Ausland

Mindestens 50 Tote bei Selbstmordanschlag in Nigeria

Bei einem Selbstmordanschlag im Nordosten Nigerias sind heute mindestens 50 Menschen getötet worden. Mehrere Menschen seien verletzt worden, sagte Polizeisprecher Othman Abubakar der Nachrichtenagentur AFP.

Der Selbstmordattentäter habe sich während des Morgengebets inmitten von Gläubigen in einer Moschee in der Stadt Mubi in die Luft gesprengt.

Mubi liegt im Bundesstaat Adamawa und ist immer wieder Ziel von Anschlägen der Dschihadistengruppe Boko Haram.

Doppelstaatsbürgerschaft: Südtiroler Brief an Kurz

Die Befürworter einer Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler verspüren offenbar durch eine mögliche schwarz-blaue österreichische Bundesregierung Aufwind: 19 von 35 Südtiroler Landtagsabgeordneten formulierten einen entsprechenden Wunsch in einem Schreiben an ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, berichtete die Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“ (Dienstag-Ausgabe).

„Es entspricht dem Wunsch sehr vieler Süd-Tiroler, die österreichische Staatsbürgerschaft wiederzuerlangen“, hoben die 19 Abgeordneten in dem parteiübergreifenden Schreiben hervor, darunter sieben Abgeordnete der Südtiroler Volkspartei (SVP), drei der Süd-Tiroler Freiheit, sechs Freiheitliche, die BürgerUnion, 5-Sterne-Bewegung und Team Autonomie.

Die Mandatare sprachen sich für die Vergabe der österreichisch-italienischen Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler aus und ersuchten, „die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft für Süd-Tiroler ins Koalitionsabkommen aufzunehmen“.

„Akt der Wiedergutmachung“

Bei den SVP-Unterzeichnern handelt es sich laut dem Bericht vorwiegend um Vertreter aus dem bäuerlichen und bürgerlichen Lager. Von der Landesregierung habe jedoch niemand unterschrieben, auch kein SVP-Arbeitnehmer sei unter den Unterzeichnern, hieß es.

Mit der Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft durch die Südtiroler würden „die Verbindungen zwischen Südtirol und Österreich gestärkt, die Position der Süd-Tiroler als österreichische Minderheit im italienischen Staatsgebiet gefestigt und die Minderheitenrechte somit zusätzlich abgesichert“, zitierten die „Dolomiten“.

Zudem werde betont, dass sich in Südtirol alle deutsch- und ladinischsprachigen Parteien für dieses Anliegen ausgesprochen hätten. Die Südtiroler hätten ihre österreichische Staatsbürgerschaft unfreiwillig mit der Annexion Südtirols durch Italien verloren. Die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft wäre deshalb ein „Akt der Wiedergutmachung“.

„Cumhuriyet“-Onlinechef zu drei Jahren Haft verurteilt

Ein Istanbuler Gericht hat den Onlinechef der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“ wegen „Terrorpropaganda“ zu drei Jahren und einem Monat Haft verurteilt. Oguz Güven sei für schuldig befunden worden, für die verbotene Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen „Terrorpropaganda“ betrieben zu haben, meldete „Cumhuriyet“ heute. Zudem soll er die Methoden der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) „legitimiert“ haben.

Die Gülen-Bewegung wird in der Türkei für den gescheiterten Militärputsch von Juli 2016 verantwortlich gemacht. Ebenso wie die PKK-Guerilla ist sie als Terrororganisation gelistet. Güven war im April wegen einer Meldung zum Unfalltod eines Staatsanwalts festgenommen worden, der nach dem Putschversuch das Vorgehen gegen mutmaßliche Gülen-Mitglieder geleitet hatte.

Mehrere Journalisten unter Anklage

Güven war im Mai für die Dauer des Prozesses auf freien Fuß gesetzt worden. Ihm drohten zehn Jahre Haft. In Istanbul sind derzeit auch weitere Mitarbeiter von „Cumhuriyet“ unter Vorwürfen der „Propaganda“ und der „Unterstützung von Terrororganisationen“ angeklagt, darunter der Herausgeber, der Chefredakteur, ein Investigativreporter und mehrere Kolumnisten des Blatts.

Die traditionsreiche Zeitung, die zu den schärfsten Kritikern der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan gehört, weist die Vorwürfe als absurd zurück und beschuldigt die Justiz, eine der letzten unabhängigen Stimmen des Landes zum Schweigen bringen zu wollen. In der Türkei sitzen derzeit laut der Plattform für Pressefreiheit P24 155 Journalisten hinter Gittern.

Mutmaßliche IS-Mitglieder in Deutschland festgenommen

Bei einer Großrazzia in mehreren deutschen Bundesländern sind heute sechs mutmaßliche Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen worden. Sie würden verdächtigt, „einen Anschlag mit Waffen oder Sprengstoff auf ein öffentliches Ziel in Deutschland vorbereitet zu haben“, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Die Anschlagsplanung soll aber noch nicht abgeschlossen gewesen sein.

Der Hessische Rundfunk berichtete, ein Ziel sei ein Weihnachstmarkt in Essen gewesen. Die Behörden widersprachen: Die Ermittler haben nach offiziellen Angaben keinen Hinweis auf ein konkretes Anschlagsziel. Es gebe keine Anhaltspunkte, wie konkret Anschlagsvorbereitungen getroffen wurden und wo möglicherweise ein Anschlag verübt werden sollte, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt.

Syrer als Asylwerber in Deutschland

Die Ermittlungen richten sich laut Angaben der Behörden gegen sechs Syrer im Alter zwischen 20 und 28 Jahren. Vier von ihnen halten sich den Angaben zufolge seit Dezember 2014 und zwei seit dem Spätsommer 2015 als Asylwerber in Deutschland auf. Sie werden der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verdächtigt.

Laut den Ermittlern durchsuchten bei der Razzia etwa 500 Beamte des hessischen Landeskriminalamts und weiterer Polizeidienststellen acht Wohnungen in Kassel, Hannover, Essen und Leipzig.

AI: Vorgehen gegen Rohingya in Myanmar ist Apartheid

Die Rohingya in Myanmar werden laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) seit Jahren systematisch unterdrückt und ausgegrenzt. Das Vorgehen der Behörden gegen die muslimische Minderheit entspreche „in allen Punkten der juridischen Definition von Apartheid als Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, so das Urteil der Organisation.

Hunderttausende auf der Flucht

Die Rohingya dürften sich nicht frei im Land bewegen und haben keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung. Für den Bericht führte AI nach eigenen Angaben über einen Zeitraum von zwei Jahren mehr als 200 Interviews. Außerdem seien Gesetze, Verordnungen, Berichte, Fotos und Videos ausgewertet worden.

Nach Angriffen auf Polizei- und Militärposten im August durch eine Rohingya-Miliz hatte Myanmars Armee im Bundesstaat Rakhine nach eigenen Angaben „Räumungsoperationen“ durchgeführt. Hunderttausende Rohingya sind vor Gewalt und Verfolgung im buddhistisch geprägten Myanmar nach Bangladesch geflohen. Alleine in den vergangenen drei Monaten waren es 620.000.

„Gefängnis unter freiem Himmel“

Da den meisten Rohingya die Staatsbürgerschaft in Myanmar verwehrt wird, können sie zahlreiche Grundrechte gar nicht oder nicht umfassend wahrnehmen. Dem Amnesty-Bericht zufolge haben die Repressionen gegen die Minderheit seit 2012 drastisch zugenommen. Die Rohingya-Provinz Rakhine bezeichnete Amnesty-Expertin Anika Becher als „Gefängnis unter freiem Himmel“.

Unterernährung und Armut seien die Folge der Ausgrenzung und Unterdrückung. Die Organisation forderte Myanmar auf, alle Gesetze zur Unterdrückung der Rohingya aufzuheben und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Simbabwes Ex-Vizepräsident fordert Rücktritt Mugabes

Der entlassene Vizepräsident von Simbabwe, Emmerson Mnangagwa, hat Staatschef Robert Mugabe zum Rücktritt aufgefordert. Dieser Schritt würde es dem Land ermöglichen „voranzukommen“, sagte Mnangagwa heute. Mnangagwa sagte weiter, er werde nicht nach Simbabwe zurückkehren, solange seine „Sicherheit nicht gewährleistet“ sei.

Gestern hatte Constantino Chiwenga die Bevölkerung in Simbabew zu „Ruhe und Geduld“ aufgefordert. Mugabe stehe in Kontakt mit Mnangagwa, so der Generalstabschef in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Der ehemalige Vizepräsident werde „in Kürze“ in Simbabwe zurückerwartet. Dann soll es Gespräche zwischen Mugabe und seinem ehemaligen Vize geben, sagte Chiwenga.

Amtsenthebungsverfahren droht

Mugabe steht seit einem Eingreifen des Militärs am vergangenen Mittwoch unter Hausarrest. Die Regierungspartei ZANU-PF will heute ein Amtsenthebungsverfahren gegen den 93-jährigen Staatschef einleiten. Ein von der Partei gesetztes Ultimatum, bis gestern Mittag freiwillig zurückzutreten, hatte Mugabe verstreichen lassen.

Die Regierungspartei hatte Mugabe am Sonntag als Parteichef abgesetzt und seinen Rivalen Mnangagwa zum neuen Vorsitzenden nominiert. Mugabe und seine 52-jährige Ehefrau Grace, die auch als seine mögliche Nachfolgerin gehandelt wurde, wurden aus der Partei ausgeschlossen.

Inland

Koalitionsverhandler tagen zu Sicherheit, Pensionen

Sieben Fachgruppen treffen sich heute zu den Koalitionsverhandlungen. Darunter sind die Untergruppen zu Sicherheit, Justiz sowie Finanzen und Steuern. Außerdem hatten die Gruppen Wissenschaft und Forschung, Landesverteidigung, Medien und Pensionen Verhandlungstermine anberaumt.

Inhaltlich gab es offiziell keine Informationen. Die „Oberösterreichischen Nachrichten“ berichteten, dass die Freiheitlichen eine Mindestpension von 1.200 Euro nach 40 Jahren fordern. Laut Verhandlern würde das in der billigsten Variante 20 Mio. und in der teuersten für alle vier Mrd. Euro ausmachen würde.

Berechnungen des Sozialministeriums weisen zusätzliche Kosten von 510 Mio. Euro pro Jahr bei einer Anhebung der Mindestpension nach 40 Versicherungsjahren aus. Davon würden rund 115.000 Personen profitieren.

Gesamtschule wieder vom Tisch?

In einem „Kurier“-Bericht hieß es, dass es für die Bildung nicht mehr Geld und keine zusätzlichen Lehrkräfte geben werde, denn im österreichischen Schulsystem stecke ohnehin genügend Geld.

In die Höhe getrieben habe das Budget die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl sowie der Einsatz von gleichzeitig zwei Lehrern in der Gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen. Damit dürfte die Gesamtschule, um die beim Schulreformpaket im Sommer gerungen wurde, wieder Geschichte sein.

Seitens der Parteien wurden die Berichte nicht kommentiert. Es gebe laufend Verhandlungen zu den unterschiedlichsten Themen, hieß es lediglich. Die Steuerungsgruppe mit den Parteichefs Sebastian Kurz (ÖVP) und Heinz-Christian Strache (FPÖ) an der Spitze lädt voraussichtlich am Freitag zum nächsten medienöffentlichen Termin.

Hofburg weist angebliches Van-der-Bellen-Protokoll zurück

Nach der kolportierten Ablehnung einiger FPÖ-Politiker als Regierungsmitglieder durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist nun in der „Kronen Zeitung“ ein angebliches Protokoll dieses Treffens mit Diplomaten aufgetaucht. Dabei soll sich Van der Bellen auch recht undiplomatisch über ÖVP-Chef Sebastian Kurz geäußert haben. Die Präsidentschaftskanzlei dementierte, dass das so gesagt worden sei.

Die „Krone“ (Dienstag-Ausgabe) schrieb „Intrige oder Affäre“. Das Papier sei von einem Teilnehmer des Mittagessens im Wiener Hotel Imperial am 10. November, von einem „hochrangigen Auslandsvertreter“, verfasst worden. Das Papier sei sehr persönlich gehalten und mit privaten Anmerkungen versehen. Es soll seit dem Wochenende in politischen Kreisen zirkulieren.

Teilweise geschwärzt

Laut dem Papier, aus dem die „Krone“ umfangreich, jedoch mit einigen Schwärzungen zitierte, ist Kurz für Van der Bellen „ein irritierender junger Mann, der kaum Alkohol trinkt, nicht raucht und auch keinen Kaffee trinkt“ und der „sehr flexibel“ sei. Die Ablehnung einer FPÖ-Regierungsbeteiligung soll der Bundespräsident als „Hysterie“ bezeichnet haben, und Kurz und SPÖ-Chef Christian Kern könnten einander nicht ausstehen.

Auch die Ablehnung der FPÖ-Politiker Johann Gudenus als Innenminister und Harald Vilimsky als Außenminister durch Van der Bellen wird in dem Papier behauptet. Der Bundespräsident soll bei dem Treffen gesagt haben, dass er de jure FPÖ-Ministervorschläge unendlich ablehnen könne. Wenn dadurch aber Neuwahlen provoziert würden, sei die Frage, ob das nicht die FPÖ stärke.

Präsidentschaftskanzlei dementiert

In der Präsidentschaftskanzlei wurde das Protokoll als völlig unseriös bewertet. Möglicherweise habe der Diplomat der in englischer Sprache geführten Unterhaltung nicht richtig folgen können. Jedenfalls sollen Van der Bellens Ausführungen nicht in dieser Form gefallen sein. Verärgerung herrscht dem Vernehmen nach darüber, dass der vertrauliche Charakter der Unterredung missachtet wurde.

„Irreführende und absurde Spekulationen, die offenbar im Zusammenhang mit der Regierungsbildung stehen, werden zurückgewiesen“, heißt es in der Stellungnahme wörtlich. Die „Krone“ schreibt in einem Kommentar zudem von Empörung in der Präsidentschaftskanzlei. Die Aufzeichnungen seien gespickt mit dreisten Verdrehungen des von Van der Bellen tatsächlich Gesagten, voll von Lügen, Unterstellungen und Verfälschungen, soll es dort geheißen haben. Zum Beweis könne das Staatsoberhaupt diverse EU-Botschafter als Zeugen aufrufen.

Eurofighter in Koalitionsgesprächen ausgeklammert

ÖVP und FPÖ wollen sich offenbar an der heiklen Eurofighter-Frage die Finger nicht verbrennen. Dieses Thema soll aus den Koalitionsverhandlungen ausgeklammert und vorerst einer Kommission überlassen werden. Das erfuhr die APA aus Verhandlerkreisen. Uneinigkeit gibt es dem Vernehmen nach beim Bundesheerbudget. Die FPÖ fordert eine Erhöhung, die ÖVP steht auf der Bremse.

Der scheidende Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) hatte den Ausstieg aus dem Eurofighter eingeleitet und plante, die Eurofighter und die Saab 105 gemeinsam durch eine Überschallflotte mit 15 Einsitzern und drei Doppelsitzern zu ersetzen. Ob die schwarz-blaue Regierung das weiterbetreiben wird, ist fraglich.

Kommen doch neue Eurofighter?

Sie könnte auch die Saab 105 durch neue Eurofighter ersetzen, denn dieses System ist vorhanden. Zudem gibt es Zweifel, ob ein Umstieg auf ein neues System tatsächlich günstiger wäre als die Beibehaltung der Eurofighter. Diese Frage wird zunächst aufgeschoben und soll erst später geklärt werden.

Was das Budget für das Bundesheer betrifft, gibt es noch Dissonanzen. Die FPÖ ist mit der Forderung nach einer Anhebung des Heeresbudgets auf ein Prozent bzw. 3,5 Mrd. Euro in die Verhandlungen gegangen. Derzeit verfügt das Militär über 2,18 Mrd. Euro (0,6 Prozent des BIP). Die ÖVP ist dem Vernehmen nach dagegen, dem Heer mehr Geld zu geben.

Rücknahme der Reformen angedacht

Geplant ist im Bereich Landesverteidigung weiters eine Teilrücknahme der letzten Strukturreform, die noch gar nicht richtig umgesetzt wurde. So soll das neu geschaffene „Kommando Schnelle Einsätze“ wieder gestrichen werden. Ebenso sollen die Brigaden in ihrer alten Form wiederhergestellt werden.

Was die Militärführung betrifft, wird es wohl erst später Änderungen geben. Generalstabschef Othmar Commenda soll bis zum Auslaufen seines Vertrags im Frühjahr im Amt bleiben dürfen.

Offiziersgesellschaft fordert mehr Geld

Auch die Offiziersgesellschaft meldete sich zu Wort und deponierte ihre Erwartungen an die künftige Regierung: Es brauche als „Unterkante“ eine dauerhafte Anhebung des Wehrbudgets von aktuell 0,6 Prozent auf mindestens ein Prozent des BIP, forderte Präsident Erich Cibulka bei einer Pressekonferenz. „Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif.“

Es sei „eine Grundkompetenz des Staates, Sicherheit herzustellen“. ÖVP und FPÖ hätten sich immer „sehr markig und positiv“ zu den Anliegen geäußert, deshalb erwarte man nun eine Umsetzung. Neben der Erhöhung des Budgets forderte Cibulka auch, dass der Verteidigungsminister künftig die volle Verfügung über sein Budget haben müsse.

Wirtschaft

Weniger Hürden für grenzüberschreitendes Onlineshopping

Die EU senkt die Hürden für den grenzüberschreitenden Einkauf von Waren und Dienstleistungen über das Internet. Europaparlament und Mitgliedsstaaten einigten sich in der Nacht auf heute auf ein „Ende von ungerechtfertigtem Geoblocking“, wie die EU-Kommission mitteilte.

Vereinbart wurden drei Szenarien, bei denen es grundsätzlich keine Diskriminierung nach dem Standort des Kunden geben darf: beim Kauf von Waren, von rein elektronischen Dienstleistungen und von Dienstleistungen, die an einem bestimmten Ort erbracht werden, wie Reisen.

Umleiten von Kunden wird untersagt

Laut einer Untersuchung der EU-Kommission praktizieren fast zwei Drittel aller Websites Geoblocking. Sie verweigern dabei etwa die Bezahlung aus einem anderen Land oder mit ausländischen Kredit- und Bankkarten oder leiten Verbraucher zu Websites für ihr eigenes Land um, wo die Preise womöglich höher sind. Das Blockieren und Umleiten von Käufern soll ab der zweiten Jahreshälfte 2018 grundsätzlich untersagt sein.

Keine Lieferpflicht

Beim Kauf von Waren über das Internet gibt es allerdings weiter einen Haken: Die betroffenen Firmen im EU-Ausland haben keine Pflicht zur Lieferung. Ein von der Kommission genanntes Beispiel für den Kauf eines Kühlschranks von Belgien aus in Deutschland würde damit bedeuten, dass der Kunde das Produkt gegebenenfalls abholen oder die Lieferung selbst über eine Spedition organisieren muss.

„Wir mussten die richtige Balance zwischen den Interessen der Firmen und der Verbraucher finden“, hieß es aus EU-Kreisen. So seien kleine Unternehmen oft nicht in der Lage, die Lieferung in ein anderes Land zu organisieren. Nicht betroffen von der Einigung sind darüber hinaus auch urheberrechtlich geschützte Güter wie Filme, Musik und Bücher.

US-Regierung blockiert Fusion von AT&T und Time Warner

Das US-Justizministerium hat Klage gegen die milliardenschwere Fusion des Medienunternehmens Time Warner mit dem Kommunikationsriesen AT&T eingereicht. Die 108 Mrd. Dollar 92

AT&T kündigte an, um die geplante Übernahme kämpfen zu wollen. Kritiker werfen der Regierung von US-Präsident Donald Trump vor, mit dem staatlichen Einschreiten vor allem die Abspaltung des Senders CNN betreiben zu wollen. CNN gilt seit Monaten als „Feindsender“ Trumps. Der Präsident wird dort meist in kritischem Licht dargestellt.

CNN gehört zur Time-Warner-Tochter Turner. Das Justizministerium hatte AT&T bereits empfohlen, im Rahmen des Deals das CNN-Mutterunternehmen oder DirecTV zu verkaufen. AT&T lehnte das ab. Außerdem gilt die Fusion als Dorn im Auge von Trumps Freund und Unterstützer Rupert Murdoch, der mit seiner Unternehmensgruppe 21st Century Fox mit Time Warner auf mehreren Gebieten konkurriert.

Pay-TV als „Cashcow“

In den Unterlagen der Regierung wird aus Dokumenten von AT&T und seiner Satellitensparte DirecTV zitiert, in denen das traditionelle Pay-TV-Modell als „Cashcow“ und „goldene Gans“ bezeichnet wird. Das deute auf die Gefahr von Preiserhöhungen für die Kunden hin. Zudem könnten Konkurrenten gezwungen werden, „Hunderte Millionen Dollar mehr pro Jahr“ zu bezahlen.

AT&T hält diese Argumente nicht für stichhaltig. Das Unternehmen sei zuversichtlich, dass das Gericht die Behauptungen der Regierung zurückweisen und den Kauf erlauben werde, sagte AT&T-Chefanwalt David McAtee laut einer Mitteilung. McAtee sagte, es gebe keinen legitimen Grund dafür, die Übernahme anders zu behandeln als andere Fusionen.

Sport

Bundesliga: Rapid verlängert mit Schobesberger

Für Rapid haben die Verhandlungen mit Philipp Schobesberger einen positiven Ausgang gehabt. Die Wiener vermeldeten heute eine langfristige Vertragsverlängerung mit dem 23-Jährigen bis zum Sommer 2022.

Sportdirektor Fredy Bickel zeigte sich nach dem zähen Ringen über den Erfolg auf dem Personalsektor erfreut. Für den Schweizer ist Schobesberger aufgrund seiner Schnelligkeit und Unbekümmertheit „ein enorm wichtiger“ Spieler für den Verein.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Skispringen: Huber springt ins Rampenlicht

Stefan Kraft ist als Dritter einmal mehr der beste Österreicher beim Weltcup-Auftakt der Skispringer in Wisla gewesen. Mit Daniel Huber sprang aber ein weiterer ÖSV-Adler ins Rampenlicht. Der 24-Jährige, der am Samstag schon beim zweiten Platz im Team-Bewerb dabei war, landete am Sonntag auf Rang sechs und damit erstmals in den Top Ten.

Der bisher von Verletzungen gebremste Salzburger gibt sich damit aber noch nicht zufrieden. „Ich höre nicht auf zu kämpfen, es sind noch fünf vor mir“, sagte Huber selbstbewusst.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Moskau bestätigt extreme Radioaktivität

Der russische Wetterdienst hat gestern Abend bestätigt, dass Ende September in Teilen des Landes eine „äußerst hohe“ Konzentration von radioaktivem Ruthenium-106 festgestellt wurde. Die höchste Konzentration sei in der Messstation Argajasch registriert worden, einem Dorf in der Region Tscheljabinsk im südlichen Ural an der Grenze zu Kasachstan.

Dort sei in der Woche von 25. September bis 7. Oktober eine Konzentration von Ruthenium-106 gemessen worden, die das 986-Fache des erlaubten Werts betragen habe.

Nahe Nuklearanlage Majak

Argajasch liegt 30 Kilometer von der Kerntechnischen Anlage Majak entfernt, wo sich 1957 einer der schlimmsten Atomunfälle der Geschichte ereignete. Heute dient die Anlage der Wiederaufbereitung abgebrannter nuklearer Brennstoffe.

Karte vom Standort des AKWs Majak

Grafik: APA/ORF.at

Ruthenium-106 wurde nach Angaben des Wetterdienstes Rosgidromet später auch in Tatarstan, dann im Süden Russlands und ab dem 29. September in Italien und von da aus in nördlicheren europäischen Ländern festgestellt.

Behörde bestritt Konzentration im Oktober

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte die russische Atombehörde Rosatom auf, eine gründliche Untersuchung vorzunehmen und die Ergebnisse über die Vorfälle in Majak zu veröffentlichen. Greenpeace werde von der Staatsanwaltschaft verlangen, „Ermittlungen über die mögliche Verschleierung eines Atomunfalls einzuleiten“, sagte die Organisation.

Mitte Oktober hatte Rosatom versichert, in Russland seien in der Woche von 25. September bis 7. Oktober keine Spuren von Ruthenium-106 festgestellt worden - mit Ausnahme von St. Petersburg, dort aber in niedriger Konzentration. Die Behörde reagierte damit auf Berichte europäischer Institute, denen zufolge in mehreren europäischen Ländern leicht erhöhte Werte von Ruthenium-106 registriert wurden.

Auch in Österreich gemessen

Das Umweltministerium hatte Anfang Oktober bekanntgegeben, dass die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) an mehreren Messstellen in Österreich in der Luft geringe Mengen an Ruthenium-106 nachgewiesen habe.

Die Konzentration liege im sehr niedrigen Bereich von wenigen Millibecquerel pro Kubikmeter und sei radiologisch unbedenklich. Auswirkungen auf Bevölkerung und Umwelt seien auszuschließen, hieß es. Eine Freisetzung aus einem Kernkraftwerk oder eine Kernwaffenexplosion wurden als Ursache ausgeschlossen.

Umweltministerium mit IAEA in Kontakt

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sei nun um Aufklärung bemüht. Das sagte die Sprecherin des Umweltministeriums, Magdalena Rauscher-Weber, in Wien. Mit der IAEA sei man laufend in Kontakt. In den vergangenen beiden Wochen sei in Österreich - wetterbedingt - neuerlich Ruthenium-106 festgestellt worden, allerdings in noch weit geringerer Konzentration und damit knapp an der Nachweisgrenze, so Rauscher-Weber.

Belästigungsvorwürfe gegen Talkshow-Star Charlie Rose

In den USA ist einem weiteren Prominenten vorgeworfen worden, Frauen sexuell belästigt zu haben. Der Fernseh-Talkmaster Charlie Rose (75) entschuldigte sich gestern (Ortszeit) bei mehreren Kolleginnen, nachdem diese an die Öffentlichkeit gegangen waren. Die Frauen hatten der „Washington Post“ die Belästigung durch Rose geschildert.

Talkshow-Star Charlie Rose

APA/AP/Invision/Richard Shotwell

Rose: „Taktlos verhalten“

Rose selbst sagte in einem Statement: „Ich habe mich zeitweise taktlos verhalten und übernehme dafür die Verantwortung.“ Er glaube jedoch nicht, dass alle Vorwürfe korrekt seien.

Rose, der politische Talkshows in den Sendern PBS und CBS moderiert hatte, soll den Kolleginnen nackt gegenübergetreten sein, sie unsittlich berührt haben und ihnen etwa in Telefonanrufen ungebührliche Gespräche aufgedrängt haben. Die Sender trennten sich unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe von Rose oder suspendierten bis zur Klärung seine Sendungen.

Rose ist ein weiterer in einer ganzen Reihe von Prominenten, denen sexuelle Übergriffe - in verschiedenster Form - vorgeworfen werden. Zuletzt waren Vorwürfe gegen den Senator und früheren Entertainer Al Franken sowie gegen den Senatskandidaten in Alabama, Roy Moore, laut geworden.

Science

Höchste ÖAW-Preise an Historikerin und Physikerin

Die höchsten Preise der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gehen in diesem Jahr an zwei Frauen: Die Historikerin Waltraud Heindl erhält den Wilhelm-Hartel-Preis, die Quantenphysikerin Francesca Ferlaino den Erwin-Schrödinger-Preis. Die beiden mit jeweils 15.000 Euro dotierten Auszeichnungen werden zusammen mit den ÖAW-Nachwuchspreisen heute in Wien verliehen.

Waltraud Heindl ist emeritierte Universitätsprofessorin für Geschichte der Neuzeit an der Universität Wien und Direktorin des Österreichischen Ost- und Südosteuropa-Instituts bis 2001. Sie wird für ihre herausragenden Forschungen zur Geschichte des 19. Jahrhunderts - mit besonderem Augenmerk auf die Rolle der Geschlechter - mit dem Wilhelm-Hartel-Preis ausgezeichnet.

Quantengase als Forschungsobjekt

Ferlaino ist seit 2014 Professorin für Atomphysik an der Universität Innsbruck sowie wissenschaftliche Direktorin am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der ÖAW. Die gebürtige Italienerin erhält den Schrödinger-Preis für ihre bahnbrechenden Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung von Quantengasen.

Zudem wurden sieben Nachwuchswissenschaftler für herausragende Monografien, Publikationen, Masterarbeiten bzw. Dissertationen ausgezeichnet.

Gesundheit

Religion

Kultur

Oberösterreich: Schwarz-Blau spart bei Kultur

Kulturschaffende und eine kritische Öffentlichkeit sind alarmiert wegen diverser Aussagen der angehenden Regierung in Sachen Kulturförderung. Besonders der Blick nach Oberösterreich verunsichert, wo bereits seit geraumer Zeit Schwarz-Blau am Ruder ist. Dort wird nun ein Drittel des Kulturbudgets für freie Initiativen gekürzt.

In Oberösterreich regiert seit rund zwei Jahren Schwarz-Blau. Die Schuldenbremse bremst dort die Kultur aus.

„Weniger Veranstaltungen, weniger Lesungen“

Die Kulturplattform Oberösterreich (KUPF) vertritt die Interessen von 150 Vereinen und Kulturinitiativen, die stark von den Einsparungen betroffen sind. Obmann Thomas Diesenreiter: „Unsere Kulturvereine machen 4.000 Veranstaltungen pro Jahr und erreichen über 400.000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr. Das ist bedroht. Wenn hier um ein Drittel gekürzt wird, wird es weniger Programm geben, weniger Veranstaltungen, weniger Lesungen. Es trifft nicht nur Künstlerinnen und Kulturarbeiterinnen, es trifft uns alle.“

Für ÖVP „vertretbar“

187 Mio. Euro soll das Kulturbudget für das kommende Jahr ausmachen, wobei der allergrößte Teil auf öffentliche Einrichtungen wie die Landesmuseen, die Musikschulen und das Landestheater entfällt. Deren Unterstützung ist gesetzlich oder vertraglich geregelt.

Sie müssen im kommenden Jahr in Summe nur 0,9 Prozent einsparen und erhalten 175 statt 177 Millionen Euro. Der wesentlich kleinere Posten im Budget sind die Ermessensausgaben, die Jahr für Jahr neu vergeben werden. Hier soll es nächstes Jahr 30 Prozent weniger Geld geben.

Da es für einzelne Institutionen wie die Landesmusikschulen und die Landesausstellung mehr Geld geben soll, muss bei der freien Kulturszene umso mehr gespart werden. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) sagte: „Wir wollen keine neuen Schulden machen, wir wollen Schwerpunkte setzen und daher gehen wir diesen Weg jetzt so, übrigens auch in einer Phase, in der die Wirtschaft im Aufschwung ist. Daher ist es auch vertretbar, dass sich die öffentliche Hand ein Stück weit zurückzieht.“

Haders Sparvorschlag

Der Landeskulturbeirat, der das Land in Kulturfragen berät, sieht das anders, spricht von einem „Kahlschlag“ und fordert mehr Transparenz in der Kommunikation. Unter dem Motto „Rettet das Kulturland“ sammeln die freien Kulturinitiativen nun Unterschriften, um doch noch eine Erhöhung des Kulturbudgets zu erwirken.

Kabarettist Josef Hader steuerte einen Sparvorschlag bei: „Ich bin nicht gegen Sparen. Ich habe das Gefühl, man kann viel einsparen. Man könnte vielleicht ein paar Kilometer Autobahn einsparen. Zehn Meter Autobahn weniger, und früher auf die Bundesstraße auffahren, und schon müsste man bei der Kultur nicht so viel einsparen.“

Beyonce ist höchstbezahlte Musikerin 2017

Dank ihres Hit-Albums „Lemonade“ und der dazugehörigen Welttournee ist die US-Sängerin Beyonce im Jahr 2017 die am höchsten bezahlte Frau im Musikbusiness, wie aus der aktuellen „Forbes“-Liste hervorgeht. Damit verweist sie ihre Kolleginnen Adele und Taylor Swift auf die Plätze. Insgesamt verdiente die 36-jährige R&B-Sängerin heuer 105 Mio. Dollar (89 Mio. Euro).

Zu den Einkünften aus der Musik kommen laut „Forbes“ noch Gewinne aus der Modelinie „Ivy Park“ und anderen Quellen. Die britische Sängerin Adele, deren Album „25“ im Jahr 2015 den Rekord für das sich am besten verkaufende Album brach und die heuer ihre erste große Tour seit 2011 absolvierte, landete mit einem Einkommen von 69 Mio. Dollar (58,6 Mio. Euro) auf dem zweiten Platz.

Swift vom Thron gestoßen

Taylor Swift, die im Vorjahr mit 170 Mio. Dollar die Liste angeführt hatte, kommt heuer nur auf Platz drei: Die 27-Jährige verdiente 44 Mio. Dollar. Es wird jedoch erwartet, dass ihre Einkünfte in den kommenden Monaten stark steigen werden, da sie mit der Veröffentlichung ihres jüngsten Albums „Reputation“ soeben das sich am besten verkaufende Album des Jahres abgeliefert hat - die dazugehörige Tour ist bereits geplant. Hinter Beyonce, Adele und Swift landete die Kanadierin Celine Dion auf Platz vier.

Lifestyle

Nacktrestaurant in Paris eröffnet

In Paris können Nudisten seit Monatsbeginn auch schick essen gehen. Kleidungsstücke und Handys müssen im Nacktrestaurant O’Naturel vor dem Dinner in Schränken abgelegt werden, wie die Nachrichtenagentur AFP heute berichtete. Hausschuhe würden gestellt, es gebe aber eine Ausnahme für Frauen, die nicht auf ihre Straßenschuhe verzichten wollten. Das Lokal weist auf seiner Website darauf hin, dass Gäste vorher reservieren müssen.

Das Lokal hat weiße Wände und schwarze Stühle, auf den Tischen stehen Kerzen. Die Karte präsentiert Gerichte der Edel-Bistro-Küche. Das Restaurant liegt abseits der großen Touristenströme im Osten der Hauptstadt. Dort befindet sich auch ein Park, der laut Medienberichten während des Sommers einen reservierten Bereich für Nudisten hat. Im Osten von Paris gibt es für Anhänger der Freikörperkultur zudem seit Längerem ein Schwimmbad.