Auch Italien diskutiert über Burka-Verbot

Nach französischem Beispiel wird jetzt auch in Italien über ein Verbot des Ganzkörperschleiers für muslimische Frauen diskutiert. Die italienische Staatssekretärin Daniela Santanche sprach sich für eine Revision des in Italien geltenden Vermummungsverbots aus. Man müsse darin ein ausdrückliches Verbot einführen, den Gesichtsschleier zu tragen, der nur Sehschlitze für die Augen offen lässt (Nikab, Anm.) oder diese sogar noch mit einem Gitter verdeckt (Burka; Anm.).

„Zeichen der Unterdrückung“

„Man muss muslimische Frauen von der Unterdrückung ihres familiären Clans befreien“, sagte die Staatssekretärin für die Umsetzung des Regierungsprogramms. Die Burka sei kein Ausdruck von Religiosität, sondern das Zeichen der Unterdrückung der Frau. Dieses Symbol von Unterdrückung müsse dementsprechend bekämpft werden, meinte Santanche.

Der Präsident der italienischen Abgeordnetenkammer, Gianfranco Fini, begrüßte das vom französischen Senat verabschiedete Burka-Gesetz. „Dieser Beschluss ist notwendig, um die Würde der Frau zu bewahren“, sagte er.

Fini: Frankreich erteilt „Zivilisationslehre“

„Frankreich erteilt allen europäischen Ländern eine Zivilisationslehre. Zum Glück gibt es in Italien ein Vermummungsverbot, das sich auch auf Burka-Trägerinnen bezieht. Wir müssen dafür sorgen, dass es auch angewendet wird“, kommentierte der Spitzenpolitiker der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord, Roberto Cota.

Die Lega Nord hat kürzlich im Parlament ein Anti-Burka-Gesetz eingebracht. Damit soll es verboten werden, Kleidungsstücke zu tragen, die die Identifizierung einer Person verhindern, auch aus religiösen Gründen. Wer sich nicht an das Gesetz hält, müsste demnach mit Geldstrafen bis zu 2.000 Euro oder bis zu zwei Jahren Haft rechnen. Der Entwurf wird zurzeit noch im Parlament diskutiert.