Letzte Meldung

S&P erklärt teilweisen Zahlungsausfall Argentiniens

Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Kreditwürdigkeit Argentiniens auf das Niveau eines „teilweisen Zahlungsausfalls“ herabgestuft. Mit der auf seiner Website vorgenommenen Einstufung reagierte S&P heute auf das Versäumnis von Buenos Aires, rund 540 Millionen Dollar an Staatsschulden bei internationalen Gläubigern zu tilgen.

Frist bis morgen Früh

Hinter dem Zahlungsausfall steht ein Streit zwischen Argentinien und zwei US-Hedgefonds, die einen Schuldenschnitt für das südamerikanische Land nicht mittragen und den Nennwert ihrer argentinischen Staatsanleihen verlangen. Argentinien hat noch bis 6.00 Uhr (MEZ) Zeit, eine Lösung zu finden.

Ausland

150 Tote bei Flüchtlingstragödie vor Libyens Küste

Bei einer Flüchtlingstragödie vor der libyschen Küste sind mindestens 150 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Die libysche Küstenwache habe die Leichen und Wrackteile eines Schiffes rund vier Kilometer vor der Stadt Khums entdeckt, berichtete das Nachrichtenportal Libya Herald heute.

Bereits tags zuvor seien Tote an Land gefunden worden, hieß es weiter. Bei den Opfern, unter ihnen Frauen und Kinder, handele es sich wahrscheinlich um Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Nach Erkenntnissen der Küstenwache war das Schiff am Montagabend in See gestochen.

Mindestens 15 Tote bei zwei Bombenanschlägen in Bagdad

Bei zwei Anschlägen mit Autobomben in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens 15 Menschen getötet worden. 43 weitere Menschen wurden verletzt, wie das irakische Nachrichtenportal Al-Mada heute Abend unter Berufung auf das Innenministerium berichtete.

Demnach explodierten die Sprengkörper in zwei überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteilen im Osten Bagdads. Andere irakische Medien sprachen von mindestens 26 Todesopfern und 48 Verletzten.

Seitdem die sunnitische Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) Anfang Juni ihren Vormarsch im Irak begonnen hat, ist die Zahl der Anschläge in Bagdad wieder stark gestiegen. Erst vor elf Tagen waren bei einer Attentatsserie in der Hauptstadt mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Zu den Anschlägen bekannten sich die IS-Terroristen. 

Türkische Präsidentschaftswahl beginnt in Deutschland

In Berlin und sechs anderen Städten quer durch die deutsche Republik beginnt morgen die erste türkische Wahl auf deutschem Boden. Vier Tage lang können mehr als 1,4 Millionen türkische Staatsbürger in Deutschland ihre Stimme für einen neuen türkischen Staatspräsidenten abgeben. Mit Spannung wird erwartet, ob der derzeitige Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan (AKP) die Wahl für sich entscheiden kann. In der Türkei findet sie am 10. August statt.

Es ist das erste Mal, dass im Ausland lebende Türken dort an einer Wahl in ihrem Herkunftsland teilnehmen können. Zudem wird der Staatspräsident erstmals direkt gewählt.

Öffentliche Untersuchung des Giftmords an Litwinenko beginnt

Der Mord an dem mit radioaktivem Polonium 210 vergifteten Kreml-Kritiker Alexander Litwinenko in London wird von morgen an öffentlich untersucht. Dabei versuchen Juristen unter der Leitung des erfahrenen Richters Robert Owen, die Umstände der Tat vom November 2006 zu klären.

Sie dürfen Zeugen befragen und Akten einsehen, auch Unterlagen britischer Geheimdienste. Sie sind aber nicht befugt, vermeintliche Schuldige anzuklagen oder zu verurteilen.

Öffentlichkeit zugelassen

Zu den Sitzungen in einem Londoner Gerichtsgebäude sind Medien und die Öffentlichkeit zugelassen, solange keine besonders heiklen Fragen besprochen werden, die die nationale Sicherheit Großbritanniens gefährden könnten.

Litwinenko hatte für den sowjetischen Geheimdienst KGB gearbeitet und war 2000 nach Großbritannien gekommen. Der Fall hatte zu diplomatischen Verwerfungen zwischen Großbritannien und Russland geführt, weil Moskau die von den Briten ausgemachten Hauptverdächtigen nicht ausliefern wollte.

Selbstmordanschlag in Nigeria: Junge Frau als Täterin

Eine Selbstmordattentäterin hat sich in der nordnigerianischen Stadt Kano vor einer Fachhochschule in die Luft gesprengt und mindestens zwei Menschen mit in den Tod gerissen.

„Die jugendliche Attentäterin hat es geschafft, bis zum Verwaltungsgebäude vorzudringen, wo sie die Bombe zündete“, sagte Polizeisprecher Magaji Majia gegenüber der dpa. Sieben Menschen seien verletzt worden.

Vermutlich von Boko Haram rekrutiert

Zum Zeitpunkt des Anschlags befanden sich offenbar viele Studenten in der Nähe des Gebäudes, um sich über Prüfungsergebnisse zu informieren. Das gesamte Gebiet wurde von Sicherheitskräften abgeriegelt.

In den vergangenen Tagen war es in Kano bereits zu einer Terrorwelle gekommen. Bei den Tätern handelte es sich fast ausschließlich um junge Frauen. Es wird vermutet, dass sie zur Islamistengruppe Boko Haram gehörten. Unter anderem wurde am Sonntag eine katholische Kirche angegriffen. Fünf Menschen kamen ums Leben.

Radikale erobern in Libyen wichtigen Militärstützpunkt

Radikale Islamisten haben in der ostlibyschen Stadt Bengasi einen wichtigen Militärstützpunkt eingenommen. Die Extremisten verbreiteten im Internet Fotos, die ihre Kämpfer in der Kaserne einer Eliteeinheit zeigen. Zu sehen war darauf unter anderen auch der Anführer der Terrorgruppe Ansar al-Scharia, wie die libysche Nachrichtenseite Libya Herald berichtete.

Ein Sprecher der Eliteeinheit teilte dazu heute mit, die Soldaten hätten sich aus taktischen Gründen aus der Kaserne zurückgezogen. Zuvor hatten fast zehn Tage lang heftige Kämpfe um den Stützpunkt getobt. Dabei seien zahlreiche Menschen ums Leben gekommen, berichtete die staatliche libysche Nachrichtenagentur LANA.

Kämpfe seit dem Sturz Gaddafis

Seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi vor rund drei Jahren kommt es in Libyen immer wieder zu Zusammenstößen zwischen rivalisierenden Gruppen. In der früheren Revolutionshochburg Bengasi gehen der pensionierte Generalmajor Chalifa Haftar und abtrünnige Soldaten der Eliteeinheit eigenmächtig gegen islamistische Milizen vor. Heftige Kämpfe gab es in den vergangenen Wochen auch um den internationalen Flughafen in der Hauptstadt Tripolis.

„Das war’s“: Bulgarisches Parlament löst sich auf

Das bulgarische Parlament hat sich nach dem Rücktritt der Regierung nach gut einem Jahr praktisch selbst aufgelöst. „Das war’s“, sagte Oppositionschef Boiko Borissow (GERB) mit Blick auf die Neuwahl im Herbst.

Borissows Konservative als größte Fraktion zogen sich heute überraschend endgültig aus dem Parlament zurück - nur wenige Tage vor der offiziellen Auflösung. Die nationalistische Partei Ataka boykottiert seit Wochen alle Sitzungen.

Interimskabinett soll ernannt werden

Hintergrund ist ein Parteienstreit um die Aufstockung des Staatsetats 2014 der zurückgetretenen Regierung der Sozialisten. Die GERB hatte zuletzt nach der ersten Lesung noch mit Ja gestimmt. Angesichts der vorgezogenen Parlamentswahl - voraussichtlich am 5. Oktober - sollte Staatspräsident Rossen Plewneliw am Dienstag das Parlament auflösen. Der konservative Staatschef wird dann ein Interimskabinett ernennen. Dieses Team soll das ärmste EU-Land regieren, bis eine reguläre Regierung steht.

Inland

Hausräumung: Laut Mikl-Leitner 500 Polizisten direkt vor Ort

Nicht die kolportierten 1.700 Polizisten waren bei der Räumung der „Pizzeria Anarchia“ im Einsatz, sondern nur 500 „direkt“ in der Mühlfeldgasse und 1.000 „für andere Maßnahmen im gesamten Stadtgebiet“ von Wien. Das sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) heute in der ZIB2.

Nicht alle gleichzeitig

Die 500 Polizisten in der Mühlfeldgasse seien auch nicht alle zur gleichen Zeit anwesend gewesen, sondern über den Tag verteilt, von 6.00 bis 21.00 Uhr. Die Polizei hat die Zahl der Einsatzkräfte bisher nicht bekanntgegeben. Die kolportierten 1.700 wurden nicht bestätigt, Polizeisprecher Roman Hahslinger sprach am Montag von „sicher nicht weniger als 1.000“.

Mikl-Leitner verteidigte den heftig kritisierten Polizeieinsatz: Er sei „umfassend geplant“ und „kein einfacher“ gewesen. Man habe - nach Aufrufen im Internet - mit „großem Widerstand“ rechnen müssen, auch mit Demonstrationen oder anderen Hausbesetzungen. Und „wäre es zur Eskalation gekommen“, hätte sich die Polizei, wenn sie nicht vorgesorgt hätte, „den Vorwurf gefallen lassen müssen, es waren zu wenig Einsatzkräfte“.

Josef S. kritisiert Strafvollzug

Der vergangene Woche im Akademikerball-Prozess nicht rechtskräftig verurteilte Demonstrant Josef S. befindet sich mittlerweile wieder in Deutschland. In einem Statement kritisiert er nun den österreichischen Strafvollzug.

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Ermittlungen wegen Hasspostings gegen Politiker

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt wegen Postings auf der Facebook-Seite von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Konkret gehe es um den Verdacht der gefährlichen Drohung, erklärte die Sprecherin der Behörde heute. Hintergrund ist die Debatte über die „Töchter“ in der Bundeshymne.

Heinisch-Hosek hatte auf Facebook ein Foto gepostet, auf dem sie den aktuellen Hymnentext in die Kamera hält - als „Lernhilfe“ für den Schlagersänger Andreas Gabalier, der ja Front für die alte, töchterlose Version macht. Daraufhin gab es zwar jede Menge Zuspruch, aber auch kritische Kommentare. Manche User beschränkten sich indes nicht auf kritische Töne, teilweise waren die Reaktionen extrem feindselig und konnten auch als Bedrohung ausgelegt werden.

Verdacht der gefährlichen Drohung

Die Staatsanwaltschaft wurde durch Medienberichte darauf aufmerksam und von Amts wegen aktiv. Nach Prüfung, ob der Anfangsverdacht der gefährlichen Drohung besteht, wurden nun Ermittlungen eingeleitet. Somit befasst sich die Behörde schon in mindestens zwei Fällen - Heinisch-Hosek und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) - mit jenseitigen Postings auf Politikerseiten.

Juristisch gesehen ist es nicht von Belang, wo bedrohliche, verhetzende oder beleidigende Äußerungen getätigt werden - egal ob in einem klassischen Medium, auf einer Veranstaltung oder eben im virtuellen Raum. Allenfalls die Größe des Adressatenkreises spielt eine Rolle bei der strafrechtlichen Bewertung.

Kein Schadenersatz für Tierschützer Balluch

Das Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien hat heute die Schadenersatzklage des Obmanns des Vereins gegen Tierfabriken (VGT), Martin Balluch, abgewiesen. Er hatte die Republik nach seinem Freispruch im Tierschützerprozess in Wiener Neustadt auf knapp 600.000 Euro geklagt.

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Sport

Tennis: Endstation für Haider-Maurer in Kitzbühel

Für Andreas Haider-Maurer ist im Achtelfinale des ATP-Turniers von Kitzbühel Endstation gewesen. Der Niederösterreicher musste sich heute dem als Nummer drei gesetzten Tschechen Lukas Rosol nach einem Kampf im zwei Sätzen geschlagen geben. Der Tag in Kitzbühel begann für die Spieler aufgrund strömenden Regens mit deutlicher Verspätung. Und auch Haider-Maurer kam gegen Rosol erst spät auf Touren. Im zweiten Satz hielt der 27-Jährige das Spiel lange offen.

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Formel 1: Waffenstillstand im Mercedes-Stallduell

Rechtzeitig vor der Sommerpause in der Formel 1 ist beim Topteam Mercedes so etwas wie Ruhe eingekehrt. Nach den Aufregungen über den Ungehorsam von Lewis Hamilton, der WM-Spitzenreiter Nico Rosberg beim GP von Ungarn trotz Teamorder nicht überholen ließ, redete Motorsportchef Toto Wolff den beiden Piloten vor deren Urlaub noch einmal ins Gewissen. „Diese Sache ist damit aus der Welt geschafft“, sagte der 42-Jährige. Allerdings stellte Wolff auch klar, wer im Team das Sagen hat: „Wenn Paddy (Technikdirektor Lowe, Anm.) auf dem Funk etwas sagt, dann gilt das. Das ist zu befolgen.“

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Europa League: Youngster Ritzmaier setzt bei PSV Zeichen

2010 hat ÖFB-Youngster Marcel Ritzmaier den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Der damals 16-Jährige wechselte in die Nachwuchsabteilung von PSV Eindhoven und versuchte sich durch starke Leistungen für das erste Team zu empfehlen. Knapp vier Jahre und einen Profivertrag später scheint die Rechnung des mittlerweile 21-Jährigen voll aufzugehen. „Ich habe keine Sekunde daran gezweifelt“, sagt Ritzmaier, der morgen (19.00 Uhr, live in ORF eins) auch in der Europa-League-Qualifikation gegen St. Pölten einlaufen dürfte. „Je höher man hinaufkommt, desto größer die Konkurrenz. Aber da muss man sich einfach durchbeißen.“

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Wirtschaft

Banco Espirito Santo schreibt 3,6 Milliarden Euro Verlust

Die angeschlagene portugiesische Bank Espirito Santo hat wegen der Geldprobleme ihrer Gründerfamilie im ersten Halbjahr einen Milliardenverlust geschrieben. Der Fehlbetrag belaufe sich auf 3,6 Milliarden Euro, teilte das Institut heute Abend mit.

Damit hat die Bank nach eigenen Angaben nur noch eine Kernkapitalquote (Tier 1) von fünf Prozent statt der vorgeschriebenen sieben Prozent. Der Aktienkurs des Unternehmens brach bereits im Laufe des Tages um mehr als zehn Prozent ein. Mehrere Unternehmen der Familie Espirito Santo sind insolvent.

Bank of America büßt mit 1,3 Mrd. für Hypothekendeals

Hypothekengeschäfte vor der Finanzkrise holen die Bank of America schmerzlich ein. Ein New Yorker Richter verurteilte das Kreditinstitut heute zur Zahlung von knapp 1,3 Milliarden Dollar (1 Mrd. Euro) wegen Betrugs an den beiden staatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac. Eine in die Sache maßgeblich verwickelte Bankerin muss darüber hinaus eine Zivilstrafe von einer Million Dollar zahlen.

Faule Kredite weiterverkauft

In dem Fall ging es um den Verkauf von Hypothekenpapieren durch den Hausfinanzierer Countrywide an Fannie Mae und Freddie Mac kurz vor der Finanzkrise. Viele der in diesen Papieren enthaltenen Hauskredite seien von vornherein faul gewesen, hatte eine Jury bereits im Oktober 2013 geurteilt. Nun erging das Strafmaß. Die Bank of America steht in der Verantwortung, weil sie Countrywide 2008 geschluckt hat.

Die Staatsanwaltschaft hatte der Bank und der verantwortlichen Bankerin vorgehalten, ein Programm namens „The Hustle“ (Die Hetze) aufgelegt zu haben, durch das Kunden besonders zügig einen Hauskredit bekamen. Die Qualitätskontrolle sei dabei „ein Witz“ gewesen, hatte Bundesstaatsanwalt Preet Bharara zu Beginn des Verfahrens erklärt. Richter Jed Rakoff sah das nun genauso: „Es war von Anfang bis Ende das Instrument für einen dreisten Betrug durch die Beklagten.“

Italien verkauft Teil seines Energienetzes an China

Italien gibt grünes Licht für den Verkauf von Anteilen an seinem Energienetz an ein chinesisches Unternehmen. Für mindestens 2,1 Milliarden Euro solle eine Beteiligung von 35 Prozent an der Energieholding CDP Reti dem Netzbetreiber State Grid International Development aus der Volksrepublik überlassen werden, teilte die staatliche Förderbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) heute mit. Der CDP-Verwaltungsrat habe dem zugestimmt.

Die Übernahme ist eine der größten Investitionen Chinas in Italien. Die vollständig der CDP gehörende Energieholding Reti hält ihrerseits 30 Prozent am Gasnetzbetreiber Snam. In Kürze soll ein 30-Prozent-Anteil am Stromnetzbetreiber Terna dazukommen. Mit den Einnahmen will die Regierung in Rom den Staatshaushalt sanieren und Infrastrukturprojekte finanzieren. Ein Teil der Netze soll in staatlicher Hand bleiben.

US-Notenbank drosselt monatliche Anleihenkäufe weiter

Die US-Notenbank Federal Reserve blickt immer zuversichtlicher auf die Entwicklung der amerikanischen Konjunktur. Der Offenmarktausschuss der Fed sieht eine „grundlegende Stärke in der Wirtschaft“, die ausreiche, um die Arbeitslosigkeit weiter zu senken, wie die Fed heute in Washington mitteilte.

Ihre Anfang des Jahres begonnene Senkung der Konjunkturhilfen setzt die Zentralbank unverändert fort. Wann die stärkeren Wirtschaftsdaten aber letztlich auch zur Erhöhung der Leitzinsen führen, ließ die Fed weiter völlig offen.

Anleihenkäufe um zehn Mrd. gedrosselt

Der Erwerb von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren wird bereits zum sechsten Mal in diesem Jahr um zehn Milliarden Dollar (7,5 Mrd. Euro) pro Monat zurückgefahren. Damit sinken die Ankäufe von ursprünglich 85 auf künftig 25 Milliarden Dollar monatlich. Experten hatten diesen Schritt erwartet.

Leitzinsanhebung noch in weiter Ferne

Hält die Fed am bisherigen Tempo bei dem sogenannten Tapering (Verringerung) fest, wird die Konjunkturmaßnahme im Oktober beendet sein. Eine „erhebliche“ Zeit danach könnte auch der Leitzins angehoben werden, heißt es in der Mitteilung. Er liegt seit Ende 2008 auf dem Rekordtief zwischen null und 0,25 Prozent.

Trotz des größeren Optimismus zeigen sich die Notenbanker weiter unzufrieden mit dem Arbeitsmarkt. Eine Reihe von Daten zeige, dass viel zu wenige Bürger einen Arbeitsplatz hätten. Die Konsumausgaben stiegen nur moderat, der Immobilienmarkt erhole sich langsam, und auch die Einsparungen in den öffentlichen Haushalten seien ein Hindernis für die Konjunktur, mahnte die Fed. Es bestünden noch Risiken für die Wirtschaft.

Allerdings bewege sich sowohl die Arbeitslosenquote als auch die Inflationsrate auf den Zielwert der Fed zu. „Die Wahrscheinlichkeit einer Inflationsrate von anhaltend unter zwei Prozent ist etwas gesunken“, heißt es in der Mitteilung.

ÖVAG braucht für Stresstests angeblich halbe Milliarde

Mit Blick auf die Bilanzchecks und Stresstests der europäischen Bankenaufsicht geht einem Zeitungsbericht zufolge die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) davon aus, dass der teilstaatlichen Volksbanken AG (ÖVAG) im strengen „Stress“-Szenario zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro an Eigenkapital fehlen werden.

„Ganz sicher“ 500 Millionen

Laut „Standard“ (Donnerstag-Ausgabe) hat die Notenbank schon erste Zahlen auf dem Tisch. 500 Millionen Euro würden es „ganz sicher“ sein. Bei strenger Auslegung der Zahlen durch die Europäische Zentralbank (EZB) bzw. European Banking Authority (EBA) könnte sich der Eigenkapitalbedarf der Bank aber bis auf das Doppelte erhöhen.

Versuche der OeNB, die ÖVAG-Eigentümer - die Republik hält rund 43 Prozent - dafür zu gewinnen, die drohende Kapitallücke noch vor Veröffentlichung des Stresstest-Ergebnisses zu stopfen, sollen gescheitert sein.

Baxter verkauft Impfstoffsparte für 635 Mio. Dollar an Pfizer

In der Pharmabranche bahnt sich ein Deal mit einem Volumen von mehreren Hundert Mio. Dollar an. Der US-Konzern Baxter verkauft für 635 Mio. Dollar (rund 473 Mio. Euro) sein Impfstoffgeschäft an den Konkurrenten Pfizer.

Der Verkauf hat auch Folgen für Österreich: 80 Prozent des Baxter-BioScience-Produktportfolios werden hierzulande mit insgesamt 4.400 Mitarbeitern hergestellt, 240 sollen nun zu Pfizer wechseln.

Gerüchte schon seit Monaten

Bereits im Frühjahr wurde über die Pläne von Baxter berichtet, die Impfstoffsparte mit einem Umsatz von zuletzt 300 Mio. Dollar im Jahr zu verkaufen. Zusammen mit der Investmentbank Goldman Sachs suchte das Unternehmen nach Käufern für die Sparte, in der Baxter über 20 Arzneimittel - unter anderem Impfstoffe gegen Hirnhautentzündung und Grippe - erforscht und entwickelt.

Einstieg von XXXLutz bei Kika/Leiner abgeblasen

Anfang Juli wurde bekannt, dass sich XXXLutz-Miteigentümer Andreas Seifert mit 26,5 Prozent beim Tochterunternehmen Conforama des Kika/Leiner-Eigentümers Steinhoff beteiligen will. Dafür gab es bei der Bundeswettbewerbsbehörde einen Prüfantrag, der jetzt zurückgezogen wurde.

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ZIB24

Zwischenlösung im Asylstreit

Im Streit um Quartiere für Flüchtlinge gibt es jetzt eine Zwischenlösung. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat heute einen Plan präsentiert, wie Asylwerber untergebracht werden sollen. Die ZIB24 bringt eine Reportage aus der Ortschaft Heiligenkreuz im Burgenland. Dort soll in einem aufgelassenen Hotel eine Unterkunft für 30 bis 40 Asylwerber entstehen.

Tödliche Krankheit

Der Westen Afrikas kämpft gegen die schlimmste Ebola-Epidemie aller Zeiten. Fast 700 Menschen sind bisher ums Leben gekommen. Im Studio zu Gast ist dazu Michael Kühnel vom Roten Kreuz. Er war bis vor kurzem in Sierra Leone.

ZIB24 mit Roman Rafreider, 23.45 Uhr, ORFeins

Mail an die ZIB24

Textfassung: Zeit im Bild

Chronik

Messerstich in Laufhaus: 15 Monate teilbedingt

Ein Freier ist heute am Straflandesgericht Wien wegen schwerer Körperverletzung zu 15 Monaten teilbedingter Haft verurteilt worden. Der Mann hatte in einem Laufhaus in Wien-Favoriten einen Securitymitarbeiter niedergestochen und lebensgefährlich verletzt.

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Geschwister bei Geisterfahrerunfall auf A1 getötet

Ein neunjähriges Mädchen und ihr 20-jähriger Bruder sind in der Nacht bei einem Geisterfahrerunfall auf der Westautobahn (A1) ums Leben gekommen. Drei Erwachsene sind zum Teil schwer verletzt. Ein Alkotest bei dem Geisterfahrer ergab 1,4 Promille Alkohol im Blut.

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Video dazu in iptv.ORF.at

KfV fordert Alkokontrollen auf Autobahnen

Alkoholisierte Lenker auf der Autobahn sind keine Seltenheit, Experten weisen darauf hin, dass Betrunkene oft sogar gezielt auf Autobahnen ausweichen, um Kontrollen zu entgehen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) fordert nun nächtliche Kontrollen an den Auf- und Abfahrten.

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Angestellter stahl 115 Tonnen Fleisch

Die Polizei in Leibnitz in der Steiermark hat einen riesigen Fleischdiebstahl aufgedeckt: Ein Betrieb wurde unter anderem von einem Angestellten um mehr als 100.000 Kilogramm Fleisch gebracht - insgesamt sitzen drei Männer in Haft.

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Kein Sechser bei Lotto „6 aus 45“

Bei der heutigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat es keinen Sechser gegeben. Es sind 771.166,30 Euro im Topf.

Bei der aktuellen Ziehung wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

7 20 27 30 38 42/ Zusatzzahl 16

Beim Joker wartet in der nächsten Runde ein Doppeljackpot.

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

6 1 0 2 3 9

Alle Angaben ohne Gewähr

IT

Briten testen ab 2015 selbst fahrende Autos

In Großbritannien sollen ab Jänner 2015 selbst fahrende Autos auf öffentlichen Straßen unterwegs sein. Die Testserie in drei noch nicht ausgewählten Städten werde eineinhalb bis drei Jahre dauern, teilte die britische Regierung heute mit.

Bis Ende des Jahres werde das Verkehrsgesetz so überarbeitet, dass es die Probefahrten zulasse. Wie viele der autonom fahrenden Autos auf die Straße sollen, wurde zunächst nicht bekannt. Über Kameras und Sensoren gesteuerte Fahrzeuge sind testweise auch schon in den USA und Japan unterwegs.

Die Briten wollen sowohl Roboterautos ohne Fahrer testen als auch solche, bei denen ein Fahrer im Notfall ins Geschehen eingreifen kann.

Science

Forscher liefern Erklärung für Form des Mondes

Die keineswegs kreisrunde Form des Mondes gab lange Zeit Rätsel auf. In einer heute in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichten Studie liefert eine Gruppe von Wissenschaftlern nun eine Erklärung. Allgemein wird angenommen, dass der Mond vor etwa 4,4 Milliarden Jahren durch den Zusammenstoß der jungen Erde mit einem anderen Planeten entstanden ist.

Die Forscher um Ian Garrick-Bethell von der University of California in Santa Cruz fanden nun heraus, dass die Erde - von der Masse her sechsmal so groß wie der Mond - zu Beginn der Entstehung des damals noch extrem heißen Erdtrabanten mächtige Gravitationskräfte auf diesen ausübte.

Zitrone statt Kugel durch unterschiedliche Kräfte

Aus der ungleichmäßigen Einwirkung der Schwerefelder von Erde und Sonne bildete sich aus dem abgekühlten weichen Mondgestein schließlich die ungewöhnliche Form des Planeten, die eher an eine Zitrone als an die Kugel des Vollmondes erinnert. Zugleich entstanden die Wulste auf der Mondoberfläche.

Krakenweibchen mit Rekordbrutzeit

Viereinhalb Jahre hat ein Krakenweibchen in Dauerdunkel und Kälte der Tiefsee ausgeharrt, um seine Eier bis zum Schlüpfen zu betreuen. Eine ähnlich lange Brutzeit ist von keinem anderen Tier bekannt, berichten US-Forscher, die das Tier per Tauchroboter beobachtet haben.

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Kultur

„Die letzten Tage der Menschheit“: Vorspiel zur Apokalypse

Weltkriegskrise trifft Theaterkrise. Jetzt sind sie doch draußen, „Die letzten Tage der Menschheit“, jenes Stück, das ja der entlassene Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann für Salzburg hätte inszenieren sollen. Gestern Abend feierte das Stück nun unter der Regie von Georg Schmiedleitner in hochkarätiger Besetzung seine Premiere. Karl Kraus’ Abrechnung mit der Verlogenheit der Kriegslust wurde zum Vorspiel einer Apokalypse - im grellen Scheinwerferlicht.

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Lifestyle

GB: Schwarze Katzen zu wenig fotogen für Facebook und Co.

Britische Tierschutzhäuser berichten über einen starken Anstieg an abgegebenen schwarzen Katzen. Grund dafür sei aber nicht der alte Mythos, dass sie Unglück bringen. Wie der „Telegraph“ berichtet, würden viele Besitzer sie deswegen abgeben, weil sie sich angeblich weniger gut für Katzenfotos im Internet, vor allem in Sozialen Netzwerken, eignen.

Die Tierschutzorganisation Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) berichtet, dass 70 Prozent der aufgenommenen Katzen in ihren Tierheimen mittlerweile schwarz oder schwarz-weiß seien. Und die Organisation Blue Cross verkündete, die Zahl der jährlich aufgenommenen schwarzen Katzen sei von 2007 bis 2013 um 65 Prozent gestiegen. Auch bei der Platzvergabe berichten die Tierschutzhäuser, dass Katzen mit nicht schwarzem Fell derzeit weit größere Chancen hätten, neue Besitzer zu finden.

Ein Roboter trampt durch Kanada

Es dürfte der seltsamste Autostopper auf Kanadas Straßen sein: ein buntes Konstrukt aus Schwimmnudeln, Gummistiefeln, Handschuhen, einem Kübel und einer Kuchenhaube. „HitchBot“, Kunstprojekt und Roboter, soll in diesem Sommer per Autostopp einmal quer durch Kanada fahren.

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