Inland

NR-Wahl: NEOS erarbeitet „Chancen-Pläne“

Allianzen mit verschiedenen Persönlichkeiten sollen den Wahlkampf von NEOS begleiten. Erste Unterstützerin ist die SPÖ-nahe Unternehmerin Viktoria Kickinger, die bei der Erarbeitung von „Chancen-Plänen“ hilft.

An einem Listenplatz für die Nationalratswahl ist die einstige pink-grüne Kandidatin für den Rechnungshof aber nicht interessiert, sagte sie heute bei einer Pressekonferenz.

Vorschläge für ausgabenseitige Sanierung

Was Kickinger laut NEOS-Obmann Matthias Strolz für die Partnerschaft qualifiziert: Sie war unter anderem bei ÖIAG, ÖBB, Post und ORF in Führungsfunktionen tätig. Dementsprechend solle sie sich um das Thema „athletischer Staat“ kümmern. Sie selbst will Vorschläge zur ausgabenseitigen Sanierung und einer Föderalismusreform bringen, sagte sie bei ihrer Vorstellung. Auch der Rückzug des Staates aus Unternehmen müsse überlegt werden.

Neben Kickinger soll auch der ehemalige Direktor des oberösterreichischen Landesrechnungshofs, Helmut Brückner, im Boot sein, kündigte Strolz an. Der „Chancen-Plan“, der noch von weiteren externen Experten erarbeitet werden soll, werde im September präsentiert.

Weitere Persönlichkeiten sollen nach und nach vorgestellt werden. Mit diesem inhaltlichen Programm will die Oppositionspartei nach der Wahl in mögliche Regierungsgespräche gehen oder sich mit anderen Fraktionen austauschen.

Ex-Ö3-Moderator Eppinger wirbt für Kurz

Aus Funk und Fernsehen ist Peter L. Eppinger bereits bekannt. Nun hat der Ö3-Moderator beim ORF gekündigt und wird Gesicht und Stimme der „Bewegung“ des designierten ÖVP-Chefs Sebastian Kurz. Eppinger wird ein Fest nach dem ÖVP-Parteitag moderieren, in Sozialen Netzwerken für Kurz kommunizieren und als Bindeglied zu jenen 60.000 Menschen dienen, die sich im Internet als „Unterstützer“ des ÖVP-Chefs gemeldet haben.

„Bin da sehr gerne dabei“

Er tue das, weil ihm die Politik von Kurz gefalle und dieser die Dinge grundsätzlich ändern wolle, sagte Eppinger heute bei der Vorstellung durch Kurz. „Ich bin da sehr gerne dabei.“ Ihn habe etwa beeindruckt, dass Kurz in der ÖVP alte Strukturen aufgebrochen habe.

Auch weltanschaulich stehe man einander nahe. „Ich unterstütze Sebastian Kurz und ich unterstütze das Programm von Sebastian. Natürlich ist das das der ÖVP“, so Eppinger. Ein Antreten auf Kurz’ Nationalratswahlliste schloss Eppinger aus.

Radiostimme für Kurz

„Ich habe bei Ö3 nach 22 Jahren gekündigt und bin gerade erst Papa geworden. Das war kein leichter Schritt, aber es ist ein wichtiges Anliegen.“ Deshalb sei es jetzt Zeit für einen „weiteren Schritt“.

Er habe sich immer politisch engagieren wollen, es sei aber niemand da gewesen, der für die entsprechende Politik gestanden sei. Der Job als „Testimonial“ der Kurz-„Bewegung“ ist ein bezahltes Engagement, die Gage ist ähnlich hoch wie jene, die Eppinger als Ö3-Moderator bezogen hat.

Kurz zeigte sich bei der Präsentation von Eppinger, die im Wiener Volksgarten unter großem Medienandrang stattfand, erfreut über den neuen Mitstreiter. Man kenne einander schon länger, und er sei auch allen bekannt, meinte Kurz über Eppinger.

Zentralmatura: Resultate heuer meist besser

Die Zentralmatura ist in den meisten Fächern heuer besser ausgefallen als im Vorjahr. So erhielten etwa an den AHS knapp zwölf Prozent der Schüler ein Nicht genügend auf die schriftliche Mathematikklausur, 2016 waren es 22 Prozent. An den BHS sank die Fünferquote in Mathe von 13 auf knapp neun Prozent. Erneut besserte der Großteil der Schüler den Fünfer per Kompensationsprüfung aus.

„System ist angekommen“

An den AHS fand die Zentralmatura heuer zum dritten Mal flächendeckend statt, an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) zum zweiten Mal. Erstmals dabei waren jene Personen, die im Rahmen der Berufsreifeprüfung antraten.

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) zog heute bei der Präsentation der Ergebnisse den Schluss, „dass das System angekommen ist“. Schulen wie Pädagogen hätten gelernt, mit der neuen Art der Reifeprüfung umzugehen.

Die Fünferquote bei den Matheklausuren an den AHS lag nach dem Ausflug nach oben im Vorjahr in etwa im Bereich der Zentralmatura-Premiere 2015 (10,5 Prozent). Dabei zeigten sich regional erneut Unterschiede, die allerdings nicht mehr so deutlich wie zuletzt ausfielen. Die meisten Fünfer auf die Klausuren gab es in Wien (15 Prozent) und Vorarlberg (14 Prozent), die wenigsten in Oberösterreich (sieben Prozent) und dem Burgenland (acht Prozent).

Etwa 60 Prozent der negativen Mathematiknoten wurden bei den (mündlichen) Kompensationsprüfungen ausgebessert. Insgesamt blieben nach diesen nur noch knapp fünf Prozent der Schüler mit einem Nicht genügend über. Am leichtesten fielen den Schülern diese Prüfungen offenbar in Kärnten und der Steiermark - dort sank die Zahl der Fünfer zwischen schriftlicher Klausur und Kompensationsprüfung am stärksten.

Brauner: Wiens Milliardenverschuldung „moderat“

Bei der Debatte über den Rechnungsabschluss der Stadt Wien hat SPÖ-Finanzstadträtin Renate Brauner die Neuverschuldung von rund 600 Mio. Euro in einem Jahr heute als „maßvoll“ bezeichnet. Sechs Mrd. Euro Schulden seien im Vergleich zu anderen Bundesländern und deutschen Städten „moderat“. Auch der internationale Vergleich zeige, dass „die Verschuldung Wiens absolut verkraftbar“ sei, so Brauner.

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Quote soll Frauenanteil in Aufsichtsräten erhöhen

Die Zahl der weiblichen Aufsichtsräte in heimischen Unternehmen soll ab kommendem Jahr deutlich steigen. Der Nationalrat beschließt dazu am Mittwoch eine gesetzliche Frauenquote. Konkret soll ab 2018 in börsennotierten Unternehmen sowie Betrieben mit über 1.000 Beschäftigten ein 30-prozentiger Frauenanteil in den Gremien erreicht werden. 200 Unternehmen dürften von der Maßnahme betroffen sein.

Maßnahme gegen „gläserne Decke“

„Es ist eine Tatsache, dass Frauen in der Privatwirtschaft in Österreich noch ein großes Karrierehindernis haben, und dieses Karrierehindernis heißt Geschlecht“, sagte Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) heute bei einem Hintergrundgespräch mit der deutschen Staatssekretärin Elke Ferner und ÖGB-Frauenchefin Renate Anderl. Die Frauenquote für Aufsichtsräte soll helfen, die „gläserne Decke“ zu durchbrechen, so Rendi-Wagner.

Derzeit gibt es in österreichischen Aufsichtsräten nur 18 Prozent Frauen - für Rendi-Wagner ein klares Ungleichgewicht und eine „strukturelle Diskriminierung“ von Frauen. Dass die Frauenquote wirkt, zeigen laut der Ministerin staatsnahe Firmen, wo es entsprechende Vorgaben schon seit Längerem gibt und der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien in den letzten Jahren auf 40 Prozent gestiegen ist.

Wirtschaft „nicht zusammengebrochen“

Auch die deutsche Regelung sieht eine Mindestquote von 30 Prozent Frauen vor. In Deutschland wirke die feste Quote, berichtete Staatssekretärin Ferner. 2015 lag der Frauenanteil in Aufsichtsräten in Deutschland bei rund 21 Prozent, inzwischen sind es 28 Prozent. Die Wirtschaft sei deshalb „nicht zusammengebrochen“, meinte die SPD-Politikerin.

Ausland

Minderheitsregierung in Großbritannien steht

In Großbritannien haben sich die Konservativen von Premierministerin Theresa May mit der nordirischen Regionalpartei DUP auf ein Regierungsabkommen geeinigt. Die DUP wird allerdings nicht in die Regierung gehen, sondern die konservative Regierung lediglich im Parlament unterstützen.

Großbritanniens Premierministerin Theresa May und DUP-Chefin Arlene Foster

APA/AFP/Daniel Leal-Olivas

Die Torys hatten bei der von May ausgerufenen Unterhauswahl am 8. Juni ihre absolute Mehrheit verloren und sind daher auf die Unterstützung der kleinen DUP angewiesen. Doch die Verhandlungen zogen sich schon seit mehr als zwei Wochen hin. May hatte bereits in der Vorwoche die Umrisse ihres Regierungsprogramms vorgelegt.

Eine Milliarde mehr für Nordirland

Details über die Vereinbarung wurden offiziell zunächst nicht bekanntgegeben. Nach Informationen der „Sun“ soll Nordirland zusätzlich eine Milliarde Pfund (1,14 Mrd. Euro) erhalten. Eine Bedingung dafür sei eine neue Vereinbarung zur Machtteilung in Nordirland.

Irakische Armee nahm weiteres Viertel in Mossul ein

Die irakische Armee hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der umkämpften Stadt Mossul nach eigenen Angaben weiter zurückgedrängt. Spezialkräfte hätten das Viertel al-Faruk in der Altstadt von Mossul eingenommen, sagte ein irakischer Militärsprecher heute. Auf den Gebäuden sei die irakische Flagge gehisst worden.

Das Viertel liegt in der Nähe der symbolträchtigen Al-Nuri-Moschee, die der IS in der vergangenen Woche gesprengt hatte. IS-Chef Abu Bakr Al-Baghdadi hatte sich in dem Gebäude vor rund drei Jahren bei einer Freitagspredigt das erste Mal öffentlich gezeigt.

Verbleibende Viertel mit „brutalem“ Widerstand

Die Offensive irakischer Regierungskräfte auf die IS-Hochburg hatte im vergangenen Oktober begonnen. Die Extremisten halten mittlerweile nur noch wenige Viertel im Westen der Stadt.

Dort leisteten die verbliebenen IS-Kämpfer aber mit „typischer Brutalität“ Widerstand, weil sie nichts mehr zu verlieren hätten, sagte der Vizekommandant der US-geführten Anti-IS-Koalition, Generalmajor Rupert Jones, in einer Telefonschaltung mit Journalisten. Die endgültige Befreiung Mossuls rücke dennoch immer näher.

Tags zuvor hatten die Extremisten einen Gegenangriff in dem bereits befreiten Viertel al-Tanak in Westmossul gestartet. Dieser sei jedoch zurückgeschlagen worden, teilte die irakische Armee mit.

Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo freigelassen

Der chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo ist aus der Haft entlassen worden. Bei Liu sei im Mai eine unheilbare Leberkrebserkrankung festgestellt worden, kurz darauf sei er aus medizinischen Gründen freigekommen, sagte sein Anwalt Mo Shaoping heute der Nachrichtenagentur AFP. Liu werde nun in einem Krankenhaus in Shenyang behandelt.

Ihm sei „Bewährung aus medizinischen Gründen“ gewährt worden, sagte der Anwalt. Damit wurde Liu praktisch zur Behandlung aus dem Gefängnis entlassen, was auf die Schwere seiner Krankheit hinweist. Der Bürgerrechtler, der sich für Demokratie und Menschenrechte in China eingesetzt hatte, war 2009 wegen „Untergrabung der Staatsgewalt“ zu elf Jahren Haft verurteilt worden.

Für all jene, die in China für mehr Menschenrechte kämpfen, ist die Nachricht vom schwer angeschlagenem Gesundheitszustand eines der Proponenten des Kampfes für mehr Bürgerrechte ein schwerer Schlag.

Mitverfasser der „Charta 08“

Liu war Ehrenvorsitzender des chinesischen Pen-Clubs unabhängiger Schriftsteller und Mitverfasser der 2008 von 300 Intellektuellen unterzeichneten „Charta 08“, in der demokratische Reformen gefordert werden. Der Literaturwissenschaftler saß schon nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 in Peking mehrmals in Haft.

Er erhielt 2010 den Friedensnobelpreis. Bei der Übergabezeremonie in Oslo blieb sein Sessel leer. Seine Frau Liu Xia lebt seit damals praktisch unter Hausarrest in ihrer Wohnung in Peking.

Chinas Medien und Internet schweigen

In den Medien der Volksrepublik China wurde über die frühzeitige Freilassung von Liu bisher nicht berichtet. Wenn man den Namen in China im Netz sucht, bekommt man die Nachricht, dass aufgrund geltender Gesetze der Suche nicht stattgegeben wird. Nur in Hongkong und Taiwan machen Krankheit und Freilassung des berühmten Dissidenten Schlagzeilen.

Serbiens Regierungschefin plant „unpopuläre“ Reformen

Serbiens designierte Ministerpräsidentin Ana Brnabic hat die Fortsetzung von „unpopulären“, von ihrem Amtsvorgänger Aleksandar Vucic eingeleiteten Reformen versprochen, um die Finanzstabilität des Landes zu sichern. Gegenüber dem TV-Sender Pink stellte Brnabic fest, dass ihre Regierung eine bereits wesentlich bessere und stabilere Finanz- und Wirtschaftslage erwarte.

Serbiens designierte Ministerpräsidentin Ana Brnabic

AP/Darko Vojinovic

Ihr Amtsvorgänger Vucic hatte sich Ende 2014 zu Sparmaßnahmen entschlossen, die unter anderem deutliche Abstriche bei Einkommen im öffentlichen Dienst und Pensionen vorsahen. Die Sparmaßnahmen wurden im Rahmen eines dreijährigen Kreditabkommens mit dem Internationalen Währungsfonds getroffen, das noch bis Jahresende läuft.

Brnabic zufolge dürften die Einkommen und Pensionen erhöht werden, solange das nicht den geplanten Abbau der öffentlichen Ausgaben gefährde.

Regierungsprogramm am Mittwoch

Vucic hatte nach seinem Wahlsieg im April vor Kurzem das Präsidentenamt angetreten. Brnabic soll voraussichtlich am Mittwoch dem Parlament ihr Regierungsprogramm vorstellen. Ihre Regierung muss bis Monatsende vom Parlament bestätigt werden. Das Regierungsbündnis verfügt über eine klare Parlamentsmehrheit.

Brnabic, 41 und parteilos, ist die erste Frau, die in Serbien das Ministerpräsidentenamt übernehmen soll.

Ohio-Websites von mutmaßlichen IS-Hackern angegriffen

Im US-Bundesstaat Ohio sind mehrere Regierungswebsites von mutmaßlichen Anhängern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehackt worden. Laut US-Medienberichten hinterließen die Hacker heute auf den Seiten proislamistische Mitteilungen.

Die Mitteilungen sollen mit dem Namen „System DZ“ überschrieben worden sein. Die bisher unbekannte Gruppe soll unter anderem die Homepage des Gouverneurs John Kasich sowie die Gefängnis- und Gesundheitsbehörde von Ohio gehackt haben. In ihren Mitteilungen hätten die Hacker mit Vergeltung für das Leid in islamischen Ländern gedroht. Die betroffenen Seiten seien inzwischen offline, sagte ein Regierungssprecher auf CNN.

Sport

Confederations Cup: Löw ist voll des Lobes

Joachim Löw hat beim Confederations Cup mit dem 3:1-Erfolg gestern gegen Kamerun deutsche Fußballgeschichte geschrieben. Der 57-Jährige feierte als erster DFB-Teamchef seinen 100. Sieg. Überdies steht Löw bei seinem sechsten Turnier zum sechsten Mal im Halbfinale, obwohl das vor der WM-Generalprobe aufgrund des stark umgebauten Kaders nicht unbedingt zu erwarten war.

„Ich bin sehr stolz und voll des Lobes“, sagte Löw über die Leistung seines Perspektivteams, das nun am Donnerstag gegen Mexiko um den Finaleinzug spielt.

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Wirtschaft

Handelsdeal EU - Japan: Investorenschutz noch strittig

Beim geplanten umfassenden Handelsabkommen zwischen der EU und Japan, das ein Drittel der globalen Wirtschaftsleistung umfassen würde, gibt es noch entscheidende offene Fragen. Die zuständige EU-Kommissarin Cecilia Malmström räumte heute ein, dass es in einem der umstrittensten Kapitel, dem Investorenschutz, noch keine Einigung zwischen den Verhandlerteams gibt.

„Mit diesem Kapitel sind wir noch nicht fertig“, sagte Malmström offen. Es sei bereits viel darüber verhandelt worden, „wir arbeiten daran“. Sie unterstrich erneut die Linie der EU. Diese will, dass das von ihr selbst entworfene Schiedsgerichtsverfahren zur Regelung von Rechtsstreitigkeiten rund um den Investorenschutz im Freihandelsabkommen festgeschrieben wird. Japan dagegen will das bestehende Verfahren anwenden.

Heftig umstritten

Gerade die Schiedsgerichte sind Kritikern internationaler Handelsabkommen ein besonderer Dorn im Auge. Sie argumentieren, damit würden Staaten ihre Souveränität aufgeben. Konzerne dagegen fordern, nur so könnten ihre Investitionen vor möglicher nationaler Willkürgesetzgebung geschützt und Rechtssicherheit gewährleistet werden.

Angestrebt ist eine Grundsatzeinigung laut jüngsten Medienberichten möglichst noch vor dem G-20-Gipfel Anfang Juli - auch als Signal in Richtung US-Präsident Donald Trump und für Freihandel. Damit bleiben den Verhandlerteams nur noch wenige Tage, wenn dieses Ziel erreicht werden soll. Eine Grundsatzeinigung ist nur haltbar, wenn es auch eine Verständigung auf ein Investorenschutzverfahren gibt.

Weist Greenpeace-Kritik zurück

Malmström wies zudem die Kritik von Greenpeace zurück, dass die EU in dem geplanten Abkommen in Sachen Transparenz und Umweltschutz hinter den eigenen Standards zurückbleibe. Die Vorwürfe entbehrten jeglicher Grundlage und seien ein „Sturm im Wasserglas“, sagte Malmström. Anders als dargestellt werde das Recht auf Regulierung und das in der EU geltende Vorsorgeprinzip mit dem Abkommen sehr wohl gewahrt.

Sie bedauere zudem zutiefst, dass Greenpeace die Verhandlungsdokumente herausgeben habe. Die Mitgliedsstaaten hätten ihr wiederum nicht gestattet, das Mandat im Sinne einer größeren Transparenz zu veröffentlichen.

Exporte zogen im ersten Quartal kräftig an

Österreichs Exportwirtschaft erlebt einen steilen Aufschwung: Die Warenlieferungen in andere Länder haben im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 10,3 Prozent auf 35,5 Mrd. Euro so stark zugelegt wie schon lange nicht.

„Das ist das beste Ergebnis für ein erstes Quartal seit fünf Jahren“, so der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, heute im Vorfeld der Eröffnung des Exporttages in der Kammer.

„Wir haben interessanterweise auch einen Zuwachs in Europa - das Klima bessert sich sehr stark“, so Leitl. Das belegt auch der starke Anstieg der Lieferungen an den größten heimischen Exportmarkt Deutschland mit einem Plus von 8,7 Prozent auf 10,9 Mrd. Euro. In der gesamte Euro-Zone erzielte Österreich einen überdurchschnittlichen Exportzuwachs von 13,2 Prozent, in die gesamte EU betrug das Plus 11,5 Prozent.

Grafik zeigt Österreichs Importe und Exporte im 1. Quartal 2017

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Statistik Austria

Die Top Five

Die fünf wichtigsten Abnehmerländer für heimische Produkte sind hinter Deutschland die USA, Italien, Frankreich und die Schweiz. In Richtung Schweiz gab es allerdings einen Lieferrückgang von acht Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Die Importe von dort kletterten derweil um fast 13 Prozent auf rund zwei Mrd. Euro.

Plus vor allem dank Deutschland und Frankreich

Von den insgesamt über drei Mrd. Euro schweren Exportzuwächsen im ersten Quartal „entfiel eine Milliarde auf Deutschland und eine Milliarde auf Frankreich“, illustrierte er die Wichtigkeit des Nachbarlandes. „Deutschland ist ungemein stark - die Lokomotive der europäischen Wirtschaft.“

Den Aufschwung dort hält er für nachhaltig - er sei „sehr breit aufgestellt, und wir sind in der glücklichen Lage, dass das unser Hauptmarkt ist“. Über 30 Prozent der heimischen Ausfuhren gehen nach Deutschland. Der österreichische Exportmarkt ist jedenfalls europalastig. Nur 20 Prozent der Lieferungen haben ein Land außerhalb Europas zum Ziel.

Der immense Zuwachs in Richtung Frankreich von gut 68 Prozent in den ersten drei Monaten sei hauptsächlich Sondereffekten geschuldet, relativierte der Leiter der Außenwirtschaft in der WKÖ, Walter Koren. Lieferungen an die dortige Pharmaindustrie - Hormone, Pharmazeutika und Chemikalien - seien statt im November/Dezember erst im heurigen Jahr erfolgt.

Berlin: EU-Recht nicht Basis für Italiens Bankenrettung

Das deutsche Finanzministerium sieht keine Konsequenzen aus der Rettung zweiter italienischer Geldhäuser für den Bankenrettungsfonds in Europa. Sie wolle keinen Schluss aus diesen Einzelfällen auf den Abwicklungsfonds auf EU-Ebene ziehen, sagte Ministeriumssprecherin Friederike von Tiesenhausen heute in Berlin.

Es sei hier nicht das europäische Recht angewendet worden, sondern nationales Insolvenzrecht, sagte die Sprecherin. „Insofern verbieten sich da Schlussfolgerungen von diesem Fall auf das Resolutionsregime in Europa.“ Hauptziel der neuen Bankenregulierung sei es, den Steuerzahler zu schützen.

Staatliche Mittel „so weit wie möglich“ vermeiden

Die Einzelentscheidung der EU-Kommission wollte Tiesenhausen nicht kommentieren. Grundsätzlich sei es aus deutscher Sicht besser, eine unprofitable Bank vom Markt ausscheiden zu lassen, anstatt sie mittels vorsorglicher Rekapitalisierung künstlich am Leben zu halten. „Auch bei Insolvenzverfahren sollte der Einsatz staatlicher Mittel so weit wie möglich vermieden werden.“

Die Europäische Kommission trage die Verantwortung dafür, dass staatliche Beihilfen auf ein Minimum beschränkt würden, auch um eine faktische Umgehung von Abwicklungsregeln durch nationale Insolvenzregeln zu verhindern. Die Entschädigung privater Kleinanleger könne ausnahmsweise mit dem europäischen Regelwerk vereinbar sein.

17 Milliarden für zwei Banken

Italien hatte am Wochenende insgesamt bis zu 17 Mrd. Euro für die Institute Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza bereitgestellt, die zuletzt von der EZB-Bankenaufsicht als wahrscheinlich nicht mehr überlebensfähig eingestuft wurden. Als Lehre aus der Finanzkrise sollte eigentlich ein seit Anfang 2016 greifender einheitlicher Abwicklungsmechanismus (SRM) verhindern, dass Geldhäuser in der EU erneut mit Steuermilliarden gerettet werden.

Nestle-Aktie nach Investoreneinstieg auf Allzeithoch

Der Einstieg von US-Milliardär Dan Loeb bei Nestle sorgt bei Anlegern für Fantasie: Die Aktie des Nahrungsmittelkonzerns schoss heute auf ein neues Allzeithoch. An der Börse legten die defensiven Nestle-Titel in den ersten Handelsminuten in einem freundlichen Umfeld auf 85,95 Franken (79,21 Euro) zu.

Loeb und sein Hedgefonds Third Point hatten gestern bekanntgegeben, Nestle-Aktien im Wert von 3,3 Mrd. Franken erworben zu haben. Den Angaben zufolge hält Third Point 40 Millionen Aktien sowie einige Derivate. Das entspräche einem Stimmenanteil von rund 1,3 Prozent.

Achtgrößter Aktionär

Der Fonds ist damit achtgrößter Aktionär von Nestle. Größter Einzelaktionär ist der Vermögensverwalter Blackrock mit einem Stimmenanteil von 3,7 Prozent. Händlern zufolge könnte der Einstieg von Third Point weitere Investoren auf die Aktien von Nestle aufmerksam werden lassen.

Third Point wird in der Finanzwelt zu den „aktivistischen“ Investoren gezählt. Diese wollen ganz gezielt Einfluss auf Firmenentscheidungen nehmen und treten mitunter aggressiv auf. Loeb ist berüchtigt dafür, sich mit dem Management seiner Beteiligungen anzulegen.

Soll L’Oreal-Beteiligung verkaufen

In einem offenen Brief kritisierte Loeb denn auch die unterdurchschnittliche Kursentwicklung der letzten Jahre und forderte vom Nestle-Management einen aktionärsfreundlicheren Kurs. Konkret verlangt Third Point unter anderem eine Verbesserung der Gewinnmarge und den Verkauf der 23-prozentigen Beteiligung an dem französischen Kosmetikkonzern L’Oreal. Von Nestle war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Chronik

Mädchen bei Sturz aus Lift in Vergnügungspark aufgefangen

Ein Unfall in einem Vergnügungspark im US-Bundesstaat New York hat gestern glimpflich geendet: Ein 14-jähriges Mädchen war aus fast acht Meter Höhe aus einer Art Gondelbahn gestürzt. Sie wurde von zwei anderen Besuchern aufgefangen, die ihr zugerufen hatten: „Wir fangen dich auf.“

Das Mädchen wurde mit leichten Verletzungen in ein Spital eingeliefert. Der Unfall ereignete sich vor den Augen Hunderter Besucher. Das Mädchen war aus bisher unbekannten Gründen unter dem Sicherheitsbügel durchgerutscht und hielt sich mehr als eine Minute lang mit den Händen am Sicherheitsbügel fest.

Die Gondelbahn fuhr noch etwa eine Minute weiter, bevor Mitarbeiter die Bahn stoppten.

Der 47-jährige Matthew Howard war auf dem Weg zum Ausgang, als er die Hilfeschrie des Mädchens hörte. Gemeinsam mit seiner 21-jährigen Tochter eilte er hin und forderte das Mädchen auf loszulassen: „Wir fangen dich auf“, rief er laut Bericht des „Guardian“ dem Mädchen zu. Der jüngere Bruder der 14-Jährigen saß daneben, konnte aber nicht helfen. Das Mädchen schrie und sagte, sie könne sich nicht länger festhalten.

Ausflugsschiff gesunken: Mindestens sechs Tote in Kolumbien

Bei einem Schiffsunglück in einem Feriengebiet im Nordwesten Kolumbiens sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. 16 weitere Bootsinsassen würden noch vermisst, teilte die örtliche Zivilschutzbeauftragte Margarita Mancada gestern mit.

Das Schiff war am Nachmittag mit rund 150 Menschen an Bord auf dem Stausee El Penol-Guatape gesunken. Viele von ihnen konnten rasch aus dem Wasser geborgen werden. Auf einem Video, das in Sozialen Netzwerken kursierte, war zu sehen, wie das Schiff sank und sich Dutzende andere Boote näherten, um die Insassen zu retten.

Die Gegend ist bei Kolumbianern vor allem für Wochenendausflüge sehr beliebt.

Warum das Ausflugsschiff „Almirante“ kenterte, war zunächst unklar. An der Rettung seiner Insassen beteiligten sich nach Angaben der Behörden auch ein Hubschrauber der kolumbianischen Luftwaffe und mehrere örtliche Rettungsteams.

Kultur

„KulturMontag“: Die Roboter kommen

„Roboter übernehmen Jobs – ist auch Ihrer dabei?“ So oder ähnlich alarmistisch lauten immer wieder Schlagzeilen in den Medien.
Tatsächlich wird es aufgrund von Automatisation zu Umbrüchen in der Arbeitswelt kommen.

Längst übernehmen Maschinen
nicht bloß niedere Hilfsdienste – mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Systeme ersetzen mittlerweile etwa Börseanalysten und Logistikchefs. Anlässlich der Vienna Biennale unter dem Titel „Roboter. Arbeit. Unsere Zukunft“ setzt „kulturMontag“ einen Themenschwerpunkt.

Mehr dazu in tv.ORF.at

Science

Religion

Gesundheit

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