Ausland

Ban bietet sich als Vermittler im Kaschmir-Konflikt an

Nach der gefährlichen Eskalation im Kaschmir-Konflikt hat sich UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon als Vermittler angeboten. Ban stehe zur Verfügung, wenn dies von beiden Seiten akzeptiert werde, erklärte sein Sprecher in New York.

Er rief die Konfliktparteien zu „maximaler Zurückhaltung“ und zu „sofortigen Maßnahmen zur Deeskalation der Lage“ auf. Indien und Pakistan sollten ihre Streitigkeiten durch Dialog und Diplomatie lösen.

„Gefährlicher Moment für Region“

Die Spannungen zwischen den beiden Erzfeinden waren nach einem tödlichen Angriff auf ein indisches Militärlager stark gestiegen. Pakistans UNO-Botschafterin Maleeha Lodhi sprach bei einem Treffen mit Ban von einem „gefährlichen Moment für die Region“. Sie bat den UNO-Generalsekretär um eine „entschlossene Intervention“, um die Situation zu entschärfen.

Indien hatte am Donnerstag verkündet, in Kaschmir mehrere Stellungen der Rebellen auf der pakistanischen Seite der Demarkationslinie angegriffen zu haben. Obwohl es an der Grenze immer wieder Schusswechsel gibt, ist der Einsatz von Bodentruppen auf gegnerischem Gebiet selten. Indien reagierte damit auf einen Überfall von Rebellen auf einen indischen Militärstützpunkt in Kaschmir mit 18 Toten.

Indien evakuiert Dörfer

Nach dem Militäreinsatz auf pakistanischem Gebiet evakuierte Indien mehrere Dörfer entlang der Grenze aus Sorge vor Vergeltungsangriffen. Die Behörden im Norden Indiens teilten mit, sie würden Dörfer bis zu einer Entfernung von zehn Kilometern von der Grenze räumen. Allein im Bundesstaat Jammu und Kaschmir wurden laut Polizei 1.500 Dorfbewohner in Sicherheit gebracht.

Berichte über Geheimdeal zwischen Orban und Merkel

Ungarische Medien berichten von einem angeblichen geheimen Deal zwischen dem ungarischen Premier Viktor Orban und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Laut der Tageszeitung „Magyar Nemzet“ soll die ungarische Regierung Merkel einen „Stilwechsel“ in der Flüchtlingspolitik versprochen haben, im Gegenzug habe Berlin Budapest Unterstützung bei EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn zugesagt.

Nach dem umstrittenen Flüchtlingsreferendum morgen soll die rechtskonservative ungarische Regierung „Abstriche an ihrer flüchtlingsfeindlichen Rhetorik vornehmen und auch in EU-Fragen konstruktiver sein“, berichtete „Magyar Nemzet“ gestern in ihrer Onlineausgabe mno.hu. Deutschland werde dafür Ungarn Schützenhilfe bei seinen Konflikte mit der EU-Kommission geben, so die Zeitung unter Berufung auf eine inoffizielle Hintergrundstudie der Regierung und Quellen aus dem ungarischen Außenministerium.

Gegenwärtig würden 21 Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn laufen, was auch seitens der Budapester Regierung als „schwerwiegend“ beurteilt werde. In der Studie, die der Tageszeitung zugespielt wurde, gehe es um die unter wirtschaftlichen und politischem Aspekt bedeutenden Verfahren, die Brüssel gegen Ungarn eingeleitet hat. Der Bericht würde ein „trauriges Bild über die Beziehungen zwischen Ungarn und Brüssel aufzeigen“, heißt es.

Flug MH17: Moskau bestellt Botschafter der Niederlande ein

Das russische Außenministerium bestellt wegen der Ermittlungen zum Absturz der Malaysia-Airlines-Maschine über der Ostukraine den niederländischen Botschafter ein. Bei dem Treffen am 3. Oktober werde die russische Regierung deutlich machen, warum sie die Ergebnisse der Untersuchung ablehne, teilte das Ministerium gestern mit. Das Vorgehen der Ermittler habe „in eine falsche Richtung“ gewiesen.

Zuvor hatte das niederländische Außenministerium den russischen Botschafter wegen kritischer Äußerungen zu den Ermittlungen einbestellt. Nach Erkenntnissen einer internationalen Ermittlungsgruppe wurde die Boeing im Juli 2014 von einer Buk-Rakete russischer Bauart abgeschossen. Die Rakete sei in einem von Rebellen gehaltenen Dorf abgefeuert worden. Sie sei zuvor aus Russland in die Ukraine gebracht worden, anschließend sei die Abschussvorrichtung wieder nach Russland transportiert worden.

Zu einer möglichen direkten Beteiligung der Regierung in Moskau äußerten sich die Ermittler nicht. Die russische Regierung wies diese Ergebnisse zurück. Sie verwies auf Radarbilder, auf denen zu erkennen sei, dass zur Zeit des Unglücks keine Rakete in dem Gebiet abgeschossen worden sei.

USA: Syrien-Dialog mit Russland „auf Intensivstation“

Die Gespräche von US-Außenminister John Kerry mit Russland über eine erneute Waffenruhe für Syrien sind laut seinem Sprecher „auf der Intensivstation“, aber noch nicht tot. Kerry telefonierte gestern den dritten Tag in Folge mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow, doch gab es keine konkreten Ergebnisse.

Kerry hatte am Vortag mit dem Abbruch der Gespräch gedroht, sollte Russland nicht seine Luftangriffe auf Aleppo einstellen, Moskau schloss jedoch einen Stopp des Bombardements aus. US-Außenamtssprecher Mark Toner gab zu, dass sich die US-Regierung irgendwann fragen müsse, ob der Glaube an eine diplomatische Lösung nicht umsonst sei, doch sei man noch nicht ganz an diesem Punkt.

Neue Angriffe nach Ende von Waffenruhe

Die USA und Russland streben eigentlich in ihren Verhandlungen eine Rückkehr zu der Waffenruhe an, die am 19. September nach nur einer Woche wieder zerbrochen war. Seitdem fliegt die russische Luftwaffe mit den syrischen Regierungstruppen heftige Luftangriffe auf Aleppo.

Lawrow warf den USA vor, sich nicht an die Vereinbarungen für ein gemeinsames Vorgehen gegen die Dschihadisten zu halten. Dem britischen Sender BBC sagte er, die US-Regierung halte sich nicht an ihr Versprechen, die gemäßigten Rebellen von der extremistischen Al-Nusra-Front zu trennen. Sobald sie dafür sorge, dass die moderaten Rebellen ihre Verbindungen zu der Gruppe, die sich seit Juli Fateh-al-Sham-Front nennt, kappen, werde Russland auf dem Stopp der

Diskussion über UNO-Resolutionsentwurf

Die fünf UNO-Vetomächte diskutierten indes über einen Resolutionsentwurf, der eine neue Waffenruhe in Aleppo fordert. Der von Frankreich eingebrachte Text sieht vor, dass die von den USA und Russland Anfang September ausgehandelte Feuerpause wieder aufgenommen wird, damit die eingeschlossene Bevölkerung mit humanitären Hilfen versorgt werden kann. Außerdem sollen alle syrischen und russischen Kampfflugzeuge am Boden bleiben.

Nach Angaben von Diplomaten sollten die Gespräche nach der ersten Diskussion auf Expertenebene fortgesetzt werden. Frankreich will die Pläne demnach am Montag allen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats präsentieren.

Palästinenser nach Messerangriff erschossen

Im Westjordanland ist ein Palästinenser nach einem Messerangriff von israelischen Soldaten erschossen worden. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei gestern nur wenige Stunden nach dem Begräbnis des ehemaligen israelischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Schimon Peres an einem Grenzposten zwischen Jerusalem und Ramallah.

Der 28-jährige habe einen Wachmann mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt, sagte eine Polizeisprecherin. Daraufhin sei er erschossen worden.

In den vergangenen zwölf Monaten haben immer wieder palästinensische Einzeltäter Israelis angegriffen. Mindestens 33 Israelis und zwei amerikanische Touristen starben bei den Attacken, 148 palästinensische Angreifer wurden getötet. Als Auslöser der Gewalt gilt neben der Enttäuschung über den seit 2014 stockenden Friedensprozess auch der Ärger über die Ausbreitung jüdischer Siedlungen sowie ein Streit über den Zugang zum Jerusalemer Tempelberg.

Chef der türkischen Mediengruppe Dogan tritt zurück

Nach der Veröffentlichung von E-Mails mit kompromittierendem Inhalt, die dem Chef der türkischen Mediengruppe Dogan zugeschrieben worden sind, ist dieser zurückgetreten. Mehmet Ali Yalcindag bestritt gestern die Authentizität der E-Mails, erklärte jedoch seinen Rücktritt, um „das Ansehen der Dogan-Gruppe nicht zu beschädigen“.

In einer der von einer Hackergruppe namens Redhack veröffentlichten E-Mails an Energieminister Berat Albayrak soll sich Yalcindag bereit erklärt haben, im Sinne der Regierung zu berichten. Yalcindag leitete die Dogan-Mediengruppe seit vergangenem Jahr. Der Gruppe gehören insbesondere die Zeitung „Hürriyet“ und die Fernsehsender CNN-Türk und Kanal-D an.

Unabhängig von AKP

Der Medienkonzern gilt als unabhängig von der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP. In den Yalcindag zugeschriebenen E-Mails an Regierungspolitiker zeigt er sich aber unzufrieden mit dem „Hürriyet“-Chefredakteur Sedat Ergin und kündigt an, ihn zu ersetzen.

In seiner Erklärung gab sich Yalcindag als Opfer eines „hässlichen Betrugs“. Der Gründer der Dogan-Gruppe, Aydin Dogan, erklärte, er respektiere den Rücktritt Yalcindags, der auch sein Schwiegersohn ist. Er verurteilte zugleich die „ungesetzlichen und unmoralischen Angriffe“ auf Yalcindag. Er betrachte es als „Straftat“, sich persönliche Daten auf illegalem Wege zu beschaffen und sie in manipulierter Form zu präsentieren, erklärte Dogan.

Die Pressefreiheit in der Türkei ist seit dem gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli stark eingeschränkt. Die Dogan-Mediengruppe hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan während des Umsturzversuchs entschieden unterstützt.

Erstmals seit dem gescheiterten Putschversuch geht die türkische Justiz nun unterdessen auch gegen Mitarbeiter von Gefängnissen vor. Insgesamt wurden laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu 75 Haftbefehle gegen Wärter und andere Gefängnismitarbeiter ausgestellt.

Inland

Schittenhelm gegen „gscheite Zurufe“ für Mitterlehner

ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm lehnt „gscheite Zurufe“ aus der Partei für Obmann Reinhold Mitterlehner ab. Zu einer etwaigen Übernahme durch den jetzigen JVP-Chef Sebastian Kurz meinte sie im Gespräch mit der APA: „Alles hat seine Zeit.“ Mitterlehner nehme entsprechende Ablösegerüchte jedenfalls „gelassen und kühl“. Über den neuen Generalsekretär Werner Amon zeigte sie sich glücklich.

Schittenhelm ist „froh“, dass die ÖVP Mitterlehner an der Parteispitze habe, auch wenn es dieser oft nicht leicht habe. Der Obmann sei „korrekt und fachlich versiert“, er setze sich dafür ein, „dass in der Sache was weitergeht“. „Gscheite Zurufe“ hingegen seien überflüssig und würden nur „zehren“: „Das ist nicht sehr fein“. „Personalgeschichten“ lasse Mitterlehner aber ohnehin nicht an sich heran.

Kurz wiederum bezeichnete die Frauenchefin als „Naturtalent“ und „ausgezeichneten“ Außenminister: „Alles hat seine Zeit“, so Schittenhelm angesprochen auf Aussagen etwa vom steirischen Landesparteichef Hermann Schützenhöfer. Dieser hatte den JVP-Chef unlängst als „Trumpf-Ass“ der ÖVP bezeichnet.

Causa Matt: Nun Klagen gegen Glawischnig

Der Rechtsstreit zwischen dem Ex-Chef der Wiener Kunsthalle, Gerald Matt, und Grünen-Kultursprecher Wolfgang Zinggl ist um eine Facette reicher. Nun ist Grünen-Klubchefin Eva Glawischnig mit Klagen Matts u.a. wegen Ehrenbeleidigung und Kreditschädigung konfrontiert - wegen eines Briefs, den sie in dieser Causa an den damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer gerichtet hatte.

Glawischnigs Anwältin Maria Windhager zeigte sich angesichts der bereits im März erhobenen Klagen gelassen. „Wir gewinnen natürlich.“

Auch zivilrechtliche Klage

Noch gibt es keinen Verhandlungstermin, sehr wohl aber einen Sitzungstermin des Immunitätsausschusses im Parlament. Der muss am 12. Oktober über ein Auslieferungsbegehren des Bezirksgerichts Wien Innere Stadt gegen Glawischnig beraten. Letztlich entscheidet der Nationalrat. Es geht um das strafrechtliche Delikt der üblen Nachrede.

Dass Glawischnigs Immunität aufgehoben wird, ist nach Meinung der Grünen aber so gut wie ausgeschlossen, weil ein klarer Zusammenhang zu ihrer politischen Tätigkeit bestehe. Matts Anwalt Michael Rami sieht das ähnlich, klagt aber auch zivilrechtlich wegen Ehrenbeleidigung und Kreditschädigung, was noch heuer und ohne Auslieferung verhandelt werden könne.

Anwalt: Wegen Vorwürfen Position verloren

Worum geht es? Matt habe aufgrund massiver Vorwürfe Zinggls seine Position in der Kunsthalle verloren, sei nach einem mühsamen Ermittlungsverfahren aber „von allen Vorwürfen reingewaschen worden“, so Rami. Zinggl sei damals zum Widerruf eines Teils seiner Aussagen verpflichtet worden.

Im November 2015 habe dann aber Glawischnig in einem Schreiben an den damaligen Bundespräsidenten Fischer „diese Vorwürfe von Zinggl zum Teil aufgegriffen und wiederholt“. Rami: „Das ist rechtswidrig, ehrenbeleidigend und kreditschädigend“.

Ganz anders sieht man das bei den Grünen. Während des höchst komplexen Rechtsstreits habe sich Matt auch an den damaligen Bundespräsidenten gewandt, so Windhager. Fischer habe Glawischnig zu einer Stellungnahme aufgefordert, und diese habe in einem Antwortbrief schlicht die Rechtsansicht ihrer Seite wiedergegeben.

Kosten-Nutzen-Studie des Fiskalrats zu Flüchtlingen

Der Fiskalrat, der als Beratungsgremium der Regierung über die Budgetentwicklung wacht, hat in einer Studie die möglichen Auswirkungen von Flüchtlingen auf das Budget erheben lassen. Wie die „Presse“ (Samstag-Ausgabe) berichtet, kommt eine vorläufige Berechnung bis zum Jahr 2060 auf kumulierte Kosten von 23 Mrd. Euro inklusive Zinsen. Das entspricht einem Beitrag zu den Staatsschulden von 6,5 Prozent des BIP.

„Nettobelastung“ sinkt stark

Die Berechnung geht davon aus, dass die Hälfte der Asylberechtigten binnen zehn Jahren in den Arbeitsmarkt integriert werden kann. Damit nimmt die jährliche „Nettobelastung“ des Staatshaushalts (ohne Zinsen) zwar von heuer 16.200 Euro pro Flüchtling auf 1.300 Euro im Jahr 2040 ab. Einen Nettoertrag durch die Steuern und Sozialbeiträge der Flüchtlinge gebe es für den Staat laut Angaben aber erst ab 2060.

Die Studie geht davon aus, dass 2060 allein aufgrund der Migration des Vorjahres um 157.000 Menschen mehr in Österreich leben werden. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung würde unter diesen Annahmen etwas sinken (um sieben Wochen). Weil die Bevölkerung stärker wächst als die Wirtschaftsleistung, ergibt sich laut Studie aber eine negative Auswirkung auf das reale BIP pro Kopf.

Sport

Ryder Cup: Europa holt nach Fehlstart auf

Die USA gehen mit einer Führung in den zweiten Tag der 41. Ausgabe des Ryder Cup. Im Duell mit Europa liegen die Amerikaner in Chaska im US-Bundesstaat Minnesota nach den Freitagspielen mit 5:3 in Front. Die Europäer bügelten dabei einen katastrophlen Auftakt aus. Nach den ersten vier Partien war man noch mit 0:4 zurückgelegen. Am Nachmittag (Ortstzeit) lief es für Rory McIlroy und Co. im Hazeltine Golf Club deutlich besser.

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Erste Liga: LASK erkämpft Punkt gegen Liefering

Der LASK hat sich gestern in der zwölften Runde der Ersten Liga im Schlager gegen Spitzenreiter Liefering einen Punkt erkämpft. In einer turbulenten Partie mit sechs Treffern lagen die Linzer zwischenzeitlich schon mit zwei Toren zurück, ein Kraftakt rettete dem Tabellenzweiten aber noch einen Zähler. Während die nicht aufstiegsberechtigten „Jungbullen“ weiter souverän voran liegen, verpasste es Austria Lustenau mit einem Heimremis gegen den FAC am LASK vorbeizuziehen. Kapfenberg verkürzte den Rückstand indes auf nun ebenfalls zwei Punkte.

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Fußball: Leipzig setzt Höhenflug fort

RasenBallsport Leipzig hat seinen Höhenflug fortgesetzt und einen neuen Startrekord eines Aufsteigers aufgestellt. Die Auswahl von Trainer Ralph Hasenhüttl feierte gestern zum Auftakt des sechsten Spieltags einen verdienten 2:1-Heimsieg über Augsburg und kletterte damit zumindest vorübergehend auf den dritten Tabellenrang nach oben.

Einen großen Anteil am dritten vollen Erfolg in der Liga hatte ÖFB-Legionär Marcel Sabitzer, der seine Beine bei beiden Leipziger Treffern im Spiel hatte.

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Eishockey: Innsbruck überrascht auch gegen Salzburg

Innsbruck bleibt das Überraschungsteam der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL). Die Tiroler feierten gestern gegen Meister Salzburg im Spitzenspiel der fünften Runde bereits den vierten Saisonsieg. In einer abwechslungsreichen Partie setzten sich die „Haie“ nach Verlängerung durch.

Die Vienna Capitals verteidigten unterdessen in Znojmo die Tabellenführung, dem Zweiten Linz gelang in Ljubljana ein Kantersieg. Während Graz den Anschluss an die Spitze hielt, verlor der VSV an Boden.

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Wirtschaft

VW legt Streit mit US-Händlern bei

Wegen des Abgasskandals zahlt Volkswagen seinen gut 650 US-Händlern insgesamt 1,2 Milliarden Dollar Entschädigung. Der Autohersteller bestätigte laut Gerichtsunterlagen von gestern eine entsprechende Einigung mit den Händlern.

Im Schnitt erhalten diese jeweils 1,85 Millionen Dollar. Eine entsprechende Grundsatzvereinbarung hatten beide Seiten bereits im August getroffen. Ein Bundesrichter muss der Vereinbarung noch grünes Licht geben. Die Händler waren nach dem Bekanntwerden des Abgasskandals vor fast einem Jahr auf den Dieselautos sitzengeblieben.

Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass VW unverkäufliche Dieselautos von den Händlern zurückkauft, an Bonuszahlungen festhält und zudem auf geforderte Umbauten für zwei Jahre verzichtet. Zudem sollen keine Dieselfahrzeuge der Modelljahre 2016 und 2017 in den USA verkauft werden, wie die Anwälte der Händler weiter mitteilten.

Chinesische Währung in Weltwährungskorb aufgenommen

Der chinesische Yuan ist ab heute gemeinsam mit dem Euro, dem US-Dollar, dem japanischen Yen und dem britischen Pfund Teil des Weltwährungskorbes. Das gab die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, gestern in Washington bekannt. Die Entscheidung zur Aufnahme der chinesischen Währung war bereits im Februar gefallen.

Von Oktober an ist die auch als Renminbi bekannte chinesische Währung mit 10,9 Prozent im Währungskorb vertreten. Dafür musste unter anderem der Euro Anteile abgeben. Das britische Pfund ist mit nur noch 8,1 Prozent Anteilen künftig schwächste der fünf Weltreservewährungen.

„Historischer Meilenstein“

Lagarde bezeichnete die Aufnahme der chinesischen Währung als „historischen Meilenstein“. „Dies bedeutet einen wichtigen Schritt hin zur Integration der chinesischen Volkswirtschaft in das weltweite wirtschaftliche System“, sagte Lagarde.

Die Aufnahme des Yuan bedeutet die erste Ausweitung des Währungskorbes in seiner Geschichte seit 1969 und die erste Neuaufnahme seitdem der Euro die D-Mark und den französischen Franc abgelöst hatte. Der Währungskorb hält die Sonderziehungsrechte vor, eine Art Reservewährung, über die Staaten Fremdwährungen eintauschen können. Den Kurs setzt der IWF fest, die Sonderziehungsrechte werden nicht an der Börse gehandelt.

Deutsche Bank in Turbulenzen

Mögliche Milliardenstrafen in den USA und Tausende Rechtsverfahren bringen die Deutsche Bank in die Bredouille. Seit Tagen kämpft die Bank mit sinkenden Aktienkursen und Gerüchten über notwendige Staatshilfen für das größte deutsche Geldinstitut. Das wurde von Bank und deutscher Regierung dementiert. Gestern fiel die Aktie des Geldinstituts erstmals unter zehn Euro. Ein positives Gerücht ließ die Aktie am Abend aber nach oben schnellen.

Mehr dazu in Durch Rechtsstreitigkeiten geschwächt

Verbund von Tuifly, Air Berlin und Niki wird konkreter

Jene Pläne, wonach die angeschlagene deutsche Fluglinie Air Berlin 14 eigene Flugzeuge und alle 20 Jets ihrer österreichischen Tochter Niki in einen Verbund mit Tuifly einbringt, werden offenbar konkreter. Das „Handelsblatt“ berichtete gestern in einer Vorabmeldung, Tui-Airlines-Chef Henrik Homann habe den entsprechenden Plan zum Firmenverbund dem Aufsichtsrat des Ferienfliegers Tuifly präsentiert.

In den geplanten Verbund will Tuifly selbst seine 27 deutschen Ferienflieger einbringen. Die 14 Flieger der hoch verschuldeten Niki-Mutter Air Berlin, die in den Verbund sollen, wurden von der Air Berlin vor einigen Jahren von Tuifly gechartert.

Neuer Name noch offen

Insgesamt käme die neue Ferienfluggesellschaft, für die noch ein Name gesucht wird, also auf 61 Maschinen. Ein Sprecher von Air Berlin wollte sich zu der Nachricht laut „Handelsblatt“ nicht äußern. Details seien in kommenden Verhandlungen noch zu klären, hieß es am Freitag von Tuifly. Zudem müsse der Konzernaufsichtsrat dem Plan noch am 26. Oktober zustimmen.

An der Gemeinschaftsfirma soll Tuifly 25 Prozent der Anteile halten. Zudem werde den Mitarbeitern zugesichert, dass bisherige tarifliche Vereinbarungen unangetastet bleiben.

2.000 Bank-Austria-Mitarbeiter wollen Handshake

Rund 2.000 Mitarbeiter der Bank Austria, darunter viele Frauen, interessieren sich für ein freiwilliges, mit einer Prämie versüßtes Ausscheiden aus der Bank, schreibt der „Standard“ (Wochenendausgabe). Die Bank bietet Handshakes an, um einen Mitarbeiterabbau ohne Kündigungen zu ermöglichen. Bis gestern musste das Interesse angemeldet werden.

Wie viele Menschen tatsächlich unter diesem Programm ausscheiden, ist aber weiter offen. Einerseits müssen die Details noch ausgehandelt werden, andererseits hat sich die Bank vorbehalten, der einvernehmlichen Trennung nur dann zuzustimmen, wenn der Betrieb der Bank dadurch nicht gefährdet wird.

UniCredit-Ostgeschäft: Umzug nach Mailand abgeschlossen

Die italienische UniCredit hat unterdessen die Übertragung des Ostgeschäfts von ihrer Tochter Bank Austria abgeschlossen. Nun werden die CEE-Geschäfte der zugehörigen Mittel- und Osteuropatöchter von Mailand aus betrieben, nicht mehr von Wien aus, hieß es in einer Aussendung der italienischen Großbank. Die Reorganisation tritt den Angaben zufolge nun offiziell in Kraft.

Das Ostgeschäft untersteht nun direkt der Aufsicht der Nummer zwei im UniCredit-Konzern, Gianni Franco Papa. Er war selbst in Wien eine Zeit lang Chef der CEE-Division gewesen. Das CEE-Geschäft sei ein Kernasset der UniCredit Group wurde in der Aussendung weiters betont. Die CEE-Division wird weiterhin von Carlo Vivaldi geführt.

Chronik

Amokfahrerprozess: Debatte über Urteile „aus dem Bauch“

Nach dem Strafurteil gegen den Grazer Amokfahrer ist die Geschworenengerichtsbarkeit selbst zum Thema geworden. Kritik wird vor allem daran geübt, dass die Laienrichter „aus dem Bauch“ der überwiegenden Einschätzung von Gutachtern über die Zurechnungsfähigkeit von Alen R. widersprachen. Zu einem Gutteil verkennt die Kritik jedoch wesentliche strafrechtliche Grundsätze. Allerdings sehen auch langgediente Strafrechtler Reformbedarf. Ob die vorgeschlagenen Reformen im konkreten Fall etwas geändert hätten, steht auf einem anderen Blatt.

Mehr dazu in „Das ist man dem Rechtsstaat schuldig“

Ermordete Pensionistin: Freisprüche im Sutter-Prozess

Im Prozess rund um den Mordfall Sutter hat es gestern am Landesgericht Innsbruck zwei Freisprüche gegeben. Die Anklage gegen einen 61-Jährigen und seinen Sohn hatte sich in erster Linie auf DNA-Spuren und Fingerabdrücke gestützt. Den beiden wurde zur Last gelegt, vor mehr als neun Jahren die Pensionistin Ingrid Sutter in ihrer Innsbrucker Wohnung getötet zu haben.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Hurrikan „Matthew“ bedroht Karibikküste Kolumbiens

Hurrikan „Matthew“ hat an der Karibikküste Kolumbiens die höchste Alarmstufe ausgelöst. Ein 67-jähriger Mann starb, als er von einem Hochwasser führenden Fluss weggeschwemmt wurde, erklärte gestern (Ortszeit) der Gouverneur des Departements La Guajira, Jorge Velez.

Der Hurrikan, der in seinem Inneren Windgeschwindigkeiten von knapp 240 Stundenkilometern erreicht, bewegt sich auf die kolumbianische Küste zu, teilte das Hurrikanzentrum in Miami mit. Jedoch wird heute ein Schwenk nach Nordwesten in Richtung Jamaika erwartet.

Suche nach vermisstem Briten fördert antike Gräber zutage

Auf der Suche nach einem vor rund 25 Jahren in Griechenland verschwundenen britischen Kleinkind sind britische Sonderermittler auf antike Gräber gestoßen. „Wir haben vier Gräber entdeckt, die mindestens 1.500 bis 2.000 Jahre alt sind“, sagte Kommissar John Cousins von der Polizei von South Yorkshire in einem gestern veröffentlichten Video.

Von Buben fehlt weiter jede Spur

Während Archäologen die Gräber nun untersuchten, gehe die Suche nach dem vermissten Briten weiter. Aufgrund neuer Zeugenaussagen fahndet ein britisches Expertenteam mit Unterstützung der griechischen Polizei seit Montag in der Nähe eines Bauernhofes der Ägäis-Insel Kos wieder nach den sterblichen Überresten von Ben Needham. Der 21 Monate alte Bub war 1991 zum letzten Mal lebend gesehen worden.

Die Suche konzentrierte sich zunächst auf ein großes Feld mit Oliven- und Feigenbäumen. Nach den Aussagen eines neuen Zeugen vermuten die Beamten nun, Ben könnte seinerzeit beim Spielen von einem Bagger erfasst worden sein. In den vergangenen Jahren waren in Griechenland und Zypern mehrfach junge Männer gesichtet worden, die für Ben gehalten wurden - doch enttäuschten DNA-Tests jedes Mal die Hoffnungen.

Kultur

Startenor Kaufmann sagt weitere Auftritte ab

Der Opernsänger Jonas Kaufmann hat wegen Krankheit nun auch seine Auftritte an der Pariser Oper abgesagt. Er müsse mit dem Singen pausieren bis sich seine lädierten Stimmbänder wieder vollständig erholt haben, teilte die Pariser Oper gestern Abend mit. Der Startenor entschuldigte sich für die Enttäuschung, die wegen seiner Absagen in den vergangenen Wochen entstanden sei.

Kaufmann hätte im November in Paris in Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ auf der Bühne stehen sollen. Bei einer Untersuchung sei ein Hämatom auf den Stimmbändern entdeckt worden, als Nebenwirkung eines Medikaments sei eine kleine Vene geplatzt, erklärte Kaufmann. Er habe zu singen aufgehört, bis das Hämatom vollständig absorbiert sei, um irreversible Schäden zu verhindern, so Kaufmann.

Erst vor einer Woche hatte Kaufmann bereits seine Auftritte Ende September und Anfang Oktober an der Bayerischen Staatsoper absagen müssen. Der Opernstar hätte in der Richard-Wagner-Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ als Walther von Stolzing auf der Bühne stehen sollen.

ORF-Bestenliste im Oktober

Zum dritten Mal in Folge steht Sabine Grubers Kriegsreporter-Roman „Daldossi oder Das Leben des Augenblicks“ an der Spitze der Bestenliste, gefolgt von zwei Jungautorinnen, die sich in die erste Reihe der deutschen Gegenwartsliteratur geschrieben haben: Anna Weidenholzer ist mit ihrem Buch „Weshalb die Herren Seesterne tragen“, über einen Glücksforscher in der Alpenregion auf Platz zwei vertreten. Platz drei belegt „Oh Schimmi“, eine affenartige Verwandlungsgeschichte der mehrfach ausgezeichneten Schriftstellerin Teresa Präauer.

Mehr dazu in tv.ORF.at

Science

Panorama

Chinesischer Salzsee verfärbt sich rot

Ein alter Salzsee in der chinesischen Provinz Yuncheng hat sich teilweise rot verfärbt. Der See, durch den eine breite Straße führt, zieht derzeit zahlreiche Schaulustige an.

Seit Tausenden von Jahren wird Salz aus dem See gewonnen, der wegen seines hohen Salzgehalts auch „Chinesisches Totes Meer“ genannt wird. Anders als im Toten Meer können hier allerdings Pflanzen und Tiere überleben.

Straße über einen Salzsee in Yuncheng (China), der auf Grund von Algen auf einer Seite rot gefärbt ist

Reuters/China Stringer Network

Vergleich mit traditionellem Suppengericht

Weil der See, der durch die Straße in mehrere Teile geteilt wird, derzeit in verschiedenen Farben erscheint, vergleichen ihn laut chinesischen Medien die Einheimischen auch mit einem Yuanyang-Topf - einem Topf mit Unterteilungen, der mehrere unterschiedliche Suppen enthält.

Grund für die aktuelle Verfärbung ist das verstärkte Wachstum einer bestimmten Algenart. Der See, der insgesamt mehr als 130 Quadratkilometer groß ist, verändert im Lauf des Jahres mehrmals die Farbe und ist rot, blau oder grün.

Leute

Medien: „Brangelina“ fanden Übergangslösung für Kinder

Das einstige Hollywood-Traumpaar Angelina Jolie und Brad Pitt hat sich Medienberichten zufolge auf eine Übergangslösung für die Betreuung der gemeinsamen Kinder geeinigt. Wie das US-Promiportal TMZ gestern berichtete, stimmten die Schauspieler einer von den Behörden in Los Angeles vorgelegten Vereinbarung zu, wonach die Kinder in der Obhut von Jolie bleiben und Pitt ein Besuchsrecht bekommt.

Demnach sollen beide eine psychologische Beratung erhalten, Pitt muss sich außerdem regelmäßigen Alkohol- und Drogentests unterziehen. TMZ zufolge machte er bereits freiwillig einen Test - der war negativ. Der erste Besuch bei den Kindern soll nun gemeinsam mit einem Therapeuten erfolgen, der über das weitere Vorgehen entscheidet.

„Freiwillige Vereinbarung“

Die Vereinbarung gilt den Berichten zufolge bis zum 20. Oktober. In der Zeit soll Jolie mit den Kindern in einem gemieteten Haus in Los Angeles wohnen. Das Paar hat drei leibliche und drei adoptierte Kinder. Das Magazin „People“ zitierte eine anonyme Quelle mit den Worten, es handle sich um eine „vollkommen freiwillige Vereinbarung“ und nicht um eine Anordnung.

Die 41-jährige Jolie hatte vor kurzem die Scheidung von ihrem 52-jährigen Mann eingereicht und das alleinige Sorgerecht für die sechs Kinder beantragt. Unmittelbarer Auslöser der Trennung soll Medienberichten zufolge ein Ausraster Pitts während eines Fluges aus Frankreich nach Los Angeles gewesen sein. Das Paar hatte im August 2014 nach zehnjähriger Beziehung geheiratet.

„Bill, Let’s Go!“: Obama muss auf Clinton warten

Ex-US-Präsident Bill Clinton hat gestern auf dem Rollfeld von Tel Aviv Noch-US-Präsident Barack Obama auf eine Geduldsprobe gestellt. Dieser war bereits im Flugzeug „Air Force One“ zum Abflug bereit, nachdem er den Begräbnisfeierlichkeiten für den früheren israelischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Schimon Peres in Jerusalem beigewohnt hatte.

Ein Ex-Präsident lässt den Noch-Präsidenten warten: Obama muss auf Clinton warten, um nach Hause fliegen zu können.

Doch Clinton, unter dessen Vermittlung das Osloer Friedensabkommen zustande kam und der sich intensiv für eine Beilegung des Nahost-Konflikts eingesetzt hatte, hatte es weniger eilig. Er musste sich wohl noch von Freunden verabschieden.

In dem Video ist zu sehen, wie Obama ungeduldig aus der „Air Force One“ auf das Rollfeld hinunterblickt und Clinton mehrmals zuruft „Bill, Let’s Go!“. Obama verlässt sogar nochmals das Flugzeug, um Clinton anzutreiben - schließlich doch noch erfolgreich. Mit in der „Air Force One“ war neben Obama und Ex-Präsident Clinton auch Außenminister John Kerry.