Studie: Dramatisch viele Frühgeburten
Mehr als 100 Wissenschaftler aus aller Welt haben erstmals in einem gemeinsamen Bericht die dramatische Situation der Frühgeburten auf der Erde zusammengestellt.
Dem Bericht mit Angaben zu 193 Staaten zufolge kommen jährlich 15 Millionen Kinder vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche - und damit zu früh - auf die Welt. Jährlich 1,1 Millionen Kinder sterben daran. Österreich ist bei weitem nicht unter den Besten (Platz 77 auf der Negativliste).
„Damit sind Frühgeburten die zweithäufigste Todesursache für Säuglinge nach Lungenentzündungen“, sagte Joy Lawn, eine der Autorinnen der Studie. Österreich schneidet unter 193 Staaten mit 10,9 Prozent Frühgeburten relativ schlecht ab. Es hat dieselbe Quote wie das afrikanische Entwicklungsland Burkina Faso. Allerdings sind die Überlebenschancen der Frühchen in Österreich eklatant höher als in Burkina Faso.
Die Ursachen für Frühgeburten
Im Durchschnitt wird weltweit etwa jedes zehnte Kind zu früh geboren. Deutschland steht dem Bericht zufolge mit 9,2 Frühchen pro 100 Geburten (Rang 106) schlechter als viele Nachbarstaaten - aber besser als Österreich - da.
In Industrieländern gelten vor allem ältere Mütter und Wohlstandserscheinungen wie Bluthochdruck und Rauchen als Ursachen für Frühgeburten. Belgien weist beispielsweise eine Quote von 7,9 Prozent auf, Italien eine von 6,5 Prozent, die Schweiz eine von 7,4 und Schweden eine von 5,9 Prozent (Rang 174).
Weltweit die ungünstigste Quote hat das südostafrikanische Land Malawi mit 18,2 Prozent (Rang 1), die günstigste demnach Weißrussland mit 4,1 Prozent (dann: Ecuador/5,1 Prozent, Lettland/5,3 Prozent, Finnland, Kroatien und Samoa je 5,5 Prozent (Rang 179). Allerdings ist die Sterblichkeit dank guter medizinischer Technik in den entwickelten Ländern drastisch geringer als in den Industriestaaten.