Ausland

Bulgarien schickt 53 Flüchtlinge zurück nach Griechenland

Bulgarien schickt 53 Flüchtlinge zurück nach Griechenland. Dort seien die aus Afghanistan stammenden Personen registriert und würden deshalb auch wieder in das Land zurückgeschickt, sagte gestern ein hochrangiger Vertreter des Innenministeriums. Damit soll an alle ein Signal gesendet werden, die diesen Weg wählen.

Die Flüchtlinge seien mit einem Güterzug in das Land eingereist und verhaftet worden, so der Sprecher weiter. Weitere 34 illegale Flüchtlinge seien am Freitagabend festgesetzt worden. Seitdem die Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland dichtgemacht wurde, steigt in Bulgarien die Furcht, dass die Flüchtlinge über Bulgarien ihren Weg nach Westeuropa suchen könnten. Das Innenministerium entsandte Soldaten zur Unterstützung des Grenzschutzes.

Immer mehr Staaten entlang der Balkan-Route haben seit Jahresanfang ihre Grenzen geschlossen. Griechenland war bisher für viele Flüchtlinge der Haupteintrittspunkt nach Europa. Mit dem EU-Türkei-Abkommen haben die Ankünfte zwar abgenommen, zehntausende Flüchtlinge befinden sich aber weiter auf griechischem Boden.

Merkel und Hollande gedenken der Schlacht von Verdun

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef François Hollande gedenken heute der Schlacht um Verdun vor 100 Jahren. Die beiden Politiker werden unter anderem einen deutschen Soldatenfriedhof, das Rathaus der ostfranzösischen Stadt Verdun und die Gedenkstätte für die Opfer der wohl bekanntesten Schlacht des Ersten Weltkriegs besuchen.

Höhepunkt der Veranstaltungen ist eine Zeremonie am Beinhaus von Douaumont, in dem die Knochen von 130.000 während der Kämpfe getöteten deutschen und französischen Soldaten ruhen. Die 300 Tage dauernde Schlacht im Jahr 1916 mit mehr als 300.000 Toten gilt als Sinnbild für die Grausamkeit des Ersten Weltkriegs.

Venezuela: Regierung und Opposition starten Gespräche

Die sozialistische Regierung und die Opposition Venezuelas versuchen mit einem im Ausland eröffneten Dialog, die schwere Krise in dem südamerikanischen Ölstaat zu entschärfen. Vertreter beider Lager trafen sich zu Beratungen in der Dominikanischen Republik, berichtete der regionale Sender Telesur gestern. Beide Seiten standen sich bisher unversöhnlich gegenüber.

Am Dialog am Freitag nahm auf Regierungsseite laut Telesur unter anderem Außenministerin Delcy Rodriguez teil. Die Opposition schickte drei Abgeordnete. Als Vermittler traten der frühere Ministerpräsident Spaniens, Jose Luis Rodriguez Zapatero, sowie der dominikanische Ex-Staatschef Leonel Fernandez und der Ex-Präsident Panamas Manuel Torrijos auf. Der dominikanischen Zeitung „Listin Diario“ zufolge sollten dem Treffen in einem nicht genannten Ort im Osten des Karibikstaates weitere Kontakte folgen.

Venezuela steht kurz vor dem wirtschaftlichen Ruin. Nach 17 Jahren sozialistischer Regierung ist das Land mit den größten Rohölreserven der Welt ein Pulverfass. Es wird kaum noch etwas produziert, weil Grundgüter fehlen. Die Opposition will Staatschef Nicolas Maduro per Referendum absetzen, dieser regiert mit immer neuen Dekreten an der Oppositionsmehrheit im Parlament vorbei.

Französische Regierung will Benzinkrise lösen

Die französische Regierung bemüht sich um eine Lösung der Benzinkrise. „Die Situation hat sich sicherlich verbessert, wir müssen unsere Bemühungen aber besonders an diesem Wochenende fortsetzen“, sagte Verkehrsminister Alain Vidalies gestern nach einem Treffen mit Vertretern der Öl- und Verkehrswirtschaft in Paris.

„Die Franzosen haben ein Recht auf Benzin, weil die Mobilität auch ein Recht ist“, so Vidalies weiter. Notfalls werde man erneut intervenieren müssen, um Blockaden zu stoppen, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Aus Protest gegen eine geplante Reform des Arbeitsrechts wurde in den vergangenen Tagen in den meisten Raffinerien gestreikt. Straßenblockaden an Benzindepots führten zu Engpässen an Tankstellen.

Betrieb in vier der acht Raffinerien eingestellt

Eine Sprecherin der Ölwirtschaft hatte sich zuvor noch skeptisch geäußert, die Situation habe sich auch heute kaum verbessert. Gestern wurde der Betrieb in vier der acht Raffinerien des Landes ganz eingestellt, in zwei weiteren wurde die Produktion reduziert.

Premierminister Manuel Valls, der ebenfalls an dem Krisen-Treffen teilgenommen hatte, will aber trotz Protesten und Straßenblockaden vor Benzinlagern an der Arbeitsmarktreform festhalten. „Wenn ein Text diskutiert (...) und von der Nationalversammlung angenommen worden ist, sehe ich es als meine Aufgabe, ihn durchzusetzen“, sagte Valls in einem zuvor veröffentlichten Interview des Boulevardblatts „Le Parisien“. Er wies allerdings auf zahlreiche Nachbesserungen der Reform hin.

Premierminister akzeptiert keine Blockaden

Die geplante Reform zur Flexibilisierung des Arbeitsrechts erlaubt es Unternehmen, Tarifverträge mit Betriebsvereinbarungen zu unterlaufen, und erleichtert Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen. Gegner der Pläne fürchten um Arbeitnehmerrechte und die Tarifautonomie.

Der Premierminister sagte der Zeitung, er achte das Streikrecht der Gewerkschaften, könne aber keine Blockaden akzeptieren, die „die Bewegungsfreiheit einschränken und Arbeitnehmer oder Arbeitssuchende behindern“. Menschen mit einem niedrigen Einkommen hätten am meisten unter der Lage zu leiden, sagte Valls.

Tante von Kim Jong Un soll in den USA leben

Die Tante des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un lebt angeblich unter falschem Namen in den USA. Die „Washington Post“ veröffentlichte am Freitag ein Interview mit der Schwester seiner Mutter Ko Yong Hui, die sich nach eigenen Angaben vor 18 Jahren nach Amerika absetzte und mehrere Autostunden von New York entfernt lebt.

Kim Jong Un sei so alt wie ihr eigener Sohn, und sie habe ihm als Kleinkind die Windeln gewechselt, berichtete die Frau. Er sei später ein großer Basketballfan gewesen, habe den Ball sogar mit ins Bett genommen.

60-Jährige betreibt Kleiderreinigung

Kim sei aber auch ein bockiges Kind gewesen. „Wenn ihn seine Mutter gebeten hat, nicht mehr mit seinen Spielsachen zu spielen und stattdessen etwas zu lernen, hat er nicht widersprochen. Er protestierte auf andere Weise - etwa, indem er in den Hungerstreik trat.“

Sie könne sich vorstellen, eines Tages nach Nordkorea zurückzugehen und zwischen dem Regime und ausländischen Mächten zu vermitteln. „Ich verstehe die USA und ich verstehe Nordkorea“, sagte sie der Zeitung. Die 60-Jährige betreibt in den USA eine Kleiderreinigung. Ko Yong Hui war die dritte Ehefrau von Kim Jong Uns 2011 verstorbenem Vater und Vorgänger Kim Jong Il.

Inland

Mitterlehner verlangt von Sozialpartnern „Umorientierung“

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner verlangt von den Sozialpartnern eine „Umorientierung“. Diese müssten sich „komplett“ ändern, sagte der ÖVP-Chef gegenüber dem „Kurier“ (Sonntag-Ausgabe). „Ich empfehle ihnen eine Umorientierung auf das, was Österreich braucht - und nicht, was die jeweilige Gruppe gerade braucht.“

Die Sozialpartner müssten „die Interessen des Standortes und die internationale Ebene in den Fokus rücken, nicht nur das, was sie der eigenen Klientel gerade günstig verkaufen können“, so der Vizekanzler.

Beide Seiten müssen Kompromisse eingehen

Derzeit würden die Sozialpartner nur fordern: „Die Arbeitnehmervertreter fordern ständig Ausweitungen sozialer Rechte und Schutzbestimmungen. Die Arbeitgeber fordern ein Riesenpaket an Maßnahmen und Steuererleichterungen, ohne die Gegenfinanzierung darzustellen.“

Zur Zusammenarbeit innerhalb der Koalition sagte Mitterlehner, „beide Seiten werden Dinge akzeptieren müssen, die ihnen bisher wenig Freude gemacht haben, aber immer mit dem Ziel, dass es der Wettbewerbsfähigkeit dient“. Gefragt nach Bestrebungen innerhalb der ÖVP, Liberalisierungen und Flexibilisierungen - etwa bei den Arbeitszeiten und der Gewerbeordnung - einzuleiten, sagte Mitterlehner, er wolle hier nicht ins Detail gehen: „Denn das würde der neuen Partnerschaft widersprechen.“ Logisch sei aber, „dass wir in den Bereich der Tabus hineingehen müssen“.

Pfadfinderkundgebung gegen Grenzschließung auf Brenner

Pfadfinder und Caritas-Mitarbeiter haben auf dem Brenner eine Kundgebung gegen die Errichtung von Grenzsperren abgehalten. Italienische Jugendliche übergaben dabei Holzkreuze von der „Flüchtlingsinsel“ Lampedusa an ihre österreichischen Kollegen, wie die Nachrichtenagentur Kathpress gestern berichtete.

Kreuze zuvor gesegnet

An der Aktion beteiligten sich neben den österreichischen Pfadfindern aus Innsbruck mehrere Gruppen von Explorern, Rangern und Rovern aus Italien. Der Südtiroler Bischof Ivo Muser hatte die Kreuze aus Lampedusa am Vormittag gesegnet. Im Anschluss zogen die Jugendlichen zur umstrittenen, sich aktuell aber noch nicht in Betrieb befindlichen Grenzsperre an der österreichisch-italienischen Grenze.

Lampedusa, zwischen Italien und Libyen rund 200 Kilometer vor Sizilien gelegen, ist als Ziel Tausender Migranten zu einem Sinnbild der Flüchtlingskrise geworden. Der auf der Insel tätige Tischler Franco Tuccio schuf aus den Trümmern eines gekenterten Flüchtlingsbootes ein knapp drei Meter hohes und einen halben Zentner schweres Holzkreuz, das er Papst Franziskus im April 2014 übergab. Bei den Kreuzen, die zum Brenner getragen werden, handelt es sich um kleinere Exemplare.

Sport

Tennis: Thiem erreicht French-Open-Achtelfinale

Zum dritten Mal innerhalb von vier Wochen hat Dominic Thiem das Duell mit seinem Freund Alexander Zverev gewonnen. Gestern zermürbte der 22-jährige Niederösterreicher den 19-jährigen Deutschen in einem packenden Paris-Drittrundenspiel mit 6:7 (4/7) 6:3 6:3 6:3 - und steht damit erstmals im Achtelfinale der French Open. Thiem trifft nun auf den Spanier Marcel Granollers.

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Formel 1: Ricciardo holt in Monaco erste Pole

Der Aufwärtstrend bei Red Bull geht weiter. Zwei Wochen nach dem Erfolg von Max Verstappen in Barcelona holte sich Daniel Ricciardo gestern im Qualifying für den Grand Prix von Monaco die erste Poleposition seiner Karriere.

Für Red Bull Racing ist es die erste Pole seit Brasilien 2013. Der Australier legte im Fürstentum an der Cote d’Azur eine wahre Traumrunde auf dem Asphalt hin und hielt damit auch die beiden Silberpfeile von Nico Rosberg und Lewis Hamilton in Schach.

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Leichtathletik: Distelberger und Dadic auf Olympiakurs

Dominik Distelberger und Ivona Dadic befinden sich nach dem ersten Tag des Mehrkampfmeetings in Götzis auf gutem Weg zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. In Führung liegen im Zehnkampf der Kanadier Damian Warner mit 4.424 Punkten sowie im Siebenkampf dessen Landsfrau Brianne Theisen-Eaton (3.972 Punkte) vor der Britin Katerina Johnson-Thompson (3.932).

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Giro d’Italia: Nibali schlüpft vor Finale in Rosa Trikot

Die vorletzte Etappe beim 99. Giro d’Italia hat gestern einen erneuten und den wohl entscheidenden Wechsel an der Spitze der Gesamtführung gebracht.

Dank einer bravourösen Attacke auf dem vorletzten Anstieg vor der Bergankunft in Sant’Anna di Vinadio nahm Lokalmatador Vincenzo Nibali dem bisherigen Leader Esteban Chaves über eineinhalb Minuten ab - und geht nun mit 52 Sekunden Vorsprung auf den Kolumbianer in das Finale Richtung Turin. Für Nibali wäre es der zweite Giro-Triumph nach 2013.

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Wirtschaft

Bayer-Chef verteidigt Übernahmepläne für Monsanto

Bayer-Chef Werner Baumann hat die umstrittenen Pläne des Konzerns zur Übernahme des US-Saatgut-Herstellers Monsanto verteidigt. „Wir passen gut zusammen“, sagte Baumann im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAZ“). Durch Kooperationen und Lizenzvereinbarungen sei man bereits verbunden.

Bayer habe ein attraktives Angebot für den US-Konzern vorgelegt, dass Monsanto voll bewerte, sagte Baumann. Daher sei er zuversichtlich. Er machte aber auch deutlich, dass bestimmte Konditionen erfüllt werden müssten. „Da bleiben wir konsequent.“

Bayer will Monsanto für 62 Milliarden Dollar übernehmen. Der US-Konzern lehnt die Offerte jedoch als zu niedrig ab. Auch beim deutschen Bauernverband, Umweltschützern und in der Politik stießen die Pläne auf Skepsis.

Marke Monsanto könnte verschwinden

Monsanto hat sich als Entwickler des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat, wegen gentechnisch veränderter Produkte und aggressiver Geschäftspraktiken einen schlechten Ruf erworben. Baumann deutete deshalb in dem Interview an, dass die Marke Monsanto verschwinden könnte. Die MArke Bayer habe „weltweit eine hervorragende Reputation und Stahlkraft“, dies gelte es zu nützen, so der neue Bayer-Chef, der seit Anfang Mai im Amt ist.

Russland plant keine Teilnahme an OPEC-Treffen im Juni

Der russische Energieminister Alexander Nowak will einem Agenturbericht zufolge nicht am OPEC-Treffen im Juni teilnehmen. Das sei nicht geplant, meldete die Nachrichtenagentur RIA gestern. Die nächste Zusammenkunft der Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist für den 2. Juni in Wien geplant.

Russland gehört dem Verbund nicht an, stand aber angesichts des Ölpreisverfalls in den vergangenen Monaten in regem Kontakt mit OPEC-Mitgliedern.

Gespräche bei jüngstem Treffen gescheitert

Beim jüngsten Treffen der Ölförderländer in Doha im April war Russland anwesend gewesen. Damals waren die Gespräche über eine Deckelung der Ölproduktion gescheitert.

Wegen des Überangebots und der mauen Weltkonjunktur sank der Ölpreis seit Mitte 2014 von 115 Dollar (102,97 Euro) auf zeitweise unter 30 Dollar pro Barrel. Erst in den vergangenen Tagen sprang der Preis wieder über die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar je Barrel (159 Liter).

Schock oder Chance? Die „Brexit“-Folgen für die Wirtschaft

Vor dem britischen Referendum zum EU-Austritt wird kaum ein Thema so heftig diskutiert wie die möglichen Auswirkungen eines EU-Austritts auf die Wirtschaft Großbritanniens. Für die einen ist der „Brexit“ Synonym für Hoffnung und Aufschwung, die anderen sehen in ihm den schlimmsten Katastrophenfall für London und Brüssel. Doch was könnte im Fall des Falles tatsächlich auf die britische Wirtschaft zukommen?

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Chronik

Tödlicher Motorradunfall vor Ambergtunnel

Auf der Rheintalautobahn (A14) ist gestern in Vorarlberg ein Motorradfahrer tödlich verunglückt. Ersten Informationen zufolge kam der Motorradlenker in Fahrtrichtung Bregenz kurz vor dem Ambergtunnel zu Sturz.

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58-Jähriger nach Frontalcrash in Lebensgefahr

Ein 58-Jähriger ist gestern bei einem Verkehrsunfall in der Südsteiermark lebensgefährlich verletzt worden: Der Südsteirer war bei Großklein im Bezirk Leibnitz mit seinem Pkw gegen ein entgegenkommendes Auto gekracht.

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Mörder flüchtete aus psychiatrischer Klinik in der Schweiz

Ein verurteilter Mörder ist in der Nacht auf gestern aus der psychiatrischen Klinik Königsfelden in Windisch im Schweizer Kanton Aargau geflohen. Es handelt sich um einen 22-jährigen Aargauer, der 2009 eine junge Vietnamesin im Kanton Tessin getötet hatte. Die Polizei fahndet nach ihm.

Der Mann brach gewaltsam aus der geschlossenen forensischen Abteilung der Klinik aus, wo er untergebracht war, wie die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) gestern mitteilten. Die Klinik ist laut dem Konzept für stationäre forensische Psychiatrie der PDGAG, das auf der Website zu finden ist, auf einen niedrigen und mittleren Sicherheitsstandard ausgerichtet und verfügt über keine Hochsicherheitsabteilung.

Bei Tat erst 16 Jahre alt

Der gesuchte Mann hatte 2009 in Sessa im Tessin eine 17-jährige Vietnamesin mit einem Holzscheit erschlagen, damals war er selbst erst 16 Jahre alt gewesen.

Aufgrund ausgewerteter Handydaten hatte die Polizei den Schweizer im August 2009 zum Verschwinden der Jugendlichen befragt. Ihre Überreste waren dann im Juni 2010, zehn Monate nach dem Verschwinden, in Sessa aufgefunden worden. Wenig später wurde der Jugendliche an seinem Wohnort im Aargau verhaftet.

Das Jugendgericht Baden hatte den Aargauer 2013 wegen Mordes zur Höchststrafe im Jugendrecht - zu einem Freiheitsentzug von vier Jahren und zu einer geschlossenen Unterbringung - verurteilt.

IT

Nach LinkedIn auch MySpace von Datenleck betroffen

Nur wenige Tage nach einem Fall beim Onlinekarrierenetzwerk LinkedIn sollen Berichten zufolge auch Millionen entwendeter Zugangsdaten von MySpace aufgetaucht sein. Bis zu 427 Millionen Passwörter und 360 Millionen E-Mail-Adressen von Nutzern seien möglicherweise in einer gehackten Datenbank enthalten.

Das meldete die US-Website Motherboard am Freitag (Ortszeit) mit Verweis auf Angaben der Internetplattform LeakedSource. Auch andere Sites wie ITPro aus Großbritannien berichteten darüber. MySpace wollte sich den Angaben zufolge bisher nicht dazu äußern.

Womöglich derselbe Hacker wie bei LinkedIn

Laut Motherboard könnte es sich um denselben Hacker handeln, der in den Besitz von 177 Millionen Datensätzen von LinkedIn - unter anderem mit Benutzernamen und Passwörtern - gelangt sein soll.

LinkedIn hatte seine Mitglieder Mitte Mai zum schnellen Passwortwechsel aufgerufen, nachdem Informationen im Netz zum Verkauf gestellt worden waren. Das MySpace-Leck sei bisher nicht ans Licht gekommen, auch der genaue Zeitpunkt des Datendiebstahls sei unklar, hieß es auf Motherboard.

LinkedIn hatte betont, in seinem Fall habe es sich nicht um Beute aus einem aktuellen Angriff, sondern aus dem Jahr 2012 gehandelt. Das Unternehmen hatte schon damals dazu aufgerufen, Passwörter zu ändern.

Religion

Papst gedenkt der im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge

Papst Franziskus hat heute 500 Buben und Mädchen im Vatikan empfangen, die in Heimen für Flüchtlinge und für Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen wohnen. Dabei rief er zum Gebet und Gedenken für die zahlreichen Kinder auf, die auf ihrer Flucht nach Europa im Mittelmeer ums Leben gekommen sind. Bei dem Treffen hielt der Papst eine orangefarbene Rettungsweste, die ein im Meer ertrunkenes Mädchen getragen hatte.

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Kultur

Sieben Festnahmen nach Diebstahl von Bacon-Gemälden

Knapp ein Jahr nach dem Diebstahl von fünf Gemälden des britischen Künstlers Francis Bacon hat die spanische Polizei sieben Verdächtige festgenommen. Sie stehen im Verdacht, in den Diebstahl aus einer Privatwohnung in Madrid im Juli 2015 verwickelt zu sein, teilten die Ermittler gestern mit.

Von den auf einen Wert von insgesamt rund 25 Millionen Euro geschätzten Kunstwerken fehlt allerdings weiter jede Spur. Auf die Schliche kamen die Ermittler den mutmaßlichen Kriminellen über eine auf das Aufspüren gestohlener Kunstwerke spezialisierte britische Privatdetektei. Diese hatte eine E-Mail mit Fotos von zwei der gestohlenen Bilder erhalten - samt der Frage, ob eines davon als gestohlen gemeldet sei.

Fotos mit Leihkamera gemacht

Die spanischen Ermittler fanden heraus, dass die Fotos mit einer Leihkamera gemacht wurden. Über die Verleihfirma verfolgten sie die Spur bis zu dem Kunden, der die Kamera gemietet hatte. Dieser gehört zu den nun festgenommenen Verdächtigen, ebenso wie ein Madrider Kunsthändler und dessen Sohn.

Das Opfer des Diebstahls soll Berichten zufolge ein enger Freund des 1992 in Madrid verstorbenen Künstlers sein. Ebenfalls bei dem Einbruch gestohlen wurde ein Tresor mit einer Münzsammlung, Schmuck und anderen Wertgegenständen. Die Täter hatten zugeschlagen, während der Besitzer der Kunstwerke in London gewesen war.

Die Werke von Francis Bacon sind bei Sammlern sehr gefragt. Sein Gemälde „Three Studies of Lucian Freud“ wurde 2013 für umgerechnet 128 Millionen Euro versteigert und stellte damit einen Rekord auf.

Lifestyle