1.000 Peitschenhiebe für Blogger in Saudi-Arabien

In Saudi-Arabien soll ein Journalist nach Angaben von Menschenrechtlern morgen mit 1.000 Peitschenhieben für die Gründung eines islamkritischen Onlinedebattenmagazins bestraft werden. Der Blogger Raif Badawi solle vor einer Moschee in der westsaudischen Hafenstadt Dschidda öffentlich ausgepeitscht werden, berichtete die Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Badawi war im Mai 2014 zu der harten Strafe sowie zu zehn Jahren Haft und einer Geldstrafe von einer Million Rial (rund 191.000 Euro) verurteilt worden. Der Aktivist ist seit Mitte 2012 in Haft, seine Website „Freie saudische Liberale“ wurde geschlossen. In dem Forum soll er den Islam beleidigt haben.

Badawi habe „sich nichts anderes zuschulden kommen lassen, als es gewagt zu haben, ein öffentliches Forum für Debatten zu schaffen“, heißt es von Amnesty International. Dafür bestraft zu werden sei „erschreckend“.

Der Fall sorgt auch in Österreich für Aufsehen. Abgeordnete der Grünen wollen morgen vor dem von Saudi-Arabien finanzierten König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen Dialog eine Mahnwache abhalten und auf die intolerante Haltung des Golfstaates hinweisen.