Syrien: Putin weist in Berlin Kritik zurück

Der russische Präsident, Wladimir Putin, hat heute in Berlin die vom Westen in Zusammenhang mit der Syrien-Krise gegen sein Land erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Russland leiste keine einseitige Unterstützung für das Regime von Präsident Baschar al-Assad, sagte Putin nach einem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin, Angela Merkel.

Auch liefere Moskau keine Waffen an Damaskus, die in einem Bürgerkrieg zum Einsatz kommen könnten. Es gebe langjährige gute Beziehungen zu Damaskus, aber Moskau unterstütze keine der syrischen Konfliktparteien.

„Politisch alles tun, um voranzukommen“

„Im Großen und Ganzen glaube ich, dass eine politische Lösung gefunden werden kann“, sagte der russische Präsident. Merkel sagte ihrerseits, Deutschland und Russland setzten alles daran, um zu verhindern, dass es zu einem Bürgerkrieg komme und noch mehr Menschen leiden müssten, „das heißt, wir müssen politisch alles daran setzen, hier voranzukommen“.

Opposition berichtet von weiterem Massaker

Die Opposition in Syrien berichtete unterdessen von einem weiteren Massaker syrischer Regierungstruppen an Zivilisten. Ein Mitglied der örtlichen Koordinierungskomitees sagte der Agentur AFP, Regierungssoldaten hätten zwölf Arbeiter einer Düngemittelfabrik nahe der zentralsyrischen Ortschaft Kusair in der Provinz Homs getötet. Sie seien gestern überfallen worden.

„Die Arbeiter befanden sich in einem Bus, als sie an einem Kontrollpunkt außerhalb von Kusair zum Aussteigen gezwungen wurden“, sagte Salim Kabbani von den örtlichen Koordinierungskomitees. „Die Einheiten des Regimes haben ihnen die Hände auf dem Rücken gefesselt und dann auf sie geschossen.“ Die Arbeiter seien „alle auf einen Schlag exekutiert“ worden.