Ausland

Schweiz vor Einigung in Steuerstreit mit USA

Die Schweiz steht in dem langen Streit mit den USA über Hilfen Schweizer Banken für reiche US-Bürger bei der Steuerflucht kurz vor einer Vereinbarung mit den USA. Die Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf sagte gestern in einem Radio-Interview, sie hoffe, die Ziellinie in kurzer Zeit zu erreichen.

Wie hoch die Strafzahlungen für die Banken ausfallen werden, wollte sie nicht verraten. Sie sagte lediglich, es sei offenkundig, dass es keine angenehme Lösung sein werde.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte erfahren, dass das Grundkonzept für eine Lösung des Problems vorsieht, mehr als 300 Banken abhängig vom Umfang ihrer Hilfe bei der Steuerhinterziehung zur Rechenschaft zu ziehen.

Ukraine: Zusammenstöße Regierungsanhänger - Opposition

Bei Demonstrationen von Anhängern und Gegnern des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch ist es gestern zu Zusammenstößen gekommen. Junge Männer warfen in Kiew Steine und Wasserflaschen auf eine Protestkundgebung der Opposition. Sie wurden von Bereitschaftspolizisten abgedrängt, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Anhänger der Opposition setzten sich zur Wehr und griffen unter anderem ein Fahrzeug an, dessen Insassen führende Oppositionspolitiker verspotteten. Es habe mehrere Verletzte gegeben, teilte die Polizei.

Kritik an „Abkehr von Europa“

Zu den Protesten hatten die prowestliche Vaterlandspartei und die liberale Udar des Profiboxers Vitali Klitschko aufgerufen. Zu den Veranstaltern gehörte auch die rechtsextreme Swoboda-Partei, deren Name im Slawischen für Freiheit steht. Redner warfen Janukowitsch Abkehr von Europa vor und forderten ein Assoziierungsabkommen mit der EU sowie die Freilassung von Oppositionsführerin Julia Timoschenko. An den Oppositionsprotesten nahmen rund 10.000 Menschen teil.

Protest gegen Neofaschismus

Janukowitschs Partei der Region hatte zu einer Gegenkundgebung aufgerufen, an der sich rund 40.000 Personen beteiligten. Auch hier forderten die Demonstranten ein Assoziierungsabkommen, gaben aber zugleich an, gegen den wachsenden Neofaschismus in der Ukraine zu demonstrieren. Zielscheibe war die Swoboda-Partei, die mit dem rechtsextremen Front National in Frankreich und der ungarischen Jobbik-Bewegung verbündet ist.

Sie nannte sich bis vor Kurzen in Anlehnung an den Nationalsozialismus Sozial-Nationale Partei. Sie bestreitet aber antijüdische oder nazistische Tendenzen. Vertreter der drei Oppositionspartei kündigten für die Präsidentenwahl 2015 den Schulterschluss gegen Janukowitsch an.

Tausende Italiener fordern Ende der Sparpolitik

Mit der Forderung nach mehr Arbeitsplätzen und einem Ende der Sparpolitik sind gestern Tausende Italiener auf die Straße gegangen. Die Demonstranten forderten den erst seit April regierenden Ministerpräsidenten Enrico Letta auf, sich auf die Schaffung von Stellen zu konzentrieren, um das südeuropäische Land aus der Rezession zu führen.

Der Generalsekretär der Metallarbeiter-Gewerkschaft, Maurizio Landini, verlangte zur Belebung des Arbeitsmarktes mehr öffentliche und private Investitionen. Auf einem großen Transparent war die deutsche Kanzlerin Angela Merkel in SS-Uniform abgebildet.

„Verlieren die Geduld“

Auf Spruchbändern bekundeten die Demonstranten ein Ende der Geduld mit der Sparpolitik und forderten höhere Löhne und Gehälter. „Wir hoffen, dass diese Regierung endlich auf uns hört, weil wir langsam die Geduld verlieren“, sagte ein Protestierer.

Italien steckt in der schwersten Rezession seit 1970, die Arbeitslosigkeit verharrt nahezu auf Rekordniveau. Besonders hoch ist sie mit 38 Prozent unter jungen Leuten. Letta steht seit April an der Spitze einer Koalition seiner Demokratischen Partei mit der Partei Volk der Freiheit des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Die Zustimmung zur Regierung ist seit Anfang des Monats einer Umfrage zufolge auf 34 von 43 Prozent gefallen.

Rufe nach „dritter Intifada“ in Ostjerusalem

Bei Protesten von Palästinensern in der Altstadt von Ostjerusalem ist es gestern zu Ausschreitungen gekommen. Dutzende Demonstranten hätten Steine auf die israelische Polizei geworfen und Mülltonnen in Brand gesetzt, sagte eine Polizeisprecherin.

Zwei Männer seien festgenommen worden. Wie ein AFP-Korrespondent berichtete, trugen die Demonstranten Transparente mit sich, in der sie zu einer „dritten Intifada“ gegen Israel aufriefen. Solche Palästinenseraufstände hatte es zuvor zwischen 1987 und 1993 sowie zwischen 2000 und 2005 gegeben.

Israel hatte den Osten Jerusalems während des Sechs-Tage-Kriegs 1967 besetzt und später annektiert. Am Mittwoch waren tausende Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen auf die Straße gegangen, um gegen den 65. Jahrestag der Gründung des Staates Israels zu demonstrieren. Diese wird von den Palästinensern als „Nakba“ („Katastrophe“) bezeichnet, weil sie zur Flucht oder Vertreibung hunderttausender Palästinenser führte.

Nigerias Armee setzt Offensive gegen Islamisten fort

Nigerias Streitkräfte haben ihre Offensive gegen die islamistische Rebellenbewegung Boko Haram gestern fortgesetzt und in einer Hochburg der Aufständischen im Nordosten ein 24-stündiges Ausgehverbot verhängt. Zehn mutmaßliche Boko-Haram Mitglieder wurden getötet, weitere 65 festgenommen, als sie vor Luftangriffen in die Stadt Maiduguri flüchten wollten, teilte das Militär mit.

Zudem habe man große Bestände an Munition, Gewehren und raketengetriebenen Granaten beschlagnahmt. US-Außenminister John Kerry zeigte sich „zutiefst beunruhigt über die Kämpfe.“ Die Offensive gegen Boko Haram startete zu Wochenbeginn mit tausenden Soldaten, nachdem Präsident Goodluck Jonathan in drei Bundesstaaten den Ausnahmezustand ausgerufen hatte.

Bei den Luftangriffen auf Rebellenlager wurden nach offiziellen Angaben seitdem dutzende Menschen getötet. Es ist die größte Militäroperation seit 2009, als ein Aufstand der Sekte blutig niedergeschlagen wurde.

USA besorgt

Kerry verurteilte einerseits die „Terrorkampagne von Boko Haram auf das Schärfste“, zugleich äußerte er aber auch Sorge über „glaubwürdige Vorwürfe, wonach die nigerianischen Streitkräfte die Menschenrechte verletzen“. Er rief das Militär zur Zurückhaltung auf.

Boko Haram kämpft seit Jahren im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias mit Gewalt für einen islamischen Staat. Die Gruppe verübte dabei zahlreiche blutige Anschläge gegen Sicherheitskräfte, Regierungsvertreter und Kirchen. Menschenrechtlern zufolge begehen aber auch die Regierungstruppen bei ihrem Vorgehen gegen die Rebellen zahlreiche Verstöße gegen die Menschenrechte.

Inland

„Kurier“: Jemen-Entführer wurden zum Aufgeben gezwungen

Nicht Lösegeldzahlungen, sondern eine ausgeklügelte Militär- und Geheimdienstoperation soll die Geiselnehmer des im Jemen entführten Dominik Neubauer und eines finnischen Paares zum Aufgeben gezwungen haben.

Wie der „Kurier“ in seiner Sonntag-Ausgabe berichtet, trieben jemenitische Soldaten die islamistischen Geiselnehmer immer weiter in die Wüste, bis diese im Gebiet eines fremden Stämme von diesem gezwungen wurden, die Europäer freizulassen.

In Gebiet des Mahara-Stammes

Der „Kurier“ gibt den Beginn der Militäroffensive gegen die Al-Kaida Hochburg Rada rund 160 Kilometer südlich der Hauptstadt Sanaa mit 28. Jänner, rund einem Monat nach der Entführung an.

Schließlich seien die Islamisten mit ihren Geiseln im Stammesgebiet der Mahara an der Grenze zum Oman gelandet, berichtet der „Kurier“ unter Verweis auf das Befreiungskommando weiter. In einer monatelangen Geheimdienstoperation, in die auch ein kurzfristig im Oman stationierter Verbindungsoffizier des Heeresnachrichtendienstes eingebunden gewesen sei, sei es dem Oman gelungen, die Mahara zur Kooperation zu überreden.

Gerüchte über hohes Lösegeld

Während jemenitische Medien zuletzt von Lösegeldzahlungen von bis zu 16 Millionen Dollar (12,32 Millionen Euro) berichteten, hatten sowohl österreichische als auch finnische Behörden dies stets zurückgewiesen. Das Nachrichtenmagazin „News“ hatte zudem unter Verweis auf beteiligte „ranghohe“ Beamte berichtet, die USA hätten Österreich und Finnland von Lösegeldzahlungen abgebracht.

Häupl: Dreierkoalition im Bund kein Thema

Bürgermeister und SPÖ-Vorsitzender Michael Häupl rechnet fix mit einer Mehrheit für die derzeitigen Regierungsparteien bei der Nationalratswahl im September. Daher wolle er auch nicht über eine Dreierkoalition mit grüner Beteiligung spekulieren.

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Dreierkoalition für Fischer möglich

Bundespräsident Heinz Fischer schließt eine Dreierkoalition auch im Bund nach der nächsten Nationalratswahl nicht aus. „Richtschnur“ zur Regierungsbildung seien der Wählerwille und die Verfassung, „und da kenne ich keine Bestimmung, dass eine Dreierkoalition nicht sein darf“, so Fischer in der ZIB2.

Als Rezept gegen die Politikverdrossenheit nach den Korruptionsskandalen nennt er eine „Politik der sauberen Hände und der gläsernen Kassen“. Auch soll die Justiz die Fälle weiter „ohne falsche Milde“ aufarbeiten können.

Wirtschaft

Reiche Franzosen zahlen mehr Steuern als sie verdienen

Zahlreiche reiche Franzosen mussten im vergangenen Jahr einem Zeitungsbericht zufolge mehr Geld an den Fiskus abführen als sie verdient haben. Bei rund 8.000 Haushalten habe die Steuerquote wegen einer einmaligen Reichen-Abgabe mehr als 100 Prozent der Einkommen betragen, berichtete die Wirtschaftszeitung „Les Echos“ gestern unter Berufung auf Daten des Finanzministeriums.

Präsident Francois Hollande hatte die Sonderabgabe für Haushalte mit einem Vermögen von mehr als 1,3 Millionen Euro kurz nach seiner Amtseinführung erhoben, um Steuererleichterungen seines Vorgängers rückgängig zu machen.

Gericht verhindert neuen Spitzensteuersatz

Hollande hatte während des Wahlkampfs versprochen, einen Spitzensteuersatz von 75 Prozent einzuführen. Das Verfassungsgericht hat diesen Plänen jedoch einen Riegel vorgeschoben, weil es eine so hohe Rate als unfair erachtet. Wegen der Sonderabgabe kamen dem Zeitungsbericht zufolge dennoch fast 12.000 Haushalte im vergangenen Jahr auf eine Steuerquote von mehr als 75 Prozent.

Slowenien will Ratingagentur Moody’s verklagen

Slowenien will die Ratingagentur Moody’s verklagen, weil sie Anfang Mai während der Ausgabe slowenischer Staatsbonds in den USA die Bonität des angeschlagenen Euro-Landes auf „Ramschniveau“ gesenkt hatte. „Wir denken über Rechtsmittel gegen Moody’s nach, und ich persönlich neige dazu“, sagte die slowenische Regierungschefin Alenka Bratusek der Zeitung „Vecer“ in Maribor (Samstag-Ausgabe).

„Die haben sich ungerechtfertigt in die Ausgabe slowenischer Staatsbonds eingemischt, und so etwas sollte keine Ratingagentur dürfen“, begründete sie ihren Standpunkt. Das wirtschaftlich angeschlagene Slowenien hatte Anfang Mai Dollaranleihen im Wert von umgerechnet 2,7 Milliarden Euro aufgelegt.

Das Finanzministerium stoppte das Angebot vorübergehend, nachdem Moody’s die Bonität Sloweniens am 1. Mai um zwei Stufen auf „Ramschniveau“ (Note „Ba1“) gesenkt hatte. Ihre Regierung sei vor der Ausgabe der Dollar-Staatsbonds mit Moody’s in Kontakt gewesen, und es habe keinerlei Hinweise auf eine Änderung des Ratings gegeben, so Bratusek weiter. Am Ende konnte Slowenien doch die geplante Geldsumme einsammeln und hatte für zehnjährige Titel sechs Prozent Rendite zahlen müssen.

Fitch senkt Kreditwürdigkeit herab

Am Freitagabend hatte Konkurrent Fitch bekanntgegeben, die Kreditwürdigkeit Sloweniens wegen eines schlechteren wirtschaftlichen Ausblicks um eine Stufe zu senken. Bei Fitch liegt die aktuelle Bewertung damit noch drei Noten über dem „Ramschniveau“.

Sport

Eishockey-WM: Grandiose Schweizer erstmals im Endspiel

Weiter ungeschlagen ist die Schweiz als Sensationsteam der WM gestern zum ersten Mal ins Finale eingezogen. Mit einem 3:0 über das US-Team fixierten die als „Eisgenossen“ gefeierten Schweizer ihre Teilnahme am Endspiel, in dem sie heute (20.30 Uhr, live in ORF Sport +) auf Gastgeber Schweden treffen. Die Skandinavier hatten in Stockholm ihr Semifinale gegen Finnland ebenfalls 3:0 für sich entschieden. Schweden hat die Chance, als erstes Team seit der damaligen Sowjetunion vor 27 Jahren eine Heim-WM zu gewinnen.

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Fußball: Manninger bleibt mit Augsburg oben

Alexander Manninger hat gestern wesentlich dazu beigetragen, dass der FC Augsburg am letzten Spieltag der deutschen Bundesliga den Klassenerhalt noch schaffte. Der Österreicher parierte zu Beginn der entscheidenden Partie gegen Fürth einen Elfmeter, ehe seine Kollegen in der Offensive für die Tore sorgten. Unglaubliche Dramatik herrschte in Dortmund, wo sich Hoffenheim mit einem Sieg beim Champions-League-Finalisten in die Relegation rettete. Für Düsseldorf bedeutete die Niederlage in Hannover den Gang in die Zweitklassigkeit.

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Chronik

Biker prallt nach Sturz gegen Auto - tot

Ein 30-jähriger Motorradlenker ist gestern Nachmittag in Timelkam (Oberösterreich) in einer Kurve gestürzt und gegen ein entgegenkommendes Auto geschleudert worden.

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81-Jährige beinahe an Suppe erstickt

In Geistthal im Bezirk Voitsberg (Steiermark) wäre eine 81 Jahre alte Frau beinahe an einer Gemüsesuppe erstickt - die betagte Frau hatte sich verschluckt. In letzter Sekunde konnte sie von einem Rot-Kreuz-Helfer gerettet werden.

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Salzburger lag zwei Tage hilflos in Badewanne

Ein aufmerksamer Nachbar hat einem 88-jährigen Pensionisten in der Stadt Salzburg wohl das Leben gerettet. Der betagte Mann war seit Mittwoch hilflos in der Badewanne gelegen, weil er sich verletzt hatte, teilte die Polizei mit.

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Richter soll Katze an die Wand genagelt haben

Ein steirischer Strafrichter muss sich demnächst selbst vor einem Kollegen verantworten: Dem Juristen wird vorgeworfen, im Zuge heftiger Streitereien mit seiner Ex-Partnerin einen Einbruch vorgetäuscht und eine Katze getötet zu haben, die er anschließend an die Wand nagelte.

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Therapie mit Pferden: Ringen um Anerkennung und Geld

Herzhaftes Kinderlachen ist das Erste, was man beim Betreten eines Therapiestalls am Rande des Wiener Praters hört. Doch die meist jungen Klienten von Stallbesitzerin Andrea Herget haben oft eine schwere Last zu tragen - umgekehrt ringen jene, die Therapie mit Pferden betreiben, um Anerkennung und Finanzierung.

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Erste Frau aus Saudi-Arabien auf Mount Everest

Als erste Frau aus Saudi-Arabien ist eine 25-Jährige auf dem Gipfel des Mount Everest gestanden. Sie ist auch die bisher jüngste Person aus dem arabischen Raum, die den welthöchsten Berg bezwungen hat, wie der britische Fernsehsender BBC gestern auf seiner Website berichtete.

Die Universitätsabsolventin Raha Moharrak lebt in Dubai, stammt aber aus der Hafenstadt Dschidda in Saudi-Arabien, einem Land, das Frauen sogar das Autofahren untersagt. Ihre Familie von ihrer Mission zu überzeugen sei deshalb auch eine ebenso große Herausforderung gewesen wie der Berg selbst, heißt es der BBC zufolge auf der Website ihrer Expedition. Zu Moharraks Team gehören auch ein Mann aus Katar und ein Palästinenser.

Tonnenweise Falschgeld aus China auf Brüsseler Flughafen

Auf dem Brüsseler Flughafen ist in den vergangenen Monaten tonnenweise Euro-Falschgeld aus China abgefangen worden. Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen zu dem Schmuggel von Ein- und Zwei-Euro-Münzen aufgenommen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga gestern.

Mehrere Verdächtige seien bereits identifiziert worden, genauere Angaben zu den Personen seien bei der Staatsanwaltschaft nicht zu erhalten. Zur Beunruhigung der Bevölkerung gebe es keinen Anlass, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Nach früheren Angaben der EU-Kommission zirkulieren jedoch immer mehr falsche Euro-Münzen in Europa.

In Geschäften, Banken und von der Polizei wurden im vergangenen Jahr rund 184.000 Falschmünzen aus dem Verkehr gezogen - 17 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Kommission fordert deshalb, härter gegen Geldfälscher vorgehen und europaweit Mindeststrafen einzuführen. Das EU-Parlament und die EU-Staaten müssen einem entsprechenden Gesetzesvorschlag noch zustimmen.

Science

Historiker und Sozialpädagoge Ernst Klee gestorben

Der Historiker, Sozialpädagoge und Theologe Ernst Klee ist tot. Wie der S. Fischer Verlag gestern in Frankfurt mitteilte, starb Klee nach langer schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren.

Klee kämpfte über Jahrzehnte als Aufklärer für die Aufarbeitung der NS-Zeit. Nüchtern und akribisch setzte er sich vor allem mit den Gräueltaten an Menschen mit Behinderungen und seelisch Kranken im Nationalsozialismus auseinander.

Unbekanntes Archivmaterial erschlossen

Internationales Renommee erwarb sich Klee bereits 1983 mit seinem Buch „Euthanasie im NS-Staat. Die Vernichtung lebensunwerten Lebens“, in dem er bis dahin weitgehend unbekanntes Archivmaterial zu diesem Themenkomplex erschloss. 1997 erschien sein Buch „Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer“, das die Rolle der Medizin in der Zeit beleuchtet. Es beschreibt unter anderem die Experimente, die Ärzte im Namen der medizinischen Forschung an wehrlosen Menschen vornahmen.

Täter enttarnt, Opfern Namen gegeben

Der Name Ernst Klee stehe für Zivilcourage, teilte der Verlag mit. Er habe wie kein anderer in Archiven Material gesichtet und an die Öffentlichkeit gebracht, Täter enttarnt und Opfern ihre Namen und ihre Geschichte gegeben. Im August 2013 erscheine sein letztes, von ihm noch autorisiertes Buch: „Auschwitz - Täter, Gehilfen, Opfer. Ein Personenlexikon“.

Klee erhielt für seine Abhandlungen unter anderem die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt und den angesehenen Geschwister-Scholl-Preis. Außerdem bekam der gelernte Heizungstechniker 1982 den Adolf-Grimme-Preis überreicht. Weitere bekannte Werke von ihm sind das „Personenlexikon zum Dritten Reich“ und das „Kulturlexikon zum Dritten Reich“.

Kultur

Festwochen-Farce: UNESCO-Schutz für Rassismus

Was wurde diskutiert an den Tagen, bevor die alte Welt zerfiel? Mit einer auch beklemmenden Revue nähert sich der Schweizer Christoph Marthaler bei den Festwochen „dem Vorabend“ des Ersten Weltkriegs. Er wählt den historischen Sitzungssaal des Parlaments, um darin alte und neue Stereotypen um Rassen und Nationen aufeinanderprallen zu lassen. Und vergibt UNESCO-Schutz für Europas dunkelste Kapitel.

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Lifestyle

„Alpine Parkuhr“ soll Leben retten

Der Alpenverein hat für Bergsteiger und Wanderer 20.000 Parkuhren aufgelegt. Sie sollen im Auto auf die geplante Rückkehr hinweisen und so im Notfall helfen, Leben zu retten - aber auch unnötige Bergrettungseinsätze vermeiden.

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Leute

Schauspieler Depardieu begeistert von Putin

Der französische Schauspieler und Wahlrusse Gerard Depardieu hat seinen Förderer Wladimir Putin mit einem ungewöhnlichen Vergleich gelobt. Russlands Präsident sei für ihn wie „Francois Mitterrand oder Johannes Paul II.“, sagte Depardieu in einem gesten veröffentlichten Interview mit der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“. Russland brauche jemanden wie Putin, der versuche, „den Menschen ein bisschen Würde zurückzugeben“.

Depardieu hatte im Jänner die russische Nationalität erhalten und entzieht sich dadurch der vom französischen Staatspräsidenten Francois Hollande eingeführten Millionärssteuer. Den Verdacht, die Auswanderung sei auch ein PR-Coup zur Wiederbelebung seiner stockenden Karriere gewesen, wies der bullige Schauspieler energisch zurück. „Das ist lächerlich, ich habe mehr als 200 Filme gedreht, wer braucht danach noch Werbung?“, sagte er der Zeitung.

Zugleich räumte Depardieu freimütig ein, dass sein letzter Film „Rasputin“ aus dem Jahr 2011 ohne Hilfe Putins kaum auf die Leinwände gekommen wäre. Der Streifen über den sagenumwobenen Mystiker und Berater des Zaren habe Schwierigkeiten gehabt, bis er mit Putin gesprochen habe. „Ein einziger Satz des Präsidenten hat ihn aus der Sackgasse gebracht“, sagte Depardieu.

Bezirksgericht verweigert Berger-Scheidung

Das Scheidungsverfahren des Ex-Formel-1-Piloten Gerhard Berger findet in Monaco statt. Die Anwälte von Bergers Ehefrau Ana hatten versucht, das Verfahren in Österreich durchführen zu lassen, was aber in einem Wiener Bezirksgericht ein weiteres Mal abgelehnt wurde.

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