Ausland

Bürgermeister von Lampedusa kritisiert Kurz

Der Bürgermeister der italienischen Insel Lampedusa, Salvatore Martello, hat Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) scharf kritisiert. Dieser hatte heute bei einem Treffen mit seinem italienischen Amtskollegen Angelino Alfano in Wien darauf gepocht, illegal in Italien via Mittelmeer eingetroffene Flüchtlinge und Migranten nicht mehr von Inseln auf das Festland zu lassen.

Scharfe Worte aus Italien

„Eine derartige Aussage hätte ich mir von einem Neonazi, nicht von einem Vertreter eines EU-Landes erwartet. Offenkundig weiß Kurz nicht, wie groß Lampedusa ist. Er vergisst, dass hier 6.000 Einwohner leben, die sich als Europäer fühlen“, so Martello nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

„Aus Kurz’ Worten entnehme ich, dass er nicht weiß, wie Landungen von Flüchtlingsschiffen erfolgen und wie Migranten behandelt werden, die auf Lampedusa eintreffen. Er weiß nicht, welchen Einsatz diese Insel und ihre Einwohner für die Versorgung der Migranten leistet“, so Martello.

Auch der sozialdemokratische Fraktionsvorsitzende im EU-Parlament, Gianni Pittella, griff Kurz verbal an. „Kurz will Lampedusa in ein Konzentrationslager für Migranten umwandeln. Das ist nicht das Europa, für das wir uns einsetzen“, schrieb Pittella auf Twitter.

Differenzen Wien - Rom

Kurz hatte nach dem Treffen mit Alfano eingeräumt, dass der italienische Außenminister und er in Sachen Stopp des Fährverkehrs „noch nicht einer Meinung“ seien. Das Gesprächsklima mit seinem Amtskollegen bezeichnete Kurz nach neuerlichen Spannungen zwischen Wien und Rom in der Flüchtlingspolitik in den vergangenen Tage als „ordentlich“.

Alfano habe auch eingeräumt, dass ein „Weiterwinken die Probleme nicht kleiner macht, sondern größer“. Der italienische Außenminister meldete sich selbst nicht zu Wort. Sein Wien-Besuch dient dazu, die Prioritäten des italienischen Vorsitzes in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Jahr 2018 vorzustellen.

Kuwait weist iranische Diplomaten aus

Der Iran muss auf Anordnung Kuwaits 15 seiner 19 Diplomaten aus dem Emirat abziehen. Sie müssten binnen 45 Tagen das Land verlassen, hieß es aus dipomatischen Kreisen in Kuwait. Die Nachrichtenagentur KUNA berichtete heute, die iranische Kulturmission und andere Büros müssten geschlossen werden. Die Maßnahme stehe in Verbindung mit der Aufdeckung einer Terrorzelle.

Das iranische Außenministerium bestellte in einer ersten Reaktion den kuwaitischen Geschäftsträger ein. Das berichtete die Nachrichtenagentur IRNA. Die iranischen Medien vermuten Teherans Erzfeind Saudi-Arabien hinter dem Schritt Kuwaits.

Die Entscheidung kommt inmitten der Golfkrise um Katar. Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten hatten Anfang Juni alle diplomatischen Kontakte zu dem Emirat abgebrochen. Sie werfen Katar die Unterstützung von Terrorgruppen und zu enge Kontakte zum Iran vor. Kuwait vermittelt in dem Konflikt.

Krebskranker McCain kündigt baldige Rückkehr an

Der an einem Gehirntumor leidende US-Senator John McCain hat eine baldige Rückkehr nach Washington versprochen. In einem Tweet bedankte sich der Republikaner heute für die Flut von Genesungswünschen, die nach Bekanntwerden seiner Krebserkrankung gestern von allen Seiten des politischen Spektrums eingetroffen waren.

Er schätze das sehr, schrieb der 80-Jährige und fügte hinzu: „Zum Unglück meiner Sparringspartner im Kongress werde ich bald zurück sein - haltet euch bereit.“

Der Gehirntumor war am Freitag vergangener Woche bei einer Operation zur Entfernung eines Blutgerinnsels über einem Auge entdeckt worden. Der langjährige Senator berät nun mit seinen Ärzten und seiner Familie über die Behandlung - vermutlich eine Kombination von Bestrahlung und Chemotherapie.

Polen: Justizreform passiert Unterhaus

In Polen hat das Unterhaus des Parlaments heute der auch in der EU umstrittenen Justizreform zugestimmt. Nun muss das Gesetz, durch das die Regierung Einfluss auf das Oberste Gericht nehmen kann, noch das Oberhaus passieren. In beiden Parlamentskammern hat die nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) die Mehrheit.

Die polnische Opposition und die EU befürchten, dass die Justiz durch die Reform ihre Unabhängigkeit verliert. Rechtstaatlichkeit, Freiheit, Demokratie und Achtung der Menschenrechte sind Grundwerte in der EU. Die EU-Kommission hat dem EU-Mitglied Polen daher mit dem Entzug seiner Stimmrechte gedroht.

Tusk fordert andere Lösung

EU-Ratspräsident Donald Tusk rief den polnischen Präsidenten Andrzej Duda auf, eine andere Lösung als den bisherigen Entwurf zu finden. Tusk will sich mit Duda treffen, was dieser aber verweigert. Tusk sagte, wenn die Gerichte tatsächlich unter die Kontrolle der Regierungspartei gerieten, schade das dem Ruf Polens. Die EU-Kommission hat dem EU-Mitglied Polen bereits mit dem Entzug seiner Stimmrechte gedroht.

Tausende Menschen haben immer wieder gegen die Pläne der Regierung protestiert. Bereits in der vergangenen Woche wurde ein Gesetz verabschiedet, laut dem das Parlament 15 der 25 Mitglieder des Nationalen Justizrates wählen kann. Seit ihrem Wahlsieg im Jahr 2015 bemüht sich die PiS um mehr Einfluss der Regierung auf Gerichte und Staatsanwaltschaft sowie auf die öffentlich-rechtlichen Medien.

Generalstreik in Venezuela begonnen

In Venezuela hat der Generalstreik gegen die von Staatspräsident Nicolas Maduro geplante Verfassungsänderung begonnen. Die Demonstranten wollen mit der heute Früh (Ortszeit) begonnenen Arbeitsniederlegung die linksnationale Regierung unter Druck setzen, damit eine am 30. Juli geplante Wahl zu einer verfassunggebenden Versammlung nicht stattfindet.

Die Opposition wirft Maduro vor, das Gremium mit eigenen Anhängern besetzen zu wollen, um sich „diktatorische Vollmachten“ zu sichern. Am Sonntag hatten Regierungsgegner ein symbolisches Referendum gegen die verfassunggebende Versammlung veranstaltet.

Daran beteiligten sich nach ihren Angaben rund 7,6 Millionen der rund 19 Millionen Wahlberechtigten im In- und Ausland. 95 Prozent stimmten gegen die von Maduro einberufene Versammlung und für die Beibehaltung der Verfassung, die unter dem 2013 gestorbenen Präsidenten Hugo Chavez verabschiedet worden war.

Inland

Antisemitische Codes: Scharfe Kritik von Van der Bellen

Bundespräsident Alexander Van der Bellen reagiert bestürzt auf angebliche antisemitische Äußerungen des FPÖ-Abgeordneten Johannes Hübner: „Mit Antisemitismus zu spielen, von dem jeder wissen muss, wohin er geführt hat, ist in höchstem Maße verantwortungslos“, sagte das Staatsoberhaupt dem „Kurier“ (Freitag-Ausgabe).

Kritik auch von Kern und Kurz

Auch Außenminister und ÖVP-Chef Sebastian Kurz hält Hübners Feststellungen für „inakzeptabel“: „In Österreich darf es keinen Platz für Antisemitismus geben.“ Kanzler und SPÖ-Chef Christian Kern hatte Hübners Aussagen bereits gestern verurteilt: „Diese Mischung aus Antisemitismus und Verfolgungswahn ist absolut jenseitig und völlig inakzeptabel.“

FPÖ zieht keine Konsequenzen

Die FPÖ schloss Konsequenzen für Hübner indes aus. Hübner werde künftig in seiner Wortwahl vorsichtiger sein, hieß es nach einem Gespräch von FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl und dem Mandatar. Hübner habe Kickl „glaubhaft versichert, dass jedweder Vorwurf in Richtung einer antisemitischen Intention von Passagen seines Vortrages aus dem Jahr 2016 nicht den Tatsachen entspricht“, teilte die FPÖ mit.

ÖVP vermutet politische Gegner hinter Kurz-Fansite

Die ÖVP und ihr Obmann Sebastian Kurz haben mit ihren eigenen Fans zu kämpfen. Die Facebook-Seite „Wir für Kurz“ hatte mit einer Umfrage für Aufregung gesorgt, ob der Brenner wegen vermeintlicher Flüchtlingsbewegungen geschlossen werden solle oder nicht. Mittlerweile hat die ÖVP bei Facebook die Löschung beantragt.

Die Partei vermute „politische Gegner“ hinter der Seite, so ÖVP-Generalsekretärin Elisabeth Köstinger in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Es werde bewusst der Anschein erweckt, dass es sich um eine Fanseite handle, die Seite werde aber „definitiv nicht“ von der ÖVP oder von Unterstützern betrieben, so Köstinger.

ÖVP suchte Kontakt zu Betreibern

Es werde „mit verfälschenden Statements und Postings“ gearbeitet und missbräuchlich die „Corporate Identity“ der ÖVP verwendet. Ziel sei es offensichtlich, Kurz zu schaden, glaubt Köstinger. „Dieser Stil der untergriffigen Wahlkampfführung, möglicherweise durch politische Mitbewerber, wird von uns scharf verurteilt und ist sofort zu stoppen.“ Welchen „Mitbewerber“ sie konkret hinter der Seite vermutet, ließ Köstinger offen.

Der Sprecher der Kurz-Kampagne, Peter L. Eppinger, hatte zuvor gesagt, dass die ÖVP mit den Betreibern in Kontakt sei. Mit einer Bitte um Löschung an die Betreiber der Seite, laut eigenen Angaben eine „überparteiliche Privatinitiative“, blitzte die Partei laut Eppinger ab.

Suchtmittelbericht: Mehr Kontrollen, mehr Anzeigen

In Österreich sind im vergangenen Jahr mehr als 36.000 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz erstattet worden, um rund zehn Prozent mehr als im Jahr davor. Das geht aus dem Suchtmittelbericht 2016 hervor, den Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) heute in Wien präsentierte.

Sichergestellt wurden mehr als eine Tonne Cannabisprodukte, fast 87 Kilo Kokain, knapp 69 Kilo Heroin, an die 30.000 Stück Ecstasy, fast 88 Kilo Amphetamine und an die fünf Kilo Methamphetamin. 2015 waren fast 120 Kilo Kokain, etwas mehr als 10.000 Stück Ecstasy, 66 Kilo Amphetamine und knapp drei Kilo Methamphetamin sichergestellt worden. Die beschlagnahmten Mengen Heroin und Cannabis blieben annähernd gleich.

Drogenhandel soll zurückgedrängt werden

Die deutlich gestiegene Zahl der Anzeigen ist zumindest zu einem Teil auf eine am 1. Juni 2016 wirksam gewordene Gesetzesänderung zurückzuführen. Eine große Rolle spielt auch der Kontrolldruck. Als wesentlich bezeichnete Sobotka das Ziel, den Drogenhandel aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen. Das gelte nicht nur für Großstädte.

Einen weiteren Schwerpunkt bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität stellt das Internet dar. Hier wird versucht, im Rahmen eines Präventionsprojekts mit Workshops darauf aufmerksam zu machen. Dass der verborgene Teil des Internets die Dealerei im öffentlichen Raum ablösen wird, glaubt der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Konrad Kogler nicht.

Bei den Verbrechen gegen das Suchtmittelgesetz - das sind Delikte, die mit mehr als drei Jahren Strafe bedroht sind - sind Ausländer unter den angezeigten Tatverdächtigen mit 51 Prozent erstmals in der Mehrheit, so Kogler weiter. Bei den Vergehen - also Delikten mit einem Strafrahmen von maximal drei Jahren - waren rund 67 Prozent der Angezeigten Österreicher. Ebenfalls deutlich in der Mehrheit mit 62 Prozent der Angezeigten waren Österreicher bei Vergehen und Verbrechen zusammengenommen.

Kontroversielle Debatte über Arbeitszeit geht weiter

Die Debatte über eine Flexibilisierung der Arbeitszeit geht weiter. Es gehe nicht um eine generelle Ausweitung der Arbeitszeit auf zwölf Stunden täglich, sondern um Modelle für Spitzenzeiten, so Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner. Im öffentlichen Dienst, bei Polizei und Krankenhäusern seien im Übrigen Arbeitszeiten von bis zu 13 Stunden täglich erlaubt, sagte er in einer Aussendung.

Der Generalsekretär des ÖVP-Wirtschaftsbunds will das Thema Arbeitszeitflexibilisierung nicht als Politspielball sehen. Wichtig sei dabei der Wirtschaftsstandort Österreich, und nicht tagespolitische Stimmungsmache. „Das moderne Wirtschaftsleben erfordert immer öfter kurzfristige Mehrleistungen. Wenn diese etwa mit Zeitausgleich vergütet werden, verlängert sich die Arbeitszeit insgesamt nicht - sie wird nur verlagert.“

Gewerkschaft warnt vor Folgen

Hingegen warnt die Produktionsgewerkschaft Pro-Ge vor einem generellen Zwölfstundentag. Offenbar versuchten jetzt einige Unternehmer, eine generelle Verlängerung der Arbeitszeit mit der massiven Unterstützung von ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz durchzusetzen, heißt es in einer Pro-Ge-Aussendung. So hatte der oberösterreichische KTM-Chef Stefan Pierer angekündigt, die Wahlkampfspenden, die bis Ende Juli für Kurz eingehen, zu verdoppeln.

„Wir warnen eindringlich vor einem generellen Zwölfstundentag. Dieser muss auch künftig die Ausnahme bleiben. Einen Blankoscheck dafür wird es von den Gewerkschaften nicht geben“, sagte Pro-Ge-Vorsitzender Günther Goach (FSG). Alle Studien würden zeigen, dass lange und wechselnde Arbeitszeiten Beschäftigte ständig unter Zeitdruck setzen und krank machen. Unregelmäßige und über 40 Wochenstunden hinausgehende Arbeitszeiten seien schlecht für die Leistungsfähigkeit und erhöhten die Burn-out-Gefährdung.

Kultur

Linkin-Park-Sänger Chester Bennington tot

Der Sänger der US-Rapmetal-Band Linkin Park, Chester Bennington, ist tot. Entsprechende Medienberichte bestätigte heute die Gerichtsmedizin in Los Angeles. Bennington wurde 41 Jahre alt.

Der Todesfall werde „wie ein möglicher Suizid behandelt“, sagte der zuständige Gerichtsmediziner Brian Elias. Die Einsatzkräfte waren kurz nach 9.00 Uhr Ortszeit zum Haus des Musikers gerufen worden.

Chester Bennington

APA/AFP/Getty Images/Rich Fury

Das im Jahr 2000 erschienene Debütalbum der Band, „Hybrid Theory“, verkaufte sich weltweit mehr als zehn Millionen Mal. Mitte Juni war die Band auf dem Nova-Rock-Festival in Nickelsdorf aufgetreten.

Bregenz: Nasses Grab für fulminante „Carmen“

Wenn Blitz und Donner während einer Vorstellung der Bregenzer Festspiele über dem Bodensee wüten, kann man das als schlechtes Zeichen werten - oder als perfekte dramaturgische Untermalung.

Ganz klar Letzteres wurde es gestern Abend während der Premiere von Georges Bizets „Carmen“. Der Inszenierung von Kasper Holten gelingt der Spagat, das große Schicksals- und Eifersuchtsdrama um die erotische Freiheitssucherin bildgewaltig und berührend zugleich auf den See zu bringen, der hier mehr als nur die bühnentragende Rolle spielt.

Mehr dazu in news.ORF.at/bregenzerfestspiele17

Neuer Auftrag für „Game of Thrones“-Schöpfer

Noch ist die Serie „Game of Thrones“ nicht abgedreht - doch schon gibt es Pläne für ein neues Projekt: Der Pay-TV-Sender HBO hat die Macher des Erfolgsformats, David Benioff und Dan B. Weiss, mit einer neuen Produktion beauftragt. Die neue Serie „Confederate“ („Die Konföderierten“, ein anderes Wort für die US-Südstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg) führt die Zuschauer in eine alternative Vergangenheit.

In dieser Welt hat es keinen Sieg der Yankees im Bürgerkrieg (1861-1865) gegeben. „Wir sind begeistert, dass wir die Zusammenarbeit mit Dan und David fortsetzen können. Wir wissen, dass die beiden jedes Thema, das sie anpacken, in eine einzigartige und anspruchsvolle Serie umsetzen“, teilte HBO-Programmchef Casey Bloys mit.

Sklaverei gesellschaftlich etabliert

Dabei entwickeln die Schöpfer einen neuen Zeitstrahl, bei dem sich die Südstaaten der USA vom Rest des Landes abgelöst haben. In jenem fiktiven Staat ist die Sklaverei gesellschaftlich etabliert und hat sich zu einer Institution auch in der Moderne entwickelt.

Im Zentrum der Handlung stehen die Figuren in beiden amerikanischen Staaten entlang der Mason-Dixon-Linie, einer entmilitarisierten Zone, die die Staaten mit und ohne Sklaverei voneinander trennt. Freiheitskämpfer, Politiker, Sklavenjäger und Journalisten sowie die Familien der Sklaven selbst spielen in der Serie eine Rolle.

„Wir sprechen seit Jahren über ‚Confederate‘, hatten zunächst aber ein Filmkonzept im Kopf. Doch die Erfahrungen mit ‚Thrones‘ haben uns überzeugt, dass keiner eine bessere und größere Leinwand für Storytelling bietet als HBO“, so Benioff und Weiss. Die Produktion der Serie soll im Anschluss an die achte und letzte Staffel von „Game of Thrones“ (Ausstrahlung 2018) beginnen.

Wirtschaft

US-Strafe für Exxon wegen Russland-Geschäften

Das US-Finanzministerium geht wegen Sanktionsverstößen in Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt gegen Exxon Mobil vor. Der Ölmulti müsse zwei Millionen Dollar (1,7 Mio. Euro) zahlen, weil er unerlaubte Russland-Geschäfte getätigt habe, heißt es in einer heute online gestellten Mitteilung des Ministeriums.

Konkret sollen die Chefs von US-Töchtern von Exxon im Mai 2014 Vereinbarungen über Öl- und Gasprojekte zusammen mit dem Präsidenten des russischen Konkurrenten Rosneft OAO, Igor Setschin, unterzeichnet haben. Neben den Geschäften mit Setschin habe es auch Übereinkünfte mit einer weiteren Person gegeben, die mit Sanktionen belegt gewesen sei.

US-Außenminister war Exxon-Chef

Das Ministerium wirft Exxon vor, dass es die Verstöße nicht freiwillig gemeldet habe. Es handle sich um einen „unerhörten Fall“. Die Vorwürfe sind auch deshalb pikant, weil Exxon seit 2006 vom heutigen US-Außenminister Rex Tillerson geleitet wurde. Tillerson gilt als russlandfreundlich und hat wiederholt die gegen das Land verhängten Sanktionen kritisiert.

Ein Gemeinschaftsunternehmen von Exxon mit dem Staatskonzern Rosneft war an den Strafmaßnahmen gescheitert. Enge Verbindungen werden Tillerson auch zu dem Rosneft-Chef nachgesagt. Setschin bezeichnete Tillerson einmal als Freund, mit dem er gerne die Vereinigten Staaten auf dem Motorrad durchqueren wolle.

Exxon weist Vorwürfe zurück

Exxon wies die Vorwürfe als „fundamental unfair“ zurück. Das Unternehmen habe seinerzeit „klare Anweisungen“ der Regierung erhalten, dass Treffen mit Setschin erlaubt seien, solange es dabei nur um dessen persönliche Geschäftsaktivitäten und nicht die von Rosneft gehe. Nun versuche das Finanzministerium, nachträglich eine andere Auslegung der Verordnung zu den Sanktionen durchzusetzen.

Frauen erfolgreicher bei Crowdfunding

Frauen gelingt es öfter als Männern, ihre Crowdfunding-Kampagnen erfolgreich abzuschließen. Das zeigt eine Studie, für die die internationale Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers rund 450.000 Kampagnen ausgewertet hat.

Weltweit waren Crowdfunderinnen um ein gutes Drittel, in Asien sogar doppelt so erfolgreich wie ihre männlichen Kollegen. Die Studienautoren führen diesen Vorsprung unter anderem darauf zurück, dass Frauen ihre Projekte oft in sehr direkten, emotionalen Worten vorgestellt hätten, während viele Männer „trockene“ Fachvokabeln bevorzugten.

Grafik zum Crowdfunding

Grafik: ORF.at; Quelle: PricewaterhouseCoopers LLP, The Crowdfunding Center

Crowdfunding-Plattformen wie Indiegogo und Kickstarter sind in den letzten Jahren zunehmend wichtiger für Unternehmen geworden, die eigene Projekte ohne ausreichendes Startkapital verwirklichen wollen. Ob es sich um Schlafphasenwecker oder selbst gezeichnete Comics handelt - im Netz kann man seine Projekte vorstellen und um Investoren werben.

Männer reichen öfter ein und pokern höher

Laut dem Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg wurden 2016 auf den neun größten Crowdfunding-Portalen insgesamt über 767 Millionen Dollar (666 Mio. Euro) eingesammelt, ein enormer Anstieg gegenüber nur zehn Millionen (8,7 Mio. Euro) im Jahr 2009.

Den Löwenanteil dieser Summe kassierten allerdings trotz allem Männer, denn 2016 war die Mehrzahl der Antragsteller männlich. Zudem fiel den Studienautoren auf, dass sich Männer in ihren Kampagnen generell höhere Zielsummen steckten. Von 63 Kampagnen, die auf eine Summe über eine Million Dollar abzielten, waren elf Prozent von Frauen initiiert.

Erste easyJet-„OE“-Maschine in Wien gelandet

Mit seiner neuen österreichischen Tochter hat sich der britische Billigflieger easyJet die EU-Lizenz gesichert. Die Fluglinie verlagert ihre Aktivität wegen des „Brexit“ zu einem Drittel nach Wien. Heute Vormittag landete das erste Flugzeug mit österreichischem Hoheitszeichen in Wien-Schwechat. Mehr als 100 Maschinen, die derzeit mit britischer Zulassung in EU-Staaten unterwegs sind, werden nun bis März 2019 auf Wien übertragen.

Mehr dazu in Ummeldung für 110 Flugzeuge

Musk hat angeblich Bauerlaubnis für Hyperloop

Der Investor und Unternehmer Elon Musk (Tesla, SpaceX) hat heute Nachmittag - ohne nähere Angaben - getwittert, er habe eine mündliche Regierungszusage erhalten, zwischen New York City und Washington DC einen Hyperloop zu bauen. Dabei handelt es sich um ein futuristisches Hochgeschwindigkeits-Transportsystem a la Rohrpost - allerdings für Menschen.

Musk schrieb auf Twitter, dass die unterirdische Hyperloop-Fahrt vom Zentrum New Yorks ins Zentrum Washingtons über Philadelphia und Baltimore 29 Minuten dauern würde. Die Bau-elaubnis habe er für die Firma The Boring Co erhalten. Diese Firma hat Musk kürzlich gegründet, um Transporttunnel zu bauen.

Sport

Tour de France: Froome bringt Gelb über den Berg

Christopher Froome hat sich auch bei der letzten Bergankunft der Tour de France keine Schwächen geleistet und das Gelbe Trikot eindrucksvoll verteidigt. Der Brite erreichte das Ziel auf dem Col d’Izoard nach erneut überragender Arbeit seiner Sky-Equipe auf Platz vier unmittelbar hinter dem Franzosen Romain Bardet und noch vor dem Kolumbianer Rigoberto Uran - seinen Gegnern im Kampf um den Gesamtsieg, der nun endgültig und zum bereits vierten Mal an Froome gehen dürfte. Der Etappensieg ging heute an Warren Barguil, den designierten „Bergkönig“ 2017.

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Fußball: Barcelona kämpft um frustrierten Neymar

Die Beziehung zwischen dem brasilianischen Superstar Neymar und seinem Team, dem FC Barcelona, ist offenbar erkaltet: Der Brasilianer klagt spanischen Medienberichten zufolge über zu wenig Wertschätzung in der von Superstar Lionel Messi überstrahlten Mannschaft.

Obwohl selbst das Barca-Präsidium versucht haben soll, den 25-Jährigen von einem Verbleib zu überzeugen, liebäugelt Neymar offenbar mit einem Wechsel zu Paris SG. Doch die festgeschriebene Ablösesumme von 222 Millionen Euro könnte selbst für die von Scheichs finanzierten Franzosen zu teuer werden.

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Bundesliga: Rapid geht bescheiden in die Saison

Vor dem Bundesliga-Auftakt mit dem Heimspiel gegen Mattersburg am Samstag hat sich Rapid-Trainer Goran Djuricin bescheiden gegeben. Nach der vergangenen Katastrophensaison, die die Wiener mit Ach und Krach auf Rang fünf beendeten, wäre es „vermessen, wenn wir den Meistertitel ausrufen“.

Stattdessen strebe man - in bester Hütteldorfer Tradition - das internationale Geschäft, sprich einen Platz in den Top Drei, an. „In zwei, drei Monaten sollten wir dort sein, wo ich es mir vorgestellt habe“, betonte der Chefcoach.

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Chronik

Heftige Unwetter in Tirol und Salzburg

Am Nachmittag ist über Tirol ein heftiges Unwetter mit starken Regenfällen und teilweise mit Hagel gezogen. Keller und Unterführungen wurden überflutet, Autos beschädigt.

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Zahlreiche Schäden auch in Salzburg

Auch in Mittersill und im Salzburger Pinzgau verursachte ein Unwetter zahlreiche Schäden. Im Ortsteil Burk wurde eine Trafostation durch einen Blitz in Brand gesetzt. Das Feuer war rasch gelöscht, berichtete die Polizei am Abend. Ein durch den Sturm entwurzelter Baum blockierte die Gleise der Pinzgauer Lokalbahn.

Bei einem Bauernhof wurde das Dach eines Nebengebäudes samt Dachstuhl abgedeckt, dadurch wurden im Hof abgestellte Fahrzeuge beschädigt. Auch mehrere Pkws in der Gemeinde wurden bei dem Unwetter von herumfliegenden Gegenständen getroffen. Die Feuerwehr Mittersill rückte laut der Polizeiaussendung mit rund 30 Einsatzkräften zu den Lösch- und Aufräumarbeiten aus.

Mädchen erholt sich vollständig von Badeunfall

Das Mädchen, das vor zwei Wochen nach einem Badeunfall im Kaiserbad in Ellmau (Tirol) wiederbelebt werden musste, wird wieder gesund. Der Zustand der Sechsjährigen war äußerst kritisch.

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Urlauber nach Badezwischenfall gestorben

Jener 48 Jahre alte deutsche Urlauber, der gestern beim Schwimmen im Millstätter See in Kärnten wegen plötzlicher Atemprobleme gerettet werden musste, verstarb im Krankenhaus.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Verurteilter Mörder von Regisseur Pasolini gestorben

Fast 43 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des italienischen Schriftstellers und Filmregisseurs Pier Paolo Pasolini ist der wegen des Mordes verurteilte Pino Pelosi heute gestorben. Das ehemalige Straßenkind erlag 58-jährig in einem römischen Krankenhaus einer längeren Krankheit, berichteten italienische Medien.

Mit Pelosi starb eine Schlüsselfigur im rätselhaften Mord an Pasolini. In der Nacht auf den 2. November 1974 hatte sich der damals 17-Jährige, der gegen Geld sexuelle Dienste anbot, mit Pasolini zum Strand in Ostia bei Rom begeben, wo später die verstümmelte Leiche des Regisseurs entdeckt wurde.

Laut Pelosis ursprünglicher Aussage setzte er sich gegen einen Vergewaltigungsversuch Pasolinis zur Wehr und tötete den um 36 Jahre älteren Künstler ohne Hilfe von Komplizen.

Polizei vermutet Komplizen

Der minderjährige Pelosi wurde wegen Mordes verurteilt und saß neun Jahre im Gefängnis. Ermittler bezweifelten von Anfang an, dass ein Täter allein das Opfer derart hätte verstümmeln können. Am Tatort wurden Kleidungsstücke und Fußabdrücke gefunden, die weder zu Pasolini noch zu Pelosi gehörten.

2005 sagte Pelosi in einem Fernsehinterview, dass noch zwei andere Personen am Tatort gewesen seien und er das aus Angst nie eingeräumt habe. In einer weiteren Aussage vor Gericht wies Pelosi im Jahr 2010 jede Schuld von sich.

Ermittler schließen zwei Darknet-Plattformen

Fahnder in den USA und Europa haben zwei große Onlineplattformen für den Handel mit Drogen, Hackersoftware und Waffen im Darknet geschlossen. Einer diese Märkte hat seit seiner Gründung im Jahr 2014 nach vorsichtigen Schätzungen eine Milliarde US-Dollar (rund 870 Mio. Euro) umgesetzt.

Wie US-Justizminister Jeff Sessions heute mitteilte, waren auf den Websites AlphaBay und Hansa im versteckten Teil des Internets, der über normale Suchmaschinen nicht zugänglich ist, Tausende Händler weltweit mit mehr als 200.000 Kunden verbunden. Die Aktion wurde von FBI, der US-Anti-Drogen-Behörde DEA, Europol und der niederländischen Polizei gemeinsam durchgeführt.

Drogen, Chemikalien, Malware

AlphaBay erreichte bis zur seiner Schließung mehr als 200.000 User und 40.000 Anbieter. Mehr als eine Viertelmillion Angebote an Drogen und giftigen Chemikalien waren gelistet, dazu mehr als 100.000 gestohlene oder gefälschte Dokumente, gefälschte Waren, Malware und weitere Schadsoftware sollen dort verfügbar gewesen sein. Bezahlt wurde mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen.

Als Begründer und Administrator von AlphaBay wurde von US-Ermittlern ein in Thailand lebender Kanadier identifiziert, der am 5. Juli festgenommen wurde. Kryptowährungen im Wert von mehreren Millionen US-Dollar wurden eingefroren, Server in Kanada und den Niederlanden beschlagnahmt.

Gegen Hansa wurde seit 2016 ermittelt und die Infrastruktur in den Niederlanden lokalisiert. Zwei Administratoren wurden in Deutschland festgenommen, Server in den Niederlanden, in Deutschland und in Litauen sichergestellt. Die niederländische Polizei fand Zigtausende Adressen ausländischer Kunden.

Religion

Science

Leute

Sängerin Andrea Jürgens gestorben

Die Schlagersängerin Andrea Jürgens ist tot. Sie starb heute „nach kurzer schwerer Krankheit im Kreise ihrer Lieben“, wie ihre Plattenfirma Telamo in München mitteilte. Jürgens wurde 50 Jahre alt.

Ihre Karriere hatte sie als Kinderstar begonnen. Einem breiten Publikum wurde sie 1978 mit dem Lied „Und dabei liebe ich euch beide“ bekannt. Nach mehrjähriger Pause veröffentlichte sie 2016 das Album „Millionen von Sternen“.

Im Herbst 2016 startete Jürgens eine Tournee. Diese habe sie jedoch aufgrund einer Krankheit abbrechen müssen, teilte die Plattenfirma mit. „Wir trauern um eine Ausnahmekünstlerin, die die Liebe zur Musik von Kindesbeinen an begleitete“, hieß es auf der offiziellen Facebook-Seite der Künstlerin.

Wachsfigur von hellhäutiger Beyonce nach Kritik entfernt

Der New Yorker Ableger des Wachsfigurenmuseums Madame Tussauds hat mit einer zu hellhäutigen Beyonce-Figur von sich reden gemacht. Das neue Modell der Popsängerin gleiche ihrer Hautfarbe nach eher Lindsey Lohan, Jessica Simpson, Britney Spears oder Mariah Carey, schrieben Nutzer auf Twitter.

Seit heute ist die Figur nicht mehr ausgestellt, sie wurde für „Reparaturen“ entfernt. Diese könnten Tage oder gar Wochen dauern, sagte eine Mitarbeiterin, ohne konkrete Gründe für die Entfernung zu nennen. Teils müsste kosmetisch nachgeholfen werden, wenn Besucher den Figuren ins Gesicht griffen oder Farbe verschmierten.

Das Museum hatte die Kritik zuvor zurückgewiesen und erklärt, die Beleuchtung sowie Blitzlichter beim Fotografieren könnten Gründe für abweichende Hauttöne sein. „Unser talentiertes Bildhauerteam tut alles, um sicherzustellen, dass wir unsere Wachsfiguren mit den dargestellten Prominenten farblich abstimmen“, sagte eine Sprecherin.

Auf Abweichungen wegen der Beleuchtung in den Ausstellungsräumen und durch Blitzlicht hätten die Bildhauer aber keinen Einfluss.