Ausland

Viele Tote bei Doppelanschlag in Mogadischu

Bei einem Doppelanschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind heute nach Angaben von Rettungskräften mindestens 18 Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, detonierte eine Autobombe in der Nähe des Präsidentenpalastes und eine weitere kurz darauf unweit eines neu eröffneten Hotels.

Die Polizei machte zunächst keine Angaben zur Opferzahl. Mogadischu wird immer wieder von schweren Anschlägen erschüttert. Oft bekennt sich die islamistische Al-Schabab-Miliz zu den Taten.

Im Oktober hatte die Al-Schabab-Miliz ihren bisher folgenschwersten Anschlag in Mogadischu verübt. Damals wurden mehr als 500 Menschen getötet. Die Miliz kämpft in dem Land am Horn von Afrika seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats.

Massaker in Florida: Gouverneur will Polizisten für Schulen

Der Gouverneur von Florida will als Konsequenz aus dem Blutbad an einer High School vergangene Woche in jeder Schule des US-Bundesstaats einen Polizisten platzieren. Zudem werde Florida die Altersgrenze für den Besitz von Schusswaffen von 18 auf 21 Jahren anheben, sagte der Republikaner Rick Scott heute.

Für Menschen mit psychischen Problemen soll der Waffenerwerb laut Scott „praktisch unmöglich“ werden. Am Valentinstag hatte ein 19-jähriger ehemaliger Schüler an einer High School in Florida 17 Menschen erschossen.

Während des Blutbads befand sich ein bewaffneter Polizeibeamter vor dem Schulgebäude. Wie der Polizeichef des Verwaltungsbezirks Broward, Scott Israel, am Donnerstag mitteilte, blieb der Polizist draußen und tat „nichts“.

Unterdessen läuft in den USA eine Debatte über mögliche Konsequenzen aus dem Amoklauf, etwa in Bezug auf Einschränkungen des Rechts auf Waffenbesitz. US-Präsident Donald Trump hatte bei einem Treffen mit Überlebenden des Blutbads unter anderem vorgeschlagen, Lehrer zu bewaffnen.

USA wollen Botschaft in Jerusalem im Mai eröffnen

Die USA wollen ihre neue Botschaft in Israel bereits im Mai in Jerusalem eröffnen. Das berichtete Reuters heute unter Verweis auf einen nicht namentlich genannten Regierungsvertreter.

Noch im Jänner hatte Trump ausgeschlossen, dass die Verlegung von Tel Aviv nach Jerusalem schon 2018 über die Bühne geht. Einige Tage später hatte Vizepräsident Mike Pence bei seinem Israel-Besuch angekündigt, die Botschaft werde spätestens Ende 2019 in Jerusalem eröffnet.

Israelischer Minister gratuliert Trump

Israels Geheimdienstminister Israel Katz gratulierte Trump auf Twitter umgehend, dass die Vertretung dann zur Feier des 70-jährigen Bestehens des Staates ihre Arbeit aufnehme.

Trump hatte Jerusalem Anfang Dezember als israelische Hauptstadt anerkannt. Damit löste er ein Wahlkampfversprechen ein und sorgte gleichzeitig weltweit für heftige Kritik, insbesondere aber bei den Palästinensern. Sie beanspruchen das seit dem Sechstagekrieg 1967 von Israel besetzte Ostjerusalem als Hauptstadt eines künftigen Staates.

Sorge vor Gewalt bei Demos in Italien

Nach Zusammenstößen zwischen Antifaschisten und der Polizei bei einer Demonstration gestern Abend in Turin wächst die Sorge vor Ausschreitungen bei politischen Kundgebungen am Wochenende in Italien. Das Innenministerium in Rom rief heute die Parteien auf, die Wahlkampftöne zu dämpfen.

Die Vorfälle in Turin mit dem Wurf von Molotowcocktails mit Nägeln gegen die Polizei seien gravierend, hieß es aus dem Innenministerium in Rom. Die Sicherheitskräfte wollten jegliche Form von Gewalt bei politischen Demonstrationen verhindern.

Ausschreitungen bei Demonstration in Turin

APA/AFP/Piero Cruciatti

Protest gegen rechtsextreme Organisation

In Turin waren bei einem Protest gegen eine Wahlkampfveranstaltung der rechtsextremen Organisation CasaPound zwei Polizisten verletzt worden. Freitag vergangener Woche war es bereits zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten in Bologna gekommen.

Am Dienstag wurde ein Anhänger der rechtsextremen Forza Nuova auf offener Straße in Palermo geschlagen. In Perugia wurde ein Anhänger der linksextremen Organisation Potere al Popolo mit Messerstichen verletzt, nachdem er von einigen vermummten Personen angegriffen worden war.

Morgen ist im Vorfeld der Parlamentswahl am 4. März eine antifaschistische Demonstration in Rom geplant, an der sich voraussichtlich Zehntausende Menschen beteiligen werden, unter anderen der Ex-Premier und Chef der Sozialdemokraten, Matteo Renzi. Parallel hat die ausländerfeindliche Lega in Mailand zu einer Kundgebung gegen die illegale Einwanderung auf dem zentralen Domplatz aufgerufen. „Die Italiener zuerst“ lautet der Slogan der Lega-Demonstration.

Militärs für Kriegsverbrechen im Südsudan verantwortlich

Im blutigen Konflikt im Südsudan sind nach Überzeugung einer Kommission des UNO-Menschenrechtsrats von den Armeen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen begangen worden.

Zivilisten seien verstümmelt worden, teilte die Kommission heute mit. Außerdem sei es massenweise zu Vergewaltigungen gekommen. Menschen seien sogar gezwungen worden, eigene Familienmitglieder zu vergewaltigen.

40 führende Militärangehörige identifiziert

Die Kommission identifizierte mehr als 40 führende Militärangehörige, die in den vergangenen zwei Jahren für die Grausamkeiten verantwortlich sein sollen. Die Kommission forderte die Einsetzung eines Gerichtshofes unter Beteiligung der Afrikanischen Union in den nächsten Monaten. Der Bericht wurde im Vorfeld der Sitzung des UNO-Menschenrechtsrats vorgelegt, die am Montag in Genf beginnt.

Im ölreichen Südsudan herrscht seit vier Jahren ein Bürgerkrieg zwischen den Anhängern von Präsident Salva Kiir vom Volk der Dinka und den Truppen seines früheren Stellvertreters Riek Machar vom Volk der Nuer. Zehntausende sind in dem Krieg bisher getötet worden, etwa vier Millionen Südsudanesen sind vor der Gewalt geflohen.

USA kündigen weitere Sanktionen gegen Nordkorea an

Noch vor dem Ende der Olympischen Winterspiele in Südkorea will die Regierung von US-Präsident Donald Trump zusätzliche Sanktionen gegen Nordkorea verhängen. Die Strafmaßnahmen sollen sich gegen Schiffe, Reedereien und Handelsunternehmen richten, wie heute aus dem Weißen Haus verlautete. Das Finanzministerium wollte die Sanktionen noch heute verkünden.

Mit den Sanktionen will die US-Regierung Druck auf das isolierte kommunistische Land ausüben, sein Atom- und Raketenprogramm aufzugeben. Auch die Vereinten Nationen (UNO) haben Sanktionen gegen Nordkorea verhängt.

Inland

Tirol-Wahl: Das Erbe der „Parteirebellen“

Vier Wochen nach der Landtagswahl in Niederösterreich wird am Sonntag auch in Tirol gewählt. Zwar wird sich für Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) eine absolute Mehrheit eher nicht ausgehen. Der bisherige Amtsinhaber ist dennoch in einer komfortablen Position. Mehr als nur eine Partei hat sich bereits im Vorfeld als Koalitionspartner angedient. Dazu droht diesmal auch kein Ungemach durch eine Abspaltung. Als Erbe der „Parteirebellen“ gibt es dafür - auch für die anderen Parteien - gleich eine ganze Reihe an frei gewordenen Stimmen zu holen.

Mehr dazu in ÖVP in komfortabler Position

Neues VfGH-Präsidium angelobt

Das neue Präsidium des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) ist heute von Bundespräsident Alexander Van der Bellen angelobt worden. Sowohl Vorsitzende Brigitte Bierlein als auch ihr Stellvertreter Christoph Grabenwarter unterzeichneten gegen Mittag die Urkunden in der Hofburg. Van der Bellen erinnerte in seiner Ansprache an die Verantwortung des VfGH, insbesondere für Minderheiten und Benachteiligte.

Angelobung von Brigitte Bierlein Vizepräsident Christoph Grabenwarter durch Bundespräsidenten Alexander van der Bellen

APA/Georg Hochmuth

„Kennzeichen einer modernen, liberalen Demokratie ist, dass nicht einfach die Mehrheit recht hat, sondern dass es einen ausgeprägten Schutz von Minderheiten durch Minderheitenrechte gibt“, sagte der Bundespräsident.

Bierlein ist die erste Frau an der Spitze des Verfassungsgerichtshofs.

Der VfGH sei Hüter „dieser modernen, liberalen Demokratie“. Auch die Klärung von Fragen, „die sich aus dem Zusammenprall einer säkularisierten Gesellschaft mit den Bräuchen bestimmter Religionsgemeinschaften ergeben“, sei häufig Verhandlungsgegenstand gewesen.

Van der Bellen freut sich über „Pionierin“

Den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu festigen sei auch künftig die Aufgabe des VfGH, betonte Van der Bellen, der auch persönliche Worte für die beiden Präsidiumsmitglieder fand. Besonders freute den Präsidenten, dass mit Bierlein erstmals eine Frau den Vorsitz innehabe - „eine Pionierin sozusagen“.

Sport

Erste Liga: Quartett kämpft um Aufstiegsplätze

In der Sky Go Ersten Liga kündigt sich zum Abschied des alten Formats im Frühjahr ein spannendes Rennen um die Aufstiegsplätze an. Mit Ried, Wr. Neustadt, Wacker Innsbruck und Hartberg dürfen sich gleich vier Clubs berechtigte Hoffnungen auf die beiden Fixtickets und den Relegationsplatz machen, ist das Quartett doch nur durch drei Zähler getrennt.

Zu weit hinauslehnen will sich aber niemand. „Wir dürfen nicht groß reden. Aber wir werden alles tun“, versprach etwa Ried-Coach Lassaad Chabbi vor dem heutigen Start ins Frühjahr.

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Olympia: ÖSV-Boarder greifen im Kollektiv an

Für die Parallel-Snowboarder wird es bei Olympia in der Nacht ernst. Anders als zunächst geplant, wird unmittelbar nach der Qualifikation ab 5.30 Uhr MEZ (live in ORF eins) um Medaillen gefahren. Österreich schickt gleich mehrere heiße Eisen ins Feuer.

Julia Dujmovits, die in Sotschi Slalom-Gold eroberte, geht neuerlich auf eine Medaille los. Bei den Herren standen gleich drei der vier Starter im Olympiawinter schon auf dem Podest. Im Fokus steht aber Super-G-Siegerin Ester Ledecka.

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Olympia: Eiskunstläuferin erlöst Russlands Athleten

Die 15-jährige Eiskunstläuferin Alina Sagitowa hat heute die erste Goldmedaille für das Team Olympische Athleten aus Russland (OAR) in Pyeongchang geholt. Drei Tage vor dem Ende der Olympischen Winterspiele 2018 erlöste sie die Russen, die mit Jewgenija Medwedjewa als Zweiter nach der Kür einen Doppelsieg feierten. Bronze ging an die Kanadierin Kaetlyn Osmond.

Mehr dazu in sport.ORF.at/pyeongchang2018

Chronik

Schüsse an Universität in US-Bundesstaat Louisiana

Neun Tage nach dem Schulmassaker in Florida sind an einer Universität im US-Bundesstaat Louisiana zwei Menschen durch Schüsse verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf heute auf dem Campus der Southeastern Louisiana University in der Stadt Hammond, wie die Hochschule im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte.

Die Verletzungen der beiden Opfer seien nicht lebensgefährlich, erklärte die Universität weiter. Die Studierenden seien kurz nach 4.00 Uhr über ein internes Alarmsystem gewarnt worden. Die Polizei habe Ermittlungen eingeleitet.

Am Valentinstag hatte ein 19-jähriger ehemaliger Schüler an einer Highschool in Florida 17 Menschen erschossen. Seither läuft in den USA eine Debatte über mögliche Konsequenzen, etwa in Bezug auf Einschränkungen des Rechts auf Waffenbesitz. US-Präsident Donald Trump hatte bei einem Treffen mit Überlebenden des Blutbads unter anderem vorgeschlagen, Lehrer zu bewaffnen.

NDR: Bisher keine Hinweise zum Fall Wedel gefunden

Bei seinen Untersuchungen zum Regisseur Dieter Wedel (75) hat der Norddeutsche Rundfunk (NDR) laut einer Zwischenbilanz keine Hinweise gefunden, die die Vorwürfe sexueller Übergriffe bestätigen würden. Nach den Vorwürfen gegen den Filmemacher hatte der Intendant des NDR eine Prüfung aller Fernsehproduktionen für den Sender veranlasst, bei denen Wedel Regie führte oder als Autor tätig war.

„Bisher konnten in der Untersuchung keine sexuellen Übergriffe bei diesen zwischen 1969 und 1991 realisierten Produktionen belegt werden“, hieß es heute in einer Mitteilung.

Unterlagen zu Produktionen geprüft

Im Rahmen der Untersuchung sind den Angaben zufolge in den Archiven noch vorhandene Unterlagen zu Eigen- und Auftragsproduktionen geprüft worden, an deren Entstehung Wedel mitwirkte. Als Auftragsproduktion seien 47 Filme entstanden, als NDR-Eigenproduktionen 22.

„Die Bandbreite der Arbeiten reicht von 25-minütigen Folgen für verschiedene Vorabendserien über mehrteilige Fernsehfilme wie ‚Einmal im Leben‘ bis hin zu Einzelfolgen der Reihe ‚Schwarz-Rot-Gold‘“, hieß es. Neben der Sichtung der Akten habe es auch Gespräche mit an den Produktionen Beteiligten gegeben.

Taubenschwarm krachte in Auto von 57-Jähriger

Mit einer Menge Vögel hat es eine Autofahrerin in Baden-Württemberg zu tun bekommen: Die 57-Jährige war heute in der Nähe von Karlsruhe auf einer Bundesstraße unterwegs, als ein ganzer Taubenschwarm von links in ihren Wagen krachte, wie die Polizei mitteilte. Zehn Vögel wurden in einen Acker und auf die Straße geschleudert und waren sofort tot, zwei Tauben starben auf dem Auto.

Die Fahrerin habe dabei „sehr besonnen reagiert und möglicherweise damit Schlimmeres verhindert“, erklärte die Polizei. „Trotz des massiven Aufpralls der Vögel geriet sie nicht ins Schleudern, sodass ein hinter ihr fahrender Motorradfahrer und ein weiterer Autofahrer ebenfalls noch rechtzeitig reagieren konnten.“ Mitarbeiter der Straßenmeisterei sammelten die toten Tauben ein.

Wirtschaft

BMW bespielte 11.700 Autos mit falscher Abgassoftware

BMW hat 11.700 Dieselautos mit einer falschen Abgassoftware ausgestattet. Das Programm sei für die SUV-Modelle X5 und X6 entwickelt worden, aber vor vier Jahren irrtümlich auch auf 5er und 7er BMW aufgespielt worden, sagte ein Sprecher heute in München. Der Konzern habe den Fehler bei internen Tests festgestellt und das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg informiert.

Der „Spiegel“ berichtete dagegen, beim KBA sei ein 7er BMW im Rahmen der üblichen Marktüberwachung aufgefallen. Die Software manipuliere die Abgasreinigung. Bei BMW hieß es, das Programm sei für die SUV-Modelle X5 und X6 für die kombinierte, parallele Stickoxidabgasreinigung mit Speicherkat und AdBlue-SCR-Katalysator entwickelt worden. Dort funktioniere sie korrekt.

Die Dieselmotoren der betroffenen 5er und 7er Modelle hätten dagegen nur einen Speicherkatalysator. Sie seien beim Serienstart 2012 mit der korrekten Software ausgerüstet gewesen - aber bei einem Update 2014 „haben sie schlicht die falsche Software draufbekommen“. Und das führte zu schlechteren Abgaswerten.

Modelle werden zurückgerufen

BMW will die 11.700 Fahrzeuge M550d xDrive und 750d XDrive jetzt zurückrufen und nach der Genehmigung durch das KBA die richtige Software aufspielen. Erst kürzlich hatte die Behörde nach eigenen Untersuchungen BMW vom Vorwurf der Abgasmanipulation bei einem 3er Modell entlastet.

Geely-Konzern aus China nun größter Daimler-Aktionär

Der chinesische Autokonzern Geely ist größter Einzelaktionär bei Daimler. Geely-Chef Li Shufu machte Ernst mit früheren Ankündigungen und sicherte sich 9,7 Prozent der Aktien, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung von heute hervorgeht.

Damit steigen die Chinesen auf einen Schlag zum größten Anteilseigner des Stuttgarter Autoherstellers auf. Geely gehört unter anderem die schwedische Marke Volvo Cars. Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge hat der Milliardär in den vergangenen Wochen Aktien eingesammelt und dafür fast 7,5 Milliarden Euro hingeblättert. Ein Daimler-Sprecher sagte, jeder langfristig interessierte Investor sei bei den Schwaben willkommen.

Seit Wochen wurde spekuliert, der umtriebige Geely-Chef könne einen Großeinstieg bei dem DAX-Konzern planen. Bisher war der Staatsfonds von Kuwait mit 6,8 Prozent größter Anteilseigner bei Daimler, einen richtigen Ankeraktionär haben die Stuttgarter nicht.

Lettlands Zentralbankchef bestreitet Schmiergeldannahme

Der wegen Korruptionsvorwürfen suspendierte lettische Zentralbankchef Ilmars Rimsevics hat erneut seine Unschuld beteuert. Er könne nur vermuten, dass er „für einige Finanzinstitute eine sehr unbequeme“ Persönlichkeit gewesen sei, sagte Rimsevics in einem heute erschienenen Interview mit der „Financial Times“.

Bei den Anschuldigen handle es sich um „eine fein abgestimmte Aktion“ mehrerer Individuen und Banken, fügte er hinzu.

Dem Zentralbankchef wird laut Berichten lettischer Medien vorgeworfen, Schmiergeld in Höhe von 100.000 Euro angenommen zu haben. Am Wochenende war Rimsevics festgenommen, zwei Tage später aber auf Kaution wieder freigelassen worden.

Rimsevics weist Vorwürfe zurück

Er weise die Anschuldigungen „vehement“ zurück, sagte Rimsevics der „Financial Times“. Er vermute, die Vorwürfe seien ein Resultat seiner Bemühungen in den Jahren 2016 und 2017, Banken von US-Anwaltsfirmen prüfen zu lassen. Das habe die Gewinne der Geldhäuser gesenkt.

Lettlands Regierungschef Maris Kucinskis erhob konkrete Vorwürfe gegen die Norvik Bank. Das achtgrößte Geldhaus des Landes habe „eine Diffamierungskampagne gegen Lettland“ organisiert, sagte Kucinskis der AFP bei einem Gespräch in Brüssel. Rimsevics riet er, seine Ämter während der Untersuchung ruhen zu lassen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Montag alle Auszahlungen der drittgrößten lettischen Privatbank ABLV eingefroren. Die US-Regierung wirft der Handelsbank Geldwäsche vor und verhängte Strafmaßnahmen gegen sie, weil sie Verbindungen zu Nordkorea und dessen Raketenprogramm unterhalte.

Flugverbot für Maschinen der iranischen Unglücksfluglinie

Nach dem Absturz eines ihrer Passagierflugzeuge muss die iranische Fluglinie Aseman Airlines alle Maschinen desselben Typs einstweilen auf dem Boden lassen. Die Zivilluftfahrtbehörde habe deren Flugverbot beschlossen, bis die genaue Unglücksursache geklärt sei, berichtete heute das iranische Staatsfernsehen.

Eine ATR-72 des französisch-italienischen Herstellers Avions de Transport Regional war am Sonntag im Schneesturm im südwestiranischen Sagros-Gebirge in etwa 4.000 Meter Höhe zerschellt, alle 66 Insassen kamen ums Leben. Die Fluglinie hatte laut ihrer Website insgesamt fünf Turboprop-Maschinen des Typs in Betrieb.

Flugzeugwrack

APA/AFP/Mizan News Agency/Mohammed Khademosheikh

Erst am Dienstag gelang es den Suchtrupps, das Wrack der Maschine in dem zerklüfteten Gebirge zu orten. Wegen des schlechten Wetters und gefährlicher Felsspalten konnten bisher keine Hubschrauber landen, deshalb mussten die Einsatzkräfte die sterblichen Überreste der Insassen zu Fuß ins Tal bringen.

Science

Kultur

Arbeiten von Günter Grass in Portugal ausgestellt

Eine eigens für Portugal konzipierte Ausstellung mit Arbeiten von Günter Grass wird am 2. März im Casa-Museu Guerra Junqueiro in Porto eröffnet. Gezeigt würden Texte, Aquarelle und Skulpturen, die größtenteils im portugiesischen Feriendomizil des Literaturnobelpreisträgers entstanden seien, sagte der Leiter des Lübecker Grass-Hauses, Jörg-Philipp Thomsa, heute.

Zur Eröffnung der Ausstellung mit dem Titel „Encontros“ („Begegnungen“) werden nach Angaben der Hansestadt Lübeck Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und sein portugiesischer Kollege Marcelo Nuno Rebelo de Sousa erwartet.

Speziell auf Portugal zugeschnitten

Die Schau ist eine Gemeinschaftsproduktion des Goethe-Instituts Lissabon mit der Günter und Ute Grass Stiftung sowie dem Günter-Grass-Haus in Lübeck. Sie ist bis zum 23. September in Porto zu sehen. Da sie speziell auf Portugal zugeschnitten sei, werde sie in Lübeck nicht gezeigt werden, sagte Thomsa.

Die Günter und Ute Grass Stiftung und das Günter-Grass-Haus haben in den vergangenen Jahren zahlreiche internationale Ausstellungen realisiert, darunter in Südkorea, Ecuador, Schweden, Polen, den Niederlanden und Dänemark.

Erdogan-Karikatur auf art Karlsruhe sorgt für Aufregung

Eine Erdogan-Karikatur sorgt auf der Kunstmesse art Karlsruhe für Aufregung. Wie die Messe heute bestätigte, hat ein Galerist das Bild „Türkischer Diktator“ von Thomas Baumgärtel nach lautstarken Protesten an seinem Stand am Vortag abgehängt. Der Künstler trennte sich daraufhin von seinem Galeristen, wie er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Das Bild zeigt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit nacktem Gesäß, in dem eine Banane steckt. Es ist Teil der „Despotenserie - Trump, Kim und Erdogan“. Nach Angaben des Galeristen ist das Bild inzwischen für 5.900 Euro verkauft. Der als „Bananensprayer“ bekannte Künstler Baumgärtel hat schon mehrfach Ärger mit seinen politischen Bananenbildern bekommen.

Religion

Leute

Panorama

Curling: Der schrille Charme des „Game of Stones“

Es gibt Sportarten, die bekommt das klassische TV-Publikum nur alle vier Jahre zu sehen - bei Olympia. Einige davon üben dann eine exotische Faszination aus, etwa Curling: Menschen, die Steine auf dem Eis schieben, andere, die mit einem Besen herumfuchteln, und wieder andere, die ihre Mitspieler herumkommandieren. In Pyeongchang ist das „Game of Stones“ besonders illuster: Die norwegischen Männer punkten wieder mit ausgefallenen Modekreationen, das südkoreanische Damen-Team wurde zum Internetphänomen. Und dann gibt es noch einen Dopingfall - ausgerechnet in einer Sportart, die auf den ersten Blick nicht rasend anstrengend aussieht.

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