Ausland

Explosion in Mossul: Laut Berichten über hundert Tote

Bei einer Explosion während der Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Westen der nordirakischen Großstadt Mossul sind mehreren Berichten zufolge mehr als hundert Zivilisten getötet worden.

Ein irakischer General sagte heute, unter Gebäudetrümmern im Viertel al-Dschadida seien 108 Leichen geborgen worden, darunter Frauen und Kinder. Ein Aktivist mit dem Decknamen „Mosul Eye“ meldete 130 Tote. Der kurdische TV-Sender Rudaw sprach sogar von 230 Opfern.

Mossul ist die letzte IS-Hochburg im Irak. Die Offensive auf die Stadt hatte im vergangenen Oktober begonnen. Im Jänner konnten die irakischen Sicherheitskräfte den Osten der einstigen Millionenmetropole einnehmen. Seit Februar läuft der Angriff auf den Westen der Stadt, der in vielen Teilen dicht bewohnt ist.

US-General wirft Russland Taliban-Unterstützung vor

Der NATO-Oberbefehlshaber für Europa, US-General Curtis Scaparrotti, sieht nach eigenen Angaben Zeichen russischer Unterstützung für die Taliban in Afghanistan.

Bei einer Anhörung vor dem Senat in Washington erklärte Scaparrotti heute, er habe einen zunehmenden Einfluss der Russen auf die Islamisten bemerkt. Das sei „im Bezug auf den Umgang und vielleicht sogar der Versorgung der Taliban“ der Fall.

Israeli wegen Bombendrohung gegen Juden festgenommen

Die israelische Polizei hat einen 19-Jährigen in Zusammenhang mit Dutzenden Bombendrohungen gegen jüdische Einrichtungen in mehreren Ländern festgenommen. Das teilte ein Sprecher der Polizei heute mit.

Der junge Mann habe bei Synagogen, in Gemeinschaftseinrichtungen und bei Veranstaltungen angerufen und Panik ausgelöst. Das FBI bestätigte die Festnahme.

Weltweite Ermittlungen

Der Mann hatte nach Angaben der israelischen Polizei aufwendige Tarntechniken verwendet und Personen unter anderem in Australien, Neuseeland und den USA gedroht.

In einem Fall habe ein Flugzeug wegen einer Bombendrohung notlanden müssen. Die Untersuchungen in Kooperation mit Sicherheitsbehörden in den USA wie dem FBI und Europa seien über Monate gelaufen.

Heuer über 100 Drohungen in USA

Nach Angaben der Zeitung „USA Today“ gingen seit Jahresbeginn allein mehr als 100 Drohungen bei jüdischen Einrichtungen in rund 20 US-Staaten ein, die sich alle als falsch herausstellten.

Hinter den koordinierten Drohungen stecken nach Einschätzung der New Yorker Polizei von Mitte März vermutlich ein Einzeltäter sowie mehrere Nachahmer.

USA vermuten WikiLeaks-Informanten im CIA-Umfeld

US-Strafverfolger suchen einem Insider zufolge beim US-Auslandsgeheimdienst CIA nach Informanten der Enthüllungsplattform WikiLeaks. Dazu würden bestehende Ermittlungen in Sachen WikiLeaks ausgeweitet, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person laut Reuters.

Es gehe darum, herauszufinden, wer Informationen über Abhör- und Überwachungstechniken der CIA an WikiLeaks weitergegeben habe. Das US-Justizministerium wollte sich dazu ebenso wenig äußern wie die CIA, die die Echtheit der veröffentlichten Dokumente bisher nicht bestätigt hat. Dem „Wall Street Journal“ zufolge konzentriert sich die Suche nach dem Leck auf einen ehemaligen CIA-Vertragspartner.

Anleitungen für Hackerangriffe

WikiLeaks veröffentlichte zuletzt über 8.700 Dokumente, die aus dem CIA-Zentrum für Cyberaufklärung in Langley bei Washington stammen und über die Computer- und Internetspionage des US-Geheimdiensts Auskunft geben sollen. Die von WikiLeaks „Vault 7“ getaufte Datensammlung soll Dokumente aus den Jahren 2013 bis 2016 enthalten.

Den veröffentlichten Dokumenten zufolge, soll eine CIA-Hackertruppe auch im US-Konsulat in Frankfurt am Main sitzen. Das Konsulat diene als heimliche Basis für Spähaktionen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Die Mitarbeiter der „Hackerbasis“ seien den Angaben zufolge mit Diplomatenpässen ausgestattet.

Aus den Dokumenten geht laut WikiLeaks hervor, dass die CIA Schadsoftware zur Cyberspionage einsetzt. Damit greifen die US-Regierungshacker demnach etwa iPhones von Apple, Android-Geräte von Google, Software von Microsoft oder sogar Samsung-Fernseher an, um diese als Wanzen zu nutzen.

EU erwartet Einigung mit Griechen vor Rom-Gipfel

Nach Gesprächen auf Chefebene steigt die Hoffnung auf eine rechtzeitige Beilegung des Streits mit Griechenland über die EU-Erklärung von Rom. EU-Ratspräsident Donald Tusk und der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras sowie deren Berater hätten das Problem am Telefon erörtert, sagte ein EU-Vertreter heute der Nachrichtenagentur Reuters.

Deshalb sei man „relativ beruhigt“, dass Tsipras die Erklärung am Samstag anlässlich des 60. Jahrestags der Römischen Verträge mit unterzeichne. Zuvor hatte es von EU-Diplomaten in Brüssel und Regierungsvertretern in Athen geheißen, dass die griechischen Vorbehalte noch nicht ausgeräumt seien. Die polnische Regierung blockiert die Erklärung laut Diplomaten dagegen nicht.

Streit über Reformen

Der Streit drohte das Jubiläum zu den Römischen Verträgen zu überschatten, die den Grundstein für die heutige EU gelegt haben. Die 27 EU-Staaten wollen in Rom ein Zeichen der Geschlossenheit nach der britischen Entscheidung zum Austritt aus der Gemeinschaft senden. Diplomaten zufolge wollte Griechenland die Rom-Erklärung erst dann absegnen, wenn es Zugeständnisse im anhaltenden Streit über Reformauflagen der internationalen Geldgeber erhalten hat.

Griechenland und die Institutionen von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB), Euro-Rettungsschirm ESM und Internationalem Währungsfonds (IWF) ringen derzeit um die Umsetzung einzelner Reformen. Die griechische Regierung will das Verbot von Massenentlassungen unangetastet lassen und zugleich Änderungen der Vorgängerregierung an Tarifverhandlungen rückgängig machen. Eine Vereinbarung über ein Reformpaket ist Voraussetzung dafür, dass die Euro-Gruppe dem schuldengeplagten Griechenland frisches Geld aus dem bis zu 86 Milliarden Euro schweren Hilfsprogramm überweist.

Dutzende Anwälte in Türkei festgenommen

Die Staatsanwaltschaft in Istanbul hat 35 Anwälte festnehmen lassen. Insgesamt wurde ein Haftbefehl gegen 80 Anwälte erlassen, wie der Fernsehsender CNN Türk heute berichtete.

Den Beschuldigten werde vorgeworfen, Verbindungen zu der Organisation von Fethullah Gülen zu haben. Die AKP-Regierung macht den in den USA lebenden Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Gülens Bewegung wird in der Türkei als Terrororganisation eingestuft.

Nach dem Putschversuch hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan „Säuberungen“ im Staatsapparat angekündigt. Zehntausende Menschen haben seither ihren Job verloren oder wurden verhaftet.

EU bestellt türkischen Botschafter ein

Der Auswärtige Dienst der Europäischen Union bestellte unterdessen wegen Drohungen Erdogans den türkischen EU-Botschafter ein. Man hätte gerne Erklärungen für die Worte von Erdogan, sagte eine Sprecherin in Brüssel.

Erdogan hatte am Vortag gesagt: „Wenn ihr euch weiterhin so benehmt, wird morgen kein einziger Europäer, kein einziger Westler auch nur irgendwo auf der Welt sicher und beruhigt einen Schritt auf die Straße setzen können.“

D: Vier Jahre Haft wegen Anschlags auf Flüchtlingsheim

Wegen eines Brandanschlags auf eine deutsche Flüchtlingsunterkunft hat heute eine Gericht drei Männer zu jeweils vier Jahren Haft verurteilt. Eine Frau erhielt wegen Beihilfe eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten.

Gericht entscheidet gegen Mordversuch

Das Schwurgericht in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) wertete den Angriff der Gruppe vom September 2015 in Porta Westfalica als gemeinschaftliche schwere Brandstiftung.

Es folgte damit nicht der Staatsanwaltschaft, die die Tat als versuchten Mord eingestuft hatte. Die Richter hatten Zweifel, dass Menschen getötet werden sollten. Das Gericht ging im Strafmaß aber zum Teil über die Forderungen der Staatsanwaltschaft hinaus.

Tat gestanden

Zwei der Angeklagten hatten zwei Brandflaschen auf das Gebäude geworfen. Die Frau hatte die Männer zum Tatort gefahren. Eine der Flaschen setzte die Fassade in Brand.

Die Angeklagten im Alter von 29 bis 33 Jahren hatten die Tat in weiten Teilen eingeräumt. Sie hatten in ihren Schlussworten zwei Bewohner und Nebenkläger um Entschuldigung gebeten. Als Motiv gaben sie Wut auf Flüchtlinge an.

Inland

Umsiedlung: Sobotka weist Kritik von Doskozil zurück

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) hat die Kritik von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) an Österreichs Teilnahme am EU-Umsiedlungsprogramm zurückgewiesen.

Sein Büro verwies darauf, dass der entsprechende Beschluss von den Innenministern der EU im Jahr 2015, also noch vor seiner Amtszeit, getroffen worden sei. Beschlüsse seien aber ungeachtet dessen eben dazu da, sich an diese zu halten.

Zudem hieß es aus dem Ministerbüro, dass auch Kanzler Christian Kern (SPÖ) im Vorjahr dreimal im Rahmen des europäischen Rats für das Programm gestimmt habe. Ohnehin gehe es bei dem Umsiedlungsprogramm nur um Personen mit sehr hoher Anerkennungswahrscheinlichkeit, dabei oft um Kinder.

Doskozil gegen „legalen Weg für Asylwerber“

Doskozil hatte zuvor kritisiert, dass Österreich Flüchtlinge aus Italien aufehmen werde. „Ich bin derzeit dagegen, dass wir diesen legalen Weg für Asylwerber öffnen“, sagte der Verteidigungsminister. Solange die „unkontrollierte Zuwanderung“ weiter existiere, komme das nicht infrage.

Österreich zählt neben Ungarn und Polen zu den Staaten, die Italien und Griechenland bisher keine Flüchtlinge abgenommen haben.

Pilz gegen Doppelstaatsbürgerschaft

Der Konflikt zwischen Österreich und der Türkei fördert eine Bruchlinie innerhalb der Grünen unter Beteiligung eines einschlägig bekannten Akteurs zutage: Während die Partei Doppelstaatsbürgerschaften legalisieren will, sprach sich Sicherheitssprecher Peter Pilz heute vehement dagegen aus. Kritik übte er an der ÖVP, und zwar wegen ihrer Kontakte zur türkischen Regierungspartei AKP.

Das Ja zu Doppelstaatsbürgerschaften für jene, die Bindungen zu mehreren Staaten haben, sei „grüne Linie, seit es die Grünen gibt“, bestätigte die grüne Migrationssprecherin Alev Korun der APA. Pilz stellte sich offen dagegen.

„Ich bin gegen Doppelstaatsbürgerschaften außerhalb der Europäischen Union“, sagte er in seiner Pressekonferenz. „Ich will nicht, dass sich Vertreter eines autoritären Regimes in der Türkei aus taktisch-strategischen Gründen als Österreicher verkleiden können.“

Vorwürfe gegen ÖVP

Unter anderem diesen Punkt nahm Pilz zum Anlass für Kritik an der ÖVP. Deren Innenminister Wolfgang Sobotka zeige in Wirklichkeit keinerlei Interesse daran, gegen unrechtmäßige Doppelstaatsbürgerschaften vorzugehen, meinte er und ortete „eine Art türkisches Hütchenspiel“. Auch den Vorwurf, dass nichts gegen die Tätigkeit regierungsnaher türkischer Organisationen in Österreich unternommen werde, wiederholte er.

Pilz verwies auch auf - aus seiner Sicht - systematische Verbindungen der ÖVP zur AKP, die auch nach dem Rauswurf der türkischen Regierungspartei von ihrem Beobachterstatus in der Europäischen Volkspartei weiterbestünden. Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) warf Pilz vor, türkischen Vertretern im Jahr 2014 offen Tipps gegeben zu haben, wie trotz des neuen Islamgesetzes weiter finanzielle Zuwendungen aus dem Ausland mittels Spenden möglich seien.

In der ÖVP wertete man die Vorwürfe als alte, aufgewärmte Geschichten. Nachdem Präsident Recep Tayyip Erdogan die Gezi-Park-Proteste gewaltsam hatte niederschlagen lassen und sich immer mehr in Richtung autoritärer Staatsführer entwickelte, hätten Europas Volksparteien die Annäherung an die AKP wieder ausgesetzt. Auch die ÖVP habe damals die Verbindung zur AKP und ihren österreichischen Ablegern gekappt.

Tamponsteuer: Debatte erreicht Österreich

Die Besteuerung von Damenhygieneprodukten wie Tampons und Binden wird seit Jahren weltweit diskutiert. Jetzt hat die Debatte auch Österreich erreicht. In einer Social-Media-Kampagne argumentiert die Plattform #aufstehn, dass Tampons in Österreich mit 20 Prozent derzeit genauso hoch besteuert werden wie Champagner und fordert Finanzminister Hans-Jörg Schelling (ÖVP) auf, die Mehrwertsteuer auf den üblichen Satz für Produkte des täglichen Bedarfs zu senken.

„Während Frauen und Männer selbst entscheiden können, ob sie sich ein Glas Champagner leisten, haben Frauen bei ihrer Periode keine Wahl“, heißt es in der #aufstehn-Onlinepetition, die bis Donnerstag Nachmittag 4.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner fand.

Tampons

APA/AFP/Loic Venance

Antrag der Grünen in Vorbereitung

Laut Informationen der „Presse“ hat die Grünen-Abgeordnete Berivan Aslan bereits einen Antrag zur Steuersenkung vorbereitet, der in den nächsten Wochen im Finanzausschuss eingebracht werden soll.

In anderen europäischen Ländern wurde die Steuer auf Tampons nach den Protesten schon herabgesetzt: In Frankreich von 20 auf 5,5 Prozent, in England auf fünf Prozent.

Laut Angaben des österreichischen Start-ups Erdbeerwoche, das Informationen rund um nachhaltige Frauenhygiene bietet und diese auch online vertreibt, gibt eine österreichische Frau in ihrem Leben zwischen 2.500 und 4.000 Euro für Damenhygieneprodukte aus, die für viele Frauen notwendigen Schmerzmittel nicht eingerechnet.

Wirtschaft

Merkel verteidigt Diesel-Autos als umweltfreundlich

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel hat Dieselautos ausdrücklich als umweltfreundlich verteidigt. „Ich finde es perfide von den Grünen und zum Teil auch den Sozialdemokraten, dass jetzt so getan wird - weil ein Unternehmen sich nicht an die Regeln gehalten hat -, als wäre all das, was wir den Menschen gesagt haben, falsch“, sagte die CDU-Vorsitzende bei einer Wahlveranstaltung heute.

„Das ist nicht falsch“, sagte Merkel zu früheren Empfehlungen, dass man Dieselfahrzeuge wegen des geringeren Kohlendioxid-Ausstoßes als umweltfreundliche Alternative kaufen könne. Natürlich werde sich die Automobilproduktion ändern. „Aber für den Klimaschutz ist das Dieselauto heute genauso ein gutes Auto wie es das gestern und vorgestern war.“

Seit dem VW-Skandal mit manipulierten Abgaswerten ist der Absatz von Dieselfahrzeugen eingebrochen. Dazu gibt es in einigen Städten eine Debatte über Fahrverbote für Dieselautos. Das Kraftfahrtbundesamt hatte Anfang März mitgeteilt, dass der Dieselanteil im Februar bei neu zugelassenen Fahrzeugen um 3,8 Prozentpunkte auf 43,4 Prozent zurückgegangen war. Im Saarland finden am Sonntag Landtagswahlen statt.

Disney verlängert Vertrag mit Konzernchef Iger

Der US-Unterhaltungskonzern Disney hat den Vertrag mit seinem Vorstandschef Bob Iger vorzeitig um ein Jahr verlängert. Der 66-Jährige bleibe bis Juli 2019 an der Konzernspitze, teilte Disney heute mit.

Disney-Vorstandschef Bob Iger

APA/AFP/Getty Images/Mike Coppola

Zwischenzeitlich hatte es als sehr wahrscheinlich gegolten, dass Iger Mitte 2018 abtreten würde. Doch nachdem der als Favorit auf die Nachfolge gehandelte Vorstand Thomas Staggs im vergangenen Jahr überraschend seinen Rücktritt angekündigt hatte, musste umdisponiert werden.

Angesichts von Igers herausragender Führung und seinen Erfolgen sei es das Beste, wenn er so lange im Amt bleibe, bis ein Nachfolger gefunden und eine reibungslose Übergabe möglich sei, erklärte der Verwaltungsrat. Iger ist seit bereits über elf Jahren Vorstandschef.

Handyhersteller ZTE wegen US-Strafe in roten Zahlen

Eine Strafzahlung in den USA hat dem chinesischen Telekomausrüster und Handyhersteller ZTE einen Verlust eingebrockt. Der Fehlbetrag sei im vierten Quartal bei umgerechnet rund 703 Mio. Euro gelegen, teilte das Unternehmen heute mit.

Damit rutschte ZTE auch im Gesamtjahr in die roten Zahlen und verbuchte für 2016 ein Minus von 318 Mio. Euro.

Gegen Iran-Sanktionen verstoßen

Im Streit mit den USA wegen Verletzung von Sanktionen gegen den Iran war ZTE mit knapp 900 Mio. Dollar (833 Mio. Euro) zur Kasse gebeten worden. Der Quartalsumsatz stieg dagegen um knapp ein Viertel auf rund vier Mrd. Euro.

Das US-Handelsministerium hatte die Ermittlungen nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters aufgenommen, dem zufolge ZTE Hard- und Software im Wert von mehreren Millionen Dollar in den Iran geliefert hatte. Die USA sahen darin eine Verletzung der Sanktionen gegen die Islamische Republik und verhängten Strafmaßnahmen.

Überraschend großer Andrang auf letzte EZB-Geldspritze

Banken im Euro-Raum haben eine vorerst letzte Gelegenheit, sich mit extrem günstigen Langfristkrediten zu versorgen, stark genutzt. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) heute mitteilte, erhielten die 474 interessierten Geldhäuser insgesamt 233,5 Mrd. Euro an EZB-Krediten.

Das liegt deutlich über den Markterwartungen von im Mittel 110 Mrd. Euro. Die Spanne der von Analysten erwarteten Summen war allerdings sehr groß.

Die jetzige Kreditrunde ist die mit Abstand größte seit Beginn des Programms im September 2014. Zeitweise war das Interesse der Banken an den Geldspritzen so gering, dass die Zuteilung sehr klein wurde.

24,4 Mrd. allein an UniCredit

Zur Verteilung der Kreditsumme auf die einzelnen Banken teilte die EZB wie üblich nichts mit. Allerdings gab die italienische Großbank UniCredit bekannt, dass sie alleine 24,4 Mrd. Euro, also mehr als zehn Prozent der insgesamt nachgefragten Kreditsumme, in Anspruch genommen habe.

15,5 Mrd. Euro erhalte die italienische Niederlassung, der Rest verteile sich auf die Niederlassungen in Deutschland, Österreich und Osteuropa.

Straffere Geldpolitik erwartet

Die jüngste Kreditrunde wurde unter Fachleuten mit Spannung erwartet. Denn nach einer weiteren geldpolitischen Lockerung durch die EZB sieht es zurzeit nicht aus. Im Gegenteil: Es mehren sich Stimmen unter den Notenbankern, die auf eine perspektivisch straffere Geldpolitik schließen lassen.

Deshalb dürften viele Banken die Langfristkredite als letzte Gelegenheit angesehen haben, sich für einen langen Zeitraum billiges Zentralbankgeld zu besorgen.

EU will Gebühren für Auslandsüberweisungen senken

Die EU-Kommission will Banken dazu verpflichten, die Gebühren für grenzüberschreitende Überweisungen in Nicht-Euro-Länder zu senken.

Für Verbraucher ungünstige „Gebührenpraktiken“ sollen abgeschafft werden, heißt es in einem „Aktionsplan zu Finanzdienstleistungen für Verbraucher“, den die EU-Kommission heute in Brüssel vorstellte.

Beispiele aus Osteuropa

In dem Papier sind zahlreiche Maßnahmen vorgesehen, die Verbrauchern die Nutzung von Finanzdienstleistungen in der EU erleichtern sollen. Teilweise würden bei Auslandsüberweisungen hohe Gebühren fällig, heißt es darin.

Banken in Rumänien und Bulgarien - beide Länder gehören nicht der Währungsgemeinschaft an - könnten zwischen 15 und 30 Euro Gebühren für eine grenzüberschreitende Überweisung im Wert von 100 Euro erheben. Diese Kosten müssten sinken, so die Kommission.

Euro-Überweisungen an Inlandsüberweisungen gebunden

Die Kosten für grenzüberschreitende Euro-Überweisungen sind bereits gesetzlich gedeckelt: Sie dürfen nicht mehr kosten als Inlandsüberweisungen. In Schweden, das den Euro noch nicht eingeführt hat, gilt derselbe Gebührensatz wie für Inlandsüberweisungen, ob in Euro oder in Kronen. Die Kommission will einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen - ein konkretes Datum nannte sie aber nicht.

Der Aktionsplan sieht zudem vor, die Wechselgebühren etwa von Onlineshops und Hotels transparenter zu machen. Die erhobenen Gebühren fallen oft höher aus als bei einer Abhebung in der Fremdwährung mit der Bankkarte. Einen echten Wettbewerb gebe es in der Branche nicht, bemängelte die EU-Behörde, da Verbrauchern die nötigen Informationen fehlten.

Sport

Skifliegen: „Cooles“ Duell mit verdeckten Karten

Stefan Kraft kämpft beim Skifliegen in Planica von morgen bis Sonntag um seine erste Kristallkugel. Der Doppelweltmeister und Weltrekordler hat im Weltcup der Skispringer vor den letzten zwei Einzel-Bewerben 31 Punkte Vorsprung auf Kamil Stoch.

„Es wird auf jeden Fall sehr spannend, und ich freue mich sehr auf einen coolen Abschluss“, sagte Kraft, der ein „Duell auf Augenhöhe“ mit dem Polen erwartet. Heute hielten die beiden Rivalen ihre Karten noch verdeckt und verzichteten auf die Qualifikation.

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Formel 1: Mercedes droht Luxusproblem

Lewis Hamilton geht als Favorit in die am Sonntag mit dem Grand Prix von Australien (7.00 Uhr MESZ, live in ORF eins) beginnende Formel-1-Saison. Daher könnte man bei Mercedes den Dingen eigentlich recht entspannt entgegensehen. Doch die klare Nummer-eins-Position, die Hamilton nach dem Rücktritt von Weltmeister Nico Rosberg bei den Silberpfeilen innehat, könnte auch zu Problemen führen. Denn bei Mercedes stand bisher immer das Team an erster Stelle.

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Motorrad: KTM in MotoGP vor Lernprozess

Der österreichische Motorradhersteller KTM ist bei der Straßen-WM heuer erstmals in allen drei Klassen mit eigenem Werksteam am Start. In der MotoGP steht man vor einem langen Lernprozess.

„Wir sind Neulinge in dieser Klasse, es wird seine Zeit brauchen“, sagte Berater Heinz Kinigadner vor dem Saisonstart. WM-Punkte sind das Ziel für 2017. Später sollen auch Siege und der WM-Titel folgen. In vielen Bereichen geht das Unternehmen dabei eigene Wege.

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Chronik

Ein Toter bei Schießerei in Hannover

Bei einer Schießerei im deutschen Hannover ist ein 25-Jähriger getötet worden. Nach Angaben der Polizei kam es gestern am späten Abend im Stadtteil Oststadt zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Menschengruppen. Dabei fielen auch Schüsse.

Der 25-jährige Beteiligte sei schwer verletzt zurückgeblieben und später trotz intensivmedizinischer Rettungsversuche in einem Krankenhaus gestorben, teilten die Beamten in der niedersächsischen Landeshauptstadt heute mit. Die Hintergründe waren bis zum Nachmittag noch unklar.

Südkorea birgt Wrack der „Sewol“

Fast drei Jahre nach dem tragischen Untergang der südkoreanischen Fähre „Sewol“ mit 304 Todesopfern hat die Bergung des Wracks begonnen.

Die Bergungskräfte hoben das etwa 6.800 Tonnen schwere Schiff heute Früh (Ortszeit) an, wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen Vertreter des Ozean- und Fischereiministeriums meldete. Bis zum Nachmittag ragte die rechte Seite der Fähre bis zu 8,5 Meter über das Wasser.

Über 300 Menschen ums Leben gekommen

Die überladene „Sewol“ war am 16. April 2014 vor der Insel Jindo gekentert. Von den 476 Menschen an Bord kamen 304 ums Leben, darunter 250 Schüler. Grund war vor allem menschliches Versagen. Neun Tote konnten bisher nicht geborgen werden.

Untersuchung in Trockendock

Die Bergung des Schiffs dürfte mehrere Tage dauern. Wenn das Wrack komplett an der Wasseroberfläche ist, soll eine Art Tauchboot unter das Schiff gleiten, um es dann bis zum Hafen von Mokpo zu bringen. Dort soll die Fähre im Trockendock durchsucht werden. Es gibt Vermutungen, dass sich die neun noch nicht gefundenen Leichen in dem Schiffswrack befinden könnten.

Das Wrack der "Sewol"

APA/AFP

Das Wrack lag mehr als 40 Meter unter Wasser. Die ursprünglich für vergangenes Jahr geplante Bergung war wegen schlechten Wetters mehrmals verschoben worden. Die Behörden hatten unter anderem befürchtet, dass das 145 Meter lange Wrack auseinanderbrechen könnte.

Stallpflicht für Geflügel in Österreich aufgehoben

Das Gesundheitsministerium hebt die generelle Stallpflicht für Geflügel auf. Besondere Maßnahmen für die Biosicherheit, zum Beispiel für die Hygiene und die Fütterung nur im Stall, sowie die verschärfte Anzeigepflicht bleiben in ganz Österreich weiter in Kraft. Das Wildvogel-Monitoring bleibt auch aufrecht. Die neuen Bestimmungen werden morgen veröffentlicht und treten am Samstag in Kraft.

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Kultur

Selfies mit Maos „Leichnam“

Der chinesische Ableger der Art Basel in Hongkong lockt derzeit mit einer makabren Attraktion: Besucherinnen und Besucher können vor einem Glassarkophag Selfies mit einer Nachbildung des toten Mao Zedong machen.

Die Wachskopie des Leichnams sieht täuschend echt aus und ist Teil der Installation „Summit“ des chinesischen Künstlers Shen Shaomin. Neben Mao sind auf der Kunstmesse auch die „Leichen“ anderer kommunistischer Staatsmänner aufgebahrt: Ho Chi Minh, Kim Il Sung, Fidel Castro und Wladimir Iljitsch Lenin.

Wachsfigur

APA/AFP/Anthony Wallace

Die toten Kommunisten stellen auch einen Kommentar zum Kunstmarkt in China dar: Die 242 an der Art Basel Hongkong teilnehmenden internationalen Galerien hatten sich im Vorfeld besorgt über zunehmende Finanzkontrollen der chinesischen Regierung gezeigt.

China ist derzeit der drittgrößte Kunstmarkt der Welt. Im letzten Jahr setzte die Regierung allerdings Maßnahmen, die den Chinesen Fremdwährungsgeschäfte - wie große Kunstkäufe - erschweren, wie die „New York Times“ berichtet. Ziel ist, Chinas eigene Währung, den Renminbi, zu stärken: Mao und Lenin dürften sich angesichts der Preise, die chinesische Sammler für westliche Kunst hinlegen, im Grabe umdrehen. Aber die liegen in Hongkong ja nun steif und wächsern unter Glas.

Medien

Trotz Serien-Aus: Reality-TV-Kandidaten blieben isoliert

Nach einem Jahr in völliger Isolation in Schottland sind die Kandidaten einer britischen Reality-TV-Serie nun in die Zivilisation zurückgekehrt. Nun mussten sie nicht nur von „Brexit“ und US-Präsident Donald Trump erfahren, sondern auch, dass ihre Sendung bereits vor Monaten eingestellt worden ist, berichten britische Medien.

Die 23 Kandidaten waren im Vorjahr auf der Halbinsel Ardnamurchan im Westen Schottlands ausgesetzt worden. Vier Folgen der Serie „Eden“ strahlte der Sender im Sommer des Vorjahres aus. Nach fallenden Einschaltquoten wurde die Ausstrahlung ausgesetzt, auch die begleitenden Social-Media-Kanäle wurden nicht mehr bespielt. Die Kandidaten wurden darüber allerdings nicht in Kenntnis gesetzt.

Sender: Wird noch ausgestrahlt

Die Show sei ein „richtiges Experiment“ gewesen, heißt es von Channel 4. Mit Beginn der Dreharbeiten habe man nicht gewusst, was das Ergebnis sein würde. Der Sender verlautete zudem, man wolle weitere Folgen im Laufe des Jahres ausstrahlen.

Kandidaten haben sich bisher nicht zu Wort gemeldet, immerhin sollen aber 13 schon im Laufe des Jahres aus dem Experiment ausgestiegen sein. Anrainer berichten zudem, so richtig isoliert seien die Kandidaten nicht gewesen: Einige hätten Essen und Alkohol in ihr Wohngebiet geschmuggelt. Einer sei bei einem Zahnarzt gesehen worden, nachdem er beim Verzehr von als Hühnerfutter gedachten Körnern gröbere Probleme bekommen hatte.

Science

Museum des Zweiten Weltkriegs in Gdansk eröffnet

Nach monatelangem Streit mit Polens nationalkonservativer Regierung ist das Museum des Zweiten Weltkriegs heute in Gdansk (Danzig) eröffnet worden. Die Hauptausstellung des Hauses zeige die Besonderheiten der polnischen Erfahrung während des Krieges und schreibe sie in den europäischen und weltlichen Kontext ein, sagte Gründungsdirektor Pawel Machcewicz bei der Eröffnungsfeier.

Ausstellungsraum im Museum des Zweiten Weltkriegs in Gdansk

AP/Czarek Sokolowski

„Wir bemühen uns so, ein möglichst vollständiges Bild des Krieges zu zeigen“, sagte Machcewicz bei dem Festakt in der nordpolnischen Hafenstadt, bei dem auch Kriegsveteranen anwesend waren.

Polens nationalkonservative Regierung hatte das von ihren Vorgängern vor rund acht Jahren ins Leben gerufene Projekt mehrfach kritisiert. Die polnische Perspektive werde in der Ausstellung zu wenig betont, bemängelten Warschauer Kulturpolitiker und trieben eine Übernahme der Einrichtung voran. Die in diesem Zusammenhang von der Regierungspartei PiS angestrebte Zusammenlegung des Hauses mit dem Westerplatte-Museum ist Inhalt eines laufenden Gerichtsverfahrens.

Religion

Religionsrechtler: Islam in Europa wird „kirchlicher“

Eine Art „Verkirchlichung“ des Islam in Europa, die bisher nicht zum Wesen dieser Religionsgemeinschaft gehört, erwartet der Wiener Religionsrechtler Richard Potz. Zu den zentralen Merkmalen aller europäischen Religionsrechtssysteme gehöre es, dass sie es ermöglichen und erwarten, dass sich Religionsgemeinschaften organisieren und so in staatliches Religionsrecht integrieren, so Potz im Rahmen eines Vortrags im Steyler Missionshaus St. Gabriel bei Mödling.

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Lifestyle