Ausland

Flüchtlinge: Rettungskräfte im Mittelmeer im Dauereinsatz

Auf der Flüchtlingsroute zwischen Libyen und Italien sind diese Woche 14.000 Menschen gerettet worden. 45 Leichen wurden geborgen. Nach insgesamt drei Schiffstragödien in dieser Woche werden Dutzende Menschen vermisst. Dutzende Schiffe unter der Leitung der italienischen Marine waren im Einsatz, um die Flüchtlinge zu retten.

Allein gestern kam es zu 17 Rettungseinsätzen, bei denen 2.000 Menschen in Sicherheit gebracht wurden, teilte die italienische Marine mit. Heute traf das italienische Schleppschiff „Vos Thalassa“ in Catania ein. 900 Menschen wurden vom Roten Kreuz versorgt. Ein weiteres Schiff mit 600 Menschen traf im sizilianischen Hafen Augusta ein. 700 Menschen an Bord eines spanischen Militärschiffes erreichten den apulischen Hafen von Taranto. Die meisten Flüchtlinge seien im Seegebiet etwa 50 Kilometer nördlich der libyschen Stadt Zuwara gefunden worden, hieß es.

Mit dem Beginn der warmen Jahreszeit wagen wieder mehr Flüchtlinge die Überfahrt aus Nordafrika. Bis Jahresende rechnet das italienische Innenministerium, dass eine Rekordzahl von 200.000 Menschen Italien erreichen wird. Das Mittelmeer gilt als die gefährlichste Flüchtlingsroute der Welt. Seit Anfang des Jahres sind nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 1.350 Menschen ertrunken.

Griechenland: Putin zu Besuch auf Berg Athos

Am zweiten Tag seiner Griechenland-Reise besucht der russische Präsident Wladimir Putin heute die Mönchsrepublik Berg Athos. Diese gilt als Hochburg des orthodoxen Christentums. Begleitet wird der Kreml-Chef vom griechischen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos. Auch der russische Patriarch Kyrill werde erwartet. Auf dem Programm steht eine feierliche Messe anlässlich der tausendjährigen Präsenz russischer Mönche auf dem Berg Athos.

Treffen mit Oppositionspolitiker

Gestern am späten Abend traf sich Putin in Athen mit dem konservativen griechischen Oppositionspolitiker Kyriakos Mitsotakis. Zuvor hatte Putin ein stundenlanges Gespräch mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras geführt.

Putin hatte bei seinem Besuch zudem Russlands Interesse an verschiedenen Privatisierungen begründet, die in Griechenland anstehen, unter anderem an den griechischen Eisenbahnen und am Hafen von Thessaloniki.

Merkel-Lob für deutsch-französische Beziehungen

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel hat die französische Einladung zum gemeinsamen Gedenken an die Schlacht von Verdun als Zeichen des großen Vertrauens zwischen beiden Ländern gewertet. Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande werden morgen gemeinsam der auf 350.000 geschätzten Toten der Schlacht vor 100 Jahren gedenken.

Die gemeinsame Gedenkfeier zeige, wie gut die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich heute seien, so Merkel. Einzelne Differenzen schmälern ihrer Ansicht nach nicht das Gesamtbild, zwischen beiden Staaten seien die Meinungen über bestimmte Themen schon immer auseinandergegangen, sagte Merkel heute in ihrer wöchentlichen Videobotschaft.

„Die Leistung besteht eigentlich darin, dass aus unterschiedlichen Meinungen gemeinsame Kompromisse geschmiedet werden, mit denen wir dann auftreten können.“ Das hätten Deutschland und Frankreich etwa in der Euro-Krise sehr gut geschafft.

Das gelte auch für die Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung und für den Schutz der EU-Außengrenzen, wenn es auch unterschiedliche Akzente gebe: „Aber immer und immer wieder haben Deutschland und Frankreich gemeinsame Positionen.“ Allerdings sei „noch viel wichtiger, was für die Menschen selbstverständlich geworden ist“, sagte Merkel weiter. Unter anderem verwies sie auf den Jugend- und Studentenaustausch und die Forschungszusammenarbeit.

Rouhani mahnt Parlamentarier zur Kooperation

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat beim neuen Parlament Unterstützung bei der Umsetzung seiner moderaten Politik eingefordert. „Die Bürger haben bei der Parlamentswahl ihre politische Reife bewiesen und deutlich gemacht, was sie wollen, aber auch, was sie nicht wollen“, sagte Rouhani heute nach der Vereidigung der neuen Abgeordneten.

Die Wähler hätten ihren Wunsch nach einer Zusammenarbeit des Iran mit der Weltgemeinschaft deutlich zum Ausdruck gebracht. Die werde das Land auch brauchen, um die Wirtschaft nach den im Zusammenhang mit dem Atomstreit verhängten Sanktionen in Schwung zu bringen, sagte der Präsident.

Das neue Parlament im Iran begann heute seine Arbeit. Eine Koalition von Reformern und gemäßigten Konservativen, die Präsident Rouhani nahestehen, hatte die Wahl im Februar für sich entscheiden können. Damit endete auch die zwölfjährige Dominanz der Hardliner im Parlament. Rouhani kann daher bei der Umsetzung seiner moderaten und prowestlichen Politik - sowie bei seiner angestrebten Wiederwahl im Juni 2017 - auf Unterstützung der Legislative zählen.

Buenos Aires: Haftstrafen im „Operation Condor“-Prozess

Ein argentinisches Gericht hat gestern 15 ehemalige Armeeangehörige wegen der Verfolgung von Oppositionellen zu Haftstrafen zwischen acht und 25 Jahren verurteilt.

Das Gericht in der Hauptstadt Buenos Aires stufte dabei erstmals die als „Operation Condor“ bekannte Zusammenarbeit mehrerer Diktaturen in Südamerika als Bildung einer kriminellen Vereinigung ein. Der prominenteste Angeklagte, Argentiniens letzter Militärherrscher Reynaldo Bignone, wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Bei der „Operation Condor“ hatten in den 70er und 80er Jahren mehrere südamerikanische Militärregimes zur Unterdrückung linksgerichteter Oppositioneller zusammengearbeitet. Das taten die mittlerweile abgelösten Militärjuntas in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay und Uruguay vor dem Hintergrund des Kalten Krieges mit Billigung der US-Regierung.

Allein in Argentinien wurden dabei 89 Menschen getötet. Der damalige Militärherrscher Bignone, mittlerweile 88 Jahre alt, verbüßt wegen der Verschleppung von Babys politischer Häftlinge bereits eine 15-jährige Haftstrafe. In dem im Februar 2013 eröffneten Prozess waren insgesamt 25 Menschen wegen der Verfolgung und Ermordung von mehr als hundert linksgerichteten Oppositionellen angeklagt.

40 Jahre Haft für Al-Kaida-Mitglied in den USA

Ein Gericht in New York hat einen 33 Jahre alten Al-Kaida-Terroristen zu 40 Jahren Haft verurteilt. Minh Quang Pham hatte sich bereits im Jänner schuldig bekannt, das islamistische Terrornetzwerk unterstützt zu haben. Außerdem gab er zu, im Besitz einer Maschinenpistole gewesen zu sein und diese zur Förderung von Gewalt und Straftaten benutzt zu haben.

Im Jemen hatte er in einem Al-Kaida-Lager eine Ausbildung im Umgang mit Sprengstoff durchlaufen, wie das US-Justizministerium heute mitteilte. Der in Vietnam geborene Mann, der seit früher Kindheit in Großbritannien gelebt hatte, war 2010 von seinem damaligen Wohnort London aus in das Land ganz im Süden der Arabischen Halbinsel gereist. Dort machte er Bekanntschaft mit dem später von einer US-Drohne getöteten Al-Kaida-Kommandanten Anwar al-Awlaki und wurde nach London zurückgeschickt, um Kämpfer zu rekrutieren.

Mit einem Al-Kaida-Kommando hatte er im Jemen auch über einen Selbstmordanschlag bei seiner Rückkehr nach London auf dem Flughafen Heathrow gesprochen, diesen dann aber später offenbar verworfen. Die britischen Behörden nahmen den Mann bei der Ankunft am Flughafen auf US-Initiative fest, nachdem er von einem Überläufer verraten worden war. 2015 wurde er von Großbritannien an die Vereinigten Staaten ausgeliefert.

Inland

Hofburg-Kompetenzen: Drozda sieht Parlament am Zug

Der neue Kanzleramtsminister Thomas Drozda (SPÖ) will die Debatte über die Kompetenzen des Bundespräsidenten und über eine allfällige Beschneidung derselben in einer parlamentarischen Enquetekommission führen. Wichtig sei, dass das Zusammenspiel von Präsident, Regierung und Parlament auch weiterhin funktioniere, sagte er heute im Ö1-„Journal zu Gast“.

Drozda, der in seiner Funktion auch für Verfassungsfragen zuständig ist, verwies darauf, dass der Anstoß zu dieser Debatte ja vom designierten Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen gekommen war. Konkret hatte sich der Sieger der Präsidentschaftswahl daran gestoßen, dass der Bundespräsident die theoretische Möglichkeit habe, das Parlament „auszuhebeln“.

Eine Entscheidung über dieses Thema soll nach Drozdas Vorstellung 2017/2018 fallen. Zuvor hatte bereits ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka gestern die Abhaltung einer entsprechenden Enquete im Parlament vorgeschlagen.

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Sport

Fußball: England bejubelt Jungstar Rashford

England zählt für die EM 2016 in Frankreich zum Favoritenkreis. Dass sich in Jungstar Marcus Rashford ein weiterer Offensivtrumpf für die Endrunde herauskristallisiert, versetzt die fußballbegeisterte Insel natürlich in Entzücken.

Auch der Teamchef der „Three Lions“, Roy Hodgson, überschlug sich nach Rashfords Traumeinstand gestern gegen Australien vor Lob. „Was für ein Debüt!“, so Hodgson, der in der diffizilen EM-Kaderplanung von der Presse zu hören bekommt: „An Rashford kommt er nicht vorbei.“

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Wirtschaft

Oettinger erwartet TTIP-Entwurf im Oktober

Die EU und die USA wollen ihre Verhandlungen über das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP nach den Worten von EU-Kommissar Günther Oettinger in fünf Monaten abschließen. „Ich gehe davon aus, dass wir irgendwann im Oktober einen Vorschlag abschließend beraten und dann den Mitgliedstaaten, dem Rat und dem Europäischen Parlament zu einer Entscheidungsfindung zuleiten“, sagte Oettinger heute bei einer Diskussionsveranstaltung des Katholikentags in Leipzig.

Die Beratung etwa in den nationalen Parlamenten in der EU dürfte nach Oettingers Einschätzung dann das gesamte Jahr 2017 in Anspruch nehmen.

Der EU-Kommissar warb eindringlich für das Abkommen, bei dessen Umsetzung Kritiker eine Absenkung von Standards etwa bei Lebensmitteln und Umweltschutz befürchten. „Unsere Kultur von Daten-, Umwelt- und Verbraucherschutz wird vollumfänglich gewahrt“, so Oettinger, für den es „kein Skandal“ sei, „dass wir mit den USA über Handel und Investitionen sprechen“.

Fiskalrat sieht Defizitziel gefährdet

Geht es nach der Regierung, wird Österreich auch heuer und im kommenden Jahr die EU-Budgetregeln knapp, aber doch einhalten. Der Fiskalrat - gewissermaßen Österreichs Budgetwächter - sieht das allerdings anders. Dessen aktuelle Prognosen setzen Österreichs strukturelles Defizit um die Hälfte höher an als das Finanzministerium.

Bewahrheiten sich diese Zahlen, muss Österreich mit einer Rüge aus Brüssel rechnen. Denn auch das Herausrechnen der Flüchtlingskosten würde das Land dann nicht annähernd an die Vorgaben aus Brüssel heranbringen.

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Panama-Papers

Mossack Fonseca schließt Büros in britischen Steueroasen

Rund acht Wochen nach der Veröffentlichung der Panama-Papers hat die Finanzkanzlei Mossack Fonseca die Aufgabe ihrer Büros in drei britischen Steuerparadiesen angekündigt. „Mit großem Bedauern“ schließe sie nach mehr als 20 Jahren ihre Büros auf Jersey, auf der Isle of Man und in Gibraltar, teilte die panamesische Firma gestern mit.

Als Grund gab Mossack Fonseca eine Strategie zur „Konsolidierung unseres Büronetzwerks“ an. Dennoch werde die Firma weiterhin „allen“ Kunden zur Verfügung stehen.

Mossack Fonseca steht im Mittelpunkt des Skandals um Briefkastenfirmen, der durch die Panama-Papers aufgedeckt wurde. Durch die Auswertung von elf Millionen Dokumenten hatte ein weltweites Journalistennetzwerk enthüllt, wie die Kanzlei Dutzenden Spitzenpolitikern, Sportstars und anderen Prominenten dabei half, Steuern zu umgehen.

Chronik

Blutüberströmter Mann in Wiener Wohnung gefunden

Die Polizei ist gestern in einer Wohnung in Wien-Währing auf einen blutüberströmten Mann gestoßen. Der 49-Jährige wies Stichwunden im Oberkörper und Kopfverletzungen auf. Ein Notarzt versorgte ihn, dann wurde er in ein Krankenhaus gebracht, wo die akute Lebensgefahr mittlerweile gebannt wurde.

Der 69-jährige Lebensgefährte der Mutter des Verletzten wurde festgenommen. Die Polizei geht nach Ermittlungen zu dem Fall von einem Mordversuch aus.

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Offenbar Kindesentführung in Salzburg verhindert

In Salzburg ist gestern Nachmittag offenbar eine Kindesentführung verhindert worden. Zwei Neunjährige waren von zwei Männern in einem Park angesprochen worden.

Mit Chips wollte man ein Kind zum Mitkommen auffordern. Als das Mädchen verneinte, packte man es am Arm und zerrte es weg. Eine Passantin sei dazwischen gegangen und habe die Männer verjagt, teilte die Polizei per Aussendung mit.

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Weltkriegsflugzeug in Hudson River gestürzt - ein Toter

In New York ist gestern (Ortszeit) ein Kleinflugzeug in den Hudson River gestürzt. Polizeiangaben zufolge gibt es einen Toten, wobei es sich wahrscheinlich um den Piloten der einmotorigen Maschine handle.

Die Rettungskräfte waren mit Booten und Hubschraubern im Einsatz (iptv.ORF.at).

Polizei und Feuerwehr hatten nach dem Absturz des Flugzeugs eine Suche eingeleitet, mehrere Stunden später fanden Taucher dann die Leiche.

Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem Kleinflugzeug um einen Jagdbomber vom Typ P-47 Thunderbolt, der im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde. Das Flugzeug sollte am Wochenende an einer Flugshow teilnehmen.

Gesundheit

WHO: Olympia-Verschiebung wegen Zika unnötig

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Forderung internationaler Experten nach einer Verschiebung oder Verlegung der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro wegen des Zika-Virus zurückgewiesen. Die Austragung der Olympischen Sommerspiele im August in der brasilianischen Metropole sei für die Ausbreitung von Zika nicht von wesentlicher Bedeutung.

Denn das Virus grassiere bereits in fast 60 Ländern und Regionen, und es gebe die verschiedensten Gründe für Reisen in diese und aus diesen Ländern. „Der beste Weg, um das Risiko der Krankheit zu verringern, ist es, die Reisehinweise der Gesundheitsbehörden zu befolgen“, erklärte die WHO.

Laut Experten unnötiges Risiko

Zuvor hatten rund 150 Gesundheitsexperten in einem offenen Brief an die WHO im Internet von einer Austragung der Spiele in Rio abgeraten, weil sie eine beschleunigte Ausbreitung der Krankheit befürchten. Die erwarteten 500.000 ausländischen Touristen aus der ganzen Welt könnten sich infizieren und das Virus mit in ihre Heimatländer bringen, warnen Fachleute.

Zika steht im Verdacht, bei Föten zu schweren Schädelmissbildungen zu führen. Symptome sind leichtes Fieber, rote Augen und Ausschlag. Der Erreger wird über Mückenstiche und möglicherweise auch beim Geschlechtsverkehr übertragen. Das Virus trat bereits in mehr als 30 Ländern auf, am schwersten betroffen ist Brasilien. Die Olympischen Sommerspiele sollen im August in Rio ausgetragen werden.

Medien

Zensurvorwurf gegen Südafrikas TV-Sender SABC

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Südafrika will keine Bilder von gewaltsamen Ausschreitungen bei Demonstrationen mehr zeigen. Dem Vandalismus und der Zerstörung öffentlicher Gebäude solle keine Bühne gegeben werden, erklärte der öffentliche Rundfunksender SABC gestern.

Die Opposition geißelte die Entscheidung als einen Akt der „Zensur“, der lediglich der Regierungspartei ANC im Vorfeld der Kommunalwahlen vom August helfen soll. Der Verband südafrikanischer Journalisten (SANEF) fordert ein Überdenken. Die Entscheidung, nicht mehr über solche Proteste zu berichten, widerspreche dem Charakter unabhängiger und ausgewogener nachrichtlicher Berichterstattung.

In Südafrika gibt es jährlich Hunderte Proteste unzufriedener Bürger. Sie richten sich in der Regel gegen die örtliche Verwaltung. Zuletzt war es dabei vermehrt zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen. In der nördlichen Provinz Limpopo etwa zündeten wütende Dorfbewohner diesen Monat rund 20 Grundschulen an.

Kultur

„Gigant des italienischen Theaters“: Giorgio Albertazzi tot

Der italienische Schauspieler und Regisseur Giorgio Albertazzi ist nach Angaben der Nachrichtenagentur ANSA in der Nacht auf heute im Alter von 92 Jahren gestorben.

Der italienische Schauspieler und Regisseur Giorgio Albertazzi im Jahr 1997 mit Literaturnobelpreisträger Dario Fo

AP/Andrew Medichini

Albertazzi (l.) zusammen mit Dario Fo im Jahr 1997

Der gebürtige Florentiner zählte zu den großen Theaterstars des Landes und wurde etwa von der Zeitung „La Repubblica“ als „Gigant des italienischen Theaters“ bezeichnet. „Italien hat einen großen Künstler verloren“, würdigte der italienische Premier Matteo Renzi die charismatische Persönlichkeit Albertazzis.

Von Shakespeare bis zu „Dancing Stars“

Sein Debüt feierte Albertazzi 1949 in Florenz in Shakespeares „Troilus und Cressida“ mit der Regie von Luchino Visconti. Großen Erfolg erntete er dann 1961 mit dem Film „Letztes Jahr in Marienbad“ des französischen Regisseurs Alain Resnais. Bei über 50 Filmen spielte Albertazzi in seiner Karriere mit, er zählte zu den ersten Stars des italienischen Fernsehens.

Ab 1969 war Albertazzi auch als Regisseur für mehrere Fernsehfilme verantwortlich, so für die Miniserie „George Sand“ im Jahr 1981. 1996 wurde Albertazzi mit dem Verdienstorden der Italienischen Republik ausgezeichnet. Von 2003 bis 2008 war er Direktor des römischen Teatro Argentina. 2014 beteiligte er sich an der von RAI 1 gesendeten italienischen Version von „Dancing Stars“ („Ballando con le stelle“). Er war der älteste Teilnehmer aller internationalen Versionen des Programms.

Architektur-Biennale: Goldener Löwe für Spanien

Mit einem Goldenen Löwen für Spanien ist heute in Venedig die 15. Architektur-Biennale eröffnet worden. Die Jury zeichnete den spanischen Pavillon mit der Ausstellung „Unfinished“ als besten nationalen Beitrag aus. Lobende Erwähnungen gab es für die Länderbeiträge aus Japan und Peru.

Insgesamt beteiligen sich 65 Nationen an der Ausstellung, die noch bis 27. November zu sehen ist. Hauptschauplätze sind die Gärten Venedigs mit ihren historischen Länderpavillons und das ehemalige Werftgelände.

Als Titel wählte Chefkurator Alejandro Aravena diesmal „Reporting from the Front“. Ihm gehe es dabei um mutige Projekte, die durch Kreativität bestehende Strukturen - seien es Landschaften, Menschen oder Bauten - schonen.

Verbesserungen der Lebensumstände von Flüchtlingen

Der österreichische Beitrag steht heuer unter dem Motto „Orte für Menschen“. Kommissärin Elke Delugan-Meissl lud dafür die drei Wiener Architektur- und Designbüros next ENTERprise, EOOS und Caramel ein, durch Interventionen in Wiener Flüchtlingsheimen kurz- und langfristige Verbesserungen der Lebensumstände der Geflüchteten zu schaffen.

Die Ergebnisse werden in Venedig präsentiert. Die Projekte sollen auch über die Dauer der Biennale hinaus bestehen bleiben und Impulse für den weiteren architektonischen Umgang in Flüchtlingsheimen geben.

„Mad Men“-Requisiten werden versteigert

Von Don Drapers Cabriolet bis zu Peggy Olsons Schreibmaschine - mehr als 1.500 Requisiten aus der US-Kultserie „Mad Men“ werden ab Mittwoch online versteigert. Die zweiwöchige Auktion wird von Ellen Freund organisiert, die für den detailreichen und originalgetreuen Retrolook der in den 60er Jahren spielenden Fernsehserie zuständig war.

Requisiten der US-Serie "Mad Men"

APA/AFP/Frederic J. Brown

Die in der New Yorker Werbebranche spielende Serie endete nach sieben Staffeln im vergangenen Jahr. Für seine Darstellung der Hauptfigur Don Draper, ein brillanter Werbemacher mit zerrissener Persönlichkeit, wurde John Hamm mit dem begehrten Emmy-Fernsehpreis ausgezeichnet. Eine weitere zentrale Figur ist Peggy Olson, dargestellt von Elisabeth Moss, die als Sekretärin beginnt und dann einen für eine Frau in jenen Jahren höchst ungewöhnlichen Aufstieg zur Topwerbemacherin schafft.

Freund berichtete, dass sie zur originalgetreuen Ausstattung der Serie für jede Folge ein Budget von 12.000 Dollar (rund 10.800 Euro) bekommen habe. Die Drehbücher der einzelnen Folgen erhielt sie jeweils acht Tage vor Drehbeginn. Sie suchte dann vor allem online nach den Requisiten, die tatsächlich aus den damaligen Jahren zu stammen und in bestem Zustand zu sein hatten. Einzelne Objekte seien auch von ihrer Mutter, Freunden oder Mitgliedern des Filmteams beigesteuert worden.

IT

Leute

Tortenangriff auf Linken-Fraktionschefin Wagenknecht

Die deutsche Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ist heute auf dem Parteitag ihrer Partei in Magdeburg mit einer Torte beworfen worden. Zu der Aktion bekannte sich eine „Antifaschistische Initiative ‚Torten für Menschenfeinde‘“.

Die Aktivisten gingen an Wagenknecht vorbei, die in der ersten Reihe der Parteitagshalle saß, und warfen ihr die Torte direkt ins Gesicht. Wagenknecht wurde dann von Kofraktionschef Dietmar Bartsch aus der Halle begleitet.

Begründet wurde die Attacke in einem ausgeteilten Zettel mit Wagenknechts Position, dass nicht alle Flüchtlinge nach Deutschland kommen könnten.

Die Anstifter zu dem Tortenwurf warfen Wagenknecht in einem Flugblatt vor, ebenso wie die rechtspopulistische AfD den „Volkszorn“ in politische Forderungen zu übersetzen. Wagenknecht hatte in der Vergangenheit die Auffassung vertreten, Deutschland könne nicht alle Flüchtlinge aufnehmen - und damit auch in den eigenen Reihen für Kritik gesorgt.

Herz-OP für pakistanischen Premier in London

Der pakistanische Premierminister Nawaz Sharif wird am Dienstag in London am offenen Herzen operiert. Das teilte seine Tochter Maryam Nawaz Sharif gestern Abend via Twitter mit. „Gebete sind die wirkungsvollste und kräftigste Medizin“, schrieb sie.

Sharif war im Mai 2013 für eine dritte Amtszeit gewählt worden. Er hat seit Jahren Arterienprobleme und ließ sich vergangene Woche in London untersuchen.