Trichet: Euro-Zone wackelt nicht

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sieht die Existenz der Euro-Zone trotz der akuten Schuldenkrise nicht bedroht. „Manche Kritiker neigen offenbar dazu, die Entschlossenheit der Regierungen zu unterschätzen“, sagte Trichet heute vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments.

Das gelte auch für die Beurteilung der Tatkraft der Euro-Gruppe und des Rats der Europäischen Union. „Nach meinen Erkenntnissen kann man die Stabilität der Euro-Zone nicht ernsthaft in Frage stellen“, betonte Trichet. Allerdings gebe es derzeit ein Problem, räumte der oberste Hüter des Euro vor den Parlamentariern ein. „Wir gehen durch sehr, sehr schwere Zeiten.“

Griechenland und Irland weiter zahlungsfähig

Die beiden von Europa und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geretteten Staaten Griechenland und Irland seien trotz Schwierigkeiten beim wirtschaftlichen Anpassungsprozess weiter zahlungsfähig. Mit Blick auf den spanischen Bankensektor gebe es keinen Grund, allzu düstere Szenarien zu zeichnen.

„Ich glaube nicht, dass die Arbeitshypothese angemessen ist, dass große spanische Banken Pleite gehen könnten.“ Auf das unter einer hohen Schuldenlast ächzende Belgien angesprochen, sagte Trichet: „Wir beobachten, was sich in allen Ländern tut.“