über eine ganze Reihe von Fragen zur Verbesserung der Beziehungen. Dazu gehören auch Treffen von Familien, die seit Jahrzehnten durch die Grenze getrennt sind. Seit dem Ende des Korea-Krieges 1950 bis 1953 sind beide Staaten formell noch im Kriegszustand.

Mexikos Staatschef tauscht sieben Minister aus

Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto hat zur Hälfte seiner sechsjährigen Amtszeit (2012-18) sieben Minister ausgetauscht. Auch werde ein neuer nationaler Sicherheitsbeauftragter ernannt, gab Pena Nieto gestern in Mexiko-Stadt bekannt.

So soll etwa die bisherige Tourismusministerin Claudia Ruiz Massieu neue Chefdiplomatin werden. Jose Antonio Meade wechselt vom Außenamt in das Ministerium für Soziale Entwicklung.

Renato Sales soll zudem den bisherigen Sicherheitsbeauftragten Monte Alejandro Rubido ersetzen. Die Behörde ist für den wichtigen Drogenkampf in dem nordamerikanischen Land zuständig. Sie stand zuletzt wegen der Flucht des mächtigen Drogenbosses Joaquin „El Chapo“ Guzman in der Kritik. Guzman war Mitte Juli durch einen heimlich gegrabenen Tunnel aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Mexiko spektakulär ausgebrochen.

Zehntausende protestierten in Chile gegen Bildungsreform

Zehntausende Studenten haben in Santiago de Chile erneut gegen die von der Regierung eingeleitete Bildungsreform protestiert. Der Chilenische Studentenbund (Confech) schätzte 80.000 Teilnehmer. Es kam zu vereinzelten Zwischenfällen mit der Polizei, die Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten einsetzte, die sie mit Steinen bewarfen.

Etwa 80.000 protestierten gegen die Bildungsreform in Chile.

(iptv.ORF.at

Die Regierung bekräftigte unterdessen ihren Willen, ab 2016 die Gebühren in Universitäten aufzuheben, wie das Nachrichtenportal Emol berichtete. Die entsprechende Gesetzesvorlage soll im Dezember ins Parlament eingebracht werden. Bis dahin sollen Vertreter aller beteiligten Bereiche über das Projekt debattieren.

Lettland und Estland überlegen Zaun zu Russland

Lettland will angesichts einer steigenden Zahl illegaler Grenzübergänge die EU-Außengrenze zu Russland besser sichern. Dabei werde auch die Möglichkeit diskutiert, einen Zaun entlang bestimmter Abschnitte der Ostgrenze des baltischen Landes zu errichten, sagte Innenminister Rihards Kozlovskis gestern im lettischen Radio.

Um die Reaktionsgeschwindigkeit des lettischen Grenzschutzes zu erhöhen, sollte zunächst aber ein zwölf Meter breiter Grenzstreifen mit modernen Sicherheitssystemen geschaffen werden, so Kozlovskis. In Lettland waren zuletzt vermehrt vietnamesische Flüchtlinge aufgegriffen worden.

Zuvor waren auch im benachbarten Estland Pläne über den Bau eines 2,5 Meter hohen und mit Stacheldraht bewehrten Zauns bekanntgeworden, der Grenzverletzungen verhindern soll. Laut der Zeitung „Postimees“ will die Polizei- und Grenzschutzbehörde in den kommenden Jahren etwa ein Drittel der Landgrenze zu Russland so sichern.

Ex-Kommandeur von Srebrenica in Bosnien angeklagt

Der frühere Kommandeur der bosnischen Muslime in Srebrenica, Naser Oric, ist in Bosnien angeklagt worden. Dem 48-Jährigen werden „Kriegsverbrechen an Gefangenen“ vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft in Sarajevo gestern mitteilte. Konkret geht es um die mutmaßliche Tötung dreier serbischer Kriegsgefangener im Osten Bosniens im Jahr 1992. Zusammen mit Oric wurde sein Gefolgsmann Sabahudin Muhic angeklagt.

Oric war im Juni in der Schweiz festgenommen und später nach Bosnien ausgeliefert worden. Eine Auslieferung nach Serbien wurde in der Schweiz nicht genehmigt, mit der Auslieferung nach Bosnien erklärte sich Oric einverstanden. 2006 war er vom Tribunal in Den Haag zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Im Urteil hieß es, er habe im Bosnien-Krieg zwischen 1992 und 1995 nicht genug gegen Verbrechen unternommen, die seine Truppen an Serben verübten.

Zwei Jahre später wurde Oric in einem Berufungsverfahren freigesprochen. Im Bosnien-Krieg hatte er die bosnisch-muslimischen Truppen in Srebrenica befehligt. Nachdem die Stadt zur UNO-Enklave erklärt wurde, soll er mit seinen Männern gegen Serben in Nachbardörfern vorgegangen sein. Laut den Vorwürfen Serbiens wollte er die Serben durch Einschüchterung, Folter und Mord vertreiben. Am 11. Juli 1995 wurde Srebrenica von bosnischen Serben eingenommen, die Schätzungen zufolge 8.000 bosnische Muslime ermordeten.

Nigeria erinnert an über 200 entführte Mädchen

Die Angehörigen von mehr als 200 nigerianischen Schulmädchen haben gestern an deren Entführung vor 500 Tagen durch die islamistische Gruppe Boko Haram erinnert. In der Hauptstadt Abuja versammelten sich die Teilnehmer zu einem Protestmarsch, zu dem die Kampagne „Bringt unsere Mädchen zurück“ aufgerufen hatte. Sie trugen Plakate mit den Namen und Transparente mit den Fotos der Mädchen durch die Straßen der Stadt. Am Abend sollte eine Mahnwache mit Kerzen stattfinden.

276 Mädchen waren am 14. April vergangenen Jahres aus einem Internat der Stadt Chibok im Nordosten Nigerias von Kämpfern der Islamistengruppe Boko Haram verschleppt worden. 57 von ihnen konnten später fliehen, 219 Mädchen werden noch vermisst. Nach Angaben der Extremisten wurden die Mädchen zum Islam konvertiert und verheiratet. Angehörige der Schülerinnen warfen Regierung und Armee vor, nicht genug für die Suche nach den Vermissten unternommen zu haben.

Kaum noch Hoffnung

Die Massenentführung der Mädchen hatte eine weltweite Solidaritätsaktion ausgelöst. Auch Prominente, darunter US-Präsidentengattin Michelle Obama und Schauspielerin Angelina Jolie, beteiligten sich an der Kampagne für die Mädchen. Alle Anstrengungen brachten bisher jedoch keinen Erfolg. Das nigerianische Militär gab an, zu wissen, wo sich die Mädchen befinden. Es sei aber zu gefährlich, sie von dort zu befreien.

Nach Ansicht des nigerianischen Boko-Haram-Experten Fulan Nasrullah gibt es hingegen kaum noch Hoffnung, die Mädchen zu finden. Die meisten hätten inzwischen Kinder und seien mit ihren Entführern verheiratet worden, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Viele seien auch im weltweiten Sexhandel verkauft worden, etwa in den Sudan, nach Dubai oder Ägypten. Andere seien getötet worden, vermutlich bei Fluchtversuchen oder bei Militärangriffen auf die Lager, in denen sie festgehalten wurden.

Inland

Wie sinnvoll ist ein Bundesheer-Grenzeinsatz?

Die FPÖ trommelt das Thema seit Monaten: Das Bundesheer müsse wieder an die Grenze geschickt werden, um diese vor den Flüchtlingen abzuschotten. Aber auch immer mehr Regierungspolitiker und Minister wollen einen solchen Bundesheer-Grenzeinsatz nicht mehr ausschließen, auch der Verteidigungsminister nicht. Von 1990 bis 2011 stand das Heer an der Grenze, aber ist das heute wirklich noch sinnvoll?

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SPÖ gegen Blitzverfahren bei Asyl

Die Vorschläge von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) zu einer schärferen österreichischen Asylpolitik sind gestern auf Ablehnung beim Koalitionspartner gestoßen. SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder ließ hinsichtlich „Blitzverfahren“ im Ö1-Mittagsjournal ausrichten, der Minister solle erst seine „Hausaufgaben“ machen und auf EU-Ebene Druck machen. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) stand Kurz bei.

Kurz hatte angedacht, „Blitzverfahren“ einzuführen, bei denen festgestellt würde, ob der Asylwerber nicht durch ein sicheres Land auf dem Weg nach Österreich gekommen sei. Wie diese konkret aussehen könnten, konnte aber auch nicht die zuständige Innenministerin Mikl-Leitner sagen. Man müsse sich das erst einmal genau anschauen. Sollte die EU allerdings nicht rasch eine bessere Lösung bei der Verteilung der Flüchtlinge auf die Mitgliedsstaaten finden, würden Änderungen im österreichischen Asylrecht wohl nicht ausbleiben.

Kurz im ZIB2-Gespräch

Außenminister Kurz fordert im ZIB2-Gespräch einen gesamteuropäischen Ansatz für die Flüchtlingskrise.

Kurz hatte zudem laut über die Kürzung von Sozialleistungen für Flüchtlinge nachgedacht. Auch damit kann Schieder wenig anfangen, da ein solcher Anreiz wohl nicht der Punkt für eine Flucht aus Krisenländern wie Syrien sei. Schärfere Kritik am Außenminister kam von den Grünen. Deren Menschenrechtssprecherin, Alev Korun, hielt nichts von den „Verschärfungsfantasien“.

Asylkoordination fordert Ende von Dublin III

Die Asylkoordination Österreich forderte unterdessen die Einstellung des Dublin-III-Verfahrens. Österreich solle dem deutschen Vorbild folgen und keine syrischen Flüchtlinge mehr in die Ersteinreiseländer zurückzuführen, hieß es in einer Aussendung. Das hatte zuvor bereits die grüne EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek gefordert.

Eine Konzentration der personellen Ressourcen des Bundesamtes für Fremdenwesen und Aysl (BFA) auf die Abwicklung des Dublin-Verfahrens führe zu einer Verlängerung der Unterbringungskrise in Österreich, kritisierte die Asylkoordination. „Eine sofortige Aussetzung der Dublin-Regelungen würde die österreichischen Asylbehörden massiv entlasten“, so die Obfrau der Asylkoordination, Anny Knapp.

Mikl-Leitner: Aussetzen von Dublin keine Option

Für Mikl-Leitner (ÖVP) kommt das nicht infrage. Vielmehr gehe es darum, das Dublin-System zu verbessern, so Mikl-Leitner in einem der APA übermittelten Statement. Zwar sei Dublin - die Regelung, nach der jener Staat für das Asylverfahren zuständig ist, in dem der Schutzsuchende erstmals europäischen Boden betreten hat - derzeit ein „ungenügendes, aber immerhin noch letztes Mittel, um Österreich ein Mindestmaß an Entlastung zu sichern“. Dublin ersatzlos zu streichen komme aber „sicher nicht infrage“, erklärte die Innenministerin.

Deutschland stoppte Dublin-Verfahren für Syrer

Länder wie Griechenland und Italien sind ob der Vielzahl der ankommenden Asylwerber völlig überfordert und lassen die meisten ungehindert in andere EU-Staaten weiterreisen. Nach Griechenland dürfen Migranten aufgrund fehlender menschenrechtlicher Standards nicht mehr zurückgeschoben werden. Deutschland stoppte die Rückschiebung laut Dublin für syrische Staatsbürger. Hintergrund sind hier humanitäre Überlegungen, aber auch der Wunsch, die Verfahren zu beschleunigen.

Weiterhin festhalten wollte Mikl-Leitner an der Option einer Klage gegen die EU - als „letztes Mittel“: „Wenn führende österreichische Europarechtsexperten meinen, es gibt eine Chance, dann wäre mein Zugang, alle Mittel auszuschöpfen, die zu einer Entlastung Österreichs führen könnten. Und nicht von vornherein schon das Handtuch zu werfen.“ Österreich hatte der Kommission vergangene Woche gedroht, gegen Dublin III zu klagen. Die Regierung hält das im Lissabon-Vertrag festgelegte Prinzip der fairen Lastenverteilung angesichts steigender Flüchtlingszahlen nicht mehr für gegeben.

Sport

Champions League: Attraktive Lose für ÖFB-Legionäre

Die Auslosung zur Gruppenphase der Champions League hat gestern zwar keine ausgewiesene Hammergruppe, aber doch interessante Konstellationen gebracht. Die ÖFB-Legionäre David Alaba, Aleksandar Dragovic und Martin Stranzl bekamen attraktive, aber machbare Gegner zugelost.

Alaba misst sich mit Bayern mit Arsenal, Dragovic und Kiew bekommen es mit Chelsea zu tun, und Stranzl und Mönchengladbach müssen zum unterlegenen Finalisten Juventus Turin. Die beiden Österreich-Bezwinger Schachtjor Donezk und Malmö FF stehen sich in Gruppe A gegenüber - gemeinsam mit Real Madrid und Paris St. Germain.

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Leichtathletik-WM: Bolt stürmt zum Sprint-Double

Usain Bolt hat sich zum vierten Mal in Serie zum Weltmeister über 200 m aufgeschwungen. Der Jamaikaner setzte sich gestern in Peking ganz locker vor seinem US-Rivalen Justin Gatlin durch, der wie schon im 100-m-Sprint mit der Silbermedaille vorliebnehmen musste. Für Bolt, der über 200 m seit 2007 ungeschlagen ist, war es das insgesamt zehnte WM-Gold seiner einzigartigen Karriere und das bereits fünfte Sprint-Double bei Leichtathletik-Großveranstaltungen. Eine Schrecksekunde erlebte der 29-Jährige nur auf der Ehrenrunde, als er von einem Kameramann über den Haufen gefahren wurde.

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Wirtschaft

Milliarden-Rüstungsauftrag für Boeing

Der US-Flugzeughersteller Boeing hat einen Auftrag zum Bau von Seefernaufklärungsflugzeugen des Typs P-8A in Höhe von 1,49 Milliarden Dollar erhalten. Wie das US-Verteidigungsministerium gestern mitteilte, sollen dafür 13 Maschinen gebaut sowie Titan und andere Materialien für 20 weitere Flugzeuge gekauft werden.

Neun Maschinen seien für die US-Marine, vier für die australische Luftwaffe vorgesehen. Von den 20 weiteren Maschinen sollen 16 an die USA und vier nach Australien gehen.

ÖVAG-„Bad Bank“ erwartet höheren Gewinn für 2015

Die teilstaatliche Abbaugesellschaft der einstigen ÖVAG, Immigon, erwartet dank eines positiven Sondereffekts durch den Rückkauf von Anleihen für das laufende Jahr einen höheren Gewinn.

Der Vorstand rechne im Einzelabschluss mit einen Nettogewinn im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, teilte die „Bad Bank“ gestern mit. Bisher hatte das Institut ein Plus von 25 Millionen Euro erwartet. Die Immigon hatte Anleihen und Schuldscheindarlehen unter ihrem Nennwert zurückgekauft. Mit dem Gewinn können die verbleibenden Gläubiger des Instituts wieder mit Zinszahlungen auf ihre Papiere rechnen.

Die ÖVAG hatte sich mit einer rasanten Expansion auf dem Balkan verspekuliert. Gleich mehrmals musste das Spitzeninstitut des Volksbankensektors vom Staat mit Hilfen von insgesamt 1,35 Milliarden Euro gerettet werden. Nun wird die ÖVAG mit Hilfe der „Bad Bank“ abgebaut.

Eine Mrd. Investorengelder für Uber in China

Der Mitfahrdienst Uber hat Insidern zufolge bei einer Finanzierungsrunde in China eine Milliarde Dollar eingenommen. Zwei mit der Sache vertraute Personen sagten Reuters, die Verhandlungen seien vorzeitig abgeschlossen worden. Einer der Insider nannte unter anderem als Investoren den größten Hedgefonds Asiens, Hillhouse Capital sowie den Internetkonzern Baidu.

Eine Sprecherin von Uber China nahm zu den Informationen nicht Stellung. Reuters hatte in der vergangenen Woche Einblick in Unterlagen zu der Finanzierungsrunde erhalten, denen zufolge die chinesische Tochter des US-Unternehmens mit sieben Milliarden Dollar bewertet wird.

Uber China dürfte die nun aufgestockte Kasse gut für seinen Kampf gegen den einheimischen Dienst Didi Kuaidi gebrauchen können. Dieser hatte im vergangenen Monat zwei Milliarden Dollar eingestrichen. Im Ringen um Marktanteile geben beide Unternehmen in China mit vollen Händen Geld aus, um die Kosten für die Nutzer zu senken und die Einnahmen ihrer Fahrer zu erhöhen. Uber China plant einen Börsengang im Jahr 2020.

Chronik

Bombe in Köln entschärft - Altstadt wieder freigegeben

Die 500-Kilo-Bombe am Kölner Rheinufer gegenüber der Altstadt ist entschärft worden. Wie die Stadt mitteilte, konnte der Zünder des Blindgängers gegen 0.25 Uhr ohne Probleme unschädlich gemacht werden. Alle Betroffenen können nun wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Entschärfte Bombe in Köln

APA/EPA/Hennig Kaiser

Mehrere tausend Menschen mussten die Gebäude in der näheren Umgebung verlassen. Auch ein großes Hotel wurde geräumt, ebenso die von vielen Gaststätten genutzte erste Häuserzeile der gegenüberliegenden Altstadt. Die Straßensperrungen sollten zügig wieder aufgehoben werden.

Sieben Tote durch Wirbelsturm auf Karibikinsel Dominica

Auf der Karibikinsel Dominica sind laut Medienberichten mindestens sieben Menschen durch den Tropensturm „Erika“ ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer könnte weiter steigen, berichtete die Zeitung „The Dominican“ (Onlineausgabe) gestern Abend. Der Wirbelsturm verursachte heftige Regenfälle in dem Inselstaat in der östlichen Karibik.

Schäden an einem Haus

APA/AP/Carlisle Jno Baptiste

Laut dem Nationalen Hurrikanzentrum (NHC) in Miami zog „Erika“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 Kilometern pro Stunde Richtung Westen in der Region. Erwartet wird, dass sich der Sturm über Nacht Puerto Rico nähert. Auch die Dominikanische Republik könnte betroffen sein. Mehrere Karibikstaaten riefen eine Tropensturmwarnung aus.

23 Tote bei Zusammenstößen mit Viehdieben in Madagaskar

Bei Zusammenstößen zwischen Soldaten und Viehdieben sind im Südwesten Madagaskars 23 Menschen getötet worden. Bei den Opfern handle es sich um acht Soldaten und 15 Angehörige einer bewaffneten Bande von Viehdieben, sogenannter Dahalos, teilte die Armee gestern mit. Zwölf weitere Soldaten seien verletzt worden.

Die Diebe hatten den Angaben zufolge am Mittwochmorgen nahe der Ortschaft Ankazoabo rund 90 Buckelrinder gestohlen. Ein Züchter habe daraufhin die Armee alarmiert, die die Verfolgung der Diebe aufgenommen und sie angegriffen habe.

Die auch als Zebus bekannten Buckelrinder sind in Madagaskar weit verbreitet. Die Dorftradition des Zebudiebstahls, ursprünglich eine Mutprobe für junge Männer, entwickelte sich in dem afrikanischen Inselstaat zum Geschäft. Immer wieder gibt es Tote bei gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Mörder von Reporterin verfasste „Erklärung“ für Tat

Zum Mord an einer US-Reporterin und ihrem Kameramann live auf Sendung werden nun immer mehr Details bekannt. Der Journalist Vester Lee Flanagan hatte die Tat offenbar minutiös geplant und dafür auch einen Twitter-Account eingerichtet, über den er noch auf der Flucht Videos der Morde online stellte. Er beschuldigte die Reporterin Alison Parker zudem, rassistische Aussagen gemacht zu haben. In einem 23-seitigen Pamphlet, das Flanagan nach der Tat an den US-Sender ABC faxte, bezeichnete er sich selbst als „menschliches Pulverfass“, das nur darauf warte, „BOOM!!!“ zu machen.

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Kultur

Burg-Chefin freut sich über Titel „Theater des Jahres“

Das Wiener Burgtheater ist ein Jahr nach dem Finanzdebakel rehabilitiert, zumindest wenn man nach der Umfrage des Fachblatts „Theater heute“ geht. 42 Kritiker haben für „Theater heute“ das Burgtheater zum Theater des Jahres 2014/15 gewählt. Gegenüber Ö1 kommentiert Burg-Chefin Karin Bergmann diese Auszeichnung und bilanziert ein schwieriges Jahr, das hinter ihr liegt.

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IT

Facebook erstmals mit einer Mrd. Nutzer an einem Tag

Das Onlinenetzwerk Facebook hat nach eigenen Angaben erstmals die Marke von einer Milliarde Nutzer innerhalb eines einzigen Tages geknackt. „Wir haben gerade einen wichtigen Meilenstein passiert“, teilte Firmenchef Mark Zuckerberg gestern auf seiner Facebook-Seite mit.

Am Montag habe jeder siebte Mensch auf der Erde das Soziale Netzwerk genutzt. Damit sei Facebook „zum ersten Mal“ binnen eines Tages von einer Milliarde Menschen aufgerufen worden, „und das ist erst der Anfang“, fügte Zuckerberg hinzu.

Facebook hatte vergangenen Monat mitgeteilt, dass die Zahl der monatlich aktiven Nutzer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 1,49 Milliarden gewachsen sei. 968 Millionen von ihnen nutzten Facebook demnach täglich. Die Zahl derjenigen, die Facebook via Mobiltelefon aufrufen, stieg den Angaben zufolge auf 1,31 Milliarden.

Apple stellt neues iPhone am 9. September vor

Der US-Konzern Apple hat gestern die Einladungen für eine Präsentation am 9. September verschickt, bei der das neueste Modell des iPhone und vielleicht auch Neuigkeiten zum Apple TV vorgestellt werden dürften. Wie üblich gab das Unternehmen keine Einzelheiten außer zum Ort und zur Uhrzeit des Ereignisses bekannt, das in San Francisco (um 19.00 Uhr MESZ) stattfinden soll.

Es gab lediglich einen Hinweis, dass der virtuelle Assistent Siri dabei eine Rolle spielen könnte. Die Marke mit dem Apfel als Logo stellt jedes Jahr um diese Zeit ihre neuen Handymodelle vor. Die von den Medien bereits „iPhone 6S“ und „6S Plus“ getauften neuen Modelle könnten unter anderem eine Kamera haben, die in ultrahoher Auflösung filmen kann.

Spekulationen gibt es auch über Neuheiten bei der Fernsehbox Apple TV, durch die auf dem Fernseher im Internet verbreitete Streamingvideos abrufbar sind. Die Box könnte insbesondere den virtuellen Assistenten Siri integrieren, um auf Anweisungen per Stimme zu reagieren.

Science

Hirnchirurgen identifizierten Krebsgewebe mit Licht

Chirurgen haben erstmals in Europa einen Patienten mit einer Lasertechnik behandelt, die während einer Gehirntumor-Operation krebskrankes von gesundem Gewebe unterscheidet. Anhand der Reflexion der Strahlen konnten die Londoner Ärzte in Sekundenschnelle erkennen, wo das Gehirn von Krebs befallen ist. Dadurch wissen sie, wo sie schneiden sollen.

Bisher müssen dafür während der Operation Gewebeproben im Labor untersucht werden. Das fällt nun weg. „Das gibt uns einen offensichtlichen Vorteil bei der Geschwindigkeit“, sagte Neurochirurg Babar Vaqas, der den Versuch am Charing Cross Hospital leitete, der BBC. Die Methode wurde dem Sender zufolge sonst nur im kanadischen Montreal getestet.

Rauch gibt Aufschluss über Veränderung des Gewebes

Der Patient, ein 22 Jahre alter Physiker, der selbst mit der Lasertechnik forscht, erholt sich dem Bericht zufolge gut. Während der Operation an seinem Gehirn wandten die Ärzte eine weitere Methode an, die noch relativ neu ist: ein „iKnife“ genanntes Skalpell, das beim Schneiden Rauch erzeugt. Eine Maschine analysiert diesen sofort und liefert Informationen über Veränderungen des Gewebes.

„Kranke und gesunde Gewebe haben unterschiedliche Signaturen“, erklärte Martina Schnölzer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. „Das können Lipide sein oder Proteine, die in krankem Gewebe häufiger oder seltener vorkommen.“ Der Laser und das „iKnife“ stützten sich auf diese Unterschiede. Faszinierend sei, dass die Analyse in Echtzeit geschehe, während herkömmliche Methoden Zeit brauchten: „Das ist ein Riesenvorteil.“ Gut sei außerdem, dass man beide Methoden parallel anwenden und die Ergebnisse miteinander vergleichen könne.

Leute

US-Schauspielerin Lucy Liu erstmals Mutter geworden

Die US-Schauspielerin Lucy Liu („3 Engel für Charlie", "Kill Bill“) ist erstmals Mutter geworden. Auf Instagram stellte sie den Nachwuchs gestern als den „neuen kleinen Mann in meinem Leben, mein Sohn Rockwell Lloyd Liu“ vor.

Dazu postete sie ein Foto, auf dem sie ihr Baby in den Armen hält. Lius Sprecher teilte der US-Zeitschrift „People“ mit, dass der Sohn der 46-jährigen Schauspielerin von einer Leihmutter ausgetragen wurde. Die chinesisch-stämmige Amerikanerin ist nicht verheiratet.

Lifestyle

Islands Hauptstadt benennt Straße nach Darth Vader

Die isländische Hauptstadt Reykjavik benennt eine Straße nach dem berühmten „Star Wars“-Bösewicht Darth Vader. Die Entscheidung der Stadt verbreitete Bürgermeister Dagur B. Eggertsson über Twitter. Die Umbenennung der Straße in einem Industriegebiet ist der Initiative „Better Reykjavik“ zu verdanken, einem Onlineforum, bei dem Bürger Ideen für ihre Stadt einreichen können.

Die beliebtesten Vorschläge werden im Stadtrat diskutiert. Reykjaviks damaliger Bürgermeister und Clown Jon Gnarr hatte sich 2010 für das Forum starkgemacht. Der „Star Wars“-Fan kommentierte die Straßenumbenennung auf Facebook: „Wurde langsam Zeit!“