Ausland

Yonhap: Nordkorea setzt Atom- und Raketentests aus

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat laut einem südkoreanischen Medienbericht angekündigt, die Atom- und Raketentests seines Landes auszusetzen und ein Atom-Testzentrum zu schließen. Ab dem 21. April werde Nordkorea seine Atomtests und den Abschuss von Interkontinentalraketen einstellen, zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap nordkoreanische Staatsmedien. Demnach wird ein Atom-Testzentrum im Norden des Landes geschlossen.

„Genug ist genug“: US-Schulstreiks wegen Waffengewalt

An vielen Highschools in den USA ist es gestern zu einem ganztägigen Streik gegen Waffengewalt gekommen. Landesweit waren unter dem Motto „Genug ist genug“ rund 2.500 Veranstaltungen angemeldet, um für härtere Gesetze einzutreten. Am Vormittag verließen vielerorts Mädchen und Buben ihre Klassenräume und das Schulgelände. Eine Studie ergab, dass Schießereien an US-Schulen rasant zugenommen haben.

Jahrestag des Columbine-Massakers

Das alles geschah neun Wochen nach dem Schulmassaker von Parkland, bei dem 17 Menschen starben. Außerdem jährte sich gestern das Massaker an der Columbine High School im US-Bundesstaat Colorado zum 19. Mal. Im Jahr 1999 hatten zwei Teenager zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen.

Der Streik ist Teil einer schon mehrere Wochen andauernden Kette von Protesten in den USA. In Florida hatte am 14. Februar ein 19-Jähriger 14 Schüler und drei Erwachsene erschossen. Daraufhin entstand ein breites Bündnis protestierender junger Menschen.

Die Schüler werfen der Politik vor, dass sie auch nach Parkland trotz vieler Versprechen keine durchgreifenden Änderungen der Gesetzgebung durchgesetzt hat. Jedes Jahr sterben in den USA viele tausend Menschen durch Waffengewalt. Schulen werden wiederholt Ziel von Attentaten.

„Nie wieder“

Auch an der Marjory Stoneman Douglas High School, dem Ort des jüngsten Massakers, protestierten viele Schüler. Sie malten ein großes Transparent mit der Aufschrift „Nie wieder“. Ihre Lehrer, denen ein Verlassen des Geländes nicht gestattet war, reihten sich orangefarben gekleidet - die Farbe des Protests - auf. Sie trugen Schilder wie „Unsere Leben hängen von vernünftigen Waffengesetzen ab!“.

Die Ausstände gehen auf die 16 Jahre alte Initiatorin Lane Murdock aus Connecticut zurück. Sie startete nach dem Attentat von Parkland eine Onlinepetition auf der Plattform Change.org, die von deutlich mehr als 250.000 Menschen unterzeichnet wurde. Murdock sagte zu den wiederholten Attentaten auf Schulen: „Wir sollten entsetzt sein. Wir sind es nicht mehr. Es ist Teil der amerikanischen Kultur.“

Neuer Zwischenfall in Florida

Ausgerechnet am Tag der Proteste wurde aus Florida von einem neuen Zwischenfall berichtet. Nach Angaben lokaler Medien schoss in der Stadt Ocala ein Schüler an der Forest High School durch eine geschlossene Tür. Er verletzte einen Mitschüler am Knöchel und wurde auf der Flucht festgenommen. Im gesamten Bezirk Marion County wurden die Schulausstände danach verboten.

Proteste gegen Sargsjan in Armenien: 230 Festnahmen

Zehntausende Armenier haben gestern in Eriwan erneut gegen den bisherigen Präsidenten und jetzigen Regierungschef Sersch Sargsjan protestiert. Mehr als 230 Demonstranten wurden bei den Protesten festgenommen. Hunderte Menschen versuchten, Straßen in der Hauptstadt zu blockieren.

„Sargsjan ist ein Diktator“

Auch in Gumri, der zweitgrößten Stadt des Landes, versuchten Demonstranten, die Verkehrshauptschlagader zu blockieren. „Sargsjan ist ein Diktator“, war auf Schildern zu lesen, Demonstranten schwenkten armenische Flaggen. Der Abgeordnete und Oppositionsführer Nikol Paschinjan hatte am Dienstag den Beginn einer „friedlichen samtenen Revolution“ erklärt. Er rief seine Anhänger auf, landesweit „revolutionäre Komitees“ zu bilden. Mit ähnlichen Worten kündigte er gestern an, dass diese Revolution „sehr bald siegreich sein wird“.

Seit Tagen Proteste

Die Proteste in Armenien halten seit Tagen an. Am Dienstag gingen rund 40.000 Menschen im Zentrum von Eriwan auf die Straße. Sie fordern den Rücktritt des vom Kreml unterstützten Sargsjan. Er war vergangene Woche nach zwei Amtszeiten aus dem Präsidentenamt ausgeschieden. Am Dienstag wurde der 63-Jährige zum neuen Ministerpräsidenten gewählt.

Durch eine umstrittene Verfassungsreform, die im Dezember 2015 per Referendum gebilligt wurde und nun in Kraft trat, wird das Amt des Ministerpräsidenten deutlich aufgewertet. Die wahre Macht in der verarmten Kaukasusrepublik liegt damit bei Sargsjan. Das Staatsoberhaupt hat dagegen künftig vorwiegend repräsentative Aufgaben.

Hackerangriff auf Ex-CIA-Chef: Haft für Teenager

Ein britischer Teenager, der unter anderem das E-Mail-Konto des damaligen CIA-Chefs John Brennan hackte, ist zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Der Londoner Strafgerichtshof Old Bailey sah es gestern als erwiesen an, dass der heute 18-jährige Gründer der Gruppe Crackas With Attitude im Alter von 15 und 16 Jahren für „politisch motivierten Cyberterrorismus“ verantwortlich war.

Gegenüber Verizon und AOL als CIA-Chef ausgegeben

Seine Haftstrafe muss er in einer Jugendstrafanstalt absitzen. Außerdem wird sein Computermaterial beschlagnahmt. Der Jugendliche hatte sich gegenüber den Telekomunternehmen Verizon und AOL als damaliger Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Brennan, ausgegeben. Er knackte Passwörter und gelangte an hochsensible Daten und vertrauliche Dokumente.

Durch das Hacken von Brennans E-Mail-Konto kam der junge Mann unter anderem an Informationen über Militär- und Geheimdienstoperationen im Iran und in Afghanistan. Weiteres Ziel seiner Hackerangriffe waren der damalige Heimatschutzminister Jeh Johnson, zwei Berater des damaligen US-Präsidenten Barack Obama und eine FBI-Sonderagentin.

Zugang zu brisanten Informationen über Deepwater-Horizon-Explosion

Der Hacker drang zudem in das Netzwerk des US-Justizministeriums ein und hatte unter anderem Zugang zu Dokumenten über die Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon des BP-Konzerns im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Einen Teil des Materials gab der Jugendliche an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weiter.

Der Staatsanwaltschaft zufolge verübte der Angeklagte die Straftaten nach eigenem Bekunden aus Empörung über den „Tod unschuldiger Zivilisten“ durch die USA und aus Solidarität mit den Palästinensern. Es soll ihm gelungen sein, Daten aus dem Internet- und Telefonkonto des damaligen US-Geheimdienstkoordinators James Clapper zur propalästinensischen Bewegung Free Palestine Movement umzuleiten.

Unruhen an Gaza-Grenze: Vier Tote und Hunderte Verletzte

Bei neuen Unruhen im Gazastreifen sind laut palästinensischen Angaben vier Palästinenser getötet worden, darunter ein 15-Jähriger. Alle vier wurden erschossen, wie das Gesundheitsministerium in Gaza gestern mitteilte. Über 445 weitere Palästinenser seien verletzt worden, davon 125 durch Schüsse. Man prüfe die Berichte, sagte eine Sprecherin der israelischen Armee.

Palästinenser hatten in den vergangenen Tagen immer wieder Flugdrachen mit brennenden Flüssigkeiten oder Stofffetzen über die Grenze nach Israel gelenkt. Mehrfach hätten Felder in Israel Feuer gefangen, berichtete die „Times of Israel“. Nach Augenzeugenberichten feuerten israelische Soldaten auf die Drachen. Die israelische Armeesprecherin sagte, ihr sei davon nichts bekannt.

Bei Massenprotesten an der Gaza-Grenze wurden damit seit Ende März 39 Palästinenser getötet. Hunderte wurden durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt. Es ist der schlimmste Gewaltausbruch seit dem Gaza-Krieg 2014. Anlass für den „Marsch der Rückkehr“ ist der 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung.

Kneissl in Moskau: Russland lehnt Vermittlung ab

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht keine Möglichkeit für eine Vermittlerrolle Wiens zwischen Russland und dem Westen im Syrien-Konflikt. „In Syrien braucht man nur eine Vermittlung, eine Vermittlung zwischen den Konfliktparteien“, sagte er nach einem Treffen mit FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl gestern in Moskau.

„Österreich stets ehrlicher Makler“

Er schätze aber „sehr“, dass sich Österreich für eine Verbesserung des Klimas im Syrien-Konflikt einsetze, fügte Lawrow hinzu. „Österreich wird stets als ehrlicher Makler angesehen. Wenn es nicht genug ehrliche Makler gibt, könnte Österreich durchaus einen Beitrag leisten unter dem Dach der Vereinten Nationen“, sagte der russische Außenminister.

Zuvor hatten beide Minister die gute bilaterale Zusammenarbeit zwischen Moskau und Wien unterstrichen. „Wir hoffen sehr, dass wir in unseren Beziehungen Kontinuität wahren können“, so Lawrow, der sich von Kneissl eine Fortsetzung der Politik von Kneissls Vorgänger Sebastian Kurz (ÖVP) erhofft.

Scharfe Kritik an EU wegen Ukraine

In einer gemeinsamen Pressekonferenz übte Lawrow dann scharfe Kritik an der Ukraine-Politik der EU und der Solidarität mit den „Putschisten“ in Kiew. Russische Kompromisse, die zu einer Lockerung der EU-Sanktionen führen könnten, schloss er aus. Russland werde es nicht zulassen, dass die Minsker Vereinbarungen für eine Friedenslösung umgeschrieben würden.

Gleichzeitig brachte Lawrow seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der „gesunde Menschenverstand“ letztlich siegen werde und die Beziehungen zwischen der EU, ihrer Staaten und Russland letztlich von den jeweiligen nationalen Interessen geprägt werden. Am Ende der Pressekonferenz vermied Lawrow den Blick in die Kamera - auch zur Verwunderung russischer Journalisten.

Kneissl betont gute bilaterale Beziehungen

Kneissl hatte zuvor die gute Entwicklung der bilateralen Beziehungen betont und etwa auf das starke Wachstum im Bereich Tourismus und Wirtschaft verwiesen, aber auch heiße Eisen nicht ausgespart, wie den Fall Skripal, bei dem Österreich mit Großbritannien solidarisch sei. Österreich weise aber keine Diplomaten aus, so Kneissl. Sie verwies dabei auf die Rolle Wiens als Standort internationaler Organisationen.

Auch verfolge Wien die Lage im Menschenrechtsbereich „mit großer Aufmerksamkeit“. Die Außenministerin hatte zuvor gesagt, dass ihr seit Längerem geplantes Treffen mit Lawrow durch die jüngste Zuspitzung des Syrien-Konflikts „eine andere Dynamik“ bekommen habe.

Treffen mit UNO-Syrien-Vermittler

Kneissl traf in Moskau auch mit UNO-Syrien-Vermittler Staffan de Mistura zusammen, um über einen möglichen österreichischen Beitrag zu den Vermittlungsbemühungen zu sprechen. „Wir hatten ein sehr nützliches Treffen“, sagte der UNO-Diplomat nach dem Gespräch in einem Moskauer Hotel.

Auf die Frage, ob er die österreichischen Bemühungen im Syrien-Konflikt schätze, sagte De Mistura: „Wir sind erfreut, Österreich hier zu treffen und zusammenarbeiten zu können.“ Keinen Kommentar wollte er jedoch auf die Frage geben, ob wieder Syrien-Gespräche in Wien stattfinden könnten.

Kneissl mit Gesprächen zufrieden

Kneissl selbst zog am Ende des Besuchs in Moskau eine positive Bilanz. „Es wurden alle Ziele erreicht“, sagte sie gegenüber mitreisenden österreichischen Journalisten am Moskauer Flughafen. Die Gespräche in Moskau seien „gut verlaufen“, insbesondere jenes mit De Mistura. Es habe sich um das „erste von mehreren“ Gesprächen gehandelt, so die Außenministerin.

Inland

Gudenus springt auf Orbans Anti-Soros-Kampagne auf

FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus kann der Anti-Soros-Kampagne des rechtskonservativen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban einiges abgewinnen. Es gebe „stichhaltige Gerüchte“, wonach Soros daran beteiligt sei, „Migrantenströme nach Europa zu unterstützen“, sagte Gudenus gegenüber der „Presse“ (Samstag-Ausgabe).

„Stichhaltige Gerüchte“

So habe Soros etwa einige NGOs finanziert, die „für die Massenmigration nach Europa mitverantwortlich“ sind. Gefragt nach Beweisen für seine Behauptung sagte Gudenus: „Ich habe von stichhaltigen, sich verdichtenden Gerüchten gesprochen.“ Er glaube nicht, dass „die Massenimmigration nach Europa zufällig in dem Ausmaß passiert“ sei. Soros sei da einer der möglichen Akteure.

„Es gibt auch diverse Papiere in der EU, die zeigen, dass das stattfinden soll“, so Gudenus. Der US-Milliardär spiele aus seiner Sicht jedenfalls „eine fragwürdige Rolle“. Er habe „mit viel Kapitalmacht versucht, alle möglichen Umwälzungstendenzen in Osteuropa zu finanzieren“.

„Figyelö“: Anton Pelinka ein „Soros-Söldner“

Orban behauptete im abgelaufenen Parlamentswahlkampf unter anderem, Soros würde von außen eine „Masseneinwanderung“ in die EU steuern. Die Angriffe auf Soros wurden in Ungarn auch nach dem Wahlsieg von Orbans FIDESZ-Partei am 8. April fortgesetzt. Die regierungsnahe Wochenzeitung „Figyelö“ veröffentlichte vor Kurzem eine Liste mit 200 Personen, die sie als „Soros-Söldner“ bezeichnete.

Darunter befand sich auch der österreichische Politikwissenschaftler Anton Pelinka, der an der von Soros initiierten Central Europe University (CEU) unterrichtet. Als Reaktion auf die Attacken erwägt die Soros-Stiftung Open Society Foundation (OSF) nun den Wegzug aus Budapest.

ÖVP und FPÖ beschließen „Sicherheitspaket“

Nach einer kontroversiellen Debatte im Parlament haben ÖVP und FPÖ gestern das umstrittene „Sicherheitspaket“ beschlossen. Mit den Gesetzesänderungen wird der Polizei unter anderem ermöglicht, Zugriff auf einen Großteil der Überwachungskameras im öffentlichen Raum zu bekommen. Nicht zuletzt deshalb äußerte die Opposition scharfe Kritik und sprach von einem „Überwachungsstaat“.

Mehr dazu in Beschluss trotz scharfer Kritik

„Schwarzbuch“: WWF zerpflückt ÖVP-FPÖ-Klimastrategie

Lückenhaft, widersprüchlich und viel zu vage: So lautet das Ergebnis einer vom Umweltschutzverband WWF gestern veröffentlichten Analyse zu den Umwelt- und Klimaplänen der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung. Österreich riskiere mit der Anfang April vorgestellten Klima- und Energiestrategie eine „internationale Blamage“, sagte der WWF-Klimasprecher Karl Schellmann.

In dem rund 40-seitigen „Schwarzbuch Klimastrategie“, das ORF.at vorliegt, wird unter anderem kritisiert, dass im Strategiepapier kein „klares Zielbild“ formuliert wurde. Außerdem seien die Maßnahmen und Instrumente „weder in ihrer Wirkung noch in ihrem Finanzbedarf“ quantifiziert. Konkrete Zahlen und klare Zuständigkeiten für die Vorhaben würden fehlen.

NGOs: „Zahnloser Papiertiger“

Freilich ist die Kritik an den Klima- und Energieplänen der Regierung, kurz „#mission2030“, nicht neu. Zuletzt bemängelten vor allem NGOs fehlende Inhalte und warfen der zuständigen Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) Mutlosigkeit vor. Umweltorganisationen hatten im Vorfeld die Strategie als „zahnlosen Papiertiger“ kritisiert, das durch Wirtschaft und Industrie weichgezeichnet worden sei.

Auch die WWF-Analyse greift die Kritik auf und betont, dass die Klimastrategie noch hinter den Ankündigungen im Regierungsprogramm zurückbliebe. So sei beispielsweise die geplante Neuverteilung der Kompetenzen im Energierecht vage formuliert worden. Zwar wolle die Koalition Doppelgleisigkeiten bei den Zuständigkeiten vermeiden, wie und wann das zu erreichen wäre, fehle allerdings.

Neben der Kritik an mangelnder Konkretisierung wird im „Schwarzbuch“ auch die Einbindung der Öffentlichkeit thematisiert. Über den breit angekündigten Diskussionsprozess herrsche noch immer Unklarheit. „Selbst gegebene Standards für Öffentlichkeitsbeteiligung werden bisher ignoriert“, heißt es in der Analyse weiter.

Köstinger spricht von „Meilenstein“

Während viele Umweltschutzorganisationen die Klima- und Energiestrategie sezieren und deutliche Kritik anbringen, sprach Ministerin Köstinger in dieser Woche von einem „Meilenstein“. Die Ziele seien sehr ambitioniert, erklärte die zuständige Ressortchefin am Dienstag im Parlament.

Allerdings, das kündigte Köstinger nach der Präsentation der Klimastrategie Anfang April an, werden die Ziele und Vorhaben noch diskutiert. Stakeholder aus Wirtschaft, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft sollen mit eingebunden werden. Wie ORF.at zugetragen wurde, finden in den nächsten Tagen mehrere „Round Tables“ statt. Eine finale Strategie soll Anfang Juni vorliegen.

BVT-U-Ausschuss hat sich konstituiert

Der Untersuchungsausschuss zur Affäre um das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) hat sich gestern konstituiert. Die entsprechende Sitzung fand nach Ende der Plenarsitzung statt. Dabei wurde der Ausschuss durch die Behandlung des entsprechenden Verlangens in Kraft gesetzt.

Bures leitet Ausschuss

Laut Parlamentskorrespondenz werden am insgesamt 25. U-Ausschuss 18 Abgeordnete teilnehmen: sechs von der ÖVP, je fünf von SPÖ und FPÖ und je ein Mandatar von NEOS und Liste Pilz. Daneben wird es 18 Ersatzmitglieder geben. Den Vorsitz übernimmt die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ), sie hat bereits den Hypo-U-Ausschuss geleitet.

Die ÖVP-Fraktion wird von Werner Amon angeführt, die FPÖ setzt auf Hans-Jörg Jenewein, die SPÖ auf Kai Jan Krainer, NEOS ist durch Stephanie Krisper vertreten und die Liste Pilz durch Alma Zadic. Die Dauer des Untersuchungsausschusses ist laut Verfahrensordnung grundsätzlich auf 14 Monate beschränkt, im Bedarfsfall kann er auf bis zu 20 Monate verlängert werden.

Wirtschaft

WTO-Chef: Handelsstreit kann globales Wachstum abwürgen

Der Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevedo, hat davor gewarnt, dass der von US-Präsident Donald Trump befeuerte Handelsstreit bei einer Eskalation das weltwirtschaftliche Wachstum abwürgen könnte. Die Spannungen im Handel seien eine der größten Bedrohungen für den globalen Aufschwung, sagte Azevedo in seinem gestern veröffentlichten Redetext für den Lenkungsausschuss des Internationalen Währungsfonds (IWF) IMFC.

Es bestehe die Gefahr, dass sich dieser Konflikt zu einem Schlagabtausch über Handelsbeschränkungen zwischen einzelnen Staaten auswachse, der Unsicherheiten für den globalen Handel und das weltweite Wachstum schaffen würde.

WTO sieht sich in Schlüsselrolle

Wenn etwa der Handel zwischen zwei größten Akteuren der Weltwirtschaft zusammenbrechen würde, würde sich das rasch auf andere Länder auswirken und Wachstum sowie viele Jobs kosten, sagte Azevedo. Am Ende wären es die ärmsten Länder, die am meisten leiden würden. Gegen solche Gefahren helfe nur eine weltweite Kooperation.

In diesem Prozess sieht sich die WTO in einer Schlüsselrolle. Ohne die Institution, die sich selbst als Wächterin des freien Welthandels begreift, wäre es womöglich schon im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 zu einer Protektionismuswelle gekommen. Azevedo hält ein starkes, regelbasiertes, multilaterales Welthandelssystem für unabdingbar, um für Stabilität und Berechenbarkeit im Handel zu sorgen.

Griechenland hat Haushaltsziel 2017 übertroffen

Griechenland hat im vergangenen Jahr nach Regierungsangaben das von seinen internationalen Geldgebern gesteckte Haushaltsziel deutlich übertroffen. 2017 sei der Budgetüberschuss ohne Kosten für den Schuldendienst zwischen 3,5 und vier Prozent der Wirtschaftsleistung gelegen, sagte ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters gestern.

Erhöhte Beiträge zur Sozialversicherung, Einkommensteuer- und Mehrwertsteuereinnahmen seien der Grund für die Überschüsse, so der Regierungsvertreter weiter. Die Kapitalgeber hatten Griechenland im Rahmen des laufenden Hilfsprogramms für den Primärüberschuss im Jahr 2017 ein Ziel von 1,75 Prozent vorgegeben. 2018 und 2019 sollen jeweils 3,5 Prozent erreicht werden.

Griechenland hat seit 2010 von seinen europäischen Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Hilfen in der Höhe von 260 Milliarden Euro erhalten. Das 2015 vereinbarte dritte Rettungsprogramm hat ein Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro und soll im August auslaufen. Die Regierung in Athen will sich danach wieder Geld auf dem Kapitalmarkt leihen.

Sport

Tennis: „Lauwarme Leistung“ ärgert Thiem

Dominic Thiem hat aus Monte Carlo im Viertelfinale mit gesenktem Haupt Abschied genommen. Denn die Art und Weise, wie er sich gestern gegen die spanische Nummer eins Rafael Nadal präsentiert hatte, behagte dem 24-Jährigen ganz und gar nicht.

Thiem war von Anfang an chancenlos. Das Positive für Thiem neben seinem Erfolg gegen den Serben Novak Djokovic am Vortag: Den Fitnesstest nach der fünfwöchigen Verletzungspause hat er problemlos bestanden.

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Wien-Marathon: Triathletin Wutti vor Debüt entspannt

Zwölf Jahre nach Olympiasiegerin Kate Allen ist wieder eine prominente österreichische Triathletin beim Vienna City Marathon (VCM) dabei. Eva Wutti, zweifache Siegerin des Ironman Austria in Klagenfurt, will aber nicht wie Allen den Halbmarathon, sondern die ganzen 42,195 Kilometer laufen. Die 29-jährige Kärntnerin geht ihr Marathon-Debüt betont entspannt an. Lediglich die letzten zwei Wochen forcierte sie während einer Thailand-Reise das Lauftraining, für Sonntag erwartet sie sich einen „schönen Ausflug“. Bei diesem wird allerdings das Limit für die Leichtathletik-EM angepeilt.

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Fußball: Ära Wenger geht nach 22 Jahren zu Ende

Im englischen Fußball geht nach der laufenden Saison eine Ära zu Ende. Arsene Wenger nimmt nach 22 Jahren als Trainer von Arsenal FC seinen Hut. Das gab der Londoner Traditionsclub gestern bekannt.

„Ich fühle, dass es am Ende der Saison für mich Zeit ist zurückzutreten“, sagte der 68-jährige Franzose. Wenger verlässt Arsenal nicht nur als erfolgreichster Trainer der Vereinsgeschichte, sondern auch als Rekordcoach der englischen Premier League.

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Chronik

Kultur

Erste Publikumsvorführung eines Films in Riad seit 35 Jahren

Erstmals seit 35 Jahren haben Menschen in Saudi-Arabien gestern an der Publikumsvorführung eines Films in der Hauptstadt Riad teilgenommen. Wie ein AFP-Reporter berichtete, betraten Dutzende Männer und Frauen den Kinosaal für die Vorführung des US-Actionfilms „Black Panther“ - Popcorn und Erfrischungsgetränke inklusive.

Die Eintrittskarten waren kurz nach dem Beginn des Onlineverkaufs am Donnerstagabend vergriffen. In den Sozialen Netzwerken gab es Beschwerden wegen der mit 75 Rial (etwa 16 Euro) als zu hoch erachteten Eintrittspreise.

US-Gigant AMC Entertainment hält Lizenz

Das Kino mit 250 Plätzen hatte der US-Gigant AMC Entertainment eröffnet. Er erhielt die Lizenz für die Eröffnung von Kinos in dem ultrakonservativen Königreich. Das Unternehmen will nach saudi-arabischen Angaben in den kommenden fünf Jahren 40 Filmtheater aufmachen. Internationale Unterhaltungsketten werfen seit Langem ein Auge auf den saudi-arabischen Markt, wo die Mehrheit der über 30 Millionen Einwohner jünger als 25 Jahre ist. Am Mittwoch hatte in Riad eine Testvorführung von „Black Panther“, einem weltweiten Kassenschlager, stattgefunden. Daran nahmen nur geladene Gäste teil.

Teil des Modernisierungsprogramms

Saudi-Arabien ist vom Wahhabismus geprägt, einer besonders strengen und traditionellen Auslegung des Islam. Kinos waren in dem Land seit den 1980er Jahren verboten. Die Eröffnung von Kinos ist Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms von Kronprinz Mohammed bin Salman. Dieser hatte nach seiner Ernennung im Juni vergangenen Jahres einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Reformkurs angekündigt.

In den vergangenen Monaten entschied die Regierung bereits, das Autofahrverbot für Frauen aufzuheben, zudem dürfen Frauen inzwischen Fußballspiele in Stadien besuchen. Den religiösen Führern im Land sind die Reformen ein Dorn im Auge.

„Der Rüssel“: Steckt ein Elefant im Fenster

Literat, Popstar, Lebenskünstler: Ende der 1960er Jahre ist Wolfgang Bauer zu einem der bekanntesten Autoren Österreichs aufgestiegen. Anders als seine Zeitgenossen Peter Handke und Peter Turrini geriet der 2005 verstorbene Grazer Vielschreiber allerdings in Vergessenheit - bis jetzt: Im Mai erscheint die erste Biografie über den Schriftsteller und Lebenskünstler. Gestern feierte Bauers erstes abendfüllendes Theaterstück „Der Rüssel“ in Wien Premiere - ein absurdes Werk, in dem ein Elefant und Riesenschnecken Chaos über ein steirisches Alpen-Dorf bringen.

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Medien

ORF-Team bei Dreharbeiten in Wien angegriffen

Im Zuge einer Recherche rund um den türkischen Verein ATIB wurde gestern ein ORF-Team in Wien-Brigittenau tätlich angegriffen. Der Verein lehnte Dreharbeiten in den eigenen Räumlichkeiten an Ort und Stelle ab, daraufhin drehte das Team unter anderem in einem nahe gelegenen Park. Dort wurde das Team von zwei Männern zuerst verbal bedroht, einer der Männer schlug dann dem Kameramann die Kamera ins Gesicht.

Dem Redakteur, der den Vorfall mit seinem Handy filmen wollte, trat der Mann in den Bauch. Der zweite Mann versuchte zuerst erfolglos, ihn davon abzuhalten, konnte ihn dann aber schließlich wegziehen. Daraufhin ist der Mann im ATIB-Gebetsraum verschwunden, wo ihn die Polizei schließlich rausholte. Der Vorfall wurde von der Polizei der Staatsanwaltschaft gemeldet. Ob der Angreifer dem Verein ATIB angehört, ist laut ORF nicht bekannt. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

IT

Twitter verbietet Werbung von Kaspersky Lab

Twitter verbietet Werbung des russischen Sicherheitssoftware-Herstellers Kaspersky Lab. Das Geschäftsmodell des Unternehmens vertrage sich nicht mit den Werbevorschriften, teilte der Kurznachrichtendienst gestern mit. Er verwies zudem auf Vorwürfe der US-Regierung, wonach Kaspersky Verbindungen zu russischen Geheimdiensten haben soll.

Firmenkogründer Eugene Kaspersky erklärte, es sei gegen keinerlei Regeln verstoßen worden. Er bat Twitter darum, die Werbesperre zu überdenken. Nach Darstellung der Regierung in Washington kann die Software benutzt werden, um russische Spionage zu ermöglichen. Kaspersky Lab hat auch diese Vorwürfe zurückgewiesen.

Leute

Frühere First Lady Barbara Bush wird beigesetzt

Die verstorbene frühere First Lady Barbara Bush wird heute im US-Bundesstaat Texas beigesetzt. An der Trauerzeremonie in der Großstadt Houston wird neben der Familie unter anderem First Lady Melania Trump teilnehmen, nicht aber US-Präsident Donald Trump. Erwartet wird zudem Trumps Vorgänger Barack Obama mit seiner Ehefrau Michelle.

Die Ehefrau des früheren US-Präsidenten George H.W. Bush und Mutter des späteren Präsidenten George W. Bush war am Dienstag im Alter von 92 Jahren gestorben. Sie galt als Herz und Mittelpunkt der Politikerdynastie Bush und war bekannt für ihre Schlagfertigkeit und ihren trockenen Humor. Als First Lady in den Jahren 1989 bis 1993 setzte sie sich für allem für Leseprogramme ein und gründete eine entsprechende Stiftung.

Queen Elizabeth II. feiert 92. Geburtstag

Die britische Königin Elizabeth II. feiert heute ihren 92. Geburtstag. Die Monarchin wird dazu am Abend ein Konzert in der Londoner Royal Albert Hall besuchen. Auftreten werden etwa Tom Jones, Kylie Minogue, Craig David und Sting. „Nicht viele 92-Jährige bekommen so ein heißes Ticket zum Geburtstag“, schrieb das US-Magazin „Time“.

BBC überträgt Konzert live

Die BBC wird das Konzert live übertragen. Dem Sender zufolge werden noch weitere Mitglieder der Königsfamilie dabei sein. Ob die Queen schon tagsüber mit ihrer Familie feiert, wollte der Palast nicht mitteilen. Offiziell wird der Geburtstag der Queen mit der Parade „Trooping the Colour“ im Juni begangen. Dann ist meist das Wetter besser. Die Parade vermittelt stets einen Hauch von Empire.