Ausland

Australien schlägt Indonesien Gefangenenaustausch vor

In einem weiteren Versuch, die Hinrichtung zweier in Indonesien verurteilter Australier noch zu verhindern, hat die australische Außenministerin Julie Bishop einen Gefangenenaustausch vorgeschlagen. Sie wolle nichts unversucht lassen, um das Leben von Andrew Chan und Myuran Sukumaran zu retten, sagte Bishop. Die Männer waren wegen Heroinschmuggels in Indonesien zum Tod verurteilt worden.

Bishop sagte heute gegenüber dem Radiosender ABC, sie habe mit ihrer indonesischen Kollegin Retno Marsudi ein „sehr angespanntes“ Telefongespräch geführt. Dabei habe sie angemerkt, dass es „australische Gefangene in Jakarta und indonesische Gefangene in Australien“ gebe. Sie habe einen Austausch vorgeschlagen, und Marsudi habe versichert, ihre Bitte an den indonesischen Präsidenten Joko Widodo weiterzuleiten.

Gestern wurden Chan (31) und Sukumaran (33) aus dem Gefängnis in Bali abgeholt und auf die Insel Nusakambangan gebracht, wo sie hingerichtet werden sollen. Ein Termin für die Exekution steht noch aus. Heute fanden sich vor dem Parlament in der australischen Hauptstadt Canberra mehrere Menschen zu einer spontanen Mahnwache für die beiden Australier ein. Auch Premier Tony Abbott und Oppositionsführer Bill Shorten nahmen teil.

US-Botschafter in Südkorea mit Messer attackiert

Der US-Botschafter in Südkorea ist heute bei einem Messerangriff während einer Veranstaltung in Seoul verletzt worden. Laut Polizei erlitt Mark Lippert Verletzungen im Gesicht und am Handgelenk, als ein Mann mit einem Rasiermesser auf ihn zustürmte. Der mutmaßliche Täter soll Mitglied einer linksnationalen südkoreanischen Gruppe sein, die sich für die Vereinigung mit Nordkorea einsetzt.

Der Diplomat wurde ins Krankenhaus gebracht, seine Verletzungen waren aber nicht lebensgefährlich. Die USA verurteilten den „Akt der Gewalt“. Der 42-Jährige hielt nach Angaben aus Washington gerade eine Rede bei der morgendlichen Veranstaltung im Sejong Kulturinstitut in Seoul, als ihn der Angreifer attackierte. Der südkoreanische Nachrichtensender YTN veröffentlichte Bilder, auf denen der Diplomat mit einer blutenden Wange und einer blutverschmierten Hand zu sehen war.

Bereits 2010 Attacke auf Diplomaten

Lebensgefährlich verletzt wurde Lippert nicht, ein Sprecher der US-Botschaft in Seoul sagte, sein Zustand sei „stabil“. Die Polizei nahm den Angreifer fest und leitete Ermittlungen zu seinen Motiven ein. Sie identifizierte ihn laut dem Rundfunksender KBS als den 55-jährigen Kim K., der 2010 bereits den damaligen japanischen Botschafter in Seoul angegriffen hatte. Er habe damals einen Stein auf den Diplomaten geworfen.

Der Mann protestierte den Berichten zufolge am Tatort gegen die gemeinsamen Frühjahrsmanöver der Streitkräfte Südkoreas und der USA, die am Montag begonnen hatten. Die Veranstalter entschuldigten sich für die unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen. Der Angreifer sei „plötzlich aus seinem Zuschauerstuhl aufgesprungen“. Andere Zuschauer hätten noch versucht, ihn zu stoppen, dann sei alles sehr schnell gegangen.

Zensurvorwurf wegen Vergewaltigungsdoku in Indien

Die Gruppenvergewaltigung einer Studentin vor mehr als zwei Jahren, die weltweit für Empörung gesorgt hat, wird nun wieder zum Politikum: Ein indisches Gericht untersagte nun die Ausstrahlung einer Doku über das Verbrechen, in dem auch einer der zum Tode verurteilten Vergewaltiger zu Wort kommt.

Dieser sagte in dem Interview unter anderem, hätte sich die Frau nicht gewehrt, wäre sie noch am Leben. Die Aussagen lösten eine heftige Debatte aus. Die Regisseurin sieht das Verbot der Doku, die der ORF am Dienstag zeigt, als „willkürliche Zensur“.

Mehr dazu in „Nicht eine Sekunde lang Reue“

„Obamacare“ erneut vor Oberstem Gerichtshof der USA

Die Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama beschäftigt erneut den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Der Supreme Court hörte gestern (Ortszeit) eine Klage, die sich gegen eine unklare Formulierung des „Obamacare“-Gesetzes zu staatlichen Beihilfen richtet. In dem Fall steht die Unterstützung für Millionen von Versicherten und womöglich das Schicksal der kompletten Reform auf dem Spiel.

Keine Förderung bei Abschluss über Onlineportal?

Der Oberste Gerichtshof hatte „Obamacare“ im Juni 2012 bereits grundsätzlich für verfassungskonform erklärt. Damals drehte sich die Auseinandersetzung um die Pflicht aller Bürger zum Abschluss einer Krankenversicherung. Nun geht es um die Frage, ob die staatlichen Beihilfen überall in den USA greifen.

Der umstrittenen Passage zufolge sind Bürger förderungsberechtigt, wenn sie ihre Police über die von den Bundesstaaten eingerichteten Versicherungsmarktplätze abgeschlossen haben. Das Onlineportal Healthcare.gov der Bundesregierung wird dagegen nicht ausdrücklich erwähnt. Die Kläger argumentieren daher, dass bei Versicherungsabschlüssen über Healthcare.gov keine staatliche Förderung fließen dürfe.

Ein Nein wäre schwerer Rückschlag

Sollte der Supreme Court diese Ansicht teilen, wäre das für „Obamacare“ ein schwerer Schlag: Nur 16 Bundesstaaten haben bisher Versicherungsbörsen geschaffen - die übrigen Staaten lehnten die Einrichtung ganz oder teilweise ab. Das bedeutet, dass die Menschen dort nur über Healthcare.gov eine Police kaufen können.

Bei der Anhörung zeigte sich das neunköpfige Richtergremium gespalten. Linksliberale Richter warnten davor, dass die Krankenversicherung für viele Menschen ohne Beihilfen nicht mehr erschwinglich wäre. Außerdem müsse die umstrittene Passage im Kontext der ganzen Reform gesehen werden.

Drei der fünf konservativen Richter - Antonin Scalia, Samuel Alito und Clarence Thomas - ließen dagegen keinen Zweifel an ihrer Ablehnung von „Obamacare“. Damit dürfte die Entscheidung erneut vom Vorsitzenden Richter John Roberts sowie dem als gemäßigt konservativ geltenden Anthony Kennedy abhängen. Das Urteil wird im Juni erwartet.

Weltbank räumt schwere Fehler bei Hilfsprojekten ein

Die Weltbank hat schwere Versäumnisse bei der Umsiedlung von Menschen im Rahmen der von ihr geförderten Entwicklungsprojekte eingeräumt. „Wir haben unsere Arbeit in diesem Bereich kritisch untersucht, und was wir herausgefunden haben, erfüllt mich mit großer Sorge“, sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim gestern in Washington.

Die größten Probleme seien eine unzureichende Überwachung der Projekte und eine mangelhafte Umsetzung der Umsiedlungsprogramme. Zudem müsse strenger geprüft werden, ob die Vorgaben der Weltbank eingehalten werden, sagte Kim.

„Wir müssen und werden es besser machen“, versprach der Weltbank-Chef. Einige Reformen wurden nach Angaben der Institution bereits eingeleitet.

Zu wenig auf Menschenrechte und Umweltschutz geachtet

Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie Oxfam, Greenpeace und Amnesty International hatten die Weltbank scharf dafür kritisiert, dass sie bei ihren Projekten nicht ausreichend auf den Umweltschutz und die Einhaltung der Menschenrechte achte. Die Weltbank vertreibe die Einwohner und zerstöre ihre Einnahmequellen, ohne ausreichend Mittel für ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft bereitzustellen, klagten die Organisationen.

Die Weltbank veröffentlichte mehrere Untersuchungen zu Projekten aus den vergangenen 20 Jahren, die zu einer Umsiedlung der Bevölkerung geführt hatten. Angaben zu konkreten Versäumnissen wurden in den Berichten nicht gemacht. Teile der Untersuchungen beziehen sich auf ein Verkehrsprojekt in Mumbai, den Bau einer Gaspipeline in Westafrika sowie ein Vorhaben an der Küste Albaniens.

Ex-Finanzminister der Ukraine in Spanien festgenommen

Der frühere Finanzminister der Ukraine, Juri Kolobow, ist in Spanien festgenommen worden. Der Politiker, der der Regierung des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch angehört hatte, sei von Interpol mit einem internationalen Haftbefehl gesucht worden, berichtete die staatliche spanische Nachrichtenagentur EFE gestern unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Dem Ex-Minister würden in der Ukraine Unterschlagung und Veruntreuung zur Last gelegt. Die Festnahme sei gestern in der Kleinstadt Altea an der spanischen Mittelmeerküste erfolgt. Kolobow sei nach Madrid gebracht worden. Dort werde der nationale Gerichtshof über eine mögliche Auslieferung des Ex-Ministers an die Ukraine entscheiden.

Inland

Parlamentsexperten warnen vor Budgetexplosion

Der Budgetdienst des Parlaments sieht auf das Unterrichtsministerium auch heuer wieder Finanzprobleme zukommen. In einer Anfragebeantwortung an das Team Stronach (TS) verweisen die Experten auf eine deutliche Unterdotierung der Ausgaben für Landeslehrer. Der unerwartet hohe Finanzbedarf der Hypo-„Bad Bank“ Heta könnte indessen das Defizit 2014 über die EU-Grenze steigen lassen.

Das TS hatte nach der Kritik Finanzminister Hans Jörg Schellings (ÖVP) an den „Wohlfühlzahlen“ in den Budgets seiner Vorgänger den Budgetdienst gebeten, Risikopositionen im Bundeshaushalt zu benennen. „Ein deutlich höherer Abschreibungsbedarf der HETA Vermögenswerte könnte für 2014 zu einer Überschreitung der Maastricht-Defizit-Grenze von 3 Prozent des BIP führen“, heißt es in der Anfragebeantwortung. Auch die Auswirkungen auf 2015 und die Folgejahre müssten neu bewertet werden.

Millionen an Mehrkosten für Landeslehrer

Weitere Probleme sieht der Budgetdienst auf das Unterrichtsministerium zukommen. Hier konnte Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) schon im Vorjahr nur deshalb mit dem ihr zugedachten Budget ausgekommen sein, weil Mietzahlungen bis 2016 gestundet und Rücklagen aufgelöst wurden. Das Problem aus Sicht des Budgetdienstes: Die Landeslehrer haben um 120 Mio. Euro mehr gekostet als erwartet.

Dabei weist der Budgetdienst darauf hin, dass die Ausgaben des Unterrichtsressorts an sich gut vorhersehbar wären - 94 Prozent sind Personalkosten und Mieten. Während der Anstieg der Mieten für 2015 eingepreist wurde, habe man bei den Personalkosten aber einen Rückgang eingeplant. „Dies betrifft insbesondere die Auszahlungen für die LandeslehrerInnen, die bereits 2014 zu niedrig budgetiert wurden. Im Bildungsbudget besteht somit 2015 das Risiko einer Budgetüberschreitung“, so der Budgetdienst.

„Gegenmaßnahmen erforderlich“

Damit bestätigt der Budgetdienst Warnungen Heinisch-Hoseks, die Schelling im Februar angesichts so gut wie aufgebrauchter Rücklagen um eine Budgetaufstockung gebeten hatte. Als weitere „Risikoposition“ wertet der Budgetdienst unter anderem die im Finanzrahmen noch mit 500 Mio. Euro ab 2016 eingestellte Finanztransaktionssteuer, angesichts der schleppenden Konjunktur schwache Steuereinnahmen und hohe Ausgaben für Arbeitslosigkeit sowie steigende Pensionskosten.

Auch das erst kürzlich beschlossene Sicherheitspaket ist naturgemäß noch nicht eingepreist. „Zur Erreichung des von der Bundesregierung angestrebten strukturellen Nulldefizits im Jahr 2016 (strukturelles Defizit von 0,45 % des BIP, Anm.) sind daher entsprechende Gegenmaßnahmen erforderlich“, heißt es in der Analyse. Näheres müsse der im April geplante neue Finanzrahmen regeln.

Trotz flauer Bilanz: Vereintes Festhalten an Neuer Mittelschule

Der ernüchternde Evaluierungsbericht zur Neuen Mittelschule (NMS) kann das Projekt offenbar nicht aus den Schienen heben: Die SPÖ unterstreicht das Festhalten an dem Schulmodell, und die ÖVP erklärt, man könne die bildungspolitische „Operation am offenen Herzen“ ohnehin nicht stoppen. Auch die Lehrergewerkschaft betonte trotz des schlechten NMS-Zeugnisses ihre Unterstützung für das Modell.

Experten zeigen sich überhaupt überrascht, dass der Bericht nicht noch verheerender ausfiel. Einig sind sich Lehrer und Experten zudem darin, dass man eigentlich von mindestens zwei verschiedenen Dingen redet, wenn man „Neue Mittelschule“ sagt.

Mehr dazu in NMS nur neues Kürzel für alte Probleme?

Entscheidung über Auslieferung von Firtasch Ende April

Ein Gericht in Wien wird sich am 30. April mit der Auslieferung des ukrainischen Oligarchen Dimitri Firtasch an die USA befassen. Eine Entscheidung sei an diesem Tag vorgesehen, sagte Gerichtssprecherin Christina Salzborn gestern Abend. Allerdings sei wegen neuer Anträge auch eine Verzögerung möglich.

Bestechungsverdacht in den USA

Der Gasmilliardär Firtasch wurde im März in Wien am hiesigen Sitz seiner Firma verhaftet und kam wenig später gegen die Rekordkaution von 125 Millionen Euro frei. Er wartet nun in Österreich auf eine Entscheidung über seine Auslieferung an die USA. Dort soll ihm am Bundesgericht in Chicago wegen Bestechungsverdacht und anderen Vorwürfen in einem indischen Fall der Prozess gemacht werden.

In einem Interview zeigte sich Firtasch zuletzt optimistisch, seine Auslieferung verhindern zu können. Das US-Verfahren sei politisch motiviert. „Ich glaube, dass Österreich die richtige Entscheidung treffen wird“, sagte er im Interview mit der „Presse“ (Donnerstag-Ausgabe).

Firtasch: Kein Zusammenhang mit Thinktank

Die Ankündigung der Entscheidung kommt nur einen Tag nach der Enthüllung von Plänen der von Firtasch finanzierten „Agentur zur Modernisierung der Ukraine“, die von Ex-Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) geleitet werden soll. Firtasch sagte gegenüber der „Presse“, es bestehe zwischen dem Auslieferungsverfahren gegen ihn in Österreich und seiner Kapitalspritze für den geplanten Thinktank „kein Zusammenhang“. Zu dem Verfahren sagte er: „Ich bin überzeugt, dass wir eine starke Position haben. Hier sitzt mein Anwalt, der darauf achtet, dass ich nichts Überflüssiges sage.“

Firtasch nahm auch zu der von ihm gestellten Kaution in der spektakulären Höhe von 125 Millionen Euro Stellung. Er bestätigte, dass das Geld von seinem Geschäftsfreund Wasili Anissimow stamme - dieser wolle mit ihm einen Immobiliendeal in Kiew machen und habe ihm darum die Summe als Kredit gegeben.

Agentur soll „Marshallplan“ erarbeiten

Die mit seiner Unterstützung gegründete „Modernisierungsagentur“ soll nach der Vorstellung von Firtasch künftig eine Art „Marshallplan“ für die Ukraine vorbereiten. Gegenüber der „Presse“ sagte Firtasch, dessen Vermögen auf rund drei Milliarden Euro geschätzt wird, er habe bisher „keine große Summe“ investiert. Es hätten sich vielmehr 30 Unternehmer aus der Ukraine als weitere Geldgeber angeboten. Zudem will Firtasch „auch Russland einbeziehen“, das ein Viertel des Fonds beisteuern könnte.

Auf die Frage nach der Eignung von Ex-Finanzminister Spindelegger zum Direktor der neuen Agentur sagte Firtasch, der frühere ÖVP-Chef sei ein Politiker gewesen, der von „Wahlen abhängt wie ein Drogensüchtiger“. „Jetzt ist er Privatmann“, konstatierte der 49-jährige Ukrainer.

Erneut Probleme bei Probelauf für Zentralmatura

Nicht ganz reibungslos ist gestern der Probelauf für die Englisch-Zentralmatura abgelaufen. So sind unter anderem auch bereits zuvor veröffentlichte Aufgaben verwendet worden. Im Vorfeld musste außerdem eine „missverständlich interpretierbare“ Angabe ergänzt werden, geht aus einem Schreiben des Bundesinstituts für Bildungsforschung (BIFIE) an die Schulen hervor.

Für den Probelauf stellt das BIFIE Aufgabensammlungen zur Verfügung. Diese stehen nicht nur als Gesamtpaket, sondern auch als Einzelaufgaben bereit. Außerdem gibt es Vorschläge für Aufgabenkombinationen, die auch als dreistündige Schularbeit verwendet werden können. Die Lehrer können selbst entscheiden, ob und welche Aufgaben sie mit den Schülern entweder informell üben oder auch als „echte“ Schularbeit geben wollen.

Die zur Verfügung gestellten Dateien konnten ab Montag entschlüsselt werden. Wenige Stunden später ging außerdem ein der APA vorliegendes Mail vom BIFIE an die Schuldirektionen mit dem Hinweis, dass „der grafische Input“ in einer Aufgabe „missverständlich interpretiert werden kann“. Gleichzeitig wird darum gebeten, „ergänzende Informationen“ zur betreffenden Aufgabe zur Verfügung zu stellen.

Kritik der Lehrergewerkschaft

„Das stärkt nicht unbedingt rasend das Vertrauen“, meinte der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eckehard Quin, zur APA. Viele Lehrer hätten nach der Entschlüsselung der Aufgabendateien festgestellt, dass manche der nunmehrigen Beispiele bereits als Übungsaufgaben auf der BIFIE-Website vorhanden gewesen seien. „Der Schüler, der die vielleicht mit seinem Nachhilfelehrer gemacht, wird sich natürlich freuen, wenn er sie dann zufällig zur Schularbeit kriegt. Das ist aber nicht ganz Sinn der Sache“, so Quin.

Wirtschaft

BAWAG meldet Rekordgewinn

Die großteils im Besitz der US-Fonds Cerberus und Golden Tree stehende österreichische BAWAG PSK hat 2014 ihr Nettoergebnis um 45 Prozent auf 333 Mio. Euro angehoben. Die Bank sprach von einem Rekordgewinn. Damit seien alle für 2014 genannten Ziele übertroffen worden, hieß es heute schon vor der Bilanzpressekonferenz am selben Tag.

Voriges Jahr hat die Bank die letzte Tranche der in der Finanzkrise gewährten Staatshilfe getilgt. Bei der Bank lief mehrere Jahre hindurch ein Sparprogramm, das auch einen Beschäftigtenabbau umfasste.

2015 erwartet das Institut einen Nettogewinn von 400 Mio. Euro, schrieb der Vorstand in der Mitteilung zum Ausblick. Dazu würden auch weitere operative und strategische Schritte gesetzt.

Heimischer Anlagenbauer Andritz im Aufwind

Der steirische Anlagenbauer Andritz hat im Geschäftsjahr 2014 deutliche Ergebniszuwächse erzielt. Der Umsatz stieg um 2,6 Prozent auf 5.859,3 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte 295,7 Mio. Euro, nach 89,8 Mio. Euro im Jahr 2013. Das Konzernergebnis stieg auf 210,0 (2013: 53,2) Mio. Euro. Damit wurden die Prognosen der Analysten noch übertroffen.

Bei der Hauptversammlung am 26. März wird der Vorstand eine Erhöhung der Dividende auf 1,00 Euro je Aktie vorschlagen (2013: 0,50 Euro). Andritz-Vorstandschef Wolfgang Leitner kündigt in der Ad-hoc-Aussendung heute Früh weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und der Rentabilität an.

Aus heutiger Sicht würden für die Märkte von Andritz keine wesentlichen Änderungen der Projektaktivität gegenüber dem „zufriedenstellenden“ Niveau des Geschäftsjahres 2014 erwartet, so Leitner. Für das Geschäftsjahr 2015 erwarte man eine leichte Umsatzsteigerung und rechne auch beim Konzernergebnis mit einer Steigerung im Vergleich zu 2014.

BayernLB-Chef wettert gegen Finanzplatz Österreich

BayernLB-Chef Johannes-Jörg Riegler ärgert sich über Österreich. Er vertraue der österreichischen Justiz, aber er habe kein Vertrauen mehr in den Finanzplatz Österreich und die Investitionssicherheit dort, sagte der Vorstandschef gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe).

Die Rückzahlung des 2,4-Milliarden-Euro-Kredits an die frühere Tochter Hypo Group Alpe-Adria (HGAA) sei lange fällig, so Riegler, aber es gebe „ja leider inzwischen sogar ein mehr als fragwürdiges österreichisches Sondergesetz“.

Riegler sieht Bank gut aufgestellt

Grundsätzlich sieht Riegler seine Bank allerdings gut auf Kurs. Der Abbau von Altlasten belaste das Ergebnis 2014 zwar noch einmal, aber die ungarische Tochter MKB und das ABS-Portfolio seien jetzt weg, und operativ habe die BayernLB „ordentlich verdient“. Vor allem im Mittelstands- und im Immobiliengeschäft wolle sie jetzt wachsen.

Dieses Jahr werde die BayernLB Standorte in Stuttgart, Frankfurt, Hamburg und Berlin eröffnen. Leitbild sei, „die bayerische Bank für die deutsche Wirtschaft“ zu sein. „Wir haben eine sehr starke Stellung bei großen Unternehmenskunden im ganzen Land“, sagte Riegler. Mit der Rückzahlung ihrer Beihilfen liege die Bank vor dem Zeitplan, und sie werde dem Freistaat stetig Kapital zurückzahlen.

EZB nennt Details zu massivem Ankauf von Staatsanleihen

Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt heute Details zum geplanten Aufkauf von Staatsanleihen bekannt. EZB-Chef Mario Draghi hatte im Jänner angekündigt, bis September 2016 monatlich Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Wert von 60 Milliarden Euro zu kaufen.

Mit dem Programm sollen insgesamt 1,14 Billionen Euro in die Märkte gepumpt werden, um das Risiko einer Deflation abzuwenden. Es soll noch in diesem Monat starten.

Der EZB-Rat entscheidet bei seiner Sitzung in Nikosia auf Zypern auch über den Leitzins für die Euro-Zone. Der Zins befindet sich auf dem historischen Tief von 0,05 Prozent.

USA: McDonald’s will weniger Antibiotika-Fleisch verwenden

McDonald’s streicht in seinen etwa 14.000 US-Schnellrestaurants Antibiotika-Hühnerfleisch aus dem Menü - zumindest teilweise. Geflügel mit Medikamenten, die auch bei der Krankheitsbehandlung von Menschen verwendet werden, soll nicht mehr verkauft werden, teilte der US-Fast-Food-Riese gestern mit.

Damit soll das Risiko gesenkt werden, dass Antibiotika bei Menschen nicht mehr wirken. McDonald’s folgt mit der Entscheidung Wettbewerbern wie Chick-fil-A.

In den USA dürfen Zulieferer der Fast-Food-Kette weiterhin Antibiotika bei der Hühnerzucht verwenden, sofern sie nicht in der Humanmedizin eingesetzt werden.

Sport

DFB-Pokal: Bremen weg, wieder Alaba-Traumtor

Arminia Bielefeld bleibt die Überraschungsmannschaft im deutschen Cup, und David Alaba glänzt weiter als Freistoßschütze: Bielefeld, der souveräne Spitzenreiter der dritten Liga, warf gestern im Achtelfinale des DFB-Pokals nach Hertha BSC in der zweiten Runde auch Werder Bremen aus dem Bewerb.

Das Team rund um ÖFB-Mittelfeldmotor Zlatko Junuzovic wachte gegen die Arminia erst bei einem 0:2-Rückstand auf - was zu spät war, um das Spiel noch zu drehen. Dafür brachte Alaba die Bayern mit einem Traumfreistoß auf die Siegerstraße gegen Braunschweig.

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Bundesliga: Salzburg in der Südstadt ungefährdet

Red Bull Salzburg ist gestern in der 23. Runde der tipico-Bundesliga trotz Unterzahl zu einem locker herausgespielten 4:1-Erfolg gegen die Admira gekommen.

Zwei Spieler machten dabei auf sich aufmerksam: einerseits der Ex-Admiraner Marcel Sabitzer, der nur wenige Minuten nach seinem Führungstor ausgeschlossen wurde, und andererseits der japanische Neuzugang Takumi Minamino mit einem Doppelpack. Die Niederösterreicher bemühten sich zwar, vergaben aber sogar die Chance eines Elfmeters.

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Schwimmen: Nächster Rücktritt stürzt OSV ins Chaos

Innerhalb von zweieinhalb Jahren muss sich der Österreichische Schwimmverband (OSV) zum bereits dritten Mal auf die Suche nach einem neuen Präsidenten machen. Nach Paul Schauer und Christian Meidlinger warf gestern auch Stefan Miklauz wegen gravierender Auffassungsunterschiede mit OSV-Vorstandsmitgliedern das Handtuch.

Das kritisierte Gremium bemühte sich in einer ersten Reaktion zwar, eine „Schlammschlacht“ zu vermeiden, Auszüge aus einem verbandsinternen Schreiben lassen aber für die nächsten Wochen einen offenen Schlagabtausch erwarten.

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Chronik

Staatstrauer nach Grubenunglück in Ukraine

Nach der verheerenden Gasexplosion in einer Kohlegrube im Krisengebiet Ostukraine hat die Führung in Kiew für heute Staatstrauer angeordnet. Am Mittag um 12.00 Uhr (Ortszeit) soll bei einem Moment der Stille landesweit der toten Bergleute gedacht werden, wie aus einem Erlass von Präsident Petro Poroschenko hervorging. Die Explosion hatte sich gestern Früh in der Mine Sassjadko bei Donezk ereignet.

An allen Regierungsgebäuden sowie staatlichen Unternehmen und Organisationen sollen die Fahnen auf halbmast wehen. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich mehr als 200 Arbeiter in den Stollen. Die meisten konnten sich retten. Nach Angaben von Aufständischen starben mindestens 24 Bergleute, neun weitere galten gestern Abend noch als vermisst. Die Grube liegt in der von prorussischen Separatisten kontrollierten Region.

Helfer abgewiesen?

Das Unglück soll sich in 1.000 Meter Tiefe ereignet haben. Die prowestliche Führung in Kiew hat allerdings keinen Zugriff auf das Bergwerk. Die Informationslage an Ort und Stelle ist wegen des Krieges zwischen Regierungstruppen und Aufständischen schwierig. Poroschenko forderte die Separatisten via Twitter auf, staatliche Retter zum Unglücksort zu lassen. Regierungschef Arseni Jazenjuk sagte, 60 Helfer seien an der Frontlinie abgewiesen worden.

Die Aufständischen behaupteten, Kiew habe keine Hilfe angeboten. Hingegen habe Russland Hilfe zugesagt. Weltweit gelten ukrainische Kohlegruben als besonders gefährlich. In der Vergangenheit gab es immer wieder schwere Explosionen mit vielen Toten. Da die Kohle in großen Tiefen abgebaut wird, bildet sich dort oft hochexplosives Grubengas. Allein in Sassjadko, einer der größten Kohleminen der Ex-Sowjetrepublik, kamen seit 1999 bei Unglücken mehr als 200 Menschen ums Leben.

Religion

Science

Kultur

Gesundheit

WHO: Wieder mehr Ebola-Fälle in Sierra Leone und Guinea

In den westafrikanischen Ländern Sierra Leone und Guinea sind wieder mehr Menschen an Ebola erkrankt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte gestern mit, dass sich in der Woche bis zum 1. März 132 Menschen mit dem Virus infiziert hätten. Das seien 34 mehr als sieben Tage zuvor. Die Behörde forderte die zwei Staaten auf, mehr im Kampf gegen die Seuche zu unternehmen.

Bei der Behandlung und Isolierung der Kranken gebe es noch Defizite. Auch seien die Begräbnisse weiter nicht sicher. In Liberia habe es dagegen erstmals seit dem 26. Mai 2014 keine Neuansteckungen gegeben.

Seit etwa einem Jahr tobt die schlimmste Ebola-Epidemie aller Zeiten in Westafrika. Rund 10.000 Menschen starben der WHO zufolge bisher an Ebola in den drei Ländern.

Song Contest

„Vertreter aller Australier“ gefunden

Es ist nicht Kylie Minogue, es sind nicht AC/DC: Australien schickt mit Guy Sebastian einen Künstler zum Song Contest, der in seiner Heimat trotzdem auch schon ein großer Star ist. Mit welchem Song er antreten wird, weiß der 33-Jährige, der sich als „Vertreter aller Australier“ sieht, noch nicht. „Es wird entweder etwas Superlustiges oder eine große Ballade - oder irgendetwas dazwischen.“ Hauptsache, er benutzt das vielleicht wichtigste Song-Contest-Bühnenteil, witzelten die Moderatoren bei der Pressekonferenz: die Windmaschine.

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