Nach Umweltdesaster: Haft für „Rena“-Kapitän
Der Kapitän, der die größte Katastrophe in der Meereswelt vor Neuseeland verursacht hat, muss sieben Monate ins Gefängnis. Der 44-jährige Kapitän des Containerschiffs „Rena“ sei unter Zeitdruck von der geplanten Route abgewichen und habe fatale Fahrfehler gemacht, befand der Richter heute nach Medienberichten aus dem Gerichtssaal.
Zu allem Übel habe er das Logbuch gefälscht, um seine schweren Fehler zu vertuschen. Das riesige Schiff rammte im Oktober bei fast voller Fahrt ein Riff nur 22 Kilometer vor der Küste. Es zerbrach, und mindestens 350 Tonnen Öl liefen aus. Der Navigationsoffizier bekam die gleiche Strafe.
Der Richter zeigte Milde, weil sich die beiden Angeklagten schuldig bekannt hatten. Ihnen hatten sieben Jahre Haft gedroht. Die Staatsanwälte sprachen von grundlegender Inkompetenz der Schiffslenker. Der Anwalt des Kapitäns führte die Reue seines Mandaten an.
Noch immer nicht alle Container geborgen
Das 245 Meter lange Schiff war am 5. Oktober nahe der Küste der neuseeländischen Nordinsel auf ein Riff gelaufen. Es ist inzwischen zerbrochen und teilweise gesunken. Bei dem Unglück liefen 350 bis 400 Tonnen Öl aus und verpesteten die Strände der Bucht Bay of Plenty. Mehr als 2.400 Vögel verenden im Ölschlick. Von den 1.368 Containern an Bord fielen Hunderte ins Wasser. Bis heute sind Fachleute im Einsatz, um Container zu bergen.