Ausland

Israel will 40.000 afrikanische Flüchtlinge abschieben

Israel will rund 40.000 im Land befindliche afrikanische Flüchtlinge in Drittländer abschieben. Das kündigte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu heute bei einer Sitzung seiner Regierung in Jerusalem an. Israel betrachtet die vor allem aus Eritrea und dem Sudan stammenden Flüchtlinge als illegale Einwanderer. Asylanträge werden nur in extrem seltenen Fällen gebilligt.

Netanjahu sprach von einer dreistufigen Politik in der Frage. Mit dem Bau einer Sperranlage an der Grenze zu Ägypten sei die Zahl der nach Israel kommenden Flüchtlinge praktisch auf null zurückgegangen. Rund 20.000 seien zudem bereits abgeschoben worden. Die dritte Phase der „intensivierten Abschiebung“ sei dank einer internationalen Vereinbarung möglich. Das ermögliche nun, die verbleibenden 40.000 „ohne ihre Zustimmung abzuschieben“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros.

Nach Medienberichten handelt es sich um eine Vereinbarung mit Ruanda und Uganda. Im Zuge des Abschiebungsplans will Israel binnen weniger Monate das umstrittene Internierungslager Cholot in der Negev-Wüste schließen. Viele Flüchtlinge leben auch in ärmlichen Vierteln im Süden Tel Avivs, es kommt immer wieder zu Spannungen mit israelischen Einwohnern.

UNHCR „zutiefst besorgt“

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) äußerte sich „zutiefst besorgt“ über Israels Pläne und die Sicherheit der Abzuschiebenden. „Asylsuchende und Flüchtlinge aus Eritrea und dem Sudan müssen einer Abschiebung in afrikanische Länder zustimmen oder mit Haft in Israel rechnen“, hieß es in einer Stellungnahme. „Israel ist juristisch dazu verpflichtet, Flüchtlinge und andere Schutzsuchende zu beschützen“, sagte Volker Türk, ein hochrangiger Vertreter des UNHCR.

Saudis beraten mit Verbündeten über Iran und Hisbollah

Die Außenminister Saudi-Arabiens und anderer arabischer Staaten beraten heute in Kairo über das weitere Vorgehen gegen den Iran und die schiitische Hisbollah im Libanon. Das Krisentreffen sei auf Initiative Saudi-Arabiens einberufen worden, meldete die staatliche ägyptische Nachrichtenagentur MENA.

Unterstützt worden sei das Vorhaben von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Kuwait. Diese Länder werfen dem Iran und der Hisbollah vor, sich in die inneren Angelegenheiten arabischer Staaten einzumischen. Das sunnitische Saudi-Arabien und der schiitische Iran ringen um die Vormachtstellung in der Region.

Saudi-Arabien wirft der Hisbollah unter anderem vor, eine Rolle beim Abschuss einer Rakete aus dem Jemen auf Riad gespielt zu haben. Im dortigen Bürgerkrieg unterstützen Saudi-Arabien und der Iran einander verfeindete Gruppierungen. Verschärft haben sich die Spannungen durch den in Saudi-Arabien verkündeten überraschenden Rücktritt des libanesischen Ministerpräsidenten Saad al-Hariri, der ein langjähriger Verbündeter des Königreichs ist. Dieser begründete seinen Schritt mit der Angst vor einem Anschlag auf sein Leben. Die Hisbollah ist an der Koalitionsregierung im Libanon beteiligt.

Hariri kündigt Rückkehr in den Libanon an

Hariri kündigte gestern in Paris an, er wolle am Mittwoch in sein Heimatland zurückkehren. Er werde in den nächsten Tagen reisen und nach einem Gespräch mit Präsident Michel Aoun seine Position erläutern, sagte Hariri nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Frankreich erwägt die Einberufung einer internationalen Konferenz, um die Krise in der Region zu entschärfen. Macron telefonierte gestern zudem mit US-Präsident Donald Trump, dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi. Es sei Macron um Mittel gegangen, die Region zu stabilisieren. Zudem sprach der französische Staatschef mit UNO-Generalsekretär Antonio Guterres. Bekannt war bereits, dass Macron vor dem Besuch Hariris im Elysee-Palast auch mit dem libanesischen Präsidenten Aoun gesprochen hatte.

US-Atomwaffen: General würde nicht jeden Befehl umsetzen

Der für das US-Atomarsenal zuständige General würde nach eigenen Angaben einen illegalen Befehl von Präsident Donald Trump zum Einsatz von Kernwaffen verweigern. „Ich glaube, einige Leute halten uns für blöd“, sagte John Hyten, Kommandeur des Strategic Command, gestern auf einem Sicherheitsforum in Kanada.

„Wir sind keine dummen Menschen. Wir machen uns über diese Dinge viele Gedanken“, sagte Hyten laut einer Aufzeichnung der Debatte auf Facebook. Er berate den Präsidenten, der ihm dann sage, was er zu tun habe. „Was glauben Sie, was passieren würde, wenn es etwas Illegales ist? Dann werde ich ihm sagen: ‚Herr Präsident, das ist illegal.‘“ Dann würde über Alternativen diskutiert werden, sagte Hyten. „So kompliziert ist das nicht.“

Das US-Verteidigungsministerium nahm zu der Aussage zunächst nicht Stellung. Trump hatte Nordkorea bei seiner ersten Rede vor der UNO-Vollversammlung mit der „totalen Vernichtung“ gedroht. Die zunehmenden Spannungen zwischen beiden Staaten haben bei US-Abgeordneten beider Parteien zu einer Diskussion über die Befugnisse des Staatsoberhaupts geführt. Am Dienstag beriet ein Senatsausschuss zum ersten Mal seit mehr als vier Jahrzehnten darüber, ob die Autorität des US-Präsidenten zur Anordnung eines Atomwaffenangriffs geändert werden sollte.

Spaniens Generalstaatsanwalt in Buenos Aires gestorben

Der spanische Generalstaatsanwalt Jose Manuel Maza ist tot. Der 66-Jährige, der maßgeblich die Anklagen gegen katalanische Anführer der Unabhängigkeitsbewegung vorangetrieben hatte, starb gestern in einem Krankenhaus in Buenos Aires in Argentinien, wie ein spanischer Justizsprecher mitteilte.

Maza habe in Buenos Aires an einem Treffen von Staatsanwälten teilgenommen und sei wegen einer „Infektion“ ins Krankenhaus gekommen. Generalstaatsanwalt Maza war erst rund ein Jahr im Amt. In Spanien wird der Generalstaatsanwalt auf Vorschlag der Regierung vom König ernannt.

Spaniens konservativer Regierungschef Mariano Rajoy würdigte Mazas Verdienste um den spanischen Staat. Der Generalstaatsanwalt hatte Mitgliedern der abgesetzten katalanischen Regionalregierung „Rebellion“, „Aufruhr“ und die Veruntreuung von Geldern vorgeworfen.

Eine Reihe von katalanischen Politikern befindet sich derzeit in Haft, der abgesetzte Regionalpräsident Carles Puigdemont hält sich in Belgien auf, wohin er sich abgesetzt hatte. Auf „Rebellion“ stehen in Spanien bis zu 30 Jahre Gefängnis, „Aufruhr“ kann mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden.

Chile wählt Nachfolger von Präsidentin Bachelet

Chile wählt heute den Nachfolger von Staatschefin Michelle Bachelet. Als Favorit unter den acht Kandidaten gilt der konservative Unternehmer Sebastian Pinera, der bereits 2010 bis 2014 das Amt innehatte. An zweiter Stelle in der Wählergunst steht nach Umfragen der Bewerber der Koalition von Sozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten, der unabhängige Journalist Alejandro Guillier.

Laut Umfragen kommt Stichwahl

Pinera könnte nach letzten Umfragen nicht die absolute Mehrheit erreichen, um in der ersten Wahlrunde als Präsident gewählt zu werden. Es müsste dann eine Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten stattfinden, die für den 17. Dezember angesetzt ist. Die Amtsübernahme des neuen Staatschefs ist für den 11. März 2018 festgesetzt worden.

Es werden auch die Gesamtheit der 155 Abgeordneten und die Hälfte der 50 Senatoren im Parlament neu gewählt. Wahlberechtigt sind 14,3 Millionen Bürger. Bachelet hat die Bürger wiederholt zur Wahl aufgerufen. Bei den Kommunalwahlen 2016 lag die Beteiligung bei nur 35 Prozent.

Inland

Junge Volkspartei: Kurz übergibt nächste Woche an Schnöll

ÖVP-Parteiobmann Sebastian Kurz gibt heutigen APA-Angaben zufolge am Samstag seine Funktion als Chef der Jungen Volkspartei (JVP) auch offiziell ab. Bei einem JVP-Bundestag soll der bereits im Mai designierte Nachfolger Stefan Schnöll formell zum neuen Vorsitzenden der ÖVP-Jugendorganisation gewählt werden. Kurz war seit 2009 Chef der jungen Schwarzen, der 29-jährige Schnöll fungierte zuletzt als JVP-Generalsekretär.

Schnöll ist gebürtiger Salzburger, studierter Jurist und gilt seit Jahren als Vertrauter von Kurz. Anfang 2015 übernahm er die Funktion des JVP-Generalsekretärs, von 2013 bis März 2017 war er außerdem Vizepräsident der Jungen Europäischen Volkspartei (YEPP). Nach dem ÖVP-Sieg bei der Nationalratswahl am 15. Oktober zog Schnöll auch als Nationalratsabgeordneter ins Parlament ein.

Neben dem Vorsitzenden werden auch die Stellvertreter neu gewählt, darunter die jüngste ÖVP-Abgeordnete, Claudia Plakolm aus Oberösterreich. Zum Bundestag in Korneuburg werden rund 500 Besucher erwartet, etwa 240 davon sind stimmberechtigte Delegierte. Neben der Wahl des neuen Führungsteams soll der bisherige JVP-Chef Kurz mit allen Ehren verabschiedet werden.

Mindestsicherung: Wien kündigt Widerstand an

Die Pläne von ÖVP und FPÖ zur Mindestsicherung stoßen in Wien auf Widerstand. Sollten tatsächlich strengere Regeln vom Bund vorgeschrieben werden, dann müsse Wien „dagegenhalten“, sagte Wiens Sozialstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ). Andreas Schieder, neuer SPÖ-Kandidat für den Bürgermeisterposten in Wien, kann sich auch vorstellen, vor den Verfassungsgerichtshof zu ziehen, sollte die Regelung „ganz schrecklich“ sein. NEOS ist wie die SPÖ-Vertreter nicht gegen eine Vereinheitlichung, eine Diskriminierung von Ausländern lehnt die Partei aber ab.

Mehr dazu in Warnung vor Kinderarmut

Wirtschaft

Deutsche Bahn setzt auf ehemalige Air-Berlin-Kunden

Angesichts steigender Flugpreise steigen immer mehr Kunden bei Reisen innerhalb Deutschlands auf die Bahn um. „Aktuell verzeichnen wir einen sehr positiven Buchungsverlauf für die nächsten Monate von mehr als zehn Prozent“, sagte ein DP-Sprecher dem „Tagesspiegel“ (Montag-Ausgabe). „Wir erwarten auch für dieses Jahr erneut einen neuen Fahrgastrekord im Fernverkehr.“

Die Ticketpreise bei der AUA-Mutter Lufthansa waren nach der Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin gestiegen. Auf innerdeutschen Strecken, die jetzt nur noch von der Lufthansa betrieben werden, haben sich Tickets dem Bericht zufolge um bis zu 50 Prozent verteuert.

Vier Stunden von Berlin nach München

Zwar verzeichnet die Bahn auf allen relevanten Fernverkehrsverbindungen mehr Buchungen. „Deutlich“ erhöht sind die Ticketverkäufe aber auf den einstigen Strecken von Air Berlin, heißt es aus dem Unternehmen. Betroffen sind die Verbindungen von Berlin nach München sowie Köln und Düsseldorf, außerdem von München nach Köln und Düsseldorf.

„Daher geben wir davon aus, dass ein Teil der bisherigen Air-Berlin-Fluggäste, insbesondere Geschäftsreisende, zukünftig auf die Züge der Deutschen Bahn wechseln wird“, sagte der Bahnsprecher. Große Hoffnungen setzt der Konzern im Geschäftsreiseverkehr auf die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke von Berlin nach München. Nach dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember können Kunden in weniger als vier Stunden von Berlin nach München reisen.

GB: Ab 2021 Freigabe für selbstfahrende Autos geplant

Großbritannien will ab 2021 seine Straßen für selbstfahrende Autos freigeben. Wie das Finanzministerium heute mitteilte, will Finanzminister Philip Hammond die neuen Vorgaben zum autonomen Fahren am Mittwoch in seiner Rede zum Staatshaushalt vorstellen.

Die britische Regierung wolle auch E-Autos fördern und 400 Millionen Pfund (448 Mio. Euro) in den Bau von Ladestationen investieren.

Mit Blick auf neue Technologien will Hammond nach Angaben seines Ministeriums zudem 75 Mio. Pfund für Unternehmen bereitstellen, die an künstlicher Intelligenz arbeiten. Mit 160 Mio. Pfund soll das ultraschnelle Mobilfunknetz 5G gefördert werden, das auch als Schlüsseltechnologie für automatisiertes Fahren gilt.

Paradise-Papers: Die Spuren in die Wiener Innenstadt

In den Paradise-Papers führen Spuren von 55 Offshore-Gesellschaften nach Österreich. Das geht aus den Daten der Anwaltskanzlei Appleby hervor, die das Internationale Konsortium investigativer Journalisten (ICIJ), an dem in Österreich das Wochenmagazin „Falter“ und der ORF beteiligt sind, analysiert hat, hervor.

Eine österreichische Spur in den Paradise-Papers führt laut ZIB von Feldkirch über Wiener Neustadt in die Wiener City.

Der Großteil der Offshore-Gesellschaften hat ihren Sitz auf Bermuda und den Cayman Islands. Gestrigen ZIB-Angaben zufolge gebe es Verbindungen zu 40 Personen und 24 Unternehmen in Österreich, darunter Anwälte, Steuerberater und Treuhänder ebenso wie milliardenschwere Unternehmer, Banken und ausländische Investoren.

Von den in diesem Zusammenhang genannten 63 Adressen in Österreich befinde sich die große Mehrheit in Wien, vor allem in der Innenstadt.

Sport

Bundesliga: Salzburg schielt auf Tabellenführung

Meister Salzburg will im Schlager der 15. Bundesliga-Runde gegen Leader Sturm Graz die Tabellenführung an sich reißen. „Meine Jungs sind heiß und freuen sich darauf“, sagte Trainer Marco Rose vor dem heutigen Heimspiel (16.30 Uhr, live in ORF eins) gegen die Steirer.

Sturm fügte den „Bullen“ allerdings die bisher einzige Saisonniederlage zu und habe in Deni Alar einen „Torjäger in guter Verfassung“, warnte Rose.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Rodeln: Aufholjagd beschert Kindl Podestplatz

Wolfgang Kindl hat die Olympiasaison heute mit einem zweiten Platz eröffnet. Der Doppelweltmeister musste sich zum Auftakt auf seiner Hausbahn in Innsbruck-Igls nur dem Russen Semen Pawlitschenko geschlagen geben. Rang drei holte der Deutsche Felix Loch.

Dabei war Kindl nach dem ersten Lauf nur an sechster Stelle gelegen, doch mit einer starken zweiten Fahrt schaffte der Tiroler noch den Sprung auf das Podest.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: West Ham hofft auf Trainereffekt

Marko Arnautovic hat die nach seinem Millionentransfer zu West Ham United im Sommer geweckten Erwartungen bisher nicht erfüllen können. Zuletzt war der ÖFB-Star nur mehr Ersatzspieler bei den schwach in die Saison gestarteten „Hammers“.

Mit dem Betreuerwechsel von Slaven Bilic zu David Moyes könnte der Wiener eine neue Chance erhalten. West Ham hofft jedenfalls am Sonntag im Gastspiel bei Watford auf einen Trainereffekt.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Frankreich: Polizist tötet drei Menschen und sich selbst

In der nördlich von Paris gelegenen Stadt Sarcelles hat ein Polizist gestern Abend mit seiner Dienstwaffe drei Menschen getötet. Der 31-Jährige wurde später tot im Garten der Familie seiner Lebensgefährtin gefunden.

Diese wurde, wie ihre Mutter und Schwester bei der Tat verletzt. Unter den Toten befindet sich deren Vater. Über die Identität der zwei weiteren Todesopfer ist bisher nichts bekannt. Medienberichten wurden diese auf der Straße getötet.

Nach Angaben des Bürgermeisters von Sarcelles hatte die Lebensgefährtin des Polizisten diesem kurz zuvor gesagt, dass sie sich trennen wollte.

Unfall während Vorstellung: Zirkusartistin schwer verletzt

Eine 16-jährige Zirkusartistin ist in Deutschland während einer Vorstellung schwer verunglückt. Die Jugendliche stürzte gestern Abend etwa drei Meter in die Tiefe und erlitt so schwere Verletzungen, dass sie im Krankenhaus behandelt werden musste, wie die Polizei heute mitteilte.

Das Unglück passierte während der Spätvorstellung in der Stadt Pößneck im deutschen Bundesland Thüringen, als sie zusammen mit ihrem 17 Jahre alten Partner ein Kunststück an einem Seil vorführte.

19 Tote bei Wohnhausbrand in Peking

Bei einem Wohnhausbrand in Peking sind gestern mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Acht weitere Menschen wurden bei dem Brand am südlichen Stadtrand der chinesischen Hauptstadt verletzt, wie die Staatsmedien meldeten. Im Außenbezirk Daxing leben viele Wanderarbeiter aus anderen Gegenden Chinas.

Feuerwehrleute in Peking

Reuters/China Stringer Network

Das Feuer brach gestern am frühen Abend in dem Wohnhaus in Daxing aus. In der Umgebung gibt es mehrere kleine Textilfabriken. Die Feuerwehr schickte nach eigenen Angaben 14 Löschmannschaften mit 34 Fahrzeugen los. Das Feuer konnte aber erst nach sechs Stunden gelöscht werden. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht.

Tödliche Brände sind in China aufgrund mangelnder Sicherheitsvorkehrungen häufig. Erst im September waren bei einem Brand in zwei Häusern in der östlichen Stadt Taizhou elf Menschen getötet worden.

Science

Kultur

„Erster und letzter Dadaist der DDR“ Horst Hussel tot

Der deutsche Zeichner und Illustrator Horst Hussel ist tot. Das sagte seine Tochter heute der dpa. Hussel starb gestern im Alter von 83 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in einem Berliner Hospiz.

Hussel studierte in den 1950er Jahren Malerei in Ostberlin, wurde während seiner Diplomarbeit jedoch aus politischen Gründen exmatrikuliert. Ein weiteres Studium in Westberlin konnte er wegen des Mauerbaus nicht abschließen. In den Jahren der Teilung machte sich Hussel in der DDR mit seinen Buchillustrationen und Grafiken einen Namen. Zuletzt lebte er als freischaffender Künstler in Berlin.

Der Berliner „Tagesspiegel“ bezeichnete Hussel als wohl ersten und letzten Dadaisten der DDR. Die „Neue Züricher Zeitung“ würdigte ihn als einen der bedeutendsten Buchkünstler der DDR und stillen Oppositionellen.

505.000 Euro für „Tim und Struppi“-Zeichnung

Eine Originalzeichnung aus der Comicserie „Tim und Struppi“ ist für mehr als eine halbe Million Euro versteigert worden. Das Werk des belgischen Comiczeichners Herge (1907 - 1983) wechselte in Paris für 505.000 Euro den Besitzer, wie das Auktionshaus Artcurial bekanntgab.

Es handelt sich um eine Abbildung zum achten „Tim und Struppi“-Band „König Ottokars Zepter“. Herge hatte sie für eine Titelseite der Zeitungsbeilage „Le Petit Vingtieme“ im Jahr 1939 gezeichnet, wo die Geschichte erstmals erschien.

Die kolorierte Zeichnung zeigt, wie die beiden Titelhelden der Serie von einem livrierten Diener durch den Königspalast eskortiert werden. Das Auktionshaus hatte als Schätzwert für die Auktion sogar 600.000 bis 800.000 Euro angegeben. Zeichnungen von Herge hatten in den vergangenen Jahren mehrfach hohe Beträge bei Auktionen eingebracht: Eine Doppelseite aus dem Jahr 1937 mit mehr als 40 Szenen wurde 2014 für mehr als 2,6 Millionen Euro versteigert.

IT

Apple verpasst mit HomePod Weihnachtsgeschäft

Apple wird seinen vernetzten Lautsprecher HomePod doch nicht mehr in diesem Jahr auf den Markt bringen. Jetzt soll er in den USA, Großbritannien und Australien von „Anfang 2018“ an verkauft werden. Man brauche „ein wenig mehr Zeit“, um das Gerät für die Kunden fertigzustellen, teilte Apple am Wochenende mit. Ursprünglich war bei der Ankündigung im Juni ein Verkaufsstart im Dezember in Aussicht gestellt worden. Apple machte keine Angaben dazu, was die Probleme sind.

Mit dem HomePod will Apple in das boomende Geschäft mit Lautsprechern mit integrierten Sprachassistenten einsteigen. Der Onlinehändler Amazon hatte den Markt mit seinen Echo-Lautsprechern und der Assistenzsoftware Alexa praktisch im Alleingang etabliert. Im vergangenen Jahr zog Google mit dem Konkurrenzgerät Home und dem Google Assistant nach und steht in den Startlöchern mit neuen Modellen. Darunter ist auch die größere Version Google Home Max, die es direkt mit dem HomePod aufnehmen soll.

Amazons Alexa rückt unterdessen in das Geschäft mit Geräten von Hi-Fi-Anbietern wie Yamaha und des Spezialisten für vernetzte Lautsprecher Sonos vor. Der Onlinehändler besetzt zudem den Markt mit kräftigen Rabatten auf seine eigenen neuen Echo-Modelle im Weihnachtsgeschäft.

Lifestyle

Netflix wird gern am Klo und im Büro genutzt

Einer Umfrage des Streamingdienstes Netflix in den USA zufolge nutzen immer mehr User weltweit den Videodienst an ungewöhnlichen Orten: Zwölf Prozent all der Befragten, die TV-Shows und Filme außerhalb der eigenen vier Wände nutzen, gaben zu, das auf öffentlichen Toiletten zu tun.

Mehr als ein Drittel streamt im Büro

Und 37 Prozent gaben an, dass sie den Videodienst bei der Arbeit schauten, berichtete am Wochenende die „New York Times“. Die Umfrage wurde im Spätsommer im Auftrag von Netflix durchgeführt. Ausgewertet wurden „Zehntausende Antworten von Menschen auf der ganzen Welt“, darunter auch 1.600 US-Bürgerinnen.

Daraus geht laut „NYT“ hervor, dass zwei Drittel der Amerikaner in der Öffentlichkeit streamen. Laut dem angesehenen Pew Research Center steigt sowohl der Gebrauch von Smartphones als auch von Streamingdiensten weiter an. Details dazu, wie sich das Userverhalten verändert, gibt es aber kaum. Streamingdienste verweigern in der Regel den Zugang zu ihren Daten, außer wenn es dem eigenen Unternehmen nützt.

„Gesellschaftliche Normen ändern sich“

Für Lee Rainie von Pew steht aber fest, dass „massive Veränderungen in allen Bereichen passieren: In den Unternehmen, in den gesellschaftlichen Normen und bei den Grenzen und dem Fehlen der Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Raum.“

Der beliebteste Ort, um unterwegs zu streamen, ist in den USA allerdings nicht das Klo, sondern das Flugzeug: 44 Prozent all jener, die unterwegs streamen, machen das in der Luft. 40 Prozent davon schauen Filme und Shows im Bus, 34 im Auto und 31 im Zug.

Panorama

Neue Miss World kommt aus Indien

Die 20-jährige Manushi Chhillar aus Indien darf sich als schönste Frau der Welt fühlen: Die Medizinstudentin wurde gestern im chinesischen Sanya zur Miss World 2017 gekrönt. Chhillar, die in ländlichen Gebieten ihrer Heimat Krankenhäuser eröffnen möchte, dankte ihren Unterstützern über den Kurzbotschaftendienst Twitter. „Das ist für Indien“, schrieb die indische Schönheitskönigin.

Ihre Krone nahm Chhillar von der bisherigen Miss World, Stephanie del Valle von der Karibikinsel Puerto Rico, entgegen. Über die neue Titelinhaberin war noch zu erfahren, dass sie eine Ausbildung in klassischem indischem Tanz hat und gerne malt. Die zweit- und die drittplatzierte Miss World kommen aus England beziehungsweise Mexiko.

Der Miss-World-Wettbewerb wurde 1951 ins Leben gerufen. Mit seither jeweils sechs Titeln stehen Indien und Venezuela an der Spitze der Rangliste.

Leute

Prinz William und Harry treten in „Star Wars“ auf

Das britische Prinzenpaar William und Harry werden einen Gastauftritt in der nächsten „Star Wars“-Folge haben. Das berichtet am Wochenende der „Hollywood Reporter“ unter Berufung auf den Hauptdarsteller John Boyega.

William und Harry werden dem Bericht zufolge in einer Szene in einem Lift Sturmtruppler an seiner Seite mimen. Auch der Schauspieler Tom Hardy und der Sänger Gary Barlow von der Band Take That würden in der Szene mitspielen. William und Harry, Hardy und Barlow sollen Boyega in der Szene beschützen. Unklar ist, ob einer von ihnen auch etwas sagen darf.

Spekulationen über einen möglichen Cameo-Auftritt der Prinzen tauchten erstmals im April des Vorjahres auf, als sich die beiden auf dem Filmset mit Lichtschwertern in der Hand fotografieren ließen.

„Der letzte Jedi“ ist die zweite Folge der aktuellen Trilogie, seit Walt Disney 2012 die Lucasfilm-Produktionsfirma vom „Star Wars“-Erfinder George Lucas um mehr als vier Milliarden Dollar (3,4 Mrd. Euro) gekauft hat.