Grassers Liechtensteiner Anwalt bekämpft Amtshilfe

Weiter ist unklar, ob die österreichische Justiz die in Liechtenstein vor über einem Jahr beschlagnahmten Unterlagen zu Geldströmen rund um Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser bekommt oder nicht: Der Liechtensteiner Wirtschaftstreuhänder von Grasser geht gegen die Ausfolgung der in der BUWOG-Affäre beschlagnahmten Akten nun zum Staatsgerichtshof des Fürstentums.

Außerdem will der Grasser-Beauftragte eine aufschiebende Wirkung beantragen. Sollte diese zuerkannt werden, dürfen die Akten der österreichischen Justiz bis zum Abschluss des Verfahrens nicht ausgefolgt werden. Grasser selbst bestreitet, von infrage stehenden Millionenprovisionen profitiert zu haben. Die Unterlagen wurden im April 2011 bei Grassers Wirtschaftstreuhänder beschlagnahmt.

Gegen die Ausfolgung an Österreich ging der Treuhänder bis zum Obersten Gerichtshof in Liechtenstein, wo er heuer im Mai allerdings eine Niederlage erlitt. Als letzte Möglichkeit blieb ihm nur noch der Gang zum Staatsgerichtshof, was in Österreich einer Verfassungsklage entspricht. Gestern wurde Grassers liechtensteinischer Stiftungsvorstand wegen Urkundenunterdrückung nicht rechtskräftig zu einer teilbedingten Geldstrafe von 128.000 Franken (106.578 Euro) verurteilt.