Ausland

Obama will Kampf gegen IS verstärken

US-Präsident Barack Obama hat eine Intensivierung des Kampfes gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angekündigt. Der Schwerpunkt liege auf Luftschlägen gegen die IS-Hochburgen in Syrien und die dort ansässige Führungsriege der Jihadisten, sagte Obama gestern nach Beratungen mit ranghohen Militär- und Geheimdienstvertretern im Pentagon.

Am Wochenende hatte die US-geführte Koalition bei den bisher umfangreichsten Luftangriffen in Syrien die IS-Hochburg Raka ins Visier genommen. Die IS-Miliz hat Teile Iraks und Syriens besetzt und begeht in den von ihr gehaltenen Gebieten Gräueltaten. Vor einem Jahr riefen die Jihadisten ein grenzüberschreitendes „Kalifat“ aus.

Seit einem Jahr Luftschläge

Die USA fliegen seit Sommer 2014 gemeinsam mit Verbündeten Luftangriffe auf IS-Stellungen. Für den Kampf am Boden setzt Washington auf die irakischen Streitkräfte, kurdische Verbände sowie die moderate Opposition gegen den syrischen Machthaber Bashar al-Assad. Der seit mehr als vier Jahren andauernde Bürgerkrieg in Syrien hatte den Aufstieg der IS-Miliz maßgeblich begünstigt.

Atomdeal: USA schließen Fristverlängerung nicht aus

Das Weiße Haus in Washington hat gestern eine Verlängerung der Atomgespräche mit dem Iran über heute hinaus - die selbst gesetzte Frist - nicht ausgeschlossen. Das sei absolut möglich, meinte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest, auf die Frage, ob der Zeitplan für die Verhandlungen ausgedehnt werden könnte.

Diplomaten hatten zuvor am Rande der Atomgespräche in Wien zwischen den 5+1 (UNO-Vetomächte plus Deutschland) und dem Iran erklärt, es gebe noch erhebliche Differenzen. „Es ist noch nichts klar“, sagte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Es bestünden immer noch einige Meinungsverschiedenheiten, an deren Beseitigung hart gearbeitet werde. Die iranische Nachrichtenagentur IRNA zitierte eine iranische Quelle, nannte sie aber nicht namentlich. Die Rede war von „ernsthaften Differenzen“.

Diplomaten schließen Scheitern nicht aus

Nach den Worten eines deutschen Diplomaten sind noch einige wichtige Fragen offen: „Wir sollten nicht unterschätzen, das wichtige Fragen weiter nicht gelöst sind. Es wird kein Abkommen um jeden Preis geben. Wenn es bei entscheidenden Punkten keine Bewegung gibt, ist ein Scheitern nicht ausgeschlossen“, betonte der Diplomat gestern. Auch ein französischer Diplomat äußerte sich in diese Richtung.

Zu dem Streitpunkten gehört unter anderem die Frage, wann die Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden sollen. Zudem fordert der Iran ein Ende des Waffenembargos und Zugang zu westlicher Raketentechnologie, was der Westen ablehnt.

Briten erinnern an Opfer von Anschlägen vor zehn Jahren

In Großbritannien wird heute der Opfer der Londoner Bombenanschläge vor zehn Jahren und des tödlichen Angriffs in Tunesien Ende Juni gedacht. Vor dem Denkmal für die Anschlagsopfer im Londoner Hyde Park wird ein Kranz niedergelegt, es folgt ein Gottesdienst in der St. Paul’s Cathedral, außerdem soll um 12.30 Uhr (MESZ) landesweit eine Schweigeminute beachtet werden.

Bei den Bombenanschlägen am 7. Juli 2005 kamen außer den vier Selbstmordattentätern 52 weitere Menschen ums Leben, mehr als 700 wurden verletzt. Die Attentäter, junge britische Islamisten, brachten ihre Sprengsätze in drei U-Bahnen und einem Bus in der Londoner Innenstadt zur Explosion. In Tunesien starben am 26. Juni 30 britische Touristen, als ein islamistischer Student in der Anlage eines Strandhotels das Feuer eröffnete.

Boston-Bomber will Todesurteil kippen

Der zum Tode verurteilte Boston-Bomber Dschochar Zarnajew will das Urteil gegen ihn vor Gericht anfechten. Seine Verteidiger reichten gestern entsprechende Unterlagen ein, wie der „Boston Globe“ berichtete. Formell soll die Berufung bis Mitte August eingereicht werden. Durch das Berufungsverfahren könnte sich der Prozess in Boston noch über Monate oder gar Jahre hinziehen.

Zarnajew hatte im April 2013 gemeinsam mit seinem Bruder Tamerlan im Zieleinlauf des Boston-Marathons zwei Sprengsätze gezündet, durch die drei Menschen getötet und 260 verletzt wurden. Eine Geschworenenjury verurteilte ihn Mitte Mai zum Tod. Bei der formellen Verlesung des Urteils vor zwei Wochen hatte Zarnajew die Tat gestanden.

Handgranate in Markt geworfen: Tote in Mogadischu

In einem belebten Markt in der somalischen Hauptstadt Mogadischu hat gestern ein mutmaßlicher Islamist eine Handgranate in eine Gruppe von Menschen geworfen. Bei dem Vorfall starben laut Polizeiangaben mindestens sechs Menschen. Der Angreifer, der auf einem Motorrad unterwegs war, soll der islamistischen Al-Schabab-Miliz angehören. Angeblich war eine Gruppe von Soldaten Ziel des Anschlags.

Der Motorradfahrer habe sie aber verfehlt und stattdessen Zivilisten getroffen. Die Soldaten hätten das Feuer eröffnet und dabei versehentlich weitere Menschen getötet. Mindestens 14 Menschen seien zum Teil schwer verletzt worden. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden.

Ungarn verschärft Asylrecht

Ungarn verschärft die Regelungen zum Umgang mit Asylsuchenden. Flüchtlinge sollen bis zum Ende ihres Asylverfahrens inhaftiert werden dürfen, das Verfahren selbst wird verkürzt. Das beschloss das Parlament in Budapest gestern, wie die staatliche ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtete.

Asylsuchende sollen auch gegen Bezahlung gemeinnützige Arbeit verrichten. Verlassen sie die ihnen zugewiesenen Aufenthaltsorte länger als für 48 Stunden, wird das Asylverfahren annulliert.

Gesetzlicher Rahmen für Grenzzaun geschaffen

Ungarn treibt außerdem die Arbeiten am geplanten Grenzzaun zu Serbien voran. In dem Gesetzespaket seien die rechtlichen Voraussetzungen zur Flächennutzung geschaffen worden, heißt es.

Das Grenzzaunprojekt wird von der EU und Menschenrechtsorganisationen kritisiert. Rund 72.000 Flüchtlinge - zumeist aus den arabischen Krisenregionen - sind in diesem Jahr nach Ungarn gekommen und damit fast doppelt so viele wie im ganzen Vorjahr. Innenminister Sandor Pinter erklärte, die ungarischen Flüchtlingsunterkünfte seien zu 130 Prozent belegt.

Inland

Minister: Mindestsicherung weitgehend missbrauchssicher

Die ÖVP brauche sich keine Sorgen zu machen, dass bei der Mindestsicherung systematischer Missbrauch betrieben werde oder Tausende in der „sozialen Hängematte“ lägen, hat gestern der Sozialminister versichert. „Es gibt kaum eine öffentliche Transferleistung oder Förderung, die so genau kontrolliert wird wie die bedarfsorientierte Mindestsicherung.“ Das richtete Rudolf Hundstorfer (SPÖ) dem Koalitionspartner aus.

Verbesserung gegenüber der „früheren Sozialhilfe“

„Im Vergleich zur früheren Sozialhilfe ist die Mindestsicherung wesentlich missbrauchssicherer“, unterstrich Hundstorfer in Reaktion auf die heutigen ÖVP-Aussagen. „Wer Leistungen vom AMS (Arbeitslosenunterstützung oder Notstandshilfe) und von einem Bundesland (Mindestsicherung) erhält, wird von beiden Behörden kontrolliert. Österreichweit fallen 75 Prozent - in Wien sogar 90 Prozent - unter diese doppelte Kontrolle. Dabei werden monatlich die Daten zwischen AMS und Sozialamt abgeglichen“, erläuterte der Minister.

Hundstorfer merkte an, dass man die Mindestsicherung nur erhält, wenn man vorher seine Vermögensverhältnisse offenlegt. Bereits bei den Anträgen werde streng geprüft. Mehr als ein Drittel der Erstanträge werden abgelehnt. Erhält man eine Mindestsicherung, dann nur befristet - je nach Bundesland zwischen sechs und zwölf Monate. Dann werde wieder geprüft. „Man kann sich die BMS nicht einfach erschummeln“, sagte der Minister.

Wer nicht arbeitet, bekommt weniger

Wer arbeitsfähig ist, müsse auch bereit sein, Arbeit anzunehmen. „Wer das nicht will, dem wird die Mindestsicherung gekürzt - und zwar bis zu 100 Prozent seines Bezugs.“ In Wien habe es voriges Jahr 7.400 Sanktionen gegeben, weil die Bezieher entweder Termine nicht wahrgenommen oder Arbeit nicht angenommen haben. Die durchschnittliche Bezugsdauer der Mindestsicherung betrage acht Monate. Die durchschnittliche Bezugshöhe liege bei 300 Euro. „Es wird sehr genau darauf geschaut, dass nur jene eine Mindestsicherung erhalten, die es auch unbedingt brauchen - und nicht länger als unbedingt notwendig“, so Hundstorfer.

Abschließend unterstrich er, dass für die Mindestsicherung 600 Millionen Euro pro Jahr ausgegeben werden. Das sind 0,4 Prozent des Budgets. „Ein Staat wie Österreich muss es sich leisten können, den Ärmsten im Land ein Überleben in Würde zu gewähren, und gleichzeitig die Chance bieten, dass die Betroffenen wieder zurück zu einem selbstbestimmten Leben durch eine Erwerbsarbeit finden.“

Österreich verklagt EU wegen Staatshilfen für AKW

Österreich hat gestern beim Europäischen Gericht seine Klage gegen die Genehmigung staatlicher Beihilfen für den Bau des britischen Atomkraftwerks Hinkley Point C eingebracht.

Subventionen sollen moderne Technologien unterstützen, die im „allgemeinen Interesse aller EU-Staaten" liegen, so Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in einer Aussendung."Das trifft bei dem Atomkraft in keiner Weise zu.“

Kernkraft nicht förderungswürdig

Die EU-Kommission hatte im Oktober grünes Licht für Staatshilfen beim Bau von Hinkley Point C gegeben, was auf österreichische Kritik gestoßen war. Aus heimischer Sicht sind alternative Energieformen förderungswürdig, nicht aber die Kernkraft.

Außerdem wurde der Kritikpunkt der Wettbewerbsverzerrung geäußert. Auch andere Länder und Akteure, darunter Luxemburg, wollen gegen das grüne Licht der EU-Kommission für Subventionen vorgehen.

Sport

Wimbledon: Djokovic muss Überstunden einlegen

Novak Djokovic muss beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon Überstunden einlegen, um das Aus im Achtelfinale zu verhindern. Das Spiel des Weltranglistenersten aus Serbien gegen den Südafrikaner Kevin Anderson musste wegen Dunkelheit abgebrochen werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte Djokovic gerade ein 0:2 nach Sätzen egalisiert. Heute fällt die Entscheidung. Souverän agierte hingegen Roger Federer. Und auch die anderen Favoriten gaben sich trotz kleiner Schwierigkeiten keine Blöße.

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Tour de France: Massensturz dreht Klassement um

Der Spanier Joaquim Rodriguez hat die von einem Massensturz überschattete dritte Etappe der Tour de France auf die „Mauer von Huy“ in Belgien gewonnen. 55 Kilometer vor dem Ziel waren bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h im Hauptfeld viele Fahrer gestürzt - unter anderen hatte sich Fabian Cancellara im Gelben Trikot im Straßengraben überschlagen. Der Brite Chris Froome erreichte dann zeitgleich mit dem Etappensieger das Ziel und übernahm die Gesamtführung. Cancellara konnte im Gegensatz zu einigen anderen zumindest weiterfahren, musste aber nach einer Untersuchung im Spital ebenfalls aufgeben.

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Österreich-Rundfahrt: Krizek radelt ins Bergtrikot

Matthias Krizek ist auf der zweiten Etappe der Österreich-Rundfahrt zwar nicht zum Tagessieg geradelt, der ehemalige Staatsmeister hat aber dennoch aufgezeigt. Krizek fuhr auf der 196,1 Kilometer langen Etappe von Litschau nach Grieskirchen lange Zeit in einer Fluchtgruppe an der Spitze und übernahm die Führung in der Bergwertung. Mit dem Etappensieg hatten die Österreicher erneut nichts zu tun. Den holte sich der Australier David Tanner.

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Formel 1: Hamilton auf neuer Leistungsstufe

Lewis Hamilton hat am Sonntag in beeindruckender Manier seinen fünften Saisonsieg gefeiert. Der dritte Triumph in Silverstone kann auch als Sinnbild dafür gesehen werden, dass Hamilton auf einer neuen Stufe seines Leistungsvermögens angelangt ist. Der 30-Jährige ist auf der Strecke nicht mehr nur von purer Emotion und dem Willen zur Attacke getrieben, sondern längst auch fähig zur kühlen Taktik. „Es war ein perfektes Zusammenspiel zwischen ihm und dem Team“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff über die punktgenauen Entscheidungen für die Boxenstopps.

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Wirtschaft

Neuer Pilotenstreik bei Lufthansa droht

Bei der deutschen Fluglinie Lufthansa sind ab sofort wieder Streiks der Piloten möglich. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erklärte die Vorgespräche mit dem Unternehmen über eine Gesamtschlichtung zu allen offenen Tariffragen gestern für gescheitert.

Die VC warf der Lufthansa vor, die Arbeitsplatzthemen außer Acht gelassen zu haben. Damit verkenne sie die elementaren Interessen des Cockpitpersonals. Das Angebot einer Gesamtschlichtung habe sich als „kurzfristiges taktisches Manöver“ entpuppt, mit dem die VC, aber auch Kunden und Aktionäre getäuscht worden seien.

Bisher schon zwölfmal gestreikt

Mit dem Ende der Sondierungen sei auch die Aussetzung von Streiks bis Ende Juli hinfällig, so der VC-Sprecher. Einen Termin für einen neuen Arbeitskampf gibt es aber noch nicht. Er soll in den Gremien beraten werden.

Bisher haben die deutschen Piloten in dem Konflikt unter anderem um ihre Betriebs- und Übergangspensionen zwölfmal gestreikt und der Lufthansa einen hohen Millionenschaden zugefügt.

Günstige Zinsen: Republik nimmt 1,3 Mrd. Euro auf

Die Republik Österreich wird heute auf den internationalen Kapitalmärkten 1,3 Mrd. Euro frisches Geld aufnehmen. Sie sollte dabei von dem durch das griechische Nein gesunkenen Renditeniveau bei den als sichere Häfen geltenden Staatsanleihen profitieren.

Am Freitag war die Rendite für zehnjährige österreichische Staatsanleihen von 1,26 auf 1,20 Prozent gesunken.

Anleihen werden günstig aufgestockt

Zwei Bundesanleihen werden heute aufgestockt, darunter auch die erst Mitte Juni emittierte neue zehnjährige Benchmark-Anleihe. Sie wurde mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einem Volumen von vier Mrd. Euro emittiert. Diese neue 1,20-Prozent-Bundesanleihe 2015-2025/1 wird im Oktober 2025 fällig.

Sie wurde in einem syndizierten Verfahren im Wege eines Bankenkonsortium ausgegeben. Die dabei erzielte Rendite betrug 1,257 Prozent, der Emissionskurs betrug 99,448 Prozent. Aktuell ist der Kurs auf dem Sekundärmarkt auf fast 100 gestiegen, die Rendite auf rund 1,20 Prozent gesunken.

Die zweite Bundesanleihe, die heute aufgestockt werden soll, ist die 0,25-Prozent-Bundesanleihe 2014-2019/2. Sie rentiert derzeit auf dem Sekundärmarkt bei 0,15 Prozent. Sie wurde zuletzt Anfang Juni aufgestockt und erzielte dabei eine durchschnittliche Rendite von 0,192 Prozent.

Chronik

Gesundheit

Religion

Papst preist in Ecuador Bedeutung der Familie

Papst Franziskus hat auf seiner Lateinamerika-Reise die Bedeutung der Familie gewürdigt. Bei einer Messe vor rund 600.000 Gläubigen in Ecuador rief das Oberhaupt der katholischen Kirche gestern dazu auf, Familien größere Wertschätzung zukommen zu lassen. Die Gesellschaft müsse ihrer „sozialen Schuld“ gegenüber Familien gerecht werden und diese mehr unterstützen.

Weniger Zulauf als erwartet

Die Messe fand bei großer Hitze in Ecuadors größter Stadt Guayaquil statt. Die Feuerwehr besprühte die Menschenmassen immer wieder mit Wasser. Viele Gläubige versuchten, sich mit Sonnenschirmen vor der Hitze zu schützen. Mit 600.000 Menschen hatte die Messe des Papstes allerdings weniger Zulauf als von den Organisatoren erwartet. Diese hatten auf rund eine Million Menschen gehofft.

Nach dem Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1985 ist es für Ecuador der zweite Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts. Inzwischen ist der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung von 94 auf 80 Prozent geschrumpft. Zulauf unter den 16 Millionen Einwohnern fanden in den vergangenen Jahren vor allem evangelikale Christengemeinden.

Während seiner Lateinamerika-Reise besucht der Pontifex bis zum 12. Juli außerdem auch Bolivien und Paraguay. Es ist die längste Reise von Franziskus seit seiner Wahl im März 2013. Großen Raum sollen Begegnungen mit den Ureinwohnern einnehmen. Ecuador, Bolivien und Paraguay gehören zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas.

Kultur

Sommerblockbuster lassen es krachen

Der Kinosommer wird heuer wieder laut, schnell und brutal: Mit dem Ferienbeginn startet wie jedes Jahr der Reigen der Blockbuster. Damit die Massen, wie von den Produktionsfirmen erhofft, in die Kinos strömen, wird schon eifrig die Werbetrommel gerührt. Die Trailer versprechen vor allem eines: viel Lärm und große Action. Superhelden und Fortsetzungen großer Kinohits dominieren das Programm. Unter anderem gibt es ein Wiedersehen mit Arnold Schwarzenegger als Terminator und ein Sequel der „Mission: Impossible“-Reihe - dieses Mal mit Österreich-Bezug.

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Schatz aus 17. Jahrhundert wird versteigert

Ein goldener Kelch, ein mit Smaragden besetztes Kreuz, Goldbarren und weitere Kostbarkeiten eines vor der Küste Floridas geborgenen Schatzes werden bald in New York versteigert. Das Auktionshaus Guernsey’s teilte gestern mit, dass die vor drei Jahrzehnten im Wrack der „Nuestra Senora de Atocha“ entdeckten Wertgegenstände am 5. August in der US-Metropole versteigert würden.

Vor 30 Jahren gefunden

Das spanische Schiff war 1622 gesunken. Die „Nuestra Senora de Atocha“ war mit Schätzen aus der Neuen Welt beladen und mit 265 Menschen an Bord auf der Rückreise nach Spanien in einen Hurrikan geraten. Nur fünf Menschen überlebten das Unglück. Mit der „Nuestra Senora de Atocha“ sanken mindestens acht weitere spanische Schiffe in dem Unwetter. Der US-Schatzsucher Mel Fisher hatte das Wrack im Juli 1985 aufgespürt. Die entdeckten Gold- und Silbermünzen, Juwelen und Antiquitäten hatten einen Wert von 450 Millionen Dollar.

Fast 40 Kostbarkeiten werden nun bei Guernsey’s versteigert. Ihr Schätzwert liegt den Angaben zufolge bei insgesamt 1,5 bis zwei Millionen Dollar (1,4 bis 1,8 Mio. Euro). Ein beträchtlicher Teil des Schatzes wird in einem nach Mel Fisher benannten Museum auf der Inselkette Key West in Florida sowie in einem Privatmuseum in der Stadt Sebastian in dem Bundesstaat ausgestellt.

Wolf Haas erhält Literaturpreis für grotesken Humor

Der österreichische Schriftsteller Wolf Haas wird mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet. Der in Wien lebende Autor erhalte den Preis für seine „einzigartige hochkomische Erzählkunst“, teilte die Stiftung Brückner-Kühner gestern mit. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.

Haas hat unter anderem acht Kriminalromane rund um den kauzigen Privatdetektiv Simon Brenner geschrieben, einige von ihnen wurden mit Josef Hader in der Hauptrolle verfilmt.

Der Literaturpreis wird seit 1985 jährlich von der Stiftung und der Stadt Kassel vergeben. Ausgezeichnet werden Autoren, „deren Werk auf hohem künstlerischen Niveau von Komik und Groteske geprägt ist“. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Loriot, Hanns Dieter Hüsch, Max Goldt, Gerhard Polt und zuletzt Frank Schulz. Verliehen wird der Preis nächstes Jahr im Februar.

Hollywood-Starproduzent Jerry Weintraub tot

Der legendäre Hollywood-Produzent Jerry Weintraub, der Kinohits wie „Karate Kid“ und „Ocean’s Eleven“ auf die Leinwand brachte, ist tot. Nach Angaben seiner Sprecher starb der Produzent gestern im kalifornischen Santa Barbara, wie die „Los Angeles Times“ berichtete. Er wurde 77 Jahre alt.

„Heute ist unser Freund gestorben“, schrieb Schauspieler George Clooney in einer Mitteilung, die vom „Hollywood Reporter“ veröffentlicht wurde. Weintraub arbeitete zuletzt an einer neuen „Tarzan“-Verfilmung, die 2016 in die Kinos kommen soll. In seiner langen Karriere produzierte er dutzende Filme, von „Diner“ (1982) bis „Liberace - Zu viel des Guten ist wundervoll“ (2013).

Vor seinen Erfolgen im Filmgeschäft war er als Musikproduzent tätig und arbeitete mit Künstlern wie Frank Sinatra, Bob Dylan, Elvis Presley und John Denver.

Leute

Fausthieb gegen Sexpartnerin: Uschi-Glas-Sohn verurteilt

Ben Tewaag ist zwei Jahre nach einem Fausthieb in das Gesicht einer Bekannten zu 10.200 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Ein Berliner Amtsgericht sprach den 39-jährigen Sohn der Schauspielerin Uschi Glas gestern der versuchten Nötigung sowie der Körperverletzung schuldig. Notwehr sei nicht vorgelegen.

Tewaag hatte erklärt, es sei im Reflex geschehen - die 27-Jährige habe ihm schmerzhaft zwischen die Beine gegriffen. Zu dem Vorfall war es nach zunächst einvernehmlichen Sexfesselspielen mit zwei Frauen gekommen. Das Opfer erlitt einen Jochbeinbruch. Die Anklage hatte für den Schauspieler ein Jahr Haft verlangt, die Verteidigung Freispruch.

Lifestyle

Schwule und lesbische Ampelpärchen nun auch in München

Zum Christopher Street Day (CSD) lotsen schwule und lesbische Ampelpärchen Fußgänger über manche Straßen in Münchens Innenstadt, die so dem Wiener Beispiel folgt. Wien warb damit zum Eurovision Song Contest (ESC) und zum Life Ball zugunsten HIV-positiver Menschen für mehr Toleranz. Die Symbole zeigen sowohl homo- als auch heterosexuelle Paare.

Ampelpärchen in München

APA/EPA/Sven Hoppe

Die Initiative für die Aktion zum Fest der Schwulen- und Lesbenszene am Samstag (11. Juli) ging von den Grünen im Stadtrat aus; der Kreisverwaltungsausschuss hatte sie im Mai gegen die Stimmen der CSU-Fraktion beschlossen. Die Ampeln können wieder auf die Single-Ampelmännchen umgerüstet werden: Die speziellen Scheiben, die an einzelnen Ampeln angebracht werden, sind abnehmbar. Sie kosten insgesamt rund 10.000 Euro und können mehrfach verwendet werden.