Ausland

Chomeini-Tochter: Chamenei soll „Diktatur“ verhindern

Die Tochter des verstorbenen iranischen Revolutionsführers Ajatollah Ruhollah Chomenei, Sahra Mostafawi, schaltet sich mit einer Warnung vor „diktatorischen Tendenzen“ erneut in die Debatte über die bevorstehende Präsidentschaftswahl am 14. Juni ein.

In einem Brief und mittels einer Stellungnahme an den obersten geistlichen Führer Ali Chamenei kritisierte sie den Wächterrat für die Disqualifizierung von Ex-Präsident Ajatollah Ali Akbar Haschemi Rafsandschani scharf.

„Kann man nicht schlechter regieren“

Rafsandschani, der sich bisher nicht öffentlich zur Entscheidung äußerte, kritisierte diese heute offenbar scharf. Laut der den Reformern nahestehenden Website Jaheshnews.ir sagte er: „Ich glaube, es ist nicht möglich, das Land noch schlechter zu regieren.“

Erinnert Chamenei an Worte Chomeinis

Mittels „schwesterlicher Warnung“ wies Mostafawi dagegen in ihrem Brief darauf hin, dass die Entscheidung des Rates zu einer schwerwiegenden Entfremdung zwischen Rafsandschani und Chamenei führen würde, und forderte eine Revidierung der Entscheidung, da die Politik des Landes sonst Gefahr laufe, wegen der Auswahl des Wächterrates diktatorische Tendenzen anzunehmen. Chamenei hat in allen Belangen das letzte Wort und kann die Entscheidungen des Wächterrates revidieren.

„Am selben Tag, als ich Imam Chomeinis Bestätigung von Ihnen als oberster Führer vernahm, hörte ich auch den Namen von Ajatollah Rafsandschani, der gleich nach Ihnen von meinem Vater genannt wurde. Mein Vater sagte immer, dass diese beiden Männer gut wären, solange sie miteinander wären. Daher sehe ich mit der unglücklichen Entscheidung des Wächterrates, Ajatollah Rafsandschani nicht zuzulassen, einen fatalen Effekt für die Revolution und die Islamische Republik“, so Mostafawi weiter.

Tiefer Riss in Führung

Der Ausschluss Rafsandschanis sorgt im Iran für einen tiefen Riss innerhalb der Führungsriege. Einige Mitglieder des Expertenrates, jenes Gremiums, das Chamenei kontrolliert und auch absetzen kann, und mehrere Parlamentsabgeordnete kamen gestern und heute in das Büro Rafsandschanis und zollten ihm Respekt. Indes setzte die Führung mehrere Krisensitzungen an. Ajatollah Chamenei hat sich zur Disqualifizierung Rafsandschanis noch immer nicht geäußert.

EU macht Rückzieher bei Olivenölverordnung

Das von der EU-Kommission geplante Verbot von Kännchen mit Olivenöl auf den Tischen von Restaurants kommt nicht. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos zog den Vorschlag einer entsprechenden EU-Verordnung heute zurück.

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OLAF-Chef wehrt sich gegen Rufe nach Rücktritt

Der Chef der EU-Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF, Giovanni Kessler, hat Forderungen des Europaparlaments nach seinem Rücktritt im Zuge der Dalli-Affäre zurückgewiesen. Er sehe keinen Grund für einen Rücktritt. „Wenn OLAF eine Straftat begangen hat, hätte ich nicht zurückzutreten, dann müsste ich ins Gefängnis“, sagte Kessler heute in Brüssel am Rande der Präsentation des Jahresberichts 2012.

Kessler verteidigte neuerlich das Vorgehen von OLAF bei den Untersuchungen in der Affäre um den früheren EU-Gesundheitskommissar John Dalli. Manche Berichterstattung in der Causa sei „verleumderisch, unbegründet und unfair“ gewesen. Wenn jemand einen Klagsgrund sehe, solle er zu Gericht gehen. OLAF habe sich bisher in der Causa zurückgehalten, jedoch lediglich im Bewusstsein, korrekt gehandelt zu haben.

Kessler sieht „Vertrauen nicht geschwächt“

Der Rücktritt Dallis und die Untersuchungen durch OLAF haben zuletzt für wachsende Kritik an der EU-Betrugsbekämpfungsbehörde gesorgt. Ein Freund von Dalli soll für seinen angeblichen Einfluss auf Gesetzesvorschläge zur Bekämpfung des Rauchens 60 Millionen Euro Bestechungsgelder von der Tabakindustrie gefordert haben. Einen Beleg dafür, dass Dalli davon wusste, hat OLAF nicht in der Hand - die Behörde beruft sich stattdessen auf „unzweideutige Indizienbeweise“.

Vor allem im EU-Parlament, auch durch Vizepräsident Othmar Karas (ÖVP), wurde zuletzt der Ruf nach einem Rücktritt von Kessler laut. Die Brüsseler Behörde sah dazu keinerlei Anlass und verwies außerdem auf die Unabhängigkeit von OLAF. Das Vertrauen in die EU-Antikorruptionsbehörde sei keineswegs geschwächt, so Kessler. Im Gegenteil seien seither viel mehr Anzeigen und Informationen über Missstände bei OLAF eingelangt.

Starke Änderungen bei umstrittenem Datenschutzpaket

In den Sitzungen der betreffendene Arbeitsgruppen des EU-Ministerats ist die Novelle des europäischen Datenschutzrechts grundlegend umgearbeitet worden. Zentrale Passagen des Parlamentsentwurfs wurden bereits stark verändert. Nach Informationen, die ORF.at vorliegen, wurde etwa aus der verpflichtenden Bestellung eines Datenschutzbeauftragten in Betrieben ab 250 Mitarbeitern eine Kann-Bestimmung gemacht.

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US-Pfadfinder stimmen über homosexuelle Mitglieder ab

Die US-Pfadfinder wollen entscheiden, ob offen homosexuelle Jugendliche Mitglieder der Organisation werden dürfen. 1.400 Chefs von Pfadfindergruppen aus dem ganzen Land stimmen heute bei einem Treffen in Texas über eine Änderung der Statuten ab.

Jugendlichen soll demnach die Mitgliedschaft nicht mehr nur aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verwehrt werden. Die Frage ist vor allem deshalb umstritten, da viele der mehr als 100.000 US-Pfadfindergruppen von religiösen Organisationen unterstützt werden.

Schon jahrelange Diskussion

Derzeit dürfen offen Homosexuelle in den USA nicht den Pfadfindern beitreten. Die Organisation diskutiert eine Änderung dieser Regelung bereits seit mehr als zehn Jahren.

Im vergangenen Jahr stimmten die 80 Mitglieder des nationalen Komitees der Pfadfinder für eine Beibehaltung des Verbots. Diese Entscheidung führte zu landesweiten Protesten. Befürworter einer Änderung sammelten 1,8 Millionen Unterschriften, auch US-Präsident Barack Obama sprach sich für die gleiche Behandlung von Lesben und Schwulen aus. Unterstützung kam überraschenderweise auch von den konservativen Mormonen.

Mehrheit weiter für Verbot

Den Pfadfindern droht jedoch ein Mitgliederschwund, sollten die Delegierten für die Aufnahme von schwulen Mitgliedern stimmen. Laut einer internen Umfrage befürworten 61 Prozent eine Beibehaltung des Verbots. Auch könnten viele Religionsgemeinschaften ihre Unterstützung streichen. Auch wenn die Änderung angenommen wird, soll das Verbot für homosexuelle Erwachsene als Pfadfinder-Feldmeister bestehen bleiben.

150 Jahre SPD: Gauck würdigt Leistungen der Sozialdemokratie

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat die historischen Leistungen der SPD gewürdigt. In seinem Grußwort beim heutigen Festakt zum 150. Geburtstag der deutschen Sozialdemokratie lobte Gauck besonders den reformerischen Ansatz der SPD.

„Es war die SPD, die den mühsamen, aber schließlich mehrheitsfähigen Weg beschritt, das Leben der Menschen konkret Stück für Stück zu verbessern, anstatt utopische Fernziele zu proklamieren“, sagte Gauck. Dagegen habe die kommunistische Weltbewegung „eine neue Klasse der Machtbesitzenden“ geschaffen und „die alte durch eine neue Ohnmacht“ ersetzt.

Frauenwahlrecht erkämpft

Der SPD „verdanken wir die ersten Arbeitsschutzgesetze und das Frauenwahlrecht“, sagte Gauck weiter. Auch die erste deutsche Demokratie, die Republik von Weimar, wäre wohl nicht zustande gekommen, wenn nicht Sozialdemokraten den Mut gehabt hätten, sich für die politische Zusammenarbeit mit den gemäßigten Kräften der bürgerlichen Mitte einzusetzen.

„Vor allem haben die Sozialdemokraten diese Demokratie länger und tapferer verteidigt als die meisten anderen Demokraten“, verwies Gauck auf den Widerstand gegen den Aufstieg der Nationalsozialisten.

Kernforderungen weiter aktuell

Die Kernforderungen der SPD blieben auf immer neue Weise aktuell, hob Gauck hervor: „Freiheitsrechte, soziale Gerechtigkeit und politische Teilhabe.“ Gleichwohl müsse sich die SPD heute neuen Herausforderungen stellen, etwa Protestbewegungen und Bürgerinitiativen.

Solche neuen Beteiligungsformen seien „eine wichtige Ergänzung, aber kein Ersatz für die repräsentative Demokratie“. Indirekt lobte Gauck die rot-grüne Reformpolitik der Agenda 2010: Gerade solche Entscheidungen, die kurzfristigen Parteiinteressen widersprechen, „waren oftmals verantwortungsbewusste Entscheidungen für das ganze Land“.

Inland

Schulreife soll stärker von Deutschkenntnis abhängen

Deutschkenntnisse sollen künftig größeren Einfluss darauf haben, ob Kinder als schulreif eingestuft werden. Diese Maßnahme ist Teil des seit längerem angekündigten Sprachförderungsmodells, auf das sich Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) nun geeinigt haben und das heute von ihnen gemeinsam präsentiert wurde.

Ziel des Modells ist es, die Bildungschancen von Kindern mit Sprachproblemen zu verbessern, denn: „Dass wir besser werden müssen, ist für mich keine Frage, sondern ein Faktum“, so Schmied. Vorgesehen ist unter anderem ein Informationsaustausch von Kindergarten und Volksschule über die Deutschkenntnisse des Kindes.

Entscheidung trifft Schulleitung

Die Entscheidung, ob ein Kind mit Sprachproblemen in einer eigenen Vorschulklasse, einer zeitlich befristeten Sprachfördergruppe oder in einem Mischmodell sein Deutsch verbessern soll, trifft der jeweilige Schulleiter, der dazu vom Unterrichtsministerium Diagnoseinstrumente erhält.

Auch das von den Grünen forcierte Modell, Kindern für die ersten zwei Volksschulklassen öfter als derzeit bis zu drei Jahre Zeit zu geben, befürwortet Schmied als Wahlmöglichkeit.

„Unter Berücksichtigung der Situation“

Laut dem Schulpflichtgesetz gehören derzeit nur jene Kinder in die Vorschule, die dem Unterricht in der 1. Klasse vermutlich nicht folgen können, „ohne körperlich oder geistig überfordert zu werden“. Der angekündigte Erlass besagt allerdings, dass künftig die Unterrichtssprache Deutsch besonders berücksichtigt werden muss.

Für Kinder und Jugendliche mit ausreichender „geistiger Reife“, die Deutschprobleme haben, gibt es derzeit den Status des außerordentlichen Schülers: Sie werden nicht in allen Fächern benotet und erhalten spezielle Sprachförderung. Laut dem präsentierten Konzept soll auch bei solchen Schülern künftig „unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation am Standort“ entschieden werden, in welcher Form sie am besten gefördert werden können.

Modellregionen für Sprachförderung

Ab dem Schuljahr 2013/14 sollen zudem in Modellregionen „unterschiedlichste“ Sprachfördersysteme erprobt werden, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung sollen Grundlage für eine allfällige Gesetzesänderung in der nächsten Legislaturperiode sein.

Zusätzliches Geld gibt es weder für die Modellprojekte, bei denen Pädagogische Hochschulen (PH), (Übungs-)Kindergärten und Schulen sowie die Schulaufsicht kooperieren sollen, noch für die anderen kurzfristig geplanten Maßnahmen. „Man kann viel an Kosten sparen, wenn man das Geld richtig investiert“, sagte Kurz.

Faymann gegen „Automatismen“ bei Volksbegehren

Seine Sympathie für den Ausbau der direkten Demokratie unterstrich heute Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in der Fragestunde des Nationalrates.

Er würde einen Vorschlag für eine Volksbefragung nach einem erfolgreichen Volksbegehren „sehr ernsthaft unterstützen“ - aber nur wenn die Wahrung von Grund- und Minderheitsrechten und ein „gestaltendes Eingreifen“ des Parlaments bei der Fragestellung sichergestellt ist. Einen „Automatismus“ lehnt er ab.

Derzeit liege ihm noch kein Antrag vor, den er als Regierungschef kommentieren oder politisch bewerten könnte, so Faymann. Er ersuchte die Abgeordneten, einen gemeinsamen Vorschlag zu erarbeiten. Derzeit liegt ein Kompromissvorschlag der Opposition vor, der eine verbindliche Volksbefragung nach einem Volksbegehren mit mehr als vier Prozent Unterstützung vorsieht, den auch die ÖVP als richtigen Weg beurteilt.

Anliegen sollen „nicht in Schublade verschwinden“

Faymann hat allerdings Zweifel, dass eine Regelung einfach zu formulieren ist. „Der Teufel liegt im Detail“, meinte er - etwa in der Frage, welche Rolle das Parlament bei der Fragestellung der Volksbefragung spielt und über welche Themen es keine Befragung geben darf.

Dass Grund-, Minderheitsrechte und religiöse Rechte ausgenommen sein müssten, sei „leicht ausgesprochen“, aber wohl nicht so leicht festzuschreiben. Wenn aber ein Weg dafür gefunden wird, stünde er der Idee positiv gegenüber, dass ein Volksbegehren ab einer gewissen Anzahl von Unterstützern „nicht in der Schublade verschwindet“.

BZÖ-Dringliche an Faymann

Das BZÖ brachte unterdessen eine Dringliche Anfrage an Faymann ein. Es befürchtet, dass der geplante automatische Datenaustausch über Steuerausländer „ein erster Schritt in Richtung Abschaffung des Bankgeheimnisses in Österreich“ sein werde.

Deshalb fragt das BZÖ Faymann, ob er „hier und heute eine Garantie“ abgeben könne, dass das Bankgeheimnis Bestand haben werde. Auch die koalitionären Auseinandersetzungen im Vorfeld der gestrigen EU-Entscheidung werden in der „Dringlichen“ angesprochen.

Salzburg: Finanzhofrat Paulus geht in Pension

Der Leiter der Salzburger Finanzabteilung, Eduard Paulus, geht mit 1. Juni in Pension. Wie das Büro des zuständigen Personallandesrats Sepp Eisl (ÖVP) heute mitteilte, würden alle Voraussetzungen dafür vorliegen.

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Experte: Hausärzte sollen Fachärzte werden

Mehr Augenmerk auf die Ausbildung der Allgemeinmediziner und auch mehr Geld dafür - diese Forderung der Ärztekammer unterstützt auch der Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer. Er geht noch weiter und fordert die Einführung eines Facharztes für Allgemeinmedizin, wie er in ganz Europa und weltweit üblich ist. Das wäre auch ein Mittel gegen den Ärztemangel im ländlichen Raum.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Karenz schadet Karriere der Frauen

Frauen, die Kinder bekommen und in Karenz gehen, bleiben nicht nur relativ lang vom Arbeitsmarkt weg. Sie müssen bei der Rückkehr in den Job auch ziemliche Einkommenseinbußen hinnehmen. Das macht das neu vorgestellte „Wiedereinstiegsmonitoring“ der Arbeiterkammer deutlich. Während sich Väter relativ leichttun, in den Job zurückzukehren und die Einkommenshöhe zu halten, finden sich Frauen dann nicht selten in der Teilzeitfalle wieder.

Mehr dazu in Lange Auszeit, schwerer Wiedereinstieg

TV-Hinweis

NR-Sitzung in ORF III und im Livestream

Die Nationalratssitzung ist derzeit in ORF III und im Livestream in tvthek.ORF.at zu sehen.

Wirtschaft

Stepics Wohnungen: Briefkästen in Singapur „an sich legal“

Der Chef der Raiffeisen Bank International, Herbert Stepic, steht laut „News“ auf der internationalen Liste von 130.000 angeblichen Steuerflüchtlingen. Stepic kaufte über Briefkastenfirmen Wohnungen in Singapur. Experten sehen darin an sich nichts Illegales - entscheidend sei die Frage, ob Stepic Einkünfte aus den Wohnungen versteuerte.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Star Alliance legt Streit mit Brüssel bei

Das Airline-Bündnis Star Alliance mit der AUA-Mutter Lufthansa hat den Streit mit der EU-Kommission über seine Flugkooperation auf den lukrativen Transatlantikrouten beigelegt. Die drei Airlines Lufthansa, United und Air Canada haben zugesagt, die Verbindungen zwischen Frankfurt und New York stärker für Wettbewerber zu öffnen.

Diese Absprache sei nun für zehn Jahre rechtlich verbindlich, teilte die EU-Kommission heute in Brüssel mit. Lufthansa, United und Air Canada arbeiten im weltgrößten Flugbündnis Star Alliance zusammen. Um die Vormachtstellung auf der Strecke Frankfurt - New York zu verringern, treten die Airlines nun anderen Fluggesellschaften einen Teil ihrer Start- und Landerechte in Frankfurt und New York ab.

Zudem wollen sie Konkurrenten ermöglichen, Anschlusstickets auf Star-Alliance-Flüge anzubieten. „Als Ergebnis wird der Wettbewerb auf der Strecke Frankfurt - New York besser werden“, schrieb die EU-Kommission. Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten sich eingeschaltet, weil sie befürchteten, dass wegen der Kooperation der Star Alliance bei Flugplan und Ticketverkauf die Preise zu hoch bleiben würden.

Nowotny revidiert EU-Wirtschaftsprognose nach unten

Nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny wird die derzeitige EU-Wirtschaftsprognose nicht halten. Die Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone könnte im laufenden Jahr schlechter ausfallen als von der Europäischen Kommission zuletzt erwartet, sagte Nowotny heute bei einer Pressekonferenz.

Die EU-Kommission hatte für den Euro-Raum mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet. Eine exakte Einschätzung, wie weit die tatsächlichen Resultate seiner Meinung nach noch unter dieser Prognose liegen werden, gab Nowotny nicht. Der Nationalbank-Gouverneur unterstrich jedoch, die Notenbanken müssten weiterhin die Wirtschaft mit Spezialmaßnahmen stützen.

„Es war richtig und es ist auch heute richtig, dass die Notenbanken so massiv intervenieren“, sagte Nowotny. Wie ein guter Arzt würden auch die Zentralbanken die Nebenwirkungen ihrer Schritte beobachten und diese nach Möglichkeit niedriger dosieren. „Derzeit ist das aus meiner Sicht noch nicht der Fall“, so Nowotny.

Chinas Industrie schrumpft - Börsen nervös

Chinas Wachstumskräfte erlahmen zusehends und lösen Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft aus. Die Geschäfte der Industrie in China sind einer Umfrage zufolge im Mai erstmals seit sieben Monaten wieder geschrumpft. Der heute veröffentlichte Einkaufsmanager-Index der Großbank HSBC fiel auf 49,6 Punkte und damit unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Ein Alarmsignal für den Rest der Welt, wie Ökonomen meinen: „Da China wichtige Impulse für die globale Wirtschaft hätte liefern sollen und diese ausfallen, ist es um die Weltkonjunktur in diesem Jahr nicht besonders gut bestellt“, warnte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank.

Kurse in Asiens und Europa geben nach

Die enttäuschenden Konjunkturdaten aus China lösten an der Börse in Tokio den heftigsten Kurseinbruch seit der Atomkatastrophe von Fukushima aus. Der Leitindex Nikkei sackte um 7,3 Prozent auf 14.483 Punkte ab. Auch der DAX in Frankfurt ging um knapp drei Prozent in die Knie.

Sorge bereitet den Börsianern insbesondere, dass der Auftragseingang in China zurückging. Der entsprechende Index fiel auf 49,5 Punkte, der schwächste Wert seit September. Die Daten verdeutlichen die Unwägbarkeiten bei der Erholung der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Binnennachfrage reicht nicht

Der Binnenmarkt war nicht in der Lage, das schwache Exportgeschäft auszugleichen, wie der Chefvolkswirt der HSBC für China, Qu Hongbin, schreibt. Wegen der schwachen Erholung in den USA sowie der Schuldenkrise in Europa ist die Nachfrage aus dem Ausland dürftig. „An einen schnellen Aufschwung, wie er noch nach der Krise 2008/09 zu beobachten war, glaubt wohl keiner mehr“, so Ökonom Frederik Kunze von der NordLB.

2012 weniger gefälschte Produkte abgefangen

Der Zoll hat 2012 deutlich weniger gefälschte Produkte abgefangen. Das geht aus dem aktuellen Produktpirateriebericht, der heute im Parlament vorgestellt wurde, hervor. Zurückgeführt wird der Rückgang auf mehr Aufklärung. Insgesamt 2.344 Sendungen mit gefälschten Produkten wurden demnach abgefangen und dabei 182.046 Artikel aus dem Verkehr gezogen.

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Großer Personalabbau bei Siemens VAI droht

Beim Industrieanlagenbauer Siemens VAI in Linz drohen offenbar Kündigungen. Laut Medienberichten sollen bis zu 400 Leute - etwa 250 der 1.622 Mitarbeiter zählenden Stammbelegschaft und mindestens die Hälfte der 260 Leasingarbeiter – gehen müssen.

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Sport

Bundesliga: Salzburg blickt schon auf nächste Saison

Der seit seit gestern Abend entthrohnte Meister Red Bull Salzburg nimmt die verpasste Titelverteidigung nicht allzu tragisch. Schließlich war der Meisterteller schon vor langer Zeit in weite Ferne gerückt, selbst mit einem starken Frühjahr konnte der Rückstand auf die Wiener Austria nicht mehr wettgemacht werden.

Die „Bullen“ richten bereits vor der Abschlusspartie am Sonntag gegen die Austria, bei der es nur noch ums Prestige geht, den Blick auf die nächste Saison. Geht es nach dem Willen der Fans und Spieler, soll Trainer Roger Schmidt bleiben.

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Formel 1: Alonso stichelt gegen Red Bull

Vor dem Grand Prix von Monaco am Wochenende hat Fernando Alonso den schwelenden Konflikt mit Red Bull wieder aufgenommen. Der Ferrari-Pilot, der vor knapp zwei Wochen das Rennen in Barcelona gewonnen hatte, stichelte gegen das „Superauto“ von Sebastian Vettel, der in Spanien das Podest verpasst hatte: „Wenn du einige Jahre zu einfach gewinnst, dann tust du dir danach schwer damit, einige Rennen zu verlieren“, lästerte Alonso über den WM-Führenden.

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Chronik

Misshandlungsvorwürfe gegen Polizisten

Im November des Vorjahres hat ein 36-jähriger Autofahrer in Wien einen Alkotest verweigert. Nach einer Nacht in einer Polizeizelle diagnostizierten Ärzte acht Knochenbrüche. Der Unabhängige Verwaltungssenat soll heute klären, was sich damals ereignete.

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Kutsche stürzte über Böschung: Sieben Verletzte

Bei einem Unfall mit einer Pferdekutsche gestern Nachmittag in Bad Gastein in Salzburg sind sieben Personen verletzt worden, fünf von ihnen schwer. Das Gespann war über eine Böschung gestürzt.

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Konflikt um Skilift mündet in Handgreiflichkeiten

Der Dauerkonflikt um den Skilift Dalaas in Vorarlberg ist um eine Facette reicher. Bei dem Streit wehrt sich eine Familie gegen das Autofahrverbot auf dem Zufahrtsweg, der die örtliche Skipiste quert. Es kam sogar zu Handgreiflichkeiten.

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Polizei fing Schlange auf Wiener Spielplatz

Ungewöhnlicher Einsatz für die Wiener Polizei in Wien: Eine Kindergartengruppe entdeckte auf einem Spielplatz eine Schlange. Die Polizisten fingen das eineinhalb Meter lange Reptil ein. Bei der Schlange handelt es sich um eine ungiftige Äskulapnatter.

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Drohne soll Rehkitze retten

Tierschutz der modernen Art testen derzeit Jäger im Mühlviertel. Eine Kamera, die auf einer Drohne montiert ist, soll dabei helfen, im hohen Gras versteckte Rehkitze vor dem Tod durch Mähmaschinen zu schützen.

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Religion

Aleviten nun staatlich anerkannt

Die Islamische Alevitische Glaubensgemeinschaft („Alevi“) ist ab sofort in Österreich offiziell anerkannte Religionsgesellschaft. Die notwendige Unterschrift von Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) wurde nun bestätigt.

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IT

2012 weniger Beschwerden über Mobilfunkabzocke

Die Schlichtungsfälle bei der Telekom-Regulierungsbehörde (RTR) haben im Vorjahr deutlich abgenommen - insbesondere weil exorbitanten Kosten bei einer Überschreitung der gekauften Datenmenge rechtlich ein Riegel vorgeschoben wurde. Gleichzeitig warnt die RTR vor neuen Abofallen mit vermeintlichen Gratisspielen und –Musikdownloads.

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Kultur

Georges Moustaki 79-jährig gestorben

Der französische Sänger und Komponist Georges Moustaki ist tot. Der berühmte Chansonnier starb heute Früh im Alter von 79 Jahren in Nizza, wie aus seinem Umfeld verlautete. Der Sohn griechischer Einwanderer war während der letzten Jahre nicht mehr aufgetreten. 2011 hatte er sich wegen unheilbarer Atemprobleme von der Bühne zurückgezogen.

Moustaki wurde am 3. Mai 1934 als Giuseppe Mustacchi in der ägyptischen Stadt Alexandria als Sohn griechischer Einwanderer geboren. Im Jahr 1951 zog er nach Paris, wo er den Sänger Georges Brassens kennenlernte und dessen Vornamen in seinen Künstlernamen aufnahm.

Moustaki schrieb rund 300 Lieder für französische Chanson-Größen wie Edith Piaf, Yves Montand und Barbara. Zu seinen bekanntesten Chansons zählt der 1958 für Piaf, mit der er damals eine Affäre hatte, geschriebene Titel „Milord“. Später sang er seine Lieder auch selbst.

„Exzesse haben mich erschöpft“

Als Sänger und Komponist blieb er seiner poetischen und stillen Musik aus griechischer Bouzouki, türkischer Flöte, französischen und lateinamerikanischen Gitarrenklängen treu. Dabei ignorierte er Kritiken, die ihm mangelnde Originalität vorwarfen.

Der Chansonnier frönte stets auch seinen Leidenschaften. „Meine Exzesse haben mich erschöpft“, sagte Moustaki dazu einmal. Aus Gesundheitsgründen musste er dann 2009 eine Europatournee absagen.

Neue „Theaterallianz“ unter Bundesländern

Unter dem Titel „Theaterallianz“ haben sich das Schauspielhaus Wien, Theater Phönix Linz, Schauspielhaus Salzburg, Klagenfurter Ensemble und Theater Kosmos Bregenz zu einer Plattform zusammengeschlossen. Damit solle mehr erreicht werden, hieß es heute.

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T. C. Boyles „America“ ist Wiens Gratisbuch 2013

Das Gratisbuch der Stadt Wien stammt im Jahr 2013 von US-Autor T. C. Boyle: „America“. „Es ist mein bei weitem populärster Titel“, meinte der Autor selbst. Von 10. bis 13. September wird das Gratisbuch heuer verteilt.

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Science

Top Ten der neu entdeckten Arten

Seit einigen Jahren wählt eine internationale Jury von Zoologen die auffälligsten Entdeckungen bisher unbekannter Tierarten. Auf der Top-Ten-Liste 2013 dabei: ein winziger Frosch, ein Affe mit leuchtend blauem Geschlechtsteil und ein fleischfressender Schwamm.

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Ist eine Gesellschaft ohne Wachstum möglich?

Unser Wirtschaftssystem strebt nach Wachstum, auch und gerade in der Krise. Immer mehr Menschen wollen aber nicht immer nur mehr konsumieren und produzieren, sondern suchen Glück in einem „einfacheren Leben“. Das Schlagwort dazu lautet „Postwachstumsgesellschaft“. Wie so eine Gesellschaft aussehen könnte, skizziert die Philosophin Barbara Muraca in einem ORF.at-Interview.

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Medien

Grünes Licht für neuen Journalisten-KV

Die Journalistengewerkschaft hat heute Früh grünes Licht für den neuen Journalisten-Kollektivvertrag gegeben. Die Urabstimmung ergab laut einer Aussendung ein klares Ja für das zwischen Arbeitnehmervertretern und Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) ausgehandelte Modell. 90 Prozent der gültig abgegebenen Stimmen fielen pro KV neu aus, der somit mit Juli in Kraft treten kann.

Verbesserungen für freie Dienstnehmer

Die zur Urabstimmung aufgerufenen Gewerkschaftsmitglieder stimmten dem KV neu laut Aussendung mit großer Mehrheit zu.

„Für Journalisten in ausgegliederten Bereichen, in Onlineredaktionen und für freie Dienstnehmer bringt der neue Kollektivertrag die Chance, ihren Beruf zukünftig unter fairen Bedingungen ausüben zu können, weil es erstmals auch für sie wichtige arbeits- und sozialrechtliche Rahmenbedingungen gibt. Natürlich bedeutet der Kollektivvertrag neu auch für Kollegen, die dem alten KV unterliegen, die Sicherung kollektivvertraglicher Bestimmungen“, so Gewerkschaftsvorsitzender Franz C. Bauer in der Aussendung.

Aus für 15. Gehalt

Für den Preis des „15. Gehalts“, auf das Journalisten mit dem neuen KV verzichten, werde es auch in Zukunft einen Kollektivvertrag geben, der faire Bedingungen für die gesamte Branche garantiere, so Bauer.

Mehr als 300 Mitarbeiter sollen nun allein bei den Mitgliedern des VÖZ zusätzlich nach dem neuen KV angestellt werden. Geht es nach der Gewerkschaft sollten weitere 332 Mitarbeiter dazukommen, die bei Unternehmen beschäftigt sind, die nicht direkt zum VÖZ gehören, darunter etwa die Mitarbeiter der Mediengruppe „Österreich“ und der Gratiszeitung „Heute“.

Lifestyle

80-Jähriger bricht Altersrekord für Mount-Everest-Besteigung

Ein 80er-jähriger Japaner hat zum zweiten Mal einen Altersrekord beim Besteigen des Mount Everest aufgestellt. Heute Früh habe er den Gipfel des welthöchsten Berges in Nepal erreicht, schrieb Yuichiro Miura auf seiner Website.

Anschließend begann der Mann den Abstieg von der 8.848 Meter hohen Bergspitze, wie eine Mitarbeiterin der nepalesischen Tourismusbehörden bestätigte. Miura hielt den Altersrekord schon einmal mit 70 Jahren, wurde dann aber von einem noch älteren Bergsteiger übertroffen.

Video dazu in iptv.ORF.at

„Wie der glücklichste Mensch der Welt“

„Ich fühle mich wie der glücklichste Mensch der Welt“, schrieb der Japaner auf seiner Website. Er könne gar nicht glauben, den Gipfel mit 80 Jahren zum dritten Mal erreicht zu haben. „So wie jetzt habe ich mich noch nie in meinem Leben gefühlt, allerdings war ich auch noch nie so erschöpft.“

Weltweites Aufsehen hatte der Extremsportler im Jahr 1970 erregt, als er als erster Mensch mit Skiern den Mount Everest hinabfuhr. Der dazugehörige Dokumentarfilm wurde später mit einem Oscar ausgezeichnet.

Vater fuhr mit 99 Mont Blanc hinunter

Miura hatte 2003 als damals ältester Bergsteiger den Gipfel des Mount Everest erreicht. Vier Jahre später wurde der Rekord jedoch von seinem 71-jährigen Landsmann Katsusuke Yanagisawa gebrochen. Im Mai 2008 erreichte der inzwischen 75-jährige Miura den Gipfel erneut - allerdings wenige Stunden, nachdem der Nepalese Min Bahadur Schertschan mit 76 Jahren einen neuen Altersrekord aufgestellt hatte.

Dieser wurde erst jetzt gebrochen. Miura liegt der Wagemut offenbar in den Genen: Sein Vater war noch mit 99 Jahren den Mont Blanc auf Skiern hinabgefahren.