Ausland

Künftiger US-Präsident Trump in Washington eingetroffen

Der künftige US-Präsident Donald Trump ist in der Hauptstadt Washington eingetroffen. An Bord einer Militärmaschine, die in New York gestartet war, landete er auf einem Militärstützpunkt außerhalb Washingtons.

Das Flugzeug verließ als Erster Trumps zehn Jahre alter Sohn Barron. Es folgten weitere Familienmitglieder, darunter die Söhne Eric und Donald Jr. sowie Tochter Ivanka.

Mittagessen in eigenem Hotel

Trump stieg mit seiner Frau Melania als Letzter die Gangway hinab. Mit einem Autokonvoi begab sich die Familie in das von Trumps Unternehmensgruppe betriebene Hotel in der Innenstadt, wo ein Mittagessen anstand.

Anschließend wollte der künftige Präsident in Gedenken an gefallene US-Soldaten einen Kranz auf dem Militärfriedhof Arlington niederlegen und später an einem Konzert vor dem Lincoln-Denkmal in der Nähe des Weißen Hauses teilnehmen.

Historisch niedrige Zustimmungswerte

Trump und sein Vizepräsident Mike Pence werden morgen Mittag (Ortszeit) vereidigt, direkt danach hält der Nachfolger von Barack Obama seine Antrittsrede. Trump tritt sein Amt mit historisch niedrigen Zustimmungswerten in der Bevölkerung an. Mehrere Dutzende Abgeordnete der Demokraten haben angekündigt, die Vereidigungszeremonie vor dem Kapitol zu boykottieren. Zu einem für Samstag geplanten „Frauenmarsch“ gegen Trump in Washington werden Hunderttausende erwartet. In der US-Hauptstadt herrschen extreme Sicherheitsvorkehrungen.

Syrien: Waffenruhe in strategisch wichtigem Tal

Syriens Regierung und Rebellen haben sich auf eine Waffenruhe für das strategisch wichtige Tal Wadi Barada geeinigt. Ein entsprechendes Abkommen sei heute unterzeichnet worden, hieß es aus westlichen diplomatischen Kreisen. Auch das oppositionelle Medienkomitee in Wadi Barada berichtete von der Einigung, meldete am Abend aber neue Angriffe der regierungstreuen Truppen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien meldete, nach Kämpfen und Luftangriffen in den vergangenen Tagen herrsche Ruhe im Tal.

Trinkwasser für Damaskus

Das Tal nordwestlich von Damaskus ist wichtig, weil Millionen Menschen in der Hauptstadt von hier aus ihr Trinkwasser erhalten. Allerdings ist die Versorgung seit vier Wochen unterbrochen, wofür sich die verfeindeten Parteien gegenseitig verantwortlich machen. Die Rebellen erklärten, Angriffe der Regierungstruppen hätten die Anlagen zur Wasserversorgung der Hauptstadt zerstört.

Das Abkommen sieht den Angaben zufolge zudem vor, dass Techniker nach Wadi Barada kommen. Rebellenkämpfer sollen das Tal verlassen. Aus Diplomatenkreisen hieß es vorsichtig optimistisch, zunächst müsse sich die Waffenruhe als stabil erweisen.

Assange: Bleibe bei meinem Angebot an die USA

WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat sein Angebot erneuert, nach der Freilassung seiner früheren Informantin Chelsea Manning in die USA zu reisen. „Ich stehe zu allem, was ich gesagt habe“, betonte er heute auf einer Audiopressekonferenz. Der 45-Jährige befand sich in der Botschaft Ecuadors in London.

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte kürzlich per Kurznachrichtendienst Twitter erklärt, ihr Gründer werde seiner Auslieferung in die USA zustimmen, sollte US-Präsident Barack Obama Manning begnadigen. Das geschah am vergangenen Dienstag. Das Strafmaß verkürzt sich damit von 35 auf sieben Jahre. Manning kann Mitte Mai das Gefängnis verlassen.

Seit vier Jahren in Botschaft

Bevor Manning aus der Haft komme, könne es noch „viele Diskussionen“ über seine eigene Zukunft geben, sagte Assange weiter. Auf die Frage, ob er von dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump eine andere Behandlung erwarte, antwortete er: „Das muss sich erst noch zeigen.“

Assange war vor mehr als vier Jahren in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet, um einer drohenden Festnahme zu entgehen. Gegen den Australier liegt ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Er befürchtete, zunächst dorthin und dann schließlich in die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm eine lange Haft drohen könnte. Ecuador gewährte ihm 2012 Asyl. Der Australier lebt seitdem in der diplomatischen Vertretung.

USA: 50 Obama-Mitarbeiter bleiben auf Schlüsselposten

Der künftige US-Präsident Donald Trump will mehrere Dutzend Mitarbeiter seines Vorgängers Barack Obama in Schlüsselpositionen belassen. Zu den rund 50 Spitzenleuten gehörten der Beauftragte für die Anti-IS-Koalition Brett McGurk sowie der stellvertretende Verteidigungsminister Robert Work, teilte Trumps Sprecher Sean Spicer heute mit.

Weitere Regierungsvertreter, die im Amt bleiben sollten, seien etwa der Leiter der nationalen Anti-Terror-Behörde, Nick Rasmussen, sowie die Staatssekretäre im Außenministerium, Tom Shannon und Adam Szubin.

Übergangslösung für Außenminister

Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten wird für eine nicht näher bezeichnete Übergangszeit vom amtierenden Staatssekretär Shannon geleitet. Das gab der scheidende Sprecher des Außenministeriums, John Kirby, in Washington bekannt. Es sei anzunehmen, dass der Senat bis morgen Mittag nicht den designierten neuen Außenminister, Rex Tillerson, bestätigt haben wird. Bis zur Bestätigung des von der Trump-Administration ausgewählten Chefdiplomaten werde Shannon als amtierender Außenminister fungieren, sagte Kirby.

Landwirtschaftsminister ernannt

Trump ernannte unterdessen auch seinen Wunschkandidaten für den Landwirtschaftsminister. Den Posten soll der ehemalige Gouverneur von Georgia, Sonny Perdue, bekleiden. Das sagte ein hochrangiges Mitglied von Trumps Übergangsteam. Damit wäre das Kabinett der neuen US-Regierung komplett.

Sonny Perdue

APA/AP/Evan Vucci

Der Senat muss der Ernennung Perdues noch zustimmen. Der 70-jährige Perdue war von 2003 bis 2011 Gouverneur von Georgia und gründete anschließend ein Unternehmen. Perdue ist Republikaner, gehörte aber bis 1998 der Demokratischen Partei an.

Während seiner Zeit als Gouverneur war Perdue unter anderem mit den Folgen einer Dürre konfrontiert. Mit seiner Ernennung ist klar, dass Trumps Kabinett keine Vertreter der stark wachsenden Latino-Bevölkerungsgruppe angehören werden.

Türkei: Verletzte bei Verfassungsstreit im Parlament

Im türkischen Parlament haben Anhänger von Regierung und Opposition ihren Streit um die geplante Verfassungsreform handgreiflich ausgetragen. Abgeordnete beider Lager gingen heute im Plenum in Ankara aufeinander los, nachdem eine unabhängige Abgeordnete sich aus Protest gegen das Reformprojekt mit Handschellen an ein Mikrofon gekettet hatte und eine Dauerrede hielt.

Zwei weibliche Abgeordnete - eine von der Regierungspartei AKP und eine von der prokurdischen Partei HDP - seien leicht verletzt worden und hätten in ein Krankenhaus gebracht werden müssen, berichteten türkische Medien. Auf Fotos war zu sehen, wie sie auf Tragbahren aus dem Plenarsaal gebracht wurden.

„Diktat eines einzigen Mannes“

Im Parlament stand in zweiter Lesung die Debatte über die Verfassungsreform an, die die Türkei zu einer Präsidialrepublik mit einem deutlich gestärkten Präsidenten machen soll. Kritiker sehen darin einen Versuch von Staatschef Recep Tayyip Erdogan, seine Macht noch weiter auszubauen.

Die Reform laufe auf das „Diktat eines einzigen Mannes“ hinaus, kritisierte die Abgeordnete Aylin Nazliaka, die sich an das Rednermikrofon im Sitzungssaal kettete. „Ich protestiere gegen die Abschaffung der republikanischen Werte und gegen die Fesselung des Parlaments“, rief sie.

Alle Macht dem Präsidenten

Mit der Reform soll das Amt des Ministerpräsidenten abgeschafft werden. Dessen Befugnisse sollen auf den Präsidenten übertragen werden. So soll er künftig Minister ernennen und entlassen können, ohne dafür die Zustimmung des Parlaments zu benötigen, sowie die Arbeit der Regierung leiten.

Die Reform soll nach der nächsten Wahl im November 2019 in Kraft treten. Allerdings ist Umfragen zufolge derzeit ungewiss, ob sie bei dem geplanten Referendum im April vom Volk gebilligt wird.

US-Luftwaffe tötete zahlreiche IS-Kämpfer in Libyen

Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt hat US-Präsident Barack Obama einen Luftangriff auf Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Libyen angeordnet: Gestern Abend hätten B-2-Tarnkappenbomber Lager der Dschihadisten nahe der früheren IS-Hochburg Sirte angegriffen und dabei „mehrere Dutzend“ Kämpfer getötet, sagte heute ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums in Washington.

Der Einsatz sei von Obama persönlich gebilligt worden und sei in Abstimmung mit der libyschen Einheitsregierung in Tripolis erfolgt. Der Einsatz habe auf IS-Kämpfer abgezielt, die sich nach der Rückeroberung ihrer früheren Hochburg Sirte durch Regierungsverbände in die Lager außerhalb der Stadt zurückgezogen hätten, sagte der Pentagon-Sprecher.

Laut Pentagon keine zivilen Opfer

Die angegriffenen IS-Kämpfer hätten Uniform und Waffen getragen. „Sie haben ein Sicherheitsrisiko für Libyen, die Region und die nationalen Interessen der USA dargestellt“, sagte der Sprecher. Er wertete den Einsatz als „Erfolg“. Zivile Opfer habe es nicht gegeben.

Sirte war das letzte größere vom IS kontrollierte Gebiet in Libyen. Die regierungstreuen Truppen hatten im Mai eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt gestartet und im Dezember offiziell die „Befreiung“ der Stadt verkündet. Die US-Armee hatte die Regierungstruppen dabei unterstützt; ihren Einsatz in und um Sirte hatten die USA im Dezember für beendet erklärt.

Die Dschihadisten hatten sich 2014 in der Heimatstadt des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi festgesetzt und Sirte vor einem Jahr vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Die Extremistengruppe hatte dabei vom allgemeinen Chaos profitiert, das in Libyen seit dem Sturz und Tod Gaddafis im Herbst 2011 herrscht.

Französische Armee: 77 Tote bei Selbstmordanschlag in Mali

Bei dem Selbstmordanschlag in Mali hat es nach Informationen der französischen Armee 77 Tote gegeben. Es handle sich um eine provisorische Bilanz, sagte ein Sprecher der Armee heute in Paris. Französische Armeeangehörige seien nicht betroffen. Frankreich hat in der Sahelzone rund 4.000 Soldaten im Einsatz.

Nach dem Anschlag weichen die Opferzahlen voneinander ab. Laut Regierungsangaben waren in einem Militärstützpunkt in der nördlichen Stadt Gao mindestens 60 Menschen getötet und 115 weitere teils schwer verletzt worden. Die Terrororganisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI), die den Anschlag für sich reklamiert hatte, sprach hingegen von 80 Toten.

Inland

SPÖ sagt Bundesparteitag im Mai ab

Die SPÖ hat ihren Parteitag im Mai abgesagt. Der Grund: Ein noch unter dem ehemaligen SPÖ-Chef Werner Faymann in Auftrag gegebenes neues Parteiprogramm hätte dort beschlossen werden sollen, wie die ZIB1 heute berichtete.

Die neue Führung rund um den neuen SPÖ-Chef Kanzler Christian Kern sieht im Entwurf allerdings keine taugliche Diskussionsgrundlage und sagt deshalb den Parteitag ab.

Zahl der Asylentscheidungen stieg stark

Die Zahl der Entscheidungen im Asylverfahren ist im Vorjahr stark gestiegen, und zwar auf 57.439 in der Erstinstanz. Das teilte das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl heute in einer Bilanz mit. In 48 Prozent der Fälle gab es positive Entscheidungen, also entweder Asyl oder subsidiären Schutz.

Besonders gute Chancen hatten Flüchtlinge aus Syrien, die zu 89 Prozent positiv beschieden wurden. Auch bei Bürgern Somalias gab es noch mehrheitlich (57 Prozent) schutzgewährende Entscheidungen. Die Verfahrensdauer lag durchschnittlich bei neun Monaten. Heuer will man acht Monate erreichen und Mitte 2018 auf drei Monaten sein.

Stärkste Nation bei den Anträgen waren Afghanen mit gesamt 11.742. Dahinter folgten Syrer mit 8.845 und Iraker mit 2.837.

Sobotka, De Maiziere für längere Grenzkontrollen

Deutschland und Österreich wollen die Grenzkontrollen auf unbestimmte Zeit verlängern. Wegen der noch nicht ausreichenden Sicherung der EU-Außengrenzen und der derzeitigen Terrorlage sei das erforderlich, sagte Deutschlands Innenminister Thomas de Maiziere heute in Berlin nach einem Treffen mit Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP).

„Die entsprechenden Maßnahmen werden wir dann auch ergreifen.“ Ein gemeinsames Vorgehen soll mit weiteren Staaten wie Dänemark bei einem Treffen der EU-Innenminister in Malta nächste Woche besprochen werden. De Maiziere hatte bereits Ende des Jahres angekündigt, die Kontrollen deutlich über den Februar hinaus fortzusetzen zu wollen.

Die Grenzen zu Deutschland seien zwar „wahre Wirtschaftsachsen“, sagte Sobotka. Nur sei auch das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung gestiegen. „Wir unterstützen den Weg Deutschlands.“

ZIB2

Europa blickt auf Trump

Morgen ist es so weit: Donald Trump wird amerikanischer Präsident. Und viele fragen sich, was sich in den nächsten Jahren wirklich ändern wird, etwa in den Beziehungen zu Europa. Trumps letzte Aussagen haben bei so manchem europäischen Politiker Besorgnis ausgelöst und auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos hört man ähnliche Stimmen. Die ZIB2 fängt diese ein und schaltet außerdem zu den ORF-Korrespondenten in London, Brüssel und Moskau.

Oftmals Asylstatus aberkannt

Die Zahl der Entscheidungen im Asylverfahren ist im Vorjahr stark gestiegen, aber auch die Zahl jener Schutzsuchenden, denen der Asylstatus aberkannt wird.

Schön, brutal und gefährlich

Am Samstag wagen sich die Skiherren wieder auf die Streif und bei jedem Einzelnen fährt die Angst vor einem Sturz mit. Heuer wurden aus den Sturz-Erfahrungen der letzten Jahre einige Konsequenzen gezogen.

Im Luxushotel verschüttet

In Italien hat eine Lawine ein Luxushotel unter sich begraben – viele Menschen dürften dabei ums Leben gekommen sein. Die ZIB2 geht der Frage nach, warum gerade im Gran-Sasso-Massiv und anderen Gegenden die heurige Lawinensituation besonders gefährlich ist.

ZIB2 mit Lou-Lorenz Dittlbacher, 22.00 Uhr, ORF2.

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Amazon als Konkurrent: Das Wettliefern der Supermärkte

Ob zehn Deka Extrawurst oder ein Sack Erdäpfel: Geht es nach Spar, Billa, Merkur und Unimarkt, soll sich der Kühlschrank dank Zustellung fast von selbst füllen. Obwohl Österreich zu den Ländern mit der höchsten Supermarktdichte gehört, basteln die großen Lebensmittelhändler an ihren Onlineshops. Sie wollen damit vor allem den Platz besetzen, bevor Amazon die Bühne betritt.

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Leitl: 200.000 Jobs bis 2020 machbar

Migration, Digitalisierung und Internationalisierung sind für Wirtschaftskammer-Chef Christoph Leitl die größten Herausforderungen, die 2017 auf die österreichische Wirtschaft zukommen. Das Regierungsziel, bis 2020 rund 200.000 neue Jobs zu schaffen, hält er für machbar.

Schließlich würden aufgrund des Wirtschaftswachstums von heimischen Betrieben heuer 42.000 und 2018 36.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, sagte Leitl heute in einer Gastvorlesung auf der WU Wien. Gleichzeitig werde in diesem Jahr die Zahl der Arbeitslosen um 20.000 Personen steigen, so Leitl, „auch weil aufgrund der Migration die Nachfrage höher ist als das Jobangebot“.

Beim Thema Flüchtlinge und Migration dürfe man jedoch keine Ängste schüren, forderte Leitl. Migration müsse immer auch Integration bedeuten: „Wenn Migration mit dem Asylverfahren beginnt und damit endet, dass die Leute arbeitslos herumsitzen, entsteht keine positive Zukunftshoffnung“, befand der Kammerchef. Wer aufgrund des Asylverfahrens noch nicht arbeiten dürfe, solle gemeinnützig beschäftigt werden.

Zurich baut in Großbritannien 240 Stellen ab

Beim Versicherungskonzern Zurich geht der Stellenabbau weiter. Das Schweizer Unternehmen will in Großbritannien 240 Jobs streichen, teilte Zurich heute mit. Der Abbau betreffe vor allem den Innendienst.

Mit der Maßnahme will sich Europas fünftgrößter Versicherer in einem wettbewerbsintensiven Umfeld behaupten. Hintergrund der Kürzungen ist die Zusammenlegung des britischen Lebens- und Sachversicherungsgeschäfts von Zurich im vergangenen Jahr.

Französische Behörden ermitteln gegen Lafarge

Dem Zementkonzern LafargeHolcim droht Ärger in Frankreich: Bereits im Oktober habe die dortige Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Geschäften der Vorgängerfirma Lafarge in Syrien aufgenommen, sagte eine mit der Situation vertraute Person heute der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Behörden gingen dabei dem Verdacht nach, der Konzern habe Zollbestimmungen verletzt. Ein Sprecher des Unternehmens, das 2015 aus der Fusion des französischen Lafarge-Konzerns mit dem Schweizer Rivalen Holcim entstanden ist, wollte sich zunächst nicht dazu äußern.

Im November hatte der Konzern Vorwürfe zurückgewiesen, in Syrien die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) finanziert zu haben. Zwei Menschenrechtsorganisationen hatten in Paris eine Anzeige gegen Lafarge eingereicht. Darin werfen sie dem Unternehmen vor, Vereinbarungen mit dem IS getroffen zu haben, um den Betrieb des Werks aufrechtzuerhalten. So soll Lafarge etwa für Passierscheine bezahlt haben.

Markenrechte von Schlecker sollen verkauft werden

Fünf Jahre nach der Pleite der Drogeriekette sollen die Markenrechte von Schlecker verkauft werden. Es sei allerdings „schwer, einen Käufer zu finden“, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz der „Wirtschaftswoche“. „Wir wollen die Marke auch nicht an Glücksritter verkaufen, die den Namen dann für fragwürdige Geschäfte missbrauchen.“

Geiwitz geht davon aus, dass das Insolvenzverfahren „noch vier bis fünf Jahre“ dauert. Vor allem die Klagen gegen ehemalige Lieferanten wegen illegaler Preisabsprachen dürften mehrere Jahre in Anspruch nehmen. „Wir gehen gegen die Beteiligten aus fünf Kartellen gerichtlich vor, darunter sind Hersteller von Kaffee, Süßwaren, Drogerieartikeln und Waschmitteln“, sagte Geiwitz.

27.000 Ex-Beschäftigte warten auf Geld

Die Forderungen belaufen sich seinen Angaben zufolge auf rund 335 Millionen Euro ohne Zinsen. Im Erfolgsfall würden vor allem die früheren Verkäuferinnen profitieren. „Schadenersatzzahlungen kämen in erster Linie den rund 27.000 früheren Beschäftigten von Schlecker zugute“, sagte Geiwitz.

Die Drogeriemarktkette Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Im Sommer desselben Jahres stimmten die Gläubiger für eine Zerschlagung des Unternehmens. Lieferanten bekamen ihr Geld fast komplett zurück, die Beschäftigten und Hunderte Vermieter gingen leer aus. Anfang März beginnt in Stuttgart ein Prozess gegen den Firmengründer Anton Schlecker und seine Familie wegen möglicher Straftaten im Zusammenhang mit der Pleite.

Sport

Australian Open: Thiem siegt gegen Lokalmatador

Dominic Thiem hat wie im letzten Jahr die dritte Runde bei den Australian Open in Melbourne erreicht. Österreichs Nummer eins setzte sich heute gegen Lokalmatador Jordan Thompson wie schon in seinem Auftaktspiel in vier Sätzen durch.

Thiems Spiel war allerdings geprägt von Höhen und Tiefen. Das ÖTV-Ass agierte gegen den im ATP-Ranking auf Platz 76 liegenden Thompson lange sehr souverän. Aufgrund vieler Eigenfehler musste Thiem auf dem Weg zu einem sicheren Sieg aber wieder Überstunden machen.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Teheran: Viele tote Feuerwehrleute bei Hochhauseinsturz

Mindestens 20 Feuerwehrmänner sind bei einem Großbrand und Einsturz eines 17-stöckigen Einkaufszentrums in Teheran ums Leben gekommen, wie Bürgermeister Mohammed Bagher Ghalibaf heute im Staatsfernsehen sagte. Noch seien allerdings keine Leichen geborgen worden, erklärte ein Feuerwehrsprecher dazu.

Das älteste Hochhaus des Iran stürzte nach einem Brand in den obersten Stockwerken ein. Dabei wurden Dutzende Feuerwehrleute verschüttet. Der Einsturz war live im Fernsehen zu sehen.

Das Hochhaus stürzte nach Ausbruch eines Feuers ein. Feuerwehrleute befanden sich noch im Gebäude.

In dem Hochhaus aus den 1960er Jahren befanden sich unter anderem ein Einkaufszentrum und Schneiderwerkstätten.

Geringe Überlebenschancen für verschüttete Kumpel in Peru

Die Chancen, sieben in Peru verschüttete Kumpel lebend zu bergen, werden von den Rettungsmannschaften als äußerst gering eingeschätzt. „Bis gestern hörte man einen der Bergarbeiter, von dem uns nur noch 13 Meter trennten, während der Nacht wurde es jedoch still um ihn, das ist kein gutes Zeichen“, berichtete heute der örtliche Bergbaudirektor Vladimir Bustinza dem Sender RPP.

Die Kumpel waren am Dienstagabend in dem informellen Tagebau La Purisima bei Acari, 500 Kilometer südwestlich von Lima, von einer Schlamm- und Gerölllawine verschüttet worden. Acht weiteren Arbeitern gelang es, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Die Bergungsarbeiten schreiten nur langsam voran, weil noch keine Pumpe zum Unfallort befördert werden konnte, erklärte der lokale Polizeichef Carlos Espinoza der Nachrichtenagentur ANDINA.

In der 200 Meter tiefen Ausgrabung habe sich eine 50 Meter hohe Schlammschicht gebildet, schilderte der Feuerwehrchef der Region Arequipa, Jorge Martinez. Die Zugangsstraßen zu dem Tagebau sind nach starkem Regenfall durch Erdrutsche kaum befahrbar. Das Rettungsteam musste per Hubschrauber eingeflogen werden.

Gesundheit

Deutschland gibt Cannabis auf Rezept frei

Schwerkranke Menschen können in Deutschland künftig auf Kassenkosten Cannabis auf Rezept als Medizin erhalten, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann. Der deutsche Bundestag verabschiedete heute einstimmig eine entsprechende Gesetzesnovelle. Der Eigenanbau von Cannabis bleibt in Deutschland aber verboten.

Mit der Neuregelung, die im März in Kraft tritt, wird es schwer erkrankten Patienten unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht, getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte auf ärztliche Verschreibung in Apotheken zu erhalten. In Ausnahmefällen sollen Patienten auch Anspruch auf im Ausland zugelassene Fertigarzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol und Nabilon erhalten.

Science

Bedeutender Wikinger-Fund in Schweden

Archäologen aus Stockholm und Schleswig haben in Schweden den Sitz eines Wikinger-Herrschers entdeckt und möglicherweise auch die erste Kirche Nordeuropas. „Wenn dort die erste Kirche in Skandinavien liegt, hat das große Auswirkungen für den frühen Prozess der Christianisierung, auf das Verhältnis von Christlichem und Heidnischem“, sagte Archäologe Sven Kalmring heute.

Der Wissenschaftler vom Schleswiger Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) und seine schwedischen Kollegen Johan Runer und Andreas Viberg hatten 2016 in Birka nahe Stockholm mittels Geophysik die Reste der rund 40 Meter langen Halle entdeckt. Sie sind überzeugt: Dort muss Präfekt Herigar regiert haben.

„Eine Kapelle“ gebaut

Schriftlichen Quellen zufolge war er einer der Ersten, die Ansgar, der Hamburger Missionar des Nordens, um 830 taufte. „Nur wenig später“, so hielt es Ansgars Nachfolger Rimbert fest, baute Herigar dort „eine Kapelle und bewährte sich fromm im Dienste Gottes“. All das, vor allem aber das von den Forschern entdeckte, an die schiffsförmige Halle grenzende Heiligtum wollen sie nun rasch ausgraben. „Wir wissen jetzt wo“, sagte Kalmring. Womöglich sei eine heidnische Kultstätte später zur Kirche umgewidmet worden.

Die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Siedlung Birka ist älter als gedacht. Bereits in der Merowinger- und Vendelzeit (650 bis 750 nach Christus) sei das Gelände um den Kreuzhafen - später getrennt von einem Stadtwall - besiedelt gewesen, so die Forscher weiter. Birka gehört neben Ribe in Dänemark, Kaupang in Norwegen und Haithabu in Schleswig-Holstein zu den ersten bedeutenden Stadtexperimenten der Wikinger.

Kultur

Status-Quo-Sänger Rick Parfitt beerdigt

Der Gitarrist und Sänger Rick Parfitt von Status Quo ist heute in Großbritannien beerdigt worden. Zu der Trauerfeier in Woking kam seine Band in kompletter derzeitiger Besetzung im Tourbus angefahren, auch frühere Mitglieder nahmen Abschied von der Rocklegende. Der Musiker war zu Weihnachten im Alter von 68 Jahren in einer Klinik in Spanien an den Folgen einer Infektion gestorben.

Parfitt wuchs südlich von London auf und lernte mit elf Jahren Gitarre spielen. 1967 stieg er bei Status Quo ein und trennte sich erst wenige Monate vor seinem Tod von der Band.

Der Rockstar war bekannt für seine exzessive Lebensweise. 1997 überstand er den ersten Herzinfarkt, gefolgt von Kehlkopfkrebs und zwei weiteren Herzinfarkten. Den vierten hatte er im Juni 2016 nach einem Konzert in der Türkei - für Minuten sei Parfitt „praktisch tot“ gewesen, berichtete der Bandmanager. Etwa vier Monate später gab Parfitt bekannt, dass er mit Status Quo nicht mehr auftreten werde.

Sängerin des Welthits „Lambada“ tot in Auto gefunden

Die brasilianische Sängerin des Welthits „Lambada“, Loalwa Braz Vieira (63), ist tot aufgefunden worden. Ihre verbrannte Leiche wurde heute Früh in dem Ort Saquarema nahe Rio de Janeiro in einem Auto entdeckt, wie die Polizei der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Auch wenn die Umstände noch unklar seien, gehe man von einem Verbrechen aus.

Das verbrannte Auto wurde nahe ihrer Wohnung gefunden. Braz Vieira erlangte 1989 als Sängerin der Gruppe Kaoma Weltruhm, der Song stand in vielen europäischen Hitparaden wochenlang an Platz eins. Das Lied geht zurück auf den Titel „Llorando se fue“ („Weinend ging sie“) der bolivianischen Gruppe Los Kjarkas und wurde zu einem Tanzhit, der weltweit die Diskotheken eroberte.

Feuerwehr zu Brand gerufen

Wie das Portal G1 unter Berufung auf Polizeiangaben berichtete, hielten sich in der fraglichen Nacht auch zwei bewaffnete Männer in der Nähe des Hauses der Sängerin auf. Noch sei es aber zu früh, um eine Verbindung zwischen ihnen und dem Tod von Braz Vieira herzustellen, hieß es weiter.

Die örtliche Feuerwehr war in der Nacht zunächst zu einem Brand im Haus der Brasilianerin gerufen worden. Nur wenig später ging dann ein Anruf ein, in dem es um ein brennendes Auto in der Nähe ging. Dort wurde dann die Leiche entdeckt.

Medien

Türkei: Medienaufsicht verurteilt Satire über Anschlag

Ein Satirebeitrag im französischen Radio über den Silvesteranschlag in einem Istanbuler Nachtclub sorgt für Empörung in der Türkei. Der Chef der Medienaufsicht (RTÜK) beschwerte sich bei seinem französischen Kollegen über das Lied des Sängers Frederic Fromet, wie die Nachrichtenagentur Anadolu heute berichtete.

„39, Tote, na und? Das ist weit weg, und es ist doch ganz nett, sein Leben im Konfettiregen zu beenden“, sang Fromet am 6. Jänner im Radiosender France Inter über die Melodie des Partyhits „Macarena“.

RTÜK-Chef: „Verstörend“

RTÜK-Chef Ilhan Yerlikaya bezeichnete das Lied in seinem Schreiben an den Präsidenten der französischen Medienaufsicht CSA, Olivier Schrameck, als „verstörend“. Auch die Franzosen wären empört gewesen, falls ausländische Medien ein solches Lied über die Pariser Anschläge vom 13. November veröffentlicht hätten, schrieb Yerlikaya.

Fromet äußerte auf seiner Facebook-Seite sein Bedauern darüber, dass seine „brüderliche Botschaft“ von einigen nicht verstanden werde. Er habe die Gleichgültigkeit vieler Menschen über Anschläge in der Ferne beklagen wollen. Fromet bekundete seine „vollständige Solidarität“ mit den Opfern von Attentaten, unabhängig davon, wo diese verübt würden.

Religion

Kopftuch und Schulkreuz: Experten mahnen zu Seriosität

Für mehr Sachlichkeit plädieren Juristen und Religionswissenschaftler in der aktuellen Debatte über Kopftuch und andere religiöse Symbole im öffentlichen Dienst. Eine differenzierte Betrachtung der viele Aspekte umfassenden Thematik sei „unerlässlich“, so die Wiener Religionsrechtler Brigitte Schinkele und Richard Potz in einem Beitrag für die neue Ausgabe der Wochenzeitung „Die Furche“ (Donnerstag-Ausgabe).

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Lifestyle