Ausland

Neue Friedensgespräche in Gaza-Konflikt in Sicht

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas will diese Woche einen neuen Zeitplan für Friedensverhandlungen mit Israel vorlegen. „Ich sage heute zu Ministerpräsident (Benjamin) Netanjahu: Beenden Sie die Besatzung, machen Sie Frieden!“, sagte Abbas gestern Abend (Ortszeit) in New York. Abbas soll am Freitag vor der UNO-Vollversammlung sprechen.

US-Außenminister John Kerry hatte lange zwischen Israel und den Palästinensern vermittelt. Die Verhandlungen waren im April gescheitert.

Delegationen in Kairo eingetroffen

Eine israelische Delegation traf heute Früh zu neuen Gesprächen über eine langfristige Lösung des Gaza-Konflikts in Kairo ein. Das berichtete ein Sicherheitsbeamter der dpa. Vertreter der palästinensischen Fatah seien bereits gestern Abend angereist; auch die radikalislamische Hamas soll teilnehmen.

Es sind die ersten Gespräche nach einer vor knapp einem Monat von Ägypten vermittelten Waffenruhe des jüngsten Gaza-Krieges. Es soll um die Öffnung der Grenzübergänge zum Gazastreifen und die Freilassung von Häftlingen gehen. Täglich fahren rund 200 Lastwagen mit Hilfsgütern aus Israel in das Palästinensergebiet am Mittelmeer.

Entführer dreier israelischer Jugendlicher tot

Mitauslöser für den jüngsten blutigen Konflikt im Gazastreifen war die Entführung und Ermordung dreier israelischer Jugendlicher Mitte Juni. Die mutmaßlichen Mörder sollen nun ums Leben gekommen sein. Der Sprecher der israelischen Armee, Peter Lerner, teilte heute Früh via Twitter mit, Marwan Kawasme und Amer Abu Aischa seien bei einem Schusswechsel mit der israelischen Armee getötet worden.

Die drei israelischen Jugendlichen waren Mitte Juni auf dem Heimweg von ihrer Talmud-Schule nahe der Stadt Hebron im Westjordanland verschwunden. Ihre Leichen waren Ende Juni gefunden worden.

Weißes Haus: Eindringling hatte 800 Schuss Munition

Ein ins Weiße Haus eingedrungener 42-Jähriger hat in seinem Auto rund 800 Schuss Munition sowie zwei Hacken und eine Machete gehortet. Zudem sei er bereits vor etwa einem Monat mit einer Hacke in der Nähe des Weißen Hauses gestoppt worden, sagte Staatsanwalt David Mudd dem Fernsehsender CNN zufolge gestern während der ersten Anhörung des Angeklagten.

Der Texaner sei eine Gefahr für US-Präsident Barack Obama gewesen. Der mit einem Klappmesser bewaffnete ehemalige US-Soldat war am Freitagabend erst in Obamas Amts- und Wohnsitz von Sicherheitskräften gestoppt worden.

Obama sagte, der für seine Sicherheit zuständige Secret Service mache einen „großartigen Job“. „Ich bin dankbar für all die Opfer, die sie für mich und meine Familie bringen.“ Kommentatoren kritisierten jedoch, dass der 42-Jährige nach dem Klettern über einen Zaun bis ins Weiße Haus vordringen konnte, ohne vorher vom Secret Service gestoppt zu werden.

Ukraine: Minister sorgt mit Bericht über Atomschlag für Spott

Der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletej hat mit Aussagen über einen mutmaßlichen Angriff mit russischen Atomwaffen im Konfliktgebiet Lugansk Gespött auf sich gezogen. Im Gespräch mit Journalisten hatte der Generaloberst behauptet, der Flughafen der ostukrainischen Stadt könne mit nuklearen Gefechtsköpfen von einem Granatwerfer vom Typ 2S4 Tjulpan beschossen worden sein.

Nicht nur in Russland, auch im eigenen Land gab es Kritik. Anton Geraschtschenko im Kiewer Innenministerium warnte vor der Gefahr, dass sich die Ukraine vor aller Welt lächerlich mache.

„Anscheinend nicht mehr bei Sinnen“

„Nach der Anwendung taktischer Atomwaffen gegen unsere beim Lugansker Flughafen im Schützengraben liegenden Jungs wäre niemand mehr rausgekommen“, schrieb Geraschtschenko auf Facebook. „Entweder hat sich der Verteidigungsminister geirrt, oder er kennt sich weder bei konventionellen noch atomaren Waffen aus.“ Geraschtschenko klärte den Minister auf: Wäre ein Atomsprengkopf dort explodiert, hätte er alles Lebende in der Nähe vernichtet und „die Scheiben in den Häusern von Lugansk im Umkreis von fünf bis zehn Kilometern zerstört“.

„Der ukrainische Verteidigungsminister ist anscheinend nicht mehr bei Sinnen“, schimpfte der Moskauer Außenpolitiker Alexej Puschkow. Moskaus Verteidigungsministerium warf Geletej „Verfolgungswahn“ vor.

UNO-Büro sieht Gaza-Krieg als Fall für den IGH

Die mutmaßlichen Kriegsverbrechen im Gaza-Konflikt sollen nach einer Empfehlung des Büros des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte vor den Internationalen Strafgerichtshof (IGH) in Den Haag gebracht werden. Die stellvertretende Hochkommissarin Flavia Pansieri stellte gestern in Genf einen Bericht vor, wonach Israel möglicherweise Kriegsverbrechen begangen habe, indem es zivile Ziele angegriffen habe.

In dem Bericht wurde auch die Sorge geäußert, dass bewaffnete palästinensische Gruppen mit willkürlichen Angriffen auf Israel gegen internationales Recht verstoßen hätten. So habe die radikalislamische Hamas militärisches Gerät in von Zivilisten bewohnten Gebieten stationiert und mutmaßliche Kollaborateure getötet.

Pansieri verwies auf eine Untersuchung aus dem Jahr 2009, in der der damalige UNO-Chefankläger für Kriegsverbrechen Richard Goldstone empfohlen hatte, die Situation in den Palästinensergebieten in Den Haag zu verhandeln. „Diese Empfehlung ist weiter relevant, besonders angesichts der jüngsten Eskalation und des vorangegangenen Versagens, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte sie. Etwa 2.200 Menschen waren im Sommer in dem 50-tägigen Krieg nach Angaben beider Seiten ums Leben gekommen.

Sarkozy droht Widerstand aus den eigenen Reihen

Nicolas Sarkozy ist zurück - und nicht alle sind glücklich darüber. Der französische Altpräsident will seine „gespaltene Familie“ wieder einen und fantasiert bereits von einer erneuerten UMP - inklusive eines neuen Namens. Doch Widerstand erwächst ihm gerade aus der eigenen Partei.

Die beiden interimistischen UMP-Führer Alain Juppe und Francois Fillon meldeten bereits ihren Anspruch auf eine Kandidatur im Präsidentschaftswahlkampf 2017 an. Und keiner der beiden ist bereit, Sarkozy kampflos das Feld zu überlassen.

Freuen dürfte sich dagegen Francois Hollande. Der angeschlagene sozialistische Präsident könnte an einem Gegner Sarkozy gesunden und scheint sich bereits für einen Wahlkampf gegen seinen Vorgänger zu rüsten.

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Inland

Asyl: Noch keine Einigung zu Nutzung von Kasernen

In der Asylfrage hat sich heute vor dem Ministerrat noch keine Unterbringungslösung abgezeichnet. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) verlangte einmal mehr einen Assistenzeinsatz des Bundesheeres. Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) verwies erneut auf sein Angebot, die Martinek-Kaserne im niederösterreichischen Baden zu nutzen.

Mikl-Leitner besteht auf Assistenzeinsatz

Die Innenministerin steht auf dem Standpunkt, dass sie Kasernen als Flüchtlingsquartiere nur nutzen kann, wenn die Regierung einen Assistenzeinsatz des Heeres beschließt. Andernfalls könnten Bürgermeister wegen einer widmungswidrigen Verwendung der Liegenschaft das verhindern, bekräftigte sie ihre Befürchtung.

„Was ich brauche, ist Rechtssicherheit“, so Mikl-Leitner. Denn schon in Linz sei die Nutzung der dortigen Hiller-Kaserne aus diesem Grund gescheitert. Deswegen werde sie in der Regierungssitzung dieses Thema mit Klug diskutieren.

Klug will „temporären“ Beitrag leisten

Der Verteidigungsminister nahm indes zum konkreten Ansinnen der Innenministerin, also dem Assistenzeinsatz, nicht konkret Stellung. Er werde mit Mikl-Leitner sprechen, sagte er nur und verwies auf die Kaserne in Baden, mit der er „temporär“ einen Beitrag zur Lösung leisten könne. Klug: „Ich habe im Moment in ganz Österreich nur eine Kaserne, die leer steht und in einem guten Zustand ist.“

ÖVP-Obmann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner bezeichnete die aktuelle Asyldebatte als „nicht wirklich positiv“. Die Regierung bemühe sich, intern eine Lösung zu finden.

400 wütende Bürger bei Versammlung am Semmering

Unterdessen machten gestern Abend 400 Bewohner des obersteirischen Spital am Semmering bei einer Bürgerversammlung ihrem Ärger über das vom Innenministerium im „Hotel Haus Semmering“ eingerichteten Asylgroßquartier Luft. Sie hatten kein Verständnis für die Aufnahme von solchen „Massen“.

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Vorarlberg: Wallner und Ritsch bleiben unangefochten

Der ÖVP-Parteivorstand hat sich gestern klar hinter Landeshauptmann Markus Wallner gestellt. Es habe Fehler gegeben, aber keine persönlichen von Parteichef Wallner, hieß es. Die SPÖ sprach ihrem Landeschef Michael Ritsch mit großer Mehrheit das Vertrauen aus. Sein Verbleib an der SPÖ-Spitze ist aber nicht ganz sicher.

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Gebremster Aufstieg für NEOS

Im Vorfeld der Vorarlberg-Wahl war viel über das Abschneiden von NEOS spekuliert worden. Anlass für die neue Partei, an ein prozentreiches Debüt auf Landesebene im äußersten Westen zu glauben, gab vor allem das Ergebnis bei der Nationalratswahl, wo Vorarlberg, Heimatbundesland von Parteichef Matthias Stolz, so etwas wie eine Hochburg in Pink war. Auch bei der EU-Wahl konnte die Partei stark abschneiden.

Doch ausgerechnet in Vorarlberg blieb NEOS nun ein derartiger Wählerzuspruch verwehrt - auch eine Wählerwanderung aus dem Lager der ÖVP gab es nicht im erwarteten Ausmaß, auch wenn NEOS das Brechen der ÖVP-„Absoluten“ als eigene Errungenschaft sieht.

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U-Ausschuss-Entwurf erst im Oktober im Nationalrat

Der Gesetzesentwurf für die Reform der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse wird erst im Oktober im Nationalrat eingebracht. Darauf haben sich die Fraktionen mit Ausnahme des Teams Stronach (TS) gestern Nachmittag geeinigt, erfuhr die APA von SPÖ, ÖVP und Grünen. Einzelne Punkte im Entwurf der Parlamentsdirektion sollen bis dahin legistisch präzisiert werden.

Alle Beteiligten hätten das Bekenntnis abgegeben, dass die im Juli erzielte politische Einigung umzusetzen sei, berichtete der grüne Abgeordnete Dieter Brosz. Einzelne Punkte, die man nicht ausreichend diskutiert habe oder wo es noch Missverständnisse gebe, müssten nun geklärt werden. Als Beispiel führte er die genaue Definition der Vorsitzrolle an.

Reform soll mit Jahresbeginn in Kraft treten

Im ÖVP-Klub hieß es ebenfalls, dass festgehalten wurde, was noch zu präzisieren sei. Auch auf den Fahrplan habe man sich geeinigt. Ziel sei es, die Reform mit 1. Jänner 2015 in Kraft treten zu lassen. Bis zu den regulären Plenartagen im Oktober (22./23. 10.) soll der entsprechende Initiativantrag fertig sein, wurde im SPÖ-Klub erklärt.

Noch in dieser Woche sind dazu Expertengespräche auf Klubebene geplant. Der nächste politische Termin ist für Donnerstag kommender Woche (2. Oktober) angesetzt. Der Gesetzesentwurf der Parlamentsdirektion liegt den Klubs seit Montag vor, inklusive Anmerkungen des Justizministeriums und des Verfassungsdienstes im Bundeskanzleramt. Ursprünglich war überlegt worden, ihn schon diese Woche im Nationalrat einzubringen.

TS nicht bei Verhandlungen dabei

Bei den Verhandlungen nicht mit dabei ist als einzige Fraktion das Team Stronach. Die ausverhandelte Reform sei nicht weitreichend genug, kritisierte der stellvertretende Klubobmann Robert Lugar in einer Aussendung. Die Abgeordneten - vor allem jene der Opposition - würden zu Statisten gemacht, so Lugar.

Sport

Fußball: Acht Topclubs suchen ihre Form

Europas stärkste Ligen haben die ersten Runden hinter sich gebracht. Einige Topclubs haben sich dabei ihren Saisonstart ganz anders vorgestellt. Einige hinken ihren Ansprüchen weit hinterher. Je höher das Ansehen und je teurer der Kader, desto ärger werden diese Clubs in die mediale Mangel genommen. Mit jedem weiteren Umfaller steigt der Druck.

Vor allem ManUnited steht nach der nächsten Blamage im Kreuzfeuer der Kritik. Vizemeister Liverpool ist aber nicht viel besser gestartet. Auch in Deutschland, Italien und Frankreich gibt es erfolgsverwöhnte Teams, die entweder außerhalb der Spur sind oder Konstanz vermissen lassen.

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Tennis: Spaniens Herren meckern über „Chefin“

Spaniens Davis-Cup-Mannschaft wird künftig erstmals von einer Frau geführt. Der nationale Tennisverband kürte seine Sportdirektorin Gala Leon zur Nachfolgerin von Kapitän Carlos Moya, der nach dem Abstieg aus der Weltgruppe zurückgetreten war.

Nachdem Moya ein Angebot zur Rückkehr ausgeschlagen hatte, fiel die Wahl auf die 40-Jährige. Sie gewann als Profi ein WTA-Turnier. Die spanischen Tennis-Herren müssen sich erst an eine Frau als „Chefin“ gewöhnen und sind bei ihren Argumentationen gegen Leon noch recht machomäßig unterwegs.

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Formel 1: Hamilton bleibt auf Überholspur

Durch den Sieg beim Grand Prix in Singapur hat Lewis Hamilton am Sonntag zum zweiten Mal in dieser Saison die WM-Führung von seinem Mercedes-Stallrivalen Nico Rosberg übernommen. Rosbergs Kampfansage nach dem frühen Aus ließ aber nicht lange auf sich warten. „Ich muss das verarbeiten - und dann volle Attacke in Suzuka“, richtete der 29-Jährige seinem Teamkollegen aus.

Und so blieb Hamilton auch nach seinem zweiten Erfolg hintereinander vorsichtig. „Auf das Momentum gebe ich nichts“, erklärte der Brite, der von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff verbal geadelt wurde: „An solchen Tagen zeigen Fahrer wie Lewis, was den Unterschied zwischen einem Star und einem Superstar ausmacht.“

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Gesundheit

Wirtschaft

Raiffeisen-Aktie bricht nach Verlustankündigung ein

Die Aktie des börsennotierten Unternehmens Raiffeisen Bank International (RBI) hat heute um mehr als elf Prozent nachgegeben, nachdem das Unternehmen zuvor Verluste angekündigt hatte.

So drücken die Ukraine-Krise und auch ungarische Sondergesetze zu Fremdwährungskrediten die RBI im Geschäftsjahr 2014 in die roten Zahlen. Eine Dividendenzahlung ist fraglich. In jedem Fall bedient werden soll das Nachrangkapital. Frisches Kapital müsse sich die Bank jetzt nicht beschaffen, sagte der Vorstand.

Im ersten Halbjahr noch Gewinn

Nach einer mehrstündigen Vorstandssitzung mit abschließender Planungsrunde gab der österreichische Bankkonzern gestern Abend eine Gewinnwarnung ab. Es sei „von einem negativen Konzernergebnis für 2014 auszugehen“, hieß es in einer Ad-hoc-Mitteilung. Für das erste Halbjahr 2014 hatte die RBI noch einen Nettogewinn von 344 Mio. Euro ausgewiesen.

Raiffeisen muss in Ungarn für umstrittene Fremdwährungskreditvergaben zahlen. Das kostet die Bank bis zu 240 Mio. Euro. 67 Mio. Euro wurden im zweiten Quartal dafür zur Seite gelegt. Der größere Rest folgt im zweiten Halbjahr.

Hohe Abschreibungen in Ukraine

Vor allem die politische Krise um die Ukraine treibt die Kreditwertberichtigungen in die Höhe. In Summe dürften die Kreditrisikovorsorgen im Konzern 2014 nun zwischen 1,5 und 1,7 Mrd. Euro ausmachen. Bisher war die Bank von 1,3 bis 1,4 Mrd. Euro ausgegangen. Auf die ukrainische Aval Bank - auf deren Vermögen ein Werthaltigkeitstest erfolgt - droht eine Markenwertabschreibung von 60 Mio. Euro.

Wie hoch der Verlust 2014 ausfallen wird, wollte der Vorstand nicht sagen. Bankchef Karl Sevelda sprach von „riesigen Unsicherheitsfaktoren“. Deshalb gab es auch noch keine klaren Aussagen zur Dividende. Ohne die aktuellen Sonderbelastungen wäre man positiv gewesen, so die Bank.

Neue BIP-Berechnung sorgt für Plus von 9,5 Milliarden

Neue EU-Standards bei der Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöhen Österreichs Wirtschaftsleistung auf einen Schlag um 9,5 Mrd. Euro auf 322,6 Mrd. Euro im Jahr 2013.

Unter anderem werden nun auch Ausgaben für Forschung und Entwicklung von der Statistik Austria als Investitionen einberechnet. Mit der Revision wurden alle BIP-Daten bis 1995 neu berechnet.

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Preise für Haushaltsenergie im August gesunken

Österreichs Haushalte mussten im August weniger für Energie ausgeben als im gleichen Vorjahresmonat: Der von der Österreichischen Energieagentur berechnete Energiepreisindex (EPI) sank um 1,9 Prozent. Grund für den Rückgang waren vor allem billigere Treibstoffe. Verteuert haben sich unter anderem Brennholz und Holzpellets. Gegenüber dem Vormonat Juli sank der Energiepreisindex um 0,6 Prozent.

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Philips spaltet sich auf

Großer Einschnitt beim niederländischen Elektronikkonzern Philips: Der Konzern will sich in zwei eigenständige Unternehmen aufspalten, die aber weiterhin den bekannten Markennamen tragen sollen. Das teilte Philips heute überraschend mit. Demnach soll das Geschäft mit Gesundheitstechnik und Konsumelektronik verschmolzen werden.

Die Lichtsparte, die etwa mit der früheren Siemens-Tochter Osram konkurriert, soll in die Unabhängigkeit entlassen werden und sich damit auch Kapitalgebern von außen öffnen. Durch den Wandel hin zu Leuchtdioden steht die Branche unter großem Kostendruck. Erst im Frühjahr war Philips aus der Unterhaltungselektronik ausgestiegen und hatte die TV-Sparte ganz abgestoßen.

Streiks bei Amazon Deutschland fortgesetzt

Die Beschäftigten des Onlineversandhändlers Amazon in Deutschland haben ihre Streiks nach Angaben der Gewerkschaft ver.di heute fortgesetzt. An den vier Standorten Leipzig, Bad Hersfeld, Graben bei Augsburg und im nordrhein-westfälischen Rheinberg werde im Laufe des Tages das weitere Vorgehen beraten, sagte eine ver.di-Sprecherin in der Früh in Berlin.

Die Gewerkschaft hatte am Montag zu zweitägigen Arbeitsniederlegungen an den vier Amazon-Standorten aufgerufen. Ver.di kämpft für die Aufnahme von Tarifverhandlungen nach Bedingungen des Einzelhandels. Amazon lehnte das bisher ab und sieht sich selbst als Logistiker.

Chronik

Wanderer in Naturreservat nahe New York von Bären getötet

Ein 22-Jähriger ist in einem Naturreservat im US-Bundesstaat New Jersey von einem Braunbären getötet worden. Zusammen mit vier weiteren Wanderern war er gestern im etwa 65 Kilometer nordwestlich der Metropole New York gelegenen Apshawa-Park unterwegs, wie die Polizei gestern mitteilte. Als die Wanderer im Wald auf den Bären trafen, gerieten sie den Angaben zufolge in Panik und trennten sich.

Vier von ihnen konnten fliehen und alarmierten die Rettungskräfte. Zwei Stunden später wurde der leblose Körper des vermissten 22-Jährigen entdeckt. Ein Bär, der sich in der Nähe der Leiche aufhielt, wurde eingeschläfert.

Das Naturreservat Apshawa ist vor allem bei Wanderern und Vogelbeobachtern beliebt. Im Nordwesten New Jerseys leben bis zu 3.000 Braunbären. Nach Angaben der Umweltschutzbehörde handelte es sich vermutlich um die erste tödliche Attacke dieser Art in dem US-Bundesstaat.

Sommer nun auch offiziell vorbei

Der verregnete Sommer 2014 ist heute um exakt 4.29 Uhr MESZ auch offiziell zue Ende gegangen. Der Herbst startet mit der Tagundnachtgleiche, auch Äquinoktium genannt. Bei diesem Schauspiel steht die Sonne senkrecht über dem Äquator. Auf den beiden Erdpolen beginnen damit Polarnacht und Polartag.

Am Südpol ist die Sonne bis zum Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel durchgehend zu sehen, während der Nordpol nun im Dunkeln liegt. Derzeit wird jeder Tag (täglich) um vier Minuten kürzer. Die damit einhergehende Zeitumstellung auf Normalzeit erfolgt allerdings erst am 26. Oktober. Dann werden die Zeiger um eine Stunde zurückgestellt.

EU: Erasmus-Studierende seltener arbeitslos

Jährlich nutzen rund 5.700 Studierende aus Österreich das Erasmus-Programm und gehen vorübergehend ins Ausland - mit bemerkenswerten Auswirkungen auf Beruf und Beziehungsleben der Teilnehmer. Laut einer aktuellen Studie ist das Risiko, über längere Zeit arbeitslos zu werden, für Studierende mit Auslandsaufenthalt halb so groß wie für jene ohne Auslandserfahrung. Viele finden außerdem ihren Partner im Ausland. Und es gibt rund eine Million „Erasmus-Babys“.

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Zwölf Tote bei Explosion in Feuerwerksfabrik in China

Bei der Explosion in einer Feuerwerksfabrik in Zentralchina sind zwölf Menschen ums Leben gekommen. 33 weitere wurden verletzt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua heute berichtete. Das Unglück passierte am Vortag in der Nanyang-Export-Feuerwerksfabrik im Dorf Baofeng nahe der Stadt Liling in der Provinz Hunan, als 47 Arbeiter in den Werkshallen waren.

Die Gegend um Liling ist einer der größten Produktionsstandorte für Feuerwerk in China. Nach Angaben der Behörden war die Unglücksfabrik lizenziert. Die Ursache der Explosion wird noch untersucht.

IT

Google-Chef fordert „echten digitalen Binnenmarkt“ in der EU

Google-Chef Eric Schmidt hat von der EU mehr Freiheiten für Technologiefirmen gefordert. Sie müsse „einen echten digitalen Binnenmarkt“ schaffen, sagte er gestern in Brüssel. Wenn regulatorische Hürden wegfielen, hätten Start-up-Unternehmen direkt Zugang zu einer Milliarde Kunden - „einem Markt, der größer ist als die USA“. Europa könnte so die hohe Arbeitslosigkeit angehen.

„Europa muss Risikoträger ermutigen“, sagte Schmidt. Unternehmer seien vorrangig in Kulturen zu finden, die sie ermutigten, Risiken einzugehen. Der Google-Chef verwies dabei auf den umstrittenen Fahrdienstanbieter Uber, der Privatleuten erlaubt, via Smartphone-App Fahrten anzubieten, die in der Regel deutlich günstiger sind als die jeweils ortsüblichen Taxitarife.

Google steht seit 2010 im Visier der Europäischen Union: Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass Google Suchergebnisse manipuliere. Dabei würden Ergebnisse von spezialisierten Suchdiensten, die Google selbst betreibt, höher und prominenter angezeigt als Ergebnisse der Konkurrenz. Dem US-Konzern drohen ein Verbot der Praktiken und eine hohe Geldstrafe. Google machte mehrfach Zugeständnisse, inzwischen kamen aber weitere Beschwerden von Mitbewerbern auf.

3-D-Brille Oculus vor Bewährungsprobe

Die 3-D-Brille Oculus, von Facebook um rund zwei Milliarden Euro gekauft, soll nach jahrelanger Entwicklungsarbeit bald marktreif sein: Am Wochenende wurde ausgewählten Entwicklern erstmals ein Prototyp vorgestellt, der dem endgültigen Produkt schon ziemlich nahekommen soll. Die Creme de la Creme der IT-Branche wurde seit der Übernahme rekrutiert, um aus der sprichwörtlich im Sack gekauften Katze ein gewinnbringendes Investment zu machen. Bis dahin braucht Facebook aber noch einen langen Atem, vor allem in finanzieller Hinsicht. Dass das Abenteuer in der virtuellen Realität überhaupt zum kapitalen Bauchfleck wird, ist auch nicht ausgeschlossen.

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Science

Die NSA-Station im 22. Wiener Gemeindebezirk

Auch wenn die Nachrichtenlage seit Beginn der NSA-Enthüllungen in Bezug auf Österreich noch immer dürftig ist, lassen sich nun drei der bisherigen vier Erwähnungen Österreichs zweifelsfrei zuordnen.

Der in einem Dokument erwähnte „Vienna Annex“ zur NSA-Station in der US-Botschaft befindet sich in den obersten drei Geschoßen des IZD-Towers im 22. Wiener Gemeindebezirk. Das geht aus einer aktuellen Fotoserie, die ORF.at zugespielt wurde, klar hervor.

Seit der Fertigstellung des Hauses Ende 2001 residiert dort die US-Vertretung bei den Vereinten Nationen. Auf dem Dach befindet sich in einer Höhe von etwa 130 Metern derselbe Aufbau wie auf dem Dach der US-Botschaft im neunten Wiener Gemeindebezirk.

In beiden Fällen hat das als „Wartungsaufbau“ getarnte Häuschen eine Grundfläche von etwa 15 Quadratmetern. Vom Boden aus ist es praktisch nicht zu erkennen, das Häuschen ist direkt auf die nahen Gebäude der UNO-City ausgerichtet.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Kultur

Kermani erhält Gerty-Spies-Literaturpreis

Große Ehre für den Schriftsteller Navid Kermani: Der Islamwissenschaftler wird heute in Mainz mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz vergeben.

„Kermanis Eintreten für den offenen Umgang in der Einwanderungsgesellschaft Deutschlands, sein proeuropäischer Wertekanon, angereichert durch sein beeindruckendes poetisches Werk, überzeugten unsere Jury“, hieß es.

Der Autor wurde 1967 in Siegen geboren und lebt in Köln. Der Preis ist nach der Schriftstellerin und Holocaust-Überlebenden Gerty Spies benannt. Frühere Preisträger sind Eva Menasse, Christoph Hein und Günter Wallraff.

Lifestyle