Letzte Meldungen

WIFO/IHS: Wirtschaft wächst, Arbeitslosigkeit sinkt

Österreichs Wirtschaft wächst heuer selbst für Experten unerwartet stark. Deshalb haben WIFO und IHS ihre Konjunkturprognose deutlich nach oben gesetzt.

Angetrieben wird die Konjunktur von der exportorientierten Sachgütererzeugung - und es wird deutlich mehr investiert. Zugute kommt all das auch den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, denn die Arbeitslosigkeit sinkt 2017/18 stärker als zuletzt angenommen.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) hob die BIP-Prognose für heuer von 2,0 Prozent im März auf nunmehr 2,4 Prozent an, auch das Institut für Höhere Studien (IHS) ist mit 2,2 Prozent Wachstumserwartung für 2017 viel optimistischer als im Frühjahr, als man lediglich 1,7 Prozent Plus vorhergesagt hatte.

Inland

Unibudget: SPÖ überstimmt ÖVP mit Opposition

Knalleffekt im Parlament: Die SPÖ hat gemeinsam mit FPÖ, Grünen und NEOS - und gegen die Stimmen der ÖVP - für eine deutliche Anhebung des Unibudgets gestimmt, die damit mehrheitlich angenommen wurde. Ursprünglich war in der Koalition vorgesehen, diese Mehreinnahmen mit einer Studienplatzfinanzierung zu verbinden, die de facto striktere Zugangsregeln zur Folge gehabt hätte.

Die ÖVP zeigte sich empört. Kurz davor hatte in der Koalition noch Eintracht geherrscht: Die Schulreform wurde gemeinsam mit den Grünen beschlossen. Das Unibudget könnte aber nicht das letzte freie Spiel der Kräfte im Nationalrat sein.

Mehr dazu in Schelling: „Schweres Foul“

„Staatsfeinde-Paragraf“ beschlossen

Der Nationalrat hat gestern eine Strafgesetzbuch-Novelle beschlossen. Sie bringt neue Tatbestände zur Ahndung staatsfeindlicher Bewegungen, der sexuellen Belästigung in Gruppen sowie höhere Strafen für tätliche Angriffe gegen Beamte bzw. die Strafbarkeit solcher Übergriffe auf Mitarbeiter öffentlicher Verkehrsmittel. SPÖ, ÖVP und Team Stronach stimmten dafür.

Mit der StGB-Novelle wird ein „Staatsfeinde-Paragraf“ etabliert, der die Gründung von staatsfeindlichen Bewegungen bzw. die führende Beteiligung daran sowie die Ausführung von staatsfeindlichen Handlungen unter Strafe stellt. An diesem Punkt entzündete sich die Kritik von FPÖ, ÖVP und Grünen, die eine fragwürdige Aufnahme eines Gesinnungsdelikts ins Strafrecht kritisierten. Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) stellte das in Abrede, man habe es sich mit dieser Regelung nicht leicht gemacht.

Mehr Schutz für „Öffi“-Mitarbeiter

Strafrechtlicher Schutz vor Gewaltakten soll darüber hinaus in Zukunft auch den Mitarbeitern öffentlicher Verkehrsmittel in Ausübung ihrer Tätigkeit zukommen. Ein eigener Tatbestand ahndet diesbezügliche tätliche Angriffe mit einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten. Auf bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe verschärft wird das Strafausmaß wiederum beim Delikt des tätlichen Angriffs auf Beamte.

Verschärftes Sexualstrafrecht

Neu im Sexualstrafrecht ist der Tatbestand der sexuellen Belästigung in einer Gruppe, mit dem man dem als „Antanzen“ bezeichneten Phänomen der verabredeten sexuellen Übergriffe gegen Frauen bei Massenveranstaltungen entgegenwirken will. Zu einer Entschärfung kommt es hingegen bei Sexting - so soll das Versenden und der Besitz von erotischen Selfies unter Jugendlichen nicht mehr unter den Tatbestand der Kinderpornografie fallen.

Die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung wird mit der Novelle als notwehrfähiges Rechtsgut anerkannt. Notwehr ist somit auch zur Abwehr sexueller Gewalt zulässig.

Privatkonkursreform im Nationalrat abgesegnet

Der Nationalrat hat gestern mit den Stimmen aller Fraktionen mit Ausnahme des Teams Stronach die Reform des Privatkonkurses beschlossen. SPÖ, ÖVP und Grüne stimmten für die verpflichtende Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten von Großunternehmen.

Beim Privatkonkurs ist der Entfall der bisherigen Mindestquote von zehn Prozent zentral. Die Mindestentschuldungsdauer sinkt von sieben auf fünf Jahre. Verpflichtet wird der Schuldner zur Arbeitssuche, Arbeitsfähigkeit vorausgesetzt. Gültig werden die Änderungen mit 1. November 2017.

Frauenquote für Aufsichtsräte

Ebenfalls beschlossen: Nach dem Wunsch des Gesetzgebers wird die Zahl der weiblichen Aufsichtsräte steigen. Konkret soll ab 2018 in börsennotierten Unternehmen sowie Betrieben mit mehr als 1.000 Beschäftigten ein 30-Prozent-Frauenanteil in den Gremien erreicht werden. Bei Nichterfüllen der Quote ist die Wahl nichtig und das Aufsichtsratsmandat bleibt unbesetzt.

Mit dem Beschluss des Kinder-Rückführungsgesetzes und mehrerer Umweltgesetze sowie der Debatte von Rechnungshof-Berichten ging dann der erste Tag der Plenarwoche zu Ende. Das Kinder-Rückführungsgesetz bringt vor allem verfahrensbeschleunigende Maßnahmen bei internationalen Kindesentführungen durch einen Elternteil. Insbesondere soll darauf geachtet werden, eine Entfremdung zwischen dem entführten Kind und dem zurückgelassenen Elternteil zu verhindern.

Mit dem Personenkraftwagen-Verbraucherinformationsgesetz soll es klare Informationen für Fahrzeugnutzer geben, welches Kfz mit welchem verfügbaren Kraftstoff betankt oder beladen werden kann. Auf eine schrittweise Reduktion der Emission fluorierter Treibhausgase zielte eine weitere Regierungsvorlage ab.

TV-Hinweis

Ausland

Erdogan beantragt offiziell Auftritt in Deutschland

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat offiziell einen Auftritt in Deutschland am Rande des G-20-Gipfels beantragt. „Wir haben seit gestern eine offizielle Anfrage der Türkei, die uns mitgeteilt hat, dass der türkische Staatspräsident Erdogan rund um den G-20-Gipfel ... zu seinen Landsleuten sprechen möchte“, sagte der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) bei seinem Russland-Besuch in Krasnodar.

Gabriel sagte, er halte es für „keine gute Idee“. Es gebe „rund um den G-20-Gipfel gar nicht die Polizeikräfte, um die Sicherheit herzustellen“. Außerdem passe ein solcher Auftritt „nicht in die politische Landschaft“, betonte der Minister. „Wir haben in der Bundesregierung dazu auch eine abgestimmte Meinung.“

Es hatte zuletzt bereits Spekulationen gegeben, Erdogan wolle seine Teilnahme am G-20-Gipfel in der kommenden Woche auch für einen Auftritt vor seinen Anhängern nutzen. Hallenbetreiber im Bundesland Nordrhein-Westfalen berichteten von Anfragen.

Auch Schulz gegen Auftritt Erdogans

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sprach sich dafür aus, eine Großkundgebung Erdogans in Deutschland zu verhindern. „Ausländische Politiker, die unsere Werte zu Hause mit Füßen treten, dürfen in Deutschland keine Bühne für Hetzreden haben. Ich will nicht, dass Herr Erdogan, der in der Türkei Oppositionelle und Journalisten ins Gefängnis steckt, in Deutschland Großveranstaltungen abhält“, sagte Schulz der „Bild“-Zeitung.

Der letzte Auftritt Erdogans vor Anhängern in Deutschland fand im Mai 2015 in Karlsruhe statt. Es war zugleich Erdogans erster öffentlicher Auftritt in Deutschland als Staatspräsident.

Repression gegen Venezuelas Generalstaatsanwältin

Venezuelas Oberster Gerichtshof hat der regierungskritischen Generalstaatsanwältin Luisa Ortega die Ausreise untersagt und ihre Konten eingefroren. Ortega müsse am Dienstag zu einer „mündlichen und öffentlichen Anhörung“ erscheinen, entschied das Gericht gestern (Ortszeit) in Caracas.

Bei der Anhörung soll entschieden werden, ob Ortega der Prozess gemacht wird. Als Vorsichtsmaßnahmen seien das Ausreiseverbot und das Einfrieren von Ortegas Konten verfügt worden, so der Gerichtshof. Er hatte vor einer Woche ein Verfahren gegen Ortega eingeleitet. Es könnte zu ihrer Absetzung führen.

Ortega wirft Maduro „Staatsterrorismus“ vor

In den vergangenen Wochen hatte die Juristin die sozialistische Regierung von Staatschef Nicolas Maduro zunehmend kritisiert. Sie warf dem Präsidenten vor, die ganze Macht im Land an sich reißen zu wollen. Die seit Wochen andauernden regierungskritischen Proteste lasse er blutig niederschlagen.

Gestern legte Ortega nach. Maduros Regierung habe mit Hilfe des Obersten Gerichtshofs und der Armee einen „Staatsterrorismus“ etabliert, sagte sie. Dadurch werde Venezuela ein Staat, „in dem das Recht zu demonstrieren verloren gegangen ist, in dem Demonstrationen grausam unterdrückt werden, in dem Zivilisten vor Militärgerichte gestellt werden“. Venezuela befinde sich weiterhin im Zustand des „Verfassungsbruchs“, kritisierte die Generalstaatsanwältin.

Hubschrauberangriff auf Höchsgericht

Maduro kündigte indes an, seine Streitkräfte mobilisieren zu wollen, nachdem ein Hubschrauber das oberste Gericht attackiert hatte. Nach Angaben Maduros wurden aus dem Helikopter mehrere Granaten abgeworfen. Es gab jedoch keine Verletzten. Dadurch wurde die Lage in dem Land weiter verschärft. Seit April wird fast täglich gegen den Staatspräsidenten protestiert, bisher kamen dabei 76 Menschen ums Leben.

Katalonien legalisiert Kifferclubs

In der spanischen Region Katalonien sind Kifferclubs künftig legal. Das Regionalparlament stimmte gestern mit überwältigender Mehrheit für die Legalisierung solcher Clubs. Gemäß dem verabschiedeten Gesetz dürfen Mitglieder nicht jünger als 18 sein, in den Clubs dürfen weder Alkohol noch Tabak verkauft werden, und für den Verkauf von Cannabis gibt es Mengenbegrenzungen.

Im Jahr 2014 hatte bereits die Region Navarra im Norden Spaniens ein ähnliches Gesetz verabschiedet. Dieses wurde jedoch vom Verfassungsgericht außer Kraft gesetzt, bis ein Grundsatzurteil fällt.

Konsum weit über EU-Schnitt

In Spanien ist Cannabiskonsum in der Öffentlichkeit verboten, der Konsum von Haschisch im privaten Bereich wird jedoch toleriert. In den vergangenen Jahren hatten sich zahlreiche Clubs gebildet, in denen Mitglieder Haschisch rauchen können. Ihre Zahl wird auf bis zu 800 geschätzt.

Der Haschischkonsum in Spanien ist im europäischen Vergleich hoch. Laut der jüngsten Studie aus 2016 gaben 9,5 Prozent der Spanier an, im abgelaufenen Jahr mindestens einmal gekifft zu haben - gegenüber 6,6 im europäischen Durchschnitt.

Brasiliens Präsident ernannte umstrittene Staatsanwältin

Inmitten schwerer Korruptionsvorwürfe gegen Brasiliens Staatschef Michel Temer hat der Präsident eine neue Generalstaatsanwältin für das Land ernannt. Temer wählte gestern die Juristin Raquel Dodge als oberste Anklagevertreterin des Staates aus, obwohl sich eine Versammlung von 1.300 Staatsanwälten für einen anderen Kandidaten ausgesprochen hatte.

Dodge soll im September die Nachfolge von Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot antreten, der erst diese Woche offiziell Anklage gegen Temer wegen der Annahme von Bestechungsgeldern beantragt hatte. Temer wird vorgeworfen, 500.000 Real (rund 130.000 Euro) Schmiergeld vom Chef des Fleischkonzerns JBS angenommen zu haben. Temer bezeichnete die Vorwürfe als Erfindung. Janot betonte hingegen, es gebe „zahlreiche Beweise“ für die Anschuldigungen.

Der von Temer übergangene Kandidat für das Amt des Generalstaatsanwalts gilt als Anhänger der unnachgiebigen Linie von Janot bei den Korruptionsermittlungen, durch die seit 2014 mindestens 109 Menschen verurteilt wurden, darunter Politiker und Unternehmer. Die künftige Generalstaatsanwältin Dodge versicherte kürzlich, dass die Antikorruptionsermittlungen „große Glaubwürdigkeit“ hätten und dass sie die Untersuchungen unterstützen werde. Janot scheidet nach zwei Amtszeiten im September auf eigenen Wunsch aus dem Amt aus.

May übersteht erste Probe im Parlament

Die neue britische Minderheitsregierung von Premierministerin Theresa May hat ihre erste Belastungsprobe im Parlament überstanden. Die oppositionelle Labour-Partei scheiterte gestern Abend mit ihrem Versuch, die Deckelung von Gehaltszuwächsen im öffentlichen Dienst aufzuheben. May gewann die Abstimmung mit 323 zu 309 Stimmen.

Eine Niederlage hätte eine hohe symbolische Bedeutung gehabt. May hatte bei der von ihr selbst angesetzten Unterhauswahl am 8. Juni ihre absolute Mehrheit verloren. Sie regiert mit der Unterstützung der nordirischen DUP. Deren zehn Abgeordnete stimmten mit den Torys, bei denen es keine Abweichler gab. Im Vorfeld war spekuliert worden, der Streit bei den Konservativen könnte bei der Abstimmung erste Folgen zeitigen.

Die Stunde der Wahrheit sollte dann aber heute folgen: Die Abgeordneten stimmen über Mays Regierungsprogramm ab. Scheitert sie damit, geht die Möglichkeit der Regierungsbildung an Labour-Chef Jeremy Corbyn.

Sport

Europa League: Altach bereit für Georgien-Abenteuer

Als erster Club aus dem ÖFB-Quartett steigt der SCR Altach in die Europacup-Saison ein. Die erste Hürde auf dem Weg in die Europa-League-Gruppenphase ist heute der georgische Vizemeister Tschichura Satschchere.

"Wir können als Mannschaft richtig zusammenwachsen. Die Mannschaft hat ein Jahr darauf hingearbeitet, hier dabei zu sein“, sagte Neotrainer Klaus Schmidt, der beim Hinspiel in Tiflis unter anderen auf einen Neuzugang setzen kann, den er erst knapp vor dem Anpfiff kennenlernt.

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Confed-Cup: Portugal versagt im Elferschießen

Claudio Bravo ist gestern Abend im Halbfinale des Confederations Cups in Russland zum Helden für Chile geworden. Der Torhüter von Manchester City hielt im entscheidenden Elferschießen gegen Portugal alle drei Schüsse des Europameisters und machte damit den Südamerikameister zum ersten Finalisten.

Der Sieg der Chilenen war nicht unverdient, hatten sie doch in den 120 Minuten davor die besseren Chancen. Auch ein klarer Elfer blieb ihnen vorenthalten, denn die Videoschiedsrichter griffen trotz eindeutiger Bilder nicht ein.

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Vollformat

Ein Käfig voller Fußballnarren

Kinder im Fußballdress stehen Arm in Arm in einem Fußballkäfig

ORF.at/Dominique Hammer

Ein Käfig voller Fußballnarren

In Wien gibt es mehr als 200 „Käfige“, in denen Kinder und Jugendliche der schönsten Nebensache der Welt frönen: dem Fußball. Die Caritas nutzt seit mehreren Jahren den sozialen Aspekt des Fußballs und organisiert im Rahmen ihrer Käfig League regelmäßige Trainingseinheiten für Sechs- bis 14-Jährige in 22 Parks der Bundeshauptstadt. Dass der Käfig mitunter zur Kaderschmiede werden kann, erzählen u. a. Ex-Nationalteamspieler Ümit Korkmaz und NBA-Basketballer Jakob Pöltl im Videointerview.

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Wirtschaft

Staatsschulden im ersten Quartal gesunken

Der Schuldenstand der Republik ist in den ersten drei Monaten 2017 deutlich gesunken: Laut Statistik Austria hatten Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen im ersten Quartal Schulden von 291,625 Mrd. Euro (82,6 Prozent der Wirtschaftsleistung) - um 4,095 Mrd. Euro weniger als zum Jahresende 2016 (84,6 Prozent des BIP).

Den bisher höchsten Schuldenstand gab es zum ersten Quartal 2016 mit 86,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Seither sinken die Schulden tendenziell. Wie aus dem im April nach Brüssel übermittelten Stabilitätsprogramm des Finanzministeriums hervorgeht, soll der Schuldenstand bis 2021 auf 71 Prozent sinken. Das wäre der niedrigste Wert seit Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008.

Der Großteil der Schulden - mehr als 87 Prozent - entfällt nach wie vor auf den Bund, wobei sowohl der Bund als auch die Sozialversicherungen ihre Schulden reduzieren konnten: der Bund um knapp über drei auf 254,461 Mrd. Euro, die Sozialversicherungen um gut eine Mrd. Euro auf 328 Mio. Euro. Die Verbindlichkeiten von Ländern und Gemeinden legten im ersten Quartal dagegen leicht zu: jene der Länder um 140 Mio. Euro auf 22,134 Mrd. Euro, jene der Gemeinden um 57 auf 14,702 Mrd. Euro.

Euro steigt auf Zwölfmonatshoch

Der Euro hat heute im frühen Handel seine Klettertour fortgesetzt und ist zwischenzeitlich erstmals seit einem Jahr über 1,14 US-Dollar gestiegen. In der Früh kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,1419 Dollar. Das war der höchste Stand seit der Marktreaktion auf das „Brexit“-Votum vor gut zwölf Monaten.

Zuletzt lag der Euro knapp unter 1,14 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt gestern auf 1,1375 Dollar festgesetzt. Seit Dienstagfrüh hat der Euro zum Dollar inzwischen über zwei Cent zugelegt.

Auslöser der Kurssteigerung waren Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi, die nach Einschätzung vieler Anleger auf eine weniger lockere Geldpolitik schließen lassen. Draghi gab sich zuversichtlich für das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum und - wenn auch in geringerem Ausmaß - für die Inflationsentwicklung.

Umstrittener US-Pharmamanager Shkreli vor Gericht

Der US-Pharma- und -Hedgefonds-Manager Martin Shkreli steht seit gestern wegen Finanzbetrugs vor Gericht. Dem Ex-Chef der Firma Turing Pharmaceuticals wird vorgeworfen, Investoren belogen und als Hedgefonds-Manager mit einem Schneeballsystem elf Millionen Dollar (rund zehn Mio. Euro) veruntreut zu haben. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis.

Der Prozess begann mit zweitägiger Verzögerung, weil das Gericht Schwierigkeiten hatte, unparteiische Geschworene zu finden: Shkreli war in den USA zu einer Hassfigur geworden, weil er den Preis eines Aids-Medikaments mutwillig um 5.000 Prozent erhöht hatte. Der Prozess steht nicht in Zusammenhang mit der Preiserhöhung.

Chronik

Südafrika erlaubt Export von Löwenskeletten

Trotz scharfer Kritik von Tierschützern hat Südafrika den Export von bis zu 800 Löwenskeletten erlaubt. Der internationale Handel einzelner Knochen hingegen sei nicht zulässig, erklärte das Umweltministerium.

Die Erlaubnis beziehe sich auch nur auf Skelette, die von in Gefangenschaft aufgewachsenen Löwen stammen. Damit soll sichergestellt werden, dass Wilderer nicht verstärkt in freier Wildbahn lebende Tiere töten.

Artenschützer fürchten jedoch um die bereits stark dezimierten Löwenbestände in Afrika. Die neue Regel drohe „der Wilderei von Löwen Tür und Tor zu öffnen“, sagte Daniela Freyer von Pro Wildlife. „Immer wieder werden in Nationalparks und Gehegen gewilderte Löwen ohne Knochen oder mit fehlenden Körperteilen aufgefunden.“

Die Regel, dass nur mit Skeletten von Löwen aus Zuchtfarmen gehandelt werden darf, ist Pro Wildlife zufolge kaum zu kontrollieren. „Es steht zu befürchten, dass Knochen gewilderter Tiere in den lukrativen Handel eingeschmuggelt werden“, hieß es.

Löwenknochen werden unter anderem in der traditionellen asiatischen Medizin als Ersatz für verbotene Tigerknochen eingesetzt. Südafrikas Umweltministerium vertritt die Ansicht, dass ein weiteres Verbot des Handels mit Skeletten von Zuchttieren zu mehr Wilderei führen würde.

Science

Kultur

Munchs Spätwerk als letzter Schrei

Edvard Munch gilt als einer der Wegbereiter der expressionistischen Richtung in der modernen Malerei. Während sich der Norweger innerhalb Europas bereits zu Lebzeiten einen Namen machte, blieben seine Werke vor allem in den USA lange unbeachtet. Das San Francisco Museum of Modern Art (SFMOMA) widmet dem 1944 verstorbenen Künstler nun eine große Werkschau rund um sein letztes Selbstporträt „Zwischen Uhr und Bett“. Im Zentrum der Ausstellung steht Munchs Spätwerk.

Mehr dazu in Der Meister zwischen Uhr und Bett

Rekordversteigerung für Buch in Wiener Dorotheum

Für 367.237 Euro wurde gestern in der Bücher-Auktion des Wiener Dorotheum das grundlegende Werk der neuzeitlichen Anatomie von Andreas Vesalius versteigert: Es ist der höchste Preis, der bisher im Dorotheum für ein Buch erzielt wurde.

Grundlegendes Werk der neuzeitlichen Anatomie von Andreas Vesalius

APA/Dorotheum (Montage)

Die 1543 erschienene Erstausgabe „De humani corporis fabrica libri septem“ (Über den Bau des menschlichen Körpers) des in Padua lehrenden Arztes Vesalius ging an einen Saalbieter, hieß es in einer Aussendung.

Der kolorierte Band enthält neben zahlreichen Illustrationen auch Eintragungen der Besitzer, u. a. des deutschen Arztes Caspar Naevius (1513 - 1579), zur "... erschröcklichen und unerhörten Pestilenz zu Venedig anno 1576" sowie eine Liste zu Patienten (Fürsten, Grafen, Freiherren). Vesalius, später Leibarzt Kaiser Karls V. und König Philipps II. von Spanien, war der Erste, der seine Studien an menschlichen Leichen durchführte.

Gesundheit

IT

Deutschland investiert 100 Mrd. Euro in schnelles Internet

Deutschland soll nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis 2025 mit Investitionen von 100 Mrd. Euro in den Gigabit-Breitband-Bereich vordringen. Sie kündigte gestern an, dass der Ausbau mit schnellen IT-Verbindungen in der kommenden Legislaturperiode massiv vorangetrieben werden solle. „Wir werden bis 2023, 2025 100 Mrd. Euro investieren in diesem Bereich und in den Gigabit-Bereich vorrücken“, sagte Merkel in Berlin.

Auf dem Wirtschaftskongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ging sie noch weiter: „Wir werden zwischen 2018 bis 2023/2025 die Verfügbarkeit von Gigabit-Breitband überall gewährleisten müssen.“ Dabei gehe es nicht nur um Wohnungen, sondern auch Gewerbegebiete. In der nächsten Legislaturperiode sollten zudem Schulen angeschlossen werden. Das Digitalthema sei „Chefsache“.

Panorama

„Star Wars“-Droide R2D2 für 2,76 Mio. Dollar versteigert

Das ist der Droide, den doch jemand gesucht hat: Der „Star Wars"-Roboter R2D2 wurde gestern (Ortszeit) in Los Angeles für 2,76 Millionen Dollar (2,42 Mio. Euro) versteigert. Zu dem Käufer wolle das Auktionshaus Profiles in History keine Angaben machen. R2D2 gilt als eine der beliebtesten Figuren der Weltraumsaga von George Lucas, seit er dort 1977 im ersten "Star Wars“-Film auftauchte.

Star Wars Memorabilia

APA/AP/Profiles in History

Die über einen Meter große Figur aus Aluminium und Fiberglas ist aus R2D2-Originalteilen von mehreren Filmen zusammengesetzt. Das Auktionshaus hatte einen Höchstpreis von zwei Millionen Dollar erwartet. Im Rahmen der Versteigerung von Hollywood-Requisiten kam auch ein Luke-Skywalker-Lichtschwert für 325.000 Dollar unter den Hammer.

Laserschwert

APA/AP/Profiles in History/Lou Bustamante

Ein Darth-Vader-Kostüm erzielte knapp 100.000 Dollar. Eine Sammlung von 23 Miniatur-Weltraumschiffen aus den Science-Fiction-Serien "Battlestar Galactica" und „Buck Rogers" brachte 1,8 Millionen Dollar ein. Der bunt leuchtende Discotanzboden aus dem Film "Saturday Night Fever“ (1977) wurde nach Angaben des Auktionshauses für 1,2 Millionen Dollar versteigert.