Ausland

FBI untersucht Hacking-Vorfall bei US-Demokraten

Die Bundespolizei FBI untersucht den Hacking-Vorfall beim Vorstand der US-Demokraten, für den Parteikreise Russland verantwortlich machen. Das bestätigte die Behörde heute. „Wir arbeiten daran, die Art und das Ausmaß festzustellen“, hieß es in einer schriftlichen Mitteilung. „Ein Eingriff dieser Art ist etwas, das wir sehr ernst nehmen.“

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte am Freitag fast 20.000 gehackte E-Mails von Mitgliedern und Mitarbeitern des Parteivorstands veröffentlicht. Sie zeigen, dass das Gremium im Vorwahlkampf zugunsten von Hillary Clinton voreingenommen war und es anscheinend sogar Bestrebungen gab, die Kampagne des Clinton-Rivalen Bernie Sanders zu unterlaufen.

Die Affäre dominierte zum heutigen Auftakt des Nominierungsparteitages der Demokraten in Philadelphia die Schlagzeilen. Bereits am Vortag zog Parteichefin Debbie Wasserman Schultz die Konsequenzen und kündigte ihren Rücktritt an.

USA und Russland wollen Syrien-Gespräche in Gang bringen

Hochrangige Diplomaten der USA und Russlands wollen morgen einen neuen Versuch unternehmen, die festgefahrenen Friedensgespräche für Syrien wieder in Gang zu bringen. Dazu kommen in Genf Moskaus Vizeaußenminister Gennadi Gatilow und der US-Sondergesandte Michael Ratney mit dem UNO-Beauftragten für Syrien, Staffan de Mistura, zusammen.

Ein abgestimmtes Vorgehen Washingtons und Moskaus gilt als wichtige Voraussetzung für eine Verständigung zwischen den syrischen Konfliktgegnern. Während die USA Rebellen unterstützen, die den Sturz des Machthabers Baschar al-Assad anstreben, steht Russland auf der Seite der Regierung in Damaskus.

Waffenruhe im Februar

Im Februar hatten die USA und Russland eine Waffenruhe erreicht, die jedoch immer wieder gebrochen wurde. Aus Protest gegen Luftangriffe der Regierungstruppen auf die Stadt Aleppo verließ die Opposition im April die Genfer Gespräche.

Der UNO-Sondergesandte de Mistura hofft nach eigenen Worten, dass im August eine neue Runde beginnen kann. In dem Konflikt sind seit 2011 weit mehr als 250.000 Menschen getötet und mehr als 4,5 Millionen zur Flucht ins Ausland getrieben worden.

Sprengstoffspuren bei Terrorverdächtigem in Polen

Kurz vor dem katholischen Weltjugendtag in Polen hat die Polizei einen Iraker festgenommen, bei dem „Sprengstoffspuren“ gefunden wurden. Gegen den 48-Jährigen wurde eine zweimonatige Untersuchungshaft angeordnet, wie das Gericht in Lodz heute mitteilte.

Sprengstoffspuren fanden sich nach Informationen des Senders Polsat auch in Hotels in Lodz und in Krakau, wo der Mann sich kürzlich aufgehalten hatte.

Katholischer Weltjugendtag in Krakau

In Krakau findet in dieser Woche der katholische Weltjugendtag statt, an dem auch Papst Franziskus teilnimmt. Zu dem festgenommenen Mann hatte die Staatsanwaltschaft zunächst mitgeteilt, er stehe im Verdacht, „terroristische“ Taten vorbereitet zu haben.

Später erklärte Staatsanwältin Beata Marczak jedoch, es sei „nicht genug Material für eine Explosion“ gefunden worden. Daher gebe es keinen hinreichenden Grund für eine Anklage wegen „terroristischer Aktivitäten“.

Haftstrafe zwischen sechs Monaten und acht Jahren möglich

Laut der Staatsanwältin wurde der Iraker am Donnerstag von Geheimdienstmitarbeitern in einem Hotelzimmer in Lodz festgenommen. Der Besitz von Sprengstoff, auch in kleinen Mengen, rechtfertige den Vorwurf eines „Verbrechens gegen die öffentliche Sicherheit“ und damit die zweimonatige Untersuchungshaft, sagte der Gerichtssprecher von Lodz, Pawel Urbaniak. Je nach Fortgang könne dann eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und acht Jahren verhängt werden.

Polsat zufolge trug der Mann Notizen bei sich, die auf die Vorbereitung „terroristischer“ Taten hindeuteten. Diese sollten sich demnach vor allem gegen französische Supermärkte in Polen richten. Wie der Sender weiter berichtete, soll der Verdächtige mehrere Jahre in der Schweiz und dann in Schweden gelebt haben.

Aus Schweden ausgewiesen

Aus Schweden sei er vor einigen Wochen ausgewiesen worden. Die polnischen Sicherheitskräfte suchen nach der Festnahme des Irakers nach möglichen Komplizen sowie nach größeren Mengen Sprengstoff.

Zum Weltjugendtag von morgen bis Freitag sind bereits Tausende Jugendliche eingetroffen. Zur Absicherung der Großveranstaltung hat die Regierung mehr als 40.000 Sicherheitskräfte abgestellt. An den Grenzen zu den EU-Nachbarländern wird zeitweise wieder kontrolliert.

Höchster chinesischer Militär wegen Korruption verurteilt

Als bisher höchster Militär des Landes ist Chinas General Go Boxiong wegen Korruption zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Militärgericht befand den früheren Vizechef der Militärkommission heute der Bestechlichkeit für schuldig, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Sein persönliches Vermögen und illegale Gelder und Besitztümer seien beschlagnahmt und staatlichen Kassen übertragen worden, berichtete die Staatsagentur. Der 74-Jährige gehörte einst zur engsten Militärführung, die heute von Staats- und Parteichef Xi Jinping als Oberkommandierender geleitet wird.

Präsident gegen „Tiger und Fliegen“

Er saß auch im mächtigen Politbüro der Kommunistischen Partei. Go Boxiong soll nach Hongkonger Presseberichten einige Millionen an Bestechungsgeldern angenommen haben. Neben ihm war auch der ähnlich ranghohe Vizemilitärchef Xu Caihou wegen Korruption angeklagt, doch starb er im März 2015 an Krebs.

General Go Boxiong ist auch einer der höchsten Parteifunktionäre, die in der Anti-Korruptions-Kampagne von Xi Jinping verurteilt wurden. Der Präsident will gegen „Tiger und Fliegen“ vorgehen, also gegen hohe Politiker genauso wie einfache Beamte. Der Kampf gegen Korruption dient ihm nach Angaben chinesischer Experten aber auch dazu, mächtige Gegner aus dem Weg zu räumen.

19-jähriger Islamist in Sarajevo festgenommen

Auf dem Flughafen von Sarajevo ist am Samstag, wie erst heute bekanntgeworden ist, ein 19-jähriger bosnischer Islamist festgenommen worden. Die Festnahme erfolgte auf Basis eines Haftbefehls wegen „Organisierung einer Terrorgruppe“. Er war mit einem Linienflug aus Istanbul gekommen.

Als 17-jähriger in Syrien-Krieg

Der junge Mann war laut Medienberichten als 17-jähriger in den Syrien-Krieg gezogen. Zuvor sollte er einige Zeit bei einer Gemeinschaft radikaler Islamisten in der nordbosnischen Ortschaft Osve verbracht haben.

Arabische Liga tritt ohne Ägyptens Präsident zusammen

Hochrangige Vertreter arabischer Staaten wollen auf dem Gipfel der Arabischen Liga in Mauretanien über den Kampf gegen den Terrorismus beraten. Beherrschende Themen des Treffens in der Hauptstadt Nouakchott, das bis morgen dauern soll, ist zudem die Sicherheitslage in der Region.

Die Kriege in Syrien, dem Irak, im Jemen und Libyen dauern bereits seit Jahren an und kosteten Hunderttausende Menschen das Leben.

Der Generalsekretär der Organisation, Ahmed Abul Gheit, hatte im Vorfeld des Gipfels dazu aufgerufen, zusammenzuarbeiten, um die Sicherheit und Stabilität in der Region wiederherzustellen. Ägyptens Staatspräsident Abdel Fatah al-Sisi schickte seinen Premierminister Scherif Ismail.

Sisi fürchtet angeblich Anschlag

Die ägyptische Nachrichtenseite al-Masri al-Jom berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen von Anschlagsplänen gegen das autoritär regierende Staatsoberhaupt, der daraufhin seine Reise nach Mauretanien abgesagt habe. Der Präsidentenpalast war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Arabische Liga wurde 1945 auf Initiative Ägyptens von sieben arabischen Staaten in Kairo gegründet. Ihre Ziele sind eine engere politische, wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Zusammenarbeit der Mitglieder sowie die Schlichtung innerarabischer Streitfälle.

Zwischen den jährlichen Gipfeltreffen ist der Rat der Außenminister das höchste Gremium der Organisation. Der Liga gehören offiziell 21 arabische Staaten in Vorderasien und Afrika sowie die palästinensischen Autonomiegebiete an.

Turkmenistan schickt Beamte in verlängerten Urlaub

Inmitten wirtschaftlicher Turbulenzen dürfen sich hohe Beamte in Turkmenistan über extralangen Urlaub freuen. Minister und Behördenleiter dürfen laut Staatsmedien nun für 26 Tage in den Urlaub - fast doppelt so lange wie gewöhnlich. „Sie können Ihren Urlaub nach Ihren Wünschen verbringen“, etwa in Wellnessoasen oder dem Touristenzentrum Awasa am Kaspischen Meer, sagte Präsident Gurbanguli Berdimuchamedow laut heutigen Medienberichten zu seinen Beamten.

Hinter der Verlängerung des bezahlten Urlaubs könnte der Versuch stehen, Sorgen um die Wirtschaft in dem zentralasiatischen Land zu zerstreuen. Die niedrigen Preise für Erdgas und Erdöl sowie die Rezession in Russland setzen der turkmenischen Wirtschaft schwer zu. Sie ist weitgehend auf das Geschäft mit Rohstoffen ausgerichtet.

Die Probleme zwangen Berdimuchamedow bereits, mehrere Minister zu entlassen und weitreichende Kontrollen für den Devisenhandel und für Geldtransfers ins Ausland einzuführen. Die turkmenische Währung Manat hatte im vergangenen Jahr gegenüber dem Dollar etwa ein Fünftel an Wert verloren.

Inland

Wahlleiter bekommen vor Hofburg-Wahl neue Unterlagen

Rund vier Wochen vor der Bundespräsidentenwahl werden die 113 Bezirkswahlleiter und die neun Landeswahlleiter im Innenministerium zusammengetrommelt, ihnen soll noch einmal das Regulativ für den Urnengang nähergebracht werden. Vorgestellt wird dort am 6. September auch das neue E-Learning-Modul, das Rechtswidrigkeiten wie beim ersten Versuch der Hofburg-Stichwahl verhindern soll.

Direkt aktiv wird freilich nicht nur die formal vom Innenminister geleitete Bundeswahlbehörde. Denn diese hat die Landeswahlbehörden bereits aufgefordert, für Schulungen im jeweiligen Land zu sorgen.

Freilich ist ohnehin fraglich, ob Unwissenheit dafür verantwortlich war, dass in etlichen Bezirken nicht ordnungsgemäß vorgegangen wurde. Denn bei der öffentlichen Verhandlung des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) in der Causa hatte sich gezeigt, dass in etlichen Fällen die Formulare korrektes Vorgehen bescheinigten, auch wenn zu früh oder von den falschen Personen ausgezählt wurde.

Sport

Olympia: Athletendorf lässt Wogen hochgehen

Gleich mit der Eröffnung des olympischen Athletendorfes hat es in Rio de Janeiro den ersten Eklat gegeben. Der Zustand und auch die Einrichtung der Quartiere ließ die Wogen vor und nach der offiziellen Eröffnung gestern hochgehen.

Verstopfte Toiletten und undichte Rohre sorgten ebenso für Ärger wie frei liegende Stromkabel. Wasser floss Wände herunter, Gasgeruch sorgte für Unbehagen - besonders bei den Australiern, die das Dorf als unbewohnbar bezeichneten und sich schlicht weigerten einzuziehen. Die Veranstalter in Rio legten jedenfalls einen klassischen Fehlstart hin.

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Olympia: Kritik an IOC-Entscheidung zu Russland

Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Russland trotz des Verdachts des staatlich organisierten Dopings nicht von den Spielen in Rio de Janeiro auszuschließen, hat vor allem bei den weltweiten Anti-Doping-Jägern für heftige Kritik gesorgt. Von US-Seite warf man den IOC-Bossen Führungsschwäche vor, der Chef des Instituts der Internationalen Anti-Doping-Agenturen, Joseph de Pencier, sprach gar von einem „traurigen Tag für den sauberen Sport“.

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Wirtschaft

Kapsch erneuert Mautsystem in New York

Die in Wien ansässige Kapsch TrafficCom hat sich eigenen Angaben einen umgerechnet 134 Millionen Euro schweren Auftrag in den USA gesichert. Bei dem Auftrag geht es um die Erneuerung des Mautsystems für die sechs Brücken und Tunnels der Hafenbehörde von Ney York und New Jersey. Dazu komme die laufende Wartung des Systems für mindestens sechs Jahre, wie Kapsch heute weiter mitteilte.

Die Arbeiten sollen bereits im August beginnen. Das gesamte System soll bis Ende 2020 ersetzt sein. Es handelt sich um das erste gemeinsame Projekt von Kapsch TrafficCom und der kürzlich zugekauften Transportsparte von Schneider Electric. Kapsch TrafficCom erhofft sich durch dieses und andere Referenzprojekte weitere Aufträge in den USA.

Bund nimmt wegen Steuerreform weniger ein

Die Einnahmen des Bundes sind im ersten Halbjahr zurückgegangen. Verantwortlich dafür ist in erster Linie die Steuerreform, die vor allem bei Lohn- und Kapitalertragssteuer für Ausfälle sorgt. Dafür entwickeln sich beispielsweise die Mehrwertsteuer und die Körperschaftssteuer prächtig. Angestiegen sind die Ausgaben, womit ein deutlich schlechteres Halbjahresergebnis als 2015 erreicht wird.

Der Nettofinanzierungsbedarf wuchs von 3,6 auf 5,9 Milliarden, vergleicht man die erste Jahreshälfte 2015 mit jener von 2016. Die Einzahlungen von Jänner bis Juni betrugen laut der Halbjahresstatistik für den Budgetvollzug rund 32,8 Mrd. Euro und sind um rund 217,7 Mio. oder 0,7 Prozent geringer als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Kompensiert durch andere Abgaben

Bei der Lohnsteuer gab es Einbußen von gut einer Milliarde Euro, bei der Kapitalertragssteuer von rund 463 Millionen.

Teilweise kompensiert wird dies durch gute Ergebnisse bei anderen Abgaben. So legte die Umsatzsteuer, die nun statt der Lohnsteuer wieder stärkste Einnahmenquelle ist, um fast 527 Millionen zu. Bei der Körperschaftssteuer betrug das Plus knapp 216 Millionen, bei der Grunderwerbssteuer 131 Millionen. Gut entwickelten sich auch die Mineralölsteuer mit 68 Millionen mehr als 2015 sowie die Tabaksteuer mit 51 Millionen plus.

Bankomatgebühr: Ministerien für Kennzeichnung

Wirtschaft- und Finanzministerium sehen das von Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) vorgeschlagene Verbot von Bankomatgebühren kritisch. „Volle Transparenz“ für die Kunden sei der „der bessere Weg, um Gebühren durch die Hintertür zu vermeiden“. Das Finanzministerium arbeitet aktuell an einer Transparenzregelung für Bankomatgebühren.

„Wir befürchten, dass ein gesetzlicher Schnellschuss zum Eigentor für die Kunden wird, weil im Gegenzug die Kontogebühren steigen könnten“, zitiert die „Presse“ das Wirtschaftsministerium. „In diesem Fall wäre es für alle Kunden ein Verlustgeschäft und somit ein Schildbürgerstreich.“

67 von 8.500 Bankomaten mit Gebühren

Aktuell gibt es rund 8.500 Bankomaten in Österreich, nur bei 67 Automaten des amerikanischen Anbieters Euronet fallen derzeit bei der Behebung knapp zwei Euro Gebühren an.

Stöger hat eine Novelle des Verbraucher-Zahlungskontogesetzes verfasst, um die umstrittenen Bankomatgebühren zu verhindern. Die Regelung soll nach Wunsch der SPÖ am 1. Jänner 2017 in Kraft treten. Das Wirtschaftsministerium verweist auf Experten, die ein Verbot für verfassungsrechtlich bedenklich halten. Es handle sich um einen Eingriff in die Vertragsautonomie, die vom Grundrecht auf Eigentum geschützt sei.

ATX machte Verluste nach „Brexit“-Votum wieder wett

Der heimische Leitindex ATX hat nach etwas mehr als einem Monat sämtliche Kursverluste infolge des „Brexit“-Votums wieder aufgeholt. Die Entscheidung Großbritanniens zum Austritt aus der Europäischen Union (EU) hatte europaweit die Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt - auch der heimische Aktienmarkt war deutlich belastet worden.

Grafik zum ATX-Verlauf seit Anfang 2016

Grafi: APA/ORF.at; Quelle: APA

Heute Vormittag stieg der ATX an der Wiener Börse nun zwischenzeitlich bis auf 2.244,03 Punkte. Am 23. Juni - dem Tag vor der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses - hatte er bei 2.242,11 Einheiten geschlossen. Am Tag darauf war er um über sieben Prozent eingebrochen, in weiterer Folge fiel der ATX bis auf 1.981,93 Punkte.

DAX noch nicht erholt

Zum Vergleich: Der deutsche Leitindex DAX hat sich noch nicht vollständig von den „Brexit“-Verlusten erholt, er notierte gegen Mittag allerdings nur noch wenige Punkte unter dem Niveau von vor dem Referendum.

Der wichtigste britische Aktienindex, der FTSE-100 hatte seine Verluste bereits am vierten Handelstag nach der Abstimmung wieder wettgemacht. Analysten erklärten das mit der deutlichen Abwertung des Pfunds, welche die Produkte der britischen Unternehmen im Ausland verbilligt.

Chronik

Münchner Amoklauf: Möglicher Mitwisser auf freiem Fuß

Der mutmaßliche Mitwisser des Amokläufers von München ist nach Angaben der bayerischen Ermittlungsbehörden wieder auf freiem Fuß. Der 16-Jährige sei entlassen worden, weil ein Haftrichter „keinen Haftgrund gesehen“ habe, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts (LKA) heute. Die Staatsanwaltschaft werde „Beschwerde dagegen einlegen“.

Die Polizei hatte den 16-jährigen Afghanen gestern unter dem Verdacht festgenommen, ein Mitwisser zu sein. Der Jugendliche hatte sich am Abend der Bluttat des 18-jährigen Deutsch-Iraners David S. selbst bei der Polizei gemeldet und wurde zunächst als wichtiger Zeuge betrachtet. Später verstrickte er sich aber in Widersprüche und wurde festgenommen.

Vor Amoklauf gemeinsam in Tatortnähe

S. hatte am Freitagabend beim und im Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen und sich selbst erschossen. 35 Menschen wurden verletzt. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte er sich vor der Tat eng mit dem 16-Jährigen über Amokläufe ausgetauscht. Bis kurz vor der Tat hielten sich beide Jugendliche gemeinsam in Tatortnähe auf. Darauf verweist ein gelöschter und von der Polizei wieder hergestellter Chatverlauf zwischen den beiden Jugendlichen, wie Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch sagte.

Der 16-Jährige soll zudem davon gewusst haben, dass sein Freund im Besitz der Pistole vom Modell Glock und Munition war. Daraus ergebe sich Steinkraus-Koch zufolge „die Möglichkeit, dass unser jetziger Beschuldigter etwas von der Tat gewusst haben könnte“. In dem Fall könnte dem Jugendlichen vorgeworfen werden, eine bevorstehenden Straftat nicht angezeigt zu haben.

Für Erwachsene steht darauf eine Strafe bis zu fünf Jahren, der 16-Jährige fällt aber unter das Jugendstrafrecht. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl. Der 16-Jährige sei aber wieder entlassen worden, weil ein Haftrichter „keinen Haftgrund gesehen“ habe, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts (LKA).

In Psychiatrie kennengelernt

Die beiden Jugendlichen hatten sich im Sommer des vergangenen Jahres während eines Aufenthalts in der Psychiatrie kennengelernt. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler begann S. in diesem Zeitraum mit der Planung seiner Tat.

Verdächtiges Paket auf Bahnhof: Entwarnung in Mailand

Wegen eines Bombenalarms ist es heute in Mailand zu chaotischen Zuständen gekommen. Ein verdächtiges Paket wurde in der U-Bahn-Station des Hauptbahnhofs entdeckt. Letztlich erwies sich das von den Einsatzkräften gesprengte Paket aber als harmlos: Es beinhaltete lediglich einige Batterien für elektrische Systeme.

Zeitweise war der Verkehr auf den U-Bahn-Linien M2 und M3 unterbrochen. Die U-Bahn-Station des Mailänder Zentralbahnhofs und mehrere Shops des Bahnhofgeländes wurden evakuiert.

Nach Angaben von Italiens Innenminister Angelino Alfano sei nicht auszuschließen, dass jemand bewusst für Chaos sorgen wollte. Die Polizei überprüfe derzeit die Videoaufnahmen, um festzustellen, wer das Paket in der U-Bahn-Station des Hauptbahnhofs gelassen hat.

Attacke von Reutlingen: Täter und Opfer waren ein Paar

Der mutmaßliche Gewalttäter und das Opfer der Bluttat von Reutlingen in Deutschland waren ein Paar. Der 21 Jahre alte Tatverdächtige habe eigenen Angaben zufolge eine Beziehung mit der 45 Jahre alten Frau gehabt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft heute Nachmittag mit. Beide waren in einer Gaststätte angestellt und kannten einander von der Arbeit.

60 Zentimeter langes Dönermesser

Bei der Vernehmung des 21-Jährigen hätten sich „Hinweise auf psychische Auffälligkeiten“ ergeben. Ob darin das Motiv für die Bluttat vom Sonntag zu suchen ist, sei unklar. Nach einem Streit hatte der 21-Jährige seiner Freundin mit einem 60 Zentimeter langen Dönermesser auf den Kopf geschlagen und sie tödlich verletzt. Auf seiner Flucht verletzte er mit dem Messer, das zuvor fälschlicherweise als Machete bezeichnet wurde, weitere Menschen. Er ist in Haft.

Zwei Tote nach Schüssen in Florida

Schüsse vor einem Club in Florida haben zwei Menschen getötet und mindestens 16 verletzt. Zu der Bluttat kam es heute in der Früh(Ortszeit) nach einer Party für Teenager. Einer der Toten sei ein 14-jähriger Bub, der andere ein 18-Jähriger. Die Verletzten waren zwischen zwölf und 27 Jahre alt, wie US-Medien unter Berufung auf eine Krankenhaussprecherin berichteten.

Wie es weiter hieß, nahm die Polizei drei Verdächtige fest, bei denen es sich um Erwachsene handeln soll. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt, was bedeutet, auch das Motiv der Tat blieb vorerst unklar.

Polizisten am Tatort in Fort Myers

Reuters/Joe Skipper

Den Berichten zufolge hatte der Club Blu in der Stadt Fort Myers zu der Party eingeladen. Als die jungen Leute nach Mitternacht nach draußen in Richtung Parkplatz strömten, fielen die Schüsse. Viele der Jugendlichen seien gerade dabei gewesen, ihre Eltern anzurufen, um sich abholen zu lassen. Augenzeugen berichteten von Chaos, Schreien und blutenden Menschen auf dem Boden.

Auch in zwei Straßen Schüsse

Wie unter anderem die örtliche Zeitung „News-Press“ berichtete, fielen nachts auch in zwei Straßen in der Stadt Schüsse. In einem Fall sei auf ein Haus und auf Fahrzeuge gefeuert worden, ein Einwohner sei leicht verletzt worden, hieß es unter Berufung auf die Polizei. Ob die Vorfälle zusammenhängen, stand zunächst nicht fest.

Fort Myers liegt in Südflorida am Golf von Mexiko. Es hat etwa 65.000 Einwohner. Im Juni waren bei einem Anschlag auf einen Homosexuellenclub in Orlando ebenfalls in Florida 49 Menschen ums Leben gekommen, 53 wurden verletzt.

38 Tote bei Hausbrand in Madagaskar

Beim Brand eines gerade renovierten Hauses in Madagaskar sind 38 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 16 Kinder. Wie die Polizei heute berichtete, überlebte nur ein Bub das Unglück.

Der Besitzer gab demnach eine Einweihungsfeier in dem Haus seiner Familie im Zentrum eines Dorfes, als Funken aus einem Holzofen im Hof eine angrenzende Strohhütte in Brand setzten. Die Flammen griffen auf das Strohdach des Hauses über.

Als Einzigem gelang es dem Buben, sich durch den Sprung aus einem Fenster zu retten. Einige der Opfer, allesamt Angehörige des Besitzers, waren eigens zu der Feier in das Dorf gereist.

IT

Europol hilft Opfern von Interneterpressung

Europol hilft Opfern von Onlineerpressung: Auf der heute in Den Haag präsentierten Site www.nomoreransom.org bietet die europäische Polizeibehörde Software gegen schädliche Ransom-Software an, die den Zugang zu Daten blockiert.

Bei einem Ransom-Angriff schleusen Kriminelle Viren in Computer ein, die Daten für die Verbraucher unzugänglich machen. Erst nach Zahlung eines „Lösegeldes“ („ransom“) wird der Zugang wieder freigeben. Ransom-Software kann über kriminelle Websites und infizierte E-Mail-Anhänge geladen werden. Ransom-Angriffe sind nach Angaben von Europol ein zunehmendes Problem in Europa.

Verbraucher sollten nie Lösegeld bezahlen

Die auf der Website angebotenen Hilfsmittel können Daten wieder zugänglich machen. Das sei aber keine „wasserdichte Lösung“, betonte Europol. Die entwickelte Software wirkt vorerst nur gegen einige Ransom-Viren. Viele andere konnten bisher noch nicht entschlüsselt werden. Verbraucher müssten weiter ihre Computer schützen und sollten nie Lösegeld bezahlen, warnt Europol.

Die Anti-Ransom-Programme wurden gemeinsam mit dem Chipfabrikant Intel und dem Sicherheitsunternehmen Kaspersky entwickelt. Im Kampf gegen Cyberkriminalität sei Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft notwendig.

Mehr dazu in help.ORF.at

Verizon kauft Yahoo-Kerngeschäft

Der Internetpionier Yahoo verliert nach langer Krise seine Eigenständigkeit. Für 4,8 Milliarden Dollar (4,4 Mrd. Euro) in bar geht das Kerngeschäft an den US-Telekomkonzern Verizon, wie der Käufer heute mitteilte und damit einen Reuters-Bericht von gestern Abend bestätigte. Verizon sichert sich damit einen relativ günstigen Deal. Denn Analysten hatten den Wert der Internet- und E-Mail-Sparte von Yahoo zuletzt auf sechs bis acht Milliarden Dollar geschätzt.

Das Internet dominieren vor allem Google und Facebook. Yahoo kann dieser Übermacht nicht mehr viel entgegensetzen, obwohl Firmenchefin Marissa Mayer eine Trendwende versprochen und dafür auch viel Geld in Übernahmen investiert hatte. Die Zahlen wurden aber nicht besser. Unter dem Druck eines Milliardenverlustes hatte Mayer dann im Februar die Reißleine gezogen und den Verkauf angekündigt.

Alibaba und Yahoo Japan bleiben

Nicht abgestoßen werden die Beteiligungen an dem chinesischen Onlinehändler Alibaba und Yahoo Japan. Diese waren zuletzt viel mehr wert als das angestammte Internetgeschäft von Yahoo. Insidern zufolge hatten sich auch der Telekomkonzern AT&T sowie einige milliardenschwere Investoren für Yahoo interessiert.

Zu Verizon gehört bereits der ebenfalls gefallene Internetpionier AOL. Diesen hatte der Telekomkonzern 2015 für 4,4 Milliarden Dollar geschluckt. Internet- und Telekomdienstleistungen verschwimmen immer mehr.

Science

Religion

Kultur

Hollywoods „unsichtbare Stimme“: Marni Nixon ist tot

Mit Filmklassikern wie „My Fair Lady“ und „West Side Story“ wurde ihre Stimme weltbekannt - ihr Name Marni Nixon war dagegen nur wenigen ein Begriff. Gestern ist Hollywoods große „Ghost-Sängerin“ im Alter von 86 Jahren an Brustkrebs gestorben, wie die „New York Times“ („NYT“) heute berichtete. Von der BBC wurde Nixon als Hollywoods „unsichtbare Stimme“ gewürdigt.

Ihre Stimme borgte sie neben Audrey Hepburn und Natalie Wood auch Deborah Kerr für die Gesangseinlagen in „The King and I“ (Der König und ich) aus dem Jahr 1956. „Man musste immer einen Vertrag unterzeichnen, damit nichts an die Öffentlichkeit dringt“, erzählte Nixon 2007 dem Sender ABC News. Das Filmstudio Twentieth Century Fox habe ihr gedroht: „Sie sagten, wenn irgendwer jemals erfährt, dass Du teilweise Deborah Kerr synchronisiert hast, sorgen wir dafür, dass Du in dieser Stadt keinen Job mehr bekommst.“

„Geist mit dem gewissen Etwas“

Als Schauspielerin stand sie selten vor der Kamera. Dem Broadway blieb die Sopransängerin dagegen bis ins hohe Alter erhalten. Eine Zeit lang gehörte Nixons Wunderstimme laut „NYT“ zu den „bestgehüteten Geheimnissen Hollywoods“. Dann schrieb 1964 das „Time“-Magazin über den „Geist mit dem gewissen Etwas“.

Nixon verewigte sich laut ABC News auch in einem der berühmtesten Filmlieder der Welt: In Marilyn Monroes „Diamonds Are a Girl’s Best Friend“ übernahm sie die schwierigen hohen Töne.

Bayreuth im Schatten der Bluttaten eröffnet

Überschattet von den jüngsten Bluttaten starteten heute Nachmittag auf dem Grünen Hügel die 105. Bayreuther Festspiele. Die Eröffnung des weltberühmten Festivals wurde von einem großen Polizeiaufgebot gesichert. Einsatzkräfte patrouillierten am Festspielhaus, das von Absperrungen umgeben war. Die Taschen von Besuchern und Zaungästen wurden kontrolliert.

Polizisten vor dem Festspielhaus in Bayreuth

APA/dpa/Timm Schamberger

Nach den Bluttaten von Würzburg, München und Ansbach war der rote Teppich für die Prominenz ebenso abgesagt worden wie der traditionelle Staatsempfang nach der Aufführung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ihre Teilnahme schon lange zuvor aus Termingründen abgesagt.

„Pasifal“ als einzige Neuinszenierung

Zur Eröffnung wurde Richard Wagners letzte Oper „Parsifal“ in einer Neuinszenierung von Uwe Eric Laufenberg gezeigt. Vor Beginn der „Parsifal“-Aufführung war auf dem Bühnenvorhang folgende Widmung zu lesen: „Die Bayreuther Festspiele widmen die heutige Aufführung allen Opfern der Gewalttaten der vergangenen Tage und ihren Angehörigen.“

Schon vor Monaten hatten die Stadt Bayreuth und die Festspiele angesichts latenter Terrorgefahr bei Großveranstaltungen ein verschärftes Sicherheitskonzept erarbeitet. Es war mehrfach, unter anderem von Künstlern, kritisiert worden. Der kaufmännische Direktor Holger von Berg zeigte sich heute jedoch froh darüber.

Die Bayreuther Festspiele dauern bis zum 28. August. „Parsifal“ ist die einzige Neuinszenierung. Daneben stehen als Wiederaufnahmen auf dem Spielplan: der vierteilige „Ring des Nibelungen“ in einer Inszenierung von Frank Castorf, „Der fliegende Holländer“, inszeniert von Jan Philipp Gloger sowie „Tristan und Isolde“ in der Deutung der Bayreuther Festspielchefin Katharina Wagner.

Leute

Panorama

18 Monate Zwangspause für New Yorks U-Bahnlinie „L“

Eine der meistgenutzten New Yorker U-Bahn-Linien muss wegen Reparaturarbeiten nach dem Wirbelsturm „Sandy“ im Jahr 2012 für eineinhalb Jahre schließen. Ab Anfang 2019 werde der Tunnel unter dem East River, in dem die Linie „L“ von Manhattan nach Brooklyn und umgekehrt fährt, für 18 Monate gesperrt, berichtete die „New York Times“ heute unter Berufung auf die Verkehrsbehörde MTA. Auch alle Stationen der „L“ in Manhattan sollen nicht mehr angefahren werden.

Wirbelsturm „Sandy“ beschädigte Tunnel schwer

Der Wirbelsturm „Sandy“ habe den U-Bahn-Tunnel damals so stark beschädigt, dass es keine andere Möglichkeit gebe, hieß es von der MTA. Als Alternative werde über zusätzliche Busse und Fähren sowie über den Ausbau des Angebots anderer U-Bahn-Linien nachgedacht. Derzeit nutzen rund 225.000 Menschen jeden Tag die Linie „L“, um von Brooklyn nach Manhattan und umgekehrt zu fahren.