Ausland

Trauerfeierlichkeiten für Peres begonnen

Die Trauerfeierlichkeiten für Israels Altpräsident Schimon Peres haben heute Früh begonnen. Sein Sarg wurde zum Friedhof Herzl-Berg in Jerusalem gebracht, wie das israelische Fernsehen zeigte. Der Sarg war zuvor mit einer Ehrengarde vom Parlament weggetragen worden.

Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen trafen davor zahlreiche Staats- und Regierungschefs in Jerusalem ein. US-Präsident Barack Obama landete in der Früh an Bord der Air Force One auf dem Flughafen von Tel Aviv, bevor er mit einer 30-köpfigen Delegation weiter nach Jerusalem reiste.

US-Präsident Barack Obama verlässt Flugzeug in Israel

AP/Carolyn Kaster

Ihre Teilnahme an der Beerdigung haben neben Obama unter anderen der französische Staatschef Francois Hollande und der britische Thronfolger Prinz Charles zugesagt. Erwartet wird auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Der 93-jährige Friedensnobelpreisträger Peres war am Mittwoch gestorben, zwei Wochen nach einem schweren Schlaganfall.

USA und Russland im Streit über Syrien unversöhnlich

Im Syrien-Konflikt droht ein endgültiger Abbruch der Gespräche zwischen den USA und Russland. US-Außenminister John Kerry sagte gestern (Ortszeit), die USA befänden sich „an der Grenze zum Abbruch der Kooperation“ mit Russland in der Syrien-Frage. Moskau konterte, ein solcher Schritt würde einzig und allein den Terroristen nützen.

Obama und Merkel verurteilen Russlands Angriffe

US-Präsident Barack Obama und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilten die Luftangriffe der syrischen und russischen Luftwaffe auf Aleppo aufs Schärfste. Sie seien sich darüber einig, dass es an Russland und dem syrischen Regime liege, die Kämpfe in dem Bürgerkriegsland zu beenden, teilte das Weiße Haus am Abend in Washington nach einem Telefonat von Obama und Merkel mit.

Russland kritisiert seinerseits die US-Haltung seit Tagen scharf. Das Außenministerium in Moskau wirft Washington unter anderem vor, mit der Syrien-Politik innenpolitische Ziele zu verfolgen. Unter anderem sei Washington nicht bereit, sich von terroristischen Gruppen unter den Rebellen zu distanzieren.

Auch UNO uneins

Trotz der Eskalation des Krieges mit schweren Angriffen auf die Großstadt Aleppo zeigte sich auch der UNO-Sicherheitsrat bei dem Thema erneut uneins. „Wir sind zu keinen Schlussfolgerungen gekommen“, sagte der neuseeländische UNO-Botschafter und derzeitige Ratsvorsitzende Gerard van Bohemen nach einer Sitzung des Gremiums.

Zuvor hatte UNO-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien das Gremium in New York gewarnt, Aleppo erlebe derzeit eine humanitäre Katastrophe, „wie sie in Syrien noch nicht erlebt worden ist“.

Bunkerbrechende Bomben: Kinder „nirgendwo“ sicher

Die Organisation Save the Children beklagte, wegen der schweren Luftangriffe auch mit bunkerbrechenden Bomben seien Kinder in Aleppo nirgendwo mehr sicher. Durch den „grausamen Angriff“ auf die Metropole könnten fast 100.000 Kinder am Schulbesuch gehindert werden. Die Schulen im Ostteil sollten am Samstag eigentlich wieder öffnen, blieben nun aber geschlossen.

Die Organisation betreibt in Aleppo 13 Schulen, darunter acht, die unterirdisch und damit eigentlich angriffssicher gebaut sind. Der Einsatz bunkerbrechender Bomben lasse aber auch diese Schulen unsicher werden, so Save the Children. Die Bomben lassen mehrstöckige Gebäude zusammenfallen und zerstören selbst Keller. Damit gebe es praktisch keinen Ort in Aleppo mehr, an dem Kinder sicher seien, erklärte die Organisation.

Seit Tagen unter Beschuss

Aleppo hatte in den vergangenen Tagen die heftigsten Angriffe der syrischen und russischen Luftwaffe seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011 erlebt. In den Rebellengebieten dort sind rund 250.000 Menschen eingeschlossen. Der russisch-amerikanische Austausch hatte vor allem nach einem Angriff auf einen UNO-Hilfskonvoi gelitten, für den die USA Russland zumindest mitverantwortlich machen.

9/11-Gesetz: Saudis warnen vor „katastrophalen Folgen“

Nach der Verabschiedung eines Gesetzes in den USA, das Angehörigen der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 Entschädigungsklagen gegen Saudi-Arabien erlaubt, hat Riad vor „katastrophalen Folgen“ gewarnt. Das Gesetz sei „ein Grund für große Besorgnis“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Riad gestern. Er rief „den amerikanischen Kongress auf, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den katastrophalen und gefährlichen Folgen“ für die Beziehungen zu begegnen.

US-Präsident Barack Obama hatte sein Veto gegen das Gesetz eingelegt, da es „schädlich für die nationalen Interessen der USA“ sei, doch wurde das Veto am Mittwoch im Senat und im Repräsentantenhaus überstimmt. Dabei votierten auch viele von Obamas Demokraten gegen das Veto. Das war eine schwere Demütigung in seinen letzten Amtsmonaten. Das Gesetz soll es Angehörigen der Opfer ermöglichen, Entschädigungsklagen gegen andere Staaten einzureichen.

Das Gesetz ist vor allem gegen Saudi-Arabien gerichtet. Aus dem erzkonservativen Königreich stammten 15 der 19 Attentäter vom 11. September 2001. Seit den Anschlägen waren immer wieder Vorwürfe laut geworden, die Attentäter hätten Hilfe vonseiten der saudischen Führung erhalten. Die Regierung in Riad wies diese Vorwürfe zurück und betrieb hinter den Kulissen massive Lobbyarbeit bei ihrem Verbündeten in Washington, um das Gesetz zu verhindern.

Unterstützung für Todesstrafe in USA historisch niedrig

Die Unterstützung für die Todesstrafe ist in der amerikanischen Gesellschaft nach einer Umfrage so niedrig wie seit vier Jahrzehnten nicht mehr. In einer gestern veröffentlichten Erhebung des Pew-Instituts gaben 49 Prozent an, die Todesstrafe für verurteilte Mörder zu befürworten.

42 Prozent waren dagegen - so hoch war der Wert zuletzt 1972. Seit März 2015 schrumpfte die Zahl der Befürworter um sieben Prozentpunkte. Die USA sind einer von weltweit 25 Staaten, in denen zuletzt noch die Todesstrafe vollstreckt wurde. In diesem Jahr gab es landesweit bisher 15 Hinrichtungen. Mitte der 90er Jahre war der Zuspruch für die Todesstrafe besonders hoch: 1994 waren acht von zehn Amerikanern dafür.

D: Bürgermeister vermutlich wegen Asylplänen attackiert

Er wollte Flüchtlinge im Dorf unterbringen - deshalb ist der Bürgermeister von Oersdorf im deutschen Schleswig-Holstein jetzt nach Ansicht der Polizei niedergeschlagen worden.

Wie ein Polizeisprecher in der Nacht auf heute sagte, schlug ein Unbekannter dem Bürgermeister unmittelbar vor einer Sitzung des Bauausschusses am Abend von hinten mit einem Knüppel oder einem Kantholz auf den Kopf. Der 61-Jährige verlor das Bewusstsein und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Täter floh unerkannt.

Seit Monaten Drohungen erhalten

Noch gestern hatte der Bürgermeister nach Angaben des Sprechers einen Drohbrief erhalten - mit den Worten: "Wer nicht hören will, muss fühlen" und „Oersdorf den Oersdorfern“. Bereits seit Monaten erreichten ihn immer wieder Drohungen. Nach Angaben der Oersdorfer Wählervereinigung, der der Bürgermeister angehört, mussten wegen Bombendrohungen zweimal die Sitzungen des Bauausschusses ausfallen.

Hintergrund der Einschüchterungsversuche sei die Überlegung, Flüchtlinge in ein Haus im Ort einziehen zu lassen.

FARC verfügt noch über Tausende Kämpfer

Die Guerillaorganisation FARC verfügt nach eigenen Angaben noch über genau 5.765 Kämpfer. Wie gestern aus kolumbianischen Militärkreisen verlautete, wurden diese Details im Rahmen der Friedensvereinbarung der Rebellen mit der Regierung offengelegt.

General Javier Florez, der an den Verhandlungen über eine Beilegung des Konflikts beteiligt war, nannte diese Zahl am Mittwoch bei einer Veranstaltung der Militäruniversität in Bogota.

Jede Menge Waffen

Das Militär geht seinerseits von 6.300 bewaffneten Mitgliedern und 8.000 Kollaborateuren aus. Florez sagte zudem, dass die Rebellen noch über rund 14.000 Gewehre und Pistolen sowie 6.000 weitere Waffen verfügten, darunter Granaten.

Bis zum Sonntag ist die Zerstörung von mehreren Tonnen Sprengstoff vorgesehen. Dann stimmen die Kolumbianer per Referendum über den Friedensvertrag zwischen der FARC und der Regierung ab. Er kann nur bei einem Ja-Votum in Kraft treten.

Der Friedensvertrag war am Montag nach mehr als einem halben Jahrhundert Blutvergießen unterzeichnet worden. Nach dem Abkommen wird sich die linksgerichtete Organisation nun in eine politische Bewegung und später in eine Partei umwandeln. Geregelt sind zudem unter anderem die Wiedergutmachung für die Opfer, eine Landreform und die Entwaffnung der Rebellen.

Rebellen bitten um Vergebung für Massaker

Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags bat die Guerillaorganisation um Vergebung für eines der schwersten Massaker in der Geschichte des jahrzehntelangen Konflikts. FARC-Kommandeur Ivan Marquez überreichte den Bewohnern des Dorfes Bojaya eine schwarze Christusfigur als Symbol der Versöhnung. „Wir wollten niemals so schrecklichen Schaden anrichten“, sagte der Chefunterhändler der FARC bei den Friedensgesprächen.

Bei Gefechten mit rechten Paramilitärs 2002 detonierte ein Sprengsatz der Rebellen in der Kirche von Bojaya, in der die Dorfbewohner Schutz gesucht hatten. Bei dem Angriff kamen 79 Zivilisten ums Leben, über 100 Menschen wurden verletzt.

Kairo: Vizegeneralstaatsanwalt entgeht Attentat

Der stellvertretende ägyptische Generalstaatsanwalt ist gestern nur knapp einem Bombenanschlag entgangen. In einem Außenbezirk der Hauptstadt Kairo explodierte ein mit Sprengstoff beladenes Auto, als der Konvoi von Sakaria Abdel-Asis vorbeifuhr, wie das Innenministerium auf seiner Facebook-Seite mitteilte.

Der Staatsanwalt und seine Sicherheitsleute blieben unverletzt, jedoch wurde ein Wachmann verletzt, der zufällig vorbeikam.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Im Juni 2015 war der damalige Generalstaatsanwalt Hescham Barakat bei einem ähnlichen Anschlag getötet worden. Mehrere Anschläge wurden in den vergangenen Monaten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugeschrieben.

Poroschenko: Babi Jar eine Tragödie der Menschheit

Am 75. Jahrestag des Massakers von Babi Jar hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko den vom NS-Regime verübten Massenmord als Tragödie der ganzen Menschheit bezeichnet. „Doch geschah sie auf ukrainischem Boden“, sagte er gestern in Kiew. Daher dürften die Ukrainer diese Gräueltaten nie vergessen. Gleichzeitig hob er hervor, dass das Tal das Massengrab vieler Nationalitäten ist: Juden, Ukrainer, Russen und Roma. An der offiziellen Gedenkveranstaltung nahm auch der deutsche Präsident Joachim Gauck teil.

Gedenken an das Massaker von Babi Jar

AP/Efrem Lukatsky

In Babi Jar erinnern Porträts von KZ-Insassen an die Gräueltaten der Nazis

Dieser hob in seiner Rede die deutsche Verantwortung für die Gräuel der Nazis als Verpflichtung zum Einsatz für Menschenrechte und europäische Werte hervor. „Indem ich mich vor all den Opfern von einst verneige, stelle ich mich an die Seite der Menschen, die heute Unrecht benennen, Verfolgten Beistand leisten und unverdrossen für die Rechte der Menschen eintreten, denen die Menschenrechte versagt werden“, so Gauck in Kiew.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel drückte Poroschenko in einem Telefongespräch ihr Mitgefühl aus. „An diesem Tag sind wir bei Ihnen“, sagte Merkel dem Präsidialamt in Kiew zufolge.

Über 33.000 Tote

Vor 75 Jahren, am 29. und 30. September 1941, ermordeten SS-Kommandos zusammen mit ukrainischen Kollaborateuren in der Schlucht bei Kiew 33.771 Kinder, Frauen und Männer. Wenige Wochen zuvor hatte Hitler-Deutschland die Sowjetunion angegriffen.

Neue Eskalation in Kaschmir-Konflikt

In der sowohl von Indien als auch von Pakistan beanspruchten Krisenregion Kaschmir droht der Konflikt erneut zu eskalieren. Indien vermeldete gestern einen „chirurgischen Schlag“ gegen Terroristen auf pakistanischem Boden.

Pakistan widersprach dieser Darstellung: Es habe sich um „grenzüberschreitenden Beschuss“ gehandelt, bei dem zwei pakistanische Soldaten getötet worden seien. Pakistans Premier Nawaz Sharif nannte den Angriff eine „unprovozierte, nackte Aggression der indischen Streitkräfte“.

Mehr dazu in Nächtliche Attacke als neue Drohgebärde

Inland

Bundesstaatsreform bis 2018 anvisiert

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) will im Finanzausgleich ein Bekenntnis von Bund, Ländern und Gemeinden zur Bundesstaatsreform bis 2018 festschreiben. Bis Ende Oktober soll die Vereinbarung stehen. Offen ist, ob die Länder einen Teil der reformierten Bankenabgabe bekommen. Die „Lücke“ im Bildungsbudget will Schelling heuer nicht ganz schließen, sagte er in den „Vorarlberger Nachrichten“.

Die strukturelle Lücke gebe es seit Generationen, aber es seien nie Schritte gesetzt worden, um diese herunterzufahren. Wie hoch sie heuer ist, sagt der Minister nicht - die kolportierten 550 Millionen Euro nennt er aber „ein Märchen und nur Verhandlungstaktik“.

Die Gespräche seien im Laufen, aber das - traditionell vom Finanzministerium Ende des Jahres zugeschossene - Geld werde heuer „bei Weitem nicht die gesamte Lücke füllen“. Im neuen Finanzrahmen im April 2017 werde „mittelfristig abgestuft, was das Ressort erhält“.

Die Strategien der neuen Rechtsextremen

„Ausländer raus“-Parolen wird man von Vertretern neuerer rechtsextremer Gruppen nicht mehr hören. Sie sprechen von Heimat und Tradition und einer „kulturellen Identität“, für die es zu kämpfen gelte. Zuletzt waren etwa die rechtsextremen Identitären in Österreich und Deutschland mit provokantem Aktionismus aufgefallen.

Der Verfassungsschutz warnt in dem Zusammenhang vor einer „Popkultur mit rechtsextremen Inhalten“. Experten orten insbesondere bei den Identitären eine „größere politische Gefahr, weil sie weitere Kreise erreichen“. Sie sehen sogar Parallelen zu dschihadistischen Gruppen wie dem Islamischen Staat (IS).

Mehr dazu in „Popkultur mit rechtsextremen Inhalten“

Sport

Europa League: Austria verpasst Sieg über Pilsen

Die Austria hat gestern im zweiten Europa-League-Gruppenspiel ein torloses Remis gegen Viktoria Pilsen geholt, das sich für die Wiener wie eine Niederlage anfühlen musste. Denn nicht nur hatten die Violetten vor 16.500 Zuschauern im Ernst-Happel-Stadion über weite Strecken die Kontrolle über das Match. Auch wurde der Austria in der zweiten Hälfte das vermeintliche Siegestor durch Larry Kayode zu Unrecht aberkannt. So verpasste die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink unglücklich den zweiten vollen Erfolg nach dem Auftakt gegen Astra Giurgiu.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Zwei Tote bei Feuer in deutschem Krankenhaus

Bei einem Großbrand in einem Krankenhaus im deutschen Bochum sind in der Nacht auf heute mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen, sechs von insgesamt 16 Verletzten sind in der Früh noch in Lebensgefahr geschwebt. Diese Angaben machten Sprecher der Polizei und der Stadt Bochum heute.

Feuer in einem Krankenhaus

Marcel Kusch

Aus dem brennenden Gebäude der Klinik stieg auch in der Früh immer noch Rauch auf. Seit Stunden kämpften rund 200 Feuerwehrleute gegen die Flammen an.

In Patientenzimmer ausgebrochen

Der verheerende Brand brach in einem Patientenzimmer aus. Wie die Feuerwehr weiter mitteilte, breitete er sich von dem Zimmer im sechsten Stock auf die gesamte Station aus. Die Feuerwehr wurde gegen 2.35 Uhr alarmiert.

Augenzeugen berichten von einem völlig zerstörten Dach. Durch die enorme Hitze des Feuers seien Fenster und Möbel geschmolzen. Die Brandursache war zunächst unklar. Das Universitätsklinikum Bergmannsheil ist eines der größten Krankenhäuser des Ruhrgebiets. Es hat rund 650 Betten.

Ermittlungen nach schwerem Zugsunglück bei New York

Nach dem schweren Unglück eines Pendlerzugs nahe New York mit einer Toten und über 100 Verletzten ermitteln die Behörden wegen eines möglichen Versagens des Zugführers. Auch ein technischer Defekt komme in Betracht, sagte New Jerseys Gouverneur Chris Christie nach dem Unfall in Hoboken gestern. Der Zugführer sei verletzt worden, arbeite aber inzwischen mit den Ermittlern zusammen.

Keine automatischen Bremsen

Man wolle keine voreiligen Schlüsse ziehen. Hoboken liegt am Hudson River direkt gegenüber Südmanhattans. Da der Zug kein automatisches Bremssystem hatte, werde „absolut“ untersucht, ob das für das Unglück mitverantwortlich war, sagte Bella Dinh-Zarr von der Transportsicherheitsbehörde NTSB.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung im Gleisgelände des Bahnhofs liegt bei umgerechnet etwa 16 Kilometer pro Stunde, im Bereich der Bahnsteige etwa bei der Hälfte. Wie schnell der Zug zum Zeitpunkt des Aufpralls fuhr, blieb zunächst unklar. Teile des Bahnhofs stürzten ein, das Gebäude an sich sei aber sicher, so Dinh-Zarr.

„Mit hoher Geschwindigkeit in Bahnhof eingefahren“

„Es ist nur klar, dass der Zug mit hoher Geschwindigkeit in den Bahnhof eingefahren ist“, sagte Christie. Auch Augenzeugen berichteten, wie der Zug ungebremst in den historischen Bahnhof der 50.000-Einwohner-Stadt fuhr. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass es sich um „irgendetwas anderes als ein tragisches Unglück“ gehandelt haben könne, also etwa ein Verbrechen oder einen bewusst herbeigeführten Unfall.

Mehr dazu in Zentraler Pendlerbahnhof nahe New York

200 Häftlinge aus Gefängnis in Brasilien geflohen

Nach einem Aufstand in einem Gefängnis in Brasilien sind mindestens 200 Häftlinge geflohen. Wie brasilianische Medien gestern (Ortszeit) meldeten, hatten die Gefangenen in Jardinopolis, einer Stadt etwa 330 Kilometer nördlich der Metropole Sao Paulo, einige Gebäude auf dem Gefängnisgelände in Brand gesetzt.

Ein Häftling kam dabei ums Leben, berichtete die Zeitung „Folha de Sao Paulo“. Mehrere Ausbrecher wurden wieder gefasst, wie das Nachrichtenportal „O Globo“ meldete.

Nach Angaben von Verwandten von Häftlingen meuterten die Insassen wegen der Zustände im Gefängnis. Brasilien ist eines der Länder mit der höchsten Zahl von Gefängnisinsassen weltweit, die Haftanstalten sind meist überfüllt, die Zustände schlecht.

Wirtschaft

Airbus verschmilzt Konzern und Flugzeugsparte

Der europäische Luftfahrtriese Airbus strafft seine Managementstrukturen. Der Konzern Airbus Group verschmilzt mit seiner Zivilflugzeugsparte, beschloss der Verwaltungsrat.

So will Konzernchef Tom Enders den Boeing-Konkurrenten beweglicher machen und Doppelstrukturen abbauen. Der bisherige Flugzeugspartenchef Fabrice Bregier leitet künftig das Tagesgeschäft des Konzerns.

Die Details der Zusammenlegung und „ihre resultierenden Auswirkungen“ würden nun mit den Sozialpartnern besprochen, teilte das Unternehmen heute mit. Der europäische Luftfahrt- und Raumfahrtkonzern beschäftigte 2015 rund 136.000 Menschen.

Streit um Sozialleistungen in OeNB so gut wie beigelegt

In der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) wurde der Streit über Sozialleistungen so gut wie beigelegt. Der OeNB-Zentralbetriebsrat und das Direktorium hätten sich im Sommer auf die wesentlichsten Konfliktpunkten geeinigt, berichtete der „Standard“ (Freitag-Ausgabe).

Über das Thema wird seit acht Jahren verhandelt. In Summe werde durch die Änderungen rund eine Million Euro eingespart, heißt es.

Urlaubszuschuss könnte fallen

Gestritten wurde u. a. um die Zuschüsse zu „kulturellen Belangen“, Krankenzusatzversicherung und zu Urlauben. Letzteren gibt es, seit die OeNB ihre Hotels verkauft hat, in denen die Banker billig entspannen konnten. Er wird angeblich ganz abgeschafft.

Die meisten Zuschüsse werden nun sozial (bzw. strenger als bisher) gestaffelt - damit kommt man auch einer Forderung des Rechnungshofs nach. Er hatte 2015 in einem Bericht soziale Kriterien moniert, etwa bei Familien- und Haushaltszulage, Brillen- und Zahnspangen- und erhöhtem Fahrtkostenzuschuss. Laut Rechnungshof gab die Notenbank 2009 bis 2013 insgesamt 63 Millionen Euro für Sozialleistungen aus.

OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny hatte sich schon 2008 die Straffung der „Goodies“ vorgenommen. Diese sind aber in einer Sozialbetriebsvereinbarung festgeschrieben - was die Verhandlungen so schwierig machte. GPA-Bundesgeschäftsführerin Dwora Stein, die auch im OeNB-Generalrat sitzt, hatte sich laut dem Bericht moderierend eingeschaltet.

US-Hedgefonds: Hohe Strafe wegen Bestechung in Afrika

Der US-Hedgefonds Och-Ziff muss in den USA eine hohe Strafe wegen der Bestechung von Regierungsvertretern in mehreren afrikanischen Ländern zahlen. Wie die US-Börsenaufsicht SEC heute mitteilte, sagte die Och-Ziff Management Group in einer Einigung mit der Regierung zu, eine Strafe von 413 Millionen Dollar (368 Mio. Euro) an die US-Behörden zu zahlen.

Dem Fonds wurde insbesondere vorgeworfen, Manager des libyschen Ölfonds LIA bestochen zu haben. Zudem soll Och-Ziff verschiedene Regierungsvertreter in der Demokratischen Republik Kongo, im Tschad, in Niger und Guinea geschmiert haben, um Minenlizenzen zu erhalten.

Eine Strafe von 213 Millionen Dollar geht an das Justizministerium, um ein Strafverfahren wegen Korruption beizulegen, während die SEC 200 Millionen Dollar an Gewinn und Zinsen erhält. Das US-Gesetz erlaubt es den Behörden, Firmen wegen Korruptionsdelikten in der ganzen Welt zur Rechenschaft zu ziehen.

Nowotny ortet baldige Lösung in Causa Heta

Im milliardenschweren Streit über die österreichische aus der Kärntner Hypo Alpe-Adria hervorgegangenen „Bad Bank“ Heta ist nach Ansicht von Notenbankchef Ewald Nowotny eine Lösung in Sicht.

„Ich denke, dass Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) die entsprechenden Mehrheiten erhalten wird. Kein Finanzminister vor ihm hat das geschafft. Es geht in die richtige Richtung“, sagte er gestern Abend zu Reuters in Berlin. Zuletzt hatten Nowotny zufolge immer mehr Gläubiger eingelenkt.

Ob der jahrelange Streit zwischen den Eigentümern und den Gläubigern endgültig zu den Akten gelegt werden kann, dürfte sich erst Mitte Oktober zeigen. Damit das Angebot in Kraft treten kann, müssen zwei Drittel der Gläubiger zustimmen, darunter auch mindestens ein Viertel der nachrangigen Gläubiger, die auf den Großteil ihres Geldes verzichten müssen. Das Angebot läuft noch bis zum 7. Oktober. Das Ergebnis wird für den 10. Oktober erwartet.

Qualcomm will NXP: Neuer Milliardendeal in Chipbranche?

Der US-Chipkonzern Qualcomm führt einem Medienbericht zufolge Gespräche über eine Übernahme des niederländischen Rivalen NXP Semiconductors. Die Transaktion könnte ein Volumen von mehr als 30 Milliarden Dollar (26,7 Mrd. Euro) haben, berichtete das „Wall Street Journal“ („WSJ“) gestern unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertrauten Personen.

Eine Vereinbarung zum Kauf könnte in den nächsten zwei bis drei Monaten getroffen werden. Es sei aber auch möglich, dass Qualcomm andere Optionen in Betracht ziehe. NXP und Qualcomm wollten sich Reuters zufolge nicht dazu äußern.

Die Chipbranche wird derzeit von Milliardenübernahmen durchgeschüttelt. Im vergangenen Jahr setzte NXP Semiconductors das Fusionskarussell in Gang, als der Konzern den Konkurrenten Freescale für zwölf Milliarden Mrd. US-Dollar übernahm.

Gesundheit

Zwei Zika-Fälle in Thailand bestätigt

In Thailand sind zwei Fälle von Mikrozephalie in Zusammenhang mit dem Zika-Virus aufgetreten. „Es sind die ersten Fälle in Thailand“, sagte Prasert Thongcharoen von der Seuchenschutzbehörde heute in Bangkok. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind das auch die ersten Fälle in Südostasien.

Die US-Gesundheitsbehörden warnten unterdessen schwangere Frauen wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Zika-Virus vor Reisen nach Südostasien. Die Behörde nannte insbesondere Thailand, die Philippinen, Indonesien, Malaysia, Myanmar, Kambodscha, Vietnam, Laos, Brunei, Osttimor und die Malediven.

Das Virus wird von Mücken übertragen und verursacht grippeähnliche Beschwerden. Die meisten Patienten erholen sich schnell, aber der Zika-Erreger kann bei Kindern im Mutterleib zu Schädelmissbildungen (Mikrozephalie) führen.

Kultur

Hamburger Filmfest mit „Amerikanisches Idyll“ eröffnet

Bei strömendem Regen hat gestern Abend das 24. Hamburger Filmfest begonnen. Zum Auftakt präsentierten die Stargäste Ewan McGregor („Star Wars“) und Oscar-Preisträgerin Jennifer Connelly („A Beautiful Mind“) den Film „Amerikanisches Idyll“, der auf dem gleichnamigen Roman amerikanischen des Pulitzerpreis-Gewinners Philip Roth basiert. Es ist McGregors Spielfilmdebüt als Regisseur, in dem er, an der Seite Connellys, auch eine der Hauptrollen spielt.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz sagte, es sei eine große Ehre, dass nach der Weltpremiere des Films in Toronto (Kanada) das Hamburger Filmfest die Deutschland-Premiere präsentieren könne.

Bis zum 8. Oktober werden rund 320 Filmemacher, Schauspieler und Produzenten in der Hansestadt erwartet. In sechs Kinos werden dabei 165 Produktionen aus 53 Ländern zu sehen sein.

Science

Leute

Lady Gaga tritt in Halbzeit der Super Bowl auf

Diese Halbzeit wird bunt und schrill: Lady Gaga (30) will bei der nächsten Super Bowl am 5. Februar in Houston auftreten. "Es ist keine Illusion. Die Gerüchte stimmen", twitterte die Musikerin („Perfect Illusion“) heute und bestätigte US-Medienberichte.

Die für ihren farbenfrohen Auftritte bekannte Grammy-Gewinnerin, die momentan auf Werbetour für ihr im Oktober erscheinendes Album „Joanne“ ist, hatte bereits bei der diesjährigen Super Bowl die Nationalhymne gesungen.

Das Finale der American-Football-Profiliga NFL ist ein Großereignis im US-Fernsehen, das jährlich mehr als 100 Millionen Zuschauer allein in den USA vor die Bildschirme lockt. In den vergangenen Jahren traten in der 15-minütigen Halbzeitpause unter anderem Coldplay, Beyonce, Katy Perry und die Red Hot Chili Peppers auf.

Panorama

Acht Minuten langer Linienflug am Bodensee geplant

Die österreichische Fluggesellschaft People’s Viennaline startet einem Zeitungsbericht zufolge ab 2. November mit einem Linienflug vom Schweizer Flughafen St. Gallen-Althenrhein ins deutsche Friedrichshafen.

Der 21 Kilometer lange Flug über den Bodensee dauert den Angaben zufolge nicht länger als acht Minuten, weswegen die Airline laut „Süddeutscher Zeitung“ auch vom „kürzesten internationalen Linienflug der Welt“ spricht.

Pläne für einen derartigen Flug sorgten bereits im Vorjahr für Schlagzeilen. Damals plante die Air-Berlin-Tochter Niki einen Linienflug von Wien-Schwechat zum nur 47 Kilometer entfernten Flughafen Bratislava. Das Vorhaben wurde damals „komplett auf Eis“ gelegt - sei aber noch nicht gänzlich aus der Welt, sagte ein Air-Berlin-Sprecher im April 2015. Seitdem hat sich in der Sache nichts getan.