Ausland

Wieder Zwischenfall an syrisch-israelischer Grenze

Die Spannungen im syrisch-israelischen Grenzgebiet nehmen an Intensität zu und verstärken die Sorge vor einem Übergreifen des syrischen Bürgerkrieges auf die Nachbarländer. Den dritten Tag in Folge wurde nach Angaben des israelischen Armeerundfunks heute von Syrien aus auf die von Israel annektierten Golanhöhen geschossen.

Beim jüngsten Zwischenfall heute Früh wurde nach Armeeangaben ein Militärfahrzeug beschädigt. Verletzte habe es nicht gegeben. Die Soldaten hätten das Feuer erwidert. Die Armee verfolge die Entwicklung mit zunehmender Sorge, hieß es. Ein Übergreifen des Bürgerkrieges in Syrien auf die Nachbarländer gilt als eine der größten Sorgen der Staatengemeinschaft.

Israel hat sich das Recht vorbehalten, gegen Waffenlieferungen der syrischen oder iranischen Regierung an die radikale libanesische Hisbollah-Miliz militärisch vorzugehen. Hisbollah gilt als verlängerter Arm des schiitischen Staates Iran und kämpft vom Libanon aus gegen Israel. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte zuletzt am Sonntag erklärt, Israel sei auf alle Szenarien in Syrien vorbereitet.

UNO macht Kony für über 100.000 Tote verantwortlich

Die ugandische Rebellengruppe Lord’s Resistance Army (LRA) hat nach UNO-Angaben in den vergangenen 25 Jahren in Zentralafrika mehr als 100.000 Menschen getötet. Das habe eine Untersuchung des Büros von UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay ergeben, der in Kürze veröffentlicht werde, sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon gestern (Ortszeit) in New York.

Laut der Studie wurden zudem schätzungsweise zwischen 60.000 und 100.000 Kinder von der durch Joseph Kony geführten Gruppe entführt, so Ban. Kony wird vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht, darunter Mord, Vergewaltigung und Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten. Derzeit könnte er sich im Sudan versteckt halten.

220 Entführungen allein 2012

Die LRA wurde Ende der 80er Jahre gegründet, um für die Interessen der nordugandischen Volksgruppe der Acholi zu kämpfen. Heute gilt sie als eine der brutalsten Rebellengruppen der Welt und ist vor allem in der Demokratischen Republik Kongo, im Südsudan und in Zentralafrika aktiv.

Auch wenn die Intensität der Angriffe durch die Rebellen nachgelassen habe, werde die LRA verdächtigt, weiter Gewalttaten „in entlegenen Grenzgebieten“ der Zentralafrikanischen Republik und der Demokratischen Republik Kongo zu verüben, sagte Ban. Laut dem UNO-Bericht wurde die LRA 2012 für 212 Angriffe verantwortlich gemacht, durch die 45 Menschen gestorben seien. 220 weitere seien entführt worden, ein Viertel davon Kinder.

Urteil gegen Guatemalas Ex-Diktator Rios Montt aufgehoben

Das guatemaltekische Verfassungsgericht hat das Urteil gegen den früheren Machthaber Efrain Rios Montt gestern Abend (Ortszeit) aufgehoben. Während der mündlichen Verhandlung seien der Strafkammer Verfahrensfehler unterlaufen, zitierte die Zeitung „El Periodico“ aus der Begründung. So seien die Rechte der Verteidigung beschnitten worden.

Die Verteidiger von Rios Montt und seinem ehemaligen Geheimdienstchef General Jose Mauricio Rodriguez hatten im vergangenen Monat unter Protest den Gerichtssaal verlassen, nachdem die Vorsitzende Richterin den Beginn der mündlichen Verhandlung angeordnet hatte. Die Anwälte wollten weitere Beweise aufnehmen und den Verhandlungsbeginn hinauszögern.

Rios Montt war am 10. Mai wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 80 Jahren Haft verurteilt worden. Während seiner Herrschaft von März 1982 bis August 1983 soll er für Mord, Folter und die Zwangsumsiedlung Tausender Indios verantwortlich gewesen sein.

Neue Spirale der Gewalt im Irak

Im Irak haben Gewalt und Terror fast wieder das Niveau der Zeit zwischen 2006 und 2008 erreicht. Bei einer Serie von Anschlägen und Angriffen in mehreren Städten wurden zu Wochenbeginn fast 90 Menschen getötet, mehr als 200 wurden verletzt. Es sind vor allem radikale Sunniten, die ihre Unzufriedenheit mit der schiitischen Regierung mit Gewalt zeigen. Doch auch der Konflikt im Nachbarland Syrien heizt den Konflikt weiter an.

Mehr dazu in Angriffe auf Schiiten und Polizei

Europaparlament debattiert Bekämpfung von Steuerflucht

Das Europaparlament berät heute über eine wirksamere Bekämpfung von Steuerflucht und Steuerbetrug. Die Aussprache der EU-Abgeordneten in Straßburg findet einen Tag vor einem EU-Gipfel in Brüssel statt, der demselben Thema gewidmet ist.

Die Abgeordneten wollen unter anderem über eine Resolution abstimmen, die von den EU-Staaten verlangt, eine vermutete Steuerlücke von einer Billion Euro bis 2020 zu halbieren.

In der Debatte soll es auch um die Aufstellung einer schwarzen Liste von Steueroasen gehen. Am Nachmittag debattieren die EU-Abgeordneten über das einheitliche EU-Bankenaufsichtssystem, das künftig bei der Europäischen Zentralbank angesiedelt sein wird und voraussichtlich Mitte 2014 in Kraft tritt.

USA beklagen Lage der Religionsfreiheit in Burma

Während der US-Reise von Burmas Staatschef Thein Sein hat Washington die Einschränkungen der Religionsfreiheit in dem südostasiatischen Land beklagt. Im burmesischen Bundesstaat Rakhine hätten Regierungsvertreter die Gewalt gegen muslimische Minderheiten angefacht, heißt es in einem gestern veröffentlichten Bericht des US-Außenministeriums.

Ungeachtet der politischen Reformen in Burma habe sich der Respekt für die Religionsfreiheit im vergangenen Jahr nicht sonderlich verbessert.

Historischer Besuch im Weißen Haus

Sein war am Samstag nach Washington gekommen, gestern stand ein Treffen mit Präsident Barack Obama auf dem Programm. Mit der Einladung ins Weiße Haus will Obama den Reformprozess in Burma unterstützen.

Nach der jahrzehntelangen Herrschaft einer Militärjunta ist dort seit dem Frühjahr 2011 eine formal zivile Regierung unter dem früheren General Sein an der Macht. Sein besucht als erster burmesischer Staatschef seit fast einem halben Jahrhundert die US-Hauptstadt.

Die jüngste Gewaltwelle gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Burma trübt allerdings das Bild. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wurden seit Juni 2012 bei den Auseinandersetzungen mindestens 211 Menschen getötet, die meisten davon Rohingya. Zehntausende Angehörige der Volksgruppe seien vertrieben worden. HRW sprach von einer „ethnischen Säuberung“. Burmas Bevölkerung ist zu 90 Prozent buddhistisch, gut vier Prozent sind Muslime.

Inland

Schieder verteidigt neue Bankenhilfe

Ein neues Gesetz soll verhindern, dass der Staat mit Milliarden Steuergeld für Pleitebanken einspringen muss - wie zuletzt etwa bei der Kärntner Hypo Alpe-Adria. Die Regierung beschließt in ihrer heutigen Ministerratssitzung das „Bankeninterventions- und Restrukturierungsgesetz“.

Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) verteidigt das neue Gesetz. Es zeige, dass der Staat Lehren gezogen habe, und es werde weitere Bankpleiten frühzeitig abwenden, so Schieder im Ö1-Interview.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Vorentscheidung über künftige Koalition in Salzburg

In Salzburg soll heute eine Vorentscheidung über die künftige Regierungskoalition fallen. Die ÖVP will am Abend bekanntgeben, mit welchen Parteien sie nun Koalitionsverhandlungen beginnen wird. Bisher wurden nur Sondierungsgespräche geführt.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Grundsatzurteil: Schadenersatz bei Platzmangel an Uni

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat ein Grundsatzurteil mit Sprengkraft für die heimische Universitätslandschaft erlassen: Erstmals wurde einem ehemaligen Medizinstudenten Schadenersatz für Platzmangel an der Uni zugesprochen.

Er habe sein Studium nicht wie geplant voranbringen können, sei deshalb verspätet ins Berufsleben eingestiegen und habe zudem quasi ohne Gegenleistung Studiengebühren bezahlt, argumentiert der OGH. Die Hochschülerschaft jubiliert - sie geht davon aus, dass die Unis nun ordnungsgemäßes Studieren ermöglichen werden, weil sie sonst „nach Strich und Faden verklagt“ würden.

Mehr dazu in „Nicht zu entschuldigen“

Handyfreie Zone in Bregenzer Gymnasium

Während in Wien ein generelles Handyverbot in Schulen erwogen wird, entscheidet in Vorarlberg jede Schule selbst über den Umgang mit Handys. Im Bundesgymnasium Blumenstraße in Bregenz soll nun eine handyfreie Zone realisiert werden.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Wiener Grüne wollen Straßen nach Frauen benennen

Anfang Juni soll der Forschungsbericht über historisch belastete Straßennamen in Wien vorliegen. Grünen-Politikerin Martina Wurzer fordert schon jetzt vom roten Koalitionspartner, dass Straßen bei Umbenennungen verpflichtend nach Frauen benannt werden müssen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Chronik

Frontalcrash: Wrackteile flogen 100 Meter weit

Zwei Pkw-Lenker sind gestern Abend auf einem geraden Straßenstück auf Höhe Großeberharts in Niederösterreich frontal zusammengestoßen. Sie prallten mit ihren Autos auch gegen Bäume, die Wrackteile waren mehr als einhundert Meter weit verteilt.

Ein Pkw-Lenker erlitt Verletzungen unbestimmten Grades, der zweite hatte sich aus dem Unfallwrack befreien können, er wurde von der Polizei nicht mehr am Unfallort angetroffen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Hengst bei Unfall mit Motorrad getötet

Im Innviertel in Oberösterreich musste ein 150.000 Euro teurer Araberhengst nach einem Verkehrsunfall gestern eingeschläfert werden. Das Tier war in Neuhofen im Innkreis aus einer Koppel ausgebrochen und auf einen Güterweg galoppiert.

Ein Motorradfahrer konnte nicht mehr ausweichen. Der junge Mann erlitt dabei Verletzungen unbestimmten Grades. Für sein Motorrad besaß er weder einen Führerschein noch eine Zulassung.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Tiere bei Stallbrand in Kärnten verendet

Ein Kalb und vier Schweine sind in der Nacht auf heute bei einem Stallbrand in Malta in Kärnten verendet. Der Bauer konnte nur einen Teil seines Viehs in Sicherheit bringen. Das Wohnhaus konnte gerettet werden, dennoch beträgt der Gesamtschaden bis zu 500.000 Euro.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Gewitterschäden in der Steiermark und Salzburg

Eine Unwetterfront hat gestern in Teilen der Steiermark Millionenschäden in der Landwirtschaft verursacht. Der Hagel lag in vielen Gebieten zentimeterhoch auf den Feldern.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Ein heftiges Gewitter sorgte auch in der Stadt Salzburg und einigen Flachgauer Gemeinden für mehrere Feuerwehreinsätze.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Zwei Wanderer aus steilem Gelände gerettet

Eine Frau und ein Mann, die gestern bei Lunz am See (Niederösterreich) in Bergnot geraten waren, konnten nun unverletzt geborgen werden. Sie hatten sich oberhalb von 1.000 Meter Seehöhe in schwierigem Gelände verstiegen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Sport

Eishockey-WM: Schweizer umjubelte Verlierer

Die Enttäuschung nach dem klaren 1:5 im Finale der Eishockey-WM gegen Gastgeber Schweden war bei den Schweizer Spielern im ersten Moment groß. Doch mit etwas Abstand konnte sich nicht nur Kapitän Matthias Seger über einen „unglaublichen Erfolg“ freuen. Auch in der Heimat wurde die Nationalmannschaft als „Weltmeister der Herzen“ gefeiert.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Bewegender Abgang für Beckham

Mit dem Heimspiel von Paris Saint-Germain (PSG) gegen Stade Brest ist eine Ära zu Ende gegangen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass David Beckham auch noch am nächsten Wochenende in Lorient zum Einsatz kommt, ist laut PSG-Trainer Carlo Ancelotti gering.

So wurde der Engländer mit Tränen in den Augen vom Pariser Publikum gefeiert. „Das ist doch ein Traum“, meinte er nach seinem bewegenden Abgang. Neben sentimentalen Abschiedsgefühlen spürt der 38-Jährige auch Vorfreude auf ein Familienleben ohne Matchrhythmus. Endgültig wird Beckham dem Fußball aber wohl nicht abhandenkommen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Gewinneinbruch für Flughafen Wien-Schwechat

Der Flughafen Wien-Schwechat musste im ersten Quartal einen Einbruch beim Gewinn von fast 56 Prozent hinnehmen. Gründe waren hohe Kosten bei der Inbetriebnahme des Check-in 3 (Skylink) und der harte Winter, der hohe Kosten bei Enteisungen verursachte.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Apple vor Google wertvollste Marke

Apple ist mit einem Wert von 185 Mrd. Dollar (144 Mrd. Euro) vor Google die weltweit wertvollste Marke. Unter den Top 100 der Welt liegt Red Bull mit einem Wert von 10,6 Mrd. Dollar auf Rang 83, zeigt die seit 2006 veröffentlichte Markenwertstudie Brandz von Millward Brown für das Jahr 2013.

Red Bull hat damit den Markenwert im Vergleich zum Vorjahr zwar um sechs Prozent gesteigert, zugleich aber drei Plätze im Gesamtranking verloren. Unter den Softdrinks liegt der Salzburger Energy-Drink hinter Coca-Cola und Diet Coke auf Rang drei, vor Pepsi und Nescafe.

Biermarken als neue Goldgrube

Apple führt demnach mit Respektabstand vor Google, dessen Markenwert auf 113,7 Mrd. Euro geschätzt wird. Dahinter folgen IBM (112,5 Mrd. Dollar), McDonald’s (90,3 Mrd. Dollar) und Coca-Cola (78,4 Mrd. Dollar). Neu in der Liste der 100 wertvollsten Marken sind unter anderem Gucci und Prada sowie der Internetkonzern Yahoo. Der Wert von Prada legte in einem Jahr um 63 Prozent zu und zeigte damit das stärkste Wachstum.

In Summe hat Bier beim Markenwert am stärksten zugelegt, die Top-Ten-Biermarken wuchsen um 36 Prozent, wobei vor allem mehr Durst in China und Lateinamerika dem Geschäft auf die Sprünge half. In Europa ist laut Brandz Vodafone mit 39,7 Mrd. Euro die wertvollste Marke vor SAP (34,4 Mrd. Dollar), BMW, HSBC und Deutsche Telekom. Danach folgen Louis Vuitton, Zara, Hermes und L’Oreal noch vor Shell.

IWF ermahnt Tschechien zu Mäßigung der Sparpolitik

Tschechien sollte nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf weitere drastische Sparmaßnahmen verzichten. Die Sanierung der öffentlichen Haushalte sollte nach Ansicht der Experten erst fortgesetzt werden, wenn die Wirtschaft wieder an Fahrt gewonnen hat.

„Für dieses Jahr ist die Prognose schwach, und die wirtschaftliche Erholung verläuft nur allmählich“, sagte der Chef der IWF-Vertretung in Prag, Masanori Yoshida.

Präsident ruft zu mehr staatlichen Investitionen auf

Die liberal-konservative Regierung in Prag hat sich zum Ziel gesetzt, die Neuverschuldung erstmals wieder unter die Dreiprozenthürde zu drücken. „Die ausländischen Märkte wissen unser Verhalten zu schätzen“, betonte Ministerpräsident Petr Necas.

Der linke Präsident Milos Zeman rief indes zu mehr staatlichen Investitionen auf. „Es ist eine Illusion zu glauben, dass die privaten Haushalte Motor des Wachstums sein können“, sagte Zeman.

Der IWF rechnet für Tschechien mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent in diesem und 1,6 Prozent im nächsten Jahr. Die Tschechische Republik steckt seit Ende 2011 in einer Rezession, der längsten seit Gründung des Landes vor 20 Jahren.

Medien

Weißes Haus schweigt zu neuem Bespitzelungsvorwurf

Nach der Affäre um die Nachrichtenagentur AP hat sich das Weiße Haus nicht zu neuen Vorwürfen äußern wollen, wonach die US-Regierung einen weiteren Journalisten ausgespäht haben soll.

Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, weigerte sich gestern (Ortszeit) trotz hartnäckiger Fragen der Presse, konkret zu dem Fall Stellung zu beziehen, und verwies auf eine „laufende Untersuchung“.

Die „Washington Post“ hatte gestern berichtet, gegen James Rosen, Korrespondent des konservativen Senders Fox, sei 2010 wegen eines möglichen Informationslecks im Außenministerium eine Untersuchung geführt worden. Hintergrund war ein Bericht des Journalisten zu Nordkorea. Demnach benutzten Ermittler in dem Fall Daten aus der elektronischen Zugangskarte des Journalisten im Ministerium, besorgten sich Telefondaten und ließen sein persönliches E-Mail-Postfach überprüfen.

Aufspüren von Lecks „wirklich wichtig“

Vergangene Woche hatte ein ähnlich gelagerter Fall bei AP die US-Regierung in Erklärungsnöte gebracht. Das Justizministerium hatte sich dabei 2012 die Verbindungsdaten von mehr als 20 Telefonanschlüssen von Büros und Journalisten der AP beschafft.

Die Aktion hing offenbar mit Ermittlungen zu einer Weitergabe vertraulicher Informationen über einen vereitelten Terroranschlag zusammen, über den die Agentur im Mai 2012 berichtet hatte.

Obama-Sprecher Carney sagte nun zu dem neuen Fall des Fox-News-Mitarbeiters lediglich, Obama sei überzeugt, dass die USA eine Presse brauchten, die investigativ recherchieren könne. Gleichzeitig sei es aber „wirklich wichtig“, dass Informationslecks in der Regierung nicht geduldet würden. Denn diese könnten Menschenleben und die nationale Sicherheit gefährden.

IT

SAP stellt bis 2020 Hunderte Autisten ein

Der deutsche Softwarekonzern SAP will in den kommenden Jahren Hunderte Autisten zu Softwaretestern und Programmierern ausbilden. Bis 2020 soll ein Prozent der weltweit zuletzt rund 65.000 Mitarbeiter von SAP Menschen mit autistischer Störung sein, teilte das Unternehmen heute in Walldorf mit. Schätzungen zufolge leidet in der Bevölkerung etwa derselbe Anteil an Autismus.

SAP suche Menschen, die anders denken, erklärte Personalchefin Luisa Delgado den Ansatz. Die Walldorfer arbeiten mit Specialisterne zusammen, einer dänischen Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, eine Million Autisten, die intellektuell nicht eingeschränkt sind, ins Arbeitsleben zu bringen.

Suche nach „spezialisierten Menschen“

Bereits seit 2011 beschäftigt SAP Autisten in seinem Entwicklungslabor in Indien, im vergangenen Jahr startete ein weiteres Pilotprojekt mit Specialisterne in Irland. Dem sollen nun acht weitere Länder folgen. In diesem Jahr startet SAP das Programm in Deutschland, den USA und Kanada.

Für SAP sei das Projekt eine Chance, im weltweiten Kampf um talentierte IT-Mitarbeiter besonders spezialisierte Menschen zu finden, sagte Anka Wittenberg, die bei SAP für Vielfalt und Integration zuständig ist. Der Softwarekonzern habe die Erfahrung gemacht, dass in besonders durchmischten Teams nicht nur die Produktivität steige, sondern auch die Kundenzufriedenheit.

Yahoo präsentiert neue Version von Fotodienst Flickr

Nur wenige Stunden nach der milliardenschweren Übernahme der aufstrebenden Blogplattform Tumblr hat der US-Internetkonzern Yahoo eine überarbeitete Version seines Fotodienstes Flickr präsentiert. Das neue Layout solle Flickr „wieder großartig“ machen, sagte Yahoo-Chefin Marissa Mayer gestern (Ortszeit).

Dafür hat Yahoo die Seite umfassend entrümpelt: Sie enthält nun deutlich weniger Text als vorher, dafür werden die Fotos nun größer dargestellt. Das Erlebnis für die Nutzer sei „eindringlicher, ausdrucksstärker“, sagte Mayer. Im Kampf um die Gunst junger Internetnutzer hatte Yahoo nur kurz vorher angekündigt, Tumblr für 1,1 Milliarden Dollar (855 Mio. Euro) zu übernehmen.

US-Senat wirft Apple Steuertrickserei vor

Apple-Chef Tim Cook wird sich bei seinem Auftritt vor einem Senatsausschuss in Washington heute deutliche Worte anhören müssen.

Apple habe durch ein komplexes Netz an Auslandsfirmen Milliarden Dollar an Steuerzahlungen in den USA vermieden, erklärte der Ausschuss im Vorfeld. Um diese Ansicht zu untermauern, veröffentlichte das Gremium ein 40-seitiges Dokument über die Firma und ihre internationale Verflechtungen.

Apple umgekehrt verbreitete Cooks vorbereitete Stellungnahme für den Ausschuss. „Apple hält sich an die Gesetze und auch an den Geist der Gesetze“, beteuert Cook darin. „Und Apple zahlt alle nötigen Steuern in diesem Land und jenseits der Grenzen.“

Gleichzeitig verlangte der Apple-Chef eine Reform der Steuergesetze. Diese hätten „nicht mit der Geschwindigkeit des digitalen Zeitalters und der sich schnell wandelnden Weltwirtschaft Schritt gehalten“.

Apple steht - ähnlich wie andere Konzerne - wegen seiner Steuerpraxis in der Kritik. So lieh sich der iPhone-Hersteller jüngst auf dem Kapitalmarkt 17 Milliarden Dollar (13,2 Mrd. Euro), um für Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe nicht auf seine Reserven zurückgreifen zu müssen. Denn die liegen großteils im Ausland, und Apple hätte 35 Prozent Steuern zahlen müssen, wenn das Unternehmen das Geld heimgeholt hätte.

Science

Kritik an Qualitätsmessung in Wissenschaft wird lauter

Wie bestimmt man die Qualität von Wissenschaft? Forscher schlagen Alarm: Das krampfhafte Festhalten an Maßzahlen und Indikatoren drohe die Seele der Wissenschaft zu zerstören. Bruce Alberts, Herausgeber des US-Journals „Science“, schreibt in der aktuellen Ausgabe des Hefts: „Diese Impact-Faktor-Manie hat keinen Sinn.“

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

The-Doors-Mitbegründer Ray Manzarek mit 74 gestorben

Der ehemalige Keyboarder der legendären US-Rockband The Doors, Ray Manzarek, ist tot. In einer Mitteilung auf der Facebook-Seite der Band hieß es gestern, dass der Musiker in einer Klinik im bayrischen Rosenheim gestorben sei. Er war 74 Jahre alt. Manzarek litt seit längerem an Krebs.

Mit Lead-Sänger Jim Morrison wurde die Band in den 60er Jahren durch Hits wie „Riders On The Storm“ und „Light My Fire“ berühmt. Morrison starb 1971 im Alter von 27 Jahren in Paris an Herzversagen. Danach löste sich die Band vorübergehen auf, bis Manzarek und Gitarrist Robby Krieger erneut zusammen auf die Bühne traten.

Krieger sagte in der Mitteilung, dass ihn der Tod seines Freundes und Bandkollegen „tief betrübt“ habe. „Ich bin froh, dass ich im letzten Jahrzehnt noch viele Doors-Lieder mit ihm spielen konnte.“

Mel Brooks wird für sein Lebenswerk geehrt

Mel Brooks (86) darf sich auf einen der wenigen Filmpreise freuen, die ihm noch fehlen. Das Amerikanische Filminstitut (AFI) will Brooks am 6. Juni in Los Angeles für sein Lebenswerk auszeichnen, wie es gestern ankündigte. Regisseur Martin Scorsese soll die Laudatio auf seinen Kollegen halten.

Brooks war im Laufe seiner Karriere als Regisseur, Schauspieler, Komödiant, Drehbuchautor und Komponist erfolgreich. „Mel Brooks hat der Welt mehr als 50 Jahre lang das Lachen geschenkt“, sagte der AFI-Aufsichtsratsvorsitzende Howard Stringer.

Bereits große Sammlung an Auszeichnungen

Der gebürtige New Yorker machte sich 1968 mit dem Spielfilm „Frühling für Hitler“ („The Producers“) einen Namen. Das Stück bot er 2001 auch als Musical am Broadway an und gewann für ihn phänomenale zwölf Tony-Preise. Zu seinen Auszeichnungen gehören weiterhin ein Oscar, ein Emmy-Fernsehpreis und ein Grammy.

Brooks war 41 Jahre, bis zu ihrem Tod, mit der Schauspielerin Anne Bancroft verheiratet. Er stammt aus einer jüdischen Flüchtlingsfamilie. Der Vater kam aus Danzig, seine Mutter war russischer Herkunft.

Stardirigent Levine feiert Comeback im Rollstuhl

Der US-amerikanische Meisterdirigent James Levine ist zurück. Nach einer krankheitsbedingten Zwangspause von zwei Jahren stand Levine am Sonntag in New York erstmals wieder auf einer Konzertbühne. Sein Comeback - zunächst noch im Rollstuhl - wurde vom Publikum in der Carnegie Hall begeistert gefeiert.

Die „New York Times“ sprach gestern von einer „triumphalen“ Rückkehr des 69-Jährigen. Die Darbietung von Auszügen aus Wagners „Lohengrin“ und Schuberts Neunter Sinfonie habe ihn „von seiner besten Seite“ gezeigt, lobte das Blatt weiter.

Konzert mit Orchester der Metropolitan Opera

Levine gilt als einer der größten Dirigenten der Gegenwart. Er hatte seinen Posten als Musikdirektor der New Yorker Metropolitan Opera (Met), der er seit vier Jahrzehnten angehört, trotz etlicher Rückenoperationen und einer Nierentransplantation beibehalten. Bei seinem Comebackauftritt habe er das Met-Orchester kraftvoll und einfühlsam wie eh und je dirigiert und keinerlei Ermüdung gezeigt, freute sich die „New York Times“.

Der gefragte Musiker gastierte auch bei den Festspielen in Salzburg und Bayreuth und war von 1999 bis 2003 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. Wegen seiner angeschlagenen Gesundheit trennte er sich vor zwei Jahren vom Boston Symphony Orchestra, einem anderen weltweit führenden Klangkörper. An der New Yorker Met ist er in der Saison 2013/14 als Dirigent von drei Opern für zahlreiche Vorstellungen eingeteilt.

Lifestyle

Luke Skywalkers Hose kommt unter den Hammer

Als künftiger Jedi-Ritter im ersten „Star Wars“-Film musste Schauspieler Mark Hamill noch Beinkleider von der Stange tragen: Die sandfarbene Levi’s-Hose, die er als Luke Skywalker in „Eine neue Hoffnung“ von 1977 anhatte, kommt nun unter den Hammer, wie Nate D. Sanders gestern mitteilte, dessen Firma das Stück heute in Los Angeles versteigern lässt.

Die Erwartungen sind hoch: Bis zu 100.000 Dollar (77.700 Euro) erhofft sich der Verkäufer für das Requisit der erfolgreichsten Weltraumsaga der Filmgeschichte.

Nachschub für Fans ab 2015

„‚Star Wars‘ ist eines der wenigen Kinoereignisse, an das sich die Menschen ihr ganzes Leben lang erinnern“, sagte Sanders. „Heute ist es kaum zu glauben, aber 1977 war ‚Star Wars‘ von Anfang an keineswegs ein Renner. Mehrere Studios wollten den Film nicht machen.“

Auf den Pilotfilm von „Krieg der Sterne“ folgten zwei weitere mit Hamill: „Das Imperium schlägt zurück“ (1980) und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ (1983). Zwischen 1999 und 2005 kam eine weitere Trilogie in die Kinos, die die Vorgeschichte erzählt. Inzwischen hat der Disney-Konzern das Studio von Produzent und Regisseur George Lucas übernommen; ab 2015 sollen neue Kinofilme auf den Markt kommen.