Masterstudium künftig für alle Pädagogen Pflicht
Auch wenn in der Vorbereitungsgruppe zur neuen Lehrerausbildung noch immer über Details diskutiert wird, sind einige Eckpunkte bereits fixiert.
Ziel ist ein „Upgrade für alle“, deshalb soll künftig jeder Pädagoge - vom Kindergarten bis zur Schule mit Maturaabschluss - verpflichtend ein Masterstudium abschließen, so der Leiter der von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) eingesetzten Gruppe, Ex-ÖVP-Bundesrat Andreas Schnider. Der Bachelor soll vier Jahre dauern.
„Gleiches wissenschaftliches Niveau“
„Alle pädagogischen Berufe müssen das gleiche wissenschaftliche Niveau haben“, sagte Schnider gegenüber der APA. Deshalb soll ein Teil der Ausbildungsinhalte, der sich durch das gesamte Bachelorstudium zieht, für alle Pädagogen gleich sein.
In den übrigen Bereichen ist die Ausbildung gesplittet, nämlich in die Lehrbefähigung für die Altersgruppe null bis sechs, sechs bis zehn, zehn bis 14 und 14 bis 19 Jahre. Im vierten Jahr soll für alle angehenden Lehrer die verpflichtende Induktionsphase beginnen, in der diese schon an Schulen unterrichten, aber dabei noch von der Ausbildungseinrichtung betreut werden.
Master auch berufsbegleitend
Das Masterstudium kann danach direkt an den Bachelor angeschlossen oder aber innerhalb von maximal fünf Jahren berufsbegleitend absolviert werden. Die Lehrer dürfen zwar auch schon mit dem Bachelor unterrichten und sollen auch gleich viel verdienen wie Masterabsolventen - zumindest wenn es nach Schnider geht.
Ihr Vertrag ist laut aktuellem Diskussionsstand jedoch befristet, und sie sollen stärker unter Beobachtung stehen als Lehrer mit Masterabschluss. Haben die Junglehrer nach fünf Jahren noch immer keinen Master und können auch keine andere wissenschaftliche Weiterentwicklung nachweisen, fliegen sie raus.
Offener für Quereinsteiger
Deutlich verbessert werden soll mit der neuen Ausbildung auch die Möglichkeit zum Quereinstieg in den Lehrerberuf. An einer gemeinsamen Einrichtung sollen das Fachwissen von Unilehrenden und didaktisch-pädagogische Kenntnisse von PH-Vortragenden vermittelt werden. Am Ende eines Umstrukturierungsprozesses sollen anstelle der 15 PHs und der Dutzenden pädagogischen Einrichtungen an den Unis sechs bis sieben neue autonome Lehrerausbildungsstätten stehen.