Inland

Karmasin will Land familienfreundlicher machen

Österreich soll 2025 das familienfreundlichste Land Europas sein. Dieses langfristige Ziel gab die neue Ressortchefin Sophie Karmasin anlässlich der 30-Jahre-Feier des Bundesministeriums für Familie und Jugend heute aus.

Derzeit würden nur 43 Prozent der Österreicher ihren Kinderwunsch realisieren: „Wenn wir die Kinderzahl nicht fördern, kommt uns die Zukunft abhanden“, betonte sie.

In Österreich leben 1,4 Millionen Familien mit Kindern in den unterschiedlichsten Konstellationen. Den größten Anteil daran haben Ehepaare (625.000), homosexuelle Paare mit Kindern gibt es rund 7.700. Karmasin möchte nicht ein spezielles Modell „rauspicken“: „Familie ist dort, wo sich Menschen zu Hause fühlen.“

„Kein besonders familienfreundliches Klima“

Fakt sei jedoch, dass die Kinderzahl zurückgeht, vor allem Familien mit drei und mehr Kindern gebe es immer weniger. Auch bei Familien mit Kindern unter 15 Jahre wird eine stetige Abwärtsbewegung verzeichnet. In Österreich herrsche „kein besonders familienfreundliches Klima“. In der Wahrnehmung der Familienfreundlichkeit rangiert Österreich mit 31 Prozent etwa weit hinter Dänemark mit 90 Prozent.

Neben eher abstrakten Leitprinzipien (Akzeptanz, Individualität, Partnerschaftlichkeit, „neues Denken“ und Veränderung von „Lebensrealitäten“) führte die Ministerin an konkreten Maßnahmen beispielsweise die Erhöhung der Familienbeihilfe in drei Schritten an und das flexible Kinderbetreuungskonto, mit dem sich eine Arbeitsgruppe ab Herbst auseinandersetzen wird.

Jugendschutzgesetz kein „prioritäres Ziel“

Dass nun offenbar für die Ganztagsschulen weniger Geld zur Verfügung stehen soll, wollte Karmasin nicht weiter kommentieren. Dazu, dass es nach 30 Jahren Familien- und Jugendministerium noch kein österreichweit einheitliches Jugendschutzgesetz gibt, meinte die Ministerin, das sei derzeit nicht das „prioritäre Ziel“: „Der Impuls muss von den Ländern kommen.“ Sie wäre bereit, das dann zu „moderieren“.

Mitterlehner versteht Standortkritik von Managern

Die harte Kritik heimischer Manager in den vergangenen Tagen am Standort Österreich zeigt offenbar Wirkung. Im Gespräch mit der „Presse“ (Donnerstag-Ausgabe) kann Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) vor allem die Klagen von Banken verstehen, die sich gegen eine Doppelbelastung durch die österreichische und die künftige EU-Bankenabgabe wehren.

„Mit dieser Problematik muss man sich beschäftigen, wir werden wohl auf Dauer nicht beides in diesem Ausmaß haben können“, meinte Mitterlehner. In der Koalition stellt die SPÖ die Bankenabgabe zurzeit außer Frage: Bundeskanzler Werner Faymann meinte Anfang April, dass an der Steuer nicht gerüttelt werde. „Die Bankenabgabe muss bleiben.“

Mitterlehner will mit einer weiteren Senkung der Lohnnebenkosten und mit Bürokratieabbau auf die Kritik der Wirtschaftstreibenden reagieren. Er bekennt sich zum Industriestandort Europa und zeigt Verständnis für Kritik von voestalpine-Chef Wolfgang Eder und OMV-Boss Gerhard Roiss.

Woraus sich Österreichs Schuldenberg zusammensetzt

Der Schuldenstand Österreichs hat sich im vergangenen Jahr nur geringfügig auf 74,5 Prozent des BIP erhöht - deutlich weniger als in den Jahren zuvor, wie aus den jüngsten Daten des EU-Statistikamtes Eurostat hervorgeht.

Von 2010 bis 2012 stieg die Gesamtverschuldung von 72,5 auf 74,4 Prozent. Grund dafür sind zum einen Hilfskredite für die Euro-Krisenländer und zum anderen Verbindlichkeiten, die nicht im Haushalt des Landes Salzburg verbucht waren. Auch die anderen Staaten der Währungsunion kommen trotz sinkender Defizite nicht ohne neue Schulden aus.

Mehr dazu in EU-Defizite gingen 2013 zurück

Korruptionsprozess gegen Ecclestone hat begonnen

Bernie Ecclestone muss sich seit heute wegen Korruptionsverdachts vor dem Landgericht München verantworten. Hintergrund ist der Ausstieg der Bayerischen Landesbank (BayernLB) aus der Formel 1 vor acht Jahren.

Laut Anklage soll Ecclestone den damals für den Verkauf zuständigen Bankvorstand Gerhard Gribkowsky bestochen haben, damit dieser einem von Ecclestone gewünschten Investor den Vorzug gab. Gribkowsky, der deswegen bereits zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, gilt nun als wichtigster Zeuge der Staatsanwaltschaft. Sein Auftritt wird im Mai erwartet.

Bis zu zehn Jahre Gefängnis drohen

Ecclestone will das Gericht in München persönlich von seiner Unschuld überzeugen. Dem 83-jährigen Sportmanager drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Gefängnis und die Absetzung als Formel-1-Boss. Die Rennsportserie ist sein Lebenswerk - der Brite hat die Königsklasse des Motorsports seit den 70er Jahren zu einem weltweiten Geschäft ausgebaut und es damit zum Milliardär gebracht.

Einer der Haupteigner war früher die deutsche Kirch-Mediengruppe. Wegen deren Pleite vor zwölf Jahren fiel die Beteiligung an die BayernLB als Gläubigerbank. Für den Prozess gegen Ecclestone sind vorerst 26 Verhandlungstermine bis Mitte September anberaumt.

Nazi-Parolen: 16 Monate Haft für 21-Jährigen

Ein 21-jähriger Kärntner ist gestern wegen des Verdachts der nationalsozialistischen Wiederbetätigung vor Gericht gestanden. Er soll Türken und Bosnier mit eindeutigen Parolen beschimpft haben. Das Urteil - 16 Monate Haft, davon vier unbedingt - ist nicht rechtskräftig.

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Ausland

Transparency: EU-Korruptionsregeln oft totes Recht

Die EU-Institutionen sind nach Einschätzung der Organisation Transparency International nicht ausreichend gegen Korruption gewappnet. Es gebe zwar zahlreiche Regeln und Vorschriften, um Korruption zu verhindern, allerdings würden sie oft nicht umgesetzt, beklagt die Organisation in einer Studie, die heute in Berlin vorgestellt wurde.

Mitunter mangle es am politischen Willen oder den nötigen Ressourcen, heißt es darin. Die Gesetzgebungsprozesse und Lobbyistenstrukturen in der EU seien teilweise undurchsichtig. Auch gebe es beispielsweise keine ausreichenden Vorkehrungen zum Schutz von Medieninformanten. EU-Mitarbeiter hätten daher kaum Anreize, Fehlverhalten zu melden.

Zehn EU-Institutionen untersucht

Transparency International nahm sich für die Studie zehn EU-Institutionen vor, darunter das Europäische Parlament, die EU-Kommission und den Europäischen Rat. Das EU-Büro der Antikorruptionsorganisation untersuchte die Einrichtungen mit Blick auf Unabhängigkeit, Transparenz, Rechenschaftspflicht und Integrität.

Die Autoren loben, die europäischen Institutionen machten zwar viele Dokumente und Informationen aus ihren Entscheidungsprozessen öffentlich zugänglich, besonders das EU-Parlament. Viele wichtige Verhandlungen liefen aber hinter verschlossenen Türen. Außerdem seien die Verantwortlichen in den EU-Einrichtungen nicht verpflichtet, Kontakte zu Lobbyisten während des Gesetzgebungsprozesses offenzulegen. Auch ein verpflichtendes Register der auf EU-Ebene tätigen Lobbyisten fehle.

Einfachere Regeln gefordert

Es gebe zwar zahlreiche Vorschriften, um Interessenkonflikte von EU-Mitarbeitern zu vermeiden - etwa mit Blick auf einen späteren Wechsel in die Wirtschaft. Die Regeln seien aber komplex und für die Mitarbeiter selbst schwer durchschaubar. Vermögenserklärungen der Mitglieder des EU-Parlaments würden nicht auf ihre Richtigkeit kontrolliert. Die Einrichtungen der Europäischen Union müssten an einigen Stellen nachbessern.

China gibt japanisches Schiff gegen Entschädigung frei

Konflikt aus Kriegszeiten: Ein chinesisches Marinegericht hat ein am Wochenende beschlagnahmtes japanisches Containerschiff gegen eine Entschädigungszahlung freigegeben. Die Reederei Mitsui OSK Lines habe die geforderten 2,9 Milliarden Yen (20,5 Mio. Euro) bezahlt, teilte das Gericht in Schanghai heute mit.

Die Klage ging auf Ansprüche aus Kriegszeiten vor rund 80 Jahren zurück. Demnach schuldete die Reederei Mitsui OSK Lines einer chinesischen Familie Entschädigungsleistungen. Hintergrund ist ein 1936 geschlossener Mietvertrag für zwei chinesische Schiffe, die später in den Besitz des japanischen Militärs übergingen. 2007 entschieden die Richter zugunsten der chinesischen Kläger und forderten die Reederei 2011 auf, die Zahlungen zu leisten.

Mit dem Prozess in Schanghai schaffe China einen Präzedenzfall, meinte der Japan-Experte Zhou Weihong von der Pekinger Fremdsprachen-Universität. Bisher hatte Peking aus Rücksicht auf die Beziehungen zu Japan meist versucht, solche Klagen zu verhindern. Chinas Regierung wolle die Klage benutzen, um daran zu erinnern, welchen Schaden die Japaner im Krieg angerichtet hätten.

USA begrüßen Erdogans Äußerung über Leiden der Armenier

Die USA haben die Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan über die Leiden der Armenier im Osmanischen Reich begrüßt. Das sei ein „positiver Schritt“, der zu einer „vollen Anerkennung der Fakten“ und zur Versöhnung führen könne, sagte Jen Psaki, Sprecherin des US-Außenamtes, gestern in Washington.

Erdogan hatte in einer Botschaft die Opfer der Armenier als „gemeinsames Leid“ bezeichnet. „Es lässt sich nicht abstreiten, dass die letzten Jahre des Osmanischen Reiches, gleich welcher Religion oder ethnischer Herkunft sie angehörten, für Türken, Kurden, Araber, Armenier und Millionen weiterer osmanischer Bürger eine schwierige Zeit voller Schmerz waren“, sagte Erdogan.

Im Osmanischen Reich kamen nach unterschiedlichen Schätzungen während des Ersten Weltkriegs zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Armenier ums Leben. Die Gräueltaten an den Armeniern wurden von mehr als einem Dutzend Staaten als Völkermord gewertet. Die Türkei bestreitet den Genozid, dagegen wird in Armenien der 24. April offiziell als Völkermordgedenktag begangen.

Wirtschaft

IV prophezeit stabile Jobzahl bei hoher Fluktuation

Österreichs Wirtschaft steht vor einer „Konjunkturerholung mit Gegenwind“, heißt es im Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung (IV) für das erste Quartal. Es werde zwar weiter Wachstum geben, aber dieses bleibe unterdurchschnittlich. Größter Lichtblick: Die Zahl der Jobs sinkt dank „guter Auslastung“ nicht mehr - die Fluktuation steigt dafür.

Hinter dem ausgeglichenen Durchschnittsbild auf dem Arbeitsmarkt stecke eine hohe Dynamik, sagte IV-Chefvolkswirt Christian Helmenstein heute bei der Präsentation der Konjunkturprognose. Denn jeweils 20 Prozent der Firmen wollen Jobs auf- beziehungsweise abbauen.

„Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten eine überdurchschnittliche Fluktuation bei den Arbeitskräften erleben“, so Helmenstein. Etwa 40 Prozent der Firmen rechnen mit einer Veränderung beim Personalstand.

Aus Eigeninteresse gegen Ukraine-Sanktionen

Aufträge kommen auch aus dem Ausland, allerdings hat die Wirtschaftsdynamik in den Schwellenländern nachgelassen, so dass sich der Fokus der Bestellungen in den nächsten ein oder zwei Jahren wieder auf die EU und die USA verlagern dürfte, erwartet Helmenstein. Trotzdem sei es weiter richtig, bei den heimischen Exporten die Schwellenländer verstärkt ins Visier zu nehmen.

Ein großer Unsicherheitsfaktor ist die Ukraine-Krise. Immerhin seien 750 österreichische Unternehmen in dem Land tätig, davon 150 mit Niederlassungen, 20 sogar mit „signifikanten Investitionen“, auch in der Grundstoff- und Metallindustrie in der Ostukraine, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Gerade dort habe Österreich also auch industrielle und wirtschaftliche Interessen. Explizit spricht sich die IV gegen Sanktionen aus.

Gasprom verlangt 11,4 Mrd. Dollar von Ukraine

Der staatliche russische Konzern Gasprom hat der Ukraine schlagartig zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe in Rechnung gestellt. Gasprom fordere 11,4 Milliarden Dollar (8,25 Mrd. Euro) vom ukrainischen Staatskonzern Naftogas wegen nicht eingehaltener Klauseln über Gaslieferungen, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax heute unter Berufung auf Gasprom-Exportchef Alexander Medwedew.

Naftogas habe im vergangenen Jahr nur 12,9 Milliarden Kubikmeter Gas importiert anstatt der vereinbarten 41,6 Milliarden Kubikmeter, hieß es. Gezahlt werden müsse aber für die vereinbarte Liefermenge und nicht für das tatsächlich abgenommene Gas. Zusätzlich zu den neu geforderten 11,4 Milliarden Dollar verlangt Gasprom von der Ukraine 2,2 Milliarden Dollar aus schon länger bestehenden Forderungen.

Russland hatte zu Beginn des Monats den Preis für Gas von 268 Dollar auf 485 Dollar pro 1.000 Kubikmeter erhöht. Begründet wurde das damit, dass vereinbarte Rabatte unter anderem durch die Angliederung der Krim an Russland hinfällig seien. Russlands Präsident Wladimir Putin drohte zudem, die Ukraine nur noch gegen Vorkasse mit Gas zu beliefern und notfalls die Versorgung zu drosseln, sollten die Außenstände nicht rasch beglichen werden.

Schon jeder zwölfte Neuwagen ist eine „Tageszulassung“

Die Zahl der Pkw-Tageszulassungen ist in Österreich im ersten Quartal um 6,5 Prozent auf 6.835 gestiegen - und bereits mehr als jeder zwölfte Neuwagen (8,4 Prozent) kommt über eine solche Kurzzulassung in den Straßenverkehr, wie die Statistik Austria heute mitteilte. Ein Jahr davor waren es erst 8,0 Prozent gewesen.

Insgesamt wuchsen die Pkw-Neuzulassungen im 1. Quartal um 1,6 Prozent auf 81.281 Stück. Ohne die Tageszulassungen hätte die Zunahme lediglich 1,1 Prozent betragen. Die höchsten Anteile von Tageszulassungen wurden bei den Marken Hyundai (37,5 Prozent) und Ford (26,2 Prozent) registriert. Durch Tageszulassungen können Autohändler Pkws mit höherem Rabatt verkaufen.

General Electric plant angeblich Alstom-Übernahme

Berichte über eine bevorstehende Megaübernahme in der Industrie zwischen den Großkonzernen General Electric (GE) und Alstom haben heute für Bewegung an den Börsen gesorgt.

Der französische Alstom-Konzern, der in Konkurrenz zu Siemens unter anderem Kraftwerke und Züge herstellt, hob in einer Erklärung in Paris hervor, das Unternehmen sei über kein öffentliches Kaufangebot „bezüglich seines Kapitals informiert“.

Auf mögliche vertrauliche Gespräche ging Alstom aber nicht ein. Die französische Industriegruppe reagierte nach eigenen Angaben auf „Spekulationen“, denen zufolge der US-Konzern GE in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Übernahme von Alstom für „mehr als 13 Milliarden Dollar“ sei. Die beiden Konzerne könnten eine entsprechende Übereinkunft bereits in der nächsten Woche bekanntgeben, meldete die US-Finanzagentur Bloomberg.

Aktienkurse schießen in die Höhe

Laut Bloomberg wird der Deal vom wichtigsten Alstom-Aktionär, dem Bau-, Energie- und Telekommunikationsunternehmen Bouygues, unterstützt. Bouygues wollte keine eigene Stellungnahme dazu abgeben. Die Alstom-Aktie legte nach dem Bericht heute Früh in Paris an der Börse kräftig zu. Die Aktie stieg um 11,63 Prozent auf 27,17 Euro.

Für den US-Konzern General Electric, der bereits Lokomotiven und Flugzeugmotoren herstellt, wäre die Übernahme von Alstom der größte Ankauf seiner Geschichte. Alstom stellt unter anderem den französischen Hochgeschwindigkeitszug TGV her.

Sport

Champions League: Pleite bei Real lässt Bayern kalt

Bayern München hat das Hinspiel des Semifinales der Champions League bei Real Madrid gestern zwar mit 0:1 verloren, dennoch ist der Optimismus beim Titelverteidiger vor dem Rückspiel ungebrochen. Die knappe Pleite gegen die Spanier ließ die Mannschaft von Trainer Josep Guardiola kalt. Zu groß war die Dominanz, einzig die Torgefährlichkeit passte nicht zum Gesamtbild der Partie. „Es hat in den entscheidenden Situationen vielleicht das Quäntchen Glück gefehlt“, sagte Kapitän Philipp Lahm.

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Europa League: Juves Titeljagd für Geschichtsbücher

Mit acht Punkten Vorsprung dominiert Juventus Turin vier Spieltage vor Schluss weiter die italienische Serie A. Der Rekordmeister will so schnell wie möglich seinen Titel-Hattrick fixieren - und sich danach noch einen besonderen Traum erfüllen. „Ich will Geschichte schreiben und die Meisterschaft und die Europa League gewinnen“, sagte Mittelfeldspieler Paul Pogba, der mit Juve heute (21.05 Uhr, live in ORF eins und im Livstream) im EL-Semifinal-Hinspiel bei Benfica Lissabon gastiert. Allerdings wollen die Portugiesen das im Vorjahr Versäumte nachholen und sich das Triple sichern.

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Chronik

Fährunglück: Leiche von erstem Hilferufer gefunden

Mehr als eine Woche nach dem Fährunglück in Südkorea haben Taucher im Wrack die Leiche des Schülers gefunden, der noch vor der Besatzung einen Notruf abgesetzt hatte. Der Bursche sei von seinen Eltern identifiziert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap heute. Er hatte drei Minuten vor der Besatzung in seinem Notruf völlig verängstigt berichtet, dass die Fähre sinke.

Der Anruf des Schülers heizte den Ärger über die späte Reaktion von Kapitän und Besatzung weiter an. Die „Sewol“ war vor einer Woche auf dem Weg zur Insel Jeju mit 476 Menschen an Bord gekentert und später gesunken. 174 Insassen wurden gerettet, darunter der 69-jährige Kapitän und zwei Drittel seiner Besatzung. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg heute auf 169, 133 galten noch als vermisst.

Kosteten Verzögerungen Menschenleben?

An Bord der Unglücksfähre befanden sich 352 Schüler einer Mittelschule der Stadt Ansan sowie rund ein Dutzend ihrer Lehrer, die zu einem Ausflug auf die Urlaubsinsel Jeju wollten. Nur 75 der Jugendlichen überlebten das Unglück. Die Bergung der Toten in dem trüben Wasser ist äußerst mühsam.

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Nach Angaben von Gerichtsmedizinern wollen einige Eltern der getöteten Schüler eine Obduktion verlangen, um die genaue Todesursache festzustellen. Sie glauben, dass ihre Kinder möglicherweise zunächst in Lufteinschlüssen überlebt haben und möglicherweise nicht gestorben wären, hätten die Bergungsarbeiten nicht so lange gedauert. Bis die Taucher zu den ersten Leichen vordrangen, vergingen vier Tage.

Weitere Besatzungsmitglieder verhaftet

Die Umstände des Unglücks sind noch nicht aufgeklärt. Sieben Crewmitglieder wurden verhaftet, darunter Kapitän Lee Joon Seok. Sie sollen die Evakuierung verzögert und die Passagiere im Stich gelassen haben, weil sie frühzeitig das Schiff verließen.

Vier weitere Besatzungsmitglieder wurden festgenommen, aber bisher nicht angeklagt. Sie wurden heute im Fernsehen gezeigt. Einer von ihnen, der leitende Maschinist der „Sewol“, sagte aus, er habe vor dem Unglück keine technischen Probleme festgestellt.

Kanada: Beben der Stärke 6,7 auf Vancouver Island

Ein Erdbeben der Stärke 6,7 hat gestern Abend (Ortszeit) die zu Kanada gehörende Insel Vancouver Island erschüttert. Das teilte die US-Erdbebenwarte USGS mit. Die Insel im Pazifik ist der gleichnamigen kanadischen Westküstenstadt vorgelagert.

Die Erdstöße ereigneten sich um 5.10 MESZ. Das Zentrum lag 94 Kilometer südlich von Port Hardy ganz im Norden von Vancouver Island in einer Tiefe von 11,4 Kilometern. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgelöst.

Der 2,3-Millionen-Einwohner-Großraum Vancouver liegt gegenüber der Südspitze von Vancouver Island. Die Insel hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 450 Kilometern.

Entdecktes Treibgut nicht von Flug MH370

Das an der Westküste Australiens angespülte Treibgut gehört laut offiziellen Angaben nicht zu dem seit mehr als einem Monat verschollenen Malaysia-Airlines-Flugzeug. Wie die Behörde ATSB heute mitteilte, ist es „sehr unwahrscheinlich“, dass es sich dabei um Teile der verschwundenen Maschine handelt. Das habe die Auswertung von Fotos ergeben.

Der Fund des Treibgutes rund 320 Kilometer südlich der Stadt Perth hatte gestern Hoffnungen auf eine Spur zu der seit dem 8. März verschollenen Boeing 777 geweckt. An Bord der Maschine mit der Flugnummer MH370 waren 239 Menschen. Die Suche nach dem Flugzeug ging unterdessen weiter.

Das U-Boot „Bluefin-21“ hat nach Angaben der offiziellen Koordinierungsstelle inzwischen 90 Prozent des vermuteten Absturzgebiets im Indischen Ozean abgesucht. Dabei sei bisher kein Hinweis auf das Wrack entdeckt worden. Elf Flugzeuge und elf Schiffe waren ebenfalls in der Region, um nach Teilen der Maschine zu suchen.

Lkw-Lenker bei Unfall in Tiroler Tunnel getötet

Ein 70-Jähriger ist heute bei einem Unfall im Lermooser Tunnel in Tirol getötet worden. Die Unfallursache ist noch unklar. Das Fahrzeug dürfte laut Polizei mit geringer Geschwindigkeit in einer Tunnelnische gegen die Wand gefahren sein.

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Schwerer Unfall auf Tauernautobahn

In der Nacht auf heute wurden auf der Tauernautobahn bei Golling (Salzburg) vier Menschen zum Teil schwer verletzt. Ein betrunkener Pkw-Lenker rammte im Hieflertunnel einen Lastwagen. Zwei Menschen wurden eingeklemmt und von der Feuerwehr befreit.

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Toter bei Brand in der Steiermark

Bei einem Brand in einem Einfamilienhaus in Oberaich (Steiermark) kam gestern der 58-jährige Hausbesitzer ums Leben. Ein Nachbar hatte Rauch bemerkt, das Feuer wurde laut Polizei fahrlässig verursacht.

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Chaos auf Südstrecke wegen Brandes von Gleisbauzug

Chaos im Frühverkehr hat heute auf der Südbahnstrecke in Kärnten geherrscht: Eine Gleisbaumaschine war bei St. Veit in Brand geraten. Dadurch wurden die Oberleitungen beschädigt. Die Reparatur dauert laut ÖBB bis zum Abend, im Fernverkehr gibt es große Verspätungen.

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Viele Pestizide auf Gartenpflanzen

Beinahe 80 Prozent der Gartenpflanzen auf dem europäischen Markt sind mit Pestiziden belastet, die schädlich für Bienen sind. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Umweltorganisation Greenpeace, bei der 35 verschiedene Pflanzen in zehn Ländern analysiert wurden. „Gartenfreunde werden ungewollt zu Mittätern gemacht“, kritisiert Greenpeace.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Solosechser bei Lotto „6 aus 45“

Einen Solosechser zu 1,7 Millionen Euro hat die gestrige Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gebracht.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

3 5 10 13 19 39 / Zusatzzahl: 33

Ein Spielteilnehmer hatte den richtigen Joker auf der Quittung, er erhält rund 170.000 Euro.

Der richtige Joker lautet:

9 2 7 5 9 4

Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur

Wr. Festwochen: Hinterhäuser freut sich über großes Interesse

Großes Interesse ortet der neue Intendant der Wiener Festwochen, Markus Hinterhäuser, an dem heurigen Wiener Theater-, Musik- und Kunstfestival, das am 9. Mai mit der traditionellen Eröffnung auf dem Wiener Rathausplatz starten wird.

Zur Programmpräsentation im Wiener Künstlerhaus bat Hinterhäuser heute gleich eine Reihe von Künstlern mit auf den Bühne, um die Schwerpunkte der heurigen Festwochen zu präsentieren. Einer der Höhepunkte wird die Uraufführung der Oper „Bluthaus“ von Georg Friedrich Haas, basierend auf dem Libretto von Händl Klaus, sein. Stärker als in den letzten Jahren wird wieder die musikalische Mission der Festwochen deutlich, gerade im experimentellen Bereich.

Leysen: „Ort, wo man die Wunden lecken kann“

Schauspieldirektorin Frie Leysen legte bei der Vorstellung ihres Programms einen Schwerpunkt auf die Begegnung von Künstlern mit dem Publikum, die heuer im Künstlerhaus intensiviert werden soll. „Wenn das Theater hinterfragen und verstören soll, dann braucht es einen Ort der Begegnung, wo man seine Wunden lecken kann“, so Leysen.

Filmreihe zum Festival

Begleitend zu den Festwochen wird es heuer eine eigene, von Claus Philipp kuratierte Filmreihe geben, die sich schwerpunktmäßig den Arbeiten der Regisseure Patrice Chereau und Alain Resnais widmen wird.

Mitten in die Stadt bewegt sich auch heuer wieder das interdisziplinäre Programm „into the city“, das sich dem Projekt „Face to Face with the Momunemt“ des russischen Künstlerkollektivs Chto Delat („Was tun“) widmet. Die Hinterfragung des Heldenmythos zur Roten Armee wird sich durch die aktuellen Vorgänge in der Ukraine durch zeitpolitische Bezüge aufladen.

Warten auf Kraftwerk

Einer der Publikumsmagneten sollten die Auftritte der Elektronikpioniere Kraftwerk im Wiener Burgtheater werden. ORF.at wird sich ab 5. Mai mit einem eigenen Schwerpunkt den Produktionen der Wiener Festwochen widmen.

Pereira übergab Bericht über Opernverkauf

Der Intendant der Salzburger Festspiele und künftige Scala-Chef Alexander Pereira hat Mailands Bürgermeister Giuliano Pisapia einen Bericht über den umstrittenen Verkauf von Opern der Salzburger Festspiele an das Mailänder Opernhaus vorgelegt. Aufgrund des Berichts wird der Scala-Aufsichtsrat dem Kulturministerium in Rom ein Dossier über den Vorgang vorlegen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Schock über Glawoggers Tod

Die Nachricht vom Tod des gefeierten österreichischen Filmemachers Michael Glawogger hat gestern ungläubiges Entsetzen hervorgerufen. Glawogger war während der Dreharbeiten für eine Dokumentation im afrikanischen Liberia an Malaria erkrankt und kurz darauf verstorben.

Vertreter der Filmbranche und der Kulturpolitik, Schauspieler, Wegbegleiter und Freunde verliehen ihrer Trauer in Presseaussendungen und im Internet Ausdruck. Der Regisseur preisgekrönter Dokumentationen und Spielfilme hinterlasse eine Lücke, die nicht geschlossen werden könne.

Mehr dazu in „Ich kann es nicht glauben“

„Dschungelbuch“-Remake mit Johansson und Nyong’o geplant

Die 31-jährige Oscar-Gewinnerin Lupita Nyong’o („12 Years a Slave“) und ihre Schauspielkollegin Scarlett Johansson (29) sind für ein Remake des Filmklassikers „Dschungelbuch“ im Gespräch. Das berichtet das US-Branchenblatt „Hollywood Reporter“.

Demnach soll Nyong’o die Wölfin Raksha vertonen, die den Waisenbuben Mogli im Dschungel aufnimmt. Johansson verhandle über die Stimmrolle für die Pythonschlange Kaa, hieß es. Idris Elba („Thor“) steht bereits für die Vertonung des Tigers Shir Khan fest.

Disney will die Mischung aus Zeichentrick- und Live-Action-Spielfilm unter der Regie von Jon Favreau im Herbst 2015 in die Kinos bringen. Auch das Studio Warner Bros. plant eine Neuverfilmung der Buchvorlage des britischen Autors Rudyard Kipling (1865-1936). Die bekannteste Verfilmung ist der Disney-Zeichentrickfilm „Dschungelbuch“ aus dem Jahr 1967.

IT

Gute iPhone-Verkäufe halten Apple auf Kurs

Das iPhone kann sich gegen den wachsenden Konkurrenzdruck behaupten und hat Apple wieder Zuwächse bei Umsatz und Gewinn beschert. Der Konzern verkaufte in den vergangenen drei Monaten 43,7 Millionen seiner Smartphones. Das war mehr als die meisten Analysten erwartet hatten.

Der Umsatz in dem Ende März abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal stieg dadurch im Jahresvergleich um 4,7 Prozent auf 45,6 Mrd. Dollar (33 Mrd. Euro). Der Quartalsgewinn lag bei 10,2 Mrd. Dollar. Das waren sieben Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Freude bei Aktionären

Zugleich kündigte Apple gestern einen Aktiensplit im Verhältnis sieben zu eins an. Die Dividende wird angehoben, und der Aktienrückkauf von rund 60 auf 90 Milliarden Dollar ausgeweitet. Das alles ließ die Herzen der Investoren höher schlagen - die Aktie schoss nachbörslich um acht Prozent hoch. Investoren beklagten sich schon lange über die mäßige Kursentwicklung beim wertvollsten Unternehmen der Welt.

iPads als Problemzone

Die iPhone-Verkäufe legten im Jahresvergleich um 17 Prozent zu. Das dürfte zwar unter dem allgemeinen Wachstum des Smartphone-Marktes liegen. Aber viele Analysten sahen Apple vor größeren Problemen: Die Zuwächse in dem Geschäft kommen immer mehr aus den Entwicklungsländern - und dort sind vor allem günstige Smartphones gefragt. Der durchschnittliche Preis eines verkauften iPhone sank zwar von 613 auf 597 Dollar, ist aber immer noch deutlich höher als der Branchendurchschnitt.

Der iPad-Absatz hingegen entwickelte sich schwächer, als Experten erwartet hatten. Er sank im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 16,3 Millionen Geräte. Dabei hatte Apple erst im Herbst die Modellpalette aktualisiert. Der Konzern verkaufte 4,1 Millionen seiner Mac-Computer. In einem insgesamt schwächelnden Markt war das ein gutes Plus von fünf Prozent.

Science

115-Jährige: Mutationen ohne Folgen

Im Lauf des Lebens können Veränderungen im Erbgut zu schweren Erkrankungen führen. Das gilt besonders für Zellen, die immer wieder neu gebildet werden, wie jene im Blut. Forscher haben nun das Blut einer 115-jährigen Frau untersucht und darin 400 Mutationen entdeckt. Befund der Forscher: Die Erbänderungen waren völlig harmlos.

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Besser handeln mit Kant und Hegel

Die Philosophen Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel können heute noch zur Lösung ethischer Probleme beitragen, ist der deutsche Philosoph Pirmin Stekeler-Weithofer überzeugt. Welche ethischen Lektionen die beiden heute - etwa im Hinblick auf Umweltschutz - noch liefern, erklärt Stekeler-Weithofer im ORF.at-Interview.

Mehr dazu in science.ORF.at

Leute

Kartnig hofft auf Fußfessel

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat gestern das Urteil gegen den ehemaligen Sturm-Präsidenten Hannes Kartnig herabgesetzt - von fünf Jahren Haft auf 15 Monate, die Geldstrafe von 6,6 auf 5,5 Millionen Euro. Damit sind allerdings längst nicht alle Fragen geklärt.

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Heino zeigt Jan Delay wegen Nazi-Vorwurfs an

Der Sänger Heino (75) wehrt sich mit einer Strafanzeige gegen Nazi-Vorwürfe seines Kollegen Jan Delay (37). Das sagte Heinos Manager gegenüber der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung (Donnerstag-Ausgabe).

Heinos Rechtsanwalt habe Anzeige wegen des Verdachts der Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt. In einem Interview mit der heimischen „Presse“ hatte sich Delay zu den Interpretationen verschiedener Rock- und Popsongs geäußert, die der 75-Jährige 2013 veröffentlicht hatte.

„Alle sagten plötzlich: Ist doch lustig, ist doch Heino. Nee, das ist ein Nazi. Das vergessen die meisten Leute, wenn die Leute über Heino reden.“ Der 37-jährige Deutschrapper, der mit „Hammer & Michel“ auf Platz eins der deutschen Album-Charts steht, wollte gegenüber der dpa heute keine Stellungnahme abgeben.