Ausland

Polen reagiert pikiert auf EU-Ultimatum

Nach dem EU-Ultimatum gegen Polen im Streit über die Rechtsstaatlichkeit in dem Land hat die polnische Regierung pikiert reagiert. Polens Innenminister Mariusz Blaszczak sagte heute in Krakau: „Ich bin erstaunt über die Entscheidung der Europäischen Kommission, die die Mitgliedsstaaten eher unterstützen sollte.“

Er fügte hinzu, die Kommission habe „offenbar die Lehren aus dem Brexit nicht gezogen“. Die EU-Kommission hatte im Falle Polens Mitte Jänner erstmals überhaupt eine Überprüfung der Rechtsstaatlichkeit in einem Mitgliedsstaat eingeleitet.

Streit über Reform des Höchstgerichts

Brüssel wirft der nationalkonservativen Warschauer Regierung vor, rechtswidrig die Ernennung mehrerer Verfassungsrichter rückgängig gemacht, die Unabhängigkeit des Gerichts eingeschränkt und seine Beschlüsse missachtet zu haben.

Nun leitete die Kommission die nächste Stufe des Verfahrens ein und forderte von Polen die Umsetzung von EU-Empfehlungen binnen drei Monaten. Brüssel verlangt unter anderem, dass drei noch von der Vorgängerregierung ernannte Verfassungsrichter ihr Amt antreten dürfen.

Auch soll das Gericht prüfen dürfen, ob das von Warschau erlassene Gesetz zu dessen Reform verfassungsgemäß ist - noch „bevor es in Kraft tritt“. Der polnische Innenminister sagte dazu nun, die Kommission sollte sich lieber mit dem „Kampf gegen den Terrorismus“ befassen.

Tschechien will Grenze zu Österreich strenger bewachen

Tschechien wird seine Grenze zu Österreich und Deutschland strenger bewachen. Das kündigte der tschechische Innenminister Milan Chovanec heute nach der Regierungssitzung an. Der Grund dieser Maßnahme seien Befürchtungen, dass Migranten nach Tschechien kommen könnten, die in Österreich oder Deutschland kein Asyl erhalten hätten, so Chovanec.

„Man wird die Grenze zu Österreich und Deutschland mehr bewachen. Wir befinden uns in einer Situation, wo die deutschen Politiker sagen, dass einige abgelehnte Asylwerber ausgewiesen werden könnten. Es besteht die Gefahr, dass sie in andere EU-Mitgliedsstaaten kommen könnten, einschließlich der Tschechischen Republik“, sagte der Minister.

„Psychopathen, Narren, Terroristen, Pädophile“

„Von Anfang an sagten wir, dass es in der Immigrantenwelle Psychopathen, Narren, Terroristen oder Pädophile geben könnte. (...) ein Bruchteil, aber zweifelslos sind sie hier (in der EU, Anm.)“, so der Minister in Anspielung auf die jüngste Warnung von Europol, dass es innerhalb der EU mehrere hundert potenzielle Terroristen gebe, die die Sicherheit des Kontinents gefährdeten.

Chovanec versicherte aber gleichzeitig, dass es „zunächst“ keinen Grund gebe, flächendeckende Kontrollen an den Grenzübergängen einzuführen und die aus Österreich und Deutschland zurückkehrenden Bürger zu behelligen.

Plan zum Schutz „weicher Ziele“

Der Minister kündigte auch an, dass das Innenministerium die Ausarbeitung eines Planes zum Schutz „weicher Ziele“ vor Terroristen beschleunigen werde. Die Polizei werde mit den Veranstaltern von diversen Kultur- und Sportaktionen enger zusammenarbeiten.

Die Polizei habe jetzt die Aufgabe, den Plan bis 4. August vorzulegen, wobei dieser sofort in Kraft treten solle. „Die Situation in Europa ist sehr hektisch, dynamisch, sodass wir schnell reagieren“, sagte Chovanec.

Ansbach-Attentäter offenbar zu Attacke angestiftet

Nach dem Bombenanschlag im deutschen Ansbach haben die Ermittler Hinweise darauf entdeckt, dass der Attentäter von einer unbekannten Person in einem Chat direkt beeinflusst wurde. „Es hat offensichtlich einen unmittelbaren Kontakt mit jemandem gegeben, der maßgeblich auf dieses Attentatsgeschehen Einfluss genommen hat“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) heute am Rande einer Kabinettsklausur am Tegernsee.

Ob es sich dabei um einen Kontakt zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) handelte, ist laut Hermann Gegenstand der Ermittlungen. Man wisse auch noch nicht, wo sich der Chatpartner des Mannes aufgehalten habe. Bei der Auswertung der Handys des Täters sei man jedenfalls auf den „intensiven Chat“ gestoßen, so Herrmann und fügte hinzu: „Der Chat endet unmittelbar wohl vor dem Attentat.“ Man wisse noch nicht, wie lange der Chatkontakt bereits bestanden habe.

Psychologisches Gutachten warnte

Ein psychologischer Gutachter hatte bereits Anfang 2015 bei dem Bombenattentäter von Ansbach einen aufsehenerregenden Suizid für möglich gehalten. Der 27 Jahre alte Syrer sei ein „extremer Geist“, und es sei ihm „durchaus zuzutrauen, dass er selbst seinen Selbstmord noch spektakulär in Szene setzt“, hieß es in einer Stellungnahme eines Therapeuten, die für das Asylgerichtsverfahren des späteren Attentäters erstellt wurde.

Ein Sprecher des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg bestätigte heute diesen Inhalt des Gutachtens, über das zuerst die deutsche „Bild“-Zeitung berichtet hatte. Weiter schrieb der Gutachter demnach: „Er (der 27-Jährige) hat nach dem Tod seiner Frau und seines sechs Monate alten Sohnes nichts mehr zu verlieren.“

Genfer Polizei verschärft Kontrollen auf Flughafen

Nach Sicherheitshinweisen aus Frankreich hat die Polizei in Genf in der Schweiz heute die Kontrollen auf dem dortigen Flughafen verschärft. Die Identität von Passagieren werde beim Betreten des Airports genauer geprüft, sagte Polizeisprecherin Silvain Guillaume-Gentil.

„Im aktuellen Umfeld nehmen wir sämtliche Informationen sehr ernst“, sagte sie. Die Maßnahmen stünden allerdings nicht in Verbindung zum jüngsten Terrorüberfall auf eine Kirche in der Normandie. Zudem sei die Lage nicht so ernst, dass man den Flughafen schließen müsse.

Augenzeugen berichteten dem Schweizer Nachrichtenportal 20 Minuten, mehrere Eingänge des Flughafens seien geschlossen worden. Es seien schwer bewaffnete Polzisten im Einsatz. Der Flugverkehr war nach Angaben eines Airport-Sprechers zunächst nicht beeinträchtigt. Die Polizei riet aber abreisenden Passagieren, wegen der zusätzlichen Kontrollen mehr Zeit einzuplanen. Der Genfer Flughafen liegt direkt an der Grenze zu Frankreich.

Juncker ernennt Franzosen Barnier zu „Mr. Brexit“

Er ist der „Mr. Brexit“ in Brüssel: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat heute den ehemaligen französischen Außen- und Agrarminister Michel Barnier zum Verhandlungsführer für die Austrittsgespräche mit Großbritannien ernannt. Barnier war rund ein Jahrzehnt lang auch EU-Kommissar, zuletzt war er bis 2014 für den Binnenmarkt und Finanzdienstleistungen zuständig - beides Bereiche, die in den künftigen Beziehungen zu London eine zentrale Rolle spielen.

Juncker habe den 65-jährigen Barnier mit der „Vorbereitung und Führung“ der Austrittsgespräche betraut, teilte die Kommission mit. Er werde direkt an den Kommissionspräsidenten berichten und „die besten Kommissionsexperten zu seiner Verfügung haben“.

Barnier tritt seinen Posten am 1. Oktober an. Der konservative französische Politiker schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, er fühle sich „sehr geehrt“, mit der „anspruchsvollen Mission“ betraut worden zu sein.

Auch Tusk ernannte Beauftragten

EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte schon Ende Juni mit dem belgischen Diplomaten Didier Seeuws einen eigenen „Brexit“-Beauftragten benannt. Der Schwerpunkt der Verhandlungen dürfte aber bei der Kommission liegen. Sie verfügt mit ihren 33.000 Mitarbeitern anders als der Rat der Mitgliedsstaaten über die nötigen Experten, um die komplizierten Details der Gespräche zu erfassen.

Die Briten hatten sich bei einer Volksabstimmung am 23. Juni mit rund 52 Prozent für den Austritt aus der EU ausgesprochen. Der offizielle Austrittsantrag der britischen Regierung nach Artikel 50 des EU-Vertrages steht aber noch aus.

Inland

Van der Bellens Wahlkampf sparsamer als gedacht

Die Wiederholung der Präsidentschaftswahl bedeutet für Grüne und FPÖ eine weitere Kostenbelastung. Bei Alexander Van der Bellen gelten zumindest 1,5 Mio. Euro als wünschenswert, FPÖ-Kandidat Norbert Hofer hat zuletzt von unter zwei Mio. Euro gesprochen.

Er hatte schon bisher die höchsten Ausgaben, wie Daten des Marktforschers Focus zeigen. Van der Bellens Wahlkampfausgaben waren hingegen laut den Angaben geringer als gedacht.

In den von Focus erhobenen Zahlen liegen die Grünen bzw. Van der Bellens Unterstützerverein nur an dritter Stelle: 1,39 Mio. Euro wurden laut den Angaben in den Wahlkampfmonaten April und Mai in Plakate, Inserate & Co. investiert und damit weniger als die SPÖ mit ihrem im ersten Wahlgang ausgeschiedenen Kandidaten Rudolf Hundstorfer (1,92 Mio. Euro). Hofer kommt auf 1,98 Mio.

Auf dem vierten Rang hinter Van der Bellen liegt die ÖVP mit 1,07 Mio. Euro. Ihr Kandidat Andreas Khol schied ebenfalls im ersten Durchgang aus. Dahinter folgen Baumeister Richard Lugner mit rund 117.000 Euro und die unabhängige Kandidatin Irmgard Griss, die zwar nur rund 93.000 Euro in Wahlwerbung investierte, damit aber Platz drei schaffte.

„Brexit“ schiebt EU-Vorsitz in Wahlzeit

Nach dem Verzicht des scheidenden EU-Mitglieds Großbritannien auf seinen EU-Ratsvorsitz in der zweiten Jahreshälfte 2017 wegen des „Brexit“ rücken alle folgenden Vorsitzstaaten um jeweils ein halbes Jahr vor. Der österreichische EU-Ratsvorsitz fällt damit in das zweite Halbjahr 2018, in dem regulär auch die nächste Nationalratswahl stattfindet.

Die EU-Botschafter hatten gestern eine entsprechende Änderung des Vorsitzkalenders beschlossen. Unmittelbar für die Briten einspringen wird Estland, das damit um sechs Monate weniger Vorbereitungszeit hat. Estland hätte eigentlich erst Anfang 2018 die alle sechs Monate wechselnde EU-Ratspräsidentschaft übernehmen sollen - im Jahr des 100-jährigen Jubiläums der Staatsgründung der kleinen Ostsee-Republik im Nordosten Europas.

Koalition will volle Zeit abarbeiten

Österreich wäre im ersten Halbjahr 2019 an der Reihe gewesen. Bereits in den Jahren 1999 und 2006 führte Österreich den halbjährlich wechselnden Vorsitz bei den Ministertreffen der Europäischen Union. Die inhaltlich zuständigen Regierungsmitglieder des jeweiligen Vorsitzlandes haben die Aufgabe, die Tagungen zu koordinieren, Beschlüsse vorzubereiten und nach einem Konsens der 28 EU-Staaten zu streben.

SPÖ und ÖVP sehen - zumindest vorerst - keinen Grund, die im Oktober 2018 anstehende Nationalratswahl wegen des vom „Brexit“ bedingt schon im zweiten Halbjahr 2018 anfallenden EU-Ratsvorsitz vorzuverlegen. Sowohl SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler als auch ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald beteuerten heute im Ö1-Mittagsjournal, dass die Regierung volle fünf Jahre arbeiten wolle.

Wirtschaft

Vorerst keine EU-Defizitstrafen für Spanien und Portugal

Die Defizitsünder Spanien und Portugal sollen nach dem Willen der EU-Kommission vorerst von Geldbußen verschont bleiben. Die Brüsseler Behörde verzichtete heute darauf, Strafzahlungen vorzuschlagen. Diese können theoretisch bis zu 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

Auch gegen Länder wie Deutschland und Frankreich waren in der Vergangenheit keine Geldbußen für Verstöße gegen den Euro-Stabilitätspakt verhängt worden. Spanien und Portugal wird vorgeworfen, nicht konsequent genug gegen ihre Haushaltsdefizite vorgegangen zu sein. Spanien wies 2015 ein Defizit von 5,1 Prozent auf, Portugal verzeichnete 4,4 Prozent.

Erlaubt ist laut Euro-Stabilitätspakt maximal eine jährliche Neuverschuldung von 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Möglichkeit für Strafen hatten Mitte des Monats die Finanzminister der EU-Staaten eröffnet. Sie werden nun auch entscheiden müssen, ob die Empfehlungen der EU-Kommission umgesetzt werden - oder ob doch Strafen verhängt werden sollen.

Angestellte in Venezuela für Feldarbeit abgestellt

Im Kampf gegen die schwere Wirtschaftskrise setzt die venezolanische Regierung jetzt auf die Zwangsverpflichtung von Bürgern zur Arbeit in der Landwirtschaft. Sowohl öffentliche als auch private Firmen müssten ihre Mitarbeiter für die Feldarbeit abstellen, wenn die Regierung das verlange, teilte das Arbeitsministerium nun mit. Ziel sei es, die Nahrungsmittelproduktion zu „stärken“.

Privatunternehmen müssen den Angaben zufolge die Mitarbeiter, die zur Feldarbeit einberufen werden, währenddessen nicht bezahlen. Sie müssen aber weiterhin die üblichen Sozialabgaben leisten. Wer in die Landwirtschaft beordert wird, muss laut Ministerium in körperlich guter Verfassung sein und über Grundwissen zur Lebensmittelproduktion verfügen.

Immer schnellerer Teufelskreislauf

Wann die als vorübergehend bezeichnete Maßnahme in Kraft tritt, war unklar. Offen blieb auch, für wie lange die Beschäftigten aus den Firmen abgezogen werden können. Der Ölstaat Venezuela erlebt derzeit eine tiefe Rezession, von Lebensmitteln bis hin zum Toilettenpapier sind viele Waren knapp. Hohe Inflationsraten machen zudem viele Dinge des täglichen Bedarfs teurer.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für dieses Jahr mit einer Teuerungsrate von mehr als 700 Prozent. Das wäre der weltweit höchste Wert. Analysten werfen der sozialistischen Regierung schwere Misswirtschaft vor. Hinzu kommt der Verfall des Ölpreises, der die Exporteinnahmen sinken ließ.

A400M-Desaster trübt Airbus-Bilanz

Das Triebwerksdesaster beim Militärtransporter A400M kommt den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus teuer zu stehen. Nach monatelanger Prüfung verbuchte der europäische Boeing-Rivale zur Jahresmitte eine Sonderbelastung von einer Milliarde Euro und sattelte wegen Produktionsproblemen beim neuen Langstreckenjet A350 noch fast 400 Millionen Euro obendrauf.

„Das Getriebe des A400M-Triebwerks bleibt herausfordernd“, sagte Konzernchef Tom Enders heute in Toulouse. Das laufende Geschäft hält der Manager aber für intakt - und hält an den Gewinnplänen für 2016 fest.

Umsatz sank

Sondergewinne in der Bilanz sorgten dafür, dass der Airbus-Gewinn trotz aller Probleme nicht einbrach, sondern in die Höhe sprang. Wegen des lukrativen Ausstiegs beim französischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern Dassault und der Gründung eines Raumfahrt-Gemeinschaftsunternehmens mit dem Partner Safran blieben unter dem Strich knapp 1,4 Milliarden Euro übrig, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

Im laufenden Geschäft sah es durchwachsen aus. Weil Airbus weniger Flugzeuge auslieferte als geplant, ging der Umsatz um ein Prozent auf 16,6 Milliarden Euro zurück. Der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn sank um vier Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Auch das lag teilweise an Triebwerksproblemen.

Probleme auch bei A350

Inzwischen soll das Problem gelöst sein, laut Enders sind die ersten verbesserten Triebwerke eingetroffen. Die bereits vorproduzierten Flugzeuge sollen nun im zweiten Halbjahr ausgeliefert werden und dann in Umsatz und Gewinn einfließen.

Langsamer als gedacht geht es beim Großraumjet A350 voran. Airbus bangt um das Ziel, in diesem Jahr 50 Exemplare des Modells auszuliefern. Der Hersteller macht dafür Zulieferer verantwortlich, die für die Kabinenausstattung zuständig sind. Probleme gibt es etwa bei Sitzen und Toiletten.

Sport

Tennis: Thiem kämpft gegen Durststrecke

Dominic Thiem nimmt heute beim Masters-1000-Turnier in Toronto den nächsten Anlauf zu seinem ersten Sieg beim Rogers Cup. 2014 in Toronto und 2015 in Montreal verlor der Österreicher jeweils sein Auftaktspiel. Auch heuer wird es nicht leicht, Thiem bekommt es nach einem Freilos nun mit dem Südafrikaner Kevin Anderson zu tun - und der ist nicht gerade einer seiner Lieblingsgegner.

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Champions League: Salzburg weiß um eigene Schwächen

Red Bull Salzburg hat nach dem 1:0 im Hinspiel bei Partizani Tirana gute Chancen, in der dritten Qualirunde der Champions League den Aufstieg ins Play-off zu schaffen. Dass die Partie gestern Abend erneut keine Glanzleistung war, weiß man aber auch beim heimischen Meister.

„Wir sind Red Bull Salzburg. Wir sind nicht Barcelona, nicht Bayern München und nicht Real Madrid“, sagte Trainer Oscar Garcia. Es gebe jedenfalls noch viele Dinge, die man verbessern könnte.

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Formel 1: Vettel setzt auf sein „Wohnzimmer“

Für Sebastian Vettel und Ferrari ist es in dieser Formel-1-Saison noch nicht nach Wunsch gelaufen. Anstatt auf Augenhöhe mit Mercedes um den WM-Titel zu kämpfen, muss die „Scuderia“ die Angriffe von Red Bull auf Platz zwei abwehren. Vettel hofft nun bei der Rückkehr auf den Hockenheimring auf einen Schritt nach vorne. Erstmals tritt der vierfache Weltmeister in einem Ferrari in Deutschland an - und das noch dazu in seinem „Wohnzimmer“.

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Chronik

Monsun in Nepal fordert mindestens 58 Menschenleben

Bei landesweiten Überschwemmungen und Erdrutschen sind in Nepal mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen. Rund 20 weitere Menschen galten heute noch als vermisst, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte. Die Armee sei zur Evakuierung zahlreicher überfluteter Dörfer entsandt worden.

Heftiger Monsunregen hatte Bäche und Flüsse im ganzen Land über die Ufer treten lassen. Vom Militär veröffentlichte Aufnahmen zeigen, wie Dorfbewohner auf Dächern verzweifelt auf ihre Rettung warten. Währenddessen stieg das Wasser weiter.

In Nepal und dem benachbarten Indien sorgt der Monsun jedes Jahr für Überschwemmungen und Erdrutsche, denen zahlreiche Menschen zum Opfer fallen. In dem armen Himalaya-Staat ist die Lage in diesem Jahr jedoch besonders verzweifelt, da viele Menschen nach dem schweren Erdbeben vor mehr als einem Jahr immer noch in Zelten oder provisorischen Hütten leben.

Religion

Muslimische Vereine bestürzt über Anschläge

Österreichische muslimische Verbände haben sich heute bestürzt über die Attentate gezeigt, die zuletzt „im Namen des Islam“ verübt wurden. „Mit der Geiselnahme in der Kirche von Saint-Etienne-du-Rouvay und dem grauenhaften Mord an einem katholischen Priester nimmt die Gewalt im Namen der Religion einen traurigen Höhepunkt und zeigt erneut ihre hässliche Fratze“, so die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) in einer Aussendung.

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Kultur

„Tarzan“ als 3-D-Dschungelkitsch

Die Vergangenheit holt Tarzan ein. Längst hat er in Großbritannien als Lord Greystoke gemeinsam mit seiner Jane gelebt. Doch der Ruf des Dschungels ereilt ihn: Es gilt, die belgischen Sklaventreiber im Kongo zurechtzustutzen.

„Harry Potter“-Regisseur David Yates hat mit Alexander Skarsgard als Tarzan und Christoph Waltz als dessen Gegenspieler ein opulentes 3-D-Actiondrama abgeliefert - bei dem der Kitsch jedoch aus allen Poren trieft, womit Margot Robbie als neue Jane nicht wenig zu tun hat. Und wie hört sich der Kampfschrei des Dschungelkönigs in „Legend of Tarzan“ an?

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IT

Die Tücken beim Umstieg auf Windows 10

Viele Nutzer haben das Gratisupgrade auf Windows 10 bisher konsequent weggeklickt und den Umstieg möglichst lange hinausgezögert, um etwaigen Anfangsschwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Mit 29. Juli endet das befristete Gratisangebot von Microsoft. help.ORF.at erklärt Last-Minute-Wechslern, was es bei der Installation von Windows 10 vor allem mit Blick auf höchstmöglichen Datenschutz zu beachten gilt.

Mehr dazu in help.ORF.at

Gesundheit

Durchbruch in ALS-Forschung dank „Ice Bucket Challenge“

Dank der im Sommer 2014 viral gewordenen und nicht unumstrittenen „Ice Bucket Challenge“ wurden rund 115 Millionen Dollar (etwa 104 Mio. Euro) für die Erforschung der neurogenerativen Erkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) gesammelt.

Nun konnte die US-amerikanische ALS Association unter anderem dank dieser Mittel einen Durchbruch in der Erforschung der Krankheit vermelden.

Ice-Bucket-Challenge mit Justin Trudeau

Reuters/Dan Riedlhuber

Laut einer im Wissenschaftsmagazin „Nature“ publizierten Studie gelang Forschern die Identifizierung eines Gens, das mit einigen Formen der Krankheit in Verbindung steht. Diese Entdeckung könnte laut den Forschern zu der Entwicklung neuer Therapieformen und einem besseren Verständnis der Erkrankung beitragen.

Bei der großangelegten Studie suchten mehr als 80 Forscher in elf Ländern nach ALS-Risikogenen in von der Krankheit betroffenen Familien.

Science

Medien

Französische Medien verzichten auf Bilder von Attentätern

Nach den jüngsten Terroranschlägen in Frankreich verzichten französische Medien bewusst auf Bilder von den Attentätern. Man wolle damit eine „postume Glorifizierung“ der Attentäter verhindern, schrieb der Chefredakteur der Tageszeitung „Le Monde“, Jerome Fenoglio, heute in einem Leitartikel.

Der Nachrichtensender BFMTV schloss sich dem an: „Wir wollen kein Terroristenalbum erstellen“, hieß es in einem Artikel auf der Website. Insbesondere Fotos, auf denen die Täter lachten, seien unangebracht neben den Bildern der Opfer. Eine tiefgründige Berichterstattung über das Profil und den Werdegang der Täter verhindere das nicht.

„Le Monde“-Chef Fenoglio forderte zudem zu einer weiteren Debatte über die Berichterstattung auf. Das sei unerlässlich, um die „Strategie des Hasses“ der Terroristen zu zerbrechen.

Panorama

Deutsche Comedians zanken wegen Terror-Postings

Der deutsche Comedian Michael Mittermeier (50) hat seinem Kollegen Mario Barth (43) nach einem umstrittenen Facebook-Post geraten, „die Fresse zu halten“. Die harten Worte von Mittermeier sind die Reaktion auf einen öffentlichen Post von Barth am Tag des Amoklaufs von München, in dem sich der Komiker besorgt über die Ereignisse in Deutschland und Frankreich zeigte: „Erst Würzburg, jetzt München, vorher Nizza. Was kommt denn als nächstes??“

Der aus Berlin stammende Barth schrieb außerdem, es sei „immer schwieriger“ zu äußern, wie man etwas empfinde, da man dann ein „Hetzer“, ein „Angstverbreiter“, ein „Natzi“, ein „Publizist“ oder ein „Idiot“ sei. Barth wurde daraufhin im Netz nicht nur für seine fehlerhafte Rechtschreibung kritisiert, sondern vor allem für die inhaltliche Botschaft seines Posts.

„Best-Of-Besorgte-Bürger-Floskeln“

Mittermeier bezeichnete Barths Äußerungen als „Best-Of-Besorgte-Bürger-Floskeln“ und warf ihm „billige Stimmungsmache“ vor. Auch für Innenminister Thomas de Maiziere, den Barth ebenfalls kritisiert hatte, ergriff Mittermeier Partei. Barth reagierte auf die Kritik seines Comedy-Kollegen auf Facebook gelassen: „Ich finde Michael Mittermeier trotzdem gut.“

Tourist nächtigte unfreiwillig auf Mailänder Dom

Ein junger US-Tourist, der versehentlich im Mailänder Dom eingesperrt worden ist, hat die Nacht auf gestern auf dem Dach der gotischen Kirche verbracht.

Der 23-Jährige berichtete, er sei auf der Toilette gewesen, als die Aufseher die letzte Kontrolle vor der abendlichen Schließung des Gotteshauses durchführten. Sie hätten nicht gemerkt, dass er noch im Dom gewesen sei.

„Ich wollte keinen Alarm verursachen, daher habe ich auf dem Dach geschlafen“, sagte der Tourist nach Angaben der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“. Der junge Mann wurde lang von der Polizei befragt. Er ist ein Kunstliebhaber. In seinem Smartphone wurden Hunderte Bilder bekannter Monumente gefunden.

Der Fall löste Bedenken über die Sicherheitssysteme im Dom, dem Wahrzeichen Mailands, aus. Eine private Firma ist für die Sicherheit in der Kirche zuständig, die Polizei nur für die externen Kontrollen. Nach dem Anschlag gestern in einer katholischen Kirche in Frankreich hatte das italienische Innenministerium die Kontrollen vor Gotteshäusern in Italien verschärft.

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