Ausland

Neue Zusammenstöße in Jerusalem

In Jerusalem ist es in der Nacht auf heute in mehreren Vierteln zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gekommen, wie der israelische Rundfunk berichtet. Für heute hat die palästinensische Fatah-Partei von Präsident Mahmud Abbas zu einem „Tag des Zorns“ aufgerufen. Man betrachte Angriffe auf den Tempelberg als „Erklärung eines religiösen Krieges gegen das palästinensische Volk“.

Die Fatah rief die Palästinenser dazu auf, sich auf dem Tempelberg zu versammeln und dortzubleiben. Deshalb sei der Tempelberg zwar für muslimische Gläubiger geöffnet - Männer unter 50 Jahren seien aus Sicherheitsgründen jedoch nicht zugelassen, erklärte Polizeisprecher Micky Rosenfeld. Der Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem gehört zu den heiligsten Stätten von Muslimen wie Juden.

Auslöser der neuen Unruhen war ein Anschlag auf einen jüdisch-rechten Tempelberg-Aktivisten am Mittwochabend. Donnerstagfrüh erschoss die israelische Polizei einen Verdächtigen.

UNO warnt vor neuen Spannungen auch wegen Siedlungsbaus

Der getötete Palästinenser wurde verdächtigt, am Vorabend einen jüdischen Rechtsextremisten durch Schüsse schwer verletzt zu haben. In Ostjerusalem kam es gestern nach dem Tod des Palästinensers zu Krawallen. Die Gewalt hat die Furcht vor einem neuen Palästinenseraufstand (Intifada) geschürt.

Nach der Ankündigung neuer israelischer Siedlungsbauten in Ostjerusalem haben die Vereinten Nationen (UNO) vor neuen Spannungen im Nahen Osten gewarnt. Israel hatte am Montag den Bau 1.000 weiterer Wohnungen in Ostjerusalem und zwölf neuer Straßen angekündigt. Die Palästinenser beanspruchen Ostjerusalem als künftige Hauptstadt und befürchten, dass der Siedlungsbau das erheblich erschweren könnte.

Auch US-Außenminister John Kerry äußerte sich besorgt über die wachsenden Spannungen in Jerusalem und rief Israel sowie Palästinenser zur Zurückhaltung auf. Es sei unerlässlich, dass alle Seiten auf Provokationen verzichteten, mahnte Kerry. Der Außenminister verurteilte zudem den Angriff auf einen rechten jüdischen Aktivisten, der in den USA geboren wurde.

Aktivisten: IS erobert Gasfeld in Syrien

Nach tagelangen schweren Kämpfen hat die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) nach Angaben von Aktivisten die Kontrolle über ein Gasfeld in der syrischen Provinz Homs übernommen. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, dauerten die Gefechte zwischen IS-Kämpfern und syrischen Regierungstruppen gestern am Rande des Feldes in Shaar an.

IS kontrolliere aber das „gesamte“ Gebiet, obwohl sich in den Gebäuden noch Soldaten aufhielten. IS selbst erklärte im Internet ebenfalls, das Gasfeld nach mehreren Tagen „befreit“ zu haben. Die Organisation veröffentlichte Bilder, die zerstörte Gastanks und mindestens 15 Leichen zeigten, bei denen es sich um Regierungssoldaten handeln soll. Viele hatten Schusswunden, andere waren verkohlt.

IS hatte am Dienstag eine Offensive zur Eroberung des Feldes gestartet und dabei der Beobachtungsstelle zufolge 30 Soldaten getötet. Die Angaben des Zentrums sind wegen der unübersichtlichen Lage in der Region kaum überprüfbar. Die Dschihadistenorganisation hatte in den vergangenen Monaten weite Gebiete im Nordirak und in Syrien erobert.

Freie Syrische Armee hat 400 Kämpfer in Kobane

In der nordsyrischen Stadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab) konnte die Freie Syrische Armee (FSA) dagegen nach eigenen Angaben ihre Stellung gegen IS ausbauen. Bereits über 400 Soldaten kämpften an der Seite von Kurden gegen die Dschihadistenmiliz, sagte Kommandant Nisar al-Chatib gestern in Istanbul. Weitere FSA-Kämpfer seien auf dem Weg in die nordsyrische Stadt.

Chatib ist nach eigenen Angaben verantwortlich für eine nach Kobane entsandte Einheit der FSA, die in Syrien auch die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad bekämpft. Dem Kommandanten zufolge befanden sich bereits vor den Kämpfen gegen den IS rund 200 FSA-Kämpfer nahe Kobane. „Jetzt sind es 400, und wir erwarten weitere Verstärkung.“ Die Türkei ist ein Unterstützer der FSA. Die FSA-Rebellen haben sich den Kämpfern der kurdischen Selbstverteidigungskräfte (YPG) angeschlossen, die in Kobane seit Wochen gegen den IS kämpfen.

Großeinsatz zur Suche nach vermissten Studenten in Mexiko

Zur Suche nach den vor über einem Monat verschleppten Studenten in Mexiko hat die Regierung einen Großeinsatz gestartet. Insgesamt fahndeten im Teilstaat Guerrero im Südwesten des Landes rund 10.000 Bundespolizisten nach den Vermissten, teilte die Generalstaatsanwaltschaft gestern Abend (Ortszeit) mit. Im Einsatz seien Hubschrauber, Drohnen, Taucher sowie Hunde- und Pferdestaffeln.

Die 43 Studenten waren am 26. September in der Stadt Iguala von Polizisten verschleppt und später vermutlich Mitgliedern der kriminellen Organisation Guerreros Unidos übergeben worden. Den Einsatz gegen die jungen Leute soll Bürgermeister Jose Luis Abarca angeordnet haben.

Interpol eingeschaltet

Nach dem mutmaßlichen Drahtzieher der Tat wird mittlerweile auf der ganzen Welt gefahndet. Die internationale Polizeibehörde Interpol sei in die Suche nach Abarca eingeschaltet worden, sagte der Chefermittler der Generalstaatsanwaltschaft, Tomas Zeron.

Der Fall hat ein Schlaglicht auf die engen Verbindungen zwischen Politikern, Polizisten und Verbrechern in Mexiko geworfen: Bürgermeister Abarca soll das harte Vorgehen gegen die Studenten angeordnet haben, offenbar um zu verhindern, dass sie eine Rede seiner Frau stören. Diese gilt wiederum als führendes Mitglied der Guerreros Unidos.

Rebellenangriff in der DR Kongo - mehrere Tote

Im unruhigen Osten der Demokratischen Republik Kongo sind bei einem erneuten Rebellenangriff 14 Menschen getötet worden. Die Milizionäre der Alliierten Demokratischen Kräfte (ADF) hätten bei einem nächtlichen Überfall auf den Ort Kampi ya Chui in der Region Beni ihre Opfer mit Macheten „massakriert“, sagte gestern Teddy Kataliko von der NGO Zivilgesellschaft von Beni.

Die Behörden der Provinz Nord-Kivu machten zunächst keine Angaben zur Zahl der Getöteten, bestätigten aber „mehrere Tote“. ADF-Rebellen hatten Mitte Oktober 30 Menschen in der Stadt Beni getötet und 22 Menschen im Ort Eringeti. Die wiederholten Angriffe wecken Zweifel an der Behauptung der kongolesischen Regierung, sie habe die Rebellengruppe besiegt.

Die ADF war Mitte der 90er Jahre im Nachbarland Uganda gegründet worden, seitdem terrorisierte sie die Bevölkerung in Nord-Kivu. Trotz einer zu Jahresbeginn gestarteten Großoffensive der Armee sollen noch Hunderte Geiseln in der Gewalt der ADF sein.

Russische Flugmanöver beschäftigen NATO

„Ungewöhnliche Manöver“ der russischen Luftwaffe über Europa sind derzeit das große Thema bei der NATO. In den letzten Tagen fingen Kampfjets des Militärbündnisses knapp 30 russische Maschinen ab. Die blieben zwar jeweils im internationalen Luftraum, hätten aber weder auf Funkkontakt reagiert noch die nationalen Flugsicherungen informiert, heißt es. Offensichtlich will Russland Stärke zeigen, seit auch die NATO wegen der Ukraine-Krise ihre Präsenz in Osteuropa erhöht hat und die beiden Supermächte auf einen neuen Kalten Krieg zusteuern. Gestern meldete Moskau den erfolgreichen Test einer atomwaffenfähigen Interkontinentalrakete.

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Inland

Causa Alijew: Staatsanwältin sieht „erdrückende Beweislage“

Die Staatsanwaltschaft Wien dürfte knapp vor einer Anklage wegen Doppelmordes gegen den kasachischen Ex-Botschafter in Österreich, Rachat Alijew, stehen. Ö1 ist eine 14-seitige aktuelle Stellungnahme der zuständigen Staatsanwältin zugespielt worden. Sie schreibt von einer „geschlossenen Indizienkette, die Alijew des Mordes an zwei Managern seiner Bank in Kasachstan im Jahr 2007 dringend verdächtig mache“. Nach der Vernehmung von 90 Zeugen in Österreich und Kasachstan schreibt die Staatsanwältin sogar von einer „erdrückenden Beweislage“.

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Razzia bei Grasser-Bekannten auf Ibiza

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat Razzien bei zwei Bekannten von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser auf der spanischen Insel Ibiza durchgeführt. Das berichtete das Magazin „Format“ gestern in einer Vorabmeldung. Laut Angaben des Magazins handelt es sich um die Anwesen von Walter Meischberger und Ernst Plech. Die Durchsuchungen fanden rund um eine mögliche Bestechung bei der Übersiedelung eines Wiener Finanzamtes in ein Porr-Gebäude statt. Auch wenn die WKStA die Namen nicht kommentierte, Ermittlungen auf Ibiza wurden bestätigt. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

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Sport

Fenninger und Alaba wieder Sportler des Jahres

Die Sportler des Jahres 2014 heißen so wie im Vorjahr Anna Fenninger und David Alaba. Die 25-jährige Salzburgerin und der 22-jährige Wiener wurden so wie 2013 von den österreichischen Sportjournalisten mit dem prestigeträchtigen Titel ausgezeichnet. Während die Wahl für Skistar Fenninger nach Olympiasieg und Triumph im Gesamtweltcup nicht überraschend kam, staunte so mancher Beobachter über die neuerliche Kür des Bayern-Stars. Die Wahl glich einem Fotofinish. Denn Skiass Marcel Hirscher zog nur um einen Punkt den Kürzeren.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Japan lockert überraschend Geldpolitik weiter

Die japanische Zentralbank hat überraschend die geldpolitischen Zügel weiter gelockert. Das gab die Zentralbank heute bekannt. An der Börse in Tokio schoss der Nikkei-Index für 225 führende Werte in einer ersten Reaktion um mehr als fünf Prozent nach oben. Zugleich zog der Dollar zum Yen auf den höchsten Stand seit sechs Jahren an.

Die Zentralbank beschloss, die Geldbasis um jährlich 80 Billionen Yen (582 Milliarden Euro) auszuweiten. Das ist eine Aufstockung um zehn bis 20 Billionen Yen. Der Nachfragedämpfer infolge einer Anhebung der Verbrauchssteuer im April sowie ein deutlicher Rückgang bei den Ölpreisen habe jüngst zu einem Druck auf die Preise geführt, hieß es.

Seit April letzten Jahres

Die Notenbank war im April vergangenen Jahres zu einer aggressiven Lockerung der Geldpolitik übergegangen. Damit soll die jahrelange Deflation mit konjunkturschädlich stetig fallenden Preisen in Japan überwunden werden. Zu diesem Zweck kauft die Notenbank jetzt noch verstärkter als bisher Staatsanleihen und riskantere Finanzinstrumente. Ziel der Bank von Japan ist eine Inflationsrate von zwei Prozent bis zum Jahr 2015.

Die Teuerungsrate in Japan ohne Lebensmittel, aber inklusive Ölprodukte betrug laut Regierung im September zum Vorjahresmonat 3,0 Prozent. Angepeilt ist für das kommende Frühjahr eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent.

Britische Bank RBS rechnet mit Strafe im Devisenskandal

Auch die britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) stellt sich auf eine Strafe im Devisenskandal ein. Wie die RBS heute mitteilte, wurden dafür 400 Mio. Pfund (508 Mio. Euro) zurückgelegt. Wegen der mutmaßlichen Manipulation des Devisenmarkts haben bereits die Rivalen Barclays, JP Morgan, UBS und Citigroup Vorsorge treffen müssen.

Weitere 100 Mio. Pfund seien bei RBS für Kundenentschädigungen zurückgestellt worden. Viele britische Banken hatten ihren Kunden Versicherungen aufgedrängt, die sie gar nicht brauchten.

Bank schreibt wieder schwarze Zahlen

Im dritten Quartal schrieb die RBS trotz der neuerlicher Sonderlasten einen Vorsteuergewinn von 1,27 Mrd. Pfund, nachdem es im Vorjahreszeitraum noch einen Verlust von 634 Mio. Pfund gegeben hatte. Die Banken auf der Insel spüren momentan die kräftige Erholung der britischen Wirtschaft, weil weniger Kredite platzen. Außerdem haben sie in den vergangenen Jahren die Kosten deutlich gesenkt.

Die RBS wurde in der Finanzkrise 2008 mit Steuergeldern aufgefangen. Seitdem hat der Staat das Sagen. Der Regierung gehören noch 80 Prozent der RBS-Anteile.

Französische BNP Paribas legt überraschend zu

Mit überraschend guten Zahlen kann auch Frankreichs größte Bank BNP Paribas aufwarten. Im dritten Quartal standen unter dem Strich 1,5 Milliarden Euro Gewinn und damit elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen in Paris mitteilte. Nach einer Milliardenstrafe in den USA im zweiten Jahresviertel schnitt das Geldhaus deutlich besser ab als von Analysten erwartet und schaut sich nach Übernahmezielen in Deutschland und Polen um.

Im Juni hatte BNP wegen Geschäften mit „Schurkenstaaten“ eine Milliardenstrafe in den USA bezahlen müssen und den höchsten Quartalsverlust ihrer Geschichte verbucht. Die USA hatten BNP wegen verbotener Geschäfte mit dem Iran, Kuba und dem Sudan gerügt.

Babynahrung: Danone steigt in chinesische Molkerei ein

Der französische Lebensmittelkonzern Danone baut sein Geschäft mit Babynahrung in China weiter aus. Für umgerechnet 437 Millionen Euro hat sich Danone bei der chinesischen Molkerei Yashili eingekauft. Das Unternehmen sei einer der größten Hersteller für Säuglingsmilch in China, teilte Danone am Freitag mit.

Die Franzosen sicherten sich nun einen Anteil von 25 Prozent an Yashili, dessen Hauptaktionär weiterhin der chinesische Milchkonzern Mengniu ist. Zusammen wollen die beiden Eigentümer Yashili weiter entwickeln.

Wachsender chinesischer Markt

Danone will mit dem Schritt seine Rolle in dem wichtigen Markt für Babynahrung in China erweitern. Experten erwarten, dass sich das Geschäftsvolumen bis 2017 auf mehr als 191,3 Milliarden Yuan (25 Mrd. Euro) verdoppeln wird. Danone ist bereits Besitzer der in Asien verbreiteten Babymilchpulvermarke Dumex.

Mengniu wiederum war in der Vergangenheit in mehrere Skandale um verunreinigte Milchprodukte verwickelt. Viele Chinesen griffen deshalb lieber zu Produkten aus dem Ausland. Mengniu versucht nun, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Aus Hypo wird Heta: Österreich bekommt neue „Bad Bank“

Die 2009 notverstaatlichte Problembank Hypo Alpe-Adria ist als Bank Geschichte. Die Banklizenz ist gestern Nachmittag erloschen - die Finanzmarktaufsicht hat den Deregulierungsbescheid freigegeben. Damit wird die Hypo als rein staatliche Abwicklungsgesellschaft („Bad Bank“) fortgeführt - unter dem neuen Namen „Heta“. Diese sitzt auf faulen Krediten und unverkäuflichen Assets im Umfang von 18 Mrd. Euro, die in den kommenden Jahren im Idealfall verwertet werden. Der Schaden für die Steuerzahler ist jedenfalls noch immer nicht abschätzbar.

Mehr dazu in Als Bank begraben

Weltspartag: Sparzinsen auf historischen Tiefstständen

Bereits zum 90. Mal ist am letzten Werktag im Oktober Weltspartag. Wie in den vergangenen Jahren gibt es auch heute für die Sparer und Banken wenig zu feiern. Die Sparzinsen haben sich nochmals verschlechtert. Eine Trendwende ist weiterhin nicht absehbar. Der einzige Trost, der bleibt: Tiefer kann es wohl nicht mehr gehen.

Die Sparzinsen haben im Vergleich zum Weltspartag vor einem Jahr noch einmal einen Schritt nach unten gemacht und sind zur Jahresmitte auf den historischen Tiefstständen von durchschnittlich 0,6 Prozent für täglich fällige Einlagen und 1,4 Prozent für Laufzeiten ab zwei Jahren gelandet. Manche Institute bieten nur noch 0,05 Prozent. Dass am Schalter einmal Negativzinsen auf Sparbücher aushängen, haben die österreichischen Banken bisher ausgeschlossen.

Sparquote steigt dennoch

Bei einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent zahlt sich Sparen real eigentlich nicht mehr aus. Trotzdem wird für wichtige Anschaffungen weiter Geld auf die Seite gelegt. Trotz der minimalen Zinsen stieg das Einlagenvolumen bis zur Jahresmitte um 2,2 Prozent. Die Sparquote legte wohl mangels sicherer Alternativen gegenüber dem vorigen Jahr von 5,2 auf 6,7 Prozent zu. Sie liegt im europäischen Mittelfeld. Die Österreicher haben 361 Mrd. Euro auf der hohen Kante.

Aus alter Weltspartagstradition warten die Banken mit kleinen Geschenken auf ihre Kunden. Viele verteilen befristet auch Zinszuckerln.

Gesundheit

China unterstützt Ebola-Länder mit fast 100 Millionen Euro

China verstärkt seine Hilfen zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika. Es seien insgesamt 750 Millionen Yuan, umgerechnet 97 Millionen Euro, bereitgestellt worden, teilte der Generaldirektor im Außenministerium in Peking, Lin Songtian, heute mit. Die Zahl der medizinischen Helfer aus China in der Region werde von 200 auf 700 aufgestockt.

In Liberia baue China innerhalb eines Monats ein Behandlungszentrum auf. China schicke auch 60 Rettungswagen, 100 Motorräder, 10.000 Gesundheitskästen, Schutzkleidung, Krankenhausbetten und Kleintransporter in die Region. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in den am stärksten betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea fast 14.000 Infektionen registriert - und etwa 5.000 Tote. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

US-Krankenschwester beendete Quarantäne auf eigene Faust

In den USA entfernte sich unterdessen eine aus Westafrika zurückgekehrte US-Krankenschwester gegen die behördlichen Ebola-Quarantäneauflagen aus ihrem Haus. Damit erregte sie in den USA viel Aufsehen. Die 33-jährige Kaci Hickox unternahm gestern eine Fahrradtour, obwohl sie sich nach einer Anweisung der Behörden noch in einer 21 Tage langen Quarantänezeit befindet.

„Ich will niemanden in Gefahr bringen. Aber ich bin kerngesund“, sagte Hickox gegenüber Reportern vor ihrem Haus in Fort Kent (Maine), wie die „USA Today“ berichtete. Hickox war am vergangenen Freitag nach einem Hilfseinsatz bei Ebola-Patienten in Sierra Leone auf dem Flughafen in Newark (New Jersey) gelandet. Nach den neuen Maßnahmen zur Verhinderung einer möglichen Verbreitung des Virus sollte sie für eine dreiwöchige Zwangsquarantäne in einem Isolationszelt festgehalten werden.

Nachdem sich die Frau über die Zustände in dem Zelt beschwert hatte, ließ der Staat New Jersey sie am Montag gehen. Den Rest der Quarantänezeit sollte sie nach Absprachen mit den Behörden zu Hause verbringen. Sie hatte keine für das Ebola-Virus typischen Symptome gezeigt, mehrere Bluttests lieferten negative Ergebnisse.

Chronik

Streit um Parkplatz: Chinese wegen Mordes hingerichtet

Ein Chinese, der im Streit mit einer Frau um einen Parkplatz deren zweijährige Tochter umgebracht hat, ist heute hingerichtet worden. Das Oberste Gericht hatte zuvor die Todesstrafe wegen Mordes bestätigt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Der 39-Jährige hatte sich im Juli vergangenen Jahres in Peking mit der Mutter beim Einparken gestritten, dabei die Zweijährige aus dem Kinderwagen gerissen und auf den Boden geworfen. Das Mädchen wurde so schwer verletzt, dass es wenige Tage später starb. Der Mann war zunächst geflohen, wurde aber am Tag darauf von Polizisten gestellt. Er gab vor, betrunken gewesen zu sein.

Der Fall hatte für große Empörung in der chinesischen Öffentlichkeit gesorgt. Der Mann war vorbestraft und neun Monate vor der Tat aus dem Gefängnis entlassen worden.

Stockende Suche nach Erdrutsch-Vermissten in Sri Lanka

Starker Regen und die Gefahr neuer Erdrutsche erschweren die Suche nach Dutzenden Verschütteten in Sri Lanka. Der Umfang der Rettungsarbeiten sei deswegen verringert worden, sagte ein Sprecher der Katastrophenhelfer heute. „Wir haben die Hoffnung aufgegeben, noch Überlebende zu finden“, sagte er weiter.

An die 100 Menschen unter Erdmassen vermutet

Zwei Tage nach dem Hangabrutsch wurden nach offiziellen Angaben etwa 100 Menschen unter den Erdmassen in Koslanda im Süden der Insel vermutet. 44 weitere Menschen werden vermisst, könnten sich aber gerettet haben. Die Angaben, wie viele Menschen bei dem Unglück ums Leben kamen, schwanken seit Tagen. 16 Leichen wurden bisher gefunden.

Sri Lankas Organisation für Gebäudesicherheit veröffentlichte eine Karte, auf der vor Erdrutschen in zahlreichen Regionen im Zentrum und im Süden der Insel im Indischen Ozean gewarnt wird. Die staatlichen Meteorologen erläuterten, bis in die Nacht könnte an einigen Orten heftiger Starkregen fallen.

Das Rote Kreuz berichtete, Hunderte Menschen in den Notlagern um das Erdrutschgebiet würden mit warmem Essen und sauberem Trinkwasser versorgt. Mütter erhielten Windeln und Babynahrung.

Erste Klage wegen Verschwindens von Flug MH370 eingereicht

Gut siebeneinhalb Monate nach dem mysteriösen Verschwinden von Malaysia-Airlines-Flug MH370 haben Opferangehörige eine erste Klage gegen die malaysische Regierung und die Fluggesellschaft eingereicht. Die Söhne des Passagiers Jee Jing Hang verklagten die Airline sowie malaysische Behörden auf Fahrlässigkeit und Vertragsbruch, teilte Anwalt Gary Chong heute mit.

Die Angehörigen fordern eine Entschädigung, die Höhe wurde aber nicht genannt. Die Klage gilt als erste im Zusammenhang mit der Katastrophe.

Flug MH370 war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden. Seitdem fehlt von der Boeing 777 jede Spur. Eine Suche zu Wasser und aus der Luft brachte bisher keinen Erfolg. An Bord der Maschine waren 239 Menschen, zwei Drittel der Passagiere stammten aus China. Der malaysischen Regierung wird vorgeworfen, unkoordiniert und undurchsichtig bei der Suche nach dem Flugzeug vorzugehen.

Kultur

Bob Dylan kündigt neues Album an

Der US-Folk-Star Bob Dylan will im kommenden Jahr ein neues Album veröffentlichen, das 36. seiner langen Karriere. Der 73-Jährige kündigte das einige Tage vor der Veröffentlichung seiner CD-Sammlung mit Aufnahmen aus dem Jahr 1967 mit seiner Gruppe The Band an. Das Paket „The Basement Tapes Complete: The Bootleg Series, Volume 11“ soll kommenden Dienstag erscheinen.

Eine kurze Notiz in der CD-Sammlung enthielt nun die schlichte Ankündigung, dass 2015 das neue Album „Bob Dylan, Shadows in the Night“ erscheinen werde. Weitere Details gab der Musiker nicht bekannt. Dylan hatte zuletzt mit „Tempest“ im Jahr 2012 ein Studioalbum veröffentlicht.

Australische Studie: Warum Popmusiker jünger sterben

„Live fast, die young“: Was seit den 1960er Jahren gerne als Lebensmotto von Rock- und Popstars zitiert wird, ist laut einer neuen australischen Studie gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt. Der Grund dafür ist aber nicht nur das exzessive Leben, das man den Stars gerne nachsagt. Denn nicht nur die Suizid- und Drogentodraten sind der Studie zufolge signifikant erhöht. Auch das Risiko, ermordet zu werden oder bei einem Unfall ums Leben zu kommen, ist bei Popmusikern wesentlich höher als bei der US-Durchschnittsbevölkerung.

Mehr dazu in Die Schattenseite des Ruhms

Science

Forscher fordern Liberalisierung für Pflanzengentechnik

Die Möglichkeit, Freilandexperimente mit gentechnisch veränderten Pflanzen durchzuführen, weiters ihre prompte Zulassung, wenn sie als sicher einzustufen sind, und eine adäquate Finanzierung - das fordern führende europäische Pflanzenforscher in einem „Offenen Brief an die Entscheidungsträger in Europa“. Dazu sei eine „fundamentale Überarbeitung“ der Gentechnikvorschriften nötig.

Der Brief wurde vom Pflanzenphysiologen Stefan Jansson von der Universität Umea (Schweden) koordiniert und unter anderem von der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht. Zu den 21 Unterzeichnern, alle unter den 30 meistzitierten europäischen Pflanzenforschern, gehört auch Jiri Friml vom Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg.

Forscher sehen Innovation gefährdet

Die Forscher zeigen sich besorgt, dass Europa die im neuen EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon 2020“ verankerten Ziele nicht erreichen werde, Weltklassewissenschaft zu produzieren und Innovationsbarrieren zu beseitigen, und verlangen von den europäischen Politikern eine wissenschaftsfreundlichere Haltung.

Eine mindestens gleichbleibende Förderung der Pflanzenforschung sei notwendig, um sich „ernsthaften Herausforderungen“ widmen zu können. Dazu gehöre etwa, eine nachhaltige Landwirtschaft zu etablieren, die nicht unhaltbar viel Wasser, Energie, Dünger und Pestizide benötigt, so die Wissenschaftler.

Kritik an „De-facto-Moratorium“

Freilandexperimente mit gentechnisch veränderten Pflanzen wären nötig, um zu erforschen, wie sich Pflanzen und Feldfrüchte gegen Krankheiten schützen und auf den Klimawandel reagieren. Doch solche Experimente seien in vielen Ländern - nicht aus wissenschaftlichen, sondern aus politischen Gründen - verboten und wo sie erlaubt seien, würden solche Felder „oft systematisch zerstört“.

Weiters wünschen die Forscher, dass gentechnisch veränderte Pflanzen rasch zugelassen werden, wenn sie „von einer kompetenten Behörde aufgrund einer strengen und wissenschaftlichen Risikobewertung als sicher befunden werden“. Das derzeitige „De-facto-Moratorium“ zur Zulassung würde die Möglichkeiten für öffentlich geförderte Wissenschaftler und kleine Firmen beschneiden und die Dominanz der großen Agrarfirmen fördern, meinen sie.

IT

Android-Miterfinder Andy Rubin verlässt Google

Andy Rubin, der als Vater des dominierenden Smartphone-Betriebssystems Android gilt, hat Google verlassen. Rubin, der zuletzt ein ambitioniertes Roboterprojekt anführte, starte nun einen „Inkubator“ für Technik-Start-ups, berichtete das „Wall Street Journal“ heute unter Berufung auf den Internetkonzern und die Manager.

Google hatte die von Rubin mitgegründete Firma Android 2005 gekauft. Auf Basis der Software wurde ein Smartphone-Betriebssystem entwickelt, das der Konzern Geräteherstellern kostenlos zur Verfügung stellte. Android hatte zuletzt einen weltweiten Marktanteil von mehr als 80 Prozent.

Rubin war im Frühjahr 2013 als Android-Chef von Google-Manager Sundar Pichai abgelöst worden. In diesem Jahr wurde bekannt, dass er ein Projekt zur Roboterentwicklung leitet, für das Google mehrere Spezialunternehmen kaufte.

Religion

Evangelische Kirchen feiern Reformation

Evangelische Christen feiern heute den Beginn der kirchlichen Reformation durch Martin Luther. In Vorbereitung des 500. Jahrestages 2017 versucht man in Österreich eine Standortbestimmung. Der 31. Oktober erinnert an den angeblichen Anschlag von Martin Luthers 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg am 31. Oktober 1517. In den Thesen kritisierte er unter anderem den Ablasshandel zum Sündenerlass, mit dessen Einnahmen der Petersdom in Rom erneuert werden sollte.

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