Ausland

Verhandlungen mit Athen weiter ergebnislos

Die Verhandlungen zwischen den internationalen Geldgebern und der griechischen Regierung über neue Reformvorschläge gehen nach Angaben der EU-Kommission weiter. Bisher habe man aber keine Einigung erzielt, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde heute.

Seit Freitag gebe es „konstruktive Gespräche“. Das Ziel sei es, sich auf eine umfangreiche und verlässliche Reformliste zu verständigen. „Der Ball liegt im Feld der griechischen Behörden“, fügte die Sprecherin hinzu. Morgen solle sich die Arbeitsgruppe der Euro-Finanzminister über den Stand der Dinge austauschen.

Tusk: Durchbruch nicht vor Ostern

Geht es nach EU-Ratspräsident Donald Tusk, wird es frühestens in der kommenden Woche eine Einigung geben. Die Bewertung der als Voraussetzung für neue Hilfen verlangten Reformpläne sei „sehr komplex“, sagte der Pole am Rande eines Treffens mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy in Madrid. „Ich sehe keinen Durchbruch vor Ostern.“

Stromausfall in Türkei: Anschlag nicht ausgeschlossen

Bei der Suche nach der Ursache für den größten Stromausfall in der Türkei seit Jahren schließt die Regierung auch einen Anschlag nicht aus. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte heute nach einer Meldung der offiziellen Nachrichtenagentur Anadolu, das Energieministerium habe einen Krisenstab gebildet.

Auf die Frage, ob ein Terroranschlag den Stromausfall ausgelöst haben könnte, antwortete Davutoglu, alle Möglichkeiten würden in Betracht gezogen. Energieminister Taner Yildiz schloss auch eine Cyberattacke nicht aus.

Größter Stromausfall seit 1999

Der Stromausfall legte gegen 10.30 Uhr (Ortszeit) große Teile der Türkei lahm. In der 15-Millionen-Metropole Istanbul kam der U-Bahn- und Straßenbahnverkehr zum Erliegen, Reisende saßen in den Waggons fest. Auch Verkehrsampeln funktionierten nicht mehr. Auch in der Hauptstadt Ankara und in mehreren Dutzend anderen Provinzen gab es keinen Strom mehr. Insgesamt waren dem Bericht zufolge fast 30 Städte betroffen. In einigen Fabriken musste die Produktion eingestellt werden, in Ankara wurden Gerichtsverhandlungen unterbrochen.

Nach etwa eineinhalb Stunden meldete der türkische Netzbetreiber TEIAS, in jeweils 15 Prozent von Istanbul und Ankara sei die Stromversorgung wiederhergestellt worden. Weite Teile des Landes mussten jedoch weiterhin ohne Strom auskommen. In Kommentaren im Internet hieß es, es handle sich um den größten Stromausfall seit dem schweren Erdbeben von 1999.

Irak: Regierungssitz in Tikrit zurückerobert

Die irakischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben den Sitz der Provinzregierung in der Stadt Tikrit von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobert.

Das sei ein wichtiger Schritt, um die Stadt wieder vollständig unter Kontrolle zu bringen, sagte ein irakischer Armeegeneral, der namentlich nicht genannt werden wollte, heute. Ein Sprecher der Badr-Miliz sagte, an der Rückeroberung seien auch Kämpfer paramilitärischer Einheiten beteiligt gewesen, welche die Regierung in Bagdad unterstützen.

Der Gouverneur der Provinz Salaheddin bestätigte die Einnahme des Regierungssitzes in Tikrit. Über mehreren Gebäuden der Stadt wehe nun die irakische Flagge, fügte Raad al-Dschuburi hinzu.

Bagdad hatte am 2. März seine bisher größte Offensive gegen den IS begonnen, um das rund 160 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Tikrit, eine IS-Hochburg, nach neun Monaten zurückzuerobern. Das US-Militär flog auf Bitten Bagdads mehrfach Luftangriffe auf mutmaßliche IS-Stellungen in und um Tikrit.

Französischer Senat gegen Geldstrafen für „Freier“

Der Streit über ein neues Prostitutionsgesetz in Frankreich spitzt sich zu: Der französische Senat hat gegen die Einführung von Geldstrafen für „Freier“ gestimmt.

In einer Abstimmung in der Nacht auf heute votierte das von der konservativen Opposition dominierte Oberhaus zudem dafür, an dem gegen Prostituierte gerichteten Straftatbestand des „Kundenfangs“ festzuhalten. Die Senatoren änderten damit zwei zentrale Punkte eines Ende 2013 in der Nationalversammlung verabschiedeten Gesetzes.

Dieses sah vor, Kunden im Kampf gegen die Ausbeutung von Prostituierten eine Geldstrafe von 1.500 Euro anzudrohen. Dagegen sollte ein Straftatbestand wegfallen, der Prostituierten bisher wegen „Kundenfangs“ zwei Monate Haft und 3.750 Euro Geldbuße androht.

Der Senat wollte das aber nicht mittragen und strich die beiden Punkte, obwohl diese neuen Regeln ursprünglich von Sozialisten und Konservativen in der Nationalversammlung gemeinsam erarbeitet worden waren. Allerdings hat bei Gesetzesentwürfen die Nationalversammlung das letzte Wort und könnte die Änderungen des Senats wieder verwerfen.

Griechenland-Politik: CSU-Vize Gauweiler legt Ämter zurück

Der CSU-Politiker Peter Gauweiler zieht sich im Streit über die Griechenland-Politik zurück: Er gebe sowohl sein Bundestagsmandat als auch das Amt des stellvertretenden CSU-Vorsitzenden ab, sagte der 65-jährige Politiker heute in Berlin.

Von ihm sei öffentlich verlangt worden, im Bundestag so abzustimmen, „dass ich mich für das Gegenteil dessen entscheide, was ich seit Jahren vor dem Bundesverfassungsgericht und meinen Wählern vertrete“, hieß es in der Erklärung Gauweilers.

Seinen Mandatsverzicht erklärte Gauweiler nach eigenen Angaben in einem Schreiben an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), seinen Rücktritt als CSU-Vize in einem persönlichen Gespräch mit Parteichef Horst Seehofer. Dieser sagte in einer ersten Reaktion: „Ich respektiere die Entscheidung von Peter Gauweiler und danke ihm für die geleistete Arbeit für unsere Partei.“ Gauweiler hatte dem Bundestag seit 2002 angehört. Zum Parteivize war er im November 2013 gewählt worden.

Islamistenprozess in Uganda: Staatsanwältin ermordet

Im ostafrikanischen Uganda ist eine leitende Staatsanwältin in einem großen Terrorprozess ermordet worden. Joan Kagezi sei gestern von Unbekannten erschossen worden, als sie gerade auf dem Weg zu ihrem Haus in einem Vorort der Hauptstadt Kampala gewesen sei, sagte Polizeisprecher Patrick Onyango.

Die Täter seien auf einem Motorrad unterwegs gewesen. Kagezi ermittelte gegen elf Männer, die an den verheerenden Bombenanschlägen auf Fußballfans im Jahr 2010 beteiligt gewesen sein sollen.

Bei den Anschlägen, zu denen sich die somalische Islamistengruppe al-Schabab bekannt hatte, waren in Kampala 76 Menschen getötet worden. Bei den elf Verdächtigen, die wegen des Blutbads vor Gericht stehen, handelt es sich größtenteils um Kenianer und Tansanier mit somalischen Wurzeln. „Wir können nicht ausschließen, dass der Mord einen terroristischen Hintergrund hat“, so Onyango.

Erst in der vergangenen Woche hatte die US-Botschaft in Kampala vor möglichen Terror-Anschlägen von al-Schabab auf Ausländer gewarnt. Die Regierung hatte daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Ugandische Truppen sind seit Jahren im Rahmen einer Mission der Afrikanischen Union in Somalia aktiv, um die Islamisten zu bekämpfen.

USA: Wirbel um Gesetz zu Religionsfreiheit

Im US-Bundesstaat Indiana hat ein Gesetz zur Religionsfreiheit Proteste ausgelöst. Hintergrund ist, dass Unternehmen homosexuelle Kunden abweisen und sich dabei auf die Religionsfreiheit berufen können.

Die Regelung erwähnt Schwule und Lesben zwar nicht explizit, ermöglicht es Unternehmen nach Auffassung von Kritikern aber, homosexuelle Kunden mit Verweis auf religiöse Überzeugungen abzuweisen.

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Frankreich: Valls deutet Regierungsumbildung an

Nach der Wahlniederlage der regierenden Sozialisten in Frankreich hat Premierminister Manuel Valls eine Regierungsumbildung nicht ausgeschlossen.

Eine „Erweiterung der Mehrheit“ unter Einschluss der Grünen sei möglich, wenn die wirtschaftspolitische Linie der Regierung eingehalten werde, sagte Valls heute den Sendern RMC und BFMTV. Ein Eintritt grüner Minister ins Kabinett sei denkbar, „wenn es einen Pakt“ zwischen den Sozialisten und den Grünen gebe. Er selbst werde „auf dem Posten bleiben“.

Valls machte deutlich, dass er auch nach der schweren Niederlage für die Sozialisten bei den Departementswahlen am Sonntag nicht an Rücktritt gedacht habe. „Man würde dieser Situation eine politische Krise hinzufügen“, sagte er. Die Franzosen wollten, dass er sich weiter für die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Sanierung des Landes einsetze.

Bei der zweiten Runde der Departementswahlen hatte das bürgerlich-konservative Lager um Ex-Präsident Nicolas Sarkozy klar gewonnen. Es errang 66 der 101 Departements. Das linke Lager bekam eine Mehrheit in nur noch 34 Departements, nachdem es zuvor 61 dieser Gebietskörperschaften geführt hatte.

Inland

Neue BZÖ-Chefin Trodt-Limpl sucht Sponsoren

Mit den Worten „Das Krokodil tritt ab“ hat der bisherige BZÖ-Obmann Gerald Grosz gestern seinen Rückzug aus der Politik verkündet.

Seine Nachfolgerin, die 59 Jahre alte Kärntner Landtagsabgeordnete Johanna Trodt-Limpl, meinte, sie habe sehr große Fußspuren, in die sie jetzt treten müsse, gab sich aber optimistisch, die Partei wieder „nach oben“ bringen zu können.

Sie sei nicht die einzige Kandidatin für den Parteivorsitz gewesen, betonte Grosz: „Es hat mehrere Interessenten für meinen Job gegeben.“ Er dementierte zudem, dass er den Job zurückgelegt habe, weil die Partei pleite sei, wie kolportiert worden war.

Mit 5.000 Euro im Plus?

„Der Kontostand des BZÖ beträgt 5.000 Euro, und zwar plus, wir sind die einzige Partei ohne Schulden.“ Er habe in den vergangenen Monaten ausführlich nachgedacht und sei zu dem Entschluss gekommen, dass es richtig sei, eine Position nicht mehr zu besetzen, wenn man sie nicht mehr mit vollem Leben erfüllen könne.

Trodt-Limpl zeigte sich „beeindruckt“ vom großen Zuspruch, den sie erhalten habe. Die neue Chefin sieht die politische Situation für das BZÖ als „sehr gut“ an, die politische Position der Partei sei und bleibe „rechts der Mitte“. Mit Sponsoren soll der Bundespartei finanziell auf die Sprünge geholfen werden, die Parteienförderung in Kärnten dürfe ja nicht für die politische Arbeit der Bundespartei verwendet werden.

Zuvor hatte Grosz gemeint, die „Kriegskasse der Kärntner Partei“ würde einen professionellen Nationalratswahlkampf ermöglichen. Das ist laut Trodt-Limpl nicht möglich, weil verboten.

Kärntner Seenkaufaffäre weitet sich aus

Die Affäre um den Kauf mehrerer Seeimmobilien durch das Land Kärnten im Jahr 2007 hat sich noch einmal ausgeweitet: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft teilte mit, dass mittlerweile gegen 17 Beschuldigte ermittelt wird - und damit eigentlich fast gegen die gesamte Politprominenz des Bundeslandes. Abgesehen von früheren FPÖ-, FPK- und BZÖ-Funktionären sind unter ihnen mit Gabriele Schaunig, Reinhart Rohr (beide SPÖ), Gerhard Dörfler (FPÖ) und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (Team NÖ) vier aktive Politiker.

Mehr dazu in Wieder neue Beschuldigte

Wirtschaft

Arbeitslosigkeit in Euro-Zone auf Dreijahrestief

Die Konjunkturbelebung in vielen Krisenländern drückt die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone auf den niedrigsten Wert seit knapp drei Jahren. Im Februar hatten 18,2 Millionen Männer und Frauen keinen Job - 49.000 weniger als im Jänner und 643.000 weniger als ein Jahr zuvor.

Wie das Statistikamt Eurostat heute in Brüssel mitteilte, fiel die um saisonale Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote auf 11,3 Prozent. „Das ist der niedrigste Wert in der Euro-Zone seit Mai 2012.“

EZB erhöhte Wachstumsprognose

Hinter der positiven Entwicklung steckt ein leichter Aufschwung in der Währungsunion. Die Europäische Zentralbank (EZB) hob in diesem Monat ihre Wachstumsprognose für 2015 auf 1,5 von 1,0 Prozent an. Die Verbraucher werden durch günstige Spritpreise entlastet. Zudem beflügelt die starke Abwertung des Euro die Exporte der Unternehmen. Sie macht Waren in Übersee billiger.

Allerdings bleibt das Gefälle in den 19 Euro-Ländern sehr groß. Deutschland wies mit 4,8 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote auf, gefolgt von Österreich mit 5,3 Prozent. In Spanien lag sie dagegen bei 23,0 Prozent. In Griechenland betrug sie zuletzt sogar 26,0 Prozent

Finnland überschreitet erstmals EU-Defizitgrenze

Erstmals seit Einführung des Euro hat sich Finnland in den Kreis der Schuldensünder in der Währungsunion eingereiht. Das in eine Rezession abgerutschte Land wies 2014 ein Haushaltsdefizit von 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus, wie die Statistikbehörde in Helsinki heute mitteilte.

Die Neuverschuldung überstieg damit erstmals seit 1996 die von der EU gesetzte Grenze von drei Prozent. Finnland war eines der Gründungsmitglieder, als der Euro 1999 als Buchgeld und drei Jahre später als Bargeld in der Währungsunion eingeführt wurde.

Dieses Jahr will die Regierung die Schuldenregel bei anziehender Wirtschaft wieder einhalten. Sie veranschlagt ein Defizit von 2,6 Prozent. Dabei wird unterstellt, dass das BIP um 0,9 Prozent zulegt. 2014 schrumpfte die Wirtschaft um 0,1 Prozent. Finnland leidet noch immer unter den Spätfolgen der weltweiten Wirtschaftskrise. Der Grund ist unter anderem die hohe Exportabhängigkeit

Erste islamische Bank in Deutschland gestartet

In Deutschland nimmt mit der Kuveyt Türk (KT) Bank AG die erste islamische Bank der Euro-Zone ihren Betrieb auf. Nachdem sie einige Jahre lediglich als Finanzdienstleister in Mannheim tätig war, hat sie nun auch die Vollbanklizenz für das Firmen- und Privatkundengeschäft erhalten. Die Zielgruppe des neuen Bankhauses mit Sitz in Frankfurt, das von Juli an auch Filialen in Mannheim und Berlin betreibt, sind nicht nur die rund vier Millionen Muslime in Deutschland.

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Lotterien-Chef Stickler tritt ab

Lotterien-Vorstand Friedrich Stickler tritt ab. Er wird im Laufe des Jahres in Pension gehen - voraussichtlich Ende Juni, berichtete der „Standard“ (Dienstag-Ausgabe) unter Berufung auf Casino-Kreise. Der Vorstandsdirektor ist seit 1969 in der Unternehmensgruppe beschäftigt.

Ob der Posten Sticklers, der auch jahrelang ÖFB-Präsident war, überhaupt nachbesetzt wird, sei noch offen. Derzeit sehe es eher nicht danach aus. Schließlich gebe es mit Karl Stoss und Bettina Glatz-Kremsner zwei weitere Lotterien-Vorstände, heißt es in Casinos-Kreisen.

Sport

Eishockey: Capitals auf dem Sprung ins Finale

Vor einem Monat sind die Vienna Capitals in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) auf dem Tiefpunkt gestanden. Nach fünf Niederlage in Folge waren die Wiener Tabellenletzter der Platzierungsrunde, als Jim Boni die Nachfolge von Tom Pokel antrat. Unter dem Meistertrainer von 2005 ging es rasch wieder aufwärts, heute haben die Capitals sogar ihre erste Chance, das Finale zu erreichen.

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Chronik

Großbrand in Salzburger Schokoladefabrik

Bei der Firma Salzburg-Schokolade in Grödig ist gestern Abend ein Großbrand ausgebrochen. Bei den Löscharbeiten waren 120 Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutz im Einsatz, verletzt wurde niemand.

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In Tirol brach gestern im Dachstuhl eines Wohnhauses in Reith im Alpbachtal aus bisher unbekannter Ursache ein Brand aus. Die Feuerwehren konnten den Brand rasch unter Kontrolle bringen. Verletzt wurde niemand.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Germanwings-Absturz: Debatte über gläserne Piloten

Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine mehren sich die Rufe, die mehr Kontrollen und Einsicht in das Geschehen im Cockpit, insbesondere aber in das Leben der Piloten verlangen. So forderte der CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer dezidiert, die ärztliche Schweigepflicht bei Piloten zu lockern. Die Piloten lehnen das strikt ab und betonen, solche Vorschläge könnten nur von jemandem kommen, der mit der Branche nicht vertraut sei. Zuvor war bekanntgeworden, dass der Germanwings-Kopilot Andreas Lubitz früher wegen Suizidgefährdung in Behandlung war.

Mehr dazu in Ermittler haben Lubitz’ Krankenakt

IT

Facebook in Gehry-Komplex umgezogen

Das US-Unternehmen Facebook mit Sitz im Staat Kalifornien ist umgezogen und ab sofort in einem Megakomplex von Architekt Frank Gehry zu finden.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg erklärte gestern in dem Sozialen Netzwerk, bei dem neuen Büro handle es sich um den „größten offenen Raum der Welt“. Der Hauptsitz bestehe nun aus nur einem riesigen Raum, in dem Tausende Menschen gemeinsam arbeiten können.

Auf dem Dach befindet sich nach Zuckerbergs Angaben ein mehr als dreieinhalb Hektar großer Park - trotzdem bezeichnete er den Komplex als „ziemlich einfach“ und „nicht ausgefallen“. Das sei Absicht. „Wir möchten, dass sich unser Raum wie Arbeit im Prozess anfühlt.“ Wer in das neue Büro trete, solle spüren, wie viel noch zu tun sei, um die Mission von Facebook, Menschen weltweit zu vernetzen, zu vollenden.

Der neue Hauptsitz befindet sich direkt neben dem alten Gebäude in Menlo Park. Facebook hatte Gehry 2012 angeheuert. Der US-kanadische Architekt ist für seine schwungvollen Formen bekannt - kastenförmige Bauten lehnt er ab. Weltberühmt wurde er unter anderem mit dem Guggenheim-Museum im nordspanischen Bilbao.

IBM steckt drei Mrd. Dollar in Gerätevernetzung

IBM will groß ins Geschäft mit der Vernetzung von Technik im „Internet der Dinge“ einsteigen. Der Computerkonzern entwickelt eine offene Cloud-Plattform, auf der Unternehmen eigene Anwendungen dafür laufen lassen können. In die darauf spezialisierte neue Sparte steckt IBM drei Milliarden Dollar (2,8 Mrd. Euro) über einen Zeitraum von vier Jahren.

Mit dem Schritt will IBM seine Stärken ausspielen und bündelt bisherige Projekte unter einem neuen Dach. Der Konzern betreibt bereits eine Plattform zur Auswertung großer Datenmengen, auf die unter anderem Städte wie Montpellier und Dublin zurückgreifen.

Der deutsche Autozulieferer Continental entwickelt zusammen mit IBM eine Plattform für die Autovernetzung. Auch der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney greift auf IBM-Infrastruktur zurück, um den Zustand von mehr als 4.000 vernetzten Turbinen zu überwachen.

IBM argumentiert, 90 Prozent der in Unternehmen anfallenden Daten würden derzeit nicht ausgewertet. Ein Großteil davon verliere schnell an Wert. Deswegen sollen Kunden Werkzeuge bekommen, um ihre Daten in den Cloud-Diensten von IBM zusammenzuführen.

Kultur

Umstrittener „Tannhäuser“ in russischer Oper abgesetzt

Nach Kritik der russisch-orthodoxen Kirche an einer Inszenierung von Richard Wagners „Tannhäuser“ hat der neue Chef der Oper in Nowosibirsk das umstrittene Stück abgesetzt. Es sei kein Gespräch mit Regisseur Timofej Kuljabin über Änderungen möglich gewesen, begründete Direktor Wladimir Kechman heute die Entscheidung. Zuvor war Operndirektor Boris Mesdritsch entlassen worden, weil er Änderungen an der von Kritikern und vom Publikum gelobten Regie abgelehnt hatte.

Der Theaterskandal gilt als beispiellos in Russland. Künstler und Menschenrechtler werfen dem Kulturministerium „Zensur“ und Verstöße gegen die Kunstfreiheit vor. Kirchenführer hatten Kuljabin und Mesdritsch wegen Verletzung religiöser Gefühle angezeigt. Ein Gericht in der Millionenstadt lehnte es aber ab, die Inszenierung zu verbieten, nachdem Gutachter den Vorwurf der Gotteslästerung zurückgewiesen hatten.

In einer Szene der Aufführung, die im Dezember in Nowosibirsk Premiere hatte, ist Jesus als Filmfigur mit halbnackten Frauen zu sehen. Das Kulturministerium hatte kritisiert, dass solche Szenen in einem mit Steuergeldern finanzierten Staatstheater „unzulässig“ seien. Teile der Bevölkerung fühlten sich beleidigt, hieß es.

„Schtonk“-Regisseur Helmut Dietl tot

Mit „Schtonk“, „Rossini“ und „Monaco Franze“ hat er seine wohl größten Erfolge gefeiert - gestern ist der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Helmut Dietl nach langer Krankheit verstorben. 2013 machte der Filmemacher in einem „Zeit“-Interview publik, an Krebs erkrankt zu sein.

Dietl, der im Vorjahr seinen 70. Geburtstag feierte, wurde mit etlichen Preisen ausgezeichnet - zuletzt 2014 mit dem deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk. Nun hat das Land - so der Bayerische Rundfunk - seinen „melankomischsten“ Regisseur verloren.

Mehr dazu in „Großer des deutschen Filmschaffens“

Gesundheit

Komplexe Gesichtstransplantation in Spanien gelungen

Spanischen Ärzten ist in Barcelona eine ungewöhnlich komplizierte Gesichtstransplantation gelungen. Ein lebensgefährlich erkrankter Patient bekam in einer 27-stündigen Operation teilweise ein neues Gesicht eingepflanzt. Wie die Universitätsklinik Vall d’Hebron mitteilte, erhielt der 45-Jährige bei dem Eingriff zudem Transplantate für den Mund, die Zunge, den Hals und den Rachen.

An der - im Februar vorgenommenen - Operation unter der Leitung des Chirurgen Joan Pere Barret waren 45 Mediziner verschiedener Fachrichtungen beteiligt. Der Eingriff war nach spanischen Medienberichten in dieser Art weltweit ohne Beispiel.

Der Patient litt seit 20 Jahren an einer Krankheit, die zu tumorartigen Fehlbildungen im Gesicht führte, das Seh- und Sprechvermögen beeinträchtigte und lebensgefährliche Blutungen auslöste. Renommierte Krankenhäuser in den USA hatten nach Angaben der Klinik in Barcelona die Fehlbildungen als nicht operierbar bezeichnet. Barret bezeichnete den Eingriff als „vollauf zufriedenstellend“. Der Patient erhole sich in seiner Wohnung von der Operation und komme nur noch zu Routineuntersuchungen in das Krankenhaus.

Großer Bericht zu Lebensmittelkeimen

Lebensmittelbedingte Erkrankungen können sehr schnell gefährlich werden. Der aktuelle Bericht der EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) und des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle (ECDC) zeigt, dass das größte Problem bei Campylobacter-Keimen liegt. Salmonellen sind auf dem Rückzug, Listerien werden häufiger. Österreich ist in einer relativ guten Position.

„Campylobacter-Infektionen beim Menschen haben sich nach einem über Jahre steigenden Trend stabilisiert, sind aber weiterhin die häufigste über Nahrungsmittel verbreitete Erkrankung in der EU. Listeriosen und VTEC-Infektionen (Verotoxin bildende E. coli-Keime) haben bei Menschen zugenommen, während die Salmonellosen und Erkrankungen durch Yersinien zurückgegangen sind“, stellten EFSA und ECDC fest. Der Bericht umfasst die Daten den 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie von Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz.

Die häufigste Ursache für lebensmittelverursachte Infektionen sind Campylobacter-Erkrankungen, die vor allem von kontaminiertem Geflügelfleisch, das nicht ausreichend erhitzt wird, stammen. 2013 wurden in der EU 214.779 bestätigte Fälle registriert, 2009 waren es 201.711 gewesen, 2011 223.998 Erkrankungen.

Das bedeutete 2013 eine Erkrankungsrate von 64,8 pro 100.000 Einwohner. Österreich liegt mit 5.726 Fällen und damit einer Erkrankungsrate von 67,7 pro 100.000 Einwohner leicht über diesem Durchschnitt.

Song Contest

Nadine Beiler: Mit Musik erwachsen geworden

Nadine Beiler startet durch. Nach sieben mageren Jahren hat sich die Tirolerin nun neu orientiert - derzeit arbeitet sie an mehreren Projekten gleichzeitig und probiert alles aus, was Spaß macht. Welche musikalische Richtung in Zukunft eingeschlagen wird, ist noch offen. Ein abermaliges Antreten beim Song Contest kann sich Nadine vorstellen, ihre Erinnerungen an Düsseldorf sind mehr als positiv.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

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