Ausland

Ankara will Vermögen von Richtern beschlagnahmen

Nach dem Putschversuch in der Türkei hat die Staatsanwaltschaft in Ankara die Beschlagnahmung aller Vermögenswerte von mehr als 3.000 Richtern und Staatsanwälten beantragt. Betroffen seien 3.049 Richter und Staatsanwälte mit mutmaßlichen Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fetullah Gülen, deren Festnahme bereits angeordnet worden sei, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu heute. Die betroffenen Juristen seien bereits vom Dienst suspendiert.

Beschlagnahmt werden sollen unter anderem Immobilien, Bankkonten und Fahrzeuge. Die Regierung macht den in den USA lebenden Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich. Nach Angaben des Innenministeriums saßen gestern mehr als 1.600 Richter und Staatsanwälte in Untersuchungshaft. Die Regierung wirft der Gülen-Bewegung vor, den Staat unterwandert zu haben. Gülen wurde in der Vergangenheit großer Einfluss im Justizbereich nachgesagt.

Radikaler Umbau der Armeeführung beschlossen

Indes hat der Oberste Militärrat einen radikalen Umbau der Armeeführung beschlossen. Der Rat beriet heute in Ankara über die Besetzung der Armeespitze, nachdem 149 Generäle und Admiräle entlassen worden waren. Als Zeichen des Misstrauens der türkischen Führung fand das Sondertreffen des Militärrats unter Vorsitz von Ministerpräsident Binali Yildirim nicht wie üblich im Armeehauptquartier statt, sondern in der Residenz des Regierungschefs.

Polizei bekommt schwere Waffen

Kurz vor Beginn der Sitzung wurde der Rücktritt zweier ranghoher Generäle bekannt. Der Militärrat muss nun über ihre Nachfolge und die Besetzung anderer hoher Posten entscheiden. Gestern waren 149 der insgesamt 358 Generäle und Admiräle unehrenhaft aus den türkischen Streitkräften entlassen worden. Ihnen wurde vorgeworfen, in den Putschversuch verwickelt zu sein. Einem Regierungsdekret entsprechend wurden außerdem 1.099 Offiziere entlassen.

Unterdessen kündigte Innenminister Efkan Ala an, die türkische Polizei mit schweren Waffen auszurüsten. „Wir werden nicht so tun, als sei nichts geschehen“, sagte er der Agentur TGRT. Die türkische Führung strebt schon seit Längerem eine stärkere Bewaffnung der Polizei als Gegengewicht zur Armee an.

Auslieferung von Deutschland gefordert

Die Regierung in Ankara fordert auch von Deutschland die Auslieferung von Gülen-Anhängern. Das sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu heute dem Sender CNN Türk nach dessen Angaben. Die Hizmet-Bewegung ist in Deutschland mit rund 150 Nachhilfevereinen, 30 Schulen und 15 Dialogvereinen aktiv.

Als deutschlandweiter Ansprechpartner versteht sich die Stiftung Dialog und Bildung in Berlin. Mit einigen Aktivitäten ist Gülens Bewegung auch in Österreich vertreten. Dazu gehören insbesondere der Österreich-Ableger der Zeitung „Zaman“, das „Friede Institut für Dialog“ und die Schule Phönix in Wien.

Grünes Licht für umstrittenes AKW Hinkley Point

Der Verwaltungsrat des französischen Stromkonzerns EDF hat einem Bericht zufolge grünes Licht für den heftig umstrittenen Bau zweier neuer Atomreaktoren in Großbritannien gegeben. Das Gremium habe mit 10 zu 7 Stimmen für die Investition gestimmt, meldete die französische Nachrichtenagentur AFP heute unter Berufung auf informierte Kreise.

EDF bestätigte diese Information am Abend zunächst nicht und verwies darauf, dass die Sitzung noch andauere. Kritiker halten die Milliardeninvestition für ein Risiko.

Das Projekt in Hinkley Point an der Westküste Englands soll 18 Milliarden Pfund (21,46 Mrd. Euro) kosten. Rund ein Drittel sollen chinesische Partner schultern.

Österreich klagt gegen Staatssubventionen

„Diese Entscheidung führt das Unternehmen schnurstracks in den Bankrott und wird zu geringe Investitionen in die nukleare Sicherheit im französischen Kraftwerkspark nach sich ziehen“, kritisierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Österreich und andere Staaten klagen vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen die milliardenschweren Staatssubventionen für das Projekt - nach dem angekündigten Austritt Großbritanniens aus der EU dürfte diese Klage allerdings den Boden unter den Füßen verlieren.

Türkei verhängte Einreiseverbot über Frankreich-Attentäter

Gegen einen der islamistischen Angreifer auf eine Kirche in Nordfrankreich ist nach türkischen Angaben am 18. Juni ein Einreiseverbot in die Türkei verhängt worden. Die französischen Behörden hätten nach derzeitigen Erkenntnissen zuvor nicht vor Abdel-Malik Petitjean gewarnt, hieß es heute aus Regierungskreisen in Ankara. Sie seien aber sofort über das Einreiseverbot informiert worden.

Petitjean sei am Istanbuler Atatürk-Flughafen am 10. Juni eingetroffen, hieß es weiter. Er sei gestoppt und befragt worden, weil er vor der Passkontrolle mit jemandem gesprochen habe, gegen den bereits ein Einreiseverbot vorgelegen habe. Petitjean habe die Türkei am nächsten Tag wieder verlassen.

Nach übereinstimmenden Medienberichten hatten die französischen Behörden Ende Juni einen Eintrag zu Petitjean in einer Datenbank angelegt, die als radikalisiert eingestufte Personen auflistet („fiche S“). Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Identität des Angreifers nach einem DNA-Vergleich. Gemeinsam mit dem bereits zuvor identifizierten Adel Kermiche hatte der 19-Jährige am Dienstag in einer Kirche nahe Rouen einen Priester ermordet.

Bruch zwischen Al-Kaida und Al-Nusra-Front verkündet

Das internationale Terrornetzwerk Al-Kaida hat mit der syrischen Dschihadistenorganisation Al-Nusra-Front gebrochen. Al-Nusra-Chef Abu Mohammed al-Dscholani verkündete heute in vom TV-Sender Al Jazeera verbreitetem Videomaterial die Trennung der beiden Terrororganisationen.

Dscholani verkündete außerdem, dass sich die Al-Nusra-Front künftig Dschabat Fath al-Scham (zu deutsch „Befreiungsfront von al-Scham“) nennen werde. Das Video bestätigte frühere Spekulationen über einen baldigen Bruch der beiden Terrororganisationen.

Gezielte Angriffe gegen Al-Nusra-Front

Hintergrund der Erklärung der Al-Kaida-Führung ist der jüngst erfolgte Zusammenschluss der USA und Russlands im Kampf gegen die radikalen Dschihadistenorganisationen. Washington und Moskau hatten sich Mitte Juli darauf verständigt, in Syrien gemeinsam gegen den Islamischen Staat (IS) und die Al-Nusra-Front vorzugehen.

Schon seit September 2015, als Russland sich an der Seite des syrischen Machthabers Baschar al-Assad aktiv in die Kämpfe einschaltete, wird die Al-Nusra-Front gezielt von Russland angegriffen.

Die Al-Nusra-Front verfügt nach Einschätzung von Experten über 5.000 bis 10.000 Kämpfer. Dabei legt die Al-Nusra-Front wenig Wert auf exklusive Territorialhoheit, oft kämpft sie mit anderen Gruppen zusammen. Die Al-Nusra-Front ging aus dem Al-Kaida-Arm Islamischer Staat im Irak hervor, sie wurde 2013 zum einzigen Ableger Al-Kaidas in Syrien erklärt.

Keine Fortschritte bei Regierungsbildung in Spanien

Die Konsultationen von Spaniens König Felipe VI. zur Bildung einer neuen Regierung sind ohne sichtbare Fortschritte zu Ende gegangen. Nach seinem Treffen mit dem Monarchen erklärte Sozialistenchef Pedro Sanchez vor Journalisten, dass die Abgeordneten seiner Partei bei einer eventuellen Abstimmung über eine Kandidatur des geschäftsführenden Regierungschefs Mariano Rajoy zum Ministerpräsidenten mit „Nein“ votieren werden. Das habe er dem König heute in Madrid mitgeteilt.

Damit droht die nach der Parlamentswahl vom 20. Dezember 2015 entstandene politische Blockade sich auch nach dem zweiten Urnengang vom 26. Juni fortzusetzen. Vor gut einem Monat hatte Rajoys konservative Volkspartei (PP) sich zwar vor den Sozialisten (PSOE) als stärkste Partei behauptet, die im Dezember verlorene absolute Mehrheit allerdings erneut deutlich verpasst.

Rajoy würde am liebsten mit den Sozialisten (PSOE) eine Große Koalition bilden. Die Alternative wäre für die Konservativen eine Minderheitsregierung. Diese wäre aber nur bei einer Enthaltung der Sozialisten bei der Parlamentsabstimmung möglich. Nach seinen Konsultationen mit 14 Parteichefs muss König Felipe nun der Parlamentspräsidentin Ana Pastor mitteilen, ob er einen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten vorschlägt.

Kuczynski übernahm Präsidentschaft von Peru

Der neoliberale Wirtschaftsexperte Pedro Pablo Kuczynski hat die Präsidentschaft Perus bis 2021 übernommen. Der 77-Jährige forderte heute seine Landsleute zur Einheit im Kampf um ein gerechteres und moderneres Peru auf.

Kuczynski hatte im Juni die Stichwahl gegen die Rechtspopulistin Keiko Fujimori mit 50,1 Prozent der Stimmen knapp gewonnen. Die Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen inhaftierten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori (1990 - 2000) hat jedoch bei den Wahlen mit 73 der 130 Abgeordneten die absolute Mehrheit im Parlament erlangt.

Peru hat in den letzten 15 Jahren ein anhaltendes Wirtschaftswachstum verzeichnet, vor allem aufgrund großer Bergbauinvestitionen. Die regionale UNO-Wirtschaftskommission CEPAL sagte in ihrer letzten Prognose dem Anden-Land für das laufende Jahr ein Wachstum von 3,9 Prozent voraus. Es herrscht aber weiterhin eine große Ungleichheit, mit mehr als 70 Prozent informeller Arbeit.

Inland

Wirtschaft

Swiss streicht Istanbul aus dem Streckennetz

Die Lufthansa-Tochter Swiss zieht nach den Terroranschlägen der vergangenen Monate und dem misslungenen Umsturzversuch in der Türkei vor rund zwei Wochen Konsequenzen und streicht Istanbul ab dem Winterflugplan aus ihrem Streckennetz.

Die Airline bestätigte heute gegenüber der Nachrichtenagentur sda einen entsprechenden Bericht des „Tagesanzeigers“. Grund für diese Anpassung des Streckennetzes sei die schrumpfende Nachfrage durch die massive Verschlechterung der Sicherheitslage, begründete Swiss-Sprecherin Meike Fuhlrott den Entscheid.

Daneben macht der Swiss auch die Konkurrenz zu schaffen. Vor allem das starke Wachstum der teilstaatlichen Turkish Airlines (TK) habe zu Überkapazitäten und einem starken Preiszerfall auf der Strecke Zürich - Istanbul geführt, sagte Fuhlrott. Swiss fliegt gegenwärtig zweimal pro Tag in die türkische Metropole. Der Winterflugplan 2016/17 mit dem neuen Streckennetz tritt am 30. Oktober 2016 in Kraft.

Arbeitslosigkeit in Spanien weiter gesunken

Der Arbeitsmarkt im Ex-Krisenland Spanien entwickelt sich weiter positiv: Die Arbeitslosenrate sank im zweiten Quartal 2016 auf den tiefsten Stand seit dem Sommer 2010. Im Vergleich zum ersten Quartal sei die Quote um einen Punkt auf 20 Prozent gefallen, teilte die Statistikbehörde INE heute mit.

Der Wirtschaftsminister der geschäftsführenden konservativen Regierung, Luis de Guindos, sagte, der Rückgang sei zwar eine „gute Nachricht“, mit 20 Prozent sei die Quote aber weiterhin sehr hoch.

Kurz vor Ausbruch der Wirtschaftskrise war die Quote noch bei unter acht Prozent gelegen, im Frühjahr 2013 erreichte sie mit 26,3 Prozent einen Höchststand. Laut Statistik wurden zwischen April und Juni rund 271.000 Arbeitsplätze geschaffen. In der Zeit fiel die Zahl der registrierten Erwerbslosen um 216.000 auf 4,57 Millionen. Das ist ebenfalls der niedrigste Wert seit Sommer 2010.

IT

Swisscom erkennt Kunden künftig an ihrer Stimme

Kunden des Schweizer Telekomkonzerns Swisscom können sich künftig mit ihrer Stimme ausweisen. Ab Anfang August werde in den Callcentern die neue Software Voiceprint eingesetzt, die Anrufer anhand ihrer Stimme eindeutig identifiziere, teilte die Swisscom heute mit. Das Verfahren sei sicherer und schneller als die bisherigen Kontrollen über die Abfrage von Passwörtern und Sicherheitsmerkmalen.

Technisch funktioniert das Verfahren so, dass Voiceprint beim ersten Anruf binnen Sekunden im Hintergrund anhand von verschiedenen Stimmmerkmalen ein Profil erstellt, das unverwechselbar ist und auf den Rechnern des Konzerns in der Schweiz gespeichert wird. Der Inhalt der Gespräche wird nicht aufgezeichnet. Jeder Kunde kann die Stimmerkennung auch abschalten.

Voiceprint ist im Bankensektor bereits etabliert und wird unter anderem von der britischen Barclays eingesetzt. Die Swisscom ist nach eigenen Angaben unter den Telekomkonzernen in Europa mit der automatischen Stimmerkennung Pionier.

9,3 Milliarden Dollar: Oracle kauft Cloud-Pionier Netsuite

Der US-Softwareriese Oracle steht vor der milliardenschweren Übernahme des kleineren Cloud-Spezialisten Netsuite. Die beiden Unternehmen haben sich auf einen Preis in Höhe von 109 Dollar pro Aktie in bar geeinigt, wie Oracle heute mitteilte. Damit lässt sich der SAP-Rivale den Zukauf nach eigenen Angaben insgesamt etwa 9,3 Milliarden Dollar (rund 8,4 Mrd. Euro) kosten.

Netsuite wurde 1998 in San Mateo, Kalifornien, gegründet und gilt als einer der Pioniere im Cloud-Geschäft, bei dem Daten und Dienste ins Internet ausgelagert werden. Die Fusion soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Zu den Investoren von Netsuite gehört Oracle-Gründer Larry Ellison. Chef von Netsuite ist der ehemalige Oracle-Topmanager Zach Nelson.

ZIB2

Staatssekretärin Duzdar zu Hass und Gegenmaßnahmen

Der Putschversuch in der Türkei, Flüchtlinge, Anschläge, Frauenfeindlichkeit ... Vor allem im Internet geht es rund, Hassbotschaften werden zunehmend zum Problem. Im Studio der ZIB2 ist Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ).

Angela Merkels Plan gegen den Terror

Man sei im Kampf oder möglicherweise auch „Krieg gegen den IS“, sagt Deutschlands Kanzlerin und meint zu ihrer Linie in der Flüchtlingspolitik: „Wir schaffen das.“

Nicht nur die Kunstwelt blickt auf Salzburg

Die Salzburger Festspiele künstlerisch und wirtschaftlich betrachtet.

Nach dem Unwetter ist oft vor dem Unwetter

Oberösterreich und Niederösterreich hat es gestern wieder erwischt. Die ZIB2 sieht sich an, welche Schutzmaßnahmen es bisher gibt.

ZIB2 mit Lou Lorenz-Dittlbacher, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Sport

Beachvolleyball: Fehlstart für Doppler/Horst

Clemens Doppler und Alexander Horst haben heute einen Fehlstart beim Beachvolleyball-Major in Klagenfurt hingelegt. Die Österreicher verloren beide Gruppenspiele und müssen morgen gegen die US-Amerikaner John Hyden und Tri Bourne in ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die K.-o.-Phase.

„Wir haben nicht ganz so in unseren Servicerhythmus gefunden, um die Gegner vom Netz fernzuhalten“, nannte Horst einen Grund für die Niederlagen.

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Fußball: Alaba wieder in Spiellaune

David Alaba hat die Enttäuschung bei der EM in Frankreich offenbar gut weggesteckt. Der Wiener zeigte bei der 3:5-Testniederlage im Elfmeterschießen von Bayern München gegen den AC Milan in den USA als Torschütze während der regulären Spielzeit sowie im Elferschießen und als Vorbereiter auf. Danach gab es vom 24-Jährigen, der als linker offensiver Flügel spielte, viel Lob für den neuen Trainer Carlo Ancelotti.

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Tennis: Thiems Körper braucht eine Pause

Dominic Thiem hat heuer im Tenniszirkus einen tollen Lauf hingelegt, zuletzt ist der Niederösterreicher aber etwas ins Stolpern gekommen. Gesundheitliche Probleme warfen die Nummer neun der Welt in den letzten Wochen zurück, beim Masters-1000-Turnier in Toronto musste er gestern sogar aufgeben. Thiem will sich nun erneut untersuchen lassen und dann ein paar Tage Pause einlegen. Von seinem Coach Günter Bresnik gab es unterdessen einige kritische Worte.

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Chronik

DNA-Abgleich bestätigt Tod von Unister-Chefs

Genau zwei Wochen nach dem Flugzeugabsturz in Slowenien ist der Tod der beiden Unister-Chefs amtlich.

Ein DNA-Abgleich habe ergeben, dass es sich bei den Leichen um die beiden Gesellschafter des deutschen Internetunternehmens, Thomas Wagner und Oliver Schilling, sowie einen Finanzvermittler mit dem Vornamen Heinz Horst handle, berichtete heute die Lokalzeitung „Primorske Novice“ unter Berufung auf den Leiter der Kriminalpolizei in Nova Gorica, Marino Pangos.

Es handle sich „um einen 38-jährigen, 65-jährigen und 39-jährigen deutschen Staatsbürger“, bestätigte Pangos der dpa. Die deutschen Behörden seien informiert worden.

Weder die zuständige Staatsanwaltschaft in Leipzig noch die Generalstaatsanwaltschaft Dresden konnten den Eingang der Nachricht zunächst jedoch bestätigen. Allerdings hatte es dort schon in den vergangenen Tagen „keine begründbaren Zweifel“ daran gegeben, dass es sich tatsächlich um die Leipziger Unternehmer und den 65-jährigen Finanzvermittler handelt. Auch der 73 Jahre alte Pilot des einmotorigen Kleinflugzeugs starb bei dem Absturz.

Religion

Papst wünscht sich „rebellische“ Jugend

Papst Franziskus hat die Jugend ermuntert, laut ihre Stimme zu erheben und sich stärker für eine bessere Welt einzusetzen. „Es ist schön und es tröstet mein Herz, euch so rebellisch zu sehen“, sagte er heute bei einer großen Begrüßungszeremonie vor Hunderttausenden Teilnehmern des Weltjugendtags in Krakau. „Die Kirche blickt auf Euch und möchte von Euch lernen.“ Franziskus ermutigte die jungen Menschen, keine Angst vor Veränderungen zu haben.

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Medien

Mediaset droht Vivendi mit Schadenersatzklage

Nach dem geplatzten Verkauf des Bezahlfernsehgeschäfts der italienischen Mediaset an Vivendi aus Frankreich gibt es heftigen Streit zwischen beiden Unternehmen. Die von der Familie des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi kontrollierte Mediaset kündigte heute eine Schadenersatzklage gegen Vivendi an.

Die Franzosen hätten einen bindenden Vertrag unterzeichnet und wollten diesen jetzt nicht einhalten, hieß es zur Begründung. Vivendi erklärte daraufhin, man erwäge eine Verleumdungsklage gegen Mediaset wegen Rufschädigung.

Unstimmigkeiten über Preis für „Premium“-Sparte

Mediaset hatte am Dienstag mitgeteilt, Vivendi sei nicht mehr an der gesamten Pay-TV-Sparte „Premium“ interessiert. Stattdessen wolle der französische Konzern nur noch 20 Prozent des Bereichs übernehmen und über eine Wandelanleihe mit 15 Prozent bei Mediaset einsteigen.

Zuvor hatte es einem Insider zufolge Unstimmigkeiten über den Preis für „Premium“ gegeben. So habe Vivendi-Chef Vincent Ballore eine Reduzierung des Kaufpreises für „Premium“ verlangt, weil er der Meinung sei, die Sparte sei die ursprünglich vereinbarten 800 Millionen Euro nicht wert. Bollore will eine europäische Mediengruppe aufbauen.

Kultur

„MAD“-Cartoonist Jack Davis ist tot

Jack Davis, legendärer Zeichner und Mitbegründer des US-Satiremagazins „MAD“, ist tot. Er sei gestern Früh im Alter von 91 Jahren in St. Simons im US-Bundesstaat Georgia eines natürlichen Todes gestorben, teilte sein Schwiegersohn Chris Lloyd mit.

Davis wurde 1924 in dem Südstaat geboren. Als junger Mann zog er nach New York, wo er nach einer kurzen Durststrecke als Künstler Fuß fassen konnte. Seinen Durchbruch schaffte Davis 1950, als es ihm erstmals gelang, seine Arbeiten an den Verlag EComic („Geschichten aus der Gruft“) zu verkaufen.

„Gangmitlied“ bei den „ungewöhnlichen Idioten“

Zwei Jahre später gründete Davis mit den EComic-Redakteuren William M. Gaines, Albert B. Feldstein und Harvey Kurtzman das Satiremagazin „MAD“, berühmt für Alfred E. Neumann, den schelmisch grinsenden rothaarigen Coverboy.

Mehr als sechs Jahrzehnte lang blieb Davis Mitglied der „ungewöhnlichen Gang von Idioten“, wie sich die „MAD“-Macher selbst nannten. Neben seiner Arbeit als Satiriker illustrierte Davis Kinoplakate (etwa zu George Lucas’ 1973 erschienenem Film „American Graffiti“), gestaltete Albumcover für Bands wie The Monkees und Magazintitel für das „Time“-Magazin.

„Gibt nichts, was er nicht konnte“

„MAD“-Chefredakteur John Ficarra würdigte Davis: „Es gibt nichts, was er nicht konnte. Cover, Karikaturen, Sportszenen, Monster - sein humoristischer Umfang war einfach unglaublich.“

Das Magazin wird seinem Mitbegründer eine Sonderstrecke widmen. Zu sehen geben wird es wohl Davis’ bekannteste Parodien - etwa zu „Jäger des verlorenen Schatzes“ (Indiana Jones), „Vom Winde verweht“ und „M*A*S*H“.

Science

UNO erklärt Wetterphänomen „El Nino“ für beendet

Das jüngste „El Nino“-Wetterphänomen ist laut der UNO-Wetterorganisation vorüber, doch könnte bald das stürmische Wetterphänomen „La Nina“ folgen. Die atmosphärischen Indikatoren, die Anfang des Jahres ein deutliches „El Nino“-Wettermuster angezeigt hätten, seien im Juni und Juli fast auf Normalniveau zurückgekehrt, erklärte die Weltorganisation für Metereologie (WMO) heute. „El Nino“ beeinflusst den Niederschlag und verursacht sowohl Dürren als auch Überschwemmungen.

Mit dem Rückgang von „El Nino“ beginnt gewöhnlich das verwandte Wetterphänomen „La Nina“, das oft zu einer Zunahme der Regen- und Schneefälle sowie von Stürmen auf der Welt führt. Laut der WMO könnte „La Nina“ im Herbst beginnen, dürfte jedoch relativ schwach ausfallen. „El Nino“ tritt alle vier bis fünf Jahre auf und zeichnet sich durch eine Erwärmung des Pazifischen Ozeans aus. Wegen des Wetterphänomens sind nach UNO-Angaben weltweit 60 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen.

Heikles Weltraummanöver: Kurs von Marssonde korrigiert

In einem heiklen Weltraummanöver hat die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) ihre Sonde „ExoMars“ auf einen neuen Kurs zum Roten Planeten gebracht. Die ESA passte mit einem kräftigen Schub des Triebwerks heute die Flugrichtung der Sonde an und drosselte zudem deren Geschwindigkeit um 326 Meter pro Sekunde.

Das Manöver dauerte nach ESA-Angaben 52 Minuten. Damit soll unter anderem Treibstoff auf dem weiteren Weg zum Mars gespart werden.

Mit „ExoMars“ treiben die ESA und die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos die Suche nach Spuren von Leben auf dem Mars voran. Zugleich vertiefen sie ihre Zusammenarbeit in politisch schwierigen Zeiten zwischen dem Westen und Russland.

Die Sonde war am 14. März vom russischen Kosmodrom Baikonur in Kasachstan gestartet. Mitte Oktober soll sie ihre Marsumlaufbahn erreichen, am 19. Oktober soll ein Testlandemodul auf dem Roten Planeten aufsetzen.

Panorama

340 Jahre alter Käse aus Schiffswrack geborgen

Kanonen, Knochen, Münzen - so manche Dinge haben Taucher bereits aus dem 1676 gesunkenen schwedischen Kriegsschiff „Kronan“ geborgen. Doch ihr jüngster Fund übertraf ihre Erwartungen: Vermutlich handelt es sich um einen 340 Jahre alten Käse. „Wir glauben, dass es ein Milchprodukt ist“, sagte der Leiter der Aktion vor der schwedischen Ostsee-Insel Öland, Lars Einarsson, heute laut AFP.

„Im Gegensatz zu anderen finde ich den Geruch ziemlich angenehm“, fügte Einarsson hinzu. „Man riecht das Leben.“ Die nach Germ und Roquefort riechende Masse wurde in einer Art wasserdichtem Topf auf dem Meeresgrund gefunden, wo sie in dem leicht salzigen Wasser der Ostsee offenbar die Jahre einigermaßen unbeschadet überstand. Der Käse soll nun zur Auswertung der Universität in Uppsala nahe Stockholm übergeben werden.

Die „Kronan“ war im Juni 1676 bei einer Seeschlacht explodiert und gesunken. Im Jahr 1980 wurde das Wrack wiederentdeckt. In den Jahren danach bargen Taucher rund 30.000 verschiedene Gegenstände - darunter neben Goldschätzen auch Champagnerflaschen, Navigationsgeräte und eine Trompete.

Norwegen will Finnland Berggipfel schenken

Zum 100. Jahrestag der finnischen Unabhängigkeit 2017 könnte Norwegen seinem Nachbarland möglicherweise einen Berggipfel schenken. Wenn Ministerpräsidentin Erna Solberg den Plänen zustimme, würde Norwegen seine Grenze leicht nach Westen verschieben, um einen Gipfel des Haltitunturi auf finnisches Gebiet zu verlegen, berichteten lokale Medien gestern.

Der Haltitunturi ist ein Fels im norwegisch-finnischen Grenzgebiet und gilt als höchster Berg Finnlands. Sein höchster Gipfel auf finnischer Seite befindet sich 1.324 Meter über dem Meeresspiegel, der Gipfel auf norwegischer Seite ist 1.331 Meter hoch. Mit dem Jubiläumsgeschenk wäre Finnlands höchster Punkt zukünftig sieben Meter höher.

Solberg bestätigte dem norwegischen Sender TV2, dass ihre Regierung eine derartige Anfrage von der Siedlung Kafjord in der norwegischen Provinz Finnmark erhalten habe. „Es gibt einige formale Hürden, und ich bin selbst noch unentschlossen“, sagte die norwegische Ministerpräsidentin. Aber man ziehe die Sache in Erwägung.