Inland

Kurz strebt enge Zusammenarbeit mit Merkel an

Kurz vor seiner Vereidigung hat der designierte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) eine enge Zusammenarbeit mit Deutschland angekündigt. „Mit Deutschland verbindet uns sehr viel, menschlich, wirtschaftlich, politisch und kulturell“, sagte Kurz der „Bild“-Zeitung (Montag-Ausgabe).

„Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit der deutschen Bundesregierung, insbesondere mit Bundeskanzlerin Angela Merkel - vor allem zur weiteren Vertiefung unserer exzellenten bilateralen Beziehungen auch innerhalb der Europäischen Union“, so Kurz.

Während seiner Zeit als Außenminister hatte Kurz häufig Kritik am Kurs der Kanzlerin geübt, vor allem in der Flüchtlingspolitik. Kurz hatte sich auch deutlich gegen das maßgeblich von Merkel ausgehandelte Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei ausgesprochen.

Opposition übt Kritik am Kultur- und Medienprogramm

Teils harsche Kritik am Kunst- und Kulturprogramm der künftigen ÖVP-FPÖ-Regierung ist am Tag nach der Präsentation von den Oppositionsparteien gekommen. Der bisherige Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) ortete viel Camouflage, während NEOS-Kultursprecher Sepp Schellhorn die Freiheit der Kunst gefährdet sah. Kritisch äußerten sich auch die Liste Pilz sowie die IG Autorinnen Autoren.

Drozda befürchtet Kürzungen und Auflösungen

„Das zentrale Manko ist aus meiner Sicht, dass keine Budgeterhöhung und keine Valorisierung vorgesehen sind“, so Drozda. „Das halte ich für die strukturell wichtigste Frage, die nicht angesprochen ist.“ Grundsätzlich sei er immer skeptisch, wenn der Begriff Evaluierung verwendet werde. „Das ist der camouflierende Begriff für hohe Beraterkosten und Kürzungen.“ Auch die angekündigte Neuaufstellung der Bundestheaterholding beurteilte er kritisch. „Das ist in der Regel nämlich der camouflierende Begriff für die Auflösung.“

Ähnlich gehe es ihm mit der „neuen Organisationsstruktur“ für die Medienbehörde KommAustria und deren Geschäftsapparat RTR. „Wenn es um die Unabhängigkeit der Medienbehörde geht, muss man sehr hellhörig werden.“ Sorgen macht sich Drozda um die „Wiener Zeitung“, nachdem die Pflichtveröffentlichungen dort gestrichen werden sollen.

Schellhorn vermisst Freiheit der Kunst

Für Schellhorn sind es in erster Linie „Überschriften“, die vor allem „Verwaltungseffizienz im Förderwesen“ betreffen. Das Kulturkapitel müsse man jedenfalls „kritisch hinterfragen, steht doch nichts Programmatisches drinnen“. Vor allem sei für ihn die Freiheit der Kunst zu wenig klar herausgearbeitet. Das Kapitel Medien ist für ihn wiederum abgekupfert. „Leider steht da kein Copyright von Niko Alm dabei, aber das ist eins zu eins das Papier der NEOS und Alm. Das ist Copy & Paste, sonst ist nicht viel dabei.“

„Wenig konkrete Aufzählungen der immer gleichen Reformvorhaben“, so lautete das Urteil von Wolfgang Zinggl (Liste Pilz) zum Kulturprogramm. „Das ist entsprechend schwammig formuliert und danach beliebig interpretierbar.“ Nicht nachvollziehbar war für Zinggl die Ankündigung, das Gießkannenprinzip in der Kulturförderung abzuschaffen, denn: „Das hat es nie gegeben in der Kulturpolitik.“ Besonders heftig kritisierte er, dass Aufgaben des Bundesdenkmalamts „in mittelbarer Bundesverwaltung“ vollzogen werden sollen.

Gerhard Ruiss von der IG Autorinnen Autoren vermisste allen voran einen „Hinweis auf die Notwendigkeit der besseren sozialen Absicherung von Kunst- und Kulturschaffenden“, der sich nirgends im Programm finde. Jedenfalls problematisch beurteilte Ruiss die angekündigten „Einsparungen im System“, die auch den Kunst- und Kulturbereich treffen könnten.

Keine Privatisierungspläne in Regierungsprogramm

ÖVP und FPÖ hegen keine Privatisierungspläne - oder aber sie werden nicht dezidiert genannt. Jedenfalls kommt die Staatsholding Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen (ÖBIB) in dem am Samstag veröffentlichten Programm nicht vor.

Die ÖBIB, wird namentlich nicht erwähnt, obwohl von ihr die milliardenschweren Staatsanteile an OMV (31,5 Prozent), Casinos Austria (33,24 Prozent), Telekom Austria (28,42 Prozent) und Post (52,85 Prozent) gehalten werden. Beim Punkt „Öffentliche Unternehmen“ heißt es lediglich, dass „strategische Leitlinien hinsichtlich grundlegender Beteiligungsfragen“ festgelegt werden sollen, dazu gehört laut Programm unter anderem eine „Kosten-Nutzen-Analyse“ inklusive einer „eingehenden Prüfung der budgetären Auswirkungen“ - ob daraus die Abstoßung von Beteiligungen abgeleitet werden kann, ist offen.

Kolportierter „Österreich-Fonds“

Noch im Finale der Regierungsverhandlungen vergangene Woche hatte es in Medienberichten geheißen, dass die ÖBIB wieder in eine Aktiengesellschaft mit Vorstand und Aufsichtsrat umgewandelt werden soll.

Ventiliert wurde auch ein „Österreich-Fonds“, gespeist aus den Dividenden, für Zukäufe und zum Mitziehen bei Kapitalerhöhungen. Auch ob die ÖBIB-Beteiligungen wie kolportiert vom Finanz- zum Wirtschaftsministerium, das derzeit auch für Verbund, BIG und ARE zuständig ist, wandern, steht nicht im Programm.

World Jewish Congress „erschüttert“ über FPÖ in Regierung

Der Jüdische Weltkongress (World Jewish Congress, WJC), der jüdische Gemeinden in 100 Staaten vertritt, hat Sebastian Kurz (ÖVP) zum Amt des Bundeskanzlers gratuliert und zugleich „starke Besorgnis“ über Kurz’ Entscheidung, eine Koalition mit der FPÖ zu bilden, geäußert. Man sei „erschüttert“ über die Regierungsbeteiligung der FPÖ.

„Es ist stark beunruhigend, dass trotz zahlreicher echter Bedenken, die über die FPÖ bekannt sind und ausgesprochen wurden, sie nun eine Position mit ernsthaftem Einfluss innehaben wird, sodass die österreichische Regierung einen echten Schub noch weiter nach rechts bekommt“, erklärte WJC-Präsident Ronald Lauder in einer Aussendung. Kurz habe eine positive Haltung gegenüber Israel und den Juden gezeigt, er hoffe nun, dass die Politik der künftigen Bundesregierung „weiterhin einer demokratischen Linie folgt, und sich nicht in gefährlichem Populismus auflöst“.

Obwohl die FPÖ eine Rechtsaußen-Partei sei und freiheitliche Politiker in der Vergangenheit „eine fremdenfeindliche und antisemitische Gesinnung zum Ausdruck gebracht“ hätten, sei sie mit den wichtigen Ressorts Inneres, Verteidigung und Äußeres betraut worden, gab Lauder, der 1986/87 zu Beginn der Ära von Kurt Waldheim als Bundespräsident US-Botschafter in Wien war, und später das unter der Bezeichnung „Goldene Adele“ bekannte Klimt-Gemälde nach dessen spektakulärer Restitution durch die Republik für seine Neue Galerie in New York erwarb, zu bedenken.

Ausland

Israelische Luftangriffe auf Gazastreifen

Nach neuen Raketenangriffen militanter Palästinenser auf den Süden Israels haben israelische Kampfflugzeuge in der Nacht auf heute Ziele im Gazastreifen beschossen. Die Armee habe einen Trainingsstützpunkt der radikalislamischen Hamas im Norden des Küstengebiets attackiert, teilte die israelische Armee mit.

Auf dem Gelände seien mehrere Ziele beschossen worden. Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen wurden zwei Stützpunkte der Hamas getroffen und schwer beschädigt. Dabei sei niemand verletzt worden, hieß es.

Zwei Raketen auf Israel

Militante Palästinenser hatten am Vortag vom Gazastreifen aus erneut zwei Raketen auf Israel abgefeuert. Beim Einschlag der Geschoße nahe zwei Siedlungen im Süden des Landes wurde niemand verletzt, wie die israelische Polizei mitteilte.

Seit der Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, sind inzwischen mehr als ein Dutzend Raketen in Richtung Israel abgeschossen worden. Der Führer der dort herrschenden radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas, Ismail Hanija, hatte im Jerusalem-Streit zu einem neuen Aufstand (Intifada) aufgerufen.

Konservativer Pinera gewinnt Präsidentenwahl in Chile

Der konservative Unternehmer Sebastian Pinera (68) wird in Chile die Nachfolge der sozialistischen Staatspräsidentin Michelle Bachelet (66) antreten. Der Kandidat der Oppositionskoalition kam gestern nach Auszählung von 99,9 Prozent der Stimmen auf 54,6 Prozent, der Mitte-links-Kandidat Alejandro Guillier (64) auf 45,4 Prozent.

Guillier erkannte seine Niederlage gestern Abend (Ortszeit) an und gratulierte Pinera zum Wahlsieg. Auch Staatschefin Bachelet wünschte Pinera in einem über Fernsehen übertragenen Telefongespräch Erfolg für seine Präsidentschaft.

Pinera, der schon von 2011 bis 2014 Präsident war, rief seinen unterlegenen Rivalen zur Zusammenarbeit auf, um vor allem die ärmsten Bevölkerungsschichten zu schützen. Das Regierungsprogramm Guilliers enthalte sehr gute Vorschläge, sagte er.

Knappes Rennen um Zuma-Nachfolge an ANC-Spitze

Die knapp 4.800 Delegierten der südafrikanischen Regierungspartei ANC haben gestern Abend mit der Wahl eines neuen Vorsitzenden begonnen. Der neue Parteichef dürfte auch der ANC-Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2019 werden. Das Rennen ist völlig offen - Ergebnisse sollen im Laufe des heutigen Tages veröffentlicht werden.

Dem bisherigen Parteichef und Präsidenten Jacob Zuma werden Korruption, Günstlingswirtschaft und Machtmissbrauch vorgeworfen. Als Favoriten für die Nachfolge gelten Zumas Ex-Frau Nkosazana Dlamini-Zuma und der als wirtschaftsfreundlich geltende Vizepräsident Cyril Ramaphosa.

Wenig Applaus für Zumas letzte Rede

Zuma räumte in seiner wenig beklatschten Rede am Parteitag ein, dass die Südafrikaner mit den Ergebnissen der ANC-Herrschaft nicht „zufrieden“ seien. Das betreffe unter anderem die grassierende Korruption und Kriminalität sowie die hohe Arbeitslosigkeit. Das habe sich zusammen mit den Rückschlägen für die Partei bei der Wahl 2016 negativ auf den ANC ausgewirkt.

Zuma unterstützt Ex-Frau

Dlamini-Zuma wird von ihrem Ex-Mann unterstützt und kann sich auf dessen Machtbasis in der südlichen Provinz KwaZulu-Natal verlassen, Ramaphosa hingegen hat Gewerkschaften und liberalere Parteimitglieder hinter sich. Dlamini-Zumas Gegner werfen der langjährigen Gesundheits-, Außen- und Innenministerin vor, dass ihr Ex-Mann sie als „Marionette“ benutze und dass sie ihm zu strafrechtlicher Immunität verhelfen wolle.

Der Wahlprozess ist äußerst umständlich. Am Wochenende musste zunächst die Zahl der Delegierten festgelegt werden: 4.776 statt zunächst 5.200. Das Gerangel um die Gültigkeit der Delegiertenmandate hatte zu Beginn des fünftägigen Parteitags Stunden in Anspruch genommen. Der Parteitag dauert bis morgen.

Erdogan: Türkei wird Botschaft in Ostjerusalem eröffnen

Die türkische Regierung will die Botschaft des Landes nach Ostjerusalem verlegen. Das kündigte Präsident Recep Tayyip Erdogan gestern bei einem Treffen seiner Regierungspartei AKP an, allerdings ohne einen Zeitpunkt zu nennen. Erdogan sagte, der Tag sei nahe, „an dem wir offiziell, so Gott will, unsere Botschaft dort eröffnen“.

Er reagiert damit auf die umstrittene Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und auch die US-Botschaft von Tel Aviv dorthin zu verlegen.

Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. Dieser Anspruch wird international nicht anerkannt. Die Palästinenser wollen in Ostjerusalem die Hauptstadt eines unabhängigen Staates ausrufen.

Erdogan will US-Entscheidung von UNO annulieren lassen

Erdogan hatte jüngst angekündigt, vor die Vereinten Nationen zu ziehen, um diese Entscheidung der USA „annullieren“ zu lassen. Ein von Erdogan einberufener Sondergipfel der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) in Istanbul rief alle Länder dazu auf, Ostjerusalem als Hauptstadt eines Palästinenserstaates anzuerkennen.

Die Palästinenser sind nach der US-Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt nicht mehr zu Treffen mit US-Vermittlern bereit. Ein Berater des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas sagte der „Times of Israel“, der zeitlich nicht begrenzte Boykott betreffe auch den US-Gesandten Jason Greenblatt und den Schwiegersohn des US-Präsidenten, Jared Kushner.

Putin dankte Trump: Anschlag mit CIA-Hilfe verhindert

Russland hat einem Agenturbericht zufolge mit Hilfe des US-Geheimdienstes CIA einen Anschlag in St. Petersburg verhindert. Vom CIA zur Verfügung gestellte Informationen hätten es ermöglicht, die mutmaßlichen Attentäter festzunehmen, meldete die Nachrichtenagentur Interfax gestern. Präsident Wladimir Putin habe sich bei seinem US-Kollegen Donald Trump telefonisch bedankt.

Der Anschlag sollte auf die Kasaner Kathedrale im Zentrum von Russlands zweitgrößter Stadt verübt werden. Sollten die russischen Sicherheitsbehörden Kenntnisse über Attentatsplanungen in den USA gewinnen, würden sie diese im Gegenzug den USA zur Verfügung stellen, versicherte Putin dem US-Präsidenten.

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland sind wegen des Ukraine-Konflikts und Vorwürfen, Moskau habe die US-Präsidentenwahl mit einer Desinformationskampagne und der Veröffentlichung vertraulicher Informationen zu beeinflussen versucht, äußerst gespannt.

Anhänger Saakaschwilis stürmen Kulturzentrum in Kiew

Hunderte Demonstranten haben gestern ein Kulturzentrum in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu stürmen versucht. Einige Demonstranten schleuderten Steine, Rauchbomben und Knallkörper gegen den ehemaligen Oktober-Palast der Kultur, in dem gerade das Glenn Miller Orchestra ein Konzert gab. Die Polizei setzte Feuerlöscher gegen die Demonstranten ein. Ein paar von ihnen drangen dennoch in das Gebäude ein, ohne aber das Konzert zu stören.

Demonstranten stürmen Gebäude

Reuters/Valentyn Ogirenko

Der frühere georgische Präsidenten Michail Saakaschwili hatte zuvor seine Anhänger zu der Aktion aufgerufen. „Ihr müsst ihnen zeigen, dass ihr mutig seid, aber auch sehr, sehr ruhig“, sagte er der Menge vor dem Gebäude. Er versprach, „bis zum Schluss an eurer Seite“ zu sein.

Protestbewegung gegen Poroschenko

Saakaschwili steht an der Spitze einer Protestbewegung gegen Präsident Petro Poroschenko und dessen Anhänger, denen er mangelndes Engagement im Kampf gegen Korruption vorwirft. Mit seinen Protesten will er vorgezogene Neuwahlen erzwingen.

Der ehemalige georgische Präsident, den Poroschenko noch selbst zum Gouverneur der ukrainischen Schwarzmeer-Region Odessa ernannt hatte, war in der vergangenen Woche kurzzeitig festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem inzwischen staatenlosen Politiker vor, mit finanzieller Hilfe aus Russland einen Putsch in der Ukraine geplant zu haben.

Wirtschaft

Niki-Insolvenzverwalter optimistisch

Der Niki-Insolvenzverwalter ist optimistisch, dass die Rettung der österreichischen Fluglinie gelingen kann. „Ich schließe aus der großen Nachfrage im Investorenprozess, dass die Chance für eine Rettung von Niki gut ist – trotz des großen Zeitdrucks“, sagte Lucas Flöther der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag-Ausgabe).

Es gebe ein enormes Interesse. Der Zeitplan sei allerdings eng. „Wir haben zunächst eine Siebentagesfrist, die aber von den österreichischen Behörden auch noch bis nach den Feiertagen verlängert werden könnte.“

Niki für Bieter jetzt interessanter

Nach Firmengründer Niki Lauda, dem Reiseveranstalter Thomas Cook und dem Billigflieger Ryanair warf ein Bieterkonsortium um den Berliner Logistiker Zeitfracht und die Wartungsfirma Nayak am Wochenende den Hut in den Ring. Niki hatte Insolvenz anmelden müssen, weil die Lufthansa ihr Offert für die Fluglinie wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken der EU-Kommission zurückzog.

„Mit der Insolvenz haben wir eine ganz neue Situation. Für Bieter wird die Fluggesellschaft interessanter, weil Nachteile wie bestehende Verträge damit kündbar sind", so Flöther. Auch die zweistellige Millionensumme, die die Lufthansa in Niki gesteckt hat, muss nicht zurückgezahlt werden, da sie eine Insolvenzforderung geworden ist.“

Porsche-Betriebsratschef gegen E-Mails in Freizeit

Aus Sorge vor zu hoher Arbeitsbelastung fordert Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück die Löschung dienstlicher E-Mails während der Freizeit. Mailkonten von Angestellten sollten im Zeitraum zwischen 19.00 und 6.00 Uhr sowie am Wochenende und im Urlaub gesperrt werden, sagte Hück der dpa in Stuttgart.

„Abends noch Mails vom Chef lesen und beantworten ist unbezahlte Arbeitszeit, die den Stress erhöht - das geht gar nicht.“ Mails, die in dieser Zeit eintreffen, sollten automatisch an den Absender zurückgeschickt werden und nicht mehr in der Mailbox des Mitarbeiters vorhanden sein, also automatisch gelöscht werden.

Verschärfung der bestehenden VW-Regel

Hück peilt eine entsprechende Betriebsvereinbarung an, die eine solche Mailsperre vorsieht. Das Vorhaben wäre eine Verschärfung von Regeln des Porsche-Mutterkonzerns VW. Bei dem Wolfsburger Autokonzern können Tarifbeschäftigte unter der Woche zwischen 18.00 und 6.00 Uhr sowie an Wochenenden keine Dienstmails mehr bekommen oder versenden.

Gelöscht werden diese aber nicht - in der Früh ist die elektronische Post dann zu lesen. Das sei „vergleichbar mit einem Funkloch“, sagte ein VW-Betriebsratssprecher.

So eine Regel geht Hück nicht weit genug. „Was nützt Dir eine Mailsperre, wenn Du ins Büro kommst und erst einmal Unmengen an Mails abarbeiten musst.“ Wichtige Mails müsste der Absender tagsüber noch einmal schicken, so der Betriebsrat. Allerdings soll es Ausnahmeregeln geben, etwa für die Spätschicht und für Kollegen, zu deren Aufgaben die Kommunikation mit China oder USA gehört, also Märkten in anderen Zeitzonen.

Sport

Ski alpin: Hirscher mit Traumlauf zu Rekord

ÖSV-Superstar Marcel Hirscher hat ein weiteres Erfolgskapitel seiner Rekordkarriere aufgeschlagen. Der Salzburger gewann gestern den Riesentorlauf von Alta Badia und damit als erster Fahrer fünfmal in Serie in einer Disziplin am selben Ort. Mit zweifacher Laufbestzeit legte der 28-Jährige sprichwörtlich wieder Welten zwischen sich und seine Kontrahenten. Der Norweger Henrik Kristoffersen musste sich als Zweiter um beinahe zwei Sekunden geschlagen geben.

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Ski alpin: Veith zurück auf der Siegerstraße

Nach langer Leidenszeit hat Anna Veith gestern wieder einen Weltcup-Sieg errungen. Die 28-jährige Salzburgerin triumphierte beim zweiten Super-G in Val d’Isere und kehrte damit nach 1.001 Tagen auf die Siegerstraße zurück. Ihr Comeback krönte Veith mit einer vor allem im Mittelteil perfekten Fahrt, mit der sie der Konkurrenz die entscheidenden Zehntelsekunden abnahm. „Das ist mein schönster Sieg“, sagte Veith mit Tränen in den Augen.

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Skispringen: Kraft landet auf dem Podest

Richard Freitag hat gestern das zweite Weltcup-Springen von Engelberg gewonnen. Der deutsche Weltcup-Führende zeigte zwei starke Sprünge und siegte locker vor der Konkurrenz. Beim letzten Bewerb vor der Vierschanzentournee landete jedoch auch wieder Stefan Kraft auf dem Podest.

Der Weltcup-Titelverteidiger deutete mit zwei soliden Durchgängen einen Aufwärtstrend an. Seine Teamkollegen aus dem ÖSV-Adlerhorst haben jedoch noch einiges nachzuholen, wollen sie bei den kommenden Springen ein Wort mitreden.

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Chronik

Neue Details zu rätselhaftem Tod von Milliardärspaar

Der kanadische Pharmamilliardär Barry Sherman und seine Ehefrau sind durch Strangulation ums Leben gekommen. Das teilte die Polizei von Toronto am Sonntagabend (Ortszeit) nach einer Obduktion der Leichname mit. Zu den „verdächtigen Todesfällen“ ermittle die Mordkommission der Polizei.

Der 75-jährige Sherman, Gründer des Pharmariesen Apotex, und seine fünf Jahre jüngere Frau Honey waren am Freitag in ihrer Villa in einem Nobelviertel von Toronto tot aufgefunden worden. Medien berichteten unter Berufung auf einen Polizeivertreter, die beiden Leichname hätten an einem Geländer am Schwimmbecken der Villa gehangen.

Demnach vermuten die Ermittler, dass Sherman seine Frau tötete, ihre Leiche aufhängte und sich dann selbst das Leben nahm. Die Familie hat diese Version entschieden zurückgewiesen.

Sherman hatte das für Generika bekannte Unternehmen Apotex 1974 gegründet. Dem Magazin „Forbes“ zufolge war er mit einem Vermögen von umgerechnet rund drei Milliarden Euro der zwölftreichste Mann Kanadas.

Brand auf Dach des Musikbunkers in Hamburg

Ein Brand auf einem Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg in Hamburg hat einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. In der Nacht auf heute kämpften noch rund hundert Feuerwehrleute gegen die Flammen.

In der Früh dauerten die Löscharbeiten noch an. Ein Ende des Einsatzes sei noch nicht abzusehen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Probleme bereitete demnach starker Wind, der die Flammen immer wieder anfachte.

Ausgebrochen war das Feuer gestern Nachmittag in einem Holz-Penthouse auf dem Dach des Musikbunkers - mit speziellen Räumen für Musikübungen - im Hamburger Stadtteil Barmbek. Wegen der starken Rauchentwicklung wurden die Anrainer über ein Katastrophenwarnsystem und im Rundfunk aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu lassen.

Fünffachjackpot bei Lotto „6 aus 45“

Wieder hat bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ kein Spielteilnehmer die richtige Zahlenkombination getippt. Damit gibt es in der nächsten Runde einen Fünffachjackpot - im Topf liegen jetzt rund acht Millionen Euro.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

11 27 28 31 36 37/Zusatzzahl 33

Die Gewinnzahlen der LottoPlus-Ziehung lauten:

5 21 26 31 41 42

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

2 0 2 2 1 6

Alle Angaben ohne Gewähr

Zahlreiche Unfälle und Staus durch starken Schneefall

Starke Nerven haben in der Nacht auf heute viele Autofahrer auf Niederösterreichs Autobahnen gebraucht. Starke Schneefälle und mehrere Unfälle sorgten für kilometerlange Staus und stundenlange Wartezeiten.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Drei Verletzte bei Fahrten im Schneetreiben

Im dichten Schneetreiben sorgten gestern zwei Verkehrsunfälle auf der Wolfgangseestraße bei Fuschl und St. Gilgen (Salzburg) für Staus. Drei Menschen wurden verletzt.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Schnee und Lkw-Brand legten Autobahnen in OÖ lahm

Auch in Oberösterreich sorgte der Schnee für Chaos auf den Straßen. Die Pyhrnautobahn (A9) war nach einem Lkw-Brand gesperrt. Stundenlang standen die Fahrzeuge sogar auf der Westautobahn (A1) durch hängen gebliebene Lkws kurz nach der Landesgrenze zu Niederösterreich.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Zahlreiche Unfälle in der Steiermark

Die winterlichen Verkehrsverhältnisse führten zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen im obersteirischen Bezirk Liezen. Es gab rund ein Dutzend Unfälle, bei denen aber niemand verletzt wurde.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Religion

IT

EU-Richtlinie zur Facebook-Überwachung startet im Jänner

Bereits im Jänner wird die EU-Kommission einen Richtlinienentwurf zur „Sicherung elektronischer Beweismittel in der Cloud“ („E-Evidence“) vorlegen. Gemeint sind damit Überwachungsschnittstellen für Strafverfolger bei Facebook und anderen Sozialen Netzwerken nach dem Muster der Telekoms, die gesetzlich dazu verpflichtet sind.

Wie aus Brüsseler Diplomatenkreisen zu hören war, hat die österreichische Delegation die kommende Richtlinie zur Priorität gemacht. Im Rat herrscht weitgehende Einigkeit über die geplante Maßnahme. Frankreich forderte ambitionierte Fortschritte beim grenzüberschreitenden Zugang zu „E-Evidence“ zwischen den Mitgliedsstaaten. Großbritannien sprach sich dafür aus, die Internetfirmen weiter unter Druck zu setzen.

Mehr in fm4.ORf.at

Science

Gesundheit

Kultur

„Star Wars“ mit zweitbestem Kinostart aller Zeiten

Der neue „Star Wars“-Film lässt in den USA die Kinokassen klingen: Am Startwochenende hat die achte Folge des Weltraumspektakels rund 220 Mio. Dollar (187 Mio. Euro) eingespielt und damit den zweitbesten Kinostart aller Zeiten hin gelegt, wie der Branchendienst Exhibitor Relations gestern mitteilte.

Übertroffen wurde der Start von „Star Wars: Der letzte Jedi“ nur von der letzten „Star Wars“-Folge „Das Erwachen der Macht“, die beim Start 2015 noch mehr Geld einspielte - 248 Mio. Dollar am ersten Wochenende und 937 Mio. Dollar insgesamt.

Weitere Trilogie angekündigt

Der Premiere des neuen Streifens war eine monatelange intensive Werbekampagne vorangegangen. Seit der ersten Episode haben die „Star Wars“-Filme in vierzig Jahren mehr als 7,5 Mrd. Dollar (6,5 Mrd. Euro) eingespielt. Im November kündigte der Disney-Konzern, der die Weltraumsaga mittlerweile produziert, eine weitere „Star Wars“-Trilogie an.

Auch im Fernsehen sind dem „Star Wars“-Imperium keine Grenzen gesetzt. Disney plant zurzeit einen eigenen Streaming-Dienst, der „Tausende Stunden“ Film- und Fernsehmaterial rund um die erfolgreichste Unterhaltungsreihe aller Zeiten bieten soll.