Obama: „Sind von Rassismus nicht geheilt“

Nach der Attacke mit neun Toten auf eine von Afroamerikanern besuchte Kirche hat US-Präsident Barack Obama mit dem Tabuwort „Nigger“ in die Rassismusdebatte eingegriffen. „Wir sind vom Rassismus nicht geheilt“, sagte Obama in einem heute ausgestrahlten Interview mit dem Internetradio WTF. „Und es geht nicht nur darum, dass es unhöflich ist, in der Öffentlichkeit ‚Nigger‘ zu sagen.“

Das Erbe von Sklaverei und Diskriminierung werfe einen „langen Schatten“ und sei „noch immer Teil unserer DNA“. so der US-Präsident weiter. Das englische Wort „Nigger“ ist eine abwertende Bezeichnung für Schwarze. US-Medien vermeiden den Ausdruck und sprechen vom „N-Wort“ - selbst Obamas Äußerung wurde mit einem Piepen übertönt.

Obama wurde 2008 als erster Schwarzer zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Der Sohn einer weißen US-Bürgerin und eines Kenianers sagte in dem WTF-Interview, dass sich die Situation der Afroamerikaner „in meiner Lebenszeit“ spürbar verbessert habe. „Neue Möglichkeiten haben sich ergeben, und Einstellungen haben sich verändert“, sagte er. Dennoch müsse das Land noch einen weiten Weg zurücklegen, ehe die Hautfarbe keine Rolle mehr spiele.

Publiziert am 22.06.2015