Google warnt Nutzer vor Chinas Zensur
Internetnutzer in China erhalten von Googles Suchmaschine nun Warnhinweise, wenn sie nach bestimmten Wörtern suchen. In einem entsprechenden Blogeintrag schreibt Google, dass Nutzer gewarnt werden, wenn ihre Suche „Verbindungsprobleme“ erzeugen könnte.
Mit dem Warnhinweis enthüllt Google offener als bisher die Zensur in China. Google selbst will laut Angaben den Umgang mit der Suchmaschine verbessern und ärgerliche Unterbrechungen auch bei seinen anderen Services verhindern.
Liste aus Suchanfragen gefiltert
Google vermeidet es in dem Eintrag, die strenge staatliche chinesische Zensur anzusprechen, sondern schreibt nur, dass es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit seinem Service gegeben habe, die aber laut internen Untersuchungen nicht auf technische Probleme bei Google zurückzuführen waren.
Googles Techniker hätten nun aus den 350.000 populärsten Suchanfragen mögliche Störwörter herausgefiltert und würden bei diesen entsprechend warnen. Bisher gab es nach einer zensierten Suche nur einen vagen technischen Hinweis, dass die Website „nicht verfügbar“ sei oder die Verbindung „zurückgesetzt“ wurde.
Kampf um Marktanteile
Bei der Suche etwa nach der bekannten, aber in China gesperrten Dissidenten-Webseite Peacehall.com zeigt Google jetzt an: „Wir haben beobachtet, dass die Suche nach [Peacehall] in Festlandchina vorübergehend Ihre Verbindung zu Google unterbrechen kann. Diese Unterbrechung ist außerhalb Googles Kontrolle.“
Google ist seit 2006 auf dem chinesischen Markt aktiv und hat sich zu Beginn den Zensuranforderungen gebeugt. Seit 2010 leitet der Anbieter Suchanfragen aus China über Hongkong um, um nicht mehr selber Ergebnisse zensieren zu müssen. Die Aussetzer beim Service haben den Anbieter laut Marktforschern jedoch Marktanteile gekostet. Mit 79 Prozent dominiert der chinesische Anbieter Baidu den Suchmarkt in China.