Letzte Meldung

Tschechien: Babis zeichnet sich als Wahlsieger ab

Die Protestbewegung ANO des Milliardärs Andrej Babis zeichnet sich erwartungsgemäß als Sieger der tschechischen Parlamentswahl, die heute zu Ende gegangen ist, ab. Wie das tschechische Statistikamt mitteilte, liegt ANO nach der Auszählung von rund sechs Prozent der Wahllokale bei rund 30 Prozent.

Die Sozialdemokraten (CSSD) des Premiers Bohuslav Sobotka rutschten auf ein einstelliges Ergebnis - zwischen acht und neun Prozent - ab. Überraschend auf Platz zwei mit elf bis zwölf Prozent lag die populistische und islamfeindliche Partei Freiheit und direkte Demokratie (SPD) von Tomio Okamura, gefolgt von den Kommunisten (KSCM) mit zehn bis elf Prozent. Auch die Piraten-Partei sorgte für eine große Überraschung mit fast zehn Prozent.

Schwarzenberg schafft Hürde nicht

Die konservative Demokratische Bürgerpartei (ODS) kann laut bisherigen Ergebnissen mit rund neun Prozent rechnen, die christdemokratische Volkspartei (KDU-CSL) mit etwa sieben Prozent. Die Bürgermeisterpartei (STAN) liegt derzeit über der fünfprozentigen Wahlhürde, während die liberal-konservative TOP 09 von Karel Schwarzenberg mit drei bis vier Prozent den Einzug ins Abgeordnetenhaus nicht schaffen würde.

Aussagekräftigere Ergebnisse werden am Abend erwartet, wenn auch die größeren Städte ausgezählt sind. Sollten sich die vorläufigen Ergebnisse bestätigen, stehen Tschechien schwere Regierungsverhandlungen bevor.

Inland

Pilz bei Kurz: Einigkeit über neuen Eurofighter-U-Ausschuss

ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat heute Vormittag seine Sondierungsgespräche mit den anderen Parteichefs fortgesetzt. Um 11.00 Uhr traf er sich mit dem Ex-Grünen und Listengründer Peter Pilz im ÖVP-Klub. Dabei sei man etwa übereingekommen, dass der Eurofighter-Untersuchungsausschuss fortgesetzt werden soll, berichtete Kurz nach dem gut eineinhalbstündigen Gespräch vor Journalisten.

Pilz zeigte sich nach der Unterredung durchaus zufrieden: „Es war ein gutes Gespräch.“ Wann der Eurofighter-U-Ausschuss, der wegen der Neuwahl vorzeitig beendet werden musste, genau fortgesetzt wird, stehe noch nicht fest, so Pilz.

Kein „Aluhut“-Umweltminister

Gesprochen habe man auch über Klimapolitik als zentrales Anliegen der Liste Pilz, erklärte der Ex-Grüne. Er habe Kurz auch vor einem Umweltminister aus den Reihen der FPÖ gewarnt: „Ich möchte nicht, dass jemand mit Aluhut im Umweltministerium sitzt und erzählt, dass es keinen Klimawandel gibt.“ Schon zuvor hatte Pilz gesagt, ein „gutes, sachliches Verhältnis“ zum künftigen Bundeskanzler sei ihm zwar „recht“, er führe aber keine Regierungsverhandlungen, so der Vertreter der kleinsten Parlamentsfraktion. „Unser Platz ist die Opposition und die Kontrolle.“

Auch Strache geladen

Für 13.00 Uhr war schon das nächste Gespräch, dieses Mal mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, anberaumt: Strache ließ Kurz zunächst warten, nach Angaben seiner Mitarbeiter steckte er im Stau. Kurz selbst ließ heute die Frage, ob die FPÖ sein Wunschpartner für eine Regierung sei, weiter unbeantwortet. Es gebe zwei Parteien, mit denen eine Koalitionsbildung möglich sei, erinnerte Kurz. Mit den Freiheitlichen gebe es inhaltliche Übereinstimmungen, aber auch Unterschiede.

Strache erklärte vor Journalisten, er sei gespannt, in welche Richtung der ÖVP-Chef weiter gehe und wen er zu Verhandlungen über eine Regierungsbildung einladen werde. Die Wähler hätten jedenfalls einen „Wunsch nach Veränderung“ signalisiert, nachdem sie ÖVP und FPÖ entsprechend gestärkt hätten. „Wir sind bereit - natürlich -, ernsthaft zu verhandeln“, betonte Strache.

Platter hofft auf neue Regierung vor Weihnachten

Der Tiroler Landeshauptmann und ÖVP-Landeschef Günther Platter hält für die kommenden Koalitionsgespräche wenig von „roten Linien“ und starren Vorgaben. „Dann bringt man keine Koalition zustande“, sagte Platter heute in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“. ÖVP-Chef Sebastian Kurz habe bei allen Themen freie Hand. Die neue Regierung soll laut Platter bis Weihnachten stehen.

Eine Diskussion über „rote Linien“ würde die Problemfelder nur schwieriger machen. Wichtig und entscheidend seien „harte Gespräche und zu schauen, dass Österreich so rasch als möglich eine Koalition haben wird - spätestens vor Weihnachten. Das ist jetzt das Ziel“, so der Tiroler Landeshauptmann.

Tirol-Wahl im Februar

Auf eine mögliche schwarz-blaue bzw. türkis-blaue Koalition wollte sich Platter nicht festlegen. Entscheidend sei, „mit wem die Inhalte am besten umgesetzt werden können, damit Österreich verändert werden kann“. Er verwies zudem darauf, dass es von der SPÖ den „massiven Versuch gegeben hat, mit den Blauen eine Regierung zu bilden, mit dem Ziel, dass ja nicht Sebastian Kurz Bundeskanzler wird, aber das wird letztlich nicht gelingen“.

Den Wahlkampf für die Landtagswahl im Februar will die Tiroler ÖVP als eigenständige Bewegung führen. „Wir werden unseren eigenen Wahlkampf machen. Das wird sich alles auf mich zuspitzen. Wenn Sebastian Kurz kommt - und es wird den einen oder anderen Wahlkampfauftritt geben -, ist er herzlich willkommen“, so Platter.

Ob die Tiroler ÖVP dabei weiter auf die traditionelle Farbe Schwarz oder auf das neue ÖVP-Türkis setzt, ließ der Landeshauptmann offen. „Tirol ist ein schwarzes Land, aber diese Türkis-Farbe hat sehr viel gebracht.“

Audio dazu in oe1.ORF.at

„La Stampa“: EU will Wien bei Agenturvergabe bevorzugen

Brüssel arbeitet für die Vergabe der EU-Arzneimittelagentur (EMA) an Wien, um die Europaskepsis in Österreich zu reduzieren und eine Annäherung an die Visegrad-Länder zu vermeiden. Das berichtete heute die italienische Tageszeitung „La Stampa“.

Das Blatt berichtete, dass die Aussicht einer Verlegung der EMA von London nach Wien den mit der Regierungsbildung beauftragten ÖVP-Chef Sebastian Kurz bewegen könnte, ein europafreundliches Kabinett aufzubauen. „In Brüssel ist die Sorge einer möglichen Allianz Kurz’ mit der extremen Rechten groß, die Wien in Richtung Visegrad-Länder treiben könnte. Daher wird hinter den Kulissen gearbeitet, um Österreichs Annäherung an die osteuropäischen Länder zu verhindern“, analysierte die Turiner Tageszeitung.

19 Städte bewarben sich

Nach Ansicht von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) sind die Chancen Österreichs, im Zuge des „Brexit“ eine der beiden EU-Agenturen aus London an Land zu ziehen, dagegen im Sinken. „Unsere Chancen sind intakt, überbordend allerdings nicht“, räumte Kern gestern am Rande des EU-Gipfels in Brüssel ein.

Inzwischen erhöht auch die italienische Regierung den Druck auf Brüssel für eine Verlegung der EMA nach Mailand. „Wir führen eine intensive diplomatische Kampagne“, berichtete der italienische Premier Paolo Gentiloni. 19 Städte haben sich um die EMA beworben.

Kritik an Verhüllungsverbot

Der rote Polizeigewerkschafter Hermann Greylinger läuft nach den jüngsten skurrilen Polizeieinsätzen im Zuge des „Anti-Gesichtsverhüllungsgesetzes“ in Österreich Sturm gegen dieses.

Der stellvertretende Vorsitzende der Polizeigewerkschaft fordert in der Tageszeitung „Österreich“ ein Aus für das derzeitige Gesetz. „Das ist nicht vollziehbar, man hat aus Verfassungsgründen nicht hineingeschrieben, dass es um Burkas geht, und jetzt kommt so ein Mist raus.“ Der FSG-Mann wünscht eine Überarbeitung und Neuaufstellung des Gesetzes und sprach in „Österreich“ sogar von einer „Scheißregelung“.

Sobotka: Aufregung unverständlich

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) wies die Kritik zurück. „Tatsache ist, dass es seit Anfang Oktober in Wien erst etwas mehr als 30 Amtshandlungen im Zusammenhang mit dem neuen Gesetz gab. Die Aufregung ist also unverständlich und eher Provokationen geschuldet“, sagte Sobotka der Tageszeitung.

Für Aufsehen sorgten in den vergangenen Wochen vor allem Polizeieinsätze gegen Maskottchen, Clowns oder Bürger mit Schal im Gesicht. Zuletzt wurde etwa das Maskottchen der Demokratiewerkstatt des Parlaments bei einem Filmdreh anlässlich des Tags der offenen Tür am Nationalfeiertag vor dem Hohen Haus von der Wiener Polizei beamtshandelt.

Zanger will vor Verfassungsgerichtshof gehen

Nur wenige der Amtshandlungen seit Inkrafttreten des Verhüllungsverbots Anfang Oktober betraf bisher hingegen Frauen mit muslimischer Gesichtsverschleierung, auf die das Gesetz eigentlich abzielt. Der Wiener Anwalt Georg Zanger will das Gesetz im Auftrag einer Mandantin, die wegen eines Schals im Gesicht von der Exekutive gestoppt worden war, vor den Verfassungsgerichtshof bringen und seine Aufhebung erwirken.

Zeitung „Haaretz“ kritisiert „Philosemitismus“ der FPÖ

Nach dem guten Abschneiden der FPÖ bei der Nationalratswahl analysiert die israelische Zeitung „Haaretz“ die Rolle der jüdischen Community in Österreich, aber auch anderen europäischen Staaten. Sie werde zunehmend von rechtspopulistischen Parteien als Instrument benutzt, um Muslime und andere Minderheiten zu dämonisieren, schreibt „Haaretz“ in einem Kommentar über den neuen „Philosemitismus“.

„Israels bester Freund“

„Noch vor fast drei Jahrzehnten wurde Heinz-Christian Strache bei einem Fackelmarsch einer Gruppe, die sich selbst die Hitlerjugend zum Vorbild nahm, festgenommen. In diesen Tagen klingt der 48-jährige Chef der politisch weit rechts stehenden Freiheitlichen Partei - die nach der Wahl am Sonntag sehr wahrscheinlich Teil der neuen österreichischen Regierung sein wird - so, als wolle er Israels bester Freund sein.“

Strache absolvierte, ebenso wie andere FPÖ-Funktionäre, in den vergangenen Jahren immer wieder Israel-Besuche, forderte im Sommer sogar die Verlegung der österreichischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem - wohl in der Hoffnung, die Beziehungen zu verbessern. Israel gilt als besonders FPÖ-skeptisch, vor allem nach dem Regierungseintritt der Freiheitlichen im Jahr 2000; von 2000 bis 2004 zog Israel seinen Botschafter aus Wien ab. Dementsprechend weigerten sich auch israelische Regierungspolitiker, Strache im Rahmen seiner Israel-Besuche zu treffen.

Ähnlichkeit zu Wilders und Le Pen

Strache sei aber nicht der einzige Rechtsaußen-Politiker in Europa, der ein Anhänger dieses „Philosemitismus“ geworden ist, so „Haaretz“. Auch der niederländische, islamkritische Politiker Geert Wilders oder die Front-National-Chefin Marine Le Pen seien der jüdischen Community zugetan. Le Pen habe ihre Partei gegenüber der jüdischen Gemeinschaft in Frankreich als „besten Schutzschild“ bezeichnet. „Rechtsaußen-Politiker benutzen die jüdische Community (...) als Instrument, um Muslime oder andere Minderheiten zu dämonisieren“, so das Blatt. "Dennoch ist die Tendenz der weit rechts stehenden Politiker Richtung „Philosemitismus" großteils eine neue, vor allem weil viele der Parteien eigentlich noch antisemitische Elemente beherbergen, die immer wieder auftauchen.“

„Manchmal verrutscht die Maske (der FPÖ, Anm.) aber ein bisschen“, berichtet „Haaretz“ von der Diskussion über Spenden des jüdischen Immobilienunternehmers Georg Muzicant an die ÖVP, kurz vor der Wahl in Österreich. Strache ortete in einer TV-Debatte in Muzicants Unterstützung rot-schwarze „Verstrickungen“, „ein Wort, das in dem Kontext eine jüdische Verschwörung impliziert“, kritisiert „Haaretz“.

Ausland

Attentäter tötet mindestens 15 Rekruten in Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag in Kabul sind mindestens 15 afghanische Rekruten getötet worden. Vier Menschen seien verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium heute in der afghanischen Hauptstadt mit. Erst gestern waren bei Selbstmordanschlägen in Afghanistan bereits Dutzende Menschen getötet worden.

Bei einer Attacke auf eine Moschee in Kabul starben 56 Menschen. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Weitere 55 Menschen seien verletzt worden. Während des Freitagsgebets hatte sich ein Selbstmordattentäter in der schiitischen Moschee in die Luft gesprengt. Zu der Tat bekannte sich die sunnitische Dschihadistenmiliz Islamischer Staat.

Bereits 358 Tote bei Doppelanschlag in Somalia

Bei dem Doppelanschlag in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind nach offiziellen Angaben 358 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten liege bei 228, berichtete Somalias Nachrichtenagentur gestern Abend unter Berufung auf die Regierung.

Ausgebrannte Autos und zerstörte Gebäude am Explosionsort in Mogadischu

APA/AFP/Mohamed Abdiwahab

Die Bombenanschläge, die Mogadischu vor einer Woche trafen, waren die schwersten seit Beginn des Aufstands der Al-Schabab-Miliz vor etwa zehn Jahren. Im Zentrum der Hauptstadt detonierte zunächst eine in einem Lastwagen versteckte Bombe an einer belebten Kreuzung. Zwei Stunden später explodierte eine zweite Bombe in einem anderen Stadtbezirk.

Weiterer Anschlag am Freitag

Gestern kamen bei einem weiteren Bombenanschlag einem Augenzeugen zufolge mindestens zwei Menschen ums Leben. Die Autobombe sei in einem Vorort von Mogadischu explodiert, teilte die Polizei mit. Die Sicherheitskräfte seien noch nicht am Tatort angekommen, der nach Polizeiangaben in einer Gegend liegt, die von „kompromisslosen Islamisten“ bewohnt wird.

Experten: Neruda nicht an Krebs gestorben

Der chilenische Schriftsteller Pablo Neruda ist nach Einschätzung internationaler Experten nicht wie von der Militärjunta seinerzeit behauptet an Krebs gestorben. Diese Erklärung für den Tod des Literaturnobelpreisträgers im Jahr 1973 könne „mit hundertprozentiger Gewissheit“ ausgeschlossen werden, sagte der Wissenschaftler Aurelio Luna gestern in Santiago de Chile.

Chilenischer Schriftsteller Pablo Neruda im Jahr 1971

APA/AP/Laurent Rebours

Das 16-köpfige Gremium von Fachleuten aus Kanada, Chile, Spanien, Dänemark und den USA konnte jedoch zunächst keine weiteren Erkenntnisse über die wahre Todesursache gewinnen - was erneut die Frage aufwirft, ob der Dichter und Gegner des Militärmachthabers Augusto Pinochet 1973 womöglich ermordet wurde.

Familie geht von Giftmord aus

Neruda, ein Freund des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende, war am 23. September 1973, zwölf Tage nach dem Militärputsch Pinochets, im Alter von 69 Jahren gestorben. Die offizielle, von der Junta herausgegebene Sterbeurkunde gab Prostatakrebs als Todesursache an.

Die Familie des Schriftstellers geht davon aus, dass Neruda vergiftet wurde. 2013 hatte sein Chauffeur Manuel Araya seinerseits berichtet, Neruda sei nach einer mysteriösen Injektion am Vorabend seiner geplanten Ausreise nach Mexiko gestorben. Neruda wollte nach Mexiko ins Exil gehen, um sich dort in der Opposition gegen Pinochet zu engagieren.
Um die Todesursache zu klären, hatte die chilenische Justiz 2013 die Exhumierung von Nerudas Überresten angeordnet.

Sport

Fußball: Bayern gastieren bei Lieblingsgegner HSV

Bayern München ist zurück in der Spur. Mit Siegen in der Liga (5:0 gegen Freiburg) und der Champions League (3:0 gegen Celtic Glasgow) hat der Rekordmeister nicht nur Interimstrainer Jupp Heynckes einen optimalen Start in seine vierte Amtszeit ermöglicht. Die Münchner können in der neunten Ligarunde heute Abend auch entspannt bei Lieblingsgegner HSV antreten. Gegen den Club aus dem hohen Norden verloren die Bayern zuletzt vor mehr als acht Jahren.

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Fußball: Fernduell der Manchester-Clubs

Manchester City (1.) und Manchester United (2.) sind derzeit das Maß der Dinge in der englischen Premier League. Am neunten Spieltag gehen die Stadtrivalen heute ins Fernduell um die Tabellenführung. Die „Citizens“ von Josep Guardiola gehen auf ihren elften Sieg in Folge los, die „Red Devils“ von Jose Mourinho treten in Huddersfield an. Geht es nach ManCitys Kevin de Bruyne, sind die „Skyblues“ auch nach dem Spieltag in Führung: „Jeder weiß, was er zu tun hat.“

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Wirtschaft

Medien

Chronik

Festnahme nach Messerattacke in München

Nach einer Messerattacke in München ist ein Verdächtiger festgenommen worden. Der Mann soll in der Früh an sechs Tatorten in der bayerischen Hauptstadt mehrere Menschen mit Messern angegriffen haben, acht wurden verletzt. Er sei um die Mittagszeit in der Nähe der Ottobrunner Straße gefasst worden, die Beschreibung habe auf ihn gepasst, sagte ein Polizeisprecher.

Der Angreifer war polizeibekannt. Psychische Probleme dürften der Grund für seine Taten sein.

Beim Verdächtigen handelt es sich um einen 33 Jahre alten Mann. Wie die Polizei weiter mitteilte, ist er deutscher Staatsbürger und in München gemeldet. Die Polizei geht davon aus, dass die Taten aus einer psychischen Störung heraus begangen wurden. Der Mann mache keine Angaben, hieß es. Er sei in der Vergangenheit wegen gefährlicher Körperverletzung schon polizeilich in Erscheinung getreten.

Polizei am Rosenheimer Platz in München

APA/AFP/Christof Stache

Bei den Angegriffenen soll es sich um fünf Männer und eine Frau handeln. Der Mann habe seine Opfer wahllos ausgesucht, erklärte die Polizei. Die Verletzten erlitten Stiche und wurden geschlagen.

Motiv weiter unklar

Das Motiv und die Hintergründe blieben zunächst unklar. Nach den Angriffen hatte die Polizei Anrainer dazu aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben, Menschen sollten den Tatort meiden. In München waren viele Menschen schnell alarmiert und fühlten sich an den Amoklauf vom Juli 2016 erinnert. Damals hatte ein 18-Jähriger neun Menschen erschossen.

Kinderpornoring in Brasilien gesprengt

Die brasilianische Polizei hat in einer landesweiten Razzia gegen ein Pädophilennetzwerk 108 Verdächtige festgenommen. Sie sollen Kinderpornografie nicht nur verbreitet, sondern in einigen Fällen auch selbst produziert haben, wie brasilianische Medien gestern berichteten.

Es handle sich um die größte Operation gegen Pädophilie in einem südamerikanischen Land, wie ein Behördensprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. 1.100 Polizisten durchsuchten Gebäude in 24 der 26 brasilianischen Bundesstaaten und der Hauptstadt Brasilia. An der Operation waren auch Spezialisten der US-Botschaft beteiligt.

Weitere Ermittlungen

Der britische Sender BBC berichtete, die Ermittler hätten insgesamt 150.000 kinderpornografische Bilder sichergestellt. Die mutmaßlich von der Gruppe selbst hergestellten Bilder zeigten demnach unter anderem auch den Missbrauch von jungen Kindern und Säuglingen. Unter den Festgenommenen seien Polizisten im Ruhestand, Beamte und Verantwortliche von Jugend-Fußballvereinen.

Ob der Ring in Brasilien unabhängig operiert oder Verbindungen zu kriminellen Netzwerken in anderen Ländern gehabt habe, untersuchten die Ermittler noch, hieß es in dem Bericht.

Messerstecherei in Wien: 16-Jähriger in Lebensgefahr

Bei einer Messerstecherei vor einem Lokal in Wien ist gestern Abend ein 16-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden. Die Polizei ermittelt wegen Mordversuchs.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Auch in Oberösterreich kam es in der Nacht zu einer Messerstecherei. Vor einem Lokal in der Linzer Altstadt verletzten einander zwei Männer gegenseitig schwer. Ein 19-jähriger Türke war mit einem 20-jährigen Linzer in Streit geraten. Der Linzer erlitt einen Bauchstich.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Religion

Kultur

Gesundheit

Panorama

Digitaluhr zählt verbleibende Tage von Trumps Amtszeit

Eine überdimensionale Digitaluhr zählt in New York die Tage und Stunden rückwärts, die bis zum Ende der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump verbleiben. Installiert hatte die Uhr, die an der Wand einer Fabrikshalle im Stadtteil Queens hängt, eine Gruppe von Künstlern Ende Juni während einer Comedy-Veranstaltung.

Sie ist von einem nahegelegenen Bootssteg am East River, von Fähren auf dem Fluss und aus weiterer Entfernung auch von Manhattan auf der anderen Uferseite zu sehen.

„Ausdauer“ gefordert

Über die Bedeutung der roten Digitalziffern hielten die Macher die Öffentlichkeit erst einmal im Dunkeln. „Wir haben es mit Absicht undurchsichtig gelassen, damit die Leute ihre eigenen Schlüsse ziehen können“, sagte Künstler Brandon Stosuy der Website DNAinfo. Nach und nach würden die Betrachter aber verstehen, worum die Aktion sich dreht. „Es erinnert daran, wie viele Leute es nicht abwarten können, bis es vorbei ist“, sagte Stosuy mit Blick auf Trumps Präsidentschaft. Diese erfordere von den Menschen „Ausdauer“.

Nach der US-Präsidentschaftswahl im November 2020 wird der nächste neue Präsident voraussichtlich am 20. Jänner 2021 vereidigt. Da die amerikansiche Verfassung eine Höchstzeit von zwei Amtszeiten vorsieht, könnte Trump allerdings auch wiedergewählt werden. Zudem gibt es Diskussionen, ob gegen Trump etwa wegen möglicherweise unerlaubter Geschäfte ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet werden könnte. Bei einem Erfolg könnte seine laufende Amtszeit dann schon vor Beginn des Jahres 2021 enden.

Auf die Frage, was Stosuy im Fall einer Wiederwahl Trumps tun würde, antwortete er: „Das wäre zu deprimierend.“

Science

Lifestyle

Leute

Benefizkonzert mit fünf Ex-US-Präsidenten

Fünf frühere amerikanische Präsidenten helfen zusammen beim Geldsammeln für die Opfer der jüngsten Hurrikan-Serie in den USA und US-Außengebieten. Jimmy Carter (93), George Bush Sen. (93), Bill Clinton (71), George W. Bush (71) und Barack Obama (56) wollen heute Abend (Ortszeit) gemeinsam an einem Benefizkonzert in Texas teilnehmen und dabei nach Angaben der Veranstalter auch den Einsatz der Freiwilligen und Ersthelfer in den betroffenen Gebieten würdigen.

„Die Hurrikans ‚Harvey‘, ‚Irma‘ und ‚Maria‘ haben schreckliche Verwüstungen gebracht - aber sie brachten auch das Beste an Menschlichkeit“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der fünf Ex-Präsidenten. „Als frühere Präsidenten wollen wir zusammenkommen, um unseren Mitbürgern in Texas, Florida und der Karibik beim Wiederaufbau zu helfen.“

Stelldichein der Künstler

Als Künstler haben sich unter anderem die Countrymusiker Alabama, The Gatlin Brothers, Lee Greenwood, Lyle Lovett, Robert Earl Keen and Stephanie Quayle, Soulsänger Sam Moore, Gospelsängerin Yolanda Adams und Popstar Cassadee Pope angesagt.

„Harvey“ hatte im August im Südosten von Texas verheerende Überschwemmungen verursacht. Im September folgte „Irma“, der in fast ganz Florida teils schwere Schäden anrichtete. Im selben Monat verwüstete „Maria“ weite Teile von Puerto Rico und den Virgin Islands.