Hollande verspricht „geordneten“ Afghanistan-Abzug
Der neue französische Präsident Francois Hollande will die französischen Truppen „geordnet“ und in Abstimmung mit den anderen NATO-Partnern aus Afghanistan abziehen.
Der vorzeitige Abzug der Soldaten werde „in gutem Einvernehmen mit unseren Verbündeten“ und in enger Zusammenarbeit mit den afghanischen Behörden erfolgen, sagte Hollande heute bei einem überraschenden Besuch in Afghanistan.
Video dazu in iptv.ORF.at
Dort besuchte er im Rahmen eines unangekündigten Besuchs den Militärstützpunkt Nijrab in der nordöstlichen Provinz Kapisa, wo die meisten französischen Soldaten stationiert sind. Nach Angaben aus Hollandes Umgebung möchte er den Soldaten persönlich erklären, warum er einen früheren Abzug aus Afghanistan anstrebt.
Hollande wird unter anderen von Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, Außenminister Laurent Fabius und Generalstabschef Edouard Guillaud begleitet, wie ein AFP-Korrespondent an Ort und Stelle berichtete.
„Weiter militärische Präsenz“
Hollande sagte Afghanistan aber militärische und zivile Zusammenarbeit auch nach 2012 zu. „Nach 2012 werden keine französischen Kampftruppen in Afghanistan mehr verbleiben“, so Hollande heute nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai.
Hollande betonte in einer vom TV-Nachrichtensender BFM übertragenen Rede in der französischen Botschaft in Kabul, dass es nicht um einen vollständigen Abzug aller französischen Soldaten aus Afghanistan 2012 gehe. „Ich rede von Kampftruppen - es wird aber weiter eine militärische Präsenz geben.“ Die Zusammenarbeit solle aber eine „zivile Dimension“ bekommen.