Ausland

Kurz wirbt bei UNO-Generalsekretär für Standort Wien

Außenminister Sebastian Kurz ist heute am Sitz der Vereinten Nationen in New York mit dem neuen Generalsekretär Antonio Guterres zusammengetroffen. Der ÖVP-Politiker setzte sich dabei auch für den UNO-Standort Wien ein. Mit gutem Grund: Dieser bringe rund 500 Mio. Euro im Jahr und kreiere 10.000 Jobs, erklärte Kurz bereits im Vorfeld.

„Wir profitieren massiv vom Amtssitz Wien“, hielt Kurz gegenüber mitgereisten Journalisten fest - sowohl politisch als auch über die Umwegrentabilität. Der frühere Generalsekretär Ban Ki Moon sei dem UNO-Sitz in Wien sehr gewogen gewesen. Ban hatte auch als südkoreanischer Botschafter einige Jahre in der Bundeshauptstadt gelebt.

Auch Migration und Flüchtlinge Thema

Beim Treffen mit dem früheren sozialistischen Ministerpräsidenten Portugals stand auch das Thema Migration und Flüchtlinge auf dem Programm. Portugal sei von der Krise zwar nicht direkt betroffen, Guterres habe als ehemaliger Chef des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) aber einen „weltweiten Blick“. Daher wollte Kurz dem 67-jährigen Generalsekretär auch die Herausforderungen der „Zielländer“ näherbringen.

Zudem standen bei dem Gespräch zwischen dem Außenminister und dem Generalsekretär die Themenbereiche Radikalisierung und Terrorismusbekämpfung auf dem Programm. Da plane die UNO eine eigene Einheit. „Wir unterstützen das voll und ganz“, sagte Kurz. Gerade in Zeiten von Umbrüchen und neuen Herausforderungen sei die internationale Kooperation unabdingbar.

Diese Haltung wollte Kurz in seiner Funktion als aktueller Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auch nach dem Gespräch mit Guterres bei seiner Rede vor dem UNO-Sicherheitsrat vertreten. „Wer Stabilität und Sicherheit im eigenen Land möchte, muss sich auch außerhalb engagieren.“ Dass das mitunter schwierig sei, bekomme er durch den OSZE-Vorsitz fast täglich zu spüren.

Türkei erlaubt Soldatinnen Tragen des Kopftuchs

Das Kopftuchverbot für Soldatinnen in der Türkei ist aufgehoben worden. Verteidigungsminister Fikri Isik sagte heute nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, sein Ministerium habe eine Regelung erlassen, die es den Frauen in der Armee erlaube, das Kopftuch in Farben der Uniform zu tragen. Gemusterte Stoffe seien nicht erlaubt. Die Regelung tritt nach Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.

Die Türkei ist ein mehrheitlich muslimisches Land mit einer säkularen Verfassung. Unter der Regierung der islamisch-konservativen AKP, die seit 2002 an der Macht ist, wurde das Kopftuchverbot in staatlichen Einrichtungen nach und nach gelockert. Seit 2013 dürfen etwa zivile Staatsbedienstete Kopftuch tragen, seit vergangenem Jahr auch Polizistinnen und zivile Angehörige der Streitkräfte.

Niederlande: Personenschützer von Wilders festgenommen

Ein Polizist aus dem Personenschutzteam des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders ist unter dem Verdacht des Geheimnisverrats festgenommen worden.

Er soll geheime Informationen an eine marokkanisch-niederländische Verbrecherbande durchgeschleust haben, teilte ein Polizeisprecher heute in Den Haag mit. Die Sicherheit des Politikers sei aber dadurch nicht in Gefahr geraten.

„Ernste Angelegenheit“

Wilders reagierte empört: „Wenn ich dem Dienst, der mich schützen muss, nicht mehr blind vertrauen kann, kann ich nicht mehr funktionieren“, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. Nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Mark Rutte war er beruhigter und twitterte: „Ist ernste Angelegenheit und wird zum Glück vom Kabinett auch ernst angegangen.“

Der Beamte war den Angaben nach nicht als direkter Bodyguard von Wilders eingesetzt, hatte aber möglicherweise Zugang zu Adressen von dessen Aufenthaltsorten. Der 53-jährige Politiker wird wegen seiner heftigen Islamkritik bedroht und steht seit über zehn Jahren unter strengstem Personenschutz.

Wilders-Partei sinkt in Umfragen

Drei Wochen vor der Parlamentswahl in den Niederlanden büßte Wilders’ Partei ihren deutlichen Vorsprung in Umfragen ein. Wilders’ Partei für die Freiheit (PVV) liegt nun etwa gleichauf mit der rechtsliberalen VVD von Ministerpräsident Mark Rutte, wie aus einer heute veröffentlichten Analyse der sechs wichtigsten Umfragen hervorgeht.

Laut dieser kommen Wilders’ PVV auf etwa 17 Prozent und Ruttes VVD auf 16 Prozent. Noch im Jänner lag die Wilders-Partei mit bis zu 20 Prozent in Führung. Der sozialdemokratischen Koalitionspartei PvdA droht nach den Umfragen mit etwa acht Prozent der völlige Einbruch. 2012 kam die Partei auf etwa 25 Prozent. Laut Umfragen können die christdemokratische CDA, die grüne Partei GroenLinks und die linksliberale D66 mit jeweils elf Prozent rechnen.

Freilassung von russischem Oppositionellen angeordnet

Der Oberste Gerichtshof in Russland hat heute die Freilassung des Oppositionellen Ildar Dadin angeordnet, der wegen friedlicher Proteste gegen Staatschef Wladimir Putin in Haft sitzt. Das Gericht folgte einem Antrag der Staatsanwaltschaft und urteilte, dass Dadins Strafe aufgehoben und sein Fall zu den Akten gelegt werden soll, wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete. Der 34-Jährige habe ein Recht auf „Rehabilitierung“, was auch Entschädigungszahlungen einschließt.

Wegen friedlicher Proteste in Haft

Dadins Fall sorgt in Russland und international seit Längerem für Wirbel. Der Aktivist ist der einzige Häftling in Russland, der wegen der Teilnahme an friedlichen, aber nicht genehmigten Demonstrationen auf der Grundlage einer 2014 beschlossenen Neuregelung im Gefängnis sitzt. Vor knapp zwei Wochen hatte das Verfassungsgericht eine Überprüfung des Falls angeordnet - das Strafmaß müsse der Gefahr für die Öffentlichkeit entsprechen, außerdem dürfe es nur nach gewaltsamen Protesten Gefängnisstrafen geben.

Für den Inhaftierten hat das Urteil eher Symbolkraft. Er sitzt seit Februar 2015 im Gefängnis und hätte noch sechs Monate seiner Strafe absitzen müssen. In der Vergangenheit berichtete er über Folter und Misshandlungen in der Haft, Menschenrechtsorganisationen forderten mehrfach seine Freilassung. Protestiert hatte Dadin damals gegen die Politik von Präsident Putin.

Hoffnung auf baldige Freilassung

Bei der Urteilsverkündung war er per Videolink aus seiner Strafkolonie in Sibirien zugeschaltet. Seine Verteidiger hoffen, dass er nun tatsächlich bald freikommt. Sie könne nun zu ihm nach Barnaul fahren, sagte seine Frau Anastasia Sotowa dem Sender Doschd. „Ich habe aber Angst, dass sie ihn jetzt freilassen und am nächsten Tag gleich wieder festnehmen.“

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow kommentierte das Urteil vom Mittwoch nur knapp. Jede Gerichtsentscheidung „sollte respektiert werden“, erklärte er, vor allem wenn es sich um eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs handle.

Russland will Beteiligung von Kurden an Syrien-Gesprächen

Vor den Syrien-Gesprächen in Genf hat der russische Außenminister Sergej Lawrow eine Beteiligung der Kurden an künftigen Verhandlungen gefordert. An der Suche nach einer Lösung des Konflikts müsste die gesamte syrische Opposition beteiligt werden, sagte er heute in Moskau. „Ohne die Kurden geht das natürlich nicht.“

In der Schweiz kommen morgen unter UNO-Vermittlung Vertreter der syrischen Führung und Opposition zusammen. Geplant sind Gespräche über eine Übergangsregierung, eine neue Verfassung und freie Wahlen. Zuletzt hatte Russland zusammen mit der Türkei und dem Iran im zentralasiatischen Kasachstan zwei vorbereitende Treffen der Konfliktparteien vermittelt. UN-Vermittler Staffan de Mistura erwartet bei den bevorstehenden Verhandlungen jedoch keinen schellen Durchbruch.

Aktivisten: Israel griff Waffenlager an

Israelische Kampfflugzeuge griffen nach Angaben von Aktivisten Waffenlager nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus an. Mindestens sechs Raketen seien heute in einem Gebiet nördlich von Damaskus in die Depots eingeschlagen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien.

Staub und Nebel nach einem Luftangriff in Damaskus

Reuters/Bassam Khabieh

Es sei unklar, ob das Waffenlager den syrischen Regierungstruppen oder der mit der Regierung verbündeten libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah gehöre. Offizielle Stellungnahmen aus Tel Aviv oder Damaskus gab es zunächst nicht. Die der syrischen Opposition nahstehende Beobachtungsstelle nannte mehrere übereinstimmende Informationen als Grundlage ihrer Berichterstattung.

Angriff soll Hisbollah gegolten haben

Aus libanesischen Sicherheitskreisen erfuhr die dpa, dass der Angriff einer Waffenlieferung für die Hisbollah gegolten habe. Die israelfeindliche Hisbollah kämpft im syrischen Bürgerkrieg auf der Seite des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad. Die syrische Regierung hatte Israel in der Vergangenheit bereits mehrfach vorgeworfen, Luftangriffe auf Ziele bei Damaskus zu fliegen. Die Angriffe erfolgen in der Regel von außerhalb des syrischen Luftraumes.

Amnesty: Globaler Rückschritt bei Menschenrechten

Eine verheerende Bilanz zieht die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in ihrem neuen Jahresbericht: Die NGO beklagt eine globale Tendenz der feindseligen Rhetorik und einer Politik des „Wir gegen die anderen“. Menschenrechte würden weltweit zurückgedrängt.

Als Beispiel wird die polternde Politik von US-Präsident Donald Trump ebenso genannt wie der Umgang westlicher Staaten mit der Flüchtlingskrise und die autoritären Tendenzen in der Türkei.

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Inland

Experten zweifeln Prognosen zu Beschäftigungsbonus an

WIFO und IHS haben Zweifel an der Ankündigung von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), dass der von der Regierung beschlossene Beschäftigungsbonus bis zu 160.000 Jobs schaffen könne.

„Das ist sehr, sehr optimistisch“, waren sich beide Institute heute im Ö1-Mittagsjournal einig. „Das ist eine sehr, sehr, sehr optimistische Erwartungshaltung“, so ein WIFO-Experte auch im „Kurier“.

Es wäre ohnehin in vielen Fällen zu Neuanstellungen gekommen, außerdem sei der Beschäftigungsbonus im Umfang von zwei Mrd. Euro keine Lohnnebenkostensenkung, sondern eine Förderung, hieß es im Radiobeitrag. Dass sich die zwei Mrd. Euro von selbst finanzieren wie ebenfalls von Mitterlehner angekündigt, glauben Wifo und IHS ebenfalls nicht - einen Teil werde der Steuerzahler übernehmen, so die Experten.

WIFO: Zwei Faktoren schmälern Wirkung

„Das ist eine sehr, sehr, sehr optimistische Erwartungshaltung“, zitierte der „Kurier“ (Mittwoch-Ausgabe) den WIFO-Arbeitsmarktexperten Rainer Eppel. Dieser sieht die neue Förderung nicht grundsätzlich negativ: „Aus meiner Sicht kann der Beschäftigungsbonus dazu beitragen, dass sich die Stimmung der Unternehmen verbessert und zusätzliche Jobs geschaffen werden, indem der Faktor Arbeit billiger gemacht wird“, so Eppel.

Zwei Faktoren würden aber die potenzielle Wirkung schmälern. So würden damit auch Neueinstellungen geförder, die es auch ohne Senkung der Lohnnebenkosten gegeben hätte. Eppel kritisierte zudem, dass der Bonus nur eine isolierte Einzelmaßnahme sei.

„Wirksamer wäre es, den Faktor Arbeit grundlegend und dauerhaft im Zuge einer Steuer- und Abgabenstrukturreform zu entlasten“, so Eppel. Das heiße, die Regierung sollte die Lohnnebenkosten generell senken. So werde wieder einmal nur „an einer einzelnen Schraube gedreht“.

Sport

Champions League: Leicester baut auf seine CL-Form

Mitten im Abstiegskampf befindet sich der englische Meister Leicester City derzeit in der Premier League. Das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Sevilla bietet der Mannschaft von Trainer Claudio Ranieri heute (20.45 Uhr, live in ORF eins) eine willkommene Gelegenheit, der Ligatristesse zu entfliehen.

Um die starken Spanier zu bezwingen, müssen Christian Fuchs und Co. aber zu ihrer im Herbst gezeigten Champions-League-Form zurückfinden.

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Eishockey: Positionen für EBEL-Play-offs bezogen

44 Runden im Grunddurchgang und zehn Spieltage in der Zwischenrunde der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) sind absolviert. Teams und Fans sind bereit für den Höhepunkt der Saison, die Play-offs. Im heuer zum fünften Mal ausgeführten „Pick“, der Auswahl der Gegner, wurden die Positionen für die „Best of seven“-Serien bezogen. Meister Salzburg wählte Graz, während sich die erstplatzierten Capitals die „Haie“ aus Innsbruck aussuchten.

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Wirtschaft

Peugeot-Familie soll Opel-Übernahme unterstützen

Die französische Peugeot-Familie unterstützt die Pläne des Autokonzerns PSA zur Übernahme von Opel. Das verlautete heute in Paris aus dem Umfeld des Unternehmens. Das Vorhaben sei bereits bei Verwaltungsratssitzungen der beiden Familienholdings FFP und EPF erörtert worden. Über die Holdings hält die Peugeot-Familie 12,81 Prozent des PSA-Kapitals.

Wie in der vergangenen Woche bekanntwurde, will der PSA-Konzern mit den Marken Peugeot, Citroen und DS die Europasparte des US-Autobauers General Motors (GM) kaufen, zu der auch Opel gehört. In Deutschland gibt es deshalb Sorge um die mehr als 18.000 Arbeitsplätze.

Treffen mit Wirtschaftsminister

Die Peugeot-Familie sei sehr zufrieden mit der Arbeit von PSA-Chef Carlos Tavares, hieß es aus den Kreisen weiter. Tavares trifft am Abend mit dem französischen Wirtschaftsminister Michel Sapin zusammen. Der französische Staat ist ebenfalls zu 12,81 Prozent an PSA beteiligt.

Einer Übernahme von Opel müsste auch die chinesische Investmentgesellschaft Dongfeng zustimmen, die 2014 zu gleichen Teilen wie der französische Staat bei PSA eingestiegen war. Der Konzern stand damals kurz vor der Pleite. Tavares führte das Unternehmen wieder in die Gewinnzone.

Schelling verkündet Aus für Handwerkerbonus nach 2017

Heuer wird es ihn noch einmal geben, danach dürfte Schluss sein mit dem Handwerkerbonus zur Förderung für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten zu privatem Wohnraum.

2017 wird die Regierung den Bonus noch einmal gewähren, aufgrund derzeitiger Konjunkturdaten geht Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) aber davon aus, dass Handwerkerleistungen künftig nicht mehr gefördert werden.

Mit dem Bonus werden Handwerkerleistungen mit 20 Mio. Euro Gesamtbetrag gefördert. Die Förderung beträgt 20 Prozent der Kosten und ist mit 600 Euro pro Förderungswerber gedeckelt. Ziel der Maßnahmen sei es, Leistungen, die illegal bezogen wurden, in die Legalität zu ziehen und auch die Wirtschaft anzukurbeln, sagte Schelling heute im parlamentarischen Budgetausschuss laut Parlamentskorrespondenz.

Einführung im Jahr 2014

Er sei selbst kein Freund des Handwerkerbonus, räumte Schelling ein, und er verstehe auch die Kritik der Abgeordneten - bemängelt wurden etwa Mitnahmeeffekte. Diese angeführten Effekte beträfen aber das deutsche Modell, so Schelling, von dem sich das heimische wesentlich unterscheide. Aufgrund der aktuellen Konjunkturentwicklung geht der Finanzminister davon aus, dass die Bonusaktion kein weiteres Mal verlängert wird, heißt es in einer Aussendung.

Eingeführt wurde der Handwerkerbonus im Jahr 2014, bis 2016 wurde er mehr oder weniger automatisch verlängert. Voriges Jahr wurde bereits für heuer die warnende Rute ins Fenster gestellt, dass der Bonus bei guter Konjunkturlage nicht prolongiert werde - das könnte nun 2018 der Fall sein.

Brasilien muss Kaffee importieren

Der weltgrößte Kaffeeproduzent Brasilien muss erstmals in seiner Geschichte im größeren Stil Kaffee importieren, um den Bedarf im Inland zu decken. Die Regierung von Staatspräsident Michel Temer habe für vier Monate, von Februar bis Mai, den Import von einer Million Säcken (je 60 Kilogramm) der Sorte Robusta aus Vietnam genehmigt, berichtete das Portal „Folha de Sao Paulo“ am Mittwoch. Die bessere Kaffeesorte Arabica geht vor allem in den Export.

Brasilien leidet in den Anbaugebieten seit Monaten unter einer Dürre, der Kaffeepreis stieg in Brasilien nach Angaben der nationalen Statistikbehörde um 14,9 Prozent in zwölf Monaten. Im besonders betroffenen Bundesstaat Espirito Santo fiel die Produktion der Sorte Robusta auf acht Millionen Säcke 2016, das sind 30 Prozent weniger als im Vorjahr.

Pro Monat sollen 250.000 Säcke Robusta importiert werden. Brasilien produzierte zuletzt rund 56 Millionen Säcke pro Jahr.

WTO-Abkommen über Handelserleichterungen tritt in Kraft

Das Abkommen über Handelserleichterungen (TFA) der Welthandelsorganisation (WTO) tritt heute in Kraft. Die nötigen 110 Mitgliedsstaaten haben das Abkommen ratifiziert.

Das Abkommen dürfte die globalen Exporte laut Schätzungen um eine Billion Dollar (950 Mrd. Euro) jährlich anschieben. Bei voller Umsetzung trage das Abkommen 2030 mehr als 0,5 Prozent pro Jahr zur Weltwirtschaftsleistung bei, sagte WTO-Generaldirektor Roberto Azevedo in Genf. "Dies ist die größte Reform des Welthandels in diesem Jahrhundert", meinte er.

Die 164 Mitgliedsländer der WTO wollen mit dem Bürokratieabbau den internationalen Handel beschleunigen. Es ist das erste wirklich multilaterale Abkommen in der 22-jährigen Geschichte der Organisation.

Chronik

Lebenserwartung in Österreich steigt

Die Lebenserwartung von Menschen in Industrienationen steigt weiter - auch in Österreich. Hierzulande wird bis 2030 bei Männern ein Anstieg von 77,73 auf 81,40 Jahre und bei Frauen von 83,21 auf 86,22 Jahre erwartet, wie eine neue Studie in der Fachzeitschrift „Lancet“ zeigt. Im Schnitt über 90 Jahre werden laut Angaben Frauen in Südkorea und erreichen damit die höchste Lebenserwartung. Generell ist die Entwicklung von Land zu Land sehr unterschiedlich: So bleibt etwa die Situation in den USA anhaltend schlecht.

Mehr dazu in Experten zweifelten lange

Gestohlenes Eingangstor zurück in KZ-Gedenkstätte Dachau

Das 2014 gestohlene und 2016 in Norwegen wiederentdeckte historische Eingangstor des Konzentrationslagers Dachau ist zurück an seinem Ursprungsort. Heute nahm eine Delegation um den Präsidenten des Internationalen Dachaukomitees, Jean-Michel Thomas, und Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) das Tor mit der zynischen Aufschrift „Arbeit macht frei“ an der KZ-Gedenkstätte Dachau in Empfang. Spaenle erklärte, das sei ein „wichtiger historischer Moment“.

Arbeiter transportieren ein Tor mit der Aufschrift "Arbeit macht frei"

APA/AFP/Uwe Lein

Tor von unbekannten Tätern gestohlen

Bis heute unbekannte Täter hatten das schmiedeeiserne Tor in der Nacht auf den 2. November 2014 gestohlen und abtransportiert. Anfang Dezember vergangenen Jahres wurde das Tor im norwegischen Bergen entdeckt. Es wurde in einem Kunsttransport nach Bayern gebracht.

Das Tor soll nicht wieder an seinem historischen Standort eingesetzt werden, sondern in die Dauerausstellung der Gedenkstätte übernommen werden. Zu den Gedenkfeiern zum 72. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers am 30. April soll es erstmals wieder gezeigt werden.

Die Hoffnung auf eine Rückkehr des Tores wurde fast aufgegeben, auch eine Replik wurde angefertigt.

„Dieses Tor mit der Aufschrift ‚Arbeit macht frei‘ stand und steht für die Erniedrigung jedes einzelnen Menschen und weiter Teile der Gesellschaft durch die NS-Diktatur“, erklärte Spaenle. Ihr Schicksal sei mit der „Perversion der Sprache“ grausam verharmlost worden.

Gesundheit

Resistenz von Erregern gegen Antibiotika nimmt zu

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat vor zunehmender Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika gewarnt. Die Widerstandsfähigkeit der Krankheitserreger stelle eine „ernsthafte Bedrohung für Mensch und Tier“ dar, heißt es in dem veröffentlichten Bericht. In der EU sterben jährlich etwa 25.000 Menschen an den Folgen einer von resistenten Bakterien ausgelösten Infektion.

Besonders widerstandsfähig sind demnach Salmonellen. Die von ihnen ausgelöste Salmonellose gilt als zweithäufigste unter den über Lebensmittel übertragenen Erkrankungen in der EU. Erstmals wiesen die Forscher auch Resistenzen gegen das Antibiotikum Carbapenem in der EU nach, das üblicherweise als letzte mögliche Behandlungsmethode in schweren Fällen von Salmonellose angewandt wird. Dennoch bleibe die Widerstandsfähigkeit der Bakterien gegenüber diesem Antibiotikum gering, die Erfolgschancen auf eine Genesung sei also hoch.

Kultur

Paris feiert Vermeer: Doppelausstellung im Louvre

Nach mehr als 50 Jahren widmet sich der Louvre erstmals wieder dem Maler Jan Vermeer (1632-1675). In einer Doppelausstellung feiert der Pariser Kunsttempel den holländischen Künstler und einige seiner Zeitgenossen. Unter dem Titel „Vermeer und die Meister der Genremalerei“ präsentiert das Museum ab heute mehr als 50 Werke.

Menschen betrachten Bilder von Vermeer im Louvre

AP/Francois Mori

Darunter sind zwölf, die von Vermeer stammen - ein Ereignis, denn dem Künstler werden insgesamt bisher nur 37 Werke zugewiesen. Die Gemälde stehen im Dialog mit Werken bedeutender Zeitgenossen wie Gerard Dou, Jan Steen und Pieter de Hooch.

In der Werkschau befindet sich auch der einzige Vermeer aus der privaten Leiden-Sammlung, die mit mehr als 250 Bildern als die weltweit größte Sammlung holländischer Maler gilt. Ein Teil dieser Sammlung, darunter Gemälde von Rembrandt, werden unter dem Titel „Meisterwerke der Leiden-Sammlung“ gleichzeitig im Louvre gezeigt. Beide Ausstellungen dauern bis zum 22. Mai.

Religion

Science

IT

Telefonieren und Surfen am Handy billiger geworden

Telefonieren und Surfen ist für Durchschnitts- und Intensivnutzer im Vergleich zu Dezember 2015 billiger geworden, so die Arbeiterkammer (AK) in einer Aussendung. Bei den drei großen heimischen Anbietern, A1, T-Mobile und „3“, seien die Anmeldegebühren gleich geblieben, und es gebe mehr Datenfreimengen. Die Servicepauschalen seien jedoch teilweise teurer geworden.

Mehr dazu in help.ORF.at

Apple eröffnet neue Zentrale im Silicon Valley im April

Apple wird im April nach über drei Jahren Bauzeit die ersten Mitarbeiter in seine neue riesige Zentrale im Silicon Valley einziehen lassen. Die Übersiedlung von mehr als 12.000 Beschäftigten soll über ein halbes Jahr dauern, während des Sommers soll so lange noch an Teilen des Geländes und den Außenanlagen weitergearbeitet werden, wie der iPhone-Konzern heute mitteilte.

Der neue Komplex in Cupertino soll Apple Park heißen. Der rund 1.000 Personen fassende Saal auf dem Gelände wurde nach dem 2011 verstorbenen Apple-Mitgründer „Steve Jobs Theater“ genannt. Der bereits schwer von seiner Krebserkrankung gezeichnete Jobs hatte sich in einem seiner letzten öffentlichen Auftritte im Stadtrat von Cupertino für das Mammutprojekt starkgemacht. In den Saal dürfte die Vorstellung künftiger Apple-Geräte verlegt werden.

Das runde Hauptgebäude gehört mit einer Fläche von gut 260.000 Quadratmetern zu den größten der Welt. Die Kosten wurden auf bis zu fünf Mrd. Dollar (4,8 Mrd. Euro) geschätzt.

Leute

Video zeigt Irrflug von Harrison Ford

Der John Wayne Airport im kalifornischen Santa Ana hat nun ein Video veröffentlicht, das ein von Hollywood-Schauspieler Harrison Ford gesteuertes Kleinflugzeug zeigt, das knapp über einen Jet am Rollfeld hinwegfliegt.

Verletzt wurde bei der Aktion niemand.

Ford verwechselte die Landebahn mit einer Rollbahn und flog nur knapp über einer mit mehr als 100 Menschen besetzten Maschine von American Airlines hinweg. Niemand wurde verletzt, und auch Sachschaden gab es keinen. Ein Sprecher der Fluggesellschaft American Airlines bestätigte den Vorfall, der bereits am Montagmittag (Ortszeit) stattgefunden habe.

Panorama

Isländischer Präsident will Pizza Hawaii doch nicht verbieten

Der isländische Präsident Gudni Johannesson will die Pizza Hawaii doch nicht verbieten lassen. Auf seiner Facebook-Seite nahm er eine im Scherz gemachte Äußerung offiziell zurück und stellte zudem klar, dass er gar nicht die Befugnis zu einem solchen Verbot hätte.

Vor einigen Tagen hatte der Staatschef beim Besuch einer Schule in Akureyri im Norden der Insel einem Jugendlichen gesagt, dass er Ananas auf Pizza hasse. Wenn er könnte, würde er das Rezept verbieten, fügte der 48-Jährige hinzu.

Klarstellung nach Aufregung in Sozialen Netzwerken

Nachdem das Thema von den Medien aufgegriffen worden war und in Sozialen Netzwerken für Aufregung gesorgt hatte, sah sich der Präsident zu einer Klarstellung genötigt. „Ich habe gar nicht die Macht, Gesetze zu erlassen, die es Menschen verbieten, ihre Pizza mit Ananas zu belegen“, schrieb er auf seiner Seite im Onlinenetzwerk Facebook.

Er sei sogar „glücklich“, keine solche Vollmacht zu haben, versicherte Johannesson. „Präsidenten dürfen keine unbegrenzte Macht haben.“ Eine kulinarische Empfehlung konnte er sich dennoch nicht verkneifen: Er empfehle Meeresfrüchte auf der Pizza, schrieb der Staatschef, der seit 2016 im Amt ist.