„Standard“: ÖBB wollen 300 Schaffnerposten abbauen
Der ÖBB-Personenverkehr will Nahverkehrszüge künftig vermehrt ohne Zugbegleiter führen und bis zu 300 Schaffnerposten abschaffen - „es sei denn, die Verkehrsverbünde zahlen mit“. Das berichtet die Tageszeitung „Der Standard“ (Dienstag-Ausgabe).
Der Personenverkehr wolle seinen Fahrbetrieb so automatisieren, dass gut 380 Zugbegleiter wegrationalisiert werden könnten. Das ist fast ein Drittel der insgesamt 1.200 Zugbegleiter im Nah- und Regionalverkehr. Hundert davon würden „für Kontroll- und Hilfsdienste“ bei der Bahn bleiben, berichtet die Zeitung auf Basis (noch nicht gebilligter) Aufsichtsratsunterlagen. Internationale Strecken und Schnellzüge sollen weiterhin mit Schaffnern geführt werden.
Im November hatte ÖBB-Personenverkehrschefin Gabriele Lutter erklärt, Verkehrsverbünde und Länder müssten Service- und Kontroll-Mitarbeiter künftig mitfinanzieren. Für ÖBB-General und Personenverkehrs-Aufsichtssratschef Christian Kern ist die schaffnerlose Zukunft für Teile des Nahverkehrs noch nicht fix.
ÖBB-Betriebsrat kündigt Info-Versammlungen an
Der ÖBB-Konzernbetriebsrat beschloss die Abhaltung von Informationsveranstaltungen zur laufenden Lohnrunde. Die Aktionen finden zwischen 20. und 30. September österreichweit statt und sollen so abgehalten werden, dass es zu keinen Beeinträchtigungen des Bahnbetriebs kommt, erklärte die Gewerkschaft in den Nachmittagsstunden.
Die unterbrochenen Verhandlungen könnten freilich schon vor den Aktionen wiederaufgenommen werden: „Wir sind bemüht, einen Termin zu finden“, sagte ein Sprecher von ÖBB-Betriebsratschef Wilhelm Haberzettl zur APA. Die ÖBB-Betriebsräte hatten Ende vergangener Woche die Verhandlungen ausgesetzt, nachdem der neue Bahnchef Christian Kern eine „Nulllohnrunde“ angeboten hatte.