Ausland

AfD beschließt Anti-Islam-Kurs

Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) rüstet sich mit einer Kampfansage an alle Bundestagsparteien für das Wahljahr 2017. Mit dem ersten Grundsatzprogramm werde ein Fahrplan für ein anderes Deutschland geschaffen, sagte Parteichef Jörg Meuthen am Wochenende vor den über 2.000 Teilnehmern des Parteitages. Der Parteitag in Stuttgart zementierte die Ablehnung des muslimischen Glaubens.

Für radikalen Stopp von Flüchtlingszuzug

Unter der Überschrift „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ sprachen sich die Delegierten für ein Verbot der Vollverschleierung aus und lehnten Minarette ebenso wie den Muezzin-Ruf ab. Zwar plädiert die AfD in ihrem Programm für eine „maßvolle Einwanderung“. Sie will aber den Zuzug von Flüchtlingen radikal stoppen.

Demnach soll über Asylanträge bereits in den „Herkunftsregionen“ entschieden werden, die Hilfesuchenden sollen gar nicht erst nach Deutschland kommen. Bei Bedarf sollen zum Schutz der deutschen Grenzen auch Zäune errichtet werden. Ein Beitritt der Türkei zur EU wird grundsätzlich abgelehnt.

Will eigenen Bundespräsidentenkandidaten

Kochefin Frauke Petry erklärte die AfD zur einzig echten Opposition, die aber von politischen Konkurrenten und Medien diffamiert werde. Den Flüchtlingszuzug will die AfD ebenso stoppen wie sie 2017 mit einem eigenen Kandidaten bei der Wahl des Bundespräsidenten antreten will. Die Parteivorsitzenden wiesen Berichte über Machtkämpfe an der Parteispitze zurück.

Über den Verbleib Deutschlands in der Euro-Zone will die AfD eine Volksabstimmung abhalten. Grundsätzlich will die Partei plebiszitäre Elemente nach Schweizer Vorbild stärken. Den Einfluss der Europäischen Union möchte die AfD zugunsten einer Stärkung nationaler Kompetenzen beschränken.

NATO plant Truppenaufstockung in Osteuropa

Zur Abschreckung Russlands könnte die NATO vier zusätzliche Bataillonen in Osteuropa stationieren. Die Militärführung der Allianz habe empfohlen, in die drei baltischen Staaten und nach Polen „jeweils ein Bataillon zu entsenden, das rotiert“, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg der „Welt“ und anderen europäischen Zeitungen (Montag-Ausgaben). Die Pläne für die „vorgelagerte Präsenz“ würden jetzt politisch beraten und bis zum NATO-Gipfel im Juli entschieden.

„Glaubwürdige Abschreckung“

Der Nordatlantikpakt müsse mit „Stärke und glaubwürdiger Abschreckung“ auf Russland reagieren, sagte Stoltenberg den Zeitungen. Bei den Bataillonen von je bis zu 1.000 Soldaten handele es sich um „multinationale Truppen, um klarzumachen, dass ein Angriff gegen einen Verbündeten ein Angriff auf die gesamte NATO ist“. Es handele sich aber nicht um eine Verstärkung um „substanzielle Kampftruppen“, was die NATO-Russland-Grundakte verletzen würde.

Mittelmeereinsatz wird ausgeweitet

Überdies wird die NATO auf Drängen Italiens ihren Einsatz im Mittelmeer ausweiten, womöglich auch; um ungesteuerte Migration aus Libyen einzudämmen. Die bisherige Operation „Activ Endeavour“ werde „demnächst“ in eine „breiter angelegte Sicherheitsoperation“ umgewandelt, kündigte Stoltenberg in dem Interview an.

Das schaffe die Voraussetzung dafür, dass das Militärbündnis in anderen Teilen des Mittelmeers Aufklärung betreibe und „irregulären Bootsverkehr unterbindet“. Eine Aufklärungsmission wie derzeit in der Ägäis sei auch zwischen Italien und Libyen „denkbar“, man sei aber noch „in der Phase des Nachdenkens“.

Eine Kampfmission in Libyen selbst wird es nach den Worten Stoltenbergs nicht geben. „Das schließe ich aus, das machen wir nicht“, sagte er der „Welt“ zufolge. Es gebe aber ein Mandat der Mitgliedsstaaten, beim Aufbau von Sicherheitsstrukturen in dem vom Chaos bedrohten Land zu helfen, „falls die libysche Regierung uns dazu einladen sollte“.

US-Geheimgericht genehmigt NSA jede Abhörung

Der geheime US Foreign Surveillance Intelligence Court hat im vergangenen Jahr alle Anträge der US-Geheimdienste für Abhöraktionen im Ausland genehmigt. Kein einziger der 1.457 Anträge wurde abgelehnt. Das bestätigt einen langjährigen Trend des Geheimgerichts, wie ein am Wochenende publiziertes Dokument des US-Justizministeriums zeigt.

Bei den Abhöranträgen von NSA und FBI ging es um Telefonüberwachung ebenso wie E-Mail-Verkehr. Die Zahl der Anträge ist im Vergleich zum Jahr davor leicht angestiegen: Nach 1.379 Anträgen 2014 - von denen ebenfalls alle durchgewunken wurden - waren es im Vorjahr 1.457.

Seit Langem stark in Kritik

Das Gericht, das seine Entscheidungen hinter verschlossenen Türen fällt, wurde 1978 eingerichtet und war zuletzt 2013 nach dem Datenleck durch Edward Snowden ins Visier der Kritiker geraten. Die Überwachungsaufträge werden oft in Kooperation mit Internet- und Telefonkonzernen durchgeführt.

Bürgerrechtsaktivisten werfen dem Gericht seit Langem vor, alle Überwachungsoperationen willfährig durchzuwinken. Regierungsvertreter behaupten dagegen, dass aufgrund von Einwänden des Gerichts die Anträge oft grundlegend überarbeitet werden.

80 Änderungen gefordert

Das Gericht forderte im Vorjahr Änderungen bei 80 Anträgen ein, das entspricht einer Vervierfachung im Vergleich zu 2014. Laut dem Dokument des Justizministeriums reichte das FBI zudem fast 50.000 Anträge ein, mit deren Hilfe Internet- und Telekommunikationskonzerne gezwungen werden, Daten von Kunden - wie die das Surfverhalten und E-Mail-Adressen - herauszugeben.

Moskau: Verhandlungen über Waffenruhe für Aleppo

Russland bemüht sich nun offenbar doch um eine Einhaltung der Waffenruhe in der nordsyrischen Stadt Aleppo. „Es laufen aktive Verhandlungen, um ein ‚Regime des Schweigens‘ in der Provinz Aleppo zu etablieren“, sagte Generalleutnant Sergej Kuralenko heute laut russischen Nachrichtenagenturen.

Er rief „alle Seiten“ auf, die US-russischen Bemühungen um die Rettung der vor zwei Monaten ausgerufenen Feuerpause zu unterstützen. Noch am Vortag hatte der russische Vizeaußenminister Gennadi Gatilow gesagt, Moskau werde die syrische Regierung nicht zum Stopp der Luftangriffe auf Aleppo drängen.

„Wir werden keinen Druck ausüben, denn die Situation in Aleppo ist Teil des Kampfes gegen die terroristische Bedrohung“, war er von der russischen Nachrichtenagentur Interfax zitiert worden.

Seit Tagen ständig Luftangriffe

Seit dem 22. April griff die Luftwaffe des syrischen Machthabers Baschar al-Assad die von den Rebellen gehaltenen östlichen Viertel der Stadt täglich an, auch am Wochenende mussten sich wieder zahlreiche Menschen in Sicherheit bringen. Durch die Luftangriffe und durch Mörserbeschuss seitens der Rebellen wurden seit rund zehn Tagen laut Aktivisten etwa 250 Zivilisten getötet.

US-Außenminister John Kerry hatte die Wiederherstellung der Waffenruhe in ganz Syrien eingefordert - und Moskau gedrängt, Druck auf Damaskus zu machen.

Bombenanschlag vor Polizeiwache in Südtürkei

Bei einem Bombenanschlag vor der Polizeizentrale in der südtürkischen Stadt Gaziantep ist heute Früh mindestens ein Polizist getötet worden. 13 weitere Menschen wurden verletzt, darunter neun Polizisten, wie der Gouverneur der Region Gaziantep, Ali Yerlikaya, laut türkischen Medienberichten sagte.

Feuerwehr nach der Explosion bei einer Polizeistation in der Türkei

AP

Der Fernsehsender NTV berichtete, die Explosion sei durch eine Autobombe ausgelöst worden. Anschließend seien Schüsse zu hören gewesen. Die Nachrichtenagenturen DHA und Anadolu sprachen übereinstimmend von einem „Terrorangriff“. Auf Fernsehbildern waren Rettungsautos an der Einfahrt zu der Polizeizentrale zu sehen, Trümmer lagen auf der Straße. Gaziantep liegt unweit der syrischen Grenze.

Iran erweitert sein Raketenarsenal

Das scheidende, noch von konservativen Kräften dominierte Parlament im Iran hat die Aufstockung des Arsenals an ballistischen Raketen beschlossen. Die Abgeordneten verabschiedeten ein Gesetz, wonach Maßnahmen zur „Entwicklung und Erhöhung der ballistischen Kapazitäten“ getroffen werden sollen, wie die amtliche Nachrichtenagentur IRNA heute meldete.

Das Gesetz sieht außerdem vor, dass „Kapazitäten für die Luftabwehr von Kurz-, Mittel- und Langstreckenraketen“ weiterentwickelt werden.

Kritik des Westens

Präsident Hassan Rouhani und die ranghöchsten Militärvertreter des Landes hatten angekündigt, dass aus Gründen der Abschreckung die ballistischen Kapazitäten erhöht werden sollten. Der Iran hatte erst Ende März mit Raketentests die Kritik Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und der USA nach sich gezogen.

Verpflichtung im Atomdeal

Der UNO-Sicherheitsrat hatte im vergangenen Jahr mit der Resolution 2231 das Abkommen mit dem Iran im jahrelangen Atomstreit gebilligt. In dem historischen Abkommen verpflichtete sich Teheran, im Gegenzug für die Aufhebung von Sanktionen sein Atomprogramm deutlich zurückzufahren und scharfe internationale Kontrollen zuzulassen. Die Resolution 2231 verlangt vom Iran auch, keine ballistischen Raketen zu entwickeln, die mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden können.

Inland

FPÖ rührt am 1. Mai Werbetrommel für Hofer

Die FPÖ hat den 1. Mai dazu genutzt, die Werbetrommel für ihren Hofburg-Kandidaten Norbert Hofer zu rühren. Dazu gab es in einem Bierzelt auf dem Urfahraner Jahrmarkt in Linz auch eine Abrechnung mit der Regierungspolitik in bekannter Manier.

Das von „Europa-Bierstadl“ in „Da Wirt 4s Fest“ umbenannte Festzelt tauchten die rund 5.000 FPÖ-Anhänger mit ihren Fahnen in die Farben Rot-Weiß-Rot. Gemeinsam mit Parteichef Heinz-Christian Strache und dem Gastgeber der Kundgebung, dem oberösterreichischen Landesparteichef Manfred Haimbuchner, zog der Bundespräsidentschaftskandidat Hofer unter nicht enden wollenden „Hofer“-Sprechchören auf die Bühne.

„Hofer in die Hofburg“

Haimbuchner begrüßte nach einem Schluck Bier den „Helden für uns, lieber Norbert, den das Volk wollte und will“. Der FPÖ-Landeschef war sich sicher, dass Alexander Van der Bellen nach der Stichwahl „Van der Heulen“ heißen werde, denn die Richtung für den 22. Mai sei klar: „Hofer in die Hofburg.“

Norbert Hofer und Anhänger

APA/FOTOKERSCHI.AT/Werner Kerschbaummayr

Hofer wurde von Strache und Haimbuchner hofiert

Der Angesprochene selber, der beim Blick in die Runde „stolz ist, ein Österreicher sein zu dürfen“, denn „in dem schönsten Land der Welt“ habe er die „besten Menschen der Welt kennengelernt“, streute er seinen Anhängern Rosen. Gleichzeitig lud er sozialdemokratische Wähler ein, „zu uns zu kommen, wo Freundschaft noch ein Wert“ sei. An das ÖVP-Lager schickte er die Botschaft aus: „Wir Freiheitlichen halten die Werte des Christentums hoch und heilig.“

„Wir brauchen keine grüne Diktatur“

Und als „Schutzherr der Österreicher“ werde er auch nicht wie sein Mitbewerber Van der Bellen die „Exekutive als latent gewalttätige Macht“ bezeichnen, sondern für „eine ordentliche Ausstattung des Heeres“ sorgen, erklärte Hofer. Als Bundespräsident, dem Oberbefehlshaber des Heeres, werde er nicht in der Hofburg sitzen, sondern die Kasernen besuchen. Denn: „Ich habe gedient, Van der Bellen nicht.“

Nicht übergehen wollte Strache nach seinem Lobgesang auf Hofer und dessen „Kritik an der EU-zentralistischen Politik“, die Auslandsschelte nach dem ersten Wahldurchgang für die Hofburg. Der deutsche SPD-Chef Sigmar Gabriel sollte sich lieber um seine Partei kümmern, als mündige Wähler in anderen Ländern zu maßregeln. Deutliche Wahlkampftöne schlug er dann auch Richtung Van der Bellen an: „Wir brauchen keine grüne Diktatur“, meinte er in Anspielung auf dessen Weigerung, eine mögliche FPÖ-Regierung anzugeloben.

„Fleißige entlohnen“

Strache ging auch auf die heimische Arbeitsmarktsituation ein: „Die Fleißigen müssen wieder entlohnt werden, mit Steuerentlastungen“, so Strache. Bei vier Kindern plädierte er für Steuerfreiheit. Auch die Lohnnebenkosten müssten gesenkt werden.

Sechs Milliarden Euro habe die „Willkommenskultur“ gekostet, aber Pflegegeld oder Pensionen würden gekürzt, behauptete er, bei den Lehrern werde ebenso gespart wie bei der Polizei. Da müsse man „stopp“ sagen, so der FPÖ-Chef.

Sobotka: Keine Folgen der Brenner-Kontrollen für Verkehr

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) rechnet mit keinen Auswirkungen der Brenner-Kontrollen auf den Verkehr an der Grenze. „Die Auswirkungen verstärkter Kontrollen wären dieselben einer Mautstelle in Italien. Die Maßnahme ist für uns notwendig, um öffentliche Ordnung und Sicherheit zu garantieren“, sagte Sobotka heute im Interview mit der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“.

Die Grenzkontrollen wären überflüssig, wenn es zu einer europäischen Lösung für die Flüchtlingsproblematik käme und alle EU-Mitgliedsländer ihre Pflichten erfüllen würden, sagte Sobotka, der am Donnerstag in Rom seinen italienischen Amtskollegen Angelino Alfano getroffen hatte. Das Treffen mit Alfano bezeichnete Sobotka als „sehr konstruktiv“.

„Grenze wird nicht geschlossen“

„Ich bin überzeugt, dass Italien und Österreich mit den anderen europäischen Partnern eine Lösung für die Flüchtlingsproblematik finden werden. Es wird keine Brenner-Mauer geben, und die Grenze wird nicht geschlossen“, versicherte Sobotka. Vorrichtungen für eine Absperrung werde es dennoch geben, „aber wir werden den Zaun nicht einhängen“, hatte der Innenminister am Freitag in Berlin gesagt. Das geschehe erst dann, wenn es die Lage erfordere.

Sobotka dementierte in dem Interview mit der römischen Tageszeitung, dass Österreich Italien mangelnde Ineffizienz im Umgang mit dem Flüchtlingsproblem vorwerfe. Im Gegenteil, Österreich sei bereit, Italien bei seinen Bemühungen um Stabilisierung der politischen Verhältnisse in Libyen und für „Hotspots“ zur Registrierung der Flüchtlinge im Mittelmeer zu unterstützen.

„Zugleich fordern wir jedoch, dass Italien genügend Unterkünfte für die Flüchtlinge schafft und die EU-Außengrenzen effizient kontrolliert“, betonte der Innenminister.

Sport

Fußball: Meisterfeier von Leicester City vertagt

Leicester City ist dem Gewinn des englischen Meistertitels heute einen weiteren Schritt näher gekommen. Ein 1:1 bei Rekordchampion Manchester United im Old Trafford reichte den „Foxes“ mit ÖFB-Teamkapitän Christian Fuchs aber noch nicht zur Krönung. Sollte Verfolger Tottenham aber morgen Abend beim entthronten Titelverteidiger Chelsea nicht gewinnen, ist die Sensation perfekt.

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Tennis: Tiebreaks kosten Thiem München-Titel

Dominic Thiem hat in seinem siebenten Endspiel auf der ATP-Tour seinen sechsten Titel hauchdünn verpasst. Der als Nummer drei gesetzte Niederösterreicher unterlag heute im Endspiel von München Lokalmatador Philipp Kohlschreiber in drei Sätzen, zwei davon verlor er im Tiebreak.

Für den Deutschen war es der bereits dritte Turniersieg in München nach 2007 und 2012 und sein siebenter insgesamt.

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Wirtschaft

Kritik an Arbeitsbedingungen bei Ryanair

Die deutsche Flugbegleitergewerkschaft UFO hat den Billigflieger Ryanair wegen schlechter Arbeitsbedingungen angegriffen. Das Unternehmen zahle absolute Niedriglöhne und unterlaufe gültige Sozialstandards, erklärte der UFO-Vorsitzende Alexander Behrens in Frankfurt. Das Unternehmen weist die Vorwürfe als sachlich falsch zurück.

„Kein Anspruch auf Arbeitslosengeld“

Ein in Deutschland lebender und arbeitender Vollzeitflugbegleiter erhalte ein Bruttojahresgehalt zwischen 11.000 und maximal 18.000 Euro, habe keine deutsche Krankenversicherung und erwerbe bei einer Anstellung nach irischem Recht auch keine deutschen Pensionsansprüche, so die Gewerkschaft. „Im Falle einer Entlassung hat ein deutscher Ryanair-Flugbegleiter nicht einmal Anspruch auf Arbeitslosengeld“, führt Behrens weiter aus.

Ryanair weist Vorwürfe zurück

Die irische Fluggesellschaft wies die Vorwürfe in einer schriftlichen Stellungnahme zurück. Ryanair-Bordpersonal verdiene jährlich bis zu 35.000 Euro und arbeite unter sehr guten Bedingungen, erklärte Sprecher Robin Kiely. Gehaltsentwicklung und Arbeitsbedingungen seien gerade in einem Fünfjahresabkommen festgehalten worden. Die Flugbegleiter erhielten auch Krankengeld und einen festen Uniformzuschuss von 425 Euro im Jahr.

Chronik

Mutter rastet bei Streit auf Spielplatz aus

Ein Streit unter Kindern auf einem Spielplatz im ostdeutschen Erfurt ist in eine handfeste Rangelei zwischen deren Müttern ausgeartet. Wie die Polizei heute berichtete, hatte ein Zweijähriger am Freitag andere Kinder gekratzt, geschlagen und von einer Rutsche geschubst. Als die Mutter eines der Kinder deswegen seine Mutter zur Rede stellte, wurde diese aggressiv.

Sie riss der Frau ein Büschel Haare aus und trat mehrfach auf sie ein. Laut Polizei wollte eine andere Frau schlichten und wurde daraufhin von ihr in den Arm gebissen. Die beiden verletzten Frauen kamen in ein Krankenhaus. Gegen die aggressive Mutter läuft nun eine Anzeige.

US-Zirkus gibt legendäre Elefantenshow auf

Nach jahrelangen Protesten von Tierschützern schickt der US-Zirkus Ringling Brothers and Barnum & Bailey seine berühmten Showelefanten in den Ruhestand. Nach letzten Auftritten heute in Pennsylvania und Rhode Island sollten die elf Asiatischen Elefanten des Unternehmens in das Center for Elephant Conservation in Florida gebracht werden.

Größte Herde im Westen

In diesem vom Zirkus betriebenen Park leben bereits 29 Artgenossen - der „USA Today“ zufolge ist es die größte Herde Asiatischer Elefanten in der westlichen Hemisphäre. Elefanten waren ein klassischer Bestandteil der „größten Show der Welt“, die der Zirkus vor 145 Jahren startete.

1.000 Shows pro Jahr

Die letzten elf tourenden Rüsseltiere von der sechsjährigen April bis zur 48-jährigen Asia traten in zwei Gruppen auf und absolvierten nach Angaben von „USA Today“ jedes Jahr ungefähr 1.000 Shows in 80 Städten.

Tierschützer hatten immer heftiger gegen den Einsatz der Tiere protestiert und die Trainingsmethoden mit Hilfe von Stangen und Ketten als grausam angeprangert. Angesichts des wachsenden Drucks entschied der Zirkus nun, die Elefantennummer ganz aufzugeben.

Kultur

U2-Gitarrist The Edge rockt in Sixtinischer Kapelle

The Edge, Gitarrist der irischen Rockband U2, ist der erste Rockstar, der in der Sixtinischen Kapelle spielen durfte. Der Auftritt fand gestern Abend vor etwa 200 Medizinern, Forschern und Unterstützern statt, die sich für eine Konferenz zu Stammzellenmedizin unter dem Titel „Cellular Horizons“ im Vatikan eingefunden hatten. Den Ort bezeichnete er als „die schönste Pfarrhalle der Welt“.

The Edge trat mit einem Chor von sieben irischen Jugendlichen auf, trug sein typisches schwarzes Wollhauberl, spielte Akustikgitarre und sang eine Coverversion von Leonard Cohens „If It Be Your Will“ sowie die U2-Songs „Yahweh“, „Ordinary Love“ und „Walk On“, berichtete der englischsprachige Dienst der Nachrichtenagentur Reuters.

„Normalerweise dieser andere Typ“

Der Vater des Musikers sei vergangenen Monat an Krebs gestorben, seine Tochter habe eine Leukämie-Erkrankung überstanden. The Edge, der mit bürgerlichem Namen David Evans heißt, engagiere sich für mehrere Stiftungen für Krebsvorsorge.

Er erzählte dem Publikum scherzhaft, er sei erstaunt gewesen, als er gefragt wurde, ob er der erste zeitgenössische Künstler sein wolle, der in der von Michelangelo im 16. Jahrhundert ausgemalten Kapelle auftrete. „Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, denn normalerweise ist da dieser andere Typ, der singt“, spielte er auf U2-Frontman Bono an.

Den „Bolero“ gibt es seit heute umsonst

Der „Bolero“ wird zum Gemeingut. Heute endet der Urheberschutz für das Stück von Maurice Ravel, das zu den berühmtesten Werken der klassischen Musik zählt: Jeder darf es künftig lizenzfrei nutzen, ohne dass Tantiemen fällig würden. Ravel hatte das Stück 1928 geschrieben, im selben Jahr wurde es in Paris uraufgeführt.

Schätzungen zufolge hat der „Bolero“ allein seit 1960 rund 50 Millionen Euro an Tantiemen eingespielt. „Wahrscheinlich werden wir ihn nun noch öfter hören, in Werbespots oder in Filmen“, sagte Laurent Petitgirard von der SACEM, der französischen Gesellschaft zur Verwaltung von künstlerischen Urheberrechten. Er gehe davon aus, dass das populäre Werk zu jeder beliebigen Minute irgendwo auf der Welt zu hören sei.

Ravel sah das Stück nüchtern

Ravel hatte das Stück ursprünglich als Ballettmusik für die russische Tänzerin Ida Rubinstein komponiert. Es wurde schnell ein Welterfolg, die hypnotisch-monotone Melodie zog viele Hörer in ihren Bann. Ravel selbst sah sein Werk recht nüchtern: „Es ist ein einfaches und direktes Stück, das nicht den geringsten Anspruch auf Virtuosität erhebt“, sagte er einmal.

Ravel starb unverheiratet und ohne Kinder im Jahr 1937. Sein einziger Erbe war sein Bruder Edouard, der 1960 verstarb. Der Streit um die weiteren Rechte an Ravels Werk beschäftigte danach mehrfach die Gerichte, Streitparteien waren unter anderen die Großneffen des Komponisten.

Kunstblut und Friedenstauben: John Woo wird 70

Technisch perfekte Verfolgungsjagden, bombastisch choreografierte Actionszenen, Explosionen an allen Ecken - John Woo hat dem modernen Actionfilm seinen Stempel aufgedrückt. Heute wird der Regisseur, der sowohl in Hongkong als auch in Hollywood reüssierte, 70 Jahre alt.

Den Zusehern in Europa und den USA wurde Woo Mitte der 1990er Jahre bekannt, als er John Travolta in „Mission: Broken Arrow“ und „Face/Off - Im Körper des Feindes“ durch ein actiongeladenes Inferno jagte. Im Jahr 2000 kam „Mission: Impossible 2“ heraus, was Woos Ruf endgültig festigte.

Weiße Tauben

Woo wurde im chinesischen Guangzhou geboren. Seine Eltern mussten nicht zuletzt aufgrund ihres christlichen Glaubens nach Hongkong flüchten. In vielen seiner Filme lässt der Regisseur und Vater von drei Kindern weiße Tauben aufsteigen, was Filmkritiker auf seinen Glauben zurückführen.

John Woo

APA/AFP/Yoshikazu Tsuno

Bereits vor seiner Hollywood-Karriere war Woo in Hongkong mit den Actionfilmen „City Wolf“ und „Hard Boiled“ bekanntgeworden. Sein künstlerisches Schaffen hat Woo, der in Los Angeles lebt, mittlerweile wieder nach Südostasien zurückverlegt.

Mit dem Historienspektakel „Red Cliff“, das wegen seiner teuren Produktion oft mit James Camerons „Titanic“ verglichen wird, drehte er 2008 den bis dahin teuersten, aber auch umsatzstärksten chinesischen Film.

Rückkehr nach Hollywood nicht ausgeschlossen

Sein jüngstes Projekt für die Hongkong-Firma Media Asia Films ist ein Remake des japanischen Thrillers „Manhunt“. Ob er auch wieder in Hollywood drehen würde? „Jederzeit, sofort“, versicherte Woo in einem Interview.

Wegen Verpflichtungen in Asien habe er allerdings viele gute Angebote ablehnen müssen. „Ich mag Hollywood“, betonte der Regisseur. Und die westliche Filmszene schätzt den asiatisch-amerikanischen Regisseur.

Bei den 67. Filmfestspielen von Venedig 2010 wurde er mit dem Goldenen Löwen für sein Gesamtwerk geehrt. Woo sei es gelungen, Inszenierungskunst und Schnitt zu revolutionieren und das Genre des Actionfilms im höchsten Grad zu stilisieren, hieß es in der Begründung.

Religion

Millionen Russen feiern orthodoxes Osterfest

Millionen orthodoxe Christen in Russland haben das Osterfest nach dem julianischen Kalender begangen. Präsident Wladimir Putin besuchte zusammen mit Regierungschef Dimitri Medwedew die Messe in der Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau. Beim Gottesdienst rief Patriarch Kirill, der Oberhirte der etwa 100 Millionen russisch-orthodoxen Christen, die Gläubigen zum Zusammenhalt auf.

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Leute

Herzogin Kate auf „Vogue“-Cover

Die Herzogin von Cambridge und Frau von Prinz William, Kate Middleton, wird auf dem Cover der 100-Jahre-Jubiläumsausgabe des Modemagazins „Vogue“ sein. Damit wandelt sie in den Spuren von Williams Mutter, Prinzessin Diana, die ebenfalls das „Vogue“-Cover zierte.

Die britische Juni-Ausgabe des Magazins geht ab Donnerstag in den Verkauf. Es zeigt eine lächelnde Kate auf dem Land, mit einem grünen Hut, einer braunen Jacke und weißen Bluse.

„Vogue“-Chefredakteurin Alexandra Shulman betonte, sie sei „extrem dankbar, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, unsere Tradition herausragender royaler Porträts fortzusetzen“.

In Dianas Fußspuren

Prinzessin Diana hatte mehrmals das „Vogue“-Cover geziert. Für Kate war es laut dem Magazin die erste Modefotosession. Königin Elizabeth und andere Royals waren ebenfalls in der „Vogue“ - aber nie auf dem Titelblatt.

Weibliche Fans von Kate kleiden sich oft nach ihrem Vorbild, was sich bei den Modelabels durchaus auch in den Verkaufszahlen bemerkbar machen kann.

Cyndi Lauper: „Amerika ist frauenfeindlich“

Die 62-jährige US-Sängerin Cyndi Lauper („Girls just want to have fun“) hält ihr Land für frauenfeindlich. Der gegenwärtige Wahlkampf zeige, dass Frauen nach wie vor mit enormen Widerständen zu kämpfen hätten, sagte Lauper der „Welt am Sonntag“.

„Ich habe nie verstanden, warum der Rest der Welt die USA für ein fortschrittliches Land hält.“ Der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton werde vorgeworfen, dass sie zu wenig lächle, dass sie komisch dastehe, dass sie dies zu wenig tue und jenes zu viel.

„Es sind Frauen wie Männer, die in ihr nicht die Politikerin sehen, sondern die Person. Amerika ist frauenfeindlich.“ Lauper versucht derzeit ein Comeback mit der neuen CD „Detour“, einem Country-Album.

Lifestyle

Konkurrenz für Knallfolie

Sie hat ihre Fans, vor allem unter den Jungen und Junggebliebenen, doch auch ihre Schattenseiten: Luftpolsterfolie ist alles andere als umweltfreundlich. Denn einmal ausgepackt und allenfalls aus Spaß an der Freude Blase für Blase zum Knallen gebracht, landet sie im Plastikmüll.

Nun wurde in Mailand eine biologisch abbaubare Alternative zur Knallfolie prämiert: Das in der Lebensmittelindustrie eingesetzte Geliermittel Agar eignet sich auch hervorragend für die Verpackung zerbrechlicher Gegenstände. Einen Nachteil hat das aus Algen gewonnene Material freilich - es bleibt stumm.

Mehr dazu in Algen erobern Verpackungsindustrie