Ausland

CIA: Nordkorea arbeitet an großem Atomwaffenarsenal

Nordkorea arbeitet nach Einschätzung des US-Geheimdienstes CIA am Aufbau eines umfassenden und zuverlässig einsatzfähigen Atomwaffenarsenals. Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un wolle die Kapazitäten entwickeln, mehrere Atomraketen gleichzeitig abfeuern zu können, sagte CIA-Chef Mike Pompeo gestern in einer Rede in Washington. Es gehe nicht lediglich darum, mit einem einzelnen erfolgreichen Test einer Atomrakete die militärische Macht vorzuführen.

Pompeo nimmt zudem an, dass Kim mit der Entwicklung von Atomwaffen noch viel mehr erreichen will, als die USA zu bedrohen und seine eigene Macht abzusichern. Sein Ziel sei die Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel „unter seiner Herrschaft“.

Kim und US-Präsident Donald Trump hatten sich in den vergangenen Monaten ein mit persönlichen Beleidigungen gespicktes Wortgefecht geliefert, das Ängste vor einem Atomkrieg nährte. Seit Jahresbeginn kam jedoch diplomatische Bewegung in den Konflikt. Erstmals seit mehr als zwei Jahren trafen sich Regierungsvertreter aus Nord- und Südkorea zu direkten Gesprächen.

Dabei kündigte Nordkorea seine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Südkorea im Februar an. Außerdem verständigten sich die seit Jahrzehnten verfeindeten Nachbarstaaten auf Schritte zur militärischen Deeskalation.

Viele Tote bei Doppelanschlag in Libyen

Bei einem Doppelanschlag in der ostlibyschen Stadt Bengasi sind mindestens 27 Menschen getötet und rund 40 verletzt worden. Einige Verletzte befänden sich in einem kritischen Zustand, hieß es gestern Abend aus dem Krankenhaus.

Kurz nacheinander seien im Ortsteil al-Salmani zwei Bomben in der Nähe einer Moschee explodiert. Wie libysche Medien berichteten, soll dabei auch der Anführer einer lokalen Miliz ums Leben gekommen sein. Wer für den Anschlag verantwortlich ist, war zunächst unklar.

In Bengasi begann 2011 der Aufstand gegen den damaligen Machthaber Muammar al-Gaddafi. In Folge des anschließenden Bürgerkrieges wurde die Stadt jahrelang heftig umkämpft und stand unter der Kontrolle eines Bündnisses aus überwiegend islamistischen Milizen. Im Sommer vergangenen Jahres übernahm der mächtige Militärführer Chalifa Haftar mit seinen Truppen die Kontrolle über die wichtige Hafenstadt.

US-Senat billigt Notenbanker Powell als neuen Fed-Chef

Der US-Senat hat die Nominierung von Jerome Powell zum neuen Chef der Notenbank Fed gebilligt. Die Abgeordneten folgten mit ihrer Entscheidung gestern Abend einem Vorschlag von US-Präsident Donald Trump. Der Jurist und frühere Investmentbanker sitzt seit 2012 im Fed-Direktorium und kann nun Nachfolger von Janet Yellen werden, deren Amtszeit am 3. Februar endet. Experten erwarten sich von ihm eine Fortsetzung des geldpolitischen Kurses.

Der Senat hatte sich bereits am Nachmittag (Ortszeit) mit einer Mehrheit von 84 zu zwölf Stimmen dafür ausgesprochen, die Debatte über Powell zu verkürzen und damit den Weg für die Abstimmung freizumachen. Der 64-Jährige ist weitgehend unumstritten. Geldpolitisch steht er Yellen nahe und teilte in den vergangenen Jahren ihre Ansicht, dass die im historischen Vergleich niedrige Inflation nur behutsame Erhöhungen der Leitzinsen zulässt.

Die Fed-Mitglieder wollen ihre Geldpolitik langsam normalisieren und hoben im vergangenen Jahr die Zinsen dreimal an. In diesem Jahr könnten drei weitere Zinsschritte folgen.

Minister in Simbabwe müssen Vermögen offenlegen

In Simbabwe müssen Minister, Staatssekretäre und leitende Beamte ab März ihr Vermögen gegenüber der Regierung offenlegen. Die Anordnung von Präsident Emmerson Mnangagwa diene der Transparenz und dem Kampf gegen Korruption, erklärte gestern ein ranghoher Mitarbeiter des Staatschefs.

Der Präsident werde sich bald auch zu der Frage äußern, ob die Angaben zu den Vermögenswerten der Minister auch öffentlich gemacht würden, sagte der Mitarbeiter.

Mnangagwa ist seit Ende November Staatschef, nachdem Langzeitpräsident Robert Mugabe (93) nach 37 Jahren an der Macht durch einen Militärputsch zum Rücktritt genötigt wurde. Unter Mugabe sollen sich Minister und Parteifreunde teils in großem Maß bereichert haben. Mnangagwa (75), der viele Jahre Mugabes rechte Hand war, will die Korruption in dem Land im südlichen Afrika bekämpfen. Noch im ersten Halbjahr soll in Simbabwe ein neuer Präsident gewählt werden.

US-Justizminister von Sonderermittler einvernommen

US-Justizminister Jeff Sessions ist vom Team des Sonderermittlers Robert Mueller befragt worden. Mueller untersucht die Verbindungen des Wahlkampfteams von Präsident Donald Trump mit russischen Stellen.

Die Anhörung habe vergangene Woche stattgefunden, sagte ein Sprecher des Justizministeriums gestern. Angaben zu den Inhalten wollte das Ministerium nicht machen. Damit wurde erstmals die Befragung eines Ministers aus dem Kabinett Trumps durch Mueller bekannt.

Befragung dauerte mehrere Stunden

Laut einem Bericht der „New York Times“ dauerte Sessions’ Befragung mehrere Stunden. Wie die Zeitung weiter berichtete, wurde auch der von Trump gefeuerte FBI-Chef James Comey im vergangenen Jahr von Muellers Büro befragt.

Der Justizminister hatte sich im März vergangenen Jahres selbst aus den Ermittlungen zu den Russland-Verbindungen Trumps herausgezogen, als bekanntgeworden war, dass er über mehrfache Treffen mit dem russischen Botschafter 2016 nicht berichtet hatte. Daraufhin wurde im Mai 2017 Mueller zum Sonderermittler ernannt.

Sessions leitete außenpolitisches Team

Sessions leitete im Wahlkampf Trumps außenpolitisches Team und traf sich in dieser Zeit dreimal mit dem russischen Botschafter. Eines der Mitglieder des Teams war George Papadopoulos, der damals nach eigenen Angaben versuchte, mittels Russland-Kontakten an belastendes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton zu gelangen.

Papadopoulos ist einer von vier früheren Trump-Beratern, gegen die bisher aufgrund der Mueller-Ermittlungen Anklage erhoben wurde. Er hat sich schuldig bekannt, Falschaussagen gegenüber der Bundespolizei FBI gemacht zu haben, und kooperiert mit den Ermittlern.

Venezuela will Präsidentenwahl vorziehen

Die für Dezember geplante Präsidentschaftswahl im krisengeschüttelten Venezuela soll bereits bis spätestens April stattfinden. Das schlug der Vizechef der Sozialistischen Partei (PSUV), Diosdado Cabello, gestern der neuen verfassungsgebenden Versammlung vor.

Obwohl immer mehr Menschen im Land mit den größten Ölreserven Hunger leiden, hat Präsident Nicolas Maduro gute Chancen, zu gewinnen. Denn um in den Genuss stark subventionierter Lebensmittelpakete zu kommen (mit Öl, Reis, Thunfisch, Milchpulver und Mehl), muss man ein „Carnet de la Patria“, eine Art Personalausweis, beantragen und erklären, die Regierung zu unterstützen.

Führende Oppositionspolitiker sitzen im Gefängnis, stehen unter Arrest oder sind geflohen, der bei der letzten Wahl nur knapp gegen Maduro unterlegene Henrique Capriles wurde von einer Kandidatur ausgeschlossen. Zuletzt hatte sich die Inflation, die höchste der Welt, rasant beschleunigt. Seit Jahresanfang nahmen auch die Plünderungen angesichts kaum noch zu bezahlender Lebensmittel stark zu.

Inland

Sport

Olympia: Graz/Schladming wollen Spiele 2026

Die steirischen Städte Graz und Schladming wollen sich als Initiative „Austria 2026“ für die Olympischen Winterspiele 2026 bewerben. Doch die Zeit drängt. Die Bewerbung muss bis Ende März in Form eines „Letter of Intent“ an das Internationale Olympische Komitee (IOC) angemeldet werden.

Punkten wollen Graz und Schladming mit niedrigen Kosten. „Wir sagen Nein zu Gigantomanie ohne nachhaltige Nutzung“, sagte Schladmings Bürgermeister Jürgen Winter gestern. Gesetzt wird auf großteils vorhandene Infrastruktur, unter anderem auch in Bayern.

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Australian Open: Nadal muss gegen Cilic aufgeben

Nach fast vier Stunden Spielzeit hat Rafael Nadal gestern im Viertelfinale der Australian Open gegen Marin Cilic aufgeben müssen. Die Nummer eins der Welt aus Spanien und der als Nummer sechs gesetzte Kroate hatten sich einen hochklassigen Kampf geliefert, ehe Nadal ab dem vierten Satz von einer Verletzung geplagt wurde und im Entscheidungssatz schließlich das Handtuch werfen musste. Cilic trifft im Semifinale auf Sensationsmann Kyle Edmund, der die Nummer drei Grigor Dimitrow eliminiert hatte.

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Ski alpin: ÖSV-Damen weiter ohne RTL-Podest

Die Österreicherinnen kommen im Riesentorlauf nicht in Schwung. Beim Weltcup auf dem Kronplatz in Italien gab es gestern die nächste Enttäuschung. Stephanie Brunner kam als beste und einzige der ÖSV-Damen mit einem Rückstand von weniger als drei Sekunden ins Ziel.

Seit nunmehr 16 Rennen warten die Österreicherinnen im Riesentorlauf auf einen Podestplatz. Grund zum Jubeln hatte Viktoria Rebensburg, die in Südtirol ihren dritten Saisonsieg einfuhr.

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Wirtschaft

Car2Go und DriveNow sollen fusioniert werden

Die Autobauer Daimler und BMW wollen einem Bericht zufolge ihre Carsharing-Dienste zusammenlegen. Die Verhandlungen seien auf der Zielgeraden, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe) berichtete. Die Sprecher der beiden Dienste wollten den Bericht nicht kommentieren.

Der „FAZ“ zufolge sollen die Marken DriveNow und Car2Go erhalten bleiben, die Technik im Hintergrund allerdings fusioniert werden. Außerdem solle eine gemeinsame Internetplattform die Dienste für die Kunden bündeln.

Bei beiden Diensten können die Kunden Fahrzeuge per Smartphone-App mieten und überall in Städten abstellen. Beide Dienste sind auch in Wien aktiv.

Starkes Wachstum im vergangenen Jahr

Car2Go, das vor drei Jahren von Daimler gegründet wurde, konnte seine Kundenzahl nach eigenen Angaben vergangenes Jahr um 30 Prozent auf knapp drei Millionen Kunden weltweit steigern.

DriveNow, das wiederum ein Gemeinschaftsunternehmen des Autovermieters Sixt und von BMW ist, zählte zum Jahreswechsel knapp über eine Million Kunden europaweit. Das seien 25 Prozent mehr als vor einem Jahr. Über Fusionsverhandlungen der beiden Dienste gab es im vergangenen Jahr immer wieder Berichte.

Weltwirtschaftsforum startet mit Warnung vor Abschottung

Mit Warnungen vor der zunehmenden Abschottung einzelner Staaten hat in Davos in der Schweiz das Weltwirtschaftsforum (WEF) begonnen. „Die Kräfte des Protektionismus erheben ihre Köpfe gegen die Globalisierung“, sagte Indiens Regierungschef Narendra Modi gestern in seiner Eröffnungsrede. Er verwies auf neue Zölle sowie stockende Verhandlungen bei internationalen Handelsverträgen.

Modi stellte sich damit deutlich gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump, dessen Regierung erst zu Wochenbeginn neue Strafzölle auf Waschmaschinen und Solarpaneele bekanntgegeben hatte.

Der Schweizer Präsident Alain Berset sagte: „Misstrauen vor Multilateralität und Freihandel verstärkt bestehende Klüfte und vertieft sie noch.“ Wer sich vor Zusammenarbeit fürchte, ziehe sich aus der Welt zurück, so Berset. „Furcht ist kein Treibstoff für Innovationen.“

Rede Trumps am Freitag

Trump wird am Donnerstag in Davos erwartet. Seine Rede ist zum Abschluss der viertägigen Tagung am Freitag geplant. Gerätselt wird in Davos, was Trumps genaue Botschaft sein wird. Das Weltwirtschaftsforum selbst hat sich den weltweiten Freihandel auf die Fahnen geschrieben.

Insgesamt diskutieren in dem Schweizer Alpenort mehr als 3.000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unter dem Motto „Für eine gemeinsame Zukunft in einer zerrissenen Welt“.

Modi kritisiert mangelnden Willen im Kampf gegen Klimawandel

Modi nannte außer wachsendem Protektionismus und internationalem Terrorismus den mangelnden Willen im Kampf gegen den Klimawandel als größte Gefahr heutzutage: „Wir haben die Natur ausgenutzt.“

Zwar sprächen alle davon, den Ausstoß schädlicher Emissionen zu senken. Aber nur wenige Regierungen seien wirklich willens, klimafreundliche Technologien mit Schwellen- und Entwicklungsländern zu teilen. Damit distanzierte sich Modi auch bei diesem Thema von Trump, der etwa aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen will.

Blackstone-Chef lobt Trump

Unterstützung für den Kurs des US-Präsidenten kam indes vom einflussreichen Chef der US-Investmentgesellschaft Blackstone, Steven Schwarzman. Das mache die Vereinigten Staaten wettbewerbsfähiger.

„Die USA sind der ‚place to be‘ in der entwickelten Welt“, sagte Schwarzman. Er erwarte, dass viele Konzerne nun im Land investierten. Trump hatte die Unternehmenssteuer von 35 auf 21 Prozent gesenkt.

Chronik

Mann saß neun Tage lang in Biwakschachtel fest

Ein 44-jähriger Mann aus Deutschland hat im Pinzgau in Salzburg notgedrungen acht Nächte in einer kleinen Biwakschachtel ausgeharrt. Der Bergsteiger war am 15. Jänner von St. Martin bei Lofer mit seinen Schneeschuhen zur Prax Biwakhütte aufgebrochen. Er wollte in der kleinen Holzhütte in 1.800 Meter Seehöhe eine Nacht verbringen.

Als er am nächsten Tag absteigen wollte, herrschte allerdings ein Schneesturm. Deshalb verschob er den Abstieg immer wieder. Nachdem der Schneefall die ganze Zeit anhielt und in den vergangenen Tagen noch zunahm, wagte es der Mann wegen der hohen Lawinengefahr nicht mehr, die Hütte zu verlassen. Schließlich entschloss er sich, die Bergrettung zu rufen.

Da ein Aufstieg zur Hütte aufgrund der hohen Lawinenwarnstufe nicht möglich war, wurde der 44-Jährige gestern von einem Polizeihubschrauber geborgen. Der Mann war laut Polizei für das Unternehmen gut ausgerüstet. Er hatte zunächst ausreichend zu essen, sein Proviant war aber eigenen Angaben zufolge nach sechs Tagen erschöpft. Er meinte auch, dass die Wetter-App, welche er auf sein Handy geladen hatte, das total falsche Wetter angezeigt habe.

Touristen warten seit Tagen in Höhle auf Rettung

Die sieben Touristen und ihr Führer, die seit Sonntag in einer Höhle in der Schweiz durch Hochwasser vom Rückweg abgeschnitten sind, müssen noch einige Tage auf ihre Rettung warten. Die Männer im Alter von 25 bis 55 Jahren werden das Höhlensystem im Muotatal frühestens am Wochenende verlassen können, wie die Polizei gestern Abend mitteilte.

Wegen der jüngsten starken Regenfälle und der aktuellen Wetterlage sei eine Bergung erst dann möglich. Die sieben Schweizer und ihr Führer seien aber wohlauf. Einsatzkräfte sollen in den kommenden Tagen Versorgungsmaterial ins Biwak der in der Höhle Eingeschlossenen bringen.

Die Touristen waren am Samstagmorgen zu ihrer Tour aufgebrochen und hätten am späteren Sonntagnachmittag die Höhle wieder verlassen sollen. Im Verlauf der Nacht zeichnete sich ab, dass es Hochwasser gibt, das den Rückweg versperrt. Das Hölloch ist mit mehr als 200 erforschten Kilometern eines der größten Höhlensysteme der Welt.

Zwei Tote nach Schüssen an High School in Kentucky

Ein 15-Jähriger hat gestern an einer Schule in Kentucky in den USA einen Jugendlichen und ein Mädchen erschossen. Beide Opfer sind ebenfalls 15 Jahre alt, sagte Matt Bevin, Gouverneur des US-Bundesstaates, bei einer Pressekonferenz. 19 weitere Personen wurden bei dem Verbrechen im Gebäude der Marshall County High School verletzt. 14 von ihnen erlitten Schusswunden.

Der Schütze wird sich des Mordes und des versuchten Mordes verantworten müssen, führte Bevin weiter aus. Über das Motiv des Täters wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Mindestens drei Schüler seien mit Hubschraubern ins Krankenhaus gebracht worden, berichtete der Lokalsender Fox17. Der Schütze, ein Schüler, ist von einem Polizisten festgenommen worden, teilte die Kentucky State Police auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.

U-Boot-Bauer soll Journalistin vor Mord misshandelt haben

Der dänische Erfinder Peter Madsen hat die Journalistin Kim Wall nach Ansicht der Staatsanwaltschaft misshandelt und gefoltert, bevor er sie an Bord seines U-Bootes ermordete. Das geht aus der Anklageschrift hervor, die gestern in Kopenhagen komplett veröffentlicht wurde. In der vergangenen Woche hatten die Ermittler mitgeteilt, der Mord sei geplant und vorbereitet gewesen.

In der Anklage führen sie das weiter aus: Der 47 Jahre alte Madsen habe unterschiedliches Werkzeug mit an Bord des U-Bootes genommen, darunter eine Säge, Messer und spitze Schraubenzieher. Er habe die 30-jährige Schwedin an Kopf, Armen und Beinen gefesselt, sie geschlagen, auf ihren Unterleib eingestochen und sie dann getötet, schreiben die Ermittler.

Die Investigativjournalistin war am 10. August 2017 für eine Recherche mit Madsen an Bord der „Nautilus“ gegangen. Später fand man ihre zerstückelte Leiche im Meer.

Erfinder bestreitet weiter Mord

Madsen bestreitet weiter, Wall ermordet zu haben. Auch Missbrauch weist er zurück. Der 47-Jährige spricht von einem Unfall an Bord des U-Bootes, hat aber inzwischen zugegeben, die Leiche danach zersägt und über Bord geworfen zu haben. Die Staatsanwaltschaft ist aber davon überzeugt, dass es Mord war.

Wie genau Madsen Wall umgebracht haben soll, konnten die Staatsanwälte noch nicht sagen. Möglicherweise habe er sie erdrosselt oder ihr die Kehle durchgeschnitten. Die Staatsanwaltschaft verlangt lebenslange Haft oder Sicherungsverwahrung. Sie stuft Madsen als gefährlich ein. Der Prozess beginnt am 8. März in Kopenhagen. Ein Urteil wird für den 25. April erwartet.

IT

Intel warnt vor eigenem Sicherheitsupdate

Nach dem Bekanntwerden zweier Sicherheitslücken bei praktisch allen Prozessoren des Chipherstellers Intel hat der US-Konzern jetzt einen Rückschlag bei der Problembehebung erlitten. Wie das Unternehmen in der Nacht auf gestern bestätigte, sorgt die eigene Sicherheitsaktualisierung für häufige Abstürze. Betroffen sind diesmal jedoch nicht alle Anwender, Aktualisierungen für das Betriebssystem sollten - schon allein aufgrund der Schwere der Schwachstelle - weiterhin installiert werden. Der zuletzt stark unter Druck geratene Chiphersteller arbeitet mittlerweile an einem Update für das Update.

Mehr dazu in Betriebssystem nicht betroffen

Videos von „Waschmittelmutprobe“ sollen gelöscht werden

Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (P&G) will Videos aus dem Internet löschen lassen, in denen Jugendliche Waschmittelkapseln zerbeißen. Dafür arbeite P&G mit Sozialen Netzwerken zusammen, erklärte Finanzdirektor Jon Moeller gestern. Jugendliche betrachten es derzeit als eine Art Mutprobe, vor laufender Kamera eine Waschmittelkapsel der Marke Tide von P&G in den Mund zu stecken und zu zerbeißen.

Videos verbreiten sich in Sozialen Netzen

Videos davon verbreiteten sich in den vergangenen Wochen in Sozialen Netzwerken. Seit Jahresbeginn wurden in Notaufnahmen in den USA nach Angaben des Verbands der Giftnotrufzentralen 86 "absichtliche Kontakte" von Jugendlichen mit dem Waschmittel festgestellt.

„Wir können nicht oft genug sagen, wie gefährlich das für die Gesundheit ist“, warnte der Verband. Der Waschmittelverzehr könne zu Anfällen, Lungenödemen, Atemstillstand, Koma und sogar zum Tod führen.

P&G-Finanzdirektor Moeller sagte, der Konzern habe bereits strenge Sicherheitsvorkehrungen und „klare“ Warnhinweise auf den Waschmittelpackungen. „Absichtlichen Missbrauch“, der durch „schlechtes Urteilsvermögen und den Wunsch nach Beliebtheit unter Gleichaltrigen“ befeuert werde, könne das aber nicht verhindern.

Science

Kaiserschnitt: Weniger Inkontinenz, mehr Fehlgeburten

Rund 25.000 Kinder kommen in Österreich jährlich durch einen Kaiserschnitt auf die Welt, das ist knapp ein Drittel aller Entbindungen. Eine internationale Studie hat nun die langfristigen Vor- und Nachteile eines Kaiserschnitts verglichen und kommt zu einem differenzierten Bild: Frauen leiden nach einem Kaiserschnitt seltener an Inkontinenz, dafür steigt das Risiko für Fehlgeburten.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Chilenischer „Antipoet“ Nicanor Parra tot

Der als „Antipoet“ berühmte chilenische Dichter Nicanor Parra ist mit 103 Jahren gestorben. Das bestätigte der chilenische Kulturminister Ernesto Ottone gestern, wie das Nachrichtenportal Emol berichtete. Parra zählte zu den bedeutendsten Schriftstellern Chiles.

Er wurde mehrfach als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt und gewann 2011 den in Madrid verliehenen Cervantes-Preis, die bedeutendste Literaturauszeichnung der spanischsprachigen Welt. Nicanor Parra veröffentlichte im selben Jahr sein letztes Werk „Antiprosas“.

Der umgangssprachliche Wortschatz und Satzbau sowie die Ironie und die Antihelden in seinen Werken ließen Parra als „Antipoeten“ berühmt werden. „Chile hat einen der größten Schriftsteller seiner Geschichte und eine einzigartige Stimme der westlichen Kultur verloren“, schrieb Staatschefin Michelle Bachelet auf Twitter nach dem Tod Nicanor Parras.

Von der Physik zur Literatur

Parra wurde am 5. September 1914 in San Fabian de Alico geboren, einer kleinen Anden-Ortschaft 400 Kilometer südlich von Santiago de Chile. Er war der Älteste unter fünf Geschwistern, darunter auch die Musikerin Violeta Parra (1917 - 1967).

Er studierte Mathematik und Physik in den USA sowie in Oxford. In den USA nahm er Kontakt zur aufkommenden Beat Generation um den Dichter Allen Ginsberg auf, der die Übersetzung von Parras Werken veranlasste.

Mit „Poemas y antipoemas“ (Gedichte und Gegengedichte) leitete Parra 1954 eine Revolution der spanischsprachigen Dichtung ein, entfernt von den Metaphern und der Sehnsucht nach Perfektion der herkömmlichen Poesie. „Artefactos“ (1972), auf den Sprachtheorien Ludwig Wittgensteins basierend, und „Ecopoemas“ (1982) gehören zu seinen bekanntesten Werken.