Ausland

UNO: 83 Prozent mehr Flüchtlinge seit Jahresbeginn

Rund 137.000 Menschen sind laut UNO-Angaben seit Jahresbeginn über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei die Zahl der an den europäischen Küsten eintreffenden Flüchtlinge um 83 Prozent gestiegen, teilte das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) heute in Genf mit.

Zahl dürfte weiter steigen

1.867 Menschen kamen in diesem Jahr bereits bei der Überfahrt über das Mittelmeer ums Leben, davon allein 1.308 im April. „Europa erlebt eine maritime Flüchtlingskrise von historischem Ausmaß“, teilte das UNHCR mit. Mit den warmen Sommermonaten dürfte die Zahl der Flüchtlinge überdies weiter steigen, die die gefährliche Überfahrt über das Meer wagen.

Drittel der Flüchtlinge aus Syrien

Die meisten der Migranten seien wegen Kriegen, Konflikten und Verfolgung auf der Flucht, hieß es. UNO-Flüchtlingshochkommissar Antonio Guterres sagte, bei den meisten Flüchtlingen handle es sich nicht um Wirtschaftsflüchtlinge. Ein Drittel der in Italien und Griechenland angekommenen Menschen seien Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien.

Zivilisten bei Huthi-Angriff in Jemen getötet

Bei einem Angriff der schiitischen Huthi-Miliz und mit ihr verbündeter Rebellen auf ein Wohngebiet in der südjemenitischen Hafenstadt Aden sind Rettungskräften zufolge heute Früh mindestens 20 Zivilisten getötet worden. Mindestens 41 weitere Menschen seien verletzt worden, teilten die Helfer mit. Darunter seien mehrere Schwerverletzte.

Raketenangriff vor Sonnenaufgang

Anhänger des nach Saudi-Arabien geflohenen Staatschefs Abd Rabbo Mansur Hadi gaben an, Ziel des Angriffs sei der von ihnen gehaltene Stadtteil al-Mansura gewesen. Aus dem Nachbarviertel Dar Saad hätten die Rebellen vor Sonnenaufgang, als wegen des Fastenmonats Ramadan bereits zahlreiche Menschen auf den Straßen gewesen seien, 15 Raketen abgefeuert.

Im Jemen kämpfen seit Monaten die Huthi-Rebellen und andere Aufständische gegen Anhänger Hadis. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz fliegt seit Ende März Luftangriffe auf die Rebellen. Aden war der letzte Rückzugsort Hadis nach seiner Flucht aus der Hauptstadt Sanaa. Von dort setzte er sich im März nach Saudi-Arabien ab.

Lyon-Anschlag: Justiz geht weiter von Terrorakt aus

Nach der Enthauptung seines Chefs und dem Anschlag auf ein Gaslager in Frankreich hat die Justiz ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen den mutmaßlichen Täter eingeleitet. Der Beschuldigte wurde zudem offiziell in Untersuchungshaft genommen, wie die Justiz gestern Abend mitteilte.

Täter bestreitet islamistische Motive

Dem 35-Jährigen würden unter anderem Mord in Verbindung mit einem terroristischen Hintergrund sowie Entführung vorgeworfen.

Der Tatverdächtige hatte islamistische Motive für seine Tat gestern zwar bestritten, der Anti-Terror-Staatsanwalt Francois Molins ging aber weiter von einem Terrormotiv aus und sprach von einer Verbindung zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Der Täter gibt persönliche Motive für seine Taten an, unter anderem einen Streit mit seinem Chef sowie Eheprobleme.

USA und Kuba wollen wieder Botschaften eröffnen

Nach mehr als einem halben Jahrhundert ohne diplomatische Beziehungen haben die USA und Kuba eine Einigung über die Wiedereröffnung von Botschaften erreicht.

Die Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen und der Austausch von Botschaftern werde heute offiziell verkündet, verlautete gestern aus Regierungskreisen in Washington. US-Präsident Barack Obama werde dazu heute vor die Presse treten.

Erstes Treffen seit 1959

Obama und Kubas Staatschef Raul Castro hatten sich bereits grundsätzlich über den Austausch von Botschaftern verständigt. Die kubanische Regierung machte dafür allerdings die Streichung des kommunistischen Karibikstaates von der US-Terrorliste zur Vorbedingung. Washington kam der Forderung Ende Mai nach, nachdem der US-Kongress eine Einspruchsfrist verstreichen ließ. Bislang hatten beide Länder lediglich eine Interessenvertretung unter Schirmherrschaft der Schweiz in der jeweils anderen Hauptstadt.

Die Öffnung zu Kuba ist eine der wichtigsten außenpolitischen Initiativen von Obama. Seit Mitte Jänner lockerte seine Regierung eine Reihe von Reise- und Handelsbeschränkungen. Anfang April waren Obama und Castro beim Amerika-Gipfel in Panama-Stadt zusammengekommen - das erste offizielle Treffen eines US-Präsidenten mit seinem kubanischen Kollegen seit der kubanischen Revolution von 1959. Das Weiße Haus hat eine Kuba-Reise von Obama vor dem Ende seiner Amtszeit im Jänner 2017 nicht ausgeschlossen.

US-Wahl: Bush zeigt Steuererklärungen der letzten 33 Jahre

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Jeb Bush hat seine Steuerunterlagen für die vergangenen 33 Jahre veröffentlicht und will damit den Druck auf die Wettbewerber erhöhen.

Sein Vermögen von bis zu 22 Millionen Dollar (19,66 Mio. Euro) hat er demnach vor allem mit Investments und dem Halten von Reden gemacht. Seine effektive Steuerquote für 2013 betrug gut 40 Prozent - sehr viel im Vergleich mit anderen vermögenden Politikern.

1.150 Seiten

Bush sagte, mit den rund 1.150 veröffentlichten Seiten sollten sich die Wähler ein besseres Bild von ihm machen können. Der 62-Jährige stammt aus der Bush-Dynastie, sein Vater George H.W. und sein Bruder George W. waren bereits US-Präsidenten. Er habe kein Leben geführt, nur um das mächtigste Amt in Amerika zu bekommen, so Jeb Bush. „Ich habe ein Leben mit Höhen und Tiefen geführt.“

Er war bereits Gouverneur von Florida und gilt bei Themen wie Einwanderung und Bildung als moderat. Als Gouverneur verdiente er 2006 knapp 261.000 Dollar. Seitdem ging es steil bergauf: 2013 waren es 7,4 Millionen Dollar. Bush ist unter anderem auf dem Immobilienmarkt in Miami sehr aktiv gewesen. Für Reden bekam er pro Veranstaltung von 40.000 Dollar in den USA bis zu 75.000 Dollar im Ausland.

Viel Konkurrenz aus eigener Partei

Bush muss sich in den Vorwahlen gegen mehr als ein Dutzend Konkurrenten in der eigenen Partei durchsetzen. Bei den Demokraten gilt es als wahrscheinlich, dass Hillary Clinton im November 2016 bei der Präsidentenwahl antritt. Sie und ihr Mann - Ex-Präsident Bill Clinton - sind ebenfalls sehr gefragte Redner. Allein seit Anfang 2014 haben sie bei 104 Events gesprochen und damit zusammen mehr als 25 Millionen Dollar eingenommen, wie das Team von Hillary Clinton im Mai mitteilte.

Polizist vor Museum in Vorort von Kairo erschossen

Bei einer Schießerei vor einem Museum in einem Vorort von Kairo ist ein Polizist erschossen worden. Auch ein Mitarbeiter des Helwan Wax Museum sei bei dem Angriff gestern verletzt worden, teilte die Polizei mit. Außerdem seien drei Männer gestorben, deren mit Sprengstoff beladenes Auto offenbar unbeabsichtigt explodiert sei.

Zerstörtes Auto in Kairo

APA/EPA/Mohamed Hesham

Erhöhter Alarm wegen Jahrestags der Mursi-Absetzung

Die ägyptische Polizei befindet sich derzeit in erhöhtem Alarmzustand. Am Freitag jährt sich die Absetzung des islamistischen Staatschefs Mohammed Mursi zum zweiten Mal. Der erste demokratisch gewählte Präsident Ägyptens wurde in der Zwischenzeit zum Tode verurteilt, das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Generalstaatsanwalt am Montag getötet

Seit Mursis Absetzung durch den damaligen Armeechef und heutigen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi gehen die ägyptischen Sicherheitskräfte mit großer Härte gegen die Muslimbruderschaft vor, aus der Mursi hervorgegangen war. Hunderte seiner Anhänger wurden zum Tode verurteilt.

Am Montag wurde der ägyptische Generalstaatsanwalt Hisham Barakat bei einem Bombenanschlag im Kairoer Vorort Heliopolis getötet. Er hatte tausende Islamisten vor Gericht gestellt.

Luxemburg übernimmt EU-Ratspräsidentschaft

Luxemburg übernimmt ab heute für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft. Es ist das zwölfte Mal, dass das Gründungsmitglied der Europäischen Union diese Aufgabe innehat. Die luxemburgische Regierung will sich in dieser Zeit laut Programm vor allem für Wachstum und Jobs, Klimaschutz, die Flüchtlingspolitik, den Binnenmarkt und die außenpolitische Rolle der EU einsetzen.

Zudem dürfte die Griechenland-Krise die nächsten Monate das beherrschende Thema bleiben. Der Ratsvorsitz hat die Aufgabe, die Ministertreffen zu leiten und in der Gesetzgebung Kompromissvorschläge zwischen den Ländern und dem EU-Parlament und der EU-Kommission zu erarbeiten.

Alle sechs Monate wechselt die Ratspräsidentschaft zwischen den EU-Mitgliedsländern nach einer festgelegten Reihenfolge. Luxemburg übernimmt den Staffelstab von Lettland und wird ihn am 1. Jänner nächsten Jahres an die Niederlande weitergeben.

Inland

Mikl-Leitner: Grenzkooperation mit Ungarn und Serbien

Angesichts der laufenden Flüchtlingskrise hat Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) bei einem Treffen mit ihren ungarischen und serbischen Amtskollegen gestern in Budapest ein gemeinsames Memorandum zum Grenzschutz unterzeichnet.

Die gemeinsam mit österreichischen Polizisten durchgeführten Patrouillen an der serbisch-ungarischen sollen ausgebaut werden - eine verstärkte Kooperation soll es aber auch an der serbisch-mazedonischen Grenze geben. Österreich hat bereits 40 Polizisten zur Sicherung der ungarischen EU-Außengrenze zugesagt. Diese Zahl soll nun verdoppelt werden.

Mehr dazu in Memorandum unterzeichnet

Petzner als Zeuge im Hypo-U-Ausschuss

Im heutigen Hypo-U-Ausschuss folgt als Auskunftsperson Haider-Intimus auf Haider-Intimus. Nach dem Pressesprecher des früheren Landeshauptmannes von Kärnten, Stefan Petzner, kommen zwei von dessen früheren Büroleitern. So wird Harald Dobernig erwartet, der auch Kärntner Finanzreferent und Hypo-Aufsichtskommissär war, sowie auch der Kurzzeit-FPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerald Mikscha.

Petzner selbst kündigte gegenüber der APA an, Unterlagen aus der Zeit der BayernLB in der Hypo für die Abgeordneten mitzubringen, die bisher fehlten, da man aus Bayern an keine Akten gelange. Streng genommen wird in der aktuellen Phase des U-Ausschusses aber diese Bayern-Zeit noch gar nicht untersucht, sondern die „Kärntner Zeit“ davor. Auch hier wollte Petzner „Neues und Interessantes“ beisteuern, sollten die passenden Fragen kommen.

Haider könne nicht mehr befragt werden, deshalb befrage man dessen frühere rechte Hände, meinte etwa der SPÖ-Fraktionsführer im U-Ausschuss, Kai Jan Krainer, über den wohl zeitintensiven U-Ausschuss-Tag. Sein Grünen-Pendant Werner Kogler sagte, generell werde der Ausschusstag noch mehr Einblick ins „System Haider“ bringen. ÖVP-U-Ausschuss-Chefin Gabriele Tamandl sagte, es gehe darum, jene Leute zu befragen, die am allernächsten dran waren, als der Milliardenskandal angerichtet wurde.

Wirtschaft

Heta einigt sich auf Verkauf des Hypo-Balkan-Netzwerks

Die Hypo-Abbaugesellschaft Heta hat sich in einem „Pre-Closing“ auf den Verkauf des Hypo-Südosteuropa-Netzwerks an ein Konsortium aus EBRD und dem US-Fonds Advent geeinigt. Das teilte die Heta heute Früh nach Verhandlungen bis in die Nacht mit.

Der Verkaufsvertrag sieht einen Kaufpreis mit einer Untergrenze von 50 Mio. Euro vor, der Basiskaufpreis liegt bei 200 Mio. Euro.

Verkauf nach Angaben günstiger als Abwicklung

„Im Rahmen des Pre-Closings wurden das Vorliegen und die Erfüllung aller vereinbarten Closing-Bedingungen mit wenigen Ausnahmen von Käufer und Verkäufer bestätigt“, teilte die Heta mit.

Offen ist noch eine angestrebte Erweiterung der österreichischen Banklizenz der Hypo Group Alpe Adria AG (Hypo-Balkan-Netzwerk) auf Sparbücher. Dafür braucht es noch die Zustimmung der EZB und FMA. Der Verkauf soll dem Steuerzahler verhältnismäßig immer noch günstiger kommen, als die Hypo-Balkan-Banken abzuwickeln.

Die Heta berichtete auch über einen Wechsel in ihrem Vorstand: Finanzvorstand Johannes Proksch (CFO) scheidet mit heutigem Tage aus dem Gremium aus. Sein Nachfolger wird Alexander Tscherteu, der nicht nur Finanz-, sondern auch Risikovorstand (CFRO) wird.

Fed-Vize ortet deutliche Fortschritte bei US-Wirtschaft

Die US-Wirtschaft macht nach Einschätzung des Notenbankers Stanley Fischer Fortschritte und schafft damit die Voraussetzung für eine baldige Zinswende. Im gerade abgelaufenen zweiten Quartal sei die Wirtschaft womöglich wieder mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 2,5 Prozent gewachsen und auf dem Arbeitsmarkt rücke Vollbeschäftigung näher, sagte der Vize-Chef der amerikanischen Zentralbank Fed gestern an der Universität von Oxford.

Dies werde die derzeit aus Fed-Sicht zu niedrige Inflation schrittweise Richtung der Zielmarke von zwei Prozent hieven, die als ideal für die Konjunkturentwicklung gilt.

Seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise im Herbst 2008 liegen die Leitzinsen in den USA bei nahe null Prozent. Die erste Erhöhung erwarten Experten im September, spätestens aber zum Jahresende. Fischer wollte sich nicht genau zum Zeitplan äußern. Er betonte allerdings, die Zentralbank dürfe nicht zu lange zögern, weil die Effekte erst mit Zeitverzögerung in der Wirtschaft ankämen. „Wir sollten also nicht warten, bis wir unsere Ziele erreicht haben.“

Kiew will Gaskäufe in Russland aussetzen

Die Ukraine hat gestern die Aussetzung sämtlicher Erdgaskäufe in Russland mit sofortiger Wirkung angekündigt. Damit reagierte Kiew auf das Scheitern der Preisverhandlungen am selben Tag in Wien, von denen sich die ukrainische Regierung eine Fortsetzung der Gaslieferungen für die kommenden drei bis sechs Monate erhofft hatte. Das ukrainische Unternehmen Naftogas erklärte unterdessen, dass es das russische Erdgas weiterhin durch die Ukraine an europäische Kunden leiten werde.

Russland hatte nach dem Amtsantritt der prowestlichen Regierung in Kiew Anfang 2014 den Gaspreis für die Ukraine erhöht. Im Juni unterbrach Gasprom dann die Lieferungen in das Nachbarland und rief den internationalen Schiedshof in Stockholm an, da sich die Ukraine weigerte, Schulden aus Gasgeschäften zu bezahlen.

Die Lieferungen wurden erst nach der Unterzeichnung eines vorläufigen Abkommens zwischen beiden Ländern Ende des Jahres wiederaufgenommen. Das Abkommen hatte eine Laufzeit bis zum 30. Juni. Mit einem Urteil aus Stockholm in dieser Angelegenheit wird nicht vor Ende 2016 gerechnet.

Sport

Fußball-WM: US-Frauen reißen Deutsche aus Titeltraum

Der Traum von Deutschlands Frauenteam vom dritten WM-Titel ist geplatzt, jener der USA lebt bei den Titelkämpfen in Kanada hingegen weiter. Die Amerikanerinnen setzten sich in der Nacht auf heute in Montreal im Semifinale gegen die Deutschen klar mit 2:0 durch und kämpfen damit am Sonntag um Gold. In einer temporeichen Partie fiel die Vorentscheidung vom Elfmeterpunkt. Während der besten deutschen Torschützin die Nerven versagten, brachte ein umstrittener Penalty die USA auf die Siegerstraße.

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Wimbledon: Paszek kassiert bittere Abfuhr

Nach der erfolgreichen Qualifikation hat Tamira Paszek in der ersten Hauptrunde von Wimbledon gestern eine bittere Abfuhr kassiert. Die 24-jährige Vorarlbergerin, die beim Rasenklassiker in London bereits zweimal das Viertelfinale erreicht hatte, machte gegen die Australierin Casey Dellacqua nur vier Games und verlor nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit. Paszek muss damit weiter auf ihren ersten Sieg im Hauptbewerb eines WTA- oder Grand-Slam-Turniers seit mehr als 13 Monaten warten.

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Leichtathletik: Schrott bekommt doch noch EM-Bronze

Beate Schrott hat gestern exakt drei Jahre nach ihrem vierten Platz beim 100-m-Hürden-Lauf der Leichtathletik-EM in Helsinki überraschend die Bronzemedaille zuerkannt bekommen. Wie die IAAF mitteilte, wurden die Ergebnisse der vermeintlichen Siegerin Nevin Yanit aus der Türkei wegen Dopings nachträglich annulliert.

„Es ist eine Riesenüberraschung“, freute sich Schrott. Denn als der Dopingfall 2013 bekanntwurde, hatte es geheißen, dass es keine rückwirkenden Sperren oder Disqualifikationen geben würde.

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Chronik

Rauchverbot: Polizei beendet Gefängnisrevolte

Die Polizei hat in Australien eine Gefängnisrevolte mit Tränengas und Wasserwerfern beendet. Die Häftlinge seien in der Nacht überwältigt worden, teilte die Gefängnisbehörde heute mit.

Die Insassen hatten gestern wegen des um Mitternacht in Kraft getretenen Rauchverbots randaliert. Die meisten seien wieder in ihre Zellen gebracht worden.

Türen eingetreten, Möbel angezündet

Vier Häftlinge mussten wegen Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Rund 300 Insassen des Untersuchungsgefängnisses Ravenhall bei Melbourne waren an den Unruhen beteiligt. Sie bedrohten Personal mit selbst gemachten Schlagstöcken, traten Türen ein und zündeten im Hof Inventar an. Das Personal war nach Ausbruch der Unruhen aus Sicherheitsgründen abgezogen worden. Niemand habe aber aus dem Gefängnis fliehen können, versicherte die Polizei.

Gefangenenhelfer kritisierten das Verbot. Damit verweigerten die Behörden den Gefangenen Grundrechte, meinte Brett Collins von der Organisation Justice Action im Rundfunk. Schließlich lebten die Gefangenen vorübergehend im Gefängnis.

Das Rauchverbot gilt seit Mitternacht in allen Gefängnissen des Bundesstaates Victoria. (iptv.ORF.at)

141 Tote in Indonesien: Flugzeug stürzt auf Wohngebiet

Bei dem Flugzeugunglück in Indonesien sind nach neuen Angaben 141 Menschen ums Leben gekommen. Eine Militärmaschine war gestern in ein Neubaugebiet der westindonesischen Millionenstadt Medan gestürzt.

Die 50 Jahre alte Maschine vom Typ Hercules C-130 war nur zwei Minuten nach dem Start mitten in der Stadt auf der Insel Sumatra abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Die Bergungskräfte mussten schweres Gerät einsetzen, um zu den verschütteten Opfern vorzudringen.

Ursache noch unklar

Die Luftwaffe korrigierte ihre Angaben zu den Insassen der Maschine nach oben. An Bord seien 122 Menschen gewesen, darunter zwölf Besatzungsmitglieder. Zunächst war die Zahl mit 113 angegeben worden. Die genaue Ursache ist noch unklar. Ein Anrainer berichtete im Fernsehen von einer vorangehenden Explosion.

Nach Angaben des Flugsicherheitsnetzwerks, das Flugunglücke in aller Welt registriert, war es bereits das sechste tödliche Flugunglück der indonesischen Luftwaffe binnen eines Jahrzehnts.

Kanada: Invasion der Riesengoldfische

Kanadas Wildhüter sehen sich derzeit mit einem ungewöhnlichen Problem konfrontiert: Immer öfter werden Goldfische von ihren Besitzern über die Kanalisation „entsorgt“ und landen so in Flüssen und Teichen. Doch dort entwickeln sich die hübschen, goldenen Fischlein zu riesigen Exemplaren. Die lokalen Behörden in Alberta schlagen nun Alarm und appellieren an die Bevölkerung, die Tiere nicht mehr in die Freiheit zu entlassen.

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Sexuelle Belästigung: US-Gericht verhängt Millionenstrafe

Wegen sexueller Belästigung, Beleidigung und Nachstellung hat ein New Yorker Gericht einer jungen Frau 18 Millionen Dollar (16,17 Mio. Euro) zugesprochen. Der frühere Chef der 25-jährigen Schwedin müsse zwei Millionen als Entschädigung zahlen, die übrigen 16 Millionen seien ein Strafgeld, berichteten die „New York Daily News“ gestern.

„Ich bin so glücklich und erleichtert“, sagte die junge Frau der Zeitung. „Ich habe eine Menge durchgemacht und musste ein ganzes Jahr lang seine Belästigungen ertragen.“ Ihr Chef, ein in China geborener 43 Jahre alter Investmentbanker, hatte die Schwedin als Assistentin eingestellt und ihr bald auch teure Geschenke gemacht und die Wohnung in Manhattan bezahlt. Dafür forderte er eine Rundumbetreuung und „fühlbare Liebe“.

Als sie ihm nach einer Weile deutlich machte, dass sie ein rein berufliches Verhältnis wolle, habe er sie beleidigt und sogar ihren kleinen schwedischen Heimatort besucht und sie als Hure beschimpft. Der Mann behauptet dagegen, er habe sie zur Expertin aufbauen wollen, sie habe aber kein Gespür für Finanzen gehabt.

IT

Die Hintertüren dies Roamingdeals

Während die EU gestern einen „Durchbruch“ beim Wegfall der Roaminggebühren verkündet hat, wirft die Vereinbarung bei genauerem Hinsehen einige Fragen auf. Ausnahmeregelungen öffnen den Mobilfunkern Hintertüren, im Ausland doch noch Extragebühren zu verlangen.

Zudem warnen Beobachter vor einem gefährlichen Tauschhandel in dem neuen Deal. „Es ist nicht nur eine schlechte, es ist eigentlich gar keine Einigung“, so Joe McNamee, Geschäftsführer des europäischen Dachverbands European Digital Rights (EDRi) gegenüber ORF.at. Die Netzneutralität, die die Gleichbehandlung aller Daten im Internet festlegt, sei geopfert worden, kritisieren auch die Grünen.

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Gesundheit

UNO: Jeder dritte Mensch ohne Zugang zu Toilette

Jeder dritte Mensch auf der Erde hat keinen Zugang zu vernünftigen Toiletten. Das fördere die Verbreitung von Krankheiten und steigere die Kindersterblichkeit, bemängelt ein gestern veröffentlichter Bericht des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Dem Bericht zufolge verfügen 2,4 Milliarden Menschen nicht über ausreichende sanitäre Anlagen. Fast eine Milliarde Menschen, genau 946 Millionen, verrichteten die Notdurft im Freien. Gerade in ländlichen Regionen habe sich die Situation zu wenig verbessert, heißt es weiter.

Ursprünglich hatten die Vereinten Nationen in ihren im Jahr 2000 festgelegten Millenniumszielen angestrebt, die Zahl der Menschen mit Zugang zu sanitären Anlagen bis 2015 deutlich zu steigern. Seit 1990 hat sich die Situation dem Bericht zufolge zwar für etwa 2,1 Milliarden Menschen verbessert, anvisiert waren allerdings etwa 2,8 Milliarden Menschen. Heute verfügten 68 Prozent der Weltbevölkerung über vernünftige Toiletten, stellt der Bericht fest.

Science

Schaltsekunde wurde eingeschoben

Heute Früh (1:59:59 Uhr) ist eine zusätzliche Sekunde, eine sogenannte Schaltsekunde, eingeschoben worden. Die Nacht auf heute war somit minimal länger. Funkuhren sollten sich automatisch umstellen. Mit der Mini-Zeitumstellung wird kompensiert, dass die Erde für eine Umdrehung ein ganz kleines bisschen länger braucht als 24 Stunden.

Zusatzsekunde kann Software verwirren

Schaltsekunden werden in unregelmäßigen Abständen alle paar Jahre eingeschoben. Die Schaltsekunde vom 1. Juli 2015 war die 26. seit 1972. Während die meisten Uhren den Sprung bewältigen, kommt manche Software mit einer zweiten 60. Sekunde nicht gut klar. Bei einer Schaltsekunde 2012 wurden mehrere Websites lahmgelegt.

Medien

Journalisten klagen deutschen Bundesnachrichtendienst

Der Journalistenverein Reporter ohne Grenzen hat eine Klage gegen den deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) eingereicht. Der Verein ist der Ansicht, dass die Überwachungsprogramme des BND das Fernmeldegeheimnis verletzen. Er befürchtet, dass auch eigene E-Mails an Organisationen, Journalisten im Ausland oder andere Personen in den Überwachungssystemen des BND landen.

Überwachung bedroht freie Berichterstattung

Der Verein reichte die Klage vor dem deutschen Verwaltungsgericht in Leipzig ein. Reporter ohne Grenzen unterstützt Journalisten im Ausland und hilft ihnen, wenn sie in eine brenzlige Situation geraten. Außerdem hält der Verein Kontakt zu Mitgliedern in Krisenregionen und sammelt Informationen über Verletzungen der Pressefreiheit.

Durch die Überwachungsprogramme sei die freie Berichterstattung auch in Deutschland bedroht, weil Journalisten ihre Quellen nicht mehr umfassend schützen könnten, kritisiert der Verein.

Kultur

Bachmannpreis startet mit Auslosung

Mit der Auslosung der Lesereihenfolge beginnen heute Abend die „39. Tage der deutschsprachigen Literatur“ im ORF-Theater in Klagenfurt. Zur Eröffnung hält der Bachmannpreisträger von 2010, Peter Wawerzinek, die traditionelle Klagenfurter Rede zur Literatur.

Zehn Autorinnen und vier Autoren lesen von morgen bis Samstag beim Literaturwettbewerb aus bis her unveröffentlichten Texten. Fünf österreichische Teilnehmer sind beim Wettlesen um den Bachmann-Preis in Klagenfurt mit dabei: die Klagenfurterin Anna Baar, die in Wien lebende Michaela Falkner, die Grazerin Valerie Fritsch, die Linzerin Teresa Präauer und der aus Kärnten stammende, in Berlin lebende Peter Truschner.

Bachmannpreis im letzten Jahr an Tex Rubinowitz

Die Schlussdiskussion der Jury unter dem neuen Vorsitz von Hubert Winkels sowie die Vergabe der Preise findet am Sonntag statt. Mit vier Preisen wird heuer eine Auszeichnung weniger als in den vergangenen Jahren vergeben. Hauptpreis ist der mit 25.000 Euro dotierte Ingeborg-Bachmann-Preis, den im vergangenen Jahr Tex Rubinowitz gewonnen hat.

Leute

Shakira empört über Trumps fremdenfeindliche Kommentare

Die Latina-Sängerin Shakira (38) hat den US-Unternehmer Donald Trump für dessen fremdenfeindliche Äußerungen scharf kritisiert.

Der Milliardär hatte seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner angekündigt und dabei abfällig über mexikanische Einwanderer gesprochen. „Sie bringen Drogen, Verbrechen, Vergewaltiger“, sagte Trump.

Fernsehsender nehmen Trump-Sendung aus Programm

Shakira reagierte gestern in den sozialen Netzwerken. „Das ist eine hasserfüllte und rassistische Rede, mit der ein Land gespalten werden soll, das sich seit Jahren für Vielfalt und Demokratie einsetzt“, schrieb die Kolumbianerin auf Twitter. „Niemand, der in diesem Jahrhundert lebt, sollte sich hinter so viel Ignoranz stellen.“

Unterdessen ziehen immer mehr Geschäftspartner ihre Konsequenzen aus Trumps fremdenfeindlichen Kommentaren. Mehrere Fernsehsender kündigten an, die von dem Unternehmer organisierten Miss-Wahlen nicht länger auszustrahlen.

Jennifer Garner und Ben Affleck lassen sich scheiden

Jennifer Garner und Ben Affleck gehen nach zehnjähriger Ehe auseinander. „Wir haben die schwierige Entscheidung getroffen, uns scheiden zu lassen“, zitierten das Magazin „People“ und andere US-Medien gestern aus einer Mitteilung des Paares.

Sie wollten sich weiterhin „mit Liebe und Freundschaft füreinander“ gemeinsam der Erziehung ihrer drei Kinder, Violet (9), Seraphina (6) und Samuel (3), widmen. Das Paar hatte erst gestern seinen zehnten Hochzeitstag. Die Schauspieler lernten sich bei Dreharbeiten zu dem Superheldenfilm „Daredevil“ (2003) kennen.

Ben Affleck mit Ehefrau Jennifer Garner

AP/Evan Agostini/Invision