Trayvon Martins Todesschütze wieder im Gefängnis
Seine Freilassung auf Kaution war in den USA umstritten - nun sitzt der geständige Todesschütze des schwarzen Teenagers Trayvon Martin wieder in Untersuchungshaft. Der Grund: George Zimmerman besitzt mehr Geld, als er vor Gericht zugab.
Ein Richter in Florida hob daher die Freilassung des 28-Jährigen gegen Kaution auf. Der Angeklagte stellte sich laut seinem Anwalt Mark O’Mara gestern Nachmittag (Ortszeit) der Polizei. Er habe sich bis dahin an einem „sicheren, geheimen“ Ort aufgehalten, schrieb der Verteidiger auf seiner Website.
135.000 Dollar von Sympathisanten
Zimmerman und seine Frau hätten bei einer Anhörung im April gelogen und falsche Angaben über ihre finanziellen Verhältnisse gemacht, befand die Staatsanwaltschaft. Seine Frau Shellie hatte ausgesagt, sie befinde sich noch in der Ausbildung, und ihr Mann sei arbeitslos. Aufgrund dieser Anhörung wurde damals eine Kaution von 150.000 Dollar festgelegt. Zimmerman bezahlte wie üblich zehn Prozent davon und kam auf freien Fuß.
Tatsächlich, so die Staatsanwaltschaft, habe der Hobbywachmann 135.000 Dollar von Sympathisanten über seine Website eingenommen, die er nach dem Vorfall eingerichtet hatte. „Er kann sich nicht zurücklehnen und den Vorteil einer niedrigen Kaution auf der Basis einer Falschaussage genießen“, zitierte der Sender Fox News den Richter Kenneth Lester.
Zweiter Pass
Nach Informationen der Staatsanwaltschaft besitzt Zimmerman außerdem einen zweiten Pass, der es ihm möglich mache, jederzeit zu fliehen. In aufgezeichneten Telefongesprächen aus seiner Zelle habe Zimmerman mit seiner Frau einen weiteren Pass erwähnt, der in einem Schließfach liege, so Staatsanwalt Bernie de la Ronda in seinem Antrag an den Richter. Unterdessen habe Zimmerman den Behörden einen Pass ausgehändigt, der im Mai abgelaufen sei.