Karzai will Friedensgespräche in Doha boykottieren
Die afghanische Regierung von Präsident Hamid Karzai will sich nicht an Friedensgesprächen mit den Taliban im Golfemirat Katar beteiligen. Der Hohe Friedensrat werde nicht an Verhandlungen teilnehmen, solange es sich nicht um einen vollständig von Afghanen geführten Friedensprozess handle, teilte der Präsidentenpalast heute in Kabul mit.
Die Taliban hatten gestern ein Verbindungsbüro in Katars Hauptstadt Doha eröffnet. Die US-Regierung hatte daraufhin direkte Gespräche mit den Aufständischen dort angekündigt. Karzai besteht darauf, dass die Taliban mit seiner Regierung verhandeln. Die Aufständischen lehnten das bisher ab.
Auch Gespräche zu Sicherheitsabkommen abgebrochen
Afghanistan wolle Friedensgespräche mit den Taliban auf der Basis der Errungenschaften der vergangenen zehn Jahre, hieß es heute in der Mitteilung weiter. „Aber von diesem Büro (der Taliban) geht eine Botschaft von Krieg und Blutvergießen aus.“ Die Taliban hatten zuvor angekündigt, ihre Angriffe und Anschläge in Afghanistan trotz der bevorstehenden Gespräche mit den USA fortzusetzen.
Der afghanische Präsidentenpalast hatte zuvor Verhandlungen mit den USA über ein Sicherheitsabkommen ausgesetzt. Grund seien „Widersprüche zwischen den Taten und den Aussagen der Vereinigten Staaten von Amerika hinsichtlich des Friedensprozesses“, teilte das Büro von Karzai mit.
