Ausland

„Spiegel“: Orban würdigt Hitler-Verbündeten Horthy

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat den früheren ungarischen Reichsverweser und Hitler-Verbündten Miklos Horthy (1868 - 1954) einen „Ausnahmestaatsmann“ genannt. Trotz heftiger Kritik in Ungarn und im Ausland bekräftigte Orban vor Kurzem ausdrücklich, dass er an seiner positiven Einschätzung Horthys festhalte, berichtete der „Spiegel“ (Onlineausgabe) heute.

Horthy, Ungarns autoritäres Staatsoberhaupt der Zwischenkriegszeit, war ein erklärter Antisemit und lange Zeit treuer Verbündeter Adolf Hitlers. Er unterzeichnete zahlreiche spezifisch antijüdische Gesetze und war mitverantwortlich für die Deportation von rund 600.000 ungarischen Juden in deutsche Vernichtungslager.

Adolf Hitler und Miklos Horthy

APA/AFP/France Presse

„Nation gedient und sie angeführt“

Orban machte die Bemerkung über Horthy Mitte vergangener Woche bei der feierlichen Übergabe eines renovierten historischen Gebäudes in Budapest. In einer Rede würdigte er die Verdienste Horthys und anderer ungarischer Politiker der Zwischenkriegszeit um den Wiederaufbau Ungarns nach dem Ersten Weltkrieg und nach dem Frieden von Trianon (1920). Durch diesen hatte Ungarn zwei Drittel seines Staatsgebiets an seine Nachbarländer verloren.

Trotz des „Schocks von Trianon“ habe man „vom Boden aufstehen und ein erfolgreiches Land aufbauen“ können, sagte Orban den Angaben zufolge. Das sei einigen „Ausnahmestaatsmännern“, darunter Horthy, zu verdanken, die der „Nation gedient und sie angeführt“ hätten. Auch Ungarns „trauriges Engagement“ im Zweiten Weltkrieg könne Horthys Beurteilung „nicht überschatten“, zitierte der „Spiegel“ Orban.

Scharfe Kritik an Orban

Dessen Mitverantwortung am Holocaust erwähnte Orban nicht. Horthy hatte den Abtransport von ungarischen Juden außerhalb Budapests in deutsche Vernichtungslager gebilligt. Erst als ab Juli 1944 auch die Budapester Juden abtransportiert werden sollten, widersetzte er sich aufgrund internationalen Drucks.

Der Verband der jüdischen Gemeinden Ungarns (Mazsihisz) und der Jüdische Weltkongress (WJC) kritisierten Orbans Bemerkung über Horthy scharf als „Verherrlichung eines Hitler-Verbündeten“. „Horthys Verantwortung am Tod von 600.000 ungarischen Juden steht für uns außer Frage“, heißt es in einer Stellungnahme von Mazsihisz.

Orban: Habe meine Rede auf das Genaueste formuliert

Außerdem sei Horthy für den Tod Zehntausender ungarischer Soldaten verantwortlich, da Ungarn auf seinen Befehl hin am Krieg gegen die Sowjetunion teilgenommen habe. Auf diese Kritik angesprochen sagte Orban am vergangenen Freitag am Rande des EU-Gipfels: „Ich habe meine Rede auf das Genaueste formuliert und stehe zu jedem ihrer Worte.“ Auch Orbans Kanzleiminister Janos Lazar würdigte Horthy als „großen Patrioten“ und als „ehrbaren, durch und durch rechtschaffenen Militär“.

Horthy war österreichisch-ungarischer Admiral, ungarischer Politiker und als Reichsverweser langjähriges Staatsoberhaupt des Königreichs Ungarn. Er wurde 1944 abgesetzt und starb 1954 im Exil in Portugal. Seine sterblichen Überreste wurden 1993 aus Estoril nach Ungarn überführt und in einem Mausoleum in seinem Geburtsort Kenderes beigesetzt.

Mihai Tudose designierter neuer Premier Rumäniens

Nach langem Streit innerhalb der sozialdemokratischen Regierungspartei PSD wird voraussichtlich Mihai Tudose neuer Ministerpräsident Rumäniens. Die Führungen der PSD und ihres liberalen Juniorpartners ALDE haben heute dem bürgerlichen Staatspräsidenten Klaus Iohannis Wirtschaftsminister Tudose (PSD) als Kandidaten für das Amt des Premiers vorgeschlagen. Iohannis stimmte dem zu und leitete den Vorschlag an das Parlament weiter. Eine Mehrheit für Tudose galt als gesichert.

Der designierte rumämische Premier Mihai Tudose

APA/AFP

Vorgänger wurde vom Parlament gestürzt

Tudose soll Sorin Grindeanu (PSD) ablösen, der am vergangenen Mittwoch auf Initiative von PSD und ALDE vom Parlament gestürzt wurde. Zentrale Sorge der PSD bei der Bestimmung des Nachfolgers war die Frage, ob Tudose für einen der rumänischen Geheimdienste arbeite. „Er (Tudose, Anm.) wird die Pflicht haben, uns zu beweisen, dass er nicht unter doppeltem Kommando (der Geheimdienste, Anm.) steht“, sagte die PSD-Vizepräsidentin Lia Olguta Vasilescu.

Der PSD-Vorsitzende Liviu Dragnea will über einen ihm persönlich treuen Premier die Regierung kontrollieren, weil er selbst wegen seiner Vorstrafe nicht Ministerpräsident werden darf. Grindeanu fiel in Ungnade, weil er Dragnea nicht mehr gehorchen wollte. Dragnea warf Grindeanu zudem vor, ein Mann der Geheimdienste zu sein.

Iran fordert Europa zur Vermittlung im Streit um Katar auf

Der Iran hat Europa zur Vermittlung im Streit zwischen Saudi-Arabien und Katar aufgerufen. In einer Rede in Berlin konterte der iranische Außenminister Mohammad Dschavad Sarif heute die Terrorismusvorwürfe gegen sein Land und Katar. Die Urheber dieser Anschuldigungen versuchten lediglich die Verantwortung für ihr eigenes Versagen im Umgang mit den Forderungen ihrer Völker auf andere abzuwälzen.

Rouhani sagte Katar Unterstützung zu

Sarif plädierte für ein neues Dialogforum der Golfstaaten und ein Ende der Aufrüstungsspirale in der Region. Das iranische Präsident Hassan Rouhani hatte Katar zuvor seine Unterstützung zugesichert und die Belagerung des Landes inakzeptabel genannt. Der Luftraum sowie die Land- und Seewege des Iran seien für das befreundete Katar immer offen, sagte er.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Bahrain und Ägypten haben unter anderem ihren Luftraum für Flüge von und nach Katar gesperrt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte das Ultimatum als illegale Einmischung in die Angelegenheiten Katars. Seit Beginn der See- und Luftblockade hat die Türkei 100 Frachtflugzeuge mit Gütern in das Emirat entsandt und ihren Militärstützpunkt dort verstärkt.

Extremisten unterstützt?

Bahrains Außenminister warf Katar unterdessen vor, eine militärische Eskalation des politischen Konflikts zu betreiben. „Die Grundlagen des Disputs mit Katar sind diplomatischer Art und Sicherheitsfragen, sie sind keinesfalls militärisch“, sagte Außenminister Scheich Chalid bin Ahmad al-Chalifa. Es sei eine Eskalation, wenn Katar ausländische Soldaten und gepanzerte Fahrzeuge hinzuziehe.

Saudi-Arabien und die drei übrigen Staaten werfen Katar vor, Extremisten zu unterstützen. Sie fordern eine Einstellung dieser Hilfe, die Schließung des Fernsehsenders al-Jazeera, die Reduzierung der Zusammenarbeit mit dem Iran - dem wichtigsten Rivalen Saudi-Arabiens in der Region - und die Schließung des türkischen Militärstützpunkts in dem Land. Katar lehnt diese Forderungen ab und hat gerade erst weitere türkische Soldaten ins Land gelassen. Die Regierung in Doha betrachtet das Vorgehen der vier Staaten als Vergeltung dafür, dass Katar die Aufrechterhaltung autoritärer Erbmonarchien und Militärherrscher nicht mittrage.

Minderheitsregierung in Großbritannien steht

In Großbritannien haben sich die Konservativen von Premierministerin Theresa May mit der nordirischen Regionalpartei DUP auf ein Regierungsabkommen geeinigt. Die DUP wird allerdings nicht in die Regierung gehen, sondern die konservative Regierung lediglich im Parlament unterstützen.

Großbritanniens Premierministerin Theresa May und DUP-Chefin Arlene Foster

APA/AFP/Daniel Leal-Olivas

Die Torys hatten bei der von May ausgerufenen Unterhauswahl am 8. Juni ihre absolute Mehrheit verloren und sind daher auf die Unterstützung der kleinen DUP angewiesen. Doch die Verhandlungen zogen sich schon seit mehr als zwei Wochen hin. May hatte bereits in der Vorwoche die Umrisse ihres Regierungsprogramms vorgelegt.

Eine Milliarde mehr für Nordirland

Details über die Vereinbarung wurden offiziell zunächst nicht bekanntgegeben. Nach Informationen der „Sun“ soll Nordirland zusätzlich eine Milliarde Pfund (1,14 Mrd. Euro) erhalten. Eine Bedingung dafür sei eine neue Vereinbarung zur Machtteilung in Nordirland.

Al-Kaida-Geisel nach über fünf Jahren befreit

Nach mehr als fünfeinhalb Jahren Geiselhaft in Mali ist ein von der Terrororganisation Al-Kaida entführter Schwede wieder frei. Der im November 2011 im Norden Malis verschleppte Mann sei befreit worden und könne nach Schweden zurückkehren, teilte die schwedische Außenministerin Margot Wallström heute mit.

Zum Schicksal des mit Gustafsson entführten Südafrikaners Stephen Malcolm McGowan machte die Chefdiplomatin keine Angaben. Die dritte Geisel, die Al-Kaida damals in ihre Gewalt gebracht hatte, der Niederländer Sjaak Rijke, war 2015 von französischen Soldaten befreit worden.

Die Gruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb hat noch weitere Geiseln in ihrer Gewalt. Damit diese wieder freikommen, forderten die Islamisten unter anderem die Freilassung eigener Kämpfer.

Inland

Datenschutznovelle der Koalition im Schnellverfahren

Heute hat die Neufassung des Datenschutzgesetzes den Verfassungsausschuss des Nationalrats passiert. Die Novelle soll die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umsetzen, im Nationalratsplenum am Donnerstag soll sie bereits mit einfacher Mehrheit von SPÖ und ÖVP verabschiedet werden. Die Verfassungsbestimmungen wie etwa das Grundrecht auf Datenschutz wurden aus der Vorlage gestrichen, weil es dafür eine Zweidrittelmehrheit zur Änderung der Verfassung bräuchte, die aber gibt es nicht.

Keine der 109 Stellungnahmen wurde berücksichtigt, Kontroll- und Klagerechte werden eingeschränkt, und auch sonst sei „dieses Schnellsiedeverfahren von Pfusch geprägt“, so der Jurist Alexander Czadilek gegenüber ORF.at.

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Van der Bellen traf tschechischen Premier in Prag

Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist am Montag zu einem Antrittsbesuch nach Tschechien gereist. Nach der Ankunft mit dem Zug traf er am späten Nachmittag mit Ministerpräsident Bohuslav Sobotka zusammen. Das Treffen fand in der Präsidentenlounge des Prager Hauptbahnhofs statt.

Treffen mit Zeman auf Prager Burg

Höhepunkt des Besuchs Van der Bellens in Prag ist morgen, wenn der Bundespräsident von Präsident Milos Zeman auf der Prager Burg empfangen wird. Das Treffen der beiden Staatsoberhäupter Van der Bellen und Zeman ist vor allem auf persönlicher Ebene heikel.

Zeman hatte im Bundespräsidentschaftswahlkampf 2016 den letztlich untergelegenen FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer öffentlich unterstützt und ihn in einem viel kritisierten Schritt sogar auf der Prager Burg empfangen. Über den ehemaligen Bundessprecher der Grünen Van der Bellen sagte Zeman damals: „Ich mag die Grünen nicht.“ Im März lud er Van der Bellen zu einem Besuch ein.

Bilaterale Beziehungen als Thema

Tschechien ist das letzte große Nachbarland, das Van der Bellen im Rahmen seiner Antrittstour besucht. Seit seinem Amtsantritt war Van der Bellen bereits in der Schweiz, in Deutschland, in der Slowakei, in Italien, Slowenien und Ungarn. Ein Besuch in Liechtenstein ist laut Präsidentschaftskanzlei im Herbst geplant.

Zu Beginn des nicht medienöffentlichen Treffens mit Sobokta gratulierte der tschechische Premier Van der Bellen zur Wahl zum Bundespräsidenten. Thema das Gesprächs mit Sobotka waren die bilateralen Beziehungen und insbesondere die Wirtschaftsbeziehungen, wie es im Vorfeld hieß. Tschechien ist für Österreich nach Deutschland und Italien der drittwichtigste Handelspartner innerhalb der EU. Beide Seiten befürworten eine Beschleunigung des schleppenden Ausbaus der Verkehrsverbindungen zwischen Österreich und Tschechien.

Der tschechische Premier ist politisch schwer angeschlagen. Wegen der anhaltenden schlechten Umfragewerte musste Sobotka vor wenigen Wochen den Parteivorsitz seiner sozialdemokratischen CSSD an Außenminister Lubomir Zaoralek abgeben. Er wird bei der Parlamentswahl im Oktober auch nicht mehr als Spitzenkandidat antreten.

Ex-Ö3-Moderator Eppinger wirbt für Kurz

Aus Funk und Fernsehen ist Peter L. Eppinger bereits bekannt. Nun hat der Ö3-Moderator beim ORF gekündigt und wird Gesicht und Stimme der „Bewegung“ des designierten ÖVP-Chefs Sebastian Kurz. Eppinger wird ein Fest nach dem ÖVP-Parteitag moderieren, in Sozialen Netzwerken für Kurz kommunizieren und als Bindeglied zu jenen 60.000 Menschen dienen, die sich im Internet als „Unterstützer“ des ÖVP-Chefs gemeldet haben.

„Bin da sehr gerne dabei“

Er tue das, weil ihm die Politik von Kurz gefalle und dieser die Dinge grundsätzlich ändern wolle, sagte Eppinger heute bei der Vorstellung durch Kurz. „Ich bin da sehr gerne dabei.“ Ihn habe etwa beeindruckt, dass Kurz in der ÖVP alte Strukturen aufgebrochen habe.

Auch weltanschaulich stehe man einander nahe. „Ich unterstütze Sebastian Kurz und ich unterstütze das Programm von Sebastian. Natürlich ist das das der ÖVP“, so Eppinger. Ein Antreten auf Kurz’ Nationalratswahlliste schloss Eppinger aus.

Radiostimme für Kurz

„Ich habe bei Ö3 nach 22 Jahren gekündigt und bin gerade erst Papa geworden. Das war kein leichter Schritt, aber es ist ein wichtiges Anliegen.“ Deshalb sei es jetzt Zeit für einen „weiteren Schritt“.

Er habe sich immer politisch engagieren wollen, es sei aber niemand da gewesen, der für die entsprechende Politik gestanden sei. Kurz zeigte sich bei der Präsentation von Eppinger, die im Wiener Volksgarten unter großem Medienandrang stattfand, erfreut über den neuen Mitstreiter. Man kenne einander schon länger, und er sei auch allen bekannt, meinte Kurz über Eppinger.

Brauner: Wiens Milliardenverschuldung „moderat“

Bei der Debatte über den Rechnungsabschluss der Stadt Wien hat SPÖ-Finanzstadträtin Renate Brauner die Neuverschuldung von rund 600 Mio. Euro in einem Jahr heute als „maßvoll“ bezeichnet. Sechs Mrd. Euro Schulden seien im Vergleich zu anderen Bundesländern und deutschen Städten „moderat“. Auch der internationale Vergleich zeige, dass „die Verschuldung Wiens absolut verkraftbar“ sei, so Brauner.

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Zentralmatura: Resultate heuer meist besser

Die Zentralmatura ist in den meisten Fächern heuer besser ausgefallen als im Vorjahr. So erhielten etwa an den AHS knapp zwölf Prozent der Schüler ein Nicht genügend auf die schriftliche Mathematikklausur, 2016 waren es 22 Prozent.

An den BHS sank die Fünferquote in Mathematik von 13 auf knapp neun Prozent. Erneut besserte der Großteil der Schüler den Fünfer per Kompensationsprüfung aus.

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Sport

Tour de France: Rekordstarter Eisel erneut dabei

Österreichs Rekordstarter Bernhard Eisel ist von seinem Team Dimension-Data erneut für die am Samstag beginnende Tour de France nominiert worden. Bei bisher elf Teilnahmen erreichte der 36-jährige Steirer stets das Ziel. Auch diesmal soll Eisel seinem britischen Teamkollegen und Freund Mark Cavendish zu Sprint-Etappensiegen verhelfen. Ihm selbst war ein solcher bei der Tour de France bisher nicht vergönnt gewesen. Die 104. Auflage führt von Düsseldorf über 3.540 Kilometer und 21 Etappen nach Paris.

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Formel 1: Hamilton nennt Vettel „respektlos“

Das Chaosrennen gestern in Baku hat WM-Leader Sebastian Vettel harte Kritik, besonders von Lewis Hamilton, eingebracht. Der seitliche Schubser mit dem Auto, nachdem der Ferrari-Pilot auf den Briten aufgefahren war, sei entbehrlich gewesen.

„Das war absolut respektlos und falsch von Sebastian“, sagte Hamilton. „Jetzt ist der Kampf eröffnet“, drohte er Vettel an, der mit Aktionen wie dieser eine Rennsperre riskiert.

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Confederations Cup: Löw ist voll des Lobes

Joachim Löw hat beim Confederations Cup mit dem 3:1-Erfolg gestern gegen Kamerun deutsche Fußballgeschichte geschrieben. Der 57-Jährige feierte als erster DFB-Teamchef seinen 100. Sieg. Überdies steht Löw bei seinem sechsten Turnier zum sechsten Mal im Halbfinale, obwohl das vor der WM-Generalprobe aufgrund des stark umgebauten Kaders nicht unbedingt zu erwarten war.

„Ich bin sehr stolz und voll des Lobes“, sagte Löw über die Leistung seines Perspektivteams, das nun am Donnerstag gegen Mexiko um den Finaleinzug spielt.

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ZIB2

Spitzenkandidatin Lunacek zu Turbulenzen bei den Grünen

Peter Pilz steigt aus. Die ausgeschlossenen Jungen Grünen wandern zur KPÖ. Im ZIB2-Studio ist Grünen-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek.

Die bemerkenswerten Förderungen der Bundesländer

Der Landes-Rechnungshof urteilt ziemlich kritisch über die „Dr. Erwin Pröll Privatstiftung“. Ein Problem, das nicht auf Niederösterreich beschränkt ist.

Droht auf den US-Flughäfen wieder Chaos?

Das Oberste Gericht setzt die Einreiseverbote von US-Präsident Donald Trump teilweise in Kraft.

60 britische Hochhäuser sollen Brand-Fallen sein

Warum Versicherer vor dem Dämm-Material an den Fassaden warnten.

ZIB2 mit Tarek Leitner, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Grenfell Tower: Materialhersteller zieht Konsequenzen

Nach der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower zieht der Hersteller der Außenverkleidung des Hochhauses Konsequenzen: Das am Grenfell Tower verwendete Material vom Typ Reynobond PE werde weltweit nicht mehr für die Verwendung bei Hochhäusern verkauft, sagte ein Sprecher des US-Herstellers Arconic heute.

Die Entscheidung gründe sich auf Bedenken, „die in Folge der Grenfell-Tower-Tragödie aufgekommen“ seien. Für niedrigere Bauten soll das Material aber weiter verkauft werden, wie der Unternehmenssprecher mitteilte. Es besteht aus Aluminium und dem Kunststoff Polyethylen. Arconic bekräftigte, bei der Aufarbeitung der Brandkatastrophe in London arbeite das Unternehmen mit den Ermittlungsbehörden zusammen.

Dutzende Hochhäuser mit Baumängeln

Bei dem nächtlichen Brand in dem Londoner Hochhaus waren in der Nacht zum 14. Juni mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer im Grenfell Tower war nach Erkenntnissen der Ermittler durch einen defekten Kühlschrank ausgelöst worden. Die Flammen hatten sich dann rasend schnell über die Fassade ausgebreitet.

Nach der Brandkatastrophe hatte die britische Regierung eine rasche Überprüfung sämtlicher Sozialbauten im Land angeordnet. Bei den Sicherheitstests fielen bis heute Abend 75 Hochhäuser durch, wie der für die Kommunen zuständige Staatssekretär Sajid Javid vor dem Parlament in London sagte.

Großrazzia bringt unzählige Produktfälschungen ans Licht

Bei einer gemeinsamen Großrazzia haben europäische und asiatische Zollfahnder mehr als 70.000 gefälschte Autoersatzteile sowie rund 400.000 andere nachgeahmte Waren wie Sonnenbrillen gefunden. Zudem wurden insgesamt 668 Kilogramm Kokain und 56 Millionen unverzollte Zigaretten sichergestellt, wie das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) heute mitteilte.

Bei den gefälschten Autoersatzteilen handelte es sich den Angaben der Ermittler zufolge unter anderem um Kühlergrille sowie um Öl- und Luftfilter. Wohin sie geliefert werden sollten, teilte OLAF nicht mit. Es habe sich um Nachahmungen von Produkten bekannter Hersteller gehandelt, hieß es auf Nachfrage. Von den Fälschungen könnten möglicherweise auch Sicherheitsgefahren ausgehen.

Gestartet worden war die Durchsuchungsaktion laut OLAF bereits im März. Insgesamt durchsuchten Zollfahnder dabei innerhalb eines Zeitraumes von zwei Wochen mehr als 400 Schiffscontainer. Fast alle europäischen Häfen seien beteiligt gewesen, hieß es.

13 EU-Staaten für Gespräche mit Moskau über „Nord Stream“

Ungeachtet der Vorbehalte Deutschlands erhält die EU-Kommission Rückendeckung von 13 Mitgliedsländern für direkte Gespräche mit Russland über die umstrittene Gaspipeline „Nord Stream 2“. „Ich bin absolut optimistisch, ein Mandat zu erhalten“, sagte der für die Energieunion zuständige Vizepräsident der Brüsseler Behörde, Maros Sefcovic, heute der Nachrichtenagentur Reuters. Er sei sich aber bewusst, das das erst der Beginn der Debatte sei.

Firmen aus Deutschland, Frankreich und Österreich wollen mit dem russischen Monopolisten Gazprom beim Bau der Pipeline „Nord Stream 2“ zusammenarbeiten, die Gas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland pumpen soll. In anderen EU-Staaten wird das kritisch gesehen.

EU-Insidern zufolge sind unter anderem Italien sowie Länder Nord- und Osteuropas dafür, dass die EU-Kommission direkt mit Russland über das Projekt verhandelt. Solche direkten Gespräche könnten das Projekt bis über 2019 hinaus verzögern. Die Brüsseler Behörde hatte sich schon mehrmals skeptisch dazu geäußert, ob die Pipeline im Einklang mit EU-Recht steht.

Nach Trump-Kritik: BMW investiert kräftig in US-Werk

Inmitten des schwelenden Streits mit US-Präsident Donald Trump um Autoarbeitsplätze in den USA hat BMW neue Investitionen in sein großes US-Werk angekündigt. Über 600 Millionen US-Dollar (rund 535 Mio. Euro) sollen über die kommenden Jahre in die Fertigungsstrukturen investiert werden, kündigte Vorstandschef Harald Krüger heute im US-Bundesstaat South Carolina an.

„Bis 2021 werden wir weitere 1.000 Arbeitsplätze schaffen“, so Krüger. Derzeit arbeiten in der Fabrik gut 9.000 Beschäftigte.

Kritik auch an amerikanischen Herstellern

Der seit Jänner amtierende neue US-Präsident hat sich bei seinen Ankündigungen, Industriejobs ins Land zurückzuholen, insbesondere auf die Autoindustrie eingeschossen. Neben den US-Autoriesen General Motors (GM), Ford und Fiat Chrysler hat er dabei auch die deutschen Autobauer BMW und Daimler ins Visier genommen.

Trumps Ansicht nach bauen die Autohersteller zu viele Fahrzeuge billig im Nachbarland Mexiko, um sie dann in den USA zu verkaufen. Das koste Arbeitsplätze in der Branche in den USA, so Trump. BMW zieht derzeit ein Werk im mexikanischen San Luis Potosi hoch, in dem ab 2019 Autos gebaut werden sollen.

Chronik

Polizisten verhinderten Vergewaltigung auf Donauinselfest

Polizisten haben am Samstagabend auf dem Wiener Donauinselfest offenbar eine Vergewaltigung verhindert. Sie zerrten den 18-jährigen Täter, der bereits auf der 21-Jährigen saß und ihr T-Shirt gewaltsam entfernt hatte, vom Opfer und nahmen ihn fest.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Verdacht auf Vergewaltigung in Internat

In einem Internat einer oberösterreichischen Berufsschule soll ein 16-Jähriger von einem 21-jährigen Zimmerkollegen vergewaltigt worden sein. Ein Spital erstattete Anzeige, nachdem das Opfer dort medizinisch versorgt worden war.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Kultur

Leichnam von Salvador Dali wird exhumiert

Der legendäre spanische Surrealismuskünstler Salvador Dali wird knapp drei Jahrzehnte nach seinem Tod aus seiner letzten Ruhestätte geholt. Zur Klärung einer Vaterschaftsklage ordnete ein Richter in Madrid die Exhumierung des Leichnams an, wie das zuständige Gericht heute mitteilte.

Die Klage sei von einer Frau aus dem katalanischen Gerona gestellt worden, hieß es. Die Identität der Klägerin wurde vom Gericht in Madrid zwar nicht mitgeteilt. In Spanien weiß man aber, dass es sich um eine 1956 geborene, namentlich bekannte Frau handelt, deren Mutter als Hausangestellte Dalis eine Liebesbeziehung zum Maler, Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller unterhalten haben soll.

Der Maler mit dem stilvoll gezwirbelten Schnurrbart starb am 23. Jänner 1989 im Alter von 84 Jahren an Herzversagen in seinem Geburtsort, dem katalanischen Figueres. Er wurde auf eigenen Wunsch in Figueres in seinem Theater-Museum Dali beigesetzt.

Tschechische Serienfigur Pan Tau kehrt zurück

In der tschechischen Kinderserie „Pan Tau“ (1970 - 1978), die auch im ORF zu sehen war, spielte Otto Simanek die gleichnamige Zauberfigur, die Kindern aus schwierigen Situationen half. Nun sollen die Geschichten um den schweigsamen Helfer in Nadelstreifanzug und Melone, neu aufgelegt werden.

Serienstart zum 50-Jahres-Jubiläum geplant

Nach vierjährigen Verhandlungen erwarb die deutsche Caligari Film Produktion die Rechte an der Figur von der tschechischen Erbengemeinschaft. Der neue Pan-Tau- Darsteller wird ab Juli in einem großangelegten Casting gesucht. Im Jubiläumsjahr 2020 soll die neue, fantastische Familiensendung dann im Fernsehen zu sehen sein.

Otto Simanek  als Pan Tau

picturedesk.com/dpa/Heinz Wieseler

Fraglich ist allerdings, ob die Neuauflage der Serie auch den schelmischen, oft regelrecht subversiven Humor des Originals (Regie: Ota Hofman und Jindrich Polak) wieder aufleben lassen kann: Denn der Pan Tau der 1970er Jahre krempelte mit Vorliebe bestehende Machtverhältnisse um.

Kleinbürgern führte er die eigene Moral vor Augen, Angeber ließ er straucheln, die Übersehenen machte er sichtbar. Bis heute erinnert sich fast jedes Kind der 1970er Jahre an die Titelmelodie und den lächelnden Abgang seines Helden: Zwei Finger am Rand der magischen Melone.

Erster „Harry Potter“ vor 20 Jahren erschienen

Heute vor genau zwanzig Jahren - am 26. Juni 1997 ist der erste „Harry Potter“-Band, „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ („Harry Potter und der Stein der Weisen“) - erschienen. Niemand nahm damals davon Notiz. Zunächst ging der britische Verlag Bloomsbury mit nur 500 Exemplaren an den Start, weitere 300 wurden an Büchereien verschickt.

Welterfolg neben schlafendem Baby geschrieben

Nach einem Bericht der britischen BBC hatte J. K. Rowling das Buch in verschiedenen Kaffeehäusern in Edinburgh geschrieben, während ihr Baby im Wagen neben ihr schlief. Die Idee zu den Geschichten um den kleinen, brillentragenden Zauberer war ihr irgendwann auf einer Bahnreise gekommen.

Erstausgabe von "Harry Potter and the Philosopher's Stone"

AP/Matt Dunham

1995 beendete sie das Manuskript, das zunächst von verschiedenen Verlagen abgelehnt wurde, bevor Bloomsbury doch noch zugriff - und einen der größten Deals in der Geschichte des Buchhandels landete.

450 Millionen verkaufte Exemplare weltweit

Der erste Band und die sechs weiteren, die folgten verkauften sich weltweit mehr als 450 Millionen Mal. Der Verkaufsstart von Band drei, „Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“ („Harry Potter und der Gefangene von Askaban“), wurde 1999, am Höhepunkt der Potter-Mania, extra auf den Nachmittag verlegt, um britische Schulkinder vom Schwänzen abzuhalten.

Viele Nachahmer versuchten sich ebenfalls an Zaubergeschichten, doch „Artemis Fowl“ und „Die Spiderwick-Geheimnisse“ konnten den Erfolg des Originals nie erreichen.

„KulturMontag“: Die Roboter kommen

„Roboter übernehmen Jobs – ist auch Ihrer dabei?“ So oder ähnlich alarmistisch lauten immer wieder Schlagzeilen in den Medien. Tatsächlich wird es aufgrund von Automatisation zu Umbrüchen in der Arbeitswelt kommen.

Längst übernehmen Maschinen nicht bloß niedere Hilfsdienste – mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Systeme ersetzen mittlerweile etwa Börseanalysten und Logistikchefs. Anlässlich der Vienna Biennale unter dem Titel „Roboter. Arbeit. Unsere Zukunft“ setzt „kulturMontag“ einen Themenschwerpunkt.

Mehr dazu in tv.ORF.at

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